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AUDIO Werden Sie aktiv! (Vorschau)

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05 / 2013 www.audio.de Deutschland 6,- €<br />

HIFI · SURROUND · HIGH END · MUSIK<br />

<strong>Werden</strong> <strong>Sie</strong> <strong>aktiv</strong>!<br />

Wie eine neue Boxen-<br />

Generation die HiFi-<br />

Welt verändert<br />

Überlegene Aktiv-<br />

Konzepte für jeden<br />

Raum<br />

Von rein analog bis<br />

voll digital und DSPgesteuert<br />

14 oder 1400 Watt?<br />

Der Endstufentest der Gegensätze:<br />

Musical Fidelity und Pass First Watt<br />

SYNTHESIS ACTION<br />

Diese Röhre packt jede Box<br />

Sensation in Messlabor und<br />

Hörraum: Die LS-1 von Grimm Audio<br />

DER STREAMT SOGAR DSD<br />

Netzwerk-Überraschung aus China:<br />

Der Lumin Player im ersten Test<br />

Sonos, Raumfeld & Co: Alle Neuheiten<br />

im Test, alle Konzepte im Praxis-Vergleich<br />

Österreich € 6,70 - Schweiz sfr 12,00<br />

Spanien € 7,95 - BeNeLux € 7,00<br />

Griechenland € 9,00 - Italien € 7,95<br />

Finnland € 8,85 - Slowenien € 7,95


Z2<br />

Wireless Music System<br />

NEU<br />

für iPhone<br />

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Jetzt mit Lightning Connector und AirPlay!<br />

Z2 – das neue Wireless Musiksystem von Bowers & Wilkins<br />

begeistert mit seiner faszinierenden Kombination aus bestem<br />

Klang, edel kompaktem Design und höchstem Bedienkomfort.<br />

Ausgestattet mit integrierter AirPlay ® Technologie und neuem Apple<br />

Lightning Connector ist das Z2 das perfekte Sound-Dock für Ihr<br />

aktuelles iPhone 5 sowie die jüngste Generation von iPod touch und<br />

iPod nano. Dank AirPlay Wireless Streaming bringt das Z2 auch<br />

die digitalen Musikschätze auf Ihrem iPad und aus Ihrer iTunes-<br />

Mediathek auf Mac oder PC in bester HiFi-Klangqualität zu Gehör.<br />

Zudem erfreut es seinen Besitzer mit einem vielseitig einsetzbaren<br />

und elegant dezenten Design, das wirklich in jedes Ambiente passt.<br />

Und selbst das AirPlay-Setup sowie die Einbindung in Ihr WLAN-<br />

Netzwerk wird mit der kostenlosen „Bowers & Wilkins Control“-App<br />

zu einem echten Kinderspiel. Mehr Infos: www.bowers-wilkins.de<br />

Mit neuem Apple<br />

Lightning<br />

Connector<br />

Apple AirPlay ® für<br />

Wireless Audio Streaming<br />

Bowers & Wilkins<br />

Control-App<br />

für einfaches AirPlay-Setup<br />

Lightning, AirPlay, iPhone, iPad, iPod touch, iPod nano und iTunes sind eingetragene Warenzeichen von Apple Inc., registriert in den USA und anderen Ländern.


Meinung › EDITORIAL<br />

<strong>Sie</strong>gerboxen<br />

...die begeistern<br />

Bernhard Rietschel<br />

brietschel@wekanet.de<br />

MESST IHR NOCH, ODER HÖRT IHR SCHON?<br />

Es sind nicht immer die technisch besten Sänger, deren Kunst uns am meisten<br />

berührt. Und was für die Musik selbst gilt, findet auch in ihrer Reproduktion seine<br />

Entsprechung: Entscheidend für den Wert und die Existenzberechtigung einer<br />

Anlage ist, ob sie Musik wirklich näherbringt, ob sie uns als Tester vergessen lässt,<br />

dass wir ja eigentlich nicht zum Spaß im Hörraum sitzen, sondern um Eindrücke für<br />

einen zuverlässigen Hörtest zu sammeln.<br />

Die Anlagen, denen das gelungen ist, waren nicht immer die mit den besten<br />

Messwerten. So habe ich, seit ich bei <strong>AUDIO</strong> bin, schon viele Versuche erlebt,<br />

Lautsprecher mit digitalen Mitteln zu perfektionieren, Frequenzgänge oder Zeitverhalten<br />

mit DSP-Hilfe zu glätten und akustische Grenzen mithilfe digitaler Tricks<br />

auszuhebeln. So eindrucksvoll diese Tour-de-Force-Lösungen messtechnisch oft<br />

waren, ihre klanglichen Ergebnisse haben mich mehrheitlich völlig kalt gelassen.<br />

Brauchen wir also die Imperfektionen, die kleinen oder größeren Fehler, um Spaß<br />

zu haben, oder gibt es Faktoren, die sich unseren Messungen noch entziehen?<br />

Zwei Geschichten in diesem Heft geben in dieser Frage entscheidende Hinweise:<br />

Die Grimm LS-1 zeigt uns, dass es sehr wohl möglich ist, einen Lautsprecher<br />

(eigentlich ist es ein komplettes Wiedergabesystem) nach allen bekannten Messkriterien<br />

perfekt zu machen, ohne dass er an emotionaler Kraft einbüßt. Im Gegenteil:<br />

Bei der holländischen DSP-Aktivbox betritt man klaren Kopfes den Hörraum,<br />

drückt auf Play und wähnt sich schlagartig unter dem Einfluss eines ebenfalls<br />

holländischen Klangveredlers, der stark riecht, rote Augen macht und in Deutschland<br />

verboten ist.<br />

Auch die First Watt SIT-1 von Nelson Pass sorgte im Labor wie im Hörraum<br />

gleichermaßen für Begeisterung, weil sie unserer vor einigen Monaten neu<br />

eingeführten Klirrstabilitäts-Messung mit unglaublich transparentem, tiefschichtigem<br />

und entspanntem Klang als lebendes Exempel dient. Um das zu hören,<br />

braucht man keinen süßlichen Rauch, keine Goldohren, und noch nicht mal<br />

Hightech-Boxen: Eine der Ketten, die uns in den letzten Wochen so richtig in<br />

Partylaune gebracht haben, bestand aus dem Lumin-Netzwerkplayer, den First-<br />

Watt-Monos – und einem Pärchen Klipsch Cornwall III, deren Bauprinzip auf die<br />

50er Jahre zurückgeht.<br />

Viel Spaß mit diesem Heft wünscht<br />

nuLine 264<br />

Leserwahlsieger 2013<br />

bei Stereoplay, Kategorie Standboxen bis 2000 Euro<br />

„Schlank verpackte<br />

Leistungsfähigkeit“<br />

Referenz AreaDVD 7/12<br />

SIEGER<br />

• nur 15 cm schlank!<br />

• zierlich aber klangstark<br />

• präzise und pegelfest<br />

• Subwoofer-verdächtige<br />

Bässe bis 35 Hertz<br />

• meisterhafte Qualität<br />

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Schleiflack Weiß,<br />

Platin, Schwarz oder<br />

Nussbaum, Kirsche<br />

260/180 W<br />

100 cm hoch<br />

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7/12<br />

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www.audio.de ›05 /2013<br />

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Inhalt › <strong>AUDIO</strong> 05/2013<br />

6<br />

HiFi-Fest 2013:<br />

VORSCHAU<br />

HIGH END<br />

Anlagentuning für Feingeister:<br />

PASSIVE VORSTUFEN<br />

16<br />

Edles aus Shenzhen<br />

Mit zusammen 3000 Euro ist die Stereokombi A2.1 / CD2.1<br />

von Shanling nicht billig. Dafür gibt's dann aber auch<br />

verschwenderischen Materialeinsatz, penible Verarbeitung<br />

und liebevoll auf den Punkt abgestimmten Klang.<br />

MAGAZIN<br />

6<br />

12<br />

News Das bringt die HIGH END 2013:<br />

Neuheiten, Erlkönige, Überflieger – was <strong>Sie</strong><br />

in München unbedingt gesehen haben<br />

sollten. <strong>AUDIO</strong> zeigt die edelsten Röhren,<br />

die aufregendsten Plattenspieler und die<br />

spektakulärsten Boxen in einer großen<br />

Messevorschau<br />

Szene HiFi-Events, Termine, Händlertipps<br />

RUBRIKEN<br />

3 Editorial<br />

79 Markt<br />

150 Bestenliste<br />

160 Leserbriefe<br />

160 Impressum<br />

162 <strong>Vorschau</strong><br />

LAUTSPRECHER<br />

22<br />

24<br />

26<br />

28<br />

30<br />

34<br />

38<br />

Spezial: Aktivlautsprecher<br />

Es gibt sie in allen Formen und Größen,<br />

digital und analog. <strong>AUDIO</strong> erklärt die<br />

unterschiedlichen Konzepte und stellt<br />

außergewöhnliche Vertreter ihrer Art vor:<br />

Test: NuForce Digital S3-BT<br />

Test: KEF X300 A<br />

Test: Geithain ME 806<br />

Test: Genelec 8240 APM<br />

Test: KSD 2040<br />

Test: Grimm Audio LS-1<br />

LAUTSPRECHER<br />

144<br />

KOMPLETT-ANLAGEN<br />

58<br />

KOPFHÖRER<br />

44<br />

Test: Standbox<br />

Mit der SLS-Serie und dem Flagschiff 790<br />

DC bringt Canton Vento-Technik für den<br />

etwas schmaleren Geldbeutel.<br />

Test: Design-Soundbar<br />

Die Audio-Entertainment-Konsole von<br />

AudioXperts räumt auf – mit Kabelgewirr<br />

und Vorurteilen gegen Design-Anlagen.<br />

Vergleichstest: Mobile Kopfhörer<br />

Lieber schick statt gut lautet oft die Devise<br />

bei Kopfhörern. Aber nicht bei diesen sechs<br />

Modellen um 100 Euro: die können beides.<br />

4 www.audio.de ›05 /2013


Inhalt › <strong>AUDIO</strong> 05/2013<br />

144<br />

VENTO<br />

LIGHT<br />

Knapp unter der<br />

edlen Vento-Serie<br />

hat Canton die neue<br />

SLS-Reihe eingeschoben.<br />

Wie eng<br />

die Klang-Verwandtschaft<br />

ist, soll das<br />

SLS-Topmodell<br />

790DC zeigen.<br />

DOPPEL-NUTZEN<br />

Klein und leicht genug für unterwegs, groß<br />

und gut genug für Zuhause: sechs Kopfhörer<br />

um 100 Euro, die nicht nur schick<br />

aussehen, sondern auch toll klingen.<br />

44<br />

THE DESOTO CAUCUS<br />

Seinen Bandnamen borgte sich dieses<br />

Ensemble vom US-Konzern Chrysler,<br />

der unter dem Etikett DeSoto einst zum<br />

Träumen schöne Kult autos baute.<br />

Dafür revanchiert sich das dänische<br />

Quartett The DeSoto Caucus nun<br />

sehr stilvoll – mit ebenfalls zum<br />

Träumen schönem Countryfolk in<br />

bezauberndem Vintage-Sound.<br />

67<br />

IM TEST<br />

CD-PLAYER<br />

Shanling CD 2.1 ....................................60<br />

ENDSTUFEN<br />

First Watt SIT 1 ..................................136<br />

Musical Fidelity M8 700 ....................136<br />

KOMPAKTBOXEN<br />

Genelec 8240 APM ..............................30<br />

Geithain ME 806 ..................................28<br />

KOMPLETTSYSTEME<br />

AudioXperts 4TV 2112 .........................58<br />

Sonos Playbar ......................................52<br />

MOBILE KOPFHÖRER<br />

AKG K619, Motörhead Motörizer,<br />

On.Earz AC/DC, Scullcandy Navigator,<br />

Sony MDR-V55, Teufel Aureol Real ..44<br />

NETZWERKPLAYER<br />

Lumin ....................................................48<br />

Raumfeld Connector 2 ........................54<br />

PC-LAUTSPRECHER<br />

KEF X300A ............................................26<br />

NuForce S3-BT .....................................24<br />

VORVERSTÄRKER<br />

Line Magnetics VO2 ............................16<br />

Music First Classic Copper .................16<br />

Musical Fidelity M8 PRE ...................136<br />

STANDBOXEN<br />

Canton SLS 790 DC ...........................144<br />

Grimm Audio LS 1 ...............................38<br />

KS Digital KSD 2040 ............................34<br />

VOLLVERSTÄRKER<br />

Shanling A 2.1 ......................................60<br />

Synthesis Action A100T ....................146<br />

DIE BESTENLISTE<br />

Alle Tests im Überblick .....................150<br />

Bilder: Titel: J. Bauer, MPS; Inhalt: J. Bauer, H. Härle, MPS, Andrew MacNaughtan, Archiv<br />

VERSTÄRKER<br />

16<br />

60<br />

136<br />

146<br />

Vergleichstest: Passive Vorstufen<br />

Das wünscht sich auch der Umweltminister:<br />

Ohne Energieaufwand so glänzende<br />

Ergebnisse bringen zu können.<br />

Test: Stereo-Kombi<br />

Shanling macht auch viel Auftragsfertigung<br />

– zum Teil für sehr vornehme Marken. Diese<br />

Kombi aus Röhren-CD-Player und<br />

Vollverstärker präsentieren die Chinesen<br />

jedoch stolz unter eigenem Namen.<br />

Vergleichstest: Endstufen<br />

Musical Fidelitys M8-Kombi lässt 1400<br />

Watt erstaunlich filigran klingen. Nelson<br />

Pass definiert Klang-Reinheit neu – mit<br />

einem Hundertstel der Leistung.<br />

Test: Röhren-Vollverstärker<br />

Eine prachtvolle Röhre von Synthesis heizt<br />

nicht nur thermisch ein: <strong>Sie</strong> hat genug<br />

Power, um es richtig krachen zu lassen.<br />

DIGITAL<br />

48<br />

56<br />

52<br />

54<br />

Test: Netzwerk-Player<br />

Lumin schickt sich an, der härteste<br />

Konkurrent etablierter Streamer-Platzhirsche<br />

zu werden.<br />

Report: System-Vergleich<br />

Sonos und Raumfeld haben wieder Neues<br />

im Portfolio – und wir damit einen guten<br />

Grund, die Multi-Room-Netzwerk-Konzepte<br />

gegenüber zu stellen:<br />

Test: Sonos Playbar<br />

Netzwerk-Soundbar mit Erfolgs-Garantie.<br />

Test: Raumfeld Connector 2<br />

Gelungener Nachfolger des Streaming-<br />

Players im Raumfeld-Programm.<br />

MUSIK<br />

66<br />

67<br />

70<br />

72<br />

74<br />

75<br />

77<br />

Pop-CDs<br />

David Bowie, Depeche Mode, Eric Clapton,<br />

Edwyn Collins, Johnny Marr, Willie Nelson,<br />

OMD, Atoms For Peace, Bastille ...<br />

Die Audiophilen<br />

The DeSoto Caucus, Milk Carton Kids:<br />

Countryfolk und Songwriter-Perlen in<br />

warmem, mätzchenfreiem Akustik-Klang<br />

Geheimtipp<br />

John Grant: Elektronik und Folk mit<br />

doppeltem Boden – und aus tiefster Seele<br />

Schwarzs Gold, Folge 1<br />

LP-Reissues von Chi Coltrane, ELP ...<br />

Oldie-CDs<br />

The Doors, Van Halen, Stephen Stills ...<br />

Jazz-CDs<br />

Youn Sun Nah: Koreanisch-französischskandinavischer<br />

Jazz einer großen Stilistin<br />

Klassik-CDs<br />

Tenebrae: Vokalzauber der Extraklasse<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

5


Magazin › HIGH-END-NEWS<br />

MAI 2013<br />

IT'S SHOW TIME!<br />

Was für ein Fest für HiFi- und Musikfans: Die Top-Messe High End weckt<br />

vom 9. bis 12. Mai wieder audiophile Frühlingsgefühle. Vorab finden <strong>Sie</strong> hier<br />

schonmal einige Highlights, die im Münchner MOC für Furore sorgen könnten.<br />

Viel Spaß dabei – und eine prickelnde, genussreiche Messe!<br />

PHYSIKS-UNTERRICHT<br />

Die Maintaler Nobelboxen-Manufaktur<br />

German Physiks bestückt ihre<br />

Lautsprecher mit sogenannten<br />

DDD-Schallwandlern – mit<br />

zunehmender Frequenz<br />

wechseln sie von einer<br />

kolbenförmigen in eine<br />

Biegebewegung. Krönung<br />

dieses forschungsintensiven<br />

Prinzips ist die Emperor<br />

MKII, die auf der High End<br />

Europapremiere feiert.<br />

Wesentliches Merkmal: Die<br />

DDD-Wandler lassen sich<br />

per Fernbedienung und<br />

elektrisch ausfahrbarem<br />

Träger in ihre jeweilige Best-<br />

Position bewegen. Ausgeliefert<br />

werden die Boxen mit<br />

externer 3-Wege-Passivweiche<br />

oder einer Aktivweiche<br />

inklusive DSP und<br />

Raumeinmessung. Kostenpunkt<br />

je nach Ausführung<br />

(zum Beispiel in Leder, Stahl,<br />

Carbon, Sandstein oder<br />

Lack) zwischen 183.000<br />

und 211.000 Euro. www.<br />

german-physiks.com cd<br />

HIGH END 2013<br />

Atrium 4, 2. OG, Raum<br />

F 210<br />

HIGH END 2013<br />

Audiophile Musikfans und anspruchsvolle<br />

Wohnzimmer-Cineasten<br />

dürfen sich freuen: An drei<br />

Publikumstagen geben mehrere<br />

Hundert namhafte Marken und<br />

Produkte den Ton an. Mit dabei<br />

ist auch das preisgekrönte Multimediaprojekt<br />

Lichtmond sowie<br />

Live-Musik-Events, präsentiert<br />

von High-End-Firmen wie Cardas<br />

Audio oder Clearaudio. Natürlich<br />

fehlt auch die Redaktion <strong>AUDIO</strong><br />

nicht – den Weka Verlag finden<br />

<strong>Sie</strong> im Atrium 4, 2. OG (Raum F<br />

228) sowie in Halle 4 (Stand J 03).<br />

HIGH END 2013: MOC<br />

München, Lilienthalallee 40,<br />

80939 München-Freimann.<br />

Termin: 9. bis 12. Mai (am<br />

9. Mai nur für Fachbesucher<br />

mit Vorab-Registrierung).<br />

Öffnungszeiten: Täglich von<br />

10 bis 18 Uhr. Eintritt für die<br />

Publikumstage: 12 Euro/Tag.<br />

Weitere Infos:<br />

www.HighEndSociety.de<br />

Fotos: Archiv, Shutterstock.com<br />

6<br />

www.audio.de ›05/2013


Magazin › HIGH-END-NEWS<br />

BLAUE STUNDE<br />

Aufregendes High-End-Konfekt präsentiert<br />

McIntosh: Die New Yorker präsentieren<br />

gleich drei neue Vollverstärker, darunter den<br />

MA7900AC (Foto), bestückt mit D/A-Wandler<br />

und Phonoteil. Ebenfalls frisch sind die Röhrenvorstufe<br />

C2500 und die Digitalvorstufe D100. In<br />

Raumnachbarschaft zeigt laut Vertrieb auch<br />

Devialet zwei noch geheime „Knaller“. Und<br />

auch Moon wird sich mit hochkarätigen<br />

Klangprodukten die Ehre geben. www.audiocomponents.de<br />

cd<br />

HIGH END 2013<br />

Atrium 4, 1. OG, Räume<br />

F 109, F 108, F 114, F 115,<br />

F 116<br />

MAGNETISCH<br />

ANGEZOGEN<br />

Die beiden bereits etablierten offenen magnetostatischen<br />

Kopfhörer LCD-2 und LCD-3 von Audez'e punkteten im<br />

Test hervorragend. Nun gesellt sich zu ihnen das erste<br />

geschlossene Modell mit dieser Technologie (Foto). Ebenfalls<br />

neu im Vertrieb von audionext ist der DAC-Winzling<br />

hiFace von M2Tech: Mit 20 Gramm Lebendgewicht und<br />

USB-Interface bietet er eine Auflösung von bis zu 384<br />

kHz/32bit. Preis: 219 Euro. www.audionext.de cd<br />

HIGH END 2013<br />

Atrium 4, 2. OG, Raum<br />

E 211<br />

FOCAL-CHANTEURS<br />

Formidables aus Frankreich: Focal hat seine erfolgreiche<br />

Chorus-700er-Serie überarbeitet und stellt nun neun neue hifiund<br />

surroundfähige Kompakt- und Stand-Modelle vor. Das<br />

Design soll mit mehr Finesse betören, technisch setzten die<br />

Entwickler wieder auf die hauseigenen Polyglass-Mittel- und<br />

Tieftöner sowie Hochtöner mit Inverskalotten aus Alu-Magnesiumlegierung<br />

– nun mit einer Poron-Einspannung, die Langlebigkeit<br />

und gleichmäßigeres Schwingverhalten garantieren<br />

soll. Für den optischen Chic kann man zwischen Nussbaum,<br />

Black Style und Rosenholz wählen.<br />

HIGH END 2013<br />

Atrium 4, 1. OG, Raum<br />

E 119<br />

Die Paarpreise starten bei 458<br />

Euro. www.focal.com/de/ cd


Magazin › HIGH-END-NEWS<br />

HIGH END 2013<br />

Halle 4, Stand G 04 / H 02<br />

AMP FÜRS KÖPFCHEN<br />

Nach dem High-End-Kopfhörerverstärker A1 schicken die Heilbronner<br />

Spezialisten von Beyerdynamic einen kleinen Bruder<br />

ins audiophile Rennen. Der A 20 besticht mit einem komplett<br />

aus Aluminium gefertigten Gehäuse, dessen Außenwand<br />

ohne Schrauben und Nähte auskommt. Den Entwicklern lag<br />

eine besonders verzerrungsarme Performance von Kopfhörern<br />

mit bis zu 600 Ohm am Herzen. Dank doppelter Kopfhörerausgänge<br />

sind auch zweisame Musiksessions möglich – übrigens<br />

auf Wunsch auch auf weltweiten Reisen, denn darin sitzt ein<br />

Schaltnetzteil, das von 110 bis 240 Volt agieren kann. Zwei<br />

beiliegende Netzkabel komplettieren den A 20 zum wahren<br />

Global-Player. Dank durchschleifbarem Cincheingang lässt sich<br />

der neue Kopfhörerverstärker obendrein in bestehende Audio-<br />

Setups integrieren, zum Beispiel zwischen einem CD-Player<br />

und der HiFi-Anlage. Der Preis soll bei rund 500 Euro liegen.<br />

www.beyerdynamic.de cd<br />

LONDON CALLING<br />

HIGH END 2013<br />

Halle 4, Raum F 11<br />

Die Londoner Sound-Gentlemen von Cambridge Audio stellen<br />

neue Geräte der Azur-Serie vor – zum Beispiel den Azur 752BD 3D-<br />

Blu-ray-Universalplayer sowie den Azur 751R-7.1-Heimkino-Receiver<br />

(Fotos). Dieser Surround-Receiver (rund 2150 Euro) soll unter anderem<br />

mit einem Dual-32-Bit-DSP von Texas Intruments für abendfüllende<br />

Format- und Klangvielfalt sorgen. Im Allround-Player (rund<br />

1550 Euro) schlägt ein hochwertiges QDEO-Videoherz von Marvel.<br />

Auch Neuheiten der schweizer Audio-Präzisionsmanufaktur Soulution<br />

gibt's im gleichen Raum zu bestaunen, ebenso wie topaktuelle<br />

Boxen-Stars von Raidho. www.taurus-high-end.de cd<br />

VROOOOM-SERVICE<br />

HIGH END 2013<br />

Atrium 3, 1. OG, Raum<br />

C 112 / D 111<br />

Abgefahrenen Sound verspricht die neue Kooporation<br />

zwischen den Klangästheten von Sonus<br />

Faber und dem Luxuswagenhersteller Pagani<br />

Automobili: Künftig beschallen die High-Ender<br />

aus Arcugnano die bella maccinas aus Italien mit<br />

edlen Soundsystemen – selbstredend handgemacht<br />

und unter anderem bestückt mit einem<br />

Analog-Plattenspieler (!). Blutdruck und Herzfrequenz<br />

dürfte Besuchern im hinteren Bereich<br />

des Atrium 3.1 in die Höhe schnellen – denn<br />

auf einer Plattform vor Raum C112/D111 prunkt<br />

solch ein nobel ausgestatteter Sportwagen.<br />

Sonus Faber will überdies einen HiFi-Lautsprecher<br />

zeigen, der unterhalb der Amati Futura<br />

rangiert. www.sonusfaber.com cd<br />

8 www.audio.de ›05 /2013


Flexidelity<br />

Magazin › NEWS<br />

your_World<br />

WANDLUNGS-FÄHIG<br />

Wadia will in Deutschland unter neuem<br />

Vertrieb Fuß fassen – in München<br />

feiert nun der Intuition 01 Premiere:<br />

Der Allrounder aus den USA vereint<br />

D/A-Wandler (Sabre ESS 9018; bis zu<br />

384kHz/32Bit via USB-Input), Vorverstärker<br />

und Enstufen in einem stylisch<br />

designten, flachen Gehäuse. Das Upsampling<br />

übernimmt der „Wadia-Delta-Sig-<br />

Master FIR32Bit“ (1536 MHz), Der Amp<br />

(Class-D+) soll für 350 Watt pro Kanal<br />

gut sein. Der Preis: ab rund 8000 Euro.<br />

In seiner Nachbarschaft lassen sich auch<br />

Neuheiten von Krell bestaunen, darunter<br />

der „Connect“ Audio Streamer sowie<br />

der 7.1-Surround-Prozessor „Foundation“<br />

HIGH END 2013<br />

Atrium 3, 1. OG, Räume<br />

C 112 / D 111<br />

und der nun lieferbare Vollverstärker S-<br />

550i. Ex-Krell-Gründer -Dan D'Agostino<br />

hat im Reisegepäck eine ultimative<br />

Transistor-Vorstufe, die exklusiv in der<br />

kommenden <strong>AUDIO</strong> begutachtet wird.<br />

Und Röhrenspezialist Audio Research<br />

stellt eine zweiteilige Vorstufe vor, die auf<br />

dem „Reference Anniversary Preamplifier“<br />

des Hauses basiert. Auch ein neuer<br />

Vollverstärker der Marke betritt die High-<br />

End-Bühne. Die Subwoofer-Eperten von<br />

Velodyne treten schließlich mit einem<br />

besonders kompakten Bass-Arbeiter<br />

sowie neuen Kopfhörern mit <strong>aktiv</strong>er Geräuschkompensation<br />

auf. www.audioreference.de<br />

cd<br />

iPod/iPhone<br />

nicht im<br />

Lieferumfang<br />

enthalten<br />

STAND-KONZERT<br />

Frischer Wind aus Kiel: Elac stellt<br />

mit der FS 409 eine neu entwickelte<br />

Standbox vor. Ein aktueller, hauseigener<br />

„JET-5“-Hochtöner (Folie mit<br />

von Wechselstrom druchflossenen<br />

Leiterbahnen), ein frisch konzipierter<br />

Mittel- sowie zwei 18-Zentimeter-<br />

Kristallmembran-Tieftöner (Elac<br />

AS-XR-Technologie) sollen die<br />

rund 6380 teuren Lautsprecher<br />

(Paarpreis) zu einer fulminanten<br />

Performance verhelfen. Erhältlich ist<br />

die FS 409 zunächst in schwarzem<br />

Hochglanzlack, später sollen weißer<br />

Hochglanzlack, Tobacco Hochglanz<br />

sowie Nussbaumfurnier Hochglanz<br />

folgen. www.elac.com cd<br />

HIGH END 2013<br />

Atrium 4, 1. OG, Räume<br />

F 102, F 103, F 124<br />

Für jeden<br />

Anspruch<br />

die passende<br />

Klanglösung<br />

Ideal für iPhone und iPod:<br />

unsere your_Dock Docking Station<br />

für den Aufbau eines<br />

drahtlosen Musiknetzwerkes.<br />

Entdecken <strong>Sie</strong> Ihren Klang.<br />

Im Fachhandel und unter<br />

www.canton.de<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

9


Magazin › HIGH-END-NEWS<br />

MAN-POWER<br />

HIGH END 2013<br />

Atrium 4, 2. OG, Raum F<br />

231b, Halle 4, Stand H 09<br />

HiFiman HM-901, bald einer der weltbesten Portis? Vielleicht – zumindest hat der schicke Taschenspieler<br />

das Zeug dazu: Er arbeitet mit zwei 32-bit-D/A-Wandlern und soll sich auf sämtliche<br />

Audioformate bis 192kHz/24bit verstehen. Sein Kopfhörerverstärker ist symmetrisch und modular<br />

aufgebaut und mit Steckkarten für den jeweiligen Kopfhörer wählbar. Die Lautstärkeregelung<br />

ist er analog über Einzelwiderstände realisiert. Und mit der passenden Dockingstation agiert er<br />

sogar als D/A-Wandler. Der Preis: rund 1000 Euro. www.sieveking-sound.de cd<br />

HIGH END 2013<br />

Halle 3, Stand E 02<br />

KOPFSCHMUCK<br />

Die Soundspezialisten von Fostex stellen nach dem TH900 einen weiteren<br />

Premium-Kopfhörer vor. Dem TH600 spendierten sie einen 50-Millimeter „Bio-<br />

Dynamic“-Treiber, der in einem leichten Druckgussgehäuse aus Magnesium sitzt.<br />

Der Frequenzbereich soll von 5 bis 45.000 Hertz reichen. Der Preis des dezent<br />

gestylten Hörers liegt bei rund 1000 Euro. www.megaaudio.de cd<br />

LP-BESCHWÖRER<br />

Ein „holistisches System“ nennt Entwickler Jonathan Palmer sein Laufwerk<br />

Palmer – sämtliche Elemente des Riementrieblers sind penibel aufeinander<br />

abgestimmt. Das Netzteil arbeitet mit einer 60-Hertz-Sinuswelle, das eine<br />

saubere Stromversorgung garantieren und Vibrationen reduzieren soll. Die<br />

Lager-Kugel besteht aus Wolframkarbid, die Zarge aus hoch verdichtetem<br />

Birkensperrholz. Der Plattenteller wird aus einem massiven Alu-Block gefertigt<br />

und wiegt satte 9,5 Kilogramm. Die Tonarmbasis besteht schließlich aus<br />

massiver Bronze und wird individuell mit Bohrungen für den Wunschtonarm<br />

vorbereitet. Preis: ab 6900 Euro. www.inputaudio.de cd<br />

HIGH END 2013<br />

Halle 4, Stand H 16<br />

TISCHLEIN, RACK DICH<br />

Neue Tonmöbel aus dem<br />

hessischen Jesberg: Das Rack<br />

Notrebo von Tabula Rasa trägt<br />

seine vollmassiven oder mit<br />

sechs ausgefrästen Kammern<br />

und Quarzsand gefüllten Böden<br />

auf vier Holzsäulen. Die Stellfläche<br />

liegt bei 52 mal 45 Zentimetern,<br />

wahlweise ist das neue<br />

Rack auch mit 104 Zentimetern<br />

Bodenbreite für sechs Geräte<br />

lieferbar. Böden und Säulen<br />

bestehen aus Eiche und lassen<br />

sich sogar verschiedenfarbig<br />

kombinieren – zur Wahl stehen<br />

Eiche natur, Schwarz, Weiß,<br />

Grau, Kirschbaum und Nussbaum.<br />

Der Preis: ab 1810 Euro.<br />

www.tabula-rasa-interior.<br />

de cd<br />

HIGH END 2013<br />

Halle 4, Stand F 11<br />

10 www.audio.de ›05 /2013


Flexidelity<br />

Magazin › NEWS<br />

your_World<br />

TRANSPORT-GUT<br />

HIGH END 2013<br />

Halle 3, Stand C 08<br />

Die High-End-Kabelserie Reference-Selection von<br />

in-akustik wird bei der Messe nicht nur in Schaukästen zu<br />

bewundern sein – in vielen Vorführungen, z.B. Elac, Denon,<br />

NAD oder T+A, tragen sie zum Gelingen bei. Außerdem<br />

mit im Messegepäck: Die legendär guten<br />

HQCDs und LPs, vor Ort auch käuflich zu<br />

erwerben. www.in-akustik.de/referenzselection<br />

ct<br />

iPod/iPhone<br />

nicht im<br />

Lieferumfang<br />

enthalten<br />

PHONO POWER<br />

HIGH END 2013<br />

Halle 3, Stand B 09<br />

„Die Tonquelle“ nennt Symphonic Line<br />

seinen neuen, noch unbebilderten High-<br />

End-Phonovorverstärker. Im Inneren sitzt<br />

ein Mumetalltrafo mit 300VA, 240.000<br />

Microfarad sollen für eine packendlebendige<br />

Performance sorgen. Der<br />

Aufbau ist diskret in Class-A-Manier<br />

gehalten. Die Phonovorstufe versteht<br />

sich sowohl mit MM- als auch mit MC-<br />

Tonabnehmern – Impedanz und Kapazität<br />

lassen sich schaltbar anpassen. Das<br />

Gerät im Chromgehäuse mit massiver<br />

10-Millimeter-Front (schwarz oder silberfarben,<br />

Chrom gegen Aufpreis) besitzt<br />

die klassichen HiFi-Gardemaße mit 45<br />

Zentimetern Breite, 10 Zentimetern Höhe<br />

und 39 Zentimetern Tiefe. Der Preis liegt<br />

bei rund 4800 Euro – „Die Tonquelle“<br />

entsteht übrigens in Einzelanfertigung.<br />

www.symphonic-line.de cd<br />

NORD-KOMMISSION<br />

Mehr als sechs Jahre interdisziplinäre<br />

Entwicklungsarbeit stecken im neuen<br />

Model 1 der norwegischen High-End-<br />

Spezialisten von Electrokompaniet.<br />

Die 75-Kilogramm-Box mit Schulterhöhe<br />

108 Zentimeter beschäftigt in ihrem<br />

sandgestrahlten Alugehäuse mit sanften<br />

Kurven penibel ausgewählte und<br />

aufeinander abgestimmte Chassis von<br />

Seas und Scan-Speak. Der Paarpreis<br />

soll bei rund 28.000 Euro liegen. www.<br />

electrocompaniet.no/de cd<br />

HIGH END 2013<br />

Atrium 3, Raum C 114<br />

Für jeden<br />

Anspruch<br />

die passende<br />

Klanglösung<br />

Ideal für Einsteiger:<br />

unser your_World Paket mit<br />

iPhone/iPod Docking Station und<br />

2x50 Watt Aktiv-Lautsprechern.<br />

Entdecken <strong>Sie</strong> Ihren Klang.<br />

Im Fachhandel und unter<br />

www.canton.de<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

11


Magazin › SZENE<br />

HIFI-TERMINE<br />

12./13. 4. HiFi-Studio Schön, 66955 Pirmasens<br />

lädt zu den Pirmasenser HiFi-Tagen. Präsentiert werden Röhrenverstärker,<br />

Vollverstärker und CD-Spieler unter anderem von Cayin und Lyric. Dazu<br />

spielen diverse Lautsprecher von indiana line und Magnepan auf, interessantes<br />

Zubehör kommt von cre<strong>aktiv</strong>. Premiere feiern aus dem Hause Audio<br />

Exklusiv der CD-Player P 8 sowie die Class-A-Monoblöcke<br />

P 4; Cayin stellt die neuen Röhrenamps MA-80 Selection und A-88TMK2<br />

Selection vor. An beiden Tagen findet zudem ein Workshop statt. Thema sind<br />

„Klangverbesserung durch Reduzierung von mechanischen und elektromagnetischen<br />

Störungen“. Um eine Voranmeldung für den Workshops wird<br />

gebeten – Telefon 06331 / 41722. www.hifi-studio-schoen.de<br />

12. 4.- 10. 5. Phono Phono, 10961 Berlin<br />

informiert immer wieder freitags (Bergmannstr. 17, 17 bis 19 Uhr) über analoge<br />

Klangkultur sowie spannende „digitale“ Aspekte. Die Themen der kommenden<br />

Wochen. 12. April: Preiswerte HiFi-Technik – Phono Phono zeigt, wie gut<br />

Einsteiger-Anlagen klingen können, woran man gute Geräte erkennt und<br />

worauf man bei der Zusammenstellung einer günstigen HiFi-Kette achten<br />

sollte. 19. 4.: Platten waschen & reinigen – Tipps & Tricks rund um Vinyl-<br />

Waschmaschinen, Spezialreiniger & Co. 26. 4.: Tonabnehmer im Vergleich –<br />

welchen Einfluss hat der Nadelschliff? Klingen teure Abtaster wirklich besser?<br />

Welcher Tonabnehmer passt zu welchem Plattenspieler? Ein Exkurs mit<br />

zahlreichen Hörbeispielen, mit denen Klangunterschiede hörbar werden. 3.<br />

Mai: High-End für Kenner und Genießer – hochwertige Plattenspieler<br />

namhafter Hersteller im Direktvergleich. 10. 5.: Tuning-Tipps für HiFi-Anlagen<br />

– gibt es mehr als man denkt: Ob Stromversorgung, NF-Kabel, Netzkabel,<br />

Füße, Racks, oder Stellflächen – wer an den richtigen Stellschrauben dreht,<br />

kann aus seiner HiFi-Anlage ein paar zusätzliche Klang-Prozent herauskitzeln.<br />

PhonoPhono zeigt, wie’s geht – und beweist es mit einer Reihe schöner<br />

Musikbeispiele. www.phonophono.de<br />

12. 4. / 19. 4. / 3. 5. Berliner Klangwellen-Manufaktur, 12277<br />

Berlin<br />

freut sich auf den Besuch von Werner Strehl. In der Großbeerenstr. 134a<br />

präsentiert der ATC-Mann am 12. und 19. April sowie am 3. Mai jeweils von 16<br />

bis 19 Uhr die Aktivlautsprecher 50A FF „Private Edition“ und EL150A. Im<br />

Mittelpunkt stehen die Aspekte großorchestrale Dynamik und Klangfarbentreue<br />

