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3R Felsbohranlage GRUNDODRILL 18ACS (Vorschau)

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7-8/2012<br />

ISSN 2191-9798<br />

K 1252 E<br />

Vulkan-Verlag,<br />

Essen<br />

Fachzeitschrift für sichere und<br />

effiziente Rohrleitungssysteme<br />

7. Deutsches<br />

Symposium<br />

für grabenlose<br />

Leitungserneuerung<br />

26.09.2012 in Siegen<br />

www.<strong>3R</strong>-Rohre.de


2. Praxistag am 6. November 2012 in Essen<br />

Wasserversorgungsnetze<br />

Programm<br />

Moderation: Prof. Th. Wegener,<br />

iro Institut für Rohrleitungsbau, Oldenburg<br />

Wann und Wo?<br />

Themenblock 1: Netzbetrieb - Analysieren und Optimieren<br />

Hydraulische Rohrnetzberechnung – Erfahrungen bei<br />

Kalibrierung, Ausarbeitung von Löschwasser- und Spülplänen<br />

Dr. E. Osmancevic, Kuhn, RBS Wave GmbH, Stuttgart<br />

Berechnung und Optimierung von Wasserverteilungsnetzen<br />

Dr. A. Wolters, 3S Consult, Garbsen<br />

Zielnetzentwicklung eines städtischen<br />

Trinkwassernetzes am Beispiel Cuxhaven<br />

H. Oeltjebruns, S. Cichowlas, EWE NETZ GmbH, Oldenburg<br />

Zustandsbewertung von metallischen Rohrleitungen<br />

der Gas- und Wasserversorgung - Konzept und Inhalt der<br />

künftigen GW 18 und GW 19<br />

Dr. H.-J. Kocks, Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH, Siegen<br />

Unterstützung der Rohrnetzbewertung mittels<br />

materialtechnischer Zustandsbewertungen<br />

Dr. Ch. Sorge, IWW, Mülheim an der Ruhr<br />

Strategie zu Einsatz von optimierten Spülverfahren<br />

am Beispiel des OOWV<br />

A. Frerichs, OOWV, Oldenburg<br />

Themenblock 2: Steuern, Regeln und Automatisieren<br />

in der Wasserversorgung<br />

Die Alternative zur Festverdrahtung - Überwachen, Steuern<br />

und Regeln über öffentliche oder nicht öffentliche Funknetze<br />

E. v. Kruedener, vKD Meß- und Prüfsysteme GmbH, Kürten<br />

Netzbetrieb der Zukunft – Kabellose Automatisierung<br />

erdverlegter Armaturen<br />

A. Sacharowitz, 3S Antriebe GmbH, Berlin<br />

Veranstalter:<br />

Veranstalter<br />

<strong>3R</strong>, ZfW, iro<br />

Termin: Dienstag, 06.11.2012,<br />

9:00 Uhr – 17:15 Uhr<br />

Ort:<br />

Zielgruppe:<br />

Essen, Hotel Bredeney<br />

Mitarbeiter von Stadtwerken<br />

und Wasserversorgungsunternehmen,<br />

Dienstleister im Bereich<br />

Netzinspektion und -wartung<br />

Teilnahmegebühr:<br />

<strong>3R</strong>-Abonnenten<br />

und iro-Mitglieder: 365,- €<br />

Nichtabonnenten: 395,- €<br />

Bei weiteren Anmeldungen aus einem Unternehmen<br />

wird ein Rabatt von 10 % auf den jeweiligen<br />

Preis gewährt.<br />

Im Preis enthalten sind die Tagungsunterlagen<br />

sowie das Catering (2 x Kaffee, 1 x Mittagessen).<br />

Themenblock 3: Monitoring von Wasserversorgungsnetzen<br />

und Leckageortung<br />

Wasserverluste reduzieren – Monitoringsystem mit<br />

virtuellen Zonen am Praxisbeispiel der DEW21<br />

Dr. G. Gangl, RBS Wave GmbH, Stuttgart; T. Nayda, DEW21,<br />

Dortmund; J. Kurz, SebaKMT GmbH, Baunach<br />

Mehr Information und Online-Anmeldung unter<br />

www.praxistag-wasserversorgungsnetze.de<br />

Fax-Anmeldung: 0201-82002-55 oder Online-Anmeldung: www.praxistag-wasserversorgungsnetze.de<br />

Ich bin <strong>3R</strong>-Abonnent<br />

Ich bin iro-Mitglied<br />

Ich bin Nichtabonnent/kein iro-Mitglied<br />

Vorname, Name des Empfängers<br />

Telefon<br />

Telefax<br />

Firma/Institution<br />

E-Mail<br />

Straße/Postfach<br />

Land, PLZ, Ort<br />

Nummer<br />

✘<br />

Ort, Datum, Unterschrift


2. Praxistag am 6. November 2012 in Essen<br />

Wasserversorgungsnetze<br />

IMPRESSUM<br />

Fachzeitschrift für sichere und<br />

effiziente Rohrleitungssysteme<br />

Programm<br />

Moderation: Prof. Th. Wegener,<br />

iro Institut für Rohrleitungsbau, Oldenburg<br />

Themenblock 1: Netzbetrieb - Analysieren und Optimieren<br />

Hydraulische Rohrnetzberechnung – Erfahrungen bei<br />

Kalibrierung, Ausarbeitung von Löschwasser- und Spülplänen<br />

Dr. E. Osmancevic, Kuhn, RBS Wave GmbH, Stuttgart<br />

Berechnung und Optimierung von Wasserverteilungsnetzen<br />

Dr. A. Wolters, 3S Consult, Garbsen<br />

Zielnetzentwicklung eines städtischen<br />

Trinkwassernetzes am Beispiel Cuxhaven<br />

H. Oeltjebruns, S. Cichowlas, EWE NETZ GmbH, Oldenburg<br />

Zustandsbewertung von metallischen Rohrleitungen<br />

der Gas- und Wasserversorgung - Konzept und Inhalt der<br />

künftigen GW 18 und GW 19<br />

Dr. H.-J. Kocks, Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH, Siegen<br />

Unterstützung der Rohrnetzbewertung mittels<br />

materialtechnischer Zustandsbewertungen<br />

Dr. Ch. Sorge, IWW, Mülheim an der Ruhr<br />

Strategie zu Einsatz von optimierten Spülverfahren<br />

am Beispiel des OOWV<br />

A. Frerichs, OOWV, Oldenburg<br />

Themenblock 2: Steuern, Regeln und Automatisieren<br />

in der Wasserversorgung<br />

Die Alternative zur Festverdrahtung - Überwachen, Steuern<br />

und Regeln über öffentliche oder nicht öffentliche Funknetze<br />

E. v. Kruedener, vKD Meß- und Prüfsysteme GmbH, Kürten<br />

Netzbetrieb der Zukunft – Kabellose Automatisierung<br />

erdverlegter Armaturen<br />

A. Sacharowitz, 3S Antriebe GmbH, Berlin<br />

Wann und Wo?<br />

Veranstalter:<br />

Veranstalter<br />

<strong>3R</strong>, ZfW, iro<br />

Termin: Dienstag, 06.11.2012,<br />

9:00 Uhr – 17:15 Uhr<br />

Ort:<br />

Zielgruppe:<br />

Essen, Hotel Bredeney<br />

Mitarbeiter von Stadtwerken<br />

und Wasserversorgungsunternehmen,<br />

Dienstleister im Bereich<br />

Netzinspektion und -wartung<br />

Teilnahmegebühr:<br />

<strong>3R</strong>-Abonnenten<br />

und iro-Mitglieder: 365,- €<br />

Nichtabonnenten: 395,- €<br />

Bei weiteren Anmeldungen aus einem Unternehmen<br />

wird ein Rabatt von 10 % auf den jeweiligen<br />

Preis gewährt.<br />

Im Preis enthalten sind die Tagungsunterlagen<br />

sowie das Catering (2 x Kaffee, 1 x Mittagessen).<br />

Verlag<br />

© 1974 Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Postfach 10 39 62, 45039 Essen,<br />

Telefon +49(0)201-82002-0, Telefax +49(0)201-82002-40.<br />

Geschäftsführer: Carsten Augsburger, Jürgen Franke<br />

Redaktion<br />

Dipl.-Ing. N. Hülsdau, Vulkan-Verlag GmbH, Huyssenallee 52-56,<br />

45128 Essen, Telefon +49(0)201-82002-33,<br />

Telefax +49(0)201-82002-40,<br />

E-Mail: n.huelsdau@vulkan-verlag.de<br />

Kathrin Lange, Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Telefon +49(0)201-82002-32, Telefax +49(0)201-82002-40,<br />

E-Mail: k.lange@vulkan-verlag.de<br />

Barbara Pflamm, Vulkan-Verlag GmbH,<br />

Telefon +49(0)201-82002-28, Telefax +49(0)201-82002-40,<br />

E-Mail: b.pflamm@vulkan-verlag.de<br />

Anzeigenverkauf<br />

Helga Pelzer, Vulkan-Verlag GmbH, Telefon +49(0)201-82002-<br />

35, Telefax +49(0)201-82002-40,<br />

E-Mail: h.pelzer@vulkan-verlag.de<br />

Anzeigenverwaltung<br />

Martina Mittermayer, Vulkan-Verlag/Oldenbourg Industrieverlag<br />

GmbH, Telefon +49(0)89-45051-471, Telefax +49(0)89-<br />

45051-300, E-Mail: mittermayer@oiv.de<br />

Abonnements/Einzelheftbestellungen<br />

Leserservice <strong>3R</strong> INTERNATIONAL, Postfach 91 61, 97091<br />

Würzburg, Telefon +49(0)931-4170-1616, Telefax +49(0)931-<br />

4170-492, E-Mail: leserservice@vulkan-verlag.de<br />

Gestaltung und Satz<br />

Gestaltung: deivis aronaitis design I dad I,<br />

Leonrodstraße 68, 80636 München<br />

Satz: e-Mediateam Michael Franke, Breslauer Str. 11,<br />

46238 Bottrop<br />

Druck<br />

Druckerei Chmielorz, Ostring 13,<br />

65205 Wiesbaden-Nordenstadt<br />

Bezugsbedingungen<br />

<strong>3R</strong> erscheint monatlich mit Doppelausgaben im Januar/Februar,<br />

März/April und August/September · Bezugspreise: Abonnement<br />

(Deutschland): € 268,- + € 27,- Versand; Abonnement (Ausland):<br />

€ 268,- + € 31,50 Versand; Einzelheft (Deutschland): € 34,- +<br />

€ 3,- Versand; Einzelheft (Ausland): € 34,- + € 3,50 Versand;<br />

Einzelheft als ePaper (PDF): € 34,-; Studenten: 50 % Ermäßigung<br />

auf den Heftbezugspreis gegen Nachweis · Die Preise enthalten<br />

bei Lieferung in EU-Staaten die Mehrwertsteuer, für alle übrigen<br />

Länder sind es Nettopreise.<br />

Bestellungen sind jederzeit über den Leserservice oder jede Buchhandlung<br />

möglich. Die Kündigungsfrist für Abonnementaufträge<br />

beträgt 8 Wochen zum Bezugsjahresende.<br />

Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen<br />

sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der<br />

engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung<br />

des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen,<br />

Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung<br />

und Bearbeitung in elektronischen Systemen. Auch die<br />

Rechte der Wiedergabe durch Vortrag, Funk- und Fernsehsendung,<br />

im Magnettonverfahren oder ähnlichem Wege bleiben vorbehalten.<br />

Jede im Bereich eines gewerblichen Unternehmens hergestellte<br />

oder benutzte Kopie dient gewerblichen Zwecken gem. § 54 (2)<br />

UrhG und verpflichtet zur Gebührenzahlung an die VG WORT, Abteilung<br />

Wissenschaft, Goethestraße 49, 80336 München, von der<br />

die einzelnen Zahlungsmodalitäten zu erfragen sind.<br />

ISSN 2191-9798<br />

Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern<br />

Themenblock 3: Monitoring von Wasserversorgungsnetzen<br />

und Leckageortung<br />

Wasserverluste reduzieren – Monitoringsystem mit<br />

virtuellen Zonen am Praxisbeispiel der DEW21<br />

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Organschaften<br />

Fachbereich Rohrleitungen im Fachverband Dampfkessel-, Behälter- und<br />

Rohrleitungsbau e.V. (FDBR), Düsseldorf · Fachverband Kathodischer Korrosionsschutz<br />

e.V., Esslingen · Kunststoffrohrverband e.V., Köln · Rohrleitungsbauverband<br />

e.V., Köln · Rohrleitungssanierungsverband e.V., Essen ·<br />

Verband der Deutschen Hersteller von Gasdruck-Regelgeräten, Gasmeßund<br />

Gasregelanlagen e.V., Köln<br />

Herausgeber<br />

H. Fastje, EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg (Federführender Herausgeber)<br />

· Dr.-Ing. M. K. Gräf, Vorsitzender der Geschäftsführung der Europipe<br />

GmbH, Mülheim · Dipl.-Ing. R.-H. Klaer, Bayer AG, Krefeld, Vorsitzender des<br />

Fachausschusses „Rohrleitungstechnik“ der VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik<br />

und Chemie-Ingenieurwesen (GVC) · Dipl.-Volksw. H. Zech, Geschäftsführer<br />

des Rohrleitungssanierungsverbandes e.V., Lingen (Ems)<br />

Schriftleiter<br />

Dipl.-Ing. M. Buschmann, Rohrleitungsbauverband e.V. (rbv), Köln · Rechtsanwalt<br />

C. Fürst, Erdgas Münster GmbH, Münster · Dipl.-Ing. Th. Grage,<br />

Institutsleiter des Fernwärme-Forschungsinstituts, Hemmingen · Dr.-Ing.<br />

A. Hilgenstock, E.ON Ruhrgas AG, Technische Kooperationsprojekte, Kompetenzcenter<br />

Gastechnik und Energiesysteme /(Netztechnik), Essen · Dipl.-<br />

Ing. D. Homann, IKT Institut für Unterirdische Infrastruktur, Gelsenkirchen<br />

· Dipl.-Ing. N. Hülsdau, Vulkan-Verlag, Essen · Dipl.-Ing. T. Laier, RWE –<br />

Westfalen-Weser-Ems – Netzservice GmbH, Dortmund · Dipl.-Ing.<br />

J. W. Mußmann, FDBR e.V., Düsseldorf · Dr.-Ing. O. Reepmeyer, Europipe<br />

GmbH, Mülheim · Dr. H.-C. Sorge, IWW Rheinisch-Westfälisches Institut<br />

für Wasser, Biebesheim · Dr. J. Wüst, SKZ - TeConA GmbH, Würzburg<br />

Beirat<br />

Dr.-Ing. W. Berger, Direktor des Forschungsinstitutes für Tief-und Rohrleitungsbau<br />

e.V., Weimar · Dr.-Ing. B. Bosseler, Wissenschaftlicher Leiter<br />

des IKT – Institut für Unterirdische Infra struktur, Gelsenkirchen · Dipl.-Ing.<br />

D. Bückemeyer, Vorstand der Stadtwerke Essen AG · W. Burchard, Geschäftsführer<br />

des Fachverbands Armaturen im VDMA, Frankfurt · Bauassessor<br />

Dipl.-Ing. K.-H. Flick, Fachverband Steinzeugindustrie e.V., Köln ·<br />

Prof. Dr.-Ing. W. Firk, Vorstand des Wasserverbandes Eifel-Rur, Düren ·<br />

Dipl.-Wirt. D. Hesselmann, Geschäftsführer des Rohrleitungsbauverbandes<br />

e.V., Köln · Dipl.-Ing. H.-J. Huhn, BASF AG, Ludwigshafen · Dipl.-Ing.<br />

B. Lässer, ILF Beratende Ingenieure GmbH, München · Dr.-Ing. W. Lindner,<br />

Vorstand des Erftverbandes, Bergheim · Dr. rer. pol. E. Löckenhoff, Geschäftsführer<br />

des Kunststoffrohrverbands e.V., Bonn · Dr.-Ing. R. Maaß,<br />

Mitglied des Vorstandes, FDBR Fachverband Dampfkessel-, Behälter- und<br />

Rohrleitungsbau e.V., Düsseldorf · Dipl.-Ing. R. Middelhauve, TÜV NORD<br />

Systems GmbH & Co. KG, Essen · Dipl.-Ing. R. Moisa, Geschäftsführer der<br />

Fachgemeinschaft Guss-Rohrsysteme e.V., Griesheim · Dipl.-Berging.<br />

H. W. Richter, GAWACON, Essen · Dipl.-Ing. T. Schamer, Geschäftsführer<br />

der ARKIL INPIPE GmbH, Bottrop · Prof. Dipl.-Ing. Th. Wegener, Institut<br />

für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg · Prof. Dr.-Ing.<br />

B. Wielage, Lehrstuhl für Verbundwerkstoffe, Technische Universität<br />

Chemnitz-Zwickau · Dipl.-Ing. J. Winkels, Technischer Geschäftsführer der<br />

Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH, Siegen<br />

Anz_Praxistag umschlag.indd Leckortung-2012-A4.indd 2 1 14.08.12 15:02<br />

22.08.12 16:23


EDITORIAL<br />

Ob Wasser, Abwasser oder Energie:<br />

Ohne Netze geht es nicht!<br />

Das zeigt aktuell die Diskussion um die zügige Umsetzung<br />

der Energiewende und deren Handhabung. Seit geraumer<br />

Zeit fordert die Fachwelt den Ausbau der netzgebundenen<br />

Infrastruktur. Langstreckennetze von Nord nach Süd<br />

oder auch dezentrale, regional ausgerichtete Verteilnetze<br />

werden erforderlich sein, um die Abnehmer zu jeder Zeit<br />

sicher und ausreichend zu versorgen. Dazu sind technische<br />

Entscheidungen zu treffen und in einem wirtschaftlichen<br />

Gesamtkonzept zügig umzusetzen.<br />

Leitungen sind die Verbindungen zwischen den Knoten<br />

einer vernetzen Infrastruktur. Darin fließen unterschiedliche<br />

Medien und dienen unterschiedlichen Zwecken, sei es der<br />

Entsorgung von Abwässern oder der Versorgung mit Energie<br />

in Form von Wasser, Gas, Wärme oder Strom. Ihnen ist aber<br />

gemein, dass ihre Funktion – unabhängig von der Form der<br />

Installation – sichergestellt sein muss, denn ein technisches<br />

Versagen kann sowohl in der Bau- als auch in der Betriebsphase<br />

zu erheblichen Störungen und hohen Kosten führen.<br />

Grabenlose Verlege- und Erneuerungsverfahren sind<br />

nicht mit den Nachteilen einer offenen Verlegung behaftet,<br />

sondern sind sehr innovativ und technisch anspruchsvoll, also<br />

gute Gründe für eine Hochschule sich der Thematik in der<br />

Ingenieurausbildung anzunehmen. Aus diesem Grund veranstaltet<br />

der Lehrstuhl der Fachgebiete Wasserversorgung<br />

und Abwassertechnik am 26.09.2012 das nunmehr 7. Deutsche<br />

Symposium für grabenlose Leitungserneuerung (SgL)<br />

an der Universität Siegen. Ich bin überzeugt, dass mit dem<br />

aktuellen Symposium eine gute Mischung aus Theorie und<br />

Praxis, Wissen und dessen breiter Anwendung gelungen ist.<br />

Aktualität, Brisanz und Öffentlichkeitsinteresse besteht<br />

im Energiethema. Es scheint, als sei die Energiewende angesichts<br />

der eingeschränkten Akzeptanz für die technische<br />

Umsetzung etwas ins Stocken geraten. Die Erwartungen der<br />

Öffentlichkeit nach den einschneidenden Ereignissen um den<br />

Atomausstieg im Frühjahr 2011 sind sehr hoch. Die politische<br />

Weichenstellung ist getroffen, wenngleich die technische<br />

Umsetzung noch viel Zeit brauchen wird bis die Ideen auf den<br />

Schreibtischen der Ingenieurbüros umgesetzt und dann letztlich<br />

in den Vorgärten der Energieabnehmer angekommen sind.<br />

Mit diesem Symposium möchte ich die Energiediskussion<br />

auf die Netze und Leitungen ausweiten, zweifelsohne<br />

essentielle Kernkomponenten zukünftiger<br />

Energieversorgungsstrategien.<br />

In Siegen erwartet die Branche des Leitungsbaus ein spannendes<br />

Programm mit dem Schwerpunkt „Energienetze“, das<br />

aber die klassischen Fachgebiete Abwassertechnik und Wasserversorgung<br />

nicht vergisst. Ich sehe viele Parallelen zwischen<br />

Energiewirtschaft und Wasserwirtschaft. Ingenieure der Wasserwirtschaft<br />

garantieren seit Jahrzehnten einen verantwortlichen,<br />

nachhaltigen Umgang beim Bauen mit Umweltschutz.<br />

Nachhaltigkeit dürfte auch die Energiefrage betreffen, zielt sie<br />

doch auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte ab, mit<br />

denen Politik, Bauwirtschaft und Bürger zukünftig konfrontiert<br />

werden. Sowohl in der Wasserversorgung als auch in der<br />

Abwassertechnik sind wichtige Schnittstellen<br />

zur Energiewende zu sehen. Die<br />

Wärme des Abwassers bietet Potenzial<br />

zur Gebäudebeheizung. Prototypen als<br />

Einbauelemente für bestehende Kanalrohre<br />

haben ihre grundsätzliche Praxistauglichkeit<br />

für Einzelgebäude nachgewiesen<br />

und versprechen viel Erfolg für<br />

eine breitere Anwendung.<br />

Aus erneuerbaren Energien wie<br />

Biomasse entsteht Biogas, mit dem<br />

in BHKWs hocheffizient Strom und<br />

Wärme erzeugt werden, die über Leitungen zum Kunden<br />

gebracht werden müssen. Alternativ dazu kann auch eine<br />

Methanisierung des Biogases erfolgen, das direkt in bestehende<br />

Erdgasnetze eingespeist oder in ein Speichersystem<br />

verbracht werden kann.<br />

Die in der Wasserversorgung mittlerweile etablierte<br />

grabenlose Leitungsverlegung durch Rohrpflüge oder das<br />

Spülbohrverfahren eignet sich in quasi gleicher Weise bei der<br />

Erdkabelverlegung, die die traditionelle Fernfreikabelverlegung<br />

ersetzen kann. Mit grabenlosen Hausanschlussverfahren<br />

erfolgt dann die Weiterleitung unter den Vorgärten der<br />

Kunden hindurch bis in den Anschlussraum. Die grabenlosen<br />

Verfahren bieten aufgrund geringerer Beeinträchtigungen<br />

für die Umwelt eine hohe Bürgerakzeptanz.<br />

Als Treffpunkt der Branche bedient das Symposium neben<br />

den innovativen Themen aktuelle Entwicklungen der Praxis<br />

wie Wirtschaftlichkeit der Kanal- und Schachtsanierung, die<br />

Grundstücksentwässerung oder den Wasserleitungsnetzbetrieb.<br />

Auf dem Prüfstand stehen Themen wie die in NRW ausgiebig<br />

diskutierte Dichtheitsprüfung der Hausanschlusskanäle<br />

oder die Reinigung von Trinkwassernetzen. Eine Fachausstellung<br />

mit den Firmen der Branche informiert die Teilnehmer<br />

über neue Produkte und aktuelle Entwicklungen.<br />

Ich bin sehr froh und dankbar, dass die Zeitschrift <strong>3R</strong><br />

schon immer eine Plattform ist, auf der über Netze, Rohre<br />

und Leitungen in all ihren Einsatzmöglichkeiten, Spezifikationen<br />

und Facetten fundiert berichtet wird. Der Inhalt der<br />

vorliegenden <strong>3R</strong> steht in unmittelbarem Zusammenhang mit<br />

den Vortragsthemen des 7. SgL-Symposiums.<br />

Ich möchte daher die Leser der Zeitschrift <strong>3R</strong> ganz herzlich<br />

zum 7. SgL-Symposium nach Siegen einladen.<br />

Ihr<br />

Prof. Dr.-Ing. Horst Görg<br />

Programm unter weitere Informationen: www.sgl.uni-siegen.de<br />

Sie können sich anmelden unter E-Mail: sgl@uni-siegen.de<br />

7-8 / 2012533


7-8/2012<br />

INHALT<br />

NACHRICHTEN<br />

544 548<br />

Mitgliederversammlung des FVST in München<br />

Beim 7. SgL werden erweiterte Betätigungsfelder für<br />

grabenlose Verfahren aufgezeigt<br />

INDUSTRIE & WIRTSCHAFT<br />

538 2000. Kanalinspektionsfahrzeug von IBAK produziert<br />

538 Erfolgreicher ACHEMA-Einstieg für HOBAS<br />

539 Norma Group investiert in neues Werk in Indien<br />

540 Unterstützung für SPR von niederländischem Produktionswerk<br />

540 Neue Wilo-Website gelauncht<br />

541 Themse-Tunnel-Planung mit TILOS-Software<br />

EDITORIAL<br />

533 Ob Wasser, Abwasser<br />

oder Energie: Ohne<br />

Netze geht es<br />

nicht!Prof. Dr.-Ing.<br />

Horst Görg<br />

FASZINATION<br />

TECHNIK<br />

562 Grabenlos gut<br />

VERBÄNDE & ORGANISATIONEN<br />

542 Einheitliche Dichtheitsprüfung im Fokus der 2. Mitgliederversammlung der GS GE<br />

544 FVST-Mitgliederversammlung 2012 in München<br />

545 Vorstand des FHRK e.V. im Amt bestätigt<br />

PERSONALIEN<br />

546 GS Kanalbau trauert um Carl-Friedrich Thymian - Nachruf<br />

546 Mainova EnergieDienste: Jochen Fürniß ist neuer Geschäftsführer<br />

547 FDBR-Vorstandsvorsitzender Gerhard Schmidt wiedergewählt<br />

VERANSTALTUNGEN<br />

548 Uni Siegen hält 7. Deutsches Symposium für grabenlose Leitungserneuerung ab<br />

549 Gelsenkirchen lädt ein zu den 10. TAH-Sanierungstagen<br />

550 wat 2012 präsentiert Innovationen rund ums Trinkwasser<br />

550 Umbau der Energieversorgung im Fokus der 51. gat in Dresden<br />

534 7-8 / 2012


FBS-Betonbauteile.<br />

Die ökologisch<br />

lückenlose Lieferkette.<br />

566<br />

CMS – optisches Messverfahren für die Prozessoptimierung der<br />

Schlauchlinersanierung<br />

551 Uni Weimar und Uni Hannover kooperieren bei Studiengängen<br />

„Wasser und Umwelt“<br />

552 1. Deutscher Reparaturtag zeigt Potenziale einer Branche auf<br />

553 geofora 2012 ist durchgestartet<br />

554 Von der Kanalinstandsetzung bis zur Phosphorrückgewinnung<br />

554 Jubiläum der Würzburger Kunststoffrohr-Tagung<br />

555 Grundstücksentwässerung im Fokus<br />

555 Korrosionsschutz für Meerwasserbauwerke<br />

FBS-Betonbauteile bestehen aus natürlichen,<br />

überall verfügbaren heimischen Rohstoffen.<br />

Auch nach ihrer langen Nutzungsdauer können<br />

sie als Baustoffe zeitgemäß mit wenig<br />

Energieaufwand weiterverarbeitet und wieder<br />

verwendet werden. Klarer Fall: FBS setzt<br />

auf eine ökologisch lückenlose Lieferkette.<br />

PRODUKTE & VERFAHREN<br />

564 Elektrisches Fräsen im Kanal<br />

564 HS®-Kanalrohre jetzt innen beschriftet<br />

565 Bewährte Seiteneinlaufanbindung mit ERGELIT<br />

566 CMS – ein optisches Messverfahren für die Prozessoptimierung<br />

der Schlauchlinersanierung<br />

567 Mehr Funktionalität dank CompactPlus<br />

567 Schlagkräftige Verbindung für die Schachtsanierung<br />

568 Schwenkbare Profi-Digitalkamera inspiziert den Untergrund ab<br />

DN 100<br />

569 Anforderungen des Marktes mit Alphaliner1500 und neuer<br />

UV-Aushärtetechnologie getroffen<br />

25 Jahre<br />

7-8 / 2012535


7-8/2012<br />

INHALT<br />

HAUPTTHEMEN<br />

570 578<br />

Leitungssanierung im Bereich schützenswerter Bäume<br />

Einfahren des Gewebeschlauches bei der Sanierung einer<br />

Trinkwasserleitung<br />

RECHT & REGELWERK<br />

556 Dichtigkeitsprüfung - Recht und Technik Von Dieter Erdmann und Dirk Lucasiewski<br />

560 Gemeinsame Erklärung zum Thema Grundstücksentwässerung<br />

GASVERSORGUNG & PIPELINEBAU<br />

570 Leitungssanierung im Bereich schützenswerter Bäume Von Michael Honds<br />

576 10,5 km Gasleitung (10 bar) ökonomisch und ökologisch optimal realisiert<br />

WASSERVERSORGUNG<br />

SERVICES<br />

587 Marktübersicht<br />

641 Messen | Tagungen |Seminare<br />

644 Inserentenverzeichnis<br />

578 Sanierung einer Trinkwasser transportleitung in Belgien Von Dieter Hesse,<br />

Antoine Meeuwissen<br />

582 Österreichischer Berstlining-Rekord in Linz<br />

584 Einbindungen, Werkstoffübergänge und Reparaturverfahren in WasserleitungsnetzenVon<br />

Jan Treiber<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

598 Herausforderung historische Innenstadt Von Juliane Schenk<br />

645 Impressum<br />

536 7-8 / 2012


universelles Dicht- und Greifsystem für<br />

zugfeste Verbindungen<br />

einheitliches Drehmoment<br />

unabhängig vom Rohrwerkstoff<br />

626<br />

Oberbogen während des Einziehvorgangs<br />

602 Schlauchliner fit für die Zukunft Von Eckehard Tschapke<br />

608 Offenburg saniert Kanalnetz im Berstlining-Verfahren mit Modultechnik<br />

und Stutzenschweißgerät<br />

610 Steinzeug-Rohrvortrieb im historischen Ortskern von Büdingen für<br />

einen neuen Abwasserkanal<br />

612 Frankfurt/Oder saniert Brücken durchlass mit GFK-Wickelrohren<br />

614 Statt Neubau – 3.500 m langes Leitungsnetz auf Zeche Zollverein mit<br />

Schlauchlinern saniert<br />

618 Installation um 90º-Krümmung ohne Endschacht bei Schlauchlining im<br />

Ei-Profil DN1000/1500<br />

620 Deponie Winnenden: „Rakete im Tiefflug“ saniert desolate Talentwässerung<br />

622 Vorausschauende Kanalerneuerung in der denkmalgeschützten<br />

Synagogengasse in Drensteinfurt<br />

624 Kompaktschacht für das neue Pumpwerk bei Pfaffenreuth<br />

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626 Der Oberbogen – oftmals unterschätzt in seiner Komplexität<br />

Von Albert Großmann, Jörg Himmerich, Rüdiger Kögler<br />

632 Kurze Leitungswege durch HDD-Technologie Von Hans-Joachim<br />

Bayer<br />

637 TRACTO-TECHNIK mit 50 erfolg reichen Jahren in die Zukunft<br />

7-8 / 2012537<br />

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INDUSTRIE UND WIRTSCHAFT<br />

NACHRICHTEN<br />

2000. Kanalinspektionsfahrzeug von IBAK<br />

produziert<br />

Dipl.-Ing. Michael Ohly, Leiter Betrieb<br />

und Instandhaltung Kanalnetz bei der<br />

Stadtentwässerung Frankfurt/Main,<br />

übernimmt das Fahrzeug von IBAK-<br />

Geschäftsführer Werner Hunger<br />

Am 31. Mai verließ das 2000. TV-Inspektionsfahrzeug<br />

die Produktionsstätten<br />

am Wehdenweg in Kiel. Der 7,5-Tonner<br />

ist eines von zwei Fahrzeugen, mit denen<br />

die Stadtentwässerung Frankfurt / Main<br />

zukünftig die Zustandserfassung ihres<br />

Kanalnetzes in Eigenregie durchführen<br />

wird. Gegenüber der bisherigen Inspektion<br />

der Sammlerleitungen können mit<br />

diesen TV-Anlagen nun auch die Schächte<br />

ohne aufwändige Begehung detailliert<br />

untersucht werden. Bei der Übergabe in<br />

Kiel freuten sich der Leiter „Betrieb und<br />

Instandhaltung Kanalnetz“ der Mainmetropole,<br />

Dipl.-Ing. Michael Ohly, und die<br />

zukünftigen Bediener der Anlage, über das<br />

neue Inspektionsfahrzeug.<br />

Gleichzeitig bot die kleine Feier Gelegenheit,<br />

ein wenig auf die Anfänge des<br />

Kanalfernsehens zurück zu schauen. Am 19.<br />

Juni 1957 stellte der Unternehmensgründer<br />

der IBAK, Dipl.-Ing. Helmut Hunger, der<br />

Öffentlichkeit bei einer Demonstrationsuntersuchung<br />

am Ruhrschnellweg bei Bochum<br />

die erste, in einen VW-Bus eingebaute<br />

Kanal-TV-Anlage vor. Herzstück dieser<br />

Anlage war eine „Kanal-Fernauge“ genannte<br />

Fernsehkamera mit Bildaufnahmeröhre,<br />

die – von Stahlseilwinden durch die Leitung<br />

gezogen – Schwarzweißaufnahmen<br />

in rohraxialer Sicht aus dem Untergrund<br />

lieferte. Allerdings war die Nachfrage nach<br />

Kanal-TV-Anlagen damals sehr gering, der<br />

schnelle Aufbau Deutschlands hatte damals<br />

Vorrang vor Überlegungen zum langfristigen<br />

Werterhalt von Kanalnetzen.<br />

Seit jenen Tagen sind die „Erfinder<br />

des Kanalfernsehens“ aus Kiel immer<br />

noch technologisch führend und auch<br />

weltweit größter Anbieter für Kanal-TV-<br />

Inspektionssysteme. Rund 100 komplett<br />

ausgestattete TV-Fahrzeuge liefern die<br />

Kieler pro Jahr in die ganze Welt, individuell<br />

aufgebaut nach den Wünschen des Kunden.<br />

Hinzu kommt ein Vielfaches an Einzelkomponenten<br />

wie Kameras, Fahrwagen,<br />

Schiebeanlagen oder Zubehör sowie die<br />

Software zur Erfassung und Verwaltung<br />

von Kanaldaten. Kunden profitieren von<br />

der Bandbreite an innovativen Produktlösungen<br />

und des modularen Aufbaus des<br />

Produktprogramms, die ihnen eine individuelle,<br />

exakt an ihren jweiligen Bedürfnissen<br />

ausgerichtete Zusammenstellung ihres<br />

Inspektionssystems erlaubt.<br />

Auch der jüngste Schritt der IBAK in<br />

eine neue Dimension des Kanalfernsehens<br />

konnte am Rande der feierlichen Übergabe<br />

des 2000. Fahrzeugs demonstriert<br />

werden: Der Prototyp der ersten Kanal-<br />

TV-Anlage mit vollständig digitaler Signalübertragung<br />

und Fernsehbildern in Full HD<br />

Bildqualität. Das „Kanal-Fernauge“ dieser<br />

Anlage ist nun eine Full HD Farbschwenkkopfkamera<br />

und heißt IBAK ARGUS 5<br />

HD. Dank des Baukastensystems sind die<br />

beiden neuen Inspektionsfahrzeuge der<br />

Stadtentwässerung Frankfurt ebenfalls<br />

mit dieser Kameratechnik ausrüstbar, die<br />

Hessische Landeshauptstadt wäre also<br />

zukünftig schon für einen solchen Schritt<br />

gerüstet.<br />

Neben den Vertretern der Frankfurter<br />

Stadtentwässerung nahm auch der Leiter<br />

des Fuhrparkmanagements bei den Berliner<br />

Wasserbetrieben, Dipl.-Ing. Wolfgang<br />

Jözwiak, an der Übergabe der Fahrzeuge<br />

teil. Dieser hatte Bedarfsanalyse, Ausschreibung<br />

und Abnahme der Fahrzeuge<br />

fachlich begleitet. Frankfurt war damit eine<br />

der ersten Kommunen, die das neue Dienstleistungsangebot<br />

der BWB für die Beschaffung<br />

von Spezialfahrzeugen genutzt hat.<br />

Erfolgreicher ACHEMA-Einstieg für HOBAS<br />

Als internationale Leitmesse der Prozessindustrie<br />

ist die ACHEMA in Frankfurt<br />

auch für HOBAS als weltweiten Hersteller<br />

von GFK-Rohrsystemen inzwischen zu<br />

einem unverzichtbaren Termin auf dem<br />

Messekalender geworden. Aus diesem<br />

Grund entschloss man sich in 2012 erstmals<br />

selbst als Aussteller teilzunehmen.<br />

Die Resonanz der Besucher und vor allem<br />

die Qualität des Fachpublikums bestätigen<br />

diesen Schritt. Mit über 167.000 Teilnehmern<br />

und mehr als 3.770 Ausstellern<br />

(davon fast 50% aus dem Ausland) ist die<br />

Industriemesse der Ort auf dem innovative<br />

und leistungsstarke Produkte diskutiert<br />

und wertvolle Kontakte geknüpft werden<br />

können. Die von HOBAS vorgestellten<br />

industriellen Systemlösungen wie z.B.<br />

gewickelte GFK-Rohre mit verschiedenen<br />

thermoplastischen Inlinern, Bauteilgruppen<br />

und Behältern für diverse Anforderungen<br />

im chemischen Bereich, stießen auf reges<br />

Interesse und gaben Anlass für viele interessante<br />

Gespräche. Auch auf der nächsten<br />

ACHEMA in 2015 wird HOBAS sicher<br />

wieder dabei sein.<br />

538 7-8 / 2012


Norma Group investiert<br />

in neues Werk in<br />

Indien<br />

In Indien ist die Norma Group seit 2009 vertreten. Nun<br />

errichtet sie ein neues Werk im indischen Talegaon in der<br />

Nähe von Pune. Mit dem neuen Werk erhöht das Unternehmen<br />

die Produktionskapazitäten, um der wachsenden<br />

Nachfrage nach Befestigungsschellen und Verbindungselementen<br />

auf dem indischen Markt Rechnung zu tragen. Der<br />

Produktionsbeginn ist für August 2012 geplant.<br />

Ein Grund für die stetig zunehmende Nachfrage nach den<br />

hochentwickelten Verbindungsprodukten der Norma Group<br />

sind strengere Emissionsvorgaben für die Kraftfahrzeugindustrie<br />

und andere Branchen. Diese gelten zunehmend auch<br />

für den indischen Markt, der ein bedeutendes Wachstumspotenzial<br />

bietet. Mit dem 4.500 m² großen neuen Werk<br />

stehen der Norma Group künftig fünfmal höhere Produktionskapazitäten<br />

zur Verfügung.<br />

Die Wachstumsstrategie des Unternehmens für den indischen<br />

Mark umfasst auch den Ausbau des Vertriebsnetzwerkes.<br />

Bisher hatten Großhändler, Ersatzteileverkäufer für<br />

Erstausrüster (OEMs) und Baumärkte in acht Bundesstaaten<br />

Indiens Zugang zu den Produkten der Norma Group. Seit<br />

Dezember 2011 verstärkt das Unternehmen kontinuierlich<br />

seine lokale Vertriebsmannschaft, um künftig auch die Nachfrage<br />

von Kunden aus weiteren Bundesstaaten bedienen zu<br />

können. Mit über 30 Vertriebspartnern werden bereits heute<br />

die bedeutendsten Industrieregionen abgedeckt.<br />

„Der dynamische Markt Indiens bietet enorme Wachstumschancen.<br />

Diese wollen wir mit dem neuen Werk konsequent<br />

nutzen und unsere Marktposition weiter ausbauen.<br />

Mit unserer verstärkten lokalen Präsenz sind wir näher an<br />

unseren Kunden in Indien und können sie entsprechend ihrer<br />

individuellen Bedürfnisse bedienen“, so Werner Deggim, Vorstandsvorsitzender<br />

der Norma Group.<br />

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7-8 / 2012539


INDUSTRIE UND WIRTSCHAFT<br />

NACHRICHTEN<br />

Unterstützung für SPR von niederländischem<br />

Produktionswerk<br />

In der SPR Europe werden nicht nur<br />

innovative Technologien zur grabenlosen<br />

Rohrsanierung entwickelt und mit<br />

hoher Baukompetenz auf Baustellen in<br />

ganz Europa eingesetzt, sondern auch<br />

die Herstellung der Sanierungsprodukte<br />

wurde verstärkt in den Konzern integriert.<br />

Bereits seit 1974 gehört das niederländische<br />

Unternehmen Eslon zum japanischen<br />

SEKISUI-Mutterkonzern und produziert<br />

seit November 2011 nun auch die PVC-<br />

Profile, auf denen das Wickelrohrverfahren<br />

SPR TM zur Sanierung von Abwasser-Leitungen<br />

basiert. Abzüglich der Stahlkomponente,<br />

die in den Endlos-Streifen für<br />

eine gute Liner-Festigkeit noch verbaut<br />

ist, arbeitet der neue Extruder für SPR<br />

bei Eslon mit einer Kapazität von 500 t<br />

PVC-Streifen pro Jahr. Die SPR-Profile<br />

von Eslon werden überwiegend für den<br />

europäischen Abwasser-Markt hergestellt,<br />

während die Tochterfirma der internationalen<br />

SPR Gruppe, SEKISUI Rib Loc, von<br />

Adelaide, Australien aus auch weiterhin die<br />

Region mit allen weiteren Wickelrohrprodukten<br />

beliefert.<br />

Hiroide Nakagawa, CTO der SEKISUI<br />

SPR Europe GmbH, freut sich über die neue<br />

SPR-Produktionsstätte in Europa: „Mit<br />

Eslon haben wir einen erfahrenen Kunststoff-Spezialisten<br />

zur SPR-Produktion an<br />

unserer Seite, der den hohen japanischen<br />

Qualitätsstandards entspricht und bereits<br />

in der Vergangenheit Produktionsstätten<br />

für internationale Produkte in Europa aufgebaut<br />

hat.“<br />

Auch Holger Zinn, Geschäftsführer bei<br />

KMG Pipe Technologies GmbH, ist stolz<br />

auf die erweiterte Fertigungskompetenz<br />

im Bereich der SPR-Technologie: „Das<br />

Werk besitzt jahrzehntelange Erfahrung<br />

in der Extrusions- und Spritzgussfertigungstechnologie<br />

von PVC-Komponenten.<br />

Die lokale Produktion des SPR-Profils<br />

unterstreicht, wie weit die Etablierung<br />

der Wickelrohrtechnologien in Europa<br />

voran geschritten ist. Nun können wir den<br />

europäischen Abwasser-Markt rasch und<br />

konsequent nach den wachsenden Kundenbedürfnissen<br />

beliefern.“<br />

PVC Profile: In einem hochspeziellen<br />

Extrusionsprozess werden bei Eslon<br />

die Profilstreifen für das SPR-<br />

Wickelrohrverfahren nach strengen<br />

Qualitätsanforderungen hergestellt.<br />

Bild: SEKISUI SPR Europe GmbH<br />

Neue Wilo-Website gelauncht<br />

Bild: WILO SE, Dortmund<br />

Der Dortmunder Pumpenspezialist WILO<br />

SE hat seinen Internetauftritt komplett<br />

überarbeitet. Seit Anfang Juni stehen auf<br />

www.wilo.com die übergeordneten Inhalte<br />

zum Unternehmen wie z. B. aktuelle<br />

Geschäftszahlen und Informationen zu<br />

den Marktsegmenten zur Verfügung. Unter<br />

www.wilo.de finden sich länderspezifische<br />

Produkt- und Serviceinformationen, Planungs-<br />

und Analysetools sowie die jeweiligen<br />

Ansprechpartner. Das Design und die<br />

Funktionalitäten des Internetauftritts wurden<br />

modernisiert und zeitgemäß gestaltet.<br />

„Durch den Relaunch unserer Internetseite<br />

tragen wir den veränderten<br />

Anforderungen unserer Kunden sowie<br />

der Unternehmensstrategie Rechnung“,<br />

so Richard Crookes, Senior Vice President<br />

Group Marketing bei der WILO SE und<br />

mit seinem Team verantwortlich für die<br />

Konzeption und Umsetzung des Projekts.<br />

„Die Neustrukturierung der Seite analog<br />

zu unserem Produktportfolio und unseren<br />

Marktsegmenten und die Einrichtung eines<br />

übergeordneten Mega-Menüs vereinfacht<br />

die Navigation auf der Seite nun deutlich.<br />

Idealerweise findet der Besucher bereits<br />

Der neue Internetauftritt des Pumpenspezialisten Wilo<br />

erleichtert die Suche innerhalb der Website<br />

nach nur einem Klick die gesuchten Inhalte<br />

auf der Website. Für den Fall, dass dies einmal<br />

nicht klappt, haben wir auch die Suchfunktion<br />

innerhalb der Seite optimiert.“<br />

Sogenannte Produktvisitenkarten<br />

zeigen übersichtlich die wesentlichen<br />

Eigenschaften und Einsatzbereiche der<br />

einzelnen Wilo-Baureihen und sind direkt<br />

mit den bekannten Wilo-Tools wie dem<br />

Online-Katalog und der CAD-Datenbank<br />

verlinkt. Auf den jeweiligen Länderseiten<br />

findet der Besucher nun direkt auf der<br />

Startseite eine Kontaktangabe, unter der<br />

ihm die Mitarbeiter des Pumpenspezialisten<br />

telefonisch oder per Email mit Rat<br />

und Tat zur Seite stehen. Wem die neue<br />

Website gefällt, der kann die Inhalte über<br />

einen „Share“-Button z.B. bei Facebook<br />

oder Twitter streuen.<br />

540 7-8 / 2012


Themse-Tunnel-Planung mit TILOS-Software<br />

London plant die Modernisierung seines<br />

Abwassersystems, das bereits im 19.<br />

Jahrhundert entstand. Durch die Modernisierung<br />

des Themse-Tunnels soll die<br />

„viktorianische“ Kanalisation Londons mit<br />

den Anforderungen des 21. Jahrhunderts<br />

schritthalten können und der Stadt helfen,<br />

Überschwemmungen in den nächsten<br />

100 Jahren einzudämmen und europäische<br />

Umweltnormen zu erfüllen.<br />

Im Londoner Westen beginnend führt<br />

die bevorzugte Route des Haupttunnels<br />

nach Limehouse, dann weiter Richtung<br />

Nordosten zum Abbey Mills Pumpwerk<br />

in der Nähe von Stratford. Dort wird<br />

er mit dem derzeit im Bau befindlichen<br />

Lee Tunnel verbunden, um das Abwasser<br />

schließlich zur Kläranlage in Beckton<br />

zu leiten. Der Themse-Tunnel soll einen<br />

Durchmesser von 7,2 m und eine Länge<br />

von 25 km haben und in ca. 67 m Tiefe<br />

verlaufen. Damit wäre er einer der größten<br />

und tiefsten Tunnel in ganz London. Die<br />

Machbarkeitsprüfung dieses Megaprojekts<br />

wird voraussichtlich Ende 2012 vorgestellt.<br />

Geplanter Baubeginn ist 2016, die Projektdauer<br />

wird sich auf sechs bis sieben<br />

Jahre belaufen.<br />

Die Planung und Gestaltung eines solchen<br />

Tunnels ist eine große Herausforderung.<br />

Weil es sich um eine Linienbaustelle<br />

handelt, benötigte der Auftraggeber Thames<br />

Water ein Weg/Zeit-Tool zur Visualisierung<br />

des Projektes durch grafisch ansprechende<br />

Bauablaufpläne. Channi Matharu, verantwortlich<br />

für die Terminplanung bei diesem<br />

Projekt, suchte nach einer Planungssoftware<br />

für Linienbaustellen, die es ihm erlaubte, den<br />

Bauablaufplan zu evaluieren und die zudem<br />

über gute Präsentationsmöglichkeiten verfügte.<br />

„Wir benötigten ein Tool, das sehr<br />

detaillierte Informationen aus unserer Planungs-Software<br />

extrahierte, um eine visuelle<br />

Präsentation zu erzeugen, die den Umfang<br />

des Projekts widerspiegelt. Wir haben uns<br />

eine Reihe von linearen Planungswerkzeugen<br />

angeschaut, und uns nach einer Präsentation<br />

durch Asta Development für TILOS entschieden.<br />

TILOS erlaubt die Unterbringung<br />

von 60 Seiten wichtiger Information in nur<br />

einen einzigen Plan. Wir benötigen diese<br />

effiziente Darstellung der Detaildichte“; so<br />

Channi Es gibt viele Herausforderungen bei<br />

der Planung solcher Infrastrukturprojekte,<br />

von denen viele nicht abgebildet oder<br />

gesteuert werden können, wenn CAD oder<br />

auf Excel basierende Software zum Einsatz<br />

kommt. Im Gegensatz zu diesen Systemen<br />

liefert TILOS eine grafische Darstellung des<br />

Projektplans mit einem Bezug zur Lage des<br />

Baustellenprojekts.Der Planungsprozess sah<br />

vor, dass der Plan zunächst in Primavera P6<br />

erstellt wurde, um den Plan auf Logik und<br />

Konsistenz zu prüfen. Danach wurde der Plan<br />

in TILOS exportiert, um zu verifizieren, ob<br />

die einzelnen Tunnel an der richtigen Stelle<br />

zusammengeführt werden. Die Daten werden<br />

dann im Bildformat an das Projektteam<br />

übermittelt. Diese Darstellung des kritischen<br />

Pfades stellt z. B. sicher, dass der Bau des<br />

Schachtes abgeschlossen ist, bevor die<br />

Tunnelbaumaschine ihre Arbeit aufnehmen<br />

kann. Ein Bild vermittelt diese Information<br />

viel deutlicher als herkömmliche Planungssoftware.<br />

Sämtliche Einschränkungen und<br />

Konflikte können mit der Software erkannt<br />

und korrigiert werden. Anschließend können<br />

die Daten wieder exportiert werden.<br />

Beim Londoner Themse-Tunnel-Projekt<br />

wird die Software für die Dauer des<br />

Projektes zum Einsatz kommen und TILOS<br />

damit bei der Fertigstellung dieses Megaprojekts<br />

maßgeblich beteiligt sein.<br />

Broschüren können Sie<br />

gerne anfordern unter:<br />

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7-8 / 2012541


VERBÄNDE UND ORGANISATIONEN<br />

NACHRICHTEN<br />

Einheitliche Dichtheitsprüfung im Fokus der 2.<br />

Mitgliederversammlung der GS GE<br />

Im März trafen sich unter der Leitung<br />

ihres Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz<br />

Flick die Mitglieder der noch jungen<br />

„Gütegemeinschaft Herstellung, baulicher<br />

Unterhalt, Sanierung und Prüfung<br />

von Grundstücksentwässerungen e.V. –<br />

Güteschutz Grundstücksentwässerung“<br />

zu ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung<br />

in Hennef.<br />

Das „brennende“ Thema Dichtheitsprüfung<br />

stand erwartungsgemäß im<br />

Mittelpunkt des Berichts vom Vorstand.<br />

„Auf politischer Ebene“, so Vorstandsvorsitzender<br />

Karl-Heinz Flick, „herrscht<br />

große Uneinheitlichkeit: Es gibt keine<br />

bundeseinheitliche Regelung, zusätzlich<br />

zum Wasserhaushaltsgesetz des Bundes<br />

existieren bundeslandspezifische Regelungen<br />

(LWG NRW, EKVO Hessen, etc.),<br />

die in den kommunalen Satzungen zudem<br />

sehr unterschiedlich umgesetzt werden.<br />

Diese länderspezifischen Regelungen<br />

werden fortbestehen, da ein Erlass einer<br />

entsprechenden einheitlichen Bundesverordnung<br />

nicht zu erwarten ist. Die<br />

Techniker hingegen“, so Flick, „haben im<br />

Gegensatz zu den Politikern klare, eindeutige<br />

Regeln und Vorschriften zum<br />

Schutz von Grundwasser, Gewässer und<br />

Boden. Diese gilt es, jetzt in die politische<br />

Diskussion einzubringen.“<br />

Als technisches Regelwerk verwies<br />

er auf die DIN 1986-30, die auch eine<br />

Orientierung an den Anforderungen der<br />

Gütesicherung Grundstücksentwässerung<br />

(RAL-GZ 968) für die Auftraggeber ist.<br />

Durch Mitwirkung im Normenausschuss<br />

Wasserwesen und in den DWA-Ausschüssen<br />

Entwässerungssysteme (DWA-<br />

Regelwerke) ist die Gütegemeinschaft im<br />

Bereich Grundstücksentwässerung sehr<br />

gut aufgestellt – gerade auch im Hinblick<br />

auf Ausbildung Sachkundige und Ausführung<br />

auf der Baustelle.<br />

Bezüglich der Diskussion um die flächendeckende<br />

Dichtheitsprüfung hat sich<br />

die Gütegemeinschaft klar positioniert<br />

und u. a. eine gemeinsame, verbandsübergreifende<br />

Erklärung mit unterschrieben<br />

(siehe S. 560 in dieser Ausgabe). Die<br />

Dichtheit der Entwässerungsleitungen<br />

muss gegeben sein.<br />

Dichtheitsprüfung: Leitfaden<br />

für die Kommunen<br />

Fritz Schellhorn (stellv. Vorstandsvorsitzender), Karl-Heinz Flick (Vorstandsvorsitzender) und<br />

Dirk Bellinghausen (Geschäftsführer) (v. l. n. r.)<br />

Karsten Selleng, Obmann des Güteausschusses,<br />

berichtete über die Tagungen<br />

des Güteausschusses, in denen die<br />

Antragsformulare „Erstprüfung“ zur Gütezeichenverleihung<br />

erarbeitet und online<br />

gestellt wurden. Die vier Prüforganisationen<br />

– Güteschutz Kanalbau, ÜWG-SHK,<br />

GFA und GET – wurden bestätigt und<br />

ihre benannten Prüfer bestellt. Änderungen<br />

und Ergänzungen zu den Güte- und<br />

Prüfbestimmungen werden vom Güteausschuss<br />

kontinuierlich gesammelt. Ein<br />

Antrag bei der DWA zur Fortschreibung<br />

des M 190 wurde gestellt; zukünftig soll<br />

dieses Merkblatt als Leitfaden für die<br />

Kommunen dienen. Auch wird die Baustellenmeldepflicht<br />

neu organisiert.<br />

Hamburger Betriebe werden streng<br />

nach dem Hamburger Abwassergesetz<br />

ausgebildet und geschult, dies betrifft<br />

auch die Betriebe der Gütesicherung<br />

Entwässerungstechnik (Abscheider).<br />

Hierfür sollen Fortbildungsveranstaltungen<br />

ins Leben gerufen werden, die<br />

eine bundesweit einheitliche Schulung<br />

der Prüfer sicherstellen. Ebenso sollen<br />

für die Dichtheitsprüfung einheitliche<br />

Grundsätze gelten. Ist z. B. nach einer<br />

Zustandserfassung eine Sanierung erforderlich,<br />

ist der Sachkundige häufig damit<br />

überfordert. Es besteht also in mehreren<br />

Bereichen Schulungsbedarf, erklärt Selleng.<br />

„Vor allem für junge Leute sollen hier<br />

Möglichkeiten der Ausbildung anstatt<br />

neue Kursangebote geschaffen werden.<br />

Eine Ausbildung zum „Berater GE“ – einheitlich<br />

mit klarer Abgrenzung. Dieses<br />

Anforderungsprofil kann über den Güteausschuss<br />

erstellt werden.“ Das erklärte<br />

Ziel der Ausschuss-Mitglieder ist, durch<br />

die Gütesicherung auf einem bundesweit<br />

einheitlichen Niveau ein Vertrauensverhältnis<br />

zwischen Grundstückseigentümer<br />

und Unternehmen zu schaffen. Abschließend<br />

erläuterte Selleng die „Aktuellen<br />

technischen Grundlagen zur Grundstücksentwässerung“<br />

mit der Neufassung<br />

der DIN 1986-30 vom Februar 2012,<br />

der Überarbeitung des DWA-M 143-6<br />

(neu M 149-6) und der Überarbeitung<br />

des DWA-A 142.<br />

Geschäftsführer Dirk Bellinghausen gab<br />

einen Überblick über die inzwischen abgeschlossenen<br />

Organisationseinheiten, die<br />

die Gütegemeinschaft tangieren, weiterhin<br />

gab er den Hinweis auf die Internetpräsenz<br />

(www.gs-ge.de).<br />

542 7-8 / 2012


Wahlen für ergänzende<br />

Besetzungen<br />

Nach Verabschiedung des Jahresabschluss<br />

2011, der Entlastung<br />

des Vorstandes sowie weiterer<br />

notwendiger Formalien standen<br />

die Wahlen für ergänzende Besetzungen<br />

im Güteausschuss und im<br />

Fachbeirat an. Danach wurden<br />

Cornelia Hollek (GFA) und Michael<br />

Voß (Umweltberatung Dipl.-Ing. R.<br />

Winkelhardt KG, Mitglied im GET)<br />

von der Mitgliederversammlung<br />

einstimmig in den Güteausschuss<br />

bis September 2013 gewählt.<br />

In den Fachbeirat wählte die<br />

Mitgliederversammlung einstimmig<br />

Torsten Schulz, Andreas<br />

Müller, Hans-Willi Bienentreu,<br />

Matthias Anton, Ulrich Bachon,<br />

Dr. Bernhard Fischer, Dieter Hesselmann<br />

und Mark Grusdas „en<br />

bloc“. Weiterhin wurden von der<br />

DWA Dr. Friedrich Hetzel und für<br />

von dem VDRK Andreas Herrmann<br />

benannt.<br />

In verbandsübergreifenden<br />

Gesprächen der letzten Monate<br />

hat sich immer wieder die Notwendigkeit<br />

gezeigt, dass eine<br />

Beurteilungsgruppe „Sanierung<br />

S-GE“ in das Gütezeichen Grundstücksentwässerung<br />

integriert<br />

werden muss. Der Geschäftsstelle<br />

bzw. dem Güteausschuss<br />

wird dazu aufgetragen, eine Formulierung<br />

für diese neue Beurteilungsgruppe<br />

auszuarbeiten.<br />

Insbesondere soll hierbei auf die<br />

Abgrenzung zum öffentlichen<br />

Bereich geachtet werden, z. B.<br />

durch eine Nennweitenbeschränkung<br />

oder Einschränkung über die<br />

technischen Betriebsmittel.<br />

Die nächste Mitgliederversammlung<br />

findet einen Tag<br />

nach der Gemeinschaftstagung<br />

„Gebäude- und Grundstücksentwässerung“<br />

am 16. Januar 2013,<br />

10:30 Uhr, in Fulda statt.<br />

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7-8 / 2012543


VERBÄNDE UND ORGANISATIONEN<br />

NACHRICHTEN<br />

FVST-Mitgliederversammlung 2012 in München<br />

Seminare erweitert. Im Mai 2011 wurde<br />

auch unter Beteiligung des FVST die<br />

Gütegemeinschaft Güteschutz Grundstücksentwässerung<br />

gegründet. Zum<br />

Vorsitzenden des Vorstandes beriefen<br />

die Mitglieder Karl-Heinz Flick.<br />

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<br />

verstärkt<br />

Mitgliederversammlung des FVST am 7. Mai 2012 im Rahmen der IFAT ENTSORGA in München<br />

