24.02.2014 Aufrufe

AUDIO Eintakt-Trioden - besser aus Prinzip? (Vorschau)

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03 / 2014<br />

www.audio.de Deutschland 6,- €<br />

HIFI · SURROUND · HIGH END · MUSIK<br />

Klangstark, technisch perfekt<br />

und DSD-fähig – für 400 €!<br />

<strong>Eintakt</strong>-<strong>Trioden</strong> –<br />

<strong>besser</strong> <strong>aus</strong> <strong>Prinzip</strong>?<br />

Vier erschwingliche<br />

Single-Ended-Röhrenverstärker<br />

zeigen, was<br />

sie können – an besonders<br />

röhrenfreundlichen<br />

Boxen aller Klassen.<br />

CD-Spieler und Verstärker von<br />

Atoll: konsequent audiophil<br />

schon in der 1000-Euro-Klasse<br />

Super-Kopfhörer von<br />

AKG und Audez'e,<br />

neue Porti-Referenz<br />

von Astell&Kern<br />

Österreich € 6,70 - Schweiz sfr 12,00<br />

Spanien € 7,95 - BeNeLux € 7,00<br />

Griechenland € 9,00 - Italien € 7,95<br />

Finnland € 8,85 - Slowenien € 7,95


NEU in der<br />

Serie 15<br />

Modern Fidelity.<br />

RCD-1570<br />

CD-Player<br />

RA-1570<br />

Vollverstärker<br />

7/2013<br />

Ihre neue Wertanlage – von ROTEL.<br />

Der neue RA-1570 von ROTEL ist mehr als eine normale<br />

HiFi-Komponente. Denn dieser perfekt auf die Bedürfnisse<br />

des modernen Musikenthusiasten abgestimmte Vollverstärker<br />

schafft mit seinen kraftvollen 2 x 120 Watt (RMS / 8 Ω) den<br />

Spagat zwischen den klassischen Analog-<strong>Prinzip</strong>ien und<br />

den modernen, digitalen Anschlussvarianten. In der Wiedergabe<br />

nahezu aller mobilen Quellen liefert er auch kabellos,<br />

via mitgeliefertem USB-Bluetooth-Adapter, die Klangqualität,<br />

die selbst eingefleischte Musikliebhaber begeistert. Aber was<br />

wäre das Herzstück eines hochwertigen multifunktionalen<br />

Musiksystems ohne die Wiedergabemöglichkeit einer umfangreichen<br />

CD-Sammlung? Aus diesem Grund haben wir dem<br />

RA-1570 mit dem MP3-fähigen RCD-1570 einen Highend-<br />

CD-Player zur Seite gestellt, den Sie über die Systemfernbedienung<br />

komfortabel mitsteuern können. Dank Wolfson-<br />

D/A-Wandler verfügt der RCD-1570 über die gleiche hochwertige<br />

Signalverarbeitung und klangliche Akkuratesse<br />

wie sein Verstärkerpendant. Mit der Serie 15 von ROTEL<br />

holen Sie das Maximum <strong>aus</strong> Ihrer Musik her<strong>aus</strong>. Und erleben<br />

kompromisslosen Klang – für eine vernetzte Welt.<br />

Mehr Infos und den ROTEL Fachhändler in Ihrer Nähe finden Sie auf: www.gute-anlage.de und www.rotel.com


Meinung › Editorial<br />

So kompakt, so<br />

klangstark<br />

Bernhard Rietschel<br />

brietschel@wekanet.de<br />

Keine Kompromisse<br />

Wie alle Hobbys kennt auch HiFi unterschiedliche Grade von Konsequenz und<br />

Kompromisslosigkeit. Ich habe schon alte Männerfreundschaften an einem Streit<br />

über einen Röhrenvorverstärker zerbrechen sehen, wobei mir der genaue strittige<br />

Punkt nie offenbart wurde. Ich hätte ihn vielleicht eh nicht verstanden.<br />

Ich kannte auch Leute, die sich eine große, schöne Wohnung hätten mieten<br />

können, aber eine viel kleinere vorzogen – weil sie es sich so leisten konnten, die<br />

gegenüberliegende, identische Wohnung dazuzumieten. Diese blieb dann jahrelang<br />

uneingerichtet, praktisch im Rohbauzustand – bis auf das Wohnzimmer, das als<br />

Hörraum diente. Mit vielen Platten, einem (!) Sessel sowie einem Tischchen, auf<br />

dem noch die Partitur der zuletzt gehörten Sinfonie lag. Sonst nichts.<br />

Nicht zu vergessen der Vinylfan, dem ich einen Van den Hul Tonabnehmer für 5000<br />

Mark in seinen Linn-Spieler einbaute: Die Anlage, ein ganz großes Naim-Gedeck an<br />

einer ganz kleinen Linn-Box, war vermutlich teurer als die gesamte Wohnung. Und<br />

das Auto. Er hatte nämlich keins, sondern nur ein altes Rennrad, das im Flur stand,<br />

weil es in der miesen Gegend sonst sofort geklaut worde wäre. Ich habe „Abbey<br />

Road“ nie zuvor und nie wieder danach so gut gehört.<br />

Es sind die Unbeugsamen, 110-Prozentigen, die in Erinnerung bleiben. Was nicht<br />

heißt, dass auch Leute, die ihren Boxenkauf von einem Zentimeter Bauhöhen-<br />

Unterschied abhängig machen mussten („weil sie sonst höher ist als das Sideboard“),<br />

oder die ihre Traumbox dann doch nicht bekamen, weil das Furnier etwas<br />

zu grob gemasert war, oder die, obwohl MP3-abstinent <strong>aus</strong> Überzeugung, beschlossen,<br />

fortan über eine Funk-Digitalstrecke Musik zu hören, „weil dann das<br />

Kabel nicht so hässlich vor dem Teppich vorbeigeht“ – dass also solche eher<br />

weniger kompromisslose Musikfreunde mitunter beneidenswert guten Klang<br />

genießen, den sie in den Augen der 110-Prozentigen gar nicht verdient haben.<br />

Für beide Gruppen haben wir spannende Themen in diesem Heft. Himmlisch<br />

klingende <strong>Eintakt</strong>-Röhren, die heiß werden wie die Feuer der Hölle und trotzdem<br />

nur wenige Watt <strong>aus</strong>spucken – Klassiker des kompromisslosen High End, die am<br />

richtigen Lautsprecher überwältigend lebensecht musizieren. Ehrensache, wir<br />

haben auch passende Lautsprecher besorgt: von noch erreichbaren Effizienzwundern<br />

bis hin zu wirklich radikalen Hochwirkungsgrad-Hörnern. Aber wir haben<br />

auch pflegeleichtes Transistor-HiFi <strong>aus</strong> Frankreich, das klanglich eine ganz ähnliche<br />

Richtung einschlägt. Mainstream ist daran gar nichts, nur der Preis. Auch Boxen<br />

knapp ober- und unterhalb der berühmten 1-Meter-Marke haben wir gefunden, die<br />

allesamt so verblüffend spielen, dass man letztlich tatsächlich den Partner entscheiden<br />

lassen kann – von Kompromiss keine Spur, auch für 1500 Euro nicht. Wer<br />

Rücksicht auf Nachbarn und Familie nehmen muss, kann sich von dem Geld auch<br />

einen der neuen Super-Kopfhörer leisten – für einen Kopfhörer ist das zwar<br />

verdammt teuer. Aber der Betrag ist nur einmal fällig. Nicht monatlich wie die Miete<br />

für die Nachbarwohnung. So betrachtet kann auch ein 1500-Euro-Kopfhörer ein<br />

guter Kompromiss sein.<br />

nuLine 34<br />

„Setzt weit über ihre Preisklasse<br />

hin<strong>aus</strong> Maßstäbe“Klassenreferenz AreaDVD 1/13<br />

„Großartiges Hörerlebnis“<br />

AV-Magazin Highlight 2/13<br />

Testsieger Audio 1/14<br />

„Was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft, dürften die nuLine<br />

34 kaum zu toppen sein. So viel durchdachte Lautsprechertechnik<br />

fürs Geld dürfte man anderswo kaum finden“ LP 4/13<br />

Schleiflack Weiß, Platin, Schwarz oder Nussbaum, Kirsche.<br />

220/160 W · 335,- €/Box inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand<br />

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Viel Spaß mit diesem Heft wünscht<br />

Ehrliche Lautsprecher<br />

www.audio.de ›03/2014<br />

3<br />

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Inhalt › Audio 03/2014<br />

18<br />

In Einklang?<br />

Wonach lechzen leistungsarme<br />

Class-A-Röhren am meisten?<br />

Richtig, nach wirkungsgradstarke<br />

Boxen! Doch klingt die Technik-<br />

Symbiose automatisch <strong>besser</strong>?<br />

Für Minimalisten: Für Kopfhörer-HiFiisten: Für Porti-Fetischisten:<br />

Clearaudio<br />

smart Phono V2<br />

44<br />

AKG K 812 und<br />

Audez´e LCD-XC<br />

46<br />

Astell & Kern<br />

iriver AK 240<br />

14<br />

Magazin<br />

6<br />

8<br />

12<br />

News Highendige Elektronik-Komponenten<br />

von Esoteric # Wilson überarbeitet den<br />

Lautsprecher Sasha # Sony baut einen<br />

neuen Walkman # Nola-Lautsprecher gibt<br />

es ab sofort auch in Deutschland # iFi<br />

versucht sich in portablen KH-Amps mit<br />

dem nano iCAN # Cyrus hat den deutschen<br />

Vertrieb gewechselt.<br />

Messe-Report: CES 2014<br />

Was gibt es Neues <strong>aus</strong> Las Vegas? <strong>AUDIO</strong><br />

war vor Ort und berichtet.<br />

Szene HiFi-Events und Termine<br />

RUBRIKEN<br />

3 Editorial<br />

69 Markt<br />

134 Bestenliste<br />

144 Leserbriefe<br />

144 Impressum<br />

146 <strong>Vorschau</strong><br />

Lautsprecher<br />

18<br />

120<br />

Test: Highend-Lautsprecher<br />

Mit teilweise einzigartiger Technik und<br />

enormen Aufwand bauen Voxativ,<br />

Blumenhofer und Ayon ihre Lautsprecher.<br />

Warum das ganze Tam-Tam mit Hörnern<br />

und Breitbändern? Ganz einfach: Weil sie<br />

gezielt auf einen hohen Wirkungsgrad<br />

gezüchtet wurden. Ob sie sich deswegen<br />

aber als ideale Partner von Kleinstleistungs-Verstärkern<br />

eignen?<br />

Test: Standboxen um 1600 Euro<br />

Mit einer Höhe von knapp unter einem<br />

Meter und einem hübschen Design sind die<br />

Weichen bereits richtig gestellt: Diese vier<br />

Standlautsprecher von Boston, Chario, Elac<br />

und Monitor Audio werden sich optisch in<br />

jedes Wohnzimmern integrieren. Das reicht<br />

<strong>AUDIO</strong> aber nicht und prüft die Boxen auf<br />

Herz und Nieren – und Klang.<br />

Verstärker<br />

34<br />

44<br />

130<br />

Test: Class-A-Röhrenamps<br />

Tsakiridis setzt bei der Endstufe Achilles<br />

eine 300B ein, bei der Orpheus eine 845. Die<br />

Vorstufe Thalia passt gut dazu. Das gleiche<br />

Röhren-Spiel treibt auch Mastersound <strong>aus</strong><br />

Italien – bei den Vollverstärkern Compact<br />

300B und 845 – eben eine Nummer größer<br />

und teurer. Wie stark wirkt sich die<br />

unterschiedliche Endstufen-Bestückung<br />

tatsächlich auf den Klang <strong>aus</strong>?<br />

Test: Phono-Verstärker<br />

Clearaudios Smart Phono V2 protzt nicht<br />

gerade mit Ausstattung. Doch wer weiß:<br />

Vielleicht führt dieser Minimalismus zum<br />

ersehnten Wohlklang.<br />

Test: Stereo-Kombi<br />

Als Paar sehen IN-100 SE und CD-100 SE-2<br />

von Atoll schonmal gut <strong>aus</strong>. Ob die<br />

Beziehung aber auch klanglich passt?<br />

4 www.audio.de ›03 /2014


Inhalt › Audio 03/2014<br />

sumie<br />

Ihre Schwester Yukimi kennt man schon<br />

von der Elektroband Little Dragon, jetzt<br />

lässt auch Sumie Nagano aufhorchen:<br />

mit einer Platte so sehnsuchtsvoll und<br />

traurig-schön, als wär’ sie ein Roman des<br />

japanischen Kultautors Haruki Murakami.<br />

55<br />

120<br />

Ein Meter Klang<br />

Wenn von wohnraum-tauglichen<br />

Standboxen die Rede ist, meint man<br />

schicke, meist unter einen Meter<br />

hohe Modelle. Die vier Lautsprecher<br />

von Boston, Chario, Elac und Monitor<br />

Audio klingen größer als man denkt.<br />

52<br />

Bauh<strong>aus</strong>-streamer<br />

Ob der Raumfeld Cube von Teufel<br />

schick <strong>aus</strong>sieht, darf jeder für sich<br />

entscheiden. Klanglich lässt die<br />

Streaming-Anlage jedenfalls nichts<br />

anbrennen, und gefällt zudem mit<br />

einer einfachen Bedienung.<br />

IM TEST<br />

CD-Player<br />

Atoll CD-100 SE-2130<br />

D/A-Wandler<br />

Denon DA 300 116<br />

Endstufen<br />

Tsakiridis Achilles34<br />

Tsakiridis Orpheus34<br />

komplettsysteme<br />

Raumfeld by Teufel Cube52<br />

kopfhörer<br />

AKG K 812, Audez´e LCD-XC46<br />

Mobil-Player<br />

Astell & Kern AK 24014<br />

Phonoverstärker<br />

Clearaudio Smart Phono V244<br />

Standboxen<br />

Voxativ Ampeggio Due20<br />

Ayon Black Hawk24<br />

Blumenhofer Tempesta 2028<br />

Blumenhofer Mini32<br />

Boston M 250, Chario Syntar 530, Elac<br />

FS 197, Monitor Audio Silver 6120<br />

Vollverstärker<br />

Mastersound Compact 300B34<br />

Mastersound Compact 84534<br />

Atoll IN-100 SE130<br />

Vorverstärker<br />

Tsakiridis Thalia34<br />

Die Bestenliste<br />

Alle Tests im Überblick134<br />

Bilder: Titel: J. Bauer, MPS; Inhalt: J. Bauer, H. Härle, MPS, Andrew MacNaughtan, Archiv<br />

Digital-Quellen<br />

14<br />

116<br />

Komplettanlagen<br />

52<br />

Test: HiRes-Porti<br />

Jetzt dachte man, dass der Astell und Kern<br />

AK120 bereits den Höhepunkt bei edlen<br />

Mobil-Playern darstellte und nun das: der<br />

AK240 kann noch mehr und kostet fast das<br />

Doppelte. Lohnt sich der Aufpreis?<br />

Test: D/A-Wandler<br />

Denons neuester Streich: Der DA 300 USB<br />

klingt hervorragend mit allen gängigen<br />

Datei-Formaten – sogar mit DSD – und<br />

kostet dabei nur 400 Euro.<br />

Test: Streaming-System<br />

Der vollaktive Cube vereint bei einem<br />

Paarpreis von 500 Euro Raumfelds einfache<br />

Bedienung mit einem tollen Klang.<br />

Kopfhörer<br />

46<br />

Report<br />

10<br />

Test: Edel-Hörer<br />

Darauf musste die Fangemeinde lange<br />

warten: Ein neuer Referenz-Kopfhörer von<br />

AKG „Made in Austria”, und ein geschlossener<br />

Magnetostat von Audez´e. Beide im<br />

Exklusiv-Test bei <strong>AUDIO</strong>.<br />

Ratgeber: Philips Golden Ears<br />

Ob für billige 5-Euro-Hörer, oder für teures<br />

HiFi: Philips treibt stets einen enormen<br />

Entwicklungs-Aufwand mit vielen Hörtests<br />

und Blindvergleichen. Das Gehör ihrer<br />

Mitarbeiter schulen die Holländer mit einem<br />

anspruchsvollen Gehör-Trainings-Kurs.<br />

Diesen stellt Philips nun online und<br />

vollkommen kostenlos zur Verfügung.<br />

MUSIK<br />

54<br />

55<br />

58<br />

62<br />

64<br />

65<br />

67<br />

Pop-CDs<br />

Marteria, Robben Ford, Sumie, Max Herre,<br />

Broilers, The Notwist, Warpaint, Paula,<br />

David Crosby, Lake, Andreas Dorau ...<br />

Die Audiophilen<br />

Tokunbo: großes Entertainment zwischen<br />

Pop, Jazz und Chanson – mal live, mal im<br />

Studio<br />

Geheimtipp<br />

Snakadaktal: <strong>aus</strong>tralischer Indielectro-Pop<br />

mit dem gewissen Etwas<br />

LP-Tipps<br />

Paul Kuhn, Taj Mahal, Jerry Lee Lewis ...<br />

Oldie-CDs<br />

The Beatles, The Pogues, Nationalgalerie ...<br />

Jazz-CDs<br />

Brad Mehldau & Mark Guiliani: Zwei<br />

Ausnahmemusiker im Trancejazz-R<strong>aus</strong>ch<br />

Klassik-CDs<br />

Die Berliner Jahre des Sergiu Celibidache<br />

www.audio.de ›03 /2014<br />

5


März 2014<br />

Grandios<br />

Welch Glückspilze die Ingenieure der<br />

japanischen HighEnd-Manufaktur Esoteric<br />

(Teac / Onkyo) doch sein müssen:<br />

Entwickelt einfach, schert euch nicht um<br />

Kosten, erschafft das Beste vom Besten,<br />

so die interne Order. Und so kreierte das<br />

Technikteam ohne Rotstiftdruck ein vierteiliges<br />

Luxus-HighEnd-Arrangement namens<br />

Grandioso – für zusammen 80.000<br />

Euro. Knapp 800 Euro pro Kilogramm. Die<br />

grandiosen Vier im Detail: Das CD-/SACD-<br />

Laufwerk Grandioso P1 samt separatem<br />

Netzteil mit vier Ringkerntransformatoren<br />

sowie der Grandioso D1-Mono-D/A-<br />

Konverter – in zweifacher Ausführung. Die<br />

Maßgabe strikter, weil klangfördernder<br />

Strom- und Kanaltrennung durchdringt<br />

sämtliche Komponenten. So speisen<br />

separate Stromversorgungen sämtliche<br />

Stufen des Laufwerks P1, um eventuelle<br />

Beeinflussungen zwischen Baugruppen –<br />

wie zum Beispiel Laufwerksteuerung und<br />

Daten<strong>aus</strong>lese – zu vermeiden. Und im P1<br />

sorgt die neueste Version des h<strong>aus</strong>eigenen<br />

VRDS-Laufwerks (Vibration Free Rigid<br />

Disc Clamping), das VMK-3.5 20S, mit<br />

einem speziell entwickelten Klammermechanismus<br />

für stabile, flatterfreie Rotation<br />

einer CD oder SACD. Als Partner-Duo des<br />

Laufwerks P1 bereiten die Traum-Wandler<br />

D1 die Musikdaten detailversessen und<br />

präzisionsverliebt auf. 16 hochkarätige<br />

32-Bit-D/A-Wandler von Asahi Kasei<br />

Microdevices (AKS 4495S) agieren im<br />

Team, um Top-Linearität und minimalstes<br />

R<strong>aus</strong>chen zu realisieren. PCM-Singale<br />

kann das D1 bis zu achtfach oversampeln.<br />

Und via USB-Port versteht sich das D1<br />

mit 32Bit/384kHz- sowie 2.8/5.6MHz-<br />

DSD-Signalen im asynchronen Modus.<br />

Als Schmankerl produzierte Esoteric eine<br />

Luxus-Lounge:<br />

Edle Bauteile, feine<br />

Verarbeitung, optimierte<br />

Signalwege,<br />

strikte<br />

Kanaltrennung – die<br />

vier Grandioso-<br />

Komponenten wurden<br />

mit highendiger<br />

Leidenschaft und<br />

ohne Rotstift entwickelt.<br />

SACD, die europaweit auf 50 Exemplare<br />

limitiert ist. Zwei Top-Röhrenmikros<br />

(Neumann M-50C und ein Brauner VM1)<br />

nahmen den Pianisten Miyuji Kaneko<br />

auf. Der Clou: Auf der SACD-Spur kann<br />

man zwischen den beiden Mikrofontypen<br />

wählen und deren Klangcharakteristik<br />

vergleichen (SACD: Chopin / Liszt /<br />

Debussy, Miyuji Kaneko; Esoteric, ca. 49<br />

Euro, z.B. bei www.jpc.de). Die Preise:<br />

Laufwerk-Kombi und Netzteil P1 40.000<br />

Euro, Mono-D/A-Wandler D1 je 20.000<br />

Euro. www.esoteric-highend.eu cd<br />

Fotos: Archiv, Shutterstock.com<br />

6<br />

www.audio.de ›03/2014


Magazin › News<br />

american dream-Team<br />

David A. Wilson unterzog seinen Bestseller Sasha W/P,<br />

Nachkomme der legendären Watt/Puppy-Modelle, einer<br />

Frischzellenkur: Von Schwester Alexandria XLF erhielt die<br />

Sasha W/P Series-2 den „Convergent Synergy Tweeter“,<br />

modifiziert für das obere, Pyramiden-artige Boxengehäuse<br />

(im Vorgänger gab eine inverse Titankalotte von Focal den<br />

Hochton an). Obendrein entwickelten die Wilson-Spezialisten<br />

mit Hilfe eines speziellen, ultrapräzisen Laser-Schwingungsmessers<br />

ein Bassgehäuse, das nun knapp 30 Prozent<br />

weniger Resonanzen aufweisen soll. Darüber hin<strong>aus</strong><br />

verordnete David A. Wilson sämtlichen Komponenten<br />

der Frequenzweiche ein Feintuning. Das hört sich doch<br />

prima an. Der Preis liegt auf Niveau von Sasha 1, bei rund<br />

30.000 Euro pro Paar.<br />

www.wilsonaudio.com, www.audiocomponents.de<br />

cd<br />

Walkman 3.0<br />

Sony positioniert sich im Markt hochauflösender<br />

Musik gerade mit zahlreichen frischen<br />

Geräten neu (siehe <strong>AUDIO</strong> 1 und 2/2014).<br />

Nun schicken die Japaner das aktuellste<br />

Topmodell ihres Klassikers Walkman ins mobile<br />

High-Resolution-Rennen: Der NWZ-ZX1<br />

beherrscht neben mp3-/WMA-/AAC-Dateien<br />

auch Formate wie WAV, FLAC, Apple Lossless<br />

und AIFF (jeweils bis 192kHz/24Bit), hat<br />

Foto sowie Videowiedergabe drauf (mit 10,16-cm-TFT-Farbdisplay)<br />

und ist internetfähig. Für den guten Ton sollen h<strong>aus</strong>eigene Technologien<br />

wie S-Master HX Audioverstärker, DSEE HX sowie große OS-<br />

CON-Kondensatoren sorgen. Im 139 Gramm leichten Aluminiumchassis<br />

wartet ein 128GB-Speicher auf die Musikdaten. Der Preis:<br />

rund 700 Euro. www.sony.de cd<br />

yes, iCan<br />

Der britische Klangspezialist iFi möchte mobilen<br />

Musiksessions auf die Sprünge helfen: Ihr Mini-Kopfhörerverstärker<br />

nano iCAN wiegt 167 Gramm und soll<br />

dank seines 1400mAh-Akkus (Lithium-Polymer) bis<br />

zu 70 Stunden Outdoor-Open-Air-Vergnügen <strong>aus</strong> dem<br />

Kästchen zaubern. Vorne hält er einen 6,3-Millimeter-<br />

Klinken-Port parat, ebenso wie Schalter für die Sound-<br />

Tools „3D-Holographic Sound System“und „XBass“.<br />

Rückseitig wartet eine<br />

3,5-Millimeter-Buchse<br />

für Smartphone & Co<br />

sowie Cinch-Buchsen<br />

für die HiFi-Anlage. Der<br />

Preis: 169 Euro.<br />

www.wodaudio.de<br />

cd<br />

Neu-töner<br />

Die US-Boxenschmiede Nola startet nun auch in<br />

Deutschland durch. Den Vertrieb stellt die Frankfurter<br />

Mythical Audio International. Zum Nola-Portfolio zählt<br />

u.a. die „Boxer Collection“ mit zwei Modellen plus<br />

Center sowie die Boxen „Reference“ und „Reference<br />

Gold“, die dank offener Schallwand im Mittel- und<br />

Hochtonbereich ein breites und offenes Klangbild<br />

garantieren sollen; im Bild die „MetroGrand“. www.<br />

mythical-audio.com, www.nolaspeakers.com cd<br />

Vertriebswechsel<br />

Die Produkte der britischen HighEnd-<br />

Marke Cyrus Audio mit Sitz in Huntington,<br />

werden in Deutschland seit Januar<br />

von der Beta Audio GmbH vertrieben.<br />

Die Spezialisten <strong>aus</strong> Unna betreuen hierzulande<br />

bereits Marken wie HiDiamond<br />

und Mission.<br />

www.betaaudio.de,<br />

www.cyrusaudio.com cd<br />

www.audio.de ›03 /2014<br />

7


Kompakt ist relativ: So<br />

sieht Dan D'Agostinos neuer<br />

Vollverstärker <strong>aus</strong>.<br />

Epischer Klang: Luke Creek zeigte die<br />

neue Epos Einstiegsserie – preiswert,<br />

klangstark und nachträglich aktivierbar...<br />

Die Wüste Bebt<br />

Der Termin in der zweiten Januarwoche<br />

macht die CES in Las Vegas zu einer willkommenen<br />

Verlängerung des Weihnachtsurlaubs<br />

– wenn man zu den Menschen<br />

gehört, bei denen sich in einer komplett<br />

künstlichen, unbeschreiblich lauten und<br />

vulgären Glücksspiel- und Entertainment-<br />

Stadt so etwas wie Ferien-Feeling einstellt.<br />

Ruhig und konzentriert ging es dagegen<br />

auf den Fluren und in den Zimmern des<br />

edlen Venetian-Hotels zu, die traditionell<br />

den High-End-Ableger der CES beherbergen.<br />

Fernab vom Trubel des „Convention<br />

Center“-Hallenkomplexes, in dem sich<br />

kaum noch HiFi findet, bietet das plüschigüppig<br />

möblierte Venetian gute Vorführbedingungen,<br />

die viele Aussteller auch eindrucksvoll<br />

zu nutzen wussten. Die Tannoy<br />

Kingdom klang an Elektronik von Cary Audio<br />

sogar noch <strong>besser</strong> als letzte Jahr, T+A<br />

ließ die neuen Vor- und Endstufen <strong>aus</strong> der<br />

HV-Serie an den Standboxen CWT-1000<br />

aufspielen, dass es eine helle Freude war.<br />

Dynaudios neue Confidence Platinum<br />

klang an Octave gewohnt elegant, aber für<br />

die Klang-Überraschung sorgte Jeff Kalt<br />

von Resolution Audio, der seine neuen<br />

Monoblöcke, den mittlerweise streamingfähigen<br />

Cantata MC und ein fast schon lächerlich<br />

preiswertes Pärchen Epos Elan 30<br />

(1500€) umwerfend dynamisch und mitreißend<br />

lebensecht musizieren ließ – die Kette<br />

ist für einen Test vorgemerkt, sobald die<br />

Resolution-Monos lieferbar sind.<br />

Gesprächsthema Nummer 1: Der<br />

gewaltige „Statement“-Verstärker von Naim<br />

Audio – 250kg schwer, 120000 Pfund (!) teuer.<br />

Demnächst im Test: Digital-Legende<br />

und Ex-Wadia-Entwickler Jim Kinne mit dem<br />

ersten DAC seiner neuen Firma Exogal.<br />

Fotos: Archiv, Rietschel<br />

Spannend: Lumin-Chef Nelson<br />

Choi mit neuem Streamer – der<br />

kleine D1 soll unter 2000€ kosten.<br />

Einblicke: Naim-Entwickler Steve Sells mit<br />

einem Endstufen-Kanal des Statement-Amps –<br />

die Endtransistoren sind Einzelanfertigungen!<br />

Der Meister ruht nicht: Joachim<br />

Gerhard zeigte Standboxen seiner neuen Marke<br />

Canalis – die erwartungsgemäß super spielten.<br />

8<br />

www.audio.de ›03/2014


Systematisch: Mit erstklassigen Hörräumen, Blindtests<br />

und intensiv geschulten Hör-Teams hat Philips sogar den meisten<br />

High-End-Herstellern etwas vor<strong>aus</strong>.<br />

Werden Sie ein<br />

Gold-Ohr!<br />

Das Online-Gehörtraining „Golden Ears“ ist<br />

ein Geschenk von Philips an alle HiFi-Fans:<br />

Es kostet nichts und macht riesig Spaß.<br />

Sich mit Gleichgesinnten über guten<br />

Klang <strong>aus</strong>zut<strong>aus</strong>chen – das macht<br />

Spaß, ist aber zugleich auch eine<br />

Her<strong>aus</strong>forderung für HiFi-Fans wie für<br />

Entwicklungs-Ingenieure: man redet aneinander<br />

vorbei, interpretiert Klangbeschreibungen<br />

und Hörtestkommentare anders,<br />

als der Kollege sie vielleicht gemeint hat.<br />

Das Philips-Entwicklungszentrum im belgischen<br />

Leuwen hat sich dieser Problematik<br />

mit bemerkenswerter Gründlichkeit angenommen<br />

und die h<strong>aus</strong>eigenen Entwicklungs-Teams<br />

einem anspruchsvollen „Golden<br />

Ears“-Training unterzogen.<br />

In diesem <strong>aus</strong> der Toningenieurs-Ausbildung<br />

entlehnten Übungs- und Prüfungsprogramm<br />

lernen die Teilnehmer subtilste<br />

Klangveränderungen nicht nur zuverlässig<br />

zu hören, sondern sie vor allem qualitativ<br />

und quantitativ präzise zu identifizieren.<br />

Nur wer das Bronze- und Silber-Level geschafft<br />

und zum Schluss auch den höchsten<br />

Schwierigkeitsgrad „Gold“ erfolgreich<br />

absolviert hat, qualifiziert sich für die Blind-<br />

Hörtest-Panels, die jeder Neuentwicklung<br />

in Leuwen zugrunde liegen – da verwundert<br />

es im Nachhinein schon etwas weniger,<br />

dass gerade die Geräte der Edelserie<br />

Fidelio in den letzten Tests ein so konsistent<br />

hohes Klangniveau zeigten. Umso erstaunlicher,<br />

dass außer Philips kein Hersteller<br />

vergleichbaren Aufwand treibt.<br />

Als <strong>AUDIO</strong> vor einigen Jahren anlässlich<br />

eines Leuwen-Besuchs von dem Golden-<br />

Ears-Programm erfuhr, war die erste Reaktion:<br />

davon wollen wir eine Version für unsere<br />

Leser! Spielerisch das Gehör trainieren,<br />

seine Erfolge mit anderen HiFi-Fans teilen<br />

zu können – eine solche Traumkombination<br />

ist zu schade, um nur in ein paar Entwicklungslabors<br />

zum Einsatz zu kommen.<br />

Philips hat sich Zeit gelassen – und den<br />

<strong>AUDIO</strong>-Wunsch dann umso gründlicher<br />

erfüllt. Uns schwebte zu Anfang eine CD<br />

oder gar eine CD-Serie vor, die Hörbeispiele,<br />

Trainings- und Prüfungselemente enthält<br />

– ähnlich wie der originale „Golden Ears“-<br />

Kurs, der allerdings <strong>aus</strong> satten 12 CDs und<br />

einem dicken Buch besteht. Aber während<br />

wir noch darüber grübelten, wer das finanzieren<br />

soll, hatten die Philips-Programmierer<br />

bereits eine interaktive Version des Kurses<br />

gebaut, die wir vor ungefähr einem Jahr<br />

mal bei Philips anspielen durften – und die<br />

mit ihrer intuitiven Bedienung schon einen<br />

Riesenspaß machte.<br />

Nun ist es endlich soweit: Die komplett kostenlose<br />

Online-Ausgabe der „Golden Ears“<br />

ist von jedem Rechner <strong>aus</strong> nutzbar, speichert<br />

Fortschritte automatisch und erlaubt<br />

auch, diese zum Beispiel über Facebook zu<br />

teilen. Gegenüber der Profi-Vollversion ist<br />

der Lehrplan etwas gestrafft, aber in den<br />

höheren Levels gen<strong>aus</strong>o knifflig. Tippen<br />

Sie einfach goldenears.philips.com in<br />

die Adresszeile Ihres Browsers, melden Sie<br />

sich an und spielen Sie mit!<br />

Aber Vorsicht: Unterschätzen Sie das<br />

Sucht- und Frustpotential nicht. Und sorgen<br />

Sie für optimale Hörbedingungen. Das<br />

erste „Basic“-Level lässt sich sogar noch<br />

am Computerlautsprecher absolvieren,<br />

grundsätzlich aber sind gute, hochauflösende<br />

Kopfhörer sowie ein hochwertiger<br />

USB-DAC entweder mit integriertem oder<br />

separatem Kopfhörer-Verstärker dringend<br />

angeraten. Und spätestens der Weg zur<br />

„Silver“-Medaille wird selbst damit dann zur<br />

echten Her<strong>aus</strong>forderung.<br />

Wir sind gespannt, ob es Ihnen gen<strong>aus</strong>oviel<br />

Spaß macht wie uns – und freuen uns<br />

über Feedback entweder per Mail oder –<br />

noch <strong>besser</strong> – über unser <strong>AUDIO</strong>-Forum:<br />

www.wmp-forum.de/audio-570/<br />

Fotos: Archiv, Shutterstock.com<br />

10<br />

www.audio.de ›03/2014


Magazin › Aktion<br />

1<br />

Welcome Back: Nach<br />

dem Login landet man auf einer<br />

persönlichen Übersichtsseite.<br />

Sie verrät den aktuellen Status<br />

(der Autor kämpft hier gerade<br />

um „Silver“) und wieviele<br />

Mitspieler bereits die anderen<br />

Levels geschafft haben. Alle<br />

Ergebnisse werden automatisch<br />

gespeichert. Toll: Philips-<br />

Werbung beschränkt sich auf<br />

ein absolutes Minimum.<br />

2<br />

Training macht das<br />

Goldohr: Vor jeder Prüfung<br />

kann man frei und „nicht-blind“<br />

üben – bei den unteren Levels<br />

ist das meist überflüssig, später<br />

wird diese Möglichkeit<br />

wertvoll. Etwa im besonders<br />

schwierigen Kapitel „MP3-<br />

Artefakte“ im Silver-Level.<br />

Erklärungen und Tipps lassen<br />

keine Frage offen – nur hören<br />

muss man selbst.<br />

3<br />

Her<strong>aus</strong>forderung: Im<br />

Prüfungs-Modus werden die<br />

Karten jedesmal neu gemischt.<br />

Vier bis sieben Aufgaben mit<br />

steigender Schwierigkeit muss<br />

man richtig beantworten, um<br />

eine Einzel-Prüfung zu bestehen.<br />

Raten hilft nicht, denn für<br />

jede falsche Antwort verliert<br />

man einen bereits bestandenen<br />

Aufgabenteil. Immerhin kann<br />

man beliebig oft wiederholen –<br />

und solange üben, wie man will.<br />

4<br />

Belohnung: Jedes Level enthält 6-7<br />

Einzelkapitel. Hat man sie alle bestanden,<br />

bekommt man ein Krönchen und kann die<br />

Leistung via Twitter, Google+ oder<br />

Facebook der Welt mitteilen. Ob Philips<br />

für die Goldohren (nur 68 bei<br />

Redaktionsschluss) bereits an einem<br />

Diamant- oder gar Unobtainium-Level<br />

arbeitet, wurde nicht verraten.<br />

www.audio.de ›03 /2014<br />

11


Magazin › szene<br />

14. 2. - 14. 3. PhonoPhono, 10961 Berlin<br />

informiert jeden Freitag (Bergmannstr. 17, 17 bis 19 Uhr) über analoge<br />

Klangkultur sowie spannende „digitale“ Themen. Die nächsten Termine<br />

– 14. Februar: Phono-Vorverstärker: Wie klingen Phono-Preamps <strong>aus</strong><br />

unterschiedlichen Preisklassen, welche Geräte passen zu welchen<br />

Plattenspielern? 21. 2.: Alt gegen Neu – ältere Plattenspieler messen<br />

sich mit aktuellen Modellen; Überraschungen inklusive ... 28. 2.:<br />

HighEnd für Kenner und Genießer – hochwertige Verstärker und<br />

Lautsprecher im Blickpunkt. 7. März: Plattenspieler justieren – woran<br />

erkennt man eine korrekte Justage, wie klingt ein richtig justierter<br />

Plattenspieler? 14. 3.: Digital Audio – der Computer als HiFi-Schaltzentrale:<br />

ein Special rund um digitale Audiosysteme, ein Vergleich mit<br />

CD-Playern und Plattenspielern inklusive. www.phonophono.de<br />

20./21. 2. Tonbild Spinnerei, CH-6003 Luzern<br />

hifi-Termine<br />

präsentiert im Rahmen der Linn Lounge die Band des Jahres 2013 – und<br />

die heißt, klarer Fall, Daft Punk. Ab 19 Uhr streamen die Top-Songs der<br />

französischen Electro-Dancefloor-Götter auf einem schmucken<br />

Linn-System durch die schmucken Hörräume im schmucken Luzern – eigentlich<br />

ein schöner Anlass für das lange geplante Wochenende am<br />

schmucken Vierwaldstätter See ... www.tonspinnerei.ch<br />

21./22. 2. HiFi-Studio Schön, 66955 Pirmasens<br />

veranstaltet zwei HiFi-Tage. Zu Gast sind Andreas Schönberg und<br />

Dietmar Hölper vom Vertrieb Indiana Line. Gegliedert wird die Präsentation<br />

in drei reizvolle Kapitel. Zum Auftakt heißt es: Der Einstieg – mit<br />

Elektronik und Lautsprechern der Kernmarke indiana line. Teil 2 steht<br />

unter dem Motto: Der Aufstieg – es spielen Röhrenverstärker und<br />

Komponenten von Cayin und Lyric an Lautsprechern von Magnepan.<br />

Zum Finale geht es um: Die Perfektion – in Form von Elektronik und<br />

Lautsprecher von Audio-Exklusiv. www.hifistudio-schoen.de<br />

22. 2. HiFi Concept, 81667 München<br />

High-End <strong>aus</strong> Herford: Die Top-Marke T+A zeigt die aktuellen Highlights<br />

seiner Produktpalette. Im Mittelpunkt: die neuen Hochvolt-Verstärker<br />

der 3000HV-Serie; der Fast-alles-Könner Caruso Blu mit Bluray-Laufwerk<br />

und die Lautsprecher CWT 1000. Auch andere T+A-Modelle sind<br />

vor Ort – und namhafte Firmenvertreter. www.hificoncept.de<br />

22./23. 2. Sprint Service GmbH, 50389 Wesseling<br />

gastiert mit Aktiv-Boxen von Backes & Müller bei der High End On Tour<br />

in Darmstadt – siehe nächste Meldung. www.aktiv-backesmueller24.de<br />

feinmechanischen Präzisionsplattenspielern über faszinierende<br />

Röhrenverstärker bis zu aufregend designten Lautsprecherskulpturen.<br />

Und auch der Fachhandel der Rhein-Main-Region präsentiert seine<br />

Kompetenz und Leistungsfähigkeit.<br />

Darmstadtium – Wissenschafts- & Kongresszentrum Schlossgraben 1,<br />

64283 Darmstadt. Geöffnet: Samstag 10-18 Uhr, Sonntag 10-16 Uhr;<br />

Eintritt: 5 Euro / Tageskarte. www.highendsociety.de<br />

22. 2. / 1. 3. Visions & More, 73326 Deggingen (nahe Ulm<br />

an der Autobahn A8)<br />

Die Doors zu Gast in Deggingen? Aber klar doch – und zwar im Rahmen<br />

der beliebten Linn Lounge. Ab 14 Uhr gibt’s in der Reichenbachstr. 47/1<br />

die schönsten Songs von Jim Morrison & Co. als Studio-Master-Files via<br />

Linn-Equipment. Eine Woche später steht dann ein Dreier-Gipfel der<br />

Extraklasse auf dem Programm: Von 11 bis 17 Uhr treffen die Verstärker<br />

von McIntosh auf die Speaker des schwäbischen Lautsprecherspezialisten<br />

Gauder Akustik sowie die Wandler von Martin Logan, der Nummer 1<br />

unter den US-Elektrostatenherstellern. Für McIntosh treten an die<br />

Amp-Boliden MA5200 und MA7900; Gauder schickt die Arcona 100, und<br />

Martin Logan die Modelle Ethos und Electromotion ESL. Moderiert wird<br />

diese highendige Ver-, äh: Vorführung von McIntosh-Mitarbeiter<br />

Gerhard Tuchscher und visions&more-Geschäftsführer Jörg Gansloser.<br />

Anmeldungen zu beiden Events erbeten unter Telefon 07334/ 6080 716<br />

oder per email (info@visionsandmore.eu). www.visionsandmore.eu<br />

27. 2. HiFi-Bauernhof, 87452 Altusried<br />

gibt wegen des starken Interesses erneut Tricks und Tipps zur Optimierung<br />

von Musikanlagen. Auf dem Programm: Hörvergleiche mit Racks,<br />

NF-/Lautsprecherkabeln und sonstigem Zubehör. Anmeldung unter<br />

Telefon 8373 / 7019 bzw. mail@hifi-bauernhof.de. www.hifi-bauernhof.de<br />

28. 2. Boxen Gross, 10999 Berlin<br />

öffnet ab 16 Uhr die Linn Lounge für eine Streaming-Show mit den<br />

besten Tracks von Daft Punk (siehe auch 20./21. 2.) www.boxengross.de<br />

28. 2. / 8. 3. Radio Ferner, 38100 Braunschweig<br />

informiert mit seinen Veranstaltungsreihen „Im Fokus“ (jeden zweiten<br />

Samstag des Monats) und „Die Kleine Hörprobe“ (an jedem letzten<br />

Freitag des Monts) über aktuelle Trends in der HiFi-Szene. „Kieler<br />

Woche in Braunschweig“ heißt das Motto bei der Kleinen Hörprobe am<br />

28. 2.: Zu Gast ist die Lautsprechermanufaktur Elac mit ihrer 400er-Serie<br />

von der BS-403 bis zur FS-409. Der 8. März gehört dann den Kollegen<br />

von Quadral, denn: Aurum go´s active – gezeigt wird die Aktivversion der<br />

neuen Aurum Orkan. Yamaha. www.radio-ferner.com<br />

22./23. 2. HIGH END ON TOUR, 64283 Darmstadt<br />

Darmstadt scheint ein gutes Pflaster in Sachen HiFi: Auch in diesem<br />

Jahr macht die HIGH END ON TOUR wieder Station im Hessischen – und<br />

dürfte dank der günstigen Lage von Darmstadt im südlichen Rhein-<br />

Main-Gebiet nicht nur HiFi-Fans <strong>aus</strong> dem Großraum Frankfurt, sondern<br />

auch vom Ruhrgebiet, <strong>aus</strong> dem Badischen oder dem Frankenland<br />

anlocken. Schließlich bündelt die HOT in den Messehallen des<br />

Darmstadiums so ziemlich alle Produkt- und Erlebniswelten der Branche<br />

unter einem Dach und zeigt an zwei Tagen Klassiker und Neuheiten von<br />

1. 3. Luna Audio Lounge, 90471 nürnberg<br />

widmet sich der „Faszination Röhre“ und präsentiert mit dem Cayin-Duo<br />

MT 34-L und A 88-T Mk2 Selection zwei seiner derzeitigen Favoriten im<br />

Röhren-Segment. Vor allem der MT 34-L ist <strong>aus</strong> Sicht von Luna-Chef<br />

Thomas Mathejczyk ein echter Geheimtipp, wartet der 900-Euro-Amp<br />

doch mit einem Klangbild auf, das man normalerweise erst von der<br />

2000-Euro-Liga kennt. Vorgeführt wird dieser auch optisch begeisternde<br />

Verstärker an den Kompaktlautsprechern Dali Epicon2. Noch etwas<br />

mehr Kraft, Stabilität und klangliche Finesse bringt der „große“ Cayin A<br />

88-T MK2 Selection auf die Waage. Spielpartnerin in diesem Fall: die Dali<br />

Epicon 6. Zum Hörtest dürfen übrigens auch gerne eigene Hörtest-<br />

Platten in den Euckenweg 17 mitgebracht werden. www.luna-audio.de<br />

12 www.audio.de ›03/2014


Musik im Handel<br />

Service-Wüste Plattenladen? Keineswegs – es gibt<br />

sie noch, die engagierten und kompetenten Tonträger-Händler.<br />

<strong>AUDIO</strong> stellt in Zusammenarbeit mit der<br />

Handels gemeinschaft Aktiv Music Marketing regelmäßig<br />

spannende record shops vor und fragt nach Hörtipps.<br />

<strong>AUDIO</strong>: Welche (Wieder-)<br />

Veröffentlichung können Sie<br />

<strong>aus</strong> klanglicher Sicht<br />

besonders empfehlen?<br />

Thomas Froehlich: „The<br />

Dark Side Of The Moon“<br />

von Pink Floyd. Es ist<br />

immer noch faszinierend,<br />

wie präzise jedes Instrument<br />

her<strong>aus</strong>gearbeitet ist. Die Bässe<br />

Musik Schlaile<br />

Kaiserstr. 175<br />

76133 Karlsruhe<br />

Tel.: 0721 / 13 02 15<br />

www.schlaile.de<br />

etwa: sehr kräftig, aber nie zu hart gegenüber den restlichen<br />

Klängen. Wenn bei „Time“ die Uhren schlagen, fühlt man sich wie<br />

im Uhrenmuseum; auch der Klang der Münzen bei „Money“ führt<br />

direkt in die nächste Spielhalle. Obwohl die Technik heute deutlich<br />

weiter ist, hinken viele neue Aufnahmen diesem Klangereignis von<br />

1973 meilenweit hinterher.<br />

?: Welche Neuerscheinung sticht für Sie musikalisch hervor?<br />

!: „Lieder vom Unterholz“ von Dreiviertelblut (Millaphon). Leise<br />

und nachdenklich beginnt das Werk, eine warme Stimme,<br />

traditionelle Klänge und doch fließt etwas Modernes in diese CD<br />

ein. Knallhart wird man dann bei „Deifedanz“<br />

<strong>aus</strong> der anfänglichen Melancholie<br />

her<strong>aus</strong>gerissen und zum Tanzen animiert.<br />

Hier offenbart sich auch das Konzept dieser<br />

Platte: Positive wie negative Emotionen,<br />

Freude und Trauer liegen direkt beieinander,<br />

gehen ineinander über. Der Abend in der<br />

Kneipe, der Tod, das Leid des Dritten<br />

Reiches oder der Liebe: Dieses Album hat<br />

für jede Situation ein Lied parat.<br />

Der Laden<br />

Seit 1905 ist Musik Schlaile in der Karlsruher Innenstadt eines der<br />

größten Musikhäuser Süddeutschlands. Auf über 2000 Quadratmetern<br />

gibt es hier alles von der CD über die Querflöte bis zum<br />

Konzertflügel; eigene Reparaturwerkstätten inklusive. Tonträger<br />

sind von Anfang an mit dabei: In den großzügigen, modernen<br />

Räumen im ersten Stock findet der Kunde auf 480 qm über 24000<br />

verschiedene Tonträger.<br />

DIE REFERENZ-SERIE EPICON VON DALI<br />

DAS INSTRUMENT FÜR ECHTEN KLANG<br />

Diese High End Lautsprecherfamilie <strong>aus</strong> Dänemark macht Ihre Musik<br />

zum unübertroffenen Hörerlebnis! Sanft geschwungen und edel das<br />

Design, atemberaubend dreidimensional der Klang, aufgrund nahezu<br />

verzerrungsfreier Treiber. Jeder Lautsprecher ist eine hochglänzende,<br />

majestätische Erscheinung, erhältlich in Ruby Macassar, Walnuss,<br />

Schwarz – und jetzt auch in Weiß! Modernste Lautsprechertechnik<br />

gefertigt mit Liebe zum Detail. aWenn Sie hören, hören Sie echt: mit<br />

DALI Epicon!<br />

www.dali-speakers.com<br />

Kontakt: DALI GmbH, Tel: +49 (0)731 141 16 86 10, kontakt@dali.dk<br />

Vertrieb Österreich: <strong>AUDIO</strong>PHIL – SOUND AND VISIONS, Tel.: +43 (0)699 13 35 73 63<br />

Vertrieb Schweiz: Horn Distribution CH AG, Tel: +41 (0)43 52 16 05


Digital › Mobiler HD-Player<br />

Anti-Stealth<br />

Astell&Kern ist es mit einem Hightech-Gehäuse gelungen, den kantigen,<br />

großen AK-240 sogar noch größer <strong>aus</strong>sehen zu lassen. Wer ihn mal in der<br />