– Themen, denen ATC durch den Einbau von Class-A-Endstufen sowie<br />

seinen legendären Mitteltöner ganz besondere Aufmerksamkeit widmet. Und<br />

auch für Vinyl-Fans hat Strehl ein Schmankerl im Gepäck: das Laufwerk<br />

„Cantano“ mit Titan-Tonarm und dem Ortofon-Tonabnehmer „Anna“. Eine<br />

Anmeldung wird erbeten – Telefon 0172 / 3921 503. Andere Termine (etwa an<br />

den folgenden Samstagen) sind nach Vereinbarung möglich. www.<br />

klangwellenmanufaktur.de/ www.audiotra.de<br />

13. 4. / 26. 4. Radio Ferner,<br />

38100 Braunschweig<br />

informiert mit seinen beiden Veranstaltungsreihen<br />

„Im Fokus“ (jeweils am<br />

zweiten Samstag eines Monats) und<br />

„Die Kleine Hörprobe“ (an jedem<br />

letzten Freitag eines Monats) über<br />

aktuelle HiFi-Technik. Am 13. April<br />

„im Fokus“: das Marken-Duo<br />

Exposure & Sonus Faber: Der<br />

Purismus der englischen Elektronikfirma Exposure trifft hier<br />

auf die Eleganz und Klangkultur der venezianischen<br />

Lautsprecher-Manufaktur Sonus Faber – eine Begegnung<br />

der besonderen Art. Im Rahmen der „Kleinen Hörprobe heißt<br />

das Motto am 26. 4. „Burmester – handmade in Germany“: Dann<br />

stehen etliche Elektronik- und Lautsprecher-Kostbarkeiten aus dem Portfolio<br />

der Berliner High-End-Schmiede zum Begutachten und Probehören bereit.<br />

www.radio-ferner.de<br />

19./20. 4. Luna Audio Lounge, 90471 Nürnberg<br />

Neulich in Nürnberg (auf der HIGH END On Tour): Ein vergleichsweise<br />

zierlicher Standlautsprecher flutet den Hörraum mit bestechend opulentem<br />

Klang – und makellos verarbeitet ist das Ding auch noch! Kein Wunder, dass<br />

es um Thomas Mathejczyk geschehen war. Der neue Schwarm des<br />

Luna-Audio-Chefs hört auf den Namen Mozart Symphonie Edition und<br />

stammt aus der Concert-Grand-Serie der Wiener Edel-Manufaktur Vienna<br />

Acoustics. Wie viel (Bass-)Spaß und elegante, unangestrengte Musikalität<br />

dieser Lautsprecher in jeder Musikrichtung und bei sehr wohnraumfreundlichen<br />

Proportionen entfaltet (und das zu für „made in Austria“ verblüffend<br />

günstigen Preisen!), lässt sich am 20./21. 4. im Euckenweg 17 nachhören.<br />

Außerdem tritt die neue Veritas P8 Next von Phonar an – bei gleicher<br />

Preislage ebenso so schlank, allerdings deutlich größer als die Mozart SE.<br />

www.luna-audio.de<br />

20. 4. / 9. 5.- 12. 5. HiFi Concept, 81667 München<br />

widmet sich am 20. April den Marken Devialet und Wilson Audio. Mit dabei<br />

in der Wörthstr. 45+38 ist aus dem Hause Devialet der neue D-Premier – ein<br />

momentan heiß diskutierter Verstärker der Szene, der sich anschickt, „das<br />

Tor zu einer neuen Musik- und Technik-Dimen sion“ aufzustoßen. Die passenden<br />

High-End-Speaker stellt die US-Firma Wilson. Mitarbeiter beider<br />

Vertriebe sind anwesend und freuen sich auf Fachgespräche unter HiFiisten.<br />

Vom 9. bis 12. Mai (also parallel zur HIGH END) zeigt das HiFi-Concept-Team<br />

plus eine Audionet-Delegation dann die 2013-Neuheiten von Thomas<br />

Gesslers Bochumer High-End-Schmiede. Unter anderem spielen auf: die<br />

Streaming-Vorstufe DNP, der Streaming-Vollverstärker DNA und der<br />

Streaming-Client DNC; dazu werden ein Software-Update und neue<br />

Bedienungs-Apps vorgestellt. Als Lautsprecher sekundiert die B&W 800<br />

Diamond. www.hificoncept.de<br />

20. 4. Sprint Service GmbH, 50389 Wesseling<br />

gastiert mit den Lautsprechern der Aktiv-Spezialisten Backes & Müller an<br />

der Weser. Anmeldung und Infos zum „Stadtmusikanten-Workshop“ in<br />

Bremen gibt’s unter Telefon 02236 / 848 445 – dort erfährt man auch den<br />

genauen Auftrittsort. Übrigens: Für Stammkunden bietet die Sprint Service<br />

GmbH derzeit eine „Aus Alt mach Neu“-Aktion: Neue B&M-Modelle oder<br />

den Austausch einzelner Komponenten (z. B. der Wandlerplatinen) gibt es<br />

– schnell, schnell – noch bis zum 15. 4. zu besonderen Vorzugskonditionen.<br />

www.<strong>aktiv</strong>-backesmueller24.eu<br />

20. 4. / 26. 4. HiFi auf dem Bauernhof, 87452 Altusried<br />

lädt am 20. 4. zu einem „Dali-Samstag“: Gezeigt werden unterschiedliche<br />

Modelle der skandinavischen Lautsprechermanufaktur quer durch alle<br />

Preisklassen; Surround-Sets inklusive. Und: Dali-Mit arbeiter Alan<br />

Bachmann kommt ebenfalls ins schöne Allgäu.<br />

Beim allmonatlichen Musikabend (an jedem letzten Freitag des Monats)<br />

12 www.audio.de ›05 /2013


Magazin › SZENE<br />

Flexidelity<br />

your_World<br />

steht am 26. April dann ein „Röhrenabend“ an: Es werden Röhren-Geräte verschiedener<br />

Preisklassen verglichen und diverse Tuning-Maßnahmen speziell für<br />

Röhrenkomponenten vorgestellt – Snacks und Getränke inklusive. Eine Anmeldung<br />

wäre willkommen unter Telefon 08373 / 7019. Außerdem gibt’s einen Neuzugang auf<br />

dem HiFi-Bauernhof: Neben Inhaber Dietmar Sutter sowie Gebhard Riedle gehört ab<br />

sofort auch Conny Englmeier zum Team. Fränkische HiFi-Fans kennen Englmeier<br />

noch aus Altdorf nahe Nürnberg – dort betrieb er lange ein eigenes Highend-Studio.<br />

www.hifi-bauernhof.de<br />

Fotos: Archiv, dowiliukas / Sergey Kandakov – Shutterstock.com<br />

26. 4. HiFi-Studio Wittmann, 70195 Stuttgart<br />

präsentiert von 14 bis 20 Uhr exklusiv im deutschen Süden die Stella Utopia EM von<br />

Focal. Im Tieftöner per Elektro-Magnet angetrieben (daher auch das Kürzel EM)<br />

verspricht das neue Focal-Flaggschiff zum Paarpreis von 72000 Euro eine in Pegel und<br />

Qualität herausragende und zudem vom Besitzer veränderbare Basswiedergabe – was<br />

eine individuelle Anpassung an verschieden große Räume und Hörbedingungen erlaubt.<br />

Da man ein solches Boxen-Träumchen (weitere Delikatessen sind etwa ein invers<br />

geformter Beryllium-Hochtöner oder die W-Cone-Sandwich-Membranen) nun auch<br />

nicht alle Tag zu hören bekommt, sollte man sich dieses exklusive Event nicht entgehen<br />

lassen. Anmeldung erbeten unter Telefon 0711 / 69 67 74. www.wittmann-hifi.de<br />

26. 4. HiFi-Studio Falkensee, 14612 Falkensee<br />

lädt ab 19 Uhr zu einem großen Hörvergleich zwischen verschiedenen digitalen<br />

Quellgeräten. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um eine Voranmeldung gebeten<br />

– Telefon: 03322 / 2131 655. www.berlin-hifi.de<br />

26./27. 4. Cimerus, 01189 Dresden<br />

„Wenn Vinyl ... dann richtig“: Unter diesem Motto dreht sich bei Cimerus Klang und<br />

Designobjekte alles „Rund um die Technik der Schallplatte“. Im Mittelpunkt steht die<br />

Firma Dr. Feickert: Chef-Entwickler Dr. Christian Feickert persönlich kommt als<br />

Gastdozent an die Elbe, stellt seine Plattenspieler-Träume vor und informiert über<br />

Einmessmöglichkeiten von Vinylspielern und Tonabnehmern. Außerdem geht es um die<br />

Frage, warum Vinylalben heute oft besser klingen als ihre CD-Geschwister – die Spur<br />

führt Richtung „Loudness-War“ ... Eine Anmeldung wird empfohlen – Telefon 0351 /<br />

40031-35. eMail: info@cimerus.de. www.cimerus.de<br />

26./27. 4. HiFi-Studio Bramfeld, 22175 Hamburg<br />

nimmt (Freitag 11-19 Uhr, Samstag 10:30-16 Uhr) in einem Workshop diverses Zubehör des<br />

Kabel- und Netzleistenspezialisten HMS unter die Lupe. HMS-Chef Hans M. Strassner<br />

informiert in der Bramfelder Chaussee 332 persönlich über Themen wie die Komponenten-Entkopplung<br />

durch Gerätebasen, „Netzfilterprodukte mit Energia Definitiva und<br />

Energia RC“ oder klangliche Auswirkungen des Kabelaufbaus – und verrät (ein paar)<br />

Geheimnisse hinter der HMS-Produktpalette. Um Voranmeldung wird gebeten – Telefon<br />

040 / 641 7 641; mail: info@hifi-studio-bramfeld.de. www.hifi-studio-bramfeld.de<br />

26.-28. 4. Audiosuite, 77886 Lauf (Baden)<br />

veranstaltet eine Hausmesse (Freitag: 14-18 Uhr, Samstag: 9-18 Uhr, Sonntag: 10-17 Uhr).<br />

Im Mittelpunkt: LS- und NF-Kabel sowie allerlei Zubehör zur Klangverbesserung sowohl<br />

bei analogen wie bei digitalen Speichermedien. www.audiosuite.net<br />

2. 5. Boxen Gross, 10999 Berlin<br />

öffnet am 26. 4. wieder die beliebte Linn-Listening-Lounge. Als high-res-Datei zu hören:<br />

„A Love Supreme“, das 1965er-Meisterwerk von Tenorsaxofon-Gott John Coltrane.<br />

„Streaming for everybody“ lautet am 2. 5. dann das Thema beim Donnerstags-Workshop<br />

(jeden ersten Donnerstag im Monat). Vom Einrichten einer Nas bis zum richtigen<br />

Rippen erklärt das Boxen-Gross-Team die wichtigsten Schritte hin zum Musikgenuss<br />

per Streaming. Mit dabei: Neuheiten von Linn und Yamaha. www.boxengross.de<br />

Für jeden<br />

iPod/iPhone<br />

nicht im<br />

Lieferumfang<br />

enthalten<br />

Anspruch<br />

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Magazin › SZENE<br />

20./21. 4. Schloss Greifensee, CH-8606<br />

Greifensee (nahe Zürich)<br />

Langjährige <strong>AUDIO</strong>-Leser kennen dieses Bild<br />

natürlich schon – und trotzdem guckt man immer<br />

wieder gerne hin:. einfach ein Träumchen, wenn<br />

sich das mittelalter liche Schloss Greifensee nahe<br />

Zürich zum KLANGSchloss verwandelt! Zum<br />

achten Mal dürfen sich Freunde der gehobenen<br />

Klangkultur nun auf die einzigartige Kombination<br />

aus edlen High-End-Anlagen, interessanten<br />

Vorträgen und toller Livemusik in stilvoll-entspanntem<br />

Ambiente freuen. Unter Federführung von<br />

Markus Thomann vom Zürcher High-End-Studio<br />

Klangwerk bespielen in diesem Jahr Fachhändler<br />

und Hersteller unter verschiedenen Leitmotiven<br />

wie „Avantgarde Highend“, „Timeless Products“<br />

oder „Feelgood Acoustic“ mehr als zehn Hörräume<br />

sowie das großzügige Schloss-Foyer. Mit dabei<br />

sind Marken wie Weiss Highend, Linn, AVM,<br />

Manger, B&W, Magnepan, Elipson … kurz: die<br />

crème de la crème der eidgenössischen,<br />

deutschen und internationalen High-End-Szene.<br />

Im Rahmenprogramm gewähren die Tonmeister<br />

Adi Tosetto und Daniel Dettwiler anhand von<br />

zahlreichen Musikbeispielen Einblicke in ihre<br />

Arbeit im Aufnahmestudio. Und über unterschiedliche<br />

Tonträgerformate und deren Qualität<br />

berichtet am Beispiel der Beatles der <strong>AUDIO</strong>-<br />

Lesern bestens bekannte Kollege und Musikkritiker<br />

Lothar Brandt (Sonntag, 16 Uhr). Doch<br />

Tonträger werden nicht nur besprochen und<br />

vorgeführt, sondern es gibt sie auch zu kaufen:<br />

Eine Schallplattenbörse lockt mit limitierten CDund<br />

LP-Schätzen, zudem gibt es exklusive<br />

Photographien von Jazz- und Rock-Ikonen aus den<br />

60er Jahren. Beim traditionellen Livekonzert am<br />

Samstag abend bezaubern dann der Bandoneonist<br />

Marcelo Nisinman, der Gitarrist Friedemann<br />

Wuttke und das Casals Quartet mit einer Mischung<br />

aus Tangos von Astor Piazzolla und klassischen<br />

Werken von Mozart und Haydn. Tickets hierfür<br />

(also für Ausstellung plus Konzert inklusive<br />

Aperitiv) gibt es zum Preis von 45 CHF / 38 Euro.<br />

An beiden Tagen sorgt schließlich der Caterer<br />

Wein & Co. in bewährter Manier für eine gut<br />

sortierte Bar und leckere Sandwiches.<br />

Wenn jetzt noch das Aprilwetter mitspielt ...<br />

Öffnungszeiten: Samstag 10-19 Uhr, Sonntag 10-18<br />

Uhr. Eintritt (inkl. Getränkebon): 10 CHF / 8 Euro.<br />

www.klangschloss.ch<br />

BEIM HANDEL HINGEHÖRT<br />

<strong>AUDIO</strong> fragt nach im Fachhandel: Wo beginnt für Händler „seriöse“ HiFi-Qualität, welche Komponenten<br />

sind für Einsteiger empfehlenswert? Und welche Tonträger benutzen sie für Vorführungen?<br />

UNSERE FRAGEN AN DEN FACHHANDEL:<br />

1 Wie viel Geld muss man aus Ihrer<br />

Sicht für den Einstieg in seriöse<br />

HiFi-Qualität zirka investieren? Und<br />

welche Gerätekombination würden<br />

<strong>Sie</strong> zu diesem Preis empfehlen?<br />

2 Was sind Ihre Lieblings-<br />

Vorführ-CDs bzw. -LPs bzw. -DVDs<br />

bzw. -Blu-rays – und warum?<br />

3 Welche neue Marke bzw. welches<br />

herausragende Produkt haben <strong>Sie</strong><br />

zuletzt in Ihr Portfolio aufgenommen<br />

– und warum?<br />

HIFI-STUDIO IN<br />

FALKENSEE<br />

Uwe Heile<br />

Münchener Str. 5<br />

14612 Falkensee<br />

1 Wir führen auch preiswertere Geräte<br />

und eine breite Palette an Gebrauchtangeboten<br />

– aber hier fängt es an richtig<br />

Spaß zu machen: Verstärker<br />

Lavardin IS (mit wunderbarem Phono-<br />

MM-Eingang, 2600 Euro); Röhren-CD-<br />

Player Ayon CD 07S (2450 Euro); Plattenspieler<br />

Bauer Audio dps 2 mit<br />

Tonarm Rega RB 700 (5000 Euro);<br />

Standbox Magnepan MG 12 (1650<br />

Euro).<br />

2 Als LP: Paul Motion Trio – Le Voyage:<br />

natürliche Instrumente in bestem<br />

ECM-Klang. CD: Mahler – Sympho nie<br />

Nr. 4 (Eliahu Inbal, Denon): seit 30 Jahren<br />

und immer noch eine Referenz-<br />

Disc. Und für alle: Lambchop – „Is A<br />

Woman“ (City Slang): herrlich relaxte<br />

Musik, in der es viel zu entdecken gibt.<br />

3 Verstärker und CD-Player von Exposure:<br />

Understatement<br />

pur – viel<br />

Klang für wenig<br />

Geld. Und die Diapason<br />

Adamantes<br />

III 25th Anniversary:<br />

ein Lautspre-<br />

cher für den<br />

Langzeit genuß mit sehr relaxter<br />

und zugleich immens detailreicher<br />

Wiedergabe. Eine Wiederentdeckung<br />

auf dem deutschen Markt nach über<br />

20 Jahren (Vertrieb: Rainer Israel; Telefon:<br />

0170 / 4857 199).<br />

14<br />

www.audio.de ›05 /2013


Magazin › SZENE<br />

MUSIK IM HANDEL<br />

Service-Wüste Plattenladen? Keineswegs – es gibt sie noch, die engagierten und<br />

kompetenten Tonträger-Händler. <strong>AUDIO</strong> stellt in Zusammenarbeit mit der Handelsgemeinschaft<br />

Aktiv Music Marketing (www.amm.de) regelmäßig spannende record<br />

shops vor und fragt nach audiophilen Tipps und musikalischen Entdeckungen.<br />

RIMPO TONTRÄGER<br />

Heinz Bross<br />

Ammergasse 23<br />

72070 Tübingen<br />

www.rimpo.de<br />

eMail: info@rimpo.de<br />

<strong>AUDIO</strong>: Welche (Wieder-)Veröffentlichung können<br />

<strong>Sie</strong> aus klanglicher Sicht derzeit besonders<br />

empfehlen?<br />

Bross: „Bob ’Till You Drop“ von Ry Cooder. Die<br />

Platte war 1979 das erste digital aufgenommene<br />

Album der Rockgeschichte. „Little Sister“ war der<br />

Hit und mein absolutes Lieblingsstück zu dieser<br />

Zeit. Später wurde die Platte in Japan von Isao<br />

Kikuchi remastert. Ich habe sie mir für teures Geld<br />

besorgt, spiele sie heute noch von Zeit zu Zeit und<br />

bin vom satten Klang noch immer fasziniert.<br />

?: Welche Neuerscheinung sticht für <strong>Sie</strong> musikalisch hervor?<br />

!: Ron Sexsmith mit „Forever Endeavour“ (Cooking Vinyl / Indigo).<br />

„Lonely days are over, those empty nights have gone for a while"<br />

– der jungenhafte kanadische Singer/Songwriter wird wohl nie<br />

den Erfolg haben, den er mit seinen traumhaften Pop-Songs<br />

verdient hätte, aber in Zeiten, in denen Matthias Reim, Andrea<br />

Berg und Heinz Georg Kramm die<br />

deutschen Charts dominieren, wärmen die melancholi-<br />

schen Lieder seines<br />

inzwischen zwölften Albums mein<br />

Herz umso mehr. Immer wieder großartig!<br />

Der<br />

Laden<br />

Seit über 35 Jahren (und seit kurzem in der Ammergasse<br />

23) bekommen Musikfans bei RIMPO den bestmöglichen<br />

Service in Sachen Tonträger. Heute wie damals<br />

führt Heinz Bross mit seinem Team ein breites Angebot<br />

an neuen und gebrauchten Schallplatten und besorgt getreu dem<br />

RIMPO-Firmenmotto „If it's music, we have it!“ jede weltweit<br />

verfügbare CD oder DVD. Zudem arbeitet man eng mit der lokalen<br />

Musikszene zusammen: Vom Kartenvorverkauf über einen Stand bei<br />

Konzerten bis hin zur Künstlerbetreuung und eigenen Live-Konzerten<br />

im Laden – bei RIMPO wird Musik nicht nur verkauft, sondern auch<br />

gelebt.<br />

_0ACEN_Sintron_Audio_0513.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 140.00 mm);19. Mar 2013 13:17:05<br />

Der Start in den<br />

Audiophilen FRühling<br />

Unser Angebot:<br />

(ein Paar Vienna Mozart schwarz oder kirsche,<br />

Vincent SV-232 und CD-S4 in silber oder Schwarz)<br />

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Passive Vorstufen<br />

Line Magnetic VO 2 3240 €<br />

Music First Classic copper 2300 €<br />

16 www.audio.de ›05/2013


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN<br />

Energie-Wende<br />

Passive Vorstufen erlauben es nicht, lange an ihrer Bilanz herumzudiskutieren. <strong>Sie</strong> verbrauchen<br />

selbst keine Energie – und bringen trotzdem in vielen Anlagen nichts als reinen Klanggewinn.<br />

■ Text: Johannes Maier<br />

Fotos: J. Bauer, Archiv<br />

Um einzuleuchten benötigen passive<br />

Vorstufen nicht einmal eine<br />

Stromversorgung. <strong>Sie</strong> rauschen,<br />

brummen und klirren (so gut wie) nicht.<br />

Und trotzdem erledigen sie die Lautstärkeregelung<br />

und bei Bedarf auch die<br />

Quellenwahl mit Bravour.<br />

Okay, bei den einfachsten Ausführungen<br />

mit nichts als einem schlichten Kohle-Potentiometer<br />

treten dann doch ein<br />

paar „Problemchen“ auf. Signale eines<br />

ordentlichen CD-Spielers kommen zwar<br />

noch erhobenen Hauptes am Eingang<br />

an. Dann gilt es aber – ohne Vorbereitung<br />

durch eine elektronische Pufferstufe<br />

– die Graphit-Hindernisbahn des Reglers<br />

zu überqueren. Es hilft ein wenig,<br />

wenn der Erbauer ein relativ niederohmiges<br />

Poti nimmt (z. B. mit 10 kOhm Gesamtwiderstand).<br />

Trotzdem müssen<br />

sich die Signale wegen ihrer verringerter<br />

Strompotenz schämen. Egal wie der<br />

HiFiist es dreht und wendet, es liegen<br />

immer ein paar – den Ausgangswiderstand<br />

erhöhende – Kiloohms im Weg.<br />

Und damit stellt die Kapazität des Anschlusskabels,<br />

die im Takt der Musik<br />

umgeladen werden muss, selbst für Kabelklang-Skeptiker<br />

ein Ärgernis dar.<br />

Um so geneigter wird jeder Highender –<br />

daher auch diese lange Einleitung – auf<br />

unsere passiven Vorstufen mit Übertragerregelung<br />

blicken. Und er wird ange­<br />

www.audio.de ›05/2013<br />

17


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN<br />

LINE MAGNETIC VO 2 3240 EURO<br />

TEFLONKABEL-ZÖPFE PLUS GEHEIMSCHATULLE:<br />

Ganz vorne an dem Eingangsmodul der passiven Vorstufe VO 2 befinden<br />

sich Kondensatoren (Pfeil). Was darin steckt, wollte der Hersteller aber<br />

um nichts auf der Welt verraten. Die von Hebel bewegten Drehschalter<br />

unten trennen die Masseverbindungen auf.<br />

MUSIC FIRST<br />

CLASSIC COPPER 2300 EURO<br />

MIT SCHWEIZER PRÄZISION:<br />

Sowohl den Lautstärke- als auch den<br />

Quellenwahlschalter hat Music First vom hochangesehenen<br />

Hersteller Elma eingekauft. Die<br />

Regel-Übertrager für rechts und links werden<br />

von Mu-Metall-Bechern abgeschirmt.<br />

sichts des Preises von 2300 Euro für die<br />

Classic Copper des englischen Spezialisten<br />

Music First Audio nicht gleich die<br />

Flucht ergreifen, sondern nur trocken<br />

schlucken. Und zweimal bei der VO 2<br />

von Line Magnetic, die mit 3240 Euro zu<br />

Buche schlägt.<br />

Diese Preamps regeln die Spannung<br />

nicht durch Widerstände, sondern mit<br />

Hilfe von Transformatoren. Genauer gesagt<br />

mit der Variation des Übersetzungsverhältnisses.<br />

Weil dabei die Energie (so<br />

wie bei Leistungs-Netztrafos auch) weitgehend<br />

erhalten bleibt, lässt sich bei einer<br />

auf die Hälfte reduzierten Spannung<br />

das Doppelte an Strom entnehmen. Weil<br />

der Ausgangswiderstand sinkt und die<br />

Stromkraft steigt, müssen die Kabelkapazität<br />

und die Eingangs-Unwägbarkeiten<br />

des nachfolgenden Amps nicht mehr<br />

zwangsläufig als gefährlich gelten.<br />

18 www.audio.de ›05/2013<br />

Ergo kommt auch die Stärke einer Quelle<br />

– etwa eines CD-Spielers mit ordentlichen<br />

Ausgangsstufen – nicht etwa wie<br />

bei den Widerständlern zum Erliegen:<br />

Stattdessen wird sie geradezu gepflegt.<br />

So resultieren im Beispiel mit der auf die<br />

Hälfte zurückgeregelten Spannung aus<br />

einem Ausgangswiderstand von 200<br />

Ohm komfortablere 50. Dies erlaubt den<br />

Anschluss von Monoblöcken auch über<br />

fünf Meter lange Kabel, ohne dass daraus<br />

ein Höhenabfall resultieren würde.<br />

So weit, so prima – aber leider, leider<br />

gibt es auch hier (nicht nur im preislichen,<br />

sondern auch im technischen Sinn)<br />

nichts umsonst. Denn: Die Trafos bestehen<br />

aus windungsreichen, also relativ<br />

hochinduktiven Spulen. Und solche sehnen<br />

sich – sie scheuen sich nicht einmal,<br />

die armselige Streu-Krümel zwischen ihren<br />

eigenen Dahtwindungen einzusammeln<br />

– nach Kapazitäten. Mit diesen bilden<br />

sie dann liebend gern Schwingkreise<br />

und unheilige Resonanz-Allianzen<br />

aus (Analogfans kennen einen ähnlichen<br />

Effekt von MM-Tonabnehmern).<br />

RESONANZ UNERWÜNSCHT<br />

Überkreuz und verschachtelt und mal so<br />

rum, mal anders rum, Kupfer hin, Isolation<br />

her: Mit geradezu abartiger Akribie<br />

und Jahrzehnten an Erfahrung gelingt es<br />

Line Magnetic und Music First dann,<br />

günstige Spulen zu wickeln (wie auch<br />

dem Hersteller Ypsilon für <strong>AUDIO</strong>s Referenzvorstufe<br />

PST 100, Heft 12/12).<br />

Zum Glück erlaubt ein Metallkern durch<br />

Erhöhung des magnetischen Flusses<br />

die Windungszahl zu begrenzen. Allerdings<br />

nicht irgendein Kern, den es um<br />

die Ecke zu kaufen gibt, sondern einer,<br />

bei dem der Nickel- den Eisenanteil<br />

überwiegt (80 zu 20 Prozent). Und der<br />

dank sauberer Kristallstruktur so wenig<br />

Klirr produziert, dass er im <strong>AUDIO</strong>-Labor<br />

in der Nähe des Mess-Rauschgrund<br />

bleiben kann.<br />

Und setzen wir den Trafos jetzt noch ei-


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN<br />

ne magnetisch undurchlässige Haube<br />

auf (die neben Ni und Fe auch noch Kobalt<br />

enthält), erkennen wir ihren Wert.<br />

An diesem Punkt wird klar, dass man<br />

für viel weniger Geld eine Vorverstärker-Platine<br />

mit Wünsch-dir-was-<br />

Halbleiterei bestücken und übers<br />

Löt-Schwallbad ziehen kann.<br />

So oder so: Bis auf die Tatsache,<br />

dass ein Netzanschluss fehlt,<br />

sieht die Classic Copper von<br />

Music First wie eine ganz normale<br />

Vorstufe aus. Der von<br />

der Schweizer Firma Elma<br />

bezogene Lautstärke-Schalter<br />

ruckelt in zwei-Dezibel-Stufen –<br />

für Normalhörer fein abgestuft genug.<br />

Erst zum Schluss wird es gröber, was<br />

aber mit Sicherheit niemand mehr stört.<br />

Ein zweiter Elma-Switch gestattet die<br />

Auswahl zwischen immerhin sechs Eingängen.<br />

Die Rückseite offeriert vier<br />

Cinch- (mit einzeln verschraubten Buchsen)<br />

sowie zwei symmetrische XLR-Eingänge.<br />

Die Signale dürfen auch wieder<br />

koaxial oder doppelpolig aus der Classic<br />

heraus, woraus sich ein weiterer Vorteil<br />

der Trafotechnik erschließt – sie vermag<br />

die eine auf die andere Anschlussform<br />

umzuspannen (siehe aber Messlabor-<br />

Kasten). Und sollte sich je über das Alu-<br />

Gehäuse der Classic Copper hinweg eine<br />

Brummschleife ergeben, hebt ein<br />

kleiner Kippschalter auf der Rückseite –<br />

wahlweise bei Cinch- oder XLR – den<br />

Massebezug der Ausgangsbuchsen<br />

schlicht und ergreifend auf.<br />

Bei der Line Magnetic erlauben ein „Input-“<br />

und ein „Output Ground Selection“-<br />

Hebelchen, entsprechende Kontakte zu<br />

schließen oder aufzuheben. Allerdings<br />

nur bei Cinch, weil der Hersteller zu<br />

Recht davon ausgeht, dass sich bei symmetrischer<br />

Verbindung keine Störschleife<br />

ergeben sollte.<br />

Ansonsten gibt sich die VO 2 anschlussseitig<br />

äußerst sparsam. Sprich: Es darf<br />

– jeweils koaxial oder doppelpolig – neben<br />

einem Stereo-Abnehmer nur eine<br />

einzige Quelle ran. Zum Ausgleich sorgte<br />

der chinesische Hersteller für eine extravagante<br />

Optik. Die beiden Übertrager<br />

bleiben nicht im Dunkeln, sondern ragen<br />

– an leckere Schoko-Schaumküsse erinnernd<br />

– oben aus der sauber gebürsteten<br />

Deckel-Platte heraus. Mit ange-<br />

ÜBERTRAGENER SINN<br />

+6 dB<br />

C<br />

B<br />

+0 dB<br />

8 C<br />

7<br />

6<br />

B<br />

5<br />

4<br />

3<br />

A<br />

10 11 12 13<br />

9<br />

KLIRRVERLAUF: VO 2, CLASSIC COPPER<br />

Rein theoretisch können auch passive Vorstufen<br />

klirren – mit ihren Übertragern. Im<br />

Falle der VO 2 von Line Magnetics und der<br />

Classic Copper von Music First haben die<br />

Hersteller aber das richtige Kernmaterial<br />

herausgesucht. Im gesamten Hörbereich<br />

2<br />

A<br />

1<br />

23<br />

22<br />

21<br />

20<br />

19<br />

18<br />

17<br />

16<br />

15<br />

14<br />

13<br />

12<br />

10<br />

11<br />

9<br />

8<br />

7<br />

6<br />

5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

1<br />

14 15<br />

16<br />

17<br />

18<br />

22<br />

23<br />

24<br />

21<br />

19<br />

20<br />

Selector<br />

50 -<br />

100K<br />

VERLUSTARM REGELN:<br />

Während die Lautstärke-<br />

Dämpfung mit einem<br />

Drehwiderstand unweigerlich<br />

zu Verlusten an Strom und<br />

Spannung führt, überträgt ein<br />

Transformator die volle<br />

Energie. Line Magnetic<br />

setzte in den Eingang ein<br />

Geheimmodul ein, was die<br />

Umsetzungverhältnisse etwas<br />

verschiebt. Es soll aber<br />

Klangprofit bringen. Der<br />

Widerstand im Ausgang<br />

dämpft Höhen-Resonanzen.<br />

oberhalb 100 Hertz nähern sich beide Vorstufen<br />

der Audio-Precision-Messgrenze<br />

an. Ein minimales Verzerrungs-Eigenleben<br />

entwickeln sie nur im Tiefbass. Selbst bei<br />

der nicht ganz perfekten VO 2 blieb es<br />

aber bei Werten unterhalb 0,003 Prozent.<br />

www.audio.de ›05/2013 19


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN<br />

nehm-sanftem Klickern lässt sich der<br />

schöne, von zwei Gummiringen verzierte<br />

Regelknopf besonders leichthändig<br />

drehen. Laut angeflanschter Skala trippelt<br />

er 34 Dezibel weit in 2er-Schrittchen<br />

hinunter, dann folgen Steps von 3, 4, 5,<br />

und zuletzt 8 Dezibel.<br />

So oder so verdienten sich beide Vorstufen<br />

bei dem Blick auf ihre Teflonkabel-<br />

Zöpfe und die Löt-Kärrnerarbeit im Inneren<br />

nochmal ein „Hut ab“! Dann aber<br />

stand im Hörraum die Nagelprobe an.<br />

Dort hatte sich Audreals A 600 E, der<br />

dicke 4000-Euro-Class-A-Amp von<br />

<strong>AUDIO</strong> 3/13, schon warmgelaufen. Praktischerweise<br />

besitzt dieser neben famos<br />

klingenden, lautstärkegeregelten<br />

Eingängen auch einen Anschluss, der direkt<br />

zu den Endverstärkern führt. So bot<br />

sich der direkte Vergleich der eingebauten<br />

Vorkreise inklusive Normalpotentiometer<br />

mit einer via Main-In eingeschleiften<br />

passiven Vorstufe und ihrer Trafo-<br />

Abschwächung an.<br />

„Hoppla“, hieß es schon nach dem ersten<br />

Umschalten, das hört sich nicht nur<br />

für Goldohren, sondern für jedermann<br />

DAS VOLLE GEDECK: Die Vorstufe von Music First bietet vier Cinch- und zwei XLR-<br />

Eingänge an. Bei Bedarf spannt sie Eingangssignale sogar um sechs Dezibel hoch.<br />

vernehmbar unterschiedlich an. Erzstabil,<br />

wuchtig, bunt und lebendig: Wie gehabt<br />

fand der Normalverbund zwischen<br />

dem Arbeits-CD-Player CX 5e von Ayre<br />

und dem Audreal freudigen Zuspruch.<br />

„Aber hallo“: Nach dem Wechsel auf die<br />

passiven Vorstufen schien es, als wären<br />

die Tester mit einem Aufzug eine ganze<br />

Etage weiter nach oben gefahren. Von<br />

dort aus betrachtet schien es im Tieftonkeller<br />

nicht mehr ganz so heftig, dafür<br />

aber gefasster und kontrollierter zuzugehen.<br />

Sängerinnen traten, figürlicherschlanker,<br />

mit mehr Reiz und mehr<br />

Stimm-Atem auf. Klavierläufe perlten<br />

schöner, die Höhen fächerten sich zu<br />

schöneren Aussichten auf.<br />

Letzteres traf vor allem auf die Line Magnetic<br />

zu, während sich die Music First<br />

sich bei ähnlicher Grundtendenz um<br />

mehr Contenance oben raus und um eine<br />

neutralere Rolle bemühte. Es nützte<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Line in Cinch / XLR<br />

Line out Cinch / XLR<br />

FUNKTIONEN<br />

Regelstufen<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Klang Cinch<br />

Ausstattung<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL 1<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

