AUDIO TEST Lautsprecher (Vorschau)

763986.tdheo

NR. 3 APRIL/MAI 2012 www.audio-test.at

Deutschland: 4,99 Österreich: 5,75 Schweiz: SFR 10,00 BeNeLux: 5,90

AUDIO TEST

AUDIO TEST

Ihr Ratgeber für guten Ton

Die besten Produkte:

Lautsprecher:

Dynaudio, Isophon, MBL,

Sonus Faber und Loewe

Datenalarm!

So sichern Sie wertvolle

Audiodateien

Noch mehr Tests: Streaming-Client von Linn, D/A-

Wandler von Calyx, Mytek, North Star Design und

King Rex, Vollverstärker und CD-Player von AVM

Burmester 100

Phono-Preamp der Referenzklasse

STREAMING-SPEZIAL

4 D/A-Wandler und 7 NAS

VOLLE VERSTÄRKUNG

Quadrals Aurum-Serie im Test

HI-FI-MÖBEL VON GATO

Klangkunst aus Kopenhagen


STANDLAUTSPRECHER ÜBER 10 000 EURO

Chefredakteur


sonusfaber@audio-reference.de

SONUS FABER TOY-SERIE

KLEIN ABER KEIN SPIELZEUG

Die Sonus faber Toy-Serie kombiniert beste

Bauteile mit edlem Look und handwerklich

aufwendigem Finish zu erschwinglichen

Preisen. Die in feinstem Leder verkleideten,

wahlweise mit Hochglanz- oder Holzseitenteilen

versehenen Gehäuse sind optisch

zurückhaltend und passen in nahezu jede

Wohnlandschaft.

Der Toy Monitor ist so kompakt, dass er

sich auch bestens als Desktoplautsprecher

für Ihren Bildschirmarbeitsplatz eignet. Der

Toy Standlautsprecher und der Toy Center

vervollständigen die Serie. Egal ob Stereo

oder Surround, die Toy-Serie ist weit mehr

als nur ein Spielzeug.

*unverbindlicher VK inkl. MwSt. für Toy Monitor.

Preis pro Paar ab 650 EUR*

75%

Editor’s

Choice

2008

HIGHLIGHT

11 /2010

EXZELLENT

3. PLATZ

HIGHLIGHTS

2012

GEWINNER DER LESERWAHL STEREOPLAY HIGHLIGHTS 2012

Sonus Faber Amati Futura

Nur ein paar von zahllosen Auszeichnungen für Sonus faber. So viele Fachjournalisten können sich nicht irren.

Audio Reference


Was ist „High End“?

Ich glaube, jeder von Ihnen hat schon einmal über

diese Frage nachgedacht, mehr oder minder laut,

abends beim Musikhören oder gemeinsam mit Bekannten.

Alljährlich im Mai stelle auch ich mir diese

Frage. Ich glaube fest daran, dass die persönliche

Definition von High End die entscheidende ist. Nicht

jeder kann, will und wird sich für Zehntausende

Euro ein Lautsprecherpaar kaufen, um bei der preislichen

Interpretation von High End zu bleiben. Das

muss auch keiner. Denn die eigene Wahrnehmung

der Marke und des damit verbundenen Klangs, eine

gewisse Färbung im Detail und das Lieblingsdesign kann es auch für kleineres

Geld geben – eben das ganz persönliche High End. Klar: Qualität hat ihren

Preis und für sauber gearbeitete Produkte muss man auch einen vernünftigen

Betrag bezahlen – erwartet man doch auch handgefertigte Qualität fernab

der Ware, die im Media Markt verkauft wird. Doch es ist auch ein leiser, leichter

Einstieg in die Welt des absoluten, reinen Hörvergnügens, des „High End“

möglich. Dieser Einstieg kann ein Besuch der gleichnamigen Messe sein – die

Veranstalter achten penibel darauf, dass der Anspruch der Aussteller an ihre

Produkte High End entspricht. Produkte von der Stange bekommt man hier

demzufolge nicht zu sehen.

In dieser Ausgabe besonders empfehlen möchte ich Ihnen die Contour S 5.4

von Dynaudio – ein echter Klassiker mit eigenem Charakter, der uns im

Hörtest mit hoher Detailfreude besonders bei Aufnahmen in voller Orchesterbesetzung

begeisterte und aus dem Stand das begehrte Siegel „Ausgezeichnet“

erhielt.

Erstmals sind wir in diesem Heft an die Grenzen unseres Wertungssystems

gestoßen. Sowohl die Berlina RC7 von Isophon aus der Entwicklung von Dr.

Roland Gauder als auch der Phonovorverstärker 100 Phono Preamp aus der

genialen Entwicklerfeder von Dieter Burmester kratzten um Haaresbreite an

der Höchstwertung ihrer Kategorien vorbei. Sind also die Produkte in den vergangenen

Jahren so viel besser geworden oder bewerten wir weniger „hart“?

Wir haben an dieser Stelle in der Redaktion lange diskutiert – doch beinahe

klangvollendete Produkte rechtfertigen eben eine „Referenzklasse“. Bei diesen

Diskussionen kam aber der Wunsch auf, bestimmte Punkte noch besser in unserer

Wertung darstellen zu können, sodass wir uns entschlossen haben, unser

Punktesystem eine Stufe nach oben zu öffnen. Ein solches „Meisterstück“ hatten

wir noch nicht im Labor, wir suchen aber jeden Monat danach wie Artus

nach dem Heiligen Gral. Und auch dessen Bedeutung liegt ja im Auge – oder

besser im Ohr – des Betrachters. Ich wünsche Ihnen eine klangvolle Lektüre mit

vielen Einsichten in die schöne Welt des guten Tons.

HIER GIBT ES GUTEN TON!

AUDIO TEST

STEFAN GOEDECKE,

HERAUSGEBER/CHEFREDAKTEUR

PS: Liebe Leser, wenn Sie sich das nächste Mal im Fachhandel

über die hier besprochenen Produkte informieren, achten

Sie bitte auf die Partner-Fachhändler der AUDIO TEST.

Diese stehen ebenso wie wir für den „guten Ton“, den Sie zu Recht erwarten.

Sie erkennen unsere Partnerhändler an der Kennzeichnung „AUDIO TEST

Fachhandelspartner“ im Ladengeschäft. Fragen Sie aktiv danach und berichten

Sie uns über Ihre Erfahrungen – direkt an fachhandel@audio-test.at!

FACHHANDELSPARTNER

WWW.AUDIOTEST.AT

Anzeige

Editorial 3

Das 4. Jahr

in Folge Platz 1

bei der Audio

Leserwahl!

„Klingt großartig, kostet wenig ...kaum zu glauben,

dass Nubert solch einen potenten Lautsprecher für weniger

als 190 Euro verkauft“ AV-Magazin.de Highlight 3/11

„Pegel und Bass wie eine Standbox“ Audio Kauftipp 10/08

nuBox 381: 200/140 W, ab 189,- €/Box inkl. 19% MwSt.+ Versand

In 4 attraktive Ausführungen erhältlich!

Machen Sie Ihren

nuBox 381 Klangtest!

Ehrliche Lautsprecher

3.–6.5. 2012 MÜNCHEN

ATRIUM 4 · E 112 + E 113

Kompaktboxen

bis 400€

Günstig, weil direkt vom Hersteller 4 Wochen Rückgaberecht

Direktverkauf und HiFi-/Heimkino-Studios: D-73525

Schwäbisch Gmünd und D-73430 Aalen Bestell-Hotline mit

Profi-Beratung kostenlos in Deutschland 0800-6823780


44 I D/A-Wandlung auf höchstem Niveau

Digitale 32-Bit-Signale mit Calyx, King Rex, North Star Design

und Mytek in die analoge Ebene wandeln

222 I Netzwerkfestplatten

Ein Marktüberblick zu NAS-Systemen

16 I Musikdownloads

HD-Download-Portale in der Übersicht

30 I Audiocomputer

Tipps für die Anbindung ans Hi-Fi-System

NEWS

06 // Trends & Neuigkeiten

Hintergründe, Trends und

Technikhighlights zur High End

12 // Ausgepackt und angehört

Aktuelle Hi-Fi-Technik im Kurzcheck

14 // Frage des Monats

Branchenkenner sprechen über

Europas größte Hi-Fi-Messe

WISSEN

16 // Download-Plattformen

Die wichtigsten Hi-Fi-Codecs und

HD-Download-Portale im Netz

22 // Streamen, sichern, schützen

Sieben aktuelle NAS-Server

im Überblick

30 // Audiocomputer

So binden Sie den Laptop in Ihre

Hi-Fi-Anlage richtig ein

33 // HD-Musikgenuss

Die neuen HRx-Discs von

Reference Recordings

34 // Dr. Sound

Mit dem Klangdoktor auf Wissensreise:

Die analoge Audioschnittstelle

TEST

39 // Testnotizen

Ein Testalltag in der Audioredaktion

40 // Netzwerkplayer

Netzwerk- und Heimkinosystem in

einem: Linn Akurate DSM

44 // D/A-Wandler

Vier aktuelle 32-Bit-Wandler von Clayx,

King Rex, Mytek, North Star vorgestellt

54 // CD-Player

CD/SACD-Player und DAC in einem:

Teac CD-3000

56 // Phonovorverstärker

Zwei unterschiedliche Preamps für jede

Gelegenheit von Burmester und Furutech

60 // Komplettsystem

AVMs neue Player-,

Lautsprecher-, Verstärkergeneration

im Kompletttest

4 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

Titelbild: Auerbach Verlag, High End, Isophon, Loewe, MBL, Mytek, Sonus Faber


56 I Phono vorverstärkt

Burmester als Referenz, Furutech als Budgetlösung

68 I High-End-Standlautsprecher

Isophon, MBL, Dynaudio und Sonus Faber stellen sich vor

80 I Musik-Blu-rays

Was bietet der HD-Ton aktueller Veröffentlichungen?

64 // Vollverstärker

2-Kanal-Verstärkung mit Quadral

Aurum A5 und Gato Audio AMP-150

68 // High-End-Lautsprecher I

Isophon Berlina RC7 –

deutsche Innovation

71 // High-End-Lautsprecher II

MBLs kleiner Rundumstrahler –

Corona Line mbl 120

74 // High-End-Lautsprecher III

Dynaudio Contour S 5.4 –

zeitloser Klassiker

76 // High-End-Lautsprecher IV

Sonus Faber Cremona M –

pure Klangästhetik

MUSIK

80 // Musik-Blu-rays

- Paul McCartney – The Love We Make

- Lindsey Buckingham – Songs From

The Small Machine Live In L.A.

- Ozzy Osbourne – God Bless

- Styx – The Grand Illusion

- Gershwin – Concerto in F –

Rapsody No. 2

- Verdi – Complete Ballet Music From

The Operas

- Kylie Minogue – Aphrodite: Les

Folies (Live In London)

- Slash – Live: Made In Stoke

- Cream – Royal Albert Hall

STANDARDS

03 // Editorial

84 // Lexikon

85 // Leserbriefe

86 // Fachhandelsverzeichnis

92 // Testübersicht

98 // Vorschau / Impressum

78 // Airplay-Speaker

Loewes Einstieg in den

modernen Audiomarkt

Inhalt: Apple, Auerbach Verlag, Burmester, EMI Germany, Jriver, Sonus Faber In dieser Ausgabe 5


Trends & Neuigkeiten April/Mai

Die High End steht vor der Tür und AUDIO TEST schaut hinter die Kulissen der Branche,

denn unzählige neue Geräte werden vorgestellt. Aus diesem Grund liegt der

Schwerpunkt der Trend-Rubrik diesmal auf interessanten Produktenthüllungen.

Referenz-Streaming-Player von Naim

Naim erweitert sein Angebot an Netzwerkplayern

um das Modell NDS. Dieser beinhaltet

einige Optimierungen im Vergleich zu

seinen kleinen Brüdern und nimmt so die

neue Referenzposition im Sortiment ein. Die

Stromversorgung ist nicht wie bei den Vorgängermodellen

im Gerät integriert, sondern

muss in Form von Naims Netzteilmodellen

separat erfolgen. Die analogen und

digitalen Schaltungsteile wurden getrennt

und sind auf zwei unterschiedlichen Leiterplatten

zu finden, um die mechanische und

elektrische Isolation zu verbessern. Alle

Platten sind auf schweren Subchassis angebracht,

um die mechanische Resonanzfrequenz

unterhalb des hörbaren Bereiches

zu verlagern. Auch in der digitalen Architektur

wurden Optimierungen vorgenommen,

die zur Verringerung von elektromagnetischen

Referenzen führen sollen. Verbesserungen

in der Programmierung des Signalprozessors

führen laut Hersteller zu einer

geringeren Leistungsaufnahme und dadurch

zu einer Steigerung der Tonqualität.

Abseits des Netzwerkstreamings kann der

NDS auch Musik von Internetradios, mobilen

Apple-Geräten und USB-Sticks wiedergeben.

Zugunsten der Layout-Optimierungen

muss jedoch auf ein DAB/FM-Modul

verzichtet werden.

Gerätename: Naim NDS Preis: 8 198 Euro Internet: www.music-line.biz

Röhrenreiche Vorverstärkung

Opera Consonance bietet mit dem Linear 1

einen hochwertigen Class-A-Vorverstärker

mit Röhrentechnologie. Bei den Bauteilen

dick aufgetragen: Alle Röhren, darunter

zwei 101-D-Trioden, kommen aus dem

Hause Full Music. Lundahl-Übertrager,

Solen-MKP-Kondensatoren und Verkabelung

aus Reinsilber lassen keine Kompromisse

zu. Mit diesen edlen Komponenten

soll ein Signal-Rauschabstand von 90 Dezibel

erreicht werden. Das puristische Design

mit frei liegenden Röhren lässt das Herz

eines jeden Freundes von High-End-Audio

höherschlagen, jedoch sollte man für die

25 Kilogramm Technik einen geeigneten

Stellplatz aussuchen.

Gerätename: Opera Consonance Linear 1 Preis: 5 998 Euro Internet: www.opera-online.de

Audiums Lautsprecherserie mit integriertem Subwoofer bekommt Zuwachs: Auf der High End zeigt der Hersteller die Modelle Comp 8 und 9 mit

Doppelkonus-Breitbänder sowie die Aktivlautsprecher Comp 3 Active und Comp 5 Active

Bilder: Audium, Caimbridge Audio, Naim, Opera, Teufel, THX

6 AUDIO TEST | 3.20122 | www.audio-test.at


AUDIO TEST on Tour: Zu Besuch bei Teufel

Die Redaktion der AUDIO TEST ließ sich

die Präsentation von Teufels Cinebar 51

nicht entgehen und war vor Ort, um sich

selbst von deren Klanggewalt zu überzeugen.

Aus nur einem Lautsprecher und

Subwoofer erzeugt diese mithilfe der

Technologie Dolby Virtual Surround eine

5.1-Klangkulisse. Ab sofort kann man so

für 800 Euro die erste Cinebar mit dem

THX-Speakerbar-Zertifikat erstehen. Peter

Vasay, Vice President of Technical Operations

bei THX, war ebenfalls vor Ort und

blieb uns keine Antwort schuldig:

Auf welche Neuerungen von THX und

Teufel können unsere Leser sich dieses

Jahr freuen?

Wir sind sehr erfreut über die Verfügbarkeit

der Teufel Cinebar 51, der weltweit

ersten Soundbar mit THX-Zertifizierung.

THX war bereits früh in die Entwicklungsphase

mit eingebunden und arbeitete

sehr eng mit Teufels hervorragenden

Akustikingenieuren zusammen. Ziel war

es, ein Produkt zu schaffen mit einer

ausgeglichenen Frequenzantwort, bemerkenswert

tiefreichendem Frequenzgang

und einer sauberen, unverzerrten

Wiedergabe, um dem THX-Referenzlevel

bei einem Hörabstand von 2,5 Metern

zu entsprechen.

Cambridge Audio mit Azur-651-Serie

Im Mai erscheint Cambridge Audios Gespann

aus CD-Spieler und Stereoverstärker

aus der Azur-651-Serie. Der Azur 651C liest

CDs mit einem eigens entwickelten Laufwerk

aus, sodass die Daten fehlerfrei die

Wandler erreichen. Dort kommt ein vollkommen

neues doppeltes Wandlersystem zum

Einsatz. Dabei kann der Benutzer aus drei

Gerätename:

Cambridge Audio 651A,

Cambridge Audio 651C

Wodurch heben sich Ihre Testläufe

und Optimierungen von denen anderer

Anbieter ab?

Kein Unternehmen außer THX führt so viele

Labortests durch, um tatsächlich sicherzustellen,

dass Produkte, die den Namen

THX tragen, diesen auch verdienen. Sowohl

eine konstante

Leistung als auch die

Kompatibilität mit anderen

THX-zertifizierten Komponenten sind

dadurch gewährleistet. Produkte, die das

THX-Logo tragen, definieren Qualität innerhalb

ihrer Produktklasse, was zu einem

Markenwiedererkennungswert führt. Von

der Entwicklungs- und Herstellungsphase

bis zur Produkteinführung arbeitet THX

eng mit den ko operierenden Heimelektronik-Herstellern

zusammen, um unseren

Kunden ein überragendes Unterhaltungserlebnis

mit innovativen AV-Produkten

zu bieten, und hilft den Herstellern,

ein eigenes Markenimage aufzubauen.

Hunderte von

Testdurchläufen

stellen das

bestmögliche

Ergebnis THXzertifizierter

Heimkinoelektronikprodukte

sicher.

Filtern wählen, um den Vorgang der Wandlung

an Musik und Geschmack anzupassen.

Die Verstärkung übernimmt der Azur 651A,

der sowohl mit analogen Quellen als auch

per USB zugespielten Daten umgehen kann.

Durch die eigens entwickelte USB-Audioverbindung

kann Ihre digitale Musiksammlung

ohne Umwege in höchste Qualität

gewandelt und beliebigen Lautsprechern

zugespielt werden.

Für den Doppel-Mono-Betrieb

stehen getrennte Stromversorgungen

zur Verfügung, die die

Grundlage für störungsfreie

Leis tung bilden. Pro Kanal stehen

laut Hersteller 75 Watt Leistung

zur Verfügung.

Preis:

651A: 798 Euro,

651C: 1 798 Euro

Internet:

www.taurus.net

Wohin geht der Trend: klein und

fein oder Klasse durch Masse?

Einerseits, so hoffe ich

stark, zum besagten

High End, was wirkliche

Spitzenleistung zulässt,

andererseits sehr stark

zum Konsum-Device.

Diese Geräte dienen dem schnellen

täglichen Gebrauch und unterliegen

Trends in Technikentwicklung und

Mode. Beides kann sinnvoll nebeneinander

existieren.

Johannes Siegler, Backes & Müller

Der Trend Klasse durch

Masse ist seit Jahren

am Laufen, das führt

zu Ermüdungserscheinungen

bei den Interessenten.

Das Interesse,

sich etwas zuzulegen,

was einzigartig ist, wird wieder größer,

außerdem macht es viel mehr Spaß, und

das ist heutzutage der Hauptmotivator

beim Hören und auch schon beim Kaufen!

Nedjeljko Topalovic, Opera

Ist die Messe Ihrer Erfahrung nach

eher ein Anlaufpunkt für Händler

oder Endkunden?

Auf der High End in

München ist schön

zu sehen, dass beide

Gruppen dazu beitragen

diese Messe so

erfolgreich zu gestalten.

Auf jeden Fall ist es bei ASW so, dass

sich Händler und Kunden die sogenannte

Klinke in die Hand geben. Dadurch ergeben

sich auch immer wieder interessante

Gespräche. Somit ist diese Messe für beide

Gruppen ein Anlaufpunkt.

Thomas Kemper, ASW

An unserem Stand

können Endkunden unsere

Geräte anschauen,

anfassen und vor allen

Dingen anhören. Und

das wird an allen Tagen

mit Begeisterung wahrgenommen.

Aber natürlich ist die Messe

auch ein Anlaufpunkt für unsere Händler,

um die gegenseitigen Kontakte zu pflegen

und zu intensivieren.

Fried Reim, Lake People

News 7


Bietet das M.O.C. München Vorteile

gegenüber einer reinen Hotelmesse?

Das ist ein sehr professioneller

Auftritt

im M.O.C. und die

Messeorganisation

macht, denke ich,

sicherlich den besten

Job weltweit. Man merkt das auch daran,

dass mittlerweile sich andere Messen an

dem Vorbild von München orientieren.

Das Ambiente im M.O.C. passt auch

gut zu dem Marktpotenzial, das dort

präsentiert wird, denn die dort vertretenen

Hersteller repräsentieren zusammen

sicherlich deutlich mehr als eine Milliarde

an Umsatz, viele tausend Arbeitsplätze

und jede Menge Hochtechnologie

und Innovation.

Udo Besser, AVM

München ist eine

Messe für High-End-

Unterhaltungselektronik,

die unsere Branche

vollständiger repräsentiert

als irgendeine

andere Messe auf diesem Planeten. Insofern

ist München für Branchenprofis ein

Muss. Die High End Society feilt ständig

an Rezepten, um München noch interessanter

zu machen, und erntet mit diesem

Engagement verdienterweise Erfolg.

Carlos Candeias, B.M.C. Audio

Was verbinden Sie mit dem

Begriff High End?

Musik ist ein Kulturgut

und mit High End zeigen

wir den gebührenden

Respekt. Außerdem:

Gutes High End macht

auch richtig Spaß.

Wolfgang B. Thörner, WBT

High End ist weniger

eine Elektronikkategorie

für hochpreisige

Geräte, sondern eher

ein Lebensgefühl, eine

Entscheidung, wie

möchte ich Musik genießen? Hochwertig,

mit einer gewissen Nähe zum Künstler, der

die Musik produziert hat. Das ist High End.

Und natürlich eine tolle Messeplattform,

ein Branchentreffen der besonderen Art.

Heiko Panzer, Marantz

3.1-Blu-ray-Receiver von T+A

Wenn es um die Einrichtung des Wohnzimmers

geht, schreckt oftmals der Gedanke

ab, dass guter Klang mit Gerätetürmen, unzähligen

Kabeln und vielen Lautsprechern

in der Schrankwand einhergeht. Der High-

End-Hersteller T+A bietet genau dafür eine

Lösung: den K2 Blu. Er ist Zuspieler, Decoder

und Verstärker in einem. Von haptischen

Medien wie CD, DVD und BD reichen die

Fähigkeiten des K2 Blu über Netzwerkstreaming

bis hin zu Internetradio und sogar

Wiedergabe über Bluetooth. Im Inneren

finden sich hochwertige Bauteile, wie das

schwingend gelagerte optische Laufwerk

oder 24-Bit/192-Kilohertz-D/A-Wandler. Bis

zu fünf Lautsprecher werden von getrennten

Endstufen verstärkt. Im Hauptraum können

Stereo- und Center-Lautsprecher den Klang

Starke Bits und Bytes

Mit dem Vollverstärker C 390DD legt NAD

den Schwerpunkt voll und ganz auf digitale

Signalwege. Diese Idee wurde konsequent

durchgezogen, so verzichtet man sogar

komplett auf analoge Anschlüsse. Digitale

Zuspieler können optisch, koaxial und sogar

per AES/EBU-Schnittstelle angeschlossen

werden. Für externe Speichergeräte

und Computer stehen drei USB-Anschlüsse

zur Verfügung. Unnötige Wandlungen und

Elac passt sich dem Raum an

Auf der High End wird Elac den Standlautsprecher

FS 507 VX-JET vorstellen. Auf den

ersten Blick bietet sich ein gewohnter Anblick

im typischen Elac-Design. Erst auf der

Rückseite zeigt sich die wahre Stärke: Mit

einer Verstellmechanik kann man die Chassis

der koaxial angeordneten Hoch- und

Mitteltöner um 8 Millimeter vor oder hinter

die Schallwand bewegen. Dadurch verändert

sich die Abstrahlcharakteristik des

Lautsprechers. So hat es der Hörer in der

Hand, die Anteile von Direkt- und Diffusschall

an den Hörplatz anzupassen. Bei

einer Positionierung hinter der Schallwand

wird der Raum beispielsweise weniger stark

des Fernsehers aufwerten, ohne ein ganzes

Surround-Setup aufzubauen. Um echtes

Kino feeling zu ermöglichen, ist ein Pre-Out

für einen Subwoofer vorhanden. In einer

zweiten Hörzone können zwei weitere Lautsprecher

installiert werden. Ein zusätzlicher

Empfänger ermöglicht die unabhängige

Lautstärkekontrolle der beiden Zonen. Mit

umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten

kann der Allrounder an die Hörsituation angepasst

werden.

Gerätename: T+A K2 Blu Preis: 3 790 Euro Internet: www.taelektroakustik.de

Verluste durch analoge Signalwege werden

vermieden und beste Voraussetzungen für

optimalen Klang geschaffen. Die digitale

Konstruktion lässt dabei Funktionen wie Impedanzanpassung

für Lautsprecher, Raumkorrektur

und personalisierte Menüführung

zu. Satte 160 Watt Leistung reichen auch für

die Beschallung von größeren Räumen. Der

modulare Aufbau ermöglicht das Nachrüsten

zweier Anschlussmodule. Das MDC

DD HDMI-1 stattet den Verstärker mit drei

HDMI- Eingängen und einem HDMI-Ausgang

aus, während das MDC DD AP-1 doch noch

Hoffnung für Analogfreunde aufkommen

lässt: Es bietet neben symmetrischen Eingängen

auch Hochpegel-Cinch sowie einen

Phono-In und gibt Nostalgie so eine Chance.

Gerätename: NAD C 390DD Preis: 2 500 Euro Internet: www.nad.de

Gerätename: Elac FS 507 VX-JET

angeregt. Der Diffusschall am Hörplatz

wird reduziert und die Lokalisationsschärfe

verbessert. So kann

man den Klang auf die

Entfernung des Hörplatzes

anpassen oder

den optimalen Hörbereich

vergrößern, damit

im Heimkino auch mehrere

Personen hintereinander

ein optimales

Hörerlebnis haben.

Elac ist auf dem Weg

zum Lautsprecher für

alle Räume.

Preis: 4 990 Euro

pro Stück

Internet: www.elac.com

Bilder: Auerbach Verlag, Elac, MBL, NAD, Quadral, T+A

8 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


www.teufel.de

Monoendstufe von MBL

Auch MBL lässt sich auf der High End nicht

lumpen und stellt seine neue Monoendstufe

mbl C15 vor. Diese soll mit einem vom

Leistungsbereich unabhängigen Klirrfaktor

jedes Instrument bei jeder Lautstärke vollkommen

natürlich wiedergeben. Zuspieler

können auch symmetrisch per XLR-Kabel

angeschlossen werden, bei Lautsprechern

besteht die Möglichkeit des Bi-Wiring. Die

Geräte können über das MBL-Smartlink-

Netzwerk miteinander kommunizieren.

Gerätename: Corona Line mbl C15 Preis: 9 600 Internet: www.mbl.de

Sound und Bild

in bester

Gesellschaft.

So macht uns

Heimkino Spaß.

Quadral vertreibt Visonos-Produkte

Der spanische Anbieter Visonos präsentiert

auf der High End durch Quadral seine Audio/

Video-Streaming-Lösungen. Visonos spezialisiert

sich auf Multiroom-Anwendungen, um

Medieninhalte möglichst benutzerfreundlich

innerhalb des Hausnetzwerkes für die ganze

Familie bereitzustellen. Das Angebot unterteilt

sich in die Player MusicV und MediaV

sowie in die Speichergeräte MusicVr und

MediaVr. Diese können sowohl per Ethernet-

Schnittstelle als auch WLAN in das Netzwerk

eingebunden werden. Als praktische Zusatzfeatures

nennt der Hersteller verschiedene

Internetdienste und Apps zur komfortablen

Steuerung der Geräte. Je nachdem, welche

Komponenten der Anwender daheim einsetzt,

können die Player per HDMI mit einem

AV-Receiver (acht Kanäle) oder direkt mit

einem Stereolautsprecherpaar verbunden

werden. Die Verstärkung übernimmt dann

eine energiesparende Klasse-D-Endstufe mit

einer Leistung von 20 Watt pro Kanal.

Roman Katzer

Leiter Entwicklung bei Teufel

Gerätename:

Visonos MusicV, Visonos MediaV,

Visonos MusicVr, Visonos MediaVr

Preis: von etwa

700 Euro (MusicV)

bis etwa 2 500

Euro (MediaVr)

Internet:

www.visonos.com

Anika Gläser

Versand und Logistik bei Teufel

AUDIO TEST on Tour: Euronics Kongress in Leipzig

AUDIO TEST war auf dem Euronics Kongress

unterwegs und hat den Hi-Fi-Herstellern

einen Besuch abgestattet. Präsent vertreten

war die D&M-Holding mit den Marken

Denon, Boston und Marantz die u. a.

Denons Blu-ray-Minisystem D-X1000BD und

Bostons Airplay-Speaker MC200Air präsentierten.

Bose stellte seine aktuelle Kopfhörerlinie

vor, von der sich der QuietComfort 15

mit Noise-Cancelling zur Reduzierung des

Messelärms besonders eignete.

Blu-ray Heimkino-Anlage

Impaq® 3000

5.1-Home Entertainment-System mit dem

vielfach ausgezeichneten Teufel-Klang.

600-Watt-Leistung für 5 kompakte

Satelliten-Lautsprecher und kraftvollen

Subwoofer. High Definition-Receiver mit

integriertem Blu-ray-Player und Anschlüssen

für TV, DVB-Empfänger, MediaPlayer,

Dock, Konsole und vieles mehr.

Die Teufel Vorteile:

8 Wochen Probe hören mit vollem Umtausch- und

Rückgaberecht | 12 Jahre Garantie auf Lautsprecher

| Bester Sound zu günstigen Preisen durch Direktkauf

vom Hersteller | Umfassend informieren und

bequem bestellen unter www.teufel.de

Anzeige

... macht glücklich


Welche Neuigkeiten werden Sie auf

der High End präsentieren?

Bei uns stehen digitale

Lösungen im High-

End-Bereich im Fokus.

Wir führen erstmalig

in der Masters-Linie

ein CD-Laufwerk mit

Netzwerkfunktion (M50), einen Wandler

(M51) und eine Speicherlösung (M52) vor.

Hinzu kommt ein reiner Digitalverstärker in

der Classic-Linie, der C 390DD.

Thomas Brieger, NAD

Nach den überaus

positiven Erfahrungen

bei der letzten High End

präsentieren wir uns

erneut in den Räumen E

112 und E 113, getrennt

mit Vorführung und Ausstellung. Über

unsere Neuheiten halten wir noch das Mäntelchen

des Schweigens, das Motto lautet

aber auf jeden Fall: nuVero goes Surrround!

Roland Spiegler, Nubert

High End 2012: Binäre Perfektion

Bald ist es wieder so weit: Die Messe High

End öffnet am 3. Mai in München ihre Pforten.

Vier Tage lang zeigen über 350 Hersteller

ihre neuesten Produkte und bieten

Gelegenheit zum Reinhören. Dafür stehen

insgesamt 137 geschlossene Hörräume zur

Verfügung, die die Chance bieten, sich mit

den eigenen Ohren von den Besten der

Besten zu überzeugen. Musik auf Festplatten

ist zwar praktisch und platzsparend,

allerdings verliert das Sammeln für

viele Leute so seinen Reiz. Liebhaber der

physischen Tonträger finden deshalb im

„Tonträger-Dorf“ die verschiedenen Datenträger

von über 200 Labels und können

den seelenlosen Musikdateien getrost die

kalte Schulter zeigen. Trotz der Analogund

Haptik-Sektion liegt der Schwerpunkt

der diesjährigen Messe auf dem digitalen

Metier. Da sich der Markt in Richtung Musikdownloads

und Medienstreaming entwickelt,

merkt man dem Programm der

Hersteller diese Aktualität an. Deshalb finden

Produkte wie Multimediacenter, Festplattenspeicher

und -rekorder, Musikserver

und Netzlaufwerke Platz in den Ständen.

Mit der körperlosen Musik kommt natürlich

auch die Frage der Qualität selbiger

auf. Zumindest auf der High End dürfte

die MP3 nicht oder nur als schlechtes Beispiel

vertreten sein, vielmehr sollen die

Möglichkeiten der heutigen Technik ausgereizt

werden. So findet sich das deutsche

Musikportal www.highresaudio.com

in München ein, dass Dateien in Auflösungen

jenseits der Audio-CD anbietet.

Auf dem Übersichtsplan des Atriums zeigen wir Ihnen, wo Sie die aus unserer

Sicht interessantesten Hersteller finden. Klare Besuchsempfehlung!

Das Isophon-Highlight

auf der diesjährigen

High End wird unsere

neue Superbox, die

Berlina RC 11. Sie stellt

in vielerlei Hinsicht das

Modernste dar, was es im Bereich dynamischer

Hi-Fi-Lautsprecher gibt.

Roland Gauder, Isophon

Bei Dynaudio steht die

Messe ganz im Zeichen

der neuen Xeo 3 und

Xeo 5. Mit der Xeo stellt

Dynaudio die ersten

Wireless-High-End-

Lautsprecher vor, und wird beide Modelle

natürlich auch vorführen.

Roland Hoffmann, Dynaudio

Auch dieses Jahr steht

bei Denon die High End

ganz im Zeichen der

Vernetzung: Angesprochen

werden alle

Musik- und Heimkinobegeisterten,

die ihre Mediensammlung,

Bild oder Ton, auf unterschiedliche Weise,

dabei aber stets in bestmöglicher Qualität,

erleben möchten.

Roland Krüger, Denon

Atrium 3

Backes & Müller:

Atrium 3 C120

Chord:

Atrium 3 D104, Atrium 3 D105, Atrium 3 C122

Dynaudio, NAD:

Atrium 3 D104, Atrium 3 D105

Goldring:

Atrium 3 C123

T+A:

Atrium 3 D102, Atrium 3 D103, Atrium 3 C121

Atrium 4

Advance Acoustic (Quadral, Visonos)

Atrium 4 1.OG E127, Halle 4 H10, Halle 4 H10

Audio Reference (Audio Research,

Meridian, Velodyne, Sonus Faber, Sooloos)

Atrium 4 1.OG E119

Arcam, KEF, Olive:

Atrium 4 1.OG F111, Atrium 4 1.OG F113

ASW:

Atrium 4 1.OG F110

AVM:

Atrium 4 1.OG E121

Boston Acoustics:

Atrium 4 1.OG F103

Denon:

Atrium 4 1.OG F105, Atrium 4 1.OG F121

Elac, Primare:

Atrium 4 1.OG F102, Atrium 4 1.OG F124

Hutter:

Atrium 4 1.OG F109

Isophon:

Atrium 4 1.OG E105

Marantz:

Atrium 4 1.OG F122, Atrium 4 1.OG F104

MBL:

Atrium 4 1.OG E102

Nubert:

Atrium 4 1.OG E113, Atrium 4 1.OG E112

Pioneer:

Atrium 4 1.OG F130

TAD:

Atrium 4 1.OG F130

WBT:

Atrium 4 1.OG E126

Nicht im Plan:

Magnat (Atrium 4 2.OG F202, Atrium 4 2.OG F225)

Bilder: High End Society

10 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


„Musik ist Lebensmittel und Seelennahrung“

Branko Glisovic

High End Society

Herr Glisovic,

die High End

2012 steht

unmittelbar

vor der Tür.

Was sind

Ihre größten

Erwartungen

und Hoffnungen

in

diesem Jahr?

Wir freuen uns

über die starke

Ausstellerbeteiligung. Erhöht haben sich

sowohl die Zahl der deutschen wie auch

die Zahl der internationalen Aussteller.

Auf der High End werden fast alle namhaften

Größen der Branche vertreten

sein. An der Zielsetzung der Messe hat

sich nach wie vor nichts geändert, weil

es uns immer schon um die bestmögliche

Qualität der Musikwiedergabe ging.

Welche Möglichkeiten bieten Sie jungen

Firmen, sich auf der High End zu

präsentieren?

Erstmalig bot die High End Society jungen,

neuen Unternehmen eine kostenlose

Präsenz auf der High End 2012 an. Aus

vielen Bewerbungen haben wir insgesamt

acht Start-up-Unternehmen ausgewählt,

die sich mit ihren Entwicklungen in

München präsentieren. Dies sind neue,

junge Hersteller klassischer Produkte wie

Lautsprecher, Elektronik, Kabelkonfigurationen

und auch Audio-Video-Möbel

besonderen Designs; aber es ist auch der

Anbieter eines High-Resolution-Download-Portals

dabei sowie neue Zubehörentwicklungen,

die einfach dazugehören.

Inwieweit ist die Messe ein Spiegelbild

der aktuellen Marktsituation?

„Körperlose“ Digitalmusik in Form

von Datenfiles boomt und damit geht

natürlich auch die Nachfrage nach netzwerkfähigen

Komponenten einher, die

solche Daten speichern und für vielfache

Nutzungen zur Verfügung stellen. Diese

momentane Entwicklung ist natürlich

integraler Bestandteil unsere Messe. Wie

immer zeigt gerade die High End die

aktuellen Entwicklungen der Branche,

die als „Formel 1“ der Unterhaltungselektronik

die zukünftigen Technologien

im Fokus haben. Fast alle Aussteller der

High End haben inzwischen netzwerkfähige

Komponenten in ihrem Sortiment.

Laut ist out! Wie engagiert sich die

High End Society dazu?

Die Europäische Rundfunkunion (EBU)

gibt jetzt einen neuen Standard vor, der

dafür sorgen soll, dass die Lautstärkeunterschiede

der Radio- und Fernsehsender

zwischen Werbeblöcken und Programminhalten

in Zukunft verschwinden. Die

High End Society freut sich ganz besonders,

dass Herr Florian Camerer (ORF

Tonmeister und Vorsitzender der Europäischen

Rundfunkunion-Lautheitsgruppe)

als Gastredner zum Thema „Lautheit“

auf der Technologiebühne der High End

2012 am 3. Mai eine Einführung in das

Lautheitsthema geben und die geplante

Umsetzung in Europa vorstellen wird.

Wie sehen Sie es? Steht die Technikbegeisterung

vor dem geistigen Wert

der Musik?

Die Technik ist nur Mittel zum Zweck. Ich

glaube fest daran, dass unsere Branche

ein wenig privilegiert ist, weil sie mit

etwas handeln darf, worauf Menschen

nicht verzichten können: die Musik. Es

ist ein „Lebensmittel“ im wahrsten Sinne

des Wortes und wird es immer bleiben.

Die Art und Weise der Technologien

bei der Herstellung und Nutzung von

„Unterhaltungselektronik“ ist sekundär.

Nutzerfreundlichkeit, Bequemlichkeit

und Preiswürdigkeit neuer Technologien

werden selbstverständlich zum Vorteil des

Einzelnen genutzt, aber dies betrifft eben

nicht den Kern; den Basiswunsch nach

Emotionen.

Vor über dreißig Jahren nahm die

High End Society ihren Anfang und

ging mit Idealen und Zielen in die

Welt. Wie sehen Sie Ihre Bilanz

bis heute?

Die Ideale und Ziele haben sich im Laufe

der Jahre nicht geändert. Auch im

dritten Jahrtausend sind die Menschen

emotional gesteuert und brauchen „emotionale

Nahrung“. Musik bleibt eines der

wichtigsten Kulturgüter, liefert „Seelennahrung“

und spielt auch weiterhin eine

wesentliche Rolle in unserem Alltag. In

den letzten Jahren sehe ich jedoch die

Gefahr, dass eine Generation heranwächst,

für die datenreduzierte Musik

eben der akustische Standart ist. Dass

es sich aber im Grunde um akustische

„Umweltverschmutzung“ handelt, kann

nur der wissen, der den Unterschied einschätzen

kann. Jeder Mensch sollte die

Möglichkeit haben, die bessere Qualität in

seinem Leben überhaupt einmal kennengelernt

zu haben, um ein Gefühl dafür zu

entwickeln, was überhaupt möglich ist,

denn was man nicht kennt, vermisst man

nicht. Die High End Society wird sich auch

in Zukunft immer für eine bestmögliche

Musikwiedergabe einsetzen.

Vielen Dank für das Gespräch

Welche Neuigkeiten werden Sie auf

der High End präsentieren?

Wir stellen und führen

die twenty-Serie von

PMC vor, die anlässlich

des 20-jährigen Bestehens

der Firma entstanden

ist: Klangqualität,

Verarbeitung und Optik auf höchstem

Niveau! Studioqualität wird wohnzimmertauglich.

Sven Schlicher, Padis

Elac wird in diesem

Jahr ein weiteres Modell

aus der 500er-Linie

präsentieren, welches

sich auf die Hörabstände

und räumlichen

Gegebenheiten anpassen kann. Der Preis

für die FS 507 wird pro Stück 4990 Euro

sein.

Oliver W. John, Elac

Zum einen zeigen wir

unsere komplett neu

konzipierte Criterion-

TCD-Lautsprecherserie

mit insgesamt sechs

Modellen. Zum anderen

werden wir erstmalig ein kleines,

feines Multi-Source-Audio-System namens

Cala vorstellen. Als weitere innovative

Neuheit zur High End 2012 präsentieren

wir den D/A-Converter DAC 8.

Britta ter Wint, T + A

Ein Schwerpunkt bei

uns ist das Thema „Analog-Digital-Wandlung”.

Wir werden dazu neue

Produkte der Firmen

M2TECH und HRT vorstellen.

Des Weiteren

behandeln wir die Themen „Desktop-Audio”,

„Kopfhören” und „Stromversorgung in

digitalen Systemen” intensiver.

Carsten Hicking, Higoto

Alle Partner von Friends

of Audio werden in

München ausstellen.

MastersounD aus

Vicenza wird seine

Produktfamile um neue

Eintakt-Class-A-Verstärker ergänzen.

Rainer Israel, Friends of Audio

News 11


Ausgepackt und angehört

TEAC Reference H01

Dreieinigkeit aus Fernost

Die Serie Reference H01 besteht aus drei

Komponenten, mit denen man seine

Stereo anlage erweitern und aufwerten

kann. Während der UD-H01 einen reinen

D/A-Wandler darstellt, kombiniert das

Modell A-H01 Wandler und Vollverstärker

in einem Gerät. Mit dem DS-H01 zeigt

der japanische Hersteller, dass er mit der

Zeit geht, und bietet eine Dockingstation

für iPod, iPhone und iPad an. Wer seinen

passiven Lautsprechern einen klangvollen

Verstärker spendieren möchte, kann zu

TEACs A-H01, einer Kombination aus

Digital-Analog-Wandler und Stereovollverstärker,

greifen. Einen hochwertigen

Wandler zur Beschickung eines Verstärkers

oder von Aktivlautsprechern erhält man

mit dem UD-H01. Dieser verfügt wie der

Verstärker über einen eigenen Kopfhöreranschluss.

Wer seine Musiksammlung auf

Apples mobilen Geräten bei sich hat, kann

sich über TEACs Dockingstation DS-H01

als Erweiterung der Heimanlage freuen.

Diese ermöglicht sogar das Andocken

eines iPads. In ihrer Preisklasse können die

Komponenten sich getrost hören lassen.

Preis: 499/349/249 Euro

Kontakt: www.teac.eu

Einsatz als externe Soundkarte

kleine Schwächen bei Verarbeitung

Marantz CD6004 und PM6004

Marantz im Doppelpack

Bei dem CD6004 handelt es sich um den

Nachfolger des erfolgreichen CD-Spielers

CD6003. Die Stärken des Players liegen im

Detail: Das zentral gelagerte Laufwerk und

die solide Metallbodenplatte verhindern

Vibrationen. Die Digital-Analog-Wandlung

übernimmt ein Cirrus Logic CS4398 und

bespeist neben den Analogausgängen auch

einen Kopfhöreranschluss. Signalstörungen

sollen durch den symmetrischen Aufbau der

Analogsektion verhindert werden. Einen

Schritt weiter in der Signalkette überzeugt

uns der Verstärker PM6004. Zwei Lautsprecherpaare

oder ein Kopfhörer können beschickt

werden, dabei steht dem Hörer eine

zweibandige Klangregelung zur Verfügung.

Für genaue Reproduktion sorgt der Source-

Direct-Modus, bei dem die Equalizer*-

Schaltkreise umgangen werden. Das Klangniveau

steht hier über dem Preisniveau.

Preis: 449/449 Euro

Kontakt: www.marantz.de

Source-Direct-Modus umgeht Filter

keine

Audio Pro Living LV2e

Keine Chance dem Kabelsalat

Audio Pro möchte dem Nutzer das leidige

Verlegen und Verstecken von Kabeln ersparen

und präsentiert mit der Living-Serie

trendige Lifestyle-Lautsprecher, die Ihre Daten

per WLAN-Verbindung empfangen. Dafür

stehen drei Funkkanäle zur Verfügung.

Auch das Ansteuern mehrerer Lautsprecherpaare

ist durch die freie Auswahl von

drei Hörzonen möglich. Im rechten Speaker

ist ein Empfänger für die Fernbedienung

verbaut, mit der man bequem Lautstärke,

Kanal und Zone wechseln kann. Der

kleine, schwarze Sender wird per USB mit

Strom versorgt. Sowohl Windows- als auch

Macintosh-Computer erkennen ihn als externe

Soundkarte, ohne spezielle Treiber

zu installieren. Eine externe Quelle kann

der Sender über Achtel-Zoll-Klinke entgegennehmen.

Um sich vom Computer oder

anderen USB-fähi gen Geräten zu lösen,

benötigt man dann noch ein separat erhältliches

USB-Netzteil. Trotz der kompakten

Ausmaße besticht das 2-Wege-Bassreflexsystem

durch druckvolle Tiefen.

Preis: 800 Euro

Kontakt: www.tad-audiovertrieb.de

problemlose Installation der Software

feste Sample-Rate von 48 Kilohertz

Bang & Olufsen Beolit 12

High End to go

Das erste Produkt der neuen Marke B&O

Play für Stand-alone-Geräte des dänischen

Herstellers Bang & Olufsen ist das Audiosystem

Beolit 12. Dabei handelt es sich um

ein tragbares 2.1-Audiosystem, das digitale

Inhalte von Smartphones und MP3-Playern

abspielen und streamen kann. In dem Designplayer

verstecken sich zwei Full-Range-

Lautsprecher sowie ein Hochtöner, wobei

jeder Treiber von einem separaten Klasse-D-

Verstärker bedient wird. Durch deren Effizienz

werden im normalen Abspielbetrieb

nur etwa 12 Watt Leistung aufgenommen,

wobei der integrierte Akku für eine Laufzeit

von 8 (ohne Netzwerk) bzw. 4 Stunden

(mit Drahtlosnetzwerk) sorgt. Aufladen ist

per USB-Anschluss möglich. Eingebunden

wird das System wahlweise über USB- oder

Ethernet-Schnittstelle, WLAN (Airplay) oder

Line-In-Anschlüsse.

Preis: 700 Euro

Kontakt: www.bang-olufsen.de

lange Akkulaufzeit

leichte Unterbetonung von Höhen

Bilder: Auerbach Verlag, Bang & Olufsen, Marantz, TAD

12 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


CRITERION TCD - der audiophile Maßstab

Atrium 3, D 102

Die neuen CRITERION TCD-Lautsprecher sind mit einzigartigen

Technologien und Konzepten ausgestattet, über die kein anderer

Hersteller verfügt. Diese Lautsprecher haben eine extrem saubere und

kräftige Basswiedergabe und perfektes, konstantes Abstrahlverhalten

im gesamten Mittelhochtonbereich.

T = Lange, tief abgestimmte Transmissionlines mit Doppel-Spezialtieftonsystem,

CD = Constant Directivity durch D‘Appolito- Mitteltonanordnung

mit Waveguide-Hochtonkalotte.

Die tonale Ausgewogenheit und präzise Abbildung, der Detailreichtum

und die enorme Auösung, der trockene und tiefe Bass und die

seidigen Höhen sind einmalig!

01067 Dresden, www.radiokoerner.de (0351/4951342). 06108 Halle, JP-electronic am Opernhaus (0345/2026735). 10559 Berlin, Hifi Play (030/3953022). 10623 Berlin, King Music (030/88550600). 20095 Hamburg,

Lichtenfeld Media GmbH (040/30805-10). 24114 Kiel, Hifi Studio »Hört-sich-gut-an« (0431/61056). 26125 Oldenburg, Hifi + Hifi GmbH (0441/3900060). 28211 Bremen, Willi Schönborn Hifi (0421/239033).

28866 Posthausen, Dodenhof - Die Technikwelt (04297/30). 30159 Hannover, Alex Giese Hi-Fi + TV-Technologie (0511/35399737). 30167 Hannover, Uni Hifi Audio & Video GmbH (0511/703737). 32049

Herford, Hifi Studio Unger (05221/2017). 33415 Verl, Beckhoff Technik u. Design GmbH (05246/92600). 40210 Düsseldorf, Hifi Referenz (0211/325152). 40477 Düsseldorf, HiFi Audio Ulrike Schmidt (0211/787300). 42103

Wuppertal, Audio 2000 KG (0202/454019). 44805 Bochum, HiFi-Center Liedmann (0234/3849697). 45127 Essen, Hifi Spezialist Werner Pawlak (0201/236389). 45472 Mülheim, Werner Pawlak Hifi Zentrum (0208/498253).

45663 Recklinghausen, Moldenhauer (02361/60050). 47051 Duisburg, Hifi Studio am Stadttheater (0203/25014). 50667 Köln, MSP Hifi Studio GmbH (0221/2575417).53113 Bonn, HiFi Linzbach OHG (0228/222051). 53797

Lohmar-Wahlscheid, Musik & Akustik Norbert Maurer (02206/9074361). 55116 Mainz, NEU Die Hifi Profis (06131/275609-0). 56068 Koblenz, Schmitz Hifi Video (0261/38144). 59065 Hamm, Auditorium (02381/93390).

60318 Frankfurt, Die Hifi Profis (069/92004111). 60437 Frankfurt, media@home Jilg (069/5072106). 63225 Langen,Vogdt Klang und Bild (06103/977777).63739 Aschaffenburg, Hifi Dillity OHG (06021/24188). 64283 Darmstadt,

Die Hifi Profis (06151/1710-0). 65185 Wiesbaden, Die Hifi Profis (0611/373839). 65185 Wiesbaden, www.fair-kaeuflich.de (0611/4503262). 68161 Mannheim, NEU Media Profis Handels GmbH (0621/3098110). 68199

Mannheim, Expert Esch (0621/1239800). 69115 Heidelberg, Expert Esch Galerie (06221/656650). 70178 Stuttgart, AEP Studio 26 (0711/294444). 70182 Stuttgart, Graf Hören & Sehen (0711/2348686). 71101 Schönaich, Hifi +

Wohnen Schild (07031/754242). 71636 Ludwigsburg, Talmon Gros (07141/96000). 72764 Reutlingen, Akustik Studio Biegler (07121/748450). 74072 Heilbronn, Informationstechnik Eberwein GmbH (07131/80320). 76131

Karlsruhe, Löb High Fidelity (0721/22341). 79098 Freiburg, Hifi Studio Polansky (0761/31186). 79104 Freiburg, EP: Velde (0761/25764). 79588 Efringen-Lörrach, Puls HiFi High End Surround (07628/1786). 79761 Waldshut,

Akustik Studio Huber (07751/6427). 80333 München, Home Entertainment Concept Store (089/20186691). 81667 München, Hifi Concept (089/4470774). 93047 Regensburg, Klang Galerie Ton Bild & Design (0941/5999353).

97437 Haßfurt, Euronics Schlegelmilch (09521/94880). A-4632 Pichl, Hifi TV Hubert Steiger 0043 (0) (7247/6691).

+ T+A | Planckstraße 9-11 | D-32052 Herford | Tel. 05221/76760

e-mail: info@ta-hifi.com | Internet: www.ta-hifi.com +


Welche Empfehlungen haben

Alljährlich öffnet Europas größte Hi-Fi-Messe ihre Pforten und lädt sowohl Technikbegeisterte

als auch Händler und Aussteller zum Staunen ein. Hier findet man vom

kompakten Airplay-Lautsprecher bis zu den größten Surround-Systemen alles, was das

Hi-Fi-Herz begehrt. Der Begriff „High End“ ist dabei in aller Munde und wird doch von

jedem verschieden interpretiert. Schließlich entscheidet nicht nur die Wertigkeit über

die Qualitäts einstufung der Produkte, sondern Preislage und Gewicht sind oftmals gern

herangezogene Faktoren. Dass diese Kriterien im direkten Zusammenhang zueinander

stehen, um High End zu sein, ist schon längst nicht mehr der Fall. Was steckt also hinter

der Faszination, die uns jedes Jahr nach München lockt? Um diese Frage zu beantworten,

haben wir uns bei AVM, Audiophile Hifi-Produkte sowie Backes & Müller umgehört.

TORSTEN PLESS

Andreas Jungblut, Audiophile Hifi-Produkte

Was verbinden Sie mit dem Begriff

High End?

High End beginnt, wenn Sie bei

geschlossenen Augen vergessen können,

dass Sie eine Anlage hören, und sich auf

die Musik einlassen können. Es sollte

eine Instrumenten- oder Stimmortung

naturgetreu im Raum möglich sein. Statt

der Position der Lautsprecher sollten die

Instrumente in ihrer Vielfalt und Bühnenposition

erkennbar sein.

Welchen Stellenwert hat für Sie die

High-End-Messe?

Sie hat einen hohen Stellenwert und

bietet uns die Möglichkeit zum persönlichen

Kontakt mit Privatkunden,

Fachhändlern und Vertrieben zugleich.

Dieses Jahr finden Sie uns am Stand

T 04 in Halle 4 und Ihre Leserinnen und

Leser sind herzlich willkommen.

Auf welche Neuheiten dürfen wir

aus Ihrem Haus gespannt sein?

Wir bieten Sicherungen und Lösungen

für die verbesserte Stromzufuhr seit

1999 an und befinden uns damit bereits

in der dritten Produktgeneration. Neben

diesen werden wir unsere Vertriebsprodukte

der Firmen Rothwell Audio

und Sound Improvement präsentieren.

Dabei empfehlen wir auch ergänzende

Produkte anderer Hersteller, die gut

mit unseren zusammenpassen und sich

somit in der Wirkung ggs. potenzieren.