Hand gehalten und gehört hat, will ihn trotzdem nicht mehr weglegen.<br />

■ Test: Bernhard Rietschel<br />

Test<br />

Edel-Mobilplayer<br />

Astell&Kern AK-240 2500 €<br />

Anodisiertes Aluminium<br />

und Kohlefaser: Edle<br />

Materialien muss man vornehm<br />

behandeln, sonst sehen auch sie<br />

billig <strong>aus</strong>. In Verarbeitung &<br />

Finish setzt der Astell&Kern<br />

Maßstäbe.<br />

14<br />

www.audio.de ›03 /2014


Digital › Mobiler HD-Player<br />

Eines der am heißesten diskutierten<br />

neuen Geräte auf der Unterhaltungselektronik-Messe<br />

CES in<br />

Las Vegas war auch eines der mit Abstand<br />

kleinsten – zumindest in dem für<br />

High End Audio reservierten Messeteil<br />

im Venetian Hotel: Am Stand von<br />

Astell&Kern sorgte das sagenumwobene,<br />

dort erstmals öffentlich gezeigte<br />

Topmodell AK240 für regen Publikumsverkehr.<br />

Man wollte dann einfach doch<br />

wissen: Wie kann ein mobiler Player im<br />

iPod-Format 2500 Euro wert sein? Wie<br />

fühlt und hört er sich an? Und sieht der<br />

Astell&Kern live auch so klobig <strong>aus</strong> wie<br />

auf den paar vorab verbreiteten Bildern?<br />

In der Tat erzeugt die Linienführung des<br />

Gehäuses trotz oder gerade wegen ihren<br />

kühnen Kanten und Winkel eine Art<br />

inversen fotografischen Stealth-Effekt,<br />

der den AK240 nahezu unabhängig von<br />

Brennweite, Ausleuchtung und Motivwinkel<br />

erscheinen lässt wie einen f<strong>aus</strong>tdicken<br />

Titanbarren, den nur extreme<br />

Brutalos ihrer Sakkotasche zumuten<br />

würden. In Wirklichkeit besteht der Mantel<br />

des 240 <strong>aus</strong> einem Block Aluminium,<br />

der zunächst CNC-gefräst, dann penibelst<br />

von Hand versäubert und anschließend<br />

in einem Eloxalbad mit seiner titanfarbenen,<br />

kratzfesten Oxid-Oberfläche<br />

veredelt wird.<br />

Der<br />

Scheinriese: Live<br />

sieht der AK-240<br />

umso eleganter und<br />

zierlicher <strong>aus</strong>, je<br />

näher man ihm<br />

kommt. Fotografen<br />

verzweifeln daran.<br />

Das resultierende Finish erinnert an teure<br />

Kameras und edle Uhren – letztere<br />

Assoziation wird durch das spielfrei gelagerte,<br />

gerändelte Lautstärke-Rad verstärkt,<br />

das beim Drehen ein dezentes<br />

mechanisches „Drrrrt“ erzeugt wie eine<br />

Taschenuhr beim Aufziehen. Am Rücken<br />

trägt der Player Kohlefaser, was nun fast<br />

schon ein bißchen poserhaft wirkt, aber<br />

zum Glück auch technisch erklärbar ist:<br />

<strong>aus</strong> einem rundherum geschlossenen<br />

Alublock her<strong>aus</strong> funkt sich's einfach<br />

nicht gut. Und ohne Funk würde der<br />

AK240 nur halb so schön funktionieren.<br />

Viele seiner neu hinzugekommenen<br />

Features basieren nämlich darauf, dass<br />

der 240 dank integriertem, schnellem n-<br />

WLAN direkt mit dem Internet und mit<br />

stationären Rechnern im Heimnetz seines<br />

Besitzers kommuniziert.<br />

Wird auch Zeit, werden von Androidund<br />

Apple-Minicomputern verwöhnte<br />

Gadget-Fans anmerken – und darauf<br />

verweisen, dass ihr Samsung Galaxy<br />

oder iPhone das auch schon seit Jahren<br />

kann, nebenher und zusätzlich zu seinen<br />

zahllosen sonstigen Fähigkeiten auch<br />

noch ein wirklich brauchbarer Mobil-Mu-<br />

15


Digital › Mobiler HD-Player<br />

Feines Display:<br />

Das Bedienkonzept hat<br />

von dem neuen, deutlich<br />

größeren und feiner auflösenden<br />

AMOLED-<br />

Touchscreen deutlich<br />

profitiert. Cover-Bilder<br />

sollten in die<br />

Audiodateien eingebettet<br />

sein, dann werden<br />

sie zuverlässig<br />

angezeigt, solange sie<br />

nicht zu groß sind.<br />

Keine weiteren Fragen:<br />

Viel übersichtlicher<br />

kann man ein Player-<br />

Interface nicht gestalten.<br />

„Songs“, „Artists“<br />

und so weiter listen<br />

ebendiese auf, „MQS<br />

Streaming“ sucht entsprechende<br />

Server im<br />

Heimnetz (das Server-<br />

Gegenstück war zum<br />

Testzeitpunkt leider<br />

noch nicht fertig).<br />

Schaltbares Gapless:<br />

Warum man die unterbrechungsfreie<br />

Wiedergabe auch<br />

abschalten kann, entzieht<br />

sich unserem<br />

Verständnis. Der Rest<br />

des Einstellmenus ist<br />

selbsterklärend – weiter<br />

unten kommen noch<br />

Software-Update und<br />

der Zugang zu den<br />

Downloadshops.<br />

sikant ist und trotzdem nicht mal die<br />

Hälfte kostet. Wer möglichst viele Funktionen<br />

möglichst billig mit möglichst wenigen<br />

Geräten erschlagen will, wird sich<br />

also kopfschüttelnd vom A&K abwenden.<br />

Denn der Internetzugang und der<br />

hochauflösende Touchscreen dienen<br />

einzig und allein der Beschaffung und<br />

Wiedergabe möglichst hochwertiger<br />

Musikdateien: Im Betriebssystem integrierte<br />

Downloadshop-Zugänge erlauben<br />

den Kauf von HiRes-Alben direkt vom<br />

Player <strong>aus</strong> (aktuell ist zwar noch kein in<br />

Deutschland funktionierender Shop implementiert,<br />

A&K arbeitet aber daran).<br />

Und wer nicht alle Musik auf den Mobilplayer<br />

laden will oder kann, darf sie im<br />

heimischen Netz auch per „MQS Streaming“<br />

von seinem Rechner saugen – ein<br />

entsprechendes Progrämmchen, in Vorbereitung<br />

für OSX und Windows, dient<br />

dem 240 dann als Server.<br />

Normalerweise kommt die Musik per<br />

USB auf den Player, der sich an PC und<br />

Mac, neuestes Betriebssystem vor<strong>aus</strong>gesetzt,<br />

wie ein gewöhnlicher Massenspeicher<br />

mountet. „Masse“ ist hier nicht<br />

übertrieben: 256GB interner Speicher<br />

sind von vornherein da, maximal 128GB<br />

kann man per MicroSD zustecken. Das<br />

reicht für eine komplette Musiksammlung,<br />

selbst wenn diese zunehmend <strong>aus</strong><br />

HiRes-Dateien bestehen sollte. Zum Genuss<br />

der hoch auflösenden Files ermuntert<br />

der Astell & Kern mit einer wirklich<br />

umfassenden Kompatibilitätsliste: FLAC,<br />

WAV, AIFF und ALAC unterstützt er bis<br />

192kHz Samplingrate, DSD gibt er in einfacher<br />

(2,8MHz, „DSD64“) oder doppelter<br />

(5,6MHZ, „DSD128“) Rate wieder,<br />

wobei er die Bitstreams tatsächlich nativ<br />

und ohne vorherige PCM-Konversion<br />

über separate Anschluss-Beinchen in<br />

seine Wandlerchips schickt.<br />

Die DACs, zwei edle Crystal CS4398 in<br />

Doppel-Monobetrieb, verfügen zudem<br />

über eine sehr gute, in 0,5-dB-Schritten<br />

feinfühlig agierende Lautstärkeregelung,<br />

die Astell&Kern im Kopfhörerbetrieb<br />

nutzt. Der Line Out unterscheidet sich<br />

vom Kopfhörer-Ausgang nur dadurch,<br />

dass diese digitale Regelung abgeschaltet<br />

wird. Geeignete Kopfhörer und (Vor-)<br />

Verstärker lassen sich mit passenden<br />

Kabeln auch symmetrisch betreiben.<br />

16 www.audio.de ›03 /2014


Digital › Mobiler HD-Player<br />

Im Vergleich mit dem Testkandidaten-<br />

Schreck Linn Sneaky zeigte der<br />

Astell&Kern, dass ein Mobilplayer an einer<br />

„richtigen“ Anlage nicht deplaziert<br />

sein muss: Fein, dezent und auf ganz unaufdringliche<br />

Weise hoch präzise, spielte<br />

der High-End-Porti über seinen Line<br />

Out. In der Summe seiner Eigenschaften<br />

befand sich der Koeaner damit auf<br />

einem dem Schotten durch<strong>aus</strong> angemessenen<br />

Niveau. Dass sich über Kopfhörer<br />

ganz ähnliche Stärken zeigten, war<br />

angesichts der weitgehend identischen<br />

Technik wenig überraschend. Also spielte<br />

der Astell&Kern über Edel-Mobilisten<br />

wie die B&W P7 und über stationäre<br />

Traumhörer wie den AKG K812 (Seite 46<br />

in diesem Heft) hoch kultiviert. Er perfektionierte<br />

das Talent seiner kleineren<br />

Brüder, <strong>aus</strong> dem Wiedergabevorgang<br />

akustisch nahezu vollständig zu verschwinden.<br />

Ein völlig neutraler, entspannter<br />

und hochdynamischer Player,<br />

mit dem minimal besetzte Edel-Aufnahmen<br />

(Anne Hytta „Draumsyn“, via Highresaudio.com)<br />

zu begehbaren, lichten<br />

Klangräumen wurden und selbst ekstatische,<br />

bis weit über den roten Bereich zuge-<br />

ballerte Rock-Epen (Thee Silver<br />

MtZion – „Fuck Off Get<br />

Free We Pour Light On Everything“,<br />

Constellation Records)<br />

ihren undurchdringlichen<br />

Kompressions-<br />

Schleier ein aufreizendes<br />

Stück zu lüften schienen.<br />

Fazit<br />

Bernhard Rietschel<br />

<strong>AUDIO</strong>-Chefredakteur<br />

Für 2500 Euro bekommt man eine<br />

ordentliche Kaffeemaschine und<br />

eine sehr gute Mühle – zumindest<br />

gebraucht. Man muss also schon<br />

ein bißchen verrückt sein, um als<br />

AK240-Kunde in Frage zu kommen.<br />

Immerhin bekommt man<br />

den bestverarbeiteten und mit<br />

klarem Abstand bestklingenden<br />

Mobilplayer, den wir aktuell kennen.<br />

Oder <strong>besser</strong> gesagt: Den am<br />

wenigsten „klingenden“ Player,<br />

denn akustisch trägt der Koreaner<br />

ganz lässig, was ihm optisch versagt<br />

blieb: eine perfekt funktionierende<br />

Tarnkappe.<br />

Dem Zubehör ist nichts zu schwör: Ein<br />

Spezialkabel verwandelt die beiden Klinken- in symmetrische<br />

XLR-Ausgänge, das Dock sorgt für Strom und sicheren Stand.<br />

Messlabor<br />

Mit geraden, breitbandigen<br />

Frequenz gängen<br />

(1) und extrem geringem<br />

Klirr & R<strong>aus</strong>chen (117dB<br />

Störabstand) misst sich<br />

der AK240 wie ein großer<br />

Spitzen-Player, die<br />

Ausgangs spannung bei<br />

Line Out ist mit 2,1V<br />

normgerecht. Auch der<br />

Jitter (147ps, 2) ist an der<br />

Grenze des Machbaren.<br />

Mit einem Ausgangswiderstand<br />

von<br />

6Ω auch für niederohmige<br />

Hörer geeignet.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Analog In/Out<br />

USB / Firewire<br />

Digital In / out<br />

Netzwerk<br />

FUNKTIONEN<br />

Display<br />

schneller Vor / Rücklauf / Gapless<br />

Playlists importieren / erstellen<br />

Bluetooth / Airplay<br />

Coveranzeige / Suche<br />

Radio FM / DAB / Internet<br />

mitgelieferte Software<br />

Equalizer<br />

Musik-Dateiformate<br />

Max. Auflösung Bit / kHz<br />

Speicher intern / extern<br />

Zubehör<br />

Audiogramm<br />

Klang lossless<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

Astell&Kern<br />

AK 240<br />

Robert Ross<br />

0 84 66 / 90 50 30<br />

robertross.de<br />

2500 Euro<br />

2 Jahre<br />

6,6 x 10,7 x 1,75 cm<br />

185 g<br />

– / 3,5 mm KH&Line, 2,5mm KH&Line symm.<br />

1 x Micro USB-B 2.0 / –<br />

Optical, USB asynchron / Optical<br />

WLAN (802.11 b/g/n)<br />

3,3“ 480x800 Touchscreen<br />

• / •<br />

• / •<br />

• / –<br />

• / –<br />

– / – / –<br />

iRiver Plus 4 (Windows ), zuk. MQS Server<br />

graphisch<br />

FLAC, WAV, MP3, AAC, APE, ALAC, AIFF, DSD<br />

24/192 (PCM), 5,6MHz (DSD)<br />

256 GB Flash / 1 x 128 GB Micro SD<br />

USB-Micro-Kabel, Lederhülle<br />

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Klang als Player und USB-DAC,<br />

über Kopfhörer und Line Out.<br />

Í Recht kantig und schwer, wirklich nicht<br />

billig, wenig serienmäßiges Zubehör.<br />

110<br />

sehr gut<br />

überragend<br />

110 Punkte<br />

gut<br />

www.audio.de ›03 /2014 17


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Test<br />

Röhrentaugliche Lautsprecher ab 1000 Euro.<br />

voxativ ampeggio due 88 000 €<br />

ayon blackHawk 20 000 €<br />

blumenhofer tempesta 20 5 700 €<br />

blumenhofer mini 1 000 €<br />

Fotos: Julian Bauer, Archiv<br />

Konsequent auf Wohlklang getrimmte<br />

Röhrenverstärker mögen<br />

keine Boxen mit übermäßig<br />

frequenzabhängiger Last und großem<br />

Leistungshunger. Die größte<br />

Sorgfalt bei der Boxenwahl erfordern<br />

<strong>Trioden</strong> (siehe folgenden Test), die häufig<br />

keine 10 Watt pro Kanal liefern und<br />

damit an durchschnittlichen Boxen<br />

kaum mehr als Flüsterpegel erzielen.<br />

Möchte ein Anwender mit einem<br />

10-Watt-Verstärker die gleiche Pegelsicherheit<br />

erzielen wie sonst mit dem<br />

18 www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Easy to Drive<br />

Klangsensible Röhrenverstärker sind in<br />

besonderer Weise auf wirkungsgradstarke<br />

Boxen angewiesen. Vier in dieser Hinsicht<br />

her<strong>aus</strong>ragende Modelle hat <strong>AUDIO</strong> unter<br />

die Lupe genommen. Die Konzepte sind<br />

spannend - und technisch wie preislich<br />

extrem verschieden.<br />

■ Test: Wolfram Eifert<br />

beispielhaft angenommenen zehnfachen<br />

Wert, muss die Boxenempfindlichkeit<br />

um 10 Dezibel steigen, was nur<br />

mit <strong>aus</strong>gefuchsten Konstruktionen gelingt.<br />

Die Gefahr: Bei übertriebener<br />

konstruktiver Fokussierung auf Impedanz<br />

und Wattbedarf drohen Defizite<br />

bei Bandbreite und Neutralität. Röhrenkompatible<br />

Schallwandler finden<br />

sich meist bei kleinen Spezialisten.<br />

Lassen Sie sich überraschen, wie trickreich<br />

Ayon, Blumenhofer und Voxativ<br />

die Her<strong>aus</strong>forderungen meistern.<br />

www.audio.de ›03/2014<br />

19


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Die Ampeggio Due der Berliner<br />

High-End-Manufaktur Voxativ<br />

ist eine auffallend radikale Offerte<br />

für Liebhaber klangsensibler Verstärker,<br />

die nur an Schallwandlern mit<br />

höchstem Wirkungsgrad und unkomplizierter<br />

Last ihre volle Pracht entfalten.<br />

Das über einen Meter breite Tonmöbel<br />

ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und<br />

trotz einer Fülle an Besonderheiten von<br />

höchster konstruktiver Geradlinigkeit.<br />

In der ungewohnt großflächigen Schallwand<br />

steckt ein einziger Treiber, der alle<br />

Frequenzen verarbeitet. Durch den Verzicht<br />

auf jegliche Art von Frequenzweiche<br />

liegen im Signalweg keine Widerstände<br />

und schon gar keine frequenzabhängig<br />

wirkenden Bauteile wie Spulen<br />

oder Kondensatoren. Gerade passive<br />

Elemente arbeiten nie wirklich verlustfrei<br />

und tragen bei hohen Strömen nichtvoxativ<br />

ampeggio due 88 000 EURO<br />

lineare Eigenschaften in den Klang hinein.<br />

Die Kopplung zwischen Verstärker<br />

und Chassis ist durch die filterlose Bauweise<br />

von maximaler Direktheit.<br />

Der Breitbänder, den Puristen bei den<br />

Berlinern unter der Bezeichnung AC Xp<br />

auch separat erwerben können, ist gerade<br />

mal 8 Zoll groß und arbeitet mit einer<br />

Konusmembran <strong>aus</strong> 4 Millimeter dünnem<br />

Fichtenholz, die bei höheren Frequenzen<br />

von einem kleineren Konus unterstützt<br />

wird. Die nötigen Feldstärken<br />

liefert ein großvolumiger Elektromagnet,<br />

der ein extrem starkes und in besonderer<br />

Weise stabiles Feld ermöglicht.<br />

Der Kern besteht <strong>aus</strong> einer Eisen-Kobalt-Legierung,<br />

die Voxativ von der Vacuumschmelze<br />

(VAC) in Hanau bezieht.<br />

Das Magnetfeld ist extrem stark und immun<br />

gegen Störungen aller Art, etwa<br />

durch konkurrierende Felder der stromdurchflossenen<br />

Schwingspule. So werden<br />

auch gewagteste Dynamikspitzen<br />

eins zu eins umgesetzt.<br />

Allgemein existieren mehrere Stellschrauben,<br />

an denen Boxenentwickler<br />

drehen können, um Wattbedarf und<br />

Lastverhalten einer Box zu beeinflussen.<br />

Der am häufigsten genutzte Weg zu einer<br />

höheren Schalldruck<strong>aus</strong>beute führt<br />

über die Membranfläche. Größere Treiber<br />

- oder mehrere kleine - verschieben<br />

ein größeres Luftvolumen und intensivieren<br />

die Kopplung zwischen Antrieb<br />

und Raum. Doch dieser Weg ist <strong>aus</strong> verschiedensten<br />

Gründen nur bedingt<br />

gangbar, nicht zuletzt weil damit auch<br />

die Gehäuse immer größer werden.<br />

Speziell Breitbandtreiber lassen sich<br />

nicht beliebig strecken, denn mit steigendem<br />

Membrandurchmesser sinkt<br />

die Fähigkeit zur Verarbeitung hoher Fre-<br />

ungewohnt: Die Gehäuse sind 1,20<br />

Meter breit, doch nur 19 Zentimeter tief.<br />

Die großflächige Schallwand unterstützt<br />

den Breitbänder im Grundtonbereich. Die<br />

Gehäuse stammen von einem deutschen<br />

Klavierbauer.<br />

20<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

quenzen. Gleichzeitig wird der Schall in<br />

den Mitten und Höhen stärker gebündelt,<br />

was die Aufstellung erschwert.<br />

Mindestens ebenso erfolgversprechend<br />

wie größere Membranen sind Schallführungen<br />

vor oder hinter dem Treiber, die<br />

die Kopplung zwischen Membran und<br />

Raum intensivieren. Großflächige Lenkungshilfen<br />

nach vorne sind bei Breitbandsystemen<br />

allerdings kaum einsetzbar,<br />

weil sie stets nur in einem begrenzten<br />

Frequenzbereich wirken.<br />

Voxativ nutzt zur Optimierung der Hochtonwiedergabe<br />

einen zweiten, kleineren<br />

Konus, der von der Schwingspule ebenfalls<br />

zu Schwingungen angeregt wird.<br />

Seine geringere Masse und die kleineren<br />

Abmessungen lassen ihn bei Frequenzen<br />

oberhalb etwa 2000 Hertz<br />

deutlich wirkungsvoller agieren. In gewisser<br />

Weise nähert sich der Treiber damit<br />

einem Koaxialssystem mit zwei separaten<br />

Schwingsystemen. Die Aufteilung<br />

der Arbeitsbereiche erfolgt bei einem<br />

Breitbänder mit Hilfskonus allerdings<br />

rein mechanisch, ohne Nachteile<br />

für Zeit- oder Lastverhalten.<br />

Bei mittleren und hohen Frequenzen<br />

lässt sich der Wirkungsgrad relativ unkompliziert<br />

über stärkere Magnete anheben.<br />

Im Bassbereich machen ultrastarke<br />

Magnete nur begrenzt Sinn, weil<br />

höhere Feldstärken vorwiegend den<br />

Oberbass kräftigen, nicht aber die sehr<br />

tiefen Frequenzen im Bereich der<br />

Grundresonanz, die vom Treiber und Gehäuse<br />

bestimmt wird.<br />

Um bis in tiefste Lagen hinunter das physikalisch<br />

Machbare <strong>aus</strong> dem 8 Zoll großen<br />

Treiber zu kitzeln, nutzt die Ampeggio<br />

Due einen in Länge, Querschnitt und<br />

Bedämpfung penibel <strong>aus</strong>tarierten Innenaufbau.<br />

Die seitens der Membranrückseite<br />

ins Boxeninnere abgestrahlte Energie<br />

wird in diesem Labyrinth zu einem<br />

großen Teil aufgegriffen und über zwei<br />

großflächige Austrittsöffnungen am unteren<br />

Gehäuserand phasengleich zur<br />

Membranvorderseite abgestrahlt.<br />

Damit stehen bei Frequenzen unterhalb<br />

etwa 100 Hertz zwei zusätzliche Schallquellen<br />

zur Verfügung. Diese im Detail<br />

trickreiche, vom Land Berlin durch Fördermittel<br />

unterstützte Entwicklung führt<br />

zu einer höheren Schalldruck<strong>aus</strong>beute<br />

und einer tieferen unteren Grenzfrequenz<br />

als sie mit einem simplen Bassreflextunnel<br />

darstellbar wäre.<br />

Die Gehäuse bezieht Voxativ-Chefin<br />

Ines Adler vom einem deutschen Kla-<br />

Raum und<br />

aufstellung<br />

Raumgröße<br />

M<br />

K<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Für maximale Dynamik penibel<br />

zum Hörplatz <strong>aus</strong>richten. Raum<br />

darf gut bedämpft sein. Klingt<br />

wandnah deutlich runder.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 134.<br />

doppelt klingt <strong>besser</strong>: Der <strong>aus</strong> Fichtenholz<br />

gefertigte Konus wird bei höheren Tönen von einer<br />

zweiten Membran <strong>aus</strong> Büttenpapier unterstützt.<br />

Kontaktfreudig: Im Fuß ist<br />

das Netzteil zur Versorgung des<br />

Feldmagneten untergebracht. Das<br />

fest montierte Boxenkabel wird in<br />

der vom Kunden gewünschten<br />

Länge geliefert.<br />

www.audio.de ›03/2014 21


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

vierbauer; sie sind ebenso elegant wie<br />

stabil. Kunden, die keinen schwarzen<br />

Klavierlack mögen, bekommen die Ampeggio<br />

Due auch in anderen Farben. Eine<br />

Berliner Künstlerin gestaltet auf<br />

Wunsch die Gehäuse individuell. Für Ästheten,<br />

die es trotz opulenter Abmessungen<br />

leicht und luftig mögen, gibt es<br />

eine transparente Version in Acrylglas.<br />

Der Verzicht auf Weichenbauteile jedweder<br />

Art befördert einen schwankungsarmen<br />

Impedanzverlauf, wie ihn<br />

Röhren grundsätzlich schätzen. Zusätzlich<br />

liegt der Gleichstromwiderstand mit<br />

nominell 10,7 Ohm ungewöhnlich hoch,<br />

was in der Summe ein extrem verstärkerfreundliches<br />

Lastverhalten ergibt.<br />

Die bei Mehrwegeboxen üblichen Impedanzschwankungen<br />

im Mitteltonbereich<br />

entfallen bauartbedingt.<br />

Im <strong>AUDIO</strong>-Messlabor lieferte die Due<br />

mit der Standard-Messspannung von 2<br />

Volt einen mittlereren Schalldruckpegel<br />

von sagenhaften 91 Dezibel. Wegen der<br />

hohen Impedanz und dem dar<strong>aus</strong> folgenden<br />

geringen Stromfluss errechnet<br />

sich eine Leistung von lediglich rund einem<br />

Drittel Watt. Die Berliner Konstruktion<br />

ist damit einer der genügsamsten<br />

Wandler in der über 35 Jahre währenden<br />

Geschichte von <strong>AUDIO</strong>. Nicht mal<br />

Legenden vom Schlage eines Klipschorns<br />

(die Schreibweise ist korrekt) sind derart<br />

wattgenügsam.<br />

Das muss man sich auf der Zunge zergehen<br />

lassen: Aus zarten 3 Watt Verstärkerleistung<br />

zaubert die Ampeggio Due<br />

in einem Meter Entfernung überschlägig<br />

einen mittleren Schalldruckpegel<br />

von 101 Dezibel, mehr als die meisten<br />

Hörer je nutzen. Bei einer Nennbelastbarkeit<br />

von 50 Watt können Anwender<br />

davon <strong>aus</strong>gehen, dass sie die elektrischen<br />

und mechanischen Grenzen des<br />

Treibers im täglichen Betrieb, wenn<br />

überhaupt, nur selten <strong>aus</strong>reizen.<br />

Die radikaldynamische Auslegung hat<br />

andererseits Folgen für das Frequenzgangverhalten,<br />

die wir nicht verschweigen<br />

wollen. Die Schalldruckkurven (siehe<br />

Messlabor) zeigen unter freifeldähnlichen<br />

Bedingungen eine deutliche Brillanzbetonung<br />

und gleichen eher einer<br />

Gebirgslandschaft als dem berühmten<br />

Strich. Die von klassischen Mehrwegeboxen<br />

gewohnte Frequenzlinearität ist<br />

bei der Due nicht gegeben.<br />

Voxativ verweist in diesem Zusammenhang<br />

auf die Richtwirkung im Hochtonbereich,<br />

durch die sich der Klang weit<br />

stärker durch Anwinkeln regulieren lässt<br />

als bei konventionellen Systemen. Zudem<br />

empfiehlt sich in den meisten Räumen<br />

eine wandnahe Aufstellung, die<br />

den Klang bei der Due in hohem Maße<br />

wärmer und runder gestaltet.<br />

Hörern, die es klanglich zahmer mögen,<br />

bieten die Berliner eine etwas gefälliger<br />

klingende Alternative mit einem etwas<br />

schwächeren Magnetsystem <strong>aus</strong> Alnico<br />

in Kombination mit einer nicht ganz so<br />

impulsfreudigen Papiermembran. Diese<br />

gemäßigte Version heisst Ampeggio<br />

Due 2 und kostet, hauptsächlich wegen<br />

des einfacheren Magnetsystems, ein<br />

sattes Drittel weniger.<br />

Mit ihrer einzigartigen Genügsamkeit<br />

müsste die Due eigentlich mit Verstärkern<br />

aller Art harmonieren, doch genau<br />

das ist klanglich gesehen nicht der Fall.<br />

Am PA 3000 HV von T+A (<strong>AUDIO</strong><br />

4/2013), der sonst mit unterschiedlichsten<br />

Boxen bestens klar kommt, klang die<br />

Voxativ zwar extrem lebendig, aber auch<br />

seltsam blutleer und aufgekratzt.<br />

Um Welten <strong>besser</strong> vertrug sich die Berlinerin<br />

mit einigen Röhrenverstärkern,<br />

doch auch hier gab es vielfach Überraschungen,<br />

mit denen so <strong>aus</strong>geprägt niemand<br />

gerechnet hatte. Erstaunlich wohl<br />

fühlte sich die Due an Geräten mit der<br />

guten alten 300-B-Triode. Unter den in<br />

maximale Dynamik: Die<br />

Ampeggio Due ohne "2" am Ende ist<br />

mit der noblen Feldspulen-Version des<br />

h<strong>aus</strong>eigenen Breitbänders bestückt.<br />

Die Membran wird <strong>aus</strong> 4 Millimeter<br />

dünnem Fichtenholz hergestellt, der<br />

kleinere Hilfskonus <strong>aus</strong> Büttenpapier.<br />

Rechts unten liegt der Anschluss für<br />

die Spannungsversorgung. Diese<br />

Version klingt am lebendigsten.<br />

22<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

dieser Ausgabe getesteten Verstärkern<br />

war das gleichnamige Mastersound-<br />

Modell der klare Favorit. Nicht mal 10<br />

Watt genügten der Voxativ für eine Dynamik,<br />

für die es nur eine Beschreibung<br />

gibt: explosiv. Der leistungsstärkere, an<br />

vielen Boxen überlegene Bruder vom<br />

Typ 845 klang an der Voxativ deutlich<br />

kühler und gestresster.<br />

Ein sensationell stimmiges Ergebnis gelang<br />

dem Astro Black 50 von Melody<br />

<strong>aus</strong> Heft 2/2014. Das von der Klangästhetik<br />

der 70er Jahre inspirierte "Seven<br />

Kinds Of Crazy" der Formation We<br />

Are Tony tobte hier mit einer Intensität<br />

durch den Raum, dass den Testern der<br />

Atem stockte, bei zivilen und sittenwidrig<br />

hohen Pegeln gleichermaßen.<br />

Die Berliner wissen um die Launen ihrer<br />

Diva und halten eine Liste mit erprobten<br />

Verstärkern bereit. Darunter finden sich<br />

auch Transistor- und Schaltverstärker.<br />

Der Prolog zu Tschaikowskys Ballett<br />

"Dornröschen" zählt keineswegs zu den<br />

impulsivsten Werken des Komponisten,<br />

doch selbst dieses eher sanfte Stück<br />

klang über die Voxativ irrwitzig dynamisch<br />

und lebendig. So livehaftig direkt<br />

und plastisch haben Sie einen Konzertfügel<br />

über eine HiFi-Kette wahrscheinlich<br />

noch nie gehört. Dass die Due tonal<br />

nicht ganz dem Mainstream entspricht,<br />

mag zu Diskussionen Anlass geben, wir<br />

konnten gut damit leben.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

empfehlung<br />

Dynamik-Hammer<br />

voxativ<br />

ampeggio due<br />

Voxativ<br />

0 30 / 21 00 56 62<br />

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10 Jahre<br />

120 x 180 x 19 cm<br />

100 kg<br />

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Klavierlack, Acrylglas, Sonder<strong>aus</strong>führungen<br />

auf Anfrage<br />

Breitbandsystem, Basshorn<br />

–<br />

elektrisch betriebener Magnet<br />

03/14<br />

trickreich: In Acrylglas wirkt<br />

die Box leichter. Der bassfördernde,<br />

hornartige Innenaufbau basiert auf<br />

einem alten russischen Patent für<br />

Militär-Flugzeuge und nennt sich<br />

"Acoustic Stealth Technology".<br />

Audiogramm<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

Åextrem hoher Wirkungsgrad,<br />

explosive Dynamik, perfektes<br />

Timing, stupende Räumlichkeit.<br />

Í klingt nur an <strong>aus</strong>gesuchten<br />

Verstärkern top<br />

95<br />

125<br />

120<br />

115<br />

120<br />

95<br />

100<br />

95<br />

überragend<br />

109 Punkte<br />

highendig<br />

Messlabor<br />

Bei der Messung der Frequenzgänge zeigt<br />

der Breitbänder ein welliges Verhalten mit<br />

deutlicher Grundtonsenke. Die Höhen sind<br />

im Bereich der Hauptachse (rot) wie auch<br />

10 Grad oberhalb (grün) betont. Erst bei 30<br />

Grad (blau) verschwindet die Anhebung.<br />

Die untere Grenzfrequenz erreicht 42 Hz,<br />

der Maximalpegel 104 dB. Der Klirr zeigt<br />

sich im Bass niedrig, in den Mitten erhöht.<br />

Die AK liegt mit 34 sensationell niedrig.<br />

Voxativ Ampeggio Due Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

www.audio.de ›03/2014<br />

23


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

ayon BlackHawk 20 000 EURO<br />

Die BlackHawk <strong>aus</strong> dem H<strong>aus</strong>e<br />

Ayon wirkt allein schon durch ihre<br />

üppige Größe visuell einnehmend.<br />

Die makellose Ausführung der<br />

Lackierung mit Klarlack auf edlen Furnieren,<br />

alternativ in puristischem Glanzschwarz<br />

oder Glanzweiß, ist sicher ein<br />

weiterer Pluspunkt. Hinzu kommt eine<br />

geschwungene Form mit wechselnden<br />

Radien, die jeden Anflug von Schlichtheit<br />

oder gar Langeweile vermeidet.<br />

Der Fußabdruck der 50 Kilogramm<br />

schweren Säule ist annähernd elliptisch<br />

und so gibt es bis auf Deckel und Boden<br />

keine ebenen und schon gar keine parallelen<br />

Flächen. Zusätzlich ist der Korpus<br />

auf der rückseitig größer <strong>aus</strong>geformten<br />

Bodenplatte leicht nach hinten geneigt,<br />

was weitere Freiheitsgrade ins Spiel<br />

bringt. Nicht mal die Schallwand ist bei<br />

dieser Prachtbox plan und so gesehen<br />

keine Wand im gewöhnlichen Sinne.<br />

Kenner wissen, dass Form und Beschaffenheit<br />

eines Gehäuses inklusive der inneren<br />

Aufteilung auch sehr deutliche<br />

klangliche Folgen haben. Zum Innenaufbau<br />

kommen wir später, doch das rundliche<br />

Äußere fördert schon mal die Loslösung<br />

der Schallwellen und gibt Kanteneffeken<br />

(Spitzen und Einbrüchen im<br />

Frequenzgang) keine Chance.<br />

Die in Österreich ansässige Firma fertigt<br />

sehr erfolgreich eine ganze Palette von<br />

Röhrenverstärkern und die brauchen zur<br />

vollen Entfaltung nunmal Boxen mit einem<br />

anständigen Wirkungsgrad. Der<br />

Ansatz über ein klassisches Dreiwegesystem<br />

und reichlich Gehäusevolumen<br />

mag konservativ erscheinen, ist aber<br />

letztlich absolut erfolgversprechend.<br />

Die BlackHawk ist deshalb breiter und<br />

höher als die meisten Boxen ihrer Klasse<br />

und nicht für notorische Platzsparer gemacht,<br />

bei denen Boxen auf Teufel<br />

komm r<strong>aus</strong> zierlich sein müssen.<br />

Dass die Hawk weit mehr sein will als<br />

eine große laute Kiste, zeigt sich bereits<br />

beim Gehäuse, das nicht <strong>aus</strong> brettharten,<br />

zu spitz klingenden Resonanzen neigenden<br />

MDF-Platten hergestellt wird,<br />

sondern <strong>aus</strong> einem gutmütigen Mehrschichtholz,<br />

das auch beim Bau von Mu-<br />

da schau her: Durch ihre Rundungen in<br />

Kombination mit der leichten Neigung ist die<br />

Box <strong>aus</strong> jedem Blickwinkel ein Hingucker. Die<br />

feinen Stoffabdeckungen (hier bei der linken<br />

Box) bekleiden nur die Tief- und Mitteltöner.<br />

Der Hochtöner ist durch Stege geschützt.<br />

Raum und<br />

aufstellung<br />

Raumgröße<br />

M<br />

K<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Frei aufstellen, genügend Luft<br />

um die Boxen lassen. Abstand<br />

zur Box mindestens 2,5 Meter,<br />

Hochtöner bündelt vertikal.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 134.<br />

24<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

sikinstrumenten zum Einsatz kommt.<br />

Die Herstellung der zahlreichen Rundungen,<br />

Kammern und Verstrebungen ist<br />

trotz Einsatz modernster CNC-Maschinen<br />

arbeitsintensiv, doch so entsteht ein<br />

im besten Sinne neutrales Gehäuse, das<br />

sich klanglich nicht einmischt und nur<br />

wenig Energie speichert.<br />

Durch einen penibel <strong>aus</strong>gefeilten Innenaufbau<br />

können die Österreicher auf die<br />

übliche Dämmung der Hohlräume weitgehend<br />

verzichten. Die für die alleruntersten<br />

Frquenzen zuständige Luftsäule<br />

im rückseitig verbauten Reflextunnel<br />

wird dadurch viel intensiver angeregt<br />

und kann mehr zum Gesamtklang beitragen.<br />

Die Box gewinnt so im Bass allein<br />

etwa ein bis zwei Dezibel.<br />

Überhaupt fußt die Ayon-Konstruktion<br />

auf einem hochgradig soliden Bassbereich,<br />

der bei einer Passivbox stets den<br />

Wirkungsgrad auch für die übrigen Bereiche<br />

vorgibt, sofern man das Primat linearer<br />

Schalldruckkurven nicht in Frage<br />

stellt. Bei Mitten und Höhen lässt sich<br />

über stärke Magnete, leichtere Membran<br />

und Schallführungen fast unendlich<br />

viel Wirkungsgrad holen, doch bei tiefen<br />

Frequenzen sind Membranfläche und<br />

Maximalhub die limitierenden Faktoren,<br />

genauer gesagt das Produkt <strong>aus</strong> beiden,<br />

das sogenannte Verschiebevolumen.<br />

Die untere Grenzfrequenz einer Box ist<br />

innerhalb gewisser Grenzen Abstimmungssache.<br />

Großvolumige Gehäuse<br />

und schwere Membranen wirken tiefbassfördernd,<br />

doch wenn das Ganze<br />

auch mit wenig Strom und Spannung gelingen<br />

soll, helfen am Ende nur üppige<br />

Membranflächen und schalldruckfördernde<br />

Gehäuse.<br />

Die Ayon-Entwickler entschieden sich<br />

für ein mächtiges 12-Zoll-Chassis, das<br />

allein seiner schieren Fläche wegen einen<br />

Raum sehr wirksam anschieben<br />

kann. Das über 80 Liter große Gehäuse<br />

bietet dem Treiber ideale Bedingungen<br />

und erlaubt eine untere Grenzfrequenz<br />

von habhaften 40 Hertz (siehe Messlabor)<br />

ohne Einbeziehung von Raumeigenschaften.<br />

Im echten Leben, unter Mithilfe<br />

von Fußböden und Wänden, dürfen<br />

Anwender mit Werten nahe 30 Hertz<br />

rechnen, was im Klartext bedeutet, dass<br />

man einen Subwoofer bei der Black-<br />

Hawk nur im äußersten Extremfall vermissen<br />

wird.<br />

Das ist deshalb wichtig, weil viele Hochwirkungsgradboxen<br />

in den Mitten und<br />

Höhen ähnlich genügsam arbeiten, oftmals<br />

aber keinen ernsthaften Tiefbass<br />

zuwege bringen, weil zu kleine Chassis<br />

und Gehäuse oder eine zu radikale Fokussierung<br />

auf den Wirkungsgrad bei<br />

Mitten und Höhen dies nicht zulassen.<br />

Der fulminanten Bassabteilung folgt ein<br />

kräftiger 13er Konusmitteltöner, der von<br />

der puristisch gestalteten Frequenzweiche<br />

bei 380 Hertz eingeklinkt wird. Die<br />

vergleichsweise hohe Einsatzfrequenz<br />

stellt sicher, dass der Treiber auch bei<br />

hohen Pegeln keine exorbitanten Auslenkungen<br />

ertragen muss.<br />

Für die Höhen ist ein Air-Motion-Transformer<br />

zuständig, der über eine mehrfach<br />

gefaltete Folienmembran in einer<br />

rückseitig geschlossenen Kammer verfügt.<br />

Die Bauform verknüpft die Dynamikvorteile<br />

großflächiger Folienstrahler<br />

MIT DIESEn Geräten<br />

wurde gehört<br />

Als Quellen kamen der Netzwerkspieler<br />

Linn Klimax DSM wie auch der seit vielen<br />

Jahren bewährte Ayre DX 5 für CDs zum<br />

Einsatz. Auf der Verstärkerseite dienten<br />

vorwiegend Röhren zur Versorgung der<br />

Boxen. Neben den ab Seite 34 getesteten<br />

Geräten von Mastersound und Tsakiridis<br />

war der unten abgebildete Astro Black 50<br />

von Melody im Spiel. Hinzu traten diverse<br />

Transistorverstärker, unter anderem von<br />

Sugden und T+A.<br />

mehr Dynamik durch faltung: In der Nahaufnahme ist die vielfach gefaltete<br />

Folienmembran deutlich zu sehen. Die Bauform kombiniert die Dynamikvorteile großer<br />

Flächenstrahler mit der breitwinkligen Hörplatz<strong>aus</strong>leuchtung kleinerer Systeme.<br />

www.audio.de ›03/2014 25


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

mit dem vorteilhaft breitwinkligen Abstrahlverhalten<br />

deutlich kleinerer Kalottenhochtöner,<br />

die ihrerseits den Vorteil<br />

geringerer Herstellungskosten bieten.<br />

Da sich die Austrittsöffnung mehr in die<br />

Höhe als in die Breite streckt, ist das Abstrahlverhalten<br />

im Gegensatz zu einem<br />

(kreisrunden) Kalottenhochtöner horizontal<br />

und vertikal unterschiedlich. Richtung<br />

Zimmerdecke und Fußboden fließt<br />

bei einem solchen System weniger<br />

Schall und die Ohrhöhe macht sich deshalb<br />

klanglich stärker bemerkbar. Anwender<br />

sollten bei dieser Bauform darauf<br />

achten, dass sie nicht zu tief in ihrem<br />

Sessel lümmeln, sonst strahlt der talentierte<br />

Treiber über ihre Köpfe hinweg<br />

und das Klangbild dunkelt sich ein.<br />

vorne hui, hinten auch:<br />

Die noble Verarbeitung in feinstem<br />

Hochglanzlack bleibt bei der Hawk<br />

nicht auf die Front beschränkt. Die<br />

längliche Öffnung (hier nur teilweise<br />

im Bild) ist die Mündung des<br />

Bassreflextunnels. Das Terminal<br />

verfügt über kräftig zubeißende<br />

Klemmen und macht einen sehr<br />

kontaktfreudigen Eindruck.<br />

In der Frequenzweiche der BlackHawk<br />

kommen nur so viele Bauteile zum Einsatz<br />

wie unbedingt nötig; auch diese<br />

Maßnahme reduziert den Wattbedarf<br />

und verhilft der Box zu einem verstärkerfreundlichen<br />

Lastverhalten mit nur geringeren<br />

Schwankungen. Das Ergebnis<br />

ist aller Ehren wert: Die Impedanz lag<br />

zwar nicht so hoch wie bei der Voxativ,<br />

sackte aber auch bei keiner Frequenz unter<br />

5,2 Ohm. Mainstream-Standboxen<br />

liefern nicht selten halb so hohe Werte,<br />

was vom Verstärker und seinem Netzteil<br />

deutlich höhere Ströme fordert.<br />

Zur gemäßigten Hochohmigkeit gesellt<br />

sich eine beachtlich gute Empfindlichkeit.<br />

Die herstellerseitig versprochenen<br />

92 Dezibel (vermutlich bezogen auf 1<br />

Watt) werden zwar nicht erreicht, doch<br />

mit gemessenen 87 Dezibel an 2 Volt respektive<br />

rund 89 Dezibel umgerechnet<br />

auf 1 Watt zählt die BlackHawk auf jeden<br />

Fall zu den genügsamen im Lande<br />

und das ohne erkennbare Einschränkungen<br />

bei den Tiefbassfähigkeiten. Durchschnittliche,<br />

nicht wirkungsgradoptimierte<br />

HiFi-Boxen sind im Schnitt etwa<br />

3 bis 6 Dezibel leiser. In der Leistungsebene<br />

bedeutet dies doppelte bis vierfache<br />

Leistungsanforderungen bei gleicher<br />

Dynamik.<br />

Doch die BlackHawk ist nicht nur faszinierend<br />

wattgenügsam, sondern auch<br />

extrem pegelfest. Gewaltige 112 Dezibel<br />

ließ sich die Österreicherin im Messlabor<br />

abringen, ohne übermäßig zu klirren.<br />

Wegen des hohen Wirkungsgrades<br />

genügen für solche Orgien maßvolle<br />

200 Watt. Damit eignet sich die Box<br />

auch für Hobbyisten, die Hörabstände<br />

jenseits der üblichen drei bis vier Meter<br />

überbrücken möchten oder solche, die<br />

sich bei der Verstärkerwahl nicht von<br />

vornherein festlegen möchten.<br />

An vielen Amps, die Tester versuchsweise<br />

<strong>aus</strong> dem Regal zogen, entfaltete die<br />

Ayon einen vitalen und keineswegs<br />

überzüchteten Charaker. Der PA 3000<br />

von T+A, der an der Voxativ ziemlich deplatziert<br />

wirkte, schien an der Ayon wie<br />

<strong>aus</strong>gewechselt: Hellwach, geschmeidig,<br />

kraftvoll und sehr musikalisch, so kennt<br />

man den Bullen <strong>aus</strong> Herford.<br />

Doch die BlackHawk schlug sich auch<br />

an kleineren Geräten hervorragend, etwa<br />

dem Class-A-Vollverstärker A21a<br />

von Sugden. Der Flachmann kostet keine<br />

2000 Euro und liefert nur gut 20 Watt<br />

an 8 Ohm. An watthungrigen Boxen<br />

lässt sich damit nicht viel Staat machen,<br />

doch an der Ayon ging in Sachen Kraft<br />

Messlabor<br />

Bei der Ermittlung der Schalldruckkurven<br />

im reflexionsarmen Raum zeigt die Ayon<br />

ein neutrales Verhalten mit einem zu den<br />

Höhen leicht fallenden Verlauf und einer<br />

leichten Bassbetonung. Die Übertragung<br />

reicht im Tiefbass bis 40 Hz. Die höchste<br />

Lautstärke beträgt 112 dB. Die Impedanz<br />

liegt im Mittel bei 6 Ohm und minimal bei<br />

5,2 Ohm. Der Klirr zeigt sich niedrig, nur<br />

im Präsenzbereich etwas höher. AK=50.<br />

Ayon Black Hawk<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Ayon Black Hawk<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

26<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

der schiebt richtig: Im Bass sind mächtige Membranflächen der Königsweg zu großer<br />

Dynamik und kleinem Watthunger. Der 12-Zöller muss sich selten wirklich anstrengen.<br />

und Dynamik eine ganze Menge. Vollmundig,<br />

unaufgeregt und vielschichtig,<br />

so lässt sich die Kombination beschreiben.<br />

Allein der variantenreiche, körperlich<br />

spürbare Bass dürfte audiophile Genießer<br />

in größte Verzückung setzen. Den<br />

größten Spaß aber hatten die Tester mit<br />

Röhren, wobei sich die Ayon weit weniger<br />

wählerisch zeigte als die Voxativ.<br />

Himmlisch fein und stimmungsvoll klang<br />

es mit dem Compact 300 B von Mastersound;<br />

etwas sachlicher, dafür untenrum<br />

kontrollierter, mit dem Brudermodell<br />

vom Typ 845. Alles in allem muss<br />

sich die Ayon BlackHawk vor Platzhirschboxen<br />

wie einer 800 Diamond von B&W<br />

oder einer Reference 207/2 von KEF in<br />

keinster Weise verstecken. Ganz im Gegenteil,<br />

denn die sind verstärkerseitig<br />

anspruchsvoller. So gilt für die Black-<br />

Hawk das bewährte Motto für erfolgreiche<br />

Aufsteiger: Willkommen im Club.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

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Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

Audiogramm<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

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hoher Wirkungsgrad<br />

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funktioniert mit vielen Amps,<br />

amtlicher Bass, sehr neutral,<br />

<strong>aus</strong>geprägt spielfreudig<br />

Í benötigt viel Platz<br />

100<br />

110<br />

100<br />

100<br />

110<br />

100<br />

105<br />

100<br />

überragend<br />

104 Punkte<br />

sehr gut<br />

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Lautsprecher › StandBOXEN<br />

blumenhofer tempesta 20 5 700 EURO<br />

Bei vielen High-End-Boxen lassen<br />

sich bestimmte Charakterzüge<br />

von äußeren Merkmalen ableiten.<br />

Breitbänder sind zum Beispiel ein relativ<br />

sicheres Indiz für einen verstärkerfreundlich<br />

hohen Wirkungsgrad und eine pflegeleichte<br />

Impedanz. Ähnliches gilt für<br />

großformatige Basstreiber mit straff eingespannten<br />

Sicken in Kombination mit<br />

wuchtigen Gehäusen wie etwa bei Ayon<br />

auf den Seiten zuvor.<br />

Bei der Tempesta 20 <strong>aus</strong> der bayrischen<br />

Boxenmanufaktur Blumenhofer sind solche<br />

Indizien kaum <strong>aus</strong>zumachen. Die<br />

auf drei Spikes stets wackelfrei ruhende<br />

Standbox ist weder ungewöhnlich groß<br />

noch speziell geformt, auch die Chassis<br />

erwecken nicht den Eindruck, als kämen<br />

sie von einem anderen Stern.<br />

Bei einer Gehäusebreite von sehr humanen<br />

24 Zentimetern mag man sich kaum<br />

vorstellen, dass dieses schmale Hemd<br />

außergewöhnlich starke Töne erzeugen<br />

soll, auch und gerade mit Verstärkern<br />

der sensibleren Sorte. Doch genau das<br />

ist die Absicht von Thomas Blumenhofer,<br />

Gründer und Mastermind der gleichnamigen<br />

Boxenschmide.<br />

Stammleser erinnern sich vielleicht an<br />

die deutlich größere Genuin FS 2, die<br />

<strong>AUDIO</strong> im August 2013 begutachten<br />

konnte. Bei dieser Box sind ebenfalls<br />

"nur" zwei Treiber verbaut, denen man ihre<br />

Bestimmung als Hochwirkungsgradwandler<br />

aber ungleich deutlicher ansieht.<br />

Bei der FS 2 für knapp 15000 Euro<br />

ruht ein fulminantes Durckkammerhorn<br />

in einer verstellbaren Halterung sozusagen<br />

freischwebend auf dem Bassgehäuse.<br />

Der Konus-Tiefmitteltöner ist ein<br />

mächtiger 12-Zöller mit einer breiten Gewebesicke,<br />

was auch von weitem ziemlich<br />

respekteinflößend wirkt.<br />

Bei der Tempesta 20 ist die Optik weit<br />

weniger martialisch, das Gehäusevolumen<br />

deutlich kleiner, die Zielrichtung<br />

aber durch<strong>aus</strong> ähnlich. Auch die Tempesta<br />

nutzt für die oberen Mitten und<br />

Höhen einen Horntreiber mit einer speziell<br />

angepassten Schallführung, der<br />

zeitlos und geDiegen: Das Design<br />

ist frei von Spielereien, was die <strong>aus</strong>gesucht<br />

feinen Furniere besonders gut zur Geltung<br />

bringt. Die Gehäusetiefe nimmt von unten<br />

nach oben etwas ab, was die Schallwand<br />

etwas nach hinten neigt. Auf drei Spikes<br />

steht die Box stets ohne zu wackeln.<br />

Raum und<br />

aufstellung<br />

Raumgröße<br />

M<br />

K<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Frei oder wandnah aufstellen,<br />

Box zum Hörer anwinkeln für<br />

maximalen Hörspaß, Raum<br />

sollte nicht hallig sein.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 134.<br />

28<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

aber im Gegensatz zur Genuin flächenbündig<br />

in die Schallwand eingelassen ist<br />

und deshalb visuell wesentlich dezenter<br />

daherkommt. Der Treiber ist in allen Dimensionen<br />

kompakter <strong>aus</strong>geführt, seine<br />

Membran erreicht einen Durchmesser<br />

von lediglich 44 Millimetern anstelle<br />

75 bei der großen Schwester.<br />

Doch auch das "kleine" Blumenhofer-<br />

Horn ist einem Standard-HiFi-Hochtöner<br />

ohne Schallführungen in vielerlei Hinsicht<br />

überlegen. Deren Membranen sind<br />

im Schnitt nur 25 Millimeter groß und<br />

müssen die Raumluft völlig ohne mechanische<br />

Unterstützung anregen. Die<br />

größere Hornmembran tut sich allein ihrer<br />

Fläche wegen leichter und muss für<br />

den gleichen Schalldruck deutlich kleinere<br />

Bewegungen <strong>aus</strong>führen.<br />

Die vorgeschaltete Druckkammer und<br />

das anschließende Horn intensivieren<br />

die Kopplung an die Raumluft nochmal<br />

deutlich. Derart gestärkt zaubert der<br />

Treiber <strong>aus</strong> einem Watt mühelos Pegel<br />

nahe 100 Dezibel und muss von der Frequenzweiche<br />

regelrecht eingebremst<br />

werden. Er würde andernfalls den deutlich<br />

leiseren Bass- und Mittenbereich<br />

lauthals übertönen.<br />

Die gigantische Genügsamkeit macht<br />

dennoch Sinn, denn die Herabsetzung<br />

des Wirkungsgrades auf das Niveau des<br />

leiseren Bassbereichs sorgt dafür, dass<br />

der Hochtöner selbst bei vollem Orchestereinsatz<br />

weder elektrisch noch mechanisch<br />

großartig gefordert wird. Ein<br />

derart im Schongang betriebenes Horn<br />

ist nahezu unkaputtbar und bedankt sich<br />

mit geringen Verzerrungen und freudvoller<br />

Spielweise.<br />

Ein weiterer Vorzug des üppig dimensionierten<br />

Schwingsystems ist der gegenüber<br />

Standard-Hochtönern deutlich größere<br />

Übertragungsbereich, speziell zu<br />

tieferen Frequenzen hin. Meister Blumenhofer<br />

kann sein Chassis deshalb bereits<br />

bei 1200 Hertz gefahrlos ankoppeln,<br />

rund eine Oktave tiefer als bei HiFi-Boxen<br />

üblich. Damit entlastet er seinen 20<br />

Zentimeter großen Tiefmitteltöner nicht<br />

unbedingt energetisch, wohl aber beim<br />

Rundstrahlverhalten. Der 8 Zöller mit<br />

zweilagiger Papiermembran könnte<br />

da kommt freude auf: Der Hochtontreiber mit 44 Millimeter großer Mylar-Membran<br />

verfügt über eine versteckt liegende Druckkammer und einen wuchtigen Hornvorsatz.<br />

auch höher hinaufspielen, würde dann<br />

aber deutlich bündeln und zu seitlichen<br />

Einschnürungen im Rundstrahlverhalten<br />

der Box beitragen, die der tonalen Ausgewogenheit<br />

abträglich wären. Dank der<br />

tiefen Trennung muss der Konustreiber<br />

nur die Frequenzen verarbeiten, die er<br />

mit weitgehend konstantem Pegel 30<br />

Grad breit abstrahlen kann.<br />

Der 20 Zentimeter große Tiefmitteltöner<br />

ist "Made in Germany" und verfügt über<br />

eine zweilagige Papiermembran<br />

mit einer<br />

Schaumschicht<br />

in der Mitte. Seine<br />

Parameter sind auf<br />

Bassreflexgehäuse abgestimmt. Der zugehörige<br />

Tunnel mündet bei der Tempesta<br />

20 im Sockelbereich, somit fußbodennah.<br />

Da der Raum zwischen Box und<br />

Boden wie eine Tunnelverlängerung<br />

wirkt, lässt sich die Abstimmfrequenz<br />

über die Höheneinstellung der mitgelieferten<br />

Spikes feinfühlig verändern.<br />

Die Messwerte sind durchweg hervorragend.<br />

Die Standbox erreicht am unteren<br />

Ende prachtvolle 38 Hertz und steigt damit<br />

tiefer in den Basskeller als die deutlich<br />

größere Ayon. Der Frequenzgang<br />

(siehe Messlabor) zeigt unter freifeldähnlichen<br />

Bedingungen eine zu den Höhen<br />

leicht ansteigende Tendenz, die in<br />

der Praxis vom Raum aufgefüllt wird, ohne<br />

dass es deswegen zu größeren Bassüberhöhungen<br />

käme.<br />

Die Impedanz rutscht an keiner Stelle<br />

unter 5,3 Ohm, was Röhrenverstärkern<br />

sehr entgegenkommt. Den von der Weiche<br />

verursachten Impedanzanstieg bei<br />

Der trockene und tiefe Bass<br />

macht tierisch laune<br />

der Übernahme zum Hochtöner können<br />

Anwender durch eine steckbare Korrekturbrücke<br />

glattbügeln. Das Bauteil wird<br />

einfach in das Anschlussfeld gesteckt,<br />

gemeinsam mit den Boxenkabeln.<br />

An Transistorverstärkern bringt die Korrektur<br />

in der Regel wenig, an Röhren<br />

führt die Glättung erfahrungsgemäß zu<br />

einem aufgeräumteren Klang. Blumenhofer<br />

hat die Entzerrung deshalb nicht<br />

fest integriert, sondern überlässt die<br />

Entscheidung dem Anwender.<br />

www.audio.de ›03/2014 29


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Trotz oder gerade wegen ihrer Ausrichtung<br />

auf weniger laststabile Verstärker<br />

taugt die Tempesta durch<strong>aus</strong> auch zum<br />

Feiern. Die maximale Lautstärke lag bei<br />

immerhin 107 Dezibel. Das ist für eine<br />

Zweiwegebox mit nicht übertrieben viel<br />

Membranfläche ein Super-Ergebnis.<br />

Bei aller Sachlichkeit im Design bietet<br />

die Tempesta (etwa beim Terminal) eine<br />

absolut wertige Verarbeitung. Die Bayern<br />

bauen ihre Gehäuse selbst und können<br />

so eine ungewöhnliche Vielfalt offerieren.<br />

Unter den zahlreich angebotenen<br />

Hölzern sind auch Raritäten mit traumhaft<br />

schönen Maserungen, die bei jedem<br />

Exemplar anders wirken, weil bekanntlich<br />

kein Baum dem anderen<br />

gleicht. Wer es ganz genau wissen will,<br />

kann sich im h<strong>aus</strong>eigenen Furnierlager<br />

in der Blumenhofer-Werkstatt südlich<br />

von Augsburg seinen ganz persönlichen<br />

Farbwunsch erfüllen, nach einem <strong>aus</strong>giebigen<br />

Probehören versteht sich.<br />

Letzteres wird vermutlich an diversen<br />

aktuellen oder historischen Röhrenverstärkern<br />

stattfinden, denn davon finden<br />

sich nicht wenige spielbereit in den<br />

h<strong>aus</strong>eigenen Vorführräumen, die demnächst<br />

um ein neues, mit Hörnern bestücktes<br />

Heimkino erweitert werden.<br />

Die Tempesta ist aber zum Glück keine<br />

Spezialistenbox, die nur an speziellen<br />

Verstärkern in die Gänge kommt, sondern<br />

ähnlich wie die ungleich größere<br />

Ayon ein faszinierend leicht zu betreibender<br />

Generalist.<br />

Den <strong>AUDIO</strong>-Testern gefiel die Zweiwegebox<br />

mit ihrer fein <strong>aus</strong>tarierten Neutralität<br />

und einer immensen Spielfreude<br />

über weite Pegelbereiche. Man konnte<br />

mit der Tempesta sagenhaft leise hören<br />

und verstand doch sehr viel. Bereits mit<br />

Amps der 50-Watt-Liga vermochte die<br />

Blumenhofer ein ordentliches Brett zu<br />

fahren, bei unverändert harmonischen<br />

Klangfarben. Diese Art der Standfestigkeit<br />

wissen Kenner sehr zu schätzen,<br />

sorgt sie doch für eine zuverlässige Beurteilung<br />

einer Aufnahme oder der Qualität<br />

einer vorgeschalteten Komponente.<br />

Der untenherum eher tief-trockene als<br />

watteweiche Charakter der Tempesta<br />

vertrug sich gut mit einer gewissen<br />

Wandnähe und geschmeidig klingenden<br />

Verstärkern. So entlockte der kleine Sugden<br />

A21a der Blumenhofer in "Seven<br />

Kinds Of Crazy" herrlich groovende<br />

Bassläufe und wunderbar detailreich<br />

dargebotene Singstimmen.<br />

Besonders anmutig klang die Tempesta<br />

im Zusammenspiel mit Röhren, wobei<br />

hier kein eindeutiger Favorit <strong>aus</strong>zumachen<br />

war. Genießer, die keine allzu hohen<br />

Pegel fahren, könnten auch hier zu<br />

einem Gerät mit 300-B-Bestückung tendieren.<br />

Das ist am Ende, wie so vieles im<br />

Leben, letztlich auch eine Frage des persönlichen<br />

Geschmacks.<br />

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Vertrieb<br />

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Listenpreis<br />

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Maße B x H x T<br />

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Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

