AUDIO Werden Sie aktiv! (Vorschau)

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05 / 2013 www.audio.de Deutschland 6,- €

HIFI · SURROUND · HIGH END · MUSIK

Werden Sie aktiv!

Wie eine neue Boxen-

Generation die HiFi-

Welt verändert

Überlegene Aktiv-

Konzepte für jeden

Raum

Von rein analog bis

voll digital und DSPgesteuert

14 oder 1400 Watt?

Der Endstufentest der Gegensätze:

Musical Fidelity und Pass First Watt

SYNTHESIS ACTION

Diese Röhre packt jede Box

Sensation in Messlabor und

Hörraum: Die LS-1 von Grimm Audio

DER STREAMT SOGAR DSD

Netzwerk-Überraschung aus China:

Der Lumin Player im ersten Test

Sonos, Raumfeld & Co: Alle Neuheiten

im Test, alle Konzepte im Praxis-Vergleich

Österreich € 6,70 - Schweiz sfr 12,00

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Z2 – das neue Wireless Musiksystem von Bowers & Wilkins

begeistert mit seiner faszinierenden Kombination aus bestem

Klang, edel kompaktem Design und höchstem Bedienkomfort.

Ausgestattet mit integrierter AirPlay ® Technologie und neuem Apple

Lightning Connector ist das Z2 das perfekte Sound-Dock für Ihr

aktuelles iPhone 5 sowie die jüngste Generation von iPod touch und

iPod nano. Dank AirPlay Wireless Streaming bringt das Z2 auch

die digitalen Musikschätze auf Ihrem iPad und aus Ihrer iTunes-

Mediathek auf Mac oder PC in bester HiFi-Klangqualität zu Gehör.

Zudem erfreut es seinen Besitzer mit einem vielseitig einsetzbaren

und elegant dezenten Design, das wirklich in jedes Ambiente passt.

Und selbst das AirPlay-Setup sowie die Einbindung in Ihr WLAN-

Netzwerk wird mit der kostenlosen „Bowers & Wilkins Control“-App

zu einem echten Kinderspiel. Mehr Infos: www.bowers-wilkins.de

Mit neuem Apple

Lightning

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Apple AirPlay ® für

Wireless Audio Streaming

Bowers & Wilkins

Control-App

für einfaches AirPlay-Setup

Lightning, AirPlay, iPhone, iPad, iPod touch, iPod nano und iTunes sind eingetragene Warenzeichen von Apple Inc., registriert in den USA und anderen Ländern.


Meinung › EDITORIAL

Siegerboxen

...die begeistern

Bernhard Rietschel

brietschel@wekanet.de

MESST IHR NOCH, ODER HÖRT IHR SCHON?

Es sind nicht immer die technisch besten Sänger, deren Kunst uns am meisten

berührt. Und was für die Musik selbst gilt, findet auch in ihrer Reproduktion seine

Entsprechung: Entscheidend für den Wert und die Existenzberechtigung einer

Anlage ist, ob sie Musik wirklich näherbringt, ob sie uns als Tester vergessen lässt,

dass wir ja eigentlich nicht zum Spaß im Hörraum sitzen, sondern um Eindrücke für

einen zuverlässigen Hörtest zu sammeln.

Die Anlagen, denen das gelungen ist, waren nicht immer die mit den besten

Messwerten. So habe ich, seit ich bei AUDIO bin, schon viele Versuche erlebt,

Lautsprecher mit digitalen Mitteln zu perfektionieren, Frequenzgänge oder Zeitverhalten

mit DSP-Hilfe zu glätten und akustische Grenzen mithilfe digitaler Tricks

auszuhebeln. So eindrucksvoll diese Tour-de-Force-Lösungen messtechnisch oft

waren, ihre klanglichen Ergebnisse haben mich mehrheitlich völlig kalt gelassen.

Brauchen wir also die Imperfektionen, die kleinen oder größeren Fehler, um Spaß

zu haben, oder gibt es Faktoren, die sich unseren Messungen noch entziehen?

Zwei Geschichten in diesem Heft geben in dieser Frage entscheidende Hinweise:

Die Grimm LS-1 zeigt uns, dass es sehr wohl möglich ist, einen Lautsprecher

(eigentlich ist es ein komplettes Wiedergabesystem) nach allen bekannten Messkriterien

perfekt zu machen, ohne dass er an emotionaler Kraft einbüßt. Im Gegenteil:

Bei der holländischen DSP-Aktivbox betritt man klaren Kopfes den Hörraum,

drückt auf Play und wähnt sich schlagartig unter dem Einfluss eines ebenfalls

holländischen Klangveredlers, der stark riecht, rote Augen macht und in Deutschland

verboten ist.

Auch die First Watt SIT-1 von Nelson Pass sorgte im Labor wie im Hörraum

gleichermaßen für Begeisterung, weil sie unserer vor einigen Monaten neu

eingeführten Klirrstabilitäts-Messung mit unglaublich transparentem, tiefschichtigem

und entspanntem Klang als lebendes Exempel dient. Um das zu hören,

braucht man keinen süßlichen Rauch, keine Goldohren, und noch nicht mal

Hightech-Boxen: Eine der Ketten, die uns in den letzten Wochen so richtig in

Partylaune gebracht haben, bestand aus dem Lumin-Netzwerkplayer, den First-

Watt-Monos – und einem Pärchen Klipsch Cornwall III, deren Bauprinzip auf die

50er Jahre zurückgeht.

Viel Spaß mit diesem Heft wünscht

nuLine 264

Leserwahlsieger 2013

bei Stereoplay, Kategorie Standboxen bis 2000 Euro

„Schlank verpackte

Leistungsfähigkeit“

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www.audio.de ›05 /2013

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Inhalt › AUDIO 05/2013

6

HiFi-Fest 2013:

VORSCHAU

HIGH END

Anlagentuning für Feingeister:

PASSIVE VORSTUFEN

16

Edles aus Shenzhen

Mit zusammen 3000 Euro ist die Stereokombi A2.1 / CD2.1

von Shanling nicht billig. Dafür gibt's dann aber auch

verschwenderischen Materialeinsatz, penible Verarbeitung

und liebevoll auf den Punkt abgestimmten Klang.

MAGAZIN

6

12

News Das bringt die HIGH END 2013:

Neuheiten, Erlkönige, Überflieger – was Sie

in München unbedingt gesehen haben

sollten. AUDIO zeigt die edelsten Röhren,

die aufregendsten Plattenspieler und die

spektakulärsten Boxen in einer großen

Messevorschau

Szene HiFi-Events, Termine, Händlertipps

RUBRIKEN

3 Editorial

79 Markt

150 Bestenliste

160 Leserbriefe

160 Impressum

162 Vorschau

LAUTSPRECHER

22

24

26

28

30

34

38

Spezial: Aktivlautsprecher

Es gibt sie in allen Formen und Größen,

digital und analog. AUDIO erklärt die

unterschiedlichen Konzepte und stellt

außergewöhnliche Vertreter ihrer Art vor:

Test: NuForce Digital S3-BT

Test: KEF X300 A

Test: Geithain ME 806

Test: Genelec 8240 APM

Test: KSD 2040

Test: Grimm Audio LS-1

LAUTSPRECHER

144

KOMPLETT-ANLAGEN

58

KOPFHÖRER

44

Test: Standbox

Mit der SLS-Serie und dem Flagschiff 790

DC bringt Canton Vento-Technik für den

etwas schmaleren Geldbeutel.

Test: Design-Soundbar

Die Audio-Entertainment-Konsole von

AudioXperts räumt auf – mit Kabelgewirr

und Vorurteilen gegen Design-Anlagen.

Vergleichstest: Mobile Kopfhörer

Lieber schick statt gut lautet oft die Devise

bei Kopfhörern. Aber nicht bei diesen sechs

Modellen um 100 Euro: die können beides.

4 www.audio.de ›05 /2013


Inhalt › AUDIO 05/2013

144

VENTO

LIGHT

Knapp unter der

edlen Vento-Serie

hat Canton die neue

SLS-Reihe eingeschoben.

Wie eng

die Klang-Verwandtschaft

ist, soll das

SLS-Topmodell

790DC zeigen.

DOPPEL-NUTZEN

Klein und leicht genug für unterwegs, groß

und gut genug für Zuhause: sechs Kopfhörer

um 100 Euro, die nicht nur schick

aussehen, sondern auch toll klingen.

44

THE DESOTO CAUCUS

Seinen Bandnamen borgte sich dieses

Ensemble vom US-Konzern Chrysler,

der unter dem Etikett DeSoto einst zum

Träumen schöne Kult autos baute.

Dafür revanchiert sich das dänische

Quartett The DeSoto Caucus nun

sehr stilvoll – mit ebenfalls zum

Träumen schönem Countryfolk in

bezauberndem Vintage-Sound.

67

IM TEST

CD-PLAYER

Shanling CD 2.1 ....................................60

ENDSTUFEN

First Watt SIT 1 ..................................136

Musical Fidelity M8 700 ....................136

KOMPAKTBOXEN

Genelec 8240 APM ..............................30

Geithain ME 806 ..................................28

KOMPLETTSYSTEME

AudioXperts 4TV 2112 .........................58

Sonos Playbar ......................................52

MOBILE KOPFHÖRER

AKG K619, Motörhead Motörizer,

On.Earz AC/DC, Scullcandy Navigator,

Sony MDR-V55, Teufel Aureol Real ..44

NETZWERKPLAYER

Lumin ....................................................48

Raumfeld Connector 2 ........................54

PC-LAUTSPRECHER

KEF X300A ............................................26

NuForce S3-BT .....................................24

VORVERSTÄRKER

Line Magnetics VO2 ............................16

Music First Classic Copper .................16

Musical Fidelity M8 PRE ...................136

STANDBOXEN

Canton SLS 790 DC ...........................144

Grimm Audio LS 1 ...............................38

KS Digital KSD 2040 ............................34

VOLLVERSTÄRKER

Shanling A 2.1 ......................................60

Synthesis Action A100T ....................146

DIE BESTENLISTE

Alle Tests im Überblick .....................150

Bilder: Titel: J. Bauer, MPS; Inhalt: J. Bauer, H. Härle, MPS, Andrew MacNaughtan, Archiv

VERSTÄRKER

16

60

136

146

Vergleichstest: Passive Vorstufen

Das wünscht sich auch der Umweltminister:

Ohne Energieaufwand so glänzende

Ergebnisse bringen zu können.

Test: Stereo-Kombi

Shanling macht auch viel Auftragsfertigung

– zum Teil für sehr vornehme Marken. Diese

Kombi aus Röhren-CD-Player und

Vollverstärker präsentieren die Chinesen

jedoch stolz unter eigenem Namen.

Vergleichstest: Endstufen

Musical Fidelitys M8-Kombi lässt 1400

Watt erstaunlich filigran klingen. Nelson

Pass definiert Klang-Reinheit neu – mit

einem Hundertstel der Leistung.

Test: Röhren-Vollverstärker

Eine prachtvolle Röhre von Synthesis heizt

nicht nur thermisch ein: Sie hat genug

Power, um es richtig krachen zu lassen.

DIGITAL

48

56

52

54

Test: Netzwerk-Player

Lumin schickt sich an, der härteste

Konkurrent etablierter Streamer-Platzhirsche

zu werden.

Report: System-Vergleich

Sonos und Raumfeld haben wieder Neues

im Portfolio – und wir damit einen guten

Grund, die Multi-Room-Netzwerk-Konzepte

gegenüber zu stellen:

Test: Sonos Playbar

Netzwerk-Soundbar mit Erfolgs-Garantie.

Test: Raumfeld Connector 2

Gelungener Nachfolger des Streaming-

Players im Raumfeld-Programm.

MUSIK

66

67

70

72

74

75

77

Pop-CDs

David Bowie, Depeche Mode, Eric Clapton,

Edwyn Collins, Johnny Marr, Willie Nelson,

OMD, Atoms For Peace, Bastille ...

Die Audiophilen

The DeSoto Caucus, Milk Carton Kids:

Countryfolk und Songwriter-Perlen in

warmem, mätzchenfreiem Akustik-Klang

Geheimtipp

John Grant: Elektronik und Folk mit

doppeltem Boden – und aus tiefster Seele

Schwarzs Gold, Folge 1

LP-Reissues von Chi Coltrane, ELP ...

Oldie-CDs

The Doors, Van Halen, Stephen Stills ...

Jazz-CDs

Youn Sun Nah: Koreanisch-französischskandinavischer

Jazz einer großen Stilistin

Klassik-CDs

Tenebrae: Vokalzauber der Extraklasse

www.audio.de ›05 /2013

5


Magazin › HIGH-END-NEWS

MAI 2013

IT'S SHOW TIME!

Was für ein Fest für HiFi- und Musikfans: Die Top-Messe High End weckt

vom 9. bis 12. Mai wieder audiophile Frühlingsgefühle. Vorab finden Sie hier

schonmal einige Highlights, die im Münchner MOC für Furore sorgen könnten.

Viel Spaß dabei – und eine prickelnde, genussreiche Messe!

PHYSIKS-UNTERRICHT

Die Maintaler Nobelboxen-Manufaktur

German Physiks bestückt ihre

Lautsprecher mit sogenannten

DDD-Schallwandlern – mit

zunehmender Frequenz

wechseln sie von einer

kolbenförmigen in eine

Biegebewegung. Krönung

dieses forschungsintensiven

Prinzips ist die Emperor

MKII, die auf der High End

Europapremiere feiert.

Wesentliches Merkmal: Die

DDD-Wandler lassen sich

per Fernbedienung und

elektrisch ausfahrbarem

Träger in ihre jeweilige Best-

Position bewegen. Ausgeliefert

werden die Boxen mit

externer 3-Wege-Passivweiche

oder einer Aktivweiche

inklusive DSP und

Raumeinmessung. Kostenpunkt

je nach Ausführung

(zum Beispiel in Leder, Stahl,

Carbon, Sandstein oder

Lack) zwischen 183.000

und 211.000 Euro. www.

german-physiks.com cd

HIGH END 2013

Atrium 4, 2. OG, Raum

F 210

HIGH END 2013

Audiophile Musikfans und anspruchsvolle

Wohnzimmer-Cineasten

dürfen sich freuen: An drei

Publikumstagen geben mehrere

Hundert namhafte Marken und

Produkte den Ton an. Mit dabei

ist auch das preisgekrönte Multimediaprojekt

Lichtmond sowie

Live-Musik-Events, präsentiert

von High-End-Firmen wie Cardas

Audio oder Clearaudio. Natürlich

fehlt auch die Redaktion AUDIO

nicht – den Weka Verlag finden

Sie im Atrium 4, 2. OG (Raum F

228) sowie in Halle 4 (Stand J 03).

HIGH END 2013: MOC

München, Lilienthalallee 40,

80939 München-Freimann.

Termin: 9. bis 12. Mai (am

9. Mai nur für Fachbesucher

mit Vorab-Registrierung).

Öffnungszeiten: Täglich von

10 bis 18 Uhr. Eintritt für die

Publikumstage: 12 Euro/Tag.

Weitere Infos:

www.HighEndSociety.de

Fotos: Archiv, Shutterstock.com

6

www.audio.de ›05/2013


Magazin › HIGH-END-NEWS

BLAUE STUNDE

Aufregendes High-End-Konfekt präsentiert

McIntosh: Die New Yorker präsentieren

gleich drei neue Vollverstärker, darunter den

MA7900AC (Foto), bestückt mit D/A-Wandler

und Phonoteil. Ebenfalls frisch sind die Röhrenvorstufe

C2500 und die Digitalvorstufe D100. In

Raumnachbarschaft zeigt laut Vertrieb auch

Devialet zwei noch geheime „Knaller“. Und

auch Moon wird sich mit hochkarätigen

Klangprodukten die Ehre geben. www.audiocomponents.de

cd

HIGH END 2013

Atrium 4, 1. OG, Räume

F 109, F 108, F 114, F 115,

F 116

MAGNETISCH

ANGEZOGEN

Die beiden bereits etablierten offenen magnetostatischen

Kopfhörer LCD-2 und LCD-3 von Audez'e punkteten im

Test hervorragend. Nun gesellt sich zu ihnen das erste

geschlossene Modell mit dieser Technologie (Foto). Ebenfalls

neu im Vertrieb von audionext ist der DAC-Winzling

hiFace von M2Tech: Mit 20 Gramm Lebendgewicht und

USB-Interface bietet er eine Auflösung von bis zu 384

kHz/32bit. Preis: 219 Euro. www.audionext.de cd

HIGH END 2013

Atrium 4, 2. OG, Raum

E 211

FOCAL-CHANTEURS

Formidables aus Frankreich: Focal hat seine erfolgreiche

Chorus-700er-Serie überarbeitet und stellt nun neun neue hifiund

surroundfähige Kompakt- und Stand-Modelle vor. Das

Design soll mit mehr Finesse betören, technisch setzten die

Entwickler wieder auf die hauseigenen Polyglass-Mittel- und

Tieftöner sowie Hochtöner mit Inverskalotten aus Alu-Magnesiumlegierung

– nun mit einer Poron-Einspannung, die Langlebigkeit

und gleichmäßigeres Schwingverhalten garantieren

soll. Für den optischen Chic kann man zwischen Nussbaum,

Black Style und Rosenholz wählen.

HIGH END 2013

Atrium 4, 1. OG, Raum

E 119

Die Paarpreise starten bei 458

Euro. www.focal.com/de/ cd


Magazin › HIGH-END-NEWS

HIGH END 2013

Halle 4, Stand G 04 / H 02

AMP FÜRS KÖPFCHEN

Nach dem High-End-Kopfhörerverstärker A1 schicken die Heilbronner

Spezialisten von Beyerdynamic einen kleinen Bruder

ins audiophile Rennen. Der A 20 besticht mit einem komplett

aus Aluminium gefertigten Gehäuse, dessen Außenwand

ohne Schrauben und Nähte auskommt. Den Entwicklern lag

eine besonders verzerrungsarme Performance von Kopfhörern

mit bis zu 600 Ohm am Herzen. Dank doppelter Kopfhörerausgänge

sind auch zweisame Musiksessions möglich – übrigens

auf Wunsch auch auf weltweiten Reisen, denn darin sitzt ein

Schaltnetzteil, das von 110 bis 240 Volt agieren kann. Zwei

beiliegende Netzkabel komplettieren den A 20 zum wahren

Global-Player. Dank durchschleifbarem Cincheingang lässt sich

der neue Kopfhörerverstärker obendrein in bestehende Audio-

Setups integrieren, zum Beispiel zwischen einem CD-Player

und der HiFi-Anlage. Der Preis soll bei rund 500 Euro liegen.

www.beyerdynamic.de cd

LONDON CALLING

HIGH END 2013

Halle 4, Raum F 11

Die Londoner Sound-Gentlemen von Cambridge Audio stellen

neue Geräte der Azur-Serie vor – zum Beispiel den Azur 752BD 3D-

Blu-ray-Universalplayer sowie den Azur 751R-7.1-Heimkino-Receiver

(Fotos). Dieser Surround-Receiver (rund 2150 Euro) soll unter anderem

mit einem Dual-32-Bit-DSP von Texas Intruments für abendfüllende

Format- und Klangvielfalt sorgen. Im Allround-Player (rund

1550 Euro) schlägt ein hochwertiges QDEO-Videoherz von Marvel.

Auch Neuheiten der schweizer Audio-Präzisionsmanufaktur Soulution

gibt's im gleichen Raum zu bestaunen, ebenso wie topaktuelle

Boxen-Stars von Raidho. www.taurus-high-end.de cd

VROOOOM-SERVICE

HIGH END 2013

Atrium 3, 1. OG, Raum

C 112 / D 111

Abgefahrenen Sound verspricht die neue Kooporation

zwischen den Klangästheten von Sonus

Faber und dem Luxuswagenhersteller Pagani

Automobili: Künftig beschallen die High-Ender

aus Arcugnano die bella maccinas aus Italien mit

edlen Soundsystemen – selbstredend handgemacht

und unter anderem bestückt mit einem

Analog-Plattenspieler (!). Blutdruck und Herzfrequenz

dürfte Besuchern im hinteren Bereich

des Atrium 3.1 in die Höhe schnellen – denn

auf einer Plattform vor Raum C112/D111 prunkt

solch ein nobel ausgestatteter Sportwagen.

Sonus Faber will überdies einen HiFi-Lautsprecher

zeigen, der unterhalb der Amati Futura

rangiert. www.sonusfaber.com cd

8 www.audio.de ›05 /2013


Flexidelity

Magazin › NEWS

your_World

WANDLUNGS-FÄHIG

Wadia will in Deutschland unter neuem

Vertrieb Fuß fassen – in München

feiert nun der Intuition 01 Premiere:

Der Allrounder aus den USA vereint

D/A-Wandler (Sabre ESS 9018; bis zu

384kHz/32Bit via USB-Input), Vorverstärker

und Enstufen in einem stylisch

designten, flachen Gehäuse. Das Upsampling

übernimmt der „Wadia-Delta-Sig-

Master FIR32Bit“ (1536 MHz), Der Amp

(Class-D+) soll für 350 Watt pro Kanal

gut sein. Der Preis: ab rund 8000 Euro.

In seiner Nachbarschaft lassen sich auch

Neuheiten von Krell bestaunen, darunter

der „Connect“ Audio Streamer sowie

der 7.1-Surround-Prozessor „Foundation“

HIGH END 2013

Atrium 3, 1. OG, Räume

C 112 / D 111

und der nun lieferbare Vollverstärker S-

550i. Ex-Krell-Gründer -Dan D'Agostino

hat im Reisegepäck eine ultimative

Transistor-Vorstufe, die exklusiv in der

kommenden AUDIO begutachtet wird.

Und Röhrenspezialist Audio Research

stellt eine zweiteilige Vorstufe vor, die auf

dem „Reference Anniversary Preamplifier“

des Hauses basiert. Auch ein neuer

Vollverstärker der Marke betritt die High-

End-Bühne. Die Subwoofer-Eperten von

Velodyne treten schließlich mit einem

besonders kompakten Bass-Arbeiter

sowie neuen Kopfhörern mit aktiver Geräuschkompensation

auf. www.audioreference.de

cd

iPod/iPhone

nicht im

Lieferumfang

enthalten

STAND-KONZERT

Frischer Wind aus Kiel: Elac stellt

mit der FS 409 eine neu entwickelte

Standbox vor. Ein aktueller, hauseigener

„JET-5“-Hochtöner (Folie mit

von Wechselstrom druchflossenen

Leiterbahnen), ein frisch konzipierter

Mittel- sowie zwei 18-Zentimeter-

Kristallmembran-Tieftöner (Elac

AS-XR-Technologie) sollen die

rund 6380 teuren Lautsprecher

(Paarpreis) zu einer fulminanten

Performance verhelfen. Erhältlich ist

die FS 409 zunächst in schwarzem

Hochglanzlack, später sollen weißer

Hochglanzlack, Tobacco Hochglanz

sowie Nussbaumfurnier Hochglanz

folgen. www.elac.com cd

HIGH END 2013

Atrium 4, 1. OG, Räume

F 102, F 103, F 124

Für jeden

Anspruch

die passende

Klanglösung

Ideal für iPhone und iPod:

unsere your_Dock Docking Station

für den Aufbau eines

drahtlosen Musiknetzwerkes.

Entdecken Sie Ihren Klang.

Im Fachhandel und unter

www.canton.de

www.audio.de ›05 /2013

9


Magazin › HIGH-END-NEWS

MAN-POWER

HIGH END 2013

Atrium 4, 2. OG, Raum F

231b, Halle 4, Stand H 09

HiFiman HM-901, bald einer der weltbesten Portis? Vielleicht – zumindest hat der schicke Taschenspieler

das Zeug dazu: Er arbeitet mit zwei 32-bit-D/A-Wandlern und soll sich auf sämtliche

Audioformate bis 192kHz/24bit verstehen. Sein Kopfhörerverstärker ist symmetrisch und modular

aufgebaut und mit Steckkarten für den jeweiligen Kopfhörer wählbar. Die Lautstärkeregelung

ist er analog über Einzelwiderstände realisiert. Und mit der passenden Dockingstation agiert er

sogar als D/A-Wandler. Der Preis: rund 1000 Euro. www.sieveking-sound.de cd

HIGH END 2013

Halle 3, Stand E 02

KOPFSCHMUCK

Die Soundspezialisten von Fostex stellen nach dem TH900 einen weiteren

Premium-Kopfhörer vor. Dem TH600 spendierten sie einen 50-Millimeter „Bio-

Dynamic“-Treiber, der in einem leichten Druckgussgehäuse aus Magnesium sitzt.

Der Frequenzbereich soll von 5 bis 45.000 Hertz reichen. Der Preis des dezent

gestylten Hörers liegt bei rund 1000 Euro. www.megaaudio.de cd

LP-BESCHWÖRER

Ein „holistisches System“ nennt Entwickler Jonathan Palmer sein Laufwerk

Palmer – sämtliche Elemente des Riementrieblers sind penibel aufeinander

abgestimmt. Das Netzteil arbeitet mit einer 60-Hertz-Sinuswelle, das eine

saubere Stromversorgung garantieren und Vibrationen reduzieren soll. Die

Lager-Kugel besteht aus Wolframkarbid, die Zarge aus hoch verdichtetem

Birkensperrholz. Der Plattenteller wird aus einem massiven Alu-Block gefertigt

und wiegt satte 9,5 Kilogramm. Die Tonarmbasis besteht schließlich aus

massiver Bronze und wird individuell mit Bohrungen für den Wunschtonarm

vorbereitet. Preis: ab 6900 Euro. www.inputaudio.de cd

HIGH END 2013

Halle 4, Stand H 16

TISCHLEIN, RACK DICH

Neue Tonmöbel aus dem

hessischen Jesberg: Das Rack

Notrebo von Tabula Rasa trägt

seine vollmassiven oder mit

sechs ausgefrästen Kammern

und Quarzsand gefüllten Böden

auf vier Holzsäulen. Die Stellfläche

liegt bei 52 mal 45 Zentimetern,

wahlweise ist das neue

Rack auch mit 104 Zentimetern

Bodenbreite für sechs Geräte

lieferbar. Böden und Säulen

bestehen aus Eiche und lassen

sich sogar verschiedenfarbig

kombinieren – zur Wahl stehen

Eiche natur, Schwarz, Weiß,

Grau, Kirschbaum und Nussbaum.

Der Preis: ab 1810 Euro.

www.tabula-rasa-interior.

de cd

HIGH END 2013

Halle 4, Stand F 11

10 www.audio.de ›05 /2013


Flexidelity

Magazin › NEWS

your_World

TRANSPORT-GUT

HIGH END 2013

Halle 3, Stand C 08

Die High-End-Kabelserie Reference-Selection von

in-akustik wird bei der Messe nicht nur in Schaukästen zu

bewundern sein – in vielen Vorführungen, z.B. Elac, Denon,

NAD oder T+A, tragen sie zum Gelingen bei. Außerdem

mit im Messegepäck: Die legendär guten

HQCDs und LPs, vor Ort auch käuflich zu

erwerben. www.in-akustik.de/referenzselection

ct

iPod/iPhone

nicht im

Lieferumfang

enthalten

PHONO POWER

HIGH END 2013

Halle 3, Stand B 09

„Die Tonquelle“ nennt Symphonic Line

seinen neuen, noch unbebilderten High-

End-Phonovorverstärker. Im Inneren sitzt

ein Mumetalltrafo mit 300VA, 240.000

Microfarad sollen für eine packendlebendige

Performance sorgen. Der

Aufbau ist diskret in Class-A-Manier

gehalten. Die Phonovorstufe versteht

sich sowohl mit MM- als auch mit MC-

Tonabnehmern – Impedanz und Kapazität

lassen sich schaltbar anpassen. Das

Gerät im Chromgehäuse mit massiver

10-Millimeter-Front (schwarz oder silberfarben,

Chrom gegen Aufpreis) besitzt

die klassichen HiFi-Gardemaße mit 45

Zentimetern Breite, 10 Zentimetern Höhe

und 39 Zentimetern Tiefe. Der Preis liegt

bei rund 4800 Euro – „Die Tonquelle“

entsteht übrigens in Einzelanfertigung.

www.symphonic-line.de cd

NORD-KOMMISSION

Mehr als sechs Jahre interdisziplinäre

Entwicklungsarbeit stecken im neuen

Model 1 der norwegischen High-End-

Spezialisten von Electrokompaniet.

Die 75-Kilogramm-Box mit Schulterhöhe

108 Zentimeter beschäftigt in ihrem

sandgestrahlten Alugehäuse mit sanften

Kurven penibel ausgewählte und

aufeinander abgestimmte Chassis von

Seas und Scan-Speak. Der Paarpreis

soll bei rund 28.000 Euro liegen. www.

electrocompaniet.no/de cd

HIGH END 2013

Atrium 3, Raum C 114

Für jeden

Anspruch

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www.audio.de ›05 /2013

11


Magazin › SZENE

HIFI-TERMINE

12./13. 4. HiFi-Studio Schön, 66955 Pirmasens

lädt zu den Pirmasenser HiFi-Tagen. Präsentiert werden Röhrenverstärker,

Vollverstärker und CD-Spieler unter anderem von Cayin und Lyric. Dazu

spielen diverse Lautsprecher von indiana line und Magnepan auf, interessantes

Zubehör kommt von creaktiv. Premiere feiern aus dem Hause Audio

Exklusiv der CD-Player P 8 sowie die Class-A-Monoblöcke

P 4; Cayin stellt die neuen Röhrenamps MA-80 Selection und A-88TMK2

Selection vor. An beiden Tagen findet zudem ein Workshop statt. Thema sind

„Klangverbesserung durch Reduzierung von mechanischen und elektromagnetischen

Störungen“. Um eine Voranmeldung für den Workshops wird

gebeten – Telefon 06331 / 41722. www.hifi-studio-schoen.de

12. 4.- 10. 5. Phono Phono, 10961 Berlin

informiert immer wieder freitags (Bergmannstr. 17, 17 bis 19 Uhr) über analoge

Klangkultur sowie spannende „digitale“ Aspekte. Die Themen der kommenden

Wochen. 12. April: Preiswerte HiFi-Technik – Phono Phono zeigt, wie gut

Einsteiger-Anlagen klingen können, woran man gute Geräte erkennt und

worauf man bei der Zusammenstellung einer günstigen HiFi-Kette achten

sollte. 19. 4.: Platten waschen & reinigen – Tipps & Tricks rund um Vinyl-

Waschmaschinen, Spezialreiniger & Co. 26. 4.: Tonabnehmer im Vergleich –

welchen Einfluss hat der Nadelschliff? Klingen teure Abtaster wirklich besser?

Welcher Tonabnehmer passt zu welchem Plattenspieler? Ein Exkurs mit

zahlreichen Hörbeispielen, mit denen Klangunterschiede hörbar werden. 3.

Mai: High-End für Kenner und Genießer – hochwertige Plattenspieler

namhafter Hersteller im Direktvergleich. 10. 5.: Tuning-Tipps für HiFi-Anlagen

– gibt es mehr als man denkt: Ob Stromversorgung, NF-Kabel, Netzkabel,

Füße, Racks, oder Stellflächen – wer an den richtigen Stellschrauben dreht,

kann aus seiner HiFi-Anlage ein paar zusätzliche Klang-Prozent herauskitzeln.

PhonoPhono zeigt, wie’s geht – und beweist es mit einer Reihe schöner

Musikbeispiele. www.phonophono.de

12. 4. / 19. 4. / 3. 5. Berliner Klangwellen-Manufaktur, 12277

Berlin

freut sich auf den Besuch von Werner Strehl. In der Großbeerenstr. 134a

präsentiert der ATC-Mann am 12. und 19. April sowie am 3. Mai jeweils von 16

bis 19 Uhr die Aktivlautsprecher 50A FF „Private Edition“ und EL150A. Im

Mittelpunkt stehen die Aspekte großorchestrale Dynamik und Klangfarbentreue

– Themen, denen ATC durch den Einbau von Class-A-Endstufen sowie

seinen legendären Mitteltöner ganz besondere Aufmerksamkeit widmet. Und

auch für Vinyl-Fans hat Strehl ein Schmankerl im Gepäck: das Laufwerk

„Cantano“ mit Titan-Tonarm und dem Ortofon-Tonabnehmer „Anna“. Eine

Anmeldung wird erbeten – Telefon 0172 / 3921 503. Andere Termine (etwa an

den folgenden Samstagen) sind nach Vereinbarung möglich. www.

klangwellenmanufaktur.de/ www.audiotra.de

13. 4. / 26. 4. Radio Ferner,

38100 Braunschweig

informiert mit seinen beiden Veranstaltungsreihen

„Im Fokus“ (jeweils am

zweiten Samstag eines Monats) und

„Die Kleine Hörprobe“ (an jedem

letzten Freitag eines Monats) über

aktuelle HiFi-Technik. Am 13. April

„im Fokus“: das Marken-Duo

Exposure & Sonus Faber: Der

Purismus der englischen Elektronikfirma Exposure trifft hier

auf die Eleganz und Klangkultur der venezianischen

Lautsprecher-Manufaktur Sonus Faber – eine Begegnung

der besonderen Art. Im Rahmen der „Kleinen Hörprobe heißt

das Motto am 26. 4. „Burmester – handmade in Germany“: Dann

stehen etliche Elektronik- und Lautsprecher-Kostbarkeiten aus dem Portfolio

der Berliner High-End-Schmiede zum Begutachten und Probehören bereit.

www.radio-ferner.de

19./20. 4. Luna Audio Lounge, 90471 Nürnberg

Neulich in Nürnberg (auf der HIGH END On Tour): Ein vergleichsweise

zierlicher Standlautsprecher flutet den Hörraum mit bestechend opulentem

Klang – und makellos verarbeitet ist das Ding auch noch! Kein Wunder, dass

es um Thomas Mathejczyk geschehen war. Der neue Schwarm des

Luna-Audio-Chefs hört auf den Namen Mozart Symphonie Edition und

stammt aus der Concert-Grand-Serie der Wiener Edel-Manufaktur Vienna

Acoustics. Wie viel (Bass-)Spaß und elegante, unangestrengte Musikalität

dieser Lautsprecher in jeder Musikrichtung und bei sehr wohnraumfreundlichen

Proportionen entfaltet (und das zu für „made in Austria“ verblüffend

günstigen Preisen!), lässt sich am 20./21. 4. im Euckenweg 17 nachhören.

Außerdem tritt die neue Veritas P8 Next von Phonar an – bei gleicher

Preislage ebenso so schlank, allerdings deutlich größer als die Mozart SE.

www.luna-audio.de

20. 4. / 9. 5.- 12. 5. HiFi Concept, 81667 München

widmet sich am 20. April den Marken Devialet und Wilson Audio. Mit dabei

in der Wörthstr. 45+38 ist aus dem Hause Devialet der neue D-Premier – ein

momentan heiß diskutierter Verstärker der Szene, der sich anschickt, „das

Tor zu einer neuen Musik- und Technik-Dimen sion“ aufzustoßen. Die passenden

High-End-Speaker stellt die US-Firma Wilson. Mitarbeiter beider

Vertriebe sind anwesend und freuen sich auf Fachgespräche unter HiFiisten.

Vom 9. bis 12. Mai (also parallel zur HIGH END) zeigt das HiFi-Concept-Team

plus eine Audionet-Delegation dann die 2013-Neuheiten von Thomas

Gesslers Bochumer High-End-Schmiede. Unter anderem spielen auf: die

Streaming-Vorstufe DNP, der Streaming-Vollverstärker DNA und der

Streaming-Client DNC; dazu werden ein Software-Update und neue

Bedienungs-Apps vorgestellt. Als Lautsprecher sekundiert die B&W 800

Diamond. www.hificoncept.de

20. 4. Sprint Service GmbH, 50389 Wesseling

gastiert mit den Lautsprechern der Aktiv-Spezialisten Backes & Müller an

der Weser. Anmeldung und Infos zum „Stadtmusikanten-Workshop“ in

Bremen gibt’s unter Telefon 02236 / 848 445 – dort erfährt man auch den

genauen Auftrittsort. Übrigens: Für Stammkunden bietet die Sprint Service

GmbH derzeit eine „Aus Alt mach Neu“-Aktion: Neue B&M-Modelle oder

den Austausch einzelner Komponenten (z. B. der Wandlerplatinen) gibt es

– schnell, schnell – noch bis zum 15. 4. zu besonderen Vorzugskonditionen.

www.aktiv-backesmueller24.eu

20. 4. / 26. 4. HiFi auf dem Bauernhof, 87452 Altusried

lädt am 20. 4. zu einem „Dali-Samstag“: Gezeigt werden unterschiedliche

Modelle der skandinavischen Lautsprechermanufaktur quer durch alle

Preisklassen; Surround-Sets inklusive. Und: Dali-Mit arbeiter Alan

Bachmann kommt ebenfalls ins schöne Allgäu.

Beim allmonatlichen Musikabend (an jedem letzten Freitag des Monats)

12 www.audio.de ›05 /2013


Magazin › SZENE

Flexidelity

your_World

steht am 26. April dann ein „Röhrenabend“ an: Es werden Röhren-Geräte verschiedener

Preisklassen verglichen und diverse Tuning-Maßnahmen speziell für

Röhrenkomponenten vorgestellt – Snacks und Getränke inklusive. Eine Anmeldung

wäre willkommen unter Telefon 08373 / 7019. Außerdem gibt’s einen Neuzugang auf

dem HiFi-Bauernhof: Neben Inhaber Dietmar Sutter sowie Gebhard Riedle gehört ab

sofort auch Conny Englmeier zum Team. Fränkische HiFi-Fans kennen Englmeier

noch aus Altdorf nahe Nürnberg – dort betrieb er lange ein eigenes Highend-Studio.

www.hifi-bauernhof.de

Fotos: Archiv, dowiliukas / Sergey Kandakov – Shutterstock.com

26. 4. HiFi-Studio Wittmann, 70195 Stuttgart

präsentiert von 14 bis 20 Uhr exklusiv im deutschen Süden die Stella Utopia EM von

Focal. Im Tieftöner per Elektro-Magnet angetrieben (daher auch das Kürzel EM)

verspricht das neue Focal-Flaggschiff zum Paarpreis von 72000 Euro eine in Pegel und

Qualität herausragende und zudem vom Besitzer veränderbare Basswiedergabe – was

eine individuelle Anpassung an verschieden große Räume und Hörbedingungen erlaubt.

Da man ein solches Boxen-Träumchen (weitere Delikatessen sind etwa ein invers

geformter Beryllium-Hochtöner oder die W-Cone-Sandwich-Membranen) nun auch

nicht alle Tag zu hören bekommt, sollte man sich dieses exklusive Event nicht entgehen

lassen. Anmeldung erbeten unter Telefon 0711 / 69 67 74. www.wittmann-hifi.de

26. 4. HiFi-Studio Falkensee, 14612 Falkensee

lädt ab 19 Uhr zu einem großen Hörvergleich zwischen verschiedenen digitalen

Quellgeräten. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um eine Voranmeldung gebeten

– Telefon: 03322 / 2131 655. www.berlin-hifi.de

26./27. 4. Cimerus, 01189 Dresden

„Wenn Vinyl ... dann richtig“: Unter diesem Motto dreht sich bei Cimerus Klang und

Designobjekte alles „Rund um die Technik der Schallplatte“. Im Mittelpunkt steht die

Firma Dr. Feickert: Chef-Entwickler Dr. Christian Feickert persönlich kommt als

Gastdozent an die Elbe, stellt seine Plattenspieler-Träume vor und informiert über

Einmessmöglichkeiten von Vinylspielern und Tonabnehmern. Außerdem geht es um die

Frage, warum Vinylalben heute oft besser klingen als ihre CD-Geschwister – die Spur

führt Richtung „Loudness-War“ ... Eine Anmeldung wird empfohlen – Telefon 0351 /

40031-35. eMail: info@cimerus.de. www.cimerus.de

26./27. 4. HiFi-Studio Bramfeld, 22175 Hamburg

nimmt (Freitag 11-19 Uhr, Samstag 10:30-16 Uhr) in einem Workshop diverses Zubehör des

Kabel- und Netzleistenspezialisten HMS unter die Lupe. HMS-Chef Hans M. Strassner

informiert in der Bramfelder Chaussee 332 persönlich über Themen wie die Komponenten-Entkopplung

durch Gerätebasen, „Netzfilterprodukte mit Energia Definitiva und

Energia RC“ oder klangliche Auswirkungen des Kabelaufbaus – und verrät (ein paar)

Geheimnisse hinter der HMS-Produktpalette. Um Voranmeldung wird gebeten – Telefon

040 / 641 7 641; mail: info@hifi-studio-bramfeld.de. www.hifi-studio-bramfeld.de

26.-28. 4. Audiosuite, 77886 Lauf (Baden)

veranstaltet eine Hausmesse (Freitag: 14-18 Uhr, Samstag: 9-18 Uhr, Sonntag: 10-17 Uhr).

Im Mittelpunkt: LS- und NF-Kabel sowie allerlei Zubehör zur Klangverbesserung sowohl

bei analogen wie bei digitalen Speichermedien. www.audiosuite.net

2. 5. Boxen Gross, 10999 Berlin

öffnet am 26. 4. wieder die beliebte Linn-Listening-Lounge. Als high-res-Datei zu hören:

„A Love Supreme“, das 1965er-Meisterwerk von Tenorsaxofon-Gott John Coltrane.

„Streaming for everybody“ lautet am 2. 5. dann das Thema beim Donnerstags-Workshop

(jeden ersten Donnerstag im Monat). Vom Einrichten einer Nas bis zum richtigen

Rippen erklärt das Boxen-Gross-Team die wichtigsten Schritte hin zum Musikgenuss

per Streaming. Mit dabei: Neuheiten von Linn und Yamaha. www.boxengross.de

Für jeden

iPod/iPhone

nicht im

Lieferumfang

enthalten

Anspruch

die passende

Klanglösung

Ideal für Fortgeschrittene:

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iPhone/iPod Docking Station,

Aktiv-Lautsprechern und Subwoofer.

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Im Fachhandel und unter

www.canton.de


Magazin › SZENE

20./21. 4. Schloss Greifensee, CH-8606

Greifensee (nahe Zürich)

Langjährige AUDIO-Leser kennen dieses Bild

natürlich schon – und trotzdem guckt man immer

wieder gerne hin:. einfach ein Träumchen, wenn

sich das mittelalter liche Schloss Greifensee nahe

Zürich zum KLANGSchloss verwandelt! Zum

achten Mal dürfen sich Freunde der gehobenen

Klangkultur nun auf die einzigartige Kombination

aus edlen High-End-Anlagen, interessanten

Vorträgen und toller Livemusik in stilvoll-entspanntem

Ambiente freuen. Unter Federführung von

Markus Thomann vom Zürcher High-End-Studio

Klangwerk bespielen in diesem Jahr Fachhändler

und Hersteller unter verschiedenen Leitmotiven

wie „Avantgarde Highend“, „Timeless Products“

oder „Feelgood Acoustic“ mehr als zehn Hörräume

sowie das großzügige Schloss-Foyer. Mit dabei

sind Marken wie Weiss Highend, Linn, AVM,

Manger, B&W, Magnepan, Elipson … kurz: die

crème de la crème der eidgenössischen,

deutschen und internationalen High-End-Szene.

Im Rahmenprogramm gewähren die Tonmeister

Adi Tosetto und Daniel Dettwiler anhand von

zahlreichen Musikbeispielen Einblicke in ihre

Arbeit im Aufnahmestudio. Und über unterschiedliche

Tonträgerformate und deren Qualität

berichtet am Beispiel der Beatles der AUDIO-

Lesern bestens bekannte Kollege und Musikkritiker

Lothar Brandt (Sonntag, 16 Uhr). Doch

Tonträger werden nicht nur besprochen und

vorgeführt, sondern es gibt sie auch zu kaufen:

Eine Schallplattenbörse lockt mit limitierten CDund

LP-Schätzen, zudem gibt es exklusive

Photographien von Jazz- und Rock-Ikonen aus den

60er Jahren. Beim traditionellen Livekonzert am

Samstag abend bezaubern dann der Bandoneonist

Marcelo Nisinman, der Gitarrist Friedemann

Wuttke und das Casals Quartet mit einer Mischung

aus Tangos von Astor Piazzolla und klassischen

Werken von Mozart und Haydn. Tickets hierfür

(also für Ausstellung plus Konzert inklusive

Aperitiv) gibt es zum Preis von 45 CHF / 38 Euro.

An beiden Tagen sorgt schließlich der Caterer

Wein & Co. in bewährter Manier für eine gut

sortierte Bar und leckere Sandwiches.

Wenn jetzt noch das Aprilwetter mitspielt ...

Öffnungszeiten: Samstag 10-19 Uhr, Sonntag 10-18

Uhr. Eintritt (inkl. Getränkebon): 10 CHF / 8 Euro.

www.klangschloss.ch

BEIM HANDEL HINGEHÖRT

AUDIO fragt nach im Fachhandel: Wo beginnt für Händler „seriöse“ HiFi-Qualität, welche Komponenten

sind für Einsteiger empfehlenswert? Und welche Tonträger benutzen sie für Vorführungen?

UNSERE FRAGEN AN DEN FACHHANDEL:

1 Wie viel Geld muss man aus Ihrer

Sicht für den Einstieg in seriöse

HiFi-Qualität zirka investieren? Und

welche Gerätekombination würden

Sie zu diesem Preis empfehlen?

2 Was sind Ihre Lieblings-

Vorführ-CDs bzw. -LPs bzw. -DVDs

bzw. -Blu-rays – und warum?

3 Welche neue Marke bzw. welches

herausragende Produkt haben Sie

zuletzt in Ihr Portfolio aufgenommen

– und warum?

HIFI-STUDIO IN

FALKENSEE

Uwe Heile

Münchener Str. 5

14612 Falkensee

1 Wir führen auch preiswertere Geräte

und eine breite Palette an Gebrauchtangeboten

– aber hier fängt es an richtig

Spaß zu machen: Verstärker

Lavardin IS (mit wunderbarem Phono-

MM-Eingang, 2600 Euro); Röhren-CD-

Player Ayon CD 07S (2450 Euro); Plattenspieler

Bauer Audio dps 2 mit

Tonarm Rega RB 700 (5000 Euro);

Standbox Magnepan MG 12 (1650

Euro).

2 Als LP: Paul Motion Trio – Le Voyage:

natürliche Instrumente in bestem

ECM-Klang. CD: Mahler – Sympho nie

Nr. 4 (Eliahu Inbal, Denon): seit 30 Jahren

und immer noch eine Referenz-

Disc. Und für alle: Lambchop – „Is A

Woman“ (City Slang): herrlich relaxte

Musik, in der es viel zu entdecken gibt.

3 Verstärker und CD-Player von Exposure:

Understatement

pur – viel

Klang für wenig

Geld. Und die Diapason

Adamantes

III 25th Anniversary:

ein Lautspre-

cher für den

Langzeit genuß mit sehr relaxter

und zugleich immens detailreicher

Wiedergabe. Eine Wiederentdeckung

auf dem deutschen Markt nach über

20 Jahren (Vertrieb: Rainer Israel; Telefon:

0170 / 4857 199).

14

www.audio.de ›05 /2013


Magazin › SZENE

MUSIK IM HANDEL

Service-Wüste Plattenladen? Keineswegs – es gibt sie noch, die engagierten und

kompetenten Tonträger-Händler. AUDIO stellt in Zusammenarbeit mit der Handelsgemeinschaft

Aktiv Music Marketing (www.amm.de) regelmäßig spannende record

shops vor und fragt nach audiophilen Tipps und musikalischen Entdeckungen.

RIMPO TONTRÄGER

Heinz Bross

Ammergasse 23

72070 Tübingen

www.rimpo.de

eMail: info@rimpo.de

AUDIO: Welche (Wieder-)Veröffentlichung können

Sie aus klanglicher Sicht derzeit besonders

empfehlen?

Bross: „Bob ’Till You Drop“ von Ry Cooder. Die

Platte war 1979 das erste digital aufgenommene

Album der Rockgeschichte. „Little Sister“ war der

Hit und mein absolutes Lieblingsstück zu dieser

Zeit. Später wurde die Platte in Japan von Isao

Kikuchi remastert. Ich habe sie mir für teures Geld

besorgt, spiele sie heute noch von Zeit zu Zeit und

bin vom satten Klang noch immer fasziniert.

?: Welche Neuerscheinung sticht für Sie musikalisch hervor?

!: Ron Sexsmith mit „Forever Endeavour“ (Cooking Vinyl / Indigo).

„Lonely days are over, those empty nights have gone for a while"

– der jungenhafte kanadische Singer/Songwriter wird wohl nie

den Erfolg haben, den er mit seinen traumhaften Pop-Songs

verdient hätte, aber in Zeiten, in denen Matthias Reim, Andrea

Berg und Heinz Georg Kramm die

deutschen Charts dominieren, wärmen die melancholi-

schen Lieder seines

inzwischen zwölften Albums mein

Herz umso mehr. Immer wieder großartig!

Der

Laden

Seit über 35 Jahren (und seit kurzem in der Ammergasse

23) bekommen Musikfans bei RIMPO den bestmöglichen

Service in Sachen Tonträger. Heute wie damals

führt Heinz Bross mit seinem Team ein breites Angebot

an neuen und gebrauchten Schallplatten und besorgt getreu dem

RIMPO-Firmenmotto „If it's music, we have it!“ jede weltweit

verfügbare CD oder DVD. Zudem arbeitet man eng mit der lokalen

Musikszene zusammen: Vom Kartenvorverkauf über einen Stand bei

Konzerten bis hin zur Künstlerbetreuung und eigenen Live-Konzerten

im Laden – bei RIMPO wird Musik nicht nur verkauft, sondern auch

gelebt.

_0ACEN_Sintron_Audio_0513.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 140.00 mm);19. Mar 2013 13:17:05

Der Start in den

Audiophilen FRühling

Unser Angebot:

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Test

Passive Vorstufen

Line Magnetic VO 2 3240 €

Music First Classic copper 2300 €

16 www.audio.de ›05/2013


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN

Energie-Wende

Passive Vorstufen erlauben es nicht, lange an ihrer Bilanz herumzudiskutieren. Sie verbrauchen

selbst keine Energie – und bringen trotzdem in vielen Anlagen nichts als reinen Klanggewinn.

■ Text: Johannes Maier

Fotos: J. Bauer, Archiv

Um einzuleuchten benötigen passive

Vorstufen nicht einmal eine

Stromversorgung. Sie rauschen,

brummen und klirren (so gut wie) nicht.

Und trotzdem erledigen sie die Lautstärkeregelung

und bei Bedarf auch die

Quellenwahl mit Bravour.

Okay, bei den einfachsten Ausführungen

mit nichts als einem schlichten Kohle-Potentiometer

treten dann doch ein

paar „Problemchen“ auf. Signale eines

ordentlichen CD-Spielers kommen zwar

noch erhobenen Hauptes am Eingang

an. Dann gilt es aber – ohne Vorbereitung

durch eine elektronische Pufferstufe

– die Graphit-Hindernisbahn des Reglers

zu überqueren. Es hilft ein wenig,

wenn der Erbauer ein relativ niederohmiges

Poti nimmt (z. B. mit 10 kOhm Gesamtwiderstand).

