Biologie der Haut - Penaten

penaten.de

Biologie der Haut - Penaten

Biologie der Haut

Biologie der Haut

Die Haut eines Babys ist schön, weich und elastisch. Darüber hinaus ist sie ein Organ von

erstaunlicher Komplexität. Wie die Haut von Erwachsenen weist die Babyhaut unzählige

Strukturen auf, die – bereits in den ersten Stunden des Lebens – einwandfrei und effizient

funktionieren.

Im vorliegenden Kapitel wird der vielschichtige Aufbau der menschlichen Haut mit ihren verschiedenen

Strukturen und Funktionen untersucht. Diese Informationen sind wesentlich für das

Verständnis der Babyhaut sowie ihrer besonderen Strukturen und Funktionen, die Gegenstand

des Kapitels „Besondere Eigenschaften der Babyhaut“ sind.

Ebenso wichtig ist eine Kenntnis der Anatomie und Physiologie der Haut, wenn wir die

Beziehung zwischen Hautpflegeprodukten und der Haut verstehen wollen. Auf die in diesem

Kapitel erläuterten Fachbegriffe und Bezeichnungen werden wir in den folgenden Kapiteln

immer wieder treffen.

Überblick

Vor einer Beschreibung der spezifischen Hautstrukturen ist es hilfreich, ein Bild des allgemeinen

Aufbaus der Haut vor Augen zu haben. Das nachstehende Bild zeigt einen Querschnitt

durch die menschliche Haut und die anatomischen Beziehungen zwischen den verschiedenen

Strukturen.

www.penaten.de

1


Biologie der Haut

Die rechte Seite der Abbildung verdeutlicht, dass die gesamte Haut, unabhängig davon, an

welcher Stelle des Körpers sie sich befindet, aus drei Schichten besteht: der Epidermis, dem

Korium und dem subkutanen Gewebe.

Die Epidermis umfaßt verschiedene Schichten, die auf der linken Bildseite aufgeführt sind. Von

außen nach innen ist die Epidermis wie folgt aufgebaut: Hornschicht, Körnerschicht, Stachelzellschicht

und Keimschicht bzw. Basalschicht, die für die Bildung neuer Zellen verantwortlich

ist. Die fünfte Schicht, die Glanzschicht, ist in dem Bild nicht gezeigt, kommt jedoch an

be stimmten Stellen des Körpers wie den Handflächen und Fußsohlen vor.

Der Hauptbestandteil der äußersten Epidermisschicht ist das Keratin, ein widerstandsfähiges

Faserprotein. Es hat in erster Linie die Aufgabe, die darunter liegenden Strukturen vor der

Außen umgebung zu schützen. Die das Keratin bildenden Zellen werden als Keratinozyten

bezeichnet.

Melanozyten sind die Zellen in der Basalschicht, die das Pigment Melanin synthetisieren; diese

Zellen kommen auch in der Epidermis vor. Melanin schützt die Haut vor ultravioletter

Strahlung.

Das Korium ist, wie aus dem Bild hervorgeht, die dickste der drei Hautschichten. Sie besteht

aus Fasern, einer Vielzahl von Zellen, extrazellulärer Flüssigkeit und amorpher Grundsubstanz.

Darüber hinaus enthält sie Blutgefäße, Lymphgefäße und Nerven. Das Korium schützt vor

mechanischen Einwirkungen und Temperaturschwankungen.

Das Protein Collagen macht das meiste Gewicht des Korium aus. Die Collagen-Fasern bilden ein

Netz, in das eine andere Faserart, das Elastin „eingewebt“ ist. Collagen verleiht der Haut

Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Einwirkungen, und die Elastin-Fasern bringen die

Haut in ihren ursprünglichen Zustand zurück, sobald sie diesen Einwirkungen nicht mehr ausgesetzt

ist.

Zu den Nervenendigungen in dem Korium zählen die Meißner-Tastkörperchen, die leichte

Berührungen und Schwingungen registrieren, sowie die Ruffini-Tastkörperchen, die

Berührungen und Druck wahrnehmen.

Wie aus dem Bild zu ersehen ist, sind auch bestimmte zusätzliche Strukturen in dem Korium

angesiedelt, wie Schweißdrüsen, Talgdrüsen und Haarfollikel.

www.penaten.de

2


Biologie der Haut

Die ekkrinen Schweißdrüsen sind schlauchförmig und bilden am unteren Ende Knäuel; insgesamt

liegen etwa 2 bis 3 Millionen in dem Korium. Die Schweißdrüsen sind die wichtigsten

Mittel zur Temperaturregelung des Körpers und produzieren bei Hitze sage und schreibe 2 bis

3 kg Schweiß pro Stunde.

Die Talgdrüsen münden in die Haarfollikel und geben durch einen schmalen Kanal Talg in den

Haarfollikel ab. Talg scheint wie eine Art körpereigenes Pflegemittel für das Haar zu wirken und

kann zudem die Haut vor Austrocknen und Rissbildung schützen. Darüber hinaus kann der Talg

antibakterielle und antimykotische Eigenschaften haben.

