MULTIVAC Kundenmagazin UPDATE - 1-2013 - PDF herunterladen

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AUSGABE 1 12013

2013

UPDATE

NEWS OF BETTER PACKAGING

Titel

MULTIVAC e-concept

Wegweisende Konzepte

für mehr Energieeffizienz

beim Verpacken

Schwerpunkt

IFFA 2013

Verpackungslösungen

für Handwerksbetriebe und

industrielle Verpacker

Weitere Themen

TIC geht in Betrieb

Bei MULTIVACs neuem

Training & Innovation Center

steht Nachhaltigkeit im Fokus


Der Kauf einer neuen

Verpackungsmaschine

ist bei Klaas Pietersen

eine Sparmaßnahme.

Seine neue MULTIVAC Tiefziehmaschine

verbraucht 25 % weniger Energie und 5 %

weniger Verpackungsmaterial. Auch durch

ihre lange Lebensdauer werden Ressourcen

geschont.

www.multivac.com


UPDATE EDITORIAL

AUSGABE 1 2013

Hans-Joachim Boekstegers

Geschäftsführer und CEO

von MULTIVAC

Liebe Leser,

das Jahr 2013 hat sehr erfreulich für uns begonnen.

Wir sind über den aktuellen Auftragseingang und den

Forecast für die kommenden Monate positiv überrascht.

Dies zeigt uns, dass wir mit unserer Produktoffensive

richtig liegen und genau die Themen adressiert

und umgesetzt haben, die für Sie relevant sind.

Dazu gehören, um nur einige zu nennen, die Steigerung

der Gesamtanlageneffektivität, die Ressourcenschonung

sowie die Bedienerfreundlichkeit unserer

Verpackungslösungen.

Bei den Tiefziehverpackungsmaschinen haben wir

in den letzten Monaten mehrere technische Innovationen

entwickelt, die signifikant zur Verbesserung der

Energieeffizienz und zur Erhöhung der Gesamtanlageneffektivität

beitragen. Viele dieser Neuerungen sind

beispielsweise in das Hochleistungsmodell R 535 integriert,

das auch auf der IFFA zu sehen ist. Zudem ist

mit der R 095 e-concept ein besonders energieeffizientes

Einstiegsmodell bei den Tiefziehverpackungsmaschinen

in Serie gegangen.

Bei den Traysealern haben wir unser Portfolio um

mehrere Modelle erweitert und die Performance unserer

automatischen Traysealer weiter optimiert. Auf der

IFFA werden wir dem Markt erstmals unser neues

Traysealermodell T 600 präsentieren.

Auch unsere Tochtergesellschaft MULTIVAC

Marking & Inspection wartet in Frankfurt mit einer

Reihe neuer Produkte im Bereich Kennzeichnungsund

Inspektionssysteme auf. Dazu zählen unter

anderem ein neues Röntgeninspektionssystem, der

Siegelnahtscanner MVS sowie die Integrationsfähigkeit

der Kennzeichnungssysteme in das HMI unserer

Verpackungsmaschinen.

Neue Produkte sind jedoch nur ein Teil unserer

Strategie, zu der auch ein entsprechend umfassendes

Serviceangebot gehört. Mit unserem weltweiten Vertriebs-

und Servicenetz können wir sowohl den international

agierenden Konzernen als auch lokal tätigen

Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen, einheitliche

Standards sowie Ersatzteile und Vor-Ort-Service

anbieten.

Ein weiterer wichtiger Baustein in unserem umfassenden

Servicekonzept ist das neue Anwendungsund

Schulungszentrum an unserem Hauptsitz in Wolfertschwenden.

Mit dem Neubau setzen wir unseren

Premium-Anspruch als weltweit führender Hersteller

von Verpackungslösungen auch im Bereich der Anwendungstechnik

und der Schulung von Kunden und

Mitarbeitern um.

Für heute wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen

dieser UPDATE-Ausgabe.

Ihr

Hans-Joachim Boekstegers

3


TITEL

Ressourcen schonen, Energie sparen

und effizienter arbeiten................................... S. 12

Effizienz auf allen Ebenen................................ S. 15

Weniger Folienverbrauch

durch innovative Technik................................. S. 17

Das Stromsparmodell für Einsteiger.............. S. 18

Komplette Verpackungslinien über

ein Terminal steuern.........................................S. 20

Interview mit Guido Spix, CTO

„Wir reduzieren den Carbon-Footprint“..............S. 22

RUBRIKEN

EDITORIAL...........................................................S. 3

SNAPSHOT..........................................................S. 6

MULTIVAC INSIDE...............................................S. 8

INNOVATIONEN & PRODUKTE

480 Packungen Aufschnitt in der Minute

Ideal für überbreite Folien: die R 685..................S. 32

„Der kleinste Linien-Traysealer der Welt“

Flexibles Erfolgsmodell: der T 300......................S. 34

Mehr Performance für die Hochleister

Optimierte Traysealer-Werkzeuge

auf der IFFA.........................................................S. 36

Gefragte Alternativen zum Neukauf

Erfolgsjahr für MULTIVAC Resale & Service.......S. 37

Harmonisierte Steuerung

Exakte Rückverfolgung auch für

kleine Losgrößen.................................................S. 38

Einwandfreie Optik

Inspektionssysteme für Siegelnähte...................S. 40

Qualitätscheck inklusive

Intelligente Inspektionssysteme..........................S. 42

Für optimale Druckergebnisse

Drucker und Verbrauchsmaterial

aus einer Hand.....................................................S. 44

Aus dem Gefrierschrank direkt in den Ofen

Neues Verpackungskonzept: Mylar ® COOK....... S. 46

Im luftleeren Raum

Vakuumverpackungen bieten hohe Flexibilität....S. 50

Geschmack im Blick

Verpackungslösungen für das Handwerk............S. 52

FOOD

Marktführer dank MULTIVAC

Integrierte Verpackungslösung

für Frischkäse..................................................... S. 54

Technik zum Testen

Beste Infrastruktur für

Neuseelands Verpacker.......................................S. 55

4


AUSGABE 1 2013

SCHWERPUNKT

Interview mit Hans-Joachim Boekstegers, CEO

„Wir wollen auch bei der Ressourcenschonung

Marktführer sein“...................................... S. 24

Speziallösungen im Fokus

Doppelter IFFA-Auftritt von MULTIVAC..................... S. 27

WEITERE THEMEN

Mehr Kapazität, nachhaltige Bauweise

Das neue TIC in Wolfertschwenden...................S. 28

Interview mit Christian Traumann, CFO

„Eine energieeffiziente Bauweise

rechnet sich“.......................................................S. 30

INHALT

Wurstspezialitäten „inline“ schneiden

und verpacken

Die Effizienz der R 095 e-concept überzeugt....S. 56

Schweinefleischvariationen

ofenfähig verpackt

Farmland Foods setzt auf Mylar ® COOK.............S. 58

Millimetergenau platziert

Höherer Ausstoß durch neue Etikettiertechnik...S. 60

Dessertgläser etikettiert und versiegelt

Komplexe Etiketten zuverlässig platziert.............S. 62

Flexible Etikettierlösung,

sportlicher Liefertermin

Der MR425 GB steigert Wirtschaftlichkeit..........S. 64

Weiche Produkte ohne Deformationen

Tray-Skin-Verfahren bei Brandenburg Culinair.....S. 66

Kurze Produktionszyklen und ein

Frischeversprechen

T 300 ermöglicht besseres Frischekonzept.........S. 68

Entscheidung nicht bereut

Gebrauchtmaschinen: Eine zuverlässige

Alternative...........................................................S. 70

400 Prozent mehr Produktionsleistung

QB Food steigert seine Verpackungseffizienz..... S. 71

Dongjiang Fisch als Snack verpackt

Neuartige Verpackung für China..........................S. 72

BEYOND PACKAGING

„Der perfekte Job“

Weltweit im Einsatz: Die Mechatronikerin

Nicole Haupt........................................................ S. 74

WUSSTEN SIE EIGENTLICH

RFID-Technik regelt Benutzerberechtigungen.................................................S.

76

MESSEKALENDER............................................S. 78

IMPRESSUM......................................................S. 78

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UPDATE Snapshot

Ressourcenschonung und Anlageneffektivität

sind Kernthemen auf der IFFA 2013

Vom 4. bis 9. Mai 2013 dreht sich auf der IFFA 2013 in

Frankfurt am Main alles um die gesamte Wertschöpfungskette

der fleischverarbeitenden Industrie. Die

Stichworte Ressourcenschonung und Anlageneffektivität

bilden die Schwerpunkte des Messeauftritts von

MULTIVAC. Zahlreiche der neuen Maschinenkonzepte

für Handwerksbetriebe, Fleischerfachgeschäfte und

industrielle Verpacker integrieren Lösungen zur Reduzierung

des Verbrauchs von Ressourcen wie Energie,

Wasser und Verpackungsmaterial.

6


AUSGABE 1 2013

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UPDATE Multivac inside

15.11.2012

Langfristig Zukunft sichern

MULTIVAC tritt VDMA-Nachhaltigkeitsinitiative

Blue Competence bei

MULTIVAC ist Blue Competence, der Nachhaltigkeitsinitiative

des Verbands Deutscher Maschinen-

und Anlagenbau (VDMA), beigetreten.

Ziel der im vergangenen Jahr lancierten Kampagne

ist es, die Stärken des deutschen Maschinen-

und Anlagenbaus in Belangen der Nachhaltigkeit

herauszustellen. Dazu gehören Technologien

und Verfahren, die den Energieverbrauch

verringern, Rohstoffe schonen und Emissionen

auf ein Minimum reduzieren. Dazu hat Blue

Competence belastbare Nachhaltigkeitskriterien

und -standards definiert, die jedes Unternehmen

erfüllen muss, das sich der Initiative anschließt.

Bislang unterstützen deutschlandweit über 330

Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen

des Anlagen- und Maschinenbaus Blue

Competence.

25.06.2012

Verpackungskompetenz

für BMZ-Initiative

Engagement in Entwicklungs- und

Schwellenländern wird weiter verstärkt

MULTIVAC gehört zu den Gründungsmitgliedern

der Deutschen Initiative für Agrarwirtschaft

und Ernährung in Schwellen- und Entwicklungsländern

(DIAE). Gemeinsam mit zahlreichen

deutschen Unternehmen und der Deutschen

Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

haben sich die Mitglieder von DIAE zu einem

gemeinsamen internationalen Engagement zur

Ernährungssicherung verpflichtet. Initiator der

Initiative ist das von Dirk Niebel geleitete Bundesentwicklungsministerium

(BMZ), der auch

Schirmherr der DIAE ist. Bereits seit 2010 unterstützt

MULTIVAC die internationale SAVE

FOOD-Initiative der Welternährungsorganisation

FAO, die die weltweite Nahrungsmittelverschwendung

bekämpft.

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AUSGABE 1 2013

Mehr Platz für Gebrauchtmaschinen

14.01.2013

MULTIVAC Resale & Service schafft zusätzlichen Raum für Gebrauchtmaschinengeschäft

Mit einer neuen, 800 Quadratmeter großen Lagerhalle erweitert MULTIVAC Resale & Service 2013 seinen

Standort in Nettetal-Kaldenkirchen. Erst im Dezember 2011 hatte das Unternehmen eine neue Lagerhalle

mit Platz für bis zu 70 Maschinen fertiggestellt. Durch den aktiven Handel mit Gebrauchtmaschinen waren

deren Kapazitäten jedoch bereits im Laufe des vergangenen Jahres ausgeschöpft. So entschloss man sich

zur Projektierung einer weiteren, baugleichen Halle, die wiederum Platz für bis zu 70 Maschinen schaffen

wird. MULTIVAC Resale & Service wurde 1988 als Ingenieurbüro Christoph Grundmann gegründet.

2005 übernahm MULTIVAC das Unternehmen unweit der niederländischen Grenze. Fünf Jahre später

wurde die Firma in die MULTIVAC Unternehmensgruppe eingegliedert und in MULTIVAC Resale & Service

umbenannt.

Tauschteile reduzieren

Stillstandszeiten

Neuer Zusatzservice von MULTIVAC

04.02.2013

Trotz der hohen Qualität unterliegen bestimmte

Komponenten von MULTIVAC Maschinen allgemeinen

Verschleißerscheinungen. Um die Nachfrage

nach kürzeren Lieferzeiten zu erfüllen,

Ausfallzeiten zu minimieren und Produktionssicherheit

zu gewährleisten, hat MULTIVAC

Resale & Service einen neuen MULTIVAC Zusatzservice

entwickelt: „Exchange Components“.

Dabei werden Baugruppen wie Stanzen, Hubsysteme,

Schneidwerkzeuge und Folienabwickler

nicht mehr beim Kunden vor Ort instandgesetzt,

sondern ausgetauscht. Dadurch lassen

sich Stillstandszeiten deutlich reduzieren. In der

Praxis bedeutet dies, dass auch Bauteile, die in

der Regel nicht Teil der Instandsetzung sind,

einer Prüfung unterzogen und bei Bedarf ausgewechselt

werden. Auf diese Weise wird

die Funktionstüchtigkeit der Maschine schnell

wiederhergestellt. Die Austauschkomponenten

befinden sich im Lagerbestand von MULTIVAC

Resale & Service und können flexibel an die

Anforderung der jeweiligen Maschine angepasst

werden.

30.10.2012

Ein Gorilla zum Geburtstag

25-jähriges Jubiläum von MULTIVAC Inc.

Im Oktober 2012 feierte MULTIVAC Inc. sein

25-jähriges Bestehen. Den Auftakt der Feierlichkeiten

bildeten eine Preisverleihung und Danksagungen

für rund 20 Mitarbeiter, die bereits

seit der Gründung im Jahr 1987 Teil des Unternehmens

sind. Die Feierlichkeiten wurden mit

einer Veranstaltung für alle Mitarbeiter im historischen

zoologischen Garten von Kansas City

fortgeführt. Dort erwarteten die Mitarbeiter und

ihre Familien ein Picknick und ein Tag voller

abwechslungsreicher Aktivitäten. Um auch der

Stadt Kansas City, seit 25 Jahren Sitz von

MULTIVAC Inc., Ehre zu zollen, gab das Spendenkomitee

des Unternehmens die Adoption

eines Gorillas aus dem Kansas City Zoo bekannt.

Ende Oktober feierten dann rund 550 Gäste

mit den MULTIVAC Mitarbeitern im House of

Blues in Chicago einen Abend mit exklusiven

kulinarischen Kreationen, Musik, Magie und

vielen Erinnerungen.

9


UPDATE Multivac inside

Optimierter Service für peruanische Kunden

12.12.2012

MULTIVAC Niederlassung in Lima in voller Funktion

Zwei Jahre nach der Gründung von MULTIVAC Peru ist die Niederlassung nun voll in Funktion und kann

ihren Kunden einen optimierten Kundenservice bieten. In der Niederlassung ist unter anderem ein moderner

Showroom untergebracht. Dieser bietet Kunden die Möglichkeit, Neumaschinen von MULTIVAC

und den von MULTIVAC vertretenen Firmen in Augenschein zu nehmen. Ein Lager für Ersatzteile und

Verbrauchsmaterialien wie Verpackungsfolien und Vakuumbeutel bilden einen weiteren Schwerpunkt.

Geleitet wird das Team von MULTIVAC Peru durch den Sales Manager Miguel Rodriguez. Der studierte

Lebensmittelingenieur betont, dass er Kunden durch die neue Niederlassung ein vielfältiges Angebot

sowie eine reibunglose Lieferung bieten kann. Neben Rodriguez arbeiten sechs weitere Mitarbeiter in der

neuen Niederlassung, darunter zwei Techniker.

01.01.2013

Kürzere Produktionszeiten

für Nordamerika

MULTIVAC Inc. investiert in Fertigungskapazitäten

Seit dem 1. Januar 2013 verfügt MULTIVAC Inc.

über eine größere Fertigungskapazität und kann

somit weitere Dienstleistungen für den nordamerikanischen

Markt anbieten. Dazu wurde

die bisherige Lagerhalle mit einer Fläche von

2.600 Quadratmetern in eine Fertigungshalle

umgebaut. Hier können kundenindividuelle

Werkzeugsätze gefertigt werden sowie Überholungs-

und Nachrüstungsdienstleistungen für

Gebrauchtmaschinen durchgeführt werden.

Ebenso bietet die Halle Platz für die Reparatur

und die Generalüberholung von Kundenmaschinen.

Auch die Herstellung von Siegeldichtungen

für den US-amerikanischen Markt findet jetzt

bei MULTIVAC Inc. statt. Die neue Fertigungshalle

wurde zudem für die Produktion von Doppelkammermaschinen

des Typs C 500 ausgerüstet.

Durch die Kapazitätserweiterung will

MULTIVAC die Produktionszeiten für den nordamerikanischen

Markt deutlich verkürzen.

Gut besuchte Innovationstage

MULTIVAC Bulgarien präsentiert

Innovationen im neuen Showroom

10.11.2012

Der frisch eröffnete Showroom bildete den Rahmen

der Innovationstage, die bei MULTIVAC

Bulgarien vom 6. bis zum 10. November 2012

erstmals stattfanden. Zahlreiche Gäste genossen

die Atmosphäre in den neuen Räumlichkeiten,

die sich in zentraler Lage in Bulgariens

Hauptstadt Sofia befinden. Dabei konnten die

Gäste und Partner nicht nur zahlreiche neue

Maschinen von MULTIVAC – auch im Praxisbetrieb

– in genauen Augenschein nehmen. Die

Besucher hatten auch Gelegenheit, unterschiedliche

Vorträge zu den Themen Marketing, Verpackungen

und Packstoffe, Innovationen im

Portfolio von MULTIVAC sowie zu den Themen

Ersatzteilservice und Instandhaltung von Maschinen

zu besuchen. Anhand von Videos wurden

HPP und die Tiefziehverpackungstechnologie

präsentiert. Auf besonders großes Interesse der

Besucher stießen dabei Innovationen im Verpackungsdesign

und im Bereich der Verpackungsfolien.

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AUSGABE 1 2013

Sommerferienprogramm

für Kinder

Eine Woche für junge Forscher

15.10.2012

Erstmals hat MULTIVAC in den Sommerferien

2012 ein Forscherprogramm für Mitarbeiterkinder

im Alter von sechs bis zehn Jahren angeboten.

Eine Woche lang durften die Teilnehmer

jeden Tag zu einem anderen Thema forschen

und experimentieren und dabei ihren Fragen zu

Natur, Technik und Umwelt auf den Grund

gehen. Organisiert wurde das Programm von

Science Lab, einer unabhängigen und gemeinnützigen

Bildungseinrichtung, die Kindern die

Grundlage für lebenslanges und eigenständiges

Lernen eröffnet. Aufgrund der guten Resonanz

wird MULTIVAC auch 2013 ein Sommerferienprogramm

anbieten. www.science-lab.de

08.12.2012

Kundendienst verstärkt

MULTIVAC UK erwirbt neues Gebäude

Durch das starke Wachstum im Kundendienstbereich

wurde es in den letzten Jahren eng im

Gebäude von MULTIVAC UK in Swindon. Der

Platzmangel wurde nun durch den Kauf eines

neuen Gebäudes gelöst. Dieses liegt praktischerweise

genau auf der anderen Straßenseite

des bisherigen Standorts. Das neue Gebäude

bietet ausreichend Platz für eine Werkstatt und

für ein Ersatzteillager. Ebenso sind dort zusätzliche

Büroräume für den technischen Service

untergebracht. Das Wachstum im Kundendienstbereich

begründet sich unter anderem

auch darauf, dass MULTIVAC UK immer mehr

technische Serviceleistungen selbst vornimmt

und Maschinenbauteile direkt am Standort in

Swindon überarbeitet werden können.

Besserer Service für

Weber-Maschinen

25.01.2013

Mitarbeiterschulung in Lateinamerika

Die Firma Weber gilt weltweit als führender Hersteller

von Schneidemaschinen. In zahlreichen

Ländern wird Weber von MULTIVAC vertreten.

Im Rahmen einer Maschinenschulung für den

lateinamerikanischen Markt durch Weber wurden

Techniker von MULTIVAC im Januar hinsichtlich

der Instandhaltung und Reparatur von

Schneidemaschinen geschult. Dabei erwarben

sie fundierte Kenntnisse, mit denen Fehlerquellen

schnell diagnostiziert werden können. Auf

diese Weise kann Kunden ein besserer Service

geboten werden. An der einwöchigen Veranstaltung

im Schulungszentrum von MULTIVAC Chile

nahmen MULTIVAC Techniker aus verschiedenen

lateinamerikanischen Ländern teil.

02.10.2012

MULTIVAC Clean Design

erhält Auszeichnung

Innovative Verpackungslösung bei den

„Asian Manufacturing Awards“ prämiert

Bei der ersten Vergabe der Asian Manufacturing

Awards (AMA) in Singapur wurde das

MULTIVAC Clean Design im September 2012

mit dem „Innovative Packaging Machinery

Award“ ausgezeichnet. Bei der Bewertung der

Einreichungen berücksichtigten die unabhängigen

Jurymitglieder der AMA die Leistung der

Produkte unter anderem hinsichtlich Maschinenfunktionalität,

Flexibilität, Wartung und Integrierbarkeit.

Die „Asian Manufacturing Awards“ würdigen

Unternehmen, die durch die Bereitstellung

erstklassiger Produkte, Lösungen und Services

in Asien den Weg für Höchstleistungen in der

Produktion ebnen.

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UPDATE titel

Ressourcen schonen,

Energie sparen und

effizienter arbeiten

Mit der R 535 e-concept präsentiert MULTIVAC ein wegweisendes Anlagenkonzept

Auf der IFFA 2013 präsentiert MULTIVAC mehrere technische Innovationen, die signifikant zur

Verbesserung der Energieeffizienz und zur Erhöhung der Gesamtanlageneffektivität von Verpackungsmaschinen

beitragen. Diese Neuerungen sind in das Hochleistungsmodell R 535

e-concept integriert, das eines der Highlights auf dem Stand von MULTIVAC sein wird.

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AUSGABE 1 2013

Die R 535 e-concept vereint mehrere innovative Lösungen zur Ressourcenschonung

und zur Erhöhung der Effizienz des Verpackungsprozesses.

Reduzierung Packmittelverbrauch

Eine innovative Werkzeuggeometrie und die neue Prozessführung optimieren

die Ausnutzung der Folienfläche und reduzieren den Folienabfall. Ein

verbessertes Tiefziehverfahren sowie die Adaption des Packungsdesigns

reduzieren die Foliendicke bei gleichbleibenden Packungseigenschaften.

Reduzierung Energieverbrauch

Die Substitution von pneumatischen Baugruppen durch servomotorisch betriebene

Baugruppen reduziert den Energieverbrauch. Ein Stand-by-Modus

minimiert den Energieverbrauch während der Produktionspausen und stellt

die Produktionsbereitschaft zum geplanten Zeitpunkt sicher. Zudem reduziert

eine Kühlwasserdurchflussregelung den Frischwasserverbrauch.

Erhöhung der Gesamtanlageneffektivität

Durch ein Schubladensystem wird ein schneller und ergonomischer Werkzeugwechsel

ermöglicht. Der Einsatz von regelbaren, servomotorischen

Baugruppen wirkt sich positiv auf die Taktleistung aus. Die Integration von

Ouerbahnetikettierer, Direktdrucksystem und Bandsystem in die Steuerung

beschleunigt den Produktionsstart und vereinfacht die Bedienung.

MULTIVAC unterstützt die Initiative Blue Competence

des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, VDMA

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UPDATE titel

Energieeffiziente Konzepte stehen im Mittelpunkt der

diesjährigen IFFA, der internationalen Fachmesse für

die Fleischwirtschaft vom 4. bis 9. Mai in Frankfurt.

Maschinen- und Anlagenbauer werden dort ihre Neuerungen

präsentieren.

Zu den vielversprechendsten Lösungen im Bereich

der Verpackungsmaschinen zählt die Tiefziehverpackungsmaschine

R 535 e-concept von MULTIVAC,

die mit verschiedenen Innovationen ausgestattet ist,

die signifikant zur Energieeffizienz und zur Erhöhung

der Anlageneffektivität beitragen.

„Bei der R 535 e-concept haben wir verschiedene

Ansätze für mehr Energieeffizienz, Materialeffizienz

und Prozesseffizienz kombiniert, die sich positiv auf

die Gesamtanlageneffektivität auswirken“, erläutert

Valeska Haux von MULTIVAC.

Die R 535 e-concept verbraucht zum einen deutlich

weniger Druckluft und Energie. Hierfür hat

MULTIVAC in die R 535 e-concept neue Baugruppen

integriert, die einen geringeren Energiebedarf aufweisen

als die bisher eingesetzten Module. Zum anderen

wurden vielfältige Neuerungen implementiert, um die

Flexibilität der Maschine weiter zu erhöhen und damit

unter anderem auch die Stillstandszeiten zu reduzieren.

Reduzierung des Energieverbrauchs

Schnittwerkzeugen verbessert. Durch diese Neuerungen

können die Stege zwischen den Packungen sowie

die Folienränder reduziert werden. Der Folienabfall

wird deutlich verringert.

Die R 535 e-concept ist mit einer Kühlwasser-

Durchflussregelung ausgestattet. Daher verbraucht

das neue Maschinenkonzept auch weniger Frischwasser

als herkömmliche Maschinen.

Reduzierung von Stillstandszeiten

Um die Stillstandszeiten für den Werkzeugwechsel zu

reduzieren, hat MULTIVAC die R 535 e-concept mit

einem Schubladensystem zum Wechsel des Formwerkzeugunterteils

ausgestattet. Dieses rein mechanische

System ermöglicht eine schnelle Inspektion und

Zwischenreinigung der Werkzeuge.

Linienkomponenten wie der Etikettierer OP625

und der Drucker TTO von MULTIVAC sind in das

Benutzerterminal HMI 2.0 der Tiefziehverpackungsmaschine

integriert. Mit dieser Lösung ist das Bedienpersonal

in der Lage, Verpackungsmaschine, Etikettierund

Drucksystem über eine einzige Bedienlogik zentral

anzusteuern. Die Inbetriebnahme und Bedienung der

Systeme wird vereinfacht.

Die wichtigste Neuerung zur Reduzierung des Energieverbrauchs

der R 535 e-concept liegt im Bereich der

Antriebe: MULTIVAC hat die wichtigsten druckluftbetriebenen

Komponenten konsequent durch servomotorische

Antriebe ersetzt. Betroffen sind unter anderem

die Hubwerke im Bereich der Formstation und

der Siegelstation sowie die Folienstanze STS 10. Darüber

hinaus ist die R 535 mit einer Vakuumpumpe

MVP 600 von MULTIVAC ausgestattet, die sich durch

einen geringeren Energieverbrauch auszeichnet als

vergleichbare Aggregate.

Durch den Einsatz von Servoantrieben lassen sich

auch die Bewegungsabläufe der Hubwerke im Hinblick

auf Geschwindigkeit und Öffnungsweite äußerst präzise

regeln. Das trägt insgesamt zur Erhöhung der

Maschinenleistung bei. Auch die Verarbeitung von

Packstoffen mit unterschiedlichen Dicken auf einer

Maschine wird durch diese neue Technologie signifikant

vereinfacht.

Reduzierung des Folienverbrauchs

Die Ausnutzung des Verpackungsmaterials wird durch

eine servomotorisch verfahrbare Siegel- und Schneidstation

sowie durch den Einsatz von segmentierten

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AUSGABE 1 2013

Natalie Schmid

Produktmanagerin von MULTIVAC

Effizienz

auf allen Ebenen

Bei Material- und Ressourcenschonung setzt die Tiefziehverpackungsmaschine R 535 e-concept , die

auf der IFFA präsentiert wird, einen neuen Maßstab

50 Prozent weniger Kühlwasserverbrauch, fünf Prozent weniger Folieneinsatz – das sind nur zwei Kennzahlen

der neuen Tiefziehverpackungsmaschine R 535 e-concept . Mit Natalie Schmid von MULTIVAC sprachen

wir darüber, weshalb das Konzept deutlich weniger Folienmaterial, Frischwasser und Energie verbraucht als

ein Vergleichsmodell.

Frau Schmid, was ist das Besondere

an der R 535 e-concept , die Sie

im Mai auf der IFFA präsentieren

werden?

Schmid: Die R 535 e-concept ist

nicht nur besonders effizient oder

besonders stromsparend. Mit

„Effizienz“ meinen wir tatsächlich

Effizienz auf allen Ebenen. Hierfür

haben wir verschiedene Ansätze

für mehr Energie-, Material- und

Prozesseffizienz kombiniert, sodass

ihre Gesamtanlageneffektivität besonders

hoch ist.

Inwiefern?

Schmid: Das neue Maschinenkonzept

verbraucht zum einen weniger

Frischwasser als herkömmliche

Maschinen und nutzt auch das eingesetzte

Folienmaterial besser aus.

Zum anderen laufen einzelne Maschinenprozesse

noch effizienter

ab als bislang. Dies wurde unter anderem

durch eine bessere Integration

von Modulen wie Kennzeichnungs-

und Inspektionssystemen

in die Liniensteuerung erreicht.

Mit welcher Maßnahme haben Sie

die Reduzierung des Frischwasserverbrauchs

erreicht?

Schmid: Wir haben die R 535

e-concept mit einer Kühlwasser-

Durchflussregelung ausgestattet.

Dabei misst ein integrierter Sensor

laufend die Temperatur des Kühlwassers.

Erst wenn eine bestimmte

Temperatur erreicht ist, wird

dem System frisches Kühlwasser

zugeführt. Das reduziert den Frischwasserverbrauch

der Maschine um

bis zu 50 Prozent.

15


UPDATE titel

Und wie sieht es beim Folienabfall

aus?

Schmid: Um den Abstand zwischen

den Packungen zu reduzieren,

haben wir die Streifenstanze

STS 10 mit einem segmentierten

Schnittwerkzeug ausgestattet.

Die Auslegungsgeometrie dieses

Werkzeugs wurde so optimiert,

dass die Stege zwischen den Packungen

reduziert werden konnten.

Das Schnittwerkzeug besteht aus

einzelnen Segmenten und ist dadurch

wartungseffizienter und besser

für die Verarbeitung von dünnen

Folien geeignet. Zudem haben wir

die Siegelstation und die Streifenstanze

mit servomotorischen Verfahreinrichtungen

ausgestattet.

Diese Maßnahme ermöglichte es

uns, die Siegelflansche zwischen

den Packungen in Längsrichtung zu

reduzieren. Unterm Strich konnten

wir so den Folienabfall zwischen

den Packungen reduzieren.

Und wie konnten Sie die Folienrandstreifen

verkleinern?

Schmid: Wir haben im Siegelwerkzeug

der R 535 e-concept eine

neue Absaug- und Begasungslösung

eingesetzt. Die neue Werkzeuggeometrie

dieser Einheit führt

zu einer Reduzierung der Randstreifenbreite

des Folienmaterials.

Durch diese Maßnahme kann der

Abfallstreifen beträchtlich reduziert

werden.

Um wie viel Prozent reduzieren

diese Maßnahmen den Folienverbrauch

insgesamt?

Schmid: Wir können bei der R 535

e-concept , die wir auf der IFFA

präsentieren, den Folieneinsatz um

etwa fünf Prozent senken.

Wie kommt diese Differenz zustande?

Schmid: Durch die verbesserte

Ausnutzung der Folie können wir

die Abzugslänge der Werkzeuge

verringern, ebenso die Maschinenbreite.

Daher benötigen wir für die

Herstellung derselben Anzahl an

Packungen auch weniger Folienmaterial.

Bei der R 535 e-concept haben

Sie aber auch den Energieverbrauch

reduzieren können.

Schmid: Dazu haben wir die wichtigsten

druckluftbetriebenen Komponenten

der Maschine durch servomotorische

Antriebe ersetzt. Im

Bereich der Formstation und

der Siegelstation ist die R 535

e-concept beispielsweise mit

elektrisch betriebenen Servo-Hubwerken

ausgestattet. Damit konnten

wir den Energieverbrauch der

Hubwerke um etwa 80 Prozent reduzieren.

Zusätzlich wird die Formstation

der R 535 e-concept mit

Vakuum anstatt mit Druckluft beheizt.

Das senkt den Druckluftverbrauch

in der Formstation um

etwa 25 Prozent. Die in der R 535

e-concept eingesetzte Vakuumpumpe

MVP 600 weist im Vergleich

zu anderen Pumpen ihrer

Leistungsklasse einen um etwa

40 Prozent geringeren Energieverbrauch

auf.

Welche Vorteile haben servomotorische

Antriebe aus Ihrer Sicht?

Schmid: Nun, die Bewegungsabläufe

des Hubwerks lassen sich

durch den Servoantrieb im Hinblick

auf Geschwindigkeit und Öffnungsweite

äußerst präzise regeln. Dadurch

können wir die Hubwerksbewegungen

perfekt an Anwendung

und Material anpassen und im Rezeptspeicher

der Maschinensteuerung

abspeichern. Das trägt insgesamt

zur Erhöhung der Maschinenleistung

bei.

In die R 535 e-concept sind mehrere

Module integriert. Wie sieht

es hier mit der Gesamtanlageneffizienz

aus?

Schmid: In der IFFA-Linie sind Linienkomponenten

wie der Etikettierer

OP625 und der Drucker TTO

von MULTIVAC integriert; beide

lassen sich über das Benutzerterminal

HMI 2.0 der Tiefziehverpackungsmaschine

steuern. Mit

dieser Lösung ist das Bedienpersonal

in der Lage, Verpackungsmaschine,

Etikettier- und Drucksystem

über eine einzige Bedienlogik zentral

anzusteuern. Das bedeutet insgesamt

weniger Kabel sowie eine

einfache Inbetriebnahme und Bedienung.

Verbessert wurde auch

die Qualitätskontrolle. Die R 535

e-concept verfügt über eine automatische

Leerpackungsüberwachung.

Zudem ist das angebundene

Bandsystem MBS 205 für die

Vereinzelung der fertigen Packungen

mit einem Metalldetektor ausgestattet.

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AUSGABE 1 2013

Weniger Folienverbrauch

durch innovative Technik

Durch den Einsatz und das perfekte Zusammenspiel verschiedener innovativer Techniken lassen sich

bei der R 535 e-concept Folienabfall und -verbrauch deutlich senken. Mit dem gleichen Folienmaterial

lassen sich daher mehr Packungen herstellen.

Reduzierung der Stege

Die neue Auslegungsgeometrie der Querschneidung

mit segmentiertem Schnittwerkzeug ermöglicht

schmalere Stege zwischen den einzelnen

Packungen. Der Einsatz einer servomotorischen

Verfahreinrichtung an der Siegelstation

trägt ebenso zu einer Reduzierung der

Stege zwischen den Packungen bei.

Reduzierung des Siegelrands

Eine Reduzierung des Siegelrands wird durch

den Einsatz von innovativen Werkzeuggeometrien

erreicht.

Reduzierung der Randstreifenbreite

Bei der R 535 e-concept wird eine neue

Absaug- und Begasungslösung eingesetzt. Im

Zusammenspiel mit einer neuen Werkzeuggeometrie

lässt sich so die Randstreifenbreite

minimieren.

17


UPDATE titel

Das Stromsparmodell

für Einsteiger

Die Tiefziehverpackungsmaschine R 095 e-concept

Mit den steigenden Energiepreisen nimmt auch bei Fleischereien die Anforderung zu, den

Energieaufwand in der Fleischverarbeitung zu reduzieren. Bei Produktion und Verpackung

liegen ressourcenschonende Konzepte im Trend.

Das Fleischerhandwerk zählt zu den energieintensiven

Handwerken. Der meiste Strom wird für die Produktion

und Kühlung der Fleischwaren benötigt, insbesondere

für Systeme, die mit Druckluft oder Pumpen arbeiten.

In diesen Bereichen bestehen auch die größten

Einsparpotenziale. Nach Einschätzung des Bayerischen

Landesamts für Umwelt könnte der Stromverbrauch in

den Betrieben um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.

Mit „e-concept “ hat MULTIVAC bereits auf der

IFFA 2010 ein Konzept präsentiert, mit dem sich der

Ressourcenverbrauch senken lässt. Seit Ende 2012

gibt es mit der R 095 e-concept ein Serienmodell, das

bereits in mehreren Fleischereifachbetrieben im Einsatz

ist.

20 Prozent weniger Energie

Anders als bei den meisten Verpackungsmaschinenherstellern

verzichtet die R 095 e-concept auf eine

externe Druckluft- und Wasserversorgung. „Die Drucklufterzeugung

ist sehr energie- und kostenintensiv.

Daher haben wir alle Großverbraucher von Pneumatik

durch elektrische Systeme mit besonders hohem Wirkungsgrad

ersetzt. Die noch benötigte Druckluft wird

durch die eingebaute Vakuumpumpe erzeugt“, erläutert

Natalie Schmid, Produktmanagerin für Tiefziehverpackungsmaschinen

bei MULTIVAC.

Auch der Einsatz von innovativen Form- und

Siegelprozessen wirkt sich positiv aus: e-concept -

Maschinen verbrauchen mindestens 20 Prozent weniger

Energie als vergleichbare Modelle.

Geringe Betriebskosten

Bei der R 095 e-concept handelt es sich um ein Einstiegsmodell,

das besonders für kleine und mittelständische

Betriebe geeignet ist. Hubwerke und Schneidungen

werden elektrisch angetrieben. Das schlägt

sich zum einen in geringen Betriebskosten nieder. Zum

anderen sind die Investitionskosten für die Inbetriebnahme

der Verpackungsmaschine deutlich niedriger

als bei Vergleichsmodellen, für die Betriebe in zusätzliche

Druckluft- und Wasseranschlüsse investieren

müssen. Da die R 095 e-concept nur einen Stroman-

18


AUSGABE 1 2013

Die R 095 e-concept bewährt sich bereits in der Praxis

schluss benötigt, kann die Maschine flexibel im Betrieb

aufgebaut werden.

Tiefziehverpacken auf kleinstem Raum

Mit einer Gesamtlänge von 2,30 Metern ist die

R 095 das kleinste Maschinenmodell von MULTIVAC

im Bereich des automatischen Tiefziehverpackens.

Die kurzen Abmessungen sind dem innovativen

Maschinenkonzept der R 095 zu verdanken. Natalie

Schmid erläutert das Prinzip: „Das Formwerkzeug

befindet sich im Maschineninnenraum, wo das Verformen

der Folie stattfindet“. Trotz ihrer kompakten

Bauweise verfügt die R 095 über eine großzügige

Einlegefläche, die Platz für das manuelle Beladen der

Tiefziehpackungen bietet.

Die R 095 verfügt über ein Schnellwechselsystem für

Form- und Siegelwerkzeug. Zwölf Basisformate mit

Variounterteilungen decken das marktübliche Spektrum

an Weichfolienverpackungen ab. Dies erleichtert

das Umrüsten auf andere Packungsformate.

Wie alle MULTIVAC Maschinen ist die R 095 im

MULTIVAC Hygiene Design gestaltet, das eine einfache

Reinigung der Maschine ermöglicht.

Schnelles Umrüsten

19


UPDATE titel

Komplette

Verpackungslinien über

ein Terminal steuern

Die Integration von Kennzeichnungssystemen in das HMI der Verpackungsmaschine

trägt zur Effizienzsteigerung bei

Was im Bereich der Foliendirektdrucker schon seit einiger Zeit Standard ist, hat MULTIVAC Marking & Inspection

jetzt auch für seine Querbahn- und Transportbandetikettierer realisiert: die Integration in das Bedienterminal

HMI 2.0 von MULTIVAC. Der Vorteil: Ganze Verpackungslinien lassen sich jetzt über ein einziges

Terminal steuern, und zwar – ähnlich wie bei einem Smartphone – per Fingerzeig.

Die Integration von Kennzeichnungssystemen in das

HMI 2.0 von MULTIVAC hat für Anwender mehrere

Vorteile: Das Bedienterminal bietet Nutzern die Möglichkeit,

den gesamten Programmablauf in Echtzeit zu

verfolgen. Zudem verfügt das HMI 2.0 über einige

Besonderheiten, die das Arbeiten mit den Kennzeichnungs-

und Inspektionssystemen besonders ergonomisch

gestalten: Die Funktionen sind zur besseren

Übersicht gruppiert dargestellt und lassen sich durch

Antippen des grafischen Symbols detailliert darstellen.

Die übersichtliche Strukturierung der Bedieneroberfläche

sowie selbsterklärende Icons ermöglichen eine

einfache Orientierung innerhalb der Systemsteuerung.

„Sämtliche Daten werden über die Maschinensteuerung

IPC 06 der Verpackungsmaschine oder des

Kennzeichnungssystems verarbeitet und über das

HMI 2.0 für den Bediener übersichtlich visualisiert“,

berichtet Robert Vollenkemper, Vertriebsleiter von

MULTIVAC Marking & Inspection.

Piktogramme unterstützen den Benutzer bei der

Bedienung der Maschine. Müssen zum Beispiel die

Etiketten gewechselt werden, zeigt das HMI 2.0 die

einzelnen Anwendungsschritte in Bildern an. Auch ungeübten

Bedienern wird auf diese Weise ein Mittel zur

Verfügung gestellt, mit dem sie schnell und ohne

Probleme den Prozess des Etikettenwechsels durchführen

können, ohne diesen erst in einer Bedienungsanleitung

nachschlagen zu müssen.

Durch die Verknüpfung von Vorgängen in einer integrierten

und zentral über ein HMI 2.0 gesteuerten Verpackungslinie

wird die Bedienung insgesamt intuitiver

und effizienter: Bei der Rezeptauswahl an der Tiefziehverpackungsmaschine

werden beispielsweise automatisch

auch die Konfiguration und die Drucklayouts

für den Etikettierer geladen. „Solche kombinierten Abläufe

tragen dazu bei, Fehler zu vermeiden“, betont

Vollenkemper. Die Schulung für Mitarbeiter, die die

Kennzeichnungssysteme bedienen oder warten, ist

einfacher und somit auch kostengünstiger, sofern sie

schon von der Verpackungsmaschine her mit dem

HMI 2.0 vertraut sind. Auch die Backup- und Restore-

Funktionen sowie die Datenerfassung erfolgen zentral

über ein Panel.

Weniger Bedienterminals bedeuten auch weniger

Verkabelung und übersichtlichere Maschinen, vor allem

deshalb, weil MULTIVAC Marking & Inspection

weitere Komponenten wie die MULTIVAC Thermotransferdrucker

TTO 10/20 oder das MULTIVAC Vision

20


AUSGABE 1 2013

System (MVS) in das HMI 2.0 integriert hat. „Sowohl

die Bedienung des Etikettierers als auch die Bedienung,

Parametrierung, Anzeige von Fehlerbildern

und Diagnosefunktionen des Druckers und des Vision

Systems erfolgen über ein und dasselbe HMI 2.0“, erläutert

Vollenkemper.

HMI 2.0 für Querbahnetikettierer

Bei den Querbahnetikettierern von MULTIVC Marking

& Inspection eröffnet die Integration in das HMI 2.0

verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten, je nach

Auslegung der Verpackungslinie und den Anforderungen

des Anwenders.

Bei relativ kurzen, übersichtlichen Linien reicht jetzt

ein einziges Bedienterminal aus, um die komplette Verpackungslinie

inklusive aller Kennzeichnungssysteme

zu bedienen. Das können beispielsweise ein oder mehrere

Querbahnetikettierer, ein Foliendirektdrucker sowie

der Thermotransferdrucker MULTIVAC TTO sein.

Bei langen Verpackungslinien ist es dagegen sinnvoller,

mit zwei HMI 2.0-Terminals zu arbeiten. „Andernfalls

müssten Bedienpersonen weite Wege zurücklegen

oder verlieren im schlimmsten Fall die

Übersicht“, sagt Vollenkemper. Diese Konfiguration

empfiehlt sich auch dann, wenn der Weißbereich durch

eine Hygienewand vom Graubereich getrennt ist.

Die Querbahnetikettierer können in diesen Fällen mit

einem zusätzlichen HMI 2.0 ausgestattet werden, welches

das Bedienterminal der Verpackungsmaschine

spiegelt. Dadurch ist gewährleistet, dass das Bedienpersonal

überall die gleiche Benutzeroberfläche mit

den gleichen grafischen Icons vorfindet.

Alternativ können Querbahnetikettierer auch mit einem

Einrichtpanel („Quick Control“) ausgerüstet sein,

das eine Minimalbedienung erlaubt. An diesem Panel

können die grundlegenden Einrichtfunktionen für die

Etikettierer vorgenommen werden, wie z. B. das

Umrüsten auf andere Etikettenformate bei Chargenwechsel.

Alle anderen Einstellungen erfolgen über das

HMI 2.0 der Verpackungsmaschine.

HMI 2.0 bietet die Möglichkeit, alle Komponenten einer Verpackungslinie zentral zu steuern

21


UPDATE titel

Guido Spix

Geschäftsführer und CTO von MULTIVAC

„Wir reduzieren den

Carbon-Footprint“

Mit zahlreichen Innovationen reduziert MULTIVAC den Ressourcenverbrauch beim Verpacken

Ressourcen schonen, weniger Energie verbrauchen und dennoch die Effizienz steigern? Guido Spix erklärt im

Gespräch, weshalb sich diese drei Punkte bei Maschinen von MULTIVAC nicht ausschließen.

MULTIVAC bietet ein breites Portfolio

an Verpackungstechnologien:

Tiefziehverpackungsmaschinen,

Kammermaschinen und Traysealer.

Lassen sich alle Maschinentypen

hinsichtlich ihres Energie- und Materialverbrauchs

optimieren?

Spix: Wir sehen bei allen von uns

angebotenen Maschinen Potenzial

zur Optimierung und setzen dies

kontinuierlich um. Dies ist im Übrigen

auch in unseren Konstruktionsrichtlinien

verankert.

Welche Maschinentypen stehen

dabei zurzeit im Vordergrund?

Spix: Unsere Aktivitäten beziehen

sich hauptsächlich auf unsere automatischen

Verpackungslösungen.

Von den Verbesserungen profitieren

aber letztendlich alle Produkte.

Welche Maschinenkomponenten

bieten einen Ansatz zur Optimierung?

Spix: Wie Sie an dem Exponat auf

der IFFA sehen können, bieten viele

Komponenten die Möglichkeit

zur Verbesserung, wie zum Beispiel

Hubwerke, Vakuumpumpe

oder Schneidsysteme.

Ist Ressourcenschonung nur ein

anderer Begriff für Energiesparen?

Spix: Es geht um die Reduzierung

des Energieverbrauchs der Maschine

und um die Menge, Dicke und

Art des Packstoffs. Das zusammen

ergibt den Carbon-Footprint des

Verpackungsprozesses.

Bereits auf der letzten IFFA hat

MULTIVAC mit e-concept einen

Prototyp einer energiesparenden

Tiefziehverpackungsmaschine präsentiert,

der seit 2012 in Serie hergestellt

wird. Warum wurde gerade

eine kleine Maschine für das Thema

ausgewählt?

Spix: Die e-concept -Maschinen

R 095 und R 105 kommen mit

elektrischer Energie aus, also ohne

Druckluft und Kühlwasser. Dadurch

lassen sich etwa 20 Prozent Energiekosten

einsparen. Für kleine

Produktionsbetriebe ist die Technologie

besonders interessant, da zusätzliche

Einsparungen in der Bereitstellung

der Infrastruktur erzielt

werden können.

Auf der IFFA 2013 wird mit der

R 535 e-concept ein effizienzoptimiertes

Konzept im Großformat

präsentiert. Was unterscheidet die

Maschine von anderen?

Spix: Bei der R 535 e-concept setzen

wir im Bereich der Ressourcenschonung

an drei Punkten an. Erstens

ersetzen wir die Pneumatikzylinder

der Hubwerke und der

Schneidungen durch Servomotoren.

Wie Sie wissen, benötigt die

Erzeugung von Druckluft viel Energie.

Zum Zweiten ist die Maschine

22


AUSGABE 1 2013

mit einem Kühlwasserdurchflussregler

ausgestattet, wodurch der

Verbrauch von Frischwasser reduziert

wird. Und drittens haben wir

an Tiefzieh-, Siegel- und Schneidstation

mehrere technische Neuerungen

entwickelt, mit denen wir

den Folienverbrauch um etwa zehn

Prozent reduzieren können. Darüber

hinaus ist die Maschine mit unserer,

mit einem Servomotor angetriebenen

Vakuumpumpe MVP 600

ausgestattet, die ein Vakuum deutlich

energieeffizienter herstellt als

eine übliche Vakuumpumpe. Wir betrachten

nicht nur den Energieverbrauch

und den Folienbedarf. Zur

Beurteilung der gesamten Effektivität

der Maschine (OEE) müssen

wir auch Werkzeugwechselzeiten

und Zuverlässigkeit der Maschine

betrachten. Wir zeigen ein halbautomatisches

Formatwechselsystem

und Hilfesysteme zur OEE-Optimierung

auf dem Bedienterminal.

Welcher Part im Verpackungsprozess

verbraucht am meisten

Strom?

Spix: Beim Tiefziehverpackungsprozess

sind dies im Wesentlichen

drei Bereiche. Zum einen wird für

das Tiefziehen der thermoplastischen

Folien Wärme benötigt,

denn die Folien müssen vor dem

Verformen erhitzt werden. Zum anderen

erfolgen die Prozesse des

Tiefziehens, Siegelns und Schneidens

durch den Einsatz von Hubwerken,

die angetrieben werden

müssen. Und zum Dritten wird viel

Energie zum Erzeugen des Vakuums

benötigt.

Welche Rolle spielt Druckluft im

Verpackungsprozess und damit im

Ressourcenverbrauch?

Spix: Druckluft wird für den Antrieb

der pneumatischen Hubwerke und

Schneidungen benötigt. Hier gibt es

die Alternative mit Elektromotoren.

Zur Druckluft beim Formen der

Packungen, insbesondere bei großen

Formaten, gibt es heute noch

keine Alternative.

Die Kosten der Verpackungsfolien

bestimmen im Wesentlichen die

Gesamtkosten des Verpackungsprozesses.

Wie kann hier Material

im Verpackungsprozess eingespart

werden?

Spix: Durch einen optimalen Verformungsprozess

kann die Foliendicke

reduziert werden. Dieser kann auch

maßgeblich durch die Werkzeuggeometrie

sowie durch die Prozessparameter

Wärme und Zeit beeinflusst

werden. Vor allem bei

Barrierefolien muss darauf geachtet

werden, dass die Barriereschichten

auch nach der Verformung der

Folie erhalten bleiben, um die Haltbarkeit

des Packguts optimal zu

verlängern. Andererseits kann, wie

wir auf der IFFA zeigen, auch eine

optimale Prozess- und Formatauslegung

zur Reduzierung des Verbrauchs

von Verpackungsmaterial

beitragen.

Müssen Kunden bei einer Maschine

dieser Bauart Abstriche bei der

Leistung der Anlage machen?

Spix: Keinesfalls. Wir gehen davon

aus, dass mit diesem Maschinenkonzept

sogar höhere Taktleistungen

erzielt werden können, und,

wie ich bereits beschrieben habe,

werden die Prozesse durch den

Einsatz von elektrischen Hubwerken

sogar präziser, was sich positiv

auf die Produktqualität auswirkt.

Stehen auch energiesparende Traysealer

und Kammermaschinen in

der Pipeline?

Spix: Jawohl, auch bei den Traysealern

werden Baugruppen kontinuierlich

durch energieeffizientere

ersetzt. Strömungsoptimierung in

den Werkzeugen führt zum Beispiel

zu einem geringeren Verbrauch von

MAP-Gasen.