Trotzdem müssen

sich die Signale wegen ihrer verringerter

Strompotenz schämen. Egal wie der

HiFiist es dreht und wendet, es liegen

immer ein paar – den Ausgangswiderstand

erhöhende – Kiloohms im Weg.

Und damit stellt die Kapazität des Anschlusskabels,

die im Takt der Musik

umgeladen werden muss, selbst für Kabelklang-Skeptiker

ein Ärgernis dar.

Um so geneigter wird jeder Highender –

daher auch diese lange Einleitung – auf

unsere passiven Vorstufen mit Übertragerregelung

blicken. Und er wird ange­

www.audio.de ›05/2013

17


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN

LINE MAGNETIC VO 2 3240 EURO

TEFLONKABEL-ZÖPFE PLUS GEHEIMSCHATULLE:

Ganz vorne an dem Eingangsmodul der passiven Vorstufe VO 2 befinden

sich Kondensatoren (Pfeil). Was darin steckt, wollte der Hersteller aber

um nichts auf der Welt verraten. Die von Hebel bewegten Drehschalter

unten trennen die Masseverbindungen auf.

MUSIC FIRST

CLASSIC COPPER 2300 EURO

MIT SCHWEIZER PRÄZISION:

Sowohl den Lautstärke- als auch den

Quellenwahlschalter hat Music First vom hochangesehenen

Hersteller Elma eingekauft. Die

Regel-Übertrager für rechts und links werden

von Mu-Metall-Bechern abgeschirmt.

sichts des Preises von 2300 Euro für die

Classic Copper des englischen Spezialisten

Music First Audio nicht gleich die

Flucht ergreifen, sondern nur trocken

schlucken. Und zweimal bei der VO 2

von Line Magnetic, die mit 3240 Euro zu

Buche schlägt.

Diese Preamps regeln die Spannung

nicht durch Widerstände, sondern mit

Hilfe von Transformatoren. Genauer gesagt

mit der Variation des Übersetzungsverhältnisses.

Weil dabei die Energie (so

wie bei Leistungs-Netztrafos auch) weitgehend

erhalten bleibt, lässt sich bei einer

auf die Hälfte reduzierten Spannung

das Doppelte an Strom entnehmen. Weil

der Ausgangswiderstand sinkt und die

Stromkraft steigt, müssen die Kabelkapazität

und die Eingangs-Unwägbarkeiten

des nachfolgenden Amps nicht mehr

zwangsläufig als gefährlich gelten.

18 www.audio.de ›05/2013

Ergo kommt auch die Stärke einer Quelle

– etwa eines CD-Spielers mit ordentlichen

Ausgangsstufen – nicht etwa wie

bei den Widerständlern zum Erliegen:

Stattdessen wird sie geradezu gepflegt.

So resultieren im Beispiel mit der auf die

Hälfte zurückgeregelten Spannung aus

einem Ausgangswiderstand von 200

Ohm komfortablere 50. Dies erlaubt den

Anschluss von Monoblöcken auch über

fünf Meter lange Kabel, ohne dass daraus

ein Höhenabfall resultieren würde.

So weit, so prima – aber leider, leider

gibt es auch hier (nicht nur im preislichen,

sondern auch im technischen Sinn)

nichts umsonst. Denn: Die Trafos bestehen

aus windungsreichen, also relativ

hochinduktiven Spulen. Und solche sehnen

sich – sie scheuen sich nicht einmal,

die armselige Streu-Krümel zwischen ihren

eigenen Dahtwindungen einzusammeln

– nach Kapazitäten. Mit diesen bilden

sie dann liebend gern Schwingkreise

und unheilige Resonanz-Allianzen

aus (Analogfans kennen einen ähnlichen

Effekt von MM-Tonabnehmern).

RESONANZ UNERWÜNSCHT

Überkreuz und verschachtelt und mal so

rum, mal anders rum, Kupfer hin, Isolation

her: Mit geradezu abartiger Akribie

und Jahrzehnten an Erfahrung gelingt es

Line Magnetic und Music First dann,

günstige Spulen zu wickeln (wie auch

dem Hersteller Ypsilon für AUDIOs Referenzvorstufe

PST 100, Heft 12/12).

Zum Glück erlaubt ein Metallkern durch

Erhöhung des magnetischen Flusses

die Windungszahl zu begrenzen. Allerdings

nicht irgendein Kern, den es um

die Ecke zu kaufen gibt, sondern einer,

bei dem der Nickel- den Eisenanteil

überwiegt (80 zu 20 Prozent). Und der

dank sauberer Kristallstruktur so wenig

Klirr produziert, dass er im AUDIO-Labor

in der Nähe des Mess-Rauschgrund

bleiben kann.

Und setzen wir den Trafos jetzt noch ei-


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN

ne magnetisch undurchlässige Haube

auf (die neben Ni und Fe auch noch Kobalt

enthält), erkennen wir ihren Wert.

An diesem Punkt wird klar, dass man

für viel weniger Geld eine Vorverstärker-Platine

mit Wünsch-dir-was-

Halbleiterei bestücken und übers

Löt-Schwallbad ziehen kann.

So oder so: Bis auf die Tatsache,

dass ein Netzanschluss fehlt,

sieht die Classic Copper von

Music First wie eine ganz normale

Vorstufe aus. Der von

der Schweizer Firma Elma

bezogene Lautstärke-Schalter

ruckelt in zwei-Dezibel-Stufen –

für Normalhörer fein abgestuft genug.

Erst zum Schluss wird es gröber, was

aber mit Sicherheit niemand mehr stört.

Ein zweiter Elma-Switch gestattet die

Auswahl zwischen immerhin sechs Eingängen.

Die Rückseite offeriert vier

Cinch- (mit einzeln verschraubten Buchsen)

sowie zwei symmetrische XLR-Eingänge.

Die Signale dürfen auch wieder

koaxial oder doppelpolig aus der Classic

heraus, woraus sich ein weiterer Vorteil

der Trafotechnik erschließt – sie vermag

die eine auf die andere Anschlussform

umzuspannen (siehe aber Messlabor-

Kasten). Und sollte sich je über das Alu-

Gehäuse der Classic Copper hinweg eine

Brummschleife ergeben, hebt ein

kleiner Kippschalter auf der Rückseite –

wahlweise bei Cinch- oder XLR – den

Massebezug der Ausgangsbuchsen

schlicht und ergreifend auf.

Bei der Line Magnetic erlauben ein „Input-“

und ein „Output Ground Selection“-

Hebelchen, entsprechende Kontakte zu

schließen oder aufzuheben. Allerdings

nur bei Cinch, weil der Hersteller zu

Recht davon ausgeht, dass sich bei symmetrischer

Verbindung keine Störschleife

ergeben sollte.

Ansonsten gibt sich die VO 2 anschlussseitig

äußerst sparsam. Sprich: Es darf

– jeweils koaxial oder doppelpolig – neben

einem Stereo-Abnehmer nur eine

einzige Quelle ran. Zum Ausgleich sorgte

der chinesische Hersteller für eine extravagante

Optik. Die beiden Übertrager

bleiben nicht im Dunkeln, sondern ragen

– an leckere Schoko-Schaumküsse erinnernd

– oben aus der sauber gebürsteten

Deckel-Platte heraus. Mit ange-

ÜBERTRAGENER SINN

+6 dB

C

B

+0 dB

8 C

7

6

B

5

4

3

A

10 11 12 13

9

KLIRRVERLAUF: VO 2, CLASSIC COPPER

Rein theoretisch können auch passive Vorstufen

klirren – mit ihren Übertragern. Im

Falle der VO 2 von Line Magnetics und der

Classic Copper von Music First haben die

Hersteller aber das richtige Kernmaterial

herausgesucht. Im gesamten Hörbereich

2

A

1

23

22

21

20

19

18

17

16

15

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7

6

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2

1

14 15

16

17

18

22

23

24

21

19

20

Selector

50 -

100K

VERLUSTARM REGELN:

Während die Lautstärke-

Dämpfung mit einem

Drehwiderstand unweigerlich

zu Verlusten an Strom und

Spannung führt, überträgt ein

Transformator die volle

Energie. Line Magnetic

setzte in den Eingang ein

Geheimmodul ein, was die

Umsetzungverhältnisse etwas

verschiebt. Es soll aber

Klangprofit bringen. Der

Widerstand im Ausgang

dämpft Höhen-Resonanzen.

oberhalb 100 Hertz nähern sich beide Vorstufen

der Audio-Precision-Messgrenze

an. Ein minimales Verzerrungs-Eigenleben

entwickeln sie nur im Tiefbass. Selbst bei

der nicht ganz perfekten VO 2 blieb es

aber bei Werten unterhalb 0,003 Prozent.

www.audio.de ›05/2013 19


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN

nehm-sanftem Klickern lässt sich der

schöne, von zwei Gummiringen verzierte

Regelknopf besonders leichthändig

drehen. Laut angeflanschter Skala trippelt

er 34 Dezibel weit in 2er-Schrittchen

hinunter, dann folgen Steps von 3, 4, 5,

und zuletzt 8 Dezibel.

So oder so verdienten sich beide Vorstufen

bei dem Blick auf ihre Teflonkabel-

Zöpfe und die Löt-Kärrnerarbeit im Inneren

nochmal ein „Hut ab“! Dann aber

stand im Hörraum die Nagelprobe an.

Dort hatte sich Audreals A 600 E, der

dicke 4000-Euro-Class-A-Amp von

AUDIO 3/13, schon warmgelaufen. Praktischerweise

besitzt dieser neben famos

klingenden, lautstärkegeregelten

Eingängen auch einen Anschluss, der direkt

zu den Endverstärkern führt. So bot

sich der direkte Vergleich der eingebauten

Vorkreise inklusive Normalpotentiometer

mit einer via Main-In eingeschleiften

passiven Vorstufe und ihrer Trafo-

Abschwächung an.

„Hoppla“, hieß es schon nach dem ersten

Umschalten, das hört sich nicht nur

für Goldohren, sondern für jedermann

DAS VOLLE GEDECK: Die Vorstufe von Music First bietet vier Cinch- und zwei XLR-

Eingänge an. Bei Bedarf spannt sie Eingangssignale sogar um sechs Dezibel hoch.

vernehmbar unterschiedlich an. Erzstabil,

wuchtig, bunt und lebendig: Wie gehabt

fand der Normalverbund zwischen

dem Arbeits-CD-Player CX 5e von Ayre

und dem Audreal freudigen Zuspruch.

„Aber hallo“: Nach dem Wechsel auf die

passiven Vorstufen schien es, als wären

die Tester mit einem Aufzug eine ganze

Etage weiter nach oben gefahren. Von

dort aus betrachtet schien es im Tieftonkeller

nicht mehr ganz so heftig, dafür

aber gefasster und kontrollierter zuzugehen.

Sängerinnen traten, figürlicherschlanker,

mit mehr Reiz und mehr

Stimm-Atem auf. Klavierläufe perlten

schöner, die Höhen fächerten sich zu

schöneren Aussichten auf.

Letzteres traf vor allem auf die Line Magnetic

zu, während sich die Music First

sich bei ähnlicher Grundtendenz um

mehr Contenance oben raus und um eine

neutralere Rolle bemühte. Es nützte

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

ANSCHLÜSSE

Line in Cinch / XLR

Line out Cinch / XLR

FUNKTIONEN

Regelstufen

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Klang Cinch

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

MAGNETIC LINE

VO 2

Fidelity Imports

0 75 31 / 90 27 844

fidelityimports.de

3240 Euro

2 Jahre

28 x 13 x 20 cm

4,8 kg

1 / 1

1 / 1

23

Zusatz-Eingangsmodul

mit Filterbauteilen. Angenehm

leichtgängiger

Pegel-Stufenschalter .

ÅIn allen günstigen

Anschlussfällen feiner,

atmospärischer Klang.

Í Klangeinschränkungen

bei ungünstigen

Ketten.

maximal 125

gut

sehr gut

sehr gut

MAX. 125 PUNKTE

SEHR GUT

MUSIC FIRST

CLASSIC COPPER

HiFi Studio Falkensee

0 33 22 / 213 16 55

uweheile@t-online.de

2300 Euro

2 Jahre

21,6 x 8,8 x 20 cm

3,05 kg

6 / 2

1 / 1

24 + 6 dB Boost

Zuschaltbare 6-dB-

Aufwärtstransformation

für sehr leise Quellen.

Elma-Drehschalter, Neutrik-XLR-Anschlüsse.

ÅÄußerst neutrale Wiedergabe

bei handfestplastischer

Abbildung

Í Klangeinschränkungen

bei ungünstigen

Ketten.

maximal 125

sehr gut

gut

sehr gut

MAX. 125 PUNKTE

SEHR GUT

1

Einstufung in Bezug auf Referenzanlage

AUS DEM MESSLABOR

Mit verstärkertypischen Rausch- und Klirrproblemen haben

ordentlich aufgebaute passive Vorstufen nichts am Hut. Dafür

weisen sie aber andere potenzielle Eigenarten auf, die es bei

ihrem Einsatz – soll er erfolgreich sein – genau im Auge zu behalten

gilt. Bei ihnen kommt es ganz entscheidend auf das

Zusammenspiel mit der Musikquelle und dem zu beliefernden

Endverstärker an. Um die rechts gezeigten, ordentlichen

Frequenzgänge (gemessen bei 600 Ohm Quellimpedanz) zu

er reichen, sollte der Ausgangswiderstand des Signallieferanten

nach Möglichkeit 1 Kiloohm nicht überschreiten. Diese

Anforderung wird aber von den meisten modernen Player locker

erfüllt. Im schlimmsten Fall leidet aber weniger der Frequenzgang

als vielmehr die Dynamik – es stellen sich unnötige Verluste ein,

wie sie für normale Widerstandspotentiometer typisch sind.

Für den Ausgang gilt Ähnliches – aber in genau umgekehrter

Weise. Der Eingangswiderstand des nachgeschalteten

Endverstärkers sollte – wiederum, damit kein Dynamikverlust eintritt

– einen Wert von zirka 10 Kiloohm nicht unterschreiten. Als

nicht völlig unkritisch erweisen sich auch die Frequenzgänge –

siehe rechts. Bei beiden Vorstufen gibt es höchstens die per se

nicht streng symmetrische Arbeitsweise zu bekritteln: Bei Betrieb

über die XLR-Anschlüsse wird ja nur ein Pol lautstärkegeregelt.

Der andere wird unbearbeitet geradewegs durchgereicht, was zur

Unsymmetrie und eventuell zu Klangeinbußen führen kann.

20

www.audio.de ›05/2013


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN

SCHÖNHEIT MUSS LEIDEN: Auf die schlanke Rückseite der VO 2 von Line Magnetic

haben nur die Eingänge für eine Quelle und einen Adressaten daraufgepasst.

T EST factory MusicFirstAudi o_Cl assi cCo oper_f 03/19/13 15:58 :37

+3

+2

+1

-0

-1

-2

-3

-4

d -5

B

r -6

A -7

-8

-9

-10

-11

-12

-13

-14

-15

10 20 50 100 200 500 1k 2k 10k 20k 50k 100 k

5k

Hz

aber nichts: Jury und Vox Populi sprachen

sich bei diesem Vergleich für die

hellere, blumigere und einfach noch abgehoberere

Gala-Vorstellung der chinesischen

Buchsensparerin aus.

Wenn’s nur immer so einfach wäre! Versuchten

die Tester nun etwa bei der Sugden-Kombi

vom Märzheft die 2850-Euro-Vorstufe

LA 4 durch die Passivistinnen

zu ersetzen, sahen die Ergebnisse

eher zwiespältig aus. Nach dem Umstöpseln

nahm zwar wieder die Höhen-

Beweglichkeit, die feine Geschmeidigkeit

zu. Die Kette büßte aber gleichzeitig

etwas von ihrer souveränen Impulsivität

und Aufgeräumtheit ein. Die Music First

agierte insgesamt etwas voller und

schwärzer, die passiven Line Magnetic

sensibler – was ihnen in der Summe

aber nicht viel nützte. Laut Plenum fügte

sich nach wie vor die Sugden besser in

diese Kette ein.

FREQUENZGÄNGE

LINE MAGNETIC:

Bei 0-dB, also bei voller

Lautstärke, zeigt die

VO 2 einen Bassabfall,

der sich bei praxistypischen

-8 Dezibel in

Wohlgefallen auflöst.

Höhenresonanzen liegen

außerhalb des

Hörbereichs.

FREQUENZGÄNGE

MUSIC FIRST:

Alle Achtung: Die

Classic Copper bleibt

bei allen Einstellungen

und allen Frequenzen

stets perfekt ausgewogen.

Die marginalen

Höhenresonanzen

spielen absolut keine

hörbare Rolle.

Das hinderte die Tester aber nicht daran,

weiter zu probieren, um dann etwa beim

Einsatz des bewährten Endverstärkers

V 5 xe von Ayre (8/09, 3800 Euro) wieder

Vorteile für das passive Lager zu erkennen.

Nun gefiel mit den Übertrager-Vorstufen

das feinere und sich noch luftiger

plusternde Höhen-Gefieder besonders

gut (aber nur bei koaxialem und nicht bei

symmetrischem Anschluss). Es gab

auch keine nennenswerten Einbußen im

Bass zu beklagen. Schließlich und endlich

schienen sich die Music First und in

besonderem Maße die Line Magnetic

sogar mit den Winz-Ausgangsstüfchen

einer Squeeze Box von Logitech prima

zu vertragen.

Bei der Frage „ob gut oder besser als

eine aktive Vorstufe“ muss AUDIO trotzdem

eine klare Antwort schuldig bleiben

und ausnahmsweise mit Radio Eriwan

spekulieren: Im Prinzip ja, aber es kommt

darauf an. Das ficht den experimentierfreudigen

Highender aber nicht an. Er

packt die passiven Übertrager-Vorstufen

von Music First und Line Magnetic

gerne in seinen Asservatenschrank.

Wenn es seine aktuelle Anlagen-Kette

zulässt, wird er der VO 2 oder der Classic

Copper noch mehr Ehre zukommen

lassen. Dann nimmt er sie – im Idealfall

nicht als Ersatz, sondern neben einer

bewährten aktiven Vorstufe – als neue

Ehren-Mitglieder seiner Anlage auf.

FAZIT

Johannes Maier

AUDIO-Redakteur

AUDIO denkt nicht daran, Kollegen

der amerikanischen Stereophile zu

bekritteln. Die Testaussage „I have

not heard a better preamp“ zu der

passiven Vorstufe von Music First

bedarf aber der deutschen Ergänzung:

„In der Kette X oder Y"! Bei

Z (AUDIO hat es gründlich ausprobiert)

sieht die Welt unter Umständen

anders aus – ob es die Tester

wahrhaben wollen oder nicht. Bei

passiven Vorstufen kommt keine

absolute, sondern nur eine relative

Bewertung in Frage.

www.audio.de ›05/2013 21


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

Aus Prinzip besser

Aktivlautsprecher haben gegenüber ihren passiven Verwandten

einige grundsätzliche Vorteile, die umso deutlicher werden, je konsequenter

sie ihr Bauprinzip umsetzen. Sechs ganz unterschiedliche

Boxen zeigen die ganze Bandbreite der Aktivtechnik.

■ Text: Alexandros Mitropoulos, Wolfram Eifert, Bernhard Rietschel

TEST

Lautsprecher in unterschiedlichen Aktivierungs-Varianten

Quasi-Aktivbox mit Bluetooth

NUFORCE S3-BT1 300 € SEITE 24

2 Wege aktiv mit Analogweiche und USB-Eingang

KEF X300A 800 € SEITE 26

2 Wege aktiv mit DSP-Weiche und -Raumanpassung

GENELEC 8240 APM 2800 € SEITE 30

2 Wege aktiv, voll analog mit Hochton-Array

GEITHAIN ME 806 7720 € SEITE 28

2,5-Wege aktiv mit DSP-Weiche und -Equalizing

KS DIGITAL KSD 2040 8000 € SEITE 34

3 Wege aktiv, digital zeit- und impulsoptimiert

GRIMM LS 1 25 000 € SEITE 38

Die mit Abstand meistverkaufen

„Aktivboxen“ sind in Wirklichkeit

gar keine: Diese kleinen Plastiktröten,

die auf Millionen Schreibtischen

den PC-Arbeitsplatz beschallen, haben

zwar eingebaute Verstärker. Entscheidend

ist jedoch nicht die Platzierung des

Amps, sondern wie und an welcher Stelle

im Signalweg die Aufteilung der Frequenzbereiche

an die einzelnen Chassis

erfolgt. Erst wenn jedem Chassis ein eigener

Verstärker zuarbeitet und jeder

dieser Verstärker bereits mit passend

22

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

Fotos: J. Bauer, Archiv

vorgefilterten Frequenzbereichen gefüttert

wird, spricht man von einer echten

Aktivbox – und dann auch nicht deshalb,

weil in ihr mehrere Verstärker „aktiv

sind, sondern weil zuvor schon die Trennung

der Frequenzbereiche mit aktiven

Filterschaltungen geschieht.

Nur dann nämlich erntet man die Vorteile

der Aktivtechnik: Aktive Filter erlauben

eine deutlich präzisere Trennung, arbeiten

praktisch verlustfrei und kennen

die Probleme passiver Weichen, etwa

deren Klirrneigung bei höheren Leistungen,

nicht mal vom Hörensagen. Zudem

lassen sich kleine und auch größere

Nichtlinearitäten der Box mit aktiven

Entzerrungsschaltungen viel effektiver

glattbügeln. Auf den zweiten Blick kommen

noch mehr Stärken zum Vorschein:

Die Verstärker „sehen“ in einer Aktivbox

eine nahezu ideale Last, bestehend aus

lediglich einem Stückchen Draht und einer

Schwingspule – und können daran

viel linearer und klirrärmer arbeiten als

ihre Normalo-Kollegen, die sich mit den

Impedanz- und Phasengebirgen typischer

Passivboxen herumschlagen

müssen.

Gute Aktivlautsprecher sind wegen ihrer

höheren technischen Komplexität meist

teurer als vergleichbar große Passive.

Aber einerseits sind in ihrem Preis normalerweise

die Endstufen bereits enthalten.

Und andererseits ermöglichen

sie elegante, geradlinige Anlagen-Konzepte

mit überragendem Verhältnis aus

Platzverbrauch und akustischer Größe.

Etwas mehr Geld auszugeben lohnt sich

selten so wie hier. br

www.audio.de ›05/2013 23


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

PSEUDO-AKTIV

Analog

Bluetooth

D/A

Das eintreffende Analogsignal wird von

einem eingebauten Amp verstärkt und

den Chassis von einer passiven Weiche

zugeteilt. Digitalsignale aus dem

Bluetooth-Empfänger durchlaufen

zuvor noch einen D/A-Wandler.

Die erste Stufe der Lautsprecher-

Aktivierung ist aus technischer

Sicht denkbar einfach: Man nehme

ein konventionelles, passives Lautsprecherpaar

und pflanze einen Verstärker

in eines der beiden Gehäuse. Der

Amp versorgt dabei auch die verstärkerlose

Box mit Saft, die via Lautsprecherkabel

an ihrer aktiven Schwester hängt.

Da aber beide Weichen wie gewohnt mit

passiven Bauteilen arbeiten, handelt es

sich bei dieser Variante genau genommen

um keine echte Aktivbox. Durch

den geringeren technischen Aufwand

können die Hersteller die Kosten niedrig

halten, was solche Boxen zur preiswerten

Zweitanlagen-Lösung für das Büro,

die Küche oder das Kinderzimmer prädestiniert.

Der amerikanische Elektronik-Spezialist

NuForce geht mit der Kompakten S3-BT

sogar einen Schritt weiter und verpasste

den Böxchen sogar ein aptX-fähiges

Blue tooth-Modul (aptX klingt gegenüber

dem herkömmlichen Bluetooth-Protokoll

erheblich besser). Somit sind die

Mini-Lautsprecher von jedem Bluetoothfähigen

Sender wie Mobil-Telefonen

oder Computer ansteuer- und daher frei

NUFORCE S3-BT 300 EURO

im Raum positionierbar. Die drahtlose

Musik-Übertragung verbraucht bekanntlich

sehr viel Energie des Handy-Akkus.

Ein rückseitiger USB-Anschluss bietet

sich deswegen als Energie-Tankstation

mit bis zu 1 Ampère Ladestrom an – eine

Signalübertragung oder gar eine direkte

Verbindung zum Computer ist per USB

indes nicht möglich. Auch Signale von

konventionellen analogen Zuspielern finden

ihren Weg über Cinch-Buchsen in

die NuForce-Lautsprecher. Die Eingangswahl

– also analog oder drahtlos

via Bluetooth – erfolgt per Knopfdruck

auf das an der verstärkenden Box integrierte

Bedienfeld. In der NuForce S3-BT

kommt ein 8,9-cm-Tiefmitteltönerchen

mit Papierkonus und ein Tweeter mit

standardmäßiger 25-mm-Gewebekalotte

zum Einsatz. Ein Reflexsystem soll

dem niedlichen Woofer etwas unter die

Arme greifen. Das Gehäuse ist bis auf

die Schallwand mit strapazierfähigem,

wahlweise schwarzem oder weißem

Kunstleder überzogen. Das Ganze sieht

sehr edel und stimmig aus – und fühlt

sich dank der präzisen Verarbeitung

auch so an.

WILL LEDER: Die S3-BT sind komplett mit feinem Kunstleder (schwarz oder weiß erhältlich)

bezogen. Damit machen die Böxchen als Zweitanlage im Büro richtig was her.

MESSLABOR

Gemessen wurde die Box mit integriertem

Verstärker. Axial ist eine Welligkeit im Präsenzbereich

erkennbar (1). 30 Grad seitlich

tritt ein früh eintretender Hochtonabfall ein.

Das Wasserfall-Diagramm (o. Abb.) zeigt

Resonanzen um 1kHz. Die untere Grenzfrequenz

liegt bei 73Hz, die obere bei 18kHz

(gemessen bei -3dB). Das Klirrspektrum

(2) zeigt bereits ab 85dB Kompression und

stark ansteigenden Klirr.

NuForce S3-BT

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

NuForce S3-BT

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

24

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

MASTER-SLAVE:

Der Amp versorgt

beide Boxen mit Saft.

Eine normale Kabel-

Strippe leitet das

Signal von der

„Aktiven” rüber zur

Passiven. An der USB-

Buchse kann man den

Handy-Akku wieder

aufladen – ein PC kann

damit nichts anfangen.

NACHTTISCH-ROCKER

Direkt auf den Schreibtisch gestellt lieferten

die NuForce bei einer leichten Anwinkelung

(etwa 15-20 Grad) und trotz des

begrenzten Gehäusevolumens einen voluminösen

und ausgewogenen Klang.

Erfreulich: Die Bluetooth-Wiedergabe

musste sich bei der Klangqualität nicht

hinter ihrem Analog-Pendant verstecken.

Bei „Our Being Will Tear Us Apart” von

Pedro Lehmann (aus „Lost Control“) geriet

die Raum-Abbildung analog wie digital

breit und detailliert: Die Hall-Effekte

der Aufnahme kamen gut zur Geltung

und die Bühne wirkte realistisch. Wohl

auch, weil der Hochton mit einer Extraportion

Frische spielte und sich in Kombination

mit den unaufdringlichen Mitten

gut in Szene setzte. Bass-Eskapaden wie

Elvis Costellos „Episode Of The Blonde”

(von „When I Was Cruel“) gefielen den

kleinen Wooferchen zwar weniger, gerieten

bei gemäßigten Lautstärken aber

dennoch druckvoll und dynamisch. am

_0AAIG_Bose_SIE2i_W_Audio_05_1_2_quer.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);13. Mar 2013 10:24:02

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Farben

Bauart

NUFORCE

S3-BT

Higoto GmbH

02 01 / 83 25 825

digital-highend.de

300 Euro

2 Jahre

Schwarz / Weiß

2-Wege mit Bassreflex

AUSSTATTUNG

Fernbedienung • (im Gehäuse integriert)

Verbindungskabel •

Eingänge Analog 1x RCA

Digital SP/DIF, USB – / – (per Dongle drahtlos)

Kopfhörerausgang –

Raumanpassung –

Hochpassweiche –

Besonderheiten Bluetooth-Übertragung,

aptX-fähig.

AUDIOGRAMM

Ausstattung

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

ÅHomogener Klang, große

Raumabbildung, drahtlose

Anbindung via Bluetooth.

Í Kein USB-Host für Wiedergabe

vom Computer.

sehr gut

sehr gut

69 PUNKTE

SEHR GUT

1

Einstufung als PC-Box, Vergleich siehe Bestenliste

FÜR SPORTLER

ENTWICKELT.

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Sport

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©2013 Bose Corporation. Die Fernbedienung und das Mikrofon werden nur vom iPod nano (ab der 4. Generation), iPod classic (120 GB/160

GB), iPod touch (ab der 2. Generation), iPhone 3GS, iPhone 4, iPad sowie MacBook und MacBook Pro (jeweils ab den 2009-Modellen)

unterstützt. Die Fernbedienung wird vom iPod Shuffle (ab der 3. Generation) unterstützt. Audio wird von allen iPod-Modellen unterstützt.

REEBOK ist ein eingetragenes Warenzeichen und Dienstleistungsmarke der Reebok International Limited.


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

VOLL-AKTIV PLUS USB-INPUT

Digital

Analog

A/D

D/A

Ein aktives Filternetzwerk trennt

Analogsignale in Tiefmittel- und

Hochtonanteile und füttert diese

jeweils eigenen Verstärkern. Für den

USB-Eingang ist der Aktivweiche ein

D/A-Wandler vorgeschaltet.

Bereits vor dem offiziellen Marktstart

sorgten die KEF X300A in

HiFi-Foren für tumultartige Debatten:

vollaktiv, mit integriertem, hochauflösendem

D/A-Wandler – und das auch

noch für 800 Euro das Paar? „Ja, sapperlot

nochmal” wird sich der erfahrene und

dem Digitalen nicht abgeneigte HiFiist zu

Recht denken. Was die Mannen von KEF

hier zusammengeschnürt haben, gleicht

einem digitalen Sorglos-Paket. Die

X300A gibt via USB direkt an einen Computer

angeschlossen Musik-Dateien mit

KEF X300A 800 EURO

einer Auflösung von maximal 96kHz bei

24bit wieder. Analogsignale dürfen auch

rein, aber nur über ein Miniklinken-Hintertürchen,

das sie dann gleich digitalisiert

– warum, das erfahren Sie gleich.

Mit USB direkt in eine aktive Box? Stimmt,

das ist eigentlich nichts Neues. Doch anders

als bei der Konkurrenz – und hier

liegt der Knackpunkt – gibt der als Audio-

Interface agierende KEF-Lautsprecher

seinem Zwilling kein abgespecktes Analog-Signal

weiter. Vielmehr erhält auch

die zweite X300A eine vollwertige digitale

Kopie mittels eines weiteren USB-

Kabels, das die zwei Boxen miteinander

verbindet. Dadurch liegt die Musik an

beiden Lautsprechern in der selben Qualität

an. PCM1754-Chips von Texas Instruments

sind für die D/A-Wandlung

verantwortlich. Zwei kräftige analoge

Verstärker bedienen Hoch- und Tiefmitteltöner

getrennt. Der Fünf-Zoll-Koax mit

belüftetem Hochtöner samt Tangerine-

Waveguide ist bereits aus anderen KEF-

Modellen bekannt und sollte sich auch in

der X300A keine Fauxpas erlauben. Ein

kleiner Schiebeschalter auf der Rückseite

der „Master”-Box erlaubt die Anpassung

an den Aufstellungsort: Stehen die KEFs

auf dem Schreibtisch, korrigiert die

„Desk”-Stellung den Frequenzgang, um

tonale Verfärbungen durch Oberflächen-

Reflektionen auszugleichen. Im „Stand”-

Modus bleibt der Frequenzgang hingegen

unangetastet.

PLUG IT IN, TURN IT UP!

Freistehend im AUDIO-Hörraum aufgestellt

wirkten die kleinen KEFs tonal

ausgewogen und bildeten die Bühne bei

„Inpakuto” von Clammbon („Ten“) detailreich

ab. Doch die Tester vermissten

selbst bei einer stark angewinkelten Aufstellung

die Direktheit, für die Koaxe so

beliebt sind. Das änderte sich schlagartig,

als die X300A auf einem Bürotisch standen

und Musik von einem Mac bezogen.

Der Anschluss ging spielend: einstöpseln

und auswählen – fertig. Nun noch

per Schiebeschalter in den „Desk”-

SAUBERMANN:

Das Gehäuse der KEF

X300A ist tadellos

verarbeitet und ein

echter Hingucker.

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

D

A

Aufstellung

W

G

H

F

Hörabstand 1-1,5 Meter.

Minimal, etwa 15 Grad

anwinkeln. Wandnah am

besten mit Plugs im Reflexrohr.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

26 www.audio.de ›05 /2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

VOLLES HAUS: Der bewährte UniQ-Koax harmoniert gut

mit dem kleinen Gehäuse, das trotz des geringeren Volumens

einen ausgewogenen und voluminösen Bass ermöglicht.

Modus versetzt, brillierte die KEF mit

einer genaueren Abbildung und eben jener

Direktheit, die einen guten Koax auszeichnet.

Den Raum bei „El Jaguar” des

Gitarristen-Duos Strunz & Farah („Americas“)

vermochten die kleinen Aktivboxen

auf überzeugende Art wiederzugeben.

Die vielen musikalischen Akzente wie die

Zupf-Techniken der Flamencogitarren

oder die vielen Percussion-Instrumente

wandelten die X300A verfärbungsfrei

um. Der Tiefton wirkte druckvoll und mit

einem präzisen Timing: Basslastige

Songs wie „Collarbone” von Fujiya & Miyagi

(„Transparent Things“) steckten die

kleinen KEF-Boxen ohne Anstrengung

weg und sorgten damit auch gleich für

Party-Laune in der Redaktion.

FAZIT

Alexandros Mitropoulos

AUDIO-Redakteur

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Farben

Bauart

EMPFEHLUNG

PREIS/LEISTUNG

KEF

X300A

GP Acoustics

02 31 / 98 60 32 0

kef.com

800 Euro

2 Jahre

Metallgrau

2-Wege aktiv mit Bassreflex

AUSSTATTUNG

Fernbedienung –

Verbindungskabel •

Eingänge Analog 1x Mini-Klinke

Digital SP/DIF, USB – / •

Kopfhörerausgang –

Raumanpassung • (Desk, Stand)

Hochpassweiche –

Besonderheiten D/A-Chips in beiden Boxen,

96kHz/24bit über USB möglich.

09/12

VORNUMMERIERT: Musik kommt via Mini-

USB-Buchse in die KEF (4). Alternativ steht

noch ein 3,5-mm-Eingang für analoge

Gastspieler bereit (5). Die EQ-Einstellung

„Desk” (8) passt den Klang für eine

Schreibtisch-Aufstellung entsprechend an.

KEF hat bei der X300A erkennbar

viel Detailarbeit investiert: mit Erfolg.

Ein „richtiger” 192kHz-USB

wäre zwar noch audiophiler, doch

selbst bei 96kHz lieferten die

Aktivboxen einen detailreichen

und dynamischen Klang. Im Nahfeld

gefielen sie mir besonders

gut, da sie so ihre Koax-Vorteile

voll ausspielen konnten. Hut ab!

AUDIOGRAMM

Ausstattung

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

ÅNeutraler Klang, detailreiche

Abbilung, Raumdarstellung,

einfach Handhabung.

Í In großen Räumen und

freistehend etwas nüchtern

sehr gut

sehr gut

75 PUNKTE

ÜBERRAGEND

1

Einstufung als PC-Lautsprecher

MESSLABOR

Die Frequenzgangmessung zeigt einen geraden

Verlauf im Bass. Um 1kHz ist eine hohe,

breitbandige Anhebung erkennbar (rote

Linie). Die „Desk”-Einstellung schwächt

den Oberbass etwas ab (schwarze Linie).

In beiden Modi fällt der Hochton sowohl

auf Achse wie auch seitlich gemessen ab

10kHz leicht ab. Die Klirrmessung zeigt ab

95dB steigende Verzerrungen im Mittelton

und beginnende Kompression im Bass.

KEF X300A

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›05/2013

27


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

VOLLAKTIV

GEITHAIN ME 806 7720 EURO

Analog

Nach dem Eingang erfolgt die

Aufteilung des Signals in Hoch- und

Tiefmitteltonbereich durch aktive Filter.

Danach verstärken separate Endstufen

die getrennten Bänder; das Hochton-

Array aus drei Kalotten teilt sich dabei

einen Verstärker.

Wenn selbst Verstärker-Experte

und AUDIO-Kollege Johannes

Maier anerkennend

seinen Hut vor den Aktivboxen von Geithain

zieht, dann will das etwas heißen.

ME Geithain steht für Ingenieurskunst

der guten alten Schule: DSPs und digitale

Schaltverstärker sucht man vergebens.

Viel mehr soll der Klang einer Box

durch die mechanische Abstimmung

und einer raffinierten Chassis-Anordnung

entstehen. Das nötige Know-How

besitzt Firmengründer und Aktivboxen-

Pionier Joachim Kiesler en masse.

Die nagelneue aktive Geithain ME 806

überrascht: Denn trotz ihrer kompakten

Größe soll sie laut Datenblatt für einen

Hörabstand von bis zu vier Metern ausgelegt

sein. Dafür verzichtet sie auf das

berühmte MEG-Bassnieren-Prinzip und

soll mit einem präzise abgestimmten,

konventionellen Reflexsystem – sogar

direkt an einer Wand aufgestellt – ein voluminöses

und ausgewogenes Bassfundament

produzieren können. Angefeuert

von einem 150W-Verstärker übernimmt

ein Woofer im 20cm-Format den

Tiefmittelton bis 1,6kHz. Danach schreitet

das Geithain-typische Array aus drei

vertikal vor dem 20cm-Konus angeord-

ECHTHOLZ: Außer in

schwarzem Eschefurnier ist

die ME 806 auch mit exotischem

Makassar-Furnier

erhältlich – ohne Aufpreis.

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Minimal 10-15 Grad anwinkeln.

Hörentfernung 2,5-3 Meter.

Freistehend und wandnah

gleichermaßen neutral.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

MESSLABOR

Auf Achse gemessen linealgerader Frequenzgang

(1). Die schmalbandige Anhebung

bei 7,5kHz ist vernachlässigbar.

30 Grad seitlich ist ein Abfall des Präsenzbereiches

erkennbar. Die untere Grenzfrequenz

beträgt 37Hz, die obere 18kHz

(Messmikrofonhöhe 94cm, gemessen bei

-3dB). Bis 100dB ist die 806 im Mittelhochton

praktisch klirrfrei, darüber beginnt sie

im Bass langsam zu komprimieren (2).

Musicelektronic Geithain ME 806 Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

110 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

Musicelektronic Geithain ME Pegel- 806 & Klirrverlauf

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

28

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

SESAM ÖFFNE DICH: Die

Verstärker für Tiefmittel- und

Hochtöner sind servicefreundlich

ausklappbar auf der Rückwand befestigt.

Akustisch sind sie von einer

zusätzlichen Trennwand vom restlichen

Gehäuse isoliert.

FAZIT

Alexandros Mitropoulos

AUDIO-Redakteur

neten 25mm-Tweetern zur Tat, die wiederum

an einem 100W-Amp laufen. Das

Hochton-Team ist höher belastbar als

ein Einzel-Tweeter und erzeugt eine vertikale

Richtwirkung. Die Box bleibt damit

trotz der niedrigen Trennfrequenz sehr

klirrarm und blendet störende Deckenreflexionen

weitgehend aus. Die Verarbeitung

unseres Testmusters ist makellos:

Das wunderhübsche Makassar-Furnier

auf den Gehäuseseiten harmoniert gut

mit der dunkelgrauen Frontpartie und

verleiht der von Geithain-Designer Steffen

Tränkner entworfenen ME 806 ein

edel anmutendes Aussehen. Andere

Holzarten sind gegen Aufpreis auch erhältlich.

Ebenfalls optional ist ein passender

Boxenständer, dessen Front ein

breiter Furnierstreifen ziert – natürlich

passend zum gewählten Boxenfurnier.

SENSATIONELLE ABBILDUNG

Die Fähigkeit der ME 806, die Bühne –

besonders mit audiophilen Akustik-Aufnahmen

wie „If I Could Sing Your Blues”

von Cheskys Demo-Disc – realistisch

darzustellen, war allerfeinste HiFi-Kost:

Selbst filigrane und tief in den Aufnahmen

versteckte Details wie etwa Atemgeräusche

oder von Mikros eingefangene

Raumreflexionen gaben die Geithains

unaufdringlich-präzise und sensationell

plastisch wieder. Zumindest was Räumlichkeit

und Abbildung anging, stellte sie

selbst die AUDIO-Referenzboxen gnadenlos

in den Schatten. Hauptverantwortlich

dafür war das Tweeter-Array,

das sich trotz seiner überlegenen Genauigkeit

nie in den Vordergrund drängte

und zu einem in sich stimmigen Gesamteindruck

beitrug. Die Hochtöner-Anordnung

schuf nebenbei einen breiten

Sweetspot-Bereich – wie angenagelt in

der Mitte des Sofas zu sitzen war mit

den ME 806 nicht nötig.

Bereits bei niedrigen Pegeln drückte die

Bass-Drum bei „Rhinelander” von Cougar

(Patriot) staubtrocken und mit perfektem

Timing voran. Sogar direkt an der

Wand behielten die Kompaktboxen aus

Leipzig einen kühlen Kopf – von trägem

Bassbrei oder Effekthascherei keine

Spur. Die zuvor angesprochene tonale

Homogenität machte sich auch an einer

locker-luftigen und unangestrengten Art

bei der Stimmenwiedergabe bemerkbar.

Bei „Spanish Harlem” (ebenfalls Chesky)

tönte Rebecca Pidgeons Gesang

neutral und natürlich mit einer gehörigen

Portion Schmalz – eben so, wie es bei

dieser Aufnahme des Songs auch klingen

muss.

Die Geithain bietet trotz ihrer

kompakten Abmessungem mehr

Klang als manch weitaus größerer

Lautsprecher. Angesichts ihrer

phänomenalen Raumabbildung

und dem (selbst bei wandnaher

Aufstellung) in sich stimmigen

Klang waren wir uns schnell einig:

Die ME 806 spielt definitiv in der

Referenzklasse mit! Zudem sieht

sie auch noch sehr schick aus.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

EMPFEHLUNG

KOMPAKT & KLANGSTARK

ME GEITHAIN

ME 806

ME Geithain

03 43 41 / 31 10

me-geithain.de

7720 Euro

2 Jahre (3 Jahre nach Registrierung)

25,4 x 40,5 x 34,5 cm

18,6 kg

• / – / •

Makassar-Furnier

2-Wege aktiv, Bassreflex


Hochton-Array

ÅRealistische Abbildung, homogener

Klang, Verarbeitung.

Í –

100

100

100

110

95

85

90

85

überragend

97 PUNKTE

ÜBERRAGEND

1

Einstufung als Kompakt-Lautsprecher

05/13

www.audio.de ›05/2013 29


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

DIGITAL-AKTIV

Analog

Digital

A/D

DSP

D/A

D/A

Das Signal durchläuft zunächst verschiedene

digitale Stufen – etwa EQs,

Delay- oder Phasenkorrekturen. Erst

danach erfolgt eine Aufteilung in verschiede

Bänder durch DSPs und

schließlich die Verstärkung durch

Amps.

Die Form der 8240 von Genelec

muss man nicht mögen, doch

im Studiobereich sind solche

Faktoren zweitrangig. Für Profis zählt der

Klang, und der wiederum, das werden

auch High-Ender nicht bestreiten, wird

von der akustischen Qualität bestimmt,

nicht von der Optik.

Entsprechend überschaubar sind die

Wahlmöglichkeiten, die der finnische

Hersteller seinen Kunden lässt. Dunkelgrau

ist die Standardfarbe, die im Zweifel

zu jeder Umgebung passt und keine

störenden Lichtreflexe erzeugt. Alternativ

steht ein freundliches Mattweiß zur

GENELEC 8240 APM 2800 EURO

Verfügung, das der Kompaktbox ausgesprochen

gut steht.

Holzoberflächen sind weder für Geld

noch gute Worte verfügbar, und dieser

Aspekt bringt uns zu einem der wesentlichen

Konstruktionsmerkmale: Die Gehäuse

bestehen aus Gussaluminium

und haben eine verspielt wirkende, tatsächlich

aber hochgradig durchdachte

und klangfördernde Form. Die Bauweise

reduziert stehende Wellen im Inneren

wie auch Kanteneffekte, was der Neutralität

und der räumlichen Abbildung

sehr zugute kommt.

Ein weiterer Vorteil von Aluminium sind

geringere Wandstärken als bei Holzgehäusen,

die zu einem höheren Nettovolumen

führen und dem Basstreiber zu

einer tieferen Einbauresonanz verhelfen.

Im AUDIO-Messlabor erzielte die 8240

eine untere Grenzfrequenz von 41 Hertz.

Passivboxen erreichen einen derart ausgedehnten

Bassbereich nur mit deutlich

größeren Gehäusevolumina.

Die beiden selbstredend sehr hochwertigen

Chassis werden von der digitalen

Frequenzweiche bei hohen 3 Kilohertz

getrennt, was beide Treiber offensichtlich

bestens verkraften, denn das Rundstrahlverhalten

ist auch im Übernahmebereich

vorbildlich gleichmäßig. Die beiden

Endstufen mit jeweils 90 Watt Ausgangsleistung

sind in klassischer A/B-

Technik ausgeführt.

DIGITALE FREQUENZWEICHE

Die Schwingsysteme werden von Limitern

geschützt, die bei einer drohenden

Überlastung zuverlässig die Lautstärke

begrenzen. Daher steigt bei hohen Pegeln

weder der Klirr über Gebühr noch

können die Chassis anschlagen oder gar

beschädigt werden. Ein Einschreiten der

Elektronik (die auch zu hohe Eingangspegel

erkennt) wird durch einen Farbwechsel

der LED an der Boxenfront angezeigt.

Die Absicherung ermöglicht hohe

Durchschnittspegel auch bei unbekanntem

Musikmaterial.

Der Digitaleingang nach AES/EBU-Stan-

PERFEKT VERARBEITET:

Die Gehäuse aus hochfestem

Alu-Druckguss wirken extrem

solide. Die Schutzgitter sind in

die Abstimmung einbezogen.

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

D

A

Aufstellung

W

G

H

F

Dank vielfältiger Ortsfilter und

Einmessfunktion weitgehend

unabhängig von Akustik und

Grenzflächen aufstellbar.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

30

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

SCHALTEN UND WALTEN: Unterhalb der Bassreflexöffnung sind

Aufnahmepunkte für Wandhalterungen und Bodenstative eingelassen.

Die winzigen roten DIP-Schalter dienen zur Aktivierung der Ortsfilter.

Die Buchsen der symmetrischen Eingänge blicken nach unten.

dard verarbeitet Abtastraten bis zu 192

kHz. Für analoge Signale ist ein Eingang

in symmetrischer Ausführung vorhanden.

Alle klanglich relevanten Funktionen

werden von einem DSP gesteuert.

Bereits in der Werkseinstellung (siehe

Messlabor-Kasten) liefert die 8240 auffallend

lineare Frequenzgänge. Bei

grenzflächenferner Aufstellung in einem

akustisch vorteilhaften Raum sind keine

Anpassungen erforderlich.

Zur Korrektur raumbedingter Klangveränderungen

stehen acht Filter zur Verfügung,

die alle vorkommenden Standardsituationen

abdecken. Die Einstellungen

erfolgen über kleine DIP-Schalter, die an

der Boxenrückseite versteckt sind. Die

Nutzung gestaltet sich etwas fummelig,

doch logisch und narrensicher.

Zu individuellen Einmessung ist ein Zubehörpaket

(siehe Foto) erforderlich,

welches im wesentlichen aus einem

Messmikrofon und einem kleinen Interface

besteht. Selbiges wird zwischen

Box und einen Rechner (Mac oder PC)

geschleift, auf dem zuvor die von Genelec

für diesen Zweck entwickelte

Steuersoftware installiert wurde. Eingriffe

erfolgen nur unterhalb 2 Kilohertz,

wo sich Raum und Aufstellung am deutlichsten

bemerkbar machen. Um DSP

und Endstufen nicht zu überfordern,

werden lediglich Spitzen geglättet, Täler

bleiben bestehen.

Im letzten Schritt (siehe Screenshot auf

der folgenden Seite) wird das Ergebnis

sichtbar: Die blaue Kurve zeigt den Frequenzgang

am Hörplatz inklusive raumbedingter

Veränderungen. Rot werden

die vom System ermittelten Korrekturen

dargestellt, grün das Ergebnis.

Zusätzlich lassen sich manuelle Korrekturen

addieren. Abschließend werden

die Einstellungen in der Box gespeichert,

Interface und Rechner sind dann zum

Betrieb nicht mehr erforderlich.

Dass die Genelec sehr neutral und vermutlich

gut durchhörbar klingen würde,

war angesichts ihrer Herkunft zu erwarten,

nicht aber wie unaufgeregt dies alles

vonstatten ging. Die tatsächlich gigantische

Klangfarbentreue wurde ganz

ohne erhobenen Zeigefinger dargeboten

und wer bislang immer dachte, neutral

abgestimmte Schallwandler müssten

zwangsweise steril klingen, darf seine

Denkschubladen nach dem Kontakt

mit dieser Box neu sortieren.

Es war immer wieder faszinierend, mit

welch überraschender Kraft und Sattheit

die durchaus noch zierlich zu nen-

VERBINDUNG ZUM RECHNER: Der Zubehörsatz zur Einmessung und Verwaltung der

Boxen am PC enthält ein Netzwerk-Interface, ein Messmikrofon sowie diverse Kabel.

www.audio.de ›05/2013 31


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

FAZIT

Wolfram Eifert

AUDIO-Mitarbeiter

Die 8240 genießt bei Profis einen

exzellenten Ruf. Ich wüsste – außer

geschmacklichen Nuancen –

keinen Grund, warum man diese

extrem klangstarke Box nicht

auch privat nutzen sollte. Ihre

Neutralität und Anpassungsfähigkeit

sind einfach grandios. Die

Einmessung ist das Sahnehäubchen

obendrauf.

BEISPIEL EINER EINMESSUNG: Der Frequenzgang am Hörplatz vor der Optimierung ist

blau dargestellt. Die rote Kurve zeigt die gegenläufigen Eingriffe durch den DSP. Das grün eingezeichnete

Ergebnis (die Summe aus blau und rot) zeigt sich deutlich glatter. Korrigiert wird

nur unter 2 kHz.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

GENELEC

8240 APM

Audio Export

0 71 31 / 26 36 0

audioexport.de

2800 Euro

2 Jahre

23,7 x 35 x 22,3 cm

9,4 kg

– / – / •

Anthrazit, weiß

nende Aktivbox kernigste Gitarrenriffs

in den Raum warf und gleichzeitig penibel

einzelne Linien differenzieren konnte,

ganz ohne Wummern, Nachhängen oder

Verdeckung.

Die entwaffnende Ehrlichkeit der 8240

erzeugte vor allem bei akustisch dominierten

Klängen und Hi-Res-Material

den Eindruck enormer Klangrichtigkeit.