Mit Ausnahme der Handflächen und Fußsohlen sind die Haarfollikel über die gesamte Hautfläche

verteilt. Jeder Haarfollikel besitzt kleine Bündel glatter Muskeln, die Haarerektormuskeln

genannt werden. Bei Kälte, aber auch bei großer Angst ziehen sich diese Muskeln zusammen,

die Haare sträuben sich, und es entsteht die so genannte Gänsehaut.

Das Subkutangewebe liegt unter dem Korium und isoliert die unter diesem Gewebe liegenden

Strukturen gegen Hitze, Kälte und mechanischen Druck. Die Subkutis besteht aus lockeren

Bindegewebsbündeln, die die Fettzellen umgeben. Im Unterhautfettgewebe sind eine Vielzahl

von Pacini-Tastkörperchen verteilt, die das Druck- und Vibrationsempfinden weitergeben.

In dem Bild erkennt man auch die Arterien, Venen und Kapillargefäße. Die Haut wird von einem

weitverzweigten Gefäßnetz versorgt, das zudem eine lebenswichtige Rolle bei der Temperaturregelung

spielt.

Dies war ein kurzer Überblick über den Aufbau der Haut. Nun wollen wir unsere Aufmerksamkeit

auf einige grundlegende Fakten der Haut richten und die verschiedenen Gewebe und

Strukturen der Haut eingehender diskutieren.

www.penaten.de

3


Biologie der Haut

Die Haut als Ganzes

Die Haut ist ein kompliziertes, vielschichtiges Organ mit lebenswichtigen Schutz- und Stoffwechsel

funktionen. Sie ist von ihrem Gewicht her das größte Organ – mit etwa 8 Prozent des

Körpergewichts eines Erwachsenen. Die Hautoberfläche beträgt etwa 2 Quadratmeter.

Die Haut des Menschen besteht aus zwei Gewebearten, d. h. Gruppen ähnlicher Zellen mit

einer bestimmten Funktion: Epithelgewebe und Bindegewebe.

Das Epithelgewebe bedeckt das Äußere des Körpers und kleidet einige Körperöffnungen aus. Es

schützt das darunterliegende Gewebe gegen Umwelteinflüsse. Die Zellen des Epithelgewebes

liegen sehr nahe beieinander.

Das Bindegewebe stützt, schützt und verbindet ein Gewebe oder Organ mit dem anderen. Im

Vergleich zum Epithelgewebe liegen die Bindegewebszellen relativ weit auseinander.

Die Haut ist in drei funktionelle Schichten unterteilt: die Epidermis (Oberhaut), das Korium

(Lederhaut) und die Subkutis bzw. das subkutane Gewebe (Unterhaut).

Die Dicke und der Entwicklungsgrad dieser Schichten hängt von ihrer Position am Körper und

von Erbfaktoren, Alter und Geschlecht des Einzelnen ab. Darüber hinaus setzen die Menschen

verschiedene Hautbereiche unterschiedlichen Einwirkungen oder Belastungen aus. Aufgrund

www.penaten.de

4


Biologie der Haut

dieser Faktoren können die Festigkeit, Reizbarkeit, Mikroflora und pathologischen Gegebenheiten

der Haut von Mensch zu Mensch und selbst bei ein und demselben Menschen stark

variieren.

Epidermis

Die Epidermis ist eine Epithelgewebsschicht, so dünn wie Papier, die den Körper gegen äußere

Einflüsse und ultraviolettes Licht schützt. Die Epidermis selbst besteht aus verschiedenen

Zellschichten. Die Zellen der Epidermis sind dicht gepackt, und wie aus nachstehendem Bild

ersichtlich, enthält jede dieser Schichten Zellen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Die

Unversehrtheit der Epidermis wird durch Brückenkörperchen, sog. Desmosome, sichergestellt,

die für eine feste mechanische Verbindung zwischen den Zellen sorgen.

Die Dicke der Epidermis schwankt zwischen einigen Hundertstel Millimetern an den meisten

Stellen des Körpers bis zu mehreren Millimetern an den Handflächen und Fußsohlen. Am dünnsten

ist sie an den Augenlidern und im Genitalbereich.

Im Gegensatz zum Korium besitzt die Epidermis weder Blutgefäße noch Nerven; daher wird sie

mit Nährflüssigkeit versorgt, die von dem in dem Korium befindlichen Gefäßgewebe abgesondert

wird.

www.penaten.de

5


Biologie der Haut

Schichten der Epidermis

Nachstehend sind die wichtigsten Schichten der Epidermis, von außen nach innen, sowie ihre

Eigenschaften aufgeführt.

Horn- oder Keratinschicht (Stratum corneum): Die Hornschicht ist eine zähe, elastische und

relativ undurchdringliche Schicht toter Zellen ohne Zellkern und heller verhornter, schuppenähnlicher

Zellen, die dicht gepackt sind. Die Hornschicht ist etwa 20 bis 25 Zellreihen dick und

macht einen Großteil der mechanischen Festigkeit der Epidermis aus.

Auf ihrem Weg von der Keimschicht, in der neue Hautzellen gebildet werden, durch die anderen

Schichten nach oben verhornen die Zellen der Hornschicht nach und nach, d. h. sie werden mit

Keratin, einem zähen Faserprotein, gehärtet.

Wenn die Zellen die Hornschicht erreichen, sind sie hart genug, um eine widerstandsfähige

Barriere gegen äußere Einflüsse zu bilden. Daher bietet die Hornschicht einen äußerst wirksamen

Schutz, obwohl sie an einigen Stellen des Körpers nur einige Hundertstel Millimeter dick

ist.

Um diesen effektiven Schutz aufrechtzuerhalten, muß die Hornschicht zumindest so elastisch

bleiben, dass sie nicht reißt. Aus dem Korium nach oben hin abgesondertes Wasser trägt dazu

bei, diese Schicht weich zu halten. Die Hornschicht benötigt jedoch häufig einen zusätzlichen

Schutz gegen äußere Reizstoffe.

Glanzschicht (Stratum lucidum): Die Glanzschicht ist eine dünne Schicht durchsichtiger Zellen,

die nur an den Handflächen und Fußsohlen sowie an Hautstellen vorkommen, wo die Hornhaut

besonders dick ist. Daher wird sie nicht immer anatomisch als getrennte Schicht beschrieben.

Die Glanzschicht ist reich an proteingebundenen Phospholipiden und kann somit als physiologische

Barriere gegen das Eindringen von Wasser fungieren.

Körnerschicht (Stratum granulosum): Die Körnerschicht setzt sich aus abgeflachten, spindelförmigen

Zellen zusammen, Keratinkörnern – die sog. Keratohyalinkörnchen – die keinen Kern enthalten.

www.penaten.de

6


Biologie der Haut

Stachelzellschicht (Straum spinosum): Diese Schicht ist durch interzelluläre „Brücken“ gekennzeichnet,

die jeder Zelle ein stacheliges Aussehen verleihen. In den Zwischenräumen der Zellen

können Nährstoffe und Sauerstoff nach oben diffundieren, um die Nährstoffversorgung der

Zellen zu gewährleisten.

Keimschicht bzw. Basalschicht (Stratum germinativum): Die Keimschicht ist nur eine Zellreihe

dick, deren Zellen Zellkerne aufweisen. Sie dient als Trennlinie zwischen Epidermis und Korium.

Die Keimschicht ist verantwortlich für die ständige Neubildung von Zellen. Die Zellen teilen sich

und wandern nach oben, sowie neue Zellen gebildet werden.

In der Keimschicht finden sich die Melanozyten; dies sind Zellen, die das Pigment Melanin zum

Schutz gegen UV-Strahlung produzieren. Die von diesen Zellen gebildeten Melanin körn chen

wandern in die Keratinozyten, d. h. in die keratinproduzierenden Zellen der Basal schicht. Bei

ihrer Reifung verstreuen die Keratinozyten das Melanin als feines, körniges intrazelluläres

Pulver.

In der nachstehenden Tabelle sind die wichtigsten Fakten zu den Schichten der Epidermis

zusammengefaßt:

Schichten der Epidermis

Schicht Zellreihen Besonderheiten

Hornschicht Mehrere Tote Zellen ohne Kern

Helle, verhornte, schuppenartige Zellen

Glanzschicht Mehrere Durchscheinende Zellen

Hauptsächlich an Handflächen und

Fußsohlen

Körnerschicht Mehrere Keratohylinkörnchen

Flache, spindelförmige Zellen

Stachelzellschicht Mehrere Die Zelle sind durch „Brücken“ miteinander

verbunden und haben daher ein stacheliges

Aussehen.

Keimschicht Eine Aktive Zellbildung

(Basalschicht)

innerste Schicht

www.penaten.de

7


Biologie der Haut

Wachstum der Epidermis

Die Epidermis ist ein Gewebe, das ständig erneuert wird. Die Zellen der Basalschicht bzw.

Keimschicht teilen und differenzieren sich und reifen, während sie nach oben wandern, bis sie

die Hornschicht erreichen, wo sie abgeschilfert werden. In normaler Haut teilen sich die

Basalzellen etwa einmal pro Tag, und (durchschnittlich) jeweils eine der geteilten Zellen wird

zur Hautoberfläche hin abgeschoben.

Man schätzt, dass eine neue Basalzelle etwa 3 bis 4 Wochen braucht, bis sie die Hornschicht

erreicht.

Auf ihrer Wanderung nach oben ändern die Zellen ihre Form und Konsistenz. Die Stärke der

Zellwände nimmt zu, da an der Zellinnenseite Keratin abgelagert wird. Die Zellen beginnen

bereits in der Basalschicht mit der Produktion kleiner Mengen von Keratin. Keratohyalin körn ­

chen lassen sich jedoch erst in der Körnerschicht nachweisen. Diese Schicht ist die Übergangszone

zwischen lebenden Epidermiszellen darunter und totem, verhorntem Material darüber.

Den Prozess, den Epithelzellen von sich teilenden, stoffwechselaktiven Zellen bis hin zu toten,

verhärteten Zellen durchlaufen, nennt man Verhornung.

Bei der Verhornung der Zellen zerfallen die Zellkerne, die Zellen sterben ab und werden ganz

flach zusammengedrückt. Die toten Hornschichtzellen bilden eine dichte, zusammenhängende

Schicht; doch schließlich brechen die Verbindungen zwischen den Zellen auf, und sie schilfern

sich ab.

Das Keratin schützt die unter der Haut liegenden Strukturen des Körpers vor Umwelteinflüssen.

Da bestimmte Körperstellen – beispielsweise die Fußsohlen und Handflächen – einem stärkeren

Abrieb ausgesetzt sind, bilden sie zu ihrem Schutz mehr Keratin. Schwielen entstehen dort,

wo übermäßig viel Keratin gebildet wird.

www.penaten.de

8


Biologie der Haut

Im nachstehenden Diagramm ist das Wachstum der Epidermis zusammengefaßt:

Wachstumsprozeß der Epidermis

Tote Hornschichtzellen

Körnerschicht: Verhornung

Der gesamte Prozeß

dauert etwa 1 Monat

Wanderungsrichtung

neue Epidermiszellen

Keimschicht: Basalzellen-Teilung

Die Haut unterliegt ständig diesem natürlichen physiologischen Alterungsprozeß – und zwar

während der gesamten Lebenszeit des Menschen, von vor der Geburt bis zum Tod. Es gibt

jedoch noch eine andere Art des Alterns, das durch den Zeitablauf bedingte oder auch chronologische

Altern, das erst im Laufe des Lebens sichtbar wird.

Langerhans-Zellen

Langerhans-Zellen kommen in der Epidermis in ähnlicher Konzentration vor wie die Melanozyten;

sie machen etwa 2 bis 4 Prozent der gesamten Zellpopulation in der Epidermis aus und

werden bisweilen auch in dem Korium nachgewiesen. Die Zahl der Langerhans-Zellen steigt bei

Kontaktallergie-Reaktionen an.

Langerhans-Zellen spielen vermutlich eine entscheidende Rolle bei der Kontaktsensibilisierung

und der immunologischen Überwachung zur Vermeidung von Virusinfektionen und

Geschwulstbildungen der Haut.

Altern der Epidermis

Das chronologische Altern ist durch ein allgemeines Dünnerwerden der Epidermis und eine Ab ­

nahme der Produktion neuer Epidermiszellen gekennzeichnet. Zwar tragen sowohl genetische

und hormonelle als auch umweltbedingte Faktoren zum chronologischen Alterungsprozess bei,

doch haben die Umweltfaktoren – insbesondere Sonnenstrahlung und Wind – wahrscheinlich

den größten Einfluß auf die Beschleunigung des vorzeitigen Alterns der Haut.

www.penaten.de

9


Biologie der Haut

Korium

Das Korium (Lederhaut) besteht aus elastischem Bindegewebe, in das die Zellen in relativ

weitem Abstand zwischen verschiedenen Faserarten eingelagert sind.

Das Korium ist ein stoffwechselaktives Gewebe, das sich in erster Linie aus Fasern, Zellen,

amorpher Grundsubstanz und extrazellulärer Flüssigkeit zusammensetzt. Darüber hinaus enthält

es Blutgefäße, Lymphgefäße und Nerven.

Am Übergang zwischen Korium und Epidermis befindet sich eine submikroskopische

Membran, die als Basalmembran bezeichnet wird. Die Epidermis ist entlang dieser Membran

mit Ankerstiften, den sog. Hemidesmosomen, die sich an der Unterseite der Basalzellschicht

befinden, an dem Korium verankert. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für eine dauerhafte

Verbindung zwischen der obenliegenden Epidermis und dem darunterliegenden Korium.

Das Korium schützt den Körper vor mechanischen Verletzungen und Temperaturänderungen

und versorgt die Epidermis mit Nährstoffen. Darüber hinaus spielt das Korium eine wichtige

Rolle für die Sinneswahrnehmungen.

Fasern des Korium

Die stützende Funktion des Korium beruht auf drei Arten von Fasern: Collagen-, Gitter- und

elastischen Fasern.

Collagen: Hauptbestandteil des Korium sind die Collagenfasern. Sie bestehen aus dem Protein

Collagen, das im voll ausgereiften Zustand sehr starr ist und daher die Steifigkeit des

Bindegewebes ausmacht. Die Festigkeit der Haut und teilweise auch ihre Elastizität werden

durch das dichte Netz von Collagenfasern bestimmt.

Gitterfasern: Die Gitterfasern, die etwa 26% des Gewichts des Korium ausmachen, bestehen

aus sehr dünnen, verzweigten Collagensträngen. Sie bilden das zugrundeliegende Fasernetz,

das das Bindegewebe des Korium zusammenhält.

Elastische Fasern: Die elastischen Fasern haben einen Anteil von etwa 4% am Gewicht des

Korium und bestehen aus einer Proteinsubstanz, dem sog. Elastin. Wie der Name schon sagt,

verleihen die elastischen Fasern dem Korium seine Elastizität. Die Fasern des Korium werden

von besonderen Zellen, den Fibroblasten, gebildet. Sobald die Fasern fertig ausgebildet sind,

www.penaten.de

10


Biologie der Haut

werden sie langsam neu angeordnet und zu Bündeln miteinander verbunden. Die

Collagenfasern bilden ein Geflecht, das einem Fischernetz ähnelt, in das die Elastinfasern „eingewebt“

sind.

Das Collagen verleiht der Haut eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Einwirkungen,

während die Elastinfasern die Haut in ihrem ursprünglichen Zustand wiederherstellen.

Wird das „Netz“ gestreckt, ziehen die Elastinfasern es wieder in den Ausgangszustand zurück,

so dass die Haut keine Falten bildet.

Die Fasern sind mit einer amorphen Grundsubstanz umgeben, die weitgehend aus Mukopolysaccharidgel

besteht. Die Grundsubstanz trägt zur Elastizität der Haut bei.

Vergleich der Dermisfasern

Faserart Protein-Komponente Funktion

Collagenfasern Collagen Steifigkeit des Korium

Elastische Fasern Elastin Elastizität

Gitterfasern Collagen Ein das Korium zusammenhaltendes

Netz

Zellen des Korium

Im Bindegewebe des Korium kommen vier Zellarten vor, und zwar Fibroblasten, Phagozyten

(oder Fresszellen), Mastzellen und Plasmazellen, die sich in ihrer Struktur und Funktion voneinander

unterscheiden.

Fibroblasten: Diese Zellen bilden die vorstehend beschriebenen Collagen-, Gitter- und elastischen

Fasern sowie die amorphe Grundsubstanz. Damit tragen sie zur Aufrechterhaltung der

stützenden Funktion des Korium bei.

Phagozyten: Hierbei handelt es sich um große Zellen, die Bakterien und Trümmer von totem

oder krankem Gewebe phagozytieren (fressen). Sie helfen dabei, den Körper vor dem Eindringen

fremder Bakterien und sonstiger Substanzen zu schützen.

www.penaten.de

11


Biologie der Haut

Mastzellen: Diese Zellen produzieren Heparin und Histamin, Substanzen, die eine wichtige

Rolle bei allergischen (das Immunsystem betreffenden) Reaktionen spielen. Die Bedeutung von

Heparin und Histamin in dem Korium ist bisher jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Plasmazellen: Plasmazellen bilden Antikörper, die zwei Hauptfunktionen haben: Erlangung einer

Immunität gegenüber bestimmten Krankheiten und Entwicklung von Überempfindlichkeiten

oder Allergien gegenüber verschiedenen Substanzen.

Vergleich der Dermiszellen

Zellarten

Fibroblasten

Phagozyten

Mastzellen

Plasmazellen

Funktion

Produzieren die im Bindegewebe vorkommenden Fasern

und Grundsubstanz.

Zerstören Bakterien und beseitigen Zell- und Gewebetrümmer.

Produzieren Heparin und Histamin; sind an Immunreaktionen

beteiligt.

Bilden Antikörper, die Immunität bewirken, aber auch Allergien

hervorrufen können.

Extrazelluläre Flüssigkeit in dem Korium

Die Flüssigkeit zwischen den Zellen und Fasern des Korium wird als extrazelluläre oder auch

interstitielle Flüssigkeit bezeichnet. Ihre Zusammensetzung ist mit der des Blutplasmas vergleichbar.

Die extrazelluläre Flüssigkeit ist in erster Linie für den Transport der Nähr- und Abfall ­

stoffe zu und von den Zellen zum Gefäßsystem verantwortlich.

Blut- und Lymphgefäße in dem Korium

Im Gegensatz zur Epidermis umfaßt das Korium ein Netz kleinster Blutgefäße, die sog.

Kapillaren. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Nährstoffversorgung der Haut und der

Regulierung ihrer Temperatur. Diese Gefäße werden an anderer Stelle des vorliegenden Kapitels

im Abschnitt über die Schweißdrüsen beschrieben.

www.penaten.de

12


Biologie der Haut

Die Lymphgefäße führen die Lymphe, eine Flüssigkeit, die durch den ganzen Körper wandert

und sich aus Blut und Gewebeflüssigkeit bildet, in den Blutkreislauf zurück. Daher haben die

Lymphgefäße eine einzigartige Transportfunktion, d. h. sie bringen Gewebeflüssigkeit, Proteine,

Fette und andere Substanzen zum allgemeinen Kreislauf zurück. Lymphgefäße befinden sich in

den Zellzwischenräumen des Korium.

Nervenendigungen in dem Korium

Das Korium weist verschiedene verkapselte Nervenendigungen oder Rezeptoren zur Weiterleitung

von Informationen über Berührung, Druck und Vibration auf.

An den Fingerspitzen und Lippen sind die Meißner-Tastkörperchen besonders zahlreich: sie

spüren leichte Berührungen und Vibrationen. Die Ruffini-Tastkörperchen kommen in dem

Korium und im subkutanen Gewebe der Finger vor und reagieren auf Berührung und Druck.

Rezeptoren namens Krause-Endkolben spüren ebenfalls Berührungen und sind in dem Korium,

im subkutanen Gewebe und in der Schleimhaut der Lippen und Augenlider sowie der äußeren

Geschlechts organe zu finden. Die Pacini-Tastkörperchen kommen vor allem im subkutanen

Gewebe vor, finden sich aber auch in dem Korium. Sie reagieren auf Druck und Vibration.

Das Subkutangewebe

Das Subkutangewebe (auch Subkutis oder Unterhaut genannt) ist die am weitesten innen liegende

Hautschicht; sie umfasst lockere, die Fettzellen umgebende Bindegewebsbündel. Das

Fett ist in kleinen in den Zellen befindlichen Bläschen oder Hohlräumen gespeichert. Von dem

Korium aus verlaufen Collagenstränge zu dieser Schicht.

Die Dicke des subkutanen Gewebes variiert stark, und zwar abhängig vom einzelnen Menschen

und der betreffenden Körperregion. Das Unterhautfettgewebe dient zur Isolierung der darunterliegenden

Körperstrukturen gegen Hitze, Kälte und Stöße.

Zusätzliche Hautstrukturen

In der Haut befinden sich außerdem verschiedene andere Strukturen, wie Drüsen, Haare und

Nägel. Jede dieser Strukturen wird einzeln besprochen, da jede einige sehr wichtige Funktionen

besitzt.

www.penaten.de

13


Biologie der Haut

Hautdrüsen

Bei den Drüsen handelt es sich um Strukturen, die bestimmte Substanzen (z. B. Schweiß oder

Talg) produzieren, die für den Einsatz an einer anderen Stelle des Körpers abgesondert werden.

Die Haut umfaßt zwei Arten von Drüsen: Schweißdrüsen und Talgdrüsen.

Schweißdrüsen: Die Schweißdrüsen sind schlauchförmig und bilden am unteren Ende Knäuel.

Sie liegen eigentlich in dem Korium oder Subkutis, ihre Kanäle verlaufen jedoch nach oben zur

Epidermis und münden an der Hautoberfläche. Es gibt zwei Drüsenarten: ekkrine und apokrine

Drüsen.

Die ekkrinen Schweißdrüsen sind zahlreicher als die apokrinen; sie sind wichtig für die Wärmeregulierung

im Körper und sind in der gesamten Haut verteilt. Sie werden von cholinergischen

Fasern des sympathischen Nervensystems aktiviert; ohne Innervation können die ekkrinen

Schweißdrüsen nicht funktionieren. Ekkrine Schweißdrüsen sind am dichtesten an den Handflächen

und Fußsohlen vertreten.

Die apokrinen Schweißdrüsen entsprechen den Duftdrüsen bei Tieren und kommen hautpsächlich

in den Haarfollikelöffnungen an der Stirn und in den Achselhöhlen, Leisten und am Damm

vor. Ihre biologische Funktion ist unbekannt. Die bakterielle Zersetzung von apokrinem Schweiß

bewirkt den Körpergeruch bei Jugendlichen und Erwachsenen.

www.penaten.de

14


Biologie der Haut

Die menschliche Haut enthält etwa 3 Millionen Schweißdrüsen, die normalerweise zwischen

einem halben und einem Liter Schweiß pro Tag produzieren. Bei maximaler Leistung kann die

Schweißproduktion 2 bis 3 Liter pro Stunde betragen.

Die Schweißdrüsen sind die wichtigsten Mittel der Temperaturregelung des Körpers. Sie sind in

enger Nachbarschaft zu den Kapillaren des Korium angeordnet. Steigt die Körpertemperatur

über den Normalwert, erweitern sich diese Blutgefäße und erhöhte Mengen an Wasser und

Salzen treten aus den Blutgefäßen in die Schweißdrüsen über.

Sodann gelangt der Schweiß durch die Schweißkanäle und durch die Hautporen an die

Hautoberfläche, wo er verdunstet und den Körper abkühlt.

Schweiß besteht in erster Linie aus Wasser (zu 99%) und Salz (NaCl). Darüber hinaus enthält

er andere Substanzen wie Laktat und Harnstoff. Im Schweiß befinden sich keine Zellen. Die

Schweißproduktion wird von physikalischen Faktoren wie Aktivität, Temperatur und Arzneimittel-Einnahme

oder Nahrungsaufnahme sowie von psychologischen Faktoren wie Angst und

Stress bestimmt.

Talgdrüsen: Die Talgdrüsen liegen ebenfalls in dem Korium, neben den Haarfollikeln.

Tatsächlich münden die Talgdrüsenkanäle in den Haarfollikeln. Diese Drüsen sind im Gesicht

und in der Kopfhaut sowie im oberen Brust- und Rückenbereich am weitesten entwickelt. Diese

Regionen werden auch die Talgbereiche genannt.

www.penaten.de

15


Biologie der Haut

Die Talgdrüsen sondern eine Substanz, den sog. Talg, ab, der ölige oder fettige Stoffe enthält

(Triglyceride, Wachsester, Squalene, Cholesterin und Cholesterolester), gemischt mit Zellen, die

sich von den Wänden der Drüsen abgelöst haben.

Der Talg schützt die Haut vor Rissbildung und Austrocknen und scheint als körpereigenes Haut ­

pflegemittel zu wirken. Als Hauptbestandteil des Fettfilms auf der Hautoberfläche trägt der Talg

zur Widerstandsfähigkeit der Haut gegen das Eindringen von Krankheitserregern bei. Die Talgpro

duktion steigt während der Pubertät an und nimmt mit zunehmendem Alter ab.

Über den Ausführungsgang der Talgdrüse wird der Talg in den Haarfollikel abgegeben. Auf seinem

Weg durch den Follikel werden die Fette im Talg von Bakterien durch Hydrolyse aufgebrochen.

Diese Zersetzung wird an der Hautoberfläche fortgesetzt.

Ein Teil des Talgs wird in ein Gemisch aus Glycerin und Fettsäuren umgewandelt, das die Oberfläche

der Haut leicht sauer macht. Dies wird als Säuremantel der Haut bezeichnet. Der normalerweise

saure pH-Wert der Haut, der von talgigem Material und ekkrinem Schweiß aufrechterhalten

wird, besitzt eine antiseptische Wirkung und trägt zur Vermeidung des Eindrin gens von

Bakterien und Pilzen in die Haut bei.

Drüsen der Haut

Drüsenart Abgesonderte Stoffe Funktion

Ekkrine Schweißdrüsen Wasser und Salz Temperaturregulation; trägt zur

Aufrechterhaltung eines sauren

pH-Werts bei, der antibakteriell wirkt.

Apokrine Proteinartige Unbekannt; trägt zur Entstehung von

Schweißdrüsen

Flüssigkeit und Körpergeruch bei.

Talgdrüse Ölige, fettige Substanz Schmierung; trägt zur

(freie Fettsäuren) und Aufrechterhaltung eines sauren pHtote

Zellen

Werts bei, der antimykotisch wirkt.

www.penaten.de

16


Biologie der Haut

Haar

Das Haar ist ein Anhangsgebilde, das aus einer Wurzel (bzw. einem in den Haarfollikel der Haut

eingebetteten Teil) und einem Schaft (bzw. einem aus der Haut herausragenden, sichtbaren

Teil) besteht. Die Haarfollikel unterliegen einem sich ständig wiederholenden Stoffwechselzyklus

des Wachsens, Rückbildens und der Ruhe, und der Rhythmus dieses Zyklus ist bei jedem Haar

unterschiedlich. Die Kopfbehaarung dient einem kosmetischen Zweck und bietet Schutz gegen

Kälte, UV-Strahlen und mechanische Verletzungen.

Der Haarschaft besteht aus drei Schichten. Die äußerste Schicht ist das Haaroberhäutchen, die

mittlere die Haarrinde und die innerste das Haarmark.

Haaroberhäutchen: Das aus miteinander verbundenen, flachen Keratinzellen bestehende

Oberhäutchen verhindert das Austrocknen des Haares und das Eindringen von Fremdstoffen.

Haarrinde: Das Haar besteht zum größten Teil aus der Haarrinde. Ihre Struktur bestimmt die

Eigenschaft des Haares einer Person (glatt, wellig oder kraus). Darüber hinaus enthält die

Haarrinde Luftzwischenräume und Haarpigmente (Melanin), die die Haarfarbe bestimmen. Die

Zellen der Haarrinde sind fadenförmig und verhornt; sie sind längsgerichtet und fest miteinander

verbunden.

www.penaten.de

17


Biologie der Haut

Haarmark: Das Haarmark (oder der innere Kern des Haares) umfasst eine Säule von plattenartigen

Zellen mit Zwischenräumen.

Nägel

Die Nägel bestehen aus Keratin und bilden eine Schutzschicht für die Oberseite der Zehen und

Fingerspitzen. Der sichtbare Teil des Nagels wird Nagelplatte genannt; der Rest des Nagels wird

als Matrix bezeichnet. Diese liegt in der Nageltasche, die von einer Hautfalte, dem Nagelhäutchen,

verdeckt wird. Der halbmondförmige weiße Bereich der Nagelplatte wird Möndchen

oder Lunula genannt.

Unter dem Nagel liegt eine Epithelschicht, das sog. Nagelbett. Es enthält eine Vielzahl von

Blutgefäßen, so dass das Nagelbett durch den durchscheinenden Nagel rosafarben erscheint.

Funktionen der Haut

Die wichtigsten Funktionen der Haut sind Schutz, Ausscheidung, Temperaturregulation und

Sinneswahrnehmung. Diese Funktionen wurden zwar in den vorstehenden Ausführungen

bereits angesprochen; sie verdienen jedoch eine noch eingehendere Diskussion, da sie für das

Überleben des Menschen unerlässlich sind.

Schutz

Die Haut bietet vier „Verteidigungslinien“ gegen äußere Umwelteinflüsse: den Säuremantel, das

Keratin, das Melanin und die Phagozyten.

Säuremantel: der Säuremantel ist ein dünner, komplexer Schutzfilm auf der Hautoberfläche, der

aus den Sekreten der Talg- und Schweißdrüsen sowie aus den Verhornungsprodukten besteht.

Der Säuremantel dient als Antiseptikum – zur Vermeidung des Eindringens von Bakterien und

Pilzen und der Absorption von Giftstoffen – sowie als Schmier- und Befeuchtungsmittel für die

Hornschicht.

Keratin: Die Keratinschicht (bzw. Hornschicht) wirkt als eine fast vollkommene physikalische

Barriere gegen Bakterien, Pilze, Parasiten und viele schädliche Chemikalien. Der Hauptbestandteil

dieser Schicht ist das äußerst säure- und laugenbeständige Keratin.

www.penaten.de

18


Biologie der Haut

Ist die Keratinschicht nicht mehr intakt, können physikalische und chemische Stoffe ungehindert

in den Körper eindringen. Selbst der kleinste Kratzer erhöht die Durchlässigkeit der Haut

für Fremdstoffe.

Melanin: Melanin ist das Pigment, das die Farbe von Haut und Haaren bestimmt. Es kann

braun, schwarz, rot oder gelb sein. Die pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) sind in der

Keimschicht (oder Basalschicht) verteilt und versorgen die Epidermiszellen mit Melanin körnchen,

die zur Verhinderung des Eindringens von UV-Strahlen beitragen.

Phagozyten: Die verschiedenen Verteidigungsmittel der Haut, wie der Säuremantel und die

Keratinschicht, stellen eine gewaltige Barriere gegen Millionen von Bakterien dar. Viele Bakterien

sind sogar natürliche Bewohner der Haut und verursachen nie Probleme.

Gelingt es den Bakterien dennoch, die anderen „Verteidigungsringe“ zu durchbrechen, so bietet

die Haut zur Reserve noch eine erstaunliche Verteidigungslinie auf: die Phagozyten oder

Freßzellen. Diese spezialisierten Zellen phagozytieren, d. h. fressen und zerstören Bakterien, um

weiteren Schaden zu verhindern.

Ausscheidung

Die Haut ist ein wichtiges Ausscheidungsorgan. Sie sondert erhebliche Mengen an Wasser und

Salz (Natriumchlorid) sowie kleine Mengen Harnstoff und Laktat ab.

Temperaturregulation

Steigt die Körpertemperatur über einen bestimmten Wert, werden davon viele normale Prozesse

im Körper beeinträchtigt. Daher ist die Vermeidung übermäßig hoher Körpertemperaturen

lebenswichtig. Der Körper reguliert dies durch Schwitzen. Die Verdunstung von Schweiß auf der

Hautoberfläche hat eine kühlende Wirkung für die Haut. Aufgrund ihrer großen Oberfläche ist

die Haut für diese Funktion besonders gut geeignet.

Sinneswahrnehmung

Die Haut ist das größte und vielseitigste Sinnesorgan. Die Sinneswahrnehmungen erlauben es

dem Menschen, die Bedingungen seiner Umgebung zu interpretieren; sie dienen als Schutzbzw.

Warnmechanismen und zur Unterscheidung von Reizen.

www.penaten.de

19


Biologie der Haut

Die Haut kann fünf Sinnesempfindungen wahrnehmen: Hitze, Kälte, Druck (einschließlich

Vibration), Berührung und Schmerz. Die meisten Nervenendigungen oder Rezeptoren, die diese

Informationen weiterleiten, befinden sich in dem Korium und sind bereits kurz erwähnt worden.

Nachstehend werden noch einmal einige wichtige Rezeptoren der Haut genannt:

Meißner-Tastkörperchen kommen in dem Korium der unbehaarten Körperstellen, insbesondere

an den Fingerspitzen und Lippen, vor. Sie übertragen feine Berührungen und Vibrationen.

Ruffini-Tastkörperchen befinden sich in dem Korium und Subkutis der Finger. Früher dachte

man, sie würden Hitzeempfindungen übertragen, heute wird jedoch angenommen, dass sie

Berührungs- und Druckreize registrieren.

Pacini-Tastkörperchen sind in der Subkutis weitverbreitet und kommen in submukösem und

subserösem Gewebe, an Gelenken, in den Brustdrüsen und in den äußeren Genitalien bei Mann

und Frau vor. Sie registrieren Druck- und Vibrationsreize.

Krause-Endkolben befinden sich in dem Korium, Subkutis, der Schleimhaut der Lippen und

Augenlider und den äußeren Genitalien. Sie registrieren Berührungen und dürften

Kälteempfindungen übertragen, scheinen jedoch nicht die einzigen Kälterezeptoren zu sein.

Die Sinneswahrnehmungen sind für den Menschen wesentlich, damit er sich seiner Umgebung

anpassen kann. Wenn sich beispielsweise eine Person mit uneingeschränkten Sinnesfunktionen

einer extremen Hitzequelle nähert, empfindet sie Schmerz und Hitze und wird sich außer

Gefahr begeben.

Hiermit ist die Diskussion der Biologie der Haut beendet. Wie wir erfahren haben, ist die Haut

ein Organ von erstaunlicher Komplexität, und ihre Funktionen sind lebensnotwendig. Zwar sind

diese Funktionen bei allen Menschen gleich, doch hängt die Funktionsfähigkeit der Haut von

der Reife der verschiedenen Hautstrukturen ab. Daher werden im Kapitel „Besondere

Eigenschaften der Babyhaut“ die speziellen anatomischen und physiologischen Unterschiede

zwischen Babyhaut und Erwachsenenhaut dargelegt.

www.penaten.de

20

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine