Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

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Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

JAHRESBERICHT 2009

Jahresrechnung der Stadt Kreuzlingen

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

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Titelbild: Das Dreispitz Sport- und Kulturzentrum wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt vermietet.


Inhaltsverzeichnis

Organisation der Stadt Kreuzlingen 4

Kreuzlingen ist erwacht / Der Stadtammann blickt zurück 5

Das hat Kreuzlingen im 2009 bewegt 6-9

Präsidium: Stadtammann Andreas Netzle 10-11

Soziales: Stadtrat Renato Canal 12-13

Freizeit: Stadträtin Dorena Raggenbass 14-15

Bau: Stadtrat Michael Dörflinger 16-17

Dienste: Stadtrat David Blatter 18-19

Gemeinderat: Gemeinderatspräsident Bruno Rieser 20

Gemeinderat Kreuzlingen 2009 21

1 Präsidium 23

1.1 Kommunikation und Stadtmarketing 23-24

1.2 Assistenz des Stadtammanns 25

1.3 Personaldienst 25-26

1.4 Projekte 26

1.5 Ausländerbeirat 26-27

2 Stadtkanzlei 29

2.1 Allgemeines 29

2.2 Gemeinderat 30-31

2.3 Wahlen und Abstimmungen 31

2.4 Stadtratskanzlei 31-32

2.5 Einwohneramt 32-34

2.6 Bestattungsamt 34-35

2.7 Schlichtungsbehörde in Mietsachen 35

3 Soziale Dienste 37

3.1 Sozialhilfe 37-40

3.2 Alimentenhilfe 40

3.3 Asylkoordination 40

3.4 Sozialversicherungen und Arbeit 41-42

3.5 Sozialprojekte 42

3.6 Sozialberatung 42-43

3.7 Vormundschaftsbehörde /

Gesetzlicher Betreuungsdienst 43

4 Freizeit 45

4.1 Gesellschaft 45

4.2 Kultur 45-46

4.3 Sport 46-48

4.4 Integration 48-49

4.5 Liegenschaften 49

5 Hochbau und Umwelt 51

5.1 Ortsplanung 51

5.2 Gestaltungsplanung 51-52

5.3 Bautätigkeit, Statistik 52

5.4 Natur- und Umweltschutz 52-53

5.5 Energie 53-54

5.6 Abfallwesen 55

6 Tiefbau und Verkehr 57

6.1 Gemeinde- und Staatsstrassen 57-58

6.2 Kanalisation 58

6.3 Werkhof 58-59

6.4 Stadtgärtnerei 60-61

6.5 Öffentlicher Verkehr 61

7 Dienste 63

7.1 Feuerwehr 63-64

7.2 Zivilschutz 64-65

7.3 Stadtpolizei 65-66

7.4 Kursschifffahrt / Hafen 67

8 Technische Betriebe 69

8.1 Herausforderung Öffnung Strommarkt 69

9 Finanzen 71

9.1 Kommentar zur Rechnung 2009 71-72

9.2 Landkreditkonto 73

9.3 Steuern 73

9.4 Jahresrechnung 2009 76-91

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Inhaltsverzeichnis

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Organisation der Stadt Kreuzlingen

Stadtrat Kreuzlingen (v.l.): Andreas Netzle (Stadtammann), David Blatter, Silvano Castioni (Stadtschreiber), Renato Canal, (Vize-

Stadtammann), Dorena Raggenbass, Michael Dörflinger

Präsidium – Andreas Netzle

- Stadtkanzlei

- Finanzen und Steuern

- Stadtentwicklung

- Stadtmarketing

- Kommunikation

- Einwohnerdienst

- Wirtschaftsförderung

- Schlichtungsbehörde in Mietsachen

- Bestattungen

Soziales – Renato Canal

- Sozialhilfe, Alimente, Asyl

- Vormundschaft und

gesetzlicher Betreuungsdienst

- Sozialversicherungen

- Sozialprojekte

- Jugend-, Ehe- und Familienberatung

- Familienergänzende Betreuungsangebote

- Spitex

Freizeit – Dorena Raggenbass

- Gesellschaft, Jugend und Alter

- Integration

- Kultur

- Sport

- Sport- und Freizeitanlagen

- Städtische Liegenschaften

Bau – Michael Dörflinger

- Hochbau

- Tiefbau

- Raumordnung

- Energieberatung

- Verkehrsplanung

- Umwelt

- Entsorgung

Dienste – David Blatter

- Technische Betriebe

- Feuerwehr

- Öffentlicher Verkehr

- Hafen

- Stadtpolizei

- Flurwesen

- Zivilschutz und Militär

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Organisation der Stadt Kreuzlingen


Kreuzlingen ist erwacht

Der Blick auf die ersten zehn Jahre seit dem Millenium zeigt eine aussergewöhnliche Entwicklung

unserer Stadt, ein Jahrzehnt des starken Wachstums und der Veränderung: Um rund 2'200

Einwohner hat die Bevölkerungszahl (auf knapp 19'000) zugenommen, der Ausländeranteil ist

von 40,6 auf 48,7 Prozent gestiegen. Über tausend Wohneinheiten wurden gebaut, hunderte

sind noch im Bau oder projektiert. Zahlreiche markante Bauwerke wurden vollendet: das

renovierte Rathaus, der Neubau und Erweiterungen der Firma Strellson, der Girsbergtunnel,

die Empfangsstelle für Asylbewerber, der neu gestaltete Hafenplatz, der neue Busterminal

Bärenplatz, die Unterführungen Konstanzerstrasse und Seestrasse, das Dreispitz Sport- und

Kulturzentrum, der Neubau der Pädagogischen Hochschule Thurgau und die Neugestaltung

des Schwimmbades Hörnli.

Allein im vergangenen Jahr 2009 entstand ein moderner Hotelneubau am Hafen, wurde das

Einkaufszentrum Karussell aufwendig neu gestaltet und das Einkaufszentrum «ceha!» wieder

eröffnet. Im Zug der fertiggestellten «Chance Nord» bekam der Stadtbahnhof eine neue

Gestaltung und erhielt einen richtigen Platz. Kreuzlingen erhielt auch ein neues Buskonzept,

«Bambus», eine offene Kunstgrenze am See, eine langfristige Stadtentwicklungsplanung und

einen Ausländerbeirat.

Das Kreuzlinger Stimmvolk hat mit der Zustimmung zur Neugestaltung der Hauptstrasse am

17. Mai einen wegweisenden Entscheid für die Zentrumsentwicklung gefällt. Mangels eines

gewachsenen Zentrums oder einer Altstadt, wie sie auch kleinere Städte besitzen, kommt der

Akzentuierung einer Stadtmitte Kreuzlingens städtebauliche wie auch gesellschaftspolitische

Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang ist es erfreulich, dass vor Ende Jahr endlich auch

mit dem Umbau des desolaten Löwen-Gebäudes begonnen wurde.

Kreuzlingen ist erwacht, doch ist diesem sichtbaren Aufbruch eine Wirtschaftskrise in die

Quere gekommen, die sich unausweichlich auch in Kreuzlingen auswirkt. Bereits sind die

Steuereinnahmen aus der Wirtschaft stark zurückgegangen. In den nächsten zwei bis drei

Jahren werden aufgrund der schwierigen Beschäftigungslage auch die Sozialausgaben wieder

steigen und unseren Haushalt belasten. Aber es gibt auch positive Signale: So hat sich

die grösste Schweizer Privatbank entschieden, auf dem Bankenplatz Kreuzlingen eine neue

Niederlassung zu eröffnen. Bereits im August startete eine Filiale des Lebensmittelhändlers

Lidl und erweiterte damit das breite Angebot an Einkaufsmöglichkeiten in unserer Stadt.

2010 wird der Stadtrat sein Augenmerk verstärkt auf die gesellschaftlichen Themen richten

und Konzepte für die Bereiche Jugend, Alter und Integration erarbeiten. Dazu gehören auch

einzelne Freizeit-Einrichtungen wie ein neuer Kunstrasenplatz sowie ein Raum für Jugendanlässe

und andere Nutzungen. Höhepunkt aber wird nächstes Jahr die Eröffnung des «Boulevards»

sein, wenn alles nach Plan läuft.

Andreas Netzle

Stadtammann

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Der Stadtammann blickt zurück

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Das hat Kreuzlingen 2009 bewegt

Januar | Im Januar hatte die Jugendfeuerwehr ihre erste Übung. 20 Jugendliche besuchten auf

einem Rundgang das Feuerwehrdepot und erlernten in jugendgerechten Übungen das Feuerwehrhandwerk.

Ein eigenes Feuerwehr-Outfit motivierte die Jungen und Mädchen zusätzlich.

| Am 17. Januar startete das Jahresprogramm von «Natur entdecken» mit einer Exkursion

zu Wintervögeln in der Konstanzer Bucht. Die Stadt Kreuzlingen hat erstmals ein Programm mit 14

Veranstaltungen rund um Umwelt, Natur, Landschaft und Energie zusammgestellt. Über 400 Personen

nahmen an den Events teil.

Februar | Mit den Abstimmungsunterlagen für den 8. Februar erhielten die Stimmbürgerinnen und

Stimmbürger eine Broschüre zum Thema «Ihre Stimme zählt – Informationen zur brieflichen Stimmabgabe».

Eine Bild-für-Bild-Anleitung führt die Leserinnen und Leser durch den Prozess der brieflichen

Stimmabgabe.

| Am 15. Februar fand der grosse Fasnachtsumzug zum 125-Jahr-Jubiläum der Narrengesellschaft

Emmishofen (NGE) und dem 60. Geburtstag der Bodanesen Clique statt. Kurz nach der

Gründung führte die NGE am 25. Februar 1884 den ersten Kreuzlinger Fasnachtsumzug durch. Von

1954 bis Ende der 90er-Jahre organisierte die Bodanesen Clique die Umzüge.

März | Die Jury der Kunstkommission Kreuzlingen prämierte im März den Wettbewerb «Entdeckung

des Stadtraums». Sie entschied sich für die Arbeit «Kommst du an den See?» der zwei Künstlerinnen

Gabriela Gründler und Salome Kuratli. Diese brachten im August Fragesätze in gelber Originalstrassenfarbe

auf der Weinstrasse an. Am Wettbewerbsverfahren beteiligten sich 28 nationale und

internationale Künstler.

| Am 28. März fand die erste Veranstaltung zum Thema Umwelt der Arbeitsgemeinschaft

für Migration (AGK) und der Stadt Kreuzlingen statt. Unter dem Motto «Für ein sauberes Kreuzlingen

– Wir helfen mit!» befreiten die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Seeufer und weitere

städtische Bereiche vom liegen gelassenen Müll. Danach erklärten Vertreter der Ausländervereine,

wie das städtische Entsorgungssystem funktioniert.

Januar Februar März

6 Das hat Kreuzlingen 2009 bewegt


April | Seit April trägt die Plakatsäule vor dem Einkaufszentrum Karussell die Stadtfarbe Blau

und wurde mit dem Logo und dem Spruch «In Kreuzlingen ist was los» ergänzt. Sie bietet Vereinen

und anderen Veranstaltern Platz, ihre Events zu bewerben.

| Am 15. April öffnete der Informationspavillon für die Informationskampagne zur Vorlage

«Neugestaltung Hauptstrasse» seine Tore. Der Stadtrat und Mitarbeitende beantworteten vor Ort Fragen.

Zudem konnte sich die Bevölkerung über das Internet, Plakate und in einer Musterbegegnungszone

ein Bild von der «Neugestaltung Hauptstrasse» machen.

Mai | Vom 7. bis 10. Mai fand die Gewerbemesse am See (GEWA) in Kreuzlingen und Konstanz

statt. Die Stadt präsentierte sich in einem einheitlichen Design auf rund 120 m²: Die Feuerwehr inklusive

der Jugendfeuerwehr, das Dreispitz Sport- und Kulturzentrum, die Energieberatung und die Partnerstadt

Wolfach. Zudem wurde das Hauptstrassenmodell zur Abstimmung «Neugestaltung Hauptstrasse»

am Stand ausgestellt.

| Am 14. Mai startete das neu geschaffene «Fotoforum» der Kunstkommission im Dreispitz

Sport- und Kulturzentrum. Als erster Fotograf stellte Samuel Forrer aus. Mit einer jährlich stattfindenden

Ausstellung wurde eine Plattform für professionelle Fotografie geschaffen. Die klare Architektur

der Galerie des Dreispitz in Kreuzlingen bietet dafür die idealen Räume.

Juni | Am 13. Juni lud Kreuzlingen die Gewinner des Gemeinde-Duells «Schweiz bewegt» ins

Schwimmbad Hörnli und zu einem Gratis-Glacé ein. Im Mai fand bereits zum zweiten Mal das nationale

Bewegungsprojekt statt. Kreuzlingen trat dieses Jahr gegen Tägerwilen und Eschlikon an. Rund

1'430 Sportbegeisterte machten mit. Für Kreuzlingen wurden 700 Stunden gelaufen, für Tägerwilen

mehr als 1'600.

| Am 29. Juni präsentierte sich die Feuerwehr Kreuzlingen an einer Grossübung. Die rund

120 Feuerwehrmänner und -frauen zeigten der Bevölkerung ihr Können. Ebenfalls konnten sich die

17 Knaben und 2 Mädchen der Jugendfeuerwehr Stützpunktregion Kreuzlingen vorstellen. Zahlreiche

Personen folgten aufmerksam den Ausführungen von Feuerwehrkommandant Kurt Affolter.

April Mai Juni

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Das hat Kreuzlingen 2009 bewegt

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Juli | Am 2. Juli öffneten die beiden Stadtoberhäupter von Kreuzlingen und Konstanz, Andreas Netzle

und Horst Frank, das Grenztor an der Wiesenstrasse. Das Tor wurde durch Strassenpoller ersetzt,

sodass Fussgänger den siebten Grenzübergang jederzeit nutzen können.

| Am 5. Juli stellte Kreuzlingen zwei Wechselzonen für den Gigathlon 2009 von Swiss Olympic.

Das lokale OK organisierte eine beim Schwimmbad Hörnli und eine bei der Bodensee-Arena. Der dreitägige

Anlass startete jeweils in St. Gallen. Die Gigathleten legten an diesen Tagen insgesamt 448,4

Kilometer zurück und überwanden 8’310 Höhenmeter.

August | Anfang August drehte sich im «Jahr der Wissenschaft» alles um das Thema Wasser.

Kreuzlingen organisierte dazu ein Kreuzlinger Quiz im Seeburgpark. Zehn Fragen rund ums Thema

mussten beantwortet werden. Die Antworten lieferten Plakate, die im Seeburgpark aufgestellt

waren.

| Am 29. August fuhr die «Sonnenkönigin» das erste Mal im Hafen Kreuzlingen ein. Stadtrat

David Blatter begrüsste das 950 Tonnen schwere und rund 70 Meter lange Schiff und übergab dem

Kapitän ein kleines Geschenk. Danach stach das Schiff für ein Konzert des Kammermusikfestivals in

See. Die Einfahrt wurde vom Kreuzlinger Fernsehen aufgezeichnet.

September | Am 25. und 26. September weihten rund 9'000 Personen das Strassenprojekt «Chance

Nord» in Kreuzlingen ein. Am Samstag flanierten vor allem Familien über das Festgelände und genossen

neben Spezialitäten auch die verschiedenen Darbietungen, wie zum Beispiel der Drita Volkstanzgruppe.

Für Feuerwehr, Sanität und Sicherheitsleute verlief das Fest reibungslos.

| Ende September wurde die Interkulturelle Woche Kreuzlingen / Konstanz das zweite

Mal durchgeführt. Es fanden insgesamt 29 Veranstaltungen statt. Ebenfalls der Agora Markt, auf welchem

Spezialitäten und Aufführungen aus verschiedenen Kulturen dargeboten wurden.

Juli August September

8 Das hat Kreuzlingen 2009 bewegt


Oktober | Am 3. Oktober pflanzten die Stadt Kreuzlingen, der Kreuzlinger Quartierverein Emmishofen

sowie die Kreuzlinger Ausländervereine unter dem Motto «Wir schlagen Wurzeln» Bäume im

Gebiet Ribi-Brunegg. Auch der italienische Konsul Enrico Mora von St. Gallen half bei der Pflanzaktion

mit.

| Bis Anfang Oktober betreuten Zivilschutzleistende während zwei Monaten an jeweils

2 Tagen Seniorinnen und Senioren im Alterszentrum Kreuzlingen. Die Zivilschutzregion Kreuzlingen

leistet während diverser Wiederholungskurse Aufgaben für die Allgemeinheit.

November | Am 6. November begrüsste Stadtammann Andreas Netzle 33 Jungbürgerinnen und

Jungbürger an der Jungbürgerfeier offiziell als Stimmbürger. Erstmals seit 2000 führte Kreuzlingen

die Feier ohne die Stadt Konstanz durch. Nach dem ersten Teil im Rathaus Kreuzlingen ging es für das

Abendessen in die Alte Schlosserei. In gemütlicher Lounge-Atmosphäre kamen die Jungbürgerinnen

und Jungbürger mit den Kreuzlinger Politikern aus Stadt- und Gemeinderat in Kontakt.

| Mitte November reichten die Technischen Betriebe Kreuzlingen das Baugesuch für

die neue Wärmeverbundzentrale «Campus» bei der Bauverwaltung ein. Die Holzschnitzelheizanlage

soll vor allem die kantonalen Liegenschaften der Pädagogischen Mittelschule und der Pädagogischen

Hochschule Thurgau, die Mensa sowie den Dreispitz mit Raumwärme und Warmwasser

versorgen.

Dezember | Mit einer gelungenen Abschlussgala am 4. Dezember feierten die beiden Städte

Kreuzlingen und Konstanz im Kreuzlinger Dreispitz Sport- und Kulturzentrum ein erfolgreiches «Jahr

der Wissenschaft». Über 100'000 Besucher hatten an den rund 270 Veranstaltungen teilgenommen.

| Das neue Bestattungsfahrzeug der Stadt Kreuzlingen erhielt Mitte Dezember einen

dezenten Schriftzug. Das silbergraue Logo macht das Auto als Stadtfahrzeug erkennbar. Die Stadt

Kreuzlingen hatte im Herbst ein neues Bestattungsfahrzeug erworben, das dem Transport von Verstorbenen

einen würdigen Rahmen gibt.

Oktober November Dezember

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Das hat Kreuzlingen 2009 bewegt

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Präsidium

Bericht von Stadtammann Andreas Netzle

Wahlen und Abstimmungen

Beim Urnengang vom 8. Februar stimmten erstmals fast 80 Prozent der Stimmberechtigten brieflich

ab. Gleichzeitig ging der Anteil der ungültigen Stimmen zurück. Dies ist auch darauf zurückzuführen,

dass die Stadt einerseits das Porto für die Couverts mit den Stimmzetteln übernimmt und andererseits

eine Broschüre mit dem nicht ganz einfachen Prozedere der brieflichen Stimmabgabe verschickt

hat. Zentral war die positive Abstimmung zur Neugestaltung der Hauptstrasse am 17. Mai mit fast

60 Prozent Ja-Stimmen bei einer hohen Beteiligung von fast 49 Prozent. Das Budget 2010 wurde

am 29. November mit erneut über 80 Prozent Ja-Stimmen und einer Beteiligung von fast 50 Prozent

angenommen. Erwähnenswert sind das sehr deutliche Nein (80,7 %) zum Kriegsmaterial-Exportverbot

und die Ablehnung der kantonalen Steuergesetzrevision (57,4 %). In Kreuzlingen angenommen wurden

dagegen das Minarett-Verbot sowie auf kantonaler Ebene die Reduktion der Bezirke von acht auf fünf.

Bevölkerungsentwicklung

2009 betrug die Zuwanderung nach Kreuzlingen rekordhohe 500 Personen (+ 2,7 %). Damit hat Kreuzlingen

die Marke von 19'000 Einwohnern Ende 2009 fast erreicht. Allein in den letzten drei Jahren

stieg die Bevölkerungszahl um 1'211 Personen, das heisst um weit überdurchschnittliche 2,2 Prozent

jährlich. Weiterhin ist das Wachstum hauptsächlich auf den Zustrom aus Deutschland zurückzuführen

(+ 391). Mittlerweile beträgt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung 21,4 Prozent. Der Ausländer-Anteil

ist dadurch auf 48,7 Prozent gestiegen.

Stadtentwicklung

Bei den planerischen Grundlagen der Stadtentwicklung sind wir ein grosses Stück weitergekommen:

Am 7. April verabschiedete der Stadtrat den Konzeptbericht der Stadtentwicklungsplanung (STEP) mit

den aus der breiten Vernehmlassung hervorgegangenen Änderungen. Im Hinblick auf den darauf basierenden

kommunalen Richtplan wurden zudem vier Teilkonzepte für die Themen Freiflächen, Gewässerentwicklung,

Sportanlagen und Hochhäuser erarbeitet und verabschiedet. Der ganze Bereich Verkehr

– sowohl der öffentliche wie der private – wird im parallel dazu entwickelten Agglomerationsprogramm

Kreuzlingen / Konstanz behandelt. Nach drei Jahren Entwicklungs- und Abstimmungsarbeit hiessen die

teilnehmenden Gemeinden den Entwurf des Schlussberichts gut. Im November konnte der Entwurf zur

Vorprüfung beim Kanton und Bund eingereicht werden.

10 Präsidium


Mit Genugtuung nahm der Stadtrat davon Kenntnis, dass der bis Ende Februar öffentlich bekannt gemachte

kantonale Richtplan sowohl die Oberlandstrasse (Verbindung Kreuzlingen–Amriswil) mit der

Spange Bätershausen als auch Massnahmen zur Steigerung des Verkehrsflusses in der Seetalstrasse

als Zwischenergebnisse enthält. Wie schon 2003 im Abstimmungskampf für die «Chance Nord» betont,

kann die neue innerstädtische Achse kein Ersatz für eine südliche Umfahrung der Stadt sein. Der

Stadtrat drängt deshalb beim Kanton darauf, zumindest die Spange Bätershausen bald zu realisieren.

Wirtschaftsförderung

2009 akzentuierte sich der Trend zu kleineren Neuansiedlungen. Über unsere Ansiedlungsagentur «Take

Off Thurgau» konnten drei Firmen mit acht Mitarbeitenden in Kreuzlingen platziert werden. Grösseren

Ansiedlungen stehen fehlende grosse Parzellen oder verfügbare Gebäude entgegen. Erfreulicherweise

investierten einige eingesessene mittlere und grössere Unternehmen in Kreuzlingen in Gebäude und

Maschinen und stellten neue Mitarbeitende ein. In einem Fall trat die Stadt Bauland an ein expansionswilliges

Unternehmen ab. Ende 2008 zählte Kreuzlingen 699 Firmen mit insgesamt 9'782 Mitarbeitenden.

Die Anzahl Firmen erhöhte sich im 2009 auf 710 Firmen.

Finanzen

Der gegenüber dem Budget erneut positivere Abschluss für 2009 ist primär auf Minderausgaben im

Sozialbereich sowie höhere Erträge aus Liegenschafts- und Grundstück-Gewinnsteuern zurückzuführen.

Bei den Steuern vermögen die höheren Einnahmen aus den natürlichen Personen die Ausfälle bei den

juristischen Personen bei weitem nicht auszugleichen. Der Anteil der juristischen Personen am gesamten

Steueraufkommen ist von 23,7 Prozent im Jahr 2007 auf 12 Prozent gesunken. Trotz der noch zu

verkraftenden finanziellen Auswirkungen der Wirtschaftskrise will der Stadtrat sämtliche angezeigten

Investitionen wie geplant tätigen. Sollten jedoch kurz- und mittelfristig neue ungeplante Ausgaben

dazukommen, ohne dass auf der Einnahmenseite ein klares Plus verzeichnet werden kann, lässt sich

eine Erhöhung des Steuerfusses nicht mehr ausschliessen.

Stadtverwaltung

Zu den geplanten wichtigen und bald zu realisierenden Vorhaben zählt das zentrale Verwaltungsgebäude,

auch städtisches Dienstleistungs-Center genannt. Die weit verstreuten städtischen Amtsstellen

sind mit ihrer mangelhaften Infrastruktur unseren Kunden und teilweise auch den Mitarbeitenden heute

nicht mehr zuzumuten. Negative Rückmeldungen von älteren und behinderten Einwohnern erfordern es,

die Planung zügig voranzutreiben und Vorentscheidungen zu fällen. Auch Neuzuzüger und Gäste wundern

sich, warum die Verwaltung einer bald 20'000 Einwohner zählenden Stadt derart untergebracht

ist und seine Kunden in so unpraktischen und veralteten Einrichtungen empfängt.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Präsidium

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Soziales

Bericht von Stadtrat Renato Canal

Auswirkungen der Wirtschaftskrise

Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch in Kreuzlingen aus. Innert Jahresfrist stieg die Quote der Stellensuchenden

am Jahresende auf fast 8 Prozent an, die offizielle Arbeitslosenquote kletterte auf fast

6 Prozent. Diese Werte liegen deutlich über den kantonalen und schweizerischen Zahlen. Im scheinbaren

Kontrast dazu steht der erneute Anstieg der Grenzgängerbewilligungen auf fast 1'100. Es zeigt

sich einmal mehr, dass zu den Hauptursachen der Erwerbslosigkeit eine fehlende oder unzureichende

Ausbildungs- oder Berufsqualifikation gehört. Diese Personen werden wegen der gestiegenen Anforderungen

der heutigen Arbeitswelt immer grössere Schwierigkeiten beim Eintritt oder Verbleib im

ersten Arbeitsmarkt vorfinden oder sie werden zeitlebens in prekären Arbeitsverhältnissen verharren.