Das feinsinnige „Lose Myself To Loving

You“ der britischen Sängerin und Gitarristin

Joanne Shaw Taylor (in-akustik)

perlte nicht nur glockenrein aus den Treibern,

sondern klang auch räumlich weit

gestaffelt. Dass man als Tester viele

Stunden in einem Hörraum verbringt, ist

bei dieser Box keine lästige Pflicht, sondern

ein Genuss.

Bedenken, die 8240 hätte zu wenig

Membranfläche, um den über 30 Quadratmeter

großen, gut bedämpften AU-

DIO-Hörraum angemessen mit Schalldruck

zu füllen, erwiesen sich als unbegründet.

Gewiss blinkten die LEDs an

der Box auch mal kurzzeitig rot, doch

wirklich unsauber wurde der Klang nie.

Diese Betriebssicherheit ist einer der

großen Vorzüge der Aktivtechnik. So

dürfen die Boxen ruhig eine Nummer

kleiner ausfallen als gewohnt.

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

2 Wege aktiv, Bassreflex

automatische Einmessung

DSP-Steuerung

ÅHochauflösender und extrem

neutraler Klang, ideal für lange

Hörsitzungen

ÍBasspegel sind begrenzt

100

90

95

90

90

80

85

80

überragend

90 PUNKTE

ÜBERRAGEND

1

Einstufung als Kompaktbox

MESSLABOR

Bei der Messung der Schalldruckkurven

im reflexionsarmen Raum liefert die 8240

in der Werkseinstellung und ohne Einsatz

der Ortsfilter ein sehr lineares Ergebnis mit

einer leichten Bassbetonung. Im Tiefbass

werden, bezogen auf -3 dB, sehr gute 41

Hz erreicht. Im Bass begrenzt der Limiter

die Lautstärke auf etwa 95 dB. Oberhalb

200 Hz werden über 100 dB erreicht. Der

Klirr liegt besonders in den Mitten niedrig.

Genelec 8240 APM

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Genelec 8240 APM

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

32

www.audio.de ›05/2013


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10783 Berlin


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

DIGITAL-AKTIV

Analog

Digital (Option)

A/D

DSP

D/A

D/A

D/A

KS DIGITAL KSD 2040 AB 8000 EURO

Analoge Signale werden am

Eingang digitalisiert, digitale (optional)

landen direkt im DSP. Dort finden

Equalizing und Aufteilung auf drei

Frequenzbänder statt. Nachgeschaltete

D/A-Wandler und analoge

Endstufen treiben die vier Chassis an.

Mit der KSD-Serie packt die

Saarbrücker Boxenschmiede

KS Digital bewährte Profi-

Technik in eine HiFi-optimierte Verpackung.

Erst kürzlich stand der kleinste

Ableger der Serie im Hörraum (KSD

2010, AUDIO 3/13) und heimste mit

neutralem Klang und detailreicher Abbildung

Lob und Anerkennung von den

Testern ein. Das nagelneue KSD-Flagschiff

2040 ist jedoch ein ganz anderes

Kaliber. Bereits die Treiberbestückung

des 114-Zentimeter-hohen 2,5-Wege-

Turms verdeutlicht das: Die zwei unteren

Chassis im 20-cm-Format übernehmen

die tiefen Frequenzen bis

200Hz; sie nehmen dem Koax die Tiefton-Arbeit

aber nicht ganz ab, unterstützen

ihn lediglich dabei. Der Koax ist

in seinem Arbeitsbereich also nach unten

nicht begrenzt – KSD will so eine

stimmigere tonale Balance erzielen.

Der Carbonfaser-Konus im Koax misst

ebenfalls imposante 20 Zentimeter und

wird, wie auch die beiden Bass-Chassis,

von starken Neodym-Magneten

angespornt. In seiner geometrischen

Mitte sitzt ein schon ab 1,4kHz einsetzender

25-mm-Tweeter mit Seidenkalotte,

der die genau berechnete Form

des ihn umgebenden Konus als schallführenden

Waveguide nutzt. Dadurch

sollen akustische Eigenschaften einer

Quasi-Punktschallquelle entstehen,

die zusammen mit der Anordnung der

Chassis auf einer Ebene ein optimiertes

Impulsverhalten und somit eine besonders

detailreiche Tiefenstaffelung

ermöglichen soll.

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

D

A

Aufstellung

W

G

H

Bei einem Hörabstand von

mehr als 4m gerade aufstellen.

Bei kleinerem Abstand etwa 15

Grad anwinkeln.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

F

34

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

STEIGERUNGSPOTENZIAL: Dank der

vielen Erweiterungsmöglichkeiten kann man

die KSD 2040 sehr gut auf die eigenen

Bedürfnisse anpassen. Besonders verlockend

ist die Kombination aus AES-Eingang

und Fernbedienungsmodul: Mit eine entsprechenden

Quelle ist somit eine „kurze” und

smarte Anlage zusammenstellbar. Dafür

muss die Quelle jedoch zwei AES-Ausgänge

besitzen – sonst braucht man noch das passende

Verteilerkästchen von KSD.

Die zwei EQ-Potentiometer regeln die DSPgesteuerten

und effektiv-eingreifenden

Shelving-Filter, mit denen man den Klang des

Lautsprechers auf den eigenen Geschmack

und – viel wichtiger – auf die Raumakustik

anpassen kann.

SMARTE DSP-TECHNIK

Technisches Highlight der 2040 ist der

aktive, DSP-gestützte Aufbau der

Weiche. Dafür kommt die hauseigene

„Firtec”-Technologie zum Einsatz; eine

Kombination aus Systemfiltern und einer

FIR-Differenzweiche. Letztere trennt die

Wege mit einer frei einstellbaren Flankensteilheit.

Dadurch soll eine bessere

Impulsantwort der Chassis möglich sein,

ohne die Entstehung von Phasenverzerrungen

zu provozieren. Um den Klang auf

akustisch schwierigere Räume einzustellen,

befinden sich auf der Gehäuserückseite

zwei Potis für die Regulierung von

Bass und Hochton. Doch die Entwickler

gingen noch einen Schritt weiter: Mit

einem konventionellen Netzwerk-Kabel

findet die KSD 2040 Anschluss an einen

Computer. Dort bietet die optional erhältliche

FIR-Control-Software (360€) umfangreiche

Einstellungsmöglichkeiten,

um den Klang auf den Hörraum anzupassen:

Die Frequenzkurve ist mittels drei

parametrischer EQs editier-, abspeicherund

wieder abrufbar. Die selben Einstellungen

können auch per kabelgebundener

Fernbedienung (RC-100, 810€) vorgenommen

werden, die zudem einen

praktischen Lautstärke-Drehknopf besitzt,

der die digitale Pegelregelung der

Box steuert. Ein passender (diesmal im

Preis enthaltener) IR-Sender steuert das

kabelgebunde Modul. Somit kann das

Kistchen samt Kabelsalat dezent auf

dem HiFi-Rack verschwinden. Ein 96kHz

und 24bit-fähiges DAC-Modul mit AES-

Schnittstelle verwandelt die KSD 2040

auf Wunsch (für 500€ pro Box) sogar in

eine digitale eierlegende Wollmilchsau.

Dafür muss die Quelle jedoch zwei AES-

Ausgänge besitzen. Ist das nicht der Fall,

hat KS Digital auch hier eine Antwort im

aufpreispflichtigen Zubehörsortiment

parat: Eine externe Box teilt das ankommende

Digitalsignal in zwei AES-Kanäle

auf. Außerdem konvertiert ein integrierter

Formatwandler ankommende Bits

und Bytes mittels Re-Clocking auf ein

korrektes Spannungsniveau, um einen

fehlerfreien Betrieb der Boxen zu garantieren.

Somit dürfen auch spannungsärmere

Toslink- oder S/PDIF-Signale die

KSDs füttern.

GLEICHGESINNTE: Die zwei Bässe im 20cm-Format spielen bis 200Hz und unterstützen den Koax lediglich im Bass. Die Übergangsfrequenz

liegt bei 1,4kHz. Die Membranen der drei Chassis bestehen aus Carbon und werden von bärenstarken Neodym-Magneten angetrieben.

www.audio.de ›05/2013 35


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

WIE EIN FAUCHENDER V12

Zunächst stellten die Tester die zwei EQ-

Potis auf Mittelstellung – waren mit dem

Klang der 2040 im AUDIO-Hörraum aber

nicht ganz glücklich: Sie tönten vergleichsweise

schüchtern im Bass und etwas

frisch in den Höhen. Ein Griff auf die

Rückseite brachte sofort Abhilfe. Als die

Tester mit dem Klang zufrieden waren,

standen dort der Hochton-Regler auf elf

Uhr und sein Basspendant auf zwei Uhr.

Merke: Es waren nur minimale Änderungen

nötig – doch das Ergebnis war umso

eklatanter. Denn nun spielten die KSD-

Türme ausgewogen und reagierten auf

die Dynamik eines Songs wie ein V12-

Motor auf einer Tour auf einer kurvigen

Küstenstraße: Zurückhaltend und filigran

in langsamen Passagen, druckvoll aufbrausend,

wenn man Stoff gab.

Als Dream-Theater-Drummer Mike Portnoy

bei „Panic Attack” („Octavarium“)

fulminant sein Schlagzeug bearbeitete,

kamen auch gleich zwei andere Qualitäten

der 2040 zum Vorschein: die natürliche

Raumdarstellung und der immens

detailreiche Hochton. Ähnlich wie ein japanischer

Sushimeister, der mit präzise

angesetzten Schnitten einen Kugelfisch

zubereitet, brillierte die KSD 2040 mit

einer ebenso beeindruckenden, akuraten

Detailarbeit: Beim schon zig Mal gehörten

Jazz-Klassiker „Take Five” von Dave

Brubeck („Takin’ Off“) fielen ständig

neue Klangfarben und Akzente auf, die

man so sauber und authentisch dargestellt

noch nie wahrgenommen hatte.

Etwa die Raumakustik während des

Schlagzeug-Solos, bei dem man die

Mikro-Aufstellung erkannte. Oder die

Griffbrett-Geräusche des sonst dumpfklingenden

Kontrabasses, der nun mehr

Attacke besaß – alles Paradebeispiele für

den exzellenten Hochton.

MESSLABOR

Der Frequenzgang der KSD2040 zeigt auf

Achse gemessen und mit dem Bass- und

Hochton-Poti auf Mittelstellung eine Welligkeit

im Mittel- und Hochton-Bereich (1).

Starke Aktivität besonders um 1kHz im

Wasserfalldiagramm (o. Abb.) Die untere

Grenzfrequenz liegt bei 29Hz, die obere bei

24kHz (gemessen bei -3dB). Die Maximallautstärke

beträgt 105dB, ab 95dB nimmt

allerdings der Klirr schon deutlich zu (2).

ANPASSBAR: Die Software „FIR-Control”

ermöglicht dem User Filter-Kurven zu erstellen,

um beispielsweise den Klang der KSD

2040 auf die Hörraumakustik anzupassen.

FAZIT

Alexandros Mitropoulos

AUDIO-Redakteur

Man kann über DSPs denken, was

man will, doch spätestens nachdem

man den überwältigenden

Detailreichtum der KSD 2040 erlebt

und gehört hat, dürften alle

„Aber”-Sätze – zumindest die

KSD betreffend – verstummen.

Wer will, kann die Boxen mit AES-

Eingängen aufrüsten und für die

digitale Welt flott machen. Spätestens

dann verwandelt sich die

2040 in eine smarte Komplettlösung:

gut investierte 1000 Euro.

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

KS digital 2040

Frequenzgang

axial 10*hoch 30*seitl.

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

KS DIGITAL

KSD 2040

KS Digital

06 81 / 76 18 04 63

ksdigital.de

8000 Euro

4 Jahre (nach Registrierung)

26 x 114 x 39 cm

29 kg

– / • / –

Dunkelgrau

2,5-Wege aktiv, Bassreflex

Via Potis auf der Rückseite oder

via Software/Fernbedienung

DSP-gestützte Weiche, Koax.

ÅUngemein detailreiche Wiedergabe,

natürliche Bühnenabbildung,

DSP-Funktionen.

Í Klang in EQ-Mittelstellung.

100

100

95

105

95

90

95

95

sehr gut

97 PUNKTE

SEHR GUT

1

Einstufung als Standbox

KS digital 2040

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

36

www.audio.de ›05/2013


Andreas Stumptner

Chefredakteur

Ausgezeichneter HiFi-Sound

für zu Hause

Philips Fidelio X1

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PHILIPS FIDELIO X1

Testurteil: sehr gut

Die Geräte des Jahres 2013

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Lautsprecher › AKTIVBOXEN

DIGITAL-AKTIV

D/A

GRIMM AUDIO LS1 25 000 EURO

Analog

Digital

A/D

DSP

D/A

D/A

Digitale Signale gehen direkt in den DSP,

analoge zuvor in einen A/D-Wandler. Der

Signalprozessor übernimmt sämtliche

Frequenzgang- und Phasenkorrekturen

sowie die Funktion der Frequenzweiche,

für jeden der drei Treiber folgt ein DAC

und eine Schaltendstufe.

Wer sich mit der LS1 der jungen

holländischen Firma

Grimm Audio beschäftigt,

spürt sehr schnell, dass dieses System

in keine gewohnte Schublade passt.

Nicht mal die im High-End-Sektor üblichen

Preis-Gegenwert-Maßstäbe gelten,

denn der Schallwandler bietet einen

deutlich größeren Funktionsumfang als

gewöhnliche Aktivboxen. LS1 ist, abgesehen

von einem Zuspieler, eine vollständige

Wiedergabekette und so gesehen

weit mehr als eine profane Box.

Neben Endstufen und DSP-gesteuerten

Frequenzweichen (mehr dazu später)

sind Wandler integriert,

wobei die gesamte Signalverarbeitung

auf geringste Jitterwerte und die konsequente

Vermeidung von Pre-Ringing getrimmt

wurde. Was der Anwender noch

selbst beibringen muss oder vielmehr

darf, sind Musiksignale. Notebooks eignen

sich ebenso als Signalquelle wie

Netzwerkspieler, die nicht mal eigene

Wandler vorweisen müssen.

Auch eine Vorstufe ist entbehrlich, denn

deren Funktionen sind im System

integriert. Die Regelung der Lautstärke

kann bequem an einem Rechner erfolgen,

der zuvor mit einer Grimm-eigenen

Steuersoftware ausgerüstet wurde.

Haptisch ansprechender gelingt die

Steuerung über den mitgelieferten Hardware-Controller,

an den zwei digitale

Quellen angeschlossen werden können.

Im Sockelbereich der Box stehen zwei

weitere Eingänge zur Verfügung, davon

einer für analoge Kost.

MEHR ALS NUR EINE BOX

Der Controller, der die gewohnte Vorstufe

ersetzt, wird ausschließlich über den

großen Drehknopf bedient. Ein leichter

Druck aktiviert zum Beispiel

die Mute-

Funktion, deren genaue Wirkung zuvor

in den Einstellungen festgelegt wurde.

Durch Drücken und Drehen wird zwischen

den Eingängen hin- und hergeschaltet.

Einige grundlegende Einstellungen

gelingen allerdings nur über die

Software-Steuerung, so dass zumindest

zeitweilig ein Rechner zur Verfügung

stehen sollte. Die Kommunikation mit

der Box erfolgt in diesem Fall über ein

kompaktes USB-Interface, das ebenfalls

zum Lieferumfang zählt. Die

Screenshots auf den letzten Seiten vermitteln

einen Eindruck vom Funktionsumfang

des Systems.

Umdenken heißt es auch bei Form und

Haptik, denn der holländische Newcomer

verzichtet auf das im High-End-

Sektor übliche Imponiergehabe mit fetten

Chromapplikationen, komplizierten

Gehäusen und Klavierlackorgien. Die

Aluminiumbeine sind schwarz oder braun

lackiert, in matter Ausführung. Etwas

Exotik versprüht lediglich das zwischen

den Trägern eingespannte Boxengehäuse,

das mit Bambusfurnier in zwei Helligkeitsstufen

oder weißem Corian (Kunststein)

aufwarten kann.

Die komplette Elektronik inklusive der

MAXIMALE SIGNALTREUE: Die breite und flache Form des

Gehäuses reduziert die Winkelabhängigkeit beim Abstrahlverhalten

noch bevor die DSPs ins Spiel kommen. Bei Messungen in einem

schalltoten Raum zeigt die LS1 ein mustergültiges Verhalten.

38


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

WAHLWEISE ZWEI ODER

DREI WEGE: Die optionalen

Basseinheiten werden einfach

auf die Bodenplatte gestellt

und von der DSP-Elektronik im

linken Boxenfuß gesteuert.

Die Woofer sind so perfekt

eingebunden, dass sich der

Klang nicht ändert. Nur die

Pegelreserven steigen.

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Darf frei oder wandnah stehen,

der Raum sollte ausgewogen

bedämpft sein. Stark

einwinkeln (30-45 Grad).

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

www.audio.de ›05/2013 39


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

KOMMENTAR

Bernhard Rietschel

AUDIO-Chefredakteur

HIFI À LA GRIMM:

MEHR HÖREN,

WENIGER SPIELEN

Meine erste Hör-Begegnung mit der

Grimm trug sich auf den Norddeutschen

HiFi-Tagen in Hamburg zu, in einem akustisch

eher ungünstigen Raum und mit

gewöhnlicher, tausendmal gehörter

Vorführmusik. Trotz dieser wenig emotionalen

Randbeding ungen rührten mich

schon wenige Takte aus der LS-1 spontan

fast zu Tränen. Die Natürlichkeit

ihres Klangs, ihre unscheinbare, tiefe

Richtigkeit hat auch in unserem Hörraum

nicht aufgehört, mich und meine Kollegen

immer wieder zu überwältigen. HiFi-

Fans, die neben dem Musikgenuss auch

die technische und klangliche Vielfalt

und das Experimentieren damit lieben,

bringt die Grimm womöglich in eine

Zwickmühle: Als Player reicht ohne

klangliche Kompromisse sogar ein

Computer, und das gewohnte Tunen,

Tweaken und Testen, bis eine harmonische

Kette gefunden ist, entfällt vollständig.

Obwohl sie selbst ein hochkomplexes

Hightech-Wunderwerk ist, nimmt

die Grimm HiFi seine Nebenrolle als

Technik-Spielplatz. Das zu akzeptieren

erfordert eine gewisse Größe, die

Entscheidung fällt aber erheblich leichter,

wenn man gehört hat, was das holländische

Wiedergabesystem leistet.

Eine wichtige Aufgabe allerdings nimmt

uns auch die LS-1 nicht ab: Für günstige

Akustik-Bedingungen muss der Besitzer

schon selbst sorgen, Grimm nutzt die

DSP-Rechenleistung nur zur Perfektionierung

der Box an sich. Raumakustik,

so das Credo der Entwickler, kann nur

mit akustischen Mitteln optimiert werden.

So hat der HiFi-Fan neben dem

Musikhören dann doch noch jede Menge

Sinnvolles zu tun.

SCHALTZENTRALE: Die Elektronik liegt versteckt im linken

Boxenfuß. An dessen Rückseite befinden sich die Anschlüsse,

auch der gefilterte Ausgang für das Bassmodul.

Endstufen steckt im linken Boxenfuß.

Die in Kooperation mit der ebenfalls holländischen

Firma Hypex entstandenen

Schaltverstärker vom Typ UcD180 benötigen

nur wenig Platz und erzeugen kaum

Verlustwärme. Obwohl weder Kühlkörper

noch Lüftungsschlitze vorhanden

sind, wird der Fuß selbst bei längerem

Betrieb nur etwas mehr als handwarm.

Tüftler, die ihre Kette gerne mit allerlei

Zubehör aufpeppen, werden sich an der

LS1 die Zähne ausbeißen. An einen

Wechsel der Endstufen ist nicht zu denken,

auch an der weitgehend digitalen

Elektronik gibt es nichts zu modifizieren.

Ähnliches gilt für die Lautsprecherkabel,

die aktivboxentypisch kurz ausfallen und

von außen nicht zugänglich sind.

Tatsächlich hat Firmengründer Eelco

Grimm, der an der School of Music &

Technology in Utrecht das Fach Studiotechnik

unterrichtet, alles getan, damit

der Wunsch nach einer nachträglichen

Optimierung erst gar nicht aufkommt.

Und sein Ansatz ist bei aller Komplexität

durchaus puristisch.

Zwar könnten die 48-Bit-starken DSPs

mit ihrer enormen Rechenleistung mühelos

jede beliebige Chassiskombination

auf Linearität trimmen, doch Grimm

ANSPRECHEND GELÖST:

Der mitgelieferte Controller

zeigt in seinem Display

die eingestellte

Lautstärke. Das

Drehrad dient auch

zur Steuerung

der Eingänge

und aktiviert die

Mute-Funktion.

versucht den Einsatz der Chips auf das

Nötigste zu beschränken und optimiert

das Signalverhalten zunächst mit konventionellen

Mitteln.

Die Gehäuseform – deutlich breiter als

gewohnt und dafür weniger tief – folgt

akustischen Gesetzmäßigkeiten. Die

großflächige Schallwand unterstützt ein

gleichmäßiges Winkelverhalten, besonders

bei mittleren Frequenzen. Die halbrunde

Gestaltung der seitlichen Träger

verhindert Kantenreflexionen und trägt

so ebenfalls zur Perfektionierung des

Übertragungsverhaltens bei.

CHASSIS VON SEAS

Für eine kleine Firma wie Grimm Audio

würde eine eigene Chassisfertigung

keinen Sinn machen. Die Holländer verwenden

deshalb Treiber von Seas, die

aus Norwegen zugeliefert werden. Der

8-Zoll-Konus mit Phaseplug und die

ebenso breit wie gleichförmig strahlende

Hochtonkalotte entspringen den Baureihen

Excel und DXT, die in Fachkreisen

einen hervorragenden Ruf genießen.

Das Zweiwegesystem liefert damit bereits

ohne jedes Equalizing ein homogenes

Übertragungsverhalten ohne schwer

beherrschbare Frequenz- und Phasen-

40

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

fehler. Das ist auch deshalb wichtig, weil

ein DSP zwar sehr viel glätten kann, bei

einem inhomogenen Rundstrahlverhalten

aber machtlos ist, weil seine Korrekturen

stets alle Raumwinkel betreffen.

Die eigentliche Signalverarbeitung folgt

einem Zweistufenmodell. Zunächst werden

die Frequenzgänge der Treiber bis

weit über ihren späteren Übertragungsbereich

hinaus geglättet. Die Frequenzweiche

in Linkwitz-Riley-Topologie

„sieht“ so zwei hochgradig signaltreu arbeitende

Zweige und muss ihnen nur

noch das passende Frequenzspektrum

zuweisen und eventuelle Unterschiede

im Wirkungsgrad ausgleichen.

Die Vorgehensweise führt dazu, dass

das akustische Verhalten dem der elektrischen

Ebene sehr exakt entspricht,

was bei vielen Aktiv- und erst recht Passivboxen

nicht der Fall ist. Tatsächlich

zeigt die LS1 ein exzellentes Frequenzund

Zeitverhalten, das eher an Elektronikbausteine

erinnert als an Boxen. Mehr

dazu im Kasten nebenan.

Die Box lässt sich durch Subwoofer zu

einem Dreiwegesystem erweitern, wobei

die Bassbox auch von Fremdherstellern

kommen darf. Besonders einfach

gelingt die Integration mit den hauseigenen,

optisch und akustisch perfekt abgestimmten

Subwoofer-Modulen, die einfach

auf die Sockelplatte geschoben

werden. Mit gut 7000 Euro ist die Erweiterung

allerdings nicht billig.

MESSLABOR

Grimm LS1

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Grimm LS1

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

Die LS1 liefert bei der Messung der Frequenzgänge im reflexionsarmen Raum extrem

lineare Kurven. Positiv hervorzuheben sind insbesondere die geringen Abweichungen

zwischen dem Verhalten im Bereich der Hauptachse senkrecht zur Schallwand (rot

dargestellt) und 30 Grad seitlich (blau), sowie 10 Grad oberhalb dieser Achse (grün).

Die softwareseitig einstellbare untere Grenzfrequenz erreicht in der tiefsten Position

sagenhafte 17 Hz bezogen auf -3 dB. Im Mitteltonbereich sind selbst bei 100 dB (rote

Kurve im rechten Diagramm) kaum Verzerrungen zu sehen. Pegel von 100 dB werden

ohne jede Kompression erreicht. Die maximal erzielbare Lautstärke liegt bei 105 dB .

+5 dB

0 dB

-5 dB

-10 dB

-15 dB

Grimm LS 1

-20 dB

3 ms

250 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz 10 kHz 20 kHz

0 ms

1 ms

2 ms

Das Wasserfalldiagramm (links) zeigt das Abklingverhalten der Box nach Anregung

durch ein breitbandiges Signal, das abrupt abgeschaltet wird. Im Idealfall wäre das

Feld vor den obersten Linien vollständig leer. In der Praxis zeigen viele Lautsprecher

ein deutlich verzögertes Ausschwingen mit teilweise ausgeprägten Resonanzen in

manchen Frequenzbereichen. Die LS1 kommt im gesamten Bereich extrem schnell

zur Ruhe. Ähnlich hervorragend ist die Reaktion auf ein Sprungsignal (rechts). Die

Form der Flanke bleibt erhalten. Alle Frequenzen werden zeitgleich abgestrahlt.

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

Grimm LS 1

+1.0 V

+0.5 V

0 mV

-0.5 V

-1.0 V

Sprungantwort

0 ms 1 ms 2 ms 3 ms 4 ms 5 ms 6 ms

KEINE KOMPROMISSE.

Vollverstärker M6i Eingänge: 4 x Cinch, 1 x XLR, 1 x USB; Ausgänge:

1 x Lautsprecher, Tape-Out, Pre-Out; Leistung 200 Watt/Kanal, silber

oder schwarz, 17Kg, 2.549,-€

MEHR PRODUKTE UND HÄNDLER:

TELEFON 077 28 - 10 64 · WWW.REICHMANN-AUDIOSYSTEME.DE


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

KOMMENTAR

1 2

Johannes Maier

AUDIO-Redakteur

Zumindest aus elektronischer Sicht hat

Wolfram Eifert nicht ganz recht, wenn

er von Newcomern spricht. Grimms

1973 geborener Verstärker-Mastermind

Bruno Putzeys darf zwar noch als junger

Bursche gelten, immerhin hat er aber

schon in den 80ern als Schüler Röhren-

Amps gebaut. Nach Cum-Laude-

Studium entwickelte er bei Philips seine

„Universal-Class-D“-Verstärker. So kam

der Autor auch in die Ehre, sich von

Putzeys in die UCD-Technik, in optimierte

Gemische von Pulsbreiten- und

Pulsdichtemodulation und in die Mathematik

von Regelschleifen einführen zu

PUTZEYS LIEBE GILT

HIFI, DER MATHEMATIK

UND DER THEOLOGIE

lassen (stereoplay 6/2002). Putzeys

plante damals seine Ingenieurskarriere

an den Nagel zu hängen und Theologie

zu studieren. De facto folgte er aber seinen

Verstärkern nach, um bei dem holländischen

Hersteller Hypex sein UCD-

Prinzip weiter zu optimieren. Nach der

Beteiligung an Grimm reüssieren diese

Leistungs module jetzt in einer Aktivbox,

die einen Trend markiert.

Betrachten wir eine gängige HiFi-

Anlage ganz theoretisch: Die Elektronik

versucht genau eine vorgegebene

Musik-Spannung zu reproduzieren,

während die magnetisch angetriebenen

Lautsprecher-Chassis auf Stromänderungen

reagieren. So muss ausgerechnet

die Box, also eine relativ unvollkommene

Komponente, den Spannungs-

Stromwandler spielen. Die Elektronik

der Grimm zeigt perfekt wie nie zuvor,

wie derlei Missstände durch DSPs

gemildert werden können. Hält diese

Technik im Niedrigpreisbereich Einzug,

hätte Putzeys doch noch Höheres

unters Volk gebracht.

Die mit einem 10-Zoll-Konus von Perless

bestückten Module verfügen über

eigene Endstufen und werden über ein

kurzes Kabel mit der Elektronik im

Boxenfuß verbunden. Der Klang ändert

sich durch die Woofer nicht, doch die

Pegelfestigkeit steigt erheblich – und

mit ihr der Spaß beim Hören.

Selbiger war in der Tat gigantisch, und

der Autor dieser Zeilen wie auch die versammelte

Kollegenschar konnte vom

wohldosierten Klang der LS1 gar nicht

genug kriegen. Dass sich der Hörtest

über fast zwei Wochen zog, lag nicht an

etwaigen Unsicherheiten bei der Bewertung,

sondern am sensationell lebendigen

und reinen Klang.

Ausgewogen und detailreich tönten

auch die preiswerteren Modelle unserer

Aktivboxenrunde, aber keine erreichte

auch nur annähernd die Natürlichkeit der

Grimm. Ihr gelang das Kunststück,

gleichzeitig sowohl extrem tief in die

musikalischen Strukturen hineinzuleuchten,

als auch völlig untechnisch aufzutreten.

Das alles klang in keinster Weise

nach Lautsprecher, sondern trotz überragender

Deutlichkeit hochgradig rund

und körperhaft, fern jeder Künstlichkeit.

Eine erstklassige Beurteilung verdienen

auch die Subwoofer, die klanglich perfekt

integriert waren. Das melancholische

„Sunshine Tonight“ mit dem amerikanischen

Sänger und Liedschreiber

Ben Weaver (Fargo Records) nutzte die

LS1 für eine besonders ergreifende Demonstration

ihrer Fähigkeiten. Räumlich

weit gefächert und doch holografisch

KONTAKT ZWISCHEN

BOX UND RECHNER:

Bei einer Steuerung der

Elektronik in der Box über

die dafür konzipierte

Software übernimmt das

kleine USB-Interface die

Kommunikation zwischen

den Geräten.

42

www.audio.de ›05/2013


3

1 HAUPTFENSTER: Nach dem Start 3

der Software erscheint das virtuelle

Drehrad für die Lautstärkeanpassung.

Die Mute-Funktion wird hier ebenfalls

abgebildet. Der File-Button links oben

lädt die Voreinstellungen.

Lautsprecher › AKTIVBOXEN

BASISMENÜ: Einige grundlegende

Einstellungen wie die Aktivierung der

Limiter und der LED-Anzeigen sind an

dieser Stelle hinterlegt. Ebenso lässt

sich festlegen, wie stark die Boxen

angewinkelt werden sollen.

genau platzierte sie den Barden und seine

Gitarre derart realitätsgetreu zwischen

den Boxen, dass sich alle Mithörer

sicher waren, dieses lebhafte Stück

noch bei keiner anderen Box derart überzeugend

gehört zu haben.

Speziell in den letztlich entscheidenden

audiophilen Disziplinen Natürlichkeit und

Detailtreue ist die LS1 die mit Abstand

beste Box, die AUDIO in über 35 Jahren

testen durfte. Das, liebe Leser, ist keine

Tester-Lyrik, sondern eine Verneigung

vor einem Gesamtkonzept, das wie kein

anderes auf Klangrichtigkeit zielt.

2

FAZIT

SUBWOOFERMENÜ: Dort werden

alle Einstellungen vorgenommen, die

den Bassbereich betreffen. Hier wird

zum Beispiel die Übergangsfrequenz

festgelegt, ebenso die Polarität und

die untere Grenzfrequenz.

Wolfram Eifert

AUDIO-Mitarbeiter

Das muss man sich auf der Zunge

zergehen lassen: Der Newcomer

Grimm Audio aus Holland erzielt

aus dem Stand einen Volltreffer,

der sich gewaschen hat. Die LS1

zeigt der HiFi-Welt, wie man mit

DSPs und vernünftig eingesetzten

Schaltverstärkern unglaubliche Ergebnisse

erzielt – und das mit einem

optisch eher unscheinbaren,

in nahezu jedem Raum problemlos

aufstellbaren Lautsprecher.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

GRIMM AUDIO

LS1

Audio Import GmbH

0 21 96 / 88 31 36

audio-import.de

25000 Euro (inklusive Subwoofer)

2 Jahre

52 x 115 x 16 cm

68 kg (inklusive Subwoofer)

• / – / •

Bambus-Furnier, hell oder

dunkel, Corian weiß

geschlossen, 2 oder 3 Wege

Basspegel

DSP-Steuerung

ÅExtrem natürlicher und

offener Klangcharakter bei

höchster Homogenität

Í –

115

115

105

105

105

90

95

100

sehr gut

106 PUNKTE

ÜBERRAGEND

09/12

EMPFEHLUNG

ABBILDUNG & NATÜRLICHKEIT

_0A9BD_musicline_Audio_05.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 92.00 mm);06. Mar 2013 10:26:10

Naim nicht im Versand erhältlich

USB-Wandler DAC-V1

Der DAC-V1 ist ein kompakter D/A-Wandler, der Ihrem

Computer und sonstigen Digitalquellen Naim-typische

Klangqualität verleiht. Dank Lautstärkeregelung dient

er zudem als digitale Schaltzentrale und Vorstufe.

Klein, clever, klangstark.

n asynchroner USB-Eingang minimiert Jitter

n fünf S/PDIF-Digitaleingänge

n digital gesteuerte analoge Lautstärkeregelung

n 6,35-mm-Kopfhörerausgang mit eigenem

Class-A-Eintaktverstärker

Atrium 4, E 119

www.music-line.biz · Tel. 04105 77050


Kopfhörer › MOBILE HÖRER

Lauschmittel

Wer die von Handy-Tröten und Billigstöpseln gestraften Ohren seines Nachwuchses auf HiFi

trimmen will, greift am besten zu einem dieser sechs Kopfhörer Einsteigermodelle um 100 Euro.

Sie bieten nicht nur eine ansprechend-moderne Optik, sondern auch einen amtlichen Klang.

Man sieht sie in der S-Bahn, vor

der Schule oder in Einkaufszentren:

Kinder und Jugendliche,

die ständig und meistens laut Musik

hören. Der Klang spielt dabei oft keine

Rolle: Wenn der Lärm nicht direkt aus

den unterdimensionierten Handy-Lautsprechern

schrillt, dann aus irgendwelchen

Zwei-Euro-Stöpseln, die nicht nur

aus hifideler Sicht indiskutabel sind.

Um die Kids für Klangqualität und letztendlich

auch für das wunderhübsche

Hobby HiFi zu begeistern, sind praktische

Massnahmen nötig. Drohend mit

dem Finger zu wackeln oder gar dem

Nachwuchs einen Sennheiser HD800

oder einen Audez'e LCD-3 zu empfehlen,

würde aber über das Ziel hinaus schießen.

Viel mehr muss man sich ihren Bedürfnissen

und Interessen anpassen.

Das haben auch die Kopfhörer-Hersteller

begriffen: Preiswerte, schicke Bügelkopfhörer

– meistens für den mobilen

Einsatz an Smartphone & Co. optimiert

– schießen wie Pilze aus dem Boden. Besonders

die Preisklasse um 100€ ist interessant,

finden sich hier doch für erschwingliches

Porto bereits solide Qualitäten.

Beispielsweise bringen der AKG

K 619 oder der Sony MDR-V55 neben

moderner Optik erstaunlich viel Klang

für´s Geld. Der Skullcandy ist besonders

für Stil-bewusste Musikfans interessant

und die Modelle von Motörhead und

On.Earz bedienen sogar die Rock-Gemeinde.

Der Teufel Aureol Real eignet

sich zudem auch für den heimischen Gebrauch

– zu Hause soll der Nachwuchs

schließlich auch Musik hören können.

TEST

Günstige Kopfhörer für den mobilen Einsatz

AKG K 619 120 €

MOTÖRHEAD PHÖNES MOTÖRIZER 130 €

ON.EARZ AC/DC BACK IN BLACK 100 €

SCULLCANDY NAVIGATOR 100 €

SONY MDR-V55 90 €

TEUFEL AUREOL REAL 100 €

44 www.audio.de ›05 /2013


Kopfhörer › MOBILE HÖRER

AKG K 619 UM 120 EURO

Der K 619 ist ein geschlossenes Modell

aus AKGs DJ-Serie, der besonders für

den mobilen Einsatz geeignet sein soll.

Die Hörermuscheln sind dreh- und zusammenfaltbar,

um den K 619 platzsparend

im Rucksack zu verstauen. Der Bügel

und die Muscheln pressen sich kräftig,

aber druck- und schmerzfrei an den

Kopf. Das geringe Gewicht des AKG bietet

in Kombination mit den ohraufliegenden,

weich gepolsterten Hörermuscheln

einen hohen Tragekomfort. Gleichzeitig

dämpfen die Polster lästige Außengeräusche

auf ein erträgliches Level. Mit

der im Kabel angebrachten Fernbedienung

steuert man die Funktionen von

iPod und Co. und kann dank integrierten

Mikros auch Telefonate führen. Für iOSler

besonders wichtig: Der K 619 hat einen

guten Wirkungsgrad und spielt

selbst am spannungsschwachen iPhone

ausreichend laut. Dabei überraschte der

AKG mit einem luftigen Klang, wie man

ihn von teureren Hörern kennt. Besonders

der präzise Hochton des K 619 war

für das detailreiche Spiel verantwortlich.

Die Verwandtschaft zur DJ-Serie machte

sich indes an einer Betonung im Oberbass

bemerkbar: Bei ohnehin schon

pfundigen Aufnahmen (etwa bei „Ankle

Injuries” von Fujiya & Miyagi / Transparent

Things) lieferte der K 619 eine mehr

als gesunde Portion Wumms. Die Mitten

hatten den AKG-typischen Charakter,

selbst bei hektischeren Songs Stimmen

noch sauber abzubilden.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Garantiezeit

Gewicht

Zubehör

AUDIOGRAMM

Harman/Kardon

harmankardon.de

2 Jahre

215 Gramm

Adapter, Verlängerungskabel,

Tasche

ÅLuftiger Klang, isoliert gut

vor Außengeräuschen

Í Leichte Bass-Betonung

Klang 68

Verarbeitung

gut

KLANGURTEIL 68

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

MESSLABOR

Anhebung im Bass, gefolgt von einer

starken Senke in den Tiefmitten erkennbar.

Der Wirkungsgrad beträgt bei 1mW

gemessen 96dB. Impedanz: 34Ω

MOTÖRHEAD PHÖNES MOTÖRIZER 130 EURO

Die englische Kultband Motörhead baut

jetzt Kopfhörer – zumindest steht der

Bandname auf den neuen „Headphönes”-

Hörern. Das Töp... pardon, Top-Modell

Motörizer soll anspruchsvolle Rocker

auch unterwegs mit einem amtlichen

Sound versorgen. Die ohrumschließenden

Hörer-Muscheln sitzen zwar fest

am Kopf, die Bügel sind aber nicht in der

Länge verstellbar. Viel mehr sorgen zwei

bewegliche Gummi-Flügelchen für ausreichend

Halt, indem sie sich von oben

gegen den Schädel pressen. Das funktioniert

zwar wunderbar – wilde Headbanging-Orgien

sind aber nicht drin. Im Vergleich

zu den übrigen Test-Hörern fühlte

sich der Stoff der Polsterung etwas rau

an – echte Rocker erwarten aber auch

keine kuschelweiche Seidenkissen im

Miniformat! Am dicken, stoffummantelten

Kabel hängt die obligatorische iPod-

Fernbedienung. Bei einigen Handymodellen

soll damit auch die Kamera steuerbar

sein.

Bei „Mr. Happy” von Yes Sir Boss (Desperation

State) lieferte der Motörizer einen

ausgewogenen Ton. Der Bass wirkte

präzise und drängte sich nicht in den

Vordergrund. Gitarren oder Blechbläser

besaßen dank der sauberen Mittenwiedergabe

genügend Attacke und Timbre

– ohne dabei zu näseln. Gemütlich: Der

etwas wärmere Hochton entschärfte

selbst die Stimme von Großmeister

Lemmy Kilmister bei „Deaf Forever”

(Orgasmatron) auf angenehme Weise.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Garantiezeit

Gewicht

Zubehör

AUDIOGRAMM

Motörhead Phönes

motörheadphönes.com

2 Jahre

283 Gramm

Adapter, Verlängerungs-

Kabel, Transportbeutel

ÅWarmer Klang, cooles

Design

Í Könnte etwas fester

sitzen.

Klang 65

Verarbeitung

gut

KLANGURTEIL 65

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

MESSLABOR

Ausgewogener Frequenzverlauf, bis auf

einer Anhebung des Präsenzbereiches.

Guter Wirkungsgrad mit 99,5dB. Impdanzdurchschnitt

liegt bei 72Ω.

www.audio.de ›05/2013

45


Kopfhörer › MOBILE HÖRER

ON.EARZ AC/DC BACK IN BLACK 100 EURO

On.Earz erkannte als einer der ersten

Hersteller, dass Kopfhörer im Signature-

Look bei Jugendlichen besonders beliebt

sind. Die On.Earz „Legends”-Serie

umfasst drei Modelle, die Fans von Elvis

Presley, James Dean und AC/DC bedienen

sollen. Letztere Zielgruppe wird mit

dem AC/DC „Back In Black” umworben

– optisch durch eine rockig-edle Mixtur

aus schwarzem Kunstleder und gebürsteten

Alu-Teilen. Der mit Nieten auffällig

verzierte Kopfbügel ist Geschmacksache.

Die Verstellbarkeit der ohraufliegenden

Muscheln könnte besser sein,

bietet aber viel Spielraum bei der Größenanpassung.

Die weichen Polster ermöglichen

ein angenehmes Tragegefühl

– die Muscheln könnten sich durchaus

fester an die Ohren drücken. Denn bei

ruckartigen Bewegungen fliegt der Hörer

ohne Vorwarnung vom Kopf. Nettes

Detail: Um auch zu zweit Musik hören zu

können, lässt sich ein weiterer Kopfhörer

direkt in den On.Earz stöpseln.

Eine breite und tiefe Abbildung gelang

dem On.Earz spielend: Instrumente und

Stimmen klangen bei Danny Bryants

„Greenwood 31” (Hurricane) fein aufgelöst

und klar auf der Bühne platziert. Obwohl

die Mitten etwas dezenter auftraten,

vermochte der AC/DC auch feinere

Details akurat wiederzugeben. Zudem

sorgten die 40mm-Treiber trotz einer

leichten Betonung im Oberbass für einen

guten Tiefgang, mit dem selbst flinke

Bassläufe druckvoll klangen.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Garantiezeit

Gewicht

Zubehör

AUDIOGRAMM

On.Earz

onearz.com

2 Jahre

203 Gramm

Kabel mit 3,5mm-Klinkenstecker,

Transportbeutel.

ÅGute Abbildung, zweiter

Hörer anschließbar.

Í Sitzt viel zu locker.

Klang 65

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 65

PREIS/LEISTUNG GUT

MESSLABOR

Unruhiger Frequenzgang ab 2kHz, Dips

und Peaks über den gesamten Präsenzbereich.

Sehr laute 109,5dB Wirkungsgrad

bei einer Impedanz von 33,5Ω.

SKULLCANDY NAVIGATOR UM 100 EURO

Wenn ein Hersteller dafür bekannt ist,

todschicke, preiswerte Kopfhörer zu

bauen, dann ist das Skullcandy. Der Navigator

kam erst kürzlich als neues Top-

Modell der bereits existierenden On-

Ear-Serie auf den Markt und ist in erster

Linie für den mobilen Einsatz gedacht.

Das merkt man auch an der Konstruktion:

Der Hörer wiegt so gut wie nichts,

die Muscheln sind einklappbar und sehr

weich gepolstert. Der Skullcandy sitzt

gut auf den Ohren, was selbst längeres

Tragen problemlos ermöglicht. Nur der

mikrofonische Bügel schmälert den Tragekomfort

etwas. Optisches Highlight

sind die hochglänzenden Schalen der

Muscheln, die in Weiß, Schwarz, oder

Blau erhältlich sind. Die am absteckbaren

Kabel angedockte Fernbedienung

ermöglicht die Steuerung der wichtigsten

Funktionen des iPods. Auf Knopfdruck

sind eingehende Anrufe annehmbar

und dank eingebautem Mikro hat

man dabei auch noch beide Hände frei.

Der Navigator wollte vor allem mit seiner

unaufgeregten Art punkten, die durch

den gutmütig-weichen Hochton und

Präsenzbereich entstand. Und obwohl

das eine beruhigende Wirkung auf die

AUDIO-Tester hatte, vermissten sie bei

„Gravy Train” von The Pines (Phantom

Limb) besonders bei Stimmen etwas

Durchsetzungskraft. Der Tiefton geriet

hingegen trotz der kleinen Treiber druckvoll

– reichte aber nicht ganz so tief herab

wie bei den übrigen Hörern im Test.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Garantiezeit

Gewicht

Zubehör

AUDIOGRAMM

Skullcandy

skullcandy.com

2 Jahre

200 Gramm

Kabel, Transportbeutel

ÅTragekomfort, Verarbeitung,

Bassgüte.

Í Mitten etwas unterbetont.

Klang 62

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 62

PREIS/LEISTUNG GUT

MESSLABOR

Markante, breitbandige Bassbetonung,

bereits bei 8kHz abfallender Hochton.

108,5dB Wirkungsgrad bei einer Impedanz

von L/R 37,1 / 35,7 Ohm.

46

www.audio.de ›05 /2013


Kopfhörer › MOBILE HÖRER

SONY MDR-V55 90 EURO

Dass die japanischen HiFi-Experten von

Sony hervorragende Kopfhörer bauen

können, zeigte etwa der MDR-MA900

(AUDIO 8/12). Der MDR-V55 freilich ist

ein ganzes Stück preiswerter und für ein

anderes Einsatzgebiet konzipiert. Für

rund 90 Euro bietet er eine grundsolide

Konstruktion, die trotz der so ziemlich in

alle Richtungen dreh- und faltbaren Hörermuscheln

einiges aushalten dürfte.

Der Sony passt sich gut an die Kopfform

an und drückt sich fest an die Ohren. Die

etwas dünn geratene Polsterbespannung

dürfte aber nicht zu den langlebigsten

gehören – die Modelle von On.Earz

oder Skullcandy machen einen strapazierfähigeren

Eindruck. Dafür bietet der

Sony aber eine bessere Isolierung vor

lästigen Außengeräuschen. Das Flachbandkabel

ist ein nettes Gimmick – wäre

aber als steckbare Variante transportfreundlicher

umgesetzt. Eine Handy-

Steuerung oder ein Freisprechmikro besitzt

der MDR-V55 nicht.

Bei „Collarbone” von Fujiya & Miyagi

(Transparent Things) machte sich eine

leichte Bassbetonung bemerkbar. Doch

anders als beim AKG betraf diese nicht

den Ober-, sondern den Tiefbass: Druckvolle

Trommelwirbel und saftige E-Bass-

Läufe – alles kein Problem für den Sony.

Der Präsenzbereich ging noch energischer

zu Sache, wodurch etwa die Snare

eine Spur präsenter tönte. Dank des luftigen

Hochtons kreierte der MDR-V55

eine detailreiche, tiefgestaffelte Bühne.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Garantiezeit

Gewicht

Zubehör

AUDIOGRAMM

Sony Deutschland

sony.de

2 Jahre

220 Gramm

1,2m-Flachkabel

ÅTiefton, Abbildung, solide

Konstruktion.

Í Kabel nicht steckbar.

Klang 68

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 68

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

MESSLABOR

Die Frequenzgangmessung ergab eine

Welligkeit im Hochton und eine breitbandige

Bassanhebung. Impedanz L/R:

41,1 / 42 Ohm; Wirkungsgrad: 105,5dB.

TEUFEL AUREOL REAL UM 100 EURO

Als einziger Kopfhörer im Testfeld in offener

(und damit schalldurchlässiger)

Bauweise ist der Aureol Real von Teufel

eher nichts für die Fahrt in überfüllten

U-Bahnen. Er sieht nicht nur wie ein Hi-

Fi-Hörer aus, sondern trägt sich auch

wie einer: Die Bügel der ohrumschließenden

Muscheln lassen sich leicht verstellen.

In Kombination mit dem geringen

Gewicht und der samtartigen Polsterung

stellt sich schnell ein kuschelweiches

Tragegefühl ein. Dank der offenen

Bauform bekommt man selbst nach

längeren Hörsessions keine verschwitzten

Ohren. iPhone-Jünger mögen die

fehlende iPod-Kontrollelemente am

steckbaren Kabel vermissen. Doch die

Ausgangsspannung von Portis – selbst

die der eher begrenzteren Apple-Modellen

– reicht noch locker aus, um den Aureol

Real anzusteuern. Der Teufel ist dazu

ordentlich verarbeitet und sieht in seinem

weißen, alternativ auch schwarzen

Gehäuse ansprechend-schick aus.

Der Aureol Real lieferte einen ausgewogenen

Klang, wie man ihn sonst von einem

deutlich teureren Hörer erwarten

würde. Die Abbildung geriet feinstrukturiert

und dreidimensional. Stereoeffekte

konnte der Teufel bei „Nightcall” von Kavinsky

& Lovefoxxx (Drive OST) dank

des frischen Hochtons akurat darstellen.

Der druckvolle Tiefton belohnte die AU-

DIO-Tester mit einer im Takt stampfenden

Basstrommel, die zur Abwechslung

verfärbungsfrei spielte.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Garantiezeit

Gewicht

Zubehör

AUDIOGRAMM

TESTSIEGER

MOBILE KOPFHÖRER

Teufel

teufel.de

2 Jahre

185 Gramm

Zwei Kabel (1,2m/3,5mm-

Stecker, 3m/6,3mm-Stecker)

ÅVerarbeitung, Tragekomfort,

detailreicher Klang.

Í –

Klang 70

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 70

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

MESSLABOR

Ausgewogener Frequenzverlauf des

Teufel bis auf zwei deutliche Peaks um

8kHz und um 18kHz. 98dB Wirkungsgrad,

Impedanzdurchschnitt: 59Ω.

05/13

www.audio.de ›05/2013 47


Digital › NETZWERKSPIELER

Wie aus dem Nichts

Eindrucksvolle Optik und bislang nicht dagewesene Streaming-Fähigkeiten machen

den Netzwerkplayer von Lumin zu einer der spannendsten Neuheiten dieses HiFi-Frühlings.

AUDIO hat den 5000-Euro-Spieler genau angeschaut und angehört.

■ Text: Bernhard Rietschel

Fotos: Julian Bauer, MPS, Archiv

Nachdem Linn und Naim den Markt

der teuren Streaming-Player bislang

praktisch unter sich aufteilten,

zeigen dieses Frühjahr gleich mehrere renommierte

Mitbewerber neue Netzwerk-

Flaggschiffe: Marantz hat nach gefühlt jahrelanger

Feinarbeit endlich grünes Licht für

den NA-11 gegeben, T+A wuchtet den gewaltigen

MP3000 HV in die Racks moderner

Musik-Gourmets, Moon stellt seinen

feinen DACs ein ausgefuchstes Streaming-

Laufwerk namens MiND zur Seite. Alle erwähnten

Player werden Sie voraussichtlich

in unserer Ausgabe 6 finden. Die Vorhut in

diesem Heft bildet jedoch keine alteingeführte

Marke, sondern ein Newcomer aus

Hongkong.