MAGNETIC LINE<br />

VO 2<br />

Fidelity Imports<br />

0 75 31 / 90 27 844<br />

fidelityimports.de<br />

3240 Euro<br />

2 Jahre<br />

28 x 13 x 20 cm<br />

4,8 kg<br />

1 / 1<br />

1 / 1<br />

23<br />

Zusatz-Eingangsmodul<br />

mit Filterbauteilen. Angenehm<br />

leichtgängiger<br />

Pegel-Stufenschalter .<br />

ÅIn allen günstigen<br />

Anschlussfällen feiner,<br />

atmospärischer Klang.<br />

Í Klangeinschränkungen<br />

bei ungünstigen<br />

Ketten.<br />

maximal 125<br />

gut<br />

sehr gut<br />

sehr gut<br />

MAX. 125 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

MUSIC FIRST<br />

CLASSIC COPPER<br />

HiFi Studio Falkensee<br />

0 33 22 / 213 16 55<br />

uweheile@t-online.de<br />

2300 Euro<br />

2 Jahre<br />

21,6 x 8,8 x 20 cm<br />

3,05 kg<br />

6 / 2<br />

1 / 1<br />

24 + 6 dB Boost<br />

Zuschaltbare 6-dB-<br />

Aufwärtstransformation<br />

für sehr leise Quellen.<br />

Elma-Drehschalter, Neutrik-XLR-Anschlüsse.<br />

ÅÄußerst neutrale Wiedergabe<br />

bei handfestplastischer<br />

Abbildung<br />

Í Klangeinschränkungen<br />

bei ungünstigen<br />

Ketten.<br />

maximal 125<br />

sehr gut<br />

gut<br />

sehr gut<br />

MAX. 125 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

1<br />

Einstufung in Bezug auf Referenzanlage<br />

AUS DEM MESSLABOR<br />

Mit verstärkertypischen Rausch- und Klirrproblemen haben<br />

ordentlich aufgebaute passive Vorstufen nichts am Hut. Dafür<br />

weisen sie aber andere potenzielle Eigenarten auf, die es bei<br />

ihrem Einsatz – soll er erfolgreich sein – genau im Auge zu behalten<br />

gilt. Bei ihnen kommt es ganz entscheidend auf das<br />

Zusammenspiel mit der Musikquelle und dem zu beliefernden<br />

Endverstärker an. Um die rechts gezeigten, ordentlichen<br />

Frequenzgänge (gemessen bei 600 Ohm Quellimpedanz) zu<br />

er reichen, sollte der Ausgangswiderstand des Signallieferanten<br />

nach Möglichkeit 1 Kiloohm nicht überschreiten. Diese<br />

Anforderung wird aber von den meisten modernen Player locker<br />

erfüllt. Im schlimmsten Fall leidet aber weniger der Frequenzgang<br />

als vielmehr die Dynamik – es stellen sich unnötige Verluste ein,<br />

wie sie für normale Widerstandspotentiometer typisch sind.<br />

Für den Ausgang gilt Ähnliches – aber in genau umgekehrter<br />

Weise. Der Eingangswiderstand des nachgeschalteten<br />

Endverstärkers sollte – wiederum, damit kein Dynamikverlust eintritt<br />

– einen Wert von zirka 10 Kiloohm nicht unterschreiten. Als<br />

nicht völlig unkritisch erweisen sich auch die Frequenzgänge –<br />

siehe rechts. Bei beiden Vorstufen gibt es höchstens die per se<br />

nicht streng symmetrische Arbeitsweise zu bekritteln: Bei Betrieb<br />

über die XLR-Anschlüsse wird ja nur ein Pol lautstärkegeregelt.<br />

Der andere wird unbearbeitet geradewegs durchgereicht, was zur<br />

Unsymmetrie und eventuell zu Klangeinbußen führen kann.<br />

20<br />

www.audio.de ›05/2013


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN<br />

SCHÖNHEIT MUSS LEIDEN: Auf die schlanke Rückseite der VO 2 von Line Magnetic<br />

haben nur die Eingänge für eine Quelle und einen Adressaten daraufgepasst.<br />

T EST factory MusicFirstAudi o_Cl assi cCo oper_f 03/19/13 15:58 :37<br />

+3<br />

+2<br />

+1<br />

-0<br />

-1<br />

-2<br />

-3<br />

-4<br />

d -5<br />

B<br />

r -6<br />

A -7<br />

-8<br />

-9<br />

-10<br />

-11<br />

-12<br />

-13<br />

-14<br />

-15<br />

10 20 50 100 200 500 1k 2k 10k 20k 50k 100 k<br />

5k<br />

Hz<br />

aber nichts: Jury und Vox Populi sprachen<br />

sich bei diesem Vergleich für die<br />

hellere, blumigere und einfach noch abgehoberere<br />

Gala-Vorstellung der chinesischen<br />

Buchsensparerin aus.<br />

Wenn’s nur immer so einfach wäre! Versuchten<br />

die Tester nun etwa bei der Sugden-Kombi<br />

vom Märzheft die 2850-Euro-Vorstufe<br />

LA 4 durch die Passivistinnen<br />

zu ersetzen, sahen die Ergebnisse<br />

eher zwiespältig aus. Nach dem Umstöpseln<br />

nahm zwar wieder die Höhen-<br />

Beweglichkeit, die feine Geschmeidigkeit<br />

zu. Die Kette büßte aber gleichzeitig<br />

etwas von ihrer souveränen Impulsivität<br />

und Aufgeräumtheit ein. Die Music First<br />

agierte insgesamt etwas voller und<br />

schwärzer, die passiven Line Magnetic<br />

sensibler – was ihnen in der Summe<br />

aber nicht viel nützte. Laut Plenum fügte<br />

sich nach wie vor die Sugden besser in<br />

diese Kette ein.<br />

FREQUENZGÄNGE<br />

LINE MAGNETIC:<br />

Bei 0-dB, also bei voller<br />

Lautstärke, zeigt die<br />

VO 2 einen Bassabfall,<br />

der sich bei praxistypischen<br />

-8 Dezibel in<br />

Wohlgefallen auflöst.<br />

Höhenresonanzen liegen<br />

außerhalb des<br />

Hörbereichs.<br />

FREQUENZGÄNGE<br />

MUSIC FIRST:<br />

Alle Achtung: Die<br />

Classic Copper bleibt<br />

bei allen Einstellungen<br />

und allen Frequenzen<br />

stets perfekt ausgewogen.<br />

Die marginalen<br />

Höhenresonanzen<br />

spielen absolut keine<br />

hörbare Rolle.<br />

Das hinderte die Tester aber nicht daran,<br />

weiter zu probieren, um dann etwa beim<br />

Einsatz des bewährten Endverstärkers<br />

V 5 xe von Ayre (8/09, 3800 Euro) wieder<br />

Vorteile für das passive Lager zu erkennen.<br />

Nun gefiel mit den Übertrager-Vorstufen<br />

das feinere und sich noch luftiger<br />

plusternde Höhen-Gefieder besonders<br />

gut (aber nur bei koaxialem und nicht bei<br />

symmetrischem Anschluss). Es gab<br />

auch keine nennenswerten Einbußen im<br />

Bass zu beklagen. Schließlich und endlich<br />

schienen sich die Music First und in<br />

besonderem Maße die Line Magnetic<br />

sogar mit den Winz-Ausgangsstüfchen<br />

einer Squeeze Box von Logitech prima<br />

zu vertragen.<br />

Bei der Frage „ob gut oder besser als<br />

eine <strong>aktiv</strong>e Vorstufe“ muss <strong>AUDIO</strong> trotzdem<br />

eine klare Antwort schuldig bleiben<br />

und ausnahmsweise mit Radio Eriwan<br />

spekulieren: Im Prinzip ja, aber es kommt<br />

darauf an. Das ficht den experimentierfreudigen<br />

Highender aber nicht an. Er<br />

packt die passiven Übertrager-Vorstufen<br />

von Music First und Line Magnetic<br />

gerne in seinen Asservatenschrank.<br />

Wenn es seine aktuelle Anlagen-Kette<br />

zulässt, wird er der VO 2 oder der Classic<br />

Copper noch mehr Ehre zukommen<br />

lassen. Dann nimmt er sie – im Idealfall<br />

nicht als Ersatz, sondern neben einer<br />

bewährten <strong>aktiv</strong>en Vorstufe – als neue<br />

Ehren-Mitglieder seiner Anlage auf.<br />

FAZIT<br />

Johannes Maier<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

<strong>AUDIO</strong> denkt nicht daran, Kollegen<br />

der amerikanischen Stereophile zu<br />

bekritteln. Die Testaussage „I have<br />

not heard a better preamp“ zu der<br />

passiven Vorstufe von Music First<br />

bedarf aber der deutschen Ergänzung:<br />

„In der Kette X oder Y"! Bei<br />

Z (<strong>AUDIO</strong> hat es gründlich ausprobiert)<br />

sieht die Welt unter Umständen<br />

anders aus – ob es die Tester<br />

wahrhaben wollen oder nicht. Bei<br />

passiven Vorstufen kommt keine<br />

absolute, sondern nur eine relative<br />

Bewertung in Frage.<br />

www.audio.de ›05/2013 21


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

Aus Prinzip besser<br />

Aktivlautsprecher haben gegenüber ihren passiven Verwandten<br />

einige grundsätzliche Vorteile, die umso deutlicher werden, je konsequenter<br />

sie ihr Bauprinzip umsetzen. Sechs ganz unterschiedliche<br />

Boxen zeigen die ganze Bandbreite der Aktivtechnik.<br />

■ Text: Alexandros Mitropoulos, Wolfram Eifert, Bernhard Rietschel<br />

TEST<br />

Lautsprecher in unterschiedlichen Aktivierungs-Varianten<br />

Quasi-Aktivbox mit Bluetooth<br />

NUFORCE S3-BT1 300 € SEITE 24<br />

2 Wege <strong>aktiv</strong> mit Analogweiche und USB-Eingang<br />

KEF X300A 800 € SEITE 26<br />

2 Wege <strong>aktiv</strong> mit DSP-Weiche und -Raumanpassung<br />

GENELEC 8240 APM 2800 € SEITE 30<br />

2 Wege <strong>aktiv</strong>, voll analog mit Hochton-Array<br />

GEITHAIN ME 806 7720 € SEITE 28<br />

2,5-Wege <strong>aktiv</strong> mit DSP-Weiche und -Equalizing<br />

KS DIGITAL KSD 2040 8000 € SEITE 34<br />

3 Wege <strong>aktiv</strong>, digital zeit- und impulsoptimiert<br />

GRIMM LS 1 25 000 € SEITE 38<br />

Die mit Abstand meistverkaufen<br />

„Aktivboxen“ sind in Wirklichkeit<br />

gar keine: Diese kleinen Plastiktröten,<br />

die auf Millionen Schreibtischen<br />

den PC-Arbeitsplatz beschallen, haben<br />

zwar eingebaute Verstärker. Entscheidend<br />

ist jedoch nicht die Platzierung des<br />

Amps, sondern wie und an welcher Stelle<br />

im Signalweg die Aufteilung der Frequenzbereiche<br />

an die einzelnen Chassis<br />

erfolgt. Erst wenn jedem Chassis ein eigener<br />

Verstärker zuarbeitet und jeder<br />

dieser Verstärker bereits mit passend<br />

22<br />

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

Fotos: J. Bauer, Archiv<br />

vorgefilterten Frequenzbereichen gefüttert<br />

wird, spricht man von einer echten<br />

Aktivbox – und dann auch nicht deshalb,<br />

weil in ihr mehrere Verstärker „<strong>aktiv</strong>“<br />

sind, sondern weil zuvor schon die Trennung<br />

der Frequenzbereiche mit <strong>aktiv</strong>en<br />

Filterschaltungen geschieht.<br />

Nur dann nämlich erntet man die Vorteile<br />

der Aktivtechnik: Aktive Filter erlauben<br />

eine deutlich präzisere Trennung, arbeiten<br />

praktisch verlustfrei und kennen<br />

die Probleme passiver Weichen, etwa<br />

deren Klirrneigung bei höheren Leistungen,<br />

nicht mal vom Hörensagen. Zudem<br />

lassen sich kleine und auch größere<br />

Nichtlinearitäten der Box mit <strong>aktiv</strong>en<br />

Entzerrungsschaltungen viel effektiver<br />

glattbügeln. Auf den zweiten Blick kommen<br />

noch mehr Stärken zum Vorschein:<br />

Die Verstärker „sehen“ in einer Aktivbox<br />

eine nahezu ideale Last, bestehend aus<br />

lediglich einem Stückchen Draht und einer<br />

Schwingspule – und können daran<br />

viel linearer und klirrärmer arbeiten als<br />

ihre Normalo-Kollegen, die sich mit den<br />

Impedanz- und Phasengebirgen typischer<br />

Passivboxen herumschlagen<br />

müssen.<br />

Gute Aktivlautsprecher sind wegen ihrer<br />

höheren technischen Komplexität meist<br />

teurer als vergleichbar große Passive.<br />

Aber einerseits sind in ihrem Preis normalerweise<br />

die Endstufen bereits enthalten.<br />

Und andererseits ermöglichen<br />

sie elegante, geradlinige Anlagen-Konzepte<br />

mit überragendem Verhältnis aus<br />

Platzverbrauch und akustischer Größe.<br />

Etwas mehr Geld auszugeben lohnt sich<br />

selten so wie hier. br<br />

www.audio.de ›05/2013 23


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

PSEUDO-AKTIV<br />

Analog<br />

Bluetooth<br />

D/A<br />

Das eintreffende Analogsignal wird von<br />

einem eingebauten Amp verstärkt und<br />

den Chassis von einer passiven Weiche<br />

zugeteilt. Digitalsignale aus dem<br />

Bluetooth-Empfänger durchlaufen<br />

zuvor noch einen D/A-Wandler.<br />

Die erste Stufe der Lautsprecher-<br />

Aktivierung ist aus technischer<br />

Sicht denkbar einfach: Man nehme<br />

ein konventionelles, passives Lautsprecherpaar<br />

und pflanze einen Verstärker<br />

in eines der beiden Gehäuse. Der<br />

Amp versorgt dabei auch die verstärkerlose<br />

Box mit Saft, die via Lautsprecherkabel<br />

an ihrer <strong>aktiv</strong>en Schwester hängt.<br />

Da aber beide Weichen wie gewohnt mit<br />

passiven Bauteilen arbeiten, handelt es<br />

sich bei dieser Variante genau genommen<br />

um keine echte Aktivbox. Durch<br />

den geringeren technischen Aufwand<br />

können die Hersteller die Kosten niedrig<br />

halten, was solche Boxen zur preiswerten<br />

Zweitanlagen-Lösung für das Büro,<br />

die Küche oder das Kinderzimmer prädestiniert.<br />

Der amerikanische Elektronik-Spezialist<br />

NuForce geht mit der Kompakten S3-BT<br />

sogar einen Schritt weiter und verpasste<br />

den Böxchen sogar ein aptX-fähiges<br />

Blue tooth-Modul (aptX klingt gegenüber<br />

dem herkömmlichen Bluetooth-Protokoll<br />

erheblich besser). Somit sind die<br />

Mini-Lautsprecher von jedem Bluetoothfähigen<br />

Sender wie Mobil-Telefonen<br />

oder Computer ansteuer- und daher frei<br />

NUFORCE S3-BT 300 EURO<br />

im Raum positionierbar. Die drahtlose<br />

Musik-Übertragung verbraucht bekanntlich<br />

sehr viel Energie des Handy-Akkus.<br />

Ein rückseitiger USB-Anschluss bietet<br />

sich deswegen als Energie-Tankstation<br />

mit bis zu 1 Ampère Ladestrom an – eine<br />

Signalübertragung oder gar eine direkte<br />

Verbindung zum Computer ist per USB<br />

indes nicht möglich. Auch Signale von<br />

konventionellen analogen Zuspielern finden<br />

ihren Weg über Cinch-Buchsen in<br />

die NuForce-Lautsprecher. Die Eingangswahl<br />

– also analog oder drahtlos<br />

via Bluetooth – erfolgt per Knopfdruck<br />

auf das an der verstärkenden Box integrierte<br />

Bedienfeld. In der NuForce S3-BT<br />

kommt ein 8,9-cm-Tiefmitteltönerchen<br />

mit Papierkonus und ein Tweeter mit<br />

standardmäßiger 25-mm-Gewebekalotte<br />

zum Einsatz. Ein Reflexsystem soll<br />

dem niedlichen Woofer etwas unter die<br />

Arme greifen. Das Gehäuse ist bis auf<br />

die Schallwand mit strapazierfähigem,<br />

wahlweise schwarzem oder weißem<br />

Kunstleder überzogen. Das Ganze sieht<br />

sehr edel und stimmig aus – und fühlt<br />

sich dank der präzisen Verarbeitung<br />

auch so an.<br />

WILL LEDER: Die S3-BT sind komplett mit feinem Kunstleder (schwarz oder weiß erhältlich)<br />

bezogen. Damit machen die Böxchen als Zweitanlage im Büro richtig was her.<br />

MESSLABOR<br />

Gemessen wurde die Box mit integriertem<br />

Verstärker. Axial ist eine Welligkeit im Präsenzbereich<br />

erkennbar (1). 30 Grad seitlich<br />

tritt ein früh eintretender Hochtonabfall ein.<br />

Das Wasserfall-Diagramm (o. Abb.) zeigt<br />

Resonanzen um 1kHz. Die untere Grenzfrequenz<br />

liegt bei 73Hz, die obere bei 18kHz<br />

(gemessen bei -3dB). Das Klirrspektrum<br />

(2) zeigt bereits ab 85dB Kompression und<br />

stark ansteigenden Klirr.<br />

NuForce S3-BT<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

NuForce S3-BT<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

24<br />

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

MASTER-SLAVE:<br />

Der Amp versorgt<br />

beide Boxen mit Saft.<br />

Eine normale Kabel-<br />

Strippe leitet das<br />

Signal von der<br />

„Aktiven” rüber zur<br />

Passiven. An der USB-<br />

Buchse kann man den<br />

Handy-Akku wieder<br />

aufladen – ein PC kann<br />

damit nichts anfangen.<br />

NACHTTISCH-ROCKER<br />

Direkt auf den Schreibtisch gestellt lieferten<br />

die NuForce bei einer leichten Anwinkelung<br />

(etwa 15-20 Grad) und trotz des<br />

begrenzten Gehäusevolumens einen voluminösen<br />

und ausgewogenen Klang.<br />

Erfreulich: Die Bluetooth-Wiedergabe<br />

musste sich bei der Klangqualität nicht<br />

hinter ihrem Analog-Pendant verstecken.<br />

Bei „Our Being Will Tear Us Apart” von<br />

Pedro Lehmann (aus „Lost Control“) geriet<br />

die Raum-Abbildung analog wie digital<br />

breit und detailliert: Die Hall-Effekte<br />

der Aufnahme kamen gut zur Geltung<br />

und die Bühne wirkte realistisch. Wohl<br />

auch, weil der Hochton mit einer Extraportion<br />

Frische spielte und sich in Kombination<br />

mit den unaufdringlichen Mitten<br />

gut in Szene setzte. Bass-Eskapaden wie<br />

Elvis Costellos „Episode Of The Blonde”<br />

(von „When I Was Cruel“) gefielen den<br />

kleinen Wooferchen zwar weniger, gerieten<br />

bei gemäßigten Lautstärken aber<br />

dennoch druckvoll und dynamisch. am<br />

_0AAIG_Bose_SIE2i_W_Audio_05_1_2_quer.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);13. Mar 2013 10:24:02<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Farben<br />

Bauart<br />

NUFORCE<br />

S3-BT<br />

Higoto GmbH<br />

02 01 / 83 25 825<br />

digital-highend.de<br />

300 Euro<br />

2 Jahre<br />

Schwarz / Weiß<br />

2-Wege mit Bassreflex<br />

AUSSTATTUNG<br />

Fernbedienung • (im Gehäuse integriert)<br />

Verbindungskabel •<br />

Eingänge Analog 1x RCA<br />

Digital SP/DIF, USB – / – (per Dongle drahtlos)<br />

Kopfhörerausgang –<br />

Raumanpassung –<br />

Hochpassweiche –<br />

Besonderheiten Bluetooth-Übertragung,<br />

aptX-fähig.<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Ausstattung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL 1<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

ÅHomogener Klang, große<br />

Raumabbildung, drahtlose<br />

Anbindung via Bluetooth.<br />

Í Kein USB-Host für Wiedergabe<br />

vom Computer.<br />

sehr gut<br />

sehr gut<br />

69 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

1<br />

Einstufung als PC-Box, Vergleich siehe Bestenliste<br />

FÜR SPORTLER<br />

ENTWICKELT.<br />

Bose® SIE2i Headphones<br />

Sport<br />

Mit exklusiver Fitness-Armtasche von<br />

Um beim Sport an Ihre Grenzen gehen zu können, brauchen <strong>Sie</strong> Headphones, die mitmachen.<br />

Bose ®<br />

SIE2i Sport Headphones sind mit Ihrem iPhone oder iPod kompatibel und wurden speziell<br />

für Sportler entwickelt. <strong>Sie</strong> bieten preisgekrönten Bose Spitzenklang, sind schweiß- und wetterresistent,<br />

sitzen sicher und bequem im Ohr und werden mit einer exklusiven Reebok ®<br />

Fitness-<br />

Armtasche geliefert. Auch als reine Audio-Variante erhältlich. Beim Sport geben <strong>Sie</strong> alles –sollten<br />

<strong>Sie</strong> nicht auch von Ihren Headphones alles fordern?<br />

Jetzt scannen.<br />

m.bose.eu/<br />

shm_de<br />

©2013 Bose Corporation. Die Fernbedienung und das Mikrofon werden nur vom iPod nano (ab der 4. Generation), iPod classic (120 GB/160<br />

GB), iPod touch (ab der 2. Generation), iPhone 3GS, iPhone 4, iPad sowie MacBook und MacBook Pro (jeweils ab den 2009-Modellen)<br />

unterstützt. Die Fernbedienung wird vom iPod Shuffle (ab der 3. Generation) unterstützt. Audio wird von allen iPod-Modellen unterstützt.<br />

REEBOK ist ein eingetragenes Warenzeichen und Dienstleistungsmarke der Reebok International Limited.


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

VOLL-AKTIV PLUS USB-INPUT<br />

Digital<br />

Analog<br />

A/D<br />

D/A<br />

Ein <strong>aktiv</strong>es Filternetzwerk trennt<br />

Analogsignale in Tiefmittel- und<br />

Hochtonanteile und füttert diese<br />

jeweils eigenen Verstärkern. Für den<br />

USB-Eingang ist der Aktivweiche ein<br />

D/A-Wandler vorgeschaltet.<br />

Bereits vor dem offiziellen Marktstart<br />

sorgten die KEF X300A in<br />

HiFi-Foren für tumultartige Debatten:<br />

voll<strong>aktiv</strong>, mit integriertem, hochauflösendem<br />

D/A-Wandler – und das auch<br />

noch für 800 Euro das Paar? „Ja, sapperlot<br />

nochmal” wird sich der erfahrene und<br />

dem Digitalen nicht abgeneigte HiFiist zu<br />

Recht denken. Was die Mannen von KEF<br />

hier zusammengeschnürt haben, gleicht<br />

einem digitalen Sorglos-Paket. Die<br />

X300A gibt via USB direkt an einen Computer<br />

angeschlossen Musik-Dateien mit<br />

KEF X300A 800 EURO<br />

einer Auflösung von maximal 96kHz bei<br />

24bit wieder. Analogsignale dürfen auch<br />

rein, aber nur über ein Miniklinken-Hintertürchen,<br />

das sie dann gleich digitalisiert<br />

– warum, das erfahren <strong>Sie</strong> gleich.<br />

Mit USB direkt in eine <strong>aktiv</strong>e Box? Stimmt,<br />

das ist eigentlich nichts Neues. Doch anders<br />

als bei der Konkurrenz – und hier<br />

liegt der Knackpunkt – gibt der als Audio-<br />

Interface agierende KEF-Lautsprecher<br />

seinem Zwilling kein abgespecktes Analog-Signal<br />

weiter. Vielmehr erhält auch<br />

die zweite X300A eine vollwertige digitale<br />

Kopie mittels eines weiteren USB-<br />

Kabels, das die zwei Boxen miteinander<br />

verbindet. Dadurch liegt die Musik an<br />

beiden Lautsprechern in der selben Qualität<br />

an. PCM1754-Chips von Texas Instruments<br />

sind für die D/A-Wandlung<br />

verantwortlich. Zwei kräftige analoge<br />

Verstärker bedienen Hoch- und Tiefmitteltöner<br />

getrennt. Der Fünf-Zoll-Koax mit<br />

belüftetem Hochtöner samt Tangerine-<br />

Waveguide ist bereits aus anderen KEF-<br />

Modellen bekannt und sollte sich auch in<br />

der X300A keine Fauxpas erlauben. Ein<br />

kleiner Schiebeschalter auf der Rückseite<br />

der „Master”-Box erlaubt die Anpassung<br />

an den Aufstellungsort: Stehen die KEFs<br />

auf dem Schreibtisch, korrigiert die<br />

„Desk”-Stellung den Frequenzgang, um<br />

tonale Verfärbungen durch Oberflächen-<br />

Reflektionen auszugleichen. Im „Stand”-<br />

Modus bleibt der Frequenzgang hingegen<br />

unangetastet.<br />

PLUG IT IN, TURN IT UP!<br />

Freistehend im <strong>AUDIO</strong>-Hörraum aufgestellt<br />

wirkten die kleinen KEFs tonal<br />

ausgewogen und bildeten die Bühne bei<br />

„Inpakuto” von Clammbon („Ten“) detailreich<br />

ab. Doch die Tester vermissten<br />

selbst bei einer stark angewinkelten Aufstellung<br />

die Direktheit, für die Koaxe so<br />

beliebt sind. Das änderte sich schlagartig,<br />

als die X300A auf einem Bürotisch standen<br />

und Musik von einem Mac bezogen.<br />

Der Anschluss ging spielend: einstöpseln<br />

und auswählen – fertig. Nun noch<br />

per Schiebeschalter in den „Desk”-<br />

SAUBERMANN:<br />

Das Gehäuse der KEF<br />

X300A ist tadellos<br />

verarbeitet und ein<br />

echter Hingucker.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

D<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Hörabstand 1-1,5 Meter.<br />

Minimal, etwa 15 Grad<br />

anwinkeln. Wandnah am<br />

besten mit Plugs im Reflexrohr.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden <strong>Sie</strong><br />

auf Seite 150.<br />

26 www.audio.de ›05 /2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

VOLLES HAUS: Der bewährte UniQ-Koax harmoniert gut<br />

mit dem kleinen Gehäuse, das trotz des geringeren Volumens<br />

einen ausgewogenen und voluminösen Bass ermöglicht.<br />

Modus versetzt, brillierte die KEF mit<br />

einer genaueren Abbildung und eben jener<br />

Direktheit, die einen guten Koax auszeichnet.<br />

Den Raum bei „El Jaguar” des<br />

Gitarristen-Duos Strunz & Farah („Americas“)<br />

vermochten die kleinen Aktivboxen<br />

auf überzeugende Art wiederzugeben.<br />

Die vielen musikalischen Akzente wie die<br />

Zupf-Techniken der Flamencogitarren<br />

oder die vielen Percussion-Instrumente<br />

wandelten die X300A verfärbungsfrei<br />

um. Der Tiefton wirkte druckvoll und mit<br />

einem präzisen Timing: Basslastige<br />

Songs wie „Collarbone” von Fujiya & Miyagi<br />

(„Transparent Things“) steckten die<br />

kleinen KEF-Boxen ohne Anstrengung<br />

weg und sorgten damit auch gleich für<br />

Party-Laune in der Redaktion.<br />

FAZIT<br />

Alexandros Mitropoulos<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Farben<br />

Bauart<br />

EMPFEHLUNG<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

KEF<br />

X300A<br />

GP Acoustics<br />

02 31 / 98 60 32 0<br />

kef.com<br />

800 Euro<br />

2 Jahre<br />

Metallgrau<br />

2-Wege <strong>aktiv</strong> mit Bassreflex<br />

AUSSTATTUNG<br />

Fernbedienung –<br />

Verbindungskabel •<br />

Eingänge Analog 1x Mini-Klinke<br />

Digital SP/DIF, USB – / •<br />

Kopfhörerausgang –<br />

Raumanpassung • (Desk, Stand)<br />

Hochpassweiche –<br />

Besonderheiten D/A-Chips in beiden Boxen,<br />

96kHz/24bit über USB möglich.<br />

09/12<br />

VORNUMMERIERT: Musik kommt via Mini-<br />

USB-Buchse in die KEF (4). Alternativ steht<br />

noch ein 3,5-mm-Eingang für analoge<br />

Gastspieler bereit (5). Die EQ-Einstellung<br />

„Desk” (8) passt den Klang für eine<br />

Schreibtisch-Aufstellung entsprechend an.<br />

KEF hat bei der X300A erkennbar<br />

viel Detailarbeit investiert: mit Erfolg.<br />

Ein „richtiger” 192kHz-USB<br />

wäre zwar noch audiophiler, doch<br />

selbst bei 96kHz lieferten die<br />

Aktivboxen einen detailreichen<br />

und dynamischen Klang. Im Nahfeld<br />

gefielen sie mir besonders<br />

gut, da sie so ihre Koax-Vorteile<br />

voll ausspielen konnten. Hut ab!<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Ausstattung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL 1<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

ÅNeutraler Klang, detailreiche<br />

Abbilung, Raumdarstellung,<br />

einfach Handhabung.<br />

Í In großen Räumen und<br />

freistehend etwas nüchtern<br />

sehr gut<br />

sehr gut<br />

75 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

1<br />

Einstufung als PC-Lautsprecher<br />

MESSLABOR<br />

Die Frequenzgangmessung zeigt einen geraden<br />

Verlauf im Bass. Um 1kHz ist eine hohe,<br />

breitbandige Anhebung erkennbar (rote<br />

Linie). Die „Desk”-Einstellung schwächt<br />

den Oberbass etwas ab (schwarze Linie).<br />

In beiden Modi fällt der Hochton sowohl<br />

auf Achse wie auch seitlich gemessen ab<br />

10kHz leicht ab. Die Klirrmessung zeigt ab<br />

95dB steigende Verzerrungen im Mittelton<br />

und beginnende Kompression im Bass.<br />

KEF X300A<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

www.audio.de ›05/2013<br />

27


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

VOLLAKTIV<br />

GEITHAIN ME 806 7720 EURO<br />

Analog<br />

Nach dem Eingang erfolgt die<br />

Aufteilung des Signals in Hoch- und<br />

Tiefmitteltonbereich durch <strong>aktiv</strong>e Filter.<br />

Danach verstärken separate Endstufen<br />

die getrennten Bänder; das Hochton-<br />

Array aus drei Kalotten teilt sich dabei<br />

einen Verstärker.<br />

Wenn selbst Verstärker-Experte<br />

und <strong>AUDIO</strong>-Kollege Johannes<br />

Maier anerkennend<br />

seinen Hut vor den Aktivboxen von Geithain<br />

zieht, dann will das etwas heißen.<br />

ME Geithain steht für Ingenieurskunst<br />

der guten alten Schule: DSPs und digitale<br />

Schaltverstärker sucht man vergebens.<br />

Viel mehr soll der Klang einer Box<br />

durch die mechanische Abstimmung<br />

und einer raffinierten Chassis-Anordnung<br />

entstehen. Das nötige Know-How<br />

besitzt Firmengründer und Aktivboxen-<br />

Pionier Joachim Kiesler en masse.<br />

Die nagelneue <strong>aktiv</strong>e Geithain ME 806<br />

überrascht: Denn trotz ihrer kompakten<br />

Größe soll sie laut Datenblatt für einen<br />

Hörabstand von bis zu vier Metern ausgelegt<br />

sein. Dafür verzichtet sie auf das<br />

berühmte MEG-Bassnieren-Prinzip und<br />

soll mit einem präzise abgestimmten,<br />

konventionellen Reflexsystem – sogar<br />

direkt an einer Wand aufgestellt – ein voluminöses<br />

und ausgewogenes Bassfundament<br />

produzieren können. Angefeuert<br />

von einem 150W-Verstärker übernimmt<br />

ein Woofer im 20cm-Format den<br />

Tiefmittelton bis 1,6kHz. Danach schreitet<br />

das Geithain-typische Array aus drei<br />

vertikal vor dem 20cm-Konus angeord-<br />

ECHTHOLZ: Außer in<br />

schwarzem Eschefurnier ist<br />

die ME 806 auch mit exotischem<br />

Makassar-Furnier<br />

erhältlich – ohne Aufpreis.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Minimal 10-15 Grad anwinkeln.<br />

Hörentfernung 2,5-3 Meter.<br />

Freistehend und wandnah<br />

gleichermaßen neutral.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden <strong>Sie</strong><br />

auf Seite 150.<br />

MESSLABOR<br />

Auf Achse gemessen linealgerader Frequenzgang<br />

(1). Die schmalbandige Anhebung<br />

bei 7,5kHz ist vernachlässigbar.<br />

30 Grad seitlich ist ein Abfall des Präsenzbereiches<br />

erkennbar. Die untere Grenzfrequenz<br />

beträgt 37Hz, die obere 18kHz<br />

(Messmikrofonhöhe 94cm, gemessen bei<br />

-3dB). Bis 100dB ist die 806 im Mittelhochton<br />

praktisch klirrfrei, darüber beginnt sie<br />

im Bass langsam zu komprimieren (2).<br />

Musicelektronic Geithain ME 806 Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

110 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Musicelektronic Geithain ME Pegel- 806 & Klirrverlauf<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

28<br />

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

SESAM ÖFFNE DICH: Die<br />

Verstärker für Tiefmittel- und<br />

Hochtöner sind servicefreundlich<br />

ausklappbar auf der Rückwand befestigt.<br />

Akustisch sind sie von einer<br />

zusätzlichen Trennwand vom restlichen<br />

Gehäuse isoliert.<br />

FAZIT<br />

Alexandros Mitropoulos<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

neten 25mm-Tweetern zur Tat, die wiederum<br />

an einem 100W-Amp laufen. Das<br />

Hochton-Team ist höher belastbar als<br />

ein Einzel-Tweeter und erzeugt eine vertikale<br />

Richtwirkung. Die Box bleibt damit<br />

trotz der niedrigen Trennfrequenz sehr<br />

klirrarm und blendet störende Deckenreflexionen<br />

weitgehend aus. Die Verarbeitung<br />

unseres Testmusters ist makellos:<br />

Das wunderhübsche Makassar-Furnier<br />

auf den Gehäuseseiten harmoniert gut<br />

mit der dunkelgrauen Frontpartie und<br />

verleiht der von Geithain-Designer Steffen<br />

Tränkner entworfenen ME 806 ein<br />

edel anmutendes Aussehen. Andere<br />

Holzarten sind gegen Aufpreis auch erhältlich.<br />

Ebenfalls optional ist ein passender<br />

Boxenständer, dessen Front ein<br />

breiter Furnierstreifen ziert – natürlich<br />

passend zum gewählten Boxenfurnier.<br />

SENSATIONELLE ABBILDUNG<br />

Die Fähigkeit der ME 806, die Bühne –<br />

besonders mit audiophilen Akustik-Aufnahmen<br />

wie „If I Could Sing Your Blues”<br />

von Cheskys Demo-Disc – realistisch<br />

darzustellen, war allerfeinste HiFi-Kost:<br />

Selbst filigrane und tief in den Aufnahmen<br />

versteckte Details wie etwa Atemgeräusche<br />

oder von Mikros eingefangene<br />

Raumreflexionen gaben die Geithains<br />

unaufdringlich-präzise und sensationell<br />

plastisch wieder. Zumindest was Räumlichkeit<br />

und Abbildung anging, stellte sie<br />

selbst die <strong>AUDIO</strong>-Referenzboxen gnadenlos<br />

in den Schatten. Hauptverantwortlich<br />

dafür war das Tweeter-Array,<br />

das sich trotz seiner überlegenen Genauigkeit<br />

nie in den Vordergrund drängte<br />

und zu einem in sich stimmigen Gesamteindruck<br />

beitrug. Die Hochtöner-Anordnung<br />

schuf nebenbei einen breiten<br />

Sweetspot-Bereich – wie angenagelt in<br />

der Mitte des Sofas zu sitzen war mit<br />

den ME 806 nicht nötig.<br />

Bereits bei niedrigen Pegeln drückte die<br />

Bass-Drum bei „Rhinelander” von Cougar<br />

(Patriot) staubtrocken und mit perfektem<br />

Timing voran. Sogar direkt an der<br />

Wand behielten die Kompaktboxen aus<br />

Leipzig einen kühlen Kopf – von trägem<br />

Bassbrei oder Effekthascherei keine<br />

Spur. Die zuvor angesprochene tonale<br />

Homogenität machte sich auch an einer<br />

locker-luftigen und unangestrengten Art<br />

bei der Stimmenwiedergabe bemerkbar.<br />

Bei „Spanish Harlem” (ebenfalls Chesky)<br />

tönte Rebecca Pidgeons Gesang<br />

neutral und natürlich mit einer gehörigen<br />

Portion Schmalz – eben so, wie es bei<br />

dieser Aufnahme des Songs auch klingen<br />

muss.<br />

Die Geithain bietet trotz ihrer<br />

kompakten Abmessungem mehr<br />

Klang als manch weitaus größerer<br />

Lautsprecher. Angesichts ihrer<br />

phänomenalen Raumabbildung<br />

und dem (selbst bei wandnaher<br />

Aufstellung) in sich stimmigen<br />

Klang waren wir uns schnell einig:<br />

Die ME 806 spielt definitiv in der<br />

Referenzklasse mit! Zudem sieht<br />

sie auch noch sehr schick aus.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL 1<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

EMPFEHLUNG<br />

KOMPAKT & KLANGSTARK<br />

ME GEITHAIN<br />

ME 806<br />

ME Geithain<br />

03 43 41 / 31 10<br />

me-geithain.de<br />

7720 Euro<br />

2 Jahre (3 Jahre nach Registrierung)<br />

25,4 x 40,5 x 34,5 cm<br />

18,6 kg<br />

• / – / •<br />

Makassar-Furnier<br />

2-Wege <strong>aktiv</strong>, Bassreflex<br />

–<br />

Hochton-Array<br />

ÅRealistische Abbildung, homogener<br />

Klang, Verarbeitung.<br />

Í –<br />

100<br />

100<br />

100<br />

110<br />

95<br />

85<br />

90<br />

85<br />

überragend<br />

97 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

1<br />

Einstufung als Kompakt-Lautsprecher<br />

05/13<br />

www.audio.de ›05/2013 29


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

DIGITAL-AKTIV<br />

Analog<br />

Digital<br />

A/D<br />

DSP<br />

D/A<br />

D/A<br />

Das Signal durchläuft zunächst verschiedene<br />

digitale Stufen – etwa EQs,<br />

Delay- oder Phasenkorrekturen. Erst<br />

danach erfolgt eine Aufteilung in verschiede<br />

Bänder durch DSPs und<br />

schließlich die Verstärkung durch<br />

Amps.<br />

Die Form der 8240 von Genelec<br />

muss man nicht mögen, doch<br />

im Studiobereich sind solche<br />

Faktoren zweitrangig. Für Profis zählt der<br />

Klang, und der wiederum, das werden<br />

auch High-Ender nicht bestreiten, wird<br />

von der akustischen Qualität bestimmt,<br />

nicht von der Optik.<br />

Entsprechend überschaubar sind die<br />

Wahlmöglichkeiten, die der finnische<br />

Hersteller seinen Kunden lässt. Dunkelgrau<br />

ist die Standardfarbe, die im Zweifel<br />

zu jeder Umgebung passt und keine<br />

störenden Lichtreflexe erzeugt. Alternativ<br />

steht ein freundliches Mattweiß zur<br />

GENELEC 8240 APM 2800 EURO<br />

Verfügung, das der Kompaktbox ausgesprochen<br />

gut steht.<br />

Holzoberflächen sind weder für Geld<br />

noch gute Worte verfügbar, und dieser<br />

Aspekt bringt uns zu einem der wesentlichen<br />

Konstruktionsmerkmale: Die Gehäuse<br />

bestehen aus Gussaluminium<br />

und haben eine verspielt wirkende, tatsächlich<br />

aber hochgradig durchdachte<br />

und klangfördernde Form. Die Bauweise<br />

reduziert stehende Wellen im Inneren<br />

wie auch Kanteneffekte, was der Neutralität<br />

und der räumlichen Abbildung<br />

sehr zugute kommt.<br />

Ein weiterer Vorteil von Aluminium sind<br />

geringere Wandstärken als bei Holzgehäusen,<br />

die zu einem höheren Nettovolumen<br />

führen und dem Basstreiber zu<br />

einer tieferen Einbauresonanz verhelfen.<br />

Im <strong>AUDIO</strong>-Messlabor erzielte die 8240<br />

eine untere Grenzfrequenz von 41 Hertz.<br />

Passivboxen erreichen einen derart ausgedehnten<br />

Bassbereich nur mit deutlich<br />

größeren Gehäusevolumina.<br />

Die beiden selbstredend sehr hochwertigen<br />

Chassis werden von der digitalen<br />

Frequenzweiche bei hohen 3 Kilohertz<br />

getrennt, was beide Treiber offensichtlich<br />

bestens verkraften, denn das Rundstrahlverhalten<br />

ist auch im Übernahmebereich<br />

vorbildlich gleichmäßig. Die beiden<br />

Endstufen mit jeweils 90 Watt Ausgangsleistung<br />

sind in klassischer A/B-<br />

Technik ausgeführt.<br />

DIGITALE FREQUENZWEICHE<br />

Die Schwingsysteme werden von Limitern<br />

geschützt, die bei einer drohenden<br />

Überlastung zuverlässig die Lautstärke<br />

begrenzen. Daher steigt bei hohen Pegeln<br />

weder der Klirr über Gebühr noch<br />

können die Chassis anschlagen oder gar<br />

beschädigt werden. Ein Einschreiten der<br />

Elektronik (die auch zu hohe Eingangspegel<br />

erkennt) wird durch einen Farbwechsel<br />

der LED an der Boxenfront angezeigt.<br />

Die Absicherung ermöglicht hohe<br />

Durchschnittspegel auch bei unbekanntem<br />

Musikmaterial.<br />

Der Digitaleingang nach AES/EBU-Stan-<br />

PERFEKT VERARBEITET:<br />

Die Gehäuse aus hochfestem<br />

Alu-Druckguss wirken extrem<br />

solide. Die Schutzgitter sind in<br />

die Abstimmung einbezogen.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

D<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Dank vielfältiger Ortsfilter und<br />

