Handreichung zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten im ...

sportwissenschaft.rub.de

Handreichung zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten im ...

Handreichung zur Erstellung

wissenschaftlicher Arbeiten im

Arbeitsbereich Sportpsychologie 1

Download als pdf-Datei auf der Homepage des Arbeitsbereichs Sportpsychologie

unter: http://www.rub.de/spowiss/sportpsych (Rubrik: Lehre)

Zusammengestellt und aufbereitet von Dr. Sportwiss. Sascha Kopczynski

Stand: Juni 2009

1 In Anlehnung an die Richtlinien zur Manuskriptgestaltung der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft

(DVS, 2002), der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs, 2007) und der American Psychological

Association (APA, 2005).


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis .........................................................................................................2

Vorbemerkungen...........................................................................................................3

1 Die formale Gestaltung ..............................................................................4

1.1 Die äußere Form der Arbeit ..........................................................................4

1.2 Das Deckblatt ...............................................................................................6

1.3 Das Inhaltsverzeichnis..................................................................................8

1.4 Tabellen und Abbildungen ............................................................................9

1.5 Das Literaturverzeichnis .............................................................................11

1.6 Der Anhang ................................................................................................15

2 Das wissenschaftliche Zitieren ...............................................................16

3 Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit..........................................20

3.1 Art und Struktur ..........................................................................................20

3.2 Inhaltliche Gesichtspunkte..........................................................................21

Literatur........................................................................................................................24

2


Vorbemerkungen

Diese Handreichung soll Studierenden des Studiengangs Sportwissenschaft in erster

Linie als Hilfestellung zur Erstellung von Bachelor-, Master-, Diplom- und Examensarbeiten

im Arbeitsbereich Sportpsychologie der Ruhr-Universität Bochum dienen. Die

aufgeführten Kriterien zur formalen Gestaltung sowie zur wissenschaftlichen Zitation

gelten zudem für die Erstellung von Seminararbeiten und Exposés. Die Handreichung

gibt allgemeine Hinweise zur formalen und strukturellen Gestaltung wissenschaftlicher

Arbeiten, die den Konventionen im Bereich der Sportwissenschaft sowie der Psychologie

im Wesentlichen entsprechen.

Die folgenden Ausführungen stellen jedoch lediglich einen Leitfaden zur Orientierung

im Hinblick auf die Gestaltung schriftlicher Studienleistungen dar. Die Handreichung

kann weder die Auseinandersetzung mit der einschlägigen Fachliteratur zum wissenschaftlichen

Arbeiten (s. Literaturhinweise am Ende dieser Anleitung) noch die inhaltliche

Betreuung durch die Dozenten 2 ersetzen.

Da bekanntlich nichts so gut ist, dass es nicht noch verbessert werden könnte,

sind Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu dieser Handreichung jederzeit willkommen!

2 Zur verbesserten Lesbarkeit werden Personenbeschreibungen wie Studenten, Dozenten und Autoren

u.a. hier und im Folgenden lediglich im Maskulinum aufgeführt. Hierbei sind ausdrücklich sowohl weibliche

als auch männliche Vertreter der jeweiligen Gruppen angesprochen.

3


1 Die formale Gestaltung

Wissenschaftliche Arbeiten zeichnen sich in erster Linie durch ihren Inhalt aus. Damit

der Leser diesen jedoch genau und umfassend erschließen kann, müssen Texte

sprachlich prägnant und in ihrer äußeren Form zweckmäßig dargestellt sein. Hierzu

wurden Regeln vereinbart, deren Kenntnis und korrekte Berücksichtigung ebenfalls zu

einem Bewertungskriterium für wissenschaftliche Texte geworden ist. Die folgenden

Empfehlungen entsprechen den grundlegenden Konventionen in den Disziplinen

Sportwissenschaft und Psychologie. Abweichungen von den üblicherweise geltenden

Richtlinien zur Manuskriptgestaltung in der Sportpsychologie (Richtlinien von DVS,

DGPs und APA) erschienen in Einzelfällen aus Gründen der Vereinfachung, Vervollständigung

und/oder Vereinheitlichung erforderlich.

1.1 Die äußere Form der Arbeit

Bei der äußeren, optischen Gestaltung des Manuskripts sind einige Vorgaben zu beachten,

die sich auf das Schriftbild und das Layout der Arbeit beziehen. Die wesentlichen

zu beachtenden Punkte sind in Tabelle 1 aufgeführt.

Tabelle 1

Vorgaben zur Formatierung und Typografie im Manuskript

Seite

Papierformat

Seitenränder

DIN A 4 Hochformat

2,5 cm oben, 2 cm unten, 1,5 cm rechts, 3 cm links

Seitenzahlen

Position und Format Seitenende (Fußzeile) außen rechts, Schriftgröße 12

pt, gleichen Schrifttyp wie Grundschrift wählen!

Nummerierung

Schrift, Schriftgröße, Zeilenabstand

Silbentrennung

Grundschrift

(Standard)Text

Blockzitate (mehr als 40 Wörter)

arabisch, das Deckblatt zählt als erste Seite. Auf dem

Deckblatt steht keine Seitenzahl!

automatische Silbentrennung (einstellbar in MS Word:

Extras Sprache Silbentrennung)

Times New Roman oder Arial

Schriftgröße 12 pt, Zeilenabstand 1,5 Zeilen, Ausrichtung

Blocksatz; bei Absatz erste Zeile 5 – 7 Leerstellen

(0,5 – 0,75 cm) eingerückt

Schriftgröße 12 pt, Zeilenabstand 1,5 Zeilen, Ausrichtung

Blocksatz, links und rechts ca. 1 cm eingerückt

4


Tabelle 1 (Fortsetzung)

Literaturverzeichnis

Fußnoten 3

Fußnotenzeichen

Abbildungsbeschriftung

Tabellenbeschriftung

Anmerkungen zu Tabellen

Schriftgröße 12 pt, Zeilenabstand 1,5 Zeilen, Ausrichtung

Blocksatz, zweite Zeile und folgende 5 – 7 Leerstellen

(0,5 – 0,75 cm) eingerückt

Schriftgröße 10 pt, Zeilenabstand 1,5 Zeilen, Ausrichtung

Blocksatz, Nummerierung fortlaufend mit arabischen

Ziffern, Position am Seitenende

Schriftgröße 10 pt, hochgestellt

Position unterhalb, Schriftgröße 12 pt, Zeilenabstand

1,5 Zeilen, Ausrichtung Blocksatz oder linksbündig,

Bezeichnung „Abbildung 1.“ kursiv & Titel sowie ggf.

ergänzende Informationen normal, Abschluss mit

Punkt

Position oberhalb, Schriftgröße 12 pt, Zeilenabstand

1,5 Zeilen, Ausrichtung Blocksatz oder linksbündig,

Bezeichnung „Tabelle 1“ in normaler Schrift und ohne

Punkt, Titel in neuer Zeile und kursiv

unterhalb, Schriftgröße 10 pt, Zeilenabstand 1,5 Zeilen,

Blocksatz, Bezeichnung „Anmerkung.“ kursiv &

Titel normal

Alle nicht in dieser Handreichung vorgegebenen formalen Aspekte unterliegen der

kreativen Freiheit des Verfassers. Allgemein gilt auch für alle selbst gewählten Merkmale

der formalen Gestaltung, dass sie zum einen auf Übersichtlichkeit und Angemessenheit

der Darstellung zu prüfen sind und zum anderen innerhalb der Arbeit einheitlich und

konsequent angewendet werden. In Zweifels- oder Sonderfällen ist in jedem Fall Rücksprache

mit dem betreuenden Dozenten zu halten!

