viertei jahresschrift des instituts eur deutsche ostarbeit krakau

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viertei jahresschrift des instituts eur deutsche ostarbeit krakau

2. Die Hufengröße war höchstwahrscheinlich kleiner, etwa halb so groß wie in den großen

Rodungsdörfern59).

3. Die Besitzzersplitterung war eine wesentlich geringere als in den Großdörfern, so daß dort

auch heute noch relativ gesunde bäuerliche Verhältnisse angetroffen werden.

Wie leicht zu erkennen war, erfolgte die Aneinanderreihung der Siedlungsbeispiele bereits nach

formenlogischem Gesichtspunkte, der sich bei der Durcharbeitung des Katastermappenmaterials

ergeben hat. Die Beispiele hätten ebenso anders gewählt werden können, die morphologische

Reihe hätte sich aber in jedem Falle ganz genau so ergeben, denn sie ist bei dieser Untersuchung

nicht ein hypothetischer Ausgangspunkt gewesen, sondern sie wurde Endergebnis einer Arbeitsweise,

die zuerst aus einer ins Einzelne gehenden Analyse, dann aber einer gruppierenden Synthese

nach den Hauptmerkmalen der Siedlungsformen besteht. Es wurde Wert darauf gelegt, nicht

nur das Rein-Formale der Beispiele zu beschreiben, sondern auch die Entwicklung der Formen

zu erkennen, soweit dies nach dem vorliegenden Material und in einer kurzen ersten Übersicht

möglich war. Was die Siedlungen mit Waldhufen im westlichen Gebiet des ehemaligen Galizien

anlangt, lassen sich Untertypen bei Veränderung folgender Formmerkmale feststellen:

1. Die Größe der Gemarkung und ihre topographischen Verhältnisse sind nur soweit formbestimmend,

indem sie die Norm nur rein äußerlich variieren, in der Struktur aber kaum etwas verändern.

Bei Kleinheit der Gemarkung tritt Verkümmerung der Form ein, aber eben nur formal,

nicht strukturell. Bei besonderer Größe der Gemarkung kann späteres Verwischen der Grundform

durch starken Siedlungsausbau eintreten, so z. B. bei Szymbark durch den Streusiedlungsausbau

und Errichtung von Teilortschaften mit neuen Formen.

2. Boden und Klima wirken sich hingegen strukturell aus, indem mit Verringerung der Bodengüte

in jedem Falle eine Vergrößerung der Rodungshufe, freilich nicht immer im reziproken

Verhältnis zu beobachten ist. Regionalere Untersuchungen über das Verhältnis zwischen Bodengüte

und ursprünglicher Hufengröße dürften hierbei noch wichtige Ergebnisse zeitigen.

3. Die natürliche Landschaft bestimmt die vorherrschende Wirtschaftsform (Ackerbau oder

Weidewirtschaft). Dieser Einfluß aber wird im Laufe der Bevölkerungsverdichtung weitgehend

aufgehoben, indem auf den sich entwickelnden Kleinbetrieben über Gebühr und daher in unwirtschaftlicher

Weise Ackerbau betrieben wird. Die ihrer Grundlage beraubte Weidewirtschaft

hingegen greift in verstärktem Maße den Wald an, so daß eine Schädigung der gesamten Bodenbewirtschaftung

eintritt. Den Zustand zeigt in den meisten Gebirgsgemeinden Galiziens bereits

die Entwicklung bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Die Bevölkerungszunahme mit Besitzzersplitterung

kanD als einer der wichtigsten vom Menschen ausgehenden Faktoren betrachtet

werden. Er hängt eng zusammen mit den Erbsitten der Bevölkerung, mit ihrer Auffassung von

Grund und Boden, ihrer Beweglichkeit, Neuland zu suchen und mit der Initiative dieses auch

zu erwerben, sei es Neuland in Form von neuem Boden oder von anderem Erwerb (z.B. in der

Stadt). Es ist einleuchtend, daß bei einer siedlungsmorphologischen Untersuchung nur auf die

Wirkungen dieses Faktors, aber nicht auf seine Erscheinung, seine Grundlagen usw. eingegangen

werden kann.

“ ) Eine genetische Verbindung m it der sog. Fläm ischen H ufe (16,8 ha) konnte bisher nicht erwiesen werden.

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