Profireport 01/13 - Raab Karcher

raabkarcher.de

Profireport 01/13 - Raab Karcher

DAS KUNDENMAGAZIN DER SAINT-GOBAIN BUILDING DISTRIBUTION DEUTSCHLAND GMBH

AUSGABE 1 | MÄRZ 2013

PORTRÄT:

EIN GEBORENER

UNTERNEHMER

SCHWERPUNKT: DACH, HOLZ, SOLAR

AKTUELL

Holzschutz nach DIN 68800

PERSPEKTIVE

Was bringt die EnEV 2013?

FOKUS

Holz ist gesund!

SERVICE

Serie „Moderne Baustelle“ – Teil 13

PERSPEKTIVE

Photovoltaik lohnt sich

POSITION

Holzrahmenbautage 2013


DER PROFIREPORT HERAUSGEBER STELLT SICH VOR

DIE SGBD DEUTSCHLAND – EINE STARKE

GE MEIN SCHAFT AUS 17 VERTRIEBSMARKEN.

FÜR JEDEN EINSATZBEREICH.

DIE

GRUPPE

Dach GmbH


Editorial

03

EDITORIAL

ALLES GUTE KOMMT

VON OBEN

Sehr geehrte Geschäftspartner und Leser,

es gibt kein Gebäude ohne Dach. Ob Wohnhaus, Kirche oder Industriehalle –

alle Gebäude benötigen oben einen Schutz für das Darunter. Das Fundament

eines Daches ist in den meisten Fällen der Holzbau, und hier ist der Markt

enorm in Bewegung. Die nachhaltige Forschungs- und Entwicklungsarbeit in

diesem Bereich zeigt Wirkung und ermöglicht heute Bauwerke, die noch vor

einigen Jahren unvorstellbar schienen. Wir verfolgen diese Marktentwicklung

seit Langem und um ihr professionell und nachhaltig begegnen zu können,

erwei tern wir unser Netzwerk von aktuell 45 FSC- und PEFC-zertifizierten Niederlassungen

im laufenden Jahr auf 53.

Darüber hinaus haben wir mit den Holzrahmenbautagen, die seit 2007 in

zweijährlichem Rhythmus in Kooperation mit und an der Hochschule Rosenheim

stattfinden, ein etabliertes Branchenforum geschaffen, das sich auch

2013 wieder großer Beliebtheit erfreute.

Neben seiner Schutzfunktion hat sich das Dach in den letzten fünf Jahren

zur idealen Plattform für die Montage von Photovoltaik- und Solarthermie-

Anlagen zur Energiegewinnung entwickelt. So entstanden mehr und mehr

lokale Stromerzeuger. Dazu zählen regionale Produzenten mit Windkraft-,

Biogas- und PV-Anlagen, die ihre Kommune mit Öko-Strom versorgen. Aber

auch der Hausbesitzer gehört dazu, der schon heute einen signifikanten Teil

des von ihm produzierten Stroms selbst nutzen kann. Bessere Speichertechnologien

werden diese Entwicklung in naher Zukunft noch verstärken – und

so entsteht ein neuer Treiber für den deutschen PV-Markt.

Wir glauben daran, dass die Energiewende und steigende Preise für fossile

Brennstoffe dafür sorgen, dass PV-Anlagen zum Standard in der Gebäudeplanung

werden und somit auch ein stetiges Geschäft für unsere Kunden und

uns bedeuten. Durch Neubau sowie den hohen Sanierungsanteil ist das Gewerk

Dach für uns als Deutschlands größten Baustofffachhändler zudem ein

wichtiger Markt, der auch bei Holz und Dämmung interessantes Wachstumspotenzial

bietet. SGBDD ist im Bereich der Dachbaustoffe mit den Marken

Gallhöfer, Schäfer und Raab Karcher in Deutschland vertreten und bietet mit

einem bundesweiten Niederlassungsnetz Beratung und Service für die Märkte

der Zukunft.

Dass die Photovoltaik ebenfalls zu den Zukunftsmärkten zählt, davon wird

Sie Elias Issa mit seiner Firma Deutsche Eco in unserem Porträt überzeugen.

Und Karl-Heinz Remmers, einer der renommiertesten Branchen-Insider, erklärt

im Experteninterview, warum es mit der Photovoltaik in Deutschland

jetzt erst richtig losgeht.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihr Udo Brandt

Vorsitzender der Geschäftsführung SGBDD


04

Inhalt

INHALT

HEFT 1 ◼ MÄRZ 2013

AKTUELL

06 Mehr Bauwerkssicherheit durch

fachgerechten Umgang

Neues Merkblatt zu Brettschichtholz

10 Sind imprägnierte Hölzer noch erlaubt?

Holzschutz nach DIN 68800

FOKUS

14 Holz ist gesund!

Holzbauweisen und ihre Wirkung auf den

Menschen

PERSPEKTIVE

18 Experteninterview

Karl-Heinz Remmers, Solarpraxis AG:

„Die Solarbranche hat ihr Potenzial noch

lange nicht ausgeschöpft“

22 Überspannungen sicher ableiten

Blitz- und Überspannungsschutz von

PV-Anlagen

24 Photovoltaik lohnt sich!

Eigenstromverbrauch bei Gewerbebetrieben

28 Novellierungsverfahren zur

Energie einsparverordnung

EnEV 2013

PORTRÄT

30 Ein geborener Unternehmer

Elias Issa: Erfolgreich mit Solarenergie

SERVICE

36 Sorgfalt lohnt sich

Teil 13 der Serie „Moderne Baustelle“:

Rechnungserstellung

42 Schont Geldbeutel und Umwelt

PV-Strom zum Eigenverbrauch

46 Mehr Platz mit Holz

Aufstockung und Verdichtung

POSITION

50 Leicht und trotzdem sicher fixiert

SOLARKAUF PV-Festpunktankersysteme

54 Imagewandel: „Deutschland baut!“ setzt auf

gemeinsame Stärken

BAU 2013

56 Dachlastsensor warnt vor Überbelastung

Münchner Flughafen: Sensortechnik auf

Glasflachdach

58 Holzbau-News aus erster Hand

Raab Karcher Holzrahmenbautage 2013

60 Immer mehr Teilnehmer und Aussteller

Tiefbau-Foren 2013

61 Gewinnen mit dem PROFIREPORT

Jubiläumsrätsel

DIALOG

62 Vorschau, Impressum

Schwerpunkt mit Schwerpunkt

Traditionsgemäß beginnen wir das neue

PROFIREPORT Jahr mit einem Fokus auf

die Themen Dach und Holz – in dieser

Ausgabe erweitert um den Bereich Solarenergie,

insbesondere Photovoltaik

(PV). In insgesamt sechs redaktionellen

Beiträgen – darunter auch das Experteninterview

sowie unser beliebtes Unternehmerporträt

– bringen wir Sie auf den

neuesten Stand in Sachen Marktentwicklung

und -potenzial, Rentabi lität

des Eigenverbrauchs in Unternehmen

und Privathaushalten sowie diverser

tech nologischer Aspekte. Sehen Sie hierzu

die Seiten 18, 22, 24, 30, 42 und 50. ◄

30 Porträt: Elias Issa

Elias Issa, Deutsche Eco, ist schon so

manchem aufs Dach gestiegen – mit

Solaranlagen. Und genau das macht er

aus gesprochen erfolgreich. ◄

36 Sorgfalt lohnt sich

Das gilt in einem Betrieb nicht nur für

die Qualität erbrachter Leistungen, sondern

auch für die Erstellung der entsprechenden

Rechnungen. Sind diese nicht

korrekt, droht Ärger mit Auftraggebern

oder Finanzamt. Formale Mängel und

andere Fehler lassen sich vermeiden. In

der neuesten Folge unserer Serie „Moderne

Baustelle“ lesen Sie, wie. ◄


05

EINTAGSFLIEGE.

AUCH MORGEN

NOCH FÜR SIE DA.

SOLARKAUF – Photovoltaik-Lösungen für Profis.

Setzen Sie auf den langfristig sichersten Partner: SOLARKAUF

ist eine leistungsstarke Marke der Saint-Gobain Building

Distribution Deutschland GmbH und bietet ein umfassendes

Sortiment für Photovoltaik-Profis – von Systemlösungen der

Eigenmarke luxra bis hin zu Top-Produkten unserer Premium-

Hersteller. Werden Sie Teil unseres erfolgreichen bundesweiten

Netzwerks! Mehr Infos unter www.solarkauf.de

EIN STARKER PARTNER FÜR DIE ZUKUNFT.


06 Aktuell

NEUES MERKBLATT ZU BRETTSCHICHTHOLZ

MEHR BAUWERKSSICHERHEIT DURCH

FACHGERECHTEN UMGANG

Dank der hohen Belastbarkeit ist mit einem Dachtragwerk aus Brettschichtholz

auch ein großer Dachüberstand problemlos umzusetzen.

EIN AKTUALISIERTES MERKBLATT DER STUDIENGEMEINSCHAFT HOLZLEIMBAU E. V.

HILFT, BAUMÄNGEL BEIM EINSATZ VON BRETTSCHICHTHOLZ ZU VERMEIDEN.

Die im Mai 2012 herausgegebene 6. Auflage

des Merkblattes bietet den Baubeteiligten durch

Erläuterung einzuhaltender Regeln und zahlreiche

Praxistipps auf vier Seiten eine anschauliche

Orientierungshilfe beim Bauen mit Brettschichtholz

(BS-Holz).

Normen und Qualitätsbestimmungen

Obwohl seit 2005 für Brettschichtholz mit der DIN

EN 14080 eine europäische Produktnorm existiert

und trotz der Einführung der europäischen Bemessungsnorm

DIN EN 1995 zum 1. Juli 2012 gilt

für die Anwendung bis auf Weiteres die bisherige

Bemessungsnorm DIN 1052. BS-Holz wird zwar

mehrheitlich in Deutschland schon nach den Regeln

der DIN EN 14080 mit CE-Kennzeichnung

herge stellt und gehandelt. Für den Einsatz in

Bauwerken ist aber für nach der Euro-Norm bemessenes

BS-Holz zurzeit noch eine Zulassung


Aktuell

07

im Einzelfall durch die Baugenehmigungsbehörde

erforderlich. Wie bisher muss ansonsten mindestens

mit dem Ü-Zeichen gekennzeichnetes Brettschichtholz

nach DIN 1052 verwendet werden.

der DIN EN 390. Neben den einzuhaltenden

Werten für gerade BS-Bauteile werden auch

maximal zulässige Maßabweichungen für

gekrümmte Bauteile angegeben.

◼ Bedeutung der Festigkeitsklassen

BS-Holz ist seit dem Jahr 2008 in der überarbeiteten

DIN 1052 in drei Festigkeitsklassen (GL 24,

GL 28, GL 32) eingeteilt. Im Gegensatz zur frü he -

ren DIN 1052 wird zwischen homogenem (h)

und kombi niert aufgebautem (c) BS-Holz differenziert.

Die mit der Festigkeit definierte Belastbarkeit

ist ausschlaggebendes Kriterium für den

möglichen Einsatzbereich. Homogenes BS-Holz

mit einer höheren Festigkeitsklasse als GL 24 ist

aufgrund der hohen Herstellkosten nur in

Ausnah mefällen erforderlich, z. B. bei überwiegend

durch Normalkräfte beanspruchten Bauteilen.

Ist vertraglich keine bestimmte Festigkeitsklasse

gefordert, wird GL 24c vom Hersteller

geliefert.

◼ Oberflächenqualität und zulässige

Maßabweichungen

Bei der Beurteilung von BS-Holz haben Planer

und Verarbeiter neben der Festigkeit aufgrund

der teilweisen Sichtbarkeit auch die Oberflächengüte

und die Einhaltung der maximal zulässigen

Maßabweichungen zu berücksichtigen.

Die ausschlaggebenden Kriterien sind mit

ihren Grenzwerten bzw. Merkmalen im Merkblatt

jeweils einer Tabelle zu entnehmen. Bei

der Oberflächengüte wird mit steigenden Qualitätsansprüchen

zwischen Industriequa lität,

Sichtqualität und Auslesequalität unterschieden.

Die Tabelle über zulässige Maßabweichungen

orientiert sich an den Grenzwerten

◼ Empfehlungen für den Transport

Die Qualität des teuren BS-Holzes ist auch

während des Transportes sicherzustellen. So ist

laut Merkblatt immer auf ausreichende Aussteifung

und Kantenschutz zu achten und eine

Durchfeuchtung bzw. Verschmutzung durch

Abdeckungen oder gegebenenfalls auch durch

temporäre Schutzanstriche zu vermeiden. Die

Transportverpackungen sind aufgrund der Gefahr

der Schwitzwasserbildung auf der Baustelle

möglichst zügig zu entfernen, sofern das

Holz trocken gelagert werden kann.

Rissgefahr vorbeugen

Wechselnde klimatische Bedingungen fördern

auch bei BS-Holz die Gefahr der Rissbildung. Bei

inten siver direkter Bewitterung empfiehlt das

Merkblatt für den Bauzustand besondere Schutzmaßnahmen

wie z. B. Abdeckungen und staufreie

Wasserab leitungen. Um Verformungen des Holzes

im Innenraum durch Baufeuchte vorzubeugen, ist

sie, wenn möglich, durch Heizen und Lüften allmählich

der Holzausgleichsfeuchte anzupassen.

Schwindrisse stellen nur ab einer gewissen Ris s-

tiefe einen bauphysikalischen Mangel dar. Bei BS-

Bauteilen ohne Querzugbeanspruchung gilt eine

Risstiefe bis 1/6 der Bauteilbreite als unbedenklich,

bei Bauteilen mit Querzugbeanspruchung schon

nur noch bis zu 1/8 der Baubreite. Bei tieferen Rissen

wird die Prüfung der Unbedenklichkeit des

Bauteils durch einen Experten empfohlen. ◄

Die Verpackung muss wegen der Schwitzgefahr des

Holzes gleich nach dem Transport entfernt werden.

Das Merkblatt erhalten Sie als PDF-Datei unter:

www.brettschichtholz.de

Anzeige_HBB_RrofiReport_210x90,5.indd 1 15.01.13 13:47


08 Anzeige Aktuell

Neu, größer, schöner – und ein Passivhaus in Holzbauweise:

der Freiburger Gemeinde-Kindergarten St. Peter und Paul.

PASSIVHAUS IN HOLZBAUWEISE MIT NORBORD STERLINGOSB-ZERO

PASSIVES HAUS FÜR AKTIVE KINDER

DER GEMEINDE-KINDERGARTEN ST. PETER UND PAUL IM FREIBURGER STADTTEIL SANKT

GEORGEN IST DER ERSTE PASSIVHAUS-KINDERGARTEN IN HOLZBAUWEISE IN DER RE GION –

UND DAFÜR SOGAR PREISGEKRÖNT VON DER KATHOLISCHEN KIRCHE.

Nachdem im Sommer 2011 ein Brandanschlag

auf den Kindergarten verübt worden war, bei dem

dieser nahezu vollständig zerstört wurde, nutzte

die Gemeinde den Wiederaufbau, um einige Ände

rungen und Verbesserungen vorzunehmen. So

wurde das Gebäude vergrößert, damit eine Kindergartengruppe

mehr aufgenommen werden kann

und die Kinder die Möglichkeit haben, sich in sogenannten

„Intensivräumen“ in ihre Aktivi täten

zu vertiefen. Darüber hinaus wurden mehr Dachfenster

eingebaut, die die Räume heller machen

und „ganz nebenbei“ auch Strom einsparen.

Sichtbare Holzkonstruktion als

Gestaltungselement

Für die Zimmerarbeiten – Wände, Decken, Dach,

Fassade sowie Innenverkleidung und Dacheindeckung

– war die Zimmerei Steiger & Riesterer

aus Staufen im Breisgau verantwortlich. Geschäftsführer

Raphael Riesterer bezeichnet das

Gebäude als anspruchsvolles Projekt, das einen

hohen Planungsaufwand mit sich gebracht hat,

da Sicht ober flächen, Luftdichtigkeit und statisch

relevante Bauteile in Einklang zu bringen waren.

Die Wandaußenseiten bestehen aus Holzweich

faserplatten sowie einer vorgehängten

hinterlüfteten Stülpschalung. Formaldehydfrei

verleimte SterlingOSB-Zero Platten von Norbord

bilden die statisch wirksame Aussteifung und

luftdichte Ebene der Wände. Sie wurden auf

Brett schichtholzständer montiert; die Hohlräume

der 32 cm dicken Stützenkonstruktion sind

im Hinblick auf optimale Wärmedämmung inklu

sive sommerlichen Hitzeschutzes mit Zel lu -

lose ausgeflockt.

Norbord SterlingOSB-Zero für Wände und

Decken

Um wetterunabhängig arbeiten zu können und

auf dem Bau selbst Zeit zu sparen, wurden die

Wand-, Decken- und Dachelemente in der Zim merei

vorgefertigt. Großformatplatten aus Ster ling-

OSB-Zero bildeten hierfür die Grundlage. Die insgesamt

3 060 m² OSB und 8 300 Dachstei ne lieferte

die Freiburger Gallhöfer Filiale an die Handwerker.

Nach seiner Fertigstellung beherbergt das

Gebäude auf einer erweiterten Gesamtfläche

von 1 100 m² jetzt vier bis fünf Kindergartengruppen.

Ein separater Raum wird von der Gemeinde

als Mehrzweckraum genutzt. Seit der

Wiedereröffnung am 5. Dezember 2012 ist aus

dem Gemeindekindergarten nun wieder Kinderlachen

zu hören. ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.norbord.de


Anzeige Aktuell

09

DÄMMSYSTEME AUS HOLZ UND ZELLULOSE

EINFACH, SICHER, WIRTSCHAFTLICH

NEUE PRODUKTE, NEUE ANWENDUNGEN: HOMATHERM HAT SEIN ANGEBOT AN MO-

DERNEN DÄMMSTOFFEN AUS HOLZ UND ZELLULOSE MIT BEGINN DES NEUEN JAHRES

ERGÄNZT.

Auf der BAU 2013, die Mitte Januar in München

stattfand, stellte HOMATHERM die hochwirk same

Trittschalldämmplatte für die Verlegung unter Estrich

TS-Q11 protect sowie USD-Q11 protect, eine verputzbare

Untersparrendämmplatte für die folien -

freie Dachsanierung von innen und die vorge hängte

hinterlüftete Fassade vor.

USD-Q11 protect spart Zeit und Kosten

USD-Q11 protect ist eine verputzbare Untersparrendämmplatte,

die für Neubau und Sanierung eine

optimale Zusatzdämmung darstellt und die Verlegung

einer Dampfbremsbahn ersetzt. Die Dämmplatte

kommt bei der Dachsanierung von innen als

verputzte Untersparrendämmung für glatte, ta pezierte

oder für Oberflächen mit Deckputz zum

Einsatz. Die oft komplizierte Verlegung einer

Dampfbremsbahn entfällt: Der Armierungsputz

über nimmt deren Aufgabe. Nach dem Glätten mit

Feinspachtel lassen sich diese Flächen streichen,

tapezieren oder mit Oberputz versehen.

Die geringe Aufbauhöhe bietet sehr gute

Dämmleistungen bei minimalem Raumverlust.

Darüber hinaus zeichnet sich USD-Q11 protect

durch eine hohe Druckfestigkeit aus. Durch die

geringe Wärme leitfähigkeit sind Steildächer perfekt

gegen Wärmeverluste und Überhitzung geschützt.

Zudem ist die wind- und regensichere

Dämmplatte auch bei hinterlüfteten Fassaden in

Massivholz- und Holzständerwänden einsetzbar,

kann bis zu acht Wochen frei bewittert werden

und überbrückt so die Zeit bis zur Montage der

vorgehängten Fassade.

TS-Q11 protect – für flüsterleise Decken und

warme Füße

Mit TS-Q11 protect bietet HOMATHERM eine neue,

vielseitig verwendbare Trittschalldämmung, mit

der sich bei ein- bzw. zweilagiger Verlegung Trittschallminderungen

von bis zu 25 dB erzielen lassen.

Ob Beton-, Massivholz oder Brettstapeldecke

beim Neubau bzw. in der Sanierung – TS-Q11 protect

kommt unter Nass- oder Trockenestrichen

unabhängig vom späteren Bodenbelag zum Einsatz.

Mit ihrer niedrigen dynamischen Steifigkeit

von 25 MN/ m³ und der geringen Zusammendrückbarkeit

(Stufe CP2) ist die Holzfaserdämmplatte

bestens für einen stabilen, flüsterleisen Fußbodenaufbau

geeignet. ◄

UNTERSPARRENDÄMMPLATTE

USD-Q11 PROTECT

■ Format: 1 825 × 615 mm

■ Vier Dicken zwischen 40 und 100 mm

■ Hohe Druckfestigkeit: ≥ 100 kPa bei einer

Rohdichte von 160 kg/ m³

■ Niedrige Wärmeleitfähigkeit:

D0,042 W/ (m²K)

■ Euro-D-klassifiziert und bauaufsichtlich

zugelassen

■ Bis zu acht Wochen frei bewitterbar

TRITTSCHALLDÄMMUNG

TS-Q11 PROTECT

■ Format: 1 250 × 600 mm

■ Dicken: 30/31 mm

■ Hohe Druckfestigkeit: ≥ 100 kPa

■ Ca. 30 % weniger Gewicht bei gleicher

Druckbelastbarkeit

■ Geringe Wärmeleitfähigkeit:

D0,039 W/ (m²K)

■ Trittschallminderung von bis zu 25 dB

■ Minimaler Verschnitt durch beidseitige

Verwendbarkeit ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.homatherm.com

Trittschalldämmung

TS-Q11 protect.

Innendämmlösung

USD-Q11 protect …

Bei diesem Mehrfamilienhaus kamen das Wärmedämmverbundsystem EnergiePlus

und flexible holzFlex® protect Dämmmatten v on HOMATHERM zum Einsatz.

… auch für hinterlüftete

Fassaden.


10 Aktuell

HOLZSCHUTZ NACH DIN 68800

SIND IMPRÄGNIERTE HÖLZER

NOCH ERLAUBT?

DER VORBEUGENDE HOLZSCHUTZ

VOR SCHÄDEN DURCH PILZE UND IN-

SEKTEN IST SEIT EINFÜHRUNG DER

NEUEN DIN 68800 EIN THEMA MIT

HOHEM AUFKLÄRUNGSBEDARF.

Ein Grund für Irritationen bei Bauherren, aber

auch bei Baufachleuten in Bezug auf vorbeugenden

Holzschutz sind vor allem Pressemeldungen,

wonach der Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln

nach der neuen DIN 68800 bei tragenden

Holzbauteilen generell nicht mehr zulässig

ist. Es wird sogar manchmal behauptet, dass mit

chemischen Holzschutzmitteln behandelte Bauteile

aus Holz und Holzwerkstoffen nicht dem

Stand der Technik entsprächen und der Bauherr

aufgrund des eintretenden Baumangels einen

Austausch imprägnierter Hölzer bzw. Schadensersatz

verlangen könne.

Zentrale Aussage der Norm

Eine solche oberflächliche Auslegung der im

Februar 2012 in allen vier Teilen verabschiedeten

DIN 68800 ist mit ihren Schlussfolgerungen nicht

korrekt. Um die zentrale Aussage der DIN 68800

richtig zu verstehen, ist eine differenzierte Betrachtungsweise

erforderlich.

Das primäre Ziel der Norm ist und bleibt, nach

dem aktuellen Stand der Technik Bauschäden

durch Insekten und Holz zerstörende Pilze zu vermeiden.

Wesentlich neu gegenüber der alten

Norm ist, dass dem vorbeugenden Schutz durch


Aktuell

11

Holzprodukten“ den Begriff „Gefährdungsklassen“

ab. Sie repräsentieren die verschiedenen Nutzungssituationen,

denen Holz und Holzprodukte durch

Feuchte ausgesetzt sein können. Die Klassifizierung

wurde gegenüber der alten Norm erweitert

und eine Differenzierung zwischen grundsätzlichen

baulichen Maßnahmen und besonderen baulichen

Maßnahmen eingeführt.

komplex. Es empfiehlt sich deshalb, in solchen

Fällen in vertraglicher Abstimmung mit dem Bauherrn

als zusätzlichen Schutz eine Imprägnierung

der Holzbauteile mit bauaufsichtlich zugelassenen

Holzschutzmitteln einzuplanen. Bei sorgfältiger

Auswahl und sachgerechter Anwendung ist nach

aktuellem Kenntnisstand keine Gefährdung von

Menschen und Umwelt zu befürchten.

konstruktive und kontrollierende Schutzmaßnahmen

dabei Priorität eingeräumt wird. Der Einsatz

von chemischen Holzschutzmitteln soll danach

„wenn möglich“ vermieden bzw. auf ein Minimum

reduziert werden. Ihre Verwendung wird also

keinesfalls grundsätzlich ausgeschlossen.

Für die Beurteilung der Gefährdung des Holzes

durch Insekten und Pilze ist nach der Norm die

jeweilige Gebrauchsklasse ausschlaggebend. Die

Einteilung in fünf Gebrauchsklassen löst im Rahmen

der europäischen Harmonisierung in An gleichung

an die EN 335 „Dauerhaftigkeit von Holz und

Was die Baubeteiligten beachten müssen

Die DIN 68800 gibt wie alle Normen Vorgaben

und spricht Empfehlungen aus. Einen verpflichtenden

Charakter erhalten sie auch dann nicht,

wenn sie nach Übernahme in die Musterliste des

Deutschen Instituts für Bautechnik auf dessen

Empfehlung hin in die technischen Baubestimmungen

des Bauordnungsrechts der Bundesländer

einfließen. Dieser Prozess, der theoretisch auch

noch Abweichungen von der Norm zulässt, ist derzeit

für die neue Norm noch nicht abgeschlossen.

Festzuhalten ist allerdings, dass für Architekten

und Handwerker zukünftig die Ansprüche an

die Planung bzw. Umsetzung des vorbeugenden

Holzschutzes deutlich steigen werden. Dabei ist

die wichtigste Zielsetzung beim Bauen im Auge

zu behalten, wonach Planer und Verar beiter dem

Bauherrn ein langfristig schadenfreies Bauwerk

schulden. Dass der Schutz vor Holz zerstörenden

Schädlingen allein mit der Anwendung bestimmter

bauphysikalischer und konstruktiver Maßnahmen

Risiken birgt, zeigt die Baupraxis. Auf die

Gefah ren wird in Teil 2 der DIN 68800 hingewiesen.

Danach soll auf einen vorbeugenden Schutz

mit Holzschutzmitteln nicht verzichtet werden,

wenn die in der Norm empfohlenen Schutzmaßnahmen

nicht durchführbar sind.

Aus Sicht vieler Bausachverständiger sind einige

Einzelregelungen der DIN in ihrer Aussage fragwürdig

oder aufgrund aktuell nicht vorliegender bauaufsichtlicher

Verwendbarkeitsnachweise auch gar

nicht realisierbar. Ein typisches Beispiel sind durch

Verkleidungen verdeckte Dachstuhlkonstruktionen.

Hier mit kontrollierenden Maßnahmen ausreichenden

Schutz vor Schädlings befall zu gewährleisten

ist in der praktischen Um setzung äußerst

Konsequenzen für den Baufachhandel

Es ist nicht Aufgabe des Baufachhandels, dem

Kunden vorzuschreiben, welche Art von Hölzern

er einkaufen soll. Wenn er z. B. aus Sicherheitsgründen

imprägniertes Bauholz verlangt, muss

der Händler diesem Wunsch selbstverständlich

entsprechen. Ist vom Kunden, speziell vom fachunkun

digen Bauherrn, auch eine intensive Beratung

gefragt, so hat der Kundenberater auf die Neuregelungen

der DIN 68800 und die gestiegene Bedeutung

von konstruktiven und kontrollierenden

Holzschutzmaßnahmen hinzuweisen. Unter Berücksichtigung

der individuellen Kundenwünsche

ist dann gemeinsam eine für den Kunden optimale

Lösung herbeizuführen. ◄ w

Den Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln sollten

die Baubeteiligten miteinander abstimmen und vertraglich

vereinbaren.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.holzfragen.de

Hier steht u. a. eine ausführliche Kommentierung

der DIN 68800 zur Verfügung.


12 Anzeige Fokus

DACHSTEINE

OPTIMAL FÜR JEDES DACH

DAS NELSKAMP

DACHSTEIN-PROGRAMM

■ Finkenberger Pfanne, Sigma-Pfanne,

Kro nen-Pfanne, S-Pfanne, Planum

■ Größtenteils erhältlich mit den Oberflächen

Longlife (glänzend oder matt)

oder ClimaLife

■ Longlife:

extrem porenarme Oberfläche; Schmutz

findet keinen Halt und wird vom Regen

abgewaschen

■ ClimaLife:

porenarme Mikrobeton-Oberfläche mit

Titandioxid-Partikeln neutralisiert dauerhaft

Schadstoffe aus der Luft

■ Neu:

planebener Architekten-Dachstein

Planum für geometrisches, geradliniges

Deckbild ◄

SEIT MEHR ALS ZEHN JAHREN GIBT ES DIE

NELSKAMP DACHSTEINE FINKENBERGER

PFANNE, SIGMA-PFANNE UND S-PFANNE

MIT DER OBERFLÄCHE LONGLIFE. DIESE

WURDE WEITERENTWICKELT – FÜR EINE

BESONDERS GLATTE SICHTKANTE. SIE IST

JETZT AUCH AUF DEN MODELLEN KRONEN-

PFANNE UND PLANUM VERFÜGBAR.

Bei der besonders hochwertigen Longlife Oberfläche

sorgt eine feine Schicht dafür, dass sich

Schmutzpartikel oder gar Algen und Flechten kaum

noch festsetzen bzw. vom nächsten Regen abgewaschen

werden. So bleibt das Dach stets sauber –

wie frisch gedeckt.

Optisch störend war bisher nur die Sichtkante.

Sie war porig, ohne dass dieses allerdings die

Schutzfunktion beeinträchtigte. Mit der weiterentwickelten

Longlife Technologie ist neben der

Oberfläche nun auch die Sichtkante glatt.

Nelskamp bietet seine Longlife Dachsteine

in zwei Varianten an: Die Finkenberger Pfanne

und die S-Pfanne gibt es mit glänzender Oberfläche;

die Sigma- und die Kronen-Pfanne sowie

der neue Dachstein Planum sind in matter Optik

erhältlich.

ein Katalysator und verbraucht sich daher nie: Der

Luftreinigungseffekt hält „ein Dachleben lang“.

Planeben: der neue Planum

Mit Planum hat Nelskamp die Dachstein-Palette

erweitert. Seine klare Form führt zu einem geometrischen

und geradlinigen Dachbild und wird

der Nachfrage nach modernen und architektonisch

kreativen Dächern gerecht. Die reduzierten

Strukturen ermöglichen zudem die schnelle und

einfache Verlegung. Auf der Rückseite des Dachsteins

garantiert eine Profilierung den sicheren

Verbund der Steine untereinander sowie auf der

Lattung und sorgt damit für besondere Stabilität.

Die Verbanddeckung bietet zusätzliche Regensicherheit.

Planum wird mit der Oberfläche Longlife

matt angeboten. ◄

Klare Form, geradliniges Bild:

der neue Dachstein Planum – hier in Ziegelrot.

Dachsteine für saubere Luft

ClimaLife nennt Nelskamp die Dachstein Oberfläche,

die Schadstoffe aus der Luft neutralisiert.

Dem Mikrobeton ist Titandioxid zugefügt, das bei

Tageslicht vor allem Stickoxide in gesundheitlich

unbedenkliches Nitrat umwandelt. Titandioxid ist

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www. nelskamp.de


Anzeige Fokus

13

FENSTERANSCHLUSS-SYSTEM

PASSENDE VERBINDUNG VON FENSTER

UND FASSADENDÄMMUNG

Systemkompatibel

nach iWDVS®

GUTEX BAUT DIE FASSADE AUS: MIT DER NEUEN GEWERKEÜBERGREIFENDEN, WIND-

UND SCHLAGREGENDICHTEN SYSTEMLÖSUNG FÜR FENSTERANSCHLÜSSE IN DER GUTEX

FASSADENDÄMMUNG.

Die Realisierung optimaler Anschlüsse im Wärme dämmverbundsystem (WDVS) ist eine Herausforderung.

Die Schwierigkeit liegt darin, die Dichtigkeit des gesamten WDVS auch im Bereich der –

gewerke intensiven – Fenster inklusive aller relevanten Anschlüsse herzustellen. Die Lösung ist das

ge werkeübergreifende, wind- und schlagregendichte Fensteranschluss-System GUTEX Implio® aus

Holzweichfaser, dessen Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Das System und seine Komponenten

GUTEX Implio® Laibungsplatte mit

■ GUTEX Implio® Fensteranschlussprofil (3):

vormontiertem Gewebewinkel.

Wind- und schlagregendichte Verbindung der dämmenden Fensterlaibung mit dem Fensterrahmen

■ GUTEX Implio® Laibungsplatte (1):

Die Dämmplatte aus ökologischer Holzweichfaser zur Verkleidung von Fensterlaibung und -sturz ist bereits vorverputzt – das spart einen Arbeitsgang. Der

vormontierte Gewebewinkel stellt eine optimale Verbindung zur Armierung der Fassade dar.

■ GUTEX Implio® Keilplatte (2):

Eine ökologische Holzweichfaser-Dämmplatte mit zementfreier Kaschierung, Fensterbank gefälle und mit ebenfalls vormontiertem Gewebewinkel. Die Keilplatte

wird mit der Laibungsplatte mit GUTEX Fugendicht (4) verklebt und mit Hilfe des GUTEX Implio® Fensterbankdichtbands (5) zum Fensterrahmen wie

zur Laibungsplatte hin abgedichtet. Mit den GUTEX Implio® Bordprofilen (6) kann dann die Fensterbank auf der Keilplatte montiert werden.

■ GUTEX Implio® Storenkasten (7):

Die Problematik besteht bisher darin, dass Raff storekästen aus Metall im Normalfall durch den Rollladen-/Fensterbauer montiert werden. Im Anschluss muss

der Fassadenbauer diese Metallkästen in das WDVS integrieren. Der Einfachheit halber und mangels Alternative wird meist eine Platte auf die Kästen aufgeklebt.

Die Gewährleistung wird dadurch in der Regel vom Unternehmer, aber auch vom Dämmsystem lieferanten abgelehnt. Hier bietet GUTEX nunmehr

eine Lösung: Die GUTEX Implio® Storenkästen sind integraler Bestandteil des WDVS und werden durch den Fassadenbauer montiert. Sie bestehen aus den

geprüften GUTEX Implio® Dämmplatten aus ökologischer Holzweichfaser mit einem wärmebrückenfreien Alu-Halteleistensystem im Dämmkern für den

Raffstore. Alle erforderlichen Putzanschlüsse sind in der Konstruktion des Storenkastens berücksichtigt. Die ausreichende Tragfähigkeit der Alu-Halteleiste

ist für die gängigsten Raffstore-Systeme am Markt gewährleistet.

Sicher und geprüft

Mit GUTEX Implio® ist GUTEX exklusiver Partner im iWDVS-Netzwerk. Dieses steht für die Entwicklung von gewerkeübergreifenden Systemlösungen im Bereich

der Fassadenbauelemente und Produktinnovationen durch branchenübergreifende Zusammenarbeit. Das durch das ift Rosenheim geprüfte Fensteranschluss-

System wurde in dem neu gegründeten iWDVS-Netzwerk lösungsorientiert entwickelt. ◄

Abb. 1a

Abb. 1b Abb. 2

7

DIE VORTEILE VON GUTEX

IMPLIO®

■ Wind- und schlagregendichte

2

3

1

4

5 6

Detaillösung

■ Innovativ und gewerkeübergreifend

■ Systemsicherheit durch iWDVS®

■ Effektives Vorbeugen von Bauschäden

■ Schnell und einfach montiert ◄

Abb. 1a + 1b: Kompo nenten des GUTEX Implio® Fenster anschluss- Systems

Abb. 2: GUTEX Implio® Storenkasten

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.gutex.de


14 Fokus

HOLZBAUWEISEN UND IHRE WIRKUNG AUF DEN MENSCHEN

HOLZ IST GESUND!

VERSCHIEDENE UNTERSUCHUNGEN RENOMMIERTER WISSENSCHAFTLER UND IN STI TU TIONEN

HABEN BEWIESEN: EINE UMGEBUNG AUS HOLZ IST GESUND. DAMIT EIGNET SICH HOLZ BE-

VORZUGT FÜR KINDERGÄRTEN, SCHULEN UND GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN.

Perfekt für die Jüngsten: Holzspielzeug fühlt sich gut an, riecht gut und lässt sich bei

entsprechender Oberflächenbehandlung auch ohne Gefährdung für die Gesundheit

in den Mund nehmen.


Fokus

15

Der Gesundheitsforscher Prof. Maximilian

Moser vom Human Research Institut im österreichischen

Weiz hat 2008 und 2009 ein herausragendes

Forschungsprojekt an einer österreichischen

Schule begleitet: Er ließ vier Schulklassen

neu einrichten, zwei davon in Massivholz, die anderen

beiden konventionell. Während die Holzklassen

Tische, Schränke, Böden und Lampenschirme

aus unbehandeltem Holz erhielten,

lernten ihre Kameraden in diesen beiden Jahren

inmitten einer zwar hochwertigen, aber standardisierten

Umgebung zwischen beschichteten

Spanplatten, Linoleumboden und Neonleuchten.

Moser untersuchte während der Studie regelmäßig

die Herzrate der Schüler und stellte so fest,

dass diese in den Massivholzklassen um 8 600

Schläge pro Tag sank. Auch zum Schuljahresende

hin und während der Sommerferien blieb die Frequenz

gleich, während in den Referenzklassen die

Herzrate nahe am Ausgangswert blieb und zum

Ende des Schuljahres sogar deutlich anstieg. Der

Vagustonus, der im vegetativen Nervensystem als

Gradmesser für Ruhe und Entspannung gilt, war

bei den Massivholzklassen sehr hoch und lag während

des Schuljahres sogar über den Werten in den

Ferien. Die Referenzklassen meldeten in dieser Zeit

niedrigere Werte. Nicht zuletzt ergaben Untersuchungen,

dass sich die Schüler in den Massivholzklassen

etwas besser konzentrieren konnten und

deutlich resistenter gegen Stress waren.

Niedrigere Herzrate erhöht die Lebenserwartung

Eine zwischen 1970 und 1995 in den USA durch geführte

Langzeitstudie hat wiederum beim Vergleich

zwischen minimaler und maximaler Herzrate

einen Unterschied in der Sterblichkeit von

13 % ergeben. Zudem ermittelten Forscher, dass

eine hohe Herzrate bei übergewichtigen Kindern

später häufiger zu Fettstoffwechselerkrankungen

führt. Entsprechend klar ist das Fazit der Unter suchung

von Prof. Moser: Eine Umgebung aus Holz

ist gesund.

Diesen Umstand nutzen – bewusst oder unbewusst

– mittlerweile auch viele Architekten, die

sich mit Kindergarten- und Schulbauten beschäftigen.

Zwar eignen sich grundsätzlich alle gängigen

Materialien zum Bau einer Kindertagesstätte,

doch Holz punktet durch seine lebendige Optik,

seine warme Oberfläche und die hohe Oberflächentemperatur.

Holz sorgt für ein gutes Raumklima

und eine warme Atmosphäre. Kinder, die in

einer solchen Umgebung leben, fühlen sich wohl.

Weil Holz als Umfeldmaterial die Regenerationsfähigkeit

und die parasympathische Komponente

der Herz-Kreislauf-Regulation stärkt und damit

Herz-Kreislauf- und stressbedingten Erkrankungen

vorbeugt, rät Prof. Moser, für eine frühzeitige

Prävention insbesondere Kindergärten und Schulen

in Holzbauweise zu errichten und sie mit Holzmöbeln

auszustatten.

Bei seiner Studie griff der Experte zu den Holzarten

Eiche, Tanne, Fichte, Buche und Zirbelkiefer.

Insbesondere letztere Holzart hat in mehreren

Un ter suchungen bewiesen, dass sie die Herzfrequenz

reduziert – pro Nacht bis zu durchschnittlich

3 500 Schläge. Zirbe wirkt darüber hinaus

antibakteriell. So können sich auf ihr praktisch

keine lebensfähigen Bakterien bilden, da dieses

Holz äthe ri sche Öle enthält, speziell bis zu 0,5 %

Pinosylvin, eine antibakterielle und antifungizide

Substanz.

Holzbau allergikergerecht

Eine weitere Studie, die Holzbau Maier aus dem

öster reichischen Bramberg zusammen mit der

Para celsus Universität Salzburg durchgeführt hat,

untersuchte die Auswirkungen verschiedener

Holz bauweisen auf Allergien und Asthmatiker. Zu

diesem Zweck wurde ein Turm mit drei Holzstockwerken

in verschiedenen Bauweisen errichtet.

Das Ergebnis war eindeutig: Bei sämtlichen Systemen

blieben die Messwerte in den untersuchten

Kriterien Feinstaubbelastung, Luftionenkonzentration

und Innenraumallergene deutlich unter halb

der Grenzwerte der international anerkannten

Richtlinien der „Hohe Tauern Health“. Damit empfehlen

sich Holzbauten auch für allergie gefährdete

oder gesundheitlich angeschlagene Personen und

sind daher insbesondere für Pfle ge- und Gesundheitseinrichtungen

die perfekte Lö sung. Es lässt

sich einfach nicht leugnen: Holzbau ist gesund. ◄

Holz: ideales Bau- und Ausstattungsmaterial für

gesundheitsfördernde Räume.

Die Roto Idee:

Für jeden das passende

Energiesparfenster

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» Höchste Energieeffizienz

» Optimale Wärmedämmung

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16 Anzeige Fokus

INNOVATIVE HOLZWERKSTOFFE

SICHER, NACHHALTIG, ÖKOLOGISCH –

SO BAUT MAN HEUTE

ENERGIESPARENDE UND WOHNGESUNDE BAUSTOFFE, DIE GEGEN HITZE, KÄLTE, LÄRM

UND FEUER SCHÜTZEN: MIT ÖKOLOGISCHEN HOLZWERKSTOFFEN VON KRONOPLY

SETZEN PROFESSIONELLE VERARBEITER AUF DIE ZUKUNFT.

EIGENSCHAFTEN UND

VORTEILE

KRONOPLY OSB SF-B

■ Schwer entflammbar

■ Brandwiderstand bis zu 30 Minuten

mit 22 mm

■ Bildet feuerhemmende Schicht

durch Verkohlung

■ Glimmt nicht nach

■ Geeignet für Objekt- und Messebau

■ Euroklasse B, s2, d0

■ Bauaufsichtlich zugelassen

■ Hohe Festigkeitseigenschaften

■ 100 % formaldehydfreie Bindemittel

■ Ökologischer, nachwachsender Rohstoff

Die KRONOPLY GmbH ist einer der er folgreichsten Hersteller von OSB-Platten in Europa. Weite re Kern kompetenzen

sind die MDF- und HDF- Produktion sowie die Her stellung hochwertiger Dämm stoffe aus Holzfasern.

KRONOPLY OSB SF-B – mit integriertem

Brandschutz

Als erster Hersteller von schwer entflammbaren

OSB-Platten bietet KRONOPLY Planern, Verarbeitern

und Bauherren die Möglichkeit, ökologisch zu

bauen und gleichzeitig hervorragenden Brandschutz

zu gewährleisten. Sämtliche OSB-Platten

von KRONOPLY überzeugen durch exzellente technische

Werte, hohe Belastbarkeit und Dimensions

stabilität bei komplett formaldehydfreiem

Bindemittel.

Die KRONOPLY OSB SF-B ist eine innovative

Weiter entwicklung der bewährten KRONOPLY

OSB/3. Das Deutsche Institut für Bautechnik bescheinigt

die Einhaltung der strengen Anfor derungen

an schwer entflammbare Platten mit der

bauaufsichtlichen Zulassung. Bei der Herstellung

der KRONOPLY OSB SF-B wird – wie bei den anderen

KRONOPLY OSB-Produkten – ausschließlich

frisches Durchforstungsholz aus nachhaltig bewirtschafteten

Wäldern eingesetzt.

KRONOTHERM flex – neue Generation mit optimierter

Dämmwirkung

KRONOTHERM flex, die diffusionsoffene Holz faserdämmung,

wurde speziell für die Gefachdämmung

von Dächern, Wänden und Decken konzipiert und

eignet sich ebenfalls für wärme brückenfreie Aufdachdämmungen.

Der Holzfaserdämmstoff wurde

weiter optimiert, so dass die neue Generation

KRONOTHERM flex durch verbesserte Verarbeitungs-

und Dämmeigenschaften überzeugt. Das

Produkt wirkt feuchteregulierend; die hohe Sorptionsfähigkeit

sorgt für ein angenehmes Wohlfühlklima.

Die Holz faserdämmplatten schützen im

Winter zuverlässig vor Kälte und im Sommer vor

Hitze. Darüber hinaus bietet der Dämmstoff einen

hervorragenden Schallschutz.

Mit der Einführung der neuen KRONOTHERM

flex im September 2012 hat KRONOPLY auch ihren

Service und die Beratung für Profis verbessert und

das speziell entwickelte Originalzubehör sorgt für

eine schnelle Verarbeitung. ◄

KRONOTHERM flex

■ Schutz vor Hitze, Kälte und Lärm

■ Gesundes Raumklima durch feuchteregulierende

Eigenschaften und hohe

Sorp tionsfähigkeit

■ Diffusionsoffen

■ Recyclingfähig

■ Sehr hohe Klemmweiten

■ Hohe Setzungssicherheit

■ Vollflächiges und schnelles Verlegen

■ Optimierter Beratungsservice für Profis

■ Hautfreundlich ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

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17

DÄMMEN UND DICHTEN

NACHHALTIGE DACH SANIERUNG MIT SYSTEM-

GARANTIE: EINFACH UND SCHNELL

WOHNEN BEDEUTET MEHR, ALS NUR EIN DACH ÜBER DEM KOPF ZU HABEN. EIN MIT PAVATEX GEDÄMMTES DACH SENKT NICHT NUR

DAUERHAFT ENERGIEKOSTEN, SONDERN SORGT AUCH LANGFRISTIG FÜR EIN ANGENEHMES WOHNKLIMA.

Mit den hochwertigen ökologischen Holzfaserdämmstoffen von PAVATEX

entstehen in Verbindung mit den PAVATEX Dichtprodukten diffusionsoffene

und luftdichte Systeme, die eine ausgezeichnete Wärmedämmung, einen

sehr guten sommerlichen Hitzeschutz und beste Schalldämmwerte bieten.

Die Sanierung der Dachkonstruktion von außen erfolgt mit der PAVATEX Systemlösung

durch die einfache Verlegung der PAVATEX Holzfaserdämmplatten

(ISOLAIR und PAVATHERM-PLUS) und der PAVATEX LDB 0.02 Luftdichtbahn –

schnell, günstig und in hoher Qualität. Für den Fall, dass eine raumseitige Luftdichtheit

nicht hergestellt werden kann, bietet der in der Schweiz ansässige

Hersteller die Luftdichtbahn PAVATEX LDB 0.02 an, die oberhalb der Sparren

verlegt wird. Diese durchgehende Bahn sorgt dafür, dass das Dach nach außen

sicher luftdicht abschließt. Gleichzeitig verhindert das Produkt, dass Feuchtigkeit

eindringt. Mit einem sd-Wert von 0,02 m ist die PAVATEX LDB 0.02 Luftdichtbahn

dabei sehr diffusionsoffen, was zu einer deutlichen Verbesserung

des Raumklimas beiträgt.

Wärme bleibt innen, Hitze bleibt draußen

Diffusionsoffen zu dämmen und luftdicht zu bauen ist mit den Dämmsystemen

von PAVATEX problemlos und einfach möglich. Sie verbinden die luftdichte Gebäudehülle

mit nachhaltiger Holzfaserdämmung. Dabei wird zunächst die

volle Sparrenhöhe mit dem Holzfaserdämmstoff PAVAFLEX aufgefüllt, wobei

bestehende Lüftungsöffnungen dauerhaft geschlossen werden müssen. Dann

wird über den Sparren die Luftdichtbahn PAVATEX LDB 0.02 verlegt. In Kombination

mit dem PAVATHERM-PLUS Dämmelement oder einer mindestens

35 mm starken ISOLAIR Unterdeckplatte verbessert sich die Wärmedämmung

massiv – der mittlere U-Wert sinkt. Die optimierte Profilgeometrie ermöglicht

eine einfache und schnelle Verlegung der PAVATEX Holzfaserdämmplatten. Zusätzlich

profitiert man vom sommerlichen Hitzeschutz, da sich durch die Holzfaserdämmplatte

das Temperaturamplitudenverhältnis verringert. ◄

PAVATEX LDB 0.02 –

DIFFUSIONSOFFENE LUFTDICHTBAHN

■ Nachträgliche Erstellung der Luftdichtheit von außen

■ Auch als Schalungsbahn im Vordach bereich einsetzbar

■ Regensicher, winddicht, UV-stabilisiert

■ Dauerhafter Schutz für Holz und Dämmung

■ Leichte Verarbeitung

■ Komplettsystem bei mechanischer Sicherung eine Woche frei

bewitterbar

PAVATHERM-PLUS – DIFFUSIONSOFFENES

DÄMMELEMENT MIT UNTERDECKPLATTE

■ Geringere mittlere U-Werte durch Überdämmung des Sparrens

■ Guter Schallschutz durch poröse Plattenstruktur und hohes

Flächengewicht

■ Hervorragender sommerlicher Hitzeschutz durch hohe

Wärmespeicherung

■ Diffusionsoffen: dauerhafter Feuchteschutz für tragende

Konstruktion

■ Geringe Wärmeverluste durch gute Winddichtigkeit

■ Wasserundurchlässig vergütet, drei Monate frei bewitterbar

■ Bauökologisch zertifiziert durch natureplus®

■ Bauaufsichtlich zugelassener und güteüberwachter

Qualitätsdämmstoff ◄

Luftdichtbahn

PAVATEX LDB 0.02.

PAVATHERM-PLUS:

mit neuem Profil.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.pavatex.de

Dämmelement PAVATHERM-PLUS: diffu sionsoffenes

Dämmelement mit Unterdeckplatte.


18 Perspektive

INTERVIEW MIT KARL-HEINZ REMMERS,

VORSTANDSVORSITZENDER SOLARPRAXIS AG, BERLIN

„DIE SOLARBRANCHE HAT

IHR POTENZIAL NOCH LANGE

NICHT AUSGESCHÖPFT“

WER FÜR DAS THEMA PHOTOVOLTAIK (PV) EINEN BESONDERS KOMPETENTEN

GESPRÄCHSPARTNER SUCHT, WIRD ZWANGSLÄUFIG AUF KARL-HEINZ REMMERS

STOSSEN. DER GRÜNDER UND HEUTIGE VORSTANDSVORSITZENDE DER BERLINER

SOLARPRAXIS AG HAT SICH INTERNATIONAL ALS SOLAREXPERTE PROFILIERT. IM

EXPERTENINTERVIEW MIT DER REDAKTION ÄUSSERT ER SICH U. A. ZUR WEITEREN

ENTWICKLUNG DER BRANCHE.

„Gigantische Gigawatt-PV-Freilandanlagen

werden meiner Ansicht nach bald weltweit

wie Pilze aus dem Boden schießen.“

KARL-HEINZ REMMERS

◼ PROFIREPORT: Herr Remmers, skizzieren Sie

bitte in einigen Sätzen Geschäftskonzept und

Tätigkeitsschwerpunkte der Solarpraxis AG?

Remmers: Die Basis des Geschäftskonzeptes beruht

auf meinen Erfahrungen als selbstständiger

Anlagenbauer und meiner darauf folgenden Tätigkeit

als technischer Leiter bei einem Solarkollektorenhersteller

seit 1992. Das Kerngeschäft der 1998

von mir und einem Partner gegründeten Firma Solarpraxis

mit mittlerweile rund 100 Mitarbeitern

sind auch deshalb Engineering-Dienst leistungen

für öffentliche und private Kunden im Bereich Solarenergie.

Daneben haben wir mit einem Fachverlag

und einem Konferenzbereich zwei weitere

Standbeine aufgebaut und stetig erweitert. Während

die Verlagssparte mehrere Fachzeitschriften

zu Photovoltaik sowie Branchenreports zu verschiedenen

Themenfeldern der erneuerbaren Energie

herausgibt, richtet die Konferenzabteilung

Branchentreffs im In- und Ausland aus. Hinzu

kommt mit unserem Tochterunternehmen Sunbeam

eine Kommunikationsagentur, die themenund

branchenübergreifend aktiv ist.

◼ PROFIREPORT: Die Preise für PV-Technologie

sind in den letzten Jahren stark gesunken. Wird

das so weitergehen und ist z. B. auch im Bereich

der Wechselrichter zunehmend mit Produkten

aus Fernost zu rechnen?

Remmers: Ich glaube nicht, dass es mit den Preissenkungen

so weitergeht, da mittlerweile in der

gesamten PV-Wertschöpfungskette die Gewinn-


Perspektive

19

margen sozusagen „weggeschliffen“ wurden. Gewisse

Mätzchen bei der Preisgestaltung wie während

der PV-Boomzeit kann sich in der Branche

keiner mehr leisten. Wettbewerbsvorteile werden

zukünftig von den Unternehmen eher durch Kostensenkungen

im Produktionsprozess und verbesserte

Qualitätssicherung angestrebt. Die Preise

für Wechselrichter sind in der Tat in den letzten

zwei Jahren deutlich gefallen, allerdings nicht bei

jedem Hersteller. Hier spielen internationale Anpassungsprozesse

eine wichtige Rolle. Asiatische

Hersteller werden zukünftig sicherlich auf dem

Markt an Bedeutung gewinnen, wenn sie ihre

Schwächen – z. B. im Servicebereich – abgestellt

haben.

◼ PROFIREPORT: Welche Anwendungsbereiche

werden zukünftig Haupteinsatzgebiete von Photovoltaik

sein?

Remmers: Da PV-Strom mittlerweile deutlich

preiswerter als herkömmlich erzeugter Strom ist,

wird die Installation von PV-Anlagen insbesondere

im Wohnungssektor expandieren. Photovoltaik

rechnet sich unabhängig von der Anlagengröße

mittlerweile aufgrund des großen Preisabstands

für alle Haushalte. Ein weiterer wesentlicher Vorteil

von PV ist eben auch, dass Strom dort erzeugt

werden kann, wo er verbraucht wird. Die Expansion

von PV-Installationen nicht nur im privaten

Bereich ist auch erforderlich, wenn das von der

Bundesregierung angestrebte Ziel der Energiewende

mit einer 80 %igen Energieabdeckung

durch erneuerbare Energien bis 2050 erreicht werden

soll.

◼ PROFIREPORT: Wie beurteilen Sie angesichts

der sinkenden Solarstromvergütung die Zukunft

von PV-Freilandanlagen?

Remmers: Der Markt wird sich auch hier weiterentwickeln.

Gigantische Gigawatt-PV-Freilandanlagen

werden meiner Ansicht nach bald weltweit

wie Pilze aus dem Boden schießen. Man denke

nur an Länder wie Ägypten, wo praktisch vor den

Toren von Kairo, einer Mega-Großstadt ► ► ►


20 Perspektive

„Nicht nur in Deutschland, sondern in allen

europäischen Ländern muss ein Bewusstseinswandel

eintreten.“

KARL-HEINZ REMMERS

Karl-Heinz Remmers, Jahrgang 1968, studierte

Energietechnik an der TU Berlin und ist Vater

von 4 Kindern. Er ist Gründungsmitglied und

seit 2006 Vorsitzender des Vorstandes der

So larpraxis AG. Als Pionier der Solarbranche

steht Remmers für einen kompetenten Einsatz

der Ingenieurleistungen in dem börsen notierten

Unternehmen. ◄

mit einem enormen Energiebedarf, riesige und

sonst nicht nutzbare Wüstenflächen zur Verfügung

stehen. Aber auch in Deutschland sind die

Möglichkeiten von Freilandanlagen trotz reduzierter

Einspeisevergütung von PV-Strom noch lange

nicht ausgereizt. Ein Beispiel sind Gewerbe gebiete,

wo ohne Anschluss an das öffentliche

Stromnetz und aufwendige Transferleitungen der

Strombedarf durch in der Größe angepasste Freilandanlagen

direkt vor Ort gedeckt werden kann.

◼ PROFIREPORT: Welchen Entwicklungen geben

Sie bei der PV-Technologie mittelfristig die größten

Marktchancen?

Remmers: Einen großen Entwicklungssprung erwarte

ich zumindest bei der Silizium-Technologie

eigentlich nicht, hier wird eine kontinuierliche

Weiterentwicklung aber Kosten- und Effizienzgewinne

bringen. Interessante Entwicklungen

zeichnen sich hingegen insbesondere bei der Ap plika

tion von Solarmodulen ab. Ein Bereich mit großen

Marktchancen sind hier aus meiner Sicht

Dachbahnen. Sie waren bisher aus statischen

Gründen nicht mit PV-Modulen belegbar, zumindest

nicht wirtschaftlich. Mit entsprechend geeigneten

Dünnschicht-Solarmodulen kann hier der

bedeutende Dachsanierungsmarkt von der PV-Industrie

erschlossen werden. Auch ansonsten wird

sich bei der Modulentwicklung, z. B. hinsichtlich

eines verbesserten Wirkungsgrades, sicherlich

eini ges tun und zudem beispielsweise teure Bestandteile

durch ein preiswerteres Material ersetzt

werden. Ich kann mir generell nicht vorstellen,

dass die PV-Module im Jahr 2020 noch so

aussehen wie heute.

◼ PROFIREPORT: Die PV-Branche befindet sich im

Umbruch. Wie werden sich die Marktstrukturen

national und international verändern?

Remmers: Wir haben es zurzeit in der Tat mit

einer ziemlich drastischen Entwicklung im Markt

zu tun, da chinesische Anbieter bis zu 80 % des

Marktes abdecken. Angesichts dieser Dominanz

hat z. B. der Bundesverband der deutschen Solarwirtschaft

kürzlich darauf verzichtet, ein Produktionsziel

für 2020 vorzugeben, was allerdings in

meinen Augen ein falsches Zeichen ist. Der Markt

wird sich bis 2025 mit einer Leistung von 300 Gigawatt

installierter PV-Anlagenleistung verzehnfachen,

wobei sich die dominante Stellung von

Deutschland, Italien und China als Anwendungsmärkte

auflösen und eine zunehmende Globalisierung

stattfinden wird. Andere Länder haben hier

aufgrund deutlich höherer Sonnenschein werte

einfach bessere Voraussetzungen. Mit dem vergrößerten

Markt werden auch die Karten unter

den Anbietern neu gemischt. Eine zunehmende

Globalisierung und eine größere Verteilung treten

vermutlich auch hier ein, wobei vermutlich kein

Anbieter technologisch hervorstechen wird.

◼ PROFIREPORT: Welchen Herausforderungen

müssen sich die deutschen PV-Hersteller stellen

und welche Möglichkeiten sollten sie nutzen, um

langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben?

Remmers: Nicht nur in Deutschland, sondern in

allen europäischen Ländern muss ein Bewusstseinswandel

eintreten. Die Vorstellung, dass sich

der PV-Markt von selbst regelt, ist ein Irrglaube. Es

müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen

werden, also ein Umfeld, das die benötigte Investitionsbereitschaft

fördert. Asiatische Länder

wie Korea, China und Japan haben durch eine entsprechende

nationale Industriepolitik da eindeutig

Vorteile. Die deutschen Anbieter können und

müssen die strukturellen Nachteile durch mehr

Mut bei Investitionen in die weitere Entwicklung

der PV-Technologie ausgleichen. Wenn die deutsche

PV-Industrie nicht aufpasst und den technologischen

Anschluss verpasst, wird es für sie zukünftig

schwierig. Allein mit Dienstleistung ist für

deutsche Anbieter eine langfristig hohe internationale

Wettbewerbsfähigkeit nicht zu erreichen.

◼ PROFIREPORT: Auch die Ansprüche der Kunden

an den Großhandel wachsen. Wie kann der Großhändler

sie effektiv erfüllen?

Remmers: Es kommt dabei auch darauf an, wie

sich der einzelne Baufachhändler definiert. Er

kann sich vorrangig als Komplettanbieter sehen,

dann liegt der Schwerpunkt auf der permanenten

Verfügbarkeit einer möglichst breiten Palette von

Bauprodukten. Oder er setzt Prioritäten und legt

Wert auf Qualität in einzelnen Produktbereichen

mit einer übersichtlichen Ausstellung, wo sich die

Kunden alles anschauen können und intensiv beraten

werden.

◼ PROFIREPORT: Welche Bedeutung haben Marken

im PV-Bereich und was zeichnet nach Ihrer Ansicht

für den Handwerker eine „gute“ Marke aus?

Remmers: Bisher haben im Solarbereich Marken

für den Endverbraucher keine wirkliche Bedeutung.

Das muss aber natürlich nicht so bleiben,

denn letztlich stehen wir im PV-Bereich noch am

Anfang. Eine Marke erzielt erst mit der Zeit eine

gewisse Wirkung beim Endverbraucher, wenn er

z. B. mit ihr Zuverlässigkeit verknüpft.

◼ PROFIREPORT: Herr Remmers, wir danken Ihnen

für das Gespräch. ◄


Anzeige Perspektive

21

Fronius Wechselrichter arbeiten auch unter

härtesten Bedingungen zuverlässig.

SOLARELEKTRONIK VON FRONIUS

HÖCHSTE QUALITÄT UND FUNKTIONALITÄT

SELBST ERZEUGTER STROM AUS PHOTOVOLTAIK SCHAFFT LANGFRISTIGE UNAB-

HÄNGIGKEIT VON STEIGENDEN STROMPREISEN – WENN MAN AUF QUALITÄT SETZT.

Die Voraussetzung für eine unabhängige und ständige Innovation. Neben der Sparte Solar

elektronik ist Fronius in den Bereichen Batte-

Eigen stromversorgung und somit stabile Preise

ist, dass die Solaranlage zuverlässig und störungsfrei

arbeitet. Sobald die Anlage abge-

erfolgreich.

rieladesysteme und Schweißtechnik weltweit

schrieben ist, produziert sie den Strom beinahe

zum Nulltarif, solange sie störungsfrei arbeitet. Die Sparte Solarelektronik entwickelt und produziert

seit 1992 hochleistungsfähige Wechsel-

Hier sind 30 Jahre und länger möglich, wenn

man in hochwertige Produkte und Komponenten

investiert.

ße, die sich durch hohe Zuverlässigkeit, Effizienz

richter für netzgekoppelte PV-Anlagen jeder Grö-

und Leistungsvermögen auszeichnen. Ergänzt

Führend in Qualität und Nachhaltigkeit

wird das Produktsortiment durch eine umfassende

Palette an Komponenten zur professionel-

Seit 1945 erforscht Fronius neue Technologien

zur Umwandlung elektrischer Energie. Das sind len Anlagenüberwachung, Datenvisua lisierung

mehr als sechs Jahrzehnte Erfahrung, Fortschritt und -analyse.

Preis in Cent

45

40

35

30

Strompreis

SPARPOTENTIAL

25

20

15

10

Selbstkosten für Solarstrom

5

0

2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2026 2028 2030

Bei dem Traditionsunternehmen wird Qualität

seit mehr als 60 Jahren großgeschrieben. Alle

Wechselrichter werden auf Herz und Nieren geprüft.

So wird sichergestellt, dass die Produkte

auch unter härtesten Bedingungen zuverlässig

arbeiten. Umwelteinflüsse wie Spritzwasser,

Staub, Salz oder Temperatur sind dabei keine Herausforderung

für einen Fronius Wechselrichter.

Langfristige Werte schaffen

Fronius ist ein familiengeführtes Unternehmen.

Die Erfolgsgeschichte vom Ein-Mann-Betrieb

zum anerkannten Technologieunternehmen begann

1945 in Pettenbach (Österreich), wo Günter

Fronius in einer Scheune die ersten Batterie ladegeräte

entwickelte. Aus eigener Kraft und

ohne sich von externen Finanziers abhängig zu

machen, hat Fronius im Laufe der Jahre umfassendes

Wissen und Know-how für das Unternehmen

aufgebaut. Ständiger Fortschritt und

technische Innovationen sind das Ergebnis von

ausdauernder Forschungsarbeit, Fleiß und persönlichem

Engagement. ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.fronius.de


22 Perspektive

BLITZ- UND ÜBERSPANNUNGSSCHUTZ VON PV-ANLAGEN

ÜBERSPANNUNGEN SICHER ABLEITEN

BLITZSCHUTZ IST INSBESONDERE AUCH BEI PHOTOVOLTAIK-ANLAGEN RATSAM.

HIER GILT: BESSER IN SCHÜTZENDE MASSNAHMEN INVESTIEREN ALS DURCH

ÜBERSPANNUNGEN BESCHÄDIGTE PV-BAUTEILE RISKIEREN.

Die zerstörerische Wirkung von Überspannungen,

vor allem durch Blitzeinschlag, wird von den

Betreibern einer Photovoltaik-Anlage oft unterschätzt.

Dabei sind sie laut GDV e. V. die häufigste

Ursache für Anlageschäden. Allein im Jahr 2011

betrugen in Deutschland die durch Überspannungen

entstandenen und gemeldeten Versicherungsschäden

aus Ertragsausfall und Reparaturkosten

rund 330 Mio. Euro.

AUSGANGS SITUATION MASSNAHME TRENNUNGSABSTAND

NACH DIN EN 62305

EINGEHALTEN

POTENZIAL-

AUSGLEICH

ÜBER-

SPANNUNGS-

SCHUTZ

BEISPIELHAFTE

PRODUKT-

ABBILDUNG

◼ Äußere Blitzschutzanlage

(gemäß DIN EN 0185-305)

Blitzschutzsystem nach

DIN EN 62305 anpassen

ja mind. 6 mm 2 DC: Typ 2

AC: Typ 1

Blitzschutzsystem nach

DIN EN 62305 anpassen

nein mind. 16 mm 2 DC: Typ 1

AC: Typ 1

◼ Keine äußere Blitzschutzanlage

◼ Erdleitungsanschluss

Prüfung der Forderungen:

LBO, Vds 2010,

Risikoanalyse …

– mind. 6 mm 2 DC: Typ 2

AC: Typ 2

Quelle: OBO Bettermann


Perspektive

23

Gewitter, Blitze: Bei entsprechendem, sachgerecht installiertem Schutz nimmt eine

Photovoltaik-Anlage keinen Schaden.

Wie Überspannungen entstehen

Für Überspannungen kommen im Wesentlichen

vier Ursachen in Betracht:

◼ Bei einem direkten Blitzeinschlag koppeln sich

enorme Stoßspannungen auf den elektrischen

Leitungen der PV-Anlage ein. Im ungünstigsten

Fall kann dabei durch Stromüberschlag sogar

ein Brand entstehen

◼ Hohe Spannungen werden auch beim indirekten

Blitzeinschlag, also bei größerer Entfernung

von der PV-Anlage, auf das PV-Leitungssystem

eingekoppelt

◼ Die PV-Anlage schädigende Überspannungen

können zudem durch Einkopplungen elektromagnetischer

Felder verursacht werden

◼ Auch durch Schalthandlungen können Überspannungen

entstehen

Auswahlkriterien für Schutzsysteme

Effektiven Schutz bietet nur ein sorgfältig geplantes

Blitz- bzw. Überspannungsschutzkonzept. Bei

Planung und Umsetzung müssen neben den Regelungen

der DIN VDE [0100-443, 0185-305 Teil 3

(Beiblatt 5) und 0100-712] die Bestimmungen der

VdS 2010 und die Landesbauordnung des jeweiligen

Bundeslandes beachtet werden.

Ausschlaggebendes Kriterium für die Auswahl

des Schutzsystems sind die für die Wahrscheinlichkeit

eines Blitzeinschlags und seine schädigenden

Auswirkungen maßgeblichen anlagespezifischen

Risikofaktoren. Versicherungen verlangen

deshalb für die Gewährleistung des Versicherungsschutzes

oft eine Blitzschutz-Risikoanalyse. Bei der

Analyse geht es zuerst einmal um die Frage, ob für

die PV-Anlage ein äußeres Blitzschutzsystem erforderlich

ist oder nicht. Bei einem geforderten

äußeren Blitzschutz ist in einem zweiten Schritt

nach DIN VDE 0185-305 Teil 3 Beiblatt 5 der notwendige

Trennungsabstand zwischen PV-Unterkonstruktion

und Blitzschutzsystem rechnerisch nachzuweisen.

Reicht z. B. der einzuhaltende Abstand

(überschläglich mindestens 50 cm) nicht aus, so

fordert die DIN VDE 0185-305 Teil 3 Beiblatt 5 die

Einbindung in den Blitzschutz-Potenzialausgleich

und den Einsatz von Überspannungsschutzgeräten

des Typs 1 mit einer Blitzstromtragfähigkeit von

mindestens 10 kA.

Ist nach einer Risikoanalyse ein äußerer Blitzschutz

nicht erforderlich, reicht hingegen zum

Überspannungsschutz neben einem Erdleitungsanschluss

ein Überspannungsableiter des Typs 2

aus (siehe auch Tabelle).

Zu beachtende Installationshinweise

Um die Funktionsfähigkeit des Schutzsystems

nicht zu gefährden, ist auch bei der Installation

Sorgfalt gefragt. So ist darauf zu achten, dass der

Überspannungsableiter möglichst nahe an die

von außen ins Gebäude führenden PV-Leitungen

zu beschalten ist. Um die Gefahr der Einkopplung

von Überspannungen zu verringern, soll zudem

laut Beiblatt 5 der DIN VDE 0185-305 Teil 3 die

Leitungsführung im Generatorfeld der PV-Anlage

möglichst schleifenfrei und eng an den DC-Leitungen

ausfallen. Dadurch werden Induktionsschleifen

und Spannungsunterschiede vermieden.

Fazit: Bei einer PV-Anlage sollte unabhängig

von der Größe nicht leichtfertig auf Blitz- und

Überspannungsschutz verzichtet werden. Hilfe

bei der Auswahl einer maßgeschneiderten Schutzlösung

bieten z. B. die kompetenten Berater von

SOLARKAUF, der SGBDD Vertriebsmarke im Bereich

Photovoltaik. ◄


24 Perspektive


Perspektive

25

EIGENSTROMVERBRAUCH BEI GEWERBEBETRIEBEN

PHOTOVOLTAIK

LOHNT SICH!

DER PREIS FÜR STROM STEIGT STÄNDIG. DIE INVESTITION

IN EINE EIGENE SOLAR ANLAGE HILFT UNTERNEHMEN, DIE

BETRIEBS KOSTEN LANGFRISTIG GEGEN STROMPREISER-

HÖHUNGEN ABZUSICHERN.

Begründet ist der Strompreisanstieg u. a. durch

den erforderlichen Netzausbau, stetige Preissteigerungen

bei Öl und Gas sowie die Bestrebungen

hin zu einer Energiewende in Deutschland.

Diese Situation wird sich in Zukunft weiter

verschärfen. Somit ist es für Gewerbebetriebe

wirtschaftlich sinnvoll, die eigene Stromversorgung

selbst in die Hand zu nehmen und so wenig

Strom wie möglich aus dem öffentlichen Netz

einzukaufen.

Mit der eigenen Solaranlage selbst produzierter

Strom bringt Unternehmern nachhaltige Versorgungssicherheit

über Jahrzehnte. Strom zum Festpreis

hergestellt, ohne nachträgliche Preissteigerungen

– damit können die Betriebskosten eines

Gewerbebetriebes langfristig abgesichert werden.

Sparpotenzial durch Eigenstromverbrauch

Eine Solaranlage ist eine wirtschaftliche Investition

in die Zukunft eines Betriebes. Über den Verbrauch

des eigenen Stroms macht sich der Gewerbetreibende

langfristig unabhängig von Strompreiserhöhungen

und schont so sein Budget, indem er

einen Teil der betrieblichen Fixkosten – nämlich jenen

für Strom – „einfriert“.

Energiekonzerne wie RWE und Vattenfall erwarten

weiterhin steigende Strompreise. Selbst nach

konservativen Berechnungen könnte der Preis für

Strom im Jahr 2030 bei über 40 Cent je Kilowattstunde

liegen. Verantwortliche Unternehmer

können aber schon heute sicherstellen, dass ihre

Stromkosten im Jahr 2020 oder 2030 immer noch

bei den heutigen Preisen je Kilowattstunde liegen –

durch die eigene Stromproduktion.

Das Grundprinzip ist einfach: Ein Betrieb verbraucht

so viel Strom wie möglich selbst. Nicht

benötigter Solarstrom wird weiterhin in das

öffent liche Netz eingespeist und der Anlagenbetreiber

erhält eine Einspeisevergütung gemäß

dem „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG). Durch

den Selbstverbrauch spart der Betrieb Strombezugskosten

ein und sichert so die Betriebskosten

in diesem Bereich ab. Böse Überraschungen bei

der Stromabrechnung gehören dann der Vergangenheit

an, denn die eigene Photovoltaik-Anlage

liefert über 20 Jahre und länger konstant Solarstrom.

Um diese lange Lebensdauer zu gewährleisten,

empfiehlt es sich, in qualitativ hochwertige

Komponenten, insbesondere auch in einen

hochwertigen Wechselrichter zur Stromeinspeisung,

zu investieren.

► ► ►


26 Perspektive

Kosten des Solarstroms im gewerblichen Bereich

Die Investitionskosten betragen – je nach Anlagengröße

– durchschnittlich etwa 1 500 €/kWp

(Kilowatt-Peak: Bezeichnung für die elektrische

Leistung von Solarzellen unter Standard-Test bedingungen).

Bei einem üblichen Abschreibungszeitraum

von 20 Jahren betragen die durchschnittlichen

Stromproduktionskosten damit 12 Cent pro

Kilowattstunde. Dem stehen schon heute die

Stromkosten der Energieversorger von 20 Cent

(netto) gegenüber – das entspricht einer Einsparung

von 8 Cent je Kilowattstunde.

So funktioniert Eigenverbrauch von Solar strom

Nicht jeder Gewerbebetrieb ist gleich und der

jeweilige Stromverbrauch kann von Fall zu Fall

unterschiedlich sein. Grundsätzlich aber gilt: Je

höher der Grundlastanteil, also der gleichmäßig

hohe Energiebedarf über den Tag bzw. die Woche,

desto mehr des selbst produzierten Solarstroms

kann man im eigenen Betrieb nutzen. Der Stromüberschuss

an sonnenstarken Tagen kann weiterhin

in das Stromnetz eingespeist und über die

EEG-Vergütung abgerechnet werden – eine lukrative

Möglichkeit, solange der EEG-Vergütungs satz

über den Produktionskosten liegt. Generell gilt,

dass Stromverbrauch, Lastprofil – also die zeitliche

Verteilung – und die Größe der Photovoltaik-Anlage

gut aufeinander abgestimmt sein müssen.

Denn in einem Supermarkt, der sechs Tage die

Woche geöffnet ist und in dem z. B. Tiefkühlware

kontinuierlich, also auch an den Wochenenden,

gekühlt werden muss, gestaltet sich das Lastprofil

anders als in einem Bürogebäude.

Stromspeicherung ja oder nein?

Stromspeicher in Form von Batteriesystemen

werden angeboten, sind allerdings derzeit noch

kostenintensiv. Mittelfristig wird die Zwischenspeicherung

von Solarstrom durch Batteriesysteme

auch preislich attraktiver werden. Nahezu jede

Solaranlage lässt sich dann nachträglich um einen

Speicher ergänzen.

Auf Sicherheit und Zuverlässigkeit achten

Die Voraussetzung für eine unabhängige Eigenstromversorgung

und somit stabile Preise ist, dass

eine Solaranlage zuverlässig und störungsfrei arbeitet.

Sobald eine PV-Anlage abgeschrieben ist,

produziert man seinen Strom beinahe zum Nulltarif,

wobei Laufzeiten von 30 Jahren und länger

möglich sind, wenn der Anlagenbetreiber in hochwertige

Produkte und Komponenten investiert. ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.fronius.de

Mit der eigenen Photovoltaik-Anlage, z. B. auf dem Dach ihres Betriebes, produzieren Unternehmen ihren Strom zum

Festpreis – ohne nachträgliche Preissteigerungen.

Beispiele aus der Praxis

Um einen schnellen Überblick über die erreichbare Selbstversorgungsquote für ein Unternehmen zu

erhalten, hat der Solarelektronikhersteller Fronius drei Beispielanlagen auf Basis der Lastprofile unterschiedlicher

Gewerbebetriebe analysiert. Die Messungen wurden im November 2011 und Juni 2012

vorgenommen.

PV-Anlage für ein Büro- und Technikgebäude

■ Gebäudefläche: 1 280 m²

■ Hauptstromabnehmer: Computer, Drucker, Faxgeräte, Klimaanlage, Technikgebäude

■ Jahresstromverbrauch: 175 544 kWh

■ Installierte PV-Leistung: 12 Fronius IG Plus 150 V-3 Wechselrichter mit einer 150-kWp-PV-Anlage

■ Selbstversorgungsanteil: 40,72 % des Stromverbrauchs durch selbst erzeugten Strom abgedeckt

PV-Anlage für ein Autohaus mit Lackierbetrieb

■ Gebäudefläche: 5 000 m²

■ Hauptstromabnehmer: Werkstatt, Lackiererei, Computer, Drucker

■ Jahresstromverbrauch: 432 000 kWh

■ Installierte PV-Leistung: 5 Fronius CL 60.0 Wechselrichter in einer 300-kWp-PV-Anlage

■ Selbstversorgungsanteil: 36,41 % des Stromverbrauchs durch selbst erzeugten Strom abgedeckt

PV-Anlage für einen Supermarkt

■ Gebäudefläche: 350 m²

■ Hauptstromabnehmer: Kühlgeräte, Beleuchtung

■ Jahresstromverbrauch: 78 300 kWh

■ Installierte PV-Leistung: 4 Fronius IG Plus 150 V-3 Wechselrichter in einer 50-kWp-PV-Anlage

■ Selbstversorgungsanteil: 37,86 % des Stromverbrauchs durch selbst erzeugten Strom abgedeckt ◄


Anzeige Perspektive

27

PRAXISEINSATZ: ETERNIT DACHPLATTEN

MASSGESCHNEIDERTE DACHSANIERUNG

FÜR DIE SANIERUNG EINES IN DIE JAHRE GEKOMMENEN EINFAMILIENHAUSES IN

MÜNCHEN SOLLTE DAS DACH NACH DEN WÜNSCHEN DES BAUHERRN ENERGETISCH

AUF DEN NEUESTEN STAND GEBRACHT WERDEN, OHNE DABEI DIE CHARAKTERIS TI-

SCHE FORM ZU VERLIEREN.

Einst mit Eternit Dachplatten in Doppel deckung

gedeckt, entschieden sich Bauherr und Verarbeiter

wieder für dieses Material. Nach Rückbau und Entsorgung

der alten Dacheindeckung einschließlich

Dampfsperre und Dämmung wurde auf und zwischen

die bestehenden Sparren eine neue Dampfsperre

aufgebracht, die Wasserdampfdiffusion ins

Innere des Hauses zuverlässig verhindert. Anschließend

wurden die Sparrenzwischenräume

komplett mit Mineralwolle mit einer Wärmeleitfähigkeit

von 0,035 W/‌(m²K) ausgedämmt.

Um die Wärmeverluste noch weiter zu reduzieren,

erfolgte eine zusätzliche Aufsparren dämmung

mit 50 mm dicken Eternit Aufsparrendämm elementen

Etertherm-L-PUR+. Die Elemente aus Polyurethan

erreichen mit einer Wärmeleitfähigkeit

von 0,029 W/(mK) sehr gute Dämmwerte und

lassen sich durch ein materialsparendes Endlos-

Steck system mit Nut und Feder komfortabel und

zeitsparend verlegen. Die formschlüssige Verbindung

ohne Wärmebrücken gestattet verschnittfreies

Verlegen, da Reststücke einfach für die folgende

Platteneinheit verwendet werden können.

Die Dämmelemente sind zudem mit der überlappenden,

selbstklebenden Dachfolie Rofatop 135

ausgestattet, die eventuell durch die Dacheindeckung

eingedrungene Feuchtigkeit sicher zur

Traufe ableitet. Durch die hohe Wasserdampfdurchlässigkeit

der Folie wird Diffusions- und

Bau restfeuchte sicher nach außen abgeführt.

Darüber hinaus bietet Rofatop 135 dauerhaften

Wetterschutz gegen Flugschnee und Treibregen.

Doppeldeckung für erhöhte Regensicherheit

Bei der Doppeldeckung wird jedes Deckgebinde in

der Höhe vom übernächsten Gebinde um das Maß

der vorgegebenen Höhenüberdeckung überdeckt.

Im Bereich der Höhenüberdeckung liegen die Dachplatten

somit dreifach, im übrigen Teil doppelt

übereinander. Auf diese Weise macht die Doppeldeckung

das Dach besonders stabil und sicher gegen

Regeneintrieb und Flugschnee. Auch an den

Giebelseiten kamen die blauschwarzen Dachplatten

zum Einsatz und schließen an der Gebäudekante

ohne Überstand bündig ab.

Eternit Dachplatten aus Faserzement überzeugen

durch ihre Materialeigenschaften: Sie besitzen

ein geringes Flächengewicht, sind nicht

brennbar, feuchtigkeitsregulierend sowie frostund

witterungsbeständig. Durch ihre hohe Alterungsbeständigkeit,

die vergleichbar ist mit der

von Beton, garantieren sie ein dauerhaft wartungsarmes

Dach. ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.eternit.de


28 Perspektive

ENEV 2013

NOVELLIERUNGSVERFAHREN ZUR

ENERGIEEINSPARVERORDNUNG

DIE ENERGIEEINSPARVERORDNUNG (ENEV) MAHNT ZUR PFLICHT – UND MACHT DIESE

GLEICHZEITIG EINFACHER ALS BISHER: ZWAR IST DER ENERGIENACHWEIS KÜNFTIG OBLI-

GATORISCH, DOCH MIT DER ENEV EASY LÄSST ER SICH UM EIN VIELFACHES SCHNELLER

FÜHREN ALS BISHER.

Ende Oktober 2012 war es endlich so weit: Nach

langen Besprechungen, Vorstößen und Rückzügen

entließen die Bundesministerien für Verkehr, Bau

und Stadtentwicklung sowie für Wirtschaft und

Technologie die Entwürfe einer Verordnung zur

Änderung der EnEV in die Anhörung der Länder

und Spitzenverbände. Parallel wurde auch der

Ent wurf eines Gesetzes zur Änderung des Energieeinsparungsgesetzes

(EnEG) eingereicht. Er dient

als gesetzliche Ermächtigungsgrundlage für die

in der EnEV-Novelle vorgesehenen Änderungen

und sieht darüber hinaus die Pflicht zur Errichtung

von Neubauten im Niedrigstenergie-Gebäudestandard

(Behördengebäude ab 2019, alle übrigen

Neubauten ab 2021) vor. Die neue EnEV tritt voraussichtlich

Ende 2013 in Kraft.

EnEV easy: einfaches Verfahren für den Standard

Die im Zuge der Neugestaltung angekündigte

Vereinfachung des Nachweisverfahrens, die sogenannte

EnEV easy, unterteilt dafür geeignete, neu

errichtete Wohngebäude in fünf Kategorien und

kombiniert diese mit jeweils zehn marktgängigen

Heiz- und Lüftungssystemen. Fällt das zu bewertende

Bauwerk in eine der vorgeschlagenen Kategorien,

müssen die mit dem Nachweis betrauten

Planer dafür künftig lediglich Tabellenwerte mit

Anforderungen an die Mindest-Wärmedurchlasskoeffizienten

(U-Werte) von Dächern, Wänden,

Kellerdecken, Fenstern und Türen für Einfamilienhäuser,

Doppelhaushälften, Reihen- und Mehrfamilienhäuser

ablesen sowie vergleichen. Ein

weiterer EnEV-Nachweis ist nicht mehr nötig.

Die Grundlage für das vereinfachte Modellgebäudeverfahren

EnEV easy bildet ein Datenpool

aus hierzulande typischen Wohngebäuden:

Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser.

Dieser Pool ist wiederum die Basis für eine Klassifizierung

der Bauteile der Gebäudehülle nach

Mindestwerten für den Wärmedurchgangsko -

effi zient, (Variante A = schlechter Wärmeschutz

bis Variante E = guter Wärmeschutz). Die Kombination

der Kennwerte mit marktgängigen

Anla gentechniken garantiert, dass die Anforderungen

der Energieeinsparverordnung und des

Erneuerbare-Ener gien- Wärmegesetzes (EEWärmeG)

eingehalten werden. Neben dieser Erleichterung

des Nachweises hält die neue EnEV jedoch

auch einige Verschärfungen bereit, etwa in


Perspektive

29

Bezug auf den sommerlichen Wärmeschutz. Dieser

muss nach der überarbeiteten Fassung der

DIN 4108-2:2012 § 8 künftig für kritische Räume

nachgewiesen werden. Das lässt sich entweder

wie bisher durch (modifizierte) Sonneneintragskennwerte

erreichen oder durch eine Simulation

der Übertemperaturgradstunden.

Nachweispflicht für Immobilienverkäufer

Die novellierte Energieeinsparverordnung erhöht

nicht zuletzt die energetischen Anforderungen an

Hausbesitzer. Als Qualitätssiegel gewinnt dabei

der Energieausweis an Bedeutung.

Jeder, der eine Immobilie verkaufen oder vermieten

will, muss dem Käufer bzw. Mieter künftig

eine Energieausweis-Kopie aushändigen. Bei Gebäuden

mit einer Nutzfläche von 500 m² und mehr

(ab 8. Juli 2015 gilt die Grenze von 250 m² und mehr)

mit Publikumsverkehr muss diese sogar aushängen.

Dies betrifft etwa Banken, Geschäfte oder

Gaststätten. Im Falle eines Verkaufs oder einer Vermietung

ist es erforderlich, dass der Endenergieverbrauch

in der (kommerziellen) Anzeige erwähnt

wird. Gewerbliche Immobilienanzeigen müssen

auch den Kennwert des Energieausweises – soweit

ein Ausweis vorhanden ist – anführen.

Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis

benötigen in Zukunft als Empfehlung

konkrete Maßnahmen für eine umfassende Sanierung

sowie Vorschläge für einzelne Bauteile. Darüber

hinaus müssen Energieausweise mit einer

Registriernummer gekennzeichnet und durch unabhängiges

Fachpersonal ausgestellt werden.

Nicht zuletzt muss eine stichprobenartige Kontrolle

durch die Bundesländer erfolgen (mind.

2 000 Ausweise p. a.). ◄

Verbraucher dürfen sich freuen: Die in der neuen EnEV geforderte Reduzierung des Primärenergiebedarfs wird sich

zwangsläufig in geringeren Heizkosten niederschlagen.

DER ENTWURF ZUR ENEV 2013 BEINHALTET IM WESENTLICHEN

FOLGENDE ANFORDERUNGEN:

◼ In den Jahren 2014 und 2016 soll der zuläs sige

Jahres-Primärenergiebedarf jeweils um

durch schnittlich etwa 12,5 % bei Neubauten

reduziert werden und der zulässige mittlere

Wärmedurchgangskoeffizient (Wärmedämmung)

der Gebäudehülle jeweils um durchschnittlich

10 %

◼ Besitzer von Bestandsimmobilien erhalten

keine zusätzlichen Nachrüstverpflichtungen;

die energetischen Mindestanforderungen

für energetische Sanierungen werden nicht

verschärft

◼ Die Angabe energetischer Kennwerte in Im mobilienanzeigen,

insbesondere bei Verkauf und

Vermietung, wird zur Pflicht, ebenfalls die

Übergabe des Energieausweises an den Käufer

oder neuen Mieter und die Verdeutlichung

der bestehenden Pflicht zur Vorlage des Energieausweises

an den potenziellen Käufer oder

Mieter bei der Besichtigung

◼ Die Aushangpflichten von Energieausweisen

werden ausgeweitet sowie ein unabhängiges

Stichprobenkontrollsystem für Energieausweise

und Berichte über die Inspektion von

Klimaanlagen (Ländervollzug) eingeführt ◄

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30 Porträt

ELIAS ISSA: ERFOLGREICH MIT SOLARENERGIE

EIN GEBORENER UNTERNEHMER

DAS UNTERNEHMERTUM LIEGT ELIAS ISSA IM BLUT. SCHON WÄHREND DES STUDIUMS

WAR ER SELBSTSTÄNDIG. INZWISCHEN IST ER VORSTAND DER DEUTSCHEN ECO IN

FRANKFURT AM MAIN.


Porträt

31

„Mir liegt das selbstständige Gestalten

doch sehr am Herzen und ich bin auch bereit,

dafür einiges an Sicherheit aufzugeben.“

ELIAS ISSA

haben. Die zweite Zielgruppe, die er entdeckte,

waren Mittelständler mit einem Betrieb unter

dem – eigenen – Dach und Landwirte. „Wir haben

bei der Photovoltaik auf der Einnahmen seite einen

sehr festen Wert, nämlich die durch Simulation

leicht zu eruierende Summe an Kilowattstunden.

Das haben wir bei der Beratung in Relation zu den

ja damals schon festgelegten Beträgen gesetzt,

die man pro Kilowattstunde erhält. Und das stellte

sich den angesprochenen Personen meist als greifbares,

lukratives Angebot dar“, so Issa.

Wenn es einen geborenen Unternehmer gibt,

dann Elias Issa. Schon vor dem Studium führte

er einen Lebensmittelservice, leitete später ein

Open- Air-Kino und betreute das Marketing des

Basketballteams der Frankfurter Eintracht. Während

seiner Zeit an der Universität arbeitete der

Ökonom parallel zur Ausbildung als Berater rings

um die Themen Erdöl und Gas und wandte sich

danach einer nachhaltigeren Form der Energiegewinnung

zu, der Photovoltaik-Branche.

Nach nur kurzer Zeit als Angestellter in verschiedenen

Industrieunternehmen wurde ihm klar,

„dass mir das selbstständige Gestalten doch sehr

am Herzen liegt und ich auch bereit bin, dafür einiges

an Sicherheit aufzugeben“, lächelt Elias Issa,

Gründer und Vorstand der Deutschen Eco AG.

KOGEP – oder in Langform: Kommunale gewerb

liche Photovoltaik (PV) – hieß die erste

GmbH, die Issa gründete, um mit der Solarenergie

Geschäfte zu machen. Zielgruppe waren zunächst

Schulen. „Ich war damals in Frankfurt stellvertretender

Stadtschulsprecher und viele gute Projekte

in Schulen – vom neuen Chemiesaal bis zum

Basketballfeld – scheiterten, weil die Kommunen

kein Geld dafür hatten“, erinnert er sich. Also

sprach er die Schulleiter an und sicherte ihnen zu,

ihre Wünsche zu erfüllen – sofern er dafür eine f ür

die jeweilige Schule kostenlose PV-Anlage auf

deren bis dahin ungenutztes Dach setzen durfte.

Zehn Jahre ist dies nun her – zehn Jahre, die aus

dem innovativen Geschäftsmann einen erfahrenen

„alten Hasen“ innerhalb der PV-Branche gemacht

Groß wie ein Flugplatz: Anlage in Sachsen-Anhalt

Die erste kommerzielle Anlage schuf die KOGEP i n

Lingelbach bei Alsfeld. Bald darauf folgte eine

weite re Anlage in Wandersleben. Das Unternehmen

wuchs. Zunächst nur mit Issa als treibender

Kraft, bald mit Verstärkung: Dipl.-Ing. (FH) Sven

Bartelt-Muszynski, damals wie heute Geschäftsführer

der SBU Photovoltaik aus Schwedt an der

Oder und ebenso ein geborener Unternehmer,

erwies sich als der perfekte Partner für dem

Öko nomen Issa. „Als wir 2007 das erste Projekt

gemeinsam realisiert hatten, haben wir uns zusammengesetzt

und uns die Frage gestellt, ob es

nicht Sinn machen würde, wenn wir unsere Firmen

vereinigen und er die technische und ich die finanzielle

Leitung übernehmen würden“, erzählt er.

Gesagt, getan: Noch 2007 gründeten die beiden

ein neues Unternehmen – die RGE Energy AG,

die jetzt Deutsche Eco heißt und deren 100 %ige

Tochter die SBU und die KOGEP seither sind. Vor

die Wahl gestellt, ein Elektroinstallationsbetrieb

mit angeschlossener Finanzierungsabteilung zu

werden oder auch auf bedeutende Anlagen und

damit das große Geschäft zu setzen, entschieden

sich beide Partner für Letzteres.

► ► ►


32 Porträt

„Die Aufgabe in den kommenden Jahren

wird es sein, den Eigenverbrauch im Haus zu

steuern und die Netze darüber hinaus intelligenter

zu machen.“ ELIAS ISSA

Heute sind die Kerngeschäftsfelder sowohl der

Bau größerer als auch kleinerer PV-Anlagen, „denn

wir wussten von vornherein, dass man zwar Großanlagen

benötigt, um die Preise zu senken, dass

aber der Markt schwerpunktmäßig schlicht auf

dezentralen Dachanlagen abgewickelt wird, denn

hier kann die Photovoltaik ihre wahre Stärke ausspielen“,

erklärt Issa.

Ohne zuverlässige Partner ist das Risiko zu groß

Eine kleinere Anlage souverän zu realisieren und

damit Geld zu verdienen bringe allerdings eine

weit größere Komplexität als bei einer Großanlage

mit sich, da die Margen geringer seien und

schon ein kleiner Fehlgriff den Gewinn gegen

null dezimiere. „Darin liegt auch der Grund, wa rum

wir uns so eng und gerne an SGBDD binden“, betont

Issa. „Denn wir benötigen bei diesem Geschäft

einen Partner, der alle Anforderungen an

Logistik und Prozessketten genauestens versteht

und mit uns in jeder Situation konstruktiv zusammen

ar bei tet.“ Im PV-Markt gebe es so viele

Komponenten. Wenn hier ein Problem – und sei

es nur ein Lieferproblem – auftrete, müsse der Industriepartner

bzw. der Lieferant sofort bereitstehen,

um gemein sam eine Lösung herbeizu-


Porträt

33

führen. „Dafür braucht der Lieferant einfach die

klassischen Eigenschaften eines Industrieunternehmens,

denn an erster Stelle steht bei einem

funktionierenden Projekt die funktionierende

Zusammenarbeit. Mit SGBDD wurde ein Partner

gefunden, der sowohl die Lo gistik beherrscht als

auch Qualitätsprodukte anbietet.“

Heute ist Issa nach wie vor in allen Bereichen

der Photovoltaik zu Hause: Die kleinsten Pro jekte

sind Installationen auf Einfamilienhäusern. Das

größte Projekt umfasst rund 129 ha An la gen fl ä -

che – sie befindet sich auf dem ehemals größten

russischen Militärflugplatz in Köthen (Sachsen-

Anhalt). 250 000 Module hat die Gesellschaft hier

verbaut. Das reicht aus, um 12 000 Haushalte mit

Strom zu versorgen und spart jährlich etwa 29 000

Tonnen CO₂ ein.

Um eine derartige Größenordnung gewährleisten

zu können, stellt sich der Unternehmer auf

ver schiedene Standbeine. Die Deutsche Eco agiert

als Projektentwickler und übernimmt die technische

und finanzielle Planung der Projekte. Die SBU

Photovoltaik fungiert als Dienstleister und errichtet

die Solaranlagen. Da für den optimalen Ablauf

dieser Dienstleistung der regionale Bezug unerlässlich

ist, gibt es neben der Niederlassung im

Norden Berlins inzwischen eine weitere in Bremen

sowie eine dritte in Frankfurt. Während die KOGEP

sich mittlerweile auf die Betriebsführung der Anlagen

konzentriert, übernimmt die 2007 gegründete

Gesellschaft SEAG Service auf Kundenwunsch

deren Wartung. „Hier sehen wir ein er hebliches

Marktpotenzial“, ist sich Issa sicher, „denn auch

wenn eine PV-Anlage wartungsarm ist, so ist sie

dennoch nicht komplett wartungsfrei. Und die

Kosten, die eine regelmäßige Wartung aufwirft,

sind im Vergleich zum Risiko, dass eine Anlage aufgrund

von Fehlfunktionen eine Woche unbemerkt

stillsteht, sehr gering.“ Die Papendorf Software

Engineering ist der IT-Dienstleister der Gruppe. Sie

offeriert die Online-Überwachung von Fernmeldeanlagen,

so dass der Kunde ebenso wie das Wartungsunternehmen

und sogar die finanzierende

Bank stets rechtzeitig informiert werden können,

wenn Fehlermeldungen eintreffen.

meist energieintensiven Leuchten durch LED-

Beleuchtung auszutauschen. Dafür zahlen die

Schulen nichts; wir tragen sämtliche Investitionskosten.

Wir wollen lediglich, dass ein Teil der durch

die neue Beleuchtung eingesparten Energiekosten

an uns ausgeschüttet wird“, erklärt Issa das

neue Geschäftsmodell.

Sein Unternehmen ist mittlerweile auch in den

USA und in England vertreten – und nach mehr als

zehn Jahren im Geschäft findet Issa den PV-Markt

immer noch so spannend wie zu Beginn: „Wir treten

gerade in eine neue Phase ein“, erläutert er.

„Zuerst waren es die Idealisten, die u. a. aus ökologischen

Gründen diese Anlagen montierten.

Dann kamen die Investoren, die über die Einspeisevergütung

Geld machen wollen. Nun ändert

sich das Geschäftsmodell erneut.“ Weil die Einspeisevergütung

mittlerweile unter den Strompreis

gefallen sei und weiter sinke, während der

Strompreis steige, werde es künftig darum gehen,

mit der eigenen PV-Anlage den teuren Strom aus

dem Netz zu substituieren. „Die Aufgabe in den

kommenden Jahren wird es also sein, den Eigenverbrauch

im Haus zu steuern und die Netze darüber

hinaus intelligenter zu machen.“

Damit ändere sich aber auch der kaufmännische

Hintergrund der Projekte: „Denn kaufmännisch

betrachtet, war der PV-Markt für Investoren

und Banken bis dato ein sicheres Geschäft“, so der

Unternehmer. „Doch wenn der Markt sich dahin

dreht, dass Privatmenschen ihren eigenen Strom

generieren, wird das die Finanzierungsthematik

stark verändern.“ Schließlich sei das Ausfallrisiko

eines Kredits in dieser neuen Konstellation größer

und damit sei es dann umso wichtiger, dass die

Qualität der Anlage stimme. Dazu wiederum müsse

der Kauf- und Installationsprozess optimal ausgeklügelt

sein: Der Stellenwert der Logistik und der

Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Lieferanten

erreiche ein neues Niveau, insbesondere was die

After-Sales-Betreuung anbelange. Issa ist überzeugt:

„Es geht künftig nicht mehr nur darum,

dass die Qualität der Komponenten gut ist, sondern

dass die Bilanz desjenigen stimmt, mit dem

wir den Vertrag abschließen – ein weiteres Argument

für SGBDD. Wenn das alles perfekt harmoniert,

können wir den künftigen Herausforderungen

gemeinsam problemlos begegnen.“ ◄

Photovoltaik, Wind und energieeffizientes Licht

Parallel ist die Deutsche Eco auch auf anderen

Gebieten aktiv. Die Tochtergesellschaft Enawi

projektiert außerhalb von Deutschland mehrere

Windparks. Die Deutsche Eco Licht, ein erst kürzlich

gegründetes weiteres Unternehmen, beschäftigt

sich damit, Wege zu finden, um den Stromverbrauch

von Leuchten umfassend zu minimieren.

„Wie damals in den Anfangstagen unseres Photovoltaik-Geschäfts

gehen wir nun wieder in die

Schulen. Wir bieten ihnen an, ihre vorhandenen,


34 Anzeige Service

FLACHDACHABDICHTUNG

STARKES DOPPEL FÜR SICHERHEIT,

EFFEKTIVITÄT UND PRAXISTAUGLICHKEIT

BEI DER FLACHDACHABDICHTUNG HAT DAS VEDAG TURBODACH EINE TREUE ANHÄN-

GERSCHAFT. ES BIETET SOWOHL SICHERHEIT UND SCHNELLIGKEIT ALS AUCH WIRT-

SCHAFTLICHKEIT – IDEALERWEISE IN ERGÄNZUNG MIT VEDASEAL FLÜSSIGKUNSTSTOFF.

Angesichts des massiven Wettbewerbsdrucks

haben Dachhandwerker es zunehmend schwerer,

sichere Dachsysteme einzusetzen, insbesondere

da Investoren häufig zum niedrigsten Angebot

tendieren. Hier bietet TurboDach von

VEDAG eine Lösung. Das Konzept: keine Kompromisse

bei der Qualität, dafür Senkung der

Projektkosten durch deutlich kürzere Verarbeitungszeiten.

Mit dem bewährten Turbo System

sind Dachaufbauten praktisch in der halben Zeit

zu realisieren.

Verschweißen war gestern

Das von VEDAG patentierte Verfahren ist der herkömmlichen

Verlegung um Längen voraus. Statt

Verschweißen nutzt das Turbo System die schnellere

Kaltverklebung und die „sanfte“ thermische

Aktivierung. Hightech-Einlagen aus hoch reißfesten

Verbundwerkstoffen erlauben es, die alterungsbeständigen

Bahnen deutlich effektiver zu

machen. Längere Bahnen vereinfachen zudem die

Verarbeitung durch die rationellere Montagegröße

und weniger Bahnengewicht. Die Anzahl von

Kopfstößen wird reduziert.

Durch die innovative Verlegemethode bietet

TurboDach hohe Sicherheit speziell in brandsensiblen

Bereichen. Selbstverständlich erfüllt es im

System auch die im Zuge der europäischen Normung

verschärften Brandschutzbestimmungen,

Klassifizierung B ROOF

(t1) „Harte Bedachung“.

Als ideale Ergänzung zum TurboDach System

empfiehlt sich bei schwierigen Anschlüssen und

Durchdringungen der Flüssigkunststoff VEDASEAL.

Auch er ist besonders effektiv, schnell und sicher

einsetzbar und sorgt durch den Verzicht auf

Schweißarbeiten bei der Abdichtung sen sibler Details

gleichermaßen für Sicherheit (Brandschutz). ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.vedag.de

DIE PRODUKTE IM ÜBERBLICK

■ TURBO TO: thermisch selbstklebende

Oberlagsbahn, hochreißfest, extrem

alte rungsbeständig, mit attraktiver

Bestreuung in den Farben Dolomitgrau

und Blaugrün

■ TURBO TU: kaltselbstklebende Unterlagsbahn

für den Einsatz auf unkaschiertem

Poly styrol oder kaschiertem

Polyurethan

■ VEDASEAL: lösemittelfreie Flüssigabdichtung

auf Basis eines 2-komponentigen

Polyurethan-Hybrids mit

Poly estervlies-Einlage ◄

VEDAG AUCH AUF YOUTUBE

Scannen Sie einfach den QR-

Code oder sehen Sie sich das

TurboDach Verlegevideo an

auf:

www.youtube.com/user/VEDAGGmbH ◄


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35

VELUX APPS

MOBILE ANWENDUNGEN

RUND UMS DACHFENSTER

MIT ZWEI NEUEN APPS FÜR SMART-

PHONES UND TABLET-COMPUTER BIETET

DER DACHFENSTERHERSTELLER VELUX

HANDWERKERN UND PRIVATKUNDEN

AUCH MOBIL INFORMATIONEN RUND UM

SEINE PRODUKTE UND INSPIRATIONEN

FÜR DAS LEBEN UNTER DEM DACH.

Laut Emnid DigitalBarometer 2012 nutzt rund

ein Drittel der Deutschen das mobile Internet, ein

Viertel davon verwendet mobile Applikationen,

kurz Apps. Durch den stetigen Anstieg mobiler Internetnutzung

via Smartphone und Tablet-Computer

sind auch für die Baubranche neue, flexiblere

Nutzungssituationen entstanden. So auch bei

VELUX: Eine eigens für Handwerker entwickelte

App für das iPad bietet ein mobiles Beratungs- und

Präsentationstool, das durch innovative Darstellung

der VELUX Produktwelt und eine hohe Benutzerfreundlichkeit

die tägliche Arbeit erleichtert.

Neben Fotos und Videos zur Inspiration stehen Planungsinstrumente

zum Fensteraustausch und zur

Lichtflächenplanung sowie Organisationshelfer

wie Checklisten oder Kundenübersichten zur Verfügung.

Kompakt und übersichtlich haben Handwerker

Kataloge, Broschüren und Einbauanleitungen

papierlos griffbereit und können ihre Kunden

individuell beraten. Die App wird laufend optimiert,

Umfang und Funktionen erweitert. Dabei

berücksichtigt das Unternehmen insbesondere

auch die Rückmeldungen von Kunden.

Optimierte Website

Zudem hat das Unternehmen seinen Internetauftritt

für die Nutzung durch mobile Endgeräte optimiert

und eine eigene mobile Website in Design,

Aufbau und Nutzerführung für Smartphones und

Tablets angepasst. Hier werden übersichtlich

die relevantesten Informationen zur Verfügung

gestellt. Die intuitive Bedienbarkeit ermöglicht

einen schnellen Zugriff auf die VELUX Inhalte –

überall, zu jeder Zeit und mit jedem Betriebssystem.

Ergänzend hierzu hat der Dachfensterhersteller

auch seinen Online-Shop für mobile

Endgeräte weiterentwickelt. ◄

Die VELUX App unterstützt den Handwerker beim

Beratungsgespräch vor Ort mit dem Kunden.

Wohnträume mobil

Für Privatkunden hat VELUX die Wohntraum-App

für das iPhone auf den Markt gebracht. Anhand

von beispielhaften Wohnsituationen unterm

Dach oder eigener Fotos können Nutzer verschiedene

Fensterlösungen für ihr Zuhause simulieren.

Neben diesen beispielhaften Wohntraum-Inspirationen

bietet die App eine Auswahl an Sonnenschutzprodukten

sowie Filmmaterial zu Tageslichtlösungen

und Informationen zu speziellen

VELUX Aktionen, Vertriebspartnern und Ausstellungsräumen.

Auch Handwerker können die

Wohntraum-App als Inspirationshilfe im Kundengespräch

nutzen. Die VELUX Apps sind im Apple

App Store erhältlich und können dort kostenfrei

heruntergeladen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.velux.de/handwerker-app und

www.velux.de/wohntraum-app


36 Service

SERIE „MODERNE BAUSTELLE“ – TEIL 13: RECHNUNGSERSTELLUNG

SORGFALT LOHNT SICH

NICHT KORREKT ERSTELLTE RECHNUNGEN SORGEN FÜR ÄRGER MIT AUFTRAGGEBERN UND FINANZAMT.

DAHER: SORGFÄLTIGES ARBEITEN AUCH IN DIESEM BEREICH ERSPART DEM HANDWERKER UNNÖTIGEN

AUFWAND.


Service

37

Das Schreiben von Rechnungen gehört in jedem

Betrieb zum notwendigen Alltagsgeschäft.

Trotzdem treten gerade im Bauhandwerk dabei

immer wieder Fehler auf. Formale Mängel oder

für den Auftraggeber nicht prüffähige Rechnungs

angaben führen zu Zahlungsverzögerungen

und im schlimmsten Fall sogar zur Nichtvergütung

einer erbrachten Leistung.

Auch das Finanzamt nimmt es bei Rechnungen

sehr genau. Wenn diese formal fehlerhaft sind,

wird einerseits für den Handwerker ein von der

Finanzverwaltung anerkannter Vorsteuerabzug im

Rahmen seiner Umsatzsteuervoranmeldung verhindert

und andererseits sind solche Rech nungen

für den Auftraggeber nicht steuerlich absetzbar.

Pflichtangaben in einer Rechnung

Wie eine formal korrekte Rechnung auszusehen

hat, ist in § 14 des Umsatzsteuergesetzes festgelegt.

Danach gibt es folgende Pflichtangaben:

◼ Die Rechnung muss den vollständigen Firmennamen

und die Anschrift sowie den Namen

und die Adresse des Auftraggebers enthalten

◼ In der Rechnung ist entweder die Steuernummer

oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

anzugeben

◼ Das Rechnungsdatum darf nicht fehlen

◼ Jeder Rechnung ist eine fortlaufende, einma -

lige Rechnungsnummer zuzuweisen

◼ Art und Umfang der erbrachten Leistung sind

ebenso wie der Leistungszeitpunkt bzw. der

Leistungszeitraum in der Rechnung exakt zu

definieren. Der Leistungszeitpunkt kann bei

einer über einen längeren Zeitraum erbrachten

Leistung auch der Tag der Abnahme durch den

Auftraggeber sein

◼ Materialkosten und Lohnkosten müssen aufge

schlüsselt werden, da nach § 35 des Einkommensteuergesetzes

nur die Lohnkosten (bis

maximal 6 000 Euro) vom Auftraggeber steuerlich

absetzbar sind

◼ Die Rechnung muss den Nettopreis, den Umsatzsteuersatz,

die Höhe der Umsatzsteuer

sowie den vom Auftraggeber zu zahlenden

Brutto betrag aufführen. Außerdem sind evtl.

mit dem Auftraggeber vereinbarte Preis nachlässe

– zum Beispiel in Form eines Skontos –

zu benennen. Wer allerdings als Sub un ter nehmer

für einen Generalunternehmer oder einen

Archi tekten tätig ist, darf gemäß § 13b des

Umsatz steuergesetzes die Umsatzsteuer nicht

aus weisen. Steuerschuldner ist in diesem Fall

das beauftragende Unternehmen. Bei Rechnungen

mit Kleinbeträgen bis 150 Euro muss

die Mehrwertsteuer nicht herausgerechnet

werden. Es reicht die Angabe des Bruttobetrags

und des geltenden Steuersatzes

◼ Wichtig ist in der Rechnung auch der Hinweis

auf ihre Aufbewahrungspflicht. Für Privatleute

beträgt sie zwei Jahre, für Geschäftsleute hingegen

zehn Jahre

Welche Fehler zu korrigieren sind

Bei Fehlern in der Rechnung ist zu unterscheiden

zwischen gravierenden und unerheblichen Fehlern.

Reine Rechtschreibfehler bedürfen keiner

nachträglichen Korrektur. Solange die Pflichtangaben

auf einer Rechnung eindeutig zu identifizieren

sind, verliert der Auftragnehmer weder das

Recht auf Bezahlung der erbrachten Leistung noch

die Berechtigung zum Vorsteuerabzug.

Anders sieht es bei verfälschenden Angaben

aus. Bei einem falsch angegebenen Steuersatz

oder einer unkorrekt berechneten Leistungsposition

kann der Auftraggeber selbstverständlich

die Rechnung reklamieren. Der Rechnungsaussteller

ist dann zu einer berichtigten Rechnung

verpflichtet. Gleiches gilt auch für nachträglich

mit dem Kunden vereinbarte Veränderungen

beim Rechnungsbetrag – z. B. durch einen gewährten

Rabatt.

► ► ►

Die Zahlenangaben der einzelnen Rechnungspositionen müssen

für den prüfenden Auftraggeber nachvollziehbar sein.


38 Service

Vor dem Versand der Rechnung muss u. a. die

Einhaltung der Formalien kontrolliert werden.

Aus der Berichtigung muss durch Verweis auf

Datum und Rechnungsnummer eindeutig die

Ursprungsrechnung hervorgehen. Bei einer berichtigten

Rechnung ist der Vorsteuerabzug erst

zum Zeitpunkt ihres Zugangs beim Auftraggeber

möglich.

Gemeinsames Aufmaß vorteilhaft

Die Reklamation von Rechnungen durch den Kunden

betrifft dank maßgeschneiderter Rechnungssoftware

meist nicht unkorrekte Formalien oder

Berechnungsfehler, sondern speziell im Bauhandwerk

nicht ausreichend prüffähige Nachweise der

erbrachten Leistung. Ist eine Rechnung aus Sicht

des Auftraggebers nicht prüffähig und rügt er dies

rechtzeitig, hat der Auftragnehmer keinen Anspruch

auf Vergütung.

Knackpunkt ist häufig die den einzelnen Rechnungspositionen

zugrunde liegende Leistungsermittlung

durch den Auftragnehmer. Nach ATV DIN

18299 der VOB/C wird die erbrachte Leistung nach

den Ausführungsplänen des Planers ermittelt, soweit

sie den Plänen entspricht. Sind solche Pläne

nicht vorhanden, ist die Leistung vom Auftragnehmer

aufzumessen. Das Aufmaß dient laut § 14 der

VOB/B dazu, dem Auftraggeber Art und Umfang

der erbrachten Leistung prüffähig in beigefügten

Zeichnungen und Massenberechnungen sowie

anderen Belegen nachzuweisen.

Das gemeinsame Aufmaß mit dem Auftraggeber

ist der sicherste Weg zum prüffähigen Nachweis.

Die zu protokollierenden Aufmaßergebnisse

und Feststellungen über die zu erbringenden Leistungen

sind erst einmal für beide Parteien bindend.

Für sogenannte verdeckte Leistungen sieht

auch die VOB/B ein gemeinsames Aufmaß vor.

Typische Beispiele sind eine später abgedeckte

Drainage oder verlegte Leitungen, die sich nach

Abschluss der Baumaßnahme unter Putz befinden.

Zwar kann der Handwerker auch nach einem

gemeinsamen Aufmaß bei der Rechnungserstellung

eine andere Massenberechnung zugrunde

legen. Das Gleiche gilt für den Auftraggeber bei

der Prüfung der Schlussrechnung. Auftragnehmer

oder Auftraggeber sind dann aber für die Begründung

jeweils in der Beweispflicht.

Zahlungsunwilligkeit oft Reklamationsgrund

Mit sinkender Zahlungsmoral häufen sich die

Rechnungsreklamationen. Auch eine absolut korrekte

und prüffähige Rechnung ist für den Handwerker

leider keine hundertprozentige Garantie

für die fristgerechte Bezahlung seiner erbrachten

Leistung. Zahlungsunwillige Kunden finden sozusagen

immer „ein Haar in der Suppe“. Wenn an

Form und Prüffähigkeit der Rechnung nichts auszusetzen

ist, werden eben vermeintliche Ausführungsmängel

reklamiert, um eine Zahlung aufzuschieben.

Eine sorgfältig erstellte Rechnung bildet

demnach nur die Voraussetzung für pünktlichen

Zahlungseingang. Sie stellt letztlich auch einen für

den Kunden sichtbaren Qualitätsnachweis dar. ◄

Montagesysteme für

Solaranlagen

Aufdach • Indach • Flachdach • Freiland

Die Mounting Systems GmbH gehört

zu den größten internationalen Gestell­

produzenten im Bereich Solarenergie.

Mit über 20 Jahren Marktexpertise

ist das Unternehmen ein starker

Partner für individuelle Lösungen

mit führenden Technologien.

Mounting Systems GmbH

Mittenwalder Straße 9a • D 15834 Rangsdorf • Tel. +49 (0)33708 529-0

info@mounting-systems.de • www.mounting-systems.de


Anzeige Service

39

FLACHDACHZIEGEL

ELEGANZ UND QUALITÄT

DER „5-STERNE“-ZIEGEL PREMION VON CREATON STEHT FÜR BESTE QUALITÄTSROH STOFFE,

EINE SPEZIELLE VERFALZUNGSTECHNIK, HERVORRAGENDE FROSTBESTÄNDIGKEIT, EINEN

DURCHGEFÄRBTEN ZIEGELKÖRPER UND EIN EINZIGARTIGES FARBSPEKTRUM.

KERALIS heißt das innovative Herstellungsverfahren,

das den PREMION Ziegel von CREATON,

einem der führenden europäischen Tondachziegelhersteller,

so hochwertig macht. Hierbei werden

nur nahezu feinkeramische Rohstoffe verarbeitet

und mit dem „Hochbrandfaktor“ bei Temperaturen

von mehr als 1 100 °C gebrannt. Durch diesen

Sinterbrand entsteht ein homogener, strukturdichter

und komplett durchgefärbter Ziegelkörper

mit einer dicht verschlossenen Oberfläche.

Aufgrund dieser durchgehenden Färbung ist er

bei Verarbeitern besonders beliebt, da mögliche

Stoß- und Schnittstellen kaum sichtbar werden.

Außerdem ist der PREMION durch seine feinporige

Oberfläche extrem robust und unempfindlich gegenüber

Umwelteinflüssen wie Schmutz-, Algenund

Moosablagerungen.

Sicher, attraktiv und vielseitig

Die Vierfachüberdeckung ist ein weiteres Premium-Merkmal,

bei der sich etwa 38 % des Ziegels

unter der sichtbaren Dachfläche befinden. Seine

vertikale Verfalzung mit der neuartigen „Labyrinth-Technik“

verhindert mit speziell ge formten,

besonders ausgeprägten Seitenrippen das Eindringen

von Wasser selbst bei hohem Winddruck

und garantiert so höchste Dachsicherheit für Verarbeiter

und Bauherren gleichermaßen. Das gilt

auch für flach geneigte Dächer bis 7° Dachneigung.

Somit ist eine wirtschaftliche und durch

den flexiblen Verschiebebereich einfache Verlegung

gewährleistet.

Das CREATON Top-Modell, das attraktive Optik

und hochmoderne Technik miteinander vereint,

feiert in diesem Jahr bereits sein 10-jähriges Jubiläum.

Den PREMION gibt es in zwölf verschiedenen

Farb- und Oberflächenvarianten, die vielfältigen

Gestaltungsspielraum für dauerhaft schöne

und qualitativ hochwertige Dächer bieten. ◄

DER PREMION

FLACHDACHZIEGEL

■ Höchste Widerstandsfähigkeit durch

Sinterbrand

■ KERALIS Verfahren ermöglicht natürliche

Durchfärbung auch bei dunklen Tönen

■ Erhältlich in zwölf Farb- und

Oberflächenvarianten

■ Bis 7° Dachneigung einsetzbar

(mit wasserdichtem Unterdach)

■ Überdurchschnittliche

Regeneintragssicherheit ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.creaton.de


40 Anzeige Service

AKKU-NAGLER UND SPEZIALSÄGEN

INNOVATIVE HELFER FÜR DIE BAUSTELLE

SIE SIND WIRTSCHAFTLICH, VIELSEITIG

EINSETZBAR UND SOLLTEN AUF KEINER

BAUSTELLE FEHLEN: DER WELTWEIT ERSTE

AKKUBETRIEBENE 90-MM-NAGLER UND

DIE NEUEN SPEZIALSÄGEN VON DEWALT.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.dewalt.de

Ob beim Schalungsbau, bei Dachstuhlarbeiten, Bodenkonstruktionen,

Trennwandsystemen oder Terrassenbau: Zimmerer, Dachdecker und Innenausbauer

profitieren gleich in mehrfacher Hinsicht vom neuen 90-mm-Akku-

Nagler. Im Gegensatz zu Gas-Naglern ist der DCN 690 temperatur un abhängig

von −15 bis +50 °C und sofort einsatzbereit. Pro Sekunde versenkt er bis zu zwei

Nägel; mit einer Akku-Ladung sind ca. 600 Schuss möglich. Die Kraft bezieht

der vibrationsarme Nagler u. a. aus dem kohlebürstenlosen Motor mit sehr

hohem Wirkungsgrad und seinen 4,0 Ah XR-Li-Ionen-Akkus. Mit nur 345 mm

Länge ist der DCN 690 kompakt und eignet sich besonders für enge Stellen

und Überkopfarbeiten. Er verarbeitet D-Kopfnägel und außenmittige Rundkopfnägel

mit einem Schaftdurchmesser von 2,8 bis 3,3 mm und Längen von

50 bis zu 90 mm in weiches Holz und 50 bis 63 mm in hartes Holz. Die richtige

Einschusstiefe lässt sich mittels Stellrad werkzeuglos einstellen, Einzel- oder

Dauerauslösung werden über einen Schalter festgelegt. Eine optische Anzeige

am Nagler informiert über im Schusskanal verklemmte Nägel, die sich einfach

und schnell entfernen lassen. Für den Nagler bietet DEWALT ein umfassendes

Sortiment an papiergebundenen D-Kopf-Nägeln an.

Spezialsägen für viele Einsatzbereiche

Darüber hinaus bietet DEWALT vier weiterentwickelte Spezialsägen mit unterschiedlicher

Leistungsaufnahme und Sägeblättern. Die neuen Sägen mit

robustem Aluminiumgehäuse und Anschluss zur Staubabsaugung haben

durchzugsstarke Motoren mit 1 600 bzw. 1 700 Watt. Sie sind für härteste Anforderungen

gerüstet und können auch Diagonalschnitte zügig ausführen.

Das verwindungssteife und qualitativ hochwertige Schwertdesign sorgt langfristig

für eine stabile Blattführung und somit einen akkuraten Schnitt. Dank

der neuen Endklammer lässt sich das gesamte Schwert durch den Schnitt

ziehen. Das Sägeblatt ist mit Hilfe des am Gerät montierten Schlüssels und

nach nur drei Schrauben schnell und unkompliziert gewechselt. Ergänzt wird

das Angebot durch zehn verschiedene Sägeblätter, die das Anwendungsspektrum

deutlich erweitern: Sägeblätter für die Hauptanwendungen in Poroton

und Porenbeton (bis Festigkeitsklasse 20 N/mm²), eines zum Schneiden ausgewählter

Isolier- und Dämmstoffmaterialien und ein Holzblatt für Schnitte

in Hart- und Weichholz sowie in gepresste Holzdämmstoffe. ◄

AKKU-NAGLER DCN 690 –

AUSSTATTUNGSVARIANTEN

■ M2-Version: 18 Volt, 4,0 Ah, inkl. Zweitakku, Systemschnell-Ladegerät

und Transportkoffer

■ N-Version: ohne Akkus und Ladegerät

■ Kit-Version DCN690M2K: 18 Volt, 4,0 Ah, inkl. Zweitakku, Systemschnell-Ladegerät

und Toughbox DS400

■ Kombi-Version DCK260M2: zusammen mit Zweigang-Akku-Bohrschrauber

DCD780, 18 Volt, 4,0 Ah, inkl. Zweitakku, Systemschnell-

Ladegerät und Toughbox DS400

DEWALT SPEZIALSÄGEN

■ Robuste Verarbeitung für hohe Anforderungen

■ Starke Motoren, 1 700 Watt Aufnahmeleistung

■ Verwindungssteifes Schwertdesign: stabile Blattführung, akkurater

Schnitt

■ Hublänge 40 mm, Schnittlänge 430 mm

■ Zehn Sägeblätter für unterschiedliche Anwendungen ◄


Anzeige Service

41

Sanierung Anschluss

Lichtkuppel.

Schadensbild mit dringendem

Sanierungsbedarf.

FEUCHTIGKEITSABDICHTUNG MIT SYSTEM

GANZ SCHÖN TROCKEN

FEUCHTIGKEIT IN BAUWERKEN IST OFT DIE URSACHE FÜR AUFWENDIGE UND TEURE REPARATUR- UND

SANIERUNGSMASSNAHMEN. ENTSPRECHEND GEFRAGT SIND KOSTENGÜNSTIGE ALTERNATIVE SANIERUNGS-

KONZEPTE – WIE GOMASTIT AQUA-PROTECT-FLEX LIQUID.

Sanierung

Garagendach.

Ein komplettes Entfernen von rissig oder spröde

gewordenen Bitumenbahnen auf Flach dächern

und ein neuer Aufbau der Abdichtung sind mit viel

Aufwand und hohen Kosten verbunden. Und es

bleibt die Frage, was mit der Feuchtigkeit passiert,

die durch die Beschädigung schon in die Gebäudehülle

eingedrungen ist.

Als vielseitiger Problemlöser auf Flüssigkunststoff-Basis

bewirkt Gomastit Aqua-Protect-Flex

die Diffusion und Verdunstung von Feuchtigkeit

und schützt zuverlässig vor neuem Wassereintritt.

Als 1-K SMP-Hybrid-Polymer ist die Spezialabdichtung

exakt auf die heutigen Bedürfnisse abgestimmt.

Frei von Lösungsmitteln, Zinn, Isocyanat,

Silikon, Bitumen und Phthalat ist der geruchsneutrale

Werkstoff vom unabhängigen Institut GEV-

EMI mit dem EC 1R-Code als sehr emissionsarm

geprüft. Eine Einstufung und Kennzeichnungspflicht

als Gefahrengut besteht daher nicht.

dieses Produkt sehr viel Bewegung der Gebäudehülle

aufnehmen und gleichzeitig Spannungen

ausgleichen. Eine hohe Bitumenverträglichkeit ist

ebenfalls gegeben. Der Einsatz eines Sperrprimers

ist nicht erforderlich.

Der Materialauftrag erfolgt mittels Roller,

Spachtel oder Pinsel. Weitere Einsatzgebiete sind

das Abdichten von senkrechten Flächen wie Außenmauern

sowie das Ausgießen von horizon talen Bewegungsfugen.


Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.reiss-kraft.de

FOLGENDE NACHWEISE

LIEGEN VOR:

■ Prüfzeugnisse für Bauwerksabdichtungen

nach Bauregelliste A, Teil 2, lfd. Nr. 2.51,

DIN 18195, Teil 4, 5 und 6

■ Prüfberichte zum Nachweis des Brandverhaltens

nach DIN EN ISO 11925-2 sowie

Prüfbericht zum Nachweis des Verhaltens

einer Bedachung bei Beanspruchung von

Feuer durch außen nach DIN CEN/TS 1187,

Prüfverfahren 1

■ Klassifizierung des Brandverhaltens nach

DIN EN 13501-1 und 13501-5 ◄

Vielseitiger Einsatz und einfaches Handling

Gomastit Aqua-Protect-Flex Liquid lässt sich in

vielen Bereichen einsetzen und bietet ein mehrstufiges

Wirkungsprinzip: So kann die im Vorfeld

eingedrungene Feuchtigkeit nach dem Beschichten

diffundieren und verdunsten, während gleichzeitig

eine wasserdichte Schicht aufgebaut wird.

Es dringt kein Wasser mehr nach. Durch seine spezielle

Beschaffenheit als flexibles Polymer kann

Die clevere Alternative bei feuchtigkeitsbedingten Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen: Gomastit Aqua-Protect-Flex

Liquid bewirkt durch seine herausragende Eigenschaft, dass verbleibende Feuchtigkeit diffundieren und verdunsten kann

und gleichzeitig eine wasserdichte Schicht aufgebaut wird. Somit dringt kein Wasser mehr von außen ein.


42 Service

DIE NUTZUNG VON PHOTOVOLTAIK-

STROM ZUM EIGEN VERBRAUCH WIRD

IMMER LOHNENDER. VERMUTLICH

RECHNET SICH SCHON BALD AUCH

SEINE NUTZUNG ZUR WÄRME-

ENERGIE-ERZEUGUNG.

Der Strompreis steigt kontinuierlich und das

wird auch in Zukunft so bleiben. Deshalb ist es für

jeden Stromverbraucher ratsam, sich durch Installation

einer PV-Anlage von der öffentlichen

Stromversorgung unabhängig zu machen und

den gewonnenen PV-Strom zum Eigenverbrauch

zu nutzen.

Aktuelle Einspeiseregelungen

Spezielle finanzielle Anreize sind nicht mehr erfor

derlich. Zum 1. April 2012 wurde die Eigen -

verbrauchsvergütung im EEG gestrichen, da die

Strom kosten mittlerweile die Einspeisevergütung

übersteigen. Damit rentiert sich jede selbst verbrauchte

Kilowattstunde mehr, als wenn sie ins

öffentliche Netz eingespeist wird. Bei Anlagen

zwischen 10 kWp und 1 000 kWp werden zudem

pro Jahr nur noch 90 % der gesamten erzeugten

Strom menge vergütet. Bei kleinen Anlagen bis

10 kWp und bei Freiflächenanlagen und sonstigen

Anlagen bis 10 MWp erfolgt die Vergütung zu

100 % der erzeugten Strommenge. Voraussetzung

für kleine Anlagen bis 30 kWp ist dabei, dass sie

durch in stal lierte Steuerungseinrichtungen am

öffent lichen Netzmanagement teilnehmen können.

Ansonsten müssen sie ab 2013 die Einspeisung

auf 70 % ihrer maximalen Wirkleistung begrenzen.

Die Einspeiseregelungen gelten für alle

Anlagen, die ab dem 1. April 2012 in Betrieb genommen

wurden, allerdings erst ab dem 1. Januar 2014.

Stromspeicher einplanen

Beim Eigenverbrauch von PV-Strom ist die Inves tition

in einen Stromspeicher immer sinnvoll. Schon

ein einfaches Rechenbeispiel anhand eines Haushalts

mit durchschnittlichem Stromverbrauch zeigt

die dadurch erheblich zu steigernde Effizienz einer

PV-Anlage auf. Grundlage ist ein klassischer Vier-

Personen-Haushalt mit einem Strombedarf von

jährlich rund 4 000 kWh.

Ohne Einsatz eines Stromspeichers können

durch eine Standard-PV-Anlage mit einer no minellen

Leistung von 4,5 kWp über das Jahr ge se-


Service

43

PV-STROM ZUM EIGENVERBRAUCH

SCHONT GELDBEUTEL

UND UMWELT

hen ca. 600 kWh gewonnener PV-Strom für den

Eigenverbrauch genutzt werden. Damit wird eine

Deckung von rund 15 % des jährlichen Strombedarfs

erzielt. Wesentlicher Grund für die relativ geringe

Deckungsrate ist der zeit liche Abstand zwischen

maximaler PV-Strom produktion während

der Mittagsstunden mit besonders hoher Sonneneinstrahlung

und dem Stromverbrauch. Letzterer

verschiebt sich in der Spitze in einem modernen

Haushalt immer mehr in die Abendstunden mit

geringer oder keiner PV- Stromgewinnung.

Deutlich effizienter wird daher das Leistungsvermögen

der PV-Anlage ausgeschöpft, wenn

durch einen Stromspeicher der PV-Strom zwischengespeichert

und während der Verbrauchsspitzen

an die häuslichen Elektrogeräte abgegeben werden

kann. Die Deckung des Eigen verbrauchs steigt in

dem Rechenbeispiel dadurch in der Grundaus -

bau stufe eines Speichers (Speicherkapazität 3 bis

4 kWh) auf ca. 70 %. Soll eine komplette Deckung

des Strombedarfs erreicht werden, ist die Speicherkapazität

durch weitere Ausbaustufen auf rund

14 kWh zu erhöhen. Ob sich eine solche zusätzliche

Ausbauinvestition wirtschaftlich lohnt, ist angesichts

der benötigten hohen Speicherkapazität

allerdings derzeit noch zu hinterfragen.

Welche Speichertechnik ist zu empfehlen?

Die zurzeit genutzten Stromspeicher sind überwiegend

Blei-Batterien mit Ladezyklen von 2 000.

Aufgrund einer Entladetiefe von 50 % steht auch

nur die Hälfte des gespeicherten Stroms für den

Eigenverbrauch zur Verfügung. Deshalb wird bei

der Speichertechnik die Zukunft den Lithium-

Ionen-Batterien gehören.

Bei Ladezyklen von 6 000 und einer Entladetiefe

von 90 % sind dementsprechend auch 90 % des

gespeicherten PV-Stroms nutzbar. Allerdings sind

diese Batterien vergleichsweise teuer. Es ist aber

damit zu rechnen, dass sich der preisliche Nachteil

gegenüber Blei-Batterien durch Effizienzsteigerung

und eine hohe Lebensdauer ausgleicht.

Heizen mit PV-Strom bald wirtschaftlich sinnvoll

Ökologisch orientierte Bauherren geben sich häufig

mit der Deckung des eigenen Strombedarfs durch

die PV-Anlage nicht zufrieden und nutzen PV-Strom

zudem zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung.

Angesichts sinkender Gestehungskosten

bei PV-Strom und steigender Energiepreise,

z. B. von Heizöl, wird die Nutzung von PV-Strom zur

Wärmeerzeugung aber auch wirtschaftlich bald

inte ressant. Ein Preisvergleich macht es deutlich:

Eine durch Heizöl erzeugte Kilo wattstunde Wärmeenergie

kostet mittler weile schon über 10 Cent,

während die Gesteh ungskosten von PV-Strom derzeit

bei 12 Cent pro kWh liegen – mit fallender

Tendenz. Die Nutzung von überschüssigem PV-

Strom zur Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung

ist zudem mit wenig Aufwand und

geringen zusätz lichen Systemkosten umsetzbar. So

können z. B. viele Warmwasserspeicher in konventionellen

Heizungsanlagen problemlos mit einem

Heizstab nachgerüstet werden. ◄


44 Anzeige Service

WOHNDACHFENSTER MIT 3-FACH-VERGLASUNG

ENERGIEEFFIZIENZ

HOCH 3

ROTO BLUELINE THERMO

■ 2-fach-Sicherheits- und

Wärmedämm-Isolierverglasung

■ Wärmeschutz

■ Wärmedämmwert Ug: 1,0 W/m²K

■ Wärmedurchgangswert Uw: 1,1 W/m²K

ROTO BLUETEC

■ 3-fach-Sicherheits- und

Wärmedämm-Isolierverglasung

■ Reinigungsunterstützende

Aquaclear-Beschichtung

■ Schall-, Sonnen- und Wärmeschutz

■ Einsatzzwecke, für die eine VSG-Scheibe

gefordert wird

■ Wärmedämmwert Ug: 0,83 W/m²K

■ Wärmedurchgangswert Uw: 1,0 W/m²K

ROTO BLUETEC PLUS

■ 3-fach Sicherheits- und

Wärmedämm-Isolierverglasung

■ Reinigungsunterstützende

Aquaclear-Beschichtung

■ Schall-, Sonnen- und Wärmeschutz

■ Einsatzzwecke, für die eine VSG-Scheibe

gefordert wird

■ Wärmedämmwert Ug: 0,51 W/m²K

■ Wärmedurchgangswert Uw: 0,8 W/m²K ◄

EINE NEUE VERGLASUNGSGENERATION VERBESSERT DIE WÄRMEDURCHGANGSWERTE

DER ROTO WOHNDACHFENSTER NOCHMALS DEUTLICH. DAS UNTERNEHMEN HAT DA MIT

DAS PASSENDE ENERGIESPARFENSTER FÜR JEDE BAULICHE HERAUSFORDERUNG IM

PROGRAMM.

Hinter der Entwicklung der neuen 3-fach-Verglasung

Roto blueTec stand die Idee, Wohndachfenster

anzubieten, die von den Maßgaben der

aktu ellen EnEV über die Anforderungen der KfW-

Förderung bis hin zur Passivhaus-Tauglichkeit das

passende Puzzleteil für die Anforderungen des

energetischen Bauens und Renovierens liefern.

Energiesparen serienmäßig –

Roto blueLine Thermo

Schon in der Standardverglasung setzt Roto mit

der neuen 2-fach-Verglasung Roto blueLine Thermo

Maßstäbe für zeitgemäße Energieeffizienz. In

Kombination mit dem serienmäßig integrierten

Wärmedämmblock erreichen die Designo Wohndachfenster

mit dieser Verglasung einen Uw-Wert

von 1,1 W/m²K und erfüllen damit die Vorgaben

der aktu ellen EnEV in vollem Umfang.

Punktlandung in Sachen Wärmedämmung –

Roto blueTec

Die neue 3-fach-Isolierverglasung Roto blueTec

mit VSG-Sicherheitsglas vermindert Einfrieren

und Beschlagen erheblich und schützt aktiv vor

Schall-, Sonnen- und Wärmeeinfluss. Dank Spezial

gas füllung erreicht die Verglasung einen Ug-

Wert von 0,83 W/m²K und garantiert damit effektive

Energieeinsparung, komfortables Raumklima

und ak tiven Klimaschutz. Mit einem Wärmedurch -

gangswert Uw von 1,0 W/m²K erfüllen die Roto

Wohndachfenster mit dieser Verglasungsvariante

die Maß gabe der Förderung durch die KfW.

Energieeffizienz neuester Stand –

Roto blueTec Plus

Lange Zeit galt die Passivhaus-Bauweise als nur

sehr schwer mit Wohndachfenstern vereinbar.

Mit der neu entwickelten Niedrigenergieverglasung

Roto blueTec Plus mit einem Uw-Wert von

0,80 W/ m²K bei Kunststofffenstern eröffnet Roto

dem Dachhandwerk auch in diesem Einsatzbereich

neue Perspektiven. Dank hochdämmender

3-fach-Isolierverglasung aus VSG-Sicherheitsglas

und spezieller Edelgasbefüllung bietet der Hersteller

ein Wohndachfenster, das für den Einsatz

in Passivhäusern optimal geeignet ist. ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.roto-frank.com


Anzeige Service

45

PV-KOMPLETTSYSTEM AUF FLACHDACH

SICHER UND SCHNELL DÄMMEN,

ABDICHTEN UND BEFESTIGEN

BEI DER MONTAGE EINER PHOTOVOLTAIK-ANLAGE AUF EINEM LEICHTBAU-FLACHDACH

WURDEN DIE VORTEILE DES SYSTEM ANGEBOTS VON BAUDER GENUTZT. EIN ZENTRALES

ELEMENT STELLTE DIE FPO-ABDICHTUNG DAR.

Als in der Firma von Carl-Heinz Pfeiffer in Stockach im Zuge eines Neubaus die

Abdichtung einer Lagerhalle anstand, entschied er sich, dies zur Deckung des

Stromverbrauchs mit der Installation einer PV-Anlage zu verknüpfen. Der Bauherr

vertraute dabei in Abstimmung mit dem Architekten und Planer Leonhard Maier

auf ein PV-Komplettsystem von Bauder.

FPO-Abdichtung plus Wärmedämmung

„Die aufeinander abgestimmten Systemkomponenten des Dachaufbaus und der

Photovoltaik sorgten inklusive der optimierten Anlageplanung und umfassenden

Baustellenbetreuung durch den Hersteller für eine maßgeschneiderte Lösung“,

so Maier. Bei der Abdichtung und Wärmedämmung des Leichtdaches kam ein

einlagiges Kunststoff-Abdichtungssystem auf Basis flexibler Polyolefine (FPO)

zum Einsatz. Die Dachbahn ist mit einem Synthesegewebe armiert und dadurch

besonders reißfest. Um hohe Windsogsicherheit zu gewährleisten, wurde sie

vom beauftragten Dachdeckerbetrieb Rückert per Schrauben in der Dachunterkonstruktion

fixiert und im Überlappungsbereich verschweißt.

Bei der nachfolgenden Montage des durchdringungsfreien PV-Systems

SOLfixx verschweißten die Dachdecker die Manschetten der Fixierfüße der

PV-Modul-Unterkonstruktion mit der Abdichtung. Die in die montierten

Fixier füße eingesteckte, wannenförmige Unterkonstruktion mit integrierten

Lauf- und Wartungswegen sowie einem Kabelkanal ist trotz des leichten

Gewichtes extrem witterungsstabil. Windschotte an der Längsseite sorgen

z. B. für das Umlenken von Windlasten.

16 Kilometer Kabel verlegt

Die kristallinen PV-Module mussten anschließend nur noch im Winkel von 10°

in die Unterkonstruktion eingerastet und untereinander verkabelt werden.

Dachdeckermeister Marc Rückert war von der hohen Montagefreundlichkeit

des Systems begeistert. „In relativ kurzer Zeit montierten wir auf dem 5 500 m²

großen Dach inklusive der Unterkonstruktion 1 508 PV-Module mit je 285 Wp

Leistung und verlegten rund 16 Kilometer Kabel. Nur den Netzanschluss musste

abschließend der Elektriker durchführen.“ ◄

FPO-Abdichtung auf Hochleistungsdämmstoff

BauderPIR.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.bauder.de

Die SOLfixx-Unterkonstruktion ist dank eines patentierten

Fixiersystems werkzeugfrei zu montieren.


46 Service

AUFSTOCKUNG UND VERDICHTUNG

MEHR PLATZ MIT HOLZ

UM WOHNRAUM ZU GEWINNEN, KÖNNEN WIR IN DIE FLÄCHE GEHEN. WIR KÖNNEN

ABER AUCH EINFACH HÖHER BAUEN UND DICHTER. UNTER ANDEREM WEGEN DES

GERINGEN GEWICHTES BIETEN SICH HOLZKONSTRUKTIONEN ALS IDEALE BAUWEISE

DAFÜR AN.

Insbesondere in innerstädtischen Bereichen ist

die Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum vielfach

hoch. Um diesen Druck abzubauen, müssen

Flächen reserven angegriffen werden, die bis dato

noch brachliegen. Probate Mittel dafür sind

einerseits die Verdichtung von bereits bebauten

Quartieren und andererseits die Aufstockung

einzel ner Gebäude. Für beide Wege bietet sich

Holz als flexibles und in der breiten Öffentlichkeit

akzeptiertes Material hervorragend an.

Viele Vorteile gegenüber massiver Bauweise

So haben Studien ergeben, dass der natürliche

Baustoff Holz Berührungsängste bei Anwohnern

und Nachbarn, Eigentümern und Mietern abbaut.

Damit eignet er sich gut als Material für Verdichtungen,

in deren Zuge die Menschen zwangsläufig

stärker zusammenrücken. Holzbauten lassen sich

hervorragend vorfertigen und zügig auf- sowie

abbauen – insbesondere in Ballungsräumen mit

hohem Verkehrsaufkommen auch ein wichtiger


Service

47

logistischer Vorteil. Auch für temporäre Verdichtungen

bieten sie sich an, da sie es erlauben, zum

Beispiel für einen späteren Zeitraum gewünschte

Freiflächen schnell wiederzugewinnen. Darüber

hinaus lassen sich Holzbaukonstruktionen einfach

mit verschiedenen Fassadentypen und architektonischen

Vorstellungen kombinieren, so dass Bauherren

mit ihnen auf vielfältige Siedlungstypen

eingehen können. Holzbau ist unter anderem dank

der kurzen Bauzeit wirtschaftlich überzeugend.

Wohn- und Gewerberaum lässt sich damit vergleichsweise

günstig erstellen. Und zudem ist er

der massiven Konkurrenz in puncto Gewichtsersparnis

weit überlegen. Dies hat zur Folge, dass

damit auch Grund bebaut werden kann, der mit

mineralischer Bauweise nur mit komplizierten

Gründungen genutzt werden könnte. Das einstige

Manko Brandverhalten wurde dank der heutigen

innovativen Brandschutzkonzepte mittlerweile so

weit optimiert, dass Holzbauweisen nun auch in

diesem Punkt die Sicherheit von miner alischen

Massivbauten erreichen. Damit sind im Rahmen

von Verdichtungen sogar sechs- oder siebengeschossige

Bauten in Holz möglich – sofern die

entsprechenden Bedingungen erfüllt werden: Bei

der Gebäudeklasse IV müssen Holzhäuser, deren

oberster Fußboden mehr als 7 m oberhalb der

Geländeoberfläche liegt, nach F60-A hochfeuerhemmend

ausgeführt werden. Zu diesem Zweck

er fordert etwa die BayBO seit 2008, dass ► ► ►


48 Service

© Knauf/Ducke

Mehrgeschossige Holzhäuser müssen in der Regel

innen gekapselt bzw. mit speziellen Gipsplatten

bekleidet werden.

sämtliche tragenden Wände und Decken gekapselt

werden müssen, und legt die für solche Kon struktionen

notwendigen Baumaterialien – Gipsplatten

haben sich als brandschutztechnische Bekleidung

etabliert – und Stärken fest.

Beispiel I: Viergeschosser in München

Einer der Vorreiter dieser mehrgeschossigen Holzbauten

war ein Mehrfamilienhaus in der Pariser

Straße in München. Der Viergeschosser belegt nur

eine winzige Ecke zwischen drei Kommunwänden

in einem Hinterhof. Der Bauherr des Objekts entschloss

sich für Holz als Material, da ein Haus in

konventioneller Massivbautechnik aufgrund des

höheren Gewichts eine kostenintensive Pfahlgründung

erforderlich gemacht hätte. Lediglich

das Treppenhaus ließ er aus Stahlbeton erstellen.

Diese Entscheidung, die Erschließungszonen

von mehrgeschossigen Holzbauten in mineralischer

Bauweise auszuführen und gegebenenfalls

Zugänge zu den in Holzbau erstellten Wohneinheiten

über Laubengänge zu führen, ist typisch für

diesen Siedlungstyp. Denn sie stellt auf ein fa che

Weise sicher, dass die Fluchtwege auf jeden Fall

den erforderlichen Brandschutzbestimmungen

ge nügen und zudem rauchfrei gehalten werden

können. Im Objekt Pariser Straße bestehen sämtliche

tragenden Innenwände und die Decken aus

Holzkonstruktionen. Diese sind aus Brandschutzgründen

gekapselt und mit Gipskartonfeuerschutzplatten

umhüllt. So basieren die statisch notwendigen

Innenwände auf Brettsperrholz plat ten,

die ringsum mit zwei Lagen GKF/DF-Platten (nach

DIN 18180/EN 520) ummantelt sind. Alle Wanddurch

brüche – etwa für haustechnische Lei tungs -

stränge – sind mit GKF/DF-Platten bekleidet. Auch

die Decken nutzten Brettsperrholz als tragende

Basis, die an der Unterseite jeweils mit zwei Lagen

Bis zu

10 % *

mehr

Glasfläche

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Service

49

© Knauf/Ducke

HOLZBAUKONSTRUKTIONEN:

VORTEILE BEI AUF STOCKUNG

UND VER DICHTUNG

Der Achtgeschosser in

Bad Aibling gilt als

Deutschlands derzeit

höchstes Gebäude ganz

aus Holz.

■ Lassen sich dank der Vorfertigung schnell

pro duzieren

■ Sind im Regelfall leichter als Massivbauweisen

und belasten die Statik weniger

■ Kein Einbringen von zusätzlicher Feuchtigkeit

in den Bau

■ Hohe Akzeptanz aufgrund des natürlichen

Materials ◄

GKF/DF-Platten beplankt sind. Und der Aufbau der

massiven Bestandteile der Außenfassade beginnt

innen mit Gipsplatten auf OSB-Platten sowie der

Dampfbremse, gefolgt von einer Holzständerkonstruktion

mit dazwischen angeordneter Dämmung.

Außen sind die Ständer mit zwei Lagen

Gipskartonplatten gekapselt und mit Folie bekleidet.

Faserzementplatten dienen als Putzträger für

den Vollwärmeschutz.

Beispiel II: Achtgeschosser in Bad Aibling

Dem Achtgeschosser in Bad Aibling – ein Bau der

Gebäudeklasse 5 –, der als erster Holzbau dieser

Größenordnung hierzulande Furore gemacht hat,

waren sogar umfangreiche Großbrandversuche

vorangegangen, um die perfekte Konstruktion zu

ermitteln. Auf der damit festgelegten Basis mus s-

ten sämtliche verwendeten tragenden Holzbauteile

in F90K60 ausgeführt werden. Die hier zur

Anwendung gekommenen Massivholzwände bestehen

aus einem Kern aus Vollholz, der beidseitig

mit Gipsfaserplatten (Typ GF-C1-W2/GF-C1-I-W2

nach DIN EN 18283-2) gekapselt wurde, um den

Brandschutzanforderungen sowie der Statik zu

genügen. Die Außenwände wurden mit 24 cm

Steinwolle (WLS 035) gedämmt.

Die zur Anwendung gekommene geschlossene

Holzverkleidung mit Nut und Feder sichert an der

Fassade einen höheren Brandwiderstand. Um einen

eventuellen Brandüberschlag zu verhindern,

wurden in Höhe der Geschossdecken zudem

Stahlbleche eingezogen, die den Luftzwischenraum

durchbrechen und ca. 3 cm vor die Fassade

herausragen, so dass die Brandausbreitung an der

Außenfront behindert wird. Die Holzdecken des

Neubaus setzen sich aus fünf Lagen Brettsperrholz

zusammen, das größtenteils mit für F90 geeignete

Gipsplatten doppelt beplankt wurde. Um

die Rauchdichtheit zwischen den Geschossen zu

ge währleisten, wurden in den Decken und im

Anschlussbereich zu den Innenwänden diffusions

offene Fassadenbahnen eingebaut.

Andere Länder gehen andere Wege, um die

Brandsicherheit von Holzbauten zu gewährleisten.

In Österreich etwa sind vielfach technische

Brandschutzlösungen wie Sprinkleranlagen gebräuchlich.

Doch egal welche Methode gewählt

wird, der Zweck ist bei allen identisch: Holzbauten

in puncto Brandschutz so auszustatten, dass

sie damit auch im Mehrfamilienhausbereich mit

mineralischen Bauweisen in Konkurrenz treten

können und sich so auch für die im Zuge unseres

städtischen Platzmangels anstehenden, weiteren

Verdichtungen im Siedlungsbereich eignen.

Aufstockung: mehr Raum am selben Platz

Parallel zur Verdichtung bietet sich aber auch

die Aufstockung als herausragende Möglichkeit

an, um Raumgewinn zu erzielen. Sie hat den Vorteil,

dass dazu keine neuen Flächen versiegelt

werden müssen. Und auch hier punktet der

Holzbau als optimale Bauweise, da er im Vergleich

zum Massivbau weniger zusätzliches Gewicht

bedeutet und damit die auf die ursprüngliche

Statik aus gelegte Basiskonstruktion nicht

überlastet wird. Das gilt insbesondere für leichte

Konstruktionen wie Holzständer- und Holzrahmenbauweisen

in Kombination mit Innen wänden

in Trocken- bzw. Leichtbauweise. Positiv

wirkt sich zudem die Möglichkeit der Vor fertigung

aus. So kann die Bauzeit vor Ort auf ein

Minimum reduziert werden. Das reduziert die

Belastung der Bewohner und Nutzer durch Baulärm

und Schmutz enorm. Nicht zuletzt haben

Holz- und Leichtbauweisen den Vorteil, dass damit

keine Feuchtigkeit ins Gebäude eingebracht

wird.

Somit eignen sich Holzbaukonstruktionen für

fast jedes Objekt, das durch Erhöhung neuen

Platz gewinnen will. Das kann eine Garage sein,

auf deren Oberdeck ein neues Zimmer entsteht,

das sich in ein Kinderreich verwandeln lässt. Oder

das Dach eines Mehrfamilienhauses, wo durch

eine erhöhte Konstruktion Raum für ein, zwei

oder mehrere Wohnungen entsteht. Das kann

auch ein Bürogebäude sein, auf dessen Flachdach

ein weite res Stockwerk Platz findet, in dem

Büros oder Wohnungen untergebracht werden

können. Wenn die Basis stimmt, sind der Aufstockung

keine Grenzen gesetzt.

In dicht besiedelten Städten mit Platzmangel

stellt sie damit genauso wie die Verdichtung

eine ideale Möglichkeit dar, um im Gebäudebestand

neuen Raum zu schaffen, ohne in die

Breite gehen zu müssen und Flächen zu zersiedeln.

Beiden Methoden gehört die Zukunft –

und dem damit zusammenhängenden Baustoff

Holz ebenso. ◄


50 Position

SOLARKAUF PV-FESTPUNKTANKERSYSTEME

LEICHT UND TROTZDEM SICHER FIXIERT

WER PHOTOVOLTAIK-ANLAGEN AUF WENIG BELASTBAREN DÄCHERN SICHER MONTIEREN

MÖCHTE, MUSS VIELE HERAUSFORDERUNGEN BEACHTEN. DAS SOLARKAUF FESTPUNKT-

ANKERSYSTEM LÖST DIESE AUF SCHNELLE UND UNBÜROKRATISCHE WEISE.

Egal ob rund oder gerade: Festpunktankersysteme

eignen sich für die meisten Dächer zwischen 7 und

50 Grad Dachneigung.

GEEIGNETE DACHHAUT FÜR

DAS FESTPUNKTANKERSYSTEM

■ Wellplatten

■ Sandwichelemente

■ Trapezblech

■ Ziegeleindeckung

■ Foliendächer oder Bitumenabdichtung,

mit oder ohne Warmdach ◄

Aus Kostengründen werden die Dächer von

Gewerbe- und Industriehallen statisch optimiert

geplant und gebaut. Entsprechend berücksichtigt

die Statik für diese Gebäude als zusätzliche Dachlastreserven

außer den Schnee- und Windlasten

nur noch wenige zusätzliche Lasten. Um solche

Dächer trotzdem konventionell mit Photovoltaik

(PV) belegen zu können, muss die Unterkonstruktion

der PV-Anlage fest mit der Dachkonstruktion

verbunden werden.

Eine solche feste Verbindung macht jedoch

viele Dachdurchdringungen notwendig und ist bei

großen Spannweiten kaum bzw. nur sehr kostenintensiv

zu realisieren. Die große Zahl an Dachdurchdringungen

erhöht zudem die Gefahr des

Wasser eintritts und damit die eines Wasserschadens.

Herkömmliche Durchdringungen wie mit

Stockschrauben oder Anbindungen an die Tragschale

sind darüber hinaus in der Regel nicht wartungsfrei.

Andererseits sind sie durch das Modulfeld

nach der PV-Montage auch nicht mehr frei

zugänglich, so dass Wartungsprobleme vorprogrammiert

sind.

Um diese Gefahren zu umgehen, wurden in

der Vergangenheit Leichtbausysteme entwickelt,

die ohne Dachdurchdringung auf dem Dach aufgestellt

und nur in den Randbereichen mit wenig

Ballastierung fixiert werden. Diese Systeme können

allgemein allerdings nur bis zu einer Dachneigung

von fünf Grad eingesetzt werden. Bei

grö ßerer Neigung besteht trotz Ballastierung die

Gefahr des Wanderns der Gestelle. Zwingend freibleibende

Randbereiche vermindern zusätzlich

die mögliche Generatorleistung.


Position

51

VORTEILE DES FPA-SYSTEMS

■ Geringe Zahl der Dachdurchdringungen

■ Abdichtung mit Manschetten gemäß Dach -

deckerrichtlinie für Folie oder Bitumen bahnen,

Wellplatten und Trapezbleche

■ Vorkonfektionierung der Bauteile, je nach

Dachkonstruktion

■ Schritt-für-Schritt-Montageanleitung

■ Statischer Nachweis, individuell für das

jeweilige Bauvorhaben

■ Einbauschulung vor Ort (auf Wunsch) ◄

Mit einer Manschette wird der Befestigungsstab des Festpunktankersystems mit der Dachhaut wasserdicht verbunden.

Am Befestigungsstab wird das Kreuzschienensystem mit den Modulen am Dach fixiert.

Festpunktankersystem für Flach- und Satteldächer

zwischen 7 und 50 Grad Dachneigung

Um Dächer mit größeren Dachneigungen ebenfalls

sicher mit PV-Anlagen belegen zu können,

wurde nun das sogenannte Festpunktankersystem

entwickelt. Dieses eignet sich für Flachdächer und

für leicht geneigte Dächer sowie für Satteldächer

mit 7 bis 50 Grad Dachneigung. Bei geringem

Eigen gewicht großflächiger Dachanlagen sichert

das luxra fpa Festpunktankersystem der SGBDD

PV-Vertriebsmarke SOLARKAUF die Gestelle vor

der Gefahr des Abhebens und wirkt dadurch den

auftretenden Windsogkräften entgegen.

Zur Montage der Unterkonstruktion dieses

Fest punktankersystems muss zunächst der Anker

von innen durch die Dachkonstruktion – nur im

Firstbereich – und durch die Dämmung geführt

und im tragfähigen Untergrund befestigt werden.

Die Dachdichtung des Haltesystems erfolgt mittels

einer Manschette von außen. Am so eingerichteten

Haken wird anschließend die Unterkonstruktion

als Kreuzschienensystem fixiert.

Aufgrund der sehr hohen Aufnahme von Kräften

ist es auf diese Weise möglich, Spannweiten von

bis zu 3 m zwischen den Festpunktankern zu erzielen.

Die zur Traufe verlaufende erste Schiene

kann eine Länge von bis zu 12 m erreichen, ohne

dass zusätzliche Befestigungen nötig werden.

Das System ist somit materialsparend, was zur

Gewichtsreduk tion pro Quadratmeter erheblich

beiträgt. Darüber hinaus ist es äußerst einfach

und effizient zu ver legen und daher eine optimale

Wahl für die Kon struk tion von PV-Anlagen auf den

Dächern von Gewerbe- und Industriehallen. ◄

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Baulicher Holzschutz vor Chemie!

Gemäß neuer DIN 68800 - 1 „Grundlagen des Holzschutzes“

dürfen vorbeugende chemische Holzschutzmittel nur

dann eingesetzt werden, wenn alle Möglichkeiten des

baulichen Holzschutzes ausgeschöpft sind.

Die neuen Holzschutzmittelzulassungen nehmen die Vorgaben

der DIN 68800 - 1 auf und verbieten den Einsatz

von Holzschutzmitteln in Aufenthaltsräumen, deren Nebenräumen

sowie den vermeidbaren großflächigen Einsatz in

anderen Innenräumen.

Was sind die wesentlichen Neuerungen

• Die maximal zulässige Einbaufeuchte beträgt 20%.

Nach der neuen DIN 68800 ist es nicht mehr zulässig,

halbtrockenes oder frisches Bauholz zu verbauen.

Die DIN 68800 schließt somit auf zu den Sortiernormen

DIN 4074 und DIN 68365, zur DIN 1052 und

zur VOB ATV DIN 18334, die ebenfalls eine maximale

Einbaufeuchte von 20% fordern.

• Technisch getrocknetes Schnittholz und konstruktive

Holzbaustoffe, wie Brettschichtholz, können, wenn bauliche

Maßnahmen nach DIN 68800 dafür sorgen, dass

sie trocken bleiben, der GK 0 zugeordnet werden. Auf

einen chemischen Holzschutz kann und muss hier verzichtet

werden.

KVH ® (Konstruktionsvollholz) ist technisch getrocknet. Die

Anforderungen der DIN 68800-1 an eine technische Trocknung

werden erfüllt. Die Gefahr eines Bauschadens durch

holzzerstörende Insekten kann nach DIN 68800-1 durch

Verwendung von technisch getrockneten Holzprodukten,

wie KVH ® , vermieden werden.

• Die Rohbaukonstruktion bei Wohngebäuden aus Holz

bleibt frei von chemischen Holzschutzmaßnahmen von

der Schwelle bis zur Dachlatte.

• Der Begriff „Gebrauchsklasse“ aus der europäischen

DIN 335-1 ersetzt den bisherigen Begriff „Gefahren-klasse“

der DIN 68300-3. Die in der DIN 335-1 festgelegten

Gebrauchsklassen für Holz und Holzprodukte beschreiben

unterschiedliche Gebrauchsbedingungen und die sich daraus

ergebenden Anforderungen an evtl. anzuwendende

Holzschutzmittel.

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54 Position

BAU 2013

IMAGEWANDEL: „DEUTSCHLAND BAUT!“

SETZT AUF GEMEINSAME STÄRKEN

SCHMUTZIG UND ANSTRENGEND – DAS VERBINDEN VIELE MIT DEM BAUEN. ABER WIE

WÄRE ES MIT INNOVATIV UND ZUKUNFTSFÄHIG? DIE INITIATIVE „DEUTSCHLAND BAUT!“

HAT SICH ZUM ZIEL GESETZT, VORURTEILE ABZUBAUEN UND DIE ATTRAK TIVITÄT DER

BAUBRANCHE ZU STEIGERN.

Fast jeder achte Arbeitsplatz in Deutschland

hat heute direkt oder indirekt mit dem Bau zu tun.

Vor diesem Hintergrund ist es umso verwunderlicher,

warum die Branche bei Nachwuchs und

Führungskräften so wenig gefragt ist. Offenbar

ist es bisher nicht gelungen, Begeisterung für das

Arbeiten in der Bauwirtschaft mit ihrem hohen

Aus bildungsniveau und den facettenreichen Tätig

keitsfeldern zu wecken. Leidtragende sind vor

allem mittelständische Bauunternehmen, wie das

von Annette Hering, Geschäftsführerin der Hering

Bau GmbH & Co. KG. „Zu Unrecht verbinden viele

junge Leute noch immer Staub, Dreck und Lärm

mit der Baubranche“, sagt die Unternehmerin und

fordert, einen Imagewandel herbeizuführen.

Genau dies ist das erklärte Ziel von „Deutschland

baut!“, einer Initiative von und für Unternehmen

der Baubranche, zu deren Gründungsmitgliedern

auch SGBDD gehört. Die Attraktivität des Bauens

soll nachhaltig und über die gesamte Wertschöpfungskette

gesteigert werden. „Wir wollen das vorhandene

Wissen aller Akteure nutzen und zu Neuem

verbinden“, betont Dieter Babiel, Geschäftsführer

Personal der SGBDD und eine der treibenden Kräfte

hinter „Deutschland baut!“. Daher könne jedes Unternehmen,

das der Wertschöpfungskette „Bau“ angehört,

Mitglied werden – vom selbstständigen

Handwerksmeister bis hin zum klassischen Bauunternehmen.

„Dieses breite Spektrum schafft Synergien

auf ganzer Linie und sorgt für eine Vielfalt

an Ideen und Vorschlägen. Dies macht die Initiative

zu einer Plattform der gesamten Branche“, erklärt

Babiel.

Erster Auftritt gleich auf großer Bühne

Auf der BAU 2013, der Weltleitmesse für Architektur,

Materialien und Systeme, die vom 14. bis

19. Januar in München stattfand, präsentierte sich

„Deutschland baut!“ erstmals der Öffentlichkeit –

und setzte damit sofort Zeichen: Bei einer hochkarätig

besetzten Podiumsdiskussion am ersten

Messetag unter dem Motto „Deutschland baut!

Jeder kämpft für sich alleine“ diskutierten wichtige

Fachleute aus der Branche die Zukunft der

Bauwirtschaft und sprachen sich für einen

Imagewandel aus. Mit dabei waren neben Bundesbauminister

Dr. Peter Ramsauer sowie seinem

Amtsvorgänger und „Deutschland baut!“-Schirmherr

Wolfgang Tiefensee auch Pierre-André de

Chalendar, Prä si dent und Generaldirektor von

Saint-Gobain in Paris. In der von n-tv-Gründer

Karl-Ulrich Kuhlo mode rierten Diskussion plädierte

Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger dafür, schon

in der Schule entsprechende Weichen zu stellen.

Denn: „Bau ist mittlerweile Hightech – bereits in

der Vorsimulation, in der Planung und auch in

der Ausführung“, so der ehemalige Präsident

der Fraunhofer-Gesellschaft. „Um die Baubranche

schnell fit für die Zukunft zu machen, benötigen

wir kreative Ideen und den Austausch

mit anderen Unternehmen“, unterstrich Dr. Peter

Ramsauer die Forderung des Wissenschaftlers.

Genau hier setzt „Deutschland baut!“ an. „Das ist

nicht nur wegen des bevorstehenden demografischen

Wandels in Deutschland erforderlich, sondern

auch, um besser gebildete junge Menschen

für einen Einstieg in die Bauwelt zu motivieren“,

pflichtete Jørgen Tang-Jensen, Vorstandsvorsitzender

der VELUX Gruppe, bei.

Gemeinsamer Videowettbewerb

Das Bundesbauministerium und „Deutschland

baut!“ werden ihre Zusammenarbeit noch weiter

intensivieren. Erstes Projekt: ein gemeinsamer

Video wettbewerb. Unter dem Motto „Werde Bauheld

2013“ sind Unternehmer und Beschäftigte aus

der Baubranche aufgefordert, sich und ihren Beruf

zu präsentieren. Was treibt sie an? Was beeindruckt

sie am meisten? Warum haben sie sich für diesen

Berufsweg entschieden? Im Mai dieses Jahres kürt

Bundesminister Ramsauer die Gewinner. ◄

Diskutierten über die Zukunft des deutschen Baugewerbes (v. l. n. r.): Dr. Peter Ramsauer, Jørgen Tang-Jensen (VELUX),

Pierre-André de Chalendar (Saint-Gobain), Moderator Karl-Ulrich Kuhlo, Annette Hering (Hering Bau), Prof. Dr. Hans-Jörg

Bullinger und Wolfgang Tiefensee.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.deutschland-baut.de


Anzeige Position

55

GIPSFASER-PLATTEN IM HOLZBAU

WIRTSCHAFTLICHE UND

LEISTUNGSFÄHIGE LÖSUNGEN

PRAXISGERECHTE UND ZUGLEICH WIRT-

SCHAFTLICHE SYSTEMLÖSUNGEN SIND DIE

VORAUSSETZUNGEN FÜR ERFOLG REICHE

HOLZBAUBETRIEBE. KEIN WUNDER, DASS

FERMACELL GIPSFASER-PLATTEN BEREITS

SEIT 40 JAHREN IM HOLZBAU EIN GESETZT

WERDEN.

Die langjährige Erfahrung spiegelt sich in den

vielfältigen fermacell Konstruktionen und Anwendungen

wider. Diese erfüllen in Abhängigkeit der

Systeme verschiedenste bauphysikalische Anforderungen,

die an Statik, Brandschutz, Schallschutz,

Wärme-/Feuchteschutz sowie Luft-/Winddichtheit

gestellt werden.

Statisch wirksam

In Holzbauten dient fermacell als statisch wirk sa me

Beplankung von Wand-, Decken- und Dachscheiben.

Hierbei bieten die Gipsfaser-Platten in ihrer mittragenden

und aussteifenden Wirkung vergleichbare

statische Werte wie Holzwerkstoffplatten. Ein weiterer

Pluspunkt: Für die Bemessung in allen Erdbebenzonen

Deutschlands gilt, dass fermacell uneingeschränkt

eingesetzt werden kann.

Vor-Ort-Montage und werkseitige Vorfertigung

fermacell Gipsfaser-Platten eignen sich sowohl für

die Vor-Ort-Montage auf der Baustelle als auch für

die witterungsunabhängige Fertigung von Wandtafeln

in der Werkhalle. Dazu tragen auch das besonders

rationelle Verarbeiten durch die Klammertechnik

sowie die eigens entwickelte Klebefugentechnik

bei.

Mehrgeschossiger Holzbau und Aufstockung

Der Holzbau hat sich in den letzten Jahren extrem

weiterentwickelt und kommt u. a. mehr und mehr

bei Aufstockungen im Bestand sowie für die verdichtete

Bauweise zum Einsatz. Darüber hinaus können

mit den intelligenten fermacell Systemen Holzbauten

mit bis zu fünf Geschossen (Gebäudeklasse 4)

errichtet werden. Bei der Realisierung kommen hier

die besonderen Vorteile von fermacell Gipsfaser-

Platten wie Brandschutz in Kombination mit den

statischen Möglichkeiten voll zum Tragen. Durch

den ganzheitlichen Ansatz bei Brandschutzkonzepten

lassen sich in Verbindung mit fermacell sogar

Gebäude in der Gebäudeklasse 5 erbauen.

Innovative Neuentwicklungen erhöhen die

Attrak tivität von fermacell Gipsfaser-Platten für

den Holzbau zusätzlich. So bindet z. B. fermacell

green line Schadstoffe aus der Raumluft und baut

diese in einem natürlichen Prozess in unschädliche

Stoffe um. Damit leistet die Platte einen aktiven

Beitrag zur Wohngesundheit. ◄

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.fermacell.de

DIE EIGENSCHAFTEN DER FERMACELL

GIPSFASER- PLATTEN

■ Hohe Stabilität

■ Hoher Schallschutz

■ Sicherer Brandschutz

■ Umfassende statische Möglichkeiten

■ Eignung auch für Feuchträume

■ Gesunde Wohnraumqualität/geprüfte Baubiologie

■ Wirtschaftliche Verarbeitung und schlanke Konstruktionen

■ Vielfältige Oberflächengestaltung

■ Systemlösungen für den klassischen Holztafelbau

■ Wirtschaftlicher Einsatz im Fertighausbau/Modulbau ◄


56 Position

MÜNCHNER FLUGHAFEN: SENSORTECHNIK AUF GLASFLACHDACH

DACHLASTSENSOR WARNT

VOR ÜBERBELASTUNG

SICHERHEIT HAT OBERSTE PRIORITÄT. DER BETREIBER DES MÜNCHNER GROSSFLUGHAFENS

VERTRAUT BEI DER KONTROLLE DER BELASTUNG EINES GLÄSERNEN FLACHDACHBEREICHES

DES AIRPORT CENTERS AUF DEN DACHLASTSENSOR SAS-307.

BEST OF

Die Vergangenheit hat gezeigt: Die Überbelastung

des Dachtragwerks durch Schnee oder

Stauwasser kann bei einem Flachdach bzw. flach

geneigten Satteldach zu einem plötzlichen Einsturz

führen – mit den entsprechenden verheerenden

Folgen. Gefragt ist modernste Sicherheitstechnik,

die z. B. durch Sensoren die Belastung

einer Dachfläche zuverlässig erfasst und bei

Überschreitung vorgegebener Grenzwerte rechtzeitig

durch ausgesandte Alarmsignale warnt.

Deutschlands größte überdachte Freifläche

Der Münchner Flughafen „Franz Josef Strauß“ hat

sich seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1992 nach

dem Frankfurter Airport zum bedeutendsten

Flug hafen Deutschlands entwickelt. Er kann auch

architektonisch überzeugen. Dies gilt insbesondere

für das als räumliches Bindeglied zwischen den

Terminals 1 und 2 befindliche Münchner Airport

Center (MAC). Optisches Highlight des als Einkaufs-,

Dienstleistungs- und Kommunikationszentrum

genutzten MAC ist das gläserne Gewölbedach,

das in 40 m Höhe die Freifläche zwischen

den beiden L-förmigen Gebäudeflügeln überspannt.

Durch die rund 18 000 m² Dachfläche ist

das sogenannte MAC-Forum Deutschlands größte

überdachte Freifläche.

Auf modernste Sensortechnik gesetzt

Die gewährleistete Sicherheit der Besucher ist ein

Hauptanliegen der Flughafen München GmbH.

Sie entschloss sich, im gläsernen Flachdachbereich

des Forums die auftretenden Belastungen

durch das von der tbm hightech control GmbH aus

München entwickelte, praxisbewährte Dach lastsen

sor- System SAS-307 zu überwachen. Der Dachlast

sen sor wird in Deutschland und Österreich

ex klu siv in den SGBDD Niederlassungen vertrieben.

„Die von unserem Unternehmen geplante

und mon tierte Lösung entspricht dem üblichen

Das MAC-Forum mit seinem sensorgesicherten gläsernen Gewölbedach ist Deutschlands größte überdachte Freifläche.


Position

57

DIE VORTEILE DES DACHLASTSENSORS SAS-307 IM ÜBERBLICK

■ Einfache Montage von 3 Messstationen mit Steuerungs- und Auswerteeinheit

■ Individuelle Einstellung vorgegebener maximaler Belastungswerte

■ Optische Anzeige der Dachbelastung

■ Individuell wählbare Belastungs-Grenzwerte für die Alarmstufen 1 und 2

■ Automatische Überwachung der Be las tungswerte

■ Automatische Benachrichtigung bei Überschreiten der Alarmstufen durch Warnsignale

(optisch/akustisch, externe Alarmgeber/SMS über GSM-Modul)

■ Aufzeichnung der Belastungswerte über einen längeren Zeitraum

■ Anschluss an die Gebäudetechnik möglich

■ Online-Überwachung via Webserver und/oder GSM möglich ◄

SAS-307-Systemstandard“, erklärt TBM-Vertriebsleiter

Waldemar Marinitsch. „Um bei den Besu-

im Abflussbereich des Dachübergangs installiert.

dachbereich aus. Die Messstationen wurden hier

chern des Forums allerdings nicht unnötig Panik So kann neben der zusätzlichen Belastung durch

zu erzeugen, wurde auf akustische und optische eventuell vom Gewölbedach abrutschende Schneelasten

auch die Gefahr der Überbelastung durch

Warn anlagen im Dachbereich verzichtet.“ Stattdessen

erfolgt bei Überschreiten der 60 %igen hohe Stauwasserbildung kontrolliert werden. Die

Belas tungsfähigkeit (Alarmstufe 1) durch den Anschluss

an die Ge bäu de technik automatisch ein stationen und der Steuerungs- und Auswerteein-

gewählte Distanz zwischen den einzelnen Mess-

Warnsignal in der permanent besetzten Schalt- heit beträgt rund 20 m (möglich sind bis zu 100 m).

und Überwachungszentrale des MAC. So bleibt Die Systemkomponenten wurden per Schraubbolzen

auf einer in die Glaselemente eingeschraubten

ausreichend Zeit für die Einleitung von Gegenmaßnahmen.

Der Evakuierungsalarm (Alarmstufe Montageplatte fixiert. Die im November 2012 erfolgte

Installation des SAS-307 verlief gewohnt

2) wird bei 90 % des vorgegebenen maximalen

Belastungswertes ausgelöst.

zügig und war innerhalb von nur rund vier Stunden

abgeschlossen. ◄

Unproblematische Montage

Die Gewölbedachkonstruktion ist angesichts ihrer

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Form nicht durch Schneelasten in ihrer Tragfähigkeit

gefährdet. Anders sieht es mit dem an das

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Eine der drei auf einer Montageplatte fixierten Messstationen.


58 Position

RAAB KARCHER HOLZRAHMENBAUTAGE 2013

HOLZBAU-NEWS AUS ERSTER HAND

WIEDER MAL EIN VOLLER ERFOLG: DIE

5. HOLZRAHMENBAUTAGE LOCKTEN

MIT IHRER KOMBINATION AUS INTERES-

SANTEN VORTRÄGEN, VORFÜHRUNGEN

UND PRODUKTPRÄSENTATIONEN ENDE

FEBRUAR RUND 700 TEILNEHMER NACH

ROSENHEIM.

Wer einmal dabei war, kommt gerne wieder:

Die alle zwei Jahre stattfindenden Holzrahmenbautage

haben sich aufgrund des gelungenen

Programm-Mix mittlerweile als besonders beliebter

Branchentreff etabliert. In Kooperation mit der

Hochschule Rosenheim hatte Raab Karcher auch

dieses Mal keine Kosten und Mühen gescheut,

um den Teilnehmern an zwei Tagen auf vielfältige

Art und Weise aktuellste Informationen

und wissenschaftliche Erkenntnisse rund um den

Holzrahmenbau zu vermitteln. Gleichzeitig nutzten

über 30 Industriepartner die begleitende

Fachausstellung im Foyer der Hochschule zur Präsentation

ihrer Produkte.

Forschung interessant veranschaulicht

Der erste Tag gehörte wie schon bei früheren Veranstaltungen

der Vorführung der Hochschularbeit

und ausgewählten Partnerlieferanten. Während

namhafte Hersteller in praxisnahen Vorträgen zu

verschiedenen Themen des Holzrahmenbaus innovative

Lösungen und Geräte vorstellten, bekamen

die Besucher in der Baustoffprüfhalle einen

anschaulichen Einblick in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit

der Hochschule.

Anhand von Traglastversuchen an großformatigen

Wandelementen wurde demonstriert, welch

hoher experimenteller und rechnerischer Aufwand

für wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über

ihre Belastbarkeit erforderlich ist.

Neben zahlreichen technischen Informationen

wurden auch Themen zur modernen Unternehmensführung

behandelt. Die Vorträge über die

Möglichkeiten von Social Media und Online Marketing,

sowie die Bedeutung des Controllings für die

erfolgsorientierte Unternehmenführung stießen

auf großes Interesse.

Praxiswissen und Visionen

Nach der offiziellen Begrüßung der Teilnehmer

durch den Hochschulpräsidenten Prof. Dipl.-Ing.

Heinrich Köster, den Schirmherrn Klaus Stöttner,

Abgeordneter im Bayerischen Landtag, und Frank

Bielfeld, Geschäftsführer HBM der SGBDD, knüpfte

das Programm des zweiten Tages nahtlos an

die inhaltliche Qualität des Vortages an. Insgesamt

neun Fachvorträge, verteilt auf zwei Hörsäle,

deckten ein breites Spektrum an aktu ellen

Themen ab, so dass jeder Teilnehmer auf seine

Kosten kam. Eine spezielle Herausforderung an

die Branche ist generell das Bauen im Bestand. So

erläuterte Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Grimminger von

der Hochschule Rosenheim technisch einwandfreie

Lösungen für die nachträgliche Ertüchtigung

von Dachtragwerken. Für die teilnehmenden

Zimmerleute waren dabei insbesondere die

Tipps zur möglichst wirtschaftlichen Umsetzung


Position

59

von großem Interesse. Wie sich Gebäu de im Lebenszyklus

verhalten und welche Auswirkungen

die Alterung auf Unterhaltungskosten und Ökobilanz

hat, veranschaulichte anschließend Dipl.-

Ing. Holger König anhand von Praxisbeispielen.

Er zeigte in seinem Referat auf, wie sich Wartungs-,

Instandsetzungs- und Rückbaukosten

durch eine entsprechende Lebenszyklus analyse

schon bei der Gebäudeplanung vorausschauend

berücksichtigen lassen.

Neben Informationen zu neuesten Entwicklungen

im Holzbau erhielten die Zuhörer in weite ren

Fachvorträgen u. a. hilfreiche Hinweise zum Bauen

im Allgemeinen wie z. B. zur Vermeidung von

Schall- und Feuchteschutzproblemen. Auch ein

Blick über den baufachlichen „Tellerrand“ hinaus

wurde geboten. Professor Dr. Michael Braungart,

Gründer und Leiter der EPEA Internationale Umweltforschung

GmbH, stellte die Vision eines

komplett veränderten Umgangs mit den begrenzten

Rohstoffressourcen vor. Nach dem sogenannten

„Cradle to Cradle-Prinzip“, übersetzt „von der

Wiege zur Wiege“, werden Rohstoffe durch veränderte

Produktionsweisen nicht mehr verbraucht

bzw. irgendwann als Produktabfall entsorgt, sondern

über biologische und technische Nährstoffkreisläufe

nur „umgestaltet“ und dadurch erhalten.

Holzhäuser funktionieren dann wie Bäume und

aus Holz errichtete Städte wie Wälder. Unter Umständen

produzieren sie sogar mehr Energie, als sie

verbrauchen.

Survival-Tipps zur Krisenbewältigung

Wer wollte, konnte nach Abschluss der Fachvorträge

noch Tipps eher philosophischer Art zur geschäftlichen

und persönlichen Krisenbewältigung

bekommen. Durch die richtige Strategie lässt sich

speziell in kritischen Phasen sowohl unternehmerischer

Erfolg wie auch innerliche Zufriedenheit

erreichen, so lautete das Credo des bekannten

Menschenrechtlers und Survival-Experten Rüdiger

Nehberg in seinem Gastvortrag zum Thema „Survival

für das Management – Erfolgsstrategien

unter Extrembedingungen“. Anhand von Erlebnissen

aus seinem abenteuerlichen Leben erläuterte

er, wie gerade schwierige Situationen durch hohe

Eigenmotivation und den Mut zu risikobehafteten

Veränderungen zu meistern sind.

Die abschließende Abendveranstaltung im

Kultur- und Kongresszentrum führte noch einmal

zu einem lebhaften Gedankenaustausch unter

den zahlreichen Gästen. Viele Besucher äußerten

den Wunsch, auch bei den nächsten Holzrahmenbautagen

im Jahr 2015 wieder dabei zu sein. ◄


60 Position

TIEFBAU-FOREN 2013

IMMER MEHR

TEILNEHMER UND

AUSSTELLER

Prominenter Gastredner in Neu-Ulm:

Astronaut Dr. Ulf Dietrich Merbold.

DIE 11. AUSTRAGUNG DES TIEFBAU-FORUMS FAND AUFGRUND DES

GROSSEN ZUSPRUCHS IN DIESEM JAHR MIT NEU-ULM UND LEIPZIG

GLEICH AN ZWEI ORTEN STATT.

Von solch großem Interesse der Tiefbau-Fachleute

können andere Veranstaltungen in der Branche

nur träumen. Mit über 2 000 Teilnehmern und

dem durchweg positiven Feedback aus der Tiefbau-Branche

kann die SGBDD eine überaus positive

Bilanz der beiden Tiefbau-Foren ziehen. Aus

Kapazitätsgründen hatte sich Deutschlands führender

Baufachhändler mit seinen Tiefbau- Marken

IBA, Muffenrohr, Raab Karcher und Schulte Tiefbauhandel

entschlossen, die Veranstaltung mit

begleitender Fachausstellung terminlich gestaffelt

an zwei Orten durchzuführen.

Schwerpunkt: Entsorgung und Oberfläche

Den Auftakt bildete traditionell das Tiefbau- Forum

im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm. Die Veranstaltung

am 24. Januar bot der Branche die erste

Möglichkeit im neuen Jahr, sich über die neuesten

Entwicklungen im Tiefbau zu informieren. Die insgesamt

32 Fachreferate deckten wieder ein breites

Themenspektrum ab, wobei das Schwergewicht

auf Entsorgung und Oberfläche lag. Auf besonders

großes Interesse stießen die Vorträge im Großen

Saal. So stellte u. a. Dipl.-Ing. Martin Lienhard, Mitglied

im DIBt-Sachverständigenausschuss „Niederschlagswasser“

sowie im DIN-Ausschuss „Regenwassernutzung“

anhand von Praxisbeispielen

neueste Techniken bei Einbau und Behandlung von

Entwässerungsleitungen vor. Daran thematisch

anknüpfend erläuterte anschließend Horst Zech,

Geschäftsführer des RSV-Rohrleitungssanierungsver

bandes e. V., Probleme und Lösungen bei der Instandhaltung

von Grundstücksentwässerungsanlagen.

Und wer von den Teilnehmern des Forums

nicht gerade einzelnen Vorträgen lauschte, konnte

sich an den Ständen von 60 Ausstellern Anregungen

für die tägliche Arbeit holen.

Auch Wasserversorger angesprochen

Nur rund drei Wochen später traf sich am 13. Februar

die Tiefbau-Branche erneut – dieses Mal beim Tiefbau-Forum

im Messe Congress Center in Leipzig.

Hier präsentierten sich den Besuchern sogar 90 Aussteller

mit ihren aktuellen Produktentwicklungen

bzw. Serviceleistungen. Neben Entsorgung und

Oberfläche wurde bei den insgesamt 22 Fachvorträgen

auch das Thema der Trinkwasserversorgung

behandelt.

Ein zusätzliches „Bonbon“ der diesjährigen

Tiefbau-Foren waren die jeweiligen Gastvorträge.

Während in Neu-Ulm der ehemalige Astronaut

Dr. Ulf Dietrich Merbold über Wissenschaft im

Weltraum sprach, referierte in Leipzig der renommierte

Klimaforscher und Meteorologe Prof.

Mojib Latif über die Auswirkungen von herkömmlicher

Heiztechnik auf das Klima.

Fazit: Beide Veranstaltungen erwiesen sich als voller

Erfolg, wie Besucher und Aussteller übereinstimmend

bestätigten. Die Tiefbau-Foren 2014 können

kommen! ◄

60 Aussteller präsentierten ihre Produkte und Services in Neu-Ulm. Full House bei den Fachvorträgen der Leipziger Veranstaltung.


Position

61

2. Preis: Michael Merkel, Fliesenverlegung, Frankfurt a. M.

3. Preis: Angelo Gakidis, Fa. Bahoga, Diekholzen.

1. Preis: Martin Astner, Astner Abdichtungen, Rohrdorf.

JUBILÄUMSRÄTSEL

GEWINNEN MIT DEM PROFIREPORT

2012 HATTE DER PROFIREPORT GRUND

ZU FEIERN: ER WURDE ZEHN JAHRE ALT.

DIESER RUNDE GEBURTSTAG BESCHERTE

DREI TEILNEHMERN UNSERES JUBI LÄ UMS -

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Die Chance auf diese attraktiven Preise wollte

man sich nicht entgehen lassen und so beteiligten

sich zahlreiche PROFIREPORT Leser an dem

Rätselspaß in Heft Nr. 3/2012, das Ende September

erschien. Die Lösung lag im Heft – mit ein wenig

Geduld und Detektivarbeit in verschiedenen Artikeln

konnte man sie aufspüren.

Unter den Einsendern des richtigen Lösungswortes

befanden sich auch diese drei SGBDD

Kunden: Angelo Gakidis von der Firma Bahoga

aus Diekholzen gewann den 3. Preis, einen NOVIPro

Werkzeugkoffer. Der 2. Preis, ein Apple iPad, ging an

Michael Merkel von der gleichnamigen Fliesenverlegung

in Frankfurt am Main. Und über den 1. Preis,

ein nigelnagelneues iPhone 5, freute s ich Martin

Astner von Astner Abdichtungen in Rohrdorf.

Wir gratulieren den Gewinnern und bedanken

uns bei allen, die mitgemacht haben! ◄

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62 Dialog

VORSCHAU:

NÄCHSTES SCHWERPUNKTTHEMA: TIEFBAU,

GARTEN- UND LANDSCHAFTSBAU

Die kommende PROFIREPORT Ausgabe, die Ende Juni erscheint, beschäftigt

sich mit den Entwicklungen in den Bereichen Tiefbau sowie Garten- und

Landschaftsbau. Wir stellen Ihnen aktuelle Technologien vor und berichten

über innovative Produkte und Materialien. ◄

SERIE „MODERNE BAUSTELLE“: MIT PROFESSIO-

NEL LEM MARKETING ZU MEHR ERFOLG

Image und Außenwirkung beeinflussen maßgeblich den Erfolg eines Unternehmens.

Dies gilt auch für den Handwerksbetrieb. Der Unternehmer

muss alle Möglichkeiten nutzen, mit denen er effektiv Firma und Leistungsspektrum

präsentieren kann. Dazu gehören u. a. ein optisch einheitliches,

überzeugendes Erscheinungsbild – vom Logo über das Geschäftspapier bis

hin zum Firmenwagen und der Bekleidung der Mitarbeiter – und ein interessant

gestalteter Internetauftritt. ◄

TERMINE:

26./27. April 2013: Mit dem Frühlingsfest feiern zahlreiche Raab Karcher

Niederlassungen den Beginn der Bausaison – und dazu sind Sie als Profi-

Kunde herzlich eingeladen! Freuen Sie sich auf unterschiedlichste Aktivitäten,

informieren Sie sich vor Ort über neue Produkte und genießen Sie

einen angenehmen Tag mit Ihrer gesamten Familie. Weitere Infos finden

Sie hier: www.raabkarcher.de. ◄

19. bis 21. Juni 2013: SGBDD zeigt auch auf der diesjährigen Intersolar Europe

in München wieder Photovoltaik-Flagge und präsentiert auf einem eigenen

Messestand Produkte und Lösungen der Vertriebsmarke SOLARKAUF. Besuchen

Sie uns in Halle B6, Stand 320. ◄

Sie möchten über ein bestimmtes Thema lesen? Sie haben ein attraktives

Projekt realisiert, über das wir berichten sollten? Dann sprechen Sie uns

bitte an! Wir freuen uns über Zuschriften an profireport@saint-gobain.com

BILDNACHWEIS:

◼ TITELFOTO: Patrick Wamsganz

◼ FOTOS: S. 3 Eva Zocher; S. 2 (u.), S. 25, S. 28, S. 29, S. 36, S, 37 (o.), S. 46 – 47 Fotolia; S. 2, S. 7, S. 10 – 11, S. 14 – 15, S. 18, S. 19 (o.), S. 22, S. 37 (u.), S. 38

Shutterstock; S. 4 (o.), S. 30 – 33 Patrick Wamsganz; S. 2 (alle außer M. u.), S. 20 (u.), S. 48 – 49, S. 51, S. 54, S. 56 – 57, S. 58 – 59, S. 60 – 61 SGBDD;

Rest Hersteller

HAFTUNGSAUSSCHLUSS:

Herausgeber, Verlag und Redaktion übernehmen keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit und Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche

gegen Herausgeber, Verlag oder Redaktion, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen

bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen, sofern seitens Herausgeber, Verlag oder

Redaktion kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.

IMPRESSUM

SGBD Deutschland GmbH

Hanauer Landstraße 150, 60314 Frankfurt am Main

Tel. +49 (0)69/4 05 05-02, Fax +49 (0)69/4 05 05-336

profireport@saint-gobain.com

www.sgbd-deutschland.com

HERAUSGEBER:

Saint-Gobain Building Distribution

Deutschland GmbH

Hanauer Landstraße 150

60314 Frankfurt am Main

Objektleitung:

Caroline Kilian

Tel. +49 (0)69/40505-653

caroline.kilian@saint-gobain.com

VERLAG:

müllerritzrow GmbH

Ernst-Griesheimer-Platz 6a

63071 Offenbach am Main

Tel. +49 (0)69/47 89 33 66-65

turban@muellerritzrow.com

Projektleitung:

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Artdirektion:

Nadine Laber, Sandra Stenger

Redaktionsleitung:

Nicole Schaefer

Schaefer Marketing &

Communi cation GmbH

Tel. +49 (0)69/95 92 90 68-0

nschaefer@schaefer-mar.com

Redaktion:

Hans-Gerd Heye, Christine Ryll

Lektorat:

Dr. Rainer Spiss

DRUCK:

Produktionsagentur Hertlein

Druckauflage 55 000

Verbreitete Auflage ca. 55 000 Exemplare (Verlagsangabe)

Quartal 4/ 2012

Informationsgemeinschaft

zur Feststellung der

Verbreitung von

Werbeträgern e. V.

Nachdruck sowie Wieder gaben,

auch auszugsweise, sind nicht

gestattet.


Dachlösungen

Dialog

63

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Effizient.

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