Pilotprojekt Inter-Institutionelle-Zusammenarbeit

Eine rasche Wiedereingliederung von Personen mit komplexer Mehrfachproblematik ist das Ziel des

Projekts Inter-Institutionelle-Zusammenarbeit IIZ. Durch eine ganzheitliche Betrachtung über die Institutionsgrenzen

hinaus und eine zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen der Arbeitslosenversicherung,

der Invalidenversicherung, der Berufsberatung und der Sozialhilfe soll der sogenannte Drehtüreffekt

(Personen mit medizinischer, sozialer und beruflicher Beeinträchtigung werden von einer Stelle zur

anderen geschoben) vermieden und die Vision einer einzigen Anlaufstelle umgesetzt werden. Die in der

Pilotphase gemachten ersten Erfahrungen waren vielversprechend und sinnvoll. Das kantonale Projekt,

an dem die Kreuzlinger Sozialhilfe als eine von drei Thurgauer Gemeinden mitwirkte, ist nun in eine

ordentliche Struktur überführt worden. Die beteiligten Institutionen stellen die (Re-)Integration der

Klienten in den Arbeitsmarkt ins Zentrum ihrer Bemühungen. Diese Bemühungen sind weiterzuführen

und auszubauen. Als Fernziel ist eine einzige Anlaufstelle für alle Erwerbslosen vorstellbar.

Moderater Anstieg Sozialhilfefälle

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wirkte sich fast zwangsläufig in einem Anstieg der Sozialhilfefälle aus.

Der Anstieg fiel entgegen der Prognosen noch einigermassen moderat aus und betraf vor allem das

letzte Quartal, was für die nahe Zukunft wenig Erfreuliches verheisst. Abgenommen hat insbesondere

die Zahl der abgeschlossenen Unterstützungsfälle. Dies ist ein Indiz dafür, dass für die Sozialhilfebeziehenden

der (Wieder-)Eintritt in das Erwerbsleben und damit die Ablösung von der Sozialhilfe zurzeit

immer schwieriger wird.

Mit dem Anstieg der Fallzahlen ist auch der Unterstützungsaufwand gestiegen. Wegen der erneut

sehr hohen Rücklaufquote von über 83 Prozent fiel der finanzielle Mehraufwand moderat aus. Die

Netto-Unterstützung blieb insgesamt deutlich unter den budgetierten Werten; sie liegt auch noch

deutlich unter den Zahlen der Jahre 2006 und 2007. Das Ergebnis wäre insgesamt sogar noch besser

ausgefallen, wenn nicht erstmals eine geänderte buchhalterische Behandlung von Klientenguthaben

vorgenommen worden wäre.

12 Soziales


Alimentenhilfe

Im Bereich Alimentenhilfe konnte die bereits hohe Rückforderungsquote gesteigert werden. Mehr als

jeder zweite bevorschusste Franken wurde zurückgeholt. Insgesamt zeigte der Bericht leicht gesunkene

Fallzahlen und Aufwendungen. Das Nettoergebnis ist umso bemerkenswerter, als gleichzeitig bei den

Rückforderungsbegehren Verlustscheine in Höhe von über CHF 380'000 resultierten.

Krankenkassenprämien

Bei den nicht bezahlten Krankenkassenprämien ist aufgrund der Wirtschaftskrise ein markanter Anstieg

zu beobachten. Die Meldungen der Krankenversicherer nahmen ebenso deutlich zu wie die Zahl derjenigen

unserer Einwohner, die im kantonalen Datenpool verzeichnet sind und die damit grundsätzlich

nur noch im medizinischen Notfall durch die Leistungserbringer behandelt werden. Immerhin konnte

auch mit einer gestiegenen Zahl von Personen eine Rückzahlungsvereinbarung abgeschlossen werden.

Spitex

In der Spitex wurden insgesamt wiederum über 41'000 Einsatzstunden geleistet. Die Hilfe und Pflege

zu Hause wird aufgrund der demographischen Entwicklung zunehmend bedeutsamer. Es liegt im

wohlverstandenen Interesse der Stadt, der eigenen Bevölkerung möglichst lange den Verbleib in den

eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Im Betrieb selbst erwies sich vor allem die Einführung des neuen

Bedarfsabklärungssystems RAI-Homecare als ausgesprochen zeitaufwändig und anspruchsvoll. Das

uns durch den kantonalen Tarifvertrag aufgezwungene Bedarfsabklärungssystem bringt freilich vor

allem für die Kontrollzwecke der Krankenversicherer einen spürbaren Zusatznutzen. Ebenfalls noch in

das Berichtsjahr fielen die Vorbereitungen für den Umzug des Spitexbetriebes in die Räumlichkeiten

des ehemaligen Zentrums zum Bären, der für Anfang 2010 vorgesehen ist.

Der zu Jahresbeginn in Kraft getretene neue Rahmenvertrag zwischen der Spitex Thurgau und der

Santésuisse hat sich positiv auf die Finanzen ausgewirkt. Die Abgeltung für pflegerische Leistungen

hat sich markant erhöht.

Gesetzlicher Betreuungsdienst

Die Zahl der vom Gesetzlichen Betreuungsdienst geführten Vormundschaften, Beistand- und Beiratschaften

ist wiederum stark gestiegen. Insgesamt wurden am Jahresende über 300 Mandate mit

einem gesamten verwalteten Klientenvermögen von rund CHF 15 Mio. geführt. Erneut zugenommen

haben auch die Abklärungen im Zusammenhang mit Pflegekinderbewilligungen und allgemeinen Kindesschutzmassnahmen.

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Soziales

13


Freizeit

Bericht von Stadträtin Dorena Raggenbass

Jahr der Wissenschaft

Konstanz bewarb sich 2008 gemeinsam mit Kreuzlingen um das Themenjahr «Stadt der Wissenschaft

2009». Der ehrenvolle zweite Platz spornte an, die in der Vorplanung erarbeiteten Projekte umzusetzen.

Das Motto «grenzenlos denken» bezog sich dabei nicht nur auf die geografischen Grenzen, sondern

zielte auch auf die Überwindung bestehender Grenzen zwischen den Städten, Menschen und wissenschaftlichen

Einrichtungen. Die grenzenlose Zusammenarbeit aller Bildungsinstitute, von der Uni

bis zum Kindergarten, von Firmen, Gewerbe- und Technologiebetrieben und den beiden städtischen

Verwaltungen, ermöglichte es, die Vorbehalte der Bevölkerung gegenüber der Wissenschaft etwas

abzubauen. Positiv bewerteten beide Städte die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Institutionen

und Firmen, insbesondere die Kooperationen mit dem Planetarium und Sternwarte Kreuzlingen und der

Pädagogischen Hochschule Thurgau.

Vernetzung – regionale Kulturförderung

Die Regionalplanungsgruppe Kreuzlingen (RPG) möchte die Kulturarbeit und -veranstaltungen in der

Region noch besser koordinieren und fördern. So entstand im November der «Verein Kultursee». Der

Verein beurteilt künftig Unterstützungsgesuche für Kulturprojekte und finanziert diese mit. Dies stärkt

die regionale Zusammenarbeit und schafft eine breitere Plattform für ein vielfältiges kulturelles Angebot.

In nur drei Monaten erarbeiteten Gemeindevertreter, Kulturveranstalter und Künstler die Rahmenbedingungen.

Entdeckung des Stadtraumes

Wer kennt die Weinstrasse? Alle und doch nur wenige. Die Kunstkommission der Stadt Kreuzlingen

hatte den Kunstwettbewerb «Entdeckung des Stadtraumes» entwickelt, der alle zwei Jahre einen

anderen öffentlichen Raum bekannt machen soll. Im 2009 beteiligten sich rund 30 Künstlerinnen und

Künstler an der Ausschreibung. Die Jury entschied sich für das Projekt «Kommst Du an den See?» der

beiden Künstlerinnen Gründler / Kuratli.

Integration auf regionalem Kurs

Integration heisst, sich in eine Gemeinschaft einzubringen, andere Kulturkreise kennen zu lernen,

Verständnis entgegenzubringen und auch Mitverantwortung zu tragen im neuen Lebensraum. Das

Kompetenzzentrum Integration ist neu in der Region verankert und wird von den Gemeinden des Bezirks

mitgetragen. Es soll allen Bewohnern und Verwaltungen als Informationsstelle dienen und gemeinsame

öffentliche Veranstaltungen organisieren. Unsere gesellschaftliche Vielfalt macht unseren Lebensraum

so einzigartig und bietet allen eine Heimat, eine neue und eine alte.

14 Freizeit


In grösseren Etappen planen: Schwimmbad Hörnli

Sanierung und Betrieb des Schwimmbades bildeten auch im Berichtsjahr Schwerpunkte der Departementsarbeit.

Auf Anfang und Mitte Jahr wurde je eine Botschaft erarbeitet. Dank intensiver Zusammenarbeit

mit der vorberatenden Kommission Gesellschaft, Kultur und Sport (GKS) wurden die

Kreditbegehren vom Gemeinderat jeweils mit grossem Mehr gutgeheissen. Eine Gesamtanalyse der

Anlage zeigt jetzt die kurz-, mittel- und langfristigen Sanierungsmassnahmen auf. Die Neuorganisation

der Verantwortungsgebiete der Genossenschaft Schwimmbad Hörnli und der Stadt hat sich bewährt.

Sport vernetzen im Verein Sportnetz

Bis anhin hat der Sportdachverband als Bindeglied zur Verwaltung agiert. Die steigenden und sich

verändernden Anforderungen zeigten den Bedarf nach einer Neustrukturierung des bisherigen Vereins.

Deshalb wurde der ehemalige Sportdachverband in den neuen Verein Sportnetz überführt. Unter der

Federführung der Stadt und der Mitwirkung des kantonalen Sportamtes, verschiedener Vereine und

Schulvertretern konnten die Ziele und die Zusammensetzung bestimmt werden. Eine Leistungsvereinbarung

legt Aufgaben und Arbeitsbereiche fest. Für alle Leitungsfunktionen konnten erfahrene

Mitglieder gefunden werden.

Sportanlagenkonzept

Das umfangreiche Sportanlagenkonzept 2001 wurde aktualisiert. Eine entscheidende Änderung resultierte

aus der Stadtentwicklungsplanung (STEP): Das Sportzentrum soll nicht mehr in der Seezelg,

sondern im Döbeli angesiedelt werden. Die steigenden Zahlen der Spieler und Mannschaften in Fussball,

Faust- und Korbball bringen die vorhandenen Spielflächen an die Grenzen ihrer Kapazität. Die Planung

eines Kunstrasenspielfeldes im Klein Venedig wurde aufbauend auf alten Projektplänen wieder

aufgenommen. In engem Zusammenspiel mit den Vereinen und Planern konnten Bedarf, Platzierung,

Finanzierung und Realisierung bestimmt und eine Botschaft an den Gemeinderat ausgearbeitet werden.

Die Volksbotschaft gelangt im März 2010 zur Abstimmung.

Landangebote und -verkäufe – eine Herausforderung

Land ist in unserem dicht besiedelten Stadtgebiet knapp und somit auch kostbar. Landangebote und

-verkäufe sind zwar nicht in grosser Zahl zu verhandeln, aber jedes einzelne Geschäft hat viele Aspekte,

die es sorgfältig abzuwägen gilt. Einige Angebote wurden über längere Zeit verhandelt und eingehend

geprüft, Nutzen und Kaufpreis wurden abgewogen. Die vielschichtigen Kriterien für solche Geschäfte

sind in den «Grundsätzen zur Liegenschaftspolitik der Stadt Kreuzlingen» festgelegt. Auch die Stadtentwicklungsplanung

(STEP) gibt grossräumige Ziele für die Entscheidungsfindungen vor.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Freizeit

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Bau

Bericht von Stadtrat Michael Dörflinger

Wer meinte, dass wir nach dem Rekord an Baugesuchen im Vorjahr nun einen massiven Einbruch

erleben werden, hat sich geirrt. Die Bautätigkeit in unserer Stadt blieb auf höchstem Niveau – zumindest

was die Quantität betrifft – und scheint auch weiterhin ungebrochen zu sein. An allen Ecken und

Enden schiessen Neubauten aus dem Boden. Es werden hunderte von Wohnungen gebaut, welche

anscheinend immer noch mehr oder weniger problemlos vermietet oder verkauft werden können. Da

kann es auch nicht verwundern, dass in Kreuzlingen die Einwohnerzahl sprunghaft anstieg. Aufgrund

dieser Entwicklung war das Departement Bau ausgelastet und wird es vermutlich auch noch eine Weile

sein. Trotzdem ist beim Betrachten der konkreten Zahlen ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr

festzustellen. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass unsere Stadt weiterhin ein solch überdurchschnittliches

Wachstum erfahren wird. Es ist durchaus möglich, dass diejenigen Einwohner, die mal

«schnell» nach Kreuzlingen gezogen sind, auch genau so schnell wieder wegziehen. Es wird interessant

sein, zu beobachten, wie gut sich unsere neuen Mitbewohner an unserer Wohnlage erfreuen und sich

auch wirklich bei uns einleben. Die Tendenzen vor allem bei Zuzügern aus Deutschland zeigen, dass

sich etliche schwer tun, sich ganz von ihrem Heimatland zu lösen und die Verbundenheit dorthin weiterhin

sehr gross bleibt. Das sieht man nicht zuletzt daran, dass hunderte von Kindern aus Kreuzlingen

und Umgebung von ihren Eltern nach Konstanz zur Schule geschickt werden.

Rund um den Löwenplatz

Ein Dauerbrenner ist die Renovation des Hotels Löwen an zentralster Lage in unserer Stadt. Bewegung

in diese Geschichte ist erst gekommen, als der Stadtrat beschlossen hatte, die Planung des Gebäudes

von der Entwicklung des Gesamtareals zu trennen. Nach dem Durchbruch vom Vorjahr, in dem nach

vielen Jahren endlich die definitive Baubewilligung für die Beseitigung dieses «Schandflecks» erteilt

werden konnte, ging es tatsächlich richtig los. Das Gebäude wurde vollständig ausgeräumt, sodass

gegen Ende Jahr die noch übriggebliebene Substanz von der Denkmalpflege definitiv beurteilt werden

konnte. Im nächsten Jahresbericht werde ich – hoffentlich – diese Liegenschaft zum letzten Mal erwähnen

müssen, dann aber im freudigen Zusammenhang mit der Neueröffnung.

Eine ebensolche glanzvolle Neueröffnung konnten wir am 9. September in der unmittelbaren Nachbarschaft

des «Löwen» feiern. Das ehemalige EPA-Gebäude strahlt in neuem Glanz und konnte als

Einkaufszentrum «ceha!» den Einstand feiern. Dieses Einkaufszentrum steht im Zentrum unserer Stadt

und hat auch sofort zur Belebung der Hauptstrasse einen grossen Beitrag geleistet.

16 Bau


Neugestaltung Zentrum

Ein eigentliches Zentrum in Kreuzlingen fehlt ja bekanntlich, da die Stadt aus drei Dörfern zusammengewachsen

ist und deshalb nie ein solches hatte. Der Stadtrat hat sich das hohe Ziel gesetzt,

ein Zentrum zu schaffen. Die einmalige Gelegenheit bot sich nun, da einerseits grosse private Bauvorhaben

wie das «ceha!» und im Coop-Karussell verwirklicht worden sind und andererseits die neue

Durchfahrtsstrasse «Chance Nord» vollendet wurde. Mit einer Neugestaltung der Hauptstrasse sollte

diese Gelegenheit genutzt werden, die Bildung eines Zentrums der Stadt voranzutreiben. Mit grossem

Informationsaufwand setzte sich der gesamte Stadtrat ein für die Genehmigung des Kreditbegehrens

über 3,85 Millionen Franken für die Schaffung eines modern interpretierten «Boulevards» in unserer

Einkaufsmeile. Am 17. Mai stimmte der Souverän diesem Umbau mit fast 60 Prozent der Stimmen

zu. Eine daraufhin vom Stadtrat eingesetzte Baukommission ging sofort an die Arbeit und erstellte

bis Jahresende ein Auflageprojekt für die neue Begegnungszone. Erklärtes Ziel ist, bis Ende 2010 die

schönste Einkaufsstrasse im Kanton einzuweihen.

Eröffnung «Chance Nord»

Mit einem Fest für die gesamte Bevölkerung konnte am letzten September-Wochenende die Gross-

Baustelle «Chance Nord» abgeschlossen werden. Zur Entlastung des Zentrums und der Quartiere steht

nach langer Leidensgeschichte diese Durchgangsstrasse für den Verkehr zur Verfügung. Der Souverän

bewilligte den Kredit für dieses Bauwerk im Jahre 2003, wegen juristischer Streitereien verzögerte

und verteuerte sich jedoch der Bau. Mit der neuen Strasse kann vor allem der Durchgangsverkehr

kanalisiert werden und muss sich nicht mehr seine Wege durch die Stadt suchen. Die ursprüngliche

Planung sah vor, diese Linie noch durch eine Südumfahrung zu ergänzen. Es scheint, dass wir aber noch

für mehrere Jahre mit der jetzigen Lösung auskommen müssen. Sie erlaubt uns dennoch, die Zentrumsentwicklung

voranzutreiben, da nun wenigstens eine Alternative für die Verkehrsführung vorhanden ist.

Das Bauwerk selbst darf als sehr gelungen bezeichnet werden. Die Situation um den Stadtbahnhof ist

bedeutend urbaner geworden und steht einer Stadt mit doch fast 20'000 Einwohnern gut zu Gesicht.

Einzig die Streckenführung direkt vor dem Bahnhof erscheint mir nicht sehr sinnvoll. Aber diese Lösung

ist mit der seinerzeitigen Volksabstimmung gewählt worden und wir werden damit leben.

Projekthandbuch Energie

Ende August konnte der Stadtrat das Projekthandbuch Energie verabschieden. Damit wurde eine

Steuerungsgruppe geschaffen, in der die Technischen Betriebe und weitere relevante Abteilungen der

Verwaltung vertreten sind. Diese Gruppe koordiniert alle wesentlichen Massnahmen der zukünftigen

Energiepolitik der Stadt Kreuzlingen und stellt Anträge an den Stadtrat, welche Energiesparmassnahmen

in welcher Priorität zu verfolgen sind. Damit besitzt unsere Stadt eine wirkungsvolle, ohne

unnötigen Aufwand operierende Einheit, welche die Herausforderungen in diesem Bereich bewältigen

kann. Fallweise kann diese Gruppe auch kleinere Arbeitsgruppen einsetzen, welche mit dem nötigen

Fachwissen konkrete Massnahmen untersuchen und vorbereiten können.

Der anhaltende Bauboom in Kreuzlingen, verbunden mit dem überdurchschnittlich starken Wachstum

der Bevölkerung, bescherte dem Departement Bau ein gehöriges Mass an Arbeit. Alle Mitarbeitenden

des Werkhofes, der Regionalen Abfallsammelstelle, der Gärtnerei sowie der Bauverwaltung waren

sehr stark gefordert. Nicht alle Mitbewohner sehen die enorme Arbeit, die hier oft im Hintergrund

geleistet wird, und sind schnell bereit, wegen irgendwelchen Kleinigkeiten vor allem zu reklamieren.

Trotzdem kann ich mit grosser Freude feststellen, dass unsere Stadt sauber herausgeputzt ist, die

Anlagen sehr gepflegt sind, der ständig steigende Abfallberg entsorgt wird und nicht zuletzt die Bauherren

(meist) ein Lob für die speditive Behandlung ihrer Anliegen ausstellen. Dafür darf ich unseren

Mitarbeitenden ein dickes Lob aussprechen.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Bau

17


Dienste

Bericht von Stadtrat David Blatter

«Wer nichts verändern will, der wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.» Mit diesen Gedanken

von Gustav Heinemann wurde ich mit den besten Wünschen von Oberbürgermeister Horst

Frank auf die Weihnachtsfesttage eingestimmt. Diese Gedanken stimmen wirklich nachdenklich und

begleiten uns täglich bei unserer Arbeit in allen Bereichen. Um Ziele erreichen zu können, benötigen

wir diesen Veränderungswillen.

Es kehrt Ruhe ein. Die beiden neuen Abteilungsleiter aus den Bereichen Ordnungsdienst und Technische

Betriebe konnten sich im Jahr 2009 gut in ihre Aufgabengebiete einarbeiten, sodass sie ihre

persönlichen Ziele langsam umsetzen konnten. Ebenfalls haben sich die Mitarbeiter an das neue Exekutivteam

herangetastet, womit einer konstruktiven Zusammenarbeit nichts mehr im Wege stand. Durch

die Erfahrungen in den ersten eineinhalb Jahren konnten auch in meinem Departement verschiedene

Projekte zügiger umgesetzt werden.

Technische Betriebe

Nichts ist derzeit mehr im Wandel als die Auswirkungen der per 1. Januar erfolgten Teilliberalisierung

des Strommarktes. Als Reaktion der Ende August 2008 veröffentlichten Strompreise, die durchschnittlich

um 15 Prozent erhöht wurden, reagierten der Bundesrat und die Elektrizitätskommission (ElCom)

mit Ergänzungen bzw. Kronkretisierungen der Stromversorgungsverordnung (StromVV). Die Technischen

Betriebe haben die Vorgaben umgesetzt. Dadurch reduzierten sich auch die eigenen anrechenbaren

Kapitalkosten. Zudem verringerten sich die Kosten auf Seiten der Vorliegernetze. Die daraus resultierenden

Vergünstigungen bewirkten je nach Netzebene bzw. Kundensegment eine Reduktion des Tarifs

für die Netznutzung zwischen 0.1 und 0.9 Rp./kWh rückwirkend auf den 1. Januar. Die zum Teil erfolgte

Strommarktliberalisierung hat in der Schweiz neben einigen Vorteilen jedoch vor allem eine Tariferhöhung

gebracht. Sicher wären die bisherigen tiefen Tarife in der Schweiz in dem grossen, globalisierten

Markt nicht auf dem bisherigen Niveau geblieben, da der Strombedarf kaum rückläufig sein wird. Der

markante und schnelle Kostenanstieg ist vor allem für den Privatkunden schwer nachvollziehbar. Das

sich schnell verändernde Umfeld verlangt von den Technischen Betrieben eine hohe Flexibilität. Neben

dem umfangreichen Tagesgeschäft mussten die Vorgaben des neuen Stromversorgungsgesetzes

(StromVG) und der Stromversorgungsverordnung (StromVV) umgesetzt werden.

Die Erdgasbeschaffung erfolgte für die Periode vom 1. Oktober 2008 bis 30. September 2009 zu einem

Fixpreis. Durch diese bisherige Einkaufsstrategie konnten grundsätzlich wettbewerbsgerechte Tarife

angeboten werden. Der massive Preiseinbruch der Referenzpreise an den internationalen Rohstoffmärken

ermöglichte es den Schweizer Gasanbietern, ihren Kunden tiefere Tarife anzubieten. Um dem

Preis- und Wettbewerbsdruck entgegenzuwirken, erfolgte deshalb eine Rückgabe an die Kunden in

Form einer Tarifsenkung per 1. Februar. Dies war möglich aufgrund des 2008 in der Sparte Gas erzielten

positiven Geschäftsergebnisses.

18 Dienste


Im neuen Geschäftsbereich Contracting wurden die Planung sowie der dazugehörende Leitungsbau für

das neue Betriebsgebäude der Holzschnitzelheizung abgeschlossen. Dieses liefert in Zukunft Wärme

für verschiedene Gebäude von Kanton, Gemeinde und Schule.

Feuerwehr

Die Kreuzlinger Stützpunktwehr wurde im vergangenen Jahr glücklicherweise von Grossereignissen

verschont. Die unterschiedlichsten Ereignisse verlangen jedoch von jedem Angehörigen der Feuerwehr

ein breites Fachwissen und grossen Einsatzwillen. Leider ist der Bestand wiederum leicht gesunken

und das Ziel den Sollbestand in allen Abteilungen zu erreichen, konnte noch nicht realisiert

werden. Trotz eines kleineren Fehlbestandes ist die Einsatzkraft der Kreuzlinger Feuerwehr 100-prozentig

gegeben, da viele Feuerwehrangehörige innert kürzester Zeit erreichbar sind. Erfreulich war

auch der Einsatz der Jugendfeuerwehr. Anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums des Feuerwehrverbandes

Thurgau konnten sich die Jugendlichen am Feuerwehrumzug vom 28. Juni erstmals gemeinsam der

Öffentlichkeit präsentieren. Die Gründung der ersten Jugendfeuerwehr im Kanton Thurgau veranlasste

den Kantonalen Feuerwehrverband, Richtlinien für Jugendfeuerwehren zu erstellen. Aufgrund unserer

Erfahrungen konnte ich die dafür eingesetzte Arbeitsgruppe unterstützen. Verdankenswerterweise wird

die Gebäudeversicherung des Kantons Thurgau diese Jugendarbeit mit einem jährlichen Pauschalbeitrag

pro Jugendfeuerwehrmitglied unterstützen.

Stadtpolizei

Neben verschiedenster Aufgaben obliegt der Stadtpolizei die Erledigung von Flurangelegenheiten.

Durch das Vermittlungsgeschick konnten viele Streitigkeiten bereinigt werden, ohne dass diese von

der Flurkommission behandelt werden mussten. Mit dem starken Bevölkerungsanstieg in der Stadt

Kreuzlingen sind auch die Probleme gewachsen, unter anderem bei der Parkplatzbewirtschaftung: zu

wenige Parkplätze in einzelnen Wohnzonen. Dies war ein Grund, weshalb für die Überarbeitung des

Parkierungsreglements eine Arbeitsgruppe gebildet wurde. Der neue Reglementvorschlag wird bis im

Sommer 2010 dem Gemeinderat zum Entscheid vorgelegt.