Pixel Magic Systems, die Mutterfirma von

Lumin, baut seit zehn Jahren Video scaler,

hat im Umgang mit Digital-Hightech also

Erfahrung. Für ihren Vorstoß in HiFi-Gefilde

haben sich die Entwickler unübersehbar

von einem Pionier des High-End-Streaming

inspirieren lassen: Sowohl äußerlich

als auch im Inneren erinnert der Lumin

stark an den Linn Klimax DS. Midi-Format,

aus dem Vollen gefrästes Alugehäuse, das

versenkte Anschlussfeld am Heck, Art und

Anordnung der Buchsen, die runden, polierten

Alufüße mit den schwarzen Gummisohlen

– das kennen wir alles vom aktuell

weltbesten Netzwerkspieler (AUDIO 7/11).

Ein Déjà-vu bietet sich dem Betrachter

auch nach dem Abnehmen des Bodens:

Wie sein Vorbild ist der Lumin intern durch

eine dicke Aluwand in Prozessor- und Audioabteilung

geteilt. In letzterer finden sich

dann auch die gleichen Wandlerchips (je

Kanal ein Wolfson 8741) und die gleichen

teuren Lundahl-Ausgangsübertrager in

den charakteristischen Abschirmdosen.

Ein selbstprogrammiertes Digitalfilter und

maßgeschneiderte, verlustarme Pegelregelungs-Algorithmen,

wie sie Linn in einem

FPGA-Logikbaustein implementiert

hat, fehlen dem Lumin allerdings – der delegiert

beides einfach an die Bordmittel der

Wolfson-DACs. Was aktuell fehlt, ist eine

Möglichkeit, mit dem Lumin Radio zu hören.

Ihre ursprünglichen DAB-Pläne haben

die Chinesen vernünftigerweise aufgegeben,

nur ein leerer Bauplatz auf der Platine

zeugt noch davon. Internetradio soll mit einem

Firmware-Upgrade kommen. Bis dahin

kann man sich damit behelfen, ein Radio-App

auf dem iPad (das man ohnehin

braucht) zu starten und dessen Ton per Air-

Play zum Lumin zu beamen.

Bei den unterstützten Audioformaten hat

der Hongkong-Player seinen Kollegen sogar

etwas voraus: Statt wie sonst bei 24

/192 endet sein PCM-Verständnis erst bei

32bit Wortbreite und 384 Kilohertz Abtastrate.

Sogar das für die SACD entwickelte

Einbit-Format DSD kann der Lumin über

Netzwerk streamen und seinen DACs in

nativer Form zuführen. Er liegt damit voll in

einem Format-Trend, dessen Sinn noch

nicht abschließend geklärt ist, der aber

nicht mehr aufzuhalten ist: Schon bieten einige

kleinere Labels (darunter etwa Blue

Coast Records, 2L und Channel Classics)

neben den gewohnten HD-FLACs auch

DSD-Dateien zum Online-Kauf an.

Ob das sperrige DSD-Format unterm Strich

zu einer Bereicherung für die HiFi-Welt

wird oder nicht – das Gefühl, für alles gerüstet

zu sein, hat natürlich seinen ganz eigenen

Reiz. Zumal die große Format-Flexibilität

beim Lumin nicht mit sprödem Bedienkonzept

und Lücken bei grundlegenden

Features bezahlt werden muss. In der Art,

wie der Player mit Server, Benutzer und

Steuerprogramm kommuniziert, gleicht er

48 www.audio.de ›05 /2013


Digital › NETZWERKSPIELER

zu 100 Prozent den Linn-Playern. Er folgt

damit einer Einladung der Schotten, die für

das – fast allen Netzwerkplayern zugrunde

liegende – UPnP/AV-Protokoll umfangreiche

Erweiterungen programmiert und diese

„Linn Extensions“ zur allgemeinen Verwendung

freigegeben haben.

Also übernimmt auch der Lumin nahezu

beliebig lange Titel- und Albumfolgen vom

Steuerprogramm in seinen eigenen Auftragsspeicher,

gibt diese dann ohne weitere

Mitwirkung des Controllers vollständig

wieder und erlaubt jederzeit eine Ergänzung

oder Bearbeitung der Playlist im laufenden

Betrieb. Innerhalb eines Titels kann

man blitzschnell an beliebige Stellen springen,

und natürlich werden Konzept-, Liveoder

Opern alben mit ineinander übergehenden

Titeln auch korrekt aussetzerfrei

(„gapless“) durchgespielt.

Als Bedienprogramm akzeptiert der Lumin

alles, was mit den DS-Playern von Linn

kompatibel ist. Im Linn-eigenen Kinsky

oder in Plug Player erscheint er wie seine

schottischen Vorbilder, nur die „Songcast“-

Funktion für synchronen Party-Mode in

mehreren Räumen unterstützt der Chinese

(noch) nicht. Die weitgehende Kompatibilität

zwischen Lumin und Linn kommt auch

Linn-Nutzern entgegen, denn das kostenlose

Lumin-App (momentan nur für iPad)

gehört für Player beider Marken zu den elegantesten

Bedien-Optionen. Anders als etwa

Kinsky nimmt sich das App beim ersten

KLASSE APP: Dank Cover-

Vorratsspeicherung gleiten in der

Albumsortierung auch große

Sammlungen wunderbar

flüssig über den

Touchscreen.

TEST

Netzwerkplayer mit DSD- und DXD-Streamingfähigkeit

LUMIN 5000 €

www.audio.de ›05 /2013

49


Digital › NETZWERKSPIELER

BLOCK HOUSE: Audio- und Prozessorboard

sitzen im Lumin-Gehäuse in separaten

Kammern (rechts). Das Netzteil ist ausgelagert

(o.Abb.) und besitzt für jede Platine einen

eigenen Ringkerntrafo. Die Ausgangs-OP-

Amps (linke Platine, Mitte) stehen über

Ausgangsübertrager von Lundahl mit der

Außenwelt in Verbindung.

VON LINKS NACH RECHTS: Die USB-

Buchsen haben in der aktuellen Firmware noch

keine Aufgabe, daneben folgen Netzwerk- und

HDMI-Schnittstellen, BNC-Digitalausgang, eine

Erdungsklemme, Analogausgänge sowie die

Buchse für das Kabel zum ausgelagerten Netzteil.

Start etwas Zeit, um alle Informationen, die

der Server hergibt, vorab zu speichern und

dann nach eigenen Kriterien zu sortieren.

Die Navigation wird dadurch ungewöhnlich

geschmeidig und schnell, und da die Covermotive

im App mitgesichert werden, lassen

auch sie sich selbst in größeren Sammlungen

wunderbar trägheitsarm durchscrollen.

Nebenbei macht das Lumin-App

Sortierkriterien zugänglich, die der Server

selbst gar nicht anbietet. AUDIO etwa nutzt

aktuell einen Certon-Server mit Twonky 7,

das seinerseits nicht nach Erscheinungsjahr

sortieren kann – Lumin erschließt dieses

für den Autor unverzichtbare Ordnungskriterium

dennoch zuverlässig.

Um das volle Potential des Lumin zu wecken,

ist Twonky ohnehin das falsche Serverprogramm,

weil es DSD-Dateien nicht

als Audio-Material erkennt und folglich dem

Player vorenthält. Der geradlinig programmierte,

fein konfigurierbare MinimServer,

erhältlich für PC, Mac und einige NAS-Betriebssysteme,

bot die Files dagegen so

selbstverständlich an, als gäbe es DSD-

Streaming schon seit Jahren. Genauso problemlos

gestaltete sich die Wiedergabe der

vom audiophilen Label Opus3 heruntergeladenen

DSD-Files – zumindest solange es

sich um DSD64, also um 1bit-Signale mit

2,8MHz Samplingrate handelte. Für das etwa

bei Opus3 alternativ angebotene

DSD128 (1bit/5,6MHz) ist der Lumin offenbar

nicht gerüstet – diese Files liefen zwar,

jedoch nur in halber Geschwindigkeit.

Zum Vergleich mit anderen Playern musste

ohnehin klassisches PCM-Material ran, als

FLAC verpackt und mit Auflösungen zwischen

16bit/44,1kHz (also klassisches Red-

Book alias CD) und 192/24 (von DVD-Audio

und via Studiomaster-Download). Hier ging

vom Lumin für den Linn Klimax DS klanglich

keine Gefahr aus: Geschmeidiger, natürlicher

und auf eine fabelhaft selbstverständliche

Weise detailreicher spielte ganz

klar der Alublock aus Schottland. Der

nächstkleinere Akurate DS (AUDIO 1/11)

konnte sich mit etwas stabilerem Tempo

und weicherer, vollerer Stimmwiedergabe

dann nur noch knapp gegen den Neuling

behaupten, der die Musik einen Hauch rauher,

aber auch sehr präsent, stabil und konturenscharf

abbildete und mit seiner knackigen

Dynamik einen Riesenspaß machte.

Dass die paar DSD-Tracks in der Playlist

ganz besonders eindrucksvoll rüberkamen,

darf man indes nicht überbewerten – es

handelte sich ausnahmslos um klangliche

Pretiosen, die auch in anderen Formaten

umwerfen klingen.

MESSLABOR

Die Frequenzgänge (1) des Lumin sind bei

24/192 (in höheren Auflösungen waren keine

Mess-Files verfügbar) bis fast 80kHz linealgerade.

Der Ausgangswiderstand ist mit

30/37Ω (Cinch/XLR) sehr gering, der Störabstand

mit 113dB jenseits aller Kritik und der

Jitter mit 165ps (2) vorbildlich niedrig. Im

(ebenfalls sehr niedrigen) Klirr dominiert

klanglich leicht aufhellender k3, begleitet

von ein wenig Klirr höherer Ordnungen.

50

www.audio.de ›05/2013


1 2

DALI EPICON

Eine neue Ära hat begonnen!

Erleben Sie 30 Jahre Lautsprecherentwicklung auf höchstem Niveau

und lassen Sie sich von unserer neuen Referenz verzaubern. Klanglich

wie optisch ist die DALI EPICON Serie eine Ausnahmeerscheinung und

wird auch Sie durch die Liebe zum Detail begeistern.

VORBILDLICHER KOMFORT: Über das App lassen sich auch

Einstellungen und Updates am Player vornehmen (1). Die linke Spal te

des Haupt-Screens (2) zeigt die aktuell auf dem Player laufende

Playlist, im Auswahlfenster rechts ist gerade die Sortierung nach

Jahr aktiv – obwohl der verwendete Twonky 7 diese gar nicht bietet.

STEREO 11/2012

STEREO 07/2012

STEREOPLAY 03/2013

VIDEO 03/2013

EPICON 8 EPICON 6

EPICON 2

AREA DVD 02/2013

STEREO 04/2013

STEREOPLAY 01/2013

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T cm

Gewicht

LUMIN

LUMIN

hgfa

069 / 40 32 62 92

hgfa.de , luminmusic.com

5000 Euro

2 Jahre

35x6x34,5 Netzteil 10x5,5x30

8 kg, Netzteil 2kg

FAZIT

Bernhard

Rietschel

AUDIO-Chefredakteur

EPICON 5.1

i-fidelity.net 10/2012

VIDEO 03/2013

SUB P-10 DSS

AREA DVD 10/2012

ANSCHLÜSSE

Laufwerk CD/DVD/BD – / – / –

Analog In/Out

– / 1 Cinch, 1 XLR

USB

2xA (noch ohne Funktion)

Digital In koax/optisch – / –

Digital out Koax/optisch 1 (BNC) / – (+HDMI)

Netzwerk

LAN

FUNKTIONEN

Display / OSD • (OLED) / –

Schneller Vor/Rücklauf •

Erweiterte Playlists (Queue) •

Bluetooth/AirPlay

– / •

Coveranzeige

• (via App)

Radio FM/DAB – / –

Internetradio/Anbieter – / –

Formate

FLAC, WAV, AIFF, MP3, AAC,

ALAC, DSD (DSF/DIFF/DoP)

Benötigter Server UPnP/AV (Twonky, Minim)

Gapless


Vollw. Steuerung via App • (Lumin, Kinsky, PlugPlayer...)

... überträgt ganze Playlist •

Max. Abtastrate

384kHz (PCM), 2,8MHz (DSD)

AUDIOGRAMM

ÅExzellente Streaming-

Funktion, tolles App,

druckvoll-präsenter Klang.

ÍKeine IR-Fernbed., aktuell

kein Internetradio.

Klang lossless 135

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

überragend

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

135 PUNKTE

SEHR GUT

Mit klanglicher

und technischer

Eigenständigkeit

entkräftet

Lumin

den Verdacht,

sich zu eng an

des Vorbild

Linn gehalten

zu haben. Er

bestätigt vielmehr

die Philosophie

der

Schotten, indem

er ihre offenen

Standards

für einen

exzellenten

Player nutzt.

Von der größeren

Vielfalt haben

am Ende

alle etwas.

Sie finden die EPICON Serie nur bei ausgewählten und engagierten Stützpunktpartnern:

Radio Körner, Könneritzstr. 13, 01067 Dresden • Röhling Vision & Sound, Gablenzer Str. 16, 08393 Meerane

• Audio Forum, Nestorstr. 56, 10709 Berlin • Triangle Trading, Gardeschützenweg 86, 12203 Berlin • Hifi

Studio Falkensee, Münchener Str. 5, 14612 Falkensee • RAE-Akustik, Dahlenburger Landstr. 72, 21337

Lüneburg • Hifi Studio am Hofweg, Hofweg 11, 22085 Hamburg • JessenLenz a/d/s, Wahmstr. 36, 23552

Lübeck • Hört-sich-gut-an, Hermann-Weigmann-Str. 12-16, 24114 Kiel • Studio45, Breitenweg 57-59,

28195 Bremen • Goethe Studio, Reuterstr. 7, 30159 Hannover • Hifi Studio Gärtner, Ehlenbrucher Str. 6,

32791 Lage - Kachtenhausen • Radio Sandforth, Riemekestr. 48-50, 33102 Paderborn • Hifi Spezialist,

Wehrdaer Weg 18a, 35037 Marburg • Hifi Gärber, Abtstor 7-9, 36037 Fulda • Sound Brothers Göttingen,

Kasseler Landstr. 44a, 37081 Göttingen • Hifi Referenz, Steinstr. 31, 40210 Düsseldorf • Grobi TV, Matthias-

Claudius-Str. 13a, 41564 Kaarst • Hifi Center Liedmann, Harpener Hellweg 22a, 44805 Bochum • Aura Hifi,

Rüttenscheider Str. 168-170, 45131 Essen • Auditorium, Alter Steinweg 22 – 24, 48143 Münster • Your

Hifi, Ellewick 24, 48691 Vreden • TonArt-Studio, Hannoversche Str. 99, 49084 Osnabrück • Elektrowelt

Weyrauch, Linnicher Str. 64, 50933 Köln • Hifi Atelier, Bonner Str. 262 & 264, 50968 Köln • Hifi-Circle,

Lievelingsweg 106, 53119 Bonn • Hifi 2000 Günther, Freudenberger Str. 20, 57072 Siegen • Auditorium,

Feidikstr. 93, 59065 Hamm • Loftsound, Kantstr. 20, 59755 Arnsberg-Neheim • High End Uwe Joecks,

Taunusstr. 55f, 65760 Eschborn • MT Hifi Tonstudio, Q4, 12-16, 68161 Mannheim • KellerGruppe, Gottlieb-

Daimler-Str. 37, 71711 Murr • Audio Select, Yorckstr. 53a, 76185 Karlsruhe • Puls Hifi, Hunnsgasse 6,

79588 Lörrach-Efringen • MW-Audio, Tumblinger Str. 30, 80337 München • Heimkinohaus, Falkensteinstr.

21, 83083 Niedermoosen • Hifi auf dem Bauernhof, Äußere Kemptener Str. 3, 87452 Altusried • Die Steiner

Box, Scheuerlstr. 15, 90478 Nürnberg • Die Steiner Box, Luitpoltstr. 30, 91052 Erlangen • Prosonare, Untere

Römer Str. 32, 94527 Aholming • Fränkischer Lautsprechervertrieb, Innere Löwenstr. 6, 96047 Bamberg

Kontakt: DALI GmbH, Tel: 0731 1411 68610, kontakt@dali.dk | www.dali-speakers.com

Vertrieb für Österreich: AUDIOPHIL - SOUND AND VISIONS, Tel: +43 (0)6999 133 573 63


TEST

Netzwerk-Komplettsystem mit TV-Ton-Feature

SONOS PLAYBAR 700 €

Alles in Butter

Geformt wie ein typischer Riegel, oft in der Nähe eines Fernsehers zu finden und mit insgesamt neun

Chassis bestückt: Die Playbar von Sonos könnte fast als stinknormale Soundbar durchgehen. Wenn

sie nicht so viel mehr könnte.

■ Text: Christine Tantschinez

52 www.audio.de ›05 /2013

In Supermärkten boomen sie: Ersatz-

Produkte für Sahne oder Butter, mit

weniger Kalorien oder Cholesterin.

Jeder Hobbykoch aber weiß: Fett mag

ungesund sein, spritzt vielleicht beim

Braten, aber nichts trägt Geschmack

besser. Ähnliches gilt auch für HiFi: So

praktisch und schick Soundbars sind, sie

können klanglich selten eine ausgewachsene

Stereo-Anlage oder den diskreten

Mehrkanal-Aufbau ersetzen. Und

manche wollen das auch gar nicht.

Sonos, die Multiroom-Netzwerk-Pioniere

aus Kalifornien, sind da pragmatisch.

Sie machen Produkte für „Musiclovers“,

so formuliert es Co-Chef Tim Cullen,

nicht für Audiophile. Highres-Auflösungen

jenseits der 48kHz/16bit-Schwelle,

egal ob HD-Formate von Bluray-Disc

oder aus dem Netzwerk, weiß also auch

das neueste Sonos-Projekt Playbar genauso

wenig zu verarbeiten wie seine

Geschwister. Aber: Alle anderen Tugenden

der Sonos-Familie, von der Netzwerk-Intelligenz

mit Gapless-Streaming

und schnellem Vorlauf über die perfekte

Funk-Synchronität und -Stabilität bis zur

Einbindung aller denkbaren Internet-Musikabo-Dienste,

sind natürlich inklusive

(siehe auch Seite 56).

Die Playbar ist denn auch keine typische

TV-Soundbar, sie ist eher ein typischer

Sonos-Streaming-Lautsprecher, der nebenbei

auch noch Fernsehton wiedergeben

kann. Dieser trifft über die – neben

den zwei Ethernet-Anschlüssen – einzige

weitere Schnittstelle ein, dem optischen

Toslink-Eingang, vorzugsweise

vom Fernseher direkt. Was voraussetzt,

dass das TV-Gerät seinerseits von sämtlichen

externen Zuspielern (Sat-Receiver,

Spielekonsole, DVD-Player) den Ton

wiederum erst digital (beispielsweise

per HDMI) serviert bekommt, um ihn anschließend

als Mehrkanal-Bitstream

(nur Dolby Digital) oder als PCM-Downmix

weiter zu reichen. Einrichtung und

Bedienung der Playbar läuft ganz Sonoslike

mit der hervorragenden Controller-

App vom Smartphone, Pad oder Computer.

Bei Standardbefehlen wie Lauter,

Leiser oder Mute lernt sie zudem gehorsam

auf eine bereits vorhandene TV-

Fernbedienung zu reagieren. Für die

adequate Umsetzung der Fernsehunterhaltung

stecken im langgestreckten Gehäuse

gleich neun eigenkonstruierten

Chassis: sechs Mitteltief- und drei Hochtöner

gruppieren sich zu insgesamt drei

Kanälen. Ein Lagesensor und der alles

regulierende DSP erlauben die flexible

Positionierung der Playbar – entweder

direkt an der Wand oder aber liegend auf

dem Sideboard. Beim Hörtest zogen die

Redakteure die steile Aufstellung der liegenden

übrigens leicht vor. Der potente

Signalprozessor überwacht stets die eintreffenden

TV-Digitalsignale und drosselt

zu laute Passagen, bevor es zu größerem

Schaden kommt. Das ist einerseits

durchaus vernünftig, macht sich

andererseits aber auch mal nervend be-


Digital › STREAMING-KOMPLETTANLAGE

MESSLABOR

FAZIT

Sonos Playbar

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl. -30*seitl.

90 dB

Sonos Playbar

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

Christine Tantschinez

Stv. AUDIO-Chefredakteurin

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

Der im Präsenzbereich leicht unruhige Frequenzgangverlauf der Playbar (links) ist für Soundbars

nicht untypisch – oft stecken Basisverbreiterungsmechanismen dahinter. Bei der Klirramplitudenmessung

(rechts) zeigt sich der etwas verhaltene Tiefbass und ab 100dB zunehmender Kompression

ab 2 kHz. Die Maximallautstärke liegt bei 90dB, was auch für ein größeres Wohnzimmer locker

ausreicht. In den oberen Frequenzen kann das Gehäuse etwas nachschwingen. Ermittelte Standby-

Leistung (im Netzwerk-Betrieb) liegt bei 5,8 Watt.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

Die Playbar ist ein cleverer Schachzug.

Sie erweitert den Sonos-Kosmos

nun bis zum Allerheilligsten –

den Fernseher. Wer sich ein Sonos-Produkt

ins Haus holt, will erfahrungsgemäß

bald auch die genialen

Multiroom-Möglichkeiten

nutzen – und braucht weitere Sonos-Bundles.

Für den TV-Abend ist

die Playbar allemal ein Gewinn

und als Zweit-Anlage ebenso.

merkbar. Die Sonos-Soundbar spielt

Fernsehton übrigens nicht nur ab, sie

stellt diesen ganz im Sinne des Multi-

Room-Gedankens auch allen anderen

Sonos-Zonen zur Verfügung – die Lösung,

wenn man Torjubel auch auf der

Toilette nicht verpassen will.

Mit drei Kanälen ist Surround-Sound nur

andeutungsweise möglich. Aber per eigens

entwickelten Funkprotokoll kann

die Playbar nicht nur den zurecht gelobten

Sonus-Sub (Test AUDIO 08/12, 700

Euro) mühelos in das Geschehen einbinden

(der dem Klang eine eindrucksvolle

Tiefe verleiht), sondern auch noch kabellos

ein Pärchen Play3 (600 Euro) als Rear-Speaker

mit den zeitrichtigen Surround-Signalen

versorgen. Dann legt ein

vollwertiges 5.1-Set los und aus Margarine

wird quasi echte Butter. Einmal eingerichtet,

lassen sich Sub und Play3

über die App-Steuerung beliebig einund

ausschalten – je nachdem, ob Movie-Entertainment

oder Musik-Abend

angesagt ist.

Der Sub könnte auch stets mitlaufen.

Wenn der Playbar im Hörtest etwas fehlte,

war es Tiefbass. Die Mitteltieftöner

schufen ein solides Grundtonfundament

und auch der Oberbass wummerte erstaunlich

saftig. Dazu formte sich eine

durch die Bauweise geförderte weite,

aber nicht zu künstliche Bühne, mit schöner

Räumlichkeit und feiner Stimmpositionierung.

Im Vergleich mit einem

Play3-Stereo-Pärchen war die Darbietung

sogar eine Nuance exakter. Gesellte

sich noch der Sub hinzu, wurde daraus

eine runde Vorführung: Keine Gourmet-Butter,

aber trotzdem echt fett.

PLUS DREI: Der

Sonos Sub und

ein Pärchen Play3

können müheund

kabellos die

Playbar zu einem

vollwertigen

5.1-Surround-Set

erweitern.

STECKBRIEF KOMPLETT-SYSTEM

SONOS

PLAYBAR

Vertrieb

Sonos Deutschland

0800 / 000 5339

www.

sonos.de

Listenpreis

700 Euro

Garantiezeit

2 Jahre

Maße B x H x T

90 x 85 x 14 cm

Gewicht

5,4 kg

ANSCHLÜSSE

Laufwerk CD/DVD/BD – / – / –

Analog In/Out – / – /

USB –

Digital In koax/optisch – / 1

Netzwerk

2 x Ethernet (1 x Switch)

WLAN 802.11 b/g/n für

SonosNet 2.0

FUNKTIONEN

Display / OSD – / –

Schneller Vor/Rücklauf • / •

Erweiterte Playlists (Queue) •

Bluetooth/AirPlay

– / • (nur über Sonos-App)

Coveranzeige

• (über Controller)

Internetradio/Anbieter • / TuneIn

Formate Streaming FLAC, WAV, MP3, AAC, ALAC,

AIFF

Formate Surround Dolby Digital, PCM Stereo

Benötigter Server nur SMB-Freigabe nötig

Gapless


Vollw. Steuerung via App •

... überträgt ganze Playlist •

Max. Abtastrate

48kHz (Netzwerk)

AUDIOGRAMM

Åflexibel in Aufstellung

und Erweiterbarkeit, Sonos-

Intelligenz, Streaming.

Íohne Sub etwas wenig

Tiefbass, nur Dolby Digital.

Klang ohne Sub/mit Sub 85 / 95

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 1 85 PUNKTE

PREIS/LEISTUNG

SEHR GUT

1

Einstufung als Stereo-Komplett-System

www.audio.de 05 /2013

53


Digital › STREAMING-PLAYER

TEST

Streaming-Client für den Start ins

Multi-Room-System von Raumfeld by Teufel

RAUMFELD CONNECTOR 2 200 €

RaumPflege

Der Streaming-Player aus dem Raumfeld-Programm wird mit

verbesserter Hardware, neuer Firmware und verlockendem Preis

zum attraktiven Start ins bequeme Multi-Room-Erlebnis.

EMPFEHLUNG

KAuF-TiPP

STECKBRIEF NETZWERK-CLIENT

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

05/13

RAUMFELD BY TEUFEL

CONNECTOR 2

Lautsprecher Teufel GmbH

030 / 300 9 300

teufel.de

200 Euro

2 Jahre

17 x 13 x 3 cm

5,4 kg

ANSCHLÜSSE

Laufwerk CD/DVD/BD – / – / –

Analog In/Out • / • /

USB

• (für externe Speicher)

Digital In koax/optisch – / 1

Netzwerk Ethernet, WLAN 802.11

b/g/n

FUNKTIONEN

Display / OSD – / –

Schneller Vor/Rücklauf • / •

Erweiterte Playlists (Queue) •

Bluetooth/AirPlay

– / • (direkt über Raumfeld-

App)

Coveranzeige

• (über Controller)

Internetradio/Anbieter • / TuneIn

Formate Streaming FLAC, WAV, MP3, AAC, ALAC,

OGG

Benötigter Server nur SMB-Freigabe nötig

Gapless


Vollw. Steuerung via App •

... überträgt ganze Playlist •

Max. Abtastrate

192kHz (Netzwerk)

AUDIOGRAMM

ÅPerfekter Start ins

Raumfeld-System, super

preiswert

ÍKein Coax-Digitalausgang

Klang 98

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

98 PUNKTE

ÜBERRAGEND

1

Einstufung als Netzwerkplayer

Der Neue kommt offiziell mit

hochgestellter 2 im Namen, ist

aber zumindest äußerlich keine

Potenzierung des Ur-Connectors. Auf

die Rückseite des schlichtens Kästchen

im Taschenbuchformat haben es die wesentlichen

Anschlüsse geschafft: Netzwerk-Buchse

für den Zugang zu LAN

und Router, USB-Schnittstelle für externe

Festplatten, ein Cinch-Eingang sowie

ein analoge und digitale Andockmöglichkeit

an die Anlage. Markan testes

Merkmal des Neuen: Die WLAN-

Antenne zum drahtlosen Zugang ins

Netzwerk ragt nun nicht mehr keck hervor,

sie sitzt wie bei jedem moderneren

Funker unsichtbar im Gehäuse.

Innen stecken auch die eigentlichen

Neuerungen des Connector 2. Ein

schnellerer, leistungsfähiger „Armada“-

Prozessor zum Beispiel. Dieser bringt

nicht nur erheblich mehr Rechenpower

zum noch flinkeren Scannen und Durchforsten

freigegebener Mediatheken auf

Computern, NAS oder externen Festplatten.

Er erweitert zusammen mit

dem Wandlerchip von Cirrus Logic die

bisherige Auflösungsgrenze von

96kHz/24bit auf volle 192/24.

Damit mutiert der Connector 2 zum neuen

perfekten Starter-Kit für alle Multiroom-Interessierten.

Bei der Raumfeld-

Familie übernimmt stets das stärkste

■ Text: Christine Tantschinez

Glied in der Kette die Last der Serververwaltung.

Sprich: Der schnellste Prozessor

kümmert sich um die flinke Einbindung

externer Quelllaufwerke, alle

anderen Raumfeld-Streaming-Geräte,

wie etwa Speaker S oder L, greifen auf

sein Wissen zurück. Bislang war die

Raumfeld Base – eine Art Funk-NAS mit

160-GB-Speicherplatz – mit Abstand

das leistungsfähigste Familienmitglied

und zwingend notwendig, sollten mehr

als zwei Räume simultan mit Musik versorgt

werden. Jetzt kann der Streaming-

Client die Rolle der Basisstation übernehmen:

per Ethernet oder drahtlos und

mit dem Vorteil, selber an der HiFi-Anlage

gleich schon den ersten Raum musikalisch

zu versorgen. Der Ausbau zum

Zwei-, Drei-oder Vierraum-System ist

damit jederzeit möglich.

Zur Hardware-Aufrüstung gesellt sich

eine überarbeitete Firmware, die nicht

nur den Connector 2 schneller macht:

Mit dem Update auf 1.11 sollen alle

Raumfeld-Clienten noch flinker beim

Scannen und Durchsuchen der Mediatheken

werden und auch die gespeicherten

Songs auf iPhone und Android-

Smartphones können nun über die kostenlose

Raumfeld-Controller-App als

Quelllaufwerke dienen. Zusammen mit

den schon vorhandenen Raumfeld-

Tugenden wie geschmeidiges Gapless-

54

www.audio.de ›05 /2013


Digital › STREAMING-PLAYER

ENGSTIRNIG: Mehr Anschlüsse passen nicht mehr – aber ein

Digital-Coax wäre durchaus noch sinnvoll.

VOLLE KONTROLLE: Über

die Gratis-Apps für iOS und

Android-Smartphones ist

jedes Raumfeld-Gerät einfach

zu bedienen. Alternativ gibt es

noch den Raumfeld-Controller,

eine Art Touchscreen-

Fernbedienung für Raumfeld-

Systeme (rund 400 Euro).

Streaming, schneller Vor- und Rücklauf,

Mediatheken durchforstbar nach Ordnerstruktur

und zuletzt hinzugefügten

Titeln, selbsterklärendem Setup, editierbaren

Playlisten und zu jedem Künstler

angezeigten Mini-Portraitbildern mausert

sich das Raumfeld-System immer

mehr zur einzig ernsthaften und klanglich

durchaus potenten Sonos-Konkurrenz.

Auch Internet-Streaming-Dienste

finden bei Raumfeld eine Plattform – bislang

sind die beiden großen Abo-Dienste

von Napster und Simfy sowie Last.fm

vertreten, Internetradio ist mit TuneIn

sowieso bestens abgedeckt.

Klanglich hat der akurat-knackige Connector

2 gegenüber seinem Vorgänger

aufgeholt. Die 192/24-Fähigkeit sowie

die kontinuierlichen Verbesserungen

machen ihn endgültig zum Kauftipp!

FAZIT

Christine

Tantschinez

Stv. Chefredakteurin

Die Strategie

bei Raumfeld

kommt HiFi-

Fans entgegen:

Einzelne Geräte

lassen sich

durchaus

erheblich verbessern,

die

Kompatibilität

nach unten

bleibt trotzdem

erhalten.

MESSLABOR

Auflösungen bis

192 kHz sind kein

Problem, auch

wenn der Frequenzgang

leicht

abfällt. Mit 158ps

ist der Jitter über

Netzwerk hervorragend.

Verbrauch:

2,2Watt.

DIE MESSE FÜR EXZELLENTE

UNTERHALTUNGSELEKTRONIK

09.-12. MAI 2013 IM MOC MÜNCHEN

TÄGLICH VON 10-18 UHR

FACHBESUCHERTAG 09.05.2013

www.HighEnd2013.de


Report › ÜBERSICHT MULTI-ROOM-NETZWERKE

Wohngemeinschaften

Für bequemes und simultanes Musik-Streaming in mehrere Räume gibt es vier ausgefeilte Systeme:

Sonos, Raumfeld, Logitech Squeezebox und SimpleAudio. Welche Lösung hat Zukunft?

■ Text: Christine Tantschinez

MUSIK AUS DER FUNK-WOLKE: SONOS

Sonos sind die Pioniere des unkomplizierten Streamings

in verschiedene Räume. Nur ein Sonos-Client muss

direkt per Ethernet am Router hängen, alle anderen verbinden

sich über ein unabhängiges Funknetz namens

SonosNet miteinander. Die Reichweite erhöht sich mit

jedem angeschlossenen Sonos-Gerät beliebig; viele

Sonos-Clienten dienen mit zusätzlichen

Ethernetbuchsen anderen Netzwerk-Geräten als

Switch. Besonders die einfache Einbindung so ziemlich

jedes Musik-Streaming-Dienstes, von Napster bis

Deezer, macht die Sonos-Produkte sehr beliebt. Das

Streaming einer Mediathek benötigt keinen speziellen

Server, eine Netzwerk-Freigabe reicht. Sonos Player

verwalten die Mediathek selbst. Allerdings ist die

Kapazität durch die Hardware begrenzt auf 65.000

Tracks und Auflösungen bis 16/48. Eine Änderung ist

nicht in Sicht – Sonos setzt auf Abwärts-Kompatibilität

und zukünftig noch mehr Cloud-Dienste.

AUDIO-Empfehlung: Das Sonos-System ist kinderleicht

einzurichten, zu bedienen und zu erweitern. Eignet sich

hervorragend für Fans von Musik-Abo-Diensten. Musik-

Sammler stoßen eventuell mal auf Kapazitätsgrenzen.

Tim Cullen

Mitbegründer

und CEO

Wir machen Produkte

für den Musikliebhaber,

nicht für den

Audiophilen. Highres-

Formate spielen eine zu

geringe Rolle, wir glauben

nicht, dass sich

das so schnell ändern

wird. Streaming-

Dienste werden dagegen

wichtiger als die

Musiksammlung

daheim.

Kinderleichtes, selbsterklärendes Setup. Keine

Kabelverbindung nötig, sehr stabiles und synchrones

eigenes Funknetz. Beliebig erweiterbar.

Kontrollfunktion über kostenlose Software für iOS,

Android, Mac und PC. Eigene iPad-App-Version. iOS-

Geräte streamen Inhalte direkt. Externe Quellen möglich.

Internet-Streaming-Dienste, Internetradio,

Musikbibliothek über Netzwerk-Freigaben (kein Server

nötig). Gapless-Wiedergabe aller Formate.

Keine Auflösungen über 16bit/48 Kilohertz, nicht mehr

als 65.000 Tracks in einer Mediathek. Vorgefertigte,

nicht manuell konfigurierbare Sortierfunktionen.

HOFFNUNGSTRÄGER OHNE HOFFNUNG: LOGITECH

Als der Schweizer IT-Riese Logitech

das kleine US-Startup Slim Devices

übernahm, verknüpfte man viele

Hoffnung damit. Die Squeezebox-

Philosophie setzte auf eine

leistungstarken Server-Software (auf

PC oder entsprechend fähiger NAS)

und Abspielgeräte ohne viel eigene

Intelligenz, aber vielen Möglichkeiten.

Leider scheint Logitech dieses Konzept

nicht mehr weiter zu verfolgen, setzt

auf einfachere Software – eine

Stellungnahme gab es dazu auch nicht.

AUDIO-Empfehlung: Zukunft ungewiss

Starke Serversoftware auf Open-Source-Linux-Basis mit mannigfaltigen Möglichkeiten

und vielen, von Usern weiter entwickelten PlugIns. Steuerung über kostenlose und

kostenpflichtige Apps sowie Fernbedienungen. Sensationell gute Sortierfunktionen für

Musiksammlungen (nach Jahr, zuletzt hinzugefügt, zuletzt gehört, etc.).

Leistungsstarker PC oder Marken-Netzwerkspeicher (Synology, QNAP, Netgear) nötig.

Vielversprechende Produkte wie Transporter, Boom oder Touch nicht mehr fortgeführt.

Ungewisser Support bestehender Squeezebox-Produkte - und Server.

56

www.audio.de ›05 /2013


Report › ÜBERSICHT MULTI-ROOM-NETZWERKE

Michael Hirsch

Technischer Geschäftsführer

VOM START-UP ZUM RAUM-WUNDER: RAUMFELD

Ausgerechnet aus Deutschland kommt der potenteste

und schärfste Konkurrent von Sonos. Dem Raumfeld-

System unter den Fittichen von Direkvertriebler Teufel

fehlt noch ein bisschen die Präsenz und ansprechende

Optik der Kalifornier, aber von Bedienung, Klang,

Intelligenz und auch Preisgestaltung sind die Geräte

absolut ebenbürtig. Raumfeld nutzt entweder die Base

(ein Musikspeicher mit 160 GB und WLAN) oder den

Streaming-Client Connector 2 als Basisstation für ein

Multi-Room-System. Die endgültige WLAN-Reichweite

– und Qualität hängt allerdings vom verwendeten Router

ab. Auch Raumfeld verwaltet die Musiksammlung auf

freigegebenen Netzwerk- oder USB/PC-Laufwerken

selbst, benötigt also keinen extra Medienserver wie

Twonky. Raumfeld kann auch selbst andere UPnP-

Clients wie beispielsweise von T+A oder Linn als

Inhaltelieferant dienen. Die Darstellungsformen der

Musiksammlung enthält neben beliebten Sortierkriterien

wie Künstler (mit von Raumfeld zusammengetragenen

Mini-Portraits), Album und Genre auch dynamischere

Listen wie „zuletzt gehört", „oft gehört“ und eine Suche

in der Verzeichnisstruktur.

Mit Streaming-Client und mehreren Aktiv-Boxen in verschiedenen

Größen (S, M und L) kann das System beliebig

erweitert werden. Für die Kontrolle der Geräte in den

einzelnen Räumen stehen Gratis-Apps für iOS und

Android-Geräte zur Verfügung, alternativ auch eine

Touchscreen-Fernbedienung (Raumfeld Controller).

Durch kontinuierliche Verbesserungen an Soft- und

Hardware schafft es Raumfeld, bisherige

Einschränkungen aufzuheben. So sind nun auch

Auflösungen bis 24/192 möglich (über den Connector2).

Das unterscheidet Raumfeld prinzipiell von der Sonos-

Philosophie.

AUDIO-Empfehlung: Das Raumfeld-System ist für HiFi-

Fans mit gepflegter Musiksammlung ideal. Abo-

Streaming-Dienste sind integriert, spielen aber nicht die

Hauptrolle. Bedienung und Installation sind sehr einfach.

Die Musiksammlung

wird noch lange, auch

neben den Internet-

Streaming-Diensten,

eine wichtige Rolle

spielen. Wir wollen

unsere Produkte immer

besser machen, aber

die Abwärtskompatibilität

nach

unten gewährleisten.

Vieles dreht sich um

Verbesserungen der

Software.

Einfaches Setup, auch drahtloses Streamen in mehrere

Räume möglich, Qualität und Reichweite dann von

WLAN-Router abhängig. Kein Mediaserver nötig.

Kontrollfunktion über kostenlose Apps für iOS, Android

oder optionale Touch-Fernbedienung. Externe Quellen

möglich. iPhone/Android-Smartphone streamen Inhalte.

Connector2 auch mit 24/192, andere bis 24/96. Gapless-

Streaming aller Formate, Sortierung Mediathek auch

nach Ordner oder „Zuletzt gehört“

Bislang nur zwei Abo-Streaming-Dienste und Last.fm

integriert; Sortierkriterien nicht manuell erweiterbar

AUDIOPHILES AUS SCHOTTLAND: SIMPLE AUDIO

Die Simple Audio Roomplayern wollen

die Lücke zwischen kinderleichtem

Multi-Room und audiophilem Anspruch

schließen. Ähnlich wie Sonos muss nur

ein Player direkten Kontakt zum LAN

halten, die anderen werden über eigene

Powerline-Modems versorgt. Eine

Software auf PC oder MAC weist den

Weg zu den Medienquellen - auch bei

der Wiedergabe. Die Bedienung ist

einfach, intuitiv, aber es fehlen bislang

die im Test 06/12 in Aussicht gestellten

Updates. AUDIO-Empfehlung: Status

leider noch unklar

Konzipiert für Highres-Dateien, bislang 24/96, mit Option auf 24/192.Schier unerschöpfliche

Sortierfunktionen der Musiksammlung, wie beispielsweise massgeschneiderte

Bibliotheken für jeden Nutzer. Bei Bedarf über eigenes Powerline verbunden. Gratis-

Steuerprogramm für Mac/PC, Gratis-Kontroll-Apps.

Leider noch kein Update der Firmware sichtbar; keine Gapless-Wiedergabe, keine direkte

Unterstützung von NAS-Laufwerken (nur mit laufender Steuer-Software auf PC).


Komplett-Anlagen › DESIGN 2.1-SYSTEM

TEST

Schicke Musik-Konsole fürs aufgeräumte

Wohnzimmer

AUDIOXPERTS 4TV 2112 2000 €

Wisch und weg

Der Frühjahrsputz fällt bei AudioXperts radikal aus. Raus mit Verstärker, Boxen und meterlangen

Kabel, rein mit der Audio-Entertainment-Konsole für Musik und TV-Abende.

■ Text: Christine Tantschinez

Wer so wohnt wie im oberen

Bild, hat´s geschafft. Nicht

nur übertragen gesellschaftlich,

sondern offensichtlich hat der

Glückliche auch eines der lästigen Zivilisationsprobleme

gelöst und sein Wohnzimmer

von störendem Equipment und

Kabeln befreit. Schick wohnen wie im

Hochglanz-Möbelprospekt, aber dennoch

gepflegt fernsehen können, beim

Heimkino-Abend entspannen oder nur

unkompliziert Musik hören.

Tatsächlich könnte diese gerade jetzt in

diesem stylischen Foto-Zimmer erklingen

– wenn man sich zumindest ein

Kabel in die Idylle hinzudenkt. Das müsste

von einer Steckdose zu jener schwarzglänzenden

Konsole führen, die sich hier

als dekorativer-TV-Ständer tarnt. In dem

extrem soliden, dank mitgeliefertem

Schwenk-Teller auch drehbaren Konstrukt

aus schwarzem Glas und Aluminium

verbirgt sich ein komplettes

2.1-Soundsystem, inklusive Verstärker,

Decoder für DTS und Dolby Digital, drei

58 www.audio.de ›05 /2013

Equalizer-Modi (Film, Musik und Dialogverständlichkeit),

digitaler (Toslink und

S/PDIF) und analoger Anschlussmöglichkeiten

für Ton von TV, CD- und DVD-

Player und Apple-Devices sowie drahtlose

Empfangsmöglichkeiten via Bluetooth

oder AirPlay (letzteres funktioniert

allerdings erst, wenn ein Apple AirPort-

Express in der extra vorgefertigten Parkbucht

andockt).

Der Hersteller nennt das System „2112

4TV Audio Entertainment Console“ und

sich selbst überzeugt AudioXperts –

steckt doch mit Ex-Boston-Acoustics-

Chef Eli Harary ein Veteran der Branche

dahinter. Offensichtlich wollte man sich

als Audioexperten keine Blöße geben:

Das verblüffend schwere Gerät präsentiert

sich im Innern quasi als Setzkasten

voller Chassis und Weichen. Vier jeweils

als Paar angeordnete 13-cm-Woofer

ganz rechts und links außen decken die

tiefen Frequenzen ab, per Drehregler an

der Rückseite des 4TV im Pegel anpassbar.

Dazu gesellen sich zwei Kalottenhochtöner

und für jeden der beiden Stereo-Kanäle

jeweils zwei sogenannte

HART-Treiber (High Aspect-Ratio Transducer):

Mitteltöner im extrabreiten, für

die extrem niedrige Gehäusehöhe von

fünf Zentimetern angepassten Format.

Die einzigen Bedienelemente des 4TV

liegen auf der Glasoberfläche und reagieren

auf sanfte Berührung, wenn

man zuvor das System per Wink (vor

dem Bewegungs-Sensor) aus dem

Standby-Schlaf geholt hat. Einen eigenen

Controller hat der 4TV nicht, lernt

aber auf rudimentäre Befehle wie leiser,

lauter oder mute anderer Fernbedienungen

zu reagieren. Blaue Leuchtdioden

signalisieren dann Eingangswahl und

Betriebsart, allerdings nur aus unmittelbarer

Nähe erkennbar – vom weiter entfernten

Sofa wird´s schon schwieriger.

Als Entertainment-Console für Fernsehund

Videoabende kann der 4TV mittels

DSP-Equalizer-Einstellung „Movie“

auch eine Art Pseudo-Surround-Sound

aus Dolby Digital- oder DTS-kodiertem


Komplett-Anlagen › DESIGN 2.1-SYSTEM

AUFGEBRACHT: Die Bedienelemente auf der Glasoberfläche

reagieren auf Berührung –und die Hausfrau/der Hausmann eventuell

ungehalten auf die unvermeidlichen Fingerabdrücke...

UNTERGEBRACHT: Zehn Chassis stecken im 4TV. Gut zu

erkennen sind die zwei langezogenen H.A.R.T-Treiber (grüner

Pfeil) und der Hochtöner jeweils vorne links und rechts (rot).

MESSLABOR

Mehrkanalton kreieren. Das machte er

im Hörtest sehr gut – besonders schön

stellte er Soundtrack-Orchestrierung

und Effekte als gut differenzierbare Ebenen

dar, ohne Dramaturgie oder räumliche

Wirkung zu vernachlässigen. Auch

dürfte der enorme Bass des 4TV nachhaltig

beeindrucken und nur hartgesottene

Heimkino-Fetischisten einen zusätzlichen

Subwoofer vermissen lassen.

Einzig der in der selben Preisklasse agierende

Soundbar B&W Panorama 2

(AUDIO 3/13) konnte noch mehr Raumtiefen-Souveranität

ohne Effekthascherei

und Pegelfestigkeit präsentieren.

Kein Problem, denn die eigentliche Paradediziplin

für die 2.1-Konsole ist ohnehin

die Stereo-Wiedergabe im „Musik“-

Modus. Sowohl Audio-CDs als auch

Dolby 2.0-Aufnahmen spielte sie ausgewogen,

mit tiefgreifendem Fundament

und exakter Stimmpositionierung. Verglichen

mit dem Panorama 2 (das eine

ähnlich breite Schallfront hat) wirkte die

Stereo-Bühne über den 2112 4TV sogar

eine Nuance weiter, tiefer gestaffelt –

und echter.

FAZIT

Christine Tantschinez

Stv. Chefredakteurin AUDIO

„Don´t call it soundbar!“ stellen die

Amerikaner von AudioXpert gleich

klar. Ihre Entertainment-Konsole

will ungekünstelt und unauffällig

unterhalten. Wenn es ein Design-

System sein soll, dann bitteschön

wie dieses: schick und sauber –

auch im Klang.

AUDIOXPERTS 4TV 2112

Vertrieb

IDC

Telefon 0231 / 9860 285

www.

idc-klaassen.com

Listenpreis

2000 Euro

Maße Soundbar B x H x T 102 x 5,4 x 43,7 cm

Gewicht

20 kg

Ausführung

Hochglanz Schwarz

ANSCHLÜSSE

Line In / Out /Subwoofer RCA, MiniKlinke / – / –

Digital In/ Out Optisch (2), Coax (1) / –

Video –

USB-Host/iPod

– / •

Bluetooth/AirPlay • (aptx) / • (vorbereitet)

Decoder-Formate/HD Dolby, DTS / –

AUDIOGRAMM

ÅMit Musik natürlich, mit

weiter Bühne und schöner

Abbildung

ÍKeine eigene FB, kein

HD-Ton

Klang 82

Ausstattung

sehr gut

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 1 82 PUNKTE

PREIS/LEISTUNG ÜBERRAGEND

1

Einstufung als One-Box-System Surround

Fotos: Archiv, MPS

Der 4TV zeigt bei den Frequenzgangmessungen

(links) mit voll aufgedrehtem Woofer

einen deutlichen Basshub und einen Peak

um 800Hz. Bei der Klirramplitudenmessung

geht die Audio-Konsole für die Gehäusegröße

erstaunlich laut (vor allem im Bass),

ab 95db verstärkt sich Kompression. Der

ermittelte Maximalpegel liegt bei 85dB, die

Standby-Leistung bei 0,4 Watt.

AudioXperts 4TV

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›05 /2013

59


Verstärker › STEREO-KOMBIS

EX ORIENTE LUX

Wie der Blick auf www.shanling.com zeigt, handelt es sich bei der in

Shenzheng ansässigen, 1988 gegründeten HiFi-Firma um eine größere

und eine besonders schmucke. Ebenso sehen der Verstärker A2.1

und CD-Spieler CD2.1 auch aus – und klingen vielleicht sogar so!

■ Text: Johannes Maier

Fotos: J. Bauer, Archiv

Das Auge hört mit: Für ihr Geld erwarten

Highender nicht nur optimalen

Klang, sondern auch ein

gelungenes Outfit. Wenn ein Verstärker,

wie der A2.1 von Shanling, für moderate

1400 Euro in einem erstaunlich geschniegelten

Ornat auftritt, keimt aber der Verdacht:

Ob sich solch ein Beau auch wirklich

noch auf seine Arbeit, auf die Musikwiedergabe

konzentrieren kann?

Die nähere Betrachtung führt erst recht

zur Verwunderung. Sapperlot, die beiden

Rundprofile vorne rechts und links halten

feinst gebürstete Druckguss-Alu-Seitenplatten

und einen ebensolchen Deckel zusammen.

Von dieser Oberschalen-Konstruktion

sind nur innen Winkel und Schrauben,

aber außen nichts als perfekte Passungen

zu sehen. So gleitet der Finger

bald wohlgefällig zu den feinen Quellenwahl-Tippern,

um den korrekten Druckpunkt

festzustellen. Und dann hin zu dem

in der Front eingelassenen Lautstärkeknopf.

Der wird von nicht weniger als 61

winzigen LEDs umringt, was dem Betrachter

weitere Hochachtung abringt:

60 www.audio.de ›05 /2013


Verstärker › Stereo-Kombis

Test

CD-Player und Vollverstärker

Shanling CD 2.1 1500 €

Shangling A 2.1 1400 €

www.audio.de ›05 /2013

61


Verstärker › STEREO-KOMBIS

CD-PLAYER CD 2.1:

Das Sanyo-Laufwerk hängt am

Alu-Gehäusedeckel. Zwei

Schnittbandkern-Trafos und ein

Standby-Kollege sichern die

Stromversorgung. Dem Cinch-

Ausgang arbeiten Röhren, den

XLR-Kontaktern Edel-ICs zu.

Wie kriegt Shanling die feinen 1/3-Millimeter-Bohrungen

im so perfekten Kreisrund

hin?