Im Rahmen der IFAT ENTSORGA 2012 in<br />

München im Mai dieses Jahres trafen sich<br />

die Mitglieder des Fachverbandes Steinzeugindustrie<br />

e.V. (FVST) unter der Leitung<br />

ihres Vorsitzenden, Gernot Schöbitz, zu<br />

ihrer jährlichen Versammlung. Geschäftsführer<br />

Bauass. Dipl.-Ing. Karl-Heinz Flick<br />

berichtete über die Aktivitäten des FVST<br />

im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011. Als<br />

besonderen Erfolg wertete er hierin die<br />

erzielte Einigung zur Schlussbearbeitung<br />

der DIN EN 295 „Steinzeugrohre und<br />

Formstücke sowie Rohrverbindungen für<br />

Abwasserleitungen und -kanäle“ in den<br />

Arbeitsgruppen der FEUGRES, des DIN<br />

und des CEN.<br />

Der FVST ist nach wie vor in großem<br />

Umfang in die Arbeiten der DWA Deutsche<br />

Vereinigung für Wasserwirtschaft,<br />

Abwasser und Abfall e.V. eingebunden.<br />

So beteiligte sich die Geschäftsführung<br />

an der fachlichen Ausrichtung der<br />

DWA-Kanalbautage 2011 in Heidelberg<br />

und 2012 in Neuss und leistete intensive<br />

Facharbeit zur statischen Berechnung<br />

von Kanälen in der offenen und geschlossenen<br />

Bauweise. Ferner hat Karl-Heinz<br />

Flick den Vorsitz im DWA-Beirat inne<br />

und ist damit auch Mitglied des Vorstandes.<br />

Im DIN Deutsches Institut für<br />

Normung e.V. leitet er den Fachbereich<br />

5 „Abwassertechnik“.<br />

Die Regelwerksarbeit bei CEN, European<br />

Committee for Standardization beansprucht<br />

einen höheren Aufwand als das<br />

Engagement in der nationalen Normung.<br />

Aktuelle Vorhaben sind die Überarbeitung<br />

der DIN EN 1610 „Einbau und Prüfung von<br />

Abwasserkanälen“, Statische Berechnungen<br />

von Abwasserleitungen sowie die<br />

Produktnormung in CEN TC 165/WG2 für<br />

Steinzeugrohre.<br />

Nach wie vor ist unter den großen<br />

Veranstaltungen das Oldenburger Rohrleitungsforum<br />

für den FVST die wichtigste<br />

Plattform. Wie schon seit vielen<br />

Jahren konnte auch in 2011 zum 25-jährigen<br />

Jubiläum des Forums wieder der so<br />

genannte „FVST-Steinzeug-Block“ implementiert<br />

werden: Unter der Moderation<br />

von Karl-Heinz Flick wurden Beiträge<br />

vornehmlich zur Vortriebstechnik mit<br />

Steinzeugrohren angeboten. Ein ganz<br />

besonderer Vortrag widmete sich dem<br />

„Rohrvortrieb in kleineren Nennweiten<br />

– Neue Einsatzmöglichkeiten für gesteuerte<br />

Pilotrohrvortriebe“. Die Seminare<br />

der DWA, z.B. zum DWA-A A 139 „Einbau<br />

und Prüfung von Abwasserleitungen<br />

und -kanälen“, stellen ebenfalls eine feste<br />

Größe in den angebotenen Veranstaltungen<br />

der Branche dar, die der FVST fachlich<br />

begleitet. In 2012 wird diese Arbeit fortgeführt<br />

und um die Leitung verschiedener<br />

Die Mitglieder des FVST haben im vergangenen<br />

Jahr einer spürbar starken Presse-<br />

und Öffentlichkeitsarbeit zugestimmt.<br />

Das entsprechende Konzept dazu wurde<br />

in 2011 erstellt und verabschiedet. Die<br />

umgesetzten Maßnahmen respektive<br />

Aktivitäten dazu sahen bzw. sehen wie<br />

folgt aus:<br />

die Mitgliederinformation FVST<br />

direct erscheint in Kürze auch auf der<br />

Homepage<br />

Fachvorträge und Veröffentlichungen<br />

in Fachzeitschriften und auf der<br />

Homepage<br />

Zusammenarbeit mit German Water<br />

Partnership in Länderforen<br />

Enge Zusammenarbeit mit der GSTT in<br />

der Öffentlichkeitsarbeit<br />

Vortragsblock Steinzeug auf dem<br />

Oldenburger Rohrleitungsforum in<br />

2012 und 2013<br />

neue Homepage mit „lebendigen“<br />

Inhalten<br />

Aktion „Hochschultag auf der IFAT“<br />

Dozententagung 2012 im September<br />

Imageflyer, Anzeigenkampagne, City<br />

Cards (erstmals zur IFAT)<br />

Wahlen des FVST<br />

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung<br />

standen auch Wahlen zum Vorstand<br />

an. Zur Wiederwahl zum geschäftsführenden<br />

Vorstand stellte sich Gernot Schöbitz,<br />

zum stellvertretenden Vorstand Rudolf<br />

Harsch. Beide wurden einstimmig gewählt.<br />

Als Beisitzer im Vorstand waren seit 2010<br />

Frank Franco, Hans-Jürgen Lauer und Dirk<br />

Zühlke. Alle drei Herren stellten sich für die<br />

Neuwahl zur Verfügung und wurden als<br />

Beisitzer im Vorstand ebenfalls einstimmig<br />

wiedergewählt.<br />

544 7-8 / 2012


Vorstand des FHRK e.V. im Amt<br />

bestätigt<br />

Im Jahr 2010 gründeten zwei in Deutschland<br />

führende Hersteller von Mehrsparten-Hauseinführungen<br />

den Fachverband<br />

„Hauseinführungen für Rohre und Kabel,<br />

FHRK e.V.“. Inzwischen ist der Verband<br />

auf insgesamt 26 Mitglieder angewachsen.<br />

Am 24. Mai dieses Jahres wählte die<br />

Mitgliederversammlung den Vorsitzenden<br />

Eckhard Wersel (DOYMA GmbH & Co.<br />

Durchführungssysteme) und dessen Stellvertreter<br />

Horst Scheuring (Hauff-Technik<br />

GmbH & Co. KG) für weitere zwei Jahre.<br />

„Unsere Arbeit seit Gründung war weitaus<br />

erfolgreicher als erwartet“, stellte der<br />

Vorstandsvorsitzende Wersel auf der Jahreshauptversammlung<br />

am 15. Mai 2012<br />

fest. „Der Verband wird auf breiter Ebene<br />

wahrgenommen. Versorgungsunternehmen<br />

begrüßen die gemeinsame Informationsplattform<br />

und die wettbewerbsübergreifenden<br />

Publikationen des Verbandes.“ Der<br />

Verband ist inzwischen auch in technischen<br />

Ausschüssen wie dem zur neuen DIN 18533<br />

„Abdichtung für erdberührte Bauteile“ und<br />

dem Arbeitskreis des VDE FNN (Forum für<br />

Netztechnik und Netzbetrieb) vertreten.<br />

Für andere Themen hat er erfolgversprechende<br />

Kontakte geknüpft. Des Weiteren<br />

laufen Aktivitäten, mit anderen Verbänden<br />

des Hoch- und Tiefbaus strategische<br />

Allianzen zu bilden. Als besonders positiv<br />

bewertet Wersel den Erfolg der Verbandsarbeit<br />

bei den Versorgungsunternehmen.<br />

Diese fordern inzwischen die Verwendung<br />

von Mehrsparten-Hauseinführungen oder<br />

qualifizierten Einzeleinführungen anstelle<br />

von KG-Rohren. „Mehrsparten-Hauseinführungen<br />

vermindern Einbaufehler. Sie<br />

bieten mehr Sicherheit für die ausführenden<br />

Handwerker und für den Auftraggeber“,<br />

betont Wersel. „Was nützt die beste Kellerabdichtung,<br />

wenn an den Durchführungspunkten<br />

die Abdichtung nicht stimmt.“<br />

Der FHRK unterstützt Architekten,<br />

Fachingenieure und Versorgungsunternehmen<br />

mit Fachvorträgen und Informationsmaterial.<br />

Die kostenlosen Broschüren<br />

zum „Fachverband Hauseinführungen für<br />

Rohre und Kabel e.V.“ können beim FHRK<br />

angefordert werden.<br />

KONTAKT: Fachverband Haus einführungen<br />

für Rohre und Kabel e.V.,<br />

Schwerin, Dr. Reiner Pohl, Tel. +49 385<br />

20888959, E-Mail: info@fhrk.de, www.<br />

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und erstaunlich flexibel. Aus GFK<br />

bauen Ingenieure rund um den<br />

Globus Flugzeuge, Schiffe, hoch<br />

beanspruchte Teile im Fahrzeugbau,<br />

und wir bauen daraus Rohre<br />

für Ihre Ansprüche.<br />

Flowtite-Rohre eignen sich für alle<br />

Druck- und drucklosen Anwendungen,<br />

in denen traditionell<br />

Guss-, Stahl-, Stahlbeton oder<br />

Steinzeugrohre eingesetzt werden.<br />

Der alte und neue FHRK-Vorstand: Vorsitzender Eckhard Wersel (DOYMA GmbH & Co.<br />

Durchführungssysteme, rechts) und dessen Stellvertreter Horst Scheuring (Hauff-Technik<br />

GmbH & Co. KG, links)<br />

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7-8 / 2012545


PERSONALIEN<br />

NACHRICHTEN<br />

GS Kanalbau trauert um Carl-Friedrich Thymian<br />

- Nachruf<br />

Dipl.-Ing., Dipl.-Kfm. Carl Friedrich<br />

Thymian ist am 1. Juni 2012 nach schwerer<br />

Krankheit verstorben. Die Mitglieder<br />

der Gütegemeinschaft, die Vorstandskollegen,<br />

die Mitglieder von Güteausschuss<br />

und Beirat und die Mitarbeiterinnen und<br />

Mitarbeiter der Gütegemeinschaft sind<br />

tief betroffen und trauern um ihren langjährigen<br />

Vorstandsvorsitzenden.<br />

Geboren am 11. Oktober 1950 in Zossen,<br />

hat Carl-Friedrich Thymian schon als<br />

junger Mensch eine Leidenschaft für das<br />

Bauen entwickelt. Diese Leidenschaft<br />

bestimmte seine erfolgreiche, die Branche<br />

prägende, berufliche Laufbahn. Unermüdlich<br />

war er im In- und Ausland tätig<br />

– weltweit unterwegs für den Kanalbau<br />

in bester Qualität.<br />

Privat sprach er liebevoll über seine<br />

Familie. Ein Teil seines Herzens gehörte<br />

aber auch dem Fußball. Erfolgreich führte<br />

er seine Firma, die beton & rohrbau C.-F.<br />

Thymian GmbH & Co. KG in Berlin. Dazu<br />

gehören mehrere Niederlassungen, Tochter-<br />

und Beteiligungsgesellschaften.<br />

Engagement, Weit- und Überblick,<br />

Durchhaltevermögen und Kampfgeist<br />

machten ihn zu einer weit über Berlins<br />

Grenzen hinaus bekannten Unternehmerpersönlichkeit.<br />

Carl-Friedrich Thymian war<br />

maßgeblich beteiligt an der positiven Entwicklung<br />

der Qualitätsstandards im Kanalbau.<br />

Sein übergreifendes Engagement,<br />

ganz besonders für eine faire Preisentwicklung<br />

am Markt, brachte Carl-Friedrich<br />

Thymian zwangsläufig zur Gütesicherung.<br />

Positive Ausstrahlung, empathischer<br />

Umgang mit Menschen, hohe Sachkompetenz<br />

empfahlen ihn für wichtige Aufgaben.<br />

Er beherrschte die Kunst, Wichtiges von<br />

Unwichtigem zu unterscheiden. Mit seinem<br />

Humor und seiner Schlagfertigkeit<br />

brachte er Dinge schnell auf den Punkt.<br />

Dafür wurde er sehr geschätzt.<br />

Die Kollegen des Vorstands der Gütegemeinschaft<br />

Kanalbau wählten ihn erstmals<br />

1994 zu ihrem Vorstandsvorsitzenden.<br />

Seitdem wurde er nahtlos wiedergewählt.<br />

Die letzte Wahl fand am 19. April<br />

dieses Jahres in Kassel statt. Sie zeigte<br />

eindrucksvoll die Wertschätzung für seine<br />

Verdienste um die Gütesicherung.<br />

Carl-Friedrich Thymian wird uns sehr fehlen.<br />

Er wird immer in unserer Erinnerung bleiben.<br />

Carl-Friedrich Thymian verstarb am<br />

1. Juni 2012<br />

Mainova EnergieDienste: Jochen Fürniß ist neuer<br />

Geschäftsführer<br />

Jochen Fürniß ist mit Wirkung zum 1.<br />

Juli 2012 Kaufmännischer Geschäftsführer<br />

der Mainova EnergieDienste<br />

(MED). Der Diplom-Betriebswirt verantwortet<br />

in seiner neuen Position den<br />

Vertrieb, die Projektentwicklung, den<br />

kaufmännischen Bereich und das Beteiligungsgeschäft<br />

der MED. Gemeinsam<br />

mit dem Technischen Geschäftsführer<br />

Christoph Armbruster bildet Fürniß<br />

die neue Führung des Frankfurter<br />

Energiedienstleisters.<br />

Fürniß ist seit 2010 Prokurist und<br />

Vertriebsleiter bei den Mainova EnergieDiensten.<br />

Zuvor war der Energiefachmann<br />

in verschiedenen Führungsfunktionen<br />

bei der MVV Energiedienstleistungen<br />

GmbH in Mannheim tätig. Der 1980<br />

in Karlsruhe geborene Jochen Fürniß<br />

schloss nach dem Abitur ein Studium der<br />

Betriebswirtschaftslehre an der Berufsakademie<br />

Karlsruhe ab. Seine berufliche<br />

Laufbahn begann er bei der Landesbank<br />

Baden-Württemberg. Jochen Fürniß ist<br />

verheiratet und hat eine Tochter. Die<br />

Mainova Energiedienste sind im Energiecontracting<br />

und der Gebäude- und<br />

Fördertechnik aktiv. In der gewerblichen<br />

Wärme- und Kälteversorgung ist<br />

das Unternehmen Marktführer in der<br />

Rhein-Main-Region. Gemeinsam mit<br />

den Tochtergesellschaften Hotmobil<br />

und Infranova beschäftigen die Mainova<br />

EnergieDienste 170 Mitarbeiter.<br />

Der Jahresumsatz 2011 betrug rund 50<br />

Millionen Euro.<br />

546 7-8 / 2012


FDBR-Vorstandsvorsitzender<br />

Gerhard Schmidt wiedergewählt<br />

Für weitere drei Jahre steht Dipl.-Ing. Gerhard<br />

Schmidt, Bilfinger Berger Industrial<br />

Services GmbH, dem FDBR als Vorstandsvorsitzender<br />

vor. Er wurde ebenso im Amt<br />

bestätigt wie andere Vorstandsmitglieder,<br />

deren Amtszeiten zur Jahresmitte 2012<br />

ausgelaufen waren.<br />

Im Rahmen der diesjährigen FDBR-<br />

Mitgliederversammlung in Salzburg wurde<br />

zudem die Neudefinition des Verbands<br />

vorgestellt. Geplant ist, künftig als Fachverband<br />

Anlagenbau aufzutreten. Damit<br />

will der FDBR der Weiterentwicklung seines<br />

Aufgabengebiets durch die Anforderungsprofile<br />

der mittlerweile rund 170 Mitgliedsunternehmen<br />

Rechnung tragen. Entsprechend<br />

werden im Verbandsportfolio künftig<br />

auch Bereiche wie Erneuerbare Energien,<br />

Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie<br />

IT eine wichtige Rolle spielen.<br />

Internationalisierung ist derzeit das<br />

Trendthema in Reihen deutscher Energieanlagenhersteller,<br />

die sich in keiner leichten<br />

Situation befinden. „Die Energiepolitik<br />

in Deutschland ist ein Hemmschuh für die<br />

Investitionsbereitschaft“, erklärt FDBR-<br />

Geschäftsführer Dr. Reinhard Maaß. „Dies<br />

zwingt die Anlagenhersteller, einen Ausgleich<br />

im internationalen Geschäft zu suchen.“<br />

Der FDBR bündelt die Interessen von<br />

über 170 Unternehmen des Anlagenbaus<br />

in der Energie-, Umwelt- und Prozessindustrie.<br />

Mit seiner Kompetenz aus jahrzehntelanger<br />

Verbandsarbeit fördert und<br />

begleitet der FDBR technische Innovationen,<br />

engagiert sich für die Fortentwicklung<br />

und Harmonisierung des gesamten technischen<br />

Regelwerks auf nationaler und<br />

internationaler Ebene und wirkt mit an der<br />

Ausgestaltung zukunftsfähiger Rahmenbedingungen.<br />

Darüber hinaus trägt der FDBR<br />

aktiv bei zur Meinungsbildung auf allen<br />

branchenrelevanten Feldern der Energie-,<br />

Umwelt- sowie Industriepolitik und leistet<br />

damit einen wichtigen, technologisch orientierten<br />

Beitrag zur Gestaltung zukünftiger<br />

politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen.<br />

Sitz des Verbands ist Düsseldorf.<br />

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Gerhard Schmidt steht dem FDBR für drei weitere Jahre als Vorstandsvorsitzender vor<br />

7-8 / 2012547


VERANSTALTUNGEN<br />

NACHRICHTEN<br />

Uni Siegen hält 7. Deutsches Symposium für<br />

grabenlose Leitungserneuerung ab<br />

Umdenken bei der Energieversorgung: Durch die Nutzung von<br />

Abwasserwärme oder biogasautarke Siedlungen – hier zu sehen die<br />

Biogasanlage für das Nahwärmenetz im Bioenergiedorf Ebbinghof<br />

– kann sich zukünftig ein erweitertes Betätigungsfeld für die<br />

grabenlosen Verfahren auftun<br />

Netze für die zukünftige Energieversorgung,<br />

Leitungen zur Sicherstellung der<br />

Trinkwasserversorgung und Kanäle für<br />

die umweltgerechte Abwasserableitung<br />

sind die bestimmenden Themen beim 7.<br />

Deutschen Symposium für grabenlose Leitungserneuerung.<br />

Zu der Veranstaltung<br />

am 26. September 2012 in der Universität<br />

Siegen werden 20 kompetente Referenten<br />

vortragen. Erwartet werden ca. 300 Teilnehmer.<br />

Begleitet wird die Veranstaltung<br />

von einer Fachausstellung, die über Produkte<br />

und Neuheiten informiert.<br />

Zurzeit dürften bundesweit schon mehr<br />

als fünf Millionen Kilometer Ver- und Entsorugungsleitungen<br />

als Rohr, Kabel oder<br />

Kanal in der Erde vergraben sein. Obgleich<br />

man die Netze im Untergrund auf den ersten<br />

Blick nicht sieht, unterscheiden sie sich in<br />

Alter, Zustand und Funktion doch erheblich<br />

voneinander. Neben der Bestandswahrung<br />

gilt der zukünftigen, „neu“ zu erstellenden<br />

Leitungsinfrastruktur das Hauptaugenmerk.<br />

Die zukünftige Art der Energieversorgung<br />

ist nach den einschneidenden Ereignissen<br />

mit der Reaktorkatastrophe in den Fokus<br />

der Betrachtung geraten. Die angestrebte<br />

Energiewende hat den Bedarf an neuen<br />

und umweltverträglichen Energiegewinnungsverfahren<br />

offen gelegt. Wind- und<br />

Solarenergie zur<br />

Stromerzeugung<br />

benötigen ebenso<br />

wie Biogas<br />

oder Geothermik<br />

mit pumpfähigen<br />

Medien<br />

entsprechende<br />

Verteilungsnetze.<br />

Hier ist die bestehende<br />

Leitungsinfrastruktur<br />

zu<br />

ersetzen oder<br />

die vorhandenen<br />

Bestandteile anzupassen.<br />

Grabenlose<br />

Verfahren wie<br />

Erdkabelverlegung<br />

mit Bohrverfahren,<br />

die heute schon im<br />

erheblichen Maße zur<br />

umweltschonenden Verlegung beitragen,<br />

können traditionelle Bauweisen wie Freikabelverlegung<br />

zukünftig ersetzen.<br />

Nicht weniger brisant sind die Leitungsthemen,<br />

die die Wasserwirtschaft in den<br />

Sparten Wasserversorgung und Abwassertechnik<br />

beschäftigt. Die Novellierung der<br />

Trinkwasserverordnung hat die strengen<br />

Anforderungen an die Wasserqualität deutlich<br />

unterstrichen. Der Bau und Betrieb von<br />

Wasserleitungsnetzen muss demnach so<br />

erfolgen, dass die hygienischen Aspekte trotz<br />

wirtschaftlich begrenzter Mittel umfassend<br />

berücksichtigt werden. Abwasser, dem Trinkwasser<br />

nach seinem Gebrauch wird, muss<br />

durch Kanalnetze den Kläranlagen zugeführt<br />

werden. Allerdings gelangt nur ein Teil des<br />

Abwassers zur Behandlung, da insbesondere<br />

im Grundstücksbereich viel Abwasser durch<br />

marode und undichte Anschlüsse ins Erdreich<br />

versickert. Die Diskussion um die Dichtheit<br />

der Grundstückentwässerung wird insbesondere<br />

in NRW vor dem Hintergrund des<br />

§61a Landeswassergesetz intensiv geführt.<br />

Den Bürgerinteressen, die hohe Kosten bei<br />

der Umsetzung der Dichtheitsprüfungen als<br />

Argument anführen, steht die aus umweltpolitischer<br />

und fachlicher Sicht notwendige<br />

Begrenzung der Exfiltrations- und auch Infiltrationsmengen<br />

gegenüber.<br />

Folgende Themen werden behandelt:<br />

Energienutzung:<br />

Energiewende und Netze: „In der Umsetzung<br />

der Energiewende wird ein erheblicher<br />

Bedarf in der Anpassung / Schaffung<br />

entsprechender Infrastruktur gesehen.“<br />

Kommunaler Klimaschutz und Energiekonzepte:<br />

„Kommunale Beiträge zum Klimaschutz<br />

bis hin zur Energieautarkie mit<br />

zentralen oder dezentralen Lösungen.“<br />

Wärmenutzung aus Abwasserkanälen:<br />

„Das energetische Potential der Abwassertemperatur<br />

durch im Kanal installierte<br />

Wärmetauscher nutzen.“<br />

Wasserversorgung:<br />

Material und Verfahren: „Innovationen<br />

bei den Rohrwerkstoffen Kunststoff,<br />

Duktiler Guss und Stahl und ihre verfahrenstechnische<br />

Anwendung.“<br />

Kosten: „Ausschreibungsaspekte und<br />

Kostenfallen bei der Planung und Ausführung<br />

von Druckrohrleitungen.“<br />

Betrieb: „Spülung von Leitungsnetzen<br />

und schnelle Reparaturverfahren zur<br />

Vermeidung von Qualitätseinbußen bei<br />

der Trinkwasserbereitstellung.“<br />

Abwassertechnik:<br />

Grundstückentwässerung: „Vom Umgang<br />

mit Drainagen bis hin zu flexiblen Strategien<br />

für die ganzheitliche Dichtheit von<br />

Kanalnetzen.“<br />

Kosten: „Rentabilität von Sanierungsverfahren<br />

im Hinblick auf direkte und<br />

indirekte<br />

Kosten als Entscheidungshilfe im<br />

Leitungsbau.“<br />

Schächte und Bauwerke in Abwasseranlagen:<br />

„Von der Schadensbewertung bis<br />

hin zur fachgerechten Sanierung.“<br />

KONTAKT: Universität Siegen,<br />

Naturwissenschaftlich-Technische<br />

Fakultät, Department<br />

Bauingenieurwesen, Alexander Krüger,<br />

Tel. +49 271 740-2186, E-Mail: sgl@<br />

uni-siegen.de<br />

548 7-8 / 2012


Gelsenkirchen lädt ein zu den 10. TAH-Sanierungstagen<br />

Um langfristig bei der Sanierung von<br />

Abwasserkanälen Kosten zu sparen, werden<br />

ganzheitliche Lösungen unter Berücksichtigung<br />

hydraulischer, baulicher und<br />

umweltrelevanter Aspekte gefordert (DIN<br />

EN 752-2). Aus welchen Einzelschritten<br />

sich das optimale Vorgehen zusammensetzt<br />

und wie man systematisch vorgehen<br />

kann, soll bei den 10. TAH-Sanierungstagen<br />

am 18. und 19. September im Wissenschaftspark<br />

in Gelsenkirchen aufgezeigt<br />

werden.<br />

Die Sanierung der Entwässerungsnetze<br />

der Städte und Gemeinden, einschließlich<br />

der privaten Abwasserkanäle, ist eine<br />

nicht zu vernachlässigende Aufgabe, die<br />

neben der Betriebssicherheit, der Standsicherheit,<br />

Dichtheit und der Sicherstellung<br />

des Umweltschutzes einen wesentlichen<br />

Beitrag zur Werterhaltung des Kanalnetzes<br />

leistet. Um einen weiteren Verlust der<br />

Substanz der Abwasserkanäle zu vermeiden,<br />

muss das zur Verfügung stehende<br />

Geld zielgerichtet eingesetzt werden.<br />

Voraussetzung hierfür ist zunächst eine<br />

detaillierte Planung. Wie man die Weichen<br />

in der Praxis richtig stellt und wie man zu<br />

einer ganzheitlichen Sanierungsstrategie<br />

kommt, die Verfahrenswahl korrekt aus<br />

dem Sanierungskonzept herleitet und<br />

die Sanierung selbst vorbereitet, sind die<br />

Themenschwerpunkte am Vormittag des<br />

18. September. Am Nachmittag bringt das<br />

Seminar den Stand der modernen Sanierungstechnik<br />

auf den Punkt. Es werden<br />

diverse Verfahren und Techniken aus den<br />

Bereichen Reparatur, Renovierung und<br />

Erneuerung vorgestellt.<br />

Am 19. September geht es zunächst<br />

um die Sanierung von Grundstücksentwässerungsleitungen.<br />

Die aktuelle Gesetzeslage,<br />

Darstellung der Sanierungsverfahren<br />

sowie das konstruktive Vorgehen<br />

bei der Grundstücksentwässerung werden<br />

an diesem Vormittag vertieft. Im letzten<br />

Teil der Veranstaltung geht es um den<br />

Umgang mit Mängeln der Kanalsanierung<br />

aus praktischer Sicht. Die Darstellung der<br />

neuen VOB/C sowie die Grundlagen der<br />

Ausschreibung von Sanierungsmaßnahmen<br />

runden das Programm ab.<br />

KONTAKT: Technische Akademie<br />

Hannover e.V., Hannover, Dr.-Ing. Igor<br />

Borovsky, Tel. +49 511 39433-30,<br />

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7-8 / 2012549


VERANSTALTUNGEN<br />

NACHRICHTEN<br />

wat 2012 präsentiert Innovationen rund ums<br />

Trinkwasser<br />

Der demographische Wandel, der allgemeine<br />

Rückgang des Wassergebrauchs und<br />

das steigende Bewusstsein für Energieund<br />

Kosteneffizienz sind die bestimmenden<br />

Themen im Wasserfach. Neben der<br />

Sicherung der Trinkwasserqualität rückt<br />

insbesondere der Umwelt und Ressourcen<br />

schonende Betrieb der Wasserversorgung<br />

in den Mittelpunkt. Praktikable<br />

ordnungspolitische und technisch-wirtschaftliche<br />

Rahmenbedingungen sind dafür<br />

unabdingbar.<br />

Neben weiteren Top-Themen aus der<br />

Wasserbranche sind dies die Kerninhalte<br />

der 66. Wasserfachlichen Aussprachetagung<br />

(wat 2012). Das Forum für alle<br />

Themen rund um Trinkwasser findet in<br />

diesem Jahr vom 24. bis 25. September<br />

2012 in Dresden statt. Ausrichter ist der<br />

DVGW Deutscher Verein des Gas- und<br />

Wasserfaches e.V. in Kooperation mit dem<br />

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft<br />

(BDEW).<br />

Welche neuen Gefährdungen gilt es<br />

beim Schutz der Trinkwasserressourcen<br />

zu bewerten? Welche Konsequenzen<br />

hat die Blueprint-Strategie der EU auf<br />

die Wasserversorgung in Deutschland?<br />

Welche Herausforderungen ergeben sich<br />

durch den demografischen Wandel für<br />

die Wasserversorgungspraxis? Wie können<br />

leistungsfähige und sichere Versorgungssysteme<br />

durch neue Managementansätze<br />

unterstützt werden? Wie ist die<br />

Trinkwasserqualität in der Trinkwasser-<br />

Installation zu sichern? Welche Chancen<br />

und Potenziale bietet das Prozess-Benchmarking<br />

für Wasserversorger? Zu diesen<br />

und weiteren aktuellen Fragestellungen<br />

nehmen namhafte Experten Stellung und<br />

diskutieren Lösungsmöglichkeiten mit<br />

Fachleuten aus Versorgungsunternehmen,<br />

Industrie, Ministerien, Behörden und<br />

Forschungsinstituten.<br />

KONTAKT: DVGW, Bonn, Ludmilla Asarow,<br />

Tel. +49 228 9188-601, E-Mail:<br />

wat2012@dvgw.de<br />

Umbau der Energieversorgung im Fokus der 51.<br />

gat in Dresden<br />

„Energiewende aktiv gestalten“ lautet das<br />

Generalthema der 51. Gasfachlichen Aussprachetagung<br />

(gat 2012) am 25. und 26.<br />

September in Dresden. Im Mittelpunkt der<br />

diesjährigen gat stehen innovative Anwendungsoptionen<br />

neuer Gastechnologien für<br />

die Energiesysteme der Zukunft. Ein Jahr<br />

nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima<br />

steht Deutschland an der Schwelle eines<br />

neuen Energiezeitalters, das die Energieversorgung<br />

grundlegend verändern wird.<br />

Erdgas ist dabei wieder im Gespräch: Als<br />

idealer Partner der erneuerbaren Energien<br />

und als leistungsstarker Energieträger im<br />

Wärmemarkt, in der Stromerzeugung, in<br />

der Mobilität und als Speichermedium.<br />

Seit 2009 hat der DVGW im Rahmen<br />

seiner Innovationsoffensive Gastechnologie<br />

technologische Innovationen und<br />

Konzepte entwickelt und in der Branche<br />

verankert, z. B. Power-to-Gas, die Erzeugung,<br />

Speicherung und Einspeisung von<br />

Wasserstoff oder Methan aus erneuerbarem<br />

Strom in das vorhandene Gasnetz. Die<br />

diesjährige gat wird unter anderem über<br />

erste Demonstrationsanlagen bei „Power<br />

to Gas“ berichten. Dem Gasnetz mit seiner<br />

enormen Speicherkapazität kommt<br />

dabei eine Schlüsselaufgabe zu. Es transportiert<br />

mit über einer Billion Kilowattstunden<br />

Energie jährlich etwa doppelt so<br />

viel Energie wie das Stromnetz. Mit einer<br />

Länge von etwa 450.000 km existiert eine<br />

nahezu flächendeckende Infrastruktur –<br />

ideale Voraussetzungen, wenn es darum<br />

geht, überschüssige Energie aus Windkraft<br />

oder Photovoltaik zu speichern.<br />

Die richtige Weichenstellung für die<br />

Zukunft der Energieversorgung bietet<br />

auch nach rund 5.000 Tagen Regulierungsprozess<br />

noch reichlich Stoff für Diskussionen.<br />

Aktuell ist zu fragen, ob der<br />

derzeitige regulatorische Rahmen und die<br />

Planungs- und Genehmigungsverfahren<br />

einen schnellen Umbau der Energieversorgung<br />

ausreichend unterstützen. In Dresden<br />

soll dies thematisiert und Lösungsoptionen<br />

aufgezeigt werden. Mit Diskussionen<br />

über diese aktuellen Fragestellungen wird<br />

die gat 2012 eine starke Dialogplattform<br />

an den Schnittstellen von Technik, Wirtschaft<br />

und Politik sein. Teilnehmer haben<br />

zudem die Möglichkeit, branchenübergreifend<br />

Veranstaltungen auf der wat 2012<br />

zu besuchen, dem größten deutschen<br />

wasserfachlichen Kongress, der ebenfalls<br />

in Dresden am 24. und 25. September<br />

stattfindet.<br />

Eingeschlossen in dieses vielfältige<br />

Programm ist der 5. DVGW-Hochschultag,<br />

auf dem die nationalen und europäischen<br />

Entwicklungen im Ausbildungssektor für<br />

Ingenieure der Versorgungswirtschaft<br />

zwischen Industrie, Hochschulvertretern<br />

und Studenten diskutiert werden – ein<br />

Muss insbesondere für Personalverantwortliche,<br />

die aktuelle Informationen und<br />

Branchentrends aus erster Hand erwarten.<br />

Das aktuelle Kongressprogramm steht<br />

unter www.gat-dvgw.de zum Download<br />

bereit.<br />

KONTAKT: DVGW Deutscher Verein des<br />

Gas- und Wasserfaches e.V., Bonn,<br />

www.dvgw.de<br />

550 7-8 / 2012


Uni Weimar und Uni Hannover kooperieren bei<br />

Studiengängen „Wasser und Umwelt“<br />

Die Bauhaus-Universität Weimar bietet<br />

Fachkräften im Bereich Wasser und<br />

Umwelt in Kooperation mit der Leibniz<br />

Universität Hannover ein berufsbegleitendes<br />

Fernstudium mit Präsenzphasen an.<br />

Die Studienangebote liegen in der aktuellen<br />

Wasser- und Umweltforschung mit<br />

den Lehrbereichen Hydraulik, Wasserbau,<br />

Siedlungswasserwirtschaft, Abfallwirtschaft,<br />

Umweltrecht und -management.<br />

Ferner findet in jedem Semester ein Fachsprachmodul<br />

statt.<br />

Den Studierenden bietet sich die Möglichkeit,<br />

das Fernstudium mit dem international<br />

anerkannten Abschluss Master of<br />

Science (M.Sc.) bzw. einem Zertifikat (oder<br />

einer Einzelkursbescheinigung) abzuschließen.<br />

Die Präsenzphase wird in einigen Bundesländern<br />

als Bildungsurlaub anerkannt.<br />

„Kooperatives Masterprogramm Wasser<br />

und Umwelt“ lautet der neue Name des<br />

von beiden Universitäten gemeinsam angebotenen<br />

Fernstudiums. Dieses Masterprogramm<br />

setzt die bisherige Zusammenarbeit<br />

qualitativ und quantitativ auf einer neuen<br />

Stufe fort, da das bisherige Angebot nun um<br />

die Vergabe eines gemeinsamen Abschlusses<br />

ergänzt wird. Das bedeutet konkret,<br />

dass ein gemeinsames Zeugnis und eine<br />

gemeinsame Urkunde beider Universitäten<br />

vergeben werden kann, wenn mindestens<br />

jeweils 40 % der Leistungspunkte an den<br />

beiden Universitäten erbracht wurden. Die<br />

Masterstudiengänge in Weimar und Hannover<br />

sind akkreditiert.<br />

Im Wintersemester 2012/2013<br />

(Anmeldeschluss 15. September) werden<br />

folgende Module angeboten:<br />

WW 01 – Vorbereitungsmodule<br />

WW 47 – Hochwassermanagement II<br />

– Praxis des Hochwasserschutzes (16<br />

LP/8 SWS)<br />

WW 52 – Abwasserbehandlung (16<br />

LP/8 SWS)<br />

WW 57 – Wasserversorgungswirtschaft<br />

(16 LP/8 SWS)<br />

WW 81 – Fachspanisch (10 LP/6 SWS)<br />

WW 81R – Fachspanisch – Reaktivierung<br />

(2 SWS, jederzeit online u. kostenfrei<br />

studierbar)<br />

KONTAKT: Bauhaus-Universität Weimar,<br />

AG WBBau, Weimar, Tel. +49 3643<br />

584627, E-Mail: info@bauing.uniweimar.de,<br />

www.uni-weimar.de/Bauing/<br />

wbbau<br />

Steinzeugrohre –<br />

Sicherheit<br />

ohne Ende<br />

Steinzeugrohre –<br />

aus biologischem Anbau<br />

www.fachverband-steinzeug.de<br />

7-8 / 2012551


VERANSTALTUNGEN<br />

NACHRICHTEN<br />

1. Deutscher Reparaturtag zeigt Potenziale einer<br />

Branche auf<br />

Foto: KA-TE PMO AG<br />

Der Anteil der Erneuerungs- und Renovierungsverfahren<br />

bei Sanierungsmaßnahmen<br />

nimmt ab, der der Reparaturverfahren<br />

zu: 2009 wurden mehr als 36 % aller<br />

Sanierungsverfahren mit Ausbesserungs-,<br />

Injektions- oder Abdichtungsverfahren<br />

ausgeführt: Das sind einige Ergebnisse der<br />

letzten von der Deutschen Vereinigung für<br />

Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall<br />

e.V. (DWA) durchgeführten Umfrage zum<br />

Zustand der Kanalisation. Dieser positive<br />

Trend für Techniken, die der Behebung von<br />

punktuellen, einzelnen Schäden innerhalb<br />

einer Haltung dienen, macht gleichzeitig<br />

einen Widerspruch deutlich: Obwohl sich<br />

zunehmend mehr Auftraggeber und Netzbetreiber<br />

für die Reparatur von Schäden<br />

an ihren Leitungsnetzen entscheiden, gelten<br />

die eingesetzten Verfahren oft nur als<br />

zweite Wahl. Mit diesem Vorurteil will der<br />

1. Deutsche Reparaturtag aufräumen, der<br />

am 26. September in Mainz stattfindet.<br />

Die vom Verband Zertifizierter Sanierungsberater<br />

für Entwässerungssysteme<br />

e.V. (VSB) in<br />

Kooperation<br />

mit dem<br />

Institut für<br />

Unterirdische<br />

Infrastruktur<br />

gGmbH (IKT)<br />

und der Technischen<br />

Akademie<br />

Hannover<br />

e.V. (TAH)<br />

konzipierte<br />

Veranstaltung<br />

schafft eine<br />

Plattform für<br />

eine vielfach<br />

verkannte<br />

Verfahrensgruppe<br />

und<br />

bringt Technologieführer<br />

und Anwender<br />

erstmals an<br />

einen gemeinsamen<br />

Tisch.<br />

„Das ist längst<br />

überfällig, denn<br />

es sind noch viele Fragen offen,“, meint Dipl.-<br />

Ing. (FH) Markus Vogel, einer der Initiatoren<br />

der Veranstaltung. Welche Reparaturverfahren<br />

gibt es zurzeit auf dem Markt, was<br />

können sie leisten, nach welchen Kriterien<br />

sind die Techniken planerisch auszuwählen?<br />

Das interessiert die Branche, und darauf<br />

wird die Veranstaltung in Mainz Antworten<br />

geben. Netzbetreiber, Planer und Hersteller<br />

kommen zu Wort. In Diskussionen und Vorträgen<br />

werden die technische Bandbreite<br />

und die viel-fältigen Einsatzbereiche einer<br />

Verfahrensgruppe aufgezeigt, die in der<br />

Sanierungsbranche zunehmend an Bedeutung<br />

gewinnt.<br />

Unterschiedliche Fräs-, Schleif- und Bürstenaufsätze ermöglichen ein sehr<br />

umfangreiches und flexibles Einsatzspektrum, von der Schaffung geeigneter<br />

Klebeflächen, dem Abfräsen von Ablagerungen, Scherbenbildungen mit<br />

einragenden Kanten, Wurzeleinwüchsen, seitlich einragenden Zuläufen und<br />

sonstigen Hindernissen bis zum Öffnen von Einläufen<br />

Unsicherheiten vorhanden<br />

Die Beiträge machen deutlich, dass eine<br />

sachgerechte Kanalsanierung ohne die<br />

Nutzung von bewährten Reparaturverfahren<br />

weder technisch noch wirtschaftlich<br />

möglich wäre. Hierbei stehen dem<br />

Markt vielfältige, allerdings auch sehr<br />

unterschiedliche Verfahren zur Verfügung.<br />

Deshalb fällt ein Überblick oft schwer.<br />

Planer Vogel erlebt immer wieder, dass<br />

seitens der Netzbetreiber und Planer zum<br />

Teil erhebliche Unsicherheiten bestehen,<br />

was Reparaturverfahren tatsächlich leisten<br />

können, welche Qualität erreichbar ist und<br />

welche Faktoren bei der Ausschreibung,<br />

Vergabe und Bauüberwachung berücksichtigt<br />

werden müssen. Wie finde ich die<br />

richtige Technik bei der Sanierungsplanung<br />

und wie schaffe ich es, dass die richtige<br />

Technik bezüglich des Schadensbildes,<br />

der Rahmenbedingungen und in Bezug<br />

auf den Erfolg einer Sanierungsmaßnahme<br />

auf die richtige Baustelle kommt? Manche<br />

Firmenaussage suggeriert, dass mit der<br />

jeweiligen Technik praktisch alles machbar<br />

sei. Gerade hier wird es für den nicht<br />

versierten Planer schwierig, Wunsch und<br />

Wirklichkeit zu erkennen.<br />

Das sind nach Meinung von Vogel die<br />

Kernfragen, mit denen sich Planer heute<br />

auseinandersetzen müssen. Und das<br />

möglichst neutral und ohne Blick auf die<br />

Honorarordnung und die damit verbundenen<br />

wirtschaftlichen Aspekte der ingenieurtechnischen<br />

Leistung. Damit schneidet<br />

Vogel, Inhaber eines renommierten<br />

Ingenieurbüros, ein überaus sensibles<br />

Thema an. Denn aktuell ist der Einsatz von<br />

Reparaturtechniken für das Planungsbüro<br />

nicht eben lukrativ. Hinzu kommt: Während<br />

Renovierungsarbeiten mit Einführung der<br />

DIN 18326 Teil C der VOB als Regelbauverfahren<br />

verfahrenstechnisch gelten, ist<br />

für die Reparaturverfahren außer der DIN<br />

EN 15885 – hierin sind die verschiedenen<br />

Techniken klassifiziert – keine eigenständige<br />

Normung vorhanden. Es besteht die<br />

Gefahr, dass die Reparaturverfahren in<br />

ein Schattendasein gedrängt werden. Zu<br />

Unrecht, meint Vogel, „denn der Einsatz<br />

der richtigen Technik an der richtigen Stelle<br />

– gerade auch der Reparaturverfahren –<br />

zur richtigen Zeit ist für den Netzbetreiber<br />

oft die wirtschaftlichste Lösung.“<br />

KONTAKT: www.reparaturtag.de<br />

552 7-8 / 2012


geofora 2012 ist durchgestartet<br />

Foto: geofora, Hermann Kauper<br />

Mit 70 Ausstellern, 500 Teilnehmern und<br />

Fachbesuchern und zahlreichen begleitenden<br />

Fachveranstaltungen hat sich die geofora<br />

2012 erfolgreich im Markt zurückgemeldet.<br />

Veranstalter der am 21. und 22.<br />

Juni in Hof stattgefundenen geofora waren<br />

die figawa-Bundesvereinigung der Firmen<br />

im Gas- und Wasserfach e.V. und die Stadt<br />

Hof. „Die Ausrichtung auf die Systemzusammenhänge<br />

zwischen Bohrtechnik,<br />

Wassergewinnung und Geothermie und<br />

die Kombination einer klar fokussierten<br />

Fachausstellung mit praxisnahen Fachkonferenzen<br />

sind das Erfolgsrezept, das wir<br />

weiter verfolgen werden“ betont figawa-<br />

Hauptgeschäftsführer Gotthard Graß.<br />

„In den nächsten Wochen werden wir<br />

uns verständigen, wie wir den erfolgreichen<br />

Relaunch der geofora 2012 weiterführen“<br />

erläutert der Hofer Oberbürgermeister,<br />

Dr. Harald Fichtner. Neben<br />

der Gewinnung weiterer Fachbesucher<br />

und Kongressteilnehmer in den Kernzielgruppen<br />

Wassergewinnung und Geothermie<br />

stehe dabei eine noch intensivere<br />

Verzahnung mit weiteren Partnern im<br />

Vordergrund.<br />

Großen Zuspruch fanden auf der geofora<br />

2012 u. a. die Keynote-Speaker Sven<br />

Plöger und Metin Tolan, die geschickt<br />

Fachthemen und Unterhaltung kombinierten.<br />

Auch die beiden Abendveranstaltungen,<br />

get-together und lounge-Abend,<br />

wurden intensiv zum Erfahrungsaustausch<br />

genutzt.<br />

Bei der Eröffnung der geofora 2012<br />

durch Claus Kumutat, dem Präsidenten<br />

des Bayerischen Landesamtes für Umwelt,<br />

und Prof. e.H. (RUS) Bernd Schwank, dem<br />

Präsidenten der figawa e.V., standen die<br />

künftigen Aufgaben der Branche im Mittelpunkt.<br />

Auch die Bayerische Staatssekretärin<br />

für Umwelt und Gesundheit, Melanie<br />

Huml, betonte bei ihrem Messerundgang<br />

die großen Potenziale der Geothermie<br />

im Rahmen der Energiewende: „Auf der<br />

geofora werden effiziente und nachhaltige<br />

Lösungen für die Bereiche Bohrtechnik,<br />

Wassergewinnung und Geothermie<br />

gezeigt. Damit Energiewende, Wassergewinnung<br />

und Klimaschutz in Einklang<br />

gebracht werden, braucht es gegenseitiges<br />

Verständnis der Branchen. Dazu leistet<br />

die geofora ihren Beitrag.“<br />

„Als bayerischer Kompetenzstandort<br />

Wasser mit dem für alle relevanten Themen<br />

zuständigen bayerischen Landesamt<br />

für Umwelt, zahlreichen stark engagierten<br />

Unternehmen der Branche und seiner<br />

zentralen Lage in der Mitte Europas bietet<br />

Hof exzellente Voraussetzungen für die<br />

Weiterentwicklung der geofora“ sagte Dr.<br />

Fichtner.<br />

Fachvortrag im Rahmen des<br />

Kongressprogramms<br />

„Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in der<br />

Wasserförderung“ lautete das Thema des<br />

Fachvortrags von Mario Hübner, Manager<br />

System Engineering Sales Region D-A-CH<br />

der WILO SE, im Rahmen des Fachkongresses.<br />

Er hob vor dem Hintergrund des Klimawandels<br />

und des dramatischen Anstiegs<br />

der Energiepreise zwei vordringliche Ziele<br />

für die Anlagenbetreiber bei der Wasserversorgung<br />

hervor: „Zum einen sollen sich<br />

die Betriebskosten auf einem möglichst<br />

niedrigen Niveau bewegen, zum anderen<br />

sollen Ergiebigkeit und Effizienz von Brunnenanlagen<br />

auf lange Sicht gewährleistet<br />

bleiben“, so Hübner.<br />

Eine der aktuellen Herausforderungen<br />

der Wasserwirtschaft – nicht nur in<br />

Deutschland – sei es daher, Versorgungsund<br />

Entsorgungsprozesse energetisch zu<br />

optimieren oder neue energieeffiziente<br />

Systeme aufzubauen: „Der Einsatz von<br />

Frequenzumformern, der Austausch von<br />

Pumpen und der Einsatz ganz neuer und<br />

optimal ausgelegter Pumpensysteme mit<br />

Sonder-Beschichtungssystemen werden<br />

daher in Zukunft unumgänglich“, betonte<br />

Hübner.<br />

Er erläuterte zudem, dass das über<br />

Jahrzehnte gewachsene komplexe System<br />

der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung<br />

zunehmend unter Veränderungsdruck<br />

gerät. Neben den steigenden<br />

Anforderungen an Ressourceneffizienz<br />

und ökologische Nachhaltigkeit ergeben<br />

sich – so Hübner – insbesondere Probleme<br />

aufgrund demografischer Veränderungen<br />

und des Klimawandels. Unter den<br />

sich ändernden Randbedingungen werden<br />

verschiedene infrastrukturelle Schwachstellen<br />

sichtbar.<br />

Die Anpassung an die genannten<br />

Veränderungen verlange nach neuen<br />

Lösungsansätzen durch die ganzheitliche<br />

Betrachtung ökologischer und technischer<br />

Aspekte.<br />

Besuchen Sie uns im Internet:<br />

www.<strong>3R</strong>-Rohre.de<br />

7-8 / 2012553


VERANSTALTUNGEN<br />

NACHRICHTEN<br />

Von der Kanalinstandsetzung bis zur Phosphorrückgewinnung<br />

Am 17. und 18. Oktober 2012 findet die<br />

ABWASSER.PRAXIS zum zweiten Mal<br />

in Kombination mit dem 6. Schwanauer<br />

Fremdwassertag bei der Messe Offenburg<br />

statt. Durch die Verknüpfung aus Kongress<br />

und Fachmesse können die Teilnehmer sich<br />

umfassend über Technologien und aktuelle<br />

Entwicklungen informieren.<br />

Zu den Schwerpunkten des Kongresses<br />

sowie der Fachmesse zählen die Kanalinstandsetzung,<br />

die Grundstücksentwässerung<br />

und die Abwasserreinigung. So findet<br />

unter anderem am 17. Oktober 2012 im<br />

zweiten Kongressblock eine Vortragsveranstaltung<br />

zur Phosphorrückgewinnung<br />

statt, die vom Ministerium für Umwelt,<br />

Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg<br />

organisiert wird. Im Anschluss an<br />

diesen Vortragsblock wird die erste MAP<br />

Magnesium-Ammonium-Phosphat Pilotanlage<br />

Baden-Württembergs, die vom<br />

Abwasserzweckverband Raum Offenburg<br />

betrieben wird, besichtigt. Erstmals in diesem<br />

Jahr findet auch ein Wirtschaftsforum<br />

zur Rohrsanierung und Kanalinspektion im<br />

Rahmen der ABWASSER.PRAXIS für den<br />

Praktiker-Austausch statt.<br />

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere<br />

an Ingenieure, Planer und Berater;<br />

Ausführende Rohrsanierungs- und Inspektionsunternehmen;<br />

Stadtentwässerungsbetriebe<br />

und Abwasserzweckverbände;<br />

Umweltbeauftragte; Kommunen und Verwaltungen;<br />

Energieversorger und Stadtwerke;<br />

Wasserwirtschaft und Industrie;<br />

Forschung und Wissenschaft.<br />

KONTAKT: Messe Offenburg, Tel. +49<br />

781 9226-32, abwasserpraxis@messeoffenburg.de,<br />

www.abwasserpraxis.de<br />

Jubiläum der Würzburger Kunststoffrohr-Tagung<br />

Die Welt der Kunststoffrohre - unter<br />

diesem bekannten Motto beging die 10.<br />

Würzburger Kunststoffrohr-Tagung am<br />

27./28. Juni 2012 ihr kleines Jubiläum.<br />

Die Rahmenbedingungen, das Ambiente<br />

der Würzburger Festung Marienberg,<br />

herrliches Sommerwetter und vor allem ein<br />

breitgefächertes und interessantes Programm<br />

motivierten zahlreiche Teilnehmer<br />

aus Deutschland und einigen Nachbarländern<br />

zum Besuch der Veranstaltung.<br />

Sie haben es nicht bereut, wie sich aus<br />

Gesprächen anlässlich des gemütlichen<br />

Ausklangs in der Würzburger Hofbräu bei<br />

fränkischen Spezialitäten entnehmen ließ.<br />

Unter der Moderation von Dipl.-Ing. Klaus<br />

Küsel befassten sich ausgewiesene Experten<br />

mit dem Einsatz von Kunststoffrohren<br />

im Zusammenhang mit Erneuerbaren Energien,<br />

bei der Sanierung von Kanälen und<br />

Hausanschlussleitungen, in der Gas- und<br />

Wasserversorgung und im Deponiebau. Im<br />

Fokus standen darüber hinaus Umweltfragen,<br />

die Nutzung thermischer Energie<br />

aus Abwassersystemen, Fern- und Erdwärmeanlagen<br />

sowie technische Fragen<br />

zur Niederschlagswasserbehandlung, zum<br />

Luftkissendüker und zur Bauwerksabdichtung.<br />

Kurz: Das Programm warf einen Blick<br />

auf die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten<br />

und die Leistungsstärke von Kunststoffrohrsystemen.In<br />

den zehn Jahren ihres<br />

Bestehens hat die Kunststoffrohr-Tagung<br />

ihr Gesicht immer wieder einmal verändert,<br />

um die Attraktivität und den Informationswert<br />

zu steigern. Die Veranstalter - das<br />

Kunststoff-Zentrum SKZ (Würzburg) und<br />

der Rohrleitungsbauverband rbv (Köln)<br />

nehmen das Zehnjährige zum Anlass, die<br />

Tagung mit noch mehr Aktualität, Praxisbezug<br />

und Raum für Diskussionen in „frischem<br />

Outfit“ in das zweite Jahrzehnt zu<br />

führen. Die Vorschläge von Teilnehmern,<br />

Ausstellern und Referenten werden dabei<br />

- wie schon in der Vergangenheit - eine<br />

wertvolle Hilfe sein.<br />

Die Welt der Kunststoffrohre – zahlreiche Experten aus der Branche trafen sich in Würzburg<br />

554 7-8 / 2012


Grundstücksentwässerung im Fokus<br />

Der 4. Deutsche Tag der Grundstücksentwässerung<br />

am 19. November 2012 in<br />

Dortmund bietet wieder ausgiebig Gelegenheit,<br />

sich über das vielschichtige Thema<br />

Grundstücksentwässerung zu informieren<br />

und Konzepte und Lösungswege zu<br />

diskutieren.<br />

Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

bilden gemeinsam mit den öffentlichen<br />

Abwasseranlagen als untrennbare Einheit<br />

das städtische Entwässerungssystem.<br />

Nicht zuletzt wegen der Fremdwasserproblematik<br />

sind sie dann auch bei<br />

der Kanalsanierung nur gemeinsam zu<br />

betrachten. Diese Erkenntnis setzt sich<br />

immer mehr durch, so dass das Thema<br />

„Grundstücksentwässerung“ stärker in<br />

den Fokus von Betreibern, Öffentlichkeit<br />

und sogar der Politik rückt. Die von der<br />

Technischen Akademie Hannover und dem<br />

IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur<br />

ins Leben gerufene Veranstaltung hat<br />

zum Ziel, neue und konkrete Lösungswege<br />

sowohl im organisatorischen als auch im<br />

technischen Bereich anzubieten.<br />

Ein wesentlicher Bestandteil des diesjährigen<br />

4. Deutschen Tags der Grundstücksentwässerung<br />

ist die aktuelle Situation<br />

in NRW. Die Regierungskoalition im<br />

nordrhein-westfälischen Landtag aus SPD<br />

und Grünen hat sich in ihren Koalitionsvertrag<br />

darauf geeignet, die Funktionsprüfung<br />

von Abwasserkanälen fortzusetzen. Wie<br />

nun konkret die Neuregelung aussehen<br />

wird, soll im Rahmen unserer Veranstaltung<br />

detailliert erläutert werden.<br />

Weitere Hauptthemen der diesjährigen<br />

Veranstaltung sind:<br />

Neue Regelungen in den<br />

Bundesländern<br />

Wie geht die Kommunalpolitik mit der<br />

Grundstücksentwässerung um?<br />

Ziele und Vorgehen von Bürgerinitiativen<br />

Kommunale Satzungsarbeit: Fristen,<br />

Fremdwasser, Wasserschutzgebiete<br />

Die neue DIN 1986-<br />

30 „Instandhaltung von<br />

Grundstücksentwässerungsanlagen“<br />

Kommunale Konzepte und<br />

Bürgerberatung<br />

Bildreferenzkatalog<br />

Ein ganzer Vortragsblock widmet sich der<br />

Frage, wie Bürgerinitiativen dieses Thema<br />

betrachten. Die Tagung wird durch eine<br />

Fachausstellung rund um das Thema<br />

Grundstücksentwässerung abgerundet.<br />

Interessierte Firmen werden gebeten, mit<br />

der TAH Kontakt aufzunehmen.<br />

KONTAKT: TAH – Technische Akademie<br />

Hannover e. V., Dr.-Ing. Igor Borovsky,<br />

Tel. +49 511 39433-30, E-Mail: info@<br />

ta-hannover.de, www.ta-hannover.de<br />

Korrosionsschutz für Meerwasserbauwerke<br />

Mit einem interessanten Programm<br />

wartet der Fachausschuss für Korrosionsfragen<br />

der Hafentechnischen<br />

Gesellschaft e. V. (HTG) in diesem<br />

Jahr zum traditionellen Sprechtag am<br />

24. Oktober in der Handwerkskammer<br />

Hamburg auf. Insbesondere durch die<br />

derzeitige Errichtung von Windenergieanlagen<br />

in der Nord- und Ostsee ist<br />

das Thema Korrosion und Korrosionsschutz<br />

von Stahlbauten in Meeresumgebung<br />

wieder hochaktuell geworden.<br />

Auffällig an dieser Thematik ist, dass<br />

alte Fragen neu aufgeworfen werden<br />

und Grundkenntnisse des schweren<br />

Korrosionsschutzes unter anderem<br />

Blickwinkel neu betrachtet werden. Aus<br />

dem breiten Erfahrungsschatz seines<br />

jahrzehntelangen Wirkens möchte der<br />

FA KOR hierzu fachlich basierte und<br />

umfassende Beiträge für Erbauer und<br />

Betreiber derartiger Anlagen, wie auch<br />

des küstennahen Wasserbaus, in dieser<br />

Veranstaltung liefern. Von der Korrosionsgefährdung,<br />

der Materialfrage, über<br />

umweltgerechte Beschichtungsarbeiten,<br />

Korrosionsschutzsysteme, Elektrochemischen<br />

Schutz bis hin zur Anlageninspektion<br />

wird berichtet werden.<br />

KONTAKT: Hafentechnische Gesellschaft<br />

e.V., Hamburg, Els Greve, E-Mail: service@htg-online.de<br />

7-8 / 2012555


FACHBERICHT<br />

RECHT & REGELWERK<br />

Dichtigkeitsprüfung -<br />

Recht und Technik<br />

Von Dieter Erdmann und Dirk Lucasiewski<br />

Die Durchführung der Dichtheitsprüfung auf privaten Grundstücken wird kontrovers diskutiert. Die Rechtslage wird durch das<br />

Wasserhaushaltsgesetz vorgegeben. Die Länder haben daher nur vereinzelt Regelungen erlassen. Die abwasserbeseitigungspflichtigen<br />

Kommunen sind am Zug. Dabei darf nicht vergessen werden, dass ein alleingelassener Bürger mit der Umsetzung in der Regel<br />

überfordert ist.<br />

Für die Kommunen, die die Aufgabe angehen wollen, bieten die Mustersatzungen der Spitzenverbände Hilfestellungen. Dennoch<br />

müssen eigene Konzepte zur technischen und verwaltungsmäßigen Umsetzung erarbeitet werden, die an die jeweiligen örtlichen<br />

Gegebenheiten angepasst sind. Dabei sind vielfältige Aspekte zu berücksichtigen.<br />

Der technische Bereich ist von einer Vielzahl von Normen<br />

geprägt. Hierbei sind allerdings nicht nur technische<br />

Normen gemeint, sondern auch rechtliche Normen, die<br />

von der EU, dem Bund, den Ländern und den Kommunen<br />

durch Richtlinien, Gesetze, Verordnungen und Satzungen<br />

geschaffen werden.<br />

Für den Entwässerungsteil sind hierbei die Wasserrahmenrichtlinie<br />

(2000/60/EG) und die schon etwas ältere Richtlinie<br />

zum kommunalen Abwasser (91/271/EWG) zu nennen.<br />

Das Bundesrecht liegt mit dem Wasserhaushaltsgesetz<br />

(WHG) aus dem Jahr 2009 vor, sowie die Länder-Wassergesetze<br />

der 16 Bundesländer. Das Ortsrecht wird durch die<br />

Satzungskompetenz der Kommunen gebildet.<br />

Durch die Föderalismusreform 2 wurde das Rechtsverhältnis<br />

zwischen Bund und Ländern neu geregelt. Sinn der Föderalismusreform<br />

war ein einfacheres Gesetzgebungsverfahren<br />

zur Umsetzung und Anpassung von bestehendem Recht an<br />

erweiterte oder veränderte EU-Vorgaben. Im Bereich des<br />

Wasserrechts wurde mit der Föderalismusreform die konkurrierende<br />

Gesetzgebung eingeführt (Bundestagsdrucksache<br />

16/813). Der Bund gestaltet innerhalb des Rechtsrahmens der<br />

EU die entsprechenden Gesetze aus. Die Länderebene kann<br />

die Rechtsvorschriften des Bundes noch weiter gestalten, ist<br />

aber nicht im Einzelnen dazu verpflichtet.<br />

Nach Art. 72 Abs. 3 des Grundgesetzes (GG) ergibt sich<br />

eine zusätzliche Sondersituation im Bereich des WHG. Bei stoffund<br />

anlagebezogenen Regelungen sind keine abweichenden<br />

Ländervorschriften zulässig. In der Folge kann der Bund daher<br />

das Grundsätzliche regeln, ohne das es zur Rechtsanwendung<br />

in den Ländern einer zusätzlichen Regelung bedarf. Es besteht<br />

somit kein rechtsfreier Raum im Anlagenbereich. Vielmehr<br />

definiert das WHG die „untere“ Regelungsgrenze.<br />

BEGRIFFSDEFINITIONEN<br />

Zum erweiterten Verständnis des Rechts sind daher bestimmte<br />

Rechtsbegriffe maßgeblich, die der Gesetzgeber im Hinblick auf<br />

die Umsetzung und Anwendung des Rechts vorgegeben hat.<br />

Hierzu sind die Begriffe muss/ist zu, soll oder kann genauer zu<br />

betrachten. Techniker haben in dieser Hinsicht ein eher sprachlich<br />

geprägtes Verständnis von Rechtsvorschriften. Im juristischen<br />

Sinne sind diese Begriffe allerdings besetzt und genau definiert.<br />

Muss/Ist/Hat<br />

Verwendet der Gesetzgeber diese Begriffe im Zusammenhang<br />

mit einer rechtlichen Regelung, muss der Anwender davon<br />

ausgehen, dass ihm kein Ermessen oder Spielraum zugestanden<br />

wird. Bei Verwendung dieser Worte spricht man von der<br />

(gesetzlich) gebundenen Verwaltung. So ergibt sich z.B. das<br />

Minimierungsgebot nach § 57 WHG als konkretisierte Regelung,<br />

da Anlagen nur unter diesem Kriterium betrieben werden dürfen.<br />

Soll<br />

In diesem Fall besteht ein sogenanntes intendiertes Ermessen,<br />

d.h., in der Regel muss so entschieden werden. Bei untypischen<br />

Fällen oder in Ausnahmesituationen liegt allerdings auch ein<br />

Ermessensspielraum vor. In § 55 WHG hat der Gesetzgeber<br />

zu der Frage des Entwässerungssystems das Trennsystem als<br />

Regelfall vorgegeben, lässt allerdings auch Abweichungen zu,<br />

da in diesem Zusammenhang der Begriff „Soll“ benutzt wird.<br />

Kann/Darf<br />

Die Behörde hat in diesem Zusammenhang weitgehend freies<br />

Ermessen. Hier spricht man von der Ermessensverwaltung,<br />

da die Verwaltung einen Entscheidungsspielraum besitzt.<br />

Die Selbstüberwachung öffentlicher und privater Entwässerungsanlagen<br />

in § 61 (2) WHG enthält eine Anweisung und<br />

somit die Pflicht zur Überwachung.<br />

Im Sinne der konkurrierenden Gesetzgebung haben die<br />

Länder gem. Artikel 72 Abs. 3 GG bezüglich der anlagenund<br />

stoffbezogenen Regelungen des Bundesrechtes keine<br />

Regelungskompetenz. Dabei sind, sofern vorhanden, auch<br />

EU-Vorgaben zu beachten. Die Länder oder der Bund können<br />

Eigenkontrollverordnungen oder ähnliche Regelungen erlassen.<br />

Für die öffentlichen Kanäle gibt es in fast allen Bundesländern<br />

entsprechende Eigenkontrollverordnungen, die sich allerdings in<br />

ihrer Regelungstiefe und Ausgestaltung erheblich unterscheiden.<br />

556 7-8 / 2012


DICHT SEIN GILT FÜR ALLE<br />

Für private Kanäle gibt es im Länderrecht nur in wenigen Fällen<br />

entsprechende Regelungen, z. B. in Nordrhein-Westfalen.<br />

Hier wird das Thema kontrovers diskutiert. Auf Grund der<br />

Regelung in § 61 (2) WHG besteht allerdings die konkrete<br />

Pflicht, die Anlagen im öffentlichen wie auch im privaten<br />

Bereich entsprechend der Regeln der Technik zu betreiben,<br />

zu unterhalten und zu überwachen.<br />

Im Hinblick auf die konkrete Dichtigkeitsprüfung von Entwässerungsanlagen,<br />

insbesondere auch auf den Grundstücken,<br />

gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Regelungen<br />

und technischen Normen. Als erste ist die DIN EN 1610 zu<br />

nennen. Diese regelt die Dichtigkeitsprüfung für Neubauten.<br />

In der DIN 1986 Teil 30 von 2012 werden die Dichtheitsprüfungserfordernisse<br />

für bestehende Anlagen geregelt. Als<br />

weitere Norm sind derzeit noch das Arbeitsblatt A 139 der<br />

DWA, sowie das ältere ATV-Merkblatt 143-6 auf dem Markt.<br />

Die Mustersatzungen der Länder beziehen sich in der<br />

Regel auf diese technischen Normen, die durch die Aufnahme<br />

in das örtliche Satzungsrecht zur Grundlage des Verwaltungshandeln<br />

werden. Daher haben die Kommunen in der Regel<br />

entsprechende Regelungen in ihrer Satzung verankert. Bei<br />

der Überarbeitung von technischen Regelwerken ergibt sich<br />

jedoch keine „automatische Anpassung“ ins Satzungsrecht.<br />

Vielmehr verbleibt die „alte Norm“ mit ihren Reglungen verbindlich,<br />

auch wenn diese nicht mehr den aktuellen technischen<br />

Stand wiedergeben. Daher ergibt sich die Notwendigkeit<br />

zur Satzungsanpassung.<br />

Die Länder können die Rechtgrundlage allerdings auch<br />

regeln, wenn technische Regelwerke formal per Erlass oder<br />

Verordnung als verbindlich zur Definition der Regel der Technik<br />

eingeführt werden.<br />

Die Kommunen könnten sich auf Grund der Rechtslage<br />

eigentlich „gemütlich zurücklehnen“, da § 60 und 61 WHG<br />

den jeweiligen Anlagenbetreiber (Grundstücksbesitzer) zur<br />

ordnungsgemäßen Unterhaltung und Betrieb der Entwässerungsanlagen<br />

verpflichtet. Der Zustand der Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

ist durch diverse Untersuchungen<br />

hinlänglich bekannt. Die Schadensbilder stellen sich ähnlich,<br />

wie auch in den öffentlichen Kanälen dar.<br />

In der Praxis ist allerdings fest zu stellen, dass die überwiegende<br />

Mehrheit der Anschlussnehmer mit der Vergabe von<br />

Aufträgen zur Sanierung oder Erneuerung von Entwässerungsanlagen<br />

überfordert sind. Scharlatanen und Abzockern sind<br />

hier Tür und Tor geöffnet. Die Umsetzung dieser rechtlich verankerten<br />

Pflichtaufgabe wird dadurch erschwert und in Misskredit<br />

gebracht. Verschiedene Länder haben daher Regelungen<br />

getroffen, nach denen die Organisation durch die abwasserbeseitigungspflichtige<br />