Sachbeschädigungen

Leider ist die Stadt Kreuzlingen auch in diesem Jahr nicht vor Sachbeschädigungen verschont geblieben.

Der Zerstörungsdrang oder die Wut wurde vor allem an Parkautomaten oder Einrichtungen des

öffentlichen Verkehrs, zum Beispiel Bushaltestellen, ausgelassen. Ebenfalls wurden neu errichtete

Hinweistafeln des Tierparks durch Sprayaktionen beschmiert. Solche Sachbeschädigungen müssen

durch die öffentliche Hand, respektive durch Steuereinnahmen, behoben werden. Trotz mehr Kontrollen

konnten und können auch in Zukunft solche Aktionen nicht verhindert werden. Wir alle sind deshalb

aufgefordert, wieder vermehrt hin- statt wegzusehen.

Hafen

Ein Höhepunkt war 2009 die Einfahrt des grössten Bodensee-Schiffes, der Sonnenkönigin. Zur feierlichen

Begrüssung fand sich eine illustre Gästeschar im Kursschifffahrtshafen ein. Wie angekündigt

soll die bestehende Hafenordnung durch ein neues Hafenreglement ersetzt werden. Damit genügend

Zeit für die Ausgestaltung sowie die geplante Vernehmlassung vorhanden ist, wurde bereits mit der

Überarbeitung begonnen. Ebenfalls konnten die Vorbereitungsarbeiten des Um- und Erweiterungsbaus

der WC-Anlage «Hafen West» abgeschlossen werden, sodass diese rechtzeitig auf die kommende

Saison in Betrieb genommen werden kann.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Dienste

19


Gemeinderat

Bericht von Gemeinderatspräsident Bruno Rieser

Auf Wunsch des Gemeinderats erscheint im Jahresbericht 2009 der Stadt Kreuzlingen erstmalig ein

Kurzbericht über die Arbeit des Gemeinderats. Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass das städtische

Parlament wesentlicher Bestandteil des politischen Lebens in der Stadt ist und deshalb auch im Jahresbericht

erwähnt werden soll.

Wahlen Präsidium

Am 11. Juni war das einjährige Präsidialjahr von Ernst Zülle abgelaufen. Als Nachfolger wurde Bruno

Rieser (SVP) und als Vizepräsident Beat Rüedi (FDP) gewählt. Ins Büro wurden Hans-Jürgen Michael

(FL/RB), Cyrill Huber (SP) und Christian Jordi (CVP) gewählt.

Behandelte Geschäfte 2009

Nebst 29 Einbürgerungen wurden 11 Sachgeschäfte beraten und verabschiedet. Hervorzuheben sind

zwei Kreditbegehren, die die Sanierung Schwimmbad Hörnli betreffen. Die erste Vorlage beinhaltete

ein Kreditbegehren von CHF 257'500 für Sanierungsmassnahmen am Schwimmbad Hörnli zur Sicherstellung

des Betriebes 2009 und führte aufgrund der vorbelasteten Geschichte dieser Anlage zu heftigen

und emotionalen Diskussionen im Gemeinderat. Das zweite Kreditbegehren für Sanierung und

Unterhaltsarbeiten an der Technik des Schwimmbades Hörnli in der Höhe von CHF 400'000 war noch

umstrittener. Beide Geschäfte passierten aber den Rat. Mit dem Schwimmbad Hörnli befasste sich

zudem die Geschäftsprüfungskommission (GPK), die im Auftrag des Gemeinderats eine Untersuchung

durchführte. Der Untersuchungsbericht der GPK wurde dem Gemeinderat an seiner Sitzung vom 17.

Dezember zur Kenntnis gebracht. Dem Jahresbericht und der Jahresrechnung der Stadt Kreuzlingen

2008 und der Technischen Betriebe stimmte der Gemeinderat jeweils grossmehrheitlich zu. Nach breiter

Diskussion wurde der Teilrevision der Geschäftsordnung des Gemeinderats einstimmig zugestimmt.

Mit der Teilrevision des Personal- und Besoldungsreglements wurden für die städtischen Angestellten

Voraussetzungen erarbeitet, welche einer modernen Verwaltung interessante Anstellungsbedingungen

gewährleisten.

Der Gemeinderat als Kollegium

Die Arbeit im Gemeinderat, unter den Gemeinderäten, mit den Stadträten sowie der Verwaltung ist sehr

konstruktiv, seriös und lösungsorientiert. Der Umgang miteinander ist respektvoll. Ich möchte mich bei

allen Beteiligten bedanken, die zum Wohle und zum Fortschritt unserer Stadt beigetragen haben. Ein

Dank geht auch an die Bevölkerung der Stadt Kreuzlingen für das Vertrauen, welches sie den Behörden

und den Angestellten der städtischen Verwaltung entgegenbringt.

20 Gemeinderat


Gemeinderat Kreuzlingen 2009

Der Gemeinderat am 17. Dezember 2009. Es fehlen Andreas Hebeisen, Peter König und Ernst Zülle.

CVP

Christian Jordi, Christian Lohr, Elmar Raschle, Alfredo Sanfilippo,

Ernst Thoma, Ernst Zülle

FDP/EVP

Christian Brändli, Vincenza Freienmuth, Margrit Gubler, Yvonne Kramer,

Thomas Leuch, Beat Rüedi, Paul Stähli, André Troll, Andreas Zuber

FL/RB

Christian Forster, Nino Grob, Eva Häberlin, Hans-Jürgen Michael,

Anna Rink, Jost Rüegg

SP

Walo Abegglen, Markus Brüllmann, Andreas Hebeisen, Ruedi Herzog,

Cyrill Huber, Dino-Gerardo Lioi, Silvana Tschudi, Edith Wohlfender

SVP

Günther Graner, Hansjörg Gremlich, Yvonne Hartmann, Irène Herzog,

Peter König, Daniel Lauber, Daniel Müller, Fabian Neuweiler,

Bruno Rieser, Rolf Rindlisbacher, Georg Philipp Schulthess

Rücktritte

René Vo-Van, CVP, auf 30. September, Ersatz: Alfredo Sanfilippo ab 1. Oktober

Roland Henke, SVP, auf 19. November, Ersatz: Hansjörg Gremlich ab 20. November

Michael Keller, FDP/EVP, auf 30. November, Ersatz: Vincenza Freienmuth ab 1. Dezember

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen Gemeinderat Kreuzlingen 2009

21


1 Präsidium

1.1 Kommunikation und Stadtmarketing

1.2 Assistentz des Stadtammanns

1.3 Personaldienst

1.4 Projekte

1.5 Ausländerbeirat

p Uli Weideli, Sachbearbeiterin Telefonzentrale, verkauft am Informationsschalter der Kundin die beliebte SBB-Tageskarte.

1.1 | Kommunikation und Stadtmarketing

Gleich an zwei Messen war die Stadt Kreuzlingen

2009 präsent: im April an der Eigenheimmesse

der TKB und im Mai an der Gewerbemesse

Kreuzlingen (GEWA). Unter dem Motto «Wohnen

am See» informierten die Gemeinden Kreuzlingen,

Romanshorn, Steckborn und Egnach gemeinsam

über die Vorzüge von Seegemeinden.

An der GEWA stellten sich die Feuerwehr, die

Energieberatung, das Dreispitz Sport- und Kulturzentrum

sowie die Partnerstadt Wolfach an einem

gemeinsamen Stand vor. Die Feuerwehr präsentierte

die neu gegründete Jugendfeuerwehr. Das

Dreispitz Sport- und Kulturzentrum zeigte sein

Angebot, die Energieberatung informierte über

Energiesparen und die Partnerstadt Wolfach bot

Köstlichkeiten aus dem Schwarzwald an.

Der Kreuzlinger Stand an der GEWA 2009.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Neu trugen die Mitarbeitenden am Stand ein

weisses Hemd mit gesticktem Kreuzlinger Logo

auf dem Kragen. Zudem lockte ein Wettbewerb

das Publikum an den Stand. 640 Besucherinnen

und Besucher nahmen daran teil. Als Hauptpreis

winkte ein Elektro-Velo.

Ebenfalls an der GEWA informierte die Stadt

über die Abstimmungsvorlage «Neugestaltung

Hauptstrasse zwischen Helvetiaplatz und Löwenplatz».

Ein Strassenmodell der Hauptstrasse und

Visualisierungen des Projekts wurden präsentiert.

Mittelpunkt der Abstimmungskampagne waren

Plakate und der Informationspavillon an der

Hauptstrasse, wo der Stadtrat und Mitarbeitende

rund 400 Besuchern Auskunft zur Vorlage gaben.

Im Pavillon waren neben einem Strassenmodell

auch Bilder der Hauptstrasse aus unterschiedlichen

Epochen ausgestellt.

Präsidium

23


Die Stadt versandte 50 Medienmitteilungen und

lud zu 41 Medienkonferenzen ein. Die Stadtverwaltung,

deren Projekte, Mitarbeitende und

Stadträte wurden in rund 1'000 Presseartikeln

thematisiert. Gut 125 Artikel erschienen zu den

Projekten «Jahr der Wissenschaft», «Gigathlon»,

«Eröffnungsfest Chance Nord» und zur Volksabstimmung

«Neugestaltung Hauptstrasse».

Neben dem neugestalteten Jahresbericht 2008

wurden laufend Broschüren und Flyer im neuen,

jetzt einheitlichen Corporate Design erstellt, der

Internetauftritt der Stadt optimiert und das Layout

der «Seite der Stadt» in der Kreuzlinger Zeitung

verbessert. Seit dem 16. Juni werden nach jeder

Stadtrats-Sitzung die wichtigsten Beschlüsse im

Internet publiziert.

Tourismus

Während des ganzen Jahres führte die Leiterin

Kommunikation und Stadtmarketing mit einem

geringen Pensum das Team von Kreuzlingen Tourismus

und sorgte für einen geordneten Betrieb.

Die Zusammenarbeit mit Thurgau Tourismus

wurde weiter intensiviert. Kreuzlingen Tourismus

war an einem Gemeinschaftsstand an der Eigenheimmesse

Thurgau in Kreuzlingen vertreten und

erhält für 2010/2011 eine neu gestaltete Image-

Broschüre. Auf Februar 2010 kann eine neue Leiterin

der Geschäftsstelle von Kreuzlingen Tourismus

angestellt werden. Damit kann sich die Leiterin

Kommunikation und Stadtmarketing wieder zu 100

Prozent auf ihre Aufgaben bei der Stadt Kreuzlingen

konzentrieren.

Die Stadt informierte die Medien über die Abstimmung «Neugestaltung Hauptstrasse» im Informationspavillon.

Zur Eröffnungsfeier «Chance Nord» lud der Kanton zu einem Apéro ein.

24 Präsidium


1.2 | Assistenz des Stadtammanns

Für Einheimische und Touristen wurde ein

Online-Shop im Internet realisiert. Seit dem

1. Juli bietet die Stadt auf ihrer Website verschiedene

Artikel wie Stadtbücher, USB-Sticks, Caps

und Polo-Shirts mit dem Kreuzlinger Logo zum

Verkauf an.

Zum zweiten Mal wurden die neu konzipierten

städtischen Anlässe organisiert, so der Neujahrsempfang,

die Informationsveranstaltung für

Neuzuzüger und die Jungbürgerfeier. Trotz tiefer

Temperaturen herrschte beim Neujahrsempfang

auf der Esplanade des Dreispitz Sport- und Kulturzentrums

gute Stimmung. Erneut war der Anlass

für die Neuzuzüger im Dreispitz gut besucht. Über

250 neue Einwohnerinnen und Einwohner nutzten

die Gelegenheit, sich an 12 Ständen über das

Leben in Kreuzlingen zu informieren.

Erstmals seit 2000 wurde die Jungbürgerfeier

nicht mehr gemeinsam mit der Stadt Konstanz

durchgeführt. Der erhoffte Kontakt unter den Jugendlichen

der beiden Städte hatte in den vergangenen

Jahren nicht stattgefunden. 33 Jungbürger

besuchten die Feier in diesem Jahr. Dem offiziellen

Teil im Rathaus folgte ein Nachtessen mit

einer Breakdance-Show in der Alten Schlosserei.

1.3 | Personaldienst

Das Jahr 2009 war geprägt von der Teilrevision

der verschiedenen Personalreglemente, die durch

eine Arbeitsgruppe erarbeitet und im November

durch den Gemeinderat bewilligt wurden. Die Inkraftsetzung

der Reglemente und Verordnungen

durch den Stadtrat erfolgt auf den 1. Januar 2010.

Da die Stadtverwaltung ein moderner Dienstleistungsbetrieb

ist, wurden die Anstellungsbedingungen

an die Konditionen ähnlich gelagerter

Dienstleistungsbetriebe und an den Kanton angeglichen,

vereinfacht und die Formulierungen

sprachlich überarbeitet. Die Stadtverwaltung bietet

so als Arbeitgeber zeitgemässe und attraktive

Anstellungsbedingungen.

Gesundheitsförderung

Auch bei der Stadtverwaltung war das Thema

pandemische Grippe im Jahr 2009 allgegenwärtig.

Es wurden frühzeitig Vorbereitungen getroffen,

Verbrauchsmaterial angeschafft und die

Mitarbeitenden wurden ab April regelmässig

über den aktuellen Stand der Dinge unterrichtet.

Ebenso wurden Notfallpläne zur Aufrechterhaltung

der Dienstleistungen bei grösseren Ausfällen

des Personals erarbeitet. Bis zum Jahresende

waren zum Glück nur wenige Absenzen infolge

der pandemischen Grippe zu verzeichnen.

Die Jungbürger und Stadtammann Andreas Netzle genossen

die Lounge-Atmosphäre.

Im Werkhof und der Gärtnerei wurden Anfang

2009 arbeitsärztliche Untersuchungen durchgeführt,

welche gezeigt haben, dass die Mitarbeitenden

in diesen Bereichen wenig gesundheitsschädigende

Arbeitsbedingungen und gute

Arbeitsmittel vorfinden. Kleinere Problemfelder,

insbesondere im Regionalen Annahmezentrum

(RAZ), wo sehr viele belastende Arbeiten mit dem

Bagger durchgeführt werden müssen, werden laufend

überprüft und daraufhin verbessert.

Jungbürgerinnen lernten von den Profis einige Breakdance-

Schritte.

Zahlen, Daten, Fakten

2009 konnte die Stadtverwaltung 12 neue Mitarbeitende

(ohne Lernende und Temporärkräfte)

begrüssen, 7 Mitarbeitende wurden verabschiedet,

teilweise infolge Pensionierung.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Präsidium

25


Der Personalbestand per 31. Dezember 2009 (Anzahl

Festangestellte Voll- und Teilzeit, ohne Lernende)

betrug 162 Mitarbeitende.

Anzahl Mitarbeitende

Jahr Verwaltung TBK Total

2005 110 32 142

2006 112 32 144

2007 113 34 147

2008 121 34 155

2009 122 40 162

Jahr Eintritte Austritte Fluktuation

2005 15 13 9,19 %

2006 13 10 6,99 %

2007 17 13 8,93 %

2008 16 12 7,95 %

2009 12 7 4,41 %

Dienstjubiläen 2009

35 Jahre Jürg Dinkel

30 Jahre Oskar Fischer

25 Jahre Kurt Kasper, Karl Künzle,

René Oeggerli

20 Jahre Silvia Buob, Urs Schläpfer

15 Jahre Peter Rutishauser, Rudolf Schneider

10 Jahre Renato Canal, Margrit Ernst,

Elisabeth Fehr

1.4 | Projekte

Die seit 2008 zum Stab des Stadtammanns gehörende

Stelle des Projektkoordinators kann

Projekte und Aufgaben aus allen Departementen

übernehmen.

Im Jahr 2009 leitete er die Projekte Sanierung

Schwimmbad Hörnli, Planung Neubau Verwaltungsgebäude,

Erstellung Alterskonzept und

koordinierte die Erstellung eines Signalisationskonzeptes.

Er verfasste verschiedene Botschaften

an den Gemeinderat. Zu seinem Tätigkeitsbereich

gehören unter anderem der grenzüberschreitende

Unterhalt der Kunstgrenze, die logistische Unterstützung

der Solarfähre und die Mitwirkung in

verschiedenen Arbeitsbereichen der einzelnen

Stadtratsmitglieder. Die wichtigsten Projekte

erscheinen in den Berichten der jeweiligen Departemente.

1.5 | Ausländerbeirat

Der Ausländerbeirat konnte an seinen Sitzungen

interessante Gäste begrüssen. So fand an der

Februar-Sitzung ein Gespräch mit dem Grossratspräsidenten

Christian Lohr über die im Grossen

Rat eingereichte Motion für das Stimm- und

Wahlrecht für Ausländer statt. Im Juni wurde mit

der Arbeitsgruppe für die Änderung des Einbürgerungsverfahrens

über die geplante Revision diskutiert.

Der Ausländerbeirat konnte bereits im Jahr

2008 zu diesem Thema in der Vernehmlassung

Stellung nehmen. Als Resultat des Besuchs der

Delegation der Einbürgerungskommission werden

im Jahr 2010 Info-Veranstaltungen zum Einbürgerungsverfahren

stattfinden.

Im August wurde der Ausländerbeirat über die

geplanten Änderungen bei der Dachorganisation

der Kreuzlinger Vereine informiert. Ein Delegierter

des Ausländerbeirats ist nun in der Vereins-

Vorstände-Vereinigung Kreuzlingen vertreten. An

der gleichen Sitzung wurde die Idee einer «interkulturellen

Seite» in der Kreuzlinger Zeitung ins

Leben gerufen, welche im Dezember erstmals

erschienen ist.

An den vier Sitzungen des Ausländerbeirats wurden

unter anderem folgende Themen behandelt:

25. Februar 2009

1. Besuch Grossratspräsident Christian Lohr zum

Thema: Stimm- und Wahlrecht für Ausländer.

2. Einsetzung Arbeitsgruppe «Stadtentwicklung».

3. Juni 2009

1. Besuch Arbeitsgruppe der Einbürgerungskommission

«Anpassung Einbürgerungsverfahren

der Stadt Kreuzlingen».

26. August 2009

1. Information über Vereinsentwicklung in Kreuzlingen

durch Ruedi Wolfender, Leiter Abteilung

Freizeit und Liegenschaften.

25. November 2009

1. Information des Stadtrates zum Thema Einbürgerungsreglement

und Einbindung des Ausländerbeirats

in die gesellschaftlichen Themen.

26 Präsidium


2. Vorstellung Zeljka Blank-Antakli, Leiterin Fachstelle

Integration.

3. Verabschiedung Christoph Kreis, Integrationsdelegierter.

4. Anpassung Reglement und Geschäftsordnung

des Ausländerbeirats.

5. Standortbestimmung.

Aktivitäten

Der Ausländerbeirat war an allen Anlässen präsent,

die einen Integrationsbezug hatten. Es

handelte sich dabei um Quartierprojekte, die Interkulturelle

Woche, Fachtagungen, Vorträge und

andere Veranstaltungen. Durch den Rücktritt von

fünf Mitgliedern – hauptsächlich wegen Wegzugs

– wurde eine Ersatzwahl nötig. Der Stadtrat

wählte im November die neuen Mitglieder auf

Vorschlag einer Auswahlgruppe. Somit ist der

Ausländerbeirat mit seinen 20 Mitgliedern aus

20 Nationen wieder vollzählig.

Die Stimme des Ausländerbeirats

Der Ausländerbeirat ist bereit, alle interessierten

Kreise in integrationspolitischen Fragen zu beraten.

Er wurde eingesetzt, um den nicht stimm- und

wahlberechtigten Teil der Bevölkerung zu vertreten.

«Uns nicht anzuhören bedeutet, die Hälfte der

Bewohner Kreuzlingens nicht zu fragen», erklärte

Karina Zabel, die Präsidentin des Ausländerbeirats.

Der Ausländerbeirat soll die Sicht und die

Anliegen der ausländischen Wohnbevölkerung in

den politischen Prozess einbringen. Bis jetzt wurde

er jedoch von den Ausländerinnen und Ausländern

selber noch selten genutzt. Ob dies am noch

fehlenden Bekanntheitsgrad liegt, ist schwer zu

sagen. Die meisten Ausländerinnen und Ausländer

in Kreuzlingen sind schon gut integriert. Viele

Anliegen und Sorgen sind bei der ausländischen

und schweizerischen Wohnbevölkerung ähnlich

und betreffen die Arbeit, Familie, Kinder und die

ständig steigenden Kosten.

Ziele für die Zukunft

Der Ausländerbeirat wird eng mit der neu geschaffenen

regionalen Fachstelle für Integration

zusammenarbeiten. Auch die Verbindung mit den

anderen Migrantenorganisationen in Kreuzlingen

soll intensiviert und durch gemeinsame Projekte

vertieft werden. Zudem wird sich der Ausländerbeirat

mit den Schwerpunktthemen der Stadt,

nämlich Jugend und Alter, auseinandersetzen. Er

hofft, sich dabei aktiv und spürbar einbringen zu

können und dadurch die Stimme der Ausländerinnen

und Ausländer in Kreuzlingen zu vertreten.

Karina Zabel, Präsidentin

Die Mitglieder des Ausländerbeirates Kreuzlingen am 24. Februar 2010. Es fehlen Marieke Brunt, Aljosa Gumpot,

Mohamed Meziane, Wolfgang Powischer.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Präsidium

27


2 Stadtkanzlei

2.1 Allgemeines

2.2 Gemeinderat

2.3 Wahlen und Abstimmungen

2.4 Stadtratskanzlei

2.5 Einwohneramt

2.6 Bestattungsamt

2.7 Schlichtungsbehörde in Mietsachen

p Andrea Kesselring, Sachbearbeiterin Einwohneramt, registriert die neuen Einwohnerinnen und gibt ihnen die informative Neuzuzüger-Begrüssungstasche mit.

2.1 | Allgemeines

Das ungebremste Bevölkerungswachstum machte

sich auch bei der Stadtkanzlei bemerkbar. Vor

allem das Einwohneramt war davon betroffen.

Die Zentralisierung der Passbestellung auf kantonaler

Ebene bringt dabei nur eine sehr geringe

Entlastung. Um den Mehraufwand zu bewältigen,

werden die Personalressourcen ab 2010 um 0,2

Pensen erhöht. Des Weiteren ist die Zunahme der

Wohnbevölkerung auch in der Schlichtungsstelle

für Mietsachen festzustellen. Die Anzahl der

Streitfälle steigt weiterhin an. Auch in diesem

Fachbereich wurde die Personalkapazität leicht

erhöht.

Projekte

Das Projekt Registerharmonisierung, dem alle

Schweizer Gemeinden unterworfen sind, konnte

fast abgeschlossen werden. Dabei geht es um

die lückenlose Erfassung aller Gebäude sowie

Wohnungen und die Zuteilung der Bevölkerung

zu diesen Objekten. Die Registerharmonisierung

wird durch das Bundesamt für Statistik gesteuert

und kontrolliert. Das harmonisierte Register ist

Voraussetzung für die anstehende Volkszählung

im 2010. Der Kanton hat diesbezüglich im 2009

ein Gesetz und die dazugehörende Verordnung in

Kraft gesetzt.

Ebenfalls konnte das Projekt zur Optimierung des

Einbürgerungsverfahrens so weit abgeschlossen

werden, dass alle einschlägigen Reglemente

durch das Volk resp. durch den Gemeinderat

verabschiedet und zum Teil in Kraft gesetzt werden

konnten. Damit wurden die Grundlagen für

transparente, faire und effiziente Einbürgerungen

geschaffen. Anfang 2010 werden die Ausführungsbestimmungen

hinsichtlich des angepassten

Einbürgerungsverfahrens eingeführt.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Die steigende Komplexität in unserer Gesellschaft

hinterlässt ihre Spuren auch in den Geschäften

des Stadtrates, in den Vorlagen an den Gemeinderat

und zuhanden der Volksabstimmung. Die

immer stärkere Verflechtung der verschiedenen

gesellschaftlichen Bereiche führt dazu, dass bei

den Verfahren zur Erstellung von Stadtratsbeschlüssen

und Botschaften vermehrt alle relevanten

Aspekte berücksichtigt werden müssen. Als

Konsequenz daraus nehmen die Vorbereitungszeiträume

zu, Vernehmlassungsverfahren müssen

vermehrt durchgeführt und umfangreichere

Botschaften erstellt werden. Damit erhöht sich

einerseits die Arbeitslast der einzelnen Abteilungen,

andererseits benötigen die Mitglieder des

Gemeinderats und des Stadtrats mehr Vorbereitungszeit

für Kommissions- und Ratssitzungen.

Dabei stösst unser Milizsystem an seine Grenzen.

Ausblick

Im 2010 steht ein weiterer Ausbau des Dokumentenverwaltungssystems

Axioma an. Dieses System

bringt eine wesentliche Erleichterung in der

elektronischen Verwaltung von Dokumenten und

in der Suche derselben mit sich. Der bisherige Einsatz

hat sich sehr bewährt und hilft, die internen

Prozesse effizienter und effektiver zu gestalten.

Die Stadtverwaltung Kreuzlingen wird sich zudem

verstärkt mit E-Government auseinandersetzen

müssen. Der elektronische Verkehr zwischen

Bürgern und Staat und den Staatsebenen untereinander

wird die Funktionsweise der Verwaltung

in Zukunft wesentlich prägen. Der Kanton

hat ein Strategiepapier verabschiedet, das in den

nächsten Jahren zusammen mit den Gemeinden

umgesetzt wird. Hierfür müssen entsprechende

Ressourcen bereitgestellt werden.