Einmessfunktion weitgehend<br />

unabhängig von Akustik und<br />

Grenzflächen aufstellbar.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden <strong>Sie</strong><br />

auf Seite 150.<br />

30<br />

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

SCHALTEN UND WALTEN: Unterhalb der Bassreflexöffnung sind<br />

Aufnahmepunkte für Wandhalterungen und Bodenstative eingelassen.<br />

Die winzigen roten DIP-Schalter dienen zur Aktivierung der Ortsfilter.<br />

Die Buchsen der symmetrischen Eingänge blicken nach unten.<br />

dard verarbeitet Abtastraten bis zu 192<br />

kHz. Für analoge Signale ist ein Eingang<br />

in symmetrischer Ausführung vorhanden.<br />

Alle klanglich relevanten Funktionen<br />

werden von einem DSP gesteuert.<br />

Bereits in der Werkseinstellung (siehe<br />

Messlabor-Kasten) liefert die 8240 auffallend<br />

lineare Frequenzgänge. Bei<br />

grenzflächenferner Aufstellung in einem<br />

akustisch vorteilhaften Raum sind keine<br />

Anpassungen erforderlich.<br />

Zur Korrektur raumbedingter Klangveränderungen<br />

stehen acht Filter zur Verfügung,<br />

die alle vorkommenden Standardsituationen<br />

abdecken. Die Einstellungen<br />

erfolgen über kleine DIP-Schalter, die an<br />

der Boxenrückseite versteckt sind. Die<br />

Nutzung gestaltet sich etwas fummelig,<br />

doch logisch und narrensicher.<br />

Zu individuellen Einmessung ist ein Zubehörpaket<br />

(siehe Foto) erforderlich,<br />

welches im wesentlichen aus einem<br />

Messmikrofon und einem kleinen Interface<br />

besteht. Selbiges wird zwischen<br />

Box und einen Rechner (Mac oder PC)<br />

geschleift, auf dem zuvor die von Genelec<br />

für diesen Zweck entwickelte<br />

Steuersoftware installiert wurde. Eingriffe<br />

erfolgen nur unterhalb 2 Kilohertz,<br />

wo sich Raum und Aufstellung am deutlichsten<br />

bemerkbar machen. Um DSP<br />

und Endstufen nicht zu überfordern,<br />

werden lediglich Spitzen geglättet, Täler<br />

bleiben bestehen.<br />

Im letzten Schritt (siehe Screenshot auf<br />

der folgenden Seite) wird das Ergebnis<br />

sichtbar: Die blaue Kurve zeigt den Frequenzgang<br />

am Hörplatz inklusive raumbedingter<br />

Veränderungen. Rot werden<br />

die vom System ermittelten Korrekturen<br />

dargestellt, grün das Ergebnis.<br />

Zusätzlich lassen sich manuelle Korrekturen<br />

addieren. Abschließend werden<br />

die Einstellungen in der Box gespeichert,<br />

Interface und Rechner sind dann zum<br />

Betrieb nicht mehr erforderlich.<br />

Dass die Genelec sehr neutral und vermutlich<br />

gut durchhörbar klingen würde,<br />

war angesichts ihrer Herkunft zu erwarten,<br />

nicht aber wie unaufgeregt dies alles<br />

vonstatten ging. Die tatsächlich gigantische<br />

Klangfarbentreue wurde ganz<br />

ohne erhobenen Zeigefinger dargeboten<br />

und wer bislang immer dachte, neutral<br />

abgestimmte Schallwandler müssten<br />

zwangsweise steril klingen, darf seine<br />

Denkschubladen nach dem Kontakt<br />

mit dieser Box neu sortieren.<br />

Es war immer wieder faszinierend, mit<br />

welch überraschender Kraft und Sattheit<br />

die durchaus noch zierlich zu nen-<br />

VERBINDUNG ZUM RECHNER: Der Zubehörsatz zur Einmessung und Verwaltung der<br />

Boxen am PC enthält ein Netzwerk-Interface, ein Messmikrofon sowie diverse Kabel.<br />

www.audio.de ›05/2013 31


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

FAZIT<br />

Wolfram Eifert<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Die 8240 genießt bei Profis einen<br />

exzellenten Ruf. Ich wüsste – außer<br />

geschmacklichen Nuancen –<br />

keinen Grund, warum man diese<br />

extrem klangstarke Box nicht<br />

auch privat nutzen sollte. Ihre<br />

Neutralität und Anpassungsfähigkeit<br />

sind einfach grandios. Die<br />

Einmessung ist das Sahnehäubchen<br />

obendrauf.<br />

BEISPIEL EINER EINMESSUNG: Der Frequenzgang am Hörplatz vor der Optimierung ist<br />

blau dargestellt. Die rote Kurve zeigt die gegenläufigen Eingriffe durch den DSP. Das grün eingezeichnete<br />

Ergebnis (die Summe aus blau und rot) zeigt sich deutlich glatter. Korrigiert wird<br />

nur unter 2 kHz.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

GENELEC<br />

8240 APM<br />

Audio Export<br />

0 71 31 / 26 36 0<br />

audioexport.de<br />

2800 Euro<br />

2 Jahre<br />

23,7 x 35 x 22,3 cm<br />

9,4 kg<br />

– / – / •<br />

Anthrazit, weiß<br />

nende Aktivbox kernigste Gitarrenriffs<br />

in den Raum warf und gleichzeitig penibel<br />

einzelne Linien differenzieren konnte,<br />

ganz ohne Wummern, Nachhängen oder<br />

Verdeckung.<br />

Die entwaffnende Ehrlichkeit der 8240<br />

erzeugte vor allem bei akustisch dominierten<br />

Klängen und Hi-Res-Material<br />

den Eindruck enormer Klangrichtigkeit.<br />

Das feinsinnige „Lose Myself To Loving<br />

You“ der britischen Sängerin und Gitarristin<br />

Joanne Shaw Taylor (in-akustik)<br />

perlte nicht nur glockenrein aus den Treibern,<br />

sondern klang auch räumlich weit<br />

gestaffelt. Dass man als Tester viele<br />

Stunden in einem Hörraum verbringt, ist<br />

bei dieser Box keine lästige Pflicht, sondern<br />

ein Genuss.<br />

Bedenken, die 8240 hätte zu wenig<br />

Membranfläche, um den über 30 Quadratmeter<br />

großen, gut bedämpften AU-<br />

DIO-Hörraum angemessen mit Schalldruck<br />

zu füllen, erwiesen sich als unbegründet.<br />

Gewiss blinkten die LEDs an<br />

der Box auch mal kurzzeitig rot, doch<br />

wirklich unsauber wurde der Klang nie.<br />

Diese Betriebssicherheit ist einer der<br />

großen Vorzüge der Aktivtechnik. So<br />

dürfen die Boxen ruhig eine Nummer<br />

kleiner ausfallen als gewohnt.<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL 1<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

2 Wege <strong>aktiv</strong>, Bassreflex<br />

automatische Einmessung<br />

DSP-Steuerung<br />

ÅHochauflösender und extrem<br />

neutraler Klang, ideal für lange<br />

Hörsitzungen<br />

ÍBasspegel sind begrenzt<br />

100<br />

90<br />

95<br />

90<br />

90<br />

80<br />

85<br />

80<br />

überragend<br />

90 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

1<br />

Einstufung als Kompaktbox<br />

MESSLABOR<br />

Bei der Messung der Schalldruckkurven<br />

im reflexionsarmen Raum liefert die 8240<br />

in der Werkseinstellung und ohne Einsatz<br />

der Ortsfilter ein sehr lineares Ergebnis mit<br />

einer leichten Bassbetonung. Im Tiefbass<br />

werden, bezogen auf -3 dB, sehr gute 41<br />

Hz erreicht. Im Bass begrenzt der Limiter<br />

die Lautstärke auf etwa 95 dB. Oberhalb<br />

200 Hz werden über 100 dB erreicht. Der<br />

Klirr liegt besonders in den Mitten niedrig.<br />

Genelec 8240 APM<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Genelec 8240 APM<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

32<br />

www.audio.de ›05/2013


Service-Direktverkauf 030 300 9 300<br />

Schneller*<br />

Besser*<br />

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Angeber?<br />

Angeber?<br />

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Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

DIGITAL-AKTIV<br />

Analog<br />

Digital (Option)<br />

A/D<br />

DSP<br />

D/A<br />

D/A<br />

D/A<br />

KS DIGITAL KSD 2040 AB 8000 EURO<br />

Analoge Signale werden am<br />

Eingang digitalisiert, digitale (optional)<br />

landen direkt im DSP. Dort finden<br />

Equalizing und Aufteilung auf drei<br />

Frequenzbänder statt. Nachgeschaltete<br />

D/A-Wandler und analoge<br />

Endstufen treiben die vier Chassis an.<br />

Mit der KSD-Serie packt die<br />

Saarbrücker Boxenschmiede<br />

KS Digital bewährte Profi-<br />

Technik in eine HiFi-optimierte Verpackung.<br />

Erst kürzlich stand der kleinste<br />

Ableger der Serie im Hörraum (KSD<br />

2010, <strong>AUDIO</strong> 3/13) und heimste mit<br />

neutralem Klang und detailreicher Abbildung<br />

Lob und Anerkennung von den<br />

Testern ein. Das nagelneue KSD-Flagschiff<br />

2040 ist jedoch ein ganz anderes<br />

Kaliber. Bereits die Treiberbestückung<br />

des 114-Zentimeter-hohen 2,5-Wege-<br />

Turms verdeutlicht das: Die zwei unteren<br />

Chassis im 20-cm-Format übernehmen<br />

die tiefen Frequenzen bis<br />

200Hz; sie nehmen dem Koax die Tiefton-Arbeit<br />

aber nicht ganz ab, unterstützen<br />

ihn lediglich dabei. Der Koax ist<br />

in seinem Arbeitsbereich also nach unten<br />

nicht begrenzt – KSD will so eine<br />

stimmigere tonale Balance erzielen.<br />

Der Carbonfaser-Konus im Koax misst<br />

ebenfalls imposante 20 Zentimeter und<br />

wird, wie auch die beiden Bass-Chassis,<br />

von starken Neodym-Magneten<br />

angespornt. In seiner geometrischen<br />

Mitte sitzt ein schon ab 1,4kHz einsetzender<br />

25-mm-Tweeter mit Seidenkalotte,<br />

der die genau berechnete Form<br />

des ihn umgebenden Konus als schallführenden<br />

Waveguide nutzt. Dadurch<br />

sollen akustische Eigenschaften einer<br />

Quasi-Punktschallquelle entstehen,<br />

die zusammen mit der Anordnung der<br />

Chassis auf einer Ebene ein optimiertes<br />

Impulsverhalten und somit eine besonders<br />

detailreiche Tiefenstaffelung<br />

ermöglichen soll.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

D<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

G<br />

H<br />

Bei einem Hörabstand von<br />

mehr als 4m gerade aufstellen.<br />

Bei kleinerem Abstand etwa 15<br />

Grad anwinkeln.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden <strong>Sie</strong><br />

auf Seite 150.<br />

F<br />

34<br />

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

STEIGERUNGSPOTENZIAL: Dank der<br />

vielen Erweiterungsmöglichkeiten kann man<br />

die KSD 2040 sehr gut auf die eigenen<br />

Bedürfnisse anpassen. Besonders verlockend<br />

ist die Kombination aus AES-Eingang<br />

und Fernbedienungsmodul: Mit eine entsprechenden<br />

Quelle ist somit eine „kurze” und<br />

smarte Anlage zusammenstellbar. Dafür<br />

muss die Quelle jedoch zwei AES-Ausgänge<br />

besitzen – sonst braucht man noch das passende<br />

Verteilerkästchen von KSD.<br />

Die zwei EQ-Potentiometer regeln die DSPgesteuerten<br />

und effektiv-eingreifenden<br />

Shelving-Filter, mit denen man den Klang des<br />

Lautsprechers auf den eigenen Geschmack<br />

und – viel wichtiger – auf die Raumakustik<br />

anpassen kann.<br />

SMARTE DSP-TECHNIK<br />

Technisches Highlight der 2040 ist der<br />

<strong>aktiv</strong>e, DSP-gestützte Aufbau der<br />

Weiche. Dafür kommt die hauseigene<br />

„Firtec”-Technologie zum Einsatz; eine<br />

Kombination aus Systemfiltern und einer<br />

FIR-Differenzweiche. Letztere trennt die<br />

Wege mit einer frei einstellbaren Flankensteilheit.<br />

Dadurch soll eine bessere<br />

Impulsantwort der Chassis möglich sein,<br />

ohne die Entstehung von Phasenverzerrungen<br />

zu provozieren. Um den Klang auf<br />

akustisch schwierigere Räume einzustellen,<br />

befinden sich auf der Gehäuserückseite<br />

zwei Potis für die Regulierung von<br />

Bass und Hochton. Doch die Entwickler<br />

gingen noch einen Schritt weiter: Mit<br />

einem konventionellen Netzwerk-Kabel<br />

findet die KSD 2040 Anschluss an einen<br />

Computer. Dort bietet die optional erhältliche<br />

FIR-Control-Software (360€) umfangreiche<br />

Einstellungsmöglichkeiten,<br />

um den Klang auf den Hörraum anzupassen:<br />

Die Frequenzkurve ist mittels drei<br />

parametrischer EQs editier-, abspeicherund<br />

wieder abrufbar. Die selben Einstellungen<br />

können auch per kabelgebundener<br />

Fernbedienung (RC-100, 810€) vorgenommen<br />

werden, die zudem einen<br />

praktischen Lautstärke-Drehknopf besitzt,<br />

der die digitale Pegelregelung der<br />

Box steuert. Ein passender (diesmal im<br />

Preis enthaltener) IR-Sender steuert das<br />

kabelgebunde Modul. Somit kann das<br />

Kistchen samt Kabelsalat dezent auf<br />

dem HiFi-Rack verschwinden. Ein 96kHz<br />

und 24bit-fähiges DAC-Modul mit AES-<br />

Schnittstelle verwandelt die KSD 2040<br />

auf Wunsch (für 500€ pro Box) sogar in<br />

eine digitale eierlegende Wollmilchsau.<br />

Dafür muss die Quelle jedoch zwei AES-<br />

Ausgänge besitzen. Ist das nicht der Fall,<br />

hat KS Digital auch hier eine Antwort im<br />

aufpreispflichtigen Zubehörsortiment<br />

parat: Eine externe Box teilt das ankommende<br />

Digitalsignal in zwei AES-Kanäle<br />

auf. Außerdem konvertiert ein integrierter<br />

Formatwandler ankommende Bits<br />

und Bytes mittels Re-Clocking auf ein<br />

korrektes Spannungsniveau, um einen<br />

fehlerfreien Betrieb der Boxen zu garantieren.<br />

Somit dürfen auch spannungsärmere<br />

Toslink- oder S/PDIF-Signale die<br />

KSDs füttern.<br />

GLEICHGESINNTE: Die zwei Bässe im 20cm-Format spielen bis 200Hz und unterstützen den Koax lediglich im Bass. Die Übergangsfrequenz<br />

liegt bei 1,4kHz. Die Membranen der drei Chassis bestehen aus Carbon und werden von bärenstarken Neodym-Magneten angetrieben.<br />

www.audio.de ›05/2013 35


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

WIE EIN FAUCHENDER V12<br />

Zunächst stellten die Tester die zwei EQ-<br />

Potis auf Mittelstellung – waren mit dem<br />

Klang der 2040 im <strong>AUDIO</strong>-Hörraum aber<br />

nicht ganz glücklich: <strong>Sie</strong> tönten vergleichsweise<br />

schüchtern im Bass und etwas<br />

frisch in den Höhen. Ein Griff auf die<br />

Rückseite brachte sofort Abhilfe. Als die<br />

Tester mit dem Klang zufrieden waren,<br />

standen dort der Hochton-Regler auf elf<br />

Uhr und sein Basspendant auf zwei Uhr.<br />

Merke: Es waren nur minimale Änderungen<br />

nötig – doch das Ergebnis war umso<br />

eklatanter. Denn nun spielten die KSD-<br />

Türme ausgewogen und reagierten auf<br />

die Dynamik eines Songs wie ein V12-<br />

Motor auf einer Tour auf einer kurvigen<br />

Küstenstraße: Zurückhaltend und filigran<br />

in langsamen Passagen, druckvoll aufbrausend,<br />

wenn man Stoff gab.<br />

Als Dream-Theater-Drummer Mike Portnoy<br />

bei „Panic Attack” („Octavarium“)<br />

fulminant sein Schlagzeug bearbeitete,<br />

kamen auch gleich zwei andere Qualitäten<br />

der 2040 zum Vorschein: die natürliche<br />

Raumdarstellung und der immens<br />

detailreiche Hochton. Ähnlich wie ein japanischer<br />

Sushimeister, der mit präzise<br />

angesetzten Schnitten einen Kugelfisch<br />

zubereitet, brillierte die KSD 2040 mit<br />

einer ebenso beeindruckenden, akuraten<br />

Detailarbeit: Beim schon zig Mal gehörten<br />

Jazz-Klassiker „Take Five” von Dave<br />

Brubeck („Takin’ Off“) fielen ständig<br />

neue Klangfarben und Akzente auf, die<br />

man so sauber und authentisch dargestellt<br />

noch nie wahrgenommen hatte.<br />

Etwa die Raumakustik während des<br />

Schlagzeug-Solos, bei dem man die<br />

Mikro-Aufstellung erkannte. Oder die<br />

Griffbrett-Geräusche des sonst dumpfklingenden<br />

Kontrabasses, der nun mehr<br />

Attacke besaß – alles Paradebeispiele für<br />

den exzellenten Hochton.<br />

MESSLABOR<br />

Der Frequenzgang der KSD2040 zeigt auf<br />

Achse gemessen und mit dem Bass- und<br />

Hochton-Poti auf Mittelstellung eine Welligkeit<br />

im Mittel- und Hochton-Bereich (1).<br />

Starke Aktivität besonders um 1kHz im<br />

Wasserfalldiagramm (o. Abb.) Die untere<br />

Grenzfrequenz liegt bei 29Hz, die obere bei<br />

24kHz (gemessen bei -3dB). Die Maximallautstärke<br />

beträgt 105dB, ab 95dB nimmt<br />

allerdings der Klirr schon deutlich zu (2).<br />

ANPASSBAR: Die Software „FIR-Control”<br />

ermöglicht dem User Filter-Kurven zu erstellen,<br />

um beispielsweise den Klang der KSD<br />

2040 auf die Hörraumakustik anzupassen.<br />

FAZIT<br />

Alexandros Mitropoulos<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Man kann über DSPs denken, was<br />

man will, doch spätestens nachdem<br />

man den überwältigenden<br />

Detailreichtum der KSD 2040 erlebt<br />

und gehört hat, dürften alle<br />

„Aber”-Sätze – zumindest die<br />

KSD betreffend – verstummen.<br />

Wer will, kann die Boxen mit AES-<br />

Eingängen aufrüsten und für die<br />

digitale Welt flott machen. Spätestens<br />

dann verwandelt sich die<br />

2040 in eine smarte Komplettlösung:<br />

gut investierte 1000 Euro.<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

KS digital 2040<br />

Frequenzgang<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL 1<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

KS DIGITAL<br />

KSD 2040<br />

KS Digital<br />

06 81 / 76 18 04 63<br />

ksdigital.de<br />

8000 Euro<br />

4 Jahre (nach Registrierung)<br />

26 x 114 x 39 cm<br />

29 kg<br />

– / • / –<br />

Dunkelgrau<br />

2,5-Wege <strong>aktiv</strong>, Bassreflex<br />

Via Potis auf der Rückseite oder<br />

via Software/Fernbedienung<br />

DSP-gestützte Weiche, Koax.<br />

ÅUngemein detailreiche Wiedergabe,<br />

natürliche Bühnenabbildung,<br />

DSP-Funktionen.<br />

Í Klang in EQ-Mittelstellung.<br />

100<br />

100<br />

95<br />

105<br />

95<br />

90<br />

95<br />

95<br />

sehr gut<br />

97 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

1<br />

Einstufung als Standbox<br />

KS digital 2040<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

36<br />

www.audio.de ›05/2013


Andreas Stumptner<br />

Chefredakteur<br />

Ausgezeichneter HiFi-Sound<br />

für zu Hause<br />

Philips Fidelio X1<br />

12 /12<br />

PHILIPS FIDELIO X1<br />

Testurteil: sehr gut<br />

Die Geräte des Jahres 2013<br />

1. Platz<br />

IN DER KATEGORIE<br />

Kopfhörer<br />

Philips Fidelio X1<br />

Fidelio X1<br />

Begeistert von Sound<br />

Der detailgetreue natürliche Klang des X1 basiert auf unserer über<br />

50-jährigen Kopfhörererfahrung. Hochauflösende Soundkomponenten<br />

verwöhnen nicht nur mit einer faszinierenden & authentischen Akustikperspektive.<br />

Ein ergonomisches Design und hochwertige Materialien,<br />

gepaart mit einem exzellenten Tragekomfort, sorgen für einen Soundgenuss<br />

der Extraklasse.<br />

Fidelio X1 Kopfhörer –<br />

Ihr ganz persönliches Privatkonzert.<br />

Erfahren <strong>Sie</strong> mehr auf philips.de/fidelio


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

DIGITAL-AKTIV<br />

D/A<br />

GRIMM <strong>AUDIO</strong> LS1 25 000 EURO<br />

Analog<br />

Digital<br />

A/D<br />

DSP<br />

D/A<br />

D/A<br />

Digitale Signale gehen direkt in den DSP,<br />

analoge zuvor in einen A/D-Wandler. Der<br />

Signalprozessor übernimmt sämtliche<br />

Frequenzgang- und Phasenkorrekturen<br />

sowie die Funktion der Frequenzweiche,<br />

für jeden der drei Treiber folgt ein DAC<br />

und eine Schaltendstufe.<br />

Wer sich mit der LS1 der jungen<br />

holländischen Firma<br />

Grimm Audio beschäftigt,<br />

spürt sehr schnell, dass dieses System<br />

in keine gewohnte Schublade passt.<br />

Nicht mal die im High-End-Sektor üblichen<br />

Preis-Gegenwert-Maßstäbe gelten,<br />

denn der Schallwandler bietet einen<br />

deutlich größeren Funktionsumfang als<br />

gewöhnliche Aktivboxen. LS1 ist, abgesehen<br />

von einem Zuspieler, eine vollständige<br />

Wiedergabekette und so gesehen<br />

weit mehr als eine profane Box.<br />

Neben Endstufen und DSP-gesteuerten<br />

Frequenzweichen (mehr dazu später)<br />

sind Wandler integriert,<br />

wobei die gesamte Signalverarbeitung<br />

auf geringste Jitterwerte und die konsequente<br />

Vermeidung von Pre-Ringing getrimmt<br />

wurde. Was der Anwender noch<br />

selbst beibringen muss oder vielmehr<br />

darf, sind Musiksignale. Notebooks eignen<br />

sich ebenso als Signalquelle wie<br />

Netzwerkspieler, die nicht mal eigene<br />

Wandler vorweisen müssen.<br />

Auch eine Vorstufe ist entbehrlich, denn<br />

deren Funktionen sind im System<br />

integriert. Die Regelung der Lautstärke<br />

kann bequem an einem Rechner erfolgen,<br />

der zuvor mit einer Grimm-eigenen<br />

Steuersoftware ausgerüstet wurde.<br />

Haptisch ansprechender gelingt die<br />

Steuerung über den mitgelieferten Hardware-Controller,<br />

an den zwei digitale<br />

Quellen angeschlossen werden können.<br />

Im Sockelbereich der Box stehen zwei<br />

weitere Eingänge zur Verfügung, davon<br />

einer für analoge Kost.<br />

MEHR ALS NUR EINE BOX<br />

Der Controller, der die gewohnte Vorstufe<br />

ersetzt, wird ausschließlich über den<br />

großen Drehknopf bedient. Ein leichter<br />

Druck <strong>aktiv</strong>iert zum Beispiel<br />

die Mute-<br />

Funktion, deren genaue Wirkung zuvor<br />

in den Einstellungen festgelegt wurde.<br />

Durch Drücken und Drehen wird zwischen<br />

den Eingängen hin- und hergeschaltet.<br />

Einige grundlegende Einstellungen<br />

gelingen allerdings nur über die<br />

Software-Steuerung, so dass zumindest<br />

zeitweilig ein Rechner zur Verfügung<br />

stehen sollte. Die Kommunikation mit<br />

der Box erfolgt in diesem Fall über ein<br />

kompaktes USB-Interface, das ebenfalls<br />

zum Lieferumfang zählt. Die<br />

Screenshots auf den letzten Seiten vermitteln<br />

einen Eindruck vom Funktionsumfang<br />

des Systems.<br />

Umdenken heißt es auch bei Form und<br />

Haptik, denn der holländische Newcomer<br />

verzichtet auf das im High-End-<br />

Sektor übliche Imponiergehabe mit fetten<br />

Chromapplikationen, komplizierten<br />

Gehäusen und Klavierlackorgien. Die<br />

Aluminiumbeine sind schwarz oder braun<br />

lackiert, in matter Ausführung. Etwas<br />

Exotik versprüht lediglich das zwischen<br />

den Trägern eingespannte Boxengehäuse,<br />

das mit Bambusfurnier in zwei Helligkeitsstufen<br />

oder weißem Corian (Kunststein)<br />

aufwarten kann.<br />

Die komplette Elektronik inklusive der<br />

MAXIMALE SIGNALTREUE: Die breite und flache Form des<br />

Gehäuses reduziert die Winkelabhängigkeit beim Abstrahlverhalten<br />

noch bevor die DSPs ins Spiel kommen. Bei Messungen in einem<br />

schalltoten Raum zeigt die LS1 ein mustergültiges Verhalten.<br />

38


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

WAHLWEISE ZWEI ODER<br />

DREI WEGE: Die optionalen<br />

Basseinheiten werden einfach<br />

auf die Bodenplatte gestellt<br />

und von der DSP-Elektronik im<br />

linken Boxenfuß gesteuert.<br />

Die Woofer sind so perfekt<br />

eingebunden, dass sich der<br />

Klang nicht ändert. Nur die<br />

Pegelreserven steigen.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Darf frei oder wandnah stehen,<br />

der Raum sollte ausgewogen<br />

bedämpft sein. Stark<br />

einwinkeln (30-45 Grad).<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden <strong>Sie</strong><br />

auf Seite 150.<br />

www.audio.de ›05/2013 39


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

KOMMENTAR<br />

Bernhard Rietschel<br />

<strong>AUDIO</strong>-Chefredakteur<br />

HIFI À LA GRIMM:<br />

MEHR HÖREN,<br />

WENIGER SPIELEN<br />

Meine erste Hör-Begegnung mit der<br />

Grimm trug sich auf den Norddeutschen<br />

HiFi-Tagen in Hamburg zu, in einem akustisch<br />

eher ungünstigen Raum und mit<br />

gewöhnlicher, tausendmal gehörter<br />

Vorführmusik. Trotz dieser wenig emotionalen<br />

Randbeding ungen rührten mich<br />

schon wenige Takte aus der LS-1 spontan<br />

fast zu Tränen. Die Natürlichkeit<br />

ihres Klangs, ihre unscheinbare, tiefe<br />

Richtigkeit hat auch in unserem Hörraum<br />

nicht aufgehört, mich und meine Kollegen<br />

immer wieder zu überwältigen. HiFi-<br />

Fans, die neben dem Musikgenuss auch<br />

die technische und klangliche Vielfalt<br />

und das Experimentieren damit lieben,<br />

bringt die Grimm womöglich in eine<br />

Zwickmühle: Als Player reicht ohne<br />

klangliche Kompromisse sogar ein<br />

Computer, und das gewohnte Tunen,<br />

Tweaken und Testen, bis eine harmonische<br />

Kette gefunden ist, entfällt vollständig.<br />

Obwohl sie selbst ein hochkomplexes<br />

Hightech-Wunderwerk ist, nimmt<br />

die Grimm HiFi seine Nebenrolle als<br />

Technik-Spielplatz. Das zu akzeptieren<br />

erfordert eine gewisse Größe, die<br />

Entscheidung fällt aber erheblich leichter,<br />

wenn man gehört hat, was das holländische<br />

Wiedergabesystem leistet.<br />

Eine wichtige Aufgabe allerdings nimmt<br />

uns auch die LS-1 nicht ab: Für günstige<br />

Akustik-Bedingungen muss der Besitzer<br />

schon selbst sorgen, Grimm nutzt die<br />

DSP-Rechenleistung nur zur Perfektionierung<br />

der Box an sich. Raumakustik,<br />

so das Credo der Entwickler, kann nur<br />

mit akustischen Mitteln optimiert werden.<br />

So hat der HiFi-Fan neben dem<br />

Musikhören dann doch noch jede Menge<br />

Sinnvolles zu tun.<br />

SCHALTZENTRALE: Die Elektronik liegt versteckt im linken<br />

Boxenfuß. An dessen Rückseite befinden sich die Anschlüsse,<br />

auch der gefilterte Ausgang für das Bassmodul.<br />

Endstufen steckt im linken Boxenfuß.<br />

Die in Kooperation mit der ebenfalls holländischen<br />

Firma Hypex entstandenen<br />

Schaltverstärker vom Typ UcD180 benötigen<br />

nur wenig Platz und erzeugen kaum<br />

Verlustwärme. Obwohl weder Kühlkörper<br />

noch Lüftungsschlitze vorhanden<br />

sind, wird der Fuß selbst bei längerem<br />

Betrieb nur etwas mehr als handwarm.<br />

Tüftler, die ihre Kette gerne mit allerlei<br />

Zubehör aufpeppen, werden sich an der<br />

LS1 die Zähne ausbeißen. An einen<br />

Wechsel der Endstufen ist nicht zu denken,<br />

auch an der weitgehend digitalen<br />

Elektronik gibt es nichts zu modifizieren.<br />

Ähnliches gilt für die Lautsprecherkabel,<br />

die <strong>aktiv</strong>boxentypisch kurz ausfallen und<br />

von außen nicht zugänglich sind.<br />

Tatsächlich hat Firmengründer Eelco<br />

Grimm, der an der School of Music &<br />

Technology in Utrecht das Fach Studiotechnik<br />

unterrichtet, alles getan, damit<br />

der Wunsch nach einer nachträglichen<br />

Optimierung erst gar nicht aufkommt.<br />

Und sein Ansatz ist bei aller Komplexität<br />

durchaus puristisch.<br />

Zwar könnten die 48-Bit-starken DSPs<br />

mit ihrer enormen Rechenleistung mühelos<br />

jede beliebige Chassiskombination<br />

auf Linearität trimmen, doch Grimm<br />

ANSPRECHEND GELÖST:<br />

Der mitgelieferte Controller<br />

zeigt in seinem Display<br />

die eingestellte<br />

Lautstärke. Das<br />

Drehrad dient auch<br />

zur Steuerung<br />

der Eingänge<br />

und <strong>aktiv</strong>iert die<br />

Mute-Funktion.<br />

versucht den Einsatz der Chips auf das<br />

Nötigste zu beschränken und optimiert<br />

das Signalverhalten zunächst mit konventionellen<br />

Mitteln.<br />

Die Gehäuseform – deutlich breiter als<br />

gewohnt und dafür weniger tief – folgt<br />

akustischen Gesetzmäßigkeiten. Die<br />

großflächige Schallwand unterstützt ein<br />

gleichmäßiges Winkelverhalten, besonders<br />

bei mittleren Frequenzen. Die halbrunde<br />

Gestaltung der seitlichen Träger<br />

verhindert Kantenreflexionen und trägt<br />

so ebenfalls zur Perfektionierung des<br />

Übertragungsverhaltens bei.<br />

CHASSIS VON SEAS<br />

Für eine kleine Firma wie Grimm Audio<br />

würde eine eigene Chassisfertigung<br />

keinen Sinn machen. Die Holländer verwenden<br />

deshalb Treiber von Seas, die<br />

aus Norwegen zugeliefert werden. Der<br />

8-Zoll-Konus mit Phaseplug und die<br />

ebenso breit wie gleichförmig strahlende<br />

Hochtonkalotte entspringen den Baureihen<br />

Excel und DXT, die in Fachkreisen<br />

einen hervorragenden Ruf genießen.<br />

Das Zweiwegesystem liefert damit bereits<br />

ohne jedes Equalizing ein homogenes<br />

Übertragungsverhalten ohne schwer<br />

beherrschbare Frequenz- und Phasen-<br />

40<br />

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

fehler. Das ist auch deshalb wichtig, weil<br />

ein DSP zwar sehr viel glätten kann, bei<br />

einem inhomogenen Rundstrahlverhalten<br />

aber machtlos ist, weil seine Korrekturen<br />

stets alle Raumwinkel betreffen.<br />

Die eigentliche Signalverarbeitung folgt<br />

einem Zweistufenmodell. Zunächst werden<br />

die Frequenzgänge der Treiber bis<br />

weit über ihren späteren Übertragungsbereich<br />

hinaus geglättet. Die Frequenzweiche<br />

in Linkwitz-Riley-Topologie<br />

„sieht“ so zwei hochgradig signaltreu arbeitende<br />

Zweige und muss ihnen nur<br />

noch das passende Frequenzspektrum<br />

zuweisen und eventuelle Unterschiede<br />

im Wirkungsgrad ausgleichen.<br />

Die Vorgehensweise führt dazu, dass<br />

das akustische Verhalten dem der elektrischen<br />

Ebene sehr exakt entspricht,<br />

was bei vielen Aktiv- und erst recht Passivboxen<br />

nicht der Fall ist. Tatsächlich<br />

zeigt die LS1 ein exzellentes Frequenzund<br />

Zeitverhalten, das eher an Elektronikbausteine<br />

erinnert als an Boxen. Mehr<br />

dazu im Kasten nebenan.<br />

Die Box lässt sich durch Subwoofer zu<br />

einem Dreiwegesystem erweitern, wobei<br />

die Bassbox auch von Fremdherstellern<br />

kommen darf. Besonders einfach<br />

gelingt die Integration mit den hauseigenen,<br />

optisch und akustisch perfekt abgestimmten<br />

Subwoofer-Modulen, die einfach<br />

auf die Sockelplatte geschoben<br />

werden. Mit gut 7000 Euro ist die Erweiterung<br />

allerdings nicht billig.<br />

MESSLABOR<br />

Grimm LS1<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Grimm LS1<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Die LS1 liefert bei der Messung der Frequenzgänge im reflexionsarmen Raum extrem<br />

lineare Kurven. Positiv hervorzuheben sind insbesondere die geringen Abweichungen<br />

zwischen dem Verhalten im Bereich der Hauptachse senkrecht zur Schallwand (rot<br />

dargestellt) und 30 Grad seitlich (blau), sowie 10 Grad oberhalb dieser Achse (grün).<br />

Die softwareseitig einstellbare untere Grenzfrequenz erreicht in der tiefsten Position<br />

sagenhafte 17 Hz bezogen auf -3 dB. Im Mitteltonbereich sind selbst bei 100 dB (rote<br />

Kurve im rechten Diagramm) kaum Verzerrungen zu sehen. Pegel von 100 dB werden<br />

ohne jede Kompression erreicht. Die maximal erzielbare Lautstärke liegt bei 105 dB .<br />

+5 dB<br />

0 dB<br />

-5 dB<br />

-10 dB<br />

-15 dB<br />

Grimm LS 1<br />

-20 dB<br />

3 ms<br />

250 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz 10 kHz 20 kHz<br />

0 ms<br />

1 ms<br />

2 ms<br />

Das Wasserfalldiagramm (links) zeigt das Abklingverhalten der Box nach Anregung<br />

durch ein breitbandiges Signal, das abrupt abgeschaltet wird. Im Idealfall wäre das<br />

Feld vor den obersten Linien vollständig leer. In der Praxis zeigen viele Lautsprecher<br />

ein deutlich verzögertes Ausschwingen mit teilweise ausgeprägten Resonanzen in<br />

manchen Frequenzbereichen. Die LS1 kommt im gesamten Bereich extrem schnell<br />

zur Ruhe. Ähnlich hervorragend ist die Reaktion auf ein Sprungsignal (rechts). Die<br />

Form der Flanke bleibt erhalten. Alle Frequenzen werden zeitgleich abgestrahlt.<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Grimm LS 1<br />

+1.0 V<br />

+0.5 V<br />

0 mV<br />

-0.5 V<br />

-1.0 V<br />

Sprungantwort<br />

0 ms 1 ms 2 ms 3 ms 4 ms 5 ms 6 ms<br />

KEINE KOMPROMISSE.<br />

Vollverstärker M6i Eingänge: 4 x Cinch, 1 x XLR, 1 x USB; Ausgänge:<br />

1 x Lautsprecher, Tape-Out, Pre-Out; Leistung 200 Watt/Kanal, silber<br />

oder schwarz, 17Kg, 2.549,-€<br />

MEHR PRODUKTE UND HÄNDLER:<br />

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Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

KOMMENTAR<br />

1 2<br />

Johannes Maier<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Zumindest aus elektronischer Sicht hat<br />