Ist Ressourcenschonung ein rein

ökologisches Thema?

Spix: Nein, das sehen wir und unsere

Kunden nicht so. Die Neuerungen,

die wir auf der IFFA präsentieren,

sind nur deshalb marktfähig,

weil aus den Energie- und Materialeinsparungen

auch Kosteneinsparungen

resultieren, die die Investitionen

auch wirtschaftlich machen.

Müssen Kunden, die ressourcenschonender

verpacken wollen, auf

jeden Fall in eine neue Maschine

investieren?

Spix: Teilweise können Module

auch nachgerüstet werden, so zum

Beispiel elektrische Querschneidungen.

Wird MULTIVAC jetzt seine gesamte

Innovationsstrategie auf das

Thema Ressourcenschonung ausrichten?

Spix: MULTIVAC richtet alle seine

Investitionen in Forschung und Entwicklung

auf zusätzlichen Kundennutzen.

Beim Thema Ressourcenschonung

können wir unseren

Kunden Technologie anbieten, die,

neben allen anderen positiven Aspekten,

Kosten in der Produktion

senken kann. Wir erweitern daneben

unser Produktportfolio in allen

Bereichen und bieten immer mehr

Kompetenz in Linien- und Automatisierungslösungen.

23


UPDATE schwerpunkt

Hans-Joachim Boekstegers

Geschäftsführer und CEO

von MULTIVAC

„Wir wollen auch bei der

Ressourcenschonung

Marktführer sein“

MULTIVAC stellt auf der IFFA wegweisende Konzepte für die Verpackungsbranche vor

Gleich auf zwei Ständen präsentiert MULTIVAC seine Innovationen und Produkte auf der IFFA 2013 in Frankfurt.

Hans-Joachim Boekstegers verrät, was die Besucher bei den beiden Auftritten erwartet und warum man mit

weniger Ressourcenverbrauch wirtschaftlicher verpacken kann.

MULTIVAC ist mit zwei Ständen

auf der IFFA vertreten. Zum einen

in Halle 11.0, zum anderen in Halle

11.1. Welche Schwerpunkte haben

die beiden Auftritte?

Boekstegers: In Halle 11.0 präsentieren

wir unterschiedliche Verpackungslösungen

für Handwerksbetriebe

und Fleischerfachgeschäfte.

In Halle 11.1 zeigen wir unterschiedlichste

Lösungen für industrielle

Hersteller von Fleischprodukten.

In der Halle 11.0 dreht sich alles

rund um das Fleischerfachgeschäft.

Welche Verpackungsinnovationen

erwarten Ihre Besucher?

Boekstegers: Wir werden dem Publikum

mehrere Einstiegsmodelle

für das automatische Verpacken

präsentieren. Sowohl bei den

Tiefziehverpackungsmaschinen als

auch bei den Traysealern können

wir dem Markt Lösungen anbieten,

die sich besonders hinsichtlich Flexibilität

und Bedienerfreundlichkeit

auszeichnen und dadurch kleinen

Verarbeitern einen sehr einfachen

Einstieg in diese Technologien bieten.

24


AUSGABE 1 2013

Worüber sollte sich der Mittelständler

auf jeden Fall am

MULTIVAC Stand in Halle 11.0 informieren?

Boekstegers: Besonders hervorheben

möchte ich unsere kleinste

Tiefziehverpackungsmaschine

R 095 e-concept , die ohne externe

Druckluft- und Wasseranschlüsse

auskommt und deshalb sehr

flexibel eingesetzt werden kann.

Ebenso präsentieren wir unseren

kleinsten automatischen Traysealer

T 300, der sich seit seiner Markteinführung

sehr gut im Markt etabliert

hat.

Für wen lohnt sich die Investition in

solche Einstiegsmodelle?

Boekstegers: Wir sprechen mit diesen

Produkten zwei Kundengruppen

an. Auf der einen Seite adressieren

wir die Fleischerfachgeschäfte

und Lebensmitteleinzelhändler,

die ihre Produkte mit diesen

Verpackungslösungen „direkt

an der Theke“ verpacken und diese

im SB-Bereich verkaufen können.

Auf der anderen Seite bieten diese

Einstiegsmodelle kleinen Metzgereien

die Möglichkeit, ihre Produkte

haltbar zu machen und gleichzeitig

attraktiv zu verpacken, und mit diesen

Produkten zusätzlichen Umsatz

zu generieren und damit zu

wachsen.

Viele kleinere und mittlere Betriebe

haben sicherlich ein Interesse an

automatischen Verpackungslösungen,

können sich aber kein zusätzlich

geschultes Bedienpersonal für

diese Maschinen leisten. Wie nehmen

Sie potenziellen Kunden die

Furcht vor der Technik?

Boekstegers: Die Bedienoberfläche

unserer Verpackungsmaschinen

ist sehr intuitiv aufgebaut und

verfügt über viele Hilfe-Funktionen.

Dadurch können unsere Maschinen

auch durch ungeübtes Personal bedient

werden, dies bestätigen uns

viele Kunden. Außerdem bieten wir

unseren Kunden im Rahmen der

Maschineninstallation eine umfassende

Bedienerschulung an.

Zur Halle 11.1: Welche Trends erwarten

die Besucher hier?

Boekstegers: Leitthema auf unserem

Stand in Halle 11.1 ist die Erhöhung

der Anlageneffektivität sowie

die Reduzierung des Energie- und

Materialverbrauchs unserer Verpackungslösungen.

Durch den Einsatz von servomotorisch

betriebenen Hubwerken

können wir den Druckluftverbrauch

unserer Maschinen minimieren.

Ebenso präsentieren wir Möglichkeiten

zur Reduzierung des Folienverbrauchs

und zeigen Werkzeugwechselsysteme,

die die Stillstandszeiten

der Maschinen bei

einem Chargenwechsel verringern.

Diese vielfältigen Konzepte tragen

letztendlich auch zur Erhöhung der

Wirtschaftlichkeit des Verpackungsprozesses

bei.

MULTIVAC ist als einziger Hersteller

in der Lage, die HPP-Technologie

auch für MAP-Packungen anzubieten

und diese in automatisierte

Verpackungslinien zu integrieren.

Wie entwickelt sich der Markt für

die HPP-Technologie?

Boekstegers: Wir glauben an diese

Technologie und sind davon überzeugt,

dass der Markt auch in Zukunft

weiter wächst, da sich HPPbehandelte

Produkte mittlerweile

auch bei den Lebensmitteleinzelhändlern

und Discountern etablieren.

MULTIVAC hat unter anderem

ein patentiertes Verfahren entwickelt,

mit dem auch Schutzgas-Verpackungen

HPP-behandelt werden

können.

Was sollte ein industrieller Verpacker

auf jeden Fall auf dem

MULTIVAC Stand anschauen?

Boekstegers: Ein Highlight ist sicherlich

unsere voll integrierte Traysealer-Linie.

Kernstück sind der

Hochleistungstraysealer T 800 und

die HPP-Anlage, die automatisch

mit den Trays bestückt wird. Die

Befüllung der Trays erfolgt durch

eine Mehrkopfwaage. Darüber hinaus

verfügt die Linie über eine Kontrollwaage

mit Metalldetektor sowie

über ein Etikettiersystem.

Ich möchte aber auch auf unseren

neuen Traysealer T 600 hinweisen,

den wir dem Markt erstmals

auf der IFFA präsentieren werden.

Mit diesem haben wir unser Produktportfolio

um ein Modell erweitert,

das im mittleren Leistungsbereich

angesiedelt ist und voll in

automatisierte Verpackungslinien

integriert werden kann.

Zwei Stände, zwei Zielgruppen:

Welche zentralen Themen werden

die beiden Segmente in den nächsten

Jahren prägen?

Boekstegers: Unseres Erachtens

geht es vor allem um die Reduzierung

des Ressourceneinsatzes bei

der Verpackungsherstellung sowie

um das Haltbarmachen von Lebensmittelprodukten.

Beides trägt

auch unmittelbar zur Erhöhung der

Wirtschaftlichkeit der Lebensmittelhersteller

bei.

Bedeutet Ressourcenschonung einen

finanziellen Mehraufwand für

die Kunden?

Boekstegers: Absolut gesehen

sind einige dieser innovativen Tech-

25


UPDATE schwerpunkt

nologien teurer als die Lösungen,

die wir unseren Kunden bisher anbieten

konnten. Durch die Reduzierung

des Einsatzes von Energie,

Kühlwasser oder Verpackungsmaterial

sowie durch die Reduzierung

der Stillstandszeiten der Maschinen

sind diese Investitionen ganzheitlich

gesehen wirtschaftlich attraktiv

und deshalb auch marktfähig.

Wird Ressourcenschonung zukünftig

ein zentrales Verkaufsargument

für MULTIVAC?

Boekstegers: Wir sehen, dass dieses

Thema auch in Zukunft einen

hohen Stellenwert bei unseren

Kunden haben wird, weshalb wir

uns mit unseren innovativen Lösungen

in diesem Bereich als Marktführer

positionieren werden.

Sind alle Innovationen, die

MULTIVAC auf der IFFA präsentiert,

fertig zur Auslieferung oder

müssen Kunden mit längeren Wartefristen

rechnen?

Boekstegers: Alle Produkte, die wir

auf der IFFA zeigen, sind fertig zur

Auslieferung.

Die Reduzierung des Material- und Energieverbrauchs sowie die Erhöhung der Anlageneffektivität stehen auf der IFFA 2013 im Mittelpunkt

26


AUSGABE 1 2013

Speziallösungen für

Handwerksbetriebe und

industrielle Verpacker

Doppelter IFFA-Auftritt von MULTIVAC

Vom 4. bis 9. Mai wird MULTIVAC auf der IFFA, der größten internationalen Fachmesse für die Fleischwirtschaft,

in Frankfurt vertreten sein. Auf zwei zielgruppenspezifisch ausgerichteten Messeständen präsentiert MULTIVAC

Speziallösungen für das Fleischereihandwerk und für industrielle Verarbeiter.

Halle 11.0 – Lösungen für Handwerksbetriebe

Der Stand in Halle 11.0 ist dem Schwerpunkt „Verkaufen

– Alles rund um das Fleischerfachgeschäft“ gewidmet.

Hier zeigt MULTIVAC sein umfassendes Angebot

an Verpackungslösungen, die auf die Verarbeitung

kleiner Chargen ausgerichtet sind. Die Maschinen

zeichnen sich durch eine geringe Größe, eine einfache

Bedienung sowie ein sehr gutes Preis-Leistungs-

Verhältnis aus und ermöglichen daher gerade kleinen

und mittleren Handwerksbetrieben den Einstieg in das

automatische Verpacken. „In den vergangenen Jahren

haben uns immer mehr Anfragen aus diesem Segment

erreicht, daher haben wir unser Produktportfolio um

leistungsfähige Einstiegsmodelle bei den Tiefziehverpackungsmaschinen,

den Traysealern und Kammermaschinen

erweitert“, sagt Valeska Haux, Marketingleiterin

bei MULTIVAC.

In Halle 11.1 wird MULTIVAC integrierte Verpackungslinien

sowie Lösungen für die Spezialanforderungen

industrieller Verarbeiter zeigen. Neben Hochleistungs-

Tiefziehverpackungsmaschinen, Traysealern und Kammerbandmaschinen

bietet MULTIVAC auch eine große

Bandbreite an Automatisierungslösungen an. Das

Spektrum reicht von ein- oder mehrspurigen Bandsystemen

bis zu Handhabungsmodulen, die mit mehrachsigen

Robotern ausgestattet werden können. Zuletzt

hatte MULTIVAC sein Portfolio bei Linienautomation,

Robotik und Palettiersystemen noch einmal

deutlich ausgebaut.

„Die Anforderungen der Betriebe in der Fleisch verarbeitenden

Industrie an die Automatisierung ihrer

Prozesse werden zunehmend individueller. Daher sind

die Automatisierungslösungen, die wir auf Messen zeigen,

immer nur eine von vielen möglichen Ausprägungen.

Was ein Kunde dann tatsächlich an Automation

benötigt und was nicht, lässt sich erst nach intensiven

Gesprächen und Anwendungstests feststellen, die wir

als global aufgestellter Anbieter mit unserem dicht

geknüpften Vertriebs- und Servicenetz natürlich weltweit

bieten können“, sagt Haux.

Ein umfassendes Portfolio an Kennzeichnungs- und

Inspektionslösungen rundet die Ausstellung der Exponate

auf der IFFA ab.

Halle 11.1 – Lösungen für industrielle Verpacker

27


UPDATE weitere themen

Mehr Kapazität,

nachhaltige Bauweise

MULTIVAC eröffnet neues Training & Innovation Center in Wolfertschwenden

Anfang 2013 bezog MULTIVAC sein neues Training & Innovation Center (TIC). In den 6.000 Quadratmeter großen

Neubau hat der Verpackungsspezialist rund neun Millionen Euro investiert und dabei auf energieeffiziente

Gebäudetechnik gesetzt.

Mit seinem neuen TIC am Stammsitz in Wolfertschwenden

setzt MULTIVAC seinen Anspruch als

weltweit führender Hersteller von Verpackungslösungen

auch im Bereich der Anwendungstechnik und der

Schulung von Kunden und Mitarbeitern um. Der Neubau

bietet Kunden von MULTIVAC eine komplette Infrastruktur

einschließlich der Beratung für die Verpackungsentwicklung:

„Wir unterstützen unsere Kunden

auf dem Weg zu ihrer idealen Verpackung – von der

ersten Idee über das Konzept und die Materialauswahl

bis zur technischen Umsetzung auf unseren Verpackungslinien.

Dabei steht ihnen unser komplettes

Technologiespektrum zur Verfügung, zu dem unter

anderem die Hochdruckbehandlung (HPP), Automatisierungslösungen

und ein Analyselabor für Packungsund

Lebensmittelanalytik gehören“, erläutert Stefan

Scheibel, Leiter des TIC. Durch die neuen Räumlichkeiten

kann MULTIVAC die jährliche Anzahl an Bemusterungen

von Verpackungslösungen in etwa verdoppeln.

Zudem ist das HPP-Testzentrum von MULTIVAC

jetzt direkt im TIC angesiedelt. So kann der Verpackungsspezialist

Bemusterungen und HPP-Beratung

aus einer Hand anbieten. Auch im Bereich der Grundlagen-

und Neuentwicklungen wird MULTIVAC seine

Kapazitäten deutlich ausbauen.

Grundlagen- und individuelle Schulungen

Auch Schulungen zur Bedienung der Verpackungsmaschinen

werden im TIC stattfinden. Das Schulungsprogramm

wurde inhaltlich und didaktisch erweitert.

„Neben den Grundlagenschulungen, die sich auf die

28


AUSGABE 1 2013

Mechanik, Pneumatik oder Elektrik unserer Verpackungsmaschinen

beziehen, werden wir unseren Kunden

zukünftig auch Schulungen anbieten, die wir individuell

auf ihre Anforderungen abstimmen“, sagt

Scheibel.

die Produktabnahmen erfolgt weitgehend über Grundwasser,

wobei Leistungsspitzen über Inverter-Technik

abgedeckt werden.

Energieeffiziente Gebäudetechnik

Kunden und Mitarbeiter finden im Neubau neben modernster

Technik auch ein sehr angenehmes Raumklima

vor. Denn beim Gebäudekonzept hat MULTIVAC

von Anfang an auf Energieeffizienz gesetzt: Statt

mit fossilen Brennstoffen wird das TIC mit Grundwasser

beheizt und klimatisiert. Grundkonzept ist die

so genannte „stille Kühlung“ beziehungsweise „stille

Heizung“. Auch die Kühlung des neuen Klimaraums für

29


UPDATE weitere themen

Christian Traumann

Geschäftsführer und CFO

von MULTIVAC

„Eine energieeffiziente

Bauweise rechnet sich“

Das neue TIC überrascht nicht nur mit Grundwasserheizung und Wärmerückgewinnung

Beim Neubau seines Training & Innovation Centers (TIC) in Wolfertschwenden setzt MULTIVAC auf eine energieeffiziente

Gebäudetechnik. Christian Traumann, Geschäftsführer der MULTIVAC Sepp Haggenmüller GmbH

& Co. KG, sprach mit UPDATE über Heizen mit Grundwasser und ein verbessertes Raumklima.

Herr Traumann, zum Jahresbeginn

hat MULTIVAC sein neues Training

& Innovation Center in Wolfertschwenden

eröffnet. Der Neubau

ist unter dem Gesichtspunkt der

Energieeffizienz erfolgt. Welche

bautechnischen Anforderungen

mussten dabei berücksichtigt

werden?

Traumann: Grundsätzlich benötigt

man als Bauherr eine hochwertige

Dämmung der Gebäudeaußenhülle,

Fenster mit Dreifachverglasung,

eine Wärmeschutzverglasung, um

den Wärmeeintrag von außen zu

vermeiden, sowie einen außenliegenden

Sonnenschutz. Diese baulichen

Maßnahmen haben wir beim

neuen Training & Innovation Center

umgesetzt.

Sie erfüllen damit die Anforderungen

der Energieeinsparverordnung,

die seit 2009 auch für Industrieneubauten

gilt.

Traumann: Das stimmt. Allerdings

übertreffen wir die dort beschriebenen

Standards bei Weitem, weil

wir bei der Primärenergieversorgung

nicht mehr auf eine konventionelle

Beheizung mit fossilen

Brennstoffen setzen.

Sondern?

Traumann: Wir heizen mit Grundwasser!

Wie funktioniert das?

Traumann: Grundwasser hat auch

im Winter eine relativ hohe Temperatur

von etwa sieben bis zwölf

Grad Celsius. Wärmepumpen erreichen

dadurch hohe Leistungszahlen.

Das Wärme- beziehungsweise

Kühlmittel wird über Fußbodenheizungen

und -kühlungen sowie

Heiz- und Kühlsegel an den Raumdecken

verteilt.

30


AUSGABE 1 2013

Reicht die innovative Grundwasserheizung

aus, um die Räume im

Winter ausreichend warm zu bekommen?

Traumann: In der Regel schon. Zur

Feinjustierung nutzen wir im Bereich

Heizen und Kühlen die Lüftung,

die mit minimalen Luftmengen

gefahren wird. Dabei setzen

wir auf die konsequente Nutzung

von Wärmerückgewinnungsanlagen.

Die anfallende Abwärme aus

Rechenzentrum, Kompressor- sowie

Vakuumpumpenraum wird in

die Heizkreise eingespeist. Grundsätzlich

wird die Lüftung bedarfsgerecht

geregelt, in Abhängigkeit

von der Luftqualität.

Wie hoch ist der erwartete Energiebedarf

im neuen Gebäude?

Traumann: Er liegt bei 40 bis 50

Prozent im Vergleich zu einer herkömmlichen

Bauweise. Hieran hat

auch die energieeffiziente Beleuchtungstechnik

ihren Anteil.

Wie sieht die konkret aus?

Traumann: Dort, wo es wirtschaftlich

und technisch möglich war, haben

wir auf LED-Technik gesetzt,

zum Beispiel im Bereich der Wegebeleuchtung.

Wo jedoch die Beleuchtungsstärke

und die Lichtqualität

im Vordergrund standen, haben

wir T8-Leuchten mit tageslichtabhängiger

Steuerung verwendet.

Außerdem haben wir intelligente

Steuerungsinstrumente und Bewegungsmelder

verbaut, um unnötigen

Stromverbrauch für die Beleuchtung

zu vermeiden. Bei der

Installation sind wir dem europäischen

EIB- beziehungsweise KNX-

Standard gefolgt.

Das neue TIC verfügt über einen Klimaraum

für die Produktabnahmen.

Ist dieser ebenfalls Teil des Energieeffizienzkonzepts?

Traumann: Auch die Kühlung dieser

Räume erfolgt weitestgehend über

das Grundwasser. Lediglich die

Leistungsspitzen der Kühlung müssen

über Inverter-Technik abgedeckt

werden, damit es hier nicht

zu Lasten unserer Kunden Engpässe

gibt.

Welche Konzepte wurden hinsichtlich

der Entsorgung umgesetzt?

Traumann: Bei der Abwasserentsorgung

unterscheiden wir zwischen

Regenwasser, das direkt

versickert, unbelastetem Abwasser,

wie überschüssigem Kühlwasser,

das direkt ins Grundwasser eingeleitet

werden darf, und häuslichem

Abwasser, das in die Kanalisation

geleitet wird. Letzteres beschränkt

sich im Wesentlichen auf Abwasser

aus Sanitäranlagen, Teeküchen

und Waschbecken.

Und beim Müll ...?

Traumann: ... trennen wir konsequent!

Wir unterscheiden 26

verschiedene Gebindearten, von

Papier- und Biomüll über Altholz,

gemischte Folienverpackungen,

Kunststoffreste aus der Fertigung,

Schlamm aus der Wasserstrahlschneidanlage

bis hin zu Elektroschrott,

Batterien ... Wir haben hierfür

auch 26 verschiedene Entsorgungswege.

Dieses Entsorgungskonzept

verwendet MULTIVAC übrigens

schon lange. Eine Besonderheit

im neuen Training & Innovation

Center ist jedoch, dass wir zum

effizienten Entsorgen von Folienresten

und -abfällen eine Zerkleinerungsanlage

installiert haben, um

das Transportvolumen zu reduzieren.

Welche Vorteile hat das energieeffiziente

Gebäudekonzept für Ihre

Kunden und Mitarbeiter?

Traumann: Wir schaffen für Kunden

und Mitarbeiter Rahmenbedingungen,

die zeitgemäß sind und die

Anforderungen an die Arbeitsstättenrichtlinie

weit übertreffen. Wir

schaffen ganzjährig ein angenehmes

Raumklima, das ein effizientes

Arbeiten gewährleistet.

Mal abgesehen davon, dass die

Energieeinsparverordnung eine

energieeffiziente Bauweise vorschreibt:

Welche Vorteile hat eine

solche Maßnahme für ein Unternehmen

wie MULTIVAC?

Traumann: Eine energieeffiziente

Bauweise rechnet sich unterm

Strich auch finanziell. Durch sie hat

sich die Wirtschaftlichkeit dieser Investition

weiter erhöht. Darüber hinaus

sind Unternehmen heute mehr

und mehr gefordert, ihrer gesellschaftlichen

Verantwortung gerecht

zu werden. MULTIVAC hat hier

eine Art Vorreiterrolle, denn wir bekennen

uns seit Jahren zu einem

nachhaltigen Wirtschaften.

31


UPDATE innovationen & Produkte

Bis zu 480

Packungen

Aufschnitt

in der

Minute

Die R 685 verarbeitet überbreite Folien für hohe

Volumina an Aufschnittware

Die R 685 kann Folien bis zu einer Breite von 830 Millimetern

verarbeiten. Damit eignet sich die Tiefziehverpackungsmaschine

ideal für die Produktion hoher

Volumina an geschnittener Ware. Vorgestellt wird die

Maschine auf der IFFA 2013.

Extrabreit: Die R 685 ist für hohe Kapazitäten ausgelegt

32


AUSGABE 1 2013

Bislang betrug die maximale Folienbreite für Standardmaschinen

von MULTIVAC etwa 730 Millimeter. Mit

der R 685 ist nun eine Folienbreite von 830 Millimetern

möglich. Damit ist die neue Tiefziehverpackungsmaschine

insbesondere für die Verpackung hoher Volumina

an geschnittener Ware ausgelegt. MULTIVAC

reagiert mit dieser Maschine auf Anforderungen von

Kunden, die bereits Slicer mit hoher Kapazität einsetzen

oder einen solchen Einsatz planen. Die Verpackungsmaschine

soll das Volumen an geschindelter

Ware, das vom Slicer kommt, direkt abnehmen

und verpacken.

Doppelspindel-Technik sorgt für mehr Kraft

Eine Verarbeitung von Folien in diesen Breiten ist nicht

ohne Weiteres möglich. „Aufgrund ihrer Breite besteht

normalerweise die Gefahr, dass die Folien in der Maschine

durchhängen“, erläutert Natalie Schmid von

MULTIVAC. Eine innovative Maschinen- und Steuerungstechnik

löst dieses Problem: Die R 685 verfügt

über ein Stütz- und Auslaufsystem mit Leisten. Die

Folientransportkette gewährleistet dabei eine stabile

Führung der Folie bis zur Siegelstation.

Der Kraftaufwand für den Transport der Folien ist

sehr hoch. Deshalb hat MULTIVAC die R 685 mit zweifachen

Antriebssystemen für die Folientransportkette

ausgestattet. Auch das Gewicht der Werkzeuge der

R 685 ist deutlich höher als bei den bisherigen

Standardmodellen. Um die Massen zu bewegen und

ausreichend hohe Schließkräfte zu erzeugen, verfügt

die R 685 über Doppelspindel-Hubwerke. Zudem

wurde die R 685 mit einer entsprechenden Sensorik

ausgestattet, welche die einzelnen Prozessschritte

unterstützt.

33


UPDATE innovationen & Produkte

„Der kleinste Linien-

Traysealer der Welt“

Hohe Flexibilität, einfache Bedienung und ein attraktiver Preis – der Erfolg des Traysealers T 300

beruht auf vielen Vorteilen

Auf der interpack 2011 stellte MULTIVAC erstmals den neuen T 300 vor. Seither hat sich das Kompaktmodell

zum Verkaufsschlager entwickelt. Über die Erfolgsfaktoren sprachen wir mit dem verantwortlichen Produktmanager

Alexander Kult.

Herr Kult, mit dem T 300 bietet

MULTIVAC bei seinen automatischen

Traysealern seit einiger

Zeit ein Einsteigermodell an. Auf

welche Marktanforderungen wurde

mit dieser Produktinnovation

reagiert?

Kult: Bis vor wenigen Jahren waren

es vor allem die großen industriellen

Verpacker, die ihre Produkte mit

kompletten Linien verpackt haben.