3 Eine Fußnote ist eine Anmerkung, die nicht unmittelbar zum Argumentationszusammenhang des Textes

gehört, ihn aber sinnvoll ergänzt. Fußnoten werden verwendet, wenn man z.B. auf andere Meinungen

oder Theorien hinweisen will, die ausgeführt den Lesefluss stören würden (vgl. Sesink, 1999). Ihre Anzahl

sollte jedoch auf das erforderliche Minimum reduziert werden.

5


1.2 Das Deckblatt

Seminar- und Hausarbeiten

Wie aus Abbildung 1 ersichtlich, sind auf dem Deckblatt im Allgemeinen folgende Informationen

aufzuführen:

− Hochschule, Fakultät, Arbeitsbereich

− Art und Titel des Seminars, Semester

− leitende Dozenten

− Art der schriftlichen Arbeit (z.B. Seminararbeit)

− Titel/Thema der Arbeit

− Verfasser der Arbeit mit Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Fachsemester,

Matrikelnummer sowie angestrebtem Abschluss und ggf. Studienschwerpunkt

− Datum der Abgabe

Ruhr-Universität Bochum

Fakultät für Sportwissenschaft

AB Sportpsychologie

Hauptseminar: Teamentwicklung und Konfliktmanagement

WS 08/09

Dozenten:

Dr. H. Langenkamp

Dipl.-Psych. M. Krug

Dipl.-Psych. T. Weidig

Thema der Seminararbeit

Konfliktmanagement im Sport

Verfasser:

Bernd Beispiel

Hierstr. 234

12345 Dahausen

Tel.: 0170-2445978

bernd.beispiel@rub.de

Abgabedatum: 17.01.2009

5. Semester

Bachelor of Science

Schwerpunkt Freizeit, Gesundheit, Training

Mat.-Nr.: 108 006 007 008

Abbildung 1. Beispiel für ein Deckblatt bei Seminar- und Hausarbeiten.

6


Exposés zu Studienabschlussarbeiten

Vorgaben für die Deckblatt-Gestaltung von Exposés zu Studienabschlussarbeiten finden

sich im Dokument Anleitung zur Erstellung von Exposés zu Studienabschlussarbeiten,

welches auf der Homepage des AB Sportpsychologie unter der Rubrik Lehre zum

Download zur Verfügung steht.

Studienabschlussarbeiten

Abbildung 2 zeigt die Deckblattgestaltung bei Bachelor-, Master-, Diplom- und Examensarbeiten

am Beispiel einer Bachelorarbeit. Die Gestaltung des Deckblattes ist je

nach Art der Arbeit entsprechend anzupassen.

Ruhr-Universität Bochum

Fakultät für Sportwissenschaft

AB Sportpsychologie

Zielsetzungsprozesse in

Rückschlagsportarten

Bachelorarbeit im Fach Sportwissenschaft

vorgelegt von

Bernd Beispiel

Themensteller: Dr. H. Langenkamp

Zweitgutachter: Dipl.-Sportwiss. N. Mewes

Eingereicht am: 31.03.2009

Abbildung 2. Beispiel für ein Deckblatt bei Studienabschlussarbeiten.

Existieren bei Studienabschlussarbeiten von dieser Form abweichende Vorgaben

des zuständigen Prüfungsamtes (z.B. in den Studiengängen Bachelor und Master of

Education), so sind diese bei der Gestaltung des Deckblatts unbedingt zu berücksichtigen!

7


1.3 Das Inhaltsverzeichnis

Das Inhaltsverzeichnis 4 spiegelt den inhaltlichen und zugleich formalen Aufbau einer

wissenschaftlichen Arbeit wider und „soll dem Leser einen schnellen Überblick über den

Inhalt der Arbeit ermöglichen“ (Sesink, 1999, S. 101). Die Gliederungspunkte sollen die

einzelnen Teile und Inhalte der Arbeit benennen und den Gedankengang des Autors in

einer optisch übersichtlichen Form darlegen. Unterpunkte sind sinnvoll zu wählen. Eine

Gliederungstiefe von mehr als drei Stufen ist nicht wünschenswert, da sie die Struktur

der Ausführungen unübersichtlich macht. Außerdem ist darauf zu achten, dass eine

Untergliederung immer aus mehr als nur einem Punkt besteht und das entsprechende

Kapitel nicht weniger als etwa eine halbe Seite umfasst.

Die Abschnittsnummerierung erfolgt mit arabischen Ziffern. Dabei werden Hauptabschnitte

(Kapitel) fortlaufend von „1“ an nummeriert. Unterabschnitte (Teilkapitel)

werden entsprechend der Hierarchie durch weitere Nummern gestuft und durch einen

Punkt getrennt; hinter der endständigen Ziffer entfällt dieser. Die Überschriften aller

Verzeichnisse (Inhalts-, Abkürzungs-, Tabellen-, Abbildungs- und Literaturverzeichnis)

sowie des Anhangs werden nicht nummeriert. Bei mehreren Anhängen werden die einzelnen

Abschnitte mit nachstehenden Großbuchstaben gekennzeichnet (Anhang A, Anhang

B usw.). Für alle Teile bzw. Gliederungspunkte sind die entsprechenden Seitenzahlen

– ggf. durch eine gepunktete Linie getrennt – anzugeben.

Bei der Gestaltung des Inhaltsverzeichnisses ist auf die Verhältnismäßigkeit zum

Gesamtumfang der Arbeit zu achten: Ein mehrseitiges Verzeichnis im Rahmen einer 10

bis 20 Seiten umfassenden Seminararbeit erscheint beispielsweise nicht zweckmäßig

(vgl. Sesink, 1999).

4 MS Word hat unter Einfügen Referenz Index und Verzeichnisse eine Funktion zur automatischen

Erstellung von Inhalts-, Tabellen- und Abbildungsverzeichnissen, sofern zuvor die einzelnen Überschriften

bzw. Beschriftungen durch eine Formatvorlage zugewiesen wurden (vgl. z.B. Hanke, 2003).