Nach der Verneigung folgt der Blick auf

den Rücken. Der nicht ganz so verzückt,

weil er aus silbrig pulverbeschichtetem

Stahlblech besteht. An den zwecks Biwiring

doppelt vorhandenen WBT-artigen

Lautsprecherklemmen gibt es aber

nichts herumzumeckern. Ebensowenig

an den einzeln verschraubten, von der

amerikanischen Firma CMC bezogenen

(Cardas-ähnlichen) Cinchbuchsen, die

Shanling für CD-Player vorgesehen hat.

Drei weitere Hochpegel-Ins, Pre-Outs

sowie ein Endstufen-Direkteingang vermehren

das Angebot. Von Klein-ICs unterstützte

XLR-Kontakter runden es ab.

Keine Frage: Der A 2.1 von Shanling absolviert

die Prüfung des Äußeren mit einem

glatten „sehr gut“.

Beim Blick ins Innere fängt selbst der

strengste HiFi-Lehrer zu jubeln an. Etwa

weil sich – nun klar erkennbar – der auf

einen Impulsgeber wirkende Lautstärkedreher

in einer stattlichen Kugellager-

Halterung dreht. Oder weil Shanling die

sonst nur bei den allerfleissigsten Herstellern

beliebten Schnittbandkern-

Netztrafos (noch!) bauen kann. Es kostet

zwar jede Menge Zeit und Geld, einen

sich zunächst verbreiternden und dann

wieder verjüngenden Eisenstreifen

kunstvoll zu einem Rechteck mit runden

Kanten aufzuwickeln. Dafür erhält der

Kunde mit dem A 2.1 einen Umspanner,

der – hüben und drüben über die längere

Seite des Kerns geschoben – getrennte

Spulenkörper mit eigenen Wickeln besitzt.

Solch ein Trafo zeichnet sich nicht

nur durch ein geringes magnetisches

Streufeld, sondern – wegen des relativ

großen Abstands der Spulen – durch eine

sehr hohe Dämpfung von Netz-Übersprechstörungen

aus.

MESSLABOR

Mit Die 0,048% guten Nachrichten Hochtonverzerrungen vom CD 2.1 und zuerst: 110µ Er

Abtastfähigkeit klirrt über seinen erweist XLR-Ausgang sich das überhaupt Talismann v2

Gold nicht als (Diagramm sogar noch rechts). sauberer Die Röhrenstufe als sein Kollege

Yoseki mehr, von bei EAT Abstufung – wobei beide und Verlauf in diesem der

zerrt

etwas

Oberwellen Punkt jenseits zeigt von sie Gut aber und ein Böse super liegen. harmonisches

ideal Verhalten. ist der markante Die am Ausgang Hochtonanstieg messbaren

Nicht

ganz

zwischen Wackeligkeiten 5 und (Jitter) 10kHz halten (o. Abb.). sich Das in Grenzen. Laufwerk

Die misst schlechtere: sich dafür deutlich Der Betrieb rumpelärmer über die nicht (Bild 2,

asynchrone 85,5dB am Koppler) USB-Schnittstelle als der EAT, führt bei dann gleichermaßen

etwas exzellentem höherem Jitter Gleichlauf (615 Pikosekunden).

(Bild 1,

doch

zu ±0,05%).

62

www.audio.de ›05 /2013


Verstärker › STEREO-KOMBIS

VOLLVERSTÄRKER A 2.1:

Auf der kleinen Platine rechts

unten sitzen ein kleiner

Bereitschafts-Trafo und

Netzfilter-Bauteile. Die

Endstufenschaltung beginnt mit

Hochwert-Folienkondensatoren

(als Rechtecke zu erkennen).

Zur anschließenden Gleichrichtung hat

Shanling nicht irgendwelche, sondern –

jeweils für den rechten und den linken

Kanal – zwei Quartette von „Ultra-Fast-

Recovering“-Dioden genommen (Sirectifier

MUR 8100). In ihrer Gesellschaft

fühlen sich vier stolze 12 000-Mikrofarad-Elkos

des japanischen Herstellers

Elna offenbar pudelwohl. Wahrscheinlich

selbst dann, wenn die ingesamt acht

jeweils 15-Ampère-kräftigen Toshiba-

Endtransistoren von diesen Stromspeichern

kräftigen Nachschlag verlangen.

2-Ampère-Treiber und zwei Gegentakt-

Vorkreise: Die Endstufen-Schaltung insgesamt

hielt Shanling bewußt einfach.

Auf der Eingangsplatine finden sich neben

sieben Takamisawa-Kapselrelais

ein als Puffer fungierendes Burr-Brown-

IC und ein extra rauscharmer Pegelsteller

PGA 2320 von Crystal – alles bewährte

Kräfte, die dafür einstehen, dass auch

hier nichts mehr anbrennen kann.

Wenn wir nun den Weg weiter bis zu

dem Shanling-Player CD 2.1 (1500 Euro)

zurückverfolgen, holt uns die nächste

Augenweide ein. Das gleiche Beauty-

Gehäuse, nur diesmal mit Alublenden-

Schublade und obligatorischem CD-Display

auf der Front. Und mit Edel-Cinchsowie

XLR-Buchsen hintendran. Spätestens

beim Blick ins Innere verneigt

sich selbst der Highender. Nicht nur wegen

der zwei prächtigen Schnittband-

Trafos und der sackteuren Gold-Tune-,

Fine-Gold- und Cerafine-Elkos von Elna,

mit denen sich das Versorgungsareal

der Musiksignal-Platine ziert. Ihm wird

vor allem die Ausgangsschaltung äußerst

einleuchtend erscheinen. Den koaxialen

CMC-Anschlüssen arbeiten zwei

Doppeltrioden des Typs ECC 82 mit relativ

hohen, aber harmonisch abgestuften

Klirrspektren zu. Die symmetrischen

werden dagegen auf völlig unabhängi-

Mit 150 Watt Sinusleistung an 4 Ohm und

einem Laststabilität verheißenden ebenmäßigen

Leistungswürfel darf sich der A 2.1 zu

den kräftigeren Vollverstärkern zählen, der

sich mit nahezu allen gängigen Laustprechern

verträgt (AK 64). Der Klirrverlauf mit der prägnanten

zweiten Harmonischen weist auf eine

weiche Abstimmung. Bei der (nicht gezeigten)

Klirrstabilität wird der Shanling in den Höhen

unruhiger – ohne aber zur Härte zu neigen.

www.audio.de ›05 /2013 63


Verstärker › STEREO-KOMBIS

ZU HAUSE VERWEILT DER PLAYER LIEBER UNTEN: So oder so wird der Besitzer die Kombi via Cinch und XLR gleich

doppelt verkabeln. Die blauen Netzschalter wollen nur vor dem Urlaub auf Aus gestellt werden. Ansonsten springen die

Shanlings auf Geheiß der sowohl beim Player als auch beim Verstärker mitgelieferten (identischen) System-Ferngeber an.

gem Wege von schnellen und auf Verzerrungsarmut

gezüchtete Edel-ICs versorgt

(Analog Devices 847). Ausgezeichnet,

reibt sich der Shanling-Besitzer die

Hände, weil er so beide Verbindungswege

herstellen und via Quellen-Umschaltung

die eine oder andere klangliche Alternative

auswählen kann.

Ganz nebenbei nimmt der CD 2.1 Digitalsignale

Cinch-koaxial und auch via USB

von auswärts an – mit mit bis zu 24 Bit

Dynamik und 96 kHz Takt. Um ihm Vibrationen

der im Unterbau montierten

Mitstreiter zu ersparen, schraubte Shanling

das Sanyo-Laufwerk an das Gehäuse-Alu-Oberteil.

Der relativ teure Burr-

Brown-Wandler PCM 1792, der im

rauscharmen Differential-Modus feinen

Burr-Brown-Doppel-ICs (OPA 2134) zuarbeitet,

schafft weiteres Vertrauen. So

dass der Betrachter zum Abschluss die

mit einer bläulichen Kunststoffmasse

bestrichenen, extrem induktionsarmen

Folien-Plättchen-Koppelkondensatoren

in Ruhe bewundern kann.

Spätestens dann will der Mensch aber

hören, sprich sich vom Shanling akustisch

verwöhnen lassen. Gut, im direkten

Vergleich zu dem vielfach teureren

Arbeits-Player Ayre C 5 xe (6800 Euro)

tischte der CD 2.1 nicht ganz so bunte

und pralle Klangfrüchte auf. Was aber

64 www.audio.de ›05 /2013

noch längst nicht bedeutet, dass der

Shanling den Hörer darben lässt. Ganz

im Gegenteil. Dem fast überschäumenden

Sprühen der großen Schlagzeugbecken

zu Anfang von Vienna Tengs „Inland

Territory“ gewann der preiswerte

Player ausschließlich die besten Seiten

ab: Kein nervig-herbes Zisch-Bumm,

kein giftiges Nagelkisten-Schütteln, sondern

eine sanft pulsierende, wunderschöne

Klangwolke, in der sich jedes

Metallic-Sternchen und jedes Luftmolekül

nach Belieben austanzen kann.

Ruppig oder elegant, saftig oder knochentrocken

– wenig später zeigte der

Shanling, dass er auch untenrum jegliche

Vorgaben und Wünsche befriedigen

kann. Um so hinreißender-lebendiger

trat die Sängerin auf – als wolle sie sich

für die superbe Begleitung bedanken.

Es tauchte aber ein Problem auf: Der

Shanling vermochte sich nicht mit sich

selbst zu einigen. Was gilt jetzt? Die etwas

gediegenere, weichere und eher

nach hinten gestaffelte Gruppierung,

wie sie der koaxiale Röhren-Ausgang

vertrat? Oder die von den XLR-Outs an

die Arbeitsketten gelieferte kantigere

und frischere, näher an die Hörer herantretende

Aufführungsweise?

Nach diversen CDs mussten selbst eingefleischte

Röhraner eingestehen, dass

DER SHANLING-PLAYER

BEDIENT DIVERSE

GESCHMÄCKER

der Burr-Brown-gepufferte XLR-Ausgang

mit den aktuell verwendeten Anlagen

(unter anderem mit der Sugden Vor/

End vom Märzheft) schlicht und ergreifend

besser klingt.

Für alle Fälle trotzdem nützlich, die softere

Anschlussmöglichkeit im Petto zu

haben. Dem CD 2.1 wegen seiner ECC

82 einen Strick zu drehen, kam ohnehin

nicht in Frage. So oder so hörte sich beispielsweise

eine Geige über ihn viel materieller,

viel mehr nach Holz, Rosshaar

und Kollophonium als über einen

0/8/15-Spieler an. Selbst der eigentlich

feine SA 15 S von Marantz (der aber bei

SACDs reüssiert) flüchtete nach kurzem

CD-Vergleich erschrocken zurück ins

Referenzenregal. So stand es außer Frage,

dass Shanlings CD 2.1 stolze 110

Punkte bekam.

Im Gegensatz zum Player verhielt sich

der schmucke Vollverstärker A 2.1 zunächst

etwas scheu. Es tönte angenehm,

luftig-bewegt und schön warm.

Dabei schien er aber in den ersten Stunden

seine samtigen Pfoten partout nicht


ganz auf den Boden zu kriegen – und

schon gar nicht die Krallen. Nach einigen

Tagen knallten aber Fußtrommel-Kicks

so wie sie sollten, die verwegenen Basspulse

von „Jazz for Japan“ luden zum

Mitwippen ein. Schließlich wagte es der

Shanling sogar Creeks Destiny 2 herauszufordern

(4/02, 110 Punkte, 2000 Euro).

Der bewährte Vollverstärker-Musterknabe

agierte dann aber doch um einen

Hauch flüssiger, musikalischer. Bevor

die Tester dem Engländer nun aber gratulierten,

drehte ein Jungspunt mit seiner

Rockmusik die Hähne weiter auf.

Was den Shanling geradezu in Hochform

versetzte – während der Creek auf

Anweisung seiner Schutzschaltung verstummte.

So erhielt der Shanling-Amp die gleiche

Punktzahl. Nach den Erfolgen der Netzwerk-Kombi

M 3.1 / H1.1 im Februarheft

und nun der 2.1-Kombi sieht es zuletzt

ganz danach aus, als würden wir von

dem chinesischen Hersteller (der unlängst

die EU-Firmen Yba und Onyx unter

seine Fittiche nahm) noch Einiges hören.

Nur zu, Audio freut sich darauf!

STECKBRIEF

SHANLING

CD 2.1

Vertrieb

Sound & Movie

0 421 / 166 940 73

www.

soundundmovie.de

Listenpreis

1500 Euro

Garantiezeit

2 Jahre

Maße B x H x T

46 x 12 x 41,5 cm

Gewicht

10,2 kg

AUSSTATTUNG

Zufallstitelwahl


Spielzeit Titel / CD / Programierung • / • / –

Restzeit Titel / CD / Programierung • / – / –

Wiederholung CD / Titel / A–B • / • / –

Fernbedienung

• (System-FB)

Ausgang regelbar / fixed

– / •

Ausgang Cinch / XLR

• / • (Röhren/ICs)

Digitalausgang Cinch / Optisch • / –

Kopfhörerausgang / regelbar – / –

Digitaleingang Cinch / Optisch • / – / •

/ USB

USB-Host / iPod – / –

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

ÅKlingt untenrum

materiellecht,

oben luftig

ÍKein Kopfhörer-

Ausgang.

Klang CD 110

Ausstattung

gut - sehr gut

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

FAZIT

Verstärker › STEREO-KOMBIS

STECKBRIEF

Johannes Maier

AUDIO-Redakteur

Sorry guys, die Rechnung, dass chinesische

Hersteller nichts anderes

zu tun haben, als für westliche Entwickler

die billige Werkbank zu

spielen, geht schon lange – und mit

dieser Shanling-Kombi schon zweimal

nicht mehr auf. Interessanterweise

bestechen der Vollverstärker

A 2.1 und der CD-Player CD 2.1 nicht

nur mit Schönheit und exquisiter

Bauteil-Bestückung – sie benahmen

sich im Audio-Hörraum auch

prompt wie anspruchsvolle Diven:

Sie tauten erst nach mehreren

Tagen Einspielzeit richtig auf.

SHANLING

A 2.1

Vertrieb

Sound & Movie

0 421 / 166 940 73

www.

soundundmovie.de

Listenpreis (Paar) 1500 Euro

Garantiezeit

2 Jahre

Maße B x H x T

46 x 12 x 41,5 cm

Gewicht

15,2 kg

ANSCHLÜSSE

Phono MM / MC – / –

Hochpegel Cinch / XLR 4 / 1

Festpegel Eingang 1

PreOut / TapeOut 1 / –

Lautsprecherpaare 2 (parallel)

Kopfhörer


FUNKTIONEN

Aufnahmewahlschalter –

Klangregler/ abschaltbar – / –

Loudness –

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

ÅKlingt in den Höhen fein,

atmosphärisch, in den

Mitten bei ordentlicher

Power-Reserve stets

locker und charmant

Í Rockfans könnten sich

noch etwas kantigere

Bässe wünschen. Relativ

lange Einspielzeit.

Klang Cinch sehr gut 110

Klang XLR sehr gut 110

Ausstattung

gut

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

REFERENZ

SELECTION

FÜR KLANG,

DER UNTER DIE

HAUT GEHT

Erleben und hören Sie unsere Referenz

Selection Kabel auf der High End

LIVE BEI

AUDIO EXKLUSIV

ELAC

DENON

NAD

REVOX

T+A

Halle 3

Stand C08

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

110 PUNKTE

SEHR GUT

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

110 PUNKTE

SEHR GUT

www.audio.de ›05 /2013

65

www.in-akustik.de/referenzselection


Musik › POP & ROCK

| POP | OLDIES | JAZZ | KLASSIK | auf CD, SACD und LP

DAVID BOWIE

The Next Day

Columbia/Sony (CD, 2 LPs+CD)

Musik:

Klang:

Pop, Rock

POP-CD DES MONATS

DAVID BOWIE: HIS DUKENESS –

READY FOR THE NEXT DECADE

Wohin zieht es ihn diesmal? Der Mann mit den vielen Gesichtern

reflektiert in einem famos selbstreferenziellen Werk

quasi sein ganzes Popleben – und bleibt doch: David Bowie.

Er hat nichts verlernt, der Meister

der Camouflage, das Chamäleon,

das den Wandel zum Prinzip erkor. Zehn

Jahre nach „Reality“ überraschte David

Bowie am 8. Januar zu seinem 66.

Geburtstag mit „Where Are We Now?“,

einer wunderbar-explizite Erinnnerungsballade

an seine Berlin-Trilologie („Low“,

„Heroes“, „Lodger“), an Potsdamer

Platz, „Dschungel“ oder KaDeWe. Nun

folgt das komplette Album „The Next

Day“ – und hier verdeckt ein weißes

Titel-Quadrat das klassische „Heroes“-

Motiv. Das Rätselspiel kann also beginnen:

Where is he now?

Der Titelsong bläst als Opener den Kopf

weg: mystisch, düster, dynamisch, dazu

ein schmutziges Saxofon à la Morphine.

„The Stars (Are Out Tonight)“

reißt als positives Kraftpaket mit,

dank hymnisch getriebenem

Pop, treffsicheren „Sha-la-

La“-Vocals und gewohnt

spaciger Aura. Ähnliche

Power entfaltet, in

rhythmisch zerhackter

Rockmelodik und

gekrönt von Bowie-

Chorussen, das herbe

„Love Is Lost“. „I‘d Rather

Be High“ verbreitet gefälligcharmant

gute Laune – fast

will man mitpfeifen. „Boss

Of Me“ gefällt als aufreizend

strukturierter Rocker, dunkel,

heavy. Bei „Dancing In The Space“ ist

der Titel zugleich Fingerzeig: Hier gehen

Space-Flair plus 80er-Dance-Music

eine innige Verbindung ein. Als feiner

Schluss akkord legt sich „Heat“ getragen

aufs Gemüt.

Die 14 Stücke (plus drei lohnende Boni

in der Deluxe-Version) funktionieren exzellent.

– und mitnichten ist „The Next

Day“ als altersweise abzuhaken: Viel zu

quirlig sprüht es vor Ideen, lässt zu viele

Facetten schillern zwischen Psychedelia

und (Hard-)Rock, gar Jazz-Sprengseln.

Der Künstler Bowie hat nach wie vor

Relevanz, trotz einzelner Selbstzitate.

Gleichzeitig fordern die Stücke, logisch

bei dem Oeuvre, zur stilistischen Schnitzeljagd

heraus, zwischen „Thin White

Duke“-Mummenschanz, von Berlin bis

„Heathen“ oder „Reality“. Aus jener

Phase rekrutierte er sein Nukleus-Team,

mit den Gitarristen David Torn / Earl

Slick, mit Gail Ann Dorsey / Tony Levin

am Bass – plus Ur-Svengali/Produzent

Tony Visconti. Das Klangbild ist oft verhallt,

auch gewollt schwammig, zeigt

dennoch klare Konturen und Dynamikimpulse

– nicht superb, aber mehr als

nur okay. Unterm Stich heißt das: Vergnügen

satt – weil der 2013er Bowie

Vertrautes und Erneuerung richtig mixt,

ihn eine souveräne Stil-Art und ausgeprägter

Individualismus auszeichnen.

Claus Böhm

... Ziggy Stardust; Heroes; Let’s Dance

66

www.audio.de ›05 /2013


AUDIOPHILE CDS DES MONATS

The DeSoto Caucus

Offramp Rodeo

KLANG

TIPP

Milk Carton Kids

The Ash & Clay

Musik › POP & ROCK

Glitterhouse/Indigo (CD, LP)

Desoto Caucus? Nie gehört“, sagt das Auge beim Blick aufs Cover.

„Ach was, diesen Sound kenn’ ich doch!“, kontert das Ohr nach

ein paar Takten – und hat Recht: Hinter dem leicht sperrigen Namen

stecken nämlich die Herren Dombernowsky/Heyman/Lund/Pedersen –

Qualitäts musikfreunden bekannt als Begleitband von Howe Gelb, dem

heimlichen CEO der Americana-Szene. Außerdem musiziert der Vierer

aus dem dänischen Aarhus (klar doch – seit wann haben Cowboys das

Monopol auf TexMex-Musik?) auch für Mark Lanegan und Lambchop.

Nun gibt’s zum zweiten Mal

nach 2008 Lieder aus eigener Calexico; Friends Of Dean Martinez

Feder: staubige, herrlich melodische

(„Leaving Odessa“)

Moritaten zwischen Country,

Folk und Blues, vertont mit

dunkel raunender Stimme,

typischem Americana-Instrumentarium

(plus Posaune,

Klarinette und Piano) und

eingefangen in einem trockenen,

warmen Vintage-Sound,

Lichtjahre entfernt vom

Bits-&-Bytes-Klangterror der

Gegenwart. Christof Hammer Musik:

Klang:

Anti/Indigo (CD, LP)

Zwei Sänger, zwei Gitarren – that’s it. Ein denkbar einfaches Konzept

... das indes schnell langweilig werden kann: Selbst Größen wie

Simon & Garfunkel bauten nicht ausschließlich auf die Magie ihrer

Stimmen und ihre Fingerfertigkeit. Kenneth Pattengale und Joey Ryan

aus Kalifornien dagegen haben die Chuzpe, nur mit einer 1951 Gibson

J-45 und einer Martin 0-15 Baujahr 1954 vor Neumann- und AEA-Mikrofone

zu treten und ihre zwölf Folk-Songs mal eben live einzuspielen

– ganz aufs Wesentliche konzentriert. Harmonische Vocals und virtuos

Everly Brothers, Simon & Garfunkel

KLANG

TIPP

Musik:

Klang:

gezupfte Gitarren ergeben

in intimem Tête-à-Tête ein

ein prächtiges Album, das

zudem mit lupenreinem

Sound überzeugt. Okay, die

Ortbarkeit der Instrumente

könnte etwas ausgeprägter

sein – die Gitarren nehmen

mitunter das ganze Stereopanorama

ein, sind ineinander

verwoben. Doch immer bleibt

die Aufnahme durchlässig,

natürlich und warm timbriert.

Wenn nur alles im Leben so

einfach wäre. Michael Sohn

SCHÄTZE DES MONATS

Johnossi Transitions

Columbia/Sony (CD)

Die bisherigen drei Alben von

John Engelbert voc., git.)

und Oskar „Ossi“ Bonde (Drums)

gefielen durch eine charmante

Lässigkeit: keinesfalls semiprofessionell,

das alles, aber (bei viel Liebe

zu lärmender Rotzigkeit) halt eher

locker aus dem Ärmel geschüttelt.

Mit „Transitions“ wollen es

die beiden Schweden nun richtig

wissen. Das kann zu Verkrampfungen

führen, zu Pathos, Posen – zu

Musik:

Klang:

Gedöns halt. Das Gegenteil ist der

Fall: Mit großem Gedeck (Streicher

plus die Keyboards von Martin Hederos; The Soundtrack Of Our Lives)

sowie dem Produzentenduo Björn Yttling (Lyyke Li, Primal Scream /

Pontus Winnberg (Miike Snow) schmiedeten Johnossi großen, griffigen

Poprock, der raue Saitenpower mit elektronischer Eleganz respektive

Giftigkeit („Seventeen“) verbindet. Dazu die schwere Männerstimme

von John Engelbert – und das ganze klingt (etwa in „Alone Now“) wie

die skandinavische Antwort auf die Kings Of Leon. Oder wie eine mit

ordentlich Testosteron gepimpte Mutation von Nordic Pop von ABBA

bis A-ha. Eine Disc wie ein Fisherman‘s-Friend-Drop. Christof Hammer

The Soundtrack Of Our Lives, Andreas Johnson, Mando Diao

Daughter If You Leave

4AD / Beggars / Indigo (CD, LP)

Klar, die Parallelen sind unüberhorbar: die weite Räume abmessenden

Gitarre-Synthie-Dialoge, die kühlen Vocals von Elena Tonra, die

konsequent durchgehaltenen one-word-Songtitel („Youth“, „Still“, „Human“)

– bei Daughter orientiert sich einiges an The xx, dem derzeitigen

Marktführer dieses Stils. Etwas mehr Eigenständigkeit hätte es also

schon sein dürfen. Aber ähnlich wie bei der von Jürgen Klopp Richtung

Bayern München losgeschickten „die kopieren ja nur“-These gilt

auch in diesem Fall: Hier macht jemand fraglos einen exzellenten Job,

nämlich zeitlosen, ätherisch-ästhetischen Minimalismus-Pop. Und was

ist in der Musik und im Fußball schließlich noch „original“ im Wortsinn?

Zur Strafe muss „If You Leave“ dafür ohne den Überraschungseffekt

des xx-Debüts auskommen – und kompensiert dies prächtig. Auch

dieses Londoner Trio vermag „große“ Grooves, Synth-Loops und mal

messerspitze, mal grobkörnig-raue Saitenklänge zu magischen Soundscapes

zu schichten und beherrscht

das Spiel aus Stille und Dichte in

den Arrangements auch über volle

45:40. Und Songs wie „Shallows“

oder „Winter“ sind Perlen des

Indie-Ambient – vom wem und aus

welchem Jahrgang auch immer sie

stammen. Christof Hammer

The xx, Deptford Goth, Dark Dark Dark

Musik:

Klang:

Fotos: Warner Music, Petra Stadler / Universal / Harmonia Mundi / Sony

www.audio.de ›05/2013 67


Musik › POP & ROCK

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Short Shots

Leslie Clio Gladys (Universal; CD, LP)

Dem leckeren Appetizer „Told

You So“ lässt die Hamburger

Sängerin ein Album mit Klängen

von Chanson bis TripHop und

Sixties-Soul folgen, die Tomte-

Bassist Nikolai Potthoff in eine

clevere, cineastisch angehauchte

Produktion steckte: halb Deutschlands

Antwort auf Lana Del Rey,

halb die erwachsene Schwester

von Annett Louisan. ham

Suede Bloodsports (Ryko/Warner; CD, LP)

In Quintettbesetzung, aber ohne

ihren langjährigen Saitenmann

Bernard Butler frönen die Briten

dem bandtypischen Dreiklang

aus „Lärm, Drama und Melodie“.

Nennenswert Neues fügen Brett

Anderson & Co. ihrem Oeuvre so

nicht hinzu – zwei, drei schöne,

gewohnt grell geschminkte Songs

aber durchaus. ham

Konstantin Wecker Wut und Zärtlichkeit

– Live (Sturm & Klang / Alive; 2 CDs)

Auch nach 40 Bühnenjahren pflegt

der Kraftkerl des deutschen (Polit-)

Chansons die Gabe der Empörung,

um gegen „Absurdis tan und

Raffistan“ zu wettern. Dazu gibt’s

sensitive bis saftige Couplets

über die Freuden des Lebens;

alles gespielt von einer glänzend

disponierten Band und klanglich

prächtig aufgezeichnet 2011 u. a.

in Essen und Frankfurt/Main. ham

Pop, HipHop, Folk

Bastille

Bad Blood

Brit-Rock

Virgin/Universal (CD)

Mit dem Albumerstling gleich Rang 1 der

englischen Hitparade zu entern: Das schafft

nun auch nicht jeder. Was also ist dran an

Bastille? In jedem Fall kombiniert dieses Londoner

Quartett popkulturelle Einflüsse sehr

individuell: Die Rhythmen auf „Bad Blood“

reichen von Drum & Bass bis HipHop, die

Atmosphären von David-Lynch-Morbidität bis

zu forschem Partypop und erhabenen Shanty-

Chören – und die Texte, die teils „Rückschau

halten auf die Person, die man geworden ist“

(Frontmann Dan Smith), sind unbedingt Teil

des Erfolges. Nach 08/15-Britpop klingt all das

zu keiner Sekunde – und allein dies macht

Bastille zu einer Bereicherung für die derzeit

eher berechenbare UK-Szene. Christof Hammer

Alex Clare, The Streets, The Presets

Musik:

Klang:

Avantgarde-Indiepop

Atoms For Peace

Amok

Retro-Synthie-Pop

XL Recordings / Beggars / Indigo (CD, LP, LP+CD )

Diese Indie-Supergroup (u. a. mit Thom

Yorke und Flea) präsentiert sich als uneitles,

forsch(end)es Kollektiv mit Hang zu perkussiver

Dominanz und permanent mäandernden

Bassfiguren. Der Rhythmus ist überpräsent,

obwohl er sich beständig sträubt und

Haken zwischen Dubstep, Samba und Krautrock

schlägt, die Gitarren- und Synthiefiguren

sind subtil, obwohl eigentlich gerade sie die

geisterhaften Gesangslinien besser verortbar

machen könnten. Doch just diese harmonische

Instabilität, die nervöse Melan cholie und

die Diktatur synthetischer Beats ergeben am

Ende eine hybride und eigenständige Platte,

die stets den Gesamtsound und nicht die

einzelnen Egos betont. Daniel Vujanic

Thom Yorke: „Eraser“; Africa Hitech

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Stornoway Tales From Terra Firma

(4AD / Beggars / Indigo; CD, LP+CD)

In stilistischer Nähe zu den Überfliegern

Mumford & Sons siedelt

dieses Quartett aus Oxford seinen

naturverbundenen Folkpop an.

Stärker noch als bei den meisten

Kollegen klingt der Stornoway-

Sound dabei nach den 70er Jahren

– also so untrendy, dass es schon

fast wieder trendy wirkt. ham

Arkells Michigan Left (Organisation/Soulfood;

CD, LP+MP3-Code)

Die Keyboards zwitschern „Pop!“,

die Gitarren sagen „Rock!“ – der

kanadische Fünfer Arkells macht

aus dieser Konstellation zehn

gut gelaunte Dreiminüter, die

US-Größen wie Fleetwood Mac,

Hall & Oates oder Springsteen

huldigen. Ein geschmeidiger

Kompromiss aus Indie-Rock und

Modern Mainstream. ham

Johnny Marr

The Messenger

Warner Bros. / Warner (CD, LP)

Wer ist Johnny Marr? Der melancholischsensitive

Saitenzauberer, wie man ihn aus

Smiths-Zeiten kennt? Oder das Chamäleon,

das in allerlei Teilzeitengagements bei Bands

wie Modest Mouse oder The Cribs durch

Unauffällig- und Anpassungsfähigkeit eher

irritierte als begeisterte? Auch Marrs zweites

Soloalbum liefert keine finalen Antworten:

Mal ungewohnt ruppig, mal mit vertraut perlenden

Rickenbacker-Licks geht es durch Pop

und Rock, der es schlicht vorweigert, sich auf

eine „britische“ oder „amerikanische“ Gangart

festzulegen. Das ist kaum spektakulär,

aber immer sympathisch – und ein dynamisches

Bekenntnis zum „sowohl als auch“

anstatt zum „entweder oder“. Christof Hammer

Oasis, Paul Weller

Musik:

Klang:

OMD

English Electric

BMG Rights / Rough Trade (CD, CD+DVD, 2 LPs)

Irgendwie ähnelt der Synthiepop aus dem

OMD-Klanglabor einem Computer: Kaum

fertiggestellt, hinkt das Ding technisch schon

bald wieder völlig hinterher. Spielt man

allerdings ein wenig damit herum, entfaltet

es hübsch nostalgischen Charme. Die Herren

Humphries/McCluskey/Cooper/Holmes nutzen

sehr smart diesen Effekt, versuchen auf

„English Electric“ erst gar nicht, up to date

zu klingen, sondern montieren Selbst- und

Kraftwerk-Zitate und kluge Fragen über die

Wechsel beziehungen zwischen Gesellschaft

und Technik zum vielleicht besten Statement,

das man anno 2013 hätte abgeben können.

Gäste: Karl Bartos (Ex-Kraftwerk) und Claudia

Brücken (ehemals Propaganda). Christof Hammer

Dazzle Ships (1983); Simple Minds, Commodore C64

Musik:

Klang:

68

www.audio.de ›05 /2013


Elektropop, Synthie-Blues

Columbia/Sony (CD, 2 CDs, 2 LPs)

„Violator!“, raunten sich vermeintliche Insider

schon Wochen vor Veröffentlichung zu, sei die

Referenzgröße für „Delta Machine“ – das wohl

beste Depeche-Mode-Album also, auf dem

der zu Karrierebeginn nur niedliche Synthiepop

der Basildon-Boys 1990 zu voller Blüte reifte

wie seinerzeit die rote Rose auf dem Cover.

Das weckt natürlich Erwartungen – die „Delta

Machine“ auf eindrucksvolle Weise nicht erfüllt.

Was in erster Linie heißt, dass die Briten

voll auf der Höhe der Zeit musizieren – und

nicht sich selbst zwei Jahrzehnte hinterher. Am

ehesten „Violator“-verwandt: „Broken“ und

„Should Be Higher“ mit straighten Beats und

melancholischen Vocals; freilich ohne ganz große

Hooklines. Zweites Standbein des Albums:

Sounds Of The Universe, Exciter, Black Celebration

Delta Machine

jener Elektroblues, der in der letzten Dekade

zum Markenzeichen der Band geworden ist:

„Slow“ und das zweistimmig gesungene „My

Little Universe“ sind Klagelieder voll bluesiger

Gitarren und fies kreischender Synthies. Das

imposan te „Alone“ schiebt dann düstere

Loops durch eine weiträumige Produk tion (erneut

am Pult: Ben Hillier), „Secret To The End“

(stark) und „Heaven“ leben von mächtigem

motorischem Pulsieren. Klarster Hit: „Soothe

My Soul“, ein Zwitter aus „Policy Of Truth“ und

„Personal Jesus“. Macht 57:55 druckvollen

Synthie-Rock, wieder dichter komponiert als

auf den Vorgängerdiscs – wobei die Melodien

eben nicht die Eleganz und zwingende Intensität

von „Violator“ entwickeln. Christof Hammer

AUDIO MUSIK:

SO TESTEN WIR JEDEN

MONAT DIE NEUEN CDS

AUDIO Musik stellt jeden Monat die

wichtigsten neuen Tonträger vor.

Erfahrene Rezensenten bewerten nach

den folgenden Kriterien:

● Musik (Pop, Oldies, Jazz) bzw. Interpretation

(Klassik): für die künstlerische Leistung

● Klang für die Aufnahmequalität

● Bei DVDs nach Bild, Inhalt und Klang

AUDIO-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes

Album von hoher Qualität oder Interpret mit

ähnlichem Musikstil

● In allen Sparten vergibt AUDIO Musik

null bis fünf Ohren.

Das Raster:

überragend

sehr gut

gut

befriedigend

ausreichend

AUDIO-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes

Album von hoher Qualität oder Interpret

mit ähnlichem Musikstil.

Musik › POP & ROCK

Musik:

Klang:

Rock

Black Rebel Motorcycle Club

Specter At The Feast

Abstract Dragon / Cooperative / Universal (CD, LP)

Der Black Rebel Motorcycle Club macht Harley-

und Vespa-Fahrer zugleich glücklich: Nach

ein paar gnadenlos rockigen Runden voller

Noise und Fuzz, heftigen Gitarrengewittern,

bedrohlichem Bassgrummeln und donnernden

Drumbeats – also gerade wenn das Trio

aus San Francisco auf Betriebstemperatur

gekommen ist –, wird ein bis zwei Gänge

zurückgeschaltet und die schwarze Lederkluft

gegen einen Mod-Parka eingetauscht. Und

plötzlich cruisen und driften BRMC in Zeitlupe

durch psychedelische Tracks, die auch gut in

Manchester geschrieben worden sein könnten.

Durch die Brüche ein sehr kurzweiliges

Album, das allerdings irritierend höhenarm

und etwas undifferenziert klingt. Michael Sohn

Spiritualized, Ride, Monster Magnet

Musik:

Klang:

Pop, Jazz, Country

Willie Nelson

Let’s Face The Music And Dance

Sony (CD)

Mit seiner Rückkehr 2012 zu Sony Music

startete Willie Nelson die Rückbesinnung auf

alte Musikwerte. Die CD „Heroes“ war sein

Abgesang auf den Heldenstatus und das

Loblied auf den guten Song – viele Lieder

datierten aus den 1930er- bis 1950er-Jahren.

Diesem Kurs bleibt der 80-Jährige auf der

neuen CD treu. Routiniert, aber anmutig in

der Interpretation und in schnörkellosem

Sound steuern Nelson & Family durch gut

abgehangenes Liedgut von Mack Gordon,

Carl Perkins und Irving Berlin (er schrieb

1936 den Titelsong, den Fred Astaire für den

Film „Marine gegen Liebeskummer“ sang).

Eine nette Old-Fashion-Kollektion aus Pop,

Jazz und Country. Willi Andresen

Heroes, American Classic (2009)

Musik:

Klang:

... und läuft!

Was zu Hause so rauf- und runterläuft:

AUDIO-Redakteur Christof Hammer

erinnert an vergessene Perlen und verrät

Dauerbrenner sowie Platten für die Insel.

Big Country: The Crossing (Mercury)

Die Karriere der Briten verlief teils tragisch

(Bandgründer Stuart Adamson starb

2001; vermutlich durch eigene Hand) und

musikalisch eher enttäuschend – aber das

1983er-Debüt (auf Vinyl und in rot) hole ich

immer wieder gerne aus dem Schrank:

Edgar-Allen-Poe-artige-Songdramen

wie „Porrohman“ oder

„The Storm“ und die legendären

„Dudelsack“-Gitarren des Duos

Adamson / Bruce Watson sind

noch heute gänsehauttauglich.

Fad Gadget / Frank Tovey (Mute) Und

noch ein Toter, der unvergessen bleibt: Wie

der Elektropop-Pionier Fad Gadget zum

Countryblues-Recken Frank Tovey

mutierte, zeigt die Box „Fad Gadget

By Frank Tovey“. 2002 starb

der Brite an Herzversagen. Wer

noch Origi naldiscs wie „Gag“

(’84) oder „Tyranny And The Hired

Hand“ (’89) besitzt: behalten!

www.audio.de ›05/2013 69


Musik › POP & ROCK

Psychedelic-Rock

Pop, Blues, Reggae

Soul, Rock, Brit-Pop

Junip

Junip

City Slang / Universal (CD, LP)

Als Kind der 80er-Jahre beäugt man alles,

was nur entfernt nach 70’s klingt, tendenziell

skeptisch. Die Musik der Eltern? „Au weia“,

denkt man reflexartig. Doch dann kommt

José González mit seiner Band Junip und

geht konsequent den Weg weiter, den er

mit dem vorzüglichen 2010er-Debüt „Fields“

eingeschlagen hat: Sein „Hippie-Rock“ setzt

auf psychedelisch schwebende Orgelflächen,

krautrockige Repetition – und jenen zarten

Schmelz in der Stimme, den José zum Glück

nicht ablegen kann, auch wenn er hypnotischverdichtete,

pumpenden Tracks singt anstatt

den Folk-Barden zu geben. Eine schön eingefangene,

detailreiche Aufnahme, die zudem

klingt wie aus einem Guss. Michael Sohn

Animal Collective, Can, José González

Eric Clapton

Old Sock

Bushbranch Records / Polydor / Universal (CD)

Ein gelungener Abstecher von der strikten

Blues-Mission: Auf seinem 21. Studioalbum

besinnt sich Eric Clapton auf die relaxten

Sounds und Rhythmen, wie sie z. B. 1974

sein Meisterwerk „461 Ocean Boulevard“

prägten. Natürlich bleibt der 68-Jährige in

„Still Got The Blues“ (Gary Moore) und

„Goodnight Irene“ (Leadbelly) den Zwölftaktern

verbunden, doch er variiert diese

mit Reggae (Peter Toshs „Till Your Well Runs

Dry“) und Jazz („Our Love Is Here To Stay“

von George & Ira Gershwin). Entspannt und

konzentriert assistierten Cracks wie J. J. Cale

(„Angel“), Chaka Khan („Gotta Get Over“),

Paul McCartney („All Of Me“) und Steve Winwood

(„Still Got The Blues“). Willi Andresen

461 Ocean Blvd., Slowhand, The Road To Escondido

Edwyn Collins

Understated

AED / Rough Trade (CD, LP)

Während sich auf der „MS Britpop“ Sternchen

Marke Kate Nash im Ballsaal tummeln

und auf der Brücke Seebären wie Depeche

Mode oder Muse den Kurs bestimmen, sind

Typen wie Edywn Collins quasi die Heizer,

die im Maschinenraum den Kahn am Laufen

halten. Wie der Schotte nach zwei Schlaganfällen

nun wieder im Dienst des guten Geschmacks

malocht, ist medizinisch wie musikalisch

beachtlich. Von Motown-Soul über

Velvet-Underground-Rock bis Country und

Twang-Pop geht die Fahrt auf „Understa ted“,

und dank Collins’ reifem Bariton und dichter

Arrangements voller Bläser oder Glockenspiel

hat hier alles Charisma – und bisweilen sogar

Hitpotenzial („In The Now“). Christof Hammer

alles von Orange Juice; R. Hawley, Elvis Costello

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

GEHEIMTIPP

Christof Hammer

AUDIO-Redakteur

Nanu, wurde da im Presswerk das

Master vertauscht?, denkt der John-

Grant-Experte rund 30 Sekunden lang.

Dann ist das nervös pulsierende Synthie-

Intro vorbei, die Stimme des Amerikaners

(ehemals Frontmann der feinen Band The

Czars) entfaltet ihren Wiedererkennungswert

– doch die Irritation bleibt. Denn den

70er-Jahre getönten Folk seines famosen

2010er-Solodebüts „Queen Of Denmark“

dockt Grant hier an dunkle bis fast technoide

(„Sensitive New Age Guy“) Elektro pop-

Soundscapes an. So weit, so normal. Doch

wie Grant seine Seelenqualen zwischen Drogen-/Alkoholsucht

und HIV-Erkrankung vertont

(„I am the greatest motherfucker you‘ll ever

gonna meet“, säuselt er zuckersüß in „GMF“

– was man ihm vermutlich besser mal glauben

sollte), das ist große Kunst: Verzweiflung und

Leid(en) kommen ohne jede Tendenz zum

Selbstmitleid daher, sondern so beklemmend

selbstverständlich, als erzähle Grant von einem

netten Kneipen abend mit guten Freunden.

Dazu musizieren Bits und Bytes gespenstisch

eigenständig vor sich hin, bis „Glacier“ mit

Streichern und Beethoven-Piano ein klassisch

schönes und selbstverständlich höchst trügerisches

Finale setzt. Ein Album wie ein Gang

über eine nur scheinbar gefrorene Eisdecke.

Midlake, Gus Gus, Syd Barrett

Art-Rock

Amplifier

Echo Street

KScope / Edel (CD, 2 LPs)

„Ich möchte mich nie wiederholen,“ dämpft

Gitarrist und Sänger Sel Balamir die Erwartungen,

das neue Album sei eine Fortsetzung

des hochgelobten Vorgängers „The Octopus“.

Zumal die Briten „am Anfang keine Idee

davon hatten, wie ‚Echo Street‘ werden wird“.

Das neue, vierköpfige Band-Line-up führte

dann zu einem eigenständigen Art-Rock-

Klon mit handgemachten, teils bombastisch

aufquellenden Gitarrenläufen, feinen Vokalharmonien

und dramaturgisch detaillierten,

vielminütigen Long-Playern. „Ich denke, dass

‚Echo Street‘ eine zeitlose Qualität hat“, meint

Balamir – durchaus zu Recht. Das Klangbild

geriet für eine Rockaufnahme wohltuend

transparent und ausbalanciert. Claus Dick

Tool, Steven Wilson, Porcupine Tree

Musik:

Klang:

John Grant

Pale Green Ghosts

Bella Union / Cooperative / Universal (CD, 2 CDs, LP)

Musik:

Klang:


Short Shots

Elektro-Pop

Reggae, HipHop

PVT

Homosapiens

Felte / Rough Trade (CD, LP)

Die Instrumentalband Pivot ist nach zwei

Alben auf Warp und einer unfreiwilligen

Namensänderung zu PVT beim Pop angekommen.

Genau genommen beim Synthpop

– mit Vorfahren wie Kraftwerk, DAF und

Human League. Wohliges Sequenzertuckern,

Synth-Arpeggios, kräftiges Schlagzeug und

ein unterkühlt-stimmiger Gesang ergeben

einen stringenten Popentwurf, der die

Postrockvergangenheit des Trios gerade noch

so (dank weniger verzerrter Gitarrenspuren

und kantiger Rhythmik) erahnen lässt. Nicht

zuletzt die Kunst des Weglassens macht „Homosapien“

zu einem gelungenen Balanceakt,

reich an cineastisch morphenden, futuristischen

Stimmungen („Electric“). Daniel Vujanic

Kraftwerk, Human League, Vangelis

Musik:

Klang:

Gentleman

New Day Dawn

Indie-Pop

Island / Universal (CD, Deluxe-CD, LP)

Seit rund 20 Jahren bringt der Rheinländer

das Blut seiner reggae- und hiphop-verliebten

Fans in Wallung. Sein sechstes Studioalbum

zum Bühnenjubiläum inszenierte Tilmann

Otto alias Gentleman erstmals quasi im

Alleingang: Vibes und Spirits wurden am heimischen

Flügel erprobt, in der Domstadt eingespielt

und dann mit Overdubs plus Backing

Vocals in Jamaica angereichert: „Obwohl

meist in Deutschland aufgenommen wurde,

ist Kingston für mich immer noch der Ort,

an dem ich das beste Feedback beim Voicen

habe“. Ergebnis der Reise Köln-Kingston: satte

Dancehall-Grooves, facettenreiche Sounds

und tanzbeinschüttelnder Roots-Reggae in

druckvoll-ausgewogenem Klang. Claus Dick

Peter Tosh, Freundeskreis

Musik:

Klang:

Palma Violets 180 (Indigo; CD, LP+CD)

Britischer Rumpelrock Marke

The Libertines, perlende Twang-

Gitarren und die ab und an fast

croonerhaften Vocals von Sam

Fryer: Die Londoner Aufsteiger

kreuzen typische 90er-Ruppigkeit

mit überraschendem Sixties-Flair:

very charming! ham

Stereophonics Graffiti On The Train

(Stylus/Indigo; CD, 2 CDs, LP)

Radiopop mit Tom-Petty-Flair („Indian

Summer“), rüder Rock („Take

Me“), ein Muddy-Waters-artiger

Blues („Been Caught Cheating“):

Das achte Album der Waliser ist

eine ziemlich bunte Mischung. Doch

der Hörer hat nie das Gefühl, eine

„für jeden ’was dabei“-Produktion

zu hören, sondern das souveräne

Statement einer Band mit verdammt

weitem Horizont. ham

The Dark Flowers Radioland (Alive, CD)

Nette Idee des Ex-Goth-Rock-Heroen

Peter Murphy (Bauhaus): Sam

Shepards Autobiografie „The Motel

Chronicles“ vertonte er quasi als

Konzeptalbum. Mit Beifahrern wie

Jim Kerr (Simple Minds) und Dot

Allison (Massive Attack) entstand

veritable Popkunst mit Banjo und

Slide Guitar, teils jedoch etwas

kopflastig arrangiert. cd

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Retro-Southern-Rock

The Sheepdogs

The Sheepdogs

Atlantic/Warner (CD, LP+CD)

Als erste Band ohne Vertrag zierte dieses

kanadische Quartett 2011 das Cover des US-

„Rolling Stone“. Nach drei selbst produzierten

Alben (plus honorigen Juno-Awards) folgt

nun das Major-Debüt. Primäres Merkmal:

eine immens relaxte Herangehensweise. Ob

Midtempo oder forciert: Alles pulst smart,

nichts wirkt überreizt, weder Ewan Curries

Vocals noch die songdienlich virtuosen Saitenduelle

mit Leot Hanson („Ewan‘s Blues“).

Der Kurs: klar retro, inspiriert von Southern-/

Boogie-Rock Marke Allman Brothers oder

Lynyrd Skynyrd; „Never Gonna Get My Love“

erinnert gar an einen George-Harrison-Track.

Starke Songs, authentisch interpre tiert: ein

Werk ohne schales Retrofeeling. Claus Böhm

Kings Of Leon, Black Crowes, Drive-By Truckers

Musik:

Klang:

Kashmir

E.A.R.

Columbia/Sony (CD, 2 LPs)

Dass sie Indie-Melancholie und Rockhymnen

prächtig unter einen Hut bringen können,

haben Kashmir auf Alben wie „Zitilites“

eindrucksvoll bewiesen. „E.A.R.“ geriet nun

viel skizzenhafter, ätherischer, ja verpeilter. Da

kann ein Song schon mal erst nach fünf flächigen

Minuten Gestalt annehmen oder aber

ein toller Refrain kurzfristig wieder abtauchen.

Nichtsdestotrotz steht die neue Freiheit

den Dänen gut zu Gesicht und sorgt im

Vergleich zum ernsten, verkniffenen „Trespassers“

(2010) für luftiges Wohlbefinden. Zumal

an Hits kein Mangel herrscht – nur eben in

unmittelbarer Nachbarschaft manischer Field

Recordings, organischer Klangmalerei und

reizvoll bröseliger Texturen. Daniel Vujanic

Zitilites (2003); Radiohead, Efterklang

Musik:

Klang:

Paul Roland Bates Motel (Sireena /

Broken Silence; CD)

In den späten 80ern dachte der

Brite dieses Projekt mit dem Velvet-Underground-Trio

Moe Tucker,

Nico (†) und Sterling Morrison (†)

an. Jetzt stellte er die Skizzen mit

seiner aktuellen Band fertig – und

dockte dafür seine bekannt morbide,

spätviktorianische Klangsprache

an psychedelischen, beatlastigen

Seventies-Rock an. ham

Kavinsky Outbreak (Mercury/Universal,

CD, LP)

Mit „Nightcall“, der Titelmelodie

des Kinohits „Driver“, ließ Vincent

Belorgey 2011 mächtig aufhorchen.

Als Kavinsky hämmert sich der

Franzose jetzt vollsynthetisch durch

retrofuturistischen Electro-House:

krawallig, trashig und immer an

der Grenze zwischen Ironie und

heiligem Ernst. Wenn „Miami Vice“

je neu aufgelegt wird: Lasst diesen

Kerl den Soundtrack machen! ham

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

www.audio.de ›05/2013 71


Musik › POP & ROCK

SCHWARZES GOLD, FOLGE 1

Vinyl boomt: Dutzendweise flattern neue LPs in die Plattenläden und Internet-Shops.

AUDIO-Mitarbeiter Justus Schlierbacher fischte für Teil 1 von mehreren Vinyl- Specials

Highlights aus den Sixties und Seventies aus dem Reissue-Stapel – und hörte genau hin.

Country-Rock

Pop-Rock

Gene Clark No Other

Kaum einer zweifelt noch an der herausragenden

Rolle, die Gründungsmitglied

Gene Clark bei den Byrds spielte. Bis zu

seinem Ausstieg 1966 prägte der Sänger,

Gitarrist und Songschreiber maßgeblich

die Band. Nach verschiedenen Projekten

(Dillard And Clark), Soloalben und dem

kurzfristigen Wiedereinstieg bei den

Byrds 1973 veröffentlichte er 1974 sein

definitives Meisterwerk. „No Other“

mag von diversen illegalen Substanzen

unterwandert sein, doch der faszinierende

Mix aus Country, Rock, Westcoast, Folk

und Psychedelic funkelt noch heute wie

ein perfekt geschliffenes Juwel. Produzent

Thomas Jefferson Kaye stellte dem

tragischen Genie und späteren Drogentoten

(1944-1991) eine formidable Band

zur Seite (unter anderem Gitarrist Danny

Kortchmar und Drummer Russ Kunkel),

von der leider nirgends bei dieser Reissue

zu lesen ist. Bis auf den zeittypisch

leicht abgesofteten Drumsound tönt das

180-Gramm-Vinyl zeitlos gut, verzichtet

aber auf die 7 Bonustracks der 2003er

CD-Ausgabe.

Music On Vinyl / Cargo

Musik:

Klang:

Remaster:

Pressqualität:

Chi Coltrane Chi Coltrane

Die erste ist und bleibt die beste: Die

Debüt-LP der blondmähnigen US-Amerikanerin

aus Racine/ Wisconsin haute 1972

richtig rein. Nicht nur der soulrockende Hit

„Thunder And Lightning“, auch der Rest

Art-Rock

vom elfteiligen Schützenfest der energiegeladen

singenden und klavierspielenden

Chi überzeugte. Vor allem bei den

bläsergepfefferten Uptempo-Nummern,

aber auch bei den gefühligen Balladen und

dem rasanten Gospel „Go Like Elijah“ war

die damals 30jährige in ihrem Element.

Die gern geübten Vergleiche mit Janis Joplin

gehen allerdings daneben: Die hatte

mehr Blues und Reibeisenspäne in der

Gurgel, Miss Coltranes Stimme kommt

indes kehliger, kontrollierter, wenn auch

genauso kraftvoll. Toxey French stellte ihr

eine erstklassige Band (u. a. Dean Parks,

g; Jim Gordon, dr; Larry Knechtel, b) zur

Seite und produzierte einen saftigen, nach

heutigen Maßstäben minimal gedeckten

Sound mit exzellenter Stimmpräsenz.

Gute 180-Gramm-Pressung.

Columbia / Speakers Corner

Musik:

Klang:

Remaster:

Pressqualität:

Emerson, Lake & Palmer Tarkus

Den Backkatalog von ELP hat MOV ja

bereits recycelt – jetzt nochmals das

zweite Opus anno 1971? Ja – und mit

einem gewaltigen Schmankerl: „The

Alternate Tarkus“, also der 2012-(Re-)Mix

von Steven Wilson. Der leitet nicht nur

die Prog-Rock-Institution Porcupine Tree,

sondern hat mit Remixen und Remastern

von King Crimson oder Jethro Tull schon

viel Lorbeer auch unter Alt-Artrockern

gesammelt. Denn er vermag – ohne den

Ursprungs-Charakter zu verhunzen –

einfach mehr Klarheit und Offenheit in den

bombastischen Sound der Altvorderen

zu mischen. Als weitere Dreingabe gibt’s

einen alternativen Take von „Mass“ aus

der siebenteilige Suite „Tarkus“.

Die Musik definierte damals neu, was im

Rock alles möglich war: komplexe Rhythmen

und Taktwechsel, auch ungerade

innerhalb eines Stücks, viele Synthesizer-

Spuren zu gewaltigen Soundungeheuern

getürmt, aber auch purer Rock’n’Roll und

magische Hymnen. Toll war’s – und ist’s

noch immer.

Music On Vinyl / Cargo

Musik: Klang: /

Remaster:

Pressqualität:

It’s A Beautiful Day It’s A Beautiful Day

Eines der schönsten Cover, einer der

schönsten Songs der Rockgeschichte:

Selbst wenn die San-Francisco-Band It’s A

Beautiful Day nur „White Bird“ und dieses

von George Hunter mit einem Zeitschriftenbild

der Zeit um 1900 gestaltete Cover

hinterlassen hätte: Man müsste ewig

dankbar sein, dass David LaFlamme – bis

dahin Geiger des Utah Symphony Orchestra

– Mitte der 60er Bruckner, Mahler &

Co. den Rücken kehrte und zum Folkrock

konvertierte. Sein Violinspiel prägte wie

sein Gesang, wie seine oft gemeinsam

mit Frau Linda verfassten und mit Pattie

Santos gesungenen Songs diese ganz

eigene Variante der Westcoast-Progressiv-Music

des Debütalbums 1969. Es

herrscht übrigens keineswegs nur Wohlklang

– im „Wasted Union Blues“ geht es

auch reichlich verzerrt, in „Time Is“ rockig

zur Sache. Und dass „Bombay Calling“

Jon Lord dereinst zu „Child In Time“

inspirier te, zählt zu den Binsenweisheiten

der Rockhistorie. Speakers Corner

hat das unverzichtbare Sammler-Stück

in blau verstärktem Klappcover (ohne die

zeitgenössischen Zitate im Innenbereich)

auf 180 Gramm schwerem Vinyl sehr breit

bis an den Labelbereich gepresst und so

viel Dynamik bewahrt. Danke dafür – und

jetzt bitte schnell noch den Nachfolger

„Marrying Maiden“ (1970) nachladen.

Folk-Rock

Columbia / Speakers Corner

Musik:

Klang:

Remaster:

Pressqualität:

Weitere LP-Tipps finden Sie in der

! kommenden AUDIO-Ausgabe 06/13

72

www.audio.de ›05 /2013


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Musik › OLDIES

Rock

The Doors

OLDIE-CD

DES MONATS

6 Originalalben als

SACD-Remaster – einzeln

und als Box-Set

Analog Productions / Sieveking Sound (je 1 SACD; Box-Set mit 6 SACDs)

Jede Pop-Ära hat ihre eigenen Vorlieben – auch in klanglicher Hinsicht.

Die zwischen 1967 und 1971 veröffentlichten Studio-LPs der Doors

zeichneten sich aus durch aggressiv betonte Höhen – was dem Image

von Jim Morrison durchaus entgegenkam. 2006 mischte Bruce Botnick

die von ihm produzierten Masterbänder für DVD-Audio neu ab, seine

5.1-Remixes sind nun auch auf SACD (Analogue Productions / Fenn

Music Service) zu hören. Die eigentliche Überraschung präsentiert

sich bei diesen Hybrid-Scheiben aber auf dem Stereo-Layer: Doug Sax

remasterte dafür Original-Aanalogbänder, lediglich beim Debüt-Album

musste er auf ein Band der zweiten Generation zurückgreifen.

Sax arbeitete mit einer Röhren-Ausgangsstufe, die für angenehm warmen

Klang sorgt, und ließ die Aufnahmen weitgehend für sich selbst

sprechen. Bei „The Doors“ (CAPP 74007 SA; Musik: 4-5, Klang: 3-4)

verzichtete er sogar auf eine Korrektur der Gleichlaufschwankungen,

um die Authentizität dieses Frühwerks zu bewahren; Sax filterte aber

das im Vinyl-Zeitalter kaum störende Rauschen weg, was vor allem

dem dynamisch abwechslungsreichen Inzest-Drama „The End“ zugutekommt.

Gleiches gilt für den Elf-Minuten-Vortrag „When The Music’s

Over“ vom Nachfolge-Album „Strange Days“ (74014; M: 4, K: 3-5).

Viel Freude muss Doug Sax beim Remastern der Filigranarbeit „Waiting

For The Sun“ (74024; M: 3-4, K: 3-4) verspürt haben. Die Flamenco-Gitarre

der „Spanish Caravan“ klingt nicht mehr wie eine verhinderte

E-Klampfe, und das Mini-Hörspiel „Unknown Soldier“ entfaltet

hier ohne Surround-Mätzchen seine volle Wirkung. Die mit Bläsern

und Streichern besetzte „Soft Parade“ (75005; M: 3, K: 3-4) und das

Zu-den-Wurzeln-des-Rock-Wendemanöver „Morrison Hotel“ (75007;

M: 3-4, K: 3-4) gewähren trotz Nachbearbeitung kaum neue Einsichten.

„L. A. Woman“ (75011; M: 4-5, K: 4) hingegen zeigt das vermeintliche

Rabauken-Quartett bei der letzten Zusammenarbeit mit Jim Morrison

auch dank satter Dynamik intensiv wie nie als homogenes Rhythm-

&-Blues-Ensemble. Die sechs SACDs sind einzeln erhältlich oder mit

Begleitbuch in der Box „The Doors – Infinite“. Winfried Dulisch

Rolling Stones, The Who, Led Zeppelin, The Beatles – nur Mitglieder der Hall Of Fame können Morrison & Co. das Wasser reichen

Westcoast-Rock

Hard-Rock, Metal-Pop

Rock, Pop

Stephen Stills

Carry On

Rhino / Warner Music (4 CDs)

1965 wollte er Mitglied der Monkees werden

– leider war Stephen Stills durch einen

miesen Autorenvertrag seinerzeit an einen

Musikverlag geknebelt. Auch seine Verpflichtung

als Bassist der Jimi Hendrix Experience

platzte, weil ihm sein Manager einen Brief

vorenthielt. Seine Freundschaft mit Hendrix

hielt dennoch: Jimi gastierte 1970 auf Stills’

Solodebüt in dem Song „Old Times Good

Times“, der auf„Carry On“ zu finden ist. Mit

81 weiteren Tracks (25 davon unveröffentlicht)

plus tollem 113-Seiten-Buch ergibt sich die

facettenreiche Biografie eines Musikers zwischen

Folk, Blues, Westcoast und Latin – mit

Beiträgen von CSN (& Y), Buffalo Springfield,

Eric Clapton und Herbie Hancock. Willi Andresen

4 Way Street, Buffalo Springfield: Boxset

Van Halen

The Studio Albums 1978-1984

Warner Bros. / Warner (6 CDs)

Hardrock-Highlights zum Schnäppchenpreis:

Für rund 20 Euro (Listenpreis) bündelt dieses

Boxset die ersten sechs Studiowerke der US-

Boys – und zeigt in radikaler Konzentra tion

auf die Musik (kein Booklet, null Begleitinfos,

null Bonustracks), wie sich die Band im

Spannungsfeld zwischen ausklingendem

Seventies-Hardrock und der New Wave

of British Metal zum Megaact der Szene

entwickelte. Die wichtigsten Zutaten: Eddie

van Halens Erfindungreichtum auf der Gitarre

(Stichwort: Tapping), der unter Produzentenaufsicht

von Ted Templeman bis dato unerhörte

Umgang mit Effektgeräten und David Lee

Roths Performance als energetisch-ironischer

Adonis der Szene. Christof Hammer

Black Sabbath, Kiss, Judas Priest

David Bowie

Aladdin Sane (40th Anniversary Edition)

EMI (CD)

Ein Jahr nach „Ziggy Stardust“ und pünktlich

zur neuen Studio-CD (S. yx) erscheint auch

„Aladdin Sane“ als (zweite) Jubiläums-Edition.

Leider ohne größeren Mehrwert: Die

zehn Bonussongs gab’s bereits 2003 zum 30.

Jubiläum, und auch Ray Staffs Remastering

(er wirkte am Original mit und frischte 2012

bereits „Ziggy...“ auf) bringt kaum neue

Erkenntnisse. Bowie selbst nannte „Aladdin

Sane“ das „Ziggy Goes To America“ – vieles

entstand auf der US-Tour 1972. Das Konzeptwerk

über Verzweiflung und Entfremdung

ist geprägt von Mick Ronsons Rock-Gitarre

und Mick Garsons vitalem Jazz-Piano. Top:

die Stones-Hymne „Let’s Spend The Night

Together“ und „The Jean Genie“. Willi Andresen

Ziggy Stardust, Pin Ups

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

74 www.audio.de ›05 /2013


Bear Family erzählt: The

Story of Sun Records

Sam Phillipps war ein Geburtshelfer:

Sein Sun-Studio in Memphis war der

Kreißsaal des Rock `n´ Roll. Afro-amerikanische

Musikhistoriker nennen das Jahr

1951 als Geburtsdatum: Da produzierte

der Sun-Boss mit Ike Turners Kings Of

Rhythm den Boogie-Song „Rocket 88“.

Weiße Pop-Fans hören lieber diese Story:

1954 ließ Phillips einen Lastwagenfahrer

den Blues-Oldie „That’s Alright Mama“

in fetzigem Country-Tempo singen. Der

Elvis-Track eröffnet denn auch die 254

Songs starke „Rock Box“, die mit zwei

weiteren Sets die Story eines der wichtigsten

Label der Musikgeschichte erzählt

– von den Oldie-Experten Bear Family

gewohnt liebevoll ediert. Außerdem zeigen

Carl Perkins, Roy Orbison und andere

Popular-Revoluzzer, wie unverschämt

schnörkellos der Rock `n´ Roll in seiner

Vorpubertät klingen durfte.

Die weißen Mütter und Väter des Pop

stecken in der „Country Box“. Während

200 Meilen nördlich Fiddle und wimmernde

steel guitar den Nashville-Sound der

1950er prägten, wurde Country-Music

in Memphis dominiert von knackigen

E-Gitarren, kräftig zupackenden Pianisten-

Händen und den Sun-typischen Halleffekten.

Das Repertoire reicht hier von Gospel

bis Honky Tonk, von Johnny Cash und

Jerry Lee Lewis bis hin zu Country-Girls

mit Schlafzimmerstimmchen.

Die „Blues Box“ kontrastiert den Folk-

Blues und die Gospel-Gesänge aus dem

Mississippi-Delta mit geschliffenen Bläser-

Arrangements und Barbershop-Songs aus

der Beale Street, dem Vergnügungsviertel

von Memphis. Einige Sun-Musiker machten

später Karriere bei Chess in Chicago,

aber so rau und unverfälscht wie im Sun-

Studio klangen sie nie wieder.

Winfried Dulisch

Country Music Recorded By Sam

Phillips 1950-1959

Sun / Bear Family BCD 17311; 6 CDs + 148-seitiges Buch;

Blues, R&B And Gospel Music In

Memphis 1950-1958

Sun / Bear Family BCD 17310; 10 CDs + 180-seitiges Buch

Rock `n´ Roll Music Recorded By

Sam Phillips 1950-1959

Sun / Bear Family BCD 173103; 8 CDs + 224-seitiges Buch

Musik:

Klang:

Vocal-Jazz

ACT / Edel:Kultur (CD, LP)

Für mich ist ‚Voyage‘, ‚Same Girl‘, ‚Lento‘ eine Trilogie“, meint Youn Sun Nah. „Es geht um das

Erforschen dieser intimen musikalische Atmosphäre. Für mich ist der Erfolg der Alben ein

kleines Wunder. Dennoch bin ich immer noch die gleiche Person, mein Leben hat sich nicht

sehr geändert, außer dass ich etwas mehr Geschwindigkeit gelernt habe. Und das Bedürfnis

entwickelt habe, zwischendurch auch wieder zu bremsen. ‚Lento‘ bedeutet daher vor allem:

‚Lass Dir Zeit! Keine Panik!‘. Ich habe alle Zeit der Welt und nehme sie mir.“ Vielleicht ist diese

souveräne Haltung auch der Grund, warum die in Paris lebende Koreanerin seit Jahren stetig

die Erfolgsleiter hinaufsteigt. Und dann ist da ihr Team mit Gitarrist Ulf Wakenius, Bassist Lars

Danielsson und Perkussionist Xavier Desandre-Navarre, inzwischen noch um Vincent Peirani

am Akkordeon ergänzt. Dieses Quartett gibt ihrer so fragilen wie ausdrucksstarken Stimme

den idealen Rahmen, um raffinierte Songdramaturgien zu entwickeln. „Lento“ setzt die bisherige

Mischung fort, integriert Cover-Stücke von Alexander Scriabin bis zu den Nine Inch Nails ins

Programm, leistet sich Exaltismen wie „Ghost Riders In The Sky“ ebenso wie ein bewegend

theatralisches „Lament“ und rundet den Streifzug mit einer Prise Koreanischem und zärtlichen

Elegien wie „New Dawn“ ab. Das ist Musik, die atmet, die privat wirkt, ohne indiskret zu sein

– Musik einer stilsicheren und finessenreichen Geschichtenerzählerin. Ralf Dombrowski

Maria João, Lauren Newton, Aziza Mustapha Zadeh

Musik:

JAZZ-CD DES

Lento

MONATS

Youn Sun Nah

Vocal-Jazz

Brambus / Rough Trade (CD)

Klang:

Nicole Herzog & Stewy von

Wattenwyl Group Intimacy

Balladen, Bossa Novas, Swing-Jazz: Nicole

Herzog und die Band des Pianisten Stewy

von Wattenwyl drehen das Rad der Jazzgeschichte

um knapp 50 Jahre zurück. Wenn die

Schweizerin Songs wie „What A Difference

A Day Makes“, „Nature Boy“, „Prelude To A

Kiss“ anstimmt, verzaubert sie mit warmem

Timbre und so klarer Aussprache, als sei

sie nicht in Winterthur, sondern in den USA

geboren. Bei ihr stimmen alle Nuancen,

wenn sie, nur von Piano, Bass, Schlagzeug

und gelegentlich auch Altsaxofon und plus

Percussion begleitet, in eine imaginäre Bar

entführt. Sie ist Entertainerin, sie ist Stimmkünstlerin

– und ihre Disc ein Highlight unter

den Nostalgieproduktionen. Werner Stiefele

Ella Fitzgerald / Joe Pass: Take Love Easy

World Fusion

Trilok Gurtu

Spellbound

Moosicus / Indigo (CD, LP+CD)

„Spellbound“ ist auch ein Tribute an Don

Cherry, der Trilok Gurtu einst darin bestärkte,

seinen eigenen musikalischen Wege zu

gehen. Es ist aber vor allem ein Gipfeltreffen

herausragender Trompeter, die der indische,

in Deutschland lebende Perkussionist sich

ins Studio geladen hat: Ambrose Akin musire,

Paolo Fresu, Hasan Gözetlik, Matthias

Höfs, Ibrahim Maalouf, Nils-Petter Molvaer,

Matthias Schriefl – eine Riege von „Weltmeistern“

ist hier am Start und spielt mit Gurtu

eine stilistisch und klangästhetisch stark an

den Achtzigern orientierte Fusion-Mischung

mit viel rhythmischem Flirren und großen

Klangräumen – eine leichteTendenz zum

gepflegten Pathos inklusive. Ralf Dombrowski

Joe Zawinul, die Solo-Alben der Gast-Trompeter

Musik › JAZZ

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

www.audio.de 05 /2013

75


Musik › JAZZ

Filigran-Jazz

Bastian Stein

Diegeses

Piano-Jazz, Swing

Pirouet / Edel:Kultur (CD)

Was für ein Ton! Bastian Stein bläst Trompete

und Flügelhorn so facettenreich, als wolle

er mit dem Instrument von einfühlsamen

Gesprächen und intensiven Begegnungen

erzählen. Weich und luftreich klingen seine

Ins trumente – sein Lehrer Ack van Rooyen

hat den 30-jährigen Österreicher zweifelsfrei

beeinflusst. Steins Quartett mit Pablo Held

am Flügel unterstützt das sanft gehauchte

Spiel des Bandleaders durch seine unaufgeregte,

kommunikative Spielweise. Bei den

alten Griechen stand „Diegeses“ für die „erzählerische

Vermittlung“. Exakt dies geschieht

in dieser auch klanglich exquisiten Scheibe:

Vier Virtuosen berichten dem Hörer von einer

Welt ohne Hektik und Stress. Werner Stiefele

Kenny Wheeler: The Widow In The Window

Musik:

Klang:

Paul Kuhn

Swing 85 (Limited Edition Birthday Box)

In & Out / in-akustik (2 CDs + DVD)

Jazz hat Paul Kuhn sein Leben lang gespielt.

Bekannt wurde er jedoch als Entertainer,

und so musste er erst in Rente gehen, um

seiner eigentlichen Leidenschaft ausgiebig

zu frönen. Das allerdings macht er seit den

90ern sehr souverän. Das zeigt auch „Swing

85“, ein Geburtstagsgeschenk zum seinem

85., für das er 2011 in den Capitol Studios

mit John Clayton (Bass) und Jeff Hamilton

(drums) die väterlich swingenden „L.A.-Sessions“

aufnahm (auch einzeln erhältlich). Dazu

kommt eine Best-of-CD sowie die DVD eines

Konzerts aus Burghausen 2008 mit dem

Filmorchester Babelsberg und einer Doku,

die Paul Kuhn als Kultur-Ikone der deutschen

Nachkriegszeit porträtiert. Ralf Dombrowski

Eugen Cicero, H. Strasser, M. Greger, Nat `King‘ Cole

Musik:

Klang:

Post-Fusion

Portico Quartet Live/Remix

Brasil-Bigband

Real World / Indigo (2 CDs)

Noch vor ein paar Jahren war das Portico

Quartet eine leicht pickelige Londoner

Musiker-WG mit Spaß am Klangexperiment.

Inzwischen aber gelten die Briten als Aushängeschild

der jungen heimischen Szene und

stehen daher unter einem gewissen Innovationsdruck.

Die Doppel-CD „Live/Remix“ wirft

daher zugleich einen Blick nach vorne und

zurück, ohne gleich ein neues Studio-Album

sein zu müssen. Klangästhetisch futuristisch

sind die Remixe von DVA, Will Ward oder LV,

die neun Portico-Songs mit viel elektroni scher

Bastellust redesignen. Die Live-Seite wiederum

zeigt eine Band, deren sphärische Energie

sich seit den Anfängen stark verdichtet hat.

Sound-Stoff zum Studieren. Ralf Dombrowski

Eivind Aarset, Carl Craig, Steve Reich

Musik:

Klang:

Ivan Lins – SWR Big Band

Cornucopia

Moosicus / Indigo (CD)

Überschwängliche Lebensfreude, knackige

Rhythmen und packende Arrangements

haben der brasilianische Sänger Ivan Lins, Arrangeur

Ralf Schmid und die SWR Big Band

ins Füllhorn ihrer Co-Produktion gesteckt. In

13 Titeln schaffen sie das Kunststück, die Tutti

der Band so spritzig wie percussive Einwürfe

zu gestalten und die Kraft der großen Besetzung

mit der federnden Eleganz der Rhythmusgruppe

aus den Schlagzeugern Portinho

und Wolfgang Haffner sowie dreier Percussionisten

zu verschmelzen. Konzentrierte Soli

sowie dezent und wirkungsvoll eingesetzte

Electronica würzen die 13 Songs dieser

klanglich sorgfältig ausbalancierten, rundum

faszinierenden Brasil-Produktion. Werner Stiefele

SWR Big Band: Bossarenova

Musik:

Klang:

Serien-Täter: Fusion

AUDIO-Mitarbeiter

Werner Stiefele

über in drei Schuber der

„Original Album Series“ voll

früher Fusion-Klassiker

Es waren bewegte Zeiten. Der

akustische Jazz hatte in den 1970ern

seinen Reiz für das junge Publikum verloren.

In der Folge verschmolz die Musik

der Charts - Rock, Soul, Funk und Disco

– mit Jazzigem zur vielfältigen Fusion. Die

Rhino-Serie „Original Album Classics“

(Vertrieb: Warner) wirft nun einen Blick

auf diese Ära. Die Editionen sonderlich

liebevoll zu nennen, wäre übertrieben,

denn die Alben von damals stecken in miniaturisierten

Nachdrucken der LP-Cover –

allerdings bei beträchtlichen Farbverschiebungen.

Zudem wurde auf ein Beiblatt

mit discographischen Angaben verzichtet

– bei einem Preis von unter 15 Euro pro

5er-Pack hätte wohl schon dieser kleine

Service die Kalkulation gesprengt.

Jean Luc Ponty, ursprünglich Mitglied in

der Band von Frank Zappa, zählte zu den

führenden Elektro-Geigern. In den 1975

bis 1978 veröffentlichten Alben „Upon The

Wings Of Music“, „Aurora“, „Imaginary

Voyage“, „Enigmatic Ocean“ und „Cosmic

Voyager“ ist auch heute noch viel von der

begeisterten Suche nach Neuem spürbar.

Billy Cobham setzte mit seinen Features

auf „Spectrum“ Maßstäbe für Fusion-

Schlagzeuger. Das Genre war noch neu,

und die Stücke wirkten entsprechend

frisch. Auch auf „Shabazz“ untermauert er

seinen Ruf als Super-Drummer. Andererseits

klafft hier und auf den übrigen Discs

eine Lücke zwischen Cobhams virtuosen

Können und den wenig originellen Kompositionen.

Schlagzeug-Fans kommen

trotzdem auf ihre Kosten.

Tower Of Power galten zu Beginn der

1970er als die heißeste Bläsersection der

Welt. Tatsächlich sitzen Breaks und Tutti

messerscharf. Die Arrangements vereinten

Soul, Rockpower und das Satzspiel

der Bigbands – damals eine revolutionäre

Großtat. Auch wenn die Jungs damals

Hippie-Hemden trugen: Ihre Musik spiegelt

cool-solides, nie flippiges Handwerk.

Jean Luc Ponty

Musik:

Billy Cobham

Musik:

Tower Of Power

Musik:

Klang:

Klang:

Klang:

76

www.audio.de ›05 /2013


Carlo Gesualdo Responsorien

Tómas Luis De Victoria Lamentationen

Musik › KLASSIK

KLASSIK-CD DES MONATS

DG Archiv / Universal (CD)

Fast wie ein Wunder mutet es an, dass sich die Deutsche Grammophon

wieder mit einer Archiv-CD meldet. Auf der Internet-Seite der

DG ist „Archiv“ nicht mehr als eigenständige Linie zu finden. Dabei

verstehen die Leute ihr Geschäft: Diese CD mit Gründonnerstagsund

Karfreitags-Musik der Spätrenaissance-Künstler Gesualdo und

de Victoria mit dem englischen Vokal ensemble „Tenebrae“ gehört

zum Besten, zum Kultiviertesten, was man in letzter Zeit an Vokalpolyphonie

zu hören bekam. Die 16 Sängerinnen und Sänger sind

ebenso präsente Solisten wie sie gemeinsam ein extrem geschmeidiges

Vokal-Orchester formen.

Ihr Leiter Nigel Short kann mit ihnen diese Musik in kraftvollem Fluss

strömen lassen und sie gleichzeitig in allen Schattierungen, Farben

und Formen modellieren, die die menschliche Stimme hergibt.

So gewinnen die immer als extravagant

und geradezu schrill expressiv geltenden

Kompositionen Gesualdos eine geradezu

klassische Eleganz. Eine gute Idee, diese

Musik mit Kompositionen des gleichaltrigen Spaniers Tómas Luis de

Victoria zu kombinieren. Gerade im Gegensatz zu dessen ungetrübt

schöner Klassizität tritt Gesualdos Wille zum Ausdruck um so mehr

hervor. Die künstlerische Leistung der Sänger wird getragen von der

Tontechnik, die die Aura eines gotischen Kirchenschiffs schafft und

somit der Musik den richtigen Raum zur Entfaltung gibt. So intensiv,

so regelrecht greifbar war diese Musik von ihren Schöpfern bestimmt

gedacht..

Andreas Fritz

Gesualdo: The King’s Singers; Hilliard Ensemble (ECM)

Ensemble Tenebrae,

Nigel Short

Musik:

Klang:

Kammermusik

Klavier

Oper

Schumann, Brahms, Hindemith

Fantasie M. Hara (Viola), R. Ariyoshi (Klavier)

ARS / Note 1 (SACD)

Ein beachtliches Debüt: Die 29-jährige japanische

Bratschistin Mariko Hara stellt sich als

Romantikerin vor. Ihr Ausdrucksspektrum

reicht von rustikalem Optimismus (Schumanns

„Märchenbilder“) bis zu zarten, verwehten

Kantilenen im Andante aus Brahms

bearbeiteter Klarinettensonate op. 120,1 – ein

magischer Moment dieser Disc. Mit ihrem

exzellenten Piano-Partner Ryoji Ariyoshi gelingt

ihr zudem eine atemberaubende Lesart

der „Fantasie“ aus Hindemiths früher Sonate

op. 11,4: beseelte Gesänge, himmelstürmender

Jubel. Apropos Hindemith: Den lässt das

Duo in fesselnden Dialogen fast wie Debussy

schimmern, funkeln, leuchten. Mariko Hara:

ein viel versprechendes Talent. Otto Paul Burkhardt

Hindemith: Ax, L. A. Philharmony, Salonen (Sony)

Satie & Compagnie Werke von Satie,

Dupont, Schmitt u. a. Anne Queffélec, Klavier

Mirare / Harmonia Mundi (CD)

Dieses Programm, eingespielt auf einem

perfekt intonierten Flügel, ist wunderbar

geeignet, in Ruhe mit einem Glas Rotwein

genossen zu werden. Der Klaviermusik

von Satie und seiner Zeitgenossen Pierre

Octave Ferroud, Gabriel Dupont, Reynaldo

Hahn, Florent Schmitt und Charles Koechlin

zu lauschen gleicht einem Spaziergang

durch einen französischen Garten mit intensiven

Düften und herrlichen Farben. Und bei

einer so inspirierten und sensiblen Pianistin

wie Anne Queffélec wird diese Musik

zum Ausdruck einer Sehnsucht nach einer

Musikepoche, die in ihrer atmosphärischen

Dichte einmalig war. Andreas Lucewicz

Satie: Klavierwerke; Queffélec (Virgin)

G. F. Händel Bad Guys – Arien aus

Händel-Opern Xavier Sabata, Counter-Tenor

Aparté / Harmonia Mundi (CD)

Händels Opern sind bevölkert von verschiedensten

Charakteren mit all ihren Stärken

und Schwächen – das macht sie so farbig

und spannend. Und auch ausgesprochene

Finsterlinge sind nicht nur böse: sie lieben

und leiden. Schon deshalb geben Händels

„Bad Guys“ genug Stoff für eine abwechslungsreiche

Recital-CD. Der Katalane Xavier

Sabata singt derzeit in der ersten Reihe der

internationalen Counter-Riege. Abgesehen

davon, dass er so klingt wie viele andere

Vertreter seines Fachs, meistert er sein

Programm tadellos, und das Barockensemble

„Il Pomo d’Oro“ kommentiert die Temperamentsumschwünge

der „Bad Guys“ reaktionsschnell

und energiegeladen. Laszlo Molnar

Bryn Terfel: Bad Boys (DG)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

www.audio.de 05 /2013

77


Musik › KLASSIK

Kammermusik

Orchester

Kammermusik

Bliss/Bax/Williams Englische Musik für

Viola & Klavier C. Euler (Viola), P. Rivinius (Klavier)

Witold Lutoslawski Sinfonien 1-4

Los Angeles Philharmonic, Esa-Pekka Salonen

Debussy / Saint-Saëns / Ravel

Streichquartette Quatuor Modigliani

MD+G/Codaex (SACD)

Sony (2 CDs)

Mirare / Harmonia Mundi (2 CDs)

Wirklich virtuos, was Anthony Bliss da 1933

für die Viola komponiert hat: Höchste Lagen

und rasante Läufe – Herausforderungen, die

Christian Euler mit Leichtigkeit meistert. Auch

in den anderen spätromantischen Werken

brilliert der aus Kassel gebürtige Musiker,

präzise unterstützt von seinem Partner

am Klavier, Paul Rivinius. Der volle, dunkle

Bratschen-Ton kommt besonders gut in der

Sonate von Arnold Bax zur Geltung, das

humoristische Talent der Viola in der Suite

von Ralph Vaughan Williams. Nicht zuletzt

begeistert der warme und detailreiche Klang

in bester SACD-Auflösung. Beste Werbung

für ein unterschätztes Instrument. Andreas Fritz

Zum 100. Geburtstag des Komponisten beendet

Esa-Pekka Salonen seinen 1985 begonnenen

Zyklus der vier Lutoslawski-Sinfonien:

getoppt mit der zuletzt eingespielten Ersten.

In diesem, von der Zensur verbotenen Frühwerk

(1948) eröffnet Salonens L.A.-Philharmonie

neben aller neoklassizistischen Hektik

bereits andere, auratische Traumwelten. Die

Zweite zeigt die für Lutoslawski typischen

freien, aleatorischen Passagen: Unerhört, wie

Salonen den „Direct“-Satz zu immer grelleren

Klangbändern steigert. Die Brillanz seiner

Musiker zeigt sich etwa im gespensti schen

Beginn der Vierten (1993). Dieser Zyklus setzt

Maßstäbe: exzellent ausgeleuchtet, expressiv

musiziert. Otto Paul Burkhardt

Kancheli, Magnum Ignotum (ECM)

Auf seiner sechsten CD vereint das Quatuor

Modigliani zum ersten Mal Werke seiner

Heimat Frankreich. Als „Klassiker“ können

mit Fug und Recht die Streichquartette von

Debussy und Ravel bezeichnet werden. Eine

interessante Erweiterung stellt das späte

Kammermusikwerk (op.112) von Camille

Saint-Saëns dar, das eher einer spätromantischen

Tonsprache verpflichtet ist als der

französischen Klanglichkeit seiner Zeitgenossen

Debussy und Ravel. Die vier Streicher

agieren mit ausgeprägtem Gespür für die

formalen Strukturen; die luziden, flimmernden

Klangfarben wirken durch die Direktheit

der Aufnahmetechnik eher opulent als feingezeichnet.

Andreas Lucewicz

Debussy/Ravel: Auryn Quartett (Tacet)

Nils Mönkemeyer: Ohne Worte (Sony)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Kammermusik/Vokal

Sakral

Violine

J. S. Bach Stücke für Tenor und Flöte D.

Behle, Collegium Musicum Göppingen, K. Rothaupt

Sony (CD)

Manche Sänger, die mit Mozart brilliert

haben, sind bei Bach gescheitert. Daniel

Behle aber hält sich auf diesem allzu glatten

Parkett souverän. Nicht zuletzt dank seiner

Ausbildung als Posaunist verfügt er über die

meisterhafte Atemtechnik, die für Vocal-

Stunts wie „So schnell ein rauschend Wasser

fließet“ (Kantate BMV 26) einfach erforderlich

sind. Dieses wahnwitzig-rasante Stück ist für

meine Begriffe das absolute Highlight der CD,

trotz ernstem Inhalt schlichtweg beschwingend.

Hier und in vielen anderen „Dialogen“

erweist sich Flötistin Anne-Cathérine Heinzmann

als ideale Partnerin. Es ist lange her,

dass ich an einem Bach-Recital so viel Freude

hatte. Unbedingt empfehlenswert! Thomas Voigt

Schubert: Schöne Müllerin; Behle, Bjelland (Capriccio)

G. B. Pergolesi Septem Verba A Christo

Akademie für Alte Musik Berlin, René Jacobs

Harmonia Mundi (CD)

Als „eines der innigsten Kunstwerke, voll

von Sanftmut, tiefstem Empfinden und

alles überstrahlendem Schönheitsgefühl“

charakterisierte der Dirigent Hermann

Scherchen zutreffend Pergolesis „Sieben

Worte Christi“. Umso erstaunlicher, dass

diese Einspielung die allererste des Werks

ist. Unterstützt von einem sehr durchsichtigen

Klangbild legen sich die Musiker unter

der Leitung von René Jacobs mächtig ins

Zeug: Pointiert das Spiel der Akademie für

Alte Musik Berlin, innig der Gesang der vier

Solisten (Sophie Karthäuser, Christophe

Dumaux, Julien Behr, Konstantin Wolff).

Eine tolle Entdeckung abseits ausgetretener

Repertoirepfade. Andreas Fritz

Pergolesi: Stabat Mater; Scholl, Bonney (Decca)

J. S. Bach Violinkonzerte BWV 1041-1043,

1064 Freiburger Barockorches., Goltz, Schreiber u. a.

Harmonia Mundi (CD)

Wie viele Violinkonzerte hat J. S. Bach

eigentlich geschrieben? Jedenfalls weit mehr

als die drei bekannten BWV 1041-43. Das

Freiburger Barockorchester ergänzt die „Klassiker“

um das Konzert D-Dur für drei Violinen,

rekonstruiert nach dem Cembalokonzert

BWV 1064 – ein brillantes Stück! Wie es sich

gehört, kommen die Solisten aus den eigenen

Reihen, und die Aufnahme ist prächtig.

Im Vergleich zum spritzigen Kammermusik-

Brio von Café Zimmermann und zur virtuosspielerischen

Leichtigkeit von Rachel Podger

mit Brecon Baroque punket Freiburg mit

ausgefeilter Eleganz und richtigem Orchestersound.

Eine erstrangige Einspielung, die der

herrlichen Musik Ehre macht. Laszlo Molnar

Café Zimmermann (Alpha); Brecon Baroque (Channel)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

78 www.audio.de ›05 /2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE

DAVID UND GOLIATH

Können Verstärker, die vor Kraft kaum laufen können, sensibel

sein? Und kann ein Schwächling gegen einen Titanen bestehen?

Der Vergleich zweier ungleicher Lösungen gibt Aufschluss.

■ Text: Stefan Schickedanz, Johannes Maier

136 www.audio.de ›05/2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE

Viele Wege führen nach Rom,

sagt eine Binsenweisheit. Das

dachten sich offenbar auch

zwei HiFi-Gurus: Mit seinen

Monoblöcken M8 700m schuf der Brite

Antony Michaelson wahre Goliaths, die

mit jeweils weit über 1000 Watt Messwiderstände

zum Glühen und Boxen auf

Trab bringen sollen.

Der Amerikaner Nelson Pass erzieht die

unter seinem Namen vertriebenen Verstärker

üblicherweise ebenfalls zu energischer

Leistung. Bei seiner quasi privaten

Forschungs-Linie „First Watt“ übt

der Meister sich aber in äußerster Bescheidenheit.

Seine im reinen Class-A-

Betrieb laufenden und lediglich ein paar

wenige Watt starken Monoblöcke SIT1

können und wollen keine orchestralen

Bäume ausreißen. An wirkungsgradstarken

Lautsprechern gelingen ihnen jedoch

laut ihrem Schöpfer wahre Wunder.

Vor allem auch dank eines neuen

Transistortyps sollen sie zarteste Pflänzchen

vollendet zum Blühen zu bringen.

Müssen sich die Musical-Blöcke im Vergleich

dagegen als ungelenke Krümel-

Monster geschlagen geben, oder weisen

sie – zumindest mit Normalmusik an

Duchschnittsboxen – nicht doch die gesündere

Gesamtbilanz aus? Logischerweise

können die Briten, die zusammen

mit der passenden Vorstufe M8 Pre antreten,

nicht mit vollem Class-A-Ruhestrom

arbeiten (sonst würden sie als

Heizung agieren). Wegen der nicht ganz

so idealen AB-Arbeitskennlinie muss –

im Gegensatz zu den Pass – eine Gegenkopplungsschleife

das Problem Klirrarmut

richten. Dafür gibt's Leistung satt –

und die SIT-1-Blöcke werden ganz schön

strampeln müssen, um zu bestehen.

TEST

Stereo-Vorverstärker und -Endstufen

MUSICA FIDELITY M8 PRE 4500 €

MUSICAL FIDELITY M8 700 10000 €

FIRST WATT SIT 1 10000 €

www.audio.de ›05 /2013

137


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE

MUSICAL FIDELITY M8 700M UND PRE 10000 UND 4500 EURO

NICHT NUR MONO-, SON-

DERN DOPPEL-POL-AUFBAU!

Jeder Monoblock besteht aus zwei

eigenständigen Verstärkern, die in

Brücke einer Box zuarbeiten. Bei

dieser Anordung kommt durch

Verdopplung des Hubes und damit

auch des Stromes enorm viel

Leistung heraus. Zwei separate

Netzteile sorgen dafür, dass diese

Power auch an stromgierigen

Boxen nicht zusammenbricht.

Seit über 30 Jahren macht Musical

Fidelity mit Hingabe Verstärker.

Meist handelt es sich dabei

um heiße Geräte im wahrsten

Sinne des Wortes. Schließlich verbindet

die HiFi-Gemeinde die Marke – dem legendären

A1 sei Dank – vor allem mit

echten Class-A-Schaltungen. Doch

wenn es einen Verstärker gibt, auf dem

der britische Hersteller besonders stolz

ist, dann ausgerechnet ein regelrechtes

Watt-Monster, das mit dem Class-A-Gedanken

etwa so viel zu tun hat wie Arnold

Schwarzenegger mit einem griechischen

Philosophen.

Immerhin beeindruckte der sinnigerweise

Titan genannte Verstärker nicht nur

mit astronomischen Leistungswerten.

Ihm haftete gleichzeitig der Ruf an, als

erster Vertreter seiner Klasse sogar an

wirkungsgradstarken Boxen überzeugend

zu klingen. Seine Schwachstelle

war der dem unvermeidbaren Aufwand

geschuldete Preis. Das ließ Antony Michaelson,

der sich ja gerade mit kleinen,

erschwinglichen Verstärkern einen Namen

machte, nicht ruhen. Gut drei Jahre

BIEDERMANN& BRAND-

STIFTER: DIE M8 KÖN-

NEN LEISE UND LAUT

später präsentierte er den M8 700, einen

Mono-Verstärker, der für vergleichsweise

günstige 5000 Euro pro Stück sagenhafte

1242 Watt an 4 Ohm pro Kanal auffährt

– in unserem Labor gemessen,

wohlbemerkt. An 8 Ohm sind es immer

noch stramme 767 Watt. Dieser Wert

liegt sogar noch um 67 Watt über der beeindruckenden

Werksangabe und gerade

einmal 233 Watt unter der Nennleistung

der Titan. Damit holt sich der M8

nicht nur die Krone als einer der stärksten

jemals von AUDIO gemessenen Amps.

Er setzt auch gerade Maßstäbe in Sachen

Preis-Leistung: Wo sonst kommt

man im High-End-Bereich mit vier Euro

je Watt davon? Entsprechend machten

die beiden Monoblöcke bereits eine

Menge Furore im Flurfunk, bevor sie

auch nur einen Mucks im Hörraum von

sich gegeben hatten. „Das ist kein Würfel,

das ist das reinste Hochhaus“, kommentierte

Chefredakteur Bernhard Rietschel

den Stabilitätswürfel, der nach

oben aus dem Messbereich herausquoll

wie Clark Kent aus seinen Klamotten,

wenn er sich in Supermann verwandelt.

Dabei wirkte der Kraftprotz in seinem

kompakten, schnörkellos schwarzen

Alu-Gehäuse so harmlos und bieder wie

Reporter Kent mit Brille und Anzug.

DER TITAN STAND PATE

Immerhin versprach sein Schöpfer, dass

es ihm gelungen sei, die Grundtugenden

des Titan bei der Transformation in zwei

138

www.audio.de ›05/2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE

VERSORGUNG HOCH

ZWEI: Die beiden Trafos werden

von zahlreichen

Säuberungs-Kondensatoren

und Stabilisierungs-Stufen

begleited, die auf der großen

Hauptplatine sitzen. Die

Musiksignale zirkulieren nur

über kurze Strecken auf der

Rückseite herum. Ein Edel-IC

regelt die Lautstärke.

erschwingliche Mono-Blöcke erhalten zu

haben: Die beiden vollsymmetrisch aufgebauten

Amps sollen ebenfalls die nötige

Sensibilität besitzen, um selbst mit

wirkungsgradstarken Lautsprechern hervorragend

zu harmonieren.

Bestens zusammen spielen soll der M8

700m auch gerade mit der ebenfalls zum

Test angetretenen Vorstufe M8 Pre über

die XLR-Anschlüsse. Michaelson verrät

im Zusammenhang mit seiner Empfehlung,

möglichst symmetrische Verbindungen

zu verwenden, ein kleines Geheimnis:

In Verbindung mit aktuellen

SMD-Bauteilen sei es endlich möglich,

die positive und die negative Halbwelle

absolut identisch zu behandeln. Das sei

früher ein allgemeines Problem gewesen.

Das sei nun gelöst und führe dazu,

dass die Kombi aus M8 700m und M8

Pre mit symmetrischer Signalübertragung

tatsächlich besser klingt als mit

asymmetrischer Verkabelung.

Zur Umsetzung der Empfehlung stehen

zwei XLR-Eingänge und ein -Vorverstärker-Ausgang

bereit. Ansonsten warten

auf den Besitzer fünf vergoldete Hochpegel-Eingänge

sowie ein zwischen MM

und MC umschaltbarer Phono-Eingang.

Sowohl die Line- als auch die XLR-Eingänge

eignen sich dank schaltbarem Bypass

zur Integration von externen Surround-Decodern

und Klangprozessoren

ins Gesamtsystem. Die Ausgangsstufe

des vollsymmetrisch aufgebauten M8

Pre arbeitet im reinen Class-A-Betrieb.

Aufwand betrieb Musical Fidelity auch

beim Netzteil. Jeder Kanal verfügt über

seinen eigenen 350-VA-Trafo, jede einzelne

Stufe über ihre eigene, kanalgetrennt

geregelte Stabilisierung der Versorgungsspannung.

Seine besonders

niedrige Impedanz beschert dem Netzteil

eine hohe Stromlieferfähigkeit.

Im Hörtest musste sich das britische

Dreigespann an den unterschiedlichsten

Lautsprechern beweisen. Dabei traf es

nicht nur auf die besonders im Bassbereich

durch eine niedrige Impedanz nach

Strom gierende KEF Reference 207/2,

sondern auch auf die impedanzunkritische,

wirkungsgradstarke Klipsch Cornwall

III. Während bei der ersten der beiden

extreme Kontrolle, Kraft und vor allem

Stromlieferfähigkeit gefragt waren,

kam es im anderen Extrem auf Schnelligkeit,

Transparenz und Detailreichtum an.

Und tatsächlich erwiesen sich die drei

von der Insel als regelrechte Universal-

Genies.

Mit der KEF kam die völlig neutral abgestimmte

Kette spielend zurecht. Scheinbar

mühelos entlocken die Engländer ihrer

Landsmännin tiefreichende, trockene

Bässe und strahlende, blitzblank polierte

Höhen. Dabei unterschlugen sie keine

Details – hätten aber unterm Strich von

einem Hauch mehr Wärme und Volumen

im Mitteltonbereich profitiert. Was die-

Fotos: Archiv, MPS, Julian Bauer

www.audio.de ›05 /2013 139


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis (Paar)

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

MUSICAL FIDELITY

M8 700

Reichmann Audio-Systeme

0 77 28 / 10 64

reichmann-audiosysteme.de

10000 Euro (Paar)

3 Jahre

44 x 16 x 46 cm

je 30 kg

RÜCK- UND VORWÄRTS GEWANDT: Die M8 Pre nimmt sich gern auch MM- und

MC-Tonabnehmern an. Am Fixpegel-In dürfen Stereokanäle von Surround-Decoder ran.

AUSSTATTUNG

Eingänge Cinch / XLR 1 / 1

Pegelsteller –

Kanäle 1

Ferneinschaltung •

Leistungsanzeige –

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

ÅSehr neutral abgestimmt,

hochauflösend, sauber und

sowohl für Wattfresser-Boxen

wie Wirkungsgradwunder

geeignet.

Í –

Klang Cinch / XLR 123 / 125

Ausstattung

gut

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

MIT EDELMUT RAUS UND REIN: Durchschleif-Ausgänge erlauben den Anschluss

weiterer Endstufen. Vorsicht: Sowohl die Plus- und die Minus-Boxenklemmen sind heiß.

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

125 PUNKTE

SEHR GUT

sen Part betraf, zeigte die Vor-Endstufen-

Kombi Sugden LA 4 / MPA 4, wie man

mit einem vergleichsweise einschmeichelndem

Sound Punkte sowie Sympathien

gewinnt. Hier wirkte alles etwas

voller, wärmer, flüssiger. Bei ganz strenger

Betrachtung wirkte der Oberbass

aber ein wenig füllig und nicht ganz so

fanatisch genau kontrolliert, nicht ganz

so prägnant wie mit der M8-Kombi.

Das Auftrennen der beiden Kombinationen

für die Einzelwertung ergab ganz

ähnliche Eindrücke. Denn jede einzelne

Komponente der beiden britischen Hersteller

huldigte brav ihrer firmentypischen

Klangphilosophie. Tests in verschiedenen

Arbeitsketten zeigten aber

auch bei den Musicals Abstimmungsunterschiede.

Die Monoblöcke fielen zumeist

durch mehr Spielfreude und Verve

auf. Das Einschleifen der Vorstufe M8

Pre führte dagegen zur dezenten Beruhigung

– insbesondere auch beim Betrieb

mit Plattenspielern. Sowohl bei MC- als

auch MM-Pickups trat bei viel Lebendigkeit

eine angenehme Rundung auf.

Bei Hochpegelquellen erwies sich die

symmetrische Verbindung der M8-Kette

als die körperhaftere, musikalisch stimmigere

Lösung. Ob so oder so: Die

schwächlichen Pass-Monoblöcke vermochten

ohnehin nur beleidigt zuzusehen.

Die hochgeistigen Amis entlockten

der Kef keine Spur von Bass und fielen

bei diesem Durchgang komplett durch.

Ihre Stunde schlug erst mit der wirkungsgradstarken

Klipsch Cornwall III. Doch

dazu später. Grund zum Aufatmen gab es

für die Pass-Blöcke im Moment noch

nicht. Denn die Kraftmeier M8 schlugen

sich auch unter diesen, vermeintlich

übereinfachen Bedingungen prima. Die

britischen Power-Twins bewiesen auch

jetzt ihre Klasse: Sie behielten ihre extra

stabile, gut fokussierte Abbildung, wirkten

sehr transparent und machten Dampf

mit zünftigem Kick im Bass. Zu alledem

stellte sich durchaus auch Wohlfühlwärme

ein. So erwiesen sich die MF-Kombi

und insbesondere die M8 700m als große

Würfe, denen der Spagat zwischen

Kraft und Feingefühl glückt.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

MUSICAL FIDELITY

M8 PRE

Reichmann Audio-Systeme

0 77 28 / 10 64

reichmann-audiosysteme.de

4500 Euro

3 Jahre

44 x 16,2 x 40 cm

17 kg

ANSCHLÜSSE

Phono MM / MC

• / •

Hochpegel Cinch / XLR 5 / 2

Festpegel Eingang

• (zuweisbar)

TapeOut 1

Pre Out Cinch / XLR 1 / 1

Kopfhörer –

FUNKTIONEN

Aufnahmewahlschalter –

Klangregler/ abschaltbar –

Loudness –

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

ÅFrei von Eigenklang,

sehr breitbandig und sauber,

ordentliche Dynamik.

Í –

Phono MM/MC 115 / 115

Klang Cinch / XLR 118 / 120

Ausstattung

gut

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

120 PUNKTE

SEHR GUT

140

www.audio.de ›05/2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE

PASS FIRST WATT SIT 1 10 000 EURO

EINER SCHAFFT, DER REST

ARBEITET ZU: Bis auf den

Leistungstransistor oben rechts hat

das Gehäuse im wesentlichen nur

100-Watt-Leistungswiderstände zu

kühlen. Indem diese einen Großteil

der Energie verbraten, halten diese

zusammen mit den Elkos den Gesamt-

Energieumsatz äußerst konstant.

Auch wenn dem Musikfreund das

HiFi-Universum komplex erscheint,

wirken Teile davon erschreckend

einfach. Es braucht keine

Wahl und keinen weißen Rauch, um es

zu wissen: Der völlig unangefochtene

Papst der Verstärkerwelt residiert in den

USA und heißt Nelson Pass. Er entwickelt

und baut und verkauft seit Jahr und

Tag nicht nur prächtige und kräftige High-

End-Amps, er fühlt sich auch in Do-ityourself-Foren

zu Hause.

Und es mangelt ihm nicht an Weisheit.

Bereits vor über 30 Jahren etwa diskutierte

er mit dem französisch/japanischen

Ampli-Kardinal Jean Hiraga Prinzipien

der Technik – und nach wie vor steht

für ihn fest, dass der Weg zum optimalen

Verstärkerklang nur über Bescheidenheit

und eiserne Sparsamkeit führt. Deshalb

pflegt er neben seiner kommerziellen

Produktion seit Jahr und Tag auch eine

Art Minimalismus-Linie unter dem

Label „First Watt“. Dazu zählen die vorgestellten

Monoblöcke SIT 1 mit ihrer

ganz besonderen Geschichte.

Im Fokus steht wie gehabt eine Schaltung

mit möglichst wenig Bauelementen.

Und zwar solchen, die es dank eines

klangfreundlichen Verzerrungsverhaltens

sowie ausreichender Spannungsund

Stromverstärkung erlauben, im wesentlichen

mit nichts als sich selbst auszukommen.

Manche Kollegen nähern

sich diesem Ideal seit eh und je mit Röhrentrioden.

Andere probierten spezielle

Feldeffekttransistoren aus. Am geeignetsten

erwiesen sich Typen des

„Junction“-Prinzips, bei denen die Lenkelektroden

nicht vollständig isoliert wurden,

sondern sich am allgemeinen Stromumschlag

in einem bestimmten Maße

beteiligen.

Um solche Feinheiten sollte sich der Musikfreund

nicht unbedingt kümmern. Er

darf sich trotzdem über die sehr Triodenähnlichen

Arbeitskennlinien dieser JFETs

freuen. Und sich dann wieder ärgern,

weil er diese feinen, röhrenähnlichen

Transistoren mangels Leistung – von historischen

Versuchen bei Sony und Yamaha

in den späten 70ern ab gesehen –

hauptsächlich nur in gehobenen Phono-

Vorstufen vorfinden kann.

Es vergingen Jahre, bis sich an der Bauteile-Front

wieder Klangdienliches regte.

Auf jeden Fall behielt Pass eine Forschergruppe

der North Caro lina State

University im Auge. Diese experimentierte

mit neuen Halbleitermateralien

und schaffte es, über komlizierte Bedampfungsprozesse

Siliziumcarbid-Wafer

herzustellen. Härter, spannungs- und

temperaturbeständiger, besser isolierend

oder besser leitend, eröffneten sie

– im Vergleich zum Einfach-Schmelzsilizium

– ganz neue Bauelement-Perspektiven.

Es folgte die Gründung der Firma

Cree, die – etwa für die Automobilindustrie

– Hochleistungs-Leuchtdioden produziert.

Als es dem kalifornischen (inzwischen

leider wieder weggestutzten) Ableger

Semisouth wenig später gelang,

aus den Cree-Wafern nicht nur robuste

und impulsfeste, sondern Siliziumcarbid-JFETs

mit wunderschönen, audiogerechten

Kennlinien zu ziehen, ging

Nelson Pass ein Kronleuchter auf.

www.audio.de ›05 /2013 141


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE

Wie hierzulande Michael Koenen von

Progressive Audio – um den zweiten hellen

Kopf zu nennen. Mit den (teuren!)

Semisouth-SiC‘lern realisierte der Deutsche

Class-A-Brückenausgangsstufen

für seine fantastischen Vollverstärker A

1 und A 2 (Test: siehe AUDIOs Highend-

Sonderheft AUDIOphile, Ausgabe

3/2011).

Während Koenen eine komplizierte

Schaltung inklusive umfangreicher Elektronik

gegen hochfrequente Selbsterregung

nicht scheute, blieb Pass dem „Soeinfach-wie

möglich“-Urgedanken treu.

Damit sind wir nach kurzem Abstecher

wieder bei den First Watt-Monoblöcken

SIT 1 angelangt – und halten bei der Betrachtung

der highend-gerecht halbzölligen

Frontplatte inne, die in der Mitte ein

professionell aussehendes Anzeigeinstrument

trägt. Und daneben einen Drehknopf,

der zunächst zu Stirnrunzeln führt.

Laut Pass erlaubt er, für diese oder jene

Boxenimpedanz einen besonders günstiger

Arbeitspunkt einzustellen. Leicht

gesagt! Weil sich die Anschlusswiderstände

bei höheren oder tieferen Tönen

stark ändern, ist längeres intensives

Ausprobieren mit diversem Musikmaterial

angesagt.

Aber warum überhaupt? Zu allem Überfluss

dient eine XLR-Buches auf der

Rückseite nicht etwa symmetrischen

EL SIT, DER HELD: Pass nennt ihn „Static Induction Transistor“, Audio bleibt lieber bei

„Siliziumcarbid-Halbleiter“. Dank diesem modernen Bauelement weist die Minimal-

Verstärkerstufe des SIT 1 fast noch schönere Arbeitskennlinien als eine Röhrentriode auf.

Kabeln. Das Manual fordert uns vielmehr

dazu auf, einen Kurzschlussbügel so rum

oder andersrum reinzustecken, was

zehn Kiloohm oder 100 Kiloohm Eingangswiderstand

und eine höhere oder

niedrigere Empfindlichkeit ergibt. Als

Lohn der Mühe kommt aus den First

Watts aber nicht Leistung in Hülle und Fülle,

sondern das zarte Etwas von höchstens

sieben Wättchen heraus. Allerdings

keine kümmerlichen, sondern solche, die

aus der Sicht der Highend-Könige aus

Gold und Myrrhe bestehen.

Die AUDIO-Messdiagramme zeigen es:

Die Oberwellen, die ein SIT 1 produziert,

nähern sich nicht nur der Natürlichkeit an

– sie verkörpern sie mit ihrer regelmäßgen

Abstufung geradezu. Da überkommt

selbst die feinsten Single-Ended-Röhrentrioden

der Neid. Weiterhin denkt diese

höhere Harmonie (wie AUDIOs relativ

neues Messdiagramm „Klirrstabilität“ beweist)

gar nicht daran, sich bei den unterschiedlichsten

Lasten zu verändern. Darüberhinaus

bleibt die perfekte Harmonie

auch über alle interessierenden Frequenzen

völlig konstant.

So lohnt es sich doch, den päpstlichen

Wunderverstärker etwas genauer anzusehen.

Um festzustellen, dass rund 90

MESSLABOR

Bitte ein Tusch! Audios Messtechniker

haben auch mal Applaus verdient. Der

Ehrgeiz von Nelson Pass verdeutlicht

sich wohl nirgendwo deutlicher als in

ihren Diagrammen. Der Klirrverlauf der

SIT-1-Monos (unten) sieht nicht nur aus

wie gemalt. Die saubere Abstufung der

ersten, zweiten und der höheren Oberwellen

bekommt tatsächlich nicht einmal

eine Edel-Röhre so sauber hin. Die

neue Messung zur Klirrstabilität (Mitte)

erscheint auch schön – ebenmäßiger

als bei den Musical-Monos. Muss der

SIT-1-Fan mit einem nicht sonderlich

flauschigen Leistungs-Teppich auskommen

(AK 13), wächst sich bei den

M8 700 der Würfel zu einem Turm aus

(AK 94). Die Vorstufe P8 Pre gibt sich

makellos, die MM-Eingangs-impedanz

von 34 Kiloohm entspricht wohl bewusst

und mit Frequenzgang-Vorteil

nicht ganz dem 47-k-Normwert.

142

www.audio.de ›05/2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE

SO RUM ODER SO RUM: Durch Umstecken eines Kontaktbügels lässt sich für Quellen, die mit

der hohen Eigangskapazität des Semisouth-JFETs nicht zurechtkommen, eine Zusatz-Transistorstufe

aktivieren. Auf jeden Fall brennt die „Slow-Blow“-Sicherung bestimmt selten durch!

Prozent der Bauteile, ein fetter Ringkerntrafo,

ein Gleichrichter-Diodenquartett

und 17 4700-Mikrofarad-Stromspeicherelkos

einzig und allein der Versorgung

des Watt-Geizhalses dienen. Dazu kommen

acht an die rechten und linken Kühlkörper

geschraubte, für eine stabile

Grundlast sorgende Hochlastwiederstände.

Und noch einer, an dem eine

Bias-Vorspannung abgegriffen wird.

Das alles arbeitet nichts als einem einzigen

Semisouth SiC-Tran sistor zu. Und

zwar einem aus einer rechtzeitig eingekauften,

umfangreichen Charge, die der

Meister mit dem Signet „Pass SIT 1“ bedrucken

ließ. Direkt um diesen Halbleiter

herum gruppiert sich sonst nicht viel. Ein

paar Widerständchen, ein Koppelkondensator

und einer weitere Ausgangsfolie die

wiederum von zwei Elko-Tieftonspezialisten

begleitet wird.

Und nur für den Notfall, etwa wenn die

angeschlossene Quelle die nicht ganz unerhebliche

Gate-Kapazität des SiC-Transistors

(zirka 1000 Picofarad, entspricht

ungefähr 10 m Kabel) nicht umladen kann,

bietet Pass einen kleinen, über den XLR-

Bügel aktivierbaren Zusatz-JFET zur Mithilfe

an.

Was in einem Fall aber auch nichts nützte:

FAZIT

Stefan Schickedanz

AUDIO-Mitarbeiter

Unterschiedlicher können Transistorverstärker

kaum sein. Dennoch

überzeugte sowohl der sensible

Kraftprotz von Musical Fidelity

als auch der Feingeist von

First Watt. Extrem-Highender, die

den SIT-1 mit einem leistungssensiblen

Wandler a la Klipsch kombinieren,

erleben Abbildungspräzision

und Natürlichkeit der Sonderklasse.

Normalere Genießer

ziehen die Musical-Vorstufe und

die M8-700-Blöcke vor. Diese spielem

auch ganz fantastisch – und

zwar an jeder beliebigen Box!

Ein paar Bösewichter schlossen im AU-

DIO-Hörraum eine passive Vorstufe (die

Line Magnetics VO 2 von Seite 16) und

die Sonics Allegra an, also relativ normale,

stromgierige Boxen. Schwamm drüber.

Bei probater Ansteuerung, etwa mit der

Sugden LA 4 (3/13) und mit den wirkungsgradstarken

Klipsch Cornwall (10/12) als

Schallwandler, ergab sich dann ein ganz

anderes Bild. Und zwar ein wunderschönes.

Nicht nur, dass Klavierläufe wunderschön

leuchteten und herrlich perlend-behende

hinaufstoben und wieder runterhuschten.

Ein Jazztrio nahm – solange der

Drummer nicht um sein Leben schlegelte

– wundersame dreidimensionale Ausmaße

an. Und wie als hätte jemand noch

ein zusätzliches Licht angeknipst, sprühten

die großen Becken nur so vor Leben,

sah man, wie der Pianist sich über die Tasten

beugt und wie der Bassist tänzelt,

sein Holzinstrument in den Händen wiegt

oder fast umarmt.

Noch wundertätiger wirkten die SITs bei

Sängerinnen, sie erklangen – elektronisch

unbefleckt – fast heilig rein und frei. Bei

derart himmlischen Gesängen darf der

Verstärkerpapst wohlgemut einstimmen:

Seid demütig und bescheiden, dann dürft

ihr in meine SIT-1-Klangparadiese hinein!

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

AUSSTATTUNG

Eingänge Cinch / XLR 1 / 1

Pegelsteller –

Kanäle 1

Ferneinschaltung •

Leistungsanzeige –

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

FIRST WATT

SIT 1

Audio Components

0 40 / 278 586 0

audio-components.de

10000 Euro

2 Jahre

40 x 12,7 x 38 cm

14,5 kg

ÅDer SIT 1 demonstriert

geradezu eine fantastischnatürliche

und dreidimensionale

Wiedergabe..

ÍAllerdings nur an extrem

wirkungsgradstarken Boxen!

Klang Cinch / XLR 124 / 125

Ausstattung

gut

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

128 PUNKTE

SEHR GUT

www.audio.de ›05 /2013 143


Lautsprecher › STANDBOXEN

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

G

H

F

Sollte möglichst frei in einem

durchschnittlich bedämpften

Raum mittlerer Größe stehen.

Anwinkeln für mehr Brillanz.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

LITTLE SISTER

Canton lanciert eine neue Boxenserie, die technisch

und klanglich an die noble Vento-Reihe angelehnt ist

– aber deutlich weniger kostet. Dem Topmodell SLS 790

hat AUDIO bereits auf den Zahn gefühlt.

■ Text: Wolfram Eifert

Die neue SLS-Serie von Canton

ist qualitativ zwischen den etablierten

Baureihen SL und Vento

angesiedelt. Von der günstigeren SL-

Reihe stammt die geradlinige Form der

Lackgehäuse, die für die neue Linie mechanisch

verstärkt wurden und an den

vorderen Kanten Rundungen erhielten.

Den Vento-Modellen vorbehalten bleibt,

wie schon bisher, die bauchige Form mit

ihren sanft geschwungenen Seitenwänden.

Das hat deutliche Auswirkungen

auf die Statur. Die 590.2, Spitzenmodell

der SL-Baureihe, ist beispielsweise

sechs Zentimeter schmaler als ihr Pendant

in der Vento-Reihe vom Typ 890.2.

Die SLS 790 ist 3,5 Zentimeter schlanker

als die Vento, liegt beim Gewicht

aber gleichauf. Das verwundert, zumal

die Vento fünf Zentimeter höher daher

kommt. Ursache ist die Machart der Gehäuse:

Die Vento-Wangen erhalten ihre

spätere Form durch Biegen und sind

deshalb auf der Innenseite vertikal geschlitzt,

was das Gewicht reduziert.

Weißer und schwarzer Glanzlack sind für

EIN FEINER GESELLE: Der Hochtöner mit

einer Kalottenmembran aus besonders fester

Keramik stammt aus der noblen Vento-Serie

und klingt herrlich kultiviert.

alle drei Baureihen verfügbar. Kirschfurnier,

mit Klarlack veredelt, bleibt der

Vento-Reihe vorbehalten.

Die SLS-Chassis orientieren sich an der

höher positionierten Vento-Reihe. Reizvoll

ist in diesem Zusammenhang speziell

der Hochtöner, der eins zu eins

übernommen wurde. Seine Kalottenmembran

aus hochfester Keramik ermöglicht

einen besonders ausgedehnten

Frequenzgang und liefert ein sehr

gleichmäßiges Rundstrahlverhalten.

Die SL-Modelle müssen mit einer einfacheren

Kalotte aus Aluminium und Mangan

vorliebnehmen, die etwas mehr

klirrt und nicht ganz so angenehm klingt.

Die SLS-Serie ist damit aktuell die günstigste

Baureihe bei Canton, die über den

noblen Hochtöner verfügt.

Die Konustreiber tragen Doppelsicken,

Alumembranen und starke Magnetsysteme.

Sie stehen den Vento-Chassis

qualitativ kaum nach. Der Schaltungs-

144

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › STANDBOXEN

FEIN GEMACHT:

Das griffgünstige

Kabelterminal ist mit

kontaktstarken und

soliden Brücken

ausgestattet. Der

Bassreflextunnel

mündet zwischen

Boxengehäuse und

Sockelplatte.

FAZIT

Wolfram Eifert

AUDIO-Mitarbeiter

Nach und nach schließt Canton alle

Lücken in seinem Boxenprogramm.

Dass bestimmte Schlüsselbauteile

dabei mehrfach eingesetzt werden,

ist nur logisch. Die SLS 790 kommt

so in den Genuss von klanglichen

Merkmalen höherwertiger Serien.

So wird High-End erschwinglich.

aufwand in den Frequenzweichen ist bei

beiden Serien sehr ähnlich, wobei die

bei SLS verwendeten Bauteile etwas

weniger hochwertig und strompotent

ausgelegt sind.

Auf die konstruktiven Unterschiede bezogen

ist die Preisdifferenz enorm. Sie

erreicht bei den Topmodellen SLS 790

und Vento 890.2 immerhin 700 Euro pro

Paar. Dabei ist die 890.2 nicht irgendeine

Box. Das optisch wie klanglich absolut

mehrheitsfähige Tonmöbel (Paarpreis

3200 Euro) war Testsieger in der

AUDIO 1/2012 und belegte bei der jüngsten

Leserwahl souverän den ersten Platz

in der Klasse bis 5000 Euro.

Was kann das Messlabor zu diesem Vergleich

beitragen? Die Vento erzielt mit

ihren etwas größeren Tieftönern beim

Maximalpegel einen Vorsprung von zwei

Dezibel. Für die Praxis bedeutsamer ist

die Differenz bei der unteren Grenzfrequenz,

wo die teurere Box mit 41 zu 52

Hertz ebenfalls die Nase vorn hat.

Dennoch schlug sich die SLS 790 im

Hörraum ausgesprochen wacker. Speziell

der 18 Zentimeter große, optimal auf

Ohrhöhe platzierte Mitteltöner schien

kaum zu bremsen und entzückte die Tester

mit ausdrucksstarken Stimmlagen

und üppigen Klangfarben. Im Brillanzbereich

klang die 790 sehr gediegen, anfangs

fast ein wenig zurückhaltend.

Erst nach einer Einspielphase von mehreren

Tagen entfaltete der Keramikhochtöner

seine ganze Pracht. Kultiviert klang

die Box weiterhin, doch die Feindynamik

hatte deutlich zugelegt. Durch den exakt

eingebundenen Bassbereich entstand

ein sehr stimmiger Gesamteindruck von

großer Geschlossenheit und Dichte.

Canton-Fans können aufatmen. Auch

die SLS 790 ist eine kerngesunde Box,

die für ihr Geld richtig gut dasteht.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

EMPFEHLUNG

PREIS/LEISTUNG

CANTON

SLS 790 DC

Canton Elektronik

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2500 Euro

5 Jahre

21,5 x 105 x 30,7 cm

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– / – / •

schwarzer oder weißer Lack,

hochglänzend

3 Wege, Bassreflex


Hochpassfilterung im Bass

ÅTonal sehr ausgewogen mit

feiner Lebendigkeit und hohen

Dynamikreserven.

ÍBass könnte tiefer gehen.

95

95

95

85

95

85

85

85

sehr gut

91 PUNKTE

ÜBERRAGEND

05/13

MESSLABOR

Die SLS 790 zeigt ein neutrales Verhalten

bei der Frequenzgangmessung, lediglich der

obere Bassbereich wird etwas betont. Das

Impedanzminimum erreicht 3,2 Ohm bei

46 Hz. Die untere Grenzfrequenz liegt bei

52 Hz bezogen auf -3 dB. Die Verzerrungen

(rechts) sind durchweg gering, nur um 2 kHz

etwas höher. Die maximale Lautstärke liegt

bei 106 dB. Der recht geringe Wattbedarf

vereinfacht die Verstärkerwahl. AK: 56.

Canton Chrono SLS790

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Canton Chrono SLS790 Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

Fotos: Archiv

www.audio.de ›05/2013

145


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER

Als der Autor dieser Zeilen kürzlich

den Hörraum betrat, konnte er

sich nicht entscheiden, was stärker

leuchtete: die insgesamt acht KT66-

Röhren in der Ausgangsstufe des Synthesis

Action A100T oder die Augen des

Kollegen Johannes Maier, der ihr gerade

gelauscht hatte. Die Kraft der KT66 im

Sinn, den durchgeschüttelten, sichtlich

gerührten Kollegen vor Augen, war eigentlich

schon klar, was man von diesem

40 Kilo schweren Koloss aus Italien

zu erwarten hatte. Kraft und Herrlichkeit

mit einer wohldosierten Portion warmem

Klirr. Und nicht zu vergessen: eine

Belastungsprobe für Ohren und Lautsprecher.

Denn wenn der geschätzte

146 www.audio.de ›05/2013

Kollege einen Verstärker mag, wird es

meist richtig laut. Und diesen mochte er

nach seinem Warmup offenbar ganz besonders.

Schon im Vorfeld ließ der Action-Hero

aufhorchen: Der Hersteller verspricht

100 Watt RMS an 6 Ohm – ein echter

Traumwert in der Röhrenwelt. Möglich

wird dieser Leistungsexzess durch je

vier KT66 pro Kanal, die in Ultra-Linear-

Schaltung, also mit einer Schirmgitter-

Mitkopplung via Übertrager-Anzapf, zum

Einsatz kommen. Die Leistungspentoden

bewährten sich einst im legendären

Quad II von 1952, der allerdings mit einem

einzigen Pärchen der Kraftkolben

pro Kanal vorlieb nehmen musste. So

wie damals fiel die Wahl auch beim

A100T auf die KT66, weil deren Ausgangswiderstand

(22 KiloOhm) exakt

mit dem speziell für diesen Amp entwickelten

Ausgangsübertrager harmoniert.

Nicht ganz so penible Hersteller hätten

– Ohm hin, Ohm her – sicherlich die populärere

KT 88 genommen.

Die Italiener, die mit dem Bau von Trafos

für Gitarren-Amps ihre Firma begründeten,

legen auch die Übertrager-Eisenkerne

für den A100T nicht nur mit Worten

auf höchste Linearität und Breitbandigkeit

aus. Die Heizung der Röhren mit stabilisierter

Gleichspannung verspricht

Brummstörungen auf ein absolutes Minimum

zu drücken. Zur Ansteuerung der


Verstärker › Vollverstärker

Test

Vollverstärker

Synthesis Action A100T 6500 €

Messlabor

Leucht-Gebiete

Röhren müssen nicht zimperlich sein. Wenn ein Verstärker wie

der Synthesis gleich acht KT66 mitbringt, kann man es sogar richtig

krachen lassen. Und das sogar ohne jede Klirr-Schmuddelei!

■ Text: Stefan Schickedanz

Ausgangsstufe setzt Synthesis die

üblichen ECC82 und 83 ein. Oder doch

nicht die üblichen: Sämtliche Röhren

durchlaufen bei der endgültigen Selektion

einen zweistufigen Aufwärmprozess,

um die Auswirkungen von Qualitätsschwankungen

auf das Klangbild

wirklich so gering wie möglich zu halten.

Das besonders steife, H-förmige Chassis-Element

zur Aufnahme der Netz-und

Ausgangs-Transformatoren trägt mit seiner

Stabilität ebenfalls zur Wiedergabetreue

bei.

Neben Röhren-Nostalgie setzt der italienische

Hersteller durchaus aktuelle Akzente:

Das Gehäuse besticht zwar durch

den großzügigen Einsatz von gebürstetem

Aluminium, wirkt aber absolut zeitlos

elegant. Bei den massiven, aus dem

Vollen gedrehten Füßen und bei der

Fernbedienung setzt Synthesis auf den

Einsatz modernster CNC-Fräsen. Doch

die Computertechnik spielt nicht nur eine

Rolle bei der Produktion des Action

A100T. Auch bei der Wiedergabe arbeitet

der Vollverstärker mit dem PC zusammen.

Mit seinem USB-Anschluss

übernimmt das Gerät die Aufgaben einer

externen Soundkarte. In deren Mittelpunkt

stehen immerhin zwei jener

vergleichsweise raren, in Doppel-Mono-

Konfiguration verwendeten Wolfson-D/

A-Wandler vom Typ WM8740 mit einer

Auflösung von 24 bit/196 kHz. Diesen

Fotos: J. Bauer, Hersteller

Auch wenn der A100T die Herstellerangaben

knapp verfehlte: 2 x 91 Watt an 4

Ohm sind im Reich der Röhren ein beachtlicher

Wert. An 8 Ohm leistet der

Synthesis-Amp 46 Watt pro Kanal bei

ebenfalls 3% Klirr gemessen. Der Stabilitätswürfel

weist den Vollverstärker als

laststabil und kräftig aus, was sich ebenfalls

in der AK von 56 ausdrückt. Der

A100T gehört damit zu den flexibelsten

Röhren. Der Störabstand von 92 dB via

Hochpegel ist sehr gut, dafür patzen die

Digital-Eingänge: 77 dB für S/PDIF respektive

81 dB für USB lassen die Wandler-Funktion

eher als praktische Notlösung

erscheinen. Die Klirrverteilung ist nicht

optimal, es dominiert über weite Strecken

K3, zudem liegt der Klirrpegel relativ hoch.

www.audio.de ›05/2013

147


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER

LAST ACTION HERO: Auf der Rückseite schauen Computer-User nicht in die Röhre – im doppelten Sinne. Der A100T ermöglicht ihnen den

Direktanschluss an den Rechenknecht, um dann als externe USB-Soundkarte zu fungieren. Für CD-Player gibt es einen Koaxial-Eingang.

05/13

Konverter stellt der A100T via koaxialem

S/PDIF-Eingang auch in den Dienst gewöhnlicher

CD-Player.

Im Hörtest zeigte der feurige Italiener eine

äußerst solide Leistung. Und er kam

gleich zur Sache. Das übliche Vorspiel

mit dem Durchkämmen des Lautsprecher-Lagers

nach geeigneten Boxen

und das gewöhnlich folgende Herumexperimentieren

konnten wir uns bei

diesem strompotenten Kraftprotz sparen.

Der Action A100T nahm, was ihm

vorgesetzt wurde, ganz gleich, ob es

sich dabei um die im Bassbereich äußerst

wählerische KEF Reference 207/2

handelte, oder um die Sonics Allegra II.

Wer mit Röhren bisher lauwarme Kerzenschein-Idylle

mit audiophilen Aufnahmen

verbindet, auf denen dann vorzugsweise

ein Interpret an einer Akustikgitarre

oder Harfe herumzupft, muss unbedingt

diesen heißblütigen, kraftvollen

und breitbandigen Ferrari unter den Röhren-Amps

anhören. Mit ihm ließ sich

Rock, Jazz oder Funk wie direkt vor der

Bühne erleben. Satt, knackig, konturiert

(selbst im Tiefbass), emotional, dreidimensional.

Klangkörper-Kult statt flacher

Kopflastigkeit. Das ging mit der

richtigen Musik – etwas „Heads Up“

von der Stanley Clarke Band – direkt unter

die Gürtellinie. Der A100T entfachte

keinen Sturm im Wasserglas, er ließ einen

Orkan auf- brausen. Die Musik kam

auf die Tester zu. Wo starke Transistor-

Kraftwerke aus deutschen Landen wie

der formidable T+A PA 3000 HV vergleichsweise

unbeteiligt im Steno-Stil

über das Geschehen informieren,

schwelgte der im Grenzbereich soft clippende

Italiener wie Fellini in opulenten,

farbenprächtigen, aber gleichwohl neutralen

Klangbildern. Das Brummen der

Gitarrenamps bei „Fulani“ kam so authentisch

und plastisch über die Rock-

Röhre, wie man es sonst nur in Natura

erleben kann. Meinetwegen, so eine

Transe mag ehrlicher und noch genauer

sein. Sie bringt aber nicht diese nicht

Live-Atmosphäre rüber. Es mag widersprüchlich

klingen, aber wer selber hört,

spürt sofort, was richtiger ist.

FAZIT

Stefan Schickedanz

AUDIO-Mitarbeiter

Bella Machina: Dieser Amp verkörpert

die perfekte Synthese aus

Kraft und Kultur. Er versteht es

Schallwandler-Diven lautstark einzuheizen,

von denen man nicht einmal

erwartet, dass sie überhaupt

an einer Röhre spielen.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

ANSCHLÜSSE

Phono MM / MC

Hochpegel Cinch / XLR

Festpegel Eingang

TapeOut

Pre Out Cinch / XLR

Kopfhörer

FUNKTIONEN

Aufnahmewahlschalter

Klangregler / abschaltbar

Loudness

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Phono MM/MC

Klang Cinch

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

EMPFEHLUNG

RÖHRE MIT POWER

SYNTHESIS

ACTION A100T

EnVogue 24,

0 24 36 / 38 28 50

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2 Jahre

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40 kg

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1 / –





Eingebauter Digital-

Analogwandler (24 Bit /

192 Kilohertz); SPDIF und

USB-Anschluss.

ÅSpielt extrem laut und

klingt dabei plastisch –

mit röhrenuntypischem,

knackigen Bass.

Í kein Kopfhörer-

Ausgang.

– / –

125

sehr gut

sehr gut

überragend

125 PUNKTE

SEHR GUT

148 www.audio.de ›05/2013


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HiFi-Service › RAUMAKUSTIK

AKUSTIK ASSISTENT

Nicht jede Box klingt in jedem Raum

gleich gut. Um Sie vor Fehlkäufen zu bewahren,

gibt AUDIO bei jedem getesteten

Lautsprecher an, für welche Umgebung

er sich voraussichtlich gut eignet.

Sie müssen dafür Ihren Raum und Ihre

Hörsituation nach drei Kriterien beurteilen:

Raum größe, Raumakustik und

Boxenauf stellung bzw. Wandabstand. Anschließend

suchen Sie in der Bestenliste

nach Boxen, bei denen alle drei Merkmale

Ihrer Hörsituation – z.B. Klein, Hallig,

Wandnah – mit einer grünen Empfehlung

markiert sind. Voila, der Lautsprecher

wird aller Voraussicht nach passen! Die

AUDIO-Empfehlungen sind allerdings nur

als grobe Hinweise zu sehen, in Einzelfällen

kann es trotzdem nicht funktionieren.

Deshalb: Probe- und Vergleichshören ist

in jedem Fall ein guter Rat!

K

T

D

M

A

W

G

H

F

RAUMGRÖSSE

K

KLEINER RAUM

(UM 15 m 2 )

Der Hörabstand liegt um oder unter

zwei Meter – die Box muss auch im

Nahfeld homogen spielen und darf

nicht dröhnen. Die Anforderungen an

Pegel und Bündelung sind geringer.

M

MITTELGROSSER RAUM

(UM 24 m 2 )

Abstände von zwei und drei Metern

zwischen Box und Hörer sind typisch,

ansonsten ist diese Raumgröße ideal

– sofern der Lautsprecher etwas

Pegel und Bassdruck produziert.

G

GROSSER RAUM

(UM 45 m 2 )

Bei Hörabständen von vier Metern

oder mehr sind nicht nur die Anforderungen

an Schalldruck und Bass deutlich

höher, auch muss der Lautsprecher

noch fokussieren können.

RAUMAKUSTIK

T

TROCKENER RAUM

Polster, Teppiche und Vorhänge

dämpfen und drücken die Nachhallzeit

im Mittelton unter 0,4 Sekunden,

oft sind die Höhen stärker bedämpft.

Der Lautsprecher darf weder dunkeldumpf

noch zu direkt klingen.

A

AUSGEWOGENER RAUM

Absorbierende Flächen wie Teppich,

Polster etc. und reflektierende Wände

halten einander die Waage.Die

Nachhallzeit beträgt 0,4-0,6 Sekunden,

der Raumhall ist zudem über die

Frequenzen ähnlich verteilt.

H

HALLIGER RAUM

Parkett, Glas, Beton und hartes Holz

überwiegen – die Akustik wird als

hallig empfunden, die Nachhallzeit

übersteigt 0,6 Sekunden. Die Box

muss den Schall bündeln, um nicht

diffus oder scheppernd zu klingen.

AUFSTELLUNG

D

DIREKT AN DER WAND

Zwischen dem Lautsprecher und der

Wand dahinter liegen weniger als 30

Zentimeter. Dies verstärkt den Bass

und macht den Grundton träge – eine

sehr schlanke Abstimmung oder eine

Ortsentzerrung sind notwendig.

W

WANDNAH

Der Wandabstand beträgt zwischen

30 und 90 Zentimeter. Der Bass wird

hörbar fetter und neigt je nach Raumgröße

zum Dröhnen. Boxen mit

schlank abgestimmtem oder sehr trockenem

Bass harmonieren hiermit.

F

FREISTEHEND

Lautsprecher und hintere Wand sind

mehr als einen Meter voneinander

entfernt. Die Box muss auf Bassverstärkung

verzichten, ein satter,

druckvoller oder sogar etwas fetterer

Bass sind von Vorteil.

150 www.audio.de ›05 /2013


Service › BESTENLISTE

DIE BESTENLISTE

Die AUDIO-Bestenliste ist eine zuverlässige

Orientierungshilfe für Ihren Kauf. Sie basiert

auf gründlichen Hörvergleichen der Kandidaten

mit konkurrierenden Produkten.

• Arbeitsreferenzen sind fett gedruckt

• neu getestete Geräte orange

Trotzdem empfiehlt die Redaktion, Hifi-Ketten

nicht wahllos „nach Punkten“ zusammenzustellen.

Verstärker müssen etwa mit dem

Lautsprecher harmonieren und Boxen wiederum

mit dem Hörraum und der Aufstellung.

AUDIO bietet deshalb den einmaligen

Service der AUDIO-Kennzahl (AK) und des

AUDIO-Akustik-Assistenten.

INHALT

LAUTSPRECHER

1. Standboxen Seite 151

2. Kompaktboxen Seite 152

3. Sub-/Sat-Boxensets Heft 4/13

4. Surround-Sets+Stereo-Frontboxen Heft 4/13

5. Subwoofer Aktiv Heft 4/13

6. PC-Boxen / Nahfeldmonitore Seite 153

7. Wireless-Boxen Seite 153

VERSTÄRKER

1. Transistor-Vollverstärker Seite 153

2. Röhren-Vollverstärker Seite 154

3. Vorverstärker Seite 154

4. Endstufen Seite 154

5. Phono-Vorverstärker Heft 4/13

6. Kopfhörer-Verstärker Heft 2/13

7. AV-Receiver Seite 154

8. AV-Vorstufen Seite 155

9. Mehrkanal-Endstufen Seite 155

10. Passiv-Vorstufen Seite 155

ANALOG-PLAYER

1. Plattenspieler ohne System Heft 3/13

2. Plattenspieler mit System Heft 1/13

3. Tonabnehmer Heft 2/13

DIGITAL-PLAYER

1. CD-/SACD-Player Seite 155

2. Musik-Server Seite 155

3. Netzwerk-Player Seite 158

4. D/A Wandler Seite 158

5. NAS-Systeme Seite 158

6. Blu-Ray-Player Heft 5/12

7. Mobil-Player Heft 1/13

KOPFHÖRER

1. HiFi-Kopfhörer Seite 158

2. Mobile Kopfhörer (On-Ears) Seite 158

3. Mobile Kopfhörer (In-Ears) Seite 159

4. Noise-Cancelling-Kopfhörer Seite 159

KOMPLETT-ANLAGEN

1. Stereo-Komplettsysteme Seite 159

2. Heimkino-Komplettsysteme Heft 3/13

3. Komplettsysteme ohne Boxen Heft 3/13

4. One-Box-Systeme (Stereo) Seite 159

5. One-Box-Systeme (Surround) Seite 159

LAUTSPRECHER

1. STANDBOXEN

AUDIO bewertet Lautsprecher unabhängig vom Preis durch intensive Klangvergleiche

(Qualitätsklassen und Punkteschlüssel siehe Anfang der Bestenliste). Mit anderen

Sparten (etwa CD-Player) sind die Qualitätsklassen nicht vergleichbar. Einen Hinweis auf

passende Verstärker gibt Ihnen die einmalige AUDIO-Kennzahl (AK). Diese sollte beim

Lautsprecher kleiner oder gleich der AK des Verstärkers sein – dann ist optimale Dynamik

garantiert. Boxen für Surround finden Sie in zwei weiteren Rubriken. Ein „a“ anstelle der

AUDIO-Kennzahl steht für Aktivbox, „ta“ für teilaktiv.

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

JBL Everest DD 66000 G A H W F 35 4/07 49 800 108

Backes&Müller BM35 M G T A H D W F a 2/07 56 000 107

Grimm Audio LS 1 M G A W F a 5/13 25 000 106

T+A Solitaire CWT 1000 G T A H F 68 1/13 24 000 105

KEF Blade K M G T A H W F 63 11/11 25 000 105

TAD Evolution One K M G T A F 58 6/12 28 000 105

Canton Reference 1.2 DC G T A F 53 8/09 20 000 104

B&W 800 Diamond M G T A F 58 7/10 22 000 104

ME Geithain ME 804 K G T A H D W F a 3/12 22 000 104

Revel Ultima Salon2 K M G T A W F 71 12/07 24 800 104

Dali Epicon 8 G A F 57 1/13 14 000 103

T+A Solitaire CWT 500 G T A H W F 66 9/11 14 000 103

Canton Reference 2.2 DC M G T A W F 53 8/09 15 000 103

Klipsch Palladium P-39 F G T A H F 43 1/08 16 000 103

Martin Logan Summit X (ta) G T A H F 58 7/09 16 800 103

Revel Ultima Studio 2 K M G T A D W F 61 12/08 16 900 103

KEF Reference 207/2 M G T A H W F 52 9/07 18 000 103

Martin Logan CLX G T A H F 71 3/09 28 000 103

Thiel CS 3.7 M G T A F 61 11/08 13 800 102

Elac FS 509 VX-Jet M G T A H F 61 2/12 14000 102

Eternal Arts Dipol K M G T A W F 82 2/11 15000 102

Backes&Müller BM15 M G A H D W F a 10/09 20 000 102

Thiel CS2.7 M A F 68 4/13 10 800 101

Quadral Titan 8 M G T A F 56 11/11 11 000 101

Backes&Müller BM Prime 14 M G T A H D W F a 8/10 15 000 101

Isophon Cassiano II D K M T A W F 69 12/08 17 800 101

Focal Scala Utopia M G T A F 57 12/08 19 900 101

Apogee Scintilla Mk 4 K M G T A W F 89 2/11 20000 101

ProAc Response D 100 M G T A F 50 8/07 24 900 101

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Martin Logan Ethos K M G T A W F 60 2/11 8300 100

Martin Logan Spire (ta) G A H F 65 10/08 9800 100

Cabasse Pacific 3 M G A W F 67 1/13 10 000 100

Elac FS 609 X-Pi CE M G A H F 60 11/08 16 000 100

ME Geithain ME 160 G T A H F 48 3/10 7800 99

Jamo R 907 M G T A H F 68 3/09 8000 99

KEF Reference 205/2 M G T A H W F 58 1/08 8800 99

Blumenhofer Genuin FS 3 G T A H D W 53 3/10 8900 99

B&W 803 Diamond M G T A W F 55 10/10 9000 99

Burmester B30 M G A W F 63 3/10 9000 99

German Physiks Borderland MK4-D G A H F 85 2/13 10 950 99

Dynaudio Sapphire K M G T A W F 60 1/08 12 000 99

B&W 804 Diamond M G T A W F 64 7/12 7000 98

Naim Ovator S600 M T A F 63 5/10 7800 98

Backes&Müller BMPrime6 M G T A H D W F a 4/12 8000 98

Piega Coax 30 K M T A F 6/11 8000 98

Klipsch Palladium P-37 F M G T A H F 53 10/08 8000 98

Sonus Faber Cremona M M G T A F 58 12/10 8400 98

Neat Ultimatum XL 6 M T A F 70 9/11 9 980 98

Voxativ Ampeggio G A F 34 5/10 16 900 98

Heco The New Statement M G T A H F 51 1/13 4800 97

T+A Criterion TCD 210 S G T A H F 57 8/12 5500 97

Martin Logan Theos G T A H F 66 6/12 5900 97

Dynaudio Focus 380 M G T A F 60 08/11 6200 97

Focal Electra 1028 Be M T A F 55 11//09 6200 97

Sonics Allegra II K M G T A W F 57 9/08 6200 97

JBL Array 1000 M G T A H F 58 11/06 6800 97

KSD 2040 M G T A W F a 5/13 8000 97

PMC EB-1 M G T A F 66 2/08 10 600 97

Avantgarde Uno Nano (ta) G A H W F 13 11/06 11 000 97

Adam Tensor Gamma (ta) K M T A D W F 64 2/08 11 600 97

T+A Criterion TCD-310 S K M G T A F 59 12/12 4000 96

Naim Ovator S-400 K M T A W F 65 9/11 4200 96

ME Geithain ME150 K M G T A W F 59 9/07 4900 96

Adam Audio Column Mk 3 M G T A W F 60 9/09 5400 96

KSD 2030 M G T A D W F a 3/11 5500 96

Monitor Audio PL 200 K M G T A F 58 9/09 5900 96

Backes+Müller BM 2s K M T A D W F a 1/08 7800 96

Focal Electra 1037 Be M T A F 56 4/07 8000 96

Canton Vento 890.2 DC M G T A F 54 1/12 3200 95

Elac FS 407 M A W F 65 2/13 3700 95

Klipsch RF-7 II G A H W F 40 11/10 3800 95

Nubert NuVero 14 G T A W F 64 1/09 3900 95

Heco Statement M G T A F 59 1/09 4000 95

Tannoy Stirling SE K M G T A W F 45 10/12 4000 95

Quadral Montan VIII M G T A F 64 12/09 4600 95

PMC Fact 8 K M T A D W F 61 12/10 5500 95

Zu Audio Essence G T A H W F 45 5/10 5700 95

Canton Reference 5.2 M G T A F 55 9/08 6000 95

Quad ESL 2905 G T A H F 80 4/07 9500 95

KEF R 700 K M G A H F 57 1/12 2600 94

Tannoy Precision 6.4 M A F 60 11/12 2700 94

Dynaudio Focus 260 K M T A D W F 63 1/12 3400 94

Gauder Akustik Arcona 60 K A W F 72 1/13 3400 94

Elac FS 248 Black Edition K M G T A W F 56 1/12 3900 94

Monitor Audio Gold GX 300 M G A H F 61 2/13 3900 94

PMC Twenty 24 K M T A W F 65 3/12 3940 94

BC Acoustique Act A3 M G T A H F 69 6/07 4000 94

Elac FS 249 K M G T A F 58 11/07 4000 94

Rosso Fiorentino Certaldo K M A W F 72 11/12 4000 94

Sonus Faber Liuto M G T A W F 63 6/09 4000 94

T + A Criterion TS 200 M G T A F 65 10/07 4000 94

Thiel SCS 4T K M T A H D W 59 6/11 4000 94

KSD 2020 M T A H W F a 9/11 4200 94

Pioneer TAD S3 EX M G T A H F 59 9/07 5000 94

GamuT Phi 7 K M T A W F 65 4/09 5300 94

Dali Helicon 400 Mk 2 M T A W F 52 11/07 5400 94

PMC OB 1i M G T F 70 4/09 5800 94

Burmester B 25 M G T A H W F 66 1/08 6000 94

Klipsch Klipschorn KH 60th G A H D 19 7/06 14 000 94

Dali Fazon 5 K M T A D W 61 6/12 3000 93

KEF XQ 40 K M G T A H F 53 3/08 3000 93

Teufel Ultima 800 MK2 M G A W F 56 3/12 3000 93

ATC SCM 40 K M T A D W 75 6/10 3400 93

T&A KS Active K M T A W F a 4/12 4400 93

PSB Synchrony One K M G A W F 62 4/09 4600 93

TMR Standard III C M T A F 61 10/07 6200 93

Sonus Faber Venere 2.5 M A H F 62 11/12 2800 92

Wharfedale Opus2 - 2 M G T A F 60 6/10 3000 92

Gamut Phi 5 K M T A D W 73 9/11 3200 92

Neat Momentum 4i K M T A D W F 68 4/09 3500 92

Klipsch Cornwall III G T A F 27 10/12 4200 92

Tannoy Glenair 10 K M G T A H W F 49 5/07 4500 92

Ascendo C8 Renaiss. M G A H W F 70 9/07 5800 92

Canton SLS 790 DC M G A F 56 5/13 2500 91

Teufel Ultima 800 K M G T A D W F 65 1/10 2800 91

Monitor Audio Gold GX 200 K M T A W F 61 4/11 2900 91

T+A Criterion TS 300 M G T A F 65 3/09 3000 91

JBL LS 80 G A H F 56 9/08 3200 91

Audium Comp7 Drive K M A D W F 74 2/12 3500 91

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Nubert NuLine 284 M G T A W F 61 9/12 1950 90

Canton Chrono SL 595.2 DC K M G T A W F 55 7/12 2400 90

Quadral Platinum M5 M G T A F 53 1/10 2400 90

Dynaudio Excite X36 K M G T A F 58 4/11 2600 90

Nubert NuVero 11 M G T A D W F 70 2/09 2700 90

Chario Constellation Pegasus K M T A W F 68 11/12 2900 90

ASW Genius 410 M G T A W F 54 4/11 3200 90

Epos Elan 35 M G T A W F 50 9/12 1850 89

Phonar Veritas P6 Next M G T A W F 57 9/12 2000 89

KEF R 500 M G A H F 64 9/12 1800 88

Triangle Antal EX M G A H F 59 9/12 1900 88

Magnat Quantum 805 M G T A H W F 56 5/12 2000 88

Quadral Chromium Style 102 M T A W F 54 2/13 2000 88

Audes Maestro 156 M G T A F 51 10/12 2430 88

Nubert NuVero 10 M G T A D W F 70 1/11 2450 88

Cabasse Majorca M G T A H F 48 4/11 1900 87

Canton Karat 770.2 DC K M T A W F 64 1/11 2000 87

PSB Imagine T Tower K M A W F 59 5/12 2000 87

Martin Logan Motion 40 K M T A W 59 2/13 2250 87

Martin Logan Motion 12 M G T A F 62 3/11 1880 86

Neat Motive 1 K M T A W F 75 5/12 1950 86

Canton Karat 790 DC K M G T A F 58 10/07 2000 86

Opera Grand Mezza MKII K A H W F 64 11/12 2000 86

Focal Chorus 836 V M G T A F 54 10/07 2000 86

Nubert nuLine 122 M G T A W F 61 5/08 2130 86

Heco Celan XT 901 M G A F 52 2/09 2200 86

KEF Q 900 M G A H F 6/11 1600 85

B&W CM8 K M T A F 67 12/11 1800 85

System Audio Aura 60 M T A F 68 5/12 1850 85

www.audio.de ›05 /2013

151


Service › BESTENLISTE

Elac FS 189 M G T A F 52 10/09 2000 85

Elac FS 247 K M T A W F 58 4/08 2000 85

T+A KS350 K M A F 69 5/12 2000 85

Linn Majik 400 M G T A F 64 4/12 2400 85

Zu Audio Union K M T A W F 27 2/13 2500 85

B&W 703 63 7/05 3000 85

Klipsch RF-82 II G T A H W F 41 2/12 1300 84

Monitor Audio Silver RX 8 M G T A F 57 7/12 1450 84

Canton Chrono SL 570.2 K M T A W F 58 4/12 1500 84

Chario Syntar 533 M G T A F 68 7/12 1650 84

Sonus Faber Toy Tower K M T A W 63 3/09 1800 84

Audium Comp 5 M T A H F 71 5/10 2000 84

Canton Vento 880 DC K M T A F 55 6/10 2000 84

Jamo C-807 M G T A H F 63 11/07 2000 84

Chario Cygnus K M T A W F 70 12/10 2300 84

System Audio Mantra 60 K M T A W 66 6/10 2400 84

Dynavox Impulse III M G A H D W 40 2/12 1300 83

Adam Artist 6 K M T A D W F a 4/12 1400 83

Phonar Veritas P4 Next M G A D F 56 8/12 1600 83

Dynavox Impulse V K T A D W 41 11/11 1600 83

Audio Physic Yara 2 Superior K M T A W 63 12/08 2000 83

Magnat Quantum 709 M G T A F 60 10/07 2000 83

Pioneer S-71 K M A H F 72 6/10 2000 83

T+A Criterion TS 350 M T A F 65 4/08 2000 83

KEF XQ30 K T A H DW 64 6/10 2600 83

Heco Celan GT 502 M G T A W F 50 4/12 1400 82

KEF Q 700 M G A H F 60 4/12 1400 82

Epos Elan 30 K M G T A W F 52 4/13 1450 82

Acoustic Energy Radiance 2 K M T A H W F 60 4/10 1500 82

PSB T6 Tower M G A F 63 9/10 1500 82

Tannoy Revolution DC6T SE K M G T A W F 61 4/13 1500 82

Canton Chrono SL 580 DC K M G T A W F 55 9/10 1600 82

Epos Epic 5 M G T A D W F 51 8/11 1100 81

Quadral Ascent 90 M G T A F 57 7/12 1200 81

Canton Chrono 508.2 K M T A W F 57 8/11 1200 81

T+A Pulsar S350 M G A F 66 4/13 1200 81

Wharfedale Diamond 159 M G A H F 60 4/13 1300 81

Dali Ikon 6 MKII M G A F 60 4/13 1340 81

German Maestro Linea S F-0ne K M G T A W F 60 4/10 1400 81

Dynaudio DM 3/7 K M G A W F 68 4/12 1450 81

KEF iQ 90 M G A H F 51 5/09 1600 81

Kudos X2 K M T A W F 70 10/11 1650 81

Mission 794 K T A D 69 12/08 2000 81

Wharfedale Diamond 10.7 M G T A F 64 8/12 900 80

KEF Q 500 K M T A H W F 64 12/10 1000 80

Klipsch RF-62 II M G A H W F 49 8/11 1100 80

Dali Ikon 5 Mk 2 K M T A F 67 8/11 1100 80

Dali Lektor 8 G T A F ´57 9/09 1340 80

Mulidine Bagatelle V2 K M T A W F 58 7/12 1350 80

Quadral Platinum M4 M G T A F 57 4/10 1400 80

Heco Celan XT 701 M G A F 54 4/10 1600 80

Tannoy Revolution DC6 T K M A H F 64 9/10 1200 79

System Audio Aura 30 K M T A W F 70 10/11 1250 79

Elac FS 187 K M T A W 63 9/10 1340 79

Heco Celan XT 501 M G T A W F 53 9/09 1400 79

Cabasse Java MC 40 G T A W F 58 5/09 1500 79

Epos M22i K M T A W F 65 12/08 1800 79

Piega TP5 K M T A F 63 3/07 2770 79

Mordaunt Short Mezzo 6 K M G T A W F 59 9/09 1300 78

Nubert nuLine 102 K M G T A W F 64 12/07 1450 78

Monitor Audio Silver RX 6 M A F 61 1/10 1030 77

Heco Metas XT 701 M G T A F 56 1/10 1100 77

Epos M 16 i K M T A D W 65 7/08 1350 77

B&W 683 M T A F 66 6/07 1400 77

Elac FS 68.2 K M G T A W F 56 1/11 900 76

Heco Metas XT501 M G A W F 56 1/11 900 76

Jamo S 608 K M T A W F 59 1/10 1000 76

PSB Image T5 K M T A W F 62 1/10 1000 76

Focal Chorus 726 V M T A F 58 7/07 1140 76

Tannoy Rev. Signature DC6T K M A H W F 60 12/07 1500 76

Audio Pro Avanti A.70 K M G T A D W 64 2/08 1600 76

152

OBERKLASSE

www.audio.de ›05 /2013

61-75 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Boston A 360 M T A F 69 4/11 800 75

Canton GLE 490.2 M G T A F 51 4/11 800 75

Klipsch RF-52 II M A H W F 47 1/11 800 75

Mordaunt Short Aviano 6 K M T A F 60 10/09 860 75

Infinity Classia C336 M G T A F 55 8/08 1200 75

Canton GLE 470.2 M T A W F 52 12/10 700 74

Dali Zensor 7 M T A F 58 1/12 700 74

Jamo C-605 M G T A H F 58 4/08 700 74

Magnat Quantum 655 M G A F 61 12/10 700 74

Monitor Audio Bronze BX5 M T A F 61 12/10 700 74

Elac FS 58.2 M G T A F 56 4/11 800 74

Quadral Argentum 390 M G T A F 58 1/11 900 74

Dali Lektor 6 M G T A F 55 10/09 940 74

GamuT Dana 1650 K M T A W F 55 10/09 990 74

Canton Chrono 507DC M T A W F 52 11/07 1000 74

Mordaunt Short Aviano 8 M A F 66 1/10 1060 74

Teufel Ultima 7 M G T A F 69 7/08 1300 74

Magnat Vector 207 M G A F 51 12/12 600 73

Nubert NuBox 511 K M T A F 61 12/06 760 73

Magnat Quantum 657 G T A H F 58 4/11 900 73

Focal Chorus 716 V M G T A F 57 11/08 950 73

Heco Aleva 400 K M T A F 60 11/08 1000 73

Mordaunt-Short 908i K M T A F 60 6/07 1000 73

Audio Pro Blue Dia. V2i K M T A D W F 62 7/08 1400 73

Teufel Ultima 40 MKII M A W F 60 12/12 450 72

Heco Victa II 701 M G T A F 51 2/11 560 72

Teufel T 500 G A H F 64 12/10 700 72

Jamo S 606 M G A H F 67 8/09 600 71

Wharfedale Diamond 9.6 M T A F 60 4/08 650 71

Boston A 250 K A F 66 1/12 700 71

Teufel Ultima 40 M T F 58 2/11 400 70

Mission M 34i K M T A W F 52 1/07 550 70

JBL Studio 180 M A H W F 69 2/11 600 70

Cabasse MT 3 Tobago M T A F 61 4/07 800 70

Nubert nuBox 481 M T A W F 55 1/07 500 69

Quadral Argentum 07.1 M T A F 53 1/07 500 69

Teufel M 320 F (teilaktiv) K M T A W F 68 6/08 600 69

Wharfedale Diamond 10.5 K A F 62 2/11 600 69

Focal Chorus 714 V K T A F 59 2/07 700 68

Wharfedale Diamond 10.3 K T A W F 70 12/12 440 67

KEF C5 K A W F 60 12/12 460 66

Magnat Monitor Supr. 1000 M G T A F 61 1/09 400 64

KEF Cresta 30 K M T A W F 63 5/08 450 64

Wharfedale Vardus VR-400 M G T A F 66 1/09 400 63

Mission M 33 K M T A W 55 9/06 400 63

Heco Victa 301 K M T A W 59 6/11 220 61

Boston A 25 K M A D W 68 6/11 260 61

Magnat Monitor 880 M G A F 59 9/06 360 61

MITTEL-KLASSE

31-60 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Wharfedale Vardus VR-300 M T A F 67 8/08 300 60

Wharfedale Vardus VR-200 K M T A D 67 8/08 250 58

Teufel Ultima 20 K M T F 64 6/11 200 57

Reference S 200 62 12/06 130 39

Pure Acoustic Dream 77 57 12/06 470 39

Paramax LM 48 61 9/09 400 36

STANDARDKLASSE

0-30 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Dragon Audio Dream 5 67 12/06 225 30

Novex Smartline 600 54 12/06 74 29

NIC HCS 1 63 12/06 88 23

2. KOMPAKTBOXEN

Die Bewertung der Kompaktboxen ist mit der von Stand boxen identisch. Prinzipiell gilt

auch für die AUDIO-Kennzahl (AK) das Gleiche. Wenn keine großen Pegel gefragt

sind, darf die AK der Kompaktbox um 10 bis 30 Zähler über der des Verstärkers liegen.