Wolfram Eifert nicht ganz recht, wenn<br />

er von Newcomern spricht. Grimms<br />

1973 geborener Verstärker-Mastermind<br />

Bruno Putzeys darf zwar noch als junger<br />

Bursche gelten, immerhin hat er aber<br />

schon in den 80ern als Schüler Röhren-<br />

Amps gebaut. Nach Cum-Laude-<br />

Studium entwickelte er bei Philips seine<br />

„Universal-Class-D“-Verstärker. So kam<br />

der Autor auch in die Ehre, sich von<br />

Putzeys in die UCD-Technik, in optimierte<br />

Gemische von Pulsbreiten- und<br />

Pulsdichtemodulation und in die Mathematik<br />

von Regelschleifen einführen zu<br />

PUTZEYS LIEBE GILT<br />

HIFI, DER MATHEMATIK<br />

UND DER THEOLOGIE<br />

lassen (stereoplay 6/2002). Putzeys<br />

plante damals seine Ingenieurskarriere<br />

an den Nagel zu hängen und Theologie<br />

zu studieren. De facto folgte er aber seinen<br />

Verstärkern nach, um bei dem holländischen<br />

Hersteller Hypex sein UCD-<br />

Prinzip weiter zu optimieren. Nach der<br />

Beteiligung an Grimm reüssieren diese<br />

Leistungs module jetzt in einer Aktivbox,<br />

die einen Trend markiert.<br />

Betrachten wir eine gängige HiFi-<br />

Anlage ganz theoretisch: Die Elektronik<br />

versucht genau eine vorgegebene<br />

Musik-Spannung zu reproduzieren,<br />

während die magnetisch angetriebenen<br />

Lautsprecher-Chassis auf Stromänderungen<br />

reagieren. So muss ausgerechnet<br />

die Box, also eine relativ unvollkommene<br />

Komponente, den Spannungs-<br />

Stromwandler spielen. Die Elektronik<br />

der Grimm zeigt perfekt wie nie zuvor,<br />

wie derlei Missstände durch DSPs<br />

gemildert werden können. Hält diese<br />

Technik im Niedrigpreisbereich Einzug,<br />

hätte Putzeys doch noch Höheres<br />

unters Volk gebracht.<br />

Die mit einem 10-Zoll-Konus von Perless<br />

bestückten Module verfügen über<br />

eigene Endstufen und werden über ein<br />

kurzes Kabel mit der Elektronik im<br />

Boxenfuß verbunden. Der Klang ändert<br />

sich durch die Woofer nicht, doch die<br />

Pegelfestigkeit steigt erheblich – und<br />

mit ihr der Spaß beim Hören.<br />

Selbiger war in der Tat gigantisch, und<br />

der Autor dieser Zeilen wie auch die versammelte<br />

Kollegenschar konnte vom<br />

wohldosierten Klang der LS1 gar nicht<br />

genug kriegen. Dass sich der Hörtest<br />

über fast zwei Wochen zog, lag nicht an<br />

etwaigen Unsicherheiten bei der Bewertung,<br />

sondern am sensationell lebendigen<br />

und reinen Klang.<br />

Ausgewogen und detailreich tönten<br />

auch die preiswerteren Modelle unserer<br />

Aktivboxenrunde, aber keine erreichte<br />

auch nur annähernd die Natürlichkeit der<br />

Grimm. Ihr gelang das Kunststück,<br />

gleichzeitig sowohl extrem tief in die<br />

musikalischen Strukturen hineinzuleuchten,<br />

als auch völlig untechnisch aufzutreten.<br />

Das alles klang in keinster Weise<br />

nach Lautsprecher, sondern trotz überragender<br />

Deutlichkeit hochgradig rund<br />

und körperhaft, fern jeder Künstlichkeit.<br />

Eine erstklassige Beurteilung verdienen<br />

auch die Subwoofer, die klanglich perfekt<br />

integriert waren. Das melancholische<br />

„Sunshine Tonight“ mit dem amerikanischen<br />

Sänger und Liedschreiber<br />

Ben Weaver (Fargo Records) nutzte die<br />

LS1 für eine besonders ergreifende Demonstration<br />

ihrer Fähigkeiten. Räumlich<br />

weit gefächert und doch holografisch<br />

KONTAKT ZWISCHEN<br />

BOX UND RECHNER:<br />

Bei einer Steuerung der<br />

Elektronik in der Box über<br />

die dafür konzipierte<br />

Software übernimmt das<br />

kleine USB-Interface die<br />

Kommunikation zwischen<br />

den Geräten.<br />

42<br />

www.audio.de ›05/2013


3<br />

1 HAUPTFENSTER: Nach dem Start 3<br />

der Software erscheint das virtuelle<br />

Drehrad für die Lautstärkeanpassung.<br />

Die Mute-Funktion wird hier ebenfalls<br />

abgebildet. Der File-Button links oben<br />

lädt die Voreinstellungen.<br />

Lautsprecher › AKTIVBOXEN<br />

BASISMENÜ: Einige grundlegende<br />

Einstellungen wie die Aktivierung der<br />

Limiter und der LED-Anzeigen sind an<br />

dieser Stelle hinterlegt. Ebenso lässt<br />

sich festlegen, wie stark die Boxen<br />

angewinkelt werden sollen.<br />

genau platzierte sie den Barden und seine<br />

Gitarre derart realitätsgetreu zwischen<br />

den Boxen, dass sich alle Mithörer<br />

sicher waren, dieses lebhafte Stück<br />

noch bei keiner anderen Box derart überzeugend<br />

gehört zu haben.<br />

Speziell in den letztlich entscheidenden<br />

audiophilen Disziplinen Natürlichkeit und<br />

Detailtreue ist die LS1 die mit Abstand<br />

beste Box, die <strong>AUDIO</strong> in über 35 Jahren<br />

testen durfte. Das, liebe Leser, ist keine<br />

Tester-Lyrik, sondern eine Verneigung<br />

vor einem Gesamtkonzept, das wie kein<br />

anderes auf Klangrichtigkeit zielt.<br />

2<br />

FAZIT<br />

SUBWOOFERMENÜ: Dort werden<br />

alle Einstellungen vorgenommen, die<br />

den Bassbereich betreffen. Hier wird<br />

zum Beispiel die Übergangsfrequenz<br />

festgelegt, ebenso die Polarität und<br />

die untere Grenzfrequenz.<br />

Wolfram Eifert<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Das muss man sich auf der Zunge<br />

zergehen lassen: Der Newcomer<br />

Grimm Audio aus Holland erzielt<br />

aus dem Stand einen Volltreffer,<br />

der sich gewaschen hat. Die LS1<br />

zeigt der HiFi-Welt, wie man mit<br />

DSPs und vernünftig eingesetzten<br />

Schaltverstärkern unglaubliche Ergebnisse<br />

erzielt – und das mit einem<br />

optisch eher unscheinbaren,<br />

in nahezu jedem Raum problemlos<br />

aufstellbaren Lautsprecher.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

GRIMM <strong>AUDIO</strong><br />

LS1<br />

Audio Import GmbH<br />

0 21 96 / 88 31 36<br />

audio-import.de<br />

25000 Euro (inklusive Subwoofer)<br />

2 Jahre<br />

52 x 115 x 16 cm<br />

68 kg (inklusive Subwoofer)<br />

• / – / •<br />

Bambus-Furnier, hell oder<br />

dunkel, Corian weiß<br />

geschlossen, 2 oder 3 Wege<br />

Basspegel<br />

DSP-Steuerung<br />

ÅExtrem natürlicher und<br />

offener Klangcharakter bei<br />

höchster Homogenität<br />

Í –<br />

115<br />

115<br />

105<br />

105<br />

105<br />

90<br />

95<br />

100<br />

sehr gut<br />

106 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

09/12<br />

EMPFEHLUNG<br />

ABBILDUNG & NATÜRLICHKEIT<br />

_0A9BD_musicline_Audio_05.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 92.00 mm);06. Mar 2013 10:26:10<br />

Naim nicht im Versand erhältlich<br />

USB-Wandler DAC-V1<br />

Der DAC-V1 ist ein kompakter D/A-Wandler, der Ihrem<br />

Computer und sonstigen Digitalquellen Naim-typische<br />

Klangqualität verleiht. Dank Lautstärkeregelung dient<br />

er zudem als digitale Schaltzentrale und Vorstufe.<br />

Klein, clever, klangstark.<br />

n asynchroner USB-Eingang minimiert Jitter<br />

n fünf S/PDIF-Digitaleingänge<br />

n digital gesteuerte analoge Lautstärkeregelung<br />

n 6,35-mm-Kopfhörerausgang mit eigenem<br />

Class-A-Eintaktverstärker<br />

Atrium 4, E 119<br />

www.music-line.biz · Tel. 04105 77050


Kopfhörer › MOBILE HÖRER<br />

Lauschmittel<br />

Wer die von Handy-Tröten und Billigstöpseln gestraften Ohren seines Nachwuchses auf HiFi<br />

trimmen will, greift am besten zu einem dieser sechs Kopfhörer Einsteigermodelle um 100 Euro.<br />

<strong>Sie</strong> bieten nicht nur eine ansprechend-moderne Optik, sondern auch einen amtlichen Klang.<br />

Man sieht sie in der S-Bahn, vor<br />

der Schule oder in Einkaufszentren:<br />

Kinder und Jugendliche,<br />

die ständig und meistens laut Musik<br />

hören. Der Klang spielt dabei oft keine<br />

Rolle: Wenn der Lärm nicht direkt aus<br />

den unterdimensionierten Handy-Lautsprechern<br />

schrillt, dann aus irgendwelchen<br />

Zwei-Euro-Stöpseln, die nicht nur<br />

aus hifideler Sicht indiskutabel sind.<br />

Um die Kids für Klangqualität und letztendlich<br />

auch für das wunderhübsche<br />

Hobby HiFi zu begeistern, sind praktische<br />

Massnahmen nötig. Drohend mit<br />

dem Finger zu wackeln oder gar dem<br />

Nachwuchs einen Sennheiser HD800<br />

oder einen Audez'e LCD-3 zu empfehlen,<br />

würde aber über das Ziel hinaus schießen.<br />

Viel mehr muss man sich ihren Bedürfnissen<br />

und Interessen anpassen.<br />

Das haben auch die Kopfhörer-Hersteller<br />

begriffen: Preiswerte, schicke Bügelkopfhörer<br />

– meistens für den mobilen<br />

Einsatz an Smartphone & Co. optimiert<br />

– schießen wie Pilze aus dem Boden. Besonders<br />

die Preisklasse um 100€ ist interessant,<br />

finden sich hier doch für erschwingliches<br />

Porto bereits solide Qualitäten.<br />

Beispielsweise bringen der AKG<br />

K 619 oder der Sony MDR-V55 neben<br />

moderner Optik erstaunlich viel Klang<br />

für´s Geld. Der Skullcandy ist besonders<br />

für Stil-bewusste Musikfans interessant<br />

und die Modelle von Motörhead und<br />

On.Earz bedienen sogar die Rock-Gemeinde.<br />

Der Teufel Aureol Real eignet<br />

sich zudem auch für den heimischen Gebrauch<br />

– zu Hause soll der Nachwuchs<br />

schließlich auch Musik hören können.<br />

TEST<br />

Günstige Kopfhörer für den mobilen Einsatz<br />

AKG K 619 120 €<br />

MOTÖRHEAD PHÖNES MOTÖRIZER 130 €<br />

ON.EARZ AC/DC BACK IN BLACK 100 €<br />

SCULLCANDY NAVIGATOR 100 €<br />

SONY MDR-V55 90 €<br />

TEUFEL AUREOL REAL 100 €<br />

44 www.audio.de ›05 /2013


Kopfhörer › MOBILE HÖRER<br />

AKG K 619 UM 120 EURO<br />

Der K 619 ist ein geschlossenes Modell<br />

aus AKGs DJ-Serie, der besonders für<br />

den mobilen Einsatz geeignet sein soll.<br />

Die Hörermuscheln sind dreh- und zusammenfaltbar,<br />

um den K 619 platzsparend<br />

im Rucksack zu verstauen. Der Bügel<br />

und die Muscheln pressen sich kräftig,<br />

aber druck- und schmerzfrei an den<br />

Kopf. Das geringe Gewicht des AKG bietet<br />

in Kombination mit den ohraufliegenden,<br />

weich gepolsterten Hörermuscheln<br />

einen hohen Tragekomfort. Gleichzeitig<br />

dämpfen die Polster lästige Außengeräusche<br />

auf ein erträgliches Level. Mit<br />

der im Kabel angebrachten Fernbedienung<br />

steuert man die Funktionen von<br />

iPod und Co. und kann dank integrierten<br />

Mikros auch Telefonate führen. Für iOSler<br />

besonders wichtig: Der K 619 hat einen<br />

guten Wirkungsgrad und spielt<br />

selbst am spannungsschwachen iPhone<br />

ausreichend laut. Dabei überraschte der<br />

AKG mit einem luftigen Klang, wie man<br />

ihn von teureren Hörern kennt. Besonders<br />

der präzise Hochton des K 619 war<br />

für das detailreiche Spiel verantwortlich.<br />

Die Verwandtschaft zur DJ-Serie machte<br />

sich indes an einer Betonung im Oberbass<br />

bemerkbar: Bei ohnehin schon<br />

pfundigen Aufnahmen (etwa bei „Ankle<br />

Injuries” von Fujiya & Miyagi / Transparent<br />

Things) lieferte der K 619 eine mehr<br />

als gesunde Portion Wumms. Die Mitten<br />

hatten den AKG-typischen Charakter,<br />

selbst bei hektischeren Songs Stimmen<br />

noch sauber abzubilden.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www<br />

Garantiezeit<br />

Gewicht<br />

Zubehör<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Harman/Kardon<br />

harmankardon.de<br />

2 Jahre<br />

215 Gramm<br />

Adapter, Verlängerungskabel,<br />

Tasche<br />

ÅLuftiger Klang, isoliert gut<br />

vor Außengeräuschen<br />

Í Leichte Bass-Betonung<br />

Klang 68<br />

Verarbeitung<br />

gut<br />

KLANGURTEIL 68<br />

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT<br />

MESSLABOR<br />

Anhebung im Bass, gefolgt von einer<br />

starken Senke in den Tiefmitten erkennbar.<br />

Der Wirkungsgrad beträgt bei 1mW<br />

gemessen 96dB. Impedanz: 34Ω<br />

MOTÖRHEAD PHÖNES MOTÖRIZER 130 EURO<br />

Die englische Kultband Motörhead baut<br />

jetzt Kopfhörer – zumindest steht der<br />

Bandname auf den neuen „Headphönes”-<br />

Hörern. Das Töp... pardon, Top-Modell<br />

Motörizer soll anspruchsvolle Rocker<br />

auch unterwegs mit einem amtlichen<br />

Sound versorgen. Die ohrumschließenden<br />

Hörer-Muscheln sitzen zwar fest<br />

am Kopf, die Bügel sind aber nicht in der<br />

Länge verstellbar. Viel mehr sorgen zwei<br />

bewegliche Gummi-Flügelchen für ausreichend<br />

Halt, indem sie sich von oben<br />

gegen den Schädel pressen. Das funktioniert<br />

zwar wunderbar – wilde Headbanging-Orgien<br />

sind aber nicht drin. Im Vergleich<br />

zu den übrigen Test-Hörern fühlte<br />

sich der Stoff der Polsterung etwas rau<br />

an – echte Rocker erwarten aber auch<br />

keine kuschelweiche Seidenkissen im<br />

Miniformat! Am dicken, stoffummantelten<br />

Kabel hängt die obligatorische iPod-<br />

Fernbedienung. Bei einigen Handymodellen<br />

soll damit auch die Kamera steuerbar<br />

sein.<br />

Bei „Mr. Happy” von Yes Sir Boss (Desperation<br />

State) lieferte der Motörizer einen<br />

ausgewogenen Ton. Der Bass wirkte<br />

präzise und drängte sich nicht in den<br />

Vordergrund. Gitarren oder Blechbläser<br />

besaßen dank der sauberen Mittenwiedergabe<br />

genügend Attacke und Timbre<br />

– ohne dabei zu näseln. Gemütlich: Der<br />

etwas wärmere Hochton entschärfte<br />

selbst die Stimme von Großmeister<br />

Lemmy Kilmister bei „Deaf Forever”<br />

(Orgasmatron) auf angenehme Weise.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www<br />

Garantiezeit<br />

Gewicht<br />

Zubehör<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Motörhead Phönes<br />

motörheadphönes.com<br />

2 Jahre<br />

283 Gramm<br />

Adapter, Verlängerungs-<br />

Kabel, Transportbeutel<br />

ÅWarmer Klang, cooles<br />

Design<br />

Í Könnte etwas fester<br />

sitzen.<br />

Klang 65<br />

Verarbeitung<br />

gut<br />

KLANGURTEIL 65<br />

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT<br />

MESSLABOR<br />

Ausgewogener Frequenzverlauf, bis auf<br />

einer Anhebung des Präsenzbereiches.<br />

Guter Wirkungsgrad mit 99,5dB. Impdanzdurchschnitt<br />

liegt bei 72Ω.<br />

www.audio.de ›05/2013<br />

45


Kopfhörer › MOBILE HÖRER<br />

ON.EARZ AC/DC BACK IN BLACK 100 EURO<br />

On.Earz erkannte als einer der ersten<br />

Hersteller, dass Kopfhörer im Signature-<br />

Look bei Jugendlichen besonders beliebt<br />

sind. Die On.Earz „Legends”-Serie<br />

umfasst drei Modelle, die Fans von Elvis<br />

Presley, James Dean und AC/DC bedienen<br />

sollen. Letztere Zielgruppe wird mit<br />

dem AC/DC „Back In Black” umworben<br />

– optisch durch eine rockig-edle Mixtur<br />

aus schwarzem Kunstleder und gebürsteten<br />

Alu-Teilen. Der mit Nieten auffällig<br />

verzierte Kopfbügel ist Geschmacksache.<br />

Die Verstellbarkeit der ohraufliegenden<br />

Muscheln könnte besser sein,<br />

bietet aber viel Spielraum bei der Größenanpassung.<br />

Die weichen Polster ermöglichen<br />

ein angenehmes Tragegefühl<br />

– die Muscheln könnten sich durchaus<br />

fester an die Ohren drücken. Denn bei<br />

ruckartigen Bewegungen fliegt der Hörer<br />

ohne Vorwarnung vom Kopf. Nettes<br />

Detail: Um auch zu zweit Musik hören zu<br />

können, lässt sich ein weiterer Kopfhörer<br />

direkt in den On.Earz stöpseln.<br />

Eine breite und tiefe Abbildung gelang<br />

dem On.Earz spielend: Instrumente und<br />

Stimmen klangen bei Danny Bryants<br />

„Greenwood 31” (Hurricane) fein aufgelöst<br />

und klar auf der Bühne platziert. Obwohl<br />

die Mitten etwas dezenter auftraten,<br />

vermochte der AC/DC auch feinere<br />

Details akurat wiederzugeben. Zudem<br />

sorgten die 40mm-Treiber trotz einer<br />

leichten Betonung im Oberbass für einen<br />

guten Tiefgang, mit dem selbst flinke<br />

Bassläufe druckvoll klangen.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www<br />

Garantiezeit<br />

Gewicht<br />

Zubehör<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

On.Earz<br />

onearz.com<br />

2 Jahre<br />

203 Gramm<br />

Kabel mit 3,5mm-Klinkenstecker,<br />

Transportbeutel.<br />

ÅGute Abbildung, zweiter<br />

Hörer anschließbar.<br />

Í Sitzt viel zu locker.<br />

Klang 65<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL 65<br />

PREIS/LEISTUNG GUT<br />

MESSLABOR<br />

Unruhiger Frequenzgang ab 2kHz, Dips<br />

und Peaks über den gesamten Präsenzbereich.<br />

Sehr laute 109,5dB Wirkungsgrad<br />

bei einer Impedanz von 33,5Ω.<br />

SKULLCANDY NAVIGATOR UM 100 EURO<br />

Wenn ein Hersteller dafür bekannt ist,<br />

todschicke, preiswerte Kopfhörer zu<br />

bauen, dann ist das Skullcandy. Der Navigator<br />

kam erst kürzlich als neues Top-<br />

Modell der bereits existierenden On-<br />

Ear-Serie auf den Markt und ist in erster<br />

Linie für den mobilen Einsatz gedacht.<br />

Das merkt man auch an der Konstruktion:<br />

Der Hörer wiegt so gut wie nichts,<br />

die Muscheln sind einklappbar und sehr<br />

weich gepolstert. Der Skullcandy sitzt<br />

gut auf den Ohren, was selbst längeres<br />

Tragen problemlos ermöglicht. Nur der<br />

mikrofonische Bügel schmälert den Tragekomfort<br />

etwas. Optisches Highlight<br />

sind die hochglänzenden Schalen der<br />

Muscheln, die in Weiß, Schwarz, oder<br />

Blau erhältlich sind. Die am absteckbaren<br />

Kabel angedockte Fernbedienung<br />

ermöglicht die Steuerung der wichtigsten<br />

Funktionen des iPods. Auf Knopfdruck<br />

sind eingehende Anrufe annehmbar<br />

und dank eingebautem Mikro hat<br />

man dabei auch noch beide Hände frei.<br />

Der Navigator wollte vor allem mit seiner<br />

unaufgeregten Art punkten, die durch<br />

den gutmütig-weichen Hochton und<br />

Präsenzbereich entstand. Und obwohl<br />

das eine beruhigende Wirkung auf die<br />

<strong>AUDIO</strong>-Tester hatte, vermissten sie bei<br />

„Gravy Train” von The Pines (Phantom<br />

Limb) besonders bei Stimmen etwas<br />

Durchsetzungskraft. Der Tiefton geriet<br />

hingegen trotz der kleinen Treiber druckvoll<br />

– reichte aber nicht ganz so tief herab<br />

wie bei den übrigen Hörern im Test.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www<br />

Garantiezeit<br />

Gewicht<br />

Zubehör<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Skullcandy<br />

skullcandy.com<br />

2 Jahre<br />

200 Gramm<br />

Kabel, Transportbeutel<br />

ÅTragekomfort, Verarbeitung,<br />

Bassgüte.<br />

Í Mitten etwas unterbetont.<br />

Klang 62<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL 62<br />

PREIS/LEISTUNG GUT<br />

MESSLABOR<br />

Markante, breitbandige Bassbetonung,<br />

bereits bei 8kHz abfallender Hochton.<br />

108,5dB Wirkungsgrad bei einer Impedanz<br />

von L/R 37,1 / 35,7 Ohm.<br />

46<br />

www.audio.de ›05 /2013


Kopfhörer › MOBILE HÖRER<br />

SONY MDR-V55 90 EURO<br />

Dass die japanischen HiFi-Experten von<br />

Sony hervorragende Kopfhörer bauen<br />

können, zeigte etwa der MDR-MA900<br />

(<strong>AUDIO</strong> 8/12). Der MDR-V55 freilich ist<br />

ein ganzes Stück preiswerter und für ein<br />

anderes Einsatzgebiet konzipiert. Für<br />

rund 90 Euro bietet er eine grundsolide<br />

Konstruktion, die trotz der so ziemlich in<br />

alle Richtungen dreh- und faltbaren Hörermuscheln<br />

einiges aushalten dürfte.<br />

Der Sony passt sich gut an die Kopfform<br />

an und drückt sich fest an die Ohren. Die<br />

etwas dünn geratene Polsterbespannung<br />

dürfte aber nicht zu den langlebigsten<br />

gehören – die Modelle von On.Earz<br />

oder Skullcandy machen einen strapazierfähigeren<br />

Eindruck. Dafür bietet der<br />

Sony aber eine bessere Isolierung vor<br />

lästigen Außengeräuschen. Das Flachbandkabel<br />

ist ein nettes Gimmick – wäre<br />

aber als steckbare Variante transportfreundlicher<br />

umgesetzt. Eine Handy-<br />

Steuerung oder ein Freisprechmikro besitzt<br />

der MDR-V55 nicht.<br />

Bei „Collarbone” von Fujiya & Miyagi<br />

(Transparent Things) machte sich eine<br />

leichte Bassbetonung bemerkbar. Doch<br />

anders als beim AKG betraf diese nicht<br />

den Ober-, sondern den Tiefbass: Druckvolle<br />

Trommelwirbel und saftige E-Bass-<br />

Läufe – alles kein Problem für den Sony.<br />

Der Präsenzbereich ging noch energischer<br />

zu Sache, wodurch etwa die Snare<br />

eine Spur präsenter tönte. Dank des luftigen<br />

Hochtons kreierte der MDR-V55<br />

eine detailreiche, tiefgestaffelte Bühne.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www<br />

Garantiezeit<br />

Gewicht<br />

Zubehör<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Sony Deutschland<br />

sony.de<br />

2 Jahre<br />

220 Gramm<br />

1,2m-Flachkabel<br />

ÅTiefton, Abbildung, solide<br />

Konstruktion.<br />

Í Kabel nicht steckbar.<br />

Klang 68<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL 68<br />

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT<br />

MESSLABOR<br />

Die Frequenzgangmessung ergab eine<br />

Welligkeit im Hochton und eine breitbandige<br />

Bassanhebung. Impedanz L/R:<br />

41,1 / 42 Ohm; Wirkungsgrad: 105,5dB.<br />

TEUFEL AUREOL REAL UM 100 EURO<br />

Als einziger Kopfhörer im Testfeld in offener<br />

(und damit schalldurchlässiger)<br />

Bauweise ist der Aureol Real von Teufel<br />

eher nichts für die Fahrt in überfüllten<br />

U-Bahnen. Er sieht nicht nur wie ein Hi-<br />

Fi-Hörer aus, sondern trägt sich auch<br />

wie einer: Die Bügel der ohrumschließenden<br />

Muscheln lassen sich leicht verstellen.<br />

In Kombination mit dem geringen<br />

Gewicht und der samtartigen Polsterung<br />

stellt sich schnell ein kuschelweiches<br />

Tragegefühl ein. Dank der offenen<br />

Bauform bekommt man selbst nach<br />

längeren Hörsessions keine verschwitzten<br />

Ohren. iPhone-Jünger mögen die<br />

fehlende iPod-Kontrollelemente am<br />

steckbaren Kabel vermissen. Doch die<br />

Ausgangsspannung von Portis – selbst<br />

die der eher begrenzteren Apple-Modellen<br />

– reicht noch locker aus, um den Aureol<br />

Real anzusteuern. Der Teufel ist dazu<br />

ordentlich verarbeitet und sieht in seinem<br />

weißen, alternativ auch schwarzen<br />

Gehäuse ansprechend-schick aus.<br />

Der Aureol Real lieferte einen ausgewogenen<br />

Klang, wie man ihn sonst von einem<br />

deutlich teureren Hörer erwarten<br />

würde. Die Abbildung geriet feinstrukturiert<br />

und dreidimensional. Stereoeffekte<br />

konnte der Teufel bei „Nightcall” von Kavinsky<br />

& Lovefoxxx (Drive OST) dank<br />

des frischen Hochtons akurat darstellen.<br />

Der druckvolle Tiefton belohnte die AU-<br />

DIO-Tester mit einer im Takt stampfenden<br />

Basstrommel, die zur Abwechslung<br />

verfärbungsfrei spielte.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www<br />

Garantiezeit<br />

Gewicht<br />

Zubehör<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

TESTSIEGER<br />

MOBILE KOPFHÖRER<br />

Teufel<br />

teufel.de<br />

2 Jahre<br />

185 Gramm<br />

Zwei Kabel (1,2m/3,5mm-<br />

Stecker, 3m/6,3mm-Stecker)<br />

ÅVerarbeitung, Tragekomfort,<br />

detailreicher Klang.<br />

Í –<br />

Klang 70<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL 70<br />

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT<br />

MESSLABOR<br />

Ausgewogener Frequenzverlauf des<br />

Teufel bis auf zwei deutliche Peaks um<br />

8kHz und um 18kHz. 98dB Wirkungsgrad,<br />

Impedanzdurchschnitt: 59Ω.<br />

05/13<br />

www.audio.de ›05/2013 47


Digital › NETZWERKSPIELER<br />

Wie aus dem Nichts<br />

Eindrucksvolle Optik und bislang nicht dagewesene Streaming-Fähigkeiten machen<br />

den Netzwerkplayer von Lumin zu einer der spannendsten Neuheiten dieses HiFi-Frühlings.<br />

<strong>AUDIO</strong> hat den 5000-Euro-Spieler genau angeschaut und angehört.<br />

■ Text: Bernhard Rietschel<br />

Fotos: Julian Bauer, MPS, Archiv<br />

Nachdem Linn und Naim den Markt<br />

der teuren Streaming-Player bislang<br />

praktisch unter sich aufteilten,<br />

zeigen dieses Frühjahr gleich mehrere renommierte<br />

Mitbewerber neue Netzwerk-<br />

Flaggschiffe: Marantz hat nach gefühlt jahrelanger<br />

Feinarbeit endlich grünes Licht für<br />

den NA-11 gegeben, T+A wuchtet den gewaltigen<br />

MP3000 HV in die Racks moderner<br />

Musik-Gourmets, Moon stellt seinen<br />

feinen DACs ein ausgefuchstes Streaming-<br />

Laufwerk namens MiND zur Seite. Alle erwähnten<br />

Player werden <strong>Sie</strong> voraussichtlich<br />

in unserer Ausgabe 6 finden. Die Vorhut in<br />

diesem Heft bildet jedoch keine alteingeführte<br />

Marke, sondern ein Newcomer aus<br />

Hongkong.<br />

Pixel Magic Systems, die Mutterfirma von<br />

Lumin, baut seit zehn Jahren Video scaler,<br />

hat im Umgang mit Digital-Hightech also<br />

Erfahrung. Für ihren Vorstoß in HiFi-Gefilde<br />

haben sich die Entwickler unübersehbar<br />

von einem Pionier des High-End-Streaming<br />

inspirieren lassen: Sowohl äußerlich<br />

als auch im Inneren erinnert der Lumin<br />

stark an den Linn Klimax DS. Midi-Format,<br />

aus dem Vollen gefrästes Alugehäuse, das<br />

versenkte Anschlussfeld am Heck, Art und<br />

Anordnung der Buchsen, die runden, polierten<br />

Alufüße mit den schwarzen Gummisohlen<br />

– das kennen wir alles vom aktuell<br />

weltbesten Netzwerkspieler (<strong>AUDIO</strong> 7/11).<br />

Ein Déjà-vu bietet sich dem Betrachter<br />

auch nach dem Abnehmen des Bodens:<br />

Wie sein Vorbild ist der Lumin intern durch<br />

eine dicke Aluwand in Prozessor- und Audioabteilung<br />

geteilt. In letzterer finden sich<br />

dann auch die gleichen Wandlerchips (je<br />

Kanal ein Wolfson 8741) und die gleichen<br />

teuren Lundahl-Ausgangsübertrager in<br />

den charakteristischen Abschirmdosen.<br />

Ein selbstprogrammiertes Digitalfilter und<br />

maßgeschneiderte, verlustarme Pegelregelungs-Algorithmen,<br />

wie sie Linn in einem<br />

FPGA-Logikbaustein implementiert<br />

hat, fehlen dem Lumin allerdings – der delegiert<br />

beides einfach an die Bordmittel der<br />

Wolfson-DACs. Was aktuell fehlt, ist eine<br />

Möglichkeit, mit dem Lumin Radio zu hören.<br />

Ihre ursprünglichen DAB-Pläne haben<br />

die Chinesen vernünftigerweise aufgegeben,<br />

nur ein leerer Bauplatz auf der Platine<br />

zeugt noch davon. Internetradio soll mit einem<br />

Firmware-Upgrade kommen. Bis dahin<br />

kann man sich damit behelfen, ein Radio-App<br />

auf dem iPad (das man ohnehin<br />

braucht) zu starten und dessen Ton per Air-<br />

Play zum Lumin zu beamen.<br />

Bei den unterstützten Audioformaten hat<br />

der Hongkong-Player seinen Kollegen sogar<br />

etwas voraus: Statt wie sonst bei 24<br />

/192 endet sein PCM-Verständnis erst bei<br />

32bit Wortbreite und 384 Kilohertz Abtastrate.<br />

Sogar das für die SACD entwickelte<br />

Einbit-Format DSD kann der Lumin über<br />

Netzwerk streamen und seinen DACs in<br />

nativer Form zuführen. Er liegt damit voll in<br />

einem Format-Trend, dessen Sinn noch<br />

nicht abschließend geklärt ist, der aber<br />

nicht mehr aufzuhalten ist: Schon bieten einige<br />

kleinere Labels (darunter etwa Blue<br />

Coast Records, 2L und Channel Classics)<br />

neben den gewohnten HD-FLACs auch<br />

DSD-Dateien zum Online-Kauf an.<br />

Ob das sperrige DSD-Format unterm Strich<br />

zu einer Bereicherung für die HiFi-Welt<br />

wird oder nicht – das Gefühl, für alles gerüstet<br />

zu sein, hat natürlich seinen ganz eigenen<br />

Reiz. Zumal die große Format-Flexibilität<br />

beim Lumin nicht mit sprödem Bedienkonzept<br />

und Lücken bei grundlegenden<br />

Features bezahlt werden muss. In der Art,<br />

wie der Player mit Server, Benutzer und<br />

Steuerprogramm kommuniziert, gleicht er<br />

48 www.audio.de ›05 /2013


Digital › NETZWERKSPIELER<br />

zu 100 Prozent den Linn-Playern. Er folgt<br />

damit einer Einladung der Schotten, die für<br />

das – fast allen Netzwerkplayern zugrunde<br />

liegende – UPnP/AV-Protokoll umfangreiche<br />

Erweiterungen programmiert und diese<br />

„Linn Extensions“ zur allgemeinen Verwendung<br />

freigegeben haben.<br />

Also übernimmt auch der Lumin nahezu<br />

beliebig lange Titel- und Albumfolgen vom<br />

Steuerprogramm in seinen eigenen Auftragsspeicher,<br />

gibt diese dann ohne weitere<br />

Mitwirkung des Controllers vollständig<br />

wieder und erlaubt jederzeit eine Ergänzung<br />

oder Bearbeitung der Playlist im laufenden<br />

Betrieb. Innerhalb eines Titels kann<br />

man blitzschnell an beliebige Stellen springen,<br />

und natürlich werden Konzept-, Liveoder<br />

Opern alben mit ineinander übergehenden<br />

Titeln auch korrekt aussetzerfrei<br />

(„gapless“) durchgespielt.<br />

Als Bedienprogramm akzeptiert der Lumin<br />

alles, was mit den DS-Playern von Linn<br />

kompatibel ist. Im Linn-eigenen Kinsky<br />

oder in Plug Player erscheint er wie seine<br />

schottischen Vorbilder, nur die „Songcast“-<br />

Funktion für synchronen Party-Mode in<br />

mehreren Räumen unterstützt der Chinese<br />

(noch) nicht. Die weitgehende Kompatibilität<br />

zwischen Lumin und Linn kommt auch<br />

Linn-Nutzern entgegen, denn das kostenlose<br />

Lumin-App (momentan nur für iPad)<br />

gehört für Player beider Marken zu den elegantesten<br />

Bedien-Optionen. Anders als etwa<br />

Kinsky nimmt sich das App beim ersten<br />

KLASSE APP: Dank Cover-<br />

Vorratsspeicherung gleiten in der<br />

Albumsortierung auch große<br />

Sammlungen wunderbar<br />

flüssig über den<br />

Touchscreen.<br />

TEST<br />

Netzwerkplayer mit DSD- und DXD-Streamingfähigkeit<br />

LUMIN 5000 €<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

49


Digital › NETZWERKSPIELER<br />

BLOCK HOUSE: Audio- und Prozessorboard<br />

sitzen im Lumin-Gehäuse in separaten<br />

Kammern (rechts). Das Netzteil ist ausgelagert<br />

(o.Abb.) und besitzt für jede Platine einen<br />

eigenen Ringkerntrafo. Die Ausgangs-OP-<br />

Amps (linke Platine, Mitte) stehen über<br />

Ausgangsübertrager von Lundahl mit der<br />

Außenwelt in Verbindung.<br />

VON LINKS NACH RECHTS: Die USB-<br />

Buchsen haben in der aktuellen Firmware noch<br />

keine Aufgabe, daneben folgen Netzwerk- und<br />

HDMI-Schnittstellen, BNC-Digitalausgang, eine<br />

Erdungsklemme, Analogausgänge sowie die<br />

Buchse für das Kabel zum ausgelagerten Netzteil.<br />

Start etwas Zeit, um alle Informationen, die<br />

der Server hergibt, vorab zu speichern und<br />

dann nach eigenen Kriterien zu sortieren.<br />

Die Navigation wird dadurch ungewöhnlich<br />

geschmeidig und schnell, und da die Covermotive<br />

im App mitgesichert werden, lassen<br />

auch sie sich selbst in größeren Sammlungen<br />

wunderbar trägheitsarm durchscrollen.<br />

Nebenbei macht das Lumin-App<br />

Sortierkriterien zugänglich, die der Server<br />

selbst gar nicht anbietet. <strong>AUDIO</strong> etwa nutzt<br />

aktuell einen Certon-Server mit Twonky 7,<br />

das seinerseits nicht nach Erscheinungsjahr<br />

sortieren kann – Lumin erschließt dieses<br />

für den Autor unverzichtbare Ordnungskriterium<br />

dennoch zuverlässig.<br />

Um das volle Potential des Lumin zu wecken,<br />

ist Twonky ohnehin das falsche Serverprogramm,<br />

weil es DSD-Dateien nicht<br />

als Audio-Material erkennt und folglich dem<br />

Player vorenthält. Der geradlinig programmierte,<br />

fein konfigurierbare MinimServer,<br />

erhältlich für PC, Mac und einige NAS-Betriebssysteme,<br />

bot die Files dagegen so<br />

selbstverständlich an, als gäbe es DSD-<br />

Streaming schon seit Jahren. Genauso problemlos<br />

gestaltete sich die Wiedergabe der<br />

vom audiophilen Label Opus3 heruntergeladenen<br />

DSD-Files – zumindest solange es<br />

sich um DSD64, also um 1bit-Signale mit<br />

2,8MHz Samplingrate handelte. Für das etwa<br />

bei Opus3 alternativ angebotene<br />

DSD128 (1bit/5,6MHz) ist der Lumin offenbar<br />

nicht gerüstet – diese Files liefen zwar,<br />

jedoch nur in halber Geschwindigkeit.<br />

Zum Vergleich mit anderen Playern musste<br />

ohnehin klassisches PCM-Material ran, als<br />

FLAC verpackt und mit Auflösungen zwischen<br />

16bit/44,1kHz (also klassisches Red-<br />

Book alias CD) und 192/24 (von DVD-Audio<br />

und via Studiomaster-Download). Hier ging<br />

vom Lumin für den Linn Klimax DS klanglich<br />

keine Gefahr aus: Geschmeidiger, natürlicher<br />

und auf eine fabelhaft selbstverständliche<br />

Weise detailreicher spielte ganz<br />

klar der Alublock aus Schottland. Der<br />

nächstkleinere Akurate DS (<strong>AUDIO</strong> 1/11)<br />

konnte sich mit etwas stabilerem Tempo<br />

und weicherer, vollerer Stimmwiedergabe<br />

dann nur noch knapp gegen den Neuling<br />

behaupten, der die Musik einen Hauch rauher,<br />

aber auch sehr präsent, stabil und konturenscharf<br />

abbildete und mit seiner knackigen<br />

Dynamik einen Riesenspaß machte.<br />

Dass die paar DSD-Tracks in der Playlist<br />

ganz besonders eindrucksvoll rüberkamen,<br />

darf man indes nicht überbewerten – es<br />

handelte sich ausnahmslos um klangliche<br />

Pretiosen, die auch in anderen Formaten<br />

umwerfen klingen.<br />

MESSLABOR<br />

Die Frequenzgänge (1) des Lumin sind bei<br />

24/192 (in höheren Auflösungen waren keine<br />

Mess-Files verfügbar) bis fast 80kHz linealgerade.<br />

Der Ausgangswiderstand ist mit<br />

30/37Ω (Cinch/XLR) sehr gering, der Störabstand<br />

mit 113dB jenseits aller Kritik und der<br />

Jitter mit 165ps (2) vorbildlich niedrig. Im<br />

(ebenfalls sehr niedrigen) Klirr dominiert<br />

klanglich leicht aufhellender k3, begleitet<br />

von ein wenig Klirr höherer Ordnungen.<br />

50<br />

www.audio.de ›05/2013


1 2<br />

DALI EPICON<br />

Eine neue Ära hat begonnen!<br />

Erleben <strong>Sie</strong> 30 Jahre Lautsprecherentwicklung auf höchstem Niveau<br />

und lassen <strong>Sie</strong> sich von unserer neuen Referenz verzaubern. Klanglich<br />

wie optisch ist die DALI EPICON Serie eine Ausnahmeerscheinung und<br />

wird auch <strong>Sie</strong> durch die Liebe zum Detail begeistern.<br />

VORBILDLICHER KOMFORT: Über das App lassen sich auch<br />

Einstellungen und Updates am Player vornehmen (1). Die linke Spal te<br />

des Haupt-Screens (2) zeigt die aktuell auf dem Player laufende<br />

Playlist, im Auswahlfenster rechts ist gerade die Sortierung nach<br />

Jahr <strong>aktiv</strong> – obwohl der verwendete Twonky 7 diese gar nicht bietet.<br />