Mittlerweile jedoch gibt es immer

mehr kleine und mittelständische

Unternehmen, die Wert auf eine

professionellere Präsentation ihrer

Produkte legen. Aber auch größere

Kunden verpacken zunehmend

kleine Chargen und benötigen mehr

Flexibilität bei ihren Prozessen. Die

Baugröße des T 300 ermöglicht

eine sehr flexible Verwendung.

Sie haben den T 300 erstmals im

Mai 2011 vorgestellt. Wie kommt

das Modell seither an?

Kult: Die Maschine kommt bei Kunden

sehr gut an. Auf Messen erlebe

ich immer wieder, dass mich ein

Interessent fragt, ob er das Ausstellungsmodell

gleich mitnehmen

kann. So etwas erlebt man normalerweise

im Verpackungsmaschinengeschäft

nicht.

Wie sieht der typische T 300-

Kunde aus?

Kult: Der typische T 300-Kunde ist

klein bis mittelständisch geprägt

und fertigt seine Produkte in kleinen

bis mittleren Stückzahlen. Dabei

legt er Wert auf ein hochwertiges

Produkt, für das er eine

professionelle Verpackungslösung

sucht. Der T 300 eignet sich aber

auch für Unternehmen, die häufig

wechselnde Chargen produzieren,

denn der Werkzeugwechsel ist

bei dieser Maschine wirklich sehr

einfach.

Warum ist der T 300 bei dieser

Klientel so erfolgreich?

Kult: Dafür gibt es im Prinzip vier

Gründe. Erstens verfügt der T 300

über ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zweitens ist der

Aufbau des T 300 sehr einfach, die

34


AUSGABE 1 2013

Alexander Kult

Produktmanager von MULTIVAC

Arbeitsweise leicht verständlich.

Bei seiner Konstruktion hatten

sich unsere Entwickler an dem

Plug-and-Play-Prinzip der Computertechnologie

orientiert, sprich

auspacken, an die Steckdose anschließen

und loslegen. Dazu ist

der T 300 mit der intuitiven Bedienoberfläche

HMI 2.0 ausgestattet,

die das einfache Einstellen von

Produktionsparametern auch für

ungeübtes Personal ermöglicht.

Sie erwähnten vier Gründe ...?

Kult: Drittens ist das Maschinendesign

mit 2,50 Meter Länge und

1,10 Meter Breite so platzsparend,

dass der T 300 auch in kleinen

Räumen positioniert werden kann.

Viertens hat die Maschine eine

hochwertige und langlebige Edelstahlkonstruktion

und lässt sich

dank des Hygiene Designs von

MULTIVAC optimal reinigen.

Wo ist der T 300 im Traysealer-

Portfolio von MULTIVAC angesiedelt?

Kult: Mit dem T 300 ist uns der Brückenschlag

zwischen den manuell

zu beladenden Halbautomaten und

den linienintegrationsfähigen Vollautomaten

gelungen. Beim T 300

ist zum Beispiel die Integration eines

Tray-Entstaplers oder von Befüllkomponenten

möglich. Dadurch

können Anwender eine deutlich höhere

Leistung erzielen. Gleichzeitig

ist der T 300 aber in einem Preissegment

angesiedelt, das für kleine

und mittelständische Unternehmen

attraktiv ist.

Ist die Linienintegrationsfähigkeit

der Hauptunterschied zwischen

dem T 300 und den halbautomatischen

Traysealern von MULTIVAC?

Kult: Nein, sie ist nur ein Kriterium.

Beim T 300 werden die befüllten

Trays automatisch in das Maschineninnere

transportiert, wo sie versiegelt

werden. Die Trays werden

in der Regel manuell zugeführt; sie

können aber auch automatisch auf

die Zuführung des T 300 entstapelt

werden. Die halbautomatischen

Traysealer hingegen werden mit einer

Schublade beladen, die manuell

auf- und zugezogen wird.

Wie grenzt MULTIVAC den T 300

auf der anderen Seite von den

Hochleistungsmaschinen ab?

Kult: Gegenüber den Hochleistungs-Traysealern

unterscheidet

sich der T 300 im Wesentlichen

durch seine Leistung und die Anzahl

der Nutzen pro Werkzeug.

Was die Qualität und die Funktionalitäten

der Verpackungen angeht,

steht der T 300 den Hochleistern

aber in nichts nach.

Welche Möglichkeiten gibt es hier?

Kult: Mit dem T 300 können Lebensmitteleinzelhändler

und Metzgereien

hochwertige und formstabile

Verkaufsverpackungen mit und

ohne Schutzatmosphäre in kleinen

Chargen herstellen. Möglich sind

auch Mehrkammer-Trays, Verpackungen

nach dem FreshSAFE-

Konzept, Skin-Isopaks sowie der

Einsatz von Lid-Folie. Was das

Materialspektrum betrifft, sind alle

siegelfähigen Materialien möglich.

Sie erwähnten eingangs den

einfachen Werkzeugwechsel beim

T 300. Wie sieht das in der

Praxis aus?

Kult: Der Formatwechsel beim

T 300 ist softwareunterstützt. Das

macht die Formatumstellung sehr

einfach. Gleiches gilt für den Wechsel

der Deckelfolie. Dabei benötigt

das Bedienpersonal nur wenige

Handgriffe. Das geringe Gewicht

der auszutauschenden Komponenten

macht Hilfsmittel wie zum Beispiel

einen Werkzeugwechselwagen

überflüssig. Die Folienzuführung

ist gut zugänglich. Daher lässt

sich die Folie anschließend leicht

einfädeln. Hier hat MULTIVAC das

Prinzip der Tiefziehverpackungsmaschine,

das bei den großen Maschinen

zum Einsatz kommt, auf den

T 300 übertragen. Das einfache

Wechselsystem ist ein Alleinstellungsmerkmal

bei diesem Modell.

35


UPDATE innovationen & Produkte

Mehr

Performance

für die

Hochleister

MULTIVAC optimiert Traysealer-Werkzeuge

MULTIVAC hat die Werkzeuge seiner automatischen Highend-Traysealer optimiert. Damit erhöht das Unternehmen

die Zahl der Nutzen pro Werkzeug und senkt den Gasverbrauch bei MAP-Anwendungen.

„Wir haben alle Werkzeuge der Traysealer-Reihen

T 700, T 800 und T 850 einem Facelift unterzogen. Dadurch

konnten wir die Siegelfläche der Werkzeuge vergrößern“,

berichtet Alexander Kult, Produktmanager

bei MULTIVAC. Dies führt dazu, dass sich bei diesen

Traysealer-Modellen die Nutzenzahl pro Werkzeug –

und damit die Performance – deutlich erhöht. Durch

die Adaption der Werkzeuge an die Traytiefe wird zudem

der Gasverbrauch der Traysealer bei der Herstellung

von MAP-Verpackungen reduziert. Ebenso kann

aufgrund des verringerten Evakuiervolumens der Restsauerstoff

in den Packungen reduziert werden.

Performance = nutzbare Werkzeugfläche x Takte

pro Minute

„Performance“ beschreibt in diesem Zusammenhang

die Leistungsfähigkeit der Maschine. Traysealer-Kunden

bewerten die Leistungsfähigkeit primär nach zwei

Kriterien: Zum einen sollen sich Stillstandszeiten auf

ein Minimum beschränken. Ein weiteres Kriterium ist

die Anzahl an Trays, die pro Zeiteinheit verpackt werden

können. „Ein Vergleich von ‚Packungen pro Zeiteinheit’

muss allerdings hinsichtlich seiner Aussagekraft

kritisch betrachtet werden. Je nach gewählter

Traygröße ändert sich die Anzahl der Nutzen, die pro

Takt verpackt werden können. Eine bessere Vergleichbarkeit

erzielt man, wenn man die maximale Fläche,

innerhalb der versiegelt werden kann, betrachtet. Damit

löst man die Relativität von Leistungsaussagen je

nach Traygröße auf“, sagt Kult.

Traysealer-Portfolio erweitert

Auf der IFFA 2013 präsentiert MULTIVAC zudem sein

neuestes vollautomatisches Traysealer-Modell, das im

mittleren Leistungsbereich angesiedelt ist und komplett

in automatisierte Verpackungslinien integriert

werden kann. Der T 600 richtet sich vor allem an kleine

und mittelständische Lebensmittelproduzenten und

Verpacker, die eine kompakte, aber dennoch voll integrationsfähige

Lösung benötigen. In der einspurigen

Variante versiegelt der T 600 bis zu 40 MAP-Trays pro

Minute. „Mit dem preislich sehr attraktiven Modell bieten

wir denjenigen Kunden eine Lösung, die sich einen

höheren Automatisierungsgrad wünschen oder wachstumsbedingt

von einer manuellen Beladung ihrer Verpackungsmaschine

auf eine vollautomatisierte Lösung

umsteigen wollen“, sagt Kult.

36


AUSGABE 1 2013

Roger Grundmann

Managing Director von MULTIVAC Resale & Service

Gefragte Alternativen

zum Neukauf

Großer Markterfolg für MULTIVAC Pro Selection

Trotz unsicherer konjunktureller Aussichten konnte MULTIVAC Pro Selection, also OEM-instandgesetzte

Verpackungsmaschinen von MULTIVAC, im Jahr 2012 ein hohes Umsatzwachstum verzeichnen.

Für Roger Grundmann, Managing Director von

MULTIVAC Resale & Service, liegt die Ursache für die

positive Entwicklung auf der Hand: „Wir haben die

Chance erhalten, unsere Kompetenz in der Überarbeitung

von gebrauchten Verpackungsmaschinen unter

Beweis zu stellen, und sie genutzt – so konnten wir

den Markt von der erstklassigen Qualität und dem hohen

Maß an Zuverlässigkeit unserer instandgesetzten

Verpackungsmaschinen überzeugen. Die erfreuliche

Folge war ein wesentlicher Anstieg der Nachfrage

nach MULTIVAC Pro Selection Maschinen.“

Neue Wege beschreiten

Eine gebrauchte und instandgesetzte Maschine kann

in vielen Fällen eine gute Alternative gegenüber einem

Neukauf darstellen. So erkennen die Kunden in zunehmendem

Maße, dass gebrauchte und vollständig instandgesetzte

Maschinen nicht zwangsläufig alt und

abgenutzt sein müssen. „Wir haben bewiesen, dass

man sich hundertprozentig auf eine von MULTIVAC instandgesetzte

MULTIVAC Maschine verlassen kann“,

bringt es Grundmann auf den Punkt. Maschinen, die

älter als fünf Jahre sind, werden bei MULTIVAC Resale

& Service einer vollständigen OEM-Instandsetzung unterzogen.

Formate werden instandgesetzt oder neu

hergestellt, und die Maschine wird entsprechend den

neuesten Sicherheitsbestimmungen angepasst und in

einem einwandfreien Zustand ausgeliefert.

MULTIVAC Pro Selection seit 2012 neue Marke

Die hohen Qualitätsstandards fußen auf dem langjährigen

Know-how der MULTIVAC Resale & Service,

die bereits über 25 Jahre mit OEM-instandgesetzten

Maschinen handelt. Im Jahr 2012 wurde dann das

neue Markenzeichen „MULTIVAC Pro Selection“ für

OEM-instandgesetzte MULTIVAC Maschinen eingeführt.

„Unser Unternehmen ist bekannt für die kurzen

Kommunikationswege und den zuverlässigen Service“,

resümiert Grundmann. „Aus diesem Grund können wir

voller Zuversicht in die Zukunft blicken, wenn wir auch

weiterhin dafür Sorge tragen, dass unsere Kunden sich

stets auf uns verlassen können.“

37


UPDATE innovationen & Produkte

Harmonisierte Steuerung

Rückverfolgungskennzeichnung für das Tiefziehverpacken

Damit die Herkunft eines Produkts bei Bedarf lückenlos nachvollzogen werden kann, müssen die Packungen

exakt gekennzeichnet werden. Damit die richtigen Daten auf das richtige Produkt gelangen, bedarf es eines

ausgeklügelten Zusammenspiels zwischen Verpackungsmaschine, Drucker, Etikettierer und EDV-System.

Die MULTIVAC Gruppe bietet eine Komplettlösung für

die Rückverfolgung im Bereich Tiefziehverpacken an:

Sie besteht aus einer MULTIVAC Tiefziehverpackungsmaschine,

einem Querbahnetikettierer für die Obenetikettierung

(MR625 OP) und für die Untenetikettierung

(MR635UP), einem Handscanner zum Erfassen

der chargenbezogenen Daten sowie gegebenenfalls Inspektionssystemen.

Seit dem Ausbruch von BSE muss die Herkunft von

Fleisch und Wurst „vom Feld bis zum Tisch des Verbrauchers“

lückenlos nachzuvollziehen sein. So sieht

es die europäische Lebensmittelverordnung vor. Die

Rückverfolgbarkeit bezieht sich dabei in der Regel auf

eine in einem Arbeitsgang gemeinsam hergestellte

Charge.

Damit die einzelne Verpackung beziehungsweise

deren Etikett die richtigen Daten zum jeweiligen Produkt

enthält, bedarf es eines ausgeklügelten Zusammenspiels

zwischen den beteiligten Maschinen und

IT-Systemen: „Die größte Herausforderung bei der

chargengenauen Kennzeichnung von Produkten ist die

Kommunikation zwischen den Prozessschritten ‚Einscannen

der Daten und Abspeichern in der Produktionsdatenbank‘,

‚Verpacken‘, ‚Etikettieren‘ und ‚Drucken‘.

Dabei muss steuerungstechnisch gelöst werden,

dass diese Stationen miteinander sprechen

können“, erläutert Alexander Thiel, Leiter der Elektrokonstruktion

von MULTIVAC Marking & Inspection.

Auch für kleinste Losgrößen geeignet

MULTIVAC Marking & Inspection hat sich dieser Herausforderung

gestellt und ein Etikettiersystem für die

Oben- und Untenetikettierung von tiefgezogenen Packungen

entwickelt. Dieses ist für Anwendungen optimiert,

bei denen kleinere und kleinste Losgrößen – bis

hin zu Losgröße Eins – sowie häufig wechselnde Chargen

gekennzeichnet werden müssen.

„Zum einen haben wir den Etikettenspender unseres

Querbahnetikettierers mit einer Print Engine ausgerüstet,

die direkt an seiner Spendekante montiert

ist. Damit wird das Etikett unmittelbar nach der Bedruckung

auf die Packung gespendet und nicht, wie sonst

üblich, noch ein Stück mitgeführt“, erläutert Thiel.

Zum anderen – und das ist die entscheidende Neuerung

– sind die Querbahnetikettierer mit der ergonomisch

gestalteten Bedienoberfläche HMI 2.0 ausgestattet,

die bei MULTIVAC Verpackungsmaschinen der

neuen Generation zum Einsatz kommt. Damit ist das

Bedienpersonal in der Lage, Verpackungsmaschine,

Etikettier- und Drucksystem über eine einzige Bedienlogik

zentral anzusteuern. Dabei werden die eingescannten

Chargendaten erfasst und verarbeitet und

übersichtlich visualisiert.

„Das HMI 2.0 ist Bedienoberfläche und Kontrollterminal

zugleich. Laufend werden Standardinformationen

über den Produktionsauftrag angezeigt und als

Statusinformationen mitgeführt. Dazu gehören unter

anderem die Anzahl der fertigen Verpackungen, die

Taktrate der Maschine, die Restmenge der Deckelfolie

38


AUSGABE 1 2013

Das Etikett wird direkt nach der Bedruckung auf die Packung gespendet

und die Anzahl der fehlerhaften ausgeschleusten Verpackungen“,

beschreibt Thiel.

Praxisbeispiel Fleischverarbeitung

Und so funktioniert die steuerungstechnische Integration

in der Praxis: Ein Schlachtbetrieb beliefert einen

verarbeitenden Betrieb mit Schweinefleisch. Das

Fleisch wird dort zunächst mit einem Wareneingangsetikett

versehen, das die Herkunftsangaben des

Schlachtbetriebs enthält.

Vor dem Verpacken werden die Chargendaten der

Lieferung über einen Scanner in die Steuerung der

Tiefziehverpackungsmaschine eingelesen. Hier erfolgt

bereits eine Plausibilitätsprüfung. Zusätzlich gibt die

Streckensteuerung der Verpackungsmaschine den

Daten eine eindeutige ID-Nummer (Scan-ID) mit.

Die Streckensteuerung der Tiefziehverpackungsmaschine

führt die Daten des Scans und die Scan-ID

bei der Verpackung des Fleisches taktgenau mit. Nach

Empfang der Druckdaten lädt die Steuerung des

Etikettierers automatisch das richtige Drucklayout für

die aktuelle Charge und füllt die variablen Felder anhand

der eingescannten Daten aus. Gleichzeitig kann

der Etikettierer die Daten in Klartext auf das Etikett

drucken.

Integrierte Steuerung sorgt für Prozesssicherheit

Die Drucklayouts werden dabei üblicherweise an

einem Büro-PC erzeugt und über das IT-Netzwerk in

die Print Engine eingespielt. Daher ist keine zusätzliche

Software für das Layout auf der Anlage erforderlich.

Die Rechnerleistung wird nicht belastet. Das fertige

Drucklayout für die aktuelle Charge wird an den Drucker

übergeben. Die an der Spendekante des Etikettierers

montierte Print Engine druckt das Etikett, welches

dann unmittelbar über den Applikator des Etikettierers

auf die Packung aufgebracht wird. Dabei stellt die

Steuerung von Verpackungsmaschine und Etikettierer

sicher, dass nicht befüllte Packungen erfasst und nicht

etikettiert werden.

39


UPDATE innovationen & Produkte

Einwandfreie Optik

Optisches Inspektionssystem zur Überprüfung von Siegelnähten im Verpackungsprozess

Siegelnähte müssen ausreichend dicht und frei von Fremdkörpern sein, um die sichere Verpackung eines Lebensmittels

oder eines Medizinproduktes zu gewährleisten. Dabei gibt es verschiedene Systeme, um die Qualität der

Siegelnaht während des Verpackungsprozesses zu überprüfen.

Meist sind sie nur zwei bis sechs Millimeter breit, doch

sie haben es in sich: Siegelnähte halten Packungen

fest, sicher und häufig gasdicht verschlossen, dennoch

sind sie sehr flexibel, was das Aufreißverhalten und

das eingesetzte Material angeht. Je nach Anwendungsfall

schützen sie das Packgut zuverlässig vor

Diebstahl, halten Produkte steril oder ermöglichen

einen Druckausgleich bei Luftfrachttransporten. Ohne

Zweifel sind Siegelnähte ein wichtiger Garant für eine

hohe Verpackungsqualität.

Problemstelle: Siegelnaht

Schon während des Verpackungsprozesses gibt es

verschiedene Möglichkeiten, um die Qualität von Siegelnähten

zu überprüfen. Zum einen kann die Siegelnaht

mechanisch kontrolliert werden, beispielsweise

durch ein leichtes Zusammenpressen der Packung.

Eine zu große Nachgiebigkeit der Packung bedeutet,

dass die Siegelnaht offen oder zumindest beschädigt

ist. Konsumenten bewerten die Dichtigkeit von Packungen

meist ebenso, indem sie auf die Packung

drücken und ihre Festigkeit prüfen. Wenn sich diese

ebenso stramm anfühlt wie die anderen, ist die Packung

meist in Ordnung.

In der Praxis sind offene Siegelnähte aber längst

nicht das Hauptproblem, wie Dr. Hendrik Frank, Technischer

Leiter bei der MULTIVAC Tochter MULTIVAC

Marking & Inspection, erläutert: „Wir wissen aus eigener,

mehr als 50-jähriger Erfahrung als Verpackungsspezialist,

dass grobe Siegelnahtfehler, wie zum Beispiel

offene Siegelnähte, Löcher in der Folie oder

Ähnliches, nur höchst selten vorkommen. Wesentlich

wahrscheinlicher ist dagegen, dass Produkte in der

Packung verrutschen und in die Siegelnaht hereinragen,

oder dass Produktreste in die Siegelnaht geraten

und dort eingesiegelt werden. Diese Verschmutzungen

sind nicht nur unschön, sondern stellen vor

allem einen Unsicherheitsfaktor dar, da die Naht dann

sehr wahrscheinlich nicht dicht ist oder es über längere

Zeit bleibt.“

Besonders anspruchsvoll sind in diesem Zusammenhang

Trockenprodukte, lockere Panaden, Semmelbrösel,

Schinkenwürfel oder vergleichbare Produkte.

„Je rieselfähiger ein zu verpackendes Produkt ist, desto

höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Produktreste

in die Siegelnaht geraten. Dies lässt sich nur unvollkommen

durch Bürsten oder eingeblasene Luft auf der

Verpackungsmaschine verhindern“, erklärt Frank.


Der Handel ist, was die Packungsqualität angeht,

ohnehin höchst sensibel: Packungen, die optisch nicht

einwandfrei sind, die nicht so aussehen wie alle anderen,

werden häufig liegengelassen und der Konsument

wählt entweder ein anderes Produkt oder kauft beim

Wettbewerber ein.

Neu: Optisches Inspektionssystem

Um Siegelnähte auf die erwähnten Kontaminationen

zu prüfen, hat MULTIVAC Marking & Inspection jüngst

40


AUSGABE 1 2013

ein optisches, also kamerabasiertes Inspektionssystem

auf den Markt gebracht: Der MULTIVAC Siegelnahtscanner

scannt die Siegelnähte in der Tiefziehverpackungsmaschine

mit Hilfe einer Zeilenkamera,

die die Bilder aufzeichnet und ihren Inhalt – die Siegelnaht

– mit verschiedenen Werkzeugen auf Unversehrtheit

prüft.

Der Scanbereich reicht dabei bis zu einer Breite von

700 Millimetern und der Siegelnahtscanner erkennt

Fremdkörper ab einer Größe von 0,5 Quadratmillimetern

in der Siegelnaht. Auch unvollständige Siegelnähte

oder Siegelnahtfehler wie Falten oder Blasen

können detektiert werden. Die gescannten Bilder, zum

Beispiel Life- oder NiO-Bilder, werden in Echtzeit auf

dem Bedienterminal angezeigt. Aufnahmen von fehlerhaften

Produkten werden mit Zeitangabe in einem

Bildarchiv gespeichert. Dadurch lassen sich Packungen

auch über einen längeren Zeitraum rückverfolgen.

Das betroffene Produkt kann automatisch ausgeschleust

werden.

Die Zeilenkamera ist direkt in der Verpackungsmaschine

integriert. Dieser Prozess, der gleich nach

dem Siegelvorgang abläuft, ist sicherer als eine nachgelagerte

Inspektion, wie Dr. Hendrik Frank erläutert:

„In der Verpackungsmaschine wird die Folie und damit

die Packung und die Siegelnaht präzise geführt. Auch

Siegelnähte in Weichfolie oder anderen biegeschlaffen

Materialien lassen sich sicher mit der Zeilenkamera

fokussieren. Anders als auf Transportbandsystemen,

auf denen die Produkte springen können, liegt die

Inspektionsebene sehr genau fest. Diese Unabhängigkeit

vom Folienmaterial und die erhöhte Sicherheit bei

der Bildaufnahme zeigen, dass es sinnvoll ist, die Siegelnahtkontrolle

direkt in den Verpackungsprozess zu

integrieren.“

Dabei ist der Siegelnahtscanner vergleichsweise

platzsparend. Sein Einbauraum in einer MULTIVAC

Tiefziehverpackungsmaschine beträgt 60 Zentimeter

Länge. Die Inspektion ist vollautomatisch, erfasst

100 Prozent aller Packungen und erfolgt berührungslos

und daher verschleißfrei. Die schnelle Bildverarbeitung

des Scanners sorgt für eine hohe Durchsatzleistung.

41


UPDATE innovationen & Produkte

Qualitätscheck

inklusive

Inspektionssysteme im Kennzeichnungsprozess

Sitzt das Etikett an der gewünschten Position? Ist die Schrift gut erkennbar, der

Barcode lesbar? Inspektionssysteme überprüfen, ob die Qualität stimmt.

In modernen Verpackungslinien flitzen die Packungen

im Sekundentakt durch das Kennzeichnungssystem.

Um fehlerhafte Exemplare weitgehend zu vermeiden,

muss jede einzelne Packung überprüft werden. Diese

Aufgabe übernehmen heute Inspektionssysteme, von

denen es zahlreiche Varianten gibt, denn bei einem Etikett

gibt es höchst unterschiedliche Aspekte zu prüfen.

Vom einfachen Sensor bis zum

PC-basierten System

Zu den am häufigsten genutzten Inspektionssystemen

zählen Sensoren, Barcodeleser, intelligente Kameras

sowie PC-basierte Systeme. Bei den Sensoren unterscheidet

man je nach Funktionalität zwischen Lumineszenz-,

Kontrast- und Farbsensoren sowie Barcodesensoren.

Lumineszenztaster erkennen lumineszierende Partikel,

die in Papieretiketten zum Teil bereits enthalten

sind oder über einen Lack aufgebracht werden. Kontrast-

und Farbsensoren nehmen Kontrast- und Farbunterschiede

wahr, was im Zusammenhang mit Markenfarben

bedeutsam sein kann. Barcodesensoren überprüfen,

ob der Barcode vorhanden ist, können dessen

Inhalt aber nicht analysieren. Diese Aufgabe übernehmen

Barcodeleser, die neben der Anwesenheit des

Barcodes überprüfen, ob sein Inhalt mit dem Packgut

übereinstimmt.

42


AUSGABE 1 2013

Vision Sensoren sind mit einer Kamera vergleichbar:

Sie benötigen ein Objektiv und die entsprechende

Beleuchtung, über die der Kontrast zwischen Merkmal

und Hintergrund eingestellt wird. Ihr Spektrum reicht

von Anwesenheitskontrolle über Mustererkennung,

OCR-Texterkennung, OCV-Textprüfung und Barcodekontrolle.