8


1.4 Tabellen und Abbildungen

Werden Abbildungen oder Tabellen verwendet, so ist auf diese grundsätzlich im Text zu

verweisen. Hierbei ist jedoch eine redundante Nennung, d.h. Wiederholung, der in der

Abbildung bzw. der Tabelle dargestellten Informationen im Text zu vermeiden (Wydra,

2003). Werden beispielsweise prozentuale Verteilungen der Geschlechter in verschiedenen

Stichproben tabellarisch dargestellt, so sind im Text die Prozentangaben nicht

mehr zu nennen, sondern vielmehr auf übergeordneter Ebene zu beschreiben, z.B. mit

Hilfe von Formulierungen wie „deutlich mehr Frauen als Männer“, „ca. ein Drittel der

Personen in Stichprobe XY ist weiblich“ oder „es liegt ein weitgehend ausgeglichenes

Geschlechterverhältnis vor“.

Beispiele für Verweise im Text:

„Wie aus Abbildung 1 bzw. Tabelle 1 ersichtlich ist, ... .“ Oder „... stellt sich der Sachverhalt

in dieser oder jener Form dar (s. Abbildung 1 bzw. Tabelle 1).“

Abbildungen und Tabellen sind im Text fortlaufend zu nummerieren. Abbildungen

sind mit einem Titel unterhalb (s. Abbildung 3), Tabellen mit einem Titel oberhalb zu

versehen. Bei Tabellen und Abbildungen ist eine Schwarz-Weiß-Darstellung zu empfehlen;

bei Verwendung von Grautönen ist auf eine deutlich erkennbare Abstufung zu achten.

Abbildung 3. Vorbelastungswerte der Diskriminationsleistung im DTDS an den einzelnen

Testtagen im Vergleich (Mewes, 2004, S. 79). Die richtigen Antworten beziehen

sich auf die Vorbelastungswerte der Probanden, d.h. auf den ersten Sehtest am jeweiligen

Testtag.

9


Weiterführende Informationen zu Abbildungen werden in der Abbildungsunterschrift

geliefert (s. Abbildung 3); bei Tabellen werden Anmerkungen grundsätzlich in

verkleinerter Schrift unterhalb der Tabelle eingefügt und als solche gekennzeichnet (s.

Tabelle 2). Die Quellenangabe bei Abbildungen und Tabellen erfolgt wie bei Quellenangaben

in der Kurzzitierform inkl. Seitenangabe, sofern es sich nicht um Eigenerstellungen

handelt. Wenn die Abbildung bzw. Tabelle in abgeänderter Form erscheint, ist der

Zusatz „in Anlehnung an“ oder „modifiziert nach“ anzugeben. Bei der Gestaltung von

Tabellen und Abbildungen ist auf Eindeutigkeit, Zweckmäßigkeit und Übersichtlichkeit

der Darstellung zu achten. So finden sich in dieser Handreichung Beispiele für verschiedene

Tabellenformate. Innerhalb einer Arbeit sind jedoch sowohl Abbildungen als

auch Tabellen so einheitlich wie möglich zu gestalten.

Tabelle 2

Ausprägung der Dimensionen des Selbstkonzepts der sportlichen Fähigkeiten in Abhängigkeit

von der besuchten Schulform (modifiziert nach Kopczynski, 2008, S. 164)

HS RS GY GS

Dimension

n = 147 n = 175 n = 201 n = 99

M SD M SD M SD M SD

Allg. Sportlichkeit 3,09 0,68 3,16 0,63 2,99 0,62 2,94 0,67

Beweglichkeit 2,89 0,64 3,18 0,56 3,02 0,61 2,99 0,59

Koordination 2,82 0,64 3,05 0,57 3,07 0,57 2,86 0,58

Kraft 3,00 0,63 2,93 0,62 2,88 0,71 2,88 0,64

Schnelligkeit 2,94 0,62 3,16 0,58 3,04 0,59 2,90 0,58

Ausdauer 2,73 0,81 2,86 0,74 2,84 0,79 2,54 0,67

Anmerkung. HS = Hauptschule, RS = Realschule, GY = Gymnasium, GS = Gesamtschule.

Bei Abschlussarbeiten sind spezielle Verzeichnisse für die in der Ausarbeitung

enthaltenen Tabellen und Abbildungen zu erstellen, die nach dem Inhaltsverzeichnis zu

positionieren sind. Kapitel dürfen grundsätzlich nicht ausschließlich aus Abbildungen

oder Tabellen bestehen. Diese sind stets in einen erläuternden Text einzubinden, welcher

aus einer einführenden Passage vor sowie einem überleitenden Abschnitt nach

der Abbildung oder Tabelle besteht.

10


1.5 Das Literaturverzeichnis

Allgemeine Hinweise zur Literaturangabe

Das Literaturverzeichnis wird grundsätzlich am Ende der Arbeit noch vor dem Anhang

auf einer neuen Seite angelegt. Darin sind ausschließlich die für die Erstellung einer

wissenschaftlichen Arbeit herangezogenen und in dieser genannten Quellen anzugeben.

Es ist in Form eines Gesamtverzeichnisses anzulegen, in dem alle verwendeten

Quellen vollständig aufgeführt sind. Im Literaturverzeichnis sind jeweils alle an einer

Publikation beteiligten Autoren zu nennen; Abkürzungen wie „et al.“ sind hier unzulässig.

Jede Literaturangabe enthält üblicherweise (DGPs, 2007):

• Autorenname(n)

• Erscheinungsjahr

• Titel

• Erscheinungsangaben (vgl. nächste Seite)

Bei Angabe englischsprachiger Veröffentlichungen sind teilweise abweichende

Abkürzungen zu verwenden (s. Tabelle 3).

Tabelle 3

Beispiele für Angaben bei deutsch- und englischsprachigen Quellen

Quelle

Deutschsprachig Englischsprachig

Herausgeber Hrsg. Ed. (sing.) bzw. Eds. (plur.)

Seitenangabe S. p. (sing.) bzw. pp. (plur.)

Auflage 2. Aufl. 2nd ed.

Band Bd. Vol.

Supplement Suppl. Suppl.