STEREO 11/2012<br />

STEREO 07/2012<br />

STEREOPLAY 03/2013<br />

VIDEO 03/2013<br />

EPICON 8 EPICON 6<br />

EPICON 2<br />

AREA DVD 02/2013<br />

STEREO 04/2013<br />

STEREOPLAY 01/2013<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T cm<br />

Gewicht<br />

LUMIN<br />

LUMIN<br />

hgfa<br />

069 / 40 32 62 92<br />

hgfa.de , luminmusic.com<br />

5000 Euro<br />

2 Jahre<br />

35x6x34,5 Netzteil 10x5,5x30<br />

8 kg, Netzteil 2kg<br />

FAZIT<br />

Bernhard<br />

Rietschel<br />

<strong>AUDIO</strong>-Chefredakteur<br />

EPICON 5.1<br />

i-fidelity.net 10/2012<br />

VIDEO 03/2013<br />

SUB P-10 DSS<br />

AREA DVD 10/2012<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Laufwerk CD/DVD/BD – / – / –<br />

Analog In/Out<br />

– / 1 Cinch, 1 XLR<br />

USB<br />

2xA (noch ohne Funktion)<br />

Digital In koax/optisch – / –<br />

Digital out Koax/optisch 1 (BNC) / – (+HDMI)<br />

Netzwerk<br />

LAN<br />

FUNKTIONEN<br />

Display / OSD • (OLED) / –<br />

Schneller Vor/Rücklauf •<br />

Erweiterte Playlists (Queue) •<br />

Bluetooth/AirPlay<br />

– / •<br />

Coveranzeige<br />

• (via App)<br />

Radio FM/DAB – / –<br />

Internetradio/Anbieter – / –<br />

Formate<br />

FLAC, WAV, AIFF, MP3, AAC,<br />

ALAC, DSD (DSF/DIFF/DoP)<br />

Benötigter Server UPnP/AV (Twonky, Minim)<br />

Gapless<br />

•<br />

Vollw. Steuerung via App • (Lumin, Kinsky, PlugPlayer...)<br />

... überträgt ganze Playlist •<br />

Max. Abtastrate<br />

384kHz (PCM), 2,8MHz (DSD)<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅExzellente Streaming-<br />

Funktion, tolles App,<br />

druckvoll-präsenter Klang.<br />

ÍKeine IR-Fernbed., aktuell<br />

kein Internetradio.<br />

Klang lossless 135<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

überragend<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

135 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

Mit klanglicher<br />

und technischer<br />

Eigenständigkeit<br />

entkräftet<br />

Lumin<br />

den Verdacht,<br />

sich zu eng an<br />

des Vorbild<br />

Linn gehalten<br />

zu haben. Er<br />

bestätigt vielmehr<br />

die Philosophie<br />

der<br />

Schotten, indem<br />

er ihre offenen<br />

Standards<br />

für einen<br />

exzellenten<br />

Player nutzt.<br />

Von der größeren<br />

Vielfalt haben<br />

am Ende<br />

alle etwas.<br />

<strong>Sie</strong> finden die EPICON Serie nur bei ausgewählten und engagierten Stützpunktpartnern:<br />

Radio Körner, Könneritzstr. 13, 01067 Dresden • Röhling Vision & Sound, Gablenzer Str. 16, 08393 Meerane<br />

• Audio Forum, Nestorstr. 56, 10709 Berlin • Triangle Trading, Gardeschützenweg 86, 12203 Berlin • Hifi<br />

Studio Falkensee, Münchener Str. 5, 14612 Falkensee • RAE-Akustik, Dahlenburger Landstr. 72, 21337<br />

Lüneburg • Hifi Studio am Hofweg, Hofweg 11, 22085 Hamburg • JessenLenz a/d/s, Wahmstr. 36, 23552<br />

Lübeck • Hört-sich-gut-an, Hermann-Weigmann-Str. 12-16, 24114 Kiel • Studio45, Breitenweg 57-59,<br />

28195 Bremen • Goethe Studio, Reuterstr. 7, 30159 Hannover • Hifi Studio Gärtner, Ehlenbrucher Str. 6,<br />

32791 Lage - Kachtenhausen • Radio Sandforth, Riemekestr. 48-50, 33102 Paderborn • Hifi Spezialist,<br />

Wehrdaer Weg 18a, 35037 Marburg • Hifi Gärber, Abtstor 7-9, 36037 Fulda • Sound Brothers Göttingen,<br />

Kasseler Landstr. 44a, 37081 Göttingen • Hifi Referenz, Steinstr. 31, 40210 Düsseldorf • Grobi TV, Matthias-<br />

Claudius-Str. 13a, 41564 Kaarst • Hifi Center Liedmann, Harpener Hellweg 22a, 44805 Bochum • Aura Hifi,<br />

Rüttenscheider Str. 168-170, 45131 Essen • Auditorium, Alter Steinweg 22 – 24, 48143 Münster • Your<br />

Hifi, Ellewick 24, 48691 Vreden • TonArt-Studio, Hannoversche Str. 99, 49084 Osnabrück • Elektrowelt<br />

Weyrauch, Linnicher Str. 64, 50933 Köln • Hifi Atelier, Bonner Str. 262 & 264, 50968 Köln • Hifi-Circle,<br />

Lievelingsweg 106, 53119 Bonn • Hifi 2000 Günther, Freudenberger Str. 20, 57072 <strong>Sie</strong>gen • Auditorium,<br />

Feidikstr. 93, 59065 Hamm • Loftsound, Kantstr. 20, 59755 Arnsberg-Neheim • High End Uwe Joecks,<br />

Taunusstr. 55f, 65760 Eschborn • MT Hifi Tonstudio, Q4, 12-16, 68161 Mannheim • KellerGruppe, Gottlieb-<br />

Daimler-Str. 37, 71711 Murr • Audio Select, Yorckstr. 53a, 76185 Karlsruhe • Puls Hifi, Hunnsgasse 6,<br />

79588 Lörrach-Efringen • MW-Audio, Tumblinger Str. 30, 80337 München • Heimkinohaus, Falkensteinstr.<br />

21, 83083 Niedermoosen • Hifi auf dem Bauernhof, Äußere Kemptener Str. 3, 87452 Altusried • Die Steiner<br />

Box, Scheuerlstr. 15, 90478 Nürnberg • Die Steiner Box, Luitpoltstr. 30, 91052 Erlangen • Prosonare, Untere<br />

Römer Str. 32, 94527 Aholming • Fränkischer Lautsprechervertrieb, Innere Löwenstr. 6, 96047 Bamberg<br />

Kontakt: DALI GmbH, Tel: 0731 1411 68610, kontakt@dali.dk | www.dali-speakers.com<br />

Vertrieb für Österreich: <strong>AUDIO</strong>PHIL - SOUND AND VISIONS, Tel: +43 (0)6999 133 573 63


TEST<br />

Netzwerk-Komplettsystem mit TV-Ton-Feature<br />

SONOS PLAYBAR 700 €<br />

Alles in Butter<br />

Geformt wie ein typischer Riegel, oft in der Nähe eines Fernsehers zu finden und mit insgesamt neun<br />

Chassis bestückt: Die Playbar von Sonos könnte fast als stinknormale Soundbar durchgehen. Wenn<br />

sie nicht so viel mehr könnte.<br />

■ Text: Christine Tantschinez<br />

52 www.audio.de ›05 /2013<br />

In Supermärkten boomen sie: Ersatz-<br />

Produkte für Sahne oder Butter, mit<br />

weniger Kalorien oder Cholesterin.<br />

Jeder Hobbykoch aber weiß: Fett mag<br />

ungesund sein, spritzt vielleicht beim<br />

Braten, aber nichts trägt Geschmack<br />

besser. Ähnliches gilt auch für HiFi: So<br />

praktisch und schick Soundbars sind, sie<br />

können klanglich selten eine ausgewachsene<br />

Stereo-Anlage oder den diskreten<br />

Mehrkanal-Aufbau ersetzen. Und<br />

manche wollen das auch gar nicht.<br />

Sonos, die Multiroom-Netzwerk-Pioniere<br />

aus Kalifornien, sind da pragmatisch.<br />

<strong>Sie</strong> machen Produkte für „Musiclovers“,<br />

so formuliert es Co-Chef Tim Cullen,<br />

nicht für Audiophile. Highres-Auflösungen<br />

jenseits der 48kHz/16bit-Schwelle,<br />

egal ob HD-Formate von Bluray-Disc<br />

oder aus dem Netzwerk, weiß also auch<br />

das neueste Sonos-Projekt Playbar genauso<br />

wenig zu verarbeiten wie seine<br />

Geschwister. Aber: Alle anderen Tugenden<br />

der Sonos-Familie, von der Netzwerk-Intelligenz<br />

mit Gapless-Streaming<br />

und schnellem Vorlauf über die perfekte<br />

Funk-Synchronität und -Stabilität bis zur<br />

Einbindung aller denkbaren Internet-Musikabo-Dienste,<br />

sind natürlich inklusive<br />

(siehe auch Seite 56).<br />

Die Playbar ist denn auch keine typische<br />

TV-Soundbar, sie ist eher ein typischer<br />

Sonos-Streaming-Lautsprecher, der nebenbei<br />

auch noch Fernsehton wiedergeben<br />

kann. Dieser trifft über die – neben<br />

den zwei Ethernet-Anschlüssen – einzige<br />

weitere Schnittstelle ein, dem optischen<br />

Toslink-Eingang, vorzugsweise<br />

vom Fernseher direkt. Was voraussetzt,<br />

dass das TV-Gerät seinerseits von sämtlichen<br />

externen Zuspielern (Sat-Receiver,<br />

Spielekonsole, DVD-Player) den Ton<br />

wiederum erst digital (beispielsweise<br />

per HDMI) serviert bekommt, um ihn anschließend<br />

als Mehrkanal-Bitstream<br />

(nur Dolby Digital) oder als PCM-Downmix<br />

weiter zu reichen. Einrichtung und<br />

Bedienung der Playbar läuft ganz Sonoslike<br />

mit der hervorragenden Controller-<br />

App vom Smartphone, Pad oder Computer.<br />

Bei Standardbefehlen wie Lauter,<br />

Leiser oder Mute lernt sie zudem gehorsam<br />

auf eine bereits vorhandene TV-<br />

Fernbedienung zu reagieren. Für die<br />

adequate Umsetzung der Fernsehunterhaltung<br />

stecken im langgestreckten Gehäuse<br />

gleich neun eigenkonstruierten<br />

Chassis: sechs Mitteltief- und drei Hochtöner<br />

gruppieren sich zu insgesamt drei<br />

Kanälen. Ein Lagesensor und der alles<br />

regulierende DSP erlauben die flexible<br />

Positionierung der Playbar – entweder<br />

direkt an der Wand oder aber liegend auf<br />

dem Sideboard. Beim Hörtest zogen die<br />

Redakteure die steile Aufstellung der liegenden<br />

übrigens leicht vor. Der potente<br />

Signalprozessor überwacht stets die eintreffenden<br />

TV-Digitalsignale und drosselt<br />

zu laute Passagen, bevor es zu größerem<br />

Schaden kommt. Das ist einerseits<br />

durchaus vernünftig, macht sich<br />

andererseits aber auch mal nervend be-


Digital › STREAMING-KOMPLETTANLAGE<br />

MESSLABOR<br />

FAZIT<br />

Sonos Playbar<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl. -30*seitl.<br />

90 dB<br />

Sonos Playbar<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

Christine Tantschinez<br />

Stv. <strong>AUDIO</strong>-Chefredakteurin<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Der im Präsenzbereich leicht unruhige Frequenzgangverlauf der Playbar (links) ist für Soundbars<br />

nicht untypisch – oft stecken Basisverbreiterungsmechanismen dahinter. Bei der Klirramplitudenmessung<br />

(rechts) zeigt sich der etwas verhaltene Tiefbass und ab 100dB zunehmender Kompression<br />

ab 2 kHz. Die Maximallautstärke liegt bei 90dB, was auch für ein größeres Wohnzimmer locker<br />

ausreicht. In den oberen Frequenzen kann das Gehäuse etwas nachschwingen. Ermittelte Standby-<br />

Leistung (im Netzwerk-Betrieb) liegt bei 5,8 Watt.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Die Playbar ist ein cleverer Schachzug.<br />

<strong>Sie</strong> erweitert den Sonos-Kosmos<br />

nun bis zum Allerheilligsten –<br />

den Fernseher. Wer sich ein Sonos-Produkt<br />

ins Haus holt, will erfahrungsgemäß<br />

bald auch die genialen<br />

Multiroom-Möglichkeiten<br />

nutzen – und braucht weitere Sonos-Bundles.<br />

Für den TV-Abend ist<br />

die Playbar allemal ein Gewinn<br />

und als Zweit-Anlage ebenso.<br />

merkbar. Die Sonos-Soundbar spielt<br />

Fernsehton übrigens nicht nur ab, sie<br />

stellt diesen ganz im Sinne des Multi-<br />

Room-Gedankens auch allen anderen<br />

Sonos-Zonen zur Verfügung – die Lösung,<br />

wenn man Torjubel auch auf der<br />

Toilette nicht verpassen will.<br />

Mit drei Kanälen ist Surround-Sound nur<br />

andeutungsweise möglich. Aber per eigens<br />

entwickelten Funkprotokoll kann<br />

die Playbar nicht nur den zurecht gelobten<br />

Sonus-Sub (Test <strong>AUDIO</strong> 08/12, 700<br />

Euro) mühelos in das Geschehen einbinden<br />

(der dem Klang eine eindrucksvolle<br />

Tiefe verleiht), sondern auch noch kabellos<br />

ein Pärchen Play3 (600 Euro) als Rear-Speaker<br />

mit den zeitrichtigen Surround-Signalen<br />

versorgen. Dann legt ein<br />

vollwertiges 5.1-Set los und aus Margarine<br />

wird quasi echte Butter. Einmal eingerichtet,<br />

lassen sich Sub und Play3<br />

über die App-Steuerung beliebig einund<br />

ausschalten – je nachdem, ob Movie-Entertainment<br />

oder Musik-Abend<br />

angesagt ist.<br />

Der Sub könnte auch stets mitlaufen.<br />

Wenn der Playbar im Hörtest etwas fehlte,<br />

war es Tiefbass. Die Mitteltieftöner<br />

schufen ein solides Grundtonfundament<br />

und auch der Oberbass wummerte erstaunlich<br />

saftig. Dazu formte sich eine<br />

durch die Bauweise geförderte weite,<br />

aber nicht zu künstliche Bühne, mit schöner<br />

Räumlichkeit und feiner Stimmpositionierung.<br />

Im Vergleich mit einem<br />

Play3-Stereo-Pärchen war die Darbietung<br />

sogar eine Nuance exakter. Gesellte<br />

sich noch der Sub hinzu, wurde daraus<br />

eine runde Vorführung: Keine Gourmet-Butter,<br />

aber trotzdem echt fett.<br />

PLUS DREI: Der<br />

Sonos Sub und<br />

ein Pärchen Play3<br />

können müheund<br />

kabellos die<br />

Playbar zu einem<br />

vollwertigen<br />

5.1-Surround-Set<br />

erweitern.<br />

STECKBRIEF KOMPLETT-SYSTEM<br />

SONOS<br />

PLAYBAR<br />

Vertrieb<br />

Sonos Deutschland<br />

0800 / 000 5339<br />

www.<br />

sonos.de<br />

Listenpreis<br />

700 Euro<br />

Garantiezeit<br />

2 Jahre<br />

Maße B x H x T<br />

90 x 85 x 14 cm<br />

Gewicht<br />

5,4 kg<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Laufwerk CD/DVD/BD – / – / –<br />

Analog In/Out – / – /<br />

USB –<br />

Digital In koax/optisch – / 1<br />

Netzwerk<br />

2 x Ethernet (1 x Switch)<br />

WLAN 802.11 b/g/n für<br />

SonosNet 2.0<br />

FUNKTIONEN<br />

Display / OSD – / –<br />

Schneller Vor/Rücklauf • / •<br />

Erweiterte Playlists (Queue) •<br />

Bluetooth/AirPlay<br />

– / • (nur über Sonos-App)<br />

Coveranzeige<br />

• (über Controller)<br />

Internetradio/Anbieter • / TuneIn<br />

Formate Streaming FLAC, WAV, MP3, AAC, ALAC,<br />

AIFF<br />

Formate Surround Dolby Digital, PCM Stereo<br />

Benötigter Server nur SMB-Freigabe nötig<br />

Gapless<br />

•<br />

Vollw. Steuerung via App •<br />

... überträgt ganze Playlist •<br />

Max. Abtastrate<br />

48kHz (Netzwerk)<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Åflexibel in Aufstellung<br />

und Erweiterbarkeit, Sonos-<br />

Intelligenz, Streaming.<br />

Íohne Sub etwas wenig<br />

Tiefbass, nur Dolby Digital.<br />

Klang ohne Sub/mit Sub 85 / 95<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL 1 85 PUNKTE<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

SEHR GUT<br />

1<br />

Einstufung als Stereo-Komplett-System<br />

www.audio.de 05 /2013<br />

53


Digital › STREAMING-PLAYER<br />

TEST<br />

Streaming-Client für den Start ins<br />

Multi-Room-System von Raumfeld by Teufel<br />

RAUMFELD CONNECTOR 2 200 €<br />

RaumPflege<br />

Der Streaming-Player aus dem Raumfeld-Programm wird mit<br />

verbesserter Hardware, neuer Firmware und verlockendem Preis<br />

zum attr<strong>aktiv</strong>en Start ins bequeme Multi-Room-Erlebnis.<br />

EMPFEHLUNG<br />

KAuF-TiPP<br />

STECKBRIEF NETZWERK-CLIENT<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

05/13<br />

RAUMFELD BY TEUFEL<br />

CONNECTOR 2<br />

Lautsprecher Teufel GmbH<br />

030 / 300 9 300<br />

teufel.de<br />

200 Euro<br />

2 Jahre<br />

17 x 13 x 3 cm<br />

5,4 kg<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Laufwerk CD/DVD/BD – / – / –<br />

Analog In/Out • / • /<br />

USB<br />

• (für externe Speicher)<br />

Digital In koax/optisch – / 1<br />

Netzwerk Ethernet, WLAN 802.11<br />

b/g/n<br />

FUNKTIONEN<br />

Display / OSD – / –<br />

Schneller Vor/Rücklauf • / •<br />

Erweiterte Playlists (Queue) •<br />

Bluetooth/AirPlay<br />

– / • (direkt über Raumfeld-<br />

App)<br />

Coveranzeige<br />

• (über Controller)<br />

Internetradio/Anbieter • / TuneIn<br />

Formate Streaming FLAC, WAV, MP3, AAC, ALAC,<br />

OGG<br />

Benötigter Server nur SMB-Freigabe nötig<br />

Gapless<br />

•<br />

Vollw. Steuerung via App •<br />

... überträgt ganze Playlist •<br />

Max. Abtastrate<br />

192kHz (Netzwerk)<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅPerfekter Start ins<br />

Raumfeld-System, super<br />

preiswert<br />

ÍKein Coax-Digitalausgang<br />

Klang 98<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

98 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

1<br />

Einstufung als Netzwerkplayer<br />

Der Neue kommt offiziell mit<br />

hochgestellter 2 im Namen, ist<br />

aber zumindest äußerlich keine<br />

Potenzierung des Ur-Connectors. Auf<br />

die Rückseite des schlichtens Kästchen<br />

im Taschenbuchformat haben es die wesentlichen<br />

Anschlüsse geschafft: Netzwerk-Buchse<br />

für den Zugang zu LAN<br />

und Router, USB-Schnittstelle für externe<br />

Festplatten, ein Cinch-Eingang sowie<br />

ein analoge und digitale Andockmöglichkeit<br />

an die Anlage. Markan testes<br />

Merkmal des Neuen: Die WLAN-<br />

Antenne zum drahtlosen Zugang ins<br />

Netzwerk ragt nun nicht mehr keck hervor,<br />

sie sitzt wie bei jedem moderneren<br />

Funker unsichtbar im Gehäuse.<br />

Innen stecken auch die eigentlichen<br />

Neuerungen des Connector 2. Ein<br />

schnellerer, leistungsfähiger „Armada“-<br />

Prozessor zum Beispiel. Dieser bringt<br />

nicht nur erheblich mehr Rechenpower<br />

zum noch flinkeren Scannen und Durchforsten<br />

freigegebener Mediatheken auf<br />

Computern, NAS oder externen Festplatten.<br />

Er erweitert zusammen mit<br />

dem Wandlerchip von Cirrus Logic die<br />

bisherige Auflösungsgrenze von<br />

96kHz/24bit auf volle 192/24.<br />

Damit mutiert der Connector 2 zum neuen<br />

perfekten Starter-Kit für alle Multiroom-Interessierten.<br />

Bei der Raumfeld-<br />

Familie übernimmt stets das stärkste<br />

■ Text: Christine Tantschinez<br />

Glied in der Kette die Last der Serververwaltung.<br />

Sprich: Der schnellste Prozessor<br />

kümmert sich um die flinke Einbindung<br />

externer Quelllaufwerke, alle<br />

anderen Raumfeld-Streaming-Geräte,<br />

wie etwa Speaker S oder L, greifen auf<br />

sein Wissen zurück. Bislang war die<br />

Raumfeld Base – eine Art Funk-NAS mit<br />

160-GB-Speicherplatz – mit Abstand<br />

das leistungsfähigste Familienmitglied<br />

und zwingend notwendig, sollten mehr<br />

als zwei Räume simultan mit Musik versorgt<br />

werden. Jetzt kann der Streaming-<br />

Client die Rolle der Basisstation übernehmen:<br />

per Ethernet oder drahtlos und<br />

mit dem Vorteil, selber an der HiFi-Anlage<br />

gleich schon den ersten Raum musikalisch<br />

zu versorgen. Der Ausbau zum<br />

Zwei-, Drei-oder Vierraum-System ist<br />

damit jederzeit möglich.<br />

Zur Hardware-Aufrüstung gesellt sich<br />

eine überarbeitete Firmware, die nicht<br />

nur den Connector 2 schneller macht:<br />

Mit dem Update auf 1.11 sollen alle<br />

Raumfeld-Clienten noch flinker beim<br />

Scannen und Durchsuchen der Mediatheken<br />

werden und auch die gespeicherten<br />

Songs auf iPhone und Android-<br />

Smartphones können nun über die kostenlose<br />

Raumfeld-Controller-App als<br />

Quelllaufwerke dienen. Zusammen mit<br />

den schon vorhandenen Raumfeld-<br />

Tugenden wie geschmeidiges Gapless-<br />

54<br />

www.audio.de ›05 /2013


Digital › STREAMING-PLAYER<br />

ENGSTIRNIG: Mehr Anschlüsse passen nicht mehr – aber ein<br />

Digital-Coax wäre durchaus noch sinnvoll.<br />

VOLLE KONTROLLE: Über<br />

die Gratis-Apps für iOS und<br />

Android-Smartphones ist<br />

jedes Raumfeld-Gerät einfach<br />

zu bedienen. Alternativ gibt es<br />

noch den Raumfeld-Controller,<br />

eine Art Touchscreen-<br />

Fernbedienung für Raumfeld-<br />

Systeme (rund 400 Euro).<br />

Streaming, schneller Vor- und Rücklauf,<br />

Mediatheken durchforstbar nach Ordnerstruktur<br />

und zuletzt hinzugefügten<br />

Titeln, selbsterklärendem Setup, editierbaren<br />

Playlisten und zu jedem Künstler<br />

angezeigten Mini-Portraitbildern mausert<br />

sich das Raumfeld-System immer<br />

mehr zur einzig ernsthaften und klanglich<br />

durchaus potenten Sonos-Konkurrenz.<br />

Auch Internet-Streaming-Dienste<br />

finden bei Raumfeld eine Plattform – bislang<br />

sind die beiden großen Abo-Dienste<br />

von Napster und Simfy sowie Last.fm<br />

vertreten, Internetradio ist mit TuneIn<br />

sowieso bestens abgedeckt.<br />

Klanglich hat der akurat-knackige Connector<br />

2 gegenüber seinem Vorgänger<br />

aufgeholt. Die 192/24-Fähigkeit sowie<br />

die kontinuierlichen Verbesserungen<br />

machen ihn endgültig zum Kauftipp!<br />

FAZIT<br />

Christine<br />

Tantschinez<br />

Stv. Chefredakteurin<br />

Die Strategie<br />

bei Raumfeld<br />

kommt HiFi-<br />

Fans entgegen:<br />

Einzelne Geräte<br />

lassen sich<br />

durchaus<br />

erheblich verbessern,<br />

die<br />

Kompatibilität<br />

nach unten<br />

bleibt trotzdem<br />

erhalten.<br />

MESSLABOR<br />

Auflösungen bis<br />

192 kHz sind kein<br />

Problem, auch<br />

wenn der Frequenzgang<br />

leicht<br />

abfällt. Mit 158ps<br />

ist der Jitter über<br />

Netzwerk hervorragend.<br />

Verbrauch:<br />

2,2Watt.<br />

DIE MESSE FÜR EXZELLENTE<br />

UNTERHALTUNGSELEKTRONIK<br />

09.-12. MAI 2013 IM MOC MÜNCHEN<br />

TÄGLICH VON 10-18 UHR<br />

FACHBESUCHERTAG 09.05.2013<br />

www.HighEnd2013.de


Report › ÜBERSICHT MULTI-ROOM-NETZWERKE<br />

Wohngemeinschaften<br />

Für bequemes und simultanes Musik-Streaming in mehrere Räume gibt es vier ausgefeilte Systeme:<br />

Sonos, Raumfeld, Logitech Squeezebox und SimpleAudio. Welche Lösung hat Zukunft?<br />

■ Text: Christine Tantschinez<br />

MUSIK AUS DER FUNK-WOLKE: SONOS<br />

Sonos sind die Pioniere des unkomplizierten Streamings<br />

in verschiedene Räume. Nur ein Sonos-Client muss<br />

direkt per Ethernet am Router hängen, alle anderen verbinden<br />

sich über ein unabhängiges Funknetz namens<br />

SonosNet miteinander. Die Reichweite erhöht sich mit<br />

jedem angeschlossenen Sonos-Gerät beliebig; viele<br />

Sonos-Clienten dienen mit zusätzlichen<br />

Ethernetbuchsen anderen Netzwerk-Geräten als<br />

Switch. Besonders die einfache Einbindung so ziemlich<br />

jedes Musik-Streaming-Dienstes, von Napster bis<br />

Deezer, macht die Sonos-Produkte sehr beliebt. Das<br />

Streaming einer Mediathek benötigt keinen speziellen<br />

Server, eine Netzwerk-Freigabe reicht. Sonos Player<br />

verwalten die Mediathek selbst. Allerdings ist die<br />

Kapazität durch die Hardware begrenzt auf 65.000<br />

Tracks und Auflösungen bis 16/48. Eine Änderung ist<br />

nicht in Sicht – Sonos setzt auf Abwärts-Kompatibilität<br />

und zukünftig noch mehr Cloud-Dienste.<br />

<strong>AUDIO</strong>-Empfehlung: Das Sonos-System ist kinderleicht<br />

einzurichten, zu bedienen und zu erweitern. Eignet sich<br />

hervorragend für Fans von Musik-Abo-Diensten. Musik-<br />

Sammler stoßen eventuell mal auf Kapazitätsgrenzen.<br />

Tim Cullen<br />

Mitbegründer<br />

und CEO<br />

Wir machen Produkte<br />

für den Musikliebhaber,<br />

nicht für den<br />

Audiophilen. Highres-<br />

Formate spielen eine zu<br />

geringe Rolle, wir glauben<br />

nicht, dass sich<br />

das so schnell ändern<br />

wird. Streaming-<br />

Dienste werden dagegen<br />

wichtiger als die<br />

Musiksammlung<br />

daheim.<br />

Kinderleichtes, selbsterklärendes Setup. Keine<br />

Kabelverbindung nötig, sehr stabiles und synchrones<br />

eigenes Funknetz. Beliebig erweiterbar.<br />

Kontrollfunktion über kostenlose Software für iOS,<br />

Android, Mac und PC. Eigene iPad-App-Version. iOS-<br />

Geräte streamen Inhalte direkt. Externe Quellen möglich.<br />

Internet-Streaming-Dienste, Internetradio,<br />

Musikbibliothek über Netzwerk-Freigaben (kein Server<br />

nötig). Gapless-Wiedergabe aller Formate.<br />

Keine Auflösungen über 16bit/48 Kilohertz, nicht mehr<br />

als 65.000 Tracks in einer Mediathek. Vorgefertigte,<br />

nicht manuell konfigurierbare Sortierfunktionen.<br />

HOFFNUNGSTRÄGER OHNE HOFFNUNG: LOGITECH<br />

Als der Schweizer IT-Riese Logitech<br />

das kleine US-Startup Slim Devices<br />

übernahm, verknüpfte man viele<br />

Hoffnung damit. Die Squeezebox-<br />

Philosophie setzte auf eine<br />

leistungstarken Server-Software (auf<br />

PC oder entsprechend fähiger NAS)<br />

und Abspielgeräte ohne viel eigene<br />

Intelligenz, aber vielen Möglichkeiten.<br />

Leider scheint Logitech dieses Konzept<br />

nicht mehr weiter zu verfolgen, setzt<br />

auf einfachere Software – eine<br />

Stellungnahme gab es dazu auch nicht.<br />

<strong>AUDIO</strong>-Empfehlung: Zukunft ungewiss<br />

Starke Serversoftware auf Open-Source-Linux-Basis mit mannigfaltigen Möglichkeiten<br />

und vielen, von Usern weiter entwickelten PlugIns. Steuerung über kostenlose und<br />

kostenpflichtige Apps sowie Fernbedienungen. Sensationell gute Sortierfunktionen für<br />

Musiksammlungen (nach Jahr, zuletzt hinzugefügt, zuletzt gehört, etc.).<br />

Leistungsstarker PC oder Marken-Netzwerkspeicher (Synology, QNAP, Netgear) nötig.<br />

Vielversprechende Produkte wie Transporter, Boom oder Touch nicht mehr fortgeführt.<br />

Ungewisser Support bestehender Squeezebox-Produkte - und Server.<br />

56<br />

www.audio.de ›05 /2013


Report › ÜBERSICHT MULTI-ROOM-NETZWERKE<br />

Michael Hirsch<br />

Technischer Geschäftsführer<br />

VOM START-UP ZUM RAUM-WUNDER: RAUMFELD<br />

Ausgerechnet aus Deutschland kommt der potenteste<br />

und schärfste Konkurrent von Sonos. Dem Raumfeld-<br />

System unter den Fittichen von Direkvertriebler Teufel<br />

fehlt noch ein bisschen die Präsenz und ansprechende<br />

Optik der Kalifornier, aber von Bedienung, Klang,<br />

Intelligenz und auch Preisgestaltung sind die Geräte<br />

absolut ebenbürtig. Raumfeld nutzt entweder die Base<br />

(ein Musikspeicher mit 160 GB und WLAN) oder den<br />

Streaming-Client Connector 2 als Basisstation für ein<br />

Multi-Room-System. Die endgültige WLAN-Reichweite<br />

– und Qualität hängt allerdings vom verwendeten Router<br />

ab. Auch Raumfeld verwaltet die Musiksammlung auf<br />

freigegebenen Netzwerk- oder USB/PC-Laufwerken<br />

selbst, benötigt also keinen extra Medienserver wie<br />

Twonky. Raumfeld kann auch selbst andere UPnP-<br />

Clients wie beispielsweise von T+A oder Linn als<br />

Inhaltelieferant dienen. Die Darstellungsformen der<br />

Musiksammlung enthält neben beliebten Sortierkriterien<br />

wie Künstler (mit von Raumfeld zusammengetragenen<br />

Mini-Portraits), Album und Genre auch dynamischere<br />

Listen wie „zuletzt gehört", „oft gehört“ und eine Suche<br />

in der Verzeichnisstruktur.<br />

Mit Streaming-Client und mehreren Aktiv-Boxen in verschiedenen<br />

Größen (S, M und L) kann das System beliebig<br />

erweitert werden. Für die Kontrolle der Geräte in den<br />

einzelnen Räumen stehen Gratis-Apps für iOS und<br />

Android-Geräte zur Verfügung, alternativ auch eine<br />

Touchscreen-Fernbedienung (Raumfeld Controller).<br />

Durch kontinuierliche Verbesserungen an Soft- und<br />

Hardware schafft es Raumfeld, bisherige<br />

Einschränkungen aufzuheben. So sind nun auch<br />

Auflösungen bis 24/192 möglich (über den Connector2).<br />

Das unterscheidet Raumfeld prinzipiell von der Sonos-<br />

Philosophie.<br />

<strong>AUDIO</strong>-Empfehlung: Das Raumfeld-System ist für HiFi-<br />

Fans mit gepflegter Musiksammlung ideal. Abo-<br />

Streaming-Dienste sind integriert, spielen aber nicht die<br />

Hauptrolle. Bedienung und Installation sind sehr einfach.<br />

Die Musiksammlung<br />

wird noch lange, auch<br />

neben den Internet-<br />

Streaming-Diensten,<br />

eine wichtige Rolle<br />

spielen. Wir wollen<br />

unsere Produkte immer<br />

besser machen, aber<br />

die Abwärtskompatibilität<br />

nach<br />

unten gewährleisten.<br />

Vieles dreht sich um<br />

Verbesserungen der<br />

Software.<br />

Einfaches Setup, auch drahtloses Streamen in mehrere<br />

Räume möglich, Qualität und Reichweite dann von<br />

WLAN-Router abhängig. Kein Mediaserver nötig.<br />

Kontrollfunktion über kostenlose Apps für iOS, Android<br />

oder optionale Touch-Fernbedienung. Externe Quellen<br />

möglich. iPhone/Android-Smartphone streamen Inhalte.<br />

Connector2 auch mit 24/192, andere bis 24/96. Gapless-<br />

Streaming aller Formate, Sortierung Mediathek auch<br />

nach Ordner oder „Zuletzt gehört“<br />

Bislang nur zwei Abo-Streaming-Dienste und Last.fm<br />

integriert; Sortierkriterien nicht manuell erweiterbar<br />

<strong>AUDIO</strong>PHILES AUS SCHOTTLAND: SIMPLE <strong>AUDIO</strong><br />

Die Simple Audio Roomplayern wollen<br />

die Lücke zwischen kinderleichtem<br />

Multi-Room und audiophilem Anspruch<br />

schließen. Ähnlich wie Sonos muss nur<br />

ein Player direkten Kontakt zum LAN<br />

halten, die anderen werden über eigene<br />

Powerline-Modems versorgt. Eine<br />

Software auf PC oder MAC weist den<br />

Weg zu den Medienquellen - auch bei<br />

der Wiedergabe. Die Bedienung ist<br />

einfach, intuitiv, aber es fehlen bislang<br />

die im Test 06/12 in Aussicht gestellten<br />

Updates. <strong>AUDIO</strong>-Empfehlung: Status<br />

leider noch unklar<br />

Konzipiert für Highres-Dateien, bislang 24/96, mit Option auf 24/192.Schier unerschöpfliche<br />

Sortierfunktionen der Musiksammlung, wie beispielsweise massgeschneiderte<br />

Bibliotheken für jeden Nutzer. Bei Bedarf über eigenes Powerline verbunden. Gratis-<br />

Steuerprogramm für Mac/PC, Gratis-Kontroll-Apps.<br />

Leider noch kein Update der Firmware sichtbar; keine Gapless-Wiedergabe, keine direkte<br />

Unterstützung von NAS-Laufwerken (nur mit laufender Steuer-Software auf PC).


Komplett-Anlagen › DESIGN 2.1-SYSTEM<br />

TEST<br />

Schicke Musik-Konsole fürs aufgeräumte<br />

Wohnzimmer<br />

<strong>AUDIO</strong>XPERTS 4TV 2112 2000 €<br />

Wisch und weg<br />

Der Frühjahrsputz fällt bei AudioXperts radikal aus. Raus mit Verstärker, Boxen und meterlangen<br />

Kabel, rein mit der Audio-Entertainment-Konsole für Musik und TV-Abende.<br />

■ Text: Christine Tantschinez<br />

Wer so wohnt wie im oberen<br />

Bild, hat´s geschafft. Nicht<br />

nur übertragen gesellschaftlich,<br />

sondern offensichtlich hat der<br />

Glückliche auch eines der lästigen Zivilisationsprobleme<br />

gelöst und sein Wohnzimmer<br />

von störendem Equipment und<br />

Kabeln befreit. Schick wohnen wie im<br />

Hochglanz-Möbelprospekt, aber dennoch<br />

gepflegt fernsehen können, beim<br />

Heimkino-Abend entspannen oder nur<br />

unkompliziert Musik hören.<br />

Tatsächlich könnte diese gerade jetzt in<br />

diesem stylischen Foto-Zimmer erklingen<br />

– wenn man sich zumindest ein<br />

Kabel in die Idylle hinzudenkt. Das müsste<br />

von einer Steckdose zu jener schwarzglänzenden<br />

Konsole führen, die sich hier<br />

als dekorativer-TV-Ständer tarnt. In dem<br />

extrem soliden, dank mitgeliefertem<br />

Schwenk-Teller auch drehbaren Konstrukt<br />

aus schwarzem Glas und Aluminium<br />

verbirgt sich ein komplettes<br />

2.1-Soundsystem, inklusive Verstärker,<br />

Decoder für DTS und Dolby Digital, drei<br />

58 www.audio.de ›05 /2013<br />

Equalizer-Modi (Film, Musik und Dialogverständlichkeit),<br />

digitaler (Toslink und<br />

S/PDIF) und analoger Anschlussmöglichkeiten<br />

für Ton von TV, CD- und DVD-<br />

Player und Apple-Devices sowie drahtlose<br />

Empfangsmöglichkeiten via Bluetooth<br />

oder AirPlay (letzteres funktioniert<br />

allerdings erst, wenn ein Apple AirPort-<br />

Express in der extra vorgefertigten Parkbucht<br />

andockt).<br />

Der Hersteller nennt das System „2112<br />

4TV Audio Entertainment Console“ und<br />

sich selbst überzeugt AudioXperts –<br />

steckt doch mit Ex-Boston-Acoustics-<br />

Chef Eli Harary ein Veteran der Branche<br />

dahinter. Offensichtlich wollte man sich<br />

als Audioexperten keine Blöße geben:<br />

Das verblüffend schwere Gerät präsentiert<br />

sich im Innern quasi als Setzkasten<br />

voller Chassis und Weichen. Vier jeweils<br />

als Paar angeordnete 13-cm-Woofer<br />

ganz rechts und links außen decken die<br />

tiefen Frequenzen ab, per Drehregler an<br />

der Rückseite des 4TV im Pegel anpassbar.<br />

Dazu gesellen sich zwei Kalottenhochtöner<br />

und für jeden der beiden Stereo-Kanäle<br />

jeweils zwei sogenannte<br />

HART-Treiber (High Aspect-Ratio Transducer):<br />

Mitteltöner im extrabreiten, für<br />

die extrem niedrige Gehäusehöhe von<br />

fünf Zentimetern angepassten Format.<br />

Die einzigen Bedienelemente des 4TV<br />

liegen auf der Glasoberfläche und reagieren<br />

auf sanfte Berührung, wenn<br />

man zuvor das System per Wink (vor<br />

dem Bewegungs-Sensor) aus dem<br />

Standby-Schlaf geholt hat. Einen eigenen<br />

Controller hat der 4TV nicht, lernt<br />

aber auf rudimentäre Befehle wie leiser,<br />

lauter oder mute anderer Fernbedienungen<br />

zu reagieren. Blaue Leuchtdioden<br />

signalisieren dann Eingangswahl und<br />

Betriebsart, allerdings nur aus unmittelbarer<br />

Nähe erkennbar – vom weiter entfernten<br />

Sofa wird´s schon schwieriger.<br />

Als Entertainment-Console für Fernsehund<br />

Videoabende kann der 4TV mittels<br />

DSP-Equalizer-Einstellung „Movie“<br />

auch eine Art Pseudo-Surround-Sound<br />

aus Dolby Digital- oder DTS-kodiertem


Komplett-Anlagen › DESIGN 2.1-SYSTEM<br />

AUFGEBRACHT: Die Bedienelemente auf der Glasoberfläche<br />

reagieren auf Berührung –und die Hausfrau/der Hausmann eventuell<br />

ungehalten auf die unvermeidlichen Fingerabdrücke...<br />

UNTERGEBRACHT: Zehn Chassis stecken im 4TV. Gut zu<br />

erkennen sind die zwei langezogenen H.A.R.T-Treiber (grüner<br />

Pfeil) und der Hochtöner jeweils vorne links und rechts (rot).<br />

MESSLABOR<br />

Mehrkanalton kreieren. Das machte er<br />

im Hörtest sehr gut – besonders schön<br />

stellte er Soundtrack-Orchestrierung<br />

und Effekte als gut differenzierbare Ebenen<br />

dar, ohne Dramaturgie oder räumliche<br />

Wirkung zu vernachlässigen. Auch<br />

dürfte der enorme Bass des 4TV nachhaltig<br />

beeindrucken und nur hartgesottene<br />

Heimkino-Fetischisten einen zusätzlichen<br />

Subwoofer vermissen lassen.<br />

Einzig der in der selben Preisklasse agierende<br />

Soundbar B&W Panorama 2<br />

(<strong>AUDIO</strong> 3/13) konnte noch mehr Raumtiefen-Souveranität<br />

ohne Effekthascherei<br />

und Pegelfestigkeit präsentieren.<br />

Kein Problem, denn die eigentliche Paradediziplin<br />

für die 2.1-Konsole ist ohnehin<br />

die Stereo-Wiedergabe im „Musik“-<br />

Modus. Sowohl Audio-CDs als auch<br />

Dolby 2.0-Aufnahmen spielte sie ausgewogen,<br />

mit tiefgreifendem Fundament<br />

und exakter Stimmpositionierung. Verglichen<br />

mit dem Panorama 2 (das eine<br />

ähnlich breite Schallfront hat) wirkte die<br />

Stereo-Bühne über den 2112 4TV sogar<br />

eine Nuance weiter, tiefer gestaffelt –<br />

und echter.<br />

FAZIT<br />

Christine Tantschinez<br />

Stv. Chefredakteurin <strong>AUDIO</strong><br />

„Don´t call it soundbar!“ stellen die<br />

Amerikaner von AudioXpert gleich<br />

klar. Ihre Entertainment-Konsole<br />

will ungekünstelt und unauffällig<br />

unterhalten. Wenn es ein Design-<br />

System sein soll, dann bitteschön<br />

wie dieses: schick und sauber –<br />

auch im Klang.<br />

<strong>AUDIO</strong>XPERTS 4TV 2112<br />

Vertrieb<br />

IDC<br />

Telefon 0231 / 9860 285<br />

www.<br />

idc-klaassen.com<br />

Listenpreis<br />

2000 Euro<br />

Maße Soundbar B x H x T 102 x 5,4 x 43,7 cm<br />

Gewicht<br />

20 kg<br />

Ausführung<br />

Hochglanz Schwarz<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Line In / Out /Subwoofer RCA, MiniKlinke / – / –<br />

Digital In/ Out Optisch (2), Coax (1) / –<br />

Video –<br />

USB-Host/iPod<br />

– / •<br />

Bluetooth/AirPlay • (aptx) / • (vorbereitet)<br />

Decoder-Formate/HD Dolby, DTS / –<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅMit Musik natürlich, mit<br />

weiter Bühne und schöner<br />

Abbildung<br />

ÍKeine eigene FB, kein<br />

HD-Ton<br />

Klang 82<br />

Ausstattung<br />

sehr gut<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL 1 82 PUNKTE<br />

PREIS/LEISTUNG ÜBERRAGEND<br />

1<br />

Einstufung als One-Box-System Surround<br />

Fotos: Archiv, MPS<br />

Der 4TV zeigt bei den Frequenzgangmessungen<br />

(links) mit voll aufgedrehtem Woofer<br />

einen deutlichen Basshub und einen Peak<br />

um 800Hz. Bei der Klirramplitudenmessung<br />

geht die Audio-Konsole für die Gehäusegröße<br />

erstaunlich laut (vor allem im Bass),<br />

ab 95db verstärkt sich Kompression. Der<br />

ermittelte Maximalpegel liegt bei 85dB, die<br />

Standby-Leistung bei 0,4 Watt.<br />

AudioXperts 4TV<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

59


Verstärker › STEREO-KOMBIS<br />

EX ORIENTE LUX<br />

Wie der Blick auf www.shanling.com zeigt, handelt es sich bei der in<br />

Shenzheng ansässigen, 1988 gegründeten HiFi-Firma um eine größere<br />

und eine besonders schmucke. Ebenso sehen der Verstärker A2.1<br />

und CD-Spieler CD2.1 auch aus – und klingen vielleicht sogar so!<br />

■ Text: Johannes Maier<br />

Fotos: J. Bauer, Archiv<br />

Das Auge hört mit: Für ihr Geld erwarten<br />

Highender nicht nur optimalen<br />

Klang, sondern auch ein<br />

gelungenes Outfit. Wenn ein Verstärker,<br />

wie der A2.1 von Shanling, für moderate<br />

1400 Euro in einem erstaunlich geschniegelten<br />

Ornat auftritt, keimt aber der Verdacht:<br />

Ob sich solch ein Beau auch wirklich<br />

noch auf seine Arbeit, auf die Musikwiedergabe<br />

konzentrieren kann?<br />

Die nähere Betrachtung führt erst recht<br />

zur Verwunderung. Sapperlot, die beiden<br />

Rundprofile vorne rechts und links halten<br />

feinst gebürstete Druckguss-Alu-Seitenplatten<br />

und einen ebensolchen Deckel zusammen.<br />

Von dieser Oberschalen-Konstruktion<br />

sind nur innen Winkel und Schrauben,<br />

aber außen nichts als perfekte Passungen<br />

zu sehen. So gleitet der Finger<br />

bald wohlgefällig zu den feinen Quellenwahl-Tippern,<br />

um den korrekten Druckpunkt<br />

festzustellen. Und dann hin zu dem<br />

in der Front eingelassenen Lautstärkeknopf.<br />

Der wird von nicht weniger als 61<br />

winzigen LEDs umringt, was dem Betrachter<br />

weitere Hochachtung abringt:<br />

60 www.audio.de ›05 /2013


Verstärker › Stereo-Kombis<br />

Test<br />

CD-Player und Vollverstärker<br />

Shanling CD 2.1 1500 €<br />

Shangling A 2.1 1400 €<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

61


Verstärker › STEREO-KOMBIS<br />

CD-PLAYER CD 2.1:<br />

Das Sanyo-Laufwerk hängt am<br />

Alu-Gehäusedeckel. Zwei<br />

Schnittbandkern-Trafos und ein<br />

Standby-Kollege sichern die<br />

Stromversorgung. Dem Cinch-<br />

Ausgang arbeiten Röhren, den<br />

XLR-Kontaktern Edel-ICs zu.<br />

Wie kriegt Shanling die feinen 1/3-Millimeter-Bohrungen<br />

im so perfekten Kreisrund<br />

hin?<br />

Nach der Verneigung folgt der Blick auf<br />

den Rücken. Der nicht ganz so verzückt,<br />

weil er aus silbrig pulverbeschichtetem<br />

Stahlblech besteht. An den zwecks Biwiring<br />

doppelt vorhandenen WBT-artigen<br />

Lautsprecherklemmen gibt es aber<br />

nichts herumzumeckern. Ebensowenig<br />

an den einzeln verschraubten, von der<br />

amerikanischen Firma CMC bezogenen<br />

(Cardas-ähnlichen) Cinchbuchsen, die<br />

Shanling für CD-Player vorgesehen hat.<br />

Drei weitere Hochpegel-Ins, Pre-Outs<br />

sowie ein Endstufen-Direkteingang vermehren<br />

das Angebot. Von Klein-ICs unterstützte<br />

XLR-Kontakter runden es ab.<br />

Keine Frage: Der A 2.1 von Shanling absolviert<br />

die Prüfung des Äußeren mit einem<br />

glatten „sehr gut“.<br />

Beim Blick ins Innere fängt selbst der<br />

strengste HiFi-Lehrer zu jubeln an. Etwa<br />

weil sich – nun klar erkennbar – der auf<br />

einen Impulsgeber wirkende Lautstärkedreher<br />

in einer stattlichen Kugellager-<br />

Halterung dreht. Oder weil Shanling die<br />

sonst nur bei den allerfleissigsten Herstellern<br />

beliebten Schnittbandkern-<br />

Netztrafos (noch!) bauen kann. Es kostet<br />

zwar jede Menge Zeit und Geld, einen<br />

sich zunächst verbreiternden und dann<br />

wieder verjüngenden Eisenstreifen<br />

kunstvoll zu einem Rechteck mit runden<br />

Kanten aufzuwickeln. Dafür erhält der<br />

Kunde mit dem A 2.1 einen Umspanner,<br />

der – hüben und drüben über die längere<br />

Seite des Kerns geschoben – getrennte<br />

Spulenkörper mit eigenen Wickeln besitzt.<br />

Solch ein Trafo zeichnet sich nicht<br />

nur durch ein geringes magnetisches<br />

Streufeld, sondern – wegen des relativ<br />

großen Abstands der Spulen – durch eine<br />

sehr hohe Dämpfung von Netz-Übersprechstörungen<br />

aus.<br />

MESSLABOR<br />

Mit Die 0,048% guten Nachrichten Hochtonverzerrungen vom CD 2.1 und zuerst: 110µ Er<br />

Abtastfähigkeit klirrt über seinen erweist XLR-Ausgang sich das überhaupt Talismann v2<br />

Gold nicht als (Diagramm sogar noch rechts). sauberer Die Röhrenstufe als sein Kollege<br />

Yoseki mehr, von bei EAT Abstufung – wobei beide und Verlauf in diesem der<br />

zerrt<br />

etwas<br />

Oberwellen Punkt jenseits zeigt von sie Gut aber und ein Böse super liegen. harmonisches<br />

ideal Verhalten. ist der markante Die am Ausgang Hochtonanstieg messbaren<br />

Nicht<br />

ganz<br />

zwischen Wackeligkeiten 5 und (Jitter) 10kHz halten (o. Abb.). sich Das in Grenzen. Laufwerk<br />

Die misst schlechtere: sich dafür deutlich Der Betrieb rumpelärmer über die nicht (Bild 2,<br />

asynchrone 85,5dB am Koppler) USB-Schnittstelle als der EAT, führt bei dann gleichermaßen<br />

etwas exzellentem höherem Jitter Gleichlauf (615 Pikosekunden).<br />

(Bild 1,<br />

doch<br />

zu ±0,05%).<br />

62<br />

www.audio.de ›05 /2013


Verstärker › STEREO-KOMBIS<br />

VOLLVERSTÄRKER A 2.1:<br />

Auf der kleinen Platine rechts<br />

unten sitzen ein kleiner<br />

Bereitschafts-Trafo und<br />

Netzfilter-Bauteile. Die<br />

Endstufenschaltung beginnt mit<br />

Hochwert-Folienkondensatoren<br />

(als Rechtecke zu erkennen).<br />

Zur anschließenden Gleichrichtung hat<br />

Shanling nicht irgendwelche, sondern –<br />

jeweils für den rechten und den linken<br />

Kanal – zwei Quartette von „Ultra-Fast-<br />

Recovering“-Dioden genommen (Sirectifier<br />

MUR 8100). In ihrer Gesellschaft<br />

fühlen sich vier stolze 12 000-Mikrofarad-Elkos<br />

des japanischen Herstellers<br />

Elna offenbar pudelwohl. Wahrscheinlich<br />

selbst dann, wenn die ingesamt acht<br />

jeweils 15-Ampère-kräftigen Toshiba-<br />

Endtransistoren von diesen Stromspeichern<br />

kräftigen Nachschlag verlangen.<br />

2-Ampère-Treiber und zwei Gegentakt-<br />

Vorkreise: Die Endstufen-Schaltung insgesamt<br />

hielt Shanling bewußt einfach.<br />

Auf der Eingangsplatine finden sich neben<br />

sieben Takamisawa-Kapselrelais<br />

ein als Puffer fungierendes Burr-Brown-<br />

IC und ein extra rauscharmer Pegelsteller<br />

PGA 2320 von Crystal – alles bewährte<br />

Kräfte, die dafür einstehen, dass auch<br />

hier nichts mehr anbrennen kann.<br />

Wenn wir nun den Weg weiter bis zu<br />

dem Shanling-Player CD 2.1 (1500 Euro)<br />

zurückverfolgen, holt uns die nächste<br />

Augenweide ein. Das gleiche Beauty-<br />

Gehäuse, nur diesmal mit Alublenden-<br />

Schublade und obligatorischem CD-Display<br />

auf der Front. Und mit Edel-Cinchsowie<br />

XLR-Buchsen hintendran. Spätestens<br />

beim Blick ins Innere verneigt<br />

sich selbst der Highender. Nicht nur wegen<br />

der zwei prächtigen Schnittband-<br />

Trafos und der sackteuren Gold-Tune-,<br />

Fine-Gold- und Cerafine-Elkos von Elna,<br />

mit denen sich das Versorgungsareal<br />

der Musiksignal-Platine ziert. Ihm wird<br />

vor allem die Ausgangsschaltung äußerst<br />

einleuchtend erscheinen. Den koaxialen<br />

CMC-Anschlüssen arbeiten zwei<br />

Doppeltrioden des Typs ECC 82 mit relativ<br />

hohen, aber harmonisch abgestuften<br />

Klirrspektren zu. Die symmetrischen<br />

werden dagegen auf völlig unabhängi-<br />

Mit 150 Watt Sinusleistung an 4 Ohm und<br />

einem Laststabilität verheißenden ebenmäßigen<br />

Leistungswürfel darf sich der A 2.1 zu<br />

den kräftigeren Vollverstärkern zählen, der<br />

sich mit nahezu allen gängigen Laustprechern<br />

verträgt (AK 64). Der Klirrverlauf mit der prägnanten<br />

zweiten Harmonischen weist auf eine<br />

weiche Abstimmung. Bei der (nicht gezeigten)<br />

Klirrstabilität wird der Shanling in den Höhen<br />

unruhiger – ohne aber zur Härte zu neigen.<br />

www.audio.de ›05 /2013 63


Verstärker › STEREO-KOMBIS<br />

ZU HAUSE VERWEILT DER PLAYER LIEBER UNTEN: So oder so wird der Besitzer die Kombi via Cinch und XLR gleich<br />

doppelt verkabeln. Die blauen Netzschalter wollen nur vor dem Urlaub auf Aus gestellt werden. Ansonsten springen die<br />

Shanlings auf Geheiß der sowohl beim Player als auch beim Verstärker mitgelieferten (identischen) System-Ferngeber an.<br />

gem Wege von schnellen und auf Verzerrungsarmut<br />

gezüchtete Edel-ICs versorgt<br />

(Analog Devices 847). Ausgezeichnet,<br />

reibt sich der Shanling-Besitzer die<br />

Hände, weil er so beide Verbindungswege<br />

herstellen und via Quellen-Umschaltung<br />

die eine oder andere klangliche Alternative<br />

auswählen kann.<br />

Ganz nebenbei nimmt der CD 2.1 Digitalsignale<br />

Cinch-koaxial und auch via USB<br />

von auswärts an – mit mit bis zu 24 Bit<br />

Dynamik und 96 kHz Takt. Um ihm Vibrationen<br />

der im Unterbau montierten<br />

Mitstreiter zu ersparen, schraubte Shanling<br />

das Sanyo-Laufwerk an das Gehäuse-Alu-Oberteil.<br />

Der relativ teure Burr-<br />

Brown-Wandler PCM 1792, der im<br />

rauscharmen Differential-Modus feinen<br />

Burr-Brown-Doppel-ICs (OPA 2134) zuarbeitet,<br />

schafft weiteres Vertrauen. So<br />

dass der Betrachter zum Abschluss die<br />

mit einer bläulichen Kunststoffmasse<br />

bestrichenen, extrem induktionsarmen<br />

Folien-Plättchen-Koppelkondensatoren<br />

in Ruhe bewundern kann.<br />

Spätestens dann will der Mensch aber<br />

hören, sprich sich vom Shanling akustisch<br />

verwöhnen lassen. Gut, im direkten<br />

Vergleich zu dem vielfach teureren<br />

Arbeits-Player Ayre C 5 xe (6800 Euro)<br />

tischte der CD 2.1 nicht ganz so bunte<br />

und pralle Klangfrüchte auf. Was aber<br />

64 www.audio.de ›05 /2013<br />

noch längst nicht bedeutet, dass der<br />

Shanling den Hörer darben lässt. Ganz<br />

im Gegenteil. Dem fast überschäumenden<br />

Sprühen der großen Schlagzeugbecken<br />

zu Anfang von Vienna Tengs „Inland<br />

Territory“ gewann der preiswerte<br />

Player ausschließlich die besten Seiten<br />

ab: Kein nervig-herbes Zisch-Bumm,<br />

kein giftiges Nagelkisten-Schütteln, sondern<br />

eine sanft pulsierende, wunderschöne<br />

Klangwolke, in der sich jedes<br />

Metallic-Sternchen und jedes Luftmolekül<br />

nach Belieben austanzen kann.<br />

Ruppig oder elegant, saftig oder knochentrocken<br />

– wenig später zeigte der<br />

Shanling, dass er auch untenrum jegliche<br />

Vorgaben und Wünsche befriedigen<br />

kann. Um so hinreißender-lebendiger<br />

trat die Sängerin auf – als wolle sie sich<br />

für die superbe Begleitung bedanken.<br />

Es tauchte aber ein Problem auf: Der<br />

Shanling vermochte sich nicht mit sich<br />

selbst zu einigen. Was gilt jetzt? Die etwas<br />

gediegenere, weichere und eher<br />

nach hinten gestaffelte Gruppierung,<br />

wie sie der koaxiale Röhren-Ausgang<br />

vertrat? Oder die von den XLR-Outs an<br />

die Arbeitsketten gelieferte kantigere<br />

und frischere, näher an die Hörer herantretende<br />

Aufführungsweise?<br />

Nach diversen CDs mussten selbst eingefleischte<br />

Röhraner eingestehen, dass<br />

DER SHANLING-PLAYER<br />

BEDIENT DIVERSE<br />

GESCHMÄCKER<br />

der Burr-Brown-gepufferte XLR-Ausgang<br />

mit den aktuell verwendeten Anlagen<br />

(unter anderem mit der Sugden Vor/<br />

End vom Märzheft) schlicht und ergreifend<br />

besser klingt.<br />

Für alle Fälle trotzdem nützlich, die softere<br />

Anschlussmöglichkeit im Petto zu<br />

haben. Dem CD 2.1 wegen seiner ECC<br />

82 einen Strick zu drehen, kam ohnehin<br />

nicht in Frage. So oder so hörte sich beispielsweise<br />

eine Geige über ihn viel materieller,<br />

viel mehr nach Holz, Rosshaar<br />

und Kollophonium als über einen<br />

0/8/15-Spieler an. Selbst der eigentlich<br />

feine SA 15 S von Marantz (der aber bei<br />

SACDs reüssiert) flüchtete nach kurzem<br />

CD-Vergleich erschrocken zurück ins<br />

Referenzenregal. So stand es außer Frage,<br />

dass Shanlings CD 2.1 stolze 110<br />

Punkte bekam.<br />

Im Gegensatz zum Player verhielt sich<br />

der schmucke Vollverstärker A 2.1 zunächst<br />

etwas scheu. Es tönte angenehm,<br />

luftig-bewegt und schön warm.<br />

Dabei schien er aber in den ersten Stunden<br />

seine samtigen Pfoten partout nicht


ganz auf den Boden zu kriegen – und<br />

schon gar nicht die Krallen. Nach einigen<br />

Tagen knallten aber Fußtrommel-Kicks<br />

so wie sie sollten, die verwegenen Basspulse<br />

von „Jazz for Japan“ luden zum<br />

Mitwippen ein. Schließlich wagte es der<br />

Shanling sogar Creeks Destiny 2 herauszufordern<br />

(4/02, 110 Punkte, 2000 Euro).<br />

Der bewährte Vollverstärker-Musterknabe<br />

agierte dann aber doch um einen<br />

Hauch flüssiger, musikalischer. Bevor<br />

die Tester dem Engländer nun aber gratulierten,<br />

drehte ein Jungspunt mit seiner<br />

Rockmusik die Hähne weiter auf.<br />

Was den Shanling geradezu in Hochform<br />

versetzte – während der Creek auf<br />

Anweisung seiner Schutzschaltung verstummte.<br />

So erhielt der Shanling-Amp die gleiche<br />

Punktzahl. Nach den Erfolgen der Netzwerk-Kombi<br />

M 3.1 / H1.1 im Februarheft<br />

und nun der 2.1-Kombi sieht es zuletzt<br />

ganz danach aus, als würden wir von<br />

dem chinesischen Hersteller (der unlängst<br />

die EU-Firmen Yba und Onyx unter<br />

seine Fittiche nahm) noch Einiges hören.<br />

Nur zu, Audio freut sich darauf!<br />

STECKBRIEF<br />

SHANLING<br />

CD 2.1<br />

Vertrieb<br />

Sound & Movie<br />

0 421 / 166 940 73<br />

www.<br />

soundundmovie.de<br />

Listenpreis<br />

1500 Euro<br />

Garantiezeit<br />

2 Jahre<br />

Maße B x H x T<br />

46 x 12 x 41,5 cm<br />

Gewicht<br />

10,2 kg<br />

AUSSTATTUNG<br />

Zufallstitelwahl<br />

•<br />

Spielzeit Titel / CD / Programierung • / • / –<br />

Restzeit Titel / CD / Programierung • / – / –<br />

Wiederholung CD / Titel / A–B • / • / –<br />

Fernbedienung<br />

• (System-FB)<br />

Ausgang regelbar / fixed<br />

– / •<br />

Ausgang Cinch / XLR<br />

• / • (Röhren/ICs)<br />

Digitalausgang Cinch / Optisch • / –<br />

Kopfhörerausgang / regelbar – / –<br />

Digitaleingang Cinch / Optisch • / – / •<br />

/ USB<br />

USB-Host / iPod – / –<br />

Besonderheiten –<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅKlingt untenrum<br />

materiellecht,<br />

oben luftig<br />

ÍKein Kopfhörer-<br />

Ausgang.<br />

Klang CD 110<br />

Ausstattung<br />

gut - sehr gut<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

FAZIT<br />

Verstärker › STEREO-KOMBIS<br />

STECKBRIEF<br />

Johannes Maier<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Sorry guys, die Rechnung, dass chinesische<br />

Hersteller nichts anderes<br />

zu tun haben, als für westliche Entwickler<br />

die billige Werkbank zu<br />

spielen, geht schon lange – und mit<br />

dieser Shanling-Kombi schon zweimal<br />

nicht mehr auf. Interessanterweise<br />

bestechen der Vollverstärker<br />

A 2.1 und der CD-Player CD 2.1 nicht<br />

nur mit Schönheit und exquisiter<br />

Bauteil-Bestückung – sie benahmen<br />

sich im Audio-Hörraum auch<br />

prompt wie anspruchsvolle Diven:<br />

<strong>Sie</strong> tauten erst nach mehreren<br />

Tagen Einspielzeit richtig auf.<br />

SHANLING<br />

A 2.1<br />

Vertrieb<br />

Sound & Movie<br />

0 421 / 166 940 73<br />

www.<br />

soundundmovie.de<br />

Listenpreis (Paar) 1500 Euro<br />

Garantiezeit<br />

2 Jahre<br />

Maße B x H x T<br />

46 x 12 x 41,5 cm<br />

Gewicht<br />

15,2 kg<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Phono MM / MC – / –<br />

Hochpegel Cinch / XLR 4 / 1<br />

Festpegel Eingang 1<br />

PreOut / TapeOut 1 / –<br />

Lautsprecherpaare 2 (parallel)<br />

Kopfhörer<br />

•<br />

FUNKTIONEN<br />

Aufnahmewahlschalter –<br />

Klangregler/ abschaltbar – / –<br />

Loudness –<br />

Besonderheiten –<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅKlingt in den Höhen fein,<br />

atmosphärisch, in den<br />

Mitten bei ordentlicher<br />

Power-Reserve stets<br />

locker und charmant<br />

Í Rockfans könnten sich<br />

noch etwas kantigere<br />

Bässe wünschen. Relativ<br />

lange Einspielzeit.<br />

Klang Cinch sehr gut 110<br />

Klang XLR sehr gut 110<br />

Ausstattung<br />

gut<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

REFERENZ<br />

SELECTION<br />

FÜR KLANG,<br />

DER UNTER DIE<br />

HAUT GEHT<br />

Erleben und hören <strong>Sie</strong> unsere Referenz<br />

Selection Kabel auf der High End<br />

LIVE BEI<br />

<strong>AUDIO</strong> EXKLUSIV<br />

ELAC<br />

DENON<br />

NAD<br />

REVOX<br />

T+A<br />

Halle 3<br />

Stand C08<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

110 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

110 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

65<br />

www.in-akustik.de/referenzselection


Musik › POP & ROCK<br />

| POP | OLDIES | JAZZ | KLASSIK | auf CD, SACD und LP<br />

DAVID BOWIE<br />

The Next Day<br />

Columbia/Sony (CD, 2 LPs+CD)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Pop, Rock<br />

POP-CD DES MONATS<br />

DAVID BOWIE: HIS DUKENESS –<br />

READY FOR THE NEXT DECADE<br />

Wohin zieht es ihn diesmal? Der Mann mit den vielen Gesichtern<br />

reflektiert in einem famos selbstreferenziellen Werk<br />

quasi sein ganzes Popleben – und bleibt doch: David Bowie.<br />

Er hat nichts verlernt, der Meister<br />

der Camouflage, das Chamäleon,<br />

das den Wandel zum Prinzip erkor. Zehn<br />

Jahre nach „Reality“ überraschte David<br />

Bowie am 8. Januar zu seinem 66.<br />

Geburtstag mit „Where Are We Now?“,<br />

einer wunderbar-explizite Erinnnerungsballade<br />

an seine Berlin-Trilologie („Low“,<br />

„Heroes“, „Lodger“), an Potsdamer<br />

Platz, „Dschungel“ oder KaDeWe. Nun<br />

folgt das komplette Album „The Next<br />

Day“ – und hier verdeckt ein weißes<br />

Titel-Quadrat das klassische „Heroes“-<br />

Motiv. Das Rätselspiel kann also beginnen:<br />

Where is he now?<br />

Der Titelsong bläst als Opener den Kopf<br />

weg: mystisch, düster, dynamisch, dazu<br />

ein schmutziges Saxofon à la Morphine.<br />

„The Stars (Are Out Tonight)“<br />

reißt als positives Kraftpaket mit,<br />

dank hymnisch getriebenem<br />

Pop, treffsicheren „Sha-la-<br />

La“-Vocals und gewohnt<br />

spaciger Aura. Ähnliche<br />

Power entfaltet, in<br />

rhythmisch zerhackter<br />

Rockmelodik und<br />

gekrönt von Bowie-<br />

Chorussen, das herbe<br />

„Love Is Lost“. „I‘d Rather<br />

Be High“ verbreitet gefälligcharmant<br />

gute Laune – fast<br />

will man mitpfeifen. „Boss<br />

Of Me“ gefällt als aufreizend<br />

strukturierter Rocker, dunkel,<br />

heavy. Bei „Dancing In The Space“ ist<br />

der Titel zugleich Fingerzeig: Hier gehen<br />

Space-Flair plus 80er-Dance-Music<br />

eine innige Verbindung ein. Als feiner<br />

Schluss akkord legt sich „Heat“ getragen<br />

aufs Gemüt.<br />

Die 14 Stücke (plus drei lohnende Boni<br />

in der Deluxe-Version) funktionieren exzellent.<br />

– und mitnichten ist „The Next<br />

Day“ als altersweise abzuhaken: Viel zu<br />

quirlig sprüht es vor Ideen, lässt zu viele<br />

Facetten schillern zwischen Psychedelia<br />

und (Hard-)Rock, gar Jazz-Sprengseln.<br />

Der Künstler Bowie hat nach wie vor<br />

Relevanz, trotz einzelner Selbstzitate.<br />

Gleichzeitig fordern die Stücke, logisch<br />

bei dem Oeuvre, zur stilistischen Schnitzeljagd<br />

heraus, zwischen „Thin White<br />

Duke“-Mummenschanz, von Berlin bis<br />

„Heathen“ oder „Reality“. Aus jener<br />

Phase rekrutierte er sein Nukleus-Team,<br />

mit den Gitarristen David Torn / Earl<br />

Slick, mit Gail Ann Dorsey / Tony Levin<br />

am Bass – plus Ur-Svengali/Produzent<br />

Tony Visconti. Das Klangbild ist oft verhallt,<br />

auch gewollt schwammig, zeigt<br />

dennoch klare Konturen und Dynamikimpulse<br />

– nicht superb, aber mehr als<br />

nur okay. Unterm Stich heißt das: Vergnügen<br />

satt – weil der 2013er Bowie<br />

Vertrautes und Erneuerung richtig mixt,<br />

ihn eine souveräne Stil-Art und ausgeprägter<br />

Individualismus auszeichnen.<br />

Claus Böhm<br />

... Ziggy Stardust; Heroes; Let’s Dance<br />

66<br />

www.audio.de ›05 /2013


<strong>AUDIO</strong>PHILE CDS DES MONATS<br />

The DeSoto Caucus<br />

Offramp Rodeo<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Milk Carton Kids<br />

The Ash & Clay<br />

Musik › POP & ROCK<br />

Glitterhouse/Indigo (CD, LP)<br />

Desoto Caucus? Nie gehört“, sagt das Auge beim Blick aufs Cover.<br />

„Ach was, diesen Sound kenn’ ich doch!“, kontert das Ohr nach<br />

ein paar Takten – und hat Recht: Hinter dem leicht sperrigen Namen<br />

stecken nämlich die Herren Dombernowsky/Heyman/Lund/Pedersen –<br />

Qualitäts musikfreunden bekannt als Begleitband von Howe Gelb, dem<br />

heimlichen CEO der Americana-Szene. Außerdem musiziert der Vierer<br />

aus dem dänischen Aarhus (klar doch – seit wann haben Cowboys das<br />

Monopol auf TexMex-Musik?) auch für Mark Lanegan und Lambchop.<br />

Nun gibt’s zum zweiten Mal<br />

nach 2008 Lieder aus eigener Calexico; Friends Of Dean Martinez<br />

Feder: staubige, herrlich melodische<br />

(„Leaving Odessa“)<br />

Moritaten zwischen Country,<br />

Folk und Blues, vertont mit<br />

dunkel raunender Stimme,<br />

typischem Americana-Instrumentarium<br />

(plus Posaune,<br />

Klarinette und Piano) und<br />

eingefangen in einem trockenen,<br />

warmen Vintage-Sound,<br />

Lichtjahre entfernt vom<br />

Bits-&-Bytes-Klangterror der<br />

Gegenwart. Christof Hammer Musik:<br />

Klang:<br />

Anti/Indigo (CD, LP)<br />

Zwei Sänger, zwei Gitarren – that’s it. Ein denkbar einfaches Konzept<br />

... das indes schnell langweilig werden kann: Selbst Größen wie<br />

Simon & Garfunkel bauten nicht ausschließlich auf die Magie ihrer<br />

Stimmen und ihre Fingerfertigkeit. Kenneth Pattengale und Joey Ryan<br />

aus Kalifornien dagegen haben die Chuzpe, nur mit einer 1951 Gibson<br />

J-45 und einer Martin 0-15 Baujahr 1954 vor Neumann- und AEA-Mikrofone<br />

zu treten und ihre zwölf Folk-Songs mal eben live einzuspielen<br />

– ganz aufs Wesentliche konzentriert. Harmonische Vocals und virtuos<br />

Everly Brothers, Simon & Garfunkel<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

gezupfte Gitarren ergeben<br />

in intimem Tête-à-Tête ein<br />

ein prächtiges Album, das<br />

zudem mit lupenreinem<br />

Sound überzeugt. Okay, die<br />

Ortbarkeit der Instrumente<br />

könnte etwas ausgeprägter<br />

sein – die Gitarren nehmen<br />

mitunter das ganze Stereopanorama<br />

ein, sind ineinander<br />

verwoben. Doch immer bleibt<br />

die Aufnahme durchlässig,<br />

natürlich und warm timbriert.<br />

Wenn nur alles im Leben so<br />

einfach wäre. Michael Sohn<br />

SCHÄTZE DES MONATS<br />

Johnossi Transitions<br />

Columbia/Sony (CD)<br />

Die bisherigen drei Alben von<br />

John Engelbert voc., git.)<br />

und Oskar „Ossi“ Bonde (Drums)<br />

gefielen durch eine charmante<br />

Lässigkeit: keinesfalls semiprofessionell,<br />

das alles, aber (bei viel Liebe<br />

zu lärmender Rotzigkeit) halt eher<br />

locker aus dem Ärmel geschüttelt.<br />

Mit „Transitions“ wollen es<br />

die beiden Schweden nun richtig<br />

wissen. Das kann zu Verkrampfungen<br />

führen, zu Pathos, Posen – zu<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Gedöns halt. Das Gegenteil ist der<br />

Fall: Mit großem Gedeck (Streicher<br />

plus die Keyboards von Martin Hederos; The Soundtrack Of Our Lives)<br />

sowie dem Produzentenduo Björn Yttling (Lyyke Li, Primal Scream /<br />

Pontus Winnberg (Miike Snow) schmiedeten Johnossi großen, griffigen<br />

Poprock, der raue Saitenpower mit elektronischer Eleganz respektive<br />

Giftigkeit („Seventeen“) verbindet. Dazu die schwere Männerstimme<br />

von John Engelbert – und das ganze klingt (etwa in „Alone Now“) wie<br />

die skandinavische Antwort auf die Kings Of Leon. Oder wie eine mit<br />

ordentlich Testosteron gepimpte Mutation von Nordic Pop von ABBA<br />

bis A-ha. Eine Disc wie ein Fisherman‘s-Friend-Drop. Christof Hammer<br />

The Soundtrack Of Our Lives, Andreas Johnson, Mando Diao<br />

Daughter If You Leave<br />

4AD / Beggars / Indigo (CD, LP)<br />

Klar, die Parallelen sind unüberhorbar: die weite Räume abmessenden<br />

Gitarre-Synthie-Dialoge, die kühlen Vocals von Elena Tonra, die<br />

konsequent durchgehaltenen one-word-Songtitel („Youth“, „Still“, „Human“)<br />

– bei Daughter orientiert sich einiges an The xx, dem derzeitigen<br />

Marktführer dieses Stils. Etwas mehr Eigenständigkeit hätte es also<br />

schon sein dürfen. Aber ähnlich wie bei der von Jürgen Klopp Richtung<br />

Bayern München losgeschickten „die kopieren ja nur“-These gilt<br />

auch in diesem Fall: Hier macht jemand fraglos einen exzellenten Job,<br />

nämlich zeitlosen, ätherisch-ästhetischen Minimalismus-Pop. Und was<br />

ist in der Musik und im Fußball schließlich noch „original“ im Wortsinn?<br />

Zur Strafe muss „If You Leave“ dafür ohne den Überraschungseffekt<br />

des xx-Debüts auskommen – und kompensiert dies prächtig. Auch<br />

dieses Londoner Trio vermag „große“ Grooves, Synth-Loops und mal<br />

messerspitze, mal grobkörnig-raue Saitenklänge zu magischen Soundscapes<br />

zu schichten und beherrscht<br />

das Spiel aus Stille und Dichte in<br />

den Arrangements auch über volle<br />

45:40. Und Songs wie „Shallows“<br />

oder „Winter“ sind Perlen des<br />

Indie-Ambient – vom wem und aus<br />

welchem Jahrgang auch immer sie<br />

stammen. Christof Hammer<br />

The xx, Deptford Goth, Dark Dark Dark<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Fotos: Warner Music, Petra Stadler / Universal / Harmonia Mundi / Sony<br />

www.audio.de ›05/2013 67


Musik › POP & ROCK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Short Shots<br />

