24.02.2014 Aufrufe

AUDIO Eintakt-Trioden - besser aus Prinzip? (Vorschau)

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03 / 2014

www.audio.de Deutschland 6,- €

HIFI · SURROUND · HIGH END · MUSIK

Klangstark, technisch perfekt

und DSD-fähig – für 400 €!

Eintakt-Trioden

besser aus Prinzip?

Vier erschwingliche

Single-Ended-Röhrenverstärker

zeigen, was

sie können – an besonders

röhrenfreundlichen

Boxen aller Klassen.

CD-Spieler und Verstärker von

Atoll: konsequent audiophil

schon in der 1000-Euro-Klasse

Super-Kopfhörer von

AKG und Audez'e,

neue Porti-Referenz

von Astell&Kern

Österreich € 6,70 - Schweiz sfr 12,00

Spanien € 7,95 - BeNeLux € 7,00

Griechenland € 9,00 - Italien € 7,95

Finnland € 8,85 - Slowenien € 7,95


NEU in der

Serie 15

Modern Fidelity.

RCD-1570

CD-Player

RA-1570

Vollverstärker

7/2013

Ihre neue Wertanlage – von ROTEL.

Der neue RA-1570 von ROTEL ist mehr als eine normale

HiFi-Komponente. Denn dieser perfekt auf die Bedürfnisse

des modernen Musikenthusiasten abgestimmte Vollverstärker

schafft mit seinen kraftvollen 2 x 120 Watt (RMS / 8 Ω) den

Spagat zwischen den klassischen Analog-Prinzipien und

den modernen, digitalen Anschlussvarianten. In der Wiedergabe

nahezu aller mobilen Quellen liefert er auch kabellos,

via mitgeliefertem USB-Bluetooth-Adapter, die Klangqualität,

die selbst eingefleischte Musikliebhaber begeistert. Aber was

wäre das Herzstück eines hochwertigen multifunktionalen

Musiksystems ohne die Wiedergabemöglichkeit einer umfangreichen

CD-Sammlung? Aus diesem Grund haben wir dem

RA-1570 mit dem MP3-fähigen RCD-1570 einen Highend-

CD-Player zur Seite gestellt, den Sie über die Systemfernbedienung

komfortabel mitsteuern können. Dank Wolfson-

D/A-Wandler verfügt der RCD-1570 über die gleiche hochwertige

Signalverarbeitung und klangliche Akkuratesse

wie sein Verstärkerpendant. Mit der Serie 15 von ROTEL

holen Sie das Maximum aus Ihrer Musik heraus. Und erleben

kompromisslosen Klang – für eine vernetzte Welt.

Mehr Infos und den ROTEL Fachhändler in Ihrer Nähe finden Sie auf: www.gute-anlage.de und www.rotel.com


Meinung › Editorial

So kompakt, so

klangstark

Bernhard Rietschel

brietschel@wekanet.de

Keine Kompromisse

Wie alle Hobbys kennt auch HiFi unterschiedliche Grade von Konsequenz und

Kompromisslosigkeit. Ich habe schon alte Männerfreundschaften an einem Streit

über einen Röhrenvorverstärker zerbrechen sehen, wobei mir der genaue strittige

Punkt nie offenbart wurde. Ich hätte ihn vielleicht eh nicht verstanden.

Ich kannte auch Leute, die sich eine große, schöne Wohnung hätten mieten

können, aber eine viel kleinere vorzogen – weil sie es sich so leisten konnten, die

gegenüberliegende, identische Wohnung dazuzumieten. Diese blieb dann jahrelang

uneingerichtet, praktisch im Rohbauzustand – bis auf das Wohnzimmer, das als

Hörraum diente. Mit vielen Platten, einem (!) Sessel sowie einem Tischchen, auf

dem noch die Partitur der zuletzt gehörten Sinfonie lag. Sonst nichts.

Nicht zu vergessen der Vinylfan, dem ich einen Van den Hul Tonabnehmer für 5000

Mark in seinen Linn-Spieler einbaute: Die Anlage, ein ganz großes Naim-Gedeck an

einer ganz kleinen Linn-Box, war vermutlich teurer als die gesamte Wohnung. Und

das Auto. Er hatte nämlich keins, sondern nur ein altes Rennrad, das im Flur stand,

weil es in der miesen Gegend sonst sofort geklaut worde wäre. Ich habe „Abbey

Road“ nie zuvor und nie wieder danach so gut gehört.

Es sind die Unbeugsamen, 110-Prozentigen, die in Erinnerung bleiben. Was nicht

heißt, dass auch Leute, die ihren Boxenkauf von einem Zentimeter Bauhöhen-

Unterschied abhängig machen mussten („weil sie sonst höher ist als das Sideboard“),

oder die ihre Traumbox dann doch nicht bekamen, weil das Furnier etwas

zu grob gemasert war, oder die, obwohl MP3-abstinent aus Überzeugung, beschlossen,

fortan über eine Funk-Digitalstrecke Musik zu hören, „weil dann das

Kabel nicht so hässlich vor dem Teppich vorbeigeht“ – dass also solche eher

weniger kompromisslose Musikfreunde mitunter beneidenswert guten Klang

genießen, den sie in den Augen der 110-Prozentigen gar nicht verdient haben.

Für beide Gruppen haben wir spannende Themen in diesem Heft. Himmlisch

klingende Eintakt-Röhren, die heiß werden wie die Feuer der Hölle und trotzdem

nur wenige Watt ausspucken – Klassiker des kompromisslosen High End, die am

richtigen Lautsprecher überwältigend lebensecht musizieren. Ehrensache, wir

haben auch passende Lautsprecher besorgt: von noch erreichbaren Effizienzwundern

bis hin zu wirklich radikalen Hochwirkungsgrad-Hörnern. Aber wir haben

auch pflegeleichtes Transistor-HiFi aus Frankreich, das klanglich eine ganz ähnliche

Richtung einschlägt. Mainstream ist daran gar nichts, nur der Preis. Auch Boxen

knapp ober- und unterhalb der berühmten 1-Meter-Marke haben wir gefunden, die

allesamt so verblüffend spielen, dass man letztlich tatsächlich den Partner entscheiden

lassen kann – von Kompromiss keine Spur, auch für 1500 Euro nicht. Wer

Rücksicht auf Nachbarn und Familie nehmen muss, kann sich von dem Geld auch

einen der neuen Super-Kopfhörer leisten – für einen Kopfhörer ist das zwar

verdammt teuer. Aber der Betrag ist nur einmal fällig. Nicht monatlich wie die Miete

für die Nachbarwohnung. So betrachtet kann auch ein 1500-Euro-Kopfhörer ein

guter Kompromiss sein.

nuLine 34

„Setzt weit über ihre Preisklasse

hinaus Maßstäbe“Klassenreferenz AreaDVD 1/13

„Großartiges Hörerlebnis“

AV-Magazin Highlight 2/13

Testsieger Audio 1/14

„Was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft, dürften die nuLine

34 kaum zu toppen sein. So viel durchdachte Lautsprechertechnik

fürs Geld dürfte man anderswo kaum finden“ LP 4/13

Schleiflack Weiß, Platin, Schwarz oder Nussbaum, Kirsche.

220/160 W · 335,- €/Box inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand

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Viel Spaß mit diesem Heft wünscht

Ehrliche Lautsprecher

www.audio.de ›03/2014

3

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Inhalt › Audio 03/2014

18

In Einklang?

Wonach lechzen leistungsarme

Class-A-Röhren am meisten?

Richtig, nach wirkungsgradstarke

Boxen! Doch klingt die Technik-

Symbiose automatisch besser?

Für Minimalisten: Für Kopfhörer-HiFiisten: Für Porti-Fetischisten:

Clearaudio

smart Phono V2

44

AKG K 812 und

Audez´e LCD-XC

46

Astell & Kern

iriver AK 240

14

Magazin

6

8

12

News Highendige Elektronik-Komponenten

von Esoteric # Wilson überarbeitet den

Lautsprecher Sasha # Sony baut einen

neuen Walkman # Nola-Lautsprecher gibt

es ab sofort auch in Deutschland # iFi

versucht sich in portablen KH-Amps mit

dem nano iCAN # Cyrus hat den deutschen

Vertrieb gewechselt.

Messe-Report: CES 2014

Was gibt es Neues aus Las Vegas? AUDIO

war vor Ort und berichtet.

Szene HiFi-Events und Termine

RUBRIKEN

3 Editorial

69 Markt

134 Bestenliste

144 Leserbriefe

144 Impressum

146 Vorschau

Lautsprecher

18

120

Test: Highend-Lautsprecher

Mit teilweise einzigartiger Technik und

enormen Aufwand bauen Voxativ,

Blumenhofer und Ayon ihre Lautsprecher.

Warum das ganze Tam-Tam mit Hörnern

und Breitbändern? Ganz einfach: Weil sie

gezielt auf einen hohen Wirkungsgrad

gezüchtet wurden. Ob sie sich deswegen

aber als ideale Partner von Kleinstleistungs-Verstärkern

eignen?

Test: Standboxen um 1600 Euro

Mit einer Höhe von knapp unter einem

Meter und einem hübschen Design sind die

Weichen bereits richtig gestellt: Diese vier

Standlautsprecher von Boston, Chario, Elac

und Monitor Audio werden sich optisch in

jedes Wohnzimmern integrieren. Das reicht

AUDIO aber nicht und prüft die Boxen auf

Herz und Nieren – und Klang.

Verstärker

34

44

130

Test: Class-A-Röhrenamps

Tsakiridis setzt bei der Endstufe Achilles

eine 300B ein, bei der Orpheus eine 845. Die

Vorstufe Thalia passt gut dazu. Das gleiche

Röhren-Spiel treibt auch Mastersound aus

Italien – bei den Vollverstärkern Compact

300B und 845 – eben eine Nummer größer

und teurer. Wie stark wirkt sich die

unterschiedliche Endstufen-Bestückung

tatsächlich auf den Klang aus?

Test: Phono-Verstärker

Clearaudios Smart Phono V2 protzt nicht

gerade mit Ausstattung. Doch wer weiß:

Vielleicht führt dieser Minimalismus zum

ersehnten Wohlklang.

Test: Stereo-Kombi

Als Paar sehen IN-100 SE und CD-100 SE-2

von Atoll schonmal gut aus. Ob die

Beziehung aber auch klanglich passt?

4 www.audio.de ›03 /2014


Inhalt › Audio 03/2014

sumie

Ihre Schwester Yukimi kennt man schon

von der Elektroband Little Dragon, jetzt

lässt auch Sumie Nagano aufhorchen:

mit einer Platte so sehnsuchtsvoll und

traurig-schön, als wär’ sie ein Roman des

japanischen Kultautors Haruki Murakami.

55

120

Ein Meter Klang

Wenn von wohnraum-tauglichen

Standboxen die Rede ist, meint man

schicke, meist unter einen Meter

hohe Modelle. Die vier Lautsprecher

von Boston, Chario, Elac und Monitor

Audio klingen größer als man denkt.

52

Bauhaus-streamer

Ob der Raumfeld Cube von Teufel

schick aussieht, darf jeder für sich

entscheiden. Klanglich lässt die

Streaming-Anlage jedenfalls nichts

anbrennen, und gefällt zudem mit

einer einfachen Bedienung.

IM TEST

CD-Player

Atoll CD-100 SE-2130

D/A-Wandler

Denon DA 300 116

Endstufen

Tsakiridis Achilles34

Tsakiridis Orpheus34

komplettsysteme

Raumfeld by Teufel Cube52

kopfhörer

AKG K 812, Audez´e LCD-XC46

Mobil-Player

Astell & Kern AK 24014

Phonoverstärker

Clearaudio Smart Phono V244

Standboxen

Voxativ Ampeggio Due20

Ayon Black Hawk24

Blumenhofer Tempesta 2028

Blumenhofer Mini32

Boston M 250, Chario Syntar 530, Elac

FS 197, Monitor Audio Silver 6120

Vollverstärker

Mastersound Compact 300B34

Mastersound Compact 84534

Atoll IN-100 SE130

Vorverstärker

Tsakiridis Thalia34

Die Bestenliste

Alle Tests im Überblick134

Bilder: Titel: J. Bauer, MPS; Inhalt: J. Bauer, H. Härle, MPS, Andrew MacNaughtan, Archiv

Digital-Quellen

14

116

Komplettanlagen

52

Test: HiRes-Porti

Jetzt dachte man, dass der Astell und Kern

AK120 bereits den Höhepunkt bei edlen

Mobil-Playern darstellte und nun das: der

AK240 kann noch mehr und kostet fast das

Doppelte. Lohnt sich der Aufpreis?

Test: D/A-Wandler

Denons neuester Streich: Der DA 300 USB

klingt hervorragend mit allen gängigen

Datei-Formaten – sogar mit DSD – und

kostet dabei nur 400 Euro.

Test: Streaming-System

Der vollaktive Cube vereint bei einem

Paarpreis von 500 Euro Raumfelds einfache

Bedienung mit einem tollen Klang.

Kopfhörer

46

Report

10

Test: Edel-Hörer

Darauf musste die Fangemeinde lange

warten: Ein neuer Referenz-Kopfhörer von

AKG „Made in Austria”, und ein geschlossener

Magnetostat von Audez´e. Beide im

Exklusiv-Test bei AUDIO.

Ratgeber: Philips Golden Ears

Ob für billige 5-Euro-Hörer, oder für teures

HiFi: Philips treibt stets einen enormen

Entwicklungs-Aufwand mit vielen Hörtests

und Blindvergleichen. Das Gehör ihrer

Mitarbeiter schulen die Holländer mit einem

anspruchsvollen Gehör-Trainings-Kurs.

Diesen stellt Philips nun online und

vollkommen kostenlos zur Verfügung.

MUSIK

54

55

58

62

64

65

67

Pop-CDs

Marteria, Robben Ford, Sumie, Max Herre,

Broilers, The Notwist, Warpaint, Paula,

David Crosby, Lake, Andreas Dorau ...

Die Audiophilen

Tokunbo: großes Entertainment zwischen

Pop, Jazz und Chanson – mal live, mal im

Studio

Geheimtipp

Snakadaktal: australischer Indielectro-Pop

mit dem gewissen Etwas

LP-Tipps

Paul Kuhn, Taj Mahal, Jerry Lee Lewis ...

Oldie-CDs

The Beatles, The Pogues, Nationalgalerie ...

Jazz-CDs

Brad Mehldau & Mark Guiliani: Zwei

Ausnahmemusiker im Trancejazz-Rausch

Klassik-CDs

Die Berliner Jahre des Sergiu Celibidache

www.audio.de ›03 /2014

5


März 2014

Grandios

Welch Glückspilze die Ingenieure der

japanischen HighEnd-Manufaktur Esoteric

(Teac / Onkyo) doch sein müssen:

Entwickelt einfach, schert euch nicht um

Kosten, erschafft das Beste vom Besten,

so die interne Order. Und so kreierte das

Technikteam ohne Rotstiftdruck ein vierteiliges

Luxus-HighEnd-Arrangement namens

Grandioso – für zusammen 80.000

Euro. Knapp 800 Euro pro Kilogramm. Die

grandiosen Vier im Detail: Das CD-/SACD-

Laufwerk Grandioso P1 samt separatem

Netzteil mit vier Ringkerntransformatoren

sowie der Grandioso D1-Mono-D/A-

Konverter – in zweifacher Ausführung. Die

Maßgabe strikter, weil klangfördernder

Strom- und Kanaltrennung durchdringt

sämtliche Komponenten. So speisen

separate Stromversorgungen sämtliche

Stufen des Laufwerks P1, um eventuelle

Beeinflussungen zwischen Baugruppen –

wie zum Beispiel Laufwerksteuerung und

Datenauslese – zu vermeiden. Und im P1

sorgt die neueste Version des hauseigenen

VRDS-Laufwerks (Vibration Free Rigid

Disc Clamping), das VMK-3.5 20S, mit

einem speziell entwickelten Klammermechanismus

für stabile, flatterfreie Rotation

einer CD oder SACD. Als Partner-Duo des

Laufwerks P1 bereiten die Traum-Wandler

D1 die Musikdaten detailversessen und

präzisionsverliebt auf. 16 hochkarätige

32-Bit-D/A-Wandler von Asahi Kasei

Microdevices (AKS 4495S) agieren im

Team, um Top-Linearität und minimalstes

Rauschen zu realisieren. PCM-Singale

kann das D1 bis zu achtfach oversampeln.

Und via USB-Port versteht sich das D1

mit 32Bit/384kHz- sowie 2.8/5.6MHz-

DSD-Signalen im asynchronen Modus.

Als Schmankerl produzierte Esoteric eine

Luxus-Lounge:

Edle Bauteile, feine

Verarbeitung, optimierte

Signalwege,

strikte

Kanaltrennung – die

vier Grandioso-

Komponenten wurden

mit highendiger

Leidenschaft und

ohne Rotstift entwickelt.

SACD, die europaweit auf 50 Exemplare

limitiert ist. Zwei Top-Röhrenmikros

(Neumann M-50C und ein Brauner VM1)

nahmen den Pianisten Miyuji Kaneko

auf. Der Clou: Auf der SACD-Spur kann

man zwischen den beiden Mikrofontypen

wählen und deren Klangcharakteristik

vergleichen (SACD: Chopin / Liszt /

Debussy, Miyuji Kaneko; Esoteric, ca. 49

Euro, z.B. bei www.jpc.de). Die Preise:

Laufwerk-Kombi und Netzteil P1 40.000

Euro, Mono-D/A-Wandler D1 je 20.000

Euro. www.esoteric-highend.eu cd

Fotos: Archiv, Shutterstock.com

6

www.audio.de ›03/2014


Magazin › News

american dream-Team

David A. Wilson unterzog seinen Bestseller Sasha W/P,

Nachkomme der legendären Watt/Puppy-Modelle, einer

Frischzellenkur: Von Schwester Alexandria XLF erhielt die

Sasha W/P Series-2 den „Convergent Synergy Tweeter“,

modifiziert für das obere, Pyramiden-artige Boxengehäuse

(im Vorgänger gab eine inverse Titankalotte von Focal den

Hochton an). Obendrein entwickelten die Wilson-Spezialisten

mit Hilfe eines speziellen, ultrapräzisen Laser-Schwingungsmessers

ein Bassgehäuse, das nun knapp 30 Prozent

weniger Resonanzen aufweisen soll. Darüber hinaus

verordnete David A. Wilson sämtlichen Komponenten

der Frequenzweiche ein Feintuning. Das hört sich doch

prima an. Der Preis liegt auf Niveau von Sasha 1, bei rund

30.000 Euro pro Paar.

www.wilsonaudio.com, www.audiocomponents.de

cd

Walkman 3.0

Sony positioniert sich im Markt hochauflösender

Musik gerade mit zahlreichen frischen

Geräten neu (siehe AUDIO 1 und 2/2014).

Nun schicken die Japaner das aktuellste

Topmodell ihres Klassikers Walkman ins mobile

High-Resolution-Rennen: Der NWZ-ZX1

beherrscht neben mp3-/WMA-/AAC-Dateien

auch Formate wie WAV, FLAC, Apple Lossless

und AIFF (jeweils bis 192kHz/24Bit), hat

Foto sowie Videowiedergabe drauf (mit 10,16-cm-TFT-Farbdisplay)

und ist internetfähig. Für den guten Ton sollen hauseigene Technologien

wie S-Master HX Audioverstärker, DSEE HX sowie große OS-

CON-Kondensatoren sorgen. Im 139 Gramm leichten Aluminiumchassis

wartet ein 128GB-Speicher auf die Musikdaten. Der Preis:

rund 700 Euro. www.sony.de cd

yes, iCan

Der britische Klangspezialist iFi möchte mobilen

Musiksessions auf die Sprünge helfen: Ihr Mini-Kopfhörerverstärker

nano iCAN wiegt 167 Gramm und soll

dank seines 1400mAh-Akkus (Lithium-Polymer) bis

zu 70 Stunden Outdoor-Open-Air-Vergnügen aus dem

Kästchen zaubern. Vorne hält er einen 6,3-Millimeter-

Klinken-Port parat, ebenso wie Schalter für die Sound-

Tools „3D-Holographic Sound System“und „XBass“.

Rückseitig wartet eine

3,5-Millimeter-Buchse

für Smartphone & Co

sowie Cinch-Buchsen

für die HiFi-Anlage. Der

Preis: 169 Euro.

www.wodaudio.de

cd

Neu-töner

Die US-Boxenschmiede Nola startet nun auch in

Deutschland durch. Den Vertrieb stellt die Frankfurter

Mythical Audio International. Zum Nola-Portfolio zählt

u.a. die „Boxer Collection“ mit zwei Modellen plus

Center sowie die Boxen „Reference“ und „Reference

Gold“, die dank offener Schallwand im Mittel- und

Hochtonbereich ein breites und offenes Klangbild

garantieren sollen; im Bild die „MetroGrand“. www.

mythical-audio.com, www.nolaspeakers.com cd

Vertriebswechsel

Die Produkte der britischen HighEnd-

Marke Cyrus Audio mit Sitz in Huntington,

werden in Deutschland seit Januar

von der Beta Audio GmbH vertrieben.

Die Spezialisten aus Unna betreuen hierzulande

bereits Marken wie HiDiamond

und Mission.

www.betaaudio.de,

www.cyrusaudio.com cd

www.audio.de ›03 /2014

7


Kompakt ist relativ: So

sieht Dan D'Agostinos neuer

Vollverstärker aus.

Epischer Klang: Luke Creek zeigte die

neue Epos Einstiegsserie – preiswert,

klangstark und nachträglich aktivierbar...

Die Wüste Bebt

Der Termin in der zweiten Januarwoche

macht die CES in Las Vegas zu einer willkommenen

Verlängerung des Weihnachtsurlaubs

– wenn man zu den Menschen

gehört, bei denen sich in einer komplett

künstlichen, unbeschreiblich lauten und

vulgären Glücksspiel- und Entertainment-

Stadt so etwas wie Ferien-Feeling einstellt.

Ruhig und konzentriert ging es dagegen

auf den Fluren und in den Zimmern des

edlen Venetian-Hotels zu, die traditionell

den High-End-Ableger der CES beherbergen.

Fernab vom Trubel des „Convention

Center“-Hallenkomplexes, in dem sich

kaum noch HiFi findet, bietet das plüschigüppig

möblierte Venetian gute Vorführbedingungen,

die viele Aussteller auch eindrucksvoll

zu nutzen wussten. Die Tannoy

Kingdom klang an Elektronik von Cary Audio

sogar noch besser als letzte Jahr, T+A

ließ die neuen Vor- und Endstufen aus der

HV-Serie an den Standboxen CWT-1000

aufspielen, dass es eine helle Freude war.

Dynaudios neue Confidence Platinum

klang an Octave gewohnt elegant, aber für

die Klang-Überraschung sorgte Jeff Kalt

von Resolution Audio, der seine neuen

Monoblöcke, den mittlerweise streamingfähigen

Cantata MC und ein fast schon lächerlich

preiswertes Pärchen Epos Elan 30

(1500€) umwerfend dynamisch und mitreißend

lebensecht musizieren ließ – die Kette

ist für einen Test vorgemerkt, sobald die

Resolution-Monos lieferbar sind.

Gesprächsthema Nummer 1: Der

gewaltige „Statement“-Verstärker von Naim

Audio – 250kg schwer, 120000 Pfund (!) teuer.

Demnächst im Test: Digital-Legende

und Ex-Wadia-Entwickler Jim Kinne mit dem

ersten DAC seiner neuen Firma Exogal.

Fotos: Archiv, Rietschel

Spannend: Lumin-Chef Nelson

Choi mit neuem Streamer – der

kleine D1 soll unter 2000€ kosten.

Einblicke: Naim-Entwickler Steve Sells mit

einem Endstufen-Kanal des Statement-Amps –

die Endtransistoren sind Einzelanfertigungen!

Der Meister ruht nicht: Joachim

Gerhard zeigte Standboxen seiner neuen Marke

Canalis – die erwartungsgemäß super spielten.

8

www.audio.de ›03/2014


Systematisch: Mit erstklassigen Hörräumen, Blindtests

und intensiv geschulten Hör-Teams hat Philips sogar den meisten

High-End-Herstellern etwas voraus.

Werden Sie ein

Gold-Ohr!

Das Online-Gehörtraining „Golden Ears“ ist

ein Geschenk von Philips an alle HiFi-Fans:

Es kostet nichts und macht riesig Spaß.

Sich mit Gleichgesinnten über guten

Klang auszutauschen – das macht

Spaß, ist aber zugleich auch eine

Herausforderung für HiFi-Fans wie für

Entwicklungs-Ingenieure: man redet aneinander

vorbei, interpretiert Klangbeschreibungen

und Hörtestkommentare anders,

als der Kollege sie vielleicht gemeint hat.

Das Philips-Entwicklungszentrum im belgischen

Leuwen hat sich dieser Problematik

mit bemerkenswerter Gründlichkeit angenommen

und die hauseigenen Entwicklungs-Teams

einem anspruchsvollen „Golden

Ears“-Training unterzogen.

In diesem aus der Toningenieurs-Ausbildung

entlehnten Übungs- und Prüfungsprogramm

lernen die Teilnehmer subtilste

Klangveränderungen nicht nur zuverlässig

zu hören, sondern sie vor allem qualitativ

und quantitativ präzise zu identifizieren.

Nur wer das Bronze- und Silber-Level geschafft

und zum Schluss auch den höchsten

Schwierigkeitsgrad „Gold“ erfolgreich

absolviert hat, qualifiziert sich für die Blind-

Hörtest-Panels, die jeder Neuentwicklung

in Leuwen zugrunde liegen – da verwundert

es im Nachhinein schon etwas weniger,

dass gerade die Geräte der Edelserie

Fidelio in den letzten Tests ein so konsistent

hohes Klangniveau zeigten. Umso erstaunlicher,

dass außer Philips kein Hersteller

vergleichbaren Aufwand treibt.

Als AUDIO vor einigen Jahren anlässlich

eines Leuwen-Besuchs von dem Golden-

Ears-Programm erfuhr, war die erste Reaktion:

davon wollen wir eine Version für unsere

Leser! Spielerisch das Gehör trainieren,

seine Erfolge mit anderen HiFi-Fans teilen

zu können – eine solche Traumkombination

ist zu schade, um nur in ein paar Entwicklungslabors

zum Einsatz zu kommen.

Philips hat sich Zeit gelassen – und den

AUDIO-Wunsch dann umso gründlicher

erfüllt. Uns schwebte zu Anfang eine CD

oder gar eine CD-Serie vor, die Hörbeispiele,

Trainings- und Prüfungselemente enthält

– ähnlich wie der originale „Golden Ears“-

Kurs, der allerdings aus satten 12 CDs und

einem dicken Buch besteht. Aber während

wir noch darüber grübelten, wer das finanzieren

soll, hatten die Philips-Programmierer

bereits eine interaktive Version des Kurses

gebaut, die wir vor ungefähr einem Jahr

mal bei Philips anspielen durften – und die

mit ihrer intuitiven Bedienung schon einen

Riesenspaß machte.

Nun ist es endlich soweit: Die komplett kostenlose

Online-Ausgabe der „Golden Ears“

ist von jedem Rechner aus nutzbar, speichert

Fortschritte automatisch und erlaubt

auch, diese zum Beispiel über Facebook zu

teilen. Gegenüber der Profi-Vollversion ist

der Lehrplan etwas gestrafft, aber in den

höheren Levels genauso knifflig. Tippen

Sie einfach goldenears.philips.com in

die Adresszeile Ihres Browsers, melden Sie

sich an und spielen Sie mit!

Aber Vorsicht: Unterschätzen Sie das

Sucht- und Frustpotential nicht. Und sorgen

Sie für optimale Hörbedingungen. Das

erste „Basic“-Level lässt sich sogar noch

am Computerlautsprecher absolvieren,

grundsätzlich aber sind gute, hochauflösende

Kopfhörer sowie ein hochwertiger

USB-DAC entweder mit integriertem oder

separatem Kopfhörer-Verstärker dringend

angeraten. Und spätestens der Weg zur

„Silver“-Medaille wird selbst damit dann zur

echten Herausforderung.

Wir sind gespannt, ob es Ihnen genausoviel

Spaß macht wie uns – und freuen uns

über Feedback entweder per Mail oder –

noch besser – über unser AUDIO-Forum:

www.wmp-forum.de/audio-570/

Fotos: Archiv, Shutterstock.com

10

www.audio.de ›03/2014


Magazin › Aktion

1

Welcome Back: Nach

dem Login landet man auf einer

persönlichen Übersichtsseite.

Sie verrät den aktuellen Status

(der Autor kämpft hier gerade

um „Silver“) und wieviele

Mitspieler bereits die anderen

Levels geschafft haben. Alle

Ergebnisse werden automatisch

gespeichert. Toll: Philips-

Werbung beschränkt sich auf

ein absolutes Minimum.

2

Training macht das

Goldohr: Vor jeder Prüfung

kann man frei und „nicht-blind“

üben – bei den unteren Levels

ist das meist überflüssig, später

wird diese Möglichkeit

wertvoll. Etwa im besonders

schwierigen Kapitel „MP3-

Artefakte“ im Silver-Level.

Erklärungen und Tipps lassen

keine Frage offen – nur hören

muss man selbst.

3

Herausforderung: Im

Prüfungs-Modus werden die

Karten jedesmal neu gemischt.

Vier bis sieben Aufgaben mit

steigender Schwierigkeit muss

man richtig beantworten, um

eine Einzel-Prüfung zu bestehen.

Raten hilft nicht, denn für

jede falsche Antwort verliert

man einen bereits bestandenen

Aufgabenteil. Immerhin kann

man beliebig oft wiederholen –

und solange üben, wie man will.

4

Belohnung: Jedes Level enthält 6-7

Einzelkapitel. Hat man sie alle bestanden,

bekommt man ein Krönchen und kann die

Leistung via Twitter, Google+ oder

Facebook der Welt mitteilen. Ob Philips

für die Goldohren (nur 68 bei

Redaktionsschluss) bereits an einem

Diamant- oder gar Unobtainium-Level

arbeitet, wurde nicht verraten.

www.audio.de ›03 /2014

11


Magazin › szene

14. 2. - 14. 3. PhonoPhono, 10961 Berlin

informiert jeden Freitag (Bergmannstr. 17, 17 bis 19 Uhr) über analoge

Klangkultur sowie spannende „digitale“ Themen. Die nächsten Termine

– 14. Februar: Phono-Vorverstärker: Wie klingen Phono-Preamps aus

unterschiedlichen Preisklassen, welche Geräte passen zu welchen

Plattenspielern? 21. 2.: Alt gegen Neu – ältere Plattenspieler messen

sich mit aktuellen Modellen; Überraschungen inklusive ... 28. 2.:

HighEnd für Kenner und Genießer – hochwertige Verstärker und

Lautsprecher im Blickpunkt. 7. März: Plattenspieler justieren – woran

erkennt man eine korrekte Justage, wie klingt ein richtig justierter

Plattenspieler? 14. 3.: Digital Audio – der Computer als HiFi-Schaltzentrale:

ein Special rund um digitale Audiosysteme, ein Vergleich mit

CD-Playern und Plattenspielern inklusive. www.phonophono.de

20./21. 2. Tonbild Spinnerei, CH-6003 Luzern

hifi-Termine

präsentiert im Rahmen der Linn Lounge die Band des Jahres 2013 – und

die heißt, klarer Fall, Daft Punk. Ab 19 Uhr streamen die Top-Songs der

französischen Electro-Dancefloor-Götter auf einem schmucken

Linn-System durch die schmucken Hörräume im schmucken Luzern – eigentlich

ein schöner Anlass für das lange geplante Wochenende am

schmucken Vierwaldstätter See ... www.tonspinnerei.ch

21./22. 2. HiFi-Studio Schön, 66955 Pirmasens

veranstaltet zwei HiFi-Tage. Zu Gast sind Andreas Schönberg und

Dietmar Hölper vom Vertrieb Indiana Line. Gegliedert wird die Präsentation

in drei reizvolle Kapitel. Zum Auftakt heißt es: Der Einstieg – mit

Elektronik und Lautsprechern der Kernmarke indiana line. Teil 2 steht

unter dem Motto: Der Aufstieg – es spielen Röhrenverstärker und

Komponenten von Cayin und Lyric an Lautsprechern von Magnepan.

Zum Finale geht es um: Die Perfektion – in Form von Elektronik und

Lautsprecher von Audio-Exklusiv. www.hifistudio-schoen.de

22. 2. HiFi Concept, 81667 München

High-End aus Herford: Die Top-Marke T+A zeigt die aktuellen Highlights

seiner Produktpalette. Im Mittelpunkt: die neuen Hochvolt-Verstärker

der 3000HV-Serie; der Fast-alles-Könner Caruso Blu mit Bluray-Laufwerk

und die Lautsprecher CWT 1000. Auch andere T+A-Modelle sind

vor Ort – und namhafte Firmenvertreter. www.hificoncept.de

22./23. 2. Sprint Service GmbH, 50389 Wesseling

gastiert mit Aktiv-Boxen von Backes & Müller bei der High End On Tour

in Darmstadt – siehe nächste Meldung. www.aktiv-backesmueller24.de

feinmechanischen Präzisionsplattenspielern über faszinierende

Röhrenverstärker bis zu aufregend designten Lautsprecherskulpturen.

Und auch der Fachhandel der Rhein-Main-Region präsentiert seine

Kompetenz und Leistungsfähigkeit.

Darmstadtium – Wissenschafts- & Kongresszentrum Schlossgraben 1,

64283 Darmstadt. Geöffnet: Samstag 10-18 Uhr, Sonntag 10-16 Uhr;

Eintritt: 5 Euro / Tageskarte. www.highendsociety.de

22. 2. / 1. 3. Visions & More, 73326 Deggingen (nahe Ulm

an der Autobahn A8)

Die Doors zu Gast in Deggingen? Aber klar doch – und zwar im Rahmen

der beliebten Linn Lounge. Ab 14 Uhr gibt’s in der Reichenbachstr. 47/1

die schönsten Songs von Jim Morrison & Co. als Studio-Master-Files via

Linn-Equipment. Eine Woche später steht dann ein Dreier-Gipfel der

Extraklasse auf dem Programm: Von 11 bis 17 Uhr treffen die Verstärker

von McIntosh auf die Speaker des schwäbischen Lautsprecherspezialisten

Gauder Akustik sowie die Wandler von Martin Logan, der Nummer 1

unter den US-Elektrostatenherstellern. Für McIntosh treten an die

Amp-Boliden MA5200 und MA7900; Gauder schickt die Arcona 100, und

Martin Logan die Modelle Ethos und Electromotion ESL. Moderiert wird

diese highendige Ver-, äh: Vorführung von McIntosh-Mitarbeiter

Gerhard Tuchscher und visions&more-Geschäftsführer Jörg Gansloser.

Anmeldungen zu beiden Events erbeten unter Telefon 07334/ 6080 716

oder per email (info@visionsandmore.eu). www.visionsandmore.eu

27. 2. HiFi-Bauernhof, 87452 Altusried

gibt wegen des starken Interesses erneut Tricks und Tipps zur Optimierung

von Musikanlagen. Auf dem Programm: Hörvergleiche mit Racks,

NF-/Lautsprecherkabeln und sonstigem Zubehör. Anmeldung unter

Telefon 8373 / 7019 bzw. mail@hifi-bauernhof.de. www.hifi-bauernhof.de

28. 2. Boxen Gross, 10999 Berlin

öffnet ab 16 Uhr die Linn Lounge für eine Streaming-Show mit den

besten Tracks von Daft Punk (siehe auch 20./21. 2.) www.boxengross.de

28. 2. / 8. 3. Radio Ferner, 38100 Braunschweig

informiert mit seinen Veranstaltungsreihen „Im Fokus“ (jeden zweiten

Samstag des Monats) und „Die Kleine Hörprobe“ (an jedem letzten

Freitag des Monts) über aktuelle Trends in der HiFi-Szene. „Kieler

Woche in Braunschweig“ heißt das Motto bei der Kleinen Hörprobe am

28. 2.: Zu Gast ist die Lautsprechermanufaktur Elac mit ihrer 400er-Serie

von der BS-403 bis zur FS-409. Der 8. März gehört dann den Kollegen

von Quadral, denn: Aurum go´s active – gezeigt wird die Aktivversion der

neuen Aurum Orkan. Yamaha. www.radio-ferner.com

22./23. 2. HIGH END ON TOUR, 64283 Darmstadt

Darmstadt scheint ein gutes Pflaster in Sachen HiFi: Auch in diesem

Jahr macht die HIGH END ON TOUR wieder Station im Hessischen – und

dürfte dank der günstigen Lage von Darmstadt im südlichen Rhein-

Main-Gebiet nicht nur HiFi-Fans aus dem Großraum Frankfurt, sondern

auch vom Ruhrgebiet, aus dem Badischen oder dem Frankenland

anlocken. Schließlich bündelt die HOT in den Messehallen des

Darmstadiums so ziemlich alle Produkt- und Erlebniswelten der Branche

unter einem Dach und zeigt an zwei Tagen Klassiker und Neuheiten von

1. 3. Luna Audio Lounge, 90471 nürnberg

widmet sich der „Faszination Röhre“ und präsentiert mit dem Cayin-Duo

MT 34-L und A 88-T Mk2 Selection zwei seiner derzeitigen Favoriten im

Röhren-Segment. Vor allem der MT 34-L ist aus Sicht von Luna-Chef

Thomas Mathejczyk ein echter Geheimtipp, wartet der 900-Euro-Amp

doch mit einem Klangbild auf, das man normalerweise erst von der

2000-Euro-Liga kennt. Vorgeführt wird dieser auch optisch begeisternde

Verstärker an den Kompaktlautsprechern Dali Epicon2. Noch etwas

mehr Kraft, Stabilität und klangliche Finesse bringt der „große“ Cayin A

88-T MK2 Selection auf die Waage. Spielpartnerin in diesem Fall: die Dali

Epicon 6. Zum Hörtest dürfen übrigens auch gerne eigene Hörtest-

Platten in den Euckenweg 17 mitgebracht werden. www.luna-audio.de

12 www.audio.de ›03/2014


Musik im Handel

Service-Wüste Plattenladen? Keineswegs – es gibt

sie noch, die engagierten und kompetenten Tonträger-Händler.

AUDIO stellt in Zusammenarbeit mit der

Handels gemeinschaft Aktiv Music Marketing regelmäßig

spannende record shops vor und fragt nach Hörtipps.

AUDIO: Welche (Wieder-)

Veröffentlichung können Sie

aus klanglicher Sicht

besonders empfehlen?

Thomas Froehlich: „The

Dark Side Of The Moon“

von Pink Floyd. Es ist

immer noch faszinierend,

wie präzise jedes Instrument

herausgearbeitet ist. Die Bässe

Musik Schlaile

Kaiserstr. 175

76133 Karlsruhe

Tel.: 0721 / 13 02 15

www.schlaile.de

etwa: sehr kräftig, aber nie zu hart gegenüber den restlichen

Klängen. Wenn bei „Time“ die Uhren schlagen, fühlt man sich wie

im Uhrenmuseum; auch der Klang der Münzen bei „Money“ führt

direkt in die nächste Spielhalle. Obwohl die Technik heute deutlich

weiter ist, hinken viele neue Aufnahmen diesem Klangereignis von

1973 meilenweit hinterher.

?: Welche Neuerscheinung sticht für Sie musikalisch hervor?

!: „Lieder vom Unterholz“ von Dreiviertelblut (Millaphon). Leise

und nachdenklich beginnt das Werk, eine warme Stimme,

traditionelle Klänge und doch fließt etwas Modernes in diese CD

ein. Knallhart wird man dann bei „Deifedanz“

aus der anfänglichen Melancholie

herausgerissen und zum Tanzen animiert.

Hier offenbart sich auch das Konzept dieser

Platte: Positive wie negative Emotionen,

Freude und Trauer liegen direkt beieinander,

gehen ineinander über. Der Abend in der

Kneipe, der Tod, das Leid des Dritten

Reiches oder der Liebe: Dieses Album hat

für jede Situation ein Lied parat.

Der Laden

Seit 1905 ist Musik Schlaile in der Karlsruher Innenstadt eines der

größten Musikhäuser Süddeutschlands. Auf über 2000 Quadratmetern

gibt es hier alles von der CD über die Querflöte bis zum

Konzertflügel; eigene Reparaturwerkstätten inklusive. Tonträger

sind von Anfang an mit dabei: In den großzügigen, modernen

Räumen im ersten Stock findet der Kunde auf 480 qm über 24000

verschiedene Tonträger.

DIE REFERENZ-SERIE EPICON VON DALI

DAS INSTRUMENT FÜR ECHTEN KLANG

Diese High End Lautsprecherfamilie aus Dänemark macht Ihre Musik

zum unübertroffenen Hörerlebnis! Sanft geschwungen und edel das

Design, atemberaubend dreidimensional der Klang, aufgrund nahezu

verzerrungsfreier Treiber. Jeder Lautsprecher ist eine hochglänzende,

majestätische Erscheinung, erhältlich in Ruby Macassar, Walnuss,

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Digital › Mobiler HD-Player

Anti-Stealth

Astell&Kern ist es mit einem Hightech-Gehäuse gelungen, den kantigen,

großen AK-240 sogar noch größer aussehen zu lassen. Wer ihn mal in der

Hand gehalten und gehört hat, will ihn trotzdem nicht mehr weglegen.

■ Test: Bernhard Rietschel

Test

Edel-Mobilplayer

Astell&Kern AK-240 2500 €

Anodisiertes Aluminium

und Kohlefaser: Edle

Materialien muss man vornehm

behandeln, sonst sehen auch sie

billig aus. In Verarbeitung &

Finish setzt der Astell&Kern

Maßstäbe.

14

www.audio.de ›03 /2014


Digital › Mobiler HD-Player

Eines der am heißesten diskutierten

neuen Geräte auf der Unterhaltungselektronik-Messe

CES in

Las Vegas war auch eines der mit Abstand

kleinsten – zumindest in dem für

High End Audio reservierten Messeteil

im Venetian Hotel: Am Stand von

Astell&Kern sorgte das sagenumwobene,

dort erstmals öffentlich gezeigte

Topmodell AK240 für regen Publikumsverkehr.

Man wollte dann einfach doch

wissen: Wie kann ein mobiler Player im

iPod-Format 2500 Euro wert sein? Wie

fühlt und hört er sich an? Und sieht der

Astell&Kern live auch so klobig aus wie

auf den paar vorab verbreiteten Bildern?

In der Tat erzeugt die Linienführung des

Gehäuses trotz oder gerade wegen ihren

kühnen Kanten und Winkel eine Art

inversen fotografischen Stealth-Effekt,

der den AK240 nahezu unabhängig von

Brennweite, Ausleuchtung und Motivwinkel

erscheinen lässt wie einen faustdicken

Titanbarren, den nur extreme

Brutalos ihrer Sakkotasche zumuten

würden. In Wirklichkeit besteht der Mantel

des 240 aus einem Block Aluminium,

der zunächst CNC-gefräst, dann penibelst

von Hand versäubert und anschließend

in einem Eloxalbad mit seiner titanfarbenen,

kratzfesten Oxid-Oberfläche

veredelt wird.

Der

Scheinriese: Live

sieht der AK-240

umso eleganter und

zierlicher aus, je

näher man ihm

kommt. Fotografen

verzweifeln daran.

Das resultierende Finish erinnert an teure

Kameras und edle Uhren – letztere

Assoziation wird durch das spielfrei gelagerte,

gerändelte Lautstärke-Rad verstärkt,

das beim Drehen ein dezentes

mechanisches „Drrrrt“ erzeugt wie eine

Taschenuhr beim Aufziehen. Am Rücken

trägt der Player Kohlefaser, was nun fast

schon ein bißchen poserhaft wirkt, aber

zum Glück auch technisch erklärbar ist:

aus einem rundherum geschlossenen

Alublock heraus funkt sich's einfach

nicht gut. Und ohne Funk würde der

AK240 nur halb so schön funktionieren.

Viele seiner neu hinzugekommenen

Features basieren nämlich darauf, dass

der 240 dank integriertem, schnellem n-

WLAN direkt mit dem Internet und mit

stationären Rechnern im Heimnetz seines

Besitzers kommuniziert.

Wird auch Zeit, werden von Androidund

Apple-Minicomputern verwöhnte

Gadget-Fans anmerken – und darauf

verweisen, dass ihr Samsung Galaxy

oder iPhone das auch schon seit Jahren

kann, nebenher und zusätzlich zu seinen

zahllosen sonstigen Fähigkeiten auch

noch ein wirklich brauchbarer Mobil-Mu-

15


Digital › Mobiler HD-Player

Feines Display:

Das Bedienkonzept hat

von dem neuen, deutlich

größeren und feiner auflösenden

AMOLED-

Touchscreen deutlich

profitiert. Cover-Bilder

sollten in die

Audiodateien eingebettet

sein, dann werden

sie zuverlässig

angezeigt, solange sie

nicht zu groß sind.

Keine weiteren Fragen:

Viel übersichtlicher

kann man ein Player-

Interface nicht gestalten.

„Songs“, „Artists“

und so weiter listen

ebendiese auf, „MQS

Streaming“ sucht entsprechende

Server im

Heimnetz (das Server-

Gegenstück war zum

Testzeitpunkt leider

noch nicht fertig).

Schaltbares Gapless:

Warum man die unterbrechungsfreie

Wiedergabe auch

abschalten kann, entzieht

sich unserem

Verständnis. Der Rest

des Einstellmenus ist

selbsterklärend – weiter

unten kommen noch

Software-Update und

der Zugang zu den

Downloadshops.

sikant ist und trotzdem nicht mal die

Hälfte kostet. Wer möglichst viele Funktionen

möglichst billig mit möglichst wenigen

Geräten erschlagen will, wird sich

also kopfschüttelnd vom A&K abwenden.

Denn der Internetzugang und der

hochauflösende Touchscreen dienen

einzig und allein der Beschaffung und

Wiedergabe möglichst hochwertiger

Musikdateien: Im Betriebssystem integrierte

Downloadshop-Zugänge erlauben

den Kauf von HiRes-Alben direkt vom

Player aus (aktuell ist zwar noch kein in

Deutschland funktionierender Shop implementiert,

A&K arbeitet aber daran).

Und wer nicht alle Musik auf den Mobilplayer

laden will oder kann, darf sie im

heimischen Netz auch per „MQS Streaming“

von seinem Rechner saugen – ein

entsprechendes Progrämmchen, in Vorbereitung

für OSX und Windows, dient

dem 240 dann als Server.

Normalerweise kommt die Musik per

USB auf den Player, der sich an PC und

Mac, neuestes Betriebssystem vorausgesetzt,

wie ein gewöhnlicher Massenspeicher

mountet. „Masse“ ist hier nicht

übertrieben: 256GB interner Speicher

sind von vornherein da, maximal 128GB

kann man per MicroSD zustecken. Das

reicht für eine komplette Musiksammlung,

selbst wenn diese zunehmend aus

HiRes-Dateien bestehen sollte. Zum Genuss

der hoch auflösenden Files ermuntert

der Astell & Kern mit einer wirklich

umfassenden Kompatibilitätsliste: FLAC,

WAV, AIFF und ALAC unterstützt er bis

192kHz Samplingrate, DSD gibt er in einfacher

(2,8MHz, „DSD64“) oder doppelter

(5,6MHZ, „DSD128“) Rate wieder,

wobei er die Bitstreams tatsächlich nativ

und ohne vorherige PCM-Konversion

über separate Anschluss-Beinchen in

seine Wandlerchips schickt.

Die DACs, zwei edle Crystal CS4398 in

Doppel-Monobetrieb, verfügen zudem

über eine sehr gute, in 0,5-dB-Schritten

feinfühlig agierende Lautstärkeregelung,

die Astell&Kern im Kopfhörerbetrieb

nutzt. Der Line Out unterscheidet sich

vom Kopfhörer-Ausgang nur dadurch,

dass diese digitale Regelung abgeschaltet

wird. Geeignete Kopfhörer und (Vor-)

Verstärker lassen sich mit passenden

Kabeln auch symmetrisch betreiben.

16 www.audio.de ›03 /2014


Digital › Mobiler HD-Player

Im Vergleich mit dem Testkandidaten-

Schreck Linn Sneaky zeigte der

Astell&Kern, dass ein Mobilplayer an einer

„richtigen“ Anlage nicht deplaziert

sein muss: Fein, dezent und auf ganz unaufdringliche

Weise hoch präzise, spielte

der High-End-Porti über seinen Line

Out. In der Summe seiner Eigenschaften

befand sich der Koeaner damit auf

einem dem Schotten durchaus angemessenen

Niveau. Dass sich über Kopfhörer

ganz ähnliche Stärken zeigten, war

angesichts der weitgehend identischen

Technik wenig überraschend. Also spielte

der Astell&Kern über Edel-Mobilisten

wie die B&W P7 und über stationäre

Traumhörer wie den AKG K812 (Seite 46

in diesem Heft) hoch kultiviert. Er perfektionierte

das Talent seiner kleineren

Brüder, aus dem Wiedergabevorgang

akustisch nahezu vollständig zu verschwinden.