Intelligente Kameras benötigen ebenfalls ein Objektiv

und eine Beleuchtung. Ihre Inspektionsfläche ist jedoch

größer als die der Vision Sensoren. Ähnlich wie

bei den Vision Sensoren können intelligente Kameras

mehrere Arten der Inspektion gleichzeitig durchführen.

Darüber hinaus ist eine interne Bildanalyse möglich.

PC-basierte Systeme hingegen bestehen aus einem

Kamerasystem mit austauschbarem Objektiv und

einer Benutzerschnittstelle. Sie ermöglichen eine statistische

Auswertung und Kommunikation mit anderen

Systemen. Neben den erwähnten Inspektionsarten erlauben

sie die Suche nach Fehlern an der Siegelnaht in

den eingelernten Konturen.

Inspektionssysteme aus dem Hause MULTIVAC

Bei der Wahl der passenden Inspektionssysteme tun

sich Anwenderunternehmen naturgemäß schwer, zumal

das am Markt vorhandene Spektrum relativ groß

ist. Daniel Siegenbrink, Bereichsleiter Steuerungstechnik

bei MULTIVAC Marking & Inspektion, erklärt: „Die

Entscheidung für ein bestimmtes Inspektionssystem

hängt beispielsweise davon ab, aus welchem Material

Verpackung und Etikett sind und welche Form sie haben.

Entscheidend sind aber auch die Taktgeschwindigkeit

der eingesetzten Verpackungsmaschine, ob die

Inspektion von oben oder unten erfolgt, der Einfluss

von Fremdlicht und die jeweilige Systemumgebung.“

nimmt jede Prüfaufgabe eine bestimmte Zeit zur Auswertung

in Anspruch. Dabei spielt auch die Genauigkeit

der Zuführung eine Rolle. Je größer das vorgegebene

Suchfeld, desto länger dauert die Suchzeit.

Auch die Beleuchtung muss passend zur Geschwindigkeit

und zur Größe der zu erkennenden Merkmale

und Farben ausgewählt werden.

Der Anspruch bei jedem neuen Projekt ist es, herauszufinden,

was ein Kunde genau geprüft haben will.

Geklärt werden muss, ob die Solldaten aus dem Prozessleitsystem

kommen oder ob ein Bediener oder

Servicetechniker das System einlernt. Danach folgt die

Frage, wie geprüft werden soll, von oben, unten oder

von der Seite, im Stillstand oder im Durchlauf der Maschine.

Oftmals, so Siegenbrink, sei es empfehlenswert,

Tests mit Musterpackungen vorzunehmen, um

wirklich jedes Detail zu berücksichtigen: „Schrift ist

nicht gleich Schrift“, betont Siegenbrink; „Es kann vorkommen,

dass ein Kamerasystem zwar eine vier Millimeter

hohe Schrift in Arial lesen kann, die drei Millimeter

hohe Schrift in Times New Roman aber nicht.“

MULTIVAC Marking & Inspection hat Inspektionssysteme

verschiedener Hersteller in seine Kennzeichnungssysteme

standardmäßig eingebaut. Darüber hinaus

hat die MULTIVAC Tochter auch eigene Inspektionssysteme

im Programm, darunter das PC-basierte

Kamerasystem MULTIVAC MVS und den Siegelnahtscanner

für Tiefziehverpackungsmaschinen. Diese

Systeme sind vollständig in die MULTIVAC Steuerung

IPC 06 / HMI 2.0 integriert.


Test mit Musterpackungen durchführen

MULTIVAC Marking & Inspection deckt das gesamte

Lösungsspektrum für Aufgaben der Qualitätskontrolle

ab. Das Unternehmen bindet Inspektionssysteme verschiedenster

Hersteller in seine Kennzeichnungssysteme

ein und berät Kunden bei der Auswahl der

Systeme.

Sollen beispielsweise auf einem Produkt viele

Prüfungen gleichzeitig vorgenommen werden und

ist die Taktleistung der Verpackungsmaschine hoch,

muss das Kamerasystem so leistungsfähig sein, dass

es die Bilder in kurzer Zeit auswerten kann. Schließlich

43


UPDATE innovationen & Produkte

Für optimale

Druckergebnisse

MULTIVAC Marking & Inspection bietet Drucker und Verbrauchsmaterial aus einer Hand

Für seinen neuen Thermotransferdrucker TTO bietet MULTIVAC Marking & Inspection jetzt passendes

Verbrauchsmaterial: Thermotransferfolie, Thermoleisten und Reinigungsmaterial sind speziell auf den TTO

abgestimmt.

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AUSGABE 1 2013

Optimal auf den Drucker abgestimmtes Verbrauchsmaterial sorgt für perfekte Druckergebnisse

Die Druckqualität hängt stark vom Zusammenspiel

zwischen Drucker, Verbrauchsmaterial und dem zu

bedruckenden Untergrund ab. Daher bietet MULTIVAC

Marking & Inspection für seinen neuen Thermotransferdrucker

TTO jetzt auch eigene Thermotransferfolien

in vier Qualitäten an. Alle Qualitäten sind ISEGA-zertifiziert

und damit unbedenklich für den Lebensmittelbereich.

Die Folien unterscheiden sich in ihrem Anteil

an Wachs und Harz. „Wachsbänder sind geeignet für

strukturierte Oberflächen, beispielsweise Papieretiketten,

um die Farbpigmente aufzunehmen. Je glatter

die Oberfläche bei Verpackungsfolien, Folienetiketten

oder lackierten Oberflächen, umso höher muss der

Harzanteil im Farbband sein“, erläutert Matthias Lüdtke,

Verantwortlicher für den Vertrieb von Verbrauchsmaterial

bei MULTIVAC Marking & Inspection.

Hohe Verfügbarkeit

Um maximale Verfügbarkeit zu gewährleisten, bietet

MULTIVAC Marking & Inspection Thermotransferfolienrollen

an, deren Lauflänge für die Aufnahmefähigkeit

des Druckers optimiert ist. „Das verringert Stillstandszeiten

beim Farbbandwechsel“, so Lüdtke.

Der Rollenkern ist aus Kunststoff, der besser an die

höhere Lauflänge angepasst ist: „Ab einem bestimmten

Druck der aufgewickelten Thermotransferfolie

können Pappkerne verformt werden. Sie passen dann

nicht mehr auf die Aufnahmerolle des Druckers“, ergänzt

Lüdtke.

Kunden durch, um die optimale Farbbandqualität zu

ermitteln. Anschließend erhalten Kunden eine Musterrolle,

um das Farbband unter Produktionsbedingungen

zu testen. „Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Fettgehalt

der Luft vor Ort beim Kunden weichen meist

von den Bedingungen in unserem Testraum ab“, erläutert

Lüdtke.

Darüber hinaus überprüft MULTIVAC Marking &

Inspection defekte Thermoleisten mikroskopisch.

„Einer der Hauptgründe für den Ausfall von Thermoleisten

oder einzelner Dots auf der Thermoleiste sind

Verunreinigungen“, weiß Lüdtke. Diese können von

Staub oder fetthaltigen Partikeln aus der Umgebungsluft

stammen, aber auch ausgetretener Kleber aus

dem Etikettenmaterial kann zu Verschmutzung führen.

Zudem liefert MULTIVAC Marking & Inspection

auch das passende Etikettenmaterial. So kann sichergestellt

werden, dass alle verwendeten Materialien

und Maschinen perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Ergänzende Services

Auf Wunsch führt MULTIVAC Marking & Inspection

Tests mit dem Etiketten- und Folienmaterial seiner

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UPDATE innovationen & Produkte

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AUSGABE 1 2013

Aus dem Gefrierschrank

direkt in den Ofen

Neuer Trend bei der Fleischzubereitung

Der Absatz von tiefgefrorenen Fleischprodukten sank in den letzten zehn Jahren um 23,3 Prozent, so das

Deutsche Tiefkühlinstitut e. V. in Berlin. Das Mylar ® COOK-Verpackungskonzept könnte das jetzt ändern.

Was die Zubereitung und den Verzehr von Lebensmitteln

angeht, so sind die USA in Europa immer noch

Trendsetter. Hamburger, Sandwiches und Tiefkühlpizza

sind bei Verbrauchern beliebt, nicht zuletzt deshalb,

weil sie schnell und einfach zum Verzehr bereitstehen.

Zukünftig könnte ein neuer Trend seinen Weg über

den Atlantik antreten und dem Markt für tiefgefrorene

Fleischprodukte Auftrieb geben: Filets, Steaks oder

Braten werden, gewürzt und in ofenfähiger Folie verpackt,

aus dem Gefrierschrank direkt in den Ofen oder

die Mikrowelle gelegt und dort gegart.

Unter der Warenmarke „Oven Perfect “ hat zum

Beispiel der US-Lebensmittelhersteller Farmland eine

Produktserie auf den amerikanischen Markt gebracht,

bei der frisches Schweinefleisch in ofenfähiger Folie

verpackt und tiefgekühlt wird. Von „Parmesan Garlic

Herb“ über „Onion Garlic“ bis hin zu „Southwest

Style Peppercorn“ können Verbraucher dabei zwischen

insgesamt sechs Zubereitungsvariationen wählen.

Der neue Convenience-Trend bietet Lebensmittelbetrieben

die Möglichkeit, ihren tiefgefrorenen Produkten

Rohproteine durch die Beigabe von Marinaden,

Gewürzen und Saucen zusätzlichen Wert und mehr

Attraktivität am PoS zu verleihen.

Eine Frage des Verpackungskonzepts

Aus dem Gefrierschrank in den Ofen: Die ofenfertige

Verpackung für gekühlte beziehungsweise tiefgefrorene

Lebensmittel basiert auf dem Mylar ® COOK-

Konzept des amerikanisch-japanischen Joint Ventures

DuPont Teijin Films, das bislang einzigartig am Markt

ist. Vertrieben werden die Mylar ® COOK-Folien von

MULTIVAC, die auch die entsprechenden Verpackungsmaschinen

bereitstellt.

„Mylar ® COOK sind tiefziehfähige Folien, die speziell

für die Zubereitung von Lebensmitteln im hohen

Temperaturbereich entwickelt wurden und von minus

60 bis 218 Grad Celsius einsetzbar sind“, erläutert

Robert Wild von MULTIVAC.

Hohe Produktqualität

Die Struktur der Mylar ® COOK-Folien ist so beschaffen,

dass sich die Siegelnaht der Packung bei Erreichen

eines definierten Drucks im Ofen selbst öffnet und

die beim Garen entstehenden Dämpfe entweichen

können. Infolgedessen entsteht aus dem nassen Kochzyklus

ein trockener Vorgang und das Lebensmittel

47


UPDATE innovationen & Produkte

wird in der offenen Packung gebräunt. Es werden also

keine zusätzlichen Ventile benötigt.

Aromen, Vitamine, Mineralien sowie die produkteigene

Feuchtigkeit bleiben während des Garprozesses

weitgehend erhalten. Der Einsatz von Salz und Gewürzen

lässt sich um bis zu 20 Prozent reduzieren.

Im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens zeigt

das Mylar ® COOK-Konzept eine positive Bilanz: Die

konstante Hitzeübertragung während der beiden Garphasen

sorgt für gleichmäßige Garergebnisse und reduziert

die Kochzeit um bis zu 30 Prozent. Auch das

Verpackungsvolumen ist im Vergleich zu Verbundfolien

um ein Vielfaches geringer. Durch das unabhängige

Kochsystem reduzieren sich auch der Säuberungsaufwand

und der Wasserverbrauch in der Küche.

Hohe Lebensmittelsicherheit

Mylar ® COOK bietet Anwendern eine hohe Lebensmittelsicherheit.

Köche und Privatverbraucher kommen

beim Kochen beispielsweise nicht mit rohem Fleisch in

Berührung. Dadurch wird das Risiko von Salmonellen

oder einer Kreuzkontamination mit Bakterien gesenkt.

Da es sich um eine Vakuumverpackung handelt, reduziert

sich die Gefahr von Gefrierbrand und Oxidation.

Auch dem Konsumenten bietet das Verpackungskonzept

mit Mylar ® COOK eine zusätzliche Sicherheit,

da innerhalb der Verpackung kein Überdruck entstehen

kann. Somit ist das Öffnen der Verpackung nach dem

Kochen sicher.

Anwender erhalten das Mylar ® COOK-Konzept bei

MULTIVAC aus einer Hand. MULTIVAC stellt sein umfassendes

Know-how in Bezug auf Prozesssicherheit

und Verpackungslösungen zur Verfügung. Die Anwendungszentren

der MULTIVAC Tochtergesellschaften

stellen technische Unterstützungs- und Beratungskapazitäten

für die Verarbeitung von Mylar ® COOK

bereit.

„Wir haben mit den Mylar ® COOK-Folien von

DuPont Teijin Films bereits einige Projekte erfolgreich

umgesetzt, darunter zum Beispiel im vergangenen

Jahr bei der Tassal Group, einem australischen Betreiber

von Lachsfarmen“, betont Robert Wild von

MULTIVAC.

Auch die besonders haltbaren Siegelnähte gewährleisten

maximale Verbrauchersicherheit während und

Mylar ® COOK erleichtert den Kochvorgang und erhöht die Hygiene in der Küche

48


AUSGABE 1 2013

nach dem Garprozess. Die hervorragenden mechanischen

Eigenschaften sorgen für eine hohe Durchstichfestigkeit.

Dadurch wird auch das Verpacken von

scharfkantigen Produkten oder Knochen möglich.

Prozessvorteile bei der Verarbeitung

Sie können in herkömmlichen Umluftöfen und Mikrowellenherden

verwendet werden. Die Herstellung von

Mylar ® COOK erfolgt entsprechend den Vorgaben

des weltweiten Verpackungsstandards BRC/IOP und

ist zertifiziert nach ISO 9001, IMS und HACCP.

Mylar ® COOK wurde ursprünglich für die Verpackung

von proteinhaltigen Lebensmitteln entwickelt. Mittlerweile

gibt es weitere Anwendungsbereiche, wie zum

Beispiel die Verpackung von Teiglingen für Bäckereibetriebe,

die im Ofen gebacken werden können. Hierfür

hat DuPont Teijin eigens die Produktreihe Mylar ®

BAKE entwickelt.

Mylar ® COOK-Folien lassen sich auf allen Standard-

Tiefziehverpackungsmaschinen von MULTIVAC einfach

und sicher verarbeiten. Die kurzen Form- und Siegelzeiten

ermöglichen eine hohe Taktleistung. Der

breite Form- und Siegeltemperaturbereich der Folien

macht die Verarbeitung einfach und sicher. Mylar ®

COOK-Folien entsprechen den Richtlinien der US Food

and Drug Administration (FDA), der Europäischen Union

sowie der Canadian Food Inspection Agency (CFIA).

Durch die innovative Folie kann der Einsatz von Salz und Gewürzen deutlich reduziert werden

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UPDATE innovationen & Produkte

Im luftleeren

Raum

Vakuumverpackungen in Beuteln bieten hohe Flexibilität

Vakuumverpackte Lebensmittel in Beuteln sind im Handel nach wie vor erfolgreich. Der Grund: Sie sind sehr

flexibel, was Produktgröße, Chargengröße und Produktgeometrie angeht.

„Der große Vorteil der vakuumierten Beutelverpackungen

ist ihre Flexibilität. Betriebe, die Produkte in unterschiedlichen

Größen oder Geometrien verpacken,

müssen ihre Maschine nicht jedes Mal umrüsten. Es

reicht, wenn sie unterschiedliche Beutelgrößen auf

Lager haben“, sagt Dr. Ingo Renner von MULTIVAC.

Vakuumverpackungen in Beuteln werden bevorzugt

auch für kleine Produktchargen sowie für Verpackungen

im Thekenbereich beziehungsweise in der Gastronomie

eingesetzt. „Die Vakuumbeutelverpackung ist

kostengünstig und einfach herzustellen. Durch die Verwendung

unterschiedlicher Beutelmaterialien kann die

Verpackung in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt

werden. Hierzu gehören unter anderem Beutel aus bedruckten

oder metallisierten Folien oder die bekannten

Kochbeutel“, ergänzt Renner.

Im Bereich der Industrie- und Konsumgüter schützt

die Vakuumverpackung die Produkte vor Umgebungseinflüssen

wie Staub oder Feuchtigkeit. Vakuumverpackungen

sind heute allerdings größtenteils im Lebensmittelbereich

im Einsatz: Der Entzug von Sauerstoff

verhindert die Vermehrung von Mikroorganismen

und bremst den Oxidationsprozess.

Einfache Bedienung – großes Spektrum

Vakuumverpackungen in Beuteln werden mit so genannten

Kammermaschinen hergestellt. Das Maschinenprogramm

von MULTIVAC deckt das gesamte

Größen-, Leistungs- und Ausstattungsspektrum ab:

kompakte Tisch- und Standmodelle, Doppelkammermaschinen,

vollautomatische Bandmaschinen und

komplette Schrumpfverpackungslinien.

Die Handhabung der Maschinen ist vergleichsweise

einfach. Das zu verpackende Produkt wird in dem Folienbeutel

in die geöffnete Vakuumkammer eingelegt.

Dann wird der Deckel der Vakuumkammer geschlossen.

Die Luft wird über ein Ventil aus der Kammer gesaugt,

bis das gewünschte Vakuum erreicht ist. „Bei

Kammermaschinen von MULTIVAC werden die Druckwerte

in der Kammer über einen Drucksensor absolut

gemessen und in der Steuerung in einem Display angezeigt“,

erläutert Renner.

Um die Haltbarkeit der Produkte zusätzlich zu verlängern

oder sie vor Druckstellen oder Ähnlichem zu

schützen, gibt es die Möglichkeit, die Packungen mit

einer Schutzgasatmosphäre (MAP-Packungen) zu versehen.

Dabei werden die Schutzgase über Düsen aus

Edelstahl in den Folienbeutel und das Innere der Kammer

geblasen. Wichtig bei der Herstellung von Schutzgasverpackungen

ist der Einsatz von Beutelmaterialien

mit Sauerstoffbarriere, um den Gasaustausch zwischen

Beutelinnerem und Umgebung zu vermeiden.

Ist der Evakuiervorgang abgeschlossen, wird der

Beutel mit den Lebensmitteln versiegelt. Dabei werden

die beiden Beutelinnenseiten durch eine erhitzte

Siegelschiene zusammengepresst und luftdicht miteinander

verschmolzen.

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AUSGABE 1 2013

Im letzten Arbeitsschritt wird die Kammer über ein

Ventil belüftet. Wenn sich der Druck im Inneren der

Kammer an den Umgebungsdruck angepasst hat, öffnet

sich der Deckel automatisch durch einen Federzug.

Nach dem Belüften ist die Maschine für das nächste

Produkt bereit.

Um die Vakuumverpackung in Beuteln noch anwenderfreundlicher

zu machen, bietet MULTIVAC zusätzliche

Funktionen wie eine Öffnungs- beziehungsweise

Aufreißhilfe sowie Verpackungen mit mehreren

Kleinverpackungen, Schrumpfverpackungen und Ähnlichem

an.

Die Temperatur ist entscheidend

sich im Wasser Dampfblasen: „Das Wasser siedet,

obwohl die Temperatur nur 20 Grad Celsius beträgt.

Der Druck in der Kammer nimmt dann nicht mehr

ab. Es wird also keine Luft mehr abgesaugt, sondern

nur noch Wasserdampf“, sagt Renner. Der maximale

Enddruck ist erreicht.

Bei flüssigen Produkten wie Soßen kann die Dampfblasenbildung

sehr heftig und schlagartig einsetzen, so

dass das Produkt aus der Folie herausgeschleudert

wird. Vakuumpumpen, die nicht für einen hohen

Dampfanteil ausgelegt sind, können dabei Schaden

nehmen. Verschmutzungen oder Schäden am Produkt

können durch ein langsames, dem Produkt entsprechendes

Evakuieren vermieden werden.

Bei wasserhaltigen Produkten hängt die Qualität des

Vakuums maßgeblich von deren Temperatur ab. Je

trockener und kühler beispielsweise ein Produkt ist,

desto besser ist das Vakuum. „Ein Vakuumbeutel ist

ein abgeschlossener Raum, in dem das im Produkt

enthaltene Wasser eine Dampfatmosphäre bildet. Umgangssprachlich

könnte man sagen, es schwitzt. Die

Dampfatmosphäre passt sich dem Umgebungsdruck

an. Beim Evakuieren nimmt der Umgebungsdruck in

der Kammer ab. Die Folge: Das im Produkt gebundene

Wasser verdampft“, erläutert Renner. Ist die Eigentemperatur

des Produkts hoch, beginnt das darin enthaltene

Wasser früher zu verdampfen. Hat der Druck in

der Kammer bis auf 23 Millibar abgenommen, bilden

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UPDATE innovationen & Produkte

Geschmack im Blick

Drei Verpackungslösungen für das Handwerk

Immer mehr kleine und mittlere Fleischereifachbetriebe legen Wert auf eine professionellere Präsentation ihrer

Produkte. Bei der Suche nach dem am besten geeigneten Verpackungskonzept haben sie die Wahl.

Je ansprechender und kundenfreundlicher Lebensmittelprodukte

verpackt sind, desto eher finden sie ihren

Käufer. „Die Möglichkeiten moderner Verpackungskonzepte

und Verpackungstechnologien sind groß.

Daher sollten sich kleine und mittelständische Unter-

nehmer im Vorfeld umfassend beraten lassen, beziehungsweise

sich auf Fachmessen, wie zum Beispiel

der IFFA in Frankfurt am Main, einen ersten Überblick

verschaffen“, rät Valeska Haux, Marketingleiterin von

MULTIVAC.

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AUSGABE 1 2013

Vakuumbeutel: kostengünstig und flexibel

Bei Handwerksbetrieben im Lebensmittelbereich nach

wie vor stark verbreitet ist die klassische Vakuumverpackung

in Beuteln. Während des Verpackungsprozesses

wird die Atmosphäre und damit der Sauerstoff

aus der Verpackung abgesaugt. Das verhindert die Vermehrung

der von Sauerstoff abhängigen Mikroorganismen

und verlangsamt den Oxidationsprozess des

Packguts. Dadurch lässt sich die Haltbarkeit von Lebensmitteln

ohne den Zusatz von Konservierungsstoffen

verlängern.

Vakuumverpackungen in Beuteln sind vergleichsweise

kostengünstig und einfach zu produzieren. Sie

werden mit so genannten Kammermaschinen hergestellt.

Deren Handhabung ist denkbar einfach:

„Deckel aufmachen, Produkt im Folienbeutel in die

Vakuumkammer einlegen, Deckel schließen. Die Luft

wird über ein Ventil aus der Kammer gesaugt, bis das

gewünschte Vakuum erreicht ist“, sagt Valeska Haux.

Zum Maschinenprogramm von MULTIVAC gehören

kompakte Tisch- und Standmodelle, Doppelkammermaschinen,

vollautomatische Bandmaschinen sowie

komplette Verpackungslinien zur Herstellung von

Schrumpfverpackungen.

Vakuumverpackungen in Beuteln eignen sich also

sehr gut für Betriebe, die unterschiedliche Produkte in

kleinen Mengen verpacken, da die Kammermaschine

nicht umgerüstet werden muss. Es reicht, wenn man

unterschiedliche Beutelgrößen und Beutelmaterialien

auf Lager hat.

Trays: Individualität in Form und Material

Eine Alternative bilden Trayverpackungen. Fachbetriebe

sind vor allem sehr flexibel, was die Packungsform

und das Traymaterial angeht. Form und Material lassen

sich individuell auf das zu verpackende Produkt abstimmen.

So gibt es eine große Auswahl von Trays aus

Kunststoff, Karton oder Aluminium. Ebenso existieren

am Markt mittlerweile Trays mit Zusatzfunktionen wie

zum Beispiel mit mehreren Kammern.

Der derzeit kleinste halbautomatische Traysealer ist

der T 100 von MULTIVAC. Er kann auf einem Tisch

oder einer Verkaufstheke aufgestellt werden. Trotz

seiner Kompaktheit ist der T 100 mit einem Vakuumierund

Begasungssystem ausgestattet. Er kann daher

auch Packungen mit Schutzgasatmosphäre produzieren.

Auch das Herstellen von Trays mit Aufreißecken

ist möglich. „Mit dem T 100 können Metzgereifachbetriebe

die ausgewählten Produkte direkt vor den

Augen der Kunden qualitativ hochwertig, sicher und

hygienisch verpacken“, sagt Valeska Haux. Für seinen

Betrieb reicht ein Stromanschluss.

Sein großer Bruder, der T 300, ist deutlich leistungsfähiger

und für das Verpacken größerer Mengen

geeignet. Mit ihm können Lebensmitteleinzelhändler

und Metzgereien formstabile Verkaufsverpackungen

mit und ohne Schutzatmosphäre in kleinen und mittleren

Chargen herstellen. Zusätzlich zu der Verarbeitung

von Standard-Trays sind auch Mehrkammer-Trays,

Verpackungen nach dem FreshSAFE-Konzept, Skin-

Isopak sowie die Verarbeitung von Lid-Folie möglich.

Tiefziehverpackung: ein Material,

verschiedene Formen

Die dritte Alternative ist das Tiefziehverpacken. Ein

Bereich, in dem MULTIVAC mittlerweile ein umfassendes

Portfolio an Einstiegsmodellen zur Verfügung

stellt. Tiefziehverpackungen können sowohl aus

Weichfolie als auch aus Hartfolie hergestellt werden,

die Formgebung der Verpackung erfolgt in der Verpackungsmaschine.

Zu den Einstiegsmodellen, die MULTIVAC im Bereich

des automatischen Tiefziehverpackens anbietet,

gehört zum Beispiel die R 095 e-concept . Die

2,30 Meter lange Maschine benötigt weder einen

Druckluft- noch einen Wasseranschluss und ist daher

für kleine und mittelständische Lebensmittelfachbetriebe

geeignet.

