Flyer der Ausstellung - Historisches Museum Uri

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Flyer der Ausstellung - Historisches Museum Uri

Historisches Museum Uri

Sommerausstellung 2007

Münzen und Medaillen

Präsentation der grossen

Münzen- und Medaillensammlung der Urner Kantonalbank

zusätzlich zur ständigen Ausstellung

mit attraktivem Münzspiel für Familien

Golddukat, o.J., Münzgemeinschaft Uri-Schwyz-Nidwalden

Münzstätte Bellinzona (Sammlung UKB)

Öffnungszeiten der Ausstellung

26. Mai 2007 – 14. Oktober 2007

Mittwoch – Sonntag; 10.00 – 11.30, 13.30 Uhr – 17.00 Uhr

oder nach telefonischer Vereinbarung ( 041 870 19 06)

Kleine Urner Geldgeschichte

Die diesjährige Sonderausstellung im Historischen Museum Uri zum Thema

Münzen und Medaillen zeigt nebst den Exemplaren aus eigenen Beständen

die grosse Münzsammlung der Urner Kantonalbank. Als Kulisse der Urner

Münzgeschichte dienen dabei die Kulturgegenstände der ständigen Ausstellung.

Im zweiten Teil der Ausstellung wird der Münz- und Medaillenkreis auf

und über die Schweiz hinaus ausgeweitet. Die Ausstellung ist vor allem auch

auf Familien ausgerichtet, lässt sich doch die Geldgeschichte auch spielerisch

erfahren.

Die Reise durch die Urner Geldgeschichte beginnt beim keltischen Goldschatz

von Erstfeld, bestehend aus sieben Goldringen. Geld spielte bei den

Kelten noch eine sekundäre Rolle, da sie autark lebten. Mit den Römern hält

das Geld nachweisbar in Uri Einzug. Aus den wenigen Streufunden von römischen

Münzen ist zu schliessen, dass sich Uri zur Zeit der römischen Kaiser

im Einflussbereich Roms befand und dass die Alpenpässe schon damals benützt

wurden.

Im Mittelalter gehörte das Land am Gotthard dem Münzkreis Zürich an; die

Zürcher Münzen galten als landesherrlich und hatten Zahlungskraft. 1231

erwirkten die Urner von König Heinrich die Reichsunmittelbarkeit. Der Gotthard

gewann als Handels- und Verkehrsweg immer mehr an Bedeutung.

1418 verlieh König Sigmund der Stadt Luzern das Recht, Silbermünzen zu

prägen. Damit ging dem Münzkreis Zürich ein grösseres Segment verloren.

Da der Marktplatz Luzern für die Urner eine ganz besondere Bedeutung hatte,

versuchte Uri, sich von Zürich freizumachen und die Luzerner Münzen in

Kurs zu setzen. Uri begann eine selbständige Münzpolitik und trennte sich

vom Münzkreis Zürich.

Uris Münztätigkeit begann im Süden. Mit dem Verzicht Frankreichs auf Bellinzona

im Jahre 1503, wurden Uri, Schwyz und Unterwalden wieder die

Herren über die Stadt. Es wurden nun die «Bellenzermünzen» Dickplapparte

und Angster geprägt. Dass die drei Länder in Bellinzona eine Münzstätte einrichteten,

entsprach einem wirtschaftlichen Bedürfnis, nachdem infolge der

kriegerischen Ereignisse das Mailänder Geld nicht mehr in genügendem Umfange

zur Verfügung stand. Die Münzen von Bellinzona waren für den ennetbirgischen

Zahlungsverkehr gedacht und dienten unter anderem auch für die

Soldauszahlungen. In den Waldstätten selbst spielten sie jedoch keine grosse

Rolle.

Bei der Prägetätigkeit in Bellinzona war nicht immer alles zum Besten bestellt.

Zudem kam es zu Differenzen unter den Drei Ländern. Uri und Nidwalden

gaben in der Folge eine eigene Münze heraus (1506 bis ca. 1529).

Schwyz stellte im Alleingang Münzen her. Mit der Niederlage von Marignano

im September 1515 verlor die Münzstätte von Bellinzona noch mehr an Bedeutung.

1530 liess schliesslich der Herzog von Mailand alle Bellenzer Münzen

verrufen. Die Münzstätte stellte sodann ihren Betrieb ein und wurde

nach Altdorf verlegt. In diesem Zusammenhang stehen die Gründung einer

Bergwerksgesellschaft und die Bemühungen, in Uri Silber abzubauen.