Unter anderem deshalb stellen wir

in München mit der Firma SSC – als

Spezia listen für Geräteaufstellung –

gemeinsam aus und deutschlandweit

zu lokalen Messen gemeinsam mit der

Kooperative „Hifi aus Deutschland“ und

mit dem PS-Audio-Vertrieb HiFi 2 die 4.

Welche Empfehlungen haben Sie für

den High-End-Neueinsteiger?

Welche Komponenten passen, hängt

einerseits von den Bedingungen des

Kunden vor Ort ab. Bedeutend ist

jedoch stets eine optimale Stromzufuhr

und deren Wirkung bringt auch Anlagen

im Einstiegspreissegment dem, was ich

unter High End verstehe, einen bedeutenden

Schritt näher. Darauf liegt auch

unsere Spezialisierung: in den einzelnen

Geräten Bedingungen zu schaffen,

unter welchen sie ihre volle Leistung erst

entfalten können. Wir stehen unseren

Kunden hierzu gerne beratend zur Verfügung

– telefonisch oder bei unseren

Messeauftritten.

Udo Besser, AVM

Was verbinden Sie mit dem Begriff

High End?

High End ist für mich das Streben, etwas

ganz Besonderes zu machen, und zwar

„am oberen Ende“ der Qualitätsskala,

also an der Grenze des Machbaren. Wir

bei AVM sehen das auch immer unter

dem Aspekt, dass High End auch noch

erreichbar bleiben soll.

Welchen Stellenwert hat für Sie die

High-End-Messe?

Die Messe in München ist vom Zeitpunkt

her sehr geschickt gewählt und sicher

mittlerweile die Leitmesse der Branche

weltweit, da München auch aus aller

Welt sehr gut erreichbar ist. Das ist ein

sehr professioneller Auftritt im M.O.C.

und die Messeorganisation macht, denke

ich, sicherlich den besten Job weltweit.

Man merkt das auch daran, dass mittlerweile

sich andere Messen an dem Vorbild

von München orientieren. Das Ambiente

im M.O.C. passt auch gut zu dem Marktpotenzial,

das dort präsentiert wird, denn

die dort vertretenen Hersteller repräsentieren

zusammen sicherlich deutlich

mehr als eine Milliarde an Umsatz, viele

tausend Arbeitsplätze und jede Menge

Hochtechnologie und Innovation.

Das Klangmodul III G wird speziell zur

Absicherung von hochwertigen Elektronik-

wie Hi-Fi-Komponenten hergestellt.

Das Modul wird direkt im Sicherungs kasten

als Vorsicherung verbaut und ersetzt

den Sicherungshalter oder Automaten.

Mit den passenden vergoldeten Kupfer-

Audiosicherungen soll ein musikalisch

orientierter Energiefluss erreicht werden.

http://www.audiophiles-hifi.de

Ovation PA8 nennt sich die neue Schaltzentrale

von AVM und ist mit ihrem modularen

Aufbau sowohl für Röhren- als auch

Digitalfans gleichermaßen konzipiert.

Neben der gewohnt hohen Materialqualität

bietet der PA8 eine MM/MC-Platine,

einen DAB-Plus-Tuner sowie separaten

D/A- Konverter. Zusätzliche Röhrenausgänge

runden das Gesamtbild ab.

www.avm-audio.com/de/

14 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

Bilder: Audiophile Hifi-Produkte, AVM, Backes & Müller


Sie für High-End-Einsteiger?

Andreas Jungblut,

Audiophile Hifi-Produkte

Udo Besser,

AVM

Johannes Siegler,

Backes & Müller

Auf welche Neuheiten dürfen wir

aus Ihrem Haus gespannt sein?

Wir erweitern unser Produktprogramm

deutlich, nachdem wir ja schon letztes

Jahr acht neue Modelle gezeigt haben.

Dieses Jahr haben wir wieder fast

genau so viel im Gepäck. Schwerpunkt

ist dieses Mal die Komplettierung

unserer Ovation-Linie, in der unsere

Flaggschiffe zusammengefasst sind.

Highlight ist hier sicherlich der PA8-

Vorverstärker. Ein bislang einzigartiger

modularer, sich selbst konfigurierender

Vorverstärker mit unzähligen Optionen.

Neu ist auch unsere Music Library ML8,

ein extrem komplexes Gerät, in dem

alle digitalen Musikkonserven gespeichert

werden können. Wir haben noch

deutlich mehr dabei, aber das wird erst

in München verraten.

Welche Empfehlungen haben Sie

für den High-End-Neueinsteiger?

Recht einfach: Zur Messe kommen,

denn dort gibt es eine einzigartige

Produktvielfalt und Gesprächsmöglichkeiten.

Und auch für unsere Händler ein

wichtiger Termin, denn hier sieht man

schon heute, was morgen Trend

sein wird.

Johannes Siegler, Backes & Müller

Was verbinden Sie mit dem Begriff

High End?

Ich assoziiere als Hersteller von High End

mit dem Begriff natürlich zuerst einmal

unser Metier und die Messe in München.

Generell wird mir der Begriff mittlerweile

zu inflationär verwendet. High

End auf ein Produkt oder eine Arbeit

bezogen kann nur bedeuten, dass ein

Qualitätsniveau erreicht wird, das man

mit meist maschineller Serienfertigung

nicht erreichen kann. Insofern ist es auch

in gewisser Weise eine ausschließende

Kategorie. Um ein Produkt auf High-

End-Niveau zu produzieren, muss das

Optimum an Planung, Design, Material,

Handwerkskunst und Ingenieursleistung

aufgebracht werden, was natürlich auch

bezahlt sein will.

Welchen Stellenwert hat für Sie die

High-End-Messe?

Für Backes & Müller ist München die

richtige Plattform. Ich persönlich finde

die Mischung aus Messe und Vorführräumen

in dieser Größe und Ausgestaltung

zeitgemäß und der Szene entsprechend.

Eine Hotelmesse mag familiärer erscheinen

und dadurch durchaus sympathisch,

der Stressfaktor ist durch die Weite im

M.O.C. mit den Atrien etc. definitiv

geringer und es geht entspannter zu.

Ist die Messe eher ein Anlaufpunkt

für Händler oder Endkunden?

Die High End ist eindeutig eine Endkundenmesse.

Natürlich treffen wir auch

Händler und Vertriebe, aber unsere Aufmerksamkeit

gilt den Endkunden und

Interessenten, denn diese sollen unsere

Produkte kennenlernen.

Auf welche Neuheiten dürfen wir aus

Ihrem Haus gespannt sein?

Die BMLine 100 wird im Eingangs bereich

zu sehen sein – sicherlich ein sehr ungewöhnliches

Konzept mit hohem ästhetischen

Anspruch. In der Vorführung

haben wir mehr oder weniger alle aktuellen

Produkte, speziell die neuen Ice-

Media-Devices bieten maßgeschneiderte

Lösungen in der digitalen Kette.

Welche Empfehlungen haben Sie für

den High-End-Neueinsteiger?

Eine kleine, sehr puristische Kette mit

eventuell einem Zuspieler auf Rechnerbasis,

was sehr günstig ist, direkt digital

mit B&M-Lautsprechern verbunden bietet

die beste Performance fürs Geld.

Der Lautsprecher BMLine 15 kombiniert

ein Designelement mit Klangkraft und

innovativer Technik. Der virtuelle Coax-

Treiber DvX (directed virtual coax) und

der integrierte DSP mit Firtec-Technologie

zählen zu den besonderen Highlights. Dadurch

wird ein Abhören im direkten Nahfeld

und aus weiterer Entfernung bei einer

phasen linearen Wiedergabe garantiert.

www.backesmueller.de

News 15


Musikbasar

Musik kaufte man einst auf Vinyl, bevor die Compact Cassette und die Musik-CD

den wachsenden Qualitätsansprüchen Rechnung tragen wollten. Inzwischen geht

der Trend hin zu digitaler Distribution und mobilem Musikgenuss. Wir stellen ausgewählte

Musikdownload-Portale mit passenden Audiocodecs vor und bieten hochauflösende

Alternativen.

VON TORSTEN PLESS UND MARTIN HELLER

Die Deutschen sind im Download-Fieber.

Nach Angaben des Hightech-Verbands

Bitkom stieg die Zahl der bezahlten Downloads,

egal ob Musik, Video oder Software,

auf schätzungsweise 90 Millionen Stück. Die

Umsätze wuchsen um 49 Prozent auf insgesamt

390 Millionen Euro. Die Bedeutung

der klassischen Vertriebswege haben die

Plattenfirmen überschätzt – der Direktvertrieb

wird immer wichtiger. Kleinere Labels

werden durch die Möglichkeit des digitalen

Vertriebsweges gestärkt. Per Download-

Portal wird Musik weltweit verfügbar und

kann in kürzester Zeit abgerufen werden.

Trotz des immer größer werdenden Angebots

stehen Hi-Fi-Fans hier jedoch vor einem

echten Problem. Zwar ist mittlerweile jede

Neuerscheinung der großen Labels auch als

Musikdownload verfügbar, dies aber nur

in datenreduzierter Qualität. Es sind also

weder die Masse noch der Preis, die den

Musikliebhaber zwangsläufig auf alternative

Wege führen, sondern es ist die Einschränkung

der gebotenen Datenformate. Die

großen Konzerne kontern mit zu geringen

Übertragungsbandbreiten, die wiederum

die eingesetzten Kompressionsverfahren

voraussetzen würden. Inzwischen sind die

Datenleitungen jedoch bedeutend schneller

als zu den Anfangszeiten von Modem und

ISDN, sodass sich die Datenraten der Musikstücke

ganz einfach steigern ließen.

Problem der Kompression

Welchem Problem müssen sich Hi-Fi-Fans

jedoch stellen, wenn sie komprimierte MP3-

Dateien und Co. aus den einschlägigen legalen

Download-Portalen beziehen? Bei

der Kompression werden psychoakustische

Effekte der Wahrnehmung genutzt, um

die Datenmengen zu reduzieren. Das Ziel

ist es, dass das komprimierte Musikstück

für das menschliche Gehör genauso klingt

wie das Original, aber nur einen Bruchteil

des ursprünglichen Speicherplatzes beansprucht.

Aufseiten des Nutzers wird ein

Abspiel gerät, z. B. ein Netzwerkplayer, oder

ein AV-Receiver benötigt, der über einen

Audio decoder verfügt, um die digitale Musik

wieder hörbar zu machen. Dieser ist in

portablen USB-Musikplayern, Hi-Fi-Equipment

oder auch Computern integriert.

Das bekannteste Verfahren für die Audiodatenkompression

wurde vom Fraunhofer-

Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in

Erlangen sowie an der Friedrich-Alexander-

Universität Erlangen-Nürnberg in Zusam-

Bilder: Auerbach Verlag, Jriver

16 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


menarbeit mit AT&T Bell Labs und Thomson

entwickelt. Es trägt den sperrigen Namen

„MPEG-1 Audio Layer III“, erlangte aber als

„MP3“ Weltruhm. Diesem ersten Kompressionsverfahren

für Musik folgten weitere,

wie etwa AAC (Advanced Audio Codec*),

OGG Vorbis oder das Windows Media

Audio (WMA).

Das codierte Signal unterscheidet

sich vom Ausgangsmaterial

hinsichtlich des Datenmaterials

erheblich. Es werden Daten

entfernt, die nicht rekonstruierbar

sind. Dafür sind die

komprimierten Musikdateien

deutlich kleiner, somit portabler

und vielseitiger einsetzbar.

Der wahre Hi-Fi-Enthusiast

wird sich mit diesen

Einschränkungen jedoch nicht

zufriedengeben und sich den

verlustfreien Audiocodecs zuwenden.

Das bekannteste sogenannte

Lossless-Format ist

der Free Lossless Audio Codec,

kurz FLAC, der frei verfügbar

und in seiner Nutzung nicht

durch Patente beschränkt

ist. Es bietet ebenso wie das

Windows Media Audio Lossless

(WMA Lossless) von Microsoft

oder Apples Lossless Audio Codec (ALAC)

Auflösungen in CD-Qualität bei geringerer

Datenmenge als das ebenfalls verlustfreie

PCM-Format (WAV).

Rechtemanagement

Musikdownload-Portale waren in den 90er

Jahren des letzten Jahrhunderts verschrien,

umso hilfloser versuchten die Plattenkonzerne

mit digitalen Schutzmechanismen

(DRM) der Situation Herr zu werden. Die

Frage der Rechte steht im Mittelpunkt einer

bereits lange laufenden Diskussion um

das Internet als rechtsfreien Raum in Bezug

auf Musikdownloads. Nur wer eine Musikdatei

oder eine Musik-CD legal erworben

Oben WAV, darunter 128-kBit/s-komprimierte MP3: Das kräftigere

Spektrogramm der Originaldatei belegt den höheren Informationsgehalt

hat, besitzt auch die Rechte der Nutzung.

Als Napster das Internet revolutionierte und

Milliarden Musikstücke über das Internet

neue Nutzerscharen gewannen, war die

Rechtesituation meist eindeutig. Inzwischen

werden jedoch Millionen mit den

Download-Angeboten verdient und das

Nutzerverhalten hat sich in Richtung des

Musikkaufs via Internet verschoben. Auf

den folgenden Seiten stellen wir beispielhaft

einige der bekanntesten Musikdownload-Shops

vor und bieten Lossless-Alternativen,

die mitunter selbst die herkömmliche

Audio-CD-Qualität überschreiten.

Eine Frage des Back-ups

Bislang hat ein Griff ins CD-Regal

ausgereicht, um in wenigen Minuten

eine Musikdatei mit einem

Exact Audioripper wie Exact

Audio Copy oder dBPoweramp

auf dem Computer zu erstellen.

Doch bei den Download-Shops,

die wir auf den folgenden Seiten

vorstellen, ist das nicht immer

einfach. Die Download-Portale

stellen dem Nutzer in der Regel

nur einmal, in einigen Fällen bis

zu fünf Mal die Möglichkeit bereit,

die digitalen Musikstücke herunterzuladen.

Deshalb ist es von

großer Bedeutung, dass die Musikstücke

gesichert werden. Eine

alte IT-Empfehlung lautet, dass

man seine Dateien auf mindestens

drei verschiedenen Medien speichern

sollte, die sich möglichst an

unterschiedlichen Orten befinden.

Eine passende NAS-Auswahl bieten

wir in dieser Ausgabe. Neben

der Netzwerkfestplatte, die sich mit installiertem

Server ideal zum Streamen der hinterlegten

Audioinhalte eignet, wären etwa

eine zweite gespiegelte Festplatte im Büro

sowie ein Online-Cloud-Dienst als dritte

Variante denkbar. Dadurch lässt sich trotz

Serverausfall, Festplattencrash oder Blitzeinschlag

ruhigen Gewissens die digitale

Musikbibliothek weiter ausbauen.

Codec

Komprimierung

Kosten

Programmhinweis

Verbreitung

Dateiendung

ALAC

Apple Lossless Audio Codec

verlustfrei

freier Codec

Foobar2000,

iTunes, Quicktime

.mp4

FLAC

Free Lossless Audio Codec

verlustfrei

freier Codec

Cog, Foobar2000,

Jriver, VLC, Windows

Media Player

.flac

APE

Monkey’s Audio

verlustfrei

freier Codec

Cog, Tool Player

.ape

WMA Lossless

Windows Media Audio Lossless

verlustfrei

Windows-lizensiert

Foobar2000, Jriver,

Windows Media Player

.wma

MP3

MPEG-1 Audio Layer III

verlustbehaftet

32–320 kBit/s

freier Codec

alle

.mp3

OGG Vorbis

Vorbis

verlustbehaftet

160–220 kBit/s

freier Codec

Foobar2000, Jriver

.ogg

WMA

Windows Media Audio

verlustbehaftet

160–768 kBit/s

Windows-lizensiert

Foobar2000, Jriver,

Windows Media Player

.wma

Inhalte 17


MP3-Download-Plattformen

Napster

Das heutige Napster unterscheidet sich

deutlich von dem ursprünglichen Peer-to-

Peer-Netzwerk. Mit neuem Eigentümer

startete das Portal als Download-Anbieter

für legale verlustbehaftete Musik durch.

In Deutschland ist das Angebot dreigeteilt

als Napster To Go (9,95 Euro pro Monat

pauschal), als Napster Music-Flatrate

(14,95 Euro pro Monat) und als Napster

MP3-Shop verfügbar. Die Musikstücke im

Rahmen der Musikflatrates sind im WMA-

Format auf bis zu drei Rechnern sowie

kompatiblen portablen Musikplayern (nur

innerhalb Napster Music-Flatrate möglich)

in unbegrenzter Menge herunterladbar

und mit dem Kopierschutz DRM 10 geschützt.

Eine Nutzung des Napster-Angebots

abseits dieser Pfade ist nur mit dem

separaten Kauf der Musikdateien im MP3-

Format (Qualität: 320 Kilobit pro Sekunde)

möglich. Mithilfe der Napster-Software

können Windows-Nutzer auf die Musikbibliothek

zugreifen. Der Onlineshop setzt

lediglich einen Webbrowser voraus.

Apple iTunes Store

Die erste legale Musikdownload-Plattform

startete 2003 (in Deutschland ab Oktober

2004) und bot eine 99-Cent-Preisstruktur

sowie Rabatte für Albumkäufe. Für Apple-

Computer und Windows-PCs wurde die

Software „iTunes“ eingeführt, die neben

dem Zugriff auf den Onlinestore auch

eine komplette Musikverwaltung bietet.

Die Musikstücke sind mit einem digitalen

Rechtemanagement versehen. Als Musikkompressionsverfahren

kommt AAC zum

Einsatz. Inzwischen werden Downloads mit

einem Plus-Label etwas teurer angeboten.

Diese können mit der „iTunes“-Software

auch ins MP3-Format gewandelt und auf

CD gebrannt werden. DRM-geschützte

AAC-Musik kann problemlos auf kompatible

Endgeräte, etwa aus Apples i-Serie,

überspielt werden. Ganz neu im Programm

ist das Label „Mastered for iTunes“, das

Apple erstmals für höherauflösende Musik

vergibt. Die weiterhin im AAC-Format

gespeicherten Dateien sind ab einer Auflösung

von 16 Bit/44,1 kHz erhältlich.

Amazon MP3-Shop

Inzwischen bietet auch der weltweit

größte Onlineversand Amazon einen eigenen

Shop für den Musikhandel an. Die

dazugehörige Download-Plattform wird

über den Webbrowser und ein passendes

Download-Programm für Windows bedient.

Auf modernen Smartphones mit

Android-Betriebssystem steht auf dem

Android-Marktplatz eine App bereit, die

den Kauf und den Download direkt auf

das Mobiltelefon oder den Tablet-PC zulässt.

Der Kaufvorgang erfolgt direkt

über die Amazon-Website. Danach lädt

man einen Downloader herunter, der

die Übertragung auf den PC mithilfe des

Amazon-MP3-Programms startet. Die Dateien

sind im MP3-Format hinterlegt und

werden im Gegensatz zu Napster ohne

einen zusätzlichen Kopierschutz ausgeliefert,

sodass eine maximale Portabilität

zwischen verschiedenen Geräten gewährleistet

ist. Das Angebot lässt wie bei den

Mitbewerbern von Apple und Napster

keine Wünsche offen.

Saturn Musikdownload

Auf dem deutschen Download-Markt ist

die Media-Saturn-Gruppe ein echter Nachzügler.

Inzwischen nutzt auch der Media

Markt diese Plattform und bietet MP3-

Dateien mit einer Bitrate von 320 Kilobit

pro Sekunde (kBit/s) im Download an. Der

Webkatalog bietet alle bekannten Features

einschließlich einer nützlichen Vorhörfunktion.

Nur sehr wenige Alben im Produktkatalog

sind fehlerhaft eingepflegt und aus

diesem Grund nicht kaufbar. Im Menü

lassen sich die Musikdateien insgesamt bis

zu vier Mal herunterladen. Downloads mit

Zeitüberschreitungen sind beim Abruf in

Stoßzeiten jedoch keine Seltenheit. Offensichtlich

kommt die Website dann an ihre

Geschwindigkeitsgrenzen, was man unter

anderem an den Download-Geschwindigkeiten

bemerkt. Die MP3s werden im

Zehnerpaket in einer ZIP-Datei verpackt

übertragen. Albencover sind als JPEG-

Datei enthalten. Die MP3-Tags sind, wie

bei den anderen Angeboten auch, korrekt

eingetragen.

Bilder: Auerbach Verlag, Xiph.Org Foundation

18 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


Die bekanntesten verlustfreien Audiocodecs

FLAC

FLAC steht für Free Lossless Audio

Codec*. Der Name ist hier auch Programm:

Der Codec ist kostenlos, frei

verwendbar und dazu verlustfrei. Interessant

ist er insbesondere, da mittlerweile

viele Hi-Fi-Hersteller dazu

übergegangen sind, das Format in ihre

Geräte zu integrieren. So lassen sich

beispielsweise FLAC-Dateien mit den

neuen netzwerkfähigen AV-Receivern

streamen und nahezu jeder Netzwerkaudioplayer

unterstützt diesen Codec.

Neben der verlustfreien Arbeitsweise

bietet FLAC noch weitere Vorteile, die

es zu einem besonders audiophilen

Format werden lassen. So sind 192

Kilo hertz (kHz) bei 24 Bit kein Problem,

die theoretische Begrenzung liegt sogar

noch höher. Die Datei kann dabei

bis zu acht Kanäle beinhalten. Die Stärke

der Kompression kann in neun Stufen

geregelt werden. Je kleiner die Datei

werden soll, desto länger dauert der

Kompressionsvorgang. Bei dem heutigen

Stand der Rechnerprozessoren ist

der Unterschied jedoch vernachlässigbar

gering, sodass getrost die stärkste

Kompression gewählt werden darf.

Monkey’s Audio

Nach FLAC ist Monkey’s Audio das

wohl bekannteste verlustfreie Format

im freien Bereich. Der Kompressionsvorgang

ist dem des FLAC-Formats

generell ähnlich, lediglich das Modeling,

auch als lineare Vorhersage bezeichnet,

unterscheidet sich im konkreten

Algorithmus.

An dieser Stelle liegen die größten

Unterschiede zwischen den verlustfreien

Codecs, da die Vorhersage

von nachfolgenden Daten auf Basis

der vorangegangenen auf viele

verschiedene Wege erfolgen kann.

Deswegen unterscheiden sich die Codecs

geringfügig in ihrer Kompressionsrate

und Codiergeschwindigkeit.

Monkey’s Audio mit der Dateiendung

.APE erzeugt im Durchschnitt etwas

kleinere Dateien als FLAC. Die Unterstützung

des Formates durch Hardware-Geräte

ist jedoch nicht so weit

verbreitet wie FLAC. Die Kompressionsrate

kann in fünf Stufen gewählt

werden, die die finale Dateigröße bestimmen.

Hochauflösende Formate

sind codierbar, Mehrkanalton bleibt

allerdings außen vor.

ALAC

ALAC ist das Apple-Pendant zu

den plattformübergreifenden verlustfreien

Formaten FLAC und Monkey’s

Audio. Der größte Unterschied zu

den bisher aufgeführten Audiocodecs

ist, dass die Implementierung

fast ausschließlich in Apple-Geräten

mit iTunes-Software vorgesehen ist.

Das Format wird nativ von der Software

sowie Apples Mobilgeräten

unterstützt. Die Kompressionsrate

kann hier nicht beeinflusst werden.

Hochauflösende Formate und Mehrkanalton

sind hingegen möglich. Eine

Besonderheit ist, dass man Apples

ALAC-Dateien im MP4-Container unterbringen

und so mit einem Kopierschutz

versehen kann.

Da das ALAC-Format vorrangig für

die Wiedergabe über iTunes auf

Computern und mobilen Apple-Geräten

vorgesehen ist, gestaltet sich

die weitere Player-Auswahl als recht

übersichtlich. Alternative ALAC-fähige

Abspielprogramme sind unter

anderem Foobar2000, der Quicktime

Player sowie aTunes und der VLC

Media Player.

Anzeige

Atrium 4, Raum F 109

S-Klasse-Streamer

Naim NDS – die neue Klangreferenz

Naim nicht im Versand erhältlich







UPnP-Streaming mit bis zu 24 Bit/192 kHz

vTuner-Webradio

Digitaleingänge

Bedienung über App

getrennte Subchassis für Digital- und Analogsektion

Versorgung durch externes Netzteil

www.music-line.biz · Tel. 04105 77050

Inhalte 19


HD-Download-Plattformen

Linn Records

Das Label Linn Records startete zunächst

mit dem Vertrieb eigener Produktionen,

bietet mittlerweile aber auch die verschiedensten

Aufnahmen anderer großer

Label-Häuser an. Besonders das hochkarätige

Repertoire audiophiler Musik und

Auflösungen jenseits des CD-Standards

macht die Download-Plattform für den

Hi-Fi-Liebhaber so interessant. So stößt

man beim Durchstöbern der Seite durchaus

auf downloadbare Studio-Master-

Bänder im WAV-Format mit 24 Bit und

192 kHz. Das Gros der Klassik-, Jazz-,

Singer-Songwriter- und Folk-Aufnahmen

liegt in CD-Auflösung vor, wahlweise als

FLAC, PCM oder MP3-Download (Qualität:

320 kBit/s). Je nach Auflösung zahlt

man für ein ganzes Musikalbum zwischen

5 und 20 Euro. Das Label dient damit als

perfekte Ergänzung für die netzwerkfähigen

Produkte aus gleichem Hause,

die sich ebenfalls mit den Studio-Master-

Auflösungen und verschiedenen Dateiformaten

verstehen.

Naim Label

Auch Naim Label ist ein direkter Ableger

eines gleichnamigen Hi-Fi-Herstellers aus

Übersee. Passend zum hochauflösenden

Streaming-Repertoire bietet Naim Label

außerdem Musikdownloads in unkomprimierter

Qualität. Allen voran ist hier der

Name des Toningenieurs Ken Christianson

zu nennen, der für viele der hochwertigen

Aufnahmen selbst verantwortlich ist. Die

Website kategorisiert ihre Musikinhalte in

Classical, Jazz und fasst weitere Künstler

und Gattungen in einem Reiter mit der Bezeichnung

„Edge“ zusammen. Die verschiedenen

Downloads stehen zum Großteil in

CD-Auflösung und den Formaten FLAC und

WAV sowie alternativ als 320-kBit/s-MP3-

Datei zur Auswahl. Die genaue Auflösung

ist oft vom Erscheinungsjahr abhängig und

steigert sich meist mit dem Erscheinungsjahr.

Einzelne Titel sind im Vergleich zur

Konkurrenz in der Qualitätsstufe 16 Bit und

44,1 kHz bereits ab einem Preis von 99 Cent

erhältlich. Alben in HD-Qualität bekommt

man für ca. 19 Euro.

Highresolution Audio

Die noch junge Download-Plattform Highresolution

Audio aus Deutschland geht

ihren ganz eigenen Weg – sowohl an erhältlichen

Produktionen als auch in puncto

Auflösung. CD-Qualität ist hier nur ein

Teil des Angebots und 24-Bit-Auflösungen

läuft man an allen Ecken und Enden über

den Weg. Bisher hat sich die Download-

Plattform vor allem klassischen Werken und

Jazz-Musik der Labels Acousence, Naxos

und 2L bedient. Da sich das Angebot auf

der Download-Plattform von Highresolution

Audio stetig erweitert, kann man auch in

Zukunft mit weiterem Label,- Genre- und

Künstlerzuwachs rechnen. Auch in Sachen

Qualität beschränkt sich das hochauflösende

Angebot nicht ausschließlich auf

die CD-Qualität, sondern übersteigt zum

Teil selbst die aktuell oft gepriesene HD-

Studio-Master-Auflösung von 24 Bit und

19 kHz. Für ganz hellhörige Ohren bietet

Highresolution Audio Aufnahmen in

Spitzen qualität von 32 Bit und 352,8 kHz.

Allein die Möglichkeiten begeistern.

Deutsche Grammophon

Auf das klassische E-Musik-Repertoire hat

sich die Deutsche Grammophon spezialisiert.

Sie agiert als Label unter der Universal

Music Group, ist allerdings über eine eigene

Präsenz erreichbar. Der Download-Shop

der Seite ist zwar etwas versteckt platziert,

kann aber durch die Bereitstellung

von Alben im verlustfrei komprimierten

FLAC-Format punkten, das im gebotenen

Genre besonders überzeugt. Alternativ

stehen die Musikfiles aber auch als MP3-

Datei für den mobilen Musik konsum bereit.

Die verlustfreien Ausgaben sind dabei in

der Regel 20 Prozent teurer als die MP3-

Varianten. Die Bitrate beträgt bei MP3s

320 kBit/s, was auch unterwegs bestmögliche

Qualität bietet. Freunde der ernsten

Musik freuen sich über die 60-sekündige

Vorhördauer, die bei der Kaufentscheidung

eine große Hilfe ist. Der Download erfolgt

direkt über den Internet browser auf die

Festplatte des Nutzers und ist frei von jeglichem

Kopierschutz über den Computer

oder einen Netzwerkplayer abspielbar.

Bilder: Auerbach Verlag

20 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Ausgabe 89 März 2012 www.digital-insider.de

Simulcast für SD

GdW-Präsident Axel

Gedaschko und seine Kritik

an der Kabelfusion.

Breite Ablehnung

ESOA-Generalsekretärin

Aarti Holla-Maini will

keine Sat-Regulierung.

SEITE 3 SEITE 9

SEITE 18

Kabel verliert weiter Reichweite – Breitbandwachstum flacht ab

Das Kabel steht vor großen Herausforderungen.

In Zeiten, in denen das das Kabel im Vergleich zu anderen

Wie schon in den Jahren zuvor verliert

Wachstum im Breitbandgeschäft langsam,

aber stetig geringer ausfällt und Von Mitte 2010 bis Mitte 2011 gingen

TV-Übertragungswegen an Reichweite.

der Einfluss des Internets auf den Konsum

von TV- und anderen Videoinhalloren.

Während der Satellit in diesem

1,2 Prozentpunkte an Marktanteil verten

immer größer wird, müssen die Zeitraum eine Million Haushalte hinzugewann,

verlor das Kabel 740000

Auf der 18. Euroforum-Jahrestagung Haushalte. Gerpott nennt dies einen

Kabelnetzbetreiber ihren Platz finden.

„Die Zukunft der Kabelnetze“ stellte

Prof. Dr. Torsten J. Gerpott von Zahlen legen nahe, dass diese Kunden

„schleichenden Erosionsprozess“. Seine

der Universität Duisburg-Essen die zu IPTV gewechselt sind, denn das

Lage des Kabels dar und beschrieb, IP-basierte Fernsehen gewann 760000

welche Herausforderungen die Kabelnetzbetreiber

zu bewältigen haben.

Lesen Sie weiter ab Seite

Haushalte hinzu.

4

Kennen Sie den?

LGs neuer Deutschland-

Chef ist nur ein Teil des

Personalkarussells.

Inhaltsverzeichnis

Kabelfusion: Gerüchte

und Wahrheiten Seite 02

GdW-Präsident Gedaschko:

„Bestmögliches Ergebnis“ Seite 03

Schleichende Erosion?

Die Lage des Kabelmarkts Seite 04

Natur als Marktbedrohung Seite 06

Patentanmeldungen Seite 07

Die vielen Wege zu HbbTV Seite 08

Sat-Industrie wehrt sich

gegen Regulierung Seite 09

Geldsegen? Wie die DFL

Medienrechte versteigert Seite 10

Und er zahlt doch! Pay-TV

ist auf dem Vormarsch Seite 12

IFA im Wandel: Weiße

Ware auf dem Vormarsch Seite 14

Produkt des Monats:

Soundvision von Loewe Seite 15

In der Not: CE-Branche

Wenige negative Kundenreaktionen, aber viel Verbesserungsbedarf

setzt auf Konnektivität Seite 16

DIGITAL INSIDER berichtete bereits technischen Problemen gesprochen.

über die uneinheitliche Navigation der Deshalb gehen einige Hersteller ihren Pay-TV-Oscar verliehen Seite 17

unterschiedlichen HbbTV-Angebote, eigenen Weg, um die Kunden nicht zu

die die TV-Sender parallel zu ihrem vergraulen. Inverto hat beispielsweise Schwindelig? LG dreht

Programm bereitstellen. In diversen eine Auto-Red-Funktion in seine Set- am Personalkarussell Seite 18

Studien wurde dieser Punkt kritisiert Top-Boxen integriert, die der Kunde im

und als ein mögliches Hemmnis für Menü des Receivers auswählen kann. Meldung machen! Wie

die Nutzung von HbbTV dargestellt. Wie Klaus Fuchs, Director Sales & Marketing

bei Inverto, gegenüber DIGITAL

Sony Medimax verärgert Seite 19

Die Prognosen scheinen sich nun zu

Kolumne:

bewahrheiten, wie eine Umfrage von INSIDER erklärt, treten teilweise sogar

Den Marsch geblasen Seite 20

DIGITAL INSIDER unter den Herstellern Funktionsstörungen bei einigen Diensten

auf. „Das HbbTV-Angebot der Pri-

mit HbbTV-fähigen Produkten zeigt.

Termine Seite 20

Wenngleich niemand etwas von negativen

Kundenreaktionen wissen will, so Fuchs.

Impressum Seite 20

vatsender überzeugt die Nutzer nicht“,

wird von störenden Einblendungen und

Lesen Sie weiter ab Seite 8

NR. 3 APRIL/MAI 2012 www.audio-test.at

Die besten Produkte:

volle Audiodateien

STREAMING-SPEZIAL VOLLE VERSTÄRKUNG

4 D/A-Wandler und 7 NAS Quadrals Aurum-Serie im Test

Deutschland: 4,99 Österreich: 5,75 Schweiz: SFR 10,00 BeNeLux: 5,90

Noch mehr Tests: Streaming-Client von Linn, D/A-

Wandler von Calyx, Mytek, North Star Design und

King Rex, Vollverstärker und CD-Player von AVM Phono-Preamp der Referenzklasse

HI-FI-MÖBEL VON GATO

Klangkunst aus Kopenhagen

10Jahre

2002 – 2012

AUERBACH VERLAG

10 JAHRE AUERBACH VERLAG

WIR SAGEN DANKE FÜR IHR VERTRAUEN UND

SCHENKEN IHNEN 10 EURO*!

2002 – 2012

WIR SAGEN

INKL.

GEWINNSPIEL!

DANKE

*10 Euro Verrechnung bei Abschluss eines

Jahresabonnements, keine Barauszahlung.

FÜR MONATLICH 8,33 MILLIONEN SEITENABRUFE AUF DIGITALFERNSEHEN.DE (IVW

ONLINE 01–2012), FÜR 5 000 000 BEITRÄGE IM FORUM VON DIGITAL FERNSEHEN

SOWIE FÜR ZEHNTAUSENDE LESER DER MEHR ALS 14 PUBLIKATIONEN!

WIR BEDANKEN UNS BEI IHNEN MIT EINER 10 EURO GESCHENKAKTION!

ALLE INFORMATIONEN FINDEN SIE IM BEIGEFÜGTEN FLYER IN DIESER AUSGABE!

2002

2004

2007

2008

2009

2009

2010

2004

2005

2008

2009

2009

2010

2012

AUDIO TEST

AUDIO TEST

Ihr Ratgeber für guten Ton

Neue Herausforderungen

für Kabelnetzbetreiber

Lautsprecher:

Dynaudio, Isophon, MBL,

Sonus Faber und Loewe

Datenalarm!

So sichern Sie wert-

HbbTV-Ärger: Hersteller

gehen ihre eigenen Wege

Burmester 100


Datentresore für MP3 & Co.

Mit dem Trend zum digitalen Streaming kommen die Fragen nach Verfügbarkeit und

Sicherheit wertvoller Audiodateien auf. Wir zeigen, wie man beides in den Griff bekommen

kann, ohne IT-Experte werden zu müssen.

VON MARTIN HELLER

Im Laufe der Menschheitsgeschichte traf

man immer wieder auf das Problem, dass

Informationen für längere Zeit verwahrt

werden sollten. Während die Dichte der

Informationen mit der Entwicklung der

Medien stets zugenommen hat, hat die

Haltbarkeit seltsamerweise immer weiter

abgenommen, je näher wir der Gegenwart

kommen. Selbst die frühesten Höhlenmalereien

sind heute noch erkennbar, Hieroglyphen

überdauerten Jahrtausende und auch

Papier beherbergt bei richtiger Lagerung

seine Schriften viele Hundert Jahre. Mittlerweile

lagern wir Daten so dicht, dass die

Informationen mit dem bloßen Auge nicht

mehr erkennbar sind. Außerdem wären sie

für uns nicht mehr direkt lesbar, sondern

müssten meist erst von der Technik übersetzt

werden. Während früher also die Daten

für die kommenden Generationen festgehalten

wurden, überleben die modernen

Datenträger nur selten ihren Besitzer. Teilweise

dauert es weniger als zehn Jahre, bis

ein USB-Stick, eine CD oder eine Festplatte

das Leben ausgehaucht hat und die enthaltenen

Schriftstücke, Bilder und Klänge für

immer verloren sind. Der Verlust beschränkt

sich jedoch nicht nur auf die Datenmenge

an sich, sondern hat auch andere Aspekte:

Die digitale Archivierung der eigenen Musiksammlung

nimmt viel Zeit in Anspruch.

Besonders dann, wenn Schallplatten digitalisiert

wurden, ist die Arbeit mehrere Tage

und Wochen zunichtegemacht. Wenn die

eigene Musik bereits digital über Amazon,

iTunes und Co. erworben wurde, muss die

komplette Sammlung dort erneut heruntergeladen

werden. Bei langsamen Internetanbindungen

wird das erneute Anlegen

der Sammlung zum Download-Marathon.

Wie wir unsere Daten nun wirklich effektiv

schützen können, ist umstritten. Ein auch

für private Haushalte leicht umsetzbarer

Ansatz ist Redundanz auf mehreren getrennten

Datenträgern. Da das eigenhändige

Kopieren und Aktualisieren jedoch sehr

umständlich und zeitaufwendig werden

kann, sind automatische Lösungen das Ziel.

Umgesetzt wird dies durch RAID-Systeme.

„Redundant Arrays of Independent Disks“,

also redundanter Verbund von unabhängigen

Platten, sind mehrere Festplatten, die

von einem Controller nach vorgeschriebenen

Prinzipien zusammengefasst werden.

Im Vordergrund kann dabei entweder

ein Transferratengewinn oder aber die Sicherheit

der Daten stehen. Sogar eine Kombination

aus beidem ist durch geschickte

Handhabung möglich. Ein einfacher Standard

ist RAID 1. Hier werden zwei Festplatten

vollkommen identisch beschrieben, also

gespiegelt. Der RAID-Controller (als Software

oder Hardware möglich) sorgt dafür,

dass die Daten stets abgeglichen und auf

beiden Festplatten in ihrer aktuellsten Version

vorliegen. Fällt eine der Platten zum

Beispiel durch einen technischen Defekt

aus, werden die Daten beim Einsetzen eines

neuen Datenträgers automatisch dupliziert.

Für einen Computer stellt sich der Verbund

so dar, als würde nur ein Laufwerk existieren.

Damit wären wir auch beim Nachteil

dieser Methode angekommen: Beide Festplatten

müssen ein identisches Datenvolumen

besitzen, wobei letztlich durch die

Bilder: Auerbach Verlag

22 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Dopplung der Daten nur das Volumen einer

Festplatte effektiv nutzbar ist. Doch Datensicherheit

ist im digitalen Zeitalter nur ein

Brennpunkt von vielen. Wenn wir unsere

Daten nun sicher verwahrt haben, wollen

wir natürlich immer flexibel auf diese zugreifen

können. Um beide Fliegen mit einer

Klappe zu schlagen, stellen wir Ihnen

einige NAS-Server vor. Network Attached

Storage steht für „netzwerkgebundener

Speicher“ und erklärt zumindest die Grundfunktion

dieser Geräte: Ein Minicomputer

mit mindestens einer, aber auch mehreren

Festplatten wird mit dem lokalen Netzwerk

im Haus verbunden. Sobald mehrere

Festplatten im Spiel sind, ist meistens eine

Datensicherung in Form von RAID-Verbünden

möglich. Durch die Netzwerkanbindung

kann man zunächst von jedem

Computer auf die Dateistruktur zugreifen

und außerdem den Server konfigurieren.

Die Konstruktionen sind bereits auf einen

niedrigen Energieverbrauch ausgelegt, da

sie für den dauerhaften Betrieb konzipiert

sind. Energiesparpläne, wie z. B. feste Ruhezeiten

und Schlafmodi bei Nichtbenutzung,

lassen sich oft zusätzlich konfigurieren.

Doch was haben diese kleinen Datenstationen

nun eigentlich mit Audio zu tun?

Die Antwort liegt in ihrer Funktion als Medienserver.

Jedes der von uns vorgestellten

Geräte hat eine Software an Bord, die es

UPnP-fähigen Endgeräten erlaubt, auf die

enthaltenen Daten zuzugreifen. Neben

Computern gehören dazu Drucker, Fernseher,

Mediaplayer, AV-Receiver, Tablet-

PCs, Smartphones und viele mehr. Die

wenigsten Geräte davon können einfach

auf Dateien, etwa in einem Windows-

Heimnetzwerk, zugreifen, erhalten über

UPnP nun aber die Möglichkeit, beispielsweise

die digitale Musiksammlung abzurufen,

die auf einem NAS-Server gesichert

ist. Das lästige Umhertragen von CDs

oder externen Festplatten zu den Playern

in Bad, Küche und Wohnzimmer entfällt,

und noch dazu können mehrere Endgeräte

gleichzeitig und unabhängig voneinander

Musik streamen.

Viele NAS-Server bieten auch den Komfort

eines Internetzugriffs an. Auf diesem

Wege kann man nicht nur daheim auf

seine Daten zugreifen, sondern auch aus

dem Hotel oder von unterwegs via Smartphone.

Wenn es die Software gestattet,

lassen sich sogar Benutzerkonten für

Freunde anlegen. So muss man ihnen die

Bilder von der letzten Grillparty nicht einzeln

zuschicken, sondern kann sie einfach

für ausgewählte Personen über das Internet

verfügbar machen. Die wertvolle private

Musiksammlung ist dank eines NAS-Servers

also nicht nur sicher vor Verlusten, sondern

auch wesentlich besser verfügbar.

Die Vergleichskriterien

Bei aller Flexibilität und Individualität

möchten wir Ihnen natürlich trotzdem

Anhaltspunkte für die Server-Wahl geben.

Deshalb haben wir eine Prozedur

entwickelt, die jedes Testgerät durchlaufen

musste. Da der Funktionsumfang der

Geräte teilweise enorm ist, haben wir uns

praktischerweise auf audiorelevante Kriterien

beschränkt. Deshalb liegt das größte

Augenmerk auf der Formatvielfalt der installierten

Medienserver-Software. Auch

hier haben wir Bild- und Videodateien

> lesen Sie weiter auf S.24

Acer Aspire easyStore H341

Server mit Kühlschrankoptik

Acer hat vor allem mit seinen Komplett-PC-

Systemen Bekanntheit erlangt. Im Grunde

haben wir mit dem Aspire easyStore auch

beinahe einen kleinen Computer vor uns.

Die Besonderheit des Acer-Boliden ist das

Betriebssystem Windows Home Server. Dadurch

fungiert der NAS nicht nur als Netzwerkfestplatte

mit Streaming-Funktion,

son dern bietet eine sehr umfangreiche

grafische Benutzeroberfläche. Der Zugriff

erfolgt mittels der Windows-Home-Server-

Konsole, was zunächst den bösen Verdacht

aufkommen lässt, dass sich der NAS nur

über einen Windows-Rechner konfigurieren

und verwalten lässt. Microsoft bietet

jedoch einen Client für die Remote-Desktop-Verbindung

auf Macintosh-Systemen

an, mit dem man direkt auf das System

zugreifen kann. Auf die komfortable Oberfläche

der Windows-Home-Server-Konsole

muss jedoch verzichtet werden. Microsoft-

Anhängern bietet sich dort eine vertraute

Oberfläche, die

umfangreiche Kontrollfunktionen

schon im

Urzustand mit sich bringt.

Die

komplette Überwa-

chung von Prozessorlast,

Speichernutzung, ernu Zugriffen

und Aktivitätszeiten sowie

Temperaturen und Span-

nungenn von Komponenten

sorgt mit

wenigen Klicks

für Transparenz.

Auch optisch erinnert der

easyStore eher an einen

Desktop-PC. Hinter der Flü-

geltür des Mikro-Towers

verbergen sich die vier Festplatteneinschübe.

eins Beim Ein-

setzen einer Harddisk sollte

darauf geachtet werden, dass der Festplattenschuber

tatsächlich bis hinten einras tet.

Der unsaubere Druckpunkt führt zu einem

zu frühen Verschließen des Fachs, wodurch

das Speichermedium nicht erkannt wird. Bei

der Erstinbetriebnahme sorgte dies zunächst

für Verwirrung, wir dachten schon über einen

Defekt nach. Behilflich waren bei diesem

Problem die Front-LEDs, die unter anderem

den Status der Festplatten signalisieren und

defekte bzw. nicht erkannte Speicher kenntlich

machen.

Im Auslieferungszustand läuft Netzwerkstrea

ming zunächst nur über das vorin -

s tallierte Windows Media Center ab. Darüber

gelang uns lediglich das Streamen

von MP3- und WMA-Dateien, nicht einmal

Wave-Files wollte uns der Server bereitstellen.

Doch auch hier zahlt sich die Stärke des

Betriebssystems aus: Durch die richtige Wahl

einer Streaming-Server-Software kann das

System den Benutzerwünschen angepasst

werden. Möglich sind alle Programme, die

unter Windows laufen, zum Beispiel Twonky

oder Asset. Acer bietet also keine Plug-and-

Play-Lösung, sondern verspricht Flexibilität

für fortgeschrittene Benutzer. Sogar ein

VGA-Anschluss lässt sich nachrüsten, um ein

eigenständiges Bild auszugeben.

Wissen 23


außen vor gelassen und uns auf eine umfangreiche

Auswahl von insgesamt zwölf

gängigen Dateiformaten für Audiodaten

beschränkt. Die Exoten stellten dabei die

Mehrkanalformate AC3 (bekannt als Reduktionsverfahren

von Dolby Digital) und

DTS sowie das verlustfreie APE (Monkey’s

Audio) dar.

Die Formate MP3, WMA und Ogg Vorbis

lassen unterschiedliche Reduktionsverfahren

hinsichtlich der Datenrate zu. CBR steht

für Constant Bitrate und bedeutet, dass

die Datenmenge pro Sekunde stets gleichbleibend

ist. Bei MP3-Dateien ist dieses

Verfahren bisher am weitesten verbreitet

und deshalb auch am gewohntesten. VBR-

Codierung (variable Bitrate) hingegen passt

die Datenrate dem Inhalt an. Der Codec*

analysiert das zugrunde liegende Material

hinsichtlich der Komplexität und entscheidet

daran, wie viele Daten an welchen

Stellen eingespart werden können. So soll

eine Verschwendung von Speicherplatz

verhindert und die Qualität der Reduktion

durch den Dateiinhalt bestimmt werden.

Da sich die Größe der entstehenden Datei

auf diese Weise schlecht abschätzen lässt,

haben sich die Entwickler von Ogg Vorbis

noch einen weiteren Codierungsmodus

einfallen lassen. ABR steht für Average Bitrate,

es wird also eine durchschnittliche

Datenrate angegeben. Bei der Konfiguration

des Codecs lässt sich die Zieldatenrate

in einem bestimmten Rahmen festlegen.

Der Codec arbeitet dann nicht mit einer

festen Datenrate, sondern bewegt sich

variabel relativ nah um die Zielvorgabe

herum. Die Dateigröße wird nun wieder

grob abschätzbar (oder auch die Länge

des Stücks anhand der Größe), insgesamt

wird die Zielvorgabe mit einer kleinen Toleranz

erreicht. Um Inkompatibilitäten aufzudecken,

haben wir bei den genannten

Formaten alle verfügbaren Codierungsmethoden

getestet und erfreulicherweise

festgestellt, dass es diesbezüglich keine

Einschränkungen gab.

Geprüft haben wir generell im Auslieferungszustand

der Geräte. Teilweise muss

der installierte Medienserver erst vorkonfiguriert

werden oder das System kommt nur

mit rudimentären Streaming-Fähigkeiten

daher und ist dafür manuell erweiterbar.

So kann man bei einigen Systemen weitere

Programme, Dienste und damit eben auch

Medienserver-Software installieren. Wir haben

probiert, ob sich die kostenlosen Server

Twonky, Squeezebox und Asset installieren

lassen und geben die Ergebnisse in der

Übersichtstabelle an. Die Server bringen neben

ihrem Streaming-Können hinsichtlich

der Formate noch weitere Eigenschaften

Während einige Hersteller eine desktopartige

Benutzeroberfläche bieten ...

... setzen andere auf ein Layout ähnlich einer

gewöhnlichen Internetseite

mit sich. So erstellen manche dynamische

Playlists, die beispielsweise die Lieder enthalten,

die dem Speicher zuletzt hinzugefügt

oder besonders häufig gehört wurden.

Ist in dem Album-Ordner eine Bilddatei mit

dem Namen „cover.jpg“ enthalten, wird

diese als Albumcover auf dem Client angezeigt.

Während einige Server uns diesen

Dienst nicht boten, konnte man bei ande-

Buffalo LinkStation Pro Quad

Datentresor

Wer wirklich viele Daten lagern möchte, ist

mit der größten LinkStation aus dem Hause

Buffalo gut beraten: Die vier Festplattenslots

lassen sich mit maximal 12 Terabyte

Speicher bestücken. Die Einschübe verbergen

sich hinter der magnetischen Frontabdeckung,

die mit LEDs den Status jeder

Festplatte anzeigt. Vor der Inbetriebnahme

sollte diese auf jeden Fall einmal geöffnet

werden, denn dahinter verbirgt sich als

Transportsicherung eine Pappeinlage, die

den Luftzug unterbindet und Überhitzung

verursachen würde. Ein Schnellstart-Guide

ist beigelegt, ausführliche Informationen

erhält man online. Die Bedienungsanleitung

gestaltet sich jedoch etwas unübersichtlich,

da alle Server-Modelle von

Buffalo in einem Dokument vereint sind.

Die gut aufgeräumte Weboberfläche ermöglicht

die Bedienung von jedem Betriebssystem

aus, ist jedoch häufig etwas

träge. Zu Beginn wurde erkannt, dass eine

neuere Firmware verfügbar ist. Die Installation

verlief reibungslos, jedoch wurde

am Ende keine Nachricht über die Fertigstellung

angezeigt, die Weboberfläche

verblieb stattdessen (vermutlich durch automatisches

Logout) bei der Anzeige, dass

man nichts tun und warten solle. Die Status-LED

an der Gerätefront hilft hier jedoch

weiter, da sie nach einiger Zeit wieder grün

leuchtet und damit die normale Betriebsbereitschaft

signalisiert. Erwähnenswert

ist die Bit-Torrent-Funktion, die es erlaubt,

Dateien im Hintergrund herunterladen zu

lassen. So landen sie direkt auf dem Server,

man spart Computerlaufzeit und muss die

Daten nicht per Hand verschieben. Praktisch

ist auch die Möglichkeit des Back-ups

von Mac-Systemen mit dem Apple-

Tool Time-Machine.

e.

Über die Weboberfläche

können

wichtige

Daten so gesichert

werden.

Das Einrichten n

eines RAID-Ver-bundes

erfolgt

sehr benutzerfreundlich.

Nach etwa 3

Minuten (min)

stehen die

Festplatten

wieder zur gewohnten

Benutzung

bereit,

der Rest des Vorgangs verläuft dann im

Hintergrund. Die Formatvielfalt beim

Streaming lässt keine Wünsche offen:

Lediglich exotische Dateien wie APE und

DTS kamen nicht bei dem Klienten an. Zusätzlich

zu der hauseigenen Medienserver-

Funktion sind ein iTunes-Server sowie die

Software für Logitechs Squeezebox vorinstalliert.

Eigene Erweiterungen sind hingegen

nicht vorgesehen.

Bilder: Auerbach Verlag

24 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


en sogar festlegen, welchen Dateinamen

die als Cover behandelte Datei tragen soll.

Ein interessantes Feature ist die Echtzeittranscodierung.

Diese Funktion kann die

Medienserver-Software zur Verfügung

stellen und ist damit von der Hardware zunächst

gelöst. Transcodierung bedeutet das

Umwandeln eines Formates in ein anderes,

kompatibleres Format. Wird beispielsweise

eine FLAC-Datei auf dem Server bereitgestellt,

das Format jedoch auf dem Zielgerät

nicht unterstützt, kann die Transcodierung

rettend eingreifen: Ohne die Ursprungsdatei

zu verändern, werden die Daten gelesen

und in ein vorher definiertes Zielformat

konvertiert. Diese Konvertierung erfolgt

dabei in Echtzeit, also Stück für Stück. Da

NAS-Server eine vergleichsweise geringe

Prozessorleistung haben, sollte dieser Vorgang

jedoch nicht unterschätzt werden –

schließlich müssen die Daten zunächst aus

dem Ursprungsformat decodiert und wieder

in das Zielformat codiert werden. Greifen

mehrere Klienten gleichzeitig auf einen Server

zu und lassen dabei den Stream transcodieren,

können schwächere CPUs schnell an

ihre Grenze kommen.

Ein weiterer wichtiger Faktor für den Heimanwender

ist die Geschwindigkeit des Systems

bei der Datenübertragung. Schließlich

möchte man keine Ewigkeiten warten,

bevor die neuen Musikalben, Urlaubsvideos

und Fotoshootings endlich sicher verwahrt

sind. Mehrere Faktoren haben Einfluss auf

die Transfergeschwindigkeiten, und nicht

immer kann man ohne Weiteres sagen,

welche Komponente den Flaschenhals im

System darstellt. Ganz grob lässt sich festhalten,

dass die Geschwindigkeit einerseits von

den Festplatten, andererseits von der Hardware

des NAS-Servers abhängt. Da wir einen

Test der einzelnen Komponenten nicht für

zweckmäßig halten, haben wir nur die Geschwindigkeit

des gesamten Systems überprüft,

denn in dieser Form soll es letztendlich

auch eingesetzt werden. Der aufmerksame

Beobachter merkt dabei, dass auch einige

externe Faktoren den Datenfluss verlangsamen

können. Je nachdem, wie ausgelastet

das Heimnetzwerk insgesamt ist, ob der

Router mit den Kapazitäten zurechtkommt

und welche Verbindungen (Kabel, Funk) genutzt

werden, können unerwartete Engpässe

schon vor dem eigentlichen Gerät entstehen.