Das Verzeichnis ist entsprechend den Namen der Autoren alphabetisch zu ordnen,

bei mehreren genannten Autoren nach dem jeweiligen Erstautor (bei gleichem Erstautor

nach dem Namen des Zweitautors usw.). Wurden mehrere Werke desselben Autors

verwendet, so sind diese chronologisch aufwärts (zuerst die ältere Veröffentlichung)

nach dem Zeitpunkt ihrer Erscheinung aufzuführen. Um Quellen eines Autors aus demselben

Erscheinungsjahr eindeutig zu kennzeichnen, verwendet man Kleinbuchstaben

( vgl. Literaturangabe von Beiträgen in Sammelbänden). Die Umlaute ä, ö, ü werden

wie ae, oe, ue behandelt (also bspw. ae nach ad); der Buchstabe ß wird wie ss eingeordnet,

bei gleich lautenden Namen vor ss (DGPs, 2007).

11


Literaturangabe von Büchern

Nachname, Initial des Vornamens. (Erscheinungsjahr). Titel des Buches. Untertitel

(ggf. Auflage, Name der Schriftenreihe, Band). Verlagsort: Verlag.

Bortz, J. & Döring, N. (2002). Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler

(3., überarbeitete Aufl.). Berlin: Springer.

Linz, L. (2004). Erfolgreiches Teamcoaching. Aachen: Meyer & Meyer.

Opaschowski, H., Neubauer, U., Stubenvoll, R. & Wernitz, R. (1987). Sport in der Freizeit

- mehr Lust als Leistung. Auf dem Weg zu einem neuen Sportverständnis

(Schriftenreihe des BAT Freizeit-Forschungsinstituts, 8). Hamburg: Selbstverlag.

Literaturangabe von Beiträgen in Sammelbänden

Nachname, Initial des Vornamens. (Erscheinungsjahr). Titel des Aufsatzes. Untertitel.

In Initial des Vornamens und Name des Herausgebers (Hrsg.), Titel des

Sammelbandes (Seitenangabe, ggf. Auflage, Name der Schriftenreihe,

Band). Verlagsort: Verlag.

Buckley, C., Almond, L. & Waring, M.J. (1996). Socio-cultural factors affecting british

children’s involvement in sport and physical activity. Implications for educational

and leisure policies. In W.-D. Brettschneider & G. Doll-Tepper (Eds.), Physical

education and sport. Changes and challenges (pp. 430-442). Aachen: Meyer &

Meyer.

Franke, E. (1995). Ethische Probleme sportlicher Höchstleistung und ihrer Wissenschaft.

In J. Krug. & H.-J. Minow (Hrsg.), Sportliche Leistung und Training (Schriften

der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 70, S. 49-66). Sankt Augustin:

Academia.

Kellmann, M. (2004a). Overtraining, burnout and recovery in sports. In C. Spielberger

(Ed.), Encyclopedia of Applied Psychology (pp. 779-784). San Diego: Elsevier.

Kellmann, M. (2004b). Erholungs- und Beanspruchungsverläufe von Nationalmannschaften

des Deutschen Ruderverbandes während der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung

auf die Weltmeisterschaften 2003. In Bundesinstitut für

Sportwissenschaft (Hrsg.), BISp-Jahrbuch 2003 (S. 377-383). Köln: Sport und

Buch Strauss.

Langenkamp, H. (2003). Sportpsychologie. Berufspraxis. In A. Schorr (Hrsg.), Psychologie

als Profession. Das Handbuch (S. 538-545). Bern: Huber.

12


Literaturangabe von Zeitschriftenaufsätzen

a) Die Seitennummerierung erfolgt fortlaufend über alle Ausgaben eines Jahrgangs

(Jahrgangspaginierung):

Nachname, Initial des Vornamens. (Erscheinungsjahr). Titel des Aufsatzes. Name

der Zeitschrift, Jahrgang, Seitenangaben.

Biddle, S.J.H. & Wang, C.K.J. (2003). Motivation and self-perception profiles and links

with physical activity in adolescent girls. Journal of Adolescence, 26, 687-701.

Gröschner, C. & Raab, M. (2006). Vorhersagen im Fußball. Deskriptive und normative

Aspekte von Vorhersagemodellen im Sport. Zeitschrift für Sportpsychologie, 13,

23-26.

b) Die Seitennummerierung beginnt mit jeder Ausgabe von Neuem (heftweise Paginierung):

Nachname, Initial des Vornamens. (Erscheinungsjahr). Titel des Aufsatzes. Name

der Zeitschrift, Jahrgang (Heft), Seitenangaben.

Brodtmann, D. (2005). Adipöse Kinder und Jugendliche im Schulsport. Sportpädagogische

und sportdidaktische Perspektiven. Sportpädagogik, 29 (2), 42-45.

Epstein, L.H., Saelens, B.E., Myers, M.D. & Vito, D. (1997). Effects of decreasing sedentary

behaviours on activity choice in obese children. Health Psychology, 16

(2), 107-113.

c) Sonstige Zeitschriften und Magazine:

Nachname, Initial des Vornamens. (Erscheinungsjahr, -tag und -monat). Titel des

Aufsatzes. Name der Zeitschrift, Jahrgang (Heft), Seitenangaben.

Lache, A. (2004, 06. Juni). Generation XXL. Stern, 24, 52-68.

Taubes, G. (2001, March 30). The soft science of dietary fat. Science, 291, 2536-2545.

d) Supplemente (Beihefte) von Zeitschriften:

Nachname, Initial des Vornamens. (Erscheinungsjahr). Titel des Aufsatzes. Name

der Zeitschrift, Jahrgang (Suppl. Nr.), Seitenangaben.

Schusdziarra, V. (2004). Moderne Aspekte der Adipositastherapie. Ernährung & Medizin,

19 (Suppl. 1), 102-105.

13


Literaturangabe von unveröffentlichten Manuskripten

Nachname, Initial des Vornamens. (Erscheinungsjahr). Titel des Manuskripts. Art

der Quelle, Name und Ort der Universität.

Alfermann, D., Saborowski, C. & Würth, S. (1997). Soziale Einflüsse auf die Karriereübergänge

bei jugendlichen Athletinnen und Athleten in Großbritannien und den

neuen Bundesländern. Entwicklung und Überprüfung der deutschsprachigen

Messinstrumente. Unveröffentlichter Forschungsbericht, Universität Leipzig.

Mewes, N. (2004). Veränderungen der Auge-Hand-Koordination und der dynamischen

Sehleistung durch körperliche und psychische Belastung. Unveröffentlichte Diplomarbeit,

Ruhr-Universität Bochum.

Literaturangabe von im Druck befindlichen Manuskripten

Nachname, Initial des Vornamens. (in Druck). Publikationstitel, ggf. Ort und Verlag

(je nach Art der Publikation).

Kellmann, M. & Langenkamp, H. (in Druck). Psychologisches Training. In B. Strauss, M.

Tietjens & N. Hagemann (Hrsg.), Expertise im Sport. Göttingen: Hogrefe.