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

ME Geithain RL 922 M G T A D W F a 3/09 10500 100

ME Geithain RL 930 G T A D W F a 3/11 7380 97

ME Geithain ME 806 K M T A H W F a 5/13 7720 97

Adam Tensor Delta TA M G T A W F 56 6/09 7600 95

Adam Tensor Delta A M G T A W F a 6/09 8400 95

JBL Array 800 M G T A H F 60 2/09 4800 92

Klipsch Palladium P17B M T A H W F 59 2/09 4000 91

B&W 805 Diamond K M T A F 60 4/10 4500 91

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Cabasse Bora M G T A H D W F 51 12/10 2500 90

Genelec 8240 APM K M T A H D W F a 5/13 2800 90

Tannoy Definition DC8 M G H A W F 56 2/09 3000 90

Pioneer/TAD S-4EX K M T A H F 70 12/10 4000 90

Focal Electra 1008 BE K M A W F 62 2/10 3500 89

My Audio Design My Clapton M G T A W 54 2/12 4400 89

Elac 330 CE M G T A D W 60 2/10 3300 88

Adam Compact MK3 Active K M T A D W F a 2/10 2800 87

Canton Reference 9.2 DC K M T A W F 63 12/09 2400 86

Harbeth Compact 7/ES3 M G T A F 62 8/11 2550 86

KEF R300 K M A H W F 63 3/12 1200 85

Kef XQ 20 M G T A H F 60 7/10 1800 85

ProAcTablette Anniversary K M T A W F 76 10/11 1950 85

Sonus Faber Liuto Monitor K M T A W 69 12/09 2100 85

Thiel SCS 4 K M G A H D W F 62 12/09 2200 85

AVM Audition S3 K M T A D W 65 8/12 2250 85

B&W PM1 K M T A F 77 03/12 2500 85

B&W CM 5 K M T A D W 62 5/09 1200 84

Canton Vento 830.2 K M T A W F 62 12/11 1300 84

Quadral Aurum Altan VIII M G T A F 60 7/10 1400 84

Sonics Argenta Edition K M T A W F 64 6/07 1600 84

Sonics Argenta Aktiv K M T A W F a 6/08 2600 84

Nubert NuVero 4 K M G T A W F 66 7/09 1140 83

Chario Syntar 523R M G T A F 63 3/12 1250 83

Elac BS 244 K M T A W F 64 5/09 1350 83

ME Geithain ME 25 K M T A W F 58 8/06 1380 83

ATC SCM 11 K M T A D W F 78 5/11 1450 83

Harbeth P3 ESR K T A D W 82 3/12 1750 83

Dynaudio Focus 110 A K T A D W F a 6/09 1800 83

Sonus Faber Auditor M K M T A F 67 1/08 3800 83

Nubert NuVero 3 K M T A D W 73 3/12 1080 82

Dynaudio Excite X16 M T A F 63 8/12 1150 82

Abacus A-Box 10 K T A D W a 3/11 1190 82

Triangle Comete Anniversary K M T A H D F 62 4/12 1200 82

T+A KR 450 K M T A W F 73 8/12 1500 82

T+A Criterion TR 400 K M T A W F 71 6/07 1500 82

Audiodata Petite K M T A W F 77 9/03 2700 82

Epos Elan 15 M G T A W 58 8/12 950 81

Canton Vento 820 K M T A W 57 7/09 1100 81

KEF LS50 K M T A H W F 73 3/13 1100 81

Tannoy Precision 6.1 K M T A W F 56 3/13 1100 81

KS Digital Coax C5 K M T A H D W F a 10/10 1190 81

KS Digital KSD 2010 K M T A W F a 3/13 1500 81

PMC DB 1 I K T A W F 72 5/11 1500 81

Yamaha Soavo 2 K M T A W F 61 11/07 1500 81

Boston M25 K M A W F 69 10/12 800 80

Klipsch RB-81 II G A H F 52 5/11 800 80

Pionner S-71B K T A F 74 3/13 1000 80

Linn Majik 109 K M T A D W 62 6/09 1200 80

Roksan Kandy K2 TR-5 K M A F 70 7/09 1200 80

Canton Chrono SL520 + WA100 K M D A D W F a 4/10 1240 80

Cabasse Minorca K M T A H D W 57 4/09 800 79

PSB Imagine B K M T A W F 66 10/12 1000 79

Quad 12 L Studio Active K M T A D W a 6/08 1200 79

KEF Q 300 K M T A H W F 63 5/11 600 78

German Maestro Linea S B-ONE K M A W F 65 7/10 800 78

Heco Celan XT 301 K M G T A W F 58 4/09 800 78

PSB Imagine Mini K T A D W 71 10/11 800 78

ATC SCM 7 K T A D W 79 10/11 850 78

Dali Ikon 2 MK II M T D W 65 7/10 860 78

Chario Syntar 520 K M A H F 68 10/12 900 78

Dali Mentor Menuet K T A D W 68 10/12 960 78

Nubert NuPro A20 K M T A D W F a 3/11 530 77

Elipson Planet L 73 10/11 770 77

Adam Artist 5 K M T A D W F a 8/12 800 77

Elac BS 184 M G T A D W 64 7/10 800 77

Leema Acoustics Xero K T AW 72 7/12 900 77

KEF R100 K M A H W F 65 8/12 800 76

Canton Ergo 620 K M T A W F 55 4/09 900 76

OBERKLASSE

61-75 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Genelec 6020 A K T A D W a 7/07 820 75

Dynaudio MC 15 K T A D W F a 7/07 1000 75

Tannoy Reveal 601 A K M T A W F a 10/10 540 74

Nubert NuLine 32 KM T A W F 64 3/10 570 74

Canton Chrono SL 520 K T A D W 63 3/10 640 74

Belves Aesthet 1 K M G T A W F 66 9/08 800 74

Magnat Quantum 703 K T A W F 61 2/07 800 74

MB Quart Alexxa B-1 K M T A W F 67 2/07 800 74

Elac AM 150 K T A D W F a 8/10 500 73

Quadral Platinum M 2 K M T A W 63 3/10 600 73

Tannoy Reveal6D K M T A D W F a 7/07 650 73

JBL LSR 2325P K T A H D W F a 8/10 520 72

Dynaudio DM 2/7 65 1/10 650 72

Triangle Titus M G T A W 62 7/12 650 72

Monitor Audio Silver RX 2 M A W F 56 3/10 670 72

Genelec 6010 A a 11/09 480 71

Nubert NuWave 35 K M T A W F 65 5/07 530 70

Fostex PM 1 Mk 2 M T A F a 10/10 570 70

B&W 685 K M T A F 62 8/07 600 70

Heco Metas 300 K M T A W F 60 5/07 500 69

Mission Esprit E 52 K T A D W 64 2/08 650 69

Mordaunt-Short Mezzo 2 K M T A F 64 2/08 700 69

B&W CM 1 K T A D W 83 4/06 800 69

Focal Chorus 706V K M T A W F 62 5/07 470 68

Wharfedale Evo2-10 K M T A F 60 5/07 600 68

Dali Ikon 2 M T A D W 59 2/07 800 68

Nubert NuBox 381 M G T A W F 56 10/08 380 67

Dali Lektor 2 M G T A W 70 7/12 400 67

PSB Image B5 K T A D W 64 2/10 400 67

Mordaunt Short Aviano2 K M A F 67 2/10 460 67

Monitor Audio Bronze BX 2 M A F 62 11/10 350 66

Magnat Interior Power a 11/09 400 66

Jamo C 603 K M T A H W 67 3/08 440 66

B&W 686 K T A D W F 77 1/08 460 66

Elac BS 123 K T A D W 68 8/07 600 66

Heco Aleva 200 K T M A W F 66 1/08 600 66

Quad 11L2 K M T A W 64 5/07 600 66

Dali Zensor 1 K M T A D W F 67 10/11 260 65

Magnat Quantum 553 M T A D W 59 2/10 300 65

Mordaunt Short Aviano1 K M T A W F 71 11/10 300 65

Canton GLE 420-2 K T A W F 64 11/10 360 65

Magnat Quantum 603 K M T A W 63 3/08 400 65

Quadral Rhodium 20 K T A W 70 10/08 400 65

Jamo S 404 K M T A D W 77 11/10 300 63

PSB Image B4 K T A D 68 11/10 300 63

PSB Alpha B1 K M T A W 57 3/09 300 63

JBL ES 30 M G T A F 65 3/08 400 63

Tannoy F1 Custom K M A D W 60 3/09 240 62

Mordaunt Short 902i K M T A D W 71 3/07 250 62

Nubert nuBox 311 K M T A D W 63 3/07 280 62

Dali Lektor 1 K M T A W 73 3/09 340 62

Magnat Monitor Supr. 200 K M T A W 65 1/09 180 61


Service › BESTENLISTE

MITTEL-KLASSE

31-60 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Mission M 32i K M T A W 58 11/06 300 60

Jungson BD 2 Mk 2 K M A F 67 9/08 500 60

Wharfedale Vardus 100 63 1/09 200 59

Mission M 31i 65 3/07 230 58

Wharfedale Crystal 2-10 K T A D W 66 6/08 150 57

Sonos SP-100 66 6/08 180 54

6. PC-LAUTSPRECHER /

NAHFELD-MONITORE

Die Bewertung von Boxensystemen für den PC- und Schreibtischeinsatz ist grundsätzlich

mit der von Kompaktboxen vergleichbar, es wird jedoch nur in kurzen Hördistanzen bis 1,5

Meter und im Tischeinsatz gehört.

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte

Dynaudio Focus 110 A a 6/09 1800 83

Canton Your Duo + Your Sub a 10/12 1200 80

Quad 12 L Studio Active a 6/08 1200 79

OBERKLASSE

61-75 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte

KEF X300A a 5/13 800 75

Genelec 6020 A a 7/07 820 75

Dynaudio MC 15 a 7/07 1000 75

Canton Your Duo (Wireless) a 11/11 500 74

Adam Artist 3 a 3/11 650 74

Adam A5 a 9/08 670 74

Focal Bird Pack 2.1 (Verstärker/Sub, Sat) a 9/12 900 74

Nubert NuPro A10 a 7/11 470 73

XTZ MH-800 (mit ext. Amp) a 11/11 450 72

B&W MM1 (USB) a 5/10 500 72

Audio Pro LV 2 (Wireless, USB) a 4/10 700 72

Genelec 6010 A a 11/09 480 71

Teufel Motiv 2 (Sub/Sat) a 12/08 300 70

John Blue JB 3 (passiv) 60 5/10 350 70

Razer Mako (Sub/Sat) a 4/08 400 70

Teufel Concept C200 USB (Sub/Sat) a 11/09 200 69

Nubert NuBox 101 (passiv) 68 5/10 260 69

Innosound Piccolo PS-200 (USB) a 4/10 300 69

NuForce S3-BT (Bluetooth) a 5/13 300 69

Focal XS (Sub/Sat, iPod-Dock) a 1/10 500 69

Logitech Z Cinema (Sub/Sat) a 12/08 200 68

Teufel Concept B200 USB a 4/10 230 68

Teufel Concept C300 Wireless (USB,Sub/Sat) a 3/11 300 68

Quad 9L2 (passiv) 71 5/10 450 68

Edifier S530D (Sub/Sat) a 7/11 230 66

Magnat Interior Power a 11/09 400 66

Bose Companion 3 Seris 2 (Sub/Sat) a 12/08 300 65

Logitech Z906 (5.1 Sub/Sat) a 7/11 350 65

Canton Plus Media 2.1 (Sub/Sat) a 12/08 350 64

Auluxe Dew A2021 (Sub/Sat) a 7/11 200 61

MITTEL-KLASSE

31-60 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte

Creative Gigaworks T3 (Sub/Sat) a 12/08 200 60

Logitec Z 2300 (Sub/Sat) a 11/09 200 59

Creative Gigaworks T40 II a 11/09 150 58

Altec Lansing Expressionist BASS a 11/09 130 54

7. WIRELESS-BOXEN

Aktivboxen mit drahtloser Signalübertragung und Stereowiedergabe, egal ob Standboxen,

Kompaktboxen oder Sub/Sat-Sets, testet AUDIO im Hörvergleich mit Nahfeldmonitoren

und Kompaktboxen. Der Sender muss jeweils im Gesamtpreis enthalten sein. Die

Angabe in Klammern besagt, welche Signalzuführung das Sendemodul der Systeme

annimmt, wobei USB für einen Betrieb als USB-Soundkarte direkt am PC/Mac steht.

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Dynaudio Xeo 5 (Analog, USB, Toslink) a 5/12 2900 87

Canton Your Duo + Your Sub a 10/12 1200 80

Dynaudio Xeo 3 (Analog, USB, Toslink) a 7/12 1500 80

Audio Pro LV 3 (Analog, USB) a 5/12 1900 77

OBERKLASSE

61-75 PUNKTE

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte

Canton Your Duo (iPod-Dock, USB, Analog) a 11/11 500 74

Audio Pro LV 2 (Analog, USB) a 4/10 700 72

Teufel Concept C300 Wireless (USB,Sub/Sat) a 3/11 300 68

VERSTÄRKER

1. TRANSISTOR-VOLLVERSTÄRKER

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

T+A PA 3000 HV 82 4/13 10 000 135

Pass INT 30A 64 1/10 7500 130

Symphonic Line RG 10 MK IV Ref HD 68 1/13 8300 130

Accuphase E-560 56 4/10 8900 130

Krell FBI (FB) 82 10/07 19 000 130

Audreal A 600 E 73 3/13 4000 125

Pathos Inpol Remix 21 6/12 5000 125

Accuphase E-450 (FB) 74 8/07 6000 125

Symphonic Line RG 10 MK IV Ref 2011 (R) 68 6/11 6800 125

Musical Fidelity AMS 35i 50 6/11 7500 125

McIntosh MA 7000 AC 75 1/10 8500 125

Naim Supernait (FB) 59 1/08 3300 120

Naim NAC152XS/NAP155XS/FlatcapXS (FB) 57 11/09 3600 120

Densen B-150 66 6/10 4100 120

Naim SuperUniti (+Streaming Client) 61 1/12 4200 120

Resolution Audio Cantata 50 48 5/11 4200 120

Atoll IN 400 72 1/12 4500 120

Accuphase E-260 65 2/13 5000 120

T + A V 10 (FB) (R) 55 11/03 5000 120

Electrocompaniet ECI 6 DS 68 12/12 5900 120

Musical Fidelity kW-550 88 10/07 7800 120

Accuphase E-550 (FB) 58 3/06 7900 120

Denon PMA-SA1 / AU-S1 58 10/07 8000 120

Audionet SAM V2 63 8/08 3000 115

Burmester 051 63 6/06 4950 115

AVM Evolution A5.2 T 73 2/13 5300 115

Gamut Si 100 (FB) 69 7/08 5300 115

TACT M 2150 (FB) 72 7/03 5500 115

Shanling A 2.1 64 5/13 1400 110

Anthem Intergrated 225 78 8/10 1900 110

Creek Destiny 2 63 4/07 2000 110

Musical Fidelity A-5.5 Integrated 76 2/09 2200 110

Musical Fidelity M6i 76 8/10 2450 110

Moon i-3.3 63 4/07 2580 110

Naim NAC152XS / NAP155XS (FB) 57 11/09 2650 110

Krell S 300 i 71 6/09 2750 110

Accustic Arts Power ES 59 3/11 3000 110

AVM Evolution A3 NG 63 3/11 3000 110

T + A PA 1260 R 62 11/09 3200 110

Vincent SV-236 Mk 69 4/09 1700 105

Naim Nait XS 57 2/09 1800 105

Sonus Faber Musica 56 2/09 1950 105

T + A Power Plant Balanced 70 1/12 1990 105

AVM Evolution A3 NG (FB) 57 4/07 2000 105

Unison Unico Secondo 65 4/09 2000 105

Pathos Classic One MK3 50 2/10 2200 105

Unison Unico SE (FB) 69 4/07 2200 105

Denon PMA-2020 AE 67 1/13 2300 105

Audio Aéro Prima Amplifier (FB) (R) 60 4/07 2400 105

Luxman L-505 f 63 5/06 3000 105

T + A R 1260 R (Receiver) 62 11/09 3600 105

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Harman HK 990 (+Raumprozessor) 73 10/09 1500 100

Hegel H70 54 12/11 1500 100

Unison Unico Primo 59 6/10 1500 100

Magnat MA-800 60 4/09 1500 100

T + A Power Plant 70 12/07 1500 100

Cambridge 840 A V2 67 4/08 1500 100

Yamaha A-S 2000 (FB) 65 1/08 1600 100

AstrinTrew AT-2000 58 2/09 1800 100

Marantz PM-15 S2 60 3/10 1800 100

Creek Destiny IA (FB) 59 4/07 1900 100

Denon PMA-2010 AE 67 2/10 2000 100

Croft Acoustics Integrated R 46 9/11 2100 100

Cyrus 8 vs 2 / PSX-R (FB) 58 4/07 2100 100

Electrocompaniet Prelude PI 2 (FB) 65 4/07 2100 100

AMC 3150 MKII 71 3/12 1000 95

Naim Nait 5i 54 8/11 1000 95

Musical Fidelity M3i 57 2/11 1150 95

Creek Evolution 5350 66 6/10 1350 95

NAD C-375 BEE 71 12/11 1400 95

Arcam A 90 63 4/08 1450 95

Heed Obelisk Si /DAC 42 1/10 1450 95

Densen B-110 58 3/06 1500 95

Musical Fidelity A 3.5 68 3/06 1500 95

Audio Analogue Puccini 70 53 3/06 1600 95

Electrocompaniet PI 1 57 7/07 1600 95

Advance Acoustic MAP-800 75 2/09 2000 95

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Exposure 1010 A 51 9/11 660 90

Rega Brio R 48 7/11 700 90

Vincent SV-400 53 9/11 700 90

Dynavox VR 3000 29 2/13 750 90

NAD C 356 BEE 62 4/11 750 90

Rotel RA 12 60 10/12 750 90

Creek Evo 2 58 1/10 780 90

Music Hall A 35.2 67 9/11 800 90

Creek Evolution 50A 55 4/13 845 90

Arcam A 28 (FB) 61 10/08 1000 90

Cambridge 740 A 67 3/08 1000 90

Denon PMA-1510AE 62 2/11 1000 90

Pioneer A-70 58 1/13 1000 90

Roksan Kandy K2 65 9/09 1000 90

Teac AI 1000 65 3/12 1000 90

Vincent SV-232 (FB) 68 10/08 1000 90

Yamaha A-S 1000 (FB) 64 7/08 1000 90

Cyrus 6a 53 3/13 1080 90

Exposure 2010 S (FB) 58 4/06 1100 90

Marantz PM-KI Pearl Lite 60 2/11 1200 90

Wadia 151 PowerDAC Mini (nur Digital-In) 50 9/10 1300 90

Cayin A 50 T 42 2/06 1500 90

Dynavox TPR-3 + ET-100 43 5/12 520 85

Yamaha A-S 700 66 3/09 580 85

Gold Note AP-7 33 3/13 600 85

Rega Brio 3 46 7/08 600 85

Arcam A 18 46 9/08 700 85

Onkyo A-9555 67 6/06 700 85

AMC 3100 MKII 64 2/12 750 85

Audiolab 8000 S 54 10/06 750 85

Cambridge Azur 651 A 49 8/12 800 85

Marantz PM 7001 KI 60 5/07 800 85

Marantz PM 8003 60 1/09 800 85

Onkyo A-933 60 12/05 800 85

Arcam A 70 54 3/08 850 85

Vincent SV-226 MK 2 63 2/06 890 85

Rotel RA 1520 60 9/09 900 85

Advance Acoustic MAP 305 DA (mit DAC) 65 9/06 950 85

Audio Analogue Primo Cento VT 45 3/08 980 85

Cyrus 6vs2 46 1/07 1000 85

Onkyo A-9755 68 4/06 1000 85

Roksan Kandy L3 65 1/07 1080 85

Music Hall A 50.2 63 9/09 1100 85

Onkyo A-9070 66 1/13 1200 85

System Fidelity SA-270 (FB) 54 12/08 400 80

Yamaha A-S 500 64 1/11 420 80

AMC XIA 52 10/10 450 80

Marantz PM 6004 51 2/12 450 80

NAD C 326 BEE (FB) 56 8/09 460 80

Harman/Kardon HK 980 (FB) 63 12/08 500 80

Marantz PM 7001 60 6/06 500 80

Pioneer A 6 53 2/07 500 80

Teac A-H01 46 2/12 500 80

Vincent SV-129 53 8/08 650 80

Pioneer A 9 56 2/07 800 80

Peachtree iDecco ( DAC, iPod-Dock) 44 9/10 1200 80

Peachtree Nova (DAC, Sonos-Dock) 47 6/09 1300 80

OBERKLASSE

61-75 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Dynavox VR-307 33 5/10 300 75

Advance Acoustic MAP 101 52 10/09 370 75

Denon PMA-720 AE 56 9/12 400 75

Rotel RA-04 SE 46 10/10 400 75

Denon PMA-710 AE 55 10/09 400 75

Rotel RA-04 49 8/06 400 75

Advance Acoustic MAP 105 (FB) 59 6/07 400 75

Advance Acoustic MAP 103 58 5/06 400 75

Audio Block V-100 46 9/12 450 75

NAD C 325 BEE 57 8/06 450 75

Cambridge 350 A 44 10/10 450 75

King Rex T-20U + PSU 11 5/10 460 75

Harman Kardon HK 3490 (FB, Receiver) 67 9/08 500 75

Dynavox VR-70 E 35 5/06 500 75

Advanced Acoustic Max 250 64 2/12 650 75

Pioneer A-30 57 9/12 300 70

NAD C 316 BEE 56 10/10 350 70

Advance Acoustic EZY-7 (iPod-Dock) 46 10/07 600 70

Magnat MC1 (Receiver mit SACD-Player+FB) 55 1/08 990 70

Denon PMA-520 AE 54 8/12 250 68

Onkyo TX-8050 63 8/11 400 68

Denon PMA-510 AE 53 6/09 250 65

System Fidelity SA-250 (FB) 50 10/08 275 65

Cambridge 340 A (FB) 43 1/06 300 65

Marantz PM 5004 49 10/10 330 65

Marantz PM 5003 48 8/09 330 65

Yamaha AX-497 60 3/07 330 65

Onkyo A 9355 53 12/07 370 65

Marantz PM 6002 (FB) 53 11/07 400 65

Onkyo A-5 VL 56 8/09 400 65

www.audio.de ›05 /2013

153


Service › BESTENLISTE

MITTEL-KLASSE

31-60 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte

Yamaha AX 397 56 10/07 270 60

Pro-Ject Receiver Box 33 5/10 425 60

Denon DRA-700 AE (FB, Receiver) 62 1/07 410 60

Onkyo A-9155 53 10/07 230 55

2. RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Unison Performance Limited 40 3/13 12 000 135

Line Magnetic LM-219 IA 34 1/13 10 300 130

Synthesis Action A100T 56 5/13 6500 125

Lyric Ti 120 Signature 41 1/12 3800 120

Unison Research S6 37 3/11 3800 120

Octave V 70 / Super Black Box 49 8/05 6100 120

Unison Simply Italy 24 6/12 2000 115

Cayin VP 100 i 44 6/09 3600 115

Octave V40 SE 45 12/09 4100 115

Unison Research Sinfonia 35 12/09 4100 115

Lua Belcanto (FB) 52 1/08 4500 115

Quad II Classic Integrated 30 3/11 5500 115

Audio Research VSi 55 49 5/08 2900 110

Cayin A88T MK2 Selection 42 11/12 2000 108

Ayon Orion 50 2/10 2000 105

Magnat RV 1 47 2/09 2000 105

T.A.C. K-35 40 12/11 2000 105

Audio Aéro Prima Amplifier (FB) 60 4/07 2400 105

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Cayin MA 80 41 11/12 1000 100

Lyric Ti-60 41 6/10 1400 100

Cayin A-55 T (FB) 42 9/07 1700 100

Pure Sound A 30 38 9/07 1780 100

Audreal V30 50 11/12 1590 98

Lyric Ti-24 13 5/10 1200 95

Opera Audio M100 Plus 39 7/07 1700 95

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Audreal MT 1 30 2/13 640 90

Cayin MT 12 N 14 2/13 650 90

Puresound A10 19 11/12 700 90

Unison Unico P (R) 47 5/06 1000 90

Melody SP-3 (R) 25 7/10 1100 90

Audio Analogue Verdi 70 (R) 54 4/06 1200 90

PrimaLuna Prologue (R) 42 2/06 1000 85

T.A.C. 34 41 2/06 1150 85

Dynavox VR-20 (R) 20 7/10 400 80

OBERKLASSE

61-75 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Dynavox VR-70 E 35 5/06 500 75

3. VORVERSTÄRKER

Die Einstufung von Vorverstärkern nimmt AUDIO aufgrund ihrer Klangqualität vor. Maßgeblich

ist der bestklingende Hochpegel eingang. Mit der Einstufung von Vollverstärkern

oder Endstufen sind die Punktzahlen nicht vergleichbar. (R) steht für Röhrengeräte, (Phono)

für die Preisangabe einschließlich (optionalem) Eingang für Vinyl-Platten spieler.

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell . . Test Preis Punkte

Ypsilon Electronics PST-100 MK2 12/12 23 100 135

AVM PA 8 10/12 6450 130

Pass XP 20 5/09 9750 130

McIntosh C 500 C / C 500 T (R, Phono) 6/10 12 900 130

Accuphase C-2810 (Phono) 9/06 18 870 130

McIntosh C 1000P AC (Transistor, Phono) 12/06 20 800 130

Octave Jubilee 5/08 22 600 130

TAD C2000 6/12 24 000 130

Burmester 077 / Ext. Netzteil (Phono) 7/09 31 000 130

Audio Research LS-27 11/11 7300 128

Octave HP 500 SE 10/11 7450 128

T + A P 10₂ 11/10 7500 128

McIntosh C 50 4/11 7900 128

Brinkmann Calvin 8/09 5500 125

Pass XP-10 8/09 6000 125

T + A P 10 11/06 6000 125

Marantz SC-7 S2 2/07 7000 125

Musical Fidelity Primo 9/09 7800 125

Belles LA-01 6/08 7900 125

Symphonic Line RG2 Reference HD 10/12 8000 128

Mark Levinson No. 320 S 3/06 8900 125

Audionet Pre G2 2/08 9500 125

Convergent SL1 Ultimate MK2 8/06 9900 125

Krell Evo 202 8/06 12 000 125

McIntosh C 1000 T AC (Röhre, Phono) 12/06 20 800 125

Sugden LA 4 3/13 2850 120

Ayre K-5 XE MP 8/09 3800 120

Musical Fidelity M8 Pre 5/13 4500 120

Linn Akurate Control 10/11 5000 120

Audionet PRE 1 G3 + EPS 9/09 5380 120

Ayon S3 3/12 5700 120

Linn Akurate DSM 2/12 6450 120

Audionet PRE I G3 12/07 3290 115

Audio Research LS-17 12/08 4000 115

McIntosh C 220 AC 11/08 4450 115

Moon 350 P 4/12 2500 110

Lyngdorf DPA-1 (+Raumkorrektur, D/A-Wandler) 10/09 3000 110

Electrocompaniet EC 4.8 6/09 3700 110

Ayre K-5xe 4/08 3800 110

Atoll PR 300 9/10 1500 105

Cambridge 840 E 7/09 1500 105

Croft Micro 25R 4/12 1700 105

Primare Pre 32 9/12 2100 105

AVM PA-3.2 4/12 2700 105

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell . . Test Preis Punkte

Exposure 3010 S2 Pre 8/11 1200 100

Audiolab 8200 CDQ (CD-Laufwerk, DAC) 5/11 1200 100

Vincent SA-94 9/10 2100 100

Naim NAC 152 XS / Flatcap XS 11/09 2200 100

Cayin SP-30 S 6/08 2300 100

NAD C-165 BEE 10/10 900 95

Quad Elite Pre 10/10 1000 95

Naim NAC-N 172 XS 3/13 2300 95

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell . . Test Preis Punkte

Vincent SA-31 Mk 7/09 1100 90

Rotel RC-1580 4/12 1200 90

Chord Chordette Prime 1/11 1000 90

Peachtree Nova (+Endstufe+DAC+Sonos-Dock) 6/09 1300 90

Quad 99 PRE 1/09 1300 90

Naim NAC 122x 2/08 1300 90

AVM V 3 NG 11/06 1600 90

Densen B-200 11/06 1500 90

Advance Acoustic MPP 205 7/06 450 85

NAD C 162 (Phono) 2/05 650 85

Astin Trew At 1000 8/07 800 85

Advance Acoustic MPP 505 2/08 850 85

Dynavox TPR-3 5/12 300 80

Pro-Ject Pre Box SE 5/10 325 80

Rotel RC-06 7/06 500 80

Vincent SA-96 7/06 500 80

Cyrus Pre VS 2 7/07 900 80

Audiolab 8000Q 11/08 1100 80

OBERKLASSE

61-75 PUNKTE

Modell . . Test Preis Punkte

Pro-Ject Pre Box 11/07 225 70

4. ENDSTUFEN

Die Rangfolge unter den Endstufen bestimmt AUDIO allein aufgrund der Klangqualität.

Einen Hinweis auf passende Lautsprecher gibt Ihnen die einmalige AUDIO-Kennzahl

(AK). Diese sollte größer oder gleich der AK der Laut sprecher sein – dann ist optimale

Dynamik garantiert. (R) bedeutet Röhrenverstärker, bei Mono-Endstufen gibt AUDIO Paar-

Preise an.

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Pass XA 100.5 (mono) 73 5/09 17 750 135

T + A M 10 (mono) 89 11/10 20 000 135

Ypsilon Electronics Aelius (mono) 76 12/12 23 100 135

Dan D'Agostino Momentum 76 11/12 30 000 135

Octave Jubilee (R, mono) 72 5/08 44 000 135

Krell Evolution 900 (mono) 99 6/07 48 000 135

McIntosh 2 KW AC (mono) 104 12/06 67 500 135

AVM SA 8 77 10/12 9900 130

Audionet Max (mono) 82 03/08 12 500 130

Krell Evo 402 86 8/06 19 000 130

TAD M2500 65 6/12 21 000 130

Convergent JL 2 Signature MK 2 (R) 61 8/06 21 900 130

Accuphase M-6000 (mono) 79 5/08 24 000 130

McIntosh MC 2301 AC (R) 73 6/10 25 900 130

First Watt SIT 1 13 5/13 10 000 128

Audio Research VS-115 61 11/11 7300 125

Audionet Amp (mono) 76 9/09 8000 125

Octave RE290 (SuperBlackBox) 50 10/11 9250 125

Sugden MPA 4 (mono) 64 3/13 9400 125

Symphonic Line RG7 Reference 71 10/12 9500 125

Musical Fidelity AMS-50 57 9/09 9700 125

Musical Fidelity M8 700 94 5/13 10 000 125

Mark Levinson No. 432 87 3/06 10 900 125

Krell Evo 302 85 12/07 12 000 125

Octave MRE 130 + Super Black Box (R) 61 3/06 13 400 125

Marantz MA-9 S2 (mono) 84 2/07 14 000 125

Accuphase P-7100 76 9/06 14 900 125

Ayre V5 XE 69 8/09 5800 120

Brinkmann Stereo 59 8/09 5850 120

Pass XA 30.5 66 8/09 6500 120

Quad II Eighty (Mono,R) 51 8/08 7900 120

Belles MB-200 78 6/08 7900 120

Electrocompaniet AW 400 (Mono) 84 6/09 9500 120

Audio Research Reference 110 58 12/08 10 000 120

Audionet AMP I V2 74 12/07 4490 115

McIntosh MC 252 AC 74 11/08 5900 115

Moon 330 A 64 4/12 3000 105

Vincent SP-995 (Mono) 70 9/10 3300 105

Linn Akurate 2200 67 10/11 4000 105

Quad II Forty (Mono, R) 42 8/08 4900 105

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Atoll AM 200 66 9/10 1350 100

Vincent SP-331 Mk 73 7/09 1600 100

Croft Series 7R 46 4/12 1700 100

Cambridge 840 W 76 7/09 2000 100

Linn Majik 2100 56 3/07 2200 100

Exposure Mono 68 8/11 2400 100

Rotel RB-1090 83 12/06 2500 100

Rotel RB-1091 (mono) 87 12/06 3000 100

AVM MA-3.2 76 4/12 4500 100

Densen B-305 (Bi-Amping, Paar) 53 11/06 2200 95

Cayin SP-40 M (R) 46 6/08 2300 95

Quad II Classic (Mono, R) 27 8/08 3180 95

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell . AK Test Preis Punkte

Dynavox VR-80E (Paar) 53 2/12 1400 90

Naim NAP 155 XS 57 11/09 1400 90

Advance Acoustic MAA 705 (Paar) 73 2/08 1900 90

Quad 99 Mono 70 1/09 2000 90

Primare A 34.2 71 9/12 2100 90

Pro-Ject AMP Box SE Mono 56 5/10 730 85

Rotel RB-1552 69 4/12 850 85

Chord Chordette Scamp 40 1/11 1000 85

Musical Fidelity 58 11/12 1050 85

Astin Trew At 5000 52 8/07 1200 85

Pro-Ject AMP Box SE 50 5/10 325 80

Cyrus 6 Power 55 7/07 600 80

NAD C 245 BEE 56 11/11 600 80/85

Audiolab 8000M (Paar) 60 11/08 1600 80

Dynavox ET-100 43 5/12 220 75

Pro-Ject Amp Box Mono (Paar) 40 11/07 450 75

7. AV-RECEIVER MIT HD-TON

Die Bewertung setzt sich zu je einem Drittel aus den Klangnoten für Analog-Stereo, DVD-

Surround (Dolby, DTS) und HD-Surroundton zusammen.

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte St/Sur/HD

Pioneer SC LX 90 (Susano) 76 9/08 7000 117 105/120/125

Yamaha DSP-Z 11 71 6/08 5500 113 105/115/120

Arcam AVR-600 64 4/09 4400 110 105/110/115

Denon AVC-A1 HD 72 6/08 5500 108 100/110/115

Rotel RSX-1562 66 5/12 2700 105 93/103/118

Primare SPA-22 71 4/09 4000 105 95/105/115

Rotel RSX-1560 66 3/09 2500 102 90/100/115

Denon AVR-4810 70 6/10 3000 102 90/100/115

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte St/Sur/HD

Denon AVR-4520 71 12/12 2500 100 90/95/115

Yamaha RX-A 3010 70 2/12 1980 99 90/98/110

Onkyo TX-NR 3009 69 2/12 1980 99 90/98/108

Arcam AVR-360 62 11/12 1800 98 90/95/110

Onkyo TX-NR 5007 70 11/09 2500 98 90/95/110

NAD T 765 HD 66 1/10 2650 98 90/95/110

Rotel RSX-1550 65 3/09 1900 97 85/95/110

Sony STR-DA5700 66 5/12 2400 97 83/98/110

NAD T 747 64 10/09 1400 96 90/90/108

Arcam AVR-400 64 11/11 2200 96 83/98/108

Sony STR-DA5600 ES 66 2/11 2500 96 83/95/110

Harman Kardon AVR-760 62 1/10 2500 96 85/95/108

Yamaha RX-V 3067 70 4/11 1750 95 83/93/108

154 www.audio.de ›05 /2013


Service › BESTENLISTE

Anthem MRX 700 69 2/11 2200 95 83/98/105

Denon AVR-4311 66 2/11 2200 95 88/93/105

Pioneer SC-LX 82 72 1/10 2300 95 82/95/108

Anthem MRX 500 64 11/11 1900 94 83/98/102

Yamaha RX-V 2065 64 6/10 1000 93 85/90/105

Pioneer VSX-LX 52 66 10/09 1200 93 85/90/105

Marantz SR 7007 68 11/12 1600 93 88/90/105

Marantz SR 7005 67 2/11 1700 93 88/88/102

Pioneer SC-LX 75 73 11/11 1900 93 80/93/102

Denon AVR-2311 65 3/11 1000 92 85/90/100

Yamaha RX-A-1010 65 12/11 1050 92 80/90/105

Yamaha RX-V 1067 65 3/11 1050 92 80/90/105

Denon AVR-3313 67 9/12 1300 92 85/90/100

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte St/Sur/HD

NAD T-748 63 10/11 900 90 80/90/100

Marantz SR-6006 67 10/11 1000 90 80/90/100

Onkyo TX-NR 807 68 10/09 1000 90 80/85/105

Onkyo TX-NR 818 68 8/12 1200 90 80/90/100

Pioneer VSX-LX 53 66 10/10 1300 90 82/90/98

Onkyo TX-NR 1008 68 10/10 1330 90 80/90/100

Pioneer SC-LX 71 73 1/09 1700 90 80/90/100

Pioneer VSX-2021 66 10/11 1000 87 80/85/95

Pioneer VSX-2020 66 3/11 1000 87 75/90/95

Sony STR-DA 3700 64 8/12 1200 87 75/88/98

Sony STR DA 5400 ES 64 1/09 1900 87 75/90/95

Marantz SR-5004 60 2/10 700 85 75/85/95

Harman/Kardon AVR 460 62 3/11 1000 85 75/85/95

Sony STR-DN 2010 62 3/11 1000 85 75/85/95

Yamaha RX-V 1065 62 10/09 825 84 72/85/95

Yamaha RX-V 711 62 8/11 680 83 75/80/95

Pioneer VXS-1021 63 8/11 700 82 72/82/92

Onkyo TX-SR 707 61 2/10 800 82 72/82/92

Harman/Kardon AVR 360 62 9/10 900 82 70/82/95

Onkyo TX-NR 708 66 9/10 900 82 72/82/92

Harman/Kardon AVR-265 62 8/11 700 81 72/82/90

Pioneer VSX-1019H 56 2/10 800 81 72/80/90

Onkyo TX-SR 507 62 7/09 400 80 70/80/90

Denon AVR-1912 62 8/11 550 80 70/80/90

Pioneer VSX-920 61 8/10 500 79 65/82/90

Onkyo TX-SR 578 62 8/10 450 78 68/70/85

OBERKLASSE

61-75 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte St/Sur/HD

Pioneer VSX-819H 60 7/09 400 75 65/75/85

Yamaha RX-V 465 54 7/09 400 75 65/75/85

Kenwood KRF-V 9300 61 2/09 600 75 70/75/80

Sony STR-DG 820 60 7/08 450 73 65/70/85

Samsung HW-C 700 60 8/10 400 72 65/72/78

Panasonic SA-BX 500 60 2/09 600 72 65/72/78

8. AV-VORSTUFEN

Die Einzelnoten werden vergleichbar den HD-Receivern ermittelt, nur in Kombination mit

einer Referenz-Mehrkanal-Endstufe. Die Berechnung der Gesamtnote entspricht ebenfalls

dieser Kategorie.

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell Test Preis Punkte St/Sur/HD

Denon AVP-A1 HD 9/09 7000 113 105/110/125

Rotel RSP-1572 3/12 2000 108 103/103/118

Arcam AV 888 3/10 5500 107 100/105/120

Rotel RSP-1570 3/10 2000 105 100/100/115

Marantz AV 8003 3/10 3000 105 90/105/120

Marantz AV 8801 4/13 3300 105 100/100/115

Marantz AV 7005 1/11 1800 104 90/105/118

Onkyo PR-SC 886 12/08 1800 103 90/105/115

Onkyo PR-SC 5507 3/10 2000 103 90/105/115

9. MEHRKANAL-ENDSTUFEN

Die Bewertung gleicht der Einstufung von Stereo-Endstufen.

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte

Denon POA-A1 HD (10-Kanal) 74 9/09 7000 110

Linn Chakra 3200 (3-Kanal) 64 3/07 4200 105

Arcam PM 777 (7-Kanal) 68 3/10 4500 105

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte

Marantz MM 8077 71 4/13 2000 100

Marantz MM 8003 (8-Kanal) 3/10 1800 95

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell AK Test Preis Punkte

Marantz MM7055 70 1/11 1300 90

Rotel RMB-1565 (5-Kanal) 58 3/12 1100 85

Rotel RMB-1575 (5-Kanal) -- 3/10 2400 85

10. PASSIV-VORSTUFEN

Maßgeblich für die Einstufung von passiven Vorstufen ist der Klang mit der bestmöglichen

Anlagenkombination.

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell . . Test Preis Punkte

Line Magnetic VO 2 5/13 3240 125

Music First Classic Copper 5/13 2300 120

DIGITAL-PLAYER

1. CD-/SACD-PLAYER

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell . . Test Preis Punkte SACD/CD

Accuphase DP-800 / DC-801 3/07 25 200 140 / 140

Moon 750 D 5/10 9450 135

Audio Research CD-8 11/09 10 500 135

Wadia 581i SE 5/08 12 000 135

Accuphase DP-600 4/09 12 400 135 / 135

DCS Puccini/U-Clock (+USB-DAC) 10/09 18 100 135 / 135

Teac Esoteric P 03 / D 03 10/06 24 000 140 / 135

Accuphase DP-700 1/08 15 700 135 / 135

Moon 650 D 12/11 6800 130

McIntosh MCD 500 4/09 7950 135 / 130

Ayre DX-5 (+Blu-ray, USB-DAC) 10/10 10 800 120 / 130

Audionet ART G2 5/07 4500 125

Accuphase DP-400 1/09 4500 125

Naim CDX 2 7/07 4600 125

Acoustic Plan DriveMaster/DigiMaster 2/13 5000 125

Symphonic Line Der CD-Spieler 7/07 5000 125

T + A D 10 4/06 5500 135 / 125

McIntosh MCD 301 AC 11/08 5280 135 / 125

Accuphase DP-500 5/07 5600 125

Audio Research CD-5 5/09 6000 125

Rega Valve Isis CD-Player (USB-DAC) 1/12 9000 125

Meridian 808 1/06 11 000 125

Unison Research Unico CDE 9/10 2900 120

Linn Majik CD 6/07 3000 120

T + A SACD 1250 R 7/07 3000 130 / 120

TAC C-60 11/09 3200 120

Naim CD 5 XS / Flatcap XS 11/09 3300 120

Restek Epos 7/07 3570 120

Burmester 052 6/06 3750 120

AVM Evolution CD 5.2 2/13 4000 120

T + A SACD 1260 R 10/09 4000 135 / 120

Denon DVD-A1 UD (+Blu-ray) 9/09 5000 125 / 120

Audio Aéro Capitole Reference 4/06 6500 120

Teac Esoteric X-03 4/06 7500 135 / 120

Burmester 061 5/07 7700 120

Raysonic CD-138 11/09 1800 115

NAD M5 10/07 2250 125 / 115

Naim CD 5 XS 11/09 2350 115

Ayon CD-1S 11/09 2500 115

T + A CD 1260 R 11/09 2500 115

Cayin CDT-17 A 4/06 2500 115

AVM CD3.2 12/11 2750 115

T + A Music Player Balanced(+Netzwerk/FM) 1/12 2890 115

Lyric CD-100 12/09 1300 110

Pure Sound A-8000 9/10 1500 110

Shanling CD 2.1 5/13 1500 110 / 110

Astin Trew AT 3500 3/08 1800 110

Cyrus CDXt / DAC XP (integr. Vorstufe) 6/07 4600 110

Cambridge 840 C 5/07 1500 105

Marantz SA-15 S1 7/07 1500 115 / 105

Cayin SP-CD 300 6/08 1600 105

Advance Acoustic MCD-403+MDA-503 6/08 1600 105

Denon DCD-2000 AE 6/07 1650 115 / 105

Marantz SA-15 S2 3/10 1800 115 / 105

AVM Evolution CD 3 8/06 1800 105

Atoll SACD 200 (SACD 5.1) 7/10 2000 120 / 105

Marantz SA 15 S2 LE 12/11 2000 105

T + A Music Player E2 (+Netzwerk-Client) 12/07 2000 105

Exposure 3010 S 6/07 2000 105

Arcam CD 36 3/08 2175 105

Densen B 420 3/08 2200 105

Rega Apollo R 7/12 800 103

Marantz SA-KI Pearl Lite 2/11 1200 115 / 103

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell . . Test Preis Punkte SACD/CD

Rotel RCD 12 10/12 600 100

Vincent CD-400 9/11 700 100

Creek Evolution CD 5/07 760 100

AMC XCDI VT 3/12 800 100

NAD C 565 BEE 5/09 900 100

Marantz SA 8003 1/09 900 115 / 100

Pioneer D 9 12/07 900 110 / 100

Vincent CD-S 1.1 9/07 990 100

Denon DCD-1510AE 2/11 1000 113 / 100

AMC CD6d 9/10 1000 100

Cambridge 740C 5/09 1000 100

Astin Trew At 3000 8/07 1000 100

Rega Apollo 7/08 1000 100

Cyrus 6 SE 2 3/13 1080 100

Musical Fidelity M3CD 2/11 1150 100

Yamaha CD-S 2000 2/08 1300 115 / 100

East Sound CD-E5 SE 6/07 1400 100

Quad 99CDP-2 (Variable Out/6 Digital-In) 7/08 1470 100

Densen B-410 6/07 1600 100

Sony SCD-XA 5400 ES 1/09 2000 105 / 100

Audio Aéro Prima 5/07 2100 100

NAD C546 BEE 8/12 560 98

Rotel RCD- 06 SE 8/12 600 98

Harman/Kardon HD 980 12/08 300 95

System Fidelity CD-270 12/08 400 95

Pro-Ject CD Box SE 5/10 520 95

NAD C 545 BEE 8/09 550 95

Gold Note CD-7 3/13 600 95

Harman/Kardon HD 990 5/09 600 95

Exposure 1010 D 9/11 620 95

Music Hall CD 35.2 9/11 700 95

Arcam CD 17 9/08 700 95

Vincent CD-S2 8/08 740 95

Cambridge Azur 651 C 8/12 800 95

Teac CD 1000 3/12 800 110 / 95

Marantz SA 7001 KI 7/07 900 110 / 95

Yamaha CD-S 1000 7/08 900 110 / 95

Sony XA 1200 ES 9/07 900 110 / 95

Pioneer D 6 2/07 500 100 / 95

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell . . Test Preis Punkte SACD/CD

Marantz CD-5004 10/10 300 90

NAD C 515 BEE 4/08 300 90

Denon DCD-720 AE 9/12 400 90

Marantz CD-6002 11/07 400 90

NAD C 525 BEE 2/07 400 90

Cambridge 350 C 10/10 450 90

Yamaha CD-N500 11/12 500 90

Denon DCD-520 AE 8/12 250 88

Yamaha CD-S 300 1/11 270 85

Advance Acoustic MCD 200 10/09 350 85

Audio Block C-100 9/12 400 85

Pioneer PD-30 9/12 400 100 / 85

Onkyo C-S5 VL 8/09 400 90 / 85

Yamaha CD-S 700 3/09 480 85

Denon DBP-2012 UD (+Blu-ray) 6/11 850 105 / 85

Yamaha CDX-497 3/07 270 80

System Fidelity CD-250 10/08 275 80

AMC XCDI 10/10 350 80

2. MUSIK-SERVER

Einstufung erfolgt mit unkomprimierten PCM-Material. (M) bedeutet Multiroom-fähiger

Server.

REFERENZ-KLASSE

AB 101 PUNKTE

Modell Test Preis Punkte

Weiss MAN 301 10/12 10 000 135

Bladelius Embla 03/10 7750 130

Naim HDX 10/08 6500 125

Trigon Chronolog 5/12 4800 115

Sooloos Control:10 / Ensemble 7/09 8500 105

HIGH-END-KLASSE

91-100 PUNKTE

Modell Test Preis Punkte

Olive 4HD 03/10 2500 100

Raumfeld Set (2 Räume) 6/10 1000 95

Hermstedt Hifidelio PRO 500 GB 5/09 1700 95

Loewe Individual Mediacenter DR+ (M) 5/10 4300 95

SPITZENKLASSE

76-90 PUNKTE

Modell Test Preis Punkte

Hermstedt Hifidelio Pro 11/05 1100 90

www.audio.de ›05 /2013

155


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