Kommune koordiniert werden soll.<br />

Der Bund hat in dieser Hinsicht noch keinen Gebrauch von<br />

seiner Regelungskompetenz durch Rechtsverordnung gemacht.<br />

Angesichts der Tatsache, dass die 16 Bundesländer sehr unterschiedlich<br />

mit dem Thema umgehen, ist auch nicht zu erwarten,<br />

dass eine entsprechende Gesetzesinitiative oder Verordnungsinitiative<br />

zu erwarten ist. Ebenso ist angesichts der bisherigen<br />

Diskussion in den Ländern auch keine flächendeckende einheitliche<br />

Regelung zu erwarten. Vielmehr zeigt die derzeitige<br />

Diskussion, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, dass auch die<br />

Landespolitik im Hinblick auf die durch § 61 WHG geforderte<br />

Dichtheit durchgehend keinen klaren Kurs verfolgt hat.<br />

DICHTIGKEITSPRÜFUNG IN DER RECHT-<br />

SPRECHUNG – ZU RECHT!<br />

Für Klarheit in Niedersachsen hat in dieser Hinsicht das Urteil des<br />

Oberverwaltungsgerichts Lüneburg im Januar 2012 gesorgt,<br />

das die Zulässigkeit des Verlangens von Kanalnetzbetreibern<br />

nach einer Dichtheitsprüfung bestätigt (Az. 9 KN 162/10).<br />

Für den Kanalnetzbetreiber von besonderem Vorteil<br />

ist, dass sich sein Anspruch auf eine Dichtheitsprüfung aus<br />

dem sich selbst gegebenen Ortsrecht (der Abwasserbeseitigungssatzung)<br />

her- und ableiten lässt. Bei der Aufnahme<br />

von entsprechenden Formulierungen für Anlassprüfungen in<br />

die Satzung ist aber große Sorgfalt notwendig.<br />

Bild 1: Lageabweichung<br />

Bild 2: Versatz, Boden sichtbar<br />

7-8 / 2012557


FACHBERICHT<br />

RECHT & REGELWERK<br />

In seinem Urteil hat das Gericht im Einzelnen zu den Möglichkeiten<br />

und Anforderungen an das Verlangen von Netzbetreibern<br />

ausführlich Stellung genommen. Danach hat der Netzbetreiber<br />

das Recht, vom Anschlussnehmer dann eine Dichtheitsprüfung<br />

zu verlangen, wenn die Gefahr besteht, dass eine<br />

undichte Entwässerungsanlage den Betrieb des öffentlichen<br />

Netzes erschwert oder behindert. Dieses hat das Gericht ohne<br />

Weiteres bei Anfall von Fremdwasser, also durch Undichtigkeiten<br />

eindringendes Grund- und Niederschlagswasser, anerkannt.<br />

Selbst die durch Undichtigkeiten bedingte Exfiltration sah<br />

das Gericht als Beeinträchtigung des Betriebs einer öffentlichen<br />

Abwasseranlage an.<br />

Dieses aber nur unter dem rechtlichen Gesichtspunkt eines<br />

Verstoßes gegen die aus § 96 Abs. 9 NWG resultierenden<br />

Verpflichtung des Grundstückseigentümers, sein Abwasser<br />

der beseitigungspflichtigen Gemeinde zu überlassen. Weniger<br />

Wasser im Kanal zieht erhöhte Aufwendungen für die Kanalreinigung<br />

nach sich, führt zu Geruchsbelästigungen oder zu<br />

Schäden im Kanal durch biogene Schwefelsäurekorrosion.<br />

Nicht anerkannt hat das Gericht dagegen eine Pflicht zur<br />

Dichtheitsprüfung zum Zwecke des Grundwasserschutzes,<br />

da der Grundwasserschutz in diesem Fall ausschließlich und<br />

abschließend durch das Wasserrecht geregelt wird. Eine derartige<br />

Regelung mit diesem Ziel ist in Niedersachsen in einer<br />

kommunalen Satzung schlichtweg unzulässig.<br />

An dieser Stelle muss allerdings gefragt werden, wer sich<br />

dann um diese Fragestellung kümmert. Das Landesamt für<br />

Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat<br />

sich in der Studie „Grundwassergüte im Hinblick auf Abwassereinträge“<br />

mit dieser Frage beschäftigt und kommt zum<br />

Ergebnis, dass ein signifikanter Einfluss vorhanden ist. Zum<br />

selben Ergebnis kommen auch Klinger, Thoma und Wolf in<br />

ihrer Veröffentlichung „Defekte Abwasserkanäle – ein Risiko<br />

für Boden und Grundwasser“.<br />

Auch in anderen Bundesländern gibt es explizite Rechtsprechung<br />

zur Zulässigkeit des Verlangens nach Dichtheitsprüfungen:<br />

So geht das VG München (M 10 K 07.4444) in<br />

seinem Urteil aus dem Jahr 2008 sogar so weit, dass der<br />

Kanalnetzbetreiber auch bei einer plausibel nachvollziehbaren<br />

Vermutung, dass Kanäle entsprechend undicht sind, eine<br />

Dichtheitsprüfung vom Anschlussnehmer fordern kann.<br />

Im Hinblick auf die Dichtheitsprüfung erscheint die Situation<br />

auf Grund der Rechtspraxis derzeit so, dass Exekutive und<br />

Legislative den Weg im Moment von der Judikative gezeigt<br />

bekommen.<br />

HANDLUNGSSTRATEGIEN UND<br />

LÖSUNGS ANSÄTZE<br />

Der bisherige Kurs führt bei den Bürgern zur Verunsicherung<br />

und Irritation bzw. dem Verdacht, das vor Ort Handelnde sich<br />

nicht im Rahmen der bestehenden Gesetze bewegen würden.<br />

Die Anschlussnehmer, die bereits tätig waren, fühlen sich über<br />

den Tisch gezogen.<br />

Auch im Bereich der gewerblichen Wirtschaft führt die<br />

rechtliche Unsicherheit zu Schwierigkeiten. Die von den Bürgern<br />

und den Kommunen angefragten und abgeforderten Leistungen<br />

im Zusammenhang mit bereits durchgeführten Dichtheitsprüfungen<br />

erfordern auch einen gewissen technischen und<br />

maschinellen Aufwand. Die bereits getätigten Investitionen<br />

drohen sich zum wirtschaftlichen Desaster für die Firmen zu<br />

entwickeln, die in diesem Bereich investiert haben und zeitintensive<br />

Fortbildung von Mitarbeitern betrieben haben.<br />

Im Sinn der Schaffung von weitgehend einheitlichen<br />

Lebensgrundlagen könnte der Bund von seiner Verordnungsermächtigung<br />

gem. § 60 WHG Gebrauch machen. Dies ist<br />

gegenwärtig allerdings nicht zu erwarten. Der Bund hat mit<br />

der Novellierung des WHG Position bezogen und im Sinn der<br />

Föderalismusreform geregelt. Die Länder können nicht hinter<br />

diese Regelungen zurückfallen.<br />

Die Länder gehen sehr unterschiedliche Wege im Bereich<br />

von Eigenkontrollverordnungen. Die Mehrzahl der Länder hat<br />

nur das Vorgehen im öffentlichen Bereich geregelt. Daneben<br />

gibt es aber in einigen Ländern Entwürfe bzw. Diskussionen,<br />

Bild 3: Fehlanschluss Drainage<br />

Bild 4: Scherbenbildung<br />

558 7-8 / 2012


um detaillierte Vorschriften für den privaten Bereich wie z. B.<br />

in NRW. Der jüngste Gesetzentwurf liegt mit NRW Drucksache<br />

16/45 vom 12.06.2012 vor, zu dem die DWA, gemeinsam mit<br />

den Güteschutzorganisationen Grundstücksentwässerung<br />

und Kanalbau, sowie dem VDRK Stellung genommen haben<br />

(s. Seite 560 in dieser Ausgabe). Hauptkritikpunkte sind die<br />

Annahme, dass die Inspektion erst zu Schäden führen würde<br />

und von einer grundsätzlichen Dichtigkeit auszugehen sei.<br />

Diese Verschiebung in ein anderes Rechtsgebiet unterläuft<br />

jedoch das Wasserrecht und den Anlagenbezug.<br />

Darüber hinaus lassen die vom Gesetzgeber eingebrachten<br />

hohen Anforderungen, wie „bei begründetem Verdacht“ oder<br />

„bedeutenden Veränderungen der Bodenstruktur oder einer<br />

Boden- und/oder Grundwasserverschmutzung“, vollkommen<br />

die Fremdwasserproblematik und die Schwierigkeiten beim<br />

Nachweis der zuvor genannten Kriterien außer Acht.<br />

Dagegen vertritt das Land Niedersachsen die Auffassung,<br />

dass durch das WHG alles geregelt ist und die Kommunen<br />

in ihrem eigenen Wirkungskreis konkrete, an den örtlichen<br />

Erfordernissen orientierte Regelungen treffen können.<br />

Zwischen diesen Extremen tut sich ein weites Feld auf.<br />

Am Ende der Kette steht allerdings immer der Bürger. Im Sinn<br />

einer bürgerfreundlichen Umsetzung bleibt nur die Lösung,<br />

dass sich die Abwasserbeseitigungspflichtigen dieser Aufgabe<br />

annehmen, auch wenn der große Umfang abschreckend wirkt.<br />

Hilfestellung bieten hierbei die Mustersatzungen der kommunalen<br />

Spitzenverbände. Diese sind zwar allgemein gehalten,<br />

enthalten aber i. d. R. die entsprechenden Verweise auf das<br />

einschlägige, technische Regelwerk.<br />

Damit sind aber nur die Rahmenbedingungen gegeben. Es<br />

empfiehlt sich ein Konzept zur Umsetzung zu erstellen, dass<br />

öffentlich diskutiert wird.<br />

Für diese Diskussion sind folgende Punkte für die Grundstücksentwässerung<br />

zu beachten:<br />

Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Entwässerungsanlagen.<br />

Die technische Infrastruktur ist als großes öffentliches<br />

und privates Vermögen zu erhalten.<br />

Bei der Umsetzung sind Prioritäten und Schwerpunkte zu<br />

setzen, aber auch Härtefallregelungen (finanzielle, soziale)<br />

zu nennen.<br />

Es hat sich bewährt auf Anstrengungen im öffentlichen<br />

Bereich zu verweisen, um Verständnis für die Anforderung<br />

an die Anschlussnehmer zu schaffen.<br />

Beratungsleistungen von Seiten der Verwaltung mit Vorortterminen<br />

sind vorzusehen.<br />

Bei Neubauten ist der Einstieg in die Dichtheitsprüfung am<br />

einfachsten. Der Bauherr bekommt eine Serviceleistung,<br />

da die Unternehmerleistung sachverständig technisch<br />

abgenommen wird.<br />

Anschlussnehmer, die aktuell von Entwässerungsproblemen<br />

betroffen waren, haben ebenfalls Verständnis für die<br />

Anforderungen, wenn sie vor Ort entsprechend beraten<br />

und begleitet werden.<br />

Verringerung des Fremdwassereintrags und Verhinderung<br />

von Abwasseraustritt verringern die Betriebskosten.<br />

Einen Schlingerkurs bei der Umsetzung können wir uns<br />

nicht erlauben. Eine gründliche Aufbereitung des Themas<br />

ist notwendig, sonst wird die Umsetzung unmöglich.<br />

Mit der Neuregelung von DIN 1986-30: 2012 ist die<br />

bisherige Prüffrist bis 2015 entfallen. Die Norm empfiehlt<br />

ausdrücklich eine Fristsetzung für die Erstprüfung<br />

durch den Satzungsgeber (Abschnitt 13). Das Wegfallen<br />

der bisher genannten Frist bedeutet für den jeweiligen<br />

Anlagenbetreiber, dass er die sofortige Pflicht zur Dichtheitsprüfung<br />

hat.<br />

Gleichzeitig nennt die neue DIN für die regelmäßige Wiederholung<br />

der Dichtheitsprüfung einen Zeitraum von 20 bzw. 30<br />

Jahren, je nach Anwendungsfall und anlassbezogene Überprüfungen<br />

auch bei bestandener Erstprüfung (Umbauten,<br />

etc.). Insgesamt wird für die Grundstücksentwässerungsanlage<br />

ein ordnungsgemäßer und dichter Zustand gefordert.<br />

Ebenso sind detaillierte Vorgaben zur Durchführung der<br />

Untersuchung, der Dokumentation der Untersuchung<br />

sowie der Beurteilung und nachfolgende Maßnahmen<br />

aufgeführt. So ist auch die Anforderung an die Fachkunde<br />

der jeweiligen durchführenden Unternehmen klar geregelt.<br />

Die optische Inspektion wird nicht als Dichtheitsprüfung<br />

bzw. als physikalischer Dichtheitsnachweis gesehen.<br />

Allerdings wird die Kamerabefahrung bei ordnungsgemäßem<br />

Zustand als gleichwertig zu einer durchgeführten<br />

Dichtheitsprüfung gesehen (Abschnitt 9.1), sofern weder<br />

Schäden noch Fremdwassereintritt festgestellt werden.<br />

Die abwasserbeseitigungspflichtigen Körperschaften müssen<br />

sich hier klar positionieren. In Bereichen mit temporär<br />

hohen Grundwasserständen und erheblichem Fremdwasseranfall<br />

kann die optische Dichtheit nicht befriedigend<br />

sein. In Bereichen mit niedrigen Grundwasserständen<br />

und wenigen Fremdwasserproblemen sind die genannten<br />

Beeinträchtigungen des Betriebs zu berücksichtigen.<br />

Es gibt viel zu tun…<br />

AUTOREN<br />

DIETER ERDMANN<br />

Stadt Springe, Springe<br />

Fachdienst Tiefbau und Stadtentwässerung<br />

Tel.: +49 5041 73 -306<br />

E-Mail: dieter.erdmann@springe.de<br />

DIRK LUCASIEWSKI<br />

Stadt Springe<br />

Bauverwaltung<br />

Tel.: +49 5041 73 -304<br />

E-Mail: dirk.lucasiewski@springe.de<br />

7-8 / 2012559


RECHT & REGELWERK<br />

Gemeinsame Erklärung zum Thema<br />

Grundstücksentwässerung<br />

Gemeinsame Erklärung von DWA, Güteschutz Grundstücksentwässerung, Güteschutz Kanalbau und VDRK zum Gesetzentwurf<br />

der Fraktion der CDU und der Fraktion der FDP in NRW vom 12.06.2012 Gesetz zur Änderung des Landeswassergesetzes<br />

STATUS QUO<br />

Im § 61 des Wasserhaushaltsgesetzes<br />

(WHG) ist festgelegt, dass jeder Kanalnetzbetreiber<br />

die Funktionstüchtigkeit<br />

seiner eigenen Anlage selbst zu überwachen<br />

hat. Über den § 61 a LWG-NRW<br />

wird konkretisierend festgelegt, dass<br />

eine erste Überprüfung der Dichtheit<br />

bis zum 31.12.2015 durchgeführt werden<br />

muss, wobei die Kommunen andere<br />

Fristen festlegen können. Die im<br />

Gesetz vorgegebene starre Frist 2015<br />

ist bereits durch den Runderlass mit<br />

Datum vom 05.10.2010 des MUNKLV<br />

modifiziert worden, so dass hier die<br />

Erstuntersuchungen bis ins Jahr 2023<br />

gestreckt werden können. Nur in Wasserschutzgebieten<br />

sind kürzere Fristen<br />

zwingend vorgegeben.<br />

GESETZENTWURF DER CDU<br />

FDP–FRAKTIONEN<br />

Der vorliegende Gesetzentwurf der<br />

CDU–FDP–Fraktionen geht von der<br />

grundsätzlichen Dichtheit aller in NRW<br />

liegenden Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

aus. Damit ist eine Überprüfung<br />

dieser Grundstücksentwässerungssysteme<br />

nur bei einem konkreten Verdacht<br />

der Undichtheit erforderlich. Außerdem<br />

wird in dem Entwurf über Hochdruckreinigung<br />

die folgende Aussage getroffen:<br />

„Zur Überprüfung der Rohrleitungen<br />

sind Hochdruckgeräte und andere<br />

Spezialmaschinen erforderlich; vielfach<br />

– dies belegen Erfahrungswerte<br />

– werden Schäden an den Leitungen<br />

erst durch den Einsatz derartiger Geräte<br />

zur Überprüfung verursacht.“<br />

Die Vertreter der unterzeichnenden<br />

Organisationen geben zu dem Entwurf<br />

der CDU-FDP-Fraktionen folgende<br />

Erklärungen ab:<br />

Abwasseranlagen müssen<br />

funktions sicher, dauerhaft und<br />

dicht sein<br />

Die Neufassung der CDU-FDP-Fraktionen<br />

(B-Lösung), geht von der grundsätzlichen<br />

Dichtheit aller in NRW liegenden<br />

Grundstücksentwässerungsanlagen aus.<br />

Dies widerspricht deutlich den seit Jahren<br />

bekannten Tatsachen, wonach rund<br />

zwei Drittel aller Grundstücksentwässerungsanlagen<br />

Undichtheiten aufweisen<br />

[1]. Durch solche Schäden kann Abwasser<br />

in Boden und Grundwasser gelangen<br />

und zu Verunreinigungen führen [2].<br />

Reinigung der Abwasserleitungen<br />

vor der Untersuchung<br />

Die Behauptung der CDU-FDP-Fraktionen<br />

ist es, dass erst durch den Einsatz<br />

der Hochdruckreinigung Schäden an den<br />

Leitungen verursacht werden.<br />

Grundsätzlich gilt, dass jede Grundstücksentwässerungsanlage<br />

vor einer<br />

Überprüfung zu reinigen ist.3 Gemäß<br />

Kapitel 4.8 der DIN EN 14654-1:20054<br />

sollte das Reinigungsverfahren und die<br />

Ausrüstung unter anderem danach<br />

ausgewählt werden, ob der bauliche<br />

Zustand der Abwasserleitung oder<br />

des Abwasserkanals und deren/dessen<br />

Anfälligkeit für eine Verschlechterung<br />

aufgrund von Beschädigungen durch die<br />

Reinigung ausreichend ist. In den meisten<br />

Fällen kommt die Hochdruckreinigung<br />

hier zum Einsatz, wobei der Wasserdruck<br />

dem zu erwartenden Zustand<br />

der Leitung angepasst werden muss [5].<br />

Die Hochdruckreinigung wird seit Mitte<br />

des letzten Jahrhunderts praktiziert.<br />

Uns sind keinerlei Erfahrungswerte<br />

bekannt, die eine „vielfache“ Beschädigung<br />

von Leitungen durch den Einsatz<br />

dieser Geräte aufweisen. Bei Berücksichtigung<br />

der allgemein anerkannten<br />

Regeln der Technik (s.o.) sind Schäden<br />

durch die Hochdruckreinigung so gut<br />

wie ausgeschlossen.<br />

Im Namen der unterzeichnenden Organisationen<br />

möchten wir fachlich fundiert<br />

auf die Aussagen zum Gesetzentwurf<br />

der Fraktion der CDU und der Fraktion<br />

der FDP in NRW reagieren und gleichzeitig<br />

dafür werben, Fachleute frühzeitig<br />

einzubinden, um Unklarheiten von<br />

vorne herein zu vermeiden.<br />

[1] Zustand der Kanalisation in Deutschland – Ergebnisse der DWA-Umfrage 2009, KA 01/2011, S. 24-39<br />

[2] DWA-Positionen – Positionen zur Grundstücksentwässerung (Stand: Mai 2012)<br />

[3] DIN EN 13508-1; Zustandserfassung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden - Teil 1: Allgemeine Anforderungen; 02/2004<br />

[4] DIN EN 14654-1; Management und Überwachung von Reinigungsmaßnahmen in Abwasserkanälen und –leitungen – Teil 1: Reinigung von Kanälen“; 12/2005<br />

[5] DIN 1986-30; Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke - Teil 30: Instandhaltung; 02/2012<br />

Den Gesetzentwurf der Fraktion der CDU<br />

und der Fraktion der FDP im NRW-Landtag<br />

vom 12.06.2012 finden Sie unter<br />

www.<strong>3R</strong>-Rohre.de unter Recht & Regelwerk<br />

560 7-8 / 2012


WISSEN für die PRAXIS<br />

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-leitungen mit vor Ort härtendem Schlauchlining<br />

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RSV Merkblatt 2<br />

Renovierung von Abwasserleitungen und -kanälen<br />

mit Rohren aus thermoplastischen Kunststoffen<br />

durch Liningverfahren ohne Ringraum<br />

2009, 38 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 2.2<br />

Renovierung von Abwasserleitungen und<br />

-kanälen mit vorgefertigten Rohren durch<br />

TIP-Verfahren<br />

2011, 29 Seiten DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 3<br />

Renovierung von Abwasserleitungen und<br />

-kanälen durch Liningverfahren mit Ringraum<br />

2008, 40 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 4<br />

Reparatur von drucklosen Abwässerkanälen und<br />

Rohrleitungen durch vor Ort härtende Kurzliner<br />

(partielle Inliner)<br />

2009, 25 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 5<br />

Reparatur von Entwässerungsleitungen und<br />

Kanälen durch Roboterverfahren<br />

2007, 22 Seiten, DIN A4, broschiert, € 27,-<br />

RSV Merkblatt 6<br />

Sanierung von begehbaren Entwässerungsleitungen<br />

und -kanälen sowie Schachtbauwerken<br />

2007, 23 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 6.2<br />

Sanierung von Bauwerken und Schächten<br />

in Entwässerungssystemen – Reparatur/<br />

Renovierung (in Bearbeitung)<br />

RSV Merkblatt 7.1<br />

Renovierung von drucklosen Leitungen /<br />

Anschlußleitungen mit vor Ort härtendem<br />

Schlauchlining<br />

2009, 24 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 7.2<br />

Hutprofiltechnik zur Einbindung von Anschlußleitungen<br />

– Reparatur / Renovierung<br />

2009, 31 Seiten, DIN A4, broschiert, € 30,-<br />

RSV Merkblatt 8<br />

Erneuerung von Entwässerungskanälen und Anschlussleitungen<br />

mit dem Berstliningverfahren<br />

2006, 27 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 10<br />

Kunststoffrohre für grabenlose Bauweisen<br />

2008, 55 Seiten, DIN A4, broschiert, € 37,-<br />

RSV Information 11<br />

Vorteile grabenloser Bauverfahren für die<br />

Erhaltung und Erneuerung von Wasser-,<br />

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Altstadt Dresdens mittels GFK-Sonderprofilen<br />

FOTOQUELLE: HOBAS Rohre GmbH, Neubrandenburg


PRODUKTE & VERFAHREN<br />

IBAK<br />

Elektrisches Fräsen im Kanal<br />

Mit dem Einstieg in den Bereich Kanalrobotik<br />

durch die Zusammenarbeit mit der<br />

IBAK JS Robotics GmbH schafft sich die<br />

IBAK Helmut Hunger GmbH & Co. KG ein<br />

neues Potential zum weiteren weltweiten<br />

Wachstum. Die bereits auf der IFAT 2012<br />

vorgestellten elektrischen Fräsroboter<br />

bieten offensichtliche Vorteile, die von<br />

Kunden bereits als sehr positiv wahrgenommen<br />

werden.<br />

Elektrisches Fräsen im Kanal ist eine<br />

neue Technologie, die von den Gründern<br />

und heutigen Geschaftsführern Bernd<br />

Sennert und Thomas Joachim seit 2007<br />

zur Marktreife entwickelt<br />

wurde. Beide<br />

haben umfangreiche<br />

Erfahrung in der<br />

Kanalrobotik – und es<br />

erschien ihnen zeitgemäß<br />

und logisch, ihre<br />

Fräsroboter mit elektrischem<br />

Antrieb auszustatten.<br />

Die Vorteile<br />

lagen schon damals<br />

klar auf der Hand:<br />

Elektrisch betriebene<br />

Roboter kommen im<br />

Gegensatz zu hydraulisch<br />

oder pneumatisch<br />

betriebenen Systemen<br />

ohne laute, schwere und energiezehrende<br />

Kompressoren aus. Sie verursachen damit<br />

deutlich geringere Betriebskosten und<br />

schonen durch nahezu geräuschlose und<br />

emissionsfreie Arbeitsweise Umwelt und<br />

Gesundheit. Durch das Fräsen mit Strom<br />

bieten die IBAK JS Robotics Produkte ein<br />

einzigartiges Preis-Leistungs-Verhältnis<br />

bei hoher Arbeitsgeschwindigkeit und großer<br />

Effektivität.<br />

Mit einem Angebot an mobilen Anlagen,<br />

Fahrzeugausbauten und Mietsystemen<br />

für die Reparatur von Kanalrohren<br />

kann IBAK JS Robotics individuell auf<br />

Kundenbedürfnisse eingehen. Die Systeme<br />

werden am Standort Rheinstetten<br />

entwickelt, montiert und gewartet. Durch<br />

die Zusammenarbeit mit IBAK steht den<br />

Kunden weltweit ein kompetentes Vertriebs-<br />

und Servicenetz zur Verfügung.<br />

KONTAKT: IBAK Helmut Hunger GmbH &<br />

Co. KG, Kiel, Tel. +49 431 7270-0,<br />

E-Mail: info@ibak.de, www.ibak.de<br />

Funke Kunststoffe<br />

HS ® -Kanalrohre jetzt innen beschriftet<br />

Auf der IFAT ENTSORGA präsentierte<br />

die Funke Kunststoffe GmbH eine<br />

neuartige Innenbeschriftung für das<br />

HS®-Kanalrohrsystem. Axial fortlaufend<br />

in einem Winkel von 120° tragen<br />

die Rohre in den Nennweitenbereichen<br />

von DN/OD 160 bis DN/OD 315 eine<br />

Gravur, der neben dem Namen des Herstellers<br />

Angaben zur Ringsteifigkeit und<br />

zum Produktionsdatum macht. Mit der<br />

dauerhaften Prägung, die im Gegensatz<br />

zu einer drucktechnisch hergestellten<br />

Beschriftung auch noch nach jahrelangem<br />

Einsatz gut lesbar ist, kommt Funke<br />

einmal mehr den Anforderungen und<br />

Wünschen von Auftraggebern, Netzbetreibern<br />

und Planern nach, die bei<br />

einer Kamerabefahrung durchaus wissen<br />

möchten, von welchem Hersteller<br />

welches Produkt in das Abwasserkanalnetz<br />

verlegt wurde. Bis Mitte des Jahres<br />

werden schrittweise auch die Nennweitenbereiche<br />

von DN/OD 400 bis DN/OD<br />

800 mit der neuen Gravur versehen. Mit<br />

einer anderen Idee hatte Funke schon<br />

vor Jahren für Aufsehen in der Kanalrohrbranche<br />

gesorgt: Die mittlerweile<br />

von vielen Kunststoffrohrherstellern<br />

kopierte Idee, ein Rohrsystem in unterschiedlichen<br />

Farben zu produzieren,<br />

hat sich in der Praxis bestens bewährt.<br />

Aufgrund der Farbgebung des HS®-<br />

Kanalrohrprogramms in blau (Regenwasser)<br />

und braun (Schmutzwasser) ist die<br />

Zuordnung der durchgefärbten Rohre<br />

und Formstücke auch noch viele Jahre<br />

nach der Verlegung bei Sanierungsarbeiten<br />

oder bei der Befahrung mit einer<br />

Kamera sowohl von innen als auch von<br />

außen problemlos möglich.<br />

KONTAKT: Funke Kunststoffe GmbH,<br />

Hamm-Uentrop, Tel. +49 2388 3071-0,<br />

E-Mail: info@funkegruppe.de,<br />

www.funkegruppe.de<br />

Axial fortlaufend in einem Winkel von<br />

120° sind die HS®-Kanalrohre in den<br />

Nennweitenbereichen von DN/OD 160 bis<br />

DN/OD 315 jetzt beschriftet<br />

Foto: Funke Kunststoffe GmbH<br />

564 7-8 / 2012


Hermes<br />

Bewährte Seiteneinlaufanbindung mit ERGELIT<br />

Ende der 1980er Jahre hatte die maschinelle<br />

Sanierung von Seiteneinläufen technisch<br />

noch kein besonders hohes Niveau<br />

erreicht. Zur Weiterentwicklung der<br />

Technik war nun ein Mörtel gefragt, der<br />

wasserdicht und korrosionsfest sein sollte,<br />

gleichzeitig aber auch über längere Strecken<br />

verpumpt und durch relativ dünne<br />

Schläuche gefördert werden könnte. Die<br />

allgemein bekannte Verfahrenstechnik<br />

arbeitete mit kleinen Mörtelmengen aus<br />

Kartuschen o.ä. Die Wasserbelastbarkeit<br />

musste nach spätestens einer Stunde<br />

möglich sein. Damals unternahm die Hermes<br />

Technologie, Schwerte, erste Schritte<br />

zur Entwicklung vom ERGELIT-Kanaltec<br />

für die Seiteneinlaufsanierung durch<br />

Unterstützung von Robotern. Eine langjährige,<br />

auf Rückmeldung von Anwendern<br />

Kanaltec-Frischmörtel<br />

gestützte Arbeit war angestoßen. Immer<br />

wieder wurde der Mörtel in Feldversuchen<br />

verbessert und den technologischen<br />

Anforderungen des Marktes angepasst.<br />

Als Ergebnis steht mit ERGELIT<br />

Kanaltec dem Sanierungsmarkt heute ein<br />

kunststoffvergütetes „High-Tech-Produkt“<br />

zur Verfügung. Dabei ist die ausgezeichnete<br />

Klebekraft auch auf feuchtem<br />

Untergrund, wie er bei der Sanierung erdverlegter<br />

Leitungen unvermeidbar ist, hervorzuheben.<br />

Die Klebekraft übersteigt den<br />

Wert von Fliesenklebern um das Dreifache.<br />

Die inzwischen bewährte Technik in<br />

Verbindung mit dem ERGELIT-Kanaltec<br />

wird heute zur Reparatur der häufigsten<br />

Schadensursachen im Kanal eingesetzt.<br />

Die vorhandenen Sanierungsysteme sind in<br />

der Lage, selbst einen schlecht eingebundenen<br />

Seiteneinlauf dauerhaft dicht und<br />

fest anzubinden. Auch Verbindungsstellen<br />

in jeder vorhandenen Abwinklung sind für<br />

das Sanierungssystem unproblematisch.<br />

Bei mit Linern ausgekleideten Kanalrohren<br />

hat sich diese Technik unter Einsatz<br />

von zementgebundenen Injektionsmörteln<br />

ebenfalls erfolgreich bewährt.<br />

ERGELIT-Kanaltec ist ein umweltfreundliches<br />

Produkt und konform mit der EN<br />

1504. Es kann aufgrund seiner Zusammensetzung<br />

in allen Grundwasserschutzzonen<br />

eingesetzt werden. Kanaltec ist schadstofffrei<br />

und kann selbst in frischem Zustand<br />

keine schädlichen Substanzen an die Umwelt<br />

abgeben. Der Eluationsversuch des Hygiene-Instituts<br />

belegt dies. Für das Kanaltec<br />

cF hat auch das DiBT<br />

die Zusammensetzung<br />

auf schädliche Substanzen<br />

überprüft, und<br />

bestätigt das Fehlen<br />

solcher Substanzen. Die<br />

bauaufsichtliche Zulassung<br />

wurde bereits<br />

vor Jahren erteilt.<br />

ERGELIT-Kanaltec ist<br />

wasserdicht und korrosionsfest.<br />

Somit ist<br />

es in allen kommunalen<br />

Abwasserbereichen<br />

einsetzbar.<br />

Die Biegezugfestigkeiten<br />

und Druckfestigkeiten liegen um ein<br />

Vielfaches höher als die Festigkeiten der zu<br />

verbindenden Rohre. D.h., dass bei sachgemäßem<br />

Einsatz die „Schweißstelle“ besser<br />

hält als das Hauptrohr oder die Anschlussleitung.<br />

Die Haftzugfestigkeit auf Beton<br />

oder Steinzeug ist hervorragend, und die<br />

Haftzugfestigkeit auf Linern ist gut. Die<br />

Scherfestigkeit des Mörtels ist überragend.<br />

Somit bildet ein mit diesem Material<br />

sanierter Seitenanschluss für einen Inliner<br />

eine Fixierung. Eine hohe Haftzugfestigkeit<br />

ist eigentlich gar nicht erforderlich, da der<br />

Mörtel in einen Hohlraum gepresst wird<br />

und diesen formschlüssig verfüllt. Ähnlich<br />

einem Korken in einer Weinflasche verkrallt<br />

er sich in den Hohlräumen, Spalten und<br />

Rissen. Er kann aufgrund seiner Viskosität<br />

auch in den Zwischenraum zwischen Liner<br />

und Hauptrohr eindringen und dichtet auch<br />

diesen Spalt im Anschlussbereich sicher<br />

und dauerhaft ab.<br />

Der Mörtel ist schrumpffrei. Er wurde<br />

auch dem Hamburger Spülversuch – 50<br />

Versuche ohne und 50 Versuche mit Split –<br />

unterzogen und war danach so gut wie<br />

neu. Zu vernachlässigende, minimale<br />

Schönheitsfehler waren zu erkennen.<br />

Dieser Mörtel kann über lange<br />

Schlauchlängen gepumpt werden. Er ist<br />

in allen Temperaturbereichen, die wir in<br />

Deutschland vorfinden, einsetzbar. Lediglich<br />

unter -5 °C, also bei Temperaturen, bei<br />

denen kaum noch jemand arbeitet, sind<br />

Sondermaßnahmen erforderlich.<br />

Im Verlauf der vergangenen Jahre sind<br />

Zehntausende Seiteneinläufe in den verschiedensten<br />

Varianten mit Linern fast<br />

jeder Bauart saniert worden. Die anbietenden<br />

Sanierungsfirmen können inzwischen<br />

beeindruckende Referenzlisten vorlegen.<br />

Der Mörtel und die Anforderungen hierfür<br />

werden in der GSTT-Information Nr.<br />

18 beschrieben. Der W/Z-Wert liegt in<br />

einem sehr guten Bereich. Der Mörtel ist<br />

sehr fein. Die optimal abgestufte Sieblinie,<br />

die auch Basis der hohen Festigkeiten und<br />

Wasserdichtigkeit ist, garantiert ein leichtes<br />

Eindringen und Abdichten auch feinster<br />

Materialrisse. Kaum ein anderes Reparaturverfahren<br />

stellt sicher, dass alle Hohlräume<br />

hinter dem Rohr sicher verfüllt werden.<br />

Soweit gestört, können sogar die Bettung<br />

der Seiteneinläufe und des Hauptrohres<br />

wieder hergestellt werden. Auch starker<br />

Wassereinbruch ist mit ERGELIT-Kanaltec<br />

zügig und dauerhaft einzudämmen, selbst<br />

große Ausbrüche stellen für die vorhandene<br />

Technik kein Problem dar.<br />

Der Materialtransport ist einfach, die<br />

Aufbereitungstechnik ist sicher und ungefährlich.<br />

Die Anwender sind in der Regel<br />

gut geschult und liefern durchweg eine<br />

qualitativ hochwertige Leistung ab.<br />

KONTAKT: HERMES Technologie<br />

GmbH & Co KG, Schwerte,<br />

E-Mail: office@hermes-technologie.de<br />

7-8 / 2012565


PRODUKTE & VERFAHREN<br />

OSSCAD<br />

CMS – ein optisches Messverfahren für die<br />

Prozessoptimierung der Schlauchlinersanierung<br />

Die Firma OSSCAD hat der Fachwelt<br />

auf der IFAT 2012 in München erstmalig<br />

das Curing Monitoring-System für die<br />

Schlauchlinersanierung präsentiert, das bei<br />

Herstellern und Errichtern von Schlauchlinern<br />

sowie Ingenieurbüros großes Interesse<br />

hervorgerufen hat.<br />

Dieses Curing Monitoring-System<br />

(OSSCADCMS) ist eine innovative Systemtechnik<br />

für die In-situ-Prozessoptimierung<br />

von Schlauchlinern während der<br />

Sanierungsmaßnahme. Im Gegensatz<br />

zur herkömmlichen, stichprobenartigen,<br />

punktuellen Temperaturmessung misst das<br />

CMS die thermische Aushärtung des Liners<br />

als örtliches Temperaturprofil in Längsrichtung<br />

der Haltung im Sekundentakt. Das<br />

CMS zeichnet sich durch eine einfache<br />

Handhabung, robuste Systemkomponenten<br />

und eine leistungsstarke Software aus,<br />

die neue Möglichkeiten für den Errichter<br />

und für den Kunden bietet:<br />

Monitoring des thermischen Aushärtungsprozesses<br />

in Längsrichtung<br />

des Liners während der<br />

Sanierungsmaßnahme<br />

Farbliche Kennzeichnung beim Erreichen<br />

der geforderten Liner-Mindesttemperatur<br />

und somit eindeutige<br />

Entscheidungshilfen für den Errichter<br />

auch bei schwierigen Baustellen<br />

Reduktion der Energiekosten und der<br />

CO 2<br />

-Emission<br />

Qualitätsnachweis des thermischen<br />

Aushärtungsprozesses in Form eines<br />

3D-Plots über die Gesamtlänge des<br />

Liners und über die Gesamtdauer der<br />

Sanierungsmaßnahme.<br />

Das Curing Monitoring-System besteht<br />

aus einem Auswertegerät (Controller),<br />

einem robusten Temperaturmesskabel<br />

und einem leistungsstarken Softwarepaket.<br />

Das Temperaturmesskabel wird in den<br />

Abwasserkanal vor dem Einbau des Liners<br />

eingezogen oder werksseitig während der<br />

Fertigung des Liners integriert und auf<br />

der Baustelle zusammen mit dem Liner<br />

verbaut. Die Querabmessungen der Temperaturmesskabel<br />

können auf kleine und<br />

große Durchmesser von Linern angepasst<br />

werden. Der Controller misst die thermische<br />

Aushärtung des Liners im Sekundentakt<br />

als örtliches Profil in Längsrichtung<br />

der Haltung. Diese In-situ-Messung des<br />

Temperaturprofils ermöglicht eine ereignisorientierte<br />

Prozessführung, um eine<br />

fachgerechte Aushärtung des Liners zu<br />

erzielen.<br />

Die von OSSCAD entwickelte Applikationssoftware<br />

ermöglicht eine einfache<br />

Konfiguration und Parametrierung des<br />

CMS unter Berücksichtigung der thermischen<br />

Kennwerte des Liners. Anhand einer<br />

Zonendarstellung kann der Errichter die<br />

Wärmezuführung gezielt nachregeln. Wird<br />

die vom Linerhersteller vorgegebene Mindesttemperatur<br />

entlang der Haltung nicht<br />

erreicht, kann dies mit dem CMS erkannt<br />

und dem Errichter (Operator) angezeigt<br />

werden und der Errichter kann den Wärmeeintrag<br />

gezielt verlängern. D.h., dass<br />

auch bei schwierigen Baustellenverhältnissen<br />

die Sanierung erfolgreich durchgeführt<br />

werden kann. Wird die Mindesttemperatur<br />

früher als erwartet erreicht,<br />

entfällt der übliche Sicherheitsaufschlag<br />

und die Dauer der Wärmezuführung verkürzt<br />

sich. Auf diese Weise lassen sich die<br />

Energiekosten und die CO 2<br />

-Emission signifikant<br />

reduzieren. Für die Beurteilung des<br />

Aushärtungsprozesses steht ein weiteres<br />

Visualisierungstool in Form eines thermographischen<br />

Bildes zur Verfügung. Die<br />

Temperaturwerte werden in RGB-Farben<br />

umgerechnet und als 3D-Plot (Temperatur<br />

als Funktion von Ort und Zeit) dargestellt.<br />

Der 3D-Plot dient als Qualitätsnachweis<br />

für eine fachgerechte Lineraushärtung und<br />

erfolgreiche Kanalsanierung.<br />

Im November 2007 hat OSSCAD<br />

erstmalig das CMS-Messverfahren für<br />

die Kanalsanierung bei einem Stadtentwässerungsbetrieb<br />

in NRW zusammen mit<br />

dem IKT erprobt. Aufgrund der positiven<br />

Akzeptanz hat sich OSSCAD zur Aufgabe<br />

gemacht, das Messverfahren für die<br />

Kanalsanierung weiter zu entwickeln,<br />

sowohl für Warmwasser- und Dampfaushärtung<br />

als auch für UV-Lichtaushärtung.<br />

Das CMS-Verfahren wurde in Deutschland,<br />

Österreich, Frankreich und USA in<br />

mehr als 20 Linerprojekten erfolgreich<br />

umgesetzt. Die Firma OSSCAD vertreibt<br />

die CMS-Systemtechnik weltweit an<br />

Linerhersteller, Errichter und Kommunen<br />

für die Schlauchlinersanierung.<br />

Messung der thermischen Aushärtung entlang des Liners während der Kanalsanierung<br />

KONTAKT: OSSCAD GmbH & Co. KG,<br />

Optical Sensor Systems - Consulting<br />

and Development, Bergisch Gladbach,<br />

Ursula Heising,<br />

E-Mail: ursula.heising@osscad.de<br />

566 7-8 / 2012


Kummert<br />

Mehr Funktionalität<br />

dank CompactPlus<br />

Dank der einfachen Bedienung sind mit dem CompactPlus sowohl<br />

das Gebiet der Rohrsanierung als auch die vollständig dokumentierte<br />

TV-Inspektion im Hausanschlussbereich abgedeckt. Durch<br />

die Auswechselbarkeit der Aale und Kameras ist dieses Gerät<br />

besonders vielseitig einsetzbar.<br />

Weiterer Vorteil: Alle Haspeln und Kameras der CamMobile®-<br />

Serie aus dem Hause Kummert können für eine Inspektion verwendet<br />

werden. Für den Anwender bedeutet dies, dass er aus<br />

fünf verschiedenen Kameras und Haspeln wählen kann, darunter<br />

auch die abbiegbare Kamera CamFlex®, die über eine 75 m bzw.<br />

100 m-Haspel angeschlossen wird.<br />

Der neigbare, tageslichttaugliche 8,4‘‘-Monitor bietet immer<br />

den richtigen Blickwinkel, egal in welcher Bedienposition inspiziert<br />

wird – vor dem Gerät stehend, sitzend oder aus dem Schacht heraus.<br />

Für den Transport wird der Monitor einfach zurückgeklappt.<br />

So findet das CompactPlus in jedem Fahrzeug Platz.<br />

Sollte der Stromanschluss schwer zugänglich sein, bietet das<br />

CompactPlus auch hierfür die passende Lösung. Der serienmäßig<br />

integrierte Akku ermöglicht es dem Anwender, mit dem Gerät<br />

für ca. zwei Stunden netzunabhängig zu arbeiten. Bereits nach<br />

einem zweistündigen Ladevorgang ist der Akku wieder für den<br />

nächsten Einsatz bereit.<br />

Zusätzlich zu Schadensbildern im JPEG-Format nimmt das<br />

CompactPlus ein MPEG2-Video auf, in dem an entsprechenden<br />

Stellen während der Inspektion Markierungen gesetzt werden können.<br />

Das Projekt wird direkt auf einem 32 GB-USB-Stick angelegt<br />

und zusammen mit Video und Schadensfotos dort gespeichert.<br />

In Verbindung mit der Kamera K-70L<br />

kann während der Inspektion zu<br />

jedem beliebigen Zeitpunkt eine<br />

makrogesteuerte Nennweitenmessung<br />

durchgeführt werden.<br />

Zwei hochwertige Laser erfassen<br />

dabei mit 72 Punkten exakt<br />

den Querschnitt des Rohres.<br />

So können problemlos Rohrdurchmesser<br />

geprüft,<br />

Dimensionssprünge festgestellt<br />

und Rohrverengungen<br />

durch Ablagerungen<br />

oder Schäden<br />

identifiziert werden.<br />

KONTAKT:<br />

Kummert GmbH,<br />

Gerolzhofen,<br />

Tel. +49 9382<br />

97270,<br />

E-Mail: info@<br />

kummert.de<br />

www.kummert.de<br />

MC-Bauchemie<br />

Schlagkräftige<br />

Verbindung für die<br />

Schachtsanierung<br />

MRT-Schleuderkopf zur Verarbeitung des Hightech-Mörtels<br />

ombran MHP-SP und mit einem Zusatztool zum Applizieren der<br />

Spezialbeschichtung ombran CPS<br />

Eine effiziente Schachtsanierung setzt professionelle Arbeitsschritte<br />

von der Untergrundvorbereitung über die Abdichtung<br />

und Reprofilierung des Untergrundes bis hin zur Beschichtung<br />

des Schachtes voraus. Als besondere Lösung bietet MC-<br />

Bauchemie hierfür seinen Hightech-Mörtel ombran MHP-SP<br />

in Kombination mit dem MRT-Verfahren zur automatisierten<br />

Instandsetzung an. Dabei wird die Schachtwandung mit Granulat<br />

bis auf die gesunde Substanz gestrahlt. Dies bietet die<br />

ideale Grundlage für die spätere Beschichtung, die ebenfalls<br />

im MRT-Verfahren erfolgen kann. Letzteres basiert auf dem<br />

Ausschleudern der Schachtwände mit dem mineralischen Spezialmörtel<br />

ombran MHP-SP. Mit Hilfe der „Spinning Unit“, die<br />

eine schnelle und sorgfältige Arbeitsweise gewährleistet, ist<br />

es möglich, eine Schichtdicke von 15 mm innerhalb von drei<br />

Minuten pro Quadratmeter aufzutragen. Der spezielle Schleuderkopf<br />

ermöglicht es außerdem, erstmals sowohl Kunststoff<br />

als auch Mörtel bei der Schachsanierung zu verarbeiten. Für<br />

Pumpenschächte mit extrem niedrigen pH-Werten bietet sich<br />

die Hybrid-Silikatbeschichtung ombran CPS an. Bei der Entwicklung<br />

kam MC vor allem die enge Zusammenarbeit mit dem<br />

Maschinenbauer HDT zugute, so dass quasi alle Komponenten<br />

– Material und Maschine – für eine nachhaltige Schachtsanierung<br />

ideal aufeinander abgestimmt sind. Von der Qualität des<br />

Systems überzeugt haben sich unlängst auch die Experten für<br />

Kanalsanierung und Betoninstandsetzung von Heikaus KS (www.<br />

heikaus-ks.de). Das Krefelder Traditionsunternehmen arbeitet<br />

künftig als Premiumpartner mit Produktsystemen von ombran<br />

und modernster MRT-Technologie.<br />

KONTAKT: MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG,<br />

Fachbereich ombran, Bottrop,<br />

E-Mail: ombran@mc-bauchemie.de<br />

7-8 / 2012567


PRODUKTE & VERFAHREN<br />

Bild: Rausch<br />

Rausch<br />

Schwenkbare Profi-Digitalkamera inspiziert<br />

den Untergrund ab DN 100<br />

relange Erfahrungen hatten gezeigt, dass<br />

die Prävention und die frühzeitige Abhilfe<br />

schon bei der Haarrissbildung und im vorgelagerten<br />

Erosionsstadium öffentlicher<br />

und privater Kanalisationen helfen, enorme<br />

Summen für Sanierungsmaßnahmen<br />

zu vermeiden. Folglich geht nun mit der<br />

schwenkbaren Digitalkamera KS 60 D eine<br />

Hochleistungstechnologie an den Start, die<br />

die Inspektion bereits beim Rohrdurchmesser<br />

ab DN 100 aufwärts ermöglicht,<br />

einsetzbar auf eine ganze Reihe der sich<br />

schon im Einsatz befindlichen lenkbaren<br />

Fahrwagen von Rausch.<br />

Details. Das Weitwinkelobjektiv (Diagonalwinkel<br />

100°, Zoomspektrum von 50° bis<br />

100°) schafft ein extrem weites Sichtfeld<br />

und ist somit ideal für den Kleinraumbereich<br />

von DN 100 bis 150 geeignet.<br />

Detektion gelingt maßgenau, denn<br />

ausgestattet mit zwei Laserdioden lassen<br />

sich Rohrdimensionen, Deformationen und<br />

Schäden der Größe nach exakt vermessen.<br />

Für eine exakte Lagesbestimmung sorgt<br />

die waagerechte Bild- und Ortungssonde.<br />

Das Schwenken und Kreisen der Kamera<br />

wird zudem in Grad-Zahlen angezeigt. In<br />

den Kurven ist die Kamera belastbar, höhere<br />

Motoren sorgen beim Abbiegevorgang<br />

für stabile Funktionalität bei verzweigten<br />

Leitungen, in jeder Position.<br />

Die Kamera zeichnet sich durch ihren<br />

großen Aktionsbereich aus: Bis zu 40 m<br />

weit ist sie in Hausanschlussleitungen einschiebbar.<br />

Um Hausanschlüsse zu reinigen<br />

und zu inspizieren, kann das System mit<br />

einer Spüldüse bestückt werden – einsetzbar<br />

bis zu einer Inspektionslänge von<br />

150 m. Die Ergebnisse sind dreidimensional<br />

vorzeigbar: Mit dem zusätzlich lieferbaren<br />

Navigationsmodul der Software „Pipe<br />

Commander“ ist eine 3D-Wiedergabe in<br />

grafischer Form möglich. Per GPS-System<br />

werden die Koordinaten der Kamera in die<br />

Erfassungssoftware übernommen.<br />

„KS 60 D“ heißt die neue schwenkbare<br />

Digitalkamera zum präzisen Rundum-<br />

Blick für hochprofessionelle Kanal-TV-<br />

Inspektion, die Rausch auf der IFAT 2012<br />

präsentierte.<br />

Schon lange waren die „Tatort-Inspekteure“<br />

vom Bodensee auf der Suche<br />

nach einer Hochleistungskamera, die eine<br />

lückenlose Detektion selbst kleinster Schäden<br />

im verborgenen Dunkel kleinmaßiger<br />

Entwässerungsleitungen ermöglicht. Jah-<br />

So bietet die KS 60 D hochauflösende<br />

Sensorik mit 600 Zeilen und sorgt so<br />

für optimale Brillanz selbst bei kleinsten<br />

KONTAKT: Wolfgang Rausch GmbH &<br />

Co. KG, Weißensberg,<br />

E-Mail: info@rauschtv.de<br />

Besuchen Sie uns im Internet:<br />

www.<strong>3R</strong>-Rohre.de<br />

568 7-8 / 2012


RelineEurope<br />

Anforderungen des Marktes mit<br />

Alphaliner1500 und neuer UV-<br />

Aushärtetechnologie getroffen<br />

Mit vielen interessanten Gesprächen war<br />

die IFAT ENTSORGA 2012 für RelineEurope<br />

eine rundum gelungene Messeveranstaltung.<br />

Dicht umlagert war an dem Stand<br />

des Unternehmens das Exponat des neuen<br />

Alphaliner1500 in der Dimension DN 1300<br />

und die neue UV-Lichtquelle mit einer<br />

maximalen Strahlerleistung von 2.000 W.<br />

Beide Neuheiten wurden in München zum<br />

ersten Mal öffentlich präsentiert und<br />

damit, wie die vielen Diskussionen mit den<br />

Gästen am Stand gezeigt haben, genau<br />

die Anforderungen des Marktes getroffen.<br />

Waren es früher vor allem die kleineren<br />

Durchmesser bis DN 800, die mit<br />

dem Schlauchlinerverfahren saniert wurden,<br />

werden heute – auch international<br />

– immer häufiger auch Sanierungen für<br />

Rohrleitungen mit großen Durchmessern<br />

ausgeschrieben. Dass RelineEurope hier<br />

bereits sehr gut aufgestellt ist, zeigen die<br />

Produktionszahlen.<br />

Es kommt für das Unternehmen – und<br />

dieses Thema stand bei den Gesprächen<br />

im Mittelpunkt – nicht nur darauf an, den<br />

größten Liner oder die stärkste Lichtquelle<br />

anzubieten. Das Gesamtsystem aus<br />

Linermaterial und Aushärtetechnologie<br />

muss<br />

stimmen. Genau hier<br />

setzt die Strategie von<br />

RelineEurope an.<br />

Mit dem Alphaliner1500<br />

wurde ein<br />

Linersystem mit deutlich<br />

verbesserter Transparenz<br />

entwickelt, mit dem<br />

Kanäle mit großen Durchmessern bis DN<br />

1300 und statisch notwendigen Wandstärken<br />

über 10 mm besonders schnell<br />

und damit wirtschaftlich saniert werden<br />

können. Grundsätzlich war dies auch mit<br />

bisherigen Linern möglich, allerdings nur<br />

mit sehr langsamen und damit unwirtschaftlichen<br />

Aushärtegeschwindigkeiten.<br />

Gleichzeitig wurde deshalb auch die<br />

UV-Aushärtetechnologie weiter entwickelt,<br />

mit der die Vorteile des neuen Linersystems<br />

voll zum Tragen kommen. Alle<br />

Systeme, von der robusten REE400 bis zur<br />

neuen Anlage REE2000 mit einer maximalen<br />

Strahlerleistung von 6 x 2.000 W,<br />

zeichnet dabei die gleiche hochwertige<br />

Technologie aus: Die Strahler sind in Stufen<br />

Advantex®<br />

ECR-Glasfaser<br />

ab 400 W zündbar und ein Leistungsabfall<br />

einzelner UV-Strahler wird automatisch<br />

ausgeglichen. Damit kann die Strahlerleistung<br />

bei schnellsten Aushärtegeschwindigkeiten<br />

genau auf die jeweilige Anforderung<br />

des Kanals eingestellt werden. Den<br />

Anwendern steht damit für jeden Einsatzzweck<br />

die passende Aushärteanlage zur<br />

Verfügung.<br />

Zudem wurde die Außenhülle des Alphaliners<br />

weiterentwickelt. Die neue gewebeverstärkte<br />

Mehr-Schicht-Verbundfolie<br />

macht diesen noch robuster gegen mechanische<br />

Beschädigungen. Hier ermöglichen jetzt<br />

auch neue Varianten mit einer integrierten<br />

Gleitschutzfolie und mit einem integrierten<br />

Preliner einen Einbau des Liners auch bei<br />

starker Wasserinfiltration. Auch diese Innovation,<br />

die den Anwendern auf der Baustelle<br />

Zeit und damit Kosten spart, wurde auf der<br />

IFAT sehr gut aufgenommen.<br />

KONTAKT: RELINEEUROPE AG,<br />

Rohrbach, Bardo Tschapke,<br />

Tel. +49 6349-93934-245, E-Mail:<br />

bardo.tschapke@relineeurope.com,<br />

www.relineeurope.com<br />

Produktion<br />

RelineEurope<br />

7-8 / 2012569


FACHBERICHT<br />

GASVERSORGUNG & PIPELINEBAU<br />

Leitungssanierung im Bereich<br />

schützenswerter Bäume<br />

Erfahrungsbericht einer botanisch-technischen Konfliktlösung mittels<br />

S3-Verfahren<br />

Von Michael Honds<br />

Die in diesem Erfahrungsbericht dargestellten Wurzel-Leitungs-Konflikte verdeutlichen eindrucksvoll, wie wichtig die Überprüfung<br />

der Leitungsanlagen ist, insbesondere dann, wenn sie, wie in diesem Fall, im Nahbereich von Baumstandorten liegen. Der<br />

botanisch unbedenkliche und leitungstechnisch gefahrenfreie Bodenaushub stellt jedoch in vielen Fällen die erste Hürde dar.<br />

Vorgaben wie z. B. aus der DIN 18920 müssen beachtet und umgesetzt werden. Leitungsbereiche werden ohne massive<br />

Wurzelschnitte zumeist nicht erreicht, diese werden jedoch von Seiten der Baumverantwortlichen nicht gern gesehen oder<br />

(teilweise sogar zurecht) untersagt, wenn sie „zur Optimierung“ der Tiefbauarbeiten wenig botanisch-fachmännisch durchgeführt<br />

werden. Nicht zuletzt führen „wurzelaktivierende“ Leitungsbettungen zu erneutem und vielfach verstärktem zukünftigen<br />

Wurzelwuchs. Leider ist bis heute die Einsandung der Leitungskörper die präferierte Lösung bei der Wiederherstellung der<br />

Leitungszonen. Umfangreiche Untersuchungen der letzten 16 Jahre haben indes ergeben, dass diese Zone aufgrund geringer<br />

Dichte und hohem Sauerstoff- und Hohlraumanteil besonders stark durchwurzelt werden.<br />

Drei Aspekte, die dazu führten, dass wir uns mit einer komplexen und interdisziplinären Lösung beschäftigt haben, die nun<br />

erstmals als Streckenlösung zum Einsatz kam. Dieses Verfahren haben wir S3-Verfahren getauft. Es beinhaltet die Arbeitsschritte:<br />

Saugen, Schneiden und Schlämmen. Bei der geschilderten Sanierung übernahm das Sachverständigenbüro M. Honds die<br />