Audiogramm<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

Tuning ab wErk: Über eine<br />

kleine Steckbrücke zwischen den<br />

vier Anschlussklemmen wird die<br />

Impedanzentzerrung aktiviert. Der<br />

Raum unterhalb der Box wirkt als<br />

Verlängerung des Reflextunnels.<br />

Über die Höhe der Spikes lässt<br />

sich der Bass fein verändern.<br />

empfehlung<br />

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Tiefbass über Höhe der Spikes<br />

steckbare Impedanzkorrektur<br />

ÅHoher Wirkungsgrad, passt<br />

gut zu audiophilen Verstärkern,<br />

klingt sehr vital und mitreißend,<br />

straffer und tiefer Bass<br />

Í –<br />

95<br />

105<br />

90<br />

90<br />

100<br />

95<br />

95<br />

100<br />

überragend<br />

97 Punkte<br />

überragend<br />

03/14<br />

Messlabor<br />

Die Tempesta 20 liefert einen insgesamt<br />

linearen, moderat welligen Frequenzgang<br />

mit einer in Richtung Höhen ansteigenden<br />

Tendenz, die sich gut mit einer vorwiegend<br />

wandnahen Aufstellung verträgt. Der Bass<br />

reicht bis 38 Hz. Die maximal erzielbare<br />

Lautstärke beträgt 107 dB. Die Impedanz<br />

liegt im Mittel bei 6 Ohm, das Minimum<br />

bei verstärkerschonenden 5,3 Ohm. Das<br />

Klirrverhalten ist unkritisch. AK=59.<br />

Blumhofer Tempesta 20<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Blumhofer Tempesta 20 Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

30<br />

www.audio.de ›03/2014


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Für gewöhnlich sind die Besitzer von<br />

Röhrenverstärkern sehr daran interessiert,<br />

ihre feingeistigen Amps nur<br />

mit wirkungsgradstarken Boxen zu verbandeln,<br />

denn nichts ist frustrierender als<br />

einen an sich talentierten Verstärker wimmern<br />

und kreischen zu hören, nur weil der<br />

Box das Leistungsangebot nicht genügt.<br />

Vor solchen Enttäuschungen schützt nur<br />

eine wohlüberlegte Boxen-Verstärker-<br />

Kombination, unter Einbeziehung der Hörraumgröße<br />

und der persönlichen Vorstellungen<br />

von Dynamik. Nun beschwört dieser<br />

Test schon über mehrere Seiten das<br />

Mantra von der wirkungsgradstarken Box,<br />

die doch bitteschön reichlich Membranfläche<br />

und Gehäusevolumen mitbringen<br />

möge. Doch nicht jeder Musikliebhaber<br />

kann oder will wuchtige Standboxen aufstellen<br />

und liebäugelt insgeheim vielleicht<br />

mit einer zierlichen Kompaktbox für seine<br />

feine Röhre.<br />

Für dieses Szenario Boxen zu finden ist<br />

eine echte Her<strong>aus</strong>forderung, doch Thomas<br />

Blumenhofer, Macher der gleichnamigen<br />

Boxenmanufaktur südlich von<br />

Augsburg, hat auch für diesen Kundenkreis<br />

ein Angebot. Selbiges heißt Blumenhofer<br />

Mini, was in diesem Fall absolut<br />

wörtlich zu verstehen ist. Ganze 28<br />

Zentimeter hoch und gerade mal halb so<br />

breit, könnte der geneigte Audiophile<br />

gleich zwei davon hinter dem Cover einer<br />

Langspielplatte verstecken.<br />

In der Praxis wird er das auf gar keinen<br />

Fall tun, denn der bayrische Nachwuchs<br />

ist ähnlich hingebungsvoll echtholzfurniert<br />

wie die größeren Modelle. Wer ein<br />

Faible hat für weitestgehend naturbelassene<br />

Hölzer, will mit dem Streicheln gar<br />

nicht mehr aufhören.<br />

Bauartbedingt verlangt die Kleine nach einem<br />

nicht zu wuchtigen Boxenständer<br />

oder einem Platz im Bücherregel auf Ohrhöhe<br />

oder ein wenig darüber. Auf jeden<br />

Fall muss es wandnah sein, denn dies ist<br />

der Trick, der diesen Deal überhaupt möglich<br />

macht.<br />

Der nur 10 Zentimeter große Tiefmitteltöner<br />

ist bis zu 6000 Hertz hinauf im Einsatz<br />

und kann formatbedingt nur vom Grundtonbereich<br />

an aufwärts so genügsam arbeiten,<br />

dass eine Triode an seinen Klemmen<br />

nicht verzweifelt. Für die Höhen ist<br />

eine klassische Gewebekalotte verbaut,<br />

die mit 25 Millimeter Membrandurchmesser<br />

für dieses Boxenformat sehr<br />

großzügig bemessen ist. Die von<br />

der Box nur angedeuteten tiefen<br />

Raum und<br />

aufstellung<br />

Raumgröße<br />

M<br />

K<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Direkt an die Wand stellen,<br />

anwinkeln meist nicht nötig.<br />

Raum nicht zu stark dämpfen,<br />

Hörabstand maximal 2,5 m.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 134.<br />

puristisch: Die Kleinbox wirkt dynamisch<br />

faszinierend groß. Es gibt kein Bi-Wiring, weil<br />

es bei so kleinen Boxen wenig bringt.<br />

Messlabor<br />

Die Mini zeigt im reflexionsarmen Raum<br />

eine deutliche Mittenbetonung, die durch<br />

eine bassfördernde, wandnahe Aufstellung<br />

kompensiert werden sollte. Ohne diese<br />

Unterstützung reicht der Bassbereich nur<br />

bis 134 Hz. Maximal kann die Box 97 dB<br />

laut werden. Die Impedanz liegt im Mittel<br />

bei 4 Ohm mit Minima von 3,8 Ohm. Bis<br />

etwa 95 dB (blaue Kurven rechts) zeigt<br />

sich der Klirr auffallend gering. AK=67.<br />

Blumenhofer Acoustics Kompakt Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

110 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Blumenhofer Acoustics Kompakt Pegel- & Klirrverlauf<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

32<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Töne muss der Anwender über die erforderliche<br />

Wandnähe aufpeppen, was in<br />

der Praxis gut funktioniert. Die Messungen<br />

im reflexionsarmen Raum berücksichtigen<br />

diese Sonderbehandlung nicht.<br />

Tatsächlich klang die kleine Blumenhofer<br />

so hingebungsvoll lebendig und räumlich,<br />

dass selbst der <strong>AUDIO</strong>-Chefredakteur<br />

spätabends gar nicht mehr nach H<strong>aus</strong>e<br />

wollte. Bei wandnaher Nutzung und braven<br />

Pegeln wirkten Bass und Grundton<br />

faszinierend vollwertig, selbst an den<br />

wattschwächeren <strong>Trioden</strong> schienen weder<br />

Box noch Verstärker überfordert.<br />

Artgerecht an die Wand gestellt, war der<br />

Klang immer noch leicht mittenbetont,<br />

doch daran konnte man sich schnell gewöhnen.<br />

Das klang herrlich luftig, rhythmisch<br />

hochauflösend und vollkommen<br />

untechnisch. Wer sich auf Hörentfernungen<br />

bis maximal zweieinhalb Meter einlassen<br />

mag, für den ist die Blumenhofer<br />

Mini ein richtiger Knaller.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

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Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

Audiogramm<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

empfehlung<br />

Feingeist<br />

Blumenhofer<br />

mini<br />

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3 Jahre<br />

14 x 28 x 27 cm<br />

5 kg<br />

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Lackfarben auf Anfrage<br />

2 Wege, Bassreflex<br />

–<br />

hoher Wirkungsgrad<br />

ÅFür die Größe sehr hoher<br />

Wirkungsgrad, bei Nutzung im<br />

Nahfeld für Röhren geeignet.<br />

Gutes Timing, sehr lebendig.<br />

Í Tiefbass ist Mangelware.<br />

80<br />

90<br />

90<br />

85<br />

85<br />

70<br />

70<br />

50<br />

überragend<br />

79 Punkte<br />

sehr gut<br />

03/14<br />

Fazit<br />

Wolfram Eifert<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Boxen mit hohem Wirkungsgrad<br />

und schwankungsarmer Impedanz<br />

sind eher selten zu finden. Für die<br />

großen Hersteller ist eine starke<br />

Fokussierung auf die genannten<br />

Faktoren kaum sinnvoll, weil im<br />

breiten Markt zierliche Maße und<br />

reichlich Tiefbass gefragter sind.<br />

Für kleine Räume ist die Mini von<br />

Blumenhofer ideal. Die Standbox<br />

vom gleichen Hersteller klingt für<br />

ihr Format extrem souverän. Noch<br />

mehr gilt dies für die Ayon, die von<br />

allen die größten Spielräume bei<br />

der Verstärkerwahl bietet. Soll es<br />

richtig kompromisslos zur Sache<br />

gehen, auch mit <strong>Trioden</strong>, kommt<br />

nur die Voxativ in Frage.<br />

_0BZKF_Teufel_Audio_4Beschn_Motiv2Mk2_Jan14.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);27. Jan 2014 11:07:08<br />

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Jeder wird verstehen, dass Sie einfach nicht anders konnten.<br />

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in den Wind geschossen haben. Die Anziehungskraft war dann doch zu stark, da mussten Sie einfach schwach werden. Aber zum<br />

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Mastersound compact 300 B 5650 €<br />

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Moderne Elektronik erledigt diesen<br />

Job doch mit links: Aus<br />

einem Volt erzeugen wir beispielsweise<br />

drei, <strong>aus</strong> zweien sechs und<br />

so weiter. Wollen wir mit solch einem<br />

Verstärker eine Box ernähren, müssen<br />

wir nur noch darauf achten, dass nebenbei<br />

noch bisschen Strom fließen kann.<br />

Doch wo gehobelt wird, fallen Späne.<br />

Diese fallen in aller Regel nicht auf –<br />

außer, dass <strong>aus</strong>gerechnet das musikhörende<br />

Ohr darauf allergisch reagiert.<br />

Und gar nicht einmal so sehr auf die gröberen,<br />

quasi von der Natur <strong>aus</strong> einkalkulierten<br />

Holzschnitzel. Stattdessen handelt<br />

es sich oftmals nur um ein paar<br />

34<br />

www.audio.de ›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren<br />

Club Méditerranée<br />

Wer den Transistor-Verstärker-Winter hasst, lässt sich mit Röhren,<br />

Single Ended, Class A und mit südlicher Schönheit ein.<br />

■ Test: Johannes Maier<br />

Körnchen giftigen Feinstaubs, die akustisches<br />

Unbehagen schaffen.<br />

Insofern kommen bei der Betrachtung<br />

der zeitgemäßen, ach so effizienten und<br />

ach so verzerrungsarmen Halbleiterverstärker<br />

doch Bedenken auf. Denn jedes<br />

Bauteil, und davon braucht es bei derlei<br />

Amps viele, trägt ja in irgendeiner Form<br />

zu der Wiedergabe bei. Ganz zu schweigen<br />

von den Transistoren, die relativ kurze<br />

und nicht besonders günstig verlaufende<br />

Arbeits-Kennlinien besitzen. Und<br />

erst recht von den Gegentakt-Anordungen,<br />

die im Übergangsbereich gerne<br />

stark zerren und beim Arbeitszustand<br />

nahe Null der angeschlossenen Box keinen<br />

rechte Kontrolle mehr entgegensetzen.<br />

Da bedeutet es nur wenig<br />

Trost, dass eine (wieder staubträchtige!)<br />

Gegenkopplungsschleife derlei Unbill<br />

womöglich in den Griff kriegen kann.<br />

Auf der Suche nach Abhilfe landet der<br />

Musik-Liebhaber also fast automatisch<br />

bei Röhren, die schönere und weiter geschwungene<br />

Kennlinien besitzen. Und<br />

schließlich – wenn er gemütlich noch ein<br />

Stück weiter <strong>aus</strong>rollt – bei der Grundform,<br />

bei der direkt beheizten Triode.<br />

Diese besitzt neben dem Anoden-Auffangblech<br />

und dem Steuergitter eine<br />

simple Kathode, die in einem Zug als<br />

Glühdraht und als Elektronenschleuder<br />

herhält. Und wenn schon denn schon –<br />

dann will der Fan diese Röhren nicht im<br />

Gegentakt, sondern ganz allein schuften<br />

sehen. Und zwar bei sehr hohem Ruhestrom,<br />

weil die Musikschwingung – mangels<br />

Gegentakt-Aufgabenteilung – sowohl<br />

nach oben als auch nach unten <strong>aus</strong>holen<br />

können muss. So bleibt zum<br />

Schluss nur eine Frage: Wer soll das bezahlen?<br />

Denn der Wunsch „Triode Single<br />

Ended plus null Korrektur-Schleife plus<br />

Netzteil, dem nie ein Flatus entfährt“<br />

muss in der Regel teuer erkauft werden.<br />

Oder geht’s doch zu moderaten Preisen?<br />

Bitteschön, die Firmen Mastersound<br />

und Tsakiridis liefern Beweise dafür!<br />

Fotos: J. Bauer, MPS, Archiv<br />

www.audio.de ›03/2014 35


Verstärker › class-A-Röhren<br />

Mastersound Compact 300 B und 845 je 5650 EURO<br />

Finger weg von der 300 B! Wenn<br />

der Alttester sich 30 Jahre lang<br />

daran gehalten hat, sei es dem<br />

jungen ins Stammbuch geschrieben.<br />

Die Goldohren schwärmen zwar von dieser<br />

Triode, die Western Electric Ende<br />

der 1920er Jahre für den Telefon-Fernverkehr<br />

entwickelte und die bald darauf<br />

– zunächst in Kinos – ihren Weg ins Beschallungsgeschäft<br />

fand. Sie schwärmen<br />

durch<strong>aus</strong> zu Recht. Denn möglicherweise<br />

gibt es bis auf den heutigen Tag nichts<br />

<strong>besser</strong>es als diese Röhre, die damals in<br />

Kansas als Resultat von t<strong>aus</strong>enden von<br />

Mess- und Hörtest-Stunden entstand<br />

(plus die ähnliche, etwas kleinere 2A3<br />

und die deutsche AD1). Aber spielen<br />

sollte sie dann bitte an extrem wirkungsgradstarken<br />

Boxen, die man Western-<br />

Electric-Hörner nennt, oder an ähnlichen<br />

raum-<strong>aus</strong>füllenden Wandlern.<br />

Bis dahin also alles gut. Doch leider beschritten<br />

die Boxenentwickler den Weg<br />

in die weitere Zukunft nicht mit diesen<br />

wunderbaren Röhren, sondern mit fetteren<br />

und fetteren Verstärker-Wattprotzen,<br />

die ihren immer stärker bedämpften und<br />

immer impedanzkritischeren Elaboraten<br />

so etwas wie Leben abringen konnten.<br />

Also Vorsicht, es droht Frustration: An<br />

den allermeisten „Leisesprechern” dieser<br />

Tage hängt die arme 300 B wie ein<br />

zwar schönes, aber völlig überlastetes,<br />

auf dem letzten Loch pfeifendes Glühwürmchen.<br />

Kommando zurück! In diesem <strong>AUDIO</strong><br />

stehen mit den Voxativ-Breitbändern,<br />

den Black Hawks von Ayon und den<br />

Tempesta-Blumenhofern doch mal wieder<br />

temperamentvollere Schallwandler<br />

auf dem Programm. Und möglicherweise<br />

sogar solche, mit denen die 300 B<br />

wie anno dazumal groß aufspielen kann.<br />

Und dafür bietet wiederum der 300 B<br />

von Mastersound für 5650 Euro ganz offenbar<br />

eine solide Grundlage. Und eine<br />

gewaltige! Das von massiven Edelholz-<br />

Wangen geschmückte Stahlblechchassis<br />

hat die in der Nähe von Vicenza<br />

ansässige Firma ganz offensichtlich für<br />

eine professionelle Ewigkeit geschmiedet.<br />

Die metallschweren Lautsprecherklemmen<br />

auf der Rückseite ziehen die<br />

tüchtigen Italiener mit einem 19er- , die<br />

massiven, teflonisolierten Cinchbuchsen<br />

mit einem 11er-Schlüssel an. Der<br />

Netztrafo und die beiden Ausgangsumspanner<br />

erscheinen nicht minder gigantisch<br />

– wer will da noch befürchten, dass<br />

dieser Kaventsmann von Verstärker nur<br />

wenige Watt locker machen kann?<br />

Auf jeden Fall läuft er in reinem Class A,<br />

er zieht also auch in den Musikp<strong>aus</strong>en<br />

stets vollen Strom. Mit der Konsequenz,<br />

dass die Übertrager-Kerne einen Luftspalt<br />

brauchen, sonst triebe sie der konstante<br />

Umsatz nach kurzer Zeit in die<br />

mag netische Sättigung. Deshalb braucht<br />

es eine deutlich größere Eisenmasse<br />

und zudem eine noch umfänglichere und<br />

kunstvollere Bewicklung – sprich: Die<br />

Dinger werden teuer und groß.<br />

Und eigentlich wollten wir ja auf eine Gegenkopplungsschleife<br />

verzichten. Bitte<br />

gerne – aber dann können wir zur Versorgung<br />

der Röhren nur allerreinste Gleichspannung<br />

brauchen, denn mangels Korrekturmöglichkeit<br />

teilt sich das kleinste<br />

Zucken dem Lautsprecher als Störsignal<br />

mit. Weshalb sich der unter der obligatorischen,<br />

nur etwas größeren Blechhaube<br />

steckende Netz-Brummer doch noch<br />

erklärt. Ebenso die wahrlich kernige, auf<br />

300 B a lA carte: Auf dem mittleren Board reicht der Mastersound die Netzteil-Elkos,<br />

auf der kleineren darunter die Funk-Fernsteuerungs-Elektronik, die das Alps-Lautstärke-<br />

Potentiometer rauf und runter drehen kann. Drei Line-Ins werden von Relais verwaltet, ein<br />

zusätzlicher Direkt-Eingang steuert ohne Umschweife die Treiber-Stufe an. Beim Röhren-<br />

Wechsel gestattet der Compact 300 B eine Bias-Neueinstellung – die Trimmpotis erreicht<br />

der Justagist von oben, an der Rückseite finden sich Messkontakte für Multimeter.<br />

36<br />

www.audio.de ›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren<br />

der Unterseite des Chassis montierte<br />

Siebdrossel, die sich mit ihrem hohen<br />

Wechselstrom-Widerstand ganz entschieden<br />

gegen unliebsame Impulse aller<br />

Art stemmt und die insgesamt vier<br />

1000-Mikrofarad-Elkos (mit je zwei<br />

400-Volt-Typen in Serie) bei ihrer Reinigungs-<br />

und Spannungs-Konstanthaltung<br />

unterstützt.<br />

Auch bei der Schaltung galt es darauf zu<br />

achten, dass sich dieses Konzept auch<br />

nicht die kleinsten Ausrutscher erlauben<br />

kann. Eine kleine Doppeltriode namens<br />

ECC 82 läuft auf jeder Kanalseite noch<br />

als normaler zweistufiger Eingangsverstärker.<br />

Es folgt eine kräftigere 6SN7<br />

(mit Bakelitsockel), bei der ein <strong>Trioden</strong>system<br />

die 300 B antreiben muss – aber<br />

glücklicherweise nicht alleine, weil sie<br />

auf die Mithilfe des zweiten in die Anoden-Zuleitung<br />

eingefügten Systems zählen<br />

kann. Als sogenannte Stromquelle<br />

sperrt diese den Versorgungshahn bereitwillig<br />

auf und zu, was die <strong>Trioden</strong>-Kollegin<br />

als deutliche Arbeitserleichterung<br />

empfindet. Last but not least galt es<br />

auch der direkten Kathodenheizung zu<br />

gedenken. Mastersound nimmt zwar<br />

Gleichstrom dafür, trotzdem erlaubt ein<br />

zwischen den beiden Heizanschlüssen<br />

angeordnetes und von der Chassisoberseite<br />

her zugängliches Präzisionspoten-<br />

V-88<br />

Wiedergabe auf höchstem Niveau!<br />

Großartige<br />

beeindruckende<br />

Kombination...<br />

C-60<br />

Hörerlebnis der Extraklasse!<br />

Class-A-Menü plus Nachschlag: Die beiden Eisenkerndrosseln hat<br />

Mastersound in Serie geschaltet – zusammen mit Nantung-Elektrolytkondensatoren entfalten<br />

sie maximale Reinigungswirkung. Die Fassungen für die 845 imponieren mit Größe, sie<br />

gestatten auch einen Blick auf ihre breiten, vergoldeten Federkontakte. Im Großen und<br />

Ganzen arbeitet der Compact 845 mit der gleichen Eingangs- und Stromquellen-Treiberstufe.<br />

Wegen der höheren Spannungen hat Mastersound dickere Folien r<strong>aus</strong>gesucht.<br />

www.audio.de ›03/2014 37<br />

www.vincent-tac.de<br />

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Österreich: Audio Electronic Hi-Fi Geräte · Himbergerstr. 27<br />

A-1100 Wien · Tel: + 43-16897694 · office@audioelectronic.com


Verstärker › class-A-Röhren<br />

tiometer den am Schleifer her<strong>aus</strong>geführten<br />

Kathodenwiderstand so hinzulegen,<br />

dass sich die gegenphasige Restwelligkeit<br />

vice versa zu Null <strong>aus</strong>löschen kann.<br />

Für die gleichpreisige, sehr ähnliche Verstärkerversion<br />

mit der kräftigeren Sendetriode<br />

845 im Ausgang hat Mastersound<br />

sogar noch mehr Aufwand getrieben.<br />

Die wesentlich höhere Anodenspannung<br />

wird nun von gleich drei Trafowicklungen<br />

mit jeweils eigener Gleichrichtung<br />

erzeugt. Nicht weniger als neun<br />

1000-Mikrofarad-Elkos (je drei in Serie)<br />

und zwei schwere Eisenkerndrosseln<br />

putzen die Anodenspannung <strong>aus</strong>. Teure<br />

Labor-Leistungswiderstände, umfänglichere<br />

Koppel-Folienkondensatoren und<br />

nicht zuletzt die martialische Keramik<br />

der Röhrenfassungen weisen den<br />

erhöhten Energieumsatz <strong>aus</strong>.<br />

menhofers zweimal, an den Black Hawks<br />

von Ayon gleich drei Mal – und an den<br />

Voxativs kam zu aller Lässigkeit noch<br />

mächtige Feuerkraft dazu.<br />

An diesen Ausnahmeboxen (bei denen<br />

sich die 300 B offenbar an glückliche<br />

Kinohorn-Zeiten erinnerten) fiel es kaum<br />

als Zumutung auf, wenn bei Pop und<br />

Rock Sound-Designer ins Spiel kamen<br />

und freie Ecken des Spektrums mit<br />

Unrat verschmierten. An normaleren Boxen<br />

inklusive der Sorte 1 und 2 stellten<br />

die 300 B dann aber subito ihre Wohlklang<br />

-Tätigkeit ein, um sich wie beleidigte<br />

Schlangen zu winden und zu zischen.<br />

Also dann doch lieber zum 845-Mastersound.<br />

Der agierte bei den Jazznummern<br />

nicht ganz so locker, die Herrschaften<br />

wirkten nun um eine Spur ernster,<br />

dafür schwangen sie sich bei Tuttis zu<br />

Le Torri di Vicenza:<br />

Die großen Mastersound-<br />

Ausgangstrafos bieten 8- und<br />

4-Ohm-Klemmen an. Es darf<br />

probiert werden. Auch wenn die<br />

Aussage paradox klingt:<br />

Hochimpedante (zirka 8 Ohm)<br />

Lautsprecher ergeben die<br />

besten Ergebnisse – und zwar<br />

an den 4-Ohm-Klemmen.<br />

Messlabor Mastersound Compact 300 b<br />

Mit 0,048% Hochtonverzerrungen und 110µ<br />

Abtastfähigkeit erweist sich das Talismann v2<br />

Gold als sogar noch sauberer als sein Kollege<br />

Yoseki von EAT – wobei beide in diesem<br />

Punkt jenseits von Gut und Böse liegen. Nicht<br />

ganz ideal ist der markante Hochtonanstieg<br />

zwischen 5 und 10kHz (o. Abb.). Das Laufwerk<br />

misst sich dafür deutlich rumpelärmer (Bild 2,<br />

85,5dB am Koppler) als der EAT, bei gleichermaßen<br />

exzellentem Gleichlauf (Bild 1, ±0,05%).<br />

Der Leistungs-„Teppich“ des Compact 300B verdickt sich bei<br />

zunehmend komplex-induktiver Last etwas. Im Regelfall vermag<br />

er aber nur wirkungsgradstarke Boxen zu ernähren (AK=10). Im<br />

günstigsten Fall pendelt die Impedanz des Schallwandlers im<br />

Mittel-/Tieftonbereich um 8 Ohm. An den 4-Ohm-Klemmen sind<br />

dann immerhin rund 10 Watt zu erwarten. Gönnt sich der 300-B-<br />

Mastersound einen Frequenzgang-Abfall im Bass, erntete er bei<br />

den klangrelevanten Klirrverlaufsmessungen nichts als Zuspruch.<br />

38<br />

Im Hörraum durften aber erst einmal der<br />

300-B-Vollverstärker ran. Donner wetter,<br />

hieß es da bald, die aktuell eingesetzten,<br />

in Russland produzierten 300 B haben<br />

gegenüber den (nicht mehr bezahlbaren)<br />

Ur-Western offenbar an Schmackes zugelegt.<br />

So pflegte der Mastersound mit<br />

den allermeisten Jazzmusikern bereits<br />

an den Sonics-Allegra-Arbeitsboxen<br />

einen äußerst kameradschaftlichen Umgang.<br />

Geht’s mit anderen Amps untenrum<br />

mal etwas zu steif und obenrum zu<br />

frischwindig zu, löste der Mastersound<br />

fröhliche Gelassenheit <strong>aus</strong>. Toll, wie locker<br />

der Drummerfuß wippte, die Bläser<br />

reckten sich ungeniert über ihre Bäuchlein<br />

hin<strong>aus</strong>, die Blechinstrumente wiegten<br />

schön aufblitzend hin und her und<br />

röhrten <strong>aus</strong> tiefen Herzen wie geschmiert:<br />

einfach super! Und das galt an den Bluwww.audio.de<br />

›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren<br />

noch mächtigeren und vor allem stets<br />

bis zur letzten Finesse durchhörbaren<br />

Großtaten auf. Heissa, hieß es zum guten<br />

Schluß, die Italiener legten sich – voller,<br />

flüssiger – sogar mit T+A’s Referenz-<br />

Amp P 3000 HV an. Gut, ein paar Schläge<br />

Pop und ein Orchester-Tutti rückten<br />

die Verhältnisse fix zurecht. Trotzdem<br />

muss <strong>AUDIO</strong> warnen: Die Mastersounds<br />

haben trotz aller Einschränkungen durch<strong>aus</strong><br />

musikalisches Suchtpotential.<br />

Fazit<br />

Johannes Maier<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Nicht alles, was den klanglichen<br />

Himmel auf Erden verspricht, bekommt<br />

automatisch viele Punkte.<br />

300-B-Liebhaber dürfen den entsprechenden<br />

Mastersound gerne<br />

eine oder zwei Ligen höher sehen.<br />

Wenn der Klangtriumph aber nur<br />

an Extraboxen und mit Knowhow<br />

gelingt, darf <strong>AUDIO</strong> diese Umstände<br />

nicht belohnen. Da sieht<br />

es bei der kräftigeren 845-Variante<br />

schon <strong>besser</strong> <strong>aus</strong>. Bei soliderer<br />

115-Punkte-Basis schwingt sich<br />

dieser Amp im Ideal-Anschlussfall<br />

ebenfalls zu noch Höherem auf.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

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Maße B x H x T<br />

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Compact 845<br />

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2 Jahre<br />

45 x 27 x 45 cm<br />

34 kg<br />

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Eingänge Cinch / XLR<br />

Pegelsteller<br />

Kanäle<br />

Ferneinschaltung<br />

Leistungsanzeige<br />

Besonderheiten<br />

4 / –<br />

–<br />

2<br />

–<br />

–<br />

Trimmer-Bias-Justage<br />

4 / –<br />

–<br />

2<br />

–<br />

–<br />

Trimmer-Bias-Justage<br />

Audiogramm<br />

Erlaubtes Doping: Wenn durch die Triode unten rechts<br />

(ein System einer 6SN7) viel Strom fließt, fällt an dem<br />

Widerstand ( ) viel Spannung ab. Diese steht am Steuergitter<br />

der oberen Triode an und bewirkt, dass durch dieses System –<br />

zur Freude des unteren – ebenfalls viel Strom fließt.<br />

Klang Cinch / XLR<br />

Ausstattung<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

ÅSehr lebendiger,<br />

runder, wunderbar<br />

pulsierender Klang<br />

bei Pegel-Verzicht an<br />

Normalboxen.<br />

Í Wärmeentwicklung.<br />

110<br />

befriedigend<br />

gut<br />

sehr gut<br />

110 Punkte<br />

gut<br />

ÅLebendiger, in Bass<br />

und Mitten angenehm<br />

voller, umfassender,<br />

warmer und dennoch<br />

fein augeglöster Klang.<br />

Í Wärmeentwicklung.<br />

118<br />

befriedigend<br />

gut<br />

sehr gut<br />

118 Punkte<br />

sehr gut<br />

Mastersound Compact 845<br />

Der deutlich fl<strong>aus</strong>chigere Leistungs-Vorleger des 845-Mastersound<br />

gestattet eine breitere Verwendung. Nicht hirnen, sondern<br />

einfach glauben: An den 4-Ohm-Ausgangsklemmen finden<br />

8-Ohm-Boxen nahezu stramme 25 Wätter vor (AK=20). Fällt der<br />

Bassabfall geringer <strong>aus</strong> als bei der 300-B-Version, sieht es bei<br />

den Verzerrungen immer noch prächtig-harmonisch, jedoch um<br />

eine Spur weniger wärmebetont <strong>aus</strong>. Wie das Klirrstabilitäts-<br />

Diagramm zeigt, bleibt die günstige Abstufung stets erhalten.<br />

www.audio.de ›03/2014 39


Verstärker › class-A-Röhren<br />

Tsakiridis Thalia 1000 / Achilles 2000 / Orpheus 3150 euro<br />

Bevor ein HiFi-Fan sich der Mühe<br />

unterziehen will, eine gutbürgerliche<br />

Röhren-Vorstufe zum räsonablen<br />

Preis zu entwerfen, sollte er zunächst<br />

einmal die Thalia von Tsakiridis<br />

für 1000 Euro ansehen. Sapperlot, wie<br />

kriegt der griechische Hersteller in dieser<br />

Klasse solch ein superstabiles Gehäuse<br />

<strong>aus</strong> 2-Millimeter-Stahlblech hin?<br />

Noch dazu stehen der reichlich überdimensionierte<br />

Netztrafo und die Hauptplatine<br />

auf einem eisernen Extra-Unterzug.<br />

Und bitte: Auf der sechs Millimeter<br />

starken, sandgestrahlten Alufront dreht<br />

sich bereits schon das von uns avisierte<br />

Alps-Potentimeter. Ebenso ein kleiner<br />

Drehschalter, mit dessen und mit der Hilfe<br />

von feinen Kapselrelais einer von fünf<br />

Line-Eingängen <strong>aus</strong>gewählt werden<br />

kann. Viel <strong>besser</strong>e als die einzeln zu verschraubenden,<br />

vergoldeten Cinchbuchsen<br />

hätten wir auch nicht gefunden. Also<br />

begraben wir lieber unsere Fantasien<br />

und lassen uns auf die Tsakiridis ein.<br />

Wir sollten uns auch die geradezu unverschämte<br />

Bemerkung verkneifen, dass<br />

uns statt des RG-58-Polyäthylen-Koaxkabel<br />

teflonisoliertes noch lieber gewesen<br />

wäre. So oder so führen die Signalwege<br />

rechts und links zu einem Gitter<br />

einer Triode, die – ohne dass Strom fließen<br />

muss – auf den kleinsten Spannungswink<br />

reagiert. Weil’s so schön<br />

war, wiederholt sich das Spiel bei einem<br />

zweiten <strong>Trioden</strong>system, das – Tsakiridis<br />

koppelt am Kathoden-Fußpunkt <strong>aus</strong> –<br />

schon genügend Strom erzeugen kann.<br />

Über Anti-Plopp-Relaiskontakte und ein<br />

Stück RG 58 drängeln die Schwingungen<br />

dann auch schon wieder dem Cinch-<br />

Ausgang zu.<br />

Nachhaltige Elko-Vorratshaltung, elektronische<br />

Stabilisierung der Versorgungsspannungen,<br />

Röhren-Gleichstromheizung:<br />

Die Thalia müht sich redlich, dass<br />

der Musik – außer der Verstärkung –<br />

nicht das geringste Unbill geschieht. Das<br />

zeigte sich prompt auch bei den Messungen:<br />

Frequenzgang bis ad ultimo, prima<br />

Störabstand und nur geringer und<br />

harmonischer Klirr. Das <strong>AUDIO</strong>-Labor<br />

freute sich – und Frau Thalia wurde umgehend<br />

in den Hörraum geschickt.<br />

Von seiner schmucken Eisen-Rüstung<br />

mit den schönen Perforationen ganz abgesehen<br />

– auch die Technik des Achilles-<br />

Monoblock verdient Bewunderung. Eingedenk<br />

der fleißigen Vorarbeit der Thalia<br />

begnügt er sich der im Ausgang mit einer<br />

300 B bestückte Amp mit einer einzigen<br />

Eingangsstufe, die mit zwei parallel<br />

geschalteten Systemen einer 6H9C<br />

arbeitet. Nun weiß die Firma Tsakiridis<br />

– ebenso wie Mastersound ein über<br />

Generationen gewachsener Familienbetrieb<br />

– ganz genau, dass Leistungstrioden<br />

a la 300 B zwar die schönsten<br />

Kennlinien bieten, sich dafür aber bei der<br />

Ansteuerung Zicken leisten. Ergo steht<br />

dem Achilles-Treibergespann eine veritable<br />

russische Leistungspentode namens<br />

6NP3 (in etwa vergleichbar mit der<br />

amerikanischen 6L6) zur Seite. Sie bestimmt<br />

nichts selber, sie führt die<br />

Schwingungen aber nach selbstloser<br />

Tsakiridis Thalia<br />

Ein Bild der Freude: Der Lineal-Frequenzgang,<br />

der bis in den Funkbereich<br />

reicht, bedeutet für eine Röhrenvorstufe<br />

längst keine Selbstverständlichkeit.<br />

Ebenso ein Ausgangswiderstand<br />

von 350 Ohm, der auch längere Anschlusskabel<br />

erlaubt. Der Störabstand<br />

(95 dB) übertrifft deutlich den der CD.<br />

Tsakiridis Thalia: Die griechische Schönheit besitzt zusätzlich zu ihren fünf Line-Ins<br />

auch noch einen Ausgang für Recorder. Gegen 400 Euro Aufpreis gibt es die Version<br />

Alexander mit Fernbedienung, Display und sechs Eingängen. Bei dem wunderbar soliden<br />

Aufbau dieser Vorstufen dürften auch Tuning-Freaks leuchtende Augen bekommen und<br />

etwa davon träumen, die RG-58-Kabel gegen Teflon-Varianten <strong>aus</strong>zut<strong>aus</strong>chen (RG 142, RG<br />

400) – oder das Alps-Poti gegen einen noch edleren Leitplastik-Regler (www.thel.de).<br />

40<br />

www.audio.de ›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren<br />

Stromquellen-Art mit ultrastarker Hand<br />

genau dahin, wo die <strong>Trioden</strong> sie haben<br />

wollen. Sprich: Sollte es in den 300 B neben<br />

dem geplanten, glatten Elektronenflug<br />

je zu Turbulenzen kommen, lassen<br />

diese die Anordnung vollkommen kalt.<br />

Wie die Mastersounds besitzt auch der<br />

Achilles einen Entbrumm-Trimmer in<br />

den Heizzuleitungen. Auf eine Bias-Justage-Möglichkeit<br />

verzichteten die Griechen<br />

allerdings. Sie suchten vielmehr einen<br />

Kathodenwiderstand <strong>aus</strong>, über dessen<br />

Widerstand die probate Regelspannung<br />

abfällt – was auch funktioniert und<br />

nur keinen Raum zum Spielen lässt. Wer<br />

unbedingt von den 300 B zu den leiseren,<br />

aber noch lauter gepriesenen 2A3<br />

umsteigen will, findet auf dem Rücken<br />

des Achilles einen Ruhestrom-Verminderungsschalter<br />

vor.<br />

Netztrafo, Siebdrossel, Elkos und Ausgangsübertrager:<br />

Im Vergleich zu den<br />

Stereo-Italienern fiel die Bestückung der<br />

1-Kanal-Verstärker logischerweise kleiner<br />

<strong>aus</strong>. In der Summe aber ebenfalls<br />

mit dem erklärten mutigen Ziel, die<br />

Musiksignale von Gegentakt-Gezirpel<br />

und von Gegenkopplungs-Spektrumsverbiegung<br />

zu verschonen – und trotz ineffizientem<br />

Class-A-Betrieb ein paar erkleckliche<br />

Wättchen zu entlassen.<br />

Für den Fall, dass diese dem Klanggourmets<br />

nicht reichen, bietet Tsakiridis die<br />

mit der 845 bestückten Orpheus-Monoblöcke<br />

an. Die dicken Grafit-Anoden der<br />

mitgelieferten Shuguang lassen einen<br />

deutlich gewaltigeren (Dauer-)Elektronenumsatz<br />

zu. Und jetzt klotzten die<br />

Griechen auch: Mit einem gewaltigen<br />

Netz-Ringkernler und neben der obligatorischen<br />

Drossel mit sechs 470-Mikrofarad-Elkos<br />

(450 Volt und beachtliche<br />

105 Grad fest), die allein für die Anodenversorgung<br />

einer 845 zuständig sind.<br />

Für den sauberen Antrieb sorgt wieder<br />

eine 6NP3 in Zusammenarbeit mit einer<br />

6SL7, und statt mit der exotischen 6H9C<br />

mit einer nicht ganz so exotischen, im<br />

Bild für die Götter: Bei den Achilles passt der Netztrafo noch ins Souterrain. Als<br />

besonderes Schmankerl haben die kleineren Tsakiridis-Monoblöcke ein Drehspul-<br />

Anzeigeinstrument mit auf den Weg bekommen. Mangels externer Justagemöglichkeit kann<br />

es aber nur zu Kontrollzwecken dienen. Der deutlich höhere Class-A-Dauerstrom teilt sich<br />

bei den größeren Orpheus-Monos mit der 845 durch beträchtliche Hitzeentwicklung mit.<br />

Bein Bedarf darf diese per Rückseiten-Schalter für die extrastarke 211 erhöht werden.<br />

Starke Motivation: Die Tsakiridis-<br />

Monos arbeiten mit kombinierter Eingangsund<br />

Treiberstufe – mit den beiden<br />

<strong>Trioden</strong>systemen einer 6SN7 in<br />

Parallelschaltung. Dabei hilft aber eine kräftige<br />

Leistungspentode als Stomquelle mit.<br />

www.audio.de ›03/2014<br />

41


Verstärker › class-A-Röhren<br />

Aust<strong>aus</strong>chfall leichter erhältlichen Doppeltriode.<br />

Den Vortritt, den die Tester der Thalia im<br />

Hörraum gewährten, nützte die Vorstufe<br />

für eine blendende Vorstellung. Völlig<br />

gelöst, locker und frei und den Referenzketten<br />

absolut würdig, bot sie sämtliche<br />

Musikrichtungen dar. Und zwar stets mit<br />

Wärme und trotzdem mit präziser Raumdurchleuchtung.<br />

Der fünfmal so teure<br />

HP 300 SE von Octave musste nicht<br />

unhöflich werden, fast liebevoll wies er<br />

die Thalia darauf hin, dass er ganz unten<br />

etwas tiefer und fester zupacken und<br />

ganz oben noch etwas ungetrübter<br />

leuchten kann.<br />

An der Voxativ donnerten die Achilles-<br />

Blöckchen nur so los. Bei ungebrochener<br />

300-B-Musikalität spielten sie aber<br />

im Vergleich zum Mastersound etwas<br />

schlanker, weniger anheimelnd-voll, weniger<br />

angenehm schunkelnd. Dafür strichen<br />

die Achilles wiederum mit ihrer<br />

lichteren, großzügigeren Aufstellung der<br />

Instrumente Bonuspunkte ein. Was aber<br />

schlussendlich zum völligen Ausgleich<br />

nicht ganz reichte. Denn was sich schrittweise<br />

zunehmend an den Ayons und an<br />

den Blumenhofers zeigte, wurde an den<br />

Sonics Allegra überdeutlich: dass bei<br />

den Achilles bei zunehmendem Stress<br />

eine gewisse helle Kargheit – gewissermaßen<br />

nackter Felsen statt Humus – an<br />

Bedeutung gewann.<br />

Diesen Eindruck mochten die stärkeren<br />

Orpheusse nicht stehenlassen. Ebenfalls<br />

etwas nüchterner, analytischer abgestimmt<br />

als die Mastersounds, wuchsen<br />

sich die großen Tsakiridis – mit zunehmender<br />

Einspielzeit – zu höchst angenehmen<br />

Feingeistern <strong>aus</strong>. Zu solchen,<br />

die feinst geäderte Klangblättchen in der<br />

Aufpassen beim GroSSen:<br />

Wenn bei den Orpheus-Monos die<br />

845 der Originalbestückung läuft,<br />

darf der Rückseiten-Wahlschalter<br />

bloß nicht auf „211” stehen, sonst<br />

dienen die Monoblöcke unfreiwillig<br />

nicht nur als kleine Öfen, sondern<br />

auch als Beleuchtung. Bei dem kleinen<br />

Achilles (links) stellt „300 B”<br />

die Bias-Hochstromposition dar.<br />

Vorstufen-Göttin Thalia:<br />

Über ihre Cinch-Eingangszitzen<br />

nimmt sie sich auf einen Streich<br />

fünf Zuspielern an. Dank Tape-out<br />

muss auch ein Recorder nicht darben.<br />

Die Doppel-Doppeltrioden-<br />

Seele dieser Vorstufe hält in der<br />

Regel mehr als ein Leben lang. Im<br />

Notfall wird sich für wenige Euro<br />

unschwer Ersatz finden lassen.<br />

Messlabor Tsakaridis Achilles<br />

Mit 0,048% Hochtonverzerrungen und 110µ<br />

Abtastfähigkeit erweist sich das Talismann v2<br />

Gold als sogar noch sauberer als sein Kollege<br />

Yoseki von EAT – wobei beide in diesem<br />

Punkt jenseits von Gut und Böse liegen. Nicht<br />

ganz ideal ist der markante Hochtonanstieg<br />

zwischen 5 und 10kHz (o. Abb.). Das Laufwerk<br />

misst sich dafür deutlich rumpelärmer (Bild 2,<br />

85,5dB am Koppler) als der EAT, bei gleichermaßen<br />

exzellentem Gleichlauf (Bild 1, ±0,05%).<br />

Besitzt ein Achilles-Block nur einen Ausgang (statt 4- und<br />

8-Ohm-Klemmen), so weiß er Boxen mit der genannten Impedanz<br />

trotzdem gleichermaßen zu verwöhnen (AK=14) – wenn der<br />

Besitzer wirkungsgradstarker Boxen bei 8,8 beziehungsweise 7<br />

Watt von Verwöhnen sprechen will oder kann. Allerdings ziert<br />

sich der Achilles, in die Tiefe zu greifen: Bei unübersehbarem<br />

Bassabfall schnurrt die Leistung bei 60 Hertz auf die Hälfte zusammen.<br />

Die Klirrdiagramme strotzen dafür vor Schönheit.<br />

42<br />

www.audio.de ›03/2014


Verstärker › class-A-Röhren<br />

Sonne wiegen und in den Himmel wachsen<br />

lassen. Das Holz einer Geige erschien<br />

um eine Spur trockener als beim<br />

weinseligeren italienischen 845-Musikant<br />

– was aber nichts daran änderte,<br />

dass das Instrument praktisch gen<strong>aus</strong>o<br />

wie im richtigen Leben klang.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Phono MM / MC<br />

Hochpegel Cinch / XLR<br />

Festpegel Eingang<br />

TapeOut<br />

Pre Out Cinch / XLR<br />

Kopfhörer<br />

FUNKTIONEN<br />

Aufnahmewahlschalter<br />

Klangregler / abschaltbar<br />

Loudness<br />

Besonderheiten<br />

empfehlung<br />

KAuftipp<br />

Tsakiridis<br />

Thalia<br />

Audioplan<br />

0 72 46 / 17 51<br />

audioplan.de<br />

1000 Euro<br />

2 Jahre<br />

42,5 x 11,5 x 39,5 cm<br />

10 kg<br />

– / –<br />

5 / –<br />

–<br />

1<br />

1 / –<br />

–<br />

–<br />

–<br />

–<br />

–<br />

03/14<br />

Fazit<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis (Paar)<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

AUSSTATTUNG<br />

Eingänge Cinch / XLR<br />

Pegelsteller<br />

Kanäle<br />

Ferneinschaltung<br />

Leistungsanzeige<br />

Besonderheiten<br />

Johannes Maier<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Kaufen, anschließen, genießen:<br />

Diese Formel geht bei Tsakiridis<br />

auf – allerdings nur bei der Thalia-<br />

Vorstufe. Der solide Aufbau, der<br />

unprätentiös musikalische Klang<br />

Tsakiridis<br />

Achilles<br />

Audioplan<br />

0 72 46 / 17 51<br />

audioplan.de<br />

2000 Euro<br />

2 Jahre<br />

zweimal 17 x 24 x 41 cm<br />

2 x 10 kg<br />

• / –<br />

–<br />

2 x 1<br />

–<br />

–<br />

Für 2A3-Endröhren<br />

umschaltbar, Bias-<br />

Instrument<br />

und der Preis bedeuten, dass der<br />

High-End-Einsteiger hemmungslos<br />

zuschlagen kann. Umso mehr<br />

rät <strong>AUDIO</strong> bei den 300B-Monos<br />

Achilles zur Vorsicht. Bei all ihrem<br />

Charme können sie an handelsüblichen<br />

Boxen zu Bauchschmerzen<br />

führen. Bei den stärkeren Orpheus-Blöcken<br />

kehrt aber in der<br />

Regel Ruhe und Zufriedenheit ein.<br />

Tsakiridis<br />

Orpheus<br />

Audioplan<br />

0 72 46 / 17 51<br />

audioplan.de<br />

3150 Euro<br />

2 Jahre<br />

45 x 25 x 36 cm<br />

2 x 25 kg<br />

• / –<br />

–<br />

2 x 1<br />

–<br />

–<br />

Bias für 211-Endröhren<br />

umschaltbar<br />

Audiogramm<br />

Phono MM/MC<br />

Klang Cinch<br />

Ausstattung<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

ÅLebhaft-sympatisch<br />

klingende Wonneproppen-Vorstufe,<br />

die zu<br />

allem mit einem prima<br />

soliden Aufbau glänzt.<br />

Í –<br />

– / –<br />

105<br />

gut - sehr gut<br />

gut - sehr gut<br />

sehr gut<br />

105 Punkte *<br />

überragend<br />

Audiogramm<br />

Klang<br />

Ausstattung<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

ÅSuper leckere Monoblöckchen,<br />

die ihren<br />

lichten, feinen Klang<br />

leider nur kleinportioniert<br />

r<strong>aus</strong>rücken.<br />

Í Wärmeentwicklung.<br />

100<br />

gut - sehr gut<br />

gut<br />

sehr gut<br />

100 Punkte *<br />

gut<br />

ÅErnsthafte. auch für<br />

Normalboxen noch taugliche<br />

Monoblöcke mit<br />

relativ lichtem, sehr fein<br />

konturierten Klang.<br />

Í Wärmeentwicklung.<br />

110<br />

gut<br />

gut<br />

sehr gut<br />

110 Punkte *<br />

sehr gut<br />

* Die (strengere!) Punktewertung bei Vor- und Endstufen ist nicht direkt mit der von Vollverstärkern vergleichbar!<br />

Tsakirides Orpheus<br />

Mit winzigen Abstrichen gilt das auch für die mit den 845 bestückten<br />

Orpheus-Monoblöcke. Die kleinen Schlenker im Klirrverlauf<br />

bleiben sicher ohne Bedeutung. Bei der Klirrstabität zeigte<br />

sich, dass der Block sich bei kritischen Impedanzen und höheren<br />

Frequenzen Verzerrungen sogar besonders tüchtig verkneifen<br />

kann. Die Leistung von zirka 15 Watt (im Bass nur noch 9) bringt<br />

allerdings Einschränkungen bei der Wahl der Boxen mit sich. Die<br />

alternativen (4-Ohm-) Klemmen brachten noch weniger (AK = 25).<br />

www.audio.de ›03/2014 43


Verstärker › Phono-Vorverstärker<br />

Test<br />

Phono-Vorstufe um 500 Euro<br />

Clearaudio smart phono V2 500€<br />

Simply Smart<br />

Schon der Name Smart Phono hätte eine Auszeichnung verdient – und das Gerät erst recht: Was<br />

<strong>aus</strong>sieht wie ein zu dick geratenes iPhones, ist ein cleverer kleiner Phono-Preamp mit Old-School-Flair.<br />

■ Text: Stefan Schickedanz<br />

Clearaudio ist typisch deutsch<br />

– und doch wieder nicht. Zwar<br />

konstruiert und fertigt der<br />

Familienbetrieb <strong>aus</strong> Erlangen<br />

mit einer Akribie, um nicht zu sagen:<br />

Besessenheit, die viele mit Made in Germany<br />

verbinden. Andererseits schwingt<br />

unterschwellig immer ein gewisser kauziger<br />

Humor mit zum Beispiel bei den<br />

Namenskreationen. Mancher Smartphone-Besitzer<br />

mag im jüngsten Phono-<br />

Vorverstärker nicht nur ein Wortspiel erkennen,<br />

er kann in der V2-Version neuerdings<br />

sogar in der Formgebung gewisse<br />

Zitate finden.<br />

Lautstärke innerhalb gewisser Grenzen<br />

anpassen lässt. Diese Regelung sitzt vor<br />

der eigentlichen Signalverarbeitung –<br />

somit hilft sie, Übersteuerungen zu vermeiden<br />

und die in SMD (Surface Mount<br />

Device)-Technik mit separaten ICs aufgebauten<br />

Verstärkerstufen für MM- und<br />

MC-Systeme im optimalen Arbeitsbereich<br />

zu betreiben. Um bis zu 34 Dezibel<br />

kann das auf kürzestmögliche Schaltungswege<br />

<strong>aus</strong>gelegte Smart Phono<br />

Signale aufpäppeln, bevor es sie <strong>aus</strong> seinen<br />

soliden, vergoldeten Cinch-Buchsen<br />

an den Verstärker weiterreicht.<br />

Die selten benötigten Bedienungsorgane<br />

finden sich auf der Unterseite. Das<br />

sind jene „Mäuseklaviere“, die (sofern<br />

überhaupt vorhanden) bei anderen Phono-Preamps<br />

meist schwer zugänglich<br />

im Inneren angesiedelt sind. Damit lassen<br />

sich kanalgetrennt Lastkapazität<br />

und Lastwiderstand einstellen oder das<br />

Subsonic-Filter aktivieren. Mit zwei<br />

Drückschaltern wechselt der Smart Phono<br />

zwischen MM- und MC-Betrieb. Wer<br />

es ganz puristisch mag, kann sich den<br />

Smart Phone Headphone V2 mit integriertem<br />

Kopfhörerverstärker zulegen.<br />

Sauber gemacht<br />

Dennoch gibt es am optisch wie schaltungsseitig<br />

gründlich überarbeiteten<br />

Smart Phono V2 nichts Verspieltes. Die<br />

beiden wichtigsten Bedienungsorgane<br />

des picobello verarbeiteten Alukästchens<br />

mit externem Steckernetzteil liegen<br />

leicht zugänglich auf der Oberseite:<br />

Dort findet sich ein Netzschalter und ein<br />

<strong>aus</strong> dem Vollen gefrästes, blau illuminiertes<br />

Rändelrad, mit dem sich die<br />

Messlabor<br />

Das Smart Phono V2 zeichnet sich durch<br />

extreme Breitbandigkeit <strong>aus</strong>, das schaltbare<br />

Subsonic-Filter (es dämpft mehr als 10 dB<br />

unter 20 Hz) durch hohe Wirksamkeit. Ungefiltert<br />

werden mit MM und MC 10 bis<br />

100 kHz ohne jegliche Welligkeit abgedeckt.<br />

Der Störabstand liegt mit MC bei 75 dB mit<br />

MM bei 85 dB. Das geht für diese Klasse<br />

vollkommen in Ordnung. Klirren ist für den<br />

Clearaudio praktisch kein Thema.<br />

44 www.audio.de ›03 /2014


Verstärker › Phono-Vorverstärker<br />

Bottoms up:<br />

Die selten benötigten Schieber zur Anpassung<br />

des Smart Phono V2 an den jeweiligen<br />

Tonabnehmer sitzen auf der Unterseite. Das ist<br />

weit praktischer als das sonst übliche<br />

Aufschrauben des Gehäuses. Apropos: Die<br />

Qualität der smarten Hülle ist top fürs Geld.<br />

Hörtest mit Hörer war für uns aber ohnehin<br />

keine Option, damit wir nicht Schlange<br />

stehen mussten, um einen Eindruck<br />

zu erhaschen. Und der war durchweg<br />

positiv. Das Smart Phono V2 klang wie<br />

schon der Vorgänger äußerst rund und<br />

stimmig. Die feine, keinesfalls scharfe<br />

Hochtonauflösung und das souveräne,<br />

saubere Bassfundament ließen kaum<br />

auf den günstigen Preis schließen. Die<br />

vorbildliche Transparenz und Spielfreude<br />

ebenso. Es scheint, dass Clearaudio<br />

gerade auch diesseits kostspieliger Revolutionen<br />

wie dem Absolute Phono mit<br />

evolutionären Weiterentwicklungen eine<br />

glückliche Hand hat: Die V2-Version<br />

ging im Hörraum ab wie eine Rakete und<br />

dürfte bei Phono-Fans einschlagen.<br />

Fazit<br />

Stefan Schickedanz<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Es gibt sehr gute Produkte, und<br />

es gibt solche, die nicht nur vortrefflich<br />

ihren Zweck erfüllen,<br />

sondern zusätzlich Magie versprühen.<br />

Dazu zählt das eigenständige<br />

Smart Phono V2, das außergewöhnliche<br />

Form mit außergewöhnlichem<br />

Klang, höchster<br />

Funktionalität und Materialqualität<br />

plus tollen Messwerten verbindet.<br />

Und das alles für 500 Euro.<br />

empfehlung<br />

StecKBRIEF<br />

Preis/Leistung<br />

Clearaudio<br />

Smart Phono V2<br />

Vertrieb<br />

Clearaudio<br />

0 18 05 / 05 95 95<br />

www.<br />

clearaudio.de<br />

Listenpreis<br />

500 Euro<br />

Garantiezeit<br />

3 Jahre<br />

Maße B x H x T<br />

12,3 x 4 x 9,3 cm<br />

Gewicht<br />

0,6 kg<br />

anschlüsse<br />

Phono MM / MC<br />

• / •<br />

Eingänge Cinch / XLR • / –<br />

Ausgänge Cinch / XLR • / –<br />

Anpassung Widerstand • (50 Ohm, 100 Ohm, 500 Ohm,<br />

1 kOhm, 5 kOhm)<br />

Anpassung Kapazität MM • (150 pF, 250 pF, 400 pF)<br />

Funktionen<br />

Fernbedienung –<br />

A/D-Wandler –<br />

Variable Entzerrung –<br />

Gain/Lautstärkeregelung 34 - 48 / 54 - 68 dB (MM/MC)<br />

Besonderheiten<br />

Anpassung auf Unterseite<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Klang Cinch / XLR<br />

Ausstattung<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

klangurteil<br />

Preis/Leistung<br />

_0BXNK_musicline_audio_naim_eindrittel_supernait2_b.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 92.00 mm);16. Jan 2014 15:51:27<br />

ÅSehr neutral, breitbandig<br />

und souverän im Bass, dazu<br />

flexibel einsetzbar.<br />

Ífummelige Masseschraube.<br />

105<br />

gut<br />

sehr gut<br />

sehr gut<br />

105 Punkte<br />

überragend<br />

03/14<br />

Evolutionär<br />

Vollverstärker Supernait 2<br />

Naim nicht im Versand erhältlich<br />

„Der neue Vollverstärker Supernait 2 ist ein extrem<br />

dynamisches Instrument, das die Musik sensibel und kraftvoll,<br />

einfach lebensecht in Szene setzt.“<br />

Ludwig Flich, hifi & records<br />

„Beeindruckende Dreidimensionalität und profunde,<br />

stets involvierende Spielfreude.“<br />

Roland Kraft, stereoplay<br />

„Die Musik spielt immer agil, locker, erdig, natürlich, weshalb man<br />

nach wenigen Momenten nicht mehr auf die Anlage achten kann<br />

und sich der Musik hingibt.“<br />

Stefan Gawlick, FIDELITY<br />

www.music-line.biz/naim | Tel. 04105 77050


HiFi Stereo › kopfhörer<br />

Test<br />

High-End Kopfhörer<br />

AKG K812 1500 €<br />

Audez´E LCD-XC 1800 €<br />

Die Karten neu gemischt<br />

Die zwei nagelneuen Modelle von AKG und Audez´e wollen HD800 und Co. von der<br />

Spitze vertreiben. Hoch gepokert und gut geblufft, oder haben die neuen Hörer vielleicht<br />

doch noch einen Trumpf im Ärmel versteckt?<br />

■ Test: Alexandros Mitropoulos<br />

Während das Kopfhörer-Angebot im Bereich<br />

um 300 Euro etliche Lösungen bietet, sieht<br />

es in highendigeren Gefildern eher mager<br />

<strong>aus</strong>. Mehr oder weniger weiß man was Sache ist: Für<br />

knochentrockene Neutralität nimmt einen Sennheiser<br />

HD800. Soll es verspielter klingen, kommen Fostex<br />

TH 900 und Denon 7100er ins Spiel. Klanglich irgendwo<br />

in der Mitte reiht sich der LCD-3 von Audez´e<br />

ein. Fehlen noch die Elektrostaten von Stax – ein Mal<br />

gehört, nie wieder etwas anderes – und die Liste wäre<br />

komplett. Aber eben nur fast. Denn nun will das<br />

hier getestete Edel-Hörer-Duo die Karten neu mischen.<br />

Die Profis von AKG stocken ihre erfolgreiche<br />

K-Serie mit dem offenen, in Österreich gebauten<br />

K812 auf. Klare Ansage von AKG: Der K812 hat es auf<br />

den HD 800 abgesehen. Ähnliche Ambitionen verfolgt<br />

auch der LCD-XC von Audez´e. Ähnlich, weil er<br />

mit seiner geschlossenen Bauart viel mehr eine Alternative<br />

zum offenen LCD-3 bieten soll. Nun, klanglich<br />

müssen sich K812 und LCD-XC definitiv nicht vor der<br />

Konkurrenz verstecken. Ob sie sich aber gegen<br />

HD800 und Konsorten durchzusetzen können?<br />

46 www.audio.de ›03 /2014


HiFi Stereo › kopfhörer<br />

AKG<br />

K812, um 1500 Euro<br />

Schick: Der K812 sieht klassisch-edel <strong>aus</strong>.<br />

Auch der im Lieferumfang enthaltene Ständer<br />

macht dank Echtholz-Furnier optisch was her, und<br />

bietet dem AKG einen sicheren Schlafplatz.<br />

Mit dem K812 bedient AKG zwar<br />

offiziell den Tonstudio-Markt,<br />

schielt gleichzeitig aber auch<br />

zu den etwas <strong>besser</strong> betuchten Highendern<br />

rüber. Das ist weder verwerflich,<br />

noch ungewönlich – eigentlich scheint<br />

das sogar logisch. Denn ob im Ton-, oder<br />

im HiFi-Studio: Ein neutraler Klang zählt<br />

in beiden Umgebungen zu den wichtigsten<br />

Eigenschaften eines Gerätes. Die<br />

Österreicher gehen sogar so weit zu behaupten,<br />

dass er neutral genug klingt,<br />

um auch als vollwertige Abhöre zu fungieren.<br />

Normalerweise stempelt man<br />

solche Hersteller-Behauptungen automatisch<br />

als sinnloses PR-Gefasel ab.<br />

Doch nicht wenn diese Aussage von einem<br />

Hersteller kommt, der zu den renomiertesten<br />

in der Studio-Szene zählt.<br />

Bei einem Preis von 1500 Euro darf man<br />

sich als Profi aber keine Patzer erlauben,<br />

weshalb der K812 nicht wie seine günstigeren<br />

Geschwister der K-Serie (bis auf<br />

den K701) in China entsteht. Entwicklung<br />

und Produktion des neuen Topmodells<br />

brachten die Österreicher im AKG-<br />

Hauptquartier in Wien unter.<br />

Eine gute Entscheidung, denn das Testmuster<br />

punktet mit einer tadellosen Verarbeitung<br />

und sieht dank edler Materialwahl<br />

auch klassisch-elegant <strong>aus</strong>. Nur<br />

die aufwendige Konstruktion legt dem<br />

ganzen noch einen drauf. Der <strong>aus</strong> flexiblem<br />

Federstahl gebaute Kopfbügel erhielt<br />

eine spezielle gummiartige Beschichtung,<br />

die Eigenresonanzen effektiv<br />

verhindert. Der Gehäuse-Klopftest<br />

lieferte kein metallisches Klingeln, wie<br />

es bei so vielen anderen Metall-Bügelhörern<br />

leider immer noch auftritt.<br />

Den Kontakt zwischen Kopf und Hörer<br />

schafft der genial-einfache, bereits von<br />

vielen anderen AKG-Modellen bekannte<br />

Verstell-Mechanismus des Kopfbandes:<br />

Quasi mit nur einem Handgriff passt<br />

sich das Band optimal an die Kopfgröße<br />

an. Die Muscheln umschließen das Ohr<br />

komplett und passen sich dank kardanischer<br />

Lagerung auch gut an die Schädelform<br />

an. Die massive Bauart der Lager-<br />

Teile dürfte auch eine rüpelhaftere Behandlung<br />

heil überstehen. Die offene<br />

Bauart der Muscheln fördert ein angenehm-luftiges<br />

Tragegefühl. Kombiniert<br />

mit dem relativ geringen Gewicht des<br />

K812 vergisst man schnell, überhaupt einen<br />

Kopfhörer zu tragen.<br />

Im AKG arbeiten neuentwicklte Treiber.<br />

Ein hoher Wirkungsgrad und Impulstreue<br />

standen im Focus der Entwickler.<br />

Bärenstarke Neodym-Magnete, eine<br />

sehr leichte, kupferummantelte Alu-<br />

Schwingspule und ein strömungsoptimierter<br />

Aufbau sollen die erhoffte verfärbungsfreie<br />

Wiedergabe garantieren.<br />

Die für Kopfhörer-Verhältnisse riesigen<br />

53mm-Membranen <strong>aus</strong> geheimem Verbundmaterial<br />

sollen dabei auch einen<br />

<strong>besser</strong>en Tiefgang ermöglichen.<br />

hoher Wirkungsgrad: Dank eines<br />

starken Neodym-Magneten, soll die<br />

Feldstärke etwa 1,5 Tesla betragen. Damit<br />

eignet sich der AKG theoretisch für den<br />

Betrieb mit Portis.<br />

www.audio.de ›03/2014 47


HiFi Stereo › kopfhörer<br />

Warum bei diesem enormen Aufwand<br />

<strong>aus</strong>gerechnet ein Mini-Klinken-Stecker<br />

benutzt wird, leuchtet indes weniger<br />

ein. Zwar argumentieren die Österreicher,<br />

dass der gemeine Tontechniker<br />

den K812 so auch unterwegs an einem<br />

Porti betreiben kann – doch ganz ehrlich:<br />

Obwohl der Kopfhörer problemlos mit<br />

iPods funktioniert, eignet er sich schon<br />

allein wegen de offenen Bauart nicht für<br />

den mobilen Musikgenuss – vom vernünftigen<br />

Abmischen ganz zu schweigen.<br />

Egal, immerhin gehört ein hartvergoldeter,<br />

schraubbarer 6,3mm-Adapter<br />

zum Lieferumfang dazu. Auch schon dabei<br />

– und das dürfte auch dem Highender<br />

gefallen: Ein mit hübschem Holz furnierter<br />

Kopfhörer-Ständer.<br />

neutraler geht´s nimmer<br />

Doch genug von Kabeln und Zubehör.<br />

Viel wichtiger schien schließlich von Anfang<br />

an die Frage, ob der K812 wirklich<br />

so neutral wie eine Abhöre klingt, was ja<br />

die AKG-Profis behaupteten.<br />

Also, Kopfhörer auf, Kabel in den Amp,<br />

auf „Play” gedrückt und – erstmal verdutzt<br />

durch den Raum geschaut. Hatte<br />

etwa irgendein Kollege heimlich ein Paar<br />

Mastering-Monitore in die Wand gebaut?<br />

Nein, natürlich nicht. Der „Übeltäter”<br />

war der AKG K812. Dabei liegt hier<br />

die Betonung bewusst auf „Mastering”,<br />

denn für diesen heiklen Job muss ein<br />

Schallwandler neutral und breitbandig<br />

klingen – bei leisen, wie auch lauten Pegeln<br />

(wohingegen Monitorboxen auch<br />

mal ein Frequenzband absichtlich betonen).<br />

Und genau jene Klang-Qualitäten<br />

zeigte der AKG: Wie mit einer Klang-Lupe<br />

<strong>aus</strong>gerüstet, nahm man selbst feinste<br />

Nuancen wahr. Beispielsweise war<br />

den Testern noch nie aufgefallen, dass<br />

Air Condition included: Die Treiber-Einheit im K812 ist nach hinten offen. Die rückseitige<br />

Belüftung ermöglicht eine <strong>besser</strong>e Kontrolle der großen 53mm-Membran.<br />

im Intro von „A Forest” das Anlaufen<br />

der Bandmaschiene zu hören war. Oder,<br />

dass bei Fever Rays „When I Grow Up”<br />

die E-Gitarre (beziehungsweise deren<br />

Delay) im Stereobild wilde Spielereien<br />

treibt, und hin und her springt. Das größte<br />

Forte des AKG: Er konnte Aufnahmen<br />

derart detailreich reproduzieren, ohne<br />

das Gehör damit zu überfordern und<br />

letztlich zu ermüden: Die langen Hörsessions<br />

verliefen stressfrei. Besonders<br />

Profis werden diese Eigenschaft zu<br />

schätzen wissen – ob diese deswegen<br />

auf Ihre Abhöre verzichten, bleibt ihnen<br />

überlassen. Für uns Highender gilt: Der<br />

K812 bildet Musik jeglicher Stilistik, bei<br />

leisen wie auch bei etwas lauteren Pegeln,<br />

absolut neutral ab.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www<br />

Garantiezeit<br />

Gewicht<br />

Zubehör<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Audio Pro GmbH<br />

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2 Jahre<br />

390 Gramm<br />

3m-Kabel mit 3,5-mm-Klinkenstecker,<br />

6,3mm-Adapter,<br />

Kopfhörer-Ständer <strong>aus</strong> Holz<br />

ÅNeutraler Referenzklang,<br />

präzsier und sehr<br />

tief hinabreichender Bass,<br />

vollkommen <strong>aus</strong>gewogene,<br />

unangestrengte Abbildung<br />

mit hohem Informationsgehalt,<br />

der nie nervt.<br />

ÍKabel nicht mit Profiüblichem<br />

6,3mm-Klinken-,<br />

oder XLR-Stecker.<br />

Klang 96<br />

Verarbeitung<br />

überragend<br />

klangurteil<br />

Preis/Leistung<br />

96 Punkte<br />

überragend<br />

empfehlung<br />

Neutraler Klang<br />

03/14<br />

Messlabor<br />

Der Frequenzgang des AKG (bei 100dB gemessen)<br />

verläuft bis etwa 2kHz linear, dann<br />

folgt eine leichte Präsenzbetonung, die sich<br />

jedoch schnell zum Hochton hin beruhigt (Abb.<br />

1). Die Impedanz beträgt niedrige 42,5 Ω. Das<br />

zweite Diagramm zeigt den Klirrverlauf bei<br />

unterschiedlichen Pegeln. Ab 100dB <strong>aus</strong>geprägter<br />

Klirr speziell zwischen 2-4kHz, bei leiseren<br />

Pegeln hingegen vernachlässigbar.<br />

48<br />

www.audio.de ›03 /2014


IM TEST:<br />

Über 400<br />

Modelle<br />

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HiFi Stereo › kopfhörer<br />

Kein Plastik: Der<br />

Klopftest könnte den<br />

Eindruck erwecken, dass<br />

die Außenschalen <strong>aus</strong><br />

Plastik bestehen. Weit<br />

gefehlt: Echtes, sehr dünnwandiges<br />

Holz kommt dafür<br />

zum Einsatz.<br />

Audez´e<br />

LCD-XC, um 1800 Euro<br />

Unter den ambitionierten Kopfhörer-Fans<br />

dürfte sich mittlerweile<br />

herumgesprochen haben, dass<br />

die Magnetostaten LCD-2 und LCD-3<br />

von Audez´e zur Referenzklasse gehören.<br />

Doch wie bei allen offenen Konstruktionen<br />

können auch bei diesen zwei<br />

Modellen Außengeräusche den Hörgenuss<br />

vermiesen. Audez´e feilte deswegen<br />

an einem neuen Modell, das dank<br />

geschlossener Bauart auch in lauteren<br />

Umgebungen funktioniert und die selbe<br />

Klanggüte bieten soll, wie die offenen<br />

Modelle (dazu später mehr im Hörtest).<br />

Das Ergebnis der Tüftelei: der Magnetostat<br />

LCD-XC. Da bei dieser Treibertechnik<br />

die Membran nahezu vollflächig angeregt<br />

wird, haben klangschädigende<br />

Partialschwingungen kaum eine Chance.<br />

Denn nur wenn sich zwei benachbarte<br />

Membran-Sektionen in entgegengesetzter<br />

Richtung bewegen, können diese<br />

Interferenzen überhaupt entstehen –<br />

bei Magnetostaten prinzipbedingt fast<br />

unmöglich.<br />

Doch zurück zum LCD-XC: Die Audez´e-<br />

Entwickler transplantierten nicht einfach<br />

die Treiber-Technik der alten LCD-Modelle<br />

in seine geschlossenen Hörermuscheln,<br />

sondern konstruierten einen<br />

komplett neuen Wandler. Erstmals mit<br />

dem LCD-XC (und seinem neuen, offenen<br />

Pendant LCD-X, 1700 Euro) vorgestellt:<br />

Beide, etwa 40 Quadratzentimeter<br />

große Kunststoffmembranen sitzen<br />

zwischen zwei präzise gefrästen Schallführungsscheiben.<br />

Die Idee des Membran-Sandwich:<br />

Es soll nicht nur das Abstrahlverhalten<br />

der Membran linearisieren,<br />

sondern auch den Schalldruck im<br />

Inneren der Muschel kontrollieren – stets<br />

mit dem Ziel, für Impustreue und Klirrarmut<br />

(siehe Messlabor) zu sorgen.<br />

Von außen wirkt der LCD-XC mindestens<br />

gen<strong>aus</strong>o eindrucksvoll: Enorm aufwendig<br />

verarbeitete, hochglänzend lackierte<br />

Echtholz-Schalen (im Moment<br />

nur in Bubinga lieferbar, andere Holzarten<br />

sollen in Kürze erhältlich sein) zieren<br />

die Außenseite der Muscheln. Die mit<br />

butterweichem Lamm-Leder bezogenen<br />

Ohr-Polster runden das wertige Erscheinungsbild<br />

vollends ab (alternativ<br />

1<br />

mit Mikrofaser-Stoff erhältlich). Das<br />

enorm stabile Flight-Case dürfte den<br />

Audez´e zwar perfekt schützen – handlich<br />

sieht aber anders <strong>aus</strong>. Apropos: Das<br />

Kampfgewicht von 650 Gramm merkt<br />

man dem Edel-Hörer auch an – chronische<br />

Nackenbeschwerden sollte man<br />

davon dennoch keine bekommen. Last<br />

but not Least: Wie bei jedem Audez´e-<br />

Hörer gehören auch beim LCD-XC gleich<br />

zwei Kabel zum Lieferumfang dazu, die<br />

auf der Kopfhörer-Seite Mini-XLR-Stecker<br />

benutzen. Ihr Unterschied findet<br />

sich am andere Kabel-Ende: Für den Angrosser<br />

Spielplatz:<br />

Musik löst der Magnetostat<br />

im LCD-XC nach einer längeren<br />

Einspielzeit deutlich<br />

lockerer und feiner auf. Die<br />

Polster dämmen Außen-<br />

Geräusche gut ab.<br />

In der Explosions-Darstellung<br />

(Abb. unten) sieht man die<br />

erstmals im LCD-XC (und<br />

LCD-X) eingesetzten<br />

Schallführungs-Scheiben (1).v<br />

1<br />

50<br />

www.audio.de ›03 /2014


HiFi Stereo › kopfhörer<br />

schluss an den Verstärker nutzt das eine<br />

die konventionelle 6,3-Millimeter-Klinke<br />

und das andere einen vierpoligen XLR-<br />

Stecker für den symmetrischen Betrieb.<br />

direkt und <strong>aus</strong>gewogen<br />

Doch ob mit Klinke oder via XLR: Am Referenzverstärker<br />

(Sennheiser HDVD800,<br />

1800 Euro, Test in <strong>AUDIO</strong> 8/13) angeschlossen,<br />

schien der LCD-XC mit beiden<br />

Anschlussvarianten zu Höchstform<br />

aufzulaufen.<br />

Stets tönte der Bass kräftig, präzise und<br />

reichte enorm tief herab; der gesamte<br />

Mittelhochton wirkte wie <strong>aus</strong> einem<br />

Guss. Komplexere Aufnahmen wie Aaron<br />

Parks „Riddle Me This” gab der<br />

Audez´e <strong>aus</strong>gewogen, detailreich und<br />

mit viel Elan wieder. Die Klavierläufe in<br />

Parks Spiel klangen akzentuiert und direkt<br />

– sicherlich auch der geschlossenen<br />

Bauart zu verdanken, denn die Muscheln<br />

des LCD-XC filterten Außengeräusche<br />

nahezu vollständig <strong>aus</strong>.<br />

Je länger der Audez´e lief, desto feiner<br />

löste er Musik auf – mit anderen Worten:<br />

Man sollte ihm mindestens 30 bis 40<br />

Stunden Einspielzeit gönnen (wie eigentlich<br />

jedem Kopfhörer). Dann gewann<br />

das Direkte zusätzlich eine beeindruckende<br />

Natürlichkeit, die man sonst<br />

eher von offenen Modellen kennt. Apropos:<br />

Den klanglichen Vergleich zum offenen<br />

LCD-3 muss der LCD-XC überhaupt<br />

nicht fürchten: Der Geschlossene<br />

bietet einen satteren Tiefbass, während<br />

das LCD-3er-Modell eine etwas luftigere<br />

Bühnen-Abbildung bot. Hier geht es<br />

also nicht zwangsläufig um <strong>besser</strong> oder<br />

schlechter. Die zwei Audez´e-Modelle<br />

bedienen Kopfhörer-Fans mit etwas unterschiedlichen<br />

Hör-Präferenzen. Einen<br />

highendigen Klang bieten jedenfalls beide<br />

Modelle en masse.<br />

Band in a Box: Der<br />

Lieferumfang des LCD-XC<br />

beinhaltet gleich zwei Kabel,<br />

einen kleinen Adapter und<br />

eine kleine Flasche Pflege-Öl.<br />

Der innen gut gepolsterte<br />

Aufbewahrungs-Koffer wirkt<br />

unzerstörbar.<br />

Fazit<br />

Alexandros Mitropoulos<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

AKG und Audez´e dürften mit ihren<br />

Kopfhörern die typischen Platzhirsche<br />

ins Schwitzen bringen. Während<br />

der K812 mindestens so neutral<br />

wie ein Sennheiser HD800<br />

klingt, wirkt der Österreicher offener<br />

und etwas lockerer. Der LCD-<br />

XC stellt sich hingegen ungeniert<br />

neben seine eigenen Geschwister<br />

auf: Er erinnert stark an den LCD-3,<br />

tönt aber direkter. Einen echten<br />

Testsieger gibt es diesmal aber<br />

nicht, denn beide Hörer spielen in<br />

der Referenzklasse, bedienen aber<br />

unterschiedliche Klangpräferenzen.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

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Garantiezeit<br />

Gewicht<br />

Zubehör<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

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audionext.de<br />

2 Jahre<br />

650 Gramm<br />

Je ein Kabel mit 6,3mm-<br />

Klinken-, und XLR-Stecker<br />

(vierpolig), Holz-Pflegeöl,<br />

Adapter auf 6,35-mm-Klinke.<br />

ÅPräzises Bassfundament,<br />

generell warmer,<br />

angenehmer Charakter und<br />

dennoch detailreich, schöne<br />

Verarbeitung, viel Zubehör.<br />

ÍEtwas hohes Gewicht.<br />

Klang 96<br />

Verarbeitung<br />

überragend<br />

klangurteil<br />

Preis/Leistung<br />

96 Punkte<br />

sehr gut<br />

empfehlung<br />

Direkter Klang<br />

03/14<br />

Messlabor<br />

Marginal welliger, aber in sich <strong>aus</strong>gewogener<br />

und breitbandiger Frequenzverlauf des LCD-<br />

XC. Leichter Einbruch um 10kHz, der sich<br />

danach wieder normalisiert (Abb. 1). Die Impedanz<br />

beträgt niedrige 21 Ohm. Nahezu perfekte<br />

Klirramplitudenmessung (Abb. 2): Selbst<br />

bei 105dB (rote Kennlinie) entsteht so gut<br />

wie kein Klirr – bei leiseren Pegeln überhaupt<br />

nichts erkennbar.<br />

www.audio.de ›03/2014 51


Anlagen › Stereo-Komplettsystem<br />

Test<br />

Vollaktives Stereo-Streamingsystem<br />

Raumfeld Cube 500€<br />

HiFi-Starter Drug<br />

Der jüngste Sproß der Raumfeld Familie ist HiRes Netzwerkplayer und aktives<br />

Stereo-Lautsprecherset. Prädestiniert für erweiterbare Multiroom-Anwendungen.<br />

■ Test: Fritz I. Schwertfeger<br />

Origami nennen die Japaner kunstvoll<br />

und in handwerklicher Meisterlichkeit<br />

erschaffene Miniaturen.<br />

Wir Deutschen sind da schlicht nüchterner<br />

– Raumfeld faltet eine komplette<br />

Anlage in die zeitlose Form des Bauh<strong>aus</strong>-<br />

Stils und nennt sie passend – Cube. Die<br />

Berliner Streaming-Experten haben damit<br />

die platzsparende Strea ming-/ HiFi-<br />

Einstiegsdroge schlechthin erschaffen,<br />

die sämtliche Formate, sei es FLAC,<br />

ALAC, WAV, MP3 & Co. sowie als besonderen<br />

Clou sogar hochaufgelöste Inhalte<br />

mit bis zu 192 kHz Abtastrate wie selbstverständlich<br />

<strong>aus</strong> dem Ärmel schüttelt.<br />

Obendrauf gibt es Gapless-Streaming, fixen<br />

Vor- und Rücklauf sowie ein intuitiv<br />

bedienbares und enorm <strong>aus</strong>kunftsfreudiges<br />

Steuerungskonzept, das <strong>aus</strong>gefeiltes<br />

Multiroom en Detail zum Kinderspiel<br />

macht. Ob der bisher kaum HiFi-Affine<br />

Jugendliche, der Musik nur <strong>aus</strong> dem<br />

Smartphone oder vielleicht halbwegs guten<br />

Kopfhörern kennt, oder der Student,<br />

der in seiner Bude gerade mal ein paar<br />

Quadratmeter zur Verfügung hat, sie alle<br />

dürften vor Freude jauchzen, wenn allein<br />

die ersten Klänge <strong>aus</strong> dem Regal via Cube<br />

erklingen. Aber auch gestandene<br />

High-Ender können den Cube aufs Sideboard<br />

stellen - ohne dass die Frau me-<br />

Musik-Bus:Ein spezielles Klinkenkabel<br />

verbindet den zweiten Cube und macht das<br />

Stereopanorama perfekt. Latenzen zwischen<br />

den zwei Boxen können dank Kabel-<br />

Anbindung gar nicht erst entstehen.<br />

52 www.audio.de ›03 /2014


Anlagen › Stereo-Komplettsystem<br />

Messlabor<br />

ckert - schick genug sieht er mit seinem<br />

weißen Schleiflackgehäuse ja bereits<br />

<strong>aus</strong>. Gen<strong>aus</strong>o schnell wie der kompakte<br />

Zwerg aufgestellt ist, lässt er sich auch<br />

ins heimische Netzwerk einbinden. Binnen<br />

Minuten scannt der Cube via Netzwerkkabel-Verbindung<br />

bei der Ersteinrichung<br />

(danach kann das<br />

Kabel ab) das heimische<br />

Musikreservoir, das sich<br />

auf einer NAS oder in freigegeben<br />

Ordnern vom<br />

Mac / PC befindet. Dabei<br />

macht der Cube auch vor<br />

dem Inhalt von Smartphone,<br />

Tablet oder externen USB-<br />

Festplatten / Sticks nicht halt.<br />

Abert<strong>aus</strong>ende Radiosender erweitern<br />

das Bouquet via TuneIn.<br />

Musikstreaming-Dienste wie Napster,<br />

Simfy, MTV Rhapsody und personifiziertes<br />

Internetradio in Form von Last.fm<br />

befinden sich bereits an Bord, Spotify<br />

und das verlustfrei (FLAC) streamende<br />

Wimp kommen in Kürze hinzu. Gesteuert<br />

wird das Ganze mit der intuitiven und graphisch<br />

mehr als gelungen umgesetzten<br />

Raumfeld-App für iOS und Android.<br />

Ein praktisches Feature der Line-Eingang:<br />

Er nimmt externe Analogsignale nicht nur<br />

entgegen, sondern digitalisiert sie und<br />

stellt sie via Netzwerk auch anderen in<br />

der Wohnung verteilten Raumfeld-Geräten<br />

zur Verfügung – etwa dem aktuell<br />

überarbeiteten Raumfeld One (nun ebenfalls<br />

High-Res- und Spotify fähig). So<br />

kann der neuesten Vinyl-Errungenschaft<br />

beim Schrauben in der Garage gel<strong>aus</strong>cht<br />

werden, auch wenn der Plattenspieler an<br />

im Wohnzimmer seine Runden dreht –<br />

externes Phonoteil vor<strong>aus</strong>gesetzt, denn<br />

einen Phono-Eingang hat der Cube dann<br />

doch nicht. Für weitere Glücks-Momente<br />

sorgt auch der Blick ins Innere der die gesamte<br />

Technik beherbergende Master-<br />

Box. Der von Daniel Konrad, Amp-Guru<br />

im knapp 20-köpfigen Entwicklerteam<br />

designte Class-D-Verstärker wird von einer<br />

DSP-Weiche angesteuert und treibt<br />

die Cubes mit insgesamt 4x20 Watt vollaktiv<br />

an. Der glasfaserverstärkte 13 cm-<br />

Basstreiber und die nach dem Koaxial-<br />

<strong>Prinzip</strong> vorgelagerte Hochtonkalotte erhalten<br />

also maßgeschneiderte Frequenzportionen.<br />

Die nach vorne abstrahlenden<br />

doppelten Bassreflexrohre erlauben<br />

wandnahen Betrieb, auch die neutrale<br />

Abstimmung ohne Bassüberhöhung ist<br />

für diesen wahrscheinlichsten Aufstellort<br />

optimiert. Hochtechnisiert geht es in Innern<br />

mit der <strong>aus</strong> dem Connector 2 stammenden<br />

Elektronik weiter. Für schnelles<br />

802.11n (150 Mbit) Streaming werkelt die<br />

von außen unsichtbar untergebrachte<br />

WLAN-Antenne, während der ARM Cortex<br />

A8 Prozessor für eine antrittsschnelle<br />

Bedienoberfläche und geschmeidiges<br />

Stöbern in den Musik-Datenbanken oder<br />

Mediatheken sorgt, die bis zu 150 000<br />

Songs umfassen dürfen. Ob mit HiRes-<br />

Musik (bis zu 24bit / 192kHz) CD- oder<br />

MP3-Qualität – der Cube lässt klanglich<br />

nichts anbrennen. Mit verblüffender<br />

Fazit<br />

Fritz I. Schwertfeger<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Der Cube liefert großen Sound auf<br />

kleinstem Raum. Unzählige Aufstellungsmöglichkeiten,<br />

tolle Bedienbarkeit<br />

und recht hohe Pegel machen<br />

den Cube zur Festivalrakete in<br />

jeder Studentebude – HiRes-Streaming<br />

inklusive. Toll!<br />

Breitbeinigkeit erklang dann auch „745“<br />

von Kosheen (Solitude). Ohne übertriebene<br />

Effekthascherei im Hochtonbereich<br />

und angenehmer Stimmwiedergabe, gefiel<br />

der Cube vor allem durch seine stupende<br />

Dynamik und Direktheit. Wuchtig, weiträumig<br />

und Abbildungsstark zeigte sich<br />

das Set auch bei Rachmaninovs Piano<br />

Concerto No. 3 in D-Minor D, tönte dabei<br />

erwachsen und größenbezogen auch richtig<br />

laut, wenn es mal sein musste.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

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Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Fernbed. / iPod-Steuerung<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Line In / Out / Subwoofer<br />

Kopfhörer<br />

Video<br />

USB<br />

Digital In Koax / optisch<br />

LAUTSPRECHER<br />

Kanalzahl / Wege<br />

Aktivweiche<br />

schaltbarer Hochpass<br />

FUNKTIONEN<br />

Display / OSD<br />

Radio / CD / DVD<br />

Internetradio / Streaming<br />

Klangregler / Wecker<br />

Batteriebetrieb<br />

Bluetooth<br />

Audiogramm<br />

Klang<br />

Pegelfestigkeit<br />

Praxis<br />

Verarbeitung<br />

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Cube<br />

Lautsprecher Teufel GmbH<br />

030 / 300 9 300<br />

teufel.de<br />

500 Euro<br />

2 Jahre<br />

19,5 x 19,5 x 19,5 cm<br />

5 kg<br />

– / •<br />

• / – / –<br />

–<br />

–<br />

•<br />

– / – (LAN)<br />

1 / 2.0<br />

•<br />

• (automatisch)<br />

– / –<br />

– / – / –<br />

• / •<br />

• (Bass, Mitten, Höhen) / –<br />

–<br />

–<br />

ÅAusgewogener Klang,<br />

streamt auch 192kHz bei 24<br />

Bit via W-Lan.<br />

Í –<br />

85 (als Stereo-Kpl.-System)<br />

hoch<br />

überragend<br />

sehr gut<br />

85 Punkte<br />

überragend<br />

Auf Achse gemessen verläuft der Frequenzgang<br />

des Cube bis auf ein <strong>aus</strong>geprägte<br />

5dB-Senke um 3kHz <strong>aus</strong>gewogen und dank<br />

DSP-Unterstützung auch breitbandig und tief.<br />

30 Grad seitlich kippt der Frequenzverlauf<br />

bereits sehr früh (ab 1kHz) zum Hochton hin<br />

komplett ab (Abb. 1). Bis 90dB vernachlässigbarer<br />

Klirr, danach ansteigend im Bass und<br />

später auch im übrigen Spektrum.<br />

Teufel Raumfeld Cube<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Teufel Raumfeld Cube Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

www.audio.de ›03 /2014<br />

53


Musik › POP & ROCK<br />

| POP | OLDIES | JAZZ | KLASSIK | auf CD, SACD und LP<br />

POP-CD DES MONATS<br />

niveauvolles entschleunigen mit den wild beasts<br />

Sorry, we’re british: Eine Band, die so heißt wie normalerweise eine Thrash-Metal-Kombo, empfiehlt<br />

sich als exzellente Adresse für stilvollen Gegenwarts-Pop. Bestes Understatement halt ...<br />

Wir schwimmen ein bisschen in einem<br />

Pool voller Ideen, planschen etwas<br />

herum und machen ein Riesen chaos,<br />

bevor wir dann alles in eine geordnete<br />

Form bringen“, kommentiert Gitarrist und<br />

Sänger Hayden Thorpe in lakonischem Ton<br />

die Arbeitsweise seiner Band Wild Beasts.<br />

Köstlich, dieses britische Understatement,<br />

ist es nicht? Aber so ist er eben, der distinguierte,<br />

wohltuend große Teil der Inselbewohner<br />

am westlichen europäischen<br />

Außenrand. Man macht nicht viel Aufheben<br />

um die eigene Person, und jenseits<br />

der Londoner Bankenwelt darf man sich<br />

vor ungesund großen Egos oder gelben<br />

Ferraris weitestgehend sicher fühlen.<br />

Mit „Present Tense“ geht das Schaffen<br />

des Quartetts <strong>aus</strong> dem nordenglischen<br />

Kendall nun in die vierte Runde: mit einem<br />

kontrollierten Schuss an gepflegtem<br />

Szene chic, aber ohne jeden Hauch unangemessener<br />

Transpiration oder Gefühligkeit.<br />

Würde man das Album mit, sagen<br />

wir: einem Besuch in einem Restaurant<br />

vergleichen, dann wäre der Auftakt „Wanderlust“,<br />

als würde man am Eingang vom<br />

Kellner in Empfang genommen und zum<br />

Tisch geführt: ein Kennenlernen und kurzes<br />

Akklimatisieren – angenehme Atmosphäre,<br />

aufmerksames, aber unaufdringliches Personal.<br />

Doch, wirkt <strong>aus</strong>gesprochen sympathisch,<br />

diese location.<br />

„Nature Boy“ und das leicht ätherische<br />

„Mecca“ machen den Hörer dann als erste<br />

Vorspeisen <strong>aus</strong>führlicher bekannt mit dem<br />

Stil des H<strong>aus</strong>es: elektronisch die Klangsprache,<br />

melancholisch die Stimmung,<br />

und Thorpes Falsett als individuelles Gewürz<br />

in der Musiksprache der Gastgeber.<br />

Mit „Sweet Spot“ folgt eines der beiden<br />

Hauptgerichte: tanzbarer, stylisher Groove,<br />

schlanke Gitarrenriffs, das Ganze architektonisch<br />

klar, fast streng in der Formsprache<br />

– ein Song, der das Zeug zum Hit hätte, wäre<br />

da nicht die explizite Abneigung der Band<br />

gegen allezu das Plakative, gegen ordinäre<br />

Refrains oder klebrige Dreampop-Synthesizer.<br />

Nein, die Wild Beasts gehören definitiv<br />

nicht zu jenen Bands, die sich für einen<br />

Hit zum Affen machen. „Daughters“ und<br />

„Pregnant P<strong>aus</strong>e“ wirken mit ihrer ruhigen<br />

Ästhetik auf die Geschmacksnerven so<br />

angenehm wie ein trockener Gin-Cocktail,<br />

ehe mit „A Simple Beautiful Truth“ das<br />

zweite Kernstück der Menüfolge betört:<br />

hübsche, kleine Keyboard melodie, metrischer<br />

Rhythmus, und nach gerade mal<br />

2:35 ist’s auch schon wieder gut – der Gentleman<br />

weiß schließlich, wann er die Klappe<br />

halten muss (eine massiv unterschätzte<br />

und leider fast völlig verlorengegangene<br />

Kerntugend menschlicher Kommuniktion<br />

übrigens). In minimalistischer Eleganz geht<br />

es dann weiter, ehe die Zeitlupen-Ballade<br />

„New Life“ (das Dessert) und das winterlich-kühle<br />

„Palace“ (der Digestif) den<br />

Gast auf ambient artigen Synthieschleifen<br />

hin<strong>aus</strong> in die Nacht geleiten: Finale einer<br />

in sanftem Gletscherblau <strong>aus</strong>geleuchteten<br />

tour d’horizont durch die Welt des angelsächsischen<br />

Artpop von Roxy Music über<br />

Talk Talk bis David Sylvian. Christof Hammer<br />

Smother (2011); These New Puritans, Antony & The<br />

Johnsons, The Blue Nile, Talk Talk<br />

wild beasts<br />

Present Tense<br />

Domino / Good To Go (CD, LP+Download)<br />

Art-Pop, Electro-Pop<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

54<br />

www.audio.de ›03 /2014


<strong>AUDIO</strong>PHILE CDS DES MONATS<br />

Tokunbo<br />

Queendom Come<br />

klang<br />

tipp<br />

The Giora Feidman Jazz Experience<br />

Klezmer Meets Jazz<br />

klang<br />

tipp<br />

Musik › POP & ROCK<br />

Jazzland/Finetunes (CD)<br />

Im März 2013 war Schluss: Nach 15 Bühnenjahren und zwölf Studioalben<br />

sagten Tok Tok Tok „tschüss“ und beendeten eine wunder bare<br />

Karrie re, die als Duo-Projekt begann und das Ensemble zur führenden<br />

Band des deutschen Acoustic Soul machte – ein Verdienst auch von<br />

Tokunbo Akinro, die den TTT-Sound mit dunkel-warmem Timbre (und<br />

sensiblen Texten) entscheidend mitgestaltete. Nun startet die deutschnigerianische<br />

Sängerin ihre Sololaufbahn mit „einem „Tauchgang in die<br />

Seele zwischen Sehnsucht und Fernweh an einen Ort, an dem James<br />

Bond, Bob Dylan und die<br />

Marvelettes einander Gute Tracy Chapman, India.Arie, Joni Mitchell<br />

Nacht sagen“. „Folk noir“<br />

nennt Tokunbo diesen Stil<br />

auch: dunkel der Grundton,<br />

oft balladesk (toll:<br />

„Homecoming“), ab und<br />

an dezent funky („Catch<br />

Me If You Can“), aber stets<br />

kammer musikalisch fein die<br />

Arrangements. Und prächtig<br />

der Sound, der die einzelnen<br />

Instrumente transparent und<br />

in jeweils individueller Dynamik<br />

abbildet. Christof Hammer Musik:<br />

Klang:<br />

Pianissmo/Edel (CD)<br />

Man hört und rätselt: Wo mag diese Produktion nur entstanden sein:<br />

in einem Studio-Rohbau? Einem Museumsfoyer? „Aufgenommen<br />

vom 16.-18. 9. 2013 in Reitstadel, Neumarkt“, verrät das Booklet schließlich<br />

– in einer Residenz der Wittelsbacher <strong>aus</strong> dem 16. Jahrhundert also,<br />

die 1976 zum Kulturzentrum umgebaut wurde und deren großer Saal<br />

oft für Aufnahme sessions gebucht wird. Sitzt nun noch ein Könner am<br />

Mischpult (Robert F. Schneider von den Münchner GLS Studios), trifft<br />

famose Raumakustik auf beste Tonmeisterkunst und authentischen<br />

Instrumenten klang: audiophil<br />

The Dance Of Joy; Quadro Nuevo, Friedemann betrachtet also der Idealzustand.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Trotz des Titels ist die<br />

CD übrigens nicht nur für Jazzfans<br />

ein Tipp: Mal swingen<br />

die Klänge von Klarinetten-Altmeister<br />

Feidman und seiner<br />

Band wie der Soundtrack<br />

eines Paulchen-Panther-Films,<br />

huldigen der Salon musik der<br />

20er-Jahre oder verbinden<br />

Jazziges von Bill Evans bis<br />

Chick Corea mit der Melancholie<br />

und Lebensfreude des<br />

Klezmer. Christof Hammer<br />

SCHÄTZE DES MONATS<br />

klang<br />

tipp<br />

Sumie Sumie<br />

Bella Union / PIAS / Rough Trade (CD, LP+CD)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Die Naganos haben Musik im<br />

Blut, keine Frage. Yukumi<br />

Nagano kennt der Musik-Gourmet<br />

schon von der Trip-Hop-Combo Little<br />

Dragon oder von Kooperationen<br />

etwa mit dem britischen Elektro-<br />

Kollektiv SBTRKT („Wildfire“). Jetzt<br />

betritt auch Schwester Sumie die<br />

große Bühne – und wie: Auf ihrem<br />

Debüt bekennt sie sich mit radikaler<br />

Sanftmut zu einer Klangsprache der<br />

reduzierten Töne. Dabei bezaubert<br />

zunächst ihre zart timbrierte Stimme,<br />

im Vordergrund begleitet von einer<br />

zarten Akustikgitarre. Drum herum spinnen dann asketisch knapp dosierte<br />

Instrumente von Cello bis Klavier ein filigranes Geflecht an impressionistischen<br />

Sounds. Das verleiht der Musik zunächst amorphe und kaum<br />

greifbare Strukturen, die jedoch von Sumies Elfen-Gesang zu betörend<br />

schönen Klanglandschaften zusammengefügt werden: Die Stücke<br />

wirken wie plötzlich einsetzender Schneefall, der die Welt in gedämpfte,<br />

geheimnisvolle Ruhe hüllt. Und die Tontechnik lässt tief in diese luziden<br />

Traumwelten hineinhören – dass es manchmal auch apart zirpt und rumpelt,<br />

gehört zum besonderen Flair dieser Top-Disc. Fritz Schwertfeger<br />

Stina Nordenstam, Anja Garbarek, Susanna Wallumrød<br />

Anthony Joseph Time<br />

Naïve/Indigo (CD)<br />

Wo gibt’s in einer Stadt die spannendste Szene? Nie entlang<br />

der Nobel-Boulevards, sondern in den angeranzten Vierteln im<br />

Outback, wo die Mieten noch so niedrig sind wie der Altersdurchschnitt<br />

der Bewohner. Wo findet man die relevante Musik unserer Zeit? Nur<br />

selten bei den major companies, die oft bloß den Mainstream beackern<br />

oder bestenfalls einen neuen, jüngeren schaffen. Sondern bei Nischenanbietern,<br />

die wenig Produktions kosten, aber viel Neugier haben, um<br />

wirklich neuen Sounds eine Plattform zu bieten. Dass auch bei einem<br />

etablierten Label wie der Pariser Firma Naïve (gegründet schon 1987)<br />

noch ein solcher Geist herrrscht: chapeau! Hier erscheint nun nach<br />

längerer P<strong>aus</strong>e die neue Disc von Anthony Joseph. Neben der Arbeit<br />

mit seiner Spasm Band performt der in Trinidad geborene Autor und Musiker<br />

mit Wohnsitz London auch solo – und kooperierte für „Time“ mit<br />

Bassistin/Produzentin Meshell Ndegeocelllo. Ergebnis: ein fiebriger Trip<br />

zwischen Funk, Rock und Calypso,<br />

der mal mit Talking-Heads-Rhythmik<br />

in die Beine geht („Kezi“), mal mit<br />

kluger „spoken poetry“ („Girl With<br />

A Grenade“ über das pakistanische<br />

Talibanopfer Malala Yousafzai) den<br />

Kopf anspricht wie eine intensive<br />

3Sat-Reportage. Christof Hammer<br />

Talking Heads, Gil Scott-Heron, Sly Stone<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Fotos: Kl<strong>aus</strong> Thymann / Humming Records / Brantley Gutierrez / City Slang /<br />

Archiv Berliner Philharmoniker /


Musik › POP & ROCK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Short Shots<br />

Sheryl Crow Feels Like Home (Warner<br />

Music Nashville / Warner; CD)<br />

Wer schon immer mal hören wollte,<br />

wie die Crow als Country rock-Lady<br />

klingt: voilà – für das Warner-Sublabel<br />

Warner Music Nashville konnte<br />

die neunfache Grammy-Gewinnerin<br />

ihrem Faible für „ländliches“ Songgut<br />

freien Lauf lassen. Die Gangart<br />

ist traditionsbewusst bis dezent<br />

modern, das instrumentelle Niveau<br />

hoch – gut möglich, das in den<br />

USA gleich der nächste Grammy<br />

dafür winkt. Außerhalb der (amerikanischen)<br />

Kernzielgruppe wird<br />

dieses Album aber einen deutlich<br />

schwereren Stand haben. ham<br />

Xiu Xiu Angel Guts: Red Classroom (Bella<br />

Union / PIAS / Cooperative; CD, LP+CD)<br />

Gespenstische vocals, harsche<br />

Elektronik: Mit avantgardis tischen<br />

Industrial- /Technorock-Tracks lotet<br />

das neue Werk der Experimentalband<br />

<strong>aus</strong> San José musikalische<br />

Schmerzgrenzen <strong>aus</strong> und verdient<br />

mehr denn je das Prädikat „(nur) für<br />

Fortgeschrittene“. ham<br />

Bap Kennedy Let’s Start Again<br />

(Proper / Rough Trade; CD, LP)<br />

Entspannt shuffelt sich der Ex-Chef<br />

der irischen Band Energy Orchard<br />

auf seinem neuen Soloalbum<br />

(den Vorgänger produzierte kein<br />

geringerer als Mark Knopfler) durch<br />

amerikanische roots music und<br />

Celtic Folkrock – und landet sogar<br />

einmal in Latin-Gefilden („King Of<br />

Mexico“). Prädikat: unspektakulär,<br />

aber sympathisch. ham<br />

Torun Eriksen Visits (Jazzland/Universal;<br />

CD) Songs von Joni Mitchell, Prince,<br />

Paul Simon oder Coldplay schnappte<br />

sich die Norwegerin für ihre neue<br />

CD. Mitstreiter wie Keyboarder David<br />

Wallumrød assistieren mit edlen<br />

Sounds, die Technik mit sauberem<br />

Klang (bei leichter Kompression) –<br />

und den Vortrag an sich kann man<br />

subtil zurückhaltend oder auch etwas<br />

temperamentlos nennen. ham<br />

Eliza Doolittle In You Hands (Parlophone/Warner;<br />

CD)<br />

What you see is what you get: Auf<br />

seinem zweiten Album bringt der<br />

Twen <strong>aus</strong> London genau jene Mischung<br />

<strong>aus</strong> Jungmädchen-Pop und<br />

weißem R`n´B, den die Lolita-Optik<br />

des Covers vermuten lässt. Musik<br />

für 16-jährige also, die sich wie 25<br />

fühlen wollen. Muss es aber ja<br />

auch geben, sowas. ham<br />

Soul, Funk, HipHop<br />

Max Herre<br />

MTV Unplugged Kahedi Radio Show<br />

Psychedelic-Indiepop<br />

Vertigo/Universal (CD; 2CDs; 2CDs + 2DVDs, Blu-ray, 4 LPs)<br />

Zum Freundeskreis des Stuttgarters Max<br />

Herre zählte in den 90ern die wegweisende,<br />

gleichnamige Band; später stießen weitere<br />

hochkarätige Weggefährten wie Joy Denalane,<br />

Gentleman, Afrob oder die Schweizerin<br />

Sophie Hunger hinzu. Im Großen Sendesaal<br />

1 des legendären (DDR-)Funkh<strong>aus</strong>es in der<br />

Berliner Nalepastraße kam für diese MTV-<br />

Unplugged-Session auch noch ein 25-köpfiges<br />

Orchester hinzu. Alle zusammen schufen ein<br />

fulminantes Lebensabschnittswerk im schillernden<br />

Stilkosmos von HipHop, Soul, Funk,<br />

Reggae und Rap: lebendig, gepfeffert und mit<br />

jeder Menge Groove. Das Klangbild brilliert<br />

ebenso – mit prima Dynamik, tonaler Ausgewogenheit<br />

und feiner Auflösung. Cl<strong>aus</strong> Dick<br />

Freundeskreis, Samy Deluxe<br />

Musik:<br />

Warpaint<br />

Warpaint<br />

Klang:<br />

Rough Trade / Beggars / Indigo (CD, 2 LPs + download)<br />

Engelhafte Vocals zu doomigen Soundscapes:<br />

Diese Konstellation ist längst popmusikalisches<br />

Allgemein gut. Selten erreicht sie aber<br />

solche Eindringlichkeit wie bei diesen vier<br />

Ladies <strong>aus</strong> L. A.; trägt doch jedes Element<br />

zugleich Gene seines Gegenteils sich. Die Gesangsparts<br />

von Emily Kokal, Theresa Wayman<br />

und Jenny Lee Lindberg klingen jedenfalls nie<br />

nur „schön“, sondern stets subtil psychopathisch,<br />

während umgekehrt die Gitarren-/<br />

Keyboard loops unter Regie von Produzent<br />

Flood etwas domestizierter tönen als noch<br />

auf dem Debüt „The Fool“. Wobei die generell<br />

downgepitchte, songorientiertere Gangart die<br />

Intensität dieses Indie-Poprock-Grenzganges<br />

kein bisschen schmälert. Christof Hammer<br />

The Fool (2010); Susanne Sundfør, PJ Harvey, The XX<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Punkabilly, Rock<br />

Broilers<br />

Noir<br />

Folk-Pop, Banjo-Punk<br />

Poeple Like You / Universal (CD, Deluxe-CD, CD+DVD, LP)<br />

Lang hat’s gedauert (an den Start ging die<br />

Band schon 1992), jetzt aber sind die Broilers<br />

eine der Hauptattraktionen der deutschen<br />

Rockszene. Das 2011er-Album „Salsa Muerta“<br />

jettete bereits auf Rang 3 der deutschen<br />

Charts, und mit „Noir“ dürfte das Quintett <strong>aus</strong><br />

Düsseldorf noch größer werden. Die Gründe?<br />

Ein rasanter, durch massive Liveerfahrung<br />

präzise verzahnter Mix <strong>aus</strong> Punk, Rock(-abilly)<br />

und (diesmal allerdings nur sehr wenig) Ska;<br />

Texte, die exakt das Lebensgefühl der „Die<br />

Hards“ genannten Broilers-Fans treffen – und<br />

eine Produktion (Vincent Sorg; Die Toten<br />

Hosen), die Härte mit Gefühl, street credibility<br />

mit großem Panorama vereint; einen ordentlichen<br />

Schuss Pathos inklusive. Christof Hammer<br />

Vanitas (2007); Die Toten Hosen – alte Broilers-Kumpels<br />

Musik:<br />

Baskery<br />

Little Wild Life<br />

Klang:<br />

Mother Tarantula / Soulfood (CD, LP)<br />

Mit „Fall Among Thieves“ setzten die<br />

schwedischen Schwestern 2008 ein erstes<br />

Ausrufezeichen. Seither begeistern Stella,<br />

Greta und Sunniva Bondesson mit einem mitreißenden<br />

Stilmix, den sie augenzwinkernd<br />

„Banjo-Punk“, „Kill-Billy“ oder „Mud-Country“<br />

nennen. Das dritte Werk klingt deutlich reifer<br />

und virtuoser und verbindet amerikanische<br />

Roots Music mit europäischem Pop. Akustikgitarre,<br />

Banjo und Kontrabass sorgen für<br />

dynamische Breite, die Live-Aufnahme im<br />

Berliner Vox-Ton-Studio gibt dem Klang viel<br />

Raumhall und warmen Vintage- Vibe. Neu:<br />

Neben Sunnivas Lead-Vocals ermöglichen<br />

viele Satzgesänge zusätzliche harmonische<br />

Wendungen. Yeehaw! Stefan Woldach<br />

Katzenjammer, Larkin Poe, Tina Dico<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

56<br />

www.audio.de ›03 /2014


Post-Rock, Indietronics<br />

The Notwist Close To The Glass<br />

City Slang / Universal (CD, 2 LPs)<br />

Wenn du nicht höllisch aufpasst, dann sind Hits<br />

das gemeinste, was einem Musiker passieren<br />

kann. Klar, sie bringen dir viel Geld (wenn du<br />

gute Verträge hast), aber sie rauben dir die<br />

Freiheit. Machen gierig: erst das Publikum, und<br />

wenn’s schlecht läuft auch seinen Schöpfer. Und<br />

– falsche – Gier ist sowieso das Hauptproblem<br />

von allem. Zudem schüttelt man Hits nicht eben<br />

dutzendweise <strong>aus</strong> dem Ärmel; es sei denn,<br />

du bist die Beatles. The Notwist sind nicht <strong>aus</strong><br />

Liverpool, sondern <strong>aus</strong> Weilheim, Oberbayern.<br />

Aber sie sind schlau und reflektie ren und können<br />

falsche Gier von guter Gier unterscheiden.<br />

Bei ihnen heißt Gier: Gier auf Kreativität. Auf<br />

Veränderung oder Konstanz, auf Tempo oder<br />

Ruhe, vor allem aber: auf Selbstbestimmtheit.<br />

Neon Golden – das „Hitalbum“ von 2002; Radiohead, Console, Can<br />

Für ihre neue Disc nahm sich die Band um<br />

Markus und Micha Acher sechs Jahre Zeit:<br />

eine kleine Ewigkeit. Statt Indie-Mainstream zu<br />

kompo nieren, collagierte man Gitar ren, Synthieloops<br />

und frickelige Rhythmen zu sanft oszillierenden<br />

Stimmungsbildern und strich alles in<br />

grieseligem Grau, hartem Schwarz-weiß oder in<br />

sanften Pastellfarben. Eine eher akade mische<br />

Arbeitsweise, doch wirkt „Close To The Glass“<br />

nie wie eine labor artige Versuchsanord nung,<br />

sondern mehr wie eine Fahrt durch eine Stadt:<br />

Die Szenerien, die Lichter, die Tempi wechseln;<br />

nicht aber das analytische Auge des Betrachters.<br />

Möge also, wer Hits will, bei den Killers<br />

suchen. The Notwist zeigen hier, wie schön ein<br />

Album auch ohne Hits sein kann. Christof Hammer<br />

<strong>AUDIO</strong> MUSIK:<br />

SO TESTEN WIR JEDEN<br />

MONAT die neuen CDs<br />

●● <strong>AUDIO</strong> Musik stellt jeden Monat die<br />

wichtigsten neuen Tonträger vor.<br />

Erfahrene Rezensenten bewerten nach<br />

den folgenden Kriterien:<br />

●● Musik (Pop, Oldies, Jazz) bzw. Interpretation<br />

(Klassik): für die künstlerische Leistung<br />

●● Klang für die Aufnahmequalität<br />

●● Bei DVDs nach Bild, Inhalt und Klang<br />

●● <strong>AUDIO</strong>-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes<br />

Album von hoher Qualität oder Interpret mit<br />

ähnlichem Musikstil<br />

●● In allen Sparten vergibt <strong>AUDIO</strong> Musik<br />

null bis fünf Ohren.<br />

Das Raster:<br />

überragend<br />

sehr gut<br />

gut<br />

befriedigend<br />

<strong>aus</strong>reichend<br />

<strong>AUDIO</strong>-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes<br />

Album von hoher Qualität oder Interpret<br />

mit ähnlichem Musikstil.<br />

Musik › POP & ROCK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Elektro-Pop<br />

Paula<br />

Solitude<br />

QQ5 / Rough Trade (CD, LP)<br />

Anfang der 00er-Jahre, schrieb Elke Brauweiler<br />

(etwa auf der 2000er-Disc „Himmelfahrt“)<br />

genau die richtigen Texte für ihre ungewöhnlich<br />

junge, klare Stimme: süß-naive Stories,<br />

die abstrakt genug blieben, um Projektionsfläche<br />

zu sein. Auf „Paula“ erzählt die Berlinerin<br />

ihre Geschichten nun weit konkreter – und<br />

nimmt ihnen dadurch die Magie. Immerhin liefert<br />

Jetzt-wieder-Mitstreiter Berend Intelmann<br />

frische Synth-Sounds und pulsierende Rhythmen.<br />

Allerdings geht er manchmal so großzügig<br />

damit um, dass Brauweilers Stimme fast<br />

untergeht zwischen New-Order-Basslines und<br />

Chvrches-Wall-of-Sound. Prächtig gelingt die<br />

Balance aber im nostalgischen „1987“ und<br />

dem leichtfüßigen „Vergessen“. Michael Sohn<br />

2raumwohnung, Chvrches<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Indie-Soul-Pop-Rock<br />

Joan As Police Woman<br />

The Classic<br />

PIAS / Rough Trade (CD, 2 LPs)<br />

Als Joan As Police Woman gab sich die Frau,<br />

die einst beim Boston Symphony Orchestra<br />

Violine spielte, früher gern melancholisch (so<br />

wie hier noch im herrlichen „What Would You<br />

Do“). Auf „The Classic“ hingegen sprüht sie<br />

meist geradezu vor Leben, malt es in satten<br />

Klangfarben und schmückt die zehn Stücke<br />

(oft bis zu sieben Minuten lang) mit phantasievollen<br />

Arrangements. Dabei zeigt sie ihr Faible<br />

für Indie-Rock („Get Direct“), Doo-Wop (im<br />

Titeltrack) – vor allem aber für Motown-Soul<br />

von Gaye bis Wonder („Holy City“), gemischt<br />

mit shuffeligen Grooves samt Bläsern<br />

(„Witness“). Die songdienliche Gangart ihrer<br />

Band und Joans biegsame, markante Stimme<br />

machen die Sache endgültig rund. Cl<strong>aus</strong> Böhm<br />

Real Life (2006); Feist; Ellie Goulding; Justine Electra<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

... und läuft!<br />

Was zu H<strong>aus</strong>e so rauf- und runterläuft:<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur Christof Hammer<br />

erinnert an vergessene Perlen und verrät<br />

Dauerbrenner sowie Platten für die Insel.<br />

Heaven 17: Penthouse & Pavement /<br />

The Luxury Gap (Virgin; 1981/83) Als<br />

Human League 1980 zerbrach, war ich zunächst<br />

traurig ... ich denke, „Being Boiled“<br />

genügt als Stichwort. Doch Ian Craig Marsh<br />

und Glenn Gregory wussten genau,<br />

was sie taten und brachten als Heaven 17<br />

zumindest zwei Top alben lang<br />

dem Synthiepop das Tanzen bei.<br />

Neben den 2006er-Deluxe-CDs<br />

halte ich auch die Original-LPs<br />

in Ehren – vor allem das Debüt<br />

ist ein Stück Kult-Vinyl. Ich sage<br />

nur: die Endlosrille am Ende von<br />

„Height Of The Fighting“ ...<br />

Raintree Crow: Raintree Crow (1991;<br />

Virgin) Dieses Derivat der Edelpopper<br />

Japan brachte es auf gerade mal<br />

ein Album – aber was für eines:<br />

Der Mix <strong>aus</strong> Prog-Rock, Ambient<br />

und Trance-Jazz nahm vieles von<br />

dem, was heute ästhetische<br />

Maßstäbe setzt. Hätte fast auch<br />

auf ECM erscheinen können.<br />

www.audio.de ›03/2014 57


Musik › POP & ROCK<br />

Indie-Pop<br />

Rap, HipHop<br />

Art-Pop, Chanson<br />

The Hidden Cameras<br />

Age<br />

RAR/H’Art (CD, LP)<br />

Das Musikbusiness scheint etwas fortschrittlicher<br />

zu sein als der Profisport. Aus seinen<br />

sexuellen Neigungen musste Joel Gibb,<br />

Frontmann des kanadischen Musikerkollektivs,<br />

auch während seiner Karriere zum Glück<br />

nie ein Geheimnis machen. Doch auch für<br />

ihn sind Homophobie und Diskriminierung<br />

noch immer ein Thema, das er hier etwa im<br />

dramatischen „Gay Goth Scene“ aufgreift – zu<br />

Streichern und wütenden Drums. Ansonsten<br />

setzen The Hidden Cameras wieder auf den<br />

vor Euphorie vibrierenden, orchestralen Indie-<br />

Pop, den sie trotz fünfjähriger P<strong>aus</strong>e noch<br />

immer prachtvoll beherrschen. Für schöne Abwechslung<br />

sorgen diesmal satte Dub-Bässe<br />

und einige nachdenkliche Songs. Michael Sohn<br />

Antony & The Johnsons, Arcade Fire, Stars<br />

Steve Neave<br />

ToGetHer<br />

earMusic / Edel (CD, LP)<br />

Man kennt ihn als Tastenmann von Elvis Costello<br />

& The Attractions / The Imposters. Doch<br />

der 56-jährige Londoner mit Wahlheimat Paris<br />

hat auch Eigenes parat: Alben wie „Windows<br />

(2004) oder zuletzt die Oper „Welcome To<br />

The Voice“ (2007). „ToGetHer“ ist nun eine<br />

spannende Kollektion von Duetten, die Steve<br />

Nieve mit Freunden/Kollegen wie Costello,<br />

Sting, Laurie Anderson, Robert Wyatt, Glenn<br />

Tilbrook (Squeeze), Ron Sexsmith sowie den<br />

Söhnen von Sting (Joe Sumner) und Paul<br />

Simon (Harper) umsetzte. Der wechselvolle<br />

Genre-Trip reicht von Rock über Experimental<br />

und Theatersongs bis zu Chanson und Klassik<br />

und überzeugt als hochwertiger Kontrapunkt<br />

zum gängigen Gebrauchs-Pop. Willi Andresen<br />

Elvis Costello & The Attractions, Nick Lowe<br />

Marteria<br />

Zum Glück in die Zukunft II<br />

Four Music / Sony (CD, 2 LPs + CD)<br />

Auch HipHop-Jungs landen irgendwann im<br />

Bürgertum: eine reine Zeitfrage meist. Marten<br />

Laciny fühlt sich dafür noch zu jung (man ist<br />

schließlich erst Anfang 30) und rappt bissig gegen<br />

Golf und Passat, gegen Schweden urlaub<br />

und salatbasiertes Abstinenzlertum („Kids“).<br />

Nach dem Motto „nur nicht zu bequem werden“<br />

ließ sich der Rostocker für sein drittes<br />

Marteria-Werk von Uganda bis Argentinien<br />

ordentlich den Wind um die Nase wehen<br />

und erinnert an die ursprünglichen Werte der<br />

Bewegung und an die Wechselbe ziehungen<br />

zwischen Persönlichem und Politischem. Ein<br />

komplexer Trip zwischen lässigen Kopfnicker-<br />

Tunes („Pionier“) und minimalisti sch-noisiger<br />

Elektronik („Bengalische Tiger“). Christof Hammer<br />

Marteria als Marsimoto: Grüner Samt (2012); Caspar<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Blues, Jazz<br />

GEHEIMTIPP<br />

Christof Hammer<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Ginge es um das eine Adjektiv, das<br />

diese Platte auf den Punkt bringen<br />

soll, es hieße wohl: formvollendet. Die<br />

Musik von Snakadaktal ist so minimalistischkühl<br />

wie ein norwegischer Fjord kurz vor dem<br />

Polarkreis und zugleich so üppig wuchernd<br />

wie ein Regenwald im Monsun. Man könnte<br />

auch sagen: Sie hat die Gestalt eines Wassertropfens<br />

– bündelt Hülle und Inhalt also in perfekter<br />

ökonomisch-ästhetischer Weise. Und<br />

jetzt stellen Sie sich bitte noch vor, wie dieser<br />

Tropfen von einem mächtigen Windstoß in<br />

Snakadaktal<br />

Sleep In The Water<br />

Millionen Mikropartikel zerstäubt wird – und<br />

Sie haben die Komplexität dieser Disc ungefähr<br />

in Bilder gefasst. Oder, weniger blumig<br />

<strong>aus</strong>gedrückt: Dieses Quintett <strong>aus</strong> Melbourne<br />

verblüfft auf seinem Debüt mit einer so stilsicheren<br />

wie architektonisch präzisen Blaup<strong>aus</strong>e<br />

für modernen Pop. Mit Phoebe Cockburn und<br />

Sean Heathcliff ist die Position am Mikrophon<br />

gleich doppelt gut besetzt, und die Sounds<br />

von Gitarre bis Computer verbinden Coolness<br />

und Melancholie in famoser Eleganz, schlagen<br />

quasi die Brücke zwischen Ambient-R `n´B<br />

und Dreampop, zwischen Nachtclub und Yachtclub,<br />

zwischen London und Ibiza. Tüpfelchen<br />

auf dem i: ein sorgsam <strong>aus</strong>gefeilter Klang, der<br />

auch audiophile Ansprüche erfüllt.<br />

Beach House, The XX, Air<br />

klang<br />

tipp<br />

Robben Ford<br />

A Day In Nashville<br />

Provogue / Mascot / Rough Trade (CD, LP auf 180-g-Vinyl)<br />

Der Titel gibt es vor. Und das Resultat zeigt,<br />

was ein formidabler Gitarrist mit exzellenten<br />

Sidemen an nur einem Tag bei einer „Live-inthe-studio-session“<br />

festzuhalten in der Lage<br />

ist. Der US-Altmeister bewegt sich souverän<br />

zwischen Jazz und Blues und entlockt seinem<br />

musealen Equipment Sounds von bewundernswert<br />

holziger Stofflichkeit, solistisch<br />

glänzt er mit eleganten Blue Notes. Neun<br />

Stücke sind es nur, doch die belegen, warum<br />

Fords feinsinnige Fingerfertigkeit auf unzähligen<br />

Aufnahmen von John Lennon über Joni<br />

Mitchell bis zu den Rolling Stones zu hören<br />

ist. Ein reifes Alterswerk, das Robben Ford<br />

als versierten Grenzgänger zeigt, der jeden<br />

Akkord mit Namen kennt. Stefan Woldach<br />

Larry Carlton, Steve Khan, Pat Metheny, Jeff Beck<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Humming Rec. / Rough Trade (CD)<br />

Musik:<br />

Klang:


Short Shots<br />

Dream-Pop<br />

Southern-Blues-Rock<br />

Chrysta Bell<br />

This Train<br />

Southern Blues & Rock<br />

QQ5 / JSM / Rough Trade (CD, LP)<br />

Rothaarig, sexy, geheimnisvolle Aura: Man<br />

kann sich schon vorstellen, warum David<br />

Lynch an dieser Lady <strong>aus</strong> San Antonio einen<br />

Narren gefressen hat. Seit 13 Jahren ist<br />

Chrysta Bell nun schon so etwas wie die<br />

Dauer-Muse des US-Kultregisseurs, der längst<br />

auch als Musiker glänzt und der Bell nun<br />

dieses Album auf den Leib schneiderte. Klingt<br />

spannend – ist es aber nur bedingt: Zwar lässt<br />

Lynch als Musiker und Produzent die Sounds<br />

effektvoll flirren und raunen, doch zu oft und<br />

zu lange (Laufzeiten zwischen fünf und sieben<br />

Minuten sind die Regel) verharren die Songs<br />

zwischen Blues, TripHop und Chanson noir<br />

– um dann doch nicht das für dieses Genre<br />

nötige Charisma zu entwickeln. Christof Hammer<br />

Twin Peaks: die Soundtracks, D. Lynch: The Big Dream<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

John The Conqueror<br />

The Good Life<br />

Alive Natural / Cargo (CD, LP)<br />

Vier Zehntel Southern Rock, vier Zehntel<br />

Blues, dazu von Soul und punky Rock jeweils<br />

eines: Fertig ist ungefähr der Stilmix dieses<br />

schwarz-weißen US-Trios. Als Namenspate<br />

diente eine legendäre Figur der Sklavenzeit;<br />

die südliche Gangart ist der Tatsache geschuldet,<br />

dass Drummer Michael Gardner und<br />

Vokalist/Gitarrist Pierre Moore <strong>aus</strong> Jackson ville<br />

stammen. So sind ihre Stücke nie staubtrocken,<br />

sondern eher „meaty“, also mit Fleisch<br />

dran. Erdig und karg-riffig geht es in „Get<br />

Em‘“ zur Sache, muskulös-heavy in „What<br />

Am I Gonna Do“), saftig tönt „She Said“; soft<br />

und leicht folky „Daddy‘s Little Girl“. Ein belebender<br />

Trip in präsentem Sound, der lieber<br />

authentisch tönt als klinisch rein. Cl<strong>aus</strong> Böhm<br />

ZZ Top, Kings Of Leon, Georgia Satellites<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Damon Fowler<br />

Sounds Of Home<br />

Gitarren-Musik<br />

Blind Pig / Fenn (CD)<br />

Abzappeln ist bei diesem Southern-Blues-<br />

Rocker angebracht, Mitgrölen aber eher nicht<br />

erwünscht/angesagt. Gitarrist Damon Fowler<br />

und sein Trio packen auf „Sounds Of Home“<br />

zwar ordentlich zu, doch als Sänger und Blues-<br />

Talker nimmt Fowler sich zurück und zwingt<br />

zum intensiven Zuhören. Der Groove schleppt<br />

sich durch<strong>aus</strong> mal ein bisschen heavy vorwärts,<br />

wirkt aber nicht schwerfällig. Der Hörer<br />

steht nah dran am Geschehen, das Klangbild<br />

ist druckvoll, leicht rauchig zwar, aber dennoch<br />

transparent. Der Typ <strong>aus</strong> Florida arbeitet also<br />

wie zahllose andere Louisiana-Sumpfblüten<br />

– bis er dann spätestens bei Elvis Costellos<br />

„Alison“ seine hintergründige Nachdenklichkeit<br />

aufblitzen lässt. Winfried Dulisch<br />

Tony Joe White, George Thorogood<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Hands On Strings<br />

Prometheus<br />

Doctor Heart Music / in-akustik (CD)<br />

„They are fantastic“, schwärmt Tommy<br />

Emmanuel, der <strong>aus</strong>tralische Großmeister des<br />

Fingerpickings. Und tatsächlich: Was diese<br />

beiden Gitarren-Asse <strong>aus</strong> den Saiten zaubern,<br />

ist zum Niederknien virtuos. Und, fast noch<br />

wichtiger: Thomas Fellow (Friend ‘N Fellow)<br />

und Stephan Bormann, sideman bei Acts<br />

wie Nils Landgren oder den Klezz Brothers<br />

und Gitarren-Dozent an diversen Musikhochschulen,<br />

überziehen nicht, sondern sind<br />

diszipliniert und feingeistig genug, um ihre<br />

Grenzgänge zwischen Latin, Jazz und Klassik<br />

in dynamische, dabei kammermusika lisch filigrane<br />

Arrangements zu stecken. Ein Tipp nicht<br />

nur für Gitarrenfans; auch dank sauberstem,<br />

wenn auch etwas lautem Klang. Christof Hammer<br />

Paco de Lucia, Al Di Meola, Friedemann<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Michy Reincke Hatte ich dich<br />

nicht gebeten im Auto zu warten<br />

(Rintintin/Indigo; CD)<br />

Sounds von Folk bis Retropop und<br />

Soul (klasse: „Du hast deine Farben<br />

verloren“), pfiffige Texte: Der<br />

Ham burger Produzent, Labelbetreiber<br />

und Talentscout unterscheidet<br />

sich als Musiker angenehm vom<br />

deutschen Pop-/Songwriter-Einerlei<br />

Marke Poisel oder Bosse. Dem<br />

Dutzend neuer Songs hört man an,<br />

dass hier jemand sein Ding macht,<br />

ohne sich von Hinz und Kunz dreinreden<br />

zu lassen: gut so. ham<br />

Los Lobos Disconnected in New<br />

York City (Proper / Rough Trade; CD)<br />

Ihr 40-jähriges Jubiläum feierten<br />

Los Lobos bereits Ende 2012 in der<br />

„City Winery“ in New York. Warum<br />

die Live-S<strong>aus</strong>e des in L.A. gegründeten<br />

Quintetts erst jetzt erscheint —<br />

keine Ahnung. David Hidalgo & Co.<br />

rockten beherzt durch die Kollektion<br />

ihrer vom mexikanischen Folk beeinflussten<br />

Rock- und Country-Songs.<br />

Bis zum <strong>aus</strong>gelassenen Finale <strong>aus</strong><br />

„La Bamba“ und „Good Lovin’“. wa<br />

La Fortenbacher & Die Carolinger<br />

Kamionka (Forore/Cargo; CD)<br />

Warum Ina Müller hören, wenn es<br />

die Fortenbacher gibt? Die Lieder<br />

der Hamburger Entertainerin haben<br />

mindestens ebenso viel Tiefgang<br />

und Wortwitz, und als Musikerin ist<br />

sie versiert in Sounds von Folk bis<br />

Soul, von Chanson bis Ska. Neben<br />

neuen Studioaufnahmen gibt’s<br />

hier auch drei Livetracks <strong>aus</strong> dem<br />

heimischen Schmidts Tivoli in durchweg<br />

sehr gutem Sound. ham<br />

Die Nerven Fun<br />

(This Charming Man / Cargo; CD, LP)<br />

Sägende Gitarren, schwere Bässe,<br />

harsch gebellte Texte: Dieses Trio<br />

<strong>aus</strong> dem schwäbischen Esslingen<br />

wiederbelebt den vorwendezeitlichen<br />

Post-Punk der frühen 80<br />

Jahre; <strong>aus</strong>gestreckter Mittelfinger<br />

inklusive. Eine Gangart, heute noch<br />

so radikal wie vor 30 Jahren. ham<br />

Pillar Point Pillar Point (Polyvinyl /<br />

Cargo; CD)<br />

(Tanzbarer) Synthiepop <strong>aus</strong> Amerika?<br />

Gibt’s tatsächlich, und zwar von Scott<br />

Reitherman, dem Ex-Chef der Seattle-<br />

Band Throw Me The Statue. Statt<br />

einst indietronic-artig klingt er als Pillar<br />

Point nun funky, poppig und düster –<br />

und sehr nach den 80er Jahren. ham<br />

Sprache:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

www.audio.de 03 /2014 59


Musik › POP & ROCK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Short Shots<br />

The Rifles None The Wiser<br />

(Cooking Vinyl / Indigo; CD)<br />

Ihr ersten beiden The-Jam-artigen<br />

Alben waren Perlen des 2000er-<br />

Britrock, dann kam Sand ins Getriebe<br />

bei der Londoner Band; die<br />

Rhythmussektion stieg <strong>aus</strong>. Disc<br />

Nummer 4, wieder in Gründungsbesetzung<br />

eingespielt, hat nun erneut<br />

alle Zutaten des Rifles-Sounds<br />

(Twang-Gitarren, Mod-Rock-Bässe,<br />

die rauhen Vocals von Joel Stoker),<br />

wenn auch nicht ganz die intensive<br />

Wucht einstiger Glanzzeiten. ham<br />

Sons Of The Sea Sons Of The Sea<br />

(Membran/Sony; CD, LP)<br />

Für sein neues Bandprojekt tat sich<br />

Incubus-Frontmann Brandon Boyd<br />

mit Top-Producer Brendan O‘Brien<br />

zusammen – und überrascht mit<br />

einem recht synthielastigen Mix<br />

<strong>aus</strong> melodischem US-Pop und Seventies-Rock,<br />

der sich Anleihen bei<br />

den Beatles, Maroon 5 oder Hall<br />

& Oates erlaubt. Dazu schraubte<br />

O‘Brien fantasievoll und penibel an<br />

allen Reglern, so dass ein für diesen<br />

Genre immens facettenreicher,<br />

knackiger Sound entstand. ham<br />

MarieMarie Dream Machine (Electrola/Universal;<br />

CD)<br />

Harfe plus Cello, Discobeats plus<br />

Elektropop: Die Bayerin, Stipendiatin<br />

des Berklee College Of Music<br />

nimmt, was ihr gefällt und puzzelt<br />

dar<strong>aus</strong> glamourö se „Folktronic“-<br />

Hybri de mit Pfiff. Mit Roland Spremberg<br />

(Unheilig, A-ha) als Produzent<br />

stehen die Zeichen auf Radio- und<br />

Dancefloor-Kompatibilität – und auf<br />

einen Überraschungserfolg Marke<br />

Frida Gold ham<br />

La Femme Psycho Tropical Berlin<br />

(Disque Pointu / Groove Attack;<br />

CD, 2-CD-Deluxe-Edition, LP)<br />

Halb Paris ist schwerst <strong>aus</strong> dem<br />

Häuschen ob des Debüts dieser<br />

Kapelle, und klar: Der Sound dieser<br />

Band <strong>aus</strong> Biarritz ist mit seinem Mix<br />

<strong>aus</strong> Elektropunk, Synthiepop, Psychedelic<br />

Rock und Surf Music schon<br />

irgendwie eine Show. Zumal live<br />

ganz schön die Post abgehen soll<br />

bei La Femme. Im Albumkontext<br />

bleibt der Eindruck (noch) zwiespältig:<br />

Etwas weniger Avantgarde und<br />

Anarchie und etwas mehr fokussiertes<br />

Pop-Songwriting hätte es<br />

schon sein können. Spannend (auch<br />

klanglich) ist das aber allemal. ham<br />

Pop, Folk<br />

David Crosby<br />

Croz<br />

Southern Soul, R`n´B<br />

Rykodisc/Warner (CD, LP)<br />

Späte Alben von Stars seiner Generation<br />

enden oft als fade Aufkoche von ollen Kamellen.<br />

Nicht so bei David Crosby, der während<br />

der letzten CS&N-Tour fleißig neue Songs<br />

voll berührender Stories komponierte. In<br />

dem bedächtigen „Set That Baggage Down“<br />

reflektiert er über seine Besuche bei den<br />

Anonymen Alkoholikern – 14 Jahre arbeitete<br />

er an seinem Alkohol-/Drogenentzug. Das<br />

folkig-düstere „Morning Fall“ geißelt die<br />

US-Drohnen-Einsätze; „If She Called“ ist eine<br />

Ode nur mit Gitarre und Stimme über junge<br />

Prostituierte, die Crosby vor einen Hotel in<br />

Belgien beobachtete. Ein mildes, gelungenes<br />

Alterswerk; Gastbeiträge von Mark Knopfler<br />

und Wynton Marsalis inklusive. Willi Andresen<br />

If Only I Could Remember My Name (CD+DVD-A; 2006)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Paul Rodgers<br />

The Royal Sessions<br />

Caroline/Universal (CD+DVD)<br />

Mit 64 Jahren wurde für Paul Rodgers ein<br />

Traum wahr. Der frühere Free- und Bad-Company-Sänger<br />

nahm 2013 in den heiligen Royal<br />

Studios in Memphis die Hits seiner Jugend<br />

auf – mit Musikern, die vor 40 Jahren vor Ort<br />

an den Originalaufnahmen beteiligt waren, darunter<br />

einige alte Hasen <strong>aus</strong> Al Greens Band.<br />

Mit kerniger Stimme steigt er über den Sam-<br />

&-Dave-Hit „I Thank You“ in eine vollblütige<br />

Southern-Soul- und R&B-Session ein, in der<br />

Ann Peebles’ „I Can’t Stand The Rain“ ebenso<br />

aufblüht wie „Born Under A Bad Sign“ von Albert<br />

King und Otis Reddings „I’ve Got Dreams<br />

To Remember“. Die Bläser juchzen, die Orgel<br />

jubiliert, alles wurde analog und live eingefahren<br />

– wie in den alten Tagen. Willi Andresen<br />

Bad Company, Free, Al Green<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Indie-Rock<br />

Peggy Sue<br />

Choir Of Echoes<br />

Post-NDW-Pop<br />

Wichita / PIAS / Rough Trade (CD, LP)<br />

und<br />

Die Doo-wop-Vocals sind nicht eben geistreich,<br />

überraschende Stunts auf den Gitarren<br />

sucht man vergebens, die Bassläufe sind oft<br />

simpel, das Schlagzeug gibt lediglich stampfend<br />

den Takt vor. Bei einem Wettbewerb für<br />

Virtuosität würde die Band <strong>aus</strong> Brighton leer<br />

<strong>aus</strong>gehen. Aber das ist eher Vor- als Nachteil:<br />

So kommt der psychedelische Surf-Sound<br />

von Peggy Sue gänzlich ungeschminkt und<br />

authentisch über die Welle geglitten. Man erkennt<br />

schnell, welche Songs Substanz haben:<br />

nämlich fast alle der zwölf Tracks zwischen euphorischer<br />

Beach-Melancholie und entspannter<br />

Folk-Romantik plus schön geschichtetem<br />

Chorgesangs-Intro. Fein aufgenommene<br />

Stimmen, natürlicher Klang. Michael Sohn<br />

Dum Dum Girls, Best Coast<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Judith Holofernes<br />

Ein leichtes Schwert<br />

Four Music / Sony (CD, LP+CD)<br />

Dada-Elemente und Schmuse-Lyrik, Ohren-<br />

S<strong>aus</strong>en dank NDW-Gischt, akustisches Autoren-Kino<br />

und elektrisierende Trash-Spielereien:<br />

Judith Holfelder-Roy alias Judith Holofernes,<br />

Sängerin der gerade p<strong>aus</strong>ierenden Band Wir<br />

sind Helden, zieht für ihr Solodebüt reihenweise<br />

stilübergreifende Register. Das Album<br />

ist allerdings kein leichtes, sondern eher<br />

ein zweischneidiges Schwert. Das Dutzend<br />

Songs prickelt einerseits wie schäumende<br />

Ahoi-Br<strong>aus</strong>e und beeindruckt mit schlauen<br />

Textpassagen, schleppt sich aber auch durch<br />

allzu gewollt-experimentelle oder kopflastig<br />

arrangierte Songs. Wohltuend schön und betörend<br />

klug gerieten allerdings „John Irving“<br />

und „Danke ich hab schon“. Cl<strong>aus</strong> Dick<br />

Wir sind Helden, Bonaparte, Mia<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

60<br />

www.audio.de ›03 /2014


Classic Rock<br />

Rock<br />

Gospel, Blues<br />

Musik › POP & ROCK<br />

The Brew (UK)<br />

Control<br />

Lake<br />

Wings Of Freedom<br />

Leyla McCalla Vari-Colored Songs –<br />

A Tribute To Langston Hughes<br />

Jazzh<strong>aus</strong>/in-akustik (CD, LP)<br />

Mad As Hell / Cargo (CD)<br />

Dixiefrog/Fenn (CD)<br />

Die zehn Songtitel entstammen allesamt dem<br />

Bedien-Vokabular eines CD-Players: „Eject“,<br />

„Skip“, „Shuffle“ etc. Wer nun auf ein schwer<br />

verdauliches Konzeptalbum schließt, irrt aber:<br />

Das englische Trio The Brew (Tim Smith, Bass,<br />

Sohn/Drummer Kurtis Smith, Vokalist/Gitarrist<br />

Jason Barwick) fand einfach die Idee eines<br />

roten Fadens charmant. Mit Produzent Toby<br />

Jepson, ehemals Chef der Hardrocker Little<br />

Angels, und Mixer Steve Harris (Kula Shaker,<br />

Kaiser Chiefs) geht es in livehaftigem Sound<br />

durch Rock von klassisch bis modern: Bei<br />

„P<strong>aus</strong>e“ standen Black Sabbath Pate, „Stop“<br />

ist eine Ballade mit Kansas-Flair, und „Fast<br />

Forward“ zitiert The Who – doch auch aktuelle<br />

britische Psychedelica blitzt auf. Cl<strong>aus</strong> Böhm<br />

Kann man alte Zeiten zurückrufen? Will man<br />

das? Die 1973 in Hamburg gegründeten Lake<br />

holten nach 2002 erneut ihren ersten Sänger,<br />

den Schotten Ian Cussick, zurück. Cussick<br />

wurde erstmals im Herbst 1974 ersetzt durch<br />

James Hopkins-Harrison (†1991), dessen<br />

letzte Gesangsaufnahme hier in den aktuellen<br />

Song „Nightbirds“ einfließt. Saitenmeister<br />

Alex Conti und seine vier Mitstreiter überraschen<br />

anno 2014 kaum mit Neuheiten, wagen<br />

wenig, bauen eher vertraute Melodien,<br />

Harmonien und Rhythmen <strong>aus</strong> erfolgreichen<br />

Tagen zusammen. Sauber gemachter, solider<br />

Sound in bekannter Westcoast-Manier, guter<br />

Sänger – alles ganz wie in alten Tagen, aber<br />

doch etwas sehr nostalgisch. Willi Andresen<br />

Langston Hughes (1902-1967) war ein afroamerikanischer<br />

Poet, dessen Einfluss bis<br />

zum HipHop, Rap und Poetry Slam reicht.<br />

Leyla McCalla ist eine Cellistin, die ihre Saiten<br />

nicht mit dem Bogen streicht, sondern wie<br />

eine Mandoline-Spielerin mit den Fingern anschlägt.<br />

Als Sängerin verbindet die Lady <strong>aus</strong><br />

New Orleans Blues-Feeling mit Kunstlied-Attitüde.<br />

Für diese CD vertonte sie Gedichte von<br />

Hughes, zu denen er sich von den Rhythmen<br />

und dem Tonfall des Jazz hatte inspirieren lassen.<br />

Außerdem singt Leyla McCalla hier Volkslieder<br />

<strong>aus</strong> Haïti, der Heimat ihrer Vorfahren.<br />

Zwischen kraftstrotzender Schwermut und<br />

karibischer Leichtblütigkeit jongliert sie mit<br />

den Gefühlen des CD-Hörers. Winfried Dulisch<br />

Black Sabbath; Led Zep; M. Mann‘s Earthband; Kasabian<br />

Lake II (1978); Alex Conti: Retrospective 1974-2010<br />

M. Ndegeocello, Erykah Badu, Carolina Chocolate Drops<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Post-Rock<br />

Pop<br />

Electronic, Post-Pop<br />

The Silver Mt. Zion Memorial Orches.<br />

Fuck Off Get Free We Pour Light On Everything<br />

Constellation/Cargo (CD, LP)<br />

Die Band <strong>aus</strong> dem Umfeld der Post-Rocker<br />

Godspeed You Black Emperor! als reine<br />

Protestband abzutun, wäre zu einfach. Und<br />

doch sind der erhobene Zeigefinger und das<br />

Kämpferische ein festes Markenzeichen des<br />

kanadischen Kollektivs. Aber wo früher noch<br />

streicherbeladene Instrumentals und subtil<br />

geschichtetes Soundmaterial eine traurige<br />

Ambienthaftigkeit beschworen, wird heute<br />

schräg, aber erdig im Stil von Sonic Youth<br />

gerockt. Beständige Wechselgesänge sorgen<br />

für eine hippieske Kommunenhaftigkeit, was<br />

die länglichen Albumstücke eher wie humanistische<br />

Beschwörungsrituale, ja gar wie energische<br />

Gospels denn als schnöde, selbstbezogene<br />

Rockssongs wirken lässt. Daniel Vujanic<br />

Born Into Trouble As The Sparks Fly Upward (2001)<br />

Andreas Dorau<br />

Aus der Bibliothèque<br />

Bureau B / Indigo (CD, LP+CD)<br />

Knitze bis bizarre Texte zu Melodien zwischen<br />

Kinderlied und Sunshinepop: Diese Elemente<br />

verschränken sich im Werk von Andreas Dorau<br />

so smart, dass man über beides allzu flott<br />

hinwegzuhören und die Raffinesse der Musik<br />

wie die Doppelbödigkeit der Geschichten zu<br />

überhören droht. „Flaschenpfand“ hat das<br />

Zeug zum (Karnevals)-Hit, „MoDiMiDoFrSa-<br />

So“, das Text-Telegramm <strong>aus</strong> „Die Woche“,<br />

klingt gesungen einfach top, und „Tannenduft“<br />

porträtiert einen Serienmörder – Mahlzeit.<br />

Die Musik dazu? Sonnt sich in typischer<br />

Dorau-Manier in Elektropop und Krautrock.<br />

Und weil gerade sein 50. Geburtstag anstand,<br />

gibt’s zudem die Werkschau „Hauptsache ich<br />

– Retrospektive 1981-2014“. Christof Hammer<br />

Max Goldt, PeterLicht, Loriot<br />

bEEdEEgEE<br />

Sum One<br />

4AD /Beggars Group /Indigo<br />

Als Kopf der Avantrock-/Dance- Truppe Gang<br />

Gang Dance hat Brian DeGraw (BDG) Genregrenzen<br />

eingerissen und die Verschmelzung<br />

von Punk, Kunst, Elektro und Kollektivekstase<br />

forciert. Solo jedoch führt er seine Vorliebe für<br />

Ethnosounds, Trance und nervös trippelnden<br />

Dancefloor in quasi fast unbesiedelte Gefilde:<br />

Vieles rattert synthetisch moduliert umher,<br />

billige Keyboardklänge, Eurotrashzitate und<br />

diffuse Samples treffen auf verschrobene<br />

Dubscapes, während vereinzelt gar schwelge<br />

rischer Pop aufleuchtet („Empty Vases“).<br />

Und immer, wenn sich der Sound in verpeilte,<br />

instrumentale Kleinteilig keit aufzulösen<br />

droht, sorgen Gäste von CSS bis Hot Chip für<br />

packende Vocal-Intermezzi. Daniel Vujanic<br />

Gang Gang Dance. Hot Chip<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

www.audio.de ›03/2014 61


Musik › POP & ROCK<br />

SCHWARZES MEHR!<br />

Irischer Edel-Folk, Spezialitäten von Tango bis Blues, spannender 2013er-Jazz direkt von der<br />

Studio-Quelle gezapft: Die <strong>AUDIO</strong>-Vinylexperten fischten wieder jede Menge analoge Hochkaräter<br />

<strong>aus</strong> dem Schwarz-Meer. Denn von LP- kann man nie genug bekommen.<br />

Tango<br />

Singer-Songwriter<br />

Mary Black No Frontiers<br />

Das Reissue-Label Pure Pleasure macht<br />

sich mit fein gefertigten LPs weiter<br />

verdient um den Backkatalog der Grande<br />

Dame des irischen Pop-Folk. Mary Black<br />

hatte mit „Song For Ireland“ ja schon<br />

1984 eine inoffizielle Hymne für die Insel<br />

veröffentlicht, auf „No Frontiers“ schob<br />

sie 1989 mit dem Titelsong eine weitere<br />

nach. Die Platte blieb über ein Jahr in den<br />

irischen Top 30 – und Solo-Album Nr. 5<br />

der Sängerin ist noch heute ein Ohrenschm<strong>aus</strong><br />

sondersgleichen. Produzent und<br />

Gitarrist Declan Sinnott schneiderte ein<br />

mal üppiges, mal reduziertes Klanggewand,<br />

das perfekt zu Marys glasklarem,<br />

emotional durchgefärbtem Sopran passte.<br />

Sogar das Cover „I Say A Little Prayer“<br />

funktioniert. Es ist schwer, <strong>aus</strong> diesem<br />

wohl perfektesten Album von Mary Black<br />

einen Song her<strong>aus</strong>zuheben, aber „Columbus“<br />

gehört schon in die Top 100 der<br />

stärksten LP-Tracks des Songwriter-Pops.<br />

Justus Schlierbacher<br />

Pure Pleasure / Speakers Corner<br />

Musik:<br />

Remaster:<br />

Klang:<br />

Pressqualität:<br />

Café Banlieu Tango à Trois<br />

klang<br />

tipp<br />

Tango ohne Bandoneon? Und ob das<br />

geht! Und wer die kleine argentinische<br />

Schwester des Akkordeons ohnehin nicht<br />

leiden mag, hat hier mal Gelegenheit,<br />

ohne Quetschkommode in den Genuss<br />

von Tango à l’Europe zu kommen. In der<br />

Besetzung eines klassischen Klaviertrios<br />

(also Piano, Geige und Cello) spielen Peter<br />

Ludwig, Arben Spahiu und Peter Wöpke<br />

voller Temperament den Tango. Den<br />

abwechslungsreichen Kompositionen von<br />

Ludwig geben wie selbstverständlich ungarischer<br />

Paprika, französische Raffinesse,<br />

belgische Süßigkeit und portugiesische<br />

Melancholie reichlich rhythmisches Feuer.<br />

Die 2006 veröffentlichte CD war schon ein<br />

highendiger Genuss, dem nun mit deutscher<br />

Gründlichkeit ein analoges Schmankerl<br />

folgt. Leider störten trotz <strong>aus</strong>giebiger<br />

vorheriger Waschung einige Knackser bei<br />

den letzten beiden Tracks auf Seite 1 des<br />

Testexemplars. Tipp: nach Möglichkeit<br />

Probehören. Justus Schlierbacher<br />

Orchester-Jazz<br />

Farao Classics<br />

Musik:<br />

Remaster:<br />

Klang:<br />

Pressqualität:<br />

klang<br />

tipp<br />

Paul Kuhn And The Best As Time Goes By<br />

Zu seinem 80. Geburtstag 2008 durfte<br />

sich der große Paul Kuhn noch einen<br />

Herzenswunsch erfüllen. Also ging er in<br />

die Scoring Stage Studios nach Berlin, wo<br />

das Deutsche Filmorchester Babelsberg<br />

mit seinen Streichern schon wartete. Und<br />

damit das Geschenk auch perfekt geriet,<br />

bildeten Jazz-Asse wie Ack van Rooyen<br />

(Trompete) oder Willy Ketzer (Drums) das<br />

Gebläse und die Rhythm Section – ganz<br />

bescheiden „The Best“ eben. Man startet<br />

mit der Kuhn-Kompostion „Almost The<br />

Blues“ und schlug dann fünfzehnmal das<br />

All-American Songbook auf. Zu Ehren des<br />

jüngst verstorbenen „Mann am Klavier“<br />

transferierte seine Plattenfirma nun diese<br />

schöne CD – mit den entsprechenden Begleittexten<br />

– analog remastert auf anderthalb<br />

LPs. Schön, und manchmal souverän<br />

an der Grenze zum Easy Listening. Höchst<br />

willkommene Zugabe auf Seite 4: fünf<br />

Jazzstandards, 2002 eingespielt im Oktett<br />

(für einen Titel mit Sängerin Greetje Kauffeld<br />

verstärkt) für die CD „Young At Heart“.<br />

Und weil tatsächlich mal das Klischee<br />

vom „warmen“, wunderschön runden<br />

Analogsound stimmt, kann man diese „Limited<br />

Audiophile Edition“ auf zweimal 180<br />

Gramm wärmstens empfehlen. Justus<br />

Schlierbacher P: 2 (Seite 1: 6/7)<br />

In + Out Records / Inakustik (2 LPs)<br />

Musik:<br />

Remaster:<br />

Hawaii-Blues<br />

Taj Mahal And The Hula Blues<br />

Taj Mahal ist definitiv pono. Der hawaiianische<br />

Begriff „pono“ ist wohl so wenig<br />

übersetzbar wie „cool“ oder „geil“ in<br />

ihren übertragenen Bedeutungen. Der<br />

Highender unter den Bluesgranden nahm<br />

1997 auf den Pazifik-Inseln, für einige<br />

Jahre seine Heimat, mit lokalen Musikern<br />

eine Platte auf, die mit spiritueller Kraft,<br />

guter Laune und natürlich auch Blues satt<br />

aufwartet. Kein doofer Touristen-„Hula“,<br />

sondern rhythmisch sehr relaxte, frohgemut<br />

und reichhaltig instrumentierte Musik<br />

– und mit dem „Mailbox-Blues“ gibt’s auch<br />

puren 12-Bar-Stoff. Schön, dass heute mal<br />

wiederzuhören. Die Stimme ist unglaublich<br />

präsent, die Dynamik prachtvoll – einfach<br />

pono eben. R: 4 Justus Schlierbacher<br />

Tradition & Moderne<br />

Musik:<br />

Remaster:<br />

Klang:<br />

Pressqualität:<br />

Klang:<br />

Pressqualität:<br />

Jerry Lee Lewis Southern Roots<br />

klang<br />

tipp<br />

OK, da gibt es diese Doppel-CD, die wesentlich<br />

mehr Studio-Gespräche und auch<br />

einige Musiktitel mehr bietet als diese<br />

Doppel-LP. Aber will man den „Killer“ bei<br />

seinem tiefen Wühlen in den südlichen<br />

Wurzeln wirklich digital hören? Allein die<br />

Story ist doch irgendwie tiefschwarz: 1973<br />

sollte Oberknallkopf Jerry Lee mal wieder<br />

ein Album zubereiten, gepfeffert mit amt-<br />

62 www.audio.de ›03 /2014


lichem Südstaaten-Gebläse und Top-Band.<br />

Als Koch kam frisch <strong>aus</strong> dem Knast Produzent<br />

und Megahitzkopf Huey Meaux. Die<br />

Egos prallten aufeinander – und <strong>aus</strong> dem<br />

Feuer entstand eine Galaxie tiefschwarzer<br />

Songs und Cover-Versionen, die 1974 als<br />

Gebinde von gerade mal zehn Nummern<br />

erschien. Jetzt hat Bear-Family-Oberhaupt<br />

Richard Weize die Originalbänder entdeckt<br />

– und wir haben viel Spass beim Abhören<br />

der superb gefertigten und verblüffend detailreich<br />

klingenden Scheiben. Der Killer ist<br />

in seinem Element – fröhlich improvisiert<br />

er in die mit krassem Südstaaten-Akzent<br />

gekauten Texte ständig seinen Namen<br />

rein. Die 19 Titel mit viel Rock, viel Roll,<br />

viel Soul und einer guten Portion Swamp<br />

sprühen fast Funken, sogar die langsamen<br />

Nummern glühen rot. Die explosive<br />

Stimmung ist auf der zweiten LP am Ende<br />

festgehalten. Reicht auch. Die Mucke haut<br />

eh <strong>besser</strong> rein. Justus Schlierbacher<br />

Folk-Jazz<br />

Rock’n’Roll, Soul, Country<br />

Bear Family (2 LPs)<br />

Musik:<br />

Pressqualität:<br />

East Drive<br />

Studio Konzert<br />

Klang:<br />

klang<br />

tipp<br />

klang<br />

tipp<br />

Welch ein Wagnis: Die renommierten<br />

Bauer-Studios in Ludwigsburg laden eine<br />

Band zum Studio-Konzert, schneiden ohne<br />

irgendwelche digitalen Mehrspur-Hexereien<br />

direkt vom zum Teil röhrenbestückten<br />

Mischpult auf eine offenbar bestens in<br />

Schuss gehaltene Zweispur-Bandmaschine<br />

Studer A 820 mit und veröffentlichen<br />

die pure Analog-Produktion dann noch<br />

in strikt limitierter LP-Auflage. Superb<br />

gepresst und zu allem auch noch exzellent<br />

Noch mehr LP-Tipps finden Sie in der<br />

! kommenden <strong>AUDIO</strong>-Ausgabe 2/14<br />

dokumentiert – schon da lacht das audiophile<br />

Herz. Hut ab vor dem Bauer-Team!<br />

Und natürlich auch vor East Drive, dem Trio<br />

von Gitarrist Vitaly Zolotov, Bassist Philipp<br />

Bardenberg und Drummer/Flötist Bodek<br />

Janke, die sich hier mit dem First-Class-<br />

Pianisten Vadim Neselovskyi verstärken.<br />

Die vier spielen einen slawisch eingefärbten,<br />

abwechslungsreichen, manchmal<br />

zarten, meist kraftvollen Jazz-Rock, dem<br />

man gerne l<strong>aus</strong>cht. Insbesondere wenn<br />

der Klang so exzellent ist: ohne pseudoaudiophile<br />

Mätzchen, ohne Effekte, ohne<br />

Tricks. Also bitte kein Baller-Schlagzeug mit<br />

hochglanzfrisierten Becken und verhalltgeputschter<br />

Snare oder Donner-Piano erwarten.<br />

Dafür perfekt <strong>aus</strong>tarierten Sound.<br />

Justus Schlierbacher<br />

Avantgarde<br />

Neuklang/Edel<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Remaster: Neuproduktion , Pressqualität:<br />

Journal Intime Studio Konzert<br />

klang<br />

tipp<br />

Die drei Bläser des Journal Intime verstärkten<br />

sich für das direkt auf analoges<br />

Zweispur-Master geschnittene Studio-<br />

Konzert bei Bauer in Ludwigsburg (siehe<br />

Rezension East Drive) mit dem Gitarristen<br />

Marc Ducret und dem Akkordeonisten<br />

Vincent Peirani. Komponist und Bass-<br />

Saxophonist Frédéric Gastard, Posaunist<br />

Matthias Müller und Trompeter Sylvain<br />

Bardiau spielen ein Programm zwischen<br />

Avantgarde, Free Jazz und Rock, das sie<br />

treffend „Extension des Feux“ (Ausbreitung<br />

der Feuer) nennen. Kein Easy<br />

Listening, dafür spannend bis zur Grenze,<br />

sich jeder Kategorisierung und Wertung<br />

entziehend. Um das Wortspiel der Band<br />

aufzunehmen: oft intim, meist in Time.<br />

Die außergewöhnliche Instrumentenkombi<br />

nahmen die Bauer-Techniker vor<br />

einem hochkonzentrierten Publikum<br />

dermaßen differenziert, räumlich präsent<br />

und dynamisch auf, dass man auch hier<br />

mit Fug und Recht von einer audiophilen<br />

Sternstunde sprechen kann. Justus<br />

Schlierbacher<br />

Blues<br />

„Crazy“ Chris Kramer Chicago Blues<br />

2010 ließ bereits die CD-Fassung von<br />

„Chicago Blues“ Bluesfans mit der<br />

Zunge schnalzen. Ob Shuffle, Boogie oder<br />

schmerzbehafteter Südstaaten-Blues,<br />

stilsicher bewegen sich Chris Kramer und<br />

seine exzellenten Musiker (darunter Mitglieder<br />

von Muddy Waters’ Originalband!)<br />

durch stimmungsvoll-energische bis melancholische<br />

Tracks. Dabei erzeugt schon<br />

allein das alle chromatischen Register ziehende<br />

Mundharmonika-Spiel dieses Blues-<br />

Man <strong>aus</strong> Westfalen Gänsehautmomen te.<br />

Nun gibt’s diese prächtige deutsche Bluesproduktion<br />

auch als schwere, lebendig und<br />

körperhaft warm klingende 180-Gramm-<br />

LP – und mit vier nur auf Vinyl erhältlichen<br />

Bonustracks. Fritz Schwertfeger<br />

Weihnachts-Jazz<br />

Blow Till Midnight Records (2 LPs)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Remaster: Neuproduktion, Pressqualität:<br />

klang<br />

tipp<br />

klang<br />

tipp<br />

Bugge Wesseltoft It’s Snowing On My Piano<br />

Das Debüt des norwegischen Pianisten<br />

sorgte 1997 mit der Verschmelzung von<br />

Weihnachtsliedern und freigeistigem Jazz<br />

für Furore. Bugge Wesseltofts Transformationen<br />

von Klassikern wie „Stille Nacht,<br />

heilige Nacht“ oder „Es ist ein Ros<br />

entsprungen“ sind geprägt von feinfühlignuanciertem<br />

Spiel, tönen farbenfroh und<br />

stimmungsvoll, aber auch puristisch und<br />

schwebend-elegant. Ein neues Analogmaster<br />

arbeitet die facettenreiche Darstellungskraft<br />

von Wesseltofts Piano nun in<br />

seiner ganzen Weiträumigkeit her<strong>aus</strong>: ein<br />

audiophiles Highlight. Fritz Schwertfeger<br />

Musik › POP & ROCK<br />

Neuklang/Edel<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Remaster: Neuproduktion , Pressqualität:<br />

Act/Edel (LP)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Remaster: 5 Pressqualität:<br />

www.audio.de ›03/2014<br />

63


Musik › Oldies<br />

OLDIE-CD DES MONATS<br />

The Beatles<br />

The US Albums<br />

Apple/Universal (2 CDs mit (13 CDs) 40 Songs / Box-Set mit 6 CDs in Pappschubern + 44-Seiten-Buch)<br />

Da sind die Amis schön vorgeführt worden. Nicht die Engländer, sondern<br />

die eigenen Landsleute von Capitol Records tischten ihnen vor 50<br />

Jahren eine Mär von den Beatles auf. So erschienen 1964 in den USA<br />

sechs LPs der Liverpooler – in England gab es bis dato mit „A Hard<br />

Day’s Night“ und „Beatles For Sale“ nur zwei reguläre Alben. Zudem<br />

hatten viele US-LPs eine andere Optik als die Originale. Kurios etwa das<br />

„Butcher Cover“ von „Yesterday And Today“, das Paul & Co. in weißen<br />

Kitteln mit blutigen Tierknochen und abgehackten Puppenköpfen zeigt.<br />

Die Moralapostel liefen Sturm, die folgenden Auflagen wurden mit<br />

Überkleber <strong>aus</strong>geliefert, der die Beatles vor einem Schrankkoffer zeigt.<br />

Das nur für USA kompilierte Album enthielt mit „Drive My Car“, „Yesterday“<br />

und „Doctor Robert“ Songs <strong>aus</strong> den GB-Alben „Rubber Soul“,<br />

„Help!“ und „Revolver“. Zum 50. Jahrestag des ersten US-Trips der<br />

Fab Four (7. 2.1964) gibt’s nun zwölf Beatles-Discs detailgetreu wie sie<br />

1964 bis ’70 für den US-Markt präpariert wurden: ein Dokument einer<br />

einmaligen historischen Verklärungskampagne. Die Edition offeriert CDs<br />

Alle Beatles-Alben remastered von 2009<br />

im LP-Stil mit Originalcover, Plastik- und Papieri nnenhülle. Dazu gibt’s<br />

erstmals die Doku „The Beatles Story“ mit Musik und O-Tönen.<br />

Zunächst verweigerte Capitol die Beatles völlig. Die ersten Platten vor<br />

1964 erschienen auf den Indie-Labels Vee-Jay bzw. Swan Records.<br />

„Meet The Beatles“, die erste am 10. 1.1964 von Capitol verantwortete<br />

LP, war ein drastisch verändertes Gemisch <strong>aus</strong> den ersten zwei UK-<br />

Originalen. Erst nach „Revolver“ (1966) erschienen alle LPs („Stg.<br />

Pepper...“, „Magical Mystery Tour“, Abbey Road“, „Let It Be“) getreu den<br />

englischen Originalen. Doch auch am Klang wurde manipuliert. Elf der<br />

13 US-Werke liegen aktuell in Mono und Stereo vor, „Hey Jude“ und<br />

„The Beatles Story“ nur in Stereo. Doch was hieß Mono und Stereo<br />

für die Amis? Die Capitol-Crew hatte ihre eigenen Vorstellungen und<br />

fertigte simulierte Stereo-Mixe, sogenannte Duophonic-Mixe. Zum<br />

Glück wurden die Songs dieser US-Box aber nicht von Capitol-Tapes<br />

gezogen, sondern von den Bändern, die George Martin 2009 von den<br />

1960er-Originalen angefertigt hatte. Willi Andresen<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Ethno-Rock<br />

Pop, Rock, New Wave<br />

Indie-Pop, Rock<br />

Manu Chao Clandestino / Proxima Estacion:<br />

Esperanza / Sibérie M’Etait Contée / Baionarena<br />

Bec<strong>aus</strong>e / Word And Sound (je 1 CD bzw. 2 CDs; je 2 LPs + CD)<br />

Bonustracks, Remastering? Fehlanzeige. Und<br />

auch in Sachen Ausstattung spart sich dieses<br />

Quartett jeglichen Luxus. Dennoch freut man<br />

sich über das Wiederhören mit dem zuletzt<br />

in Teilen vergriffenen Oeuvre von Manu Chao<br />

– zumal alle vier Alben auch als 2-/3-LP-Sets<br />

inklusive CD zu haben sind. Den höchsten<br />

Raritätenwert besitzt das nun erstmals auf CD<br />

veröffentlichte 2004er-Werk „Sibérie M’Etait<br />

Contée“, einst nur als Beilage zu einem Comicbuch<br />

erschienen. Den größten kommerziellen<br />

Erfolg verzeichnete der Franzose baskischer<br />

Abstammung mit „Clandestino“ (mit dem Hit<br />

„Bongo Bong“); am schärfsten rockt der Mix<br />

<strong>aus</strong> Sounds von Punk bis Salsa aber auf dem<br />

Live-Doppeldecker „Baionarena“. Christof Hammer<br />

Mano Negra – Manus Hauptband von 1987 bis 1995<br />

Diverse Interpreten The Organisation<br />

Of Pop – 30 Years Of Zang Tuum Tumb<br />

ZTT/Soulfood (2 CDs)<br />

Feierstimmung im H<strong>aus</strong>e ZTT: Das Londoner<br />

Kultlabel wurde kürzlich 30 Jahre alt. Zum Jubiläum<br />

zeigt ein 38-Track-Doppel decker, welch<br />

wuchtige und innovative Soundentwürfe die<br />

Klangschmiede von Trevor Horn und Paul<br />

Morley seit 1983 auf die Popszene abfeuerte<br />

und wie smart man in Produktionen für Seal,<br />

808 State, Tom oder Grace Jones den Grenzbereich<br />

zwischen großem Pop und phonstarkem<br />

Radau <strong>aus</strong>lotete. Zudem legt ZTT ein<br />

Deluxe-Set von Frankie Goes To Hollywoods<br />

Best-Of-Disc „Frankie Said“ inklusive DVD<br />

(TV-/Videoclips) auf, und eine weitere Doppeldisc<br />

namens „The Art Of 12‘‘ Vol. 3“ zeigt<br />

mit Tracks von ABC, Madness oder Devo die<br />

Kunst des cleveren (Re-)Mixens. Christof Hammer<br />

weitere ZTT-Acts: Propaganda, The Art Of Noise, The Frames<br />

Nationalgalerie Alles – Werkschau<br />

Rakete Medien / Rough Trade (5 CDs + 1 DVD + 58-Seiten-Booklet)<br />

In den Jahren 1991 bis 1997 brachte es diese<br />

Hamburger Formation quasi auf direktem<br />

Weg vom spannenden Newcomeract zum<br />

gut gehüteten Geheimtipp der alternativen<br />

deutschen Rockszene. Dazwischen allerdings<br />

tat sich (abgesehen vom Hit „Evelin“) etwas<br />

zu wenig um die Nationalgalerie – der große<br />

Durchbruch blieb Niels Frevert & Co. versagt:<br />

Mit allen Studioalben (satt remastert und<br />

um einen bis sechs Bonustracks erweitert)<br />

sowie dem 1994er-Konzertmitschnitt „Live in<br />

Bloomington“ leistet dieses Boxset jetzt eine<br />

kleine Wiedergutmachung. Dazu eröffnet die<br />

DVD „Von einem der Momente“ spannende<br />

Einblicke ins Innenleben einer stets etwas<br />

unter Wert gehandelten Band. Christof Hammer<br />

bekanntestes Einzelalbum: Indiana; Erdmöbel, Fink<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

64 www.audio.de ›03 /2014


Licht und Schatten: neue<br />

Low-budget-Boxsets<br />

Alle Originalalben einer Top-Band in eine<br />

Pappschachtel, ein (halbwegs) günstiges<br />

Preisschild drauf, und schon zücken<br />

die Fans das Portemonnaie: So einfach<br />

stellt sich mancher Labelmanager die Zusammenstellung<br />

einer low-budget-Box vor.<br />

Aber Pustekuchen – auch eine vermeintlich<br />

simple Sache kann man rechtschaffen<br />

vermasseln. Im Fall der Pogues etwa<br />

stört den Kenner zumindest zweierlei: Mit<br />

rund 37 Euro ist das kärglich aufgemachte<br />

Schächtelchen sooo günstig auch wieder<br />

nicht. Völlig unverständlich aber bleibt,<br />

warum die Rhino-Crew für „30 Years“ die<br />

2004er-Normalversionen aller Studioalben<br />

recycelte – und nicht die Remaster-Editionen<br />

von 2005 mit ihren oft substanziellen<br />

bis essentiellen Bonustracks. Diese Form<br />

von Geiz ist nun leider gar nicht geil, denn<br />

wenn man Fans der irischen Folk-Punks<br />

angesichts einer umfangreich aufgearbeiteten<br />

Banddisko graphie noch hätte hinter<br />

dem Ofen hervorlocken können, dann<br />

bitteschön damit. So bleiben als Kaufargumente<br />

lediglich die neuen Abmischungen<br />

des Debüts „Red Roses For Me“ und des<br />

1989er-Werkes „Peace And Love“ sowie<br />

der hier erstmals komplett zu hörende,<br />

aber eher schlappe Konzertmitschnitt<br />

„Live In London“, bei dem Clash-Leader<br />

Joe Strummer den seinerzeit unpässlichen<br />

Pogues-Frontmann Shane MacGowan nur<br />

leidlich ersetzen konnte.<br />

Im Fall von Simply Red hingegen kann<br />

man uneingeschränkt applaudieren: Für<br />

günstige 18 Euro bringt das 4-CD-Set<br />

„Song Book 1985-2010“ satte 49, dekadenweise<br />

(„1980s“ / „1990s“ / „2000s“)<br />

gebündelte Hits der britischen Soulpop-<br />

Götter – und eine interessante Zugabe:<br />

Unter dem Titel „The Band Of 2005“<br />

finden sich auf Disc 4 nämlich erstmals<br />

zwölf Alternativversionen von Simply-Red-<br />

Songs, die nicht den Sprung auf das in<br />

jenem Jahr eingespielte „Simplified“-Remake-Album<br />

schafften: ein Dutzend echter<br />

CD-Premieren also, die in Arrangements<br />

zwischen House, Dub, Latin und Soul<br />

absolut überzeugen können. Und sogar<br />

für eine neues, sattes Remastering (Tony<br />

Cousins) und ein 36-Seiten-Booklet reichte<br />

das Budget noch: Appl<strong>aus</strong>, please! ham<br />

The Pogues Studio 30 Years<br />

PM / Rhino / Warner<br />

Musik:<br />

Simply Red Songbook 1985-2010<br />

Atlantic/Warner<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Klang:<br />

Trance-Jazz<br />

Fusion<br />

Nonesuch/Warner (CD)<br />

Wer Musik erwartet, wie man sie bislang von Brad Mehldau kennt, wird enttäuscht sein.<br />

Sein Duo mit Schlagzeuger Mark Guiliana ist ein Trip ins Psychedelische, mit greinenden<br />

und fauchenden Synthies, viel Fender Rhodes und assoziativen Klangräumen – und ein Ausflug<br />

in Mehld<strong>aus</strong> Jugend: „Rock‘n‘Roll, Prog-Rock, Bands wie Pink Floyd: Das waren meine Helden,<br />

bevor ich das erste Mal auf Coltrane gestoßen bin und der Jazz die Führung übernommen<br />

hat“, erläutert er. „Mehliana“ ist nun Experiment, das diese Elemente aufgreift – aber eines,<br />

das schon in der Laborphase in sich stimmig wirkt. Dabei musste Mehldau seine Moogs und<br />

seinen Prophet 8 erst einmal spielen lernen. Zwei Jahre las er, was er darüber fand, fragte<br />

Kollegen, probierte <strong>aus</strong>, bis er sich mit Mark Guiliana sowohl ins Studio in Brooklyn als auch an<br />

die Öffentlichkeit wagte. Ein paar Konzerte spielte man im Herbst 2013 auch in Deutschland.<br />

Wer das Duo da verpasste, dem bleibt mit diesem Album eine Alternative, die auf emphatische<br />

Weise einfängt, was die Musiker im Sinn haben. Viele der Kompositionen wirken improvisiert,<br />

<strong>aus</strong> dem Fluss gemeinsamer Kommunikation entstanden. Es ist Musik mit Rock-Appeal, mit<br />

hypnotischen Momenten, <strong>aus</strong>schweifend und ab und an redundant, dann wieder skizzenhaft<br />

und reduktionistisch. Der Hörer wird dabei Teil des Kreativprozesses, erlebt den Reiz des Situativen,<br />

manchmal Unfertigen – bei Musiker dieser Klasse ein besonderes Erlebnis. Ralf Dombrowski<br />

Dafnis Prieto, John Medeski, Motorpsycho<br />

Musik:<br />

Nonesuch/Warner (CD)<br />

Klang:<br />

Pat Metheny Unity Group<br />

Kin (< >)<br />

Indem er das Quartett seiner Unity Band zum<br />

Quintett der Unity Group erweiterte, kann der<br />

Gitarrist Pat Metheny seinem Hang zur Opulenz<br />

zwischen Hard Bop, Hymnen, südamerikanischen<br />

Einflüssen, Country und Rockjazz<br />

<strong>besser</strong> frönen. Akustische und elektrische<br />

Gitarre, Gitarrensynthesizer, über die Gitarre<br />

gesteuerte mechanische Musikinstrumente<br />

sind Methenys Part in dem fülligen Treiben, in<br />

dem Chris Potter mit diversen Saxofonen Methenys<br />

weit gespannte Linenführung ergänzt.<br />

Antonio Sanchez entfacht polyrhythmisch Wirbel,<br />

Ben Williams schafft mit dem Kontrabass<br />

Kontinuität. Der neue Mann, Giulio Carmassi,<br />

sorgt mit Klavier, Trompete, Vibraphon oder<br />

Cello für zusätzliche Farbtupfer. Werner Stiefele<br />

Ornette Coleman: Song X<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

klang<br />

tipp<br />

Modern Jazz<br />

JAZZ-CD DES<br />

MONATS<br />

Brad Mehldau & Mark Guiliana<br />

Mehliana: Taming The Dragon<br />

Subtone<br />

Roswitha‘s Revenge<br />

Laika / Rough Trade (CD)<br />

New York tut manchmal gut. Denn im<br />

Eldorado des Jazz kann man es sich nicht<br />

leisten zu zaudern – sondern muss spielen,<br />

sofort und auf den Punkt, sonst ist man<br />

abgemeldet. Die Musiker des Wahl-Berliner<br />

Quintetts Subtone gönnten sich ein wenig<br />

Metropolenluft und präsentieren sich nun, zurück<br />

in Deutschland, mit ihrem vierten Album<br />

„Roswitha‘s Revenge“ gelöster denn je. Der<br />

klanglich fein balancierte Modern Jazz des<br />

Trompeters Magnus Schriefl, des Pianisten<br />

Florian Hoefner und ihrer Mitstreiter trifft<br />

improvisatorisch eloquent die Mitte zwischen<br />

Reflexion und Intuition, selbstbewusster als<br />

früher und auf dem Weg zu einer stilistischen<br />

Gruppenidentität. Ralf Dombrowski<br />

Tom Harrell, Enrico Rava, Flavio Boltro<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik › JAZZ<br />

www.audio.de 03 /2014<br />

65


Musik › Jazz<br />

Kammer-Jazz<br />

Gwilym Simcock / Yuri Goloubev<br />

Reverie At Schloss Elmau<br />

Jazz<br />

ACT/Edel:Kultur (CD)<br />

Abgeschieden liegt Schloss Elmau am Rande<br />

des Wilden Kaisers: das ideale Refugium,<br />

um sich auf sich selbst zu konzentrieren. Die<br />

noble Atmosphäre strahlte auch auf Pianist<br />

Gwilym Simcock und Kontrabassist Yuri<br />

Goloubev <strong>aus</strong>. Ihre Duette wirken gelassen,<br />

fokussiert und einzig sich selbst verpflichtet.<br />

Goloubev, ein zum Jazz konvertierter Bassist<br />

des Bolschoi-Theaters, vereint sensationelles<br />

Virtuosentum mit grandioser Spiel- und<br />

Improvisationslust. So kosten die beiden die<br />

Schönheit von romantischen Melodien <strong>aus</strong>,<br />

schwelgen in Wohlklang und geraten bei allem<br />

Hang zur Harmonie nie in Gefahr, sich im<br />

Kitsch zu verlieren. Eine Duoeinspielung von<br />

her<strong>aus</strong>ragender Intensität. Werner Stiefele<br />

Ray Brown / Laurindo Almeide: Moonlight Serenade<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

David Helbock‘s Random / Control<br />

Think Of Two<br />

Traumton/Indigo (CD)<br />

David Helbock macht es richtig. Der Vorarlberger<br />

Pianist besetzt mit seinem Trio<br />

Random/Control konsequent eine Nische.<br />

Denn seine Musik hat viele musikantische<br />

Elemente und spielt mit Bedeutung, ohne<br />

darüber die Ernsthaftigkeit zu vergessen.<br />

Nach der Solo-Widmung „Purple“ an Prince<br />

wenden Helbock, der Trompeter Johannes<br />

Bär und der Saxofonist Andreas Broger sich<br />

mit „Think Of Two“ nun dem brasilianischen<br />

Musikheroen Hermeto Pascoal und dem<br />

geniale Jazzkauz Thelonious Monk zu. Mit viel<br />

Einfühlung, Witz und multiinstrumental versiert,<br />

zerlegen sie die Originale und verschrauben<br />

sie neu mit Blick auf den Kern der Musik.<br />

Verschrobenheit mit Esprit! Ralf Dombrowski<br />

Breinschmid & Gansch, Matthias Schriefl<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Jazz<br />

Michael Wollny Trio<br />

Weltentraum<br />

Crossover<br />

ACT/Edel (CD)<br />

Offenbar ist Michael Wollny mittlerweile<br />

selbst ein Kunstwerk. Denn für „Weltentraum“<br />

bricht das Label ACT seine Maxime<br />

der vergangenen Jahre, keine Musiker als<br />

Covermotiv zu nehmen. Tatsächlich ist der inzwischen<br />

in Frankfurt/Main lebende Pianist ein<br />

Phänomen der musikalischen Introspek tion,<br />

der es gemeinsam mit Bassist Tim Lefebvre<br />

und Drummer Eric Schaefer schafft, ebenso<br />

mühelos wie stimmig Stücke von Alban Berg,<br />

Wolfgang Rihm oder Pink für den Jazz zu<br />

adaptieren. Tendenziell verhalten, zugleich<br />

aber spannungsgeladen arbeitet er dabei an<br />

seinem Traum, Vorgaben zugunsten eines<br />

universellen klanglichen Ausdrucks überflüssig<br />

werden zu lassen. Grandios!<br />

Fred Hersch, Joachim Kühn, Chris Beier<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Deep Schrott<br />

The Dark Side Of Deep Schrott Vol. 1<br />

Poise/Alive (CD)<br />

Das passt. Die vier Bass-Saxophone von Wollie<br />

Kaiser, Andreas Kaling, Jan Klare und Dirk<br />

Raulf tönen tief, dunkel und wuchtig. Aber<br />

nicht nur: Denn das Quartett entlockt den fast<br />

mannsgroßen Schwergewichten auch höhere<br />

Klänge, die so verzerrt wirken, dass sie an<br />

Sounds einer Elektrogitarre erinnern. Das<br />

dürfen sie auch, denn als ihre dunkle Seite<br />

offenbaren die vier Jazzer eine Vorliebe für<br />

Nummern von Alice Cooper, Black Sabbath,<br />

Nirvana, den Residents und den Doors sowie<br />

Themen, die für Filme von David Lynch komponiert<br />

wurden. Eigentlich unwahrscheinlich,<br />

dass sich Rocknummern und Balladen so<br />

trefflich für Saxophone arrangieren lassen –<br />

aber es hat famos geklappt. Werner Stiefele<br />

Kölner Saxofon Mafia<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

klang<br />

tipp<br />

Boxen-Pracht<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Werner Stiefele<br />

hat Neuheiten des amerikanischen<br />

Traditionslabels<br />

Okeh unter den Laser gelegt<br />

Einst war das Label Okeh Heimat für<br />

Jazzgiganten wie Louis Armstrong,<br />

Duke Ellington und Fats Waller; dann<br />

ging diese ehemals führende Adresse<br />

des US-Jazz im Fundus von Columbia<br />

unter. Jetzt aber haucht Sony der<br />

Traditionsmarke mit jungen Musikern<br />

fischen Wind ein – endlich.<br />

Die koreanische Pianistin Jo-Yu Chen<br />

etwa lässt sich auf „Stranger“ vom<br />

HipHop-Jazz-Crossover à la E.S.T. und<br />

Bad Plus inspirieren. Die meisten Titel<br />

spielt sie im Trio; gelegentlich ist noch<br />

der Gitarrist Kurt Rosenwinkel als Gast<br />

dabei.<br />

Rocknummern, entspannt groovender<br />

Jazz, Sprach-Musik-Collagen: Der<br />

Gitarrist Nir Felder vereint auf „Golden<br />

Age“ so ziemlich alles, was ihm im<br />

Lauf der Jahre untergekommen ist.<br />

Das Album habe keinen roten Faden,<br />

sagt er selbst. Wohl aber vereint es<br />

hübsche Nummern <strong>aus</strong> einer Zeit, in<br />

der alles möglich ist. Und ganz zum<br />

Schluss verkündet ein hidden track, der<br />

amerikanische Traum sei beendet.<br />

An die expressiven Soli des Free Jazz<br />

knüpft der Saxofonist James Brandon<br />

Lewis auf „Devine Travels“ an.<br />

Handwerklich perfekte, verschlungene<br />

Melodien zeigen, dass die Revolte eine<br />

eigene Traditionslinie begründet hat.<br />

Der Bezug auf Spritual-Hymnen sowie<br />

das Rezitieren von Texten sind korrekt<br />

nachempfunden, haben aber keine<br />

Spur vom aufrührerischen Impetus der<br />

1960er.<br />

Auf diese für Februar und März angekündigten<br />

Produktionen folgen im April<br />

der zwischen Ethnopop und Jazz angesiedelte<br />

Grenzgang „The Lagos Music<br />

Salon“ der Sängerin Somi und das<br />

rockige Bigbandalbum „Afro Physicist“<br />

des Trompeters Theo Croker.<br />

Jo-Yu Chen Stranger<br />

Musik:<br />

Nir Felder Golden Age<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Klang:<br />

James Brendon Lewis Devine Travels<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Somi The Lagos Music Salon<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Theo Croker Afro Physicist<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

66<br />

www.audio.de ›03 /2014


KLASSIK-CD DES MONATS<br />

Diverse Komponisten<br />

Celibidache. The Berlin Recordings 1945-1957<br />

Diverse Orchester; Sergiu Celibidache<br />

audite/Edel (13 CDs)<br />

Je älter er wurde, desto weniger wollte er von Schallplatten wissen.<br />

„Tönende Pfannkuchen“ nannte er sie. Um so begehrter waren<br />

Sergiu Celibidaches Live-Aufnahmen auf dem „grauen Markt“.<br />

Als EMI kurz nach dem Tode des Dirigenten die erste offizielle<br />

CD-Edition her<strong>aus</strong>brachte, war die Resonanz gewaltig. Doch so<br />

unvergleichlich die Münchner Mitschnitte mit dem altersweisen<br />

„Celi“ auch sind, so sehr vermisse ich manchmal den Feuerkopf der<br />

Nachkriegszeit, den man in einer Filmaufnahme von Beethovens<br />

„Egmont-Ouvertüre“ sieht. Das Dokument, aufgenommen in den<br />

Ruinen der alten Philharmonie, war für mich ein Schlüsselerlebnis:<br />

Es machte nachvollziehbar, warum viele Zeitzeugen seinerzeit<br />

bedauerten, dass nicht Celibidache, sondern Karajan Furtwänglers<br />

Nachfolger bei den Philharmonikern wurde. Das ist eine Energie und<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Passion des Musizierens, die den Zuhörer elektrisiert.<br />

Ähnlich stark war der Eindruck, als ich mich jetzt durch die Sammlung<br />

hörte, die audite jüngst auf 13 CDs her<strong>aus</strong>gebracht hat:<br />

„Celibidache: The Berlin Recordings 1945-57“. Schon wegen CD<br />

3 ist die Box ein Muss: Die Vierte von Brahms und Str<strong>aus</strong>s‘ „Till<br />

Eulenspiegel“ unter konstanter Hochspannung, zum „Chillen“ dann<br />

fünf Orchesterlieder von Hugo Wolf mit der grandiosen Margarete<br />

Klose (wo wachsen heute solche Stimmen?). In dieser Schatztruhe<br />

zu wühlen ist ebenso aufregend wie erhellend: Man fühlt sich wie<br />

mit der Zeitmaschine zurückgefahren ins Berlin der Nachkriegszeit<br />

und spürt den Puls jener Zeit. Ein großer Dank an alle Beteiligten für<br />

diese einzigartige Dokumentation Thomas Voigt<br />

Celibidache. Orchesterkonzerte WDR 1957/58 (Orfeo, 5 CDs)<br />

Musik › Klassik<br />

Sinfonik<br />

Klavier<br />

klang<br />

tipp<br />

Vokal<br />

L. v. Beethoven Egmont op. 84 Kermes, Quadflieg,<br />

Göttinger Symphonie Orchester, C.-M. Mueller<br />

RCA/Sony (CD, 2 LPs)<br />

Egmont kämpft wider die „blutgierige” Tyrannei<br />

und geht für die Freiheit aufs Schafott<br />

– in Beethovens Sch<strong>aus</strong>pielmusik (1810) zu<br />

Goethes Trauerspiel kommt auch Clärchen,<br />

Egmonts Geliebte, in zwei Liedern zu Wort.<br />

Simone Kermes singt so lupenrein wie zupackend,<br />

und TV-Landarzt Christian Quadflieg<br />

beschränkt sich in seriöser Manier auf eine<br />

Auswahl an Zwischentexten <strong>aus</strong> Grillparzers<br />

Feder. Klar, die mustergültige Oehms-Aufnahme<br />

(mit Tobias Moretti und Maria Bengtsson)<br />

knallt mehr, bringt auch Opern-Dramatik ins<br />

Spiel. Doch mit Kermes’ wendig-präzisem<br />

Sopran und dem subtilen Orchester part unter<br />

Christoph-Mathias Mueller ist diese RCA-Disc<br />

eine echte Alternative. Otto Paul Burkhardt<br />

Grieg: Peer Gynt, Bühnenmusik, P. Järvi (Virgin)<br />

C. Debussy, F. Chopin Les sons et les parfums:<br />

Debussy meets Chopin J. Perianes, Klavier<br />

Harmonia Mundi (CD+DVD)<br />

Eine CD für die leisen Stunden des Abends<br />

oder der Nacht: Die Vielfalt der Klangfarben,<br />

die Behutsamkeit des Tastens und die abwartenden<br />

Momente erfordern vom Hörer volle<br />

Konzentration auf das Leise. Der Spanier<br />

Javier Perianes, Jahrgang 1978, kontrastiert<br />

Werke von Chopin und Debussy, spielt sie<br />

abwechselnd, um Gemeinsamkeiten und<br />

Unterschiede aufzuspüren. Jedes der 14<br />

Stücke poliert er mit sensiblem Klangsinn zu<br />

schimmernden Preziosen. Nicht pianistische<br />

Virtuosität, sondern innere Leuchtkraft steht<br />

hier im Vordergrund; ein Eindruck, der durch<br />

eine famose Tontechnik noch verstärkt wird.<br />

Schöne DVD-Zugabe: ein Mitschnitt <strong>aus</strong> dem<br />

Palau de la Música, Barcelona. Andreas Lucewicz<br />

Stanislaw Bunin (DG)<br />

Diverse Komponisten Che Puro Ciel<br />

B. Mehta, Akademie für Alte Musik Berlin, R. Jacobs<br />

Harmonia Mundi (CD)<br />

Der Krieg der Kastraten – heute wird er von<br />

Counters auf CD geführt. Bald jeden Monat<br />

erscheint eine neue Counter-CD. Bejun<br />

Mehta, einer der Stars jener Szene, zeigt<br />

hier mit Musik rund um die Zeit Glucks und<br />

Mozarts die empfindsamen, lyrischen Seiten<br />

seiner Stimme und tritt damit in Konkurrenz<br />

zu Tenören und Mezzos. Auch den nicht bedingungslosen<br />

Verehrer beeindruckt an Mehtas<br />

Stimmführung Ebenmäßigkeit, Präzision und<br />

elegante Geschmeidigkeit. Aber ich vermisse<br />

die spontane emotionale Faszination, die ich<br />

in diesem Repertoire von den traditionellen<br />

Stimmen kenne. Unter René Jacobs spielt<br />

die „Akademie“ zwar energisch und akkurat,<br />

doch wirklich sinnlich klingt anders. Laszlo Molnar<br />

emotional packender: David Hansen: Rivals (DHM)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

www.audio.de 03 /2014<br />

67


Musik › Klassik<br />

Oper<br />

Sinfonik<br />

Klavier<br />

Jean Baptiste Lully Phaéton<br />

Les Talens Lyriques, Christophe Rousset<br />

C. P. E. Bach Berliner Sinfonien Wq 174, 175,<br />

178-181 Orchestre de Chambre de L<strong>aus</strong>anne, C. Zacharias<br />

Frédéric Chopin Klavierkonzerte Nr. 1 & 2<br />

O. Scheps, Stuttgarter Kammerorchester, M. Foremny<br />

Aparté / Harmonia Mundi (2 CDs)<br />

MD+G / Naxos (SACD)<br />

Sony (CD)<br />

Jean Baptiste Lully (1632-1687) war der<br />

Maßstab aller musikalischen Dinge am Hof<br />

Ludwigs XIV., und damit auch jener der Oper.<br />

„Phaeton“, entstanden 1683, ist ein gutes<br />

Beispiel für Lullys Arbeit. Die <strong>aus</strong>führlichen,<br />

auf das kunstvollste <strong>aus</strong>gearbeiteten Szenen<br />

der Handelnden werden durch Instrumentalund<br />

Chorsätze unterbrochen, ergänzt und<br />

aufgelockert. Trotzdem herrscht auch in dieser<br />

Lully-Oper, besonders im Vergleich mit seinem<br />

Zeitgenossen Marc Antoine Charpentier, eine<br />

solche formale Strenge, dass einem das Werk<br />

bei aller Eleganz und Klangpracht auf Dauer<br />

kühl erscheint. Doch bringen Christophe<br />

Rousset und seine exzellenten Musiker selbst<br />

dieses kalte Licht zum Funkeln. Laszlo Molnar<br />

Der Bach-Familie lag die Musikalität im Blut.<br />

Auch dem Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel,<br />

der 1740/41 bis 1768 Cembalist in der Hofkappelle<br />

Friedrichs des Großen war und sich<br />

als Komponist von Instrumentalwerken einen<br />

Namen machte. In dieser Zeit entstanden<br />

seine acht Berliner Sinfonien, von denen hier<br />

sechs zu hören sind – frische, phantasievolle<br />

Werke, die Christian Zacharias und die L<strong>aus</strong>anner<br />

mit großer Sorgfalt, viel Schwung und<br />

hohem technischen Können aufgenommen<br />

haben. In einem natürlichen, <strong>aus</strong>gewogenen<br />

Klangbild fasziniert sowohl das Spiel mit<br />

den Farbwirkungen des Orchesters als auch<br />

der spannende Dialog zwischen hohen und<br />

tiefen Lagen. Andreas Fritz<br />

Gerade mal 28 Jahre jung, gilt Olga Scheps<br />

als neuer Star am Pianistenhimmel. Zu<br />

Recht, denn die Wahlkölnerin <strong>aus</strong> Moskau<br />

fasziniert auch bei den Chopin-Konzerten<br />

mit einer angenehm nebelarmen Romantik-<br />

Sicht voller Poesie und Klarheit. Beseelt,<br />

traum verloren, aber auch fast rubatofrei und<br />

herrlich spielfreudig: Scheps nimmt Chopin<br />

mit ins 21. Jahrhundert. Nicht ganz so toll ist<br />

die Idee, den oft als schwach bemäkelten<br />

Orchesterpart auf die wackeren Streicher des<br />

Stuttgarter Kammerorchesters zu beschränken.<br />

Denn ohne Holz, Blech und Pauken klingt<br />

das Drumrum noch farbloser. Dann doch lieber<br />

Chopin im Original – und mehr von dieser viel<br />

versprechenden Olga Scheps. Otto Paul Burkhardt<br />

Charpentier: Acteon, William Christie (harmonia mundi)<br />

Haenchen, Kammerorchester C. P. E. Bach (Berlin Classics)<br />

Chopin: Klavierkonzert Nr. 1, Van Cliburn (RCA)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Vokal<br />

Cembalo<br />

Kammermusik<br />

klang<br />

tipp<br />

klang<br />

tipp<br />

W. A. Mozart Violinkonzerte Nr. 3 & 4 R. Chen,<br />

Schleswig-Holstein Music Festival Orch., C. Eschenbach<br />

Sony (CD)<br />

Jungtalent Ray Chen trifft Altmeister Christoph<br />

Eschenbach – da darf man auf das Ergebnis<br />

gespannt sein. Tatsächlich überzeugt<br />

Geiger Chen unter Eschenbachs umsichtiger<br />

Leitung mit edlem Ton, eleganter Phrasierung<br />

und feinen Dynamikabstufungen. Und auch<br />

seine selbst komponierten Konzertkadenzen<br />

können sich hören lassen. Von der hier aufblitzenden<br />

Individualität würde man sich insgesamt<br />

noch mehr wünschen. Dies gilt auch<br />

für die Violinsonate KV 305, die Chen – von<br />

Eschenbach souverän am Klavier begleitet –<br />

ebenfalls betont klassisch interpretiert. Das<br />

Klangbild unterstützt dies durch Klarheit und<br />

Natürlichkeit. Eine Generationen-übergreifend<br />

gute Produktion. Andreas Fritz<br />

Grumiaux, London Symphony Orchestra, Davis (Philips)<br />

Johann Sebastian Bach Das Wohltemperierte<br />

Klavier Band 2 Christophe Rousset, Cembalo<br />

Aparté / Harmonia Mundi (2 CDs)<br />

Diese Doppel-CD ist ein Fest für die Ohren!<br />

Der französische Cembalist und Dirigent<br />

Christophe Rousset (Jg.1961) spielt hier auf<br />

einem originalen Instrument von 1628 des<br />

flämischen Cembalobauers Joannes Ruckers.<br />

Auf diesem 1706 modifizierten Instrument erklingt<br />

der zweite Band von Bachs Wohltemperiertem<br />

Klavier (1740/42). Die Wahl durchweg<br />

gemäßigter Tempi lässt selbst die komplexen<br />

Strukturen drei- bis fünfstimmiger Fugen<br />

verständlich und durchhörbar erscheinen.<br />

Die im Versailler Schloss aufgenommenen<br />

Werke durch alle Tonarten führen den Zuhörer<br />

authentisch ins 18. Jahrhundert zurück – und<br />

das in fein ziseliertem und bei eingesetztem<br />

Koppelzug opulentem Klang. Andreas Lucewicz<br />

Landowska (Naxos), Leonhardt (DHM)<br />

D. Schostakowitsch 24 Preludes op. 34, Quartet<br />

Nr. 8 Dogma Chamber Orchestra, Michail Gurewitsch<br />

MD+G / Naxos (SACD)<br />

Eine Premiere bietet diese klanglich feine,<br />

weil räumlich und natürlich aufgenommene<br />

Produktion: Das Dogma Chamber Orchestra<br />

hat Schostakowitschs 24 Preludes erstmals<br />

in der gelungenen Streichorchester-Fassung<br />

des russischen Komponisten Grigory Korchmar<br />

eingespielt. Dabei findet das Ensemble<br />

für jedes der höchst unterschiedlichen Stücke<br />

den passenden Ausdruck: Ob lyrische Romanze,<br />

übermütiges Gaunerlied, eingängiger<br />

Schlager oder dramatischer Marsch – immer<br />

dringen die Echo-Preisträger zum musikalischen<br />

Kern vor. Ihre Präzision und Spielfreude<br />

kommt auch dem berühmten, selbst<br />

arrangierten Streichquartett Nr. 8 zugute.<br />

Sehr hörenswert. Andreas Fritz<br />

Nikolayeva (Hyperion), Mandelring Quartett (Audite)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

68 www.audio.de ›03 /2014


Digital-Quellen › D/A-Wandler<br />

ENON<br />

Universell &<br />

Klangstark<br />

D/A-Wandler boomen schon länger, Denon ließ sich seinen DAC trotzdem ganz in Ruhe reifen. Jetzt<br />

ist der DA-300 USB fertig und zeigt, dass sich das Warten gelohnt hat.<br />

■ Text: Bernhard Rietschel, Ulrich Fessler<br />

Als Denon und Marantz vor rund<br />

einem halben Jahr zu einer Präsentation<br />

neuer Geräte nach<br />

Sorrento einluden, hätten wir den Denon<br />

DA-300 USB fast übersehen. Und zwar<br />

nicht wegen seiner unscheinbaren Größe,<br />

sondern weil die Organisatoren der<br />

Ausstellung den kleinen D/A-Wandler<br />

betont diskret in einer stillen Ecke versteckten<br />

– und die paar Journalisten, die<br />

ihn dann doch entdeckten, dann baten,<br />

doch möglichst noch keine Bilder davon<br />

zu veröffentlichen.<br />

Einerseits also wollte man den Vorwurf,<br />

den DAC-Trend zu verschlafen, nicht auf<br />

sich sitzen lassen, andererseits den<br />

Überraschungseffekt für die Mitbewerber<br />

nicht gefährden. In der Tat lesen sich<br />

die technischen Daten den DA-300 USB<br />

durch<strong>aus</strong> spektakulär – vor allem wenn<br />

man den empfohlenen Verkaufspreis<br />

von 400 Euro bedenkt. Man bekommt<br />

dafür einen nach allen Regeln der Kunst<br />

116 www.audio.de ›03 /2014<br />

Test<br />

D/A-Wandler mit Kopfhörerverstärker und<br />

asynchronem, DSD-fähigem USB-Eingang<br />

Denon DA-300 USB 400 €<br />

aufgebauten D/A-Wandler in einem soliden<br />

Alugehäuse, das sich waagerecht<br />

oder auf einem mitgelieferten Fuß senkrecht<br />

aufstellen lässt, wobei sich das<br />

schicke OLED-Display automatisch an<br />

die Ausrichtung anpasst. Die Informationen<br />

über den gewählten Eingang und die<br />

gerade anliegende Abtastrate sind also<br />

stets ordnungsgemäß von links nach<br />

rechts abzulesen.<br />

Handelt es sich beim aktuellen Eingang<br />

um USB, wird noch eine weitere Information<br />

interessant, nämlich die über die<br />

Signalart. Denn während D/A-Wandler<br />

unabhängig von der Preisklasse seit<br />

Jahrzehnten eigentlich nur PCM akzeptierten<br />

– eine Anzeige sich also erübrigte<br />

– gehört der Denon zur ganz neuen Generation<br />

DSD-fähiger DACs. Er kann also<br />

das ursprünglich für die SACD entwickelte<br />

Einbit-Format „Direct Stream Digital“<br />

via USB entgegennehmen und es<br />

direkt an seinen Wandlerchip weiterleiten.<br />

Das raffinierte, von Denon seit vielen<br />

Jahren immer weiter verfeinerte und<br />

mittlerweile mit 32bit Auflösung agierende<br />

AL32-Digitalfilter bleibt dabei<br />

ganz puristisch außen vor, es wird nur<br />

bei PCM-Material aktiv.<br />

Als eigentlichen DAC verwendet Denon<br />

den Burr-Brown PCM1795, dessen symmetrische<br />

Ausgangsströme in einer differentiellen<br />

Strom-Spannungswandlerstufe<br />

zusammengefasst werden. Es<br />

folgt ein vornehmer NJM8068 von New<br />

Japan Radio als Analogfilter, ein weiterer<br />

als Puffer – fertig ist eine sehr r<strong>aus</strong>charme<br />

Analogstufe. Damit sich deren Potential<br />

möglichst ungestört entfalten<br />

kann, haben die Denon-Ingenieure das


DA-<br />

Digital-Quellen › D/A-Wandler<br />

Audio-Board mit preisklassen-unüblicher<br />

Gründlichkeit von eventuellen Unruhequellen<br />

entkoppelt: Alle Digitaleingänge<br />

sowie die Chips für Eingangswahl,<br />

Steuerung, USB-Interface und Digitalfilterung<br />

sitzen auf einer gemeinsamen<br />

Huckepack-Platine, die vom Wandlerund<br />

Ausgangsstufenboard komplett galvanisch<br />

separiert ist. Digital-Dreck etwa<br />

<strong>aus</strong> PC-Netzteilen, der häufig auf der<br />

USB-Leitung das Nutzsignal begleitet,<br />

wird von einem ganzen Spalier von Analog<br />

Devices „iCoupler“-ICs (induktive<br />

Übertrager in Chipfom) abgeblockt. Das<br />

funktioniert so gründlich, dass sich der<br />

Denon-DAC via USB im Störabstand<br />

nicht nur „nicht viel schlechter“misst als<br />

via Koax-Input, sondern sogar absolut<br />

identisch – zudem bei <strong>besser</strong>em Jitter<br />

dank der asynchronen USB-Betriebsart.<br />

Eigentlich fast schade, dass man die hohe<br />

R<strong>aus</strong>charmut des DA-300 USB dann<br />

mit einem konventionellen Vorverstärker<br />

womöglich wieder kompromittieren<br />

muss. Denon entschied sich nach <strong>aus</strong>führlichen<br />

Klangvergleichen dennoch<br />

gegen eine integrierte Lautstärkeregelung<br />

für die Line-Ausgänge: mit dem hier<br />

möglichen Budget hätte sie zu viel Klang<br />

gekostet, in perfekter Qualität dagegen<br />

wiederum zu viel Geld. Regelbar ist am<br />

DA-300 USB daher nur der Kopfhörer<strong>aus</strong>gang,<br />

der sein Signal unmittelbar vor<br />

Fotos: Archiv<br />

Zu allen Sound-Taten bereit: Der DA-300 USB wandelt PCM-Signale bis 192kHz Samplingrate, über USB versteht<br />

er zusätzlich noch DSD mit 2,8MHz (DSD64) und 5,6MHz (DSD128) Taktfrequenz.<br />

www.audio.de ›03 /2014<br />

117


Digital-Quellen › D/A-Wandler<br />

dem Ausgangspuffer abzweigt, es dann<br />

mit einem eigenen Pegelstell-IC regelt<br />

und mit zwei Verstärkerchips kopfhörergerecht<br />

kräftigt. So erhält man einen<br />

Kopfhörerverstärker, der auch mit<br />

schwierigen, hochohmigen Modellen<br />

gut zurechtkommt und stets klar und<br />

fein klingt.<br />

Seinen vollen Glanz entwickelte der Denon<br />

aber über die Cinch-Ausgänge, und<br />

zwar insbesondere dann, wenn die EIngangssignale<br />

via USB ankamen. Gegenüber<br />

dem ebenfalls sehr guten Koax-Eingang<br />

zeigte diese Betriebsart noch mehr<br />

Ruhe, ein stabileres Bühnenbild mit feineren,<br />

eindeutiger gezeichneten Strukturen.<br />

Streamte der 110-Punkte-Netzwerkplayer<br />

Linn Sneaky Music DS parallel<br />

dieselbe Datei, konnte man durch<br />

Hin- und Herschalten gut die Stärken<br />

und Schwächen der beiden grundsätzlich<br />

unterschiedlichen Wiedergabeketten<br />

vergleichen. Wunderbar deutlich<br />

ging das etwa mit „Draumsyn“, einem<br />

minimalistischen, enorm atmosphärischen<br />

Soloalbum der norwegischen<br />

Geigerin Anne Hytta (FLAC 192/24 via<br />

Highresaudio.de): Auch nach Ausgleich<br />

seines leichten Lautstärkevorsprungs<br />

wirkte der Denon räumlich etwas breiter,<br />

direkter und präsenter, ließ aber<br />

nicht ganz so weit in die kleine norwegische<br />

Kirche hineinhören, die als Aufnahmeort<br />

diente. Auf die ersten Takte oft<br />

eindrucksvoller, nach einigen Minuten<br />

zumindest ebenbürtig – mit seinem dynamisch-klaren,<br />

sehr detailfreudigen<br />

Klang muss sich der DA-300USB auch<br />

hinter teureren DACs nicht verstecken.<br />

Splendid Isolation:<br />

Die Eingangs- und<br />

Steuerplatine (oben) dockt<br />

ganz links auf dem Audio-<br />

Motherboard (links) an; der<br />

gesamte Datenverkehr in<br />

Richtung DAC ist über eine<br />

Reihe ADUM-Übertragerchips<br />

galvanisch entkoppelt. Ein in<br />

dieser Preisklasse selten<br />

gründlicher Aufbau.<br />

Fazit<br />

StecKBRIEF<br />

empfehlung<br />

Denon Preis/Leistung<br />

DA-300 USB<br />

Vertrieb<br />

Denon<br />

02157 / 1208 0<br />

www.<br />

denon.de<br />

Listenpreis<br />

400 Euro<br />

Garantiezeit<br />

3 Jahre<br />

Abmessungen B x H x T 17 x 6 x 18 cm<br />

Gewicht<br />

1,5 kg<br />

digital in/out<br />

USB Host / Stream / iPod – / • / –<br />

Bluetooth / Codecs – / –<br />

Cinch/optisch/BNC/AES 1 / 2 / – / –<br />

Digital<strong>aus</strong>gang –<br />

<strong>aus</strong>gänge<br />

Cinch / XLR / DIN 1 / – / – (+Kopfhörer)<br />

Pegel regelbar<br />

• (nur Kopfhörer)<br />

schaltb. Digitalfilter –<br />

<strong>aus</strong>stattung<br />

Fernbedienung –<br />

Anzeige kHz / Bit • / –<br />

max. Abtastrate 192kHz USB, 192kHz S/<br />

PDIF, 5,6MHz DSD-USB<br />

Besonderheiten<br />

Kopfhörer-Verstärker<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Klang Cinch 110<br />

Klang XLR –<br />

Ausstattung<br />

gut<br />

Bedienung<br />

gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

klangurteil<br />

Preis/Leistung<br />

Bernhard Rietschel<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Ob als Kopfhörer-Station auf dem<br />

Schreibtisch oder als Veredlung<br />

für eine richtige HiFi-Anlage – mit<br />

dem DA-300 USB bekommt man<br />

einen <strong>aus</strong>gereiften, mit allen aktuellen<br />

Format-Trends kompatiblen<br />

und toll klingenden DAC.<br />

ÅKlarer, großformatigdetailreicher<br />

Klang<br />

Í –<br />

110 Punkte<br />

überragend<br />

03/14<br />

Messlabor<br />

Der Denon-Wandler misst sich in jeder<br />

Hinsicht makellos: linealglatte und weit<br />

<strong>aus</strong>gedehnte Frequenzgänge (1), sehr niedriger<br />

Klirr mit dominantem k2 (o.Abb.), der<br />

über den gesamten Dynamikbereich zudem<br />

vorbildlich stetig verläuft. Hervorragend<br />

auch der R<strong>aus</strong>chabstand mit 118dB<br />

via USB und 112dB via Koax sowie der Jitter<br />

mit 162/204ps (USB/Koax).<br />

118<br />

www.audio.de ›03 /2014


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<strong>AUDIO</strong> erscheint im Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH, Richard-<br />

