viertei jahresschrift des instituts eur deutsche ostarbeit krakau

sbc.org.pl

viertei jahresschrift des instituts eur deutsche ostarbeit krakau

sitzen, angegeben2®). Auch in diesem Falle muß betont werden, daß das Hufenmaß nicht einfach

aus dem heutigen Umfang des Bauernlandes und einer früheren Hufenanzahl errechnet werden

kann, denn die Fläche des Bauernlandes variiert im Laufe der Zeit sehr, in der Regel ist sie noch

seit dem 16. Jh. stark ang jwachsen.

Ein Vergleich der Namenslisten von 1550 und 185129) erweist, daß Glowienka auch in späterer

Zeit deutschstämmige Zuwanderung erhielt. Eigenartig für ein deutsches Kolonistendorf

des 14. Jhs. ist nur die verhältnismäßig kleine Gemarkung und die davon abhängige einreihige

Kümmerform des echten Waldhufendorfes. Auf die gedrängte Nachbarschaft zu Suchodöl,

einem ebenfalls echten Waldhufendorf mit kleiner Gemarkung, wurde schon aufmerksam gemacht.

Es ist wahrscheinlich, daß diese Gemarkungsgrenzen älter sind als die Kolonisation

nach deutschem Muster und mit deutschen Menschen30). Auf dem Flachhügelland, das sich in

einem Streifen von Zr§cin über Miejscie Piastowe nach Wröblik hinzieht, sind bis heute eine

Reihe kleiner Gemarkungen mit unregelmäßigen Orts- und Flurformen, erhalten. Von diesen

alten Dörfern dürften Glowienka und Suchodöl im Zuge der deutschen Dorfgründungen in der

Umgebung der Stadt Krosno völlig neu umgesetzt und umgesiedelt worden sein. Glowienka

erweist sich hierdurch als Waldhufendorf auf Altsiedelgebiet. Der Unterschied gegenüber den

in der Umgebung oft anzutreffenden Waldhufendörfern aus grüner Wurzel ist vor allem in der

Gemarkungsgröße und damit in der Anzahl der Bauernstellen gelegen. Die Hufengröße ist hingegen,

wie ein Vergleich mit Rybna oder Markowa31) zeigt, entsprechend den ähnlichen Geländeund

Bodenverhältnissen die gleiche. Im übrigen macht Glowienka auch heute noch trotz der

Kleinheit seiner Wirtschaften den gleichen sauberen Eindruck wie die anderen ehemals deutschen

Waldhufendörfer im Krosnoer Gebiet.

W IT Ö W

(KG. Nr. 346 des Kreises Neu-Sandez, 1846)

Im obersten Talstück des Czarny Dunajec wurde Witöw auf einem breiten Flachhang angelegt,

der sich mit einer kleinen Steilstufe über dem Talboden von rund 800 m bis zum Grenzkamm

der Magura Orawska (1233 m) erstreckt. Die Gemarkung ist mit 6484,34 ha sehr groß und umfaßt

im Süden Wald- und Weideland mit verstreuten Waldwiesen bis zum Hauptkamm der

Hohen Tatra. Als echte Gebirgsgemeinde hat Witöw nur 12,5% Äcker und 5,1% Wiesen, hingegen

53% Wald und 26% Weideland. Die Karte 3 zeigt nur den nördlichen Ausschnitt der

Gemarkung, welcher die Bauernhufen mit dem Ackerland und der Hauptsiedlung enthält. Nur

auf der linken Seite des Czarny Dunajec gelegen, bietet die Siedlung das Bild eines einseitigen

Waldhufendorfes. Als solches ist es eine Ausnahmeerscheinung im Vorland der Hohen Tatra.

as) Aus W . Sam a: Opis pow iatu krosnieriskiego (D ie Beschreibung des K rosnoer Kreises), Przem ysl 1898.

29) D ie Namen Zaydel (Szewdel), B uczek und Plaszkow icz (H ans von Plowkowie) kamen schon im 16. Jh. vor. In der

Grundbesitzerliste des K . K . v on 1851 finden sich folgende deutsche Namen: H eynar, Rachfal, S tyl, Henczel,

Szubra, Stelliga, Patl, Szm yd, Puc, Reichel, F rydrych und Faber. D ie Vorfahren dieser Namensträger dürften

nach den Zerstörungen durch die kriegerischen Ereignisse v on 1669, nach denen 13 H ufen des Dorfes unbebaut

gewesen sein sollen (W . Sam a), zugewandert sein. A u f die deutschen Namen und Vornam en aus dem Jahre 1550

m acht auch JC* L ück 1934 a« a. O . S. 585 aufmerksam*

*°) K rolcienko, zu dessen Schulzenam t Glowienka w ie Suchodöl gehörten, wurde 1348 gegründet. Glowienka dürfte

um die gleiche Zeit, vielleicht wenige Jahre später neu entstanden sein. D ie im Süden folgenden W aldhufengemeinden

sind ebenfalls in der M itte des 14. Jh. zu deutschem R ech t und m it deutschen Siedlern gegründet worden

(D aten siehe bei K . L ü ck 1934, a. a. O . S. 590 ff.).

81) G. H ildebrandt, M arkowa, ein D o rf der m ittelalterlichen deutschen Ostsiedlung, In Z t. f. Erdk., 1942 H . 6, und:

Siedlungsgeographische Untersuchungen im Gebiet der deutschm ittelalterlichen W aldhufendörfer um Landshut:

M arkowa, Gaö, und Bialoboki. M anuskripte. C, H . 1 d. Inst. f. D t. Ostarbeit, K rakau, Sekt. Landeskunde, Juni 1942.

378

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine