derinews 06 / 2013 - Raiffeisen

derinet.ch

derinews 06 / 2013 - Raiffeisen

Das Monatsmagazin für strukturierte Produkte der Bank Vontobel

Juni 2013 – Ausgabe Schweiz

Mit Defender

VONTIs zielsicher

investieren

Marktfokus, Seite 6

Defender VONTIs –

worauf ist zu achten?

Know-how, Seite 12

Luxusgüter – «Lifestyle of

the rich and famous»

Investmentidee, Seite 14


2

derinews Juni 2013

Inhaltsverzeichnis

3 Editorial

4 Marktbericht

Aktuelle Entwicklungen auf

dem Weltmarkt

6 Marktfokus

Mit Defender VONTIs zielsicher

investieren

9 Interview

Mit Eric Blattmann, Head of Public

Distribution Financial Products

Bank Vontobel AG

10 Themenrückblick

3-D-Printing zeigt sich vielversprechend

11 Schweizer Aktienmarkt

UBS-Aktie bleibt eine Kernanlage

im Bankensektor

12 Know-how

Defender VONTIs – worauf ist zu achten?

14 Investmentidee

Luxusgüter – «Lifestyle of the rich

and famous»

16 Rohstoff-Kolumne

Rohstoffe: Fundamentaldaten sind

wieder Trumpf

17 Antworten auf Ihre Fragen

Was ist eine sogenannte Volatilitätsoberfläche?

18 Wussten Sie, dass …

19 News und Tipps

«Behauptungen, Barrier Reverse

Convertibles seien zu teuer und würden

sich deswegen für Anleger nicht lohnen,

können mit unserer BRC-Studie klar

widerlegt werden.»

Eric Blattmann, Head of Public Distribution Financial Products

Bank Vontobel AG


3

derinews Juni 2013

Editorial

Liebe derinews-Leserinnen und -Leser

Renditeoptimierungsprodukte sind eine wichtige Komponente des Schweizer Marktes

für strukturierte Anlagelösungen. Defender VONTIs, auch bekannt als Barrier

Reverse Convertibles (BRC), erfreuen sich dabei anhaltender Beliebtheit. Bei 80 %

aller Produkte des Typs Renditeoptimierung handelt es sich mittlerweile um Defender

VONTIs. Sie bieten attraktive Renditen in Seitwärtsmärkten – wenn konventionelle

Direkt anlagen oft chancenlos bleiben. Dank ihrer einfachen Struktur eignen sie sich

zudem als Einstieg in die Welt der strukturierten Produkte. Auch lassen sich mit BRC

interessante Anlagestrategien umsetzen. Mehr dazu erfahren Sie in den Rubriken

«Marktfokus» auf Seite 6 und «Know-how» auf Seite 12.

Eine von Vontobel erhobene Studie hat die Wertentwicklung aller Defender VONTIs

des Schweizer Marktes im Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2012

analysiert. Die Ergebnisse überzeugen. Gesamthaft betrachtet, lieferten 61 % der

untersuchten Produkte bessere Ergebnisse als ihr Basiswert – unabhängig von der

Kursrichtung. Die Resultate ergeben sich nach Einrechnung erfolgter Dividendenzahlungen

in die Aktienkursentwicklungen. Mehr zu den Ergebnissen der Studie

lesen Sie im Interview mit Eric Blattmann auf Seite 9.

Die Luxusgüterindustrie wird voraussichtlich weiterhin wachsen. Insbesondere die

Kauflaune der asiatischen Kundschaft scheint ungebrochen. So dürfte auch der

europäische Umsatz bei Luxusgütern weiterhin vom Einkaufstourismus getrieben

werden. Vontobel hat am 1. März 2013 ein VONCERT Open End auf den

«Vontobel Luxury Performance-Index» aufgelegt. Das Tracker-Zertifikat kann bereits

eine erfreuliche Performance vorweisen. Lesen Sie mehr dazu auf Seite 14.

Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und erfolgreiche Anlageideen.

Freundliche Grüsse

Sandra Chattopadhyay

Redaktionsleiterin «derinews»

Wir freuen uns auf Ihre

Kommentare und Ihr Feedback zu

«derinews». Senden Sie uns eine

E-Mail an derinews@vontobel.ch.

In der Rubrik «Antworten auf Ihre

Fragen» werden unsere Spezialisten

Stellung nehmen.


4

derinews Juni 2013

Marktbericht

Aktuelle Entwicklungen auf dem Weltmarkt

Aktienmärkte

Swiss Market Index (SMI ® )

EURO STOXX 50 ®

MSCI Emerging Markets Index

Indexpunkte

8500

8000

7500

7000

6500

6000

5500

Mai 12

Mai 13

Indexpunkte

2800

2700

2600

2500

2400

2300

2200

2100

2000

Mai 12

Mai 13

Indexpunkte

1100

1050

1000

950

900

850

Mai 12

Mai 13

Swiss Market Index (SMI ® )

EURO STOXX 50 ®

MSCI Emerging Markets Index

USA 2

Kontinuierlich und geradezu monoton aufwärts ging es im Verlauf des

Monats Mai für die US-Aktienmärkte. So legte etwa der Dow Jones

von mehr als 14’700 Punkten am 1. Mai auf 15’270 Punkte am

16. Mai zu – ein Zuwachs von beinahe 600 Punkten. Ähnliches ergab

sich im S&P 500: Von 1582 Zählern ging es im Verlauf von zwei

Wochen auf 1658 Zähler. Auch der Nasdaq 100 verbuchte kräftige

Zugewinne: Mitte Mai (2873 Punkte) übersprang der Index die

3000-Punkte-Marke. Befeuert wurden die Kursgewinne der US-Börsen

durch das in der Tendenz weitere Erstarken der US-Konjunktur. Im

Verlauf des Monats wurden allerdings mahnende Stimmen laut, dass

der seit vier Jahren in den USA laufende Bullenmarkt mittlerweile

ähnliche Kursgewinne mit sich bringt, die dem Platzen der Technologieblase

Ende der 1990er-Jahre vorausgingen. Andere Stimmen hielten

dagegen: Das heutige Bewertungsniveau unterscheide sich deutlich

von demjenigen vor dem Ende der Dotcom-Blase. Nachdem am

22. Mai US-Notenbankchef Ben Bernanke eine Weiterführung der

Geldschwemme der US-Notenbank in Aussicht gestellt hatte, kletterten

die US-Aktienmärkte dann auf neue Rekordstände. Doch im späten

Geschäft setzten Verkäufe ein; nach dem fulminanten Kursrutsch des

Nikkei am 23. Mai kam neuer Abgabedruck auf.

Schweiz 2

Der Aktienmarkt erreichte im Mai neue mehrjährige Hochs, bevor massive Gewinnmitnahmen

in Japan auch in der Schweiz zu erhöhter Volatilität und Kursverlusten

führten. Die Experten von Vontobel Research Investment Banking können dem Motto

«Sell in May and go away» auch weiterhin nichts abgewinnen. Der leicht schwächere CHF

dürfte die Situation für Schweizer Exportwerte positiv beeinflussen. Nach Abschluss der

1Q13-Berichtssaison dürften bis Mitte Juli wieder die Makrokennzahlen im Vordergrund

stehen. Die Konjunkturdaten aus der Eurozone konnten die erhoffte Stabilisierung im

Mai bestätigen, ebenso diejenigen für die USA. Sollte sich die Erholung der wirtschaftlichen

Kennzahlen in Europa und der Schweiz fortsetzen, könnte sich in den nächsten

Monaten das Interesse der Investoren von den grosskapitalisierten globalen Dividendenwerten

vermehrt zu den auf die heimische Wirtschaft orientierten Small- und

Midcaps aus den zyklischen Sektoren (Industrie, Konsum usw.) verschieben. Dies

könnte die seit fast zwei Jahren andauernde Underperformance solcher Werte beenden.

Der Bewertungsspielraum für den Gesamtmarkt bleibt aufgrund der ausbleibenden

positiven Revisionen der Gewinnschätzungen jedoch weiterhin limitiert.

1

Beitrag von GodmodeTrader

(www.godmode-trader.de)

2

Beitrag von Vontobel Research

Investment Banking

3

Beitrag Vontobel Research

Asset Management


5

derinews Juni 2013

Marktbericht

Rohstoffmärkte Zinsen Währungen

JPMCCI Aggregate

3-Monats-LIBOR CHF – 5 y CHF Swap

EUR/CHF – USD/CHF

Indexpunkte

Mai 13

Absoluter Wert (in CHF)

Absoluter Wert (in CHF)

Absoluter Wert (in CHF)

1.25

1.04

1.24

1.02

1.23

1.00

1.22

0.98

1.21

0.96

1.20

0.94

1.19

0.92

Mai 12 Mai 13

Absoluter Wert (in CHF)

540

520

500

480

460

440

420

Mai 12

JPMCCI Aggregate

0.12

0.10

0.08

0.6

0.5

0.4

0.06

0.04

0.3

0.2

0.02

0.1

0.00

0.0

Mai 12 Mai 13

3-Monats-LIBOR CHF 5 y CHF Swap

EUR/CHF USD/CHF

Europa 1

Drückten bis Mitte April noch die vielen schwierigen, ungelösten Wirtschaftsfragen in Europa auf europäische Aktien, zogen deren Kurse seither

wieder kräftig an. Dabei waren die Kursgewinne, die europäische Aktien im Mai auf Mehrjahreshochs oder auf neue Rekordmarken trieben, nicht

von der Gewinnentwicklung der Unternehmen flankiert – deren Ergebnisdynamik hatte im Mai bereits im zweiten Monat in Folge nachgelassen.

Stattdessen hatten sich die Anleger von der Rally an den US-Börsen anstecken lassen; immer neue Rekorde in Übersee zogen die europäischen

Werte mit. Zugleich beschwichtigte eine Untersuchung der Deutschen Bundesbank aufkommende Sorgen, dass europäische Aktienwerte infolge

der Kursrally in den vergangenen Monaten zu hoch bewertet sein könnten. Die Autoren fanden keine Hinweise darauf, dass die Entwicklung

europäischer Aktienwerte fundamental auf unsicherer Basis stehe. Dieser Befund treffe auch auf deutsche Aktien zu. Und gerade weil europäische

Titel im Vergleich zu US-Aktien weiterhin als günstig bewertet gelten, rieten viele Analysten im Mai zu Einstieg und Nachkauf. Anleger würden

auf längere Sicht von diesem Discount profitieren, hiess es, sie müssten im Gegenzug jedoch ein gewisses Risiko eingehen.

Emerging Markets 3

Auch wenn die jüngsten Wirtschaftsdaten aus

Schwellenländern enttäuschend waren, gehen die

Analysten von Vontobel Research Asset Management

weiterhin von einer graduellen globalen Wirtschaftserholung

in 2013 aus. Die erste Jahreshälfte dürfte

jedoch noch die eine oder andere Enttäuschung

bringen (bspw. Russland oder Mexiko). Für 2013

erwarten die Vontobel-Experten 5.1 % und für 2014

5.6 %. Das langsam näherrückende Ende der quantitativen

Lockerungsmassnahmen in den USA dürfte

es den Schwellenländerwährungen jedoch schwer

machen, mit dem USD mitzuhalten, weshalb die

Vontobel Ökonomen das Aufwertungspotenzial eher

gegenüber EUR und CHF sehen als gegenüber USD.

Der Vontobel Ausblick für weiterhin lediglich moderaten

Inflationsdruck in Schwellenländern dürfte die

Tür für weitere Zinssenkungen in Ländern wie Polen,

Ungarn oder auch Indien offen halten. Somit werden

Schwellenländeranleihen als weiterhin attraktiv

erachtet, jedoch mehr gegenüber EUR und CHF.

Währungsentwicklung CHF/EUR/USD 1

EUR/CHF ist am 22. Mai über die Marke von CHF 1.2500 gestiegen

und hat bei CHF 1.2614 ein frisches Viermonatshoch erreicht: Für

den Kurssprung hatte eine Rede des SNB-Präsidenten Thomas Jordan

gesorgt. Jordan signalisierte, dass die SNB eine Änderung ihres seit 2011

geltenden Mindestkursziels für den Euro-Wechselkurs zum Franken

nicht ausschliesse, obwohl eine Lockerung derzeit keine Option sei. Im

Vorfeld hatte eine Studie des IWF die Schweiz ermuntert, negative

Zinsen auf überschüssige Bankeinlagen einzuführen, falls der Franken

wieder unter Aufwertungsdruck geraten sollte. «Negative Zinsen

könnten bei der Adressierung des Dilemmas helfen, dem sich die SNB

gerade ausgesetzt sieht: Niedrige Zinsen sind zwar notwendig, um den

Franken-Mindestkurs zu verteidigen, doch sie befeuern die Wohnund

Hypothekenmärkte», argumentierte der IWF. Das Währungs paar

EUR/USD war im Verlauf des Mai von einer leichten Abwärtstendenz

gekennzeichnet. Am 10.5. fiel der Kurs unter die Marke von USD 1.30:

Besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten belasteten den

Euro. Erst gegen Ende des Monats näherte sich der Kurs wieder der

Marke von 1.30 US-Dollar. Unterstützt wurde die Abschwächung des

Dollars von der Aussage des Fed-Chefs Ben Bernanke, die milliardenschweren

Anleihe-Kaufprogramme in absehbarer Zeit nicht zu beenden.

Quelle: Bloomberg, Stand am 31.05.2013

Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher

Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und allfällige

Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus.


6

derinews Juni 2013

Marktfokus

Mit Defender VONTIs zielsicher investieren

Defender VONTIs, auch als Barrier Reverse Convertibles bekannt, spielen ihre Stärken in

Seitwärtsphasen aus. Wegen des garantierten Coupons sowie des Sicherheitspuffers erfreuen sie

sich bei Anlegern anhaltender Beliebtheit. Dank Defender VONTIs lassen sich unterschiedliche

Anlagestrategien leicht realisieren.

Für Seitwärtsmärkte geschaffen

Anleger profitieren mit einem Defender

VONTI, auch bekannt als Barrier Reverse

Convertible, von einem garantierten Coupon,

der in der Regel deutlich über dem aktuellen

Marktzins liegt. Im Gegenzug tragen Investoren

allerdings das Risiko des zugrunde

liegenden Basiswertes, denn die Rück zahlung

am Laufzeitende ist abhängig von dessen

Kursentwicklung. Der Coupon stellt auch

gleichzeitig die Ertragsbegrenzung des

Defender VONTIs dar. Aus diesem Grund

ist im Falle stark steigender Kurse (über die

Ertragsbegrenzung hinaus) eine Direktanlage

in den Basiswert besser. Defender VONTIs

sind zusätzlich mit einem Sicherheitspuffer

(Barriere) ausgestattet. Dieser schützt vor

moderat fallenden Kursen des Basiswertes

(vgl. S. 12 Rubrik Know-how).

Einfach und transparent

Defender VONTIs eignen sich für Privatanleger,

die bereits Erfahrungen mit Aktieninvestments

gemacht haben. Aufgrund ihres

relativ einfachen und transparenten Auszahlungsprofils

sind sie auch ein idealer Einstieg

in die Welt der strukturierten Produkte.

Risiko scheue Anleger, die keine Verluste im

Basiswert riskieren und die Rückzahlung in

Höhe des Nennwertes schützen möchten,

sollten hingegen nicht in diesen Produkttyp

investieren. Im Falle des Barrierenereignisses

und der damit verbundenen Aktienlieferung

können beträchtliche Verluste entstehen. Vor

der Investition empfiehlt es sich, das eigene

Risikoprofil mit dem des gewählten Defender

VONTIs stets zu vergleichen. Die Ausgestaltung

des Produktes kann im Hinblick auf den

Basiswert und das Renditeziel unterschiedlich

ausfallen. Grundsätzlich gilt: Höhere Gewinnchancen

werden wie bei allen Geldanlagen

mit tendenziell grösseren Risiken erkauft.

Die Alternative zum Direktinvestment

Wenn man von Dividendenausschüttungen

einmal absieht, lassen sich mit klassischen

Aktieninvestments nur Gewinne erzielen,

wenn die Kurse steigen. Demgegenüber

er wirt schaften Defender VONTIs attraktive

Erträge, wenn die Kurse seitwärts tendieren

oder leicht schwanken – und konventionelle

Direktanlagen oft chancenlos bleiben. Bei

Defender VONTIs handelt es sich deshalb

auch um Produkte der entsprechend dem

Schweizerischen Verband für Strukturierte

Produkte (SVSP) benannten Kategorie Renditeoptimierung,

mit denen man in erster

Linie profitiert, wenn sich die Kurse nicht oder

nur sehr wenig bewegen (vgl. auch Kategorisierungsmodell

des SVSP, Produkttyp 1230,

unter www.svsp-verband.ch). Sie können

eine interessante Alternative zur Direktanlage

in Aktien darstellen. So lässt sich das Risiko

der Anlage über die Definition der Barriere

steuern und die Laufzeit an den gewählten

Zeithorizont flexibel anpassen.

Risikomanagement

Bei einer Direktanlage in Aktien kann ein

Anleger nur von einer einzigen Kursrichtung

profitieren. Defender VONTIs werfen

demgegenüber selbst dann einen positiven

Ertrag ab, wenn sich der Kurs des zugrunde

liegenden Titels nicht bewegt oder sogar

leicht fällt. Auch bei deutlich tieferer Notierung

der zugrunde liegenden Aktie schneiden

Defender VONTIs im Regelfall besser ab als

die Direktanlage. Ähnlich den potenziellen

Dividendenzahlungen bei Aktieninvestments

wird dank der garantierten Couponzahlung

ein möglicher Kursverlust nämlich ganz oder

zumindest teilweise ausgeglichen. Kommt es

zu einem Barrierenereignis, erfolgt je nach

Produktausgestaltung eine Barabgeltung oder

die Lieferung der zugrunde liegenden Aktie

(vgl. S. 12, Know-how). Über die Veränderung

der Produktmerkmale – Laufzeit oder

Sicherheitspuffer – kann das Risiko der Anlage

bewusst gesteuert werden.

Rückzahlungsprofil des klassischen BRC

im Beispiel

• Wenn der Basiswert während der vorab

definierten Barrierenbeobachtung niemals die

Barriere berührt oder unterschreitet, wird mit dem

Coupon auch der Nennwert zurückgezahlt.

• Berührt oder unterschreitet der Basiswert jedoch

während der Barrierenbeobachtung die Barriere,

erfolgt die Auszahlung wie folgt:

1. Es wird der garantierte Coupon ausgezahlt.

2. Rückzahlung:

a) Wenn die Schlussfixierung des Basiswertes

mindestens auf dem Ausübungspreis liegt,

wird der Nennwert zurückgezahlt.

b) Wenn die Schlussfixierung des Basiswertes

unter dem Ausübungspreis liegt, erfolgt die

physische Lieferung der festgelegten Anzahl

an Basis werten oder eine Barabgeltung, die

dem Schlussfixierungskurs, multipliziert mit der

festgelegten Anzahl an Basiswerten, entspricht.

Markterwartung und Risikoprofil

im Einklang

Der Coupon sollte nicht die alleinige Entscheidungskomponente

bei der Investition in einen

Defender VONTI darstellen. Wichtig ist auch,

dass das Auszahlungsprofil zur Markterwartung

passt und Investoren sich über die verschiedenen

Rückzahlungsszenarien im Klaren

sind. Die Dauer einer Seitwärtsbewegung

lässt sich in der Praxis nur schwer abschätzen.

Anleger sollten bei der Produktauswahl

daher auf den gewählten Zeithorizont achten.

Das Rückzahlungsprofil greift erst zum Laufzeitende.

Der Basiswert sollte zudem in den

Gesamtkontext des Portfolios passen. Eine

mögliche Aktienlieferung am Laufzeitende

muss bei der Anlageentscheidung immer

berücksichtigt werden.

Mögliche Anlagestrategien mit

Defender VONTI

• «Buy & Hold»-Strategie

Der Anleger erwartet einen seitwärts

tendierenden Kurs einer Aktie und kauft

einen Defender VONTI auf den Titel quasi

als «Aktienersatz». Dabei reflektieren

die Parameter des Defender VONTIs das

Chance-/Risikoprofil des Anlegers. Das

Produkt hält er bis zur Fälligkeit. Man

spricht aus diesem Grund auch von einem

statischen Investment. Stellt sich nun


7

derinews Juni 2013

Marktfokus

Defender VONTIs spielen ihre Stärken vor allem in Seitwärtsphasen aus. Sie bieten garantierte Couponzahlungen sowie einen Sicherheitspuffer.

beispielsweise heraus, dass die zu Beginn

gebildete Markterwartung nicht eintritt,

der Kurs also entweder stark steigt oder

stark fällt, so lässt sich die Strategie

auch schnell revidieren und das Produkt

während der Laufzeit verkaufen. Es ist

zu beachten, dass in diesem Fall Verluste

entstehen können.

• Rollstrategie

Anleger orientieren sich bei dieser Strategie

an der Höhe von Zielrenditen oder

Sicherheitspuffern. Mit dem nachfolgend

beschriebenen «Rollen» des Defender

VONTIs lassen sich die Parameter Coupon

und Sicherheitspuffer je nach aktuellem

Marktumfeld und persönlicher Risikobereitschaft

taktisch variieren. Nehmen

wir an, der Abstand des Ausübungspreises

zum aktuellen Aktienkurs beträgt 10 %

und liegt damit im gewünschten Bereich.

Steigt der Kurs im weiteren Verlauf sehr

stark, wird das Produkt mit dem tiefen

Ausübungspreis verkauft und in eines

mit einem höheren Ausübungspreis

«gerollt». Der neue Defender VONTI wird

so gewählt, dass der Abstand zwischen

Ausübungspreis und aktuellem Aktienkurs

nun wieder im gewünschten Bereich liegt.

