atp edition Gamification in Kollaborationsnetzwerken (Vorschau)

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EDITORIAL

Apps, Smartphones und Tablets

im industriellen Einsatz

Vor nur sechs Jahren stellte Apple das erste Iphone vor, vor drei Jahren das

Ipad. Seither haben sich Smartphones und Tablets mit atemberaubender

Geschwindigkeit verbreitet. Der Anteil mobiler Geräte am gesamten Internetdatenverkehr

hat sich innerhalb von nur zwei Jahren verfünffacht und liegt

inzwischen bei etwa 13 Prozent. Die Hersteller althergebrachter PCs hingegen

haben große Absatzschwierigkeiten. Amazon verkauft bereits mehr Bücher in

elektronischer als in gedruckter Form. Gemeinsam mit sozialen Netzwerken

wie Facebook oder Twitter haben mobile Computer innerhalb kürzester Zeit

unseren Alltag sehr stark verändert. Die Art und Weise, wie wir uns koordinieren

oder Informationen miteinander teilen, befindet sich in einem tiefgreifenden

und raschen Wandel.

Diese fundamentalen Entwicklungen aus dem privaten Umfeld wirken sich

in zweierlei Hinsicht auf die Industrie aus. Zum einem entsteht bei Benutzern

die Erwartungshaltung, dass leistungsfähige Mechanismen, die von privater

Nutzung her bekannt sind, bei ähnlichen Aufgabenstellungen auch im beruflichen

Umfeld verfügbar sein sollten. Zum anderen stehen durch die hohen

Stückzahlen und den enormen Wettbewerbsdruck endlich Geräte zu Verfügung,

die sich in puncto Gewicht, Preis, Batteriekapazität und Konnektivität

für viele Aufgabenstellungen im industriellen Umfeld anbieten.

Smartphones und Tablets eignen sich ideal für in weitläufigen Fabrikanlagen

typische Aufgaben mit hohem Informations- und Kommunikationsbedarf. Der

Aufenthaltsort der mobilen Mitarbeiter lässt sich in der Regel gut lokalisieren.

Somit kann einerseits für jeden Ort maßgeschneiderte Information angeboten

werden, zum anderen ist im System bekannt, wer sich gerade wo aufhält. Den

faszinierenden neuen Möglichkeiten steht leider auch ein hohes Missbrauchspotenzial

entgegen. Sicherheit muss deshalb das wichtigste Designziel

für neue Lösungen im industriellen Einsatz sein.

Smartphones und Tablets können als komfortable Bediengeräte für die Inbetriebnahme,

Parametrisierung und Fehlerdiagnose von digitalen Feldgeräten

direkt vor Ort eingesetzt werden. Das so erfolgreiche Konzept der Apps, also

kleiner spezialisierter Programme für einen eng umrissenen Aufgabenbereich,

muss für industrielle Anwendungen erweitert werden. Geeignete Orchestrierung

sorgt dafür, dass Apps Hand in Hand miteinander arbeiten können.

Smartphones und Tablets werden den Alltag in der Industrie ähnlich stark

verändern, wie sie dies im privaten Bereich bereits getan haben. Das vorliegende

Heft vermittelt einen ersten Eindruck davon.

DR. MARTIN

HOLLENDER,

Principal Scientist,

ABB Forschungszentrum

Ladenburg

atp edition

3 / 2013

3

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