Das beginnende 17. Jahrhundert war im Münzwesen eine äusserst turbulente

und wirre Zeit. Einerseits spielte der Metallwert der Münze noch eine ausschlaggebende

Rolle, anderseits hatten die Münzen auch einen nominellen

Wert, der als Zahlungsmittel und Wertmesser für Waren und Dienstleistungen

mehr oder minder zur Geltung kam. Die Münzgemeinschaft der drei Orte

fiel erneut auseinander. Schwyz errichtete 1621 wiederum eine eigene

Münzstätte. Nidwalden verzichtete auf eine weitere Beteiligung am Münzbetrieb.

Die Urner Münzstätte zeigte in dieser Zeit eine grosse Betriebsamkeit. Es

erschienen die ersten datierten Urner Goldmünzen. 1622/4 stellte Uri das

Prägen der grossen Silbermünzen (Dicken und Taler) ein. Die Münzstätte in

Altdorf wurde alsbald geschlossen. Die Prägetätigkeit des Landes Uri fand im

Jahre 1641 das vorläufige Ende. Die Urner gaben allerdings den Gedanken,

den Münzbetrieb wieder aufleben zu lassen, noch nicht auf. Anfang des 18.

Jahrhunderts erschienen wieder Urner Münzen, allerdings beschränkt auf

Golddukaten, die in einer grösseren Auflage 1720 und 1736 geprägt wurden.

Schweizerland. Der Urner Landrat beschloss die Umwandlung der alten in

die neue Währung. Im folgenden Jahr erfolgte der Münzumtausch. Ausser

einem einsamen Dukaten wurden keine grösseren Gold- und Silbermünzen

der alten Urner Guldenwährung eingelöst. Die Urner Münzgeschichte hatte

ihr Ende gefunden.

Nachspiel auf Papier! Die Ersparniskasse Uri gab im Jahre 1878 Banknoten

im Betrage von 300'000 Franken (je 2000 Stück zu 50 und 100 Franken)

heraus. Sowohl die Hunderternote mit bläulichem wie auch die Fünfziger mit

braunrötlichem Grundton stellten mit den gleichen zierlichen Vignetten das

Eingangstor von Uri dar: links die Tellskapelle, rechts das Rütli. Die letzte

Emission der Urner Banknoten erfolgte am 1. Mai 1906, ein Jahr vor Eröffnung

der Schweizerischen Nationalbank. Gestützt auf das Nationalbankgesetz

wurde den früheren Emissionsbanken das Recht zur Herausgabe von

Banknoten entzogen. Anfang des 20. Jahrhunderts kam die Ersparniskasse

Uri zudem in Schwierigkeiten. Unterschlagungen des Buchhalters konnten

zwar noch verkraftet werden, Beteiligungen an Wirtschaftsunternehmungen

und Hotelbetrieben brachten der Ersparniskasse Uri jedoch den Ruin. In den

ersten Jahren des Ersten Weltkrieges wurde auf eine Neuorganisation des

Bankbetriebes sowie die Umwandlung der Ersparniskasse in die Urner Kantonalbank

hin gearbeitet.

Eintritte: Einzeleintritt 7.-- Fr.

Gruppeneintritt (ab 10 Personen)

5.-- Fr.

Familieneintritt

10.-- Fr.

Eintritt Jugendliche

2.-- Fr.

Münzspiel mit Broschüre

10.-- Fr.

Möglichkeit für Gruppenführung und Apéro. Auskunft erteilt unser Hauswartpaar

Cornelia und German Schön-Kolar (041 870 19 06).

Pistole 1624, Münzstätte Altdorf (Sammlung UKB)

In der kurzen Periode der helvetischen Republik (1798-1803) fiel das Münzrecht

dem Zentralstaat zu. Die Mediationsakte von 1803 wies die Münzhoheit

wieder den einzelnen Kantonen zu. Der Urner Landrat entschied sich für

die Prägung eigener kleinerer Münzen nach der Frankenwährung. Er beschloss

1810, den kupfernen Kessel aus dem Bad von Unterschächen und

allenfalls die eine oder andere Kanone zur Vermünzung zu verwenden. Die

Bundesverfassung von 1848 bot endlich die Grundlage, in der Schweizerischen

Eidgenossenschaft das Währungs- und Münzwesen zu vereinheitlichen.

Mit dem Bundesgesetz von 1850 über das eidgenössische Münzwesen

erhielt der neue Schweizerfranken Gesetzes- und Zahlungskraft im

Das Historische Museum liegt 7 Gehminuten

vom Altdorfer Dorfkern entfernt.

Vom Bahnhof Flüelen ist das Museum

bequem mit dem Bus (Haltestelle

Frauenkloster) zu erreichen.

Das Historische Museum verfügt über

drei Parkplätze. Genügend Parkplätze

finden sich im Dorfkern von Altdorf.

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