Stadtkanzlei

29


2.2 | Gemeinderat

Der Gemeinderat hat in neun Sitzungen folgende

Geschäfte behandelt:

22. Januar 2009

1. Einbürgerungen.

2. Botschaft Kreditbegehren von CHF 3'850'000

für die Neugestaltung der Hauptstrasse zwischen

Helvetiaplatz und Löwenplatz; mit 36

Ja-Stimmen bei 1 Enthaltung genehmigt.

3. Botschaft Teilrevisionen des Reglements über

das Bestattungs- und Friedhofswesen der

Stadt Kreuzlingen (Friedhofsreglement) und

der dazugehörigen Gebührenordnung; mit 34

Ja- gegen 3 Nein-Stimmen genehmigt.

4. Botschaft Kreditbegehren von CHF 257'500

für Sanierungsmassnahmen am Schwimmbad

Hörnli zur Sicherstellung des Betriebes 2009;

mit 34 Ja- gegen 4 Nein-Stimmen genehmigt.

19. März 2009

1. Einbürgerungen.

2. Botschaft Anpassung Einbürgerungsverfahren

der Stadt Kreuzlingen zur Erlangung des

Gemeindebürgerrechts; Teilrevisionen Gemeindeordnung,

Geschäftsordnung des Gemeinderates

und Gebührentarif zum Gebührenreglement;

mit 31 Ja- gegen 3 Nein-Stimmen

bei 3 Enthaltungen genehmigt.

3. Beantwortung der Motion der FL/RB-Fraktion

betr. Standortplanung von Mobilfunkantennen

auf dem Stadtgebiet von Kreuzlingen; mit 31

Ja- gegen 6 Nein-Stimmen als erheblich erklärt.

4. Beantwortung der Interpellation der SVP-

Fraktion zum Thema «Sicherheit in und um die

Asyl-Empfangsstelle in Kreuzlingen».

5. Begründung der Interpellationen der SP/GEW-

Fraktion zu einer aktiven kommunalen Energiepolitik

I–III.

7. Mai 2009

1. Einbürgerungen.

2. Jahresbericht der Stadt Kreuzlingen 2008; einstimmig

genehmigt.

3. Jahresrechnung der Technischen Betriebe und

der Stadt Kreuzlingen 2008; einstimmig genehmigt.

11. Juni 2009

1. Wahl Präsident: Bruno Rieser.

2. Wahl Vize-Präsident: Beat Rüedi.

3. Wahl von drei Stimmenzählern: Cyrill Huber,

Christian Jordi, Hans-Jürgen Michael.

4. Einbürgerungen.

5. Botschaft Zonenplanänderung Hafenstrasse

Nordwest betreffend Zuweisung der Parzelle

Nr. 3007 zur Freihaltezone; mit 25 Ja- gegen 7

Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen genehmigt.

6. Botschaft Geschäftsordnung des Gemeinderates;

einstimmig genehmigt.

1. Juli 2009

1. Einbürgerungen.

2. Botschaft Totalrevision des Reglements über

die Benützungs- und Tarifbestimmungen für

den Stadtbus Kreuzlingen; mit 37 Ja- gegen 1

Nein-Stimme genehmigt.

3. Beantwortung der Interpellationen der SP/

GEW-Fraktion zu einer aktiven kommunalen

Energiepolitik I–III.

27. August 2009

1. Botschaft Teilrevision Personalreglement und

Besoldungsreglement (durch den Stadtrat zurückgezogen).

2. Botschaft Kreditbegehren für Sanierungsund

Unterhaltsarbeiten an der Technik

des Schwimmbades Hörnli in Höhe von

CHF 400'000; mit 29 Ja- gegen 9 Nein-Stimmen

genehmigt.

1. Oktober 2009

1. Einbürgerungen.

2. Budget 2010 der Stadt Kreuzlingen; mit 28 Jagegen

10 Nein-Stimmen genehmigt.

19. November 2009

1. Einbürgerungen.

2. Ersatzwahl ins Wahlbüro.

3. Ersatzwahl in die Kommissionen.

4. Botschaft Teilrevision des Personal- und

des Besoldungsreglements; einstimmig genehmigt.

5. Botschaft Reglement für den Erwerb des Bürgerrechts

der Stadt Kreuzlingen (Einbürgerungsreglement)

und Geschäftsordnung der

Einbürgerungskommission der Stadt Kreuzlingen;

einstimmig genehmigt.

30 Stadtkanzlei


17. Dezember 2009

1. Einbürgerungen.

2. Ersatzwahl ins Wahlbüro.

3. Budget 2010 der Technischen Betriebe Kreuzlingen;

einstimmig genehmigt.

4. Botschaft Kreditbegehren für die Erstellung eines

Kunstrasenplatzes im Gebiet Klein Venedig

von CHF 1'100'000; einstimmig genehmigt.

5. Information GPK-Bericht der Subkommission

Schwimmbad Hörnli

GEMEINDE- UND STADTRÄTLICHE

KOMMISSIONSSITZUNGEN

300

250

200

150

100

50

ANZAHL STADTRÄTLICHE SITZUNGEN

ANZAHL GEMEINDERÄTLICHE SITZUNGEN

260

84

176

197

62

135

170

64

106

175

63

112

195

85

110

2.3 | Wahlen und Abstimmungen

Über die folgenden Geschäfte wurde in der Stadt

Kreuzlingen im 2009 abgestimmt:

17. Mai

Stadt:

Teilrevision der Gemeindeordnung zum angepassten

Einbürgerungsverfahren

2'675 Ja | 664 Nein

Kreditbegehren von CHF 3'850'000 für die Neugestaltung

der Hauptstrasse zwischen Helvetiaplatz

und Löwenplatz

2'399 Ja | 1'463 Nein

29. November

Stadt:

Budget 2010 der Stadt Kreuzlingen

3'123 Ja | 742 Nein

0

2005

2006

2007

2008

2009

Wirtschaftswesen

Es wurden Gebühren für die Erteilung eines Patentes

oder einer Bewilligung von CHF 33'200

(CHF 47'400) erhoben. Davon muss jeweils die

Hälfte, d. h. CHF 16'600 (CHF 23'700), an die

Staatskasse abgeliefert werden. Die andere

Hälfte verbleibt bei der Gemeinde. Im Berichtsjahr

wurden insgesamt Abgaben auf gebrannte Wasser

von CHF 46'524 (CHF 45'502) erhoben. Davon

mussten CHF 29'459 (CHF 28'478) der Staatskasse

abgeführt werden.

Per 31. Dezember haben 69 (69) Geschäfte über

ein Patent, 65 (56) über eine Bewilligung und 31

(36) über ein Alkoholpatent verfügt.

ERTEILTE BEWILLIGUNGEN FÜR BENUTZUNG

VON ÖFFENTLICHEM GRUND

2.4 | Stadtratskanzlei

Der Stadtrat als Exekutivorgan tagte an 49 (Vorjahr:

47) Sitzungen und behandelte 609 (669)

Geschäfte. 2009 wurden durch die Stadtkanzlei

14 (4) Bewilligungen für Sonntagsverkäufe ausgestellt,

davon 12 Bewilligungen für den Samstag,

2. Januar 2010, der gemäss Gesetz als Ruhetag

gilt. Der Stadtrat hat entschieden, dass für die

Ladenöffnung am Samstag, 2. Januar 2010, eine

Bewilligung erteilt werden kann.

ANZAHL VERANSTALTUNGEN

ANZAHL STANDAKTIONEN

100

82

80

71

68

44

60 30

32

40

41

20

0

36 38

2005 2006 2007

60

32

28

2008

68

36

32

2009

Die starke Zunahme von über 20 gemeinderätlichen

Kommissionssitzungen ist einerseits auf

die Subkommission Schwimmbad Hörnli der Geschäftsprüfungskommission

und andererseits auf

die Arbeitsgruppe für das neue Einbürgerungsverfahren

der Einbürgerungskommission zurückzuführen.

Einbürgerungen

Die Überarbeitung des Einbürgerungsverfahrens

begann im 2008 und wurde im 2009 fortgesetzt.

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der

Stadtverwaltung und Mitgliedern der Einbürgerungskommission,

hatte das bestehende Verfahren

einer genauen Analyse unterzogen, um den

Verfahrensablauf und die Entscheidungsfindung

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Stadtkanzlei

31


zu verbessern und transparenter zu gestalten.

Zudem wurde das Verfahren an die neue Rechtssprechung

angepasst.

Als Grundlage für die Erarbeitung eines neuen

Einbürgerungsreglements musste zuerst eine

Teilrevision der Gemeindeordnung vorgenommen

werden. Diese Vorlage wurde sowohl vom Gemeinderat

am 19. März als auch vom Souverän an

der Volksabstimmung vom 17. Mai angenommen.

Die Arbeitsgruppe erarbeitete im Anschluss ein

Einbürgerungsreglement und eine Geschäftsordnung

der Einbürgerungskommission und hatte diese

am 19. November dem Gemeinderat vorgelegt.

Beide Vorlagen wurden gutgeheissen. Die definitive

Inkraftsetzung des Einbürgerungsreglements

und der Geschäftsordnung der Einbürgerungskommission

ist im Verlauf des ersten Quartals 2010

vorgesehen. Vorher gilt es noch, die internen

Abläufe anzupassen, interne Arbeitspapiere zu

aktualisieren und den schriftlichen Wissenstest

zu erarbeiten.

Wie sieht das neue Verfahren aus?

Die Kompetenz im Vorverfahren liegt nun alleine

bei der Einbürgerungskommission, um Gesuche

effizienter bearbeiten zu können. Die Einbürgerungskommission

setzt sich aus Mitgliedern aller

Fraktionen zusammen. Der Stadtrat ist nicht

mehr am Verfahren beteiligt. Die letzte Entscheidungskompetenz

für oder gegen eine Einbürgerung

liegt nach wie vor beim Gemeinderat. Eine

Abstimmung im Gemeinderat erfolgt hingegen

nur noch dann, wenn ein Antrag auf Ablehnung

des Gesuchs vorliegt. In allen anderen Fällen gilt

das Einbürgerungsgesuch als stillschweigend

angenommen. So wird verhindert, dass Gesuche

abgelehnt werden, ohne dass eine sachliche Begründung

vorliegt.

Vor der Einreichung eines Gesuches findet neu

ein Beratungsgespräch statt. Damit wird erreicht,

dass ein grösserer Anteil der Personen, die ein

Einbürgerungsgesuch einreichen, die Kriterien erfüllt

und weniger aussichtslose Anträge gestellt

werden.

über das Staats- und Gemeinwesen einfach und

objektiv überprüfen zu können.

Einbürgerungsgebühren

Die Einbürgerungsgebühren für Jugendliche wurden

von CHF 300 auf CHF 800 angepasst. Zudem

wurde die Altersgrenze für den vergünstigten

Tarif auf 18 Jahre gesenkt und damit an Bund und

Kanton angepasst. Die geänderten Tarife gelten

ab 1. Januar 2010.

Vermehrt positive Entscheide

Im Jahre 2009 wurden insgesamt 47 (65) Einbürgerungsgesuche

behandelt und 27 (24) Gesuche

konnten gutgeheissen werden. Total wurden 44

Personen eingebürgert. Im Vergleich zum Vorjahr

wurden wesentlich weniger Gesuche im Vorverfahren

abgelehnt. Dies kann als eine Auswirkung

auf das im November 2008 eingeführte Beratungsgespräch

zurückgeführt werden.

ORDENTLICHE EINBÜRGERUNGEN IN KREUZLINGEN

100

80

60

40

20

0

ANZAHL PERSONEN

73

2005

2009

2.5 | Einwohneramt

Vor allem in Folge der bilateralen Verträge, aber

auch aufgrund der regen Bautätigkeit stieg die

Einwohnerzahl gegenüber dem Vorjahr um 500

Personen auf 18'933 Personen.

EINWOHNERZAHLEN

60

50

40

30

20

64

2006

ANZAHL SCHWEIZER IN %

ANZAHL AUSLÄNDER IN %

55,3 %

44,7 %

55,0 %

45,0 %

45

2007

54,0 %

46,0 %

44

2008

52,2 %

47,8 %

44

51.3 %

48.7 %

In Zukunft wird ein schriftlicher Wissenstest

durchgeführt, um die grundlegenden Kenntnisse

10

0

2005

2006

2007

2008

2009

32 Stadtkanzlei


Ausländische Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit

2005 2006 2007 2008 2009

Deutschland 2‘587 2‘788 3‘203 3‘657 4‘048

Italien 1‘374 1‘345 1‘341 1‘338 1‘314

Mazedonien 993 984 978 989 992

Türkei 632 621 614 607 590

Serbien und Montenegro*** 667 641 609 574 379

Bosnien-Herzegowina 332 329 318 306 304

Portugal 181 173 196 212 222

Österreich 164 180 180 173 179

Kroatien 187 179 172 163 168

Serbien** 0 0 0 0 158

Spanien 171 168 159 146 146

Kosovo** 0 0 0 0 118

Irak* 0 0 58 56 56

Sri Lanka* 0 0 47 45 46

Niederlande 27 29 30 38 37

Slowakische Republik 22 21 19 21 32

Grossbritannien 11 13 22 30 30

übriges Afrika 38 37 39 36 30

übriges Asien 171 170 11 34 30

Slowenien 38 30 26 29 28

Ungarn 14 17 19 22 27

übriges Amerika 58 56 28 23 24

Frankreich 21 23 19 21 22

Tschechische Republik 19 21 19 21 21

Brasilien* 0 0 15 21 20

Polen 10 9 13 12 18

Iran* 0 0 19 17 17

Russland und ehemalige GUS-Staaten* 0 0 17 17 17

Thailand* 0 0 14 14 16

Schweden 17 16 16 15 14

Finnland 8 8 9 16 12

Liechtenstein 8 11 12 10 11

Griechenland 10 9 9 9 10

Rumänien 3 3 5 9 9

China* 0 0 11 6 8

Dänemark 5 3 4 5 8

USA 5 5 3 8 8

Philippinen* 0 0 10 8 7

Australien 4 4 6 8 7

Lettland* 0 0 10 7 6

übriges Europa**** 77 86 64 89 6

Albanien** 0 0 0 0 3

Bulgarien 3 2 2 1 3

Belgien 1 1 2 3 1

Total 7‘858 7‘982 8‘348 8‘816 9‘202

*Aufschlüsselung erstmals im Jahre 2007

**Aufschlüsselung erstmals im Jahre 2009

***Ab 2009 nur noch Montenegro

****Ab 2009 ohne Albanien und Staaten Ex-Jugoslawien

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Stadtkanzlei

33


Zudem ist feststellbar, dass sehr viele Grenzgänger

mit Wohnsitz in Deutschland und Arbeitgeber

in der Schweiz neu den Wohnsitz nach Kreuzlingen

verlegten. Die Wanderungsstatistik zeigte

einereits, dass sich 562 (Vorjahr: 456) Schweizer

und 1'232 (1'236) Ausländer in Kreuzlingen neu

anmeldeten. Anderseits sind 482 (618) Schweizer

und 837 (770) Ausländer weggezogen. Von

den 9'731 (9'617) in Kreuzlingen wohnhaften

Schweizer Bürgern sind 1'528 (1'505) Ortsbürger

von Kreuzlingen, 2'256 (2'252) Kantonsbürger und

5'947 (5'860) übrige Schweizer. Das zahlenmässige

Verhältnis Frauen / Männer beträgt 9'650

Frauen (51 %) zu 9'283 Männer (49 %). 2 (5) Asylbewerber

zählen nicht als Einwohner.

sammen, für in Kreuzlingen wohnhafte Schweizer

Bürger ausgestellt. Die Gebühren betrugen

CHF 79'426.40 (CHF 86'974.45), welche dem

kantonalen Passbüro abgeliefert wurden.

Ab dem 1. März 2010 werden in der Schweiz

ausschliesslich Pässe mit biometrischen Daten

ausgestellt. Diese können ab dann nur noch auf

dem kantonalen Passbüro beantragt werden und

nicht mehr auf dem Einwohneramt der Wohnsitzgemeinde.

Im zentralen Erfassungszentrum

werden die Augen fotografiert und die Abdrücke

zweier Finger genommen. Die Fingerabdrücke und

die Fotos der Augen werden digitalisiert und auf

einem Datenchip im Pass gespeichert.

Registerharmonisierung

Die nächste Volkszählung wird nicht mehr wie

bisher per Fragebogen durchgeführt. Stattdessen

sollen ab 2010 jährlich Daten aus den harmonisierten

Einwohnerregistern, den Personenregistern

des Bundes und dem eidgenössischen

Gebäude- und Wohnungsregister harmonisiert

werden. Die gesetzliche Basis dafür bildet das

Registerharmonisierungsgesetz (RHG) auf Bundesebene

sowie das Gesetz und die Verordnung

über das Einwohnerregister des Kantons Thurgau.

Das RHG verlangt von den Einwohnerämtern zwingend

eine eindeutige Zuteilung der Einwohner in

ein Gebäude und innerhalb des Gebäudes in ihre

tatsächliche Wohnung. Damit die Zuweisung in

die korrekte Wohnung erfolgen kann, musste bei

komplexen Gebäuden mit mehr als drei Wohnungen

je Stockwerk eine administrative Wohnungsnummer

eingeführt werden. In Kreuzlingen gelten

93 Gebäude als komplex mit insgesamt 1'712

Wohnungen.

Abfallcontainerbänder und -sackmarken

2009 verkaufte das Einwohneramt insgesamt

1'734 (1'922) Containerbänder und 141 (200)

Bogen Abfall-Sackmarken.

Zivilstandsnachrichten

Von hier wohnhaften Eltern sind dem Einwohneramt

170 (171) Geburten gemeldet worden. 75

(79) Knaben und 75 (92) Mädchen. Es wurden 124

(100) Eheschliessungen und 63 (74) Scheidungen

von Einwohnern registriert.

2.6 | Bestattungsamt

Im Jahr 2009 betreute das Bestattungsteam der

Stadt Kreuzlingen 225 Verstorbene. 134 Todesfälle

ereigneten sich in Kreuzlingen, 35 in anderen

Gemeinden oder im Ausland, 56 Kreuzlinger Einwohner

starben im Kantonsspital Münsterlingen.

Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei

knapp 78 Jahren.

IM BESTATTUNGSAMT BEARBEITETE TODESFÄLLE

Im Oktober fand erstmals eine Testlieferung der

Standard-Datensätze an das Bundesamt für Statistik

statt. Die neusten Ergebnisse zeigen, dass

95 Prozent der übermittelten Daten bereits den

Vorschriften entsprechen. Für die Umsetzung der

Registerharmonisierung wurde eine bis Ende

2009 befristete 60-Prozent-Stelle geschaffen.

ANZAHL BEARBEITETE TODESFÄLLE

300

250

257

261

200

243

150

100

50

247

225

Ausweise / Gebühren

Im Berichtsjahr wurden 106 (121) Schweizer

Pässe, 820 (500) Identitätskarten (ID) sowie

235 (320) Kombis, das heisst Pass und ID zu-

0

2005

2006

2007

2008

2009

34 Stadtkanzlei


ABDANKUNGEN IN KREUZLINGEN

140

120

100

80

ANZAHL IM ZENTRALFRIEDHOF

ANZAHL ÜBRIGE FRIEDHÖFE

110

104

124

110

127

2.7 | Schlichtungsbehörde in Mietsachen

Die Beratung im Sekretariat der Schlichtungsbehörde

wird häufig in Anspruch genommen,

sodass in vielen Fällen ein Einsprachebegehren

zur Schlichtungsverhandlung abgewendet werden

kann.

60

40

20

0

42

2005

21

2006

14

2007

15

2008

VERGLEICH KREMATIONEN / ERDBESTATTUNGEN

ANZAHL ERDBESTATTUNGEN IN %

ANZAHL KREMATIONEN IN %

100%

80%

60%

40%

20%

0%

78.7

21.3

2005

89.2

10.8

2006

85.7

14.3

2007

85.8

14.2

2008

28

2009

88.5

11.5

2009

Wie letztes Jahr ist trotz der wachsenden Einwohnerzahl

die Anzahl der Sterbefälle rückläufig.

Das liegt hauptsächlich daran, dass die Zuzüger

meistens in der ersten Hälfte ihres Lebens stehen.

Die Mitarbeitenden im Bestattungswesen wurden

zu 141 Einsätzen während der normalen Arbeitszeit

gerufen, 84 Einsätze mussten nachts, an

Wochenenden oder Feiertagen geleistet werden.

In Kreuzlingen fanden 131 Beisetzungen statt,

davon 19 Erdbestattungen. Es wurden 155 kirchliche

Abdankungen abgehalten, 28 Abschiedsfeiern

fanden in der Abdankungshalle auf dem Zentralfriedhof

statt. 71 Personen wurden auswärts

bestattet, 24 Urnen wurden den Angehörigen

übergeben.

Um der zunehmenden Individualisierung der Gestaltung

von Trauerfeiern entgegenzukommen,

wurden im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit

mit den Kreuzlinger Pfarrleuten verschiedene

Bestattungsmodule eingeführt, unter denen die

Hinterbliebenen die für sie passende Form der

Abdankungsfeier wählen können.

Die Schlichtungsbehörde hat 85 (Vorjahr: 86)

Schlichtungsverhandlungen durchgeführt. In 38

(23) Fällen wurde eine Einigung zwischen den

Parteien herbeigeführt, bei 31 (22) Fällen stellte

sie die Nichteinigung fest und bei Kündigungen

und Mängeln mit Mietzinshinterlegung musste

die Behörde 16 (9) Entscheide treffen.

65 (44) Einsprachebegehren wurden ausserhalb

einem Schlichtungsverfahren zurückgezogen, bei

2 (3) Fällen beschloss die Schlichtungsbehörde

ein Nichteintreten.

SCHLICHTUNGSBEGEHREN IN MIETSACHEN

160

140

120

100

80

60

40

20

0

EINSPRACHEBEGEHREN MIETZINSE

74

2005

107

2006

Da der Referenzzinssatz auf einem Durchschnitt

der vergebenen inländischen Hypotheken beruht,

sind auch viele Festhypotheken mit einberechnet.

Aus diesem Grund hinkt der Referenzzinssatz

den aktuellen Marktzinsen hinterher. Der Referenzzinssatz

für Mieten in der Schweiz sank zum

zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozent und liegt

neu bei 3 Prozent. Obwohl der Referenzzinssatz

gesunken ist, kostet die Miete nicht automatisch

weniger. Eine Senkung muss vom Vermieter oder

dem Mieter initiiert werden.

94

2007

147

2008

149

2009

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Stadtkanzlei

35


3 Soziale Dienste

3.1 Sozialhilfe

3.2 Alimentenhilfe

3.3 Asylkoordination

3.4 Sozialversicherungen und Arbeit

3.5 Sozialprojekte

3.6 Sozialberatung

3.7 Vormundschaftsbehörde / Gesetzlicher Betreuungsdienst

3.1 | Sozialhilfe

Die Sozialhilfe ist das letzte Auffangnetz im System

der sozialen Sicherheit. Der «klassische»

Weg führt über die Arbeitslosenversicherung und

die Aussteuerung – typischerweise etwas verzögert

– zur Sozialhilfe.

FALLSTRUKTUR 2009 (HAUSHALTE)

ANZAHL UNTERSTÜTZUNGSEINHEITEN

0 20 40 60 80 100 120 140 160 180

Ein-Personen-Fall, alleinlebend

Ein-Personen-Fall, nicht alleinlebend

p Nicole Würmli, Gesetzliche Betreuerin, berät bei den Sozialen Diensten Personen.

Unterstützungsfälle und Personen

Die Zahl der ausgesteuerten und von der Sozialhilfe

abhängigen Personen hat 2009 trotz globaler

Wirtschaftskrise und tiefer Rezession nur moderat

zugenommen. Die sozialen Folgen der Rezession

haben im Berichtsjahr noch nicht in vollem Mass

auf die Sozialhilfe durchgeschlagen. Tendenziell

nahmen gegen Ende 2009 die Neuzugänge zu und

die Abgänge ab. Für Sozialhilfebeziehende ist

eine Ablösung in den 1. Arbeitsmarkt kaum mehr

möglich.

ALTERSSTRUKTUR 2009

180

160

140

120

100

80

60

40

20

0

ANZAHL PERSONEN 0-25 JAHRE

ANZAHL PERSONEN > 25 JAHRE

0-17 J.

18-25 J.

26-35 J.

36-45 J.

46-55 J.

56-64 J.

65-79 J.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

ab 80 J.

Alleinerziehend

Paar mit Kindern

Paar ohne Kinder

0 20 40 60 80 100 120 140 160 180

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fallzahlen (Bestand

per 31.12.) um zusätzliche 37 Dossiers gestiegen.

In 356 laufenden Unterstützungsfällen

wurden 574 (Vorjahr: 553) Personen finanziell

und beratend unterstützt. Ein Unterstützungsfall

bezeichnet jeweils eine Unterstützungseinheit,

welche die im gleichen Haushalt lebenden Ehegatten

sowie die unmündigen Kinder umfasst. Die

Ausrichtung der Sozialhilfe ist ein aufwändiger

Prozess, in dessen Verlauf die Einkommens- und

Vermögenssituation des Antragsstellers umfassend

und genau überprüft wird. Der Vergleich der

unterstützten Personen zeigt eine Zunahme um 21

Personen. Insgesamt wurden 152 Erstgespräche

geführt, von denen 113 Fälle mit 168 Personen

resultierten. Bei 39 Fällen fand eine präventive

Beratung ohne finanzielle Unterstützung statt. Es

handelte sich um Beratungen von Personen mit

unterschiedlichen Problemlagen. Die Sozialarbeitenden

beantragten Fondsgelder, klärten Ansprüche

von Sozialversicherungsleistungen ab, haben

Paare und Familien in Konfliktsituationen beraten

oder die Personen an weiterführende Fachstellen

verwiesen. 103 Dossiers mit insgesamt 147 Personen

konnten im Verlaufe des Jahres 2009 abgeschlossen

werden. Im Berichtsjahr wurden 442 kumulierte

Fälle (688 Personen) gezählt. Kumulierte

Fälle sind diejenige Anzahl von Fällen, welche im

Verlaufe der Berichtsperiode mindestens eine Leistung

der Sozialhilfe in Anspruch genommen haben.