Deshalb haben wir für die Überprüfung

der Datentransferrate die Server direkt mit

dem Testrechner verbunden, ohne weitere

Zwischenstationen in den Datenweg einzubringen.

Mit einem Benchmark-Tool wurde

nun überprüft, wie schnell Daten auf die

Festplatten des angeschlossenen Gerätes geschrieben

und von dort auch gelesen werden

DLNA

DLNA steht für „Digital Living Network

Alliance“ und ist ein Zusammenschluss

von Herstellern mit dem Ziel, die Kompatibilität

von Netzwerkgeräten zu sichern.

Dabei wird auch festgelegt, dass

einige Formate zwingend von dem Gerät

unterstützt werden müssen, um das

DLNA-Logo tragen zu dürfen.

Medientyp

Video

Audio

Bilder

Print

Format

MPEG-2, MPEG-4, AVC/H.264

LPCM, MP3, MP3, AAC LC

JPEG

XHTML

können. Das Ergebnis besteht dann aus vier

ermittelten Werten: Schreiben und Lesen von

Dateien mit einer Größe von 4 Kilobyte (kB)

sowie 256 kB. Generell lässt sich sagen, dass

Lesevorgänge wesentlich schneller vonstattengehen

als das Schreiben von Daten. Eine

Regelmäßigkeit stellt auch die Tatsache dar,

dass größere Dateien schneller gehandhabt

werden als sehr kleine. Die Ursache liegt darin,

dass zwischen dem Zugriff auf zwei Dateien

immer eine sehr kurze Pause entsteht.

Diese Lücke bezeichnet man als Zugriffszeit

und ihre Gewichtung steigt natürlich mit

der Anzahl der Dateien. Da das eigentliche

> lesen Sie weiter auf S.26

QNAP TS-419P+ TurboNAS

Vier gewinnt

Das Modell TurboNAS aus dem Hause

QNAP ist nicht nur für private Heimanwender

gedacht, sondern eignet sich auch für

den Einsatz in kleineren Betrieben. Dies

wird bestätigt durch den professionellen

Eindruck, den der Server hinterlässt. Etwas

fürs Auge bietet sowohl die Verkleidung in

gebürs tetem Aluminium als auch das LCD-

Display über den Festplatteneinschüben.

Auf diesem kann man sich Statusinforma-

tionen, wie z. B. die IP-Adresse, anzei-

gen lassen. Der große Durchmesser des

Lüfters ermöglicht niedrige Drehzahlen,

weshalb er im langsamen Modus auch angenehm

leise ist. Die Lüftersteuerung kann

in den Hardware-Einstellungen konfiguriert

werden. Die Drehzahl lässt sich vollautomatisch

oder aber durch Temperaturvorgaben

für bestimmte Drehzahlstufen steuern. Ist

man sich seiner Sache sicher, kann man

auch eine bestimmte Lüfterstufe festlegen,

die dann unabhängig von Temperaturen

bestehen

bleibt. Es sollte

aber darauf geachtet

werden, dass das Sys-

tem

nicht überhitzt.

In diesem Zusammenhang

ist die automatische

Ab schaltung

bei zu hohen Temperaturen

hilfreich.

Während der Lüfter

bei der langsamsten

Drehzahl noch recht

erträglich ist, sollte

man die höheren Stufen

im Wohnzimmer

besser vermeiden.

Ein

gut belüfteter

Standort kann helfen.

Das Linux-Betriebssystem lässt sich über

die moderne Weboberfläche ausführlich

konfigurieren. Die Bedienung erfolgt vergleichsweise

zügig. Da viele Einstellungen

ein tiefes Wissen um spezifische Netzwerkbegriffe

voraussetzen, könnten Anfänger

überfordert sein und sollten die Finger von

allen Einstellungen lassen, die ihnen nichts

sagen. Hilfe findet man auch im großen Internetforum

von QNAP.

Als UPnP-Mediaserver kommt Twonky zum

Einsatz, der mittels einer separaten Oberfläche

konfigurierbar ist. Hier können freigegebene

Ordner erstellt und verwaltet sowie

Netzwerkeinstellungen vorgenommen werden.

Unter den Transcodieroptionen gibt es

für Musikdateien zwar den Eintrag „MP3“,

dieser ist jedoch ausgegraut. Die Ursache

hierfür war leider nicht auszumachen. Wer

seine Musik über das Internet mit Freunden

teilen möchte, kann das über die Multimedia

Station tun. Dort kann pro Person ein separater

Benutzerzugang eingerichtet werden.

Als reiner Audioserver ist dieser Bolide

hinsichtlich des Funktionsumfangs etwas

übertrieben und kann unerfahrene Benutzer

überfordern. Wer aber einen professionellen

Server sucht, der auch sehr gut Musik

streamt, kann die Suche hier beenden.

Wissen 25


Schreiben von 4 kB Daten sehr schnell erledigt

ist, sind dabei mehr Dateizugriffe pro

Sekunde nötig. Der Zeitanteil, in dem effektiv

keine Daten geschrieben werden können,

nimmt also zu und die Datenrate pro Sekunde

verringert sich dementsprechend.

Außerdem kann unterschieden werden, ob

die Daten sequenziell oder zufällig geschrieben

werden sollen. Sequenziell bedeutet auf

der Magnetscheibe physikalisch nacheinander

angeordnet, was damit für gewöhnlich

schneller ist als das zufällige Schreiben. Dabei

werden die Datenblöcke weit über die

Festplatte verteilt und der Schwingarm wird

stärker belas tet. Die Trägheit des Arms verursacht

dabei die sogenannte Spurwechselzeit,

die nun zusätzlich für eine Unterbrechung

des eigentlichen Schreibvorganges sorgt.

Diese eher künstlich erzeugten Werte sollen

in unserem Vergleich jedoch keine Rolle

spielen. Um geringe Schwankungen auszugleichen,

wurden drei Benchmarks pro System

durchgeführt und aus den Ergebnissen

wurde das arithmetische Mittel gebildet.

Um praxisnah zu arbeiten, wurde im RAID-

1-Modus getestet, da die Datensicherheit im

Vordergrund stehen soll. Verschiedene RAID-

Modi haben ansonsten ebenfalls Einfluss auf

die Datentransfergeschwindigkeit. Drei Ausreißer

gab es dabei: QNAP liefert leider nur

eine Festplatte mit, weshalb hier kein RAID-

Verbund angelegt werden konnte und nur

die Geschwindigkeit beim Zugriff auf eine

Platte gemessen wurde. Dementsprechend

kann keine Aussage über die Leistungsfähigkeit

in einem RAID getroffen werden.

Synology liefert keine Festplatten mit und

fällt deshalb aus dem Benchmark heraus,

weil die Geschwindigkeit unmittelbar von

den eingesetzten Festplatten abhängt. Die

Systeme mit dem Betriebssystem Windows

Home Server bieten ebenfalls kein RAID an,

spiegeln Daten aber mittels einer Software-

Funktion. Hier wurde im Ausgangszustand

mit aktivierter Datenspiegelung getestet.

AUDIO TEST widmet sich mit NAS-Servern

einem komplett neuen Thema. Nachdem

wir uns in die ungewohnt computerlastige

Materie eingewöhnt hatten, wurden schnell

die Vorzüge bestimmter Systeme sichtbar.

Das eine oder andere Gerät hingegen führte

schon mal zu einem grauen Haar, wenn es

sich im Netzwerk oder Strea ming-Client

partout nicht zeigen wollte. Interessant ist

zu sehen, dass es sich bei den meisten NAS-

Servern fast um vollständige kleine Computer

handelt, die mit dieser Leis tung vor einigen

Jahren noch ein ganzes Tower-Gehäuse

benötigt hätten. Mit dem technischen Fortschritt

wurden Computerbauteile effizienter.

Dadurch werden vor allem Energiekosten

gesenkt, in der Konstruktion von Rechnern

Herausforderung Platzangebot: Notfalls werden

Kabel auch durch Kühlkörper verlegt

eröffnen sich aber ebenso neue Möglichkeiten.

Durch die geringer werdende Abwärme

im Verhältnis zur erbrachten Rechenleistung

sind immer kleinere Gehäuse möglich.

So sind die Geräte von Buffalo und Iomega

zum Beispiel kaum größer als der Platz, den

die Festplatten einnehmen. Bei Computern

liegt der Grund für diese Entwicklung jedoch

nicht in den Dimensionen der Bauteile, sondern

zum größten Teil in der Wärmeentwicklung

der Komponenten. In den Prozessorkernen

und Controllern entsteht viel Wärme,

die stets abgeführt werden muss. Damit ist

die Arbeit jedoch noch nicht erledigt. Die

Wärmemengen müssen nun auch das Gehäuse

des Computers verlassen, ein stetiger

Luftzug muss also gewährleistet sein.

Deshalb kommen oft Kühllüfter zum Einsatz,

die an Netzteil, Gehäuse, Prozessor und ge-

Western Digital My Book Live Duo

Toplader mit Passivkühlung

Der kalifornische Hersteller Western Digital

blickt auf eine lange Geschichte bei Massenspeichern

zurück. Auch bei NAS-Systemen

möchte der Hersteller mitmischen

und schickt den My Book Live Duo in den

Kampf. Das mattschwarze Gehäuse glänzt

durch schlichte Eleganz, eine Status-LED

und das WD-Logo bilden die einzigen

Blickfänger. Besonders gut gefällt uns der

Verzicht auf Kühllüfter und die damit verbundene

Stille im Betrieb. Damit das passive

Kühlkonzept aber aufgeht, entweicht

die erwärmte Luft durch ein Kühlgitter

direkt nach oben. Das ist zwar thermisch

günstig, muss aber bei der Aufstellung unbedingt

beachtet werden: Im Regal sollte

der nächste Boden nicht knapp über dem

Gehäuse abschließen.

Die Software auf CD ist sowohl mit

Windows als auch Macintosh kompatibel.

Die Inbetriebnahme ist gerade für Neueinsteiger

auf dem Gebiet sehr einfach gehalten.

Nach der Software-Installation sorgt

ein Manager für die Ersteinrichtung, wobei

schon erste Dateien auf die Laufwerke kopiert

und freigegeben werden können. Die

Benutzeroberfläche im Browser ist übersichtlich

und hilft unerfahrenen Nutzern

mit vielen Tool-Tipps auf die Sprünge. Neben

einem losen Festplattenverbund kann

auch ein RAID 1 angelegt werden. Eine

Besonderheit dabei ist, dass beim Wechsel

der Verbundart keine Formatierung durchgeführt

wird. Dennoch ist es sicherer,

vorher ein Back-up der Daten zu

machen. Die Umstrukturierung urierung an

sich ist bei relativ leerer er Platte in

etwa 4 min abgeschlossen. sen. Darauf

folgt allerdings noch ein herstellungsprozess, der auch bei

Wieder-

geringer Datenmenge mehrere

Stunden in Anspruch nimmt.

Der hauseigene Mediaserver

glänzt durch eine große vielfalt: Nicht einmal DTS machte

Formatder

Software zu schaffen und

kam ohne Probleme am Klienten

an. Leider schafften wir es im Test

nicht, Albumcover korrekt auf dem

Endgerät anzuzeigen. wert wären darüber hinaus dyna-

Wünschensmische

Playlists gewesen. Benutzer

von iTunes freuen sich über die

vorinstallierte zugehörige Server-

Software. Eine Besonderheit sind

die verfügbaren Apps für iOS- und

Android-Geräte. So lassen sich Bilder

direkt am Smartphone anschauen, ohne

die Daten tatsächlich am Mann zu haben.

Auch eine allgemeine Datenverwaltung

lässt sich auf diesem Wege durchführen.

Bilder: Auerbach Verlag

26 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


mieden werden, um eine möglichst große

Dynamik der Musik nutzbar zu machen.

Die erste Wahl sollte dann ein komplett

passiv gekühltes System sein. Lassen wir

minderwertige, pfeifende Kondensatoren

und andere Motherboard-Komponenten

außen vor, kommen als Geräuschquelle

nur noch die Festplatten infrage. Hier sind

zwei Faktoren wichtig: Zunächst sollte man

auf die reinen Laufgeräusche achten. Einige

Festplatten sind nahezu unhörbar, wenn

sie sich nur im Leerlauf befinden, andere

machen sich bereits durch ein deutliches

Summen bemerkbar. Grundsätzlich kann

man die Laufgeräusche vermindern, indem

man auf HDDs mit niedrigen Drehzahlen

zurückgreift. Diese sind generell nicht nur

leiser, sondern auch energiesparender.

Akustisch kritisch wird es, wenn Lese- und

Schreibzugriffe die Schwingarme im Inneren

fordern. Vom flüsterleisen „Krümeln“

bis hin zum kräftigen „Rumpeln“ reicht

hier die Geräuschpalette. Meistens kann

man sich selber vorher nicht von den Festplatten

überzeugen, im Internet findet

man aber schnell Erfahrungsberichte. Hinsichtlich

der Geräuschkulisse wären SSDs

jedoch perfekt. Diese geben keinerlei Geräusche

von sich und bieten mit ihrer äußerst

geringen Leistungsaufnahme einen

weiteren Vorteil. Die minima le Abwärme

gebenenfalls Grafikprozessor für frischen

Wind sorgen. Da es sich hierbei um bewegliche

Teile handelt, wird die Lautstärke wieder

ein entscheidender und viel diskutierter

Faktor. Bei unseren Miniservern ist die thermische

Konstruktion also besonders wichtig,

um Überhitzung oder sehr schnell laufende

und damit laute Lüfter zu vermeiden.

Zusätzlich sollten die Festplatten natürlich

auch nicht die vom Hersteller angegebene

Höchsttemperatur überschreiten. Ist das der

Fall, kann sich die Lebenszeit der Datenträger

deutlich verkürzen. Dabei sollte man sich

der Tatsache bewusst sein, dass ein NAS-

Server generell darauf ausgelegt ist, ununterbrochen

eingeschaltet zu sein. Durch die

Auswahl von energieeffizienten Bauteilen

ist es sogar möglich, einen komplett passiv

gekühlten Server zu konstruieren. So sind

in den Testgeräten von HFX und Western

Digital keine Lüfter verbaut, bei Iomega befindet

sich der Lüfter generell im Stillstand

und springt nur im thermischen Notfall an.

Bei solchen Konstruktionen wird Wärme

meist durch Metalllamellen, Wärmerohre

und Extrusionsteile abgeführt. Letztere findet

man beispielsweise als „Kühlrippen“ am

Gehäuse des AssetNAS von HFX.

Nehmen wir nun an, der gewünschte NAS-

Server soll seinen Platz im Hörraum finden.

Hier sollen sämtliche Nebengeräusche verkann

auch bei einem passiv

gekühlten System eine Überhitzung

verhindern, während

man bei HDDs durchaus darauf achten

sollte, keine heiß laufenden Modelle

zu verwenden. Allerdings ist der Preis von

Flash-Speichern derzeit noch recht hoch

und die Kapazitäten sind eher gering. So

ließen sich die getes teten Geräte im Nachhinein

jedoch nochmals in ihrer Lautstärke

senken, teilweise würden sie sogar komplett

verstummen. Unser Leise-Sieger ist

die AssetNAS von HFX. Eine Alternative,

wenn es die Verkabelung im Haus zulässt:

Server aus dem Hörraum entfernen, schon

ist Ruhe. Schließlich sind wir ja vernetzt.

HFX AssetNAS

Lautlos und leistungsstark

Der AssetNAS von HFX stellt zwar das

kleinste Produkt der Serie dar, erinnert

dennoch sofort an einen ausgewachsenen

Computer. Der Grund dafür sind die beiden

Monitoranschlüsse (VGA und DVI) an

der Rückseite, mit deren Hilfe man das

Windows-Home-Server-basierte System

wie einen eigenständigen, voll funktionsfähigen

PC benutzen kann. Das Gehäuse ist

konstruktionsbedingt auffallend flach. Die

Festplatten sind nebeneinander angebracht

und nehmen so in etwa die gleiche Fläche

wie das darunterliegende Motherboard

ein. Auch thermisch bringt dieses Layout

Vorteile mit sich: An Ober- und Unterseite

ist der Luftzug durch Lochgitter gesichert,

während an den Flanken große Kühlrippen

zusätzlich Wärme abführen. Dadurch kann

auf aktive Lüftung verzichtet werden, was

ein flüsterleises System zur Folge hat.

Die Inbetriebnahme fiel uns schwerer als

erwartet. Zunächst war nur der direkte

Zugriff auf die Festplatten in der Netzwerkumgebung

erfolgreich. Die Remote-

Desktop-Verbindung und der Zugang über

den Windows Home Server Connector

scheiterten auch nach mehreren Anläufen.

Schön ist dafür der Zugang über den

Browser: Eine Java-Anwendung erlaubt

die Übernahme des eigentlichen Server-

Desktops im Browser-Fenster. So kann man

in gewohnter Windows-Umgebung Konfigurationen

vornehmen und sogar zusätzliche

Software installieren. Nach längerem

Probieren zeigte sich auch der Fehler mit

der Connector-Software und dem Remote

Desktop: Die Grundeinstellung des Betriebssystems

auf dem Server ist Englisch

und damit auch das Tastaturlayout. Deshalb

kommt es zu Ungereimtheiten bei der

Eingabe des Passworts. Es hilft, die Bildschirmtastatur

zu benutzen oder das eigene

Tastaturlayout auf Englisch umzustellen

und zunächst in einem anderen Programm

auszuprobieren, wo die benötigten Sonderzeichen

liegen.

Der Name des Servers rührt von der vorinstallierten

Asset-Server-Software her.

Diese ermöglicht umfangreiche Einstellungen

und bietet eine riesige Auswahl an

streambaren Formaten. Lediglich bei der

Wiedergabe von APE-Dateien (Monkey’s

Audio) unterbrach bei unserem Setup die

Kommunikation von Server und Client und

die CPU-Auslastung des AssetNAS stieg

außergewöhnlich stark an; bei Dateien im

Wave-Format kommt es ebenfalls zu einer

längeren Pause vor dem Abspielen. Falls

das Endgerät nicht mit allen Formaten umgehen

kann, übernimmt die Software eine

Echtzeittranscodierung. Als Zielformate

sind Wave, Linear PCM sowie MP3 in verschiedenen

Reduktionsstufen wählbar. So

wird die Kompatibilität auch zu älteren

Endgeräten gewährleistet.

Wissen 27


Synology DiskStation DS212j

Speicherskelett

In Sachen Design reißt Synologys DiskStation

keine Bäume aus: Die Plas tikhülle hat eine

mäßige Haptik und weist deutliche Spalten

auf, wo Teile zusammentreffen. Dafür

ist das Grundkonzept anschaulich und die

Front enthält nützliche Status-LEDs. Da das

Gerät ohne vorinstallierte Festplatten geliefert

wird, steht vor der Ersteinrichtung der

Einbau selbiger an. Dank der beigelegten Fixierschrauben

ist dies mit wenigen Handgriffen

erledigt. Wer statt der 3,5-Zoll-Platten

lieber kompaktere 2,5-Zoll-Discs einsetzen

möchte, kann optional eine Fassung für

diese erstehen.

Beim Einschalten macht sich sofort der Lüfter

bemerkbar. Die Software bietet zwar

eine Steuerung der Drehzahl an („still“ oder

„kühl“), jedoch ist auch im stillen Modus das

Surren des Rotors deutlich auszumachen.

Das Betriebssystem wird von CD oder einem

Download der Herstellerseite installiert.

Nach wenigen Minuten ist die DiskStation

betriebsbereit und über die Steuerungssoftware

kann die Weboberfläche aufgerufen

werden. Das hauseigene Betriebssystem

DSM (DiskStation Manager) basiert auf Linux

und ist sehr übersichtlich und modern. Symbole

und frei verschiebbare Fenster erinnern

an einen ausgewachsenen Computer, der

Funktionsumfang ist groß. Auch Reaktionszeiten

sind kurz gehalten, schnelles Arbeiten

ist dadurch ohne Probleme möglich.

Der vorinstallierte Medienserver beeindruckt

durch Formatvielfalt. Sogar APE wird ohne

Probleme gestreamt, nur DTS-Dateien blieben

im Client unauffindbar. Für Klienten, die

FLAC, APE, AAC, Ogg und AIFF nicht wiedergeben

können, steht ein Transcodiermodus

dieser Formate bereit. Zunächst gibt das

Menü keine Auskunft über

das Zielformat der Transcodierung.

Auf Nachfrage

bestätigte uns Synology y

jedoch, dass der gewandelte

Stream im Wave-

Format vorliegt.

Ein Flaschenhals im System

ist jedoch der Prozessor, r,

der mit einer Taktfrequenz

von 1,2 Gigahertz arbeitet.

Beim Transcodieren n

von APE-Dateien schnell-lte

die Auslastung dauerhaft

auf 100 Prozent und

die Wiedergabe stockte

in einem unerträglichen n

Ausmaß. Auch beim Kopieren

von Dateien auf den Server beträgt die

Prozessorlast etwa 50 Prozent. Solange nur

ein Klient auf die Daten zugreift, ist das

kein Problem, sobald aber mehrere Geräte

streamen, kopieren und möglicherweise

transcodieren wollen, ist die Grenze der

Rechenkapazität schnell erreicht. Vor dem

Kauf sollte man also überlegen, ob mehrere

Personen ständig auf den Synology zugrei-

fen sollen oder vorwiegend ein

einzelner

Player bedient wird.

Ausstattung

Allgemein 4 Festplatten 2 Festplatten

Hersteller Acer Buffalo Technology QNAP Systems HFX

Modell Aspire easyStore H341 LinkStation Pro Quad TS-419P+ TurboNAS AssetNAS

Preis (UVP) k. A. 4 × 1 TB: 580 Euro; 4 × 2 TB: 880 Euro;

4 × 3 TB: 1 213 Euro

459 Euro 2 × 1 TB: 895 Euro; 2 × 2 TB: 995 Euro

Maße (B/H/T) 20 × 18 × 21,2 cm 15 × 15 × 23 cm 15 × 15 × 23 cm 23 × 9 × 24 cm

Gewicht 4,5 kg 5,5 kg 4,6 kg 3 kg

Informationen www.acer.de www.buffalo-technology.com www.qnap.com www.digital-highend.de

Technische Daten

Datendurchsatz Lesen (4k; 256k) 9,12 MB/s; 55,57 MB/s 10,27 MB/s; 37,27 MB/s 9,13 MB/s; 57,11 MB/s 10,47 MB/s; 44,45 MB/s

Datendurchsatz Schreiben (4k; 256k) 1,97 MB/s; 42,16 MB/s 4,61 MB/s; 31,73 MB/s 4,08 MB/s; 32,34 MB/s 2,12 MB/s; 29,82 MB/s

Audio-/Medienserver vorinstalliert + + + +

Eigene Server installierbar + – – +

Audioformate

WAV

AIF

FLAC

ALAC

APE

WMA lossl.

MP3

AAC

WMA

Ogg

AC3

DTS

WAV

AIF

FLAC

ALAC

APE

WMA lossl.

MP3

AAC

WMA

Ogg

AC3

DTS

WAV

AIF

FLAC

ALAC

APE

WMA lossl.

MP3

AAC

WMA

Ogg

AC3

DTS

WAV

AIF

FLAC

ALAC

APE

WMA lossl.

MP3

AAC

WMA

Ogg

AC3

DTS

– – – – – – + – + – – – + + + + – + + + + + + – + + + + – + + + + + + – + + + + + + + + + + – –

Dynamische Playlists – + + +

Editieren von Metadaten + (über Windows möglich) – – +

Korrekte Cover-Darstellung – – – +

Echtzeittranscodierung – – + +

Betriebssystem Windows Home Server Linux Linux Windows Home Server

Prozessortakt 2 × 1,66 GHz 1,6 GHz 1,6 GHz 2 × 1,6 GHz

RAID-Verbundarten – 0, 1, 5, 10 0, 1, 5, 6, 10, JBOD –

Wake-on-LAN/Timer +/+ +/+ +/+ –/– (nachinstallierbar)

Weitere Datenschnittstellen USB, eSATA USB (2) USB (4), eSATA (2) USB

Webinterface + (Vollzugriff) + + +

Automatisierbare Back-ups + + + +

Remote-Web-Zugriff + + + +

Leistungsaufnahme Betrieb/Stand-by 29,2 W/0,7 W 45 W (Herstellerangabe)/k. A. 17,7 W/1,0 W 20,1 W/0,9 W

Vorteile/Nachteile

Vorteile · große Freiheit des Benutzers · kurze Wartezeiten bei RAID-Einrichtung · sehr umfangreiche Konfi guration · lüfterloses Design

Nachteile

· im Ausgangszustand stark eingeschränkte

Medienserver-Funktionalität

· etwas träge Weboberfl äche · kein Klinkenadapter

· hoher Preis für Wechselpolster

· keine

Bilder: Auerbach Verlag

28 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Iomega StorCenter ix2-200

Kühllüfter für alle Fälle

Je nachdem, wo im Haus der Router steht,

kann ein NAS-Server mehr oder weniger

ins Blickfeld geraten. Iomegas StorCenter

gehört dabei zu den Modellen, die sich

keineswegs verstecken müssen, denn das

schwarze Metallgehäuse im gebürsteten

Look kann sich sehen lassen. An der Rückseite

findet sich eine Lüfteröffnung. Der

Lüfter steht laut Systemüberwachung je-

doch die ganze Zeit still, offenbar kommt

er nur als Zusatz bei sehr hohen Temperaturen

zum Einsatz. Dadurch bleiben Lüftergeräusche

zwar aus, werden aber durch

den Lärm der vorinstallierten Festplatten

ersetzt. Bei Dateizugriffen rumpelt es laut,

was den heutigen technischen Möglichkeiten

nicht entspricht.

Nach dem geräuschvollen Hochfahren

konnte die Verbindung zum Geräte pro-

blemlos hergestellt werden. Die Oberflä-

che wirkt aufgeräumt und modern, lässt

bei manchen Operationen je-

doch

eine Zeit lang auf sich

warten.

Schwierigkeiten

ergaben sich dann bei der

Einrichtung eines RAID-

1-Verbunds: Das System

reagierte nicht mehr, es

gab

keinen Fortschritt und

der

Server war nicht mehr

zu

erreichen. Dieser Zustand

hielt mehrere Stun-

den

an, bevor eine Verbindung

wieder möglich war.

Streaming wurde darauf-

hin

ebenfalls zur Hürde.

Die

Dateien ließen sich

zwar problemlos auf den

Server kopieren, auch die

Freigabe des Ordners über die Weboberfläche

und das Aktivieren des Medienservers

verliefen einwandfrei, wir konnten den

Ordner sogar explizit zur Mediensuche aktivieren.

Die Ernüchterung kam beim Öffnen

des Streaming-Clients: Das StorCenter

wurde zwar als UPnP-Gerät angezeigt,

beinhaltete jedoch keine Mediendateien.

Nach längerem Rätseln und Probieren

fanden wir heraus, dass der oberste freigegebene

Ordner streng „Music“ heißen

musste, nicht etwa die deutsche Variante

„Musik“ oder ein anderen Name tragen

durfte. Im Handbuch gibt es diesbezüglich

leider keine Hinweise. Jetzt wurde jedoch

der Ordner samt Inhalt sichtbar und

wir konnten uns von der Formatvielfalt

überzeugen. Alle Standardformate ließen

sich ordnungsgemäß abspielen, nur bei

unseren Exoten APE und DTS musste gepasst

werden. Ein weiteres Kuriosum ist

der Iomega Storage Manager, der lokal auf

dem Computer installiert wird. Solange er

geöffnet ist, findet unser ebenfalls lokal installierter

Streaming-Client keinerlei UPnP-

Geräte mehr. Insgesamt bleibt der Eindruck,

dass Iomega bei diesem Gerät noch

einmal nachbessern muss, auch softwareseitig,

um zur Konkurrenz aufzuschließen.

HDDs und SSDs

Iomega Synology Western Digital

StorCenter ix2-200 DiskStation DS212j My Book Live Duo

2 × 1 TB: 479 Euro; 2 × 2 TB: 599 Euro;

2 × 3 TB: 799 Euro

180 Euro (keine Festplatten) 2 × 2 TB: 519 Euro; 2 × 3 TB: 629 Euro

9,4 × 14,1 × 20 cm 10 × 16,5 × 22,6 cm 9,8 × 17 × 15,4 cm

2,27 kg 0,94 kg 2,2 kg

go.iomega.com www.synology.com www.wdc.com

7,37 MB/s; 42,42 MB/s k. A. 12,31 MB/s; 61,96 MB/s

2,12 MB/s; 29,82 MB/s k. A. 9,50 MB/s; 21,09 MB/s

+ + + (eigener + iTunes)

+ – –

WAV

AIF

FLAC

ALAC

APE

WMA lossl.

MP3

AAC

WMA

Ogg

AC3

DTS

WAV

AIF

FLAC

ALAC

APE

WMA lossl.

MP3

AAC

WMA

Ogg

AC3

DTS

WAV

AIF

FLAC

ALAC

APE

WMA lossl.

MP3

AAC

WMA

Ogg

AC3

DTS

+ + + + – + + + + + – – + + + + – + + + + + – – + + + + – + + + + + – +

+ – –

– + –

– + –

– + –

Linux Linux Linux

1 GHz 1,2 GHz k. A.

0, 1, JBOD 0, 1, JBOD 0, 1, NRAID

–/– –/+ –/–

USB (3) USB (2) USB 3.0

+ + +

+ + +

+ + +

18,4 W/0,9 W 24 W/0,8 W 13,6 W/5,9 W

· ansprechende Benutzeroberfl äche · moderne, schnelle Benutzeroberfl äche · lüfterloses Design

· momentan kleinere Fehler in der Software · Probleme beim Transcodieren von APE · hohe Leistungsaufnahme im Stand-by

· laute Festplattengeräusche

Standardfestplatten werden als Harddisk

Drives bezeichnet. Mehrere magnetische

Platten drehen sich im Inneren, während

bewegliche Arme dazwischen die Daten per

Magnetisierung schreiben und lesen. Die

Geschwindigkeit einer Festplatte hängt von

mehreren Faktoren ab:

- Rotationsgeschwindigkeit

- Zugriffszeiten

- Fragmentierung (physikalische

Verteilung von Dateien)

- Sektorgröße der Formatierung

- Chipsatz/Firmware der Festplatte

- Größe des Caches

Auch veraltete Hardware, z. B. SATA-Controller,

kann bremsend wirken.

Immer mehr in den Mittelpunkt rücken SSDs –

Solid State Drives. Dabei handelt es sich um

Flash-Speicher, vergleichbar mit einem herkömmlichen

USB-Stick. Mit ihnen können sehr

hohe Geschwindigkeiten erreicht werden. Da

sie keine beweglichen Bauteile enthalten,

machen sie keine Geräusche und würden sich

so für reine Audio-NAS am besten eignen,

falls eine Platzierung im Hörraum vorgesehen

ist. Nachteile sind momentan jedoch noch

der hohe Preis und die vergleichsweise geringeren

Kapazitäten, was sie für große Datenspeicher

bisher unpraktisch macht.

Wissen 29


Zwischen den Welten

Der Computer ist in der Hi-Fi-Branche mittlerweile zu einer festen Institution und

einem ernst zu nehmenden Abspielgerät avanciert. Wie sich Computer und Wandler

in ein klassisches Hi-Fi-Setup einfügen und warum dabei eine asynchrone Wiedergabe

vorzuziehen ist, erklären wir in diesem Artikel.

Galt der Computer vor Jahren noch als

ein reines Rechengerät zur Bewältigung

der täglichen Arbeit, hat sich sein

Aufgabengebiet mittlerweile stark verändert.

Heute wird er zum Surfen, Chatten,

Spielen und vielen weiteren Dingen genutzt.

Selbst dem Hi-Fi-Rack bleibt er nicht

länger fern und nimmt die Position eines

modernen Abspielmediums ein. Fakt ist,

dass die Einfachheit der Signalkette, die

sich aus solch einer Konstellation ergibt,

inzwischen sehr gute Ergebnisse erzielt

und beliebig ausbaubar ist. Musik besorgt

man sich bestenfalls über eine der legalen

hochauflösenden Download-Plattformen,

die immer zahlreicher aus dem Boden

sprießen und ihr Angebot schrittweise

um Major-Labels erweitern. Gespeichert

werden die Dateien auf Netzwerkfestplatte

oder externen USB/Firewire*-Medien.

Der Systemplatte sollte man aus

Sicherheits- und Performance-Gründen

möglichst ausschließlich das Betriebssystem

überlassen. An den Computer selbst

VON TORSTEN PLESS

werden nur geringe Ansprüche gestellt,

ein leistungsschwächeres Modell ist aufgrund

der geringeren Lüfterleistung sogar

vorzuziehen. Die Verbindungsbrücke

zwischen der digitalen und analogen

Welt wird mit einem D/A-Wandler hergestellt,

der in den verschiedensten Ausführungen

erhältlich ist. Die vom Computer

generierten Nullen und Einsen werden

von der externen Soundkarte in analoge

Spannungen transformiert, eine Sprache,

die jeder Stereovoll verstärker versteht.

Bilder: Apple, Auerbach Verlag, Stock.xchng

30 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


Die USB-Schnittstelle ist in der computerbasierten

Hi-Fi-Welt das Format der

Wahl, das sowohl durch Zukunftssicherheit,

unkomplizierten Umgang als

auch flexible Möglichkeiten überzeugt.

In jüngster Zeit muss sich die Wiedergabeform

jedoch immer wieder einem

Vergleich mit dem konkurrierenden

Netzwerk-Audiostreaming stellen. Dieses

bietet zwar ebenfalls hinlänglich

viele Möglichkeiten, bedarf aber deutlich

mehr Vorarbeit und setzt ein funktionierendes

Heimnetzwerk mit aufgesetztem

UPnP-Server voraus. Der komfortable

Plug-and-Play-Betrieb der USB-Schnittstelle

bietet hier entscheidende Vorteile.

Ein weiteres Plus ist die hohe Flexibilität

der Wiedergabemöglichkeiten, die der

Computer bietet. Neben der Primäranwendung

des Musik-Streamings lassen

sich schließlich sämtliche Systemsounds

über den externen Wandler schicken.

Dies erlaubt das Anhören von Youtube-Videos

genauso wie die Arbeit mit

professionellen Audioschnittsoftwares

über die große Hi-Fi-Anlage. Zur reinen

Wiedergabe von Musikdateien wird ein

entsprechendes Abspielprogramm vorausgesetzt,

erfahrungsgemäß eignen

sich hier JRiver und Foobar für die Windows-Plattform

hervorragend. Apple-

Nutzer greifen am besten auf das leicht

umgängliche iTunes zurück, das sich mit

diversen Zusatztools von seinen kleinen

Krankheiten befreien lässt. Sieht man von

der fehlenden Unterstützung des FLAC-

Formats ab, das in ALAC eine gleichwertige

Alternative findet, ist die nicht automatische

Ausgabefrequenzanpassung

ein ernst zu nehmender Nachteil. Mit den

Zusatzsoftwares Pure Music und Amarra

lassen sich jedoch auch FLAC-Files für

den Apple-Player konvertieren und die

Ausgabe-Samplerate kann automatisch

angepasst werden.

Erheblichen Einfluss auf die Qualität der

Wiedergabe nimmt nicht zuletzt der

Digital-Analog-Konverter (DAC). Mit

jeder Verbindung des Wandlers (Empfänger/Sink)

übermittelt dieser die für

den Computer (Source) wichtigen Informationen

über dessen Arbeitsweise sowie

unterstützten Bit-Auflösungen und

Sampleraten. Ob zusätzliche Treiber für

den einwandfreien Betrieb notwendig

sind, entscheidet die situationsabhängige

Übertragungsrate. Während der

USB-2.0-Standard im High-Speed-Modus

480 Megabit pro Sekunde (MBit/s) überträgt,

beschränkt sich die 1.1-Variante

auf maximal 12 MBit/s (Full Speed). Daraus

ergibt sich eine maximale Übertragungskapazität

von 96 Kilohertz (kHz)

im Full-Speed-Modus. Alle höheren Sampleraten

setzen den High-Speed-Mode

mit speziellen Computertreibern voraus,

um eine Bit-perfekte Übertragung zu gewährleisten.

Aber auch die Arbeitsweise

des D/A-Konverters nimmt Einfluss auf

die zu erwartende Klangqualität und ist

maßgeblich mitverantwortlich für die

Jitter-Anfälligkeit des Übertragungskanals.

Grundsätzlich werden D/A-Wandler

in die beiden Kategorien adaptiver und

asynchroner Arbeitsmodus unterteilt.

Der herkömmlichen USB-Übertragung

liegt der adaptive Modus zugrunde, bei

dem der Musikstream direkt im Computer

erzeugt wird. In der Praxis bedeutet

dies, dass der Stream von den internen

Taktgebern (Clock) abhängig ist, die

nicht primär für die Audio übertragung

entwickelt wurden. Durch zahlreiche

Computerprozesse im Hintergrund ist

in Verbindung mit dem Datenübertragungskabel

Jitter bereits im wahrsten

Wortsinn „vorprogrammiert“. Der D/A-

Wandler schwingt sich in dem Fall auf

den computergenerierten unpräzisen

Takt ein und interpretiert diesen als seinen

Richtwert. Durch die Kanalcodierung

zur Verringerung der Übertragungsbandbreite

entsteht für den USB-Client zusätzlicher

Rechenaufwand, was eine saubere

Taktvorgabe nahezu ausschließt. Besserung

verspricht die asynchrone Übertragung,

von deren Namen man sich nicht

täuschen lassen sollte. Asynchron bedeutet

in diesem Zusammenhang die Übertragung

unabhängig jeglicher Computerclocks,

dafür synchron zu einem externen

Taktgeber. Dies wird mit einem mit fester

Frequenz schwingenden Clock-Generator

erreicht, der so nah wie möglich am

D/A-Wandler-Chip sitzt. Durch die asynchrone

Kopplung beider Geräte wird der

Computer vom einstigen Master-Taktgeber

zum Slave, der unter Aufsicht des

Konverters die digitalen Audiodateien

als Datenpakete ausgibt. Die im externen

Wandler eingehenden Signale werden in

dessen RAM (FIFO) zwischengespeichert

und mittels eines eigenen Oszillators

sauber selbst getaktet. Der eigentliche

Musikstream wird erst kurz vor dem D/A-

Wandler-Chip erzeugt, wodurch der jitterbehaftete

Takt des PCs wirkungsvoll

umgangen wird. Durch den enormen

technischen Aufwand, der hinter der

Entwicklung des asynchronen Übertragungsmodus

steckt, ist dieser bislang nur

in vergleichsweise teuren D/A-Wandlern

zu finden.

Wenn man sich nicht vor einem kompakten

Computer bzw. Laptop auf dem

Hi-Fi-Rack scheut, ist dieser ein respektables

Abspielgerät. Das Argument der

Klangbeeinflussung entfällt zudem mit

dem asynchronen Übertragungsweg.

Seine komplexe Formatunterstützung,

die übersichtliche Bedienung und der stetig

erweiterbare Funktionsumfang sind

ebenfalls von Vorteil. Wer auf den Multiroom-Betrieb

verzichten kann, sollte der

modernen Wiedergabeform ruhig einmal

eine Chance geben.

Anzeige

PM-15S2 und

SA-15S2 PM-15S2 Limited und Edition

SA-15S2 Limited Edition

Welcome to the Limit

Welcome to the Limit

www.marantz.de

www.marantz.de

Marantz Division of D&M Germany GmbH

Marantz Division of D&M Germany GmbH


Audiostreaming via USB-DAC

Computer

D/A-Wandler

Hi-Fi-Anlage

Router

Netzwerkfestplatte

USB-Kabel

LAN-Kabel/WLAN

Internet

Analoges Audiokabel

Audiostreaming via Netzwerkplayer

(mit optionalem DAC)

Computer

Hi-Fi-Anlage

Router

Netzwerkplayer

D/A-Wandler

Digitales Audiokabel

LAN-Kabel/WLAN

Internet

Analoges Audiokabel

32 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at * Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


Master-Formate auf Disc

Download-Plattformen bieten Musik heute schon in Massen an. Datenträger mit

unkomprimierten Audioformaten für den Medienserver hingegen sind selten und

noch seltener sind Universalplayer, die sich nahtlos an diese Anforderungen anpassen.

Bilder: Auerbach Verlag, Stock.xchng

Ein fesselndes Thema, das viele Audiointeressierte

zurzeit beschäftigen könnte,

ist die Suche nach Musikaufnahmen in hochaufgelöster

Qualität. Auf der einen Seite

gibt es die bekannten Download-Plattformen,

die ebenfalls in dieser Ausgabe beleuchtet

werden, auf der anderen Seite gibt

es die HRx-Disc. Diese Daten-DVD enthält

keine datenreduzierte Musik, wie sie vielerorts

angeboten wird, sei sie nun verlustfrei

oder verlustbehaftet in der Datenmenge

reduziert. Das Angebot des Mediums umfasst

zum jetzigen Zeitpunkt 19 Veröffentlichungen,

wovon der größte Teil hervorragende

Aufnahmen aus dem Bereich der

ernsten Musik umfasst. Diese Aufnahmen

vom Label Reference Recordings befinden

sich auf der DVD-ROM im WAV-Format

mit einer Auflösung von 24 Bit und einer

Abtastfrequenz von 176,4 Kilohertz (kHz),

das Booklet und das Cover sind nochmals

als PDF enthalten. Diese Daten entsprechen

der vierfachen Abtastfrequenz einer CD,

das Format darf sich damit zu Recht Mas ter-

Format nennen. Zum Teil kennen wir einige

Aufnahmen aus diesem Angebot bisher

nur im CD-Format, zu dem der Unterschied

in der Weite der akustischen Bühne sowie

der Brillanz der Klangfarben sehr deutlich

wird. Damit der Interessierte ebenfalls in

den Genuss der Rezeption gelangen kann,

gibt es hier einige Hinweise. Wir halten es in

dieser musikalischen Qualitätsstufe für angemessen,

nur die ernsthaften Wiedergabemöglichkeiten

zu nennen. Ein Computer

mit DVD-Laufwerk und einem der üblichen

aktuellen Mediaplayer (außer Windows-

Mediaplayer) ist ein Anfang. Dieser sollte

über eine installierte S/P-DIF-Digitalschnittstelle

verfügen, die bis 192 kHz genutzt

werden kann, um möglichst einen externen

D/A-Wandler für die Anbindung an Ihren

Verstärker anzusteuern. Alternativ bieten

einige dieser Wandler auch eine asynchrone

USB-Schnittstelle mit proprietären Treibern

an. Ist das der Fall, sollte diese Variante genutzt

werden. Gleiches gilt für Modelle, die

über eine Firewire*-Schnittstelle verfügen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den

Inhalt der HRx-Disc auf den Speicher Ihres

Mediaservers zu laden und die Wiedergabe

über Ihren Streaming-Client zu starten.

Es geht aber auch noch komfortabler: Der

Hersteller Cambridge Audio bietet zwei

VON JENS VOIGT

Blu-ray-Player – den Azur 651BD und den

Azur 751BD – an, von denen uns bekannt

ist, dass die HRx-Disc problemlos abge spielt

wird. Kein anderer normaler CD-, DVDoder

SACD-Player ist dazu in der Lage, weil

hierfür ein freier Umgang mit Datenblockgrößen

notwendig ist. Dies verweist z. B.

auf ein Linux-basiertes Betriebssystem, und

dieses ist in den Azur-Playern implementiert.

Die Funktionalität dieser Player reicht

dank der integrierten Netzwerkschnittstelle

sogar in den Bereich eines Streaming-

Clients hinein. So können Sie schnell in Ihrem

Netzwerk Audiodateien im WAV- oder

FLAC-Format mit den integrierten D/A-

Wandlern oder über eine der verschiedenen

digitalen Audio/Video-Schnittstellen an Ihr

Wiedergabesystem weiterleiten. Wem das

nicht reicht, der bekommt gleichzeitig noch

einen 3D-fähigen BD-Player bzw. DVD-Audio-,

CD-, HDCD- oder SACD-Player – die

Liste der wiedergabefähigen Formate ist

sehr lang. Hinzu kommen noch USB- und

eSATA-Schnittstellen für externe Speichermedien.

In der nächsten Ausgabe geben

wir Ihnen eine ausführlichere Vorstellung

zum BD-Player von Cambridge Audio.

Wissen 33


Dr. Sound klärt auf

Ein wirklich guter Klang der Hi-Fi-Anlage beginnt mit dem öffentlichen Energienetz

und seiner korrekten Verteilung im Haus sowie mit störsicheren Audioverbindungen

zwischen den Geräten. Dabei kommt es nicht nur auf die Kabel an.

VON JENS VOIGT

Damit ist ein weites Themenfeld eröffnet,

das in dieser Ausgabe von Dr. Sound

bearbeitet werden soll. Es werden diesmal

die Aspekte asymmetrischer und symmetrischer

Audioverbindungen gegenübergestellt,

wobei auch eine moderne elektrische

Hausverteilung und die richtige Verdrahtung

der Schutzkontaktsteckdosen (Schukodosen)

in der heimischen Installation von Bedeutung

sind. Sie wundern sich jetzt sicherlich etwas,

wieso dieses Thema hier angeschnitten wird.

Wie alt ist Ihre Elektroinstallation zu Hause?

20, 30 Jahre? Wenn sie jüngeren Datums ist,

dann könnte schon alles zum Besten stehen.

Jetzt folgt ein Tipp, der nur für Leser gedacht

ist, die über das nötige Sicherheitsbewusstsein

beim Umgang mit elektrischen Anlagen

verfügen: Entfernen Sie die Abdeckung

einer Schukodose und schauen Sie sich die

Verdrahtung an. In den meisten Fällen werden

Sie sehen, dass ein schwarzer Draht

(Achtung, er führt eine Netzphase L aus

dem Dreiphasen-Wechselspannungsnetz,

gemeinhin auch lapidar Drehstromnetz genannt)

an der rechten Klemme angeschlossen

ist. An der linken Klemme ist ein blaues

Kabel befestigt, dieses wird als Neutralleiter

N bezeichnet. Es ist möglich, dass beide Kabel

vertauscht sind, was jedoch nichts an der

Sache ändert (Bild 1).

Und jetzt wird es wichtig: Ist die mittlere

Klemme mit einem grün-gelb isolierten

Draht belegt, er wird als PE (Protection-

Earth) oder auch Schutzleiter bezeichnet,

sind Sie mit der Hausinstallation auf der

sicheren Seite (Grafik 1) – vorausgesetzt,

im Sicherungskasten ist alles ordentlich

angeschlossen. Sollten Sie aber in Ihrer geöffneten

Schukodose keinen grün-gelben

Draht sehen oder stattdessen eine Drahtbrücke

zwischen zwei Klemmen erkennen

(Bild 2), ist die Zeit reif, eine Fachkraft für

Elektroinstallationen zurate zu ziehen. Dieser

Zustand muss dringend geändert werden,

schließlich geht es hier um Leib, Leben

und Brandschutz. Was hat das aber nun

mit dem guten Klang zu tun? Viele Hi-Fi-

Geräte nutzten Schutzkontaktstecker für

den Anschluss an das Energienetz. Es gibt

Vorschriften, die die Verwendung solcher

Stecker für bestimmte Geräte vorschreiben,

darauf gehen wir aber an dieser Stelle nicht

weiter ein. So entsteht Sicherheit durch die

Gewährleistung des Schutzes gegen Berührungsspannung

an metallischen Gehäusen

und der sich daraus ergebenden Verhinderung

von Körperkontaktströmen. Hier spielt

die Hausverteilung eine tragende Rolle: Sie

benötigt auf jeden Fall einen sehr niederohmigen,

also großen Kabelquerschnitt zur

Gebäude- bzw. Fundamenterdung. Diese

„Erdung“ dient dem Schutzleiter in der

Hausverkabelung und vereint sich in der

Haushauptverteilung auf einer Sammelschiene

(Potenzialausgleich) mit dem vom

Energieversorger anliegenden Neutralleiter.

Wichtig sind die Neutral- und Schutzleiter,

weil sich auf ihnen je nach angeschlossenem

Verbraucher Ableit- und Ausgleichsströme

verteilen. Im Grunde findet die Leistungsaufnahme

über die Netzphase L und den

Neutralleiter N statt. Durch induktive und

kapazitive Kopplungen verschiedener Baugruppen

mit dem metallischen Gehäuse

entsteht auch hier ein elektrisches Potenzial.

Bilder: Auerbach Verlag

34 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Dieses wird über den Schutzleiter – nur dieser

ist direkt mit dem Gehäuse verbunden –

sozusagen gegen Erde abgeleitet. Dabei

fließt ein Ausgleichsstrom, der abhängig ist

vom elektrischen Widerstand der Leitung.

Je kleiner der Widerstand des Kabels, desto

größer der Ausgleichsstrom. Wenn jetzt der

Neutralleiter in der Hausverteilung (siehe

Bild 2, veraltete Verdrahtung der Schukodose),

der gleichzeitig unter dem Strom des

Verbrauchers steht, auch noch den Ausgleichsstrom

vom Gehäuse ableiten soll, gibt

es eine Reihe negativer Effekte. So entsteht

z. B. ein erhöhtes Gehäusemassepotenzial,

das seinen Ausgleich auf allen elektrischen

Verbindungen sucht. Entweder empfinden

Sie ein Kribbeln in den Fingern beim Berühren

ihrer Hi-Fi-Anlage oder sie brummt unterschwellig.

Warum? Erstens stellt nur eine

Ader (Neutralleiter) den Ausgleich für das

Netzteil des Gerätes her und zweitens reichen

Querschnitt und Niederohmigkeit der

Übergangswiderstände der Verbindungsstellen

nicht aus, um einen größtmöglichen

Ausgleich zu gewährleisten. Dieser Neutralleiter

kann je nach räumlichem Abstand zum

Anschlusspunkt, an dem er sich mit dem Potenzial

der Erde ausgleichen kann, ein Spannungspotenzial

gegenüber unserem Körper

darstellen.

Es besteht die Gefahr, dass Sie mit Ihrem

Körper eventuell einen kürzeren Weg für

den Ausgleich bereitstellen (Kribbeln in den

Fingern) oder ein anders Gerät, das Sie an

Ihre Anlage anschließen, erzielt über die Kabelabschirmung

den Ausgleich schafft. Es

bedarf hier zwingend des Schutzleiters, der

mit dem weiteren Kabelquerschnitt die Potenziale

auf den Gehäusen zur Erde hin, in

deren direktem elektromagnetischen Feld

wir uns befinden, kurzschließt. Auch die

Energieversorger nutzen die Erde als Bezugspotenzial

bei ihren Hochspannungsnetzen

vom Kraftwerk bis zur Umspannstation und

noch darüber hinaus. Was außerhalb Ihrer

Hausverteilung liegt, ist für den guten Ton

Ihrer Anlage nicht zu beeinflussen. Es gibt

Unterschiede in den Energieversorgungsnetzen,

wie den TN/TT-Systemen. Doch auch

an dieser Stelle gibt es eine Lösung, dazu

später mehr.

L 1

L 2

L 3

N

PE

Bild 1: die heute übliche und korrekte Verdrahtung

einer Schutzkontaktsteckdose

Bild 2: Eine Drahtbrücke zwischen N und PE ist

auch als grün-gelber Draht veraltet

Grafik 1: ein Gerät im Anschluss ans Niederspannungsnetz

über eine Schukodose

Die Kabelverbindungen

Nachdem dieser wichtige Aspekt der Sicherheit

geklärt ist, kommen wir nun zu

den Audioverbindungen Ihrer Hi-Fi-Anlage.

Die weiteren Ausführungen orientieren sich

zu einem guten Teil in freier Fortführung an

einem Aufsatz von Dieter Burmester aus

dem Jahre 1987. Burmester hat in einer

schwer zu übertreffenden Stringenz die

Probleme der asymmetrischen und symmetrischen

Verkabelung von Audiogeräten

beschrieben und Probleme, die auftreten

können, offenlegt.

Wenn Audiogeräte miteinander verkabelt

werden, hat der Unkundige oft gar nicht

den Einblick, was eigentlich geschieht.

Er denkt: Ich verbinde jetzt Ausgang mit

Eingang von Gerät x zu Gerät y. Mitunter

funktioniert das auch sehr gut und es treten

keine oder nur geringfügige klangliche

Probleme auf. In Wirklichkeit sind hier zahlreiche

Faktoren im Hintergrund von Bedeutung,

die den Klang deutlich beeinflussen

können. Zum einen spielt eine Rolle, welcher

Pegel an einem Geräteausgang zu erwarten

ist (Dr. Sound, AUDIO TEST 2/2011)

und welcher Ausgangswiderstand hier anliegt.

Dem steht völlig klar gegenüber, welchen

Pegel der Eingang eines Gerätes benötigt,

um weder unter- noch übersteuert zu

werden, und welchen Eingangswiderstand

das Gerät zum Abschluss der Leitung anbietet.

Der bestmögliche Signal-Rauschabstand

und die Vermeidung von nicht linearen

Verzerrungen (Dr. Sound, AUDIO TEST

3/2011) werden hierdurch beeinflusst. Hinzu

kommt die Betrachtungsweise: Arbeiten

die Geräteausgangstufen symmetrisch

oder nicht? Wie wird der Eingang verarbeitet

– symmetrisch oder nicht? Ist dies alles

geklärt, sollte auch die Verkabelung an

diese Verhältnisse angepasst werden, und

zwar immer klassenkompatibel. Dies ist

klang entscheidender als die Verwendung

von zum Teil esoterisch und im Übermaß

bejubelter Klangleiter. Dabei sollte aber

niemand dauerhaft die Beipackstrippen im

Klingeldrahtformat nutzen, sondern sich im

Fachhandel umschauen.

Die meisten Geräte nutzen Cinch

Eine Cinch- oder auch RCA-Verbindung ist

eine nicht symmetrische Verbindung – mit

allen Vorteilen ihrer Einfachheit auf allen

Ebenen, aber auch mit einigen möglichen

Nachteilen. Diese Schnittstelle kommt

meist bei Geräten zum Einsatz, die intern

zum größten Teil ein asymmetrisches elektrisches

Schaltungsdesign verwenden. Die

Verbindungsart wird an fast allen Stellen

eingesetzt, sei es, um Phono-Abtastsysteme

an einen Vorverstärker anzuschließen, oder

um einen CD-Player mit einem Verstärker

zu verbinden. In beiden Fällen herrschen

wie schon erwähnt gänzlich unterschiedliche

Pegelverhältnisse. In allen genannten

Fällen jedoch erfolgt der Signallauf oft über

ein koaxial aufgebautes Kabel, bestehend

aus Innenader und Abschirmung. Die Leiter

unterscheiden sich in ihrem Aufbau (Bild

3), was bedeutet, dass hier grundsätzlich

unterschiedliche elektrisch-physikalische Eigenschaften

vorkommen. Das steht wirklich

guten Klangeigenschaften entgegen. Die

Abschirmung soll den Innenleiter gegen Einflüsse

von außen schützen, z. B. eine Schirmung

gegen starke 50-Hertz-Wechselfelder

Bild 3: Beide asymmetrischen Kabel haben

größere Querschnitte in der Abschirmung

Inhalte 35


von Transformatoren, elektrischen Heizern

oder anderen hochfrequenten Feldern, die

uns umgeben (Bild 5), erreichen. Dazu gehören

alle Arten von Radiofrequenzen, DECT-

Telefone, Mobilfunknetze, Mobilinternet,

WLAN sowie terrestrisches Analog- und

Digitalfernsehen. Die Liste ließe sich lange

fortsetzen (Bild 6). Die Abschirmung wirkt

gleichzeitig wie eine Spule in einem elektromagnetischen

Feld, ihre Induktivität ist oft

größer als die des Innenleiters. Nun muss

aber der Signalstrom, der zum Ausgleich

zwischen den Geräten aufgrund des Eingangswiderstandes

entsteht, genauso über

diese Abschirmung gelangen wie die zusätzlich

induzierten Störspannungen. Jetzt treten

diese ebenfalls in den Signalfluss ein und

bilden ein Potenzial, das seinen Ausgleich

sucht. Dies hat den Effekt, dass der eigentliche

Ausgleichsstrom des Audiosignals mit

den Strömen der Störsignale moduliert wird.

Als Auswirkungen lassen sich meist schlechtere

Signal-Rauschabstände beobachten, die

auch Anteile von 50 Hertz als Netzbrummen

tragen. Mitunter können auch eingestreute

Hochfrequenzsignale zu nicht linearen Verzerrungen

in allen Verstärkerstufen führen.

Bild 5: Eingestreutes 50-Hertz-Netzbrummen mit den dazugehörigen

Obertönen verschlechtert den Signal-Rauschabstand

Bild 6: Audiosignal mit Oberwellen und HF-Signale bilden Intermodulationsprodukte

und verschlechtern den Klang bzw. den Signal-Rauschabstand

Ausgleich von Massepotenzialen

Nun kommt noch etwas hinzu, das ebenfalls

über die unsymmetrische Schnittstelle ausgeglichen

wird: die unterschiedlichen Massepotenziale.

Die Gründe für die Spannungsunterschiede

der Gerätemassen sind vielfältig,

finden aber definitiv ihren Ausgleich als Ausgleichsstrom

über die Kabelabschirmung,

weil diese Abschirmung Kontakt zur Signalmasse

im Gerät hat. Dieser Ausgleichsstrom

ist ebenso wie die weiter oben genannten

Störanteile ein Wechselstrom. Somit

kommt es ebenfalls zu Beeinflussungen.

Messbare Unterschiede im Signal-Rauschabstand

bringt manchmal ein Drehen des Netzsteckers,

womit sich objektiv die Netzphasenlage

am Trafo und in gewisser Weise eine

Vorzugsrichtung für Ableitströme ändert.

Aber auch das ist nur einen Versuch wert.

Schutzleiter am Metallgehäuse

Noch gar nicht tiefer in die Betrachtung haben

wir das metallische Gehäuse einbezogen,

das auf seine Art einen Schutz vor Störeinstreuungen

auf alle Schaltungsteile bereitstellen

soll. Es ist entweder direkt oder über

einen Widerstand R1 mit der Signalmasse verbunden,

womit die bisherigen Ausführungen

auch auf das Gehäuse zutreffen. Wenn Geräte

bestimmte elektrische Leistungen umsetzen,

gehören sie zur Schutzklasse 1 und

müssen mit einem Schutzkontaktstecker ausgerüstet

sein. Damit greifen jetzt die Ausführungen,

die zu Beginn dieser Reihe gemacht

wurden. Was dem Schutz von Leib und Leben

dient, führt in der Hi-Fi-Welt oft zu Verdruss.

Bild 7: Typische Brummschleife mit meist bei 100 Hz liegender Hauptstörfrequenz

und deren harmonischen Oberwellen. Deshalb klingt sie so stark

Bild 8: Der Ground-Lift bewirkt die Trennung von interner Signalmasse zu

der schützenden Gehäuseerdung; häufig bei Studiogeräten der Fall

Bilder: Auerbach Verlag

36 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Nun können sich die Ausgleichsströme der

asymmetrisch arbeitenden und auch so miteinander

verbundenen Geräte nämlich zwei

Wege suchen: einerseits über die Kabelabschirmung

der Verbindung und andererseits

über den Schutzkontakt der Netzsteckdosen.

Die unüberhörbare Brummschleife (Bild 7) ist

entstanden (Grafik 2). Es muss aber an dieser

Stelle erwähnt werden, dass es auch spezielle

Kleinsignalgeräte gibt, die mit Schutzklasse 1

ausgestattet sind und intern asymmetrische

Ausgangsstufen besitzen. Bei diesen ist die

Signalmasse von der Gehäusemasse schaltbar

getrennt. Jene Geräte tragen dann die Beschriftung

„Ground-Lift“ an einem rückseitig

angebrachten Schalter (Bild 8). Werden diese

Geräte in die Audioanlage eingebunden, sind

sie kaum Auslöser für Brummschleifen, müssen

aber ebenfalls mit den oben genannten

Ausgleichsströmen auf den Signalmassen zurechtkommen.

ASYMMETRISCHER VORVERSTÄRKER

Ausgangsstufe

asymmetrisches

Verbindungskabel

ASYMMETRISCHE ENDSTUFE

Eingangsstufe

Signalmasse

Netzteil

R1

Abschirmung

Signalader

Netzteil

R1

Signalmasse

Gehäuse

Gehäuse

Netzsteckdose

Netzsteckdose

Netz 230 V

Brummschleife

Schukoleitung

Erdung

Cinch-

Anschluss

Grafik 2: Cinch-Verbindungen zwischen Hi-Fi-Geräten in Einheit mit einem Metallgehäuse am Schutzleiteranschluss erzwingen oft eine Brummschleife

Die beste Lösung

Hi-Fi-Technik mit Rundfunkansprüchen zu

ver gleichen, erscheint manchem sehr hochgegriffen,

doch wenn in höhere Preisregionen

vorgedrungen wird, lohnt ein solcher

Vergleich durchaus. Teilweise ist Studio- und

Rundfunktechnik erschwinglicher als manche

High-End-Geräte und klingt obendrein

besser. Warum? Das elektrische Schaltungs-

design ist entweder durchweg oder nur an

den Ein- und Ausgängen symmetrisch und

die Verbindung unterhalb der Geräte erfolgt

symmetrisch. Viele Erscheinungen, die vorher

SYMMETRISCHER VORVERSTÄRKER

SYMMETRISCHE ENDSTUFE

parallelsymmetrisches

Verbindungskabel

Eingangsstufe

Ausgangsstufe

parallelsymmetrisches

Verbindungskabel

Eingangsstufe

Ausgangsstufe

Abtastsystem

(Spule)

oder CD-Player

Abschirmung

Netzteil

Signaladern

Netzteil

Masse

Lautsprecher

R1

Abschirmung

R1

Gehäuse

Gehäuse

Netzsteckdose

Netzsteckdose

Netz 230 V

Schukoleitung

Erdung

XLR-symmetrischer

Anschluss

Grafik 3: Beste Technik bietet symmetrische Verbindungen zwischen den Geräten, höchsten Schutz gegen Störungen und damit sauberen Klang an

Inhalte 37


ASYMMETRISCH SYMMETRISCH SYMMETRISCH ASYMMETRISCH

Hot

Signal

Masse

Cold

Hot

Signal

Masse

GND

Masse

GND

Die typischen symmetrischen Steckverbindungen

haben diese Erscheinung. Rechts die

Ausgänge und links die Eingänge

für asymmetrische Verbindungen beschrieben

wurden, treten hier gar nicht erst auf. Der

wichtigste Punkt ist die völlige Trennung der

beiden symmetrischen Signalleitungen von

Kabelabschirmungen und Gehäusemassen,

denn das Audiosignal nimmt nur den Weg

über diese beiden Adern (Grafik 3) und wird

bestenfalls auch nur so weiterbehandelt. So

wirken keine Effekte von Ausgleichsströmen

auf Abschirmungen oder Mehrfacherdungen

über den Schutzkontakt auf das Audiosignal

ein. Es stellt sich die Frage, wie es dann um

die Störfestigkeit bestellt ist. Bestens, denn

Abschirmung und Gehäuse gewährleisten

den eigenen Schutz, die symmetrische Übertragung

dient dem Schutz der Signalqualität.

Cinch-Anschluss/

asymmetrische Signalführung

SIGNAL-SYMMETRIERUNG

Grafik 4: Dies sind zwei einfache Prinzipschaltungen: links für die Symmetrierung eines asymmetrischen

Signals, rechts für die Desymmetrierung eines symmetrischen Signals in ein asymmetrisches

Störungen, die sich auf den Signaladern induzieren,

werden bei der Aufhebung der Symmetrierung

z. B. am Geräteeingang aufgehoben.

Weil sich die Störungen jedoch auf den

gegeneinander in der Polarität ausgesandten

Signaladern mit gleicher Polung einbringen,

werden sie bei der Umkehr der Symmetrierung

selbst gegeneinander in der Polarität

getauscht und löschen sich damit selbst

aus. Das zeigt gleichzeitig aber auch eine

Schwachstelle auf: Wenn ein symmetrischer

GND

Cold

Masse

XLR-symmetrischer

Anschluss

GND

SIGNAL-DESYMMETRIERUNG

Eingang eine schlechte Gleichtaktunterdrückung

(CMRR) bietet, kann er die induzierten

Störungen schlechter entfernen (Dr. Sound,

AUDIO TEST 2/2012). Das macht nochmals

eine besondere Qualitätsstufe bei dieser

Übertragungsart aus (Grafik 4). Es zeigt aber

auch, dass der Zweck der symmetrischen

Übertragung – die verbesserte Störsicherheit –

nur aufgeht, wenn die Aufhebung der Symmetrierung

zur Beseitigung von Störungen

auch mindestens einmal angewandt wird.

Das AUDIO-TEST-Labor erfasst alle Messwerte mit Audio Precision, Tektronix und Rohde & Schwarz

Bilder: Auerbach Verlag

38 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Notizen aus dem Testlabor

Hi-Fi-Anwender sind stets bemüht, das Beste aus ihren

Anlagen herauszuholen, und investieren dafür auch in

preisintensive Produkte. Dass die Energieversorgung

für den guten Ton der Anlage oft eine weitaus wichtigere

Rolle spielt, bedenken die wenigsten.

Die Einflussnahme der Energieversorgung

auf unsere Tests zählt zu unserem

tagtäglichen Geschäft und will daher

mit besonderer Beachtung angegangen

werden. Unsere Geräteüberprüfungen

werden nicht nur von einer reinen Klangbewertung

begleitet, wir kontrollieren ebenso

die von den Herstellern vorgegebenen

technischen Daten. Damit die Personenschutzfunktionen

gewährleistet bleiben,

ist es für Geräte mit hoher Leistungsaufnahme

besonders wichtig, dass möglichst

geringe Ableitwiderstände für Neutralleiter

und Schutzleiter existieren. Häufig kommt

es aber vor, dass Großverbraucher mit Motoren

oder Kompressoren wie bei Kühlgeräten

ausgestattet sind. Die sogenannten

induktiven Lasten haben oft mit elektrischphysikalischen

Eigenheiten zu kämpfen,

da ihr interner Aufbau häufig die verschiedensten

Arten von Störungen erzeugt und

ins öffentliche Netz zurückspeist. Aber auch

in der Hauselektroverteilung ist die große

Anzahl von Schaltnetzteilen, die z. B. in jedem

Computer zum Einsatz kommen, nicht

zu unterschätzen. Deren hohe Ableitströme

sowie starke hochfrequente Störkomponenten

dringen unmittelbar in das Heimnetz

ein. Dabei können Spannungsspitzen,

Offset-Gleichspannungen oder sogenannte

Blindenergieanteile entstehen, die durch

Änderungen im Laufzeitverhalten zwischen

Strom und Spannung auftreten. Wenn also

die Dämpfung der Störfaktoren, die durch

DIN, VDE und VDI vorgegeben sind, nicht

eingehalten wird, können andere Verbraucher

Störungen anzeigen. Bei der Audiowiedergabe

von Produkten der Unterhaltungselektronik

macht sich dies in Form

eines an- und abschwellenden Pfeifens

oder Brummens bemerkbar. Sogenannte

Offset-Gleichspannungen in der 230-Volt-

Netzspannung können konventionelle

Transformatoren von linearen Netzteilen in

die magnetische Sättigung versetzen und

damit zu nichtlinearen Verzerrungen bei

der Energieumformung führen. Diese Verzerrungen

und ihre Oberwellen können sich

in einem linearen Netzteil weiter fortpflanzen

und anschließend in den Baugruppen

der Signalaufbereitung eine Verschlechterung

der allgemeinen Audioperformance

hervorrufen.

Für uns ist es während des Messvorgangs

eine besondere Herausforderung, bei jedem

aufgenommenen Wert abzuwägen,

ob dieser zu einem anderen Zeitpunkt und

an einem anderen Ort wiederholbar ist

und nicht durch Fremdeinflüsse durch die

genannten Faktoren beeinflusst wurde. Unsere

Arbeit bedeutet also immer, mehrere

Faktoren im Blick zu behalten und mit der

über Jahre hinweg gesammelten Erfahrung

die täglichen Erscheinungen aufs Neue kritisch

zu hinterfragen. So auch in dieser Ausgabe

mit den verschiedenen Verstärkern,

Playern und Wandlern.

JENS VOIGT UND TORSTEN PLESS

Produkt Bewertung Seite

Netzwerkplayer

Linn

Akurate DSM

D/A-Wandler

Mytek

Stereo192-DSD-DAC

Calyx

DAC 24/192

North Star Design

Essensio Plus

CD-Player

Teac

CD-3000

Phonovorverstärker

Burmester

100 Phono Preamp

Furutech

ADL GT40 USB DAC

Komplettsystem

AVM

Evolution CD3.2

AVM

Evolution A3.2

AVM

Audition S3

Vollverstärker

Quadral

Aurum A5

Gato Audio

AMP-150

Lautsprecher

Isophon

Berlina RC7

MBL

mbl 120

Dynaudio

Contour S 5.4

Sonus Faber

Cremona M

Airplay-Speaker

Loewe

AirSpeaker

Ausgezeichnet

92

Ausgezeichnet

90,5

Sehr gut

89

Ausgezeichnet

92,5

Sehr gut

89,5

Referenzklasse

97

Sehr gut

85

Ausgezeichnet

94

Ausgezeichnet

92

Sehr gut

87

Ausgezeichnet

92,5

Ausgezeichnet

91

Referenzklasse

97,5

Ausgezeichnet

94

Ausgezeichnet

94

Ausgezeichnet

93,5

Sehr gut

87

40

45

48

50

54

56

59

61

62

63

64

66

68

71

74

76

78

Praxisrelevante Messwerte (Erklärung)

Die ermittelten Messwerte beziehen sich

auf eine praxisrelevante Signalaussteuerung

der elektronischen Baugruppen, die

sich an die Vorgaben der von der EBU und

der SMPTE festgelegten Empfehlungen

zur Programm aussteuerung von audiophiler

Musik und Filmproduktionen anlehnt.

Der Grund für den Unterschied zwischen

unseren Messwerten und den Herstellerangaben

liegt in der Anerkennung dieser

Praxis.Angaben wie Signal-Rauschverhältnis

(SNR), Dynamik AES 17 und THD+N-

Level können bei Vollaussteuerung der

Baugruppen nach Herstellerangaben 20

Dezibel (dB) besser sein als unsere. Beispiel:

Unser Messwert 83 dB plus 20 dB ergibt

103 dB und trifft damit im besten Fall

die Angaben des Herstellers.

Test 39


Linn Akurate DSM

AUSGABE 3.2012

Zukunftsmusik

Dass bei Linn die klassische CD-Wiedergabe bereits ausgestorben ist, ist nicht zuletzt

seit der Veröffentlichung der DS-Streamer-Serie bekannt. Mit der neuen DSM-Linie besinnt

man sich auf die runden Scheiben zurück und bietet sowohl Blu-ray Disc als auch

SACD einen neuen Spielpartner.

VON TORSTEN PLESS

Der Akurate DSM ist eine der beiden

neuesten Veröffentlichungen aus dem

Hause Linn und darf zurecht als sinnvolle

Erweiterung des Akurate DS 2010 (AUDIO

TEST 3/2011) bezeichnet werden. Rein äußerlich

sehen sich beide Geräte zum Verwechseln

ähnlich: massives Alugehäuse,

Play-, Skip- und Quellentas ten neben dem

Display und Netzschalter auf der Bodenplatte.

Während sich das 2010er-Modell dem

Leitspruch „Qualität statt Quantität“ verpflichtete

und auf sämtliche Audioeingänge

verzichtete, bildet der ADSM eine Symbiose

aus gehobenem Maß an Ausstattung

und gewohnt hoher Qualität. Zum Netzwerkanschluss

gesellen sich mittlerweile

analoge XLR- und Cinch-Buchsen, jeweils

drei koaxiale und optisch-digitale sowie

vier HDMI-Eingänge. Während Letztere die

volle Audiobandbreite von 24 Bit und 192

Kilohertz (kHz) übertragen, beschränken

sich die weiteren digitalen Schnittstellen

auf 96 kHz. Ausgangsseitig stehen die gleichen

Schnittstellen zur Verfügung, was genügend

Spielraum für die verschiedensten

Hi-Fi-Anwendungen lässt. Damit lässt sich

klassisch eine Endstufe nachschalten oder

über die regelbaren Vorverstärkerausgänge

können Aktivlautsprecher betrieben werden.

Die verbaute Phonoplatine rundet das

Aufgebot konsequent ab und nimmt erstmals

MC- und MM-Systeme entgegen. Die

bislang gewohnten Ethernet-Switches zur

Datenweitergabe an zusätzliche Linn-Geräte

weichen beim ADSM erstmals einem

neuen Linn-System.

Streaming via Airplay

Mit der Einführung der DSM-Serie wurde

auch Linns Songcast vorgestellt, das sich

ebenso auf allen bisher erschienenen DS-

Playern installieren lässt. Die Kombination

Bilder: Auerbach Verlag

40 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Über einen Webbrowser lässt sich der Akurate

DSM optisch ansprechend konfigurieren ...

aus Multiroom- und Party-Mode-Betrieb

verteilt auf Wunsch alle Eingangssignale

des ADSM – egal ob von Blu-ray Disc oder

Vinyl – an weitere Linn-Geräte. Dies geschieht

ohne direkte Verbindung unmittelbar

über das Netzwerk und vollkommen

latenzfrei. Songcast beschränkt sich

dabei nicht nur auf reine Hi-Fi-Komponenten,

sondern macht auch aus einem

herkömmlichen Computer ein taugliches

Abspielgerät. Grundvoraussetzung dafür

ist allerdings ein aktuelles Betriebssystem,

mindestens Windows Vista bzw.

Mac OSX Lion. Ist die Songcast-Software

einmal installiert, werden sämtliche Audio-

Systemausgänge kabellos über die externe

Soundkarte – Akurate DSM – wiedergegeben.

Auf einen zusätzlichen D/A-Konverter

zwischen PC und Linn kann somit verzichtet

werden und vom Youtube-Video bis

zur iTunes-Bibliothek lassen sich sämtliche

Audioinformationen vom Linn veredeln.

Der Hersteller setzt mit Songcast aber

noch eins drauf und programmiert seinen

Kunden ganz nebenbei eine Airplay-

Unterstützung. Hier liegt der Vorteil der

Eigenentwicklung klar auf der Hand: Per

Software-Update kann auf Markttrends

reagiert werden, ohne zeitaufwendig auf

... alternativ steht mit der Software Linn Konfig

auch eine klassische Benutzeroberfläche bereit

Fremdfirmen angewiesen zu sein. iPhoneund

iPad-Nutzer streamen ihre Musik auf

einfachste Weise direkt an den Linn. Sollte

das PC-Betriebssystem die Songcast-Software

nicht unterstützen, bleibt damit immer

noch der Airplay-Weg über iTunes.

Streaming via UPnP

So simpel die Bedienung über Airplay

auch ist, so lässt die Schnittstelle High-

End-Anwender zwei Dinge schmerzlich

vermissen: zum einen die lückenlose

Gapless-Wiedergabe für zusammenhängende

Werke, zum anderen die Wiedergabemöglichkeit

von Dateien oberhalb der

CD-Auflösung. Dafür springt wie gewohnt

der UPnP-Client ein, der es dem Akurate

DSM ermöglicht, Audiodateien von bis zu

24 Bit und 192 kHz zu verarbeiten. Dass

von WAV über FLAC bis ALAC sämtliche

Formate unterstützt werden, versteht sich

dabei von selbst. Da zu den Vorzügen des

Streamings auch die Cover-Anzeige zählt,

bietet Linn mit der Kinsky-Software für den

PC/Mac sowie die neueren iDevices einen

passenden Control-Point. Für die grundlegenden

AV-Steuerungen des ADSM liegt

aber auch weiterhin eine Fernbedienung

bei. Interessant sind die neuen Möglich-

Linns Kinsky-Software für das iPad und iPhone

ist gratis, übersichtlich und läuft stabil

keiten, die Linn seinen Nutzern durch die

HDMI-Schnittstelle bietet. Hier finden

neue Medien wie Blu-ray-Player oder ein

SACD-Spieler mit HDMI- Output ihren

Platz. Die DSD-zu-PCM-decodierten Spuren

werden vom Play er per HDMI direkt an

den Akurate DSM geschickt, der die Konvertierung

übernimmt. Mit reinen DSD-

Signalen versteht sich der ADSM bislang

noch nicht. Ähnlich verhält es sich in einem

Surround-Setup, in dem der ADSM den

mehrkanaligen PCM-Ton an einen AV-Receiver

weiterleitet. Zuvor greift der Akurate

DSM die Frontkanäle ab, lässt den Anwender

bei Bedarf LFE- und Center-Spuren

dazumischen und gibt diese anschließend

an die passende Endstufe weiter. Die restlichen

Surround-Kanäle werden lautstärkegeregelt

an den AVR weitergegeben.

Eindrucksvolle Klänge

So sauber sein optisches Erscheinungsbild,

so sauber ist auch sein Klang. Am eindrucksvollsten

gelang dem Akurate DSM

die Wiedergabe über das Netzwerk per

UPnP/DLNA-AV, worüber unsere Referenz-

Audiotracks in der klanglich reinsten Form

dargeboten wurden. Über den angeschlossenen

Zuspieler via HDMI macht sich das

Von vorn ein klassischer Linn Akurate DS, von hinten eine High-End-Heimkinozentrale. Der Akurate DSM hat alles, was ein moderner Allrounder

braucht: HDMI-, digital-optische sowie koaxiale Ein- und Ausgänge, eine Netzwerkverbindung für HD-Audiostreaming sowie eine Phonovorstufe

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 41


Der aalglatte Frequenzverlauf wird im Hörbereich

durch den Filter irrelevant beeinflusst

Die Verzerrungsproduktrate ist ausgeglichen

und liegt auf konkurrenzlos niedrigem Niveau

Die ausgezeichnete Räumlichkeit des DSM wird

durch die Übersprechungswerte bestätigt

eingesetzte Laufwerk mit bemerkbar, das

in dieser Konstellation den Flaschenhals

darstellt. Aber auch hier gilt: Der Akurate

DSM spielt selbst mit Blu-ray-Playern der

Einstiegsklasse sehr sauber und timingstabil

auf. Immer wieder beeindruckend ist

die Detailschärfe, mit der die Linn-Geräte

die ihnen zugespielte Musik präsentieren.

Egal ob in der Breite der Bühne oder in

die Tiefe des Orchesters hinein – mit dem

Akurate DSM baut sich eine exakte Sitzordnung

vor dem klanglichen Auge auf. Passend

dazu erwies sich die Gapless-Fähigkeit

als eine wahre Freude, die keinen Riss

im heimischen Konzertabend verursacht.

Im Vergleich zum ebenfalls exzellent klingenden

Sneaky DS (AUDIO TEST 1/2012)

spielte der ADSM noch eine Spur straffer,

was sich in einem absolut sauberen Timing

und knackiger Impulshaftigkeit bemerkbar

machte. Mit dem hauseigenen Akurate DS

spielt der Streaming-Client fast auf gleichem

Niveau, übertrifft ihn jedoch deutlich

in Sachen Ausstattung.

Fazit

Wer schon immer mit dem Akurate DS

als Streaming-Client und dem Akurate

Kontrol als Vorverstärker geliebäugelt

hat, erhält nun beide Geräte in einem

verpackt – zum halben Preis und mit

zahlreichen Zusatzfunktionen.

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis

Maße (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Farben

Leistungsaufnahme

Stand-by/Betrieb

Anschlüsse

Linn

Akurate DSM

6 450 Euro

38 × 8 × 35,5 cm

5,8 kg

www.linn.co.uk

Schwarz

0,2 W/5,9 W

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

analog

Audio

XLR

Kopf

hörer

Eingänge 3 3 2 1 –

Ausgänge 1 1 2 1 –

Sonstige Anschlüsse Ethernet-LAN, HDMI (4/1), Phono MM/MC

Technische Daten

Netzwerkplayer

Streaming-Protokoll

Airplay (via Songcast), UPnP

Gapless +

LAN/WLAN +/–

Freies Onlineradio +

Musikdienste +

Audioformate

AAC, ALAC, FLAC, MP3, WAV (24 Bit/

192 kHz), WMA

Messdaten ermittelt bei 24 Bit/192 kHz/–20 dBFS

Signal-Rauschabstand

(SNR)

92 dB

Übersprechen bei

–103 dB

10 kHz

THD+N Ratio 0,00027 %

THD+N Pegel

–97 dBu

max. Ausgangspegel

14 dBu

analog bei 0 dBFs

Frequenzgangabweichung

(20 Hz–20 kHz)

0,12 dB

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· Linn Songcast

· ausgezeichneter Klang

Nachteile

· keine DSD-Konvertierung

Bewertung

Strikte D/A-Trennung im Inneren: Streaming-Signale werden noch vor den beiden Wolfson-DACs

8741 digital gesteuert, analoge Quellen durchlaufen den Lautstärkeregler Burr Brown PGA2320

Audio

Audiomesswerte 19,5/20

Neutralität 7/8

Dynamik 7,5/8

Basswiedergabe 7,5/8

Mittenwiedergabe 7/8

Höhenwiedergabe 7,5/8

Wiedergabequalität

56/60

Benutzerfreundlichkeit

17/20

Ausstattung/

Verarbeitung

19/20

Gesamt

92 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Ausgezeichnet 92/100

Bilder: Auerbach Verlag

42 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


NR. 3 APRIL/MAI 2012 www.audio-test.at

4 D/A-Wandler und 7 NAS

King Rex, Vollverstärker und CD-Player von AVM

Wandler und Design Star North Mytek, Calyx, von

-

Quadrals Aurum-Serie im Test

Deutschland: 4,99 Österreich: 5,75 Schweiz: SFR 10,00 BeNeLux: 5,90

Klangkunst aus Kopenhagen

Kopenhagen

aus Klangkunst

Jetzt 6 Ausgaben AUDIO TEST

abonnieren & AUDIO- BLU-RAY gratis!

Chronos

IMAX

The Cure –

Trilogy

Circus

Maximus

Jetzt hier scannen:

Styx – One With

Everything

Dvorak“

Symphonies

Nos. 6 und 9

Dvorak“

Symphonies

Nos. 7 und 8

Alice Cooper –

Live at

Montreux Elvis Costello –

Live in Memphis

La Traviata

(Verdi) The Black‘n‘Crowes –

Freak‘n‘Roll

The Who – Live

at Isle of Wight

Festival 1970

Sofort bestellen – als Einzelexemplar, im Abonnement oder

als E-Paper für Smartphones, Tablets, Windows PC und

Macintosh. Oder unter www.auerbach-verlag.de/abo.

Bilder: Auerbach Verlag, istockphoto.com/gehring

Ihre Vorteile im Abo:

•6 Ausgaben nur

24,90 Euro

•Lieferung frei Haus

•eine Prämie Ihrer Wahl

Ja, ich abonniere AUDIO TEST

ab der nächsten Ausgabe/ab

Ausgabe ___/ 2012 für ein Jahr

zum Preis von 24,90 Euro für 6

Ausgaben. (EU-Ausland und CH:

39,90 Euro für 6 Ausgaben.)

Das Abonnement verlängert sich

automatisch um jeweils ein

weiteres Jahr zu den dann

geltenden Konditionen, wenn nicht

spätestens 7 Tage nach Erhalt der

5. Ausgabe schriftlich per Post

oder Fax bei Auerbach Verlag und

Infodienste GmbH, Lauchstädter

Str. 20, 04229 Leipzig gekündigt

wurde.

Mir ist bekannt, dass ich innerhalb

von zwei Wochen nach Bestellung

ohne Begründung bei Auerbach

Verlag und Infodienste GmbH,

Lauchstädter Str. 20, 04229

Leipzig per Post oder Fax widerrufen

kann. Maßgeblich ist der

Tag der Absendung (Poststempel

genügt).

Ich möchte AUDIO TEST abonnieren!

Name, Vorname

Straße, Nr.

PLZ

E-Mail

Telefon/Mobil

Geburtsdatum

Ich zahle per Kreditkarte Bankeinzug Rechnung

Daten für die Zahlung per Kreditkarte

Name des Karteninhabers

Kartennummer

Kartenprüfnummer

Gültigkeit der Karte

Visa Mastercard American Express

Datum, Unterschrift

Wohnort

Meine Prämie:

Chronos IMAX

The Cure – Trilogy

Circus Maximus

Styx – One With Everything

Dvorak“ Symphonies Nos. 6 und 9

Dvorak“ Symphonies Nos. 7 und 8

Alice Cooper – Live at Montreux

Elvis Costello – Live in Memphis

La Traviata (Verdi)

The Black‘n‘Crowes – Freak‘n‘Roll

The Who – Live at Isle of Wight Festival 1970

Nur solange der Vorrat reicht.

Versand der Prämie erst nach Zahlung des Abo-Betrages.

Daten für die Zahlung per Bankeinzug

Kontoinhaber

Kontonummer

Bankleitzahl

Geldinstitut

Datum, Unterschrift

AUDIO TEST

AUDIO TEST

Ihr Ratgeber für guten Ton

Die besten Produkte:

Lautsprecher:

Dynaudio, Isophon, MBL,

Sonus Faber und Loewe

Datenalarm!

So sichern Sie wertvolle

Audiodateien

STREAMING-SPEZIAL

Noch mehr Tests: Streaming-Client von Linn, D/A-

Wandler von Calyx, Mytek, North Star Design und

King Rex, Vollverstärker und CD-Player von AVM

Aurum-Serie rie im Test

Quadrals

D/A-Wandler 4 und 7 NAS

STREAMING-SPE

-SPEZIA

EZIAL

Noch mehr Tests: Streaming-Client von Linn, D/A-

Burmester 100

Phono-Preamp der Referenzklasse

VOLLE VERSTÄRKUNG

RKUNG

VERSTÄRKUNG

VOLLE HI-FI-MÖBEL VON GATO

-MÖBEL VON GATO

HI-FI-MÖBEL

enzklasse

s

ere

Preamp e

Phono-Preamp der Referenzklasse

er 100

Burmester

Auerbach Verlag und Infodienste GmbH, Lauchstädter Straße 20, 04229 Leipzig 0341–1495513 0341–1495511 abo@av.de


Wandlungskünstler

Das Interesse an D/A-Wandlern, die für sich allein stehen und nicht in ein anderes

Gerät integriert sind, scheint sich nicht zu erschöpfen. Die Abtastraten und Bittiefen

steigen mit den Möglichkeiten der Schnittstellen an. Und wie klingt das?

Audiostreaming und Netzwerkplayer

sind heute die Schlagworte, an denen

keine moderne Anlage vorbeikommt. Bei

dem Thema Computer-Audio handelt es

sich schon längst nicht mehr um ein ausschließlich

von Nerds praktiziertes Ritual zur

Wiedergabe von Musik. Viele Hi-Fi-Racks

haben sich im letzten Jahr fast unbemerkt

still, heimlich und wohlklingend in solch

eine computer basierte Steuerzentrale verwandelt.

Hier und da findet man sie, mehr

oder weniger auffällig: die D/A-Wandler mit

ihren verschiedensten Gehäusedesigns.

Als wir uns in der Ausgabe 1/2011 mit

der „Zeitlosen Wandlung“ beschäftigten,

VON TORSTEN PLESS UND JENS VOIGT

wurde das Thema von den Zahlen und Begriffen

24 Bit und 192 Kilohertz (kHz) dominiert.

Nun, mehr als ein Jahr später, ist

die nächs te Herausforderung für die kompakten

Wandler eine 32-Bit-Übertragung

über die USB-2.0-Schnittstelle. Auch der

asynchrone Übertragungsmodus ist aus

der heutigen Modellgeneration nicht mehr

wegzudenken. Aus diesem Grund nähern

wir uns mit einer Auswahl der neuesten

Generation der Digital-zu-Analog-Wandler

an das Thema an. So, wie Sie es von uns

gewohnt sind, wagen wir auch dieses Mal

gern einen Blick auf Pfade, die nicht schon

mehrfach bewandert wurden. Ebenso wissen

wir, dass dies noch längst nicht das

Ende der Fahnenstange der Entwicklung

sein wird, denn Formate mit 384 kHz Abtastfrequenz

stehen schon längst vor der

Tür und lösen damit wieder neue Begehrlichkeiten

aus.

Vorerst präsentieren wir Ihnen eine 32-Bit-

Geräteauswahl, anhand der es sich lohnt,

Aufklärungsarbeit für hochaufgelöste Audioformate

zu leisten, die eine klassische

CD so nicht ins Wohnzimmer zaubern

kann. Folgen Sie uns auf den nächsten

Seiten und gewinnen Sie tiefe Einblicke

in den derzeit wohl spannendsten Teil

moderner Audiotechnik.

44 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Mytek Stereo192-DSD-DAC

AUSGABE 3.2012

Mytek

Stereo192-DSD-DAC

„Von Pro zu High End“

Sinn und Zweck eines D/A-Wandlers sind

immer die gleichen, trotzdem sind die Wege

der Umsetzung nicht immer identisch. Die

Art und Weise, wie man eine aufwendige

Jitter-Unterdrückung oder -Korrektur an

verschiedenen Ebenen vornimmt, sagt viel

über die Erfahrung und das Know-how

der Entwickler des Produkts aus. Das vorliegende

Gerät richtet sich vorrangig an

diejenigen, die im täglichen Geschäft die

Musik bearbeiten, die uns als Hi-Fi-Hörer

zur Verfügung gestellt wird. Warum sich

nicht einmal bei den Spielzeugen der professionellen

Audiobranche bedienen und

den Mytek Stereo192-DSD-DAC in die

Hi-Fi-Kette integrieren?

Mit seinen kompakten Maßen fügt sich der

Stereowandler perfekt in die bereits vorhandenen

Geräte ein und wird dank seiner

umfangreichen Ausstattung zur neuen Universalschnittstelle.

Das massive Metallgehäuse

mit seitlichen Belüftungsöffnungen

zeugt bereits von hoher Wertigkeit, die

sich nicht zuletzt in seinem hohen Gewicht

widerspiegelt. Das dimmbare Display des

D/A-Wandlers zeigt während der Wiedergabe

die eingespeiste Samplerate sowie die

Lautstärkeeinstellung in

Dezibel (dB). Letztere ist je

nach Wunsch analog oder digital

regulierbar und lässt sich bei Bedarf

über das Wandlermenü komplett deaktivieren.

Die umfassenden Einstellungsmöglichkeiten

sind per Taster direkt erreichbar

und werden mittels Baumstruktur in blauer

Schrift auf das Display projiziert. Nach

kurzer Eingewöhnungsphase gelingt die

Bedienung über den Endlosdrehgeber wie

von selbst; die Einstellungen bleiben auch

nach dem Ausschalten noch erhalten. Das

Multifunktionspotenziometer steuert neben

dem Menü die Lautstärke der analogen

Ausgänge und per Dauerdruck die der

Kopfhörer. Die Funktionstasten FN1 und

FN2 sind hingegen frei konfigurierbar und

können mit fast jeder beliebigen Funktion

versehen werden – sei es zum schnellen

Umschalten zwischen den meistgenutzten

Eingängen, einer per Knopfdruck generierten

Monowiedergabe oder zum direkten

Zugriff auf die beiden Digitalfilter

Sharp und Slow. Dieser bequeme Bedienungsweg

erfordert

dennoch das Einstellen

direkt am Gerät. Auf eine zusätzliche

Fernbedienung, wie sie im

Tonstudio nicht gebräuchlich ist, muss der

Hi-Fi-Anwender verzichten – hier könnte

Mytek für Audioenthusiasten zu Hause

nachrüsten. Ergänzt wird die Frontpartie

durch eine vierstufig arbeitende Pegelanzeige,

jeweils für den linken und rechten

Kanal. Dabei wird einmal mehr die professionelle

Technik jenseits der Pseudo-VU-

Meter einiger reiner Hi-Fi-Produkte deutlich.

Praktisch: Der Netzschalter befindet

sich beim Mytek direkt an der Front.

Die umfangreichen Funktionen der Front

sind ein Spiegelbild der üppig ausgestat-

Die Möglichkeiten, die der Mytek mitbringt, kommen aus dem Bereich der Tonschaffenden. So findet man hier mehr Anzeigen und Features als bei

einem Hi-Fi-Gerät. Dazu gehören umschaltbare Rekonstruktionsfilter, analoge und digitale Lautstärkesteuerung und schaltbares Upsampling

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 45


So ein D/A-Wandler ist auch ein spezieller Audiocomputer im Kleinen, mit Chipsätzen, Speicherchips

und DSPs. Der eigentliche Wandler von ESS reiht sich hier als Hybrid nahtlos ein

statteten Rückseite. Auch hier finden

sich wieder Funktionen, die den klassischen

Hi-Fi-Anwender nur bedingt betreffen.

Dazu zählen unter anderem die

Wordclock*-Anschlüsse, um dem Wandler

von einem externen Clock-Generator

den Takt vorgeben zu lassen. In gleichem

Maße kann auch der Mytek als hochwertige

Clock für weitere digitale Audioprodukte

dienen. Die digitalen Eingänge

bedienen sich der kompletten Palette von

S/P-DIF, AES/EBU*, Toslink, Firewire* und

USB. Der asynchrone Firewire-Anschluss

erlaubt eine direkte Verbindung mit einem

Computer. Über die Schnittstelle überträgt

der Wandler unter Verwendung des passenden

Mytek-Treibers Audiosignale bis

zu 192 kHz. Ähnlich verhält es sich mit der

USB-2.0-Buchse, die ebenfalls asynchron

arbeitet und mit einem eigenen Treiber

192-kHz-Dateien vom Computer überträgt.

Die zusätzliche USB-1.1-Schnittstelle kommt

hingegen völlig treiberlos aus und unterstützt

standardgemäß Auflösungen von 24

Bit und 96 kHz – zu wenig, um im Konzert

der neuen Möglichkeiten noch auf einem

der vorderen Plätze zu spielen. An analogen

Ausgängen bietet der DAC jeweils ein

Cinch- und XLR-Ausgangspaar, das im Parallelbetrieb

unterschiedliche Geräte bedienen

kann. Über die symmetrischen Ausgänge

lassen sich problemlos Aktivlautsprecher betreiben,

die der Mytek analog geregelt ansteuert.

Je nach Ausführung des Wandlers,

der in einer Preamp- und Mastering-Version

erhältlich ist, unterscheiden sich auch

dessen Eingänge im Detail. Während die

Preamp-Variante den namensgebenden regelbaren

analogen Cinch-Eingang bietet, ist

die Mastering-Variante mit einem digitalen

S/P-DIF-DSD-Eingang ausgestattet. Besitzer

eines professionellen SACD-Players wie z. B.

dem Tascam DV-RA1000HD können das Signal

so in ihrer reinsten DSD-Form via S-DIF

übertragen. Der dafür beschäftigte Wandler

ist der 32-Bit-Sabre-9018S von ESS, auf

dessen Vielseitigkeit und klangliche Möglichkeiten

auch andere namhafte Hersteller

vertrauen. Bei seiner internen Schaltungstechnik

fällt auf, dass ein Oszillatorquarz für

einen hochstabilen Takt direkt an die Pins

gelötet wurde.

Interessanterweise ist der Aufwand der

Netzteilschaltungen von Hi-Fi-Geräten,

denen der Profiliga oft überlegen – auch

wenn in diesem Fall die modernsten Low-

Drop-Spannungsregler verwendetet werden

und ein hochqualitativer Ringkerntrafo

mit vorgeschalteter Netzfilterung zum

Einsatz kommt. Die Ladekondensatoren

befinden sich nahe am Wandler, an der

analogen Ausgangsschaltung und am Chip

des Kopfhörerverstärkers. Bemerkenswert

ist der hohe Aufwand in der internen Signalverarbeitung.

Jeder der beiden USB-

Eingänge erhält seine eigene Verarbeitung,

der 1.1-Anschluss findet über einen Texas-

Instruments-Chip (TI) seinen Zugang zum

digitalen Signalprocessing im Altera Cyclone

III. Der 2.0-Anschluss wird wie bei

manch anderem Konkurrenten galvanisch

getrennt, mittels Cypress-Chipsatz und

parallelem Xilinx-Spartan-Prozessor in der

32-Bit-Datenwortverarbeitung unterstützt

und dem Altera zugeführt. Natürlich erfolgt

die Taktung hierbei asynchron. Beim Empfang

des Firewire-400-Ports kommt ebenfalls

ein TI-Chip zum Einsatz,

die Weiterverarbeitung

Die Mastering-Version bietet alles an Anschlussmöglichkeiten, was im Audiobereich gängig ist. Besonders wichtig sind aber die analogen Ausgänge, die

hier in beiden Formaten vorliegen. Dieser Wandler kann auch mit DSD-Streams arbeiten, das ist fast einzigartig

46 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


Bei allen Filtern oder bei vollem Pegel: Die Verzerrungsprodukte

K2 und K3 bleiben unhörbar

Die Impulsantwort des Slow-Filters zeigt aber

mehr Vorschwinger als bei anderen dieses Typs

Ein 192-kHz-Signal wird auch in seiner Bandbreite

bis über 80 kHz voll ausgenutzt

übernimmt direkt ein weiterer Spezialist, der

sogenannte dice-Chipsatz aus dem Hause

TC-Applied Technologies. Er übernimmt

viele Aufgaben im Bereich Digitalaudio, wie

etwa die Vermeidung von Unterbrechungen

im Datenfluss. Aus diesem Grund befinden

sich in seiner unmittelbaren Umgebung

sehr schnelle les- und wiederbeschreibbare

Speicherchips zur Zwischenspeicherung der

Daten. Ein weiterer zugehöriger Aspekt ist

die JET-PLL-Technologie, die für eine sehr

zeitstabile Audiodatensynchronisation zur

Ab tastrate* sorgt und damit Jitter-Probleme

vor allem bei der Firewire-Schnittstelle

minimiert. Auch hier kommen die Daten am

Altera-Cyclone-III-DSP* an, der die Schaltzentrale

bildet. Unterstützt wird er von zwei

externen Quarzen und einem Hardware-

Upsamp ling-Chip von Analog Devices. Von

hier aus finden die aufbereiteten Signale ihren

Weg zum Sabre-Wandler, dessen digitale

Rekonstruktionsfilter für PCM- und DSD-Daten

getrennt steuerbar sind. Zudem kann hier

eine digitale Lautstärkeregelung zur alternativ

getrennt ausführbaren analogen erfolgen.

Die Analogfilterung nach der Wandlung

wird wie gewohnt mit OPVs, selektierten

Widerständen und WIMA- Kondensatoren

ausgeführt. Der weitere Signalweg der Impedanzwandlung

erfolgt bis zu den symmetrischen

und unsymmetrischen Ausgängen

ohne Kondensatoren im Audiosignalweg.

Dazu wird signalschonend mit Relais geschaltet.

Während sich der Mytek bei der

digitalen Verarbeitung durchweg transparent

zeigt, ist die analoge Verarbeitung dank

OPVs, Lautstärkesteuer- und Kopfhörer-ICs

nicht an der Chipbezeichnung zu erkennen.

Hier wurden die Bezeichnungen fein säuberlich

entfernt.

Unser Hörtest bewies, dass sich der Mytek

und seine Bauteile nicht zu verstecken

brauchen. Der Wandler zeigte uns eine

eindrucksvolle Kombination aus klanglicher

Wucht und weichen Klängen. Er

neigte zu keiner Zeit zu Übertreibungen.

Mit druckvollen Bässen und nicht zu harten

Tiefmitten wurde das musikalischen

Geschehen so detailgetreu reproduziert,

wie es in der Endphase der Tonbearbeitung

gefordert wird. Harsche Töne sowie

überzeichnete Konsonantenlaute sucht

man beim Mytek vergebens. Die akustische

Bühne ist weit geöffnet und klar

gestaffelt. Hi-Fi-Freunde einer ausgewogenen

Wiedergabe ohne Ecken und

Kanten im Gesamtklang werden mit dem

Mytek Stereo192-DSD-DAC ihre wahre

Freude haben. Vielleicht ist es genau das,

was High-End-Liebhaber suchen.

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis

Maße (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

Mytek

Stereo192-DSD-DAC

1 500 Euro

220 × 50 × 220 mm

2,7 kg

www.pro-audio-services.de

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

dig.

Audio

XLR

analog

Audio

XLR

Eingänge 1 1 – 1 –

Ausgänge – – 1 – 1

Sonstige Anschlüsse

USB 2.0, USB 1.0, Firewire,

Wordclock In/Out, DSD In

Technische Daten

Unterstützte

bis 192 kHz

Sample-Raten USB

Unterstützte

bis 192 kHz

Sample-Raten S/P-DIF

Unterstützte

16 Bit, 24 Bit

Auflösungen

Messdaten 24 Bit/192 kHz/–20 dBFs

Signal-Rausch-

96 dB (116 dB@0 dBFs)

abstand (SNR)

Übersprechen

–95 dB

bei 10 kHz

THD+N Ratio 0,0016 %

THD+N Pegel

– 94 dBV

Ausgangspegel

+2,3 dBu

bei –20 dBFs

max. Ausgangspegel

+22,3 dBu

analog bei 0 dBFs

Frequenzgangabweichung

(20 Hz–20 kHz)

+/– 0,04 dB

Dynamik

95 dB (115 dB@0 dBFs)

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· Funktionstasten, Anzeige,

Kopfhörerverstärker, umschaltbare Filter

Nachteile

· aktuell nicht fernbedienbar

(Infrarot-FB soll 2012 noch folgen)

Bewertung

Audio

Audiomesswerte 19/20

Basswiedergabe 9,5/10

Mittenwiedergabe 8,5/10

Höhenwiedergabe 8,5/10

Neutralität 8,5/10

Räumlichkeit 8,5/10

Impulstreue 9/10

Wiedergabequalität

71,5/80

Benutzerfreundlichkeit

9/10

Ausstattung/

Verarbeitung

10/10

Gesamt

90,5 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Die untere Hälfte des Bildes zeigt die eigentliche Schaltung der A/D-Wandlung. Die roten Klötzchen

in der Mitte sind die WIMA-Kondensatoren, die am Analogfilter beteiligt sind

Ausgezeichnet 90,5/100

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft Test 47


Calyx DAC 24/1922

„32-Bit-Block“

Digital und analog zählen

zu den am weitesten

verbreiteten Begriffen der

Hi-Fi-Welt der letzten Jahre.

Digital & Analog (D&A) ist ebenfalls

der Name eines Unternehmens, ne

das sich zu Beginn rein auf die Ent-

wicklung klassischer Class-D-Verstär-

-Verstärker

spezialisierte. Nach umfassender

Kooperation mit Samsung und der

Entwicklung verschiedener OEM-

Produkte entschieden sich die Macher

im Laufe der Zeit für eine eigene ene tionslinie unter dem Namen Calyx. Aktuell

liegt das Hauptaugenmerk auf asynchron

Produkaufgebauten

Digital-zu-Analog-Wandlern,

von denen das größte Modell auf die Be-

zeichnung Calyx DAC 24/192 2 hört und sich

nun in unserem Labor beweisen muss.

Bei der ersten Begutachtung des Wandlers

stellten sich uns zwei Fragen. Erstens: Wie

kann solch ein kleiner Wandler 4,5 Kilogramm

wiegen? Und zweitens: Haben wir

das Design nicht schon einmal gesehen?

In beiden Fällen liegt die Vermutung nahe,

dass sich der südkoreanische Hersteller

die Produkte von Apple sehr genau angesehen

haben muss. Die Ähnlichkeit mit

einem Mac mini ist nicht von der Hand zu

weisen. Der elegant gefräste Aluminium-

Gehäuseblock lässt deutlich an das Designvorbild

aus Cupertino erinnern. Der Calyx

DAC erreicht jedoch das vierfache Gewicht

des Apple-Minis und beschränkt sich nur

äußerlich auf einen Zusammenhang. In der

Praxis versteht sich der Wandler sowohl

mit Apple- als auch Windows-Computern.

Die passenden Treiber für beide Plattformen

liegen dem Wandler bei. In puncto

Design setzt D&A dennoch sichtlich auf

Individualität und zeigt mit einem in das

Gehäuse eingelassenen Firmenlogo Sinn

fürs Detail. Die Mischung aus analoger und

pulsweitenmodulierter Sinusschwingung

könnte passender nicht sein. Eine zusätzliche

Front-LED, die je nach anliegendem

Eingangssignal violett oder rot aufleuchtet,

rundet das Gesamtbild ab.

Anschlussseitig bietet der Wandler deutlich

mehr und bestückt das komplett auf

Rundungen verzichtende Terminal mit

symmetrischen sowie unsymmetrischen

Analogausgängen. Bei einer regelbaren

Digitalquelle wäre auch eine Anwendung

mit Aktivlautsprechern denkbar. An digitalen

Eingängen verfügt der DAC über

je eine Koaxial- und USB-Schnittstelle

mit zwischenliegendem Auswahlschalter.

Toslink-Quellen bleiben dem Nutzer hingegen

verwehrt. Spätestens bei der ersten

Anwendung ohne die USB-Leistungsversorgung

taucht die Frage nach dem hohen

Gewicht des Wandlers wieder auf.

Anstelle eines Netzteils mit übergewich-

tigem Transformator

kommt der

Wandler mit einem ex-

ternen hochstromfähigen Netzteil daher.

Schließlich besteht das Chassis bis auf

eine kleine Kammer, die die Wandlerplatine

enthält, auch im Inneren aus einem

kompletten Aluminiumblock.

Auch Calyx vertraut im Datentransfer mit

der USB-2.0-Schnittstelle so wie viele seiner

Kollegen auf den XMOS-XS1-L1-Chip.

Unterstützt wird er dabei von einem sogenannten

Hi-Speed-USB-Transceiver von

SMSC. Ob dabei am Eingang eine galvanische

Trennung der USB-Datenleitung

zum restlichen Schaltungsdesign vorgenommen

wurde, konnten wir nicht erkennen.

Stattdessen zeigt er deutlich, dass

drei unterschiedliche Quarzoszillatoren im

Verbund dafür sorgen, dass keinerlei Daten

aus dem Takt geraten. Das gilt für S/P-DIF

genauso wie für USB. Eine Reihe weiterer

ICs unterstützen dabei seine Bemühungen,

deren Bezeichnungen nur schwer auszumachen

sind, da das Schaltungsdesign mit

sehr kleinen SMD-Modellen bestückt ist.

Da es sich beim verwendeten Board um

eine Multilayer-Platine handelt, findet eine

beidseitige Bestückung statt.

Direkt am Wandlerchip befindet sich der

vierte Quarzoszillator, der für die eigent-

Calyx DAC 24/192

AUSGABE 3.2012

liche

hohe

Unterdrückung

von

Taktschwankungen, also von

Jitter-Artefakten bei der Wandlung,

sorgt. Auch eigene rauscharme Spannungswandler

unterstützen den ESS-

Wandler in seiner Performance.

Der verwendete ESS Sabre 9018S kann

Datenwortbreiten* von 32 Bit in die

analoge Welt umsetzen und gibt im vorliegenden

Fall ein symmetrisches Audiosignal

aus. Die symmetrischen Signale

werden in der Impedanzwandlerstufe von

mehreren TI-N5532-OPVs aufbereitet. Die

Analogfilterung erfolgt augenscheinlich

rein passiv. Lobenswerterweise werden

die Cinch-Ausgänge getrennt behandelt,

was sich auch in den Mess ergebnissen

positiv niederschlägt. Für alle analogen

Ausgänge werden Nichicon-Fine- Gold-

Kondensatoren zum Puffern des Ausgangs

eingesetzt.

Dem Klang ist das externe lineare Netzteil

sehr zuträglich, da es mit einem elektromagnetisch

abschirmenden Stahlblechgehäuse

keine zusätzlichen Störungen an die

Wandlung lässt. Die Gleichspannung von

5 Volt wird mit einer Strombelastbarkeit

von bis zu 5 Ampere anhand von 47 000

Mikrofarad Kondensatorkapazität sichergestellt.