Literaturangabe aus Internet-Quellen und elektronischen Medien

Nachname, Initial des Vornamens. (Erscheinungs- bzw. Revisionsjahr). Titel des

Aufsatzes. Zugriffsdatum und URL

Gerlach, E. (2002). Projekt „Sportengagement und Entwicklung von Heranwachsenden.

Eine Evaluation des Paderborner Talentmodells“. Zugriff am 28. Februar 2002

unter http://sport.upb.de/entwicklung/sportundentwicklung.html

Kromeyer-Hauschild, K. & Wabitsch, M. (2006). Aktuelle Sicht der Prävalenz und Epidemiologie

von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in

Deutschland. Zugriff am 20. Januar 2006 unter http://www.a-ga.de/aga_content.html

Diese Art der Angabe von Internetquellen stellt eine allgemeine Form dar. Die

wichtigste Angabe ist der URL (ohne Hyperlink als reiner Text dargestellt!), der eindeutig

sein muss. Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher elektronisch verfügbarer Medien

existieren für die einzelnen Quellenarten weitere spezielle Formen der Quellenangabe,

welche im Einzelnen DGPs (2007) sowie DVS (2002) zu entnehmen sind.

14


1.6 Der Anhang

In den Anhang gehören Quellenauszüge, Interviewauszüge, verwendete Fragebögen,

SPSS-Ausgabedateien etc., auf die im Text der Haus- bzw. Seminararbeit eingegangen

wird, aber nicht der Allgemeinheit (Bibliotheken, Archive, etc.) zur Verfügung stehen.

Verweise auf Material im Anhang erfolgen durch das Wort „Anhang“ sowie einen Großbuchstaben

beginnend mit A in der Reihenfolge der Verweise im Text (DGPs, 2007).

Jeder Anhang wird in der Arbeit ebenso mit dem Wort „Anhang“ gefolgt vom jeweiligen

Großbuchstaben betitelt. Anhänge werden in der Arbeit nach dem Literaturverzeichnis

positioniert und im Inhaltsverzeichnis anstelle der vorausgehenden Nummerierung mit

nachfolgendem Großbuchstaben aufgeführt. Die Darstellung des Anhangs erfolgt im

Originalformat der verwendeten Unterlagen und wird daher nicht an die Formatierung

der Arbeit angepasst!

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2 Das wissenschaftliche Zitieren

Ein Zitat dient zur Einbindung einer fremden Position, zum Stützen oder Ergänzen der

eigenen Aussagen oder zur Abgrenzung oder Unterscheidung von dieser. Dem Leser

muss die Möglichkeit gegeben werden, solche in der wissenschaftlichen Arbeit dargelegten

Fakten oder Behauptungen nachzuprüfen (Sesink, 1999). Grundsätzlich gilt,

dass alle Aussagen, Ergebnisse, Thesen, Tabellen, Abbildungen, Fotos etc., die von

anderen Autoren übernommen wurden, mit Quellenangaben versehen werden müssen.

Als Zitat werden hierbei sowohl originalgetreue (wörtliche Zitate) als auch sinngemäße

(Paraphrasierungen) Wiedergaben bezeichnet.

Im Text verwendet man ausschließlich die Kurzzitierweise in der allgemeinen Form

bestehend aus Autorennachname, Jahres- und ggf. Seitenangabe. Der Autorenname

kann entweder in den Text eingebunden oder in Klammern angegeben werden. Mehrere

Autoren oder Autorengruppen werden – ebenso wie im Literaturverzeichnis – in alphabetischer

Reihenfolge aufgeführt. Die Jahres- und Seitenangabe erfolgt stets in

Klammern. Eine Seitenangabe muss bei wörtlichen und originalgetreuen Zitaten sowie

bei übernommenen Abbildungen und Tabellen geliefert werden.

Wörtliche Zitate sind durch Anführungszeichen zu kennzeichnen. Ein wörtliches Zitat

muss prinzipiell genau dem Original entsprechen. Bei Auslassungen von Wörtern

oder Textpassagen sind diese durch drei (bzw. bei Auslassung mindestens eines kompletten

Satzes vier) Auslassungspunkte zu kennzeichnen, zwischen die jeweils ein

Leerzeichen zu setzen ist (DGPs, 2007; Wydra, 2003). Nimmt der Verfasser der Arbeit

Einfügungen (z.B. Erläuterungen oder Ergänzungen) vor, die nicht vom Autor der zitierten

Textstelle stammen, so sind diese in eckige Klammern zu setzen.

Beispiele für wörtliche Zitate:

„Jegliches Verhalten ist einstellungsbedingt“ (Güttler, 2003, S. 43). Oder: Laut Güttler

(2003, S. 43) ist „jegliches Verhalten . . . einstellungsbedingt“. Oder: Güttler (2003) postuliert:

„Jegliches Verhalten [des Menschen] ist einstellungsbedingt“ (S. 43).

Wörtlich zitierte Textstellen, die mehr als 40 Wörter umfassen, werden als so genannte

Blockzitate im Text aufgeführt (DGPs, 2007; Wydra, 2003). Blockzitate erfolgen

ohne Anführungszeichen in Standardtextschrift links und rechts ca. 1 cm eingerückt. Die

Quellenangabe wird hier in Klammern hinter dem abschließenden Satzzeichen geliefert.

16


Beispiel für ein Blockzitat:

Als wichtige motivationale Größe für die Aufnahme sportlicher Aktivitäten wird die Einschätzung

der eigenen sportlichen Kompetenzen angesehen:

Kinder, die im Laufe ihrer Entwicklung die Erfahrung gemacht haben, bestimmte

Aufgaben nicht erfolgreich ausführen zu können, entwickeln für diese

Aktivitäten bzw. diesen Leistungsbereich eine niedrige Kompetenzerwartung

bzw. eine externale Kontrollüberzeugung. Folge davon ist eine geringere Motivation,

sich weiterhin an der Ausübung dieser Aktivitäten zu versuchen.

(Ahnert, 2005, S. 105)

Ein positives bzw. negatives sportliches Fähigkeitskonzept kann dementsprechend

einen fördernden oder mindernden Einfluss auf das Sportengagement haben.

Wird eine Aussage nicht wortgetreu sondern sinngemäß wiedergegeben (Paraphrasierung)

ist in der Regel auf die Seitenangabe zu verzichten oder bei Formulierung

einer eigenen Schlussfolgerung vor dem Hintergrund der Textpassage der Zusatz „vgl.“

anzuführen. Wird zu einem Aspekt auf mehrere Autoren verwiesen, werden diese in der

Klammer – in alphabetischer Reihenfolge nach den Erstautoren geordnet – durch ein

Semikolon voneinander getrennt aufgeführt.