Das Prinzip ist einfach: Wenn die Aktie

stärker als erwartet steigt oder fällt, wird

das Investment einfach in einen neuen

Defender VONTI «gerollt». Denn im Falle

eines stark steigenden (sinkenden) Aktienkurses

entspricht das Produkt in dieser

neuen Situation möglicherweise nicht mehr

dem Risikoprofil des Investors. Es ist zu

beachten, dass mit jedem «Rollvorgang»

in einen neuen Defender VONTI Transaktionskosten

entstehen.

• Strategie des «fairen Preises»

Diese Strategie eignet sich für Anleger,

die bei einem bereits emittierten Sekundärmarkt

produkt eine technische Boden bildung

des Basiswertes erkennen und davon

auch profitieren möchten. Notiert die

Aktie eines bereits emittierten Defender

VONTIs deutlich unter dem Ausübungspreis,

notiert auch der Defender VONTI

typischerweise unter dem Emissionspreis.

Wird die Barriere während der Barrierenbeobachtung

nicht berührt oder unterschritten,

erhalten Anleger einerseits den

garantierten Coupon und können andererseits

an der potenziellen Kurserholung

teilhaben. Denn am Ende der Laufzeit

wird der Nennwert ausbezahlt. Ausschlaggebend

ist die persönliche Einschätzung

des weiteren Entwicklungspotenzials, also

die Markterwartung im Hinblick auf die

Kursentwicklung der Aktie während der

Restlaufzeit. Manch Anleger nimmt in

diesem Zusammenhang auch ein

drohendes Barrierenereignis und die damit

verbundene Aktienlieferung am Laufzeitende

in Kauf. Denn aus seiner Sicht

könnte die Lieferung der Aktien wiederum

ein gutes Einstiegsniveau bieten.

Defender VONTIs haben gut abgeschnitten

Eine jüngst von Vontobel erhobene Studie hat

die Wertentwicklung aller Defender VONTIs

des Schweizer Marktes im Zeitraum vom

1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2012

analysiert. Gesamthaft lässt sich sagen, dass

61 % der untersuchten Barrier Reverse Convertibles

(BRC) bessere Ergebnisse lieferten

als ihr Basiswert – unabhängig von der Kursrichtung.

In Seitwärtsphasen schnitten die

BRC in den meisten Fällen besser ab als die

Direkt anlagen – innerhalb des Kurskorridors –

10 %/+ 10 % in über 87 % der Fälle. In Phasen

negativer Kursentwicklungen übertrafen

die untersuchten BRC dank der garantierten

Couponzahlungen in über 99 % der Fälle

ihre Basiswerte. Nur im Fall stark steigender

Kursentwicklungen schnitten BRC wegen der

Ertragsbegrenzung weniger gut ab. Die Resultate

ergeben sich nach Einrechnung erfolgter

Dividendenzahlungen in die Aktienkursentwicklungen

(vgl. S. 9, Interview).

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der

Studie. Sie ist elektronisch erhältlich über den Service-

Bereich unserer Webseite www.derinet.ch unter der

Rubrik Publikationen/Flyers. Druckversionen können

unter zertifikate@vontobel.ch bestellt werden.


8

derinews Juni 2013

Marktfokus

Die jüngst von Vontobel erhobene Studie über Barrier Reverse Convertibles kann deren Mehrwert klar belegen.

Von den Vontobel-Services profitieren

Als führender Anbieter im Bereich strukturierter

Produkte bietet Ihnen Vontobel eine

Vielzahl an Defender VONTIs (Barrier Reverse

Convertibles) an – sowohl Neuemissionen, als

auch über tausend Sekundärmarktprodukte.

In Abhängigkeit Ihres Rendite-Risiko-Profils

findet sich eine zu Ihnen passende Variante

mit den entsprechenden Ausstattungsmerkmalen,

die Sie nach Anlageklassen, Ländern

und Anlagestrategien filtern können. Eine

Übersicht über alle Vontobel Defender Vontis

finden Sie auf www.derinet.ch. Damit Sie die

Kurse von Produkten und zugehörigen Basiswerten

während der Laufzeit optimal überwachen

können, stellt Ihnen Vontobel zudem

eine Fülle an laufend aktualisierten Kennzahlen

sowie aktuellen Kursen zur Verfügung.

Mit unseren Newslettern informieren wir Sie

auf wöchentlicher Basis über Neuemissionen.

Sie können kostenlos und auf einfache Weise

über www.derinet.ch/newsletter oder per

Email unter zertifikate@vontobel.ch bestellt

werden.

Hinweis: Defender VONTIs [SVSP-Bezeichnung: Barrier Reverse Convertible (1230)] zeichnen sich durch einen

garantierten Coupon, eine Barriere sowie eine – allerdings nur bedingte – Rückzahlung zum Nennwert aus. Falls

nämlich der Basiswert die Barriere während der Barrierenbeobachtung berührt oder durchbricht, entfällt der Rückzahlungsanspruch

in Höhe des Nennwerts unmittelbar. Demnach sind die Risiken einer Anlage in ein Defender

VONTI erheblich, sie entsprechen – bei nach oben begrenzten Gewinnchancen – weitgehend den Risiken einer

Direktanlage in den Basiswert. Je tiefer der Schlusskurs des Basiswertes bei Verfall unter dem Ausübungspreis ist,

desto grösser ist der erlittene Verlust. Die angegebenen Renditen können durch Transaktionskosten wie Courtagen,

Steuern und Abgaben geschmälert werden.

Kompakt

Dank ihres einfachen Auszahlungsprofils gelten Defender VONTIs als idealer Einstieg in

die Welt der strukturierten Produkte. Sie eignen sich hervorragend für Privat anleger und

institutionelle Investoren. Ihre Rendite manifestiert sich in Form eines Coupons und liegt in

der Regel deutlich über dem allgemeinen Marktzinsniveau respektive der Dividendenrendite.

Anleger können mit Defender VONTIs interessante Anlagestrategien umsetzen. Dazu gehören

die «Buy and Hold»- und Rollstrategie, aber auch der indirekte Kauf von Aktien zum «fairen

Preis». Die mit der Anlage verbundenen Risiken sind zu beachten.

Weitere Informationen zu Defender VONTIs

(Barrier Reverse Convertibles) finden Sie in der

Rubrik Know-how auf Seite 12.


9

derinews Juni 2013

Interview

«61 % der BRC lieferten bessere Ergebnisse als

ihr Basiswert – unabhängig von der Kursrichtung.»

Eric Blattmann

Head of Public Distribution Financial

Products Bank Vontobel AG

Eric Blattmann studierte Wirtschaftswissenschaften

an der Universität

St. Gallen. Während des Studiums

gründete er die Wasescha & Blattmann

Research GmbH, die heute als Derivative

Partners AG in Zürich firmiert und

das führende Schweizer Unternehmen

im Bereich Research, Beratung und

Media bei strukturierten Produkten ist.

Nach einem Weiterbildungsaufenthalt

in New York sowie einer Tätigkeit im

Investmentbanking bei ABN AMRO

Bank und Merrill Lynch Capital Markets

wechselte er 2009 als Leiter Public

Distribution Financial Products

zu Vontobel.

derinews: Sie haben jüngst eine Studie

zu Barrier Reverse Convertibles (BRC) im

Schweizer Markt durchgeführt. Dazu wurde

der Erfolg der Produktgattung mit dem der

Direktanlage in die Basiswerte verglichen.

Was hat Sie zu dieser Studie bewogen?

Strukturierte Produkte sehen sich immer

wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, nicht

ausreichend zu rentieren. Diese Behauptung

wollten wir in Form einer sauber durchgeführten

Analyse untersuchen. Ein häufiger

Kritikpunkt ist, dass BRC zwar gut performen,

im Vergleich zu ihren Basiswerten jedoch

deutlich schlechter abschneiden, wenn man

die Dividende berücksichtigt. Diesen Punkt –

die Berücksichtigung der Dividendenzahlungen

– haben wir selbstverständlich in

der Berechnung der Performance der Basiswerte

berücksichtigt. Die Ergebnisse belegen

den Mehrwert von BRC klar und transparent.

derinews: Was sind die wichtigsten

Ergebnisse der Studie?

Gesamthaft lässt sich sagen, dass 61 % der

untersuchten BRC bessere Ergebnisse lieferten

als ihr Basiswert – unabhängig von der

Kursrichtung. In Seitwärtsphasen schnitten

BRC in den meisten Fällen besser ab als

Direktanlagen in ihre Basiswerte – innerhalb

des Kurskorridors – 10 %/+ 10 % in über

87 % der Fälle. In Phasen negativer Kursentwicklungen

haben BRC in über 99 % der

Fälle ihre Basiswerte übertroffen. Nur im Fall

stark steigender Kursentwicklungen schnitten

die Produkte wegen der Ertragsbegrenzung

weniger gut ab. Behauptungen, dass BRC

zu teuer seien und sich für Anleger deshalb

nicht lohnen, können mit der Studie klar

widerlegt werden.

derinews: Hat Sie das Ergebnis der

Studie überrascht?

Während der Beobachtungsperiode gab

es sehr unterschiedliche Marktphasen. Am

Anfang des Jahres 2011 herrschte ein Seitwärtsmarkt,

im Sommer erfolgte dann eine

starke Korrektur, daraufhin wieder ein starker

Aufwärtstrend. Wie bereits erwähnt, schnitten

über die Hälfte aller BRC (61 %) besser ab

als ihre zugrunde liegenden Titel. Dass die

Produkte in Seitwärtsmärkten attraktive

Renditen abwerfen, liegt auf der Hand.

Dennoch hat es mich positiv überrascht,

dass sie auch in den anderen Marktphasen,

wenn die Kurse stärker schwanken, so gut

performen.

derinews: Warum haben Sie ausschliesslich

«Single BRC» untersucht und dabei die

beliebten und auch sehr verbreiteten

«Multi BRC» ausser Acht gelassen?

Für die Studie haben wir den bei Schweizer

Anlegern beliebtesten Produkttyp gewählt.

Zum einen ist der Analyseaufwand bei

«Multi BRC» um einiges höher als bei

«Single BRC», zum anderen lässt sich die

Performance von «Multi BRC» im Falle der

Lieferung des schwächsten Basiswertes

auf unterschiedliche Weise berechnen. Die

Meinungen gehen hierzu auseinander,

weswegen wir die «Multi BRC» in dieser

ersten Studie bewusst herausgelassen haben.

derinews: Wie hat der Markt auf die

Studie reagiert?

Die Reaktionen waren durchwegs positiv.

Sei es die Art und Weise, wie wir die Studie

durchgeführt haben, oder die erfreulichen

Ergebnisse – die Studie bestätigt, was viele

zuvor vermutet, jedoch nie mit Zahlen belegt

hatten. Nun liegen konkrete Resultate vor.

derinews: Wird es nächstes Jahr wieder eine

Studie geben?