Das wird selten so umfangreich

geboten. Für leichte Verunsicherung sorgt

Das Anschlussfeld ist klar und deutlich gegliedert, die beiden Schalter dienen zur Quellenwahl und

zur Wahl der Energieversorgung des Calyx

48 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


Bei Signalen kurz vor 0 dBFS steigt nur messbar

die Neigung zu ungeradzahligen Harmonischen

Die Impulsantwort deutet auf ein dem Standard-Rekonstruktionsfilter

ähnliches Design hin

Der Übertragungsbereich für 192-kHz-Signale

erreicht die halbe Abtastrate am Cinch-Ausgang

die Produktbezeichnung DAC 24/192, die

zunächst auf die maximale Wiedergabemöglichkeit

rückschließen lässt. Neu ist,

dass der 32-Bit-fähige Wandlerchip nun

auch 32-Bit-Dateien über USB annehmen

und wiedergeben kann. Der Produktname

ist noch auf die Erstauslieferung

zurückzuführen, über ein kostenfreies

Update lässt sich die 32-Bit-Fähigkeit

problemlos erweitern.

Die Firmware-Version 3.2.0 sowie sämtliche

Treiber sind über die offizielle Calyx-

Website zu beziehen. Die Aktualität der

Firmware erfährt man im Windows-Gerätemanager

oder im Apple-Menü „über

diesen Mac“ unter dem Punkt „USB“.

So modern wie das Aussehen des Calyx

DAC so zeitgemäß präsentiert sich auch

sein Klang. Mit einem sehr straffen und

wuchtigen Klangbild unterstützt er Musik

mit enormer Lebendigkeit und weiß

damit externe Zuspieler gekonnt aufzuwerten.

Die sehr knorrige Mittenwiedergabe,

die dem Wandler seinen Charakter

verleiht, setzt besonders tiefmittige Instrumente

perfekt in Szene. Während die

Impulshaftigkeit besonders im Mittenbereich

überzeugte, könnten Instrumente

mit tiefem Grundton noch umfangreicher

dargeboten werden. Die Höhen erklangen

besonders detailreich, was eine ausgezeichnete

Durchsichtigkeit des Klangbildes

bot. Hin und wieder erzeugt der Calyx

jedoch etwas zu viel des Guten und stellt

Instrumente mit sehr hohen Frequenzanteilen

etwas vordergründig dar. In voller

Instrumentenbesetzung beweist er jedoch

hohe Ausgeglichenheit und bietet einen

äußerst positiv-lebendigen Klang. In der

räumlichen Darstellung ist dieser DAC kein

Schönfärber. Er kombiniert Detailfreude

mit einer üppigen akustischen Bühne, die

die internen Wandlerchips gängiger Zuspieler

bei Weitem übersteigt.

Die Fotomontage zeigt die beiden Seiten der Platine: Im unteren Bild ist die hauptsächliche Bestückung

zu erkennen. Links der XMOS-Chipsatz und rechts der Sabre-9018S-Wandler von ESS

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Calyx

Modell DAC 24/192

Preis

1 500 Euro

Maße (B/H/T)

220 × 45 × 220 mm

Gewicht

4,4 kg

Informationen

www.digital-highend.de

Anschlüsse

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

dig.

Audio

XLR

analog

Audio

XLR

Eingänge 1 1 – – –

Ausgänge – – 1 – 1

Sonstige Anschlüsse

USB

Technische Daten

Unterstützte

bis 192 kHz

Sample-Raten USB

Unterstützte

bis 192 kHz

Sample-Raten S/P-DIF

Unterstützte

16 Bit, 24 Bit, 32 Bit

Auflösungen

Messdaten 24 Bit/192 kHz/–20 dBFs

Signal-Rausch -

90 dB (111 dB@0 dBFs)

abstand (SNR)

Übersprechen

–112 dB

bei 10 kHz

THD+N Ratio 0,006 %

THD+N Pegel

–97 dBV

Ausgangspegel

–13,3 dBV

bei –20 dBFs

max. Ausgangspegel

+6,7 dBV

analog bei 0 dBFs

Frequenzgangabweichung

(20 Hz–20 kHz)

+/- 0,03 dB

Dynamik

93 dB (113 dB@0 dBFs)

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· sehr gute Installation

Nachteile

· keine Fernbedienung, wenig Anschlüsse,

kein Display, abweichende Messwerte

an symmetrischen Ausgängen

Bewertung

Audio

Audiomesswerte 19/20

Basswiedergabe 8,5/10

Mittenwiedergabe 9/10

Höhenwiedergabe 8,5/10

Neutralität 9/10

Räumlichkeit 9/10

Impulstreue 9/10

Wiedergabequalität

72/80

Benutzerfreundlichkeit

8/10

Ausstattung/

Verarbeitung

9/10

Gesamt

89 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Sehr gut 89/100

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 49


North Star Design Essensio Plus

AUSGABE 3.2012

North Star Design

Essensio Plus

„Ein Stern aus dem Süden“

North Star Design ist in der Welt des anspruchsvollen

Hi-Fi schon längst kein Unbekannter

mehr. Nun hat es die Firma aus

Pisa auch in unseren Hörraum geschafft.

Nachdem der Essensio bislang zu den Höhepunkten

der D/A-Konverter-Serie zählte,

gibt es mit der Erweiterung Plus noch einen

Pegelsteller und Kopfhörerverstärker

obendrauf. Für einen Aufpreis von gerade

einmal 300 Euro sind die neuen Funktio nen

zugänglich und werden als eigenständiges

Modell in ein kompaktes Vollmetall gehäuse

integriert. Erwartungsgemäß besticht die

Verarbeitung durch höchste Qualität und

verzichtet dabei äußerlich auf unnötigen

Ballast. Bis auf den vorderseitigen Standby-Button

und je einen gro ßen Drehregler

links und rechts des Displays übt sich

der Essensio Plus in vornehmer Zurückhaltung.

Die Rückseite des Geräts ist im

Vergleich deutlich üppiger bestückt und

bietet zwei koaxiale, drei optische und einen

USB-Eingang. Besonders günstigere

Netzwerk-Audiostreamer oder etwas betagtere

CD-Player ohne eigenen Wandlerchip

profitieren von der Eingangsvielfalt.

Dass die digitalen Ein- und analogen Cinch-

Ausgänge komplett vergoldet sind, unterstreicht

North Stars hohen Anspruch an

den Allround-DAC. Der Sleep-Modus des

Stand-by-Tasters wird indes um einen ech-

ten Netzschalter erweitert,

der den Wandler der

vollständigen Leistungsaufnahme

entzieht. Über die 480 Megabit pro

Sekunde schnelle USB-2.0-Verbindung

werden Audiostreams in einer Qualität von

32 Bit und 192 kHz übertragen. Die Toslink-

Verbindung ist auf 96 kHz begrenzt.

Einen zentralen Punkt der Platine nimmt der

D/A-Wandlerchip PCM1795DB der Marke

Burr Brown ein. Seine Fähigkeit, mit bis zu

32 Bit und 192 kHz musikalische Signale

aufzulösen, wird von North Star Design

voll ausgenutzt. Die Möglichkeiten dazu

werden ihm vor allem von den digitalen

Eingängen aus geboten. Da wäre etwa der

USB-Anschluss, der eine galvanische Trennung

zum Computer herstellt, um etwa ige

Störungen von den Datenleitungen zu entfernen,

und einen Schnittstellencontroller

von Cypress nutzt. Schließlich sollen hier

sehr große Datenmengen absolut stabil

übertragen werden. Das funktioniert nur

im asynchronen USB-Modus und erfordert

dadurch grundsätzlich mehr Taktungsaufwand,

womit sich auch schon einer der

ersten Quarze auf der Platine erklärt. Datenverarbeitung

ist hier die Grund lage und

erfordert Zwischenspeicherung in schnell

auslesbaren Speicherchips.

Die Kontrolle

darüber sowie über

andere Logikvorgänge wird durch einen

kleinen frei programmierbaren Xilinx-Prozessor

ermöglicht, dem wiederum zwei

Quarze zur Taktung der Audiosignale zur

Verfügung stehen. Ein High-End-Digitalreceiver-Chip

von Cirrus Logic übernimmt

die Einbindung der optischen und koaxialen

Digitaleingänge und ein Digitalkopplerchip

von Analog Devices die Übergabe der auf

Unterbrechungsfreiheit optimierten Datenworte

vom Computer. An den entscheidenden

Stellen wird das Haupttaktsignal

des vierten Oszillator quarzes herangezogen,

um jeglichen klangmindernden Einflüssen

von Jitter-Anteilen die Grundlage

zu entziehen. Ein guter Bekannter ist der

Sample-Raten-Konverterchip CS8421 von

Cirrus Logic. Was bislang keine 32-Bit-Auf-

Schwarzes oder silbernes Design steht zur Auswahl. Auch die Fernbedienung ist schon mit dabei. Informationsmangel erleidet der Besitzer dieses D/A-

Wandlers bestimmt nicht. Sehr hilfreich ist der Endlosregler auf der rechten Seite für die Menüsteuerung und die Lautstärkekontrolle

50 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


lösung als Datenwort hatte, hat sie nun.

Denn nur so schöpft der D/A-Wandler von

Burr Brown aus dem „Vollen“. Die Anteile

harmonischer Verzerrungen, der Signal-

Nebengeräuschabstand der Wandlung

und die sich daraus ergebende Dynamik

sind dafür gern angeführte Aspekte. Hinzu

kommt das Feature der Lautstärkesteuerung,

die je nach Bedarf abschaltbar ist.

Der Wandlerchip verfügt über eine digitale

Steuerung mit einer Auflösung von 0,5 dB.

Wer nun die Stirn runzelt und meint, das

Audiosignal wird mit Quantisierungsgeräuschen

verzerrt, dem sei Folgendes erklärt:

Das 32-Bit-Datenwort ist aufgrund

seiner mathematischen Struktur zahlenmäßig

nochmals viel feiner aufgelöst als ein

24-Bit-Datenwort. Die gefürchteten Artefakte

durch das Herunterskalieren der Datenwortbreite

treten hier bei Weitem nicht

in dem Maße hervor wie bei einer 16-Bit-

Information einer Audio-CD. Der Entwickler

hat stattdessen einen weitaus wichtigeren

Aspekt integriert, indem er den

analogen Ausgangspegel grundsätzlich zur

Disposition stellt. Das ist dahingehend der

beste Schritt, da aktuelle Produkte zum Teil

solch hohe Ausgangspegel bereitstellen,

dass die Eingangsschaltung nachfolgender

Geräte überfordert wird. Daher muss hier

wieder abgesenkt werden, was immer zulasten

des Signal-Rauschabstandes geht.

Die Einstellung von 1 Vrms für 0 dBFs, also

der digitalen Aussteuerung, ist in den

meisten Fällen der sauberste Weg, den

der Essensio Plus lobenswerterweise zur

Verfügung stellt. Endstufen und Aktivlautsprecher

lassen sich somit vom DAC

aus bequem per Fernbedienung in der

Lautheit regeln. Die weiteren zwei Stufen

2 Vrms und 4 Vrms eignen sich vielmehr für

längere Kabelwege oder sehr unempfindliche

Audioeingänge. Ermöglicht wird dies

durch ein aufwendiges SMD-Schaltungsdesign,

das nach der D/A-Wandlung mit

analoger Filterung und Impedanzwandlerstufen

ein sehr hoch belastbares Ausgangssignal

bietet. Das ist nicht verwunderlich,

befindet sich doch gleich eine von

drei Netzteilschaltungen in unmittelbarer

Nähe. Gleich die kürzesten Signalpfade des

Essensio Plus mitnutzend befindet sich auf

einer zweiten Platine der Kopfhörerverstär-

Die Platinen lässt der Hersteller in Italien, also im eigenen Land, bestücken. Hier kommt ein beachtenswertes

Schaltungsdesign mit besten Bauteilen zur Anwendung

ker, der nicht nur eine verkaufsfördernde

Zugabe, sondern durchaus ernst zu nehmend

ist. Die beiden dafür eingesetzten

Audioverstärker-ICs vom Typ LME49610

sind in den Parametern, die sie leisten

können, die beste Wahl. Enorme Verzerrungsarmut,

hohe Stromliefer fähig keit und

eine absolut beeindruckende Anstiegsgeschwindigkeit

für die Ausgangsspannung

zeichnen diese aus. Abgerundet wird das

Konzept durch einen Netzfilter, der die

meisten Verunreinigungen aus unserem

Energienetz von den Schaltungen fernhält,

und einen Ringkerntrafo, der auf seine Art

für geringe Einstreuungen sorgt. Einzig

und allein das Fehlen von symmetrischen

Ausgängen oder einer Umschaltbarkeit der

Digital filter des PCM1795DB sind hier noch

So kann Anschlussvielfalt aussehen! Wer symmetrische analoge Anschlüsse bevorzugt, der kann zum nächstgrößeren Modell greifen. Vorher sollten

Interessierte jedoch erst einmal dieses Gerät ins Hi-Fi-Rack zur Anhörprobe holen

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft Test 51


Auch bei hohen Pegeln dominiert K2 als harmonische

Oberwelle sehr positiv den Klang

Von negativen Einflüssen durch Übersprechen

kann hier keine Rede sein. Top Räumlichkeit

Das Filterdesign greift schon früher in den Übertragungsbereich

ein, dient aber der Impulstreue

offene Wünsche aus technischer Sicht.

Wenn es um die Auflösung im Präsenzund

Hochtonbereich geht, so sollte der

Höreindruck sauber sein. Hier darf nichts

durch eine zu grelle oder gar dumpfe Wiedergabe

beeinflusst werden.

Der beste Ton ist immer noch der, der

nicht auffällt. Diese positive Eigenschaft

setzt der Essensio Plus unserer Meinung

nach überzeugend um, ebenso wie die

dynamisch sehr beeindruckende Mächtigkeit,

mit der Bass impulse reproduziert

werden. Das funktioniert so gut, dass uns

auch die Tiefmitten straff und ungefärbt

erscheinen. Dagegen ist es geschmacksabhängig,

ob der allgemeine Bereich der

Mitten auch so stramm oder doch eher etwas

weicher wirken sollte. Uns störte hier

nichts, anderen würde vielleicht das Fehlen

eines starken eigenen Ausdrucks auffallen.

Es ist erfreulich, wenn der Aufwand im

Analogfilter so hoch ist, dass die Nutzung

des Standard-Rekonstruktionsfilters des

Wandlerchips sehr schwer von einem optimierten

Filtermodell zu unterscheiden ist.

Die sich daran anschließende Darstellung

der akustischen Bühne war sehr überzeugend

und es gab keinerlei Mängel in der

Detailfreudigkeit. Sehr interessant empfanden

wir auch die Tiefenstaffelung bei

komplexen Klangkörpern, was uns zu der

folgenden Abschlussformel kommen ließ:

offen in der Raumdarstellung, dynamisch

und ausgeglichen im Klang.

Der Kopfhörer findet seinen Anschluss unterhalb des Displays, eine Lautstärkeregelung ist mit dem

Drehknopf rechts möglich

Diese spezielle Platine in der Mitte des Bildes sitzt über dem Wandler und dient ganz allein der

Verstärkung der Kopfhörersignale. Das Ausgangssignal ist überaus pegelstark und laststabil

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis

Maße B/H/T

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

North Star Design

Essensio Plus

1 600 Euro

300 × 70 × 170 mm

3,2 kg

www.digital-highend.de

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

dig.

Audio

XLR

analog

Audio

XLR

Eingänge 2 3 – – –

Ausgänge – – 1 – –

Sonstige Anschlüsse

USB 2.0, Kopfhörer

Technische Daten

Unterstützte

bis 192 kHz

Sample-Raten USB

Unterstützte

bis 192 kHz

Sample-Raten S/P-DIF

Unterstützte

16 Bit, 24 Bit, 32 Bit

Auflösungen

Messdaten 24 Bit/192 kHz/–20 dBFs

Signal-Rausch-

90 dB (110 dB@0 dBFs)

abstand (SNR)

Übersprechen

–106 dB

bei 10 kHz

THD+N Ratio 0,004 %

THD+N Pegel

–102 dBV

Ausgangspegel

–14 dBV

bei –20 dBFs

max. Ausgangspegel

6 dBV

analog bei 0 dBFs

Frequenzgangabweichung

(20 Hz–20 kHz)

+/– 0,1 dB

Dynamik

94 dB (114 dB@0 dBFs)

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· Fernbedienung

· klangvoller Kopfhörerverstärker

Nachteile

· etwas spezielle Bedienung

Bewertung

Audio

Audiomesswerte 19/20

Basswiedergabe 9/10

Mittenwiedergabe 8,5/10

Höhenwiedergabe 9,5/10

Neutralität 9/10

Räumlichkeit 9,5/10

Impulstreue 9,5/10

Wiedergabequalität

74/80

Benutzerfreundlichkeit

8,5/10

Ausstattung/

Verarbeitung

10/10

Gesamt

92,5 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Ausgezeichnet 92,5/100

52 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


King Rex UD384

„Investition in die Zukunft“

Kleiner Wandler mit großem Anspruch – so

könnte das Motto der King-Rex-Entwickler

gelautet haben, als sie den UD384 konzipierten.

Denn was der kleine Konverter

zu einem beachtlichen Preis-Leistungs-

Verhältnis bietet, lässt selbst größere

Branchenvertreter staunen. Mit einer

asynchronen Datenverarbeitung und der

Möglichkeit, Dateien bis 32 Bit/384 kHz

wiederzugeben, war im Hi-Fi-Bereich bis

vor wenigen Jahren noch nicht zu rechnen.

Auch wenn solche Daten bislang fast nicht

erhältlich sind, klingen die auf der CD gespeicherten

16 Bit bei 44,1 kHz fast schon

wie Hohn gegenüber der audiophilen

Welt, die sich mit ungleich höheren Datenraten

zeichnet. Die Zukunftssicherheit des

Wandlers ist damit garantiert.

Vom Umfang nimmt der UD384 gerade

einmal die eigene Handfläche ein. Auf dem

schwarz gebürsteten Aluminiumgehäuse

prangt ein großes Logo des taiwanesischen

Herstellers direkt obenauf. Dass man selbst

bei einem Gerät unterhalb der 500-Euro-

Marke hohe Verarbeitungsqualität erwarten

kann, beweist King Rex an dieser

Stelle ohne jeden Zweifel. Die Ins und Outs

sind sehr übersichtlich gehalten: Per USB-

Schnittstelle nimmt der Wandler Daten auf

und gibt sie wahlweise analog oder digital

per S/P-DIF wieder aus. Damit ist der

UD384 nicht nur ein D/A-, sondern ebenso

ein D/D-Konverter, der vornehmlich ältere

Geräte mit der Möglichkeit der USB-Computerübertragung

bedient. Am Ausgang

des vergoldeten Digitalanschlusses stehen

Datenraten bis 24 Bit und 192 kHz zur

Verfügung. Zur Leistungsversorgung liegt

dem Wandler ein 7,5-Volt-Steckernetzteil

bei, das bei Bedarf um das externe Akku-

Netzteil UPower erweitert werden kann.

Dank der gleichen Gehäusegrößen wird

ein einheitliches Design gewährleistet, das

platzsparend neben dem Laptop aufgebaut

werden kann bzw. für den Transport

bestens geeignet ist. Die nächstgrößere

Netzteilvariante findet sich im PSU DC75.

Standardgemäß gelingt auch beim kleinen

King Rex die computerbasierte Audiowiedergabe

über einen Mac per Plug and

Play. Einzig die manuelle Sample-Raten-

Anpassung im Audio-Midi-Setup-Dialog

gilt es mit wechselnder Auflösung zu beachten.

Alternative Abspielprogramme wie

Amarra übernehmen diesen Schritt automatisch.

Für Windows-Nutzer, die Dateien

jenseits der 96-kHz-Marke wiedergeben

möchten, steht ein eigens entwickelter

Treiber bereit, der dem Computer die Welt

der hochauflösenden Audiofiles zugänglich

macht. Dabei profitiert der Computer

vom asynchronen Arbeitsmodus des

UD384, der den PC mit einem sauber generierten

Haustakt versorgt.

Neben der Versorgung über die USB-Leitung steht auch optional ein externes Netzteil PSU DC75

mit sauberer Betriebsspannung zur Verfügung

Links im Bild die analogen Ausgänge und der koaxiale S/P-DIF-Ausgang. Rechts im Bild die mobile

Akku-Netzteillösung UPower

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 53


Schwergewicht

Teac CD-3000

Teac CD-3000

AUSGABE 3.2012

Der japanische Hersteller Teac bietet Produkte gemäß der Schlagworte Hi-Fi,

Professional und High End an. Die Lücke zwischen Reference-Hi-Fi- und den High-

End-Esoteric-Systemen wird mit der aktuellen Distinction-Serie besetzt. Wir haben

uns den SACD-Player genauer angesehen.

In den Produktgruppen 1000, 2000 und

3000 sind mit aufsteigender Ausstattung

jeweils ein Vollverstärker und ein CD-Player

enthalten, die sich um den Analogtuner

TU-1000 erweitern lassen. Teac schätzt die

Linie als so hochwertig ein, dass man auf

eine Markteinführung in Japan komplett

verzichtet hat, um den Erfolg der deutlich

preisintensiveren Esoteric-Serie nicht

zu gefährden.

Wir haben den größten Zuspieler der Serie,

den CD-3000, zum Test gebeten. Dieser

kombiniert einen CD/SACD-Play er und

einen Digital-zu-Analog-Wandler in einem

Hi-Fi-typischen Gehäuse. Im Aluminium-

Vollmetallgehäuse mit dicker Frontplatte ist

das Gerät wahlweise in mattem Schwarz

oder in gebürstetem Silber erhältlich. Auch

die Systemfernbedienung RC-A600 erreicht

durch die Verwendung von Aluminium ein

beachtliches Gewicht. Links und rechts der

blau leuchtenden Vakuum-Fluoreszenz-

Anzeige befinden sich die Funktionstasten

für die Laufwerkskontrolle und die Quellenanwahl.

Über dem Display prangt das

Schubladenlaufwerk, das uns mit seinen

sehr guten Zugriffszeiten überzeugte. Das

Laufwerk kommt von einem bekannten

Zulieferer und Teac hat es sehr massiv mit

dem Gehäusedeckel verschraubt. Als rotierende

Medien lässt der Player sowohl

CDs, selbst gebrannte Scheiben als auch

VON JENS VOIGT UND TORSTEN PLESS

SACDs zu, die in der Praxis immer noch zu

den audio philen Formaten der ersten Wahl

zählen. Die ganzheitliche Loslösung der

physikalischen Medien erfolgt indes über

den rückseitigen USB-Anschluss. Direkt mit

einem PC oder Mac verbunden, spielt der

CD-3000 Auflösungen bis 24 Bit und 96

Kilohertz (kHz). Ein extra Treiber für den

Tenor-TE7022L-USB-Chip mit zusätzlichem

Oszillatorquarz wird nicht benötigt. Für das

gelegentliche Andocken reicht dies jedoch

aus, um Internetradio zu hören und hin

und wieder mit dem Mediaplayer das digitale

Musik archiv zu durchstöbern. Der zusätzliche

Digitaleingang bietet sich an, um

ältere Digitalzuspieler, Sat-Receiver oder

Die Systemfernbedienung steuert neben anderen Komponenten der Serie vor allem den Player, der in seiner Auswahl an

Anschlussmöglichkeiten sehr gut ausgestattet ist. Lobenswert sind hier XLR-Ausgänge und die digitalen Anschlüsse

Bilder: Auerbach Verlag, Teac

54 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


Sieht aufgeräumt aus,

weil sich das Laufwerk

fest montiert am schweren

Gehäusedeckel aus

Aluminium befindet. Die

Elektronik ist SMD-Hightech

Der Anteil des Interface-Jitters ist im Pegel- und Zeitbereich für

moderne D/A-Wandler kein Problem

auch jüngere Netzwerkplayer klanglich zu

steigern. Gleichzeitig bietet der Player auch

einen koaxialen S/P-DIF-Ausgang für einen

weiteren Wandler an.

Die technischen Grundlagen für den Zuspieler

wurden mit zwei Trafos mit Schnittbandkernen

ohne vorgeschalteten Netzfilter, die

jeweils den analogen und den digitalen

Schaltungsteil versorgen, gelegt. Die Aufbereitung

der unterschiedlichen Betriebsspannungen

ist zeitgemäß mit sogenannten

Low-Dropout-Spannungsreglern gelöst, die

mit zentraler Lage ihren Aufgaben angepasst

wurden. Von hier aus erhalten die beiden

Cirrus-Logic-4398-Multi-Bit-Wandler,

die 24 Bit 192 kHz und DSD-Unterstützung

bieten, die Energie, die die klanglichen

Aufgaben verlangen. Viel Voodoo betreibt

die SMD-bestückte Platine nicht, trägt

sie doch vielmehr nur die ausgesuchten

Kondensatoren NC Fine Gold, Sanyo und

hochfrequenzstabile Elkos. Die Impedanzwandler

OPA2134 und Analogfilterstufen

TI TL072 von Burr Brown wurden dem Ausgang

des Wandlers folgend symmetrisch

aufgebaut. Eine Schar von rauschärmsten

Kunststoff-Folienkondensatoren begleitet

den Analogfilter. Danach schließen sich der

XLR-symmetrische und der parallel liegende

Cinch-Ausgang an. Mit Abtastraten*

von bis zu 48 kHz konnten wir die digitalen

Rekonstruktionsfilter als impulsoptimierte

Slow-Filter erkennen. Diese stehen darüber

hinaus auch bis 96 kHz zu Verfügung, doch

scheint hier der Klang sauberer zu sein,

Ohne aktivierten Abtastratenkonverter steht

bis zu 96 kHz ein Impulsfilter bereit

wenn der Abtastratenkonverter aktiviert

ist. Dann ist die Impulsantwort des Wandlers

allerdings symmetrisch wie bei einem

Standardfilter. Über den Coax-In nimmt der

Teac Musik mit höheren Raten als 96 kHz

nur mit dem erwähnten aktivierten Konverter

Burr Brown SRC4382 entgegen. Die

besten klanglichen Ergebnisse waren für

unsere Ohren bei der SACD-Wiedergabe

zu vernehmen. Kräftige, tief greifende Bässe

mit einem ausgeprägten Sinn für starke

Konturen in den Tiefmitten – so etwas gibt

allen Instrumenten, die über einen sonoren

Grundton verfügen, sehr viel Ausdruck. Das

dies natürlich nur durch einen straffen Bereich

der mittleren Frequenzen möglich ist,

wird hier deutlich. Eine im Klangbild vorherrschende

hohe Klarheit ist dem einen

vielleicht nicht seidig genug, der andere

schätzt die hohe Detailauflösung. An dieser

Stelle spielt die hervorragende akustische

Bühne eine große Rolle: 107 Dezibel (dB)

beträgt die Dämpfung des Übersprechens

der Kanäle bei 10 kHz und fast 120 dB bei

1 kHz. Es gibt damit nicht einmal den Ansatz

einer Einschränkung. In dem Bereich

der Präsenz ist die Sibilantenabbildung gut,

mitunter kann an der falschen Verstärker-

Lautsprecher-Kombination eine leichte Neigung

zur Forcierung von klanglichen Schärfen

bei typischen Blechbläserklängen oder

sehr nah aufgenommenen Schlagzeugbecken

entstehen. Als reinen D/A-Wandler

sehen wir den Teac-Player nicht, für uns ist

das Gerät eher eine schöne Zweitlösung.

Die Übersprechdämpfung an den Ausgängen

ist hervorragend

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis

Maße (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Farben

Anschlüsse

Teac

CD-3000

1 999 Euro

435 × 116 × 371 mm

10,3 kg

www.teac.eu

Schwarz, Silber

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

analog

Audio

XLR

Kopf

hörer

Eingänge 1 – – – –

Ausgänge 1 – 1 1 –

sonstige Anschlüsse USB zum Anschluss an den Computer

Technische Daten

Audioformate

CD/-R, Hybrid SACD

Messdaten ermittelt mit: 24 Bit/96 kHz bei –20 dBFs, RCA-Out

Signal-Rauschabstand

(SNR)

90 dB (110 dB bei 0 dBFs)

Dynamik nach AES 17

109 dB bei 0 dBFs

Übersprechen

–107 dB

bei 10 kHz

THD+N Ratio 0,003 %

THD+N Pegel

–103 dBV

Ausgangspegel

–12,5 dBV

bei –20 dBFs

max. Ausgangspegel

7,5 dBV (2,4 V)

analog bei 0 dBFs

Deviation

+/–0,02 dB

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· klarer Klang und weite Räumlichkeit

· Anteil aller harmonischen Verzerrungen

ist selbst bei 0 dBFS weit unterhalb der

Wahrnehmbarkeit

· zuschaltbarer Abtastratenkonverter stabilisiert

bei einigen Raten hörbar

Nachteile

· auf Abstimmung mit Verstärker und Lautsprecher

achten

Bewertung

Audio

Audiomesswerte 18,5/20

Basswiedergabe 7/8

Mittenwiedergabe 7/8

Höhenwiedergabe 7/8

Dynamik 7,5/8

Neutralität 7/8

Wiedergabequalität

54/60

Benutzerfreundlichkeit

17,5/20

Ausstattung/

Verarbeitung

18/20

Gesamt

89,5 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Sehr gut 89,5/100

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 55


Ästhetik und innere Werte

Burmester 100

Das Thema Schallplatte behält seinen Reiz. Während der Markt in diesem Bereich von

halbherziger Technik überschwemmt wird, gibt es seit Jahren klangliche und technische

Konstanten. Der Burmester 100 Phono Preamp ist eine davon.

VON JENS VOIGT

Während andere von verchromten Boliden

schwärmen und dabei aus den

Augen verloren haben, dass Rennfahrzeuge

oder das, was auch immer gemeinhin als

Bolide bezeichnet wird, schon längst kein

chromglänzendes Antlitz mehr trägt, hegen

wir große Anerkennung für Perfektion – eine

Wertschätzung für so viel Hingabe in puncto

Klang und technischer Ausführung. Wer jetzt

schon ahnt, dass hier keine pseudophilosophischen

Abhandlungen folgen, sondern

ausdauernd gesammelte Beobachtungen,

der darf beruhigt weiterlesen. Das Design

des Burmester 100 Phono Preamp ist ohne

Frage äußerlich wie auch innerlich auf einem

der höchsten ästhetischen Niveaus. So bleibt

auch nicht verborgen, dass der Schöpfer

eine Vorliebe für die analoge Ära kultiviert

hat und hier die Grenzen zwischen einem

exquisiten Automobil und einem modernen

technischen Gerät verschmelzen. Wagen

wir doch einen Blick auf die harten Fakten:

In dem massiven Aluminiumgehäuse befinden

sich zwei strikt getrennte Kammern,

wovon eine der kompletten vielschichtigen

Netzteiltechnologie dient. Diese ist mit einer

zusätzlich gruppierten, digitalen Logikschaltung

ausgestattet, die sämtliche Parameter

des Preamps prüft und Abweichungen von

den engen Toleranzen in einem Fehlerstatus

dokumentiert. Die andere Kammer lässt

sich mit zwei elektrisch-symmetrischen Phonomodulen

– je nach Wunsch als MC- oder

MM-Varianten oder mit beiden Systemen –

bestücken, wobei eine automatische Aktivitätserkennung

stattfindet. Die umfangreichen

Einstellmöglichkeiten für die Module,

die allesamt überaus praxisorientiert

und klangentscheidend sind, werden für

jede Einheit getrennt gespeichert. Wer also

einen Plattenspieler mit zwei Tonarmen plus

Abtastsystemen betreibt und einmal schnell

zwischen den optimal getroffenen Einstellungen

für den jeweiligen Abtaster umschalten

möchte, der weiß sofort, welchen

Glücksgriff er getätigt hat. Ausführliche

Vergleichstests mit unterschiedlichen Abtastsystemen

(wir berichteten in der letzten

Ausgabe und online) und kritisch begutachtete

Schallplattendigitalisierungen wurden

von uns mit dem Phono 100 ausgeführt. Das

ist schon intensiver, als mal eben drei Lieblingsplatten

aufzulegen. Das Stichwort war

Digitalisierung, denn in dem gerade besprochenen

Gehäuseteil befindet sich auch unmittelbar

die vollsymmetrische Ausgangssektion,

die sich aus Burmesters Ton prägenden,

Bilder: Auerbach Verlag

56 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


Der Übertragungsbereich ist so linear und offen,

dass er nur vom Messgerät begrenzt ist

Burmester 100 Phono Preamp

AUSGABE 3.2012

diskret aufgebauten X-AMP2-Operationsverstärkern

sowie einer optional installierbaren

A/D-Wandlereinheit aufbaut. Sie ermöglicht

die Wandlung mit Abtastraten* von 48, 96

und 192 Kilohertz (kHz) bei jeweils 24 Bit

Auflösung. Wer seine Schätze vor der Abnutzung

bewahren will, sollte ernsthaft über

diese Option nachdenken. Nicht ohne Grund

wird der Phono Preamp in Rundfunk- und

Archivierungskreisen geschätzt, sorgt doch

die wirklich extrem rauscharme und für alle

Schaltungszweige getrennte Netzteiltechnik

bei der Wiedergabe für Signal-Rauschabstände,

die den üblichen Nebengeräuschteppich

bei Schallplatten vergessen lassen.

Mit einem gemessenen Signal-Rauschabstand

von 74 Dezibel (dB) für MC-Systeme

und einer Dynamik nach AES 17 von 77 dB

wird mehr bereitgestellt, als die Platte bieten

kann. Selbst batteriegespeiste Konkurrenten

müssen hier klein beigeben. Eine hohe Unterdrückung

des Übersprechens der Kanäle

erzeugt immer ein klares und fest strukturiertes

räumliches Klangbild ohne diffuse

Abbildungen. So kann aus den systembedingt

begrenzten Möglichkeiten der Schallplatte

das Beste herausgeholt werden. Mit

über 100 dB Dämpfung bei 1 kHz wird selbst

die Performance des besten Abtastsystems

nicht beeinträchtigt werden. Ermöglicht wird

dies durch die für den linken und rechten

Kanal räumlich getrennten Platinen im Phonomodul.

Diese sind mit kürzesten Signalwegen

und relaisgeschalteten Eingangswiderständen

für den MC-Eingang und einem

Wert von 47 Kiloohm für den MM-Eingang

ausgestattet. Letzterer hat eine Reihe schaltbarer

Eingangskapazitäten zu bieten. Beide

Eingänge bieten eine sehr praxisgerechte, in

3-dB-Schritten schaltbare Eingangsverstärkung

an. Das ist durchdacht, weil so auch

der A/D-Wandler optimal ausgesteuert werden

kann. Hierbei hilft die VU-Anzeige und

eine vor schnellen Übersteuerungen warnende

LED. Die Entzerrung der RIAA-Kurve

erfolgt mit passiven Bauteilen mit geringsten

Abweichungen von gemessenen 0,19 dB

vom Sollwert. Der schaltbare Filter gegen

tiefste Subbässe durch Trittschall oder verwellte

Platten wirkt hocheffektiv. Er arbeitet

in einer aktiven, rückgekoppelten Filterschaltung

und schmälert den Gesamtklang nicht.

In der Vollbestückung ist der 100er ein technisches Schlaraffenland. Die rechte Seite dient der Aufbereitung

der Betriebsspannungen, die linke Seite der klangvollen Audiosektion

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 57


Ausstattung

Allgemein

Die chromglänzende Schönheit bietet eine Menge Möglichkeiten auf der Vorderseite, um entweder

automatisch oder von Hand optimiert den besten Klang von der Schallplatte zu transportieren

Eine dankenswerte Spezialität ist der automatische

Kanalabgleich. Mit der mitgelieferten

Messplatte kann so jedes Abtastsystem

in gängigen Grenzen auf eine hohe Präzision

getrimmt werden. Der Effekt ist erstaunlich

in der Verbesserung der akustischen Bühne,

auch wenn das System an sich schon sehr

gut ist. Der gesamte Signalweg arbeitet –

typisch für Burmester – gleichspannungsgekoppelt,

es gibt also keine Kondensatoren

im Signalweg, die mit ihrer physikalischen

Eigenschaft auf den Klang einwirken, indem

sie die Laufzeit zwischen Spannung

und Strom ändern. Das wirkt sich deutlich

in einem stabilen Bass-Tiefmitten-Bereich

aus und stärkt ungemein die Lokalisation

von Instrumenten mit einem tiefen Grundtonbereich.

Am digitalen Ausgang liegt das

Systemrauschen lediglich bei –83 dBFS und

der geringe Anteil von nur 0,019 Prozent

harmonischer Verzerrungen prädestiniert

diesen Preamp für höchste Wiedergabequalitäten

oder Aufnahmen. Nun ist schon

viel Lob für die Audioperformance erteilt

wurden und zusammenfassend lässt sich

Folgendes beschreiben: Es gab kein musikalisches

Genre, das mit diesem Vorverstärker

nicht adäquat wiedergegeben werden

konnte. Ein Höchstmaß an Linearität ist kein

Ausdruck von Farblosigkeit, denn der Grund-

Vom Übersprechen der Stereokanäle ist hier

keine Rede – das bringt beste Raumabbildung

ton jeglicher Audioproduktionen erscheint

so greifbar fest und tief im Bass, dass der

Gedanke vom Technischen abschweift und

sich der Musik widmet. Mit der richtigen

Anpassung an das System erscheinen die

mittleren und hohen Frequenzen nämlich

sehr lebendig ohne frequenzabhängige Forcierungen,

weshalb es nicht einmal kleinste

Anhebungen bei S- und Zischlauten gibt (vorausgesetzt

die Schallplatte und das Abtastsystem

sind hier nicht die Auslöser). Würde

diese hohe Impulstreue vom Verstärker nicht

mit besten Anstiegsgeschwindigkeiten bereitgestellt

werden, könnten wir nicht von

der fabelhaften Lokalisierbarkeit in den gehörten

Aufnahmen sprechen, die auch nur

so reproduziert werden, weil das Übersprechen

im 100 Phono Preamp so gering ist. Die

dargebotene Plastizität war uns bisher unbekannt,

denn Klangfarben und Rauminformationen

ergänzten sich in einem Maße, dass

abgesehen von dem schallplatteneigenen

Knistern auch eine superhoch aufgelös te Audioaufnahme

über einen impulsoptimierten

D/A-Wandler aufgeführt werden könnte. Ein

Vorverstärker, der in allen Lagern zu Hause

ist und so viele Ansprüche gleichzeitig

bedient, verdient eines der höchsten von

uns verliehenen Testurteile. Referenzklasse

für Burmester!

Der niedrige Anteil von Störgeräuschen über

das gesamte Spektrum ist beeindruckend

Hersteller

Modell

Preis

Maße (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Farben

Anschlüsse

Burmester Audiosysteme

100 Phono Preamp

Basisversion m. 1 Phonomodul 9 800 Euro

weiteres MM- od. MC-Modul 1 995 Euro

A/D-Wandlermodul: 1 390 Euro

482 × 95 × 345 mm

ca. 10 kg

www.burmester.de

Silber mit Chromfront

XLR

symmetrisch

Cinch

unsymmetrisch

Kopf

hörer

Phonoeingänge 2 2 –

Audioausgänge 1 1 –

Sonstige Anschlüsse USB-In mit opt. u. koax. Digital-Out

bis 24 Bit/96 kHz, A/D-Wandler m. opt.

Digital-Out bis 24 Bit/96 kHz, koaxial bis

24 Bit/192 kHz

Technische Daten

Arbeitet mit MM/MC-

(je nach Ausbau) +/+

System

Abschlusswiderstand

+

schaltbar

Eingangskapazität

+

schaltbar

Umschaltbare

(6 Stufen zu je 3 dB) +

Verstärkung

Entzerrungskennlinie +/+

Schaltbarer

+/+

Subsonic-Filter

Netzteil

+/+

integriert/extern

Messdaten: M C, 0,4 mV @ 2 0 Ohm, 1 kOhm/66 dB Gain, 1 dBu

Signal-Rauschabstand

(SNR)

74 dB (MM @ 4 mV: 83 dB)

Dynamik nach AES 17

77 dB

Übersprechen

größer 100 dB

bei 1 kHz

THD+N Ratio 0,019 %

THD+N Pegel

–75 dBu

Frequenzg.abw.

+/–0,19 dB

(20 Hz–20 kHz)

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· Klang, Dynamik, räumliche Abbildung,

Ausstattungs- u. Anpassungsmöglichkeiten

Nachteile

· keine

Bewertung

Audio

Audiomesswerte 19/20

Basswiedergabe 7,5/8

Mittenwiedergabe 8/8

Höhenwiedergabe 7,5/8

Dynamik 8/8

Neutralität 8/8

Wiedergabequalität

58/60

Benutzerfreundlichkeit

19,5/20

Ausstattung/

Verarbeitung

19,5/20

Gesamt

97 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Referenzklasse 97/100

Die Rückseite lässt im Vollausbau keine Wünsche mehr offen. Bemerkenswert: Untypisch für Burmester besitzt dieses Gerät auch einen Cinch-Ausgang

Bilder: Auerbach Verlag

58 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


Furutech ADL GT40 USB DAC

AUSGABE 3.2012

Bilder: Auerbach Verlag, Stock.xchng

Verbindungsbrücke

Selbst für den größten Vinyl-Liebhaber führt kaum

ein Weg am Computer vorbei. Spätestens dann, wenn

es um die Digitalisierung der Plattensammlung für

unterwegs geht, ist dieser Schritt unvermeidlich. Gibt

es da nicht eine elegantere Hi-Fi-Lösung?

Ein Bindeglied zwischen den beiden

Welten bietet der Kabel- und Zubehörspezialist

Furutech für rund 500 Euro. Die

deutsche Distribution übernimmt der Essener

Vertrieb Padis, der das Potpourri ADL

GT40 USB DAC mit im Programm hat. Zwar

bieten bereits zahlreiche Studio-Pro-Hersteller

ähnliche Produkte, diese sind jedoch

nicht auf den Hi-Fi-Markt ausgelegt. Der

GT40 fasst die bunten Wünsche der Branche

zusammen und bietet eine Synergie aus

A/D- und D/A-Wandler, Kopfhörer- sowie

MM/MC-Phonovorverstärker. Die Kombination

befindet sich in einem massiven, gekapselt

aufgebauten Aluminiumgehäuse,

das in Design und Optik den Hi-Fi-Standards

entspricht. Durch seine kompakte Bauform

mit externem Steckernetzteil ist der GT40

schnell von der Hi-Fi-Anlage zum nächstgelegenen

Computer transportiert. Die Gehäusefront

beherbergt einen 6,3-Millimeter-Klinkeneingang

zur Hinterbandkontrolle

während der Aufnahme oder für den stillen

Musikgenuss. Die Hörlautstärke der beiden

analogen Ausgänge wird von einem großen

aus Aluminium gefertigten Potenziometer

mit angenehmem Lauf geregelt, das damit

auch direkten Einfluss auf angeschlossene

Aktivlautsprecher ermöglicht. Ein Quellenwahlschalter

wechselt zwischen USB- und

Phono/Line-Betrieb, der sich zusätzlich in

die Betriebsmodi Line, MM und MC gliedert.

Über die bidirektio nale USB-Schnittstelle

werden wahlweise Audiodaten vom PC

oder zuvor digitalisierte Files zum PC übertragen.

Der integrierte MM/MC-Phonovorverstärker

erübrigt einen weiteren Entzerrer;

damit ist das Kompaktgerät zum Digitalisieren

von Vinyl optimal geeignet. Weiterhin

verzichtet der Furutech auf einen analogen

VON TORSTEN PLESS UND JENS VOIGT

Gain-Regler, der hier von einem praxisrelevanten

Übersteuerungsschutz abgelöst

wird. Dies vermeidet ständiges Nachjustieren

und vergrößert den Signal-Rauschabstand.

Dank Vollduplex-Aufbau gelingt

selbst das gleichzeitige Aufnehmen und Abspielen

einer beliebigen anderen Quelle.

Den inneren Aufbau bestreitet der Furutech

platzsparend in SMD-Bauweise. Für die

USB-Kommunikation wird der Tenor-Chipsatz

TE7022L eingesetzt; für die vielen

analogen Schaltungsabschnitte im GT40

kommen verschiedene Operationsverstärker

von JRC zum Einsatz. Die D/A-Wandlung

übernimmt ein Tenor TA1200Q, der mit bis

zu 24 Bit und 96 Kilohertz (kHz) aufwarten

kann. Der analoge Ausgang wird über eine

diskret mit Transistoren aufgebaute Impedanzanpassung

betrieben. Für die Wandlung

analoger Signale in die digitale Welt

ist dagegen der TA1100Q zuständig. Dabei

nutzt er ebenfalls eine Auflösung von 24 Bit

bei einer Abtast rate* von bis zu 96 kHz.

In seinem klanglichen Auftreten zeigt der

GT40 insgesamt ein gutes Verhalten: Er behauptet

sich im reinen D/A-Wandler-Betrieb,

macht aber als A/D-Wandler beim Digitalisieren

reiner Line-Signale eine ebenso stattliche

Figur. Seine Performance als Phonovorverstärker

ist dagegen noch steigerbar.

Natürlich kann er nicht mit den großen

Klassenvertretern in Konkurrenz treten, da

die RIAA-Entzerrung hier auf andere Art

gelöst wird. Das Phasenverhalten ist zwar

sehr gut, im Übertragungsbereich fällt der

Bass jedoch minimal ab und der Hochtonanteil

erhält eine leichte Aufhellung. Mit

der Symbiose aus gutem Klang und großer

Ausstattung tanzt der GT40 geschickt auf

mehreren Hochzeiten gleichzeitig.

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis

Maße (B/H/T)

Gewicht

Farben

Informationen

Anschlüsse

Furutech

ADL GT40 USB DAC

500 Euro

150 × 57 × 111 mm

790 g

Aluminium Silber

www.padis-furutech.de

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

analog

Audio

XLR

USB

Eingänge – – 1 1 –

Ausgänge – 1 1 1 1

Sonstige Anschlüsse

Kopfhörer, Phono MC/MM

Technische Daten

Leistungsaufnahme

1,2 W

Stand-by

Leistungsaufnahme

2,2 W

Betrieb

Netzschalter

nein

D/A-Wandler

Unterstützte

Sample-Raten USB

Unterstützte

Auflösung

32 kHz; 44,1 kHz; 48 kHz,

88,2 kHz; 96 kHz

6 Bit, 24 Bit

Messdaten ermittelt bei 24 Bit/96 kHz/–20 dBFs

Signal-Rausch -

76,2 dB

abstand (SNR)

Übersprechen

67 dB

bei 10 kHz

THD+N Ratio 0,015 %

THD+N Pegel

–86 dBV

Ausgangspegel

–4,9 dBu (–7,1 dBV)

bei –20 dBFs

max. Ausgangspegel

–2,1 dBV

analog bei 0 dBFs

Frequenzgangabweichung

(20 Hz–20 kHz)

0,03 dB

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· umfangreiche Ausstattung

· Analog-Digital-Wandler

· handliches Gehäuse

Nachteile

Bewertung

· angepasste RIAA-Entzerrung

Audio

Audiomesswerte 17/20

Basswiedergabe 6,5/8

Mittenwiedergabe 6,5/8

Höhenwiedergabe 6,5/8

Dynamik 7/8

Neutralität 6,5/8

Wiedergabequalität

50/60

Benutzerfreundlichkeit

18/20

Ausstattung/

Verarbeitung

17/20

Gesamt

85 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Sehr gut 85/100

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft Test 59


AVM Evolution CD3.2

AUSGABE 3.2012

AVM Evolution A3.2

AUSGABE 3.2012

AVM Audition S3

AUSGABE 3.2012

Schöner hören mit AVM

Der Player von X, der Verstärker von Y – so sieht oft das Hi-Fi-Rack der Jäger und

Sammler aus. Nicht jedes Wohnambiente verträgt Hobbyismus, das wissen wir. Wie

Design und Klang eine Symbiose bilden, zeigt AVM.

VON JENS VOIGT

Die Audio- und Videomanufaktur aus

Malsch zeigt ein durchgehend schlichtes

Design in ihren Produkten. Die Modelle

der 3.2-Serie bieten ein sehr elegantes Äußeres,

an dem es keine Ecken und Kanten

gibt. Des Weiteren besitzt die neue Reihe

ein fein gebürstetes, eloxiertes Aluminiumgehäuse.

Dieses fühlt sich wirklich gut an

und sieht auch so aus, da die sauber gerundeten

Fasen und nur auf dem Boden eingelassenen

Schrauben dem tastenden Finger

nichts Unangenehmes entgegensetzen.

Die beiden Vorderseiten der Geräte sind

auf das Wichtigste reduziert und nicht mit

Spielereien überladen. Jeweils ein wohlproportioniertes

Vakuum-Fluoreszenz-Display,

welches in einem regelbaren dunklen Blau

eine Fülle von Informationen zur Verfügung

stellen kann, schmückt das Antlitz.

Der CD3.2 zeigt seine wahre Bestimmung

unter dem Display: Hier befindet sich ein

schmaler Spalt, in den die CD eingezogen

wird. Dagegen fallen die in die Vorderseite

eingelassenen Taster kaum ins Auge, wei-

sen aber einen angenehmen Druckpunkt

unter dem Finger auf. Der Vollverstärker

A3.2 verfügt zudem über zwei große,

gut in den Händen liegende Drehknöpfe.

Links wird der Eingang leicht rastend ausgewählt,

während links die Lautstärke in

angenehm leicht spürbaren mechanischen

Schritten eingestellt wird. Aus der Ferne

kann die im gleichen Design und Material

vorhandene Fernbedienung RC3 die wichtigsten

Funktionen ansteuern. An anderer

Stelle sorgen die sehr dezent ausgeführten

gummierten Füße für einen sicheren wie

auch mechanischen Schwingungen trotzenden

Stand. Damit sich die Wiedergabekette

folgerichtig schließt, wird von AVM

das Kompaktlautsprecherpaar Audition S3

angeboten, das sich dem Design nahtlos

anschließt. Die größere Schallwand der beiden

Chassis wird aus dem gleichwertigen

eloxierten Aluminium gefertigt, wodurch

sie augenscheinlich eins werden mit den

AVM-Geräten. Neben der rein silbernen

Ausführung der Geräte exis tiert auch eine

Version in mattem Schwarz, wobei der

A3.2 silberne Drehknöpfe aufweist und die

Lautsprecher anstatt des weißen Korpus

einen schwarzen besitzen. Ein ganz besonderes

Ensemble bietet das Bicolor-Design,

denn auch die S3 bestechen hier mit ihrer

schwarzen Lautsprecherabdeckung und

dem trotzdem sichtbaren silbernen Rahmen.

Eine dritte Version bezieht sich gegen

Aufpreis auf die Frontplattengestaltung der

Geräte. Bei gleicher Dicke von 10 Millimetern

(mm) bekommen diese eine hochwertige,

spiegelgleiche verchromte Oberfläche.

Im Kaufpreis stellt sich dies für den CD3.2

mit 3 450 Euro und für den A3.2 mit 3 690

Euro dar. Die technischen Daten der Geräte

sprechen für sich. Was man über die

Modelle aus Malsch wissen sollte, ist, dass

die Fertigung der meisten Baugruppen hier

stattfindet oder handselektiert und abgeglichen

wird. Sollte einmal etwas defekt

sein, ist dies leicht zu beheben. Dennoch

sind die verwendeten Komponenten so

schnell nicht zu zerstören.

Auch in der Bicolor-Variante wissen die AVM-Geräte sich optisch abzusetzen. Der neueste Streich ist aber schon ein alter bei AVM, denn schon früher

gab es Geräte mit hochwertig verchromter Vorderseite. Dafür wird aber ein Aufpreis erhoben. Infos: www.avm-audio.de, Tel.: +49 (0) 7246/ 4285

Bilder: Auerbach Verlag

60 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


Der Smooth-Filter erlaubt eine sehr realitätsnahe

Wiedergabe von musikalischen Impulsen

CD-PlayerundDACEvolutionCD32

DAC CD3.2

AVM spendierte dem CD-Player 3.2 ein vibrationsgedämmtes

Slot-in-CD-Laufwerk,

das kein Standard ist. Der Player gründet

sich auf ein rationales Konzept und spielt

CDs und CD-Rs, aber keine datenkomprimierten

Formate ab. Oder doch? Der CD3.2

ist mehr als ein Player, denn auch an ihm ist

der Trend zum Musikstreaming nicht vorbeigegangen.

So bietet er als Stand-alone-

D/A-Wandler sieben digitale Eingänge in den

verschiedensten Formaten an, darunter zwei

USB-Anschlüsse. Während einer der beiden

treiberlos bis 24 Bit/96 Kilohertz (kHz) von

jedem Rechner angesteuert werden kann,

ist der zweite optional bis 192 kHz ausbaufähig.

Für Letzteren wird ein eigener Treiber

angeboten, es wird also nichts gekauft, was

momentan nicht gebraucht wird. Mit erworben

wird die Upsampling-Technologie,

die jedes Signal, ob von CD oder Digital-In,

in wählbaren Stufen auf bis zu 24 Bit und

192 kHz skaliert. Mithilfe des sauberen Reclocking

aller digitalen Signale kann man

Jitter-Probleme beheben, egal ob diese vom

Laufwerk oder vom digitalen Zuspieler stammen.

Um dies noch zu übertrumpfen, sind

lobenswerterweise in jeder Upsampling-

Stufe auch die Digitalfilter wählbar zwischen

einem Standardfilter „Sharp“ und einem

impulsoptimier teren und in der Wiedergabe

der räumlichen Auflösung sauberen Filter

mit der Bezeichnung „Slow“ für Slow Rolloff

(nähere Erläuterungen in AUDIO TEST

4/2011, Dr. Sound). Upsampling kann, wenn

es vernünftig angewendet wird, Vorteile

beim Unterdrücken des Quantisierungsgeräusches

bringen. AVM setzt hier auf

den Asychronous-Sample-Rate-Converter

CS8421 von Cirrus Logic. Trotzdem ist es

Getrennte Netzteile, ein super Laufwerk und

eine Platine mit den besten Wandlern und OPVs

ratsam, die Abtastrate* immer im ganzzahligen

Verhältnis zu erhöhen, denn das verringert

die recheninternen Rundungsfehler. Das

heißt, dass eine CD besser mit 88,2 kHz oder

176,4 kHz abzuspielen ist als mit 96 kHz oder

192 kHz. Upsampling hat zur Folge, dass die

Anteile von winzigen Störgeräuschen durch

Fehlinterpretationen, die stets bei der D/A-

Wandlung aufkommen, auf ein größeres

Frequenzspektrum verteilt werden. Dieser

Anteil bleibt immer gleich, verteilt sich aber

so, dass er nicht mehr die absolut leisesten

Töne auf der CD verdeckt. Der Gewinn für

die räumliche Abbildung ist hörbar. Dank

der hier eingesetzten Stereo-Wolfson-8741-

Wandler, die dies unterstützen und zudem

im Monomode für jeden Stereokanal arbeiten,

wird deren echt symmetrisches Signal

von TI1602-OPVs als Ausgangstreiber gepuffert.

An den analogen Ausgängen stehen

jeweils ein XLR- und RCA-Format zur

Verfügung, die rückwirkungsfrei parallel genutzt

werden können. An allen Stellen wird

das Optimum herausgeholt. Dies lässt einen

klaren Bassbereich in Verbindung mit einem

präzisen Klang im Grundton vernehmen.

Es fehlt gänzlich an aggressiven Schärfen

oder Härten, die Sopran-Gesangsstimmen,

Blechbläser oder Schlagzeugbecken unangenehm

erscheinen lassen. Im Zusammenspiel

mit dem Slow-Filter wirkt der Grundklang

typisch für diesen D/A-Wandler sehr angenehm.

Der Sharp-Filter erscheint zuweilen

im Klang frischer, für Liebhaber konservativer

Instrumente allerdings auch unnatürlicher.

Bei der räumlichen Abbildung der

akustischen Bühne hat der Slow-Filter mit

der höchsten Upsampling-Rate gegenüber

der originalen Abtastrate subjektiv einen

Eine ausgezeichnete akustische Bühne dank

überragender Dämpfung des Übersprechens

Gewinn gebracht. In beiden Filterarten ist

die dynamische Auflösung sehr gut. Es kann

an unserem Geschmack liegen, aber mitunter

könnte der Tiefbassbereich etwas druckvoller

übertragen werden.

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis

Maße (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

AVM

Evolution CD3.2

2 790 Euro

430 × 100 × 325 mm

6 kg

www.avm-audio.com

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

analog

Audio

XLR

Eingänge 2 2 – – –

Ausgänge 1 1 1 1 –

Sonstige Anschlüsse

AES/EBU-In, USB, Infrarot-In

Kopfhörer

Technische Daten

Audioformate CD/-R-Disc

Extras

USB computerkompatibel ohne Treiber bis

24 Bit/96 kHz, optional 192 kHz mit Treiber

Messdaten ermittelt: 24 Bit/96 kHz Coax In @ –20 dBFs/

Filterart: Smooth, am analogen Cinch-Ausgang

Signal-Rausch-

96,5 dB

abstand (SNR)

Dynamik nach AES 17

115@0 dBFs

Übersprechen

–107 dB

bei 10 kHz

THD+N Ratio 0,0015 %

THD+N Pegel

–107 dBV

Ausgangspegel bei

–11,1 dBV

–20 dBFs

max. Ausgangspegel

8,8 dBV (2,8 Vrms)

analog bei 0 dBFs

Frequenzgangabweichung

(20 Hz–20 kHz)

+/–0,15 dB (+/–0,002 dB Standardfilter)

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· 2 umschaltbare Rekonstruktionsfi lter

(impulsoptimiert – Smooth,

Standard – Sharp)

· Laufwerkstechnik und

Anschlussmöglichkeiten

Nachteile

· keine

Bewertung

Audio

Audiomesswerte 19,5/20

Basswiedergabe 7/8

Mittenwiedergabe 7,5/8

Höhenwiedergabe 7/8

Dynamik 8/8

Neutralität 7/8

Wiedergabequalität

56/60

Benutzerfreundlichkeit

19/20

Ausstattung/

Verarbeitung

19/20

Gesamt

94 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Ausgezeichnet 94/100

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 61


Vollverstärker Evolution A3.2

Wen das äußere Design schon beeindruckt

hat, der hat nun die Chance, etwas über Effizienz

im Inneren zu erfahren. Mit dem Blick

auf die Leistungszentrale des Vollverstärkers

A3.2, dem Netzteil, wird klar, warum das

Eigengewicht so handlich erscheint. Die niederländische

Firma Hypex stellt das Schaltnetzteil,

das die beiden Schaltendstufen,

die auch gern Class-D genannt werden, mit

sehr hohem Stromfluss versorgt. Somit entfällt

ein für diese Ansprüche schwerer und

gro ßer Transformator, der zudem gegen das

von ihm ausgehende magnetische Streufeld

geschirmt werden müsste. Die Leistungsausbeute

ist hier größer, der Schaltungsaufwand

ebenfalls (siehe Dr. Sound, AUDIO

TEST 1/2012). Im Allgemeinen bevorzugt

AVM kurze Wege für den Signalpfad der

Audio signale. CMOS-Schalter übernehmen

die Eingangssignale und Operationsverstärker

OPA143 von Burr Brown eine Impedanzanpassung,

um die Signale im Fachjargon

„niederohmig“ den nachfolgenden Baugruppen

zuzuführen. In der Schaltungstechnik

gibt es sehr viele Parallelen zu dem in

der AUDIO TEST 2/2011 getesteten A3NG.

Aber es gibt an einer sehr wichtigen Stelle

eine besondere Veränderung: Wie uns

der Chefentwickler von AVM, Herr Mania,

bestätigte, wurde die Lautstärkesteuerung

überarbeitet. Es kommen nun vier der

Cirrus-Logic-3310-Stereolautstärkeregel-ICs

zum Einsatz, mit dem Effekt, dass Rauschen

und nichtlineare Verzerrungen durch den

Parallelbetrieb in der nachfolgenden Summation

drastisch reduziert werden. Der Vorteil

gegenüber allen veränderlichen Widerständen,

den Potis, ist, dass vom kleinsten

bis zum größten Lautstärkewert nur die geringsten

Abweichungen von 0,1 Dezibel (dB)

Hocheffektiv, aufgeräumt und mit besten Werten

zeigt sich das Innere des Vollverstärkers

zwischen dem linken und rechten Stereokanal

entstehen. Somit bleibt das Stereoimage

immer konstant. Es kann also jeder Schritt

am Drehknopf mit einer 0,5-dB-Auflösung

ausgeführt werden. Auch beim A3.2 besteht

die Möglichkeit, im Menü umfangreiche,

verschönernde Einstellungen vorzunehmen.

So können die Eingangspegel verschiedener

Zuspieler abgepasst werden, damit es beim

Umschalten nicht zu erschreckenden Lautstärkesprüngen

kommt. Zudem lässt sich

eine Klangregelung einstellen oder eine

von neun Loudness- Kurven auswählen.

Die Loudness-Funktion ist intelligent geregelt

und steuert sich nach der eingestellten

Lautstärke nach – ein großer Vorteil. Dies

alles kann aber auch via Goldkontakt-Relais-

Bypass umgangen werden. Ein weiterer

Pluspunkt sind die zahlreichen Ausgänge,

die mit Class-A-Ausgangsstufen für Record,

Subwoofer oder mehrere fernschaltbare

Endstufen dienen können.

Hinzu kommt ein relaisgesteuerter Prozessor-Einschleifpunkt,

der eine Integration in

ein Surround-Setup sehr komfortabel löst.

Die weiteren Optionen umfassen eine wirklich

sehr gut klingende Phonoplatine für

MM/MC-Systeme mit zahlreichen Anpassungsoptionen,

eine UKW-Tuner-Karte mit

RDS-Unterstützung und -Anzeige auf dem

großen Display sowie eine Digital-Input-

D/A-Wandler-Karte mit Koax-S/P-DIF bis 24

Bit/192 kHz, Toslink bis 24 Bit/96 kHz und

USB bis 48 kHz und 16 Bit. Doch noch wichtiger

ist, was aus den dezent analog gegengekoppelten

Digital endstufen heraus kommt,

deren Dämpfungsfaktor auch schwierige

Las ten im Griff behält. Hochstromfähige

Signale werden an den kurzschlusssicheren

Terminals für jede Anbindungsart zur Ver-

Die Trägerfilterung lässt trotzdem noch einen

Übertragungsbereich bis 46 kHz bei –3 dB zu

Die Anteile der harmonischen Verzerrungen

verteilen sich auch unter Last sehr günstig

fügung gestellt. Das ausgezeichnet geringe

Übersprechen der Kanäle bei 10 kHz mit

–84 dB und knapp 100 dB bei 1 kHz setzt

der Reproduktion jeder akustischen Bühne

in Tiefe und Breite keine Begrenzung entgegen.

Selbst die Anteile der harmonischen

Verzerrungen spielen mit 0,005 Prozent keine

Rolle. Der Klang des Verstärkers ist somit

auf der ganzen Linie ausgezeichnet.

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

AVM

Modell Evolution A3.2

Preis

2 990 Euro

Maße (B/H/T)

43 × 10 × 32,5 cm

Gewicht

8 kg

Informationen

www.avm-audio.com

Anschlüsse

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

analog

Audio

XLR

Kopfhörer

Eingänge – – 6 1 –

Ausgänge – – 2 1 1

Sonstige Anschlüsse

Infrarot Extern, 2 Trigger Out, RS-

232-Option

Messdaten: 20 dB vor Vollaussteuerung @ 1 W/8 Ohm

Signal-Rauschabstand

85 dB (101dB bei 0 dBV)

(SNR)

Dynamik nach AES 17

84 dB (104 dB bei 0 dBV)

Übersprechen

–84 dB

bei 10 kHz

THD+N Ratio 0,005 %

THD+N Pegel

–77 dBV

DFD (IMD)-Distortion

–90 dB

(IEC60118/IEC60268)

Frequenzgang

+/– 0,19 dB

(20 Hz–20 kHz)

Leistung (1 kHz

106 W@8 Ohm

Sinus bei 1 %THD)

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· dynamisches und neutrales Stereoklangbild

· opt. Tuner, D/A-Wandler und Phonokarte

Nachteile

· keine

Bewertung

Audio

Audiomesswerte 18/20

Basswiedergabe 7/8

Mittenwiedergabe 7,5/8

Höhenwiedergabe 7/8

Dynamik 7,5/8

Neutralität 7/8

Wiedergabequalität

54/60

Benutzerfreundlichkeit

19/20

Ausstattung/

Verarbeitung

19/20

Gesamt

92 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Ausgezeichnet 92/100

Bilder: Auerbach Verlag

62 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Abstand: 1 Meter, 74 dB SPL, auf Achse gemessen

12 dB

3 dB

0 dB

–3 dB

–12 dB

30 40 50 70 100 Hz

200 300 400 500 700 1 kHz 2 3 4 5 7 10 kHz 20 kHz

Der gleichmäßige Abfall im Bassbereich prädestiniert diesen Lautsprecher für eine Wandboardoder

Regalaufstellung, denn dort gleicht sich der Effekt sehr gut aus. Sonst zeigt er sich sehr linear

Die Audition S3 im Detail

Ohne Abdeckung erkennt nt man die Schallführung.

Die Rückseite ist sehr kontaktfreudig

Eignungsempfehlung

Rock und Pop:

Instrumental und Gesang:

Heimkino:

Im Zusammenspiel

Was der CD-Player CD3.2 bei der Signalaufbereitung

vorlegt, entspricht einem

ausgezeichneten Ergebnis. Hier wird deutlich

gezeigt, dass der zielstrebige Ansatz

auf direktem Wege unter der Ausnutzung

der zurzeit bestmöglichen integrierten

Schaltungen und eines spezialisierten Laufwerkes

der CD noch eine Berechtigung gibt.

Auch als DAC ist der Player für die Zukunft

gerüstet, denn umschaltbare Filtermodelle

gehören seit Jahren zum Argumentationsumfeld.

Die so aufbereiteten Audiosignale

treffen im A3.2 auf einen schonenden oder

bei Bedarf bewusst kräftigen Umgang. Im

Klang hört sich der Vollverstärker an, wie

es von einem linearen Gerät zu erwarten

ist – ohne polarisierende Geschmacksaufprägungen

oder andere esoterische Eigenheiten.

Auch wenn technische Daten erst ab

bestimmten Wertegrenzen Aufschluss über

klangliches Verhalten geben, beweisen

Neben den bereits genannten Designoptionen

sind auf Wunsch auch andere Ausführungen

verfügbar. Das technische und klangliche

Know-how dieser kompakten Speaker

hat der Kieler Lautsprecherspezialist Elac

nach den Wünschen von AVM ermög licht.

Dabei wurde laut dem Geschäftsführer von

AVM die Belastbarkeit des 150-mm-Tieftöners

mit Aluminium-Sandwich-Konusmembran

an die Leis tungsfähigkeiten der

eigenen Verstärker angepasst. Auch eine

klangliche Abstimmung wurde an der Frequenzweiche

zusätzlich vorgenommen, sodass

die S3 keinem üblichen Serien modell

der Elac-Fertigung entsprechen. Für die

Transparenz im Hochtonbereich sorgt ein

Air-Motion-Transformer der vierten Generation,

also eine ganz moderne Version

eines Bändchenhochtöners. Die Gestaltung

der Aluminiumfront dient auch bei diesem

Lautsprechermodell als Schallwand, deutliche

Kantendispersionen sind nicht auszumachen.

Die von den Chassis abgestrahlten

Wellenlängen werden eher um die allseitig

überstehende Frontplatte gebeugt. Eine

leicht trichterförmige Schallführung, auch

Waveguide genannt, sorgt für eine homogenere

Abstrahlung des Schalls in Richtung

Ihres Hörplatzes. Daraus ergibt sich zudem

ein besserer Übergang der Arbeitsbereiche

zwischen den beiden Lautsprechern. Eine

ähnliche, nicht so starke Anfasung gilt für

den Tieftöner, der mit seiner Einbautiefe ein

optimales Schalllaufzeitverhältnis zwischen

beiden Chassis mitbringt. In der Konstruktion

entsprechen die Kompaktlautsprecher

demnach einem 2-Wege-Bassreflexsystem.

Die Reflexöffnung sowie die hochwertigen,

für alle Anschlussarten flexibel einsetzbaren

Bi-Amping/Wiring-Anschlüsse beherbergen

sie auf der Rückseite. Das Gehäuse besteht

aus einer stabilen, gut gedämmten Korpuskonstruktion.

Nun liegt die Versuchung

nahe, diese kompakten Klang strahler in ein

Bücherregal zu integrieren, denn in einen

standardisierten Regal bodenabstand von

30 Zentimeter passen die S3, wenn man

den kleinen Fuß am Boden abschraubt.

Jedoch braucht die Bassreflexöffnung etwas

Raum, damit es nicht zu klanglichen

Beeinträchtigungen kommt. Beachtet man

dies, sind die Kleinen in der Lage, einen

straffen Bass mit klaren Tiefmitten in den

Raum zu projizieren. Der Hochtonbereich

diese, was möglich ist. Die Dämpfung des

Übersprechens und damit das hohe Maß

an Stereointegrität ohne eine strikte Dual-

Monoblock-Bauweise, aber mit getrennten

Netzteilen zu lösen, ist anerkennungswert.

Dies wird aufgrund des gelieferten hohen

klanglichen Anspruchs, der sich auch an

deutlich schwierigeren Standlautsprechern

zeigt, ebenfalls als ausgezeichnet bewertet.

Ein Wermutstropfen bleibt bei all der

Begeisterung der Preis der Geräte. Dieser

scheint hoch zu sein, sieht aber im Hinblick

auf die klangliche und optische Freude mit

den Modellen anders aus. Mit dem S3-

Lautsprecherpaar ist die Anlage im Design

komplett. Der klangliche Erfolg zeigt sich im

Zusammenspiel als sehr beachtlich. Es wird

für jeden anderen Kandidaten schwierig

sein, unseren hohen Anspruch zu befriedigen.

So konnte hier mit bestem Gewissen

ein sehr gutes Ergebnis erreicht werden.

ist sehr offen im Klang und trägt sehr viel

zur hohen klanglichen Transparenz der S3

bei. Die Feinauflösung musikalischer Strukturen

gelingt mit dem Lautsprecher besser

als das Ausloten erd bebenartiger Subbass-

Attacken – das darf bei der Baugröße

keiner erwarten.

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

AVM

Modell

Audition S3

Paarpreis (UVP)

2 250 Euro

Maße (B/H/T)

23 × 34,5 × 23,8 cm

Gewicht

6 kg

Information

www.avm-audio.com

Farben

Korpus Weiß oder Schwarz,

Front Aluminium

Lautsprecherzahl 2

Technische Daten

Standlautsprecher

Arbeitsweise

Bauform

Impedanz

Frequenzgang nach

Herstellerangaben

Empfohlene

Verstärkerleistung

des Herstellers

Kennschalldruck

nach Angabe/

gemessen

Vorteile/Nachteile

Vorteile

Nachteile

Bewertung

2-Wege, passiv

Bassrefl ex mit Öffnung auf der Rückseite

4 Ohm

40–50 000 Hz

20–150 W

88 dB/87,5 dB@8 Ohm/2,83 Vrms (1 W/1 m)

(84,5 dB@4 Ohm/2 Vrms (1 W/1 m))

· lebendige, klangliche Transparenz

· sehr gute akustische Bühne

· tiefe Bässe etwas schwächer

Audio

Basswiedergabe 8/12

Mittenwiedergabe 10/12

Höhenwiedergabe 10/12

Dynamik 8,5/11

Neutralität 10,5/12

Räumlichkeit 10,5/12

Lebendigkeit/

Impulstreue

9,5/11

Wiedergabequalität

67/82

Benutzerfreundlichkeit

9/9

Ausstattung/

Verarbeitung

5/9

Zwischen ergebnis

81 von 100 Punkten

Konstruktions-/

Material aufwand

+6

Preis/Leistung

Gut

Ergebnis

Sehr gut 87/100

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft Test 63


Quadral Aurum A5

Aurum A5

Ein Vollverstärker

AUSGABE 3.2012

Eine beständige Produktreihe wie die Aurum-Standlautsprecher bekommt elektrische

Unterstützung in Form eines Vollverstärkers aus deutscher Handarbeit. Dieser stellt

Klangrealität dar und keinen unerschwinglichen Luxus.

VON JENS VOIGT

Design und Technik bilden im A5 eine

Einheit. Ersteres ist unverkennbar der

Aurum-Lautsprecherserie entlehnt, dafür

stehen die elegante Schlichtheit der Vorderansicht

und die Auswahl an hölzernen Seitenteilen,

die das dickwandige Stahlchassis

verkleiden. Ein Vollverstärker, der ohne

Klangregelung auskommt, ist ein Statement

für ausgezeichnete Lautsprecher und eine

vernünftige Wohnraumakustik. Also ganz

klar: Wo man nichts verbiegen muss, da ist

alles im Reinen. Wo man etwas verbiegen

kann, kommt es schnell zu Verschlechterungen

des Klangbildes. Eine Phonovorstufe

betreibt der Vinylfreund häufig in unmittelbarer

Nähe zum Abtastsystem. Deshalb

sind integrierte Lösungen in Vollverstärkern

nur bei erhöhtem Aufwand eine akzeptable

Lösung. So bietet der A5 gleich acht Cinch-

Anschlüsse und einen XLR-Schnittstelle –

alle in Stereo und relaisgeschaltet. Damit findet

am Aurum alles Anschluss, was gehört

werden will. Die Systemfernbedienung RC-1

ist eine Wohltat gegenüber überladenen Alleskönnern.

Ein handlicher, massiver Barren,

der nahezu allen Funktionen der Geräte aus

der Aurum-Serie steuern kann. Das Display

des Verstärkers visualisiert dazu alle Befehle,

wobei es von Vorteil ist, dass es sich in der

Leuchtkraft stark einschränken lässt. Die interne

elektronische Ausstattung ist ein Musterbeispiel

deutscher Ingenieursarbeit: Mit

der Akkuratesse eines Schaltschrankes sind

die Kabelbäume gebunden und die Topografie

der Platinen wurde ebenso geplant.

Eine konsequente Dual-Monoblock-Bauweise

mit getrennten Ringkerntransformatoren

des deutschen Herstellers Badel sowie

mehrfachen Gleichrichterkreisen ist sehr

überzeugend. Vorbildlich befinden sich die

Sieb- und Ladekapazitäten in unmittelbarer

Nähe zu den in der Hi-Fi-Szene geschätzten

komplementären Transistorpärchen, bestehend

aus 2SA1943 und 2SC5200 für jede

Stereo seite. Dabei entsprechen die Kondensatoren

nicht den häufig übermäßig potent

anmutenden „Coladosen“, sondern es sind

parallel verschaltete, schnell aufladbare

Kleinkapazitäten. All diese Bauelemente

teilen sich eine sauber bestückte Platine

mit einer wohldurchdachten Mischung aus

SMD- und konventionellen Bauteilen. Einen

deutlichen Klangvorteil erhält man durch

eine geringere Störanfälligkeit immer auf

kurzen Schaltungswegen. Genau dies wurde

hier umgesetzt. Eine klassische Class-

AB-Gegentaktschaltung mit Stromquellen

ist zu erkennen, die den Antrieb für die

Lautsprecher bildet. Letzteren steht hier

Die handliche Fernbedienung übernimmt alles, was steuerbar ist, und liegt gut in der Hand. Aufseiten

der Anschlüsse und bei der Beschriftung derselben besteht kein Mangel

Bilder: Auerbach Verlag

64 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Selbst unter Last überwiegen die geradzahligen

Verzerrungsprodukte. Das ist klanglich sehr gut

Der Blick ins Innere zeigt die Dual-Monoblock-Bauweise des A5. Links und rechts unten befinden sich

die beiden Ringkerntrafos, dazwischen die Gleichrichter. Oben: die beiden Endstufen mit Kühlkörper

eine gemessene Leistung von 85 Watt (W)

an 8 Ohm zur Verfügung. An allen Stellen

zeigen die Messwerte ein Höchstmaß an

technischer Reife. Die erfassten Werte entsprechen

den Herstellerangaben oder sind

sogar besser, je nachdem, ob die symmetrischen

oder unsymmetrischen Eingänge

genutzt wurden. Besonders bemerkenswert

ist das ausgezeichnete geringfügige

Übersprechen zwischen den Stereokanälen,

welches bei der Verwendung der XLR-Eingänge

nur bei weit unter –95 Dezibel (dB)

bei 10 Kilohertz stattfindet. Der Anteil der

harmonischen Verzerrungen nimmt keinerlei

Einfluss auf die klanglichen Ergebnisse,

genauso wenig wie die Differenzton-Verzerrungsanteile

(DFD), die bei 10 W Leis tung an

8 Ohm mit einem Anteil von –80 dB kaum

Einfluss nehmen. Möchte man Worte finden

für den Klang eines Verstärkers, könnte

der A5 als Freund schillernder Klangfarben

und komplexer musikalischer Strukturen

betitelt werden. Der Skeptiker möchte natürlich

genauer wissen, was gemeint ist. Ich

meine, wo andere Verstärker etwas dicker

auftragen, um mit Bass und Fülle zu beeindrucken,

bleibt der A5 vornehmer Realist

und wird kein schwelgerischer Romantiker.

So liefert dieser Verstärker sehr präzise und

trockene Bassimpulse, die Instrumenten

mit einem besonders tiefen Grundtonbereich

auch greifbare Plastizität verleihen.

Gesangsstimmen wirken klar ohne Trägheit

Diese ausgezeichnete Unterdrückung des Übersprechens

belebt die räumliche Abbildung

und weisen ein fein abgestimmtes Verhältnis

für die Deutlichkeit von Sibilanten und

Konsonanten auf. Hier und auch an anderer

Stelle zeigt sich ein ausgezeichnetes Impulsverhalten,

weil es nicht zu Überspitzungen

kommt. Weder angezupfte Saiten noch

das Anschlaggeräusch einer Kesselpauke

bzw. eines Hi-Hat neigen dazu, spitz oder

gar kühl zu klingen. Für die Lokalisierbarkeit

einzelner Geräusche oder Instrumente

in einem dichten Arrangement scheint dies

ebenfalls von Vorteil zu sein, denn die akustische

Bühne ist schon aufgrund der hervorragenden

technischen Eigenschaften

des Verstärkers bestens repräsentiert. Die

Durchhörbarkeit des Stereoimages in Tiefe

und Breite ist tadellos. Dichte Streichersätze

klingen nicht zu glatt, sondern etwas luftig,

weil das Verhältnis der geraden und ungeraden

harmonischen Verzerrungsanteile des

Verstärkers sehr wirkungsvoll dosiert ist. So

ist es nicht verwunderlich, dass Blech- und

Holzbläser mit lebendigen Klangfarben dargeboten

werden. Damit zeigt sich auch die

feindynamische Auflösung von der bes ten

Seite. Was man beim A5 nicht erwarten

darf: die Ausführung explosionsartiger,

grobdynamischer Attacken an wirkungsgradschwachen

Lautsprechern. Dafür ist er

zu sehr Feingeist und nicht Muskelprotz. So

ist der A5 eine Empfehlung für bodenständige

Musikliebhaber mit Sinn für Handarbeit

in der Fertigung.

Der Übertragungsbereich reicht weit über die

Messgerätebandbreite von 80 kHz hinaus

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis

Maße (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

Quadral

Aurum A5

2 850 Euro

453 × 130 × 345 mm

13,3 kg

www.aurumspeakers.com

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

analog

Audio

XLR

Eingänge – – 8 1 –

Ausgänge – – – – –

sonstige Anschlüsse

vollisolierte Lautsprecherterminals

Messdaten –20 dB vor Vollaussteuerung bei 1 W/8 Ohm

Kopfhörer

Signal-Rauschabstand

(SNR)

Dynamik

nach AES 17

Übersprechen

bei 10 kHz

78 dB

(98 dB@0 dBV)

76 dB

(98 dB@0 dBV)

–84 dB

THD+N 0,014 %

THD+N Pegel

–67 dBV

DFD (IMD)-Distortion

–80 dB

(IEC60118/IEC60268)

Frequenzgangabweichung

(20 Hz – 20 kHz)

Leistung (1 kHz Sinus@

1 % THD)

Vorteile/Nachteile

Vorteile

Nachteile

Bewertung

+/– 0,07 dB

85 W an 8 Ohm

· klangliches Verhalten

· ausgezeichnete Unterstützung

der akustischen Bühne

· Schaltungsdesign und hervorragende

digitale Steuerung analoger Parameter

· keine

Audio

Audiomesswerte 18/20

Basswiedergabe 7/8

Mittenwiedergabe 8/8

Höhenwiedergabe 7,5/8

Dynamik 7/8

Neutralität 7,5/8

Wiedergabequalität

55/60

Benutzerfreundlichkeit

19,5/20

Ausstattung/

Verarbeitung

18/20

Gesamt

92,5 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Ausgezeichnet

Ergebnis

Ausgezeichnet 92,5/100

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 65


Gato Audio AMP-150

Volle Verstärkung!

AUSGABE 3.2012

Gato Audio AMP-150

Geschwungene Formen, eigenes Design, Materialbearbeitung – das klingt

irgendwie nach Skandinavien. Manche nennen es dänische Delikatessen oder

Danish High End. Gato Audio hat etwas zu bieten, außen wie im Inneren, das zum

besten Hörgenuss gereicht.

So sollte ein Anschlussfeld ausgestattet sein: mit symmetrischen bzw. unsymmetrischen Schnittstellen

und vollisolierten Lautsprecherterminals. Die Fernbedienung selbst ist ein gewichtiges Hilfsmittel

VON JENS VOIGT

Fakt ist, dass es sich bei Gato Audio aus

der Nähe von Kopenhagen um einen

Hersteller handelt, der vergleichsweise

jung erscheint. Die Wurzeln reichen aber

weiter zurück, als man beim ersten Hinsehen

glauben mag. Einige erfolgreiche Entwickler,

die schon bei anderen namhaften

Hi-Fi-Manufakturen wirkten, gehören zu

den führenden Köpfen bei Gato. Was zählt

ist, was am Ende dabei herauskommt, und

das sieht in erster Linie nicht wie ein klassisches

Hi-Fi-Gerät aus. Der Charme des

Vollverstärkers AMP-150 ist eigen und bildet

sich aus den beiden großen massiven

Bedienelementen für die Zuspielerwahl und

die Lautstärkekontrolle auf der Vorderseite.

Beide Funktio nen erfolgen signalschonend

über Relais und spezialisierte Elektronik.

Dazwischen wird der betrachtende Blick

von einer kreisrunden Anzeige gefesselt.

An dieser Stelle wird die Funktionalität perfekt

von der Vollmetallfernbedienung ergänzt.

Neben der Quellenanzeige und dem

Stand des Lautstärkereglers präsentiert sich

nach dem Einschalten eine Statuskontrolle.

Bevor den Verstärker jedoch ein Ton verlässt,

informiert ein Blinken der Anzeige

über den Stand der Selbstkontrolle. Wem

die Anzeige in gedämpfter Atmosphäre zu

hell erscheint, der kann sie direkt am rückseitigen

Anschlussfeld dimmen. Eine kleine

grüne Flamme im Display symbolisiert eine

der wichtigsten Funktionen. Dahinter verbirgt

sich die Signalisierung der automatischen

Aufheizung aller klangrelevanten

Audiokomponenten. Es ist kein Geheimnis

mehr, dass sich Bauteilkennlinien mit der

thermischen Umgebungssituation verändern,

also wird hier gleich „auf Klang geheizt“.

Wenn das Soll erreicht ist, schaltet

sich die Funktion ab. Interessanterweise

existiert ein weiterer dezenter Taster auf

der gut 1 Zentimeter starken, gebürsteten

und eloxierten Aluminiumfrontplatte. Dieser

ermöglicht es, die Heat-Funktion auch

von Hand zu (de-)aktivieren. Eine deutliche

Erwärmung der seitlichen Rundungen ist

dabei nicht zu leugnen, dienen diese doch

gleichzeitig als Kühlrippen in der von Lüftern

unterstützten Kühlung der Verstärkerelektronik.

Die anhaltende Erwärmung

deutet schon von außen auf eine erhöhte

Ruhestromregelung der Amps hin. Dies

dient einer deutlichen Unterdrückung von

Bilder: Auerbach Verlag

66 AUDIO

TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Selbst bei höheren Anstrengungen bleibt das

Verzerrungsverhältnis positiv ausgeglichen

Das Übersprechen der beiden Lautsprecherausgänge

ist stereophil auf sehr gutem Niveau

Im Inneren gibt es keine Geheimnisse, i es kommt auf das Know-how an. Den größten Raum

benötigen der Ringkerntrafo und die Ladekondensatoren für das Netzteil

nichtlinearen Verzerrungen, und somit dem

Klang. Zum weiteren Schaltungsaufwand

gehört die Lautstärkeregelung, die unmittelbar

nach den Eingängen mit einem digital

kontrollierten Burr-Brown-PGA2320-

Chip erfolgt. Die OPVs AD712 von Analog

Devices übernehmen Aufgaben in der Deund

Symmetrierung von Signalen. Nur an

ausgesuchten Schaltungsstellen werden

WIMA-Kondensatoren eingesetzt. Vom Eingang

aus geht es symmetrisch zu den Endstufen,

die für jeden Kanal aus mehreren

Treiberstufentransis toren und zwei mächtigen

Power-MOSFETs bestehen. Unterstützung

für einen möglichst musikalischdynamischen

Spielraum bietet das Netzteil

mit seinem großen Ringkerntrafo von guten

700 Voltampere (VA). Zwei faustgroße Ladekondensatoren

an kupfernen Stromschienen

geben die nötigen Stromreserven, die

die MOSFETs für die Lautsprecher gegen

Leistungsschwäche bereitstellen. Es ist eine

Freude zu sehen, dass maschinell mit SMDs

bestückte Platinen auch noch die Zeichen

menschlicher Handarbeit tragen können.

Denn gelegentlich sind konventionelle Bauteile

und Draht brücken eingelötet. Es gibt

deutliche klangliche Eigenschaften, die einen

angenehm warmen Grundton erkennen

lassen und somit den Eindruck von Gelassenheit

und Ruhe im Klangbild prägen.

Damit ist der Gato Audio sehr weit entfernt

von jeglicher harschen oder scharfen

Verstärkung sensibler Frequenzbereiche –

auch im Grenzlastbereich. Ein deutlich abnehmendes

Verhältnis harmonischer Verzerrungsprodukte

ist dafür verantwortlich.

Es gibt den Klangfarben Wärme, ohne sie

stumpf erklingen zu lassen oder geräuschhafte

Anteile in den Vordergrund zu rücken.

Deswegen verliert der Gato aber nicht die

Fähigkeit, in der Auflösung musikalischer

Details mit Präzision zu agieren. Auf der

anderen Seite reichen seine Leistungsreserven

von 152 Watt an 8 Ohm bei 1 Prozent

harmonischer Verzerrungen für jeden Kanal

aus, um auch wirkungsgradschwache

Lautsprecher in der dynamischen Wiedergabe

zu unterstützen. Im Subbassbereich

wird die Übertragungsbandbreite leicht begrenzt.

Das erscheint für viele Lautsprecher

sinnvoll. In der Abbildung der räumlichen

Bühne zeigen sich nahezu ausgezeichnete

Eigenschaften, denn das Übersprechen der

Stereokanäle ist bei der Verwendung der

symmetrischen Eingänge mit minimalsten

–71 Dezibel (dB) bei 10 Kilohertz (kHz)

und –92 dB bei 1 kHz kaum ein determinierender

Faktor. Es verdient Respekt, dies

bei der Verwendung eines Linearnetzteils

zu erreichen. Dass der Verstärker über eine

oder mehrere Gegenkopplungszweige verfügt,

stellt sich immer am Messplatz heraus.

Deshalb ist dem AMP-150 bei normaler

Be anspruchung kein höherer Verzerrungsund

Störgeräuschanteil als 0,02 Prozent bei

einem geringen Pegelanteil von –65 Dezibel

Volt zu entlocken. Abschließend kann man

sagen, dass dieser Verstärker eines der

gelungensten Gesamtkonzepte aus Klang,

Technik und Design darstellt, das wir jemals

bei uns im Labor prüften.

Ein weiter Übertragungsbereich, der über die

Messgrenze von 80,1 kHz hinausreicht

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis

Maße (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

Gato Audio

AMP-150

5 990 Euro

325 × 110 × 430 mm

13,8 kg

www.adagio-music.de

dig.

Audio

koaxial

dig.

Audio

optisch

analog

Audio

Cinch

analog

Audio

XLR

Kopfhörer

Eingänge – – 4 1 –

Ausgänge – – 1 1 –

Sonstige Anschlüsse vollisolierte Lautsprecheranschlüsse

Messdaten: –20 dB vor Vollaussteuerung @ 1 W/8 Ohm

Signal-Rauschabstand

78 dB (98 dB bei 0 dBV)

(SNR)

Dynamik nach AES 17

77 dB (97 dB bei 0 dBV)

Übersprechen

–71 dB

bei 10 kHz

THD+N Ratio 0,019 %

THD+N Pegel

– 65 dBV

DFD (IMD)-Distortion

– 68 dB

(IEC60118/IEC60268)

Frequenzgang abweichung

+/– 0,4 dB

(20 Hz–20 kHz)

Leistung (1 kHz

152 W

Sinus bei 1 % THD)

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· ausgewogener Klang und Leistungsstärke

gepaart mit sehr guter

Unterstützung der akustischen Bühne

· Stereo-Pre-Out

· Fernbedienung

Nachteile

· Geräteerwärmung verlangt nach

offenem Stellplatz

· kein Kopfhöreranschluss

Bewertung

Audio

Audiomesswerte 17/20

Basswiedergabe 7/8

Mittenwiedergabe 7,5/8

Höhenwiedergabe 7,5/8

Dynamik 7/8

Neutralität 7/8

Wiedergabequalität

53/60

Benutzerfreundlichkeit

19,5/20

Ausstattung/

Verarbeitung

18,5/20

Gesamt

91 von 100 Punkten

Preis/Leistung Gut

Ergebnis

Ausgezeichnet 91/100

Test 67


Isophon Berlina RC7

AUSGABE 3.2012

Innovation

aus Deutschland

Täglich gibt es technische Neuerungen, doch gerade im Lautsprecherbereich sind

echte Innovationen in den vergangenen Jahren selten geworden. Um die Stagnation

zu überwinden, hat Isophon-Chefentwickler Dr. Roland Gauder mit Unterstützung

des Bundesministeriums für Forschung und Entwicklung die Berlina-Serie verwirklicht.

VON JENS VOIGT UND TORSTEN PLESS

Eignungsempfehlung

Rock und Pop:

Instrumental und Gesang:

Heimkino:

Dass sich technische Raffinesse und ein

elegantes Äußeres nicht zwangsläufig

gegenüberstehen, sondern im Idealfall

sogar ergänzen, beweist Isophon mit

dem Berlina RC7. RC steht dabei für Rip

Construction, das das Prinzip „menschlicher

Brustkorb“ auf den Lautsprecher

überträgt. Die daraus entstandene Rippenbauweise

sorgt mit echtem Klavierlacküberzug

nicht nur für optische Dynamik,

sondern setzt die frischen Ideen auch konstruktionstechnisch

um. Gleich 27 knapp 4

Zentimeter (cm) starke MDF-Rippen werden

in aufwendigen Verschraubungsverfahren

übereinandergestapelt und schwingungsstabil

von der Bodenplatte verschlossen.

Dabei sorgen sechs Gewinde stangen im

Inneren für sicheren Halt, auf die sich die

CNC-gefrästen MDF-Platten rutschsicher

reihen. Das Resultat ist die Unterbindung

störender Gehäuseeinflüsse auf den Klang,

was den verbauten Chassis den gesamten

Spielraum der klanglichen Bühne überlässt.

Häufig anzutreffende Negativeffekte

allgemeiner Lautsprechergehäuse, die

mit Gehäuseschwingungen Grundtonverfärbungen

ver ursachen, bleiben so beim

RC7 außen vor. Denn jede einzelne Rippe

schwingt für sich allein und nicht mit den

anderen als resonierende Fläche. Zwischen

Bilder: Auerbach Verlag, Isophon

68 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Abstand: 1 Meter, SPL: 74 dB(C), axial RC7

12 dB

3 dB

0 dB

–3 dB

–12 dB

30 40 50 70 100 Hz

200 300 400 500 700 1 kHz 2 3 4 5 7 10 kHz 20 kHz

Der runde und entspannte Höreindruck findet sich auch im Frequenzgang deutlich wieder

Das rückseitige Anschlussterminal beinhaltet

auch die dynamische Anpassung für den Bass

Für das Auge des Betrachters schwer zugänglich:

die Bassreflexöffnungen an der Unterseite

den einzelnen Elementen befindet sich

ein dämmendes Weichfasermaterial, das

für eine Schwingungsentkopplung unter

den Rippen sorgt. Acht verschiedene Arten

vom Deckel bis zum Boden sind unter

anderem für eine Gehäusetrennung, das

Anschlussterminal sowie Versteifungen

zuständig. Zusammen erhält man damit

einen Standlautsprecher von 1,22 Meter

Höhe und mit einem beachtlichen Gewicht

von 52 Kilogramm. Mit den bereits

in den Boden eingelassenen Spikes lässt

sich der Berlina RC7 bequem zugänglich

und werkzeuglos erhöhen. Eine optionale

Stein platte kann als monumentale Basis

hinzubestellt werden.

Je nach Kundenwunsch werden die Lautsprecher

wahlweise mit einem Keramikhochtöner

von der Manufaktur Accuton

oder einem Diamant-Hochtöner bestückt.

Technisch unterscheiden sich beide Kalottensysteme

vorrangig in der erhöhten Resonanzstabilität,

die die Diamanten bieten.

Die Resonanzfrequenz der Diamantvariante

liegt deutlich außerhalb des Hörbereiches

und wirkt nicht direkt auf das Verzerrungsverhalten,

woraus sich im Allgemeinen

eine noch feinere Auflösung ergibt. Dieser

Zugewinn ist mit weiteren 6 000 Euro pro

Paar zu veranschlagen. Aufgrund der vorbereiteten

Upgrade-Fähigkeit der Isophon-

Lautsprecher können diese auch noch zu

einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet

werden. Verglichen mit den Vorgängermodellen

sind beide Hochtöner mit neuen

Magneten ausgestattet, die für eine höhere

Dynamik und klangliche Auflösung

sorgen. Die Tief- und Mitteltoneinheiten

arbeiten auf der bei Isophon bewährten

Keramikmembran basis und werden bruchsicher

mit Gittern geschützt. Der von 170

bis 3 400 Hertz (Hz) abstrahlende Mitteltöner

wird im eigenen Gehäuse gegen

stehende Wellen mit Schafwolle und

dem kevlarähnlichen Material Twaron bedämpft.

Der Arbeitsbereich bis zur unteren

Grenzfrequenz von 33 Hz wird pro Chassis

von drei 17-cm-Bässen übernommen, die

zur gleichmäßigen Raumanregung Unterstützung

von zwei Bassreflexports bekommen.

Sollte es doch einmal zu viel oder gar

zu wenig des Guten sein, bietet der Lautsprecher

eine Raum anpassung, die sich je

nach Musikmaterial individuell abstimmen

lässt. Die vergoldete Steckbrücke befindet

sich über dem WBT-Single-Wiring-Terminal

und ist dreistufig einstellbar von –1,5

Dezibel (dB) über neutral bis +1,5 dB. Auf

Kundenwunsch und gegen Aufpreis sind

die Isophon-Lautsprecher auch mit einem

Bi-Wiring-Terminal erhältlich.

Gleichfalls innovativ ist die vom Bund geförderte

Entwicklung im Inneren des Berlina,

in dem sich die weltweit erste vollsymmetrische

Frequenzweiche befindet. Die mit 37

Mundorf/Intertechnik-Bauteilen versehene

Mittelhochtonweiche besitzt eine Flankensteilheit

von über 50 dB pro Oktave, was

für eine verzerrungsfreie Wiedergabe ohne

Dynamikeinschränkungen sorgt. Während

sich die Bassfrequenz weiche im Bassgehäuse

befindet, ist die Mittelhochtonvariante

darunter in einer eigenen abgetrennten

Kammer im Fuß des Chassis untergebracht.

Damit wird grundsätzlich vermieden, dass

die Schallenergie eine Krafteinwirkung auf

die Bauteile vornehmen kann. Auch für eine

ausreichende thermische Stabilität wurde

an dieser Stelle gesorgt.

Die Verkabelung basiert auf der von Dr.

Gauder seit Jahren verwendeten niederinduktiven

Lautsprecherkabellösung namens

Clearwater. Die geringe Induktivität

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 69


der geflochtenen, soliden Einzeladern und

der trotzdem geringe elektrische Widerstand

ermöglichen einen geringen Dämpfungsfaktor

im Hochtonbereich mit dem

Ergebnis einer gesteigerten klanglichen

Transparenz. Wenn man der Beschreibung

klanglicher Eigenheiten etwas voranstellen

darf, dann ist es die große Leichtigkeit

und Spielfreude, die der RC7 versprüht. Sie

vermittelt eine unangestrengte Luftigkeit

in der Abbildung komplexer musikalischer

Strukturen. Dieser Höreindruck wurde in

unserem Hörraum durch eine sehr gute

und tiefreichende Bassreproduktion unterstützt,

die durch den druckvollen Gesamtausdruck

des RC7 zum Ausdruck kommt,

aber nie vordergründig wirkt. Eine erste

Notiz lautete Entspanntheit. Genau diesen

natürlichen und friedvollen Eindruck

erlebten wir. Keine Angestrengtheiten

waren im Klangbild zu erkennen, so wie

sie durch die Forcierung von klanglichen

Schärfen, die Blechbläser bieten können,

auffallen. Es waren die emotionalen Momente

eines Gesangsvortrages, bei dem

Die Grafik zeigt das getrennte Kammer- und

Versteifungssystem des Berlina RC7

die Sängerin sehr plastisch zwischen den

beiden RC7 stand. Keine Sibilanten reizten

die Aufmerksamkeit und die musikalische

Begleitung war in einem definierten Abstand

eindeutig lokalisierbar. Für uns als

Verfechter des Stereodreiecks war das

Einrichten der Berlinas eine initiierende Erfahrung,

denn die gewohnte Einwinklung

auf den Hörplatz zeigte beim Staging-Test

auf, dass dieser hier nicht funktionierte.

Eine Lösung für diese Anforderung fand

sich nur durch ein Einwinkeln von weniger

als 10 Grad. So etwas kann möglich sein,

wenn hohe Filterflanken steilheiten und

eine maximale Ausnutzung des chassiseigenen

Übertragungsbereiches eingesetzt

werden. Auf einer Basisbreite von 2,7 Metern

spannte sich eine hervorragende akustische

Bühne auf, die in der räumlichen

Tiefe unsere Stepptänzerin weit in den klar

abgrenzbaren Bühnenraum verschwinden

ließ, bis sie ihre Runden bis zur Bühnenkante

wieder ausweitete – jeder Stepp

klar und deutlich. Vorn links plastisch mit

organisch nicht überspitzten Saiten erklang

die Begleitung der Flamencogitarre.

Ein weiteres beliebtes Klangbeispiel führte

uns den druckvollen tiefen Orgelklang vor.

Demgegenüber intonierte die Sopranistin

ohne Verzerrungen in der höchsten Lage

ihres Gesangsvortrages im Kirchenraum

mit klarer Artikulation und fest umrissener

Position. Der voluminöse Orgelton deckte

ihre Stimme nicht zu, er begleitete sie.

Der höchste Anspruch wurde für uns in

der von uns oft genutzten Aufnahme der

Ouvertüre „Der Fliegende Holländer“ erfüllt.

Hier müssen sich die Streicher, die das

tosende Meer illustrieren, mit dem unheilvollen

Grummeln der Pauken in den verschiedensten

Dynamikstufen messen. Die

Auflösung der oberen Mittenfrequenzen

und die Impulstreue bilden hier die Grundlage

für eine hohe Durchhörbarkeit. Dabei

werden die Ausmaße der Orchestrierung in

der Tiefe und Breite der Aufnahme hörbar,

wenn die gegensätzlichen Klangfarben der

Holz- und Blechbläser aus verschiedenen

Richtungen und Entfernungen deutlich

wahrnehmbar werden. Es gibt nichts Schöneres,

als eine Illusion von einem Konzertsaal

vor sich zu haben oder ein Jazzquartett,

das fast in Lebensgröße zwischen den

Standlautsprechern seinen musikalischen

Esprit verströmt. Achtung, bei einem so

verzerrungsarmen Lautsprecher wie dem

RC7 merkt man gar nicht, mit welchem

erhöhten Schalldruckpegel man gerade

hört. Bei durchschnittlicheren Konstruktionen

als den Berlina RC7 wird der Klang

schnell aufdringlich, die Chassis geraten

an ihre Grenzen. Ein Wesensmerkmal eines

wirklich erstklassigen Lautsprechers ist die

Aufhebung von Grenzen. Damit kratzte

er auch an unserem Wertungssystem! Die

Lautsprecher haben ihren Preis – sie spielen

dafür in einer eigenen Liga, passend zum

High-End-Anspruch dieser Ausgabe.

Die Qual der Wahl: Der obere Hochtöner ist der

„diamantene“, der untere mit Keramikkalotte

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Isophon

Modell

Berlina RC7

Paarpreis (UVP)

(Keramikhochtöner) 23 998 Euro/Paar

Information

(+49-0-7159-920161), www.isophon.de

Maße (B/H/T)

23 × 122 × 46 cm

Gewicht

52 kg

Farben

dicke Rippe in Klavierlack schwarz od.

weiß; dünne Rippe in jeder RAL-Farbe

Anzahl Lautsprecher 5

Technische Daten

Regallautsprecher

Arbeitsweise

Bauform

Impedanz

Frequenzgang nach

Herstellerangaben

Empfohlene

Ver stärkerleistung

des Herstellers

Kennschalldruck nach

Angabe/ gemessen

Vorteile/Nachteile

Vorteile

Nachteile

Bewertung

3-Wege, passiv

Symmetrisches Dreifach-Bassreflexsystem

12. Ordnung

4 Ohm

k. A., wir haben gemessen: 32 Hz (–3 dB)

bis weit über 22 kHz mit Keramikhochtöner

k. A., wir empfehlen 50–290 W

Sinusleistung

k. A., wir haben gemessen:

85,5 dB@4 Ohm/2 Vrms (1 W/1 m),

88,5 dB@8 Ohm/2,83 Vrms (1 W/1 m)

· ausgezeichnete räumliche und

klangliche Abbildungseigenschaften

bei einer sehr unkritischen

Aufstellung, sehr verzerrungsarm

· 10 Jahre Garantie

· keine

Audio

Basswiedergabe 11,5/12

Mittenwiedergabe 11/12

Höhenwiedergabe 11/12

Dynamik 10,5/11

Neutralität 11/12

Räumlichkeit 11/12

Lebendigkeit/

Impulstreue

10,5/11

Wiedergabequalität

76,5/82

Ausstattung/

Verarbeitung

9/9

Benutzerfreundlichkeit

7,5/9

Zwischenergebnis

93 von 100 Punkten

Konstruktions-/

Materialaufwand

+4,5

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Referenzklasse 97,5/100

Bilder: Isophon

70 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


MBL Akustikgeräte Corona Line mbl 120

AUSGABE 3.2012

Rundumstrahler mbl 120

Von den Großen lernen, um es bei den Kleinen noch besser zu machen! Das wäre

eine Ankündigung, die dem kompakten Radialstrahler mbl 120 aus der Corona Line

die nötige Aufmerksamkeit zu seinem Auftritt verleiht.

VON JENS VOIGT

Bilder: MBL

Eignungsempfehlung

Rock und Pop:

Instrumental und Gesang:

Heimkino:

High End aus Berlin, gefertigt durch die

Manufaktur der MBL Akustikgeräte,

wird maßgeblich in der Technik vom Entwickler

und Tonschaffenden Jürgen Reis

geprägt. Diese Technik scheint etwas Besonderes

zu haben, denn die hier gefertigten

Klangstrahler sind durchweg exotisch im

Vergleich zum allgemeinen Lautsprechermarkt.

Die Qualität von Verarbeitung und

Oberflächendesign ist auch in Bezug auf die

erhältlichen Hochglanzlackierungen ausgezeichnet.

Selbst der Standfuß für den 120er,

die Kabelführung sowie das Anschlussterminal

lassen keine Zweifel aufkommen.

Zwei Radialstrahler übereinander angeordnet

bilden den Hochtöner und den Mitteltöner

des mbl 120. Sie bestehen aus dünnen

Streifen eines Karbonfasergeflechts,

die sich vertikal um eine kugelähnlich gewölbte

Fläche verteilen. Diese ist mit einem

dämpfenden Material überzogen, um

störende Geräusche zu vermeiden, wenn

die Streifen vibrieren. Das obere Ende der

Streifen ist fixiert, während das untere an

einem Schwing spulenträger befestigt ist,

der ähnlich wie bei einem herkömmlichen

Lautsprecherantrieb in den Luftspalt eines

Magneten eintaucht. Setzt Musik in Form

eines elektrischen Signals die Spule in Bewegung,

werden die Karbonstreifen nach

außen gebogen und wieder gestreckt. Dabei

setzen sie in ihrer unmittelbaren Nähe

Luft in Bewegung und erzeugen Schall.

Dies erfolgt nahezu 360 Grad um die

Kugel fläche herum – hier steht High-End-

Technologie im Hörraum.

Da bei dem mbl 120 kein Radialstrahler für

die tieferen Frequenzen eingesetzt wird,

übernehmen zwei im unteren Korpus entgegengesetzt

montierte und gleichzeitig

nach außen strahlende Tiefmitteltöner die

Erweiterung des Übertragungsbereiches.

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 71


Sie verfügen jeweils über ei-

nen Durchmesser von 145

Millimetern, einen fest stehenden

Phase-Plug und belastbare

ar Gummisicken. Ihr

Übertragungsbereich

wurde

über

eine Tiefensperre so

begrenzt, dass Membranauslenkung

und nutzbarer Wirkungsgrad

optimal mit dem

Bassreflexgehäusevolumen

interagieren. Damit die beiden

Chassis, die schon aufgrund

ihrer schiefwinkligen

Flächen ausgezeichnete resonanzoptimierte

Gehäuse

darstellen, nicht mit ihrer

mechanischen

Energie

zusätzlich belastet werden,

sind sie miteinander

verbunden. Ein Blick in

die Reflexöffnung zeigt

die massive Aluminiumverbindung.

Damit

hat es MBL geschafft,

in einem kompakten

Gehäuse mit einem

Innenvolumen von 20

Litern einen fast linearen Bass in

unserenn Hörraum abzustrahlen.

Da

unser Hörraum über eine

veränderliche erli akustische Gestal-

tung verfügt, war es möglich,

für

den Radialstrahler einige

Optimierungen

vorzunehmen,

die für jeden Radialstrahler individuell

l vorgenommen werden

sollten (siehe Kasten: „Zum Ver-

ständniss

des Radialstrahlers“).

Den klanglichen und räumlichen

Eigenschaften wurde damit ad-

äquat Rechnung getragen und

selbst st das Mess ergebnis des

Übertragungsbereiches

der mbl 120 bestätigt

die akustischen Anstrengungen.

Um es

12 dB

3 dB

0 dB

–3 dB

–12 dB

Abstand: 1 Meter, SPL: 74 dB(C)

30 40 50 70 100 Hz

200 300 400 500 700 1 kHz 2 3 4 5 7 10 kHz 20 kHz

Erstaunlich: Mit Einfluss unserer optimierten Raumakustik zeigt sich ein sehr ausgeglichener Verlauf

vorwegzunehmen: Am beeindruckendsten

war die Performance bei jeglicher Art konzertanter

Musik. Die Leichtigkeit, mit der sich

die akustische Bühne zwischen den beiden

Strahlern und auch davor bzw. dahinter ausbreitet,

ist einfach eine Erfahrung wert. Der

eigentliche Ort der Schallentstehung ist fast

nicht an den mbl 120 auszumachen. In unseren

Testmusiken bewegte sich die Stepptänzerin

sehr gut lokalisierbar in die Tiefe

der Theaterbühne und wieder zurück bis an

den Bühnenrand. Die bebende Resonanz des

Bühnenbodens war noch sehr gut vernehmbar,

genauso wie die organisch erklingenden

gezupften Saiten der Flamenco gitarre. Es

stellt sich ein entspann ter Hörgenuss ein,

weil es keinerlei Schärfen im Klangbild gibt.

Schließlich wird das Abstrahlverhalten mit

steigender Frequenz nicht so gebündelt, wie

es bei vielen anderen Lautsprechern der Fall

ist. Damit bekommt ein Gesangsvortrag einer

Sopranistin einen ganz realistischen und

nicht zum Verzerren neigenden Ausdruck.

Auch das Cembalospiel wirkt real und plastisch,

ohne dass die Federkiele einen deutlichen

Geräuschanteil erhalten. Anzumerken

ist, dass Instrumente mit einem markanten

Eigenklang, wie Flügel, Holzbläser und Streicher,

je nach den Einflüssen der Raumreflexionen

auf Verfärbungen im Grundton reagieren.

Hier gilt es, die Aufstellung der mbl

zu korrigieren, bis der Effekt unbedeutend

wird. Das Gleiche gilt auch für bestimmte

Kinoatmosphären wie Regen oder Tiergeräusche

z. B. einer Grille, da der Abgleich

mit den Hörerfahrungswerten schnell Abweichungen

aufdeckt. Bei einer Sinfonie hingegen

stellt sich schnell der bekannte Effekt

der Räumlichkeit ein, so, als ob der Sitzplatz

auf den besten Plätzen im Saal gewählt wurde.

Die Lokalisierbarkeit der Instrumentengruppen

bleibt dabei sehr schön erhalten.

Das liegt auch an dem sehr guten Impulsverhalten

der 120er, das ohne Überspitzungen

oder deutlich wahrnehmbare Verschleppungen

stattfindet. Dies zeigt sich in rund

ausklingenden Kesselpauken oder in warm

und trotzdem im Obertonbereich strahlenden

Blechbläsern. An dieser Stelle muss

erwähnt werden, dass der mbl 120 nach

einem leistungsstarken Verstärker verlangt.

Der Kennschalldruck macht glücklicherweise

keine realistische Klangreproduktion aus,

doch für die Abbildung von dynamischen

Ereignissen muss der Verstärker schnell und

stabil auf erhöhte Leistungsanforderungen

reagieren können. Der Impedanzverlauf

der 120er kennt keine tiefen Einbrüche, er

kann aber manchen Verstärker fordern.

Gute Partner bei uns waren der NAD M3e

und die Monoblockendstufe B.M.C. Audio

M1. MBL bietet natürlich auch seine eigenen

optimierten Verstärker C51 und C21 an –

die Auswahl treffen Sie.

Einer der beiden Tieftöner, die sich hinter den seitlichen Abdeckungen

verbergen. Der Phase-Plug ist fest stehend

Anschlüsse gibt es mehrere. Diese hier sind direkt auf der Rückseite der

120er angebracht. Der Standfuß bietet alternativ eigene an

Bilder: Auerbach Verlag, MBL

72 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Zum Verständnis des Radialstrahlers

Heute Abend haben Sie ein Hauskonzert!

Ja, richtig, Sie haben sich ein Streichquartett

eingeladen, das Ihnen den perfekten

musikalischen Rahmen für ein lang geplantes

Ereignis bietet. Sie möchten, dass

die Musiker und ihre Instrumente eine

optimale Performance zu Gehör bringen,

also platzieren Sie diese so repräsentativ

wie möglich und geben ihnen ein Podest

oder eine Bühne. Oder kommen Sie etwa

auf die Idee, diese an der hintersten Wand

oder in der Ecke des Raumes zu verstecken?

Nein, niemals, sagen Sie? Dann sind

Sie begeisterungsfähig für Radialstrahler.

Warum? Ein Musikinstrument strahlt seine

Schallenergie nicht nur in eine Richtung

ab, sondern allseitig. Natürlich gibt

es von Instrument zu Instrument Unterschiede,

welche musikalischen Formanten

in welche Richtung bevorzugt abgestrahlt

werden. Ein Radialstrahler verhält

sich hier homogener und bevorzugt keine

Abstrahlrichtung. Er sendet die musikalischen

Klänge nahezu nach allen Seiten

gleichmäßig ab. Das entspricht im Ansatz

der idealen Schallquelle, so wie auch Musikinstrumente

oder ganze Klangkörper

sie bilden können. An dieser Stelle unterscheidet

sich der Radial strahler von allen

üblichen Stand- und Kompaktlautsprechern,

die von ihrer vor- und anteilsmäßig

rückseitigen Abstrahlcharakteristik

geprägt sind. Und das hat einen entscheidenden

Einfluss auf die Interaktion mit

der Raumakustik: Man stelle sich vor, das

Streichquartett musiziert in Ihrem Garten,

der Klang wirkt schlank und Sie werden

das seltsame Gefühl nicht los, dass

sich keine klangliche Einheit als Klangkörper

aus allen Instrumenten bildet, jedes

Instrument wirkt für sich. Es fehlt der

Eindruck eines verbindenden Raumes,

denn erst die Schallreflexionen von den

Begrenzungsflächen geben dem Zuhörer

diesen Eindruck. Das gleiche Prinzip wirkt

ebenfalls bei den Radialstrahlern, denn

auch diese regen die Raumreflexionen an.

Somit ist die Sorgfalt, die bei der Aufstellung

verwandt wird, genauso wichtig wie

die Oberflächenbeschaffenheit der Begrenzungsflächen.

Eine diffuse Streuung

der ausgesandten musikalischen Signale

an den Seitenwänden begünstigt die Abbildung

der musikalischen Bühne ebenso

wie eine möglichst massive und reflektierende

Rückwand. Das sind ansatzweise

die Gegebenheiten eines Konzertsaales,

in dem auch die Musiker nicht direkt vor

der Wand sitzen, sondern ein gewisser

Abstand zu dieser vorherrscht. So sollte

es auch mit den Radialstrahlern sein. Ein

idealer Abstand zu den Begrenzungsflächen

ergibt sich aus dem sogenannten

Hallradius einer idealen Schallquelle, die

sich von einem Punkt aus allseitig gleichmäßig

ausbreitet. Hier wirken Faktoren

wie der Absorptionsgrad der Raumoberflächen

und weitere Funktionen, die die

Nachhallzeit beeinflussen. Damit müssen

Sie sich nicht herumschlagen, denn ein

Händler, der mit Radialstrahlern umgeht,

weiß diese auch aufzustellen. Diese Ausführungen

sind dennoch essenziell, um

zu verstehen, wieso diese Art der Schallwiedergabe

solch einen entspannt wirkenden

räumlichen Charakter hat. Dieser

hebt zwar den Sweetspot nicht auf,

lässt ihn aber auch nicht mehr so wichtig

wirken. An anderen Stellen wurde

viel über Radialstrahler geschrieben und

häufig wird aus Unkenntnis oder falsch

interpretierten Wirkungsprinzipien der

Raum akustik eine vorschnelle Fehleinschätzung

des klanglichen Geschehens

gezogen. Richtig ist, dass ein Akustikdesign,

das bei den üblichen Lautsprecherkonstruktionen

sehr gut unterstützend

wirkt, bei einem Radialstrahler zu klanglichen

Verfärbungen führen kann. Wenn

z. B. in bestimmten Frequenzbereichen

der Schallabstrahlung die Wandreflexionen

stärker bedämpft sind, kann sich

daraus das Mischungsverhältnis aus Direkt-

und Diffusschall am Hörort mit einer

klanglichen Verfärbung darstellen.

Diese wirkt zum Teil unnatürlicher als

eine übliche Verfärbung, die durch Überlagerung

von Direkt- und Diffusschall am

Hörort entsteht, wenn die Reflexionen

keine starken frequenzselektiven Dämpfungen

erfahren. Womit wir wieder beim

Konzertsaal angekommen sind, der im

Bereich der Musiker häufig aus Schallleitung

durch gelenkte Reflexionen und

diffuser Zerstreuung des musikalischen

Schalls seitlich vom Zuhörer besteht. Aus

diesem Grund mögen Radialstrahler größere,

offene Räume mit gezielt eingesetzter

raumakustischer Korrektur und

Fingerspitzengefühl bei der Aufstellung

in Bezug auf Basisbreite und Wandabstand.

Im Übrigen ist dies einfacher zu

realisieren als ein akustisch referenzfähig

optimiertes Studio oder ein Hörraum.

Radialstrahler senden nach allen Seiten Schallenergie aus (grün). An harten Oberflächen wird diese

Energie direkt reflektiert, strukturierte Flächen streuen den Schall gerichtet oder diffus (rot)

Oben der Radialstrahler für den Hochton- und

unten etwas größer für den Mitteltonbereich

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

MBL Akustikgeräte GmbH & Co. KG

Modell Corona Line mbl 120

Paarpreis (UVP)

14 500 Euro (Standfüße 1 100 Euro)

Information

www.mbl.de

Maße (B/H/T)

30 × 121 × 39 cm

Gewicht

26 kg (inkl. Standfuß)

Farben

Klavierlack in Schwarz, Weiß oder Silber

Anzahl Lautsprecher 4

Technische Daten

Regallautsprecher

Arbeitsweise

Bauform

Impedanz

Frequenzgang nach

Herstellerangaben

Empfohlene

Verstärkerleistung

des Herstellers

Kennschalldruck

nach Angabe/

gemessen

Vorteile/Nachteile

Vorteile

Nachteile

Bewertung

3-Wege, passiv

Bassreflex mit Öffnung auf der Rückseite

4 Ohm

45–30 000 Hz

k. A., wir empfehlen

80–280 W Sinusleistung

k. A., wir haben gemessen

79 dB@4 Ohm/2 Vrms (1 W/1 m)

82 dB@8 Ohm/2,83 Vrms (1 W/1 m)

· hohe Homogenität im Klangbild

· räumliche Abbildung der akustischen

Bühne ohne Vorzug des Sweetspots

· benötigt kräftigen Verstärker für große

Dynamik

Audio

Basswiedergabe 10,5/12

Mittenwiedergabe 11/12

Höhenwiedergabe 10,5/12

Dynamik 10/11

Neutralität 10,5/12

Räumlichkeit 11,5/12

Lebendigkeit/

Impulstreue

10/11

Wiedergabequalität

74/82

Benutzerfreundlichkeit

7/9

Ausstattung/

Verarbeitung

9/9

Zwischenergebnis

90 von 100 Punkten

Konstruktions-/

Materialaufwand

+4

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Ausgezeichnet 94/100

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 73


Dynaudio Contour S 5.4

AUSGABE 3.2012

Zeitloser Klassiker

Aktuell bereichern die ersten WLAN-fähigen Lautsprecher

den Markt, die das moderne Zeitgefühl beschreiben.

Getreu dem Begriff der Entschleunigung haben wir

uns für einen Test eines zeitlosen Klassikers entschieden,

den wir in Dynaudios Contour S 5.4 gefunden haben.

VON TORSTEN PLESS

Dynaudio ist mit seiner überaus erfolgreichen

Contour-Serie bereits seit

mehreren Jahren auf dem Markt, weshalb

wir uns in den immer schnelllebigeren

Zeiten entschlossen haben, das größte Modell

dieses Klassikers einem Test zu unterziehen.

Die bekannteste Surround-Reihe

des Herstellers profitiert nicht zuletzt von

den Technologien der Topserien Evidence

und Confidence, die mit der Contour S 5.4

einen günstigeren und dennoch hochwertigen

Partner haben. Mit einer Höhe von

1,45 Metern und einem beachtlichen Gewicht

von 46 Kilogramm ist der Lautsprecher

sicher nichts für kleine Hi-Fi-Räume.

Bei seiner Entwicklung wurde auch die Optik

nicht außer Acht gelassen, sodass sich

der Lautsprecher familienfreundlich in das

Wohninterieur einfügt.

Die Verarbeitung lässt vom Gehäusechassis

bis zu den verbauten Speakern keine Wünsche

offen, was sowohl den veranschlagten

Preis als auch die Qualität unterstreicht.

Das Gehäuse ist mit mehreren verleimten

Schichten als Sandwich-Konstruktion konzipiert,

die für einen massiven Korpus sorgt

und mit ihrer Maserung feine Akzente

setzt. Als Standardausführung in verschiedenen

Echtholzfurnieren stellen die Lautsprecher

unterschiedlichste Bedürfnisse

zufrieden und sind gegen einen Aufpreis

in Klavierlackfinish oder einem Furnier direkt

nach persönlichen Vorstellungen erhältlich.

Die Front des Lautsprechers glänzt

im wahrsten Sinne des Wortes mit einer

exakt gefrästen 5-Millimeter-Stahlplatte,

auf der sich die einzelnen Chassis befinden.

Durch das massive Metall wird für

eine konstante Ableittemperatur gesorgt

und der Gehäuseaufbau zusätzlich stabilisiert.

Mittels einer resonanzabsorbierenden

Dämpfungsschicht zwischen Stahlplatte

und Holzgehäuse erreicht man eine zusätzliche

Festigkeit, die ungewollte Gehäuseschwingungen

nahezu ausschließt.

Je nach Geschmack kann die magnetische

Schutzabdeckung entfernt werden, was

der audio phile Hörer zu schätzen weiß.

Insgesamt beherbergt jeder der 3-Wege-

Lautsprecher vier Aluminiumgusschassis in

den Größen 2,8, 15 und 2 × 20 Zentimeter

(cm). Der Esotec-Hochtöner mit seiner

mehrfach beschichteten Gewebekalotte

ist dabei in eine eigene, ebenso massive

Metallplatte eingesetzt. Zu seinen Besonderheiten

zählen eine Aluminiumschwingspule

sowie eine rückseitig angebrachte

Dämpfungskammer mit Diffusorkegel, die

rückwertig abgestrahlte Schallanteile direkt

absorbiert. Um jegliche Membranresonanzen

auszuschließen, ist die Kammer zusätzlich

mit einer Rippenstruktur versehen.

Eignungsempfehlung

Rock und Pop:

Instrumental und Gesang:

Heimkino:

Bilder: Auerbach Verlag, Dynaudio

74 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Abstand: 1 Meter, SPL: 74 dB(C)

12 dB

3 dB

0 dB

–3 dB

–12 dB

30 40 50 70 100 Hz

200 300 400 500 700 1 kHz 2 3 4 5 7 10 kHz 20 kHz

Der Frequenzverlauf der Contour S 5.4 ist über den kompletten Übertragungsbereich sehr linear

Die drei den Mittel- und Tieftonbereich

übertragenden Speaker bestehen aus MSP-

Mem branen, gefertigt aus Magnesium-

Silikat-Polymer. Auch diese werden jeweils

von einer großzügig dimensionierten

Alu-Schwingspule angetriebenen, die für

die hohe Impuls- und Pegelfestigkeit der

Dynaudio Contour S 5.4 sorgt. Dank des

geringen Eigengewichts von Aluminium

erreichen die Treiber trotz des großen Spulendurchmessers

einen erstaunlichen Hub.

Der eigentliche Antrieb wird von Neodym-

Magneten übernommen. Unterstützung

erhält der Tieftonbereich von einem Bassreflexport

je Lautsprecher, der sich abhängig

von der Aufstellung mit den beigelegten

Schaumstoffpfropfen verschließen lässt.

Dadurch wird unter Beachtung physikalischer

Gesetze, wie z. B. möglicher Kammfiltereffekte,

eine einfache Aufstellung der

S 5.4 garantiert. Unterhalb der Reflexöffnungen

und der verbauten Frequenzweiche

befindet sich ein vergoldetes und

vollisoliertes WBT-Anschlussterminal, das

neben Bananensteckern auch für Kabelschuhe

perfekt geeignet ist. Die massive

Bodenplatte mit einschraubbaren Spikes

sorgt für sicheren Halt und die nötige akustische

Bodenentkopplung.

Dass die in die 21,4 cm schlanken Standlautsprecher

eingebauten Hoch- und Mitteltöner

relativ nah beieinander angeordnet

sind, sorgt nicht zuletzt für die sehr

ausgeglichene Wiedergabe, die wir wäh-

rend unseres Hörtests erlebten. Besonders

die ausgezeichnete Durchhörbarkeit in

dicht gestaffelten Arrangements wusste

uns in unserem Hörraum zu gefallen. Dazu

passend zeigte sich die akustische Bühne

überdurchschnittlich weit aufgestellt, was

nicht nur während der Stereowiedergabe

für eine umhüllende Klangatmosphäre

sorgte. Mit weit in den Raum hinein hörbarer

Schärfe ließen sich die verschiedenen

Tiefenstaffelungsstufen unterschiedlicher

Musikmischungen jederzeit differenzieren.

Eine tiefe Impulshaftigkeit sowie eine feinauflösende

Detailzeichnung ergänzten die

Raumgestaltung zusätzlich. Der keinesfalls

dominant gestaltete Tiefmitteltonbereich

sorgte für eine realitätsnahe Wiedergabe,

die je nach Anforderung auch den tiefen

Grundton einer Orgelaufnahme detailgetreu

und sauber übertrug. Eine bewusst

helle Note in der Geschmacksabstimmung

bewirkte den frischen Klang der Contour S

5.4, die auch bei stark komprimierten Vokalaufnahmen

zu keiner Zeit zu Konsonantenüberzeichnungen

neigte. Besonders in

voller Orchesterbesetzung gefiel die hohe

Detailfreude, die Feinheiten wie das leise

Wenden der Notenblätter zum Vorschein

brachte. Egal ob für den audiophilen Musikgenuss

oder für das große Heimkino,

Dynaudios Contour S 5.4 fühlt sich in beiden

Welten zu Hause, vielleicht auch bald

bei Ihnen. Von uns gibt es für die Contour

die Empfehlung: „Ausgezeichnet“.

Die Frequenzweiche befindet sich zwischen

Reflexport und WBT-Single-Wiring-Terminal

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Dynaudio

Modell Contour S 5.4

Paarpreis (UVP)

8 400 Euro

Information

www.dynaudio.com/d/

Maße (B/H/T)

39 × 145 × 41 cm

Gewicht

46 kg

Farben

versch. Echtholzfurniere, Klavierlack,

eigene Vorgaben möglich

Anzahl Lautsprecher 4

Technische Daten

Regallautsprecher

Arbeitsweise

3-Wege, passiv

Bauform

Bassreflex mit Öffnung

auf der Rückseite

Impedanz

4 Ohm

Frequenzgang nach

30–27 000 Hz +/–3 dB

Herstellerangaben

Empfohlene

20–200 W

Verstärkerleistung

des Herstellers

Kennschalldruck nach 87 dB/87 dB@8 Ohm/2,83 Vrms (1 W/1 m)

Angabe/gemessen

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· hohe Dynamik- und Pegelstabilität

· sehr weitreichendes Klangbild

· straffer Bassbereich

Nachteile

· keine

Bewertung

Audio

Basswiedergabe 11/12

Mittenwiedergabe 10,5/12

Höhenwiedergabe 11/12

Dynamik 10,5/11

Neutralität 11/12

Räumlichkeit 11/12

Lebendigkeit/

Impulstreue

10,5/11

Wiedergabequalität

75,5/82

Benutzerfreundlichkeit

7,5/9

Ausstattung/

Verarbeitung

8/9

Zwischenergebnis

91 von 100 Punkten

Konstruktions-/

Materialaufwand

+3

Preis/Leistung

Ausgezeichnet

Ergebnis

Ausgezeichnet 94/100

Umgekehrte Reihenfolge: Der Hochtöner befindet

sich ganz unten, aber direkt auf Ohrhöhe

Der S 5.4 beherbergt zwei identische Tieftöner

mit großen Aluminiumschwingspulen

Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft

Test 75


Ästhetik pur

Sonus Faber Cremona M

Wie oft wurde schon von Schönheit und Emotionen geschrieben, wenn es um Standlautsprecher

geht? Ein interessantes Wechselspiel zwischen einem elektroakustischen

Gerät und der Eleganz eines Musikinstrumentes entsteht. Wieso?

VON JENS VOIGT

Für den formschönen und stromlinienförmigen

Standlautsprecher

Cremona M stand das

größte Modell der Cremona-

Linie Pate, das Modell Elipsa. Das

Konzept ist durchdacht, bietet es

doch die Möglichkeit, von Stereo

auf sich zukünftig ändernde sprüche für Surround aufzurüsten.

Dabei bleibt das reizvolle optische

Erscheinungsbild an allen Surround-round-

Speakern erhalten. Sonus Faber be-

Anschreitet

in der baulichen Umsetzung

des Korpus für die Lautsprecher er einen

Weg, den auch Instrumentenbauer für

Streichinstrumente nutzen. Mit selektierten dünnen Holzschichten, chten, die

auch im Geigenbau die Schalldecke ldecke des

Instruments bilden, werden die Gehäuse

hand-

gefertigt. Bei dem Cremona M werden bei mehrere dieser Schichten und massives

da-

Ahornholz in einer Sandwich-Bauweise auweise einander verbunden, um Gehäuseresonanzen

zu unterdrücken. Es gibt an dieser Stel-

mitle

Parallelen zum Geigenbau, nur dass hier

eine Resonanzkontrolle eingesetzt etzt wird, um

den Klang gezielt zu beeinflussen, sen, und nicht,

um Resonanzen gänzlich zu eliminieren. Die

Cremona M erhalten in der internen Gehäusekonstruktion

durch das Einbringen von bungen auf den Seitenwänden eine zusätzliche

Schwingungskontrolle gegen unerwünschte

Verstre-

Resonanzen. Die Formgebung des Gehäuses

gewährleistet zudem eine sehr gute ckung stehender akustischer Wellen im Korpus

selbst. Zum Abschluss kommen für die verschiedenen

angebotenen Öberflächendesigns

nur ökologisch unbedenkliche Lacke

Unterdrüzum

Einsatz. Somit zeigen sich beste Eigenschaften

für diesen 3-Wege-Bassreflexlautsprengen

auf seiner

cher, der zwei Bassreflexöffnungen

Rückseite aufweist. Bei der oberen Öffnung

handelt es sich um die Reflexöffnung für das

Gehäusevolumen, das dem Hochtöner in Form

eines 25 Millimeter (mm) großen Ringstrahlers

dänischen Designs und dem Mitteltonchassis teltonchassis mit

150 mm Durchmesser für den Resonator dient.

Beide Chassis sind auf hohe Dynamik, beste lösung und gerings te nicht lineare Verzerrungen

optimiert. Der Ringstrahler strahlt den Schall hauptsächlich

an den beiden Rändern n des recht weichen

Auf-

Kalottenmaterials

ab, weil die Schwingspule

zwischen den beiden Ringen ansetzt. Damit

bildet die Kalotte eine weiche Schwingeinheit

mit großer Fläche und niedriger Resonanz-

frequenz, woraus sehr gute Dynamik ei-

genschaften resultieren. Der Mitteltöner be-

steht aus einem

Membranmaterial, das der

Betrachtung nach einer Holzfaser-Zellulose-

Membran entspricht und damit sehr gute

innere Dämpfungseigenschaften mit-

bringt. Der Antrieb und die größere Gum-

misicke ermöglichen einen zusätzlichen

Dynamikvorteil. Eine weitere Unterstüt-

zung erhält

die Hochmitteltongruppe

durch eine nicht resonierende Frequenz-

weiche 2. Ordnung, die im Phasen- und

Gruppenlaufzeitverhalten optimiert ist

und den Übergang zu den Tieftönern

schafft. Die untere Öffnung dient

dem Helmholtz-Resonator des größe-

ren Gehäusevolumens der Cremona

M, das durch die beiden 180-mm-

Tieftöner in der Luftschwingung an-

geregt wird. Die leichtgewichtigen

Aluminium-Magnesium-Membranen

besitzen eine hohe Partialdämpfung

und ihre fest stehenden Konuskonstruktionen

dienen der Wärmeabfuhr

der Schwingspule. Durch weitere

Optimierungen an den Chassis

wird die Luftkompression hinter

den Membranen, die sich gegen

den Lautsprecherkorb richtet, vermindert.

Weiterhin sorgen vier

verstellbare Spikes an massiven

Stahlelementen für eine Körperschallentkopplung.

An den Lautsprecherterminals,

die so griffig

sind wie Stimmwirbel, kennt

Sonus Faber Cremona M

die Anschlussfreudigkeit kaum

Grenzen. Und die Performance?

Die beste akustische

AUSGABE 3.2012

Bühne ergibt sich bei diesen

Lautsprechern in der Stereodreieck-Aufstellung,

denn so

überzeugen die Ringstrahler

auf „Achse“ gehört besonders.

Es gibt kein musikalisches Genre,

dass von dem Cremona M nicht

plastisch und emotional anre-

gend klanglich in Szene gesetzt

Bilder: Auerbach Verlag, Sonus Faber

76 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Abstand: 1 Meter, SPL 74 dB (C), axial

12 dB

3 dB

0 dB

–3 dB

–12 dB

30 40 50 70 100 Hz

200 300 400 500 700 1 kHz 2 3 4 5 7 10 kHz 20 kHz

Die dezenten Anhebungen im Frequenzgang sind in Hi-Fi-Kreisen sehr beliebt; das ist kein Makel

Die Gruppe besteht aus einem Ringstrahler als

Hochtöner und einem Mitteltöner

Ein erhabener Anblick, der sich hier bietet. Für

einen festen Stand sorgen die massiven Spikes

wird. Gesangsstimmen und Soloinstrumente

profitieren ungemein von diesen Attributen.

Es treten keinerlei Übersteigerungen von Sibilanten

hervor und Blechbläser weisen keine

überzogenen Klangfarben, die ins Grelle,

Harte oder Scharfe neigen, auf. Streichinstrumente

erklingen sehr glatt, ohne im Ansatz

rau zu wirken. Diese hohe Konsonanz bringt

mitunter in sehr dichten Arrangements eine

leicht zurückgesetzte Durchhörbarkeit der

orches tralen Instrumentierung mit sich, was

sehr werkabhängig zu sein scheint. Während

die Reproduktion der Ouvertüre zu Wagners

„Der Fliegende Holländer“ nahezu tadellos

erklingt, ist der Text im Chorsatz „O Fortuna“

aus der „Carmina Burana“ von Carl Orff

schon schwieriger zu verfolgen. Zu dicht,

zu glatt wirkt dieser – ein wenig mehr Esprit

ungeradzahliger Verzerrungsanteile könnte

hier hilfreich sein. Doch dies ist Jammern

auf wirklich hohem Niveau! Dieser Lautsprecher

gefällt dem Ohr, er kultiviert eine feine

Hi-Fi-Note und weniger die analytischen

Eigenschaften eines Regielautsprechers. Mit

Leichtigkeit löst er bassstarke Impulse auf

und bringt musikalische Details zu Gehör,

wobei in der Feinauflösung noch etwas mehr

zu erwarten wäre. Die Abstimmung der untersten

Resonanzfrequenz verträgt sich sehr

gut mit Räumlichkeiten um die 40 Quadratmeter,

kein Dröhnen, sondern eine sehr gute

Kontrolle tiefster Orgeltöne ist die Folge. Das

zeigte auch unsere Aufnahme der Sopranistin

mit Orgelbegleitung. Der Kirchenraum

war deutlich erfassbar – ohne ein diffuses

Verwaschen der einzelnen Geräusche. Die

Sopranistin war plastisch lokalisierbar, die

Artikulation bestechend. Man könnte noch

den organischen Umgang mit gezupften

Saiten, dem Cembalospiel oder den dynamischen

Facetten eines Steinway-Flügels bejubeln,

aber an einem Probehören kommen

Sie bei diesen Lautsprechern definitiv nicht

vorbei. Da der Cremona M etwas kräftigere

Verstärker bevorzugt, um seine Dynamikfähigkeiten

zu entfalten, fiel die Wahl auf die

AMP-M1-Monoblöcke von B.M.C., die bestens

mit dem Cremona harmonierten. Sonus

Faber bringt mit dem Cremona M nicht nur

einen optischen Leckerbissen, sondern vor

allem einen fulminanten Schallwandler mit

kultiviertem Klang und exzellenten Klangeigenschaften

auf den Markt.

Auch die Lautsprecherterminals sind

formvollendet und absolut massiv

Eignungsempfehlung

Rock und Pop:

Instrumental und Gesang:

Heimkino:

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Sonus Faber

Modell

Cremona M

Paarpreis (UVP)

8 350 Euro

Maße (B/H/T)

35 × 112 × 57 cm

Gewicht

37 kg

Information

www.audio-reference.de

Farben

Ahorn, mehrfach beschichtet mit

halb glänzendem, ökologisch

verträglichem Lack

Anzahl Lautsprecher 4

Technische Daten

Regallautsprecher

Arbeitsweise

Bauform

Impedanz

Frequenzgang nach

Herstellerangaben

Empfohlene

Verstärkerleistung

des Herstellers

Kennschalldruck

nach Angabe/

gemessen

Vorteile/Nachteile

Vorteile

Nachteile

Bewertung

3-Wege, passiv

Bassreflex, Öffnung a. d. Rückseite

4 Ohm

40–30 000 Hz

50–250 W

91 dB/90 dB@8 Ohm/2,83 Vrms (1 W/1 m),

88,5 dB@4 Ohm/2 Vrms (1 W/1 m)

· schöner Klang, ausgezeichnete

akustische Bühne und hohe Plastizität

in der Solistenabbildung

· sehr gut für Räume mit ca. 40 m 2

· höherer Anspruch an den Verstärker

Audio

Basswiedergabe 10/12

Mittenwiedergabe 11/12

Höhenwiedergabe 11/12

Dynamik 9,5/11

Neutralität 10,5/12

Räumlichkeit 11/12

Lebendigkeit/

Impulstreue

10,5/11

Wiedergabequalität

73,5/82

Ausstattung/

Verarbeitung

8/9

Benutzerfreundlichkeit

8/9

Zwischenergebnis

89,5 von 100 Punkten

Konstruktions-/

Materialaufwand

+4

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Ausgezeichnet 93,5/100

Test 77


Loewe AirSpeaker

AUSGABE 3.2012

Musik liegt in der Luft

Stil und Design gepaart mit gutem Klang und einer langjährigen deutschen

Firmengeschichte – was Loewe bisher ausschließlich seinen TV-Kunden vorbehielt,

ist nun auch der breiten Masse der audiophilen Kundschaft zugänglich. Die Markterschließung

aus der Luft gelingt mit einer drahtlosen Hi-Fi-Komponente.

VON TORSTEN PLESS

Der deutsche Hersteller Loewe, der vor

allem durch hochwertige Fernsehgeräte

bekannt ist, fasst seit Kurzem auch mit

einer eigenen Reihe im Audiobereich Fuß.

War die bisherige Audiolinie eher als klangaufwertende

Zusatzoption für den eigenen

TV-Bereich vorgesehen, schließt der Hersteller

nun zu den klassischen Hi-Fi-Firmen

auf, die sich das Airplay-Logo auf die Haube

stempeln. Mit dem AirSpeaker schickt Loewe

zudem einen der optisch ansprechendsten

Vertreter dieses Genres ins Rennen – ganz

wie wir dies bereits von den Loewe-Fernsehern

gewohnt sind. Mit dem verwendeten

Aluminium und der silbergrauen oder

schwarzen Stoffbespannung wird das unverwechselbare

Loewe- TV-Design sehr gut

mit der Gestaltung der aktuellen Apple-

Produkte kombiniert. Speziell die Randeinfassung

an der Oberseite und die abgerundeten

Kanten erinnern an das aktuelle iPad

sowie die neueste iPhone-Generation. Eine

gute Idee ist die Möglichkeit der individuellen

Design-Anpassung. Damit hebt sich

Loewe deutlich von den Produkten anderer

Hersteller ab. Die Geräteoberseite besteht

aus einem wechselbaren Inlay, das sich mittels

einer Saugvorrichtung entfernen lässt.

Loewe bietet wechselbare Inlays in jeder

beliebigen Farbe sowie als Premiumausführung

in eleganter Holzoptik an. Durch das

mit 6 Kilogramm niedrige Gewicht und die

geringen Gehäusemaße lässt sich das Gerät

flexibel und unauffällig im Raum platzieren.

Mit der variierbaren farblichen Gestaltung

eignet es sich jedoch eher als optisch-musikalischer

Blickfang, der auffällig im Raum

platziert werden will.

Sämtliche Geräteanschlüsse befinden sich

auf der Rückseite und umfassen neben

einem Netzstecker und Ethernet-Port eine

3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für analoge

Zuspielungen, für digitale steht USB bereit.

Über diese lassen sich die iOS-Geräte außerdem

bequem mit Energie versorgen. Die

Netzwerkeinbindung gelingt wie von selbst

und ohne etwaige Schwierigkeiten, lediglich

eine einmalige Ersteinrichtung wird verlangt.

Im Anschluss funkt der Loewe „Over-the-

Air“ per Wi-Fi im Airplay-Protokoll. Fortan

lassen sich sämtliche kompatiblen Geräte

vom Mac und PC aus via iTunes und die

Bilder: Loewe

78 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at

* Für hervorgehobene Fachbegriffe finden Sie die Erklärung auf Seite 84


mobilen Apple-Geräte ab Betriebssystemversion

OS4.5 als Audioquelle verwenden.

Am Quellgerät selbst erscheint neben dem

Lautstärkebalken das Airplay-Symbol, mit

dem nach einmaliger Berührung die finale

Verbindung hergestellt ist.

Die vier Bedienbuttons bestechen mit angenehmer

Zugänglichkeit und sind je nach

gewählter Quelle in Blau oder Violett beleuchtet.

Von der Lautstärkeregelung (optional

auch am AirSpeaker durchführbar)

abgesehen, überlässt Loewe die eigentliche

Bedienung den mobilen Apple-Geräten.

Alternativ verwandelt der Hersteller über

ein webbasiertes Browser-Menü auch jeden

internetfähigen Heimcomputer in

eine Konfigurationseinheit. Neben dem

herkömmlichen Power-Button besitzt der

Speaker eine Wake-on-LAN-Funktion, die

es per Zugriff über LAN und Wi-Fi erlaubt,

das Gerät aus dem Stand-by-Modus zu

wecken. So lässt sich auf bequeme Weise

Energie einsparen, ohne eine Taste direkt

am Gerät zu betätigen. Hat man sich einmal

an die Funktion gewöhnt, ist dies ein

Luxus, den man nicht mehr missen möchte.

Damit sinkt der Stand-by-Verbrauch

besonders vorbildlich unter 1 Watt (W),

der den ebenfalls verbraucherfreundlichen

Musikbetrieb von unter 20 W angemessen

unterstützt.

Mit zwei Mittelhochtönern sowie zwei ergänzenden

Minisubwoofern ist das Innere

des kleinen Quaders bestückt, der eingehende

Signale per DSP* entzerrt und über

eine 80-W-Class-D-Endstufe verstärkt.

Mit einer hellen Grundabstimmung stellte

der AirSpeaker Instrumente und Gesangsstimmen

sehr lebendig und plastisch dar,

weshalb er nicht nur als zusätzlicher Lautgeber

zur vorhandenen Anlage verstanden

werden sollte. Der AirSpeaker besticht mit

zurückhaltenden, gut betonten Bässen und

einer feinen Durchzeichnung im Mitteltonbereich.

Die Höhen wirken gut abgestimmt

und keinesfalls überbetont. Für manch audiophilen

Hörer könnte es durchaus etwas

mehr Grundton sein, uns jedoch überzeugte

der AirSpeaker hingegen mit seiner

sehr ausgeglichenen Wiedergabe.

Als Designobjekt mit hohem Spaßfaktor

passt sich der AirSpeaker von Loewe mit

wechselbarem Design perfekt seiner Umgebung

an und bietet mit Airplay das derzeit

einfachste Streaming-Verfahren auf

dem Markt.

Ausstattung

Allgemein

Hersteller

Loewe

Modell

AirSpeaker

Preis

750 Euro

Informationen

www.loewe.de

Maße (B/H/T)

24 × 12 × 24 cm

Gewicht

3,7 kg

Farben

Grau, Dunkelgrau + verschiedene Inlays

Anzahl der Lautsprecher 4

Technische Daten

Airplay-Speaker

Arbeitsweise

2.1, aktiv

Bauform

Bassreflex

Endstufenleistung

4 × 20 W

Anschlüsse

Line-In, USB

Wake-on-LAN +

Airplay/UPnP +/–

Internetradio –

Klangregelung

+ per iPhone

Akkubetrieb –

Vorteile/Nachteile

Vorteile

· individuelle Designanpassung

· musikalischer Allrounder

Nachteile

· Aufstellung des Lautgebers unbedingt

einpassen

Bewertung

Audio

Basswiedergabe 8/10

Mittenwiedergabe 8,5/10

Höhenwiedergabe 9/10

Dynamik 8,5/10

Neutralität 8/10

Räumlichkeit 8/10

Wiedergabequalität

50/60

Benutzerfreundlichkeit

19/20

Ausstattung/

Verarbeitung

18/20

Gesamt

87 von 100 Punkten

Preis/Leistung

Sehr gut

Ergebnis

Sehr gut 87/100

Anzeige

WILLKOMMEN IM

LEBEN IHRER WAHL

> PHASENLINEARE, IMPULSTREUE WIEDERGABE

KSD 2030 | KSD 2040

> COAXIALE PUNKTSTRAHLER

KSD 2010 | KSD 2020| KSD 2040

> CARBONFASER CHASSIS

KSD 2010 | KSD 2020 | KSD 2030 | KSD 2040

Die ersten professionellen Studiolautsprecher für zuhause.

Die Heimserie von KS Digital, den Studio-Monitorlautsprecher

vieler erfolgreicher Musikproduzenten, Studios, Opern und

TV/Radiostationen weltweit.

KSD 2040

7.998,-

KSD 2030

5.498,-

KSD 2020

3.998,-

KSD 2010

1.498,-

PAARPREISE INKL. MWST.

Bezugsquellen: KS digital GmbH | Altenkesseler Str. 17/D1 | 66115 Saarbrücken | www.ksdigital.de | info@ksdigital.de | Tel. 06 81/76 18 04 Test 63 79

Sprint Service GmbH | Vorgebirgsstrasse 3 | 50389 Wesseling | ks@audiophileshoeren.de | Tel. 0 22 36 / 84 84 29


Weltstar aus Down Under

Kylie Minogue begeistert mit einem perfekten

Mix aus alten Hits und neuen Ohrwürmern

Ozzy Osbourne – God Bless

Das Enfant terrible des Hardrock in einer fundierten

und unterhaltsamen Dokumentation über sein Leben

MUSIK

Seit Kurzem ist der

international erfolgreiche

schwedische

Musikstreaming-

Dienst Spotify auch

in Deutschland verfügbar.

Das heißt in

Tiemo Weisenseel kurzen Worten: 16

Redakteur

Millionen Songs (also

rund eineinhalb Millionen

CDs), die jederzeit und für jedermann

nur einen Mausklick oder einen

Griff zum Smartphone weit entfernt

sind. Durch Kooperationen mit allen Major-Labels

und beinahe allen wichtigen

Independent-Anbietern offeriert das

Por tal für einen moderaten monatlichen

Obolus eine bisher nicht gekannte Vielfalt

an Titeln und macht den Traum von

der universellen Musikmediathek wahr.

Über die datenschutztechnisch bedenkliche

Verzahnung mit Facebook kann

man sicherlich geteilter Meinung sein.

Gleichzeitig ergeben sich durch diese

ausgeprägte Social-Media-Komponente

aber ganz neue Möglichkeiten, frische

und unverbrauchte Künstler zu finden,

auf die man sonst nie gestoßen wäre.

Glauben Sie uns: Auch wir waren anfangs

skeptisch, müssen nach diesem

vielversprechenden Start allerdings neidlos

anerkennen, dass die Plattform das

Potenzial hat, die Art, wie wir Musik entdecken,

hören, archivieren und bezahlen,

von Grund auf zu revolutionieren.

Slash – Live: Made In Stoke

Die lebende Gitarrenlegende mit einer hochklassigen

Allstar-Show in seiner englischen Heimatstadt

Paul McCartney – The Love We Make

Der Mastermind der Beatles mit tiefen Einblicken bei

der Vorbereitung seines „9/11“-Benefizkonzertes

CD-Tipp des Monats:

Anathema – Weather Systems

Goldene Zeiten für

alle Anhänger der

gefeierten Progressive-Helden

aus dem Vereinigten

Königreich!

Nach dem grandiosen und symphonischen

„Falling Deeper“ im letzten

Jahr nun die fulminante Quasi-Fortsetzung

zum 2010er-Album „We‘re Here

Because We‘re Here“. Große Kunst!

Bilder: Eagle Rock, EMI Germany, Kscope Records

80 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Paul McCartney – The Love We Make

11. September 2001: Paul McCartney war gerade

auf der Rückreise aus New York, als der Pilot den

Passagieren kurz vor dem Abheben des Flugzeugs

mitteilte, welch schreckliches Ereignis ganz Amerika

erschüttert hatte. So erlebte der Künstler die gigantische

Zerstörung und die tragischen Schicksale der

Menschen also ganz unmittelbar am Ort des Geschehens.

Grund genug, innerhalb weniger Monate

mit britischen und amerikanischen Musikern ein

Konzert auf die Beine zu stellen, das der New Yorker

Bevölkerung Mut und Kraft geben sollte. Stars wie

David Bowie, Billy Idol, Elton John, The Who und

Eric Clapton beteiligten sich an diesem einmaligen

Benefi zevent. Wie Paul

McCartney dieses Projekt

stemmen konnte, erfahren

Sie in „The Love We Make“.

Die Musikdoku ist visuell

auf alt getrimmt. Das Filmmaterial

ist zum größten

Teil in Schwarz-Weiß gehalten,

nur wenige Sequenzen (TV-Interviews mit

Paul McCartney) stechen durch ihre Farbigkeit aus

dem eher düster wirkenden Streifen heraus. Um

den Retrolook zu erzeugen, wurde das Bild künstlich

verrauscht, sodass eine deutliche Filmkörnung

zu erkennen ist. Leider geht durch dieses künstlerische

Stilmittel auch etwas Plastizität und Schärfe

verloren. Akustisch umrahmt wird die Dokumentation

von Bandproben für das Benefi zkonzert im

Gedenken an den 11. September 2001. Dabei gibt

McCartney einerseits bekannte Beatles-Songs wie

„Let It Be“ oder „I’m Down“, aber auch neuere Titel

wie „Freedom“ zum Besten, die er anlässlich des

Terroranschlages geschrieben und aufgenommen

hat. Obwohl auf der Blu-ray ein 5.1-Mix anwählbar

ist, will keine echte Räumlichkeit entstehen. Zwar

wird über die hinteren Lautsprecher ein leichter

Widerhall erzeugt, allerdings ist dieser so kraftlos,

dass die unkomprimierte Stereotonspur vorzuziehen

ist. Der Kommentar wird klar und deutlich über die

Front ausgegeben.

LF

Bildqualität

Tonqualität

Musik-Verleih Eagle Rock

Genre Musikdokumentation

Preis

20 Euro

Bild MPEG-4, 1.33 : 1

Ton DTS-HD MA 5.1, LPCM 2.0

Release-Datum erhältlich

Lindsey Buckingham – Songs From The Small Machine/Live in L.A.

Mit seinem charakteristischen Fingerpicking-Stil

auf der Gitarre, frei von jeglichen Plektren, erfüllt

er den Raum mit einzigartigen Tönen. Sie reichen

von ganz leisen Anschlägen bis zu leidenschaftlichen

Klangkaskaden. Lindsey Buckingham gehört

zu den Revolutionären des Rocks, denn seine Kompositionen

haben immer etwas Einzigartiges, was

man so noch nie gehört hat. Buckinghams musikalische

Wurzeln liegen zwar in den 1970ern bei der

Band Fleetwood Mac, dennoch erlebt er nun eine

Renaissance als Solokünstler. Seinen letztjährigen

Auftritt im Saban Theatre in Beverly Hills leitete er

mit dem aus dem Film „Elizabethtown“ bekannten

Song „Shut Us Down“

ein und erzeugte dabei

auf seiner Akustikgitarre

pure Magie. Dass genau

jenes Gänsehautelement

akus tisch für die Blu-ray-

Veröffentlichung eingefangen

werden konnte,

grenzt schon an ein kleines Wunder. Der Audiomix

ist in der Dynamik und Vielschichtigkeit von

Buckinghams Gitarrenspiel einfach phänomenal.

Selbst die höchsten Höhen (wenn z. B. seine Fingerkuppen

über die Saiten gleiten) sind in ihrer Fülle

festgehalten. Ein Muss für jeden Gitarren- und

Rockfan. Das Bild schneidet nur mittelprächtig ab,

da sich durchgängig Unschärfen breitmachen und

die Farben sich logischerweise auf die spärliche Beleuchtung

der Bühne beschränken.

FT

Ozzy Osbourne – God Bless

In dieser Reminiszenz an Ozzy Osbourne wird

das gesamte künstlerische Schaffen des Musikers

betrachtet. Anders als in der TV-Show „The

Osbournes“ wird hier nicht nach Drehbuch herumgeblödelt,

sondern Ozzys Persönlichkeit mit

allen Ecken und Kanten dargestellt. Besonders

Ehefrau Sharon Osbourne und seine Kinder rechnen

vor der Kamera hart mit dem „Godfather

of Metal“ ab, was er aber selbst so gewollt hat.

Musikalisch umrahmt wird der Film von bekannten

Songs wie „I Don’t Know“. Um einen angenehmen

Surround-Sound zu erzielen, werden die Signale

zusätzlich mit einem schwachen Widerhall über die

rückwärtigen Resonanzkörper

wiedergegeben.

Die Sprachausgabe erfolgt

über den Center-Lautsprecher,

wobei es dem DTS-

5.1-Ton leider etwas an

überzeugender Dynamik

mangelt.

LF

Bilder: Edel Germany, Eagle Records

Bildqualität

Tonqualität

Musik-Verleih Eagle Rock

Genre Akustik-Rock

Preis

20 Euro

Bild MPEG-4, 1.78 : 1

Ton DTS-HD MA 5.1

Release-Datum erhältlich

Bildqualität

Tonqualität

Musik-Verleih Eagle Rock

Genre Rock

Format 20 Euro

Bild MPEG-4, 1.85 : 1

Ton DTS-HD MA 5.1, PCM 2.0

Release-Datum erhältlich

Anzahl der Blu-ray Discs

Musik 81


Gershwin – Concerto in F – Rapsody No. 2 (Blu-ray Audio)

Keine Frage, George Gershwin ist einer der bedeutendsten

Komponisten der Vereinigten Staaten.

Aus seiner Feder stammen sowohl Stücke für

den Broadway als auch klassische Konzerte. Zwei

seiner bekanntesten Werke befi nden sich auf der

Blu-ray Audio „Gershwin: Concerto in F – Rapsody

No. 2“. Das Erstlingswerk „Rhapsody In Blue“ ist

bis dato Gershwins berühmtestes Tonstück überhaupt.

Aber auch das „Klavierkonzert in F“ ist nicht

gerade unbekannt. Grund genug für das Buffalo

Philharmonic Orchestra, im November 2010 unter

der Leitung von Dirigentin JoAnn Falletta die besten

Passagen aus beiden Werken aufzuführen und

das Rohmaterial für den

Audio-Silberling aufzubereiten.

Das Klavier-Solo

übernahm dabei der junge

amerikanische Pianist

Orion Weiss. Wie bei den

meisten Blu-ray Audios

überzeugt der Sound der

blauen Scheibe durch eine hohe Qualität. Schon im

Menü kann der Zuhörer zwischen einer unkomprimierten

LPCM-2.0-Tonspur oder aber einem 5.1-

Mix wählen. Bei der vorliegenden Disc empfehlen

wir den Stereosound, da er aus den Lautsprechern

viel dynamischer und äußerst kraftvoll klingt. Der

Surround-Mix hingegen ist sehr dezent und bevorzugt

die frontseitigen Kanäle. Einen Hauch von

Konzertatmosphäre vermittelt die Raumantwort desKonzertsaals

über die Surround-Lautsprecher. LF

Verdi – Complete Ballet Music

From The Operas (Blu-ray Audio)

Als Liebhaber der Opernmusik kommt man an

einem Komponisten garantiert nicht vorbei:

Giuseppe Verdi, der mit seinen Stücken die italienische

Oper reformierte. Im Gegensatz zur Tradition

des Belcanto gestaltete Verdi seine Werke als wahre

Dramen, voller Spannung und Lebendigkeit. Auf

vorliegender Blu-ray Audio sind zum allerersten Mal

alle Ballettstücke aus den Opern Verdis enthalten.

Die Aufnahmen erfolgten im Mai 2011 und wurden

durch das Bournemouth Symphony Orchestra

eingespielt. Die Soundausgabe erfolgt dabei wie

beim klassischen Orchester: Während die erste und

zweite Violine über den linken Lautsprecher ausgegeben

werden, ertönen

die Blechbläser aus den

rechten Resonanzkörpern.

Das Klangbild der Konzertaufnahme

zeichnet sich

durch ein großes Dynamikspektrum

und eine saubere

Abmischung aus. LF

Bildqualität

keine Wertung

Bildqualität

keine Wertung

Tonqualität

Tonqualität

Musik-Verleih Naxos

Genre Oper

Preis

17 Euro

Bild –

Ton LPCM 2.0, DTS-HD MA 5.1

Release-Datum erhältlich

Musik-Verleih Naxos

Genre Oper

Format 17 Euro

Bild –

Ton LPCM 2.0, DTS-HD MA 5.1

Release-Datum erhältlich

Styx – The Grand Illusion/Pieces Of Eight Live

Verzerrte Klänge aus dem Synthesizer, bedrückende

Gitarrensoli und leidenschaftlicher Gesang lassen

die Zuhörerschaft scheinbar der Wirklichkeit entfl iehen

und völlig neue Sphären betreten: Seit nunmehr

40 Jahren zieht uns die amerikanische Rockband

Styx mit ihrem extravaganten Sound in den Bann.

Zu ihren erfolgreichsten Alben zählen „The Grand

Illusion“ (1977) und „Pieces Of Eight“ (1978), für

die die Band sogar jeweils mehrfach Platin erhielt.

Diesen Erfolg nahm man zum Anlass, um die beiden

Verkaufsschlager zum ersten Mal überhaupt

auf einem Konzert zu performen. Am 9. November

2010 trat die Band im Orpheum Theatre in Memphis

auf, wo unter anderem

Styx-Klassiker wie „Sing

For The Day“ und „Fooling

Yourself“ sowie die Chart-

Stürmer „Blue Collar Man“

und „Come Sail Away“

ge spielt wurden. Eagle

Records zeichnete dieses

denkwürdige Ereignis für die Nachwelt auf, doch

trotz opulenter Kulisse entsprechen die Aufnahmen

nur dem Standard. Viel interessanter ist der

Sound der Blu-ray, der sich durch eine gute Qualität

auszeichnet. Die Instrumente sind separat auf

die einzelnen Lautsprecher abgemischt, so ertönt

Lawrence Gowans Keyboard-Spiel aus dem linken

sowie James Youngs und Tommy Shaws eindrucksvoller

Gitarrensound aus dem rechten Lautsprecher.

Leider geht die Liveatmosphäre durch eine recht

gleichmäßige Aufteilung des Gesangparts sowie

durch das Fehlen eines Widerhalls auf den hinteren

Speakern etwas verloren. Aufgrund der kärglichen

Räumlichkeit entsteht manchmal der Eindruck einer

fehlenden Synchronizität zum Bildmaterial. Dieser

Umstand wird jedoch durch den klaren und dynamischen

DTS-HD-5.1-Mix wieder wettgemacht,

der auch im unkomprimierten LPCM 2.0 abgespielt

werden kann. In mehreren Interviews lässt

die Crew den Auftritt in dem Orpheum Theatre

Revue passieren.

LF

Bildqualität

Tonqualität

Musik-Verleih Eagle Rock

Genre Adult Oriented Rock

Preis

20 Euro

Bild MPEG-4, 1.78 : 1

Ton DTS-HD MA 5.1, LPCM 2.0

Release-Datum erhältlich

Bilder: Eagle Rock, Naxos

82 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Kylie Minogue – Aphrodite: Les Folies (Live In London)

Die inzwischen beinahe schon 44-jährige Popprinzessin

aus Down Under absolvierte im letzten

Jahr bereits ihre sage und schreibe zehnte

große Tournee. Passend zum aktuellen Album

„Aphrodite“ beinhaltet die 27 Songs umfassende

Tracklist bis auf eine Ausnahme („Too Much“) dann

auch alle Lieder von ebenjener Scheibe, die speziell

in den Dance-Charts für einige Furore gesorgt hat.

Für die Jubiläumstour ihrer Karriere schöpfte Ms.

Minogue aus dem Vollen und sparte weder Kosten

noch Mühen, um ihren zahlreichen Fans weltweit

eine unvergessliche Show zu bieten. Über 100

Crew-Mitglieder (inklusive Band, Tänzer und professioneller

Akrobaten auf

der Bühne) sorgen für ein

beeindruckendes Spektakel,

das mit seiner perfekt

durchkomponierten Choreografi

e und seiner verschwenderischen

Ausstattung

eher an eine riesige

Varieté-Show als an ein herkömmliches Live-Popkonzert

erinnert. Die klangliche Qualität der Aufzeichnung

lässt so gut wie keine Wünsche offen,

wobei für jede „Geschmacksrichtung“ die passende

Tonspur dabei ist. Die druckvolle Dolby-Digital-Variante

hat ihre Stärke ganz klar bei den Bässen, die

hier am überzeugendsten und wuchtigsten aus dem

Subwoofer tönen. Wer Wert auf einen lebendigen

Surround-Effekt legt, der fi ndet sein Glück in der

DTS-HD-Master-Audio-Version, bietet diese doch

den ausgefeiltesten Rundumeindruck. Die Stereo-

PCM-Abmischung ist wie immer die richtige Wahl

für alle Puristen, die ein möglichst unverfälschtes

Abbild der Klänge bevorzugen, wie sie die Band an

jenem Abend produziert hat. Von den großen dynamischen

Unterschieden zwischen den Spuren sollte

man sich nicht vorschnell blenden lassen: Regelt

man den Lautstärkepegel entsprechend, dann wissen

alle Varianten auf ihre Weise zu überzeugen. Als

Bonusschmankerl gibt es nach dem tollen Konzert

ein 30-minütiges Making-of.

TW

Bildqualität

Tonqualität

Musik-Verleih EMI Germany

Genre Pop

Preis

30 Euro

Bild MPEG-4, 1.85 : 1

Ton DTS-HD MA 5.1, PCM 2.0

Release-Datum erhältlich

Bilder: Eagle Vision, EMI Germany, Edel Germany

Slash – Live: Made In Stoke

Fragt man ambitionierte Hobby-Gitarristen nach ihren

Vorbildern, dann fällt auch 15 Jahre nach seinem

Weggang von Guns ’n’ Roses noch oft der Name

Slash. Das Ausnahmetalent auf der E-Gitarre feiert

mit der vorliegenden Blu-ray die Rückkehr zu seinen

Wurzeln: Der umjubelte Auftritt in der Victoria Hall

in Stoke On Trent in Mittelengland (Slashs Heimat

während seiner Kindheit) formte den gelungenen

Abschluss der Welttournee 2010/2011. Insgesamt

21 Tracks – vom aktuellen „Slash“-Album (aus dem

Jahre 2010), aus der Velvet-Revolver-Ära und natürlich

auch diverse Klassiker von Guns ’n’ Roses –

stehen auf der rundum glücklich machenden Setlist.

Am Mikrofon sorgt

Myles Kennedy, der eigentlich

beim inoffi ziellen

Creed-Nachfolger Alter

Bridge seine Stimmbänder

malträtiert, für ordentlich

Power und Qualität. Die

klangliche Komponente

Bildqualität

Tonqualität

Musik-Verleih Eagle Rock

Genre Rock

Preis

20 Euro

Bild MPEG-4, 1.85 : 1

Ton DTS-HD MA 5.1, PCM 2.0

Release-Datum erhältlich

zeigt sich von einer guten, wenn auch nicht perfekten

Seite. Beim klar aufgelösten und transparent

abgemischten Soundspektrum fehlt am Ende

doch etwas basslastige Durchschlagskraft, um

die tendenziell sehr aggressiven Stücke vollends

überzeugend ins heimische Wohnzimmer zu katapultieren.

Das klare, ungefi lterte, direkte Bild

transportiert die energiegeladene Liveatmosphäre

hingegen sehr gut. Bei den Extras fi ndet sich ein

halbstündiges Interview mit Slash himself. TW

Cream – Royal Albert Hall

Als Eric Clapton 2005 die kurzzeitige Wiedervereinigung

der Kultband Cream vorschlug, wollte zunächst

keiner richtig glauben, dass die gealter ten

Musikgrößen noch einmal zusammen auf der Bühne

stehen würden. Doch die Idee wurde zur Wirklichkeit

und die legendäre Blues-Rock-Gruppe um

Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker erwachte an

vier Abenden in der Londoner Royal Albert Hall erneut

zum Leben. Wer dieses Jahrhundertevent verpasst

hat, kann es sich nun auf Blu-ray zu Gemüte

führen, und das in wirklich beachtlicher Tonqualität.

Ausschlaggebend hierfür ist die differenzierte

Verteilung der Instrumentierung auf die Front

sowie die authentische

Wiedergabe des Halls aus

den hinteren Reihen. Teilweise

springt die Perkussion

von Lautsprecher zu

Lautsprecher, doch jene

Klangartistik ist sehr subtil

untergebracht. FT

Bildqualität

Tonqualität

Musik-Verleih Eagle Rock

Genre Blues/Jazz/Rock

Preis

20 Euro

Bild MPEG-4, 1.78 : 1

Ton PCM 2.0, DTS-HD MA 5.1

Release-Datum erhältlich

Anzahl der Blu-ray Discs

Musik 83


Lexikon

In den Hintergrund-, Wissens- und Testartikeln der AUDIO TEST finden Sie immer

wieder Fachbegriffe, die durch kursive und fette Schriftart hervorgehoben sind.

An dieser Stelle möchten wir diese erklären und mit Hintergrundinformationen zum

besseren Verständnis der Themen beitragen.

Abtastrate

Die Abtastrate wird auch durch den

englischen Begriff Samplingrate bezeichnet.

Sie gibt an, wie oft das Signal

bei der Analog-zu-Digital-Wandlung

abgetastet wurde. Eine Abtastrate

von 48 Kilohertz bedeutet, dass vom

analogen Signal pro Sekunde 48 000

„Proben“ genommen werden. An diesen

Stellen wird also festgestellt, wie

groß die Spannung des Signals ist.

Das Ergebnis wird in digitalen Werten

festgehalten. Je höher die Abtastrate,

desto genauer lässt sich das

Signal digital darstellen und bei der

Analogwandlung wiederherstellen.

Die Abtastrate muss mehr als doppelt

so hoch sein wie die höchste darzustellende

Frequenz. Bei 48 Kilohertz

Abtastrate kann also eine maximale

Tonhöhe von knapp 24 Kilohertz

wiedergegeben werden.

U

Datenwortbreite

Die Datenwortbreite wird auch als Bittiefe

oder Bitauflösung bezeichnet. Sie

beschreibt bei der Analog-zu-Digital-

Wandlung, mit wie vielen binären Zahlenstellen

die Amplitude eines analogen

Signals digitalisiert werden soll.

Das heißt, dass das analoge Signal zu

bestimmten Zeitabständen abgetastet

wird, wonach der dabei gemessene

Pegel in Zahlenwerten abgespeichert

werden kann. In der Hi-Fi-Branche

begegnen wir meist Auflösungen mit

16 oder 24 Bit. Die 16-Bit-Auflösung

ist der festgelegte Standard der CD-

Audio. Weil die Digitalisierung in

Form von binären Zahlen erfolgt, hat

die Konvertierung immer eine Anzahl

möglicher Werte, die einer Potenz

von zwei entspricht. Demnach ergeben

sich bei 16 Bit 2 16 = 65 536 unterschiedliche,

diskrete Zahlenwerte. Bei

einem 24-Bit-Signal sind dies bereits

2 24 = 16 777 216 Werte, also rund 16,8

Millionen Stufen.

t

DSP

DSP steht für Digital Signal Processor.

Es handelt sich hierbei um einen Prozessor,

der speziell für die Ausführung

audiorelevanter Vorgänge konstruiert

wurde. Im Gegensatz zu einem

Hauptprozessor in einem Computer

ist der DSP nicht dafür gedacht, alle

Arten von Berechnungen zu übernehmen.

Die optimierte Konstruktion

und Arbeitsweise führt zu einer

viel höheren Effizienz. Leistungsaufnahme

und Wärmeabgabe sind

dadurch minimiert.

Ferrofluidkühlung

Ferrofluide sind Flüssigkeiten, die auf

ein elektrisches Feld reagieren. Sie bestehen

aus magnetischen Nanopartikeln,

die in einer Trägerflüssigkeit dispergiert

sind. Unter Einwirkung eines

magnetischen Feldes ändert die Flüssigkeit

entsprechend der wirkenden

Kräfte ihre Form, verlässt jedoch den

flüssigen Aggregatzustand nicht. Als

Kühlung kommen Ferrofluide beim

Lautsprecherbau zum Einsatz. Bei dynamischen

Wandlern kann der Raum

zwischen Magnet und Schwingspule

mit der Flüssigkeit gefüllt werden.

Entstehende Wärme wird so besser

abgeleitet, gleichzeitig wirkt sich die

Flüssigkeit auf die Rückstellkraft aus,

da sie träger ist als Luft.

AES/EBU

Diese Bezeichnung trägt eine Schnittstelle

für digitale Audiosignale mit

maximal zwei Kanälen. Sie kommt vorwiegend

im professionellen Bereich

zum Einsatz, da hier auch die symmetrische

Signalübertragung über XLR-

Kabel möglich ist.

Güte (Equalizer)

Die Güte gibt Auskunft über die Bandbreite

eines Bandes im Equalizer. Sie

wird oft auch als Q-Faktor bezeichnet

und verhält sich umgekehrt proportional

zur Bandbreite. Ein geringer

Gütefaktor heißt also eine breitbandige

Filterung, während ein großer

Gütefaktor ein schmales Filterband

mit sich bringt.

Codec

Codec ist ein Kunstwort aus codieren

und decodieren. Ein Codec ist also ein

bestimmtes Verfahren, das beispielsweise

ein Audiosignal codieren kann,

um Speicherplatz zu sparen. Dabei wird

zwischen verlustbehafteten (Reduktion)

und verlustfreien (Komprimierung)

Codecs unterschieden. In beiden

Fällen kommen mathematische Methoden

zum Einsatz, die eine Speicherung

der Daten in kürzerer Form ermöglichen.

Bei verlustbehafteten Codecs

werden zusätzlich psychoakustische

Effekte ausgenutzt, um nicht hörbare

Anteile komplett entfernen zu können.

Firewire

Firewire ist eine Datenschnitt stelle

aus dem Hause Apple, die in ihren

Grundzügen der USB-Schnittstelle ähnelt.

Ursprünglich war der Anschluss

im Videobereich, insbesondere bei

Camcordern, weit verbreitet. Mittlerweile

benutzen ihn jedoch auch

viele Audio geräte wie Soundkarten

oder Controller. Ein grundlegender

Unterschied zum USB-Standard ist

die leistungsstärkere Stromversorgung

mit Maximalwerten von 33 Volt,

1,5 Ampere und 48 Watt.

Wordclock

Um digitale Audiogeräte synchron zu

halten, benötigen diese einen von den

eigentlichen Audiodaten getrennten

Grundtakt. Im Einzelbetrieb taktet

sich jedes Gerät selbst, im Verbund mit

mehreren Geräten kann es dabei jedoch

zu Fehlern kommen. Deshalb gibt

es externe Wordclock-Generatoren,

die den Arbeitstakt für alle Geräte im

Verbund vorgeben. So werden die Geräte

synchron gehalten und Tonfehler

(Glitches) verhindert.

Bilder: Auerbach Verlag, Stock.xchng

84 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Sie fragen – wir antworten

Immer wieder erreichen uns Leserbriefe mit Problemstellungen und Fragen, die oft

auch allgemeingültig sind. Wir möchten an dieser Stelle Ihre Fragen beantworten.

Pegelanzeige am AV-Receiver

Erst einmal ein großes Lob an Sie und die

Redaktion der AUDIO TEST!!! Ich bin zwar

kein Abonnent, kaufe mir aber jede Ausgabe

am Kiosk und warte dann schon ungeduldig

auf die nächste!!! Eine Frage hätte

ich an Sie: Ich habe mir den AV-Receiver

Pioneer SC-LX 85 gekauft und bin damit

soweit auch vollkommen zufrieden! Allerdings

hatte ich vor dem Pioneer-Gerät einen

Denon AVR-3311. Filme habe ich mit

dem Denon immer bei –40 dB bis –30 dB

(laut Display-Anzeige) angeschaut. Bei

dem Pioneer „muss“ ich jetzt schon bis auf

–30 dB bis –20 dB aufdrehen, um die selbe

Lautstärke zu erzeugen. Ist das normal

oder kann ich nicht einfach zwei Geräte so

miteinander vergleichen? Schadet es dem

Pioneer SC-LX 85, wenn ich so laut aufdrehe?

Gibt es für die Geräteanzeige der

Lautstärke eigentlich eine Norm oder handhabt

dies jeder Hersteller anders?

JÜRGEN MERSTETTER

Die Anzeige an jedem AV-Receiver zeigt

nur einen sogenannten Relativpegel an,

dies ist also nicht der Absolutpegel, der

wirklich dem Lautsprecher zur Verfügung

steht. Jeder Hersteller hat die Freiheit, seinem

Relativpegel einen eigenen Bezug zum

Leistungswert zu geben, dies ist abhängig

von der Verstärkungsleistung der gesamten

Schaltungstopologie. Es ist, wenn man den

Bezug nicht kennt, schon etwas verwunderlich,

dass Receiver A lauter klingt als Receiver

B, und das bei der gleichen Pegelanzeige

am Display. Es schadet Ihrem Receiver nicht,

wenn Sie ihn subjektiv an der Pegelzahl bemessen

lauter einstellen.

Das Einzige, was wirklich dauerhaft Schaden

nehmen kann, ist Ihr Gehör, wenn Sie es mit

der Lautheit übertreiben.

Frust über DAB

Eine Sache ärgert mich schon seit langer Zeit:

DAB-Empfang. DAB-Radio hat mitnichten

einen guten Klang. Das Unheil fing ja schon

in den 90er Jahren an, als in den Studios die

Bandmaschinen und Plattenspieler langsam

verschwanden und die digitale Kompressionstechnik

Einzug hielt. Hier war schon

eine Klangverschlechterung auf UKW festzustellen.

Ich besitze noch viele Aufnahmen

aus der Zeit vor der Digitalisierung und habe

Hitparaden komplett auf Band mit 38 cm/s

auf einer professionellen Bandmaschine

mitgeschnitten. Hier war praktisch kein Unterschied

zur Langspielplatte zu erkennen,

zumal die Musik ja auch in den Studios noch

von Bandmaschinen/Langspielplatten bzw.

Singles kam. Dies änderte sich, als die Digitaltechnik

in den (Rundfunk-) Studios Einzug

hielt. Da wurde dann auch der Klang auf

UKW wesentlich schlechter. Ich habe vor einiger

Zeit einmal einen Vergleich angestellt

und mir von einem Bekannten ein DAB-Radio

geliehen. Am besten ist die Klangfülle

nach wie vor bei einer analogen Langspielplatte,

auch was den Frequenzgang angeht.

UKW hat zwar zur LP ein mittlerweile erheblich

schlechteres Klangbild seit der Digitaltechnik

in den Studios, aber es ist immer

noch einigermaßen passabel, auch wenn

Höhen und Tiefen teilweise nicht mehr gut

stimmen oder lastig sind. Am schlechtesten

kommt DAB weg. Das Klangbild ist steril,

teilweise blechern, die Höhen und Tiefen

beschnitten durch die starke Kompression

und der Hörgenuss ist bei Weitem nicht

der wie früher auf UKW oder gar bei einer

Schallplatte oder einer hervorragenden

Bandaufnahme. Hier also bei DAB von einer

Klangverbesserung und besseren Eigenschaften

zu sprechen, ist einfach absurd.

Klangtechnisch ist die ganze Digitalisierung

(besonders das MP3-Geschepper) eigentlich

ein Schritt zurück. Verwunderlich ist es

auch, dass die meisten DAB-Empfänger nur

einen einzigen Lautsprecher haben, das Signal

also auch noch Mono aus dem Gerät

kommt. Oder sind die Hörer schon so abgestumpft,

weil sie gar nichts anderes mehr

kennen als die Digitalschepperei? Es spricht

eigentlich mittlerweile gegen die Digitaltechnik,

dass im letzten Jahr erstmals seit

17 Jahren wieder Hunderttausende Plattenspieler

und sage und schreibe fast zwei

Millionen Langspielplatten verkauft worden

sind – mit stark steigender Tendenz. Ein Zeichen

also, dass die Digitalisierung scheinbar

ihren Höhepunkt überschritten hat und viele

sich wieder nach der Klangfülle der Analogtechnik

sehnen.

NORBERT KREITEL

UKW DAB DAB Plus Internetradio

Frequenzumfang 10–15 000 Hz 20–20 000 Hz 20–20 000 Hz 20–20 000 Hz

Dynamik ca. 75 dB 96 dB 96 dB 96 dB

Kanaltrennung ca. 40 dB unendlich unendlich unendlich

Datenrate – 96–224 kb/s 64–80 (128) kb/s 8–320 kb/s

Spätestens seit der

Einführung der Audio-CD

konsumieren

wir Musik bereits

digital, Radio

hingegen weiterhin

meist analog.

Der größte Vorteil

von DAB ist dank

verbesserter Fehlerkorrektur

eine

störungsfreie Verbindung,

was besonders

mobilen

Funkgeräten wie

Autoradios und

Handys zugutekommt.

Der Fokus

auf die Mobilgeräte geht allerdings nicht

mit Ihrem Wunsch nach gesteigerter Audioqualität

einher. Zwar kommt bei DAB Plus

der neue Audiocodec eAAC+ (AAC+ v2)

zum Einsatz, doch trotz verbesserter Komprimierungstechnik

stößt auch dieser bei

Übertragungsraten zwischen 36 kBit/s und

160 kBit/s an seine Grenzen. Als Ergebnis

erhält man einen deutlich hörbar komprimierten

Klang, der aber bitte nicht stellvertretend

für den Begriff „digitale Kälte“

zu verstehen ist. Gerade die verschiedenen

HD-Download-Portale, die wir in dieser

Aus gabe vorstellen, bieten mitunter Auflösungen

bis 24 Bit und 192 Kilohertz, die

alles andere als kühl und digital klingen. Ob

es DAB Plus dieses Mal schaffen wird, sich

bundesweit durchzusetzen und die analogen

Radiohörgewohnheiten zu ersetzen,

bleibt noch abzuwarten. Entscheidend ist

vor allem die Investitionsbereitschaft des

Konsumenten in neue Empfangsgeräte. Neben

den von Ihnen genannten Mono-DAB-

Empfängern statten die Hi-Fi-Hersteller ihre

AV-Receiver und Netzwerkplayer mittlerweile

mit der Funktion aus und haben auch

reine DAB-Plus-Empfänger im Programm.

Schreiben Sie uns!

Bei Anregungen, Fragen oder Kritik

er reichen Sie uns per Post an:

Auerbach Verlag

Redaktion AUDIO TEST

Lauchstädter Straße 20

04229 Leipzig

Per E-Mail an leserbriefe@audio-test.at oder

diskutieren Sie in unserem Forum unter

www.audio-test.at.

Bei veröffentlichten Leserbriefen behalten

wir uns Kürzungen vor.

Test 85


Händlermarkt

AUDIO TEST Fachhandelspartner ist auch...

JessenLenz a/d/s aus Lübeck

Die AUDIO TEST stellt an dieser Stelle ihre beliebtesten Fachhändler vor. Hier

werden Sie bestens beraten. Dieses mal sind wir zu Besuch bei Jessen Lenz.

Warum sollten audiophile Kunden zum Fachhändler

gehen?

Nur eine angenehme, persönliche Atmosphäre in

der Kaufphase macht wirklich Appetit auf Musik

zuhause in erlesener Qualität.

Ich verkaufe meinen Kunden gerne analoge

Technik, weil...

das Zelebrieren des Auflegens einer Schallplatte

und der Klang einer perfekt abgestimmten analogen

Musikanlage eine besondere Form des Genießens

ist und bleiben wird.

Stereo, Surround oder beides?

Vornehmlich Stereo, da weniger auch mehr sein

kann.

Ist Streaming unverzichtbar oder neumodisches

Zeug?

Streaming ist sicherlich in der Entwicklung, ein

unverzichtbarer Weg zum Musikhören zu werden.

Sofern Fachhandel auch jüngeres Publikum

erreichen möchte, ist das Anbieten von Streaming-

Produkten langfristig auch eine Frage der

Existenzsicherung.

Meine Lieblingsanlage:

Burmester 111 + Silbersand Emotion 5

Ich empfehle:

T+A Musicreceiver, Dynaudio Focus-Serie,

Audiophysic Avantera, Transrotor Fat Bob,

Resolution Audio Cantata, Accuphase E-560

JessenLenz a/d/s Deutschland GmbH

Ansprechpartner: Joachim Jessen,

Siegfried Henschel

Wahmstraße 36, 23552 Lübeck

Tel.: (04 51) 79 9800

Internet: www.hifi-galerie.de

E-Mail: hifi@jessenlenz.de

- Anzahl Hörräume: 4

- PRODUKTE: Acapella , Accuphase, Accustic

Arts, ADAM Audio, Apple, Arcam, Audiolab,

Audio Physic, B&W, Burmester, Cambridge

Audio, Dynaudio, Goldkabel, KEF, Kubala,

Loewe, Marantz, NAD, Octave, Piega,

Silbersand, Silentwire, Sonos, T+A, Tannoy,

Transrotor uvm.

Anzeige

Sie wollen auch an dieser Stelle vorgestellt werden?

Bewerben Sie sich per E-Mail: fachhandel@audio-test.at


PLZ 0

Rö-HiFi Shop, Meißner Landstraße 13–15,

01157 D resden, Tel.: (03 51) 4 27 29 67

PLZ 1

Das volle BURMESTER-Programm

Zum Hören und Sehen – von Reference

bis Rondo – die vielleicht schönste

Präsentation Deutschlands!

Perleberger Str. 8

10559 Berlin

030/395 30 22

www.hifiplay.de

Advance Acoustic · Agile · ALR · Arcam · Arcus · ASR · ASW · Atoll · Audioquest · Avantgarde Acoustic · AVM · Backes & Müller · Benz · Boston · Burmester · Canton · Clearaudio

Denon · Elac · Expolinear · Fischer & Fischer · Forsman · Geneva · Grado · HMS · Indiana Line · Kimber Cable · Marantz · MB Quart · Micromega · Music Hall · Olive

Ortofon · Phonar · Piega · Project · PS-Audio · PSB Speaker · Quadral · Rega · Restek · Revox · Scheu · Sennheiser · Sonos · Sumiko · T+A · Thorens · Transrotor · Trigon · Yamaha

System Reference GmbH, Hohenfriedbergstraße

6, 10829 Berlin, Tel.: (0 30) 78 95 16 16

Phono-Zubehör-Vertrieb GmbH, Dyrotzer Weg

26, 14612 Falkensee, Tel.: (0 33 22) 23 91 55

UNI-HIFI Vertriebsg. mbH

Goldschmidtstraße 14

04103 Leipzig

Telefon: (0341) 9 605050

Fax: (0341) 9 605060

E-Mail: info@uni-hifi.de

Internet: www.uni-hifi.de

PLZ 2

Thomas Electronic GmbH, Osdorfer Landstraße

168, 22549 Hamburg, Tel.: (0 40) 41 00 45 45

JessenLenz a/d/s Deutschland GmbH, Wahmstraße

36, 23552 Lübeck, Tel.: (04 51) 79 98 00

Ohrenschmaus, Oster Straße 25,

25821 Bredstedt, Tel.: (0 46 71) 93 10 87

CCR-Highend, Alter Hof 4, 23847 Kastorf,

Tel.: (0 45 01) 82 84 45

Marken-Highlights: Bowers & Wilkins, Denon,

Dynaudio, Focal, KEF, Mitsubishi, NAD, Naim,

Pioneer, Philips, Sony

Serviceangebot: Fachberatung, Testen in

vier Studios, 0% Finanzierung, Liefer- &

Installationsservice, Geräteeinweisung,

Einbau, Raumakustikanalyse, Objektplanung,

Reparaturservice, Verleih von Geräten

Begehr Bild & Tontechnik, Kieler Straße 62–64,

24119 Kiel-Kronshagen, Tel.: (04 31) 58 58 40

Preise:

regionale Händler:

überregionale Händler:

s/w je mm 2,30 Euro s/w je mm 2,90 Euro

2c, 3c je mm 2,90 Euro 2c, 3c je mm 3,90 Euro

4c je mm 3,80 Euro 4c je mm 4,40 Euro

Berechnung:

Anzahl der Spalten × Höhe der Anzeige × Millimeterpreis. Eine

Seite besteht aus drei Textspalten. Jede Spalte ist 56 mm breit und

263 mm hoch. Spaltenanzahl und Anzeigenhöhe sind frei wählbar

(Mindestformat 1-spaltig 20 mm).

Rabatte:

Auf Anfrage sind Kombirabatte

bei einer Jahresbuchung

(6 Ausgaben) möglich.

Ihre Beraterin:

Denise Göhler

Telefon:

(03 41) 149 55 - 151

HIGH END 2012

Halle 3, D01

Energia RC

Quellen klarsten Klanges.

Die High End Netzversorgungen

Technologie Transfer

Energia Definitiva, mehrfach für überragenden Klang

und innovative

Technik ausgezeichnet, stand Pate

bei der Entwicklung des Familienzuwachses.

Energia RC

nutzt ebenso höchstwertige Filtertechnologie für

bestmögliche Klang- und Bildwiedergabe.

Entfernt Netzasymmetrien (Trafobrummen).

Schützt sicher vor Überspannungen.

Zentrales Soft On / Soft Off. Optional fernbedienbar.

Drei Neue für jeden Bedarf:

Energia RC 4/3 4 Schuko + 3 IEC Steckplätze*

Energia RC 3/1 3 Schuko + 1 IEC Steckplatz*

Energia RC 1/1 ideal als Vorschaltgerät

für vorhandene Filter/Verteilerleisten.

*AUX 1 zum Anschluss weiterer Verteilerleisten.

Anzeige

Energia RC 1/1

Energia RC 3/1

Hans Hans M. Strassner M. Strassner GmbH GmbH I Am I Am Arenzberg Arenzberg 42 I 42 51381 I 51381 Leverkusen

Tel: Tel: (02171) (02171) 73 40 7306 40 I 06 Mail@hmselektronik.com

I Fax: (02171) 3 38 52 I Mail@hmselektronik.com I www.hmselektronik.com

KOMPETENZ IN KABELN

MADE IN IN GERMANY


Feinster Klang, höchste

Qualität!

VERDICT

Bewertung: 5/5 Globes

HiFi World 04/2012 (UK)

Erreichen Sie Ihren

Ratgeber für den guten Ton

auch im Internet unter

www.audio-test.at

audiovision 01/12

VULKAN VIII

TITAN VIII

10/2010

Stereo-Standlautsprecher

Oberklasse

Atrium 4, 1. OG. Raum E127

Halle 4, Stand H10

TITAN VIII

www.titanstory.de

Deutschland:

quadral GmbH & Co. KG

Tel. +49 (0)511– 79 04 - 0

www.quadral.com

Schweiz:

SACOM AG

Tel. +41 (0)32– 366 85 85

www.sacom.ch

Österreich:

SONDEKS Vertriebs GmbH

Tel. +43 (1) 535 69 62-0

www.sondeks.at

· Tägliche News aus der

Audiowelt

AURUM C5 Referenz CD-Player

Bewertung: 5/5 Globes

HI-FI WORLD 01/2012 (UK)

AURUM A5 Referenz Verstärker

Klang-Niveau: 82%

Preis/Leistung:

Exzellent

STEREO 09/2011

AURUM

UM präsentiert

hochwer-

tige Elektronik mit innovativen

Detaillösungen für den ambiti-

onierten Zweikanalhörer!

Um beste Klangeigenschaften

zu erreichen, sind alle Kompo-

nenten mit allerfeinsten Bau-

teilen

bestückt.

www.aurumelectronic.com

Anzeige

· Informative Interviews mit

Branchenexperten

· Spannende Hintergrundthemen

· Praxisnahe Workshops mit

Profitipps

· Dr. Sound klärt auf ...

Ein Unternehmensbereich der quadral GmbH & Co. KG | Am Herrenhäuser Bahnhof 26-28 | Hannover


PLZ 3

PLZ 4

Lautsprecher GmbH

Knopf HiFi Technik

Aachener Straße 5+6

40223 Düsseldorf

Tel.: (0211) 331776 • Fax: (0211) 318333

Internet: www.knopfhifi.de

E-Mail: info@knopfhifi.de

Made in Germany

Audio 2000 T. Chodak KG, Bundesallee 243–247,

42103 Wuppertal, Tel.: (02 02) 45 40 19

Hifi Studio Gärtner, Eulenbrücher Straße 6,

32791 Lage, T el.: (0 52 32) 9 78 88

Josef und Peter Paschmanns, Gladbacherstraße

11–13, 41747 Viersen, Tel.: (0 21 62) 1 50 88

High-End Audio

Humboldtstraße 23

38106 Braunschweig

Tel.: (05 31) 233 5090

Internet: www.wyrwas.de

E-Mail: hifi@wyrwas.de

Hier könnte Ihre Anzeige stehen!

Haben Sie Interesse, dann steht

Ihnen unsere Beraterin gern zur

Verfügung.

Ihre Beraterin: Denise Göhler

Telefon: (03 41) 149 55 - 151

Vorhang auf ...

... für Ihre E-Paper-Gratisausgabe – exklusiv bei PagePlace.de

Gutschein-Code

PRO-vCb3jor7P

Gleich hier scannen oder direkt unter www.pageplace.de

anmelden, Gutschein-Code eingeben und Gratisausgabe Ihrer

Wahl als E-Paper sichern! E-Paper für Smartphones, Tablets,

Windows-PC und Macintosh. Gültig bis 31.7.2012.

ASW Genius 510

Deutsche

Handwerkskunst

für

Musik aus

aller Welt

ASW Lautsprecher GmbH

Siemensstr. 27

48683 Ahaus

Anzeige

Tel. 02561 6879292

Fax 02561 6879293

www.asw-lautsprecher.de


Professionelle

Audiotechnik für

Klangästheten

Kopfhörer

verstärker

PLZ 4

Hifi Studio 9, Gewerbeschulstraße 21,

42289 Wuppertal, Tel.: (02 02) 55 50 53

Michael Arndt Systemintegration, Konrad-Adenauer-

Allee 10, 44263 Dortmund, Tel.: (02 31) 55 41 11

von Violectric



















Lothar Wegner High-End HiFi, Buchenstr. 147,

46535 Dinslaken, Tel.: (0 20 64) 4 04 00

CH.Komossa AUDIO–VIDEO–IT–ELECTRONICS, Orsoy er

Straße 11, 47495 Rheinberg, Tel.: (0 28 43) 25 70

hifisound Lautsprechervertrieb, Jüdefelderstraße

52, 48143 Münster, Tel.: (02 51) 4 78 28











Wilbrand acoustics, Frendsdorfer Ring 57–59,

48529 Nordhorn, Tel.: (0 59 21) 44 26

JBS Grossbildtechnik, Dyckerhoffstraße 15,

49176 Hilter bei Osnabrück, Tel.: (0 54 24) 36 08 12

PLZ 5

Euphonia HiFi GmbH

An Groß St. Martin 5

50667 Köln (Altstadt)

Tel.: (0221) 30180300

Fax: (0221) 92570222

Internet: www.euphonia-hifi.de

E-Mail: info@euphonia-hifi.de

KLANGPUNKT, Karlsgraben 35,

52064 Aachen, Tel.: (02 41 ) 3 52 06

Haus der Musik & Technik, Wenzelgasse 13,

53111 Bonn, Tel.: (02 28) 63 55 95








Anzeige

by LAKE PEOPLE

TURMSTRASSE 7A

D-78467 KONSTANZ

FON 07531 73678

FAX 07531 74998

INFO@LAKE-PEOPLE.DE

WWW.VIOLECTRIC.COM

Wohnraum-Studio für Musik-Kultur, Kaiserstraße

71, 53113 Bonn, Tel.: (02 28) 22 27 19

HiFi Kohr + Roensch, Jüdemerstraße 28–32,

54290 Trier, Tel.: (06 51) 4 01 00


PLZ 6

PLZ 7

PLZ 9

p&l Lautsprechersysteme, Lauteschlägerstraße 11,

64289 Darmstadt, Tel.: (0 61 51) 78 17 42

Talmon-Gros GmbH, Pflugfelder Straße 4,

71636 Ludwigsburg, Tel.: (0 71 41) 9 60 00

HIFI-STUDIO-MODAU, Adlergasse 30,

64372 Ober -Ramstadt, Tel.: (0 61 54) 5 27 49

visions&more, Reichenbachstraße 47/1,

73326 Deggingen, Tel.: (0 73 34) 6 08 07 16

Hifi-Wohnstudio Haselsteiner, Am Flurgraben 21–23,

65462 Ginsheim-Gustavsburg 1, Tel.: (0 61 34) 75 75 10

Pro-HiFi LS-Systeme, Bergstraße 2B,

66798 W allerfangen, Tel.: (0 68 37) 9 00 61 18

Die Box, Mundenheimerstraße 217,

67061 Ludwigs hafen, Tel.: (06 21) 56 68 56

Letzenbergstr. 24

69231 Rauenberg-Malschenberg

Tel.: (0 7253) 27 9683

Fax: (0 7253) 27 9684

Internet: www.klingtgut-studio.de

E-Mail: info@klingtgut-studio.de

ZAP Unterhaltungselektronik & Kommunikationstechnik,

Schelmenhalde 25, 74343 Sachsenheim, Tel.: (0 71 47) 90 00 28

hifimarket esser e.K., Gauchstraße 17,

79098 Freiburg, Tel.: (07 61) 2 22 02

PLZ 8

Hörzone GmbH, Balanstraße 34,

81669 München, Tel.: (0 89) 7 21 10 06

Klang-Gewölbe, Vilstalstraße 106,

84186 Vilsheim/Langenvils, Tel.: (0 87 06) 94 95 50

Conrad Sound sehen, Schwarzbrunnweg 5,

87665 Mauerstetten, Tel.: (0 83 41) 9 95 87 65

KLANGRAUM Wohnraumstudio, Am Brunnenwässerle

2, 88085 Langenargen, Tel.: (0 75 43) 91 28 94

Art of Noise, Im Grund 4,

92331 Parsberg, Tel.: (0 94 92) 90 61 56

Audio Creativ, Marktplatz 9,

93339 Riedenburg, Tel.: (0 94 42) 90 50 80

Fränkischer Lautsprecher-Vertrieb, Innere Löwenstraße

6, 96047 Bamberg, Tel.: (09 51) 2 11 99

allegro HiFi-Systeme, Am Kuhberg 9a,

97080 Würzburg, Tel.: (09 31) 7 84 34 16

multivisionen, bild- u. tontechnik, Zeppelinstraße

54, 99817 Eisenach, Tel.: (0 36 91) 70 98 50

Hier könnte Ihre Anzeige stehen!

Haben Sie Interesse, dann steht

Ihnen unsere Beraterin gern zur

Verfügung.

Ihre Beraterin: Denise Göhler

Telefon: (03 41) 149 55 - 151

Anzeige

DIE NEUEN DSM PLAYER

SMILE

www.linn.co.uk


Testübersicht – 170 Geräte

Modell Ausgabe Preis Web Wertung Testurteil

Stereovollverstärker

Arcam

A38

NAD

Master-Serie M3e

Yamaha

A-S1000

Marantz

PM-15S2

B.M.C. Audio

AMP C1

Denon

PMA-2010AE

Vincent

SV-234

Harman Kardon

HK 990

AVM

Evolution A3NG

T+A

Power Plant MKII

Densen

Beat 130

Röhrenvollverstärker

Canor

TP 106 VR

Luxman

SQ-N100

T.A.C.

K-35

Phonovorverstärker

B.M.C. Audio

Phono MCCI

Acoustic Signature

tango MK2

Sutherland

Ph3D

Clearaudio

Symphono plus

Vorverstärker

T+A

MP 1260 R

Accustic Arts

Preamp I MK3

AVM

V3 Next Generation

Rotel

RC-1580

Kopfhörerverstärker

Lake People

Violectric HPA V100

Canor

TP10

King Rex

HQ1

HiFiMan

EF-5

Beyerdynamic

A1

AV-Receiver

Yamaha

DSP-Z11

Denon

AVR-4311

Onkyo

TX-NR5008

Arcam

AVR600

1/2010 1 999 Euro www.arcam.de

1/2012 3 499 Euro www.nad.de

1/2010 1 000 Euro www.yamaha-online.de

1/2011 1 799 Euro www.marantz.de

3/2011 3 998 Euro www.bmc-audio.de

1/2010 1 999 Euro www.denon.de

1/2010 1 900 Euro www.vincent-tac.de

2/2011 1 699 Euro www.harmankardon.de

2/2011 2 990 Euro www.avm-audio.com/de

1/2010 1 600 Euro www.taelektroakustik.de

1/2012 2 800 Euro www.taelektroakustik.de

1/2011 3 000 Euro www.empire-hifi.com/canor

1/2011 2 500 Euro www.luxman.de

1/2011 1 999 Euro www.vincent-tac.de

3/2011 1 998 Euro www.bmc-audio.de

3/2011 1 000 Euro www.tad-audiovertrieb.de

3/2011 1 000 Euro www.axiss-europe.de

3/2011 1 350 Euro www.clearaudio.de

2/2011 2 390 Euro www.taelektroakustik.de

2/2011 3 490 Euro www.accusticarts.de

2/2011 2 590 Euro www.avm-audio.de

2/2011 1 199 Euro www.rotel-hifi.de

2/2012 650 Euro www.violectric.de

2/2012 700 Euro www.canor-audio.de

2/2012 700 Euro www.kingrex.com

2/2012 499 Euro www.hifi man.us

2/2012 890 Euro www.beyerdynanic.de

1/2009 5 500 Euro www.yamaha-online.de

3/2011 2 199 Euro www.denon.de

3/2011 2 599 Euro www.eu.onkyo.com/de

1/2010 4 399 Euro www.arcam.de

Ausgezeichnet

94

Ausgezeichnet

94

Ausgezeichnet

92

Ausgezeichnet

91,5

Ausgezeichnet

91

Ausgezeichnet

91

Ausgezeichnet

91

Ausgezeichnet

90

Sehr gut

89

Sehr gut

88

Sehr gut

86

Sehr gut

89

Gut

79

Gut

78,5

Ausgezeichnet

91

Sehr gut

89

Sehr gut

88

Sehr gut

85

Ausgezeichnet

92

Ausgezeichnet

91

Sehr gut

87,5

Gut

84

Ausgezeichnet

92,5

Sehr gut

88

Sehr gut

85,5

Gut

84

Gut

83,5

Ausgezeichnet

94

Ausgezeichnet

90

Ausgezeichnet

90

Sehr gut

89

Stereovollverstärker mit hervorragender Verarbeitungsqualität und Haptik.

Wahrer Meister der Abbildung komplexer Strukturen.

Vollverstärker besticht durch eigenen Charakter bei dynamischer Spielfreude.

Hervorragende Räumlichkeit

Stereovollverstärker mit Transistorklang. Vollsymmetrisches Schaltungsdesign.

Gute Übersprechungswerte.

Exzellente Ausstattung mit farbenfrohem, plastischen Klang und

ex quisiter Phonoplatine.

Sauberer, unbeeinfl usster Klang auch im Grenzlastbereich und eine

ausgezeichnete räumliche Abbildung.

Ausgezeichneter Klang gepaart mit anspruchsvollen Audio daten und

besonderer Ausstattung.

Stereovollverstärker mit sechs vergoldeten Stereoeingängen. Vollsymmetrisches

Schaltungsdesign. Meister der Dynamik.

Große Leistungsausbeute für anspruchsvolle Lautsprecher bei sehr gutem

Klang. Enormer Ausstattungsvorteil.

Sehr guter Klang, sehr gute Bedienung und modulares Erweiterungskonzept.

Vollverstärker mit Class-D-Digitalendstufe. Loudness-Funktion. Lebendiger

Klang. Besonders für moderne Musik geeignet.

Vollverstärker mit zwei Tape-Schleifen, besonders praktisch ist die

Lautstärkespeicherung für die Eingänge.

Klangvoller Röhrenverstärker, der nicht nur Einsteiger überzeugt.

Top Verarbeitung.

Kleiner, aber feingeistiger Röhrenverstärker mit Ausstattung und

klanglichem Esprit.

Hohe Ausgangsleistung und massive Verarbeitung treffen auf ein röhrentypisches,

druckvolles Klangideal.

Ausgezeichnete klangliche und räumliche Abbildungseigenschaften auf

höchstem Schaltungsniveau.

Klanglich und räumlich sehr ausgeglichen mit vielen externen Umschaltmöglichkeiten

zur Systemanpassung.

Das Klangbild ist geprägt von einer hohen Ruhe und profi tiert von der

Batteriespeisung.

Ein leicht helles, sehr klares Klangbild mit straffen Bässen wird unterstützt

durch das Accu-Plus-Netzteil.

Sauberster Klang und super Messwerte machen diesen Vorverstärker zur

analogen Schaltzentrale.

Sehr hohe klangliche Güte trifft hier auf eine audiophile Grundphilosophie

vom kurzen Signalweg.

Sehr guter Klang und viele Anschlüsse in der Grundausstattung machen

das modular erweiterbare Gerät aus.

Ausstattung und Klang im Zusammenspiel mit den Routing- und Fernsteuermöglichkeiten

sind die Pluspunkte.

Verstärker mit guter dynamischer Arbeit und ausgewogenem Klangbild.

Eine Besonderheit ist der wählbare Pre-Gain in vier Stufen.

Der Hybridverstärker überzeugt mit warmem Klangcharakter. Auch sehr

kräftige Bässe werden konturreich wiedergegeben.

Der Klangcharakter wirkt neutral und natürlich. Dank der Line-Outs lässt

er sich nicht nur als Endgerät in die Signalkette integrieren.

HiFiMan zeigt, dass eine Röhre nicht immer mit starker Klangfärbung

verbunden sein muss. Klanglich und optisch ein Leckerbissen.

Transparente und detailreiche Abbildung des Geschehens mit leichter

Gewichtung auf den oberen Frequenzbereich.

Tadellose Video- und Audioverarbeitung, DSP-Sektion der Profi klasse.

Elf Endstufen für 11.2- oder 4-Zonen-Betrieb. Frei konfi gurierbares

Einmesssystem.

Sehr viel Ausstattung auf kleinstem Raum mit besten klang lichen und

messtechnischen Werten.

Audio-Netzwerkstreaming, THX-Zertifizierung und die Bildaufbereitung

zeichnen ihn aus.

7-Kanal-AV-Receiver, bis zu drei Subwoofer anschließbar. Gefällig neutrales

Klangbild in Stereo wie Mehrkanal. Dolby Volume.

Harman Kardon

AVR 760

1/2010 2 399 Euro www.harmankardon.de

Sehr gut

89

7-Kanal-AV-Receiver. Leistungsstarke Endstufen. Dolby Volume, keine

Höhenkanäle. Hoher Stromverbrauch und vorlauter Lüfter.

92 AUDIO TEST | 3.2012 | www.audio-test.at


Modell Ausgabe Preis Web Wertung Testurteil

Anthem

MRX 700

1/2012 2 200 Euro www.anthemav.com

Sehr gut

88

Starke räumliche Darstellung. Eigenes Raumkorrekturverfahren mit zwei

separat speicherbaren Messkurven.

Onkyo

TX-NR5007

1/2010 2 000 Euro www.eu.onkyo.com/de

Sehr gut

88

9.2-Netzwerk-AV-Receiver. Acht HDMI-Eingänge, zwei Ausgänge. Sehr

saubere Surround-Abbildung. Sehr guter Videochip.

Marantz

SR7005

3/2011 1 699 Euro www.marantz.de

Sehr gut

87,5

Ein sehr guter Klang und vielfältige Streaming-Möglichkeiten treffen auf

ein ansprechendes Design.

Onkyo

TX-NR1009

1/2012 1 499 Euro www.onkyo.de

Sehr gut

87

Mit einem Videoscaling auf vierfache HD-Aufl ösung auch im Bild

zukunftssicher. DTS Neo:X ist mit an Bord.

Denon

AVR 3312

1/2012 1 099 Euro www.denon.de

Sehr gut

86

Zeigt sich netzwerkfreudig durch Integration von Apple Airplay sowie

einer breiten Formatunterstützung beim Streaming.

Marantz

NR1602

2/2012 700 Euro www.marantz.de

Sehr gut

85

Sehr kompakt und elegant für einen AV-Receiver. Der ausgewogene

Klangeindruck paart sich mit guter räumlicher Abbildung.

Denon

AVR 3311

2/2010 1 399 Euro www.denon.de

Sehr gut

85

7-Kanal-AV-Receiver mit Audiostreaming via Netzwerk oder iPod über

USB. Warmer Klang und sehr gute Messwerte.

Harman Kardon

AVR-660

3/2011 1 999 Euro www.harmankardon.de

Sehr gut

85

Sehr gute räumliche und klangliche Eigenschaften treffen auf ein robustes

Technikinnenleben.

Sony

STR-DA3600ES

3/2011 1 199 Euro www.sony.de

Gut

74

Ethernet-Hub, Netzwerk-Videostreaming und der Anschluss von bis zu

zwei Stereopaaren machen ihn einzigartig.

Blu-ray-Receiver

T+A

K8

2/2012 5 900 Euro www.taelektroakustik.de

Ausgezeichnet

93

Dynamischer und ausgeglichener Klang mit analogem Grundtimbre.

Großer Funktions- und Anschlussumfang.

Standlautsprecher

Isophon

Vescova

3/2011

ab

7 998 Euro

www.isophon.de

Referenzklasse

95

Eine ausgezeichnete und ungeschönte räumliche Wiedergabe über den

gesamten Übertragungsbereich.

Burmester

B25

3/2011 7 000 Euro www.burmester.de

Ausgezeichnet

94

Ein offenes und präsentes Klangbild mit besten räumlichen Eigenschaften,

auch in schwierigen Räumen einsetzbar.

Elac

FS 247

2/2011 1 996 Euro www.elac.de

Ausgezeichnet

93

Ausgezeichnetes räumliches und dynamisches Aufl ösungsvermögen,

trockene und konturierte Bässe.

KEF

Reference 203/2

1/2010 7 000 Euro www.kef.com/de

Ausgezeichnet

93

3-Wege-Bassrefl exsystem. Magnetisch abgeschirmt. Tri-Amping/-Wiring.

Akustische Ortsanpassung des Hochtonbassbereiches.

Nubert

nuVero 10

1/2012 2 450 Euro www.nubert.de

Ausgezeichnet

93

Weiter Tiefgang trotz des schlanken Gehäuses. Zwölf wechselbare Klangmodi

lassen geschmacklich keine Wünsche offen.

Naim

Ovator S-400

2/2012 4 200 Euro www.music-line.biz

Ausgezeichnet

92

Sehr angenehme, zurückhaltende Klangabstimmung. Kann problemlos

auch in kleineren Hörraumen zum Einsatz kommen.

LUA

Con Espressione

1/2011 6 000 Euro www.lua.de

Ausgezeichnet

92

Ein ausdrucksstarker Lautsprecher, der feinfühlig aufspielt und einen

hohen Wirkungsgrad aufweist.

Dynaudio

Excite X36

4/2011 2 600 Euro www.dynaudio.com

Ausgezeichnet

91,5

Lautsprecher mit transparentem Aufl ösungsvermögen, konturierten

Bässen und sehr gutem Dynamikverhalten.

Bowers & Wilkins

804 Diamond

3/2011 7 000 Euro www.bowers-wilkins.de

Ausgezeichnet

90

Die Basswiedergabe und die räumlichen Abbildungseigenschaften

treffen auf solide Verarbeitung mit hohem Materialeinsatz.

Teufel

Ultima 800

1/2010 3 000 Euro www.teufel.de

Ausgezeichnet

90

3-Wege-Lautsprecher ohne Bassrefl exöffnung. Vierstufi ge Bassanpassung.

Heller Klang mit ordentlichem Bassfundament.

Vienna Acoustics

Beethoven Concert Grand

3/2011 5 100 Euro www.audio-reference.de

Ausgezeichnet

90

Große Bassdynamik, schöne Räumlichkeit und sehr hohe Klirrarmut in den

höchsten Tönen.

ASW

Cantius 604

4/2011 1 950 Euro www.asw-loudspeaker.com

Sehr gut

89,5

Standlautsprecher mit tiefer Bassreproduktion und großer Dynamikfähigkeit.

Nubert

nuVero 11

1/2009 2 690 Euro www.nubert.de

Sehr gut

89

Glasfaserbestückte Membran. 3-Wege-Konstruktion. Raum anpassung.

Ausbalancierte Tonalität bis jenseits der 35 Hertz.

KEF

Q700

2/2011 1 398 Euro www.kef.com/de

Sehr gut

88

Sehr gute räumliche Wiedergabe, straffe Bässe, im Klang frei von Härten

und sehr viel Ausstattung.

Infinity

C336

2/2011 1 198 Euro www.infi nitysystems.com

Sehr gut

86

Neutrales und feinaufgelöstes Klangbild ohne Übertreibungen im Klang.

Nubert

nuLine 102

1/2010 1 500 Euro www.nubert.de

Sehr gut

86

Hohe räumliche Abbildungseigenschaften treffen auf sehr gute Klangeigenschaften.

PSB Speakers

Image T6

2/2011 1 500 Euro www.psbspeakers.de

Sehr gut

85,5

Warmer Grundton und trotzdem neutraler Ansatz, sehr gute Impulstreue

und viel Ausstattung.

Canton

Karat 790.2 DC

1/2011 2 498 Euro www.canton.de

Sehr gut

85,5

Solider und klanglich ausgewogener Standlautsprecher, der sich auch für

Surround-Sets eignet.

Teufel

M 520 F

3/2011 1 098 Euro www.teufel.de

Sehr gut

85

Schlanker Hybridlautsprecher für Stereo und Surround mit weitreichendem

räumlichen Darstellungsvermögen.

Bowers & Wilkins

684

1/2010 1 000 Euro www.bowers-wilkins.de

Gut

84

2,5-Wege-Bassrefl exkonstruktion mit guter Hochtonaufl ösung und

Mittenwiedergabe. Geringer Tiefbass. Massive Anschlüsse.

Quadral

Platinum M4

1/2010 1 400 Euro www.quadral.com

Gut

84

Passiver Bassrefl ex-Standlautsprecher in 3-Wege-Konstruktion. Warme

Mittenwiedergabe. Etwas opulenter Bassbereich.

Focal

Elextra 1027-S

1/2009 4 000 Euro www.focal.com

Gut

81

Differenzierte Mitten- und Hochtonwiedergabe trifft auf ein Ungleichgewicht

im Bass.

Heco

Aleva 500

1/2010 900 Euro www.heco-audio.de

Gut

81

Tiefmitten und Bässe werden gut repräsentiert, in den oberen Mitten und

dem Hochtonbereich gibt es Schwächen.

Jamo

C605

1/2010 700 Euro www.jamo.com

Gut

81

Feindynamischer kleiner Standlautsprecher mit ausgewogenem Klang,

der etwas mehr Spritzigkeit haben könnte.

Piega

Smart 3

2/2011 2 000 Euro www.piega.ch

Gut

80,5

Gutes räumliches Aufl ösungsvermögen, leichte dunkle Färbung in den

Mitten.

Canton

Karat 770.2 DC

2/2011 1 998 Euro www.canton.de

Gut

79,5

Große Dynamik und straffe Tiefmitten. Spikes und Gummi klebefüße

inklusive.

Test 93


Modell Ausgabe Preis Web Wertung Testurteil

Quadral

Rhodium 70

2/2011 798 Euro www.quadral.com

Gut

79

Gutes Impulsverhalten, keine übertriebenen Bässe, sehr gute räumliche

Aufl ösung.

Empire

Diamond No.2

4/2011 1 999 Euro www.empire-hifi.com

Gut

78

Optisch ansprechender Standlautsprecher in bekannter Optik mit leichten

klanglichen Färbungen.

German Maestro

HD-PF 200

1/2011 598 Euro www.german-maestro.de

Gut

73,5

Junger, dynamischer Lautsprecher, an dem Ansprüche noch gedeihen

können.

Aktivlautsprecher

KSdigital

KSD 2040

2/2012 7 998 Euro www.ksdigital.de

Referenzklasse

96

Hervorragender Übertragungsbereich und lebensechte Klangabbildung

mit feinaufgelösten Details. Jede Art von Musik wird zum Genuss.

KSdigital

KSD 2020

3/2011 3 998 Euro www.ksdigital.de

Ausgezeichnet

92,5

Das koaxiale System im Verbund mit einem weiteren Tieftöner erzeugt

Räumlichkeit und neutrale Klangfarben.

Adam Audio

A8X

2/2011 1 198 Euro www.adam-audio.de

Ausgezeichnet

91,5

Linearer Hochtonbereich, ausgeprägte räumliche Darstellung, sehr gutes

Impulsverhalten.

Elac

AM 150

2/2011 498 Euro www.elac.de

Sehr gut

89

Anschlussvielfalt, integrierter D/A-Wandler,

sehr gute Klangeigenschaften.

JBL

LSR4328P

2/2011 1 899 Euro www.jblpro.com

Sehr gut

87,5

Direkte Computerverbindung via USB, vielfältige Anschlussmöglichkeiten,

HiQnet zur digitalen Mehrkanalverbindung.

Swans

M200MKII

2/2011 648 Euro www.swans-europe.eu

Sehr gut

85

Schickes Äußeres, sehr gute Klangeigenschaften und hochwertige

Verarbeitung.

T+A

CM Active

2/2011 1 990 Euro www.taelektroakustik.de

Gut

84

Saubere Mittenabbildung, edles Gehäusedesign und sehr gute Verarbeitung.

Einschaltautomatik integriert.

Kompaktlautsprecher

Seta-Audio

M1.5

1/2012 2 400 Euro www.seta-audio.de

Ausgezeichnet

91

Innovative Gehäusekonstruktion sorgt für bassstarke Wiedergabe trotz

der kompakten Größe. Hervorragender Klang.

Adam Audio

Classic Compakt MK III

2/2010 2 000 Euro www.adam-audio.de

Ausgezeichnet

90

Durchweg sehr gute Ergebnisse in den klanglichen Eigenschaften in

Kombination mit konsequent umgesetzter Konstruktion.

Sonus Faber

Liuto Monitor

1/2012 2 100 Euro www.audio-reference.de

Ausgezeichnet

90

Nicht nur klanglich sehr angenehm, sondern auch hochwertig verarbeitet.

Die Optik besticht durch edle Lederbezüge.

Nubert

nuVero 4

2/2011 1 140 Euro www.nubert.de

Sehr gut

88,5

Kraftvoller, spritziger Klang mit tonaler Ausgeglichenheit. Sehr gute

Gehäusekonstruktion und vielfältige Klangeinstellungen.

ME Geithain

ME 25

2/2011 1 420 Euro www.me-geithain.de

Sehr gut

87,5

Ein ausgezeichnete räumliche Wiedergabe dank koaxialer Bauweise und

ein sehr neutraler Klang.

ProAc

Tablette Anniversary

1/2012 1 950 Euro www.wbs-acoustics.de

Sehr gut

87,5

Sehr gute Verarbeitung kombiniert mit einem britischen Klangcharakter.

Kann auch per Bi-Wiring mit getrennten Endstufen betrieben werden.

Elac

BS 243

2/2011 998 Euro www.elac.de

Sehr gut

87

Transparenter Klang dank JET-III-Bändchenhochtöner, schön trocken

klingende Bassimpulse.

JBL

LS40

2/2011 1 598 Euro www.jbl.com

Sehr gut

87

Der Hochtöner ist in einer Hornkonstruktion ausgeführt, die Tiefe der

akustischen Bühne ist besser als die Breite in Stereo.

KEF

Q100

2/2011 498 Euro www.kef.com/de

Sehr gut

85

Ein impulsfreudiger und lebendiger Klang dank des neuen Uni-Q-Chassis.

Piega

Premium 1

2/2010 1 700 Euro www.piega.ch

Sehr gut

85

Sehr gut im Bass konturierter, kleiner Lautsprecher mit guter Mittenabbildung