Beispiel für die Zitation mehrerer Autoren:

Bohner (2003) sowie Güttler (2003) sind der Ansicht, Verhalten werde durch Einstellungen

determiniert. Oder: So wird davon ausgegangen, dass das Verhalten durch ihm

zugrunde liegende Einstellungen beeinflusst wird (vgl. Bohner, 2003; Güttler, 2003).

Beim Verweis auf mehrere Werke eines Autors bzw. einer Autorengruppe erfolgt

die Quellenangabe in chronologischer Reihenfolge. Hierbei wird der Autorenname einmalig

aufgeführt und die Jahresangaben durch Kommata voneinander getrennt.

Beispiel für die Zitation von mehreren Werken eines Autors:

So ist davon auszugehen, dass die Wahrnehmung und Beurteilung der eigenen sportlichen

Kompetenzen vermittelt über motivationale Variablen auf das Sportverhalten einwirkt

(Sonstroem, 1997, 1998).

17


Werden mehrere Werke eines Autors bzw. einer Autorengruppe aus demselben

Publikationsjahr angeführt, so werden diese – im Text ebenso wie im Literaturverzeichnis

(s. Kapitel 1.5) – durch eine Kennzeichnung mit Kleinbuchstaben unterschieden:

Beispiel für die Zitation von Werken eines Autors aus demselben Jahrgang:

Infolge seiner kritischen Überlegungen zur psychometrischen Erfassung sportbezogener

Einstellungen (vgl. Kenyon, 1968a) entwickelte Kenyon (1968b) sein Strukturmodell

des Sports. Der Autor betont jedoch auch, dass das von ihm gewählte Strukturmodell

des Sports keinen Anspruch erhebt, alle denkbaren instrumentellen Dimensionen des

Sports zu erfassen (vgl. Kenyon, 1968a, 1968b).

Bei der Nennung von Autorengruppen werden die Autorennamen durch Kommata

voneinander getrennt, wobei der letzte Autor im Fließtext durch „und“ abgesetzt wird.

An Stelle des „und“ tritt bei der Quellenangabe in Klammern das Zeichen „&“.

Beispiele für die Zitation von Autorengruppen:

Späth und Schlicht (2000) vermuten im Handlungsfeld des Sports eine Hilfe zur Identitätsfindung.

Oder: Im Handlungsfeld des Sports ist eine Hilfe zur Identitätsfindung zu

vermuten (Späth & Schlicht, 2000).

Bei mehr als zwei Autoren werden Autorengruppen außerdem bei der Erstnennung

vollständig, danach nur noch der erstgenannte Autor mit dem Zusatz „et al.“ (lat:

et alii = und andere) aufgeführt.

Beispiel für die wiederholte Zitation von mehr als zwei Autoren:

Sygusch, Brehm und Ungerer-Röhrich (2003) sehen in körperlicher Leistungsfähigkeit

einen wichtigen Motivierungsaspekt zu sportlicher Aktivität bei Jugendlichen. Gesundheitliche

Zielsetzungen stellen nach Ansicht der Autoren im Jugendalter demgegenüber

noch keinen ausreichend starken Anreiz zum Sporttreiben dar (Sygusch et al., 2003).

Bei einem Werk von mehr als fünf Autoren ist auch bei der Erstnennung im Text

nur der Erstautor gefolgt von „et al.“ anzugeben; im Literaturverzeichnis ist dagegen

stets die vollständige Quellenangabe aufzuführen. Sollten zwei Quellenangaben auf

diese Weise zur gleichen Zitierung verkürzt werden, so sind so viele Autoren anzugeben

wie erforderlich sind, um die Eindeutigkeit der Angabe zu gewährleisten!

Beispiel für die eindeutige Kennzeichnung bei gleichem Erstautor:

In einer zusammenfassenden Betrachtung der Ergebnisse verschiedener Studien

kommen Warschburger, Petermann et al. (1999) zu dem Schluss, dass … .

18


Bei Herausgeberbänden ist beim Zitieren im Text stets der Verfasser und nie der

Herausgeber zu nennen. Die vollständige Angabe mit Verfasser und Herausgeber steht

im Literaturverzeichnis! Grundsätzlich sind Textstellen, die zitiert werden sollen, aus

dem Originalwerk zu entnehmen. Nur in begründeten Ausnahmefällen (z.B. keine Zugangsmöglichkeit

zur Originalquelle) ist es zulässig, mit Sekundärzitaten zu arbeiten.

Beispiel für ein Sekundärzitat:

Weitere Einstellungsfunktionen werden von Katz (1960, zitiert nach Güttler, 2003) genannt.

(Hinweis: Die Textstelle ist in diesem Fall der Publikation von Güttler entnommen. Damit

wird Güttler im Literaturverzeichnis aufgeführt und nicht Katz!)

Der Zugang zu elektronischen Medien spielt auch im Rahmen der Literaturrecherche

für wissenschaftliche Arbeiten eine immer bedeutendere Rolle. Grundsätzlich ist es

unzulässig, abstrakt auf eine Internetseite zu verweisen, wie im folgenden Beispiel:

Aktuellen Angaben zufolge sind derzeit 13 - 18% der Jugendlichen in Deutschland

übergewichtig (http://www.a-g-a.de/aga_content.html).

Vielmehr ist bei der Angabe von Inhalten aus dem Internet ebenso wie bei allen

anderen Quellenangaben ein für die zitierte Textstelle verantwortlicher Autor oder eine

Institution sowie der Zeitpunkt ihrer Erscheinung oder Revision anzugeben. Die vollständige

Angabe der URL erfolgt dann im Literaturverzeichnis.

Beispiel für die korrekte Zitation von Internetquellen:

Aktuellen Angaben zufolge sind derzeit 13 – 18% der Jugendlichen in Deutschland

übergewichtig (Kromeyer-Hauschild & Wabitsch, 2006).

Ein allgemeiner Hinweis zum Umgang mit Quellen aus dem Internet: Aufgrund der

Schnelllebigkeit des Internets ist es heutzutage möglich, mühelos Zugang zu aktuellen

Informationen zu bekommen. Da jedoch der wissenschaftliche Wert der auf diesem

Weg zugänglichen Informationen aufgrund eingeschränkter Kontrollmechanismen nicht

notwendigerweise gewährleistet ist, wird empfohlen, nur Quellen zu verwenden, von

deren Zuverlässigkeit und Beständigkeit ausgegangen werden kann. Im Zweifelsfall ist

die Zitierfähigkeit einer Quelle mit dem betreuenden Dozenten abzuklären!

19


3 Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit

In einer wissenschaftlichen Arbeit sollen eigene Überlegungen, Ergebnisse und

Schlussfolgerungen in systematischer und übersichtlicher Art und Weise dargestellt und

zusammengetragen werden. Eine angemessene Strukturierung und Gliederung soll die

Gedankengänge des Autors für den Leser nachvollziehbar machen und trägt maßgeblich

zur inhaltlichen Qualität der Arbeit bei.

3.1 Art und Struktur

Bei schriftlichen wissenschaftlichen Arbeiten im Arbeitsbereich Sportpsychologie ist

grundsätzlich zwischen empirischen Arbeiten und Literaturanalysen zu unterscheiden.

Beide Formen beinhalten wesentliche charakteristische Elemente, die in bestimmter

Weise anzuordnen sind und in einem bestimmten Verhältnis zum Gesamtumfang der

Arbeit stehen sollten (s. Tabelle 4).

Tabelle 4

Umfang und Reihenfolge der Elemente einer wissenschaftlichen Arbeit

Gesamtumfang

Bachelor-Arbeit (B): ca. 30 Seiten (ohne Literaturverzeichnis und Anhang)

Master-, Examens- oder Diplomarbeit (M, E, D): ca. 80 Seiten (ohne Anhang)

Empirische Arbeit

Literaturanalyse

1 Einleitung (enthält Problemaufriss, Zielsetzung und Struktur der Arbeit)

(B: max. 1 Seite; M, E, D: max. 2 Seiten)

2 Theoretischer Hintergrund (ca. 30%) 2 Theoretischer Hintergrund (ca. 60%)

3 Empirischer Teil

3 Diskussion

− Untersuchungsmethodik (ca. 15%) − Diskussionsfragestellung (B: max. 1

− Untersuchungsergebnisse (ca. 35%) Seite; M, E, D: max. 2 Seiten)

− zusammenführende Diskussion der

theoret. Hintergründe (ca. 25%)

4 Diskussion (inkl. Ausblick) (ca. 15%) 4 Ausblick (ca. 10%)

5 Zusammenfassung (1 Seite)

Anmerkung. Die prozentualen Angaben sind lediglich als Orientierungen zu verstehen, welche in Absprache

mit dem betreuenden Dozenten ggf. anzupassen sind.

Die dargestellte Struktur bezieht sich in erster Linie auf die Gestaltung von Abschlussarbeiten.

Sie kann jedoch auch zur grundlegenden Orientierung bei der Erstellung

von Seminararbeiten herangezogen werden.

20


3.2 Inhaltliche Gesichtspunkte

In jeder wissenschaftlichen Arbeit müssen bestimmte Elemente vorhanden sein und

Kriterien beachtet werden, damit die Information für den Leser genau, vollständig und

verständlich wird. Im Folgenden sind in Anlehnung an die Empfehlungen von Aschermann

(2007) zu diesen wesentlichen Aspekten Fragen formuliert, die der Verfasser für

die eigene Arbeit mit trifft zu beantworten können sollte, bevor die Arbeit abgeschlossen

wird. Die nachfolgende allgemein übliche Kategorisierung und Gliederung soll einen

möglichen Aufbau einer Abschlussarbeit aufzeigen und als inhaltliche Orientierungshilfe

beim Verfassen dienen. Bei Datenerhebungen ist die Dokumentation der Arbeitsprozesse

stärker formalisiert als bei Literaturanalysen, woraus sich deutlich differenziertere

Kriterien für die Gestaltung empirischer Arbeiten ergeben.

Für empirische sowie theoretische Arbeiten:

Einleitung/Problemstellung

• Wird die aktuelle Relevanz des Forschungsgegenstands veranschaulicht?

• Wird die der Arbeit zugrunde liegende Problemstellung bzw. Fragestellung herausgestellt?

• Wird das Thema so abgegrenzt und verdeutlicht, dass auch ein Leser, dem der Bereich

nicht vertraut ist, es einordnen kann?

• Wird ein Überblick über die gesamte Arbeit gegeben, so dass die allgemeine Vorgehensweise

des Verfassers bei der Beantwortung der Fragestellung, die Struktur der

Arbeit und der Bezug der einzelnen Abschnitte zueinander deutlich werden?

Theoretischer Hintergrund

• Sind die Inhalte angemessen gegliedert und so dargestellt, dass ihre themenbezogenen

Aspekte deutlich werden?

• Ist die Analyse der Literatur (Modelle, Theorien, Studien u.a.) auf das Thema der

Arbeit zugespitzt?

• Enthält der theoretische Teil ausschließlich Informationen, die für das Verständnis

der Argumentationsführung und der nachfolgenden Kapitel erforderlich sind?

• Sind die ausgewählten Quellen und Studien für den Themenbereich repräsentativ

und relevant, d.h. wird der aktuelle Forschungsstand zum Thema umfassend abgebildet?

• Werden Probleme, Widersprüche und Unklarheiten der Literatur, die für die Forschungsfragestellung

wesentlich sind, sachlich aufgezeigt?

21


Für Literaturarbeiten:

Diskussion/Ausblick

• Wird die in der Einleitung skizzierte Frage- oder Problemstellung der Arbeit zu Beginn

des Diskussionsteils ausführlich begründet und nachvollziehbar hergeleitet?

• Werden die erörterten theoretischen Hintergründe mit Fokus auf die Forschungsfragestellung

integrierend, d.h. zusammenführend diskutiert?

• Erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den verwendeten Quellen und der

Forschungslage?

• Sind möglicherweise Erkenntnis- oder Forschungsdefizite festzustellen, welche die

Beantwortung der zugrunde liegenden Fragestellung erschweren?

• Wird ein Ausblick auf mögliche theoretische oder empirische Ansätze zur Klärung

offen gebliebener Fragen bzw. sinnvoller Anschlussfragestellungen gegeben?

• Werden der Erkenntnisgewinn und die Relevanz der Arbeit für praktische Anwendungsfelder

herausgestellt?

Für empirische Arbeiten:

Methodik

Ableitung der Fragestellung aus dem theoretischen Kontext

• Ist die Fragestellung mit Bezug auf die theoretischen Ausführungen und dem bisherigen

Erkenntnisstand folgerichtig abgeleitet und nachvollziehbar begründet?

Untersuchungsplanung

• Werden die unabhängigen und die abhängigen Variablen und ihre Ausprägungen

sinnvoll aus der Fragestellung und der vorliegenden Forschung konkretisiert?

• Ist ein Versuchsplan, die Anordnung der Untersuchungsvariablen und ihrer Ausprägungen

schematisch sinnvoll dargestellt?

• Werden mögliche Störfaktoren in der Untersuchungsplanung berücksichtigt und ggf.

angemessen kontrolliert?

Hypothesenformulierung

• Werden aus der inhaltlichen Fragestellung anhand der Konkretisierung der Untersuchungsvariablen

sinnvolle statistische Hypothesen abgeleitet?

• Werden die Untersuchungsfragestellungen sowie die statistischen Hypothesen logisch

konsistent und formal einwandfrei formuliert?