Ein völlig neutraler, entspannter

und hochdynamischer Player,

mit dem minimal besetzte Edel-Aufnahmen

(Anne Hytta „Draumsyn“, via Highresaudio.com)

zu begehbaren, lichten

Klangräumen wurden und selbst ekstatische,

bis weit über den roten Bereich zuge-

ballerte Rock-Epen (Thee Silver

MtZion – „Fuck Off Get

Free We Pour Light On Everything“,

Constellation Records)

ihren undurchdringlichen

Kompressions-

Schleier ein aufreizendes

Stück zu lüften schienen.

Fazit

Bernhard Rietschel

AUDIO-Chefredakteur

Für 2500 Euro bekommt man eine

ordentliche Kaffeemaschine und

eine sehr gute Mühle – zumindest

gebraucht. Man muss also schon

ein bißchen verrückt sein, um als

AK240-Kunde in Frage zu kommen.

Immerhin bekommt man

den bestverarbeiteten und mit

klarem Abstand bestklingenden

Mobilplayer, den wir aktuell kennen.

Oder besser gesagt: Den am

wenigsten „klingenden“ Player,

denn akustisch trägt der Koreaner

ganz lässig, was ihm optisch versagt

blieb: eine perfekt funktionierende

Tarnkappe.

Dem Zubehör ist nichts zu schwör: Ein

Spezialkabel verwandelt die beiden Klinken- in symmetrische

XLR-Ausgänge, das Dock sorgt für Strom und sicheren Stand.

Messlabor

Mit geraden, breitbandigen

Frequenz gängen

(1) und extrem geringem

Klirr & Rauschen (117dB

Störabstand) misst sich

der AK240 wie ein großer

Spitzen-Player, die

Ausgangs spannung bei

Line Out ist mit 2,1V

normgerecht. Auch der

Jitter (147ps, 2) ist an der

Grenze des Machbaren.

Mit einem Ausgangswiderstand

von

6Ω auch für niederohmige

Hörer geeignet.

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Maße B x H x T

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Analog In/Out

USB / Firewire

Digital In / out

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Display

schneller Vor / Rücklauf / Gapless

Playlists importieren / erstellen

Bluetooth / Airplay

Coveranzeige / Suche

Radio FM / DAB / Internet

mitgelieferte Software

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Musik-Dateiformate

Max. Auflösung Bit / kHz

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1 x Micro USB-B 2.0 / –

Optical, USB asynchron / Optical

WLAN (802.11 b/g/n)

3,3“ 480x800 Touchscreen

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iRiver Plus 4 (Windows ), zuk. MQS Server

graphisch

FLAC, WAV, MP3, AAC, APE, ALAC, AIFF, DSD

24/192 (PCM), 5,6MHz (DSD)

256 GB Flash / 1 x 128 GB Micro SD

USB-Micro-Kabel, Lederhülle

ÅErstklassig neutraler, feiner und unaufdringlicher

Klang als Player und USB-DAC,

über Kopfhörer und Line Out.

Í Recht kantig und schwer, wirklich nicht

billig, wenig serienmäßiges Zubehör.

110

sehr gut

überragend

110 Punkte

gut

www.audio.de ›03 /2014 17


Lautsprecher › StandBOXEN

Test

Röhrentaugliche Lautsprecher ab 1000 Euro.

voxativ ampeggio due 88 000 €

ayon blackHawk 20 000 €

blumenhofer tempesta 20 5 700 €

blumenhofer mini 1 000 €

Fotos: Julian Bauer, Archiv

Konsequent auf Wohlklang getrimmte

Röhrenverstärker mögen

keine Boxen mit übermäßig

frequenzabhängiger Last und großem

Leistungshunger. Die größte

Sorgfalt bei der Boxenwahl erfordern

Trioden (siehe folgenden Test), die häufig

keine 10 Watt pro Kanal liefern und

damit an durchschnittlichen Boxen

kaum mehr als Flüsterpegel erzielen.

Möchte ein Anwender mit einem

10-Watt-Verstärker die gleiche Pegelsicherheit

erzielen wie sonst mit dem

18 www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

Easy to Drive

Klangsensible Röhrenverstärker sind in

besonderer Weise auf wirkungsgradstarke

Boxen angewiesen. Vier in dieser Hinsicht

herausragende Modelle hat AUDIO unter

die Lupe genommen. Die Konzepte sind

spannend - und technisch wie preislich

extrem verschieden.

■ Test: Wolfram Eifert

beispielhaft angenommenen zehnfachen

Wert, muss die Boxenempfindlichkeit

um 10 Dezibel steigen, was nur

mit ausgefuchsten Konstruktionen gelingt.

Die Gefahr: Bei übertriebener

konstruktiver Fokussierung auf Impedanz

und Wattbedarf drohen Defizite

bei Bandbreite und Neutralität. Röhrenkompatible

Schallwandler finden

sich meist bei kleinen Spezialisten.

Lassen Sie sich überraschen, wie trickreich

Ayon, Blumenhofer und Voxativ

die Herausforderungen meistern.

www.audio.de ›03/2014

19


Lautsprecher › StandBOXEN

Die Ampeggio Due der Berliner

High-End-Manufaktur Voxativ

ist eine auffallend radikale Offerte

für Liebhaber klangsensibler Verstärker,

die nur an Schallwandlern mit

höchstem Wirkungsgrad und unkomplizierter

Last ihre volle Pracht entfalten.

Das über einen Meter breite Tonmöbel

ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und

trotz einer Fülle an Besonderheiten von

höchster konstruktiver Geradlinigkeit.

In der ungewohnt großflächigen Schallwand

steckt ein einziger Treiber, der alle

Frequenzen verarbeitet. Durch den Verzicht

auf jegliche Art von Frequenzweiche

liegen im Signalweg keine Widerstände

und schon gar keine frequenzabhängig

wirkenden Bauteile wie Spulen

oder Kondensatoren. Gerade passive

Elemente arbeiten nie wirklich verlustfrei

und tragen bei hohen Strömen nichtvoxativ

ampeggio due 88 000 EURO

lineare Eigenschaften in den Klang hinein.

Die Kopplung zwischen Verstärker

und Chassis ist durch die filterlose Bauweise

von maximaler Direktheit.

Der Breitbänder, den Puristen bei den

Berlinern unter der Bezeichnung AC Xp

auch separat erwerben können, ist gerade

mal 8 Zoll groß und arbeitet mit einer

Konusmembran aus 4 Millimeter dünnem

Fichtenholz, die bei höheren Frequenzen

von einem kleineren Konus unterstützt

wird. Die nötigen Feldstärken

liefert ein großvolumiger Elektromagnet,

der ein extrem starkes und in besonderer

Weise stabiles Feld ermöglicht.

Der Kern besteht aus einer Eisen-Kobalt-Legierung,

die Voxativ von der Vacuumschmelze

(VAC) in Hanau bezieht.

Das Magnetfeld ist extrem stark und immun

gegen Störungen aller Art, etwa

durch konkurrierende Felder der stromdurchflossenen

Schwingspule. So werden

auch gewagteste Dynamikspitzen

eins zu eins umgesetzt.

Allgemein existieren mehrere Stellschrauben,

an denen Boxenentwickler

drehen können, um Wattbedarf und

Lastverhalten einer Box zu beeinflussen.

Der am häufigsten genutzte Weg zu einer

höheren Schalldruckausbeute führt

über die Membranfläche. Größere Treiber

- oder mehrere kleine - verschieben

ein größeres Luftvolumen und intensivieren

die Kopplung zwischen Antrieb

und Raum. Doch dieser Weg ist aus verschiedensten

Gründen nur bedingt

gangbar, nicht zuletzt weil damit auch

die Gehäuse immer größer werden.

Speziell Breitbandtreiber lassen sich

nicht beliebig strecken, denn mit steigendem

Membrandurchmesser sinkt

die Fähigkeit zur Verarbeitung hoher Fre-

ungewohnt: Die Gehäuse sind 1,20

Meter breit, doch nur 19 Zentimeter tief.

Die großflächige Schallwand unterstützt

den Breitbänder im Grundtonbereich. Die

Gehäuse stammen von einem deutschen

Klavierbauer.

20

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

quenzen. Gleichzeitig wird der Schall in

den Mitten und Höhen stärker gebündelt,

was die Aufstellung erschwert.

Mindestens ebenso erfolgversprechend

wie größere Membranen sind Schallführungen

vor oder hinter dem Treiber, die

die Kopplung zwischen Membran und

Raum intensivieren. Großflächige Lenkungshilfen

nach vorne sind bei Breitbandsystemen

allerdings kaum einsetzbar,

weil sie stets nur in einem begrenzten

Frequenzbereich wirken.

Voxativ nutzt zur Optimierung der Hochtonwiedergabe

einen zweiten, kleineren

Konus, der von der Schwingspule ebenfalls

zu Schwingungen angeregt wird.

Seine geringere Masse und die kleineren

Abmessungen lassen ihn bei Frequenzen

oberhalb etwa 2000 Hertz

deutlich wirkungsvoller agieren. In gewisser

Weise nähert sich der Treiber damit

einem Koaxialssystem mit zwei separaten

Schwingsystemen. Die Aufteilung

der Arbeitsbereiche erfolgt bei einem

Breitbänder mit Hilfskonus allerdings

rein mechanisch, ohne Nachteile

für Zeit- oder Lastverhalten.

Bei mittleren und hohen Frequenzen

lässt sich der Wirkungsgrad relativ unkompliziert

über stärkere Magnete anheben.

Im Bassbereich machen ultrastarke

Magnete nur begrenzt Sinn, weil

höhere Feldstärken vorwiegend den

Oberbass kräftigen, nicht aber die sehr

tiefen Frequenzen im Bereich der

Grundresonanz, die vom Treiber und Gehäuse

bestimmt wird.

Um bis in tiefste Lagen hinunter das physikalisch

Machbare aus dem 8 Zoll großen

Treiber zu kitzeln, nutzt die Ampeggio

Due einen in Länge, Querschnitt und

Bedämpfung penibel austarierten Innenaufbau.

Die seitens der Membranrückseite

ins Boxeninnere abgestrahlte Energie

wird in diesem Labyrinth zu einem

großen Teil aufgegriffen und über zwei

großflächige Austrittsöffnungen am unteren

Gehäuserand phasengleich zur

Membranvorderseite abgestrahlt.

Damit stehen bei Frequenzen unterhalb

etwa 100 Hertz zwei zusätzliche Schallquellen

zur Verfügung. Diese im Detail

trickreiche, vom Land Berlin durch Fördermittel

unterstützte Entwicklung führt

zu einer höheren Schalldruckausbeute

und einer tieferen unteren Grenzfrequenz

als sie mit einem simplen Bassreflextunnel

darstellbar wäre.

Die Gehäuse bezieht Voxativ-Chefin

Ines Adler vom einem deutschen Kla-

Raum und

aufstellung

Raumgröße

M

K

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Für maximale Dynamik penibel

zum Hörplatz ausrichten. Raum

darf gut bedämpft sein. Klingt

wandnah deutlich runder.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 134.

doppelt klingt besser: Der aus Fichtenholz

gefertigte Konus wird bei höheren Tönen von einer

zweiten Membran aus Büttenpapier unterstützt.

Kontaktfreudig: Im Fuß ist

das Netzteil zur Versorgung des

Feldmagneten untergebracht. Das

fest montierte Boxenkabel wird in

der vom Kunden gewünschten

Länge geliefert.

www.audio.de ›03/2014 21


Lautsprecher › StandBOXEN

vierbauer; sie sind ebenso elegant wie

stabil. Kunden, die keinen schwarzen

Klavierlack mögen, bekommen die Ampeggio

Due auch in anderen Farben. Eine

Berliner Künstlerin gestaltet auf

Wunsch die Gehäuse individuell. Für Ästheten,

die es trotz opulenter Abmessungen

leicht und luftig mögen, gibt es

eine transparente Version in Acrylglas.

Der Verzicht auf Weichenbauteile jedweder

Art befördert einen schwankungsarmen

Impedanzverlauf, wie ihn

Röhren grundsätzlich schätzen. Zusätzlich

liegt der Gleichstromwiderstand mit

nominell 10,7 Ohm ungewöhnlich hoch,

was in der Summe ein extrem verstärkerfreundliches

Lastverhalten ergibt.

Die bei Mehrwegeboxen üblichen Impedanzschwankungen

im Mitteltonbereich

entfallen bauartbedingt.

Im AUDIO-Messlabor lieferte die Due

mit der Standard-Messspannung von 2

Volt einen mittlereren Schalldruckpegel

von sagenhaften 91 Dezibel. Wegen der

hohen Impedanz und dem daraus folgenden

geringen Stromfluss errechnet

sich eine Leistung von lediglich rund einem

Drittel Watt. Die Berliner Konstruktion

ist damit einer der genügsamsten

Wandler in der über 35 Jahre währenden

Geschichte von AUDIO. Nicht mal

Legenden vom Schlage eines Klipschorns

(die Schreibweise ist korrekt) sind derart

wattgenügsam.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen

lassen: Aus zarten 3 Watt Verstärkerleistung

zaubert die Ampeggio Due

in einem Meter Entfernung überschlägig

einen mittleren Schalldruckpegel

von 101 Dezibel, mehr als die meisten

Hörer je nutzen. Bei einer Nennbelastbarkeit

von 50 Watt können Anwender

davon ausgehen, dass sie die elektrischen

und mechanischen Grenzen des

Treibers im täglichen Betrieb, wenn

überhaupt, nur selten ausreizen.

Die radikaldynamische Auslegung hat

andererseits Folgen für das Frequenzgangverhalten,

die wir nicht verschweigen

wollen. Die Schalldruckkurven (siehe

Messlabor) zeigen unter freifeldähnlichen

Bedingungen eine deutliche Brillanzbetonung

und gleichen eher einer

Gebirgslandschaft als dem berühmten

Strich. Die von klassischen Mehrwegeboxen

gewohnte Frequenzlinearität ist

bei der Due nicht gegeben.

Voxativ verweist in diesem Zusammenhang

auf die Richtwirkung im Hochtonbereich,

durch die sich der Klang weit

stärker durch Anwinkeln regulieren lässt

als bei konventionellen Systemen. Zudem

empfiehlt sich in den meisten Räumen

eine wandnahe Aufstellung, die

den Klang bei der Due in hohem Maße

wärmer und runder gestaltet.

Hörern, die es klanglich zahmer mögen,

bieten die Berliner eine etwas gefälliger

klingende Alternative mit einem etwas

schwächeren Magnetsystem aus Alnico

in Kombination mit einer nicht ganz so

impulsfreudigen Papiermembran. Diese

gemäßigte Version heisst Ampeggio

Due 2 und kostet, hauptsächlich wegen

des einfacheren Magnetsystems, ein

sattes Drittel weniger.

Mit ihrer einzigartigen Genügsamkeit

müsste die Due eigentlich mit Verstärkern

aller Art harmonieren, doch genau

das ist klanglich gesehen nicht der Fall.

Am PA 3000 HV von T+A (AUDIO

4/2013), der sonst mit unterschiedlichsten

Boxen bestens klar kommt, klang die

Voxativ zwar extrem lebendig, aber auch

seltsam blutleer und aufgekratzt.

Um Welten besser vertrug sich die Berlinerin

mit einigen Röhrenverstärkern,

doch auch hier gab es vielfach Überraschungen,

mit denen so ausgeprägt niemand

gerechnet hatte. Erstaunlich wohl

fühlte sich die Due an Geräten mit der

guten alten 300-B-Triode. Unter den in

maximale Dynamik: Die

Ampeggio Due ohne "2" am Ende ist

mit der noblen Feldspulen-Version des

hauseigenen Breitbänders bestückt.

Die Membran wird aus 4 Millimeter

dünnem Fichtenholz hergestellt, der

kleinere Hilfskonus aus Büttenpapier.

Rechts unten liegt der Anschluss für

die Spannungsversorgung. Diese

Version klingt am lebendigsten.

22

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

dieser Ausgabe getesteten Verstärkern

war das gleichnamige Mastersound-

Modell der klare Favorit. Nicht mal 10

Watt genügten der Voxativ für eine Dynamik,

für die es nur eine Beschreibung

gibt: explosiv. Der leistungsstärkere, an

vielen Boxen überlegene Bruder vom

Typ 845 klang an der Voxativ deutlich

kühler und gestresster.

Ein sensationell stimmiges Ergebnis gelang

dem Astro Black 50 von Melody

aus Heft 2/2014. Das von der Klangästhetik

der 70er Jahre inspirierte "Seven

Kinds Of Crazy" der Formation We

Are Tony tobte hier mit einer Intensität

durch den Raum, dass den Testern der

Atem stockte, bei zivilen und sittenwidrig

hohen Pegeln gleichermaßen.

Die Berliner wissen um die Launen ihrer

Diva und halten eine Liste mit erprobten

Verstärkern bereit. Darunter finden sich

auch Transistor- und Schaltverstärker.

Der Prolog zu Tschaikowskys Ballett

"Dornröschen" zählt keineswegs zu den

impulsivsten Werken des Komponisten,

doch selbst dieses eher sanfte Stück

klang über die Voxativ irrwitzig dynamisch

und lebendig. So livehaftig direkt

und plastisch haben Sie einen Konzertfügel

über eine HiFi-Kette wahrscheinlich

noch nie gehört. Dass die Due tonal

nicht ganz dem Mainstream entspricht,

mag zu Diskussionen Anlass geben, wir

konnten gut damit leben.

StecKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

empfehlung

Dynamik-Hammer

voxativ

ampeggio due

Voxativ

0 30 / 21 00 56 62

voxativ.com

88 000 Euro

10 Jahre

120 x 180 x 19 cm

100 kg

• / – / •

Klavierlack, Acrylglas, Sonderausführungen

auf Anfrage

Breitbandsystem, Basshorn


elektrisch betriebener Magnet

03/14

trickreich: In Acrylglas wirkt

die Box leichter. Der bassfördernde,

hornartige Innenaufbau basiert auf

einem alten russischen Patent für

Militär-Flugzeuge und nennt sich

"Acoustic Stealth Technology".

Audiogramm

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

Åextrem hoher Wirkungsgrad,

explosive Dynamik, perfektes

Timing, stupende Räumlichkeit.

Í klingt nur an ausgesuchten

Verstärkern top

95

125

120

115

120

95

100

95

überragend

109 Punkte

highendig

Messlabor

Bei der Messung der Frequenzgänge zeigt

der Breitbänder ein welliges Verhalten mit

deutlicher Grundtonsenke. Die Höhen sind

im Bereich der Hauptachse (rot) wie auch

10 Grad oberhalb (grün) betont. Erst bei 30

Grad (blau) verschwindet die Anhebung.

Die untere Grenzfrequenz erreicht 42 Hz,

der Maximalpegel 104 dB. Der Klirr zeigt

sich im Bass niedrig, in den Mitten erhöht.

Die AK liegt mit 34 sensationell niedrig.

Voxativ Ampeggio Due Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›03/2014

23


Lautsprecher › StandBOXEN

ayon BlackHawk 20 000 EURO

Die BlackHawk aus dem Hause

Ayon wirkt allein schon durch ihre

üppige Größe visuell einnehmend.

Die makellose Ausführung der

Lackierung mit Klarlack auf edlen Furnieren,

alternativ in puristischem Glanzschwarz

oder Glanzweiß, ist sicher ein

weiterer Pluspunkt. Hinzu kommt eine

geschwungene Form mit wechselnden

Radien, die jeden Anflug von Schlichtheit

oder gar Langeweile vermeidet.

Der Fußabdruck der 50 Kilogramm

schweren Säule ist annähernd elliptisch

und so gibt es bis auf Deckel und Boden

keine ebenen und schon gar keine parallelen

Flächen. Zusätzlich ist der Korpus

auf der rückseitig größer ausgeformten

Bodenplatte leicht nach hinten geneigt,

was weitere Freiheitsgrade ins Spiel

bringt. Nicht mal die Schallwand ist bei

dieser Prachtbox plan und so gesehen

keine Wand im gewöhnlichen Sinne.

Kenner wissen, dass Form und Beschaffenheit

eines Gehäuses inklusive der inneren

Aufteilung auch sehr deutliche

klangliche Folgen haben. Zum Innenaufbau

kommen wir später, doch das rundliche

Äußere fördert schon mal die Loslösung

der Schallwellen und gibt Kanteneffeken

(Spitzen und Einbrüchen im

Frequenzgang) keine Chance.

Die in Österreich ansässige Firma fertigt

sehr erfolgreich eine ganze Palette von

Röhrenverstärkern und die brauchen zur

vollen Entfaltung nunmal Boxen mit einem

anständigen Wirkungsgrad. Der

Ansatz über ein klassisches Dreiwegesystem

und reichlich Gehäusevolumen

mag konservativ erscheinen, ist aber

letztlich absolut erfolgversprechend.

Die BlackHawk ist deshalb breiter und

höher als die meisten Boxen ihrer Klasse

und nicht für notorische Platzsparer gemacht,

bei denen Boxen auf Teufel

komm raus zierlich sein müssen.

Dass die Hawk weit mehr sein will als

eine große laute Kiste, zeigt sich bereits

beim Gehäuse, das nicht aus brettharten,

zu spitz klingenden Resonanzen neigenden

MDF-Platten hergestellt wird,

sondern aus einem gutmütigen Mehrschichtholz,

das auch beim Bau von Mu-

da schau her: Durch ihre Rundungen in

Kombination mit der leichten Neigung ist die

Box aus jedem Blickwinkel ein Hingucker. Die

feinen Stoffabdeckungen (hier bei der linken

Box) bekleiden nur die Tief- und Mitteltöner.

Der Hochtöner ist durch Stege geschützt.

Raum und

aufstellung

Raumgröße

M

K

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Frei aufstellen, genügend Luft

um die Boxen lassen. Abstand

zur Box mindestens 2,5 Meter,

Hochtöner bündelt vertikal.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 134.

24

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

sikinstrumenten zum Einsatz kommt.

Die Herstellung der zahlreichen Rundungen,

Kammern und Verstrebungen ist

trotz Einsatz modernster CNC-Maschinen

arbeitsintensiv, doch so entsteht ein

im besten Sinne neutrales Gehäuse, das

sich klanglich nicht einmischt und nur

wenig Energie speichert.

Durch einen penibel ausgefeilten Innenaufbau

können die Österreicher auf die

übliche Dämmung der Hohlräume weitgehend

verzichten. Die für die alleruntersten

Frquenzen zuständige Luftsäule

im rückseitig verbauten Reflextunnel

wird dadurch viel intensiver angeregt

und kann mehr zum Gesamtklang beitragen.

Die Box gewinnt so im Bass allein

etwa ein bis zwei Dezibel.

Überhaupt fußt die Ayon-Konstruktion

auf einem hochgradig soliden Bassbereich,

der bei einer Passivbox stets den

Wirkungsgrad auch für die übrigen Bereiche

vorgibt, sofern man das Primat linearer

Schalldruckkurven nicht in Frage

stellt. Bei Mitten und Höhen lässt sich

über stärke Magnete, leichtere Membran

und Schallführungen fast unendlich

viel Wirkungsgrad holen, doch bei tiefen

Frequenzen sind Membranfläche und

Maximalhub die limitierenden Faktoren,

genauer gesagt das Produkt aus beiden,

das sogenannte Verschiebevolumen.

Die untere Grenzfrequenz einer Box ist

innerhalb gewisser Grenzen Abstimmungssache.

Großvolumige Gehäuse

und schwere Membranen wirken tiefbassfördernd,

doch wenn das Ganze

auch mit wenig Strom und Spannung gelingen

soll, helfen am Ende nur üppige

Membranflächen und schalldruckfördernde

Gehäuse.

Die Ayon-Entwickler entschieden sich

für ein mächtiges 12-Zoll-Chassis, das

allein seiner schieren Fläche wegen einen

Raum sehr wirksam anschieben

kann. Das über 80 Liter große Gehäuse

bietet dem Treiber ideale Bedingungen

und erlaubt eine untere Grenzfrequenz

von habhaften 40 Hertz (siehe Messlabor)

ohne Einbeziehung von Raumeigenschaften.

Im echten Leben, unter Mithilfe

von Fußböden und Wänden, dürfen

Anwender mit Werten nahe 30 Hertz

rechnen, was im Klartext bedeutet, dass

man einen Subwoofer bei der Black-

Hawk nur im äußersten Extremfall vermissen

wird.

Das ist deshalb wichtig, weil viele Hochwirkungsgradboxen

in den Mitten und

Höhen ähnlich genügsam arbeiten, oftmals

aber keinen ernsthaften Tiefbass

zuwege bringen, weil zu kleine Chassis

und Gehäuse oder eine zu radikale Fokussierung

auf den Wirkungsgrad bei

Mitten und Höhen dies nicht zulassen.

Der fulminanten Bassabteilung folgt ein

kräftiger 13er Konusmitteltöner, der von

der puristisch gestalteten Frequenzweiche

bei 380 Hertz eingeklinkt wird. Die

vergleichsweise hohe Einsatzfrequenz

stellt sicher, dass der Treiber auch bei

hohen Pegeln keine exorbitanten Auslenkungen

ertragen muss.

Für die Höhen ist ein Air-Motion-Transformer

zuständig, der über eine mehrfach

gefaltete Folienmembran in einer

rückseitig geschlossenen Kammer verfügt.

Die Bauform verknüpft die Dynamikvorteile

großflächiger Folienstrahler

MIT DIESEn Geräten

wurde gehört

Als Quellen kamen der Netzwerkspieler

Linn Klimax DSM wie auch der seit vielen

Jahren bewährte Ayre DX 5 für CDs zum

Einsatz. Auf der Verstärkerseite dienten

vorwiegend Röhren zur Versorgung der

Boxen. Neben den ab Seite 34 getesteten

Geräten von Mastersound und Tsakiridis

war der unten abgebildete Astro Black 50

von Melody im Spiel. Hinzu traten diverse

Transistorverstärker, unter anderem von

Sugden und T+A.

mehr Dynamik durch faltung: In der Nahaufnahme ist die vielfach gefaltete

Folienmembran deutlich zu sehen. Die Bauform kombiniert die Dynamikvorteile großer

Flächenstrahler mit der breitwinkligen Hörplatzausleuchtung kleinerer Systeme.

www.audio.de ›03/2014 25


Lautsprecher › StandBOXEN

mit dem vorteilhaft breitwinkligen Abstrahlverhalten

deutlich kleinerer Kalottenhochtöner,

die ihrerseits den Vorteil

geringerer Herstellungskosten bieten.

Da sich die Austrittsöffnung mehr in die

Höhe als in die Breite streckt, ist das Abstrahlverhalten

im Gegensatz zu einem

(kreisrunden) Kalottenhochtöner horizontal

und vertikal unterschiedlich. Richtung

Zimmerdecke und Fußboden fließt

bei einem solchen System weniger

Schall und die Ohrhöhe macht sich deshalb

klanglich stärker bemerkbar. Anwender

sollten bei dieser Bauform darauf

achten, dass sie nicht zu tief in ihrem

Sessel lümmeln, sonst strahlt der talentierte

Treiber über ihre Köpfe hinweg

und das Klangbild dunkelt sich ein.

vorne hui, hinten auch:

Die noble Verarbeitung in feinstem

Hochglanzlack bleibt bei der Hawk

nicht auf die Front beschränkt. Die

längliche Öffnung (hier nur teilweise

im Bild) ist die Mündung des

Bassreflextunnels. Das Terminal

verfügt über kräftig zubeißende

Klemmen und macht einen sehr

kontaktfreudigen Eindruck.

In der Frequenzweiche der BlackHawk

kommen nur so viele Bauteile zum Einsatz

wie unbedingt nötig; auch diese

Maßnahme reduziert den Wattbedarf

und verhilft der Box zu einem verstärkerfreundlichen

Lastverhalten mit nur geringeren

Schwankungen. Das Ergebnis

ist aller Ehren wert: Die Impedanz lag

zwar nicht so hoch wie bei der Voxativ,

sackte aber auch bei keiner Frequenz unter

5,2 Ohm. Mainstream-Standboxen

liefern nicht selten halb so hohe Werte,

was vom Verstärker und seinem Netzteil

deutlich höhere Ströme fordert.

Zur gemäßigten Hochohmigkeit gesellt

sich eine beachtlich gute Empfindlichkeit.

Die herstellerseitig versprochenen

92 Dezibel (vermutlich bezogen auf 1

Watt) werden zwar nicht erreicht, doch

mit gemessenen 87 Dezibel an 2 Volt respektive

rund 89 Dezibel umgerechnet

auf 1 Watt zählt die BlackHawk auf jeden

Fall zu den genügsamen im Lande

und das ohne erkennbare Einschränkungen

bei den Tiefbassfähigkeiten. Durchschnittliche,

nicht wirkungsgradoptimierte

HiFi-Boxen sind im Schnitt etwa

3 bis 6 Dezibel leiser. In der Leistungsebene

bedeutet dies doppelte bis vierfache

Leistungsanforderungen bei gleicher

Dynamik.

Doch die BlackHawk ist nicht nur faszinierend

wattgenügsam, sondern auch

extrem pegelfest. Gewaltige 112 Dezibel

ließ sich die Österreicherin im Messlabor

abringen, ohne übermäßig zu klirren.

Wegen des hohen Wirkungsgrades

genügen für solche Orgien maßvolle

200 Watt. Damit eignet sich die Box

auch für Hobbyisten, die Hörabstände

jenseits der üblichen drei bis vier Meter

überbrücken möchten oder solche, die

sich bei der Verstärkerwahl nicht von

vornherein festlegen möchten.

An vielen Amps, die Tester versuchsweise

aus dem Regal zogen, entfaltete die

Ayon einen vitalen und keineswegs

überzüchteten Charaker. Der PA 3000

von T+A, der an der Voxativ ziemlich deplatziert

wirkte, schien an der Ayon wie

ausgewechselt: Hellwach, geschmeidig,

kraftvoll und sehr musikalisch, so kennt

man den Bullen aus Herford.

Doch die BlackHawk schlug sich auch

an kleineren Geräten hervorragend, etwa

dem Class-A-Vollverstärker A21a

von Sugden. Der Flachmann kostet keine

2000 Euro und liefert nur gut 20 Watt

an 8 Ohm. An watthungrigen Boxen

lässt sich damit nicht viel Staat machen,

doch an der Ayon ging in Sachen Kraft

Messlabor

Bei der Ermittlung der Schalldruckkurven

im reflexionsarmen Raum zeigt die Ayon

ein neutrales Verhalten mit einem zu den

Höhen leicht fallenden Verlauf und einer

leichten Bassbetonung. Die Übertragung

reicht im Tiefbass bis 40 Hz. Die höchste

Lautstärke beträgt 112 dB. Die Impedanz

liegt im Mittel bei 6 Ohm und minimal bei

5,2 Ohm. Der Klirr zeigt sich niedrig, nur

im Präsenzbereich etwas höher. AK=50.

Ayon Black Hawk

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Ayon Black Hawk

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

26

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

der schiebt richtig: Im Bass sind mächtige Membranflächen der Königsweg zu großer

Dynamik und kleinem Watthunger. Der 12-Zöller muss sich selten wirklich anstrengen.

und Dynamik eine ganze Menge. Vollmundig,

unaufgeregt und vielschichtig,

so lässt sich die Kombination beschreiben.

Allein der variantenreiche, körperlich

spürbare Bass dürfte audiophile Genießer

in größte Verzückung setzen. Den

größten Spaß aber hatten die Tester mit

Röhren, wobei sich die Ayon weit weniger

wählerisch zeigte als die Voxativ.

Himmlisch fein und stimmungsvoll klang

es mit dem Compact 300 B von Mastersound;

etwas sachlicher, dafür untenrum

kontrollierter, mit dem Brudermodell

vom Typ 845. Alles in allem muss

sich die Ayon BlackHawk vor Platzhirschboxen

wie einer 800 Diamond von B&W

oder einer Reference 207/2 von KEF in

keinster Weise verstecken. Ganz im Gegenteil,

denn die sind verstärkerseitig

anspruchsvoller. So gilt für die Black-

Hawk das bewährte Motto für erfolgreiche

Aufsteiger: Willkommen im Club.

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Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

Audiogramm

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

ayon

blackhawk

Audium

0 30 / 61 3 47 40

audium.com

ab 20 000 Euro

5 Jahre

42 x 129 x 32 cm

50 kg

• / – / •

Hochglanzlack schwarz oder

weiß, Etimo, Nussbaum, Tineo

3 Wege, Bassreflex


hoher Wirkungsgrad

ÅSehr hoher Wirkungsgrad,

funktioniert mit vielen Amps,

amtlicher Bass, sehr neutral,

ausgeprägt spielfreudig

Í benötigt viel Platz

100

110

100

100

110

100

105

100

überragend

104 Punkte

sehr gut

KEINE KOMPROMISSE.

Vollverstärker M6i Eingänge: 4 x Cinch, 1 x XLR, 1 x USB; Ausgänge:

1 x Lautsprecher, Tape-Out, Pre-Out; Leistung 200 Watt/Kanal, silber

oder schwarz, 17Kg, 2.549,-€

MEHR PRODUKTE UND HÄNDLER:

TELEFON 077 28 - 10 64 · WWW.REICHMANN-AUDIOSYSTEME.DE


Lautsprecher › StandBOXEN

blumenhofer tempesta 20 5 700 EURO

Bei vielen High-End-Boxen lassen

sich bestimmte Charakterzüge

von äußeren Merkmalen ableiten.

Breitbänder sind zum Beispiel ein relativ

sicheres Indiz für einen verstärkerfreundlich

hohen Wirkungsgrad und eine pflegeleichte

Impedanz. Ähnliches gilt für

großformatige Basstreiber mit straff eingespannten

Sicken in Kombination mit

wuchtigen Gehäusen wie etwa bei Ayon

auf den Seiten zuvor.

Bei der Tempesta 20 aus der bayrischen

Boxenmanufaktur Blumenhofer sind solche

Indizien kaum auszumachen. Die

auf drei Spikes stets wackelfrei ruhende

Standbox ist weder ungewöhnlich groß

noch speziell geformt, auch die Chassis

erwecken nicht den Eindruck, als kämen

sie von einem anderen Stern.

Bei einer Gehäusebreite von sehr humanen

24 Zentimetern mag man sich kaum

vorstellen, dass dieses schmale Hemd

außergewöhnlich starke Töne erzeugen

soll, auch und gerade mit Verstärkern

der sensibleren Sorte. Doch genau das

ist die Absicht von Thomas Blumenhofer,

Gründer und Mastermind der gleichnamigen

Boxenschmide.

Stammleser erinnern sich vielleicht an

die deutlich größere Genuin FS 2, die

AUDIO im August 2013 begutachten

konnte. Bei dieser Box sind ebenfalls

"nur" zwei Treiber verbaut, denen man ihre

Bestimmung als Hochwirkungsgradwandler

aber ungleich deutlicher ansieht.

Bei der FS 2 für knapp 15000 Euro

ruht ein fulminantes Durckkammerhorn

in einer verstellbaren Halterung sozusagen

freischwebend auf dem Bassgehäuse.

Der Konus-Tiefmitteltöner ist ein

mächtiger 12-Zöller mit einer breiten Gewebesicke,

was auch von weitem ziemlich

respekteinflößend wirkt.

Bei der Tempesta 20 ist die Optik weit

weniger martialisch, das Gehäusevolumen

deutlich kleiner, die Zielrichtung

aber durchaus ähnlich. Auch die Tempesta

nutzt für die oberen Mitten und

Höhen einen Horntreiber mit einer speziell

angepassten Schallführung, der

zeitlos und geDiegen: Das Design

ist frei von Spielereien, was die ausgesucht

feinen Furniere besonders gut zur Geltung

bringt. Die Gehäusetiefe nimmt von unten

nach oben etwas ab, was die Schallwand

etwas nach hinten neigt. Auf drei Spikes

steht die Box stets ohne zu wackeln.

Raum und

aufstellung

Raumgröße

M

K

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Frei oder wandnah aufstellen,

Box zum Hörer anwinkeln für

maximalen Hörspaß, Raum

sollte nicht hallig sein.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 134.

28

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

aber im Gegensatz zur Genuin flächenbündig

in die Schallwand eingelassen ist

und deshalb visuell wesentlich dezenter

daherkommt. Der Treiber ist in allen Dimensionen

kompakter ausgeführt, seine

Membran erreicht einen Durchmesser

von lediglich 44 Millimetern anstelle

75 bei der großen Schwester.

Doch auch das "kleine" Blumenhofer-

Horn ist einem Standard-HiFi-Hochtöner

ohne Schallführungen in vielerlei Hinsicht

überlegen. Deren Membranen sind

im Schnitt nur 25 Millimeter groß und

müssen die Raumluft völlig ohne mechanische

Unterstützung anregen. Die

größere Hornmembran tut sich allein ihrer

Fläche wegen leichter und muss für

den gleichen Schalldruck deutlich kleinere

Bewegungen ausführen.

Die vorgeschaltete Druckkammer und

das anschließende Horn intensivieren

die Kopplung an die Raumluft nochmal

deutlich. Derart gestärkt zaubert der

Treiber aus einem Watt mühelos Pegel

nahe 100 Dezibel und muss von der Frequenzweiche

regelrecht eingebremst

werden. Er würde andernfalls den deutlich

leiseren Bass- und Mittenbereich

lauthals übertönen.

Die gigantische Genügsamkeit macht

dennoch Sinn, denn die Herabsetzung

des Wirkungsgrades auf das Niveau des

leiseren Bassbereichs sorgt dafür, dass

der Hochtöner selbst bei vollem Orchestereinsatz

weder elektrisch noch mechanisch

großartig gefordert wird. Ein

derart im Schongang betriebenes Horn

ist nahezu unkaputtbar und bedankt sich

mit geringen Verzerrungen und freudvoller

Spielweise.

Ein weiterer Vorzug des üppig dimensionierten

Schwingsystems ist der gegenüber

Standard-Hochtönern deutlich größere

Übertragungsbereich, speziell zu

tieferen Frequenzen hin. Meister Blumenhofer

kann sein Chassis deshalb bereits

bei 1200 Hertz gefahrlos ankoppeln,

rund eine Oktave tiefer als bei HiFi-Boxen

üblich. Damit entlastet er seinen 20

Zentimeter großen Tiefmitteltöner nicht

unbedingt energetisch, wohl aber beim

Rundstrahlverhalten. Der 8 Zöller mit

zweilagiger Papiermembran könnte

da kommt freude auf: Der Hochtontreiber mit 44 Millimeter großer Mylar-Membran

verfügt über eine versteckt liegende Druckkammer und einen wuchtigen Hornvorsatz.

auch höher hinaufspielen, würde dann

aber deutlich bündeln und zu seitlichen

Einschnürungen im Rundstrahlverhalten

der Box beitragen, die der tonalen Ausgewogenheit

abträglich wären. Dank der

tiefen Trennung muss der Konustreiber

nur die Frequenzen verarbeiten, die er

mit weitgehend konstantem Pegel 30

Grad breit abstrahlen kann.

Der 20 Zentimeter große Tiefmitteltöner

ist "Made in Germany" und verfügt über

eine zweilagige Papiermembran

mit einer

Schaumschicht

in der Mitte. Seine

Parameter sind auf

Bassreflexgehäuse abgestimmt. Der zugehörige

Tunnel mündet bei der Tempesta

20 im Sockelbereich, somit fußbodennah.

Da der Raum zwischen Box und

Boden wie eine Tunnelverlängerung

wirkt, lässt sich die Abstimmfrequenz

über die Höheneinstellung der mitgelieferten

Spikes feinfühlig verändern.

Die Messwerte sind durchweg hervorragend.

Die Standbox erreicht am unteren

Ende prachtvolle 38 Hertz und steigt damit

tiefer in den Basskeller als die deutlich

größere Ayon. Der Frequenzgang

(siehe Messlabor) zeigt unter freifeldähnlichen

Bedingungen eine zu den Höhen

leicht ansteigende Tendenz, die in

der Praxis vom Raum aufgefüllt wird, ohne

dass es deswegen zu größeren Bassüberhöhungen

käme.

Die Impedanz rutscht an keiner Stelle

unter 5,3 Ohm, was Röhrenverstärkern

sehr entgegenkommt. Den von der Weiche

verursachten Impedanzanstieg bei

Der trockene und tiefe Bass

macht tierisch laune

der Übernahme zum Hochtöner können

Anwender durch eine steckbare Korrekturbrücke

glattbügeln. Das Bauteil wird

einfach in das Anschlussfeld gesteckt,

gemeinsam mit den Boxenkabeln.

An Transistorverstärkern bringt die Korrektur

in der Regel wenig, an Röhren

führt die Glättung erfahrungsgemäß zu

einem aufgeräumteren Klang. Blumenhofer

hat die Entzerrung deshalb nicht

fest integriert, sondern überlässt die

Entscheidung dem Anwender.

www.audio.de ›03/2014 29


Lautsprecher › StandBOXEN

Trotz oder gerade wegen ihrer Ausrichtung

auf weniger laststabile Verstärker

taugt die Tempesta durchaus auch zum

Feiern. Die maximale Lautstärke lag bei

immerhin 107 Dezibel. Das ist für eine

Zweiwegebox mit nicht übertrieben viel

Membranfläche ein Super-Ergebnis.

Bei aller Sachlichkeit im Design bietet

die Tempesta (etwa beim Terminal) eine

absolut wertige Verarbeitung. Die Bayern

bauen ihre Gehäuse selbst und können

so eine ungewöhnliche Vielfalt offerieren.

Unter den zahlreich angebotenen

Hölzern sind auch Raritäten mit traumhaft

schönen Maserungen, die bei jedem

Exemplar anders wirken, weil bekanntlich

kein Baum dem anderen

gleicht. Wer es ganz genau wissen will,

kann sich im hauseigenen Furnierlager

in der Blumenhofer-Werkstatt südlich

von Augsburg seinen ganz persönlichen

Farbwunsch erfüllen, nach einem ausgiebigen

Probehören versteht sich.

Letzteres wird vermutlich an diversen

aktuellen oder historischen Röhrenverstärkern

stattfinden, denn davon finden

sich nicht wenige spielbereit in den

hauseigenen Vorführräumen, die demnächst

um ein neues, mit Hörnern bestücktes

Heimkino erweitert werden.

Die Tempesta ist aber zum Glück keine

Spezialistenbox, die nur an speziellen

Verstärkern in die Gänge kommt, sondern

ähnlich wie die ungleich größere

Ayon ein faszinierend leicht zu betreibender

Generalist.

Den AUDIO-Testern gefiel die Zweiwegebox

mit ihrer fein austarierten Neutralität

und einer immensen Spielfreude

über weite Pegelbereiche. Man konnte

mit der Tempesta sagenhaft leise hören

und verstand doch sehr viel. Bereits mit

Amps der 50-Watt-Liga vermochte die

Blumenhofer ein ordentliches Brett zu

fahren, bei unverändert harmonischen

Klangfarben. Diese Art der Standfestigkeit

wissen Kenner sehr zu schätzen,

sorgt sie doch für eine zuverlässige Beurteilung

einer Aufnahme oder der Qualität

einer vorgeschalteten Komponente.

Der untenherum eher tief-trockene als

watteweiche Charakter der Tempesta

vertrug sich gut mit einer gewissen

Wandnähe und geschmeidig klingenden

Verstärkern. So entlockte der kleine Sugden

A21a der Blumenhofer in "Seven

Kinds Of Crazy" herrlich groovende

Bassläufe und wunderbar detailreich

dargebotene Singstimmen.

Besonders anmutig klang die Tempesta

im Zusammenspiel mit Röhren, wobei

hier kein eindeutiger Favorit auszumachen

war. Genießer, die keine allzu hohen

Pegel fahren, könnten auch hier zu

einem Gerät mit 300-B-Bestückung tendieren.

Das ist am Ende, wie so vieles im

Leben, letztlich auch eine Frage des persönlichen

Geschmacks.

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Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

Audiogramm

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

Tuning ab wErk: Über eine

kleine Steckbrücke zwischen den

vier Anschlussklemmen wird die

Impedanzentzerrung aktiviert. Der

Raum unterhalb der Box wirkt als

Verlängerung des Reflextunnels.

Über die Höhe der Spikes lässt

sich der Bass fein verändern.

empfehlung

Ausgewogenheit

blumenhofer

tempesta 20

Blumenhofer Acoustics

0 82 39 / 73 94

blumenhofer-acoustics.com

5 700 Euro

10 Jahre

24 x 116,5 x 34,6 cm

27 kg

• / – / •

Furniere nach Kundenwunsch,

Lackfarben auf Anfrage

2 Wege, Bassreflex

Tiefbass über Höhe der Spikes

steckbare Impedanzkorrektur

ÅHoher Wirkungsgrad, passt

gut zu audiophilen Verstärkern,

klingt sehr vital und mitreißend,

straffer und tiefer Bass

Í –

95

105

90

90

100

95

95

100

überragend

97 Punkte

überragend

03/14

Messlabor

Die Tempesta 20 liefert einen insgesamt

linearen, moderat welligen Frequenzgang

mit einer in Richtung Höhen ansteigenden

Tendenz, die sich gut mit einer vorwiegend

wandnahen Aufstellung verträgt. Der Bass

reicht bis 38 Hz. Die maximal erzielbare

Lautstärke beträgt 107 dB. Die Impedanz

liegt im Mittel bei 6 Ohm, das Minimum

bei verstärkerschonenden 5,3 Ohm. Das

Klirrverhalten ist unkritisch. AK=59.

Blumhofer Tempesta 20

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Blumhofer Tempesta 20 Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

30

www.audio.de ›03/2014


Die neue Excite X34. Wahres High-End für professionelle Hörer. www.dynaudio.de/excite

Man kann sie

nicht essen.

Man kann sie

nicht trinken.

Man kann

nicht mit ihnen

kuscheln.

Warum

machen sie

einen trotzdem

glücklicher

als fast alles

andere auf

der Welt?

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wie sie nur

von Dynaudio

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Lautsprecher › StandBOXEN

blumenhofer mini 1 000 EURo

Für gewöhnlich sind die Besitzer von

Röhrenverstärkern sehr daran interessiert,

ihre feingeistigen Amps nur

mit wirkungsgradstarken Boxen zu verbandeln,

denn nichts ist frustrierender als

einen an sich talentierten Verstärker wimmern

und kreischen zu hören, nur weil der

Box das Leistungsangebot nicht genügt.

Vor solchen Enttäuschungen schützt nur

eine wohlüberlegte Boxen-Verstärker-

Kombination, unter Einbeziehung der Hörraumgröße

und der persönlichen Vorstellungen

von Dynamik. Nun beschwört dieser

Test schon über mehrere Seiten das

Mantra von der wirkungsgradstarken Box,

die doch bitteschön reichlich Membranfläche

und Gehäusevolumen mitbringen

möge. Doch nicht jeder Musikliebhaber

kann oder will wuchtige Standboxen aufstellen

und liebäugelt insgeheim vielleicht

mit einer zierlichen Kompaktbox für seine

feine Röhre.

Für dieses Szenario Boxen zu finden ist

eine echte Herausforderung, doch Thomas

Blumenhofer, Macher der gleichnamigen

Boxenmanufaktur südlich von

Augsburg, hat auch für diesen Kundenkreis

ein Angebot. Selbiges heißt Blumenhofer

Mini, was in diesem Fall absolut

wörtlich zu verstehen ist. Ganze 28

Zentimeter hoch und gerade mal halb so

breit, könnte der geneigte Audiophile

gleich zwei davon hinter dem Cover einer

Langspielplatte verstecken.

In der Praxis wird er das auf gar keinen

Fall tun, denn der bayrische Nachwuchs

ist ähnlich hingebungsvoll echtholzfurniert

wie die größeren Modelle. Wer ein

Faible hat für weitestgehend naturbelassene

Hölzer, will mit dem Streicheln gar

nicht mehr aufhören.

Bauartbedingt verlangt die Kleine nach einem

nicht zu wuchtigen Boxenständer

oder einem Platz im Bücherregel auf Ohrhöhe

oder ein wenig darüber. Auf jeden

Fall muss es wandnah sein, denn dies ist

der Trick, der diesen Deal überhaupt möglich

macht.

Der nur 10 Zentimeter große Tiefmitteltöner

ist bis zu 6000 Hertz hinauf im Einsatz

und kann formatbedingt nur vom Grundtonbereich

an aufwärts so genügsam arbeiten,

dass eine Triode an seinen Klemmen

nicht verzweifelt. Für die Höhen ist

eine klassische Gewebekalotte verbaut,

die mit 25 Millimeter Membrandurchmesser

für dieses Boxenformat sehr

großzügig bemessen ist. Die von

der Box nur angedeuteten tiefen

Raum und

aufstellung

Raumgröße

M

K

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Direkt an die Wand stellen,

anwinkeln meist nicht nötig.

Raum nicht zu stark dämpfen,

Hörabstand maximal 2,5 m.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 134.

puristisch: Die Kleinbox wirkt dynamisch

faszinierend groß. Es gibt kein Bi-Wiring, weil

es bei so kleinen Boxen wenig bringt.

Messlabor

Die Mini zeigt im reflexionsarmen Raum

eine deutliche Mittenbetonung, die durch

eine bassfördernde, wandnahe Aufstellung

kompensiert werden sollte. Ohne diese

Unterstützung reicht der Bassbereich nur

bis 134 Hz. Maximal kann die Box 97 dB

laut werden. Die Impedanz liegt im Mittel

bei 4 Ohm mit Minima von 3,8 Ohm. Bis

etwa 95 dB (blaue Kurven rechts) zeigt

sich der Klirr auffallend gering. AK=67.

Blumenhofer Acoustics Kompakt Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

110 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

Blumenhofer Acoustics Kompakt Pegel- & Klirrverlauf

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

32

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

Töne muss der Anwender über die erforderliche

Wandnähe aufpeppen, was in

der Praxis gut funktioniert. Die Messungen

im reflexionsarmen Raum berücksichtigen

diese Sonderbehandlung nicht.

Tatsächlich klang die kleine Blumenhofer

so hingebungsvoll lebendig und räumlich,

dass selbst der AUDIO-Chefredakteur

spätabends gar nicht mehr nach Hause

wollte. Bei wandnaher Nutzung und braven

Pegeln wirkten Bass und Grundton

faszinierend vollwertig, selbst an den

wattschwächeren Trioden schienen weder

Box noch Verstärker überfordert.

Artgerecht an die Wand gestellt, war der

Klang immer noch leicht mittenbetont,

doch daran konnte man sich schnell gewöhnen.

Das klang herrlich luftig, rhythmisch

hochauflösend und vollkommen

untechnisch. Wer sich auf Hörentfernungen

bis maximal zweieinhalb Meter einlassen

mag, für den ist die Blumenhofer

Mini ein richtiger Knaller.

StecKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

Audiogramm

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

empfehlung

Feingeist

Blumenhofer

mini

Blumenhofer Acoustics

0 82 39 / 73 94

blumenhofer-acoustics.com

1 000 Euro

3 Jahre

14 x 28 x 27 cm

5 kg

• / – / •

Furniere nach Kundenwunsch,

Lackfarben auf Anfrage

2 Wege, Bassreflex


hoher Wirkungsgrad

ÅFür die Größe sehr hoher

Wirkungsgrad, bei Nutzung im

Nahfeld für Röhren geeignet.

Gutes Timing, sehr lebendig.

Í Tiefbass ist Mangelware.

80

90

90

85

85

70

70

50

überragend

79 Punkte

sehr gut

03/14

Fazit

Wolfram Eifert

AUDIO-Mitarbeiter

Boxen mit hohem Wirkungsgrad

und schwankungsarmer Impedanz

sind eher selten zu finden. Für die

großen Hersteller ist eine starke

Fokussierung auf die genannten

Faktoren kaum sinnvoll, weil im

breiten Markt zierliche Maße und

reichlich Tiefbass gefragter sind.

Für kleine Räume ist die Mini von

Blumenhofer ideal. Die Standbox

vom gleichen Hersteller klingt für

ihr Format extrem souverän. Noch

mehr gilt dies für die Ayon, die von

allen die größten Spielräume bei

der Verstärkerwahl bietet. Soll es

richtig kompromisslos zur Sache

gehen, auch mit Trioden, kommt

nur die Voxativ in Frage.

_0BZKF_Teufel_Audio_4Beschn_Motiv2Mk2_Jan14.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);27. Jan 2014 11:07:08

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Test

Röhrenverstärker

Mastersound compact 300 B 5650 €

Mastersound Compact 845 5650 €

Tsakiridis Thalia 1000 €

Tsakiridis Achilles (Paar) 2000 €

Tsakiridis orpheus (Paar) 3150 €

Moderne Elektronik erledigt diesen

Job doch mit links: Aus

einem Volt erzeugen wir beispielsweise

drei, aus zweien sechs und

so weiter. Wollen wir mit solch einem

Verstärker eine Box ernähren, müssen

wir nur noch darauf achten, dass nebenbei

noch bisschen Strom fließen kann.

Doch wo gehobelt wird, fallen Späne.

Diese fallen in aller Regel nicht auf –

außer, dass ausgerechnet das musikhörende

Ohr darauf allergisch reagiert.

Und gar nicht einmal so sehr auf die gröberen,

quasi von der Natur aus einkalkulierten

Holzschnitzel. Stattdessen handelt

es sich oftmals nur um ein paar

34

www.audio.de ›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren

Club Méditerranée

Wer den Transistor-Verstärker-Winter hasst, lässt sich mit Röhren,

Single Ended, Class A und mit südlicher Schönheit ein.

■ Test: Johannes Maier

Körnchen giftigen Feinstaubs, die akustisches

Unbehagen schaffen.

Insofern kommen bei der Betrachtung

der zeitgemäßen, ach so effizienten und

ach so verzerrungsarmen Halbleiterverstärker

doch Bedenken auf. Denn jedes

Bauteil, und davon braucht es bei derlei

Amps viele, trägt ja in irgendeiner Form

zu der Wiedergabe bei. Ganz zu schweigen

von den Transistoren, die relativ kurze

und nicht besonders günstig verlaufende

Arbeits-Kennlinien besitzen. Und

erst recht von den Gegentakt-Anordungen,

die im Übergangsbereich gerne

stark zerren und beim Arbeitszustand

nahe Null der angeschlossenen Box keinen

rechte Kontrolle mehr entgegensetzen.

Da bedeutet es nur wenig

Trost, dass eine (wieder staubträchtige!)

Gegenkopplungsschleife derlei Unbill

womöglich in den Griff kriegen kann.

Auf der Suche nach Abhilfe landet der

Musik-Liebhaber also fast automatisch

bei Röhren, die schönere und weiter geschwungene

Kennlinien besitzen. Und

schließlich – wenn er gemütlich noch ein

Stück weiter ausrollt – bei der Grundform,

bei der direkt beheizten Triode.

Diese besitzt neben dem Anoden-Auffangblech

und dem Steuergitter eine

simple Kathode, die in einem Zug als

Glühdraht und als Elektronenschleuder

herhält. Und wenn schon denn schon –

dann will der Fan diese Röhren nicht im

Gegentakt, sondern ganz allein schuften

sehen. Und zwar bei sehr hohem Ruhestrom,

weil die Musikschwingung – mangels

Gegentakt-Aufgabenteilung – sowohl

nach oben als auch nach unten ausholen

können muss. So bleibt zum

Schluss nur eine Frage: Wer soll das bezahlen?

Denn der Wunsch „Triode Single

Ended plus null Korrektur-Schleife plus

Netzteil, dem nie ein Flatus entfährt“

muss in der Regel teuer erkauft werden.

Oder geht’s doch zu moderaten Preisen?

Bitteschön, die Firmen Mastersound

und Tsakiridis liefern Beweise dafür!

Fotos: J. Bauer, MPS, Archiv

www.audio.de ›03/2014 35


Verstärker › class-A-Röhren

Mastersound Compact 300 B und 845 je 5650 EURO

Finger weg von der 300 B! Wenn

der Alttester sich 30 Jahre lang

daran gehalten hat, sei es dem

jungen ins Stammbuch geschrieben.

Die Goldohren schwärmen zwar von dieser

Triode, die Western Electric Ende

der 1920er Jahre für den Telefon-Fernverkehr

entwickelte und die bald darauf

– zunächst in Kinos – ihren Weg ins Beschallungsgeschäft

fand. Sie schwärmen

durchaus zu Recht. Denn möglicherweise

gibt es bis auf den heutigen Tag nichts

besseres als diese Röhre, die damals in

Kansas als Resultat von tausenden von

Mess- und Hörtest-Stunden entstand

(plus die ähnliche, etwas kleinere 2A3

und die deutsche AD1). Aber spielen

sollte sie dann bitte an extrem wirkungsgradstarken

Boxen, die man Western-

Electric-Hörner nennt, oder an ähnlichen

raum-ausfüllenden Wandlern.

Bis dahin also alles gut. Doch leider beschritten

die Boxenentwickler den Weg

in die weitere Zukunft nicht mit diesen

wunderbaren Röhren, sondern mit fetteren

und fetteren Verstärker-Wattprotzen,

die ihren immer stärker bedämpften und

immer impedanzkritischeren Elaboraten

so etwas wie Leben abringen konnten.

Also Vorsicht, es droht Frustration: An

den allermeisten „Leisesprechern” dieser

Tage hängt die arme 300 B wie ein

zwar schönes, aber völlig überlastetes,

auf dem letzten Loch pfeifendes Glühwürmchen.

Kommando zurück! In diesem AUDIO

stehen mit den Voxativ-Breitbändern,

den Black Hawks von Ayon und den

Tempesta-Blumenhofern doch mal wieder

temperamentvollere Schallwandler

auf dem Programm. Und möglicherweise

sogar solche, mit denen die 300 B

wie anno dazumal groß aufspielen kann.

Und dafür bietet wiederum der 300 B

von Mastersound für 5650 Euro ganz offenbar

eine solide Grundlage. Und eine

gewaltige! Das von massiven Edelholz-

Wangen geschmückte Stahlblechchassis

hat die in der Nähe von Vicenza

ansässige Firma ganz offensichtlich für

eine professionelle Ewigkeit geschmiedet.

Die metallschweren Lautsprecherklemmen

auf der Rückseite ziehen die

tüchtigen Italiener mit einem 19er- , die

massiven, teflonisolierten Cinchbuchsen

mit einem 11er-Schlüssel an. Der

Netztrafo und die beiden Ausgangsumspanner

erscheinen nicht minder gigantisch

– wer will da noch befürchten, dass

dieser Kaventsmann von Verstärker nur

wenige Watt locker machen kann?

Auf jeden Fall läuft er in reinem Class A,

er zieht also auch in den Musikpausen

stets vollen Strom. Mit der Konsequenz,

dass die Übertrager-Kerne einen Luftspalt

brauchen, sonst triebe sie der konstante

Umsatz nach kurzer Zeit in die

mag netische Sättigung. Deshalb braucht

es eine deutlich größere Eisenmasse

und zudem eine noch umfänglichere und

kunstvollere Bewicklung – sprich: Die

Dinger werden teuer und groß.

Und eigentlich wollten wir ja auf eine Gegenkopplungsschleife

verzichten. Bitte

gerne – aber dann können wir zur Versorgung

der Röhren nur allerreinste Gleichspannung

brauchen, denn mangels Korrekturmöglichkeit

teilt sich das kleinste

Zucken dem Lautsprecher als Störsignal

mit. Weshalb sich der unter der obligatorischen,

nur etwas größeren Blechhaube

steckende Netz-Brummer doch noch

erklärt. Ebenso die wahrlich kernige, auf

300 B a lA carte: Auf dem mittleren Board reicht der Mastersound die Netzteil-Elkos,

auf der kleineren darunter die Funk-Fernsteuerungs-Elektronik, die das Alps-Lautstärke-

Potentiometer rauf und runter drehen kann. Drei Line-Ins werden von Relais verwaltet, ein

zusätzlicher Direkt-Eingang steuert ohne Umschweife die Treiber-Stufe an. Beim Röhren-

Wechsel gestattet der Compact 300 B eine Bias-Neueinstellung – die Trimmpotis erreicht

der Justagist von oben, an der Rückseite finden sich Messkontakte für Multimeter.

36

www.audio.de ›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren

der Unterseite des Chassis montierte

Siebdrossel, die sich mit ihrem hohen

Wechselstrom-Widerstand ganz entschieden

gegen unliebsame Impulse aller

Art stemmt und die insgesamt vier

1000-Mikrofarad-Elkos (mit je zwei

400-Volt-Typen in Serie) bei ihrer Reinigungs-

und Spannungs-Konstanthaltung

unterstützt.

Auch bei der Schaltung galt es darauf zu

achten, dass sich dieses Konzept auch

nicht die kleinsten Ausrutscher erlauben

kann. Eine kleine Doppeltriode namens

ECC 82 läuft auf jeder Kanalseite noch

als normaler zweistufiger Eingangsverstärker.

Es folgt eine kräftigere 6SN7

(mit Bakelitsockel), bei der ein Triodensystem

die 300 B antreiben muss – aber

glücklicherweise nicht alleine, weil sie

auf die Mithilfe des zweiten in die Anoden-Zuleitung

eingefügten Systems zählen

kann. Als sogenannte Stromquelle

sperrt diese den Versorgungshahn bereitwillig

auf und zu, was die Trioden-Kollegin

als deutliche Arbeitserleichterung

empfindet. Last but not least galt es

auch der direkten Kathodenheizung zu

gedenken. Mastersound nimmt zwar

Gleichstrom dafür, trotzdem erlaubt ein

zwischen den beiden Heizanschlüssen

angeordnetes und von der Chassisoberseite

her zugängliches Präzisionspoten-

V-88

Wiedergabe auf höchstem Niveau!

Großartige

beeindruckende

Kombination...

C-60

Hörerlebnis der Extraklasse!

Class-A-Menü plus Nachschlag: Die beiden Eisenkerndrosseln hat

Mastersound in Serie geschaltet – zusammen mit Nantung-Elektrolytkondensatoren entfalten

sie maximale Reinigungswirkung. Die Fassungen für die 845 imponieren mit Größe, sie

gestatten auch einen Blick auf ihre breiten, vergoldeten Federkontakte. Im Großen und

Ganzen arbeitet der Compact 845 mit der gleichen Eingangs- und Stromquellen-Treiberstufe.

Wegen der höheren Spannungen hat Mastersound dickere Folien rausgesucht.

www.audio.de ›03/2014 37

www.vincent-tac.de

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Österreich: Audio Electronic Hi-Fi Geräte · Himbergerstr. 27

A-1100 Wien · Tel: + 43-16897694 · office@audioelectronic.com


Verstärker › class-A-Röhren

tiometer den am Schleifer herausgeführten

Kathodenwiderstand so hinzulegen,

dass sich die gegenphasige Restwelligkeit

vice versa zu Null auslöschen kann.

Für die gleichpreisige, sehr ähnliche Verstärkerversion

mit der kräftigeren Sendetriode

845 im Ausgang hat Mastersound

sogar noch mehr Aufwand getrieben.

Die wesentlich höhere Anodenspannung

wird nun von gleich drei Trafowicklungen

mit jeweils eigener Gleichrichtung

erzeugt. Nicht weniger als neun

1000-Mikrofarad-Elkos (je drei in Serie)

und zwei schwere Eisenkerndrosseln

putzen die Anodenspannung aus. Teure

Labor-Leistungswiderstände, umfänglichere

Koppel-Folienkondensatoren und

nicht zuletzt die martialische Keramik

der Röhrenfassungen weisen den

erhöhten Energieumsatz aus.

menhofers zweimal, an den Black Hawks

von Ayon gleich drei Mal – und an den

Voxativs kam zu aller Lässigkeit noch

mächtige Feuerkraft dazu.

An diesen Ausnahmeboxen (bei denen

sich die 300 B offenbar an glückliche

Kinohorn-Zeiten erinnerten) fiel es kaum

als Zumutung auf, wenn bei Pop und

Rock Sound-Designer ins Spiel kamen

und freie Ecken des Spektrums mit

Unrat verschmierten. An normaleren Boxen

inklusive der Sorte 1 und 2 stellten

die 300 B dann aber subito ihre Wohlklang

-Tätigkeit ein, um sich wie beleidigte

Schlangen zu winden und zu zischen.

Also dann doch lieber zum 845-Mastersound.

Der agierte bei den Jazznummern

nicht ganz so locker, die Herrschaften

wirkten nun um eine Spur ernster,

dafür schwangen sie sich bei Tuttis zu

Le Torri di Vicenza:

Die großen Mastersound-

Ausgangstrafos bieten 8- und

4-Ohm-Klemmen an. Es darf

probiert werden. Auch wenn die

Aussage paradox klingt:

Hochimpedante (zirka 8 Ohm)

Lautsprecher ergeben die

besten Ergebnisse – und zwar

an den 4-Ohm-Klemmen.

Messlabor Mastersound Compact 300 b

Mit 0,048% Hochtonverzerrungen und 110µ

Abtastfähigkeit erweist sich das Talismann v2

Gold als sogar noch sauberer als sein Kollege

Yoseki von EAT – wobei beide in diesem

Punkt jenseits von Gut und Böse liegen. Nicht

ganz ideal ist der markante Hochtonanstieg

zwischen 5 und 10kHz (o. Abb.). Das Laufwerk

misst sich dafür deutlich rumpelärmer (Bild 2,

85,5dB am Koppler) als der EAT, bei gleichermaßen

exzellentem Gleichlauf (Bild 1, ±0,05%).

Der Leistungs-„Teppich“ des Compact 300B verdickt sich bei

zunehmend komplex-induktiver Last etwas. Im Regelfall vermag

er aber nur wirkungsgradstarke Boxen zu ernähren (AK=10). Im

günstigsten Fall pendelt die Impedanz des Schallwandlers im

Mittel-/Tieftonbereich um 8 Ohm. An den 4-Ohm-Klemmen sind

dann immerhin rund 10 Watt zu erwarten. Gönnt sich der 300-B-

Mastersound einen Frequenzgang-Abfall im Bass, erntete er bei

den klangrelevanten Klirrverlaufsmessungen nichts als Zuspruch.

38

Im Hörraum durften aber erst einmal der

300-B-Vollverstärker ran. Donner wetter,

hieß es da bald, die aktuell eingesetzten,

in Russland produzierten 300 B haben

gegenüber den (nicht mehr bezahlbaren)

Ur-Western offenbar an Schmackes zugelegt.

So pflegte der Mastersound mit

den allermeisten Jazzmusikern bereits

an den Sonics-Allegra-Arbeitsboxen

einen äußerst kameradschaftlichen Umgang.

Geht’s mit anderen Amps untenrum

mal etwas zu steif und obenrum zu

frischwindig zu, löste der Mastersound

fröhliche Gelassenheit aus. Toll, wie locker

der Drummerfuß wippte, die Bläser

reckten sich ungeniert über ihre Bäuchlein

hinaus, die Blechinstrumente wiegten

schön aufblitzend hin und her und

röhrten aus tiefen Herzen wie geschmiert:

einfach super! Und das galt an den Bluwww.audio.de

›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren

noch mächtigeren und vor allem stets

bis zur letzten Finesse durchhörbaren

Großtaten auf. Heissa, hieß es zum guten

Schluß, die Italiener legten sich – voller,

flüssiger – sogar mit T+A’s Referenz-

Amp P 3000 HV an. Gut, ein paar Schläge

Pop und ein Orchester-Tutti rückten

die Verhältnisse fix zurecht. Trotzdem

muss AUDIO warnen: Die Mastersounds

haben trotz aller Einschränkungen durchaus

musikalisches Suchtpotential.

Fazit

Johannes Maier

AUDIO-Redakteur

Nicht alles, was den klanglichen

Himmel auf Erden verspricht, bekommt

automatisch viele Punkte.

300-B-Liebhaber dürfen den entsprechenden

Mastersound gerne

eine oder zwei Ligen höher sehen.

Wenn der Klangtriumph aber nur

an Extraboxen und mit Knowhow

gelingt, darf AUDIO diese Umstände

nicht belohnen. Da sieht

es bei der kräftigeren 845-Variante

schon besser aus. Bei soliderer

115-Punkte-Basis schwingt sich

dieser Amp im Ideal-Anschlussfall

ebenfalls zu noch Höherem auf.

StecKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis (Paar)

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

mastersound

Compact 300 B

Friends of Audio

0 61 55 / 83 17 32

www.friendsofaudio.de

5650 Euro

2 Jahre

45 x 27 x 43 cm

33 kg

Mastersound

Compact 845

Friends of Audio

0 61 55 / 83 17 32

www.friendsofaudio.de

5650 Euro

2 Jahre

45 x 27 x 45 cm

34 kg

AUSSTATTUNG

Eingänge Cinch / XLR

Pegelsteller

Kanäle

Ferneinschaltung

Leistungsanzeige

Besonderheiten

4 / –


2



Trimmer-Bias-Justage

4 / –


2



Trimmer-Bias-Justage

Audiogramm

Erlaubtes Doping: Wenn durch die Triode unten rechts

(ein System einer 6SN7) viel Strom fließt, fällt an dem

Widerstand ( ) viel Spannung ab. Diese steht am Steuergitter

der oberen Triode an und bewirkt, dass durch dieses System –

zur Freude des unteren – ebenfalls viel Strom fließt.

Klang Cinch / XLR

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

ÅSehr lebendiger,

runder, wunderbar

pulsierender Klang

bei Pegel-Verzicht an

Normalboxen.

Í Wärmeentwicklung.

110

befriedigend

gut

sehr gut

110 Punkte

gut

ÅLebendiger, in Bass

und Mitten angenehm

voller, umfassender,

warmer und dennoch

fein augeglöster Klang.

Í Wärmeentwicklung.

118

befriedigend

gut

sehr gut

118 Punkte

sehr gut

Mastersound Compact 845

Der deutlich flauschigere Leistungs-Vorleger des 845-Mastersound

gestattet eine breitere Verwendung. Nicht hirnen, sondern

einfach glauben: An den 4-Ohm-Ausgangsklemmen finden

8-Ohm-Boxen nahezu stramme 25 Wätter vor (AK=20). Fällt der

Bassabfall geringer aus als bei der 300-B-Version, sieht es bei

den Verzerrungen immer noch prächtig-harmonisch, jedoch um

eine Spur weniger wärmebetont aus. Wie das Klirrstabilitäts-

Diagramm zeigt, bleibt die günstige Abstufung stets erhalten.

www.audio.de ›03/2014 39


Verstärker › class-A-Röhren

Tsakiridis Thalia 1000 / Achilles 2000 / Orpheus 3150 euro

Bevor ein HiFi-Fan sich der Mühe

unterziehen will, eine gutbürgerliche

Röhren-Vorstufe zum räsonablen

Preis zu entwerfen, sollte er zunächst

einmal die Thalia von Tsakiridis

für 1000 Euro ansehen. Sapperlot, wie

kriegt der griechische Hersteller in dieser

Klasse solch ein superstabiles Gehäuse

aus 2-Millimeter-Stahlblech hin?

Noch dazu stehen der reichlich überdimensionierte

Netztrafo und die Hauptplatine

auf einem eisernen Extra-Unterzug.

Und bitte: Auf der sechs Millimeter

starken, sandgestrahlten Alufront dreht

sich bereits schon das von uns avisierte

Alps-Potentimeter. Ebenso ein kleiner

Drehschalter, mit dessen und mit der Hilfe

von feinen Kapselrelais einer von fünf

Line-Eingängen ausgewählt werden

kann. Viel bessere als die einzeln zu verschraubenden,

vergoldeten Cinchbuchsen

hätten wir auch nicht gefunden. Also

begraben wir lieber unsere Fantasien

und lassen uns auf die Tsakiridis ein.

Wir sollten uns auch die geradezu unverschämte

Bemerkung verkneifen, dass

uns statt des RG-58-Polyäthylen-Koaxkabel

teflonisoliertes noch lieber gewesen

wäre. So oder so führen die Signalwege

rechts und links zu einem Gitter

einer Triode, die – ohne dass Strom fließen

muss – auf den kleinsten Spannungswink

reagiert. Weil’s so schön

war, wiederholt sich das Spiel bei einem

zweiten Triodensystem, das – Tsakiridis

koppelt am Kathoden-Fußpunkt aus

schon genügend Strom erzeugen kann.

Über Anti-Plopp-Relaiskontakte und ein

Stück RG 58 drängeln die Schwingungen

dann auch schon wieder dem Cinch-

Ausgang zu.

Nachhaltige Elko-Vorratshaltung, elektronische

Stabilisierung der Versorgungsspannungen,

Röhren-Gleichstromheizung:

Die Thalia müht sich redlich, dass

der Musik – außer der Verstärkung –

nicht das geringste Unbill geschieht. Das

zeigte sich prompt auch bei den Messungen:

Frequenzgang bis ad ultimo, prima

Störabstand und nur geringer und

harmonischer Klirr. Das AUDIO-Labor

freute sich – und Frau Thalia wurde umgehend

in den Hörraum geschickt.

Von seiner schmucken Eisen-Rüstung

mit den schönen Perforationen ganz abgesehen

– auch die Technik des Achilles-

Monoblock verdient Bewunderung. Eingedenk

der fleißigen Vorarbeit der Thalia

begnügt er sich der im Ausgang mit einer

300 B bestückte Amp mit einer einzigen

Eingangsstufe, die mit zwei parallel

geschalteten Systemen einer 6H9C

arbeitet. Nun weiß die Firma Tsakiridis

– ebenso wie Mastersound ein über

Generationen gewachsener Familienbetrieb

– ganz genau, dass Leistungstrioden

a la 300 B zwar die schönsten

Kennlinien bieten, sich dafür aber bei der

Ansteuerung Zicken leisten. Ergo steht

dem Achilles-Treibergespann eine veritable

russische Leistungspentode namens

6NP3 (in etwa vergleichbar mit der

amerikanischen 6L6) zur Seite. Sie bestimmt

nichts selber, sie führt die

Schwingungen aber nach selbstloser

Tsakiridis Thalia

Ein Bild der Freude: Der Lineal-Frequenzgang,

der bis in den Funkbereich

reicht, bedeutet für eine Röhrenvorstufe

längst keine Selbstverständlichkeit.

Ebenso ein Ausgangswiderstand

von 350 Ohm, der auch längere Anschlusskabel

erlaubt. Der Störabstand

(95 dB) übertrifft deutlich den der CD.

Tsakiridis Thalia: Die griechische Schönheit besitzt zusätzlich zu ihren fünf Line-Ins

auch noch einen Ausgang für Recorder. Gegen 400 Euro Aufpreis gibt es die Version

Alexander mit Fernbedienung, Display und sechs Eingängen. Bei dem wunderbar soliden

Aufbau dieser Vorstufen dürften auch Tuning-Freaks leuchtende Augen bekommen und

etwa davon träumen, die RG-58-Kabel gegen Teflon-Varianten auszutauschen (RG 142, RG

400) – oder das Alps-Poti gegen einen noch edleren Leitplastik-Regler (www.thel.de).

40

www.audio.de ›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren

Stromquellen-Art mit ultrastarker Hand

genau dahin, wo die Trioden sie haben

wollen. Sprich: Sollte es in den 300 B neben

dem geplanten, glatten Elektronenflug

je zu Turbulenzen kommen, lassen

diese die Anordnung vollkommen kalt.

Wie die Mastersounds besitzt auch der

Achilles einen Entbrumm-Trimmer in

den Heizzuleitungen. Auf eine Bias-Justage-Möglichkeit

verzichteten die Griechen

allerdings. Sie suchten vielmehr einen

Kathodenwiderstand aus, über dessen

Widerstand die probate Regelspannung

abfällt – was auch funktioniert und

nur keinen Raum zum Spielen lässt. Wer

unbedingt von den 300 B zu den leiseren,

aber noch lauter gepriesenen 2A3

umsteigen will, findet auf dem Rücken

des Achilles einen Ruhestrom-Verminderungsschalter

vor.

Netztrafo, Siebdrossel, Elkos und Ausgangsübertrager:

Im Vergleich zu den

Stereo-Italienern fiel die Bestückung der

1-Kanal-Verstärker logischerweise kleiner

aus. In der Summe aber ebenfalls

mit dem erklärten mutigen Ziel, die

Musiksignale von Gegentakt-Gezirpel

und von Gegenkopplungs-Spektrumsverbiegung

zu verschonen – und trotz ineffizientem

Class-A-Betrieb ein paar erkleckliche

Wättchen zu entlassen.

Für den Fall, dass diese dem Klanggourmets

nicht reichen, bietet Tsakiridis die

mit der 845 bestückten Orpheus-Monoblöcke

an. Die dicken Grafit-Anoden der

mitgelieferten Shuguang lassen einen

deutlich gewaltigeren (Dauer-)Elektronenumsatz

zu. Und jetzt klotzten die

Griechen auch: Mit einem gewaltigen

Netz-Ringkernler und neben der obligatorischen

Drossel mit sechs 470-Mikrofarad-Elkos

(450 Volt und beachtliche

105 Grad fest), die allein für die Anodenversorgung

einer 845 zuständig sind.

Für den sauberen Antrieb sorgt wieder

eine 6NP3 in Zusammenarbeit mit einer

6SL7, und statt mit der exotischen 6H9C

mit einer nicht ganz so exotischen, im

Bild für die Götter: Bei den Achilles passt der Netztrafo noch ins Souterrain. Als

besonderes Schmankerl haben die kleineren Tsakiridis-Monoblöcke ein Drehspul-

Anzeigeinstrument mit auf den Weg bekommen. Mangels externer Justagemöglichkeit kann

es aber nur zu Kontrollzwecken dienen. Der deutlich höhere Class-A-Dauerstrom teilt sich

bei den größeren Orpheus-Monos mit der 845 durch beträchtliche Hitzeentwicklung mit.

Bein Bedarf darf diese per Rückseiten-Schalter für die extrastarke 211 erhöht werden.

Starke Motivation: Die Tsakiridis-

Monos arbeiten mit kombinierter Eingangsund

Treiberstufe – mit den beiden

Triodensystemen einer 6SN7 in

Parallelschaltung. Dabei hilft aber eine kräftige

Leistungspentode als Stomquelle mit.

www.audio.de ›03/2014

41


Verstärker › class-A-Röhren

Austauschfall leichter erhältlichen Doppeltriode.

Den Vortritt, den die Tester der Thalia im

Hörraum gewährten, nützte die Vorstufe

für eine blendende Vorstellung. Völlig

gelöst, locker und frei und den Referenzketten

absolut würdig, bot sie sämtliche

Musikrichtungen dar. Und zwar stets mit

Wärme und trotzdem mit präziser Raumdurchleuchtung.

Der fünfmal so teure

HP 300 SE von Octave musste nicht

unhöflich werden, fast liebevoll wies er

die Thalia darauf hin, dass er ganz unten

etwas tiefer und fester zupacken und

ganz oben noch etwas ungetrübter

leuchten kann.

An der Voxativ donnerten die Achilles-

Blöckchen nur so los. Bei ungebrochener

300-B-Musikalität spielten sie aber

im Vergleich zum Mastersound etwas

schlanker, weniger anheimelnd-voll, weniger

angenehm schunkelnd. Dafür strichen

die Achilles wiederum mit ihrer

lichteren, großzügigeren Aufstellung der

Instrumente Bonuspunkte ein. Was aber

schlussendlich zum völligen Ausgleich

nicht ganz reichte. Denn was sich schrittweise

zunehmend an den Ayons und an

den Blumenhofers zeigte, wurde an den

Sonics Allegra überdeutlich: dass bei

den Achilles bei zunehmendem Stress

eine gewisse helle Kargheit – gewissermaßen

nackter Felsen statt Humus – an

Bedeutung gewann.

Diesen Eindruck mochten die stärkeren

Orpheusse nicht stehenlassen. Ebenfalls

etwas nüchterner, analytischer abgestimmt

als die Mastersounds, wuchsen

sich die großen Tsakiridis – mit zunehmender

Einspielzeit – zu höchst angenehmen

Feingeistern aus. Zu solchen,

die feinst geäderte Klangblättchen in der

Aufpassen beim GroSSen:

Wenn bei den Orpheus-Monos die

845 der Originalbestückung läuft,

darf der Rückseiten-Wahlschalter

bloß nicht auf „211” stehen, sonst

dienen die Monoblöcke unfreiwillig

nicht nur als kleine Öfen, sondern

auch als Beleuchtung. Bei dem kleinen

Achilles (links) stellt „300 B”

die Bias-Hochstromposition dar.

Vorstufen-Göttin Thalia:

Über ihre Cinch-Eingangszitzen

nimmt sie sich auf einen Streich

fünf Zuspielern an. Dank Tape-out

muss auch ein Recorder nicht darben.

Die Doppel-Doppeltrioden-

Seele dieser Vorstufe hält in der

Regel mehr als ein Leben lang. Im

Notfall wird sich für wenige Euro

unschwer Ersatz finden lassen.

Messlabor Tsakaridis Achilles

Mit 0,048% Hochtonverzerrungen und 110µ

Abtastfähigkeit erweist sich das Talismann v2

Gold als sogar noch sauberer als sein Kollege

Yoseki von EAT – wobei beide in diesem

Punkt jenseits von Gut und Böse liegen. Nicht

ganz ideal ist der markante Hochtonanstieg

zwischen 5 und 10kHz (o. Abb.). Das Laufwerk

misst sich dafür deutlich rumpelärmer (Bild 2,

85,5dB am Koppler) als der EAT, bei gleichermaßen

exzellentem Gleichlauf (Bild 1, ±0,05%).

Besitzt ein Achilles-Block nur einen Ausgang (statt 4- und

8-Ohm-Klemmen), so weiß er Boxen mit der genannten Impedanz

trotzdem gleichermaßen zu verwöhnen (AK=14) – wenn der

Besitzer wirkungsgradstarker Boxen bei 8,8 beziehungsweise 7

Watt von Verwöhnen sprechen will oder kann. Allerdings ziert

sich der Achilles, in die Tiefe zu greifen: Bei unübersehbarem

Bassabfall schnurrt die Leistung bei 60 Hertz auf die Hälfte zusammen.

Die Klirrdiagramme strotzen dafür vor Schönheit.

42

www.audio.de ›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren

Sonne wiegen und in den Himmel wachsen

lassen. Das Holz einer Geige erschien

um eine Spur trockener als beim

weinseligeren italienischen 845-Musikant

– was aber nichts daran änderte,

dass das Instrument praktisch genauso

wie im richtigen Leben klang.

StecKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

ANSCHLÜSSE

Phono MM / MC

Hochpegel Cinch / XLR

Festpegel Eingang

TapeOut

Pre Out Cinch / XLR

Kopfhörer

FUNKTIONEN

Aufnahmewahlschalter

Klangregler / abschaltbar

Loudness

Besonderheiten

empfehlung

KAuftipp

Tsakiridis

Thalia

Audioplan

0 72 46 / 17 51

audioplan.de

1000 Euro

2 Jahre

42,5 x 11,5 x 39,5 cm

10 kg

– / –

5 / –


1

1 / –






03/14

Fazit

StecKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis (Paar)

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

AUSSTATTUNG

Eingänge Cinch / XLR

Pegelsteller

Kanäle

Ferneinschaltung

Leistungsanzeige

Besonderheiten

Johannes Maier

AUDIO-Redakteur

Kaufen, anschließen, genießen:

Diese Formel geht bei Tsakiridis

auf – allerdings nur bei der Thalia-

Vorstufe. Der solide Aufbau, der

unprätentiös musikalische Klang

Tsakiridis

Achilles

Audioplan

0 72 46 / 17 51

audioplan.de

2000 Euro

2 Jahre

zweimal 17 x 24 x 41 cm

2 x 10 kg

• / –


2 x 1



Für 2A3-Endröhren

umschaltbar, Bias-

Instrument

und der Preis bedeuten, dass der

High-End-Einsteiger hemmungslos

zuschlagen kann. Umso mehr

rät AUDIO bei den 300B-Monos

Achilles zur Vorsicht. Bei all ihrem

Charme können sie an handelsüblichen

Boxen zu Bauchschmerzen

führen. Bei den stärkeren Orpheus-Blöcken

kehrt aber in der

Regel Ruhe und Zufriedenheit ein.

Tsakiridis

Orpheus

Audioplan

0 72 46 / 17 51

audioplan.de

3150 Euro

2 Jahre

45 x 25 x 36 cm

2 x 25 kg

• / –


2 x 1



Bias für 211-Endröhren

umschaltbar

Audiogramm

Phono MM/MC

Klang Cinch

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

ÅLebhaft-sympatisch

klingende Wonneproppen-Vorstufe,

die zu

allem mit einem prima

soliden Aufbau glänzt.

Í –

– / –

105

gut - sehr gut

gut - sehr gut

sehr gut

105 Punkte *

überragend

Audiogramm

Klang

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

ÅSuper leckere Monoblöckchen,

die ihren

lichten, feinen Klang

leider nur kleinportioniert

rausrücken.

Í Wärmeentwicklung.

100

gut - sehr gut

gut

sehr gut

100 Punkte *

gut

ÅErnsthafte. auch für

Normalboxen noch taugliche

Monoblöcke mit

relativ lichtem, sehr fein

konturierten Klang.

Í Wärmeentwicklung.

110

gut

gut

sehr gut

110 Punkte *

sehr gut

* Die (strengere!) Punktewertung bei Vor- und Endstufen ist nicht direkt mit der von Vollverstärkern vergleichbar!

Tsakirides Orpheus

Mit winzigen Abstrichen gilt das auch für die mit den 845 bestückten

Orpheus-Monoblöcke. Die kleinen Schlenker im Klirrverlauf

bleiben sicher ohne Bedeutung. Bei der Klirrstabität zeigte

sich, dass der Block sich bei kritischen Impedanzen und höheren

Frequenzen Verzerrungen sogar besonders tüchtig verkneifen

kann. Die Leistung von zirka 15 Watt (im Bass nur noch 9) bringt

allerdings Einschränkungen bei der Wahl der Boxen mit sich. Die

alternativen (4-Ohm-) Klemmen brachten noch weniger (AK = 25).

www.audio.de ›03/2014 43


Verstärker › Phono-Vorverstärker

Test

Phono-Vorstufe um 500 Euro

Clearaudio smart phono V2 500€

Simply Smart

Schon der Name Smart Phono hätte eine Auszeichnung verdient – und das Gerät erst recht: Was

aussieht wie ein zu dick geratenes iPhones, ist ein cleverer kleiner Phono-Preamp mit Old-School-Flair.

■ Text: Stefan Schickedanz

Clearaudio ist typisch deutsch

– und doch wieder nicht. Zwar

konstruiert und fertigt der

Familienbetrieb aus Erlangen

mit einer Akribie, um nicht zu sagen:

Besessenheit, die viele mit Made in Germany

verbinden. Andererseits schwingt

unterschwellig immer ein gewisser kauziger

Humor mit zum Beispiel bei den

Namenskreationen. Mancher Smartphone-Besitzer

mag im jüngsten Phono-

Vorverstärker nicht nur ein Wortspiel erkennen,

er kann in der V2-Version neuerdings

sogar in der Formgebung gewisse

Zitate finden.

Lautstärke innerhalb gewisser Grenzen

anpassen lässt. Diese Regelung sitzt vor

der eigentlichen Signalverarbeitung –

somit hilft sie, Übersteuerungen zu vermeiden

und die in SMD (Surface Mount

Device)-Technik mit separaten ICs aufgebauten

Verstärkerstufen für MM- und

MC-Systeme im optimalen Arbeitsbereich

zu betreiben. Um bis zu 34 Dezibel

kann das auf kürzestmögliche Schaltungswege

ausgelegte Smart Phono

Signale aufpäppeln, bevor es sie aus seinen

soliden, vergoldeten Cinch-Buchsen

an den Verstärker weiterreicht.

Die selten benötigten Bedienungsorgane

finden sich auf der Unterseite. Das

sind jene „Mäuseklaviere“, die (sofern

überhaupt vorhanden) bei anderen Phono-Preamps

meist schwer zugänglich

im Inneren angesiedelt sind. Damit lassen

sich kanalgetrennt Lastkapazität

und Lastwiderstand einstellen oder das

Subsonic-Filter aktivieren. Mit zwei

Drückschaltern wechselt der Smart Phono

zwischen MM- und MC-Betrieb. Wer

es ganz puristisch mag, kann sich den

Smart Phone Headphone V2 mit integriertem

Kopfhörerverstärker zulegen.

Sauber gemacht

Dennoch gibt es am optisch wie schaltungsseitig

gründlich überarbeiteten

Smart Phono V2 nichts Verspieltes. Die

beiden wichtigsten Bedienungsorgane

des picobello verarbeiteten Alukästchens

mit externem Steckernetzteil liegen

leicht zugänglich auf der Oberseite:

Dort findet sich ein Netzschalter und ein

aus dem Vollen gefrästes, blau illuminiertes

Rändelrad, mit dem sich die

Messlabor

Das Smart Phono V2 zeichnet sich durch

extreme Breitbandigkeit aus, das schaltbare

Subsonic-Filter (es dämpft mehr als 10 dB

unter 20 Hz) durch hohe Wirksamkeit. Ungefiltert

werden mit MM und MC 10 bis

100 kHz ohne jegliche Welligkeit abgedeckt.

Der Störabstand liegt mit MC bei 75 dB mit

MM bei 85 dB. Das geht für diese Klasse

vollkommen in Ordnung. Klirren ist für den

Clearaudio praktisch kein Thema.

44 www.audio.de ›03 /2014


Verstärker › Phono-Vorverstärker

Bottoms up:

Die selten benötigten Schieber zur Anpassung

des Smart Phono V2 an den jeweiligen

Tonabnehmer sitzen auf der Unterseite. Das ist

weit praktischer als das sonst übliche

Aufschrauben des Gehäuses. Apropos: Die

Qualität der smarten Hülle ist top fürs Geld.

Hörtest mit Hörer war für uns aber ohnehin

keine Option, damit wir nicht Schlange

stehen mussten, um einen Eindruck

zu erhaschen. Und der war durchweg

positiv. Das Smart Phono V2 klang wie

schon der Vorgänger äußerst rund und

stimmig. Die feine, keinesfalls scharfe

Hochtonauflösung und das souveräne,

saubere Bassfundament ließen kaum

auf den günstigen Preis schließen. Die

vorbildliche Transparenz und Spielfreude

ebenso. Es scheint, dass Clearaudio

gerade auch diesseits kostspieliger Revolutionen

wie dem Absolute Phono mit

evolutionären Weiterentwicklungen eine

glückliche Hand hat: Die V2-Version

ging im Hörraum ab wie eine Rakete und

dürfte bei Phono-Fans einschlagen.

Fazit

Stefan Schickedanz

AUDIO-Mitarbeiter

Es gibt sehr gute Produkte, und

es gibt solche, die nicht nur vortrefflich

ihren Zweck erfüllen,

sondern zusätzlich Magie versprühen.

Dazu zählt das eigenständige

Smart Phono V2, das außergewöhnliche

Form mit außergewöhnlichem

Klang, höchster

Funktionalität und Materialqualität

plus tollen Messwerten verbindet.

Und das alles für 500 Euro.

empfehlung

StecKBRIEF

Preis/Leistung

Clearaudio

Smart Phono V2

Vertrieb

Clearaudio

0 18 05 / 05 95 95

www.

clearaudio.de

Listenpreis

500 Euro

Garantiezeit

3 Jahre

Maße B x H x T

12,3 x 4 x 9,3 cm

Gewicht

0,6 kg

anschlüsse

Phono MM / MC

• / •

Eingänge Cinch / XLR • / –

Ausgänge Cinch / XLR • / –

Anpassung Widerstand • (50 Ohm, 100 Ohm, 500 Ohm,

1 kOhm, 5 kOhm)

Anpassung Kapazität MM • (150 pF, 250 pF, 400 pF)

Funktionen

Fernbedienung –

A/D-Wandler –

Variable Entzerrung –

Gain/Lautstärkeregelung 34 - 48 / 54 - 68 dB (MM/MC)

Besonderheiten

Anpassung auf Unterseite

AUDIOGRAMM

Klang Cinch / XLR

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

klangurteil

Preis/Leistung

_0BXNK_musicline_audio_naim_eindrittel_supernait2_b.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 92.00 mm);16. Jan 2014 15:51:27

ÅSehr neutral, breitbandig

und souverän im Bass, dazu

flexibel einsetzbar.

Ífummelige Masseschraube.

105

gut

sehr gut

sehr gut

105 Punkte

überragend

03/14

Evolutionär

Vollverstärker Supernait 2

Naim nicht im Versand erhältlich

„Der neue Vollverstärker Supernait 2 ist ein extrem

dynamisches Instrument, das die Musik sensibel und kraftvoll,

einfach lebensecht in Szene setzt.“

Ludwig Flich, hifi & records

„Beeindruckende Dreidimensionalität und profunde,

stets involvierende Spielfreude.“

Roland Kraft, stereoplay

„Die Musik spielt immer agil, locker, erdig, natürlich, weshalb man

nach wenigen Momenten nicht mehr auf die Anlage achten kann

und sich der Musik hingibt.“

Stefan Gawlick, FIDELITY

www.music-line.biz/naim | Tel. 04105 77050


HiFi Stereo › kopfhörer

Test

High-End Kopfhörer

AKG K812 1500 €

Audez´E LCD-XC 1800 €

Die Karten neu gemischt

Die zwei nagelneuen Modelle von AKG und Audez´e wollen HD800 und Co. von der

Spitze vertreiben. Hoch gepokert und gut geblufft, oder haben die neuen Hörer vielleicht

doch noch einen Trumpf im Ärmel versteckt?

■ Test: Alexandros Mitropoulos

Während das Kopfhörer-Angebot im Bereich

um 300 Euro etliche Lösungen bietet, sieht

es in highendigeren Gefildern eher mager

aus. Mehr oder weniger weiß man was Sache ist: Für

knochentrockene Neutralität nimmt einen Sennheiser

HD800. Soll es verspielter klingen, kommen Fostex

TH 900 und Denon 7100er ins Spiel. Klanglich irgendwo

in der Mitte reiht sich der LCD-3 von Audez´e

ein. Fehlen noch die Elektrostaten von Stax – ein Mal

gehört, nie wieder etwas anderes – und die Liste wäre

komplett. Aber eben nur fast. Denn nun will das

hier getestete Edel-Hörer-Duo die Karten neu mischen.

Die Profis von AKG stocken ihre erfolgreiche

K-Serie mit dem offenen, in Österreich gebauten

K812 auf. Klare Ansage von AKG: Der K812 hat es auf

den HD 800 abgesehen. Ähnliche Ambitionen verfolgt

auch der LCD-XC von Audez´e. Ähnlich, weil er

mit seiner geschlossenen Bauart viel mehr eine Alternative

zum offenen LCD-3 bieten soll. Nun, klanglich

müssen sich K812 und LCD-XC definitiv nicht vor der

Konkurrenz verstecken. Ob sie sich aber gegen

HD800 und Konsorten durchzusetzen können?

46 www.audio.de ›03 /2014


HiFi Stereo › kopfhörer

AKG

K812, um 1500 Euro

Schick: Der K812 sieht klassisch-edel aus.

Auch der im Lieferumfang enthaltene Ständer

macht dank Echtholz-Furnier optisch was her, und

bietet dem AKG einen sicheren Schlafplatz.

Mit dem K812 bedient AKG zwar

offiziell den Tonstudio-Markt,

schielt gleichzeitig aber auch

zu den etwas besser betuchten Highendern

rüber. Das ist weder verwerflich,

noch ungewönlich – eigentlich scheint

das sogar logisch. Denn ob im Ton-, oder

im HiFi-Studio: Ein neutraler Klang zählt

in beiden Umgebungen zu den wichtigsten

Eigenschaften eines Gerätes. Die

Österreicher gehen sogar so weit zu behaupten,

dass er neutral genug klingt,

um auch als vollwertige Abhöre zu fungieren.

Normalerweise stempelt man

solche Hersteller-Behauptungen automatisch

als sinnloses PR-Gefasel ab.

Doch nicht wenn diese Aussage von einem

Hersteller kommt, der zu den renomiertesten

in der Studio-Szene zählt.

Bei einem Preis von 1500 Euro darf man

sich als Profi aber keine Patzer erlauben,

weshalb der K812 nicht wie seine günstigeren

Geschwister der K-Serie (bis auf

den K701) in China entsteht. Entwicklung

und Produktion des neuen Topmodells

brachten die Österreicher im AKG-

Hauptquartier in Wien unter.

Eine gute Entscheidung, denn das Testmuster

punktet mit einer tadellosen Verarbeitung

und sieht dank edler Materialwahl

auch klassisch-elegant aus. Nur

die aufwendige Konstruktion legt dem

ganzen noch einen drauf. Der aus flexiblem

Federstahl gebaute Kopfbügel erhielt

eine spezielle gummiartige Beschichtung,

die Eigenresonanzen effektiv

verhindert. Der Gehäuse-Klopftest

lieferte kein metallisches Klingeln, wie

es bei so vielen anderen Metall-Bügelhörern

leider immer noch auftritt.

Den Kontakt zwischen Kopf und Hörer

schafft der genial-einfache, bereits von

vielen anderen AKG-Modellen bekannte

Verstell-Mechanismus des Kopfbandes:

Quasi mit nur einem Handgriff passt

sich das Band optimal an die Kopfgröße

an. Die Muscheln umschließen das Ohr

komplett und passen sich dank kardanischer

Lagerung auch gut an die Schädelform

an. Die massive Bauart der Lager-

Teile dürfte auch eine rüpelhaftere Behandlung

heil überstehen. Die offene

Bauart der Muscheln fördert ein angenehm-luftiges

Tragegefühl. Kombiniert

mit dem relativ geringen Gewicht des

K812 vergisst man schnell, überhaupt einen

Kopfhörer zu tragen.

Im AKG arbeiten neuentwicklte Treiber.

Ein hoher Wirkungsgrad und Impulstreue

standen im Focus der Entwickler.

Bärenstarke Neodym-Magnete, eine

sehr leichte, kupferummantelte Alu-

Schwingspule und ein strömungsoptimierter

Aufbau sollen die erhoffte verfärbungsfreie

Wiedergabe garantieren.

Die für Kopfhörer-Verhältnisse riesigen

53mm-Membranen aus geheimem Verbundmaterial

sollen dabei auch einen

besseren Tiefgang ermöglichen.

hoher Wirkungsgrad: Dank eines

starken Neodym-Magneten, soll die

Feldstärke etwa 1,5 Tesla betragen. Damit

eignet sich der AKG theoretisch für den

Betrieb mit Portis.

www.audio.de ›03/2014 47


HiFi Stereo › kopfhörer

Warum bei diesem enormen Aufwand

ausgerechnet ein Mini-Klinken-Stecker

benutzt wird, leuchtet indes weniger

ein. Zwar argumentieren die Österreicher,

dass der gemeine Tontechniker

den K812 so auch unterwegs an einem

Porti betreiben kann – doch ganz ehrlich:

Obwohl der Kopfhörer problemlos mit

iPods funktioniert, eignet er sich schon

allein wegen de offenen Bauart nicht für

den mobilen Musikgenuss – vom vernünftigen

Abmischen ganz zu schweigen.

Egal, immerhin gehört ein hartvergoldeter,

schraubbarer 6,3mm-Adapter

zum Lieferumfang dazu. Auch schon dabei

– und das dürfte auch dem Highender

gefallen: Ein mit hübschem Holz furnierter

Kopfhörer-Ständer.

neutraler geht´s nimmer

Doch genug von Kabeln und Zubehör.

Viel wichtiger schien schließlich von Anfang

an die Frage, ob der K812 wirklich

so neutral wie eine Abhöre klingt, was ja

die AKG-Profis behaupteten.

Also, Kopfhörer auf, Kabel in den Amp,

auf „Play” gedrückt und – erstmal verdutzt

durch den Raum geschaut. Hatte

etwa irgendein Kollege heimlich ein Paar

Mastering-Monitore in die Wand gebaut?

Nein, natürlich nicht. Der „Übeltäter”

war der AKG K812. Dabei liegt hier

die Betonung bewusst auf „Mastering”,

denn für diesen heiklen Job muss ein

Schallwandler neutral und breitbandig

klingen – bei leisen, wie auch lauten Pegeln

(wohingegen Monitorboxen auch

mal ein Frequenzband absichtlich betonen).

Und genau jene Klang-Qualitäten

zeigte der AKG: Wie mit einer Klang-Lupe

ausgerüstet, nahm man selbst feinste

Nuancen wahr. Beispielsweise war

den Testern noch nie aufgefallen, dass

Air Condition included: Die Treiber-Einheit im K812 ist nach hinten offen. Die rückseitige

Belüftung ermöglicht eine bessere Kontrolle der großen 53mm-Membran.

im Intro von „A Forest” das Anlaufen

der Bandmaschiene zu hören war. Oder,

dass bei Fever Rays „When I Grow Up”

die E-Gitarre (beziehungsweise deren

Delay) im Stereobild wilde Spielereien

treibt, und hin und her springt. Das größte

Forte des AKG: Er konnte Aufnahmen

derart detailreich reproduzieren, ohne

das Gehör damit zu überfordern und

letztlich zu ermüden: Die langen Hörsessions

verliefen stressfrei. Besonders

Profis werden diese Eigenschaft zu

schätzen wissen – ob diese deswegen

auf Ihre Abhöre verzichten, bleibt ihnen

überlassen. Für uns Highender gilt: Der

K812 bildet Musik jeglicher Stilistik, bei

leisen wie auch bei etwas lauteren Pegeln,

absolut neutral ab.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Garantiezeit

Gewicht

Zubehör

AUDIOGRAMM

Audio Pro GmbH

audiopro.de

2 Jahre

390 Gramm

3m-Kabel mit 3,5-mm-Klinkenstecker,

6,3mm-Adapter,

Kopfhörer-Ständer aus Holz

ÅNeutraler Referenzklang,

präzsier und sehr

tief hinabreichender Bass,

vollkommen ausgewogene,

unangestrengte Abbildung

mit hohem Informationsgehalt,

der nie nervt.

ÍKabel nicht mit Profiüblichem

6,3mm-Klinken-,

oder XLR-Stecker.

Klang 96

Verarbeitung

überragend

klangurteil

Preis/Leistung

96 Punkte

überragend

empfehlung

Neutraler Klang

03/14

Messlabor

Der Frequenzgang des AKG (bei 100dB gemessen)

verläuft bis etwa 2kHz linear, dann

folgt eine leichte Präsenzbetonung, die sich

jedoch schnell zum Hochton hin beruhigt (Abb.

1). Die Impedanz beträgt niedrige 42,5 Ω. Das

zweite Diagramm zeigt den Klirrverlauf bei

unterschiedlichen Pegeln. Ab 100dB ausgeprägter

Klirr speziell zwischen 2-4kHz, bei leiseren

Pegeln hingegen vernachlässigbar.

48

www.audio.de ›03 /2014


IM TEST:

Über 400

Modelle

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www.stereoplay.de/jahrbuch


HiFi Stereo › kopfhörer

Kein Plastik: Der

Klopftest könnte den

Eindruck erwecken, dass

die Außenschalen aus

Plastik bestehen. Weit

gefehlt: Echtes, sehr dünnwandiges

Holz kommt dafür

zum Einsatz.

Audez´e

LCD-XC, um 1800 Euro

Unter den ambitionierten Kopfhörer-Fans

dürfte sich mittlerweile

herumgesprochen haben, dass

die Magnetostaten LCD-2 und LCD-3

von Audez´e zur Referenzklasse gehören.

Doch wie bei allen offenen Konstruktionen

können auch bei diesen zwei

Modellen Außengeräusche den Hörgenuss

vermiesen. Audez´e feilte deswegen

an einem neuen Modell, das dank

geschlossener Bauart auch in lauteren

Umgebungen funktioniert und die selbe

Klanggüte bieten soll, wie die offenen

Modelle (dazu später mehr im Hörtest).

Das Ergebnis der Tüftelei: der Magnetostat

LCD-XC. Da bei dieser Treibertechnik

die Membran nahezu vollflächig angeregt

wird, haben klangschädigende

Partialschwingungen kaum eine Chance.

Denn nur wenn sich zwei benachbarte

Membran-Sektionen in entgegengesetzter

Richtung bewegen, können diese

Interferenzen überhaupt entstehen –

bei Magnetostaten prinzipbedingt fast

unmöglich.

Doch zurück zum LCD-XC: Die Audez´e-

Entwickler transplantierten nicht einfach

die Treiber-Technik der alten LCD-Modelle

in seine geschlossenen Hörermuscheln,

sondern konstruierten einen

komplett neuen Wandler. Erstmals mit

dem LCD-XC (und seinem neuen, offenen

Pendant LCD-X, 1700 Euro) vorgestellt:

Beide, etwa 40 Quadratzentimeter

große Kunststoffmembranen sitzen

zwischen zwei präzise gefrästen Schallführungsscheiben.

Die Idee des Membran-Sandwich:

Es soll nicht nur das Abstrahlverhalten

der Membran linearisieren,

sondern auch den Schalldruck im

Inneren der Muschel kontrollieren – stets

mit dem Ziel, für Impustreue und Klirrarmut

(siehe Messlabor) zu sorgen.

Von außen wirkt der LCD-XC mindestens

genauso eindrucksvoll: Enorm aufwendig

verarbeitete, hochglänzend lackierte

Echtholz-Schalen (im Moment

nur in Bubinga lieferbar, andere Holzarten

sollen in Kürze erhältlich sein) zieren

die Außenseite der Muscheln. Die mit

butterweichem Lamm-Leder bezogenen

Ohr-Polster runden das wertige Erscheinungsbild

vollends ab (alternativ

1

mit Mikrofaser-Stoff erhältlich). Das

enorm stabile Flight-Case dürfte den

Audez´e zwar perfekt schützen – handlich

sieht aber anders aus. Apropos: Das

Kampfgewicht von 650 Gramm merkt

man dem Edel-Hörer auch an – chronische

Nackenbeschwerden sollte man

davon dennoch keine bekommen. Last

but not Least: Wie bei jedem Audez´e-

Hörer gehören auch beim LCD-XC gleich

zwei Kabel zum Lieferumfang dazu, die

auf der Kopfhörer-Seite Mini-XLR-Stecker

benutzen. Ihr Unterschied findet

sich am andere Kabel-Ende: Für den Angrosser

Spielplatz:

Musik löst der Magnetostat

im LCD-XC nach einer längeren

Einspielzeit deutlich

lockerer und feiner auf. Die

Polster dämmen Außen-

Geräusche gut ab.

In der Explosions-Darstellung

(Abb. unten) sieht man die

erstmals im LCD-XC (und

LCD-X) eingesetzten

Schallführungs-Scheiben (1).v

1

50

www.audio.de ›03 /2014


HiFi Stereo › kopfhörer

schluss an den Verstärker nutzt das eine

die konventionelle 6,3-Millimeter-Klinke

und das andere einen vierpoligen XLR-

Stecker für den symmetrischen Betrieb.

direkt und ausgewogen

Doch ob mit Klinke oder via XLR: Am Referenzverstärker

(Sennheiser HDVD800,

1800 Euro, Test in AUDIO 8/13) angeschlossen,

schien der LCD-XC mit beiden

Anschlussvarianten zu Höchstform

aufzulaufen.

Stets tönte der Bass kräftig, präzise und

reichte enorm tief herab; der gesamte

Mittelhochton wirkte wie aus einem

Guss. Komplexere Aufnahmen wie Aaron

Parks „Riddle Me This” gab der

Audez´e ausgewogen, detailreich und

mit viel Elan wieder. Die Klavierläufe in

Parks Spiel klangen akzentuiert und direkt

– sicherlich auch der geschlossenen

Bauart zu verdanken, denn die Muscheln

des LCD-XC filterten Außengeräusche

nahezu vollständig aus.

Je länger der Audez´e lief, desto feiner

löste er Musik auf – mit anderen Worten:

Man sollte ihm mindestens 30 bis 40

Stunden Einspielzeit gönnen (wie eigentlich

jedem Kopfhörer). Dann gewann

das Direkte zusätzlich eine beeindruckende

Natürlichkeit, die man sonst

eher von offenen Modellen kennt. Apropos:

Den klanglichen Vergleich zum offenen

LCD-3 muss der LCD-XC überhaupt

nicht fürchten: Der Geschlossene

bietet einen satteren Tiefbass, während

das LCD-3er-Modell eine etwas luftigere

Bühnen-Abbildung bot. Hier geht es

also nicht zwangsläufig um besser oder

schlechter. Die zwei Audez´e-Modelle

bedienen Kopfhörer-Fans mit etwas unterschiedlichen

Hör-Präferenzen. Einen

highendigen Klang bieten jedenfalls beide

Modelle en masse.

Band in a Box: Der

Lieferumfang des LCD-XC

beinhaltet gleich zwei Kabel,

einen kleinen Adapter und

eine kleine Flasche Pflege-Öl.

Der innen gut gepolsterte

Aufbewahrungs-Koffer wirkt

unzerstörbar.

Fazit

Alexandros Mitropoulos

AUDIO-Redakteur

AKG und Audez´e dürften mit ihren

Kopfhörern die typischen Platzhirsche

ins Schwitzen bringen. Während

der K812 mindestens so neutral

wie ein Sennheiser HD800

klingt, wirkt der Österreicher offener

und etwas lockerer. Der LCD-

XC stellt sich hingegen ungeniert

neben seine eigenen Geschwister

auf: Er erinnert stark an den LCD-3,

tönt aber direkter. Einen echten

Testsieger gibt es diesmal aber

nicht, denn beide Hörer spielen in

der Referenzklasse, bedienen aber

unterschiedliche Klangpräferenzen.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Garantiezeit

Gewicht

Zubehör

AUDIOGRAMM

audioNEXT

audionext.de

2 Jahre

650 Gramm

Je ein Kabel mit 6,3mm-

Klinken-, und XLR-Stecker

(vierpolig), Holz-Pflegeöl,

Adapter auf 6,35-mm-Klinke.

ÅPräzises Bassfundament,

generell warmer,

angenehmer Charakter und

dennoch detailreich, schöne

Verarbeitung, viel Zubehör.

ÍEtwas hohes Gewicht.

Klang 96

Verarbeitung

überragend

klangurteil

Preis/Leistung

96 Punkte

sehr gut

empfehlung

Direkter Klang

03/14

Messlabor

Marginal welliger, aber in sich ausgewogener

und breitbandiger Frequenzverlauf des LCD-

XC. Leichter Einbruch um 10kHz, der sich

danach wieder normalisiert (Abb. 1). Die Impedanz

beträgt niedrige 21 Ohm. Nahezu perfekte

Klirramplitudenmessung (Abb. 2): Selbst

bei 105dB (rote Kennlinie) entsteht so gut

wie kein Klirr – bei leiseren Pegeln überhaupt

nichts erkennbar.

www.audio.de ›03/2014 51


Anlagen › Stereo-Komplettsystem

Test

Vollaktives Stereo-Streamingsystem

Raumfeld Cube 500€

HiFi-Starter Drug

Der jüngste Sproß der Raumfeld Familie ist HiRes Netzwerkplayer und aktives

Stereo-Lautsprecherset. Prädestiniert für erweiterbare Multiroom-Anwendungen.

■ Test: Fritz I. Schwertfeger

Origami nennen die Japaner kunstvoll

und in handwerklicher Meisterlichkeit

erschaffene Miniaturen.

Wir Deutschen sind da schlicht nüchterner

– Raumfeld faltet eine komplette

Anlage in die zeitlose Form des Bauhaus-

Stils und nennt sie passend – Cube. Die

Berliner Streaming-Experten haben damit

die platzsparende Strea ming-/ HiFi-

Einstiegsdroge schlechthin erschaffen,

die sämtliche Formate, sei es FLAC,

ALAC, WAV, MP3 & Co. sowie als besonderen

Clou sogar hochaufgelöste Inhalte

mit bis zu 192 kHz Abtastrate wie selbstverständlich

aus dem Ärmel schüttelt.

Obendrauf gibt es Gapless-Streaming, fixen

Vor- und Rücklauf sowie ein intuitiv

bedienbares und enorm auskunftsfreudiges

Steuerungskonzept, das ausgefeiltes

Multiroom en Detail zum Kinderspiel

macht. Ob der bisher kaum HiFi-Affine

Jugendliche, der Musik nur aus dem

Smartphone oder vielleicht halbwegs guten

Kopfhörern kennt, oder der Student,

der in seiner Bude gerade mal ein paar

Quadratmeter zur Verfügung hat, sie alle

dürften vor Freude jauchzen, wenn allein

die ersten Klänge aus dem Regal via Cube

erklingen. Aber auch gestandene

High-Ender können den Cube aufs Sideboard

stellen - ohne dass die Frau me-

Musik-Bus:Ein spezielles Klinkenkabel

verbindet den zweiten Cube und macht das

Stereopanorama perfekt. Latenzen zwischen

den zwei Boxen können dank Kabel-

Anbindung gar nicht erst entstehen.

52 www.audio.de ›03 /2014


Anlagen › Stereo-Komplettsystem

Messlabor

ckert - schick genug sieht er mit seinem

weißen Schleiflackgehäuse ja bereits

aus. Genauso schnell wie der kompakte

Zwerg aufgestellt ist, lässt er sich auch

ins heimische Netzwerk einbinden. Binnen

Minuten scannt der Cube via Netzwerkkabel-Verbindung

bei der Ersteinrichung

(danach kann das

Kabel ab) das heimische

Musikreservoir, das sich

auf einer NAS oder in freigegeben

Ordnern vom

Mac / PC befindet. Dabei

macht der Cube auch vor

dem Inhalt von Smartphone,

Tablet oder externen USB-

Festplatten / Sticks nicht halt.

Abertausende Radiosender erweitern

das Bouquet via TuneIn.

Musikstreaming-Dienste wie Napster,

Simfy, MTV Rhapsody und personifiziertes

Internetradio in Form von Last.fm

befinden sich bereits an Bord, Spotify

und das verlustfrei (FLAC) streamende

Wimp kommen in Kürze hinzu. Gesteuert

wird das Ganze mit der intuitiven und graphisch

mehr als gelungen umgesetzten

Raumfeld-App für iOS und Android.

Ein praktisches Feature der Line-Eingang:

Er nimmt externe Analogsignale nicht nur

entgegen, sondern digitalisiert sie und

stellt sie via Netzwerk auch anderen in

der Wohnung verteilten Raumfeld-Geräten

zur Verfügung – etwa dem aktuell

überarbeiteten Raumfeld One (nun ebenfalls

High-Res- und Spotify fähig). So

kann der neuesten Vinyl-Errungenschaft

beim Schrauben in der Garage gelauscht

werden, auch wenn der Plattenspieler an

im Wohnzimmer seine Runden dreht –

externes Phonoteil vorausgesetzt, denn

einen Phono-Eingang hat der Cube dann

doch nicht. Für weitere Glücks-Momente

sorgt auch der Blick ins Innere der die gesamte

Technik beherbergende Master-

Box. Der von Daniel Konrad, Amp-Guru

im knapp 20-köpfigen Entwicklerteam

designte Class-D-Verstärker wird von einer

DSP-Weiche angesteuert und treibt

die Cubes mit insgesamt 4x20 Watt vollaktiv

an. Der glasfaserverstärkte 13 cm-

Basstreiber und die nach dem Koaxial-

Prinzip vorgelagerte Hochtonkalotte erhalten

also maßgeschneiderte Frequenzportionen.

Die nach vorne abstrahlenden

doppelten Bassreflexrohre erlauben

wandnahen Betrieb, auch die neutrale

Abstimmung ohne Bassüberhöhung ist

für diesen wahrscheinlichsten Aufstellort

optimiert. Hochtechnisiert geht es in Innern

mit der aus dem Connector 2 stammenden

Elektronik weiter. Für schnelles

802.11n (150 Mbit) Streaming werkelt die

von außen unsichtbar untergebrachte

WLAN-Antenne, während der ARM Cortex

A8 Prozessor für eine antrittsschnelle

Bedienoberfläche und geschmeidiges

Stöbern in den Musik-Datenbanken oder

Mediatheken sorgt, die bis zu 150 000

Songs umfassen dürfen. Ob mit HiRes-

Musik (bis zu 24bit / 192kHz) CD- oder

MP3-Qualität – der Cube lässt klanglich

nichts anbrennen. Mit verblüffender

Fazit

Fritz I. Schwertfeger

AUDIO-Mitarbeiter

Der Cube liefert großen Sound auf

kleinstem Raum. Unzählige Aufstellungsmöglichkeiten,

tolle Bedienbarkeit

und recht hohe Pegel machen

den Cube zur Festivalrakete in

jeder Studentebude – HiRes-Streaming

inklusive. Toll!

Breitbeinigkeit erklang dann auch „745“

von Kosheen (Solitude). Ohne übertriebene

Effekthascherei im Hochtonbereich

und angenehmer Stimmwiedergabe, gefiel

der Cube vor allem durch seine stupende

Dynamik und Direktheit. Wuchtig, weiträumig

und Abbildungsstark zeigte sich

das Set auch bei Rachmaninovs Piano

Concerto No. 3 in D-Minor D, tönte dabei

erwachsen und größenbezogen auch richtig

laut, wenn es mal sein musste.

StecKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Fernbed. / iPod-Steuerung

ANSCHLÜSSE

Line In / Out / Subwoofer

Kopfhörer

Video

USB

Digital In Koax / optisch

LAUTSPRECHER

Kanalzahl / Wege

Aktivweiche

schaltbarer Hochpass

FUNKTIONEN

Display / OSD

Radio / CD / DVD

Internetradio / Streaming

Klangregler / Wecker

Batteriebetrieb

Bluetooth

Audiogramm

Klang

Pegelfestigkeit

Praxis

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

raumfeld by teufel

Cube

Lautsprecher Teufel GmbH

030 / 300 9 300

teufel.de

500 Euro

2 Jahre

19,5 x 19,5 x 19,5 cm

5 kg

– / •

• / – / –




– / – (LAN)

1 / 2.0


• (automatisch)

– / –

– / – / –

• / •

• (Bass, Mitten, Höhen) / –



ÅAusgewogener Klang,

streamt auch 192kHz bei 24

Bit via W-Lan.

Í –

85 (als Stereo-Kpl.-System)

hoch

überragend

sehr gut

85 Punkte

überragend

Auf Achse gemessen verläuft der Frequenzgang

des Cube bis auf ein ausgeprägte

5dB-Senke um 3kHz ausgewogen und dank

DSP-Unterstützung auch breitbandig und tief.

30 Grad seitlich kippt der Frequenzverlauf

bereits sehr früh (ab 1kHz) zum Hochton hin

komplett ab (Abb. 1). Bis 90dB vernachlässigbarer

Klirr, danach ansteigend im Bass und

später auch im übrigen Spektrum.

Teufel Raumfeld Cube

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Teufel Raumfeld Cube Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›03 /2014

53


Musik › POP & ROCK

| POP | OLDIES | JAZZ | KLASSIK | auf CD, SACD und LP

POP-CD DES MONATS

niveauvolles entschleunigen mit den wild beasts

Sorry, we’re british: Eine Band, die so heißt wie normalerweise eine Thrash-Metal-Kombo, empfiehlt

sich als exzellente Adresse für stilvollen Gegenwarts-Pop. Bestes Understatement halt ...

Wir schwimmen ein bisschen in einem

Pool voller Ideen, planschen etwas

herum und machen ein Riesen chaos,

bevor wir dann alles in eine geordnete

Form bringen“, kommentiert Gitarrist und

Sänger Hayden Thorpe in lakonischem Ton

die Arbeitsweise seiner Band Wild Beasts.

Köstlich, dieses britische Understatement,

ist es nicht? Aber so ist er eben, der distinguierte,

wohltuend große Teil der Inselbewohner

am westlichen europäischen

Außenrand. Man macht nicht viel Aufheben

um die eigene Person, und jenseits

der Londoner Bankenwelt darf man sich

vor ungesund großen Egos oder gelben

Ferraris weitestgehend sicher fühlen.

Mit „Present Tense“ geht das Schaffen

des Quartetts aus dem nordenglischen

Kendall nun in die vierte Runde: mit einem

kontrollierten Schuss an gepflegtem

Szene chic, aber ohne jeden Hauch unangemessener

Transpiration oder Gefühligkeit.

Würde man das Album mit, sagen

wir: einem Besuch in einem Restaurant

vergleichen, dann wäre der Auftakt „Wanderlust“,

als würde man am Eingang vom

Kellner in Empfang genommen und zum

Tisch geführt: ein Kennenlernen und kurzes

Akklimatisieren – angenehme Atmosphäre,

aufmerksames, aber unaufdringliches Personal.

Doch, wirkt ausgesprochen sympathisch,

diese location.

„Nature Boy“ und das leicht ätherische

„Mecca“ machen den Hörer dann als erste

Vorspeisen ausführlicher bekannt mit dem

Stil des Hauses: elektronisch die Klangsprache,

melancholisch die Stimmung,

und Thorpes Falsett als individuelles Gewürz

in der Musiksprache der Gastgeber.

Mit „Sweet Spot“ folgt eines der beiden

Hauptgerichte: tanzbarer, stylisher Groove,

schlanke Gitarrenriffs, das Ganze architektonisch

klar, fast streng in der Formsprache

– ein Song, der das Zeug zum Hit hätte, wäre

da nicht die explizite Abneigung der Band

gegen allezu das Plakative, gegen ordinäre

Refrains oder klebrige Dreampop-Synthesizer.

Nein, die Wild Beasts gehören definitiv

nicht zu jenen Bands, die sich für einen

Hit zum Affen machen. „Daughters“ und

„Pregnant Pause“ wirken mit ihrer ruhigen

Ästhetik auf die Geschmacksnerven so

angenehm wie ein trockener Gin-Cocktail,

ehe mit „A Simple Beautiful Truth“ das

zweite Kernstück der Menüfolge betört:

hübsche, kleine Keyboard melodie, metrischer

Rhythmus, und nach gerade mal

2:35 ist’s auch schon wieder gut – der Gentleman

weiß schließlich, wann er die Klappe

halten muss (eine massiv unterschätzte

und leider fast völlig verlorengegangene

Kerntugend menschlicher Kommuniktion

übrigens). In minimalistischer Eleganz geht

es dann weiter, ehe die Zeitlupen-Ballade

„New Life“ (das Dessert) und das winterlich-kühle

„Palace“ (der Digestif) den

Gast auf ambient artigen Synthieschleifen

hinaus in die Nacht geleiten: Finale einer

in sanftem Gletscherblau ausgeleuchteten

tour d’horizont durch die Welt des angelsächsischen

Artpop von Roxy Music über

Talk Talk bis David Sylvian. Christof Hammer

Smother (2011); These New Puritans, Antony & The

Johnsons, The Blue Nile, Talk Talk

wild beasts

Present Tense

Domino / Good To Go (CD, LP+Download)

Art-Pop, Electro-Pop

Musik:

Klang:

54

www.audio.de ›03 /2014


AUDIOPHILE CDS DES MONATS

Tokunbo

Queendom Come

klang

tipp

The Giora Feidman Jazz Experience

Klezmer Meets Jazz

klang

tipp

Musik › POP & ROCK

Jazzland/Finetunes (CD)

Im März 2013 war Schluss: Nach 15 Bühnenjahren und zwölf Studioalben

sagten Tok Tok Tok „tschüss“ und beendeten eine wunder bare

Karrie re, die als Duo-Projekt begann und das Ensemble zur führenden

Band des deutschen Acoustic Soul machte – ein Verdienst auch von

Tokunbo Akinro, die den TTT-Sound mit dunkel-warmem Timbre (und

sensiblen Texten) entscheidend mitgestaltete. Nun startet die deutschnigerianische

Sängerin ihre Sololaufbahn mit „einem „Tauchgang in die

Seele zwischen Sehnsucht und Fernweh an einen Ort, an dem James

Bond, Bob Dylan und die

Marvelettes einander Gute Tracy Chapman, India.Arie, Joni Mitchell

Nacht sagen“. „Folk noir“

nennt Tokunbo diesen Stil

auch: dunkel der Grundton,

oft balladesk (toll:

„Homecoming“), ab und

an dezent funky („Catch

Me If You Can“), aber stets

kammer musikalisch fein die

Arrangements. Und prächtig

der Sound, der die einzelnen

Instrumente transparent und

in jeweils individueller Dynamik

abbildet. Christof Hammer Musik:

Klang:

Pianissmo/Edel (CD)

Man hört und rätselt: Wo mag diese Produktion nur entstanden sein:

in einem Studio-Rohbau? Einem Museumsfoyer? „Aufgenommen

vom 16.-18. 9. 2013 in Reitstadel, Neumarkt“, verrät das Booklet schließlich

– in einer Residenz der Wittelsbacher aus dem 16. Jahrhundert also,

die 1976 zum Kulturzentrum umgebaut wurde und deren großer Saal

oft für Aufnahme sessions gebucht wird. Sitzt nun noch ein Könner am

Mischpult (Robert F. Schneider von den Münchner GLS Studios), trifft

famose Raumakustik auf beste Tonmeisterkunst und authentischen

Instrumenten klang: audiophil

The Dance Of Joy; Quadro Nuevo, Friedemann betrachtet also der Idealzustand.

Musik:

Klang:

Trotz des Titels ist die

CD übrigens nicht nur für Jazzfans

ein Tipp: Mal swingen

die Klänge von Klarinetten-Altmeister

Feidman und seiner

Band wie der Soundtrack

eines Paulchen-Panther-Films,

huldigen der Salon musik der

20er-Jahre oder verbinden

Jazziges von Bill Evans bis

Chick Corea mit der Melancholie

und Lebensfreude des

Klezmer. Christof Hammer

SCHÄTZE DES MONATS

klang

tipp

Sumie Sumie

Bella Union / PIAS / Rough Trade (CD, LP+CD)

Musik:

Klang:

Die Naganos haben Musik im

Blut, keine Frage. Yukumi

Nagano kennt der Musik-Gourmet

schon von der Trip-Hop-Combo Little

Dragon oder von Kooperationen

etwa mit dem britischen Elektro-

Kollektiv SBTRKT („Wildfire“). Jetzt

betritt auch Schwester Sumie die

große Bühne – und wie: Auf ihrem

Debüt bekennt sie sich mit radikaler

Sanftmut zu einer Klangsprache der

reduzierten Töne. Dabei bezaubert

zunächst ihre zart timbrierte Stimme,

im Vordergrund begleitet von einer

zarten Akustikgitarre. Drum herum spinnen dann asketisch knapp dosierte

Instrumente von Cello bis Klavier ein filigranes Geflecht an impressionistischen

Sounds. Das verleiht der Musik zunächst amorphe und kaum

greifbare Strukturen, die jedoch von Sumies Elfen-Gesang zu betörend

schönen Klanglandschaften zusammengefügt werden: Die Stücke

wirken wie plötzlich einsetzender Schneefall, der die Welt in gedämpfte,

geheimnisvolle Ruhe hüllt. Und die Tontechnik lässt tief in diese luziden

Traumwelten hineinhören – dass es manchmal auch apart zirpt und rumpelt,

gehört zum besonderen Flair dieser Top-Disc. Fritz Schwertfeger

Stina Nordenstam, Anja Garbarek, Susanna Wallumrød

Anthony Joseph Time

Naïve/Indigo (CD)

Wo gibt’s in einer Stadt die spannendste Szene? Nie entlang

der Nobel-Boulevards, sondern in den angeranzten Vierteln im

Outback, wo die Mieten noch so niedrig sind wie der Altersdurchschnitt

der Bewohner. Wo findet man die relevante Musik unserer Zeit? Nur

selten bei den major companies, die oft bloß den Mainstream beackern

oder bestenfalls einen neuen, jüngeren schaffen. Sondern bei Nischenanbietern,

die wenig Produktions kosten, aber viel Neugier haben, um

wirklich neuen Sounds eine Plattform zu bieten. Dass auch bei einem

etablierten Label wie der Pariser Firma Naïve (gegründet schon 1987)

noch ein solcher Geist herrrscht: chapeau! Hier erscheint nun nach

längerer Pause die neue Disc von Anthony Joseph. Neben der Arbeit

mit seiner Spasm Band performt der in Trinidad geborene Autor und Musiker

mit Wohnsitz London auch solo – und kooperierte für „Time“ mit

Bassistin/Produzentin Meshell Ndegeocelllo. Ergebnis: ein fiebriger Trip

zwischen Funk, Rock und Calypso,

der mal mit Talking-Heads-Rhythmik

in die Beine geht („Kezi“), mal mit

kluger „spoken poetry“ („Girl With

A Grenade“ über das pakistanische

Talibanopfer Malala Yousafzai) den

Kopf anspricht wie eine intensive

3Sat-Reportage. Christof Hammer

Talking Heads, Gil Scott-Heron, Sly Stone

Musik:

Klang:

Fotos: Klaus Thymann / Humming Records / Brantley Gutierrez / City Slang /

Archiv Berliner Philharmoniker /


Musik › POP & ROCK

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Short Shots

Sheryl Crow Feels Like Home (Warner

Music Nashville / Warner; CD)

Wer schon immer mal hören wollte,

wie die Crow als Country rock-Lady

klingt: voilà – für das Warner-Sublabel

Warner Music Nashville konnte

die neunfache Grammy-Gewinnerin

ihrem Faible für „ländliches“ Songgut

freien Lauf lassen. Die Gangart

ist traditionsbewusst bis dezent

modern, das instrumentelle Niveau

hoch – gut möglich, das in den

USA gleich der nächste Grammy

dafür winkt. Außerhalb der (amerikanischen)

Kernzielgruppe wird

dieses Album aber einen deutlich

schwereren Stand haben. ham

Xiu Xiu Angel Guts: Red Classroom (Bella

Union / PIAS / Cooperative; CD, LP+CD)

Gespenstische vocals, harsche

Elektronik: Mit avantgardis tischen

Industrial- /Technorock-Tracks lotet

das neue Werk der Experimentalband

aus San José musikalische

Schmerzgrenzen aus und verdient

mehr denn je das Prädikat „(nur) für

Fortgeschrittene“. ham

Bap Kennedy Let’s Start Again

(Proper / Rough Trade; CD, LP)

Entspannt shuffelt sich der Ex-Chef

der irischen Band Energy Orchard

auf seinem neuen Soloalbum

(den Vorgänger produzierte kein

geringerer als Mark Knopfler) durch

amerikanische roots music und

Celtic Folkrock – und landet sogar

einmal in Latin-Gefilden („King Of

Mexico“). Prädikat: unspektakulär,

aber sympathisch. ham

Torun Eriksen Visits (Jazzland/Universal;

CD) Songs von Joni Mitchell, Prince,

Paul Simon oder Coldplay schnappte

sich die Norwegerin für ihre neue

CD. Mitstreiter wie Keyboarder David

Wallumrød assistieren mit edlen

Sounds, die Technik mit sauberem

Klang (bei leichter Kompression) –

und den Vortrag an sich kann man

subtil zurückhaltend oder auch etwas

temperamentlos nennen. ham

Eliza Doolittle In You Hands (Parlophone/Warner;

CD)

What you see is what you get: Auf

seinem zweiten Album bringt der

Twen aus London genau jene Mischung

aus Jungmädchen-Pop und

weißem R`n´B, den die Lolita-Optik

des Covers vermuten lässt. Musik

für 16-jährige also, die sich wie 25

fühlen wollen. Muss es aber ja

auch geben, sowas. ham

Soul, Funk, HipHop

Max Herre

MTV Unplugged Kahedi Radio Show

Psychedelic-Indiepop

Vertigo/Universal (CD; 2CDs; 2CDs + 2DVDs, Blu-ray, 4 LPs)

Zum Freundeskreis des Stuttgarters Max

Herre zählte in den 90ern die wegweisende,

gleichnamige Band; später stießen weitere

hochkarätige Weggefährten wie Joy Denalane,

Gentleman, Afrob oder die Schweizerin

Sophie Hunger hinzu. Im Großen Sendesaal

1 des legendären (DDR-)Funkhauses in der

Berliner Nalepastraße kam für diese MTV-

Unplugged-Session auch noch ein 25-köpfiges

Orchester hinzu. Alle zusammen schufen ein

fulminantes Lebensabschnittswerk im schillernden

Stilkosmos von HipHop, Soul, Funk,

Reggae und Rap: lebendig, gepfeffert und mit

jeder Menge Groove. Das Klangbild brilliert

ebenso – mit prima Dynamik, tonaler Ausgewogenheit

und feiner Auflösung. Claus Dick

Freundeskreis, Samy Deluxe

Musik:

Warpaint

Warpaint

Klang:

Rough Trade / Beggars / Indigo (CD, 2 LPs + download)

Engelhafte Vocals zu doomigen Soundscapes:

Diese Konstellation ist längst popmusikalisches

Allgemein gut. Selten erreicht sie aber

solche Eindringlichkeit wie bei diesen vier

Ladies aus L. A.; trägt doch jedes Element

zugleich Gene seines Gegenteils sich. Die Gesangsparts

von Emily Kokal, Theresa Wayman

und Jenny Lee Lindberg klingen jedenfalls nie

nur „schön“, sondern stets subtil psychopathisch,

während umgekehrt die Gitarren-/

Keyboard loops unter Regie von Produzent

Flood etwas domestizierter tönen als noch

auf dem Debüt „The Fool“. Wobei die generell

downgepitchte, songorientiertere Gangart die

Intensität dieses Indie-Poprock-Grenzganges

kein bisschen schmälert. Christof Hammer

The Fool (2010); Susanne Sundfør, PJ Harvey, The XX

Musik:

Klang:

Punkabilly, Rock

Broilers

Noir

Folk-Pop, Banjo-Punk

Poeple Like You / Universal (CD, Deluxe-CD, CD+DVD, LP)

Lang hat’s gedauert (an den Start ging die

Band schon 1992), jetzt aber sind die Broilers

eine der Hauptattraktionen der deutschen

Rockszene. Das 2011er-Album „Salsa Muerta“

jettete bereits auf Rang 3 der deutschen

Charts, und mit „Noir“ dürfte das Quintett aus

Düsseldorf noch größer werden. Die Gründe?

Ein rasanter, durch massive Liveerfahrung

präzise verzahnter Mix aus Punk, Rock(-abilly)

und (diesmal allerdings nur sehr wenig) Ska;

Texte, die exakt das Lebensgefühl der „Die

Hards“ genannten Broilers-Fans treffen – und

eine Produktion (Vincent Sorg; Die Toten

Hosen), die Härte mit Gefühl, street credibility

mit großem Panorama vereint; einen ordentlichen

Schuss Pathos inklusive. Christof Hammer

Vanitas (2007); Die Toten Hosen – alte Broilers-Kumpels

Musik:

Baskery

Little Wild Life

Klang:

Mother Tarantula / Soulfood (CD, LP)

Mit „Fall Among Thieves“ setzten die

schwedischen Schwestern 2008 ein erstes

Ausrufezeichen. Seither begeistern Stella,

Greta und Sunniva Bondesson mit einem mitreißenden

Stilmix, den sie augenzwinkernd

„Banjo-Punk“, „Kill-Billy“ oder „Mud-Country“

nennen. Das dritte Werk klingt deutlich reifer

und virtuoser und verbindet amerikanische

Roots Music mit europäischem Pop. Akustikgitarre,

Banjo und Kontrabass sorgen für

dynamische Breite, die Live-Aufnahme im

Berliner Vox-Ton-Studio gibt dem Klang viel

Raumhall und warmen Vintage- Vibe. Neu:

Neben Sunnivas Lead-Vocals ermöglichen

viele Satzgesänge zusätzliche harmonische

Wendungen. Yeehaw! Stefan Woldach

Katzenjammer, Larkin Poe, Tina Dico

Musik:

Klang:

56

www.audio.de ›03 /2014


Post-Rock, Indietronics

The Notwist Close To The Glass

City Slang / Universal (CD, 2 LPs)

Wenn du nicht höllisch aufpasst, dann sind Hits

das gemeinste, was einem Musiker passieren

kann. Klar, sie bringen dir viel Geld (wenn du

gute Verträge hast), aber sie rauben dir die

Freiheit. Machen gierig: erst das Publikum, und

wenn’s schlecht läuft auch seinen Schöpfer. Und

– falsche – Gier ist sowieso das Hauptproblem

von allem. Zudem schüttelt man Hits nicht eben

dutzendweise aus dem Ärmel; es sei denn,

du bist die Beatles. The Notwist sind nicht aus

Liverpool, sondern aus Weilheim, Oberbayern.

Aber sie sind schlau und reflektie ren und können

falsche Gier von guter Gier unterscheiden.

Bei ihnen heißt Gier: Gier auf Kreativität. Auf

Veränderung oder Konstanz, auf Tempo oder

Ruhe, vor allem aber: auf Selbstbestimmtheit.

Neon Golden – das „Hitalbum“ von 2002; Radiohead, Console, Can

Für ihre neue Disc nahm sich die Band um

Markus und Micha Acher sechs Jahre Zeit:

eine kleine Ewigkeit. Statt Indie-Mainstream zu

kompo nieren, collagierte man Gitar ren, Synthieloops

und frickelige Rhythmen zu sanft oszillierenden

Stimmungsbildern und strich alles in

grieseligem Grau, hartem Schwarz-weiß oder in

sanften Pastellfarben. Eine eher akade mische

Arbeitsweise, doch wirkt „Close To The Glass“

nie wie eine labor artige Versuchsanord nung,

sondern mehr wie eine Fahrt durch eine Stadt:

Die Szenerien, die Lichter, die Tempi wechseln;

nicht aber das analytische Auge des Betrachters.

Möge also, wer Hits will, bei den Killers

suchen. The Notwist zeigen hier, wie schön ein

Album auch ohne Hits sein kann. Christof Hammer

AUDIO MUSIK:

SO TESTEN WIR JEDEN

MONAT die neuen CDs

●● AUDIO Musik stellt jeden Monat die

wichtigsten neuen Tonträger vor.

Erfahrene Rezensenten bewerten nach

den folgenden Kriterien:

●● Musik (Pop, Oldies, Jazz) bzw. Interpretation

(Klassik): für die künstlerische Leistung

●● Klang für die Aufnahmequalität

●● Bei DVDs nach Bild, Inhalt und Klang

●● AUDIO-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes

Album von hoher Qualität oder Interpret mit

ähnlichem Musikstil

●● In allen Sparten vergibt AUDIO Musik

null bis fünf Ohren.

Das Raster:

überragend

sehr gut

gut

befriedigend

ausreichend

AUDIO-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes

Album von hoher Qualität oder Interpret

mit ähnlichem Musikstil.

Musik › POP & ROCK

Musik:

Klang:

Elektro-Pop

Paula

Solitude

QQ5 / Rough Trade (CD, LP)

Anfang der 00er-Jahre, schrieb Elke Brauweiler

(etwa auf der 2000er-Disc „Himmelfahrt“)

genau die richtigen Texte für ihre ungewöhnlich

junge, klare Stimme: süß-naive Stories,

die abstrakt genug blieben, um Projektionsfläche

zu sein. Auf „Paula“ erzählt die Berlinerin

ihre Geschichten nun weit konkreter – und

nimmt ihnen dadurch die Magie. Immerhin liefert

Jetzt-wieder-Mitstreiter Berend Intelmann

frische Synth-Sounds und pulsierende Rhythmen.

Allerdings geht er manchmal so großzügig

damit um, dass Brauweilers Stimme fast

untergeht zwischen New-Order-Basslines und

Chvrches-Wall-of-Sound. Prächtig gelingt die

Balance aber im nostalgischen „1987“ und

dem leichtfüßigen „Vergessen“. Michael Sohn

2raumwohnung, Chvrches

Musik:

Klang:

Indie-Soul-Pop-Rock

Joan As Police Woman

The Classic

PIAS / Rough Trade (CD, 2 LPs)

Als Joan As Police Woman gab sich die Frau,

die einst beim Boston Symphony Orchestra

Violine spielte, früher gern melancholisch (so

wie hier noch im herrlichen „What Would You

Do“). Auf „The Classic“ hingegen sprüht sie

meist geradezu vor Leben, malt es in satten

Klangfarben und schmückt die zehn Stücke

(oft bis zu sieben Minuten lang) mit phantasievollen

Arrangements. Dabei zeigt sie ihr Faible

für Indie-Rock („Get Direct“), Doo-Wop (im

Titeltrack) – vor allem aber für Motown-Soul

von Gaye bis Wonder („Holy City“), gemischt

mit shuffeligen Grooves samt Bläsern

(„Witness“). Die songdienliche Gangart ihrer

Band und Joans biegsame, markante Stimme

machen die Sache endgültig rund. Claus Böhm

Real Life (2006); Feist; Ellie Goulding; Justine Electra

Musik:

Klang:

... und läuft!

Was zu Hause so rauf- und runterläuft:

AUDIO-Redakteur Christof Hammer

erinnert an vergessene Perlen und verrät

Dauerbrenner sowie Platten für die Insel.

Heaven 17: Penthouse & Pavement /

The Luxury Gap (Virgin; 1981/83) Als

Human League 1980 zerbrach, war ich zunächst

traurig ... ich denke, „Being Boiled“

genügt als Stichwort. Doch Ian Craig Marsh

und Glenn Gregory wussten genau,

was sie taten und brachten als Heaven 17

zumindest zwei Top alben lang

dem Synthiepop das Tanzen bei.

Neben den 2006er-Deluxe-CDs

halte ich auch die Original-LPs

in Ehren – vor allem das Debüt

ist ein Stück Kult-Vinyl. Ich sage

nur: die Endlosrille am Ende von

„Height Of The Fighting“ ...

Raintree Crow: Raintree Crow (1991;

Virgin) Dieses Derivat der Edelpopper

Japan brachte es auf gerade mal

ein Album – aber was für eines:

Der Mix aus Prog-Rock, Ambient

und Trance-Jazz nahm vieles von

dem, was heute ästhetische

Maßstäbe setzt. Hätte fast auch

auf ECM erscheinen können.

www.audio.de ›03/2014 57


Musik › POP & ROCK

Indie-Pop

Rap, HipHop

Art-Pop, Chanson

The Hidden Cameras

Age

RAR/H’Art (CD, LP)

Das Musikbusiness scheint etwas fortschrittlicher

zu sein als der Profisport. Aus seinen

sexuellen Neigungen musste Joel Gibb,

Frontmann des kanadischen Musikerkollektivs,

auch während seiner Karriere zum Glück

nie ein Geheimnis machen. Doch auch für

ihn sind Homophobie und Diskriminierung

noch immer ein Thema, das er hier etwa im

dramatischen „Gay Goth Scene“ aufgreift – zu

Streichern und wütenden Drums. Ansonsten

setzen The Hidden Cameras wieder auf den

vor Euphorie vibrierenden, orchestralen Indie-

Pop, den sie trotz fünfjähriger Pause noch

immer prachtvoll beherrschen. Für schöne Abwechslung

sorgen diesmal satte Dub-Bässe

und einige nachdenkliche Songs. Michael Sohn

Antony & The Johnsons, Arcade Fire, Stars

Steve Neave

ToGetHer

earMusic / Edel (CD, LP)

Man kennt ihn als Tastenmann von Elvis Costello

& The Attractions / The Imposters. Doch

der 56-jährige Londoner mit Wahlheimat Paris

hat auch Eigenes parat: Alben wie „Windows

(2004) oder zuletzt die Oper „Welcome To

The Voice“ (2007). „ToGetHer“ ist nun eine

spannende Kollektion von Duetten, die Steve

Nieve mit Freunden/Kollegen wie Costello,

Sting, Laurie Anderson, Robert Wyatt, Glenn

Tilbrook (Squeeze), Ron Sexsmith sowie den

Söhnen von Sting (Joe Sumner) und Paul

Simon (Harper) umsetzte. Der wechselvolle

Genre-Trip reicht von Rock über Experimental

und Theatersongs bis zu Chanson und Klassik

und überzeugt als hochwertiger Kontrapunkt

zum gängigen Gebrauchs-Pop. Willi Andresen

Elvis Costello & The Attractions, Nick Lowe

Marteria

Zum Glück in die Zukunft II

Four Music / Sony (CD, 2 LPs + CD)

Auch HipHop-Jungs landen irgendwann im

Bürgertum: eine reine Zeitfrage meist. Marten

Laciny fühlt sich dafür noch zu jung (man ist

schließlich erst Anfang 30) und rappt bissig gegen

Golf und Passat, gegen Schweden urlaub

und salatbasiertes Abstinenzlertum („Kids“).

Nach dem Motto „nur nicht zu bequem werden“

ließ sich der Rostocker für sein drittes

Marteria-Werk von Uganda bis Argentinien

ordentlich den Wind um die Nase wehen

und erinnert an die ursprünglichen Werte der

Bewegung und an die Wechselbe ziehungen

zwischen Persönlichem und Politischem. Ein

komplexer Trip zwischen lässigen Kopfnicker-

Tunes („Pionier“) und minimalisti sch-noisiger

Elektronik („Bengalische Tiger“). Christof Hammer

Marteria als Marsimoto: Grüner Samt (2012); Caspar

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Blues, Jazz

GEHEIMTIPP

Christof Hammer

AUDIO-Redakteur

Ginge es um das eine Adjektiv, das

diese Platte auf den Punkt bringen

soll, es hieße wohl: formvollendet. Die

Musik von Snakadaktal ist so minimalistischkühl

wie ein norwegischer Fjord kurz vor dem

Polarkreis und zugleich so üppig wuchernd

wie ein Regenwald im Monsun. Man könnte

auch sagen: Sie hat die Gestalt eines Wassertropfens

– bündelt Hülle und Inhalt also in perfekter

ökonomisch-ästhetischer Weise. Und

jetzt stellen Sie sich bitte noch vor, wie dieser

Tropfen von einem mächtigen Windstoß in

Snakadaktal

Sleep In The Water

Millionen Mikropartikel zerstäubt wird – und

Sie haben die Komplexität dieser Disc ungefähr

in Bilder gefasst. Oder, weniger blumig

ausgedrückt: Dieses Quintett aus Melbourne

verblüfft auf seinem Debüt mit einer so stilsicheren

wie architektonisch präzisen Blaupause

für modernen Pop. Mit Phoebe Cockburn und

Sean Heathcliff ist die Position am Mikrophon

gleich doppelt gut besetzt, und die Sounds

von Gitarre bis Computer verbinden Coolness

und Melancholie in famoser Eleganz, schlagen

quasi die Brücke zwischen Ambient-R `n´B

und Dreampop, zwischen Nachtclub und Yachtclub,

zwischen London und Ibiza. Tüpfelchen

auf dem i: ein sorgsam ausgefeilter Klang, der

auch audiophile Ansprüche erfüllt.

