Android User Tuning (Vorschau)

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Smartphones | Tablets | Apps | Tipps & Tricks | Tests

USER

09/2013 • September 2013 • www.android–user.de

TUNING

Mehr Leistung, mehr Akku, mehr Spaß!

Akku im Griff

So verlängern Sie die Akkulaufzeit – spürbar

Task-Killer

Diese Apps bewirken tatsächlich etwas

Mega oder Mini?

Galaxy Mega und das Galaxy

S4 Mini von Samsung im Test

Smart Body

Mit intelligenter Waage und

Sportband zum Idealgewicht

Geld Verdienen

Mit diesen Android-Apps können

Sie wirklich Geld verdienen

Zombie-games

Von gruselig bis sportlich S. 80

Über 10 Seiten Tipps & Tricks

n Versteckte Features von Google Maps 7 n Unbeabsichtigte Anrufe verhindern

n Google Suche beschleunigen

n Die besten Alben bei Google Play

n Unlöschbare Apps entfernen

n Komplettes Keyboard wie am PC

n Handy als Webcam nutzen

n Google Now richtig nutzen

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Service

Editorial

Willkommen bei Android User

Task-

Marcel Hilzinger,

Chefredakteur

Killer

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

Android hat ein großes Problem. Es heißt

Multitasking und gehört eigentlich zu den

großen Vorteilen von Android. Multitasking

bedeutet, dass jede App im Hintergrund

weiter arbeiten darf, auch wenn sich

der Nutzer schon längst mit einer anderen

App beschäftigt. In einer idealen Welt funktionert

das alles reibungslos. Doch wir sind

weit davon entfernt.

Wie macht Apple das bloß?

Haben Sie gewusst, dass das iPhone 5 nur

über einen 1400-mAh-Akku verfügt? So

kleine Akkus gibt es bei Android-Geräten

höchstens im Low-End-Bereich, Topgeräte

verfügen über Akkus mit 2000 mAh oder

mehr Leistung. Klar glänzt das iPhone 5

nicht mit besonders guten Akkulaufzeiten

und das Display ist nur 4 Zoll groß, aber es

hat immerhin LTE an Bord. Wie schafft es

also Apple, mit diesem kleinen Akku (und

1 GByte RAM) auszukommen? Ganz einfach:

Es gibt praktisch keine Apps, die im

Hintergrund aktiv bleiben dürfen. Starten

Sie also Gmail, dann muss Angry Birds auf

Rechenleistung verzichten, und benutzen

Sie WhatsApp, dann bekommt Google

Maps praktisch keine Rechenzeit. Vereinfacht

gesagt ist immer nur eine App aktiv,

und das spart natürlich massiv Strom.

Sind Task-Killer die Lösung?

Darüber streiten sich die Geister: Für manche

sind Task-Killer die Lösung, für andere

das Problem. Denn eigentlich kümmert

sich das Android-System um die Apps, den

Speicher und die Rechenleistung. Aber es

gibt zu viele schwarze Schafe, die einfach

massiv Speicher und Rechenleistung und

damit auch Akkuleistung verbrauchen,

auch wenn man die App überhaupt nicht

benutzt. Dabei denke ich nicht an Whats-

App oder Facebook, bei denen es wichtig

ist, dass man Nachrichten rechtzeitig bekommt.

Nein, meistens sind es einfach unsauber

programmierte Apps, die im Hintergrund

den Akku leeren. Hier hilft in den

meisten Fällen nur ein Task-Manager oder

Task-Killer. Diesen sollten Sie aber nicht als

Holzhammer benutzen und stets alle Apps

beenden lassen, sondern gezielt diejenigen,

die über ihre Verhältnisse leben. Wie

Sie solche Apps finden, erklärt unsere

Fokus- Strecke. Einen umfassenden Artikel

zum Thema Task-Killer und Speicherverwaltung

von Android haben wir auch online

veröffentlicht [LINK 1].

Die Zeit bringt die Lösung

Android hat wie erwähnt ein Problem, aber

die Technik arbeitet für Android. Hightech

ist günstiger denn je, und wenn Sie ein

Handy mit einer schnellen CPU und

2 GByte RAM haben, spüren Sie von den

Problemen mit lahmen Apps praktisch

nichts. Auch die Akku-Revolution liegt in

der Luft, da bin ich mir sicher. Bis es so

weit ist, laden wir unsere Android-Spielzeuge

halt täglich – oder öfter.

Marcel Hilzinger

Android

macht etwas

falsch: Das

iPhone 5 hat

nur einen

1400-mAh-

Akku und 1

GByte RAM.“

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/29998

www.androiduser.de/facebook www.androiduser.de/google+ www.androiduser.de/twitter

Android-user.de sEptember 2013 3


Service

Inhalt

108 Schreib-/

Lese-Power

So machen Sie Nexus-

Geräte wieder flott

Service

3 Editorial

4 Inhalt

6 News

114 Impressum

QR-Code scannen

und Gratis-Artikel

online lesen!

44

Jawbone Up

Das intelligente

Fitnessarmband

im Test

Fokus

10 Desktop-Tuning

Launcher, Icons und vieles mehr!

14 Aktueller Look

Jelly-Bean-Optik für alte Handys

18 Nexus-7-Tuning

Coole Tools für das Google-Tablet

20 Task-Killer

Verlängern Sie wirklich die

Akkulaufzeit?

22 Leistungsprüfung

Benchmark-Tools im Vergleich

24 Greenify

So versetzen Sie Apps in den

Winterschlaf

26 Power Tutor

Das verbrauchen Ihre Apps

Hardware

28 Samsung Galaxy Mega

Groß, größer, noch größer, Mega!

30 Zopo ZP 950

220 Euro für ein Handy mit Dual-

SIM und riesigem Display

10 Desktop-Tuning

Diese Apps und Tools reizen

den Android-Homescreen aus

Hardware

34 ZTE Grand X Pro

Chinesischer Langstreckenläufer

mit Schwächen

36 Archos 53 Platinum

Das erste Handy der Tablet-

Spezialisten

38 Galaxy S4 mini

Der kleine Bruder des

Galaxy S4 im Test

40 PoV Mobii 1045

Das leistet das 250

Euro teure Spar-Tablet

42 Rollei Innocube

Beamer mit MHL-

Anschluss für die

Hosentasche

44 Jawbone Up

Dieses Gadget kennt Sie genauer

als Sie sich selbst

46 Withings Smart Body Analyzer

Smarte Waage mit Android-

Anbindung

4 September 2013 Android-User.de


Einsteiger

84 Werbenetzwerke

So arbeiten die mobilen Werbenetzwerke

für Handy-Apps und

Webseiten

Tipps & Tricks

88 Musiktipps

Spotify Playlist, kostenlose

Downloads und neue Musik von

Jay-Z, Mc Fitti, Whtie Lies u.a.

92 Tipps & Tricks

Praktische Tipps

aus unserer Redaktion

94 Google-Maps-Tipps

Kartentricks für Google-Maps-User

96 Windows Keyboard

Machen Sie aus dem

Android-Keyboard eine

komplette PC-Tastatur

98 Geräteadministratoren

Entfernen Sie Apps

mit Adminrechten

vom Handy

76 Neue Spiele

SPIELE

Unsere aktuellen Spielevorstellungen

78 Humble Android Bundle

Immer wieder Spiele zum

„Zahl-was-du-willst“-Preis

80 Zombie-Spiele

Siebenmal gegen Untote

PowerUser

100 Miu

Das ganz andere

Custom-ROM

104 Buzz Launcher

Android-Launcher mit

Community-Anbindung

82 World WarZ

Kino-Knaller auf dem Handy

83 Silent Age

Top-Adventure für Sparfüchse!

108 I/​O-Performance

So bekommen Sie ein

lahmes Nexus wieder flott

110 ROM-Küche

News und Tipps zu Custom-

ROMs und Root-Apps

112 Acer Iconia A700

Root für das Acer-Tablet

46

Smarte Waage

Diese Waage

kennt mehr als nur Ihr

aktuelles Gewicht

APPS

60 Apps zum Geldverdienen

48 App-Empfehlungen

Die Favoriten der Redaktion

50 App-Neuheiten

Die besten neuen Apps bei

Google Play

54 Meine Apps

Android-User-Lieblings-Apps

56 Norton Mobile Security

Mobile Sicherheit vom

bekannten PC-Spezialisten

Geht das wirklich? Kann man

mit dem Handy nebenbei

Geld verdienen?

63 Google Maps 7.0

Alles über das runderneuerte

Google Maps

68 Burn Note

Diese Sofortnachrichten

zerstören sich wie beim

A-Team von selbst

70 Rocket Music Player

Toller Musik-Player mit iTunes-

Anschluss für ehemalige

iPhone-Besitzer

72 Spring Pad

Notizzettel mit sozialer

Komponente

74 Skype 4.0

Komplett neuer Look und nun

endlich auch kostenlose

Offlinenachrichten#

QR-Code lesen: So geht's...

Installieren Sie die App „Barcode

1. Scanner“ vom ZXing Team.

Starten Sie die App, und halten Sie

2. den Scanner über den QR-Code.

Der Barcode Scanner zeigt einen

3. Link auf android-user.de an.

Tippen Sie auf den Link, oder

4. wählen Sie Browser öffnen.

Juli 2012


News

Android-News

Android-News

Solar-Kopfhörer

Tipp

Weitere News finden Sie

täglich auf der Android-

User-Homepage und auf

Google+ und Facebook:

android-user.de/google+

android-user.de/facebook

Es gibt Leute, die tragen ständig einen Kopfhörer, selbst

wenn Sie gerade keine Musik hören. Was liegt da näher,

als diesen Kopfhörer mit Solarzellen und einem Akku

auszustatten. Damit kann man das Handy bei Bedarf einfach

an den Kopfhörer anschließen und wieder aufladen.

Einen solchen Kopfhörer möchten

nun zwei englische Tüftler via

Kickstarter verwirklichen. Insgesamt

200.000 Pfund

braucht Andrew Anderson

für sein Projekt,

etwas mehr als 13.000

Pfund hatte er nach den

ersten drei Tagen schon

beisammen. Der Kopfhörer

selbst verfügt

über zwei 40 mm große Ohrmuscheln mit einem Frequenzbereich

zwischen 20 Hz und 20.000 KHz. Das Solarpanel

hat eine Größe von 55 cm² und soll ausreichen,

um damit die zwei Li-Ion-Batterien mit 1000 mAh aufzuladen.

Da der Erfinder aus England stammt, hat er auch

an die Regentage gedacht: Man kann das Headset auch

zu Hause aufladen und dann die Kopfhörer als kleines

externes Akkupack

tragen. Wer sich an

der Finanzierung

des Projekts beteiligt,

bekommt sein

On Beat Solar Headphone

für knapp 100

Pfund im kommenden

Februar.

OnBeat

Google Maps 7.0

Google hat Mitte Juli ein umfangreiches Update für den Kartendienst

Google Maps veröffentlicht. Die neue App passt sich dem Design der

restlichen Google-Apps an und enthält sehr viele Neuerungen, allen

voran die neue Seitenleiste. Darin finden Sie die Felder für Verkehrslage,

die Satellitenansicht und weitere Ebenen.

Einen frischen Anstrich haben

auch die Google Places erhalten.

Suchen Sie über die Leiste am

oberen Bildschirmrand nach

einem Geschäft oder Restaurant

oder tippen Sie etwas länger in

die Karte, erscheint am unteren

Rand des Displays eine Leiste

mit dem Namen des Orts und

der Fahrtzeit dorthin. Ziehen

Sie die Karte weiter nach oben,

erhalten Sie zusätzliche Informationen

zum gerade ausgewählten

Ort.

Google Latitude ist dagegen

dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Der Standortdienst wurde

zu großen Teilen in Google+

integriert. Einen ausführlichen

Artikel zu sämtlichen

Neuerungen von Google

Maps finden Sie in der Apps-

Rubrik ab Seite 63 dieser

Ausgabe.

Kritische

Sicherheitslücke

Die IT-Sicherheitsforscher von Bluebox

Security haben ein gravierendes Problem

in der Methode gefunden, wie Android

kryptographische Schlüssel signierter Apps überprüft.

Angreifer könnten so zentrale Apps austauschen,

ohne dass der User davon etwas bemerkt.

Die Signatur soll aber genau das verhindern.

Im Normalfall wird vom Android-System bei der

Installation von Updates einer App ein kryptographischer

Schlüssel überprüft. Passt der Schlüssel,

mit dem die neue App signiert wurde, nicht mit

dem ursprünglichen Key des Entwicklers zusammen,

wird die Installation der möglicherweise

kompromittierten Anwendung abgebrochen und

eine Warnmeldung ausgegeben. Vor allem bei der

Installation aus Drittquellen sollte man deshalb

sehr vorsichtig sein.

Bluebox kann den Fehler seit Android 1.6 in allen

Android-Versionen nachvollziehen und hat Google

bereits im Februar 2013 über die Schwachstelle informiert,

behoben wurde das Problem allerdings

erst Mitte Juli im Android-Quellcode. Bis dieses

Update von allen Herstellern auf die einzelnen

Geräte verteilt wird, dürften noch Monate vergehen,

wenn überhaupt ein Update erfolgt. Dies stellt

gerade Android-User mit älteren Smartphones vor

ein Problem: Viele Hersteller haben den Support

ihrer alten Handymodelle bereits eingestellt.

6

September 2013

Android-User.de


News

Android-News

Skype 4.0 bringt

Videonachrichten

Mit über 100 Millionen Installationen gehört Skype zu den

erfolgreichsten Android-Apps überhaupt. Mit dem Update

auf Skype 4.0 möchte Microsoft, zu dessen Portfolio Skype

inzwischen gehört, diese Zahl gebührend feiern. In der neuen

Version finden Skype-User unter Android eine komplett überarbeitete

Oberfläche und können nun auch unbegrenzt kostenlose

Videonachrichten verschicken; richtig große neue

Features fehlen jedoch nach wie vor in der App.

Nach eigenen Angaben hat Skype die

im Juli veröffentlichte App von Grund

auf neu geschrieben. Außer der neu

und benutzerfreundlicher gestalteten

Oberfläche soll auch an der Performance

der App gearbeitet worden

sein. Man habe sich auf „Stabilität,

Performance und Ladezeit“ konzentriert

und „die App noch schneller und

zuverlässiger gemacht“.

Die Freude über das Update hat

jedoch ein Detail getrübt: Microsoft

arbeitet angeblich eng mit der US-

Sicherheitsbehörde NSA zusammen,

sodass sich Skype-Gespräche trotz

Verschlüsselung abhören lassen.

Norwegian Airlines

mit Android an Bord

Als erste Fluglinie überhaupt stattet die norwegische Billigfluglinie

Norwegian ihre Boeing 787 Dreamliner mit einem

auf Android basierenden Entertainmentsystem aus. Technischer

Partner bei dem Vorhaben ist Panasonic.

Wie bei Smartphones wird das System mit Apps ausgerüstet.

Zunächst werden die in der Sitzlehne untergebrachten

Android-Systeme nur in Norwegians 787-Flotte eingesetzt,

die sich gerade erst im Aufbau befindet. Fluggäste haben

die Möglichkeit, via Android Filme anzusehen, auf Musik

und Spiele zuzugreifen und Zwischenmahlzeiten und Getränke

zu bestellen. Norwegian wird seine Dreamliner-

Flotte zwischen Skandinavien, den USA und Asien einsetzen,

auf Inlands- und Kurzstrecken setzt das Unternehmen

auf kleinere Maschinen.

Norwegian Airlines


News

Android-News

Google

Corning

Das Smartphone-Display

der Zukunft

Smartphone-Display-Spezialist Corning präsentierte auf dem MIT Mobile

Technology Summit das Touchscreen-Material der Zukunft. Corning ist in

erster Linie für sein kratzfestes Gorilla Glass bekannt, das bereits in vielen

Smartphones verbaut wird und Maßstäbe in Sachen Stabilität gesetzt hat.

In Zukunft will das Unternehmen aus dem amerikanischen Corning eine

weitere Verbesserung einführen: Eine spezielle Anti-Reflexionsbeschichtung

soll Displayspiegelungen drastisch reduzieren, die Reflexionsrate des

Bildschirms soll lediglich ein Prozent über der von reiner Luft liegen.

Corning zeigte auf dem Tech-Gipfel ein Bild des neuen Glases, auf dem der

speziell anti-reflexionsbeschichtete Teil nahezu durchsichtig erscheint – da

darf man gespannt sein, wie sich das Material auf einem Smartphone-Bildschirm

bewährt. Das Smartphone-Display der Zukunft hat zudem eine antimikrobielle

Oberflächenbeschichtung,

die in der Lage

sein soll, Viren und Keime abzutöten

und damit zu verhindern,

dass sie via Touchscreen

übertragen werden.

Wann genau das neue Glas

die Smartphone-Hersteller erreichen

soll, wollte der Hersteller

nicht verraten: „In den

nächsten zwei Jahren.“

Geschenkkarten

starten

Apps, Spiele, Filme, Musik und Bücher:

Das alles gibt es im Google Play Store zu

kaufen – aber nur, wenn man beim richtigen

Mobilfunkanbieter Kunde ist oder eine

Kreditkarte besitzt. Diese Einschränkung ist

nun Geschichte: Ab sofort sind Gutscheinkarten

im Wert von 15, 25 und 50 Euro in

allen deutschen Filialen von Penny, Rewe

und weiteren Geschäfte erhältlich. Auch

Saturn und Media Markt wollen die Karten

in ihr Programm aufnehmen. Den freigerubbelten

Code auf der Karte können Sie

beim Kauf unter „Einlösen“ auf Ihr Google-

Konto transferieren. Der Kaufbetrag wird

anschließend von Ihrem Guthabenkonto

abgezogen. Damit ist Deutschland nach

Frankreich, den USA und England das

vierte Land, in dem Play-Store-Guthabenkarten

vertrieben werden. Zum Start des

Programms in Österreich oder in der

Schweiz gibt es noch keine Informationen.

Passend zum Verkaufsstart der Guthabenkarten

hat Google auch den Play Store

komplett überarbeitet, sodass man die

Einlösefunktion schnell finden kann.

Moto X in den

Startlöchern

Mit dem Moto X will Motorola wieder an

die Spitze der Smartphone-Hersteller aufsteigen.

Kein Wunder, dass die Erwartungen

an das Handy extrem hoch sind. Und

Motorola hat sie mit einer groß angelegten

Werbekampagne Anfang Juli noch weiter

geschürt. Demnach wird das Moto X noch

im August an den Start gehen, allerdings

zunächst nur in den USA

und in Kanada.

Mit seiner Dual-Core-CPU

S4 Pro und 2 GByte RAM

gehört das Moto X in

der Kategorie Leistung

in die gehobene Mittelklasse.

Das LCD-Display

löst mit 1280 x 720 Pixeln

auf, was für die Größe

von 4,3 Zoll mehr als

ausreichend ist. Vorinstalliert

ist Android 4.2.2.

Eine Besonderheit ist

die frei wählbare Rückabdeckung

des Moto X

in diversen Farben und

Materialien.

Update für Google+

Google hat Anfang Juli ein wichtiges Update für Google+ veröffentlicht.

Vergebene +1 können ab sofort in den erweiterten Kreisen als

Empfehlung im Stream erscheinen. Wie bei den Empfehlungen von

Facebook sehen Sie nun, welche Beiträge von Ihren Freunden oft kommentiert

oder geplust wurden. Diese öffentlichen „Gefällt mir“-Angaben gibt es

nun auch bei Google+, allerdings mit ein paar wesentlichen Unterschieden:

Wie bei den angesagten Beiträgen oder den eigenen Kreisen kann man die

Menge solcher Beiträge einschränken. Zudem kann man für die eigenen

Beiträge die Funktion deaktivieren, sodass die restliche Welt nichts davon

erfährt, was man gerade toll findet.

Neue Audible-App

Die Audible-App war funktional gut, aber nie eine wirkliche

App-Perle. Ein Update auf die Version 1.5 bläst nun frischen

Wind um die Ohren, und das Lauschen von Hörbüchern

macht damit noch mehr Spaß. Die neue Version hat den

aktuellen Holo-Look von Android übergestülpt bekommen.

Neben der Optik hat auch die Funktionalität gewonnen:

Audible-Fans mit vielen Hörbüchern in ihrer Bibliothek

können ihr Lieblingsbuch nun einfacher finden. Audible ist

aktuell der wohl am weitesten verbreitete und beste Dienst

für Hörbücher unter Android. Als Abonnent erhalten Sie

pro Monat einen Titel für 9,95 Euro. Reicht ein Hörbuch pro

Monat nicht aus, müssen sie als Abonnent für weitere Titel

jeweils 9,95 Euro zahlen. Ohne Abonnement werden für

ein aktuelles Hörbuch schnell über 30 Euro fällig.

8 September 2013


Fokus

Desktop-Tuning

Zehn Tools, die Ihren Android-Desktop superschön machen

Desktop-

Tuning

Bei einem Smartphone

zählt nicht nur das

Äußere, sondern auch

das Look-and-feel des

Homescreens. In diesem

Artikel stellen wir

Ihnen die besten Tools,

Icon Packs und Launcher

vor, damit Sie Ihren

Desktop so richtig toll

verschönern können.

Samuel Groesch

Die Standardoberflächen der diversen

Android-Hersteller haben

heute auch optisch deutlich mehr

zu bieten als noch vor ein paar

Monaten. Doch die Android-Community

schläft auch nicht, und deshalb gibt es zahlreiche

alternative Launcher, Themes und

vieles mehr, damit Ihr Android-Gerät noch

besser aussieht. Wir stellen Ihnen die wichtigsten

vor. Grundlage für diesen Artikel ist

ein Android-Smartphone oder Tablet mit

Version 4.0 oder neuer. Benutzen Sie ein älteres

Handy, dann lesen Sie unseren separaten

Artikel im Schwerpunkt dieses Hefts.

Nova Launcher

Der Nova Launcher [LINK 1] ersetzt

den original Android-Launcher mit

einem Pendant, das um viele nützliche

Funktionen und Zusatzfeatures erweitert

wurde. Beispielsweise können Sie im

Vergleich zum normalen Launcher festlegen,

wie viele Zeilen und Spalten Ihr Homescreen

haben soll. Sie können zwischen verschiedenen

Übergangseffekten wäh-

len oder die Anzahl und Reihenfolge Ihrer

Homescreen-Seiten festlegen. Auch den Drawer

und das Dock am unteren Bildschirmrand

können Sie an Ihre Bedürfnisse anpassen.

Ob Rastergröße im Drawer, Transparenz

oder Seitenanzahl im Dock – die vielen Optionen

lassen auch bei anspruchsvolleren

Powerusern keine Wünsche offen. In der

kostenpflichtigen Prime-Version können Sie

zudem Gesten definieren, welche bei Aufruf

festgelegte Aktionen ausführen. Durch zweifaches

Tippen mit einem Finger auf eine freie

Stelle werden zum Beispiel die Nova-Einstellungen

aufgerufen. Ein weiteres, sehr nützliches

Feature stellt die Benutzbarkeit von

Themes da. Laden Sie sich Nova-Launcher-

Themes oder Icon Packs aus dem Play Store

herunter, indem Sie einfach „Nova Launcher

Theme“ oder „Nova Launcher Icon Pack“ ins

Suchfeld eingeben. Nach der Installation des

jeweiligen Add-ons rufen Sie in den Nova-

Einstellungen den Punkt Erscheinungsbild

auf und wählen das neue Objekt aus. Auch

was die Geschwindigkeit und Flüssigkeit der

Bedienung angeht, liegt der Nova

Launcher vor der Konkurrenz und

kann auf Geräten, welche mit den

Hersteller-Launchern extrem ruckelig

und träge ihre Arbeit verrichten,

einiges an Geschwindigkeit

wettmachen.

Action Launcher Pro

Der Action Launcher

Pro [LINK 2] verfolgt ein

komplett anderes Bedienkonzept

als normale Launcher,

zum Beispiel der oben vorgestellte

Nova Launcher oder die

meisten anderen Stock-Launcher.

Ausgerichtet auf eine

schnelle, simple Bedienung

bringt der Launcher die von

And roid schon bekannte Sidebar

auch auf den Homescreen.

10

September 2013

Android-User.de


Fokus

Desktop-Tuning

Sie fungiert anstelle des normalen App Drawers

und gewährt Zugriff auf alle installierten

Anwendungen. Diese neuartige App-Drawer-Variante

können Sie auch per Geste,

durch einen Wisch vom linken Displayrand

nach rechts, aufrufen. Im Slider sind die

Apps ebenso wie im Standard-App-Drawer

nach dem Alphabet geordnet. Sie können jedoch

am Rand des Sliders schnell zwischen

verschiedenen Buchstaben hin- und herwechseln.

Halten Sie dazu an einem bestimmten

Punkt des Randes den Finger gedrückt,

und ziehen Sie ihn, wie vom Scrollen

bekannt, nach oben oder unten (Abbildung

2). Der aktuelle Buchstabe wird dann groß

über der Liste angezeigt. Ein weiteres einmaliges

Feature des Action Launcher Pro sind

die sogenannten Cover Widgets. Eine Vielzahl

der installierten Apps kommt mit einem

Widget daher. Facebook, Google Mail und

Google + sind nur einige Beispiele. Wenn

Sie auf dem App-Symbol einer der genannten

Apps vertikal nach oben wischen oder – je

nach Einstellungen – darauf doppelklicken,

öffnet sich ein Pop-up. Es zeigt das Widget

an, ohne die komplette App zu öffnen, und

gewährt so einen kurzen Einblick in die App,

ohne dass Sie die gesamte Anwendung ausführen

müssen.

DashClock

Mit Android 4.1 führte Google unter

anderem Widgets für den Lockscreen

ein. Dadurch wurde es

ermöglicht , auch ohne das Gerät zu entsperren,

schnell und einfach auf Funktionen des

Gerätes zurückzugreifen. DashClock [LINK 3]

nutzt diese Möglichkeit des Android-Systems

und bringt ein modular aufgebautes Widget

für den Lock-, aber auch den Homescreen.

Im Google Play Store können Sie sich

Add-ons herunterladen, welche die Funktionalität

des DashClock-Widgets immens

erweitern . Beim Entsperren sind Sie somit

durch das DashClock-Widget in der Lage

direkt zu sehen, wie viele ungelesene Mails

oder WhatsApp-Nachrichten Sie haben, wie

das aktuelle Wetter aussieht und ob der

Akku auch noch über genügend Kapazität

verfügt.

3D Image Live Wallpaper

Das neue iOS 7 von Apple kommt

mit einem interaktiven Hintergrundbild

daher, das den angezeigten

Ausschnitt durch Bewegung des Gerätes

verändert. Schon seit geraumer Zeit können

Android-Nutzer durch ein Live Wallpaper

den gleichen Effekt erzielen. Das 3D Image

Live Wallpaper [LINK 4] kommt für faire 1,24

Euro auf Ihr Smartphone und verrichtet seinen

Dienst problemlos. Aktivieren können

Sie das Live-Hintergrundbild, indem Sie in

den Wallpaper-Einstellungen Ihres Launchers

unter Live Wallpaper den Eintrag 3D Image

Live Wallpaper auswählen und als Hintergrund

setzen. Anschließend können Sie in

der Konfiguration des Live Wallpapers das

gewünschte Bild einstellen und wichtige Einstellungspunkte

tätigen. Setzen Sie die Image

Buffer Zone auf 30, die Sensitivity / Apparent

3D Depth auf 700, Maximum Rotation Lock

auf 350, und deaktivieren Sie den Punkt Reduce

Sensor Drift. Mit diesen Einstellungen

sollte der Effekt gut zu sehen sein, wobei

jedes Handy etwas anders reagiert. Probieren

Sie einfach aus, welche Konfiguration zum

bestmöglichen Ergebnis führt.

Abb. 3: Der Nova Launcher bringt auf

jedes Android-Handy ab Version 4.0

einen frischen Anstrich.

Abb. 1: Bis ins kleinste Detail konfigurieren

Sie beim Nova Launcher

das Verhalten Ihres Desktops.

Abb. 2: Der Action Launcher Pro

sorgt an allen möglichen Stellen

für eine schnelle Bedienung.

Icon Packs

Beispielhaft für

alle Icon Packs

im Play Store

möchten wir Ihnen das

Mianogen Icon Pack [LINK 5]

vorstellen. Icon Packs finden

Sie im Play Store relativ

einfach über die integrierte

Suchfunktion. Es

besteht auch die Möglichkeit,

über Google nach

neuen Packs zu suchen

oder sich in Foren durch

andere Nutzer Anregungen

zu holen. Nach der

abgeschlossenen Installation

können Sie die

neuen Icons in Ihrem

Tipp

Als einfache Wallpaper-Alternative

mit einem sehr

schönen 3D-Effekt und

wenig Akkuverbrauch eignet

sich auch das 3D Tiles

Parallax Wallpaper von

Niko Pfeifer [LINK 15].

Android-user.de September 2013 11


Fokus

Desktop-Tuning

Abb. 4: Der Solo Launcher verfügt

über umfangreiche Themes und

wunderschöne Widgets.

Launcher aktivieren. Gehen Sie hierzu im

Nova Launcher in die Launcher-Einstellungen

zur Kategorie Erscheinungsbild und wählen

unter dem Punkt Symbolthema das neu

installierte Pack aus. Wenn Sie jetzt auf Ihren

Homescreen zurückkehren, sehen Sie bereits,

dass die alten Icons durch die des Icon Packs

ausgetauscht wurden. Auch im App Drawer

dürfen Sie die neuen Icons bewundern. Ein

Icon Pack zeichnet sich unter anderem durch

die Anzahl der enthaltenen Icons aus. So

werden mit kostenfreien Packs selten alle

von Ihnen installierten Anwendungen abgedeckt,

achten Sie deshalb immer auf die angegebene

Anzahl der Icons. Gute und schöne

Icon Packs finden Sie bei Google Play unter

den Links [LINK 6] bis [LINK 10].

Desktop Visualizer

Der Desktop Visualizer [LINK 11] ermöglicht

es Ihnen, beliebige Grafiken

auf Ihrem Homescreen zu platzieren

und mit Aktionen zu versehen. Dies

ist ohne Erweiterung nicht möglich, bringt

aber die Möglichkeit von völlig neuen Bedienkonzepten.

Gestalten Sie Ihre eigenen Bilder

und Grafiken am Computer mit einem

Grafikprogramm, speichern Sie sie auf Ihrem

Smartphone, und Sie können anschließend

die am Computer erstellten Grafiken mit Aktionen,

wie dem Starten einer Applikation,

auf Ihrem Homescreen ablegen. Kombiniert

mit dem passenden Hintergrundbild lässt

sich einiges an Tuning vornehmen. Öffnen

Sie das normal gewünschte Hintergrundbild

in einem Grafikbearbeitungsprogramm wie

Gimp oder Photoshop, und modifizieren Sie

es nach Belieben. Anschließend können Sie

Ausschnitte davon auf Ihrem Smartphone

verwenden, um Teile hervorzuheben.

Apps starten können. Hierbei sind die Oberfläche

und die Flexibilität im Vergleich zu anderen

Anwendungen deutlich besser. Die

App eignet sich sehr gut, um noch ein paar

nützliche Funktionen in den Traum-Homescreen

zu integrieren.

UCCW

Das Ultimate Custom Widget, kurz

UCCW [LINK 13], ist wohl unumstritten

das flexibelste Widget im Play

Store. Mit ihm können Sie alles auf Ihrem

Homescreen möglich machen. Das Beste

daran ist, dass es im Internet Unmengen an

vorgefertigten Themes zum Gratis-Download

gibt. Diese UZIP-Dateien können Sie beim Erstellen

des Widgets einfach importieren und

zusätzlich an Ihre eigenen Bedürfnisse anpassen.

Laden Sie sich beispielsweise aus

dem XDA Thread [LINK 14] ein Theme herunter,

das Ihnen gut gefällt, und verschieben es

auf Ihr Smartphone, oder suchen Sie einfach

bei Google Play nach „uccw“.

Nachdem Sie die kostenfreie Applikation

aus dem Play Store heruntergeladen haben,

legen Sie wie gewohnt ein neues Widget an

und wählen dabei UCCW. Im sich öffnenden

Dialog klicken Sie oben rechts den UZIP-Button

an und wählen die heruntergeladene

Datei. Anschließend leitet UCCW Sie wieder

auf den Homescreen mit der Aufforderung,

das neu angelegte Widget einmal anzutippen.

Nun können Sie mit einem weiteren

Klick auf das Widget in die Einstellungen gelangen

und nach Bedarf das Widget noch

weiter an Ihre persönlichen Wünsche anpassen.

Abschließend vergeben Sie durch die

Skalierungsfunktion Ihres Launchers dem

Widget noch die richtige Position – fertig!

Solo Launcher

Sie möchten nicht lange herumkonfigurieren,

sondern einfach

einen neuen Launcher haben?

Dann installieren Sie den Solo

Launcher [LINK 16]. Der Homescreen-Ersatz

bringt von Haus

aus sehr schöne und vorgefertigte

Widgets mit, auch weitere

Themes lassen sich direkt aus

dem Launcher heraus installieren.

Mögen Sie es schlicht und

einfach, dann ist der Solo Launcher

aktuell die beste Wahl.

Power Toggles

Um tolles, minimalistisches

Design

mit Funktionalität

und guter Bedienbarkeit

zu verknüpfen,

bringt Power Toggles

[LINK 12] eine erweiterte

Energiesteuerung mit. Mit

der klar strukturierten

Anwendung können Sie

benutzerdefinierte Toogles

auf Ihrem Homescreen

platzieren, mit welchen

Sie schnell etwa das

WLAN an- und ausschalten

oder verschiedene

Abb. 5: DashClock bringt zahlreiche

Widgets auf den Sperrbildschirm

von Android.

Abb. 6: Die App 3D Image Live Wallpaper

verwandelt jedes Foto in ein

spektakuläres 3D-Hintergrundbild.

12

September 2013

Android-User.de


Fokus

Desktop-Tuning

Abb. 7: Beim Nova Launcher lassen

sich alte Icons durch ein neues

Set ersetzen.

Abb. 8: Füllen Sie die Felder aus,

anschließend sind die Grafiken

auf dem Desktop platziert.

Abb. 9: Das übersichtlich aufgebaute

Menü von Power Toggles

macht die Bedienung einfach.

Abb. 10: Mit den ultimativen UCCW

Widgets ist alles möglich, sogar

eigene Widgets zu erstellen.

Fazit

Wie Sie sehen, muss ein individuell gestalteter

Homescreen nicht gleich viel Arbeit bedeuten,

wenn Sie die richtigen Apps dazu

kennen. Mit ein paar Tricks und den passenden

Tools schaffen Sie es, Ihren Desktop

auch mobil zu optimieren und perfekt auf

Ihren Geschmack abzustimmen, egal ob Matrix,

Star Wars, Justin Bieber oder Hello Kitty.

Und zugegeben: So ein toll designter Desktop

macht einfach etwas her und sichert Ihnen

so manchen neidischen Blick! ● ● ●

Alle

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Fokus

Neuer Look

Shen En-Min, 123RF

Neuer Look im Stil von Jelly Bean für alte Androiden

Alles neu!

Sie sind mit Ihrem zwei Jahre alten Androiden noch zufrieden? Es gibt

aber keine Updates, die ein aktuelles System auf das Handy bringen?

Ärgern Sie sich nicht: Mit ein paar Tricks sieht jeder Androide wieder

wie neu aus! Christoph Langner

HTC

Die Android-Welt dreht sich rasant.

Jeden Monat folgt ein Top-Android-Modell

dem nächsten. Wer

soll da noch Schritt halten? Viele

Android-User möchten gar nicht immer das

neueste Modell haben, das zwei Jahre alte

Handy tut es doch eigentlich noch. Da

Google wichtige Neuerungen nun auch

immer öfter über Apps aus dem Play Store

verbreitet, ist es auch nicht so schlimm, dass

es nicht mit der neuesten Android-Version

läuft. Sähe doch nur die Oberfläche ein bisschen

moderner aus.

Sie müssen für einen modernen Look nicht

gleich Ihr Handy rooten und mit einer alternativen

Firmware wie CyanogenMod bestücken.

Der Look lässt sich ganz leicht ändern,

man muss nur die richtigen Schräubchen finden.

Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wo

sie drehen müssen, um aus Ihrem alten Androiden

einen neuen zu machen. Ohne Root

und ohne Haken!

Jelly-Bean-Uhr

Würden Sie den Autor fragen, welche

die vielleicht beste Neuerung in

Android 4.2 ist, würden Sie als Antwort

„die Uhr“ bekommen. Die Uhren-App,

wirklich? Ja, die schönsten Perlen liegen

manchmal tief verborgen und erscheinen auf

den ersten Blick unscheinbar. Google hat bei

der Uhr aus der aktuellen Jelly-Bean-Version

endlich alles richtig gemacht.

Sie besitzt neben der üblichen Weckfunktion

noch einen Timer und eine Stoppuhr.

Die Timer können Sie betiteln und vor Ablauf

per Fingerzeig schnell um eine Minute

verlängern. Weck- und Alarmzeiten geben

14

September 2013

Android-User.de


Fokus

Neuer Look

Abb. 1: HTCs Sense-Umgebung auf

Basis von Android 2.3 sieht aus wie

ein bunter Strauß Luftballons.

Abb. 2: Die neue Uhr-App aus Android

4.2 ist ein großer Fortschritt

gegenüber ihren Vorgängern.

Abb. 3: Dank normaler Tasten tragen

Sie die fällige Weckzeit viel

schneller als mit Schiebern ein.

Abb. 4: Stoppuhr und eine freie

Anzahl an Timern geben der Jelly-

Bean-Uhr den letzten Schliff.

Sie nicht mehr über schwer zu bedienende

Schiebe- und Drehregler, sondern über ein

einfaches Tastenfeld, das speziell für Uhrzeiten

Extratasten wie :00 oder :30 mitbringt.

Mit Clock JB+ [LINK 1] (für 0,99 Euro bei

Google Play) holen Sie die Jelly-Bean-Uhr auf

Ihren Retro-Androiden. Die App läuft ab

And roid 2.2, die Bedingungen dürften die

meisten in Gebrauch befindlichen Androiden

erfüllen. Im Play Store finden Sie das kostenlose

Clock JB [LINK 2] als Alternative, doch bei

dieser Version ist der Wecker deaktiviert.

Jelly-Bean-Launcher

Auch Ihr virtuelles Zuhause – der

Homescreen – lässt sich unter Android

anpassen, dazu

müssen Sie einen anderen

Launcher aus dem Play Store

installieren. Auf älteren Androiden

sind Sie jedoch in der

Auswahl eingeschränkt: Viele

der populären Launcher wie

Nova oder Apex benötigen

mindestens Android 4.0.

Für Ihren Retro-Androiden

empfehlen wir den

ADW.Launcher [LINK 3] oder

die etwa 3 Euro teure kostenpflichtige

Variante ADWLauncher

EX [LINK 4]. Die meisten

Android-User werden mit der

kostenlosen Variante zufrieden

sein. Sie ist frei von Werbung,

es fehlen nur zusätzliche

Animationen. Alles Wichtige

aber ist mit an Bord.

ADW bringt eine aktuelle Android-Optik mit.

Apps lassen sich auf dem Homescreen zu

Gruppen zusammenfügen, und Sie können

Widgets in ihrer Größe ändern – ganz so wie

bei topaktuellen Android-Handys. Die Performance

bleibt dabei nicht auf der Strecke,

selbst auf einem 800-MHz-Single-Core-Gerät

bremst ADW nicht zusätzlich ein.

Den ADW.Launcher sollten Sie nicht unkonfiguriert

lassen. Dazu finden Sie in den

Apps den Eintrag ADW Config. Rufen Sie ihn

zum Einrichten des Launchers auf und tippen

im Auswahl-Dialog auf ADW Settings.

Hier sind unter den Bildschirm- und Appliste-Einstellungen

besonders die Punkte zu

den Spalten und Reihen interessant. Je nach

Abb. 5: Wie bei aktuellen Androiden

fassen Sie mit dem ADW.Launcher

Apps zu Gruppen zusammen.

Abb. 6: Die Anzahl an Icon-Reihen

und -Spalten können Sie im

ADW.Launcher frei bestimmen.

Abb. 7: Widgets auf dem Homescreen

lassen sich mithilfe von

ADW.Launcher frei skalieren.

Android-user.de September 2013 15


Fokus

Neuer Look

Abb. 8: Mit Live-Wallpaper aus

Jelly Bean und ADW.Launcher sieht

Ihr alter Androide aus wie neu.

Abb. 9: Holo Locker entspricht vom

Look-and-feel her dem Lockscreen

eines aktuellen Androiden.

Abb. 10: Wischen Sie mit Ihrem Finger

nach oben, öffnet Holo Locker

statt Google Now die Suche.

Abb. 11: Mit SwiftKey sieht die Android-Tastatur

nicht nur viel besser

aus, sie ist es auch.

Auflösung Ihres Androiden können Sie bis zu

10 x 10 Icons auf den Homescreen packen.

Jelly-Bean-Live-Wallpaper

Mit (animierten) Bildschirmhintergründen

betreten Sie im Google

Play Store stark vermintes Gelände.

Bei kaum einem anderen Thema finden Sie

so viel App-Mist, der oben drauf viel zu viele

Rechte einfordert. Warum braucht ein Live-

Wallpaper Zugriff auf Ihre Kontakte? Hier

stimmt eindeutig etwas nicht! Lassen Sie in

diesem Fall lieber die Finger von so einer

Live-Wallpaper-App.

Brauchbar und sehr nah am Original ist

der Jelly-Bean-Live-Hintergrund des App-

Entwicklers Vectors and Pixels Indiegames

[LINK 5]. Die App kommt ohne zusätzliche

Rechte aus und zeigt nur beim Öffnen der

Einstellungen eine kurze lokal gespeicherte

Werbung an. Einmal eingerichtet, bekommen

Sie von den Anzeigen jedoch nichts mehr

mit. Optional kaufen Sie die Pro-Version des

Wallpapers [LINK 6] ganz ohne Werbung für

knapp einen Euro.

Bedenken Sie aber, dass besonders auf älteren

Androiden die Animation auf die Performance

und Akkulaufzeit des Geräts drücken.

Schnell ruckelt und zuckelt es an allen

Ecken und Kanten. Suchen Sie sich daher

eher eines der statischen Jelly-Bean-Wallpaper

heraus. Dazu braucht es keine App, eine

Bildersuche bei Google reicht [LINK 7]. Lassen

Sie sich Ihr Wunschbild im Browser in Voller

Größe anzeigen, tippen dann etwas länger

auf das Bild, sodass Sie es am Ende als Hintergrundbild

festlegen können.

Jelly-Bean-Lockscreen

Mit Jelly Bean ist der Android-Lockscreen

richtig schick geworden.

Ausgehend von einem Schloss-

Symbol auf Höhe des Daumens ziehen Sie

den kleinen Kreis nach links zur Kamera,

nach rechts zum Entsperren aufs Schloss

oder nach oben, um Google Now zu starten.

Den praktischen Suchassistenten Google

Now gibt es nur für Geräte mit „richtigem“

Jelly Bean, der Holo Locker [LINK 8] startet in

diesem Fall aber dann einfach die Google-Suche

– auch praktisch.

Mit dem etwa 1,50 Euro teuren Upgrade

auf den Holo Locker Plus [LINK 9] schalten Sie

zusätzliche Funktionen wie die Anzahl Ihrer

neuen Mails oder verpassten Anrufe frei,

doch nötig ist die Investition nicht. Die kostenlose

Variante reicht für unseren neuen

Jelly-Bean-Look locker aus.

Jelly-Bean-Keyboard

Wie bei den Live-Hintergrundbildern

gibt es auch bei den Android-

Keyboards viele schwarze Schafe.

Android User rät, sich hier nicht mit „Jelly

Bean Keyboards“ aufzuhalten. Holen Sie sich

gleich etwas Richtiges auf Ihr Handy. Mit

SwiftKey [LINK 10], SwiftKey für Tablets [LINK 11]

oder auch Swype [LINK 12] machen Sie mit Sicherheit

nichts falsch.

Die beiden Marktführer in Bezug auf Nachrüst-Keyboards

glänzen mit Wischgesten,

ausführlichen Wörterbüchern, Eingaben in

mehreren Sprachen, automatischer Wortkorrektur

und unterschiedlichen Layouts. Haben

Sie auf Ihrem betagten Android-Handy noch

16

September 2013

Android-User.de


Fokus

Neuer Look

nie eine andere Tastatur probiert,

dann wird es Zeit! Sie

werden erstaunt sein, wie

einfach man mit einem modernen

Keyboard auf dem

Touchscreen des Handys oder

Tablets tippen kann.

Jelly-Bean-Kamera

Auch bei der Kamera

heißt es: Wenn

schon, denn schon!

Warum sich mit zwielichtigen

„Jelly Bean“-Kamera-Apps

herumplagen, wenn es zahlreiche

bewährte Kameraanwendungen

gibt, die die

Stock-Kamera von Google locker

in die Tasche stecken?

Im Play Store stehen zum Beispiel

die Apps Camera FV-5

[LINK 13] und Camera ZOOM

FX [LINK 14] zur Auswahl bereit. Besonders die

erste App hat uns schon in Android User 05/​

2013 [LINK 15] sehr gut gefallen. Der Testbericht

zur Kamera-App ist auf unserer Homepage

in voller Länge frei verfügbar.

Camera FV-5 kommt im Look einer Spiegelreflexkamera

daher, doch nicht nur die

Optik stimmt, auch die Technik passt. Ohne

Menüs erreichen Sie alle wichtigen Funktionen

über Icons auf dem Display, die Belichtungszeiten

lassen sich manuell einstellen,

und auch Features wie Zeitrafferaufnahmen,

Serienbilder oder verschiedene Autofokus-

Modi bieten Ihnen viele Möglichkeiten, in die

Arbeit der Kamera einzugreifen und so ein

perfektes Ergebnis zu erzielen.

Jelly-Bean-Quick-Settings

WLAN an- oder ausschalten? Bluetooth

de- oder aktivieren? Per Flugmodus

den ganzen Funk lahmlegen?

Ab in die Einstellungen und sich durch

die Dialoge graben? Das muss nicht sein – so

hat auch Google bei der Entwicklung von

Android 4.2 gedacht und dem Android-System

endlich von Haus aus Quick Settings

Achtung

Für den „perfekten“ Jelly-Bean-Look ist noch

eine Überarbeitung der Statusbar am oberen

Bildschirmrand fällig. Doch passen Sie hier

bitte auf, die fast 500.000-mal installierte Jelly

Bean StatusBar [LINK 18] braucht unzählige

Rechte, ist mit Werbung überflutet und stürzt

bei jeder Gelegenheit hab. Lassen Sie besser

die Finger von dieser App.

Abb. 12: Eine moderne Kamera-

App darf nicht fehlen, Camera

FV-5 glänzt mit vielen Funktionen.

Abb. 13: Dank der AntTek Quick

Settings sind die wichtigsten Einstellungen

nur einen Klick entfernt.

verpasst. Direkt aus der Statusbar heraus

können Sie auf die wichtigsten Einstellungen

zugreifen, ohne ein Menü zu öffnen. Hersteller

wie Samsung haben solche Schnelleinstellungen

schon länger in ihr System integriert.

Die AntTek Quick Settings [LINK 16] oder die

werbefreie, kostenpflichtige Variante AntTek

Quick Settings Pro [LINK 17] bieten den gleichen

Komfort – und noch viel mehr. Die Ant-

Tek Quick Settings ziehen Sie von der rechten

Seite der Statusbar herunter, dort schalten

Sie dann auf WLAN, Bluetooth oder GPS

um. In den Einstellungen der App finden Sie

zudem zahlreiche zusätzliche Schalter für

unzählige andere Funktionen des Handys.

Fazit: Gar nicht so schwierig

Mit nur wenigen Apps frischen Sie den Look

Ihres lieb gewonnenen, aber doch etwas betagten

Androiden kräftig auf. Launcher,

Lockscreen, Kamera, Tastatur und auch so

simple Dinge wie die Jelly-Bean-Uhr bieten

Ihnen nicht nur eine neue Optik, sondern

auch viele neue Funktionen, die Ihnen das

Android-Leben leichter machen – ohne groß

auf das Tempo des Geräts zu drücken.

Problematisch bei der Renovierung der Android-Fassade

sind hauptsächlich simple

Wallpaper- und Klingeltöne-Apps. Hier tummeln

sich unzählige schwarze Schafe im Play

Store, die Schrott-Apps gegen viel Werbung

und Verletzung der Privatsphäre vertreiben.

Schauen Sie an dieser Stelle bitte doppelt

hin, welche Rechte eine dieser Apps haben

möchte, oder lassen Sie sich die Originaldateien

der Wallpaper einfach von jemandem

mit einem Jelly-Bean-Handy schicken. ● ● ●

Abb. 14: In den Einstellungen der

Quick Settings finden Sie zudem

noch zahlreiche weitere Schalter.

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Android-user.de September 2013 17


Fokus

Nexus-7-Tuning

Nexus 7: Custom-ROMs und Tweaks

Nexus 7+

Mit dem Nexus 7 bietet

Google Hardware zu

einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis

an. Wir

zeigen Ihnen, wie Sie

durch Software-Tweaks

sogar noch mehr aus

dem Gerät herauskitzeln.

Marko Dragicevic

Über die verbaute Hardware kann

man beim Nexus 7 nicht meckern:

Der Quad-Core-Prozessor

vom Typ Tegra 3 und 1 GByte

RAM sorgen für viel Performance. Doch was

ist, wenn doch einmal ein Ruckeln zu sehen

ist? Oder wenn Ihnen Teile des Betriebssystems

nicht gefallen beziehungsweise Sie

hardwarenahe Einstellungsoptionen vermissen?

Dann hilft der folgende Artikel. Wir zeigen

Ihnen, wie Sie mit den richtigen Apps

das Nexus 7 und andere Tablets und Smartphones

noch einen Tick schneller und schöner

machen.

Custom-ROM

Die Firmware eines Android-Tablets wird als

ROM bezeichnet. In diesem ist das Android-

Betriebssystem enthalten. Welche Schritte Sie

unternehmen müssen, um die vorinstallierte

Firmware (Stock-ROM) gegen eine von Dritten

angebotene aus dem Internet (Custom-

ROM) auszutauschen, erfahren Sie in unserem

Onlineartikel unter [LINK 1]. Dort beschreiben

wir in einer einfachen Schritt-für-

Schritt-Anleitung, wie man auf dem Nexus 7

das Clockwork Mod Recovery einspielt, welches

eine gute Basis für einen ROM-Aus-

tausch bietet. Sollten Sie sich hierbei trotzdem

unsicher fühlen, geben Apps wie ROM

Manager [LINK 2] Hilfestellungen beim Einspielen

des Clockwork Mods und diverser ROMs.

Welches Custom-ROM bietet nun welche

Verbesserungen an? Stellvertretend für die

Vielzahl an ROMs seien hier die beiden

prominentesten Vertreter für das Nexus 7

vorgestellt.

Eines der bekanntesten Custom-ROMs ist

CyanogenMod [LINK 3]. Die alternative Firmware

wird von einer großen Gruppe freiwilliger

Helfer weiterentwickelt. Dadurch, dass

CyanogenMod schon seit Jahren reift und die

Entwickler sehr viel Wert auf saubere Implementationen

legen, läuft alles sehr stabil.

Selbst wer statt der Stable Builds eine

Nightly-Version ausprobiert, stößt auf erstaunlich

wenig Probleme. Im Test wirkte das

mit CyanogenMod geflashte Tablet gegenüber

dem Stock-ROM wahrnehmbar flüssiger.

Zudem liefert CyanogenMod viele kleine

Hilfen wie den DSP-Manager, mit dem man

die Qualität der Soundausgabe optimiert.

Paranoid Android [LINK 4] ist vielen bekannt,

weil es die typische Tablet-Optik auf

Smartphones brachte. Ist das ROM trotzdem

auch für Besitzer des Nexus-7-Tablets interessant?

Ja, ist es – denn es

kann eigentlich viel mehr. So

beherrscht Paranoid Android

nicht nur die Oberflächeneinstellungen

aus Abbildung 2.

Der Nutzer kann sogar für

einzelne Apps jeweils unterschiedliche

Darstellungsformen

konfigurieren. Ebenso

ändert man in einem einfachen

Dialog die Erscheinung

der Status- und der Navigationsleiste

auf die eigene

Lieblingsfarbe.

Custom-Kernel

Der Kernel ist das Herzstück

eines Betriebssystems.

Da er weit unten in

der Sicherheitshierarchie

agiert, kann er direkt auf

die Hardware zugreifen.

18

September 2013

Android-User.de


Fokus

Nexus-7-Tuning

Abb. 1: Der DSP-Manager hilft bei

der Verbesserung der Soundqualität

des Nexus 7.

Abb. 2: Paranoid Android passt die

Optik der Oberfläche des Nexus 7

recht stark an.

Abb. 3: Der Franco-Kernel lässt sich

auch komfortabel per App flashen

und konfigurieren.

Abb. 4: Mit einer selbst erstellten

Boot-Animation erhält das Tablet

eine persönliche Note.

Jedes ROM enthält selbstverständlich bereits

einen Kernel – ohne könnte man das Gerät

schließlich gar nicht benutzen. Wenn Sie Ihr

Stock-ROM nicht austauschen möchten,

kann es für manche Zwecke ausreichend

sein, einfach nur den Kernel zu wechseln.

Genauso ist es aber auch möglich, diesen zusammen

mit einem Custom-ROM zu verwenden,

sofern die beiden kompatibel sind.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich der

Franco-Kernel: Zum einen versorgt der Entwickler

ihn regelmäßig mit Updates, zum anderen

bestehen keine hohen Hürden, um ihn

auf das eigene Gerät zu flashen: Mit der

Root-App Franco Kernel Updater [LINK 5] geschieht

das innerhalb von Sekunden. Anschließend

muss man das Gerät nur noch

neu starten. Verwendet man nicht nur die

Free-Version der App [LINK 6], sondern die Bezahlvariante

für 3,99 Euro, dann stehen

außer dem Flashen noch verschiedene Konfigurationsdialoge

zur Verfügung. Dort kann

man beispielsweise die Spannungskontrolle,

die CPU- oder die GPU-Geschwindigkeit verändern.

Ein Absenken der Versorgungsspannung

(Undervolting) führt etwa zu einer längeren

Akkulaufzeit. Das Übertakten der GPU

(Overclocking) beschleunigt Spiele mit anspruchsvoller

Grafik. Ändern Sie jedoch keinen

dieser Werte unbedacht. Es besteht

immer die Möglichkeit, mit falschen Einstellungen

die Hardware zu schädigen.

Tweaks

Haben Sie nun ROM und/​oder Kernel Ihres

Nexus 7 ausgetauscht, und trotzdem sind bei

Ihrem Lieblingsspiel Ruckler zu sehen? Das

muss nicht an der Hardware des Tablets liegen.

Eine mögliche Erklärung liegt in der Art

und Weise, wie das Android-System Zufallszahlen

generiert. Diese sind gerade bei Spielen

wichtig – wenn sich die Gegner dort etwa

immer nur nach den gleichen festgelegten

Berechnungen bewegen würden, dann wären

sie auch genau dies: berechenbar und somit

keine Herausforderung. Ein Zufallsfaktor

sollte also immer mit im Spiel sein. Fordert

die App nun Zufallszahlen an, benötigt das

System Entropie (ungewisse Zustände) zur

Generierung dieser Daten. Liegt gerade keine

Entropie vor, dann muss das Spiel warten: Es

fängt an zu ruckeln. Die App Seeder [LINK 7]

sorgt nun dafür, dass Android für die Berechnung

von Zufallszahlen keine Entropie mehr

verwendet. Dadurch hört bei Spielen das Ruckeln

auf; allerdings sind die generierten

Zahlen nun weniger „zufällig“ (was sich bei

Spielen nicht sichtlich bemerkbar macht, jedoch

theoretisch beim Thema Verschlüsselung

sehr wichtig sein kann).

Zum Schluss wollen wir noch etwas die

Optik des Nexus-Tablets aufbohren. Natürlich

lässt sich ganz einfach ein anderer Launcher

installieren, und auch die im Artikel

„Desktop-Tuning“ dieser Fokus-Strecke gezeigten

Tipps helfen auf dem Nexus 7. Doch

wir möchten einen Schritt weitergehen: Die

Boot-Animation soll eine andere sein. Wäre

es nicht etwa reizvoll, wenn während des

Bootens des Tablets das Logo Ihres Lieblings-

Fußballvereins durch das Bild fliegt oder ein

Regenbogen erscheint? Am einfachsten geht

dies mit der Root-App Boot Animations

[LINK 8]. Dieses Programm liefert nicht nur

eine stattliche Anzahl an fertigen Boot-Animationen,

Sie können für rund drei Euro

auch ein selbst erstelltes, animiertes GIF zu

diesem Zweck importieren.

● ● ●

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www.android- user.de/qr/30169

Android-user.de September 2013 19


Fokus

Task-Killer

Über den Sinn von Task-

Killern streiten sich die Experten

schon seit den Anfängen

von Android. Fakt ist:

Die Apps sind beliebt.

Carsten Müller

Alle

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GO Taskmanager

Ex

Das Android-Betriebssystem verfügt

über eine effiziente Speicherverwaltung:

Wenn der Speicher knapp zu

werden droht, stoppt Android nicht notwendige

Prozesse selbst. Insofern sind Task-Killer

eigentlich nicht erforderlich. Eigentlich: Denn

wenn sich eine nicht sauber programmierte

App aufhängt oder das System aus einem anderen

Grund unerträglich langsam wird, lohnt

es sich doch, im Hintergrund laufende Prozesse

abzuschießen. Der GO Taskmanager EX

bietet ein breites Arsenal an Werkzeugen, um

Speicher zu befreien und Hintergrund-Tasks

den Garaus zu machen. Die schick aufgemachte

App verfügt über eine Schnellabschaltung

zum Stoppen aller unkritischen Tasks mit

einem Klick. Wahlweise können aber auch ge­

Super Task Killer

Recht einfach gehalten, aber

effektiv, konzentriert sich

Super Task Killer auf seinen

wesentlichen Job: das manuelle oder

automatisierte Stoppen von Hintergrundanwendungen.

Einfach die zum

Abschuss ausgesuchten Anwendungen

auswählen, Kill selected apps wählen,

und weg sind sie. Über die Einstellungen

der App lässt sich das Ganze

auch automatisieren: stündlich, alle

drei oder alle sechs Stunden. Über

einen Filter definieren Sie, ob nur Drittanbieter-Apps,

im Vordergrund laufende

Apps oder alle Apps zur Auswahl

gestellt werden.

Advanced

Task Killer

Advanced Task Killer listet

sämtliche aktuellen Prozesse

auf und gibt Ihnen die Möglichkeit,

diese Anwendungen zu stoppen

– manuell oder automatisch. Die

Automatik lässt sich dabei in verschiedenen

Kill Levels justieren – von Safe

über Aggressive bis zu Crazy. Das ist

recht clever. Empfehlenswert für technisch

weniger Versierte ist die Einstellung

Safe. In den höheren Leveln müssen

Sie damit rechnen, dass auch Prozesse

gestoppt werden, die für den reibungslosen

Betrieb des Smartphones

und seiner Apps notwendig sind.

Advanced

Task Manager

Advanced Task Manager ist

die ideale Task-Killer-App für

Nutzer, die eine Vielfalt an Einstellungsmöglichkeiten

schätzen. In

einer Ignorier-Liste tragen Sie die Apps

ein, die von einem automatischen

Stoppen verschont werden sollen.

Beim Automatischen Beenden werden

alle laufenden Tasks beendet, sobald

der Bildschirm ausgeschaltet wird.

Beim Regelmäßigen Beenden werden

Tasks in festgelegtem Rhythmus gestoppt

– der Zeitraum dafür ist von jede

Minute bis zu alle 4 Stunden sehr fein

einstellbar.

kostenlos

deutsch|Version 1.1.22|1,2 MByte

★★★★★

3,63 Euro mit Anzeigen kostenlos

deutsch|Version 1.9.7B102|77 KByte

★★★★★

kostenlos

deutsch|variiert|variiert

★★★★★

20

September 2013

Android-User.de


Fokus

Task-Killer

zielt einzelne Apps gestoppt werden. Im

Bereich Überprüfung bietet die App einige

automatische und manuelle Möglichkeiten

zur Optimierung des Systems. Das umfasst

etwa das Löschen des Caches von Apps,

um Telefonspeicherplatz zu gewinnen, das

Auffinden und Eliminieren

überflüssiger Dateirückstände sowie das

komfortable Verschieben von Apps auf die

SD-Karte. Über die zum Teil holprige deutsche

Übersetzung der App lässt sich hinwegsehen

– der Funktionsumfang und die

frische Optik machen das wieder wett.

kostenlos

deutsch|Version 3.51|5,5 MByte

★★★★★

Zapper Task-Killer

Hinter der aufgeräumten, stylishen

Oberfläche verbergen

sich zwar effiziente, aber doch

recht rudimentäre Funktionen. Ein automatisiertes

Killen ist nicht vorgesehen,

stattdessen ist Handarbeit gefragt:

Selektieren der gewünschten Anwendungen

und Klick auf Apps löschen

(wobei die App lediglich gestoppt

wird). Im oberen Teil des Bildschirms

zeigt Zapper die CPU- und Speicherbelegung

an. Bei systemrelevanten Prozessen

verzichtet die App auf ein eigenständiges

Killen und führt den Nutzer

stattdessen zur Android-eigenen

Anwendungsinfo.

Memory Booster

Memory Booster bringt harte

Fakten über den freien, belegten

und gesamten Speicher.

Über die Schaltfläche Schnell-Boost

starten Sie auf die Schnelle eine Prozedur,

in der sämtliche aktuellen Tasks

gekillt werden, die nicht zwingend notwendig

sind. Sehr nett: Eine kleine

Info-Box informiert anschließend darüber,

wie viel Speicher durch diese

Säuberungsaktion freigegeben wurde.

Im Bereich Task Killer lassen sich einzelne

Anwendungen automatisch und

manuell stoppen, und im Boost-Log

wird akribisch über alle Prozeduren

Buch geführt.

Clean Master

Clean Master geht über einen

Task-Killer weit hinaus. Unter

schicker und aufgeräumter

Oberfläche verbirgt sich ein Schweizer

Messer für das Aufräumen auf dem

Smartphone. Im Bereich Verlauf sammelt

die App Datenrückstände, unter

Privatsphäre lassen sich Suchverläufe,

Browser-Historie, Anrufprotokolle und

ähnliche Informationen löschen. Der

Task-Killer verbirgt sich im Bereich

Prozesse . Sehr clever: Für die Reinigung

der Cache-Daten steht eine Erinnerungsfunktion

zur Verfügung, eine

ähnliche Funktion gibt es auch für den

Task-Killer.

kostenlos

deutsch|Version 1.6.1|663 KByte

★★★★★

2,24 Euro Testversion kostenlos

deutsch|Version 5.6|1 MByte

★★★★★

kostenlos

deutsch|Version 3.6.0|5,2 MByte

★★★★★

Android-user.de September 2013 21


Fokus

Android-Benchmarks

Sie drehen an den Stellschrauben

Ihres Androiden,

testen ROMs und verschiedene

Kernel? Mit diesen

Benchmarks prüfen Sie,

was sich wirklich lohnt.

Christoph Langner

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/29982

Vellamo

Benchmarks sind eine vertrackte

Sache: Auf der einen Seite liefern

sie objektive Daten, die

Sie gut miteinander vergleichen können.

Auf der anderen Seite kennen

wir in der Android-User-Redaktion

schon einige Geräte, deren Benchmark-Werte

durchaus passabel

waren, die sich im Gebrauch aber

dennoch träge anfühlten. Trotzdem

(oder vielleicht gerade deshalb) sind

Benchmarks unter den Android-Usern

sehr beliebt.

Gerade wenn Sie einen der Tuning-

Tipps aus diesem Heft probiert haben,

sollten Sie die Wirksamkeit nicht nur

rein subjektiv beurteilen, sondern auch

anhand von harten Kriterien wie eben

von Benchmark-Ergebnissen vergleichen.

Vielleicht ist ja das bisschen mehr

GFXBench

GFXBench (früher einmal GL-

Benchmark) richtet sich eher

an Spiele-Fans. Die App misst

anhand eines plattformübergreifenden

Algorithmus die Grafikleistung bei der

Berechnung von für Spiele typischen

Animationen wie etwa der Unschärfe

von sich bewegenden Objekten (motion

blur) oder von zu berechnenden

Partikel-Wolken. Am Ende steht ein

Ranking von Smartphones bis hin zu

den leistungsstärksten Grafikkarten für

den PC. Wer einen Account erstellt,

kann die von GFXBench übermittelten

Ergebnisse online verwalten.

3DMark

Wie GFXBench richtet sich

auch 3DMark an die Spieleund

Grafik-Fans, die wissen

wollen, wie gut sich Ihr Androide im

Vergleich mit anderen Android-Handys,

aber auch iOS- und Windows/​Windows-RT-Geräten

schlägt. GFXBench

rendert zwei Spieleszenarien, eines arbeitet

mit zahlreichen Effekten hauptsächlich

auf der GPU, die Physik-Engine

ist hingegen von der CPU-Leistung

abhängig. Am Ende liefert Ihnen

3DMark mit dem „Ice Storm Score“

eine Zahl, die Sie mit anderen Geräten

vergleichen können.

AnTuTu

AnTuTu eignet sich sehr dazu,

die gefühlte Geschwindigkeit

eines Androiden in Zahlen zu

fassen. Abseits der reinen Rechenpower

misst AnTuTu, wie schnell sich Ihr

Handy oder Tablet am Ende in der

Hand anfühlt. Die Ergebnisse können

Sie mit der AnTuTu-Datenbank vergleichen,

so sehen Sie, wie schnell Ihr

Handy im Unterschied zu den aktuellen

Topmodellen ist. Übersichten über die

im Gerät verbaute Hard- und Software

komplettieren das Tool, das auch bei

Android User während Hardwaretests

immer zum Einsatz kommt.

kostenlos

englisch|Version 5.0.3|11 MByte

★★★★★

kostenlos

englisch|Version 1.0.2-1109|149 MByte

★★★★★

kostenlos

englisch|Version 3.3.1|9,3 MByte

★★★★★

22

September 2013

Android-User.de


Fokus

Android-Benchmarks

an Leistung, den etwas

höheren Akkuverbrauch

gar nicht wert.

Per Onlinevergleich

können Sie auch bewerten,

wie sich Ihr

Androide im Unterschied

zu anderen Geräten

schlägt.

Vellamo wurde nicht

von freien Entwicklern

programmiert, sondern

vom amerikanischem

Prozessorspezialisten Qualcomm.

Der Benchmark ermittelt nicht nur einen

einzigen Wert, sondern mit dem HTML5-

und dem Metal-Benchmark gleich zwei

Datenpunkte . Der HTML5-Benchmark soll

charakterisieren, wie gut sich auf dem

Gerät im Internet surfen lässt, er beinhaltet

diverse bekannte Benchmarks wie Sun

Spider oder die V8 Benchmark Suite. Der

Metal-Benchmark führt eine Reihe von

Low-Level-Tests auf der

CPU, dem RAM-Speicher

oder dem Flash-Speicher

zur Bestimmung der

Schreib-/​Lesegeschwindigkeit

aus. Dazu kommen

ebenfalls wieder bekannte

Tests wie Dhrystone

oder LINPACK zum

Einsatz. Zudem finden

sich in den Extras auch

noch drei weitere Tests,

die unter anderem die

Leistung des Touchscreens oder

des Video-Playbacks separat messen.

Vellamo hat sich in der Redaktion

bewährt, der Benchmark liefert

seit Langem gut vergleichbare

und reproduzierbare Ergebnisse.

kostenlos

englisch|variiert|variiert

★★★★★

Quadrant

Quadrant ist ein klassischer

Benchmark, der Ihren Androiden

von der CPU, dem Speicher,

den Speicherzugriffen und der

3D-Grafik von vorne bis hinten durchmisst.

Am Ende steht eine aus den einzelnen

Komponenten des Tests zusammengesetzte

Zahl. Eine Balkengrafik

vergleicht die gemessene Performance

mit den Werten vergleichbarer Geräte.

Die kostenpflichtige Variante schlüsselt

die Ergebnisse nach den einzelnen

Tests auf. Professionelle Anwender

müssen die fast 20 Euro teure Pro-Version

kaufen.

AndroBench

Wenn Sie nur die „Festplatte“,

also den internen oder externen

Speicher Ihres Handys

auf seine Leistungsfähigkeit hin testen

möchten, dann führt an AndroBench

kein Weg vorbei. Das Tool misst die

reine Schreib-/​Lesegeschwindigkeit,

aber auch die Performance-Werte bei

SQLite-Datenbankzugriffen. Diese sind

speziell im Alltag bei der Nutzung von

Apps von Interesse, da sie ihre Daten

und Einstellungen aus eben diesen Datenbanken

laden. Ist die Leistung hier

schlecht, fühlt sich in der Praxis auch

das Handy lahm an.

Epic Citadel

Epic Citadel ist kein klassischer

Benchmark, der Ihnen

Zahlenreihen, Charts und Vergleiche

liefert. Im Endeffekt ist Epic

Citadel ein 3D-Spiel ohne Handlung.

Nach dem Start der App finden Sie sich

in einer umwerfend gestalteten historischen

Stadt wieder, in der Sie sich wie

bei einem Shooter frei bewegen können.

Zum Benchmark wird Epic Citadel,

wenn Sie diesen über das Menü

starten. Am Ende sagt Ihnen der Test,

mit wie vielen Bildern pro Sekunde

(FPS) die Spielgrafiken aufgebaut werden

konnten. Je höher diese Zahl,

desto flüssiger erscheinen Ihrem Auge

die Animationen des Spiels.

kostenlos

englisch|Version 2.1.1|1,4 MByte

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kostenlos

englisch|Version 3.4|1 MByte

★★★★★

kostenlos

englisch|Version 5.0.3|11 MByte

★★★★★

Android-user.de September 2013 23


Fokus

Greenify

Mit Greenify die Akkulaufzeit verlängern

Winterschlaf

Viele Apps sind aktiv,

selbst wenn Sie sie gar

nicht bewusst gestartet

haben. Greenify schickt

solche Apps in einen

Tiefschlaf und verlängert

die Akkulaufzeit –

spürbar. Christoph Langner

Wer sein Handy oder Tablet auf

die Werkseinstellungen zurücksetzt,

staunt nicht selten,

wie aus der vorher oft lahmen

Handy-Schnecke plötzlich wieder ein flinkes

Android-Wiesel wird. Woran das liegt und

wie Sie sich helfen können – ohne gleich

sämtliche Daten und Apps vom Handy zu löschen

–, zeigen wir in diesem Artikel.

Hintergrund-Apps

Installieren Sie eine Android-App, dann passieren

im Hintergrund von Android

eine ganze Menge von Aktionen.

Viele Apps sitzen nicht untätig im

Speicher des Handys herum und

warten, bis sie endlich einmal aufgerufen

werden. Ohne, dass Sie es

als User bemerken, starten eine

Reihe von Apps Hintergrunddienste

oder halten über Wakelocks

[LINK 1] das System wach.

Problematisch sind hier Anwendungen,

die im Hintergrund

Aufgaben übernehmen, ohne

dass Sie das Programm von

Hand starten. Harmlos sind –

mit wenigen Ausnahmen –

Spiele: Sie verlangen dem System

in den meisten Fällen

nichts weiter ab als ein wenig

Speicherplatz.

Ein klassischer Fall von problematischen

Apps sind Messenger-Programme,

Facebook

und Google+. Diese Anwendungen

sollen ja in der Lage

sein, Ihnen umgehend neue

Nachrichten zu melden. Wer

aber einfach nur ab und an in

Facebook nach News stöbern

möchte, verschwendet allein

durch die Installation der

Facebook -App sehr viel Batterielaufzeit.

Das „always

online“-Motto der App verhindert,

dass die Datenverbindung

im Leerlauf für längere

Zeit heruntergefahren

werden kann.

Greenify schläfert ein

Greenify [LINK 2] sieht auf den ersten Blick wie

ein gewöhnlicher Task-Killer aus. Diese Apps

sind zwar immer noch sehr beliebt, bewirken

aber meist das Gegenteil. Das andauernde

Beenden und Neustarten von Diensten beeinflusst

die Akkulaufzeit eher negativ. Auch

der freigemachte RAM-Speicher füllt sich üblicherweise

schon nach wenigen Minuten

wieder. Greenify arbeitet anders, besser und

vor allem langfristig wirkungsvoll. Die clever

programmierte Root-App klinkt sich in die

Taskverwaltung Androids ein. Anstatt aber

Dienste nach eigenem Gusto gnadenlos zu

beenden, versetzt Greenify von Ihnen ausgewählte

Apps in einen Winterschlaf. Sobald

Sie die Anwendung über den App-Launcher

starten, ist sie sofort wieder aktiv.

Greenify verursacht deshalb wenig Nebenwirkungen.

Anders als zum Beispiel bei der

„Freeze“-Funktion von Titanium Backup

PRO [LINK 3] oder App Quarantine [LINK 4] deaktivieren

Sie eingefrorene Apps nicht vollständig.

Sie rufen Ihre Anwendungen wie gewohnt

über die App-Schublade auf, zusätzliche

Launcher oder Widgets braucht es nicht.

Zum Beispiel Facebook

An der Facebook-App lassen sich die Auswirkungen

des Einschlafens gut demonstrieren.

Greenify führt Facebook als eine der Apps

mit den meisten Starts im Hintergrund auf.

Abbildung 1 zeigt, dass Facebook über 100-

mal aktiv war, ohne dass die Anwendung

auch nur einmal von Hand gestartet wurde.

Das kostet Rechenleistung und damit auch

Akkulaufzeit. Wer Facebook nur gelegentlich

nutzt, der sollte die App deshalb in ihre

Schranken weisen.

Facebook – und natürlich auch andere

Apps – fügen Sie über das Plus-Symbol am

unteren Bildschirmrand zu den in den Ruhezustand

zu versetzenden Apps hinzu. Die

Anwendungsanalyse hilft Ihnen dabei, Apps

zu finden, die es lohnt einzuschläfern. Die

Apps werden in verschiedenen Kategorien

aufgelistet.

• Im Hintergrund: Hier finden Sie alle Apps,

die im Hintergrund aktiv sind, ohne zuvor

von Ihnen gestartet worden zu sein.

24

September 2013

Android-User.de


Fokus

Greenify

• Geplanter Start: Anwendungen,

die regelmäßig für

eine kurze Zeit aufwachen

(Wakeup), um Aktionen

auszuführen oder Nachrichten

abzurufen.

• Können das Gerät verlangsamen,

wenn…: Diese Programme

werden bei verschiedenen

Events wie

etwa bei Aktivierung der

Internetverbindung aktiv.

• Vor Kurzem ausgeführt: Die

hier aufgeführten Apps

wurden erst vor kurzer Zeit

von Ihnen benutzt.

Für das Stromsparen besonders

interessant sind Apps,

die unter „Im Hintergrund“

oder „Geplanter Start“ die

höchste Laufzeit aufzeigen

beziehungsweise am häufigsten

gestartet wurden. Anwendungen wie

Twitter oder Facebook sind hier immer ganz

oben mit dabei, aber auch Mailprogramme

wie K-9 Mail wecken das Handy unnötig oft.

Im Falle von K-9 besonders krass: Das Mailprogramm

war auf unserem Testgerät nicht

einmal konfiguriert, wir hatten es erst kürzlich

installiert.

Keine Benachrichtigungen

Per Fingerzeig wählen Sie eine oder mehr

Anwendungen für den Winterschlaf aus.

Über das Setzen des Hakens rechts oben

schließen Sie die Aktion ab, mehr an Konfigurationsarbeit

ist nicht mehr nötig.

Greenify schickt nun automatisch alle einzuschläfernden

Apps in den Ruhezustand,

sobald Sie das Handy für einen kurzen Moment

ins Stand-by gehen lassen – also das

Display automatisch abgeschaltet wird. Apps,

die dann von Greenify eingeschläfert werden,

wandern von der Liste „Bevorstehend“

nach „Im Ruhezustand“. Zum erneuten Starten

der App rufen Sie sie wie gewohnt auf.

Nachteile

Mit Greenify eingeschläferte Apps sind komplett

ruhiggestellt, sobald das Handy ins

Stand-by geht. Das spart Strom und macht

das Smartphone im Alltag flotter, doch die

Apps können so ihrer Aufgabe im Ruhezustand

nicht mehr nachkommen. Auch brauchen

sie beim nächsten Start etwas länger,

um sich neu zu initialisieren.

Schläfern Sie etwa Facebook ein, dann erhalten

Sie keine Hinweise mehr über neue

Nachrichten. Kein Problem, wenn Sie zum

Abb. 1: Suchen Sie sich in der

Anwendungsanalyse die Apps mit

den meisten Wakeups aus.

Abb. 2: „Greenified“ Apps werden

eingeschläfert, sobald das Handy

in den Stand-by-Modus geht.

Chatten sowieso nur selten zu Facebook greifen.

Schicken Sie aber die Uhr in den Ruhezustand,

dann bleibt der Wecker morgens

still – und Sie verschlafen. Schicken Sie

daher nicht jede App gedankenlos in den Ruhezustand,

sondern in erster Linie die Apps,

die Sie selten nutzen, die aber stets aktiv

sind. WhatsApp sollten Sie zum Beispiel

nicht auf die Liste setzen, wenn Sie das Chat-

Programm regelmäßig nutzen.

Sollten Sie den Greenify-Winterschlaf für

Ihre Apps vorübergehend deaktivieren wollen,

dann können Sie die Funktion über das

Menü und den Punkt Automatischen Ruhezustand

deaktivieren jederzeit aussetzen. Ihre

Einstellungen bleiben erhalten, zum erneuten

Aktivieren tippen Sie einfach wieder diesen

Punkt an.

Fazit

Greenify finden Sie kostenlos im Play Store,

über die knapp 2,30 Euro teure Spenden-Version

[LINK 5] schalten Sie zusätzliche experimentelle

Features frei. So können Sie etwa

eine Reihe von Google-Apps in den Schlaf

schicken oder eingeschläferte Apps via

Google Cloud Messaging [LINK 6] doch noch

Push-Nachrichten empfangen lassen. Der

Kauf ist für die grundlegenden Funktionen

nicht nötig. Besonders User, die auf eine im

Hintergrund aktive App nicht gänzlich verzichten

möchten, diese aber auch nur selten

benutzen, können von Greenify profitieren.

Ohne großen Aufwand sind „greenified“

Apps nur dann aktiv, wenn Sie die App auch

bewusst gestartet haben. Für „Gelegenheits-

Facebooker“ also ideal!

● ● ●

Abb. 3: Jetzt noch aktiv, wird Facebook

im Stand-by automatisch in

den Ruhezustand geschickt.

Abb. 4: Der Ruhezustand von Greenify

lässt sich im Menü vorübergehend

deaktivieren.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/29950

Android-user.de September 2013 25


Fokus

PowerTutor

PowerTutor zeigt, wer den Android-Akku leersaugt

Der Akkumeister

Der Akku ist auf einmal

leer, und Sie möchten

gerne wissen, welche

App oder Systemkomponente

dafür verantwortlich

ist? Dann gibt

es nur eine Lösung:

PowerTutor.

Marcel Hilzinger

Die Akkustatistik von Android ist

leider alles andere als besonders

aussagekräftig. Damit machen Sie

zwar im besten Fall eine App ausfindig,

die außerordentlich viel Strom verbraucht,

aber in den meisten Fällen sind es

mehrere Apps/​Faktoren, die dazu beitragen,

dass die Akkulaufzeit nicht so gut ausfällt,

wie man das eigentlich erwarten würde.

PowerTutor hilft

Mit der App PowerTutor [LINK 1] finden Sie die

wahren Stromsünder. Die App ist gratis und

verzichtet auf Werbung. Zudem zeigt Sie

Echtzeitstatistiken an, sodass Sie nicht

wie bei anderen (zum Teil kostenpflichtigen)

Lösungen lange darauf

warten müssen, bis sich erste Resultate

zeigen.

Nach der Installation und dem

Start über Start Profiler erhalten Sie

bereits Resultate. Dass die App

aktiv ist, erkennen Sie am Icon in

der Notificationbar von Android.

Ziehen Sie die Benachrichtigungsleiste

nach unten, sehen Sie den

aktuellen Stromverbrauch des

Handys in mW. Üblicherweise

steigt dieser Wert beim Herunterziehen

der Statistik gleich um ein

paar Hundert mW an, da dann

das Display aktiv ist, das ja zu den

größten Stromverbrauchern gehört.

Der Bildschirm des Nexus 4

verbraucht zum Beispiel bei mittlerer

Helligkeit 500 mW, voll aufgedreht

hingegen 800 mW. Zum

Vergleich: Im Ruhezustand liegt

der Verbrauch des Nexus 4 unter

100 mW. Spielen Sie am besten

etwein wenig mit den Helligkeitseinstellungen

Ihres Handys

herum, um ein Gespür für den

Stromverbrauch des Displays zu

bekommen.

Apps oder System

Tippen Sie die Meldung in der Benachrichtigungsleiste

von Android an, erscheint das

Hauptmenü von PowerTutor. Über den Eintrag

Application Viewer sehen Sie den Stromverbrauch

sämtlicher Apps innerhalb der

letzten 60 Minuten in Joule. Die zusätzlichen

Reiter LCD, CPU, Wifi und 3G sortieren den

Verbrauch nach Anwendungen. Möchten Sie

zum Beispiel die App finden, die am meisten

CPU-Leistung beansprucht, dann tippen Sie

die Einträge für LCD, Wifi und 3G an, um

diese auszuschalten. Üblicherweise findet

sich dann der Eintrag System an erster Stelle.

Sollte eine App langfristig mehr CPU-Rechenleistung

als das System benötigen, dann

stimmt etwas nicht.

Tippen Sie einen einzelnen Eintrag an,

dann gelangen Sie zur Echtzeitstatistik. Hier

sehen Sie als Balkendiagramm, wie hoch der

Stromverbrauch gerade ist (in mW). Um sich

einen Eindruck vom Verhältnis der einzelnen

Komponenten zueinander zu machen, eignet

sich die Pie View ganz gut.

Wechseln Sie wieder zurück zur App-Übersicht,

dann finden Sie unten rechts das Kontextmenü

von Android. Hier ändern Sie nun

die Time Span zu einem Wert zwischen Last

Minute und Total. In der Grundeinstellung

zeigt die App den Stromverbrauch der vergangenen

Stunde an. Möchten Sie die Energiewerte

lieber auch in mW angezeigt haben,

dann wählen Sie über das Kontextmenü den

Eintrag Display type und entscheiden sich

hier für Current power, um die aktuellen

Werte zu erhalten oder für Average Power,

um die Durchschnittswerte zu ermitteln.

Mit der Zurück-Taste landen Sie wieder im

Hauptmenü. Wählen Sie hier den Eintrag

System viewer, um ein Diagramm des kompletten

Stromverbrauchs zu erhalten. Auch

hier lohnt sich ein Blick auf den Reiter Pie

View, um die Verhältnisse der einzelnen

Komponenten zueinander besser einschätzen

zu können. Scrollen Sie ganz nach unten,

26

September 2013

Android-User.de


Fokus

PowerTutor

Abb. 1: Nicht besonders hübsch,

aber nützlich: PowerTutor zeigt die

echten Stromverbraucher.

Abb. 2: Die Echtzeitstatistiken ge -

ben wertvolle Hinweise darauf, ob

der Verbrauch gerade normal ist.

Abb. 3: PowerTutor liefert Ihnen

auch alle zentralen Daten zum

verbauten Akku.

Abb. 4: Bösewicht gefunden: Für

eine Hintergrund-App verbraucht

UAR deutlich zu viel Strom.

finden Sie auch Einträge zum GPS und zum

Audio-Subsystem. Bei einem guten Handy

verbraucht das GPS kaum Strom, auch wenn

die Standortdaten aktiviert sind.

Sünder finden

Eine App werden Sie stets in den Top 5 der

Statistiken finden: PowerTutor selbst. Die

App verbraucht recht viel Energie, weshalb

Sie sie wieder löschen bzw. über die Schaltfläche

Stop Profiler deaktivieren sollten,

wenn Sie ihre Dienste nicht mehr benötigen.

Akkusünder sind all die Apps, die zum Beispiel

in den Statistiken zur letzten Stunde

auftauchen, die Sie aber nicht aktiv benutzen.

Dazu gehörte in den Tests die Kamera

FV-5, eine an sich klasse Kamera, die sich

aber nicht richtig schlafen legt, wenn Sie gerade

nicht benutzt wird. Wir mussten die

App also von Hand bzw. über die Multitasking-Funktion

von Android 4 beenden, damit

sie keinen Strom mehr verbraucht.

Ebenfalls als Akkusünder entpuppte sich

UAR Free. Der Unused App Remover trackt,

welche Apps Sie häufig und welche nie benutzen,

um Ihnen dann Kandidaten vorzuschlagen,

die Sie löschen können. Mit einem

Stromverbrauch von bis zu 15 Prozent klassifiziert

sie sich aber selbst als unnütze App.

Aufschlussreich fanden wir auch die Informationen

zu diversen Launchern und Live-

Hintergründen. Das vermeintlich stromhungrige

3D-Live-Hintergrundbild entpuppt sich

mit weniger als 0,3 Prozent Akkuverbrauch

als harmlose Spielerei, dafür fliegt der sparsam

wirkende Battery Bar mit 8,5 Prozent

Akkuverbrauch als Sünder auf. Auch die üblichen

Verdächtigen wie Google+, Google-

Suche und Facebook finden Sie in den Top10

der Statistik. Wenn Sie diese Apps aktiv nutzen,

dann ist das nicht weiter verwunderlich.

Achten Sie deshalb in erster Linie auf Einträge,

die Ihnen unbekannt vorkommen.

Strom sparen

Haben Sie die Akkusünder gefunden, müssen

Sie sich entscheiden, ob Sie die App löschen

möchten/​müssen, oder ob es genügt,

die App zu beenden. Bei der Camera FV-5

haben wir uns dafür entschieden, sie zu behalten,

weil sie gute Bilder macht. Allerdings

muss man sich merken, die App richtig zu

beenden. Die UAR-App ist hingegen ein klarer

Fall für eine App, die man besser gleich

löscht. Taucht in der Statistik auch der Launcher

recht weit oben auf, dann lohnt es sich,

nach einem anderen Launcher Ausschau zu

halten oder wieder den Homescreen des Herstellers

zu nutzen. Bei uns lag der Stromverbrauch

des Atom Launchers zwischen 3,5

und 4,5 Prozent, ein akzeptabler, aber nicht

optimaler Wert. Verlassen Sie sich hingegen

auf die Akkustatistiken von Android selbst,

dann erfahren Sie diese Werte nie.

Fazit

Mit PowerTutor finden Sie schon nach kurzer

Zeit die Apps, die wirklich am Akku zehren.

Dank der detaillierten Statistik spüren Sie

auch stromhungrige Widgets und Live-Wallpaper

auf und können auf diese Weise gezielt

Abhilfe schaffen. Einsparungen von 10 bis

20 Prozent des Stromverbrauchs sind so

möglich, ohne auf wichtige Features zu

verzichten.

● ● ●

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/29981

Android-user.de September 2013 27


Hardware

Samsung Galaxy Mega

Samsung Galaxy Mega im Test: GT-I9205

Mega

extrem

Abbilung entspricht der Originalgröße, (c)Samsung

‚„Plusminus

‚ Verarbeitung

‚ Kamera

‚ LTE, NFC

‚ Infrarot

„ Zu groß

Auf der Suche nach neuen Abnehmern für ihre

Smartphones lassen sich Samsung & Co immer

wieder etwas Neues einfallen, um ein Alleinstellungsmerkmal

zu bieten. Beim Galaxy Mega ist dies die

Displaygröße von 6,3-Zoll. Marcel Hilzinger

Ein typisches Samsung

Zur Software gibt es nicht viel zu sagen. Sie

erhalten Touchwiz mit all seinen Vor- und

Nachteilen. Das auf Android 4.2.2 basierte

System arbeitet extrem schnell. Wir konnten

in unseren Tests keinerlei Ruckler oder Hänger

feststellen. Besonders viel Spaß bereitet

das Anschauen von Videos auf dem großen

Display, aber auch die Arbeit mit S Planner

oder anderen Apps macht richtig Freude.

Sehr schön: Im Unterschied zu den Geräten

mit kleineren Displays funktioniert auf dem

Mega der Homescreen von Haus aus auch

im Querformat.

Die Verpackung

des

Samsung

Galaxy

Mega (ohne „S“) erscheint

auf den ersten

Blick nicht besonders

groß. Nach dem Öffnen

überrascht das

riesige Gerät dann

doch etwas. Beim ersten

Anschalten zeigt

sich schon, dass das

Mega ein waschechtes

Samsung-Gerät ist und

über praktisch sämtliche Kritikpunkte

Features verfügt, die Samsung auch im Galaxy Auch wenn der Buchstabe „S“ im Namen des

S4 verbaut hat. Lediglich auf die Bild-im-Bild- Galaxy Mega fehlt, ist das Mega nicht nur auf

Funktion der Kamera muss man verzichten. den ersten Blick einfach ein weiteres Modell

Infrarot-Sensor, Split-View, Augen-Tracking aus der S-Serie mit großem Display. Die inneren

Werte stimmen exakt mit dem Galaxy S4

und berührungsloses Steuern sind dagegen

mit an Bord.

Mit seinem Gewicht von

200 Gramm ist das Galaxy

Mega alles andere als ein

Leichtgewicht. Möchten

Sie zusätzlich noch eine

Schutzhülle benutzen,

dann wird es wirklich

schwer. Wir haben unser

Testgerät von 1&1 erhalten.

Hier bekommen Sie

das Mega in Verbindung

mit dem Tarif Allnet Flat

Pro gratis, wenn Sie sich Abb. 1: Praktisch: Das Galaxy Mega unterstützt von Haus aus auch den

für zwei Jahre binden. Homescreen im Querformat.

28

September 2013

Android-User.de


Hardware

Samsung Galaxy Mega

Abb. 2: Es gibt nur ein paar Einstellungsmöglichkeiten

für die einhän-

Mini überein. Warum man

das Mega nicht als S4

Mega bezeichnet, dürfte

also eher marketingtechnisch

bedingt sein. Die

Leistungsunterschiede

zum Flaggschiff S4 sind im

täglichen Gebrauch nicht

zu spüren. Es ist also

„nur“ ein großes S4 Mini.

Dafür hat es Samsung aber

verpasst, den vorhandenen

Platz sinnvoll zu nutzen.

Zum Beispiel für einen

deutlich größeren Lautsprecher

an der Front und

der Rückseite oder für eine

größere Frontkamera.

Wenn Sie keine Riesenhände

besitzen, wird

Ihnen auch die Bedienung dige Bedienung.

einiger Apps schwerfallen.

Es gibt zwar Anpassungsmöglichkeiten für

die Tastatur und den Taschenrechner, aber

nicht für all die anderen tausend Apps bei

Google Play. Für uns liegt die Schmerzgrenze

der Benutzbarkeit bei 6 Zoll, aber dieser Wert

ist natürlich sehr individuell.

Trotz 3200-mAh-Akku hinterlässt das Mega

im Test gemischte Gefühle. Ohne LTE kommen

Sie locker über den Arbeitstag, auch

wenn LTE nur sporadisch verfügbar ist, hält

das Mega einen Tag lang durch. Aber mit

dem großen Akku müsste eigentlich mehr

drin liegen. Wir befanden uns allerdings

während der Tests in einem Gebiet mit recht

schlechtem Empfang. Wir gehen davon aus,

dass das Mega bei moderater Nutzung auf

zwei bis drei Tage Laufzeit kommt.

Note II, Mega, III?

Klar ist das Galaxy Mega im Vergleich zum

Note II noch einmal einen Tick größer. Dennoch

werden wir den Verdacht nicht ganz

los, dass Samsung hier gezielt das Update

auf Android 4.2.2 für das Note II zurückhält,

um das Galaxy Mega über die zusätzlichen

Software-Features zu verkaufen. Wir können

Sie aber beruhigen: Das Mega bringt, abgesehen

von der Infrarot-Fernbedienung, nicht

wirklich etwas mit, das es vom Note II besonders

abhebt, dafür enthält das Note II den

praktischen Stift. Im September wird uns

Samsung bereits das Note III präsentieren,

das ein 5,9-Zoll-Display haben wird. Während

die Note-Reihe allerdings mit AMOLED-

Screens ausgestattet ist, setzt Samsung beim

Mega auf ein gewöhnliches LCD, bei dem

Weiß auch wirklich weiß ist.

Abb. 3: Mit seinem Gewicht von

200 Gramm eignet sich das Mega

nicht wirklich als Fernbedienung.

Fazit

Das Galaxy Mega ist groß, schnell, einfach

zu bedienen und eigentlich ein Top-Handy.

Allerdings fällt es uns schwer, das Mega vom

Note II abzugrenzen, das aktuell nur noch

400 Euro kostet und dafür 16 GByte internen

Speicher mitbringt und sogar noch gut in die

Hosentasche passt. Auf die Infrarot-Fernbedienung

können wir bei dem Preisunterschied

gerne verzichten. Beim Galaxy Mega

gilt deshalb unser Standardtipp ganz besonders:

Schauen Sie sich das Gerät an, und

nehmen Sie es in die Hand. Sagen Ihnen die

Größe und Samsung zu, können Sie eigentlich

nichts falsch machen.

● ● ●

Samsung Galaxy Mega

Kerndaten

Hersteller

Samsung

Formfaktor

6,3-Zoll-Smartphone

Auflösung

1280 x 720 Pixel

Prozessor

1,7 GHz, Dual-Core

Android-Version Android 4.2.2

Akku

3200 mAh

Laufzeit (Standby/​Gespräch) 420h /​17h

Gewicht

200 Gramm

Preis (Internet)

450 Euro

Technische Details und Preisvergleich

http:// www. android‐user. de/ lp/ 21353

Performance

AnTuTu-Benchmark

13849 Punkte

Vellamo (HTML5/​Metal)

1932/​686 Punkte

Android-User-Bewertung

4,6 Punkte

Android-user.de September 2013 29


Hardware

Zopo ZP950 Leader Max

Im Test: Zopo ZP950 Leader Max

Megaphone

Ein großes Handy hat

schon was. Man kann

sich damit unter

Umständen ein Tablet

als Zweitgerät sparen.

Zopo schickt das ZP950

Leader Max mit 5,7-Zoll-

Display und Dual-SIM-

Funktionalität ins

Rennen der Mega-

Smartphones.

Thomas Reindlmeier

‚„Plusminus

‚ Dual-SIM

Android 4.1.2

‚ 5,7-Zoll-Display

‚ Dual-Core-CPU

‚ Preis

„ Leistung

„ Zubehör

Die erste Reaktion

auf das Zopo

ZP950 von

Freunden lautet

fast immer: „Oh, ein

Samsung!“ Erst ein genauer

Blick auf die Rückseite

mit dem Logo offenbart

den Irrtum. Auch wenn das Zopo eines

dieser typischen China-Phones zu sein

scheint, bietet es doch ein paar interessante

Besonderheiten, ungeachtet der Tatsache,

dass es optisch sehr stark aktuellen

Samsung-Geräten ähnelt. Dazu gehört zum

Beispiel der Verkauf und Support vor Ort

durch Zopo.de aus Kiel.

Erstkontakt

Nimmt man das ZP950 das erste Mal in die

Hand, ist man von der schieren Größe zunächst

überwältigt. Für so manche Hand ist

das Gerät eine Herausforderung, möchte

man es einhändig bedienen. Sehr entgegen

kommen hier die rechts angeordnete Power-

Taste sowie die Lautstärke-Wippe. Beide sind

sehr gut tastbar und bieten einen deutlichen

Druckpunkt. Das gilt auch für die Home-

Taste unterhalb des Displays, die dort aber

etwas verloren wirkt, da das ZP950 im Unterschied

zu den Samsung-Geräten mit in den

Bildschirm integrierten Softkeys arbeitet, wie

man diese von den Nexus-Geräten her kennt.

Als Dual-SIM-Smartphone verfügt es über

zwei SIM-Karten-Schächte, wobei ein

Schacht für GSM/​WCDMA beziehungsweise

UMTS geeignet ist, der andere „nur“ für

GSM. Daneben liegt der MicroSD-Kartenschacht,

der Karten bis 32 GByte akzeptiert.

Der große und flache Lithium-Polymer-Akku

bietet eine Kapazität von 2500 mAh. Das mitgelieferte

Ohrhörer-Set findet seine 3,5-mm-

Klinkenbuchse an der Oberseite des Smartphones.

Aufgeladen wird über das mitgelieferte

USB-Ladekabel mit Stromadapter. An

der Unterseite befindet sich der Micro-USB-

Anschluss. Zusätzlich legt Zopo eine Displayschutzfolie

bei, da das Display nicht aus

kratzfestem Glas ist.

Angetrieben wird das ZP950 von einer

ARM-Cortex-A9-Dual-Core-CPU mit 1 GHz,

unterstützt von einer PowerVR-SGX531+-

GPU. Die Benchmark-Ergebnisse weisen das

ZP950 eher als Arbeitstier aus: Beim Vellamo-Test

ist es gut weit vorne im Feld, während

es im AnTuTu-Benchmark eher im hinteren

Mittelfeld rangiert. Im normalen Alltag

merkt man davon kaum etwas, das ZP950 arbeitet

ohne Ruckler, das 1 GByte große RAM

ist hier deutlich spürbar. Seine Grenzen erreicht

das Handy bei aufwendigen grafischen

Apps und Spielen. Insgesamt fällt die sehr

saubere Verarbeitung auf, die einen wertigen

Eindruck vermittelt. Der Rahmen in Chromoptik

verstärkt diesen Eindruck noch. Das

ZP950 ist in Weiß und Grau erhältlich.

Android (fast) pur

Nach dem Einschalten fallen weitere Details

ins Auge. Das Display mit IPS-TFT-Technik

löst mit 1280 x 720 Pixeln auf, was bei

5,7-Zoll-Diagonale eine Pixeldichte von

knapp 258 ppi ergibt. Die Blickwinkelabhängigkeit

ist in Ordnung, das Display bleibt

trotz leichter Farbverfälschungen lesbar. Für

sonnige Tage ist es aber nicht hell genug, die

Automatik regelt generell auch drinnen zu

dunkel. Die verbaute Benachrichtigungs-LED

beherrscht die Farben Rot, Grün und Blau.

Das ZP950 kommt mit Android 4.1.2 Jelly

Bean, welches Zopo erfreulicherweise kaum

verändert hat. Die obligatorischen Google-

Apps sind an Bord. Es gibt zusätzliche But-

zopomobileshop.com

30

September 2013

Android-User.de


Hardware

Zopo ZP950 Leader Max

tons in der Statusanzeige

etwa für WLAN, Bluetooth,

Audioprofile. In den Display-

Einstellungen gibt es zwei

Szenen zur Auswahl, die sich

jedoch sehr ähneln, und vier

Themes, die aber nur die

Farbe in der Statusleiste und

der Telefon-App verändern.

Gut gelungen ist die Dual-

SIM-Verwaltung. Beide Karten

werden jeweils mit unterschiedlichen

Farben dargestellt,

sowohl in der Statusleiste

als auch in der Telefonund

SMS-App. Für jede Karte

kann festgelegt werden, ob

Android nachfragen oder automatisch

eine bestimmte

Karte verwenden soll. So ist

relativ schnell festgelegt, mit

welcher Karte man telefoniert

und mit welcher man ins Internet geht.

Kamera

Die Hauptkamera löst mit 8 Megapixeln, die

Frontkamera mit 2 Megapixeln auf. Zum Einsatz

kommt die Standard-Kamera-App. Der

Autofokus arbeitet gelegentlich etwas unruhig,

aber sonst zügig. Für die Ausleuchtung

sorgt eine LED. Diverse Motivprogramme

und eine HDR-Funktion runden die Kamerafunktionen

ab. Schnappschüsse sind kein

Problem, bei schwächerem Licht tendieren

die Bilder zu einer leichten Unschärfe.

Videos zeichnet die Kamera mit maximal

1280 x 720 Bildpunkten auf. Auch hier arbeitet

das ZP950 sehr zügig, allerdings ohne Autofokus.

Die Möglichkeit, Zeitrafferaufnahmen

zu machen, sind ein nettes Gimmick.

Die Auslösegeräusche sowohl im Foto- als

auch im Video-Modus sind sehr dezent. Die

Frontkamera liefert auch in beiden Modi ordentliche

Bilder. Für Skype-Nutzer bietet

Zopo auf seiner Website eine angepasste Version

an, da die Version aus dem Play Store

bei der Einrichtung hängen bleibt.

Abb. 1: Nach dem Start zeigt sich

der Desktop des Zopo-Smartphones

aufgeräumt.

Musik

Der Lautsprecher auf der Rückseite besitzt

eine ausreichende Lautstärke, der Klang

kann jedoch durch den Untergrund oder die

Hand stark beeinträchtigt werden. Über die

mitgelieferten Kopfhörer kann es einen deutlich

satteren Klang erzielen, in beiden Fällen

trotzdem etwas höhenlastig. Das integrierte

FM-Radio bietet das Nötigste zum Radioempfang.

Auffallend ist die Möglichkeit, Radio

auch ohne angeschlossenen Kopfhörer empfangen

zu können. Im Sendegebiet des Autors

war jedoch kein vernünftiger Empfang

möglich. Neben RDS-Informationen bietet

die Radio-App auch die Möglichkeit, den laufenden

Sender aufzuzeichnen und Favoriten

zu verwalten.

Fazit

Das ZP950 ist ein rundherum gelungenes

Smartphone mit großem Display und wenig

Schnickschnack. Mit dem Samsung Galaxy

S4 kann es leistungsmäßig nicht mithalten,

dafür punktet das Zopo mit Dual-SIM-Funktionalität

und dem unschlagbaren Preis. ● ● ●

Zopo ZP950 Leader Max

Kerndaten

Hersteller

Formfaktor

Auflösung

Prozessor

Android-Version

Akku

Laufzeit Standby

Gewicht

Preis (Internet)

Abb. 2: Android kommt von Haus

aus problemlos mit mehreren SIM-

Karten klar.

Technische Details und Preisvergleich

http:// android‐user. de/ lp/ 20554

Performance

AnTuTu-Benchmark

Vellamo (HTML5/​Metal)

Android-User-Bewertung

Zopo

5,7-Zoll-Smartphone

1280 x 720 Pixel

1,0 GHz, Dual-Core (Cortex-A9, MediaTek

MTK 6577)

4.1.2 Jelly Bean

2500 mAh

130 h bis 200 h

207 Gramm

219 Euro

5700 Punkte

1279/​349 Punkte

4,0 Punkte

Abb. 3: Das SIM-Karten-Menü

erscheint, sobald die Telefon- oder

SMS-App aktiv ist.

Android-user.de September 2013 31


Hardware

ZTE Grand X Pro

ZTE Grand X Pro im Test

Langer

Atem

ZTE tut sich noch recht schwer, hierzulande unter dem eigenen

Markennamen Fuß zu fassen. Mit neuen Handys möchte man das

nun ändern. Wir haben das ZTE Grand X Pro getestet. Marcel Hilzinger

ZTE

‚„Plusminus

‚ Verarbeitung

‚ Akkulaufzeit

‚ Software-Auswahl

‚ FM Radio

„ Auflösung der Frontkamera

„ Alte Android-Version

ZTE Grand X Pro

Nach dem Grand X In mit Intel-

Prozessor ist das Grand X Pro

das zweite Smartphone, das

ZTE dieses Jahr unter dem eigenen

Brand herausbringt. Auch dieses

Mal setzt ZTE beim Prozessor auf einen

Außenseiter: Mit dem MediaTek MTK6577T

hat man eine 1,2 GHz schnelle Doppelkern-

CPU auf Cortex-A9-Basis verbaut, der 1 GByte

RAM zur Seite stehen. Die Hauptkamera löst

mit 8 Megpixeln auf und macht bei ausreichendem

Licht recht gute Fotos. Gefallen hat

uns auch das 4,5 Zoll große TFT-Display mit

1280 x 720 Pixeln. Gespart hat ZTE am internen

Speicher (4 GByte), und statt der 0,3-

Megapixel-Auflösung der Frontkamera wäre

eine höhere wünschenswert.

Kerndaten

Hersteller

ZTE

Formfaktor

4,5-Zoll-Smartphone

Auflösung

1280 x 720 Pixel

Prozessor

1,2 GHz, Dual-Core

Android-Version Android 4.0.4

Akku

2000 mAh

Laufzeit (Standby/​Gespräch)

500h /​11h

Gewicht

146 Gramm

Preis (Internet)

230 Euro

Technische Details und Preisvergleich

http:// www. android‐user. de/ lp/ 21346

Performance

AnTuTu-Benchmark

6401 Punkte

Vellamo (HTML5/​Metal)

1063/​374 Punkte

Android-User-Bewertung

3,7 Punkte

Erster Eindruck

Das Grand X Pro wirkt durch den Rahmen

aus Metall recht hochwertig, wenn auch

etwas altbacken. Das trifft leider auch auf die

vorinstallierte Android-Version zu, die bei

Version 4.0.4 stehen geblieben ist und den

Tester mit einer recht ruckelnden Oberfläche

begrüßt. Dafür weiß die App-Auswahl zu

gefallen. Unter den vorinstallierten Apps

befinden sich Kingsoft Office, der Chat-Client

eBuddy und Amazon MP3, aber auch zentrale

Einstellungen sind als separates App-

Icon vorhanden, was Einsteigern die ersten

Schritte erleichtert. Zu den Software-Besonderheiten

gehört der Lockscreen mit den

ringförmig angeordneten Schnellstarticons.

ZTE hat die Multitasking-Funktion zudem

auf den Home-Button verlegt, die Menütaste

zeigt wie unter Android 2.3 ein Menü an.

Das vorinstallierte Android-System entspricht

weitgehend Stock Android von

Google. ZTE hat aber die Benachrichtigungsleiste

um Quick Settings erweitert und die

Navigationsleiste transparent gestaltet. Auch

das Icon Theme stammt komplett von ZTE.

Insgesamt halten wir die Änderungen für gut

gelungen, die Ruckler trüben aber diesen

Eindruck doch stark.

Gute Akkulaufzeit

Sehr gut gefallen hat uns die Laufzeit des

2000-mAh-Akkus. Er hält bei moderater Nutzung

spielend zwei bis drei Tage durch und

schafft ohne 3G-Verbindung sogar vier bis

fünf Tage. Im Unterschied zu anderen Geräten

mit Mediatek-Prozessor stimmt jedoch

auch die Laufzeit unter Last. Der Akku ist

dann nicht gleich leer, sondern verhält sich

so, wie man das erwartet.

34

September 2013

Android-User.de


Hardware

ZTE Grand X Pro

Abb. 1: Über die Menütaste

erscheint auf dem Homescreen

ein Kontextmenü.

Abb. 2: Die Soundqualität des

Grand X Pro ist auch ohne Kopfhörer

recht gut.

Abb. 3: Die Akkulaufzeit über den

Testzeitraum: Der senkrechte

Strich markiert die Benchmarks.

Fazit

Mit veralteter Software wird sich ZTE in

Deutschland nicht unbedingt beliebt machen.

Die Akkulaufzeiten des Mediatek-

Prozessors sind zwar im Standby wirklich

sehr gut, aber das System ruckelt doch recht

stark. Da helfen auch die gute Kamera und

der schöne Klang dank SRS TruMedia wenig.

Der Preis von aktuell rund 230 Euro ist für

das Gebotene angemessen.

● ● ●


Hardware

Archos 53 Platinum

Das Archos 53 Platinum im Test

Sparmonster

Das Archos 53 Platinum

glänzt auf dem Papier.

5,3-Zoll und Quad-Core

für nur 280 Euro? Ist das

Archos ein Schnäppchen

oder wurde hier

am falschen Ende

gespart? Wir machen

den Test! Christoph Langner

Archos

‚„Plusminus

‚ FM-Radio

‚ Zwei SIM-Slots

‚ Preisgünstig

‚ Großes Display

„ Schwache CPU-Leistung

„ Nur vier GByte Speicher

„ Schlechte Kamera

Archos? Das sind doch die mit den

günstigen Tablets, oder? Das

stimmt immer noch, aber nicht

mehr ausschließlich! Inzwischen

führen die Franzosen auch Android-Handys

im Programm. Wir nehmen das gerade einmal

280 Euro teure Top-Modell Archos 53

Platinum genauer unter die Lupe.

Archos 53 Platinum

Für ein gerade einmal 280 Euro teures

Handy, bietet das Archos 53 Platinum auf

dem Papier erstaunlich gute Werte. Das Display

ist stolze 5,3 Zoll groß, die CPU arbeitet

bei 1,2 GHz auf vier Kernen und der Akku ist

mit 2800 mAh großzügig dimensioniert. Einzig

der interne Speicher ist mit nur vier

GByte sehr knapp bemessen. Ein unter dem

Deckel verborgener microSD-Kartenslot

nimmt aber Speicherkarten von bis zu 64

GByte Größe auf.

Für den einen anderen User interessant ist

auch die Option das Handy mit zwei SIM-

Karten zu betreiben. So können Sie zwischen

privaten und beruflichen Telefonaten unterscheiden

oder einen eigentlich für Tablets

oder Notebooks gedachten Volumentarif mit

vielen Inklusiv-GByte aber teurer Telefonie,

auch auf dem Handy benutzen, ohne auf

eine Telefon-Flatrate zu verzichten.

Für jede SIM lassen sich Mailbox, Anrufbegrenzung

oder Weiterleitungen bestimmen.

Rufen Sie selber an, wählen Sie über extra

Menü-Tasten oder ein Wählfenster, welche

Leitung das Gespräch nutzen soll. Der zusätzliche

Energieverbrauch während des Betriebs

mit zwei SIM-Karten hält sich in Grenzen,

im Standby verlor unser Testgerät nur

ein Prozent seiner Akkuladung pro Stunde.

Design und Verarbeitung

Mit dem 53 Platinum wird Archos keinen Designwettbewerb

gewinnen. Das Handy besteht

rundum aus Kunststoff, nur die Front

bedeckt großflächig die gläserne Display-

Oberfläche. Seitlich finden sich Hardware-

Buttons für An/​Aus und die Lautstärke-

Wippe, die auf unserem Testgerät alles andere

als solide im Gehäuse sitzt. Wie HTC oder

Samsung setzt auch Archos auf dedizierte

Touch-Buttons für Home, Menü und Zurück.

Hier zeigt sich auch schon eine Schwachstelle

dieses Konzepts: Google Now rufen Sie

noch intuitiv über einen längeren Tastendruck

auf den Home-Button auf, die Anwendungs-Übersicht

bleibt dagegen auf den ersten

Blick unerreichbar! Erst ein Doppel-Klick

auf den Home-Button bringt diese zu Tage.

Ansonsten hat sich Archos zurück gehalten,

was Änderungen am Android-System

anbelangt. Das installierte System auf Basis

von Android 4.1 orientiert sich sehr nah am

Original. Nur für die Unterstützung von zwei

SIM-Karten musste Android tiefer ins System

eingreifen. Als zusätzliche Apps werden Archos

Musik und Video, ein Dateimanager

und das FM-Radio werden von Archos vorinstalliert.

Der Play Store ist inzwischen auch

bei Archos unverzichtbar geworden.

Display und Prozessor

Die Prozessor-Leistung konnte uns im Test

nicht wirklich überzeugen. Trotz Quad-Core-

CPU bleibt das Archos 53 Platinum deutlich

hinter den Ergebnissen eines Galaxy Nexus

36

September 2013

Android-User.de


Hardware

Archos 53 Platinum

zurück – und das obwohl dieses

Gerät nur über eine Dual-

Core-CPU verfügt. Im Alltag

spüren Sie davon aber wenig,

die Oberfläche arbeitet meist

ohne Ruckler und große Aussetzer.

Nur Power-User werden

etwa bei 3D-Spielen die

etwas magere Prozessorleistung

spüren.

Das Display ist mit einer

Diagonalen von 5,3-Zoll zwar

riesig, es löst aber bei

960x540 Pixeln (220 PPI)

nicht gerade hoch auf. Das

erste Samsung Galaxy Note

bringt zum Beispiel auf der

selben Display-Größe

1280x800 Pixel bei einer Pixeldichte

von 285 PPI unter.

Inhalte wie Texte oder Menüs

wirken daher auf dem Display

des Archos-Handys recht grob, aber

auch nicht unangenehm unscharf.

Die Helligkeit des Archos-Displays ist ausreichend.

In geschlossenen Räumen wirkt

das Bild besonders bei hoch aufgedrehter

Helligkeit klar und detailreich. Im gleißenden

Licht der Mittagssonne vor unserem Büro

reicht die Helligkeit des Touchscreens aber

nur noch aus, um Konturen auf dem Display

erkennen zu können.

An der Kamera gespart

Archos hat beim 53 Platinum an der Verarbeitung,

an der CPU und auch am Display

gespart. Android-User mit genügsamen Ansprüchen,

werden jedoch in Anbetracht des

Preises über diese Punkte hinwegsehen können.

Richtig negativ fallen diese Kritikpunkte

nicht auf, bei der Kamera hat Archos jedoch

vielleicht ein bisschen zu viel gespart.

Rein technische gesehen handelt es sich

bei dem Kamerachip auf der Rückseite zwar

um einen 8-Megapixel-Sensor, doch auch bei

gutem Licht sind dunklere Bereiche grieselig

und verrauscht. Trotz auf beste Qualität eingestellte

Settings, erscheinen Kanten verpixelt,

oft sind Bildartefakte – gar Querstreifen

– im Bild zu erkennen. Die Frontkamera für

Video-Chats hebt sich dagegen ab, Sie arbeitet

mit zwei Megapixeln und hat ausreichende

Qualität.

Fazit

Beim Archos 53 Platinum dürfen Sie natürlich

nicht darauf hoffen ein Top-Handy der

Klasse Samsung Galaxy Note zum Schnäppchenpreis

zu bekommen. Die Spuren des

Abb. 1: Archos beließ es bei der

Firmware für sein Handy bei minimalen

Änderungen.

Abb. 2: Starten Sie aus dem Telefonbuch

einen Anruf, erscheint ein

extra Fenster.

Rot-Stifts lassen sich durchaus bemerken.

Trotz vier Kernen wird die CPU von zwei

Jahre alten Dual-Core-Handys überholt, die

Kamera ist enttäuschend schlecht, das Display

löst bei der Größe nur sehr niedrig auf.

Suchen Sie aber ein schlichtes Handy mit

akzeptabler Leistung, großem Display, machen

sowieso nur selten Bilder und haben

Bedarf an zwei SIM-Slots, dann sollten Sie

das Archos-Handy in Betracht ziehen. Für

ein Handy der unteren Mittelklasse stimmen

Preis und Leistung.

● ● ●

Archos 53 Platinum

Abb. 3: Bei schlechtem Licht

erscheinen Quertreifen im Bild der

Frontkamera.

Kerndaten

Hersteller

Archos

Formfaktor

5,3-Zoll-Smartphone

Display

960x540 Pixel (qHD), 220 DPI

Speicher

1 GByte RAM, 4 GByte intern

Prozessor 1,2 Ghz Quad-Core (Qualcomm 8225Q)

Kameras

8 MP Rückseitig, 2 MP auf der Front

Android-Version Android 4.1.2

Akku

2800mAh

Laufzeit (Standby/​Gespräch) 11 Tage/​15h

Gewicht

189,9 Gramm

Preis (Internet)

280 Euro

Technische Details und Preisvergleich

http:// www. android‐user. de/ lp/ 21358

Performance

AnTuTu-Benchmark

6801 Punkte

Vellamo (HTML5/​Metal)

1311/​337 Punkte

Android-User-Bewertung 3,8 Punkte

Android-user.de September 2013 37


Hardware

Galaxy S4 mini

Samsung Galaxy S4 mini im Kurztest: GT I9195

Perfekt

klein

Galten Handys mit 4,3 Zoll vor einem Jahr noch als groß, kann man sie

jetzt bereits als „mini“ verkaufen. Mit dem Galaxy S4 mini zeigt

Samsung, wie echte Größe aussieht. Wir haben das Handy in der Version

von 1&1 getestet. Marcel Hilzinger

Samsung

Alle

Infos>

www.android- user.de/lp/21355

‚„Plusminus

‚ Verarbeitung

‚ Kamera

‚ LTE, NFC

‚ Infrarot, FM-Radio

„ Akku bei LTE-Nutzung

Im direkten Vergleich zum Galaxy Mega

erscheint das S4 mini tatsächlich klein.

Dabei ist es nur circa 1 cm kürzer als das

große S4 oder das Nexus 4. Allerdings

löst das AMOLED-Display nicht mit 1280 x

720 Bildpunkten auf, sondern nur mit 960 x

540 Pixeln. Das fällt aber bei der normalen

Nutzung nicht auf, das Display ist hell und

scharf. Abgesehen von der verbauten Dual-

Core-CPU mit 1,7 GHz und den vergleichsweise

bescheidenen 1,5 GByte RAM ist das

S4 mini ein vollwertiges S4, bringt also auch

sämtliche tollen Features wie S Voice,

S Translate, Smart Stay und Group Play mit.

Einzig auf die Bild-in-Bild-Funktion der zwei

Kameras müssen Sie verzichten.

Mit Infrarot

Wie sein großer Bruder

bringt auch das Galaxy S4

mini einen Infrarotsender

mit. Damit lassen sich praktisch

jeder Fernseher, jede

Stereoanlage und jeder

DVD-Player steuern. In den

Tests hat das mit einem

Flachbildfernseher von LG

perfekt funktioniert.

Samsung hat wirklich viel

Energie und Liebe in die

WatchON-App investiert.

Tipp: Möchten Sie nur die

Fernbedienung nutzen,

dann brechen Sie den Auswahldialog

zum Land ab,

indem Sie ganz unten in der

Liste den Eintrag für Land

Abb. 1: Mit dem Galaxy S4 mini

benötigen Sie keine separate Fernbedienung

mehr.

unbekannt auswählen. Sie landen dann im

manuellen Setup und müssen hier im besten

Fall nur den Hersteller angeben.

Alles wunderbar?

Eigentlich ist das Galaxy S4 mini das ideale

Handy für alle, die kleine Handys mögen,

wäre da nicht das Problem mit dem Akku.

1900 mAh mögen nach viel klingen, aber bedenkt

man, dass selbst Low-End-Geräte aktuell

mit 2000 mAh oder größeren Akkus ausgerüstet

werden, dann hat Samsung hier klar

am falschen Ort gespart. Kombiniert mit der

mangelhaften Netzabdeckung von LTE vermiest

der kleine Akku etwas die Freude am

Galaxy S4 mini. Haben Sie einen Vertrag

ohne LTE, dann schalten Sie

das Handy in den Einstellungen

unter Drahtlos &

Netzwerke | Mobile Netzwerke

am besten auf GSM/​

WCDMA. Kein Nachteil,

aber gut zu wissen: Die MicroSD-Karte

und der Einschub

für die Micro-SIM befinden

sich unter dem Akku.

Im laufenden Betrieb ist es

also nicht möglich, eine der

Karten zu tauschen.

Fazit

Zum aktuellen Internetpreis

von 380 Euro ist das Galaxy

S4 mini das aktuell beste

Handy mit 4,3-Zoll-Display

und LTE. Der Akku dürfte

aber etwas größer sein. ● ● ●

38

September 2013

Android-User.de


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Hardware

Point of View Mobii 1045

Im Test: Point of View Mobii 1045

Ansichtssache

Point of View

Ein Zehn-Zöller mit

Quad-Core-Prozessor,

Jelly Bean und SD-Kartenslot

für knapp 250

Euro hört sich nach echtem

Schnäppchen an.

In unserem Testbericht

lesen Sie, wie sich das

Mobii 1045 geschlagen

hat. Arnold Zimprich

‚„Plusminus

‚ 2 GByte RAM

‚ Erweiterbarer Speicher

‚ HDMI-Out

„ Instabile Software

„ Laufleistung

Zehn-Zöller mit Jelly Bean

gibt es viele, allen voran

Googles Eigenentwicklung Nexus

10, das ab 399 Euro (16-GByte-Version)

zu haben ist. Point of View versucht

mit dem Mobii 1045, den Konkurrenten mit

einem erweiterbaren internen Speicher, 2

GByte RAM und einem Preis von derzeit

unter 250 Euro ein paar Kunden abzuluchsen.

Abb. 1: Magere Auswahl: Das Mobii hat zwar Google Play, sonst aber wenige Apps an Bord.

Graue Eminenz

Im Test liegt das Point of View durch seine

aufgeraute Rückabdeckung aus grauem Aluminium

gut in der Hand. Power-Button und

Lautstärkewippe auf der Oberseite des Geräts

reagieren schnell auf Eingaben. Auf der rechten

Seite des Gehäuses finden sich ein MicroSD-Kartenslot,

über den der 8 GByte

große interne Speicher des Tablets um bis zu

32 GByte erweitert werden kann. Ein Micro-

USB- und HDMI-Anschluss, eine 3,5-mm-

Klinke für Ohrhörer und eine Fünf-Volt-

Buchse für das mitgelieferte Ladegerät sind

ebenfalls mit an Bord, Bluetooth 4.0 und

WLAN b/​g/​n komplettieren das Angebot. Im

Zubehörpaket findet sich zudem ein Micro-

USB-zu-USB-

Adapter (male/​

male) und ein etwas

kürzerer Adapter (male/​female).

Dazu legt Point of View noch Ohrhörer

bei, die zwar einen filigranen Eindruck

machen, für den kleinen Radiokonsum zwischendurch

aber einen ausreichend guten

Klang bieten. Für Schnappschüsse verfügt

das Mobii 1045 über eine kleine Zwei-Megapixel-Kamera,

die Vorderseite schmückt eine

1,3-Megapixel-Kamera für Videochats.

Project Butter

Wie der hohe AnTuTu-Wert von über 12.500

Punkten beweist, lässt sich das Tablet in Sachen

Arbeitsgeschwindigkeit nicht lumpen.

Das mit Jelly Bean auf Android-Geräten eingeführte

Project Butter sorgt auch hier für geschmeidige

Abläufe. Trotzdem zeigten sich

im Test Ruckler – so zum Beispiel beim

Wechsel von einer App zur anderen. Befindet

man sich nicht auf dem Homescreen, führt

eine Betätigung des Home-Buttons darüber

hinaus ab und zu zu keiner Reaktion, der

Stock-Browser ließ sich mehrmals auch nach

fünfmaligem Drücken nicht zur Kooperation

bewegen und gab erst nach einem System-

Reset wieder Lebenszeichen von sich. Zwar

ließen sich andere Apps wie der (von uns installierte)

Chrome-Browser problemlos öffnen,

für die temporäre Arbeitsverweigerung

gibt es trotzdem einen saftigen Punktabzug.

Die Auswahl der vorinstallierten Apps lässt

die Herkunft des Herstellers durchscheinen:

Als Grafikkarten-Spezialist installiert Point of

View den 4K Video-Player, Adobes Flash

Player und die iDTV-App, die das Tablet zusammen

mit dem iDTV-Mobile TV-Tuner in

einen Fernseher verwandeln kann. Die weitere

Auswahl an Apps ist eher enttäuschend,

40

September 2013

Android-User.de


Hardware

Point of View Mobii 1045

Abb. 2: Beim Vellamo-Benchmark erreicht das Quad-Core-Tablet im

HTML-Test 1136 Punkte, bei AnTuTu im Schnitt 12.735. Gutes Ergebnis für ein

Low-Budget-Tablet, das aber von Softwarerucklern etwas eingetrübt wird.

Abb. 3: Mit der iDTV-App und

einem TV-Tuner lässt sich das Tablet

in einen Fernseher verwandeln.

Abb. 4: Die Zwei-Megapixel-Hauptkamera

des Mobii 1045 reicht für

grobkörnige Schnappschüsse aus.

es findet sich weder eine Office Suite noch ist

ein einziges Spiel an Bord. Bleibt zu erwähnen,

dass Point of View neben Stock-Browser,

‐Kamera, Dateimanager, Mailprogramm,

Kalender und Musikplayer immerhin Googles

Play Store installiert hat und damit Nutzern

die Möglichkeit bietet, in Googles App-Shop

nach Herzenslust einkaufen zu gehen und

das Tablet nach eigenen Vorstellungen mit

Software auszustatten.

Schwache Laufleistung

Wir waren irritiert, dass sich weder von Herstellerseite

noch aus anderen Quellen Informationen

zur exakten Akkuleistung fanden.

Punkten kann das Mobii 1045 hier leider

nicht: Der Zehn-Zöller schrie in den Tests bereits

nach zwei Stunden moderater Beschäftigung

nach dem Ladekabel, wir können das

Tablet daher kaum für den längeren Einsatz

abseits der Steckdose empfehlen.

Bei preisbewussten Nutzern, die nicht

zwangsläufig auf Top-Performance angewiesen

sind, kann das Mobii 1045 jedoch durchaus

seine Verkaufsnische finden. Ob als Familien-Tablet

oder App-Sammelbasis: In diesem

Bereich kann der Zehn-Zöller punkten.

Durch die vom Hersteller angepriesene

PowerVR -SGX544-MP2-GPU mit acht Shader-

Prozessoren, die „für enorme Grafikleistung“

sorgen soll, hinterlässt das Gerät zudem bei

anspruchsvollen Spielen wie Asphalt 7 einen

guten Eindruck und prädestiniert das Mobii

1045 als preiswerte Spieleplattform, die via

HDMI mit größeren Monitoren verbunden

werden kann.

Apropos Monitor: Beim mit 1280 x 800 Pixeln

auflösenden Display zeigte sich im Test

Licht und Schatten. Zwar waren wir vom

Kontrast und der Helligkeit angetan, das Display

spiegelt jedoch stark und lässt sich nur

bei direkter Draufsicht optimal ablesen.

Fazit

Das Point of View Mobii 1045 kommt zu

einem guten Preis auf den Markt, kann aber

höchstens Sparfüchse, die ein Tablet für den

moderaten Alltagseinsatz suchen, zufriedenstellen.

Ist man die flüssige und zuverlässige

Bedienung eines Samsung Galaxy Note 10.1

oder eines Nexus 7 gewohnt, bedeutet die

Arbeit mit dem Mobii 1045 jedoch einen klaren

Rückschritt. Darüber kann leider auch

der Straßenpreis von 250 Euro nicht hinwegtäuschen,

denn zum gleichen Preis gibt es

das Galaxy Tab 2 von Samsung.

● ● ●

Point of View Mobii 1045

Kerndaten

Hersteller

Point of View

Formfaktor

10-Zoll-Tablet

Auflösung

1280 x 800 Pixel

Prozessor

1 GHz, Quad Core

Android-Version Android 4.1.1

Akku k. A.

Laufzeit (Display On)

2 Stunden

Gewicht

700 Gramm

Preis (Internet)

250 Euro

Technische Details und Preisvergleich

http:// www. android‐user. de/ lp/ 19435

Performance

AnTuTu-Benchmark

12.735 Punkte

Vellamo (HTML5/​Metal)

1136/​376 Punkte

Android-User-Bewertung

2,7 Punkte

Android-user.de September 2013 41


Hardware

Rollei Innocube IC200T

Rollei Innocube IC200T: Kompakter Videobeamer

Freiluftkino

Viele Handys können

per HDMI/MHL an einen

Fernseher angeschlossen

werden. Mit dem

winzigen Rollei Innocube

IC200T verlegen

Sie Ihren Video-Abend

ins Freie. Christoph Langner

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/29831

Rollei

Sie möchten auf Dienstreisen keinen

großen Beamer mitnehmen?

Auf Ihrer Urlaubsreise möchten

Sie nicht auf Video-Abende im

Leinwandformat verzichten? Dann brauchen

Sie einen kompakten Beamer, zum Beispiel

den Rollei Innocube IC200T [LINK 1].

Der Mini-Beamer von Rollei wiegt bei einer

Kantenlänge von 4,5 Zentimetern gerade einmal

130 Gramm. Zum Schutz des aus mattem

Aluminium gefertigten Gehäuses liegt

der Verpackung eine Hülle aus weichem Silikon

bei. Damit passt der Beamer zuzüglich

Netzteil und Kabel in jedes Reisegepäck.

In den Beamer integriert sind ein Akku mit

2300 mAh und ein kleiner Lautsprecher. Der

Akku treibt den kleinen Beamer etwa zwei

Stunden lang an, geladen wird die Batterie

über einen Micro-USB-Anschluss. Angeschlossen

wird der Beamer über HDMI oder

MHL. Somit arbeitet die kleine

Pixelschleuder mit Notebooks,

die über einen HDMI-

Ausgang verfügen, Androiden

mit Micro-HDMI- oder

MHL-Ausgang (etwa

Samsung Galaxy S3 oder

S4) oder auch den Apple-

Geräten zusammen. Alle

nötigen Kabel sind bereits

im Lieferumfang enthalten.

Kleines Bild ganz groß

Der Innocube projiziert bei einer Distanz von

zwei Metern ein etwa 60 Zoll (152 cm) großes

Bild. Per Drehrädchen muss manuell

scharf gestellt werden, eine Trapezkorrektur

gibt es nicht. Bei einem Kontrastverhältnis

von 800:1 und einer Helligkeit von 35 Lumen

wird das Bild mit 640 x 480 Bildpunkten aufgelöst

(VGA).

In unserem Test nutzten wir einfach eine

weiße Wand. Bei Tageslicht erschien das Beamer-Bild

bei dieser Entfernung zu schwach,

um wirklich einen Film genießen zu können.

Bei einem abgedunkelten Raum war das Bild

– in Anbetracht der Größe des Beamers – jedoch

ausreichend.

Nicht ganz verständlich ist die Wahl des

Lautsprechers. Der über das HDMI-Kabel

übermittelte Ton ist zwar lauter als bei den

meisten Handys. Doch er klingt blechern und

lässt sich nicht in der Lautstärke regeln. Die

HDMI-Verbindung legt den Lautstärkeregler

Androids lahm, und am Beamer selbst befinden

sich keine Lauter-leiser-Tasten.

Fazit

Kombinieren Sie den Innocube mit einem

großen Akku-Pack und einem brauchbaren

Bluetooth-Lautsprecher, dann kann ein entspannter

Video-Abend mit Überlänge am

Campingplatz oder in der Gartenlaube Realität

werden. Bei einer dunklen Umgebung

reicht die Helligkeit aus – ein Lichtwunder

dürfen Sie aber nicht erwarten.

Mangels Lautstärkeregelung eignet

sich das Gerät jedoch eher für den

Business-Einsatz.

Der Internetpreis [LINK 2] für den

silbernen Innocube IC200T liegt bei

knapp 290 Euro, für den bunten

IC200C werden 40 Euro mehr fällig.

Damit ist der Innocube kein

Schnäppchen, Sie werden aber

kaum einen kompakteren Akku-

Beamer auf dem Markt finden –

auch die Unterstützung von MHL ist bislang

noch selten. Als Alternative bietet sich eigentlich

nur der etwas größere Odys Picto

mini [LINK 3] an, der mit besserem Kontrast

und mehr Helligkeit glänzen kann. ● ● ●

42 Android-User.de


Hardware

Jawbone UP

Jawbone UP: Fitnessarmband im Test

Fitness

im Band

Nach dem Smartphone halten nun auch immer mehr smarte Gadgets

Einzug in unser Leben. Besonders praktisch sind Sportarmbänder, die

unsere Bewegung nonstop aufzeichnen und ans Handy schicken. Wir

stellen Ihnen das Jawbone UP vor und zeigen, ob sich der teure Preis

bezahlt macht. Samuel Groesch

Jawbone

Das Angebot an technischen Accessoires

hat in den letzten Monaten

rasant zugenommen: Google Glass,

smarte Uhren, smarte Waagen und

weitere Produkte verbinden sich heutzutage

mit dem Handy. Auch Sport- und Fitnessarmbänder

wollen Sie bei Ihren täglichen Aufgaben

unterstützen. Wir haben das Jawbone UP

getestet, das Ihre Aktivitäten mit einem Bewegungssensor

überwacht, und zeigen, ob es

mehr als ein Lifestyle-Accessoire ist.

Einfach schön

Das Jawbone UP [LINK 1] ist in acht Farben

erhältlich, und sein minimalistisches Design

weiß durchaus zu gefallen. Das Armband

besteht aus TPU-Gummi [LINK 2] und fühlt

sich gut an. Der benutzte TPU-Kunststoff ist

laut Hersteller klinisch geprüft und schadet

der Haut nicht. An der Verarbeitungsqualität

gibt es nichts zu beanstanden, und das Band

trägt sich tagsüber wie auch nachts bequem

und stört selbst im Schlaf nicht. Mit der Zeit

gewöhnt man sich komplett an den Fremdkörper

und spürt ihn nicht mehr auf der Haut.

Jawbone gibt für das Band eine Akkulaufzeit

von zehn Tagen an. In unseren Tests kamen

wir auf rund sieben Tage ohne Aufladung bei

aktiver Nutzung, was durchaus ein guter

Wert ist. Auch die Resistenz gegen Spritzwasser

unterstreicht die Alltagstauglichkeit des

„Fitnessgerätes“: Eine Dusche oder ein starker

Regenschauer kann dem UP nichts anhaben.

Es ist allerdings nicht komplett wasserdicht,

weshalb der Hersteller davon abrät,

mit dem Jawbone UP schwimmen zu gehen.

44

September 2013

Android-User.de


Hardware

Jawbone UP

Ein Knopf für alles

Das Hightecharmband lässt

sich über einen einzigen

Knopf an der Unterseite steuern.

So wechseln Sie zum

Beispiel durch drei Sekunden

langes Halten des Knopfes

zwischen dem Schlafmodus

und dem Tagmodus. Alle Eingaben

mittels des Buttons

werden über ein haptisches

Feedback des Vibrationsmotors

bestätigt. Ein einmaliges

kurzes Drücken des Knopfes

ruft die Statusanzeige hervor,

die das Jawbone UP über eine

integrierte LED realisiert.

Mit dem Armband allein

kann man allerdings nichts

anfangen: Zur Auswertung

und weiterführenden Verwendung

des Jawbone UP ist die kostenfrei im

Play Store erhältliche Jawbone-App [LINK 3]

notwendig. Sie wertet die gesammelten

Daten aus und stellt sie optisch ansprechend

dar. Synchronisiert wird das Armband über

den integrierten 3,5-mm-Klinkenstecker, der

sich unter der silbernen Kappe mit dem Jawbone-Schriftzug

versteckt. Ziehen Sie diese

einfach ab, und stecken Sie das Jawbone in

den Audioeingang Ihres Smartphones.

Die App bietet zahlreiche Möglichkeiten,

Ihre Aktivitäten auszuwerten und Abläufe

sowie Zusammenhänge darstellen zu lassen.

Als Ansporn lassen sich Ziele (Goals) festlegen,

zum Beispiel die täglich zu gehende

Schrittzahl oder die geschlafenen Stunden.

Die erreichten Werte präsentiert die Jawbone-App

auf der Hauptseite sehr hübsch als

Balkendiagramm. Auch zur Konfiguration

des Gadgets nutzen Sie die App und übertragen

die neuen Einstellungen dann durch eine

Synchronisierung auf das Armband.

Möchten Sie aus gesundheitlichen Gründen

wirklich Ihren kompletten Tagesablauf

festhalten, können Sie mit der Android-App

zusätzlich Mahlzeiten und konsumierte Getränke

eingeben und die Kalorienwerte in die

Auswertung der App einfließen lassen. Diese

Funktion halten wir aber nicht für alltagstauglich,

denn mit der Zeit nervt die ständige

Eingabe vor dem Essen. Die Datenbank an

Speisen und Getränken ist außerdem nicht

sehr umfangreich und nicht für die Anwendung

in Deutschland konzipiert (auf

Englisch, keine hier verbreiteten

Produkte), was die Nutzung zusätzlich

erschwert.

Abb. 1: Auf einen Blick präsentiert

die App den aktuellen Stand der

gesetzten Ziele.

Praktischer Schlafmonitor

Zwei Features, die wir im aktiven Gebrauch

sehr nützlich fanden, sind die Funktion des

sanften Weckens und die Teamfähigkeit des

Armbandes. Wenn Ihre Freunde auch ein UP-

Armband besitzen, können Sie sich austauschen

und jeweils die Werte und Aktivitäten

des anderen sehen und kommentieren. Der

eingebaute Wecker ermöglicht als nettes

Gimmick das sanfte und schlaue Erwachen.

Geben Sie einen Zeitrahmen an, in dem Sie

geweckt werden möchten, dann weckt Sie

das Jawbone UP zum besten Zeitpunkt, basiernd

auf Ihrem aktuellen Schlafstatus. Dies

erfolgt sanft durch den Vibrationsmotor im

Band und ist auch für den Partner deutlich

angenehmer als ein piepsender Wecker.

Fazit

Das Jawbone UP erledigt seinen Job wirklich

gut, wenn auch recht teuer: Aktuell kostet

der smarte Begleiter 130 Euro. Dafür bietet

Jawbone als einziges Band eine Schlafanalyse

mit sanftem Wecker. Sich einen

Überblick über den Status Quo zu machen,

ist oft der beste Anfang, um seine Gesundheit

zu verbessern: Auch hier leistet das

Armband sehr gute Dienste. Das aktuell einzige

Manko – die fehlende deutsche

Übersetzung der App – will Jawbone

bald beseitigen.●

● ●

Abb. 2: Die Funktion für die Kalorienangabe

ist im Alltag nicht unbedingt

praktikabel.

Abb. 3: Sich am Morgen die Statistik

der vergangenen Nacht anzusehen,

kann aufschlussreich sein.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30057

September 2013

45


Hardware

Withings Smart Body Analyzer

Im Test: Withings Smart Body Analyzer

Die smarte

Waage

Withings

Der Withings Smart

Body Analyzer misst

Gewicht, Körperfett,

Herzfrequenz und

Raumluftqualität, überträgt

die Daten auf das

Smartphone und hilft,

das Idealgewicht zu

erreichen oder zu

halten . Arnold Zimprich

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30012

Legen Sie Wert auf eine exakte Beobachtung

Ihrer Körperfunktionen?

Oder wollen Sie einfach nur Ihre

Körperdaten – insbesondere Ihr

Gewicht – im Blick behalten? Dann könnte

der Withings Smart Body Analyzer [LINK 1]

einer Ihrer besten Freunde werden. Die

149,95 Euro teure Waage erzielt bereits beim

Auspacken einen echten Wow-Effekt. Das

elegant und hochwertig konstruierte Gerät

weiß mit einer edlen Glasoberfläche zu

gefallen . Schnell sind die Batterien eingelegt

und die Waage hochgefahren. Anschließend

misst sie das Körpergewicht, den Körperfettanteil,

den aktuellen Puls und die Raumtemperatur,

bevor sie wieder in den Ruhemodus

schaltet.

Abb. 1: Ist das Gewichtsziel

gesetzt, begleiten Sie Waage und

App bei Ihrem Vorhaben.

Abb. 2: Je voller die Flügel des

Schmetterlings, desto näher sind

Sie Ihrem Ziel.

Withings Health Mate

Um die Waagen-Daten auf dem Smartphone

auszulesen, benötigen Sie die App Withings

Health Mate [LINK 2]. Ist die Waage per Bluetooth

oder WLAN (!) mit dem Smartphone

verbunden, kann die Übermittlung der Messdaten

beginnen. Richten Sie beim erstmaligen

Start der App kurz Ihr Profil ein, und

geben Sie ein gewünschtes Gewichtsziel an.

Die App wird Sie bis zum Erreichen des Ziels

mit Daten versorgen, Ihren Fortschritt kommentieren

und Sie zum Sport motivieren.

Den Trainingsfortschritt zeigt ein Diagramm

in Schmetterlingsform. Je mehr sich die vier

Flügelfelder Gewicht, Aktivität, Schlaf und

Herz mit Farbe füllen, desto näher sind Sie

Ihrem Ziel. Sind Ihre Daten rückläufig, weist

die App dezent darauf hin. Sind Sie auf dem

richtigen Weg, werden Sie mit satten Farben

belohnt. Möchten Sie auch über Ihre alltäglichen

Aktivitäten und zur Qualität Ihres

Schlafs Informationen erhalten, benötigen

Sie den Withings Pulse [LINK 3] als Zusatzgerät.

Der Activity Tracker misst Schritte, Höhenprofil,

Entfernung und die verbrannten

Kalorien und liest, in ein

Schlafarmband eingesetzt,

auch die Qualität Ihrer Ruhestunden

aus. Für den

Tracker muss man jedoch

99,95 Euro einplanen, bekommt

dafür aber alle

Daten, die die Withings-

App verwerten kann.

Diese kooperiert übrigens

mit dem Gratis-Lauftracker

Runkeeper [LINK 4].

Der Withings Smart

Body Analyzer hinterließ

im Test einen sehr guten

Eindruck. Für alle, die abspecken

oder ihre Körperdaten

via Smartphone im

Blick behalten wollen, ein

klarer Kauftipp. ● ● ●

46

September 2013

Android-User.de


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Apps

App-Empfehlungen

In dieser Rubrik stellt Ihnen

die Redaktion jeden Monat

zehn Apps vor, die wir für

besonders gelungen halten.

Arnold Zimprich

Android-User-App-Empfehlungen

Unsere Favoriten

K-9 Mail in neuem Look

kostenlos

K-9 Mail hat als Google-Mail-Alternative bereits einen legendären Status erreicht.

Mit dem kürzlich erfolgten Update ist der Mail-Client noch besser und schneller

geworden und hat eine neu gestaltete Benutzeroberfläche erhalten.

Der Grund für die Beliebtheit von K-9 liegt darin, dass die App extrem

schnell arbeitet und mit praktisch allen Mail-Konten klarkommt. K-9 beherrscht

POP3, IMAP und Push-Mail, auch mit einem Exchange-Server

lässt sich das Mail-Programm nutzen.

K-9 beherrscht Push-Mail, sofern das benutzte Konto Push unterstützt.

Steht Push nicht zur Verfügung, erfolgt der Abruf der Mails wahlweise

manuell oder in konfigurierbaren Zeitintervallen. An Benachrichtigungsoptionen

für eingehende Mails steht eine Reihe von Möglichkeiten wie

LED-Blinken, Klingeln

oder Vibration zur Verfügung.

Das Konfigurieren

der wichtigsten Free

Mailer gelingt dank Assistent

nach Eingeben

von E-Mail-Adresse und

Passwort automatisch.

Bewertung:

★★★★★

Fonelink

kostenlos

Fonelink ist eine hervorragende Wahl, wenn es um das

Senden und Empfangen von SMS auf dem PC oder Tablet

geht. Nach dem Empfang von SMS auf Ihrem Telefon können

Sie mit dem PC-Browser antworten, wenn er mit

Ihrem Android-Telefon synchronisiert ist. Die SMS erscheint

dann in Echtzeit auf dem Smartphone. Fonelink ist

schnell und einfach einzurichten und funktioniert via Browser

kostenfrei. Bewertung: ★★★★★

Marine Compass

kostenlos

Werden Sie mit diesem virtuellen Schiffskompass zum Smartphone-Kapitän! Die

App folgt den Smartphone-Bewegungen und richtet sich immer parallel zum

Boden aus, unterstützt mehrere 3D-Themes und zeigt darüber hinaus mithilfe des

GPS die aktuelle Position in Längen- und Breitengrad an. Mit einem optionalen

Augmented Reality-Plug-in blendet die App den Kompass in die Kameravorschau

ein. Der Kompass ist in Schwarz und Weiß erhältlich. Bewertung: ★★★★★

48 September 2013

Android-User.de


Apps

App-Empfehlungen

ARD

Mediathek

kostenlos

Die ZDF Mediathek hat eine Schwester bekommen! Auch auf der ARD Mediathek

lassen sich verpasste Sendungen nachschauen oder live erleben, sie bietet

zudem viele Fernsehsendungen der ARD als Video-on-Demand, Video-Podcast

oder Livestream an. Darüber hinaus gibt es 24 Stunden News, Musik und

Hintergrundinfos in den Radio-Livestreams der ARD-Wellen. Mit der ARD Mediathek

haben Sie jederzeit bequemen Zugriff auf die mobil verfügbaren TV-

Angebote des Ersten und aller Dritten Programme. Bewertung: ★★★★★

Rockmelt: Best

of Web&News

kostenlos

Rockmelt liefert Ihnen die besten Webinhalte, News und Blogs direkt

auf den Touchscreen – und lässt sich den persönlichen Interessen

im Handumdrehen anpassen. Teilen Sie ganz einfach die interessantesten,

spannendsten oder niedlichsten Nachrichten, Bilder,

Videos und Webgeschichten mit Ihren Freunden und gehen mit

Rockmelt auf Internet-Entdeckungsreise! Bewertung: ★★★★★

flayvr: Foto

und Videoalben

kostenlos

Mit flayvr werden Ihre Fotos und Videos

auf magische Weise in coole

Alben sortiert, sodass Sie sie aufbewahren

oder mit Freunden teilen

können. Flayvr setzt dem endlosen

Scrollen in der Galerie bei der Suche

nach Ihren Lieblingsmomenten ein

Ende und belebt Ihre wertvollsten

Erinnerungen zu neuem Leben.

Bewertung: ★★★★★

3D Home HD

kostenlos

Sind Ihnen herkömmliche Launcher

zu langweilig und unkreativ? 3D

Home HD ist ein ungewöhnlich gestalteter

Launcher, der das Smartphone-Display

in ein virtuelles

Wohnzimmer verwandelt. Einzelne

Smartphone-Funktionen können in

Möbeln „aufgeräumt“ werden: Das

Wetter erscheint im Dachfenster,

Play Books liegt auf dem Regal.

Bewertung: ★★★★★

My BMW

Remote

kostenlos

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie den

geparkten BMW auch verriegelt

haben, und wollen diesen – aus dem

nahe gelegenen Biergarten – verschließen?

Die My-BMW-Remote-

App ermöglicht Ihnen eine Verbindung

zu Ihrem BMW via Mobilfunk.

Voraussetzung ist ein BMW mit dem

ConnectedDrive-Feature.

Bewertung: ★★★★★

Trailerpop kostenlos

Spielen Sie ein Filmquiz mit praktisch unendlichen Fragen zu über 20.000 Trailern.

Wer wurde beinahe als die kultige Mrs. Robinson in „Die Reifeprüfung“

gecastet? In wie vielen Filmen haben Samuel L. Jackson und Quentin Tarantino

zusammengearbeitet? Vom Zauberer von Oz bis Matrix, Argo bis zu Key Largo

sind für jeden Geschmack Rätsel dabei. Bewertung: ★★★★★

Boomerang: Email App

for Gmail

kostenlos

Boomerang ist eine Erweiterung für Google Mail und bietet

mehr Features als die Standardanwendung. Mit Boomerang

können eingehende Mails bestimmter Absender in einen

Snooze-Status versetzt oder zur Beantwortung in einen

„Später“-Ordner verschoben werden, daneben wird der

Verlauf des eigenen E-Mail-Austauschs übersichtlicher

angezeigt . Bewertung: ★★★★★

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30001

Android-user.de September 2013 49


APPS

Neuheiten

Beliebte App-Neuheiten bei Google Play

In dieser Rubrik stellen wir

Ihnen besonders beliebte Apps

vor, die neu auf Google Play

sind oder ein Update erhalten

haben. Arnold Zimprich

Neuheiten

Krome

0,50 Euro

Pearltrees

kostenlos

Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei Pearltrees

um eine wahre App-Perle. Mit dem Tool sammeln

Sie beliebige Informationen und ordnen diese in

einer Baumform an. Die App eignet sich nicht nur

dazu, um Bookmarks über Browser und Betriebssysteme

hinaus zu verwalten, auch das Teilen von Bäumen

mit anderen Nutzern ist möglich, und Sie können

ständig neue Themenbäume erforschen und

Ihren eigenen Baum hinzufügen. Bewertung:

Sind Sie es leid, dass Sie beim Arbeiten

stets den Blick auf das Handy werfen

müssen, um zu erfahren, warum es gerade

wieder mal gesummt oder gebimmelt

hat? Mit Krome hat dieses Leiden

ein Ende. Kombiniert mit dem Browser

Chrome, dieser App und der passenden

Chrome-Erweiterung erscheinen die

Benachrichtigungen im Browser auf

dem Desktop, aktuell allerdings nur mit

Windows. Bewertung: ★★★★★

My Log Home Live Wallpaper

1,94 Euro Demoversion gratis

Egal, ob man Live Wallpaper als reine Ressourcenverschwendung

oder Spielerei abtut, die bewegten

Hintergrundbilder machen Spaß. Das gilt

ganz besonders auch für My Log Home. Das Live

Wallpaper stellt das Innere einer kleinen Hütte

dar und lässt sich stark den individuellen Wünschen

anpassen. In der Gratisversion ist lediglich

die Ecke mit dem Schreibtisch (inter-)aktiv,

für die restlichen Elemente müssen Sie 1,94

Euro bezahlen. Bewertung: ★★★★★

Yandex Translate

kostenlos

Der neue Übersetzer von Yandex beherrscht 14

Sprachen, richtet sich aber in erster Linie an

alle, die oft von Russisch,

Ukrainisch, Bulgarisch

oder Weißrussisch

auf Deutsch oder Englisch

übersetzen müssen.

Das Online-Tool

analysiert dazu live die

Yandex-Datenbank und

stellt so die bestmögliche

Übersetzung her. In

unseren Tests lag das

Tool auf dem Level von

S-Translate von

Samsung. Mit Google

Translate kann es noch

nicht mithalten.

Bewertung: ★★★★★

iOS 7 Concept

0,75 Euro

Ob man das neue Design von iOS 7 schön findet,

ist Geschmackssache. Möchten Sie die

bunten, pastellfarbenen Icons auf Ihr Android-

Smartphone holen, dann eignet sich dazu das

Icon-Pack iOS 7 Concept.

Doch Vorsicht: Dabei handelt

es sich um kein komplettes

Theme, sondern nur

um ein Icon-Set für diverse

Launcher, das Sie zudem

noch manuell installieren

müssen. Sind Sie sich dessen

bewusst und benutzen

einen Custom Launcher,

der unterstützt wird, sind

die 75 Cent gut investiert.

Bewertung: ★★★★★

50

September 2013

Android-User.de


Apps

Neuheiten

AVG Uninstaller

kostenlos

Sie möchten ein paar Megabyte loswerden,

sind sich aber nicht ganz sicher, welche Apps

Sie am besten löschen? Dann fragen Sie den

neuen AVG Uninstaller. Die App sortiert sämtliche

Apps nach Speicherverbrauch, Akkubelastung

und nach 72 Stunden Training auch nach

aktiver Nutzung. So sehen Sie sofort, welche

App Sie noch nie gestartet haben und somit

problemlos löschen können.

Bewertung: ★★★★★

WhatShadow

0,85 Euro

WhatsApp ist toll, aber ab und zu

möchte man auch seine Ruhe haben

oder einen Beitrag lesen, ohne dass

der Absender erfährt, dass man ihn

bereits gelesen hat. Genau diese Aufgaben

erfüllt What Shadow. Die App

klinkt sich in die Internetverbindung

ein und schaltet WhatsApp so ein

und aus, dass man Nachrichten lesen

kann, ohne dass dies das Gegenüber

zwingend erfährt. Die App geht dazu

allerdings mit dem Holzhammer vor

und beendet die Internetverbindung

für alle Apps und Prozesse.

Bewertung: ★★★★★

ClassyGram

0,89 Euro Demoversion gratis

ClassyGram ist Instagram

für Faule bzw. für Celeb-

Fans. Möchten Sie einfach

schnell mal ein paar 100

US-Stars auf Instagram folgen,

dann müssen Sie

nichts weiter tun, als diese

App zu installieren und

sich mit Ihrem Instagram-

Account anzumelden. Der

Rest kommt von selbst.

Klasse für Fans von Starbucks,

Rihanna, Victoria’s

Secret, Nicole Richie und

vielen weiteren Promis –

für echtes Instagramm-

Feeling nicht geeignet.

Bewertung: ★★★★★

Quick Social

0,89 Euro Demoversion gratis

Sie können sich nicht richtig entscheiden,

ob Sie komplett zu

Google+ wechseln, doch lieber bei

Facebook bleiben oder einfach nur

twittern sollen? Machen Sie doch

alles gleichzeitig. Dank Quick Social

müssen Sie Ihren Status nur noch

einmal auffrischen, die App postet

dann automatisch zu den drei bekanntesten

Social Networks. Aktuell

unterstützt die App den Versand

von Textnachrichten und Bildern.

Bewertung: ★★★★★

Fonelink

kostenlos

Sie senden gerne und oft SMS-Nachrichten vom PC aus? Dann ist Fonelink

die App, auf die Sie gewartet haben. Einfach auf dem Handy die App

starten, mit dem Google-Account einloggen und danach im Browser die

URL fonelink.com öffnen, und schon können Sie die Kurznachrichten bequem

am PC schreiben. Einfacher geht's nicht, darum gibt es von uns

fünf Sterne für die Fonelink-App. Vom selben Entwickler stammt auch

Bluestacks, Android-Apps für Windows. Bewertung: ★★★★★

Android-user.de September 2013 51


APPS

Neuheiten

Bildkombo

kostenlos

AMPYA

kostenlos

Eigentlich stellen wir in dieser Rubrik ja nur Apps

und keine Spiele vor, aber Bildkombo mussten wir

einfach noch in dieser Ausgabe unterbringen. Bei

dieser Knobel-App müssen Sie Begriffe aus Bildern

erraten. Ist zum Beispiel auf einem Foto ein Wurm

und auf dem anderen ein Ohr zu sehen, dann lautet

die Lösung Ohrwurm. Was zu Beginn ganz einfach

ist, entwickelt sich schnell zu einem Spiel, bei dem

wirklich Köpfchen und ein gutes Assoziationsvermögen

gefragt sind. Bewertung: ★★★★★

Mit AMPYA versucht ein neuer Streaming-Dienst

mit einer 9,99-Euro-Flatrate

sein Glück. Die Android-App

sieht recht gut aus, aber es gibt je

nach Handy doch noch viele Launch-

Probleme. Die zahlreichen 1-Stern-

Bewertungen bei Google Play stammen

allerdings von Nutzern, die darüber

verärgert sind, dass sie für die

30-tägige Gratisprobezeit einen Premium-Account

benötigen und deshalb

ihre Kreditkartendaten hinterlegen

müssen.

Bewertung: ★★★★★

Lügendetektor HD

kostenlos

Was heutige Smartphones können, ist schon

genial. Mit dieser App zum Beispiel können Sie

mithilfe des kapazitiven Displays Blutdruckveränderungen,

Puls und Schweißproduktion des

Fingers sowie Fingertemperatur messen und

somit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erkennen,

ob jemand lügt oder die Wahrheit

sagt. Das Ganze ist natürlich

Alle

ein Fake, aber als Spaß-App für den

Abend unter Freunden oder auf

Links>

einer Party bestens geeignet.

www.android- user.de/qr/30000 Bewertung: ★★★★★

Blox Pro: Live

Wallpaper

0,79 Euro Demoversion gratis

Und noch ein Live-Hintergrund, der sich dynamisch

bewegt, je nachdem wie Sie das Handy

kippen oder mit dem Finger auf dem Touchscreen

herumwischen. Blox Pro ist stark inspiriert

von anderen Hintergrundbildern mit Kacheln,

allerdings setzt Blox grafisch noch etwas

mehr auf spektakuläre Effekte und Spielereien.

Die Demoversion bietet schon sehr viele Einstellungsmöglichkeiten,

sodass Sie das bewegte

Hintergrundbild ausgiebig testen können,

bevor Sie sich für den Kauf der Pro-Version

entscheiden. Bewertung: ★★★★★

Scientific 7

0,76 Euro

Täglich sieben Minuten intensives Training

(oder noch besser zweimal sieben Minuten)

empfiehlt diese App, um

wirklich fit zu werden oder

fit zu bleiben. Für den aktuellen

Einführungspreis von

76 Cent gibt es auch gleich

das passende Trainingsprogramm

dazu. Die App

ist etwas schlichter gehalten

als andere Trainings-

Apps, aber dafür sind die

Funktionen genau auf das

intensive Training abgestimmt,

für das Sie nichts

weiter als einen Stuhl und

Ihr Köpergewicht brauchen.

Nehmen Sie sich die

sieben Minuten!

Bewertung: ★★★★★

52

September 2013

Android-User.de


Apps

Meine Apps

Die Android-User-Lieblings-Apps

Meine Apps

Als Fachmagazin

berichten wir rund um

das Geschehen von

Android mit etwas

Abstand. In der Rubrik

„Meine Apps“ möchten

wir Ihnen jedoch einmal

erzählen, was

unsere persönlichen

App-Favoriten alles

können. Marcel Hilzinger

Hallo, mein Name ist Marcel und ich bin Chefredakteur

von Android User. Die meisten

Apps nutze ich beruflich, leglichlich Play

Music und Snapseed kommen auch in meiner

Freizeit regelmäßig zum Einsatz, mal abgesehen

von Google+, das ich privat wie beruflich

aktiv nutze [LINK 7]. Meine Freizeit verbringe ich

mit meiner Frau und meine drei Kindern und

nutze ab und zu auch mal den Flugmodus.

Als Chefredakteur von Android User lade ich ziemliche

viele Apps auf mein Handy. Einige davon

bleiben beim Testen hängen, weil ich sie besonders

gut finde. Diese Apps möchte ich Ihnen im

Folgenden vorstellen. Darüber hinaus benutze ich natürlich

auch die meisten Apps von Google täglich, allen voran

Google+. Möchten Sie mich auch privat etwas näher kennenlernen,

dann kreisen Sie mich doch einfach ein: Ich

kreise meistens zurück.

Marcel Hilzinger

Atom Launcher

Mein aktueller Favorit unter den Custom Launchern

ist der Atom Launcher [LINK 1]. Ich habe bereits

Apex, Nova, Go, ADW, die Yandex.Shell und

bestimmt noch ein Dutzend weitere Launcher durchprobiert,

hängengeblieben bin ich beim Atom Launcher. Besonders

gut daran gefällt mir die Suchfunktion im App Drawer,

da ich darüber eine App am schnellsten finde und sich die

Suchfunktion die Apps auch merkt. Auch dass man die

Apps im App Drawer frei organisieren kann, finde ich toll,

so kann ich mir eine Seite zum Beispiel deshalb gut merken,

weil sich darauf nicht die maximal mögliche Anzahl an

Apps befindet, sondern eben nur eine Handvoll. Zudem finde ich es praktisch, dass im Starter

stets das Icon für den App Drawer sichtbar bleibt. Aktuell liebäugle ich etwas mit dem Solo

Launcher, weil ich gerade einen Artikel darüber schreibe. Aber nach der ersten Begeisterung

tritt auch hier Nüchternheit auf, und deshalb bleibe ich auf meinem Nexus 4 bis auf weiteres

beim Atom Laucher als Lieblings-Homescreen.

Google Analytics

Android User ist nicht nur

ein Magazin, sondern auch

eine Webseite, auf der wir

zahlreiche Themen veröffentlichen.

Die Entwicklung der Webseite ist für

uns quasi das Barometer: Steigen die

Zugriffszahlen, haben wir schönes

Wetter (und gute Themen), sinken

sie hingegen, ist Sturm angesagt. In

Wahrheit entwickelt sich die Seite

natürlich genau umgekehrt: Ist es

draußen sommerlich warm, dann

sinken die Zugriffe, herrscht hingegen

schlechtes Wetter, dann verzeichnen

wir mehr Besucher. Doch

das sind nur Randerscheinungen ;-)

Die App Google Analytics [LINK 2]

dient mir dazu, zu sehen, welche

Themen auf der Webseite besonders

gut ankommen, wonach die

Abb. 1: Der Atom Launcher verfügt

über eine sehr praktische und

schnelle Suche.

Abb. 2: Die Icons sind seit dem letzten

Update recht bunt, man muss

das Theme aber nicht nutzen.

54

September 2013

Android-User.de


Apps

Meine Apps

Besucher auf android-user.de suchen

und wie sich die Zahlen entwickeln.

Aktuell herrscht die typische

Sommerflaute, aber ich bin

mir sicher, dass mir die Analytics-

App ab September wieder viel

Freude bereiten wird.

Zxing Barcode

Scanner

Auch diese App [LINK 3]

benötige ich vorwiegend

für die Arbeit, veröffentlichen

wir doch zu jedem Artikel

auch einen QR-Code, der zu den

zusätzlichen Informationen auf der Android-

User-Webseite führt. Damit uns da kein Fehler

passiert, checke ich bei jedem Artikel, ob

der QR-Code auch wirklich passt. Dazu

nutze ich den Zxing Barcode Scanner.

Warum keine andere App? Als ich zum ersten

Mal QR-Codes scannte, gab es noch keine

andere App, und eine bessere ist mir seither

nicht über den Weg gelaufen.

Ingress

Ich bin ein passionierter Ingress-

Spieler, komme allerdings nicht oft

zum Spielen, weshalb ich aktuell

erst kurz vor Level 6 stehe. Aber immerhin

habe ich es mit meinen zwei größeren Kindern

schon mehrfach geschafft, unsere Umgebung

von L8-Portalen der Frösche zu säubern

und schöne Schlumpfportale aufzubauen.

Aktuell komme ich aber nur noch alle

paar Wochen etwas zum Spielen, sodass ich

mir bis zum Jahresende lediglich vorgenommen

habe, etwas näher bei L7 zu sein. Die

Ingress-App [LINK 4] ist aber immer auf dem

Homescreen, egal welches

Handy ich gerade nutze,

und vielleicht erhalte ich ja

von meinem Chef eine

Woche bezahlten Ingress-

Urlaub. Dieses Angebot

würde ich natürlich annehmen.

P.S.: Falls Sie noch eine

Einladung benötigen:

Schreiben Sie mir einfach

eine E-Mail, ich bekomme

immer wieder mal welche…

Abb. 3: Mit dem Zxing Barcode Scanner teste ich, ob die QR-

Codes in den Artikeln keinen Fehler enthalten.

Abb. 5: Bytes Insight misst für jede

App separat, wie viele Daten

gerade übertragen werden.

Bytes Insight

Mein Geheimtipp

für alle Leserinnen

und Leser: Bytes

Insight [LINK 5] verrät, warum

am Ende des Datenvolumens

immer noch so viel Monat bleibt. Die

App klinkt sich in die Benachrichtigungsleiste

von Android ein und zeigt Ihnen hier

live an, welche App gerade wie viele Daten

verbraucht. Posting bei Google Plus: 745

KByte, Facebook App starten: 2 MByte,

Google Play Music im Hintergrund: immer

wieder mal ein paar KByte, und so kommen

die Daten zusammen. Die App unterscheidet

nach mobilen Daten und allen Daten, üblicherweise

habe ich sie nur für die mobilen

Daten aktiviert, per Wi-Fi fallen bei mir

jeden Tag mehrere Hundert Megabyte an

Daten an. Vergessen Sie nicht, die Benachrichtigung

nach unten zu ziehen, um eine

detaillierte Liste zu erhalten.

Shush!

Manchmal braucht jeder Mensch

etwas Ruhe, und wenn ich ab und

zu täglich bis zu 16 Stunden mit

dem Handy arbeite, dann ist dieser Moment

gekommen, und ich schalte mein Handy auf

lautlos. Damit ich aber nicht vergesse, es

später wieder laut zu schalten, benutze ich

Shush [LINK 6]. Die App meldet

sich automatisch, wenn

man das Handy stumm

schaltet, und es ist super

einfach, eine Zeitspanne

einzurichten. Auch wenn

ich Freunde besuche oder

Besuch bekomme, nutze ich

Shush wirklich gerne. Im

Unterschied zu anderen

ortsbasierten Apps muss

man nichts einstellen, es

gibt keine unbekannten Orte

und man muss an nichts

denken, weil sich Shush automatisch

meldet, wenn

man das Handy stumm

schaltet. Eine der nützlichsten

Apps für Android, wie

ich finde.

● ● ●

Abb. 4: Besonders seltene Items

bei Ingress bereiten auch besonders

viel Freude.

Abb. 6: Mit Shush bleibt das Handy

nur so lange stumm, wie Sie es

möchten.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30178

Android-user.de September 2013 55


Apps

Norton Mobile Security

Norton Antivirus & Sicherheit in Version 3.5

Norton Mobile

Security

Norton hat seiner

Android-App „Norton

Antivirus & Sicherheit“

ein Update verpasst.

Die App beschützt den

Nutzer nun auch beim

Browsen mit Chrome

und weist auf potenzielle

Gefahren von

Apps hin. Wir haben uns

die neue Norton-App

genauer angeschaut.

Marcel Hilzinger

Abb. 1: Das Hauptmenü von Norton

Mobile Security mit den fünf Menüpunkten

und weiteren Norton-Apps.

Den Namen Norton bringen wohl

die meisten Windows-Nutzer mit

dem legendären Dateimanager

„Norton Commander“ in Verbindung.

Die Firma gehört aber mittlerweile zu

Symantec und hat sich auf Sicherheitslösungen

für diverse Betriebssysteme spezialisiert.

Bei Google Play ist Norton gleich mit einem

Dutzend Apps vertreten, von denen wir für

diesen Artikel die App Norton Antivirus &

Sicherheit [LINK 1] getestet haben, die allgemein

als Norton Mobile Security bekannt ist.

Wie die meisten Antiviren-Apps für Android

zeigt auch Norton Mobile Security nach

dem Start die einzelnen Menüpunkte als

großflächige Icons an. Laden Sie die kostenlose

Lite-Version aus dem Google Play Store

herunter, dann sind lediglich die Schaltflächen

für Anti-Malware und Andere Norton

Apps aktiv. Wenn Sie sich auf der Norton-

Webseite registrieren, können Sie zudem

Teile des Diebstahlschutzes in Anspruch

nehmen. Möchten Sie die Anrufblockierung,

den Webschutz oder die

Backup-Funktion bzw. den

kompletten Diebstahlschutz

nutzen, dann müssen Sie

die Vollversion kaufen, die

25,40 Euro kostet.

Da wir die Anti-Diebstahl-

Funktion für eine der wichtigsten

Komponenten einer

Antimalware-Lösung halten,

haben wir zunächst diese

Funktion ausprobiert. Leider

mit zweifelhaftem Erfolg.

Über das Webinterface vermutete

Norton den Standort

unseres Testgeräts an

einem Ort, an dem wir uns

am Vortag befunden hatten.

Das Handy lag aber in

unserem Büro gleich neben Abb. 2: Ein gestohlenes oder verlorenes

Handy lässt sich per SMS-Befehl

uns. Zum gleichen Resultat

führte auch die Ortung via oder via Webfrontend sperren.

SMS-Befehl locate PIN‐Code.

Die Standortbestimmung via WLAN und

Mobilfunknetz war aber aktiviert. Selbst,

nachdem wir am Handy GPS eingeschaltet

hatten, konnte Norton das Gerät nicht finden.

Immerhin zeigte das Testgerät aber an,

dass jemand versuchte, auf das GPS zuzugreifen.

Innerhalb eines größeren Gebäudes

ist die Ortung jedoch ein ziemlich aussichtsloses

Unterfangen. Erst, nachdem das Handy

auf dem Fensterbrett lag, konnte die Norton-

App das Galaxy Nexus tatsächlich lokalisieren.

Die App verlässt sich also komplett auf

das GPS – ist diese Funktion

deaktiviert, erhalten

Sie keinerlei Informationen

zum Standort.

Nachdem uns die Ortung

gelungen war, versuchten

wir, remote ein Foto zu aufzunehmen,

um den (simulierten)

Dieb zu erwischen.

Dabei verwies Norton auf

die Datenschutzgesetze des

entsprechenden Landes

und weigerte sich, ein Foto

zu machen. Die Alarm-

Funktion ist recht gut gelöst,

da sie sich nach zehn

Alarmtönen selbst beendet.

Aber auch diese Funktion

dürfte wohl eher beim Testen

bzw. Auffinden zu

Hause hilfreich sein als bei

einem Diebstahl. Andere

Norton Mobile

56

September 2013

Android-User.de


Apps

Norton Mobile Security

Hersteller bitten um die

Eingabe eines PIN-Codes,

damit man den Alarm ausschalten

kann, was im

Ernstfall wohl die bessere

Lösung darstellt.

Norton verzichtet in der

Grundeinstellung auf eine

Sperrung des Handys beim

SIM-Kartenwechsel oder

auf eine Blockierung bei

erfolglosen Entsperrversuchen.

Entsprechende Einstellungen

finden Sie aber

beim Diebstahlschutz via

Kontextmenü, sodass Sie

Norton Mobile Security

auch als Geräteadministrator

einsetzen können. Sehr gut gefallen hat

uns auch, dass man beim Sperren des Geräts

eine Meldung online eingeben kann. Sollte

sich zum Beispiel das gestohlene Handy in

Spanien befinden, kann man also auch eine

Nachricht auf Spanisch hinterlassen.

Die Basics

Zu den Kernfunktionen jeder Sicherheitsapp

gehört der Schutz vor Malware. Dazu scannt

Norton die Apps von Google Play nach der

Installation und meldet dann kurz, ob die

App sicher oder gefährlich war. In unseren

Tests erkannte die App drei als gefährlich

eingestufte Apps problemlos, auch Adware

meldete Norton im Test zuverlässig. Fälschlicherweise

als Malware erkannte Sicherheitsapps

als harmlos zu markieren, ist allerdings

nicht möglich. Über die Anrufblockierung

können Sie Telefonate oder SMS blockieren

lassen. Dabei blockt die App in der Grundeinstellung

beides, Sie können aber für jeden

Eintrag festlegen, ob Sie nur die Anrufe oder

nur die SMS abweisen möchten. Neben der

Auswahl aus dem Adressbuch zeigt die App

auch den Verlauf zur Auswahl an, was in den

meisten Fällen wohl die beste Lösung ist. Für

diese Funktion gibt es von uns die maximale

Punktzahl.

Wenig hilfreich ist hingegen das Backup-

Feature. Es sichert lediglich die Kontakte. Da

man diese auf einem Android-Handy üblicherweise

bei Google speichert, bringt die

Funktion keinen echten Mehrwert. Sinnvoll

wäre hier ein erweitertes Backup mit SMS,

Anrufprotokoll und anderen persönlichen

Daten, die üblicherweise nicht in der Cloud

gespeichert sind. Falls Sie die Funktion nutzen,

sollten Sie das geplante Backup einschalten,

damit die Kontakte regelmäßig gesichert

werden.

Abb. 3: Dass die Schnappschussfunktion in Deutschland nicht funktioniert,

erfahren Sie erst auf der Webseite.

Blockierte Seiten

Neu in der aktuellen Version 3.5.0.1023 ist

der Webschutz für Chrome und Chrome

Beta. Bis jetzt hatte Norton nur den Standardbrowser

von Android im Programm. Die

Funktion soll Sie in erster Linie vor Phishing-

Seiten schützen. Welche Inhalte genau von

Norton gefiltert werden, erklärt die App

nicht. Falsch erkannte Phishing-Seiten lassen

sich für maximal 30 Minuten freischalten.

Leider lassen sich keine zusätzlichen Seiten

manuell hinzufügen. Andere Anbieter lösen

diese Aufgabe besser, indem man nach Kategorien

filtern oder zusätzliche URLs in die

Blacklist aufnehmen kann.

Das zweite neue Feature finden Sie unter

Antimalware | Andere Risiken. Hier listet

Norton Apps auf, die nicht als Malware im

eigentlichen Sinne eingestuft werden, sondern

durch zu viele Berechtigungen oder aggressive

Anzeigen die Privatsphäre des Benutzers

bedrohen. Diese Apps lassen sich

deinstallieren oder auf eine Whitelist setzen.

Fazit

Mit dem Scan nach Adware und unter Datenschutzaspekten

kritischen Apps macht Norton

einen Schritt in die richtige Richtung,

auch den Surfschutz für Chrome und den

sehr moderaten Akkuverbrauch begrüßen

wir. Die Anti-Diebstahl-Funktion hinterlässt

ein gemischtes Gefühl: Norton zeigte mangels

GPS-Signal meistens eine beliebige Position

des Vortages an. Sehr gut gelöst hat man

die Usability: Während Sie bei anderen Apps

vor dem Problem stehen, bei einem Wechsel

der SIM-Karte das nötige Passwort zum Entsperren

nicht mehr zu finden, verzichtet die

App in der Grundeinstellung auf solche Features.

Die Nutzer danken es mit zahlreichen

5-Stern-Bewertungen bei Google Play. ● ● ●

Abb. 4: Norton Mobile Security stuft

auch Apps mit aggressiven Anzeigen

als Schadsoftware ein.

Abb. 5: Der Webschutz bietet keinerlei

Einstellungsmöglichkeiten für

Webseiten oder Themenbereiche.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30125

Android-user.de September 2013 57


Apps

Apps zum Geldverdienen

Geld verdienen mit Apps

Taschengeld

Christos Georghiou, 123RF

Es gibt Apps, die kosten

Geld. Und es gibt Apps,

die gibt es geschenkt.

Aber es gibt auch Apps,

mit denen Sie Geld verdienen

können. Das

versprechen jedenfalls

einige Anbieter. Funktioniert

das wirklich? Wir

haben es ausprobiert.

Carsten Müller

Apps zu testen, macht Spaß. Dafür

auch noch Geld zu bekommen, ist

eigentlich eine tolle Idee. Einige

Apps wollen genau dies möglich

machen. Sie präsentieren regelmäßig gesponserte

Apps, mit denen Nutzer Punkte sammeln

können, die sich später in Prämien einlösen

lassen. Allerdings hängen die begehrten

Prämien bei allen Anbietern recht hoch,

sodass man sich kräftig strecken muss…

Play Mobs

Um bei Play Mobs [LINK 1] auch nur

einen einzigen US-Dollar in Form

einer Paypal-Zahlung oder eines

Amazon-Gutscheins zu kassieren, sind 100

Punkte notwendig, für 10 US-Dollar entsprechend

1000 Punkte. Ein Punkt entspricht also

einem Cent. Bei 6 Punkten, die pro App gesammelt

werden können, müssen 17 Apps

heruntergeladen und gestartet werden, um

einen US-Dollar zu kassieren. Das klingt

nicht nur nach harter Arbeit für kargen Lohn,

sondern ist praktisch unmöglich. Denn Play

Mobs bot in unseren Tests gerade mal drei

Apps zur Auswahl an, was aus dem Paket

eine ziemliche Mogelpackung macht.

Gift Cards

Da sieht es bei Gift Cards [LINK 2]

schon besser aus. Hier werden immerhin

24 Apps gelistet, die zum

Punktesammeln taugen. Zwar wird man mit

bis zu 400 Punkten je App-Download auf den

ersten Blick besser belohnt als bei Play Mobs

– allerdings sind auch die Prämien erheblich

„teurer“. 2500 Punkte sind für die Auszahlung

eines US-Dollars (per Paypal oder Amazon-Gutschein)

notwendig. Selbst wenn Sie

sich die lukrativsten Apps aussuchen, brauchen

Sie mindestens 14 App-Downloads, um

einen US-Dollar zu kassieren. Auch hier werden

also viel Zeit und Mühe abverlangt. Aber

immerhin ist das Angebot groß genug, um in

überschaubarer Zeit wenigstens einen Dollar

zu verdienen.

TappOro

Bei TappOro [LINK 3] heißen

die Sammelpunkte „Oro“.

Das Angebot zum Ausprobieren

ist vergleichsweise üppig: Viele

Apps stehen zur Wahl, und zusätzlich

lassen sich auch durch das Anschauen

von Werbevideos Oros sammeln – je

nach Angebot zwischen wenigen Dutzend

und ein paar Hundert Oros. Im TappOro-

Store kann man die Oros dann in Sach- oder

Geldprämien eintauschen. Für eine 5-US-Dollar-Prämie

werden 5000 Oro gefordert. Damit

ist TappOro sogar vergleichsweise rentabel:

Zwischen 20 und 30 App-Downloads (mit

zum Teil notwendigen Registrierungen) spülen

immerhin fünf Dollar in die Kasse.

60

September 2013

Android-User.de


Apps

Apps zum Geldverdienen

Abb. 1: 100 Play-Mobs-Punkte lassen

sich in 1 Dollar Cash einlösen.

Freunde beschenken

Kleine Geschenke erhalten bekanntlich

die Freundschaft – das gilt auch

im sozialen Netzwerk. Mit der App

Wrapp [LINK 4] lässt sich zwar kein Geld verdienen,

aber immerhin Geld sparen, indem

Sie über die App Facebook-Freunden Geschenkgutscheine

zukommen lassen. Viele

Gutscheine im Wert zwischen drei und fünf

Euro sind kostenlos zu haben. Mit Wormland,

Tom Tailor, Blume2000 oder Lieferando

sind sogar ein paar in Deutschland namhafte

Anbieter mit am Start, die 3- bzw. 5-Euro-

Gutscheine kostenfrei anbieten. Über die

Wrapp-App lassen sich diese bequem an

ausgesuchte Facebook-Freunde senden. Der

Empfänger erhält einen Link zu Wrapp

und kann mit dem Gutschein einkaufen

gehen. Höherwertige Gutscheine lassen sich

über die App ebenfalls verschenken – sie

müssen dann jedoch gekauft

werden. Sehr praktisch ist,

dass die App Sie auch über

die Geburtstage von Facebook-Freunden

informiert.

Damit ist Wrapp die ideale

Lösung für Geburtstagsüberraschungen.

Micro-Jobs

Mit Streetspotr

[LINK 5] und

AppJobber [LINK 6] bieten zwei

Anbieter sogenannte Micro-

Jobs an – kleine Aufgaben,

die ein bisschen Arbeit erfordern

und dafür mit einem geringen

Geldbetrag vergütet

Abb. 2: Das Angebot bei Play

Mobs ist ziemlich überschaubar.

Abb. 5: Bei TappOro können Sie

auch Videos anschauen.

Abb. 3: Gift Cards bietet eine größere

Auswahl an Apps.

werden. Eine solche Aufgabe kann zum Beispiel

sein, zu prüfen, ob ein Restaurant noch

existiert und dessen Speisekarte zu fotografieren.

Oder Tempolimits oder Verkehrseinschränkungen

an bestimmten Straßen zu

kontrollieren. Auch Schäden an einem Mietwagen

zu protokollieren oder im Baumarkt

das Regal eines bestimmten Herstellers zu

fotografieren, sind solche Aufgaben, die in

der Regel zwischen einem und drei Euro einbringen.

Beide Apps arbeiten dabei grundsätzlich

gleich: Zunächst suchen Sie über

eine Auflistung oder die Umgebungskarte

einen in der Nähe liegenden, interessanten

Job, den Sie bei Interesse annehmen. Einmal

akzeptiert, bleibt die Aufgabe für einen kurzen

Zeitraum für Sie reserviert. Eine genaue

Beschreibung erläutert, was für diesen Job

zu tun ist. In jedem Fall erforderlich ist, dass

Sie sich vor Ort befinden – die GPS-Position

Abb. 6: Wrapp bietet kostenfreie

Gutscheine für Facebook-Freunde.

Abb. 4: Die begehrten Prämien

müssen teuer erarbeitet werden.

Abb. 7: Streetspotr zeigt Micro-Jobs

in der Nähe an.

Android-user.de September 2013 61


Apps

Apps zum Geldverdienen

Abb. 8: Die Jobs von Streetspotr

sind schnell erledigt, auch die

Bezahlung erfolgt sofort.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30136

Abb. 9: Interessantere Jobs bietet

AppJobber, hier erfolgt die Bezahlung

später.

Abb. 10: Im Baumarkt ein paar

Fotos schießen – 3 Euro und damit

kein guter Stundenlohn.

wird gespeichert, und Sie müssen Ihren Job

mit Fotos (z. B. von Verkehrszeichen) recht

genau dokumentieren, damit er auch akzeptiert

wird.

Sobald Sie alles erledigt und die geforderten

Informationen und Fotos hochgeladen

haben, wird Ihre Arbeit geprüft. Ist alles zur

Zufriedenheit verlaufen, folgen meist schon

kurze Zeit später die Bestätigung und die

Auszahlung des „Lohns“. Der Job steht anschließend

für andere Nutzer nicht mehr zur

Verfügung.

Die Zahl der verfügbaren Jobs schwankt

regional sehr stark, das Angebot konzentriert

sich auf Ballungszentren und bevölkerungsstarke

Gebiete. Bei unserem Vergleich der

beiden Apps fanden wir bei AppJobber die

größere – und lukrativere – Auswahl. Klar

wird man auch mit Streetspotr

oder AppJobber nicht

reich. Wer allerdings ohnehin

viel unterwegs ist, über

Zeit verfügt und Spaß an

dieser modernen Form der

Schnitzeljagd hat, für den

sind beide Apps durchaus

einen Blick wert. Die wahren

Gewinner dieser Apps

sind allerdings nicht die

Nutzer, sondern die Auftraggeber:

der Autoverleih, der

Baumaschinenhersteller, die

Entwickler von Navigationssystemen.

Für sie leisten die

Micro-Jobber über diese

Apps wertvolle Dienste, die

vergleichsweise miserabel

bezahlt werden.

Sie dafür.

Abb. 11: Abalo schickt Werbung

auf den Homescreen und bezahlt

Homescreen

zu verkaufen

Einen völlig anderen

Ansatz geht Abalo

[LINK 7]. Der Deal

dabei: Die App platziert Werbung

auf dem Homescreen

Ihres Smartphones, und dafür

erhalten Sie Geld. Für jede

Werbeplatzierung zahlt Abalo

1,8 Cent. Die Werbung wird

nach dem Entsperren des

Handys eingeblendet und

verschwindet nach wenigen

Sekunden wieder. Maximal

27 Werbungen werden pro

Tag angezeigt – die Möglichkeit,

damit Geld zu verdienen

ist also überschaubar. Ohnehin

deckelt Abalo die Ausschüttung

auf 15 Euro pro

Monat – mehr ist nicht drin. Dafür verdient

man das Geld quasi „im Schlaf“, die Werbung

lässt sich immerhin auf die persönlichen

Interessensgebiete einschränken, und

die gesendeten Anzeigen sind immerhin nett

anzuschauen, weil hochwertig und schön

gestaltet.

Fazit

Wer glaubt, mit diesen Apps zum Geldverdienen

einen lukrativen Nebenjob gefunden

zu haben, wird sich von diesem Gedanken

verabschieden müssen: Entweder ist der

Aufwand selbst für geringste Erträge dermaßen

groß, dass der begehrte Lohn nahezu

unerreichbar bleibt. Oder es stehen nur wenige

Angebote zum Geldverdienen zur Verfügung.

Im schlimmsten Fall kommt gleich

beides zusammen. Wer viel

Zeit und Spaß an Schnitzeljagden

hat, für den sind die

Micro-Job-Apps durchaus

nett. Auch wenn Sie Ihren

Homescreen zeitweise vermieten,

können Sie immerhin

auf bequeme Art ein

paar Euro verdienen, um die

Telefonrechnung zu bezahlen.

Ansonsten sollte man

nicht allzu viel erwarten

und sich darauf beschränken,

mit Wrapp ein paar

kleine Gutscheine an seine

Facebook-Freunde zu verteilen.

Das geht wenigstens

schnell, und man bereitet

seinen Freunden eine kleine

Freude.

● ● ●

62

September 2013

Android-User.de


Apps

Google Maps 7.0

Google Maps mit neuem Look und neuen Funktionen

Maps, die

Siebte!

Google

Fragen wir unsere Leser, dann gehört

Google Maps mit der Navigation

neben dem Webbrowser und

Chat-Apps wie Hangouts oder

WhatsApp zu den wichtigsten Funktionen

ihres Androiden. Kein Wunder also, dass

Google die Karten- und Navigations-App

Maps [LINK 1] mit Samthandschuhen anfasst

und nur behutsam weiterentwickelt. Mit dem

Update auf Maps 7.0 holt Google nun aber

den Holzhammer heraus und baut die Oberfläche

der App tiefgreifend um. Wir zeigen

Ihnen alle Änderungen an der Karten-App.

Google Maps 7.0

Auf den ersten Blick ist Google Maps nach

wie vor noch Maps, am Kartenmaterial und

der Darstellung hat sich nur wenig geändert.

Nach dem Start der neuen App sehen Sie wie

gewohnt die Karte, ein blauer Punkt symbolisiert

bei aktivem GPS Ihre aktuelle Position.

Das Icon mit dem Fadenkreuz rechts unten

zentriert die Karte über Ihrem Standort.

Maps macht es Ihnen nun aber leichter,

zusätzliche Ebenen wie die Verkehrslage, öffentliche

Verkehrsmittel oder Fahrradwege

über die Karte zu legen. Dazu ziehen Sie an

der kleinen Lasche links unten eine neue Seitenleiste

auf. Dort finden Sie die dann die

entsprechenden Felder, zudem können Sie

hier auch zur Satellitenansicht wechseln.

Einen frischen Anstrich haben auch die

Google Places bekommen. Suchen Sie über

die Leiste am oberen Bildschirmrand nach

einem Geschäft oder Restaurant, oder tippen

Sie etwas länger in die Karte, erscheint am

unteren Rand des Displays eine Leiste mit

dem Namen des Orts und der Fahrzeit dorthin.

Ziehen Sie die Karte weiter nach oben,

erhalten Sie zusätzliche Details zum gerade

ausgewählten Ort.

Google Places

Hier speichern Sie den Ort in Ihren Favoriten,

rufen an (wenn eine Nummer hinterlegt

wurde) oder teilen die Information via Mail,

Google+ oder Facebook. Direkt integriert

sind zudem Erfahrungsberichte mit Noten

von eins bis fünf Sternen, die Sie auch gleich

via Handy selber abgeben können. So helfen

Sie anderen Android-Usern mit Ihrer Ortskenntnis,

die richtige Wahl für ein Hotel oder

Restaurant zu treffen.

Generell ist die Suche deutlich dynamischer

geworden. Suchen Sie etwa nach dem

Namen eines bestimmten Hotels, zeigt Ihnen

Maps neben der gewünschten Unterkunft

gleich andere Hotels – vielleicht finden Sie ja

ein besseres Zimmer. Geben Sie danach den

Namen eines Restaurants ein, verschwinden

die Hotels aus der Karte, und Sie sehen weitere

Lokale in der Umgebung.

Möchten Sie generell etwas Neues entdecken,

zoomen Sie nah genug in die Karte

hinein und tippen auf das Suchfeld, ohne

etwas einzugeben. Außer den letzten Suchen

und einer Schnellwahl zu „Waren und

Dienstleistungen“ öffnet sich die

Karte „Entdecken“. Darin empfiehlt

Ihnen Google Maps groß

bebildert Orte zum Essen,

Trinken, Einkaufen, Ausgehen

oder Übernachten. Die schon

erwähnten Noten und Erfahrungsberichte

fehlen an dieser

Stelle natürlich nicht.

Abb. 1: Das neu gestaltete

Google Maps vereint Maps,

Navigation und Places nahtlos

in einer App.

Mehr öffentliche

Verkehrsmittel

In den USA beherrscht

Google Maps schon lange

die Routenplanung mit öffentlichen

Verkehrsmitteln.

Hier in Deutschland gab

Google erst im September

letzten Jahres den Start-

Google hat mit der

Google-Maps-Navigation

TomTom und Navigon

das Fürchten

gelehrt. Komplette

Offline-Navis haben

aber durchaus noch

Ihre Vorteile. Damit dies

nicht so bleibt, hat

Google die Maps-App

kräftig umgebaut.

Christoph Langner

Android-user.de

63


Apps

Google Maps 7.0

Abb. 2: Über die Seitenleiste blenden

Sie nun die Verkehrslage oder

Fahrradwege als Ebenen ein.

Abb. 3: Maps liefert Ihnen auch

Informationen und Bewertungen

zu zahllosen Orten in aller Welt.

Abb. 4: Die Ebene „Entdecken“

erscheint nur, wenn Sie tief genug

in die Karte hineingezoomt haben.

Abb. 5: „Entdecken“ zeigt Ihnen

einen Überblick über interessante

Locations in Ihrer Nähe.

schuss [LINK 2] für Google Transit, also die

Integration der ÖPNV-Daten in Google Maps.

Bisher wurden aber nur die Verkehrsverbünde

größerer Städte eingebunden. Google

führt in der Hilfe zu Transit [LINK 3] neben der

Deutschen Bahn die Städte Berlin, Dortmund,

Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt,

Hamburg, Köln und München auf.

Das Update der Maps-App bringt auch hier

einige Neuerungen mit sich. Sobald Sie auf

eine U-/​S-Bahnstation, eine Bushaltestelle

oder einen Bahnhof tippen, sehen Sie nun

nicht mehr nur die nächsten Verbindungen,

sondern gleich den ganzen Fahrplan über die

kommenden Stunden. Die Navigation via

ÖPNV an sich wurde lediglich optisch aufgefrischt,

grundlegende Änderungen ergaben

sich an dieser Stelle nicht.

Navigation integriert

Bisher beinhaltete Google Maps mit Maps,

Navigation und Local gleich drei unterschiedlich

gestaltete Apps. Maps zeigte Ihnen

die Karte an, die Navigation leitete Sie zum

Ziel, und Local verriet Ihnen, welche interessanten

Plätze es in Ihrer Nähe gibt und was

die Internetgemeinde über diese denkt. Beim

neuen Maps sind alle diese Apps in der App-

Schublade noch vorhanden, doch deutlich

stärker verzahnt.

Starten Sie über einen Tipp auf das Autosymbol

einer Places-Karte die Navigation,

Abb. 6: An U-/​S-Bahnstation, Bushaltestelle

oder Bahnhof sehen Sie

die aktuellen Verbindungen.

Abb. 7: Neu ist ein ausführlicher

Fahrplan über alle Verbindungen

der kommenden Stunden.

Abb. 8: Maps navigiert Sie nicht

nur mit dem Auto zum Ziel, auch

mit Bus und Bahn geht es voran.

Abb. 9: Zu jeder Alternativroute

werden die Fahrzeit, die Strecke

und die Verkehrslage angezeigt.

64

September 2013

Android-User.de


Apps

Google Maps 7.0

bietet Ihnen Googles Navi gleich eine Übersicht

über die drei besten Routen zum Ziel

an. Zu jeder Alternativroute werden Fahrzeit,

Distanz und die Verkehrslage angezeigt. Am

oberen Bildschirmrand wählen Sie zwischen

der Navigation per Auto, den öffentlichen

Verkehrsmitteln, Rad und dem Fußweg.

Mehr Informationen

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Integration

weiterer dynamischer Informationen

in die Karte. Bisher informierte Sie Maps nur

über die Verkehrslage und etwaige Staus mithilfe

von Markierungen auf den Straßen, nun

aber erscheinen auch Symbole in der Karte.

Sie geben Ihnen zum Beispiel Auskunft

über temporäre Sperrungen, Baustellen, Unfälle

und sonstige Gefahren. Google hat extra

zum Ausbau dieser zusätzlichen Informationen

für 1,3 Milliarden US-Dollar den Navi-

Spezialisten Waze eingekauft [LINK 4].

Ein Klick auf eine der Routen führt Sie nun

zu einer Übersichtskarte mit allen von

Google vorgeschlagenen Wegen. Auch hier

können Sie eine Alternativroute bestimmen,

die aktuelle Wahl ist blau hinterlegt. Eine

detaillierte Wegliste zur gewählten Route

erhalten Sie, wenn Sie wie schon bei den

Places, die Detailinfos nach oben ziehen.

Ein Fingerzeig auf Start geht dann direkt zur

Navigation über.

Umleitung inklusive

Wechselte Maps zur Navigation in eine separate

Navi-App, zoomt die neue Anwendung

nun einfach in die Vogelperspektive von

schräg oben. Die Darstellung ist nicht viel

anders als früher, doch die Navigation erfolgt

eben nun direkt in der Maps-App. Der Vorteil

liegt etwa darin, dass Sie schnell neue Ziele

eingeben können, ohne in eine andere App

wechseln zu müssen.

Sollte sich auf Ihrer Reiseroute ein Unfall

ereignen und so ein längerer Stau vor Ihnen

liegen, wird Sie Google Maps in Zukunft direkt

auf diesen hinweisen und – falls möglich

– eine Alternativroute vorschlagen. Maps

zeigt Ihnen dazu die neue Route an, sagt

wieviel Zeit Sie durch die neue Route einsparen

und fragt Sie abschließend, ob Sie der

Umleitung folgen möchten.

Fazit

Das neue Maps ist eine gelungenes Update,

besonders die verbesserte Integration von

Google Places wird Ortsunkundigen helfen

sich besser in der Fremde zurechtzufinden.

Qype [LINK 5], Yelp [LINK 6] und TripAdvisor

[LINK 7] bieten aber aufgrund Ihrer riesigen

Datenbanken bisher noch einen Mehrwert.

Zudem lassen sich die Places-Ergebnisse

nicht sortieren. Den am besten bewerteten

Italiener in der Umgebung zu finden, ist mit

Places nicht möglich.

Das dynamische Neuberechnen einer

Route aufgrund von aktuellen Staumeldungen

ist ein Feature, das man bisher nur von

den ausgewachsenen Navi-Apps kannte.

Dem Google-Navi fehlen aber nach wie vor

ein Spurassistent und die Routenplanung

über Zwischenstationen hinweg, auch lassen

sich Streckenabschnitte nicht gezielt umfahren.

Da das Kartenmaterial wie auch die

Routenberechnung aus dem Internet geladen

wird, braucht es für einen Auslandstrip

immer noch ein richtiges Offline-Navi. ● ● ●

Abb. 10: In der Übersicht stellt Ihnen

Google Maps die Alternativrouten

auch in der Karte vor.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30170

Abb. 11: Maps zeigt nun auch

Behinderungen durch Baustellen

an, die auf Ihrer Strecke liegen.

Abb. 12: Seit dem Update warnt

Maps auch vor Unfällen, die sich

auf Ihrer Route ereignet haben.

Abb. 13: Die Karte mit der Wegliste

zum Ziel ziehen Sie, wie schon die

Places-Infos, von unten hoch.

Abb. 14: Die Darstellung der Navigation

an sich hat sich durch das

Update kaum geändert.

Android-user.de september 2013 65


Apps

Burn Note

Burn Note löscht Nachrichten automatisch

Brenn-

Notiz

E-Mails und alle anderen

digitalen Nachrichten

sind wie Postkarten

– sie bleiben gespeichert

und können mit

anderen geteilt werden.

Nicht so bei Burn Note:

In wenigen Sekunden

erlischt die Nachricht

auf dem Handy des

Empfängers –

für immer.

Kathrin Schmitt

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30015

Wie oft haben Sie sich

schon geärgert und

Ihrem Ärger in einer

SMS oder bei Facebook

Luft gemacht, ohne an die

Folgen zu denken? Im Affekt ist

eine SMS schnell geschrieben und

versendet, in der man vielleicht

nicht den richtigen Ton getroffen

hat. Der Empfänger bekommt die

Nachricht schwarz auf weiß auf

seinem Display angezeigt, und

sie wird in seinem Nachrichtenspeicher

abgelegt. Da wäre es

vielleicht geschickter gewesen,

man hätte ein wenig gewartet, den

anderen angerufen oder die Nachricht so verschickt,

dass sie nicht gespeichert bleibt. Wie

das funktioniert, lesen Sie in diesem Artikel.

Gelesen, gelöscht

Burn Note [LINK 1] gibt es im Google Play

Store zum kostenlosen Download. Nach der

Installation ermöglicht die App den Austausch

von Nachrichten, die sich nach dem

Lesen selbst zerstören. Genauso kann Burn

Note Beziehungen vor dem Aus retten. Denn

oft verschickt man eine SMS, die der Freund

oder die Freundin später im SMS-Archiv findet

und eventuell falsch versteht. Burn Note

verhindert solche Unfälle und Spionage. Die

App löscht dabei nicht nur die Nachricht auf

dem Empfänger-Handy, sie löscht auch die

Nachricht auf dem Smartphone des Absenders.

Burn Note funktioniert ähnlich wie

Snapchat, die App für Bilder, die wir Ihnen in

Ausgabe 07/2013 von Android User vorgestellt

haben [LINK 2], wobei Burn Note die Notizen

tatsächlich löscht und nicht wie Snapchat

nur in einen versteckten Ordner kopiert.

Sie müssen einen Account erstellen und

können dann Kontakte hinzufügen. Die App

ist leicht verständlich aufgebaut und bietet

nur einfache Funktionen, allerdings ist die

App-Sprache Englisch.

Unter Create a Note erstellen Sie Ihre Nachricht,

die Sie an einen ausgewählten Kontakt

versenden. Bevor Sie die Nachricht abschicken,

sollten Sie die Anzahl der Sekunden

einstellen, für die Ihre geschriebenen Zeilen

auf dem Empfänger-Display angezeigt werden

sollen. Sie können zwischen einer und

120 Sekunden wählen. Mit einem Passwort

schützen Sie Ihre Nachricht außerdem davor,

kopiert zu werden. Nur, wenn dem Empfänger

das Passwort bekannt ist, kann er die

Nachricht öffnen. Versendet werden die

Nachrichten laut Entwickler verschlüsselt via

SSL. Ist die Checkbox Prevent message from

being copied gesetzt, dann ist es dem Empfänger

nicht möglich, die Nachricht zu kopieren

(Abbildung 3).

Einen Screenshot zu erstellen ist bei dieser

App recht kompliziert, da man mit dem Finger

auf dem Display hin- und herfahren

muss, um die Nachricht lesen zu können.

Nur dann verwandelt sich die schwarze Fläche

in eine weiße mit schwarzen Buchstaben

(Abbildung 4). Man wird also nie die gesamte

Nachricht als Screenshot aufnehmen

können. Das garantiert Burn-Note-Erfinder

Jacob Robbins auf seiner Homepage [LINK 3]

seinen Usern zu 100 Prozent. Die Spotlight-

Anzeige hindert auch Freunde, Bekannte

oder Kollegen, die in der Nähe sind, daran,

die Nachricht mit einem Auge mitzulesen.

Die Nachrichten sind außerdem via E-Mail

austauschbar. So ist es also nicht zwingend

Voraussetzung, dass beide Nutzer die App

installiert haben. Wer Burn Note nicht installiert

hat, erhält einen Link zur Nachricht und

kann sich als Gast auf der Homepage burnnote.com

einloggen. Der Gedanke von App-

Erfinder Jacob Robbins war, eine Face-to-

Face-Kommunikation nachzuempfinden, die

eben nicht aufgezeichnet wird wie bei

WhatsApp oder Facebook. Zuletzt aktualisiert

wurde Burn Note im Juni 2013. Kompatibel

ist die App mit Android-Versionen ab

2.1. Übrigens: Wenn Sie eine Nachricht ver-

68

September 2013

Android-User.de


Apps

Burn Note

Abb. 1: Das Layout von Burn Note

ist sehr schlicht gehalten, es gibt

nur die nötigsten Felder.

Abb. 2: Auch die Einstellungen und

Anpassungsmöglichkeiten sind

recht beschränkt.

Abb. 3: Prevent message from

being copied verhindert, dass der

Empfänger den Text kopiert.

Abb. 4: Die Nachricht ist durch die

Spotlight-Anzeige geschützt: Nur

ein Teil des Textes ist sichtbar.

schicken und der Empfänger sie nicht abruft,

wird sie nach 30 Tagen automatisch gelöscht.

Fazit

Burn Note ist eine Pflicht-App für Choleriker

und all jene, die gerne leichtsinnig oder zu

später Stunde Nachrichten verschicken. Als

positiver Nebeneffekt lässt sich die App dank

der Verschlüsselung auch nutzen, um Gespräche

möglichst geheim zu halten. Einen

Designpreis gewinnt Burn Note nicht, die

Funktionalität geht klar vor.

● ● ●


Apps

Rocket Music Player

Rocket Music Player mit iTunes-Support

Sound-

Rakete

Der Rocket Music Player ist ein vielseitiger Music Player

für Android. Er spielt nicht nur Musik ab, sondern kommt

auch mit Podcasts und Videos klar. Lesen Sie hier,

warum wir ihn für einen der besten Player halten.

Tristan Steinhage

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30016

Der Rocket

Music

Player

[LINK 1] ist

zunächst mal ein toller

Musik- und Videoplayer.

Doch schon bei

den Grundfunktionen

hebt er sich positiv von

der Konkurrenz ab. So

kann man zum Beispiel direkt in der Applikation

auf seine SD-Karte oder den Telefonspeicher

zugreifen, um Musik, Videos und

vieles mehr zu verschieben, kopieren oder

zu sortieren. Außerdem können Sie mit der

Zusatz-App iSyncr [LINK 2] Podcasts, Musik,

Videos, Playlists, Bewertungen, Bookmarks

und viele weitere Dinge synchronisieren.

Ordnung im Tag-Chaos

Der Rocket Music Player bietet direkten Zugriff

auf die Tags, also Titel, Albumnamen

und Interpreten. Über den Eintrag Tag bearbeiten

aus dem Kontextmenü können Sie

diese um fehlende Informationen erweitern

oder falsche Angaben korrigieren. Neben

dem Kontextmenü befinden sich oben rechts

zwei Buttons zum Editieren der aktuellen

Wiedergabeliste und einer, der den aktuellen

Musiktitel zu einer gewünschten Playlist hinzufügt.

Den Rocket Music Player gibt es in

einer Gratisversion mit eingeschränkten

Equalizer-Funktionen und ohne Support für

Lossless-Formate wie Flac, APE oder Apple

Lossless und ein paar weitere Formate.

Möchten Sie diese Formate oder den Zehn-

Band-Equalizer nutzen, dann werden für die

Vollversion [LINK 3] rund 3 Euro fällig.

Praktische Details

Via Sleep-Timer teilen Sie dem Rocket Player

mit, wie lange Ihre Musik Sie noch in die

Nacht begleiten soll. Vergessen Sie dabei

nicht, die Checkbox bei Wiedergabe des letzten

Songs beenden zu setzen. Drei Widgets

für den Schnellzugriff auf dem Homescreen

bringt der Player ebenfalls mit, wobei wir besonders

das große Widget mit der Bewertungsfunktion

sehr praktisch finden. Außerdem

können Sie Musiktitel, die Sie neu entdeckt

haben und die Ihnen besonders gut gefallen,

direkt aus der App heraus als Klingelton

einrichten. Last but not least bietet der

Player auch Support für in den Tags gespeicherte

Liedtexte. Die Funktion ist allerdings

etwas versteckt. Sie erreichen Sie, indem Sie

das Albumcover nach links drehen. Wie auf

einem Würfel erscheint dann der Liedtext.

Aufgrund des schlichten Designs und der

Struktur durch die Registerkarten lässt sich

der Rocket Music Player leichter bedienen als

andere Player. Ein weiterer Pluspunkt für den

Rocket Music Player ist die Synchronisation

mit iTunes über die zusätzliche iSyncr-App

vom selben Entwickler. Dafür müssen Sie allerdings

noch einmal 3 Euro ausgeben, da

70

September 2013

Android-User.de


Apps

Rocket Music Player

Abb. 1: Die Albenansicht ist einer

von zahlreichen Reitern des

Rocket Music Player.

Abb. 2: Einige Funktionen sind der

rund 3 Euro teuren Premium-Version

vorbehalten.

Abb. 3: Rocket Music Player ist eine

der wenigen Apps, die mit eingebetteten

Lyrics-Tags klarkommen.

Abb. 4: Mit iSyncr (kostenpflichtig)

übertragen Sie Songs, Playlists,

Podcasts und mehr von iTunes.

die Lite-Version doch arg beschränkt ist.

Zudem funktioniert die Synchronisation nur

für Titel ohne Kopierschutz.

Fazit: Der Rocket Music Player ist schlicht,

übersichtlich, vielseitig und funktionsreich,

und die Audioqualität stimmt auch. Die Bewertung

von 4,4 Sternen im Play Store hat

die App vollkommen verdient. Der Rocket

Music Player ist eine vollwertige Alternative

zu Play Music oder Double Twist.

● ● ●


Apps

Springpad

Springpad bringt Ordnung in Ihre Android-Notizen

Notizblock

2.0

Die Auswahl an Notizbuch-Apps

im Play

Store ist schier unerschöpflich.

Wir haben

Springpad unter die

Lupe genommen und

zeigen, warum die App

zu den besten Handy-

Notizbüchern gehört.

Tristan Steinhage

Springpad [LINK 1] ist äußerst vielseitig:

Je nachdem, wie Sie die Anwendung

einsetzen, ist sie ein

Notizbuch, ein Rezeptbuch, eine

Fernsehzeitschrift und vieles mehr zugleich.

Außerdem kann Springpad als To-do-Liste

verwendet werden.

Drei Funktionen

Beim ersten Start müssen Sie sich registrieren,

um die Cloudfunktionen der App nutzen

zu können. Alternativ melden Sie sich via

Facebook-, Google-, Yahoo- oder Twitter-

Account an. Danach finden Sie eine Liste

Ihrer „Springs“. Dabei handelt es sich um

einen vorgefertigten virtuellen Notizblock

der Springpad-Community.

In der oberen Leiste

wechseln Sie zwischen

dem Homebereich,

dem Notizbuch und

der Suchmaschine

von Springpad.

Wechseln Sie zum

Reiter My Notebooks,

finden Sie

zuerst nur eine Anleitung

für Springpad:

„Getting Started

with Springpad“.

Navigieren

Sie per Wischgeste

eine Seite nach

rechts, um die

Suchmaschine zu

öffnen. Hier finden

Sie nun vorgefertigte

Suchen für

Springs zum TV-

Programm, zu Rezepten,

Orten und

vielen weiteren

Punkten. Auch

an einen Menüpunkt

mit dem

man die beliebtesten Einträge entdecken

kann, haben die Entwickler gedacht.

Springs hinzufügen

Um Springs hinzuzufügen, drücken Sie

unten rechts auf das gelbe Plussymbol und

wählen anschließend die gewünschte Kategorie

aus. Für Notizen zu einem Rezept wählen

Sie zum Beispiel Recipe. Über eine Suchleiste

können Sie dann auch gleich nach

einem Gericht suchen, bei „Pizza“ finden Sie

bestimmt eine Vielzahl an Pizzarezepten.

Um eines davon als Notiz zu Ihren Springs

hinzuzufügen, klicken Sie den Eintrag an

und tippen auf den Button +Spring It. Nun

erscheint das Rezept, welches Sie dann ausprobieren

können. Gefällt es Ihnen, können

Sie einen kurzen Kommentar oder eine Rezension

verfassen, indem sie auf Cooked

klicken und einen Beitrag schreiben.

Springs erstellen

Um selbst Notizbücher hinzuzufügen, navigieren

Sie in der oberen Leiste zum Punkt My

Notebooks. Hier tippen Sie auf das Symbol

links von My Notebook mit dem blauen Pluszeichen.

Es erscheint ein Menü, welches

Ihnen erlaubt, dem Notizbuch einen eigenen

Namen zu geben oder einen der vorgefertigten

Namen auszuwählen. Anschließend gestalten

Sie den Hintergrund des Notizbuchs

und die Farbe des Einbands. Im dritten Dialog

legen Sie fest, ob das Notizbuch nur für

Sie alleine sichtbar sein soll oder öffentlich.

Zu einem privaten Notizbuch können Sie

später noch mehrere Leute hinzufügen. Anschließend

ordnen Sie das Notizbuch über

das gelbe Pluszeichen einer Kategorie zu

oder wählen ganz unten die Checkliste bzw.

den einfachen Notizzettel aus. Anschließend

füllen Sie die Notiz mit Inhalten.

Warum Springpad?

Wenn Sie nur eine Notizblock-App suchen,

dann gibt es viele Alternativen im Google

72 Android-User.de


Apps

Springpad

Abb. 1: Über die Suche finden Sie

sehr viele Notizblöcke, die andere

Nutzer erstellt haben.

Abb. 2: Auf diesem Reiter richten

Sie eigene Springpad-Notizen und

Notizblöcke ein.

Abb. 3: Mit Just my Springs sehen

Sie nur Ihre eigenen Notizen (auch

zu anderen Springs).

Abb. 4: Die vorgegebenen Kategorien

von Springpad enthalten auch

Fotos, Checklisten und Links.

Play Store. Möchten Sie hingegen Infos zu

Kinofilmen, Fernsehserien, Bücher, Kochen

usw. direkt auf Ihrem Andriod-Smartphone

sammeln und um eigene Notizen erweitern,

dann gibt es keine bessere App dafür. Springpad

lässt sich zudem auch über den Browser

oder noch komfortabler als Chrome-Erweiterung

nutzen. Entdecken Sie beim Browsen

eine interessante Webseite, dann speichern

Sie diese einfach als Notiz.

Der Hauptkonkurrent Evernote [LINK 2] bietet

im Vergleich zu Springpad eine hauseigene

PC-Software und speichert auch Videos

und Audiodateien. Außerdem kann Evernote

Texte oder Dokumente mit der Handykamera

scannen und den Text in eine digitale Notiz

verpacken, dafür fehlt der Evernote-App aber

die soziale Komponente von Springpad – es

gibt keine fertigen Notizbücher zum Stöbern.

Als dritte Alternative bietet sich Keep von

Google an [LINK 3].

Fazit

Springpad bringt den Notizblock ins digitale

Zeitalter. Je nachdem, wie Sie die App nutzen,

bleiben Ihre Notizen privat, oder Sie

können wertvolle Sammlungen für andere

Anwender erstellen und auch mit anderen

Nutzern zusammen. Springpad hat zudem

ein sehr schönes Design und ist leicht zu bedienen.

Einzig um Englischkenntnisse kommen

Sie aktuell nicht herum.

● ● ●

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30127


Apps

Skype 4.0

Neuer Look und neue Features

Up to

date

sellingpix, Fotolia, Skype

Um Skype für Android

war es längere Zeit

ziemlich still, doch

Microsoft war nicht

untätig. Mit dem

Update auf die Version

4.0 wurde Skype von

Grund auf umgekrempelt.

Das Update bringt

eine neue Oberfläche

und auch neue Funktionen

auf Ihren Androiden.

Christoph Langner

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30098

Mit über 100 Millionen Installationen

ist Skype eine der erfolgreichsten

Android-Apps. Mit

dem Update auf Skype 4.0

möchte man diese Zahl gebührend feiern.

Die neue Version bringt eine komplett überarbeitete

Oberfläche und auch unbegrenzt

kostenlose Videonachrichten.

Nach eigenen Angaben hat Skype die neueste

Ausgabe von Grund auf neu geschrieben.

Neben der neu und benutzerfreundlicher

gestalteten Oberfläche soll an der Performance

gearbeitet worden sein. Man hätte

sich auf „Stabilität, Performance und Ladezeit“

konzentriert und „damit die App noch

schneller und zuverlässiger gemacht“.

Skype 4.0 mit neuer Optik

Der neue Look orientiert sich sehr an der

vom Windows-Phone bekannten Optik.

Skype versucht, über alle Plattformen hinweg

einheitlich auszusehen, daher bricht die

Android-App mit der Holo-Optik Androids.

In einem ersten Test konnten wir die Performance-Verbesserungen

verspüren.

Die App startet

schneller und läuft auch insgesamt

flüssiger.

Die neue Skype-Version

finden Sie im Play Store

[LINK 1] – allerdings erst einmal

nur für Smartphones,

die App für Tablets wurde

noch nicht überarbeitet.

Videonachrichten

Skype hat neben der Optik

auch eine neue Funktion in

die App eingebaut: Es lassen

sich nun Videonachrichten

an Skype-User versenden,

die gerade nicht online sind.

Ihre Videonachrichten versenden

Sie über einen Klick

auf das kleine Pluszeichen

Abb. 1: Skype wurde von Grund

auf neu aufgebaut. Die App sieht

nun besser aus und läuft schneller.

im Chat mit einem Ihrer Skype-Kontakte. Die

Botschaften nehmen Sie dann über die

Handy-Kameras auf.

Bei den Video-Chats stiftete Skype in den

vergangenen Wochen etwas Verwirrung

[LINK 2], die sich nun aber klärt. Skype kündigte

an, dass der Versand dieser Offlinebotschaften

kostenfrei seien soll, in der deutschsprachigen

Version der App galt das Angebot

jedoch bisher nur für die ersten 20 Nachrichten,

danach wäre eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft

nötig geworden. Mit

dem Update werden die Videonachrichten

nun aber generell kostenlos, egal wie viele

Sie versenden.

Push-Nachrichten erst später

Dass die Skype-App aktiv sein muss, damit

Sie Gespräche und Chats empfangen können,

macht die Anwendung gegenüber anderen

(Video-)Chat-Lösungen jedoch nach wie vor

rückständig. Push-Nachrichten (wie etwa bei

Google Hangouts oder WhatsApp) gibt es

auch bei Skype 4.0 nicht. Skype hat Android

User im Interview jedoch

zugesagt, dass an einer entsprechenden

Lösung bereits

gearbeitet wird. Sie soll in

einer der nächsten Versionen

nachgerüstet werden.

Wohl aus diesem Grund

versuchte Skype anfangs,

den „Beenden“-Knopf für

seine App so gut wie möglich

zu verstecken. Schließlich

funktioniert Skype nur

dann, wenn die Anwendung

einmal explizit geladen

wurde. Ein Update rückte

den Punkt „Abmelden“ jedoch

von der Profilseite

wieder direkt ins App-

Menü, sodass Sie Skype jederzeit

mit nur zwei Klicks

beenden können. ● ● ●

74

September 2013

Android-User.de


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Spiele

Neue Spiele

In dieser Rubrik stellen wir

Ihnen ein paar neue Spiele

oder aktualisierte Spiele aus

Google Play vor, die uns

besonders gut gefallen.

Patrick Neef

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30002

Tiny Thief

Tiny Thief stammt von 5 Ants

und ist nach Icebreaker: A

Viking Voyage das zweite

Spiel von Rovio Stars, dem internen

Publisher des großen Bruders Rovio.

Rovio wird damit zum Publisher für

besonders talentierte Spieleentwickler.

Im Falle von Tiny Thief hat sich das voll

gelohnt. Das Spiel ist ein kleines Meisterwerk,

das optisch und

spielerisch voll überzeugen

kann. Man steuert

einen kleinen Dieb, der in

kurz abgesteckten Leveln

verschiedene Dinge erbeuten

und seinen Gegnern

ein Schnippchen schlagen

soll. Was zunächst nach

Jump’n’Run-Gameplay

aussieht, zeigt dann seine Ähnlichkeit

mit Adventures. Sie können den Dieb

von links nach rechts steuern, Leitern

hoch und runter laufen oder Beute einsacken

lassen. Gibt es interaktive Gegenstände

in der Nähe des Diebes,

wird das schnell durch ein aufpoppendes

Symbol gekennzeichnet. Tippt man

das Symbol an, wird eine Aktion aus-

Miseria

Ohne den grafischen Look

wäre Miseria nur ein tolles

Puzzle – ein Spiel, bei dem

man einen runden Stein auf einer Holzplatte

zum Portal bewegt, indem man

die Levelstruktur nach links oder rechts

kippt und allen Hindernissen ausweicht.

Doch mit dem düsteren

Thema, dem gruseligen Soundtrack,

den drohenden Monstern und der an

Limbo und Contre Jour erinnernden

Optik ist es viel mehr: großartig, fesselnd,

fordernd. Hier haben die Entwickler

Optik und Gameplay zu einem

wirklich tollen Spiel zusammengefügt.

Minion Rush

Endless Runner müssen sich

vom Einheitsbrei dadurch abheben,

dass sie originell sind,

ohne den Spielspaß mit aufdringlichen

In-App-Käufen zu vermiesen. Minion

Rush gelingt beides. Das Spielprinzip

ist klar: Sie steuern einen Minion aus

der Filmvorlage „Ich, unverbesserlich

2“ durch eine bunte Spielwelt und

müssen dabei zwischen drei Pfaden

hin und her wechseln. Lustige Powerups,

kreative Hindernisse und viel

Humor machen das Spiel zu einem

Dauerbrenner. So muss ein Endless

Runner aussehen!

Bombcats SE

Katzen und Bomben – warum

nicht? Wenn uns mobile

Spiele etwas gelehrt haben,

dann ist es die Tatsache, dass man

alles mit allem kombinieren kann. Bei

Bombcats SE schießt man per Fingerziehen

Katzen durch die Spielwelt, um

per Explosion kleine Kätzchen zu retten.

Allerlei Hindernisse und eine unübersichtliche

Zahl von Upgrades

überladen das Spiel ein bisschen zu

sehr. Trotzdem macht es einen Heidenspaß,

schließlich ist diese Art von

Spielmechanik spätestens seit Angry

Birds etabliert. Die Level sind abwechslungsreich,

und immer wieder werden

neue Herausforderungen eingestreut.

kostenlos

englisch|Version 1.0.5|43 MByte

★★★★★

kostenlos

deutsch|Version 1.0.0|297 MByte

★★★★★

1,79 Euro

englisch|Version 1.0.3|47 MByte

★★★★★

76

September 2013

Android-User.de


Spiele

Neue Spiele

geführt: Im Fass verstecken,

Beute einstecken, Leiter

hochklettern etc. Dabei

muss man immer auf die

Gegner im Level achten.

Manche Ritter schlafen nur,

aber andere Gegner wandern ständig

hin und her. Dann ist gutes Timing gefragt.

Sie müssen die Figur dann im

Fass verstecken, schnell die Leiter

hochschicken oder im Versteck ausharren

lassen. Bisher ist das gutes, solides

Gameplay. Was das Spiel nun

aber von allen anderen im Google

Play Store abhebt, sind der Humor,

der grafische Stil und die vielen Feinheiten

und Details. Allein, wie sich der

Dieb verzweifelt in die Erde gräbt,

wenn er entdeckt wird, oder wie unterschiedlich

die Ritter agieren, das ist

einfach toll gemacht.

Manche Dinge muss man per Fingertippen

aktivieren, wie etwa Fenster

oder andere Protagonisten. Dann ist

oft Trial & Error gefragt, um weiterzukommen.

So müssen Sie

zum Beispiel einen Jongleur dazu

bringen, sein Obst fallenzulassen.

Doch dann scheint es nicht mehr

weiterzugehen, und Sie müssen

den ganzen Bildschirm absuchen,

bis Sie endlich den entscheidenden

Gegenstand gefunden haben. Wir

sind sehr gespannt, was uns in Zukunft

unter dem Label Rovio Stars erwartet,

Tiny Thiefs ist in jedem Fall

eine absolute Kaufempfehlung.

2,69 Euro

deutsch|Version 1.0.0|45 MByte

★★★★★

Hero of Many

Wenn man etwas an diesem

Spiel aussetzen kann, dann

folgendes: Es ist sich oft

selbst im Weg. Besser: Der eigene Finger

ist oft im Weg. Denn bei Heroes of

Many steuert man die Leuchtkugel, die

von Wassertierchen umgeben ist,

durch eine düstere Welt und muss den

dunklen Tierchen entweder ausweichen

oder sie von den eigenen Tieren

angreifen lassen. Per Fingerhalten

schwebt die Leuchtkugel durch die

Welt, und genau deswegen verdeckt

man das Geschehen leider viel zu oft.

Davon abgesehen sprüht das Spiel vor

Charakter und Charme. Unbedingt mit

Kopfhörern spielen!

Lazy Raiders

Steuern Sie den faulen Räuber

durch die Aztekenruinen, und

helfen Sie ihm, Beute zu machen!

Dass das Gameplay dabei stark

dem von Miseria ähnelt, ist Zufall: Auch

hier müssen Sie die Spielwelt kippen,

damit die Figur per Schwerkraft durch

die Level rutscht. Bei Lazy Raiders allerdings

geht das ganz schön schnell.

Spannend wird das Spiel durch viele

Herausforderungen: Schlüssel einsammeln,

Türen aufschließen, Fallen umgehen,

Dynamit setzen. Das beste:

Man kann das gesamte Spielgeschehen

auf den Kopf stellen und so Türen,

Passagen und vieles mehr freimachen.

Ein irres Spiel mit tollem Leveldesign.

Inferno+

Inferno+ gibt es schon eine

Weile für iOS, jetzt erschien

das Spiel für Android. Sie

steuern eine Kugel per virtuellem Steuerkreuz

durch die stylische Spielwelt

und schießen, was das Zeug hält. 40

Level wollen bestritten werden, warum

und wieso ist dabei völlig egal, denn

das Gameplay macht riesigen Spaß.

Die vielen Upgrades motivieren und

machen die Gefechte im späteren Verlauf

zu wahren Explosionsorgien.

Radiantgames hat schon mit Ballistic

SE und Fireball SE gezeigt, dass man

die Steuerung präzise hinbekommt.

Auch bei Inferno+ ist das gelungen.

Dennoch fehlt etwas die Abwechslung.

3,59 Euro

englisch|Version 1.0.36|176 MByte

★★★★★

kostenlos

englisch|Version 1.3|139 MByte

★★★★★

1,79 Euro

englisch|Version 1.02|38 MByte

★★★★★

Android-user.de September 2013 77


Spiele

Humble Bundle with Android

Humble Indie Bundle: Tolle Spiele zum Wunschpreis

Bescheiden

Sie sind genervt von

Kopierschutzmaßnahmen

der großen Spiele-

Publisher, und generell

sind Ihnen Games zu

teuer? Beim Humble

Bundle bekommen Sie

DRM-freie Spiele zu

dem Preis, den Sie

selbst für angemessen

erachten.

Christoph Langner

Wie viel ist Ihnen ein gutes Spiel

wert? 20 Euro? Fünf? Oder gar

nur ein paar Cent? Beim Humble

Bundle [LINK 1] bezahlen Sie

nur so viel, wie Sie für richtig erachten. Den

Betrag verteilen Sie dabei nach Ihrem Gusto

zwischen den Entwicklern der Spiele, den

Organisatoren des Humble Bundle und gemeinnützigen

Organisationen wie Child’s

Play [LINK 2] oder der Electronic Frontier Foundation

[LINK 3]. Das hört sich zu gut an? Da

muss ein Haken sein? Android User kann

Ihnen versichern: Es gibt keinen!

Pay what you want

Die Idee hinter dem Humble Bundle ist ein

Spielepaket von kleineren Entwicklerschmieden

(„Indie-Entwicklungsstudios“), das ohne

lästige und problematische DRM-Kopierschutzmaßnahmen

plattformübergreifend

unter Windows, Mac OS X, Linux läuft. Als

Nutzer bestimmen Sie, wie viel Ihnen das

komplette Paket wert ist. Im Durchschnitt

werden meist etwa fünf US-Dollar bezahlt.

Für die Entwickler lohnt sich das Bundle:

Schnell kommen große Beträge zusammen.

Und auch für die Stiftungen bleibt viel Geld

übrig. Insgesamt hat das Humble Bundle bereits

über 10 Millionen Dollar für die gemeinnützigen

Organisationen gesammelt.

Das Humble Bundle gibt es nicht immer zu

kaufen, jedes Bundle wird als Aktion über

einen Zeitraum

von

etwa zwei

Wochen online

angeboten. Die Bezahlung

kann über PayPal,

Amazon, Bitcoin oder

Google Checkout erfolgen.

Wer im Play Store bereits Apps

gekauft hat, kann das Bundle daher

direkt über sein Google-Konto bezahlen.

Nach dem Kauf lassen sich die Spiele von der

Homepage des Bundles herunterladen oder

auch über die Vertriebsplattformen Desura

und Steam (bei einem Kaufpreis von mehr

als einem Dollar) beziehen. Eine direkte Integration

in den Google Play Store gibt es bei

den Humble-Games jedoch nicht.

Als Motivation, etwas mehr zu bezahlen

als nur ein paar Cent, legt das Humble

Bundle bei Käufern, die mehr als der Durchschnitt

zahlen, noch ein paar Spiele drauf.

Oft auch erst „als Belohnung“ für die rege

Teilnahme nach dem Start des jeweiligen

Bundles. Beim letzten „Humble Bundle with

Android 6“ bekamen Käufer, die mehr als

Abb. 1: Wer beim Humble Bundle mit Android 6 mehr als der Durchschnitt

bezahlte, bekam insgesamt zehn Spiele in einem Paket.

Abb. 2: Den Kaufpreis können Sie unter den Entwicklern, den Organisatoren

oder gemeinnützigen Organisationen aufteilen.

78

September 2013

Android-User.de


Spiele

Humble Bundle with Android

4,92 US-Dollar zahlten,

zehn Spiele im Paket.

Humble Bundle

für Android

Seit Ende 2012 gibt es

Humble Bundles, deren

Spiele sich auch auf Android-Handys

und Tablets

installieren lassen. Diese

Bundles werden extra als

„Humble Bundle with

And roid“ gekennzeichnet.

Die letzte Aktion dieser

Art lief im Juni dieses Jahres

aus. Das nächste Android-Bundle

wird vermutlich

wieder im September

oder Oktober starten.

Nach dem Kauf des

Bundles erhalten Sie umgehend

einen Link zu

Ihren Downloads per E-Mail. Auf der verlinkten

Webseite können Sie die gekauften Humble-Spiele

für Ihren PC herunterladen oder

auch als APK für Ihr Handy. Die Links dazu

müssen Sie über den Knopf Show Android

Binaries anzeigen lassen. Zur Installation der

Spiele müssen Sie das Einspielen von Apps

Unbekannter Herkunft unter Einstellungen |

Sicherheit erlauben. Einen ausführlichen Artikel

zum manuellen Installieren von Apps

aus Android User 08/​2012 finden Sie kostenlos

auf unserer Webseite [LINK 4].

Abb. 3: Die Installation von Apps

unbekannter Herkunft muss ausdrücklich

erlaubt werden.

Humble Bundle Android App

Geschickter ist es die Download-Seite gleich

auf Ihrem Handy zu öffnen. So laden Sie die

APK-Installationsdateien gleich ohne einen

Umweg über den PC auf Ihrem Androiden

herunter. Auf der mobilen Webseite finden

Sie alle für Android geeigneten Spiele, die Sie

bisher bei Humble Bundle gekauft haben.

Ein Klick auf einen der Titel lädt das gewünschte

Spiel über Ihren Webbrowser herunter,

ein Klick auf den abgeschlossenen

Download installiert es dann.

Alternativ greifen Sie auf die Humble-

Bundle-App zurück. Sie verwaltet die Humble-Bundle-Downloads,

sagt Ihnen, welche

Spiele bereits installiert sind und weist Sie

auch auf Updates schon eingespielter Humble-Games

hin. Sie finden die App auf der

Download-Seite des Bundles ganz oben. Die

App muss genauso wie auch die Spiele von

Hand über die APK-Datei installiert werden.

In der App finden Sie dann wie gewohnt

alle für Android geeigneten Spiele aus Ihren

bereits gekauften Humble Bundles. Ein Tipp

Abb. 4: Auf der Seite des Bundles

laden Sie die Spiele wie auch die

Humble-Bundle-App herunter.

auf den Download-Button lädt ein Spiel herunter,

anschließend installieren Sie es über

Install. Launch zeigt Ihnen an, dass Sie das

Spiel bereits installiert haben und Sie es sofort

starten können.

Das „Beta“ trägt die Humble-Bundle-App

jedoch nicht umsonst im Titel. In unserem

Test auf einem Galaxy Nexus mit Android 4.2

hängte sich die App beim Download größerer

Spiele (ab circa 50 MByte) komplett auf, sodass

selbst das Handy nicht mehr reagierte.

Android User empfiehlt daher, die Download-Seite

des Bundles im Browser zu öffnen.

Fazit

Das Humble Bundle beweist seit Jahren, dass

gute Spiele auch ohne DRM und ohne nervige

Kopierschutzmaßnahmen kommerziell

erfolgreich vermarktet werden können. Die

Humble-Fans kaufen die Bundles nicht nur,

weil sie tolle Spiele für wenig Geld bekommen.

Die meisten User möchten die Entwickler

eben dafür belohnen, dass sie ihre Spiele

plattformübergreifend und ohne DRM-Nervereien

anbieten.

Auch wenn es gerade keine laufende Humble-Bundle-Aktion

gibt, lohnt es sich, auf der

Homepage vorbeizusehen und sich in die

Mailingliste einzutragen. So verpassen Sie

den Start des nächsten Humble Bundles garantiert

nicht – achten Sie als Android-User

jedoch auf den Zusatz „with Android“. Sollten

Sie gleich zuschlagen möchten, dann bietet

das Humble Bundle inzwischen auch wöchentlich

einen Humble Weekly Sale [LINK 5]

mit neuen Titeln an. Die Spiele dort sind

meist jedoch nur für den PC geeignet. ● ● ●

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/29948

Tipp

Einige der Humble-Spiele sind

große Brocken. Aquaria aus

dem letzten Humble Bundle with

Android 6 nimmt etwa schon alleine

als Download über 500

MByte Platz auf Ihrem Androiden

ein. Löschen Sie daher in

der Humble-App über Advanced

| Delete completed downloads

oder in der Downloads-App

nach der Installation Ihrer Lieblingsspiele

die nun nicht mehr

benötigten APK-Installationspakete

vom Handy. Sie können die

Dateien jederzeit wieder neu herunterladen.

Abb. 5: Die Humble-Bundle-App

erleichtert die Installation und Verwaltung

Ihrer Humble-Bundle-Käufe.

Android-user.de September 2013 79


Spiele

Zombie-Spiele

Zombie-Spiele erfreuen sich

einer recht großen Community.

Grund genug für uns,

die sieben besten Apps von

spaßig bis gruselig zusammenzustellen.

Patrick Neef

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/29937

Zoombie Digger

Die Zombie-Tierchen der russischen

Softwareschmiede

CrazyBit gehen bei diesem

Spiel auf Weltreise und erkunden zwölf

Schauplätze von Moskau bis Sydney.

Zoombie Digger World Tour führt

gleich beim Start durch ein fesselndes

Tutorial in das Spiel

ein und lässt Sie dabei

nicht zur Ruhe kommen.

Die Aufgabe ist

relativ leicht erklärt:

Diverse miese Viecher

(Zoombies) nähern

sich einer der zwölf

Sehenswürdigkeiten,

und Sie müssen mit

allen Mitteln verhindern,

dass zu viele der

Monster das Kultobjekt

erreichen. Welche Mittel Ihnen

dazu zur Verfügung stehen, hängt von

Ihrer Geschicklichkeit und von Ihrem

Geldbeutel ab, denn obwohl Zoombie

Digger gratis ist, landen Sie nach

jedem Level im Shop, der geradezu

verführt, Items zu kaufen wie die ver­

Plight of the

Zombie

Plight of the Zombie ist ein

sehr gutes Puzzlespiel, bei

dem auch die Geschicklichkeit

nicht zu kurz kommt. Wenn Sie Spy

Mouse kennen, dann brauchen Sie sich

das Spiel nur mit Hirn essenden Zombies

vorzustellen, schon haben Sie

Plight of the Zombie verstanden. Sie

ziehen die Pfade der Zombies mit dem

Finger, und dann laufen die Zombies

diesen Pfad entlang, weichen Wachen

aus, sammeln Hirne ein, wandeln Menschen

zu Zombies um und vieles mehr.

Timing ist alles. Die Rätselkomponente

ist taktischer Art: Welchen Zombie opfert

man wann, um das letzte Hirn zu

ergattern?

Zombie Smasher

Bei diesem Spiel ist alles ganz

einfach: Zombies rennen von

oben nach unten, und Sie machen

ihnen durch Fingertippen den

Gar aus. Das ist am Anfang ganz einfach

und stupide. Anspruchsvoll wird

es, wenn unterschiedliche Zombietypen

erscheinen oder Sie fliehende

Menschen zwischen den Zombies

nicht antippen dürfen. Hier sind flinke

Finger und schnelle Reaktion gefragt.

Das ganze Zombie-Smasher-Spiel ist

gratis, ansprechend verpackt und wirkt

professionell. Und Spaß macht es auch

noch. Was will man mehr?

Zombie Smash

Das Spiel hat nur zwei Buchstaben

weniger als Zombie

Smasher, macht aber noch

mehr Spaß als der Beinahe-Namensvetter.

Zombie Smash ist kein Spiel für

zartbesaitete Seelen, denn hier müssen

Sie sich gegen Massen angreifender

Untoter verteidigen, die nichts Gutes

im Schilde führen. Das Spiel verfügt

über eine Splatter-Engine, um spritzendes

Blut und Zombie-Schleim noch

besser darstellen zu können – das sagt

eigentlich schon alles. Zombies hochwerfen,

wegschleudern, mit Ambossen

und Steinen bewerfen oder abschießen

– hier ist alles erlaubt und auch

noch etwas mehr, um das Haus vor

den Untoten zu schützen.

kostenlos

englisch|Version 1.0.4|25 MByte

★★★★★

kostenlos

englisch|Version 1.3|5,3 MByte

★★★★★

0,87 Euro

deutsch|Version 1.0.5|85 MByte

★★★★★

80

September 2013

Android-User.de


Spiele

Zombie-Spiele

schiedenen Bomben, um die Zoombies

ganz fix zu beseitigen. Doch mit

viel spielerischem Können und der nötigen

Portion Übung lassen sich die

meisten Monster auch so unter die

Erde bringen, zumal man die wirklich

notwendigen Waffen auch über die

gesammelten Punkte kaufen kann.

Zoombie Digger macht definitiv süchtig,

auch wenn Sie die

Musik schon beim dritten

Level in den Wahnsinn treibt.

Wir haben Sie gewarnt!

kostenlos

englisch|Version 1.1.5|25 MByte

★★★★★

Zombieville USA

Zombieville USA ist kein anspruchsvolles

Spiel. Sie laufen

mit Ihrer Figur nach links

oder rechts, hauen mit einer Nahkampfwaffe

auf Zombies oder schießen

drauflos. In jedem Level versuchen

Sie, sich dabei zur rechten Seite durchzukämpfen.

Dabei müssen Sie immer

wieder in Häuser eindringen und so

Geld oder Munition erbeuten. Anfangs

nervt das ganz schön: Immer ist die

Munition alle, und hat man erst einmal

zwei Zombies im Nacken, ist das Spiel

schnell vorbei. Aber nach einer Weile

hat man den Dreh raus, sammelt

immer bessere Waffen ein und hat so

mehr Spaß. Ein kurzweiliges Zombie-

Spektakel für Fans des Genre.

Zombie Road Trip

Manchmal machen die einfachsten

Spiele den meisten

Spaß. So wie Ski Safari. Oder

Jetpack Joyride. Oder Zombie Road

Trip. In diesem Spiel rasen Sie mit

einem Auto einer Horde Zombies

davon. Durch Vorwärts- oder Rückwärtsrollen

und eine gute Landung

verschaffen Sie sich einen Geschwindigkeitsschub.

Je weiter Sie kommen,

desto besser. Durch Münzen, die Sie

im Spiel einsammeln, können Sie

Autos, Waffen und Gadgets kaufen.

Außerdem steigen Sie im Level auf

und erhalten so noch mehr Münzen.

Ein Riesenspaß, der viel Abwechslung

liefert und spannend bleibt, auch wenn

die Zombies etwas zu kurz kommen.

Zombies, Run!

Zombies, Run! ist eigentlich

kein richtiges Spiel. Es ist aber

eine App, die den Freizeitsport

zum Spiel macht, und daher passt

Zombies, Run! ganz gut hier rein. Zombies,

Run! verbindet Ihren Lauf um den

Häuserblock mit einer Zombie-Geschichte.

Wer sich von einer Horde

Zombies verfolgt wähnt, dem gehorchen

die Beine schneller. Dazu besitzt

die App allerlei Schnickschnack wie

unterschiedliche Missionen und eine

Basis, die besonders motivierend

wirkt. Eine tolle Idee, die funktioniert –

nur Englisch muss man gut können.

0,72 Euro

englisch|Version 1.0.4|12 MByte

★★★★★

kostenlos

englisch|Version 3.0.2|24 MByte

★★★★★

3,49 Euro

englisch|Version 2.0.5|16 MByte

★★★★★

Android-user.de September 2013 81


Spiele

World War Z

World War Z – das Android-Spiel zum Film

World

War

So schnell kann es

gehen: Gerade eben

saßen Sie noch im Café

und überlegten, ob Sie

die Blondine oder die

Rothaarige anbaggern

sollen. Eine Sekunde

später stürzt ein Flugzeug

in das Gebäude,

und die Welt wird von

Zombies überrannt.

Patrick Neef

2,29 Euro

deutsch|Version 1.2.1|1,68 GByte

★★★★★

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30097

Schon wieder ein Zombie-Spiel: Sie

kämpfen ums Überleben, und

Tausende Zombies wollen Ihnen

ans Leder. So weit, so gut. Was

World War Z[LINK 1]aber von der Konkurrenz

absetzt, das ist die Steuerung, und die macht

aus dem Spiel plötzlich ein intensives Erlebnis

der besonderen Art. Denn wenn Sie mit

der Waffe auf die Zombies zielen, schießt

Ihre Figur selbstständig, sobald das Fadenkreuz

über dem Ziel liegt.

Ein Shooter, bei dem Sie nicht schießen

dürfen. Kann das Spaß machen? Erstaunlicherweise

ja. Gleiches gilt für die Steuerung.

In einigen Arealen können Sie sich frei bewegen,

indem Sie einfach auf den Boden tippen,

und schon läuft Ihre Figur dahin, wo Sie

es wünschen. In anderen Situationen übernimmt

das Spiel die Kontrolle und richtet die

Perspektive auf die herannahenden Zombies

aus oder lässt geskriptete Momente aus der

Ego-Perspektive ablaufen. Das fühlt sich fast

immer cineastisch gelenkt und nur selten

einschränkend an. Dem Spiel gelingt es, die

Kontrolle auszuüben und dennoch unterhaltsam

zu sein. Und genau diese Kombination

macht World War Z so besonders.

Spannende Atmosphäre

Die Story orientiert sich an der Filmvorlage:

Eine mysteriöse Infektion überschwemmt die

Weltbevölkerung und lässt die Menschen zu

Zombies werden. Der

von Ihnen gesteuerte

Protagonist will zu

seinem Sohn, den er

kurz zuvor noch am Telefon gesprochen hat.

Also schlagen Sie sich durch Lagerhallen,

Hinterhöfe und über Dächer, um den Zombies

zu entkommen und Ihre Familie zu erreichen.

Die Stimmung dabei ist sehr passend:

Actionmomente wechseln sich immer

wieder mit ruhigen Phasen ab, in denen Sie

Munition einsammeln, Schubladen und

Schränke durchsuchen oder sich erst einmal

orientieren müssen. Manchmal erreichen

Stimmung und Atmosphäre fast das Niveau

von Half-Life 2, und das heißt schon einiges.

Ärgerlich wird es nur dann, wenn einem

das Spiel einen kaum zu kontrollierenden

Nahkampf aufzwängt. Dann soll man, statt

seine Pistole zu benutzen, ausweichen und

mit dem Brecheisen zuschlagen, doch irgendwie

ist die Steuerung in solchen Augenblicken

mehr als fragwürdig. In-App-Käufe

gibt es zwar, absolut zwingend sind sie aber

nicht, wenn auch oft verlockend. Der Kaufpreis

ist mit 2,29 Euro absolut angemessen.

Fazit

Abgesehen von dem schwachen Nahkampf

ist das Spiel eine gelungene Abwechslung

im Shooter-Genre und zeigt vor allen Dingen,

dass man mit ein wenig Kreativität eine deutlich

einfachere Steuerung entwickeln kann.

Bedenken Sie aber vor dem Kauf, dass World

War Z momentan auf einigen Geräten noch

für Abstürze sorgt. Das erklärt auch die relativ

vielen 1-Stern-Bewertungen im Google

Play Store.. ● ● ●


The Silent Age – Episode One

Stummes

Adventure

Spiele

Silent Age

Joe arbeitet in einer großen Firma als

„Mädchen für alles“. Eines Tages findet

er an seiner Bürotür einen Zettel

von seinem Kumpel Frank: Sein

Boss möchte ihn sprechen. Joe macht sich

auf zu Mr. Hill und erfährt, dass er von nun

an befördert ist und auch die Arbeiten von

Frank erledigen darf. Was mit Frank passiert

ist, erwähnt er mit keinem Wort.

Als Joe zurück zu seiner Arbeit will, entdeckt

er Blutspuren, die aus dem Keller zu

stammen scheinen. Er macht sich auf den

Weg ins Untergeschoss, findet aber alle

Türen verschlossen. Mit etwas Geschick und

Kombinationsgabe findet er im hintersten

Raum einen alten Mann in einer Blutlache im

Sterben. Der alte Mann vertraut ihm eine

Zeitmaschine und ein Geheimnis an: Joe

muss die Welt retten!

Joe und die Zeitmaschine

An dieser Stelle haben Sie bereits ein Kapitel

des Gratisspiels The Silent Age – Episode

One [LINK 1] durchgespielt. Im zweiten Kapitel

wird aus dem ehemaligen Loser Joe durch

Ihre Hilfe bald ein kleiner Held. The Silent

Age ist nicht nur sehr schön gemacht, sondern

auch perfekt vertont. Das Point-and-

Click-Abenteuer zieht Sie dadurch schon

nach wenigen Minuten in seinen Bann. Die

Rätsel sind zu Beginn sehr offensichtlich,

aber auch durchaus witzig und vor allem

kreativ. So bleibt die Spannung immer lange

genug erhalten, ohne Ihre Nerven zu stark

zu strapazieren. Ein wichtiges

Element im Spiel bildet die Zeitmaschine, die

Joe stets mit sich führt. So springen Sie auf

Knopfdruck 40 Jahre hin und her und finden

eine Szene in zwei Varianten vor, vorausgesetzt

das nützliche Utensil ist geladen. Einzige

Voraussetzung für das Touch-Abenteuer

sind Englischkenntnisse. Aber auch die brauchen

Sie nur, wenn Sie bestimmte Gegenstände

nicht auf Anhieb finden, denn dann

gibt die Sprechblase nützliche Hinweise, wie

„vielleicht könnten wir es mit einem Messer

durchschneiden“ oder „ich glaube nicht,

dass das mit einem Hammer klappt“.

Fortsetzung folgt…

House on Fire ist mit The Silent Age – Episode

One ein Point-and-Click-Adventure mit

großem Suchtpotenzial gelungen, noch dazu

komplett gratis und ohne Werbung. Episode

Two ist bereits fest geplant und soll von

den Fans via Crowdfunding finanziert

werden. Von uns gibt es bereits für

Episode One klar 5 Sterne! ● ● ●

The Silent Age ist ein

sehr liebevoll gestaltetes

Point-and-Click-

Adventure aus dem

dänischen Studio

House on Fire. Nun gibt

es das tolle Adventure

auch für Android.

Marcel Hilzinger

kostenlos

englisch|Version 1.3.1|46 MByte

★★★★★

Alle

Links>

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September 2013

83


Einsteiger

Werbenetzwerke

vectomart, 123RF

Gefahren durch Apps mit Werbung

Nötiges

Übel?

Es ist kein Geheimnis, dass viele Gratis-Apps mit eingebauter

Werbung daherkommen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit ein paar

Hintergründen. Er zeigt, was es zu beachten gibt und wie man sich

gegen negative Effekte am besten schützt. Andreas Itzchak Rehberg

84

September 2013

Android-User.de


Einsteiger

Werbenetzwerke

Sinn der Werbung

Das Entwickeln und Pflegen einer App kostet

viel Zeit und Energie. Wer noch nie selbst

Software entwickelt hat, unterschätzt sehr

leicht den Aufwand, der damit verbunden ist

– und für den so mancher Entwickler berechtigterweise

gern entschädigt werden möchte.

Auf der anderen Seite stehen die Anwender,

die am liebsten alles gratis haben möchten.

Die Werbung in der App soll beide Parteien

glücklich machen.

Der Grundgedanke ist also ein positiver. Im

besten Fall erhält der Anwender die App gratis,

und der Entwickler wird über die Anzeigen

bezahlt. Als lachender Dritter profitiert

auch das Werbenetzwerk, das die Reklamen

ausliefert. Wo liegt also das Problem?

Unsinn der Werbung

Leider schlagen einige Werbenetze ein wenig

über die Stränge – unter anderem was die

Platzierung von Werbung betrifft: So tauchen

plötzlich Anzeigen in der Benachrichtigungsleiste

auf, die im schlimmsten Fall wie echte

Systemmeldungen aussehen, jedoch zu fragwürdigen

Webseiten oder Apps führen. Oder

es werden entsprechende Shortcuts auf den

Homescreens platziert,

bei denen der Anwender

sich verdutzt fragt: Wo

kommt die App denn her?

Deshalb bezeichnet man

diese Art der Werbung als

Adware (Ad+Malware).

Das Problem bei Adware:

Es ist nicht so ein-

erkennbar ist.

fach erkennbar, wo ihr Ursprung liegt. Deshalb

platzieren seriöse Apps die Anzeigen innerhalb

der App. Außerhalb davon hat die

Reklame nichts zu suchen. Glücklicherweise

beschränken sich derartige Unsitten auf bestimmte

Werbenetzwerke. Die bekanntesten

Kandidaten sind Airpush [LINK 1] und Leadbolt

[LINK 2]. Was auf der anderen Seite bedeutet:

Entwickler sollten bei der Auswahl der verwendeten

Werbemodule mit großer Sorgfalt

agieren.

Ist das gefährlich?

Werbeeinträge in der Benachrichtigungsleiste

geben sich als

System update, Hinweis zur Optimierung

der Geräteeinstellungen

oder Antivirus-App aus. Klicken

Sie den Eintrag an, landen Sie auf

dubiosen Seiten und vielleicht

sogar in einer Abofalle. Im

schlimmsten Fall installieren Sie

eine Schadsoftware auf Ihrem

Abb. 2: Eine der harmloseren Airpush-

Notifications, die klar als Werbung

Handy. Aggressive Reklamenetzwerke, die

Werbung unter den Benachrichtigungen platzieren,

sind neben den erwähnten Airpush

und Leadbolt beispielsweise Moolah Media,

RevMob, SellARing und SendDroid.

Da die Werbemodule direkt in die App eingebunden

werden, erben sie auch sämtliche

Berechtigungen der App. Eine Kamera-App

mit Werbung erlaubt also auch dem Reklamenetzwerk

Zugriff auf die Kamera. Einige

Werbenetzwerke nutzen diese Lücke mehr

oder weniger schamlos aus: Leadbolt etwa

greift gerne auf den Standort zu. Laut einer

Studie von FirstPost [LINK 3] wurden einzelne

Werbemodule sogar dabei ertappt, Anrufprotokolle

auszulesen, auf Kalender und Kamera

zuzugreifen oder dynamisch weiteren Programm-Code

nachzuladen. Hier kann es

dann richtig unangenehm werden.

Wie kann man sich schützen?

Die meisten Sicherheits-Apps für Android

prüfen bereits bei oder vor der Installation

einer App, ob diese auf aggressive Anzeigen

setzt. Hier können wir zum Beispiel AVG

[LINK 4], Lookout [LINK 5] und Dr.Web [LINK 6]

empfehlen. Die Adware-Check-Funktion ist

üblicherweise auch in der

Gratisversion der entsprechenden

App enthalten.

Schlägt die Antiviren-App

Alarm, dann verzichten

Sie am besten auf die Installation.

Harmlose Anzeigennetzwerke

wie

Google-Anzeigen werden

von diesen Apps nicht als Gefahr eingestuft,

sodass falsche Alarme sehr selten sind.

Für Apps, die Sie regelmäßig benutzen,

empfehlen wir, ein paar Cent in die Hand zu

nehmen und die App zu kaufen. Langfristig

schonen Sie damit auch Ihren Geldbeutel,

weil die Werbung in den Apps maßgeblich

zum Datentraffic beiträgt und auch den Akku

des Handys schneller leert.

An den von der App verlangten Berechtigungen

lässt sich selten erkennen, ob Werbung

und wenn ja welches Werbemodul in

Abb. 3: Diese Werbung behauptet, einen Virus gefunden zu

haben. Bildquelle: [LINK 9].

Abb. 1: Werbung in der Gratisversion

einer App soll den Nutzer auch zum

Kauf animieren.

Android-user.de September 2013 85


Einsteiger

Werbenetzwerke

Abb. 4: Auf dem Homescreen platzierte Shortcuts, zum Beispiel das Market-Symbol, sind oft

absichtlich irreführend. Bildquelle: [LINK 10].

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30010

einer Gratis-App eingebunden ist oder gar

welche Praktiken es ausübt. In der Regel genügt

dazu die Internetberechtigung. Zum

Glück gibt es eine ganze Reihe Helferlein, die

eine entsprechende Inspektion auf dem Gerät

ermöglichen und Sie vor den möglichen Folgen

von Adware warnen.

Installierte Apps scannen

Für bereits installierte Apps empfiehlt sich

der Lookout Ad Network Detector [LINK 7]. Die

App ist zwar optisch kein großer Hingucker

und aktuell nur in Englisch verfügbar. Sieht

man von diesen beiden Dingen jedoch einmal

ab, handelt es sich hier um die Lösung

mit den detailliertesten Informationen zu den

einzelnen Werbenetzen. Sie listet nicht nur

auf, in welchen Apps sich welche Ad-Module

verbergen, sondern gibt auch Auskunft darüber,

was es mit diesen Modulen auf sich hat:

worauf sie zugreifen, wie die Daten übertragen

werden und ob es sich dabei um Adware

Abb. 5: Der Lookout Ad Network

Detector gibt detaillierte Informationen

zu Werbenetzwerken.

Abb. 6: Der AppBrain Ad Detektor

prüft Neuzugänge und Updates

automatisch bei der Installation.

oder ein eher harmloses Anzeigennetz handelt.

Bietet das jeweilige Netzwerk die Möglichkeit

des Opt-out an, wird auch das aufgeführt

und direkt verlinkt. Diese App von Lookout

wird allerdings nur aktiv, wenn der Anwender

explizit einen Scan durchführt.

Möchten Sie schon bei der Installation einer

App über Adware informiert werden, dann

benötigen Sie die komplette Lookout-App

„Security & Antivirus“.

AppBrain Ad Detektor

Möchten Sie keine Antiviren-Suite installieren,

sondern lediglich die neuen Apps auf

aggressive Anzeigen prüfen, dann empfehlen

wir den AppBrain Ad Detektor [LINK 8]: Sobald

eine neue App installiert (oder eine vorhandene

aktualisiert) wird, unterzieht er diese

einer sofortigen Prüfung. Dabei checkt die

App neben etwa enthaltenen Werbemodulen

auch die verlangten Berechtigungen. Ergibt

sich ein Verdacht, erfolgt eine Information in

der Benachrichtigungsleiste. Tippt man auf

diese Benachrichtigung, gelangt man zu den

Details, die das Problem erklären.

Zu jedem Modul gibt es auch eine kurze

Beschreibung – die allerdings bei Weitem

nicht an den Umfang von Lookout heranreicht.

Daher kann es sich durchaus lohnen,

beide Apps parallel zu nutzen: AppBrain für

den automatischen Check und Lookout für

detaillierte Informationen, wenn benötigt.

App löschen als Lösung

Wenn es eine Kaufversion ohne Reklame

gibt, ist es natürlich die naheliegendste Lösung,

die werbefreie App zu kaufen. Gibt es

keine Kaufversion, dann können Sie über

Google Play Kontakt zum Entwickler aufnehmen

oder bei Google Play

einen entsprechenden

Kommentar hinterlassen.

Unter Umständen waren

ihm die Nebenwirkungen

des gewählten Werbemoduls

ja gar nicht bewusst,

und der Entwickler setzt

bei einer neuen Version

auf ein anderes Anzeigennetzwerk.

Das dürften

aber die Ausnahmefälle

sein. In den meisten Fällen

ist deshalb das Löschen

von Apps mit aggressiven

Anzeigen die einzige Möglichkeit,

die störende Werbung

loszuwerden. Es gibt

ja so viele Alternativen bei

Google Play!

● ● ●

86

September 2013

Android-User.de


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Tipps & Tricks

Musik-Tipps

Audio-Tipps

In dieser Rubrik stellen wir euch jeden Monat neue Musik und kostenlose Downloads vor. Auf android-user.de

feiern wir jeden Freitag ein Album der Woche inkl. toller Verlosungen und weitere Spotify-Playlisten. Watch Out!

Christian Ullrich

MC Fitti:

#Geilon

MC Fitti klingt, wie Vodka-Brause

schmeckt. Klebrig süß und spritzig

prickelnd kickt er zwar kein

Alk, dafür aber die miesesten

Reime in Echtzeit. Kaum zu

glauben, dass ein Mensch

allein eine solche Dichte

an schlechten Wortspielen

erreicht. Kein Problem

für MC Fitti, der

auch musikalisch die

Grenzen des guten Geschmacks

auslotet.

Was sich liest wie ein

Verriss, soll genau das

Gegenteil sein, denn

einen bunteren Angriff auf Hipsterhausen gab

es selten. Und das im Miami-Vice-Retro-

Style samt Konfettiregen. Wer dennoch

sagt: „Der Typ geht gar nicht,“ hat natürlich

auch recht, denn MC Fitti polarisiert

mit jedem Reim. Aber erstens

ist „#Geilon“ edelster Trash,

und zweitens schmeckt

Vodka-Brause auch nicht

jedem. Video unter [LINK 1]

Genre: Trash / Konfetti

Für Fans von: Deichkind

Label: Styleheads Music

Oliver Rath

"Foto Still aus Videotrailer" credit by Samsung, Roc Nation, Universal

Jay-Z: Magna Carta... Holy Grail

Wer sein neues Album per Android App an

eine Million Samsung-Smartphones schickt,

und das nicht nur vor dem offiziellen Release,

sondern auch noch am Independence Day,

dem ist der Medientusch gewiss. Dieses

Album, schlicht „Magna Carta... Holy Grail“

genannt, ist aber auch ohne Promoblase ein

fantastisches. Der King des Rap jongliert mit

Styles und Beats und liefert einen groovenden

Wortstrom, der allen Kopfnickern die

Tränen in die Augen treibt. Überhaupt sind die

16 Tracks so abwechslungsreich wie unterhaltsam

und stehen daher im direkten Gegensatz zu

dem neuen Album von Kanye West. Das 12.

Album von Jay-Z ist zwar nicht sein bestes, aber

eines, das auf sehr hohem Niveau niemanden

enttäuschen wird. Der Titelsong, feat. Justin

Timberlake kann unter [LINK 2] gehört werden.

Genre: Rap / Hip-Hop

Für Fans von: Nas / J. Cole

Label: Def Jam

88 September 2013 Android-User.de


Musik

Abby: Friends & Enemies

Folgender schweren Aufgabe stellen sich

Abby: Wie kann es gelingen, als Indie Band

Songs für die Charts zu schreiben, ohne

sich selbst zu verraten? Das klingt bereits

im Ansatz nach kolossalem Scheitern. Je

schwerer die Aufgabe, desto größer aber

auch die Chance. Genau diese ergreifen

Abby und lassen auf „Friends & Enemies“

Musik entstehen, die die Balance zwischen

HiGHLight

Ohrwurmrefrains und cleveren Arrangements

findet und zur Meisterklasse führt.

Dabei mixen sie tänzelnde Beats mit Gitarren

zu clubtauglichen Indie-Pop-Hits, die so

klingen, wie sich barfuß durch die Wiese

rennen anfühlt – kurz bevor der überhitzte

Körper mit einem riesigen Platsch Abkühlung

im Badesee findet. Fantastisch!

Überzeugt euch unter [LINK 3].

Genre: Pop / Indie

Für Fans von: Snow Patrol / Elbow

Label: Island

Nicola Wöhrle

The Front Bottoms:

Talon Of The Hawk

Das Duo aus Amerika eröffnet

den Sommer mit

guter Laune, egal ob das

Wetter die Menschen

bei Sonne an die Seen

oder mit dem Schirm

durch den Regen

treibt. 44 Minuten lang

reihen sich Strophen

an Refrains und Geschichten an Melodien. Einmal

gehört, ist es kaum möglich, dem Charme

dieser Lieder nicht zu erliegen. Jedes einzelne

besticht durch Fröhlichkeit, die ausgehend von

den Herzen den Hörern ein Lächeln auf ihre Lippen

zaubert. Es beginnt mit dem mitreißenden

"Au Revoir" und zieht euch immer weiter bis an

den Ort, an dem der Überschwang ein Fest zu

euren Ehren schmeißt. The Front Bottoms sind

eine der größten Überraschung des Jahres!

Unter [LINK 4]findet sich das komplette Album

im Stream. Nicht verpassen!

Daughn Gibson:

Me Moan

Aus der Tiefe dringt die Stimme von

Daughn Gibson unter die Haut. Kraftvoll

und dunkel nimmt sie den Hörer

mit auf eine Reise durch ein Schattenreich

genannt „Me Moan“. Dorthin, wo

die Bassläufe wie ein mächtiger Strom

sachte durch die Landschaft fließen. Es

geht an verschiedenen Genres vorbei, aber

immer in Sichtweite zum Blues. Hier eine

Country-Steel-Guitar, dort eine irische Flötenmelodien

und zwischendrin schleppende

Beats, die das unsterblich schöne Timbre

Daughn Gibsons durch seine Schatten tragen.

Ein Video findet sich unter [LINK 5].

Genre: Indie / Blues

Für Fans von: Mark Lanegan / Nick Cave

Label: Sub Pop

Genre: Indie / Sommer / Rock

Für Fans von: The Weakerthans / The Thermals

Label: Bar None Records

Jacek Poremba

Android-user.de September 2013

89


Eliot Lee Hazel

Moderat: II

Moderat verkabeln Kopf, Herz und Beine und führen alle drei

harmonisch in einen rhythmischen Traum aus Tanz und

Melancholie. Die Supergroup, bestehend aus Modeselektor

und Apparat, errichtet mit ihrem zweiten Album „II“ ein Monument

aus Synthesizern und Drum Maschines. Tiefgehend

und einfühlsam kreieren sie eine perfekte Klangkulisse aus

Beats und Basslines, die anhand ihrer schlichten Größe

nicht nur die Räume der Clubs füllt, sondern auch in die

Köpfe Ihres Publikums dringt Die hier dargebotenen Tracks

sind nichts weniger als elektronische

Wunder, die zu Tränen rühren. Ob

der Melancholie oder der Euphorie

wegen? Wer weiß das schon. Das

fantastische „Bad Kingdom“ samt Video unter [LINK 6]

Genre: Elektronika / Pop

Für Fans von: Trentemøller / Pantha Du Prince

Label: Monkeytown

Pfadfinderei

Universal Music

White Lies: Big TV

Auf dem dritten, „Big TV“ betitelten Album gelingt

den White Lies die Perfektion ihres Sounds an der

Schnittstelle zwischen hymnischem Pop und melancholischem

Post Punk. Gitarren und Synthesizer bestimmen

die Atmosphäre der Lieder, die abwechselnd

vom Schlagzeug getrieben oder in Sphären

schwebend erklingen. Die kraftvolle Stimme leitet

durch Melodien, die sich wie Balsam über den Hörer legen. Wie das Album

entstand, erfahrt ihr in dem Video unter [LINK 7]

Genre: Pop / Post Punk

Für Fans von: Hurts / The Killers

Label: Universal

ALLE

Links>

www.android- user.de/qr/29680

Patrice

Patrice veröffentlicht am 30.08. sein

neues Album „The Rising Of The

Son“. Als Appetizer gibt es den Opener

„Alive“ unter [LINK 8] zum kostenlosen

Download. Mehr zum Album der

nächsten Ausgabe.

Download

TIPPs

CRO

Das letzte Jahr

war sehr aufregend

für CRO.

Seine Fans bescherten ihm Charts-Triumphe

und gefeierte Konzerte. Als kleines Dankschön

schenkt er seinen Fans sein neues Album mit

dem Namen „Sunny“. [LINK 9]

Genre: Reggae

Genre: Rap

90

September 2013

Android-User.de


Musik

pakhnyushchyy, 123RF

01 In The Sun

She&Him

02 Island In The Sun

Weezer

03 The Sun Is Shining

Bob Marley

04 Run To The Sun

N.E.R.D.

05 Who Loves The Suns

The Velvet Underground

06 Hangin In The Sun

Timid Tiger

07 Seasons In The Sun

Me First And The Gimme Gimmes

08 Sun Hits The Sky

Supergrass

09 Put The Sun Back

The Coral

10 Tropical Sun

Flume

11 Sun

Caribou

Zooey Deschanel (New Girl)

kann auch singen!

Der Indie-Sommerhit

schlechthin

12 When The Sun Goes Down

Arctic Monkeys

PlayList

Der Sommer groovt

Der Klassiker im

Punk-Gewand

Luftig-leichter 60ies-Pop

Entspannter Elektro-Hit

Neues Album AM im September

Ferienzeit. Ob auf Balkonien oder an

den Stränden der Welt, wir bieten mit

dieser Spotify Liste einen sommerlichen

Mix für Sonnenstunden und Grillabende,

oder gegen den Frust der Autokolonnen

auf dem Weg in den Süden. Unter [LINK 10]

findet ihr die Musik. Viel Spaß beim

Hören!

Google Play Store

Album-Empfehlungen

1. CRO

Hitalbum + 5 neue Tracks

2. Alicia Keys

Auch Live unschlagbar

3. Robin Thicke

Cooler geht nicht

4. Mayer Hawthorne

Luftig leichter Soul

5. Wax

Beats, Sommer & „Rosana“

Android-user.de september 2013 91


Tipps & Tricks

Tipps & Tricks

Kleine Tipps mit großer Wirkung

Tipps für

alle Fälle

tele52, 123RF

In dieser Rubrik zeigen wir Ihnen Tricks, die das

Arbeiten und Spielen mit Ihrem Android-Gerät

ein facher und angenehmer machen oder einfach

nur cool sind. Christoph Langner

Abb. 1: Die Google-Suche sollte

nur die Kataloge durchsuchen, die

Sie auch wirklich benötigen.

Langsame Suche

Bei der Suche über die permanent

sichtbare Google-Suchleiste am

oberen Rand eines jeden Homescreens

wird nicht nur der Webkatalog der

Suchmaschine durchstöbert. Android durchsucht

zudem Ihre Bookmarks, Ihre Kontakte,

Google Music und Videos oder auch die auf

dem Handy installierten Apps nach dem eingegebenen

Begriff. Die tiefgreifende Suche

hat jedoch negative Auswirkungen auf die

Performance. Im Netz beklagen sich zahlreiche

Android-User über das träge Erscheinen

von Suchtreffern.

Um die Google-Suche zu beschleunigen,

können Sie die Anzahl der zu durchsuchenden

Kataloge reduzieren. Öffnen Sie dazu die

Abb. 2: Tippen Sie auf das Info-I,

um Google Now mit anderen Verkehrsmitteln

planen zu lassen.

Abb. 3: Google Now leitet Sie mit

dem Auto, den Öffentlichen, zu Fuß

oder auch per Fahrrad zum Ziel.

Suche durch einen Fingerzeig auf die Suchezeile,

und berühren Sie die Menütaste Ihres

Androiden oder die virtuelle Taste mit den

drei vertikalen Punkten ganz unten, um die

Einstellungen zu öffnen. Unter Suche im

Telefon wählen Sie nun die Kataloge ab, die

Sie selten oder nie benötigen. Danach sollte

die Suche wieder flüssiger funktionieren.

Wetter im Kalender (S4)

Sie haben sich für Ende der Woche

zum Golfen verabredet, möchten

aber vor der festen Terminzusage

sehen, ob das Wetter weiter so gut bleibt?

Besitzer eines Samsung Galaxy S4 müssen

dazu nicht auf die Wetternachrichten im TV

warten oder eine Wetter-App starten. Für

bessere Übersicht integriert

Samsung eine praktische

Wettervorschau direkt in den

hauseigenen Terminakalender

„S Planner“.

Öffnen Sie dazu den „S

Planner“ aus der App-Schublade,

und rufen Sie über den

Menübutton die Einstellungen

auf. Dort aktivieren Sie nun

Accu Weather, das Sie auch

im Play Store finden [LINK 1],

und wählen die Option Wetter

der nächsten Tage im Kalender

sehen. Ausgehend von

Ihrem aktuellen Standort

zeigt der Kalender nun direkt

das Wetter an. Ihr Tag auf

dem Golfplatz kann also getrost

kommen, sofern die

Aussichten sonnig sind.

92

September 2013

Android-User.de


Tipps & Tricks

Tipps & Tricks

Die Funktion steht jedoch nur auf dem

Samsung Galaxy S4 zur Verfügung. Andere

Samsung-Handys – selbst solche mit aktueller

Firmware auf Basis von Android 4.2.2 –

beherrschen die neue Funktion noch nicht.

Google Now

Google Now informiert über die Verkehrslage

auf dem Weg von bzw.

zur Arbeit. So sehen Sie gleich, ob

es auf der Strecke Stau gibt. Dumm nur,

wenn Sie mit dem Rad oder den öffentlichen

Verkehrsmitteln fahren. Da interessiert die

Verkehrslage auf den Straßen nur wenig.

Google Now nimmt von Haus aus an, dass

Sie mit dem Auto unterwegs sind. Zum Ändern

des Verkehrsmittels müssen Sie auf das

mit dem Pfeil markierte kleine Info-I tippen.

Anschließend öffnet sich unter der Karte ein

Dialog, über den Sie den Ort und das Verkehrsmittel

bearbeiten können.

Zur Auswahl stehen das Auto, öffentliche

Verkehrsmittel, das Fahrrad oder für Fußgänger

auch der Fußweg. Abschließend berechnet

Google Now die Route und die Fahrtdauer

entsprechend Ihrer Wahl neu. Daten

zum Nahverkerhr gibt es jedoch nur in wenigen

deutschen Städten. Google führt [LINK 2]

hier lediglich die Großstädte Berlin, Dortmund,

Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt,

Hamburg, Köln und München auf.

Das Handy als Webcam

Nachdem nun bereits die ersten

User die dritte oder vielleicht gar

schon die vierte Android-Generation

als täglichen Begleiter in den Händen

halten dürften, erscheint es nicht all zu verwunderlich,

dass die ersten

Android-Geräte vielerorts im

Dunkel einer Schreibtischschublade

liegen bleiben.

Hauchen Sie diesen Geräten

doch wieder etwas Leben

ein, vielleicht als günstige

IP-Webcam. Mit der kostenlosen,

aber werbefinanzierten

App IP Webcam [LINK 3]

machen Sie ein Android-

Handy zu eben dieser.

In den Einstellungen der

App legen Sie die Auflösung

und die Bildqualität fest.

Auch Zugangsdaten lassen

sich hinterlegen. Wer die

Handy-Webcam durch eine

Portweiterleitung auch über

das Internet erreichbar machen

möchte, kann den Port

Abb. 5: Mit Call Lock müssen Sie

ausgehende Telefonate per Muster

oder Wischgeste bestätigen.

bestimmen. Den Dienst starten Sie letztendlich

über Start server ganz am Ende der Liste.

Über Ihren PC rufen Sie abschließend unter

http:// ip. des. handys:8080 die Weboberfläche

der IP-Webcam auf. Das Kamerabild übertragen

Sie dann über ein Java-Plugin in den

Browser, per VLC oder auch per Webcam-

Modul direkt an Videochat-Programme wie

Skype oder auch Google Hangouts.

Call Lock

Ungewollte Anrufe können richtig

ins Geld gehen. Ein stundenlanges

Hosentaschengespräch in ein fremdes

Netz – oder noch schlimmer: ein ungewolltes

Gespräch während der Urlaubsreise

im nicht-europäischen Ausland – gräbt ein

tiefes Loch in den Geldbeutel. Damit das

Handy nicht sofort wählt, wenn Sie aus Versehen

einen Anruf starten, gibt es im Play

Store diverse „Call Confirm“-Apps.

Aus der angebotenen Vielfalt gefällt der

Android-User-Redaktion die kleine App Call

Lock [LINK 4] am besten. Einmal

installiert, müssen Sie

einen Anruf per Wischgeste

oder Bildschirmmuster bestätigen

– genauso, wie Sie

es schon vom Lockscreen

kennen. Besonders bei der

zweiten Option besteht

kaum mehr eine Gefahr,

dass sich das Handy bei zu

spät aktivierter Bildschirmsperre

selbstständig macht.

In den kompakten Optionen

von Call Lock müssen Sie

zwar mit ein paar Worten

Chinesisch leben, doch die

App kommt kostenlos, ohne

Werbung, ohne Pro-Version

und ohne das Verlangen

nach umfassenden Rechten

auf Ihr Handy.

● ● ●

Abb. 4: Die IP-Webcam übermittelt

das Bild der Handykamera als Videostream

auf einen Desktop-Computer.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30006

Android-user.de September 2013 93


Tipps & Tricks

Tipps rund um Google Maps

Timea Cseke, 123RF

Google Maps lässt

sich intuitiv bedienen.

Doch ein paar Tricks

sind gut verborgen.

Wir zeigen Ihnen versteckte

Funktionen und

Tipps zu Google Maps.

Christoph Langner

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30171

Tipps und Tricks zum neuen Google Maps

Kartentricks

Abb. 1: Die Option, Kartenausschnitte

zu speichern, wurde im

neuen Maps nachgerüstet.

Abb. 2: Das neue Google Maps

bietet nun keinen Weg mehr an,

die Offline-Karten zu verwalten.

Offline Karten

Als Google das Update auf

die neue Maps-Version in den

Play Store stellte, äußerten viele User

ihren Unmut: „Keine Offline-Karten mehr?“

In der Tat, der Menüpunkt zum Herunterladen

der Karte fehlte in Google Maps 7.0, nur

durch einen versteckten Trick [LINK 1] ließ sich

der aktuelle Kartenausschnitt komplett in

den Cache der Anwendung laden. Dazu

mussten User „OK Maps“ als Begriff in die

Suchleiste eingeben – intuitiv war das natürlich

höchstens für Google-Glass-Nutzer.

Ein schnell nachgeschobenes Update auf

Maps 7.0.1 liefert die vermisste Funktion nun

wieder in Teilen nach. Zum Speichern der

aktuellen Karte tippen Sie in das Bild, holen

die Detailkarte vom unteren Rand in den Vordergrund

und scrollen auf dieser ganz nach

unten, bis Sie das Feld Make this map area

available offline sehen.

Im Gegensatz zur alten Version bietet

Maps keinen Dialog mehr, um diese Offline-

Karten zu verwalten. Zum Leeren des Speichers

müssen Sie in den Android-Einstellungen

unter Apps verwalten den Eintrag zu

Maps antippen und dort die Daten löschen.

Nach wie vor braucht Maps für Routings und

Adresssuchen eine Internetverbindung.

Step by step

Während der gesamten Navigation folgt

Ihnen der kleine Richtungspfeil als Symbol

für Ihre Position auf der Karte. Fahren Sie

durch die verwinkelten Gassen einer Großstadt,

ist es aber praktisch, auch einmal

einen Blick voraus werfen zu können. Dazu

verschieben Sie einfach per Fingerzeig die

Karte entlang der blau gefärbten Route, oder

Sie wischen am oberen Rand die Abbiegehinweise

nach links oder rechts. Die Navigation

springt dann umgehend zu den nächsten

Kreuzungen. Ein Tipp auf Fortsetzen bringt

Sie zur Ihrer aktuellen Position zurück.

Mehr Überblick

Der kleine Kompass in der rechten oberen

Ecke im Navigationsmodus ist mehr als nur

ein schmuckes Zierwerk

Dahinter verbirgt sich eine

sehr praktische Funktion:

Ein Tipp auf die Kompassnadel

schwenkt von einer

schrägen Perspektive auf

die Ansicht senkrecht von

oben nach unten.

Das Feature erweist sich

meist dann als besonders

nützlich, wenn Sie die

Google-Navigation nur als

Staumelder mitlaufen lassen

und den Weg schon

kennen. So sehen Sie

schnell, wo sich auf Ihrer

Strecke ein Verkehrsstau

anbahnt, und ob es sich

vielleicht lohnt, frühzeitig

einen anderen Weg zu

wählen.

94

September 2013

Android-User.de


Tipps & Tricks

Tipps rund um Google Maps

Wie lange noch?

In der Standardeinstellung zeigt Ihnen die

Navigation am unten Rand an, wie lange Sie

noch zum Ziel brauchen. Die Farbe der

Schrift symbolisiert die Verkehrslage. Ein

grünes „3 h 26 min“ signalisiert Ihnen freie

Fahrt. Wechselt die Farbe zu Orange, haben

Sie zähfließenden Verkehr vor sich, rote

Schrift bedeutet schließlich Stau.

Um zu wissen, zu welcher Uhrzeit Sie ankommen

werden, müssen Sie nicht im Kopf

die restliche Fahrzeit zur aktuellen Uhrzeit

addieren. Tippen Sie einfach auf die Zeitangabe.

Damit wechseln Sie zwischen der restlichen

Fahrzeit bis zum Ziel, der Ankunfszeit

und der Angabe über die Restkilometer.

Abfahrtszeiten

Vor einer Bahnfahrt möchten die meisten

Reisenden wohl eher wissen, wann Sie sich

auf den Weg machen müssen, um zu einer

bestimmten Uhrzeit anzukommen, als dass

Sie zu einem exakten Zeitpunkt unbedingt

losfahren wollen.

Tippen Sie daher bei der Navigation mit öffentlichen

Verkehrsmitteln auf das Feld mit

der Abfahrtszeit unter den Ortsangaben. Im

anschließenden Dialog legen Sie fest, wann

Sie starten oder ankommen möchten oder

können unter dem Reiter Letzte nachsehen,

wann die letzte Verbindung zum Ziel besteht.

Zoom per Doppeltipp

Als Smartphone-User sind Sie es gewohnt,

mit der Pinch-und-Zoom-Geste Ausschnitte

zu vergrößern oder zu verkleinern. Maps legt

Sie nicht auf diese Geste fest, sondern zoomt

auch, wenn Sie in kurzer Folge doppelt auf

die Karte tippen und den Finger beim zweiten

Mal auf dem Display lassen. Ziehen Sie

nun nach oben oder unten, zommen Sie in

die Karte hinein beziehungsweise aus ihr

heraus. So klappt das Zoomen auch, wenn

Sie das Handy in einer Hand halten und nur

mit dem Daumen bedienen.

Mautstraßen vermeiden

In Deutschland müssen Autofahrer nur an

wenigen Brücken oder Tunneln Mautgebühren

befürchten. Autobahnen kosten noch

keine Gebühren. Im europäischen Ausland

dagegen müssen Sie fast überall den Geldbeutel

zücken. In den Routenoptionen wählen

Sie vor Start einer Navigation, ob Sie

Autobahnen oder Mautstraßen vermeiden

möchten, in Frankreich geht es dann etwa

über die Routes Nationales fast genauso

schnell. Speziell für Cabrio- oder Motorradfahrer

ist die erste Option bei einer Spritztour

durchs Grüne keine unwichtige Funktion.

Schütteln für Feedback

Trotz seiner Größe und Marktmacht ist

Google bei Maps auf uns Android-User angewiesen.

Nur wir sind jeden Tag auf der

Straße und entdecken Fehler in der Karte,

falsche Informationen zu Orten oder auch

Probleme mit der Maps-App an sich.

Um Google ein Problem mitzuteilen, nehmen

Sie Ihr Handy sicher in die Hand und

schütteln es. Maps wird auf das Schütteln reagieren

und Sie fragen, ob Sie eine kurze

Feedback-Meldung verfassen möchten. Die

Schüttelfunktion lässt sich aber auch in

Einstellungen via Zum Senden von Feedback

schütteln deaktivieren.

● ● ●

Abb. 3: Per Wischgeste in den Abbiegehinweisen

können Sie von Kreuzung

zu Kreuzung springen.

Abb. 4: Nach dem Tipp auf das

kleine Kompasssymbol blicken Sie

senkrecht auf die Karte hinab.

Abb. 5: Bestimmen Sie Ankunftsoder

Abfahrtszeit, oder suchen Sie

die letzte Verbindung heraus.

Abb. 6: Besonders Cabrio- oder

Motorradfahrer dürften die Fahrt

auf Landstraßen bevorzugen.

Abb. 7: Sind Sie der Meinung, dass

bei Maps etwas nicht stimmt,

geben Sie per Schütteln Feedback.

Android-user.de September 2013 95


Tipps & Tricks

PC-Tastatur

Die Android-Tastatur mit Zahlen und Sonderzeichen

Extra-

Tasten

Sie tippen unter Android

oft Zahlen und Sonderzeichen?

Nervt es Sie,

dafür immer in die

zweite Ebene zu schalten

oder Tasten länger

gedrückt zu halten?

Dann schalten Sie doch

zum PC-Layout um!

Christoph Langner

Das Android-Keyboard ist gegenüber

einer herkömmlichen Tastatur

für den klassischen Desktop-

PC kräftig reduziert. In der

Grundeinstellung gibt es keine Extratasten

für Zahlen oder Klammern, auch sämtliche

Sonderzeichen müssen über die durch die

[?123]-Taste einblendbare zweite Ebene des

Keyboards eingegeben werden. Tippen Sie

mehr als nur kurze Nachrichten in Messengern

oder Chat-Programmen, beeinträchtigt

die Reduktion auf das Nötigste Ihre Schreibgeschwindigkeit

spürbar.

Platz ist ein knappes Gut

Auf Smartphones mit kleinen Bildschirmen

ist diese Reduktion durchaus sinnvoll. Selbst

auf den aktuell angesagten Tophandys mit

bis zu sechs Zoll großen Bildschirmen ist die

Displayfläche ein knappes Gut. Auf einem

Android-Tablet könnten jedoch zusätzliche

Tasten durchaus ein Plätzchen finden, Raum

auf dem Display ist ja eigentlich genügend

vorhanden.

Die seit kurzem auch als eigenständige

App verfügbare Originaltastatur von Google

Abb. 1: Zahlen und Sonderzeichen fehlen auf der

herkömmlichen Android-Tastatur aus Platzgründen.

[LINK 1] lässt sich dazu in einen PC-Modus

versetzen. In diesem blendet das Keyboard

die Zahlentasten wie auf einem PC als eigene

Reihe über den Buchstaben ein, die gebräuchlichsten

Sonderzeichen sind dann

auch ohne Umwege erreichbar.

Die Installation spezieller Keyboards, wie

etwa dem Hacker’s Keyboard [LINK 2], erübrigt

sich damit wahrscheinlich. Das Swypen von

ganzen Wörtern und andere Stärken und

So geht's

So aktivieren Sie Schritt für Schritt das PC-Layout der Android-Tastatur.


Tipps & Tricks

PC-Tastatur

Dvorak und Colemak

Es mag verwirrend klingen, aber das QWERTZ-

Tastaturlayout wurde in Zeiten der guten alten

mechanischen Schreibmaschine so gestaltet,

dass häufig benutzte Tasten nicht nebeneinander

liegen. Das reduziert die Tippgeschwindigkeit

und verhindert, dass sich die Typenhebel

der Maschine verhaken. In Zeiten moderner

Computertastaturen ist die QWERTZ-Belegung

daher eigentlich nicht mehr zeitgemäß,

schließlich gibt es beim PC oder auch Handy

keine sich verheddernden Hebel mehr.

Seit längerer Zeit gibt es daher Ideen, wie man

das Tippen durch eine bessere Wahl der Tastenanordnung

beschleunigen könnte. Das Ergebnis

sind dann Layouts wie Dvorak oder auch

die jüngere Colemak-Belegung. Diese Layouts

bietet Android auch als Eingabestil an. Beide

Anordnungen versprechen eine deutliche Beschleunigung

der Tippgeschwindigkeit. Geübte

Tipper müssen sich jedoch in die neuen

Layouts intensiv einarbeiten – ein Grund dafür,

dass alternative Tastaturbelegungen nach wie

vor eher eine Randerscheinung sind.

Komfort-Features des Google Keyboards bleiben

auch im PC-Modus weiterhin erhalten.

Das PC-Layout aktivieren

Um den Modus zu aktivieren, müssen Sie

die Android-Tastatureinstellungen über einen

längeren Druck auf die [Komma]- oder

[Mikrofon]-Taste öffnen. Alternativ erreichen

Sie den Dialog über Einstellungen | Sprache

& Eingabe und das Regler-Icon neben der

Android-Tastatur. Dort klicken Sie sich über

Erweiterte Einstellungen zu den Benutzerdefinierten

Eingabestilen durch.

In diesem Menü legen Sie über den Button

Stil hinzufügen am unteren Bildschirmrand

einen neuen Eingeabestil an. Als Sprache

wählen Sie anschließend Deutsch aus, beim

Layout suchen Sie den Eintrag PC aus der

Auswahl heraus.

Im letzten Schritt muss der Stil von Ihnen

noch aktiviert werden. Wählen Sie dazu die

Systemsprache ab, und aktivieren Sie Deutsch

(PC) als Eingabemethode. Wenn Sie die Option,

zum schlankeren Android-Layout zurückzukehren,

behalten möchten, dann markieren

Sie zusätzlich den Eintrag Deutsch.

Nützlich im Querformat

Über das Globus-Symbol links neben dem

Leerzeichen wechseln Sie nun je nach Bedarf

zwischen dem erweiterten PC-Layout und

der schlankeren herkömmlichen Android-

Tastatur ohne Extratasten.

Besonders sinnvoll ist das erweiterte PC-

Layout natürlich für Android-User, die gerne

im Querformat mit zwei Daumen längere

Texte schreiben. Dabei fällt es weniger ins

Gewicht, dass die Tasten ein klein wenig

kleiner dargestellt werden. Auch die beiden

Shifttasten unter jedem Daumen kommen in

diesem Fall eher zum Einsatz.

● ● ●

Abb. 2: Das PC-Layout mit den zusätzlichen

Tasten eignet sich besonders

für die Darstellung im Querformat.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30114

September 2013

97


Tipps & Tricks

Geräteadministrator

Apps mit Administratorrecht löschen

Geräteadmin

Manche anfänglich noch so coole App entpuppt sich später als Niete,

oder man merkt, dass man sie nie wirklich gebraucht hat. Sie öffnen

also die App-Übersicht oder die Einstellungen und möchten sie wieder

löschen. Doch was tun, wenn sich die App einfach nicht deinstallieren

lassen will? Marcel Hilzinger

Es gibt unter Android Apps, die sich

nicht mehr löschen lassen. Dabei

handelt es sich üblicherweise um

Programme, die vom Hersteller fest

in die Firmware verbaut wurden und sich

deshalb nicht entfernen lassen. Bei den meisten

Handys und Tablets sind das zum Beispiel

Google Play, Gmail und weitere Google-

Apps, aber je nach Hersteller gehören auch

andere Apps dazu, wie 7digital oder bild.de.

Diese Apps erkennen Sie daran, dass sie

auch dann funktionieren, wenn Sie das

Handy im abgesicherten Modus booten

[LINK 1]. Zudem finden Sie in den App-Einstellungen

zu solchen Apps keinen Button zum

Löschen sondern lediglich die Möglichkeiten

Deaktivieren und Updates deinstallieren.

Daneben gibt es bislang eine einzige

Schadsoftware, die sich ohne Rootrechte

nicht löschen lässt, weil sie eine Sicherheitslücke

in Android ausnutzt, um in der Liste

der Apps nicht aufzutauchen. Dieser von

Kaspersky Obad.a getaufte Trojaner [LINK 2] ist

aber zum Glück nicht weit verbreitet. Alle

anderen Apps lassen sich auch ohne Rootrechte

deinstallieren, wenn man weiß, wie.

98

September 2013

Android-User.de


Tipps & Tricks

Geräteadministrator

Apps als

Administrator

Probleme bereiten üblicherweise

die Apps, die

beim Start oder bestimmten

Funktionen darum bitten,

mit den Rechten des

Geräteadministrators ausgeführt

zu werden. Diese

Berechtigung benötigen

Sicherheits-Apps, die das

Gerät sperren oder auf die

Werkseinstellungen zurücksetzen

möchten, wie

zum Beispiel die in dieser

Ausgabe von Android User

getestete App Norton

Mobile Security. Aber

auch, um scheinbar einfache

Dinge wie die Displaysperre

zu verändern, benötigt

eine App Zugriff als Geräteadministrator.

Auch die Wi-Fi-Zugänge zum Eduroam-Netzwerk

und die meisten Exchange-Konten bzw.

die entsprechenden Apps brauchen Rechte

als Geräteadministrator.

Wie bei den gewöhnlichen Apps gibt es

auch bei den Geräteadministratoren unterschiedliche

Rechte. Während Shake Me lediglich

die Displaysperre aktivieren möchte,

verlangt zum Beispiel Norton Mobile Security

auch die folgenden Rechte:

• Alle Daten löschen

• Passwort zum Entsperren des Displays

ändern

• Passwortregeln festlegen

• Versuche zum Entsperren des Displays

überwachen

• Display sperren

Generell empfiehlt es sich, bei der Bitte um

Aktivierung als Geräteadministrator immer

ganz genau hinzuschauen. Apps, die niemals

Geräteadmin-Rechte benötigen sollten, sind

zum Beispiel Spiele, Widgets, Hintergrundbilder,

Klingeltöne und Launcher. Apps mit

Geräteadministratorrechten haben immer

einen Sicherheitsbezug.

Abb. 1: Diese Meldung weist ganz

klar darauf hin, dass die App als

Geräteadmin zugelassen wurde.

Geräteadministator

aufheben

Lässt sich eine App über die üblichen Wege

nicht löschen (im App-Drawer nach oben

ziehen, über die Android-Einstellungen),

dann wechseln Sie in die Einstellungen von

Android und suchen hier im Menü Sicherheit

den Eintrag Geräteadministratoren. Auf HTC-

Geräten fehlt der Eintrag komplett, wenn

keine App mit Geräteadministator-Rechten

aktiviert ist (siehe Kasten). Hier finden Sie

Abb. 2: Die App Shake Me möchte

als Geräteadministrator aktiv werden,

um das Display zu sperren.

nun die App bzw. eventuell auch weitere

Apps. Entfernen Sie die Checkbox vor dem

Eintrag, und bestätigen Sie den Dialog mit

Deaktivieren. Die App muss sich nun problemlos

löschen lassen. Klappt es noch immer

nicht, kontaktieren Sie uns per Mail an die

Adresse redaktion@android‐user. de oder via

Google+/​Facebook. Sie haben dann ziemlich

sicher ein Sicherheitsproblem entdeckt.

Fazit

Seien Sie immer skeptisch, wenn sich eine

App als Geräteadministrator eintragen will.

Es könnte sich dabei auch um Malware handeln,

die einen Lockscreen installiert, der

sich nur gegen Bezahlung wieder entsperren

lässt. Schauen Sie bereits bei der Installation

genau hin, dann gibt es auch beim Löschen

keine bösen Überraschungen.

● ● ●

Hilfe, es gibt keinen Admin

Das Konzept der Geräteadministratoren wird

oft missverstanden und auch von den Android-

Herstellern unterschiedlich umgesetzt. Das

Wichtigste: Es gibt unter Android keinen klassischen

Administrator, wie Sie ihn zum Beispiel

von Windows, Linux oder Mac OS her kennen.

Als Geräteadministatoren kommen nur Apps

zum Einsatz, keine Personen. Eine weitere

wichtige Besonderheit betrifft Smartphones

und Tablets von HTC. Hier ist der Menüpunkt

unter Sicherheit schlicht nicht sichtbar, solange

sich keine App als Geräteadministator registriert

hat. Es ist also kein Fehler oder Problem,

wenn dieser Eintrag auf Ihrem HTC-Smartphone

fehlt, sondern lediglich ein Hinweis

darauf, dass Sie auf Ihrem Handy keine Apps

als Geräteadministrator registriert haben.

Alle

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www.android- user.de/qr/29984

Android-user.de September 2013 99


PowerUser

MIUI für das Nexus 4

MIUI Custom-ROM für das Nexus 4 installieren

My Miui

MIUI ist ein Custom-

ROM der ganz besonderen

Art. Beim stark an

iOS angelehnten

Design scheiden sich

die Geister – entweder

man liebt es oder man

hasst es. Tatsache ist

jedoch, dass das ROM

viele Funktionen mitbringt,

die man bei

anderen ROMs vergeblich

sucht.

Simon Vetter

MIUI [LINK 1] ist eine alternative

Firmware für Android-Geräte,

die vom chinesischen Smartphone-Hersteller

Xiaomi Tech

[LINK 2] entwickelt wurde. Das UI im Namen

steht für Benutzeroberfläche (engl. user interface),

und das MI bedeutet laut Firmenchef

Mobile Internet und Mission Impossible.

Dieses Custom-ROM zeichnet sich vor

allem durch sein Design, die außergewöhnliche

App-Anordnung direkt auf den Homescreens

und seine kleinen, aber feinen Zusatzfunktionen

aus. Viele Neuerungen in der

Android-Welt waren zuerst bei MIUI zu bewundern,

etwa die Schnellsteuerung von Gerätefunktionen

über Panel in der Benachrichtigungsleiste.

Für das Unternehmen Xiaomi

Tech war die Software ein so großer Erfolg,

dass es seit 2011 auch Smartphones mit vorinstalliertem

MIUI anbietet. Das aktuelle Modell

Xiaomi MI-2 ist dem Nexus 4 dank seines

Snapdragon S4, 2 GB RAM und der Adreno-320-GPU

technisch sehr ähnlich. Die

aktuellste Version ist die auf Android Jelly

Bean basierende Version MIUI v5.

Was macht MIUI besonders?

Bei MIUI spielt das Design eine wichtige

Rolle. Wer zum ersten Mal die Homescreens

sieht, wird feststellen, dass die Farben deutlich

auffälliger und frischer sind als etwa

beim Vanilla Android und eine gewisse Ähnlichkeit

mit iOS aufweisen.

MIUI bringt auch eigene Widgets mit sich,

etwa für die Uhr oder den Taskmanager. Das

Design zieht sich wie ein roter Faden durch

alle Ebenen durch, vom Homescreen bis zu

den Schnelleinstellungen oder dem Menü.

Und wer das Standarddesign nicht mag, öffnet

einfach die Theme-App. Dort erhält man,

nach kurzer Registrierung bei Xiaomi, Zugriff

auf viele Designs für MIUI. Eine große

Sammlung kostenloser Themes für MIUI v5

findet sich auch auf der offiziellen Webseite

miui.com [LINK 3].

Ein besonderes Kennzeichen von MIUI ist,

dass es keine Trennung von Homescreen und

App-Drawer gibt. Durch dieses Feature eignet

sich die ROM weniger für Poweruser, die auf

jedem Homescreen ein anderes Widget abgelegt

haben, dafür umso mehr für denjenigen,

der seine Apps sofort im Blick

haben möchte. Die Anwendungen

erscheinen alle auf

den Homescreens. Beachtenswert

ist, dass die Icons

der Uhren-App und des Kalenders

die aktuelle Uhrzeit

oder den Tag anzeigen.

Was für den einen Anwender

sehr ungewohnt

ist, erinnert den anderen

wieder an iOS, wo es ebenfalls

keinen App-Drawer

gibt. Das erleichtert aber

vielen Nutzern den Umstieg.

Bei vielen Apps ist es

hilfreich, sie etwas zu sortieren.

Dafür bietet auch

der MIUI-Launcher die Unterstützung

von Ordnern

an. Um einen Ordner anzulegen,

muss nur ein App-

Icon lange gedrückt und

auf ein zweites App-Icon

gezogen werden.

100

September 2013

Android-User.de


Zusätzliche Apps

MIUI beinhaltet auch nützliche System-Apps.

Neben den klassischen Apps wie Sprachrekorder

und Taschenlampe sind Anwendungen

für die Sicherheit und Privatsphäre

dabei: Eine eigene Back-up-App sichert System,

Anwendungen und Konten, mit Password

lässt sich der Sperrbildschirm schützen,

und auch eine Antivirus-App ist im ROM enthalten,

die aktuell aber noch mit Problemen

zu kämpfen hat.

Ein spannender Ansatz ist der Gastmodus.

Wird er aktiviert, dann werden private Daten

wie Fotos oder Notizen nicht angezeigt. Leider

werden Apps wie WhatsApp und Gmail

noch nicht unterstützt. Sollten diese Anwendungen

auch gesperrt werden, würde sich

der Gastmodus hervorragend eignen, um das

eigene Handy unbesorgt anderen Nutzern in

die Hände geben zu können, um etwa Funktionen

zu zeigen.

Mit der Anwendung Permissions werden

nicht nur die Root-Rechte verwaltet, sondern

es können auch alle anderen Berechtigungen

von Apps angezeigt und entzogen werden.

So ist es beispielsweise sehr einfach zu

sehen, welchen Apps es erlaubt ist, SMS zu

versenden. Soll einer App dann die entsprechende

Berechtigung entzogen werden, ist

auch das schnell erledigt. Hinter dieser MIUI-

App steckt übrigens das Know-how des LBE

Privacy Guards, also kein Unbekannter in Sachen

Anwenderschutz.

MIUI für das Nexus 4

Von MIUI v5 gibt es mehrere Versionen für

das Nexus 4. Die wichtigsten kommen von

Miuiandroid.com, zwei Entwicklern im xdadevelopers-Forum,

Miui-germany.de

und der offiziellen

Seite Miui.com. Die letzten

beiden Versionen unterscheiden

sich nur in dem zusätzlichen

Sprachpaket (deutsch),

welches Miui-germany.de in

die offiziellen Miui.com-

ROMs einbaut. Bei Miuiandroid

handelt es sich hingegen

um ein wirklich anderes

ROM. Dessen Code ist allerdings

nicht sehr schlank, da

auch Miuiandroid auf der

Miui.com-Version aufbaut

und diese mittels eigener Programme

erweitert, wobei

etwa Strings in die Apps geraten,

welche nicht gebraucht

werden und das ROM unnötig

vergrößern.

Abb. 2: Der Standard-Homescreen

unter MIUI mit dem enthaltenen

Uhrenwidget.

Aus eigener Erfahrung raten wir zu einer der

beiden im xda-Forum erhältlichen Versionen

[LINK 4]. Dieser Port des Entwicklers Datsun.510

ist zwar nur auf Englisch und Chinesisch

erhältlich, hat aber die Vorteile, dass

die Google Apps enthalten sind, viele Extrapakete

(andere Optik der Uhr, alternativer

Kernel etc.) angeboten werden und seit Version

3.6.15 die Anzahl der Bugs deutlich reduziert

werden konnte. Auch liefert dieses

ROM Zusatzapps wie Flash, einen Werbeblocker

und eine Equalizer-App.

Vor der Installation von MIUI auf dem

Nexus 4 muss zwingend die PIN-Abfrage der

SIM-Karte deaktiviert werden, da diese noch

nicht fehlerfrei funktioniert. Der Menüpunkt

findet sich beim Standard-ROM (4.2.2) des

Nexus 4 unter Einstellungen | Sicherheit |

SIM-Kartensperre. Um das Nexus 4 zu rooten

[LINK 5] und MIUI auf das Handy zu flashen,

führt der einfachste Weg über das in Android

User 02/​2013 vorgestellte Nexus 4 Toolkit

[LINK 6]. Beachten Sie: Da das aktuelle ROM

PowerUser

Abb. 1: Das MI-2 von Xiaomi Tech. Xiaomi Tech entwickelt die MIUI-Firmware.

Abb. 3: Die Quick Settings in der

Benachrichtigungsleiste gehören

bei MIUI schon lange dazu.

MIUI für das Nexus 4

ausprobieren

Wer sich nur einen ersten Einblick

davon verschaffen möchte,

wie es sich anfühlt, keinen App-

Drawer mehr zu verwenden,

dem sei die kostenlose App Mi-

Home Launcher [LINK 7] des

MIUI-Teams empfohlen. Dieser

Launcher ist mit Ausnahme der

Statuszeile mit dem Launcher

des MIUI-ROMs praktisch identisch.

Genau wie das Original

enthält auch er keinen App-Drawer,

dafür aber Theme-Unterstützung

und den hellen, peppigen

Look von MIUI. Damit eignet

sich diese App dann perfekt,

wenn nicht gleich ein ganzes

ROM geflasht werden soll, man

aber trotzdem einmal testen

möchte, wie sich MIUI auf den

Homescreens anfühlt.

Abb. 4: Die Theme-App im Einsatz.

Theme auswählen, herunterladen

und anwenden – fertig!

Android-user.de September 2013 101


PowerUser

MIUI für das Nexus 4

Abb. 5: Bei MIUI werden alle Apps

auf den Homescreens verteilt, es

gibt kein App-Menü.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30113

Abb. 8: In der Anwendung Permissions

werden Berechtigungen von

Apps angezeigt und verwaltet.

Abb. 6: Ordner unter MIUI: Innerhalb

eines Ordners lassen sich die

Apps verschieben und anordnen.

Abb. 7: Hauseigene Apps schützen

die Privatsphäre des Nutzers und

helfen beim Back-up.

gelöscht werden muss, werden entsprechend

alle Daten und Apps gelöscht! Diese sind

vorher zu sichern.

Zuerst wird das Toolkit heruntergeladen,

installiert und nach dem Starten der Menüpunkt

1 ausgewählt, um die benötigten Treiber

auf dem PC zu installieren. Danach

schließen Sie das Nexus 4 an den PC an und

kopieren die heruntergeladene ZIP-Datei

[LINK 8] mit dem MIUI-ROM (aktuell mako_3.6.

28+Gapps+M3+Extras_V3.zip) auf den internen

Speicher. Das Nexus wird vom PC getrennt,

ausgeschaltet und durch gleichzeitiges

Drücken des Power- und Leiser-Knopfs in

den Fastboot-Modus versetzt. Es erscheint

ein grün eingerahmter Start-Schriftzug auf

dem Handy. Jetzt verbinden Sie das Gerät

wieder mit dem PC und wählen – falls der

Abb. 9: Hier vor der Installation

den Haken entfernen und die PIN

der SIM-Karte einmal eingeben.

Abb. 10: Geschafft! Mit MIUI auf

dem Nexus 4 sieht auch der Dialog

zu den Telefoninfos schöner aus.

Bootloader noch gesperrt ist –

den Menüpunkt 3 des Toolkits

(Unlock or Re-Lock your

Bootloader), geben den Punkt

1 ein und bestätigen durch

Eingabe von yes. Achtung:

Bei diesem Schritt werden

sämtliche Daten auf dem

Handy gelöscht!

Dann bringen Sie das Gerät

wieder in den Fastboot-Modus

und wählen im Toolkit

die Punkte 10 und dann 2

aus, um eine temporäre Custom

Recovery auf dem Nexus

4 zu erhalten. Das Nexus

bootet nun in die TWRP-Recovery.

Mit Klick auf Wipe

und Bestätigen des Vorgangs

durch den Slider wird das

Gerät in den Werkszustand

gebracht. Nun ist es endlich so weit: den

Button Back und die Zurück-Taste sowie Install

klicken, in dem erscheinenden Menü die

MIUI-ZIP-Datei wählen und mit dem gewohnten

Slider bestätigen. Das ROM wird installiert.

Nach etwa ein bis zwei Minuten ist

der Vorgang abgeschlossen, und das Nexus 4

kann mit Klick auf Reboot neu gestartet werden.

Der erste Bootvorgang dauert etwas länger,

was völlig normal ist. Anschließend

leuchtet der farbenfrohe Startbildschirm auf,

und es kann losgehen.

Alltagstauglich?

Da sich MIUI v5 für das Nexus 4 noch in

einem relativ frühen Stadium befindet, sind

leider noch ein paar Bugs vorhanden. Einer

davon ist die bereits erwähnte PIN-Sperre der

SIM. Auch funktioniert die

Antivirus-App noch nicht, da

die Virendatenbank noch keinen

Namen hat, was die App

zum Absturz bringt. Sollte es

bei der Verwendung der zum

Franco-Kernel dazugehörigen

App Probleme geben, so

muss die Datei /system/

build.prop aufgerufen und

der Eintrag ro.product.model

= Nexus4 zu ro.product.

model = Nexus 4 geändert

werden. Insgesamt läuft MIUI

schon sehr rund, verbessert

sich schnell und ist für den

Alltagsgebrauch definitiv stabil

genug. Wir wünschen viel

Vergnügen beim Ausprobieren

dieses tollen ROMs! ● ● ●

102

September 2013

Android-User.de


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Power User

Buzz Launcher

Buzz Launcher: Die Alternative für Theme-Fans

Ganz viel

Buzz

Alternative Launcher

für Android gibt es

inzwischen wie Sand

am Meer, und es ist

recht schwierig, sich

von der Konkurrenz

abzugrenzen. Der Buzz

Launcher versucht es

über eine aktive Internet-Community.

Marcel Hilzinger

Der Homescreen ist

quasi die Visitenkarte

jedes Smartphone-Nutzers.

Da

verwundert es nicht, dass manche

User Stunden oder sogar

Tage darauf verwenden, ihren

Startbildschirm so praktisch

und hübsch wie möglich zu gestalten.

Was liegt da näher, als

einen solchen Homescreen

auch mit anderen Nutzern zu

teilen und bewerten zu lassen?

Genau das haben sich auch

die Entwickler von Buzz-

Launcher [LINK 1] gesagt. Dieser

alternative Homescreen bringt

massenhaft Themes für Ihr

Handy oder Tablet, glänzt

dabei aber auch mit ein paar

anderen coolen Features. Einzige

Voraussetzung: Android 4.0 oder neuer.

Vor dem Start

Beim ersten Start begrüßt

Sie ein Assistent auf

Deutsch, der Ihnen die Vorzüge

des Buzz Launchers

erklärt. Dazu gehört, wie erwähnt,

das Teilen des

Homescreens mit Freunden

und dass Sie recht einfach

aus Ihren Einstellungen

selbst ein Theme erstellen

können. Das nennt sich

dann Homepack. Der wichtigste

Screen ist der letzte.

Er erklärt Ihnen, wie Sie an

weitere Homepacks gelangen

und wird gerne überlesen.

Zum Abschluss bietet

Ihnen der Buzz-Launcher

an, die Einstellungen des

vorherigen Launchers zu

übernehmen. Möchten Sie

Abb. 1: Nehmen Sie sich für den

ersten Start ein paar Minuten Zeit,

um alle Infos zu lesen.

den Buzz in purer Form erleben, wählen Sie

hier Nicht nötig. Möchten Sie die bisherigen

Icons und Widgets auf dem Startbildschirm

übernehmen, dann klicken Sie den Eintrag

Übersicht an. Sie erhalten nun eine Vorschau

auf den künftigen Homescreen, die Sie mit

Best. übernehmen. Über die Zurück-Taste

können Sie sich hier doch noch für den Import

alter Einstellungen oder für den Start

mit Tabula Rasa entscheiden. Wir beschreiben

im Folgenden den Buzz-Launcher mit

den Standardeinstellungen.

Da fehlt doch etwas…

Beim Buzz Launcher erhalten Sie stets vorgefertigte

Themes. Zu den Themes gehören

auch die App-Starter auf den diversen Homescreens,

und beim Standard-Theme gehören

zum Beispiel Facebook und Twitter dazu.

Haben Sie eine dieser Apps nicht installiert

(weil Sie zum Beispiel nur den Facebook-

Messenger benutzen aber nicht die Facebook-App),

dann erscheint anstelle des Starters

ein Platzhalter mit

einem Download-Pfeil als

Symbol. Klicken Sie auf das

Symbol, öffnet sich ein weiterer

Dialog. Hier entscheiden

Sie nun, ob Sie die vom

Theme empfohlene App

herunterladen oder die

Stelle mit einer anderen App

besetzen (Ziel-App ändern).

Natürlich können Sie das

Element auch komplett

löschen, indem Sie es gedrückt

halten und dann aus

dem Menü den Eintrag Entf.

auswählen. Auch für die

Widgets gibt es Platzhalter.

Installieren Sie das Custom-

Widget-Paket des Buzz

Launchers [LINK 2], dann können

Sie die Widgets einfach

antippen und das Popup-

104

September 2013

Android-User.de


Power User

Buzz Launcher

Fenster mit OK bestätigen.

Die Abfrage, ob der Buzz

Launcher das Widget erstellen

darf, beantworten

Sie mit Erstellen, und der

Einfachheit halber lohnt es

sich, auch gleich die

Checkbox zu setzen, damit

die Abfrage später nicht

mehr erscheint. Anstelle

der bisherigen Platzhaltergrafik

erscheint nun das

echte Widget mit echten

Daten. Oft kommt es auch

vor, dass Sie ein Widget

noch herunterladen müssen.

Sehr oft kommt zum

Beispiel Eye In Sky Weather

vor. Das ist eine ideale

Chance, um coole neue

Widgets zu entdecken.

Ist Ihnen beim Einrichten

oben rechts ein großes Fragezeichen aufgefallen?

Es erscheint immer, wenn Sie eine

Einstellung zum ersten Mal vornehmen bzw.

einen bestimmten Screen zum ersten Mal öffnen

und bietet Ihnen einen Hilfedialog an.

Abb. 2: Die Homepacks von Buzz

bringen Platzhalter für die zugehörigen

Apps und Widgets mit.

Abb. 3: Fehlt eine App oder ein

Widget, dann installieren Sie das

Item einfach per Fingertipp nach.

Themes überall

Fünf runde permanente Icons unten, zwei

App-Reihen und eine große Uhr: Auf den ersten

Blick ist am Buzz-Launcher nichts Besonderes

zu erkennen. Die Spezialitäten entde-


Power User

Buzz Launcher

Abb. 4: Über die Buzz-Community

gibt es zahlreiche Homepacks

gratis zum Download.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/30014

cken Sie über die kleinen Icons am linken

und rechten Rand. Tippen Sie auf das

Buzz-Symbol auf der linken Seite, dann

landen Sie in der Homepack-Auswahl

von Buzz. Dazu ist eine aktive Internetverbindung

notwendig. Hier finden Sie

nun Dutzende vorgefertigter Themes

für den Launcher. Aber auch dabei gibt

es eine wichtige Besonderheit: Während

Sie bei anderen Launchern ein

Theme für alle Homescreens anwenden

müssen, können Sie bei Buzz einzelne

Homescreen-Seiten herunterladen. So

kann Ihr Haupt-Homescreen verspielt

sein, ein anderer sich dem Thema Fußball

widmen, ein dritter wiederum im

Matrix-Stil glänzen.

Möchten Sie sich aktiv an der Buzz-

Community beteiligen, für Homepacks

stimmen und Kommentare abgeben,

dann klicken Sie oben rechts auf das

(noch) leere Buzz-Gesicht und registrieren

sich für die Community. Sie können

dann auch eigene Homepacks

hochladen. Die Packs sind sortiert

nach Kategorien, Empfehlungen, was

gerade „hot“ ist und nach Aktualität.

Die kompletten Möglichkeiten der

Buzz-Community würden den Umfang

dieses Artikels sprengen. Um lediglich

Homepacks herunterzuladen, benötigen Sie

keinen Account. Tippen Sie einfach ein

Theme an, das Ihnen gefällt, und wählen Sie

anschließend in der Vorschau den roten

Download-Button.

Beim Download bemerken Sie die erste Besonderheit

des Buzz Launchers. Sie müssen

nicht auf das aktuelle Theme verzichten, um

Abb. 5: Jedes Icon lässt sich ganz

individuell gestalten, egal ob mit

oder ohne Label.

ein neues Homepack auszuprobieren sondern

können dieses einfach hinzufügen. Arbeiten

Sie also üblicherweise mit drei Homescreens

und laden ein weiteres Homepack

mit drei Screens herunter, dann erhalten Sie

einfach sechs Homescreens. Jedes Homepack

setzt auch ein paar indivduelle Apps ein.

Diese finden Sie im Download-Dialog aufgeführt.

Da viele Themes aus Asien stammen,

sind auch viele dort verbreitete Apps vorgesehen.

Löschen Sie dann einfach die Platzhalter,

und ersetzen Sie die Icons durch eigene

Apps oder Widgets.

Nach dem Download erhalten Sie zuerst

eine Vorschau, wie das neue Homepack aussehen

wird. Tippen Sie hier auf Best., um das

Homepack anzuwenden oder auf Neuen

anw., um das bisherige zu ersetzen. Diese

Funktion ist dann sinvoll, wenn Sie bereits

zwei Homepacks installiert haben und noch

ein drittes ausprobieren möchten.

Buzz-Besonderheiten

Zurück auf dem Homescreen entdecken Sie

ein zweites kleines Icon mit vier Kreisen auf

der rechten Seite. Über dieses Icon (oder die

Menütaste, falls Ihr Handy noch über eine

solche verfügt) rufen Sie das Buzz-Menü auf.

Hier gelangen Sie zu den Einstellungen des

Launchers, zur Übersicht über alle Homescreens

und zum App-Drawer. Über das

Menü können Sie auch neue Widgets zum

Desktop hinzufügen.

Beim Buzz Launcher lässt sich jedes Icon

personalisieren. Gefällt Ihnen also zum Beispiel

das Gmail-Symbol nicht, dann halten

Sie den Finger auf dem Icon gedrückt und

wählen den Menüpunkt Bearbeiten aus. Sie

können nun ein anderes

Icon auswählen, das Label

zu E-Post ändern oder die

Beschriftung ganz ausschalten.

Besonders interessant

in den Einstellungen

sind die Gesten. Damit

lassen sich viele Aktionen

vereinfachen. Zu den bereits

aktiven Gesten gehört

der Start des App Drawers.

Wischen Sie dazu einfach

an einer leeren Stelle eines

Homescreens kurz nach

oben. Über entsprechende

Zweifingergesten lassen

sich auch die Statuszeile

und das Dock ausblenden,

damit Sie die Schönheit

des Buzz Launchers voll

genießen können. ● ● ●

Abb. 6: Mit passenden Gesten lässt

sich der Buzz Launcher noch viel

schneller bedienen.

106

September 2013

Android-User.de


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Li Zu Chien, 123RF

Nexus-Geräte mit Aussetzern wieder flott machen

Getrimmt

Die Nexus-Geräte

begeistern in den ersten

Wochen und Monaten

mit viel Leistung.

Doch oft macht sich

Ernüchterung breit: Das

Handy war doch früher

schneller? Wir zeigen

Ihnen, wie Sie Ihr Nexus

wieder flott bekommen.

Christoph Langner

Abb. 1: LagFix führt den TRIM-

Befehl auf den ausgewählten

Speicherbereichen aus.

In vielen Internetforen und auch dem

Bugtracker zum Android-Projekt klagen

zahlreiche Android-User, vornehmlich

Besitzer von Nexus-Geräten wie dem

Nexus 7 oder dem Samsung Galaxy Nexus,

über Aussetzer des Systems (englisch

„Lags“) [LINK 1][LINK 2]. In diesen Fällen bleibt

Android regelrecht hängen, es lässt sich

kaum mehr bedienen. Die Probleme treten

auf, wenn der Speicher gut gefüllt ist und intensiv

geschrieben wird, etwa bei der Installation

von Apps oder während des Downloads

größerer Datenmengen.

Android trimmt falsch

Schuld daran ist eine mangelhafte Implementation

des TRIM-Befehls [LINK 3], der eigentlich

aus dem Dateisystem gelöschte Speicherbereiche

auch dem Controller der eMMC-

Speicherkarte übermitteln sollte. Weiß der

Speicher-Controller nicht, in welche Bereiche

er schreiben darf, muss er beim Betriebssystem

anfragen, was Lese-Operationen aufhält

und die Oberfläche des Handys zum Stocken

bringt. Je weniger Speicher frei ist, desto länger

dauert dieser Prozess, desto stärker werden

die Aussetzer spürbar.

Schreib-/Leseperformance

Vor Reset

Sequenzieller Zugriff [MByte/​s]

SEQ RD 15,6 23,6

SEQ WR 0,5 11,3

Random Access [Operationen/s]

Nach Reset

RND RD 1127,3 1780,6

RND WR 15,2 131,3

Datenbankzugriffe [Operationen/s]

SQL Insert 4,3 42,6

SQL Update 10,8 52,8

SQL Delete 22,3 54,1

Wer keine Angst vor dem Holzhammer hat,

schafft mit einem kompletten Factory-Reset

Abhilfe. Die Tabelle „Schreib-/​Leseperformance“

weist Unterschiede wie Tag und

Nacht in der Leistung des von uns getesteten

Galaxy Nexus vor und nach dem Zurücksetzen

auf. Die mit Androbench [LINK 4] ermittelten

Zahlen liegen beim sequenziellen Schreiben

nach dem Reset 200-fach über dem

zuvor gemessenen Wert. Auch die Leistung

bei SQL-Zugriffen steigt deutlich.

LagFix trimmt den Speicher

Wer aber nicht gleich das Handy zurücksetzen

– und damit alle gespeicherten Daten

verlieren – möchte, kann auf das Root-Tool

LagFix [LINK 5] setzen. Das kleine Werkzeug

finden Sie als kostenlose, aber werbefinanzierte

App im Google Play Store.

Achten Sie vor dem Start von LagFix darauf,

dass auf dem Handy genügend Speicher

frei ist. Unter Einstellungen | Speicher sollten

mindestens zwei bis drei GByte als „Verfügbar“

aufgeführt werden. Ist weniger Platz

frei, identifizieren und löschen Sie mit dem

My Device Storage Analyzer [LINK 6] die größten

Brocken.

Von Haus aus führt LagFix den TRIM-Befehl

auf den Partitionen /data und /cache

aus. Auf Wunsch können Sie auch /system

zur Auswahl hinzufügen, was aber nicht unbedingt

notwendig ist, da hier nicht permanent

Daten geschrieben und gelöscht werden.

De-/​Installieren Sie aber immer wieder

Apps, sollten Sie auch diesen Speicherbereich

trimmen lassen.

Ein Tipp auf Run! führt TRIM auf den ausgewählten

Verzeichnissen aus. LagFix gibt

während der Aktion keine Informationen

zum Fortschritt aus. Auch, wenn Sie nichts

sehen, LagFix arbeitet im Hintergrund: Warten

Sie etwa fünf bis zehn Minuten ab, bis

die App „Finished, hurray!“ meldet, abschließend

sollten Sie neu starten.

108

September 2013

Android-User.de


PowerUser

I/​O-Performance verbessern

Höhere Leistung nach

Trimmen

Den Erfolg der Aktion messen Sie mit Androbench

oder auch dem AnTuTu Benchmark

[LINK 7]. Die Leistung bei Schreib-/​Lesezugriffen

eines zweiten Test-Nexus stieg von ungefähr

6,5 MByte/​s (Schreiben) und 16,5

MByte/​s (Lesen) auf etwa 10,0/​23,5 MByte/​s

(Schreiben/​Lesen) an.

Der TRIM-Effekt hält nicht unendlich lange

an. In den nächsten Wochen wird das Handy

im Zuge der Nutzung wieder zu trimmenden

Balast anhäufen, sodass Sie LagFix erneut

ausführen sollten. Alternativ dazu kaufen Sie

die Premium-Variante von LagFix [LINK 8].

Diese App verzichtet nicht nur auf Werbung,

sondern bietet auch einen Automatismus,

der Lagfix zu ausgewählten Zeiten im Hintergrund

ausführt.

Mount mit Discard

Die meisten Linux-Systeme – Android baut ja

auf dem Linux-Kernel auf – arbeiten ähnlich

wie LagFix. Der TRIM-Befehl wird ein- oder

zweimal mal am Tag ausgeführt. Alternativ

dazu können Datenträger aber auch so eingebunden

werden, dass TRIM automatisch

nach jedem Schreib- oder Löschvorgang ausgeführt

wird. Dafür zuständig ist die Mount-

Option „Discard“.

Bei Android-Handys oder ‐Tablets mit Custom-ROMs

wie CyanogenMod ist das ebenfalls

umsetzbar, bei den CyanogenMod-ROMs

für das Nexus-7-Tablet (Spitzname „Grouper“)

haben die Entwickler sogar von Haus

aus diesen Weg gewählt [LINK 9]. Auf anderen

Geräten mit CyanogenMod müssen Sie die

entsprechende Option aber selber setzen.

Abb. 3: Die Schreib-/​Leseleistung

eines Samsung Galaxy Nexus vor

dem Trimmen.

Dafür benötigen Sie das Android-SDK [LINK 10]

und einen einfachen Texteditor.

Aktivieren Sie zum Setzen der Option das

USB-Debugging in den Entwickleroptionen,

und legen Sie unter Root-Zugriff fest, dass

Apps & ADB Root-Rechte erlangen dürfen.

Erzeugen Sie dann auf Ihrem PC die Datei

discard.txt mit folgendem Inhalt.

#!/system/bin/sh

mount ‐o remount,discard /data

mount ‐o remount,discard /cache

Die anschließenden Befehle schieben die

Datei auf das Handy und setzen die Rechte

so, dass Android das Skript beim Booten ausführen

darf. Am Ende führen Sie das Programm

aus, die Partitionen /data und /cache

werden somit gleich mit der Discard-Option

neu eingebunden.

$ adb root

$ adb shell mkdir /data/local/userinit.d

$ adb push discard.txt /data/local/ U

userinit.d/10discard

$ adb shell chmod 750 /data/local/ U

userinit.d/10discard

$ adb shell /data/local/userinit.d/10discard

Die Discard-Option ist kein Allheilmittel: Aus

einem erlahmten Nexus wird nicht wieder

eine Rennsau. Die Option sorgt jedoch dafür,

dass ein zurückgesetztes Handy nicht wieder

lahmt. Bedenken Sie jedoch auch, dass Discard

sich leicht negativ auf die Performance

auswirkt, da nun nach jedem Schreib-/​

Löschvorgang TRIM ausgeführt wird.

Abb. 4: Nach dem Aufräumen

steigt die Schreib-/Leseleistung um

mehr als 50 Prozent an.

Fazit

Haben Sie das Gefühl, dass

Ihr Nexus-Handy oder ‐Tablet

früher einmal deutlich

flotter war, sollten Sie am

besten komplett neu starten

und das Handy vollständig

zurücksetzen und

danach darauf achten,

dass etwa drei GByte Speicherplatz

immer frei bleiben.

LagFix tut sein Übriges,

sodass das Handy von

da an keine Aussetzer

mehr kennen sollte. Eine

grundlegende Besserung

ist aber bisher noch nicht

veröffentlicht worden, hier

gilt es, auf Android 4.3

oder 5.0 zu warten. ● ● ●

Abb. 2: Die App meldet nach etwa

10 Minuten das Ende der Operation.

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/29951

Android-user.de September 2013 109


Poweruser

ROM-Küche

News und Tipps zu Custom-ROMs und Root-Apps

ROM-Küche

Die Android-Community ist riesig. Im Netz gibt es für so gut

wie jeden Androiden zahlreiche Custom-ROMs. Die ROM-

Küche liefert Ihnen News aus der ROM-Szene und gibt Tipps

zu guten ROMs oder neuen Root-Apps. Christoph Langner

Flashify flasht

Zum Flashen von

Custom-ROMs

oder anderen

Mods tummeln sich diverse

Tools im Play Store. Der

Klassiker dürfte wohl der

inzwischen sehr vielfältig

nutzbare ROM Manager

[LINK 1] sein. Wer jedoch

einfach nur ab und zu eine

alternative Firmware einspielen

möchte, kann nun

auch zu Flashify [LINK 2]

greifen. Das Tool dient nur

zum Einspielen von fertigen

ROMs, es lädt diese

nicht herunter.

Flashfy ist kostenlos

und frei von jeglicher

Werbung. Allerdings

können Sie mit der aus

dem Play Store installierbaren Basisversion

maximal drei ROMs am Tag installieren.

Flashaholics, die ständig am Testen

neuer Firmwares sind, investieren daher

am besten 1,49 Euro per In-App-Kauf,

um diese Limitierung aufzuheben.

Master-Key-

Schwachstelle

Google hat sich der von

Bluebox Security veröffentlichten

Sicherheitslücke

[LINK 3] umgehend angenommen, bei

der aufgrund eines Master-Keys in

der Theorie manipulierte Updates

zu bereits installierten Apps auf

Abb. 2: CyanogenMod hat die kritische

Master-Key-Schwachstelle bereits in CM

10.1.1 behoben.

Abb. 1: Über die reduzierte Oberfläche

von Flashify spielen Sie bequem

Custom-ROMs auf dem Handy ein.

dem Handy eingespielt

werden könnten, und Patches

an die Android-Hersteller

geschickt.

Ob Ihr Handy von der

Sicherheitslücke betroffen

ist, können Sie über den

Bluebox Security Scanner

[LINK 4] herausfinden. Falls

der Scanner den „Patch

Status“ als „Unpatched“

ausgibt, sollten Sie in den

Einstellungen unter Sicherheit

auf jeden Fall die Installation

von Apps aus unbekannter

Herkunft deaktivieren.

Sollte der Hersteller

Ihres Handys nicht einmal

mehr solch ein wichtiges

Sicherheitsupdate ausliefern,

ist es eigentlich an

der Zeit, sich nach einem

passenden Custom-ROM umzusehen. Im

Rahmen von CyanogenMod 10.1.1 wurde die

Schwachstelle bereits wenige Tage nach Bekanntwerden

des Problems behoben [LINK 5].

Weg mit der

Navigationsleiste

Viele Hersteller gehen dazu über,

Hardware-Buttons gegen Buttons

auf dem Handydisplay einzutauschen.

Vorreiter sind hier die Nexus-Modelle

von Google. Aber auch beim Sony Xperia Z

oder Huawei Ascend P6 setzten die Entwickler

auf Softkeys. Der Vorteil liegt in der Variabilität

dieser Lösung. Da die Softkeys im alltäglichen

Gebrauch stets zu sehen sind, nehmen

Sie wertvollen Bildschirmplatz weg, den

man anderweitig nutzen könnte. Mit der

Kombination aus Floating Touch [LINK 6] und

GMD Auto Hide Soft Keys [LINK 7] schaffen Sie

mehr Platz auf Ihrem Display.

110 September 2013

Android-User.de


Poweruser

ROM-Küche

Abb. 3: Ohne Softkeys bleibt mehr Platz für die

eigentlich wichtigen Inhalte auf dem Schirm.

Schnell jedoch zeigte sich, dass zahlreiche

Android-Entwickler Interesse an den WebOS-

Handys und Tablets hatten. Inzwischen wird

das HP TouchPad von CyanogenMod offiziell

unterstützt, doch hier bleibt die Entwicklung

schon länger bei CM 9 [LINK 8] auf Basis von

Android 4.0 stehen. Inoffiziell gibt es jedoch

ein ROM mit CyanogenMod 10.1 [LINK 9], das

Android 4.2.2 auf das TouchPad bringt. Es

glänzt mit hoher Leistung, die Hardware

wird bis auf Bluetooth komplett unterstützt,

und auch die Kamera funktioniert. Mit diesem

ROM arbeitet das Android-TouchPad so

gut wie mit keinem anderen ROM zuvor.

GMD Auto Hide Soft Keys entfernt die Softkeys

mit Root-Rechten. Ein kleiner Balken

am unteren Bildschirmrand dient dann als

Griff, um die Buttons in den Vordergrund zu

holen. In der 2 Euro teuren Pro-Version lässt

sich aber auch dieser komplett ausblenden,

sodass von den virtuellen Tasten rein gar

nichts mehr zu sehen ist.

Ohne Zurück-, Home- und Menü-Button

lässt sich ein Handy jedoch nur schwer bedienen.

Entweder holen Sie daher die versteckten

Buttons hervor, oder Sie nutzen

Floating Touch, um bei Bedarf ein kreisförmiges

Menü einzublenden. Die kostenlose Variante

der App lässt sich nur eingeschränkt

konfigurieren. Bei der Pro-Version (per In-

App Kauf für 1,59 Euro) steht Ihnen die volle

Feature-Bandbreite zur Verfügung.

CM 10.1 auf dem HP

TouchPad

Vor ziemlich genau zwei Jahren ist

HP Hals über Kopf aus dem Geschäft

rund um mobile Geräte ausgestiegen

und hat das HP TouchPad für nicht

einmal 100 Euro verramscht. Für ein 9,7-Zoll-

Tablet ein unschlagbarer Preis – allerdings

arbeiteten alle HP-Geräte mit dem Betriebssystem

WebOS. Ob ein aktuelles Android

jemals auf den HPs zufriedenstellend funktionieren

würde, war damals nicht abzusehen.

TrickDroid für HTC-Handys

Wie lange sollte ein Android-

Hersteller seine Modelle mit aktuellen

Android-Versionen versorgen?

12 Monate? 24? Oder gar mehr als drei Jahre

lang? Bei HTC ist schon nach 15 Monaten

Schluss, das populäre HTC One S wird keine

weiteren Versions-Updates erhalten – damit

bleibt das One S bei Android 4.1 stehen.

Wer sich damit nicht abfinden möchte,

muss auf Custom-ROMs zurückgreifen.

CyanogenMod und Co. gibt es natürlich

auch für viele HTC-Handys, doch HTC-Fans

müssen dann auf die Sense-Oberfläche verzichten.

Bei TrickDroid [LINK 10] ist das nicht

der Fall, das ROM baut auf Android 4.2.2 auf

und bringt HTCs aktuelle Sense UI in der

Version 5.0 mit. Das ROM mit Sense gibt es

für die Modelle Desire HD, Desire Z, One,

One Google Edition und One S. ● ● ●

Alle

Links>

www.android- user.de/qr/29999

Abb. 4: Das inoffizelle CyanogenMod-ROM

bringt ein topaktuelles Android auf das ehemalige

Schnäppchen-Tablet von HP.

Android-user.de

111


PowerUser

Root für Acer Iconia A700

So rooten Sie das Acer Iconia A700

Vollmacht

Ein brillantes Full-HD-

Display mit 1920 x 1200

Pixeln, eine Quad-Core-

CPU und viel Speicher

machen das Acer A700

zu einem guten Tablet.

Mit Root-Rechten und

Custom-ROM hat es das

Potenzial, zu einem sehr

guten Gerät zu werden.

Christoph Langner

Auch wenn Acer schreibt [LINK 1],

dass der Bootloader von Acer-

Geräten nicht offen sei und man

es als Hersteller nicht unterstützen

würde, den Bootloader zu öffnen oder Custom-ROMs

einzuspielen – so richtig schwer

macht man es Android-Usern nicht. Das Acer

Iconia A700 lässt sich recht einfach aufsperren

und rooten. Hacks und Custom-ROMs

sind dann keine Grenzen mehr gesetzt.

Acer-USB-Treiber installieren

Das Rooten des Acer Iconia A700 lässt sich

unter Linux, MacOS X und Windows durchführen.

Spezielle Tools sind dazu nicht notwendig,

Sie benötigen lediglich das Android-

SDK [LINK 2] und unter Windows einen von

Asus angebotenen USB-Treiber. Sie finden

ihn auf den Supportseiten von Acer [LINK 3]

oder über diesen direkten Download-Link:

[LINK 4]. Beachten Sie bitte, dass der Treiber

noch nicht unter Windows 8 arbeitet (Stand

Juli 2013). Als Alternative zum kompletten

SDK bietet sich auch das abgespeckte Minimal

ADB & Fastboot [LINK 5] an, es enthält

alles, was Sie zum Rooten benötigen.

USB-Debugging aktivieren

Das Rooten des Acer Iconia A700 erfolgt direkt

über die Android Debug Bridge (ADB) –

ohne weitere Tools. Damit Sie direkt auf die

Firmware des Tablets zugreifen können,

müssen Sie daher unter Einstellungen | Entwickleroptionen

den Schieberegler rechts

oben auf „An“ schieben und anschließend

das USB-Debugging aktivieren.

Basis für alle weiteren Aktionen hin zu

Root oder einem Custom-ROM ist ein entsperrter

Bootloader. Nur so können später

Modifikationen direkt in die Firmware des

Tablets eingespielt werden. Oft müssen dazu

Sicherheitsschwachstellen ausgenutzt werden,

nicht aber beim Acer-A700-Tablet, hier

müssen Sie einfach nur den entsprechenden

Schalter umlegen.

Unlock Bootloader

Verbinden Sie dazu das Tablet über das USB-

Kabel mit Ihrem PC, und öffnen Sie eine Eingabeaufforderung

oder ein Terminalfenster,

sodass Sie das adb-Kommando beziehungsweise

die adb.exe aus dem Android-SDK ausführen

können.

Über das Terminal geben Sie dann dem

Tablet den Befehl, neu zu booten und in den

Bootloader-Modus zu starten. Linux-User

müssen beachten, dass die fastboot-Befehle

oft Root-Rechte benötigen, fügen Sie dafür

vor die Befehle ein sudo ein, oder holen Sie

mittels sudo ‐s eine Root-Shell.

$ adb reboot‐bootloader

Danach startet das Tablet neu, außer dem

kleinen Schriftzug „Starting Fastboot USB

download protocol“ erscheint nichts auf

dem Display. Das System wartet in diesem

Zustand auf weitere Aktionen. Sperren Sie

nun mit Hilfe des SDK-Befehls fastboot

bzw. fastboot.exe den Bootloader auf, Ihre

bisher auf dem Tablet gespeicherten Daten

bleiben dabei erhalten.

$ fastboot oem unlock

Acer

Per Textabfrage erkundigt sich das System, ob

Sie das Gerät aufsperren möchten. Über die

[Lauter]-Taste (rechte Taste der Lautstärkewippe)

wechseln Sie zur passenden Antwort

„Unlock“. Letztendlich starten Sie das Tablet

112

September 2013

Android-User.de


PowerUser

Root für Acer Iconia A700

Abb. 1: Zum Rooten müssen Sie USB-Debugging aktivieren.

Abb. 2: Per Sideload spielen Sie am einfachsten Superuser ein.

mit fastboot reboot neu, sodass Sie wieder

zurück auf das Android-System gelangen.

ClockworkMod Recovery

Mit einem offenen Bootloader an sich können

Sie noch wenig anfangen. Es braucht

auch ein modifiziertes Recovery-System wie

das ClockworkMod Recovery [LINK 6] oder

TWRP [LINK 7]. Erst diese eignen sich dazu,

einen Root-Patch oder auch Custom-ROMs

einzuspielen. Dank des nun offenen Bootloaders,

lässt sich dieses nun installieren.

Bisher hat nur das ClockworkMod Recovery

eine Version für das Acer A700 gebaut.

Es zeigte sich aber im Verlauf unserer Recherche,

dass die aktuelle Version 6.0.3.1 des

CWM-Recovery fehlerhaft ist. Unser A700

konnte mit dieser Version nicht mehr ins

Recovery booten. Wir empfehlen Ihnen

daher die Installation der Touch-Variante

des CWM in Version 6.0.2.3.

Zur Installation des erweiterten Recovery-

Systems laden Sie die Datei recovery‐clockwork‐touch‐6.0.2.3‐a700.img

[LINK 8] herunter

und speichern sie in das Verzeichnis, in dem

sich adb und fastboot befinden.

Anschließend booten Sie das Tablet erneut in

den Bootloader-Modus. Dort angekommen,

spielen Sie das heruntergeladene Recovery

ein und booten wieder neu. Listing 1 zeigt

die drei nötigen Befehle.

Acer Iconia A700 rooten

Mit dem angepassten Recovery haben Sie

nun die Möglichkeit, direkt in die Firmware

des Tablets einzugreifen. Zum Rooten brauchen

Sie nur noch den entsprechenden Patch

und ein Root-Tool wie die Open-Source-App

Superuser [LINK 9] vom ClockworkMod-Entwickler.

Dieses laden Sie sich am besten als

ZIP-Datei herunter [LINK 10].

Am schnellsten und einfachsten erfolgt die

Installation von Superuser per Sideload, so

müssen Sie nicht am Tablet selber arbeiten,

sondern können alles über den PC erledigen.

Dazu müssen Sie aber erstmalig in den

neuen Recovery-Modus booten. Wieder geht

das über adb deutlich einfacher als mit der

Tastenkombination.

$ adb reboot recovery

Sollte Ihnen der ADB-Weg nicht gefallen,

schalten Sie das Tablet aus und drücken die

[Leiser]- und [An/​Aus]-Taste, um das Tablet

zu starten. Sobald das Tablet zum ersten Mal

vibriert, lassen Sie [An/​Aus] los. Vibriert das

Tablet ein zweites Mal, lassen Sie auch die

[Leiser]-Taste frei und drücken aber nun auf

[Lauter]. Vibriert das A700 ein drittes Mal,

geben Sie alle Tasten frei.

Im Recovery-Modus angekommen, tippen

Sie auf install zip from sideload und wechseln

dann wieder auf Ihren PC zu einem

Terminalfenster mit ADB und der zuvor

gespeicherten superuser.zip. Per Sideload

schieben Sie jetzt den Root-Patch direkt vom

PC in den Speicher des Tablets.

$ adb sideload superuser.zip

Abschließend starten Sie das nun gerootete

Acer A700 mit dem Menüpunkt reboot system

now aus dem Recovery-System neu.

Fazit

Das Acer A700 lässt sich sehr einfach ohne

irgendwelche Root-Toolkits aufsperren und

erfolgreich rooten. Acer macht es dem Poweruser

hier erfreulicherweise sehr leicht. Einmal

gerootet, steht Ihnen nun die Welt der

Root-Apps offen.

Auch Custom-ROMs sind natürlich immer

eine Option. CyanogenMod unterstützt das

A700 ganz offiziell in Form von CM 10.1.2

auf Basis von Android 4.2.2. ● ● ●

Tipp

Alternativ können Sie auch per

Tastenkombination in den Fastbook-Modus

wechseln. Dazu

schalten Sie das Tablet aus und

starten es neu, indem Sie gleichzeitig

die Leiser- und An/​Aus-

Tasten gedrückt halten. Sobald

das Tablet zum ersten Mal kurz

vibriert, lassen Sie An/​Aus los

und warten auf die oben genannte

Fastboot-Meldung.

Listing 1: Recovery

$ adb reboot-bootloader

$ fastboot flash recovery reco-

very-clockwork-touch-6.0.2.3-

a700.img

$ fastboot reboot

Alle

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Android-user.de September 2013 113


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Chefredakteur (v. i. S. d. P.)

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Redaktion

Arnold Zimprich, Christoph Langner, Christian

Ullrich, Marcel Hilzinger, Thomas Leichtenstern

Autoren dieser Ausgabe

Andreas Itzchak Rehberg, Arnold Zimprich ,

Carsten Müller, Christoph Langner, Christian Ullrich,

Kathrin Schmitt, Marcel Hilzinger, Mirko

Mahlberg, Peer Kintrup, Patrick Neef, Samuel

Groesch, Simon Vetter, Marko Dragicevic, Thomas

Raukamp, Thomas Reindlmeier, Tristan Steinhage

Grafik

Kristina Fleischer, Judith Erb (Design und Layout)

Titelgestaltung

Judith Erb

Bildnachweis

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Schlussredaktion

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September 2013

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