Soziale Dienste

37


Die Sozialhilfequote in Kreuzlingen betrug 2009

3,6 Prozent (Kanton Thurgau 1,5 %): ein Ausdruck

der Urbanität und einer Bevölkerungsstruktur mit

hohen Armutsrisiken (hohe Arbeitslosenquote,

viele Single-Haushalte, Alleinerziehende, ausländische

Wohnbevölkerung, grosse Variation an

Lebensformen und geringe soziale Kontrolle). Auf

1'000 Einwohner und Einwohnerinnen in Kreuzlingen

kommen somit 36 Personen, welche durch die

öffentliche Sozialhilfe ganz oder teilweise unterstützt

werden müssen.

Dass das Resultat trotz der negativen Vorzeichen

besser als erwartet ausfiel, ist vor allem auf zwei

Faktoren zurückzuführen: Die gute wirtschaftliche

Lage aus dem Jahre 2008 führte dazu, dass auch

leistungsschwächere Arbeitskräfte von der Nachfrage

auf dem Arbeitsmarkt profitierten und – bevor

sie wieder aus dem Arbeitsmarkt verdrängt

wurden – genügend Beitragszeit für den Anspruch

auf Arbeitslosengeld erlangten. Und der beruflichen

Integration von Sozialhilfeabhängigen kam

auch im Berichtsjahr eine grosse Bedeutung zu.

Als einzige Stadt im Kanton führt Kreuzlingen ein

eigenes Beschäftigungsprogramm mit einem Angebot

von niederschwelligen Arbeitsplätzen. Auf

diese Weise wird dem Prinzip von Leistung und

Gegenleistung Achtung verschafft: Wer Sozialhilfe

bezieht, muss bereit sein, im Rahmen seiner

persönlichen Möglichkeiten eine Gegenleistung

in Form von Arbeitsleistungen zu erbringen. Unter

Mithilfe des Personals des Dienstleistungszentrums

4You konnten einige der Klienten wieder

eine Arbeit aufnehmen oder erlangten eine Anspruchsberechtigung

der Arbeitslosenversicherung

(siehe Kapitel 3.5 und 3.6). Insgesamt erfolgten

79 Aufgebote zur Arbeitsaufnahme in die

Beschäftigungsprogramme, die nicht nur der Vorbereitung

auf eine spätere Erwerbsarbeit dienen,

sondern auch die soziale Integration zum Ziele

haben. Diese hat in der aktuellen Konjunkturlage

einen grösseren Stellenwert erhalten. Empirische

Untersuchungen zeigen, dass die Lebenszufriedenheit

von Personen mit einer Beschäftigung

deutlich höher ist als die von Erwerbslosen. In

gesamthaft 3'443 Gesprächen wurden die Hilfesuchenden

beraten und betreut. Mindestens ein

Mal monatlich findet ein Beratungsgespräch statt.

Wer ohne Begründung zum vereinbarten Termin

nicht erscheint, wird sanktioniert und die Leistungen

werden nach Verwarnung gekürzt oder

eingestellt.

Unterstützungsaufwand

Die Zunahme der Fallzahlen bewirkte eine entsprechende

Erhöhung des Bruttoaufwandes

(ausbezahlte Unterstützungen). Gegenüber dem

Vorjahr hat der Bruttoaufwand um CHF 764'000

auf CHF 10'986'000 zugenommen; gleichzeitig hat

auch der Bruttoertrag (Rückvergütungen und Rückerstattungen)

um CHF 486'000 auf CHF 9'168'000

zugenommen, was zu einer Zunahme des Nettoaufwandes

gegenüber der Vorjahresrechnung

von CHF 278'000 führt. Der Nettoaufwand 2009

liegt bei CHF 1'818'000 gegenüber CHF 1'540'000

aus dem Vorjahr. Bestimmend für die Kostenentwicklung

sind einerseits die gesetzgeberischen

Vorgaben auf Kantons- und Bundesebene und andererseits

der Konjunkturverlauf. Im Bereich der

Aufwendungen ist der Handlungsspielraum der

Gemeinden sehr klein, da die Sozialhilfe weitgehend

gemäss den Richtlinien der Schweizerischen

Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) entrichtet

werden muss, also gesetzlich vorgeschrieben ist.

Der Aufwand kann nur dann nachhaltig gesenkt

werden, wenn der Arbeitsmarkt in der Lage ist,

Personen mit erhöhten sozialen Risiken angemessen

zu integrieren.

Der Anteil der Rückerstattungen und Rückvergütungen

beträgt sehr hohe 83,45 Prozent. Das

heisst, von einem investierten Franken flossen

83.45 Rappen zurück. Um diese hohe Rücklaufquote

zu erreichen, waren sehr grosse Anstrengungen

seitens der Sozialhilfe notwendig, verbunden mit

zeitaufwändigen und umfassenden Abklärungen

und qualifizierter rechtlicher Unterstützung. Der

Gesamtbetrag der persönlich geleisteten Rückzahlungen

für bezogene Sozialhilfe (nach Ablösung

von der Sozialhilfe) beträgt CHF 208'122, von

total 150 Schuldnerinnen und Schuldnern. Nach

Abzug der Spesen (Betreibungsgebühren, Kosten

für Verlustscheine) verbleibt netto ein Rückfluss

von CHF 192'980.

Dossiers nach Nationalitäten

Kreuzlingen ist eine Migrationstadt mit einem

Ausländeranteil von 48,7 Prozent per 31.12.2009.

Die industrielle Vergangenheit sowie der hohe

38

Soziale Dienste


KOSTENENTWICKLUNG UNTERSTÜTZUNGSAUFWAND

RÜCKVERGÜTUNGEN

14 Mio.

12 Mio.

10 Mio.

8 Mio.

6 Mio.

4 Mio.

2 Mio.

0

NETTOAUFWAND

2005 2006 2007 2008 2009

EINNAHMEN (MITTELHERKUNFT) 2009 IN CHF

0 1 Mio. 2 Mio. 3 Mio. 4 Mio.

AHV, IV, BVG, UVG, ALV, HE

CHF 3‘144‘978

KVG und IPV

CHF 1‘747‘500

Ergänzungsleistungen

CHF 1‘675‘610

Weitere Einnahmen

CHF 1‘074‘928

Erwerbseinkommen

CHF 1‘035‘4870

0 1 Mio. 2 Mio. 3 Mio. 4 Mio.

Personen aus dem Westbalkan (Ex-Jugoslawien)

und aus dem Mittleren und Nahen Osten (Türkei,

Irak und Iran) machen neben den Personen aus

dem EU/EFTA-Raum (Italien, Deutschland u.a.)

den Hauptanteil der ausländischen Sozialhilfebezüger

aus. Die unterstützten Personen kommen

aus total 25 Ländern.

REGIONALE VERTEILUNG WELTWEIT NACH

DOSSIERTRÄGER

EU / EFTA-RAUM (ITALIEN, DEUTSCHLAND U.A.)

WESTBALKAN (EX-JUGOSLAWIEN)

MITTLERER UND NAHER OSTEN

(TÜRKEI, IRAK UND IRAN)

RESTLICHE LÄNDER

44%

7%

59%

AUSGABEN (MITTELVERWENDUNG) 2009 IN CHF

0 1 Mio. 2 Mio. 3 Mio. 4 Mio. 5 Mio.

Wohn- und Heimkosten

CHF 4‘645‘301

Grundbedarf

CHF 3‘108‘142

KK-Prämien und Krankheitskosten

CHF 1‘936‘403

Diverse Leistungen

CHF 1‘460‘883

0 1 Mio. 2 Mio. 3 Mio. 4 Mio. 5 Mio.

Ausländeranteil haben Auswirkungen auf die

Sozialhilfe. Durch die Erweiterung der Personenfreizügigkeit

seit Mitte 2007 hat der Anteil

der Einwanderer massiv zugenommen, vor allem

von deutschen Staatsangehörigen (siehe Tabelle

Seite 33). Mit der starken Bevölkerungszunahme

steigt auch die Anzahl der Sozialhilfeanträge,

vermehrt auch aus dem EU/EFTA-Raum. Es sind

dies vor allem Personen, die nach wenigen Wochen

ihre Arbeitsstelle verloren haben und noch

keinen Anspruch auf Arbeitslosenversicherung

begründen. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden

sind die finanziellen Belastungen für die

Sozialhilfe Kreuzlingen aufgrund der Grenzlage

der Stadt hoch. Die Sozialhilfe unterstützte

deutsche Staatsangehörige mit netto CHF 180'000.

56%

Von den total 356 Dossierträgern waren 190

Schweizer, das entspricht einem Anteil von 53,4

Prozent. Die Ausländerquote beträgt 46,6 Prozent,

was 166 Dossierträger ausmacht. Für hilfsbedürftige

Bürger mit Heimatort Kreuzlingen und

Einwohner der Stadt Kreuzlingen mit Schweizer

Nationalität sind netto CHF 856'000 (47,1 %)

ausgegeben worden, für die Einwohnerinnen und

Einwohner der Stadt Kreuzlingen mit einem ausländischen

Pass CHF 962'000 (52,9 %).

Ausblick

Nach dem Rückgang der Fallzahlen und der Kosten

in der Sozialhilfe in den letzten Jahren droht

jetzt wieder ein starker Anstieg. Angesichts der

drastischen und raschen Verschlechterung der

Wirtschaftslage und damit auch des Arbeitsmarkts

ist ab 2010 mit einem markanten Anstieg

der Fallzahlen zu rechnen. Mit der Zunahme der

Fallzahlen steigt gleichzeitig die Bezugsdauer, und

die Zahl der Ablösungen aus der Sozialhilfe geht

ebenfalls zurück, insbesondere steigt die Anzahl

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Soziale Dienste

39


der nur schwer ablösbaren Sozialhilfebeziehenden.

Die Sozialhilfe muss infolge des wirtschaftlichen

und gesellschaftlichen Wandels neben

ihrer ursprünglichen Funktion der vorübergehenden

Existenzsicherung zunehmend längerfristige

Leistungen ausrichten.

Besonders die Gruppe der jungen Erwachsenen

wird es überdurchschnittlich rasch treffen. Die

2009 markant angestiegene Jugendarbeitslosigkeit

ist ein deutlicher Hinweis darauf. Probleme

der beruflichen und sozialen Integration sind denn

auch eine der wichtigsten Ursachen für die überdurchschnittlich

hohe Sozialhilfequote der jungen

Erwachsenen. Qualifizierungsmassnahmen (schulischer,

beruflicher und Persönlichkeitbildender

Art) für junge Sozialhilfebezüger sind deshalb

vordringlich. Der mangelnde Integrationswille eines

Teils der Betroffenen einerseits und die fehlenden

geeigneten, individuell zugeschnittenen

Angebote andererseits erschweren die Lösung

dieser gesellschafts- und sozialpolitisch brisanten

Problematik.

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen werden

ausreichende personelle, infrastrukturelle

und auch finanzielle Ressourcen notwendig sein.

.

3.2 | Alimentenhilfe

Die Alimentenbevorschussung betreute 101 Fälle.

Es sind 12 neue Anträge mit 15 Kindern aufgenommen

worden. Total sind die Unterhaltszahlungen

von 121 Kindern bevorschusst worden.

Wegen Erreichen der Einkommensgrenze, Volljährigkeit

und Wegzug konnten 25 Fälle mit 27

Kindern abgeschlossen werden.

Jahr 2008 2009

Anzahl Kinder 148 121

Bevorschussung in CHF 801'000 746'227

Rückfluss Bevorschussung

in CHF 404'000 414'634

Inkassoertrag 50,43% 55,56%

Nettoaufwand in CHF 397’000 331'593

Eine erfolgreiche Bearbeitung von Auslandsfällen

ist trotz internationalem Abkommen und Gesuchstellung

im Ausland (New Yorker Abkommen)

bis auf vier Ausnahmen fruchtlos verlaufen. Die

Kosten für die Übersetzung von Scheidungsurtei-

len und Unterhaltsverträgen sind sehr hoch und

müssen von der Gemeinde übernommen werden.

Aufgrund von Betreibungen und Fortsetzungsbegehren

sind 31 Verlustscheine im Betrag von

CHF 382'500 eingegangen.

Inkassohilfe

Für 15 Frauen und 19 Kinder wurde für den nicht

bevorschussten Teil der Kinderalimente, für Kinderzulagen

und Frauenalimente Inkassohilfe geleistet,

total CHF 287'850 (Vorjahr: CHF 275'500).

Es sind 290 Klientengespräche und Beratungen

geführt worden. Der Mehraufwand in der Inkassohilfe

für persönliche Beratungen, Erstellen

von Abzahlungsverträgen und Berechnungen der

Indexierungen hat 2009 markant zugenommen.

3.3 | Asylkoordination

In Kreuzlingen wurden zwei Austritte von Asylsuchenden

und vorläufig Aufgenommenen gegenüber

einem Eintritt festgestellt. Die zwei Austritte

waren durch einen Wechsel der Aufenthaltsbewilligung

begründet.

Per 31. Dezember wurden zwei Dossierträger

(zwei Personen) mit hängigen Asylgesuchen durch

die Asylkoordination finanziell und beratend unterstützt.

Eine Person kommt aus Moldawien und

eine aus dem Irak.

Kreuzlingen hat in Bezug auf die Aufnahme von

Asylsuchenden dank des Gutschriftanteils für

das Empfangszentrum des Bundes nach wie vor

eine positive Differenz. Damit steht fest, dass

in nächster Zeit bei gleichbleibender Anzahl von

Asylgesuchen keine Neuaufnahmen aus den kantonalen

Durchgangsheimen erfolgen und die Zahl

der Asylsuchenden auf dem tiefen Niveau verharren

wird. Diese Situation kann sich jedoch – wie

das vergangene Jahr gezeigt hat – rasch ändern,

und die Gemeinden können verpflichtet werden,

wieder vermehrt Asylsuchende aus den kantonalen

Durchgangsheimen aufzunehmen.

Im Berichtsjahr wurden fünf Dossierträger (insgesamt

zehn Personen) mit dem Status VA+7 durch

die Asylkoordination unterstützt. Die Hälfte der

Aufwendungen von CHF 113'000 wurde vom Kanton

übernommen.

40

Soziale Dienste


3.4 | Sozialversicherungen und Arbeit

AHV-Beiträge, Mitglieder

Es sind aktuell 710 (Vorjahr: 699) selbständig Erwerbende

gemeldet. Nach dem Rückgang im Jahr

2008 hat sich die Anzahl wieder über das Niveau

von 2007 mit damals 706 selbständig Erwerbenden

erhöht. Von diesen Einzelunternehmen beschäftigen

128 Mitarbeitende, 561 arbeiten allein

und 21 rechnen keine Lohnbeiträge ab.

Bei den juristischen Personen ist wiederum eine

grosse Zunahme von Unternehmen feststellbar.

767 (686) beschäftigen auch Mitarbeitende und

674 (618) rechnen keinerlei Lohnbeiträge ab.

Die Anzahl der Nichterwerbstätigen stieg nach

einem Rückgang auf 842 (820) Personen. Nur 2

(3) haben einen Arbeitgeber. Dabei decken die

Lohnbeiträge den AHV-Minimalbeitrag nicht.

Nichterwerbstätige haben keinen Verdienst oder

ihr Lohn ist zu gering. Sie bezahlen die obligatorischen

Minimal-Beiträge bis zum ordentlichen

Rentenalter selbst.

CHF 0,79 Mio. für die Rückerstattung von Krankheitskosten

aus.

Ausländische Arbeitskräfte

1'090 (1'090) Personen wurden Ende Jahr in

Kreuzlingen als Grenzgänger beschäftigt; davon

sind 414 (405) Frauen und 676 (685) Männer. Erstmals

seit 2004 erhöhte sich die Gesamtanzahl

der Grenzgänger nicht. In diesem Zeitraum stieg

jedoch der Anteil der Frauen von 30,8 Prozent auf

38 Prozent.

Markanter Anstieg der Arbeitslosigkeit

Das Jahr begann mit 589 Stellensuchenden und

endete mit 732. Jeden Monat stieg die Anzahl

der Stellensuchenden an. Durchschnittlich suchten

jeden Monat 658 (551) Personen eine bezahlte

Beschäftigung. Die Jahresdurchschnittsquote der

Stellensuchenden betrug 7,08 Prozent, die der

Arbeitslosen 5,05 Prozent. Die Quoten am Jahresende

lagen bei 7,87 Prozent bei den Stellensuchenden

und 5,9 Prozent bei den Arbeitslosen.

Renten und Ergänzungsleistungen

1'689 (1'568) Personen beziehen eine Altersrente

der AHV und 699 (683) Personen eine IV-Rente.

Die Ausgleichkasse Thurgau zahlte CHF 32,2

Mio. für die Altersrenten und für die IV-Renten

CHF 10,78 Mio. aus.

793 (748) Personen beziehen Ergänzungsleistungen

und 147 (128) Personen Hilflosenentschädigung.

Die Ausgleichkasse Thurgau zahlte

diesen Anspruchsberechtigten in Kreuzlingen

CHF 13,8 Mio. als Ergänzungsleistung und

VERLAUF DER ARBEITSLOSIGKEIT (QUOTE %)

STELLENSUCHENDE KREUZLINGEN

ARBEITSLOSE KREUZLINGEN

ARBEITSLOSE SCHWEIZ

ARBEITSLOSE THURGAU

8%

7%

6%

5%

4%

3%

2%

1%

0%

2005 2006 2007 2008

2009

BEZÜGER VON RENTEN

500

0

AHV/IV-RENTNER

BEZÜGER EINER ERGÄNZUNGSLEISTUNG

BEZÜGER EINER HILFLOSENENTSCHÄDIGUNG

2500

2000

1500

1000

2005 2006 2007 2008

2009

Ausstände bei den Krankenversicherern

Das Ressort erhielt 1'432 (1'038) Meldungen von

den Krankenkassen. Bei allen betroffenen Personen

hat die Krankenkasse einen Leistungsstopp

verfügt. Über 537 Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger

sind in der kantonalen Datenbank erfasst, in

die Ärzte, Kliniken und Gemeindebehörden im

Kanton Thurgau Einsicht haben.

Damit ein Leistungsstopp aufgehoben werden

konnte, hat die Stadt im Zuge eines Case-Managements

Ausstände bei Krankenversicherungen in

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Soziale Dienste

41


Am meisten kommen die Menschen für folgende

Angelegenheiten: Budgetberatungen, finanzielle

Engpässe infolge Steuer- und anderer Schulden,

allgemeine Lebensprobleme sowie Arbeitsplatzverlust.

Kombinationen verschiedener Problemlagen

führen oft dazu, dass die Hilfesuchenden den

Überblick über ihre finanzielle Lage verlieren. Oft

schicken auch Ärzte ihre Patienten vorbei, wenn

sie feststellen, dass neben der Krankheit finanzider

Höhe von CHF 267’000 übernommen. Wo es

möglich war, schloss man mit diesen 48 Personen

Rückzahlungsvereinbarungen ab.

3.5 | Sozialprojekte

Die Projekte bieten permanent für 30 bis 40

Sozialhilfebezüger Arbeitsplätze und Beschäftigungseinsätze

an. Die Auftraggeber sind einerseits

Private, Firmen und Institutionen, für die

zu marktüblichen Löhnen die unterschiedlichsten

Dienstleistungen erbracht werden. Andererseits

werden Arbeiten mit gemeinnützigem Charakter

unentgeltlich zu Gunsten der Kreuzlinger Öffentlichkeit

ausgeführt. Im letzten Jahr haben

insgesamt 63 Personen das Projekt durchlaufen.

Zusätzlich werden permanent 2 bis 3 Teilnehmerinnen

von der Stiftung Zukunft im Programm

beschäftigt. Um eine Integration zu verbessern,

werden regelmässig Schulungen und Coaching-

Gespräche durchgeführt.

Während oder nach Abschluss des einjährigen

Arbeitsverhältnisses haben von insgesamt 63 Personen

12 Frauen und Männer eine Voll-, Teilzeitoder

Temporärstelle im 1. Arbeitsmarkt gefunden.

Viele der Projektteilnehmenden haben eine neue

Rahmenfrist der Arbeitslosenversicherung erarbeitet

und haben somit bei erneuter Arbeitslosigkeit

wieder Anspruch auf Arbeitslosentaggelder.

Integrationswirkung

Neue Rahmenfristen erarbeiten 23

Zurück zum Sozialamt 9

Feste oder temporäre Anstellung bei Austritt 8

Temporärer Einsatz bei Austritt 4

Lösung gefunden vor Eintritt 6

Wegzug 5

Diverses 8

ART DER TÄTIGKEITEN IN DEN SOZIALPROJEKTEN 2009

16%

PERSONALAUSLEIHE

FREIWILLIGE LEISTUNGEN

REINIGUNG

UNTERHALT GÄRTEN

ZÜGELAUFTRÄGE

BÜGELAUFTRÄGE

MÄRKTE

13%

6%

18%

2%

25%

20%

Umsätze und Umsatzentwicklung

Der Umsatz bewegt sich auf Vorjahreshöhe und

beträgt CHF 303'000. Dazu kommen freiwillige

gemeinnützige Arbeiten im Wert von ca.

CHF 80'000, womit sich ein Gesamtumsatz von

rund CHF 380'000 ergibt.

3.6 | Sozialberatung

In der Sozialberatung der Stadt Kreuzlingen wird

nach dem Ansatz «Hilfe zur Selbsthilfe» gearbeitet.

Im Jahre 2009 haben 61 Einzelpersonen

und Familien die Beratungsstelle aufgesucht. Es

wurden total 87 Gespräche geführt. Oft werden

im Anschluss an längere Beratungen telefonische

Anfragen gemacht, wenn die Menschen selbst

nicht weiterkommen. Auch gibt es immer wieder

Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer, die nach

Abschluss des Einsatzes Beratung in Anspruch

nehmen.

Seit Jahren unterhält das Sozialprojekt gute Kontakte

zum lokalen und regionalen Gewerbe, der

Industrie und zu verschiedenen Temporärbüros.

So haben auch 2009 grössere Firmen in Kreuzlingen

und Umgebung Sozialhilfebeziehende der

Stadt Kreuzlingen temporär beschäftigt. Diese

Einsätze dauern oft einige Tage, Wochen oder sogar

Monate. In vereinzelten Fällen hat ein solcher

Einsatz auch zu einer Festanstellung geführt.

42

Soziale Dienste


elle Schwierigkeiten und Lebensprobleme vorhanden

sind. Über diesen Weg entsteht vielfach ein

erster Kontakt zur Sozialberatungsstelle.

Vermehrt haben deutsche Einwohner und Einwohnerinnen

den Dienst in Anspruch genommen. Bedingt

durch den sozialpolitischen «Systemwechsel»

unterliegen viele dieser Neuzuzügergruppe

der sogenannten Lohnillusion. Das Einkommen

wird vollständig für den Konsum ausgegeben,

ohne daran zu denken, dass in der Schweiz die

Steuern, die Krankenkassenprämien und allenfalls

nicht versicherte Gesundheitskosten separat

bezahlt werden müssen. Ebenfalls ist der Besuch

bei einem Zahnarzt nicht obligatorisch versichert

und muss aus dem eigenen Einkommen berappt

werden. In solchen Fällen ist eine realistische

Budgetberatung unter Berücksichtigung dieser

Budgetpositionen hilfreich und kann zukünftigen

finanziellen Überraschungen vorgebeugen. Einzelne

Firmen haben ihre deutschen Arbeitnehmer mit

diesem Problem an die Sozialberatung delegiert.

3.7 | Vormundschaftsbehörde / Gesetzlicher

Betreuungsdienst

Die Vormundschaftsbehörde hat im vergangenen

Jahr an 11 (Vorjahr: 11) Sitzungen 470 (526)

Geschäfte behandelt. Die zunehmende Tendenz

für vormundschaftliche Massnahmen hat sich

bestätigt. Insbesondere ist die Zahl der zu führenden

Beistandschaften markant angestiegen.

Die Anzahl von Kindesschutzmassnahmen wegen

Verhaltensauffälligkeiten, schulischen Problemen

und Schwierigkeiten bei der Ausübung des Besuchsrechts

ist weiter konstant hoch. Ebenfalls

unverändert hoch ist die Zahl jener Personen,

welche ohne fremde Hilfe und Unterstützung ihre

administrativen und finanziellen Angelegenheiten

nicht selber erledigen können. Die Entwicklung

der letzten Jahre hat sich somit bestätigt.

Ende 2009 wurden 64 (66) Vormundschaften,

VORMUNDSCHAFTLICHE MASSNAHMEN

250

200

150

100

50

0

ANZAHL VORMUNDSCHAFTEN

ANZAHL BEISTANDSCHAFTEN / BEIRATSCHAFTEN

ANZAHL AUFSICHTEN

66

189

2

2005

64

191

4

2006

62

187

2007

2009

237 (203) Beistand- und Beiratschaften sowie

6 (7) Aufsichten geführt. Die Mandate werden

unverändert durch vier gesetzliche Betreuer mit

260 Stellenprozenten sowie zwei Sekretariatsmitarbeiterinnen

mit 170 Stellenprozenten geführt.