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Geldinstitut<br />

Datum<br />

✗<br />

Unterschrift<br />

WK 4032 M03


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Meter mal klang<br />

Mit einem Meter-Preis von rund 1600 Euro wollen diese vier schicken<br />

Lautsprecher den hart umkämpften Markt der wohnraumfreundlichen<br />

Standboxen neu definieren. Wie viel HiFi können sie dabei bieten?<br />

■ Test: Alexandros Mitropoulos<br />

Während die in diesem Heft vorgestellten röhrenfreundlichen<br />

Lautsprecher zu höchsten audiophilen<br />

Exkursionen einladen, bringen sie für den<br />

normalen HiFiisten zwei Probleme mit sich. Während die<br />

Blumenhofer-Standbox mit etwa 6000 Euro vielleicht noch<br />

halbwegs bezahlbar ist, heben die Ayon und die Voxativ<br />

preislich vollends ab. Besonders die Ampeggio Due dürfte<br />

mit einem Paarpreis von rund 88.000 Euro für die meisten<br />

von uns in unerreichbaren Regionen spielen.<br />

Doch selbst wenn das nötige Kleingeld dafür da wäre,<br />

kommt schon das nächste Problem. Dafür genügt es, die<br />

Boxen nur einmal anzusehen: Die Ayon und die Voxativ wirken<br />

mit ihren imposanten Dimensionen nicht gerade wohnraum-tauglich<br />

– besonders dann nicht, wenn dieser Raum<br />

noch mit anderen Menschen geteilt werden muss. Mit<br />

Glück duldet deren Schmerzgrenze bei Standlaut sprechern<br />

aber das klassische Ein-Meter-Format – und wenn dann<br />

auch noch etwas Schickes und doch Unauffälliges dabei ist:<br />

umso <strong>besser</strong>. Die vier hier vorgestellten Lautsprecher erfüllen<br />

zumindest schon einmal die optischen Anforderungen<br />

– mit einem Paarpreis um die 1600 Euro sind sie auch deutlich<br />

erschwinglicher als Ampeggio Due und Co.<br />

Dass man dabei trotz kleinerer Gehäuse keine Klangkompromisse<br />

akzeptieren muss, beweist die amerikanische Marke<br />

Boston mit der M250. Aus Italien kommt die Syntar 530 von<br />

Chario. Deren aufwendig konstruiertes Gehäuse soll besonders<br />

vibrationsarm sein und damit den Klang beflügeln. Optisch<br />

verfolgen Monitor Audio und Elac einen moderneren<br />

Stil – zumindest in den uns vorliegenden Ausführungen.<br />

Die Engländerin klingt enorm <strong>aus</strong>gewogen; die Stärke der<br />

Elac (Heimathafen: Kiel) liegt in ihrer flotten Art.<br />

Die vier Ein-Meter-Boxen wollen jedenfalls beweisen, dass<br />

sie ein Wohnzimmer nicht nur optisch schmücken können,<br />

sondern dieses auch klanglich bereichern. Also eine klare<br />

win-win-Situation, oder?<br />

Test<br />

Standlautsprecher um 1600 Euro<br />

Boston M 250 1600 €<br />

Chario Syntar 530 1600 €<br />

Elac FS 197 1760 €<br />

Monitor Audio Silver 6 1480 €<br />

120 www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Fotos: Julian Bauer, Archiv<br />

www.audio.de ›03/2014<br />

121


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

boston m 250 1600 EURO<br />

Die M 250 geht als günstigste<br />

Standbox <strong>aus</strong> Bostons M-Serie<br />

an den Start. Während sich die<br />

nächstgrößere M 340 bereits in <strong>AUDIO</strong><br />

12/13 mit ihrem klangstarken Quartett<br />

von 11er-Chassis bewähren konnte, versucht<br />

sich die M 250 eher mit einer konventionellen<br />

Bestückung: Zwei 13er-<br />

Treiber, die Boston mit relativ weichen<br />

Polyprop-Membranen bestückt, zeichnen<br />

für den Tiefmittelton verantwortlich.<br />

und arbeiten nach dem 2,5-Wege-<strong>Prinzip</strong>.<br />

Sie spielen also im Bass parallel, der<br />

untere klinkt sich aber schon im Grundton<br />

<strong>aus</strong>, während der obere bis zur Übergangsfrequenz<br />

zum Tweeter, also bis<br />

ungefähr drei Kilohertz reicht.<br />

Der Hochtöner ist bereits <strong>aus</strong> der M340<br />

bekannt, eine leicht abgeflachte 25mm-<br />

Kalotte mit mittig platzierter Fixierung.<br />

Der Sinn des Piercings: Die schwingende,<br />

also schall-produzierende Fläche ist<br />

ringförmig. Boston verspricht sich dadurch<br />

eine linearere Kennlinie und eine<br />

größere Bandbreite im Hochton (siehe<br />

dazu auch Messlabor).<br />

Bei der Verarbeitung der M250 gibt es<br />

wie schon bei der M340 keine Überraschungen.<br />

Ein schickes Kunst leder-Kleid<br />

zieht sich über den gesamten Mittelteil<br />

des Gehäuses. Es wurde sauber verklebt<br />

und verleiht der zierlichen Standbox<br />

einen wertig-edlen Auftritt. Nur die<br />

Löcher zum Fixieren der Front-Abdeckung<br />

passen nicht zur Optik – eine magnetische<br />

Halterung wäre hier die elegantere<br />

Lösung gewesen. Die Seitenteile<br />

gibt es wahlweise in Glanz- Schwarz<br />

oder wie beim Testmuster mit feinem<br />

Walnuss-Furnier. Dank des massiven<br />

Gehäusesockels steht die M 250 sicher<br />

und quasi wie angenagelt auf dem Boden.<br />

Außen hui, innen – auch hui: Die Entwickler<br />

bauten das Gehäuse der 97cm-<br />

Box zweilagig auf, um Eigenresonanzen<br />

den Gar<strong>aus</strong> zu machen. Zwischen den<br />

Seitenplatten liegt eine stark vibrationsschluckende<br />

Lage eines speziellen<br />

Dämm-Materials. Die Akustik-Behandlung<br />

soll vor allem eine präzise Wiedergabe<br />

des Mitteltonbereichs fördern.<br />

So chic: Die M250 gibt es in zwei<br />

Ausführungen – mit Seitenteilen in Hochglanz-<br />

Schwarz oder mit Walnuss-Furnier. In beiden<br />

Versionen bedeckt ein sympathisch wirkender<br />

Kunstleder-Streifen den kompletten Korpus.<br />

Raum und<br />

aufstellung<br />

Raumgröße<br />

M<br />

K<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Am <strong>aus</strong>gewogensten bei<br />

freistehender und etwa 40-50<br />

Grad angewinkelter<br />

Aufstellung. Hörabstand 2,5m.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 134.<br />

122<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

passt haargenau:<br />

Die Verarbeitung der<br />

M250 kann sich sehen<br />

lassen: Aussparungen für<br />

die Chassis wurden millimetergenau<br />

in die Schallwand<br />

gefräst; das Kunstleder<br />

sauber angebracht.<br />

Das Innere der Box<br />

besitzt eine großzügige<br />

Füllung mit schallschluckendem<br />

Akustik-Filz.<br />

Abbildungs-Talent<br />

Tatsächlich: Die ersten Takte bei Paul<br />

McCartneys „Certain Softness” („Chaos<br />

And Creation In The Back“) bestätigten<br />

das mit einer offen klingenden und<br />

stringenten Darstellung von Stimmen:<br />

Die Boston wandelte die vielen, teils<br />

sehr komplexen Background-Vocals<br />

oder auch die Stimme von „Macca”<br />

himself plastisch und über weite Strecken<br />

neutral. Denn der Präsenzbereich<br />

klang tendenziell wärmer, was jedoch<br />

nicht wie befürchtet zu einer schlechteren<br />

Detailzeichnung oder Auflösung<br />

führte. Viel mehr gewann die Musik eine<br />

etwas gemütlichere, unverkrampfte<br />

Note – eine durch<strong>aus</strong> beliebte Lautsprecher-Abstimmung,<br />

die im Mittelhochton<br />

garantiert nie nerven dürfte.<br />

Basslastigere Songs à la Marcus Millers<br />

„Lonnie’s Lament” (<strong>aus</strong> dem grandiosen<br />

Album „The Ozell Tapes”) wandelte die<br />

Boston dann auch pfundig und enorm facettenreich.<br />

Besonders bei schnelleren<br />

Passagen wirkte ihr Spiel etwas zurückhaltender<br />

als bei den anderen Lautsprechern,<br />

was den zuvor erwähnten, unaufgeregten<br />

Charakter der Boston zusätzlich<br />

unterstrich. Dass die M 250 nicht<br />

ganz so tief in den Basskeller ging, war<br />

mitunter sogar von Vorteil – trägen Bassbrei<br />

produzierte die Amerikanerin nämlich<br />

nie.<br />

Alle etwaigen Kritikpunkte waren mit<br />

Einlegen des nächsten Songs ohnehin<br />

wieder vergessen: Die Bühne bei „Gipsy<br />

Earrings” („Americas“) des Gitarren-<br />

Duos Strunz & Farah wirkte atmosphärisch<br />

und baute sich imposant vor den<br />

Testern auf. Selbst die sehr dicht positionierten<br />

Gitarren konnte die Boston präzise<br />

und farbenfroh differenzieren: Die<br />

teilweise übertriebenen Hallfahnen können<br />

über manche Lautsprecher schonmal<br />

schwammig klingen – nicht so bei<br />

der Boston. Fans einer luftigen, saubergestaffelten<br />

Abbildung werden an der<br />

M250 am ehesten Gefallen finden – in<br />

dieser Disziplin machte ihr kein anderer<br />

Lautsprecher dieses Test etwas vor.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

Audiogramm<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

Boston<br />

M250<br />

D&M Germany<br />

0541 / 40 46 60<br />

bostona.eu<br />

1600 Euro<br />

5 Jahre<br />

24,5 x 97,6 x 25 cm<br />

11,8 kg<br />

• / – / •<br />

Seiten Walnuss oder Schwarz,<br />

Mittelteil stets Kunstleder<br />

2,5 Wege, Bassreflex<br />

–<br />

–<br />

ÅKlare, natürliche Stimmenwiedergabe,<br />

hervorragende<br />

Abbildung.<br />

Í Je nach Genre wirkt der<br />

Bass etwas langsam.<br />

80<br />

85<br />

85<br />

80<br />

85<br />

85<br />

85<br />

80<br />

sehr gut<br />

83 Punkte<br />

sehr gut<br />

Messlabor<br />

Auf Achse gemessen, sieht man im Frequenzgang<br />

der Boston eine leichte Senke<br />

im Präsenzbereich, was einen wärmeren<br />

Klang fördern dürfte. Seitlich tritt ein<br />

gleichmäßiger, früh eintretender Hochtonabfall<br />

ein (Abb. 1). Die untere Grenzfrequenz<br />

beträgt durchschnittliche 62Hz (bei<br />

-6dB). Die Klirrmessung sieht vorbildlich<br />

<strong>aus</strong>: bis 95dB überhaupt kein Klirr, selbst<br />

bei 100dB unbedenklicher Anstieg. AK=60<br />

Boston M250<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Boston M250<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

www.audio.de ›03/2014 123


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Chario Syntar 530 1600 EURO<br />

Chario – das assoziiert man mit<br />

sehr aufwendig, sauber und oft<br />

sogar <strong>aus</strong> massiven Hölzern gefertigten<br />

Lautsprechern. Ein Evergreen<br />

stellt die Syntar-Serie dar, die es immerhin<br />

schon seit über 20 Jahren im Programm<br />

der Italiener gibt. Die zierlich wirkende,<br />

spitz-kantige Syntar 530 kostet<br />

rund 1600 Euro und siedelt sich im<br />

obersten Einsteigerbereich an. Das wunderhübsche<br />

Echtholz-Furnier (hier: Wenge)<br />

wurde tadellos verarbeitet. Eine Version<br />

mit abgerundeten Massivholz-Kanten<br />

namens 530 R gibt es auch, diese<br />

kostet aber wegen des mehrteiligen,<br />

komplexen Aufb<strong>aus</strong> stolze 2300 Euro.<br />

Wobei es selbst die Konstruktion der<br />

günstigeren 530er – also ohne „R” im<br />

Namen – f<strong>aus</strong>tdick hinter den Kanten<br />

hat. Während andere Hersteller die<br />

Innen kanten ihrer Gehäuse-Paneele mit<br />

einer 45-Grad-Gehrung fräsen, geht<br />

Chario bei der Syntar 530 einen deutlich<br />

umständlicheren Weg. Der Schnittwinkel<br />

beträgt hier nämlich 90 Grad. Mittels<br />

einer kleinen eingefrästen Stufe verleimen<br />

die Italiener die einzelnen Teile somit<br />

fugenfrei miteinander. Dabei verwenden<br />

sie keinen banalen Holzleim<br />

sondern einen Spezial-Klebstoff, der vi-<br />

brationsabsorbierende Eigenschaften<br />

haben soll – freilich mit dem Ziel, die Gehäuseteile<br />

akustisch <strong>besser</strong> von einander<br />

zu entkoppeln.<br />

Die Chario 530 arbeitet als echte Drei-<br />

Wege-Box. Frequenzen bis 300 Hertz<br />

wandelt ein im Gehäuseboden eingebauter,<br />

nach unten abstrahlender Tieftöner.<br />

Seine 16cm-Membran <strong>aus</strong> Kunststoff-Polymer<br />

ist für große Hübe <strong>aus</strong>gelegt<br />

und arbeitet dank eines am Gehäusefuß<br />

angebrachten Sockels auf eine<br />

definierte Austrittsöffnung. Dann kommt<br />

ein Mitteltöner mit den selben technischen<br />

Merkmalen zum Einsatz, der aber<br />

bereits bei niedrigen 1,4 Kilohertz dem<br />

Hochtöner das Feld überlässt. Im Tweeter<br />

setzt Chario eine mit Alu bedampfte<br />

27mm-Kalotte <strong>aus</strong> Seide ein. Die Alu-<br />

Behandlung versteift die Oberfläche,<br />

was den Klirr bei hohen Pegeln in Zaum<br />

halten soll. Die in der Montageplatte eingegossene<br />

Schallführung kontrolliert<br />

das Rundstrahlverhalten des Tweeters.<br />

So standfest: Im Gehäuseboden integrierten<br />

die Italiener neben dem Woofer auch<br />

die Reflex-Öffnung. Der Abstand zwischen<br />

Gehäuse und Fuß wurde genau berechnet und<br />

nimmt Einfluss auf den Klang.<br />

Raum und<br />

aufstellung<br />

Raumgröße<br />

M<br />

K<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Freistehend aufstellen und nur<br />

ganz leicht anwinkeln (etwa<br />

10-15 Grad). Hörabstand ab<br />

2,5m einhalten.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 134.<br />

124<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

so italienisch:<br />

Neben den Gehäusen entwickelt<br />

Chario auch die<br />

Chassis in Eigenregie in<br />

Italien. So auch den<br />

bäuchlings eingebauten<br />

16er-Tieftöner, der den<br />

Boden als pegel-spendende<br />

Reflektionsfläche<br />

nutzt. Rechts sehr gut zu<br />

sehen: das feinporige<br />

Echtholz-Furnier der 530.<br />

And then there was rock<br />

Ob es an der Tweeter-Behandlung lag?<br />

Der gesamte Hochtonbereich zeichnete<br />

sich durch hohe Auflösung <strong>aus</strong> und klang<br />

insgesamt <strong>aus</strong>gewogen: Details der<br />

Blechbläser bei Hiroshi Fukumuras<br />

„Captain Caribe” („Hunt Up Wind“) wandelte<br />

die italienische Box souverän, feingliedrig<br />

und sehr dynamisch. Vor<strong>aus</strong>setzung<br />

dafür war jedoch, dass man die Boxen<br />

nicht wie gewohnt direkt auf den<br />

Hörer richtete, sondern eher parallel zueinander<br />

aufstellte. Im <strong>AUDIO</strong>-Hörraum<br />

funktionierte eine minimale Anwinkelung<br />

am besten – so wahrte die Chario<br />

ihren Charakter eines sympathischen<br />

Feingeistes.<br />

Während der Hochton also bei korrekter<br />

Aufstellung durch<strong>aus</strong> lobenswerte Klarheit<br />

besaß, wirkte der Präsenzbereich –<br />

ähnlich wie bei der Boston – tendenziell<br />

wärmer als etwa mit der Monitor Audio<br />

und der Elac. Dass Gesang deshalb garantiert<br />

nicht nerven konnte, dürfte das<br />

größte Forte einer solchen Abstimmung<br />

sein. Tatsächlich: Bei Led Zeppelins<br />

„Black Dog” schien Robert Plants Stimme<br />

auf der Bühne minimal weiter hinten<br />

zu stehen – als würde er untypischerweise<br />

unter Lampenfieber leiden.<br />

Das machte aber nichts – im Gegenteil:<br />

Denn genau dieser wärmere Klang gefiel<br />

den Testern, da er perfekt zu solch<br />

epochalen Rock-Klassikern <strong>aus</strong> den 70erund<br />

80er-Jahren passte. Hier zeigte die<br />

Chario ihren wahren Charme: Sie rockte<br />

das H<strong>aus</strong>! Bei entsprechender Song<strong>aus</strong>wahl<br />

legte die Italienerin das edle Abendkleid<br />

ab, zog sich Lederjacke und zerfetzte<br />

Jeans an – und sorgte einfach für<br />

gute Laune. Dabei ging sie aber nicht<br />

wie ein plumper Heavy-Metal-Grobian<br />

in Head-Banging-Manier zur Sache, sondern<br />

behielt stets eine gediegene, noble,<br />

Pink-Floyd-artige Spielweise bei. Der<br />

Grund: Ihren druckvollen und tiefen Bass<br />

hatte die Chario stets unter Kontrolle<br />

und versuchte nie, durch bloße Effekthascherei<br />

ans Ziel zu kommen. Das Ergebnis:<br />

ein stimmiger Gesamteindruck.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

Audiogramm<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

Chario<br />

Syntar 530<br />

Chario Deutschland<br />

0 22 51 / 97 00 43<br />

chario.com<br />

1600 Euro<br />

5 Jahre<br />

19 x 95 x 31 cm<br />

17 kg<br />

• / – / –<br />

Wenge, Kirsche, Walnuss,<br />

Esche schwarz.<br />

3-Wege, Bassreflex<br />

–<br />

Downfire Bass<br />

ÅDruckvoller und präziser<br />

Bass, <strong>aus</strong>gewogene Abbildung.<br />

Í Stimmen wirken manchmal<br />

etwas zurückhaltend.<br />

80<br />

85<br />

80<br />

85<br />

85<br />

80<br />

85<br />

85<br />

sehr gut<br />

83 Punkte<br />

sehr gut<br />

Messlabor<br />

Axial gemessen (rot) erkennt man im Frequenzverlauf<br />

(Abb. 1) einen Hochton-Anstieg<br />

mit zunehmender Frequenz; seitlich<br />

einen gutmütigeren Abfall (blau). In beiden<br />

Fällen tritt jedoch eine breitbandige Senke<br />

zwischen 1kHz und 5kHz auf. Bereits bei<br />

95dB entsteht marginaler Klirr, der aber bei<br />

100dB deutlich zunimmt. Ein Peak entsteht<br />

genau bei 300Hz – der Übergangsfrequenz<br />

des Tieftöners zum Mitteltöner. AK=70<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Chario Syntar 530<br />

Frequenzgang<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Chario Syntar 530<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

www.audio.de ›03/2014 125


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Elac FS 197 1760 EURO<br />

Die Elac FS 197 soll mit ihrem<br />

schlanken Gehäuse und dem<br />

Seidenmatt-Finish besonders<br />

Musikfreunde ansprechen, die auch ein<br />

Faible für modernes Design haben. Die<br />

weiße Lackierung des Testpaares (wahlweise<br />

auch in Schwarz) verdient jedenfalls<br />

Lob, zumal die Farbe gleichmäßig<br />

und tadellos aufgetragen wurde.<br />

Doch wenn man an den deutschen Boxen-Hersteller<br />

Elac denkt, dürfte den<br />

meisten nicht das moderne Design, sondern<br />

der Jet-Hochtöner in den Sinn kommen,<br />

den die Kieler seit 1993 benutzen.<br />

Als Vorbild diente den Elac-Entwicklern<br />

Oskar Heils originaler Air-Motion-Treiber,<br />

der eine im Zickzack gefaltete Folienmembran<br />

nutzt. Wird die Membran<br />

durch einen Spannungsimpuls angeregt,<br />

ziehen sich die Falten – ähnlich wie bei<br />

einem Akkordeon – in Längsrichtung zusammen,<br />

was Luft hin<strong>aus</strong>presst oder<br />

bei der Gegenbewegung ansaugt. Eine<br />

sehr effizient Art der Schallerzeugung,<br />

und da die zu bewegende Masse beim<br />

gefalteten Bändchen deutlich leichter<br />

<strong>aus</strong>fällt als bei konventionellen Kalottenhochtönern,<br />

sagt man ihnen eine schnellere<br />

und damit impulsgenauere Wand-<br />

lung nach. Kein Wunder, dass neben<br />

Elac auch andere Top-Hersteller wie<br />

Martin Logan, ADAM oder Burmester<br />

auf Varianten dieses Schallwandler-<strong>Prinzip</strong>s<br />

setzen. In der Elac FS 197 kommt<br />

die mittlerweile dritte Genera tion des<br />

Jet-Hochtöners zum Einsatz – nun mit<br />

Neodym-Magneten noch kräftiger und<br />

klirr ärmer als der Vorgänger.<br />

In der 97 Zentimeter hohen Box stecken<br />

natürlich auch Tiefmitteltöner – zwei an<br />

der Zahl, und mit schwarz eloxierten<br />

14er-Membranen. Elac nutzt hier einen<br />

Sandwich-Aufbau <strong>aus</strong> Alu und einem<br />

Verbundmaterial. Diese Kombination<br />

soll sich durch hohe Steifigkeit, geringes<br />

Gewicht und Resonanzarmut <strong>aus</strong>zeichnen.<br />

Eine massive Bodenplatte mit verchromten<br />

Füßchen hebt den Lautsprecher<br />

etwas vom Untergrund ab. Diese<br />

sollte auch benutzt werden, da das Bassreflexrohr<br />

im Sockelbereich mündet.<br />

Mit vereinter kraft: Die 2,5-Wege-Elac<br />

nutzt für den Tiefmittelton zwei Chassis. Eines<br />

spielt bis 700 Hertz, das andere noch bis 2,7 kHz.<br />

Dann mischt sich auch der Jet-Hochtöner ein.<br />

Raum und<br />

aufstellung<br />

Raumgröße<br />

M<br />

K<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Möglichst freistehend und<br />

stärker angewinkelt aufstellen.<br />

Abstand der Boxen zueinander<br />

maximal 2,5m. Hörabstand 2m.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 134.<br />

126<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Mark III: Der Jet-<br />

Hochtöner in der aktuellsten<br />

Version soll<br />

gegenüber seinen<br />

Vorgängern tiefer ankoppelbar<br />

sein und weniger<br />

klirren. Das Anschluss-<br />

Terminal erlaubt einen<br />

Bi-Wiring-Betrieb.<br />

Mit fleiSS zum preis<br />

Besonders der Aufstellort wirkte sich<br />

stark auf die Bassgüte der Elac <strong>aus</strong>: Ganz<br />

nah an der Wand tönte sie in den unteren<br />

Registern stellenweise undefiniert<br />

und je nach Musik etwas dickwanstig.<br />

Deutlich wohler fühlte sich die FS 197<br />

freistehend, und mit genug Platz zu den<br />

Seiten. So spielte der Bass bei Marcus<br />

Millers „Power” <strong>aus</strong>gewogener und<br />

deutlich konturierter als zuvor. Der Unterschied<br />

in der Präzision geriet derart<br />

groß, dass sich die Elac nun mit der Monitor<br />

Audio (siehe nächste Doppelseite)<br />

duellierte, zumal beide einen vergleichbaren<br />

Tiefgang besitzen.<br />

Nebeneffekt dieser Aufstellung: Die Abbildung<br />

ver<strong>besser</strong>te sich drastisch.<br />

Klang die Bühne wandnah zweidimensional<br />

und trotz Anwinkeln klein und<br />

engbrüstig, spreizte sie sich nun fächerartig<br />

auf. Als hätte ein Tontechniker<br />

plötzlich die Panorama-Potentiometer<br />

auf seinem Mischpult voll aufgerissen:<br />

Im Intro von „The Hurting” (vom gleichnamigen<br />

1983er-Debüt von Tears For<br />

Fears) standen die Gitarren auf der Stereobasis<br />

nun weiter außen und tönten<br />

auch voluminöser.<br />

Der ab 2,7kHz einsetzende Jet-Tweeter<br />

kam dem Präsenz- und Hochton-Bereich<br />

zu Gute. Gesang gab die Elac luftig und<br />

neutral wieder, akustische Instrumente<br />

wie Klarinetten oder Trompeten nuanciert<br />

und (falls nötig) auch mit ordentlicher<br />

Attacke – an der Kompetent des<br />

JET kam nicht der geringste Zweifel auf.<br />

Um diese Feinheit auch in den höchsten<br />

Frequenzen voll genießen zu können,<br />

sollte man der leichten Richtwirkung<br />

des Hochtöners Rechnung tragen und<br />

die Boxen in Richtung Hörplatz einwinkeln.<br />

Ungefähr auf die Tester-Ohren gerichtet,<br />

lieferten die Elacs Luft und Glanz<br />

ganz ohne Stress. Das war magische<br />

Punkt, an dem die Elac ihr volles Potential<br />

erreichte und regelrecht aufblühte:<br />

Die Bühnenabbildung wirkte atmosphärisch<br />

und natürlich, tonal spielte sie verfärbungsfrei<br />

und sehr dynamisch.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

Audiogramm<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

elac<br />

fS 197<br />

Elac Electroacustik GmbH<br />

04 31 / 64 77 40<br />

elac.de<br />

1760 Euro<br />

5 Jahre<br />

21 x 97,5 x 29 cm<br />

15 kg<br />

– / • / –<br />

Seidenmatt Schwarz oder<br />

Weiss<br />

2,5 Wege, Bassreflex<br />

–<br />

JET-Tweeter<br />

ÅEnorm präziser Mittehochtonbereich,<br />

hervorragende<br />

Abbildung.<br />

Í Wandnah etwas matte<br />

Abbildung.<br />

85<br />

85<br />

85<br />

85<br />

85<br />

80<br />

80<br />

80<br />

sehr gut<br />

84 Punkte<br />

sehr gut<br />

Messlabor<br />

Der Frequenzgang der FS 197 zeigt sich<br />

auf Achse sehr linear und breitbandig. Die<br />

obere Grenzfrequenz liegt jenseits der<br />

Messmikrofon-Fähigkeiten (>40kHz). Seitlich<br />

gemessen, tritt ein recht gutmütiger,<br />

aber konstanter Abfall im Hochton ein<br />

(Abb. 1). Vernachlässigbarer Klirr bei 95dB,<br />

danach im Mittelton tendenziell ansteigend,<br />

aber selbst dann vollkommen unproblematisch<br />

(Abb. 2). AK=59<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Elac FS 197<br />

Frequenzgang<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Elac FS 197<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

www.audio.de ›03/2014 127


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Monitor Audio Silver 6 1480 EURO<br />

Monitor Audios neue Silver-Serie<br />

besteht <strong>aus</strong> fünf Lautsprechern,<br />

die sich für den Stereo-<br />

Betrieb eignen. In <strong>AUDIO</strong> 1/14 und 2/14<br />

konnten sich bereits beide Kompaktlautsprecher<br />

bewähren: Die Silver 1 und 2<br />

gefielen mit ihrer präzisen, sehr feingliedrigen<br />

Abbildung – spielten aber im<br />

Bass tendenziell schlanker. Für eine freistehende<br />

Aufstellung (also 1 - 2 Meter<br />

von der Rückwand entfernt) fährt man<br />

mit einer Standbox wie der Silver 6 auf<br />

der sicheren Seite. Die kleinste Silver-<br />

Standbox dürfte trotz ihrer überschaubaren<br />

Höhe von 97 Zentimetern einen vollständigeren<br />

Klang als die Kompakten<br />

produzieren – gerade im Bass-Bereich.<br />

Für die Extraportion Druck im Tieftonkeller<br />

nutzt die Silver 6 ein aufwendiges Reflexsystem,<br />

das mit zwei genau aufeinander<br />

abgestimmten Rohren arbeitet.<br />

Größe und Form beider Reflex-Ports sollen<br />

Geräusche verhindern, die während<br />

der Wiedergabe dort durch Luftverwirbelungen<br />

entstehen können. Ansonsten<br />

arbeitet die schnuckelige Britin in klassischer<br />

2,5-Wege-Manier: Der untere<br />

Tieftöner beisitzt eine eigene Gehäusekammer<br />

und hilft nur im Bass mit, der<br />

obere übernimmt hingegen auch die<br />

Mitten. Im Hochton ab 2,7kHz spielt ein<br />

Tweeter mit MA-typisch Gold -eloxierter<br />

Alu-Membran.<br />

Wie bei den bereits sehr guten Treibern<br />

der Vorgänger-Serie RX, kommen auch<br />

in der neuen Silver-Reihe Tiefmitteltöner<br />

mit kleinen eingeprägten Dellen zum<br />

Einsatz, die zum Rand hin größer werden.<br />

Das sieht schick <strong>aus</strong>, soll aber vor<br />

allem die Resonanzeigenschaften der<br />

sehr steifen Aluschalen noch gutmütiger<br />

und berechenbarer machen, weswegen<br />

man auch den bislang benötigten Phase-Plug<br />

weglassen konnte.<br />

Apropos Aussehen: Die Silver 6 präsentiert<br />

sich mit einer tadellosen und wertigen<br />

Verarbeitung. Die sauber aufgebrachte<br />

weiße Hochglanz-Lackierung<br />

des Testpaares verleiht dem Lautsprecher<br />

ein modern-edles Aussehen. Doch<br />

macht die Monitor Audio auch klanglich<br />

eine gute Figur?<br />

Keine löcher: Die Frontabdeckung hält<br />

sich magnetisch am Gehäuse fest. Hässliche<br />

Bohrlöcher für Plastikstifte gibt es somit nicht.<br />

Ein feines Gitter schützt den Hochtöner, auch<br />

wenn die Abdeckung entfernt wurde.<br />

Raum und<br />

aufstellung<br />

Raumgröße<br />

M<br />

K<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Freistehend aufstellen und nur<br />

minimal (etwa 10 Grad)<br />

anwinkeln. Abstand der Boxen<br />

zueinander 3,5m.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 134.<br />

128<br />

www.audio.de ›03/2014


Lautsprecher › StandBOXEN<br />

Getrennte Wege:<br />

Das untere Chassis teilt<br />

sich eine eigene Kammer<br />

mit der Frequenzweiche.<br />

Woofer Nummer 2 und der<br />

Hochtöner wohnen einen<br />

Stock höher gemeinsam –<br />

aber eben doch getrennt.<br />

Auch dieser Tief-Mitteltöner<br />

besitzt ein eigenes,<br />

auf der Rückseite mündendes<br />

Reflexrohr.<br />

stets <strong>aus</strong>gewogen<br />

Schlanker Bass? Fehlanzeige – wohlproportioniert<br />

dürfte hier das richtige<br />

Schlagwort sein. Denn im Tiefton bereich<br />

ging die Silver 6 zwar tatkräftig zur Sache,<br />

behielt die Zügel jedoch stets fest<br />

in der Hand – fester als Boston oder Chario.<br />

Insgesamt schien Monitor Audio bei<br />

der Abstimmung dieser kleinen Standbox<br />

die Ideallinie zwischen Neutralität<br />

und Spielfreude gefunden zu haben. Bereits<br />

frisch <strong>aus</strong> dem Karton wandelte sie<br />

Gitarren oder Stimmen dynamisch und<br />

löst diese fein auf – feiner als die übrigen<br />

Boxen im Test: Der Gesang bei „How<br />

Long” von der Newcomerin Ndidi („Dark<br />

Swing“) wirkte sehr plastisch und detailreich,<br />

die Gitarre besaß ordentlich Attacke,<br />

ohne dabei zu nerven. Nur die Elac<br />

FS 197 konnte da mithalten. Doch als die<br />

Monitor Audio ihre Einspielphase hinter<br />

sich hatte, lockerte sie sich im Hochton<br />

zusätzlich. Das Ergebnis: Die Abbildung<br />

bei „Catch Me If You Can” von Tokunbo<br />

(„Queendom Come“; siehe S. 55) geriet<br />

authentischer und die Silver 6 schien<br />

nun mit schnellerem Timing zu spielen.<br />

Besonders wegen ihrer flinkeren Art<br />

konnte sie der stellenweise etwas übereifrigen<br />

Elac auf der Zielgeraden dann<br />

doch noch knapp davon ziehen.<br />

Fazit<br />

Alexandros Mitropoulos<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Diese Standboxen sehen durchweg<br />

schick <strong>aus</strong> – auch wenn das Geschmackssache<br />

sein mag. Doch das<br />

Quartett lässt zudem Fakten sprechen:<br />

Alle Kandidaten besitzen trotz<br />

wohnraum-tauglicher Ein-Meter-<br />

Gehäuse Standbox-Qualitäten und<br />

bieten viel HiFi: Boston und Chario<br />

eignen sich besonders für unaufgeregten<br />

Musikgenuss. Elac und<br />

Monitor Audio klingen neutraler, die<br />

Silver 6 am <strong>aus</strong>gewogensten.<br />

StecKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

Audiogramm<br />

ÅAusgewogener Klang, präziser<br />

und kräftiger Bass, klare<br />

Mitten, detailreicher Hochton,<br />

sehr gute Verarbeitung.<br />

Í –<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

Monitor Audio<br />

Silver 6<br />

Monitor Audio Deutschland<br />

0 20 56 / 59 54 64 0<br />

monitoraudio.de<br />

ab 1480 Euro<br />

5 Jahre<br />

24,5 x 93,6 x 30 cm<br />

16,5 kg<br />

• / – / •<br />

Schwarz, Weiss. Furnier: Esche<br />

schwarz od. hell, Nussbaum,<br />

Rosenholz<br />

2,5-Wege, Bassreflex<br />

–<br />

–<br />

85<br />

85<br />

85<br />

85<br />

80<br />

80<br />

85<br />

80<br />

sehr gut<br />

84 Punkte<br />

sehr gut<br />

Testsieger<br />

Standboxen<br />

03/14<br />

Messlabor<br />

Auf Achse gemessen verläuft der Frequenzgang<br />

der Silver 6 <strong>aus</strong>gewogen<br />

und breitbandig. 30 Grad seitlich tritt<br />

bereits ab etwa 4kHz ein deutlicher Abfall<br />

ein (Abb. 1). Im Wasserfallspektrum<br />

(o. Abb.) ist eine Resonanz um 2kHz erkennbar,<br />

die sich im Klirrspektrum (Abb.<br />

2) wiederholt. Vernachlässigbarer Klirr<br />

bis 95dB, danach ansteigend und über<br />

das gesamte Spektrum verteilt. AK=58.<br />

Monitor Audio Silver 6<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Monitor Audio Silver 6 Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

www.audio.de ›03/2014 129


Verstärker › Stereo-Kombi<br />

Frere Entscheidung<br />

Hinter der Marke Atoll stehen zwei Brüder. Die schwören auf das<br />

Temperament und die Handarbeit ihrer französischen Heimat. Ihre<br />

Kombination <strong>aus</strong> CD-Player und Verstärker setzt sich bewusst von<br />

den Mitbewerbern ab. Die kommen in dieser Klasse von der Insel.<br />

■ Test: Stefan Schickedanz<br />

Frankreich ist zwar keine Insel wie<br />

England. Doch wenn es darum geht,<br />

sich gegen die totale Globalisierung<br />

zu stellen, sind unsere direkten Nachbarn<br />

nicht minder effektiv – im Gegenteil. Wo<br />

werden beispielsweise in Europa noch so<br />

originelle Filme mit Charakterdarstellern<br />

produziert, die nicht auf den Horizont von<br />

12-Jährigen zugeschnitten sind? Und wo<br />

laufen so gegen den Strich gebürstete Typen<br />

wie Gerard Depardieu frei herum und<br />

dürfen sich frei in den Medien äußern,<br />

130 www.audio.de ›03 /2014


Verstärker › Stereo-Kombi<br />

auch wenn meist Schräges, Schrulliges<br />

dabei her<strong>aus</strong>kommt?<br />

French Dressing<br />

Klar, wer sich auch nur ein bisschen für<br />

französische Lebensart interessiert, der<br />

würde kaum irgendwo anders nach dem<br />

Ursprung von Atoll Electronique suchen.<br />

Auch wenn der Name exotisch klingt.<br />

Auch wenn die beiden Komponenten<br />

der 100er-Serie nicht ganz so <strong>aus</strong>gefallenes<br />

Gehäuse-Design vorweisen können<br />

wie die 400er-Serie, an der sich kaum<br />

ein rechter Winkel findet. Auch wenn sie<br />

zu einem Preis in den Läden stehen, der<br />

den Verdacht nach kostenoptimierter,<br />

globalisierter Produktion Made in China<br />

oder sonstwo in Asien weckt. Je 1000<br />

Euro ruft der deutsche Vertrieb für den<br />

CD 100 SE und den passenden Vollverstärker<br />

IN 100 SE-2 auf. Dennoch kommen<br />

die von Hand montierten Komponenten<br />

<strong>aus</strong> der Normandie, wo die beiden<br />

Brüder Stéfane und Emmanuel Dubreuil<br />

1997 die Firma Atoll Electronique<br />

gründeten. Ihr Ziel, erschwingliches,<br />

aber <strong>aus</strong>geklügeltes High End für (fast)<br />

das ganze HiFi-Volk zu bauen, führte<br />

schon mal zu grandiosen „Überschwingern“<br />

wie dem in der Januar-Ausgabe<br />

2012 getesteten Vollverstärker Atoll IN<br />

400, der trotz sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis<br />

eine gut bestückte Brieftasche<br />

vor<strong>aus</strong>setzt: 4500 Euro sind zwar<br />

äußerst angemessen, aber kein Sonderangebot.<br />

Mit diesem Duo liegt das Geschwisterpaar<br />

dagegen voll im Ziel-Korridor. Wenn<br />

man mal reichlich schräge Konstruktionen<br />

(was hier wörtlich zu verstehen ist)<br />

wie den großen Amp <strong>aus</strong>klammert,<br />

könnte man bei den beiden 100ern<br />

durch<strong>aus</strong> von <strong>aus</strong>gefallenem, aber funktionellem<br />

Design sprechen. Mag sein,<br />

dass man mit einer großen Glotze bei<br />

manchen Laien eher Reaktionen der Bewunderung<br />

hervorrufen kann als mit<br />

noch so exquisiten Audio-Komponenten.<br />

Trotzdem zählt diese CD-Verstärker-<br />

Kombination zu jenen Geräten, die zumindest<br />

bei Interessierten aufmerksame<br />

Fragen hervorrufen. – und bei Testern<br />

sowieso. Wie können die Franzosen<br />

bei sich zu H<strong>aus</strong>e so günstige und<br />

dabei so aufwendige Komponenten bauen?<br />

Den Schlüssel sieht Frank Urban<br />

vom Audium-Vertrieb im grundliegenden<br />

Aufbau, dem Feld, in dem er die besondere<br />

Stärke von Atoll <strong>aus</strong>gemacht<br />

hat. Stéfane, der für die Technik zuständig<br />

ist, versteht es, möglichst viele Baugruppen<br />

auf einer Platine unterzubringen.<br />

Das verringert den Fertigungsaufwand.<br />

Die eigentliche Kunst besteht darin,<br />

bei der Kostenoptimierung trotzdem<br />

äußerste Sorgfalt in Sachen Klang walten<br />

zu lassen. Dazu hatten die Dubeuils<br />

immerhin sehr lange Zeit. Die evolutionär<br />

weiterentwickelte 100-Serie gibt es<br />

schon seit einer gefühlten Ewigkeit.<br />

Der CD-Player blickt auf eine besonders<br />

lange Serie von Modifikationen zurück.<br />

Bereits die vor Jahren präsentierte SE-<br />

Version bescherte ihm ein Teac-Laufwerk<br />

statt des zuvor eingesetzten Phi-<br />

Test<br />

CD-Player und Vollverstärker<br />

Atoll CD 100 SE-2 1000 €<br />

Atoll IN 100 SE 1000 €<br />

www.audio.de ›03 /2014<br />

131


Verstärker › Stereo-Kombi<br />

lips-Laufwerks, das damals typisch für<br />

europäische Scheibendreher war. Ganz<br />

zu Anfang kümmerte sich Atoll nur um<br />

die analoge Ausgangsstufe und kaufte<br />

die restlichen Baugruppen zu. Beim aktuellen<br />

Teac-Treibsatz handelt es sich<br />

um einen reinen CD-Spezialisten, was<br />

bekanntermaßen dem Klang zuträglich<br />

ist und seinen Anteil am geringen Jitter<br />

aben dürfte (siehe Laborbericht).<br />

Die vor einiger Zeit vorgestellte SE-2-<br />

Version unterscheidet sich vom Vorgänger<br />

nur durch die Möglichkeit, ein Digital-Interface<br />

mit Koaxial-, Lichtleiterplus<br />

USB-Eingang zur Verwendung als<br />

externe PC-Soundkarte einzusetzen.<br />

Das kostet zwar 250 Euro Aufpreis, stellt<br />

den 24-Bit-192-kHz-D/A-Wandler PCM<br />

1786 von Burr Brown aber weiteren<br />

Quellen zur Verfügung. Die aktuelle<br />

asynchrone USB-Eingangsplatine verdaut<br />

maximal 96 kHz, ab nächstem Monat<br />

sollen jedoch nur noch solche mit<br />

192-kHz-Limit <strong>aus</strong>geliefert werden.<br />

Auch sonst betreiben die Franzosen einigen<br />

Aufwand. Getrennte Trafos für die<br />

Digital- und die Analog-Sektion, vollsymmetrisch<br />

aufgebaute Ausgangsstufe ohne<br />

Koppelkondensatoren im Signalweg<br />

und eine aufwändige Stromversorgung<br />

mit einem Kondensatorreservoir, das<br />

auf 16.000 µF Gesamtkapazität kommt.<br />

Der reinste Farad-Club<br />

Mit der Kapazität seiner vier speziell für<br />

Atoll in Frankreich gefertigten Filterkondensatoren<br />

kann der IN 100 SE ebenfalls Eindruck<br />

schinden. 30.000 µF sind ein Wort,<br />

kanalgetrennte Ringkerntrafos mit zusammen<br />

660 VA eine Ansage: Diesem Vollverstärker<br />

sollte so schnell nicht die Puste<br />

<strong>aus</strong>gehen. Und weil seine vier Mosfets<br />

bei Impulsen sehr heiß werden können,<br />

sitzen sie ohne die üblichen Glimmerscheiben<br />

direkt auf eigenen Kühlkörpern.<br />

Atoll CD 100 SE-2: Das mittig angeordnete Teac-CD-<br />

Laufwerk trennt das Netzteil mit seinen separaten<br />

Transformatoren für Digital- und Analogteil von der empfindlichen<br />

Signalverarbeitung. Typisch Atoll: eine Platine für alles.<br />

Atoll IN 100 SE: Der Vollverstärker setzt auf<br />

separate Kühlkörper für die vier ohne<br />

Glimmerscheiben montierten Mosfet-<br />

Endtransistoren für schnelle Hitzeableitung nach<br />

stromzehrenden Impulsen sowie Doppel-Trafos.<br />

Messlabor<br />

Unauffällig am IN 100 SE sind sein vorbildlicher Stabilitätswürfel und<br />

die AK 61. Was auffällt, sind der zu hohen Frequenzen hin gleichmäßig<br />

verlaufende, bereits bei oberhalb von 10 kHz einsetzende<br />

Abfall des Frequenzgangs und der hohe Klirranteil. Der folgt zwar<br />

der reinen Lehre, ist mit reichlich gutmütigem K2 gewürzt und fällt<br />

bei der statischen Messung gleichmäßig ab. Bei der dynamischen<br />

Messmethode dominiert dann aber K3, was sicher einen Beitrag<br />

zum brillanten Klangbild liefert. Der CD-Player zeigt die gleiche Klirrund<br />

Frequenzgangabstimmung. Seine Stärke liegt im niedrigen Jitter<br />

(277/280 PS CD/Koax) und dem hohen Störabstand von 100 dB.<br />

132<br />

www.audio.de ›03 /2014


Verstärker › Stereo-Kombi<br />

Das soll die Hitze schnellstens abführen.<br />

Dass die Franzosen statt der verbreiteten<br />

bipolaren Transistoren Mosfets einsetzen,<br />

liegt auch an deren Vorliebe für röhrenähnlichen<br />

Klirr. Davon fuhr der IN 100 SE wie der<br />

CD 100 SE-2 im Labor reichlich auf. Schließlich<br />

verwendet Atoll die lähmende Gegenkopplung<br />

nur in homöopathischen Dosen,<br />

was die Impulsverarbeitung stimuliert.<br />

Im Hörtest tobte das Duo dann auch wie<br />

ein Tornado. Doch sollte man vor allem<br />

dem Amp eine gewisse Aufwärmzeit gönnen.<br />

Dann verwöhnen beide Komponenten<br />

mit außergewöhnlicher Spielfreude und<br />

nahtlosem Spielfluss. Obwohl beide zu einer<br />

hellen, strahlenden Darstellung neigten,<br />

enthielten sie sich jeder Tendenz zur Härte.<br />

Hier gab es jede Menge Strahlglanz, aber<br />

null Stahlglanz. Fragile Stimmen wie die<br />

von Don Henley (Eagles, „Hell Freezes<br />

Over“) zeigten zwar ihr charakteristisches,<br />

helles Timbre, ent hielten sich aber jeglicher<br />

Drahtigkeit: ein schmaler Balanceakt, der<br />

beiden bestens glückte.<br />

Die Bühne wirkte für diese Klasse bemerkenswert<br />

breit und vor allem hoch. Und<br />

wenn eine Live-Aufnahme mit stürmischem<br />

empfehlung<br />

StecKBRIEF<br />

Preis/Leistung<br />

Atoll<br />

CD 100 SE-2<br />

Vertrieb<br />

Audium<br />

0 30 / 613 47 40<br />

www.<br />

audium.com<br />

Listenpreis (Paar)<br />

1000 Euro<br />

Garantiezeit<br />

2 Jahre<br />

Maße B x H x T<br />

44 x 9 x 28 cm<br />

Gewicht<br />

7 kg<br />

aUsstattung<br />

Zufallstitelwahl<br />

•<br />

Spielzeit Titel / CD / Programierung • / • / •<br />

Restzeit Titel / CD / Programierung • / – / –<br />

Wiederholung CD / Titel / A–B • / • / –<br />

Fernbedienung<br />

• (System-FB)<br />

Ausgang regelbar / fixed<br />

– / •<br />

Ausgang Cinch / XLR 1 / –<br />

Digital<strong>aus</strong>gang Cinch / Optisch 1 / –<br />

Kopfhörer<strong>aus</strong>gang / regelbar – / –<br />

Digitaleingang Cinch / Optisch / • / • / •<br />

USB<br />

USB-Host / iPod – / –<br />

Besonderheiten<br />

optionales DAC-<br />

Modul<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅSehr lebendiger,<br />

frischer<br />

Klang.<br />

Í –<br />

Klang CD 102<br />

Ausstattung<br />

sehr gut<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

klangurteil<br />

Preis/Leistung<br />

102 Punkte<br />

überragend<br />

03/14<br />

Sinnvolle Ausstattung: Solide Lautsprecherklemmen, <strong>aus</strong>reichend Anschlüsse und<br />

hohe Flexibilität durch Vorverstärker- und Tape-Ausgänge sowie einen Festpegel-Eingang<br />

kennzeichnen den Atoll-Amp. Der CD-Player kann mit einer Eingangs-Platine bestückt werden.<br />

StecKBRIEF<br />

Atoll<br />

IN 100 SE<br />

Vertrieb<br />

Audium<br />

0 30 / 613 47 40<br />

www.<br />

audium.com<br />

Listenpreis (Paar) 1000 Euro<br />

Garantiezeit<br />

2 Jahre<br />

Maße B x H x T<br />

44 x 9 x 25,5 cm<br />

Gewicht<br />

11 kg<br />

anschlüsse<br />

Phono MM / MC – / –<br />

Hochpegel Cinch / XLR 5 / –<br />

Festpegel Eingang 1<br />

PreOut / TapeOut 2 / 1<br />

Lautsprecherpaare 1<br />

Kopfhörer<br />

•<br />

Funktionen<br />

Aufnahmewahlschalter –<br />

Klangregler/ abschaltbar – / –<br />

Loudness –<br />

Besonderheiten –<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Klang Cinch<br />

sehr gut<br />

Klang XLR –<br />

Ausstattung<br />

sehr gut<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

klangurteil<br />

Preis/Leistung<br />

ÅSehr spritzig, großflächige<br />

Abbildung, gute Dynamikreserven,<br />

tolle Attacke.<br />

ÍKann in komplexen Passagen<br />

den Überblick verlieren.<br />

95 Punkte<br />

überragend<br />

empfehlung<br />

Preis/Leistung<br />

03/14<br />

Appl<strong>aus</strong> aufwartete, waren die beiden<br />

100er in ihrem Element. Je mehr Impulse<br />

die CD bot, desto eindruckvoller konnten<br />

ihr der CD 100 SE-2 und der IN 100 SE Leben<br />

einhauchen, dem Hörer das Gefühl<br />

geben, live dabei zu sein. Bassimpulse kamen<br />

selbst mit keinesfalls leicht anzutreibenden<br />

Lautsprechern wie der KEF 207<br />

Reference 2 kurz und knackig. Kurzum boten<br />

die beiden Atolle eine Tour de Force.<br />

Nach diesem gemeinsamen, in den Aufzeichnungen<br />

mit reichlich Beifall bedachten<br />

Auftritt standen die Soli auf dem Programm.<br />

Der CD-Player musste sich gegen<br />

den Exposure 2010 S2 CD (Heft 8/13) behaupten<br />

und profilierte sich dabei als hellwacher,<br />

anspringender Strahlemann mit<br />

großflächiger Abbbildung. Ähnlich setzte<br />

sich der IN 100 SE gegen den Nait 5i in Szene:<br />

Auch dieser Engländer wirkte bodenständiger,<br />

erdiger, die Franzosen im direkten<br />

Vergleich fast schon hyperaktiv: Ihre Darbietungen<br />

offenbarten etwas Nervöses und<br />

erschienen besonders in komplexen, lauten<br />

Passagen etwas gepresster, weniger transparent.<br />

Die Bässe dazu weniger schwarz.<br />

Letztlich trennten die Gegner keine Punkte,<br />

sondern Wesenszüge. Kontrollierter Brite<br />

oder temperamentvoller Franzose: Die Entscheidung<br />

liegt ganz bei Ihnen.<br />

Fazit<br />

Stefan Schickedanz<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Die Punkte<strong>aus</strong>beute der beiden Franzosen<br />

kann sich sehen lassen. Für je<br />

1000 Euro stimmt das Preis-Leistungsverhältnis<br />

– für Hörer mit<br />

einem Faible für Live-Feeling ganz<br />

besonders. Die 250 Euro für das<br />

optionale Eingangs-Modul sind mit<br />

Hinblick auf flexible Einsatzmöglichkeiten<br />

gut angelegt – vor allem,<br />

wenn das zu Redaktionsschluss<br />

noch nicht verfügbare 192-kHz-Bord<br />

gegenüber der aktuellen Variante<br />

noch etwas zulegt. Die konnte das<br />

klangliche Potenzial des DACs ganz<br />

besonders über USB nicht <strong>aus</strong>reizen.<br />

www.audio.de ›03 /2014 133


HiFi-Service › raumakustik<br />

Akustik Assistent<br />

Nicht jede Box klingt in jedem Raum<br />

gleich gut. Um Sie vor Fehlkäufen zu bewahren,<br />

gibt <strong>AUDIO</strong> bei jedem getesteten<br />

Lautsprecher an, für welche Umgebung<br />

er sich vor<strong>aus</strong>sichtlich gut eignet.<br />

Sie müssen dafür Ihren Raum und Ihre<br />

Hörsituation nach drei Kriterien beurteilen:<br />

Raum größe, Raumakustik und<br />

Boxenauf stellung bzw. Wandabstand. Anschließend<br />

suchen Sie in der Bestenliste<br />

nach Boxen, bei denen alle drei Merkmale<br />

Ihrer Hörsituation – z.B. Klein, Hallig,<br />

Wandnah – mit einer grünen Empfehlung<br />

markiert sind. Voila, der Lautsprecher<br />

wird aller Vor<strong>aus</strong>sicht nach passen! Die<br />

<strong>AUDIO</strong>-Empfehlungen sind allerdings nur<br />

als grobe Hinweise zu sehen, in Einzelfällen<br />

kann es trotzdem nicht funktionieren.<br />

Deshalb: Probe- und Vergleichshören ist<br />

in jedem Fall ein guter Rat!<br />

K<br />

T<br />

D<br />

M<br />

A<br />

W<br />

G<br />

H<br />

F<br />

RAUMGRÖSSE<br />

K<br />

KLEINER RAUM<br />

(um 15 m 2 )<br />

Der Hörabstand liegt um oder unter<br />

zwei Meter – die Box muss auch im<br />

Nahfeld homogen spielen und darf<br />

nicht dröhnen. Die Anforderungen an<br />

Pegel und Bündelung sind geringer.<br />

M<br />

MITTELGROSSER RAUM<br />

(UM 24 m 2 )<br />

Abstände von zwei und drei Metern<br />

zwischen Box und Hörer sind typisch,<br />

ansonsten ist diese Raumgröße ideal<br />

– sofern der Lautsprecher etwas<br />

Pegel und Bassdruck produziert.<br />

G<br />

GROSSER RAUM<br />

(UM 45 m 2 )<br />

Bei Hörabständen von vier Metern<br />

oder mehr sind nicht nur die Anforderungen<br />

an Schalldruck und Bass deutlich<br />

höher, auch muss der Lautsprecher<br />

noch fokussieren können.<br />

RAUMakustik<br />

T<br />

TROCKENER RAUM<br />

Polster, Teppiche und Vorhänge<br />

dämpfen und drücken die Nachhallzeit<br />

im Mittelton unter 0,4 Sekunden,<br />

oft sind die Höhen stärker bedämpft.<br />

Der Lautsprecher darf weder dunkeldumpf<br />

noch zu direkt klingen.<br />

A<br />

AUSGEWOGENER RAUM<br />

Absorbierende Flächen wie Teppich,<br />

Polster etc. und reflektierende Wände<br />

halten einander die Waage.Die<br />

Nachhallzeit beträgt 0,4-0,6 Sekunden,<br />

der Raumhall ist zudem über die<br />

Frequenzen ähnlich verteilt.<br />

H<br />

HALLIGER RAUM<br />

Parkett, Glas, Beton und hartes Holz<br />

überwiegen – die Akustik wird als<br />

hallig empfunden, die Nachhallzeit<br />

übersteigt 0,6 Sekunden. Die Box<br />

muss den Schall bündeln, um nicht<br />

diffus oder scheppernd zu klingen.<br />

aufstellung<br />

D<br />

DIREKT AN DER WAND<br />

Zwischen dem Lautsprecher und der<br />

Wand dahinter liegen weniger als 30<br />

Zentimeter. Dies verstärkt den Bass<br />

und macht den Grundton träge – eine<br />

sehr schlanke Abstimmung oder eine<br />

Ortsentzerrung sind notwendig.<br />

W<br />

WANDNAH<br />

Der Wandabstand beträgt zwischen<br />

30 und 90 Zentimeter. Der Bass wird<br />

hörbar fetter und neigt je nach Raumgröße<br />

zum Dröhnen. Boxen mit<br />

schlank abgestimmtem oder sehr trockenem<br />

Bass harmonieren hiermit.<br />

F<br />

FREISTEHEND<br />

Lautsprecher und hintere Wand sind<br />

mehr als einen Meter voneinander<br />

entfernt. Die Box muss auf Bassverstärkung<br />

verzichten, ein satter,<br />

druckvoller oder sogar etwas fetterer<br />

Bass sind von Vorteil.<br />

134 www.audio.de ›03 /2014


Service › Bestenliste<br />

Die Bestenliste<br />

Die <strong>AUDIO</strong>-Bestenliste ist eine zuverlässige<br />

Orientierungshilfe für Ihren Kauf. Sie basiert<br />

auf gründlichen Hörvergleichen der Kandidaten<br />

mit konkurrierenden Produkten.<br />

• Arbeitsreferenzen sind fett gedruckt<br />

• neu getestete Geräte orange<br />

Trotzdem empfiehlt die Redaktion, Hifi-Ketten<br />

nicht wahllos „nach Punkten“ zusammenzustellen.<br />

Verstärker müssen etwa mit dem<br />

Lautsprecher harmonieren und Boxen wiederum<br />

mit dem Hörraum und der Aufstellung.<br />

<strong>AUDIO</strong> bietet deshalb den einmaligen<br />

Service der <strong>AUDIO</strong>-Kennzahl (AK) und des<br />

<strong>AUDIO</strong>-Akustik-Assistenten.<br />

inhalt<br />

Lautsprecher<br />

1. Standboxen Seite 135<br />

2. Kompaktboxen Seite 136<br />

3. Sub-/Sat-Boxensets Heft 12/13<br />

4. Surround-Sets+Stereo-Frontboxen Heft 12/13<br />

5. Subwoofer Aktiv Heft 2/14<br />

6. PC-Boxen / Nahfeldmonitore Heft 1/14<br />

7. Wireless-Boxen Heft 1/14<br />

Verstärker<br />

1. Transistor-Vollverstärker Seite 137<br />

2. Röhren-Vollverstärker Seite 137<br />

3. Vorverstärker Seite 138<br />

4. Endstufen Seite 138<br />

5. Phono-Vorverstärker Seite 138<br />

6. Kopfhörer-Verstärker Seite 139<br />

7. AV-Receiver Heft 2/14<br />

8. AV-Vorstufen Heft 1/14<br />

9. Mehrkanal-Endstufen Heft 1/14<br />

10. Passiv-Vorstufen Seite 139<br />

Analog-Player<br />

1. Plattenspieler ohne System Seite 139<br />

2. Plattenspieler mit System Seite 139<br />

3. Tonabnehmer Seite 139<br />

Digital-Player<br />

1. CD-/SACD-Player Seite 142<br />

2. Musik-Server Seite 142<br />

3. Netzwerk-Player Seite 142<br />

4. D/A Wandler Seite 143<br />

5. NAS-Systeme Seite 143<br />

6. Mobil-Player Seite 143<br />

Kopfhörer<br />

1. HiFi-Kopfhörer Seite 143<br />

2. Mobile Kopfhörer (On-Ears) Heft 2/14<br />

3. Mobile Kopfhörer (In-Ears) Heft 12/13<br />

4. Noise-Cancelling-Kopfhörer Heft 12/13<br />

Komplett-Anlagen<br />

1. Stereo-Komplettsysteme Seite 143<br />

2. Heimkino-Komplettsysteme Heft 2/14<br />

3. Komplettsysteme ohne Boxen Heft 2/14<br />

4. One-Box-Systeme (Stereo) Heft 5/13<br />

5. One-Box-Systeme (Surround) Heft 5/13<br />

Lautsprecher<br />

1. standboxen<br />

<strong>AUDIO</strong> bewertet Lautsprecher unabhängig vom Preis durch intensive Klangvergleiche<br />

(Qualitätsklassen und Punkteschlüssel siehe Anfang der Bestenliste). Mit anderen<br />

Sparten (etwa CD-Player) sind die Qualitätsklassen nicht vergleichbar. Einen Hinweis auf<br />

passende Verstärker gibt Ihnen die einmalige <strong>AUDIO</strong>-Kennzahl (AK). Diese sollte beim<br />

Lautsprecher kleiner oder gleich der AK des Verstärkers sein – dann ist optimale Dynamik<br />

garantiert. Boxen für Surround finden Sie in zwei weiteren Rubriken. Ein „a“ anstelle der<br />

<strong>AUDIO</strong>-Kennzahl steht für Aktivbox, „ta“ für teilaktiv.<br />

Referenz-Klasse<br />

AB 101 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Voxativ Ampeggio Due M g t a D W 34 3/14 88 000 109<br />

JBL Everest DD 66000 G A H W F 35 4/07 49 800 108<br />

Backes&Müller BM35 M g t a h d w f a 2/07 56 000 107<br />

Grimm LS 1 M G a W F a 5/13 25 000 106<br />

T+A Solitaire CWT 1000 G T A H F 68 1/13 24 000 105<br />

KEF Blade K M G T A H W F 63 11/11 25 000 105<br />

TAD Evolution One K M G T A F 58 6/12 28 000 105<br />

Linn Akubarik M G A D W F a 6/13 18 500 104<br />

Ayon Black Hawk G A H F 50 3/14 20 000 104<br />

Canton Reference 1.2 DC g t a f 53 8/09 20 000 104<br />

B&W 800 Diamond m g t a f 58 7/10 22 000 104<br />

ME Geithain ME 804 K G T A H D W F a 3/12 22 000 104<br />

Revel Ultima Salon2 k m g t a w f 71 12/07 24 800 104<br />

Dali Epicon 8 G A F 57 1/13 14 000 103<br />

T+A Solitaire CWT 500 G t a h W f 66 9/11 14 000 103<br />

Canton Reference 2.2 DC M G t a W f 53 8/09 15 000 103<br />

Klipsch Palladium P-39 F g t a h f 43 1/08 16 000 103<br />

Martin Logan Summit X (ta) g t a h f 58 7/09 16 800 103<br />

Revel Ultima Studio 2 k m g t a d w f 61 12/08 16 900 103<br />

KEF Reference 207/2 m g t a h w f 52 9/07 18 000 103<br />

Martin Logan CLX g t a h f 71 3/09 28 000 103<br />

Thiel CS 3.7 m g t a f 61 11/08 13 800 102<br />

Elac FS 509 VX-Jet m g t a H f 61 2/12 14 000 102<br />

Blumenhofer Genuin FS2 m g t a W f 45 8/13 14 900 102<br />

Eternal Arts Dipol K M G T A W F 82 2/11 15 000 102<br />

Backes&Müller BM15 m g a h d w f a 10/09 20 000 102<br />

Thiel CS2.7 m a f 68 4/13 10 800 101<br />

Quadral Titan 8 m g t a f 56 11/11 11 000 101<br />

Tannoy Kensington GR M G a f 51 11/13 12 000 101<br />

PMC Fact 12 m g a f 79 8/13 14 000 101<br />

Backes&Müller BM Prime 14 m g t a h D w f a 8/10 15 000 101<br />

Isophon Cassiano II D k m t a w f 69 12/08 17 800 101<br />

Focal Scala Utopia m g t a f 57 12/08 19 900 101<br />

Apogee Scintilla Mk 4 K M G T A W F 89 2/11 20 000 101<br />

ProAc Response D 100 m g t a f 50 8/07 24 900 101<br />

High-End-Klasse<br />

91-100 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Martin Logan Ethos K M G T A W f 60 2/11 8300 100<br />

Dali Epicon 6 M T A f 61 1/14 9000 100<br />

Martin Logan Spire (ta) g a h f 65 10/08 9800 100<br />

Cabasse Pacific 3 M G A W F 67 1/13 10 000 100<br />

Elac FS 609 X-Pi CE m g a h f 60 11/08 16 000 100<br />

Manger MSM p1 m g T a D W f 70 11/13 7800 99<br />

ME Geithain ME 160 G T A H F 48 3/10 7800 99<br />

Jamo R 907 m g t a h f 68 3/09 8000 99<br />

Sonus Faber Olympica 2 M A W F 66 2/14 8000 99<br />

KEF Reference 205/2 m g t a h w f 58 1/08 8800 99<br />

Blumenhofer Genuin FS 3 G T A H D W 53 3/10 8900 99<br />

B&W 803 Diamond m g t a w f 55 10/10 9000 99<br />

Burmester B30 M G A W F 63 3/10 9000 99<br />

German Physiks Borderland MK4-D g a H f 85 2/13 10 950 99<br />

Dynaudio Sapphire k m g t a w f 60 1/08 12 000 99<br />

Gauder Akustik Arcona 100 M a f 77 11/13 5800 98<br />

B&W 804 Diamond m g t a w f 64 7/12 7000 98<br />

Naim Ovator S600 m t a f 63 5/10 7800 98<br />

Backes&Müller BMPrime6 m G t a H D W F a 4/12 8000 98<br />

Piega Coax 30 K M T A F 6/11 8000 98<br />

Klipsch Palladium P-37 F m g t a h f 53 10/08 8000 98<br />

Sonus Faber Cremona M M G T A F 58 12/10 8400 98<br />

Neat Ultimatum XL 6 m t a f 70 9/11 9 980 98<br />

Voxativ Ampeggio g a f 34 5/10 16 900 98<br />

Heco The New Statement M G T A H F 51 1/13 4800 97<br />

T+A Criterion TCD 210 S g t a H f 57 8/12 5500 97<br />

Blumenhofer Tempesta 20 M T A W F 59 3/14 5700 97<br />

Martin Logan Theos g t a H f 66 6/12 5900 97<br />

Dynaudio Focus 380 m g t a f 60 08/11 6200 97<br />

Focal Electra 1028 Be m t a f 55 11//09 6200 97<br />

Sonics Allegra II k m g t a w f 57 9/08 6200 97<br />

JBL Array 1000 m g t a h f 58 11/06 6800 97<br />

KSD 2040 m g t a W f a 5/13 8000 97<br />

PMC EB-1 m g t a f 66 2/08 10 600 97<br />

Avantgarde Uno Nano (ta) g a h w f 13 11/06 11 000 97<br />

Adam Tensor Gamma (ta) k m t a d w f 64 2/08 11 600 97<br />

B&W CM 10 m G a f 60 12/13 3600 96<br />

T+A Criterion TCD-310 S K M g t a f 59 12/12 4000 96<br />

Naim Ovator S-400 k m t a w f 65 9/11 4200 96<br />

ME Geithain ME150 k m g t a w f 59 9/07 4900 96<br />

Adam Audio Column Mk 3 m g t a w f 60 9/09 5400 96<br />

KSD 2030 M G T A D W F a 3/11 5500 96<br />

Monitor Audio PL 200 k m g t a f 58 9/09 5900 96<br />

Backes+Müller BM 2s k m t a d w f a 1/08 7800 96<br />

Focal Electra 1037 Be m t a f 56 4/07 8000 96<br />

Canton Vento 890.2 DC m G T a f 54 1/12 3200 95<br />

Elac FS 407 m a W f 65 2/13 3700 95<br />

Klipsch RF-7 II G A H W F 40 11/10 3800 95<br />

Nubert NuVero 14 g t a w f 64 1/09 3900 95<br />

Heco Statement m g t a f 59 1/09 4000 95<br />

Tannoy Stirling SE k m G t a w f 45 10/12 4000 95<br />

Quadral Montan VIII M G T A F 64 12/09 4600 95<br />

PMC Fact 8 K M T A D W F 61 12/10 5500 95<br />

Zu Audio Essence g t a h w f 45 5/10 5700 95<br />

Canton Reference 5.2 m g t a f 55 9/08 6000 95<br />

Quad ESL 2905 g t a h f 80 4/07 9500 95<br />

KEF R 700 K M G a h f 57 1/12 2600 94<br />

Tannoy Precision 6.4 M a F 60 11/12 2700 94<br />

Dynaudio Excite X38 M G T a F 63 12/13 3000 94<br />

Dynaudio Focus 260 K M T a D W f 63 1/12 3400 94<br />

Gauder Akustik Arcona 60 K A W F 72 1/13 3400 94<br />

Elac FS 248 Black Edition K M G T a W f 56 1/12 3900 94<br />

Monitor Audio Gold GX 300 m g a H f 61 2/13 3900 94<br />

PMC Twenty 24 K M T A W F 65 3/12 3940 94<br />

BC Acoustique Act A3 m g t a h f 69 6/07 4000 94<br />

Elac FS 249 k m g t a f 58 11/07 4000 94<br />

Rosso Fiorentino Certaldo K M a W F 72 11/12 4000 94<br />

Sonus Faber Liuto m g t a w f 63 6/09 4000 94<br />

T + A Criterion TS 200 m g t a f 65 10/07 4000 94<br />

Thiel SCS 4T K M T A H D W 59 6/11 4000 94<br />

KSD 2020 M T A H W f a 9/11 4200 94<br />

Pioneer TAD S3 EX m g t a h f 59 9/07 5000 94<br />

GamuT Phi 7 k m t a w f 65 4/09 5300 94<br />

Dali Helicon 400 Mk 2 m t a w f 52 11/07 5400 94<br />

PMC OB 1i m g t f 70 4/09 5800 94<br />

Burmester B 25 m g t a h w f 66 1/08 6000 94<br />

Klipsch Klipschorn KH 60th g a h d 19 7/06 14 000 94<br />

Dali Fazon 5 k m t a D w 61 6/12 3000 93<br />

KEF XQ 40 k m g t a h f 53 3/08 3000 93<br />

Teufel Ultima 800 MK2 M G A W F 56 3/12 3000 93<br />

ATC SCM 40 k m t a D W 75 6/10 3400 93<br />

T&A KS Active K M T A W F a 4/12 4400 93<br />

PSB Synchrony One k m g a w f 62 4/09 4600 93<br />

TMR Standard III C m t a f 61 10/07 6200 93<br />

Sonus Faber Venere 2.5 M a H F 62 11/12 2800 92<br />

Wharfedale Opus2 - 2 m g t a f 60 6/10 3000 92<br />

Gamut Phi 5 k m t a D W 73 9/11 3200 92<br />

Neat Momentum 4i k m t a d w f 68 4/09 3500 92<br />

Klipsch Cornwall III G t a f 27 10/12 4200 92<br />

Tannoy Glenair 10 k m g t a h w f 49 5/07 4500 92<br />

Ascendo C8 Renaiss. m g a h w f 70 9/07 5800 92<br />

Canton SLS 790 DC M G A F 56 5/13 2500 91<br />

Teufel Ultima 800 k m g t a d w f 65 1/10 2800 91<br />

Monitor Audio Gold GX 200 K M T A W F 61 4/11 2900 91<br />

T+A Criterion TS 300 m g t a f 65 3/09 3000 91<br />

JBL LS 80 g a h f 56 9/08 3200 91<br />

Audium Comp7 Drive k m a d w f 74 2/12 3500 91<br />

Spitzenklasse<br />

76-90 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Nubert NuLine 284 m g t a W f 61 9/12 1950 90<br />

Quadral Platinum M 40 m G a w f 56 12/13 2000 90<br />

Canton Chrono SL 595.2 DC k m g t a w f 55 7/12 2400 90<br />

Quadral Platinum M5 m g t a f 53 1/10 2400 90<br />

Dynaudio Excite X36 K M G T A F 58 4/11 2600 90<br />

Nubert NuVero 11 m g t a d w f 70 2/09 2700 90<br />

Chario Constellation Pegasus K M T a w F 68 11/12 2900 90<br />

ASW Genius 410 M G T A W F 54 4/11 3200 90<br />

Focal Aria 926 K M A H F 59 10/13 1800 89<br />

Epos Elan 35 m g t a W f 50 9/12 1850 89<br />

Phonar Veritas P6 Next m g t a W f 57 9/12 2000 89<br />

KEF R 500 m g a H f 64 9/12 1800 88<br />

Triangle Antal EX m g a H f 59 9/12 1900 88<br />

Boston M 340 m T a f 69 12/13 2000 88<br />

Magnat Quantum 805 m g t a H W f 56 5/12 2000 88<br />

Quadral Chromium Style 102 m T a W f 54 2/13 2000 88<br />

www.audio.de ›03 /2014<br />

135


Service › Bestenliste<br />

Audes Maestro 156 m g T a f 51 10/12 2430 88<br />

Nubert NuVero 10 M G T A D W F 70 1/11 2450 88<br />

Cabasse Majorca M G T A H F 48 4/11 1900 87<br />

Canton Karat 770.2 DC K M T A W F 64 1/11 2000 87<br />

PSB Imagine T Tower K M a W f 59 5/12 2000 87<br />

Martin Logan Motion 40 K M T A W 59 2/13 2250 87<br />

Martin Logan Motion 12 M G T A F 62 3/11 1880 86<br />

Neat Motive 1 K M t a W f 75 5/12 1950 86<br />

Canton Karat 790 DC k m g t a f 58 10/07 2000 86<br />

Opera Grand Mezza MKII K a H w F 64 11/12 2000 86<br />

Focal Chorus 836 V m g t a f 54 10/07 2000 86<br />

Nubert nuLine 122 m g t a w f 61 5/08 2130 86<br />

Heco Celan XT 901 m g a f 52 2/09 2200 86<br />

KEF Q 900 M G A H F 6/11 1600 85<br />

B&W CM8 k m t a f 67 12/11 1800 85<br />

System Audio Aura 60 m t a f 68 5/12 1850 85<br />

Elac FS 189 m g t a f 52 10/09 2000 85<br />

Elac FS 247 k m t a w f 58 4/08 2000 85<br />

T+A KS350 K M a f 69 5/12 2000 85<br />

Linn Majik 140 m G t a F 64 4/12 2400 85<br />

Zu Audio Union K M T A W f 27 2/13 2500 85<br />

B&W 703 63 7/05 3000 85<br />

Klipsch RF-82 II g t a H w f 41 2/12 1300 84<br />

Monitor Audio Silver RX 8 m g t a f 57 7/12 1450 84<br />

Monitor Audio Silver 6 m G T A W F 58 3/14 1480 84<br />

Canton Chrono SL 570.2 K M t a W F 58 4/12 1500 84<br />

Chario Syntar 533 m g t a f 68 7/12 1650 84<br />

Elac FS 167 m t a F 59 3/14 1760 84<br />

Sonus Faber Toy Tower k m t a w 63 3/09 1800 84<br />

Audium Comp 5 m t a h f 71 5/10 2000 84<br />

Canton Vento 880 DC k m t a F 55 6/10 2000 84<br />

Jamo C-807 m g t a h f 63 11/07 2000 84<br />

Chario Cygnus K M T A W F 70 12/10 2300 84<br />

System Audio Mantra 60 k m t a W 66 6/10 2400 84<br />

Dynavox Impulse III m g a H d w 40 2/12 1300 83<br />

Adam Artist 6 K M T A D W F a 4/12 1400 83<br />

Boston M250 k m t a W F 60 3/14 1600 83<br />

Chario Syntar 530 m a H F 70 3/14 1600 83<br />

Phonar Veritas P4 Next m g a d F 56 8/12 1600 83<br />

Dynavox Impulse V k t a D w 41 11/11 1600 83<br />

Audio Physic Yara 2 Superior k m t a w 63 12/08 2000 83<br />

Magnat Quantum 709 m g t a f 60 10/07 2000 83<br />

Pioneer S-71 k m a h f 72 6/10 2000 83<br />

T+A Criterion TS 350 m t a f 65 4/08 2000 83<br />

KEF XQ30 k t a h DW 64 6/10 2600 83<br />

Heco Celan GT 502 m G t a W F 50 4/12 1400 82<br />

KEF Q 700 m G a H F 60 4/12 1400 82<br />

Epos Elan 30 k m g T a W f 52 4/13 1450 82<br />

Acoustic Energy Radiance 2 k m t a h w f 60 4/10 1500 82<br />

PSB T6 Tower M G A F 63 9/10 1500 82<br />

Tannoy Revolution DC6T SE k m g T a W f 61 4/13 1500 82<br />

Canton Chrono SL 580 DC K M G T A W F 55 9/10 1600 82<br />

Nubert nuLine 84 M G T A D W F 67 7/13 1030 81<br />

Epos Epic 5 m g t a D w f 51 8/11 1100 81<br />

Quadral Ascent 90 m g t a f 57 7/12 1200 81<br />

Canton Chrono 508.2 k m t a w f 57 8/11 1200 81<br />

Focal Chorus 726 M G T A F 59 7/13 1200 81<br />

T+A Pulsar S350 m g a f 66 4/13 1200 81<br />

Quadral Signo Avantgarde 70 M G T A F 64 7/13 1200 81<br />

Wharfedale Diamond 159 m g a H f 60 4/13 1300 81<br />

Dali Ikon 6 MKII m g a f 60 4/13 1340 81<br />

German Maestro Linea S F-0ne k m g t a w f 60 4/10 1400 81<br />

Dynaudio DM 3/7 K M G a W F 68 4/12 1450 81<br />

KEF iQ 90 m g a h f 51 5/09 1600 81<br />

Kudos X2 K M T A W F 70 10/11 1650 81<br />

Mission 794 k t a d 69 12/08 2000 81<br />

Wharfedale Diamond 10.7 m g t a f 64 8/12 900 80<br />

KEF Q 500 K M T A H W F 64 12/10 1000 80<br />

Klipsch RF-62 II m g a h w f 49 8/11 1100 80<br />

Dali Ikon 5 Mk 2 k m t a f 67 8/11 1100 80<br />

Indiana Line Diva 655 K M T A W 66 7/13 1200 80<br />

Triangle Color Colonne M T A W F 64 7/13 1200 80<br />

Dali Lektor 8 g t a f ´57 9/09 1340 80<br />

Mulidine Bagatelle V2 K M T A W F 58 7/12 1350 80<br />

Quadral Platinum M4 m g t a f 57 4/10 1400 80<br />

Heco Celan XT 701 m g a f 54 4/10 1600 80<br />

Tannoy Revolution DC6 T K M A H F 64 9/10 1200 79<br />

System Audio Aura 30 K M T A W F 70 10/11 1250 79<br />

Elac FS 187 K M T A W 63 9/10 1340 79<br />

Heco Celan XT 501 m g t a w f 53 9/09 1400 79<br />

Cabasse Java MC 40 g t a w f 58 5/09 1500 79<br />

Epos M22i k m t a w f 65 12/08 1800 79<br />

Piega TP5 k m t a f 63 3/07 2770 79<br />

Mordaunt Short Mezzo 6 k m g t a w f 59 9/09 1300 78<br />

Nubert nuLine 102 k m g t a w f 64 12/07 1450 78<br />

Monitor Audio Silver RX 6 m a f 61 1/10 1030 77<br />

Heco Metas XT 701 m g t a f 56 1/10 1100 77<br />

Epos M 16 i k m t a d w 65 7/08 1350 77<br />

B&W 683 m t a f 66 6/07 1400 77<br />

Elac FS 68.2 K M G T A W F 56 1/11 900 76<br />

Heco Metas XT501 M G A W F 56 1/11 900 76<br />

Jamo S 608 k m t a w f 59 1/10 1000 76<br />

PSB Image T5 k m t a w f 62 1/10 1000 76<br />

Focal Chorus 726 V m t a f 58 7/07 1140 76<br />

Tannoy Rev. Signature DC6T k m a h w f 60 12/07 1500 76<br />

Audio Pro Avanti A.70 k m g t a d w 64 2/08 1600 76<br />

Oberklasse<br />

61-75 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Boston A 360 m t a f 69 4/11 800 75<br />

Canton GLE 490.2 m g t a f 51 4/11 800 75<br />

Klipsch RF-52 II M A H W F 47 1/11 800 75<br />

Mordaunt Short Aviano 6 k m t a f 60 10/09 860 75<br />

Infinity Classia C336 m g t a f 55 8/08 1200 75<br />

Canton GLE 470.2 M T A W F 52 12/10 700 74<br />

Dali Zensor 7 m t a F 58 1/12 700 74<br />

Jamo C-605 m g t a h f 58 4/08 700 74<br />

Magnat Quantum 655 M G A F 61 12/10 700 74<br />

Monitor Audio Bronze BX5 M T A F 61 12/10 700 74<br />

Focal Chorus 714 k m t a H d w f 59 6/13 750 74<br />

Elac FS 58.2 m g t a f 56 4/11 800 74<br />

Quadral Argentum 390 M G T A F 58 1/11 900 74<br />

Dali Lektor 6 m g t a f 55 10/09 940 74<br />

GamuT Dana 1650 k m t a w f 55 10/09 990 74<br />

Canton Chrono 507DC m t a w f 52 11/07 1000 74<br />

Mordaunt Short Aviano 8 m a f 66 1/10 1060 74<br />

Teufel Ultima 7 m g t a f 69 7/08 1300 74<br />

Dali Zensor 5 k m t a w f 61 6/13 600 73<br />

Heco Victa Prime 702 m G t a f 54 6/13 600 73<br />

Jamo S 626 k m t a w f 66 6/13 600 73<br />

Magnat Vector 207 m g a f 51 12/12 600 73<br />

Nubert NuBox 511 K m t a f 61 12/06 760 73<br />

Magnat Quantum 657 g t a H f 58 4/11 900 73<br />

Focal Chorus 716 V m g t a f 57 11/08 950 73<br />

Heco Aleva 400 k m t a f 60 11/08 1000 73<br />

Mordaunt-Short 908i k m t a f 60 6/07 1000 73<br />

Audio Pro Blue Dia. V2i k m t a d w f 62 7/08 1400 73<br />

Teufel Ultima 40 MKII m a W f 60 12/12 450 72<br />

Heco Victa II 701 M G T A F 51 2/11 560 72<br />

Teufel T 500 G A H F 64 12/10 700 72<br />

Jamo S 606 m g a h f 67 8/09 600 71<br />

Wharfedale Diamond 9.6 m t a f 60 4/08 650 71<br />

Boston A 250 K A F 66 1/12 700 71<br />

Teufel Ultima 40 M T F 58 2/11 400 70<br />

Mission M 34i k m t a w f 52 1/07 550 70<br />

JBL Studio 180 M A H W F 69 2/11 600 70<br />

Cabasse MT 3 Tobago m t a f 61 4/07 800 70<br />

Nubert nuBox 481 m t a w f 55 1/07 500 69<br />

Quadral Argentum 07.1 m t a f 53 1/07 500 69<br />

Teufel M 320 F (teilaktiv) k m t a w f 68 6/08 600 69<br />

Wharfedale Diamond 10.5 K A F 62 2/11 600 69<br />

Focal Chorus 714 V k t a f 59 2/07 700 68<br />

Wharfedale Diamond 10.3 K t a W f 70 12/12 440 67<br />

KEF C5 K a W f 60 12/12 460 66<br />

Magnat Monitor Supr. 1000 m g t a f 61 1/09 400 64<br />

KEF Cresta 30 k m t a w f 63 5/08 450 64<br />

Wharfedale Vardus VR-400 m g t a f 66 1/09 400 63<br />

Mission M 33 k m t a w 55 9/06 400 63<br />

Heco Victa 301 K M T A W 59 6/11 220 61<br />

Boston A 25 K M A D W 68 6/11 260 61<br />

Magnat Monitor 880 m g a f 59 9/06 360 61<br />

MiTteL-klasse<br />

31-60 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Wharfedale Vardus VR-300 m t a f 67 8/08 300 60<br />

Wharfedale Vardus VR-200 k m t a d 67 8/08 250 58<br />

Teufel Ultima 20 K M T F 64 6/11 200 57<br />

Reference S 200 62 12/06 130 39<br />

Pure Acoustic Dream 77 57 12/06 470 39<br />

Paramax LM 48 61 9/09 400 36<br />

Standardklasse<br />

0-30 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Dragon Audio Dream 5 67 12/06 225 30<br />

Novex Smartline 600 54 12/06 74 29<br />

NIC HCS 1 63 12/06 88 23<br />

2. kompaktboxen<br />

High-End-Klasse<br />

91-100 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent Test Preis Punkte<br />

ME Geithain RL 922 m g t a d w f a 3/09 10500 100<br />

ME Geithain RL 930 G T A D W F a 3/11 7380 97<br />

ME Geithain ME 806 K M t a H W f a 5/13 7720 97<br />

Adam Tensor Delta TA m g t a w f 56 6/09 7600 95<br />

Adam Tensor Delta A m g t a w f a 6/09 8400 95<br />

Sonus Faber Olympica 1 K M T a H W f 71 11/13 5000 94<br />

JBL Array 800 m g t a h f 60 2/09 4800 92<br />

Klipsch Palladium P17B m t a h w f 59 2/09 4000 91<br />

B&W 805 Diamond k m t a F 60 4/10 4500 91<br />

Dali Epicon 2 k m t a F 66 7/13 4500 91<br />

Spitzenklasse<br />

76-90 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Cabasse Bora M G T A H D W F 51 12/10 2500 90<br />

Genelec 8240 APM K M t a H D W f a 5/13 2800 90<br />

Tannoy Definition DC8 m g h a w f 56 2/09 3000 90<br />

Pioneer/TAD S-4EX K M T A H F 70 12/10 4000 90<br />

Quadral Aurum Altan Aktiv VIII K M t a H D W f a 9/13 2800 89<br />

Focal Electra 1008 BE k m a w f 62 2/10 3500 89<br />

My Audio Design My Clapton M G t a w 54 2/12 4400 89<br />

Elac 330 CE m g t a d w 60 2/10 3300 88<br />

Adam Compact MK3 Active k m t a d w f a 2/10 2800 87<br />

Canton Reference 9.2 DC k m t a w f 63 12/09 2400 86<br />

Harbeth Compact 7/ES3 m g t a f 62 8/11 2550 86<br />

KEF R300 K M A H W F 63 3/12 1200 85<br />

Kef XQ 20 m g t a H f 60 7/10 1800 85<br />

ProAcTablette Anniversary K M T A W F 76 10/11 1950 85<br />

Sonus Faber Liuto Monitor k m t a w 69 12/09 2100 85<br />

Thiel SCS 4 k m g a h d w f 62 12/09 2200 85<br />

AVM Audition S3 K M T A D w 65 8/12 2250 85<br />

B&W PM1 k M T a F 77 03/12 2500 85<br />

B&W CM 5 k m t a d w 62 5/09 1200 84<br />

Canton Vento 830.2 k m t a w f 62 12/11 1300 84<br />

Quadral Aurum Altan VIII m g t a f 60 7/10 1400 84<br />

Sonics Argenta Edition k m t a w f 64 6/07 1600 84<br />

Sonics Argenta Aktiv k m t a w f a 6/08 2600 84<br />

Phonar Veritas m4 Next K M T A W F 66 2/14 900 83<br />

Nubert nuPro A 300 K M T a H W f a 11/13 1050 83<br />

Nubert NuVero 4 k m g t a w f 66 7/09 1140 83<br />

Chario Syntar 523R M G T A F 63 3/12 1250 83<br />

Elac BS 244 k m t a w f 64 5/09 1350 83<br />

ME Geithain ME 25 k m t a w f 58 8/06 1380 83<br />

ATC SCM 11 k M t a d w f 78 5/11 1450 83<br />

Harbeth P3 ESR K T A D W 82 3/12 1750 83<br />

Dynaudio Focus 110 A k t a d w f a 6/09 1800 83<br />

Sonus Faber Auditor M k m t a f 67 1/08 3800 83<br />

SVS Ultra Bookshelf k m a W f 59 7/13 1000 82<br />

Nubert NuVero 3 K M t A D W 73 3/12 1080 82<br />

Dynaudio Excite X16 m t a f 63 8/12 1150 82<br />

Abacus A-Box 10 K T A D W a 3/11 1190 82<br />

Sonus Faber Venere 1.5 k m a H f 77 7/13 1200 82<br />

Triangle Comete Anniversary K M T A H D F 62 4/12 1200 82<br />

Stirling LS3/5A V2 k T a D W 78 12/13 1290 82<br />

T+A KR 450 K M T A w F 73 8/12 1500 82<br />

T+A Criterion TR 400 k m t a w f 71 6/07 1500 82<br />

Chartwell LS3/5A k T a D W 77 12/13 1600 82<br />

Audiodata Petite k m t a w f 77 9/03 2700 82<br />

Epos Elan 15 m g t a w 58 8/12 950 81<br />

Monitor Audio Silver 2 M A H F 60 2/14 950 81<br />

Dynaudio Excite X14 K M A W 77 2/14 990 81<br />

Canton Vento 820 k m t a w 57 7/09 1100 81<br />

KEF LS50 k M t a h w f 73 3/13 1100 81<br />

Tannoy Precision 6.1 k M t a w f 56 3/13 1100 81<br />

KS Digital Coax C5 k M t a h d w f a 10/10 1190 81<br />

KS Digital KSD 2010 k M t a w f a 3/13 1500 81<br />

PMC DB 1 I k t a w f 72 5/11 1500 81<br />

Yamaha Soavo 2 k m t a w f 61 11/07 1500 81<br />

Nubert nuLine 34 K M T A H D W 70 1/14 670 80<br />

Boston M25 k m a w f 69 10/12 800 80<br />

Klipsch RB-81 II G a H f 52 5/11 800 80<br />

Pionner S-71B k t a f 74 3/13 1000 80<br />

Linn Majik 109 k m t a d w 62 6/09 1200 80<br />

Roksan Kandy K2 TR-5 k m a f 70 7/09 1200 80<br />

Canton Chrono SL520 + WA100 k m d a d w f a 4/10 1240 80<br />

Epos Epic 2 K M T A W 57 1/14 580 79<br />

Canton SLS 720 DC K M A W f 79 1/14 780 79<br />

Cabasse Minorca k m t a h d w 57 4/09 800 79<br />

Blumenhofer Mini K A D 67 3/14 1000 79<br />

PSB Imagine B k m t a w f 66 10/12 1000 79<br />

Quad 12 L Studio Active k m t a d w a 6/08 1200 79<br />

KEF Q 300 k M t a H w f 63 5/11 600 78<br />

Yamaha HS-8 k M t a H D w f a 10/13 660 78<br />

Monitor Audio Silver 1 K M T A H f 70 1/14 780 78<br />

German Maestro Linea S B-ONE k m a w f 65 7/10 800 78<br />

Heco Celan XT 301 k m g t a w f 58 4/09 800 78<br />

PSB Imagine Mini K T A D W 71 10/11 800 78<br />

ATC SCM 7 K T A D W 79 10/11 850 78<br />

Dali Ikon 2 MK II m t D w 65 7/10 860 78<br />

Chario Syntar 520 k m a H f 68 10/12 900 78<br />

Dali Mentor Menuet k t a D W 68 10/12 960 78<br />

Nubert NuPro A20 K M T A D W F a 3/11 530 77<br />

Triangle Color Bibliotheque K M T A W 70 1/14 660 77<br />

Magnat Quantum Edelstein K A D W 68 1/14 700 77<br />

Elipson Planet L 73 10/11 770 77<br />

Adam Artist 5 K M T A D w F a 8/12 800 77<br />

Elac BS 184 m g t a d w 64 7/10 800 77<br />

Leema Acoustics Xero k t aW 72 7/12 900 77<br />

KEF R100 K M A H w F 65 8/12 800 76<br />

Canton Ergo 620 k m t a w f 55 4/09 900 76<br />

Oberklasse<br />

61-75 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Genelec 6020 A k t a d w a 7/07 820 75<br />

Dynaudio MC 15 k t a d w f a 7/07 1000 75<br />

Tannoy Reveal 601 A k M t a w f a 10/10 540 74<br />

Nubert NuLine 32 km t a w f 64 3/10 570 74<br />

Canton Chrono SL 520 k t a D W 63 3/10 640 74<br />

Belves Aesthet 1 k m g t a w f 66 9/08 800 74<br />

Magnat Quantum 703 k t a w f 61 2/07 800 74<br />

136<br />

www.audio.de ›03 /2014


Service › Bestenliste<br />

MB Quart Alexxa B-1 k m t a w f 67 2/07 800 74<br />

Elac AM 150 K T A D W F a 8/10 500 73<br />

Quadral Platinum M 2 K M T A W 63 3/10 600 73<br />

Tannoy Reveal6D k m t a d w f a 7/07 650 73<br />

JBL LSR 2325P K T A H D W F a 8/10 520 72<br />

Dynaudio DM 2/7 65 1/10 650 72<br />

Triangle Titus m g t a W 62 7/12 650 72<br />

Monitor Audio Silver RX 2 M A W F 56 3/10 670 72<br />

Genelec 6010 A a 11/09 480 71<br />

Nubert NuWave 35 k m t a w f 65 5/07 530 70<br />

Fostex PM 1 Mk 2 M t a f a 10/10 570 70<br />

B&W 685 k m t a f 62 8/07 600 70<br />

Heco Metas 300 k m t a w f 60 5/07 500 69<br />

Mission Esprit E 52 k t a d w 64 2/08 650 69<br />

Mordaunt-Short Mezzo 2 k m t a f 64 2/08 700 69<br />

B&W CM 1 k t a d w 83 4/06 800 69<br />

Indiana Line Tesi 260 k M T A W 64 9/13 350 68<br />

Dali Zensor 3 k m t A w 59 9/13 400 68<br />

Focal Chorus 706V k m t a w f 62 5/07 470 68<br />

Wharfedale Evo2-10 k m t a f 60 5/07 600 68<br />

Dali Ikon 2 m t a d w 59 2/07 800 68<br />

Focal Chorus 705 k A D 67 9/13 400 67<br />

Epos Epic 1 k m t A w 63 9/13 425 67<br />

Canton GLE 436 k A D 60 9/13 440 67<br />

Magnat Quantum 673 k m t A w 58 9/13 460 67<br />

Tannoy Revolution DC4 k T A D 69 9/13 500 67<br />

Nubert NuBox 381 m g t a w f 56 10/08 380 67<br />

Dali Lektor 2 m g t a W 70 7/12 400 67<br />

PSB Image B5 k t a d w 64 2/10 400 67<br />

Mordaunt Short Aviano2 k m a f 67 2/10 460 67<br />

Monitor Audio Bronze BX 2 M A F 62 11/10 350 66<br />

Magnat Interior Power a 11/09 400 66<br />

Jamo C 603 k m t a h w 67 3/08 440 66<br />

B&W 686 k t a d w f 77 1/08 460 66<br />

Elac BS 123 k t a d w 68 8/07 600 66<br />

Heco Aleva 200 k t m a w f 66 1/08 600 66<br />

Quad 11L2 k m t a w 64 5/07 600 66<br />

Dali Zensor 1 k m t a D w f 67 10/11 260 65<br />

Magnat Quantum 553 m t a d w 59 2/10 300 65<br />

Mordaunt Short Aviano1 K M T A W F 71 11/10 300 65<br />

Canton GLE 420-2 K T A W F 64 11/10 360 65<br />

Magnat Quantum 603 k m t a w 63 3/08 400 65<br />

Quadral Rhodium 20 k t a w 70 10/08 400 65<br />

Jamo S 404 k m t a D w 77 11/10 300 63<br />

PSB Image B4 k t a D 68 11/10 300 63<br />

PSB Alpha B1 k m t a w 57 3/09 300 63<br />

JBL ES 30 m g t a f 65 3/08 400 63<br />

Tannoy F1 Custom k m a d w 60 3/09 240 62<br />

Mordaunt Short 902i k m t a d w 71 3/07 250 62<br />

Nubert nuBox 311 k m t a d w 63 3/07 280 62<br />

Dali Lektor 1 k m t a w 73 3/09 340 62<br />

Magnat Monitor Supr. 200 k m t a w 65 1/09 180 61<br />

MitTel-klasse<br />

31-60 Punkte<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Mission M 32i k m t a w 58 11/06 300 60<br />

Jungson BD 2 Mk 2 k m a f 67 9/08 500 60<br />

Wharfedale Vardus 100 63 1/09 200 59<br />

Mission M 31i 65 3/07 230 58<br />

Wharfedale Crystal 2-10 k t a d w 66 6/08 150 57<br />

Sonos SP-100 66 6/08 180 54<br />

Verstärker<br />

1. Transistor-Vollverstärker<br />

Referenz-Klasse<br />

AB 101 Punkte<br />

Modell . AK Test Preis Punkte<br />

T+A PA 3000 HV 82 4/13 10 000 135<br />

Pass INT 30A 64 1/10 7500 130<br />

Symphonic Line RG 10 MK IV Ref HD 68 1/13 8300 130<br />

Krell FBI (FB) 82 10/07 19 000 130<br />

Audreal A 600 E 73 3/13 4000 125<br />

Yamaha A-S3000 66 8/13 4800 125<br />

Pathos Inpol Remix 21 6/12 5000 125<br />

Symphonic Line RG 10 MK IV Ref 2011 68 6/11 6800 125<br />

Musical Fidelity AMS 35i 50 6/11 7500 125<br />

McIntosh MA 7000 AC 75 1/10 8500 125<br />

Wadia Intuition 01 73 7/13 7800 123<br />

Naim Supernait (FB) 59 1/08 3300 120<br />

Naim NAC152XS/NAP155XS/FlatcapXS (FB) 57 11/09 3600 120<br />

Densen B-150 66 6/10 4100 120<br />

Naim SuperUniti (+Streaming Client) 61 1/12 4200 120<br />

Resolution Audio Cantata 50 48 5/11 4200 120<br />

Atoll IN 400 72 1/12 4500 120<br />

Accuphase E-260 65 2/13 5000 120<br />

T + A V 10 (FB) (R) 55 11/03 5000 120<br />

Electrocompaniet ECI 6 DS 68 12/12 5900 120<br />

Musical Fidelity kW-550 88 10/07 7800 120<br />

Accuphase E-550 (FB) 58 3/06 7900 120<br />

Denon PMA-SA1 / AU-S1 58 10/07 8000 120<br />

Audionet SAM V2 63 8/08 3000 115<br />

Burmester 051 63 6/06 4950 115<br />

AVM Evolution A5.2 T 73 2/13 5300 115<br />

Gamut Si 100 (FB) 69 7/08 5300 115<br />

TACT M 2150 (FB) 72 7/03 5500 115<br />

Sony TA-A1 ES 47 2/14 2000 113<br />

Shanling A 2.1 64 5/13 1400 110<br />

Audreal XA 6950II 42 6/13 1500 110<br />

Anthem Intergrated 225 78 8/10 1900 110<br />

Creek Destiny 2 63 4/07 2000 110<br />

Naim Nait XS 60 10/13 2150 110<br />

Musical Fidelity A-5.5 Integrated 76 2/09 2200 110<br />

Musical Fidelity M6i 76 8/10 2450 110<br />

Moon i-3.3 63 4/07 2580 110<br />

Naim NAC152XS / NAP155XS (FB) 57 11/09 2650 110<br />

Krell S 300 i 71 6/09 2750 110<br />

Accustic Arts Power ES 59 3/11 3000 110<br />

AVM Evolution A3 NG 63 3/11 3000 110<br />

T + A PA 1260 R 62 11/09 3200 110<br />

Vincent SV-236 Mk 69 4/09 1700 105<br />

Naim Nait XS 57 2/09 1800 105<br />

Sonus Faber Musica 56 2/09 1950 105<br />

T + A Power Plant Balanced 70 1/12 1990 105<br />

AVM Evolution A3 NG (FB) 57 4/07 2000 105<br />

Unison Unico Secondo 65 4/09 2000 105<br />

Pathos Classic One MK3 50 2/10 2200 105<br />

Unison Unico SE (FB) 69 4/07 2200 105<br />

Denon PMA-2020 AE 67 1/13 2300 105<br />

Audio Aéro Prima Amplifier (FB) (R) 60 4/07 2400 105<br />

Luxman L-505 f 63 5/06 3000 105<br />

T + A R 1260 R (Receiver) 62 11/09 3600 105<br />

High-End-Klasse<br />

91-100 Punkte<br />

Modell . AK Test Preis Punkte<br />

Harman HK 990 (+Raumprozessor) 73 10/09 1500 100<br />

Hegel H70 54 12/11 1500 100<br />

Unison Unico Primo 59 6/10 1500 100<br />

Magnat MA-800 60 4/09 1500 100<br />

T + A Power Plant 70 12/07 1500 100<br />

Cambridge 840 A V2 67 4/08 1500 100<br />

Yamaha A-S 2000 (FB) 65 1/08 1600 100<br />

AstrinTrew AT-2000 58 2/09 1800 100<br />

Marantz PM-15 S2 60 3/10 1800 100<br />

Creek Destiny IA (FB) 59 4/07 1900 100<br />

Denon PMA-2010 AE 67 2/10 2000 100<br />

Croft Acoustics Integrated R 46 9/11 2100 100<br />

Cyrus 8 vs 2 / PSX-R (FB) 58 4/07 2100 100<br />

Electrocompaniet Prelude PI 2 (FB) 65 4/07 2100 100<br />

AMC 3150 MKII 71 3/12 1000 95<br />

Atoll IN 100 SE 61 3/14 1000 95<br />

Exposure 2010 S2 IA 59 8/13 1000 95<br />

Naim Nait 5i 54 8/11 1000 95<br />

Musical Fidelity M3i 57 2/11 1150 95<br />

Creek Evolution 5350 66 6/10 1350 95<br />

NAD C-375 BEE 71 12/11 1400 95<br />

Arcam A 90 63 4/08 1450 95<br />

Heed Obelisk Si /DAC 42 1/10 1450 95<br />

Densen B-110 58 3/06 1500 95<br />

Musical Fidelity A 3.5 68 3/06 1500 95<br />

Audio Analogue Puccini 70 53 3/06 1600 95<br />

Electrocompaniet PI 1 57 7/07 1600 95<br />

Advance Acoustic MAP-800 75 2/09 2000 95<br />

Rotel RA-1570 70 8/13 1500 92<br />

Spitzenklasse<br />

76-90 Punkte<br />

Modell . AK Test Preis Punkte<br />

Exposure 1010 A 51 9/11 660 90<br />

Rega Brio R 48 7/11 700 90<br />

Vincent SV-400 53 9/11 700 90<br />

Dynavox VR 3000 29 2/13 750 90<br />

NAD C 356 BEE 62 4/11 750 90<br />

Rotel RA 12 60 10/12 750 90<br />

Creek Evo 2 58 1/10 780 90<br />

Teac AI-501 54 6/13 800 90<br />

Music Hall A 35.2 67 9/11 800 90<br />

Creek Evolution 50A 55 4/13 845 90<br />

Arcam A 28 (FB) 61 10/08 1000 90<br />

Cambridge 740 A 67 3/08 1000 90<br />

Denon PMA-1510AE 62 2/11 1000 90<br />

Onix A-25 49 2/14 1000 90<br />

Pioneer A-70 58 1/13 1000 90<br />

Roksan Kandy K2 65 9/09 1000 90<br />

Teac AI 1000 65 3/12 1000 90<br />

Vincent SV-232 (FB) 68 10/08 1000 90<br />

Yamaha A-S 1000 (FB) 64 7/08 1000 90<br />

Cyrus 6a 53 3/13 1080 90<br />

Exposure 2010 S (FB) 58 4/06 1100 90<br />

Marantz PM-KI Pearl Lite 60 2/11 1200 90<br />

Wadia 151 PowerDAC Mini (nur Digital-In) 50 9/10 1300 90<br />

Cayin A 50 T 42 2/06 1500 90<br />

Dynavox TPR-3 + ET-100 43 5/12 520 85<br />

Yamaha A-S 700 66 3/09 580 85<br />

Gold Note AP-7 33 3/13 600 85<br />

Rega Brio 3 46 7/08 600 85<br />

Arcam A 18 46 9/08 700 85<br />

Onkyo A-9555 67 6/06 700 85<br />

AMC 3100 MKII 64 2/12 750 85<br />

Audiolab 8000 S 54 10/06 750 85<br />

Cambridge Azur 651 A 49 8/12 800 85<br />

Marantz PM 7001 KI 60 5/07 800 85<br />

Marantz PM 8003 60 1/09 800 85<br />

Onkyo A-933 60 12/05 800 85<br />

Arcam A 19 45 2/14 850 85<br />

Arcam A 70 54 3/08 850 85<br />

Vincent SV-226 MK 2 63 2/06 890 85<br />

Rotel RA 1520 60 9/09 900 85<br />

Advance Acoustic MAP 305 DA (mit DAC) 65 9/06 950 85<br />

Audio Analogue Primo Cento VT 45 3/08 980 85<br />

Cyrus 6vs2 46 1/07 1000 85<br />

Onkyo A-9755 68 4/06 1000 85<br />

Roksan Kandy L3 65 1/07 1080 85<br />

Music Hall A 50.2 63 9/09 1100 85<br />

Onkyo A-9070 66 1/13 1200 85<br />

System Fidelity SA-270 (FB) 54 12/08 400 80<br />

Yamaha A-S 500 64 1/11 420 80<br />

AMC XIA 52 10/10 450 80<br />

Marantz PM 6004 51 2/12 450 80<br />

NAD C 326 BEE (FB) 56 8/09 460 80<br />

Harman/Kardon HK 980 (FB) 63 12/08 500 80<br />

Marantz PM 7001 60 6/06 500 80<br />

NAD D3020 52 11/13 500 80<br />

Pioneer A 6 53 2/07 500 80<br />

Teac A-H01 46 2/12 500 80<br />

Marantz PM 6005 52 11/13 550 80<br />

Vincent SV-129 53 8/08 650 80<br />

Pioneer A 9 56 2/07 800 80<br />

Peachtree iDecco ( DAC, iPod-Dock) 44 9/10 1200 80<br />

Peachtree Nova (DAC, Sonos-Dock) 47 6/09 1300 80<br />

Oberklasse<br />

61-75 Punkte<br />

Modell . AK Test Preis Punkte<br />

Dynavox VR-307 33 5/10 300 75<br />

Advance Acoustic MAP 101 52 10/09 370 75<br />

Denon PMA-720 AE 56 9/12 400 75<br />

Rotel RA-04 SE 46 10/10 400 75<br />

Denon PMA-710 AE 55 10/09 400 75<br />

Rotel RA-04 49 8/06 400 75<br />

Advance Acoustic MAP 105 (FB) 59 6/07 400 75<br />

Advance Acoustic MAP 103 58 5/06 400 75<br />

Audio Block V-100 46 9/12 450 75<br />

NAD C 325 BEE 57 8/06 450 75<br />

Cambridge 350 A 44 10/10 450 75<br />

King Rex T-20U + PSU 11 5/10 460 75<br />

Harman Kardon HK 3490 (FB, Receiver) 67 9/08 500 75<br />

Dynavox VR-70 E 35 5/06 500 75<br />

Advanced Acoustic Max 250 64 2/12 650 75<br />

Pioneer A-30 57 9/12 300 70<br />

NAD C 316 BEE 56 10/10 350 70<br />

Advance Acoustic EZY-7 (iPod-Dock) 46 10/07 600 70<br />

Magnat MC1 (Receiver mit SACD-Player+FB) 55 1/08 990 70<br />

Denon PMA-520 AE 54 8/12 250 68<br />

Onkyo TX-8050 63 8/11 400 68<br />

Denon PMA-510 AE 53 6/09 250 65<br />

System Fidelity SA-250 (FB) 50 10/08 275 65<br />

Cambridge 340 A (FB) 43 1/06 300 65<br />

Marantz PM 5004 49 10/10 330 65<br />

Marantz PM 5003 48 8/09 330 65<br />

Yamaha AX-497 60 3/07 330 65<br />

Onkyo A 9355 53 12/07 370 65<br />

Marantz PM 6002 (FB) 53 11/07 400 65<br />

Onkyo A-5 VL 56 8/09 400 65<br />

MiTtel-klasse<br />

31-60 Punkte<br />

Modell AK Test Preis Punkte<br />

Yamaha AX 397 56 10/07 270 60<br />

Pro-Ject Receiver Box 33 5/10 425 60<br />

Denon DRA-700 AE (FB, Receiver) 62 1/07 410 60<br />

Onkyo A-9155 53 10/07 230 55<br />

2. Röhren-Vollverstärker<br />

Referenz-Klasse<br />

AB 101 Punkte<br />

Modell . AK Test Preis Punkte<br />

Unison Performance Limited 40 3/13 12 000 135<br />

Westend Audio Monaco 46 7/13 15 000 135<br />

Line Magnetic LM-219 IA 34 1/13 10 300 130<br />

Synthesis Action A100T 56 5/13 6500 125<br />

Audiomat Aria 42 11/13 4800 123<br />

Lyric Ti 120 Signature 41 1/12 3800 120<br />

Unison Research S6 37 3/11 3800 120<br />

Octave V 70 / Super Black Box 49 8/05 6100 120<br />

Mastersound Compact 845 20 3/14 5650 118<br />

www.audio.de ›03 /2014<br />

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