Fachplanung, die Koordination der Facharbeiten und den botanischen Part.<br />

Wurzelstränge, Starkwurzelgebilde, Feinwurzelteppiche<br />

sind überlebenswichtige Bestandteile eines Baumes an allen<br />

Wuchsstandorten. Was aber, wenn diese Wuchsstandortumgebungen<br />

zeitgleich auch als Leitungstrassen verwendet<br />

werden? Ein Problem, das sicherlich jeder aus seiner täglichen<br />

Praxis oder aus Gesprächen und Bilddokumentationen<br />

kennt. Zunächst erscheint dieses Problem recht unspektakulär,<br />

doch ein Tiefbau wie „mit der Axt im Walde“ sollte sowohl<br />

aus ökologischen Aspekten als auch aus sich möglicherweise<br />

stellenden Regressansprüchen der Vergangenheit angehören.<br />

Zum Schutze einer erdverlegten Rohrleitung gibt es unzählige<br />

Vorschriften, Merkblätter, Regelwerke und DIN-Normen.<br />

Aber auch zum Schutze des Baumes sollte die eine existierende<br />

DIN-Norm 18920 Einzug in das tägliche Tun auf einer Tiefbaubaustelle<br />

finden. Unter diesem Aspekt und der Vorgabe eines<br />

kompletten Erhalts des privaten Grüns wurde in diesem Frühjahr<br />

eine Leitungssanierung zweier parallel verlaufender Gashochdruckleitungen<br />

DP70 in Bramsche, Niedersachsen, mittels des<br />

S3-Verfahrens wurzel- und leitungsschonend durchgeführt.<br />

Bild 1: Ausgeflockter Leitungsverlauf<br />

SANIERUNG ZWEIER PARALLEL<br />

VERLAUFENDER GASHOCHDRUCKLEITUNGEN<br />

Bisher wurde das S3-Verfahren zumeist in räumlich begrenzten<br />

Arealen, wie z. B. bei der Leitungssanierung im Bereich naturdenkmalgeschützter<br />

Einzelbaumstandorte eingesetzt. Bei einer<br />

Strecke von 170 m im Bereich der niedersächsischen Stadt<br />

570 7-8 / 2012


Bramsche wurden zwei parallel verlaufende Gashochdruckleitungen<br />

saniert. Eine Leitung wurde 1960 als bitumenumhüllte,<br />

eine 1985 als PE-umhüllte Stahlleitung verlegt.<br />

Im gesamten oberirdischen Bereich stehen im Nahbereich der<br />

Leitungstrasse 37 Bäume unterschiedlicher Art und Dicke. Die<br />

Abstände zwischen Baum- und Leitungsachse variieren zwischen<br />

0,30 m und 2,50 m. Die Bäume weisen einen Umfang von 0,30<br />

m bis 3,80 m auf und sind zwischen ca. 20 und 90 Jahre alt.<br />

Aufgrund des zum Teil erheblichen Alters der Bäume wird<br />

deutlich, dass sie zum Zeitpunkt der Errichtung der Gashochdruckleitungen<br />

bereits vorhanden waren und die Leitungen in<br />

den Nahbereich einiger bereits vorhandener Baumstandorte<br />

verlegt wurden. Sachliche Zwänge führten seinerzeit zu dieser<br />

Trassenwahl. Für die geplante Umhüllungssanierung musste<br />

der gesamte Bodenraum um beide Leitungen ausgehoben<br />

werden, um eine Überprüfung ihrer Integrität und eine Neuumhüllung<br />

zu ermöglichen.<br />

Der Eingriff in den Wurzelbereich der Bäume erforderte die<br />

Einhaltung der DIN 18920 zum Schutz der Bäume. Ein konventioneller<br />

Bodenaushub mit Bagger war somit ausgeschlossen.<br />

Der Großteil der Bodenmasse, insbesondere in der Leitungszone,<br />

wurde mit Hilfe eines Saugbaggers abgetragen. Neben dem<br />

DIN-gerechten, wurzelschonenden Absaugverfahren konnten,<br />

durch den Einsatz eines Gummischlauches, die Leitungen auf<br />

der kompletten Länge beschädigungsfrei freigesaugt werden.<br />

Die Wurzelmasse der Baumstandorte blieb weitestgehend<br />

unversehrt und konnte detailgetreu beurteilt und analysiert<br />

werden. Diese Analyse der Wurzelmasse ergab das Rückschnittpotenzial,<br />

das zur Freilegung der Leitungen benötigt<br />

wurde. Um zukünftigen Wurzelzuwachs in die Bereiche der<br />

Leitungen zu verhindern, wurde die neue Leitungsbettung als<br />

Flüssigboden wiedereingebracht.<br />

Bild 2: Wurzelstränge der Linde<br />

DIE SITUATION VOR ORT IN BRAMSCHE<br />

Die Leitungen verlaufen unmittelbar durch einen privaten,<br />

parkähnlichen Baumbestand. Die Bäume sind durchweg schützenswert<br />

und stellen zum Teil erhebliche Werte dar. Die Parkanlage<br />

wurde kontinuierlich erweitert und gepflegt. Aufgrund<br />

des Baumalters von bis zu ca. 90 Jahren wird deutlich, dass<br />

zum Zeitpunkt des Leitungseinbaus ein Großteil der Bäume<br />

bereits vorhanden gewesen sein müssen.<br />

Aus heutiger Sicht würde diese Vorgehensweise nicht dem<br />

Regelwerk des DVGW-Regelwerk GW 125 entsprechen. Dieses<br />

Regelwerk erschien jedoch erst im Jahre 1989, und zuvor gab<br />

es keine einheitlichen Regelungen bezüglich der Sicherheitsabstände<br />

zwischen Rohrleitungsanlagen und Baumstandorten.<br />

Die Ausflockung der Leitungskörper (Bild 1) verdeutlicht<br />

die schwierige Leitungslage im Bezug auf die bestehenden<br />

Baumstandorte.<br />

Insgesamt befinden sich 37 Baumstandorte in unmittelbarer<br />

Leitungsumgebung, was bedeutet, dass sie jeweils<br />

einen horizontalen lichten Abstand zur Rohrleitung von weniger<br />

als 2,50 m aufweisen. Das Alter der Bäume und deren<br />

Umfang ließen erwarten, dass der Wurzelraum der Bäume ein<br />

Vielfaches dieser Entfernung stark und massiv durchwurzelt<br />

hatte. Das naturnahe Wuchsumfeld ließ eine oberflächennahe<br />

Bild 3: Wurzelzone im Boden<br />

Durchwurzelung des Bodens vermuten. Zumindest die starken<br />

Halte- und Stützwurzeln sollten sich nach ersten Besichtigungserkenntnissen<br />

in der oberen Bodenzone aufhalten.<br />

Die Parkanlage ist geprägt von den Baumarten Linde,<br />

Eiche und Ahorn. Die Durchwurzelungsmuster dieser Baumarten<br />

unterscheiden sich deutlich in Stärke, Eindringtiefe und<br />

Interaktionsverhalten.<br />

Die Eichen bilden ein sehr weitverzweigtes, wenig starkwurzelgeprägtes<br />

Wurzelwerk aus. Jedoch sind bei bisherigen Arbeiten<br />

im Leitungsbereich an Eichenstandorten vermehrt Feinwurzelteppiche<br />

im Leitungskörperbereich aufgefallen. Dieses Phänomen<br />

hat sich auch bei dieser Sanierung eindrucksvoll bestätigt.<br />

Die Linden bilden ein starkwurzelgeprägtes Wurzelwerk<br />

aus, das insbesondere im weiteren Verlauf der Wurzelanläufe<br />

(am Stammfuß des Baumes) besonders mächtig ausgebildet<br />

7-8 / 2012571


FACHBERICHT<br />

GASVERSORGUNG & PIPELINEBAU<br />

Bild 4: Saugbagger im Einsatz<br />

ist. Dieser Bereich stellt in Bezug auf Baumwurzel-Rohrleitungs-Interaktionen<br />

den problematischsten Abschnitt dar.<br />

Stark in Richtung der Leitungskörper abfallende Wurzelstränge<br />

können erhebliche Kontaktstellen ausbilden. Die<br />

Durchmesser der Einzelwurzeln betrug in diesem Fall zum<br />

Teil bis zu 40 cm (siehe Bild 2) Eine Wurzel dieser Stärke<br />

mit direktem Kontakt zu einer Rohrleitung stellt ein enormes<br />

Risiko dar. Ein Abtrennen dieser starken Wurzeln wäre auch<br />

im Rahmen des S3-Verfahrens nicht möglich gewesen, da es<br />

zu einem erheblichen Standsicherheitsrisiko bei den Bäumen<br />

geführt hätte. In diesem Fall stellten die Linden aufgrund einer<br />

Vitalitätsschwäche jedoch insgesamt ein erhebliches Verkehrssicherheitsrisiko<br />

dar und wurden auf Veranlassung des Grundeigentümers<br />

im Vorfeld der Sanierungsmaßnahme gefällt.<br />

Der Ahorn bildet unter gestörten Umgebungsbedingungen,<br />

wie z. B. hier dem urbanen Raum, ein schwer einschätzbares<br />

und stark differierendes Wurzelbild aus. Von Wurzellagerungen<br />

im oberflächennahen Bereich (z. B. in den Aufbauschichten der<br />

Straßenkörper) bis hin zu tiefwurzelnden Starkwurzeln ist bei<br />

dem Ahorn jede Form der Verwurzelung möglich. Im Bereich<br />

ungestörter Umgebungsbedingungen wie in diesem Fall wird<br />

der Wurzelwuchs deutlich durch die Bodenschichten und das<br />

Wasservorkommen innerhalb der einzelnen Schichten geprägt.<br />

Bild 3 verdeutlicht dieses Wurzelwuchsverhalten.<br />

Da im gesamten Bereich der Leitungen mit erheblichen<br />

Wurzelbeeinflussungen gerechnet werden musste, die Leitungen<br />

neu zu umhüllen waren und die Bäume gleichzeitig<br />

Bestandsschutz hatten, entschied sich der zuständige Leitungsbetreiber<br />

nach Abwägung aller möglichen Alternativen<br />

zur Leitungssanierung mittels des S3-Verfahrens.<br />

Neben der Leitungssanierung ermöglichte dieses Verfahren<br />

auch den Erhalt von 36 der 37 Bäume trotz massiver<br />

Eingriffe in deren Wurzelraum. Dieser Aspekt des beinahe<br />

vollständigen Erhalts des wertvollen Grüns war nicht zuletzt<br />

der ausdrückliche Wunsch des Grundstückeigentümers.<br />

Bild 5: Wurzelschleppe im Saugrohr<br />

Bild 6: Einsatz der Luftlanze<br />

DAS S3-VERFAHREN<br />

Die Arbeitsschritte des kombinierten Saugbaggerverfahrens<br />

für den Bodenaushub, der Wurzelschnitt für die Freilegung<br />

der Leitung und das Einbringen des Flüssigbodens als zukünftiger<br />

Wurzelzuwachsschutz bilden das Grundgerüst dieser<br />

Methode.<br />

S3 steht dabei für:<br />

Saugen<br />

Schneiden<br />

Schlämmen<br />

Saugen<br />

Das S3-Verfahren umfasst den Einsatz unterschiedlicher<br />

Methoden und Materialien. Diese Kombination aus botanischer<br />

Handlung und technischer Methodik erlaubt es<br />

im Bereich des Wurzelraums bestehender Baumstandorte<br />

Arbeiten wie Leitungssanierungen, Leitungsaustausch,<br />

Armaturenreparaturen, Armaturentausch o. ä. durchzuführen.<br />

Grundsatz dabei ist stets der größtmögliche Erhalt der<br />

Wurzelmasse, die bei einem konventionellen Bodenaushub<br />

572 7-8 / 2012


nicht umsetzbar ist. Daher kommt bei dem S3-Verfahren<br />

ein modifizierter Saugbagger zum Einsatz, der den Bodenaushub<br />

in Form des Staubsaugerprinzips vornimmt (siehe<br />

Bild 4)<br />

Die Leistungsfähigkeit des Saugbaggers und modifizierte<br />

Schlauchaufsätze zur wurzel- und leitungsschonenden Saugbaggerarbeit<br />

sind die deutlichen Vorteile dieses Verfahrens<br />

gegenüber dem konventionellen Bodenaushub. Bild 5 verdeutlicht<br />

die Ansaugstärke des Fahrzeugs. Die Wurzelmasse<br />

wird als lange Schleppe in das Saugrohr eingezogen, jedoch<br />

nicht abgerissen oder beschädigt. Nach und nach fallen die<br />

Wurzelstränge wieder aus dem Schlauch hinaus und bleiben<br />

somit komplett erhalten.<br />

Bei festerem Bodengefüge bzw. im Bereich dichten Wurzelwerks<br />

kann das Bodenmaterial mit Hilfe einer Luftlanze<br />

zusätzlich gelockert werden (siehe Bild 6).<br />

Schneiden<br />

Dieser Abschnitt beschreibt den botanischen Part innerhalb<br />

des S3-Verfahrens. Nachdem die Leitungskörper von der<br />

Erdmasse befreit wurden, konnte die Wurzelmasse im Bereich<br />

der Leitungsanlagen beurteilt und eingeschätzt werden. Insbesondere<br />

im Bereich der bitumenumhüllten Stahlleitung kam<br />

es zu bizarren Wurzel-Leitungskonflikten.<br />

Der Wurzelschnitt bietet die Möglichkeit einer gezielten<br />

Leitungsfreilegung bei massivem Wurzelwuchs im Anlagenbereich.<br />

Mithilfe dieses Verfahrensschrittes kann ein Leitungskörper<br />

soweit von der Wurzelmasse befreit werden, dass dieser<br />

nach dem Eingriff frei zugänglich und sanierungsfähig ist.<br />

Botanisch hat dieser Verfahrensschritt jedoch auch Grenzen,<br />

die aus Standsicherheits- und Vitalitätsgründen auch<br />

nicht überschritten werden sollten. Diese Grenzen sind baumartenabhängig<br />

und müssen von Fall zu Fall bewertet werden.<br />

Mit dem Wurzelschnitt kann ein Kronenschnitt einhergehen.<br />

Ziel dieses Verfahrensschrittes ist die uneingeschränkte<br />

Bearbeitungsmöglichkeit der Rohrleitungen. Um Leitungen<br />

beispielsweise neu umhüllen oder Armaturen austauschen zu<br />

können, muss ein entsprechender lichter Arbeitsraum vorhanden<br />

sein, der durch diesen Verfahrensschritt hergestellt<br />

wird. Bild 7 verdeutlicht den Wurzelschnitt.<br />

Nach dem Wurzelschnitt konnten die Leitungen auf der<br />

gesamten Strecke neu umhüllt werden. Dass es sich bei dem<br />

Wurzelschnitt nicht nur um Feinwurzeln handelte, verdeutlicht<br />

Bild 8. Die Zugschlinge einer Linde hatte sich förmlich um den<br />

Leitungskörper geschmiedet.<br />

Bei einer Wurzel dieser Stärke und diesem Interaktionspotenzial<br />

muss bereits von erheblichen Kräfteeinträgen auf<br />

das Leitungsmaterial ausgegangen werden. Untersuchungen<br />

aus zurückliegenden Fällen haben ergeben, dass eine Platanenwurzel<br />

mit einem Durchmesser von 30 cm eine Bruchlast<br />

von rund 40 t besitzt.<br />

Schlämmen<br />

Nach den Saug- und Schneidearbeiten und der Sanierung der<br />

Leitungen erfolgte die Wiederverfüllung des Rohrgrabens. Beim<br />

S3-Verfahren besteht die Verfüllung der eigentlichen Leitungszone<br />

und der darüber liegenden Oberbodenzone aus unterschied-<br />

Bild 7: Wurzelmasse vor dem Eingriff (oben) und nach dem<br />

Eingriff (unten)<br />

Bild 8: Zugschlinge einer Linde<br />

7-8 / 2012573


FACHBERICHT<br />

GASVERSORGUNG & PIPELINEBAU<br />

Bild 9: Verfüllen der<br />

Leitungszone mit Flüssigboden<br />

Bild 10: Rohrzone nach<br />

Verfüllung mit Flüssigboden<br />

lichen Materialien. Die Leitungszone bis zu einem Niveau von<br />

40 cm oberhalb des Rohrscheitels wurde mit einem Flüssigboden<br />

verfüllt, der Bereich darüber bis zum Geländeniveau mit dem<br />

Aushubmaterial getrennt nach Bodenhorizonten wiederverfüllt.<br />

Der Begriff „Flüssigboden“ beschreibt ein spatenlösbares,<br />

selbstverdichtendes und selbstnivellierendes Bodenmaterial,<br />

das zertifiziert und streng überwacht von Betonmischbetrieben<br />

geliefert wird. Dieses Material wurde wegen seiner hohen<br />

spezifischen Dichte gewählt. Da sich im Umgebungsbereich<br />

der Rohrleitungen weiterhin Wurzelwerk befindet, müssen sie<br />

nachhaltig gegen einen Wurzelzuwuchs abgesichert werden.<br />

Die hohe spezifische Dichte des Flüssigbodens und die damit<br />

verbundene Wasser- und Sauerstoffarmut lassen einen erneuten<br />

Wurzelwuchs in diese Bodenzone nicht zu.<br />

Herkömmliche Verfahren bieten zumeist nur die Möglichkeit<br />

der vertikalen Sperre mittels Kunststoffplatten, die<br />

weit mehr als nur die Leitungszone gegen Wurzelwuchs absichern.<br />

Durch Verwendung des Flüssigbodens als Wurzelschutz<br />

konnte fast der gesamte Raum oberhalb der Leitung (30 cm<br />

ringsherum um die Rohrleitungen wurde das Material eingebracht)<br />

dem anstehenden Wurzelwerk nach Abschluss der<br />

Sanierungsarbeiten wieder zur Verfügung gestellt werden.<br />

Dieser Umstand wird sich auf das Wachstum und die Standsicherheit<br />

der Bäume besonders positiv auswirken. Bild 9 zeigt<br />

das Verfüllen der Rohrleitungszone mit dem Flüssigboden,<br />

Bild 10 verdeutlicht die Einbauhöhe des Materials und die<br />

hohe Dichte der Bodenzone.<br />

RÉSUMÉ<br />

Das kombinierte botanisch-technische S3-Verfahren konnte<br />

bei der Sanierung der Gashochdruckleitungen in allen Belangen<br />

überzeugen. Die angewandte Methode ermöglichte eine<br />

komplette Sanierung des Leitungsabschnittes trotz Erdarbeiten<br />

im Bereich der Kronentraufe der schützenswerten Bäume.<br />

Der Einsatz eines Saugbaggers als Ersatz für die Handschachtung<br />

ist sowohl in botanischen als auch versorgungstechnischen<br />

Kreisen anerkannt und wird häufig praktiziert. Der<br />

Wurzelschnitt konnte auf der gesamten Länge durchgeführt<br />

werden. Somit konnte der gesamte Leitungsabschnitt einschließlich<br />

einer Armaturengruppe neu umhüllt und saniert werden.<br />

Der Flüssigboden überzeugte durch seine Materialeigenschaften<br />

und seinen unkomplizierten Einbau. Weiterhin<br />

wurden erste KKS-Messungen durchgeführt, die sehr vielversprechend<br />

sind. Der hohe alkalische Wert des Flüssigbodens<br />

von 13 verspricht sehr gute Eigenschaften bezüglich des<br />

Korrosionsschutzes. Inwieweit sich Werte und Eigenschaften<br />

verändern, wird in einer Reihe von Untersuchungen überprüft.<br />

Erste Ergebnisse sind jedoch frühestens in zehn Jahren zu<br />

erwarten. Bis dahin und darüber hinaus ist jedoch eines sicher:<br />

Die sanierten Leitungsabschnitte im Bereich Bramsche.<br />

Diese Sanierung war von hoher Priorität und Wichtigkeit.<br />

Deutliche Einwüchse in die Umhüllung der Leitungen haben wir<br />

bereits bei vorherigen Leitungssanierungsarbeiten im Bereich von<br />

Baumstandorten vorgefunden, in dieser Intensität und Dimension<br />

jedoch noch nicht.<br />

Alle projektbezogenen Arbeiten wurden in insgesamt vier<br />

Wochen umgesetzt. Dabei wurden insgesamt rund 500 m 3<br />

Erdboden bewegt, worauf jedoch nach Abschluss der Arbeiten<br />

an der Oberfläche nichts hinweisen sollte. Das gesamte<br />

Projekt wurde von Seiten des Netzbetreibers als voller Erfolg<br />

angesehen. Eine Umlegung der Leitungen ließ sich aus Mangel<br />

an Trassenalternativen nicht realisieren.<br />

Aufgrund dieser positiven Erfahrungen besteht die<br />

Absicht, bei vergleichbaren Situationen im Netzgebiet erneut<br />

auf dieses Verfahren zurückzugreifen. Über ein längerfristiges<br />

Monitoring im vorliegenden Fall sollen zudem weitere<br />

Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit des<br />

Verfahrens gesammelt werden.<br />

Mein herzlicher Dank gilt den Mitarbeitern der Erdgas Münster<br />

GmbH für die gute und konstruktive Zusammenarbeit bei der<br />

zügigen und unter ökologischen Aspekten optimalen Umsetzung<br />

dieser herausfordernden Baumaßnahme in Bramsche,<br />

sowie namentlich Martin Scheipers und Gunter Eickhoff für ihre<br />

Unterstützung/Mithilfe bei der Erstellung dieses Fachberichts.<br />

Weitere, zum Teil recht bizarre Bilder, die allesamt aus<br />

diesem Trassenabschnitt stammen, finden Sie im Internet<br />

auf www.<strong>3R</strong>-Rohre.de in der Rubrik „Aktuelles Heft“.<br />

AUTOR<br />

MICHAEL HONDS<br />

Sachverständigen- und Planungsbüro<br />

urban tree, Fachplanung Arboristik /<br />

städtischer Wurzelraum, Mönchengladbach,<br />

Tel. +49 2166 552390,<br />

E-Mail: info@baumwurzeln.de,<br />

www.baumwurzeln.de<br />

574 7-8 / 2012


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informiert und beworben werde. Diese Erklärung kann ich mit Wirkung für die Zukunft jederzeit widerrufen.<br />

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PA<strong>3R</strong>IN0212


PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

GASVERSORGUNG & PIPELINEBAU<br />

10,5 km Gasleitung (10 bar)<br />

ökonomisch und ökologisch<br />

optimal realisiert<br />

Die Energieversorgung Mittelrhein GmbH EVM Koblenz hatte die Aufgabe, zwei Großkunden, die Firmen Nikolaus Müller Kalkwerk-<br />

Natursteinwerke GmbH & Co KG und Firma Portlandzementwerk Wotan H. Schneider KG, an das öffentliche, mehrere Kilometer<br />

entfernte Gasnetz anzubinden.<br />

Die beiden mittelständischen Familienunternehmen mit Sitz in Üxheim-Ahütte / Vulkaneifel produzieren gebrannte und ungebrannte<br />

Kalk- und Dolomitprodukte sowie verschiedene Zementsorten. Im Frühjahr 2011 entschieden sich beide Unternehmen, ihren<br />

Energiebedarf in Teilen der Produktion auf Erdgas umzustellen. Als Termin wurde der 1. Oktober 2011 vereinbart, so dass für<br />

die Planungs-, Ausschreibungs- und Bauphase effektiv sechs Monate zur Verfügung standen.<br />

Bedingt durch das relativ enge Zeitfenster mussten seitens<br />

EVM mehrere Schritte (Planung mit Grundlagenermittlung,<br />

Projektierung, Ausschreibung usw.) parallel eingeleitet werden.<br />

Für eine schnelle und abgestimmte Trassenfindung wurden<br />

in einem ersten Schritt die Verbandsgemeinde Hillesheim<br />

und die von der Planung tangierten Kommunen Stadt Hillesheim<br />

und die Ortslagen Kerpen, Berndorf und Üxheim über<br />

das Bauvorhaben der EVM informiert. Für die EVM, die<br />

als umweltfreundlicher Dienstleister ausgezeichnet und<br />

zertifiziert ist, stand bei der Trassenfindung neben einer<br />

wirtschaftlichen Lösung die geringe Beeinträchtigung<br />

von Flora und Fauna der Vulkaneifel im Vordergrund. Die<br />

optimale Trassenlösung umfasste 10,5 km und verlief fast<br />

ausschließlich in den Wirtschaftswegen der Gemeinden.<br />

Unvermeidbar waren die Kreuzungen von vier klassifizierten<br />

Straßen und vier Gewässerunterquerungen. Dabei verlaufen<br />

40 % der Trasse im Wasserschutzgebiet und 15 % im<br />

Naturschutzgebiet.<br />

Für die Entscheidungsfindung nutzte die EVM die vorab<br />

in Auftrag gegebene landespflegerische Begleitplanung gem.<br />

§17 BNatSchG, die durch das Ing.-Büro Valerius in Dorsel<br />

durchgeführt wurde. Demnach galt es einen Werkstoff zu<br />

finden, der eine umweltschonende Bauweise durch minimale<br />

Eingriffe in die Natur ermöglicht, mit dem sich eine kurze<br />

Bauzeit (außerhalb von Brut- und Aufzuchtzeiten der beheimateten<br />

Tierwelt) realisieren lässt und der zudem einer<br />

Druckbelastbarkeit von 10 bar standhält.<br />

Außerdem sollten sichere Rohrverbindungen sowie<br />

Absperreinrichtungen, die bei Bedarf eine schnelle Entleerung<br />

und Druckabsenkung gewährleisten und in einem homogenen<br />

Verhältnis zur Rohrleitung stehen, verwendet werden. Aufgrund<br />

der vorliegenden Ortskenntnisse war bekannt, dass<br />

in der Eifelregion alle Bodenklassen vorkommen können und<br />

somit an die Wahl des Rohrwerkstoffes und für die Verlegung<br />

selbst hohe Anforderungen gestellt werden. In Anbetracht<br />

der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf dem<br />

Energiemarkt war für die EVM bei der Entscheidungsfindung<br />

zusätzlich die wirtschaftlichste Lösung für die Realisierung<br />

des Projektes von höchster Bedeutung.<br />

VERSCHIEDENE VERLEGEVERFAHREN,<br />

EIN ROHRTYP<br />

Die EVM benötigte also für die Umsetzung dieser Maßnahme<br />

ein kostengünstiges Rohr, das für alle Bodenklassen verwendbar<br />

ist und zudem für eine Vielzahl von zugelassenen<br />

alternativen Verlegverfahren geeignet ist.<br />

In Anlehnung an die Anwendungsempfehlung des Zentraleinkaufs<br />

hat man sich für den Einsatz von Sureline-Rohren<br />

der Firma Frank GmbH entschieden. Dabei handelt sich um PE<br />

100-RC-Rohre mit Schutzeigenschaften gem. PAS 1075, die<br />

sowohl einen hohen Widerstand gegen langsames Risswachstum<br />

(FNCT > 8760 h) als auch eine hohe Beständigkeit gegen<br />

Punktlasten aufweisen und zudem nach DVGW zugelassen sind;<br />

sie sind für alle alternativen Verlegeverfahren geeignet. Durch<br />

die Flexibilität der Rohre und die Lieferlängen von 20 m konnte<br />

eine Verlegeleistung bis zu 1,2 km/Tag erreicht werden.<br />

Das geringe Rohrgewicht machte das Handling an der Baustelle<br />

unproblematisch. Auf schwere Hebezeuge konnte verzichtet<br />

werden, so dass der Eingriff in die Landschaft minimal<br />

und somit umweltschonend blieb. Neben kurzen Abschnitten<br />

in offener, sandbettfreier Verlegung wurden diverse alternative<br />

Verlegeverfahren wie Pflug-, Fräs- und Spülbohrverfahren<br />

Bild 1: Anlieferung der Sureline-Rohre<br />

576 7-8 / 2012


-durchgeführt. Neben den geeigneten Rohrleitungen müssen<br />

auch die entsprechenden Verbindungen, im Bereich der notwendigen<br />

Ziel- und Startgruben sowie die Einbindungen der<br />

Armaturen, die gestellten Anforderungen erfüllen. Die Vorteile<br />

des Rohr-Werkstoffes konnten auch für die Rohrverbindungen<br />

genutzt werden. Durch die Verwendung von Heizwendelmuffen<br />

aus PE 100-RC konnte auch an den Verbindungsstellen<br />

auf ein Sandbett verzichtet werden. Die EVM legte bei diesem<br />

Projekt ebenfalls Wert auf ein homogenes Rohrleitungssystem.<br />

Aus diesem Grund wurden auch die Armaturen aus dem<br />

Werkstoff Polyethylen gefordert. Die optimale Lösung bieten<br />

die von Frank gelieferten PE 100-Kugelhähne, insbesondere<br />

als Grundarmatur für die Ausbläsereinheiten in einfacher und<br />

doppelter Ausführung.<br />

Hierdurch ist zukünftig eine schnelle und sichere Druckabsenkung<br />

nach Bedarf möglich. Weitere Vorteile sind die kompakte<br />

Bauweise zur leichteren Montage und die einfache<br />

Verdichtung der Armatur durch werksseitigen Verguss in<br />

Leichtbeton mit integrierten Transportösen. Die einheitliche<br />

Aufnahme des Vierkantes an der Einbaugarnitur und des<br />

Ausbläserstopfens erlaubt eine Betätigung mit nur einem<br />

Vierkantschlüssel. Da die Einbaugarnituren teleskopierbar<br />

sind, können die Überdeckungshöhen vor Ort variabel eingestellt<br />

werden. Die Ausbläserrohre können anschließend<br />

einfach mittels Heizwendelschweißung angepasst werden. Die<br />

Ausbläser-Einheiten verfügen über eine Fixierungsplatte, auf<br />

der der Leitungsverlauf für den Bediener gekennzeichnet ist.<br />

Der PE 100-Kugelhahn verfügt über einen 100 % rohrgleichen<br />

Durchgang (molchbar). Dimensions-identisches<br />

Anbohren der Leitung über den Kugelhahn ist somit ebenfalls<br />

möglich. Die Kugelhahn-Ausbläsereinheit sind zusätzlich zum<br />

Spülen der Gasleitung nach DVGW G 465-2 geeignet<br />

FAZIT<br />

Die Bauzeit konnte aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen<br />

Auftraggeber, Auftragnehmer und Rohrhersteller, aber<br />

auch aufgrund optimaler Wetterbedingungen eingehalten werden.<br />

Mit der Firma Krämer Bau GmbH aus Kelberg mit dem<br />

Subunternehmen für den Rohrbau, der Firma Niederländer,<br />

Niederlassung Mayen, standen leistungsfähige und qualifizierte<br />

Fachunternehmen aus der Region für das Projekt zur Verfügung.<br />

Durch die Verwendung von Sureline-Rohren behielt die<br />

EVM bei der Projektumsetzung die notwendige Flexibilität in<br />

der Wahl der Verlegeverfahren. So konnte – gleich für welche<br />

Bodenklasse bzw. Anwendung – immer ein und derselbe<br />

Rohrtyp verlegt werden. Da rund 75 % der Strecke grabenlos<br />

realisiert wurde, sind die Kosten für ca. 4.000 m³ Aushub<br />

und ein erheblicher Anteil für die Wiederherstellung von<br />

Flurschäden eingespart worden. Aufgrund der kurzen Bauzeit<br />

erfolgte die Maßnahme außerhalb von Brut- und Aufzuchtzeiten<br />

der hiesigen Vogelwelt. Die Bautätigkeit führte kaum<br />

zu Beeinträchtigungen der Flora und Fauna in der Vulkaneifel.<br />

Aufgrund des geringen Gewichtes der Rohre, verglichen mit<br />

herkömmlichen Werkstoffen, konnten Kosten für Transport<br />

und schweres Hebezeug nahezu vernachlässigt werden. Trotz<br />

Lieferlängen der Rohre von 20 m zeichnete sich das Rohrmaterial<br />

durch einfaches Handling und insbesondere durch<br />

eine hohe Verlegeleistung aus. Durch die Homogenität der<br />

Materialien (Formstücke und Armaturen aus PE) wurde ein<br />

sicheres, geschweißtes (keine lösbaren Verbindungen) und<br />

korrosionsfreies Rohrsystem erstellt.<br />

Im Vergleich zu offener Bauweise mit metallischen Rohrwerkstoffen<br />

konnten die Investitionskosten (Material, Rohrbau,<br />

Tiefbau) um rund 60 % gesenkt werden.<br />

Es lässt sich festhalten, dass die Baumaßnahme seitens<br />

des Versorgungsunternehmens innovativ und sowohl unter<br />

ökologischen als auch ökonomischen Aspekten optimal realisiert<br />

wurde. Daneben gab es auch einen weiteren Mehrwert<br />

für die angrenzenden Ortsgemeinden. Die Mitverlegung<br />

eines Leerrohres für die DSL-Erschließung der ländlich<br />

geprägten Region ist zeitgleich mit dieser Baumaßnahme<br />

realisiert worden.<br />

KONTAKT<br />

FRANK GmbH, Mörfelden, Tel.: +49 6105 4085-0,<br />

E-Mail: info@frank-gmbh.de, www.frank-gmbh.de<br />

Bild 2: Vorstrecken der einzelnen Rohrstränge<br />

Bild 3: Kugelhahn-Ausbläsereinheit mit doppeltem Ausbläser<br />

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FACHBERICHT<br />

WASSERVERSORGUNG<br />

Sanierung einer Trinkwassertransportleitung<br />

in Belgien<br />

Von Dieter Hesse, Antoine Meeuwissen<br />

DIE ENTWICKLUNG DES GEWEBESCHLAUCH-<br />

RELININGS IN DEUTSCHLAND<br />

Seit Beginn der 1970er Jahre traten im Zusammenhang mit<br />

der Umstellung auf Erdgas erhebliche Probleme durch Undichtigkeiten<br />

an Stemmmuffen von Graugussrohren in Gasnetzen<br />

auf. Hiervon ausgehend haben sich in den nachfolgenden<br />

Jahren eine Fülle von Rehabilitationstechniken entwickelt –<br />

zunächst auf den Gas-Sektor begrenzt, später aber auch für<br />

die Bereiche Wasserverteilung und Kanalisation.<br />

Neben den Maßnahmen zur Wiederherstellung der Dichteigenschaften<br />

und der punktuellen Abdichtung wurde zunehmend<br />

gefordert, eine Lösung für eine komplette, dauerhafte<br />

Abdichtung von Leitungsteilen zu erreichen. Eine dieser Möglichkeiten<br />

lag in der Auskleidung der undichten Rohrleitung<br />

mit einem Schlauch aus Kunststoff.<br />

In Deutschland wurden in den 70er Jahren zunächst Folienschläuche<br />

eingesetzt, die entweder direkt eingezogen und<br />

dann mit Rohrwandung verklebt wurden oder die mithilfe<br />

der Inversionsmethode (Krempelverfahren) eingebracht und<br />

verklebt wurden.<br />

In Japan wurde Ende der 70er ein Inversionsverfahren<br />

entwickelt, bei dem ein kunststoffbeschichteter Gewebeschlauch<br />

eingesetzt wurde, um eine Standfestigkeit der Graugussrohre<br />

auch bei Erdbebeneinflüssen zu gewährleisten. Seit<br />

1983 wird das japanische Verfahren auch in Deutschland auf<br />

Lizenzbasis eingesetzt. Ähnliche Verfahren wurden danach<br />

auch in Deutschland entwickelt und angewendet. Interessant<br />

ist in diesem Zusammenhang, dass das Prinzip der Inversionsmethode<br />

erheblich älter ist als der Einsatz in Japan oder<br />

beim Folienrelining. Es gibt eine deutsche Patentanmeldung<br />

aus den 1960ern, in der die Methode genau beschrieben ist.<br />

Weitere Entwicklungen beinhalteten die Anwendung im<br />

Trinkwasserbereich (ca. 1995) sowie für die Sanierung von<br />

Gas-Hochdruckleitungen. Nachfolgend zum weiter steigenden<br />

Einsatz des Gewebeschlauchrelinings wurden im technischen<br />

Regelwerk des DVGW die Mindestanforderungen und Prüfbedingungen<br />

für die Verfahrensdurchführung festgelegt .Damit<br />

sollte sichergestellt werden, dass durch eine zielgerichtete<br />

Qualitätssicherung ein Höchstmaß an Sicherheit in der Ausführung<br />

erreicht wird. Es handelt hierbei um folgende Blätter:<br />

DIN 30658-1 (Januar 1998)<br />

Mittel zum nachträglichen Abdichten von erdverlegten<br />

Gasleitungen. Teil 1: Folienschläuche und Gewebeschläuche<br />

zum nachträglichen Abdichten von Gasleitungen,<br />

sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfungen<br />

DVGW G 478(A) (August 1998)<br />

Sanierung von Gasrohrleitungen durch Gewebeschlauchrelining<br />

– Anforderungen, Gütesicherung und Prüfung<br />

DVGW VP 404 (Februar 2005)<br />

Rehabilitation von Gas-Hochdruckleitungen mit Gewebeschläuchen<br />

im Druckbereich über 4 bar bis 30 bar<br />

DVGW GW 327(A) (März 2011)<br />

Auskleidung von Gas- und Wasserrohrleitungen mit einzuklebenden<br />

Gewebeschläuchen<br />

DVGW W 330(P) (März 2011)<br />

Einzuklebende Gewebeschläuche für Wasserrohrleitunge<br />

ÜBERBLICK ÜBER DIE TRINKWASSERVERSOR-<br />

GUNG IN BELGIENS KÜSTENREGION<br />

Die Firma TMVW beliefert Verteilerunternehmen in den<br />

Gebieten Ost- und Westflandern sowie Flämisch-Brabant<br />

und Hennegau (Hainaut). Das Unternehmen wurde 1923<br />

unter dem Namen des CIF, „Interkommunale Compagnie des<br />

Flandres“ von neun Gemeinden gegründet, mit der Aufgabe,<br />

den Mangel an natürlichen Wasserquellen in der Region<br />

strukturell zu lösen. Zurzeit versorgt TMVW 80 Städte und<br />

Gemeinden mit Trinkwasser, führt die Abwasserreinigung<br />

durch und übernimmt auch sekundäre Dienstleistungen wie z.<br />

B. das Management von Schwimm- und Sporteinrichtungen.<br />

TMVW verfügt über ein Netz von Transportleitungen mit<br />

einer Länge von 624 km sowie 10.733 km Verteilungsleitungen.<br />

Dazu kommen 31 Wassertürme, 20 Pumpstationen und<br />

28 Erdbehälter.<br />

Die eigene Wassergewinnung erfolgt in den Ardennen in<br />

der Region Hennegau. Daneben wird Wasser aus Antwerpen,<br />

Brüssel und in geringerem Maß aus den Niederlanden bezogen.<br />

Die Versorgung der Küstenregion geschieht über eine Zuführungsleitung<br />

von Ukkel nach Oostende. Diese Leitung wurde in<br />

den Jahren 1908 bis 1923 gebaut. Sie hat eine Länge von ca.<br />

120 km, einen maximalen Innendurchmesser von 1.000 mm<br />

und sie wird mit einem Druck von 8-9 bar betrieben.<br />

OBJEKTBESCHREIBUNG<br />

Im Jahre 2011 stand ein Teilstück der Zuführungsleitung von<br />

Ukkel nach Oostende zur Sanierung an. Es handelte sich hierbei<br />

um den Leitungsverlauf im Bereich der Gemeinde Oedelem<br />

mit relativ enger Bebauung. Da die Gemeinde im Bereich des<br />

Ortskerns die Straßenoberfläche neu gestalten wollte, sollte<br />

durch die Sanierung dieses Leitungsabschnitts sichergestellt<br />

werden, dass die neue Oberfläche nicht durch Aufbrüche für<br />

Leitungsreparaturen beschädigt würden.<br />

Auftraggeber für die Sanierungsmaßnahme war die Firma<br />

TMVW aus Gent, die Betreiberin der Wasserleitung. In diesem<br />

578 7-8 / 2012


Bereich hatte die Leitung einen Innendurchmesser von 700 mm.<br />

Die Gesamtlänge der zu sanierenden Strecke betrug 560 m.<br />

Bei der Altleitung handelt es sich um ein sogenanntes<br />

„Bonna-Rohr“, ein dünnes Stahlrohr von 3 mm Wandstärke<br />

mit einer Zementmörtel-Innenauskleidung und stahlarmierten<br />

ZM-Ummantelung. Der Rohraußendurchmesser beträgt 840<br />

mm. Die Verbindungen der Rohre erfolgten über Stumpfschweißungen<br />

oder bei Armaturen und dergleichen über vorgeschweißte<br />

Flanschen. Baujahr dieses Abschnitts war 1920.<br />

VERFAHRENSDURCHFÜHRUNG<br />

Länge: 560 m in 2 Bauabschnitten von jeweils 270 m und 290 m<br />

Bauzeit: KW 32 und 33<br />

Vorgaben vom Auftraggeber an das System:<br />

Aktuelle Zulassung für die Anwendung im Trinkwasserbereich<br />

Gemäß W- 270 und KTW wurden vom AG akzeptiert<br />

Nachweis des Berstdruckes:<br />

Freie Länge 5,00 m einlagig 5 bar<br />

Freie Länge 5,00 m zweilagig 10 bar<br />

Vakuumtest: -0,7 bar Unterdruck über 30 min. Prüfzeit<br />

Bei der Ausarbeitung des Angebotes mussten aktuelle<br />

Prüfergebnisse eines zugelassenen Institutes mit eingereicht<br />

werden. Nach Auftragserteilung wurde die Leitung zur Inspektion<br />

kurzzeitig für sechs Stunden für eine Befahrung zur<br />

Dokumentation des Ist-Zustandes außer Betrieb genommen.<br />

F-F-Stücke und ein neues Schieberkreuz mit Umgang wurden<br />

für die spätere Sanierung schon eingebaut.<br />

Nach Auswertung der Befahrung wurde mit allen beteiligten<br />

Unternehmen ein verbindlicher Bauzeitenplan erstellt. Die<br />

maximale Außerbetriebnahmedauer pro Sanierungsabschnitt<br />

durfte aus Versorgungsgründen 60 Stunden nicht überschreiten.<br />

Nach Außerbetriebnahme und Trennen der Leitung wurde<br />

diese mittels Wasserfräse „Vacujet- Reinigungs-Verfahren“<br />

gereinigt. Die Wasserfräse Vacujet besteht aus einer Drehdurchführung<br />

mit auswechselbaren Rotationsfräsköpfen für<br />

Rohrnennweiten von DN 80 mm bis DN 1200 mm. Der Vacujet<br />

wird über einen Presswassererzeuger mit bis zu 2.500 bar<br />

angetrieben. Die Energiedichte des Wassers an der Düse ist so<br />

hoch, das eine Wassertemperatur von 50 bis 70 °C erreicht<br />

wird. Das zu reinigende Rohr wird zweimal durchfahren. Durch<br />

die Stellung der Düsen im Frässtrom entsteht ein hoher Luftstrom<br />

im Rohr. Dadurch werden das abgetragene Material und<br />

das Schmutzwasser in Richtung „Schwarzseite“ aus dem Rohr<br />

transportiert. Das Rohr wird auf der „Weißseite“ gleichzeitig<br />

getrocknet. Der Vorteil des Wasserhöchstdruckfräsers, sich<br />

an unterschiedliche Anforderungen und Zielstellungen des<br />

Abtragens anpassen zu können, wird erreicht durch<br />

die Regulierung der Motordrehzahl zum Pumpenantrieb<br />

den Abstand der Düsen zur Fläche<br />

die Menge der Düsen<br />

die Veränderung der Drehgeschwindigkeit durch Verstellung<br />

der Düsenwinkel zur Fläche<br />

die Änderung der Verweildauer bzw. des Vorschubes der<br />

Rotationsfräse.<br />

Zum Gesamtsystem gehört neben der Fräse mit Zubehör<br />

und dem Presswassererzeuger auch noch der Höchstdruck-<br />

Bild 1: Einfahren des Gewebeschlauches<br />

Bild 2: Empfangsbauwerk<br />

Bild 3: Schlauchaustritt aus der Reversionstrommel<br />

Foto: I.S.LUX<br />

Foto: GAWACON<br />

Foto: GAWACON<br />

7-8 / 2012579


FACHBERICHT<br />

WASSERVERSORGUNG<br />

Foto: I.S.LUX<br />

schlauch mit einer speziell für diesen<br />

Einsatzzweck entwickelten<br />

Schlauchaufschubvorrichtung.<br />

Die maximalen Reinigungsdrücke<br />

betrugen in unserem Fall bis zu<br />

2.000 bar. Die innere ZM-Auskleidung<br />

durfte nicht geschädigt werden.<br />

Diese Arbeiten erfolgten unter<br />

ständiger TV-Beobachtung. Für die<br />

Reinigung einschließlich dokumentierter<br />

Abnahme TV waren 18 Stunden<br />

vorgesehen.<br />

Bild 4: Schlauchankunft<br />

Die eigentlichen Vorbereitungsarbeiten<br />

des Process Phoenix Inliners wurden in der Nähe der<br />

Baustelle durchgeführt. Die genau berechnete Klebermenge<br />

wurde angemischt: Zweikomponenten-Epoxydharzsystem<br />

bestehend aus einem Härter und einer Basiskomponente.<br />

Diese Menge wird nun in den Inliner gefüllt. Der Rückhaltegurt<br />

wird nun mit dem Inliner verbunden.<br />

Als nächstes erfolgt die homogene Verteilung des Epoxydharzes<br />

im Gewebeschlauch. Hierzu wird der Druckinliner<br />

durch zwei Mangelwalzen mit gleichmäßiger Geschwindigkeit<br />

gezogen und in der Reversionstrommel aufgespult, bis die<br />

gesamte Länge für diesen Sanierungsabschnitt vorbereitet<br />

ist. Als letzter Arbeitsschritt auf dem Mangelplatz wird der<br />

Reversionskopf mit dem Inliner montiert und anschließend<br />

auf die Reversionstrommel montiert.<br />

Die Phoenix-Sanierungseinheit wird nun auf der Baustelle<br />

an der Startbaugrube in Position gebracht und der eigentliche<br />

Umkrempelvorgang wird mittels Druckluft eingeleitet. Der<br />

Inliner stülpt sich aus dem Reversionskopf und wird langsam<br />

durch eine Schutzfolie Richtung Startbaugrube aus der Drucktrommel<br />

gefahren, bis der mit Kleber benetzte Inliner zu sehen<br />

ist. Der Inliner wird nun in die zu sanierende Leitung eingefahren,<br />

wobei er im Rohr eine Vortriebsgeschwindigkeit von bis zu<br />

5 m/min erreicht. Je nach Streckenverlauf und Durchmesser<br />

wird der Inliner mit soviel Druck beaufschlagt, das der Inliner<br />

immer größer ist als der Rohrinnendurchmesser der zu sanierenden<br />

Leitung. Dieses wird zwischen Drucktrommel und Rohr<br />

ständig gemessen und dokumentiert. Nach dem Erreichen der<br />

Sanierungszielgrube wird das Schlauchende gesichert und das<br />

System aber weiterhin unter Druck gehalten.<br />

Die Aushärtung erfolgt unter Druck und wird durch Einblasen<br />

eines Heißdampf-Luftgemisches beschleunigt. Das<br />

Heißdampf-Luftgemisch entweicht über Dampflanzen in der<br />

Zielbaugrube. Die Heizdauer ist von der Streckenlänge, dem<br />

Rohrmaterial sowie der eingebauten Linerwandstärke abhängig.<br />

Sobald das System komplett ausgehärtet ist, wird es auf<br />

Umgebungstemperatur abgekühlt. Alle Parameter wie Druck<br />

und Temperatur werden mittels Datalogger erfasst.<br />

Als letzter Arbeitsschritt wird der Liner in der Startund<br />

Zielbaugrube zurückgeschnitten und die Leitung mittels<br />

Trinkwasser-TV- Anlage inspiziert. Im Anschluss daran<br />

erfolgt die Druckprüfung und Desinfektion. In unserem Fall<br />

wurde auf Wunsch des Kunden nach vier Monaten eine erneute<br />

TV-Inspektion durchgeführt und die Ergebnisse mit der<br />

ersten Abnahme verglichen. Es wurden keine Unterschiede<br />

festgestellt.<br />

Foto: I.S.LUX<br />

Foto: GAWACON<br />

Bild 5: Dampflanzen in der Zielbaugrube<br />

Bild 6: Rohrtrasse in eng bebautem Ortskern<br />

580 7-8 / 2012


QUALITÄTSSICHERUNG<br />

Grundlage einer Qualitätssicherung von Sanierungsverfahren<br />

ist das Vorhandensein von technischen Regelwerken, in denen<br />

die Mindestanforderungen an die verwendeten Materialien<br />

und die Arbeitsausführung festgelegt sind. Ebenfalls ist hier<br />

beschrieben, mit welchen Prüfungen die Qualität von Einsatzstoffen<br />

und Durchführung der Arbeit überwacht werden kann.<br />

Beim Gewebeschlauchrelining gibt es seit 1998 hierfür<br />

verbindliche Festlegungen. Auf der Basis dieser Mindestanforderungen<br />

wird von akkreditierter Stelle eine Überprüfung des<br />

betreffenden Unternehmens durchgeführt. Wenn das Unternehmen<br />

die vorgegebenen Anforderungen erfüllt, wird diesem<br />

ein entsprechendes Zertifikat erteilt. Damit ist nachgewiesen,<br />

dass das Unternehmen in der Lage ist, Sanierungsarbeiten<br />

im Rahmen der geltenden technischen Regeln auszuführen.<br />

Die grundsätzliche Eignung wird im Rahmen einer Verfahrensprüfung<br />

(z. B. nach DIN 30658-1) festgestellt. Eine<br />

erfolgreiche langlebige Sanierung ist allerdings nur dann<br />

möglich, wenn in der Vorbereitungsphase und während der<br />

Sanierungsarbeiten bzw. danach eine entsprechende Qualitätssicherung<br />

betrieben und entsprechend dokumentiert wird.<br />

Die wesentlichsten Punkte sind hierbei:<br />

Fortlaufende dokumentierte Schulung der Mitarbeiter<br />

Regelmäßige Überprüfungen der Arbeitsmittel, Prüf- und<br />

Messeinrichtungen<br />

Überprüfung des Reinigungsgrades der zu sanierenden<br />

Rohrleitung vor der Durchführung der Sanierungsarbeiten<br />

Materialeingangsprüfung für den angelieferten Gewebeschlauch<br />

und den Klebstoff<br />

Überwachung von Reversion und Aushärtung durch kalibrierte<br />

schreibende Geräte während des Prozesses<br />

Nachweis der erfolgreichen Auskleidung durch Entnahme<br />

eines Probestückes und zeitnahe Untersuchung dieses<br />

Probestücks zur Feststellung des Schälwiderstands<br />

Erstellung eines Sanierungsprotokolls<br />

Nur wenn alle oben aufgelisteten Punkte entsprechend<br />

berücksichtigt werden, kann davon ausgegangen werden, dass<br />

die Arbeiten mit einem Höchstmaß an Sicherheit durchgeführt<br />

wurden. Die schriftliche Dokumentation des gesamten<br />

Sanierungsvorgangs erlaubt es, bei späteren Fragen hinsichtlich<br />

Schäden durch Qualitätsmängel, hierauf eine schlüssige<br />

Antwort zu geben.<br />

AUTOREN<br />

DIETER HESSE<br />

PRS Rohrsanierungs GmbH, Büro Spenge<br />

Tel. +49 5225 8501-0<br />

E-Mail: hesse.dieter@prs-rohrsanierung.de<br />

ANTOINE MEEUWISSEN<br />

I.S.LUX<br />

Tel. +32 475 243 784<br />

E-Mail: antoine.meeuwissen@skynet.be<br />

Bild 7: Kartenausschnitt des Leitungsverlaufs<br />

LITERATUR<br />

[1] Kipker, B.; Steffen, E., Einsatz von Gewebeschlauchrelining<br />

Verfahren für die Sanierung des Graugrußnetzes in Berlin,<br />

gwf Gas/Erdgas, 134 (1993), Nr. 4, S. 173-178<br />

[2] Schulze, M., Sanierung von Wasserleitungen mittels<br />

Schlauchrelining – aus der Sicht des Auftragnehmers<br />

starline-2000-Verfahren – Praxiserfahrungen bei der<br />

Sanierung kleiner Nennweiten, gwf Wasser Spezial 136<br />

(1995) 14<br />

[3] Richter, Heinz W., Verfahren zur Instandhaltung von<br />

Rohrnetzen, Instandhaltung von Ortsgasnetzen, Vulkan-<br />

Verlag 1995, S. 78-94<br />

[4] Steffen, E., Sanierung von Wasserleitungen mittels<br />

Schlauchrelining – aus der Sicht des Auftraggebers<br />

Praxiserfahrungen beim Einsatz moderner Bauverfahren,<br />

gwf Wasser Spezial 136 (1995) 14<br />

[5] Weidt, A., Gewebeschlauchverfahren für Gas- und<br />

Wasserleitungen, bbr 50 (1999) Nr. 9<br />

[6] Schulze, M. starline<br />

2000-Gewebeschlauchsanierungsverfahren –<br />

Verfahrenstechnik, Besonderheiten und<br />

Qualitätssicherung; Sanierung von Rohrleitungen<br />

Sonderausgabe bbr/rbv (1999)<br />

[7] Weigt, R., 10 Jahre Betriebserfahrung mit den<br />

Gewebeschlauchsanierungsverfahren Process Phönix, <strong>3R</strong><br />

international, Heft 3, März 2000<br />

[8] Driesen, Hans-Erhard, Sanierung von Gasleitungen mit<br />

Gewebeschäuchen mit einem Betriebsdruck bis 30 bar,<br />

gwf Gas/Erdgas, 01/2003, S. 27-37<br />

[9] Hüttemann A., Zertifizierung/Gütesicherung,<br />

Instandhaltung von Wasserversorgungsnetzen, Vulkan-<br />

Verlag 2010, S.423-438<br />

7-8 / 2012581


PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

WASSERVERSORGUNG<br />

Österreichischer<br />

Berstlining-Rekord in Linz<br />

Der Einsatz von grabenlosen Technologien bei der Sanierung und Erneuerung von Druck- und Freispiegelleitungen gewinnt immer<br />

mehr an Bedeutung. Gerade bei innerstädtischen Einsätzen sind der Wegfall von Aushub und Wiederherstellungsarbeiten, die<br />

kurze Bauzeit und einer damit verbundenen Kostenreduktion ein erhebliches Entscheidungskriterium für Auftraggeber und Planer.<br />

Im Einzelnen bedeutet das kaum Oberflächenzerstörung, minimaler<br />

Erdaushub für Baugruben, kein Abtransport und keine<br />

Zwischenlagerung, weniger Baumaschinen und die Vermeidung<br />

von Staus, Umleitungen sowie geringe Emissionen bei<br />

Staub, Lärm, CO 2<br />

und Feinstaub. Gerade die umweltschädliche<br />

CO 2<br />

-Belastung ist bei grabenlosen Technologien um das 30-<br />

bis 50-fache niedriger als bei der offenen Bauweise.<br />

Speziell das statische Berstliningverfahren ist europaweit<br />

auf dem Vormarsch. Aufgrund seiner Flexibilität bei Alt- und<br />

Neurohrmaterialien sowie der Möglichkeit, den Altrohrdurchmesser<br />

zu vergrößern, ist dieses grabenlose Verfahren einzigartig.<br />

Da den Anwendern von den Maschinenherstellern immer<br />

stärkere Berstanlagen zur Verfügung gestellt werden, ist auch<br />

die Erneuerung von immer größeren Rohrleitungen möglich.<br />

Wohin die Reise dabei geht, zeigt sich sehr eindrucksvoll bei<br />

einer Trinkwasserleitungserneuerung in Linz – Österreichs<br />

dimensionsmäßig größter Berstliningmaßnahme.<br />

AUSTAUSCH EINER 200 M LANGEN<br />

DN 400-TRINKWASSERLEITUNG<br />

Im Zuge der kompletten Neugestaltung der Landstraße sollte<br />

die in die Jahre gekommene Trinkwasserleitung aus Grauguss<br />

DN 400 auf einer Länge von 200 m gegen eine neue duktile<br />

Gussleitung mit gleichem Querschnitt ausgetauscht werden.<br />

Die Linzer Landstraße ist die zweitmeistfrequentierte<br />

Einkaufsstraße in Österreich. Um ein Verkehrschaos zu<br />

vermeiden, war ein grabenloses Verfahren mit minimaler<br />

Verkehrsbeeinträchtigung Grundvoraussetzung für die<br />

Erneuerung. Um die zahlreichen Geschäftsanlieger nicht zu<br />

beeinträchtigen, mussten die Arbeiten innerhalb von drei<br />

Tagen an einem Wochenende durchgeführt werden. Die<br />

offene Bauweise hätte bei einer Leitungstiefe von 1,40 m die<br />

bekannten Nachteile, eine längere Bauzeit, vor allem aber die<br />

Einstellung des direkt neben der Leitungstrasse verlaufenden<br />

Schienenverkehrs zur Folge gehabt.<br />

Bild 1: Aufweitkonus in der Maschinengrube<br />

Bild 2: Maschinengrube neben der Straßenbahnlinie<br />

582 7-8 / 2012


Da der Rohrquerschnitt DN 400 und damit die hydraulische<br />

Leistungsfähigkeit erhalten werden musste, kam als Erneuerungsmethode<br />

nur das statische Berstliningverfahren in Frage.<br />

Mit der Durchführung der Arbeiten wurde der österreichische<br />

Berstlining-Spezialist Firma Swietelsky-Faber beauftragt.<br />

PARALLEL VERLAUFENDE GASLEITUNG NUR<br />

25 CM ENTFERNT<br />

Um die zu erwartenden Zugkräfte für das Bersten der Altleitung,<br />

das Verdrängen des Erdreiches und gleichzeitiges<br />

Einziehen des neuen SGZ ZMU DN 400 Rohres (Hersteller Fa.<br />

Duktus) aufzubringen, wurde der Grundoburst Typ 1900 mit<br />

1.900 kN Zugkraft von Tracto-Technik eingesetzt.<br />

Die operative Durchführung der Baustelle stellte sich als<br />

sehr große Herausforderung dar: Bei der Erhebung der Fremdeinbauten<br />

wurde festgestellt, dass neben einigen Stromquerungen<br />

parallel zur Wasserleitung eine Gasleitung im Abstand<br />

von nur 25 cm verläuft. Die angeordneten Suchschlitze haben<br />

das bestätigt. Gemeinsam mit dem örtlichen Gasversorger<br />

wurde entschieden, die Berstmaßnahme unter ständiger<br />

Überwachung mit Gasspürgeräten auszuführen.<br />

Zur Durchführung des Berstlining wird zuerst die Zuglafette<br />

in der Maschinengrube installiert und an die Hydraulikantriebsstation<br />

angeschlossen. Anschließend wird mit der<br />

Lafette das Spezialgestänge durch das alte Rohr geschoben. In<br />

der Rohreinbaugrube montiert man am Gestänge das Berstwerkzeug<br />

und den Aufweitkonus mit einem Durchmesser<br />

von 610 mm. Mittels eines elektronischen Zugkraftaufzeichnungsgerätes<br />

(Grundolog) wird dann das neue Rohr direkt an<br />

der Aufweitung befestigt. Der Grundolog verfügt über eine<br />

Onlinemessung, die die aufgezeichneten Zugkräfte während<br />

des Rohreinzuges direkt an einen Empfänger an die Oberfläche<br />

übermittelt. Dadurch ist sichergestellt, dass die zulässigen<br />

Zugkräfte von 650 kN der VRS-Verbindung des neuen Rohres<br />

nicht überschritten werden können.<br />

Beim Rückzug berstet der mit Schneidmessern bestückte<br />

Kopf die Altleitung auf, die nachfolgende Aufweitung weitet den<br />

entstehenden Kanal auf – in diesem Fall wegen der Muffen des<br />

neuen Rohres auf 610 mm – und zieht gleichzeitig das Neurohr<br />

ein. Das duktile Gussrohr mit einer Einzellänge von 6 m wurde<br />

taktweise in die Rohreinbaugrube eingebaut, mittels Riegeln<br />

verbunden und eingezogen. Zum Schutz vor den Gussscherben<br />

hatte das neue Rohr eine Zementmörtel-Umhüllung.<br />

Die gemessenen und dokumentierten Einzugskräfte lagen<br />

mit 500 kN weit unter der zulässigen Belastungsgrenze der<br />

VRS-Verbindung des neuen Rohres von 650 kN. Die an der<br />

Berstlafette gemessene Gesamtkraft bewegte sich zwischen<br />

1.200 und 1.600 kN. Durch die vorbildliche Zusammenarbeit<br />

der Linz AG, der Fa. Hithaller, der Fa. Duktus und Swietelsky-Faber<br />

konnte die dimensionsmäßig größte Berstlining-<br />

Baustelle Österreichs planmäßig in drei Tagen zur vollsten<br />

Zufriedenheit abgewickelt werden.<br />

KONTAKT<br />

Swietelsky-Faber Kanalsanierung GmbH,<br />

Stefan Koncilia, A-4060 Leonding,<br />

E-Mail: s.koncilia@swietelsky-faber.at<br />

Bild 3: Aufweitkonus 610 mm<br />

Bild 4: Rohreinbau in der Rohrgrube<br />

Bild 5: Schneidwerkzeug, Aufweitkonus<br />

neben Gasleitung in der Rohreinbaugrube<br />

7 -8/ 2012583


FACHBERICHT<br />

WASSERVERSORGUNG<br />

Einbindungen, Werkstoffübergänge<br />

und Reparaturverfahren in Wasserleitungsnetzen<br />

Von Jan Treiber<br />

Dieser Artikel beschreibt ähnlich gelagerte Problemstellungen, die bei der Verbindung von Rohren bei Reparaturen und<br />

Einbindungen in Wasserleitungsnetzen auftreten. Hintergrund ist dabei der stetig wachsende Sanierungsdruck und die dadurch<br />

steigende Zahl von technisch anspruchsvollen Werkstoffübergängen. Die Vermeidung von Folgeschäden, die Berücksichtigung<br />

der Eigenschaften unterschiedlicher Rohrwerkstoffe und die Vorteile zugfester Rohrverbindungen werden eingehend erläutert.<br />