Der Abklärungsaufwand belief sich auf insgesamt

180 Stunden, woraus in der Folge 9 Mandate resultierten.

Die für den Gesetzlichen Betreuungsdienst im Berichtsjahr

entstandenen Gesamtkosten betragen

CHF 608'275.34 (CHF 579'363). Diese Aufwendungen

werden von den beim Gesetzlichen Betreuungsdienst

beteiligten Gemeinden Kreuzlingen

und Bottighofen anteilsmässig übernommen. Die

Aufwendungen sind unterteilt in Infrastrukturkosten

von CHF 202'758 (CHF 193'121) und Fallkosten

von CHF 405'516 (CHF 386'242). Basierend

auf der bestehenden Vereinbarung werden die

Gesamtkosten aufgeteilt in Infrastrukturkosten

(1/3 der Gesamtkosten) und Fallkosten (2/3 der

Gesamtkosten). Die Fallkosten werden nach einem

Punktesystem ermittelt. Gemeinden ohne

Mitgliedschaft beim Verbund der Gesetzlichen

Betreuungsdienste bezahlen die effektiven Stunden

für die geleisteten Arbeiten, inkl. anteiliger

Infrastrukturkosten.

6

66

203

7

2008

64

237

6

Kosten Gesetzlicher Betreuungsdienst

Anzahl Fälle Total Punkte Fallkosten in CHF Einwohner Infrastruktur in CHF Total in CHF

Kreuzlingen 244 406 391'999.64 18'933 160'977.30 552'976.94

Bottighofen 6 14 13'517.25 2'079 17'676.65 31'193.90

Leerkapazität* 2'835 24'104.50 24'104.50

Total 250 420 405'516.89 23'847 202'758.45 608'275.34

*ex. Ermatingen (Stand Einwohner Ende 2008)

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Soziale Dienste

43


44 Freizeit


4 Freizeit

4.1 Gesellschaft

4.2 Kultur

4.3 Sport

4.4 Integration

4.5 Liegenschaften

p Christina Pagnoncini (l.) und Heinz Keller, Mitarbeitende im Departement Freizeit, beraten eine Veranstalterin im Dreispitz Sport- und Kulturzenturm.

4.1 | Gesellschaft

Jugendarbeit

Sportliche und kulturelle Angebote für Jugendliche

sind in Kreuzlingen in grossem Masse vorhanden.

Vor allem die Vereinsarbeit ist sehr gut ausgebaut.

Junge Menschen, die sich nicht in eine

Vereinsstruktur integrieren wollen, finden in der

Stadt weniger Angebote. Noch schlechter steht

es um das Raumangebot für eigene Veranstaltungen.

Eine Verbesserung in diesem Bereich konnte

im 2009 nur projektbezogen erreicht werden. Die

Veranstaltungen des Vereins Jugendtreff waren

durchwegs gut besucht: Die Midnight-Streetball-

Veranstaltung, Basketball in der Turnhalle, kombiniert

mit Musik, zieht vor allem Jugendliche ohne

geregelte Freizeitstruktur an. Am erfolgreichen

Hallenfussballturnier beteiligten sich über 150

Jugendliche. Kreuzlinger Jugendliche lancierten

den Event und führten ihn durch.

Die aufsuchende Jugendarbeit AJA wurde intensiviert

und in der Arbeitsgruppe «Jugendliche im

öffentlichen Raum» reflektiert. Der Informationsaustausch

der Beteiligten erwies sich als sehr

fruchtbar und die Massnahmen im Konfliktbereich

können gemeinsam angegangen werden.

Im Bereich Littering sind erste Kontakte mit der

Sekundarschulgemeinde erfolgt, um 2010 ein

gemeinsames Projekt umzusetzen und die Jugendlichen

für ein respektvolles Verhalten im

öffentlichen Bereich zu sensibilisieren. Mutwillige

Sachbeschädigungen und Verschmutzungen

müssen für die Verursacher Konsequenzen haben.

Parallel dazu sind die Pläne für einen Jugendveranstaltungsraum

weit fortgeschritten. Die Weiterentwicklung

der Idee in Richtung einer Basis

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

für Jugendarbeit im Gebiet Klein Venedig zeigt

schon vor der Realisierung eine gute Kombination

von Jugendarbeit, Coaching und Beratung an

einem Ort.

Alterskonzept

Der Kanton empfiehlt den Gemeinden, die verschiedenen

gesellschaftlichen Aspekte der Senioren

in einem Alterskonzept darzustellen. Deshalb

wurde zu den Angeboten im Freiwilligen- und professionellen

Bereich eine Umfrage durchgeführt

und ausgewertet. Künftig sollen Senioren zum

Beispiel mittels Flyer und Internet besser informiert

werden. Ein Generationenforum soll 2010

das Grundlagenpapier so ergänzen, dass daraus

das erste Kreuzlinger Alterskonzept entstehen

kann.

4.2 | Kultur

Die jährlich wiederkehrenden Förderbeiträge an

die städtischen Kulturvereine ermöglichen es den

Veranstaltern, ein interessantes und eigenständiges

Programm anzubieten. Das See-Burgtheater

inszenierte zum zweiten und letzten Mal auf der

Seebühne das Sommertheater. Auf Schloss Girsberg

begann die Gruppe Engel und Dorn mit der

erfolgreichen Aufführung «Die drei Musketiere»

ein neues Tournee-Theaterkonzept. Das zweite

Kammermusikfestival setzte mit zwei unterschiedlichen

Aufführungsorten auf der Sonnenkönigin

und im Dreispitz Sport- und Kulturzentrum

einen besonderen Akzent. Das KIK-Kabarettfestival

wurde wieder professionell präsentiert und

«X-lingen Sounds good» führte das zweite Mal

eine Konzertreihe durch.

Der Männerchor Harmonie organisierte grenzüberschreitend

mit der Südwestdeutschen Philharmonie,

dem Bach-Chor und drei Solisten

Freizeit

45


ein grossartiges Mendelssohn-Konzert in der

St. Stefans Kirche. Die Südwestdeutsche Philharmonie

gab zudem insgesamt vier Konzerte im

Dreispitz und brachte erstmals unter dem Motto

«EduArt» mit einer kleineren Besetzung Mozart

in das Schulzentrum Wehrli. Ein Riesenerfolg bei

den Schülern, die so die Vorurteile gegenüber der

Klassik abzubauen lernten.

Gründler und Salome Kuratli im August auf die

Weinstrasse gebracht. 17 Fragen wurden in gelber

Farbe auf die Strasse gespritzt. Geplant ist

zudem ein Strassenfest im Mai 2010.

Mit einer jährlich stattfindenden Ausstellung wurde

im Dreispitz neu eine Plattform für professionelle

Fotografie geschaffen. Mit dem Fotografen

Samuel Forrer begann das Forum am 14. Mai.

Weiter wurde im Auftrag der Kunstkommission

das städtische Kunstinventar aktualisiert und die

Ausschreibung einer Gestaltung «Kunst am Bau»

im Bereich des Stadtbahnhofes vorbereitet. Die

Projekteinladung wird im Frühjahr 2010 durchgeführt.

Realisiert werden soll dieses Projekt bis

Ende 2010.

Die Südwestdeutsche Philharmonie im Klassenzimmer.

Jahr der Wissenschaft

Am 18. Januar startete das «Jahr der Wissenschaft»

mit einem Kick-off im Konzil Konstanz.

Von Januar bis Dezember fanden rund 270 Veranstaltungen

statt. Die Abschlussveranstaltung

mit Blick in die Zukunft ging am 4. Dezember im

Kreuzlinger Dreispitz über die Bühne. Das Angebot

war äusserst vielfältig: einfache Experimente

im Klassenzimmer, eine zeitgleiche Kulturinstallation

auf deutschem und Schweizer Boden und als

Highlight das teilweise Ausschalten der Strassenbeleuchtung

in beiden Städten. In dieser Nacht

startete das «Jahr der Astronomie» mit einer

100-stündigen Himmelsbeobachtung. Die grenzüberschreitenden

Veranstaltungen für Schüler

fielen auf fruchtbaren Boden und wurden von den

Bewohnern beider Städte gut angenommen.

Die Astronomische Vereinigung organisierte zudem

im Planetarium / Sternwarte über 30 Veranstaltungen.

Ein grossartiges Programm über die

Geschichte der Astronomie: 400 Jahre Galilei,

40. Jahrestag der Mondlandung, 100 Stunden

Himmelsbeobachtung sowie Planeten- und Sonnenpartys.

Kunstkommission

Im Rahmen des Kunstprojektes «Die Entdeckung

des Stadtraumes» wurde das Projekt «Kommst Du

an den See?» der beiden Künstlerinnen Gabriela

Die Kunstnacht fand im September statt, dieses

Mal beteiligte sich auch die Galerie Rebhüüsli.

Der Kunstraum zeigte die bodenfüllende mechanische

Installation «Youandme_isms» von Boris

Petrovsky. Per SMS wurden Fragen gestellt. Diese

leuchteten kurz auf einem Bildschirm auf, worauf

der Künstler die Frage gleich beantwortete. Via

Kamera wurden die Livebilder vom Kunstraum

auf einen Bildschirm im Kulturzentrum Konstanz

projiziert.

4.3 | Sport

Schwimmbad Hörnli

Die im 2008 getätigten Investitionen trugen

Früchte: Im Betriebsjahr 2009 konnte die Besucherzahl

um 11,9 Prozent auf 112'306 Gäste gesteigert

werden.

Anfang Jahr genehmigte der Gemeinderat eine

Botschaft für Sanierungsarbeiten an der Wasseraufbereitung,

um den Betrieb sicherzustellen.

Im Sommer lag dann eine Gesamtanalyse vor,

welche die Übersicht über die in den nächsten

Jahren notwendigen Unterhaltsarbeiten lieferte.

Gestützt auf die Analyse und eine entsprechende

Botschaft genehmigte der Gemeinderat im August

einen Kredit von 400'000 Franken für eine erste

Sanierungsphase. Beide Sanierungen wurden im

Winter 2009 / 2010 realisiert. Die Beträge für die

weiteren Sanierungsetappen werden in die Investitionsrechnung

aufgenommen.

46

Freizeit


Die Reorganisation der Betriebsführung hat sich

bewährt. Die aus Vertretern der Genossenschaft

und der Stadt zusammengesetzte Betriebskommission

mit den Ressorts Finanzen, Betrieb und

Technik arbeitet gut und konstruktiv zusammen.

Schweiz bewegt – das Gemeinde-Duell

Kreuzlingen forderte am 5. Mai die Gemeinde

Tägerwilen zum sportlichen Wettkampf heraus

und nahm zum zweiten Mal an diesem schweizweiten

Bewegungsprojekt des Bundesamtes für

Sport teil. Austragungsort waren die Sportanlagen

in Tägerwilen.

gings mit dem Rennvelo nach Uzwil. Auf der letzten

Etappe liefen sie zurück nach St.Gallen. Dank

der grossen Unterstützung von 140 freiwilligen

Helfern aus den Kreuzlinger Vereinen konnte dieser

Mammutanlass reibungslos und ohne grössere

Unfälle durchgeführt werden.

Sportliche Jugendförderung

Die Nachwuchsarbeit in den Vereinen ist der

Stadt Kreuzlingen ein grosses Anliegen und ein

wichtiger Beitrag zur Integration der jungen Menschen

in unsere Gesellschaft. Die Jungendförderung

wurde im Rahmen der Leistungsvereinbarungen

neu organisiert. Alle Kreuzlinger Sportvereine

erhalten ab 2009 für jeden Jugendlichen aus

Kreuzlingen einen Jahresbeitrag von 20 Franken.

Dieses System löst die Pauschalunterstützung der

grösseren Vereine ab und soll mehr Anreiz für die

Vereine schaffen, Jugendliche für einen Sport zu

begeistern.

Schülerinnen spielen das Schtifti-Game bei Schweiz bewegt.

Neben einer 5,5 km langen Laufstrecke standen

verschiedene Bewegungsangebote zur Verfügung.

So konnten alle Teilnehmer in irgendeiner Form

bewegte Minuten für ihre Gemeinde sammeln.

Tägerwilen siegte haushoch gegen Kreuzlingen.

Die Einwohnerinnen und Einwohner von Tägerwilen

gewannen deshalb einen Gratiseintritt ins

Schwimmbad Hörnli und ein kostenloses Glace.

Vielen Dank der Gemeinde Tägerwilen für den

fairen Wettkampf und die Gastfreundschaft.

Im 2010 wird der Wettkampf gegen Konstanz ausgetragen.

Gigathlon

1'500 Teams mit total 5'200 Teilnehmern nahmen

am dreitägigen Gigathlon von Swiss Olympic

im Juli teil. Am dritten Tag stellte Kreuzlingen

zwei Wechselzonen. Die Gigathleten kamen mit

den Inline-Skates von St. Gallen nach Kreuzlingen,

tauschten ihre Tenues bei der Wechselzone

Schwimmbad Hörnli und schwammen drei

Kilometer bis zur Bodensee-Arena. Danach radelten

sie mit dem Bike nach Frauenfeld. Von dort

Kunstrasenplatz

Zusammen mit den beteiligten Vereinen wurde

die Basis für die Planung eines Kunstrasenplatzes

im Gebiet Klein Venedig gelegt. Die gemeinsame

Nutzung durch den AS-Calcio, den FC Kreuzlingen,

den Turnverein Kreuzlingen und die Faustballsektion

des Satus Kreuzlingen bildete die Voraussetzung

für die Realisierung des Projektes, das 2010

zur Volksabstimmung kommen wird.

Sportnetz Kreuzlingen

Das Sportnetz Kreuzlingen wurde am 28. April

gegründet. Der Vorstand konnte mit engagierten

Sportfreunden besetzt werden. Im September

führte das Sportnetz einen Freiwilligenanlass für

die Sportvereine durch. 80 engagierte Vereinsmitglieder

trafen sich bei der Wildsauenhütte

und durften den Dank von Stadtammann Andreas

Netzle für die ehrenamtliche Tätigkeit entgegennehmen.

www.sportnetz-kreuzlingen.ch.

Leistungssportzentrum Rudern

Der Ruderclub Kreuzlingen ging im 2009 einen

mutigen Schritt in Richtung nationales

Leistungssportzentrum Rudern. Die Verpflichtung

des Top-Trainers Ueli Bodenmann und die

Professionalisierung des Trainingsbetriebes führten

auch 2009 zu grossen Erfolgen im Leistungssport.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Freizeit

47


Grösste sportliche Erfolge:

- Schwimmclub Kreuzlingen

Vierfacher Schweizer Meister Nachwuchs,

Patrick Schwarzenbach

Schweizer Meister Wasserball 2009

- Ruderclub Kreuzlingen

Schweizer Meister Skiff Jun. A, Nico Stahlberg

- Karate

Schweizer Meister Elite bis 84 kg,

Elson Kabashi

Schweizer Meister Kumite U18,

Jonathan Caporusso

- Tischtennis

Dreifacher Schweizer Meister U18,

Marco Graber

- Turnverein Kreuzlingen

Schweizer Meister Korbball U20

- Tennisclub Seeburg

Schweizer Meister NLB, Aufstieg NLA

- Yacht-Club Kreuzlingen

Schweizer Meister «Lacustre»-Klasse,

Stefan Schneider, Felix Somm, Sepp Tanner

- Gymnastikgruppe Kreuzlingen

3. Rang Schweizer Meisterschaft Gymnastik

zu zweit, Nadine Kügerl und Diane Jermann

4.4 | Integration

Seit dem 1. Oktober nimmt die Regionale Fachstelle

Integration die Aufgabe als Kompetenzzentrum

Integration für Kreuzlingen und die Agglomerationsgemeinden

wahr. Mit der finanziellen Unterstützung

durch den Bund, den Kanton und die

Gemeinden der Regionalplanungsgruppe konnte

die Fachstelle ausgebaut und die Stelle der Integrationsdelegierten

auf 50 Prozent aufgestockt

werden. Die Regionale Fachstelle Integration koordiniert

die Integrationsmassnahmen der Region

und wirkt bei der Integrationsarbeit von privaten

Vereinen und Organisationen mit. Sie leistet zudem

Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

Auf der Grundlage einer Leistungsvereinbarung

mit der Arbeitsgemeinschaft für Migration (AGK)

wird eine wöchentliche Beratung für Migranten

angeboten. Die Website von Kreuzlingen interkulturell

dient als Integrationsplattform und wird von

der AGK laufend ergänzt.

Integrations- und Informationsauftrag der

Behörden

Eine öffentliche Veranstaltung zum Thema «Integrations-

und Informationsauftrag der Behörden»

lockte im April rund 150 Besucherinnen und Besucher

ins Rathaus. Die Tripartite Agglomerationskonferenz

(TAK) präsentierte einen Bericht mit

Empfehlungen zum Thema. Darauf folgten Referate

zur Umsetzung des Integrations- und Informationsauftrages

im Kanton sowie der Integrationsförderung

der Stadt Kreuzlingen. Zum Schluss

wurde die Arbeit des Ausländerbeirates, der AGK

und die Website www.migration-kreuzlingen.ch

vorgestellt.

Interkulturelle Woche

Kreuzlingen / Konstanz

Unter dem Motto «Vielfalt sichtbar machen – Potentiale

nutzen» fand zum zweiten Mal die grenzüberschreitende

Interkulturelle Woche Kreuzlingen

/ Konstanz statt. Vom 26. September bis zum

3. Oktober wurden verschiedene Vorträge, Konzerte

und Sportveranstaltungen durchgeführt. Zudem

stand die kulturelle Vielfalt der beiden Städte im

Mittelpunkt einer zweitägigen Fachtagung, die

sich an Personen aus Verwaltung, Politik sowie-

Bildungs- und Sozialwesen richtete. Rund 200

Personen sind der Einladung gefolgt und haben

sich dem Thema Migration mit einem Perspektivenwechsel

genähert.

«Wir schlagen Wurzeln» –

eine interkulturelle Pflanzaktion

Im Quartier Ribi-Brunegg engagierte sich der

Quartierverein Emmishofen gemeinsam mit den

Anwohnern und den Kreuzlinger Ausländervereinen,

der AGK und dem Ausländerbeirat (ABR)

bei einer Baumpflanzung im Gebiet Ribi-Brunegg.

Symbolisch für das Bevölkerungsverhältnis von

einheimischen und ausländischen Mitbürgerinnen

und Mitbürgern der Stadt wurden 20 Schweizer

Spitzahorne und 20 Bäume aus den verschiedensten

Regionen der Erde gepflanzt.

Die AGK hat in Zusammenarbeit mit der Stadt

Kreuzlingen das Thema Umwelt zu ihrem Schwerpunkt

im Jahr 2009 gemacht. Unter dem Motto

«Für ein sauberes Kreuzlingen – Wir helfen mit»

fand am 28. März eine «Seeputzete» statt.

48

Freizeit


diese Sanierungen den Aufwand und damit den

baulichen Unterhalt massgeblich mitbestimmen.

Die Pflanzaktion «Wir schlagen Wurzeln» begeisterte alle.

Interkulturelle Kommunikation für Lernende

Lernende der Stadtverwaltung im zweiten Lehrjahr

eigneten sich durch interkulturelle Schulungen

den Umgang mit Angehörigen anderer Kulturen

an. Sie bauten Hemmschwellen gegenüber

ausländischen Mitbürgern ab und erwarben Techniken

der interkulturellen Kommunikation.

Integrations- und Sprachförderung

Im Schulzentrum Seetal bieten die Stadt und die

Schule Kreuzlingen zwei Spielgruppen für fremdsprachige

Kinder an. Bereits vor dem Eintritt in

den Kindergarten werden den Jungen und Mädchen

an einem Nachmittag pro Woche schweizerund

hochdeutsche Sprachkenntnisse vermittelt.

Dieses Angebot erhöht die Chancengleichheit

und die frühe Integration ins Schul- und Bildungssystem.

Die 28 städtischen Liegenschaften wurden je zur

Hälfte dem Verwaltungs- und Finanzvermögen

zugeteilt. Durch den Kauf der Liegenschaften

Hafenstrasse 6 und 8 sowie Bodanstrasse 7 und

7a Ende 2008 konnten die Erträge im Finanzvermögen

massiv erhöht werden. Der Aufwand im

Verwaltungsvermögen hatte sich in den letzten

fünf Jahren mit durchschnittlich rund CHF 420'000

kaum verändert, während der Ertrag leicht stieg.

Die Stadt erwarb zudem 6'138 m² Land von der

Kunststoff-Packungen AG im Areal Irsee (Industrie-

und Gewerbezone 2).

Bauliche Schwerpunkte im Jahr 2009:

- Neubau Salzsilo beim Werkhof

- Sanierung Vorraum Eingangsbereich Gemeindeplatz

1

- Schulraum ISKK im Schiesserareal

4.5 | Liegenschaften

Die städtischen Liegenschaften unterscheiden

sich erheblich in ihrem aktuellen baulichen Zustand,

bedingt durch die Erstellungsdaten, die

getätigten Renovationen und die Sanierungen.

Zwischen dem Baujahr der ältesten Liegenschaft,

dem Schloss Seeburg (1664) und der neusten,

dem Dreispitz Sport- und Kulturzentrum (2005),

liegen 341 Jahre.

Durch die Nutzung und Beanspruchung einer Liegenschaft

werden auch der nötige bauliche Unterhalt,

von Pinsel-Renovationen bis zu kleineren

Umbauten, und die damit verbundenen Kosten

widergespiegelt. Ein beträchtlicher Teil der Kosten

entfällt dabei allerdings auf den Energieverbrauch.

Vor allem bei den älteren Liegenschaften

stehen die aufwändigen Sanierungsmassnahmen

dafür noch bevor. In den nächsten Jahren werden

Bahnhof Bernrain: eine städtische Liegenschaft.

Dreispitz Sport- und Kulturzentrum

105 Veranstaltungen belebten den Kulturteil des

Dreispitz Sport- und Kulturzentrums. Die Neuorganisation

mit einem einzigen Leiter für das ganze

Sport- und Kulturzentrum hat sich bewährt und

die Abläufe vereinfacht. Die Zusammenarbeit mit

der Schule Kreuzlingen funktioniert sehr gut. Die

technischen Einrichtungen wurden weiter optimiert

und den Kunden steht eine grosszügige Infrastruktur

zur Verfügung. Neben professionellen

Veranstaltern nutzen die Kreuzlinger Vereine in

grossem Masse mehr und mehr den Dreispitz.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Freizeit

49


5 Hochbau und Umwelt

5.1 Ortsplanung

5.2 Gestaltungsplanung

5.3 Bautätigkeit, Statistik

5.4 Natur- und Umweltschutz

5.5 Energie

5.6 Abfallwesen

p Hampi Kastner, Mitarbeiter im Regionalen Annahmezentrum (RAZ), erklärt einer Kundin, wo sie die PET-Flaschen entsorgen kann.

5.1 | Ortsplanung

Stadtentwicklungsplanung (STEP)

Nach einer breit angelegten Vernehmlassung

konnte der Stadtrat am 7. April den Konzeptbericht

zur Stadtentwicklungsplanung verabschieden.

Das integral über alle Bereiche (Siedlung,

Landschaft, Verkehr) angelegte Konzept dient

als Grundlage für die Ausarbeitung eines neuen

kommunalen Richtplanes. Dieser wird dann der

Bevölkerung zur Mitwirkung öffentlich vorgelegt.

Aufhebung Baulinien

Auch im Jahr 2009 mussten verschiedene alte

Baulinien aufgehoben werden, die sonst bei der

Planung von Neubauten zu sinnwidrigen Ergebnissen

geführt hätten. Im 2009 geschah dies in

den Gebieten Irsee, Bleichestrasse West, Wolfacker

sowie im Bereich Langgarten-, Quellen-,

Gütlistrasse.

Zonenplan

Bereits im Jahr 2007 wurde eine Zonenplanänderung

am südöstlichen Ende des Bahnareals

um den Hafen-Bahnhof öffentlich aufgelegt. In

diesem Bereich sollte die planungsrechtliche

Grundlage für den Bau der Holzschnitzelheizung

für die Gebäude im nah gelegenen Schulcampus

geschaffen werden. Aus diesem Grund wurde ein

Teil des Areals der Zone für öffentliche Bauten

und Anlagen (öBA) und der Rest, bis zum Bahnübergang

Promenadenstrasse, der Industrie- und

Gewerbezone 1 (I+G 1) zugewiesen. Nach verschiedenen

Einsprachen und Rekursen genehmigte

das Departement für Bau und Umwelt im Januar

schliesslich den Bereich der öBA. Obwohl planerisch

als sinnvoll beurteilt, wurde der Bereich der

I+G 1 zurückgewiesen mit der Begründung, dass

die Stadt zuerst rechtsgenügliche Vorschriften zu

den Industrie- und Gewerbezonen erlassen müsse.

Daraufhin erarbeitete die Bauverwaltung eine

entsprechende Vorlage aus, die Anfang 2010 öffentlich

aufgelegt und danach dem Gemeinderat

zum Beschluss vorgelegt werden kann.

5.2 | Gestaltungsplanung

Im Jahr 2009 wurden die drei folgenden Gestaltungspläne

(GP) vom Departement für Bau und

Umwelt (DBU) genehmigt:

GP Egelshofen

Dieser Gestaltungsplan wurde erarbeitet, um bei

der Erstellung von Neubauten im alten Dorfkern

möglichst sanft mit der gewachsenen Siedlungsstruktur

umzugehen. Nach einer mehrjährigen

Bearbeitung konnte er am 6. Juli vom DBU genehmigt

werden.

GP Bellevue

Nach der Verlängerung der Planungszone wurde

dieser GP fertig erarbeitet und öffentlich aufgelegt.

Nach nur wenigen abgewiesenen Einsprachen

genehmigte ihn das DBU am 10. Dezember.

Das Amt genehmigte auch eine Zonenplanänderung

im Zusammenhang mit einer Waldumlegung

in diesem Gebiet. Damit besteht Baureife für

rund 25'000 m² neue Bruttogeschossfläche, das

ermöglicht rund 150 grosse Wohnungen. Damit

verbunden ist auch eine hochwertige Gestaltung

des verbliebenen Freiraumes, der durchwegs mit

öffentlichen Fusswegrechten versehen ist.

GP Alp West

Nach Abweisung des letzten Rekurses genehmigte

das DBU am 27. August diesen GP. Im Gegensatz

zum GP Bellevue, der für grosse Mehrfamilienhäuser

an bester Zentrumslage ausgelegt ist,

eignet sich das Gebiet des GP Alp West überwie-

.51

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Hochbau und Umwelt


gend für hochwertige Einfamilien- und Doppeleinfamilienhäuser.

Am südlichen Rand des Areals zur

Eisenbahnlinie hin können auch kleinere Mehrfamilienhäuser

erstellt werden. Es fehlen noch wenige

Strassenstücke. Danach ist auch in diesem

Gebiet die Baureife erreicht.

5.3 | Bautätigkeit, Statistik

Bei der Bauverwaltung sind gesamthaft 292 (Vorjahr:

308) Bau- und Abbruchgesuche eingegangen,

wovon 264 (272) Gesuche erledigt werden

konnten. Dies entspricht einer Quote von 90,41

Prozent (88,31 %). Bewilligt wurden 19 (29) Einfamilien-

und 21 (45) Mehrfamilienhäuser mit total

284 (519) Wohnungen. Gegen 37 (46) Baugesuche

sind insgesamt 58 (85) Einsprachen eingegangen.

Fertiggestellt wurden 14 (30) Einfamilien- und 19

(14) Mehrfamilienhäuser mit total 188 (179) Wohnungen.

BAUTÄTIGKEIT NACH GEBÄUDEART

70

60

50

40

30

20

10

0

ANZAHL EINFAMILIENHÄUSER BEWILLIGT

ANZAHL EINFAMILIENHÄUSER ERSTELLT

ANZAHL MEHRFAMILIENHÄUSER BEWILLIGT

ANZAHL MEHRFAMILIENHÄUSER ERSTELLT

2005

2006

ENTWICKLUNG WOHNUNGEN

600

500

400

2007

ANZAHL WOHNUNGEN BEWILLIGT

ANZAHL WOHNUNGEN ERSTELLT

2008

2009

Im Jahre 2009 hat sich in Kreuzlingen die Bautätigkeit

wiederum vorwiegend im Wohnungssektor

entwickelt. Die Gesamtzahl an Gesuchen ist auf

hohem Niveau leicht zurückgegangen.

BAUGESUCHE

300

200

100

0

2005 2006 2007 2008

2009

350

300

250

200

150

100

50

0

ANZAHL ERLEDIGTE GESUCHE

ANZAHL BAUGESUCHE

ANZAHL EINSPRACHEN

2005 2006 2007 2008 2009

Während der Bau von Einfamilienhäusern in den

letzten Jahren tendenziell rückläufig war, entwickelte

sich der Bau von Mehrfamilienhäusern

umso stärker. Diesbezüglich kann das Jahr 2008

als eigentliches Spitzenjahr bezeichnet werden.

5.4 | Natur- und Umweltschutz

Jahresprogramm «Natur entdecken» 2009

Im 2009 stellte die Bauverwaltung das erste Mal

ein Jahresprogramm «Natur entdecken» zusammen.

An den zahlreichen Exkursionen, Kursen,

Ausstellungen und Führungen nahmen über 400

Personen teil. Aufgrund der grossen Nachfrage erscheint

das Jahresprogramm auch im 2010. Das

Jahresprogramm 2010 erlaubt es den Besuchern,

die biologische Vielfalt vor der Haustüre zu entdecken.

So wurden im 2009 Wohnungen fertiggestellt, die

im 2008 bewilligt wurden. Gegenüber dem Vorjahr

kann bei der Anzahl bewilligter Wohnungen

eine Umkehr festgestellt werden. Ob sich dies als

Trendwende erweist, ist weiter zu beobachten.

Fledermausexkursion im Seeburgpark.

52 Hochbau und Umwelt


Neues Umgehungsgerinne beim Sägenösch.

Pflanzaktion «Wir schlagen Wurzeln» im Gebiet Ribi-Brunegg.

Abschluss Umgehungsgerinne Sägenösch

Im Frühjahr 2009 hatte die Bauverwaltung den

Krebsbach beim Sägenösch saniert und renaturiert.

Im Rahmen dieser Arbeiten wurden alte

Mauern und Abstürze im Bachbett entfernt sowie

Massnahmen gegen die Tiefenerosion getroffen.

Neu verbindet ein durchgehendes Umgehungsgerinne

das Gewässer oberhalb mit demjenigen

unterhalb des Absturzes beim Sägenösch. Damit

wird die ökologische Durchgängigkeit für Kleinlebewesen

sichergestellt.

Arbeitsgruppe für Migration –

Schwerpunktthema Umwelt

Die Arbeitsgemeinschaft für Migration (AGK) hatte

in Zusammenarbeit mit der Stadt Kreuzlingen

und dem Ausländerbeirat das Thema Umwelt zum

Schwerpunkt im Jahr 2009 ernannt. Im März und

Oktober fand je eine Veranstaltung statt, bei denen

sich Mitglieder der Ausländervereine in Zusammenarbeit

mit der Stadt Kreuzlingen für die

Umwelt einsetzten. An der ersten Veranstaltung,

einer «Seeputzete», nahmen rund 50 Personen

teil. Bereits nach einer guten Stunde füllte das

Sammelgut mehr als zwanzig 35-Liter-Abfallsäcke.

Unter dem Motto «Wir schlagen Wurzeln ...»

fand im Oktober der zweite Anlass statt. Dabei

engagierte sich der Quartierverein Emmishofen

gemeinsam mit Anwohnern und den Kreuzlinger

Ausländervereinen bei einer Baumpflanzung im

Gebiet Ribi-Brunegg. Die rund 100 Anwesenden

pflanzten 40 Hoch- und Niederstammbäume als

Strassenbegleitgrün am Zeppelinring. Die Wiese,

die von den neu gepflanzten Bäumen gesäumt

wird, steht der Allgemeinheit als Parkfläche zur

Verfügung.

Recyclingpapier in der Stadtverwaltung

Seit Anfang 2009 setzt die Stadtverwaltung

Kreuzlingen wo immer möglich Recyclingpapier

ein. 83 Prozent des eingesetzten Papiers für Kopien,

Briefe oder Couverts bestand aus Recyclingpapier.

Das eingesetzte Papier erfüllt die Kriterien

des Labels «Blauer Engel», eines Labels, das für

umweltfreundliche Produktion steht. Für Akten

mit unbefristeter Archivierungspflicht wie zum

Beispiel Original-Stadtratsbeschlüsse, wird weiterhin

Frischfaserpapier verwendet.

Moderne Recyclingprodukte benötigen in der

Produktion rund dreimal weniger Energie und

Wasser als Frischfaserpapiere. Die Herstellung

von Recyclingpapier verursacht zudem nur halb

so viel fossiles Kohlendioxid (CO 2 ) als dasjenige

von weissem Frischfaserpapier.

5.5 | Energie

Auch die Kleinsten halfen bei der «Seeputzete».

Projektorganisation Energie

Seit dem Jahr 2006 ist die Stadt Kreuzlingen Trägerin

des Labels Energiestadt. Mit dem Energierichtplan

besitzt die Stadt Kreuzlingen ebenfalls

seit 2006 ein behördenverbindliches Instrument,

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Hochbau und Umwelt

53


das bei energierelevanten Projekten herangezogen

wird. Um die Umsetzung der Ziele des

Energierichtplans und des Labels Energiestadt

voranzutreiben, hatte die Stadt Kreuzlingen im

2009 eine Projektorganisation geschaffen, welche

alle energierelevanten Themenbereiche und

die entsprechenden Entscheidungsträger vereint.

Diese Projektorganisation Energie koordiniert in

Zukunft die weiteren Bestrebungen im Energiebereich

über die gesamte Stadtverwaltung.

Reaudit Energiestadt

Um das Label Energiestadt sichern zu können,

ist alle vier Jahre ein Reaudit notwendig. Dabei

werden die durchgeführten Massnahmen und die

allgemeine Zielerreichung überprüft. Die energiepolitischen

Zielsetzungen und das energiepolitische

Programm müssen für die nächsten vier

Jahre ergänzt bzw. aktualisiert werden. Im Herbst

hatte der Reauditprozess begonnen. Der Stadtrat

beantragte beim zuständigen Trägerverein die

Wiedererteilung des Labels «Energiestadt». Die

Wiedererteilung des Labels erfolgt voraussichtlich

im Frühling 2010.

Der Minergie-Standard erfreut sich zunehmender

Beliebtheit. So fand im Februar 2009 der Spatenstich

der «Azur»-Überbauung statt, der bisher

grössten Minergie-Neuüberbauung in Kreuzlingen.

Bis zum Jahr 2012 entstehen westlich des

Bahnhofs altersgerechte Mietwohnungen mit einer

Gesamtfläche von über 20'000 m 2 .

GEWA 2009

An der Kreuzlinger Gewerbemesse 2009 (GEWA)

präsentierte sich die Energieberatung mit einer

«Sonderschau Energie» am Stand der Stadt

Kreuzlingen. Ausstellungsschwerpunkt bildete

das Thema «thermische Sonnenkollektoren für

Warmwasser und Heizungsunterstützung». Die

Sonderschau wurde begleitet von Energiereferaten

und individuellen Energieberatungen.

Energieberatungsstelle Region Kreuzlingen

Die Nachfrage nach Energieberatungen stieg im

2009 weiter an. Die in Aussicht gestellten kantonalen

Fördermittel und die Unsicherheit in Bezug

auf die künftige Entwicklung der Energiepreise

führten zu zahlreichen Beratungsgesprächen.

Beratungsschwerpunkte bildeten die Sanierung

bestehender Gebäudehüllen und der Einsatz erneuerbarer

Energien. Insbesondere Informationen

zu thermischen Sonnenkollektoren, zur Warmwassererzeugung

und zur Heizungsunterstützung waren

gefragt.

Gunter Maurer (2.v.l.) berät Besucher zu Energiefragen an der

GEWA 2009.

Informationsveranstaltung «Gebäude

sanieren»

Im November veranstaltete die Energieberatungsstelle

im Rathaus einen Informationsabend zum

Thema «Gebäude erneuern, Energiekosten halbieren».

Interessierte Hauseigentümer aus der Region

erhielten praktische Hinweise rund um das

Thema Sanieren und erhielten Informationen über

die im Oktober schweizweit eingeführte Energieetikette

für Effizienz eines Gebäudes (GEAK). Im

Rahmen einer gebündelten Aktion wurde eine

vergünstigte Erstellung von Infrarotaufnahmen

der Gebäudehülle angeboten. Die Veranstaltung

wurde rege besucht und führte zu diversen kommunalen

und regionalen Folgeberatungen durch

die Energieberatungsstelle Kreuzlingen.

Minergiebauten «Azur», Ansicht von der Weiherstrasse.

54 Hochbau und Umwelt


5.6 | Abfallwesen

Ausbau Kompostieranlage Kreuzlingen / Tägerwilen.

Ausbau Kompostieranlage Tägerwilen

Die Gemeinde Tägerwilen und die Stadt Kreuzlingen

betreiben gemeinsam die Kompostieranlage

in Tägerwilen. Aufgrund der Menge des angelieferten

Materials musste die Anlage ausgebaut

werden. Die Arbeiten hatten im 2008 begonnen

und konnten 2009 abgeschlossen werden. Neu

kann die Anlage rund 7'500 Tonnen Grünmaterial

pro Jahr verwerten.

Abfall-Statistik 2009

Die Stadt Kreuzlingen verfügt über ein gut funktionierendes

Entsorgungssystem. Neben den

Sammeltouren und den Sammelstellen ist das

Regionale Annahmezentrum (RAZ) ein wichtiger

Pfeiler der Entsorgung in der Stadt Kreuzlingen.

Generell hat die gesammelte Abfallmenge weiter

zugenommen. Die nachfolgende Tabelle gibt

einen Überblick über die Mengen der wichtigsten

Abfall- und Wertstoffarten, die in der Stadt Kreuzlingen

im Jahr 2009 angefallen sind.

Sammelstellen / Sammeltouren

Abfall / Werkstoff 2007 2008 2009 +/- 2008/2009

Altglas 780 t 787 t 804 t + 2,2 %

Papier / Karton 2‘023 t 2‘003 t 2'055 t + 2,6 %

Alu / Weissblech 49 t 49 t 53 t + 8,3 %

Grünabfälle 2‘705 t 2‘591 t 2‘652 t + 2,3 %

Hauskehricht 2‘895 t 2‘874 t 2‘877 t + 0,1 %

Regionales Annahmezentrum (RAZ)

Abfall / Werkstoff 2007 2008 2009 +/- 2008/2009

Altmetall 338 t 345 t 409 t + 18,6 %

Elektroschrott 151 t 159 t 162 t + 1,9 %

Brennbare Abfälle 3‘518 t 3‘899 t 4‘176 t + 7,1 %

Einwohnerzahl Kreuzlingen 18‘133 18‘433 18‘933 + 2.7 %

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Hochbau und Umwelt

55


6 Tiefbau und Verkehr

6.1 Gemeinde- und Staatsstrassen

6.2 Kanalisation

6.3 Werkhof

6.4 Stadtgärtnerei

6.5 öffentlicher Verkehr

p Peter Kobi, Sachbearbeiter Tiefbau, (2.v.l.) und Peter Meier, Leiter Tiefbau, (4.v.l.) kontrollieren die Strassenbaustellen in der Stadt.

6.1 | Gemeinde- und Staatsstrassen

Einweihung Projekt «Chance Nord»

Im September wurden der letzte Bauabschnitt,

die Unterführung Helvetiaplatz und der Kreisel

Stadtbahnhof fertiggestellt. Bahn und Post

können wieder ohne bauliche Behinderungen

besucht werden, Autofahrer und Fussgänger

müssen nicht mehr um Bauabschrankungen

zirkeln und die Anwohnerinnen und Anwohner

können ihre neugestaltete Wohngegend nach

langer Bauzeit geniessen. Die Stadt bedankt sich

herzlich für die Geduld während der Bauphase.

Mit einem grossen zweitägigen Fest wurde die

neue Durchgangsstrasse «Chance Nord» eingeweiht.

Am 30. September gaben Kantonsingenieur Andy

Heller und Stadtrat Michael Dörflinger um 8 Uhr

die neue Strasse für den Verkehr frei. Als Erster

fuhr Hans Leugger, Carunternehmer aus Güttingen,

durch den Helvetiatunnel und erhielt Blumen

von Michael Dörflinger. Die neue Unterquerung

des Helvetiaplatzes wird die Innenstadt vom

Durchgangsverkehr merklich entlasten.

Blick in den Helvetiatunnel während der Bauphase.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Bahnhofstrasse

wurde ebenfalls der Bahnhofplatz umgestaltet.

So konnte ein neuer Busterminal, ein

Velounterstand für ca. 100 Fahrräder, Standplätze

für Taxis sowie ein behindertengerechtes WC in

Betrieb genommen werden.

Strassensanierung Kantonsstrassen

Im Juli wurde der Deckbelag für das letzte Teilstück

in der Bernrainstrasse (vom Bahnübergang

bis zum Akazienweg) eingebaut. Der gesamte

Verkehr musste während drei Tagen grossräumig

umgeleitet werden.

Kreisel Löwenplatz und Vorplatz «ceha!»

Der Löwenplatzkreisel entstand aus einer provisorischen

Umgestaltung einer Vierast-Kreuzung

mit Lichtsignalanlage. Der Kanton als Bauherr

nahm den Kreisel ins Sanierungsprogramm 2009

auf. Der gesamte Belag musste ersetzt werden

und die provisorischen Inseln sowie die Fahrbahnränder

wurden mit neuen Abschlüssen versehen.

Das Wasserspiel auf dem Innenkreisel wurde

aufgrund von Anregungen aus der Bevölkerung

definitiv erstellt.

Eröffnungsfest Chance Nord am 25. und 26. September.

Tiefbau und Verkehr

57


Neben der eigentlichen Kreiselsanierung erstellte

die Stadt gleichzeitig den Anschluss Hauptstrasse

Nord. In diesem Bereich wurde die Strasse in einen

Platzbereich mit Zugang zum neuen Einkaufszentrum

umgestaltet. Ebenfalls erhielt der Platz

eine neue Beleuchtung.

Lärmschutz Hafenstrasse

Im September konnten die Arbeiten für die dritte

Etappe der Lärmsanierung zwischen der Pestalozzistrasse

und der Unterführung Helvetiaplatz

abgeschlossen werden. Dieses Teilstück gehört

zum Gesamtprojekt Lärmsanierung Seetal-/

Hafenstrasse.

Strassensanierungen Gemeindestrassen

Die zweite Sanierungsetappe der Seeblickstrasse

umfasste den Teil ab der Haldenstrasse bis und

mit Bahnhof Bernrain. Die Stadt erstellte einen

Parkplatz für Autos, einen Behindertenparkplatz,

Entsorgungssysteme, Bike-and-Ride-Plätze für

Velos und Mofas sowie eine WC-Anlage. Im Zusammenhang

mit der Verlegung der Perronanlage

durch die Thurbo AG wurde eine neue Wartehalle

für Bahn- und Busbenützer gebaut. Am 11. Dezember

übergaben die Stadt, die Thurbo und die SBB

den neuen Bahnhofplatz Bernrain an die Benützer

des öffentlichen Verkehrs.

Gemeindestrassen Unterhalt

Bei folgenden Strassen musste der Oberflächenbelag

infolge Abnützung erneuert werden:

- Wasenstrasse

- Stählistrasse

- Mühlestrasse

- Alpstrasse

- Seefeldstrasse

Quartiererschliessungen

Um für Bauinteressenten baureifes Land zur

Verfügung stellen zu können, mussten einige Erschliessungsanlagen

gebaut werden. Im Quartier

Wolfacker West (1. Etappe) wurde für die Erschliessung

von geplanten Neubauten der Gaissbergweg

erstellt. Für die 2. Überbauungsetappe

wurde mit den Bauarbeiten der Unteren Wolfackerstrasse

begonnen. Im Gebiet Schrofen Nord

ist ebenfalls für die geplante Grossüberbauung

mit dem Bau der Erschliessungsanlagen begonnen

worden. Die Kanalisation wird im Trennsystem

ausgeführt.

6.2 | Kanalisation

Umlegung Mischwasserkanalisation Irsee

Die Kunststoff-Packungen AG plant in Richtung

Osten einen Erweiterungsbau. Dieser tangiert die

bestehende Mischwasserkanalisation auf einer

Länge von ungefähr 70 Metern. Um den Neubau

realisieren zu können, wurde die Leitung in eine

neu geplante Trasse verlegt.

Sanierungen

Gemäss den Vorgaben im Zustandsbericht des

Generellen Entwässungsplanes (GEP) wurden folgende

Kanalisationsleitungen, die sich in einem

sehr schlechten Zustand befanden, saniert:

- Mischwasserkanal Döbelistrasse, Innensanierung

- Meteorwasserkanal Hafenstrasse, Leitungsverlegung

im Zusammenhang mit dem Bau

des Unterführungsbauwerkes Helvetiaplatz

Neuanschlüsse

45 (Vorjahr: 60) Liegenschaften wurden im Jahr

2009 neu an die Schwemmkanalisation angeschlossen.

6.3 | Werkhof

Veranstaltungen

Diverse Veranstaltungen wie die Gewerbemesse

Kreuzlingen (GEWA) und das Fantastical mit

gleichzeitigem Beach-Volleyball-Event forderten

den Werkhof logistisch heraus. Im Februar veranstaltete

die Narrengesellschaft Kreuzlingen einen

grossen Jubiläumsumzug. Für diesen Anlass

schmückte der Werkhof die Hauptstrasse mit farbigen

Wimpeln.

Einen Monat später wurde ein Teil der Hauptstrasse

für die bevorstehende Abstimmung

«Neugestaltung Hauptstrasse» umgestaltet und

ein Informationspavillon aufgestellt. Der Werkhof

richtete den Pavillon für den Einsatz her. Am

5. Juli stellte Kreuzlingen für den Gigathlon von

58 Tiefbau und Verkehr


Swiss Olympic gleich zwei Wechselzonen: beim

Schwimmbad Hörnli und bei der Bodensee-Arena.

Nach Kreuzlingen kamen rund 4'600 Sportlerinnen

und Sportler.

Ende September fand an zwei Tagen die Einweihung

des Strassenprojektes «Chance Nord» statt.

Am Sonntag folgte gleich noch ein Inline-Event

durch Kreuzlingen, für welchen der Werkhof

grossflächige Sperrungen vorgenommen hatte.

vorher

Widrige Wetterverhältnisse

Das Jahr 2009 war gekennzeichnet durch einen

langen und strengen Winter. Von November bis

März mussten insgesamt 32 Einsätze geleistet

werden. Der Werkhof verbrauchte 116 Tonnen

Salz und rund 60 m 3 Splitt für den Winterdienst.

Die starken Oststürme Anfang Jahr förderten sehr

viel Seegras ans Ufer. Der Werkhof nahm dieses

in mühsamer Handarbeit auf und entsorgte es. Am

26. Mai zog dann ein heftiges Hagelgewitter über

Kreuzlingen hinweg und richtete grosse Schäden

an Gebäuden und Kulturen an. Viele Strassen

waren kaum mehr passierbar. Zuerst mussten

Schächte freigemacht werden, damit das Wasser

abfliessen konnte. Die Unterführung Bärloch war

bis 22 Uhr gesperrt. Noch mehrere Tage danach

waren die Werkhofmitarbeitenden damit beschäftigt,

Laub und Äste zu beseitigen.

nachher

Der Informationspavillon wurde vom Werkhof für den Einsatz

an der Hauptstrasse aufgerüstet.

Alltagsarbeiten

Während des gesamten Jahres erledigte der

Werkhof allgemeine Unterhaltsarbeiten wie Mähen,

Ränder und Risse ausgiessen und natürlich

die ganzen Reinigungsarbeiten von Strassen und

Kanälen. An der Gaissbergstrasse wurden zudem

grössere Holzfällarbeiten für eine Bachkorrektur

getätigt und die Wege im Seeburgareal wurden

im Frühling neu bekiest. Eine Spezialfirma arbeitete

den Seeweg ab Seemuseum neu auf. Im personellen

Bereich blieb der Werkhof zum Glück von

Unfällen verschont.

Der Werkhof erstellte die Wechselzonen für den Gigathlon, hier

die Wechselzone bei der Bodensee-Arena.

Neuanschaffungen

Im 2009 erhielt der Werkhof einen Ersatz des

Toyotatransporters und einen neuer Salzstreuer.

Um in Zukunft Salzengpässe im Winter zu vermeiden,

wurde beim Werkhof ein neuer Silo erstellt.

Abgebrochene Äste beim Hagelunwetter am 26. Mai verunmöglichten

häufig das Passieren der Strasse.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Tiefbau und Verkehr

59


6.4 | Stadtgärtnerei

Die ersten Wochen des Jahres waren geprägt

von Winterdienst und Schutzgebietspflege. Die

Stadtgärtnerei unterstützte den Werkhof mit drei

Fahrzeugen und etlichen Schneeschaufeln bei der

Schneeräumung.

Danach beschäftigten sich die Stadtgärtner vor

allem mit dem Schnitt von Bäumen und Sträuchern

sowie dem Naturschutzgebiet, wo das

Schilf gemäht wurde. Auch Entbuschen war im

Winter 2009 ein Thema: Weiden- und Pappelarten

müssen laufend auf den Stock gesetzt wer-

den, damit diese Gehölze nicht überhand nehmen.

Was die Fauna betrifft, war ein Biber im Riet zu

beobachten. Er half aktiv beim Weidenfällen mit.

Im März plante und erstellte die Stadtgärtnerei

im Zentralfriedhof eine neue Gartenanlage. Im

2009 wurden viele Gräber abberufen. Auf der

entstanden freien Fläche erstellte die Stadtgärtnerei

einen Teich mit Wasserlauf. Das Bauwerk

ist mit einer Solarpumpe ausgerüstet und wird so

bei guten Lichtverhältnissen zum Fliessgewässer.

Aufgrund des Hagelsturms am 26. Mai waren drei

Personen gut zwei Wochen damit beschäftigt,

Teich mit Wasserlauf im Zentralfriedhof.

Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei, v.l.: Roberto Gardin, Daniel Stravaux, August Forster, Mario Racaniello, Ernst Brühlmann, Sascha

Hug, Jörg Krehan, Felix Andri, Roger Junker, Daniel Appert.

60 Tiefbau und Verkehr


abgebrochene Äste zu entsorgen oder stark beschädigte

Bäume zurückzuschneiden.

Unterhalt der Parkanlagen

Von April bis Ende Oktober waren zwei Personen

mit der Rasenpflege beschäftigt. Eine übernahm

das Verkehrsgrün und die Liegenschaften, die andere

die Sportanlagen und den Seeburgpark. Die

Monate Mai und Oktober sind für die Stadtgärtnerei

die strengsten Monate. Es galt neben dem

ordentlichen Unterhalt alle Pflanzgefässe, Urnenwände,

Rabatten usw. anzusetzen. Auch die Hecken

mussten laufend unter Schnitt gehalten werden.