Beach House, The XX, Air

klang

tipp

Robben Ford

A Day In Nashville

Provogue / Mascot / Rough Trade (CD, LP auf 180-g-Vinyl)

Der Titel gibt es vor. Und das Resultat zeigt,

was ein formidabler Gitarrist mit exzellenten

Sidemen an nur einem Tag bei einer „Live-inthe-studio-session“

festzuhalten in der Lage

ist. Der US-Altmeister bewegt sich souverän

zwischen Jazz und Blues und entlockt seinem

musealen Equipment Sounds von bewundernswert

holziger Stofflichkeit, solistisch

glänzt er mit eleganten Blue Notes. Neun

Stücke sind es nur, doch die belegen, warum

Fords feinsinnige Fingerfertigkeit auf unzähligen

Aufnahmen von John Lennon über Joni

Mitchell bis zu den Rolling Stones zu hören

ist. Ein reifes Alterswerk, das Robben Ford

als versierten Grenzgänger zeigt, der jeden

Akkord mit Namen kennt. Stefan Woldach

Larry Carlton, Steve Khan, Pat Metheny, Jeff Beck

Musik:

Klang:

Humming Rec. / Rough Trade (CD)

Musik:

Klang:


Short Shots

Dream-Pop

Southern-Blues-Rock

Chrysta Bell

This Train

Southern Blues & Rock

QQ5 / JSM / Rough Trade (CD, LP)

Rothaarig, sexy, geheimnisvolle Aura: Man

kann sich schon vorstellen, warum David

Lynch an dieser Lady aus San Antonio einen

Narren gefressen hat. Seit 13 Jahren ist

Chrysta Bell nun schon so etwas wie die

Dauer-Muse des US-Kultregisseurs, der längst

auch als Musiker glänzt und der Bell nun

dieses Album auf den Leib schneiderte. Klingt

spannend – ist es aber nur bedingt: Zwar lässt

Lynch als Musiker und Produzent die Sounds

effektvoll flirren und raunen, doch zu oft und

zu lange (Laufzeiten zwischen fünf und sieben

Minuten sind die Regel) verharren die Songs

zwischen Blues, TripHop und Chanson noir

– um dann doch nicht das für dieses Genre

nötige Charisma zu entwickeln. Christof Hammer

Twin Peaks: die Soundtracks, D. Lynch: The Big Dream

Musik:

Klang:

John The Conqueror

The Good Life

Alive Natural / Cargo (CD, LP)

Vier Zehntel Southern Rock, vier Zehntel

Blues, dazu von Soul und punky Rock jeweils

eines: Fertig ist ungefähr der Stilmix dieses

schwarz-weißen US-Trios. Als Namenspate

diente eine legendäre Figur der Sklavenzeit;

die südliche Gangart ist der Tatsache geschuldet,

dass Drummer Michael Gardner und

Vokalist/Gitarrist Pierre Moore aus Jackson ville

stammen. So sind ihre Stücke nie staubtrocken,

sondern eher „meaty“, also mit Fleisch

dran. Erdig und karg-riffig geht es in „Get

Em‘“ zur Sache, muskulös-heavy in „What

Am I Gonna Do“), saftig tönt „She Said“; soft

und leicht folky „Daddy‘s Little Girl“. Ein belebender

Trip in präsentem Sound, der lieber

authentisch tönt als klinisch rein. Claus Böhm

ZZ Top, Kings Of Leon, Georgia Satellites

Musik:

Klang:

Damon Fowler

Sounds Of Home

Gitarren-Musik

Blind Pig / Fenn (CD)

Abzappeln ist bei diesem Southern-Blues-

Rocker angebracht, Mitgrölen aber eher nicht

erwünscht/angesagt. Gitarrist Damon Fowler

und sein Trio packen auf „Sounds Of Home“

zwar ordentlich zu, doch als Sänger und Blues-

Talker nimmt Fowler sich zurück und zwingt

zum intensiven Zuhören. Der Groove schleppt

sich durchaus mal ein bisschen heavy vorwärts,

wirkt aber nicht schwerfällig. Der Hörer

steht nah dran am Geschehen, das Klangbild

ist druckvoll, leicht rauchig zwar, aber dennoch

transparent. Der Typ aus Florida arbeitet also

wie zahllose andere Louisiana-Sumpfblüten

– bis er dann spätestens bei Elvis Costellos

„Alison“ seine hintergründige Nachdenklichkeit

aufblitzen lässt. Winfried Dulisch

Tony Joe White, George Thorogood

Musik:

Klang:

Hands On Strings

Prometheus

Doctor Heart Music / in-akustik (CD)

„They are fantastic“, schwärmt Tommy

Emmanuel, der australische Großmeister des

Fingerpickings. Und tatsächlich: Was diese

beiden Gitarren-Asse aus den Saiten zaubern,

ist zum Niederknien virtuos. Und, fast noch

wichtiger: Thomas Fellow (Friend ‘N Fellow)

und Stephan Bormann, sideman bei Acts

wie Nils Landgren oder den Klezz Brothers

und Gitarren-Dozent an diversen Musikhochschulen,

überziehen nicht, sondern sind

diszipliniert und feingeistig genug, um ihre

Grenzgänge zwischen Latin, Jazz und Klassik

in dynamische, dabei kammermusika lisch filigrane

Arrangements zu stecken. Ein Tipp nicht

nur für Gitarrenfans; auch dank sauberstem,

wenn auch etwas lautem Klang. Christof Hammer

Paco de Lucia, Al Di Meola, Friedemann

Musik:

Klang:

Michy Reincke Hatte ich dich

nicht gebeten im Auto zu warten

(Rintintin/Indigo; CD)

Sounds von Folk bis Retropop und

Soul (klasse: „Du hast deine Farben

verloren“), pfiffige Texte: Der

Ham burger Produzent, Labelbetreiber

und Talentscout unterscheidet

sich als Musiker angenehm vom

deutschen Pop-/Songwriter-Einerlei

Marke Poisel oder Bosse. Dem

Dutzend neuer Songs hört man an,

dass hier jemand sein Ding macht,

ohne sich von Hinz und Kunz dreinreden

zu lassen: gut so. ham

Los Lobos Disconnected in New

York City (Proper / Rough Trade; CD)

Ihr 40-jähriges Jubiläum feierten

Los Lobos bereits Ende 2012 in der

„City Winery“ in New York. Warum

die Live-Sause des in L.A. gegründeten

Quintetts erst jetzt erscheint —

keine Ahnung. David Hidalgo & Co.

rockten beherzt durch die Kollektion

ihrer vom mexikanischen Folk beeinflussten

Rock- und Country-Songs.

Bis zum ausgelassenen Finale aus

„La Bamba“ und „Good Lovin’“. wa

La Fortenbacher & Die Carolinger

Kamionka (Forore/Cargo; CD)

Warum Ina Müller hören, wenn es

die Fortenbacher gibt? Die Lieder

der Hamburger Entertainerin haben

mindestens ebenso viel Tiefgang

und Wortwitz, und als Musikerin ist

sie versiert in Sounds von Folk bis

Soul, von Chanson bis Ska. Neben

neuen Studioaufnahmen gibt’s

hier auch drei Livetracks aus dem

heimischen Schmidts Tivoli in durchweg

sehr gutem Sound. ham

Die Nerven Fun

(This Charming Man / Cargo; CD, LP)

Sägende Gitarren, schwere Bässe,

harsch gebellte Texte: Dieses Trio

aus dem schwäbischen Esslingen

wiederbelebt den vorwendezeitlichen

Post-Punk der frühen 80

Jahre; ausgestreckter Mittelfinger

inklusive. Eine Gangart, heute noch

so radikal wie vor 30 Jahren. ham

Pillar Point Pillar Point (Polyvinyl /

Cargo; CD)

(Tanzbarer) Synthiepop aus Amerika?

Gibt’s tatsächlich, und zwar von Scott

Reitherman, dem Ex-Chef der Seattle-

Band Throw Me The Statue. Statt

einst indietronic-artig klingt er als Pillar

Point nun funky, poppig und düster –

und sehr nach den 80er Jahren. ham

Sprache:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

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Musik:

Klang:

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Musik › POP & ROCK

Musik:

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Short Shots

The Rifles None The Wiser

(Cooking Vinyl / Indigo; CD)

Ihr ersten beiden The-Jam-artigen

Alben waren Perlen des 2000er-

Britrock, dann kam Sand ins Getriebe

bei der Londoner Band; die

Rhythmussektion stieg aus. Disc

Nummer 4, wieder in Gründungsbesetzung

eingespielt, hat nun erneut

alle Zutaten des Rifles-Sounds

(Twang-Gitarren, Mod-Rock-Bässe,

die rauhen Vocals von Joel Stoker),

wenn auch nicht ganz die intensive

Wucht einstiger Glanzzeiten. ham

Sons Of The Sea Sons Of The Sea

(Membran/Sony; CD, LP)

Für sein neues Bandprojekt tat sich

Incubus-Frontmann Brandon Boyd

mit Top-Producer Brendan O‘Brien

zusammen – und überrascht mit

einem recht synthielastigen Mix

aus melodischem US-Pop und Seventies-Rock,

der sich Anleihen bei

den Beatles, Maroon 5 oder Hall

& Oates erlaubt. Dazu schraubte

O‘Brien fantasievoll und penibel an

allen Reglern, so dass ein für diesen

Genre immens facettenreicher,

knackiger Sound entstand. ham

MarieMarie Dream Machine (Electrola/Universal;

CD)

Harfe plus Cello, Discobeats plus

Elektropop: Die Bayerin, Stipendiatin

des Berklee College Of Music

nimmt, was ihr gefällt und puzzelt

daraus glamourö se „Folktronic“-

Hybri de mit Pfiff. Mit Roland Spremberg

(Unheilig, A-ha) als Produzent

stehen die Zeichen auf Radio- und

Dancefloor-Kompatibilität – und auf

einen Überraschungserfolg Marke

Frida Gold ham

La Femme Psycho Tropical Berlin

(Disque Pointu / Groove Attack;

CD, 2-CD-Deluxe-Edition, LP)

Halb Paris ist schwerst aus dem

Häuschen ob des Debüts dieser

Kapelle, und klar: Der Sound dieser

Band aus Biarritz ist mit seinem Mix

aus Elektropunk, Synthiepop, Psychedelic

Rock und Surf Music schon

irgendwie eine Show. Zumal live

ganz schön die Post abgehen soll

bei La Femme. Im Albumkontext

bleibt der Eindruck (noch) zwiespältig:

Etwas weniger Avantgarde und

Anarchie und etwas mehr fokussiertes

Pop-Songwriting hätte es

schon sein können. Spannend (auch

klanglich) ist das aber allemal. ham

Pop, Folk

David Crosby

Croz

Southern Soul, R`n´B

Rykodisc/Warner (CD, LP)

Späte Alben von Stars seiner Generation

enden oft als fade Aufkoche von ollen Kamellen.

Nicht so bei David Crosby, der während

der letzten CS&N-Tour fleißig neue Songs

voll berührender Stories komponierte. In

dem bedächtigen „Set That Baggage Down“

reflektiert er über seine Besuche bei den

Anonymen Alkoholikern – 14 Jahre arbeitete

er an seinem Alkohol-/Drogenentzug. Das

folkig-düstere „Morning Fall“ geißelt die

US-Drohnen-Einsätze; „If She Called“ ist eine

Ode nur mit Gitarre und Stimme über junge

Prostituierte, die Crosby vor einen Hotel in

Belgien beobachtete. Ein mildes, gelungenes

Alterswerk; Gastbeiträge von Mark Knopfler

und Wynton Marsalis inklusive. Willi Andresen

If Only I Could Remember My Name (CD+DVD-A; 2006)

Musik:

Klang:

Paul Rodgers

The Royal Sessions

Caroline/Universal (CD+DVD)

Mit 64 Jahren wurde für Paul Rodgers ein

Traum wahr. Der frühere Free- und Bad-Company-Sänger

nahm 2013 in den heiligen Royal

Studios in Memphis die Hits seiner Jugend

auf – mit Musikern, die vor 40 Jahren vor Ort

an den Originalaufnahmen beteiligt waren, darunter

einige alte Hasen aus Al Greens Band.

Mit kerniger Stimme steigt er über den Sam-

&-Dave-Hit „I Thank You“ in eine vollblütige

Southern-Soul- und R&B-Session ein, in der

Ann Peebles’ „I Can’t Stand The Rain“ ebenso

aufblüht wie „Born Under A Bad Sign“ von Albert

King und Otis Reddings „I’ve Got Dreams

To Remember“. Die Bläser juchzen, die Orgel

jubiliert, alles wurde analog und live eingefahren

– wie in den alten Tagen. Willi Andresen

Bad Company, Free, Al Green

Musik:

Klang:

Indie-Rock

Peggy Sue

Choir Of Echoes

Post-NDW-Pop

Wichita / PIAS / Rough Trade (CD, LP)

und

Die Doo-wop-Vocals sind nicht eben geistreich,

überraschende Stunts auf den Gitarren

sucht man vergebens, die Bassläufe sind oft

simpel, das Schlagzeug gibt lediglich stampfend

den Takt vor. Bei einem Wettbewerb für

Virtuosität würde die Band aus Brighton leer

ausgehen. Aber das ist eher Vor- als Nachteil:

So kommt der psychedelische Surf-Sound

von Peggy Sue gänzlich ungeschminkt und

authentisch über die Welle geglitten. Man erkennt

schnell, welche Songs Substanz haben:

nämlich fast alle der zwölf Tracks zwischen euphorischer

Beach-Melancholie und entspannter

Folk-Romantik plus schön geschichtetem

Chorgesangs-Intro. Fein aufgenommene

Stimmen, natürlicher Klang. Michael Sohn

Dum Dum Girls, Best Coast

Musik:

Klang:

Judith Holofernes

Ein leichtes Schwert

Four Music / Sony (CD, LP+CD)

Dada-Elemente und Schmuse-Lyrik, Ohren-

Sausen dank NDW-Gischt, akustisches Autoren-Kino

und elektrisierende Trash-Spielereien:

Judith Holfelder-Roy alias Judith Holofernes,

Sängerin der gerade pausierenden Band Wir

sind Helden, zieht für ihr Solodebüt reihenweise

stilübergreifende Register. Das Album

ist allerdings kein leichtes, sondern eher

ein zweischneidiges Schwert. Das Dutzend

Songs prickelt einerseits wie schäumende

Ahoi-Brause und beeindruckt mit schlauen

Textpassagen, schleppt sich aber auch durch

allzu gewollt-experimentelle oder kopflastig

arrangierte Songs. Wohltuend schön und betörend

klug gerieten allerdings „John Irving“

und „Danke ich hab schon“. Claus Dick

Wir sind Helden, Bonaparte, Mia

Musik:

Klang:

60

www.audio.de ›03 /2014


Classic Rock

Rock

Gospel, Blues

Musik › POP & ROCK

The Brew (UK)

Control

Lake

Wings Of Freedom

Leyla McCalla Vari-Colored Songs –

A Tribute To Langston Hughes

Jazzhaus/in-akustik (CD, LP)

Mad As Hell / Cargo (CD)

Dixiefrog/Fenn (CD)

Die zehn Songtitel entstammen allesamt dem

Bedien-Vokabular eines CD-Players: „Eject“,

„Skip“, „Shuffle“ etc. Wer nun auf ein schwer

verdauliches Konzeptalbum schließt, irrt aber:

Das englische Trio The Brew (Tim Smith, Bass,

Sohn/Drummer Kurtis Smith, Vokalist/Gitarrist

Jason Barwick) fand einfach die Idee eines

roten Fadens charmant. Mit Produzent Toby

Jepson, ehemals Chef der Hardrocker Little

Angels, und Mixer Steve Harris (Kula Shaker,

Kaiser Chiefs) geht es in livehaftigem Sound

durch Rock von klassisch bis modern: Bei

„Pause“ standen Black Sabbath Pate, „Stop“

ist eine Ballade mit Kansas-Flair, und „Fast

Forward“ zitiert The Who – doch auch aktuelle

britische Psychedelica blitzt auf. Claus Böhm

Kann man alte Zeiten zurückrufen? Will man

das? Die 1973 in Hamburg gegründeten Lake

holten nach 2002 erneut ihren ersten Sänger,

den Schotten Ian Cussick, zurück. Cussick

wurde erstmals im Herbst 1974 ersetzt durch

James Hopkins-Harrison (†1991), dessen

letzte Gesangsaufnahme hier in den aktuellen

Song „Nightbirds“ einfließt. Saitenmeister

Alex Conti und seine vier Mitstreiter überraschen

anno 2014 kaum mit Neuheiten, wagen

wenig, bauen eher vertraute Melodien,

Harmonien und Rhythmen aus erfolgreichen

Tagen zusammen. Sauber gemachter, solider

Sound in bekannter Westcoast-Manier, guter

Sänger – alles ganz wie in alten Tagen, aber

doch etwas sehr nostalgisch. Willi Andresen

Langston Hughes (1902-1967) war ein afroamerikanischer

Poet, dessen Einfluss bis

zum HipHop, Rap und Poetry Slam reicht.

Leyla McCalla ist eine Cellistin, die ihre Saiten

nicht mit dem Bogen streicht, sondern wie

eine Mandoline-Spielerin mit den Fingern anschlägt.

Als Sängerin verbindet die Lady aus

New Orleans Blues-Feeling mit Kunstlied-Attitüde.

Für diese CD vertonte sie Gedichte von

Hughes, zu denen er sich von den Rhythmen

und dem Tonfall des Jazz hatte inspirieren lassen.

Außerdem singt Leyla McCalla hier Volkslieder

aus Haïti, der Heimat ihrer Vorfahren.

Zwischen kraftstrotzender Schwermut und

karibischer Leichtblütigkeit jongliert sie mit

den Gefühlen des CD-Hörers. Winfried Dulisch

Black Sabbath; Led Zep; M. Mann‘s Earthband; Kasabian

Lake II (1978); Alex Conti: Retrospective 1974-2010

M. Ndegeocello, Erykah Badu, Carolina Chocolate Drops

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Post-Rock

Pop

Electronic, Post-Pop

The Silver Mt. Zion Memorial Orches.

Fuck Off Get Free We Pour Light On Everything

Constellation/Cargo (CD, LP)

Die Band aus dem Umfeld der Post-Rocker

Godspeed You Black Emperor! als reine

Protestband abzutun, wäre zu einfach. Und

doch sind der erhobene Zeigefinger und das

Kämpferische ein festes Markenzeichen des

kanadischen Kollektivs. Aber wo früher noch

streicherbeladene Instrumentals und subtil

geschichtetes Soundmaterial eine traurige

Ambienthaftigkeit beschworen, wird heute

schräg, aber erdig im Stil von Sonic Youth

gerockt. Beständige Wechselgesänge sorgen

für eine hippieske Kommunenhaftigkeit, was

die länglichen Albumstücke eher wie humanistische

Beschwörungsrituale, ja gar wie energische

Gospels denn als schnöde, selbstbezogene

Rockssongs wirken lässt. Daniel Vujanic

Born Into Trouble As The Sparks Fly Upward (2001)

Andreas Dorau

Aus der Bibliothèque

Bureau B / Indigo (CD, LP+CD)

Knitze bis bizarre Texte zu Melodien zwischen

Kinderlied und Sunshinepop: Diese Elemente

verschränken sich im Werk von Andreas Dorau

so smart, dass man über beides allzu flott

hinwegzuhören und die Raffinesse der Musik

wie die Doppelbödigkeit der Geschichten zu

überhören droht. „Flaschenpfand“ hat das

Zeug zum (Karnevals)-Hit, „MoDiMiDoFrSa-

So“, das Text-Telegramm aus „Die Woche“,

klingt gesungen einfach top, und „Tannenduft“

porträtiert einen Serienmörder – Mahlzeit.

Die Musik dazu? Sonnt sich in typischer

Dorau-Manier in Elektropop und Krautrock.

Und weil gerade sein 50. Geburtstag anstand,

gibt’s zudem die Werkschau „Hauptsache ich

– Retrospektive 1981-2014“. Christof Hammer

Max Goldt, PeterLicht, Loriot

bEEdEEgEE

Sum One

4AD /Beggars Group /Indigo

Als Kopf der Avantrock-/Dance- Truppe Gang

Gang Dance hat Brian DeGraw (BDG) Genregrenzen

eingerissen und die Verschmelzung

von Punk, Kunst, Elektro und Kollektivekstase

forciert. Solo jedoch führt er seine Vorliebe für

Ethnosounds, Trance und nervös trippelnden

Dancefloor in quasi fast unbesiedelte Gefilde:

Vieles rattert synthetisch moduliert umher,

billige Keyboardklänge, Eurotrashzitate und

diffuse Samples treffen auf verschrobene

Dubscapes, während vereinzelt gar schwelge

rischer Pop aufleuchtet („Empty Vases“).

Und immer, wenn sich der Sound in verpeilte,

instrumentale Kleinteilig keit aufzulösen

droht, sorgen Gäste von CSS bis Hot Chip für

packende Vocal-Intermezzi. Daniel Vujanic

Gang Gang Dance. Hot Chip

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

www.audio.de ›03/2014 61


Musik › POP & ROCK

SCHWARZES MEHR!

Irischer Edel-Folk, Spezialitäten von Tango bis Blues, spannender 2013er-Jazz direkt von der

Studio-Quelle gezapft: Die AUDIO-Vinylexperten fischten wieder jede Menge analoge Hochkaräter

aus dem Schwarz-Meer. Denn von LP- kann man nie genug bekommen.

Tango

Singer-Songwriter

Mary Black No Frontiers

Das Reissue-Label Pure Pleasure macht

sich mit fein gefertigten LPs weiter

verdient um den Backkatalog der Grande

Dame des irischen Pop-Folk. Mary Black

hatte mit „Song For Ireland“ ja schon

1984 eine inoffizielle Hymne für die Insel

veröffentlicht, auf „No Frontiers“ schob

sie 1989 mit dem Titelsong eine weitere

nach. Die Platte blieb über ein Jahr in den

irischen Top 30 – und Solo-Album Nr. 5

der Sängerin ist noch heute ein Ohrenschmaus

sondersgleichen. Produzent und

Gitarrist Declan Sinnott schneiderte ein

mal üppiges, mal reduziertes Klanggewand,

das perfekt zu Marys glasklarem,

emotional durchgefärbtem Sopran passte.

Sogar das Cover „I Say A Little Prayer“

funktioniert. Es ist schwer, aus diesem

wohl perfektesten Album von Mary Black

einen Song herauszuheben, aber „Columbus“

gehört schon in die Top 100 der

stärksten LP-Tracks des Songwriter-Pops.

Justus Schlierbacher

Pure Pleasure / Speakers Corner

Musik:

Remaster:

Klang:

Pressqualität:

Café Banlieu Tango à Trois

klang

tipp

Tango ohne Bandoneon? Und ob das

geht! Und wer die kleine argentinische

Schwester des Akkordeons ohnehin nicht

leiden mag, hat hier mal Gelegenheit,

ohne Quetschkommode in den Genuss

von Tango à l’Europe zu kommen. In der

Besetzung eines klassischen Klaviertrios

(also Piano, Geige und Cello) spielen Peter

Ludwig, Arben Spahiu und Peter Wöpke

voller Temperament den Tango. Den

abwechslungsreichen Kompositionen von

Ludwig geben wie selbstverständlich ungarischer

Paprika, französische Raffinesse,

belgische Süßigkeit und portugiesische

Melancholie reichlich rhythmisches Feuer.

Die 2006 veröffentlichte CD war schon ein

highendiger Genuss, dem nun mit deutscher

Gründlichkeit ein analoges Schmankerl

folgt. Leider störten trotz ausgiebiger

vorheriger Waschung einige Knackser bei

den letzten beiden Tracks auf Seite 1 des

Testexemplars. Tipp: nach Möglichkeit

Probehören. Justus Schlierbacher

Orchester-Jazz

Farao Classics

Musik:

Remaster:

Klang:

Pressqualität:

klang

tipp

Paul Kuhn And The Best As Time Goes By

Zu seinem 80. Geburtstag 2008 durfte

sich der große Paul Kuhn noch einen

Herzenswunsch erfüllen. Also ging er in

die Scoring Stage Studios nach Berlin, wo

das Deutsche Filmorchester Babelsberg

mit seinen Streichern schon wartete. Und

damit das Geschenk auch perfekt geriet,

bildeten Jazz-Asse wie Ack van Rooyen

(Trompete) oder Willy Ketzer (Drums) das

Gebläse und die Rhythm Section – ganz

bescheiden „The Best“ eben. Man startet

mit der Kuhn-Kompostion „Almost The

Blues“ und schlug dann fünfzehnmal das

All-American Songbook auf. Zu Ehren des

jüngst verstorbenen „Mann am Klavier“

transferierte seine Plattenfirma nun diese

schöne CD – mit den entsprechenden Begleittexten

– analog remastert auf anderthalb

LPs. Schön, und manchmal souverän

an der Grenze zum Easy Listening. Höchst

willkommene Zugabe auf Seite 4: fünf

Jazzstandards, 2002 eingespielt im Oktett

(für einen Titel mit Sängerin Greetje Kauffeld

verstärkt) für die CD „Young At Heart“.

Und weil tatsächlich mal das Klischee

vom „warmen“, wunderschön runden

Analogsound stimmt, kann man diese „Limited

Audiophile Edition“ auf zweimal 180

Gramm wärmstens empfehlen. Justus

Schlierbacher P: 2 (Seite 1: 6/7)

In + Out Records / Inakustik (2 LPs)

Musik:

Remaster:

Hawaii-Blues

Taj Mahal And The Hula Blues

Taj Mahal ist definitiv pono. Der hawaiianische

Begriff „pono“ ist wohl so wenig

übersetzbar wie „cool“ oder „geil“ in

ihren übertragenen Bedeutungen. Der

Highender unter den Bluesgranden nahm

1997 auf den Pazifik-Inseln, für einige

Jahre seine Heimat, mit lokalen Musikern

eine Platte auf, die mit spiritueller Kraft,

guter Laune und natürlich auch Blues satt

aufwartet. Kein doofer Touristen-„Hula“,

sondern rhythmisch sehr relaxte, frohgemut

und reichhaltig instrumentierte Musik

– und mit dem „Mailbox-Blues“ gibt’s auch

puren 12-Bar-Stoff. Schön, dass heute mal

wiederzuhören. Die Stimme ist unglaublich

präsent, die Dynamik prachtvoll – einfach

pono eben. R: 4 Justus Schlierbacher

Tradition & Moderne

Musik:

Remaster:

Klang:

Pressqualität:

Klang:

Pressqualität:

Jerry Lee Lewis Southern Roots

klang

tipp

OK, da gibt es diese Doppel-CD, die wesentlich

mehr Studio-Gespräche und auch

einige Musiktitel mehr bietet als diese

Doppel-LP. Aber will man den „Killer“ bei

seinem tiefen Wühlen in den südlichen

Wurzeln wirklich digital hören? Allein die

Story ist doch irgendwie tiefschwarz: 1973

sollte Oberknallkopf Jerry Lee mal wieder

ein Album zubereiten, gepfeffert mit amt-

62 www.audio.de ›03 /2014


lichem Südstaaten-Gebläse und Top-Band.

Als Koch kam frisch aus dem Knast Produzent

und Megahitzkopf Huey Meaux. Die

Egos prallten aufeinander – und aus dem

Feuer entstand eine Galaxie tiefschwarzer

Songs und Cover-Versionen, die 1974 als

Gebinde von gerade mal zehn Nummern

erschien. Jetzt hat Bear-Family-Oberhaupt

Richard Weize die Originalbänder entdeckt

– und wir haben viel Spass beim Abhören

der superb gefertigten und verblüffend detailreich

klingenden Scheiben. Der Killer ist

in seinem Element – fröhlich improvisiert

er in die mit krassem Südstaaten-Akzent

gekauten Texte ständig seinen Namen

rein. Die 19 Titel mit viel Rock, viel Roll,

viel Soul und einer guten Portion Swamp

sprühen fast Funken, sogar die langsamen

Nummern glühen rot. Die explosive

Stimmung ist auf der zweiten LP am Ende

festgehalten. Reicht auch. Die Mucke haut

eh besser rein. Justus Schlierbacher

Folk-Jazz

Rock’n’Roll, Soul, Country

Bear Family (2 LPs)

Musik:

Pressqualität:

East Drive

Studio Konzert

Klang:

klang

tipp

klang

tipp

Welch ein Wagnis: Die renommierten

Bauer-Studios in Ludwigsburg laden eine

Band zum Studio-Konzert, schneiden ohne

irgendwelche digitalen Mehrspur-Hexereien

direkt vom zum Teil röhrenbestückten

Mischpult auf eine offenbar bestens in

Schuss gehaltene Zweispur-Bandmaschine

Studer A 820 mit und veröffentlichen

die pure Analog-Produktion dann noch

in strikt limitierter LP-Auflage. Superb

gepresst und zu allem auch noch exzellent

Noch mehr LP-Tipps finden Sie in der

! kommenden AUDIO-Ausgabe 2/14

dokumentiert – schon da lacht das audiophile

Herz. Hut ab vor dem Bauer-Team!

Und natürlich auch vor East Drive, dem Trio

von Gitarrist Vitaly Zolotov, Bassist Philipp

Bardenberg und Drummer/Flötist Bodek

Janke, die sich hier mit dem First-Class-

Pianisten Vadim Neselovskyi verstärken.

Die vier spielen einen slawisch eingefärbten,

abwechslungsreichen, manchmal

zarten, meist kraftvollen Jazz-Rock, dem

man gerne lauscht. Insbesondere wenn

der Klang so exzellent ist: ohne pseudoaudiophile

Mätzchen, ohne Effekte, ohne

Tricks. Also bitte kein Baller-Schlagzeug mit

hochglanzfrisierten Becken und verhalltgeputschter

Snare oder Donner-Piano erwarten.

Dafür perfekt austarierten Sound.

Justus Schlierbacher

Avantgarde

Neuklang/Edel

Musik:

Klang:

Remaster: Neuproduktion , Pressqualität:

Journal Intime Studio Konzert

klang

tipp

Die drei Bläser des Journal Intime verstärkten

sich für das direkt auf analoges

Zweispur-Master geschnittene Studio-

Konzert bei Bauer in Ludwigsburg (siehe

Rezension East Drive) mit dem Gitarristen

Marc Ducret und dem Akkordeonisten

Vincent Peirani. Komponist und Bass-

Saxophonist Frédéric Gastard, Posaunist

Matthias Müller und Trompeter Sylvain

Bardiau spielen ein Programm zwischen

Avantgarde, Free Jazz und Rock, das sie

treffend „Extension des Feux“ (Ausbreitung

der Feuer) nennen. Kein Easy

Listening, dafür spannend bis zur Grenze,

sich jeder Kategorisierung und Wertung

entziehend. Um das Wortspiel der Band

aufzunehmen: oft intim, meist in Time.

Die außergewöhnliche Instrumentenkombi

nahmen die Bauer-Techniker vor

einem hochkonzentrierten Publikum

dermaßen differenziert, räumlich präsent

und dynamisch auf, dass man auch hier

mit Fug und Recht von einer audiophilen

Sternstunde sprechen kann. Justus

Schlierbacher

Blues

„Crazy“ Chris Kramer Chicago Blues

2010 ließ bereits die CD-Fassung von

„Chicago Blues“ Bluesfans mit der

Zunge schnalzen. Ob Shuffle, Boogie oder

schmerzbehafteter Südstaaten-Blues,

stilsicher bewegen sich Chris Kramer und

seine exzellenten Musiker (darunter Mitglieder

von Muddy Waters’ Originalband!)

durch stimmungsvoll-energische bis melancholische

Tracks. Dabei erzeugt schon

allein das alle chromatischen Register ziehende

Mundharmonika-Spiel dieses Blues-

Man aus Westfalen Gänsehautmomen te.

Nun gibt’s diese prächtige deutsche Bluesproduktion

auch als schwere, lebendig und

körperhaft warm klingende 180-Gramm-

LP – und mit vier nur auf Vinyl erhältlichen

Bonustracks. Fritz Schwertfeger

Weihnachts-Jazz

Blow Till Midnight Records (2 LPs)

Musik:

Klang:

Remaster: Neuproduktion, Pressqualität:

klang

tipp

klang

tipp

Bugge Wesseltoft It’s Snowing On My Piano

Das Debüt des norwegischen Pianisten

sorgte 1997 mit der Verschmelzung von

Weihnachtsliedern und freigeistigem Jazz

für Furore. Bugge Wesseltofts Transformationen

von Klassikern wie „Stille Nacht,

heilige Nacht“ oder „Es ist ein Ros

entsprungen“ sind geprägt von feinfühlignuanciertem

Spiel, tönen farbenfroh und

stimmungsvoll, aber auch puristisch und

schwebend-elegant. Ein neues Analogmaster

arbeitet die facettenreiche Darstellungskraft

von Wesseltofts Piano nun in

seiner ganzen Weiträumigkeit heraus: ein

audiophiles Highlight. Fritz Schwertfeger

Musik › POP & ROCK

Neuklang/Edel

Musik:

Klang:

Remaster: Neuproduktion , Pressqualität:

Act/Edel (LP)

Musik:

Klang:

Remaster: 5 Pressqualität:

www.audio.de ›03/2014

63


Musik › Oldies

OLDIE-CD DES MONATS

The Beatles

The US Albums

Apple/Universal (2 CDs mit (13 CDs) 40 Songs / Box-Set mit 6 CDs in Pappschubern + 44-Seiten-Buch)

Da sind die Amis schön vorgeführt worden. Nicht die Engländer, sondern

die eigenen Landsleute von Capitol Records tischten ihnen vor 50

Jahren eine Mär von den Beatles auf. So erschienen 1964 in den USA

sechs LPs der Liverpooler – in England gab es bis dato mit „A Hard

Day’s Night“ und „Beatles For Sale“ nur zwei reguläre Alben. Zudem

hatten viele US-LPs eine andere Optik als die Originale. Kurios etwa das

„Butcher Cover“ von „Yesterday And Today“, das Paul & Co. in weißen

Kitteln mit blutigen Tierknochen und abgehackten Puppenköpfen zeigt.

Die Moralapostel liefen Sturm, die folgenden Auflagen wurden mit

Überkleber ausgeliefert, der die Beatles vor einem Schrankkoffer zeigt.

Das nur für USA kompilierte Album enthielt mit „Drive My Car“, „Yesterday“

und „Doctor Robert“ Songs aus den GB-Alben „Rubber Soul“,

„Help!“ und „Revolver“. Zum 50. Jahrestag des ersten US-Trips der

Fab Four (7. 2.1964) gibt’s nun zwölf Beatles-Discs detailgetreu wie sie

1964 bis ’70 für den US-Markt präpariert wurden: ein Dokument einer

einmaligen historischen Verklärungskampagne. Die Edition offeriert CDs

Alle Beatles-Alben remastered von 2009

im LP-Stil mit Originalcover, Plastik- und Papieri nnenhülle. Dazu gibt’s

erstmals die Doku „The Beatles Story“ mit Musik und O-Tönen.

Zunächst verweigerte Capitol die Beatles völlig. Die ersten Platten vor

1964 erschienen auf den Indie-Labels Vee-Jay bzw. Swan Records.

„Meet The Beatles“, die erste am 10. 1.1964 von Capitol verantwortete

LP, war ein drastisch verändertes Gemisch aus den ersten zwei UK-

Originalen. Erst nach „Revolver“ (1966) erschienen alle LPs („Stg.

Pepper...“, „Magical Mystery Tour“, Abbey Road“, „Let It Be“) getreu den

englischen Originalen. Doch auch am Klang wurde manipuliert. Elf der

13 US-Werke liegen aktuell in Mono und Stereo vor, „Hey Jude“ und

„The Beatles Story“ nur in Stereo. Doch was hieß Mono und Stereo

für die Amis? Die Capitol-Crew hatte ihre eigenen Vorstellungen und

fertigte simulierte Stereo-Mixe, sogenannte Duophonic-Mixe. Zum

Glück wurden die Songs dieser US-Box aber nicht von Capitol-Tapes

gezogen, sondern von den Bändern, die George Martin 2009 von den

1960er-Originalen angefertigt hatte. Willi Andresen

Musik:

Klang:

Ethno-Rock

Pop, Rock, New Wave

Indie-Pop, Rock

Manu Chao Clandestino / Proxima Estacion:

Esperanza / Sibérie M’Etait Contée / Baionarena

Because / Word And Sound (je 1 CD bzw. 2 CDs; je 2 LPs + CD)

Bonustracks, Remastering? Fehlanzeige. Und

auch in Sachen Ausstattung spart sich dieses

Quartett jeglichen Luxus. Dennoch freut man

sich über das Wiederhören mit dem zuletzt

in Teilen vergriffenen Oeuvre von Manu Chao

– zumal alle vier Alben auch als 2-/3-LP-Sets

inklusive CD zu haben sind. Den höchsten

Raritätenwert besitzt das nun erstmals auf CD

veröffentlichte 2004er-Werk „Sibérie M’Etait

Contée“, einst nur als Beilage zu einem Comicbuch

erschienen. Den größten kommerziellen

Erfolg verzeichnete der Franzose baskischer

Abstammung mit „Clandestino“ (mit dem Hit

„Bongo Bong“); am schärfsten rockt der Mix

aus Sounds von Punk bis Salsa aber auf dem

Live-Doppeldecker „Baionarena“. Christof Hammer

Mano Negra – Manus Hauptband von 1987 bis 1995

Diverse Interpreten The Organisation

Of Pop – 30 Years Of Zang Tuum Tumb

ZTT/Soulfood (2 CDs)

Feierstimmung im Hause ZTT: Das Londoner

Kultlabel wurde kürzlich 30 Jahre alt. Zum Jubiläum

zeigt ein 38-Track-Doppel decker, welch

wuchtige und innovative Soundentwürfe die

Klangschmiede von Trevor Horn und Paul

Morley seit 1983 auf die Popszene abfeuerte

und wie smart man in Produktionen für Seal,

808 State, Tom oder Grace Jones den Grenzbereich

zwischen großem Pop und phonstarkem

Radau auslotete. Zudem legt ZTT ein

Deluxe-Set von Frankie Goes To Hollywoods

Best-Of-Disc „Frankie Said“ inklusive DVD

(TV-/Videoclips) auf, und eine weitere Doppeldisc

namens „The Art Of 12‘‘ Vol. 3“ zeigt

mit Tracks von ABC, Madness oder Devo die

Kunst des cleveren (Re-)Mixens. Christof Hammer

weitere ZTT-Acts: Propaganda, The Art Of Noise, The Frames

Nationalgalerie Alles – Werkschau

Rakete Medien / Rough Trade (5 CDs + 1 DVD + 58-Seiten-Booklet)

In den Jahren 1991 bis 1997 brachte es diese

Hamburger Formation quasi auf direktem

Weg vom spannenden Newcomeract zum

gut gehüteten Geheimtipp der alternativen

deutschen Rockszene. Dazwischen allerdings

tat sich (abgesehen vom Hit „Evelin“) etwas

zu wenig um die Nationalgalerie – der große

Durchbruch blieb Niels Frevert & Co. versagt:

Mit allen Studioalben (satt remastert und

um einen bis sechs Bonustracks erweitert)

sowie dem 1994er-Konzertmitschnitt „Live in

Bloomington“ leistet dieses Boxset jetzt eine

kleine Wiedergutmachung. Dazu eröffnet die

DVD „Von einem der Momente“ spannende

Einblicke ins Innenleben einer stets etwas

unter Wert gehandelten Band. Christof Hammer

bekanntestes Einzelalbum: Indiana; Erdmöbel, Fink

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

64 www.audio.de ›03 /2014


Licht und Schatten: neue

Low-budget-Boxsets

Alle Originalalben einer Top-Band in eine

Pappschachtel, ein (halbwegs) günstiges

Preisschild drauf, und schon zücken

die Fans das Portemonnaie: So einfach

stellt sich mancher Labelmanager die Zusammenstellung

einer low-budget-Box vor.

Aber Pustekuchen – auch eine vermeintlich

simple Sache kann man rechtschaffen

vermasseln. Im Fall der Pogues etwa

stört den Kenner zumindest zweierlei: Mit

rund 37 Euro ist das kärglich aufgemachte

Schächtelchen sooo günstig auch wieder

nicht. Völlig unverständlich aber bleibt,

warum die Rhino-Crew für „30 Years“ die

2004er-Normalversionen aller Studioalben

recycelte – und nicht die Remaster-Editionen

von 2005 mit ihren oft substanziellen

bis essentiellen Bonustracks. Diese Form

von Geiz ist nun leider gar nicht geil, denn

wenn man Fans der irischen Folk-Punks

angesichts einer umfangreich aufgearbeiteten

Banddisko graphie noch hätte hinter

dem Ofen hervorlocken können, dann

bitteschön damit. So bleiben als Kaufargumente

lediglich die neuen Abmischungen

des Debüts „Red Roses For Me“ und des

1989er-Werkes „Peace And Love“ sowie

der hier erstmals komplett zu hörende,

aber eher schlappe Konzertmitschnitt

„Live In London“, bei dem Clash-Leader

Joe Strummer den seinerzeit unpässlichen

Pogues-Frontmann Shane MacGowan nur

leidlich ersetzen konnte.

Im Fall von Simply Red hingegen kann

man uneingeschränkt applaudieren: Für

günstige 18 Euro bringt das 4-CD-Set

„Song Book 1985-2010“ satte 49, dekadenweise

(„1980s“ / „1990s“ / „2000s“)

gebündelte Hits der britischen Soulpop-

Götter – und eine interessante Zugabe:

Unter dem Titel „The Band Of 2005“

finden sich auf Disc 4 nämlich erstmals

zwölf Alternativversionen von Simply-Red-

Songs, die nicht den Sprung auf das in

jenem Jahr eingespielte „Simplified“-Remake-Album

schafften: ein Dutzend echter

CD-Premieren also, die in Arrangements

zwischen House, Dub, Latin und Soul

absolut überzeugen können. Und sogar

für eine neues, sattes Remastering (Tony

Cousins) und ein 36-Seiten-Booklet reichte

das Budget noch: Applaus, please! ham

The Pogues Studio 30 Years

PM / Rhino / Warner

Musik:

Simply Red Songbook 1985-2010

Atlantic/Warner

Musik:

Klang:

Klang:

Trance-Jazz

Fusion

Nonesuch/Warner (CD)

Wer Musik erwartet, wie man sie bislang von Brad Mehldau kennt, wird enttäuscht sein.

Sein Duo mit Schlagzeuger Mark Guiliana ist ein Trip ins Psychedelische, mit greinenden

und fauchenden Synthies, viel Fender Rhodes und assoziativen Klangräumen – und ein Ausflug

in Mehldaus Jugend: „Rock‘n‘Roll, Prog-Rock, Bands wie Pink Floyd: Das waren meine Helden,

bevor ich das erste Mal auf Coltrane gestoßen bin und der Jazz die Führung übernommen

hat“, erläutert er. „Mehliana“ ist nun Experiment, das diese Elemente aufgreift – aber eines,

das schon in der Laborphase in sich stimmig wirkt. Dabei musste Mehldau seine Moogs und

seinen Prophet 8 erst einmal spielen lernen. Zwei Jahre las er, was er darüber fand, fragte

Kollegen, probierte aus, bis er sich mit Mark Guiliana sowohl ins Studio in Brooklyn als auch an

die Öffentlichkeit wagte. Ein paar Konzerte spielte man im Herbst 2013 auch in Deutschland.

Wer das Duo da verpasste, dem bleibt mit diesem Album eine Alternative, die auf emphatische

Weise einfängt, was die Musiker im Sinn haben. Viele der Kompositionen wirken improvisiert,

aus dem Fluss gemeinsamer Kommunikation entstanden. Es ist Musik mit Rock-Appeal, mit

hypnotischen Momenten, ausschweifend und ab und an redundant, dann wieder skizzenhaft

und reduktionistisch. Der Hörer wird dabei Teil des Kreativprozesses, erlebt den Reiz des Situativen,

manchmal Unfertigen – bei Musiker dieser Klasse ein besonderes Erlebnis. Ralf Dombrowski

Dafnis Prieto, John Medeski, Motorpsycho

Musik:

Nonesuch/Warner (CD)

Klang:

Pat Metheny Unity Group

Kin (< >)

Indem er das Quartett seiner Unity Band zum

Quintett der Unity Group erweiterte, kann der

Gitarrist Pat Metheny seinem Hang zur Opulenz

zwischen Hard Bop, Hymnen, südamerikanischen

Einflüssen, Country und Rockjazz

besser frönen. Akustische und elektrische

Gitarre, Gitarrensynthesizer, über die Gitarre

gesteuerte mechanische Musikinstrumente

sind Methenys Part in dem fülligen Treiben, in

dem Chris Potter mit diversen Saxofonen Methenys

weit gespannte Linenführung ergänzt.

Antonio Sanchez entfacht polyrhythmisch Wirbel,

Ben Williams schafft mit dem Kontrabass

Kontinuität. Der neue Mann, Giulio Carmassi,

sorgt mit Klavier, Trompete, Vibraphon oder

Cello für zusätzliche Farbtupfer. Werner Stiefele

Ornette Coleman: Song X

Musik:

Klang:

klang

tipp

Modern Jazz

JAZZ-CD DES

MONATS

Brad Mehldau & Mark Guiliana

Mehliana: Taming The Dragon

Subtone

Roswitha‘s Revenge

Laika / Rough Trade (CD)

New York tut manchmal gut. Denn im

Eldorado des Jazz kann man es sich nicht

leisten zu zaudern – sondern muss spielen,

sofort und auf den Punkt, sonst ist man

abgemeldet. Die Musiker des Wahl-Berliner

Quintetts Subtone gönnten sich ein wenig

Metropolenluft und präsentieren sich nun, zurück

in Deutschland, mit ihrem vierten Album

„Roswitha‘s Revenge“ gelöster denn je. Der

klanglich fein balancierte Modern Jazz des

Trompeters Magnus Schriefl, des Pianisten

Florian Hoefner und ihrer Mitstreiter trifft

improvisatorisch eloquent die Mitte zwischen

Reflexion und Intuition, selbstbewusster als

früher und auf dem Weg zu einer stilistischen

Gruppenidentität. Ralf Dombrowski

Tom Harrell, Enrico Rava, Flavio Boltro

Musik:

Klang:

Musik › JAZZ

www.audio.de 03 /2014

65


Musik › Jazz

Kammer-Jazz

Gwilym Simcock / Yuri Goloubev

Reverie At Schloss Elmau

Jazz

ACT/Edel:Kultur (CD)

Abgeschieden liegt Schloss Elmau am Rande

des Wilden Kaisers: das ideale Refugium,

um sich auf sich selbst zu konzentrieren. Die

noble Atmosphäre strahlte auch auf Pianist

Gwilym Simcock und Kontrabassist Yuri

Goloubev aus. Ihre Duette wirken gelassen,

fokussiert und einzig sich selbst verpflichtet.

Goloubev, ein zum Jazz konvertierter Bassist

des Bolschoi-Theaters, vereint sensationelles

Virtuosentum mit grandioser Spiel- und

Improvisationslust. So kosten die beiden die

Schönheit von romantischen Melodien aus,

schwelgen in Wohlklang und geraten bei allem

Hang zur Harmonie nie in Gefahr, sich im

Kitsch zu verlieren. Eine Duoeinspielung von

herausragender Intensität. Werner Stiefele

Ray Brown / Laurindo Almeide: Moonlight Serenade

Musik:

Klang:

David Helbock‘s Random / Control

Think Of Two

Traumton/Indigo (CD)

David Helbock macht es richtig. Der Vorarlberger

Pianist besetzt mit seinem Trio

Random/Control konsequent eine Nische.

Denn seine Musik hat viele musikantische

Elemente und spielt mit Bedeutung, ohne

darüber die Ernsthaftigkeit zu vergessen.

Nach der Solo-Widmung „Purple“ an Prince

wenden Helbock, der Trompeter Johannes

Bär und der Saxofonist Andreas Broger sich

mit „Think Of Two“ nun dem brasilianischen

Musikheroen Hermeto Pascoal und dem

geniale Jazzkauz Thelonious Monk zu. Mit viel

Einfühlung, Witz und multiinstrumental versiert,

zerlegen sie die Originale und verschrauben

sie neu mit Blick auf den Kern der Musik.

Verschrobenheit mit Esprit! Ralf Dombrowski

Breinschmid & Gansch, Matthias Schriefl

Musik:

Klang:

Jazz

Michael Wollny Trio

Weltentraum

Crossover

ACT/Edel (CD)

Offenbar ist Michael Wollny mittlerweile

selbst ein Kunstwerk. Denn für „Weltentraum“

bricht das Label ACT seine Maxime

der vergangenen Jahre, keine Musiker als

Covermotiv zu nehmen. Tatsächlich ist der inzwischen

in Frankfurt/Main lebende Pianist ein

Phänomen der musikalischen Introspek tion,

der es gemeinsam mit Bassist Tim Lefebvre

und Drummer Eric Schaefer schafft, ebenso

mühelos wie stimmig Stücke von Alban Berg,

Wolfgang Rihm oder Pink für den Jazz zu

adaptieren. Tendenziell verhalten, zugleich

aber spannungsgeladen arbeitet er dabei an

seinem Traum, Vorgaben zugunsten eines

universellen klanglichen Ausdrucks überflüssig

werden zu lassen. Grandios!

Fred Hersch, Joachim Kühn, Chris Beier

Musik:

Klang:

Deep Schrott

The Dark Side Of Deep Schrott Vol. 1

Poise/Alive (CD)

Das passt. Die vier Bass-Saxophone von Wollie

Kaiser, Andreas Kaling, Jan Klare und Dirk

Raulf tönen tief, dunkel und wuchtig. Aber

nicht nur: Denn das Quartett entlockt den fast

mannsgroßen Schwergewichten auch höhere

Klänge, die so verzerrt wirken, dass sie an

Sounds einer Elektrogitarre erinnern. Das

dürfen sie auch, denn als ihre dunkle Seite

offenbaren die vier Jazzer eine Vorliebe für

Nummern von Alice Cooper, Black Sabbath,

Nirvana, den Residents und den Doors sowie

Themen, die für Filme von David Lynch komponiert

wurden. Eigentlich unwahrscheinlich,

dass sich Rocknummern und Balladen so

trefflich für Saxophone arrangieren lassen –

aber es hat famos geklappt. Werner Stiefele

Kölner Saxofon Mafia

Musik:

Klang:

klang

tipp

Boxen-Pracht

AUDIO-Mitarbeiter

Werner Stiefele

hat Neuheiten des amerikanischen

Traditionslabels

Okeh unter den Laser gelegt

Einst war das Label Okeh Heimat für

Jazzgiganten wie Louis Armstrong,

Duke Ellington und Fats Waller; dann

ging diese ehemals führende Adresse

des US-Jazz im Fundus von Columbia

unter. Jetzt aber haucht Sony der

Traditionsmarke mit jungen Musikern

fischen Wind ein – endlich.

Die koreanische Pianistin Jo-Yu Chen

etwa lässt sich auf „Stranger“ vom

HipHop-Jazz-Crossover à la E.S.T. und

Bad Plus inspirieren. Die meisten Titel

spielt sie im Trio; gelegentlich ist noch

der Gitarrist Kurt Rosenwinkel als Gast

dabei.

Rocknummern, entspannt groovender

Jazz, Sprach-Musik-Collagen: Der

Gitarrist Nir Felder vereint auf „Golden

Age“ so ziemlich alles, was ihm im

Lauf der Jahre untergekommen ist.

Das Album habe keinen roten Faden,

sagt er selbst. Wohl aber vereint es

hübsche Nummern aus einer Zeit, in

der alles möglich ist. Und ganz zum

Schluss verkündet ein hidden track, der

amerikanische Traum sei beendet.

An die expressiven Soli des Free Jazz

knüpft der Saxofonist James Brandon

Lewis auf „Devine Travels“ an.

Handwerklich perfekte, verschlungene

Melodien zeigen, dass die Revolte eine

eigene Traditionslinie begründet hat.

Der Bezug auf Spritual-Hymnen sowie

das Rezitieren von Texten sind korrekt

nachempfunden, haben aber keine

Spur vom aufrührerischen Impetus der

1960er.

Auf diese für Februar und März angekündigten

Produktionen folgen im April

der zwischen Ethnopop und Jazz angesiedelte

Grenzgang „The Lagos Music

Salon“ der Sängerin Somi und das

rockige Bigbandalbum „Afro Physicist“

des Trompeters Theo Croker.

Jo-Yu Chen Stranger

Musik:

Nir Felder Golden Age

Musik:

Klang:

Klang:

James Brendon Lewis Devine Travels

Musik:

Klang:

Somi The Lagos Music Salon

Musik:

Klang:

Theo Croker Afro Physicist

Musik:

Klang:

66

www.audio.de ›03 /2014


KLASSIK-CD DES MONATS

Diverse Komponisten

Celibidache. The Berlin Recordings 1945-1957

Diverse Orchester; Sergiu Celibidache

audite/Edel (13 CDs)

Je älter er wurde, desto weniger wollte er von Schallplatten wissen.

„Tönende Pfannkuchen“ nannte er sie. Um so begehrter waren

Sergiu Celibidaches Live-Aufnahmen auf dem „grauen Markt“.

Als EMI kurz nach dem Tode des Dirigenten die erste offizielle

CD-Edition herausbrachte, war die Resonanz gewaltig. Doch so

unvergleichlich die Münchner Mitschnitte mit dem altersweisen

„Celi“ auch sind, so sehr vermisse ich manchmal den Feuerkopf der

Nachkriegszeit, den man in einer Filmaufnahme von Beethovens

„Egmont-Ouvertüre“ sieht. Das Dokument, aufgenommen in den

Ruinen der alten Philharmonie, war für mich ein Schlüsselerlebnis:

Es machte nachvollziehbar, warum viele Zeitzeugen seinerzeit

bedauerten, dass nicht Celibidache, sondern Karajan Furtwänglers

Nachfolger bei den Philharmonikern wurde. Das ist eine Energie und

Musik:

Klang:

Passion des Musizierens, die den Zuhörer elektrisiert.

Ähnlich stark war der Eindruck, als ich mich jetzt durch die Sammlung

hörte, die audite jüngst auf 13 CDs herausgebracht hat:

„Celibidache: The Berlin Recordings 1945-57“. Schon wegen CD

3 ist die Box ein Muss: Die Vierte von Brahms und Strauss‘ „Till

Eulenspiegel“ unter konstanter Hochspannung, zum „Chillen“ dann

fünf Orchesterlieder von Hugo Wolf mit der grandiosen Margarete

Klose (wo wachsen heute solche Stimmen?). In dieser Schatztruhe

zu wühlen ist ebenso aufregend wie erhellend: Man fühlt sich wie

mit der Zeitmaschine zurückgefahren ins Berlin der Nachkriegszeit

und spürt den Puls jener Zeit. Ein großer Dank an alle Beteiligten für

diese einzigartige Dokumentation Thomas Voigt

Celibidache. Orchesterkonzerte WDR 1957/58 (Orfeo, 5 CDs)

Musik › Klassik

Sinfonik

Klavier

klang

tipp

Vokal

L. v. Beethoven Egmont op. 84 Kermes, Quadflieg,

Göttinger Symphonie Orchester, C.-M. Mueller

RCA/Sony (CD, 2 LPs)

Egmont kämpft wider die „blutgierige” Tyrannei

und geht für die Freiheit aufs Schafott

– in Beethovens Schauspielmusik (1810) zu

Goethes Trauerspiel kommt auch Clärchen,

Egmonts Geliebte, in zwei Liedern zu Wort.

Simone Kermes singt so lupenrein wie zupackend,

und TV-Landarzt Christian Quadflieg

beschränkt sich in seriöser Manier auf eine

Auswahl an Zwischentexten aus Grillparzers

Feder. Klar, die mustergültige Oehms-Aufnahme

(mit Tobias Moretti und Maria Bengtsson)

knallt mehr, bringt auch Opern-Dramatik ins

Spiel. Doch mit Kermes’ wendig-präzisem

Sopran und dem subtilen Orchester part unter

Christoph-Mathias Mueller ist diese RCA-Disc

eine echte Alternative. Otto Paul Burkhardt

Grieg: Peer Gynt, Bühnenmusik, P. Järvi (Virgin)

C. Debussy, F. Chopin Les sons et les parfums:

Debussy meets Chopin J. Perianes, Klavier

Harmonia Mundi (CD+DVD)

Eine CD für die leisen Stunden des Abends

oder der Nacht: Die Vielfalt der Klangfarben,

die Behutsamkeit des Tastens und die abwartenden

Momente erfordern vom Hörer volle

Konzentration auf das Leise. Der Spanier

Javier Perianes, Jahrgang 1978, kontrastiert

Werke von Chopin und Debussy, spielt sie

abwechselnd, um Gemeinsamkeiten und

Unterschiede aufzuspüren. Jedes der 14

Stücke poliert er mit sensiblem Klangsinn zu

schimmernden Preziosen. Nicht pianistische

Virtuosität, sondern innere Leuchtkraft steht

hier im Vordergrund; ein Eindruck, der durch

eine famose Tontechnik noch verstärkt wird.

Schöne DVD-Zugabe: ein Mitschnitt aus dem

Palau de la Música, Barcelona. Andreas Lucewicz

Stanislaw Bunin (DG)

Diverse Komponisten Che Puro Ciel

B. Mehta, Akademie für Alte Musik Berlin, R. Jacobs

Harmonia Mundi (CD)

Der Krieg der Kastraten – heute wird er von

Counters auf CD geführt. Bald jeden Monat

erscheint eine neue Counter-CD. Bejun

Mehta, einer der Stars jener Szene, zeigt

hier mit Musik rund um die Zeit Glucks und

Mozarts die empfindsamen, lyrischen Seiten

seiner Stimme und tritt damit in Konkurrenz

zu Tenören und Mezzos. Auch den nicht bedingungslosen

Verehrer beeindruckt an Mehtas

Stimmführung Ebenmäßigkeit, Präzision und

elegante Geschmeidigkeit. Aber ich vermisse

die spontane emotionale Faszination, die ich

in diesem Repertoire von den traditionellen

Stimmen kenne. Unter René Jacobs spielt

die „Akademie“ zwar energisch und akkurat,

doch wirklich sinnlich klingt anders. Laszlo Molnar

emotional packender: David Hansen: Rivals (DHM)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

www.audio.de 03 /2014

67


Musik › Klassik

Oper

Sinfonik

Klavier

Jean Baptiste Lully Phaéton

Les Talens Lyriques, Christophe Rousset

C. P. E. Bach Berliner Sinfonien Wq 174, 175,

178-181 Orchestre de Chambre de Lausanne, C. Zacharias

Frédéric Chopin Klavierkonzerte Nr. 1 & 2

O. Scheps, Stuttgarter Kammerorchester, M. Foremny

Aparté / Harmonia Mundi (2 CDs)

MD+G / Naxos (SACD)

Sony (CD)

Jean Baptiste Lully (1632-1687) war der

Maßstab aller musikalischen Dinge am Hof

Ludwigs XIV., und damit auch jener der Oper.

„Phaeton“, entstanden 1683, ist ein gutes

Beispiel für Lullys Arbeit. Die ausführlichen,

auf das kunstvollste ausgearbeiteten Szenen

der Handelnden werden durch Instrumentalund

Chorsätze unterbrochen, ergänzt und

aufgelockert. Trotzdem herrscht auch in dieser

Lully-Oper, besonders im Vergleich mit seinem

Zeitgenossen Marc Antoine Charpentier, eine

solche formale Strenge, dass einem das Werk

bei aller Eleganz und Klangpracht auf Dauer

kühl erscheint. Doch bringen Christophe

Rousset und seine exzellenten Musiker selbst

dieses kalte Licht zum Funkeln. Laszlo Molnar

Der Bach-Familie lag die Musikalität im Blut.

Auch dem Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel,

der 1740/41 bis 1768 Cembalist in der Hofkappelle

Friedrichs des Großen war und sich

als Komponist von Instrumentalwerken einen

Namen machte. In dieser Zeit entstanden

seine acht Berliner Sinfonien, von denen hier

sechs zu hören sind – frische, phantasievolle

Werke, die Christian Zacharias und die Lausanner

mit großer Sorgfalt, viel Schwung und

hohem technischen Können aufgenommen

haben. In einem natürlichen, ausgewogenen

Klangbild fasziniert sowohl das Spiel mit

den Farbwirkungen des Orchesters als auch

der spannende Dialog zwischen hohen und

tiefen Lagen. Andreas Fritz

Gerade mal 28 Jahre jung, gilt Olga Scheps

als neuer Star am Pianistenhimmel. Zu

Recht, denn die Wahlkölnerin aus Moskau

fasziniert auch bei den Chopin-Konzerten

mit einer angenehm nebelarmen Romantik-

Sicht voller Poesie und Klarheit. Beseelt,

traum verloren, aber auch fast rubatofrei und

herrlich spielfreudig: Scheps nimmt Chopin

mit ins 21. Jahrhundert. Nicht ganz so toll ist

die Idee, den oft als schwach bemäkelten

Orchesterpart auf die wackeren Streicher des

Stuttgarter Kammerorchesters zu beschränken.

Denn ohne Holz, Blech und Pauken klingt

das Drumrum noch farbloser. Dann doch lieber

Chopin im Original – und mehr von dieser viel

versprechenden Olga Scheps. Otto Paul Burkhardt

Charpentier: Acteon, William Christie (harmonia mundi)

Haenchen, Kammerorchester C. P. E. Bach (Berlin Classics)

Chopin: Klavierkonzert Nr. 1, Van Cliburn (RCA)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Vokal

Cembalo

Kammermusik

klang

tipp

klang

tipp

W. A. Mozart Violinkonzerte Nr. 3 & 4 R. Chen,

Schleswig-Holstein Music Festival Orch., C. Eschenbach

Sony (CD)

Jungtalent Ray Chen trifft Altmeister Christoph

Eschenbach – da darf man auf das Ergebnis

gespannt sein. Tatsächlich überzeugt

Geiger Chen unter Eschenbachs umsichtiger

Leitung mit edlem Ton, eleganter Phrasierung

und feinen Dynamikabstufungen. Und auch

seine selbst komponierten Konzertkadenzen

können sich hören lassen. Von der hier aufblitzenden

Individualität würde man sich insgesamt

noch mehr wünschen. Dies gilt auch

für die Violinsonate KV 305, die Chen – von

Eschenbach souverän am Klavier begleitet –

ebenfalls betont klassisch interpretiert. Das

Klangbild unterstützt dies durch Klarheit und

Natürlichkeit. Eine Generationen-übergreifend

gute Produktion. Andreas Fritz

Grumiaux, London Symphony Orchestra, Davis (Philips)

Johann Sebastian Bach Das Wohltemperierte

Klavier Band 2 Christophe Rousset, Cembalo

Aparté / Harmonia Mundi (2 CDs)

Diese Doppel-CD ist ein Fest für die Ohren!

Der französische Cembalist und Dirigent

Christophe Rousset (Jg.1961) spielt hier auf

einem originalen Instrument von 1628 des

flämischen Cembalobauers Joannes Ruckers.

Auf diesem 1706 modifizierten Instrument erklingt

der zweite Band von Bachs Wohltemperiertem

Klavier (1740/42). Die Wahl durchweg

gemäßigter Tempi lässt selbst die komplexen

Strukturen drei- bis fünfstimmiger Fugen

verständlich und durchhörbar erscheinen.

Die im Versailler Schloss aufgenommenen

Werke durch alle Tonarten führen den Zuhörer

authentisch ins 18. Jahrhundert zurück – und

das in fein ziseliertem und bei eingesetztem

Koppelzug opulentem Klang. Andreas Lucewicz

Landowska (Naxos), Leonhardt (DHM)

D. Schostakowitsch 24 Preludes op. 34, Quartet

Nr. 8 Dogma Chamber Orchestra, Michail Gurewitsch

MD+G / Naxos (SACD)

Eine Premiere bietet diese klanglich feine,

weil räumlich und natürlich aufgenommene

Produktion: Das Dogma Chamber Orchestra

hat Schostakowitschs 24 Preludes erstmals

in der gelungenen Streichorchester-Fassung

des russischen Komponisten Grigory Korchmar

eingespielt. Dabei findet das Ensemble

für jedes der höchst unterschiedlichen Stücke

den passenden Ausdruck: Ob lyrische Romanze,

übermütiges Gaunerlied, eingängiger

Schlager oder dramatischer Marsch – immer

dringen die Echo-Preisträger zum musikalischen

Kern vor. Ihre Präzision und Spielfreude

kommt auch dem berühmten, selbst

arrangierten Streichquartett Nr. 8 zugute.

Sehr hörenswert. Andreas Fritz

Nikolayeva (Hyperion), Mandelring Quartett (Audite)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

68 www.audio.de ›03 /2014


Digital-Quellen › D/A-Wandler

ENON

Universell &

Klangstark

D/A-Wandler boomen schon länger, Denon ließ sich seinen DAC trotzdem ganz in Ruhe reifen. Jetzt

ist der DA-300 USB fertig und zeigt, dass sich das Warten gelohnt hat.

■ Text: Bernhard Rietschel, Ulrich Fessler

Als Denon und Marantz vor rund

einem halben Jahr zu einer Präsentation

neuer Geräte nach

Sorrento einluden, hätten wir den Denon

DA-300 USB fast übersehen. Und zwar

nicht wegen seiner unscheinbaren Größe,

sondern weil die Organisatoren der

Ausstellung den kleinen D/A-Wandler

betont diskret in einer stillen Ecke versteckten

– und die paar Journalisten, die

ihn dann doch entdeckten, dann baten,

doch möglichst noch keine Bilder davon

zu veröffentlichen.

Einerseits also wollte man den Vorwurf,

den DAC-Trend zu verschlafen, nicht auf

sich sitzen lassen, andererseits den

Überraschungseffekt für die Mitbewerber

nicht gefährden. In der Tat lesen sich

die technischen Daten den DA-300 USB

durchaus spektakulär – vor allem wenn

man den empfohlenen Verkaufspreis

von 400 Euro bedenkt. Man bekommt

dafür einen nach allen Regeln der Kunst

116 www.audio.de ›03 /2014

Test

D/A-Wandler mit Kopfhörerverstärker und

asynchronem, DSD-fähigem USB-Eingang

Denon DA-300 USB 400 €

aufgebauten D/A-Wandler in einem soliden

Alugehäuse, das sich waagerecht

oder auf einem mitgelieferten Fuß senkrecht

aufstellen lässt, wobei sich das

schicke OLED-Display automatisch an

die Ausrichtung anpasst. Die Informationen

über den gewählten Eingang und die

gerade anliegende Abtastrate sind also

stets ordnungsgemäß von links nach

rechts abzulesen.

Handelt es sich beim aktuellen Eingang

um USB, wird noch eine weitere Information

interessant, nämlich die über die

Signalart. Denn während D/A-Wandler

unabhängig von der Preisklasse seit

Jahrzehnten eigentlich nur PCM akzeptierten

– eine Anzeige sich also erübrigte

– gehört der Denon zur ganz neuen Generation

DSD-fähiger DACs. Er kann also

das ursprünglich für die SACD entwickelte

Einbit-Format „Direct Stream Digital“

via USB entgegennehmen und es

direkt an seinen Wandlerchip weiterleiten.

Das raffinierte, von Denon seit vielen

Jahren immer weiter verfeinerte und

mittlerweile mit 32bit Auflösung agierende

AL32-Digitalfilter bleibt dabei

ganz puristisch außen vor, es wird nur

bei PCM-Material aktiv.

Als eigentlichen DAC verwendet Denon

den Burr-Brown PCM1795, dessen symmetrische

Ausgangsströme in einer differentiellen

Strom-Spannungswandlerstufe

zusammengefasst werden. Es

folgt ein vornehmer NJM8068 von New

Japan Radio als Analogfilter, ein weiterer

als Puffer – fertig ist eine sehr rauscharme

Analogstufe. Damit sich deren Potential

möglichst ungestört entfalten

kann, haben die Denon-Ingenieure das


DA-

Digital-Quellen › D/A-Wandler

Audio-Board mit preisklassen-unüblicher

Gründlichkeit von eventuellen Unruhequellen

entkoppelt: Alle Digitaleingänge

sowie die Chips für Eingangswahl,

Steuerung, USB-Interface und Digitalfilterung

sitzen auf einer gemeinsamen

Huckepack-Platine, die vom Wandlerund

Ausgangsstufenboard komplett galvanisch

separiert ist. Digital-Dreck etwa

aus PC-Netzteilen, der häufig auf der

USB-Leitung das Nutzsignal begleitet,

wird von einem ganzen Spalier von Analog

Devices „iCoupler“-ICs (induktive

Übertrager in Chipfom) abgeblockt. Das

funktioniert so gründlich, dass sich der

Denon-DAC via USB im Störabstand

nicht nur „nicht viel schlechter“misst als

via Koax-Input, sondern sogar absolut

identisch – zudem bei besserem Jitter

dank der asynchronen USB-Betriebsart.

Eigentlich fast schade, dass man die hohe

Rauscharmut des DA-300 USB dann

mit einem konventionellen Vorverstärker

womöglich wieder kompromittieren

muss. Denon entschied sich nach ausführlichen

Klangvergleichen dennoch

gegen eine integrierte Lautstärkeregelung

für die Line-Ausgänge: mit dem hier

möglichen Budget hätte sie zu viel Klang

gekostet, in perfekter Qualität dagegen

wiederum zu viel Geld. Regelbar ist am

DA-300 USB daher nur der Kopfhörerausgang,

der sein Signal unmittelbar vor

Fotos: Archiv

Zu allen Sound-Taten bereit: Der DA-300 USB wandelt PCM-Signale bis 192kHz Samplingrate, über USB versteht

er zusätzlich noch DSD mit 2,8MHz (DSD64) und 5,6MHz (DSD128) Taktfrequenz.

www.audio.de ›03 /2014

117


Digital-Quellen › D/A-Wandler

dem Ausgangspuffer abzweigt, es dann

mit einem eigenen Pegelstell-IC regelt

und mit zwei Verstärkerchips kopfhörergerecht

kräftigt. So erhält man einen

Kopfhörerverstärker, der auch mit

schwierigen, hochohmigen Modellen

gut zurechtkommt und stets klar und

fein klingt.

Seinen vollen Glanz entwickelte der Denon

aber über die Cinch-Ausgänge, und

zwar insbesondere dann, wenn die EIngangssignale

via USB ankamen. Gegenüber

dem ebenfalls sehr guten Koax-Eingang

zeigte diese Betriebsart noch mehr

Ruhe, ein stabileres Bühnenbild mit feineren,

eindeutiger gezeichneten Strukturen.

Streamte der 110-Punkte-Netzwerkplayer

Linn Sneaky Music DS parallel

dieselbe Datei, konnte man durch

Hin- und Herschalten gut die Stärken

und Schwächen der beiden grundsätzlich

unterschiedlichen Wiedergabeketten

vergleichen. Wunderbar deutlich

ging das etwa mit „Draumsyn“, einem

minimalistischen, enorm atmosphärischen

Soloalbum der norwegischen

Geigerin Anne Hytta (FLAC 192/24 via

Highresaudio.de): Auch nach Ausgleich

seines leichten Lautstärkevorsprungs

wirkte der Denon räumlich etwas breiter,

direkter und präsenter, ließ aber

nicht ganz so weit in die kleine norwegische

Kirche hineinhören, die als Aufnahmeort

diente. Auf die ersten Takte oft

eindrucksvoller, nach einigen Minuten

zumindest ebenbürtig – mit seinem dynamisch-klaren,

sehr detailfreudigen

Klang muss sich der DA-300USB auch

hinter teureren DACs nicht verstecken.

Splendid Isolation:

Die Eingangs- und

Steuerplatine (oben) dockt

ganz links auf dem Audio-

Motherboard (links) an; der

gesamte Datenverkehr in

Richtung DAC ist über eine

Reihe ADUM-Übertragerchips

galvanisch entkoppelt. Ein in

dieser Preisklasse selten

gründlicher Aufbau.

Fazit

StecKBRIEF

empfehlung

Denon Preis/Leistung

DA-300 USB

Vertrieb

Denon

02157 / 1208 0

www.

denon.de

Listenpreis

400 Euro

Garantiezeit

3 Jahre

Abmessungen B x H x T 17 x 6 x 18 cm

Gewicht

1,5 kg

digital in/out

USB Host / Stream / iPod – / • / –

Bluetooth / Codecs – / –

Cinch/optisch/BNC/AES 1 / 2 / – / –

Digitalausgang –

ausgänge

Cinch / XLR / DIN 1 / – / – (+Kopfhörer)

Pegel regelbar

• (nur Kopfhörer)

schaltb. Digitalfilter –

ausstattung

Fernbedienung –

Anzeige kHz / Bit • / –

max. Abtastrate 192kHz USB, 192kHz S/

PDIF, 5,6MHz DSD-USB

Besonderheiten

Kopfhörer-Verstärker

AUDIOGRAMM

Klang Cinch 110

Klang XLR –

Ausstattung

gut

Bedienung

gut

Verarbeitung

sehr gut

klangurteil

Preis/Leistung

Bernhard Rietschel

AUDIO-Redakteur

Ob als Kopfhörer-Station auf dem

Schreibtisch oder als Veredlung

für eine richtige HiFi-Anlage – mit

dem DA-300 USB bekommt man

einen ausgereiften, mit allen aktuellen

Format-Trends kompatiblen

und toll klingenden DAC.

ÅKlarer, großformatigdetailreicher

Klang

Í –

110 Punkte

überragend

03/14

Messlabor

Der Denon-Wandler misst sich in jeder

Hinsicht makellos: linealglatte und weit

ausgedehnte Frequenzgänge (1), sehr niedriger

Klirr mit dominantem k2 (o.Abb.), der

über den gesamten Dynamikbereich zudem

vorbildlich stetig verläuft. Hervorragend

auch der Rauschabstand mit 118dB

via USB und 112dB via Koax sowie der Jitter

mit 162/204ps (USB/Koax).

118

www.audio.de ›03 /2014


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AUDIO erscheint im Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH, Richard-

Reitzner-Allee 2, 85540 Haar, Handelsregister München, HRB 154289

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Datum


Unterschrift

WK 4032 M03


Lautsprecher › StandBOXEN

Meter mal klang

Mit einem Meter-Preis von rund 1600 Euro wollen diese vier schicken

Lautsprecher den hart umkämpften Markt der wohnraumfreundlichen

Standboxen neu definieren. Wie viel HiFi können sie dabei bieten?

■ Test: Alexandros Mitropoulos

Während die in diesem Heft vorgestellten röhrenfreundlichen

Lautsprecher zu höchsten audiophilen

Exkursionen einladen, bringen sie für den

normalen HiFiisten zwei Probleme mit sich. Während die

Blumenhofer-Standbox mit etwa 6000 Euro vielleicht noch

halbwegs bezahlbar ist, heben die Ayon und die Voxativ

preislich vollends ab. Besonders die Ampeggio Due dürfte

mit einem Paarpreis von rund 88.000 Euro für die meisten

von uns in unerreichbaren Regionen spielen.

Doch selbst wenn das nötige Kleingeld dafür da wäre,

kommt schon das nächste Problem. Dafür genügt es, die

Boxen nur einmal anzusehen: Die Ayon und die Voxativ wirken

mit ihren imposanten Dimensionen nicht gerade wohnraum-tauglich

– besonders dann nicht, wenn dieser Raum

noch mit anderen Menschen geteilt werden muss. Mit

Glück duldet deren Schmerzgrenze bei Standlaut sprechern

aber das klassische Ein-Meter-Format – und wenn dann

auch noch etwas Schickes und doch Unauffälliges dabei ist:

umso besser. Die vier hier vorgestellten Lautsprecher erfüllen

zumindest schon einmal die optischen Anforderungen

– mit einem Paarpreis um die 1600 Euro sind sie auch deutlich

erschwinglicher als Ampeggio Due und Co.

Dass man dabei trotz kleinerer Gehäuse keine Klangkompromisse

akzeptieren muss, beweist die amerikanische Marke

Boston mit der M250. Aus Italien kommt die Syntar 530 von

Chario. Deren aufwendig konstruiertes Gehäuse soll besonders

vibrationsarm sein und damit den Klang beflügeln. Optisch

verfolgen Monitor Audio und Elac einen moderneren

Stil – zumindest in den uns vorliegenden Ausführungen.

Die Engländerin klingt enorm ausgewogen; die Stärke der

Elac (Heimathafen: Kiel) liegt in ihrer flotten Art.

Die vier Ein-Meter-Boxen wollen jedenfalls beweisen, dass

sie ein Wohnzimmer nicht nur optisch schmücken können,

sondern dieses auch klanglich bereichern. Also eine klare

win-win-Situation, oder?

Test

Standlautsprecher um 1600 Euro

Boston M 250 1600 €

Chario Syntar 530 1600 €

Elac FS 197 1760 €

Monitor Audio Silver 6 1480 €

120 www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

Fotos: Julian Bauer, Archiv

www.audio.de ›03/2014

121


Lautsprecher › StandBOXEN

boston m 250 1600 EURO

Die M 250 geht als günstigste

Standbox aus Bostons M-Serie

an den Start. Während sich die

nächstgrößere M 340 bereits in AUDIO

12/13 mit ihrem klangstarken Quartett

von 11er-Chassis bewähren konnte, versucht

sich die M 250 eher mit einer konventionellen

Bestückung: Zwei 13er-

Treiber, die Boston mit relativ weichen

Polyprop-Membranen bestückt, zeichnen

für den Tiefmittelton verantwortlich.

und arbeiten nach dem 2,5-Wege-Prinzip.

Sie spielen also im Bass parallel, der

untere klinkt sich aber schon im Grundton

aus, während der obere bis zur Übergangsfrequenz

zum Tweeter, also bis

ungefähr drei Kilohertz reicht.

Der Hochtöner ist bereits aus der M340

bekannt, eine leicht abgeflachte 25mm-

Kalotte mit mittig platzierter Fixierung.

Der Sinn des Piercings: Die schwingende,

also schall-produzierende Fläche ist

ringförmig. Boston verspricht sich dadurch

eine linearere Kennlinie und eine

größere Bandbreite im Hochton (siehe

dazu auch Messlabor).

Bei der Verarbeitung der M250 gibt es

wie schon bei der M340 keine Überraschungen.

Ein schickes Kunst leder-Kleid

zieht sich über den gesamten Mittelteil

des Gehäuses. Es wurde sauber verklebt

und verleiht der zierlichen Standbox

einen wertig-edlen Auftritt. Nur die

Löcher zum Fixieren der Front-Abdeckung

passen nicht zur Optik – eine magnetische

Halterung wäre hier die elegantere

Lösung gewesen. Die Seitenteile

gibt es wahlweise in Glanz- Schwarz

oder wie beim Testmuster mit feinem

Walnuss-Furnier. Dank des massiven

Gehäusesockels steht die M 250 sicher

und quasi wie angenagelt auf dem Boden.

Außen hui, innen – auch hui: Die Entwickler

bauten das Gehäuse der 97cm-

Box zweilagig auf, um Eigenresonanzen

den Garaus zu machen. Zwischen den

Seitenplatten liegt eine stark vibrationsschluckende

Lage eines speziellen

Dämm-Materials. Die Akustik-Behandlung

soll vor allem eine präzise Wiedergabe

des Mitteltonbereichs fördern.

So chic: Die M250 gibt es in zwei

Ausführungen – mit Seitenteilen in Hochglanz-

Schwarz oder mit Walnuss-Furnier. In beiden

Versionen bedeckt ein sympathisch wirkender

Kunstleder-Streifen den kompletten Korpus.

Raum und

aufstellung

Raumgröße

M

K

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Am ausgewogensten bei

freistehender und etwa 40-50

Grad angewinkelter

Aufstellung. Hörabstand 2,5m.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 134.

122

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

passt haargenau:

Die Verarbeitung der

M250 kann sich sehen

lassen: Aussparungen für

die Chassis wurden millimetergenau

in die Schallwand

gefräst; das Kunstleder

sauber angebracht.

Das Innere der Box

besitzt eine großzügige

Füllung mit schallschluckendem

Akustik-Filz.

Abbildungs-Talent

Tatsächlich: Die ersten Takte bei Paul

McCartneys „Certain Softness” („Chaos

And Creation In The Back“) bestätigten

das mit einer offen klingenden und

stringenten Darstellung von Stimmen:

Die Boston wandelte die vielen, teils

sehr komplexen Background-Vocals

oder auch die Stimme von „Macca”

himself plastisch und über weite Strecken

neutral. Denn der Präsenzbereich

klang tendenziell wärmer, was jedoch

nicht wie befürchtet zu einer schlechteren

Detailzeichnung oder Auflösung

führte. Viel mehr gewann die Musik eine

etwas gemütlichere, unverkrampfte

Note – eine durchaus beliebte Lautsprecher-Abstimmung,

die im Mittelhochton

garantiert nie nerven dürfte.

Basslastigere Songs à la Marcus Millers

„Lonnie’s Lament” (aus dem grandiosen

Album „The Ozell Tapes”) wandelte die

Boston dann auch pfundig und enorm facettenreich.

Besonders bei schnelleren

Passagen wirkte ihr Spiel etwas zurückhaltender

als bei den anderen Lautsprechern,

was den zuvor erwähnten, unaufgeregten

Charakter der Boston zusätzlich

unterstrich. Dass die M 250 nicht

ganz so tief in den Basskeller ging, war

mitunter sogar von Vorteil – trägen Bassbrei

produzierte die Amerikanerin nämlich

nie.

Alle etwaigen Kritikpunkte waren mit

Einlegen des nächsten Songs ohnehin

wieder vergessen: Die Bühne bei „Gipsy

Earrings” („Americas“) des Gitarren-

Duos Strunz & Farah wirkte atmosphärisch

und baute sich imposant vor den

Testern auf. Selbst die sehr dicht positionierten

Gitarren konnte die Boston präzise

und farbenfroh differenzieren: Die

teilweise übertriebenen Hallfahnen können

über manche Lautsprecher schonmal

schwammig klingen – nicht so bei

der Boston. Fans einer luftigen, saubergestaffelten

Abbildung werden an der

M250 am ehesten Gefallen finden – in

dieser Disziplin machte ihr kein anderer

Lautsprecher dieses Test etwas vor.

StecKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

Audiogramm

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

Boston

M250

D&M Germany

0541 / 40 46 60

bostona.eu

1600 Euro

5 Jahre

24,5 x 97,6 x 25 cm

11,8 kg

• / – / •

Seiten Walnuss oder Schwarz,

Mittelteil stets Kunstleder

2,5 Wege, Bassreflex



ÅKlare, natürliche Stimmenwiedergabe,

hervorragende

Abbildung.

Í Je nach Genre wirkt der

Bass etwas langsam.

80

85

85

80

85

85

85

80

sehr gut

83 Punkte

sehr gut

Messlabor

Auf Achse gemessen, sieht man im Frequenzgang

der Boston eine leichte Senke

im Präsenzbereich, was einen wärmeren

Klang fördern dürfte. Seitlich tritt ein

gleichmäßiger, früh eintretender Hochtonabfall

ein (Abb. 1). Die untere Grenzfrequenz

beträgt durchschnittliche 62Hz (bei

-6dB). Die Klirrmessung sieht vorbildlich

aus: bis 95dB überhaupt kein Klirr, selbst

bei 100dB unbedenklicher Anstieg. AK=60

Boston M250

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Boston M250

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›03/2014 123


Lautsprecher › StandBOXEN

Chario Syntar 530 1600 EURO

Chario – das assoziiert man mit

sehr aufwendig, sauber und oft

sogar aus massiven Hölzern gefertigten

Lautsprechern. Ein Evergreen

stellt die Syntar-Serie dar, die es immerhin

schon seit über 20 Jahren im Programm

der Italiener gibt. Die zierlich wirkende,

spitz-kantige Syntar 530 kostet

rund 1600 Euro und siedelt sich im

obersten Einsteigerbereich an. Das wunderhübsche

Echtholz-Furnier (hier: Wenge)

wurde tadellos verarbeitet. Eine Version

mit abgerundeten Massivholz-Kanten

namens 530 R gibt es auch, diese

kostet aber wegen des mehrteiligen,

komplexen Aufbaus stolze 2300 Euro.

Wobei es selbst die Konstruktion der

günstigeren 530er – also ohne „R” im

Namen – faustdick hinter den Kanten

hat. Während andere Hersteller die

Innen kanten ihrer Gehäuse-Paneele mit

einer 45-Grad-Gehrung fräsen, geht

Chario bei der Syntar 530 einen deutlich

umständlicheren Weg. Der Schnittwinkel

beträgt hier nämlich 90 Grad. Mittels

einer kleinen eingefrästen Stufe verleimen

die Italiener die einzelnen Teile somit

fugenfrei miteinander. Dabei verwenden

sie keinen banalen Holzleim

sondern einen Spezial-Klebstoff, der vi-

brationsabsorbierende Eigenschaften

haben soll – freilich mit dem Ziel, die Gehäuseteile

akustisch besser von einander

zu entkoppeln.

Die Chario 530 arbeitet als echte Drei-

Wege-Box. Frequenzen bis 300 Hertz

wandelt ein im Gehäuseboden eingebauter,

nach unten abstrahlender Tieftöner.

Seine 16cm-Membran aus Kunststoff-Polymer

ist für große Hübe ausgelegt

und arbeitet dank eines am Gehäusefuß

angebrachten Sockels auf eine

definierte Austrittsöffnung. Dann kommt

ein Mitteltöner mit den selben technischen

Merkmalen zum Einsatz, der aber

bereits bei niedrigen 1,4 Kilohertz dem

Hochtöner das Feld überlässt. Im Tweeter

setzt Chario eine mit Alu bedampfte

27mm-Kalotte aus Seide ein. Die Alu-

Behandlung versteift die Oberfläche,

was den Klirr bei hohen Pegeln in Zaum

halten soll. Die in der Montageplatte eingegossene

Schallführung kontrolliert

das Rundstrahlverhalten des Tweeters.

So standfest: Im Gehäuseboden integrierten

die Italiener neben dem Woofer auch

die Reflex-Öffnung. Der Abstand zwischen

Gehäuse und Fuß wurde genau berechnet und

nimmt Einfluss auf den Klang.

Raum und

aufstellung

Raumgröße

M

K

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Freistehend aufstellen und nur

ganz leicht anwinkeln (etwa

10-15 Grad). Hörabstand ab

2,5m einhalten.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 134.

124

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

so italienisch:

Neben den Gehäusen entwickelt

Chario auch die

Chassis in Eigenregie in

Italien. So auch den

bäuchlings eingebauten

16er-Tieftöner, der den

Boden als pegel-spendende

Reflektionsfläche

nutzt. Rechts sehr gut zu

sehen: das feinporige

Echtholz-Furnier der 530.

And then there was rock

Ob es an der Tweeter-Behandlung lag?

Der gesamte Hochtonbereich zeichnete

sich durch hohe Auflösung aus und klang

insgesamt ausgewogen: Details der

Blechbläser bei Hiroshi Fukumuras

„Captain Caribe” („Hunt Up Wind“) wandelte

die italienische Box souverän, feingliedrig

und sehr dynamisch. Voraussetzung

dafür war jedoch, dass man die Boxen

nicht wie gewohnt direkt auf den

Hörer richtete, sondern eher parallel zueinander

aufstellte. Im AUDIO-Hörraum

funktionierte eine minimale Anwinkelung

am besten – so wahrte die Chario

ihren Charakter eines sympathischen

Feingeistes.

Während der Hochton also bei korrekter

Aufstellung durchaus lobenswerte Klarheit

besaß, wirkte der Präsenzbereich –

ähnlich wie bei der Boston – tendenziell

wärmer als etwa mit der Monitor Audio

und der Elac. Dass Gesang deshalb garantiert

nicht nerven konnte, dürfte das

größte Forte einer solchen Abstimmung

sein. Tatsächlich: Bei Led Zeppelins

„Black Dog” schien Robert Plants Stimme

auf der Bühne minimal weiter hinten

zu stehen – als würde er untypischerweise

unter Lampenfieber leiden.

Das machte aber nichts – im Gegenteil:

Denn genau dieser wärmere Klang gefiel

den Testern, da er perfekt zu solch

epochalen Rock-Klassikern aus den 70erund

80er-Jahren passte. Hier zeigte die

Chario ihren wahren Charme: Sie rockte

das Haus! Bei entsprechender Songauswahl

legte die Italienerin das edle Abendkleid

ab, zog sich Lederjacke und zerfetzte

Jeans an – und sorgte einfach für

gute Laune. Dabei ging sie aber nicht

wie ein plumper Heavy-Metal-Grobian

in Head-Banging-Manier zur Sache, sondern

behielt stets eine gediegene, noble,

Pink-Floyd-artige Spielweise bei. Der

Grund: Ihren druckvollen und tiefen Bass

hatte die Chario stets unter Kontrolle

und versuchte nie, durch bloße Effekthascherei

ans Ziel zu kommen. Das Ergebnis:

ein stimmiger Gesamteindruck.

StecKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

Audiogramm

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

Chario

Syntar 530

Chario Deutschland

0 22 51 / 97 00 43

chario.com

1600 Euro

5 Jahre

19 x 95 x 31 cm

17 kg

• / – / –

Wenge, Kirsche, Walnuss,

Esche schwarz.

3-Wege, Bassreflex


Downfire Bass

ÅDruckvoller und präziser

Bass, ausgewogene Abbildung.

Í Stimmen wirken manchmal

etwas zurückhaltend.

80

85

80

85

85

80

85

85

sehr gut

83 Punkte

sehr gut

Messlabor

Axial gemessen (rot) erkennt man im Frequenzverlauf

(Abb. 1) einen Hochton-Anstieg

mit zunehmender Frequenz; seitlich

einen gutmütigeren Abfall (blau). In beiden

Fällen tritt jedoch eine breitbandige Senke

zwischen 1kHz und 5kHz auf. Bereits bei

95dB entsteht marginaler Klirr, der aber bei

100dB deutlich zunimmt. Ein Peak entsteht

genau bei 300Hz – der Übergangsfrequenz

des Tieftöners zum Mitteltöner. AK=70

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

Chario Syntar 530

Frequenzgang

axial 10*hoch 30*seitl.

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Chario Syntar 530

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›03/2014 125


Lautsprecher › StandBOXEN

Elac FS 197 1760 EURO

Die Elac FS 197 soll mit ihrem

schlanken Gehäuse und dem

Seidenmatt-Finish besonders

Musikfreunde ansprechen, die auch ein

Faible für modernes Design haben. Die

weiße Lackierung des Testpaares (wahlweise

auch in Schwarz) verdient jedenfalls

Lob, zumal die Farbe gleichmäßig

und tadellos aufgetragen wurde.

Doch wenn man an den deutschen Boxen-Hersteller

Elac denkt, dürfte den

meisten nicht das moderne Design, sondern

der Jet-Hochtöner in den Sinn kommen,

den die Kieler seit 1993 benutzen.

Als Vorbild diente den Elac-Entwicklern

Oskar Heils originaler Air-Motion-Treiber,

der eine im Zickzack gefaltete Folienmembran

nutzt. Wird die Membran

durch einen Spannungsimpuls angeregt,

ziehen sich die Falten – ähnlich wie bei

einem Akkordeon – in Längsrichtung zusammen,

was Luft hinauspresst oder

bei der Gegenbewegung ansaugt. Eine

sehr effizient Art der Schallerzeugung,

und da die zu bewegende Masse beim

gefalteten Bändchen deutlich leichter

ausfällt als bei konventionellen Kalottenhochtönern,

sagt man ihnen eine schnellere

und damit impulsgenauere Wand-

lung nach. Kein Wunder, dass neben

Elac auch andere Top-Hersteller wie

Martin Logan, ADAM oder Burmester

auf Varianten dieses Schallwandler-Prinzips

setzen. In der Elac FS 197 kommt

die mittlerweile dritte Genera tion des

Jet-Hochtöners zum Einsatz – nun mit

Neodym-Magneten noch kräftiger und

klirr ärmer als der Vorgänger.

In der 97 Zentimeter hohen Box stecken

natürlich auch Tiefmitteltöner – zwei an

der Zahl, und mit schwarz eloxierten

14er-Membranen. Elac nutzt hier einen

Sandwich-Aufbau aus Alu und einem

Verbundmaterial. Diese Kombination

soll sich durch hohe Steifigkeit, geringes

Gewicht und Resonanzarmut auszeichnen.

Eine massive Bodenplatte mit verchromten

Füßchen hebt den Lautsprecher

etwas vom Untergrund ab. Diese

sollte auch benutzt werden, da das Bassreflexrohr

im Sockelbereich mündet.

Mit vereinter kraft: Die 2,5-Wege-Elac

nutzt für den Tiefmittelton zwei Chassis. Eines

spielt bis 700 Hertz, das andere noch bis 2,7 kHz.

Dann mischt sich auch der Jet-Hochtöner ein.

Raum und

aufstellung

Raumgröße

M

K

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Möglichst freistehend und

stärker angewinkelt aufstellen.

Abstand der Boxen zueinander

maximal 2,5m. Hörabstand 2m.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 134.

126

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

Mark III: Der Jet-

Hochtöner in der aktuellsten

Version soll

gegenüber seinen

Vorgängern tiefer ankoppelbar

sein und weniger

klirren. Das Anschluss-

Terminal erlaubt einen

Bi-Wiring-Betrieb.

Mit fleiSS zum preis

Besonders der Aufstellort wirkte sich

stark auf die Bassgüte der Elac aus: Ganz

nah an der Wand tönte sie in den unteren

Registern stellenweise undefiniert

und je nach Musik etwas dickwanstig.

Deutlich wohler fühlte sich die FS 197

freistehend, und mit genug Platz zu den

Seiten. So spielte der Bass bei Marcus

Millers „Power” ausgewogener und

deutlich konturierter als zuvor. Der Unterschied

in der Präzision geriet derart

groß, dass sich die Elac nun mit der Monitor

Audio (siehe nächste Doppelseite)

duellierte, zumal beide einen vergleichbaren

Tiefgang besitzen.

Nebeneffekt dieser Aufstellung: Die Abbildung

verbesserte sich drastisch.

Klang die Bühne wandnah zweidimensional

und trotz Anwinkeln klein und

engbrüstig, spreizte sie sich nun fächerartig

auf. Als hätte ein Tontechniker

plötzlich die Panorama-Potentiometer

auf seinem Mischpult voll aufgerissen:

Im Intro von „The Hurting” (vom gleichnamigen

1983er-Debüt von Tears For

Fears) standen die Gitarren auf der Stereobasis

nun weiter außen und tönten

auch voluminöser.

Der ab 2,7kHz einsetzende Jet-Tweeter

kam dem Präsenz- und Hochton-Bereich

zu Gute. Gesang gab die Elac luftig und

neutral wieder, akustische Instrumente

wie Klarinetten oder Trompeten nuanciert

und (falls nötig) auch mit ordentlicher

Attacke – an der Kompetent des

JET kam nicht der geringste Zweifel auf.

Um diese Feinheit auch in den höchsten

Frequenzen voll genießen zu können,

sollte man der leichten Richtwirkung

des Hochtöners Rechnung tragen und

die Boxen in Richtung Hörplatz einwinkeln.

Ungefähr auf die Tester-Ohren gerichtet,

lieferten die Elacs Luft und Glanz

ganz ohne Stress. Das war magische

Punkt, an dem die Elac ihr volles Potential

erreichte und regelrecht aufblühte:

Die Bühnenabbildung wirkte atmosphärisch

und natürlich, tonal spielte sie verfärbungsfrei

und sehr dynamisch.

StecKBRIEF

Vertrieb

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Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

Audiogramm

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

elac

fS 197

Elac Electroacustik GmbH

04 31 / 64 77 40

elac.de

1760 Euro

5 Jahre

21 x 97,5 x 29 cm

15 kg

– / • / –

Seidenmatt Schwarz oder

Weiss

2,5 Wege, Bassreflex


JET-Tweeter

ÅEnorm präziser Mittehochtonbereich,

hervorragende

Abbildung.

Í Wandnah etwas matte

Abbildung.

85

85

85

85

85

80

80

80

sehr gut

84 Punkte

sehr gut

Messlabor

Der Frequenzgang der FS 197 zeigt sich

auf Achse sehr linear und breitbandig. Die

obere Grenzfrequenz liegt jenseits der

Messmikrofon-Fähigkeiten (>40kHz). Seitlich

gemessen, tritt ein recht gutmütiger,

aber konstanter Abfall im Hochton ein

(Abb. 1). Vernachlässigbarer Klirr bei 95dB,

danach im Mittelton tendenziell ansteigend,

aber selbst dann vollkommen unproblematisch

(Abb. 2). AK=59

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

Elac FS 197

Frequenzgang

axial 10*hoch 30*seitl.

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Elac FS 197

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›03/2014 127


Lautsprecher › StandBOXEN

Monitor Audio Silver 6 1480 EURO

Monitor Audios neue Silver-Serie

besteht aus fünf Lautsprechern,

die sich für den Stereo-

Betrieb eignen. In AUDIO 1/14 und 2/14

konnten sich bereits beide Kompaktlautsprecher

bewähren: Die Silver 1 und 2

gefielen mit ihrer präzisen, sehr feingliedrigen

Abbildung – spielten aber im

Bass tendenziell schlanker. Für eine freistehende

Aufstellung (also 1 - 2 Meter

von der Rückwand entfernt) fährt man

mit einer Standbox wie der Silver 6 auf

der sicheren Seite. Die kleinste Silver-

Standbox dürfte trotz ihrer überschaubaren

Höhe von 97 Zentimetern einen vollständigeren

Klang als die Kompakten

produzieren – gerade im Bass-Bereich.

Für die Extraportion Druck im Tieftonkeller

nutzt die Silver 6 ein aufwendiges Reflexsystem,

das mit zwei genau aufeinander

abgestimmten Rohren arbeitet.

Größe und Form beider Reflex-Ports sollen

Geräusche verhindern, die während

der Wiedergabe dort durch Luftverwirbelungen

entstehen können. Ansonsten

arbeitet die schnuckelige Britin in klassischer

2,5-Wege-Manier: Der untere

Tieftöner beisitzt eine eigene Gehäusekammer

und hilft nur im Bass mit, der

obere übernimmt hingegen auch die

Mitten. Im Hochton ab 2,7kHz spielt ein

Tweeter mit MA-typisch Gold -eloxierter

Alu-Membran.

Wie bei den bereits sehr guten Treibern

der Vorgänger-Serie RX, kommen auch

in der neuen Silver-Reihe Tiefmitteltöner

mit kleinen eingeprägten Dellen zum

Einsatz, die zum Rand hin größer werden.

Das sieht schick aus, soll aber vor

allem die Resonanzeigenschaften der

sehr steifen Aluschalen noch gutmütiger

und berechenbarer machen, weswegen

man auch den bislang benötigten Phase-Plug

weglassen konnte.

Apropos Aussehen: Die Silver 6 präsentiert

sich mit einer tadellosen und wertigen

Verarbeitung. Die sauber aufgebrachte

weiße Hochglanz-Lackierung

des Testpaares verleiht dem Lautsprecher

ein modern-edles Aussehen. Doch

macht die Monitor Audio auch klanglich

eine gute Figur?

Keine löcher: Die Frontabdeckung hält

sich magnetisch am Gehäuse fest. Hässliche

Bohrlöcher für Plastikstifte gibt es somit nicht.

Ein feines Gitter schützt den Hochtöner, auch

wenn die Abdeckung entfernt wurde.

Raum und

aufstellung

Raumgröße

M

K

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Freistehend aufstellen und nur

minimal (etwa 10 Grad)

anwinkeln. Abstand der Boxen

zueinander 3,5m.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 134.

128

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN

Getrennte Wege:

Das untere Chassis teilt

sich eine eigene Kammer

mit der Frequenzweiche.

Woofer Nummer 2 und der

Hochtöner wohnen einen

Stock höher gemeinsam –

aber eben doch getrennt.

Auch dieser Tief-Mitteltöner

besitzt ein eigenes,

auf der Rückseite mündendes

Reflexrohr.

stets ausgewogen

Schlanker Bass? Fehlanzeige – wohlproportioniert

dürfte hier das richtige

Schlagwort sein. Denn im Tiefton bereich

ging die Silver 6 zwar tatkräftig zur Sache,

behielt die Zügel jedoch stets fest

in der Hand – fester als Boston oder Chario.

Insgesamt schien Monitor Audio bei

der Abstimmung dieser kleinen Standbox

die Ideallinie zwischen Neutralität

und Spielfreude gefunden zu haben. Bereits

frisch aus dem Karton wandelte sie

Gitarren oder Stimmen dynamisch und

löst diese fein auf – feiner als die übrigen

Boxen im Test: Der Gesang bei „How

Long” von der Newcomerin Ndidi („Dark

Swing“) wirkte sehr plastisch und detailreich,

die Gitarre besaß ordentlich Attacke,

ohne dabei zu nerven. Nur die Elac

FS 197 konnte da mithalten. Doch als die

Monitor Audio ihre Einspielphase hinter

sich hatte, lockerte sie sich im Hochton

zusätzlich. Das Ergebnis: Die Abbildung

bei „Catch Me If You Can” von Tokunbo

(„Queendom Come“; siehe S. 55) geriet

authentischer und die Silver 6 schien

nun mit schnellerem Timing zu spielen.

Besonders wegen ihrer flinkeren Art

konnte sie der stellenweise etwas übereifrigen

Elac auf der Zielgeraden dann

doch noch knapp davon ziehen.

Fazit

Alexandros Mitropoulos

AUDIO-Redakteur

Diese Standboxen sehen durchweg

schick aus – auch wenn das Geschmackssache

sein mag. Doch das

Quartett lässt zudem Fakten sprechen:

Alle Kandidaten besitzen trotz

wohnraum-tauglicher Ein-Meter-

Gehäuse Standbox-Qualitäten und

bieten viel HiFi: Boston und Chario

eignen sich besonders für unaufgeregten

Musikgenuss. Elac und

Monitor Audio klingen neutraler, die

Silver 6 am ausgewogensten.

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Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

Audiogramm

ÅAusgewogener Klang, präziser

und kräftiger Bass, klare

Mitten, detailreicher Hochton,

sehr gute Verarbeitung.

Í –

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

Monitor Audio

Silver 6

Monitor Audio Deutschland

0 20 56 / 59 54 64 0

monitoraudio.de

ab 1480 Euro

5 Jahre

24,5 x 93,6 x 30 cm

16,5 kg

• / – / •

Schwarz, Weiss. Furnier: Esche

schwarz od. hell, Nussbaum,

Rosenholz

2,5-Wege, Bassreflex



85

85

85

85

80

80

85

80

sehr gut

84 Punkte

sehr gut

Testsieger

Standboxen

03/14

Messlabor

Auf Achse gemessen verläuft der Frequenzgang

der Silver 6 ausgewogen

und breitbandig. 30 Grad seitlich tritt

bereits ab etwa 4kHz ein deutlicher Abfall

ein (Abb. 1). Im Wasserfallspektrum

(o. Abb.) ist eine Resonanz um 2kHz erkennbar,

die sich im Klirrspektrum (Abb.

2) wiederholt. Vernachlässigbarer Klirr

bis 95dB, danach ansteigend und über

das gesamte Spektrum verteilt. AK=58.

Monitor Audio Silver 6

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Monitor Audio Silver 6 Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›03/2014 129


Verstärker › Stereo-Kombi

Frere Entscheidung

Hinter der Marke Atoll stehen zwei Brüder. Die schwören auf das

Temperament und die Handarbeit ihrer französischen Heimat. Ihre

Kombination aus CD-Player und Verstärker setzt sich bewusst von

den Mitbewerbern ab. Die kommen in dieser Klasse von der Insel.

■ Test: Stefan Schickedanz

Frankreich ist zwar keine Insel wie

England. Doch wenn es darum geht,

sich gegen die totale Globalisierung

zu stellen, sind unsere direkten Nachbarn

nicht minder effektiv – im Gegenteil. Wo

werden beispielsweise in Europa noch so

originelle Filme mit Charakterdarstellern

produziert, die nicht auf den Horizont von

12-Jährigen zugeschnitten sind? Und wo

laufen so gegen den Strich gebürstete Typen

wie Gerard Depardieu frei herum und

dürfen sich frei in den Medien äußern,

130 www.audio.de ›03 /2014


Verstärker › Stereo-Kombi

auch wenn meist Schräges, Schrulliges

dabei herauskommt?

French Dressing

Klar, wer sich auch nur ein bisschen für

französische Lebensart interessiert, der

würde kaum irgendwo anders nach dem

Ursprung von Atoll Electronique suchen.

Auch wenn der Name exotisch klingt.

Auch wenn die beiden Komponenten

der 100er-Serie nicht ganz so ausgefallenes

Gehäuse-Design vorweisen können

wie die 400er-Serie, an der sich kaum

ein rechter Winkel findet. Auch wenn sie

zu einem Preis in den Läden stehen, der

den Verdacht nach kostenoptimierter,

globalisierter Produktion Made in China

oder sonstwo in Asien weckt. Je 1000

Euro ruft der deutsche Vertrieb für den

CD 100 SE und den passenden Vollverstärker

IN 100 SE-2 auf. Dennoch kommen

die von Hand montierten Komponenten

aus der Normandie, wo die beiden

Brüder Stéfane und Emmanuel Dubreuil

1997 die Firma Atoll Electronique

gründeten. Ihr Ziel, erschwingliches,

aber ausgeklügeltes High End für (fast)

das ganze HiFi-Volk zu bauen, führte

schon mal zu grandiosen „Überschwingern“

wie dem in der Januar-Ausgabe

2012 getesteten Vollverstärker Atoll IN

400, der trotz sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis

eine gut bestückte Brieftasche

voraussetzt: 4500 Euro sind zwar

äußerst angemessen, aber kein Sonderangebot.

Mit diesem Duo liegt das Geschwisterpaar

dagegen voll im Ziel-Korridor. Wenn

man mal reichlich schräge Konstruktionen

(was hier wörtlich zu verstehen ist)

wie den großen Amp ausklammert,

könnte man bei den beiden 100ern

durchaus von ausgefallenem, aber funktionellem

Design sprechen. Mag sein,

dass man mit einer großen Glotze bei

manchen Laien eher Reaktionen der Bewunderung

hervorrufen kann als mit

noch so exquisiten Audio-Komponenten.

Trotzdem zählt diese CD-Verstärker-

Kombination zu jenen Geräten, die zumindest

bei Interessierten aufmerksame

Fragen hervorrufen. – und bei Testern

sowieso. Wie können die Franzosen

bei sich zu Hause so günstige und

dabei so aufwendige Komponenten bauen?

Den Schlüssel sieht Frank Urban

vom Audium-Vertrieb im grundliegenden

Aufbau, dem Feld, in dem er die besondere

Stärke von Atoll ausgemacht

hat. Stéfane, der für die Technik zuständig

ist, versteht es, möglichst viele Baugruppen

auf einer Platine unterzubringen.

Das verringert den Fertigungsaufwand.

Die eigentliche Kunst besteht darin,

bei der Kostenoptimierung trotzdem

äußerste Sorgfalt in Sachen Klang walten

zu lassen. Dazu hatten die Dubeuils

immerhin sehr lange Zeit. Die evolutionär

weiterentwickelte 100-Serie gibt es

schon seit einer gefühlten Ewigkeit.

Der CD-Player blickt auf eine besonders

lange Serie von Modifikationen zurück.

Bereits die vor Jahren präsentierte SE-

Version bescherte ihm ein Teac-Laufwerk

statt des zuvor eingesetzten Phi-

Test

CD-Player und Vollverstärker

Atoll CD 100 SE-2 1000 €

Atoll IN 100 SE 1000 €

www.audio.de ›03 /2014

131


Verstärker › Stereo-Kombi

lips-Laufwerks, das damals typisch für

europäische Scheibendreher war. Ganz

zu Anfang kümmerte sich Atoll nur um

die analoge Ausgangsstufe und kaufte

die restlichen Baugruppen zu. Beim aktuellen

Teac-Treibsatz handelt es sich

um einen reinen CD-Spezialisten, was

bekanntermaßen dem Klang zuträglich

ist und seinen Anteil am geringen Jitter

aben dürfte (siehe Laborbericht).

Die vor einiger Zeit vorgestellte SE-2-

Version unterscheidet sich vom Vorgänger

nur durch die Möglichkeit, ein Digital-Interface

mit Koaxial-, Lichtleiterplus

USB-Eingang zur Verwendung als

externe PC-Soundkarte einzusetzen.

Das kostet zwar 250 Euro Aufpreis, stellt

den 24-Bit-192-kHz-D/A-Wandler PCM

1786 von Burr Brown aber weiteren

Quellen zur Verfügung. Die aktuelle

asynchrone USB-Eingangsplatine verdaut

maximal 96 kHz, ab nächstem Monat

sollen jedoch nur noch solche mit

192-kHz-Limit ausgeliefert werden.

Auch sonst betreiben die Franzosen einigen

Aufwand. Getrennte Trafos für die

Digital- und die Analog-Sektion, vollsymmetrisch

aufgebaute Ausgangsstufe ohne

Koppelkondensatoren im Signalweg

und eine aufwändige Stromversorgung

mit einem Kondensatorreservoir, das

auf 16.000 µF Gesamtkapazität kommt.

Der reinste Farad-Club

Mit der Kapazität seiner vier speziell für

Atoll in Frankreich gefertigten Filterkondensatoren

kann der IN 100 SE ebenfalls Eindruck

schinden. 30.000 µF sind ein Wort,

kanalgetrennte Ringkerntrafos mit zusammen

660 VA eine Ansage: Diesem Vollverstärker

sollte so schnell nicht die Puste

ausgehen. Und weil seine vier Mosfets

bei Impulsen sehr heiß werden können,

sitzen sie ohne die üblichen Glimmerscheiben

direkt auf eigenen Kühlkörpern.

Atoll CD 100 SE-2: Das mittig angeordnete Teac-CD-

Laufwerk trennt das Netzteil mit seinen separaten

Transformatoren für Digital- und Analogteil von der empfindlichen

Signalverarbeitung. Typisch Atoll: eine Platine für alles.

Atoll IN 100 SE: Der Vollverstärker setzt auf

separate Kühlkörper für die vier ohne

Glimmerscheiben montierten Mosfet-

Endtransistoren für schnelle Hitzeableitung nach

stromzehrenden Impulsen sowie Doppel-Trafos.

Messlabor

Unauffällig am IN 100 SE sind sein vorbildlicher Stabilitätswürfel und

die AK 61. Was auffällt, sind der zu hohen Frequenzen hin gleichmäßig

verlaufende, bereits bei oberhalb von 10 kHz einsetzende

Abfall des Frequenzgangs und der hohe Klirranteil. Der folgt zwar

der reinen Lehre, ist mit reichlich gutmütigem K2 gewürzt und fällt

bei der statischen Messung gleichmäßig ab. Bei der dynamischen

Messmethode dominiert dann aber K3, was sicher einen Beitrag

zum brillanten Klangbild liefert. Der CD-Player zeigt die gleiche Klirrund

Frequenzgangabstimmung. Seine Stärke liegt im niedrigen Jitter

(277/280 PS CD/Koax) und dem hohen Störabstand von 100 dB.

132

www.audio.de ›03 /2014


Verstärker › Stereo-Kombi

Das soll die Hitze schnellstens abführen.

Dass die Franzosen statt der verbreiteten

bipolaren Transistoren Mosfets einsetzen,

liegt auch an deren Vorliebe für röhrenähnlichen

Klirr. Davon fuhr der IN 100 SE wie der

CD 100 SE-2 im Labor reichlich auf. Schließlich

verwendet Atoll die lähmende Gegenkopplung

nur in homöopathischen Dosen,

was die Impulsverarbeitung stimuliert.

Im Hörtest tobte das Duo dann auch wie

ein Tornado. Doch sollte man vor allem

dem Amp eine gewisse Aufwärmzeit gönnen.

Dann verwöhnen beide Komponenten

mit außergewöhnlicher Spielfreude und

nahtlosem Spielfluss. Obwohl beide zu einer

hellen, strahlenden Darstellung neigten,

enthielten sie sich jeder Tendenz zur Härte.

Hier gab es jede Menge Strahlglanz, aber

null Stahlglanz. Fragile Stimmen wie die

von Don Henley (Eagles, „Hell Freezes

Over“) zeigten zwar ihr charakteristisches,

helles Timbre, ent hielten sich aber jeglicher

Drahtigkeit: ein schmaler Balanceakt, der

beiden bestens glückte.

Die Bühne wirkte für diese Klasse bemerkenswert

breit und vor allem hoch. Und

wenn eine Live-Aufnahme mit stürmischem

empfehlung

StecKBRIEF

Preis/Leistung

Atoll

CD 100 SE-2

Vertrieb

Audium

0 30 / 613 47 40

www.

audium.com

Listenpreis (Paar)

1000 Euro

Garantiezeit

2 Jahre

Maße B x H x T

44 x 9 x 28 cm

Gewicht

7 kg

aUsstattung

Zufallstitelwahl


Spielzeit Titel / CD / Programierung • / • / •

Restzeit Titel / CD / Programierung • / – / –

Wiederholung CD / Titel / A–B • / • / –

Fernbedienung

• (System-FB)

Ausgang regelbar / fixed

– / •

Ausgang Cinch / XLR 1 / –

Digitalausgang Cinch / Optisch 1 / –

Kopfhörerausgang / regelbar – / –

Digitaleingang Cinch / Optisch / • / • / •

USB

USB-Host / iPod – / –

Besonderheiten

optionales DAC-

Modul

AUDIOGRAMM

ÅSehr lebendiger,

frischer

Klang.

Í –

Klang CD 102

Ausstattung

sehr gut

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

klangurteil

Preis/Leistung

102 Punkte

überragend

03/14

Sinnvolle Ausstattung: Solide Lautsprecherklemmen, ausreichend Anschlüsse und

hohe Flexibilität durch Vorverstärker- und Tape-Ausgänge sowie einen Festpegel-Eingang

kennzeichnen den Atoll-Amp. Der CD-Player kann mit einer Eingangs-Platine bestückt werden.

StecKBRIEF

Atoll

IN 100 SE

Vertrieb

Audium

0 30 / 613 47 40

www.

audium.com

Listenpreis (Paar) 1000 Euro

Garantiezeit

2 Jahre

Maße B x H x T

44 x 9 x 25,5 cm

Gewicht

11 kg

anschlüsse

Phono MM / MC – / –

Hochpegel Cinch / XLR 5 / –

Festpegel Eingang 1

PreOut / TapeOut 2 / 1

Lautsprecherpaare 1

Kopfhörer


Funktionen

Aufnahmewahlschalter –

Klangregler/ abschaltbar – / –

Loudness –

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

Klang Cinch

sehr gut

Klang XLR –

Ausstattung

sehr gut

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

klangurteil

Preis/Leistung

ÅSehr spritzig, großflächige

Abbildung, gute Dynamikreserven,

tolle Attacke.

ÍKann in komplexen Passagen

den Überblick verlieren.

95 Punkte

überragend

empfehlung

Preis/Leistung

03/14

Applaus aufwartete, waren die beiden

100er in ihrem Element. Je mehr Impulse

die CD bot, desto eindruckvoller konnten

ihr der CD 100 SE-2 und der IN 100 SE Leben

einhauchen, dem Hörer das Gefühl

geben, live dabei zu sein. Bassimpulse kamen

selbst mit keinesfalls leicht anzutreibenden

Lautsprechern wie der KEF 207

Reference 2 kurz und knackig. Kurzum boten

die beiden Atolle eine Tour de Force.

Nach diesem gemeinsamen, in den Aufzeichnungen

mit reichlich Beifall bedachten

Auftritt standen die Soli auf dem Programm.

Der CD-Player musste sich gegen

den Exposure 2010 S2 CD (Heft 8/13) behaupten

und profilierte sich dabei als hellwacher,

anspringender Strahlemann mit

großflächiger Abbbildung. Ähnlich setzte

sich der IN 100 SE gegen den Nait 5i in Szene:

Auch dieser Engländer wirkte bodenständiger,

erdiger, die Franzosen im direkten

Vergleich fast schon hyperaktiv: Ihre Darbietungen

offenbarten etwas Nervöses und

erschienen besonders in komplexen, lauten

Passagen etwas gepresster, weniger transparent.

Die Bässe dazu weniger schwarz.

Letztlich trennten die Gegner keine Punkte,

sondern Wesenszüge. Kontrollierter Brite

oder temperamentvoller Franzose: Die Entscheidung

liegt ganz bei Ihnen.

Fazit

Stefan Schickedanz

AUDIO-Mitarbeiter

Die Punkteausbeute der beiden Franzosen

kann sich sehen lassen. Für je

1000 Euro stimmt das Preis-Leistungsverhältnis

– für Hörer mit

einem Faible für Live-Feeling ganz

besonders. Die 250 Euro für das

optionale Eingangs-Modul sind mit

Hinblick auf flexible Einsatzmöglichkeiten

gut angelegt – vor allem,

wenn das zu Redaktionsschluss

noch nicht verfügbare 192-kHz-Bord

gegenüber der aktuellen Variante

noch etwas zulegt. Die konnte das

klangliche Potenzial des DACs ganz

besonders über USB nicht ausreizen.

www.audio.de ›03 /2014 133


HiFi-Service › raumakustik

Akustik Assistent

Nicht jede Box klingt in jedem Raum

gleich gut. Um Sie vor Fehlkäufen zu bewahren,

gibt AUDIO bei jedem getesteten

Lautsprecher an, für welche Umgebung

er sich voraussichtlich gut eignet.

Sie müssen dafür Ihren Raum und Ihre

Hörsituation nach drei Kriterien beurteilen:

Raum größe, Raumakustik und

Boxenauf stellung bzw. Wandabstand. Anschließend

suchen Sie in der Bestenliste

nach Boxen, bei denen alle drei Merkmale

Ihrer Hörsituation – z.B. Klein, Hallig,

Wandnah – mit einer grünen Empfehlung

markiert sind. Voila, der Lautsprecher

wird aller Voraussicht nach passen! Die

AUDIO-Empfehlungen sind allerdings nur

als grobe Hinweise zu sehen, in Einzelfällen

kann es trotzdem nicht funktionieren.

Deshalb: Probe- und Vergleichshören ist

in jedem Fall ein guter Rat!

K

T

D

M

A

W

G

H

F

RAUMGRÖSSE

K

KLEINER RAUM

(um 15 m 2 )

Der Hörabstand liegt um oder unter

zwei Meter – die Box muss auch im

Nahfeld homogen spielen und darf

nicht dröhnen. Die Anforderungen an

Pegel und Bündelung sind geringer.

M

MITTELGROSSER RAUM

(UM 24 m 2 )

Abstände von zwei und drei Metern

zwischen Box und Hörer sind typisch,

ansonsten ist diese Raumgröße ideal

– sofern der Lautsprecher etwas

Pegel und Bassdruck produziert.

G

GROSSER RAUM

(UM 45 m 2 )

Bei Hörabständen von vier Metern

oder mehr sind nicht nur die Anforderungen

an Schalldruck und Bass deutlich

höher, auch muss der Lautsprecher

noch fokussieren können.

RAUMakustik

T

TROCKENER RAUM

Polster, Teppiche und Vorhänge

dämpfen und drücken die Nachhallzeit

im Mittelton unter 0,4 Sekunden,

oft sind die Höhen stärker bedämpft.

Der Lautsprecher darf weder dunkeldumpf

noch zu direkt klingen.

A

AUSGEWOGENER RAUM

Absorbierende Flächen wie Teppich,

Polster etc. und reflektierende Wände

halten einander die Waage.Die

Nachhallzeit beträgt 0,4-0,6 Sekunden,

der Raumhall ist zudem über die

Frequenzen ähnlich verteilt.

H

HALLIGER RAUM

Parkett, Glas, Beton und hartes Holz

überwiegen – die Akustik wird als

hallig empfunden, die Nachhallzeit

übersteigt 0,6 Sekunden. Die Box

muss den Schall bündeln, um nicht

diffus oder scheppernd zu klingen.

aufstellung

D

DIREKT AN DER WAND

Zwischen dem Lautsprecher und der

Wand dahinter liegen weniger als 30

Zentimeter. Dies verstärkt den Bass

und macht den Grundton träge – eine

sehr schlanke Abstimmung oder eine

Ortsentzerrung sind notwendig.

W

WANDNAH

Der Wandabstand beträgt zwischen

30 und 90 Zentimeter. Der Bass wird

hörbar fetter und neigt je nach Raumgröße

zum Dröhnen. Boxen mit

schlank abgestimmtem oder sehr trockenem

Bass harmonieren hiermit.

F

FREISTEHEND

Lautsprecher und hintere Wand sind

mehr als einen Meter voneinander

entfernt. Die Box muss auf Bassverstärkung

verzichten, ein satter,

druckvoller oder sogar etwas fetterer

Bass sind von Vorteil.

134 www.audio.de ›03 /2014


Service › Bestenliste

Die Bestenliste

Die AUDIO-Bestenliste ist eine zuverlässige

Orientierungshilfe für Ihren Kauf. Sie basiert

auf gründlichen Hörvergleichen der Kandidaten

mit konkurrierenden Produkten.

• Arbeitsreferenzen sind fett gedruckt

• neu getestete Geräte orange

Trotzdem empfiehlt die Redaktion, Hifi-Ketten

nicht wahllos „nach Punkten“ zusammenzustellen.

Verstärker müssen etwa mit dem

Lautsprecher harmonieren und Boxen wiederum

mit dem Hörraum und der Aufstellung.

AUDIO bietet deshalb den einmaligen

Service der AUDIO-Kennzahl (AK) und des

AUDIO-Akustik-Assistenten.

inhalt

Lautsprecher

1. Standboxen Seite 135

2. Kompaktboxen Seite 136

3. Sub-/Sat-Boxensets Heft 12/13

4. Surround-Sets+Stereo-Frontboxen Heft 12/13

5. Subwoofer Aktiv Heft 2/14

6. PC-Boxen / Nahfeldmonitore Heft 1/14

7. Wireless-Boxen Heft 1/14

Verstärker

1. Transistor-Vollverstärker Seite 137

2. Röhren-Vollverstärker Seite 137

3. Vorverstärker Seite 138

4. Endstufen Seite 138

5. Phono-Vorverstärker Seite 138

6. Kopfhörer-Verstärker Seite 139

7. AV-Receiver Heft 2/14

8. AV-Vorstufen Heft 1/14

9. Mehrkanal-Endstufen Heft 1/14

10. Passiv-Vorstufen Seite 139

Analog-Player

1. Plattenspieler ohne System Seite 139

2. Plattenspieler mit System Seite 139

3. Tonabnehmer Seite 139

Digital-Player

1. CD-/SACD-Player Seite 142

2. Musik-Server Seite 142

3. Netzwerk-Player Seite 142

4. D/A Wandler Seite 143

5. NAS-Systeme Seite 143

6. Mobil-Player Seite 143

Kopfhörer

1. HiFi-Kopfhörer Seite 143

2. Mobile Kopfhörer (On-Ears) Heft 2/14

3. Mobile Kopfhörer (In-Ears) Heft 12/13

4. Noise-Cancelling-Kopfhörer Heft 12/13

Komplett-Anlagen

1. Stereo-Komplettsysteme Seite 143

2. Heimkino-Komplettsysteme Heft 2/14

3. Komplettsysteme ohne Boxen Heft 2/14

4. One-Box-Systeme (Stereo) Heft 5/13

5. One-Box-Systeme (Surround) Heft 5/13

Lautsprecher

1. standboxen

AUDIO bewertet Lautsprecher unabhängig vom Preis durch intensive Klangvergleiche

(Qualitätsklassen und Punkteschlüssel siehe Anfang der Bestenliste). Mit anderen

Sparten (etwa CD-Player) sind die Qualitätsklassen nicht vergleichbar. Einen Hinweis auf

passende Verstärker gibt Ihnen die einmalige AUDIO-Kennzahl (AK). Diese sollte beim

Lautsprecher kleiner oder gleich der AK des Verstärkers sein – dann ist optimale Dynamik

garantiert. Boxen für Surround finden Sie in zwei weiteren Rubriken. Ein „a“ anstelle der

AUDIO-Kennzahl steht für Aktivbox, „ta“ für teilaktiv.

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Voxativ Ampeggio Due M g t a D W 34 3/14 88 000 109

JBL Everest DD 66000 G A H W F 35 4/07 49 800 108

Backes&Müller BM35 M g t a h d w f a 2/07 56 000 107

Grimm LS 1 M G a W F a 5/13 25 000 106

T+A Solitaire CWT 1000 G T A H F 68 1/13 24 000 105

KEF Blade K M G T A H W F 63 11/11 25 000 105

TAD Evolution One K M G T A F 58 6/12 28 000 105

Linn Akubarik M G A D W F a 6/13 18 500 104

Ayon Black Hawk G A H F 50 3/14 20 000 104

Canton Reference 1.2 DC g t a f 53 8/09 20 000 104

B&W 800 Diamond m g t a f 58 7/10 22 000 104

ME Geithain ME 804 K G T A H D W F a 3/12 22 000 104

Revel Ultima Salon2 k m g t a w f 71 12/07 24 800 104

Dali Epicon 8 G A F 57 1/13 14 000 103

T+A Solitaire CWT 500 G t a h W f 66 9/11 14 000 103

Canton Reference 2.2 DC M G t a W f 53 8/09 15 000 103

Klipsch Palladium P-39 F g t a h f 43 1/08 16 000 103

Martin Logan Summit X (ta) g t a h f 58 7/09 16 800 103

Revel Ultima Studio 2 k m g t a d w f 61 12/08 16 900 103

KEF Reference 207/2 m g t a h w f 52 9/07 18 000 103

Martin Logan CLX g t a h f 71 3/09 28 000 103

Thiel CS 3.7 m g t a f 61 11/08 13 800 102

Elac FS 509 VX-Jet m g t a H f 61 2/12 14 000 102

Blumenhofer Genuin FS2 m g t a W f 45 8/13 14 900 102

Eternal Arts Dipol K M G T A W F 82 2/11 15 000 102

Backes&Müller BM15 m g a h d w f a 10/09 20 000 102

Thiel CS2.7 m a f 68 4/13 10 800 101

Quadral Titan 8 m g t a f 56 11/11 11 000 101

Tannoy Kensington GR M G a f 51 11/13 12 000 101

PMC Fact 12 m g a f 79 8/13 14 000 101

Backes&Müller BM Prime 14 m g t a h D w f a 8/10 15 000 101

Isophon Cassiano II D k m t a w f 69 12/08 17 800 101

Focal Scala Utopia m g t a f 57 12/08 19 900 101

Apogee Scintilla Mk 4 K M G T A W F 89 2/11 20 000 101

ProAc Response D 100 m g t a f 50 8/07 24 900 101

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Martin Logan Ethos K M G T A W f 60 2/11 8300 100

Dali Epicon 6 M T A f 61 1/14 9000 100

Martin Logan Spire (ta) g a h f 65 10/08 9800 100

Cabasse Pacific 3 M G A W F 67 1/13 10 000 100

Elac FS 609 X-Pi CE m g a h f 60 11/08 16 000 100

Manger MSM p1 m g T a D W f 70 11/13 7800 99

ME Geithain ME 160 G T A H F 48 3/10 7800 99

Jamo R 907 m g t a h f 68 3/09 8000 99

Sonus Faber Olympica 2 M A W F 66 2/14 8000 99

KEF Reference 205/2 m g t a h w f 58 1/08 8800 99

Blumenhofer Genuin FS 3 G T A H D W 53 3/10 8900 99

B&W 803 Diamond m g t a w f 55 10/10 9000 99

Burmester B30 M G A W F 63 3/10 9000 99

German Physiks Borderland MK4-D g a H f 85 2/13 10 950 99

Dynaudio Sapphire k m g t a w f 60 1/08 12 000 99

Gauder Akustik Arcona 100 M a f 77 11/13 5800 98

B&W 804 Diamond m g t a w f 64 7/12 7000 98

Naim Ovator S600 m t a f 63 5/10 7800 98

Backes&Müller BMPrime6 m G t a H D W F a 4/12 8000 98

Piega Coax 30 K M T A F 6/11 8000 98

Klipsch Palladium P-37 F m g t a h f 53 10/08 8000 98

Sonus Faber Cremona M M G T A F 58 12/10 8400 98

Neat Ultimatum XL 6 m t a f 70 9/11 9 980 98

Voxativ Ampeggio g a f 34 5/10 16 900 98

Heco The New Statement M G T A H F 51 1/13 4800 97

T+A Criterion TCD 210 S g t a H f 57 8/12 5500 97

Blumenhofer Tempesta 20 M T A W F 59 3/14 5700 97

Martin Logan Theos g t a H f 66 6/12 5900 97

Dynaudio Focus 380 m g t a f 60 08/11 6200 97

Focal Electra 1028 Be m t a f 55 11//09 6200 97

Sonics Allegra II k m g t a w f 57 9/08 6200 97

JBL Array 1000 m g t a h f 58 11/06 6800 97

KSD 2040 m g t a W f a 5/13 8000 97

PMC EB-1 m g t a f 66 2/08 10 600 97

Avantgarde Uno Nano (ta) g a h w f 13 11/06 11 000 97

Adam Tensor Gamma (ta) k m t a d w f 64 2/08 11 600 97

B&W CM 10 m G a f 60 12/13 3600 96

T+A Criterion TCD-310 S K M g t a f 59 12/12 4000 96

Naim Ovator S-400 k m t a w f 65 9/11 4200 96

ME Geithain ME150 k m g t a w f 59 9/07 4900 96

Adam Audio Column Mk 3 m g t a w f 60 9/09 5400 96

KSD 2030 M G T A D W F a 3/11 5500 96

Monitor Audio PL 200 k m g t a f 58 9/09 5900 96

Backes+Müller BM 2s k m t a d w f a 1/08 7800 96

Focal Electra 1037 Be m t a f 56 4/07 8000 96

Canton Vento 890.2 DC m G T a f 54 1/12 3200 95

Elac FS 407 m a W f 65 2/13 3700 95

Klipsch RF-7 II G A H W F 40 11/10 3800 95

Nubert NuVero 14 g t a w f 64 1/09 3900 95

Heco Statement m g t a f 59 1/09 4000 95

Tannoy Stirling SE k m G t a w f 45 10/12 4000 95

Quadral Montan VIII M G T A F 64 12/09 4600 95

PMC Fact 8 K M T A D W F 61 12/10 5500 95

Zu Audio Essence g t a h w f 45 5/10 5700 95

Canton Reference 5.2 m g t a f 55 9/08 6000 95

Quad ESL 2905 g t a h f 80 4/07 9500 95

KEF R 700 K M G a h f 57 1/12 2600 94

Tannoy Precision 6.4 M a F 60 11/12 2700 94

Dynaudio Excite X38 M G T a F 63 12/13 3000 94

Dynaudio Focus 260 K M T a D W f 63 1/12 3400 94

Gauder Akustik Arcona 60 K A W F 72 1/13 3400 94

Elac FS 248 Black Edition K M G T a W f 56 1/12 3900 94

Monitor Audio Gold GX 300 m g a H f 61 2/13 3900 94

PMC Twenty 24 K M T A W F 65 3/12 3940 94

BC Acoustique Act A3 m g t a h f 69 6/07 4000 94

Elac FS 249 k m g t a f 58 11/07 4000 94

Rosso Fiorentino Certaldo K M a W F 72 11/12 4000 94

Sonus Faber Liuto m g t a w f 63 6/09 4000 94

T + A Criterion TS 200 m g t a f 65 10/07 4000 94

Thiel SCS 4T K M T A H D W 59 6/11 4000 94

KSD 2020 M T A H W f a 9/11 4200 94

Pioneer TAD S3 EX m g t a h f 59 9/07 5000 94

GamuT Phi 7 k m t a w f 65 4/09 5300 94

Dali Helicon 400 Mk 2 m t a w f 52 11/07 5400 94

PMC OB 1i m g t f 70 4/09 5800 94

Burmester B 25 m g t a h w f 66 1/08 6000 94

Klipsch Klipschorn KH 60th g a h d 19 7/06 14 000 94

Dali Fazon 5 k m t a D w 61 6/12 3000 93

KEF XQ 40 k m g t a h f 53 3/08 3000 93

Teufel Ultima 800 MK2 M G A W F 56 3/12 3000 93

ATC SCM 40 k m t a D W 75 6/10 3400 93

T&A KS Active K M T A W F a 4/12 4400 93

PSB Synchrony One k m g a w f 62 4/09 4600 93

TMR Standard III C m t a f 61 10/07 6200 93

Sonus Faber Venere 2.5 M a H F 62 11/12 2800 92

Wharfedale Opus2 - 2 m g t a f 60 6/10 3000 92

Gamut Phi 5 k m t a D W 73 9/11 3200 92

Neat Momentum 4i k m t a d w f 68 4/09 3500 92

Klipsch Cornwall III G t a f 27 10/12 4200 92

Tannoy Glenair 10 k m g t a h w f 49 5/07 4500 92

Ascendo C8 Renaiss. m g a h w f 70 9/07 5800 92

Canton SLS 790 DC M G A F 56 5/13 2500 91

Teufel Ultima 800 k m g t a d w f 65 1/10 2800 91

Monitor Audio Gold GX 200 K M T A W F 61 4/11 2900 91

T+A Criterion TS 300 m g t a f 65 3/09 3000 91

JBL LS 80 g a h f 56 9/08 3200 91

Audium Comp7 Drive k m a d w f 74 2/12 3500 91

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Nubert NuLine 284 m g t a W f 61 9/12 1950 90

Quadral Platinum M 40 m G a w f 56 12/13 2000 90

Canton Chrono SL 595.2 DC k m g t a w f 55 7/12 2400 90

Quadral Platinum M5 m g t a f 53 1/10 2400 90

Dynaudio Excite X36 K M G T A F 58 4/11 2600 90

Nubert NuVero 11 m g t a d w f 70 2/09 2700 90

Chario Constellation Pegasus K M T a w F 68 11/12 2900 90

ASW Genius 410 M G T A W F 54 4/11 3200 90

Focal Aria 926 K M A H F 59 10/13 1800 89

Epos Elan 35 m g t a W f 50 9/12 1850 89

Phonar Veritas P6 Next m g t a W f 57 9/12 2000 89

KEF R 500 m g a H f 64 9/12 1800 88

Triangle Antal EX m g a H f 59 9/12 1900 88

Boston M 340 m T a f 69 12/13 2000 88

Magnat Quantum 805 m g t a H W f 56 5/12 2000 88

Quadral Chromium Style 102 m T a W f 54 2/13 2000 88

www.audio.de ›03 /2014

135


Service › Bestenliste

Audes Maestro 156 m g T a f 51 10/12 2430 88

Nubert NuVero 10 M G T A D W F 70 1/11 2450 88

Cabasse Majorca M G T A H F 48 4/11 1900 87

Canton Karat 770.2 DC K M T A W F 64 1/11 2000 87

PSB Imagine T Tower K M a W f 59 5/12 2000 87

Martin Logan Motion 40 K M T A W 59 2/13 2250 87

Martin Logan Motion 12 M G T A F 62 3/11 1880 86

Neat Motive 1 K M t a W f 75 5/12 1950 86

Canton Karat 790 DC k m g t a f 58 10/07 2000 86

Opera Grand Mezza MKII K a H w F 64 11/12 2000 86

Focal Chorus 836 V m g t a f 54 10/07 2000 86

Nubert nuLine 122 m g t a w f 61 5/08 2130 86

Heco Celan XT 901 m g a f 52 2/09 2200 86

KEF Q 900 M G A H F 6/11 1600 85

B&W CM8 k m t a f 67 12/11 1800 85

System Audio Aura 60 m t a f 68 5/12 1850 85

Elac FS 189 m g t a f 52 10/09 2000 85

Elac FS 247 k m t a w f 58 4/08 2000 85

T+A KS350 K M a f 69 5/12 2000 85

Linn Majik 140 m G t a F 64 4/12 2400 85

Zu Audio Union K M T A W f 27 2/13 2500 85

B&W 703 63 7/05 3000 85

Klipsch RF-82 II g t a H w f 41 2/12 1300 84

Monitor Audio Silver RX 8 m g t a f 57 7/12 1450 84

Monitor Audio Silver 6 m G T A W F 58 3/14 1480 84

Canton Chrono SL 570.2 K M t a W F 58 4/12 1500 84

Chario Syntar 533 m g t a f 68 7/12 1650 84

Elac FS 167 m t a F 59 3/14 1760 84

Sonus Faber Toy Tower k m t a w 63 3/09 1800 84

Audium Comp 5 m t a h f 71 5/10 2000 84

Canton Vento 880 DC k m t a F 55 6/10 2000 84

Jamo C-807 m g t a h f 63 11/07 2000 84

Chario Cygnus K M T A W F 70 12/10 2300 84

System Audio Mantra 60 k m t a W 66 6/10 2400 84

Dynavox Impulse III m g a H d w 40 2/12 1300 83

Adam Artist 6 K M T A D W F a 4/12 1400 83

Boston M250 k m t a W F 60 3/14 1600 83

Chario Syntar 530 m a H F 70 3/14 1600 83

Phonar Veritas P4 Next m g a d F 56 8/12 1600 83

Dynavox Impulse V k t a D w 41 11/11 1600 83

Audio Physic Yara 2 Superior k m t a w 63 12/08 2000 83

Magnat Quantum 709 m g t a f 60 10/07 2000 83

Pioneer S-71 k m a h f 72 6/10 2000 83

T+A Criterion TS 350 m t a f 65 4/08 2000 83

KEF XQ30 k t a h DW 64 6/10 2600 83

Heco Celan GT 502 m G t a W F 50 4/12 1400 82

KEF Q 700 m G a H F 60 4/12 1400 82

Epos Elan 30 k m g T a W f 52 4/13 1450 82

Acoustic Energy Radiance 2 k m t a h w f 60 4/10 1500 82

PSB T6 Tower M G A F 63 9/10 1500 82

Tannoy Revolution DC6T SE k m g T a W f 61 4/13 1500 82

Canton Chrono SL 580 DC K M G T A W F 55 9/10 1600 82

Nubert nuLine 84 M G T A D W F 67 7/13 1030 81

Epos Epic 5 m g t a D w f 51 8/11 1100 81

Quadral Ascent 90 m g t a f 57 7/12 1200 81

Canton Chrono 508.2 k m t a w f 57 8/11 1200 81

Focal Chorus 726 M G T A F 59 7/13 1200 81

T+A Pulsar S350 m g a f 66 4/13 1200 81

Quadral Signo Avantgarde 70 M G T A F 64 7/13 1200 81

Wharfedale Diamond 159 m g a H f 60 4/13 1300 81

Dali Ikon 6 MKII m g a f 60 4/13 1340 81

German Maestro Linea S F-0ne k m g t a w f 60 4/10 1400 81

Dynaudio DM 3/7 K M G a W F 68 4/12 1450 81

KEF iQ 90 m g a h f 51 5/09 1600 81

Kudos X2 K M T A W F 70 10/11 1650 81

Mission 794 k t a d 69 12/08 2000 81

Wharfedale Diamond 10.7 m g t a f 64 8/12 900 80

KEF Q 500 K M T A H W F 64 12/10 1000 80

Klipsch RF-62 II m g a h w f 49 8/11 1100 80

Dali Ikon 5 Mk 2 k m t a f 67 8/11 1100 80

Indiana Line Diva 655 K M T A W 66 7/13 1200 80

Triangle Color Colonne M T A W F 64 7/13 1200 80

Dali Lektor 8 g t a f ´57 9/09 1340 80

Mulidine Bagatelle V2 K M T A W F 58 7/12 1350 80

Quadral Platinum M4 m g t a f 57 4/10 1400 80

Heco Celan XT 701 m g a f 54 4/10 1600 80

Tannoy Revolution DC6 T K M A H F 64 9/10 1200 79

System Audio Aura 30 K M T A W F 70 10/11 1250 79

Elac FS 187 K M T A W 63 9/10 1340 79

Heco Celan XT 501 m g t a w f 53 9/09 1400 79

Cabasse Java MC 40 g t a w f 58 5/09 1500 79

Epos M22i k m t a w f 65 12/08 1800 79

Piega TP5 k m t a f 63 3/07 2770 79

Mordaunt Short Mezzo 6 k m g t a w f 59 9/09 1300 78

Nubert nuLine 102 k m g t a w f 64 12/07 1450 78

Monitor Audio Silver RX 6 m a f 61 1/10 1030 77

Heco Metas XT 701 m g t a f 56 1/10 1100 77

Epos M 16 i k m t a d w 65 7/08 1350 77

B&W 683 m t a f 66 6/07 1400 77

Elac FS 68.2 K M G T A W F 56 1/11 900 76

Heco Metas XT501 M G A W F 56 1/11 900 76

Jamo S 608 k m t a w f 59 1/10 1000 76

PSB Image T5 k m t a w f 62 1/10 1000 76

Focal Chorus 726 V m t a f 58 7/07 1140 76

Tannoy Rev. Signature DC6T k m a h w f 60 12/07 1500 76

Audio Pro Avanti A.70 k m g t a d w 64 2/08 1600 76

Oberklasse

61-75 Punkte

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Boston A 360 m t a f 69 4/11 800 75

Canton GLE 490.2 m g t a f 51 4/11 800 75

Klipsch RF-52 II M A H W F 47 1/11 800 75

Mordaunt Short Aviano 6 k m t a f 60 10/09 860 75

Infinity Classia C336 m g t a f 55 8/08 1200 75

Canton GLE 470.2 M T A W F 52 12/10 700 74

Dali Zensor 7 m t a F 58 1/12 700 74

Jamo C-605 m g t a h f 58 4/08 700 74

Magnat Quantum 655 M G A F 61 12/10 700 74

Monitor Audio Bronze BX5 M T A F 61 12/10 700 74

Focal Chorus 714 k m t a H d w f 59 6/13 750 74

Elac FS 58.2 m g t a f 56 4/11 800 74

Quadral Argentum 390 M G T A F 58 1/11 900 74

Dali Lektor 6 m g t a f 55 10/09 940 74

GamuT Dana 1650 k m t a w f 55 10/09 990 74

Canton Chrono 507DC m t a w f 52 11/07 1000 74

Mordaunt Short Aviano 8 m a f 66 1/10 1060 74

Teufel Ultima 7 m g t a f 69 7/08 1300 74

Dali Zensor 5 k m t a w f 61 6/13 600 73

Heco Victa Prime 702 m G t a f 54 6/13 600 73

Jamo S 626 k m t a w f 66 6/13 600 73

Magnat Vector 207 m g a f 51 12/12 600 73

Nubert NuBox 511 K m t a f 61 12/06 760 73

Magnat Quantum 657 g t a H f 58 4/11 900 73

Focal Chorus 716 V m g t a f 57 11/08 950 73

Heco Aleva 400 k m t a f 60 11/08 1000 73

Mordaunt-Short 908i k m t a f 60 6/07 1000 73

Audio Pro Blue Dia. V2i k m t a d w f 62 7/08 1400 73

Teufel Ultima 40 MKII m a W f 60 12/12 450 72

Heco Victa II 701 M G T A F 51 2/11 560 72

Teufel T 500 G A H F 64 12/10 700 72

Jamo S 606 m g a h f 67 8/09 600 71

Wharfedale Diamond 9.6 m t a f 60 4/08 650 71

Boston A 250 K A F 66 1/12 700 71

Teufel Ultima 40 M T F 58 2/11 400 70

Mission M 34i k m t a w f 52 1/07 550 70

JBL Studio 180 M A H W F 69 2/11 600 70

Cabasse MT 3 Tobago m t a f 61 4/07 800 70

Nubert nuBox 481 m t a w f 55 1/07 500 69

Quadral Argentum 07.1 m t a f 53 1/07 500 69

Teufel M 320 F (teilaktiv) k m t a w f 68 6/08 600 69

Wharfedale Diamond 10.5 K A F 62 2/11 600 69

Focal Chorus 714 V k t a f 59 2/07 700 68

Wharfedale Diamond 10.3 K t a W f 70 12/12 440 67

KEF C5 K a W f 60 12/12 460 66

Magnat Monitor Supr. 1000 m g t a f 61 1/09 400 64

KEF Cresta 30 k m t a w f 63 5/08 450 64

Wharfedale Vardus VR-400 m g t a f 66 1/09 400 63

Mission M 33 k m t a w 55 9/06 400 63

Heco Victa 301 K M T A W 59 6/11 220 61

Boston A 25 K M A D W 68 6/11 260 61

Magnat Monitor 880 m g a f 59 9/06 360 61

MiTteL-klasse

31-60 Punkte

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Wharfedale Vardus VR-300 m t a f 67 8/08 300 60

Wharfedale Vardus VR-200 k m t a d 67 8/08 250 58

Teufel Ultima 20 K M T F 64 6/11 200 57

Reference S 200 62 12/06 130 39

Pure Acoustic Dream 77 57 12/06 470 39

Paramax LM 48 61 9/09 400 36

Standardklasse

0-30 Punkte

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Dragon Audio Dream 5 67 12/06 225 30

Novex Smartline 600 54 12/06 74 29

NIC HCS 1 63 12/06 88 23

2. kompaktboxen

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell Akustik-Assistent Test Preis Punkte

ME Geithain RL 922 m g t a d w f a 3/09 10500 100

ME Geithain RL 930 G T A D W F a 3/11 7380 97

ME Geithain ME 806 K M t a H W f a 5/13 7720 97

Adam Tensor Delta TA m g t a w f 56 6/09 7600 95

Adam Tensor Delta A m g t a w f a 6/09 8400 95

Sonus Faber Olympica 1 K M T a H W f 71 11/13 5000 94

JBL Array 800 m g t a h f 60 2/09 4800 92

Klipsch Palladium P17B m t a h w f 59 2/09 4000 91

B&W 805 Diamond k m t a F 60 4/10 4500 91

Dali Epicon 2 k m t a F 66 7/13 4500 91

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Cabasse Bora M G T A H D W F 51 12/10 2500 90

Genelec 8240 APM K M t a H D W f a 5/13 2800 90

Tannoy Definition DC8 m g h a w f 56 2/09 3000 90

Pioneer/TAD S-4EX K M T A H F 70 12/10 4000 90

Quadral Aurum Altan Aktiv VIII K M t a H D W f a 9/13 2800 89

Focal Electra 1008 BE k m a w f 62 2/10 3500 89

My Audio Design My Clapton M G t a w 54 2/12 4400 89

Elac 330 CE m g t a d w 60 2/10 3300 88

Adam Compact MK3 Active k m t a d w f a 2/10 2800 87

Canton Reference 9.2 DC k m t a w f 63 12/09 2400 86

Harbeth Compact 7/ES3 m g t a f 62 8/11 2550 86

KEF R300 K M A H W F 63 3/12 1200 85

Kef XQ 20 m g t a H f 60 7/10 1800 85

ProAcTablette Anniversary K M T A W F 76 10/11 1950 85

Sonus Faber Liuto Monitor k m t a w 69 12/09 2100 85

Thiel SCS 4 k m g a h d w f 62 12/09 2200 85

AVM Audition S3 K M T A D w 65 8/12 2250 85

B&W PM1 k M T a F 77 03/12 2500 85

B&W CM 5 k m t a d w 62 5/09 1200 84

Canton Vento 830.2 k m t a w f 62 12/11 1300 84

Quadral Aurum Altan VIII m g t a f 60 7/10 1400 84

Sonics Argenta Edition k m t a w f 64 6/07 1600 84

Sonics Argenta Aktiv k m t a w f a 6/08 2600 84

Phonar Veritas m4 Next K M T A W F 66 2/14 900 83

Nubert nuPro A 300 K M T a H W f a 11/13 1050 83

Nubert NuVero 4 k m g t a w f 66 7/09 1140 83

Chario Syntar 523R M G T A F 63 3/12 1250 83

Elac BS 244 k m t a w f 64 5/09 1350 83

ME Geithain ME 25 k m t a w f 58 8/06 1380 83

ATC SCM 11 k M t a d w f 78 5/11 1450 83

Harbeth P3 ESR K T A D W 82 3/12 1750 83

Dynaudio Focus 110 A k t a d w f a 6/09 1800 83

Sonus Faber Auditor M k m t a f 67 1/08 3800 83

SVS Ultra Bookshelf k m a W f 59 7/13 1000 82

Nubert NuVero 3 K M t A D W 73 3/12 1080 82

Dynaudio Excite X16 m t a f 63 8/12 1150 82

Abacus A-Box 10 K T A D W a 3/11 1190 82

Sonus Faber Venere 1.5 k m a H f 77 7/13 1200 82

Triangle Comete Anniversary K M T A H D F 62 4/12 1200 82

Stirling LS3/5A V2 k T a D W 78 12/13 1290 82

T+A KR 450 K M T A w F 73 8/12 1500 82

T+A Criterion TR 400 k m t a w f 71 6/07 1500 82

Chartwell LS3/5A k T a D W 77 12/13 1600 82

Audiodata Petite k m t a w f 77 9/03 2700 82

Epos Elan 15 m g t a w 58 8/12 950 81

Monitor Audio Silver 2 M A H F 60 2/14 950 81

Dynaudio Excite X14 K M A W 77 2/14 990 81

Canton Vento 820 k m t a w 57 7/09 1100 81

KEF LS50 k M t a h w f 73 3/13 1100 81

Tannoy Precision 6.1 k M t a w f 56 3/13 1100 81

KS Digital Coax C5 k M t a h d w f a 10/10 1190 81

KS Digital KSD 2010 k M t a w f a 3/13 1500 81

PMC DB 1 I k t a w f 72 5/11 1500 81

Yamaha Soavo 2 k m t a w f 61 11/07 1500 81

Nubert nuLine 34 K M T A H D W 70 1/14 670 80

Boston M25 k m a w f 69 10/12 800 80

Klipsch RB-81 II G a H f 52 5/11 800 80

Pionner S-71B k t a f 74 3/13 1000 80

Linn Majik 109 k m t a d w 62 6/09 1200 80

Roksan Kandy K2 TR-5 k m a f 70 7/09 1200 80

Canton Chrono SL520 + WA100 k m d a d w f a 4/10 1240 80

Epos Epic 2 K M T A W 57 1/14 580 79

Canton SLS 720 DC K M A W f 79 1/14 780 79

Cabasse Minorca k m t a h d w 57 4/09 800 79

Blumenhofer Mini K A D 67 3/14 1000 79

PSB Imagine B k m t a w f 66 10/12 1000 79

Quad 12 L Studio Active k m t a d w a 6/08 1200 79

KEF Q 300 k M t a H w f 63 5/11 600 78

Yamaha HS-8 k M t a H D w f a 10/13 660 78

Monitor Audio Silver 1 K M T A H f 70 1/14 780 78

German Maestro Linea S B-ONE k m a w f 65 7/10 800 78

Heco Celan XT 301 k m g t a w f 58 4/09 800 78

PSB Imagine Mini K T A D W 71 10/11 800 78

ATC SCM 7 K T A D W 79 10/11 850 78

Dali Ikon 2 MK II m t D w 65 7/10 860 78

Chario Syntar 520 k m a H f 68 10/12 900 78

Dali Mentor Menuet k t a D W 68 10/12 960 78

Nubert NuPro A20 K M T A D W F a 3/11 530 77

Triangle Color Bibliotheque K M T A W 70 1/14 660 77

Magnat Quantum Edelstein K A D W 68 1/14 700 77

Elipson Planet L 73 10/11 770 77

Adam Artist 5 K M T A D w F a 8/12 800 77

Elac BS 184 m g t a d w 64 7/10 800 77

Leema Acoustics Xero k t aW 72 7/12 900 77

KEF R100 K M A H w F 65 8/12 800 76

Canton Ergo 620 k m t a w f 55 4/09 900 76

Oberklasse

61-75 Punkte

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Genelec 6020 A k t a d w a 7/07 820 75

Dynaudio MC 15 k t a d w f a 7/07 1000 75

Tannoy Reveal 601 A k M t a w f a 10/10 540 74

Nubert NuLine 32 km t a w f 64 3/10 570 74

Canton Chrono SL 520 k t a D W 63 3/10 640 74

Belves Aesthet 1 k m g t a w f 66 9/08 800 74

Magnat Quantum 703 k t a w f 61 2/07 800 74

136

www.audio.de ›03 /2014


Service › Bestenliste

MB Quart Alexxa B-1 k m t a w f 67 2/07 800 74

Elac AM 150 K T A D W F a 8/10 500 73

Quadral Platinum M 2 K M T A W 63 3/10 600 73

Tannoy Reveal6D k m t a d w f a 7/07 650 73

JBL LSR 2325P K T A H D W F a 8/10 520 72

Dynaudio DM 2/7 65 1/10 650 72

Triangle Titus m g t a W 62 7/12 650 72

Monitor Audio Silver RX 2 M A W F 56 3/10 670 72

Genelec 6010 A a 11/09 480 71

Nubert NuWave 35 k m t a w f 65 5/07 530 70

Fostex PM 1 Mk 2 M t a f a 10/10 570 70

B&W 685 k m t a f 62 8/07 600 70

Heco Metas 300 k m t a w f 60 5/07 500 69

Mission Esprit E 52 k t a d w 64 2/08 650 69

Mordaunt-Short Mezzo 2 k m t a f 64 2/08 700 69

B&W CM 1 k t a d w 83 4/06 800 69

Indiana Line Tesi 260 k M T A W 64 9/13 350 68

Dali Zensor 3 k m t A w 59 9/13 400 68

Focal Chorus 706V k m t a w f 62 5/07 470 68

Wharfedale Evo2-10 k m t a f 60 5/07 600 68

Dali Ikon 2 m t a d w 59 2/07 800 68

Focal Chorus 705 k A D 67 9/13 400 67

Epos Epic 1 k m t A w 63 9/13 425 67

Canton GLE 436 k A D 60 9/13 440 67

Magnat Quantum 673 k m t A w 58 9/13 460 67

Tannoy Revolution DC4 k T A D 69 9/13 500 67

Nubert NuBox 381 m g t a w f 56 10/08 380 67

Dali Lektor 2 m g t a W 70 7/12 400 67

PSB Image B5 k t a d w 64 2/10 400 67

Mordaunt Short Aviano2 k m a f 67 2/10 460 67

Monitor Audio Bronze BX 2 M A F 62 11/10 350 66

Magnat Interior Power a 11/09 400 66

Jamo C 603 k m t a h w 67 3/08 440 66

B&W 686 k t a d w f 77 1/08 460 66

Elac BS 123 k t a d w 68 8/07 600 66

Heco Aleva 200 k t m a w f 66 1/08 600 66

Quad 11L2 k m t a w 64 5/07 600 66

Dali Zensor 1 k m t a D w f 67 10/11 260 65

Magnat Quantum 553 m t a d w 59 2/10 300 65

Mordaunt Short Aviano1 K M T A W F 71 11/10 300 65

Canton GLE 420-2 K T A W F 64 11/10 360 65

Magnat Quantum 603 k m t a w 63 3/08 400 65

Quadral Rhodium 20 k t a w 70 10/08 400 65

Jamo S 404 k m t a D w 77 11/10 300 63

PSB Image B4 k t a D 68 11/10 300 63

PSB Alpha B1 k m t a w 57 3/09 300 63

JBL ES 30 m g t a f 65 3/08 400 63

Tannoy F1 Custom k m a d w 60 3/09 240 62

Mordaunt Short 902i k m t a d w 71 3/07 250 62

Nubert nuBox 311 k m t a d w 63 3/07 280 62

Dali Lektor 1 k m t a w 73 3/09 340 62

Magnat Monitor Supr. 200 k m t a w 65 1/09 180 61

MitTel-klasse

31-60 Punkte

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Mission M 32i k m t a w 58 11/06 300 60

Jungson BD 2 Mk 2 k m a f 67 9/08 500 60

Wharfedale Vardus 100 63 1/09 200 59

Mission M 31i 65 3/07 230 58

Wharfedale Crystal 2-10 k t a d w 66 6/08 150 57

Sonos SP-100 66 6/08 180 54

Verstärker

1. Transistor-Vollverstärker

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

T+A PA 3000 HV 82 4/13 10 000 135

Pass INT 30A 64 1/10 7500 130

Symphonic Line RG 10 MK IV Ref HD 68 1/13 8300 130

Krell FBI (FB) 82 10/07 19 000 130

Audreal A 600 E 73 3/13 4000 125

Yamaha A-S3000 66 8/13 4800 125

Pathos Inpol Remix 21 6/12 5000 125

Symphonic Line RG 10 MK IV Ref 2011 68 6/11 6800 125

Musical Fidelity AMS 35i 50 6/11 7500 125

McIntosh MA 7000 AC 75 1/10 8500 125

Wadia Intuition 01 73 7/13 7800 123

Naim Supernait (FB) 59 1/08 3300 120

Naim NAC152XS/NAP155XS/FlatcapXS (FB) 57 11/09 3600 120

Densen B-150 66 6/10 4100 120

Naim SuperUniti (+Streaming Client) 61 1/12 4200 120

Resolution Audio Cantata 50 48 5/11 4200 120

Atoll IN 400 72 1/12 4500 120

Accuphase E-260 65 2/13 5000 120

T + A V 10 (FB) (R) 55 11/03 5000 120

Electrocompaniet ECI 6 DS 68 12/12 5900 120

Musical Fidelity kW-550 88 10/07 7800 120

Accuphase E-550 (FB) 58 3/06 7900 120

Denon PMA-SA1 / AU-S1 58 10/07 8000 120

Audionet SAM V2 63 8/08 3000 115

Burmester 051 63 6/06 4950 115

AVM Evolution A5.2 T 73 2/13 5300 115

Gamut Si 100 (FB) 69 7/08 5300 115

TACT M 2150 (FB) 72 7/03 5500 115

Sony TA-A1 ES 47 2/14 2000 113

Shanling A 2.1 64 5/13 1400 110

Audreal XA 6950II 42 6/13 1500 110

Anthem Intergrated 225 78 8/10 1900 110

Creek Destiny 2 63 4/07 2000 110

Naim Nait XS 60 10/13 2150 110

Musical Fidelity A-5.5 Integrated 76 2/09 2200 110

Musical Fidelity M6i 76 8/10 2450 110

Moon i-3.3 63 4/07 2580 110

Naim NAC152XS / NAP155XS (FB) 57 11/09 2650 110

Krell S 300 i 71 6/09 2750 110

Accustic Arts Power ES 59 3/11 3000 110

AVM Evolution A3 NG 63 3/11 3000 110

T + A PA 1260 R 62 11/09 3200 110

Vincent SV-236 Mk 69 4/09 1700 105

Naim Nait XS 57 2/09 1800 105

Sonus Faber Musica 56 2/09 1950 105

T + A Power Plant Balanced 70 1/12 1990 105

AVM Evolution A3 NG (FB) 57 4/07 2000 105

Unison Unico Secondo 65 4/09 2000 105

Pathos Classic One MK3 50 2/10 2200 105

Unison Unico SE (FB) 69 4/07 2200 105

Denon PMA-2020 AE 67 1/13 2300 105

Audio Aéro Prima Amplifier (FB) (R) 60 4/07 2400 105

Luxman L-505 f 63 5/06 3000 105

T + A R 1260 R (Receiver) 62 11/09 3600 105

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

Harman HK 990 (+Raumprozessor) 73 10/09 1500 100

Hegel H70 54 12/11 1500 100

Unison Unico Primo 59 6/10 1500 100

Magnat MA-800 60 4/09 1500 100

T + A Power Plant 70 12/07 1500 100

Cambridge 840 A V2 67 4/08 1500 100

Yamaha A-S 2000 (FB) 65 1/08 1600 100

AstrinTrew AT-2000 58 2/09 1800 100

Marantz PM-15 S2 60 3/10 1800 100

Creek Destiny IA (FB) 59 4/07 1900 100

Denon PMA-2010 AE 67 2/10 2000 100

Croft Acoustics Integrated R 46 9/11 2100 100

Cyrus 8 vs 2 / PSX-R (FB) 58 4/07 2100 100

Electrocompaniet Prelude PI 2 (FB) 65 4/07 2100 100

AMC 3150 MKII 71 3/12 1000 95

Atoll IN 100 SE 61 3/14 1000 95

Exposure 2010 S2 IA 59 8/13 1000 95

Naim Nait 5i 54 8/11 1000 95

Musical Fidelity M3i 57 2/11 1150 95

Creek Evolution 5350 66 6/10 1350 95

NAD C-375 BEE 71 12/11 1400 95

Arcam A 90 63 4/08 1450 95

Heed Obelisk Si /DAC 42 1/10 1450 95

Densen B-110 58 3/06 1500 95

Musical Fidelity A 3.5 68 3/06 1500 95

Audio Analogue Puccini 70 53 3/06 1600 95

Electrocompaniet PI 1 57 7/07 1600 95

Advance Acoustic MAP-800 75 2/09 2000 95

Rotel RA-1570 70 8/13 1500 92

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

Exposure 1010 A 51 9/11 660 90

Rega Brio R 48 7/11 700 90

Vincent SV-400 53 9/11 700 90

Dynavox VR 3000 29 2/13 750 90

NAD C 356 BEE 62 4/11 750 90

Rotel RA 12 60 10/12 750 90

Creek Evo 2 58 1/10 780 90

Teac AI-501 54 6/13 800 90

Music Hall A 35.2 67 9/11 800 90

Creek Evolution 50A 55 4/13 845 90

Arcam A 28 (FB) 61 10/08 1000 90

Cambridge 740 A 67 3/08 1000 90

Denon PMA-1510AE 62 2/11 1000 90

Onix A-25 49 2/14 1000 90

Pioneer A-70 58 1/13 1000 90

Roksan Kandy K2 65 9/09 1000 90

Teac AI 1000 65 3/12 1000 90

Vincent SV-232 (FB) 68 10/08 1000 90

Yamaha A-S 1000 (FB) 64 7/08 1000 90

Cyrus 6a 53 3/13 1080 90

Exposure 2010 S (FB) 58 4/06 1100 90

Marantz PM-KI Pearl Lite 60 2/11 1200 90

Wadia 151 PowerDAC Mini (nur Digital-In) 50 9/10 1300 90

Cayin A 50 T 42 2/06 1500 90

Dynavox TPR-3 + ET-100 43 5/12 520 85

Yamaha A-S 700 66 3/09 580 85

Gold Note AP-7 33 3/13 600 85

Rega Brio 3 46 7/08 600 85

Arcam A 18 46 9/08 700 85

Onkyo A-9555 67 6/06 700 85

AMC 3100 MKII 64 2/12 750 85

Audiolab 8000 S 54 10/06 750 85

Cambridge Azur 651 A 49 8/12 800 85

Marantz PM 7001 KI 60 5/07 800 85

Marantz PM 8003 60 1/09 800 85

Onkyo A-933 60 12/05 800 85

Arcam A 19 45 2/14 850 85

Arcam A 70 54 3/08 850 85

Vincent SV-226 MK 2 63 2/06 890 85

Rotel RA 1520 60 9/09 900 85

Advance Acoustic MAP 305 DA (mit DAC) 65 9/06 950 85

Audio Analogue Primo Cento VT 45 3/08 980 85

Cyrus 6vs2 46 1/07 1000 85

Onkyo A-9755 68 4/06 1000 85

Roksan Kandy L3 65 1/07 1080 85

Music Hall A 50.2 63 9/09 1100 85

Onkyo A-9070 66 1/13 1200 85

System Fidelity SA-270 (FB) 54 12/08 400 80

Yamaha A-S 500 64 1/11 420 80

AMC XIA 52 10/10 450 80

Marantz PM 6004 51 2/12 450 80

NAD C 326 BEE (FB) 56 8/09 460 80

Harman/Kardon HK 980 (FB) 63 12/08 500 80

Marantz PM 7001 60 6/06 500 80

NAD D3020 52 11/13 500 80

Pioneer A 6 53 2/07 500 80

Teac A-H01 46 2/12 500 80

Marantz PM 6005 52 11/13 550 80

Vincent SV-129 53 8/08 650 80

Pioneer A 9 56 2/07 800 80

Peachtree iDecco ( DAC, iPod-Dock) 44 9/10 1200 80

Peachtree Nova (DAC, Sonos-Dock) 47 6/09 1300 80

Oberklasse

61-75 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

Dynavox VR-307 33 5/10 300 75

Advance Acoustic MAP 101 52 10/09 370 75

Denon PMA-720 AE 56 9/12 400 75

Rotel RA-04 SE 46 10/10 400 75

Denon PMA-710 AE 55 10/09 400 75

Rotel RA-04 49 8/06 400 75

Advance Acoustic MAP 105 (FB) 59 6/07 400 75

Advance Acoustic MAP 103 58 5/06 400 75

Audio Block V-100 46 9/12 450 75

NAD C 325 BEE 57 8/06 450 75

Cambridge 350 A 44 10/10 450 75

King Rex T-20U + PSU 11 5/10 460 75

Harman Kardon HK 3490 (FB, Receiver) 67 9/08 500 75

Dynavox VR-70 E 35 5/06 500 75

Advanced Acoustic Max 250 64 2/12 650 75

Pioneer A-30 57 9/12 300 70

NAD C 316 BEE 56 10/10 350 70

Advance Acoustic EZY-7 (iPod-Dock) 46 10/07 600 70

Magnat MC1 (Receiver mit SACD-Player+FB) 55 1/08 990 70

Denon PMA-520 AE 54 8/12 250 68

Onkyo TX-8050 63 8/11 400 68

Denon PMA-510 AE 53 6/09 250 65

System Fidelity SA-250 (FB) 50 10/08 275 65

Cambridge 340 A (FB) 43 1/06 300 65

Marantz PM 5004 49 10/10 330 65

Marantz PM 5003 48 8/09 330 65

Yamaha AX-497 60 3/07 330 65

Onkyo A 9355 53 12/07 370 65

Marantz PM 6002 (FB) 53 11/07 400 65

Onkyo A-5 VL 56 8/09 400 65

MiTtel-klasse

31-60 Punkte

Modell AK Test Preis Punkte

Yamaha AX 397 56 10/07 270 60

Pro-Ject Receiver Box 33 5/10 425 60

Denon DRA-700 AE (FB, Receiver) 62 1/07 410 60

Onkyo A-9155 53 10/07 230 55

2. Röhren-Vollverstärker

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

Unison Performance Limited 40 3/13 12 000 135

Westend Audio Monaco 46 7/13 15 000 135

Line Magnetic LM-219 IA 34 1/13 10 300 130

Synthesis Action A100T 56 5/13 6500 125

Audiomat Aria 42 11/13 4800 123

Lyric Ti 120 Signature 41 1/12 3800 120

Unison Research S6 37 3/11 3800 120

Octave V 70 / Super Black Box 49 8/05 6100 120

Mastersound Compact 845 20 3/14 5650 118

www.audio.de ›03 /2014

137


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Service › Bestenliste

Unison Simply Italy 24 6/12 2000 115

LUA 4545 L GS Autobias 47 10/13 3000 115

Melody Astro Black 50 47 2/14 3000 115

Unison Triode 25 41 2/14 3200 115

Cayin VP 100 i 44 6/09 3600 115

Octave V40 SE 45 12/09 4100 115

Unison Research Sinfonia 35 12/09 4100 115

Lua Belcanto (FB) 52 1/08 4500 115

Quad II Classic Integrated 30 3/11 5500 115

Audio Research VSi 55 49 5/08 2900 110

Mastersound Compact 300B 10 3/14 5650 110

Cayin A88T MK2 Selection 42 11/12 2400 108

Tsakiridis Aeolos 34 10/13 1740 105

Ayon Orion 50 2/10 2000 105

Cayin CS 55 A 39 12/13 2000 105

Magnat RV 1 47 2/09 2000 105

T.A.C. K-35 40 12/11 2000 105

Audio Aéro Prima Amplifier (FB) 60 4/07 2400 105

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

Cayin MA 80 41 11/12 1200 100

T.A.C. T-22 41 9/13 1400 100

Lyric Ti-60 41 6/10 1400 100

Cayin A-55 T (FB) 42 9/07 1700 100

Pure Sound A 30 38 9/07 1780 100

Audreal V30 50 11/12 1590 98

Cayin MT-34L 36 7/13 900 95

Lyric Ti-24 13 5/10 1200 95

Opera Audio M100 Plus 39 7/07 1700 95

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

Audreal MT 1 30 2/13 640 90

Cayin MT 12 N 14 2/13 650 90

Puresound A10 19 11/12 700 90

Dynavox VR3000 29 2/13 750 90

Unison Unico P (R) 47 5/06 1000 90

Melody SP-3 (R) 25 7/10 1100 90

Audio Analogue Verdi 70 (R) 54 4/06 1200 90

PrimaLuna Prologue (R) 42 2/06 1000 85

T.A.C. 34 41 2/06 1150 85

Dynavox VR-20 (R) 20 7/10 400 80

Oberklasse

61-75 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

Dynavox VR-70 E 35 5/06 500 75

3. Vorverstärker

Die Einstufung von Vorverstärkern nimmt AUDIO aufgrund ihrer Klangqualität vor. Maßgeblich

ist der bestklingende Hochpegel eingang. Mit der Einstufung von Vollverstärkern

oder Endstufen sind die Punktzahlen nicht vergleichbar. (R) steht für Röhrengeräte, (Phono)

für die Preisangabe einschließlich (optionalem) Eingang für Vinyl-Platten spieler.

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Ypsilon Electronics PST-100 MK2 12/12 23 100 135

Dan D´Agostino Momentum Preamp 6/13 30 000 132

AVM PA 8 10/12 6450 130

Pass XP 20 5/09 9750 130

McIntosh C 500 C / C 500 T (R, Phono) 6/10 12 900 130

Accuphase C-2810 (Phono) 9/06 18 870 130

McIntosh C 1000P AC (Transistor, Phono) 12/06 20 800 130

Octave Jubilee 5/08 22 600 130

TAD C2000 6/12 24 000 130

Burmester 077 / Ext. Netzteil (Phono) 7/09 31 000 130

Audio Research LS-27 11/11 7300 128

Octave HP 500 SE 10/11 7450 128

T + A P 10₂ 11/10 7500 128

McIntosh C 50 4/11 7900 128

Musical Fidelity M8 Pre 5/13 4500 125

Brinkmann Calvin 8/09 5500 125

Octave HP 300 SE 6/13 5500 125

Pass XP-10 8/09 6000 125

T + A P 10 11/06 6000 125

Marantz SC-7 S2 2/07 7000 125

Musical Fidelity Primo 9/09 7800 125

Belles LA-01 6/08 7900 125

Symphonic Line RG2 Reference HD 10/12 8000 128

Mark Levinson No. 320 S 3/06 8900 125

Audionet Pre G2 2/08 9500 125

Convergent SL1 Ultimate MK2 8/06 9900 125

Krell Evo 202 8/06 12 000 125

McIntosh C 1000 T AC (Röhre, Phono) 12/06 20 800 125

Sugden LA 4 3/13 2850 120

Ayre K-5 XE MP 8/09 3800 120

Linn Akurate Control 10/11 5000 120

Audionet PRE 1 G3 + EPS 9/09 5380 120

Ayon S3 3/12 5700 120

Linn Akurate DSM 2/12 6450 120

Audionet PRE I G3 12/07 3290 115

Audio Research LS-17 12/08 4000 115

McIntosh C 220 AC 11/08 4450 115

Sugden Sapphire DAP-800 10/13 4800 115

Moon 350 P 4/12 2500 110

Lyngdorf DPA-1 (+Raumkorrektur, D/A-Wandler) 10/09 3000 110

Electrocompaniet EC 4.8 6/09 3700 110

Ayre K-5xe 4/08 3800 110

Tsakiridis Thalia 3/14 1000 105

Atoll PR 300 9/10 1500 105

Cambridge 840 E 7/09 1500 105

Croft Micro 25R 4/12 1700 105

Primare Pre 32 9/12 2100 105

AVM PA-3.2 4/12 2700 105

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Exposure 3010 S2 Pre 8/11 1200 100

Audiolab 8200 CDQ (CD-Laufwerk, DAC) 5/11 1200 100

Vincent SA-94 9/10 2100 100

Naim NAC 152 XS / Flatcap XS 11/09 2200 100

Cayin SP-30 S 6/08 2300 100

NAD C-165 BEE 10/10 900 95

Quad Elite Pre 10/10 1000 95

Naim NAC-N 172 XS 3/13 2300 95

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

GoldNote HP-7 1/14 700 90

Vincent SA-31 Mk 7/09 1100 90

Rotel RC-1580 4/12 1200 90

Chord Chordette Prime 1/11 1000 90

Peachtree Nova (+Endstufe+DAC+Sonos-Dock) 6/09 1300 90

Quad 99 PRE 1/09 1300 90

Naim NAC 122x 2/08 1300 90

AVM V 3 NG 11/06 1600 90

Densen B-200 11/06 1500 90

Advance Acoustic MPP 205 7/06 450 85

NAD C 162 (Phono) 2/05 650 85

Astin Trew At 1000 8/07 800 85

Advance Acoustic MPP 505 2/08 850 85

Dynavox TPR-3 5/12 300 80

Pro-Ject Pre Box SE 5/10 325 80

Rotel RC-06 7/06 500 80

Vincent SA-96 7/06 500 80

Cyrus Pre VS 2 7/07 900 80

Audiolab 8000Q 11/08 1100 80

Oberklasse

61-75 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Pro-Ject Pre Box 11/07 225 70

4. Endstufen

Die Rangfolge unter den Endstufen bestimmt AUDIO allein aufgrund der Klangqualität.

Einen Hinweis auf passende Lautsprecher gibt Ihnen die einmalige AUDIO-Kennzahl

(AK). Diese sollte größer oder gleich der AK der Laut sprecher sein – dann ist optimale

Dynamik garantiert. (R) bedeutet Röhrenverstärker, bei Mono-Endstufen gibt AUDIO Paar-

Preise an.

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

KR Audio Kronzilla VA 680 (R) 46 12/13 23 500 140

Pass XA 100.5 (mono) 73 5/09 17 750 135

T + A M 10 (mono) 89 11/10 20 000 135

Ypsilon Electronics Aelius (mono) 76 12/12 23 100 135

Dan D'Agostino Momentum 76 11/12 30 000 135

Octave Jubilee (R, mono) 72 5/08 44 000 135

Krell Evolution 900 (mono) 99 6/07 48 000 135

McIntosh 2 KW AC (mono) 104 12/06 67 500 135

AVM SA 8 77 10/12 9900 130

Audionet Max (mono) 82 03/08 12 500 130

Krell Evo 402 86 8/06 19 000 130

TAD M2500 65 6/12 21 000 130

Convergent JL 2 Signature MK 2 (R) 61 8/06 21 900 130

Accuphase M-6000 (mono) 79 5/08 24 000 130

McIntosh MC 2301 AC (R) 73 6/10 25 900 130

Ayon Triton Power Amp 52 1/14 8800 128

First Watt SIT 1 13 5/13 10 000 128

Audio Research VS-115 61 11/11 7300 125

Audionet Amp (mono) 76 9/09 8000 125

Octave RE290 (SuperBlackBox) 50 10/11 9250 125

Sugden MPA 4 (mono) 64 3/13 9400 125

Symphonic Line RG7 Reference 71 10/12 9500 125

Musical Fidelity AMS-50 57 9/09 9700 125

Musical Fidelity M8 700 94 5/13 10 000 125

Mark Levinson No. 432 87 3/06 10 900 125

Krell Evo 302 85 12/07 12 000 125

Octave MRE 130 + Super Black Box (R) 61 3/06 13 400 125

Marantz MA-9 S2 (mono) 84 2/07 14 000 125

Accuphase P-7100 76 9/06 14 900 125

Ayre V5 XE 69 8/09 5800 120

Brinkmann Stereo 59 8/09 5850 120

Sugden Sapphire FBA-800 56 10/13 6300 120

Pass XA 30.5 66 8/09 6500 120

Quad II Eighty (Mono,R) 51 8/08 7900 120

Belles MB-200 78 6/08 7900 120

Electrocompaniet AW 400 (Mono) 84 6/09 9500 120

Audio Research Reference 110 58 12/08 10 000 120

Audionet AMP I V2 74 12/07 4490 115

McIntosh MC 252 AC 74 11/08 5900 115

Tsakiridis Orpheus (mono) 25 3/14 3150 110

Auralic Merak 76 1/14 4600 110

Moon 330 A 64 4/12 3000 105

Vincent SP-995 (Mono) 70 9/10 3300 105

Linn Akurate 2200 67 10/11 4000 105

Quad II Forty (Mono, R) 42 8/08 4900 105

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

Atoll AM 200 66 9/10 1350 100

Vincent SP-331 Mk 73 7/09 1600 100

Croft Series 7R 46 4/12 1700 100

T+A Amp 8 59 8/13 1800 100

Cambridge 840 W 76 7/09 2000 100

Tsakiridis Achilles (mono) 14 3/14 2000 100

Linn Majik 2100 56 3/07 2200 100

Exposure Mono 68 8/11 2400 100

Rotel RB-1090 83 12/06 2500 100

Rotel RB-1091 (mono) 87 12/06 3000 100

AVM MA-3.2 76 4/12 4500 100

GoldNote M-7 (Paar) 62 1/14 1400 95

Densen B-305 (Bi-Amping, Paar) 53 11/06 2200 95

Cayin SP-40 M (R) 46 6/08 2300 95

Quad II Classic (Mono, R) 27 8/08 3180 95

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell . AK Test Preis Punkte

Naim NAP 100 53 6/13 890 90

AMC CVT2100 MKII (R) 56 9/13 1300 90

Dynavox VR-80E (Paar) 53 2/12 1400 90

Naim NAP 155 XS 57 11/09 1400 90

Advance Acoustic MAA 705 (Paar) 73 2/08 1900 90

Quad 99 Mono 70 1/09 2000 90

Primare A 34.2 71 9/12 2100 90

AudioLab M-PWR 46 1/14 600 85

NAD C 245 BEE 56 11/11 600 80/85

NuForce STA-100 49 1/14 700 85

Pro-Ject AMP Box SE Mono 56 5/10 730 85

Rotel RB-1552 69 4/12 850 85

Chord Chordette Scamp 40 1/11 1000 85

Musical Fidelity M1 PWR 58 11/12 1050 85

Astin Trew At 5000 52 8/07 1200 85

Pro-Ject AMP Box SE 50 5/10 325 80

Cyrus 6 Power 55 7/07 600 80

AMC 2100 MKII 64 9/13 600 80

Pro-Ject AMP Box DS Mono (Paar) 48 1/14 800 80

Audiolab 8000M (Paar) 60 11/08 1600 80

Dynavox ET-100 43 5/12 220 75

Pro-Ject Amp Box Mono (Paar) 40 11/07 450 75

5. Phono-Verstärker

Die Einstufung lehnt sich an die der Phono-Eingänge von entsprechend ausgestatteten

Vorverstärkern an. (MM) = Moving Magnet-Tonabnehmer, (MC) = Moving Coil

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Audio Research Reference Phono 2 8/10 12 950 135

Octave Phono Modul 7/10 4400 130

Pass XP 15 (MM/MC) 6/09 4650 130

AMR PH-77 (USB-Ausgang) 8/10 8800 130

Burmester 100 (USB-Ausgang) 8/10 9800 130

Audio Research PH6 1/11 3800 125

Naim SuperLine / HI-CAP 8/08 4300 125

Esoteric E-03 11/09 5000 125

Creek Wyndsor Phono Preamp (MM/MC) 6/11 1850 120

Linn Uphorik (MM/MC) 7/10 2200 120/120

Transrotor Phono 8 MC Sym (MC) 6/11 2400 120

Ayre P-5 XE (MM/MC) 7/10 2800 120/120

Renaissance RP-01 8/08 2900 120

Rega Aria (MM/MC) 10/13 1200 117/117

Fosgate Signature Phono 12/12 2500 117

Manley Labs Chinook 12/12 2500 117

Pro-Ject Phono Box RS 9/12 840 115/115

Musical Fidelity M1 Vinl 3/12 850 115

Audiolab 8000 PPA 12/08 950 115

Chord Chordette Dual 7/10 950 115

140 www.audio.de ›03 /2014


Service › Bestenliste

Whest Two 3/12 1000 115

Pure Sound P10 / T10 12/12 1060 115

Clearaudio Balance+ / Accu+ 12/08 2000 115

Goldenote PH7 12/12 600 113

Aqvox Phono 2 CI (MM/MC) 3/06 700 110

Densen DP-Drive / DP-04 (MM/MC) 1/07 850 110

Musical Fidelity V-LPS/V-PSU (MM/MC) 7/10 360 105/105

Clearaudio Smart Phono V2 (MM/MC) 3/14 500 105

Moon 110 LP (MM/MC) 6/11 550 105

Musica Ibuki Phono (MM/MC) 7/11 700 90/105

Vincent PHO-700 + PHO-700ps (MM/MC) 9/13 500 103

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Musical Fidelity V-LPS II (MM/MC) 9/12 150 100

Musical Fidelity V90 LPS (MM/MC) 1/14 180 100

Cambridge 640 P (MM/MC) 7/08 160 95

Musical Fidelity V-LPS (MM/MC) 7/10 165 95/95

Clearaudio Nano (MM/MC) 7/08 200 95

Micromega MyGroove 7/13 200 95

Pro-Ject Tube Box MK II (MM/MC) 3/06 300 95

Pro-Ject Phono Box USB V (MM/MC) mit USB-Ausgang 6/12 155 92

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Rega Fono Mini A2D mit USB-Ausgang 6/12 130 90

NAD PP 3 (MM/MC) mit USB-Ausgang 7/08 150 90

Dynavox UPR-2.0 mit USB-Ausgang 6/12 90 85

Pro-Ject Phono Box MK II USB 7/08 125 85

Thorens MM-005 7/08 180 85

6. Kopfhörer-verstärker

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Bakoon Satri HPA-21 2/14 3000 125

Sennheiser HDVA 600 2/14 1400 115

Hifiman EF-6 2/13 1600 115

Auralic Taurus 2/13 1700 115

Sennheiser HDVD800 8/13 1800 115

Cayin HA-1A 12/10 1000 110

M2Tech Marley 2/14 1000 110

Eternal Arts KHV 5/11 2750 110

AMI Musik DDH-1 (USB-DAC) 2/14 590 108

Lehmann Black Cube Linear USB 12/10 930 108

Cayin HA-3 (mit USB) 2/14 1000 108

Teac HA-501 8/13 800 105

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Beyerdynamic A20 8/13 500 100

Musical Fidelity M1HPAP 8/13 600 100

Musical Fidelity M1HPA 12/10 600 100

Violectric HPA V100 (USB-96/24 Option 150€ ) 12/10 650 100

Beyerdynamic A 1 12/10 990 100

Lehmann Rhinelander 2/13 370 95

ADL by Furutech X1 (mobil, USB) 10/13 450 95

V-Moda VAMP Verza (mobil, USB) 10/13 600 95

KingRex HQ-1 12/10 700 95

Meier Audio Corda PCStep (mobil, USB) 10/13 250 91

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell Test Preis Punkte

FiiO Alpen E17 (mobil, USB) 10/13 135 90

Musical Fidelity V-CAN II 2/13 150 85

Fostex HP-P1 7/11 500 85

Micromega MyZic 8/13 200 82

Avinity USB DAC Mobile (mobil, USB) 10/13 180 80

Creek OBH-21 12/10 300 80

Oberklasse

61-75 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

FiiO Rocky E02i (mobil, USB) 10/13 25 61

10. Passiv-vorstufen

Maßgeblich für die Einstufung von passiven Vorstufen ist der Klang mit der bestmöglichen

Anlagenkombination.

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Line Magnetic VO 2 5/13 3240 125

Music First Classic Copper 5/13 2300 120

Analog-Player

1. Plattenspieler ohne system

Die Bewertung erfolgt mit Referenz-Tonabnehmern; sie bezieht sich allein auf die

Klangqualität von Laufwerk und Tonarm. Die Preise sind ohne Tonabnahmer angegeben.

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Transrotor Artus 6/06 118 000 125

Linn LP 12 SE Radikal 6/09 13 800 125

Linn LP 12 + Keel + Ekos SE + Lingo 7/07 12 000 120

Garrard 501 Inspiration 10/05 14 500 120

SME 20/12 + 312 S 7/07 16 800 120

Transrotor Ambassador TMD + SME 3500 5/05 11 000 115

EAT Forte S 7/11 5070 110

Linn LP 12 + Lingo + Ekos + Trampolin 1/04 6300 110

Dr. Feickert Blackbird 7/11 6490 110

Roksan Xerxes + Artemiz + DX 2 1/09 8000 110

Avid Acutus + Dynavector DV 507 II 5/05 13 500 110

VPI Scout II 2/13 2900 107

Rega RP8 10/13 2500 105

Well Tempered Amadeus 4/09 2900 105

Pro-Ject Xtension 10 Evolution 2/13 3150 105

Transrotor ZET 3 + Konstant M1 + Tr. 5009 6/07 5300 105

Clearaudio Innovation / Universal 11/08 8300 105

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

T+A G 1260 R 6/10 2000 100

Pro-Ject RPM 10 7/06 2000 100

Transrotor ZET 1 / 250 STR 2/06 2000 100

Thorens TD-160 HD / RB-250 4/09 2200 100

Rega P7 6/08 2500 100

Avid Diva II + Jelco 4/09 3000 100

Clearaudio Avantgarde / Satisfy 10/06 3000 100

Clearaudio Ambient / Unifiy / VTA-Lifter 5/06 3990 100

Avid Ingenium 9/13 1700 93

Rega RP6 5/12 1300 93

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Rega P3-24 Piano Edition 1/10 1100 90

Roksan Radius 5 / Nima 8/04 1160 90

Thorens TD 810 9/06 1300 90

Clearaudio Emotion / Tangent 3/05 2000 90

Rega RP3 2/12 780 85

Thorens TD 700 1/07 1000 85

Pro-Ject RPM 5 9/05 550 80

Oberklasse

61-75 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Pro-Ject Xpression 2 5/06 400 75

Pro-Ject RPM-1 9/07 300 65

MitTel-klasse

31-60 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Numark TT-500 4/07 350 60

Omnitronic DD-2250 4/07 180 50

2. Plattenspieler mit System

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Clearaudio Innov. / Universal / DaVinci V2 / Abs. Phono 12/13 26 100 125

Transrotor Rondino FMD / SME 5009 / Merlo Refer. 2/11 11 000 115

Clearaudio Ovation / Magnify / Talismann v2 Gold 12/11 8100 110

Thorens TD550 / Ortofon AS212s / Lyra Dorian 11/07 8200 110

EAT E-Flat / Yosegi 12/11 5000 107

Linn LP 12 Majik / Aktio / Adikt 12/12 5000 107

Transrotor Dark Star / 800-S / Merlo Refer. 2/09 3780 105

Transrotor Enya 12 / TMD / M1 / Merlo 2/08 7440 105

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Clearaudio Performance / Satisfy / Maestro 3/07 1950 100

Transrotor Rossini 25/60 12/12 2800 100

Thorens TD 309 / AT95 3/10 1600 95

Audio Note TT-1 / ARM 1 / iQ-3 8/08 1800 95

Pro-Ject PerspeX Superpack 8/08 1950 95

Denon DP-A 100 12/10 2500 95

Funk Firm Little Super Deck 12/12 1200 93

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Thorens TD 206 1/14 1000 90

Music Hall mmf-7.1 / Goldring Eroica H 5/08 1300 90

Marantz TT-15 / Clearaudio Virtuoso Wood 1/05 1500 90

Transrotor Avorio / 800-S / Goldring MM2500 10/09 2225 90

Clearaudio Concept 11/09 1000 85

Pro-Ject 2Xperience 2/12 875 80

Cargo Records 33Punkt3 8/11 1200 80

Pro-Ject Debut Carbon Esprit 10/12 420 77

Oberklasse

61-75 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte

Pro-Ject Debut Carbon Premium 10/12 365 75

Rega RP1 2/11 350 75

Pro-Ject Essential Premium Phono/USB 5/12 400 75

Pro-Ject Debut Carbon Basic 10/12 315 70

Dual CS460 2/12 590 70

MitTel-klasse

31-60 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Denon DP-300 F 4/07 330 60

Vinyl 2000 HC 16 4/07 150 55

Technics SL-BD 20 4/07 180 55

Thorens TD-170 4/07 260 55

Dual CS 415 - 2 4/07 230 50

Dynavox DJ-1100 BA 4/07 150 40

Ion Audio iTT-USB 4/07 180 40

3. Tonabnehmer

Beachten Sie, dass Ihr Verstärker je nach Tonabnehmer-Typ einen passenden Phono-

Eingang aufweisen muss: (MC) bedeutet Moving Coil System, (MM) Moving Magnet,(MI)

Moving Iron, (HO) High Output.

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Benz Micro LP-S (MC) 8/09 2900 110

EAT Yosegi (MC) 12/11 1500 105

Rega Apheta (MC) 10/13 1600 105

Benz Ebony (MC HO) 9/04 2400 105

Clearaudio Stradivari 12/06 2400 105

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Lyra Delos (MC) 7/11 1100 100

Kiseki Blue NOS (MC) 7/11 1600 100

Lyra Dorian 11/07 800 95

Benz Glider SL 2/09 900 95

Ortofon SPU Royal N 2/09 1250 95

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Clearaudio Concept MC 12/10 500 90

Ortofon SPU Classic N 2/09 575 90

Benz ACE L 2/09 590 90

Benz Micro ACE L 2000 12/10 600 90

Denon DL-103 SA (MC) 8/07 600 90

Clearaudio Maestro (MM) 3/07 620 90

Clearaudio New Symphony (MC) 10/06 890 90

Denon DL-103 R 4/06 350 85

Sumiko Blue Point Special Evo III 12/10 430 85

Nagaoka MP-300 (MI) 3/09 450 85

Ortofon Vivo Blue 12/10 325 80

Goldring 2500 (MI) 3/09 360 80

Ortofon 2M Black 3/08 530 80

Oberklasse

61-75 Punkte

Modell Test Preis Punkte

Nagaoka MP-150 (MI) 3/09 200 75

Ortofon Salsa (MC) 1/07 240 75

Ortofon Vivo Red 12/10 250 70

Goldring 2300 (MI) 3/09 260 70

Ortofon Samba (MC) 1/07 200 65

www.audio.de ›03 /2014

141


Service › Bestenliste

MitTel-klasse

31-60 Punkte

Solide Abtaster, die weder beim Hören noch beim allfälligen Austausch Kopfschmerzen

bereiten. Genuss ohne Reue.

Modell Test Preis Punkte

Ortofon 2M Blue (MM) 8/07 180 60

Goldring 2200 (MI) 3/09 200 60

Goldnote Babele (MM) 7/12 120 55

Ortofon 2M Red (MM) 8/07 90 48

Digital-Player

1. CD-/SACD-PLayer

Referenz-Klasse

AB 101 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte SACD/CD

Accuphase DP-800 / DC-801 3/07 25 200 140 / 140

Moon 750 D 5/10 9450 135

Audio Research CD-8 11/09 10 500 135

Wadia 581i SE 5/08 12 000 135

Accuphase DP-600 4/09 12 400 135 / 135

DCS Puccini/U-Clock (+USB-DAC) 10/09 18 100 135 / 135

Teac Esoteric P 03 / D 03 10/06 24 000 140 / 135

Accuphase DP-700 1/08 15 700 135 / 135

Moon 650 D 12/11 6800 130

McIntosh MCD 500 4/09 7950 135 / 130

Ayre DX-5 (+Blu-ray, USB-DAC) 10/10 10 800 120 / 130

Yamaha CD-S3000 8/13 4200 125/125

Audionet ART G2 5/07 4500 125

Accuphase DP-400 1/09 4500 125

Naim CDX 2 7/07 4600 125

Acoustic Plan DriveMaster/DigiMaster 2/13 5000 125

Symphonic Line Der CD-Spieler 7/07 5000 125

T + A D 10 4/06 5500 135 / 125

McIntosh MCD 301 AC 11/08 5280 135 / 125

Accuphase DP-500 5/07 5600 125

Audio Research CD-5 5/09 6000 125

Rega Valve Isis CD-Player (USB-DAC) 1/12 9000 125

Meridian 808 1/06 11 000 125

Unison Research Unico CDE 9/10 2900 120

Linn Majik CD 6/07 3000 120

T + A SACD 1250 R 7/07 3000 130 / 120

TAC C-60 11/09 3200 120

Naim CD 5 XS / Flatcap XS 11/09 3300 120

Restek Epos 7/07 3570 120

Burmester 052 6/06 3750 120

AVM Evolution CD 5.2 2/13 4000 120

T + A SACD 1260 R 10/09 4000 135 / 120

Denon DVD-A1 UD (+Blu-ray) 9/09 5000 125 / 120

Audio Aéro Capitole Reference 4/06 6500 120

Teac Esoteric X-03 4/06 7500 135 / 120

Burmester 061 5/07 7700 120

Raysonic CD-138 11/09 1800 115

NAD M5 10/07 2250 125 / 115

Naim CD 5 XS 11/09 2350 115

Ayon CD-1S 11/09 2500 115

Marantz SA 14 S1 1/14 2500 125 / 115

T + A CD 1260 R 11/09 2500 115

Cayin CDT-17 A 4/06 2500 115

AVM CD3.2 12/11 2750 115

T + A Music Player Balanced(+Netzwerk/FM) 1/12 2890 115

Lyric CD-100 12/09 1300 110

Pure Sound A-8000 9/10 1500 110

Shanling CD 2.1 5/13 1500 110 / 110

Astin Trew AT 3500 3/08 1800 110

Cyrus CDXt / DAC XP (integr. Vorstufe) 6/07 4600 110

Cambridge 840 C 5/07 1500 105

Marantz SA-15 S1 7/07 1500 115 / 105

Cayin SP-CD 300 6/08 1600 105

Advance Acoustic MCD-403+MDA-503 6/08 1600 105

Denon DCD-2000 AE 6/07 1650 115 / 105

Marantz SA-15 S2 3/10 1800 115 / 105

AVM Evolution CD 3 8/06 1800 105

Atoll SACD 200 (SACD 5.1) 7/10 2000 120 / 105

Marantz SA 15 S2 LE 12/11 2000 105

T + A Music Player E2 (+Netzwerk-Client) 12/07 2000 105

Exposure 3010 S 6/07 2000 105

Arcam CD 36 3/08 2175 105

Densen B 420 3/08 2200 105

Rega Apollo R 7/12 800 103

Marantz SA-KI Pearl Lite 2/11 1200 115 / 103

Rotel RCD-1570 8/13 900 102

Atoll CD 100 SE-2 3/14 1000 102

Exposure 2010 S2 CD 8/13 1000 102

High-End-Klasse

91-100 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte SACD/CD

Rotel RCD 12 10/12 600 100

Vincent CD-400 9/11 700 100

Creek Evolution CD 5/07 760 100

AMC XCDI VT 3/12 800 100

NAD C 565 BEE 5/09 900 100

Marantz SA 8003 1/09 900 115 / 100

Pioneer D 9 12/07 900 110 / 100

Vincent CD-S 1.1 9/07 990 100

Denon DCD-1510AE 2/11 1000 113 / 100

AMC CD6d 9/10 1000 100

Cambridge 740C 5/09 1000 100

Astin Trew At 3000 8/07 1000 100

Rega Apollo 7/08 1000 100

Cyrus 6 SE 2 3/13 1080 100

Musical Fidelity M3CD 2/11 1150 100

Yamaha CD-S 2000 2/08 1300 115 / 100

East Sound CD-E5 SE 6/07 1400 100

Quad 99CDP-2 (Variable Out/6 Digital-In) 7/08 1470 100

Densen B-410 6/07 1600 100

Sony SCD-XA 5400 ES 1/09 2000 105 / 100

Audio Aéro Prima 5/07 2100 100

NAD C546 BEE 8/12 560 98

Rotel RCD- 06 SE 8/12 600 98

Harman/Kardon HD 980 12/08 300 95

System Fidelity CD-270 12/08 400 95

Marantz CD 6005 11/13 450 95

Pro-Ject CD Box SE 5/10 520 95

NAD C 545 BEE 8/09 550 95

Gold Note CD-7 3/13 600 95

Harman/Kardon HD 990 5/09 600 95

Exposure 1010 D 9/11 620 95

Music Hall CD 35.2 9/11 700 95

Arcam CD 17 9/08 700 95

Vincent CD-S2 8/08 740 95

Cambridge Azur 651 C 8/12 800 95

Teac CD 1000 3/12 800 110 / 95

Marantz SA 7001 KI 7/07 900 110 / 95

Yamaha CD-S 1000 7/08 900 110 / 95

Sony XA 1200 ES 9/07 900 110 / 95

Pioneer D 6 2/07 500 100 / 95

Spitzenklasse

76-90 Punkte

Modell . . Test Preis Punkte SACD/CD

Marantz CD-5004 10/10 300 90

NAD C 515 BEE 4/08 300 90

Denon DCD-720 AE 9/12 400 90

Marantz CD-6002 11/07 400 90

NAD C 525 BEE 2/07 400 90

Cambridge 350 C 10/10 450 90

Yamaha CD-N500 11/12 500 90

Denon DCD-520 AE 8/12 250 88

Yamaha CD-S 300 1/11 270 85

Advance Acoustic MCD 200 10/09 350 85

Audio Block C-100 9/12 400 85

Pioneer PD-30 9/12 400 100 / 85

Onkyo C-S5 VL 8/09 400 90 / 85

Yamaha CD-S 700 3/09 480 85

Denon DBP-2012 UD (+Blu-ray) 6/11 850 105 / 85

Yamaha CDX-497 3/07 270 80

System Fidelity CD-250 10/08 275 80

AMC XCDI 10/10 350 80

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