Bei diesem Überblick über zeitgemäße Möglichkeiten der Verbindung zweier Rohrenden liegt der Fokus auf Werkstoffübergängen,<br />

wie sie bei der (grabenlosen) Leitungssanierung zumeist vorkommen. Ein weiterer Schwerpunkt ist den zugfesten Formstücken<br />

gewidmet, deren Einsatz viele Vorteile gegenüber flexiblen Verbindungen bietet.<br />

Quelle: Ludwig Pfeiffer Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG<br />

DAS ROHRNETZ IN DER WASSERVERSORGUNG<br />

Betreiber von Wasserleitungsnetzen sehen sich mit mehreren<br />

Problemfeldern konfrontiert, was die Instandhaltung und die<br />

Sanierung angeht. Das historisch gewachsene Rohrnetz der<br />

Wasserversorgung birgt viele Überraschungen: Unvermutet<br />

kommen Rohrwerkstoffe zu Tage, mit denen man nicht (mehr)<br />

gerechnet hatte, noch dazu in ungewöhnlichen Dimensionen<br />

und nicht normierten Außendurchmessern. Selbst ein vermeintlich<br />

gut und lückenlos erfasstes Planwerk bietet hiervor<br />

keinen endgültigen Schutz.<br />

Der unaufhaltsame Fortgang der Zeit macht auch vor<br />

einem – immerhin für mindestens 50 Jahre geplanten und<br />

ausgelegten – Wasserleitungsnetz nicht halt. Korrosion, Versprödung,<br />

strukturelle Zersetzung, Erdlasten, Bodenchemie<br />

und vieles mehr nagen an den Rohren und lassen sie altern.<br />

Zudem wird vielen Wasserversorgern erst seit Einführung<br />

der Eigenbetriebsrechnung ermöglicht, ihr Anlagevermögen<br />

ordnungsgemäß abschreiben und Rücklagen bilden zu können.<br />

Bild 1: Überblick über gängige grabenlose Sanierungsverfahren<br />

REPARATUR, NEUBAU ODER SANIERUNG?<br />

All diese und weitere Faktoren haben vielerorts zu einem<br />

Rückstand bei der so nötigen Erneuerung der Wasserleitungsnetze<br />

geführt. Oft wird nur punktuell repariert, oder es<br />

werden kürzere Leitungsteile ausgetauscht. Je nach Beschaffenheit<br />

des Rohrnetzes und der vorherrschenden Schadensart<br />

kann man mit zielgenauen Reparaturen die Schadensrate<br />

durchaus senken; dabei sollte die Mindestforderung immer die<br />

korrekte, regelwerkskonforme und materialgerechte Ausführung<br />

der Reparatur sein. Zumeist ist es jedoch angeraten, das<br />

gesamte Rohrnetz zu betrachten und dauerhafte Maßnahmen<br />

zur Senkung der Schadenshäufigkeit zu verwirklichen.<br />

Der Sanierungsdruck steigt also unaufhörlich – und mit<br />

ihm die Zahl der alternativen Erneuerungsmethoden. Hilft in<br />

manchen Fällen nur der klassische Neubau im offenen Verlegeverfahren<br />

weiter, so gibt es inzwischen eine Vielzahl so<br />

genannter grabenloser Sanierungsverfahren, die – unter Ausnutzung<br />

der bestehenden Leitungen oder Leitungsverläufe<br />

– eine kostengünstige Alternative zum Neubau darstellen.<br />

Die einzelnen Sanierungsverfahren (Bild 1) sollen hier<br />

nicht jedoch im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die<br />

Verbindung der sanierten mit den bestehenden Rohrabschnitten.<br />

Dazu ist zunächst eine kurze Betrachtung der im DVGW-<br />

Regelwerk beschriebenen Reparaturverfahren angebracht.<br />

REPARATURVERFAHREN<br />

Mit dem richtigen Verfahren und den passenden Reparaturprodukten<br />

können Rohrschäden schnell und kostengünstig<br />

repariert werden. Dabei sollte bei jeder Reparatur der<br />

Fokus auf der Dauerhaftigkeit der ergriffenen Maßnahme<br />

liegen. Das Regelwerk gibt im DVGW-Arbeitsblatt W400-3<br />

im Kapitel 8.3.4 „Reparatur“ [1] eindeutige und technisch<br />

nachvollziehbare Hinweise: „Bei Rohrleitungen aus spröden<br />

Werkstoffen empfiehlt es sich, bei der Reparatur von<br />

Querbrüchen kurze Rohrstücke mit zwei beweglichen Verbindungen,<br />

bei Lochkorrosion […] Rohrbruchdichtschellen<br />

zu verwenden.“<br />

584 7-8 / 2012


Bild 2: Kardangelenk mit zwei Rohrkupplungen<br />

Quelle: FRIATEC AG<br />

Einbindungen, sei es im Bestand oder bei – grabenlosen<br />

– Sanierungen, stellen aus technischer Sicht ebenfalls<br />

einen „Querbruch“ mit all seinen Randerscheinungen dar,<br />

in den allermeisten Fällen in Kombination mit einem Werkstoffübergang.<br />

Zur Vermeidung von Spannungen, als Puffer<br />

gegen Setzungen bei Schachtanbindungen und zum Ausgleich<br />

des unterschiedlichen Längenausdehnungsverhaltens zweier<br />

Rohrwerkstoffe hat sich die Herstellung eines Kardangelenks<br />

mittels zweier Rohrkupplungen bewährt, wie sie das Regelwerk<br />

beschreibt (Bild 2).<br />

TYPISCHE PROBLEME BEI EINBINDUNGEN<br />

Einbindungen in Wasserleitungsnetzen werden im Allgemeinen<br />

durch mehrere, immer wiederkehrende Faktoren<br />

gekennzeichnet:<br />

Man hat es mit bestehenden und mit neuen Rohrleitungen<br />

zu tun.<br />

In vielen Fällen handelt es sich bei Alt- und Neurohr um<br />

unterschiedliche Rohrwerkstoffe.<br />

Oft steht für die Sanierung nur ein kleines Zeitfenster zur<br />

Verfügung, da die Leitung wieder in Betrieb gehen muss.<br />

Bei der Auswechslung von Schieberkreuzen oder abgehenden<br />

Leitungsteilen gibt es spezifische Fehlerquellen<br />

bei der letzten Verbindung.<br />

Aus der Checkliste (Tabelle 1) geht hervor, dass man es generell<br />

mit einer Vielzahl von zum Teil ausschlaggebenden Faktoren<br />

zu tun hat. In der Praxis ist es daher von Vorteil, so viele Daten<br />

und Eigenschaften der betreffenden Rohrleitungen zu kennen<br />

oder zu ermitteln wie möglich, damit man das geeignete Verfahren<br />

und das passende Produkt auswählen kann.<br />

ZUGFESTE ROHRVERBINDUNGEN<br />

In den letzten Jahren haben sich zugfeste Rohrverbindungen<br />

auf breiter Front durchgesetzt. Zunächst als Spezialteile für<br />

Werkstoffübergänge konzipiert, haben sie durch ihre Universalität<br />

bei vielen Netzbetreibern inzwischen alte Verbindungstechniken<br />

wie z. B. Schraubringformstücke abgelöst.<br />

Die wichtigsten Gründe dafür sind:<br />

Sicherheit bei unbekanntem Leitungsverlauf<br />

Problemloser Materialübergang bei Rohren mit stark unterschiedlicher<br />

Längenänderung bei Temperaturdifferenz<br />

Längsstabilität der Leitung bleibt bestehen - benachbarte<br />

(Blei-)Muffenverbindungen können sich nicht unbeabsichtigt<br />

lösen<br />

Keine aufwändigen Widerlager notwendig<br />

Schnellere Wiederinbetriebnahme der Leitung möglich<br />

Als besonders praxistauglich haben sich dabei zugfeste Großbereichskupplungen<br />

mit integriertem Zugsicherungssystem<br />

(Bild 4) erwiesen, weil sie:<br />

Schnell und einfach zu montieren sind<br />

Einen großen Spannbereich bieten, wodurch sich unterschiedliche<br />

Rohraußendurchmesser verbinden lassen<br />

Auf den gängigen Rohrwerkstoffen einsetzbar sind<br />

Eine große Abwinkelbarkeit der Verbindung und einen<br />

Längenausgleich bieten<br />

In der Gesamtbetrachtung deutlich preiswerter als klassische<br />

Lösungen (wie Flanschverbindungen) sind.<br />

ZUSAMMENFASSUNG<br />

Bei der Reparatur von Querbrüchen, bei der Einbindung von<br />

Leitungsteilen, beim Verbinden alter und neuer Rohrleitungen<br />

im Zuge von grabenlosen oder offenen Sanierungsverfahren<br />

ist regelwerkskonformes und damit technisch aktuelles Vorgehen<br />

angebracht. Die eingehende Beschäftigung mit den<br />

Eigenschaften der zu verbindenden Rohrleitungen und ihrer<br />

Einbaulage ist zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen<br />

Abschluss von Baumaßnahmen im Rohrnetzbestand. Als universelle<br />

Problemlöser bieten zugfeste Großbereichskupplungen<br />

besonders als Werkstoffübergang für den Anwender handfeste<br />

Vorteile, auch und vor allem was die Wirtschaftlichkeit angeht.<br />

Die „letzte Verbindung“<br />

Beinahe schon ein Klassiker ist das Problem der „letzten Verbindung“:<br />

Bei der Einbindung eines neuen Schieberkreuzes<br />

oder eines T-Stücks in eine bestehende Leitung werden zwei<br />

Verbindungen – meist im Verlauf der Hauptleitung – perfekt<br />

axial fluchtend ausgerichtet. Bei der dritten Verbindung wird<br />

es dann häufig schwierig mit der achsgenauen Ausrichtung<br />

(Bild 3), denn das bestehende Rohr liegt fixiert im Erdreich.<br />

Dieses Problem lässt sich ebenfalls nur mit einem Kardangelenk<br />

lösen, also mit zwei Rohrkupplungen und einem weiteren<br />

Rohrstück. Der Mehraufwand lohnt sich jedoch, da die Einbindung<br />

dann spannungsfrei und fachgerecht gelingt.<br />

Bild 3: Die „letzte Verbindung“<br />

Quelle: Eigene Grafik<br />

7-8 / 2012585


FACHBERICHT<br />

WASSERVERSORGUNG<br />

Tabelle 1: Checkliste: Eigenschaften und Kennwerte von Rohrleitungen<br />

Allgemeine Daten<br />

Rohrmaterial<br />

z.B. GG / GGG / St / PVC / PE / AZ<br />

Beschichtung vorhanden?<br />

z.B. Bitumenanstrich / Farbe / ZMU...<br />

Quelle: FRIATEC AG<br />

Messwerte<br />

Nennweite DN [mm]<br />

Vor allem für die Hydraulik wichtig; oftmals die<br />

einzige Angabe im Planwerk.<br />

Rohrwandstärke s [mm]<br />

Wichtiger Kennwert für die Rohrstatik und die<br />

Druckbeständigkeit.<br />

Außendurchmesser d [mm]<br />

Bild 4: Zugfeste Großbereichskupplung FRIAGRIP®<br />

Die genaue Bestimmung von d erfordert die<br />

Berücksichtigung der Ovalität und der Rundheit!<br />

Achsversatz h [mm]<br />

Extrem wichtiger Wert bei Einbindungen<br />

und Reparaturen!<br />

Quelle: Eigene Darstellung<br />

Abwinklung α [°]<br />

Extrem wichtiger Wert bei Einbindungen<br />

und Reparaturen!<br />

Zusätzliche Werte und Faktoren<br />

Ovalität<br />

Vor allem bei Rohrleitungen in größeren<br />

Nennweiten relevant.<br />

Rundheit<br />

Vor allem ältere GG-Rohre sind oftmals<br />

nicht perfekt rund!<br />

Oberflächenbeschaffenheit<br />

Abplatzungen und lokale Beschädigungen<br />

müssen evtl. ausgeglichen werden!<br />

Axiale Längenänderung<br />

Durch Temperaturdifferenz ändert sich<br />

die Länge der Rohrleitung!<br />

Maßhaltigkeit des Rohrstrangs<br />

Besonders bei Gussrohren ist der<br />

Außendurchmesser nicht über die gesamte<br />

Länge des Rohrstückes konstant!<br />

LITERATUR<br />

[1] DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs) e.V.:<br />

Arbeitsblatt W400-3: Technische Regeln<br />

Wasserverteilungsanlagen (TRWV); Teil 3: Betrieb und<br />

Instandhaltung, Ausgabe 09/2006<br />

[2] Treiber, J.: Zugfeste Werkstoffübergänge im<br />

Rohrleitungsbau, <strong>3R</strong> International (2006) Nr. 3, S. 114 ff.<br />

[3] Treiber, J.; Weise, S.: Besondere Rohrwerkstoff erfordern<br />

be sondere Lösungen, <strong>3R</strong> International (2008) Nr. 3-4, S. 194 ff.<br />

[4] [4] Treiber, J.: Werkstoffübergänge, in: Richter, H. (Hrsg.):<br />

Instandhaltung von Wasserversorgungsnetzen, 1. Auflage,<br />

Vulkan-Verlag, Essen 2010, S. 126ff<br />

[5] Daus, S.; Keller, M.; Treiber, J.: Perfekte Arbeitsgrundlage für<br />

den Entstördienst, <strong>3R</strong> International (2011) Nr. 1-2, S. 68 ff.<br />

AUTOR<br />

DIPL.-WIRTSCH.-ING. (FH) JAN TREIBER<br />

FRIATEC AG, Division Technische<br />

Kunststoffe, Mannheim,<br />

Tel. +49 7551 301041<br />

E-Mail: jan.treiber@friatec.de<br />

586 7-8 / 2012


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Armaturen<br />

Armaturen + Zubehör<br />

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PE 100-RC Rohre<br />

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mAschInen + GeRäte<br />

Marktübersicht<br />

Kunststoffschweißmaschinen<br />

horizontalbohrtechnik<br />

Berstlining<br />

Leckageortung


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2012<br />

Kathodischer Korrosionsschutz<br />

Marktübersicht


2012<br />

KoRRosIonsschutZ<br />

Marktübersicht<br />

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2012<br />

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2012<br />

DIenstLeIstunGen / sAnIeRunG<br />

Marktübersicht<br />

Dienstleistungen<br />

Ingenieurdienstleistungen<br />

Sanierung<br />

sanierung<br />

Gewebeschlauchsanierung<br />

Öffentliche Ausschreibungen<br />

InstItute + VeRBänDe<br />

Institute


InstItute + VeRBänDe<br />

2012<br />

Verbände<br />

Marktübersicht


2012<br />

InstItute + VeRBänDe<br />

Marktübersicht<br />

Verbände<br />

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RSV Merkblatt 1<br />

Renovierung von Entwässerungskanälen und<br />

-leitungen mit vor Ort härtendem Schlauchlining<br />

2011, 46 Seiten, DIN A4, broschiert, € 35,-<br />

RSV Merkblatt 2<br />

Renovierung von Abwasserleitungen und -kanälen<br />

mit Rohren aus thermoplastischen Kunststoffen<br />

durch Liningverfahren ohne Ringraum<br />

2009, 38 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 2.2<br />

Renovierung von Abwasserleitungen und<br />

-kanälen mit vorgefertigten Rohren durch<br />

TIP-Verfahren<br />

2011, 29 Seiten DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 3<br />

Renovierung von Abwasserleitungen und<br />

-kanälen durch Liningverfahren mit Ringraum<br />

2008, 40 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 4<br />

Reparatur von drucklosen Abwässerkanälen und<br />

Rohrleitungen durch vor Ort härtende Kurzliner<br />

(partielle Inliner)<br />

2009, 25 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 5<br />

Reparatur von Entwässerungsleitungen und<br />

Kanälen durch Roboterverfahren<br />

2007, 22 Seiten, DIN A4, broschiert, € 27,-<br />

RSV Merkblatt 6<br />

Sanierung von begehbaren Entwässerungsleitungen<br />

und -kanälen sowie Schachtbauwerken<br />

2007, 23 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 6.2<br />

Sanierung von Bauwerken und Schächten<br />

in Entwässerungssystemen – Reparatur/<br />

Renovierung (in Bearbeitung)<br />

RSV Merkblatt 7.1<br />

Renovierung von drucklosen Leitungen /<br />

Anschlußleitungen mit vor Ort härtendem<br />

Schlauchlining<br />

2009, 24 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 7.2<br />

Hutprofiltechnik zur Einbindung von Anschlußleitungen<br />

– Reparatur / Renovierung<br />

2009, 31 Seiten, DIN A4, broschiert, € 30,-<br />

RSV Merkblatt 8<br />

Erneuerung von Entwässerungskanälen und Anschlussleitungen<br />

mit dem Berstliningverfahren<br />

2006, 27 Seiten, DIN A4, broschiert, € 29,-<br />

RSV Merkblatt 10<br />

Kunststoffrohre für grabenlose Bauweisen<br />

2008, 55 Seiten, DIN A4, broschiert, € 37,-<br />

RSV Information 11<br />

Vorteile grabenloser Bauverfahren für die<br />

Erhaltung und Erneuerung von Wasser-,<br />

Gas- und Abwasserleitungen<br />

2011, 42 Seiten DIN A4, broschiert, € 9,-<br />

Vulkan-Verlag<br />

www.vulkan-verlag.de<br />

Faxbestellschein an: 0201/82002-34<br />

Ja, ich / wir bestelle(n) gegen Rechnung:<br />

___ Ex. RSV-M 1 € 35,-<br />

___ Ex. RSV-M 2 € 29,-<br />

___ Ex. RSV-M 2.2 € 29,-<br />

___ Ex. RSV-M 3 € 29,-<br />

___ Ex. RSV-M 4 € 29,-<br />

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___ Ex. RSV-M 6 € 29,-<br />

Antwort<br />

Vulkan-Verlag GmbH<br />

Postfach 10 39 62<br />

45039 Essen<br />

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___ Ex. RSV-M 7.1 € 29,-<br />

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Land, PLZ, Ort<br />

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Bevorzugte Zahlungsweise □ Bankabbuchung □ Rechnung<br />

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Garantie: Dieser Auftrag kann innerhalb von 14 Tagen bei der Vulkan-Verlag GmbH, Postfach 10 39 62, 45039 Essen schriftlich widerrufen<br />

werden. Die rechtzeitige Absendung der Mitteilung genügt. Für die Auftragsabwicklung und die Pflege der Kommunikation werden Ihre<br />

persönlichen Daten erfasst und gespeichert. Mit dieser Anforderung erkläre ich mich damit einverstanden, dass ich per Post, Telefon, Telefax<br />

oder E-Mail über interessante Verlagsangebote informiert werde. Diese Erklärung kann ich jederzeit widerrufen.<br />

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FACHBERICHT<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Herausforderung historische<br />

Innenstadt<br />

Die Göttinger Innenstadt innerhalb der Wallanlage zeichnet sich durch eine sehr alte, historische Bausubstanz aus. Neben<br />

Fachwerkhäusern und weiteren denkmalgeschützten Gebäuden finden sich in den kleinen Straßen der Fußgängerzone eine Vielzahl<br />

von Cafés, kleinen Boutiquen und Plätzen, die zum Verweilen einladen.<br />

Doch nicht nur oberirdisch, sondern auch im Untergrund hat die gesamte Infrastruktur einen historischen Stellenwert eingenommen.<br />

Neben alten Gas- und Wasserleitungen, Telekommunikations- und Stromleitungen „tummeln“ sich auch Regen- und Schmutzwasserkanäle.<br />

Diese sind zum Teil über 100 Jahre alt und weisen starke Schäden wie Muffenversätze und Scherbenbildungen sowie Undichtigkeiten<br />

auf. Zudem bestand bis in die 1970er Jahre nur ein Mischsystem, so dass heute die maroden Schmutzwasserkanäle überdimensioniert<br />

sind. Des Weiteren verfügen sie über ein zu geringes Gefälle, so dass es vermehrt zu Geruchsproblemen kommt.<br />

VORAUSSCHAUENDE PLANUNG UND<br />

TRANSPARENZ SEIT 2009<br />

Zur Neuordnung der gesamten Infrastruktur sowie der Umgestaltung<br />

der Fußgängerzone durch eine veränderte räumliche<br />

Aufteilung, neue Oberflächenbeläge und Möblierung<br />

wurde das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK) ins<br />

Leben gerufen, das zusätzlich vom Land Niedersachsen mit<br />

Fördermitteln bezuschusst wird. Seit 2009 haben sich alle<br />

Leitungsverwaltungen in Göttingen der Herausforderung<br />

gestellt, gemeinsam in der Innenstadt zu agieren und einzelne<br />

Straßen von Grund auf zu erneuern.<br />

In der Jüden- und Barfüßerstraße mitten in der Fußgängerzone<br />

fanden bereits ein Jahr vor dem geplanten Baubeginn<br />

wöchentlich Koordinationstermine zwischen allen Beteiligten<br />

statt, um den Bauumfang festzulegen und die verschiedenen<br />

Bedürfnisse und Belange der Netzbetreiber aufeinander abzustimmen.<br />

So konnten in der Ausschreibung alle Massen in verschiedenen<br />

Losen berücksichtigt und zusätzlich Hinweise zu<br />

den einzelnen Bauabschnitten und -zeiten gegeben werden. Die<br />

Vorgabe einer „Bonus-Malus-Regelung“ sollte garantieren, dass<br />

die vorgegebenen Zeiten eingehalten werden. Man vereinbarte<br />

eine hohe Vertragsstrafe für jeden Tag der Verzögerung, jedoch<br />

auch eine zusätzliche Vergütung für jeden Tag der beschleunigten<br />

Fertigstellung. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Fachkunde<br />

und Zuverlässigkeit des eingesetzten Personals innerhalb der<br />

Baufirma. Ein Wertekatalog entschied neben der Wirtschaftlichkeit<br />

über die Firma, die den Zuschlag erhalten sollte.<br />

Parallel zu allen technischen Abstimmungen, Lösungen und<br />

Vorbereitungen wurden vor Ort umfangreiche Untersuchungen<br />

durchgeführt. Zum einen widmete man sich der Geologie und<br />

führte an unterschiedlichen Stellen im Baufeld Rammkernsondierungen<br />

durch. So konnte vorab bestimmt werden, welche<br />

Bodenschichten man antreffen würde, wie der Boden entsorgt<br />

werden müsste, ob er sich aufbereiten ließ und ob Grund- oder<br />

Schichtenwasser zu erwarten wären. Des Weiteren wurde<br />

für jedes einzelne Gebäude eine Beweissicherung durch einen<br />

Gebäudegutachter durchgeführt. Aufgrund der sehr alten Bausubstanz<br />

und der Tatsache, dass an vielen Gebäuden private<br />

Umbaumaßnahmen und Eingriffe in die Statik erfolgt sind, die<br />

nicht immer fachgerecht und im Sinne des Gebäudes ausgeführt<br />

wurden, konnte festgestellt werden, dass fast überall eine<br />

hohe Setzungsempfindlichkeit gegeben war. Zusätzlich wiesen<br />

einige Gebäude bereits starke Feuchteschäden auf.<br />

Mit allen Erkenntnissen, die man durch Planung und Ausschreibung<br />

gewonnen hatte, wandte man sich direkt an die<br />

Öffentlichkeit. Bereits ein Jahr vor Baubeginn wurden alle<br />

Eigentümer, aber auch Anlieger und Geschäftsleute zu Informationsveranstaltungen<br />

geladen, in denen zum einen über<br />

die Veranlassung der Maßnahme, aber auch den zeitlichen<br />

Ablauf sowie anteilige Kosten berichtet wurde. Weiterhin<br />

wurden bei folgenden öffentlichen Informationsveranstaltungen<br />

die einzelnen Bauabschnitte und deren Einfluss auf den<br />

Anliefer- und Kundenverkehr für die Geschäfte erläutert, die<br />

Ansprechpartner der Verwaltung sowie der Baufirma vorge-<br />

Bild 1-3: Baufelder in der Fußgängerzone mitten in der Göttinger Innenstadt: Baufeld in der Weender Straße (links) und Baufeld in der<br />

Barfüßerstraße (Mitte und rechts)<br />

598 7-8 / 2012


stellt und Infobroschüren verteilt. Man gab einen wöchentlichen<br />

Baustellentermin bekannt, an dem alle Anlieger und<br />

Geschäftsinhaber die Möglichkeit haben sollten, ihre Fragen<br />

beantwortet und Probleme gelöst zu bekommen.<br />

BAUBEGINN IM MAI 2011<br />

Im Mai 2011 war es dann soweit. Die Firma Küllmer Bau<br />

aus Wehretal rückte an und richtete ihre Baustelle ein. Trotz<br />

umfangreicher Informationspolitik blieb doch eine große Unbekannte:<br />

der Geschäftsinhaber. Den einen störte der Baucontainer,<br />

der nächste wollte die Mannschaftstoilette nicht vor<br />

seiner Tür, wieder ein anderer beschwerte sich über ein Materiallager<br />

vor seinem Schaufenster. Umzüge wurden organisiert,<br />

Geschäftswechsel fanden statt, Dächer mussten plötzlich<br />

noch gedeckt werden. „ProCity“, eine Interessenvertretung der<br />

Geschäftsinhaber in Göttingen, übergab den Göttinger Entsorgungsbetrieben<br />

gleich den kompletten Veranstaltungskalender<br />

aller geplanten Events in der Innenstadt für das laufende Jahr.<br />

Da sowohl die Barfüßer- als auch die Jüdenstraße einer Vollsperrung<br />

unterlagen, fühlte man sich nicht mehr erreichbar,<br />

was zur Folge hatte, dass jedes noch so kleine Bauzaunelement<br />

genutzt wurde, um in eigener Sache Werbung zu machen.<br />

Die wöchentliche Bürgersprechstunde wurde rege besucht,<br />

einige Teilnehmer hatten haarsträubende Ideen und Verbesserungsvorschläge<br />

den Bauablauf betreffend. Man versuchte den<br />

Anliegern und Geschäftsinhabern gerecht zu werden, durfte<br />

aber den eigentlichen Ablauf der Baufirma nicht gefährden:<br />

Eine Gratwanderung, zumal die Bedürfnisse und Wünsche in<br />

entgegengesetzte Richtungen gingen. Wir befanden uns mitten<br />

in einem Schmelztiegel verschiedenster Interessen.<br />

Aufgrund der räumlichen Enge war es nur möglich, in<br />

kleinen Abschnitten zu bauen. Es galt die Zugänglichkeit zu<br />

den Geschäften zu wahren, Flucht- und Rettungswege frei<br />

zu halten, Fahrrad- und Lieferverkehr nicht zu gefährden und<br />

nebenher natürlich noch den Baustellenverkehr am Leben<br />

zu halten. Zunächst wurden in den einzelnen Baufeldern die<br />

tiefen Kanäle in PEHD verlegt und Anschlussleitungen erneuert.<br />

Dabei konnten in den Hauptkanälen Dimensionen verringert<br />

und das Gefälle verbessert werden. Alle Hausanschlüsse<br />

wurden vom Hauptkanal bis zur Grundstücksgrenze, dem<br />

Übergabepunkt öffentlich / privat, ebenfalls in PE erneuert<br />

und komplett verschweißt. Da die Grundstücksgrenze in der<br />

Innenstadt die Außenkante des Gebäudes darstellt, jedoch<br />

nicht an diesem Punkt mit der Sanierung einfach Halt gemacht<br />

werden kann, wurden bei jedem Grundstück sowohl für den<br />

Schmutz- als auch für den Regenwasseranschluss Bohrungen<br />

durch das alte Bruchsteinmauerwerk bzw. Unterörterungen<br />

in die Keller durchgeführt. Ein Faserzementrohr diente als<br />

Schutzrohr, in das ein PE-Rohr eingeschoben und mittels<br />

zwei Gliederdichtungen an der Gebäudeinnen- und -außenkante<br />

zusätzlich abgedichtet wurde. Zum Teil waren weitere<br />

Arbeiten oder auch Vorarbeiten in den Kellern der Eigentümer<br />

notwendig. Diese konnten durch eigenständige Firmen oder<br />

aber auch über Auftragsvergaben an die Firma Küllmer Bau<br />

geschehen. Die zeitliche Koordinierung dieser Leistungen –<br />

vorbereitende Arbeiten im Haus, Bohrung durch die Außenwand,<br />

Rohreinschub und Umschluss auf die private Leitung<br />

– war eine weitere Herausforderung. Um zu gewährleisten,<br />

dass die öffentliche Baufirma keine Bauzeitverzögerung oder<br />

gar einen Baustop hatte und die Anlieger ihr Schmutzwasser<br />

durchgängig schadlos abführen konnten, mussten die Arbeiten<br />

„just in time“ ausgeführt werden. Im Vorfeld waren daher<br />

umfangreiche Sanierungsgespräche mit den Eigentümern<br />

erforderlich. Bereits mit einem Jahr Vorlauf fanden Untersuchungen<br />

durch ein von den Göttinger Entsorgungsbetrieben<br />

Bild 4: Verfüllt wurde lagenweise mit<br />

Flüssigboden<br />

Bild 5: Kreuzende Leitungen in der<br />

Innenstadt<br />

Bild 6: Verfüllter Hausanschluss<br />

7-8 / 2012599


FACHBERICHT<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

beauftragtes Ingenieurbüro statt. Entwässerungsgegenstände<br />

wurden begutachtet, und es gab individuell beratende Maßnahmengespräche<br />

mit dem Ziel, nach Abschluss aller Arbeiten<br />

ein komplett dichtes Kanalsystem zu erhalten. Dabei wurde<br />

auch dahingehend beraten, die Wanddurchführung direkt mit<br />

der öffentlichen Baumaßnahme abzuwickeln, da eine Bohrung<br />

erst nach Fertigstellung der öffentlichen Baumaßnahme mit<br />

hochwertigen Pflasterflächen unverhältnismäßig hohe Baukosten<br />

für die Eigentümer verursachen würde.<br />

Das „Abenteuer Untergrund“ konnte beginnen und lehrte<br />

uns gleich, dass koordinierte Leitungspläne Schall und Rauch<br />

sind. Trotz durchgeführter Querschläge und Informationen aller<br />

Leitungsverwaltungen über ihren Bestand, sah die Wirklichkeit<br />

ganz anders aus. Verschiedenste Kabel und Rohrleitungen<br />

wurden freigelegt, suchten ihren Besitzer, mussten auf Betrieb<br />

überprüft werden oder lagen weder in Lage noch in Höhe dort,<br />

wo ihre Eigentümer sie vermuteten. Zum Teil waren sie für die<br />

Ewigkeit hergestellt worden und zu ihrem Schutz und ihrer<br />

Langlebigkeit mit Beton ummantelt. Kurz und gut: Damals<br />

schien sich niemand darüber Gedanken gemacht zu haben, je<br />

wieder an diese Leitungen heranzukommen oder auch Raum<br />

für neue Leitungen zu belassen. Ein Grund mehr, heute an die<br />

Zukunft zu denken, dem Chaos im Untergrund Herr zu werden<br />

und nicht mehr in Betrieb befindliche Leitungen zu entfernen.<br />

Bild 7: Verfüllvorgang mit Flüssigboden<br />

Bild 8: Gastronomischer Betrieb im Baufeld<br />

VERFÜLLUNG MIT FLÜSSIGBODEN<br />

Die größte Bedeutung während der gesamten Baumaßnahme<br />

kam jedoch dem Einsatz von Flüssigboden zu. Darunter<br />

versteht man einen zeitweise fließfähigen und selbstverdichtenden<br />

Verfüllbaustoff für bautechnische Zwecke, der<br />

sowohl aus Bodenmaterial als auch aus natürlichen und aufbereiteten<br />

Gesteinskörnungen (z. B. Kies-Sand-Gemisch)<br />

hergestellt werden kann. Er ist in verschiedenen Konsistenzen,<br />

von fließfähig bis ausgeprägt plastisch, mit gleichbleibenden<br />

bautechnisch relevanten Endeigenschaften herstellbar, selbst<br />

verdichtend und definiert rückverfestigend ohne die Bildung<br />

starrer, geschlossener Strukturen durch Bindemittel.<br />

Bereits im Zuge der geologischen Untersuchungen konnte<br />

festgestellt werden, dass der anstehende Boden unbelastet<br />

ist, aufbereitet und direkt auf der Baustelle wieder eingebaut<br />

werden konnte.<br />

In Verbindung mit den erschreckenden Erkenntnissen aus<br />

dem Zustand der Bebauung und deren unmittelbarer Nähe<br />

zum 4 m tiefen Rohrgraben sowie den positiven Erfahrungen<br />

der letzten acht Jahre, in denen ausnahmslos Flüssigboden in<br />

Kanalbaustellen der Göttinger Entsorgungsbetriebe eingesetzt<br />

wurde, entschieden alle Leitungsverwaltungen, Flüssigboden<br />

direkt auszuschreiben.<br />

Mit der Firma Küllmer Bau, die mittlerweile über zwei<br />

eigene Flüssigboden-Mischanlagen verfügt und im Jahr 2005<br />

den Innovationspreis des Landkreises Werra-Meißner sowie<br />

2006 den 2. Platz des Hessischen Innovationspreises für<br />

diese Art der Bodenaufbereitung erhalten hat, konnte ein<br />

kompetenter und zuverlässiger Partner gewonnen werden.<br />

Seit sieben Jahren steht eine der beiden Anlagen auf einem<br />

eigenen Mischplatz am Ortsrand von Göttingen und bedient<br />

ohne Stillstand zahlreiche Baustellen im Stadtgebiet.<br />

Die Vorteile von Flüssigboden liegen dabei klar auf der Hand:<br />

Zum einen wird dem Kreislaufwirtschaftsgesetz Rechnung<br />

getragen, indem kein Boden entsorgt werden muss, sondern der<br />

ausgehobene Boden zunächst separiert und von groben Steinen<br />

getrennt wird. Danach wird er mit Zuschlagstoffen, bestehend<br />

aus Wasser, Zement und einem Stabilisator bzw. Plastifikator<br />

des Herstellers versehen, um anschließend über Mischfahrzeuge<br />

auf die Baustelle transportiert zu werden. Für jeden Boden gibt<br />

es eine eigene Rezeptur, die einmalig auf der Anlage eingestellt<br />

werden muss. Man unterscheidet dabei zwischen plastischem<br />

Material, das mittels Auflager- und Haltungsbänken dazu dient,<br />

dem Rohr ein Auflager zu schaffen und es gleichzeitig gegen<br />

Auftrieb zu sichern, sowie flüssigem Material, das als Verfüllung<br />

bis zur Unterkante der Frostschutzschicht dient. Das Mischfahrzeug<br />

kann direkt an den Rohrgraben heranfahren. Jedoch muss<br />

darauf geachtet werden, dass von der ersten Wasserzugabe zum<br />

Beschleuniger bis zur vollständigen Entladung des Fahrmischers<br />

nicht mehr als 90 Minuten Zeit liegen darf. Über Einfüllhilfen<br />

mittels Schlauch, Rutsche oder einer Verlängerung wird der<br />

Flüssigboden direkt in den Graben neben das Rohr eingelassen.<br />

Entsprechend geschultes Personal der Baufirma überwacht den<br />

gesamten Einbau und sorgt dafür, dass der Verbau rechtzeitig<br />

gezogen wird. Auch führt es Kontrollprüfungen zum Ausbreitmaß<br />

und Absetzmaß durch oder entnimmt Proben in Zylindern zur<br />

Überprüfung der einaxialen Druckfestigkeit.<br />

600 7-8 / 2012


KAUM STAUB UND LÄRM, VERKÜRZTE BAUZEIT<br />

Nachdem zunächst neugierige Blicke und Fragen von Passanten,<br />

Anliegern und Geschäftsleuten aufkamen, ob die GEB<br />

vorhätten, die Innenstadt mit Beton zu verfüllen, ist mittlerweile<br />

das Verständnis da und die Freude groß, wenn ein<br />

Mischfahrzeug erneut die Baustelle erreicht. Staunend wird<br />

der Verfüllvorgang von außen betrachtet und nicht selten hört<br />

man erwachsene Menschen Kindern erklären, dass es sich<br />

um flüssigen Boden handelt, der hier eingebaut wird. Doch<br />

nicht nur Passanten zeigen Interesse, auch alle Geschäftsleute<br />

wissen zu schätzen, dass in ihrer Baustelle keine Haufen mit<br />

Verfüllmaterialien lagern, kein Staub und Dreck entsteht, keine<br />

Erschütterungen und Lärm durch unnötige Verdichtungsarbeit<br />

auftritt. So werden in Cafés Tische und Stühle bis an die<br />

Bauzaunelemente rangerückt, Warenauslagen wieder vor<br />

die Tür gestellt und selbst Kleidung auf Schaufensterpuppen<br />

dekorativ an den Baustellenrand gerückt.<br />

Ein ebenso wichtiger und positiver Nebeneffekt ist, dass<br />

enorm Bauzeit gespart wird und die Baufacharbeiter keine<br />

körperliche Arbeit zum Verdichten, gerade im Bereich von<br />

kreuzenden Leitungen, aufbringen müssen. Mühselige Bereiche<br />

wie die Zwickelverdichtung entfallen, da das Material<br />

überall hinfließt, sich um alle Rohrleitungen schmiegt und<br />

selbst Hohlstellen und Ausbrüche vollständig ausfüllt.<br />

Auch im Nachgang der Verfüllung muss man keine Sorge<br />

haben, dass der Flüssigboden sich nicht wieder lösen lässt.<br />

Witterungsabhängig ist er ca. sechs Stunden nach dem Einbau<br />

begehbar, einen Tag später überbaubar, und nach 28 Tagen<br />

hat er seine Endfestigkeit erreicht, die bei ca. 0,3 – 0,5 N/<br />

mm² liegt. Er lässt sich problemlos mit dem Spaten lösen –<br />

und das auch viele Jahre später, nachdem man wieder an das<br />

Baustellenende anknüpfen möchte.<br />

Aber Vorsicht: Flüssigboden ist nicht gleich Flüssigboden.<br />

Boden lässt sich durch verschiedenste Arten aufbereiten,<br />

unter anderem auch durch die Zugabe von Kalk. Um<br />

zu gewährleisten, dass es sich auch nach Jahren noch um<br />

Boden handelt, der über die Eigenschaften des anstehenden<br />

Bodens verfügt und spatenlösbar ist, ist ein hohes Maß an<br />

die Qualitätssicherung zu legen. Erst nachdem im Vorfeld<br />

verschiedenste Prüfungen durchgeführt und ein Nachweis<br />

der Gleichwertigkeit geführt worden ist, erhält er von den<br />

Göttinger Entsorgungsbetrieben die Zulassung zum Einbau.<br />

Seit 2010 gibt es zudem das Gütezeichen RAL 507 der RAL<br />

Gütegemeinschaft Flüssigboden e.V.. Firmen, die über eigene<br />

Mischanlagen verfügen, können sich als Hersteller zertifizieren<br />

oder Anwender zum Gütesicherungsbeauftragten ausbilden<br />

lassen. In Göttingen werden darüber hinaus maßnahmespezifisch<br />

Einbauschulungen durchgeführt. In einem gemeinsamen<br />

Termin mit der Baufirma werden alle Verantwortlichen für die<br />

Überwachung benannt und klar definiert, wer zu welchem Zeitpunkt<br />

welche Aufgaben oder Prüfungen vorzunehmen hat. Ein<br />

wichtiger Baustein liegt dabei auch auf der Dokumentation. Auf<br />

jeder Baustelle gibt es eine Akte Flüssigboden, in der ersichtlich<br />

ist, zu welchem Zeitpunkt welche Rezeptur des Flüssigbodens<br />

angeliefert wurde, an welchem Ort er eingebaut wurde und<br />

welche Kontrollprüfungen erfolgt sind. Die Rezepturkennwerte<br />

aus den Lieferscheinen werden mit den Sollwerten verglichen,<br />

Außentemperaturen vermerkt, der Zeitpunkt der Entladung<br />

dokumentiert und die Eigenfeuchte des Bodens bestimmt.<br />

Nur durch diese stetigen Kontrollen bleibt überprüfbar, dass<br />

die Qualität des eingebauten Produktes gleichbleibend gut ist.<br />

ABSCHLUSS DER ARBEITEN IM SEPTEMBER 2012<br />

Im September 2012 werden alle Maßnahmen in der Jüden- und<br />

Barfüßerstraße abgeschlossen sein. In der gesamten Bauzeit<br />

haben sich alle Beteiligten den verschiedensten Herausforderungen<br />

stellen müssen. Und obwohl alle das gleiche Ziel verfolgen,<br />

eine funktionsfähige und dauerhaft dichte Infrastruktur zu<br />

erhalten sowie die Innenstadt in neuem Glanz erstrahlen zu lassen,<br />

wird der Weg dorthin aus den verschiedensten Richtungen<br />

begangen. Wichtig dabei ist, sich nicht zu verlaufen oder denen,<br />

die vom Weg abkommen, weiterzuhelfen und einen anderen<br />

Weg einzuschlagen. Gemeinsam haben wir es geschafft:<br />

die Infrastruktur komplett zu erneuern<br />

uns von alten Leitungen im Untergrund zu trennen<br />

Bauabläufe sinnvoll zu gestalten<br />

Straßenräume neu zu ordnen, Oberflächenbeläge und Möblierung<br />

auf die verschiedensten Bedürfnisse anzupassen<br />

Geschäftsinhabern den Kunden- und Anlieferverkehr zu<br />

ermöglichen<br />

Baumaßnahmen sowie Umzüge privater Anlieger stattfinden<br />

zu lassen<br />

Lärm, Staub, Dreck, Erschütterungen und Schädigungen an<br />

Gebäuden durch den Einsatz von Flüssigboden zu vermeiden<br />

Straßenfeste im Baustellenbereich durchzuführen sowie<br />

Events in der Göttinger Innenstadt abzuwickeln<br />

positiv in der Presse zu erscheinen<br />

die Akzeptanz noch folgender Innenstadtmaßnahmen in<br />

benachbarten Straßen zu schaffen<br />

und dabei auch noch zu bauen<br />

Mein Dank gilt allen Beteiligten, vor allem aber den Mitarbeitern<br />

der Firma Küllmer Bau, die nicht nur fachlich sehr gut<br />

gearbeitet haben, sondern auch noch sozial engagiert den<br />

Bedürfnissen aller nachgekommen sind.<br />

Weitere Bilder von der beschriebenen Baumaßnahme<br />

in Göttingens historischer Innenstadt<br />

finden Sie unter www.<strong>3R</strong>-Rohre.de in<br />

der Rubrik „Aktuelles Heft“.<br />

AUTORIN<br />

DIPL.-ING. (FH) JULIANE SCHENK<br />

Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB),<br />

Göttingen<br />

Tel. +49 551 4004538,<br />

E-Mail: J.Schenk@goettingen.de<br />

7-8 / 2012601


FACHBERICHT<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Schlauchliner fit für die Zukunft<br />

Schachtanbindung, Stutzensanierung, Robotertechnik und der Einsatz<br />

zukunftsfähiger Technik<br />

Von Eckehard Tschapke<br />

Die herausgearbeiteten Erkenntnisse und Kriterien für den Einsatz von Reparaturverfahren im Zusammenhang mit einer<br />

„ganzheitlichen“ Schlauchliner-Sanierung können im Rahmen einer so begrenzten Aufgabenstellung nicht vollständig sein.<br />

Insbesondere die Aussagen zu den Roboter-Verfahren sind naturgemäß eine „Zeitaufnahme“. Die Betonung der Auswertung der<br />

bisherigen Erfahrung (bisherige Einsatzzeiten und Marktdurchdringung) könnte die Kritik auslösen, dass dadurch die Entwicklung<br />

neuer Verfahren nicht angeregt wird. Dazu ist aber anzumerken, dass neue Entwicklungen selbstverständlich begrüßt werden.<br />

Solche neuen Verfahren sollten aber eines der folgenden Hauptkriterien erfüllen:<br />

Das neue Verfahren sollte bei gleicher Qualität einen Kostenvorteil bieten, oder<br />

Das neue Verfahren sollte eine bessere Qualität bei vergleichbaren Kosten bieten, oder<br />

Das neue Verfahren sollte eine deutliche Qualitätsverbesserung bei nachvollziehbar höheren Kosten bieten.<br />

Es wird weiterhin aufgezeigt, wo hinsichtlich der Vorgaben in den Merkblättern und somit hinsichtlich der Verfahren und der<br />

eingesetzten Materialien noch Optimierungsmöglichkeiten nutzbar sind.<br />

Ein Schlauchliner, der fit für die Zukunft sein soll, sollte eine<br />

„ganzheitliche“ Lösung sein. Das bedeutet, dass auch die<br />

Qualitätsanforderungen an die zur „Ganzheit“ erforderlichen<br />

Reparaturverfahren klar definiert sein sollten. Reparaturverfahren<br />

und der Einsatz von Schlauchlinern werden grundsätzlich<br />

oft als „konkurrierende“ Verfahren betrachtet.<br />

Die hier genannten Reparaturverfahren sind allerdings als<br />

Ergänzung zur Sanierung mit dem Schlauchliner zu verstehen.<br />

Konkret formuliert heißt das, dass eine Sanierung mit dem<br />

Schlauchliner nur durch den gezielten Einsatz ausgesuchter<br />

Reparaturverfahren „ganzheitlich“ und somit vollständig ist.<br />

Solche korrespondierenden Reparaturverfahren sollen nachfolgend<br />

daher Ergänzungsverfahren genannt werden.<br />

ERFORDERLICHE REPARATUR- UND<br />

ERGÄNZUNGS VERFAHREN FÜR SANIERUNGEN<br />

MIT EINEM SCHLAUCHLINER<br />

Für eine „ganzheitliche“ Sanierung mit einem Schlauchliner<br />

sind die folgenden Aktivitäten aus dem Bereich der Reparaturverfahren<br />

erforderlich:<br />

Vorarbeiten<br />

Hindernisbeseitigung (Roboter-Verfahren)<br />

Vorabdichtung (Injektionsverfahren)<br />

Einmessen der Anschlüsse (als Bestandteil der<br />

Anschlussanbindung)<br />

Bild 1a: KA-TE-Zulauf<br />

Bild 1b: KA-TE-Sanierung nach 18 Jahren<br />

602 7-8 / 2012


Grundsätzliche Bestandteile einer „ganzheitlichen“<br />

Sanierung<br />

Öffnen der Anschlüsse<br />

Anschlussanbindung (Stutzensanierung)<br />

Schachtanbindung<br />

ggfs. Wiederherstellung des Schachtgerinnes / Berme<br />

Optionale Bestandteile einer „ganzheitlichen“<br />

Sanierung<br />

Reparatur des gesamten Schachtunterteils<br />

Weitergehende Sanierungsarbeiten am Schacht<br />

Bei den genannten Vorarbeiten handelt es sich um Hilfsarbeiten,<br />

die auf die Qualität der Schlauchliner-Sanierung nur<br />

einen indirekten Einfluss haben. Dazu stehen eine Vielzahl<br />

von Geräten und Verfahren zur Verfügung, auf die hier nicht<br />

näher eingegangen werden soll.<br />

Ob die weitergehenden Arbeiten am Schacht – abgesehen<br />

von einer eventuell erforderlichen Wiederherstellung des<br />

Gerinnes – auch Bestandteil einer „ganzheitlichen“ Sanierung<br />

mit dem Schlauchliner sind, ergibt sich nicht zwingend aus<br />

dieser Sanierungsaufgabe. Diese Entscheidung hängt mehr<br />

vom Sanierungskonzept des Auftraggebers ab.<br />

Hingegen sind die beiden Komplexe<br />

Anschlussanbindung inkl. Einmessung und Öffnung der<br />

Anschlüsse und<br />

Schachtanbindung<br />

integrale Bestandteile – und somit Ergänzungsverfahren –<br />

einer „ganzheitlichen“ Sanierung mit dem Schlauchliner. Daraus<br />

resultiert, dass diese als Teilaufgaben der Schlauchliner-<br />

Sanierung zu betrachten sind, für die hinsichtlich der Qualität<br />

und der Lebensdauer die gleichen Maßstäbe gelten sollten, die<br />

auch für den eigentlichen Schlauchliner gelten.<br />

Im Rahmen dieses Fachberichts soll daher schwerpunktmäßig<br />

auf die Anbindung der Anschlüsse und auf die Schachtanbindung<br />

eingegangen werden (vgl. Bild 1a).<br />

OPTIMALE „ERGÄNZUNGSVERFAHREN“ FÜR<br />

EINE „GANZHEITLICHE SANIERUNG MIT DEM<br />

SCHLAUCHLINER“<br />

Bei der Suche nach den optimalen Ergänzungsverfahren im<br />

Rahmen einer „ganzheitlichen Sanierung mit dem Schlauchliner“<br />

gilt es also ein Verfahren zu ermitteln, das hinsichtlich<br />

der Qualität und der damit zusammenhängenden Lebensdauer<br />

kompatibel ist. Dabei sollen hier zuerst die Verfahren zur<br />

Zulaufanbindung betrachtet werden. Die Vorgehensweise für<br />

das Verfahren der Anbindung an den Schacht ist dann analog.<br />

Betrachtungen zur Lebensdauer<br />

Ein offensichtliches Hindernis für die Kompatibilität der „Stutzensanierung“<br />

und des Schlauchliners ist die von verschiedenen<br />

Instituten angesetzte unterschiedliche Lebensdauer.<br />

Hinsichtlich der Lebensdauer von Schlauchlinern und Reparaturverfahren<br />

wird auf die Veröffentlichungen von LAWA,<br />

GSTT, VSB, DWA und RSV verwiesen. Für den Schlauchliner<br />

kann man aufgrund der verschiedenen Veröffentlichungen<br />

von einer Lebensdauer von 40 Jahren – oder sogar von den<br />

bereits begründet geforderten 50 Jahren – ausgehen. Dagegen<br />

wird den Reparaturverfahren sehr pauschaliert eine Lebensdauer<br />

zwischen fünf und 20 Jahren attestiert. Da unter dem<br />

Begriff „Reparaturverfahren“ sehr verschiedenartige Verfahren<br />

zusammengefasst sind, sind diese relativ vagen Angaben zur<br />

Lebensdauer für die Betrachtung nicht sehr hilfreich.<br />

Daher sollen hinsichtlich der Lebensdauer und der grundsätzlichen<br />

Eignung hier weitergehende Überlegungen angestellt<br />

werden. Das bedeutet, dass für den ganz speziellen<br />

Fall des „Reparaturverfahrens bzw. Ergänzungsverfahrens<br />

für die Anbindung von Zuläufen an einen Schlauchliner“ hier<br />

Vorschläge für eine spezifischere Ermittlung des Komplexes<br />

„Lebensdauer“ unter Berücksichtigung der für diesen Fall<br />

kennzeichnenden Randbedingungen dargelegt werden sollen.<br />

Dabei gilt grundsätzlich, dass eine hohe Lebensdauer nur<br />

durch ein kontrollierbares hohes Qualitätsniveau erreichbar<br />

ist. Darüber hinaus müssen aber alle Sanierungsarbeiten der<br />

Forderung nach einer optimalen Wirtschaftlichkeit genügen.<br />

Dieses Beziehungsdreieck aus Qualität, Lebensdauer und<br />

Kosten wurde schon in anderen Vorträgen zum Thema erläutert<br />

und ist auch hier Leitfaden der weiteren Betrachtungen<br />

(vgl. Bild 3).<br />

Anbindung der Zuläufe / nicht begehbarer<br />

Bereich<br />

Grundsätzlich werden die Anbindungen der Anschlüsse im<br />

nicht begehbaren Bereich mit einem Roboterverfahren ausgeführt<br />

(vgl. Bilder 2a-c).<br />

Dazu steht inzwischen eine Vielzahl von Roboterverfahren zur<br />

Verfügung. Diese unterscheiden sich grundsätzlich durch die<br />

folgenden spezifischen Eigenschaften:<br />

Verfahrenstechnik<br />

Eingesetztes Material<br />

Genau diese Eigenschaften haben einen signifikanten Einfluss<br />

auf die Qualität und somit die Lebensdauer.<br />

Die im Markt bekannten Systeme sind:<br />

KA-TE (PMO)<br />

SIKA (nur noch sporadisch)<br />

Janssen<br />

Pro-Kasro, Typ I (beheizbarer Packer)<br />

Pro-Kasro, Typ II (PU-Injektion)<br />

IMS<br />

Hächler (ZM)<br />

Hutprofiltechniken<br />

Bewertungskriterien<br />

Es gilt nun also vorrangig das Verfahren zu ermitteln, mit<br />

welchem nachvollziehbar ein hohes Maß an Qualität – und<br />

somit mit großer Wahrscheinlichkeit eine hohe Lebensdauer –<br />

erreicht wird. Und welches darüber hinaus – im Sinne des<br />

vorher erläuterten Beziehungsdreiecks (s. Bild 3) – auch<br />

hinsichtlich der Kosten optimiert ist. Dabei wird hier explizit<br />

das Ergänzungs-Verfahren für die „ganzheitliche Sanierung“<br />

mit dem Schlauchliner gesucht, da hier besondere Randbe-<br />

7-8 / 2012603


FACHBERICHT<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

dingungen zu beachten sind, die bei einer eigenständigen<br />

Reparatur einer Einbindung nicht zu berücksichtigen sind.<br />

In Bild 3 wird diese Zielsetzung noch einmal visuell dargestellt.<br />

Der dort gekennzeichnete „Optimale Bereich“ ist<br />

offensichtlich in dem Grenzbereich, in welchem die Kosten<br />

gegen Null gehen, eher theoretischer Natur. Daraus ergibt<br />

sich der gekennzeichnete realistische „Zielbereich“.<br />

Es wurde schon erläutert, dass die bisher vorliegenden<br />

Festlegungen hinsichtlich der Lebensdauer uneinheitlich und<br />

eher vage sind. Die folgenden Betrachtungen sollen also dazu<br />

beitragen, eindeutigere Antworten zu finden. Dabei soll die<br />

folgende „Checkliste“ beitragen:<br />

Bild 2a: KA-TE-Schalungs-System Phase 1<br />

Bild 2b: Phase 2<br />

Welche Langzeiterfahrung / Marktdurchdringung<br />

gibt es für das Verfahren?<br />

Um die Verlässlichkeit eines Verfahrens zu prüfen, sind Langzeiterfahrungen<br />

sehr hilfreich. Bei dieser Betrachtung spielt<br />

die Marktdurchdringung des Verfahrens eine zusätzliche Rolle,<br />

da damit die Menge der Erfahrungen – sozusagen das statistische<br />

Basis-Material – größer und somit aussagekräftiger<br />

ist. Ein Beispiel dazu soll das belegen:<br />

Für das KA-TE-Verfahren liegen Erfahrungswerte von nunmehr<br />

20 Jahren vor. Berücksichtigt man die mittlere Flottengröße<br />

(Marktdurchdringung) und den – belegbaren – Harzverbrauch<br />

dieser Flotte, so ergibt sich daraus, dass mit diesem<br />

Verfahren allein in den letzten zehn Jahren 40.000 bis 50.000<br />

Reparaturen jährlich, also insgesamt ca. 400.000 bis 500.000<br />

Reparaturen, bei denen es sich vorrangig um Stutzensanierungen<br />

handelt, ausgeführt wurden, ohne dass gravierende<br />

Mängel bekannt wurden. Es gibt weiterhin Beispiele von<br />

Stutzensanierungen mit diesem Verfahren, die auch nach 18<br />

Jahren noch uneingeschränkt funktionstüchtig sind (s. Bild 1b).<br />

Solche Feststellungen und Erfahrungen sagen über Qualität<br />

und Lebensdauer mehr aus als Prognosen und Abschätzungen.<br />

Ähnliche Erfahrungswerte könnten für andere Verfahren<br />

ermittelt werden, wobei bei anderen Verfahren die Werte für<br />

Langzeiterfahrung und Marktdurchdringung geringer sind<br />

und für einige Verfahren die Bilanz der Mängelfreiheit nicht<br />

so positiv ausfällt.<br />

Bild 2c: Phase 3<br />

Gibt es ein klar geregeltes Verfahren?<br />

Hier soll hinterfragt werden, ob der Verfahrensablauf des<br />

betrachteten Verfahrens vor dem Hintergrund der relevanten<br />

Regelwerke klar geregelt ist und mögliche Fehlerquellen (auf<br />

der Baustelle) möglichst auf ein Minimum beschränkt sind.<br />

Dazu zwei Beispiele:<br />

Im Merkblatt DWA M 143-16 ist in Abs. 5.5.3. festgelegt:<br />

„In Fällen, in denen die Aushärtung von Materialien bedingt<br />

durch das Verfahren oder als Zusatzmaßnahme auf der Baustelle<br />

durch Wärmezufuhr beschleunigt wird, müssen in den<br />

Handbüchern des Systemanbieters oder des Materiallieferanten<br />

genaue Grenzwerte definiert sein. Es ist durch geeignete<br />

Mess- und/oder Regeleinrichtungen sicherzustellen, dass diese<br />

Werte eingehalten werden.“ Eine vollständige Umsetzung dieser<br />

Vorgabe kann dem Pro-Kasro (Typ I)-Verfahren noch nicht<br />

604 7-8 / 2012


escheinigt werden. Auch hinsichtlich der Harzmischtechnik<br />

gibt es hier noch keinen einheitlichen Standard.<br />

Im RSV-Merkblatt 7.2 ist für die Hutprofiltechnik in Abs. 2.3.3<br />

u.a. festgelegt: „…Die Imprägnierung muss einen gleichmäßigen,<br />

vollständigen und möglichst porenfreien Aufbau des<br />

Hutprofillaminats sicherstellen. Zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen<br />