Untersuchungsdurchführung

• Wird das Untersuchungsmaterial (Fragebögen, Probanden-Instruktionen, Reizcharakteristika

usw.) vollständig und genau beschrieben bzw. im Anhang aufgeführt?

22


• Wird die Stichprobe hinsichtlich der für die Hypothesen relevanten Variablen und

ggf. Störvariablen (z.B. Alter, Geschlecht, Status, Vorkenntnisse) genau beschrieben

(z.B. unter Angabe von Mittelwerten und Streuungen)?

• Werden Probandenausfälle bei der Datenerhebung (Nichterscheinen aufgrund von

Krankheit u.a.) sowie ggf. erforderliche Ausschlüsse von der Datenauswertung (unvollständiger

Fragebogen u.a.) vollständig und begründet dokumentiert?

Datenverarbeitung und –auswertung

• Ist das Vorgehen bei der Dateneingabe und –kontrolle nachvollziehbar dargestellt?

• Werden die eingesetzten statistischen Testverfahren hypothesengeleitet ausgewählt

und auf Basis der sich aus dem Datenmaterial ergebenden Voraussetzungen hinreichend

begründet? (Anmerkung: Hierbei soll keinesfalls eine „lehrbuchartige“ allgemeine

Abhandlung über statistische Verfahren vorgenommen werden!)

• Werden bei der Verletzung von Testvoraussetzungen Alternativen zur Datenanalyse

begründet und durchgeführt?

• Werden Kriterien zur Einordnung inferenzstatistischer Kennwerte (z.B. Signifikanzniveau,

Korrelationskoeffizienten, Effektstärken) definiert?

Ergebnisse

• Sind alle relevanten Ergebnisse dargestellt?

• Werden die Ergebnisse hypothesenzentriert berichtet?

• Wird klar zwischen Hypothesen testenden Ergebnissen und (eventuell möglichen)

zusätzlichen Datenauswertungen getrennt?

• Werden die Versuchsergebnisse anschaulich und verständlich dargestellt (z.B. Tabellen

und Graphiken)?

• Werden die teststatistischen Kennwerte 5 (ermitteltes Maß der zentralen Tendenz,

zugehöriges Streuungsmaß, inferenzstatistische Prüfgröße, Irrtumswahrscheinlichkeit)

für alle Untersuchungsergebnisse vollständig aufgeführt? (Beispiel für die Darstellung

eines Mittelwertvergleichs im Text: „Für die Mittelwerte von Gruppe 1 (M =

109.44; SD = 17.31) und Gruppe 2 (M = 117.27; SD = 9.88) lässt sich mit Hilfe des

T-Tests für unabhängige Stichproben (t(50) = 3.52, p = .02) ein signifikanter Unterschied

nachweisen.“)

• Werden die Ergebnisse nicht mehrfach (Redundanz), z.B. sowohl im Text als auch

in Tabellen oder Abbildungen, dargestellt?

• Erfolgt die Ergebnisdarstellung im Verlauf der Arbeit einheitlich und konsequent?

5 Eine ausführliche Beschreibung der für die verschiedenen Testverfahren anzugebenden Parameter in

Tabellen, Abbildungen sowie im Fließtext findet sich im Publication Manual der APA (2005).

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Diskussion/Ausblick

• Wird ausschließlich eine Interpretation der Ergebnisse und keine erneute Ergebnisdarstellung

vorgenommen?

• Werden die Ergebnisse und statistischen Hypothesenentscheidungen auf die inhaltliche

Hypothese/Fragestellung bezogen?

• Wird erörtert, welche Bedeutung den Hypothesenentscheidungen im Hinblick auf

den aktuellen Forschungsstand zukommt (Übereinstimmung oder Diskrepanz)?

• Wird die Frage nach dem möglichen Geltungsbereich der Ergebnisse kritisch beleuchtet?

Werden die Einschränkungen des methodischen Vorgehens reflektiert?

• Falls die geprüfte inhaltliche Hypothese nicht gestützt werden konnte, wird versucht,

mögliche Gründe dafür aufzuzeigen?

• Wird ein Ausblick auf offen gebliebene Fragen oder sinnvolle Anschlussfragestellungen

und Folgestudien gegeben?

• Wird der Erkenntnisgewinn für praktische Anwendungsfelder herausgestellt?

Für empirische sowie theoretische Arbeiten:

Zusammenfassung

• Bietet die Zusammenfassung einen kurzen, knappen Rückblick über alle wesentlichen

behandelten Aspekte der Arbeit (Hintergründe, Methoden, Ergebnisse und

Schlussfolgerungen)?

• Werden ausschließlich Aspekte thematisiert, die in der Arbeit behandelt wurden, und

keine neuen Informationen geliefert oder Gedankengänge aufgegriffen?

Literatur

• Sind alle im Text genannten Quellen im Literaturverzeichnis eindeutig wieder zu finden?

• Befinden sich keine nicht im Text erwähnten Quellen im Literaturverzeichnis?

• Entsprechen die Literaturangaben dem formalen Standard?

Anhang

• Sind alle im Text genannten Anhänge im Originalformat beigefügt und eindeutig gekennzeichnet?

Wenngleich die dargestellte Struktur für den Einzelfall nicht unbedingt verbindlich ist,

da das Thema eine andere Vorgehensweise nahe legen mag, sollten die zur Beantwortung

der Fragen notwendigen Aspekte dennoch aufzufinden sein. Insgesamt bestimmt

eine stringente und verständliche Gedankenführung die Qualität einer Arbeit wesentlich!

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Literatur

American Psychological Association. (2005). Publication manual of the American Psychological

Association (5th ed.). Washington, DC: Author.

Aschermann, E. (2007). Inhaltliche Leitlinien zur Gestaltung der Diplomarbeit. Zugriff

am 31. März 2009 unter http://www.psychologie.unikiel.de/materialien_diplomarbeit.html

Deutsche Gesellschaft für Psychologie. (2007). Richtlinien zur Manuskriptgestaltung (3.,

überarbeitete und erweiterte Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft. (2002). Richtlinien zur Manuskriptgestaltung

in der Sportwissenschaft. Kurzfassung. Zugriff am 15. März 2006 unter

http://www.sportwissenschaft.de /fileadmin/pdf/download/richtl.pdf

Hanke, J.-C. (2003). Word für Studenten (4. Aufl.). Osnabrück: Bonner Presse Vertrieb.

Sesink, W. (1999). Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten ohne und mit PC (4.

Aufl.). München: R. Oldenbourg.

Wydra, G. (2003). Wissenschaftliches Arbeiten im Sportstudium. Manuskript & Vortrag.

Aachen: Meyer & Meyer.

Das Team des Arbeitsbereichs Sportpsychologie wünscht

viel Erfolg beim Verfassen der Arbeit!

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