Vor allem im Verkehr gilt es, die Höhe von 80

cm bei Hecken wegen der Sicht einzuhalten. Der

Herbst war geprägt von Baumpflanzungen. Neben

einer Baumreihe beim Spielplatz Ribi wurden an

der Nationalstrasse Blumeneschen gepflanzt. Im

November und Dezember entsorgten die Mitarbeitenden

das anfallende Laub und hängten die

Weihnachtsdekoration auf.

6.5 | Öffentlicher Verkehr

Weniger Fahrgäste

Im Jahr 2009 sind die Fahrgastzahlen beim

Stadtbus von 1'229'000 auf 1'173'000 gesunken

(- 4,6 %). Dies entspricht in etwa der Zahl aus

dem Jahr 2007. Ein Grund für den Rückgang der

Passagierzahlen könnte an der Verschiebung der

Zählwochen liegen.

BEFÖRDERTE FAHRGÄSTE

ANZAHL FAHRGÄSTE PRO JAHR

Schwierigkeiten und Unsicherheiten mit den neuen

Ticketautomaten und dem Tarifsortiment legte

sich, und die Einführung des integralen Verbundes

kann als erfolgreich bezeichnet werden.

Abendangebot

Das im Jahr 2008 eingeführte Abendangebot hatte

auch im 2. Jahr nicht die gewünschten Ziele

erreicht. Auf den nächsten Fahrplanwechsel im

Dezember 2010 werden deshalb die Wirtschaftlichkeit

und eine Korrektur der Betriebszeiten für

das Abendangebot geprüft.

Events

Während des Fantasticals im August und der Eröffnung

«Chance Nord» im September wurde das

ÖV-Angebot mit zusätzlichen Kursen bis in die

Morgenstunden stark verbessert.

Behinderungen und Umleitungen

Im September konnte die neue Bahnhofstrasse

und der neue Busbahnhof dem Verkehr übergeben

werden. Somit waren diese langfristigen Behinderungen

endlich vorbei. Im Zusammenhang

mit der Neugestaltung der Hauptstrasse musste

aufgrund der Bauarbeiten am Löwenkreisel die

zentrale Bushaltestelle Bärenplatz während der

Monate Juni bis August vom Dreispitz zum Bärenplatz

verlegt werden. Die Fortsetzung der Bauarbeiten

an der Hauptstrasse beginnen im Jahr

2010, das heisst auch im kommenden Jahr muss

mit Behinderungen und Verspätungen im ÖV gerechnet

werden.

1‘400‘000

1‘200‘000

934‘000

1‘048‘000

1‘230‘000

1‘171‘000

1‘173‘000

1‘000‘000

800‘000

600‘000

400‘000

200‘000

0

2005

2006

2007 2008 2009

Integraler Tarifverbund

Am 1. Juni wurde der Tarifverbund Ostwind integral.

Das bedeutet, dass neu auch Einzelbillette,

Mehrfahrtenkarten und Tageskarten nicht

mehr nach Strecken, sondern nach Raum und Zeit

(Zonen) verkauft werden. Die anfänglichen

Provisorische Bushaltestelle auf dem Bärenplatz.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Tiefbau und Verkehr

61


62 Dienste


7 Dienste

7.1 Feuerwehr

7.2 Zivilschutz

7.3 Stadtpolizei

7.4 Kursschifffahrt / Hafen

7.1 | Feuerwehr

Im 2009 musste die Feuerwehr Kreuzlingen vermehrt

zu kleineren Einsätzen ausrücken. Am

8. August bekämpfte sie an der Bleichestrasse

einen Brand mit grösserem Schaden in der Trafostation

beim Seewasserwerk. Zusätzlich rückten

die Feuerwehrleute bei fünf Stützpunkteinsätzen

und zwei Autounfällen aus.

FEUERWEHREINSÄTZE

7‘000

6‘000

ANZAHL GELEISTETE STUNDEN

Am 29. Juni führte die Feuerwehr im Areal Dreispitz

eine öffentliche Übung für die Bevölkerung

durch. Die Besucherinnen und Besucher belohnten

die Feuerwehrangehörigen mit einem grossen

Aufmarsch und Interesse für ihren Einsatz. Erstmals

präsentierte sich die Jugendfeuerwehr der

Stützpunktregion Kreuzlingen.

Mit einem Informationsstand an der Gewerbemesse

Kreuzlingen (GEWA) konnten die Feuerwehrleute

mit vielen Besuchern gute Gespräche

führen und auf die Tätigkeit und Bedürfnisse der

Feuerwehr hinweisen.

5‘000

4‘000

3‘000

2‘000

1‘000

0

2005

2006

2007

2008

2009

Zu den normalen Übungen haben 82 (Vorjahr: 76)

Feuerwehrangehörige kantonale, regionale und

eidgenössische Kurse besucht. An verschiedenen

kantonalen Kursen wurden Angehörige der Feuerwehr

als Klassenlehrer oder Kurskommandanten

eingesetzt.

p Albert Schuler, Leiter Stadtpolizei, kontrolliert als Stadtpolizist die Bus-Tickets der Fahrgäste.

Aufteilung der Einsätze und Stunden

Anzahl Stunden

Brandfälle / autom. Alarme 60 1046

Wasserwehr 11 362

Öl- / Chemiewehr 13 227

Stützpunkteinsätze / Autounfälle 7 255

Saalwachen / Verkehrsdienst 75 844

Verschiedenes 98 1160

Total 264 3894

Anzahl Stunden

Kurse / Versammlungen 35 152

Die Übernahme eines Mannschaftsfahrzeuges

und der Ersatz der Wärmebildkamera waren weitere

wichtige und erfreuliche Ereignisse für die

Feuerwehr.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Jugendfeuerwehr

Im 2009 konnte die Jugendfeuerwehr der Stützpunktregion

Kreuzlingen als erste Jugendfeuerwehr

im Kanton Thurgau ins Leben gerufen werden.

An stufengerechten Übungen erlernten 17

Knaben und 2 Mädchen das Feuerwehrhandwerk.

Die Jugendfeuerwehr bei altersgerechten Übungen.

Dienste

63


Übungen

Der Ausbildung der Feuerwehr wurde grosse

Beachtung geschenkt. Sie stellt einen wichtigen

Teil der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr dar.

Insgesamt wurden über 150 Übungen durchgeführt,

dies ergab über 4'000 Stunden Ausbildung

an den Gerätschaften, im Atemschutz und im Maschinistendienst.

Am 31. Oktober bildete sich ein Teil der Feuerwehr

Kreuzlingen realitätsnah in einer Brandsimulationsanlage

in der Brandbekämpfung aus.

Bedingt durch die modernen Baustoffe muss den

höheren Anforderungen auch in der Ausbildung

Rechnung getragen werden.

Personalbestand

Im Jahr 2009 mussten fünf Austritte infolge

Arbeitsbelastung / Gesundheit und neun Wegzüge

verzeichnet werden. Zudem haben drei

Feuerwehrangehörige das Dienstalter erreicht

und konnten entlassen werden. Trotz grosser Anstrengungen

konnte der Bestand der Feuerwehr

mit Freiwilligen nicht gehalten werden.

PERSONALBESTAND DER FEUERWEHR

140

120

100

80

60

40

20

0

ANZAHL PERSONAL AM 31. DEZEMBER

134

2005

Beförderungen auf den 1. Januar 2009

Zum Major

Zum Hauptmann

Zum Oberleutnant

Zum Leutnant

Zum Korporal

Zum Gefreiten

129

2006

125

2007

Kurt Affolter

Rolf Giger

Paolo Soppelsa

André Hofmann

Connie Andres

Regula Gerber

Andreas Suhner

Alfred Schwarzenbach

André Troll

123

2008

117

2009

7.2 | Zivilschutz

Die Bautätigkeit hat 2009 erneut stark zugenommen.

Mehrfamilienhäuser mit zum Teil privaten

Schutzräumen wurden bewilligt. Die teilweise

benötigten Schutzplätze für neu erstellte Einfamilienhäuser

wurden mit Ersatzabgaben abgegolten.

Die Stadt Kreuzlingen verfügt über genügend

Schutzplätze für die Bevölkerung.

Belegungen Zivilschutzanlagen

Die Zivilschutzanlagen werden für Wiederholungskurse

(WK) benötigt und können von Vereinen,

Schulen usw. zu günstigen Übernachtungstarifen

gemietet werden. Die Zivilschutzanlagen

durften 11 Belegungen mit insgesamt 1'260

Nächten verzeichnen. Zudem wurden zwei Anlagen

im Januar durch das Bundesamt für Migration

gemietet.

Wiederholungskurse in der Zivilschutzregion

Kreuzlingen

Die Aktiven der Zivilschutzregion Kreuzlingen

wurden zu Wiederholungskursen (WK) mit allen

Diensten, Planungs- und Kaderrapporten aufgeboten.

Insgesamt leisteten 225 Zivilschutzangehörige

während 374 Tagen Dienst.

Die Führungsunterstützung plante für den diesjährigen

WK die praktische Zusammenarbeit mit dem

Regionalen Führungsstab. Im Wechsel wurden die

WK-Teilnehmer in einem Szenario in Altnau beübt

und die Ausbildung an den Gerätschaften vertieft.

Die Werterhaltung der öffentlichen Schutzräume

ist ein wichtiger Bestandteil der Zivilschutz-Aufgaben

gegenüber der Bevölkerung. Während zwei

WK-Tagen waren die Angehörigen des Dienstbetriebszugs

für den Unterhalt sowie für kleinere

Reparaturen verantwortlich.

Der verantwortliche Zugführer des Betreuungsdienstes

organisierte einen praktischen Betreuungseinsatz

im Alterszentrum Kreuzlingen. Die

Betreuer durften den Umgang und die Betreuung

betagter Menschen in der Realität kennenlernen.

Vielen Dank an die Leitung und die Belegschaft

des Alterszentrums für diese Zusammenarbeit.

Die Angehörigen der beiden Unterstützungszüge

der Zivilschutzregion Kreuzlingen konnten ihr

64 Dienste


Einsatz im regionalen Impfzentrum informiert.

Gleichzeitig wurden diese Personen gebeten,

sich selbst beim Hausarzt oder im Spital gegen

die pandemische Grippe H1N1 impfen zu lassen,

um den vorgesehenen Einsatz sicherzustellen. Der

Verlauf der pandemischen Grippe war zum Glück

harmloser als erwartet, sodass ein Einsatz der regionalen

Impfzentren nicht mehr notwendig war.

7.3 | Stadtpolizei

Stefan Schneckenburger, Zivilschutzleistender Region Kreuzlingen,

begleitet eine Seniorin auf einem Spaziergang.

Wissen während eines WK-Tags im Ausbildungszentrum

in Bernhardzell vertiefen und den Einsatz

mit den Gerätschaften üben. Am zweiten WK-Tag

wurden im Quartier Emmishofen eine Bachverbauung

erstellt und Wege angelegt.

Ausbildung

Die Zivilschutzregion Kreuzlingen konnte 13 neue

Zivilschutzangehörige begrüssen. Sie wurden

während einer zwölftägigen Grundausbildung

beim Amt für Bevölkerungsschutz und Armee in

Frauenfeld ausgebildet. Wir freuen uns auf ihre

Unterstützung in der Zivilschutzregion Kreuzlingen.

Regionaler Führungsstab

Der Regionale Führungsstab (RFS) hat seine Arbeit

aufgenommen. Während eines Szenarios in

Altnau konnte er die Zusammenarbeit mit der Zivilschutzregion

Kreuzlingen üben. Ein Teil des Regionalen

Führungsstabs hatte bereits am ersten

Stabstraining in Frauenfeld teilgenommen.

Vorkehrungen pandemische Grippe H1N1

Im Oktober traf der Regionale Führungsstab, im

Auftrag des Kantonalen Führungsstabs die ersten

Abklärungen für eine Inbetriebnahme von

regionalen Impfzentren. Anfang November wurden

Pflegefachfrauen und Angehörige des Betreuungszuges

schriftlich über ihren möglichen

Jahrmarktchef Albert Rink startet in den

wohlverdienten Ruhestand

17 Jahre ist es her, seit der damalige Stadtrat

folgenden Satz an den Stadtpolizisten Albert

Rink richtete: «Du bist ab sofort verantwortlicher

Jahrmarktchef für Kreuzlingen. Als Erstes hast

du das Marktreglement aus dem Jahre 1931 zu

überarbeiten.» Seither hatte Albert Rink mit viel

Engagement und Freude die Organisation des

Jahrmarktes, von den administrativen Arbeiten

bis hin zu den Standaufstellungen, erledigt.

Die Organisation des Kreuzlinger Jahrmarktes

beginnt jeweils im August. Dann verschickt der

Marktchef die Anmeldeformulare. Anlässlich des

Jahrmarktes 2009 wurden insgesamt 390 Stände

und Plätze vergeben, dies auf einer Länge von

total 1'560 Laufmetern. Um die vielen Vergnügungsbahnen

auf dem Bärenplatz kümmert sich

Fritz Müller, der für die nötige Infrastruktur verantwortlich

ist. Im Vorfeld holt der Jahrmarktchef

zudem diverse Bewilligungen ein, zum Beispiel

das Gesuch ans Polizeikommando in Frauenfeld

für die Sperrung verschiedener Strassen und die

Genehmigung des Stadtrates.

Albert Rink hat den Jahrmarkt Kreuzlingen zu dem

gemacht, was er heute ist: Ein attraktiver, weit

über die Kantonsgrenzen bekannter und beliebter

Warenmarkt mit immer wieder grossem Publikumsaufmarsch.

Schon im Jahre 2004 erklärte

Fritz Martin, Werbechef der Sektion Ostschweiz

des Schweizerischen Marktverbands (SMV), dass

der Kreuzlinger Jahrmarkt ein vorbildliches Beispiel

einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen

Marktchef und Markthändlern darstellt.

Der abtretende Jahrmarktchef Albert Rink erklärt

sein Erfolgsrezept: «Wenn etwas nicht klar war,

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Dienste

65


Berichte und Abklärungen

Erstmals nahmen die Abklärungen und Berichte

im Jahr 2009 ab. Im Vorjahr waren es total 967;

im 2009 waren es noch 837. Dies ist ein Rückgang

von 13,5 Prozent.

BERICHTE UND ABKLÄRUNGEN

1‘200

ANZAHL BERICHTE UND ABKLÄRUNGEN

1‘000

800

789

897

929

967

837

600

400

Der Präsident des Schweizerischen Marktverbandes überreichte

Albert Rink am Jahrmarkt 2009 zum Abschied eine Dankes-

Urkunde.

200

0

2005

2006

2007

2008

2009

suchte ich immer das Gespräch. Ein Gespräch

ist die Grundlage für eine gute und gerechte Lösungsfindung

für die Betroffenen.» Diese offene,

kommunikative Lebenseinstellung wünschen wir

Albert Rink auch weiterhin in seinem dritten Lebensabschnitt.

Flurangelegenheiten

Gemäss nachfolgender Statistik stieg die Anzahl

der Flurangelegenheiten von 22 im 2008 auf total

29 Fälle im 2009. Davon fielen allein auf den Monat

August zwölf Flurangelegenheiten, mit denen

sich die Stadtpolizei befasste.

Ausgestellte Bussen

Auch im Jahre 2009 mussten infolge der Kontrolltätigkeiten

eine stattliche Anzahl Bussen ausgestellt

werden. Trotzdem darf erfreulicherweise

festgestellt werden, dass bezüglich Anzahl der

verteilten Parkbussen zum Vorjahr ein Rückgang

zu verzeichnen ist. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen

die Übertretungen um 835 ab. Ein Grund für

diesen Rückgang ist sicher der Umstand, dass im

Jahr 2009 viele Anlässe in Kreuzlingen stattfanden,

an welchen keine Ticketkontrollen durchgeführt

wurden.

AUSGESTELLTE BUSSEN

8‘000

6‘000

4‘000

2‘000

0

ANZAHL BUSSEN

12‘000

10‘000

9‘625

2005

9‘793

2006

9‘155

2007

9‘661

2008

8‘826

2009

FLURANGELEGENHEITEN

40

35

30

25

20

15

10

5

0

ANZAHL FLURANGELEGENHEITEN

19

2005

21

2006

2007

2009

Stadtbuskontrollen

Waren es im Jahre 2008 total 83 Personen, welche

bei Stichproben als Schwarzfahrer ertappt

wurden, traf die Stadtpolizei 2009 total 119 Personen

an, die anlässlich der Kontrollen keinen

gültigen Fahrschein vorweisen konnten. Die Anzahl

Kontrollen 2008 und 2009 waren praktisch

identisch. Die massive Zunahme der Schwarzfahrer

kann auf die ausgedehnten Kontrollen zurückgeführt

werden. Kontrollen wurden nicht nur

während des Tages durchgeführt, sondern auch

frühmorgens und am späteren Abend.

34

22

2008

29

66 Dienste


7.4 | Kursschifffahrt / Hafen

Sonnenkönigin

Am Samstag, 29. August, fuhr die Sonnenkönigin

das erste Mal im Hafen Kreuzlingen ein. Stadtrat

David Blatter begrüsste sie und übergab dem

Kapitän ein kleines Geschenk. Danach stach sie

für ein Konzert des Kammermusikfestivals in See.

14. Februar 2010 findet erstmals ein Valentinstag-

Brunch statt. An zwei Freitagen im April sticht das

Fischschiff in See und mit dem Event Swing, Dixie

folgt eine Jazz-Party auf dem Bodensee.

Bootshafen Seegarten

Am 2. März wurde der Hafen- und Kranbetrieb

nach der Winterpause wieder aufgenommen.

Nachdem der März eher kaltes Wetter bot, war

auch der Pegelstand eher tief.

Die Sonnenkönigin im Hafen Kreuzlingen wurde von David Blatter

und vielen Gästen begrüsst.

Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein

Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein

schaut auf eine ausgezeichnete Saison zurück.

Nachdem bereits das Vorjahr mit 424'439 Fahrgästen

hervorragende Frequenzen gebracht hat,

wurden 2009 nochmals 22'000 mehr (+ 5,2 %)

befördert. Vom 5. April 2009 bis am 18. Oktober

standen die Schiffe an 184 Betriebstagen im Kursverkehr

im Einsatz.

Erfreulicherweise war auch die Saison 2009 eine

unfallfreie Saison. Insbesondere an den warmen

Augustwochen wurden die URh-Kursschiffe durch

Bootsfahrer und Brückenspringer massiv behindert.

Schweizerische Bodensee-

Schifffahrtsgesellschaft AG

Im Kursverkehr ist der Umsatz im Jahr 2009 gegenüber

dem Vorjahr etwa gleich geblieben. Der

Gastronomieumsatz bestehend aus der Gastronomie

im Kursverkehr, den Sonder- und Eventfahrten

sowie Chartern verzeichnete im Jahre 2009

ein Plus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für das Fantastical war unbeständiges Wetter angesagt.

Trotzdem füllte sich der Hafen am Freitag

mit 160 Gastbooten. Insgesamt war der Hafen mit

total 170 Gastbooten gut belegt. Während der

gesamten Saison besuchten 3'233 Gastboote den

Hafen (Vorjahr: 3'126), insgesamt benutzten 918

Bootsbesitzer den Kran zum ein- und auswassern

(1'045 Boote).

Die letzten Holzdalben im Hafen wurden durch

Stahldalben ersetzt. Durch das enorme Wachstum

von Seegras musste der Hafen auf der Ostseite

gemäht werden. Der Kranbetrieb wurde nach der

letzten Regatta am 1. Dezember eingestellt.

Konstanzer Pegel 2009

Anfang April

Anfang Mai

Anfang Juni

Anfang Juli

Ende August

Ende September

308 cm

346 cm

396 cm

366 cm

347 cm

343 cm

Veranstaltungen / Regatten

04.-05. April SVK Sport-Boot-Cup

29.-30. April 420er- und Opti-Regatta

01.-03. Mai Schweizer Meisterschaft

20. Juni Graf Bénéteau-Cup

26.-28. Juni SVK Melges-Cup

27.-28. Juni YCK H-Boot-Regatta

29.-30. Aug. YCK Lacustre-Regatta

04. Sept. Int. Polizeiregatta

12.-13. Sept. SVK One Design Cup

Im Jahr 2010 lanciert die SBS Schifffahrt AG drei

neue Sonderfahrten sowie einen neuen Event. Am

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Dienste

67


8 Technische Betriebe

8.1 Herausforderung Öffnung Strommarkt

p Gerry Zimmermann, Ableser Technische Betriebe, geht zu vielen Kundinnen und Kunden nach Hause.

8.1 | Herausforderung Öffnung Strommarkt

Strommarkt

Die Öffnung des Strommarktes bildete im 2009

einen Schwerpunkt. Die Neuerungen stellen

alle Beteiligten, nicht nur Brancheninsider und

Mitarbeiter der Technischen Betriebe, sondern

auch politische Instanzen und besonders auch die

Stromkunden vor neue Herausforderungen. Ein

Stromversorgungsnetz ist kein statisches Gebilde,

sondern muss laufend an neue Gegebenheiten

angepasst werden. So war im 2009 die demografische

Entwicklung der Stadt und damit verbundene

Investitionen in Erschliessungsprojekte der

Haupttreiber für Anpassungen im Netz.

Kooperationen und Beteiligungen

Die Technischen Betriebe (TBK) erhöhten die

bereits bestehende Beteiligung an der Etawatt

AG Schaffhausen. Die Firma ist spezalisiert auf

Energie- und Wärmecontracting. Die TBK verfolgen

dadurch ihre strategische Zielsetzung, Contractingprojekte

und Contracting-Know-how zu

erweitern. Die betriebsübergreifende Zusammenarbeit

mit der e-data management ag und der EKT

Energie AG trägt zu effizienteren Abwicklungen

diverser kostentreibender Geschäftsprozesse bei.

Dies betrifft in erster Linie die Stromwirtschaft.

Erdgas

Als Erdgasversorger stellen die TBK ihren Kunden

das Erdgas jederzeit in genügend grosser Menge

bereit. Die Preisbildung dieses Energieträgers unterscheidet

sich jedoch wesentlich von der netzgebundenen

Stromlieferung. Die prognostizierten

Erdgasmengen müssen in der Vorlieferkette

frühzeitig gesichert werden, ähnlich wie beim

Kauf und der Lagerung von Öl. Im Gegensatz zum

Stromabsatz ist der Erdgasabsatz saisonabhängig

und sensibel auf Temperaturschwankungen. Frühzeitige

Mengen- und Preisabsicherungen und ein

fallender Ölpreis als Folge der Finanzkrise haben

im Geschäftsjahr – zumindest im ersten Halbjahr

– zu einem Wettbewerbsnachteil für das Erdgas

geführt. Mit Beginn der Heizperiode und des neuen

Gaswirtschaftsjahres am 1. Oktober hat sich

die Situation im vierten Quartal 2009 jedoch wieder

normalisiert.

Wasser

Eine zuverlässige Wasserversorgung soll auch in

kritischen Situationen sicher funktionieren. Dafür

werden Investitionen getätigt und werterhaltende

Unterhaltsarbeiten ausgeführt. Aufgrund

eines Brandes in der Stromversorgung war das

vergangene Jahr geprägt von einem mehrtägigen

Totalstillstand des Sewasserwerks Kreuzlingen.

Dank der weitsichtigen Planung innerhalb des

Zweckverbandes Wasserversorgung und einer gut

funktionierenden grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

konnte die Wasserlieferung ohne Einschränkungen

für die Kunden bewältigt werden.

Diese Zuverlässigkeit gilt es zu erhalten und in der

Investitionsplanung zu berücksichtigen. So wurden

im vergangenen Jahr diverse Investitionen im

Rahmen eines Notwasserversorgungskonzeptes

Bodensee-Thurtal getätigt, an welchem die Technischen

Betriebe beteiligt sind.

Dienstleistungen

In der Sparte Services konzentriete sich das Angebot

auf netznahe Dienstleistungen. Eine zunehmende

Nachfrage nach Contractinglösungen war

allerdings feststellbar.

Die Jahresrechnung sowie Details zum

Geschäftsjahr werden in einem separaten

Bericht der Technischen Betriebe erläutert.

.69

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Technische Betriebe


9 Finanzen

9.1 Kommentar zur Rechnung 2009

9.2 Landkreditkonto

9.3 Steuern

9.4 Jahresrechnung 2009

9.1 | Kommentar zur Rechnung 2009

p Christian Holthaus, Leiter Steueramt, steht der Einwohnerin bei Fragen zur Steuererklärung hilfreich zur Seite.

Jahresbericht 2009 | der Stadt Kreuzlingen

Finanzen

71


72 Finanzen


Impressum

Stadt Kreuzlingen

Hauptstrasse 62

8280 Kreuzlingen

stadt@kreuzlingen.ch

www.kreuzlingen.ch

Projektleitung, Redaktion

Danja Marazzi, Stadt Kreuzlingen

Gestaltung

René Senn, Stadt Kreuzlingen

Konzept

A-Sign GmbH, 8280 Kreuzlingen

www.a-sign.ch

Fotos

Susan Basler

Mario Gaccioli

Kanton Thurgau

Helmut Knoth

Nicolas Senn

Südwestdeutsche Philharmonie

Stadt Kreuzlingen

Photo Tubazio

Bildkonzept 2009

Die Themenbilder zeigen Begegnungen zwischen

Mitarbeitenden und Kunden in der Stadtverwaltung

Kreuzlingen.

Druck

Bodan AG

8280 Kreuzlingen

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Mai 2010

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