Es liegt in unserem Interesse, dass die Effektivität

und der Nutzen strukturierter Produkte

in der Vermögensverwaltung richtig wahrgenommen

werden. Die Studie hat Neugier

im Markt hervorgerufen. Ich kann mir gut

vorstellen, dass wir diese Publikation institutionalisieren

und künftig auf regel mässiger

Basis veröffentlichen werden.


10

derinews Juni 2013

Themenrückblick

3-D-Printing zeigt sich vielversprechend

Symbol Valor Basiswert Verfall Währung Aktueller Preis* Performance seit

Lancierung*

Performance

1 Monat*

KLIMA 2961 429 Vontobel Klimaschutz Index Open End CHF 31.55 – 68.9 % 16.4 %

VZCAC 1132 8691 Solactive China Automobile Performance-Index Open End CHF 93.65 – 7.7 % 12.5 %

VZPAL 1069 9585 Palladium Spot CHF/ KG 30.10.2014 CHF 227.30 114.6 % 10.7 %

VZCAE 1132 8692 Solactive China Automobile Performance-Index Open End EUR 102.20 0.7 % 10.5 %

VZDDC 1415 0511 3-D-Printing 20.03.2015 CHF 113.00 11.9 % 10.4 %

VZSXB 1963 244 SXI Bio+Medtech Price Index Open End CHF 141.20 20.6 % 9.0 %

VZSGC 1077 8283 Solactive ® Smart Grid Performance-Index Open End CHF 76.25 – 24.9 % 8.9 %


VZMIR 1415 0629 Mining Recovery Basket 17.04.2015 CHF 113.00 14.0 % 2.4 %


VZBRC 1132 8596 Brazilian Growth Basket in CHF 17.09.2014 CHF 61.60 – 37.7 % – 6.1 %

ETCCFU 1208 8060 JPMCCI – Coffee TRI Open End USD 39.90 – 60.4 % – 6.1 %

VREIT 1072 4366 Vontobel REITs Low Volatility Performance-Index Open End EUR 161.10 58.7 % – 8.0 %

ETCSIU 1208 8055 JPMCCI – Silver TRI Open End USD 61.50 – 39.0 % – 8.3 %

VZOSI 3694 272 Silver (Troy Ounce) Open End USD 22.05 33.6 % – 8.5 %

ETCNGE 1257 2091 JPMCCI – Natural Gas TRI Open End q EUR 49.70 – 50.7 % – 9.1 %

VZBIU 1414 9845 Brazil Real Estate 27.01.2015 USD 74.60 – 24.4 % – 11.9 %

*Stand am 31.05.2013. Hinweis: Bei einer Investition in ein VONCERT [SVSP-Produkttyp Tracker-Zertifikat (1300)] sind weitgehend die gleichen Risiken wie bei einer Direktanlage

in den Basiswert zu beachten, insbesondere die entsprechenden Fremdwährungs-, Markt- und Kursrisiken. VONCERTs erbringen keine laufenden Erträge und verfügen

über keinen Kapitalschutz.



Kommentar von unserem Vontobel Research Investment Banking




3-D-Printing

3-D-Printing wird als Wegbegleiter der

nächsten industriellen Revolution angepriesen.

Länger fristig könnte dies zu einer Veränderung

der Wirtschaftskreisläufe führen. Die

Regierungen in Ländern wie China, USA

und nun auch in der EU investieren in die

Forschung und Entwicklung von 3-D-Printing,

um ihre inländische Produktion anzukurbeln.

In der Industriebranche hält 3-D-Printing

bereits Einzug. Die Grundlage für das heimische

Wohnzimmer ist gelegt. Mit einer

Performance von über 11 % seit Lancierung

legte das VONCERT einen soliden Start hin.

Neben «pure plays» sorgen auch bekannte

Namen wie Canon und Xerox für eine

bessere Risiko verteilung. 3-D-Printing ist ein

junges Themen gebiet, welches auf gutem

Weg ist, sich von einem Hype zu einer ernsthaften

Anwendung zu etablieren.

Mining Recovery Basket

Das Timing der Lancierung des Baskets erwies

sich mit einer bisherigen Performance von

über 14 % als überaus gelungen. Mit einer

Auswahl an grosskapitalisierten und liquiden

Werten im Minenbereich – Fokus Gold,

Silber, Kupfer – wurde der massive Einbruch

der Rohstoffe Mitte April zu einem Einstieg

genutzt. Der zur Stärke neigende US-Dollar,

die sehr moderaten Inflationsaussichten, die

begonnene langsame Transformation des

chine sischen Wirtschaftswachstums von Infrastrukturinvestitionen

zu Inlandkonsum und

die relativ offen formulierten Ziele der Zentralbanken

(v. a. USA/FED), eine Wertsteigerung

bei Vermögenswerten herbeizuführen, dürften

jedoch die Attraktivität von Roh stoffen

in Grenzen halten. Die Entwicklung der Rohstoffpreise

bleibt voraussichtlich wie in den

letzten Wochen stark volatil.

Brazilian Growth Basket

Brasilien beeindruckt als grösste Volkswirtschaft

Südamerikas mit starkem Wandel und

stabilem Finanzsystem. Für mehr als 60 %

des Bruttoinlandsprodukts zeichnet sich

der bedeutende Binnenmarkt verantwortlich,

welcher für die weitere wirtschaftliche Entwicklung

des Landes einen grossen Stellenwert

haben dürfte. Mit einer Performance

ytd von – 2.5 % hat der Basket den Bovespa-

Index (– 12 %) dank der Fokus sierung auf

Inlandwerte (Konsum, Detailhandel usw.)

deutlich hinter sich gelassen. Die brasilianische

Wirtschaft und insbesondere die schwergewichtigen

Rohstoffkonzerne leiden an

der kommunistisch-dirigistisch orientierten

Interventionspolitik der aktuellen Regierung,

welche das Land für ausländische Investoren

zunehmend unattraktiv macht. Eine Trendwende

ist leider nicht absehbar.

Panagiotis Spiliopoulos, Leiter Research, Vontobel Investment Banking

Das Vontobel-Aktien-Research betreut weltweit die wichtigsten Investoren und

ist in den entscheidenden Finanzzentren präsent. Rund 150 Schweizer und 20

internationale Unternehmen deckt das Research ab. Mit einem sehr breiten

Know-how im Bereich der kleinen und mittelgrossen Unternehmen können

Kundenwünsche rasch und kompetent umgesetzt werden.


11

derinews Juni 2013

Schweizer Aktienmarkt

UBS-Aktie bleibt eine Kernanlage im Bankensektor

Roche Holding AG UBS AG Swatch Group AG

Performance-Entwicklung Roche Holding AG

Performance-Entwicklung UBS AG

Performance-Entwicklung Swatch Group AG

Absoluter Wert in CHF

260

240

220

200

180

160

140

Mai 12 Mai 13

Roche Holding AG Barriere bei CHF 182.00

Absoluter Wert in CHF

18.00

16.00

14.00

12.00

10.00

Mai 12 Mai 13

UBS AG

Barriere bei CHF 11.58

Absoluter Wert in CHF

600

550

500

450

400

350

Mai 12 Mai 13

Swatch Group AG Barriere bei CHF 446.00

Quelle: Bloomberg, Stand am 31.05.2013. Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und allfällige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus.

Roche überzeugt. Die Pipeline ist stark, die

Konkurrenz beisst sich die Zähne aus und

der politische Druck, die Preise von pharmazeutischen

Produkten zu senken, ist derzeit

nicht zu spüren. Das Familienunternehmen

schüttet über 50 % des Reingewinns als Dividende

aus. Das Jahr 2013 schliesst an 2012

an und belohnt Investoren mit einer Kurs-

Performance von 36 %. Dabei sind weitere

Avancen möglich. Anfang Juni werden an der

jährlichen Versammlung der Krebsspezialisten

neue klinische Daten zu GA101, dem Nachfolgeprodukt

zum Kassenschlager Rituxan,

präsentiert. Die Halbjahreszahlen Ende Juli

sollten auch Kursunterstützung bieten. In

2014 werden dann weitere klinische Daten

in den Bereichen Krebs, Schizophrenie und

möglicherweise Diabetes Typ 2 folgen. Somit

gibt es gewiss reichlich Kurskatalysten, die

Bewertung von Roche ist aber schon über

die letzten 12 Monate deutlich angestiegen.

Kursavancen sind zwar noch möglich, kaum

aber der Sprung der letzten 12 Monate. Derzeit

empfiehlt Vontobel Research Investment

Banking Roche zum Kauf.

Die UBS-Aktie hat nach einem überzeugenden

1Q13-Resultat die Underperformance

gegenüber dem SMI mehr als wettgemacht.

Nach der Ankündigung im letzten Herbst sich

auf die Vermögensverwaltung zu fokussieren

und einen substanziellen Anteil der kapitalintensiven

Investment Banking-Aktivitäten

abzubauen, zeigte bereits das 1Q13 die ersten

Früchte dieser mehrjährigen Transformationsphase.

So vermochte UBS in den wesentlichen

Kennzahlen zu überzeugen: Die Vermögensverwaltung

für Private erreichte einen Neugeldzufluss

von CHF 15 Mrd., was einer

annualisierten Wachstumsrate von 7.3 % entspricht.

Mit einem Anstieg der Bruttomarge

um 6bp auf 91bp zeigte auch die Profitabilität

den erhofften Aufwärtstrend. Mit einer

Kapitalisierung von 10.1 % (nach der strengen

CET1-Berechnung) hat UBS bereits die Anforderungen

der FINMA für 2019 (!) erreicht. Bis

Mitte 2014 möchte UBS diese Kennzahl auf

13 % anheben; danach soll das überschüssige

Kapital an die Aktionäre zurückgeführt werden,

was für die Zukunft grosszügige Dividenden

verspricht.

Die Uhrenexportzahlen im 1. Quartal 2013

zeigten mit + 2 % die erwartete Verlang samung,

wobei Europa weiterhin ein zweistelliges

Wachstum aufweist. Ein deutlicher

Rückgang ist im wichtigsten Markt Hongkong

(– 9 %) und vor allem in China (– 25 %) festzustellen.

Swatch Group ist davon weniger

stark betroffen, da der Negativtrend vor allem

im High-end-Segment stattfindet, während

Marken wie Tissot und Longines weiterhin ein

solides Wachstum aufweisen. Die Akquisition

von Harry Winston wird sich zwar kurzfristig

negativ auf die Marge auswirken, aber die

Marke hat das Potenzial für eine Umsatzverdoppelung

in den kommenden Jahren. Zum

ersten Mal seit längerer Zeit könnte sich der

schwache Schweizer Franken für Swatch

Group positiv auswirken, da der grösste Teil

der Kosten in der Landeswährung anfällt, die

Umsätze aber in US-Dollar und Euro notieren.

Dies wird die Einschätzungen nach oben führen,

weshalb die Experten von Vontobel Research

Investment Banking die Aktie trotz der starken

Performance seit Jahresanfang (+ 30 %) weiterhin

zum Kauf empfehlen.

Produkteckdaten

Produktname Defender VONTI auf

Roche Holding AG

Valor 2061 7612

Ausübungspreis CHF 227.50

Barriere CHF 182.00

Anfangs- /

Schlussfixierung

19.04.2013 /

16.05.2014

Max. Rendite* 5.44 %

Aktueller Briefkurs* 98.00 %

Produkteckdaten

Produktname Defender VONTI

auf UBS AG

Valor 2061 8311

Ausübungspreis CHF 17.82

Barriere CHF 11.58

Anfangs- /

Schlussfixierung

17.05.2013 /

17.11.2014

Max. Rendite* 10.93 %

Aktueller Briefkurs* 96.50 %

Produkteckdaten

Produktname Defender VONTI auf

Swatch Group AG

Valor 2061 7126

Ausübungspreis CHF 557.50

Barriere CHF 446.00

Anfangs- /

Schlussfixierung

15.03.2013 /

17.04.2014

Max. Rendite* 9.55 %

Aktueller Briefkurs* 96.40 %

Alle Beiträge von Vontobel Research Investment Banking. Das Termsheet (Final Terms) mit den rechtlich verbindlichen Konditionen finden Sie unter www.derinet.ch.

Hinweis: Defender VONTIs [SVSP-Bezeichnung: Barrier Reverse Convertible (1230)] zeichnen sich durch einen garantierten Coupon, eine Barriere sowie eine – allerdings nur

bedingte – Rückzahlung zum Nennwert aus. Falls nämlich der Basiswert die Barriere während der Barrierenbeobachtung berührt oder durchbricht, entfällt der Rückzahlungsanspruch

in Höhe des Nennwerts unmittelbar. Demnach sind die Risiken einer Anlage in ein Defender VONTI erheblich, sie entsprechen – bei nach oben begrenzten

Gewinnchancen – weitgehend den Risiken einer Direktanlage in den Basiswert. Je tiefer der Schlusskurs des Basiswertes bei Verfall unter dem Ausübungspreis ist, desto grösser

ist der erlittene Verlust. Die angegebenen Renditen können durch Transaktionskosten wie Courtagen, Steuern und Abgaben geschmälert werden. *Stand am 05.06.2013..


12

derinews Juni 2013

Know-how

Defender VONTIs – worauf ist zu achten?

Mit ihrem einfachen Auszahlungsprofil eignen sich Defender VONTIs bzw. Barrier Reverse Convertibles

sowohl für Privatanleger als auch institutionelle Investoren und können mit vielen Vorteilen

punkten. Ungeachtet dessen gilt es beim Kauf eines solchen Produktes bestimmte Risiken und

Besonderheiten zu beachten.

Defender VONTIs (SVSP-Bezeichnung Barrier

Reverse Convertibles) haben sich schon längst

als eine der populärsten Anlageformen unter

den strukturierten Produkten etabliert. Sie

eignen sich am besten für seitwärts tendierende

oder leicht steigende Märkte, in denen

sich der Basiswert innerhalb einer relativ

geringen Bandbreite bewegt, Kursrückschläge

aber nicht auszuschliessen sind. Dabei gibt es

eine Reihe von Faktoren, die beim Kauf eines

solchen Zertifikates zu berücksichtigen sind.

Das Auszahlungsprofil gestaltet sich

folgendermassen:

1. Wenn der Basiswert während der

Barrierenbeobachtung niemals die Barriere

berührt oder unterschreitet, wird –

zuzüglich zum Coupon – der Nennwert

zurück bezahlt.

2. Berührt oder unterschreitet der Basiswert

jedoch während der Barrierenbeobachtung

die Barriere, wird – zuzüglich zum

Coupon – wie folgt zurückbezahlt:

a) Wenn die Schlussfixierung des Basiswertes

auf oder über dem Ausübungspreis liegt,

wird der Nennwert zurückbezahlt.

b) Wenn die Schlussfixierung des Basiswertes

unter dem Ausübungspreis liegt, erfolgt

die physische Lieferung der festgelegten

Anzahl Basiswerte oder einer Barabgeltung,

die dem Schlussfixierungskurs dieses

Basiswertes, multipliziert mit der Anzahl

Basiswerte, entspricht.

Anhand der folgenden drei Beispiele werden

die einzelnen Auszahlungsprofile aufgezeigt.

Dabei wird angenommen, dass alle drei Produkte

bei Emission zu 100 % gekauft wurden.

Szenario 1

Der Defender VONTI auf ABB, Schlussfixierung

am 19.04.2013, wurde zum Nennwert

von CHF 1000 und einem Coupon von

9.40 % zurückbezahlt. Während derselben

Laufzeit erzielt die Aktie eine Gesamtperformance

von 8.45 % (4.35 % Kursperformance

und 4.1 % Dividendenrendite).

Beispiel ohne Barrierenberührung*

Absoluter Wert in CHF

22

22

20

19

18

17

16

15

14

ABB

Apr 12 Apr 13

Ausübungspreis

Barriere

Quelle: Vontobel

*Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind

kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Steuern und allfällige Gebühren wirken

sich negativ auf die Rendite aus.

Szenario 2a

Beim Defender VONTI auf Galenica kam es

am 16.11.2012 zur Barrierenberührung. Am

Schlussfixierungstag am 18.01.2013 schloss

der Basiswert über dem Ausübungspreis. Somit

wurde das Produkt zum Nennwert plus Coupon

in Höhe von 5.10 % zurückbezahlt. Im

selben Zeitraum erzielte der Basiswert eine

Gesamtrendite von nur 2.56 % (1.06 % Kursperformance

und 1.5 % Dividendenrendite).

Beispiel mit Barrierenberührung und Recovery*

Absoluter Wert in CHF

640

620

600

580

560

540

520

500

480

Galenica

Quelle: Vontobel

Jan 12 Jan 13

Ausübungspreis

Barriere

Szenario 2b

Beim Defender VONTI auf Credit Suisse

(Anfangsfixierung am 16.03.2012) mit Verfall

am 19.04.2013 wurde ein Coupon in Höhe

10.15 % ausbezahlt. Da am 14.06.2012 eine

Barrierenberührung stattgefunden und am

Tag der Schlussfixierung der Basiswert nicht

über dem Ausübungspreis geschlossen hat,

kam es zu einer Lieferung von 37 CS-Aktien

und einer Barabgeltung von 0.0346 Aktien

pro CHF 1000 Nennwert. Während die Aktie


13

derinews Juni 2013

Know-how

im selben Zeitraum eine negative Gesamtrendite

von – 2.5 % (– 6.14 % Kursperformance

und 3.64 % Dividendenrendite) erzielte, lag

die Gesamtrendite des Defender VONTIs

bei 4.01 %.

Beispiel mit Barrierenberührung*

Absoluter Wert in CHF

28

26

24

22

20

18

16

14

Apr 12 Apr 13

Credit Suisse Ausübungspreis Barriere

Quelle: Vontobel

Steuerliche Aspekte

Bei einer Investition in einen Barrier Reverse

Convertible gilt es, steuerliche Aspekte zu

beachten, die im Vergleich zu einem direkten

Aktieninvestment unterschiedlich sind. Diese

Unterschiede werden anhand der ABB-Aktie

bzw. des vorangegangen Beispiels des Defender

VONTIs auf ABB (Szenario 1) aufgezeigt.

Bei einem Kauf der ABB-Aktie wird auf die

Dividendenzahlungen für den Privatanleger

eine Abgabe in Höhe seiner Einkommenssteuer

fällig. Angenommen wird ein Einkommenssteuersatz

von 25 %.

Aktie

Defender VONTI

Dividende 4.10 % Zinsanteil 0.41 %

Steuer (25 %) 1.03 % Steuer (25 %) 0.10 %

Kursperformance

4.35 % Prämienanteil 8.99 %

Netto- 3.08 % Nettozins 0.31 %

dividende

Nettorendite 7.43 % Nettorendite 9.30 %

Die Berechnung zeigt, dass der Mehrertrag

aus der Anlage in den Defender VONTI bei

1.87 % nach Steuern gegenüber 0.95 % vor

Steuern liegt.

Corporate Actions

Kapitalmassnahmen (im Englischen als «corporate

actions» bezeichnet), wie Kapitalerhöhungen

oder Aktiensplits benötigen eine

Anpassung der Ausstattungsmerkmale eines

Defender VONTIs. Wichtig zu erwähnen ist,

dass sich dabei die generellen Produktkonditionen

für den Anleger nicht verändern. Für die

Anpassungen der Ausstattungsmerkmale des

strukturierten Produktes wird das Vor gehen der

Terminbörse EUREX als Referenz verwendet.

Dividenden

Wie bei anderen strukturierten Anlageprodukten

verzichten Anleger bei der Investition

in einen Barriere Reverse Convertible

auf Aktien auf die Dividendenzahlung, was

sich jedoch positiv auf die Produktkonditionen,

wie einen höheren Coupon oder tiefere

Barrieren, auswirkt. Hierfür wird der

geschätzte Dividendenwert des Underlyings

bei Emission eingerechnet. Kommt es jedoch

zu Änderungen dieser erwarteten und eingepreisten

Dividende, beeinflusst dies den Kurs

des Produktes. Steigen die Dividendenerwartungen

gegenüber der bereits eingepreisten

Dividendenerwartung, sinkt der Kurs. Fällt

hingegen die erwartete Dividende, so steigt

der Kurs des Produktes. Dividendenausschüttungen

erfolgen bei Schweizer Aktiengesellschaften

in der Regel zwei bis drei Tage nach

der Generalversammlung. Zeitgleich mit

der Ausschüttung der Dividende erfolgt ein

Abschlag der Bruttodividende vom Börsenkurs

der entsprechenden Aktie. Normalerweise

ist dadurch der Aktienkurs unmittelbar

nach der Dividendenzahlung geringer als

unmittelbar davor. Dieser Abschlag kann dazu

führen, dass der Aktienkurs unter die Barriere

fällt und der Barrier Reverse Convertible, falls

der Kurs dann nicht wieder auf oder über dem

Ausübungspreis liegt, am Fälligkeitstag durch

eine Lieferung von Aktien (oder je nach Ausgestaltung

eine Barauszahlung) getilgt wird.

Marchzinsen

Werden Barrier Reverse Convertibles im

Sekundärmarkt erworben, muss darauf geachtet

werden, ob der gestellte Preis «clean» oder

«dirty» ist. Die eine Methode gibt den Preis

eines strukturierten Produkts inklusive dem bis

zum Zeitpunkt aufgelaufenen Coupon anteil

wieder, was als «dirty pricing» bezeichnet

wird. Das heisst, der Preis im Sekundärmarkt

umfasst schon den aufgelaufenen Coupon.

Die «clean pricing»-Methode berücksichtigt

dagegen den aufgelaufenen Couponanteil

im gestellten Geld-Brief-Kurs nicht direkt,

sondern er wird beim Kauf oder Verkauf des

Produktes separat ausgewiesen und dazugerechnet.

Diesen aufgelaufenen, aber noch

nicht ausbezahlten Couponanteil nennt man

Marchzins. Wie bei einer Obligation hat der

Käufer beim Kauf eines Barrier Reverse

Convertibles den Marchzins an den Verkäufer

zu bezahlen. In der Schweiz werden Barrier

Reverse Convertibles von den meisten Emittenten

«clean» gehandelt. Daher hat der

Anleger den aufgelaufenen Couponanteil zu

berücksichtigen, der zum Preis des Produktes

zugerechnet werden muss. Dies ist insbesondere

bei der Berechnung des Investitionsbetrags

wichtig.

Auf derinet.ch in der Sektion «Aktuelle

Kennzahlen» werden täglich die angehäuften

Marchzinsen fortlaufend publiziert.

Kompakt

Defender VONTIs zeichnen sich durch ihr einfaches Auszahlungsprofil aus. Ungeachtet

dessen gibt es eine Reihe von Faktoren, die beim Kauf eines solchen Zertifikates zu berücksichtigen

sind.


14

derinews Juni 2013

Investmentidee

Luxusgüter – «Lifestyle of the rich and famous»

Ob Schweizer Uhren, teure Handtaschen oder hochwertiger Schmuck – die Luxusgüterindustrie

erfreut sich eines kontinuierlichen Wachstums. Mit dem VONCERT Open End auf den «Vontobel

Luxury Performance-Index» können Anleger vom potenziell anhaltenden Aufwärtstrend profitieren.

Florierende Schweizer Uhrenindustrie

Der Chef des Schweizer Luxusriesen Richemont

gönnt sich eine 12-monatige Auszeit.

Dies teilte Johann Rupert in seiner Telefonkonferenz

mit Journalisten Mitte Mai dieses

Jahres mit. Richemont – unter anderem

bekannt für Luxusuhren und Schmuck der

Marken Cartier und IWC – kann auf ein

erfolgreiches Jahr 2012 zurückblicken. Der

Gewinn stieg um rund 30 % auf über EUR 2

Milliarden – teils begünstigt durch positive

Wechselkurseffekte. Der Konzernchef möchte

seine Aktionäre an diesem Erfolg beteiligen

und kündigte eine stattliche Dividende von

einem Schweizer Franken für das ausgelaufene

Geschäftsjahr an – ein Anstieg um 80 %.

Die Analysten von Vontobel bleiben optimistisch

bezüglich der Umsatzentwicklung von

Schweizer Luxusuhrenherstellern – beispielsweise

Swatch Group. Hier könnte demnächst

vor allem das Geschäft des mittleren Preissegmentes

florieren. Insgesamt liegt der Anteil

der Uhrenindustrie am gesamten Luxussegment

bei derzeit 17 %. Mit rund 600 Gesellschaften

und 50’000 Arbeitnehmern gilt die

Schweiz nach wie vor als traditionelles Herstellerland.

Im Jahr 2012 kam es mit CHF 20

Milliarden zu einem Rekord-Exportvolumen

bei Schweizer Uhren, was die Industrie auf

den dritten Platz im Hinblick auf die wichtigsten

eidgenössischen Exportgüter brachte.

Rekordjahr für die Luxusgüterindustrie

Das weltweite Marktvolumen der gesamten

Luxusgüterbranche wird für das Jahr 2012

auf EUR 212 Milliarden geschätzt. Dies ist

ebenfalls ein Rekord. Zur Luxusgüterindustrie

zählen neben Schmuck und Uhren auch Lederwaren,

Kleidung und Schuhe sowie Parfum

und Kosmetik. Auch Traditionshäuser der

anderen Luxusbereiche wie LVMH oder

Hermès können beachtliche Erfolge vorweisen.

Der Kleiderhersteller Armani steigerte

seinen Umsatz im Jahr 2012 um 16 % auf

fast USD 2.7 Milliarden. Getrieben wurden

die erfreulichen Zahlen zu einem grossen Teil

durch Exporte in Länder wie China und Japan

sowie die Metropole Hongkong. Die Umsätze

des Jahres 2012 überstiegen letztlich sogar

die Analystenerwartungen.

Stärkung der chinesischen Binnennachfrage

Auf den ersten Blick verwunderlich, wenn

man bedenkt, dass insbesondere in China

zurzeit hart gegen Korruption vorgegangen

wird. So werden beispielsweise teure Uhren

als Geschenk unter Geschäftspartnern immer

unüblicher. Zudem ist die Weltwirtschaftskrise

auch an der Volksrepublik nicht spurlos vorübergegangen.

Umfassende Strukturreformen

der neuen chinesischen Regierung sollen

nun die Binnen nachfrage stärken, sodass das

Reich der Mitte von einem investitionsgetriebenen

zu einem konsumorientierten Modell

übergeht. Für das laufende Jahr wird zwar

mit sinkenden Uhrenexporten nach China

gerechnet, die Analysten von North Square

Blue Oak (NSBO), ein Marktführer im Bereich

«China Policy Research», erwarten jedoch,

dass die Konsum güterbranche dank der

massiven Strukturmassnahmen der langfristig

aussichtsreichste Sektor der Volksrepublik

wird (vgl. Marktfokus und Interview der

Ausgabe Mai 2013). Davon dürfte auch die

Luxus güterindustrie profitieren.

Kauffreudige Touristen sind

Wachstumstreiber

Die Wirtschaftskrise hat die Kauflaune der

Touristen kaum getrübt. So erfreut sich die

britische Luxusmarke Burberry bei chinesischen

Kunden weiterhin grosser Beliebtheit.

Es wurde zwar quantitativ weniger eingekauft,

die Reichen haben bei ihren Einkäufen

dafür mehr ausgegeben.

Schätzungen ergeben, dass ca. 50 % des

Umsatzes der Luxusgüterindustrie in Europa

vom Einkaufstourismus getrieben wird. Allein

im ersten Quartal 2013 ist die Zahl chinesischer

Touristen in der Schweiz um 23 % angestiegen

(Quelle: Vontobel Research, Stand am

31.05.2013). Bei den Asiaten gilt es zudem

als prestigeträchtig, europäische Luxusartikel

in europäischen Grossstädten zu kaufen. Dies

ist ein weiterer Grund, weshalb viele Analysten

im Hinblick auf die Umsatzentwicklung

des laufenden Jahres weiterhin optimistisch

bleiben.

In Luxus investieren

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass

die Luxusgüterindustrie weiterhin wachsen

dürfte. Daraus können sich erfolgversprechende

Anlagechancen ergeben. Mit dem

«Vontobel Luxury Performance-Index» hat

Vontobel zu diesem interessanten Thema

kürzlich einen neuen Index aufgelegt. Er

reflektiert die Wertentwicklungen der Aktien

von zehn nach Marktkapitalisierung grössten

Unternehmen der Luxusgüterbranche.

Ihre Hauptgeschäftstätigkeit liegt in der Entwicklung

und/oder Herstellung von Produkten,

die aufgrund ihrer hochwertigen Qualität

dem Luxussegment zuzuordnen sind.

Berücksichtigt werden nur Unternehmen der

Bereiche Mode (Bekleidung, Schuhe, Lederwaren)

sowie Accessoires (Schmuck, Uhren,

Brillen). Der Index wird jährlich überprüft

und neu zusammengesetzt. Bei der Aktienauswahl

fliessen qualitative wie quantitative

Kriterien ein. Berechnet und veröffentlicht

wird der Index vom unabhängigen Indexanbieter

Structured Solutions.

VONCERT Open End auf den

«Vontobel Luxury Performance-Index»

Mit dem VONCERT Open End auf den

«Vontobel Luxury Performance-Index» können

Anleger in dieses interessante Anlage thema

investieren. Dabei partizipieren sie nahezu

1 : 1 an potenziellen Kurssteigerungen des

Index, aber auch an möglichen Verlusten. Das

Tracker-Zertifikat verfügt über keine Laufzeitbegrenzung

und notiert in CHF. Es wurde

zwar erst vor drei Monaten lanciert, kann

allerdings bereits eine gute Performance aufweisen.

Seit seiner Auflegung am 01.03.2013

ist der Kurs des VONCERTs um mehr als 6 %

gestiegen (Stand: 31.05.2013).


15

derinews Juni 2013

Investmentidee

Der «Vontobel Luxury Performance-Index» setzt sich aktuell wie folgt zusammen:

Unternehmen Unternehmensbeschrieb Währung Gewichtung

LVMH Moët

Hennessy

Richemont AG

Hermès

International SA

The Swatch Group AG

Prada S.P.A.

PPR S.A.

(Pinault-Printemps-

Redoute)

Chow Tai Fook

Jewellery

Coach Inc.

Ralph Lauren Corp.

Michael Kors Holdings

Luxusgüterhersteller mit über 60 verschiedenen Marken

wie z. B. Louis Vuitton.

Weltweit führender Luxusgüterkonzern, vorwiegend auf

exklusive Uhren und Schmuck spezialisiert.

Produktion von hochwertigen Luxusgütern, insbesondere

Modeartikeln.

Herstellung und internationaler Vertrieb sowohl von

Fertiguhren und Schmuck, als auch von Uhrwerken und

Komponenten.

Design, Produktion und globaler Vertrieb von luxuriösen

Handtaschen, Lederwaren, Schuhen, Bekleidung und

Accessoires.

International tätiges Grosshandelsunternehmen für Massenund

Luxusgüter. Zu den bekanntesten Marken des

Unternehmens zählen Gucci, Puma oder Yves Saint Laurent.

Eine der weltweit grössten Schmuckfilialketten mit

Niederlassungen in China, Hongkong, Taiwan, Malaysia

und Singapur.

Der US-Konzern produziert Handtaschen, Koffer,

Geldbörsen sowie unterschiedliche Accessoires.

US-amerikanisches Unternehmen im Bereich der

Konzeption, Vermarktung und des Vertriebs von

Premium-Lifestyle produkten.

Das Unternehmen verfügt über ein weltweites Netzwerk

von Boutiquen und des gehobenen Einzelhandels von

Prêt-à-porter-Modekollektionen für Damen und Herren

sowie Accessoires.

EUR 10 %

CHF 10 %

EUR 10 %

CHF 10 %

HKD 10 %

EUR 10 %

HKD 10 %

USD 10 %

USD 10 %

USD 10 %

Produkteckdaten

VONCERT Open End auf den «Vontobel Luxury Performance-Index»

Emittentin

Vontobel Financial Products Ltd., DIFC Dubai

Garantin Vontobel Holding AG, Zürich (Standard & Poor’s A; Moody’s A2)

SVSP-Bezeichnung Tracker-Zertifikat (1300)

Basiswert

«Vontobel Luxury Performance-Index»

Festlegungsstelle

Structured Solutions AG, Frankfurt am Main

Valor / Symbol

1415 0463 / VZLIC

Emissionspreis / Kursbasis CHF 101.50 (inkl. CHF 1.50 Ausgabeaufschlag) / CHF 100.00

Laufzeit

Open End

Managementgebühr 1.2 % p. a.

Aktueller Briefkurs* CHF 108.50

*Stand am 31.05.2013

Siehe Seite 10 für Hinweise betreffend Risiken bei Tracker-Zertifikaten.

Das Termsheet (Final Terms) mit den rechtlich verbindlichen Konditionen sowie weitere Infor ma tionen

zu Chancen und Risiken der Produkte finden Sie unter www.derinet.ch.

Kompakt

Die Luxusgüterindustrie konnte in den vergangenen Jahren ein kontinuierliches Wachstum

aufweisen und dürfte auch 2013 ihren Höhenflug fortsetzen. Profitieren sollte das Segment

dabei insbesondere von der kauffreudigen Kundschaft aus Asien. Mit dem VONCERT Open

End auf den «Vontobel Luxury Performance-Index» erhalten Anleger die Möglichkeit, an der

Wertentwicklung der zehn nach Marktkapitalisierung grössten Unternehmen aus dem Bereich

Luxusgüter ohne Laufzeitbegrenzung zu partizipieren.

Ob Schweizer Uhren oder Modeartikel, Luxus

bleibt «en vogue».


16

derinews Juni 2013

Rohstoff-Kolumne

Rohstoffe: Fundamentaldaten sind wieder Trumpf

Am Rohstoffmarkt lässt sich im Mai eine

Rückbesinnung auf spezifische Fundamentaldaten

feststellen. Wurden Rohstoffe im Verlauf

des Jahres 2012 noch über einen Kamm

geschert und stiegen beziehungsweise fielen

noch vor einem Jahr fast im Gleichklang, bildet

sich nun ein zunehmendes Eigenleben.

Dadurch eignen sich Rohstoffe wieder verstärkt

zur Diversifizierung des Depots.

Eine hohe globale Nachfrage nach Sojaöl und

Sojamehl sowie Sorgen, dass die Erwartungen

hinsichtlich südamerikanischer Sojaexporte im

Wirtschaftsjahr 2012/2013 nicht erfüllt werden

könnten, haben den Sojapreis gestützt.

Auf Monatsfrist steht ein Plus von 8 % zu

Buche. Abnehmende europäische Weizenlager

bestän de könnten durch einen hohen

Vorrat in US-Weizenlagern ausgeglichen

werden. Die stärkere Nachfrage nach USamerikanischem

Weizen resultierte in einem

weiterhin hohen Preisniveau im Mai. Der

Weizenpreis bewegte sich seitwärts, nachdem

er von September 2012 bis zum Apriltief

um 28 % gefallen war. Mais stieg leicht

um 1 %. Die jüngste Talfahrt der Maispreise

konnte gestoppt werden, da die Nachfrage

durch US-amerikanische Ethanol-Brennereien

wieder zunahm.

Die Profitabilität der Produktion des Benzin-

Additivs Ethanol ist in den vergangenen Jahren

immer weiter gesunken, da die zunehmende

Gewinnung von Rohöl aus Schiefergestein

den Preis der amerikanischen Ölsorte WTI

fallen liess und die Raffinierung von Benzin

sich wieder stärker lohnte. Im Monatsverlauf

bewegten sich WTI wie auch die europäische

Ölsorte Brent seitwärts. Der Boom im

amerikanischen Ölsektor kommt unerwartet,

sodass Ende Mai auch innerhalb des Öl kartells

OPEC vereinzelte Forderungen nach einer

Fördermengenkürzung laut wurden. Die afrikanischen

Produzenten wie Nigeria produzieren

ein Öl, das mit dem Schieferöl aus den

USA wegen seiner qualitativen Beschaffung in

direkter Konkurrenz steht.

Eine weiter nachlassende Investmentnachfrage

belastete im Monatsverlauf den Goldpreis

um weitere 6 %. An amerikanischen

Terminbörsen wetteten Investoren unterdessen

mit einer historisch hohen Short-Positi o-

nierung auf weiter fallende Goldnotierungen,

während die physische Nachfrage nach Barren

und Münzen im Monatsverlauf wieder etwas

sank. Der Silberpreis, der zwar mit Gold korreliert,

aber zusätzlich wegen seiner industriellen

Verwendung von Investoren beurteilt

wird, verlor um 7.5 %. Vor allem in China

stiegen die Lagerbestände bei jenen Unternehmen

weiter an, die Silber für ihre Produktion

verwenden, was auf eine fallende Nachfrage

hindeutet. Ausserdem verzeichneten

Silber- ETFs im Monatsverlauf Mittel abflüsse,

nachdem sie sich im Verlauf des Aprils trotz

fallender Silberpreise überraschend stabil

behaupteten.

Der Kupferpreis erhöhte sich im Monatsverlauf

um 4 % und orientierte sich vor allem an

der Entwicklung der chinesischen und amerikanischen

Makrodaten. In China war im April

die Industrieproduktion um 0.5 % gesunken,

während der Einkaufsmanagerindex für das

verarbeitende Gewerbe im Mai eine Stagnation

des Wachstums indizierte. Gestützt

wurde der Kupferpreis durch stärkere amerikanische

Wirtschaftsdaten, die nahelegten,

dass sich bald auch die chinesische Wirtschaft

erholen könnte. Die USA sind Chinas grösster

Handelspartner.

Platin konnte sich im Verlauf des Monats Mai

um 6 % über den Tiefs des Vormonats April

halten. Grund für die relative Erholung sind

Produktionsunterbrechungen in Südafrika,

dem grössten Platinproduzentenland der

Erde. Ausserdem entwickelte sich die industrielle

Platinnachfrage aus der Automobilindustrie

positiv. Weitere Hinweise auf fallende

russi sche Lagerbestände, die in der Vergangenheit

einen grossen Teil des Palladiumangebots

auf dem Weltmarkt bedienten, stützten den

Palladiumpreis, der sich um 8.8 % erhöhte.

Der Zuckerpreis verringerte sich angesichts

einer vor allem in Brasilien und Mexiko deutlich

höher erwarteten Ernte im Monatsverlauf

um 4.3 % und erreichte wegen eines prognostizierten

weltweiten Angebotsüberhangs

ein 2 ½-Jahrestief.

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Rohstoff-Newsletter unter www.derinet.ch.

Weitere Informationen zu Chancen und Risiken der

Produkte finden Sie unter www.derinet.ch.

Produkteckdaten

Emittentin / Garantin Vontobel Financial Products Ltd., DIFC Dubai / Vontobel Holding AG, Zürich (Standard & Poor’s A; Moody’s A2)

SVSP-Bezeichnung Tracker-Zertifikat (1300) Tracker-Zertifikat (1300) Tracker-Zertifikat (1300) Tracker-Zertifikat (1300)

Basiswert JPMCCI – Energy TRI JPMCCI – Industrial Metals TRI JPMCCI – Crude Oil TRI JPMCCI – Copper TRI

Valor / Symbol 1208 7908 / ETCENU 1208 7910 / ETCIMU 1132 8866 / ETCCOU 1208 8056 / ETCCLU

Emissionspreis

USD 100.80 (inkl. Ausgabeaufschlag

von USD 0.80)

USD 100.80 (inkl. Ausgabeaufschlag

von USD 0.80)

USD 100.80 (inkl. Ausgabeaufschlag

von USD 0.80)

USD 100.80 (inkl. Ausgabeaufschlag

von USD 0.80)

Spot-Referenzpreis USD 819.46729 (Indexstand) USD 574.06763 (Indexstand) USD 1285.749 (Indexstand) USD 1612.92029 (Indexstand)

Anfangsfixierung / Laufzeit 21.01.2011 / Open End 21.01.2011 / Open End 02.12.2010 / Open End 04.03.2011 / Open End

Managementgebühr max. 1 2.0 % p. a. 2.0 % p. a. 2.0 % p. a. 2.0 % p. a.

Aktueller Briefkurs * USD 95.20 USD 74.00 USD 93.20 USD 73.00

*Stand am 04.06.2013

Die Termsheets mit den rechtlich verbindlichen Angaben sowie weitere Informationen sind unter www.derinet.ch jederzeit abrufbar. Bei nicht quanto-gesicherten Produkten

besteht das entsprechende Währungs risiko. 1 Managementgebühr: initial 1.00 %, kann geändert werden auf max. 2.00 % p. a. Siehe Seite 10 + 11 für weitere Risiko hinweise.


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derinews Juni 2013

Antworten auf Ihre Fragen

Was ist eine sogenannte Volatilitätsoberfläche?

Was ist eine sogenannte

Volatilitätsoberfläche?

Die Höhe der impliziten (erwarteten) Volatilität

einer Option ist abhängig von der Laufzeit

bzw. vom Ausübungspreis (Strike). Die Volatilitätsoberfläche

verbindet die verschiedenen

möglichen Kombinationen aus Ausübungspreis,

Laufzeit und der zugehörigen impliziten

Volatilität. Damit stellt jeder Punkt auf

der Volatilitätsoberfläche eine Option dar, die

durch Laufzeit, Ausübungspreis und impliziter

Volatilität definiert ist.

Was versteht man unter «Gearing»?

Beim «Gearing» handelt es sich um das Verhältnis

zwischen dem Kurs des Basiswertes

und dem Optionspreis (der für den späteren

Erwerb des Basiswertes gezahlt werden

muss), multipliziert mit der Ratio. Es gilt: Je

höher das «Gearing», desto sensitiver ist der

Optionspreis, verglichen mit dem Preis des

Basiswertes.

Welche Aspekte sind bei «Out of the

Money»-Warrants zu berücksichtigen?

Warrants, bei denen der Kurs des Basiswertes

sehr weit vom Ausübungspreis entfernt ist

(unterhalb des Ausübungspreises bei Call-

Warrants; oberhalb des Ausübungspreises

bei Put-Warrants), weisen eine geringe Sensitivität

zur Kursänderung des Basiswertes

auf. Gleichzeitig ist der Einfluss der Volatilität

auf den Preis des Warrants relativ hoch. So

kann es beispielsweise bei einem «Out of the

Money»-Call-Warrant vorkommen, dass der

Basiswert steigt, der Warrant jedoch aufgrund

sinkender Volatilität an Wert verliert.

Wir freuen uns auf Ihre Fragen rund um das

Thema strukturierte Produkte. Senden Sie uns

ein E-Mail an zertifikate@vontobel.ch

oder rufen Sie uns an.

Unsere Spezialisten geben Ihnen gerne Antwort auf Ihre Fragen zu

strukturierten Produkten. Täglich teilen unsere Experten ihr Know-how

mit Ihnen via Telefon von 8.00 bis 18.00 Uhr oder per E-Mail unter

zertifikate@vontobel.ch.

Ihr «Advisory Financial Products»-Team in Zürich

Dreikönigstrasse 37, 8022 Zürich

Telefon + 41 58 283 78 88, Telefax + 41 58 283 57 67

zertifikate@vontobel.ch

Energierevolution USA –

ist die Zukunft fossil?

«gratis eintritt

für FuW- und payoff-

Abonnenten»

limitierte Anzahl

Partner

Co-Partner

in partnership with

Beginn

eintritt

Ort

Anmeldung

Dienstag, 11. Juni 2013 | 18:30 Uhr (Türöffnung 18:00 Uhr)

CHF 40.- (inkl. Apéro riche)

Zunfthaus zur Zimmerleuten | Limmatquai 40 | 8001 Zürich

www.friends-of-strukis.ch


18

derinews Juni 2013

Wissenswertes

Wussten Sie, dass …

Derivate gelten als moderne Anlageinstrumente. Doch die Grundlagen des Geschäftes wurden vor

fast 4000 Jahren erfunden. Ein Blick in die Geschichte der strukturierten Produkte.

Wussten Sie beispielsweise, dass …

… Derivate schon viel länger existieren als

börsengehandelte Aktien?

Erste Hinweise auf Termingeschäfte finden

sich im Kodex von König Hammurabi, der

um ca. 1700 v. Chr. in Mesopotamien veröffentlicht

wurde. Demnach boten Händler

auf dem Gebiet des heutigen Syrien

und Irak ihren Kunden an, den Preis von

Gütern wie Sklaven, Getreide oder Vieh

frühzeitig festzulegen.

… Thales von Milet kräftig mit Derivaten

spekulierte?

Der griechische Philosoph und Mathematiker

(624 – 546 v. Chr.) war überzeugt

davon, dass er anhand von Sternenkonstellationen

und dem Flug der

Zug vögel die Olivenernte voraussagen

konnte. Er wettete auf eine gute Ernte

und kaufte Besitzern von Olivenpressen

im Frühling das Recht ab, die Apparate

zur Erntezeit zum Marktpreis vermieten

zu dürfen. Das Risiko zahlte sich aus: Die

Ernte fiel üppig aus und der Ansturm der

Bauern trieb die Mietpreise hoch.

… die erste grosse Blütezeit der Optionen

in Holland entstand?

Das Aufkommen der «Grossen Tulpen-

manie» im 17. Jahrhundert löste eine der

verheerendsten Spekulationsblasen der

Geschichte aus. Weil Tulpenzwiebeln bald

mehr kosteten als Gold und Edelsteine,

waren Spekulanten auch daran interessiert,

die Gewächse zu einem festen Preis in der

Zukunft zu kaufen. Mit dem Platzen der

Blase verloren etliche Händler und Privatleute

ihr ganzes Vermögen. Es folgte eine

schwere Wirtschaftskrise und Derivate

waren lange Zeit verpönt.

… dass Optionen Mitte des 19. Jahrhunderts

wieder salonfähig wurden?

Die neu gegründete Handelskammer

«Chicago Board of Trade» machte es

möglich, Zeitverträge auf die zukünftige

Lieferung einer festgelegten Menge Mais

oder Weizen zu einem fixen Preis zu

kaufen und zu verkaufen.

… dass Derivate im 20. Jahrhundert

standardisiert wurden?

Den Schritt in diese Richtung machten der

französische Finanzwissenschaftler Louis

Bachelier um das Jahr 1900 und rund

70 Jahre später die beiden Nordamerikaner

Fischer Black und Myron Scholes. Mit dem

berühmten Black-Scholes-Modell zur fairen

Bewertung von Optionspreisen nahm das

Interesse an Derivaten sprunghaft zu.

… dass Währungs-Derivate mit dem Zerfall

des Bretton-Woods-Systems stark an

Bedeutung gewannen?

In den 1970er Jahren entstand insbesondere

für international agierende

Unternehmen das Bedürfnis, sich gegen

Wechselkursschwankungen abzusichern.

Just zu dieser Zeit nahm in Chicago der

International Monetary Market seine

Geschäftstätigkeit auf: Die Börse machte

es erstmals möglich, Futures auf Währungen,

Münzen und Edelmetalle zu kaufen

und zu verkaufen.

… die Schweiz in Sachen Derivate eher ein

Spätzünder war?

Ein reger Handel mit Termingeschäften

setzte hierzulande erst in den 1980er

Jahren ein. Damals kamen auch die ersten

Geschäfte mit Swaps und Over-thecounter-Derivaten

auf. Die erste Derivate-

Handelsplattform der Schweiz öffnete im

Frühjahr 1988 ihre Türen – und wartete

mit einer entscheidenden Neuerung auf:

Die Swiss Options and Futures Exchange,

kurz Soffex, war die erste vollelektronische

Terminbörse der Welt mit integriertem

Clearinghaus.

Bereits bei den alten Griechen wurde auf den Ausgang der Olivenernte gesetzt. Die Schweiz hingegen war im Derivatebereich eher ein Spätzünder.


19

derinews Juni 2013

News und Tipps

Nachhaltig und innovativ – Vontobel auch 2013

unter den «Best Swiss Brands»

Starke Marken gehören zu starken Unternehmen.

Umso erfreulicher ist das Abschneiden

von Vontobel bei der Studie «Best Swiss

Brands», welche die wertvollsten Marken der

Schweiz untersucht. Der von Interbrand und

dem Schweizer Wirtschaftsmagazin BILANZ

jährlich gemeinsam veröffentlichten Studie

liegen mehrere hundert Marken schweizerischen

Ursprungs zugrunde. Reine «B2B»-

Marken (Business-to-business) werden dabei

nicht berücksichtigt.

01

NESCAFE

– 4 % 10 662 MIO. CHF

05

ROLEX

+6 % 6 637 MIO. CHF

02

Roche

+5 % 7 668 MIO. CHF

06

Swisscom

+ 4 % 5 022 MIO. CHF

www.bestswissbrands2013.ch

03 04

Novartis

Nestlé

+2 % 6 973 MIO. CHF

+10 % 6 650 MIO. CHF

07 08

Credit Suisse

UBS

– 1 % 3 718 MIO. CHF

+3 % 3 579 MIO. CHF

Wie im Vorjahr belegte Vontobel den erfreulichen

19. Platz unter den 50 wertvollsten

Schweizer Marken 2013 und konnte sogar

eine Markenwertsteigerung um 4 % auf

geschätzte CHF 1350 Millionen vorweisen.

Betont wurden dabei die nachhaltige Kommunikation

der Unternehmenswerte (Herkunft,

Erfahrung, Swissness), das Kundenvertrauen

und auch die Innovationsfreude von Vontobel,

die sich beispielsweise in den Onlineplattformen

derinet.ch und Vontobel deritrade ®

manifestiere. Angeführt wird die Rangliste

durch Nescafé, Roche und Novartis.

09

Zurich

+2 % 3 509 MIO. CHF

16

Schindler

+ 11 % 1 865 MIO. CHF

23

RAIFFEISEN

+7 % 853 MIO. CHF

30

VACHERON CONSTANTIN

+ 6 % 623 MIO. CHF

10

OMEGA

+7 % 3 344 MIO. CHF

17

Julius Bär

– 1 % 1 729 MIO. CHF

24

Longines

+ 13 % 837 MIO. CHF

31

IWC

+9 % 619 MIO. CHF

11

Adecco

+ 13 % 2 621 MIO. CHF

18

Patek Philippe

+ 4 % 1 488 MIO. CHF

25

Audemars Piguet

+ 8 % 770 MIO. CHF

32

Jaeger-LeCoultre

+ 3 % 606 MIO. CHF

12

Kantonalbank

+2 % 2 373 MIO. CHF

19

Vontobel

+4 % 1 350 MIO. CHF

26

Swatch

– 1 % 756 MIO. CHF

33

Migros

– 5 % 427 MIO. CHF

13

Nespresso

+14 % 2 200 MIO. CHF

20

Chopard

+9 % 1 139 MIO. CHF

27

PostFinance

– 4 % 739 MIO. CHF

34

Phonak

+ 9 % 365 MIO. CHF

14

Lindt

+8 % 1 884 MIO. CHF

21

Geberit

+ 12 % 935 MIO. CHF

28

TISSOT

+ 3 % 719 MIO. CHF

35

Coop

– 3 % 315 MIO. CHF

15

Davidoff

– 1 % 1 867 MIO. CHF

22

Breguet

+ 1 % 859 MIO. CHF

29

TAG Heuer

+ 3 % 671 MIO. CHF

36

Die Post

– 1 % 307 MIO. CHF

37

38

39

40

41

42

43

HUBLOT

Breitling

Rado

Die Mobiliar

Logitech

Kuoni

Swiss Life

+ 7 % 302 MIO. CHF

+ 3 % 295 MIO. CHF

– 6 % 291 MIO. CHF

+ 14 % 276 MIO. CHF

– 13 % 272 MIO. CHF

+2 % 266 MIO. CHF

– 7 % 247 MIO. CHF

44

45

46

47

48

49

50

Sunrise

Sika

TALLY WEiJL

Franke

La Prairie

Kaba

Emmi

+ 3 % 222 MIO. CHF

+ 7 % 191 MIO. CHF

0 % 182 MIO. CHF

– 2 % 172 MIO. CHF

NEW 165 MIO. CHF

0 % 160 MIO. CHF

NEW 126 MIO. CHF

Medienpartner

www.interbrand.com

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Die vorliegende Publikation dient lediglich der Information und stellt keine Anlageempfehlung oder Anlageberatung dar und ersetzt

nicht die vor jeder Kaufentscheidung notwendige qualifizierte Beratung, insbesondere auch bezüglich aller damit verbundenen Risiken.

In der Vergangenheit erzielte Performance darf nicht als Hinweis oder Garantie einer zukünftigen Performance verstanden werden. Allein

massgeblich sind die in den jeweiligen Prospekten enthaltenen vollständigen Bedingungen, die bei der Bank Vontobel AG, Financial

Products, CH-8022 Zürich, unter Tel. + 41 (0)58 283 78 88, kostenlos erhältlich sind. Weiter verweisen wir auf die Broschüre «Besondere

Risiken im Effektenhandel», die Sie bei uns bestellen können. Strukturierte Produkte gelten nicht als kollektive Kapitalanlagen im Sinne

des Bundesgesetzes über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) und unterstehen deshalb nicht der Bewilligung und der Aufsicht der

Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA. Die Werthaltigkeit von strukturierten Produkten kann nicht nur von der Entwicklung des

Basiswertes, sondern auch von der Bonität des Emittenten abhängen. Der Anleger ist dem Ausfallrisiko des Emittenten/Garantiegebers

ausgesetzt. Diese Publikation und die darin dargestellten Finanzprodukte sind nicht für Personen bestimmt, die einem Gerichtsstand

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Herausgeberin: Bank Vontobel AG,

Financial Products, Dreikönigstrasse 37, 8022 Zürich

Redaktion: Adrian Kwasnitza, Sandra Chattopadhyay,

Zeno Mayr

Marketing: Katia Bezzola Bussinger

Wussten Sie, dass … : Swisscontent Corp.

Erscheinungsweise: monatlich

Auflage: 6400 Exemplare

Gestaltung: Kovikom Werbeagentur AG ASW,

Zweierstrasse 35, 8004 Zürich, www. kovikom.ch

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Internet: www.derinet.ch

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