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BuDGENEWs - Budge-Stiftung

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zeitung:zeitung.qxd 08.06.11 09:55 Seite 2 Plakat: Sylvia-Bettina Schlieder Fast 75 Jahre dauert die Regelung des Nachlasses unserer Stifterin Emma Budge nun an. In diesem Vorgang spiegelt sich die Geschichte der Budge- Stiftung wieder. Die Übergriffe der Nationalsozialisten in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts wirken bis zum heutigen Tage nach. Budge-Palais Jetzt hat der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg einer Regelung einer Zahlung an die rechtmäßigen Erben bzw. Nacherben des Budge-Palais in Hamburg den Weg bereitet. Im Budge-Palais befindet sich seit Jahrzehnten die Musikhochschule der Stadt Hamburg. Die Stadt Hamburg hatte die Erben mit einer niedrigen Summe bei Übernahme des Palais abgefunden. Nun wurde der reale Wert des Grundstücks ermittelt, und die Erben – so auch unsere Stiftung – erhalten einen „Schadensausgleich“. Dieser Ausgleich macht das erlittene Unrecht nicht ungeschehen, sorgt aber für eine respektvolle Anerkennung der Ansprüche der Erben. Den politisch Verantwortlichen im Senat ist ebenfalls Respekt für die Aushandlung eines Vergleiches mit den Erben zu Budge-Palais in Hamburg Restitution: Rückgabe und Entschädigung zollen. Schließlich hat man sich – spät, aber nicht zu spät – der Verantwortung gestellt und die erforderlichen Konsequenzen gezogen. Dass das Budge-Palais nun weiter ein Ort der Musik und der gesellschaftlichen Begegnung in Hamburg bleibt, dürfte ganz im Sinne der Mäzenatin Emma Budge sein. Die Budge-Stiftung hat einen Anspruch auf einen Anteil des Erbes. Der uns zustehende Geldbetrag wird dem Stiftungsvermögen zugeführt und steht somit nicht zur Verfügung der Geschäftsführung. Wandteppich Ende April 2011 wurde bei Sotheby’s in London eine Tapisserie aus der Sammlung Budge versteigert. Dieser Wandteppich schmückte lange Zeit einen Raum des Hamburgers Nobelhotels Vier Jahreszeiten. Das Hotel verzichtete nach dem Hinweis, dass der Teppich aus der von Nationalsozialisten zwangsversteigerten Budge-Sammlung stammt, auf den dauerhaften Besitz des Kunstwerkes. Somit war der Weg für die Versteigerung frei, und die Erben erhalten entsprechende Anteile des Versteigerungserlöses. S e i t e 2 Kunstsammlung Die Frankfurter Kunsthistorikerin Sylvia Schlieder kam durch ihre Magisterarbeit in Kunstgeschichte und Geschichte auf die Spur der wohl größten und sehr wertvollen Kunstsammlung der Emma Budge. Diese begann schon 1903, Kunstgegenstände zu sammeln, wie hochwertiges Porzellan, Silberpokale, Leuchter, Uhren, Textilien, Kissen, Gobelins, Farbstiche und Gemälde. 1937, nach dem Tode von Emma Budge, wurde die Kunstsammlung in Berlin zwangsversteigert, mit einem Erlös von einer Million Reichsmark, einem Bruchteil dessen, was Emma Budge für die Kunstwerke bezahlt hatte. Viele Teile der Sammlung sind nach wie vor verschollen. Andere hat Frau Schlieder aufgrund der Versteigerungskataloge, die sich im Besitz der Budge- Stiftung befinden, aufspüren können. Sie wird weiter forschen. Auch Besitzer, die die Herkunft ihrer Schätze kennen, verweisen allerdings darauf, dass es sich nicht um Raubkunst handele, und Restitutionsprozesse ziehen sich lange hin. Im Jahr 2004 tauchte das Gemälde „Eine elegante Gesellschaft“ von Adriaen Hendriksz. Verboom beim Auktionshaus Sotheby’s in London auf. Die Budge-Stiftung erwarb das Bild, welches heute im Foyer der Stiftung hängt. An dieser Stelle werden wir in loser Folge immer wieder über die Sammlung der Emma Budge berichten.

zeitung:zeitung.qxd 08.06.11 09:55 Seite 3 Zwei Bremer Museen haben Kunstwerke aus ihrem Bestand an die Erben der Emma Budge zurückgegeben. Es handelt sich um ein 50 x 50 Zentimeter großes Wappenkissen, das sich im Focke-Museum befand, und eine Bronzeplastik aus der Kunsthalle. Das Focke-Museum und der Trägerverein der Bremer Kunsthalle entschlossen sich zu diesem Schritt, da die Herkunft aus der Kunstsammlung der Emma Budge völlig unstrittig ist. Bremer Museen geben Kunstwerke zurück Von links, Bremens Bürgermeister und Kultursenator Jens Böhrnsen, Heinz Rauber, Stiftungsdirektor der Budge- Stiftung, Frauke von der Haar (Focke- Museum) und der Vorsitzende des Kunstvereins, Georg Abegg. 2. Mai 2011: Holocaust-Gedenktag Das Gedenken ist eine schwierige Aufgabe und stellt für jeden Menschen eine ganz eigene Herausforderung dar. Gerade im Angesicht von Menschen, die die Schrecken des Holocausts überlebt haben, gilt es, dem Gedenken eine Zukunft zu geben. Im ersten Moment klingt es nahezu paradox, wenn wir bei einer Gedenkstunde, die doch dem Erinnern verpflichtet ist, von der Zukunft des Gedenkens sprechen. Dr. Kurt Grünberg, Mitglied des Stiftungsvorstandes der Budge- Stiftung, sprach am Gedenktag vor den Bewohnern. Die bewegende Ansprache verdeutlicht, wie schwer es auch nachfolgende Generationen haben, mit der Last der Erinnerung an die Vernichtung des jüdischen Volkes zu leben. In der Gedenkstunde liegt die Chance des solidarischen Tragens dieser Last. Die Rituale, wie z. B. das gemeinsame Anzünden der Kerzen, geben der Gedenkstunde einen würdevollen Rahmen und den Überlebenden des Holocausts wie den Nachgeborenen einen gestaltenden Der heutige Marktwert der beiden Gegenstände ist unklar. Anteil an der Gedenkstunde. Immer wieder bestätigen z. B. junge Zivildienstleistende, dass die Begegnung mit Überlebenden des Holocausts beim Entzünden der Gedenkkerzen eines der intensivsten Erlebnisse ihres Lebens gewesen sei. Andrew Steiman, Rabbiner der Budge-Stiftung, sprach mit John Gutman, einem Überlebenden, gemeinsam Kaddisch. Geschäftsführer Heinz Rauber berichtete vom Besuch einer Ausstellung zum Leben des Frankfurter Pfarrers Heinz Welke, der mit seinem Bockenheimer Netzwerk ein hohes Maß an Zivilcourage bewiesen hat und vielen Frankfurter Juden zur Flucht verholfen hatte. Ein Mehr an Zivilcourage und Widerstand war möglich, dies zeigt das Lebenswerk von Welke und seinen Unterstützern. Daran fehlte es fast überall. Auch dieser Gedenktag bezeugte erneut die Kraft der Bewohner der Budge-Stiftung zur gemeinsamen Erinnerung und Trauer, aus der der innere Zusammenhalt der hier Lebenden, erwächst. S e i t e 3 Die Werke stammen aus dem frühen 17. Jahrhundert. Bei der Versteigerung der Nationalsozialisten 1937 kaufte das Focke-Museum das Kissen. Die etwa 40 Zentimeter große Bronzefigur bekam die Kunsthalle nach dem Krieg von einem Kaufmann geschenkt. Der Anwalt der Erben, Lothar Fremy, sagte, die beiden Bremer Museen gehörten bundesweit zu den ersten Häusern, die den Rückgabeansprüchen der Erben nachgekommen seien. Zeitzeugen: Lebenswege nach 1945 Die Budge-Stiftung, das Pädagogische Zentrum des Fritz- Bauer-Instituts und die Louisevon-Rothschild-Schule haben ihre Zusammenarbeit mit einem Kooperationsvertrag besiegelt. Ein Beispiel für die Umsetzung bot sich den Schülern am 24. März dieses Jahres. In fünf kleineren Gruppen trafen sie auf Zeitzeugen, Bewohner der Stiftung. Es entstand ein beeindruckender Austausch auf beiden Seiten. Manfred Levy vom Pädagogischen Zentrum, dessen Mutter in der Stiftung lebt, hat das Zeitzeugen-Projekt entwickelt. Die Budge-Stiftung bietet sich als lebendiger Ort des Austausches zwischen Juden und Nichtjuden an. Über weitere Gesprächsrunden werden wir Sie informieren.

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