Imprägnierung kann z. B. das Trägermaterial<br />

mit Vakuum beaufschlagt werden.“ […]<br />

Abgesehen davon, dass es aufgrund der vielen verschiedenen<br />

Hutprofiltechniken keine einheitlich geregelten Prozeduren<br />

zur Imprägnierung gibt, ist eine Imprägnierung unter<br />

Vakuum in der Praxis i. d. R. eher nicht üblich. Eine technisch<br />

überzeugende Lösung zur Imprägnierung von Hutprofilen<br />

unter Vakuum ist darüber hinaus nicht bekannt.<br />

Diese Beispiele sollen aufzeigen, dass ein nicht klar geregeltes<br />

Verfahren bereits zu möglichen Fehlerquellen führt, die<br />

einen negativen Einfluss auf die Qualität und somit auf die<br />

Lebensdauer haben können. Und hier gilt die grundsätzliche<br />

„statistische“ Erfahrung, dass immer da, wo mögliche Fehlerquellen<br />

nicht ausgeschlossen werden, diese Fehler in einer<br />

gewissen Größenordnung auch auftreten werden.<br />

Welche Materialien werden eingesetzt?<br />

Aus den vorherigen Betrachtungen zu den Verfahrensabläufen<br />

wird klar, dass nicht nur die Auswahl des Materials eine Rolle<br />

spielt, sondern auch der verfahrensbedingte Umgang mit dem<br />

eingesetzten Material.<br />

Für die Stutzensanierungs-Verfahren werden Epoxidharze,<br />

Silikatharze und Zementmörtel – und neuerdings auch PU-<br />

Harze – eingesetzt. Die meisten Erfahrungswerte liegen für<br />

die Epoxidharze vor. Wie die vorangegangenen Betrachtungen<br />

zu den Verfahren zeigen, ist eine Beurteilung der Eignung<br />

des Materials erst im Zusammenhang mit dem Verfahren<br />

aufschlussreich. Dazu gehören neben der oben erwähnten<br />

Wärmebehandlung auch Vorgaben zur Mischtechnik.<br />

Das Gleiche gilt in vermehrtem Umfang für die Silikatharze,<br />

die erst später eingeführt wurden, und für die es sehr<br />

unterschiedliche Verfahren gibt. Die vorliegenden Erfahrungswerte<br />

sind daher naturgemäß sehr unterschiedlich.<br />

Für die Verwendung von Zementmörtel gibt es zwar<br />

langjährige positive Erfahrungen als Reparaturverfahren für<br />

die Stutzensanierung, allerdings wird dieses Material offensichtlich<br />

weiterhin für die Aufgabe „Anbindung von Zuläufen<br />

an Schlauchliner“ noch unterschiedlich beurteilt. Während im<br />

Merkblatt DWA M 143-16 noch von einer Gleichbehandlung<br />

von Harzen und ZM ausgegangen wird, war in der ersten<br />

Version des Merkblattes DWA M 144-3 vorgesehen, ZM für<br />

diesen Anwendungsfall nicht zuzulassen. Die aktuelle Version<br />

enthält diesen Ausschluss nicht. Die Diskussionen dazu sind<br />

aber weiterhin nicht abgeschlossen.<br />

Über den Einsatz des PU-Harzes liegen naturgemäß noch<br />

keine Langzeiterfahrungen vor, da dieses Harz erst mit dem<br />

noch relativ neuen Pro-Kasro (Typ II)-System zum Einsatz<br />

kommt. In dem oben zitierten Merkblatt DWA M 144-3 ist<br />

PU-Harz noch nicht erfasst, und in dem „Robotermerkblatt“<br />

DWA M 143-16 gibt es in Abs. 5.3 nur den Hinweis, dass<br />

hydrolyseempfindliche Harze nicht geeignet sind, was nicht<br />

für PU-Harze spricht. Im älteren Merkblatt RSV 5 ist PU-Harz<br />

noch nicht erfasst.<br />

Hinsichtlich der Materialvorgaben sind sicher noch weitere<br />

Untersuchungen erforderlich, um – auch in den relevanten<br />

Merkblättern – Vorgaben zu optimieren und anhand von<br />

Untersuchungen und gezielten Auswertungen abzusichern.<br />

Ein Schritt in diese Richtung ist eine erst kürzlich durchgeführte<br />

Untersuchung der drei vorwiegend verwendeten Harzgruppen.<br />

Dabei wurden das neu eingeführte PU-Harz, ein zur<br />

Stutzenverpressung verwendetes Silikatharz und eines der üblicherweise<br />

für das KA-TE-Verfahren verwendeten Epoxidharze<br />

verglichen. Einige der Ergebnisse dieser Untersuchung sollten<br />

Anlass zu weiteren Untersuchungen und Bewertungen sein.<br />

So fiel bei dem Silkatharz auf, dass sowohl bei einer Einlagerung<br />

in sehr sauren als auch in sehr alkalischen Medien<br />

ein Massenverlust von bis zu 28 % zu verzeichnen war. Auch<br />

die Lagerung bei Luftfeuchtigkeiten von 50 % und 30 % rel.<br />

Luftfeuchte führten zu Massenverlusten von bis zu 11 %.<br />

Bei dem PU-Harz fiel auf, dass besonders bei Einlagerungen<br />

in sauren Medien die Werte für signifikante physikalische<br />

Kennwerte dramatisch abfielen. Bei Einlagerung in alkalischen<br />

Medien war ebenfalls ein Abfall dieser Werte erkennbar.<br />

Dies und auch die Diskussion um die Verwendbarkeit von<br />

ZM sollte zumindest Anlass sein, die Materialfrage noch einmal<br />

systematisch zu erforschen. Denn das Material ist offensichtlich<br />

ein Schlüsselfaktor für die Qualität und Lebensdauer.<br />

Ist das Verfahren für den Einsatzzweck „Anbindung<br />

an Schlauchliner“ geeignet?<br />

Abgesehen von den oben dargelegten Betrachtungen zu den<br />

Materialien, gibt es noch weitergehende Anforderungen, die<br />

zu berücksichtigen sind. Bei den anzubindenden Zuläufen<br />

muss in der Regel davon ausgegangen werden, dass auch sehr<br />

unregelmässige Einlauf-Situationen (starke Abwinkelungen<br />

oder beinahe tangentiale Anbindungen) sanierbar sein müssen.<br />

Solche Fälle sind mit der Hutprofiltechnik oft nicht – oder<br />

zumindest nicht technisch einwandfrei – sanierbar. Das Gleiche<br />

gilt für Verfahren, die mit einem Packer mit fest installiertem<br />

Seitenpacker arbeiten. Darüber hinaus bleibt bei Hutpro-<br />

Qualität/<br />

Lebensdauer<br />

Optimal<br />

Wenig<br />

geeignet<br />

Zielbereich<br />

Bedingt<br />

geeignet<br />

Ungeeignet<br />

Kosten<br />

Bild 3: Beziehungsdreieck aus Qualität, Lebensdauer und Kosten<br />

7-8 / 2012605


FACHBERICHT<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

filtechniken das Problem, dass bei Anbindungen mit starken<br />

Ausbrüchen, die Hohlräume nicht verfüllt werden können.<br />

Bewertung geeigneter Anbindungsverfahren<br />

Vor dem Hintergrund der oben erläuterten Kriterien und<br />

Erkenntnisse ergibt sich bei der hier vorgeschlagenen Vorgehensweise<br />

und Bewertung die in Tabelle 1 gezeigte Bewertung<br />

der Verfahren. Dabei wurden auch die Ergebnisse des<br />

IKT-Warentests „Reparaturverfahren für Anschlussstutzen“<br />

mit berücksichtigt.<br />

Eine solche Bewertung kann natürlich nur eine Momentaufnahme<br />

sein. Dem Vorwurf der Subjektivität einer solchen<br />

Bewertung kann man mit der Aufforderung begegnen, hier<br />

Untersuchungen, Erfahrungen und Argumente beizusteuern,<br />

die zu einer anderen Bewertung führen würden.<br />

Insgesamt wäre es wünschenswert, wenn es eine neutrale,<br />

systematische Untersuchung dieser Verfahren gäbe.<br />

In eine solche Untersuchung müssten aber alle Faktoren –<br />

ähnlich den hier vorgeschlagenen Kriterien – einfließen und<br />

bewertet werden. Der bereits vorliegende Vergleichstest<br />

des IKT könnte dabei nur ein Baustein in einer umfassenden<br />

Untersuchung sein. Ein Ergebnis dieser Untersuchung könnte<br />

dann auch die Festlegung neuer Werte für die wahrscheinliche<br />

Lebensdauer sein.<br />

Ganz generell für alle Verfahren soll noch folgender Hinweis<br />

gegeben werden: Vor dem Hintergrund der Suche nach<br />

einem möglichst perfekten Verfahren ist auch zu überlegen,<br />

ob für die Technik des Einmessens der Zuläufe nicht ein klarer<br />

geregeltes, verlässliches Verfahren entwickelt und vorgegeben<br />

werden sollte. Fehlbohrungen beim Öffnen der Anbindungen<br />

tragen sicher nicht zur Optimierung der Qualität der<br />

„ganzheitlichen Sanierung mit Schlauchlinern“ bei.<br />

Anbindung von Zuläufen / begehbarer Bereich<br />

Für die Anbindung von Zuläufen in begehbaren Profilen wird in<br />

der DWA M 144-3 lediglich die Ausführung mit Handlaminat<br />

gefordert. Bei einer solchen eher vagen Vorgabe kann mit<br />

einheitlichen, verlässlichen Verfahren nicht gerechnet werden.<br />

Zur Sicherstellung eines verlässlichen Qualitätsniveaus<br />

ist es sicher empfehlenswert, hier in Zukunft noch einige<br />

Vorgaben hinsichtlich der Verfahren und der einzusetzenden<br />

Materialien zu machen.<br />

Anbindung Liner / Schacht<br />

Auch für dieses Ergänzungsverfahren sollten ähnliche Kriterien<br />

gelten, wie bei der Zulaufanbindung. Auch zu diesem<br />

Detailpunkt werden in der DWA M 144-3 nur eher vage<br />

Vorgaben gemacht.<br />

Entsprechend dieser unverbindlichen Forderungen gab<br />

es für dieses Detail über lange Zeit noch kein einheitliches,<br />

überzeugendes Verfahren. Allerdings sind in den letzten zwei<br />

Jahren neue Verfahren entstanden, die eher geeignet scheinen,<br />

die Anforderungen an Qualität und Lebensdauer weitaus<br />

besser zu erfüllen als die bisherigen manuellen Prozeduren.<br />

Die bisherigen und auch heute noch angewendeten Verfahren<br />

sind Abdichtungen mit Zementmörteln und verschiedenen<br />

Harzen (Epoxidharze, Methacrylatharze), die hier zur<br />

„Verspachtelung“ eingesetzt werden. Die immer wieder an<br />

Materialhersteller gerichtete Frage nach anderen Materialien<br />

zeigt, dass für dieses Detail offensichtlich noch keine allseits<br />

zufriedenstellende Lösung gefunden wurde.<br />

Hinsichtlich der überwiegend noch verwendeten „starren“<br />

Materialien stellt sich – insbesondere im Sinne der vorher<br />

erläuterten Suche nach einem langlebigen Verfahren – die<br />

Frage, wie haltbar eine solche Anbindung ist. Aus dieser Unsi-<br />

Tabelle 1: Bewertung Roboter-Verfahren zur Zulaufanbindung an Schlauchliner<br />

Bewertung der Roboter-<br />

Verfahren zur Zulaufanbindung<br />

an Schlauchliner<br />

Eignung des<br />

Verfahrens<br />

für Anbindung<br />

Liner<br />

Eindeutiges<br />

Verfahren<br />

Materialart<br />

Erfahrung/<br />

Eignung<br />

Material<br />

Erfahrung<br />

/ Marktdurchdringung<br />

DIBT-Zulassung<br />

IKT-Note<br />

Bewertung<br />

Gesamt<br />

KA-TE (PMO) XXX XXX EP XXX XXX ja / mit Epoxonic-H. 2,1 A<br />

JANSSEN XXX XXX SIL XX XX ja 3,4 B<br />

PRO-KASRO I XX XX EP XXX XX ja / Mit H4-Harz 2,9 B<br />

PRO-KASRO II<br />

noch keine<br />

Erfahrung<br />

XX<br />

PU<br />

keine<br />

Regelung in<br />

Merkbl.<br />

O ja nicht getestet C<br />

IMS X XX SIL XX X O 4,4 C<br />

HÄCHLER XXX XXX ZM<br />

COSMIC-Hut-Verf. X XX<br />

HUTPROFIL / Allg. X X<br />

Glasf.-Gew.<br />

PE + EP<br />

div. Trägermat.<br />

+ EP/SIL<br />

nicht abschließend<br />

geregelt<br />

XX ja 3,5<br />

nicht gewertet<br />

(Material?)<br />

x x ja nicht getestet C<br />

uneindeutig<br />

keine eindeut.<br />

Erfahrungen<br />

mit<br />

bestimmtem<br />

System<br />

O 3,4- 4,0 C<br />

606 7-8 / 2012


Bild 4: Liner-End-Manschette von AMEX<br />

Bild 5: Liner-End-Manschette „Quick-Lock“ von Uhrig<br />

cherheit resultiert offensichtlich als ein nächster Entwicklungsschritt<br />

die Verwendung eines dauerelastischen Materials.<br />

Bei dem Einsatz solcher dauerelastischer Harze ist eine<br />

damit verbundene Verfahrensregelung aber unerlässlich, da<br />

bei einem dauer elastischen Material die „bewegungskompensierende“<br />

Fähigkeit nur bei festgelegten Einbaubedingungen<br />

wirksam werden kann.<br />

Neben nicht eindeutig geregelten Anwendungen von<br />

dauer elastischen Harzen ist das DEIV-Vefahren eine geregelte<br />

Anwendung dieser Art.<br />

Als oben schon angesprochene Neuentwicklung der<br />

letzten zwei Jahre sind zwei Verfahren zu nennen, die die<br />

soeben erläuterten Kriterien „eindeutiges Verfahren“ und<br />

„nachvollziehbare Eignung des Materials“ sehr gut erfüllen.<br />

Dies sind die Liner-End-Manschette von AMEX (Bild 4) sowie<br />

die Liner-End-Manschette von Uhrig („Quick-Lock“) (Bild 5).<br />

Zu beiden Verfahren liegen noch keine Langzeiterfahrungen<br />

vor, aber es handelt sich hier sicher um eine gute Basis<br />

für eine verlässlichere Lösung des Anbindungsdetails. Für<br />

die Manschette von Uhrig gibt es eine umfangreiche Untersuchung<br />

des IKT, die die Verlässlichkeit dieses Verfahrens<br />

nachweist.<br />

AUTOR<br />

LITERATUR<br />

DIPL.-ING. ECKEHARD TSCHAPKE,<br />

Freiberuflicher Berater (u.a. KA-TE)<br />

Tel. +49 30 80580-379,<br />

E-Mail: eckehard.tschapke@googlemail.com<br />

[1] DWA M 144-3: Zusätzliche Technische<br />

Vertragsbedingungen (ZTV) – Teil 3: Vor Ort härtendes<br />

Schlauchlining – Entwurf (Oktober 2010)<br />

[2] DWA M 143-16: Sanierung von Entwässerungssystemen<br />

außerhalb von Gebäuden – Teil 16: Reparatur von<br />

Abwasserleitungen und -kanälen durch Roboterverfahren<br />

(2006)<br />

[3] RSV-Merkblatt 7.2: Hutprofiltechnik zur Einbindung von<br />

Anschlussleitungen, Reparatur/Renovierung (2009)<br />

[4] RSV-Merkblatt 5: Reparatur von Entwässerungsleitungen<br />

und -kanälen durch Roboterverfahren (2007)<br />

7-8 / 2012607


PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Offenburg saniert Kanalnetz im<br />

Berstlining-Verfahren mit Modultechnik<br />

und Stutzenschweißgerät<br />

Wurzeleinwuchs und Scherbenbildung machten die Sanierungsmaßnahme<br />

der Abwasserleitungen aus den 1960er<br />

Jahren in der Offenburger Oststadt und im Stadtteil Rammersweier<br />

notwendig. Der Abwasserzweckverband „Raum<br />

Offenburg“ ist zuständig für das Kanalnetz der Stadt Offenburg<br />

und der umliegenden Verbandsgemeinden mit einer<br />

Gesamtlänge von ca. 550 km. Planung und Bauüberwachung<br />

wurden für den Netzbetreiber durch die Vogel Ingenieure<br />

aus Kappelrodeck geleistet. Bereits bei der Sanierungsbedarfsermittlung<br />

zeigte sich, dass die Innensanierung im vorliegenden<br />

Fall eine wirtschaftliche Lösung sein würde. Im<br />

Zuge des Planungspro zesses ermittelten die Sanierungsplanungsspezialisten<br />

der Vogel Ingenieure dann aufgrund der<br />

Schadensbilder, der Anschlussanzahl und der örtlichen Gegebenheiten<br />

eine Erneuerung im Berstlining-Verfahren als die<br />

sinnvollste Art der Sanierung. Eine Erneuerung war aufgrund<br />

des teilweise vorliegenden Altrohrzustands III überwiegend<br />

angezeigt. In einem Teilabschnitt konnte eine Renovierung<br />

mit enganliegendem Rohrlining (TIP-Verfahren) als sinnvoll<br />

nachgewiesen werden. In Anbetracht der Wohngebietslage<br />

mit einspuriger Verkehrsführung und der Tiefenlage stellte<br />

die geschlossene Bauweise im vorliegenden Fall eine optimale<br />

Abwicklung sicher.<br />

Der AZV „Raum Offenburg“ vergibt den Planungs- und<br />

Bauleitungsauftrag für jährlich mehrere Kilometer Kanalerneuerung.<br />

Im vorliegenden Fall wurde die von Vogel Ingenieure<br />

vorgeschlagene Lösung durch den AZV als technisch und wirtschaftlich<br />

am Besten geeignet zur Ausführung freigegeben.<br />

Nach erfolgter Ausschreibung und Vergabe Ende 2010 begann<br />

die Firma Riedmüller Bau im Mai 2011 die Umsetzung der<br />

Planung. Die grabenlose Sanierung der betroffenen Bereiche<br />

wurde im August 2011 abgeschlossen. In der beschränkten<br />

Ausschreibung wurde es den Bietern überlassen, ob die Sanierung<br />

der sechs Haltungen im Berstlining mit Langrohren oder<br />

mit Kurzrohrmodulen durchgeführt wird.<br />

SANIERUNG MIT KURZROHRMODULEN<br />

Oliver Riedmüller entschied sich für eine Sanierung mit<br />

Kurzrohrmodulen, da diese Sanierungsmethode die für<br />

diese beengten Verhältnisse erforderliche Flexibilität in der<br />

Bauausführung bietet und gleichzeitig mit dem geringsten<br />

Platzbedarf auskommt. Das von ihm ausgewählte egeplast<br />

SL PP-B Modul ist für den grabenlosen Einsatz konzipiert.<br />

Der Werkstoff Polypropylen weist die für dieses Verlegeverfahren<br />

benötigten Werkstoffeigenschaften hinsichtlich<br />

Scheiteldruckfestigkeit auf. Die Module werden ineinander<br />

geschoben und über „Klicktechnik“ miteinander verbunden,<br />

eine Feder rastet in die vorgesehene Nut ein und verriegelt<br />

die Module. Abgedichtet werden die Module durch eine<br />

dreifache Lippendichtung am Spitzende des Bauteils. Diese<br />

erlaubt Abwinklungen der Verbindung von bis zu 3° in der<br />

Bild 1: Heizelementmuffenschweißen des vorbereiteten<br />

Stutzenabgangs<br />

Bild 2: Baustellenansicht in Offenburg<br />

608 7-8 / 2012


Rohrachse. Die helle, inspektionsfreundliche Innenschicht kommt<br />

den Kanalinspekteuren bei der zukünftigen Überwachung gemäß<br />

Eigenkontrollverordnung Baden-Württemberg entgegen. Zur Ausführung<br />

kamen dann 350 m Sanierung von Steinzeug-Altrohrleitungen<br />

DN 250 mm im Berstlining sowie das Lining im TIP-Verfahren eines<br />

Betonrohres DN 300 mm. Die eingesetzten Module für das Lining im<br />

TIP-Verfahren hatten einen Außendurchmesser von 292 mm. Für die<br />

Berstlining-Abschnitte kamen Module mit einem Außendurchmesser<br />

von 280 mm zum Einsatz, die Aufweitung des Berstkanals erfolgte<br />

dementsprechend auf 390 mm.<br />

Bei grabenlos sanierten Rohrleitungen ist die Anbindung von Hausanschlüssen<br />

eine Herausforderung. Dies gilt insbesondere für sanierte<br />

Abwasserleitungen, müssen doch die angebundenen Hausanschlüsse<br />

ebenfalls den Anforderungen an ein dichtes Kanalnetz genügen.<br />

Möglichkeiten der Anbindung gibt es am Markt viele. Sowohl für die<br />

Ingenieure als auch für den Auftraggeber war die nachhaltigste Lösung<br />

der Einsatz von in offener Baugrube fachgerecht verschweißten Stutzenformteilen<br />

aus Polypropylen (PP).<br />

VERSCHWEISSTE STUTZENFORMTEILE AUS PP<br />

Der Stutzen kann individuell positioniert werden, beginnend mit einer<br />

Bohrung zur Montage der Spannvorrichtung. Sie bestimmt die Position<br />

und das Gefälle des Anschlussstutzens. Die Spindel der Spannvorrichtung<br />

dient der Aufnahme der für die Arbeitsschritte notwendigen<br />

Werkzeuge. Im zweiten Arbeitsgang wird die Aufnahmeöffnung für<br />

den Stutzen gefräst. Damit sind die Arbeiten zur Schweißvorbereitung<br />

abgeschlossen. Rohr und Stutzen werden im Heizelementmuffen-<br />

Schweißverfahren miteinander verbunden. Dabei bringen angepasste<br />

Heizelemente sowohl Rohr als auch Stutzen auf Schweißtemperatur.<br />

Über die Spannvorrichtung wird der Stutzen in der Bohrung zentriert<br />

und die für das Verfahren erforderliche definierte Einschubtiefe<br />

erreicht. Nach Ablauf der Abkühlzeit wird der innen entstandene Wulst<br />

sowie überstehende Stutzenenden mit einem speziellen Innenwulstentferner<br />

abgetragen. Das Endergebnis ist ein werkstoffhomogen<br />

ausgeführter Hausanschluss, absatzfrei und ohne Grat. Die eingesetzten<br />

Stutzen können im Durchmesser an die vorhandenen Anschlussleitungen<br />

angepasst werden. Für die Standardabmessungen sind die<br />

am Markt verfügbaren Werkstoffübergange einsetzbar.<br />

Vom Aufbruch der Straßendecke bis zur Wiederherstellung des<br />

Asphaltbelags betrug die Bauzeit etwa drei Monate. Insgesamt lagen<br />

die Kosten der Maßnahme bei etwa 160.000 Euro (brutto).<br />

In Baden-Württemberg geht man mit Lob eher sparsam um. Frei<br />

nach dem hier gepflegten Sprichwort „Nicht geschimpft ist genug<br />

gelobt!“ kann die Riedmüller Bau GmbH den Abschluss ihrer Arbeiten<br />

als sehr gut gelungen betrachten. Neben dem Abwasserzweckverband<br />

Raum Offenburg und den Vogel Ingenieuren waren auch die betroffenen<br />

Anwohner von der ruhigen und nervenschonenden Sanierungsmaßnahme<br />

angetan.<br />

Bild 3: Fräsen des Stutzenabgangs: Die Spannvorrichtung<br />

bildet die Basis für die Aufnahme der<br />

weiteren Werkzeuge und bestimmt die spätete<br />

Position des Stutzens<br />

KONTAKT<br />

egeplast Werner Strumann GmbH & Co. KG, Greven, Holger Hesse,<br />

Tel. +49 2575 9710-252, E-Mail: Holger.Hesse@egeplast.de,<br />

www.egeplast.de<br />

Bild 4: Innenansicht des an das PP-Modul<br />

geschweißten Stutzens (Beispiel), gratfreie<br />

Anbindung der Hausanschlüsse<br />

7-8 / 2012609


PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Steinzeug-Rohrvortrieb im<br />

historischen Ortskern von Büdingen<br />

für einen neuen Abwasserkanal<br />

Bild 1: Beengte Platzverhältnisse zwischen den teilweise sehr alten Gebäuden im Ortskern<br />

Von C. Klös (Stadtwerke Büdingen) und H. Schröder (Steinzeug-Keramo GmbH)<br />

Diebach am Haag ist ein Stadtteil von Büdingen im Wetteraukreis (Oberhessen). Seinen Beinamen hat er vom Herrnhaag, einer<br />

Siedlung, die im 18. Jahrhundert von der Herrnhuter Brüdergemeinde auf einer Anhöhe gegründet wurde. In diesem historisch<br />

herausragenden Stadtteil galt es, einen neuen Abwasserkanal entlang der Ortsdurchfahrt zu bauen.<br />

Zur Umsetzung dieses Vorhabens standen die Verantwortlichen<br />

zunächst vor ganz besonderen Schwierigkeiten: Zum<br />

einen stellten die beengten Platzverhältnisse zwischen den<br />

teils sehr alten Gebäuden im Ortskern, die mit ihren liebevoll<br />

restaurierten Fassaden unmittelbar an der Straße und damit<br />

sehr nah an der Kanaltrasse stehen, ein Problem dar. Zum<br />

anderen galt die Forderung, die Straßenoberfläche möglichst<br />

wenig zu beschädigen.<br />

NEUE TRASSE VERLÄUFT ENTLANG DER ALTEN<br />

Laut Planung sollte die neue Kanaltrasse überwiegend unmittelbar<br />

entlang der alten Leitung verlaufen und somit an verschiedenen<br />

Stellen die Fundamente der Gebäude mit nur wenigen<br />

Metern Abstand passieren. Zudem wurde in der Planungsphase<br />

schon deutlich, dass der neue Kanal in der Ortsmitte eine Tiefenlage<br />

von bis zu 5 m erreichen würde. Das hätte zwangsläufig<br />

einen sehr aufwändigen, teuren Grabenverbau erfordert.<br />

610 7-8 / 2012


Der vorhandene Mischwasserkanal sollte bestehen bleiben<br />

und zukünftig zur Ableitung von Niederschlagswasser<br />

genutzt werden. Durch die damit errechnete Entlastung der<br />

Abwasserreinigungsanlage wird ihr Betrieb stabilisiert, die zu<br />

entrichtende Abwasserabgabe der Bürger reduziert.<br />

Nach sorgfältiger Abwägung aller beeinflussenden Schwierigkeiten<br />

und Faktoren, wobei dem Schutz der historischen<br />

Bebauung die größte Aufmerksamkeit galt, fiel die Entscheidung<br />

für den Bau der neuen Abwasserleitung im unterirdischen<br />

Rohrvortrieb und zwar mit Steinzeugrohren. Auch wenn die<br />

Bodenverhältnisse mit weichen bis breiigen Böden und der<br />

Lage im Grundwasser nicht gerade ideale Voraussetzungen<br />

dafür bieten, versprach dieses Verfahren dennoch die größte<br />

Sicherheit:<br />

Der Einbau erfolgt damit vibrationsfrei.<br />

Eine Grundwasserabsenkung ist nicht erforderlich.<br />

Die Standsicherheit der Gebäude ist nicht gefährdet.<br />

Die eingeschränkten Platzverhältnisse sind nicht hinderlich.<br />

EINE LÖSUNG, ZWEI VERFAHREN<br />

Nach einer beschränkten Ausschreibung nach öffentlichem<br />

Teilnehmerwettbewerb fiel im Oktober 2011 der Startschuss<br />

für den Baubeginn. Als erstes wurden 15 Start- und<br />

Zielbaugruben für den unterirdischen Rohrvortrieb in Form<br />

von Absenkschächten hergestellt. Der Einbau der Kanalrohre<br />

erfolgte dann auf zwei verschiedene Arten:<br />

Die Steinzeug-Vortriebsrohre der Nennweite DN 300 wurden<br />

im Pilotbohrverfahren eingebaut. Damit sind sieben Haltungen<br />

auf insgesamt 300 m Länge auf diese Weise hergestellt<br />

worden.<br />

Die größer dimensionierten Steinzeug-Vortriebsrohre<br />

wurden im Microtunneling-Verfahren eingebaut: DN 400<br />

mit ca. 200 m und DN 500 mit ca. 160 m, verteilt auf sieben<br />

Haltungen, wobei die längste Haltung rund 100 m betrug.<br />

Dank der technisch hoch entwickelten Überwachung des<br />

Rohrvortriebs konnte schon bei geringsten Abweichungen<br />

von der geplanten Zielrichtung gegengesteuert werden. So<br />

war es möglich, den gesamten Kanal mit 660 m Länge mit<br />

nur wenigen Millimetern Abweichung einzubauen. Eine solche<br />

Genauigkeit, wie sie im historischen Ortskern notwendig war,<br />

ist in offener Bauweise nicht immer gewährleistet.<br />

Bild 2: Rohrvortrieb mit Steinzeugrohren<br />

Nach dem Ausbau der Pressvorrichtung wurden in den<br />

Start- und Zielgruben Revisionsschächte aus Betonfertigteilen<br />

mit werkseitig eingebundenen Anschlussrohren eingebaut.<br />

Die Absenkschächte verbleiben im Boden.<br />

LANGE LEBENSDAUER<br />

In Büdingen setzte man auf Steinzeugrohre. „Aufgrund seiner<br />

glatten Oberfläche, seiner Widerstandsfähigkeit gegen korrosive<br />

Medien und seiner biegesteifen Eigenschaften haben wir<br />

uns ganz eindeutig für das höherwertige Produkt Steinzeug<br />

entschieden. Speziell die Vortriebrohre aus Steinzeug lassen<br />

eine lange Lebensdauer erwarten. Die bisher durchgeführten<br />

Dichtheitsprüfungen bestätigen die Erwartungen“, so der<br />

Auftraggeber. Der im unterirdischen Rohrvortrieb hergestellte<br />

Kanal in Diebach am Haag wird auch über den kaufmännischen<br />

Abschreibungszeitraum hinaus zuverlässig seine Dienste tun.<br />

KONTAKT<br />

Steinzeug Keramo GmbH, Frechen, Tel. +49 2234 507-0,<br />

E-Mail: info@steinzeug-keramo.com, www.steinzeug-keramo.com<br />

7-8 / 2012611


PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Frankfurt/Oder saniert Brückendurchlass<br />

mit GFK-Wickelrohren<br />

Eine schwer geschädigte Brücke in Form eines überschütteten Gewölbeprofils mit einer lichten Weite von ca. 3,50 m in extrem<br />

schwierigem Gelände – vor dieser Herausforderung stand die Stadt Frankfurt/Oder im Klingefließ-Tal. Gelöst wurde die Aufgabe<br />

ab Mitte August 2011 durch Experten der Strabag Berlin mit Relining. Die im Sinne des Wortes „tragende Rolle“ spielten<br />

dabei FLOWTITE GFK-Wickelrohre von Amitech Germany, Mochau.<br />

Ein prägendes Element der Topografie von Frankfurt/<br />

Oder ist das Obere Klingetal im Westen der Stadt. Durch<br />

das Klingetal entwässert das Flüsschen Klingefließ in die<br />

Oder. Das Tal schneidet tief in die Landschaft ein, was dazu<br />

führt, dass Hauptstraßen es nur über aufwändige Bauwerke<br />

passieren können. Dazu gehört auch die Rathenaustraße,<br />

die das Gewässer auf einer 20 m hohen und rund 70 m<br />

langen Dammbrücke überquert. Das Klingefließ selbst<br />

unterquerte diesen ca. 1925 errichteten Brückendamm<br />

durch ein ca. 70 m langes Ortbeton-Maulprofil mit einer<br />

lichten Weite von 3.500 mm.<br />

Der Brücken-Durchlass Rathenaustraße erwies sich bei<br />

Begehungen vor allem im Bereich der Bauwerksköpfe als<br />

dringend sanierungsbedürftig. Breite Risse mit beginnender<br />

Deformation der Bausubstanz prägten das Bild, so dass die<br />

Standsicherheit in Frage gestellt war. Die Stadt Frankfurt/<br />

Oder als Straßenbaulastträger und Betreiber der Klingefließ-<br />

Brücke entschied sich vor diesem Hintergrund zu einer tief<br />

greifenden Sanierung, mit deren Planung das Ing.-Büro J. Paul<br />

GmbH in Zusammenarbeit mit Dipl.-Ing. L. Günther bis zur<br />

Genehmigungsplanung beauftragt wurde. Die Bauüberwachung<br />

erfolgte durch das Büro AquaConstruct Beratende<br />

Ingenieure (BAC).<br />

KURZROHR-RELINING MIT GFK-WICKELROHREN<br />

Das Sanierungskonzept sah die Wiederherstellung der<br />

Standsicherheit unter Beibehaltung einer ausreichenden<br />

Hydraulik im Wege eines Kurzrohr-Relinings mit GFK-Rohren<br />

vor. Das Projekt wurde nach einer öffentlichen Ausschreibung<br />

letztlich durch die Strabag Berlin realisiert,<br />

wobei FLOWTITE GFK-Wickelrohre von Amitech Germany<br />

zum Einsatz kamen. Eingebaut wurde aber nicht die<br />

Bild 1: Mit dem vergleichsweise geringen Gewicht von knapp<br />

4 t ist eine Handhabung des GFK-Rohrs DN 2500 auch mit Bagger<br />

möglich<br />

Bild 2: Vor Baubeginn: Die Einlaufseite des Durchlasses mit schweren<br />

Schäden am Bauwerkskopf<br />

612 7-8 / 2012


ursprünglich ausgeschriebene Nennweite DN 2600. Nach<br />

einer der Bauausführung vorangehenden Kalibrierung<br />

wurde die einzubauende Nennweite auf DN 2500 reduziert.<br />

In dieser Nennweite wurden 21 Rohre (SN10.000, PN1) in<br />

einer Baulänge von jeweils 3 m angeliefert, zwei Rohre<br />

hatten eine Baulänge von 4 m.<br />

Der ausschlaggebende Grund für die kurzen Rohrlängen<br />

war in diesem Falle die Geometrie des Bauwerkskopfes, durch<br />

den die Rohre eingeführt werden sollten. Überhaupt war die<br />

Logistik auf dieser Baustelle hoch anspruchsvoll. Die Rohre<br />

mussten 20 m tief durch bewaldete Böschungen zum Klingefließ<br />

hinab transportiert werden. Dazu war ursprünglich<br />

der Einsatz eines Kranes vorgesehen, die Strabag erarbeitete<br />

jedoch ein abweichendes Konzept, bei dem die Rohre per<br />

Bagger über eine temporäre Baustraße die Böschung hinab<br />

transportiert wurden. Dies war letztlich nur aufgrund des<br />

geringen Metergewichts des Werkstoffs GFK machbar – ein<br />

Pluspunkt des Systems, der auch schon auf anderen Baustellen<br />

quasi Unmögliches möglich gemacht hat. Besonderes<br />

Geschick war dennoch von den Strabag-Experten beim Einfädeln<br />

der voluminösen Rohre in das Tunnelbauwerk gefordert.<br />

Eine spezielle Technik vereinfachte den Rohrtransport und<br />

das Ankoppeln der großen Nennweiten: Ein von Strabag entwickelter<br />

Rohr-Fahrwagen wurde per Seilwinde an einem<br />

Stahlseil durch das Bauwerk gezogen. Durch zwei seitlich<br />

platzierte pneumatische Hebevorrichtungen konnte die<br />

Höhenlage des Rohres auf dem Fahrwagen auf den Millimeter<br />

genau justiert werden. Mit dieser Technik, eingesetzt<br />

durch erfahrenes Personal, ließ sich der gesamte Einbau –<br />

einschließlich der Verdämmung des Ringraumes – ab Mitte<br />

August 2011 in einem Zeitfenster von nur vier Arbeitswochen<br />

abwickeln – eine nicht nur schnell, sondern vor allem auch<br />

sichere und nachhaltige Sanierungslösung für die Klingefließ-<br />

Brücke. An die Berliner Wasserbetriebe wurde nach Abschluss<br />

der gesamten Arbeiten ein qualitativ einwandfreies Leitungssystem<br />

übergeben.<br />

KONTAKT<br />

Amitech Germany GmbH, Mochau, Tel. +49 3431 7182-0,<br />

E-Mail: info@amitech-germany.de, www.amitech-germany.de<br />

Bild 3: Der Bauwerkseinlauf nach Abschluss der Maßnahme:<br />

Der Schrägschnitt zwecks Anpassung an das Geländeprofil wurde<br />

auf der Baustelle vorgenommen<br />

Bild 4: GFK-Rohr DN 2500 nach Koppelung im Bauwerk<br />

7-8 / 2012613


PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Statt Neubau – 3.500 m langes<br />

Leitungsnetz auf Zeche Zollverein<br />

mit Schlauchlinern saniert<br />

Bild 1: Rund 1.000 Menschen arbeiteten in Spitzenzeiten in der Kokerei Zollverein<br />

Foto: Thomas Willemsen / Stiftung Zollverein<br />

Rund 3.500 m schadhafter Kanäle hat die Diringer&Scheidel<br />

Rohrsanierung GmbH & Co. KG im Rahmen eines Pilotprojektes<br />

auf dem Gelände der Kokerei Zollverein mit dem DS CityLiner®<br />

saniert. Das wirtschaftliche und flexible Sanierungsverfahren<br />

hatte sich in einer Machbarkeitsstudie der Essener bPLAN<br />

Ingenieurgesellschaft vor allem unter ökologischen und ökonomischen<br />

Aspekten gegen einen kompletten Neubau des<br />

Kanalnetzes durchgesetzt. Die Sanierungsarbeiten, die neben<br />

dem Einzug von Schlauchlinern im Nennweitenbereich von DN<br />

200 bis DN 900 die händische Sanierung eines rund 420 m<br />

langen begehbaren Kastenprofils sowie die Auskleidung von<br />

rund 90 Schachtbauwerken umfasste, konnten zur vollsten<br />

Zufriedenheit des Auftraggebers abgeschlossen werden: Bei<br />

allen 24 Haltungen waren sowohl bei den Materialkennwerten<br />

als auch bei der Dichtigkeit die ermittelten Werte deutlich<br />

besser als die geforderten Sollvorgaben.<br />

Die Kokerei Zollverein wurde in den Jahren 1957 bis 1961<br />

in Anbindung an den Schacht XII der Zeche Zollverein errichtet.<br />

Mitte der 1960er Jahre erreichte die Kokerei erstmals ihre<br />

Höchstkapazität von 5.000 t Koks pro Tag. Anfang der 1970er<br />

Jahre wurde sie zu einer der weltweit größten Anlagen ausgebaut.<br />

Rund 1.000 Menschen arbeiteten in Spitzenzeiten hier,<br />

viele davon im Schichtbetrieb. Im Zuge der großen Stahlkrisen<br />

und dem damit verbundenen Rückgang der Produktion wurde<br />

die Kokerei im Juni 1993 stillgelegt. Im Jahr 2000 wurde die<br />

Kokerei Zollverein unter Denkmalschutz gestellt. 2001 folgte<br />

der Eintrag der Zeche Zollverein Schacht XII und Schacht 1/2/8<br />

sowie der Kokerei Zollverein in die UNESCO-Liste des Welterbes.<br />

Bei der weiteren städtebaulichen Entwicklung der einzigartigen<br />

industriellen Kulturlandschaft steht unter anderem<br />

eine nachhaltige Siedlungswasserwirtschaft im Fokus. Vor<br />

dem Hintergrund einer Machbarkeitsstudie, die den Umbau<br />

der Abwasseranlagen der Kokerei Zollverein unter Berücksichtigung<br />

einer naturnahen Regenwasserbewirtschaftung<br />

zum Gegenstand hatte, beschlossen Emschergenossenschaft<br />

und Stiftung Zollverein die vorhandenen Mischsysteme des<br />

Gesamtbereiches Zollverein näher untersuchen zu lassen.<br />

„Hierbei standen die Entflechtung unterschiedlich belasteter<br />

Wasserströme, insbesondere Schmutz- und Regenwasser,<br />

eine naturnahe Regenwasserbewirtschaftung unter den Randbedingungen<br />

einer altindustriellen Fläche, die Behandlungsbedürftigkeit<br />

des Regenwassers vor Einleitung ins Gewässer<br />

sowie die Einsparpotentiale bei der baulichen Sanierung des<br />

vorhandenen Abwassernetzes durch Entflechtung des Mischsystems<br />

besonders im Blickpunkt“, erläutert Dipl.-Ing. Peter<br />

Günster, Objektplaner bei der bPLAN Ingenieurgesellschaft.<br />

Bisher existierten auf dem Kokereigelände in weiten Teilbereichen<br />

für das Mischsystem zwei parallel verlaufende Kanäle. „In<br />

einem so genannten „Tageswasserkanal“ wurden das anfallende<br />

Schmutzwasser sowie das Niederschlagswasser der bebauten<br />

und befestigten Flächen abgeleitet“, so Günster weiter. „Der<br />

„Betriebswasserkanal“ hatte die Aufgabe, die betrieblichen<br />

Abwässer der Kokerei zu sammeln und abzuleiten. Beide Systeme<br />

mündeten in die im nordöstlichen Bereich befindliche<br />

Kokerei-Kläranlage. Von der ehemaligen Kläranlage aus flossen<br />

sämtliche Abwässer im Mischsystem durch den teilweise<br />

614 7-8 / 2012


offenen Kokereigraben zum verrohrten Katernberger Bach. Für<br />

den Bereich Schacht XII bestand ein Mischwasserkanalsystem,<br />

ein Betriebswasserkanal war dort nicht vorhanden.“<br />

Im Zuge der Ausführungsplanung der mit Mitteln des<br />

Landes und der Emschergenossenschaft geförderten Abkopplungsmaßnahmen<br />

wurde das vorhandene Kanalnetz komplett<br />

untersucht und ein umfangreiches Sanierungskonzept erstellt.<br />

Dabei hat sich die bauliche und hydraulische Aussanierung des<br />

Tageswasserkanals als zukünftig öffentlichen Mischwasserkanal<br />

und Sanierung des Betriebswasserkanals als privaten<br />

Regenwasserkanal der Stiftung mit Einleitung in den Katernberger<br />

Bach sowohl ökologisch als auch ökonomisch als die<br />

eindeutige Vorzugsvariante herausgestellt. Auftraggeber und<br />

Planer entschieden sich deshalb, einen Großteil der vorhandenen<br />

Kanalisation mit einem Schlauchliner zu sanieren. Zu den<br />

Vorteilen dieses Verfahrens zählt für Dipl.-Ing. Rüdiger Rang,<br />

Objektüberwachung bPLAN Ingenieurgesellschaft, „neben der<br />

sehr kurzen Einbauzeit der Umstand, dass im Gegensatz zu<br />

Sanierungsmaßnahmen in offener Bauweise Aufgrabungen<br />

weitestgehend entfallen.“ Eine wichtige Voraussetzung für<br />

die Arbeiten auf dem ehemaligen Zechengelände.<br />

ALTROHRE AUS BETON UND STEINZEUG<br />

Insgesamt wurden rund 3.500 m des alten Leitungsnetzes – es<br />

bestand aus Beton- und Steinzeugrohren in Nennweiten von<br />

DN 200 bis DN 900 – mit Schlauchlinern saniert. Bei dem<br />

Verfahren wird ein außenseitig PU-beschichteter Nadelfilzschlauch<br />

unmittelbar vor dem Einbau auf der Baustelle in einer<br />

eigens dafür konstruierten Mischanlage mit einem Epoxidharz<br />

getränkt, kontrolliert kalibriert und dann mit Wasserdruck im<br />

Inversionsverfahren in die vorbereitete Haltung eingebracht.<br />

Das Ergebnis ist ein Produkt, dessen Standard und Qualität allen<br />

Anforderungen in punkto Dichtheit, statischer Tragfähigkeit und<br />

hydraulischem Abflussverhalten gerecht wird. „Das zeigte sich<br />

auch bei den Auswertungen der Baustellenproben“, erläutert<br />

Bauleiter Dipl.-Ing. Jens Wahr, Diringer&Scheidel Rohrsanierung<br />

GmbH&Co. KG, NL Herne. „An gekrümmten Prüflingen, die<br />

aus der Baustellenprobe entnommen wurden, wurden unter<br />

anderem die Kurzzeitwerte der Biegefestigkeit und des Biege-<br />

E-Moduls ermittelt. Die Ergebnisse waren hervorragend.“<br />

MOBILE TRÄNKSTATION<br />

Die Mischanlage ist im so genannten DS CityLiner® untergebracht.<br />

Die mobile Tränkstation verfügt über je einen<br />

Harz- und einen Härtertank. „Sie sind klimatisiert, um die<br />

Harztemperaturen unabhängig von den Außentemperaturen<br />

auf einem definierten Stand zu halten“, so Wahr weiter. Die<br />

Überwachung erfolgt über integrierte Messgeräte. Regelbare<br />

Förderpumpen sorgen für den Transport der erforderlichen<br />

Harz- und Härtermengen zum Zwangsmischer. Nun werden<br />

die Komponenten unter Luftausschluss zusammengeführt<br />

und in den Filzschlauch eingebracht. Der vorbereitete Inliner<br />

wird dann mit Wasserdruck im Inversionsverfahren in die zu<br />

sanierende Haltung eingebracht. Durch Aufheizen des bei<br />

der Inversion benutzten Wassers erfolgt die Aushärtung des<br />

Epoxidharz-Systems. Nach dem Aushärten werden – falls<br />

vorhanden – verschlossene Kanalanschlussleitungen mit dem<br />

KA-TE-Roboter geöffnet. Im Zuge der Sanierungsarbeiten<br />

wurden zusätzlich rund 90 Schächte saniert und mit einer<br />

mineralischen Beschichtung versehen. Hinzu kam die händische<br />

Beschichtung des 420 m langen abgedeckelten Kokereigrabens.<br />

„Es handelt sich um ein begehbares Kastenprofil<br />

mit Trockenwetterrinne“, erläutert Bauleiter Rang. „Nach einer<br />

Hochdruckreinigung und der Reprofilierung der Sohle wurde<br />

der Untergrund – insbesondere die freiliegende Bewehrung –<br />

vorbehandelt und anschließend mit Spritzbeton ausgekleidet.<br />

Die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände der Zeche Zollverein<br />

konnten zur Zufriedenheit der Auftraggeber abgeschlossen<br />

werden. Nach Fertigstellung der Abkopplungsmaßnahmen sind<br />

sämtliche Abwasseranlagen gemäß den allgemeinen Regeln der<br />

Technik saniert und die Dichtheit der Schmutz- und Mischsysteme<br />

ist nachgewiesen. Neben den umfangreichen Arbeiten in<br />

grabenloser Bauweise zählten die Neuverlegung eines Abwasserkanals<br />

DN 500, diverse Umklemmarbeiten von Schmutzund<br />

Regenwasserkanälen, die Einrichtung von Pumpenanlagen<br />

und eines Regenrückhaltebeckens sowie der Bau einer<br />

Druckwasserleitung und eines Bodenfilters zu den wichtigsten<br />

Bausteinen des umfangreichen Sanierungskonzeptes.<br />

KONTAKT<br />

Diringer&Scheidel Rohrsanierung GmbH & Co. KG, NL Herne,<br />

Tel. +49 2323 387980, E-Mail: rohrsan.herne@dus.de,<br />

www.dus.de<br />

Bild 2: Die Mischanlage ist im so genannten DS CityLiner ®<br />

untergebracht. Durch Aufheizen des bei der Inversion benutzten<br />

Wassers erfolgt die Aushärtung des Epoxidharz-Systems<br />

Bild 3: Ein außenseitig PU-beschichteter Nadelfilzschlauch unmittelbar<br />

vor dem Einbau auf der Baustelle mit Epoxidharz getränkt, kontrolliert<br />

kalibriert, und dann mit Wasserdruck im Inversionsverfahren in die<br />

vorbereitete Haltung eingebracht<br />

Foto: DIRINGER&SCHEIDEL ROHRSANIERUNG<br />

Foto: DIRINGER&SCHEIDEL ROHRSANIERUNG<br />

7-8 / 2012615


GANZ ROHR<br />

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PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Installation um 90 º -Krümmung<br />

ohne Endschacht bei Schlauchlining<br />

im Ei-Profil DN1000/1500<br />

Unterhalb des St.-Guido-Stifts-Platz der Stadt Speyer betreiben<br />

die Entsorgungsbetriebe Speyer (EBS) einen Entlastungssammler.<br />

Das gemauerte Ei-Profil hat einen Querschnitt von<br />

1.000 auf 1.500 mm und verläuft in einem lang gestreckten<br />

90° Bogen aus der Achse der Armbruststraße in die Achse<br />

der querenden Petschengasse. Neben dem gekrümmten Verlauf<br />

fand sich auf der ca. 140 m langen, sanierungsbedürftigen<br />

Kanaltrasse noch eine weitere Besonderheit: Nach etwa<br />

100 m in Fließrichtung quert ein anderer, höher verlegter<br />

Kanal den Entlastungssammler und schränkt dessen Querschnitt<br />

auf 1,5 m Fließstrecke vom Scheitel nach unten punktuell<br />

beträchtlich ein. Aufgrund der Netztopographie konnte<br />

der querende Kanal nicht entfernt oder verlegt werden. Er<br />

musste also im Rahmen der Sanierungsstrategie des Entlastungssammlers<br />

erhalten bleiben.<br />

Bild 1: Linerkopf: Inversion über Mini Max Förderband<br />

Die EBS beauftragten das Ingenieurbüro IPR Consult, Neustadt<br />

Weinstraße, mit Planung und Bauleitung der Sanierungsmaßnahme.<br />

Ausgeschrieben wurde in der Folge das Schlauchliningverfahren,<br />

da hierdurch der Querschnitt des Entlastungssammlers<br />

nur minimal reduziert wurde und ein maximaler<br />

„Stauraum“ erhalten werden konnte. Seit über 15<br />

Jahren haben die EBS ausschließlich gute Erfahrungen mit<br />

Schlauchliningtechnologien gemacht und vertrauen daher auf<br />

diese langlebige und wirtschaftliche Art der Kanalrenovation.<br />

Nach erfolgter Ausschreibung und Wertung aller Angebote<br />

erhielt die Insituform Rohrsanierungstechniken GmbH, Niederlassung<br />

Stuttgart, als wirtschaftlichster Bieter den Auftrag<br />

zur Ausführung dieser herausfordernden Sanierungsaufgabe.<br />

WARMWASSERHÄRTENDES VERFAHREN<br />

Bei der Auswahl eines geeigneten Verfahrens kam neben der<br />

schieren Größe des Bestandskanals – aufgrund der erforderlichen<br />

„Bogengängigkeit“ – sowie der notwendigen Installation<br />

ohne Endschacht nur ein warmwasserhärtendes<br />

Schlauchliningverfahren mit dem Trägermaterial Synthesefaserfilz<br />

in Frage. Im Gegensatz zur UV-Lichthärtung mit dem<br />

Trägermaterial Glasfaser ist der Insituform Synthesefaserfilzliner<br />

in der Lage, Krümmungen bis zum vierfachen Altrohrdurchmesser<br />

(r = 4 x d) faltenfrei auszukleiden. Durch das<br />

warmwasserhärtende Inversionsverfahren entstehen beim<br />

Einbringen der Schlauchliner keine Zugkräfte. Daher wird zur<br />

erfolgreichen Installation, im Gegensatz zu UV-lichthärtenden<br />

Verfahren, kein Gegenschacht benötigt.<br />

Insituform stimmte mit Ingenieurbüro und Bauherr<br />

zunächst eine digitale Laservermessung des Altkanals ab, da<br />

der gemauerte Sammler auf der gesamten Trasse deutlich<br />

erkennbare Profiländerungen aufwies und nicht der Geometrie<br />

eines standardisiertem, 2 zu 3 Regel-Eiprofils entsprach.<br />

Die Laservermessung ergab, dass der im Plan genannte Regelquerschnitt<br />

DN1000/1500 nur näherungsweise zutraf, wenngleich<br />

der Umfang bis auf wenige Prozent identisch mit dem<br />

eines Regel-Eiprofils war.<br />

Auf Basis der Laservermessung wurde daraufhin eine statische<br />

Berechnung nach der Finite Elemente Methode erstellt,<br />

da Standardsoftware sowie die Ringsteifigkeitsformel des<br />

Anforderungsprofils der süddeutschen Kommunen nur bei<br />

Regelprofilen angewendet werden können. Die Schlauchkonfektionierung<br />

erfolgte ebenfalls als „Sonderprofil“ unter<br />

Berücksichtigung und auf Basis des minimalen Umfangs aus<br />

der Laservermessung. Im Vorfeld des Schlauchlinereinbaus<br />

erfolgte die Installation der vertraglich fixierten Wasser-<br />

618 7-8 / 2012


Bild 2: Vor der Sanierung: querende Leitung im Scheitel der zu<br />

sanierenden Trasse<br />

Bild 3: Nach der Sanierung: Querende Leitung im Scheitel<br />

haltung mit Q, max = 200 l/sec, die für kleinere bis mittlere<br />

Niederschlagsereignisse ausgelegt war. Abflusshindernisse<br />

und Inkrustationen wurden manuell aus dem Altprofil entfernt<br />

sowie verschiedene Fehlstellen und stärkere punktuelle Ausbrüche<br />

mit PCC Mörtel egalisiert.<br />

Die Installation des Schlauchliners erfolgte in einer ersten<br />

Inversion vom Startschacht in Fließrichtung bis vor den querenden<br />

Kanal und einer zweiten Inversion vom Zielschacht<br />

entgegen der Fließrichtung bis vor den querenden Kanal.<br />

Anschließend wurden die Schlauchlinerköpfe manuell freigeschnitten,<br />

so dass der Abfluss kurzfristig wiederhergestellt<br />

wurde.<br />

Bild 4: Statische Berechnung als Finite Element-(FE-) Simulation<br />

SPEKTAKULÄRE SANIERUNG IN SPEYER<br />

Die Sanierung war sowohl in Dimension als auch aufgrund der<br />

besonderen Altrohr-Randbedingungen kein alltägliches Projekt.<br />

Daher lud Insituform interessierte Kunden, Netzbetreiber und<br />

Ingenieurbüros am Vormittag der zweiten Schlauchlinerinversion<br />

zu einer Baustellenbesichtigung ein. Von über 30 Teilnehmern<br />

wurde die Präsentation mit großer Resonanz angenommen.<br />

Ausschreibende und Planer konnten sich so vor Ort ein<br />

Bild über Platzbedarf der Baustelleneinrichtung machen sowie<br />

den anwesenden Insituform-Mitarbeitern gezielte Fragen<br />

stellen. Einige Besucher der Veranstaltung nutzen die Gelegenheit,<br />

um in den frei- und vollkommen trockengelegten<br />

Startschacht der Sanierungsstrecke einzusteigen. Dort konnten<br />

Sie den bereits installierten Schlauchliner der ersten Inversion<br />

augenscheinlich aus nächster Nähe begutachten.<br />

Zum perfekten handwerklichen Finish der Maßnahme<br />

wurden der 1,5 m lange Abschnitt der querenden Kanaltrasse<br />

zwischen den beiden Linerenden, drei Zwischenschächte<br />

sowie alle Schachteinbindungen, Spiegel und Seitenzuläufe<br />

hochwertig mit UP/GF- Handlaminat ausgekleidet. Insituform<br />

verfügt bundesweit inzwischen über fünf Spezialkolonnen für<br />

die händische Laminierung. Alle Mitarbeiter sind ausgebildete<br />

Laminierscheininhaber nach DVS-2220. So wurde zum<br />

Abschluss der Maßnahme eine Sanierung „aus einem Guss“<br />

erreicht: Nicht nur der neue Schlauchliner kann sich sehen<br />

lassen. Auch die Abzweige, Schächte und Bauwerke wurden<br />

hochwertig in die Renovation einbezogen. Auftragnehmer,<br />

Ingenieurbüro und Bauherr zeigten sich mit Abwicklung und<br />

Ergebnis des Sanierungsprojekts in höchstem Maße zufrieden.<br />

KONTAKT<br />

Insituform Rohrsanierungstechniken GmbH, Niederlassung<br />

Stuttgart, E-Mail: stuttgart@insituform.de<br />

7-8 / 2012619


PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Deponie Winnenden: „Rakete<br />

im Tiefflug“ saniert desolate<br />

Talentwässerung<br />

Berstlining-Einsätze zur Neuverlegung von Rohrleitungen sind immer mit einem gewissen Nervenkitzel verbunden – erst recht<br />

jedoch, wenn die Leitung 35 m tief und unter der Basisabdichtung einer Mülldeponie liegt. Diese Aufgabenstellung bewältigten<br />

die Experten der KMG Pipe Technologies GmbH, Niederlassung Umwelt- und Deponietechnik, im Frühjahr 2012 auf der Deponie<br />

Winnenden-Eichholz im Auftrag der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rems-Murr-Kreises mbH (AWG).<br />

Bild 1: Das 160 m lange Relining-Rohr, das von unten her bergauf in die<br />

Deponie eingezogen wurde; im Hintergrund ist die Baustelle als Zielpunkt<br />

des Relining auf der Deponie erkennbar<br />

Der Ausfall solcher Leitungen ist ein Extremfall, den man<br />

tunlichst zu vermeiden sucht. Wo der „worst case“ dennoch<br />

eintritt, sind hoch anspruchsvolle Sanierungslösungen gefragt.<br />

So im Frühjahr 2012 auf der Deponie Winnenden-Eichholz<br />

der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rems-Murr-Kreises<br />

mbH (AWG). Hier galt es, 185 m Talentwässerungsleitungen<br />

zu sanieren – und zwar grabenlos, was sich bei 35 m Überdeckung<br />

quasi von selbst versteht. Das Konzept, das die Planer<br />

der AWG und des Ingenieurbüros ICP aus Urbach gemeinsam<br />

mit den Experten des Geschäftsbereichs Umwelt- und Deponietechnik<br />

der KMG Pipe Technologies GmbH, Niederlassung<br />

Ferrum Bau und Umwelt, entwickelte, sah den Austausch von<br />

20 m irreparabel geschädigten StZ-Drainrohres in 35 m Tiefe<br />

im Berstlining-Verfahren durch ein PE 100-Drainagerohr<br />

280 SDR 7,4 vor. Weitere 160 m PE 100-Drainrohr 355 SDR<br />

7,4 sollten im Relining-Verfahren in eine defekte, aber in der<br />

Substanz zu erhaltende Rohrstrecke aus Stahlbeton DN 600<br />

eingezogen und der Ringraum zwischen Alt- und Neurohr mit<br />

Kies 16/32 verblasen werden.<br />

Als Talentwässerung bezeichnet man Drainageleitungen, die die<br />

Geologie unterhalb von Abfalldeponien entwässern und sicherstellen,<br />

dass die Entsorgungsanlage nicht im Laufe der Jahre<br />

aufschwimmt. Entsprechend wichtig ist ihre Funktionssicherheit.<br />

Fatalerweise setzen sich diese Rohre ebenso mit Inkrustationen<br />

zu wie die Sickerwasserstränge im Abfall selbst. Ein zweites Risiko<br />

für Talentwässerungen sind Schäden an den Rohren, die beim<br />

Aufbau der Basisabdichtung der Deponie oder später, bei deren<br />

Verfüllung und durch die enorme Auflast im Betrieb entstehen.<br />

SCHÄCHTE DURCH DEN MÜLL ABGETEUFT<br />

Voraussetzung für die erfolgreiche Realisierung des Konzepts<br />

war eine ihrerseits bereits spektakuläre Baumaßnahme im<br />

Müll von Winnenden. Am Anfangs- und am Endpunkt der zu<br />

berstenden Strecke mussten zwei Tiefschächte ausreichender<br />

Nennweite als Operationsbasis für die Leitungserneuerung<br />

abgeteuft werden, und zwar durch den Müll und die Basisabdichtung<br />

hindurch bis auf die Höhenlage der Talentwässerung.<br />

Dabei ging es konkret um Schachtbauwerke von 34 m Tiefe<br />

bei einer Weite von 4,70 m und 32 m Tiefe / Weite 5,60 m<br />

im Spritzbetonverfahren. Die Errichtung von Spritzbetonbaugruben<br />

ist eine seit Jahren bundesweit geschätzte und nachgefragte<br />

Kernkompetenz der KMG Pipe Technologies GmbH.<br />

Das gilt insbesondere, wie auch in Winnenden, in Verbindung<br />

mit Sanierungsmaßnahmen am Leitungsbestand.<br />

Bei diesem Schachtbau-Verfahren wird der Schacht<br />

mit einem Seilbagger abgeteuft und von einer abgesenkten<br />

Arbeitsplattform aus schrittweise mit einer Wand aus<br />

stahlarmierten Spritzbeton ausgebaut. Zwischen zwei dieser<br />

Schächte findet dann „von Sohle zu Sohle“ die eigentliche<br />

Leitungsbau- bzw. Sanierungsmaßnahme statt.<br />

620 7-8 / 2012


Im 34 m-Schacht der Deponie Winnenden wurde in die<br />

geöffnete defekte Leitung eine pneumatische Berstrakete des<br />

Typs „Gigant“ der Tracto-Technik GmbH eingesetzt und mit<br />

einem zuvor in die Altleitung eingezogenen Stahlseil verbunden.<br />

Der Rakete wurde ein gelochtes PE 100-Rohr 280 SDR<br />

7,4 zugkraftschlüssig angekoppelt, durch das hindurch man<br />

den Pneumatik-Druckschlauch für den Antrieb der Berstrakete<br />

führte und an ein Aggregat an der Erdoberfläche anschloss.<br />

Am 17. April wurde es dann ernst: Mit weithin dröhnenden<br />

Schlägen arbeitete sich die Rakete, am Stahlseil in der Richtung<br />

stabilisiert, Meter um Meter in die defekte Steinzeugleitung<br />

vor, zerbrach sie und verdrängte die Scherben ins umgebende<br />

Erdreich. Im Vortrieb unterstützt wurde die Rakete durch<br />

eine außerhalb der Deponie in 180 m Entfernung postierte<br />

10 t-Winde. Beim Vorrücken zog die Rakete den angekoppelten<br />

neuen Rohrstrang nach – eine spannende Angelegenheit<br />

für alle Beteiligten. Denn wie sich zeigte, brachte dieser Einsatzfall<br />

die bewährte Technik bis ans äußerste Limit – und<br />

eine Havarie der Rakete unter der Deponie wäre der denkbar<br />

schlimmste Fall gewesen. Fünf endlos lange Stunden dauerte<br />

es, bis der Raketenkopf nach 20 m im Zielschacht erschien und<br />

alle Anwesenden tief aufatmen ließ: Nervenkitzel pur – auch<br />

für die „mit allen Sickerwässern gewaschenen“ Deponieprofis<br />

von KMG PT.<br />

Zwei Tage später dann Phase 2 des Vorhabens: Auf einer<br />

Wiese außerhalb des Deponiegeländes hatte man bereits Tage<br />

zuvor PE 100-Drainagerohre 355 SDR 7,4 zu einem 160 m<br />

langen Strang zusammengeschweißt, den man jetzt über ein<br />

Auslaufbauwerk der Talentwässerung bergauf in Richtung<br />

des zweiten neuen Schachtbauwerkes einzog. Die Winde tat<br />

ihren Dienst jetzt von der Gegenseite her, also von der Sohle<br />

des 32 m tiefen Schachtes aus. Nach insgesamt vier Stunden<br />

war auch dieser Kraftakt erfolgreich vollzogen. Nach Verblasen<br />

des Ringraumes zwischen Altrohr und neueingezogenem<br />

Reliningstrang mit Kies 16/32 wurden die beiden neuen<br />

Talentwässerungs-Drainagerohre in der Tiefe des Schachtes<br />

miteinander verbunden. Der letzte Arbeitsgang war dann nach<br />

so viel Extremtechnik eher Routine: In den beiden mächtigen<br />

Schachtbauwerken wird die durch den Aushub beschädigte<br />

Deponie-Basisabdichtung sorgfältig wieder hergestellt. Die<br />

anschließende Verfüllung der Spritzbetonbaugruben mit inertem<br />

Material erfolgt durch den Deponiebetrieb in Eigenregie.<br />

Alles in allem dauerte die Sanierung der tief liegenden Rohrleitungen<br />

einschließlich Schachtbau und Wiederherstellung<br />

der Basisabdichtung rund 24 Arbeitswochen: Für die KMG<br />

PT-Fachleute zwar keineswegs der erste Sanierungsfall dieser<br />

Art, allerdings durchaus einer der anspruchsvolleren, angesichts<br />

der Tatsache, dass man sich hier sogar unterhalb der Deponie<br />

in offenkundig schwieriger Geologie bewegte. Mit Genugtuung<br />

und großer Erleichterung nahm man den Bauerfolg auch und<br />

vor allem bei den Verantwortlichen der AWG zur Kenntnis.<br />

Bild 2: Blick auf die Sohle des 34 m tiefen ersten Berstlining-<br />

Startschachtes. Die Berstrakete mit anhängendem HDPE-<br />

Rohrstrang ist bereits in die geöffnete Leitung eingesetzt<br />

Bild 3: Perspektive den Berstlining-Rohrstrang hinauf<br />

KONTAKT<br />

KMG Pipe Technologies GmbH, Schieder-Schwalenberg,<br />

Ulrich Winkler, Tel. +49 5284 705-407,<br />

E-Mail: ulrich.winkler@kmg.de, www.kmg.de<br />

Bild 4: Die Berstrakete „Gigant“ vor dem Einsatz unterhalb der<br />

Deponie-Basisabdichtung<br />

7-8 / 2012621


PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Vorausschauende Kanalerneuerung<br />

in der denkmalgeschützten<br />

Synagogengasse in Drensteinfurt<br />

Was die Tiefbauer in der Synagogengasse im münsterländischen Drensteinfurt erwartete, war eine Herausforderung: Die<br />

Baustelle glich mit einer Gassenbreite zwischen 2,5 m und 3,5 m einem Nadelöhr; der bestehende Kanal war aus unterschiedlichen<br />

Werkstoffen zusammengesetzt, hydraulisch zu gering bemessen und nur 30 cm mit Boden überdeckt. Zudem gab es viele<br />

selbst gebastelte Schächte, die alle marode waren. Gleichzeitig galt es, auf denkmalgeschützte Gebäude Rücksicht zu nehmen.<br />

Alles in allem Voraussetzungen, die ein erhebliches Maß an Planung und Vorbereitung erfordern. Ein wichtiger Aspekt unter<br />

solch erschwerten Rahmenbedingungen ist die Wahl des Rohrwerkstoffs. Die Stadtverwaltung Drensteinfurt entschied sich<br />

hierbei für Produkte von der Funke Kunststoffe GmbH. Auch für den Auftragnehmer, die Firma Walter Frerichmann Straßenund<br />

Tiefbau, eine gute Entscheidung, denn Rohre und Formteile des eingesetzten HS ® -Kanalrohrsystems besitzen ein geringes<br />

Eigengewicht, sind inklusive der Formteile wandverstärkt und dadurch sehr stabil, schon in Einbautiefen ab 0,5 m einsetzbar<br />

und dank fest eingelegter FE ® -Dichtung leicht zu verlegen.<br />

AKUTER HANDLUNGSBEDARF<br />

Es war ein alarmierendes Zeichen für die Stadtverwaltung,<br />

als ein Gebäudekeller in der Synagogengasse Vernässungen<br />

aufzeigte. Eine daraufhin erfolgte Überprüfung des Kanals<br />

bestätigte, was im Tiefbauamt längst befürchtet worden war:<br />

Der Sammler war in die Jahre gekommen, es bestand akuter<br />

Handlungsbedarf. „Zunächst haben wir den Schaden nur punktuell<br />

beheben lassen, um ein weiteres Eindringen von Wasser<br />

in den Gebäudekeller schnell zu stoppen“, berichtet Planer<br />

Dipl.-Ing. Hermann Himmelmann von der Gnegel GmbH.<br />

Immerhin ist die Synagogengasse für die Stadt von historischer<br />

Bedeutung: Sie gilt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern<br />

als denkmalgeschützter Bereich. Besonders stolz ist man auf<br />

das jüdische Gotteshaus, das der Gasse den Namen verliehen<br />

hat. Die Synagoge wurde im Krieg zerstört und 1990 restauriert.<br />

Heute gehört sie zu den wenigen erhaltenen jüdischen<br />

Gottes häusern im Münsterland, wofür die Stadt 1992 die<br />

Europa-Nostra-Medaille für die „eindringliche und behutsame<br />

Wiedergewinnung eines kleinen, aber wichtigen Denkmals<br />

jüdischer Tradition in Westfalen“ erhalten hat. „Eine solche<br />

Auszeichnung verpflichtet“, findet Dipl.-Ing. Thomas Meier<br />

vom Fachbereich Planen, Bauen, Umwelt der Stadtverwaltung<br />

Drensteinfurt und steht mit dieser Meinung nicht alleine.<br />

hydraulisch viel zu gering bemessen. Außerdem befand er sich nur<br />

30 cm unter der Oberfläche.“ Für die Beteiligten vor Ort stand<br />

angesichts dieser Ausgangslage fest, dass die gesamte Kanalisation<br />

inklusive der Hausanschlüsse in der Synagogengasse erneuert<br />

werden mussten. Im Zuge des Kanalbaus wurden gleichzeitig<br />

auch alle anderen Versorgungsleitungen, wie etwa Gasleitungen<br />

und zusätzliche Leerrohre für Telefonkabel verlegt. „Aufgrund<br />

des denkmalgeschützten Bereiches, aber auch wegen der<br />

NEUVERLEGUNG SÄMTLICHER<br />

VERSORGUNGSLEITUNGEN<br />

Der provisorischen Schadensbehebung folgte im nächsten<br />

Schritt eine gründliche Neubewertung der infrastrukturellen<br />

Gegebenheiten. Gerd Frerichmann, Inhaber der bauausführenden<br />

Walter Frerichmann Straßen- und Tiefbau, beschreibt die Lage,<br />

wie die Tiefbauer sie vorgefunden haben, so: „Der Sammler war<br />

aus unterschiedlichen Werkstoffen zusammengeflickt; es gab<br />

viele selbst gebastelte Schächte, die alle vollständig marode<br />

waren. Mit einer Nennweite von DN/OD 160 war der Sammler<br />

Bild 1: Eine Herausforderung für die Tiefbauer: Mit<br />

einer Gassenbreite zwischen 2,5 m und maximal 3,5 m<br />

waren die Baustellenverhältnisse besonders eng<br />

622 7-8 / 2012


esonders engen Bauverhältnisse mit einer Gassenbreite von<br />

maximal 3,5 m, haben wir in einem ersten Schritt eine Bausicherung<br />

durchgeführt. Das heißt, dass wir den Ist-Zustand<br />

der alten Gebäude dokumentiert haben, um später eventuell<br />

durch die Tiefbauarbeiten aufgetretene Schäden erkennen<br />

zu können“, erinnert sich Planer Himmelmann. Im Anschluss<br />

konnte damit begonnen werden, den Sammler auf die aktuellen<br />

Erfordernisse vor Ort umzustellen. Zum Einsatz kamen<br />

für die Hausanschlussleitungen HS ® -Kanalrohre in der Nennweite<br />

DN/OD 160, die mittels CONNEX-Anschlüssen an den<br />

Sammler aus HS ® -Kanalrohren der Nennweite DN/OD 315<br />

angeschlossen wurden. Die Kunststoffrohre wurden frostsicher<br />

bei einer Einbautiefe von 1 m verlegt. „Dass die Rohre<br />

und Formteile mit SDR 34 wandverstärkt sind, hat uns mit<br />

Blick auf deren Stabilität überzeugt“, sagt Dipl.-Ing. Thomas<br />

Meier von der Stadtverwaltung.<br />

Polier Klaus Grüttner, Walter Frerichmann Straßen- und<br />

Tiefbau, lobt derweil auch den praktischen Aspekt: „Wegen<br />

des geringen Eigengewichts genügte ein Ausschachten mit<br />

Minibagger oder von Hand. Zusätzlich hatten wir einen Radlader<br />

im Einsatz. Der Werkstoff Kunststoff ist leicht und flexibel<br />

zu handhaben. Anders wäre es aufgrund der beengten<br />

Baustellenverhältnisse gar nicht gegangen.“ Aber auch die fest<br />

eingelegte FE ® -Dichtung überzeugte den Tiefbauer, denn sie<br />

verhindert ein Herausdrücken und Verschieben der Dichtung<br />

bei der Montage. Um für die Zukunft in puncto Dichtheitsprüfung<br />

auf Nummer sicher zu gehen, investierte die Stadt Drensteinfurt<br />

zusätzlich in HS ® -Abwasserkontrollen, die Betreibern<br />

von Kanalnetzen die Möglichkeit geben, den Zustand<br />

der Hausanschlüsse zu kontrollieren. Außerdem wurden vier<br />

HS ® -Hauskontrollschächte DN/OD 800 in Betrieb genommen,<br />

die die erforderlichen Wartungsarbeiten wie Kamerabefahrung,<br />

Spülung und Reinigung erleichtern. Gleichzeitig erfüllen die<br />

Schächte aber noch einen weiteren Zweck: Sie nehmen das<br />

anfallende Niederschlagswasser auf. Eine vorausschauende<br />

Funktion, da die Synagogengasse aus Platzgründen keine<br />

zusätzlichen Straßenabläufe besitzt. Planer Himmelmann: „Die<br />

Straßenoberfläche fällt deshalb auch nicht wie üblich zu den<br />

Seiten ab, sondern zur Mitte. Auf diese Weise kann das Wasser<br />

zu den Schächten fließen. Von der Straßenmitte bis zur Hauswand<br />

haben wir einen Höhenunterschied von 4 cm umgesetzt.“<br />

Dass sich der Kunststoffrohrhersteller Funke wenn nötig<br />

Lösungen für die individuellen Baustellenverhältnisse vor Ort<br />

einfallen lässt, stellte er auch in Drensteinfurt unter Beweis.<br />

Hierfür wurden die Schächte im Werk mit zusätzlichen seitlichen<br />

Abläufen inklusive Kugelgelenkanschlüssen ausgestattet,<br />

um über die Fallleitungen das Regenwasser von den Hausdächern<br />

aufnehmen zu können. Mittlerweile sind die Tiefbauarbeiten<br />

in der Synagogengasse abgeschlossen. Die Beteiligten<br />

sind sich einig, dass die verwendeten Rohre insbesondere mit<br />

Blick auf die besonderen Baustellenverhältnisse vor Ort die<br />

richtige Wahl waren.<br />

KONTAKT<br />

Funke Kunststoffe GmbH, Hamm-Uentrop,<br />

Tel. +49 2388 3071-0, E-Mail: info@funkegruppe.de,<br />

www.funkegruppe.de<br />

Fotos: Funke Kunststoffe GmbH<br />

Bild 2: Sammler aus HS ® -Kanalrohren, CONNEX-<br />

Anschluss, Formteile des HS ® -Kanalrohrsystems und<br />

die HS ® -Abwasserkontrolle<br />

Bild 3: Kein böses Erwachen bei Dichtheitsprüfungen<br />

dank HS ® -Abwasserkontrollen (kleiner Gussdeckel) und<br />

HS ® -Kontrollschächte mit Gussabdeckung<br />

7-8 / 2012623


PROJEKT KURZ BELEUCHTET<br />

ABWASSERENTSORGUNG<br />

Kompaktschacht für das neue<br />

Pumpwerk bei Pfaffenreuth<br />

Rund 65 t schwer war der aus drei Einzelteilen bestehende Fertigteilschacht, den die J. Schnurrer GmbH & Co. KG zum neuen<br />

Pumpwerk bei Pfaffenreuth geliefert hat. Das im Betonwerk Schnurrer in Weiden in Kompaktbauweise hergestellte Bauteil<br />

entspricht den erhöhten Anforderungen der Qualitätsrichtlinie der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V. (FBS).<br />

Vor Ort wurde das Herzstück der neuen Anlage von Mitarbeitern der Streber Bau GmbH fachgerecht eingebaut und abschließend<br />

mit der modernen Pumpentechnik ausgestattet. Damit fand ein umfangreiches Bauprojekt seinen Abschluss, in deren Rahmen<br />

Pfaffenreuth und Eichelberg als letzte Ortsteile der Verbandgemeinde Pressath im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an die zentrale<br />

Abwasserbehandlungsanlage der Stadt angeschlossen wurden.<br />

„In 2011 sind in Pfaffenreuth und Eichelberg zuerst die Ortskanäle<br />

verlegt worden“, erläutert der zuständige Planer Dipl.-<br />

Ing. Peter Bork, Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Peter Bork. Im nächsten<br />

Bauabschnitt wurden dann eine Freispiegelleitung von<br />

Eichelberg zum Pumpwerk bei Pfaffenreuth und eine Druckleitung<br />

vom Pumpwerk bis Altendorf errichtet. „Die Planungen<br />

der Tiefbaumaßnahmen basierten auf einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung,<br />

mit der bereits 2005 begonnen wurde“,<br />

so Bork weiter. Die damals in Pfaffenreuth und Eichelberg<br />

schon existierenden Rohrleitungsnetze seien allerdings weder<br />

für eine Mischwasser- noch eine Schmutzwasserableitung<br />

geeignet gewesen. „Die alten Haltungen sind nicht zurückgebaut<br />

worden, sondern werden in Zukunft für die Ableitung<br />

des Regenwassers zum Vorfluter genutzt“, ergänzt Dipl.-Ing<br />

Robert Ernstberger, Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Peter Bork. Das<br />

Schmutzwasser wird nun allerdings über eine neue Abwasserleitung<br />

DN 200 zum Pumpwerk geleitet und von hier aus<br />

über eine pneumatische Pumpanlage und eine HDPE-Druckleitung<br />

dem Kanalnetz in Altendorf zugeführt.<br />

WERKSEITIG AUSGEKLEIDET<br />

Der Kompaktschacht, in dem die Abwasser-Förderanlage<br />

des Pumpwerks sitzt, wurde bei Schnurrer in Weiden als<br />

Fertigteil in Kompaktausführung entsprechend der FBS Qualitätsrichtline<br />

Teil 2-2 hergestellt, die für Schachtbauwerke<br />

aus Stahlbetonfertigteilen in FBS-Qualität für erdverlegte<br />

Abwasserleitungen und -kanäle gilt. „Das monolithische<br />

Bodenteil der geteilten Kammern ist werkseitig mit einer<br />

Auskleidung aus Steinzeug-Platten ausgestattet worden.<br />

Das ermöglicht später eine optimale Unterhaltsreinigung“,<br />

erläutert Peter Tippmann von Verkauf und Technik der<br />

Schnurrer GmbH & Co. KG.<br />

Fotos: Schnurrer<br />

Bild 1: Die Fertigteile wurden nach terminlicher Absprache zur Einbaustelle<br />

geliefert. Aufgrund der Abmessungen der Einzelelemente erfolgte der Transport<br />

im Konvoi mit Polizeibegleitung<br />

Bild 2: Rund 65 t bringt der aus drei<br />

Einzelteilen bestehende FBS-<br />

Fertigteilschacht auf die Waage<br />

624 7-8 / 2012


VORTEILE BEIM VERSETZEN<br />

Die zweite Schachtkammer mit Betongerinne dient als Sammelraum<br />

für die abwasserzuführenden Freispiegelleitungen.<br />

„Die vorgeformte Nut- und Federfugenkonstruktion in Verbindung<br />

mit einem speziellen Betonkleber war beim Versetzen<br />

wieder von großem Vorteil“, bestätigt Dipl Ing. Thomas<br />

Streber, Streber Bau GmbH. Präzise und maßgenau fügen sich<br />

Bodenteil, Zwischenrahmen und Deckenplatte aufeinander.<br />

Nach knapp zwei Stunden war der Kompaktschacht kraftschlüssig<br />

und wasserdicht wie in „einem Guss“ verbaut. Eine<br />

Deckenplatte, ausgestattet mit zwei isolierten Einstiegsdomen<br />

und einer aufgesetzten Schalldämpferwanne, bilden den<br />

Abschluss.<br />

Die Fertigteile wurden nach terminlicher Absprache mit<br />

der Bauleitung zur Einbaustelle geliefert. „Aufgrund der<br />

Abmessungen der Einzelelemente erfolgte der Transport im<br />

Konvoi mit Polizeibegleitung“, erinnert sich Dipl Ing. Thomas<br />

Streber und Polier Anton Schuller von der bauausführenden<br />

Streber Bau GmbH. Beim Einbau waren neben den verantwortlichen<br />

Planern und den Baupartnern von Streber Bau und<br />

Schnurrer auch Bürgermeister Konrad Merkl, Bautechniker<br />

Rainer Sternkopf von der Verwaltungsgemeinschaft Pressath<br />

sowie Dieter Bauer vom Wasserwirtschaftsamt Weiden und<br />

die Klärwärter der Stadt Pressath, Werner Deglmann und<br />

Manfred Ficker, dabei.<br />

Alle Beteiligten zogen ein positives Fazit zum Abschluss<br />

der Bauarbeiten – sowohl in Bezug auf den reibungslosen<br />

Ablauf als auch hinsichtlich der Ausführungsqualität der gelieferten<br />

Betonfertigteile. Nach dem Bau der einzelnen Hausanschlussleitungen<br />

an die Ortsnetze konnte die Kanalisation<br />

dann in Betrieb genommen werden. Damit sind 48 Einwohner<br />

aus Eichelberg und 34 Einwohner aus Pfaffenreuth abwassertechnisch<br />

nach den aktuellen und anerkannten Regeln der<br />

Technik am Netz.<br />

Bild 3: Nach knapp zwei Stunden war der Kompaktschacht<br />

kraftschlüssig und Wasserdicht wie in „einem Guss“ verbaut<br />

KONTAKT<br />

FBS e.V., Bonn, Tel. +49 228 95456-54,<br />

E-Mail: info@fbsrohre.de, www.fbsrohre.de<br />

Bild 4: Eine Deckenplatte ausgestattet mit zwei isolierten<br />

Einstiegsdomen und einer aufgesetzten Schalldämpferwanne<br />

bildet den Abschluss des Schachtbauwerks<br />

Besuchen Sie uns im Internet:<br />

www.<strong>3R</strong>-Rohre.de<br />

7-8 / 2012625


FACHBERICHT<br />

HDD-SPECIAL<br />

Der Oberbogen – oftmals unterschätzt<br />

in seiner Komplexität<br />

Von Albert Großmann, Jörg Himmerich, Rüdiger Kögler<br />

Die konstruktive Auslegung, der Aufbau sowie der Betrieb eines Oberbogens sind keinesfalls triviale Aufgabenstellungen.<br />

Insbesondere für Stahlrohrleitungen großer Dimensionen mit entsprechender Umhüllung sind zahlreiche Aspekte und<br />

Rahmenbedingungen zu beachten, um sicherzustellen, dass weder die Materialfestigkeiten des Rohrmaterials noch diejenigen<br />

der Rohrumhüllung überschritten werden und die zulässigen Belastungen der Rollenböcke sowie deren Unterbau eingehalten<br />

werden. Neben diesen konstruktiven Aspekten sind für den Oberbogen auch die sicherheitstechnischen Aspekte entsprechend<br />

zu beachten, da hier zahlreiche Gefährdungen des dort eingesetzten Personals auftreten können.<br />

EINLEITUNG<br />

Für den Rohreinzug im Rahmen eines HDD-Projekts (HDD =<br />

Horizontal Directional Drilling) wird über einen Oberbogen der<br />

auf der Pipesite vorgestreckte Rohrstrang in einem elastischen<br />

Bogen unter einem definiert flachen Winkel an das Bohrloch<br />

herangeführt. In der Regel schließt sich an den Oberbogen ein<br />

meist horizontaler Hauptteil des vorgestreckten Rohrstranges<br />

auf der Geländeoberfläche an (Bild 1).<br />

Insbesondere bei einzuziehenden Rohrsträngen mit großen<br />

Außendurchmessern ist die Ausbildung dieses Oberbogens<br />

nicht trivial. Die wesentliche Bemessungsgröße des Oberbogens<br />

ist der gewünschte elastische Biegeradius, den die<br />

Rohrleitung beschreiben soll. Weiterhin ist der Austrittswinkel<br />

des Bohrkanals aus dem Boden eine einzuhaltende Randbedingung.<br />

Aus dem Austrittswinkel der Bohrung, die im Weiteren<br />

den Einzugswinkel der Rohrleitung darstellt, wird mit dem<br />

Biegeradius die Höhe und Länge des Oberbogens ermittelt,<br />

welcher auf Rollenböcken geführt wird.<br />

Ist zur Unterstützung des Einziehvorgangs die Verwendung<br />

eines Pipe-Trusters oder eines Pipe-Pushers vorgesehen, so ist<br />

eine möglichst zwängungsfreie Rohrführung im Bereich dieses<br />

Baugeräts zu gewährleisten (Bild 2). Dabei ist das Augenmerk<br />

auf die Ausbildung des Oberbogens unter Berücksichtigung der<br />

Zwangsführung (Lage und Neigungen des Produktenrohres im<br />

Bereich des Pipe-Trusters/Pipe-Pushers) zu richten.<br />

REGELWERK<br />

Der rechtliche Rahmen der technischen Umsetzung solcher<br />

Projekte wird durch die allgemein gültigen bautechnischen<br />

Normen und Richtlinien vorgegeben. Bei Rohrleitungen ist<br />

darauf zu achten, dass je nach Einsatz der Rohrleitung unterschiedliche<br />

Regelwerke gelten.<br />

In der vorliegenden Veröffentlichung wird beispielhaft<br />

eine Gashochdruckleitung betrachtet und damit gilt das<br />

DVGW-Regelwerk.<br />

Die bautechnische Bemessung von Bauwerken unterscheidet<br />

sich von der betriebstechnischen Bemessung im Ansatz<br />

des Sicherheitskonzeptes. Die betriebstechnische Bemessung<br />

setzt voraus, dass das bemessene System bezüglich<br />

der Betriebslasten und etwaiger Zusatzlasten ausreichende<br />

Sicherheiten aufweist. Die Systeme im Betriebszustand<br />

unterliegen jedoch nicht der gleichen Überwachungs- und<br />

Kontrollmöglichkeit wie Systeme im Bauzustand. Der Bauzustand<br />

ist dadurch gekennzeichnet, dass die Lastzustände der<br />

Systeme sehr gut bekannt sind und einer ständigen Kontrolle<br />

unterliegen. Hierdurch dürfen im Bauzustand auch geringere<br />

Sicherheiten angesetzt werden als im Betriebszustand.<br />

Diese Sicherheitsphilosophie für Gashochdruckleitungen ist<br />

unter anderem in der DIN EN 1594:2000 [3, 4] wiedergegeben,<br />

wo für Bau- und Betriebszustände die Sicherheiten differenziert<br />

werden. Für den Bauzustand und die Errichtung eines Oberbogens<br />

gilt demnach eine Sicherheit von 1,10 für die resultierenden<br />

Baulasten, um welche die Lasten zu erhöhen oder die Widerstände<br />

zu verringern sind. Für den späteren Betriebszustand müssen<br />

jedoch wieder die Sicherheiten nach DVGW-Richtlinie G 463 [2]<br />

zwischen 1,50 bis 1,60 eingehalten werden.<br />

RANDBEDINGUNGEN<br />

Bei der Planung und Bemessung des Oberbogens sind zahlreiche<br />

Randbedingungen zu beachten, die den erfolgreichen<br />

und beschädigungsfreien Einzug der Rohrleitung sicherstellen:<br />

zwängungsfreie Absenkung des Rohres in die<br />

Oberbogengeometrie,<br />

Einhaltung der zulässigen Spannung an der Rohrleitung im<br />

Bauzustand,<br />

Einhaltung der zulässigen Traglasten der Rollenböcke,<br />

Einhaltung der zulässigen Spannung der Umhüllung bei Kontakt<br />

der Rohrleitung mit den Rollenböcken,<br />

sichere Aufnahme der auftretenden Horizontal- und Vertikalkräfte<br />

durch die Rollenböcke und deren Unterbau.<br />

Nachfolgend sollen exemplarisch für ein Stahlrohr DN 1000 die<br />

mit der Bemessung und Errichtung des Oberbogens zusammenhängenden<br />

Aspekte diskutiert werden. Folgende Kennwerte<br />

wurden in den nachfolgenden Berechnungen angesetzt:<br />

- Durchmesser: 1.000 mm<br />

- Wanddicke: 16 mm<br />

- Streckgrenze: 360 N/mm²<br />

626 7-8 / 2012


- E-Modul: 206.000 N/mm²<br />

- Rohrlänge: 1.000 m<br />

- Einzugswinkel: 7 °<br />

Aus den Ausführungen zum Regelwerk geht hervor,<br />

dass für die Bauphase eine Sicherheit zu berücksichtigen<br />

ist, welche nach [4] eine Minderung der<br />

Streckgrenze des Rohrwerkstoffes um einen Faktor<br />

von 1,10 bedeutet.<br />

zul. σ = ​ _____ Re<br />

1,10 ​<br />

mit:<br />

Re = Streckgrenze in N/mm²<br />

zul. σ = zulässige Spannung in N/mm²<br />

Für das vorliegende Beispiel ergibt sich somit eine<br />

zulässige Spannung des Rohrwerkstoffes für die<br />

Bemessung im Bauzustand von 327 N/mm².<br />

ZUGKRAFT<br />

Zu Beginn des Einzugvorganges ist die Trägheit des<br />

Rohrstranges zu überwinden, um die Bewegung des<br />

gesamten auf den Rollenböcken aufliegenden Rohrstranges<br />

in Gang zu setzen. Dabei treten verteilt über<br />

den Querschnitt des Rohres Axialspannungen auf, die<br />

sich mit den Biegespannungen aus der im Oberbogen<br />

ausgelegten Rohrleitung überlagern. Für eine Bemessung<br />

des Oberbogens ist dies zu berücksichtigen und<br />

die zulässige Spannung des Rohrwerkstoffes um den<br />

Betrag der Axialspannungen zu mindern.<br />

Zur Minimierung der Auftriebskräfte während<br />

des Einzugs in den Bohrkanal, ist für Rohrleitungen<br />

mit großem Durchmesser häufig eine Ballastierung<br />

notwendig. Erstreckt sich diese Ballastierung bautechnisch<br />

bedingt auch auf den ausgelegten Teil der<br />

Rohrleitung im Oberbogen, so ist das Gewicht des<br />

Rohrstranges um den Betrag der Ballastierung zu<br />

erhöhen und somit bei der Axialspannungsermittlung<br />

zu berücksichtigen.<br />

Bei der Axialspannungsermittlung wird das spezifische<br />

Rohreigengewicht (im Beispiel = 396 kg/m)<br />

zuzüglich etwaiger Zusatzlasten entlang des zu bewegenden<br />

Rohrstrangs angesetzt und mit dem Reibungsbeiwert<br />

auf den Rollenböcken multipliziert. Erfahrungsgemäß<br />

liegt der Reibungsbeiwert zwischen 0,05<br />

und 0,10 und wird hier im Beispiel mit 0,08 angesetzt.<br />

​σ​ x,N<br />

​= ​ρ​ Stahl<br />

​∙ ​L​ Rohr<br />

​∙ 0,08<br />

mit:<br />

L Rohr<br />

= Länge des einzuziehenden Rohres in mm<br />

σ x,N<br />

= Axialspannung im Rohr in N/mm²<br />

ρ Stahl<br />

= Wichte Stahl mit 78,5 ∙ 10 -6 in N/mm³<br />

Foto: Kögler Foto: Kögler DCA, 2007<br />

Bild 1: Wesentliche Komponenten eines Oberbogens<br />

Bild 2: Oberbogen während des Einziehvorgang<br />

Bild 3: Auflegen eines Rohrstrangs in eine Oberbogenkonstruktion<br />

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FACHBERICHT<br />

HDD-SPECIAL<br />

Im Beispiel wird für den 1.000 m langen Rohrstrang eine<br />

Axialspannung von ca. 6 N/mm² im Rohrstrang wirken. Die zulässige<br />

Spannung des Rohrwerkstoffes muss um diesen Betrag<br />

verringert werden, um die zulässige Biegespannung zu erhalten.<br />

In der Regel können Axialspannungen dieser Größenordnung<br />

vernachlässigt werden, was im Weiteren auch geschieht.<br />

Dennoch muss im Rahmen der Planung und Bemessung des<br />

Oberbogens diese ermittelt und überprüft werden.<br />

BIEGERADIEN<br />

Nach DVGW-Richtlinie G 463 [2] errechnet sich der zulässige<br />

elastische Biegeradius einer Rohrleitung für den Betriebszustand<br />

nach der Formel<br />

​R​ min<br />

​= ________ ​<br />

206 ∙ Da<br />

​f​ 0<br />

​∙ Re ​<br />

mit:<br />

Da = Außendurchmesser in mm<br />

f 0<br />

= Nutzungsgrad = Kehrwert der Sicherheit<br />

R min<br />

= kleinster zulässiger Biegeradius in m<br />

Für das hier gewählte Beispiel einer Gasleitung DN 1000<br />

und mit einer Streckgrenze des Rohrwerkstoffes von<br />

360 N/mm² errechnet sich ein elastischer Biegeradius zu<br />

630 m unter Berücksichtigung eines Nutzungsgrades von<br />

0,91 (Sicherheit 1,1).<br />

Dabei gilt es zu erwähnen, dass die resultierenden Spannungen<br />

aus dem elastischen Biegeradius der Leitung für den<br />

Betriebszustand mit den Umfangsspannungen aus Innendruck<br />

im Vergleichsspannungsnachweis nachzuweisen sind. Da der<br />

Bauzustand mit kleineren Sicherheiten nachgewiesen werden<br />

kann und keine Umfangsspannungen aus Innendruck vorliegen,<br />

kann auch der Biegeradius kleinere Werte annehmen als im<br />

Betriebszustand.<br />

Bild 4: Ergebnis iterative Berechnung<br />

Durch Umstellung der unten dargestellten Gleichung,<br />

die den einaxialen Spannungszustand aufzeigt, wird für das<br />

behandelte Beispiel ein Biegeradius von 315 m ermittelt.<br />

zul. σ = ​ ___ Re<br />

S ​ > !<br />

____ ​ E R ∙ r ​<br />

mit:<br />

E = Elastizitätsmodul in N/mm²<br />

r = Außenradius der Rohrleitung in mm<br />

R = min. Biegeradius der Rohrleitung in mm<br />

S = Sicherheit<br />

Die für die Projektierung von HDD-Projekten anwendbare<br />

DCA-Richtlinie [1] gibt eine Formel an, nach der die Bemessung<br />

des Oberbogenradius ermittelt werden kann:<br />

R = 134 ∙ ______ ​ S ∙ Da<br />

Re ​<br />

mit:<br />

Da = Außendurchmesser der Rohrleitung in mm<br />

R = zul. Biegeradius der Rohrleitung in m<br />

S = Sicherheit<br />

Dabei wird für die Sicherheit S ein Faktor von 1,30 vorgeschlagen,<br />

wonach sich ein zulässiger Biegeradius von 484 m<br />

für dieses Beispiel ergibt.<br />

Als eine weitere gängige Faustformel wird nach [1] der<br />

Rohrdurchmesser in Millimetern multipliziert mit dem Faktor<br />

0,8 zum Oberbogenradius in Metern ermittelt. Für ein Rohr<br />

DN 1000 wären dies entsprechend 800 m (1.000 mm x 0,8).<br />

Anhand der unterschiedlichen Formeln ergeben sich<br />

somit theoretische Mindestbiegeradien für den Bauzustand<br />

zwischen 315 m und 800 m. Diese rein formalen Berechnungsverfahren<br />

sind alle nur auf die Einhaltung der Spannung<br />

fokussiert. Betrachtungen zur zwängungsfreien Auslegung der<br />

Leitung oder der Nachweis der Tragfähigkeit der Rollenböcke<br />

bleiben dabei außen vor.<br />

Ob sich ein bestimmtes Rohr aber tatsächlich „freiwillig“<br />

(d. h. nur unter Einfluss seines Eigengewichts) an den Oberbogen<br />

anlegt, ist von der Eigensteifigkeit des Rohres abhängig.<br />

Die Eigensteifigkeit des Rohres steigt mit zunehmenden<br />

Durchmessern und Wanddicken an. Eine Überprüfung dieses<br />

Sachverhalts ist aber keineswegs einfach und naheliegend.<br />

Die Eigensteifigkeit steht dabei den Verformungen aus Eigengewicht<br />

entgegen. Wenn die Eigensteifigkeit klein genug ist,<br />

stellt sich unter dem Eigengewicht eine Krümmung im Rohr<br />

ein, die größer ist als die des Radius des Oberbogens.<br />

Zudem ist die zulässige Stützlast der Rollenböcke zu<br />

beachten, da diese die mechanische Stabilität der Rollenböcke<br />

beschreibt. Abhängig von der zulässigen Stützlast werden<br />

unterschiedliche Rollen verwendet, die direkten Einfluss<br />

auf die resultierende Kontaktfläche zwischen Rolle und Rohr<br />

haben. Je größer diese Kontaktfläche ist, desto geringer ist<br />

die Flächenpressung in diesem Bereich und desto geringer ist<br />

die Belastung für die Umhüllung.<br />

628 7-8 / 2012


FEM-BERECHNUNG<br />

Die zuvor aufgeführten Berechnungen dienen ausschließlich<br />

als Grundlage für die Ermittlung der Mindestwerte für die<br />

Oberbogenradien, da diese Berechnungen nur die Spannungen<br />

aus der Oberbogenkrümmung bewerten, jedoch nicht die<br />

statische Gleichgewichtslage infolge sich einstellender Verformung.<br />

Erfolgt keine Überprüfung hinsichtlich der Gleichgewichtslage<br />

des verformten Systems, so können z. B. einige<br />

Rollenböcke keinen Kontakt zur Leitung aufweisen, da die<br />

Eigensteifigkeit der Leitung den vorgegebenen Radius nicht<br />

zulässt, mit der Folge, dass die benachbarten Rollenböcke<br />

zusätzlich belastet werden. Die Lagereaktionskräfte und die<br />

Verformungsmöglichkeit stehen für diese Systeme in einem<br />

komplexen Zusammenhang und können nicht durch analytisch<br />

geschlossene Modelle angenähert werden. Genaue Ergebnisse<br />

sind nur auf numerischem Weg zu ermitteln.<br />

Für HDD-Projekte, bei denen besondere Anforderungen an<br />

die Genauigkeit der Eintrittswinkel, komplexere Last-, Ballastierungs-<br />

und Verformungszustände vorliegen oder ein Pipe-<br />

Thruster zum Einsatz kommt, ist die Berechnung mit FEM-<br />

Systemen zwingend erforderlich. Es ist in jedem Fall für große<br />

und schwere Rohrleitungen (> DN 1000) erforderlich, für jeden<br />

Oberbogen mit den projektspezifischen Randbedingungen ein<br />

maßgeschneidertes Design für den Einzelfall zu entwickeln.<br />

Für das bereits exemplarisch aufgeführte Rohr wird im<br />

Folgenden die Vorgehensweise aufgezeigt. Grundsätzlich<br />

vorgegeben werden müssen der Rollenbockabstand und<br />

der gewünschte Oberbogenradius. Der Rollenabstand kann<br />

überschlägig aus einer Durchlaufträgerberechnung ermittelt<br />

werden, wenn die Tragfähigkeit der Rollen vorgegeben wird.<br />

Für den Oberbogenradius gilt, dass der nach den Spannungskriterien<br />

ermittelte Mindestradius (hier: 315 m) erfahrungsgemäß<br />

in aller Regel von einer Leitung aus Gründen von Eigengewicht/Eigensteifigkeit<br />

nicht eingenommen werden kann.<br />

Der Rollenbockabstand im Beispiel wird so gewählt, dass<br />

die Rohrleitung als statisches System Durchlaufträger den<br />

einzelnen Rollenbock mit seiner zulässigen Traglast von 20 t<br />

nur zu 50 % belastet. In der nun folgenden numerischen<br />

Berechnung wird das System mit seinen Steifigkeitseigenschaften<br />

und Stützen entsprechend dem Rollenbockabstand<br />

modelliert. Im ersten Iterationsschritt werden die Stützen<br />

samt Leitung in die vorgegebene geometrische Oberbogenposition<br />

verschoben. In den nun folgenden Iterationsschritten<br />

werden die Lagerreaktionskräfte an den Stützen hinsichtlich<br />

Einhaltung der zulässigen Rollenbocktraglast geprüft und<br />

auf Kontakt überprüft. Wenn die Rollenbocktraglast an einer<br />

Stütze überschritten wird oder kein Kontakt vorliegt, wird<br />

diese Stütze im Rahmen des Rechenmodells angehoben oder<br />

abgesenkt. Zur Einhaltung des vorgegebenen Einzugwinkels<br />

der Rohrleitung von 7° wird innerhalb der Berechnungsabläufe<br />

der Abstand des ersten Rollenbockes zum Bohrloch variiert,<br />

sodass dieser Winkel sich einstellt. Die Einhaltung der zulässigen<br />

Biegespannung im verformten System ist zwar im Prinzip<br />

gegeben, sollte aber überprüft werden.<br />

Für das Beispiel wird die Startgeometrie des Oberbogens<br />

ausgehend von 450 m Oberbogenradius modelliert und der<br />

im letzten Absatz beschriebene iterative Berechnungsablauf<br />

Foto: Kögler<br />

Bild 5: Überlastete Rolle während des Auflegens einer Rohrleitung<br />

DN 1000 im Oberbogen<br />

durchgeführt. Es zeigt sich, dass für dieses System der iterative<br />

Berechnungsablauf nicht konvergiert. Die Leitung folgt aus<br />

Belastung mit Eigengewicht nicht dem vorgegebenen Oberbogenradius.<br />

In einem zweiten Berechnungsablauf wird die<br />

Startgeometrie des Oberbogens für einen Oberbogenradius<br />

von 550 m modelliert, wobei nach einigen Iterationsschritten<br />

bereits die Grenzwerte für die Stützlast der Rollenböcke<br />

eingehalten werden. Der Oberbogen wird im Endzustand nur<br />

durch die geometrische Anordnung der Stützen beschrieben.<br />

In Bild 4 ist diese Geometrie durch die Leitungsachse dargestellt<br />

und wird bezüglich der Lage-Nulllinie (gerade ausgelegte<br />

Leitungsachse) dargestellt. Damit beschreibt der Oberbogen<br />

keine kontinuierliche Krümmung mehr, sondern stellt sich eher<br />

als eine Spline-Funktion dar.<br />

Bedingt durch die örtlichen Verhältnisse kann sich ergeben,<br />

dass der Oberbogen Radien einnehmen muss, die sich aus<br />

Eigengewicht und Eigensteifigkeit des Rohres nicht selbständig<br />

einstellen. In diesen Fällen sind bautechnische Sondermaßnahmen<br />

zu treffen, die den Oberbogen in eine bestimmte Geometrie<br />

zwängen, z. B. mit Rollenbockfenstern. Die Vorgehensweise<br />

beim iterativen Nachweis ist genauso wie oben beschrieben,<br />

allerdings ist auf das Einhalten der Spannungsnachweise für<br />

die Leitung dann besonderes Augenmerk zu legen.<br />

Die Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf eine<br />

einaxiale Biegung der Rohrleitungen im Bereich des Oberbogens.<br />

Sofern die Gegebenheiten vor Ort eine Krümmung der<br />

Rohrleitung im Oberbogen auch in der horizontalen Ebene<br />

notwendig machen, so sind die Biegespannungen aus dieser<br />

Krümmung mit zu betrachten. Aufgrund der Rückstellkräfte<br />

des Rohres bewirkt eine horizontale Krümmung des Rohres<br />

7-8 / 2012629


FACHBERICHT<br />

HDD-SPECIAL<br />

horizontale Lagerkräfte an den Rollenböcken. Diese Lagerkräfte<br />

sind bei der Auswahl der Rollenböcke und bei der Gründung<br />

der Rollenböcke zu berücksichtigen.<br />

UMHÜLLUNGSBEANSPRUCHUNG<br />

Die Stützlast wird vom Rohr und dessen Umhüllung auf den<br />

Rollenbock übertragen und führt zu Kontaktspannungen in<br />

der Umhüllung. Je nach Art der Umhüllung kann diese durch<br />

zu große Stützlasten beeinträchtigt werden. Mit Hilfe der<br />

Hertzschen Pressung kann die höchste Spannung, die in der<br />

Mitte der Berührungsfläche herrscht, ermittelt werden. Die<br />

Spannung hängt von der Kraft, mit der die Leitung auf den<br />

Rollenbock gepresst wird, vom Radius der Rollen und dem<br />

Elastizitätsmodul der Kontaktwerkstoffe ab.<br />

Ein eher baupraktischer Ansatz verfolgt die Ermittlung<br />

der Kontaktfläche auf Grundlage der ermittelten Stützenlast<br />

und maximal zulässigen Zug/Druckspannung des Umhüllungswerkstoffes.<br />

Werden 16,0 t Stützenlast bei einer zulässigen<br />

Kurzzeitbeanspruchung des Umhüllungswerkstoffes von 10<br />

N/mm² angesetzt, so ergibt sich eine mindestens erforderliche<br />

Kontaktfläche von 169 cm 2 je Stütze. Hiernach gilt es, einen<br />

Rollenbock mit einer entsprechenden Rollentragfläche und<br />

Gesamttraglast auszuwählen (Bild 5).<br />

Der Temperaturaspekt (Sprödigkeit der Rohrumhüllung bei<br />

niedrigen Temperaturen, Weichheit der Umhüllung bei hohen<br />

Temperaturen) darf bei der Umsetzung nicht vernachlässigt werden,<br />

d. h. bei Einziehvorgängen während sehr niedrigen oder sehr<br />

hohen Außentemperaturen muss die Belastung der Rollen, und<br />

damit auch der Rohrumhüllung, entsprechend reduziert werden.<br />

BAUPRAKTISCHE UMSETZUNG<br />

Die Umsetzung der geplanten Oberbogenkonstruktion in die<br />

Praxis ist eine anspruchsvolle und nicht ungefährliche Arbeit.<br />

Zunächst muss die Achse (d. h. die Verlängerung der Bohrlinie<br />

im Austrittsbereich) genau ausgefluchtet werden, damit später<br />

keine horizontalen Kräfte auf die Rollenböcke einwirken. Des<br />

Weiteren muss das Gelände nivelliert werden, da ansonsten die<br />

exakte Höhe der Rollenböcke nicht eingestellt werden kann. In<br />

einem weiteren Schritt werden dann die genauen Positionen<br />

der Rollenböcke vor Ort markiert (z. B. mit Fluchtstangen).<br />

Nach diesen vermessungstechnischen Arbeiten ist der<br />

Baugrund im Bereich der Rollenböcke vorzubereiten. Hierbei<br />

ist insbesondere darauf zu achten, dass der Untergrund ausreichend<br />

standfest und tragfähig ist. Beim Aufbau selbst ist<br />

die jeweilige Bauhöhe der Rollen zu berücksichtigen, da die<br />

oben beschriebene Berechnung sich auf die Oberkante der<br />

Rollen bezieht und nicht auf den Rahmen des Rollenbocks.<br />

Der Unterbau der Rollenböcke muss besonders standfest<br />

ausgelegt werden, damit das Rohr später sicher aufgelegt<br />

und alle Längs- sowie möglichen Horizontalkräfte (z. B. Wind)<br />

problemlos aufgenommen werden können. Hierzu eignen sich<br />

z. B. Container als Unterbau sehr gut (siehe Bild 3). Alternativ<br />

können Erdhügel mit entsprechender Geometrie des Oberbogens<br />

geschüttet und verdichtet werden. Die Verankerung der<br />

Rollenböcke bezüglich möglicher Horizontalkräfte muss bei dieser<br />

Ausführung mit entsprechender Erdverankerung erfolgen.<br />

Ebenso muss die Verbindung der Rollenböcke mit dem<br />

Unterbau sorgfältig und sicher vorgenommen werden. Am besten<br />

geschieht dies durch Anschweißen des Rollenbockrahmens<br />

an den Container oder ggf. durch entsprechend dimensionierte<br />

Foto: Kögler<br />

Bild 6: Unzureichende Beleuchtung eines Oberbogens DN 1200 Foto: Kögler<br />

630 7-8 / 2012


Spanngurte. Es muss auch sichergestellt werden, dass das auf<br />

den Rollenböcken lastende Gewicht des Rohrstrangs sicher vom<br />

Unterbau (z. B. Container) aufgenommen werden kann. Hierzu<br />

sind ggf. entsprechende statische Berechnungen durchzuführen.<br />

Bevor die Rollenböcke aufgebaut werden, sind die Rollen<br />

auf Leichtgängigkeit und die Rollenoberflächen auf Unversehrtheit<br />

zu prüfen sowie alle erforderlichen Wartungsarbeiten<br />

(z. B. Abschmiere) durchzuführen.<br />

Ebenso muss der Bereich des Oberbogens hinreichend<br />

ausgeleuchtet werden, sodass er auch bei Dunkelheit gut<br />

überblickt werden kann und eventuell anfallende Reparaturoder<br />

Korrekturarbeiten sicher ausgeführt werden können.<br />

Entgegen der häufig anzutreffenden Praxis wird insbesondere<br />

bei großen und schweren Rohren nicht empfohlen,<br />

den Oberbogen ausschließlich mit mobilen Fahrzeugen<br />

(Kränen, Seitenbäume usw.) herzustellen, da zum einen die<br />

genaue seitliche und höhenmäßige Positionierung der Rollen<br />

wesentlich schwieriger einzustellen und einzuhalten ist und<br />

zum anderen die Sicherheit bei festen Fundamenten größer ist.<br />

Nachdem sämtliche Rollenböcke sicher in den vorgesehenen<br />

Positionen aufgestellt wurden, wird das Rohr aufgelegt.<br />

Hierzu ist es in bestimmten Fällen (s. o.) erforderlich, entsprechende<br />

Zugkräfte aufzubringen und das vordere Ende<br />

mit dem Ziehkopf über die Rollenböcke zu führen (d. h. den<br />

Ziehkopf in diesem Bereich anzuheben). Demzufolge ist mindestens<br />

ein ausreichend dimensioniertes, mobiles Hebegerät<br />

erforderlich. Diese Arbeiten (Auflegen des Rohrstrangs)<br />

sollten unbedingt während einer Zeit mit ausreichendem<br />

Tageslicht und nicht in der Nacht mit künstlicher Beleuchtung<br />

durchgeführt werden (Bild 6).<br />

SICHERHEITSTECHNISCHE ASPEKTE<br />

Für alle im Bereich des Oberbogens tätigen Personen ist<br />

vor Beginn der Arbeiten eine spezielle Unterweisung durchzuführen,<br />

um einen sicheren und effektiven Arbeitsablauf<br />

gewährleisten zu können. Während des Einziehvorgangs ist<br />

der Bereich des Oberbogens wegen erhöhter Unfallgefahr nur<br />

von befugten Personen zu betreten. Dazu ist er entsprechend<br />

kenntlich zu machen und ggf. abzusperren.<br />

Sämtliche Rollenböcke und Fundamente sind kontinuierlich<br />

visuell zu überwachen. Ebenso ist auf die Umhüllung des Rohres<br />

zu achten, ob diese eventuell Beschädigungen in Längsrichtung<br />

aufweisen, die auf eine blockierte Rolle hindeuten<br />

könnten. Für diese Arbeiten sind ausreichend dimensionierte<br />

Leitern vorzuhalten.<br />

FAZIT<br />

Wie die Ausführungen zeigen, ist die Planung und Errichtung<br />

eines Oberbogens nicht trivial. Eine Lösung ist nur mit numerischen<br />

Verfahren möglich. Auf jeden Fall sind die normativen<br />

Beschränkungen der jeweiligen Einsatzgebiete der Rohrleitung<br />

bei Planung und Bau zu berücksichtigen.<br />

AUTOREN<br />

ALBERT GROßMANN<br />

Dr.-Ing. Veenker<br />

Ingenieursgesellschaft mbH, Leipzig<br />

Tel. +49 341 21737-62<br />

E-Mail: albert.grossmann@veenkergmbh.de<br />

JÖRG HIMMERICH<br />

Dr.-Ing. Veenker<br />

Ingenieursgesellschaft mbH, Hannover<br />

Tel. +49 511 28499-14<br />

E-Mail: joerg.himmerich@veenkergmbh.de<br />

DR.-ING. RÜDIGER KÖGLER<br />

Ingenieurbüro für HDD,<br />

Uplengen-Nordgeorgsfehn<br />

Tel. +49 4956 912971<br />

E-Mail: info@dr-koegler.de<br />

LITERATUR<br />

[1] Technische Richtlinien des DCA: „Informationen und<br />

Empfehlungen für Planung, Bau und Dokumentation von<br />

HDD-Projekten“, Ausgabe 5/2007<br />

[2] DVGW-Arbeitsblatt G 463: „Gasleitungen aus Stahlrohren<br />

für mehr als 16 bar Betriebsdruck; Errichtung“, Ausgabe<br />

12/2001<br />

[3] DIN EN 1594: „Gasversorgungssysteme – Rohrleitungen<br />

für einen maximal zulässigen Betriebsdruck über 16 bar<br />

– Funktionale Anforderungen; Deutsche Fassung EN<br />

1594:2009“, Ausgabe 06/2009<br />

[4] DIN EN 1594: „Gasversorgungssysteme – Rohrleitungen<br />

für einen maximal zulässigen Betriebsdruck über 16 bar<br />

– Funktionale Anforderungen; Deutsche Fassung EN<br />

1594:2000“, Ausgabe 09/2000<br />

7-8 / 2012631


FACHBERICHT<br />

HDD-SPECIAL<br />

Kurze Leitungswege durch<br />

HDD-Technologie<br />

Von Hans-Joachim Bayer<br />

Das Horizontal Directional Drilling, wie diese grabenlose Leitungslegetechnik international heißt und abgekürzt als HDD-Verfahren<br />

bekannt ist, dient heute überwiegend der Versorgungs- und Glasfaser-Leitungsverlegung unter natürlichen (Flüsse, Kanäle, usw.)<br />

und künstlichen Hindernissen (Verkehrswege, Dämme, Mauern usw.) und dem innerstädtischen Netzbau unter vorhandenen<br />

Straßen und Gehwegen. In Ländern und Regionen, in denen auch Verkehrsbeeinträchtigungen, Umweltfaktoren und die Qualität<br />

von Straßen- und Gehwegoberflächen einen Stellenwert haben, hat der Leitungsbau im HDD-Verfahren einen deutlichen Anteil<br />

im Leitungsbau gewonnen und in Regionen, in denen Wirtschaftlichkeit, Bauzeitverkürzung und gute Leitungsbettung wichtig<br />

sind, ist die HDD-Technologie ebenfalls auf dem Vormarsch. Doch HDD kann mehr, es ermöglicht auch neue Wege in der<br />

Trassenplanung und – wo netztechnisch möglich – kürzere bis sehr kurze Wege, wie sie im konventionellen Leitungsbau weder<br />

planbar noch durchführbar sind.<br />

Bild 1: HDD-Bohrung durch Weißjura-Massenkalk zur<br />

Abkürzung einer Leitungstrasse<br />

Kurze Wege sparen Material, Zeit und Geld – dies ist<br />

bekannt und dies gilt überall. Kurze Wege im HDD-Verfahren<br />

werden bislang vor allem unter natürlichen oder künstlichen<br />

Hindernissen eingesetzt und oftmals ist gar nicht bekannt,<br />

welche vielfältigen Möglichkeiten der Wegeabkürzungen<br />

bestehen, die nicht durch Hindernisse geprägt sind, sondern<br />

nur einen kurzen Weg darstellen. Vielfach ist auch nicht<br />

bekannt, dass die HDD-Technologie keine bodenbedingten<br />

Anwendungsgrenzen mehr kennt. Noch vor wenigen Jahren<br />

waren Fels im Untergrund oder Geröll, Grobkies oder Blöcke<br />

echte Hindernisse, die nur durch besondere Aufwändungen<br />

durchörtert werden konnten und daher in der Trassenwahl<br />

gerne vermieden wurden. Auch hier hat sich die technische<br />

Anwendungswelt des HDD erheblich gewandelt. Für Fels im<br />

Untergrund gibt es hervorragende technische Lösungen mit<br />

Felsbohrmotoren, sogenannten Mudmotoren, die Gestein<br />

jeder Festigkeitsklasse bewältigen können, jedoch eine klare<br />

Bohrmeißelauswahl im Hinblick auf die Druckfestigkeit des<br />

Felsmaterials benötigen. Für die sehr komplexen Fels- und<br />

Lockergesteins-Wechselabfolgen im Untergrund sind HDD-<br />

Bohranlagen mit Felsbohrköpfen und Doppelbohrgestängen<br />

die richtige Lösung, um solche Gesteinsabfolgen zu bewältigen.<br />

Die Geologie des Untergrundes sollte man kennen,<br />

um die dafür richtige HDD-Bohranlage und die richtigen<br />

HDD-Bohrwerkzeuge auszuwählen. Im HDD-Verfahren ist<br />

jedoch mittlerweile jede geologische Untergrundsituation<br />

beherrschbar und durchbohrbar. Anwendungsgrenzen, wie<br />

früher, gibt es nicht mehr.<br />

Bild 2: Geologische Untergrundsituation im Trassenbereich<br />

am Raichberg<br />

BAUSTELLENBEISPIELE<br />

Nachfolgend sind einige Beispiele für kurze Wege zur Leitungsverlegung<br />

dargestellt. Oft war die Unterfahrung von Hindernissen<br />

das Ziel, sie mögen jedoch auch indirekt aufzeigen, dass<br />

natürlich auch Abkürzungsbohrungen ohne Hindernisse jederzeit<br />

machbar sind und oft die bessere Trassenwahl darstellen können.<br />

632 7-8 / 2012


Steilhangbohrung am Raichberg der Zollernalb<br />

Die Baustelle liegt nur wenige Kilometer vom Stammschloss<br />

der Hohenzollern entfernt, bei Hechingen (Landkreis Balingen)<br />

im Südwesten der Schwäbischen Alb. Dieses sogenannte<br />

Zollernalb-Gebiet zeichnet sich durch mehrere Besonderheiten<br />

aus: Die Traufkante ist die steile Abbruchkante der<br />

Schwäbischen Alb, die auch oft als Felskante zu erkennen ist.<br />

Sie liegt 400 bis 450 m höher als das Vorland der Alb. Die<br />

Steigung der Traufkante beträgt bis zu 55%. Der Albtrauf<br />

selbst wird meist von Wald eingenommen und dieser Wald hat<br />

Bannwaldfunktion, er steht unter besonderem Schutz, weil er<br />

die hohe Bergkante vor Rutschungen und Erosion schützen<br />

muss. Die Zollernalbregion ist zudem Erdbebengebiet. Das<br />

letzte deutlich vernehmbare Beben gab es 2003, das letzte<br />

Erdbeben mit vielfachen Gebäudeschäden fand am 3.9.1978<br />

hier statt.<br />

Die Lage der Bohrtrasse liegt direkt unter der Gebirgskante<br />

der Schwäbischen Alb, also unter dem Steilhang des<br />

Albtraufes, unter dem Bannwald, mitten im immer wieder von<br />

Erdbeben erschütterten Zollerngrabengebiet.<br />

Die Bauaufgabe bestand in der Verlegung einer 5 km Erdgasleitung<br />

für die Albstadtwerke, wovon 1.000 m unter dem<br />

Steilhang des Albtraufes zu verlegen waren. Im Sommer 2007<br />

wurde die kunststoff-ummantelte Stahlpipeline DA 273 auf<br />

4 km Länge im Albvorland und auf der Albhochfläche offen<br />

verlegt, während unter dem Steilhang (230 m Höhenunterschied<br />

bei bis zu 40 % Gefälle) die Verlegung in Form von<br />

zwei HDD- Bohrungen zu etwa jeweils 500 m Länge erbracht<br />

wurde. Eine mittlere Baugrube an einem Waldweg am Steilhang<br />

war gestattet worden. Innerhalb der Steilhangstrecke<br />

sollte die Erdgaspipeline zudem in ein DA 450-Schutzrohr<br />

aus Polyethylen verlegt werden, d. h. es mussten Bohrlöcher<br />

von über 600 mm Durchmesser (24 Zoll) erzeugt werden.<br />

Für die Bohrtechnik dieser sehr anspruchsvollen Steilhangbohrung<br />

waren zwei Bohranlagen von sehr unterschiedlicher<br />

Größe im Einsatz: Zum einen eine Grundodrill 20-Bohranlage<br />

von Tracto-Technik (20 t Vor- und Rückschubkraft) für<br />

die Pilotbohrungen und zum anderen eine Prime Drilling 80 t-<br />

Bohranlage für die Aufweitungen und den Rohreinzug<br />

im Fels. Die Pilotbohrungen erfolgten mit der<br />

Grundodrill 20 S mit Mudmotoren im z. T. 220 MPa harten<br />

Gestein des Weißen Juras. Die Aufweitungen wurden<br />

mit der Prime Drilling-Anlage in jeweils drei Aufweitstufen<br />

(12“, 20“ und 24“) mit speziellen Hole Openern<br />

vorgenommen, wobei z. T. die 20 t- und die 80 t-<br />

Bohranlage zeitweise Rücken an Rücken standen. Nach dem<br />

letzten Aufweitgang erfolgte nochmals ein Räumgang, bevor<br />

das 450er PE-Schutzrohr ins Bohrloch eingebracht wurde.<br />

Die gesamte Bohrmaßnahme wurde innerhalb weniger<br />

Monate im Sommer 2007 von der sehr erfahrenen Bohrfirma<br />

Max Wild GmbH aus Berkheim erstellt, und dies zur besten<br />

Zufriedenheim des Auftraggebers, des Generalbauunternehmers,<br />

des privaten Waldbesitzers und der Naturschutzbehörden.<br />

Projekt s. Bild 1 und Bild 2, Bericht: H.-J. Bayer und S.<br />

Bunger (Fa. Max Wild GmbH), Fotos und Grafikvorlage: H.-J.<br />

Bayer, Grafik: Y. Hennecke.<br />

Enge Kurve unter der Enz<br />

Im Nordschwarzwald gibt es sehr viele enge Täler, die von<br />

Flüssen eingekerbt wurden. Diese Flusstäler bilden auch<br />

wichtige Verkehrswege, so dass sich dicht bewaldete<br />

Hanglagen, Straßen und Forstwege über dem wilden Flussgrund<br />

die Talenge teilen müssen. Wenn Versorgungsleitungen<br />

solch eine Talkerbe queren müssen, geht es in jeder<br />

Weise eng zu. Bei Simmersfeld musste die Enz und eine<br />

Bundesstraße nahezu rechtwinklig gequert werden, um<br />

eine Stromleitung (bisher witterungsanfällige Freileitung)<br />

als Erdkabel verlegen zu können. Große Teile des Nordschwarzwaldes<br />

werden von einem sehr harten, rötlichen<br />

Sandstein geprägt, dem so genannten oberen Buntsandstein,<br />

der Druckfestigkeiten bis zu 240 MPa aufweisen kann.<br />

Gerade in engen Talabschnitten und unter dem Flussgrund<br />

steht dieser Sandstein z. T. schon direkt in Form von Felsnasen<br />

an der Oberfläche an, in den Bereichen dazwischen<br />

und unter der Flusssohle ist er nach wenigen Zentimetern<br />

bis Dezimetern zu finden. Die Bauaufgabe für die 144 m<br />

lange HDD-Bohrung war sehr herausfordernd, zumal ein<br />

Höhenunterschied von 26 m über zwei Hangflanken bewältigt<br />

werden musste, wobei der Eintrittswinkel bei -40 %<br />

und der Austrittswinkel bei +70 % lagen. Drei Leerrohre in<br />

PE-HD 90 mm sollten in einem 10“-Bohrloch im Buntsandsteinfels<br />

Platz finden. Allein die Aufstellung der Grundodrill<br />

25 N-Bohranlage in einer engen und steilen Waldwegnische<br />

war nicht einfach und die enge Kurve unter der wilden Enz<br />

verlangte steuerungstechnisch ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit.<br />