Die R 095 e-concept zählt zu den besonders energieeffizienten

Maschinen. Ihre Hubwerke und Schneidungen

werden elektrisch angetrieben. Das schlägt

sich zum einen in vergleichsweise geringen Betriebskosten

nieder. Zum anderen sind die Investitionskosten

für die Inbetriebnahme der Maschine deutlich geringer

als bei Vergleichsmodellen. Da die R 095 nur einen

Stromanschluss benötigt, kann die Maschine flexibel

im Betrieb aufgebaut werden. Sie verfügt zudem über

eine Schnittstelle für Schneidemaschinen.

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UPDATE FOOD

Marktführer dank

MULTIVAC

Chilenischer Hersteller von Frischkäse setzt auf integrierte Verpackungslösungen

Die chilenische Produktionsfirma für Frischkäse La Vaquita ist mit Hilfe der Verpackungstechnologie von

MULTIVAC zu Chiles führendem Hersteller von Käseprodukten geworden.

Mit Niederlassungen in Santiago, Codigua und Purranque

ist La Vaquita bereits seit dreißig Jahren auf

dem chilenischen Markt vertreten, hinzu kommt der

Export von Käseprodukten nach Korea und Mexiko.

Einsatz, Ausdauer und ein klares Konzept machten diese

Erfolgsgeschichte möglich. 1994 wurde eine mit

der neuesten Technologie ausgestattete Anlage gebaut,

um mit dem schnell wachsenden Markt Schritt

halten zu können. 2003 kam noch ein Distributionszentrum

mit großer Lagerungskapazität hinzu. Seit 2006

wird La Vaquita von MULTIVAC Chile bei der Verpackung

der Käseprodukte unterstützt. „Mit MULTIVAC

konnten wir einen strategischen Partner gewinnen.

Die integrierten Verpackungslösungen erlauben es

uns, große Mengen in möglichst kurzer Zeit zu verpacken,

um unseren Kunden ein sicher verpacktes, hygienisches

und attraktives Produkt bieten zu können“,

freut sich La Vaquita-Geschäftsführer Rodrigo Tobar.

Qualität im Fokus

Bei La Vaquita hat die Technologie von MULTIVAC Chile

nicht nur zu einer effizienteren Produktion, sondern

auch zum Umsatzwachstum beigetragen. Garant für

vollste Kundenzufriedenheit ist, dass die Qualität der

Produkte stets im Mittelpunkt steht. Dank MULTIVAC

kann La Vaquita seinen Kunden ein natürliches, vertrauenswürdiges

und hochwertiges Produkt bieten.

Darüber hinaus kann der Frischkäsehersteller auf optimalen

Kundensupport bauen: „Wir haben vollstes

Vertrauen in MULTIVAC Chile. Wir wissen, dass wir

stets auf eine einwandfreie Leistung zählen können.

MULTIVAC steht uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite,

wenn wir in unseren verschiedenen Anlagen Hilfe

benötigen“, erklärt Tobar.

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AUSGABE 1 2013

Technik zum Testen

Neues Anwendungszentrum bietet innovative Verpackungslösungen

Mit einem neuen Anwendungs- und Schulungszentrum in Neuseeland bietet MULTIVAC Bestands- und potenziellen

Neukunden die Möglichkeit, ihre Verpackungskonzepte für Lebensmittel zu entwickeln, zu testen und zu

realisieren. Als Teil dieses MULTIVAC Services werden auch innovative Lösungen, wie zum Beispiel Mylar ® COOK,

bereitgestellt.

Das Anwendungszentrum in Wiri (Auckland) ist ein einzigartiges

Angebot für Kunden jeder Größe. Ganz

gleich, ob es sich um das Testen eines neuen Produkts

oder um die Erweiterung einer vorhandenen Produktlinie

handelt, MULTIVAC stellt die erforderlichen Voraussetzungen,

die Technologie, das Know-how und

auch die Infrastruktur bereit, um die ideale Verpackungslösung

zu entwickeln. Von der ersten Idee bis

hin zur technischen Umsetzung erhalten Kunden eine

umfassende Unterstützung. Da auch Kleinserien produziert

werden können, profitieren Kunden zudem von

der Möglichkeit, Studien zur Marktakzeptanz durchführen

zu können.

Für den Entwicklungsprozess werden reale Produkte

und Folien verwendet. Zu den bereitgestellten wegweisenden

Verpackungslösungen gehören beispielsweise

die innovativen Mylar ® COOK-Folien von DuPont

Teijin Films. MULTIVAC ist exklusiver Vertriebspartner

für Mylar ® COOK.

Die umfassenden Dienstleistungen von MULTIVAC

nutzt unter anderem Fresh Pork, ein privat geführtes

Familienunternehmen in Neuseeland und spezialisierter

Schweinefleisch-Großhändler. Fresh Pork hat vor

Kurzem die für den Einzelhandel bestimmte Produktlinie

„Perfect Pork“ eingeführt. Das Produkt wird auf

einer Tiefziehverpackungsmaschine von MULTIVAC

in Mylar ® COOK verpackt. Die Sekundärverpackung

des Produkts ist mit Bildern, Kochanweisungen sowie

dem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen. Zudem enthält

die Sekundärverpackung auch Saucen, die nach

dem Kochen hinzugefügt werden können.

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UPDATE FOOD

Die Fleischerei Weber GmbH wurde 1992 von Karl-Heinz

Weber im thüringischen Reinholterode gegründet. Der

Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb spezialisierte sich von

Anfang an auf die Herstellung von Eichsfelder Wurstspezialitäten.

Wurstspezialitäten „inline“

schneiden und verpacken

Fleischerei Weber setzt auf die Effizienz der R 095 e-concept

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach kleineren Portionen verpackt die Fleischerei Weber GmbH ihre Produkte

seit Anfang 2012 mit einer automatischen Tiefziehverpackungsmaschine von MULTIVAC. Das Kompaktmodell

R 095 benötigt weder einen externen Druckluftanschluss noch einen externen Wasseranschluss.

„Wir schlachten Schweine, Rinder und Jungschafe aus

der heimischen Region selbst und verarbeiten das

Fleisch in noch schlachtwarmem Zustand. Dadurch benötigen

wir weder Starterkulturen noch andere Reifezusätze.

Unsere Wurstwaren werden nach altem Familienrezept

mit Naturgewürzen hergestellt“, berichtet

Tobias Weber, der die Fleischerei Weber in Reinholterode

in zweiter Generation leitet. Durch die Reifezeit

in Klimakammern erhalten die Spezialitäten den unverwechselbaren

Geschmack, der die Eichsfelder Wurstspezialitäten

auszeichnet.

Derzeit verarbeiten die 16 Mitarbeiter rund drei

Tonnen Fleisch pro Woche. 40 Prozent der Produktion

werden über die hauseigenen Metzgereifachbetriebe,

60 Prozent über den Lebensmitteleinzelhandel vertrieben.

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AUSGABE 1 2013

Einstieg in das automatische Tiefziehverpacken

Im Laufe des 20-jährigen Firmenbestehens veränderten

sich die Bedürfnisse der Kunden: „Zunehmend

werden kleinere Mengen Wurst, vorzugsweise in

Scheiben, nachgefragt. Daher haben wir unser Produktangebot

erweitert, hatten aber lange nicht das

richtige Verpackungskonzept“, berichtet Weber.

Bis 2011 verpackte der Fachbetrieb Bratwürste und

kleinere Mengen an Wurstscheiben auf einer Doppelkammermaschine:

„Das Verpacken von geschnittener

Wurst auf Doppelkammermaschinen lässt sich schwer

in die Produktionsabläufe integrieren, da das Material

erst geschnitten und dann ‚offline‘ in der Kammermaschine

verpackt werden muss. Dies bedeutet einen

hohen Aufwand und ist hinsichtlich der Hygienebestimmungen

nicht ohne Weiteres durchführbar“, erläutert

Weber. Daher beschlossen die Firmeninhaber,

ins automatische Tiefziehverpacken einzusteigen. Bei

der Wahl des geeigneten Maschinenherstellers richtete

sich das Augenmerk der Webers schnell auf

MULTIVAC. Die Fleischereiinhaber interessierten sich

anfangs für das Einstiegsmodell R 105. „Die R 105

benötigt jedoch einen externen Kühlwasser- und

Druckluftanschluss. In wirtschaftlicher Hinsicht hätte

sich der Aufwand für die Installation der Maschine

nicht gelohnt. Daher haben wir Weber mit der R 095

e-concept ein Maschinenmodell angeboten, das ohne

externe Anschlüsse auskommt“, berichtet Thomas

Dömer, Vertriebsmitarbeiter von MULTIVAC.

erfolgen mussten, waren keine Zusatzinvestitionen

notwendig. Die Maschine ist so flexibel gestaltet, dass

der Slicer bei Bedarf abgenommen werden kann. Die

Reinigung der Maschine und des Slicers ist daher sehr

einfach.

Integriert Schneiden und Verpacken

Auf der R 095 mit integriertem Slicer verarbeitet

die Fleischerei Weber heute Vierkilogrammwürste zu

Packungen zu je vier Scheiben. Die Scheiben werden

unter Schutzgas verpackt. Daher kleben sie nicht aneinander

und sind somit in der Packung attraktiver.

„Durch das integrierte Schneiden und Verpacken wird

die Arbeit stark vereinfacht, da die Wurst nur in den

Slicer gelegt werden muss. Der Rest läuft automatisch“,

berichtet Weber. Durch den integrierten Prozess

werden auch die Hygieneanforderungen erfüllt.

„Durch den Kauf der R 095 konnten wir größere

Investitionen in die Infrastruktur sparen“, sagt Weber.

Auch der geringe Energieverbrauch der Maschine ist

ein wichtiger Aspekt, da die Fleischerei aufgrund der

installierten Klimatechnik für die Reiferäume ohnehin

einen sehr hohen Energiebedarf hat. Für die Mitarbeiter

der Fleischerei verlief der Einstieg in das automatische

Tiefziehverpacken problemlos. „Unser Bedienpersonal

hat rundum positive Erfahrungen mit der

Maschine gemacht. Dem Team macht das Arbeiten

mit der Maschine Spaß, da auch Bedienung und Reinigung

sehr einfach sind“, berichtet Weber.

Kompakte Bauweise, großzügige Einlegefläche

Das Maschinenkonzept der R 095 macht Tiefziehverpacken

auf kleinstem Raum möglich. „Das Verformen

der Folie findet im Maschineninnenraum statt. Dadurch

verfügt die R 095 trotz ihrer kompakten Bauweise über

eine großzügige Einlegefläche für das manuelle Beladen

der Tiefziehpackungen“, erläutert Dömer.

Elektrische Antriebe für Hubwerk und Schneidungen

sorgen für eine hohe Energieeffizienz und vergleichsweise

geringe Betriebskosten. „Außer einem

Stromanschluss benötigt die Maschine keine weiteren

externen Anschlüsse und kann flexibel im Betrieb aufgebaut

werden“, beschreibt Dömer.

Die R 095 verfügt über ein Schnellwechselsystem

für Form- und Siegelwerkzeug. Dies erleichtert das

Umrüsten der Maschine auf andere Packungsformate.

Darüber hinaus ist sie mit einer Schnittstelle für den

Anbau von Schneidemaschinen ausgestattet.

Anfang 2012 ging die R 095 e-concept in Reinholterode

in Betrieb. Da im Betrieb keine Umbauten

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UPDATE FOOD

Schweinefleischvariationen

ofenfähig verpackt

Farmland Foods setzt auf Mylar ® COOK-Konzept

Direkt mit der Verpackung im Ofen werden die „Oven Perfect ® “-Produkte von Farmland Foods zubereitet. Der

US-Lebensmittelproduzent nutzt dabei Mylar ® COOK-Folie, die exklusiv von MULTIVAC vertrieben wird.

Farmland Foods Inc. gehört mit einem Umsatz von mehr als

4,4 Milliarden US-Dollar (2012) zu den größten Verarbeitern

von Schweinefleisch in den USA. Das Unternehmen bedient

US- und internationale Märkte mit frischem sowie industriell

verpacktem Fleisch. Seit 2003 gehört Farmland zu

Smithfield Foods, dem weltweit größten Produzenten von

Schweinefleisch.

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AUSGABE 1 2013

Innovative und verbraucherfreundliche Konzepte gehören

von jeher zur Marketingstrategie von Farmland

Foods: „Die Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher

haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Es

wird wieder mehr zu Hause gekocht, doch bei Fleisch

sind verkaufs- und verzehrfertige Produkte gefragt.

2011 dachten wir über ein ofenfähiges Schweinefleischprodukt

in verschiedenen Geschmacksrichtungen

nach, das direkt in der Folie zubereitet wird“,

berichtet Mike Witt, Product Manager Fresh Pork

bei Farmland Foods.

Im November 2011 lernte Farmland Foods auf

dem Trade Summit in Chicago das einzigartige Mylar ®

COOK-Konzept von DuPont Teijin Films kennen. Dabei

handelt es sich um tiefziehfähige Folien, die für die

Zubereitung von Lebensmitteln im Temperaturbereich

bis 218 Grad Celsius entwickelt wurden. Das gekühlte

oder tiefgefrorene Produkt wird direkt in den Ofen oder

in die Mikrowelle gelegt und dort in der geschlossenen

Packung gegart. Wird ein bestimmter Druck erreicht,

öffnet sich die Siegelnaht der Packung von selbst. Ab

diesem Zeitpunkt beginnt der Bräunungsprozess in der

offenen Verpackung.

„Wir waren so begeistert von Mylar ® COOK, dass

wir mit Hilfe von Olek Foods Product Development

direkt mit der Entwicklung der ersten Produktideen

begannen, als wir aus Chicago zurückkehrten. Kurze

Zeit später haben wir erste Testreihen durchgeführt“,

erinnert sich Witt.

Farmland Foods nutzte dafür seine vorhandenen

Tiefziehverpackungsmaschinen von MULTIVAC. Auf

deren Standardmaschinen lassen sich die Folien einfach

und sicher verarbeiten. Darüber hinaus besitzt

MULTIVAC die Vertriebsrechte für Mylar ® COOK-

Folien. „Damit Farmland Foods die Produkttests

durchführen konnte, mussten wir den Radius der

Werkzeugeinsätze der Tiefziehverpackungsmaschinen

ändern“, so Matt Malott, Sales Director Key Accounts

von MULTIVAC Inc.

Auf Grundlage der Tests entwickelte Farmland

Foods ein ofenfähiges Schweinefleischprodukt und

gab ihm den Markennamen „Oven Perfect ® “. Im Juli

2012 kam es auf den Markt. Zunächst konnten

Verbraucher zwischen sechs Zubereitungsvarianten

wählen.

Das neue Verpackungskonzept bietet Farmland

Foods die Möglichkeit, frischen Proteinen durch die

Beigabe von Marinaden, Gewürzen und Saucen mehr

Attraktivität am PoS zu verleihen. Aromen, Vitamine,

Mineralien sowie die produkteigene Feuchtigkeit bleiben

während des Garprozesses weitgehend erhalten.

Der Einsatz von Salz und Gewürzen lässt sich um bis

zu 20 Prozent reduzieren. Auch das Verpackungsvolumen

ist im Vergleich zu Verbundfolien deutlich

geringer. Zudem reduzieren sich Säuberungsaufwand

und Wasserverbrauch in der Küche.

Weniger Energieverbrauch beim Garen

Das Mylar ® COOK-Konzept zeigt auch im Sinne

eines nachhaltigen Wirtschaftens eine positive Bilanz:

Die konstante Hitzeübertragung während der Garphasen

sorgt für gleichmäßige Ergebnisse und kann

die Kochzeit um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Anwendern bietet das Mylar ® COOK-Konzept eine

hohe Lebensmittelsicherheit. Köche und Privatverbraucher

kommen beispielsweise nicht mit rohem

Fleisch in Berührung. Dadurch wird das Risiko einer

Kreuzkontamination mit Bakterien gesenkt. Da es sich

um eine Vakuumverpackung handelt, wird die Gefahr

von Gefrierbrand und Oxidation reduziert. Die mechanischen

Eigenschaften der Folien gewährleisten eine

hohe Durchstichfestigkeit.

Maschinen und Folien aus einer Hand

Heute verwendet Farmland Foods Mylar ® COOK-Folien

für frische, marinierte und Trockenfleischprodukte.

Verpackt werden die ofenfähigen Produkte mit

Mylar ® COOK-Folie auf Tiefziehverpackungsmaschinen

von MULTIVAC, die in kürzester Zeit vom lokalen

MULTIVAC Serviceteam umgerüstet wurden.

Anwender erhalten das Mylar ® COOK-Konzept inklusive

Folien und Verpackungsmaschinen aus einer

Hand – bei MULTIVAC. Der Verpackungsspezialist

stellt sein umfassendes Know-how in Bezug auf

Prozesssicherheit und Verpackungslösungen zur Verfügung.

Die Anwendungszentren der MULTIVAC

Tochtergesellschaften stellen technische Unterstützungs-

und Beratungskapazitäten für die Verarbeitung

von Mylar ® COOK bereit.

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UPDATE FOOD

Millimetergenau platziert

Vergeer setzt auf Etikettiertechnik von MULTIVAC Marking & Inspection

Die niederländische Firma Vergeer ist Spezialist für das hochwertige und bedarfsgerechte Abpacken von Käseprodukten.

Dazu gehören auch Käsescheiben, die tiefgezogen verpackt und anschließend etikettiert werden. Mit

dem Einsatz des Transportbandetikettierers MR333 TQ von MULTIVAC Marking & Inspection konnte Vergeer im

Herbst 2012 seinen Ausstoß erhöhen.

Mit Hilfe modernster Technologien verarbeitet Vergeer

jährlich mehrere zehntausend Tonnen Käse. Kernkompetenz

des niederländischen Unternehmens sind

kundenspezifische Produkt- und Verpackungslösungen

für die Segmente Groß- und Einzelhandel, Industriekunden

sowie den Out-of-Home-Sektor. Dabei wird

jeder Vergeer-Kunde individuell beraten und betreut.

Zum Leistungsspektrum zählen auch die Entwicklung

von Produkten und Innovationen.

Linerless Etikettieranlage abgelöst

An seinen Produktionsstandorten setzt Vergeer auf

modernste Verpackungs- und Etikettiertechnik. Im

Sommer 2012 suchte der niederländische Käsespezialist

eine neue Etikettierlösung für Tiefziehverpackungen,

in denen Käsescheiben verpackt werden. Die

Produkte werden auf einer MULTIVAC Tiefziehverpackungsmaschine

R 535 verpackt und mit Weichfolie

versiegelt. Anschließend wird die Packung noch mit

einem Stülpdeckel versehen, auf dem das Produktetikett

appliziert wird. Es wird nach Art einer Banderole

umgelegt und sichert so gleichzeitig den Packungsdeckel.

„Wir haben bis dahin eine Linerless Etikettieranlage

eingesetzt. Es gab jedoch zu viele Probleme mit

der Einstellung der Maschine, und der Service des Herstellers

war auch nicht zufriedenstellend. Daher haben

wir uns bei unserem Partner MULTIVAC Niederlande

nach einer neuen Lösung umgesehen“, berichtet

Erwin van Rijswijk, technischer Leiter bei Vergeer.

Die neue Etikettierlösung musste hohe Anforderungen

erfüllen: Sie sollte in der Lage sein, die 296 mal

50 Millimeter großen Papier- und Kunststoffetiketten

so exakt auf der Packung zu platzieren, dass die beiden

Etikettenenden sich auf der Unterseite der Packung

fast berühren. „Die Etikettierung erfolgt nach Art einer

Banderole, also von oben, über die Seiten und mit anschließendem

Andruck des Etiketts auf der Unterseite.

Die Lücke zwischen den beiden Etikettenenden wird

durch das Etikett des Preisauszeichners überklebt“, erläutert

Gerard Brockhoff, Spezialist für Kennzeichnungstechnik

bei MULTIVAC Niederlande. Benötigt

wurde eine Ausstoßgeschwindigkeit von 60 Packungen

pro Minute, wobei die Etikettierlösung auch

90 oder mehr Packungen pro Minute problemlos leisten

sollte.

Wirtschaftlich etikettieren

Im September 2012 entschied sich Vergeer für den

Transportbandetikettierer MR333 TQ von MULTIVAC

Marking & Inspection.

Die Etikettierer der Baureihe MR300 sind modular

aufgebaut und bieten eine hohe Flexibilität bei der

Etikettierung unterschiedlicher Produkte wie Becher,

Dosen, Faltschachteln, Schlauchbeutel, Tiefziehpackungen

oder Trays. „Unsere Transportbandsysteme

können Etiketten von allen Seiten auf das verpackte

Produkt aufbringen – von oben, unten, auf Seitenflächen

oder übereck“, erläutert Udo Kästing von

MULTIVAC Marking & Inspection. Transportbandetikettierer

werden entweder als Stand-alone-Systeme

eingesetzt oder in eine Verpackungslinie integriert.

Der MR333 TQ wird über die MULTIVAC Benutzer-

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AUSGABE 1 2013

Das im niederländischen Reeuwijk ansässige Unternehmen

Vergeer konfektioniert seit 1934 holländische und

internationale Hartkäsesorten in verschiedensten Verpackungsformen

und -größen genau nach Kundenwunsch.

Die Produkte werden sowohl als Eigenmarke als auch

unter Handels- und Herstellermarken vertrieben. Der

Familienbetrieb beschäftigt derzeit 600 Mitarbeiter an

drei Standorten.

Charakteristisch: Die aufwändige Banderolen-Verpackung von Vergeer

oberfläche HMI 2.0 bedient. „Die nach Bedienfunktionen

gegliederte Menüstruktur erlaubt eine einfache

und schnelle Umrüstung bei Produkt- oder Etikettenwechsel.

Durch passwortgeschützte Bedienerebenen

wird der Menüzugriff geregelt. Meldungen und Parameternamen

werden in Klartext in der jeweiligen Landessprache

angezeigt“, erläutert Kästing.

Technischer Kundendienst unterstützt

Der Transportbandetikettierer MR333 TQ wurde im

Oktober 2012 an Vergeer geliefert. „Die Installationsphase

dauerte anderthalb Tage und wurde vom technischen

Kundendienst von MULTIVAC hervorragend

unterstützt“, lobt Claus van Straaten, technischer Projektleiter

bei Vergeer.

Der MR333 TQ übernimmt die Packungen aus der

Tiefziehverpackungsmaschine R 535, die über einen

angeschlossenen Stülpdeckelaufsetzer verfügt. Zur

Sicherung des Deckelsitzes auf den Packungen ist der

Einlaufbereich des Etikettierers mit einem Kopfband

ausgerüstet. Es dient gleichzeitig als Zuteiler, um die

Produkte auf den zur Etikettierung erforderlichen Abstand

zu bringen.

Der Etikettenspender ist mit einer Spendekante mit

Bürste für 300 Millimeter breite Etikettenbänder beziehungsweise

296 Millimeter breite Etiketten ausgestattet.

Er appliziert die Etiketten von oben auf die Packungen.

„In der Andrücksektion werden die überstehenden

Etiketten zunächst mit je einer Andrückrolle um die

Seiten gefaltet und dann mit einer weiteren Rolle unten

auf die Packung gerollt“, erläutert Udo Kästing.

Derzeit arbeitet das Etikettiersystem mit bis zu 100

Takten pro Minute. „Dadurch konnte der Ausstoß im

Vergleich zur Vorgängerlösung bereits nach einer Woche

um 50 Prozent erhöht werden“, lobt van Straaten.

Die Positionstoleranz beträgt gerade mal zwei Millimeter

Winkelversatz an den Etikettenenden.

Volle Integration

Zur Einbindung in die Produktionslinie ist ein Signalaustausch

mit vor- und nachgeschalteten Maschinen vorgesehen.

Bei einer Störung der nachfolgenden Anlage

wird die Produktzufuhr im Einlauf der Etikettieranlage

unterbrochen. Um Folgefehler zu vermeiden, werden

die bereits etikettierten guten Produkte über eine Ausschleusweiche

gesammelt. Somit ist nach Störungsbeseitigung

ein störungsfreier Wiederanlauf gewährleistet.

Über ein Beschleunigungsband werden die

Produkte anschließend auf die für die nachgeschaltete

Kontrollwaage passende Geschwindigkeit gebracht

und an diese übergeben.

61


UPDATE FOOD

Dessertgläser etikettiert

und versiegelt

Verbau setzt auf Etikettiertechnik von MULTIVAC Marking & Inspection

Auf der Suche nach einer Etikettierlösung für seine Dessertgläser entschied sich die Confiserie Verbau für die

Gliederbandetikettierer MR413 GB von MULTIVAC Marking & Inspection. Drei dieser Systeme kennzeichnen

rund 100.000 Gläser täglich. Das vierte ist bereits in Planung.

Verbau wurde 2010 von Johan Bauwens und Antoon

Verscheiden im belgischen Leuzeen-Hainaut gegründet.

Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Desserts

spezialisiert. Dazu verwendet Verbau ausschließlich

hochwertige Zutaten. Die Produkte werden genau

nach Kundenwunsch hergestellt und sind gekühlt oder

tiefgekühlt erhältlich. Vertrieben werden sie über Supermärkte

und Einzelhandel – sowohl unter der Verbau-

Eigenmarke „Les amuses du Chef“ oder unter Händlermarken.

Kurz nach der Unternehmensgründung sahen sich

Johan Bauwens und Antoon Verscheiden nach einer

Etikettierlösung um, mit der die Desserts automatisiert

gekennzeichnet werden sollten. Luftiges Schokoladen-

Mousse, verziert mit Obstvariationen, feinste Crèmes

und Fruchtmousses in verschiedenen Geschmacksrichtungen

sollten hochwertig und zuverlässig präsentiert

werden.

Die beiden Unternehmer hatten zwar wenig Erfahrung

mit Kennzeichnungssystemen, dafür aber eine

klare Vision dessen, was sie benötigten: „Die Füllmengen

unserer Gläser betragen 60 oder 85 Gramm. Die

Gläser sind 70 bis 80 Millimeter hoch, der obere Durchmesser

ist circa 40 Millimeter breit. Der Ausstoß des

Etikettierers sollte mindestens 100 Produkte pro Minute

betragen“, berichtet Johan Bauwens.

Die Kunststoff-Etiketten sind circa 170 mm lang.

Sie bestehen aus einem Mittelteil, der auf die Deckel

aufgebracht wird, sowie aus zwei seitlichen Flügeln,

die beidseitig auf das Glas gedrückt werden. Mittelteil

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AUSGABE 1 2013

und seitliche Etiketten sind über Stege verbunden, die

über den Deckelrand geführt werden. Sie versiegeln

das Glas und fixieren den Stülpdeckel.

Eine besondere Herausforderung für die Etikettierung

stellen die Formen der Gläser dar. Sie sind entweder

zylindrisch, ballig oder konisch. Vor allem auf balligen

Gläsern ist es nicht möglich, Etiketten faltenfrei

auf den Seiten aufzubringen. Daher werden die Etiketten

so hergestellt, dass die untere Hälfte der Flügel

kleberfrei ist. So haften die Etiketten im oberen Teil

sicher an, werden im unteren Teil trotzdem faltenfrei

über die Glasrundung geführt.

Integrierte Etikettierlösung

Ein Hersteller von Etiketten brachte die Unternehmer

Bauwens und Verscheiden in Kontakt mit MULTIVAC

Belgien und dem Kennzeichnungsspezialisten

MULTIVAC Marking & Inspection. MULTIVAC unterbreitete

zunächst ein Angebot, die Dessertgläser mit

einer voll integrierten Lösung zu etikettieren.

Alternativ hätte Verbau nur den Etikettierkopf von

MULTIVAC kaufen und die Zuführeinheit selber bauen

können. „Unsere Gesamtlösung war zwar etwas

teurer, dennoch hat sich Verbau für den Gliederbandetikettierer

MR 413 GB mit einer speziellen Zuführeinheit

entschieden“, berichtet Christian Vlasselaer

von MULTIVAC Belgien.

Der MR 413 GB eignet sich speziell für die Rundumoder

Teilrundumetikettierung von zylindrischen Produkten,

wie Flaschen, Dosen oder Gläser. Alle Etikettierer

der Baureihe MR 400 sind hygienegerecht

konstruiert. Das Gestell ist nicht geschlossen, sondern

besteht aus einem offenen Rahmenunterbau aus

Rundrohren.

Im September 2010 lieferte MULTIVAC Marking &

Inspection zwei Gliederbandetikettierer dieses Typs an

Verbau. Die Etikettierlösung wurde in der neuen Produktionsstätte

der Confiserie implementiert und die

Mitarbeiter wurden darauf geschult.

Dann erfolgt die Etikettierung von oben auf den

Deckel. Im nächsten Schritt werden die seitlichen Etikettenlaschen

mit pneumatisch bewegten Andrückschwämmen

beidseitig auf die Gläser gedrückt. Um

die geforderte Geschwindigkeit zu erreichen, werden

immer drei Gläser gleichzeitig in der Andrückeinrichtung

verarbeitet. Außerdem fahren die Andrückschwämme

in Produktgeschwindigkeit mit den Gläsern

mit. So wird eine Leistung von 120 Gläsern pro

Minute erzielt.

Die fertig etikettierten Gläser werden auf einem

Auslaufdrehteller gesammelt und noch von Hand in

Steigen gepackt. Zukünftig sollen Beschickung und

Entnahme der Gläser durch einen Roboter erfolgen.

Bei den Gliederbandetikettierern von MULTIVAC

Marking & Inspection stehen einem Kunden verschiedene

Druckeroptionen zur Verfügung, um zusätzliche

Daten, wie zum Beispiel Inhaltsstoffe, EAN oder 2D-

Codes und Chargennummern, aufdrucken zu können.

Bei Verbau wurde der Etikettierer für die Aufnahme

eines Thermal-Inkjet-Druckers vorbereitet, der dann

vor Ort von Verbau montiert wurde.

Verbau ist mit der Qualität der Maschinen hochzufrieden:

„Ausstoß, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit

der Linie sind top. Mittlerweile haben wir drei

Gliederbandetikettierer von MULTIVAC Marking &

Inspection im Einsatz, die zusammen rund 100.000

Gläser pro Tag produzieren“, sagt Bauwens. Die Installation

von Gliederbandetikettierer Nummer vier ist bereits

für Mitte 2013 in Planung.

120 Gläser pro Minute

Bei Verbau sind die Gliederbandetikettierer voll in die

Produktion integriert. Ein Produktzuteiler bringt die befüllten

und mit Deckel versehenen Gläser auf den zur

Etikettierung erforderlichen Abstand. Dieser richtet

sich nach Form und Größe des Produkts, Länge des

Etiketts sowie der gewünschten Leistung.

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UPDATE FOOD

Die belgische International Spice & Food Import (ISFI)

wurde 1982 in Brain-l’Alleud in der Nähe von Brüssel

gegründet. Das Unternehmen hat sich auf die Veredelung

von Gewürzen und Würzmischungen spezialisiert,

die ISFI in vielen Ländern einkauft.

Flexible Etikettierlösung,

sportlicher Liefertermin

ISFI vertraut der Etikettiertechnik von MULTIVAC Marking & Inspection

Eklatante Qualitätsmängel führten dazu, dass die International Spice & Food Import (ISFI) im Juli 2012 ihre

vorhandene Etikettierlösung für Kunststoffdosen ablösen musste. Mit dem Gliederbandetikettierer MR425 GB

von MULTIVAC Marking & Inspection implementierte das belgische Unternehmen innerhalb kürzester Zeit eine

wirtschaftliche Alternative.

Paprika, Anis und Safran aus Spanien, grüner Kardamom

aus Guatemala oder Senfkörner aus Kanada: In

den Hallen von ISFI werden die Rohmaterialien gereinigt,

gemahlen und zu Gewürzmischungen kombiniert.

Die Gewürze sind zum Teil für die industrielle Weiterverarbeitung

bestimmt, um Soßen, Fertiggerichte,

Pizzen oder Fleischprodukte zu verfeinern. Wichtige

Abnehmer sind auch der Großhandel, Supermärkte

und die Gastronomie.

Bis Sommer 2012 war bei ISFI eine Etikettierlösung

im Einsatz, bei der zwei Etiketten mit zwei Spendern

unterschiedlicher Bauart auf die Gewürzdosen appliziert

wurden: ein über 20 Jahre alter MR 4000 sowie

ein Harland-Etikettenspender.

Fehlende Synchronisation

Die Etikettierlösung führte jedoch immer wieder zu

Qualitätsmängeln: „Die beiden Etikettenspender ließen

sich weder mit dem Zuführsystem noch mit dem

Abstandssystem synchronisieren. Daher waren die

Etiketten nicht optimal auf den Dosen positioniert und

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AUSGABE 1 2013

hafteten auch nicht fest an“, berichtet Geert Vermoesen,

Werksleiter bei ISFI. Zudem bot die Etikettierlösung

keinen Mechanismus, um die beiden Etiketten

auf dem Produkt anzudrücken. „Am Ende der Linie

hatten wir Mitarbeiter postiert, die die Etiketten manuell

andrücken mussten“, so Vermoesen.

Neue Lösung in acht Wochen

Mitte Juli 2012 spitzte sich die Situation zu: „Ein Kunde

aus Großbritannien klagte über erhebliche Qualitätsmängel

und drohte damit, den Vertrag aufzulösen. Wir

konnten die Angelegenheit nur entschärfen, indem wir

ihm garantiert haben, dass die nächste Lieferung tipptopp

sein würde“, ergänzt Vermoesen.

Für alle Beteiligten war der Fall klar: Eine neue

Etikettierlösung musste her – und zwar so schnell wie

möglich: Mitte September 2012 musste die nächste

Lieferung bei dem britischen Kunden sein. ISFI blieben

knapp acht Wochen für die Auswahl, das Customizing

und die Inbetriebnahme der neuen Etikettierlösung im

eigenen Haus.

Der Gewürzspezialist wandte sich in dieser

Situation an seinen aktuellen Lieferanten, MULTIVAC

Marking & Inspection. Nach Beratung durch den Vertriebsmitarbeiter

von MULTIVAC Marking & Inspection

entschied sich die ISFI für die Anschaffung eines

Gliederbandetikettierers MR425 GB.

Dieses Etikettierermodell von MULTIVAC ist sehr

flexibel und kann für unterschiedliche Packungsformate

sowohl zur Rundumetikettierung als auch zur Vorder-

und Rückseitenetikettierung eingesetzt werden.

Möglich wird diese Flexibilität durch den modularen

Aufbau der Gliederbandetikettierer der Baureihe

MR400 GB: „Aus verschiedenen Standardelementen

erstellen wir die für die jeweilige Branchenanforderung

passende Maschine“, erläutert Udo Kästing, Area

Sales Manager von MULTIVAC Marking & Inspection.

Trotz Urlaubszeit fertigte MULTIVAC Marking &

Inspection die Maschine in weniger als acht Wochen.

„Der Liefertermin war extrem sportlich; trotzdem

konnten wir den Etikettierer am 7. September 2012 in

Betrieb nehmen“, berichtet Kästing. Mit einem Ausstoß

von 90 Dosen pro Minute und einer Positionstoleranz

von maximal plus-minus einem Millimeter entsprach

der Gliederbandetikettierer MR425 GB auch

den Anforderungen des Gewürzspezialisten.

Die neue Etikettierlösung ist vollständig in die Fertigungslinie

von ISFI integriert. Die befüllten Gewürzdosen

werden aus der Füll- und Verschließanlage übernommen,

über einen Doppelrollenzuteiler vereinzelt

und in die Ausrichteinrichtung geführt. Diese besteht

aus Greifbacken, die der Produktform angepasst sind.

Um eine akkurate Etikettierung zu erreichen, werden

die Dosen in der Ausrichteinrichtung exakt positioniert

und dann unter einem Kopfband fixiert. Anschließend

applizieren zwei Etikettenspender das Vorder- und das

Rückseitenetikett.

Mitlaufende Andrückschwämme sorgen dann dafür,

dass die Etiketten perfekt auf dem Produkt haften.

„Wir bieten für jedes Produkt die optimale Vorrichtung:

Neben Andrückschwämmen haben wir auch einen

Riemenandruck im Programm, der sich speziell für

konische Becher und Etikettierungen bis zu 180 Grad

um den Umfang eignet“, berichtet Kästing.

Bei den MULTIVAC Gliederbandetikettierern werden

die zu etikettierenden Produkte auf einer Scharnierbandkette

befördert. Im Gegensatz zum Transportband

ist die Kunststoffkette glatt und erlaubt daher

eine Bewegung des Produkts sowie ein Aufstauen am

Einlauf. Die Scharnierbandkette ist zudem leichter zu

reinigen als das Transportband und muss für die Reinigung

nicht abgenommen werden.

Mit seinem hygienegerechten Design in Edelstahlausführung

entspricht der MR425 GB den Anforderungen

der Nahrungsmittelindustrie. Kunden stehen zudem

verschiedenste Druckeroptionen zur Verfügung,

um zusätzliche Daten, wie zum Beispiel Inhaltsstoffe,

EAN oder 2D-Codes und Chargennummern aufdrucken

zu können.

Andrückschwämme fürs Etikett

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UPDATE FOOD

Tray-Skin-Verfahren:

weiche Produkte

ohne Deformationen

MULTIVAC implementiert Traysealer mit Vorheizstation bei Brandenburg Culinair

Um Filets und andere Gourmet-Fleischprodukte in Skin-Verpackungen zu verpacken, vertraut die niederländische

Qualitätsmetzgerei Brandenburg Culinair ganz auf MULTIVAC. Der Verpackungsspezialist hat eine Vorheizstation

für seinen Hochleistungs-Traysealer entwickelt, dank deren sich Skinfolie etwas weniger straff über das Produkt

spannt. Auf diese Weise kommt es bei weichen Produkten nicht zu Deformationen.

Produkt- und Technologieinnovationen genießen bei

Brandenburg Culinair einen hohen Stellenwert. Das

niederländische Familienunternehmen hat hier in seiner

Geschichte verschiedentlich Akzente gesetzt:

2008 kam Brandenburg als erster Anbieter mit Double-

Web-Verpackung auf den Markt. 2009 wurde die

Dampfspülverpackung Steampack zum Patent angemeldet,

mit der Brandenburg Convenience-Spezialitäten

verpackt. Um mehrere Hunderttausend Kilo Fleisch

pro Woche in gleichbleibend guter Qualität zu produzieren,

investiert Brandenburg in modernste Produktionsanlagen

und setzt bei seinen Produktverpackungen

auf innovative, margenstarke Konzepte.

Höhere Leistung, drei Packungsvarianten

Am Standort Oudewater benötigte das Unternehmen

im vergangenen Jahr zusätzliche Kapazitäten für die

Verpackung von Schweinefilets in MAP- und Tray-Skin-

Packungen. Skin ist ein Verfahren zur Herstellung von

Vakuumverpackungen, bei denen sich die Oberfolie

wie eine zweite Haut direkt um die Konturen des Pack-

In über dreißig Jahren hat sich Brandenburg Culinair

vom einfachen Metzgereibetrieb zum Trendsetter in

Sachen kulinarische Fleischspezialitäten und zu einem

professionellen Marktteilnehmer im Retail- und Foodservices-Markt

entwickelt. Am Standort Oudewater

stellt das niederländische Familienunternehmen Fleischspezialitäten

nach eigenen Rezepten her. Dazu gehören

zum Beispiel der roh gepökelte Hinterschinken,

schmackhafte Schweinefiletvariationen, Rouladen in

verschiedenen Geschmacksrichtungen, kulinarische

Backofengerichte sowie Barbeque- und Convenience-

Spezialitäten. Darüber hinaus berät Brandenburg Culinair

andere Unternehmen aktiv bei ihrem Fleisch- und

Fleischwarensortiment und initiiert exklusive Vorschläge

für Private-Label-Aktivitäten.

66


AUSGABE 1 2013

guts legt. Auf diese Weise wird das Produkt besonders

plastisch und ansprechend präsentiert. Die vollflächige

Versiegelung der Skinfolie mit dem Tray bietet

zudem einen sehr guten Schutz, zum Beispiel vor Aussaften

oder Verkleben.

Das Skin-Verfahren eignet sich vor allem für formstabile

Produkte wie Rindersteaks, Würstchen oder

Gefriergüter. Bei weichen Produkten wie Filetstücken

kann es jedoch zu Druckstellen oder Deformationen

kommen, wenn die Folie zu straff über das Packgut

gespannt wird.

Bei Brandenburg war eine Traysealer-Linie mit zwei

hintereinander geschalteten Modellen für die Herstellung

dieser Verpackungen bereits im Einsatz. Bei der

Verpackung von weichen Produkten im Skin-Verfahren

kam es jedoch immer wieder zu den erwähnten unerwünschten

Deformationen. „In solchen Fällen können

wir die Filets im Lebensmittelregal nicht mehr optimal

präsentieren. Deshalb legen wir bei der Verpackung

unserer kulinarischen Schweinefilets sehr großen Wert

darauf, dass die Originalform der Filetstücke durch den

Verpackungsprozess nicht beeinträchtigt wird“, sagt

Geschäftsführer Loek Brandenburg.

Da die beiden Traysealer-Modelle, die vor mehreren

Jahren bei Brandenburg installiert worden waren, nicht

den Anforderungen entsprachen, entschied sich die

Geschäftsführung für die Modernisierung der Verpackungslinie.

Die neuen Traysealer sollten in der Lage

sein, 60 MAP-Packungen beziehungsweise 40 Tray-

Skin-Verpackungen pro Minute zu fertigen. Zudem sollten

die neuen Hochleister so flexibel sein, dass Brandenburg

Culinair drei Packungsvarianten mit unterschiedlichen

Formen, Größen und Materialien, darunter

auch Aluminium, fertigen kann.

Anfang 2012 nahm die Geschäftsführung von Brandenburg

Culinair Kontakt mit der niederländischen Vertriebsniederlassung

von MULTIVAC auf, die bereits einige

Lösungen bei Brandenburg Culinair installiert

hatte. Die Zusammenarbeit wurde von beiden Partnern

stets als sehr positiv eingeschätzt. „MULTIVAC

ist für uns immer dann der bevorzugte Partner, wenn

es um Spezialanwendungen geht“, so Brandenburg.

Ganz neu musste MULTIVAC das Rad in diesem Fall

allerdings nicht erfinden. Der Verpackungsspezialist

verfügt nämlich bei seinen Tiefziehverpackungsmaschinen

über eine langjährige Erfahrung im Bereich

der Skin-Verpackungen. Hier werden die Oberfolien

mit Hilfe einer Vorheizplatte aufgeheizt und anschließend

im Oberteil des Siegelwerkzeugs, dem so genannten

Dom, zum zweiten Mal erhitzt und gedehnt.

Dadurch kann sich die Folie völlig spannungsfrei über

die Konturen des Produkts legen. Auch bei weichen

Produkten entstehen keine Druckstellen, die Form

bleibt weitgehend unverändert.

Die Entwickler von MULTIVAC beschlossen, das

Skin-Verfahren der Tiefziehverpackungsmaschine auf

den Traysealer T 800 zu übertragen. Das Modell entsprach

leistungsmäßig den Anforderungen von Brandenburg

Culinair. Jetzt sollte es noch die gewünschten

Vorteile bei den Skin-Verpackungen bieten können.

MULTIVAC entwickelte sowohl eine Vorheizung für

den T 800 als auch einen Dom, der vergleichbar mit

dem kuppelförmig gestalteten Siegelwerkzeugoberteil

der Tiefziehverpackungsmaschine funktioniert. Nachdem

die ein oder andere „harte Nuss“ geknackt war,

befanden sich die Entwickler auf der Erfolgsspur:

„Dank der neuen Vorheizstation können wir auf dem

T 800 jetzt auch sehr weiche Produkte skin-verpacken.

Die Folien legen sich locker und einwandfrei über die

Filetstücke, ohne sie flach zu drücken oder zu deformieren“,

sagt Brandenburg. Alexander Kult von

MULTIVAC ergänzt: „Der Vorteil unseres breiten Produktspektrums

ist ja unter anderem, dass wir

Anwendungen und Verfahren, die bei einem Verpackungsmaschinentyp

gut funktionieren, auf andere

Modelle übertragen können. Zwischen unseren Konstruktionsabteilungen

findet regelmäßig ein Erfahrungsaustausch

statt, der in Fällen wie dem von Brandenburg

Culinair zu innovativen Neuansätzen führt“.

Im April 2012 wurden die beiden Hochleistungs-

Traysealer mit der neuen Vorheizstation bei Brandenburg

Culinair installiert. Die T 800 stehen in einer Verpackungslinie

hintereinander. Der eine produziert

MAP-Packungen, der andere die Outside-Cut-Tray-

Skin-Verpackung. Letztere durchlaufen anschließend

noch eine weitere Station, in der eine zusätzliche Oberfolie

aufgesiegelt wird. Dadurch wird die Packung einfach

stapelbar und lässt sich einfach etikettieren. Bei

Brandenburg ist sie im Corporate Design gehalten.

Skinverfahren von Tiefziehverpackungsmaschinen

auf Traysealer übertragbar?

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UPDATE FOOD

Im Jahr 1956 eröffneten Tommy, Joe und Gus Longo

ihr erstes Obst- und Gemüsegeschäft in Toronto.

Heute gehören mehr als 25 „Longo’s“-Geschäfte in

der kanadischen Metropolregion zu Longo Brothers

Fruit Markets Inc.

Kurze Produktionszyklen

und ein Frischeversprechen

Mit dem Traysealer-Modell T 300 kann Longo Brothers Fruit Markets sein Frischekonzept ausbauen

Um die Produktionszyklen für seine MME-Produkte zu verkürzen, setzt die kanadische Lebensmittelkette Longo’s

auf einen Traysealer von MULTIVAC. Das Kompaktmodell T 300 bietet eine hohe Flexibilität bei Verpackungsprozessen,

ist sparsam im Energieverbrauch und einfach zu bedienen.

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AUSGABE 1 2013

Die vor zwei Jahren eingeführten MME-Gerichte und

Salatmischungen, die die kanadische Lebensmittelkette

Longo’s unter eigener Marke vertreibt, erfreuen

sich großer Beliebtheit. „Bei unseren MME-Produkten

handelt es sich um Fertiggerichte mit Gourmet-

Qualität für zwei Personen, die zu Hause nur noch aufgewärmt

werden müssen“, erläutert David Ashlee,

Production Facility Development Manager bei Longo’s.

Die Art der Verpackung und die Verpackungstechnologie

haben bei Longo’s einen hohen Stellenwert. Zum

einen gilt es, MME-Gerichte und Salate so attraktiv

Da die bislang eingesetzten Traysealer nicht den

Produktionsanforderungen entsprachen, investierte

Longo‘s Anfang 2012 in ein neues, automatisches Traysealer-Modell

vom Typ T 300. Mit dem Kompaktmodell

kann der Lebensmittelhersteller hochwertige

und formstabile Verkaufsverpackungen mit und ohne

Schutzatmosphäre in kleinen Chargen herstellen. Der

T 300 ist flexibel genug, um die gewünschten kurzen

Produktionszyklen bei häufig wechselnden Produktchargen

realisieren zu können.

In diesem Zusammenhang überzeugten das Management

von Longo’s das kompakte Design des

T 300, seine Edelstahlkonstruktion sowie das Schnellwechselsystem

für Werkzeuge. Die Formatumstellung

ist beim T 300 sehr einfach, da der Formatwechsel

softwareunterstützt ist. Das geringe Gewicht der Komponenten

macht Hilfsmittel, wie zum Beispiel einen

Werkzeugwechselwagen, überflüssig.

Da MULTIVAC bei der Konstruktion des T 300 auf

elektrische Hubwerke gesetzt hat, benötigt der Traysealer

weniger Energie als Vergleichsmodelle. Druckluft

wird nur noch für den Siegelprozess benötigt.

38 Packungen pro Minute

Die spezielle Verpackung bringt den Inhalt besonders gut zur Geltung

zu verpacken, dass Verbraucher im Laden zugreifen.

„Da Frische bei uns höchste Priorität hat, möchten wir,

dass die Verpackung die Frische unserer Produkte angemessen

präsentiert“, betont Ashlee.

Zum anderen stellt Longo’s seine Produkte in der

Regel ohne Konservierungsstoffe her, was ihre kurze

Haltbarkeitsdauer erklärt. „Unser Ziel besteht jedoch

nicht darin, Produkte mit einer längeren Haltbarkeit

herzustellen. Vielmehr möchten wir kürzere Produktionszyklen

für Produkte erreichen, die sich am PoS

schneller verkaufen“, sagt Ashlee.

Das Kundenprojekt wurde von MULTIVAC Canada Inc.

umgesetzt. Ende März 2012 wurde der T 300 bei

Longo‘s in Vaughan installiert. Die Maschine ist seit

gut einem Jahr in Betrieb und hat laut Ashlee einen

positiven Eindruck hinterlassen.

Zurzeit werden zwei große PET-Schalen gleichzeitig

unter modifizierter Atmosphäre versiegelt. Dabei

erreicht der T 300 einen Durchsatz von 38 Packungen

pro Minute.

Nachdem die Trays mit den MME-Gerichten und

die Salatmischungen versiegelt wurden, wird jede Verpackung

an der Längsseite mit einer farbigen Kartonbanderole

versehen. Dort sind alle erforderlichen Produktinformationen

und Anweisungen zur Zubereitung

aufgeführt. „Wir haben die Banderolen für unsere

MME-Gerichte und Fertigsalate verkleinert, damit der

Kunde das Produkt besser sehen kann. Das neue Verpackungsdesign

wurde von den Kunden sehr gut angenommen“,

erläutert Ashlee.

Dank der speziellen Verpackung können Kunden

80 Prozent des verpackten Produkts sehen und sich

so vor dem Kauf von dessen Frische überzeugen.

Ein Traysealer für kleine Chargen

69


UPDATE FOOD

Die Marke Quorn bietet eine breite Auswahl an fleischfreien

Produkten, die mit Hilfe einer patentrechtlich

geschützten Technologie aus Mykroprotein hergestellt

werden und den Geschmack und die Textur von Fleisch

nachbilden.

Entscheidung nicht bereut

Quorn Foods in Norfolk vertraut der Zuverlässigkeit einer Gebrauchtmaschine

Vor Kurzem hat Quorn Foods einen „gebrauchten“ Traysealer vom Typ T 400 für seine Anlage in Norfolk erworben.

Der T 400 ist die erste überholte Maschine, die von dem Unternehmen erworben wurde. Richard Fathers, Site

Engineering Manager bei Quorn Foods, teilt mit uns seine ersten Eindrücke.

Was war der ausschlaggebende

Grund dafür, dass Sie sich für einen

gebrauchten T 400 entschieden

haben?

Fathers: Ganz einfach. Ich arbeite

bereits seit 27 Jahren auf diesem

Gebiet, und meiner Ansicht nach

ist der T 400 von MULTIVAC einer

der besten Traysealer auf dem

Markt. Er stellt sehr zuverlässige

Trayverpackungen her. Darüber hinaus

erhalten wir zusätzlich den

Service und die hohe Zuverlässigkeit

von MULTIVAC.

Wieso haben Sie sich für eine überholte

Maschine entschieden?

Fathers: Mir wurden Mittel für eine

neue Maschine zugeteilt. Allerdings

musste ein Teil des Budgets

aufgrund von Umständen, auf die

ich keinen Einfluss hatte, für unerwartete

Posten aufgewendet werden.

Dadurch, dass wir uns für eine

überholte Maschine entschieden,

blieb das Projekt innerhalb des vorgesehenen

Budgets. Hätten wir

Zweifel an der Qualität des T 400

gehegt, hätten wir auch eine neue

Maschine kaufen können.

Unsere Entscheidung habe ich

nicht bereut. Bis auf die Plakette

sieht der Traysealer wie eine neue

Maschine aus. Da es sich bei

allen relevanten Bauteilen um neue

Teile von MULTIVAC handelt, kann

nichts schiefgehen. Für alle unsere

Maschinen haben wir zusätzlich

einen Wartungsvertrag mit

MULTIVAC abgeschlossen. Dadurch

können die meisten Probleme

beseitigt werden, bevor sie

überhaupt auftreten. Sollte doch

etwas schiefgehen, steht uns der

lokale Techniker von MULTIVAC in

Norwich zur Verfügung, sodass

jegliche Schwierigkeiten in kürzester

Zeit ausgeräumt werden können.

Allerdings benötigen wir nur

selten seine Unterstützung – die

meisten unserer Maschinen sind

von MULTIVAC, und unsere eigenen

Techniker wurden von

MULTIVAC geschult, sodass sie

theoretisch nahezu jede Maschine

auseinander- und anschließend

wieder zusammenbauen können.

Haben Sie die Entscheidung für

eine überholte Maschine bereut?

Fathers: Hätten wir irgendwelche

Zweifel gehabt, hätten wir diesen

Weg nicht beschritten.

70


AUSGABE 1 2013

400 Prozent mehr

Produktionsleistung

QB Food steigert mit MULTIVAC seine Verpackungseffizienz

Die QB Food Trading Pte Ltd ist eines der führenden Unternehmen im Lebensmittelhandel in Singapur. Sein

Hackfleisch verpackt das Unternehmen seit Kurzem mit Technik von MULTIVAC.

Aus der ganzen Welt kommen die Lebensmittel, die

QB Food Trading nach Singapur importiert und dort

vertreibt: Das Sortiment des 1989 in Singapur gegründeten

Unternehmens reicht dabei von gekühlten

Produkten wie Schinken, Wurst oder Salami über Tiefkühlkost

wie Huhn, Schwein, Rind oder Lamm, verschiedenste

Milch- und Trockenprodukte bis hin zu

verarbeiteten Tiefkühlprodukten wie verzehrfertigem

Huhn oder Meeresfrüchten. Ein weiterer wichtiger

Posten im Sortiment sind Halal-Produkte.

In den vergangenen 23 Jahren ist QB Food stetig

gewachsen und hat sich heute als einer der bedeutendsten

Lieferanten für Feinkost und Lebensmittel in

Singapur etabliert und will in der nächsten Zukunft

weiter expandieren. Basis für diese Strategie ist der

Einsatz neuer, effizienter Verpackungskonzepte. Daher

arbeitet QB Food seit September 2012 mit MULTIVAC

zusammen. Das lokale Vertriebsteam von MULTVAC

konnte QB Food unter anderem mit seinem umfassenden

Angebot an integrierten Verpackungslösungen

überzeugen. Großen Anklang fand auch der erstklassige

Support durch MULTIVAC, sowohl vonseiten des

Vertriebs als auch vonseiten des technischen Service.

Als erste Verpackungslösung von MULTIVAC entschied

sich QB Food für einen Traysealer T 800. Auf

ihm verpackt das Unternehmen Hackfleisch. Nach

Inbetriebnahme dieser Verpackungslösung rechnet QB

Food mit einer Ausbringung von zunächst 5.000 Trays

je Produktionstag. Das entspricht einer Steigerung der

Produktionsleistung um 400 Prozent. Gleichzeitig reduziert

sich der Personalbedarf beim Verpacken deutlich.

Langfristig will QB Food mit der T 800 ein Maximum

von 24.000 Trays pro Tag erreichen. Auch die dafür

benötigten Hartschalen bezieht das Unternehmen

von MULTIVAC.

71


UPDATE FOOD

Hunan Linwu Shunhua Duck Industrial Development

wurde 1999 in der Stadt Linwu in der Provinz Hunan gegründet

und ist mit einem Umsatz von mehr als 60 Millionen

Euro jährlich einer der größten Produzenten von

Entenfleisch in China. Zum umfangreichen Portfolio

gehören neben der bekannten Linwu-Ente mehr als

200 verschiedene Lebensmittelprodukte aus Fisch,

Rindfleisch oder auch Reis.

Dongjiang Fisch

als Snack verpackt

Chinesischer Lebensmittelproduzent setzt auf MULTIVAC

Den wachsenden Markt für Convenience-Produkte bedient der chinesische Lebensmittelproduzent Linwu

Shunhua seit Kurzem mit einem gesunden Fisch-Snack aus der Provinz Hunan. Linwu Shunhua ist der erste

Lebensmittelverarbeiter Chinas, der hierfür ein automatisches Verpackungskonzept einsetzt.

Als Anbieter qualitativ hochwertiger chinesischer Spezialitäten

ist Linwu Shunhua gut positioniert, zumal die

Lebensmittelbranche in China boomt. Bereits 2011 hat

das Reich der Mitte die USA als weltweit größten

Lebensmittelmarkt abgelöst und wird nach einer Prognose

der britischen Beratungsgesellschaft IGD bis zum

Jahr 2015 auf 1,45 Billionen US-Dollar wachsen. Entscheidenden

Anteil daran hat die immer größer werdende

Mittelschicht, die sich zum einen zunehmend

gesundheitsbewusster ernährt und zum anderen eine

Mischung aus traditionellen und modernen Nahrungsmitteln

bevorzugt. „Vor allem in den Städten geht

der Trend zu abgepackten, verzehrfertigen Lebensmitteln

und Convenience Food. Auch das Qualitätsund

Markenbewusstsein der Verbraucher nehmen

zu“, berichtet Jens Richter, Managing Director von

MULTIVAC China.

Innovative Verpackung

Im vergangenen Jahr beschloss die Unternehmensleitung

von Shunhua unter der Marke Dongjiang Fisch

eine Reihe gesunder Snack-Produkte im Markt zu positionieren.

Der Dongjiang Fisch ist für dieses Vorhaben

denkbar gut geeignet: Er stammt aus dem klaren Gebirgswasser

des Dongjiang Sees, der sich im Süden

der Provinz Huang auf einer Fläche von 160 Quadratkilometern

erstreckt. Die Gegend ist als Nationalpark

ausgewiesen; die Wasserqualität entsprechend hoch.

Der Fisch besitzt einen hohen Nährwert, ist äußerst

delikat und schmeckt leicht würzig.

Bei der Verpackungslösung wollte Shunhua eine für

den chinesischen Markt völlig neuartige Packungsvariante

entwickeln: „Unsere Idee war es, den verarbeiteten

Fisch in kleinen Snack-Packungen aus Aluminium

72


AUSGABE 1 2013

Die farblich ansprechende Verpackung aus Aluminium ist neuartig für den chinesischen Markt

anzubieten, die beidseitig farblich ansprechend bedruckt

sein sollten und die der Konsument einfach aufreißen

kann“, sagt Jianwen Hu, Präsident von Linwu

Shunhua. Der Fisch sollte in mehreren Geschmacksrichtungen

produziert, automatisch verpackt und anschließend

bei 121 Grad Celsius sterilisiert werden.

Kosten senken, Produktivität erhöhen

Um das Snack-Produkt verpacken zu können, sah sich

Shunhua nach einer neuen Verpackungslösung um.

Denn bis zu diesem Zeitpunkt verfügte das Unternehmen

zwar über mehr als 150 Doppelkammermaschinen,

mit denen Produkte in klassischen Vakuumbeuteln

verpackt wurden. Im Vergleich zu modernen

Verpackungsverfahren ist deren Herstellung jedoch

vergleichsweise zeit- und kostenaufwändig „Wir wollten

die Snack-Produkte auf eine schnellere, kosteneffizientere

Art und Weise verpacken, mit der wir unterm

Strich die Produktivität erhöhen und die Personalkosten

senken können“, ergänzt Hu.

Bei der Suche nach der optimalen Verpackungslösung

für das neue Snack-Produkt griff der Lebensmittelproduzent

auf seinen Kontakt zur lokalen Niederlassung

von MULTIVAC China zurück. MULTIVAC analysierte

die Anforderungen von Shunhua und empfahl,

die Packungen im Tiefziehverfahren herzustellen, da

diese Technik hinsichtlich des Verpackungsmaterials

und der Packungsform sehr flexibel ist.

Mitte 2012 entschied sich Linwu Shunhua für den

Kauf von zwei Hochleistungs-Tiefziehverpackungsmaschinen

vom Typ R 245. Dieses Maschinenmodell

ist modular erweiterbar und für die Integration in automatisierte

Linien geeignet. Ihre langlebige Edelstahlkonstruktion

und ihr wegweisendes Hygiene-Design

machen die Maschine für anspruchsvolle Lebensmittelprodukte

geeignet: „Das Maschineninnere ist durch

leicht zu öffnende Seitenverkleidungen für die Reinigung

komplett zugänglich. Hygieneoptimiert sind Folientransportkette,

Kettenführung, Hubwerke und mechanische

Baugruppen, Motoren, Ventile und Verkabelung.

Zudem ist die R 245 komplett wash-downfähig“,

sagt Jens Richter. Ihre Steuerung erfolgt auf

Chinesisch über den Industrie-PC (IPC) 06 auf der grafischen

Benutzeroberfläche HMI 2.0.

Die R 245 ist sehr flexibel, was den Einsatz von

Packstoffen, Schneidungen und Formaten angeht. Für

die Ober- und Unterfolie der Fisch-Snacks von Shunhua

kommt Aluminiumfolie zum Einsatz. Die Packung

ist so konzipiert, dass sie an der kurzen Seite vom Verbraucher

leicht geöffnet werden kann.

Beide Maschinen wurden Anfang 2013 bei Shunhua

installiert. Nach einer Testphase, die bis Ende Januar

dauerte, ist Präsident Hu optimistisch, was die

weitere Zusammenarbeit mit MULTIVAC angeht: „Wir

müssen sehen, ob die chinesischen Konsumenten diese

neue Art der Verpackung akzeptieren. Falls ja, eröffnet

uns das sehr große Chancen, da Chinesen Snack-

Produkte lieben.“

73


UPDATE Beyond Packaging

„Der

perfekte

Job“

Als Mechatronikerin bei

MULTIVAC kümmert sich Nicole

Haupt rund um den Globus um

die Inbetriebnahme von

Verpackungsmaschinen.

Schon als kleines Kind hat Nicole

Haupt das Innenleben eines Weckers

mehr interessiert als eine

Puppe. Aus den Weckern sind mittlerweile

Verpackungsmaschinen

geworden.

Seit wann interessieren Sie sich für

Technik?

Eigentlich schon immer. Ich habe

schon als kleines Kind alle Sachen,

die nicht mehr funktioniert haben,

zerlegt und untersucht. Meistens

habe ich zwar nicht gefunden, wo

das Problem ist. Aber reinschauen

musste ich auf jeden Fall. Die typischen

Mädchen-Spielzeuge haben

mich eher nicht interessiert.

Und wann hatten Sie dann zum ersten

Mal daran gedacht, aus der

Technikliebe einen Beruf zu machen?

Ein Lehrer hat mich auf die Idee gebracht.

Wir mussten während unserer

Schulzeit mehrere Praktika

machen. Er hat mir eine Stelle als

Technische Zeichnerin vermittelt.

Das war zwar gut, aber nicht ganz

das Richtige für mich. Später hat

er mich dann noch mal ausführlich

beraten und mir vorgeschlagen,

Mechanikerin auszuprobieren. Anschließend

habe ich noch ein Praktikum

als Elektronikerin gemacht.

Beides fand ich dann so toll, dass

ich mich nicht entscheiden konnte,

in welche Richtung meine Ausbildung

gehen sollte. Mein Lehrer hat

dann gesagt, dass ich als Mechatronikerin

doch beides verbinden

könne. Bis dahin war mir dieses Berufsbild

nicht bekannt.

Was gefällt Ihnen am Alltag einer

Mechatronikerin?

Der Beruf ist unglaublich vielseitig.

Ganz allgemein lässt sich das gar

nicht eingrenzen. Ich habe mich im

Sondermaschinenbau auf die Inbetriebnahme

spezialisiert und führe

dabei eine große Bandbreite von

Tätigkeiten durch. Das beginnt mit

der Montage von Baugruppen,

geht über Reparaturen bis hin zur

74


AUSGABE 1 2013

kompletten Inbetriebnahme. Ich liege

genauso unter der Maschine

wie ich an der Verkabelung am

Schaltschrank arbeite oder am

Terminal Einstellungen optimiere.

Das macht für mich den Beruf so

spannend.

Wie sind Sie zu MULTIVAC als Ausbildungsbetrieb

gekommen?

Lustigerweise hat sich mein Vater

bei MULTIVAC beworben, als ich

auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle

war. Ich habe ihm

bei seinem Bewerbungsschreiben

geholfen und dabei gesehen, dass

MULTIVAC auch Mechatroniker

ausbildet. Die Firma hat einen guten

Ruf, also habe ich die Gelegenheit

genutzt und mich auch gleich

beworben. Die gut ausgestattete

Lehrwerkstatt und die kompetenten

Ausbilder waren für mich ausschlaggebend.

Was ist bei MULTIVAC besonders?

Die Vielfalt bei meiner Arbeit ist

einmalig. MULTIVAC baut Sondermaschinen,

die auf den Kunden zugeschnitten

sind. Daher unterscheidet

sich jede Maschine von der

anderen. Selbst wenn wir mit vielen

Standardbaugruppen arbeiten,

hat jede Maschine eine andere

Funktion. Eintönigkeit kommt hier

nicht auf.

Das zeigt auch, dass die werksinterne

Ausbildung einen hohen Stellenwert

bei MULTIVAC genießt.

Aber dann dachte ich: Das ist der

perfekte Job. Ich sehe die Welt und

erledige dabei unglaublich vielseitige

Aufgaben und kann mich immer

wieder neu beweisen.

Gab es eine besondere Schulung

für die Tätigkeit?

MULTIVAC hat eine interne Schulungsabteilung,

die einen auf die

Funktion und die Besonderheiten

der einzelnen Maschinenteile

schult. Da habe ich inzwischen viele

Schulungen mitgemacht. Aber

das eigentliche Standbein dieses

Jobs ist Erfahrung. Und die erarbeite

ich mir jetzt nach und nach.

Man wird also eigentlich ins kalte

Wasser geworfen?

Nein, gar nicht. Ich bin in dem einen

Jahr, seitdem ich das jetzt

mache, immer gemeinsam mit einem

erfahrenen Kollegen unterwegs

oder habe hier im Haus mit

erfahrenen Endmonteuren gearbeitet.

Von deren Erfahrung konnte ich

sehr viel lernen. So sammelt man

langsam das notwendige Wissen.

Zudem ist in der Regel auch beim

Kunden ein Kollege der Tochtergesellschaft

des jeweiligen Landes

mit an der Maschine.

Noch mal von ganz vorne alle Möglichkeiten

durchdenken, Schritt für

Schritt jede mögliche Fehlerursache

ausschließen, bis man weiß,

woran es liegt. Hilft das auch nicht

weiter oder es fehlen Ersatzteile,

dann wird unser Helpdesk um Hilfe

gebeten und erst mal improvisiert,

um die Maschine so weit zum Laufen

zu bringen, dass der Kunde

weiterproduzieren kann, bis das

Problem endgültig behoben werden

kann.

Haben Sie bei Einsätzen Zeit, Städte

und Länder kennenzulernen?

Gleich mein erster Einsatz ging

zweieinhalb Wochen nach Australien.

Das Unternehmen war am

Sonntag geschlossen und wir durften

nicht an die Maschine. Also hatten

wir zwei Tage die Möglichkeit,

uns Melbourne anzuschauen und

Kängurus zu streicheln. Allerdings

ist das eher die Ausnahme. In der

Regel sieht man ein Land nur aus

dem Fenster des Taxis.

Hat man nach all den Reisen noch

Lust, ins Ausland in den Urlaub zu

gehen?

Auf jeden Fall! Ich habe gerade

Lust auf Spanien. Aber mein Freund

will lieber zu Hause bleiben.

Das Angebot, in den internationalen

Kundenservice zu gehen, haben

Sie ja noch während der Ausbildung

bekommen. Was war damals

Ihr erster Gedanke?

Ganz ehrlich? Das meinen die

nicht ernst! Mich hat es sehr

überrascht, dass eine Stelle, für die

normalerweise in der Stellenausschreibung

ein Technikerabschluss

und Serviceerfahrung gefordert

werden, jemand in Ausbildung

angeboten wird, der noch keine

Berufserfahrung hat. Anschließend

habe ich mich wahnsinnig gefreut.

Meistens kommt man im internationalen

Businessalltag mit Englisch

ganz gut durch. Gab es schon Fälle,

in denen das nicht geklappt hat?

Es kommt schon mal vor, dass man

den ein oder anderen Fachausdruck

nicht kennt. Aber mit Händen und

Füßen – wie man so schön sagt –

kann man sich immer verständigen.

Bisher hat das immer geklappt.

Was macht man, wenn man in

den USA oder in Brasilien an einer

Maschine steht und nicht weiter

weiß?

75


UPDATE WUSSTEN SIE EIGENTLICH

Wussten

Sie eigentlich,

dass sich mit RFID-Technik Benutzerberechtigungen an einer

Verpackungsmaschine von MULTIVAC regeln lassen?

Wer darf was an einer Verpackungsmaschine machen?

Bislang wurde diese Frage zumeist über die Eingabe

eines Passworts an der Bedieneinheit geklärt.

MULTIVAC bietet aber auch eine Lösung mit Hilfe von

RFID-Technik an – und kann damit auch zur Prozesssicherheit

bei seinen Kunden beitragen.

MULTIVAC bietet die Radiofrequenz-Technologie –

kurz RFID – optional zur Benutzeridentifikation an den

IPC-Steuerungen seiner Verpackungsmaschinen an.

Bislang geschieht die Benutzeridentifikation meist mit

Hilfe eines Passworts. „Ein Verfahren, das erfahrungsgemäß

nicht hundertprozentig sicher ist, da der

Nutzer sein Passwort vergessen kann oder Passwörter

ja auch geknackt werden können“, erklärt Alois

Allgaier, Hauptbereichsleiter Steuerungstechnik von

MULTIVAC. Mit der zum Patent angemeldeten Lösung

auf RFID-Basis lassen sich diese Risiken minimieren,

da sich der jeweilige Bediener kontaktlos über seinen

Mitarbeiterausweis an der Maschine identifiziert. Der

Ausweis enthält dazu einen eindeutigen Schlüssel,

der per Funk übertragen wird und auch für unterschiedliche

Berechtigungskonzepte genutzt werden kann.

Dazu wird in der IPC-Steuerung der Verpackungsmaschine

ein mehrstufiges Bedienkonzept hinterlegt.

So kann beispielsweise nur der Nutzer die Maschine

warten, der auch dazu berechtigt ist. Das verbessert

die Bediensicherheit. Auch Änderungen von Maschinenparametern

lassen sich auf diese Weise jederzeit

beschränken und nachvollziehen.

Gleichzeitig verwendet MULTIVAC dabei das gleiche

System, das als Zugangskontrollsystem zum Verpackungsraum

verwendet wird. Der Mitarbeiter muss

also nicht unterschiedliche Chipkarten verwenden und

sich eventuell unterschiedliche Passwörter merken,

sondern bekommt nur eine einzige Chipkarte.

Automatischer Abgleich beim Anmelden

Zur Steuerung des Berechtigungssystems wird ein

kombinierter RFID-Lese-/Schreib-Kopf in die Maschinensteuerung

integriert. Für die Benutzeridentifikation

wird dabei allerdings nur die Lesefunktion verwendet.

Die Daten werden vom Lesegerät über eine Standard-

USB-Schnittstelle in das Steuerprogramm der Maschine

übertragen und dort verarbeitet. Auch die Identnummern

der zu lesenden Karten werden in der

Steuerung verwaltet und den entsprechenden Rollen

oder Benutzerlevels zugeordnet. Beim Anmelden erfolgt

automatisch ein Abgleich: Ist der Bediener berechtigt,

wird die entsprechende Rolle gesetzt.

76


AUSGABE 1 2013

77


UPDATE Messekalender

Messe von bis Stadt Land

Shanghai International Hospitality 01.04.13 03.04.13 Shanghai China

Equipment & Supply Expo (Hotelex)

Food Industry Minsk 02.04.13 05.04.13 Minsk Bielarus

Japan Meat and Industrial Fair 03.04.13 05.04.13 Tokyo Japan

EPMT-EPHJ-SMT 11.04.13 14.04.13 Genf Switzerland

Alimentaria 14.04.13 17.04.13 Lissabon Portugal

Protein Innovation Summit 15.04.13 16.04.13 Chicago USA

Congreso Internacional de la Carne 16.04.13 18.04.13 Mexico City Mexico

Canadian Produce Marketing

17.04.13 19.04.13 Toronto Canada

Association Trade Show

Wisconsin Cheese 17.04.13 17.04.13 LaCrosse USA

easyfairs Verpackung 17.04.13 18.04.13 Zürich Switzerland

Djazagro 22.04.13 25.04.13 Algiers Algeria

SPE 23.04.13 25.04.13 Brüssel Belgium

PACKPRINT 24.04.13 27.04.13 Tunis Tunisia

The 10th China (Qingdao) International 27.04.13 29.04.13 Qingdao China

Meat Industry Exhibition (MIE)

Sial Canada 2013 30.04.13 02.05.13 Toronto Canada

april

IFFA 04.05.13 09.05.13 Frankfurt Germany

APAS 06.05.13 09.05.13 São Paulo Brazil

FIAR 08.05.13 11.05.13 Rosario Argentina

PackEx 14.05.13 16.05.13 Toronto Canada

United Fresh 14.05.13 16.05.13 San Diego USA

Seoul Food 14.05.13 17.05.13 Seoul Korea

Professional Foodservice, Industry 15.05.13 17.05.13 Fukuoka Japan

& Creation

Expo Campeche 16.05.13 18.05.13 Campeche Mexico

Novi Sad Agricultural exhibition 18.05.13 24.05.13 Novi Sad Serbia

Iran Food Tec. 20.05.13 23.05.13 Tehran IRAN

Expo Cacia 28.05.13 29.05.13 Heredia Costa Rica

Tecnoalimentos 29.05.13 30.05.13 Guatemala Guatemala

mai

Impressum

UPDATE – ein Magazin der MULTIVAC

Sepp Haggenmüller GmbH & Co. KG

Bahnhofstr. 4, 87787 Wolfertschwenden, Deutschland

Tel. +49 8334 601-0, Fax +49 8334 601-199

muwo@multivac.de, www. multivac.com

V. i. S. d. P.: Valeska Haux

Gestaltung: becker GmbH (www.agentur-becker.de)

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung,

auch auszugsweise, nur mit vorheriger schriftlicher

Zustimmung der Redaktion.

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AUSGABE 1 2013

Fachtage über die Sterilisation 05.06.13 06.06.13 Regensdorf/Zürich Switzerland

FITHEP 10.06.13 14.06.13 Buenos Aires Argentina

International Food Machinery

11.06.13 14.06.13 Tokyo Japan

& Technology Exhibition

PACKOLOGY “Exhibition of Technology 11.06.13 14.06.13 Rimini Italy

for Packaging and Processing”

Exphotel 13.06.13 15.06.13 Mexico City Mexico

EastPack 18.06.13 20.06.13 Philadelphia USA

EXPO PACK 18.06.13 21.06.03 Mexico City Mexico

Rosupack 18.06.13 21.06.13 Moscow Russia

Sapporo Pack 19.06.13 21.06.13 Sapporo Japan

Fispal Food 25.06.13 28.06.13 São Paulo Brazil

Vietfish 25.06.13 27.06.13 Ho Chi Minh City Vietnam

Fispal Tecnologia 25.06.13 28.06.13 São Paulo Brazil

juni

Interphex 10.07.13 12.07.13 Tokyo Japan

NACUFS 11.07.13 12.07.13 Minneapolis USA

Expomaq 16.07.13 19.07.13 Juiz de Fora Brazil

American Association of Meat

18.07.13 20.07.13 Charleston USA

Processing

Food Pack Malaysia 19.07.13 22.07.13 Kuala Lumpur Malaysia

Envase / Alimentek 06.08.13 09.08.13 Buenos Aires Argentina

II Seminario Técnico de Embutidos 08.08.13 10.08.13 San José, CR Costa Rica

y Carnes

Tecnocarne 13.08.13 15.08.13 São Paulo Brazil

august juli

China-Eurasia Expo 2013 01.09.13 05.09.13 Urumqi China

Hotelga 02.09.13 05.09.13 Buenos Aires Argentina

PacTec 03.09.13 05.09.13 Helsinki Finland

China International Exhibition on 05.09.13 08.09.13 Beijing China

Financial Banking Technology &

Equipment (CIFTEE)

Feria Alimentaria 09.09.13 11.09.13 Guatemala Guatemala

INPRODMASH & UPAKOVKA 11.09.13 14.09.13 Kyiv Ukraine

Asia Food Expo 11.09.13 14.09.13 Manila Philippines

OrthoTec Europe 12.09.13 13.09.13 Regensdorf Switzerland

Slavakto 17.09.13 19.09.13 Utrecht Netherlands

PACK EXPO (PMMI) 23.09.13 25.09.13 Las Vegas USA

Polagra-Tech 23.09.13 26.09.13 Poznań Poland

FachPack 24.09.13 26.09.13 Nürnberg Germany

Saudi Agro Food 24.09.13 27.09.13 Riyadh Saudi Arabia

Medtec 25.09.13 26.09.13 Shanghai China

CFIA MAROC 25.09.13 27.09.13 Casablanca Morocco

september

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