Der eingesetzte Grundorock 3 ¾ Zoll Mudmotor<br />

mit einer Abwinkelung von 2,25° konnte seine besondere<br />

Kurvengängigkeit beweisen und erlaubte die Fertigstellung<br />

der Pilotbohrung innerhalb einer Tagesschicht.<br />

Zwei weitere Tage wurden benötigt, um das Bohrloch mit<br />

einem 10“ Hole Opener aufzuweiten und das Rohr einzuziehen.<br />

Dabei wurde bei der Aufweitung ein Schleppgestänge<br />

mit eingezogen. Nach erfolgter Aufweitung musste nur noch<br />

an das bereits im Bohrloch befindliche Gestänge ein Backreamer<br />

und die einzuziehenden Rohre befestigt werden und der<br />

Rohreinzug konnte problemlos abgeschlossen werden. Das<br />

Erdkabel unter der Enz sorgt heute für eine sichere Stromverbindung,<br />

die weder durch Sturmschäden, durch Eislast, durch<br />

abgeknickte Bäume oder andere Witterungseinflüsse unterbrochen<br />

werden kann. Projekt s. Bild 3 und Bild 4, Bericht:<br />

R. Schrinner und H.-J. Bayer, Fotos: R. Schrinner.<br />

Unter der Eder im Kellerwald<br />

Flusstäler weisen häufig wichtige Verkehrswege auf, auch<br />

wenn der Fluss eine weite Talaue besitzt. In Vöhl im nördlichen<br />

Kellerwald in Mittelhessen musste im Ortsteil Herzhausen eine<br />

Stromleitung unter der Eder und unter einem stillgelegten<br />

Bahngleis verlegt werden. Die ruhige Lage hinter dem ehemaligen<br />

Bahndamm nutzt heute ein beliebter Campingplatz.<br />

Die Trasse für die Erdkabellegung lag laut Erkundungsbericht<br />

in einer Wechselfolge aus Grauwacken und Schieferfels, wobei<br />

an einem Waldweg Schiefer sichtbar anstehend vorgefunden<br />

wurde. Der Stromversorger benötigte eine sichere Kabelverlegung<br />

unter der Eder und dem Bahngleis, somit auf eine Que-<br />

7-8 / 2012633


FACHBERICHT<br />

HDD-SPECIAL<br />

rungslänge von fast 150 m. Gewünscht war ein Schutzrohr<br />

in PE-HD 160 mm zur Aufnahme des neuen Erdkabels. Die<br />

Eder wurde daher mit einer Grundodrill 15 N, bestückt mit<br />

einem Grundorock 2 7 /8“-Mudmotor in einer Pilotbohrung<br />

unterfahren.<br />

Durch Aufweitung mit einem Hole Opener konnte das<br />

Bohrloch auf über 210 mm aufgeweitet werden, so dass das<br />

gewünschte Schutzrohr als Abrollware eingezogen werden<br />

konnte. Die Eder führte zum Zeitpunkt der Bohrarbeiten<br />

Hochwasser, für die Ortung des Mudmotors unter der Flusssohle<br />

musste das Ortungsboot mit einem quer gespannten<br />

Seil gesichert werden. Innerhalb weniger Tage, bevor das<br />

Wasser der Eder noch höher steigen konnte, war die Bohrmaßnahme<br />

samt Rohreinzug beendet. Projekt s. Bild 6,<br />

Bericht: R. Schrinner und H.-J. Bayer, Fotos: R. Schrinner.<br />

Bild 3: Bohranlage 25 N im eingeschnittenen Waldweg im<br />

Nordschwarzwald<br />

Bild 4: Ankunft des Bohrkopfes und Blick auf die Bohrtrasse im<br />

Nordschwarzwald<br />

Bild 5: Bohrgerät in Arbeitsposition und Ortung vom Boot aus auf der<br />

Hochwasser führenden Eder<br />

Stromkabel im Stadtgebiet durch Fels<br />

Die Hochschulstadt Freiberg in Sachsen, einst Hauptstadt des<br />

Silberbergbaus im Erzgebirge, wird südlich der Altstadt von<br />

der mehrgleisigen Bahnlinie Dresden – Chemnitz durchquert.<br />

Diese Bahnstrecke hat zwar viele Straßendurchlässe, für die<br />

Versorgungstechnik stellt sie dennoch eine Trennlinie im<br />

Stadtgebiet dar, da sie die Bebauung der Stadt in zwei Hälften<br />

trennt. So mussten von der Silberhofstraße aus 20 kV-<br />

Erdkabel unter dem Bahnkörper und unter einer benachbarten<br />

Bergehalde (Abraumgestein des Bergbaus) auf die<br />

Südseite der Bahnstrecke verlegt werden. Benötigt wurden<br />

zwei Leerrohre in PE-HD mit 160 mm Außendurchmesser.<br />

Der Versorgungsbetrieb entschied sich für zwei parallele,<br />

jeweils 138 m lange HDD-Bohrungen, die aufgrund einer<br />

Bergbauhalde zum Teil bis in 16 m Tiefe geführt wurden.<br />

Nahezu unter dem gesamten Stadtgebiet von Freiberg steht<br />

der sehr harte Freiberger Gneis an (bis 250 MPa), der zum<br />

Teil nur eine Verwitterungsüberdeckung von wenigen Dezimetern<br />

aufweist. Felsbohrungen waren gefragt, die mit<br />

einem Grundodrill 20 S und mit einem Grundrock 3 3 /4“-<br />

Mudmotor, beginnend in einem Garagenhof, durchgeführt<br />

wurden.<br />

Diese Bohrungen wurde jeweils mit einem 10“-Hole Opener<br />

in einem Arbeitsgang aufgeweitet. Beim Aufweiten wurde<br />

hinter dem Hole Opener ein Schleppgestänge eingezogen,<br />

hinter dem nochmals ein Backreamer befestigt war. Dieser<br />

Backreamer diente als Räum- und Reinigungs-Kopf für das<br />

daran angekoppelte Leerrohr. Für jede der beiden Bohrungen<br />

wurden bis zum Einzug der Leerrohre jeweils drei Arbeitstage<br />

benötigt. Projektbericht: R. Schrinner und H.-J. Bayer, Fotos:<br />

R. Schrinner.<br />

Abkürzung durch einen Felsrücken<br />

In der Schwäbischen Alb, in einem Seitental zur Donau, entspringt<br />

die Zwiefaltener Ach in einer hochinteressanten Quellhöhle,<br />

die Wimsener Höhle (auch Friedrichshöhle genannt).<br />

Diese ist die einzige Tropfsteinhöhle Deutschlands, die mit<br />

einem Besucherboot befahren werden kann. Entsprechend<br />

hoch ist an vielen Wochenenden in den Besuchszeiten von<br />

Frühjahr bis Herbst der Besucherandrang, auch für die<br />

benachbarte Höhlengaststätte. Die Höhlengaststätte hat<br />

634 7-8 / 2012


daher auch ein zeitweise sehr hohes Abwasseraufkommen,<br />

auf die Dauer zu viel für eine Sammelgrube. Über<br />

das Förderprogramm „Ländlicher Raum“ wurde daher vom<br />

Umweltministerium Baden-Württemberg der Bau einer<br />

Abwasserfernleitung (Druckleitung) angeordnet, die auch<br />

die benachbarten Gebäude sowie das im Tal etwas höher<br />

gelegene Schloss Ehrenfels anbinden musste. Das obere<br />

Tal der Zwiefaltener Ach steht teilweise unter Naturschutz,<br />

teilweise unter Landschaftsschutz. Unterhalb des Höhlenhauses<br />

fließt die Ach in Schleifenform durch eine herrliche<br />

Felsenge – Grund genug, diesen Abschnitt vom Leitungsbau<br />

völlig zu verschonen. Man entschied, den bis zu 50 m hohen<br />

und steilen Felsrücken in abkürzender Weise im Basisbereich<br />

zu durchbohren.<br />

Hinter dem Nebengebäude des Höhlenhauses wurde<br />

eine 20 t-HDD-Anlage (Typ Grundodrill 20 S) und mit<br />

einem Grundorock-Mudmotor 3 ¾“ aufgebaut und leicht<br />

schräg geneigt, aber geradlinig durch den Fels gebohrt.<br />

Das Gestein, ein klüftiger Weißjura-Massenkalk mit über<br />

200 MPa Druckfestigkeit, wurde auf 90 m Länge, bis zur<br />

Gegenseite des Felsrückens, z. T. unter 45 m Felsbedeckung,<br />

an einem Tag mit einem 4 ½“-TCI-Rollenmeißel<br />

durchbohrt. Am nächsten Tag wurde in der Pilotbohrung<br />

die Abwasserdruckleitung eingezogen. Die Befürchtungen<br />

auf Felshohlräume im Massenkalk waren berechtigt, die<br />

Hohlräume blieben jedoch im Dezimeterbereich und führten<br />

zu keinen Bohrbeeinträchtigungen oder Lageabweichungen.<br />

Die Ortung des Bohrkopfsenders konnte nur bis etwa 15 m<br />

Tiefe wahrgenommen werden und verlangte beinahe bergsteigerische<br />

Fähigkeiten vom Bohrmeister. Die ortungsfreie<br />

Strecke (etwa 50 m) wurde, wie gewünscht, geradlinig bei<br />

gleichmäßigen Gefälle realisiert und der geplante Anbindepunkt<br />

der Leitung an die Talgrundstrecke sehr genau<br />

erreicht. Projekt s. Bild 5, Bericht: U. Harer und H.-J. Bayer,<br />

Fotos: H.-J. Bayer, Grafik: A. Knour.<br />

Unterbohrung des Alpsees bei Immenstadt<br />

Der Alpsee befindet sich 720 m über Meeresspiegel und liegt<br />

westlich von Immenstadt in den Allgäuer Alpen (Südwest-Bayern).<br />

Die Berge nördlich des Sees erreichen eine Höhe von 1.100<br />

m, die südlich des Sees sind mehr als 1.800 m hoch. Der Alpsee<br />

selbst hat eine Ost-West-Erstreckung von etwa 4 km und eine<br />

Nord-Süd-Erstreckung von maximal 1.100 m. Die Tiefe des<br />

Sees beträgt maximal 24 m. Die Geologie um den See und unter<br />

dem See ist von Molassesedimenten des Tertiärs bestimmt, am<br />

Seeboden selbst ist Grundmoränematerial sedimentiert.<br />

Die Stadt Immenstadt hatte vom Land Bayern die Pflichtauflage<br />

erhalten, ein Ringentwässerungssystem um den See zu<br />

bauen. Dieses System umfasste 560 m Gefälleleitungen, 9.100 m<br />

Druckleitungen, 35 Pumpstationen und ihre notwendigen Ausrüstungen.<br />

Von den Druckleitungen waren 2.300 m unter dem<br />

Seegrund angeordnet, wobei die größte Herausforderung in<br />

einer nord-süd-gerichteten Seeunterquerung von 600 m Länge<br />

im westlichen und damit schmäleren Bereichs des Sees lag. Die<br />

Tiefe des Alpsees beträgt hier 16 m. Die Druckleitung hatte<br />

eine Mindestüberdeckung von 3 m unterhalb des Seebodens<br />

einzuhalten. Die Stadtverwaltung von Immenstadt vergab diese<br />

Seeunterbohrung an das erfahrene Unternehmen Max Wild<br />

aus Illerbachen. Die Fa. Max Wild benutzte für diese Aufgabe<br />

einen Grundodrill 20S von Tracto-Technik und ein schmales<br />

Boot für die Ortung des Bohrkopfes von der Wasseroberfläche.<br />

Die Pilotbohrung wurde mit einem Lockergesteinskopf<br />

vorgenommen, da die Grundmoräne und die darunter folgende<br />

Molasse diesen Bohrvortrieb erlaubten. Geschiebeblöcke<br />

(runde Felsbrocken) wurden umbohrt und eine erfolgreiche<br />

Pilotbohrstrecke wurde innerhalb einer Tagesschicht und der<br />

darauffolgenden Nacht durchgeführt. Der erste Aufweitprozess<br />

wurde gleich mit dem Rohreinzug von der anderen Seeseite<br />

kombiniert und benötigte ebenfalls eine Tages- und eine<br />

Nachtschicht. Die tatsächliche Bohrstrecke unter dem See<br />

betrug 650 m, es war die längste Seeunterquerung in den<br />

Bild 6: Grundodrill 20 S am Startplatz im Berghang<br />

oberhalb der Zwiefalter Ach. Für die Ortung des<br />

Bohrkopfsenders war Klettern am Hangfelsen angesagt<br />

Bild 7: Die Grundodrill 20 S-Bohranlage unterbohrt vom<br />

Ufersaum aus den gesamten Alpsee in Nord-Süd-Richtung<br />

7-8 / 2012635


FACHBERICHT<br />

HDD-SPECIAL<br />

Alpen und dies mit einer 20 t-Bohranlage. Die gesamte Bohrung<br />

und Rohrverlegung erfolgte in einer extrem kurzen Zeit und<br />

beeindruckte die Auftraggeber in jeder Weise. Projekt s. Bild 7,<br />

Bericht: J. Schad und H.-J.Bayer, Fotos J. Schad.<br />

WEITERE VORTEILE<br />

Kurze Wege bedeuten nicht nur geringere Investionen, sondern<br />

auch dauerhaft geringere Unterhaltskosten. Doch es<br />

gibt weitere Vorteile, die immer wichtiger werden. In dicht<br />

besiedelten Räumen ist die Schonung von noch verbliebenen<br />

Landschaftsresten, aber auch die Schonung der Kulturlandschaft<br />

und ihrer hochwertigen Infrastruktur, recht wichtig.<br />

Der Erhalt des Bodengefüges, die Vermeidung von teurem<br />

Bodenaustausch oder die Vermeidung von nachteiliger Bodenverdichtung,<br />

sind beachtenswerte Faktoren geworden.<br />

Anhand der beschriebenen Baustellenbeispiele wurde<br />

aufgezeigt, dass die Überwindung von Hindernissen bzw. die<br />

Unterbohrung dieser Hindernisse auf kurzem Wege, technisch<br />

elegant und bautechnisch unter geringen Aufwendungen möglich<br />

ist. Hindernisse, wie z. B. felsige Berghänge, Felskuppen<br />

und Bergrücken, Steilkanten und steile Berghänge, Moor und<br />

Sumpfgebiete, Flüsse und Seen, Biotope, Landschafts- und<br />

Naturschutzgebiete, aber auch künstliche Hindernisse wie<br />

Deiche und Dämme, Verkehrswege, Gebäude und Ingenieurbauwerke<br />

lassen sich jederzeit bohrtechnisch unterfahren.<br />

Jedoch auch in hindernisfreien Bereichen kann und sollte an<br />

bohrtechnische Leitungsbau-Maßnahmen gedacht werden.<br />

Sie sind umwelt- und oberflächenschonend, kostengünstig im<br />

Hinblick auf Investitionen und Unterhalt, und sie erbringen noch<br />

einen weiteren Vorteil, der viel zu selten berücksichtigt wird:<br />

Im HDD-Verfahren grabenlos verlegte Leitungen sind, unter<br />

Beachtung der Qualitätsmaßstäbe aus der DVGW GW 321 und<br />

den technischen Regeln des DCA (= Verband Güteschütz für<br />

Horizontalbohrungen), sehr langlebig. Der Erhalt des Bodengefüges<br />

über der Leitung, die dadurch bedingte erdstatisch ideale<br />

Bettungssituation für die Leitung und die sehr gute, ringförmig<br />

umschließende und bettungselastische Einbettung der Leitung<br />

in Bohrsuspension mit gesteuerter Dichte und Zusammensetzung,<br />

bilden optimale Voraussetzungen für eine hohe Lebensdauer.<br />

Leitungsbettungen im offenen Graben stellen hingegen<br />

sehr raue und ungleiche erdstatische Rahmenbedingungen dar,<br />

die oftmals nicht annähernd an die Bettungsqualität von HDDverlegten<br />

Leitungen heranreichen. Langlebige Leitungen sind<br />

auch besonders wirtschaftliche Leitungen.<br />

AUTOR<br />

DR. HANS-JOACHIM BAYER<br />

Tracto-Technik GmbH & Co KG,<br />

Büro Kohlberg<br />

Tel.: +49 7025 8437-04<br />

E-Mail: hj-bayer@tracto-technik.de<br />

LITERATUR<br />

[1] Bayer, H.-J. (2005): HDD-Praxis-Handbuch, 196 S., Vulkan-Verlag,<br />

Essen.<br />

[2] Bayer, H.-J. & Harer, U. (2006): HDD-Felsbohren – Gesteuerte<br />

Bohrungen im Fels. – tis 1-2/2006, Gütersloh.<br />

[3] Bayer, H.-J. & Bunger, S. (2008): 1000 m HDD-Felsbohrung am<br />

Steilhang im Erdbebengebiet. <strong>3R</strong> Int. 47, Nr.1/2008<br />

[4] Bayer, H.-J. (2010): Bergdurchbohrungen für den Pipelinebau in<br />

Felsregionen und Anlandungsbohrungen unter Küstenzonen. –<br />

Felsbaumagazin 2010, Heft 1: S. 38 – 46, Essen.<br />

[5] Bayer, H.-J. (2011): Tunnelnachrüstungen und Tunnelverbesserungen<br />

mit dem HDD-Verfahren. – Felsbaumagazin 2011, Heft 4, Essen.<br />

[6] Bohlsen Ingenieure (2007): Trinkwasser für Trais. – bi Umweltbau<br />

5/2007, S. 29 –30, Kiel.<br />

[7] Elbe, L. & Bayer, H.-J. (Herausg., 2010): Bohrspülungen für HDD- und<br />

Geothermie-Bohrungen; IRO-Bd. 26, Inst. für Rohrleitungsbau<br />

Oldenburg, 273 S., Vulkan-Verlag, Essen.<br />

[8] Fengler, E. G. / Bunger, S. (2007): Grundlagen der<br />

Horizontalbohrtechnik (Herausgeg.: Wegener, T.), Iro-Schriftreihe<br />

Nr. 13, Essen: Vulkan-Verlag.<br />

[9] Gasverbund Mittelland AG (2005): Gemeinde Reigoldswil – Umlegung<br />

der Erdgasleitung. Projektbericht, 5 p., Arlesheim, Switzerland.<br />

[10] Hamers, M., Schauerte, Th. & Bayer, H.-J. (2010): High-Tech in HDD-<br />

Anlagen – Technischer Generationensprung. – bi Umweltbau, 1/2010,<br />

S. 32 – 35, Kiel.<br />

[11] Hashash, Y. & Javier, J. (2011) Evaluation of Horizontal Directional<br />

Drilling (HDD). – Illinois Center for Transportation, Research Report<br />

ICT-11-095.<br />

[12] Hobohm, St. et al. (2011): Grabenlose Einbauverfahren mit duktilen<br />

Gussrohren. – 125 S., Fa. Duktus Rohrsysteme Wetzlar.<br />

[13] Lübbers, H. (2011): www.documentation.erf - Powerpoint-<br />

Präsentation über die erforderliche Dokumentation bei HDD-<br />

Projekten. – DCA / RBV - Weiterbildungsseminar, Kassel.<br />

[14] Massella, N. (2010): HDD successfully used for challenging rock<br />

drilling at Riva del Garda. – Report Trenchless Techn. Italia s.r.l,<br />

Arbizzano.<br />

[15] Max Wild GmbH (2005): Firmenpräsentation 50 Jahre Max Wild (inkl.<br />

Baustellenberichte). – Illerbachen-Berkheim, Germany.<br />

[16] Naujoks, G. (2011): Erdverkabelung im Fels unter ICE-Strecke,<br />

Autobahn und Landstraße. - Baustellenreportage, Tracto-Technik<br />

GmbH & Co KG, Lennestadt.<br />

[17] Naujoks, G. (2011): Bohrung im Steilhang. - Baustellenreportage,<br />

Tracto-Technik GmbH & Co KG, Lennestadt.<br />

[18] Prime-Drilling GmbH (2011): Bohrgeräte und Zubehör-Informationen.<br />

– Wenden bei Olpe.<br />

[19] Rameil, M. (2010): Rohrleitungserneuerung mit Berstverfahren. – 2.<br />

Aufl., 376 S., Vulkan-Verlag, Essen.<br />

[20] Roscher, H. & Richter, B. (2009): Vorteile der grabenlosen Bauweise<br />

im Druckrohrbereich – Ergebnisse des RSV-Arbeitskreises. – IRO-<br />

Band 33, Oldenburg, (Vulkan-Verlag, Essen.<br />

[21] Sauer, F. & Hermsmeier, M. (2010): HDD-Querung der A 44 in<br />

Ratungen. – bi Umweltbau, 5/2010, S. 38 – 40, Kiel.<br />

[22] Tracto-Technik GmbH & Co KG. (Hrsg., 2008): Horizontal-<br />

Spülbohrungen – Intelligent gelöst. Booklet, 95 S., Lennestadt.<br />

[23] Tracto-Technik GmbH & Co KG. (2012): Der neue Grundodrill 18 ACS<br />

(All condition system). – Tractuell 46/12, S. 4 – 6, Lennestadt.<br />

[24] Van der Werff, H. (2011): Horizontal Directional Drilling – dealing<br />

with the challanges. State of the Art developments. – Session P,<br />

Deltares Academy, Delft.<br />

[25] Willoughby, D. A, (2005): Horizontal Directional Drilling. Utility and<br />

Pipeline Applications. – McGraw-Hill, Civil Engineering, 393 p., New<br />

York.<br />

636 7-8 / 2012


50 JAHRE TT<br />

HDD-SPECIAL<br />

Bild 1: Die Mitarbeiter der TRACTO-TECHNIK<br />

TRACTO-TECHNIK mit 50 erfolg reichen<br />

Jahren in die Zukunft<br />

Bild 2: Start der TRACTO-TECHNIK<br />

1962 in einer Garage<br />

Wie bei jedem Unternehmen, das etwas auf sich hält, begann die Erfolgsgeschichte von<br />

TRACTO-TECHNIK in einer angemieteten Garage (Bild 2). Das war in Lennestadt-<br />

Saalhausen und die Garage steht heute noch. Fünf Beschäftigte bauten darin Ziehgeräte.<br />

Damit konnten Bohrstangen und Spundwände aus dem Boden gezogen werden.<br />

Hauptabnehmer war die Firma Krupp Bautechnik in Essen.<br />

Die stabile Hochdrucklage am Gründungstag, dem 14. November 1962, war offenbar<br />

ein positives Zeichen. Denn übertragen auf die wirtschaftliche Entwicklung, zeigte der<br />

Weg in all den Folgejahren nach oben. Dennoch war der Start nicht einfach. Das junge<br />

Unternehmen machte sich bekannt und überzeugte durch seine Kompetenz und<br />

Innovationskraft.<br />

Der Firmenname war Programm: Denn die ersten Produkte,<br />

die ab 1962 produziert wurden, waren Ziehgeräte mit den<br />

Namen TRACTODRILL und TRACTOMAT. Der TRACTOMAT<br />

erhielt in Brüssel die begehrte Bergbau-Auszeichnung „Das<br />

blaue Band“ und wird heute noch zum Ziehen von Leitplankenpfosten<br />

genutzt.“<br />

Dabei blieb es natürlich nicht. Krupp erteilte TRACTO-TECH-<br />

NIK schon kurze Zeit später, 1967, den Entwicklungsauftrag<br />

für eine hydraulisch betriebene Rammvorrichtung – eine größere<br />

Produktstätte wurde benötigt. Im selben Jahr, nur fünf<br />

Jahre nach der Gründung, stand der Umzug in das neu erbaute<br />

Stammwerk an. Der Standort Saalhausen wurde wegen des<br />

günstigen Grundstücks und der hier lebenden Fachkräfte ausgewählt.<br />

Das wichtigste aber: Hier fühlte man sich zu Hause.<br />

Die hydraulischen Fachkenntnisse für diesen<br />

Krupp-Auftrag eigneten sich Paul Schmidt und<br />

seine Mitarbeiter in der Siegener Abendschule<br />

an. Dann begann die vergebliche Suche nach einer<br />

Maschine für die Bearbeitung von Hydraulikrohren.<br />

Dazu gehörte das Ablängen, Entgraten, Biegen<br />

und die Schneidring-Vormontage. Am Ende<br />

sah es Paul Schmidt locker: „Wenn es so eine<br />

Maschine nicht gibt, erfinden wir sie.“<br />

Das war 1967 die Geburtsstunde des TUBO-<br />

MAT und eines neuen Standbeines. Das Interesse<br />

der Verschraubungshersteller ließ nicht<br />

lange auf sich warten. Bis Anfang der 1980er<br />

Jahre lag der Vertrieb in den Händen der Firma<br />

Bild 3: Firmengründer<br />

Dipl.-Ing. Paul Schmidt<br />

(1922-1994)<br />

7-8 / 2012637


50 JAHRE TT<br />

HDD-SPECIAL<br />

Bild 4: Der Maulwurf ist das bekannte<br />

Markenzeichen für die GRUNDOMAT-<br />

Erdrakete, steht aber auch synonym für<br />

das grabenlose Bauen<br />

Kracht aus Werdohl. Dann<br />

übernahm TRACTO-TECH-<br />

NIK den Vertrieb in eigener<br />

Regie.<br />

Was TRACTO-TECHNIK<br />

besonders freut, ist, dass der<br />

zigtausendfach bewährte<br />

TUBOMAT mit kleinen technischen<br />

Verbesserungen in seiner<br />

Ursprungsform heute immer<br />

noch Maßstäbe in punkto Hydraulikverrohrung setzt und sich<br />

nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.<br />

40 Jahre nach dem ersten TUBOMAT entwickelt und<br />

produziert der Geschäftsbereich Rohrbearbeitungstechnik<br />

sichere Lösungen rund ums Rohr. Das schließt innovative<br />

Maschinen und präzise Messtechnik ebenso ein wie intelligente<br />

Softwarelösungen.<br />

EINSTIEG IN DIE GRABENLOSE<br />

LEITUNGSVERLEGUNG<br />

Eine kleine Begebenheit führte 1970 zu einem radikalen<br />

Umbruch in der Produktpolitik. Eine frisch asphaltierte Straße<br />

vor dem Schmidt’schen Wohnhaus wurde schon nach ein paar<br />

Tagen wieder aufgerissen, um eine Wasserleitung zu verlegen.<br />

Das brachte Paul Schmidt auf eine pfiffige Idee: Die Erdrakete<br />

GRUNDOMAT war geboren – der Startschuss vieler innovativer<br />

Entwicklungen für den grabenlosen Leitungsbau. Ein beispielloser<br />

Siegeszug begann. Als Weltmarktführer sind GRUNDOMAT-<br />

Erdraketen auch ‚Global Player’, weil sie rund um den Erdball<br />

tagtäglich zigtausendfach eingesetzt werden. Für die grabenlose<br />

Verlegetechnik steht seit 1970 der Maulwurf (Bild 4):<br />

ein starkes Symbol und längst ein Markenzeichen, das beim<br />

Kunden großes Vertrauen und Ansehen genießt.<br />

Das Unternehmen nimmt in den 1980er Jahren Fahrt auf<br />

und baut global seine Stellung aus, zunächst in England, dann<br />

in Frankreich, USA und Australien. Die Exportabteilung und die<br />

Schwesterfirmen betreuen und unterstützen weltweit mehr als<br />

60 Partner. In Deutschland wird der Service durch ihre Werke<br />

und Niederlassungen flächendeckend sichergestellt.<br />

Die Aufgeschlossenheit und Begeisterung für die Technik<br />

löste zahlreiche Neu- und Weiterentwicklungen aus. Sie brachten<br />

viele Ehrungen und Auszeichnungen mit sich. Insbesondere<br />

die gesteuerte Bohrtechnik faszinierte. Die Aufgaben und Anforderungen<br />

waren über die Jahre und Jahrzehnte vielfältig und<br />

führten über einen beispiellosen Entwicklungszyklus bis zum<br />

heutigen Stand der Technik. Es waren echte Pionierleistungen.<br />

Immer neue Ideen – entstanden aus den Praxiserfahrungen –<br />

wurden direkt in diese junge Technik umgesetzt.<br />

2007 kam die GRD-Bohrtechnik für die effiziente Erschließung<br />

der Erdwärme hinzu. Gebohrt wird von einem Kunststoffschacht<br />

in alle Richtungen (360°) und Neigungen (30°- 65°).<br />

Das kompakte Bohrgerät (Bild 6) ist im Baubestand auf kleinsten<br />

Grundstücken einsetzbar und hinterlässt kaum Flurschäden.<br />

TRACTO-TECHNIK geht mit gutem Beispiel voran und setzt an<br />

ihren Betriebsstellen sukzessiv Erdwärme ein.<br />

Bis heute sichern mehr als 350 Patente die Entwicklungen<br />

ab. So wurde TRACTO-TECHNIK zum Schrittmacher und Pionier<br />

der Branche. TIMI (Tracto Ideen Machen Innovationen) hilft,<br />

dass die Innovationstätigkeit bei TRACTO-TECHNIK strukturiert<br />

abläuft. Dafür gab es ein dickes Lob: Den Axia Award von<br />

dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte im Jahr 2010.<br />

Bild 6: Effiziente Erdwärmegewinnung mit dem GRD-Verfahren<br />

Bild 5: Die Geschäftsleitung der TRACTO-TECHNIK: Meinolf Rameil,<br />

Wolfgang Schmidt und Timotheus Hofmeister (v.l.n.r.)<br />

Der Sohn des Firmengründers Paul Schmidt (1922-1994) und<br />

geschäftsführender Gesellschafter Wolfgang Schmidt (Mitte) erinnert<br />

sich: „Mein Vater war Optimist und sah es so: Wer den Kopf in den<br />

Sand steckt, kann nichts Neues entdecken. Im Klartext: Er packte<br />

jedes Problem an, wovon er glaubte, dass sich eine lohnende Lösung<br />

dafür findet. Das meiste, was dabei herauskam, brachte uns schnell<br />

voran. Daraus erwuchs unsere Innovationsstärke. Auch deshalb sind<br />

und bleiben Innovationen Antriebsfeder und Ansporn.“<br />

Ein Interview mit Meinolf Rameil (li. im Bild) finden Sie unter<br />

www.<strong>3R</strong>-Rohre.de in der Rubrik „Aktuelles Heft“.<br />

638 7-8 / 2012


Meilensteine der Firmenchronik<br />

1957<br />

Start als Ing.-Büro Paul Schmidt<br />

Erste Produkte: Tankstellenrufanlage Luchs,<br />

TRACTODRILL - Ziehgerät für Bohrstangen<br />

1959<br />

Verleihung des Bergbaupreises „Blaues Band“<br />

1962<br />

Firmengründung der TRACTO-TECHNIK (14.11.1962),<br />

Beginn in einer angemieteten Garage in Saalhausen<br />

Neues Produkt: TRACTOMAT - Ziehgerät für Spunddielen<br />

Mitarbeiter: 5; Patente: 10<br />

1967<br />

Bau der ersten 900 m 2 großen Produktionshalle<br />

Neue Produkte: Hydraulische Rammgerüste, Hydraulikrohrbearbeitungsmaschine<br />

TUBOMAT<br />

Mitarbeiter: 12; Patente: 22<br />

1970<br />

Einstieg in die grabenlose Kabel- und Leitungsverlegung mit der<br />

ersten deutschen zielgenauen GRUNDOMAT-Erdrakete<br />

„Geburt“ des Maulwurfs als Symbol für den Leitungsbau<br />

Handelspartner in über 30 Ländern; Umsatz: ca. 3 Mio. DM<br />

1974<br />

Neue Produkte: ELOTRAC – elektrisches Ramm- und Ziehgerät<br />

für Kanaldielen; CONTROMAT – hydraulisches Rohr-Zusammenziehgerät<br />

für den Kanalbau<br />

1977<br />

Es finden die ersten Produktschulungen statt<br />

Mitarbeiter: 75<br />

1979<br />

Bau einer eigenen Verchromerei, Verzinkerei und Härterei<br />

Qualitätsauszeichung des Editorial Office Madrid<br />

1980<br />

Bau einer dreigeschossigen Werkshalle mit 2.800 m 2 und eines<br />

Bürogebäudes mit 800 m 2 Nutzfläche<br />

Firmengründung der EKO Erdwärmekollektoren GmbH<br />

Neue Produkte: GRUNDORAM – Rammen für den horizontalen<br />

Stahlrohrvortrieb; ELORAM – elektrisches Ramm- und Ziehgerät<br />

Mitarbeiter: 110; Patente: 60<br />

Auszeichnungen: Goldmedaille der Baumesse Brünn; Silberne<br />

Ehrennadel der Stadt Obihiro / Japan<br />

1982<br />

Firmengründung TT UK Ltd., Bedford, England<br />

Die Erforschung feinstofflicher Energien - ein Hobby des Firmengründers<br />

- führt zur Gründung der RAYONEX<br />

1983<br />

Firmengründung TRACTO-TECHNIQUES, St. Pierre les Elbeuf und<br />

Periguex Frankreich<br />

Handelspartner in über 50 Länder; Exportanteil > 40 %<br />

Neue Produkte: GRUNDOCRACK – Dynamisches Berstlining für<br />

die Rohrerneuerung auf Basis der Rammen; TUBOMAT 2060 für<br />

Rohre von 20 – 76,1 mm<br />

1984<br />

Firmengründer Dipl.-Ing. Paul Schmidt übergibt wegen schwerer<br />

Erkrankung die Geschäftsführung an Frank-Volker Theile und<br />

Elmar Ullrich<br />

Einstieg in die EDV<br />

1985<br />

Werk II: Kauf und Umbau der Firmenimmobilie Klein und Biermann,<br />

Oedingen, Ausgliederung der Rohrumformtechnik ins Werk<br />

II Oedingen<br />

1987<br />

Gründung der Niederlassung in Düsseldorf-Erkrath<br />

25-jähriges Bestehen der TRACTO-TECHNIK<br />

Neue Produkte: Einstieg in die gesteuerte Bohrtechnik, Rohrbieger<br />

TUBOBEND für Rohre von 6 - 50 mm.<br />

1988<br />

Gründung der Niederlassung Stuttgart, später Umzug in ein eigenes<br />

Gebäude nach Altbach<br />

Neue Produkte: TUBOFORM – Biegemaschine für Rohre bis 28 mm.<br />

Kundenzeitung TRACTUELL erscheint zum 1. Mal,<br />

Auflage 2001: 35.000<br />

1989<br />

Gründung der Niederlassung Mannheim, später Umzug in ein eigenes<br />

Gebäude nach Viernheim<br />

Neue Produkte: GRUNDOJET – das erste Spülbohrgerät aus dem<br />

nach mehreren Entwicklungsstufen der <strong>GRUNDODRILL</strong> entstand<br />

Mitarbeiter: 260; Patente: 150<br />

1991<br />

Firmengründung TT TECHNOLOGIES Inc., Aurora, USA<br />

Gründung der Niederlassung Lützen<br />

Neue Produkte: <strong>GRUNDODRILL</strong> 6,5 - das erste Spülbohrgerät mit<br />

Schlagwerk, GRUNDOHIT - gesteuerte Klein-Spülbohranlage für<br />

Gruben- und Oberflächenstart<br />

1993<br />

Büroausbau in Oedingen Werk II, Gründung der Niederlassung<br />

Golzow<br />

Start der 1. „FAchtagung für GEsteuerte BOhrtechnik“ (jährliche<br />

Großveranstaltung)<br />

1994<br />

Inhaberwechsel: Nach dem Tod des Firmengründers Dipl.-Ing. Paul<br />

Schmidt tritt Wolfgang Schmidt das Alleinerbe an<br />

Ausgliederung der gesteuerten Bohrtechnik ins Werk III nach<br />

Langenei<br />

Neues Produkt: <strong>GRUNDODRILL</strong> 10 S<br />

Die ersten Internetseiten der TT gehen im April online<br />

1995<br />

Neues Produkt: Entwicklung des statischen Berstlining für die<br />

Rohrerneuerung mit dem Namen GRUNDOBURST<br />

7-8 / 2012639


50 JAHRE TT<br />

HDD-SPECIAL<br />

1996<br />

Neue Produkte: <strong>GRUNDODRILL</strong> 12 G, <strong>GRUNDODRILL</strong> 20<br />

S, GRUNDOPIT – gesteuertes Kleinbohrgerät für Hausanschlüsse<br />

auch im Fels<br />

Nach einer Untersuchung und Buchveröffentlichung von Prof. H.<br />

Simon gilt TRACTO-TECHNIK mit 47 Patenten pro 100 Mitarbeiter<br />

als Hidden Champion und damit besonders innovationsstark<br />

1997<br />

Das Bürogebäude (Werk I) wird um 2 Etagen mit einem Schulungszentrum<br />

und Cafeteria aufgestockt<br />

1998<br />

Erweiterung des Technischen Büros im Werk II<br />

Firmengründung TT ASIA - PACIFIC, Australia<br />

Start des 1. Rohrbiegeforums (jährliche Veranstaltung)<br />

1999<br />

Neubau eines Technologie- und Entwicklungszentrums mit 1.000 m 2<br />

Nutzfläche in Lennestadt-Saalhausen<br />

Neue Produkte: <strong>GRUNDODRILL</strong> 10 X; GRUNDOSTEER – die erste<br />

ort- und lenkbare Erdrakete, die ohne Bohrspülung arbeitet; Vollautomatische<br />

Biegetechnik TUBOTRON und TUBOTRONIC<br />

Innovationstag: eine jährlich stattfindende Fortbildung für die<br />

technischen Mitarbeiter der TT; EXCELL-Bohrpreis gestiftet von<br />

der TT für herausragende Bohrprojekte wird alljährlich auf der<br />

FAGEBO vergeben<br />

Auszeichnungen: OEMmie-Award (USA) für GRUNDOBURST (Preis<br />

für herausragende innovative Technologie)<br />

2000<br />

Gründung der Niederlassung Bremen, 2004 Umzug in ein eigenes<br />

Gebäude nach Bakum<br />

Aus der Niederlassung Lützen mit bisher 900 m 2 Nutzfläche wird<br />

durch einen Hallenanbau mit 4.000 m 2 Nutzfläche und Aufnahme<br />

der Produktion für GRUNDOBURST und Hydraulikstationen Werk IV<br />

Neue Produkte: GRUNDOBURST 800 G und 1000 G; TUBOMAT-<br />

Produktpalette aktualisiert: TUBOFORM 16 und 28, TUBOBEND 50<br />

und 80, TUBOTRON 30 CNC, 50 und 90, TRACTOPRESS, TUBO-<br />

GRAT, TRACTOFAB, TUBOSCAN, TUBOCONTROL, TUBOPORT,<br />

ROBOFIX, SCOPELINK.<br />

Firmengründung: PROfundis GmbH<br />

Aufnahme in TOP 100 NRW<br />

GRUNDOSTEER – Produkt des Jahres 2000 (Preis von R & D, USA)<br />

Beteiligungen: Prime Drilling GmbH, Wenden (Großbohrtechnik),<br />

Stratec GmbH, Maua (Baumaschinenhandel mit Werkstattbetrieb)<br />

Mitarbeiter: 400<br />

2001<br />

Hallenbezug Werk V in Lennestadt-Saalhausen mit 4.000 m 2<br />

Nutzfläche für Montageabteilung, Lager, Versand und Messebauabteilung,<br />

Beteiligung an MSG GmbH, (Konstruktions- und<br />

Entwicklungsunternehmen)<br />

Neue Produkte: <strong>GRUNDODRILL</strong> 7 X, <strong>GRUNDODRILL</strong> 13 X, TUBO-<br />

TRON 20 CNC und 50 CNC, TUBOBEND 30<br />

Installation des Intranets, 1. Ausgabe der Mitarbeiterzeitung<br />

„Mittendrin“<br />

Innovationspreis von Sauerland Initiativ<br />

Ab 2001 finden im TT-Testgelände jährlich die international ausgerichteten<br />

Vorführtage statt<br />

Mitarbeiter: 495; Patente: 330<br />

2002<br />

Aufnahme in TOP 100 Germany<br />

Gründung TT-Group GmbH (Dachfirma);<br />

Niederlassung Lübeck: Software Engineering<br />

Neuer <strong>GRUNDODRILL</strong> 4 X<br />

Einrichtung des nationalen Branchenportals www.nodig-bau.de<br />

2003<br />

Marketingauszeichnung: TT wird von TOP 100 für das Branchenportal<br />

www.nodig-bau.de ausgezeichnet. Einrichtung des internationalen<br />

Branchenportals www.nodig-construction.com<br />

2004<br />

Kooperation mit dem Kabelpflugunternehmen Föckersperger<br />

Neubau des Technologie- und Schulungszentrums in<br />

Lennestadt-Langenei<br />

Neue Produkte: GRUNDOBURST 1250 und 2500 G mit 125 und<br />

250 t Zugkraft<br />

Neues TIP-Verfahren für die Erneuerung von Rohren von Schacht<br />

zu Schacht eng am Altrohr<br />

2005<br />

In Lennestadt-Meggen baut W. Schmidt bis 2008 sieben Pyramiden,<br />

davon nutzt Firma RAYONEX 3 Pyramiden<br />

2006<br />

Erstveranstaltung des Symposiums für die grabenlose Leitungserneuerung<br />

(SgL) an der Uni Siegen<br />

Neue Produkte: <strong>GRUNDODRILL</strong> 15 N<br />

Neues Überbohrverfahren zum Bergen erdverlegter Kabelleitungen<br />

2007<br />

Einstieg in Geothermie mit dem Radialbohrverfahren GRD – ausgezeichnet<br />

mit dem Innovationspreis der NRW-CDU<br />

Bauma mit 1.500 m 2 Standfläche die bisher größte TT-Messe<br />

Neue Produkte: Pressbohranlagen 200 S und 400 <strong>GRUNDODRILL</strong><br />

25 N wird auf der Bauma vorgestellt<br />

2008<br />

Bau einer neuen Montagehalle und Bürogebäude mit 1.700 m 2<br />

Nutzfläche in Lennestadt-Oedingen<br />

Mitarbeiter: 520, davon 60 Ingenieure und techn. Mitarbeiter;<br />

Patente: 350; Exportanteil: >60 %; mehr als 60 Vertriebspartner<br />

Neue Produkte: <strong>GRUNDODRILL</strong> 10 XP und 15 XP, BURST-<br />

FORM- Einzug von Langrohren durch einen Schacht nach dem<br />

TIP-Verfahren<br />

2010<br />

Auszeichnung mit dem Axia Award von Deloitte für herausragendes<br />

Innovationsmanagement<br />

Geschäftsführerwechsel durch Ruhestand: Neue Geschäftsführer<br />

sind Timotheus Hofmeister und Meinolf Rameil<br />

Neue Produkte: GRUNDOMAT-Generation N; GRUNDOPIT Keyhole<br />

mit GdF Suez entwickelt<br />

Marketing vor Ort bei TT<br />

2011<br />

Neue Produkte: <strong>GRUNDODRILL</strong> 18 ACS Bohranlage für Felsbohrungen;<br />

GRUNDOLINER für die Sanierung / Erneuerung von<br />

Abwasserhausanschlüssen<br />

2012<br />

50-jähriges Bestehen der TRACTO-TECHNIK<br />

640 7-8 / 2012


AKTUELLE TERMINE<br />

SERVICES<br />

SEMINARE – BRBV<br />

SPARTENÜBERGREIFEND<br />

GRUNDLAGENSCHULUNGEN<br />

GFK-Rohrleger nach DVGW-Arbeitsblatt<br />

W 324 – Grundlagenschulung<br />

13./14.09.2012 Gera<br />

18./19.10.2012 Gera<br />

22./23.10.2012 Rostock<br />

GFK-Rohrleger nach DVGW-Arbeitsblatt<br />

W 324 – Nachschulung<br />

21.09.2012 Gera<br />

24.10.2012 Rostock<br />

26.10.2012 Gera<br />

Baustellenabsicherung und Verkehrssicherung<br />

RSA/ZTV-SA - 1 Tag<br />

25.09.2012 München<br />

08.10.2012 Sulzbach<br />

Baustellenabsicherung und Verkehrssicherung<br />

RSA/ZTV-SA - 2 Tage<br />

08./09.10.2012 Frankfurt/Main<br />

09./09.12.2012 Sulzbach<br />

INFORMATIONSVERANSTALTUNGEN<br />

Erneuerbare Energien - Biogas<br />

27.09.2012 Hannover<br />

Spartenübergreifende Hausanschlusstechnik<br />

10.10.2012 Kerpen<br />

Einbau und Abdichtung von Netz- und<br />

Hausanschlüssen bei Neubau und Sanierung<br />

17.10.2012 Nürnberg<br />

14.11.2012 Oldenburg<br />

18.12.2012 Potsdam<br />

Arbeitsvorbereitung und Kostenkontrolle<br />

im Rohrleitungsbau – Arbeitskalkulation<br />

18.10.2012 Berlin<br />

Neue Entwicklungen bei den Anwendungen<br />

und Einbauverfahren duktiler Guss-Rohrsysteme<br />

09./10.10.2012 Frankfurt/Main<br />

Einbau und Abdichtung von Netz- und<br />

Hausanschlüssen bei Neubau und Sanierung<br />

17.10.2012 Nürnberg<br />

14.11.2012 Oldenburg<br />

18.12.2012 Potsdam<br />

Arbeitssicherheit im Tief- und Leitungsbau<br />

08.11.2012 Mannheim<br />

06.12.2012 Münster<br />

Baurecht 2012<br />

08.11.2012 Potsdam<br />

27.11.2012 Bielefeld<br />

Steuerbare horizontale Spülbohrverfahren<br />

- Fortbildungsveranstaltung nach GW 329<br />

05.12.2012 Kassel<br />

Bauausführung<br />

12.12.2012 Nürnberg<br />

Abnahme und Gewährleistung<br />

13.12.2012 Nürnberg<br />

GAS/WASSER<br />

GRUNDLAGENSCHULUNGEN<br />

GW 128 Grundkurs „Vermessung“<br />

9 Termine ab 11.09.2012 bundesweit<br />

GW 128 Nachschulung „Vermessung“<br />

5 Termine ab 17.09.2012 bundesweit<br />

Fachkraft für die Instandsetzung von<br />

Trinkwasserbehältern nach DVGW-Arbeitsblatt<br />

W 316-2<br />

24.-28.09.2012 Frankfurt/Main<br />

Schweißaufsicht nach DVGW-Merkblatt<br />

GW 331<br />

03.-07.09.2012 Hannover<br />

22.-26.10.2012 Aachen<br />

19.-23.11.2012 Hannover<br />

26.-30.11.2012 Würzburg<br />

26.-30.11.2012 Leipzig<br />

Vermessungsarbeiten an Gas- und Wasserrohrnetzen<br />

nach DVGW Hinweis GW 128<br />

- Grundkurs<br />

ganzjährig bundesweit<br />

Vermessungsarbeiten an Gas- und Wasserrohrnetzen<br />

nach DVGW Hinweis GW 128<br />

– Nachschulung<br />

ganzjährig bundesweit<br />

Fachkraft für die Instandsetzung von<br />

Trinkwasserbehältern nach DVGW-Arbeitsblatt<br />

W 316-2<br />

24.-28.09.2012 Frankfurt/Main<br />

Schweißaufsicht nach DVGW-Merkblatt<br />

GW 331<br />

03.-07.09.2012 Hannover<br />

22.-26.10.2012 Aachen<br />

PE-HD Schweißer nach DVGW-Arbeitsblatt<br />

GW 330 – Grundkurs<br />

32 Termine ab 06.08.2012 bundesweit<br />

PE-HD Schweißer nach DVGW-Arbeitsblatt<br />

GW 330 – Verlängerungskurs<br />

48 Termine ab 13.08.2012 bundesweit<br />

Nachumhüllen von Rohren, Armaturen, und<br />

Formteilen nach DVGW-Merkblatt GW 15<br />

– Grundkurs<br />

11 Termine ab 28.08.2012 bundesweit<br />

Nachumhüllen von Rohren, Armaturen, und<br />

Formteilen nach DVGW-Merkblatt GW 15<br />

– Nachschulung<br />

14 Termine ab 27.08.2012 bundesweit<br />

Fachkraft für Muffentechnik metallischer<br />

Rohrsysteme - DVGW-Arbeitsblatt W 339<br />

10.-12.09.2012 Gera<br />

15.-17.102012 Gera<br />

INFORMATIONSVERANSTALTUNGEN<br />

Arbeiten an Gasleitungen – BGR 500<br />

Kap. 2.31<br />

11.10.2012 Kerpen<br />

24.10.2012 Erfurt<br />

Kunststoffrohre in der Gas- und Wasserversorgung<br />

– Verlängerung zur GW 331<br />

26.09.2012 Stuttgart<br />

23.10.2012 Arnstadt<br />

Bau von Gas- und Wasserrohrleitungen<br />

16./17.10.2012 Bad Gögging<br />

Sachkundiger Gas bis 4 bar<br />

18.09.2012 Leipzig<br />

Sachkundiger Wasser – Wasserverteilung<br />

19.09.2012 Leipzig<br />

Reinigung und Desinfektion von Wasserverteilungsanlagen<br />

25.09.2012 Nürnberg<br />

DVGW-Arbeitsblatt GW 301 – Qualitätsanforderungen<br />

für Rohrleitungsbauunternehmen<br />

20.09.2012 Köln<br />

24.10.2012 Erfurt<br />

PRAXISSEMINARE<br />

Druckprüfung von Gasrohrleitungen<br />

23.10.2012 Kerpen<br />

Druckprüfung von Wasserrohrleitungen<br />

24.10.2012 Kerpen<br />

Arbeiten an Gasleitungen – BGR 500, Kap.<br />

2.31 – Fachaufsicht<br />

17.-21.09.2012 Gera<br />

08.-12.10.2012 Gera<br />

DVS 2202-1 Beurteilung von Kunststoffschweißverbindungen<br />

25.10.2012 Kassel<br />

Fachaufsicht Korrosionsschutz für<br />

Nachumhüllungsarbeiten gemäß DVGW-<br />

Merkblatt GW 15<br />

18.10.2012 Nürnberg<br />

Fachwissen für Schweißaufsichten nach<br />

DVGW-Merkblatt GW 331 inkl. DVS-<br />

Abschluss 2212-1<br />

29./30.10.2012 Dortmund<br />

FERNWÄRME<br />

INFORMATIONSVERANSTALTUNGEN<br />

Aufbaulehrgang Fernwärme<br />

20.09.2012 Hamburg<br />

Aufbaulehrgang Kanalbau<br />

17.10.2012 Berlin<br />

BRUNNENBAU<br />

INFORMATIONSVERANSTALTUNGEN<br />

BMS – Betriebliches Management-System in<br />

Brunnenbau- und Geothermieunternehmen<br />

25.10.2012 Stuttgart<br />

KONTAKTADRESSE<br />

brbv<br />

Berufsförderungswerk des Rohrleitungsbauverbandes<br />

GmbH, Köln,<br />

Tel. 0221/37 658-20,<br />

E-Mail: koeln@brbv.de, www.brbv.de<br />

7-8 / 2012641


AKTUELLE TERMINE<br />

SERVICES<br />

LEHRGÄNGE – RSV<br />

ZKS-BERATER-LEHRGÄNGE<br />

Modulare Schulung 2012<br />

Kerpen<br />

10.-15.09.2012<br />

24.-29.09.2012<br />

15.-19.10.2012<br />

12.-17.11.2012<br />

Feuchtwangen<br />

17.-22.09.2012<br />

08.-13.10.2012<br />

05.-09.11.2012<br />

26.11.-01.12.2012<br />

Bad Zwischenahn<br />

24.-29.09.2012<br />

15.-20.10.2012<br />

12.-16.11.2012<br />

03.-08.12.2012<br />

KONTAKTADRESSE<br />

RSV<br />

RSV – Rohrleitungssanierungsverband e. V.,<br />

49811 Lingen (Ems), Tel. 05963/9 81 08 77,<br />

Fax 05963/9 81 08 78, E-Mail: rsv-ev@<br />

t-online.de, www.rsv-ev.de<br />

SEMINARE – VERSCHIEDENE<br />

AGE<br />

SEMINARE<br />

Grundsätzliche und aktuelle Fragen des<br />

Wegerechts<br />

10.-12.09.2012 Kassel<br />

BWL in Kürze<br />

18./19.09.2012 Leipzig<br />

Technik der Gasversorgung für Kaufleute<br />

23./24.10.2012 Leipzig<br />

27./28.11.2012 Berlin<br />

Technik der Trinkwasserversorgung für<br />

Kaufleute<br />

24./25.10.2012 Stuttgart<br />

BAU-Akademie Nord<br />

SEMINARE<br />

GW 15 – Grundkurs für Auszubildende<br />

Nachumhüllen von Rohren, Armaturen und<br />

Formteilen nach DVGW-Merkblatt GW 15<br />

10.-14.09.2012 Bad Zwischenahn<br />

08.-12.10.2012 Bad Zwischenahn<br />

GW 330 - Grundkurs PE-Schweißer gemäß<br />

DVGW-Arbeitsblatt GW 330<br />

10.-14.09.2012 Bad Zwischenahn<br />

29.10.-02.11.2012 Bad Zwischenahn<br />

GW 129 - Sicherheit bei Bauarbeiten im<br />

Bereich von Versorgungsanlagen für Baumaschinenführer<br />

gemäß DVGW-Hinweis<br />

GW 129<br />

02.10.2012 Bad Zwischenahn<br />

17.10.2012 Bad Zwischenahn<br />

06.11.2012 Bad Zwischenahn<br />

GW 15 – Grundkurs Nachumhüllen von<br />

Rohren, Armaturen und Formteilen nach<br />

DVGW-Merkblatt GW 15<br />

08.-12.10.2012 Bad Zwischenahn<br />

12.-14.11.2012 Bad Zwischenahn<br />

19.-21.11.2012 Bad Zwischenahn<br />

GW 128 – Grundkurs Vermessungsarbeiten<br />

an Gas- und Wasserrohrnetzen<br />

05./06.11.2012 Bad Zwischenahn<br />

GW 128 Nachschulung: Vermessungsarbeiten<br />

an Gas- und Gas- und Wasserrohrnetzen<br />

07.11.2012 Bad Zwischenahn<br />

GW 15 – Nachschulung Nachumhüllen von<br />

Rohren, Armaturen und Formteilen nach<br />

DVGW-Merkblatt GW 15<br />

22.11.2012 Bad Zwischenahn<br />

GW 129 – Sicherheit bei Bauarbeiten im<br />

Bereich von Versorgungsanlagen für Ausführende,<br />

Aufsichtsführende und Planer<br />

gemäß DVGW-Hinweis GW 129<br />

06./07.12.2012 Bad Zwischenahn<br />

DVGW<br />

INTENSIVSCHULUNGEN<br />

Abnahme von Druckprüfungen an Gas- und<br />

Wasserrohrleitungen<br />

13.11.2012 Walsrode<br />

Abnahme von Druckprüfungen an Trinkwasserrohrleitungen<br />

06.11.2012 Karlsruhe<br />

04.12.2012 Hannover<br />

11.12.2012 Herdecke<br />

Verfahrenstechnik der Wasseraufbereitung<br />

27.-29.11.2012 Hildesheim<br />

GWI<br />

SEMINARE<br />

Sachkundigenschulung Gas-Druckregelund<br />

-Messanlagen im Netzbetrieb und in<br />

der Industrie<br />

03.-05.09.2012 Essen<br />

Technische Regeln der Gasinstallation<br />

(TRGI) intensiv<br />

06./07.09.2012 Essen<br />

Praxis der Prüfung von Gas-Messanlagen<br />

nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 492<br />

10./11.09.2012 Essen<br />

Neuerungen Odorierung - Weiterbildung<br />

der Sachkundigen für Odorieranlagen gem.<br />

DVGW G 280<br />

12./13.09.2012 Essen<br />

Arbeiten an freiverlegten Gasrohrleitungen<br />

auf Werksgelände und im Bereich betrieblicher<br />

Gasverwendung gemäß DVGW G 614<br />

18.09.2012 Essen<br />

Weiterbildung der Sachkundigen gem.<br />

DVGW-Arbeitsblatt G 685<br />

18./19.09.2012 Essen<br />

Praxisseminar Gas-Druckregel- und<br />

-Mess anlagen<br />

19./20.09.2012 Essen<br />

Befähigte Personen nach TRBS 1203 für<br />

Prüfungen von explosionsgefährdeten<br />

Anlagen im Bereich von Gasanlagen<br />

27./28.09.2012 Essen<br />

Sicherheitstraining zum Gaszählerwechsel<br />

27./28.09.2012 Essen<br />

Prüfungen, Dokumentationen und Abnahmen<br />

von Gas-Druckregelanlagen bis 5 bar durch<br />

Sachkundige<br />

29./30.10.2012 Essen<br />

KONTAKTADRESSEN<br />

Kontakt für AGE-Seminare<br />

EW Medien und Kongresse GmbH, Tel.<br />

069/7104687-218, Fax 069/7104687-9218,<br />

www.ew-online.de<br />

DVGW<br />

Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches<br />

e.V., Bonn; Tel. 0228/9188-607,<br />

Fax 0228/9188-997, E-Mail: splittgerber@<br />

dvgw.de, www.dvgw.de<br />

GWI<br />

Gas- und Wärme-Institut Essen e.V., Essen;<br />

Frau B. Hohnhorst, Tel. 0201/3618-143,<br />

Fax 0201/3618-146, E-Mail: hohnhorst@<br />

gwi-essen.de, www.gwi-essen.de<br />

642 7-8 / 2012


AKTUELLE TERMINE<br />

SERVICES<br />

SEMINARE – VERSCHIEDENE<br />

HDT<br />

SEMINARE<br />

Festigkeitsmäßige Auslegung von Druckbehältern<br />

03./04.12.2012 Essen<br />

Druckstöße, Dampfschläge und Pulsationen<br />

in Rohrleitungen<br />

25./26.09.2012 Kochel<br />

06./07.11.2012 Essen<br />

04./05.12.2012 Leibstadt, Schweiz<br />

Rohrleitungsplanung für Industrie- und<br />

Chemieanlagen<br />

22./23.11.2012 Berlin<br />

Die Europäische Norm EN 1591 zur<br />

Flanschberechnung<br />

20.09.2012 Essen<br />

Dichtungen - Schrauben - Flansche<br />

20.09.2012 Berlin<br />

Verfahren zur Montage und Demontage<br />

von Dichtverbindungen an Rohrleitungen<br />

und Apparaten<br />

07.11.2012 Essen<br />

Dichtungstechnik im Rohrleitungs- und<br />

Apparatebau<br />

15.11.2012 Essen<br />

Schweißen von Rohrleitungen im Energieund<br />

Chemieanlagenbau<br />

21./22.11.2012 Essen<br />

Sicherheitsventile und Berstscheiben<br />

13.09.2012 München<br />

25.10.2012 Essen<br />

Radiodetection<br />

PRAXISSEMINARE<br />

Kabel- und Leitungsortung - Grundmodul<br />

18./19.09.2012 Erfurt<br />

06./07.11.2012 Erfurt<br />

13./14.11.2012 Erfurt<br />

Kabel- und Leitungsortung - Aufbaumodul<br />

04./05.12.2012 Erfurt<br />

Kabelfehlerortung<br />

27.-29.11.2012 Erfurt<br />

Tiefbau<br />

15.11.2012 Erfurt<br />

TAH<br />

SEMINARE<br />

Instandhaltung von Abwasserkanalsystemen<br />

18./19.09.2012 Gelsenkirchen<br />

Auf den Punkt gebracht 2012<br />

06.11.2012 Karlsruhe<br />

07.11.2012 Mainz<br />

08.11.2012 Mönchengladbach<br />

27.11.2012 Salzburg<br />

28.11.2012 Nürnberg<br />

29.11.2012 Leipzig<br />

Schlauchliner-Workshop - Schlauchliningmaßnahmen<br />

richtig ausschreiben<br />

18.09.2012 Hannover<br />

19.09.2012 Köln<br />

25.09.2012 Leipzig<br />

Zertifizierter Kanalsanierungs-Berater<br />

2012 und 2013<br />

10.09.-08.12.2012 Heidelberg<br />

15.10.2012 – 19.01.2013 Weimar<br />

14.01.-13.04.2013 Essen<br />

11.03.-15.06.2013 Hannover<br />

TAW<br />

SEMINARE<br />

Verfahrenstechnische Erfahrungsregeln bei<br />

der Auslegung von Apparaten und Anlagen<br />

12./13.11.2012 Wuppertal<br />

Rohrleitungen in verfahrenstechnischen<br />

Anlagen planen und auslegen<br />

23./24.10.2012 Wuppertal<br />

Überdrucksicherungen, Sicherheitsventile<br />

und Berstscheiben auswählen, dimensionieren<br />

und betreiben<br />

05./06.11.2012 Altdorf<br />

Schweißtechnik an Rohren in der chemischen<br />

Industrie und im Anlagenbau<br />

14./15.11.2012 Wuppertal<br />

Universität der<br />

Bundeswehr München<br />

SEMINAR<br />

4. Seminar Wasserversorgung mit Fachausstellung<br />

19.09.2012 München<br />

Veranstaltungen zum<br />

Korrosionsschutz<br />

SEMINARE<br />

Kathodischer Korrosionsschutz<br />

22.10.2012 Bonn (angeboten durch den<br />

DVGW)<br />

Refresherseminar zur Prüfung nach DIN EN<br />

15257 A1, A2 erdverlegte Anlagen<br />

24./25.01.2013 Wuppertal (angeboten<br />

durch die Technische Akademie<br />

Wuppertal)<br />

Zertifikatsprüfung Grad 1, Grad 2 DIN EN<br />

15257 A1, A2 erdverlegte Anlagen<br />

25.01.2013 Esslingen (angeboten durch<br />

die fkks cert gmbh)<br />

Hochspannungsbeeinflussung erdverlegter<br />

Rohrleitungen<br />

31.01.2013 Esslingen (angeboten durch<br />

die Technische Akademie<br />

Esslingen)<br />

TAGUNGEN<br />

EuroCorr2012<br />

09.-13.09.2012 Istanbul, Türkei<br />

info@eurocorr2012.org,<br />

www.eurocorr2012.org<br />

fkks Infotag 2013<br />

29.01.2013 Esslingen<br />

49. Jahreshauptversammlung des fkks<br />

Fachverband Kathodischer Korrosionsschutz<br />

e.V.<br />

30.01.2013 Esslingen<br />

ZfW<br />

WORKSHOP<br />

Qualitätssicherung bei Gashochdruckleitungen<br />

27.-29.11.2012 Trier<br />

SEMINAR<br />

Qualitätssicherung im Erdbau – ZTVE<br />

StB 09<br />

11.12.2012 Oldenburg<br />

KONTAKTADRESSE<br />

HdT<br />

Haus der Technik, Essen; Tel. 0201/1803-1,<br />

E-Mail: hdt@hdt-essen.de,<br />

www.hdt-essen.de<br />

Radiodetection CE<br />

Tel. 02851/9237-20, Fax 02851/9237-<br />

520, E-Mail: rd.sales.de@spx.com,<br />

www.de.radiodetection.com<br />

TAH<br />

Technische Akademie Hannover e.V.;<br />

Dr. Igor Borovsky, Tel. 0511/39433-30,<br />

Fax 0511/39433-40,<br />

E-Mail: borovsky@ta-hannover.de,<br />

www.ta-hannover.de<br />

TAW<br />

Technische Akademie Wuppertal;<br />

Dr.-Ing. Ulrich Reith,<br />

Tel. 0202/7495-207, Fax 0202/7495-228,<br />

E-Mail: taw@taw.de, www.taw.de<br />

ZfW<br />

Zentrum für Weiterbildung des Instituts für<br />

Rohrleitungsbau Oldenburg, Anke Lüken,<br />

Tel. 0441-361039-20,<br />

E-Mail: anke.lueken@jade-hs.de, www.<br />

jade-hs.de/weiterbildung/zentrum-fuerweiterbildung/<br />

7-8 / 2012643


AKTUELLE TERMINE<br />

SERVICES<br />

MESSEN UND TAGUNGEN<br />

wat 2012<br />

24./25.09.2012 in Dresden; DVGW-Hauptgeschäftsführung, Petra Salz, Tel.<br />

0228/9188-604, E-Mail: salz@dvgw.de oder unter www.<br />

wat-dvgw.de<br />

gat 2012<br />