Leslie Clio Gladys (Universal; CD, LP)<br />

Dem leckeren Appetizer „Told<br />

You So“ lässt die Hamburger<br />

Sängerin ein Album mit Klängen<br />

von Chanson bis TripHop und<br />

Sixties-Soul folgen, die Tomte-<br />

Bassist Nikolai Potthoff in eine<br />

clevere, cineastisch angehauchte<br />

Produktion steckte: halb Deutschlands<br />

Antwort auf Lana Del Rey,<br />

halb die erwachsene Schwester<br />

von Annett Louisan. ham<br />

Suede Bloodsports (Ryko/Warner; CD, LP)<br />

In Quintettbesetzung, aber ohne<br />

ihren langjährigen Saitenmann<br />

Bernard Butler frönen die Briten<br />

dem bandtypischen Dreiklang<br />

aus „Lärm, Drama und Melodie“.<br />

Nennenswert Neues fügen Brett<br />

Anderson & Co. ihrem Oeuvre so<br />

nicht hinzu – zwei, drei schöne,<br />

gewohnt grell geschminkte Songs<br />

aber durchaus. ham<br />

Konstantin Wecker Wut und Zärtlichkeit<br />

– Live (Sturm & Klang / Alive; 2 CDs)<br />

Auch nach 40 Bühnenjahren pflegt<br />

der Kraftkerl des deutschen (Polit-)<br />

Chansons die Gabe der Empörung,<br />

um gegen „Absurdis tan und<br />

Raffistan“ zu wettern. Dazu gibt’s<br />

sensitive bis saftige Couplets<br />

über die Freuden des Lebens;<br />

alles gespielt von einer glänzend<br />

disponierten Band und klanglich<br />

prächtig aufgezeichnet 2011 u. a.<br />

in Essen und Frankfurt/Main. ham<br />

Pop, HipHop, Folk<br />

Bastille<br />

Bad Blood<br />

Brit-Rock<br />

Virgin/Universal (CD)<br />

Mit dem Albumerstling gleich Rang 1 der<br />

englischen Hitparade zu entern: Das schafft<br />

nun auch nicht jeder. Was also ist dran an<br />

Bastille? In jedem Fall kombiniert dieses Londoner<br />

Quartett popkulturelle Einflüsse sehr<br />

individuell: Die Rhythmen auf „Bad Blood“<br />

reichen von Drum & Bass bis HipHop, die<br />

Atmosphären von David-Lynch-Morbidität bis<br />

zu forschem Partypop und erhabenen Shanty-<br />

Chören – und die Texte, die teils „Rückschau<br />

halten auf die Person, die man geworden ist“<br />

(Frontmann Dan Smith), sind unbedingt Teil<br />

des Erfolges. Nach 08/15-Britpop klingt all das<br />

zu keiner Sekunde – und allein dies macht<br />

Bastille zu einer Bereicherung für die derzeit<br />

eher berechenbare UK-Szene. Christof Hammer<br />

Alex Clare, The Streets, The Presets<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Avantgarde-Indiepop<br />

Atoms For Peace<br />

Amok<br />

Retro-Synthie-Pop<br />

XL Recordings / Beggars / Indigo (CD, LP, LP+CD )<br />

Diese Indie-Supergroup (u. a. mit Thom<br />

Yorke und Flea) präsentiert sich als uneitles,<br />

forsch(end)es Kollektiv mit Hang zu perkussiver<br />

Dominanz und permanent mäandernden<br />

Bassfiguren. Der Rhythmus ist überpräsent,<br />

obwohl er sich beständig sträubt und<br />

Haken zwischen Dubstep, Samba und Krautrock<br />

schlägt, die Gitarren- und Synthiefiguren<br />

sind subtil, obwohl eigentlich gerade sie die<br />

geisterhaften Gesangslinien besser verortbar<br />

machen könnten. Doch just diese harmonische<br />

Instabilität, die nervöse Melan cholie und<br />

die Diktatur synthetischer Beats ergeben am<br />

Ende eine hybride und eigenständige Platte,<br />

die stets den Gesamtsound und nicht die<br />

einzelnen Egos betont. Daniel Vujanic<br />

Thom Yorke: „Eraser“; Africa Hitech<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Stornoway Tales From Terra Firma<br />

(4AD / Beggars / Indigo; CD, LP+CD)<br />

In stilistischer Nähe zu den Überfliegern<br />

Mumford & Sons siedelt<br />

dieses Quartett aus Oxford seinen<br />

naturverbundenen Folkpop an.<br />

Stärker noch als bei den meisten<br />

Kollegen klingt der Stornoway-<br />

Sound dabei nach den 70er Jahren<br />

– also so untrendy, dass es schon<br />

fast wieder trendy wirkt. ham<br />

Arkells Michigan Left (Organisation/Soulfood;<br />

CD, LP+MP3-Code)<br />

Die Keyboards zwitschern „Pop!“,<br />

die Gitarren sagen „Rock!“ – der<br />

kanadische Fünfer Arkells macht<br />

aus dieser Konstellation zehn<br />

gut gelaunte Dreiminüter, die<br />

US-Größen wie Fleetwood Mac,<br />

Hall & Oates oder Springsteen<br />

huldigen. Ein geschmeidiger<br />

Kompromiss aus Indie-Rock und<br />

Modern Mainstream. ham<br />

Johnny Marr<br />

The Messenger<br />

Warner Bros. / Warner (CD, LP)<br />

Wer ist Johnny Marr? Der melancholischsensitive<br />

Saitenzauberer, wie man ihn aus<br />

Smiths-Zeiten kennt? Oder das Chamäleon,<br />

das in allerlei Teilzeitengagements bei Bands<br />

wie Modest Mouse oder The Cribs durch<br />

Unauffällig- und Anpassungsfähigkeit eher<br />

irritierte als begeisterte? Auch Marrs zweites<br />

Soloalbum liefert keine finalen Antworten:<br />

Mal ungewohnt ruppig, mal mit vertraut perlenden<br />

Rickenbacker-Licks geht es durch Pop<br />

und Rock, der es schlicht vorweigert, sich auf<br />

eine „britische“ oder „amerikanische“ Gangart<br />

festzulegen. Das ist kaum spektakulär,<br />

aber immer sympathisch – und ein dynamisches<br />

Bekenntnis zum „sowohl als auch“<br />

anstatt zum „entweder oder“. Christof Hammer<br />

Oasis, Paul Weller<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

OMD<br />

English Electric<br />

BMG Rights / Rough Trade (CD, CD+DVD, 2 LPs)<br />

Irgendwie ähnelt der Synthiepop aus dem<br />

OMD-Klanglabor einem Computer: Kaum<br />

fertiggestellt, hinkt das Ding technisch schon<br />

bald wieder völlig hinterher. Spielt man<br />

allerdings ein wenig damit herum, entfaltet<br />

es hübsch nostalgischen Charme. Die Herren<br />

Humphries/McCluskey/Cooper/Holmes nutzen<br />

sehr smart diesen Effekt, versuchen auf<br />

„English Electric“ erst gar nicht, up to date<br />

zu klingen, sondern montieren Selbst- und<br />

Kraftwerk-Zitate und kluge Fragen über die<br />

Wechsel beziehungen zwischen Gesellschaft<br />

und Technik zum vielleicht besten Statement,<br />

das man anno 2013 hätte abgeben können.<br />

Gäste: Karl Bartos (Ex-Kraftwerk) und Claudia<br />

Brücken (ehemals Propaganda). Christof Hammer<br />

Dazzle Ships (1983); Simple Minds, Commodore C64<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

68<br />

www.audio.de ›05 /2013


Elektropop, Synthie-Blues<br />

Columbia/Sony (CD, 2 CDs, 2 LPs)<br />

„Violator!“, raunten sich vermeintliche Insider<br />

schon Wochen vor Veröffentlichung zu, sei die<br />

Referenzgröße für „Delta Machine“ – das wohl<br />

beste Depeche-Mode-Album also, auf dem<br />

der zu Karrierebeginn nur niedliche Synthiepop<br />

der Basildon-Boys 1990 zu voller Blüte reifte<br />

wie seinerzeit die rote Rose auf dem Cover.<br />

Das weckt natürlich Erwartungen – die „Delta<br />

Machine“ auf eindrucksvolle Weise nicht erfüllt.<br />

Was in erster Linie heißt, dass die Briten<br />

voll auf der Höhe der Zeit musizieren – und<br />

nicht sich selbst zwei Jahrzehnte hinterher. Am<br />

ehesten „Violator“-verwandt: „Broken“ und<br />

„Should Be Higher“ mit straighten Beats und<br />

melancholischen Vocals; freilich ohne ganz große<br />

Hooklines. Zweites Standbein des Albums:<br />

Sounds Of The Universe, Exciter, Black Celebration<br />

Delta Machine<br />

jener Elektroblues, der in der letzten Dekade<br />

zum Markenzeichen der Band geworden ist:<br />

„Slow“ und das zweistimmig gesungene „My<br />

Little Universe“ sind Klagelieder voll bluesiger<br />

Gitarren und fies kreischender Synthies. Das<br />

imposan te „Alone“ schiebt dann düstere<br />

Loops durch eine weiträumige Produk tion (erneut<br />

am Pult: Ben Hillier), „Secret To The End“<br />

(stark) und „Heaven“ leben von mächtigem<br />

motorischem Pulsieren. Klarster Hit: „Soothe<br />

My Soul“, ein Zwitter aus „Policy Of Truth“ und<br />

„Personal Jesus“. Macht 57:55 druckvollen<br />

Synthie-Rock, wieder dichter komponiert als<br />

auf den Vorgängerdiscs – wobei die Melodien<br />

eben nicht die Eleganz und zwingende Intensität<br />

von „Violator“ entwickeln. Christof Hammer<br />

<strong>AUDIO</strong> MUSIK:<br />

SO TESTEN WIR JEDEN<br />

MONAT DIE NEUEN CDS<br />

● <strong>AUDIO</strong> Musik stellt jeden Monat die<br />

wichtigsten neuen Tonträger vor.<br />

Erfahrene Rezensenten bewerten nach<br />

den folgenden Kriterien:<br />

● Musik (Pop, Oldies, Jazz) bzw. Interpretation<br />

(Klassik): für die künstlerische Leistung<br />

● Klang für die Aufnahmequalität<br />

● Bei DVDs nach Bild, Inhalt und Klang<br />

● <strong>AUDIO</strong>-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes<br />

Album von hoher Qualität oder Interpret mit<br />

ähnlichem Musikstil<br />

● In allen Sparten vergibt <strong>AUDIO</strong> Musik<br />

null bis fünf Ohren.<br />

Das Raster:<br />

überragend<br />

sehr gut<br />

gut<br />

befriedigend<br />

ausreichend<br />

<strong>AUDIO</strong>-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes<br />

Album von hoher Qualität oder Interpret<br />

mit ähnlichem Musikstil.<br />

Musik › POP & ROCK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Rock<br />

Black Rebel Motorcycle Club<br />

Specter At The Feast<br />

Abstract Dragon / Cooperative / Universal (CD, LP)<br />

Der Black Rebel Motorcycle Club macht Harley-<br />

und Vespa-Fahrer zugleich glücklich: Nach<br />

ein paar gnadenlos rockigen Runden voller<br />

Noise und Fuzz, heftigen Gitarrengewittern,<br />

bedrohlichem Bassgrummeln und donnernden<br />

Drumbeats – also gerade wenn das Trio<br />

aus San Francisco auf Betriebstemperatur<br />

gekommen ist –, wird ein bis zwei Gänge<br />

zurückgeschaltet und die schwarze Lederkluft<br />

gegen einen Mod-Parka eingetauscht. Und<br />

plötzlich cruisen und driften BRMC in Zeitlupe<br />

durch psychedelische Tracks, die auch gut in<br />

Manchester geschrieben worden sein könnten.<br />

Durch die Brüche ein sehr kurzweiliges<br />

Album, das allerdings irritierend höhenarm<br />

und etwas undifferenziert klingt. Michael Sohn<br />

Spiritualized, Ride, Monster Magnet<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Pop, Jazz, Country<br />

Willie Nelson<br />

Let’s Face The Music And Dance<br />

Sony (CD)<br />

Mit seiner Rückkehr 2012 zu Sony Music<br />

startete Willie Nelson die Rückbesinnung auf<br />

alte Musikwerte. Die CD „Heroes“ war sein<br />

Abgesang auf den Heldenstatus und das<br />

Loblied auf den guten Song – viele Lieder<br />

datierten aus den 1930er- bis 1950er-Jahren.<br />

Diesem Kurs bleibt der 80-Jährige auf der<br />

neuen CD treu. Routiniert, aber anmutig in<br />

der Interpretation und in schnörkellosem<br />

Sound steuern Nelson & Family durch gut<br />

abgehangenes Liedgut von Mack Gordon,<br />

Carl Perkins und Irving Berlin (er schrieb<br />

1936 den Titelsong, den Fred Astaire für den<br />

Film „Marine gegen Liebeskummer“ sang).<br />

Eine nette Old-Fashion-Kollektion aus Pop,<br />

Jazz und Country. Willi Andresen<br />

Heroes, American Classic (2009)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

... und läuft!<br />

Was zu Hause so rauf- und runterläuft:<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur Christof Hammer<br />

erinnert an vergessene Perlen und verrät<br />

Dauerbrenner sowie Platten für die Insel.<br />

Big Country: The Crossing (Mercury)<br />

Die Karriere der Briten verlief teils tragisch<br />

(Bandgründer Stuart Adamson starb<br />

2001; vermutlich durch eigene Hand) und<br />

musikalisch eher enttäuschend – aber das<br />

1983er-Debüt (auf Vinyl und in rot) hole ich<br />

immer wieder gerne aus dem Schrank:<br />

Edgar-Allen-Poe-artige-Songdramen<br />

wie „Porrohman“ oder<br />

„The Storm“ und die legendären<br />

„Dudelsack“-Gitarren des Duos<br />

Adamson / Bruce Watson sind<br />

noch heute gänsehauttauglich.<br />

Fad Gadget / Frank Tovey (Mute) Und<br />

noch ein Toter, der unvergessen bleibt: Wie<br />

der Elektropop-Pionier Fad Gadget zum<br />

Countryblues-Recken Frank Tovey<br />

mutierte, zeigt die Box „Fad Gadget<br />

By Frank Tovey“. 2002 starb<br />

der Brite an Herzversagen. Wer<br />

noch Origi naldiscs wie „Gag“<br />

(’84) oder „Tyranny And The Hired<br />

Hand“ (’89) besitzt: behalten!<br />

www.audio.de ›05/2013 69


Musik › POP & ROCK<br />

Psychedelic-Rock<br />

Pop, Blues, Reggae<br />

Soul, Rock, Brit-Pop<br />

Junip<br />

Junip<br />

City Slang / Universal (CD, LP)<br />

Als Kind der 80er-Jahre beäugt man alles,<br />

was nur entfernt nach 70’s klingt, tendenziell<br />

skeptisch. Die Musik der Eltern? „Au weia“,<br />

denkt man reflexartig. Doch dann kommt<br />

José González mit seiner Band Junip und<br />

geht konsequent den Weg weiter, den er<br />

mit dem vorzüglichen 2010er-Debüt „Fields“<br />

eingeschlagen hat: Sein „Hippie-Rock“ setzt<br />

auf psychedelisch schwebende Orgelflächen,<br />

krautrockige Repetition – und jenen zarten<br />

Schmelz in der Stimme, den José zum Glück<br />

nicht ablegen kann, auch wenn er hypnotischverdichtete,<br />

pumpenden Tracks singt anstatt<br />

den Folk-Barden zu geben. Eine schön eingefangene,<br />

detailreiche Aufnahme, die zudem<br />

klingt wie aus einem Guss. Michael Sohn<br />

Animal Collective, Can, José González<br />

Eric Clapton<br />

Old Sock<br />

Bushbranch Records / Polydor / Universal (CD)<br />

Ein gelungener Abstecher von der strikten<br />

Blues-Mission: Auf seinem 21. Studioalbum<br />

besinnt sich Eric Clapton auf die relaxten<br />

Sounds und Rhythmen, wie sie z. B. 1974<br />

sein Meisterwerk „461 Ocean Boulevard“<br />

prägten. Natürlich bleibt der 68-Jährige in<br />

„Still Got The Blues“ (Gary Moore) und<br />

„Goodnight Irene“ (Leadbelly) den Zwölftaktern<br />

verbunden, doch er variiert diese<br />

mit Reggae (Peter Toshs „Till Your Well Runs<br />

Dry“) und Jazz („Our Love Is Here To Stay“<br />

von George & Ira Gershwin). Entspannt und<br />

konzentriert assistierten Cracks wie J. J. Cale<br />

(„Angel“), Chaka Khan („Gotta Get Over“),<br />

Paul McCartney („All Of Me“) und Steve Winwood<br />

(„Still Got The Blues“). Willi Andresen<br />

461 Ocean Blvd., Slowhand, The Road To Escondido<br />

Edwyn Collins<br />

Understated<br />

AED / Rough Trade (CD, LP)<br />

Während sich auf der „MS Britpop“ Sternchen<br />

Marke Kate Nash im Ballsaal tummeln<br />

und auf der Brücke Seebären wie Depeche<br />

Mode oder Muse den Kurs bestimmen, sind<br />

Typen wie Edywn Collins quasi die Heizer,<br />

die im Maschinenraum den Kahn am Laufen<br />

halten. Wie der Schotte nach zwei Schlaganfällen<br />

nun wieder im Dienst des guten Geschmacks<br />

malocht, ist medizinisch wie musikalisch<br />

beachtlich. Von Motown-Soul über<br />

Velvet-Underground-Rock bis Country und<br />

Twang-Pop geht die Fahrt auf „Understa ted“,<br />

und dank Collins’ reifem Bariton und dichter<br />

Arrangements voller Bläser oder Glockenspiel<br />

hat hier alles Charisma – und bisweilen sogar<br />

Hitpotenzial („In The Now“). Christof Hammer<br />

alles von Orange Juice; R. Hawley, Elvis Costello<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

GEHEIMTIPP<br />

Christof Hammer<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Nanu, wurde da im Presswerk das<br />

Master vertauscht?, denkt der John-<br />

Grant-Experte rund 30 Sekunden lang.<br />

Dann ist das nervös pulsierende Synthie-<br />

Intro vorbei, die Stimme des Amerikaners<br />

(ehemals Frontmann der feinen Band The<br />

Czars) entfaltet ihren Wiedererkennungswert<br />

– doch die Irritation bleibt. Denn den<br />

70er-Jahre getönten Folk seines famosen<br />

2010er-Solodebüts „Queen Of Denmark“<br />

dockt Grant hier an dunkle bis fast technoide<br />

(„Sensitive New Age Guy“) Elektro pop-<br />

Soundscapes an. So weit, so normal. Doch<br />

wie Grant seine Seelenqualen zwischen Drogen-/Alkoholsucht<br />

und HIV-Erkrankung vertont<br />

(„I am the greatest motherfucker you‘ll ever<br />

gonna meet“, säuselt er zuckersüß in „GMF“<br />

– was man ihm vermutlich besser mal glauben<br />

sollte), das ist große Kunst: Verzweiflung und<br />

Leid(en) kommen ohne jede Tendenz zum<br />

Selbstmitleid daher, sondern so beklemmend<br />

selbstverständlich, als erzähle Grant von einem<br />

netten Kneipen abend mit guten Freunden.<br />

Dazu musizieren Bits und Bytes gespenstisch<br />

eigenständig vor sich hin, bis „Glacier“ mit<br />

Streichern und Beethoven-Piano ein klassisch<br />

schönes und selbstverständlich höchst trügerisches<br />

Finale setzt. Ein Album wie ein Gang<br />

über eine nur scheinbar gefrorene Eisdecke.<br />

Midlake, Gus Gus, Syd Barrett<br />

Art-Rock<br />

Amplifier<br />

Echo Street<br />

KScope / Edel (CD, 2 LPs)<br />

„Ich möchte mich nie wiederholen,“ dämpft<br />

Gitarrist und Sänger Sel Balamir die Erwartungen,<br />

das neue Album sei eine Fortsetzung<br />

des hochgelobten Vorgängers „The Octopus“.<br />

Zumal die Briten „am Anfang keine Idee<br />

davon hatten, wie ‚Echo Street‘ werden wird“.<br />

Das neue, vierköpfige Band-Line-up führte<br />

dann zu einem eigenständigen Art-Rock-<br />

Klon mit handgemachten, teils bombastisch<br />

aufquellenden Gitarrenläufen, feinen Vokalharmonien<br />

und dramaturgisch detaillierten,<br />

vielminütigen Long-Playern. „Ich denke, dass<br />

‚Echo Street‘ eine zeitlose Qualität hat“, meint<br />

Balamir – durchaus zu Recht. Das Klangbild<br />

geriet für eine Rockaufnahme wohltuend<br />

transparent und ausbalanciert. Claus Dick<br />

Tool, Steven Wilson, Porcupine Tree<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

John Grant<br />

Pale Green Ghosts<br />

Bella Union / Cooperative / Universal (CD, 2 CDs, LP)<br />

Musik:<br />

Klang:


Short Shots<br />

Elektro-Pop<br />

Reggae, HipHop<br />

PVT<br />

Homosapiens<br />

Felte / Rough Trade (CD, LP)<br />

Die Instrumentalband Pivot ist nach zwei<br />

Alben auf Warp und einer unfreiwilligen<br />

Namensänderung zu PVT beim Pop angekommen.<br />

Genau genommen beim Synthpop<br />

– mit Vorfahren wie Kraftwerk, DAF und<br />

Human League. Wohliges Sequenzertuckern,<br />

Synth-Arpeggios, kräftiges Schlagzeug und<br />

ein unterkühlt-stimmiger Gesang ergeben<br />

einen stringenten Popentwurf, der die<br />

Postrockvergangenheit des Trios gerade noch<br />

so (dank weniger verzerrter Gitarrenspuren<br />

und kantiger Rhythmik) erahnen lässt. Nicht<br />

zuletzt die Kunst des Weglassens macht „Homosapien“<br />

zu einem gelungenen Balanceakt,<br />

reich an cineastisch morphenden, futuristischen<br />

Stimmungen („Electric“). Daniel Vujanic<br />

Kraftwerk, Human League, Vangelis<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Gentleman<br />

New Day Dawn<br />

Indie-Pop<br />

Island / Universal (CD, Deluxe-CD, LP)<br />

Seit rund 20 Jahren bringt der Rheinländer<br />

das Blut seiner reggae- und hiphop-verliebten<br />

Fans in Wallung. Sein sechstes Studioalbum<br />

zum Bühnenjubiläum inszenierte Tilmann<br />

Otto alias Gentleman erstmals quasi im<br />

Alleingang: Vibes und Spirits wurden am heimischen<br />

Flügel erprobt, in der Domstadt eingespielt<br />

und dann mit Overdubs plus Backing<br />

Vocals in Jamaica angereichert: „Obwohl<br />

meist in Deutschland aufgenommen wurde,<br />

ist Kingston für mich immer noch der Ort,<br />

an dem ich das beste Feedback beim Voicen<br />

habe“. Ergebnis der Reise Köln-Kingston: satte<br />

Dancehall-Grooves, facettenreiche Sounds<br />

und tanzbeinschüttelnder Roots-Reggae in<br />

druckvoll-ausgewogenem Klang. Claus Dick<br />

Peter Tosh, Freundeskreis<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Palma Violets 180 (Indigo; CD, LP+CD)<br />

Britischer Rumpelrock Marke<br />

The Libertines, perlende Twang-<br />

Gitarren und die ab und an fast<br />

croonerhaften Vocals von Sam<br />

Fryer: Die Londoner Aufsteiger<br />

kreuzen typische 90er-Ruppigkeit<br />

mit überraschendem Sixties-Flair:<br />

very charming! ham<br />

Stereophonics Graffiti On The Train<br />

(Stylus/Indigo; CD, 2 CDs, LP)<br />

Radiopop mit Tom-Petty-Flair („Indian<br />

Summer“), rüder Rock („Take<br />

Me“), ein Muddy-Waters-artiger<br />

Blues („Been Caught Cheating“):<br />

Das achte Album der Waliser ist<br />

eine ziemlich bunte Mischung. Doch<br />

der Hörer hat nie das Gefühl, eine<br />

„für jeden ’was dabei“-Produktion<br />

zu hören, sondern das souveräne<br />

Statement einer Band mit verdammt<br />

weitem Horizont. ham<br />

The Dark Flowers Radioland (Alive, CD)<br />

Nette Idee des Ex-Goth-Rock-Heroen<br />

Peter Murphy (Bauhaus): Sam<br />

Shepards Autobiografie „The Motel<br />

Chronicles“ vertonte er quasi als<br />

Konzeptalbum. Mit Beifahrern wie<br />

Jim Kerr (Simple Minds) und Dot<br />

Allison (Massive Attack) entstand<br />

veritable Popkunst mit Banjo und<br />

Slide Guitar, teils jedoch etwas<br />

kopflastig arrangiert. cd<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Retro-Southern-Rock<br />

The Sheepdogs<br />

The Sheepdogs<br />

Atlantic/Warner (CD, LP+CD)<br />

Als erste Band ohne Vertrag zierte dieses<br />

kanadische Quartett 2011 das Cover des US-<br />

„Rolling Stone“. Nach drei selbst produzierten<br />

Alben (plus honorigen Juno-Awards) folgt<br />

nun das Major-Debüt. Primäres Merkmal:<br />

eine immens relaxte Herangehensweise. Ob<br />

Midtempo oder forciert: Alles pulst smart,<br />

nichts wirkt überreizt, weder Ewan Curries<br />

Vocals noch die songdienlich virtuosen Saitenduelle<br />

mit Leot Hanson („Ewan‘s Blues“).<br />

Der Kurs: klar retro, inspiriert von Southern-/<br />

Boogie-Rock Marke Allman Brothers oder<br />

Lynyrd Skynyrd; „Never Gonna Get My Love“<br />

erinnert gar an einen George-Harrison-Track.<br />

Starke Songs, authentisch interpre tiert: ein<br />

Werk ohne schales Retrofeeling. Claus Böhm<br />

Kings Of Leon, Black Crowes, Drive-By Truckers<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Kashmir<br />

E.A.R.<br />

Columbia/Sony (CD, 2 LPs)<br />

Dass sie Indie-Melancholie und Rockhymnen<br />

prächtig unter einen Hut bringen können,<br />

haben Kashmir auf Alben wie „Zitilites“<br />

eindrucksvoll bewiesen. „E.A.R.“ geriet nun<br />

viel skizzenhafter, ätherischer, ja verpeilter. Da<br />

kann ein Song schon mal erst nach fünf flächigen<br />

Minuten Gestalt annehmen oder aber<br />

ein toller Refrain kurzfristig wieder abtauchen.<br />

Nichtsdestotrotz steht die neue Freiheit<br />

den Dänen gut zu Gesicht und sorgt im<br />

Vergleich zum ernsten, verkniffenen „Trespassers“<br />

(2010) für luftiges Wohlbefinden. Zumal<br />

an Hits kein Mangel herrscht – nur eben in<br />

unmittelbarer Nachbarschaft manischer Field<br />

Recordings, organischer Klangmalerei und<br />

reizvoll bröseliger Texturen. Daniel Vujanic<br />

Zitilites (2003); Radiohead, Efterklang<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Paul Roland Bates Motel (Sireena /<br />

Broken Silence; CD)<br />

In den späten 80ern dachte der<br />

Brite dieses Projekt mit dem Velvet-Underground-Trio<br />

Moe Tucker,<br />

Nico (†) und Sterling Morrison (†)<br />

an. Jetzt stellte er die Skizzen mit<br />

seiner aktuellen Band fertig – und<br />

dockte dafür seine bekannt morbide,<br />

spätviktorianische Klangsprache<br />

an psychedelischen, beatlastigen<br />

Seventies-Rock an. ham<br />

Kavinsky Outbreak (Mercury/Universal,<br />

CD, LP)<br />

Mit „Nightcall“, der Titelmelodie<br />

des Kinohits „Driver“, ließ Vincent<br />

Belorgey 2011 mächtig aufhorchen.<br />

Als Kavinsky hämmert sich der<br />

Franzose jetzt vollsynthetisch durch<br />

retrofuturistischen Electro-House:<br />

krawallig, trashig und immer an<br />

der Grenze zwischen Ironie und<br />

heiligem Ernst. Wenn „Miami Vice“<br />

je neu aufgelegt wird: Lasst diesen<br />

Kerl den Soundtrack machen! ham<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

www.audio.de ›05/2013 71


Musik › POP & ROCK<br />

SCHWARZES GOLD, FOLGE 1<br />

Vinyl boomt: Dutzendweise flattern neue LPs in die Plattenläden und Internet-Shops.<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter Justus Schlierbacher fischte für Teil 1 von mehreren Vinyl- Specials<br />

Highlights aus den Sixties und Seventies aus dem Reissue-Stapel – und hörte genau hin.<br />

Country-Rock<br />

Pop-Rock<br />

Gene Clark No Other<br />

Kaum einer zweifelt noch an der herausragenden<br />

Rolle, die Gründungsmitglied<br />

Gene Clark bei den Byrds spielte. Bis zu<br />

seinem Ausstieg 1966 prägte der Sänger,<br />

Gitarrist und Songschreiber maßgeblich<br />

die Band. Nach verschiedenen Projekten<br />

(Dillard And Clark), Soloalben und dem<br />

kurzfristigen Wiedereinstieg bei den<br />

Byrds 1973 veröffentlichte er 1974 sein<br />

definitives Meisterwerk. „No Other“<br />

mag von diversen illegalen Substanzen<br />

unterwandert sein, doch der faszinierende<br />

Mix aus Country, Rock, Westcoast, Folk<br />

und Psychedelic funkelt noch heute wie<br />

ein perfekt geschliffenes Juwel. Produzent<br />

Thomas Jefferson Kaye stellte dem<br />

tragischen Genie und späteren Drogentoten<br />

(1944-1991) eine formidable Band<br />

zur Seite (unter anderem Gitarrist Danny<br />

Kortchmar und Drummer Russ Kunkel),<br />

von der leider nirgends bei dieser Reissue<br />

zu lesen ist. Bis auf den zeittypisch<br />

leicht abgesofteten Drumsound tönt das<br />

180-Gramm-Vinyl zeitlos gut, verzichtet<br />

aber auf die 7 Bonustracks der 2003er<br />

CD-Ausgabe.<br />

Music On Vinyl / Cargo<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Remaster:<br />

Pressqualität:<br />

Chi Coltrane Chi Coltrane<br />

Die erste ist und bleibt die beste: Die<br />

Debüt-LP der blondmähnigen US-Amerikanerin<br />

aus Racine/ Wisconsin haute 1972<br />

richtig rein. Nicht nur der soulrockende Hit<br />

„Thunder And Lightning“, auch der Rest<br />

Art-Rock<br />

vom elfteiligen Schützenfest der energiegeladen<br />

singenden und klavierspielenden<br />

Chi überzeugte. Vor allem bei den<br />

bläsergepfefferten Uptempo-Nummern,<br />

aber auch bei den gefühligen Balladen und<br />

dem rasanten Gospel „Go Like Elijah“ war<br />

die damals 30jährige in ihrem Element.<br />

Die gern geübten Vergleiche mit Janis Joplin<br />

gehen allerdings daneben: Die hatte<br />

mehr Blues und Reibeisenspäne in der<br />

Gurgel, Miss Coltranes Stimme kommt<br />

indes kehliger, kontrollierter, wenn auch<br />

genauso kraftvoll. Toxey French stellte ihr<br />

eine erstklassige Band (u. a. Dean Parks,<br />

g; Jim Gordon, dr; Larry Knechtel, b) zur<br />

Seite und produzierte einen saftigen, nach<br />

heutigen Maßstäben minimal gedeckten<br />

Sound mit exzellenter Stimmpräsenz.<br />

Gute 180-Gramm-Pressung.<br />

Columbia / Speakers Corner<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Remaster:<br />

Pressqualität:<br />

Emerson, Lake & Palmer Tarkus<br />

Den Backkatalog von ELP hat MOV ja<br />

bereits recycelt – jetzt nochmals das<br />

zweite Opus anno 1971? Ja – und mit<br />

einem gewaltigen Schmankerl: „The<br />

Alternate Tarkus“, also der 2012-(Re-)Mix<br />

von Steven Wilson. Der leitet nicht nur<br />

die Prog-Rock-Institution Porcupine Tree,<br />

sondern hat mit Remixen und Remastern<br />

von King Crimson oder Jethro Tull schon<br />

viel Lorbeer auch unter Alt-Artrockern<br />

gesammelt. Denn er vermag – ohne den<br />

Ursprungs-Charakter zu verhunzen –<br />

einfach mehr Klarheit und Offenheit in den<br />

bombastischen Sound der Altvorderen<br />

zu mischen. Als weitere Dreingabe gibt’s<br />

einen alternativen Take von „Mass“ aus<br />

der siebenteilige Suite „Tarkus“.<br />

Die Musik definierte damals neu, was im<br />

Rock alles möglich war: komplexe Rhythmen<br />

und Taktwechsel, auch ungerade<br />

innerhalb eines Stücks, viele Synthesizer-<br />

Spuren zu gewaltigen Soundungeheuern<br />

getürmt, aber auch purer Rock’n’Roll und<br />

magische Hymnen. Toll war’s – und ist’s<br />

noch immer.<br />

Music On Vinyl / Cargo<br />

Musik: Klang: /<br />

Remaster:<br />

Pressqualität:<br />

It’s A Beautiful Day It’s A Beautiful Day<br />

Eines der schönsten Cover, einer der<br />

schönsten Songs der Rockgeschichte:<br />

Selbst wenn die San-Francisco-Band It’s A<br />

Beautiful Day nur „White Bird“ und dieses<br />

von George Hunter mit einem Zeitschriftenbild<br />

der Zeit um 1900 gestaltete Cover<br />

hinterlassen hätte: Man müsste ewig<br />

dankbar sein, dass David LaFlamme – bis<br />

dahin Geiger des Utah Symphony Orchestra<br />

– Mitte der 60er Bruckner, Mahler &<br />

Co. den Rücken kehrte und zum Folkrock<br />

konvertierte. Sein Violinspiel prägte wie<br />

sein Gesang, wie seine oft gemeinsam<br />

mit Frau Linda verfassten und mit Pattie<br />

Santos gesungenen Songs diese ganz<br />

eigene Variante der Westcoast-Progressiv-Music<br />

des Debütalbums 1969. Es<br />

herrscht übrigens keineswegs nur Wohlklang<br />

– im „Wasted Union Blues“ geht es<br />

auch reichlich verzerrt, in „Time Is“ rockig<br />

zur Sache. Und dass „Bombay Calling“<br />

Jon Lord dereinst zu „Child In Time“<br />

inspirier te, zählt zu den Binsenweisheiten<br />

der Rockhistorie. Speakers Corner<br />

hat das unverzichtbare Sammler-Stück<br />

in blau verstärktem Klappcover (ohne die<br />

zeitgenössischen Zitate im Innenbereich)<br />

auf 180 Gramm schwerem Vinyl sehr breit<br />

bis an den Labelbereich gepresst und so<br />

viel Dynamik bewahrt. Danke dafür – und<br />

jetzt bitte schnell noch den Nachfolger<br />

„Marrying Maiden“ (1970) nachladen.<br />

Folk-Rock<br />

Columbia / Speakers Corner<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Remaster:<br />

Pressqualität:<br />

Weitere LP-Tipps finden <strong>Sie</strong> in der<br />

! kommenden <strong>AUDIO</strong>-Ausgabe 06/13<br />

72<br />

www.audio.de ›05 /2013


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Musik › OLDIES<br />

Rock<br />

The Doors<br />

OLDIE-CD<br />

DES MONATS<br />

6 Originalalben als<br />

SACD-Remaster – einzeln<br />

und als Box-Set<br />

Analog Productions / <strong>Sie</strong>veking Sound (je 1 SACD; Box-Set mit 6 SACDs)<br />

Jede Pop-Ära hat ihre eigenen Vorlieben – auch in klanglicher Hinsicht.<br />

Die zwischen 1967 und 1971 veröffentlichten Studio-LPs der Doors<br />

zeichneten sich aus durch aggressiv betonte Höhen – was dem Image<br />

von Jim Morrison durchaus entgegenkam. 2006 mischte Bruce Botnick<br />

die von ihm produzierten Masterbänder für DVD-Audio neu ab, seine<br />

5.1-Remixes sind nun auch auf SACD (Analogue Productions / Fenn<br />

Music Service) zu hören. Die eigentliche Überraschung präsentiert<br />

sich bei diesen Hybrid-Scheiben aber auf dem Stereo-Layer: Doug Sax<br />

remasterte dafür Original-Aanalogbänder, lediglich beim Debüt-Album<br />

musste er auf ein Band der zweiten Generation zurückgreifen.<br />

Sax arbeitete mit einer Röhren-Ausgangsstufe, die für angenehm warmen<br />

Klang sorgt, und ließ die Aufnahmen weitgehend für sich selbst<br />

sprechen. Bei „The Doors“ (CAPP 74007 SA; Musik: 4-5, Klang: 3-4)<br />

verzichtete er sogar auf eine Korrektur der Gleichlaufschwankungen,<br />

um die Authentizität dieses Frühwerks zu bewahren; Sax filterte aber<br />

das im Vinyl-Zeitalter kaum störende Rauschen weg, was vor allem<br />

dem dynamisch abwechslungsreichen Inzest-Drama „The End“ zugutekommt.<br />

Gleiches gilt für den Elf-Minuten-Vortrag „When The Music’s<br />

Over“ vom Nachfolge-Album „Strange Days“ (74014; M: 4, K: 3-5).<br />

Viel Freude muss Doug Sax beim Remastern der Filigranarbeit „Waiting<br />

For The Sun“ (74024; M: 3-4, K: 3-4) verspürt haben. Die Flamenco-Gitarre<br />

der „Spanish Caravan“ klingt nicht mehr wie eine verhinderte<br />

E-Klampfe, und das Mini-Hörspiel „Unknown Soldier“ entfaltet<br />

hier ohne Surround-Mätzchen seine volle Wirkung. Die mit Bläsern<br />

und Streichern besetzte „Soft Parade“ (75005; M: 3, K: 3-4) und das<br />

Zu-den-Wurzeln-des-Rock-Wendemanöver „Morrison Hotel“ (75007;<br />

M: 3-4, K: 3-4) gewähren trotz Nachbearbeitung kaum neue Einsichten.<br />

„L. A. Woman“ (75011; M: 4-5, K: 4) hingegen zeigt das vermeintliche<br />

Rabauken-Quartett bei der letzten Zusammenarbeit mit Jim Morrison<br />

auch dank satter Dynamik intensiv wie nie als homogenes Rhythm-<br />

&-Blues-Ensemble. Die sechs SACDs sind einzeln erhältlich oder mit<br />

Begleitbuch in der Box „The Doors – Infinite“. Winfried Dulisch<br />

Rolling Stones, The Who, Led Zeppelin, The Beatles – nur Mitglieder der Hall Of Fame können Morrison & Co. das Wasser reichen<br />

Westcoast-Rock<br />

Hard-Rock, Metal-Pop<br />

Rock, Pop<br />

Stephen Stills<br />

Carry On<br />

Rhino / Warner Music (4 CDs)<br />

1965 wollte er Mitglied der Monkees werden<br />

– leider war Stephen Stills durch einen<br />

miesen Autorenvertrag seinerzeit an einen<br />

Musikverlag geknebelt. Auch seine Verpflichtung<br />

als Bassist der Jimi Hendrix Experience<br />

platzte, weil ihm sein Manager einen Brief<br />

vorenthielt. Seine Freundschaft mit Hendrix<br />

hielt dennoch: Jimi gastierte 1970 auf Stills’<br />

Solodebüt in dem Song „Old Times Good<br />

Times“, der auf„Carry On“ zu finden ist. Mit<br />

81 weiteren Tracks (25 davon unveröffentlicht)<br />

plus tollem 113-Seiten-Buch ergibt sich die<br />

facettenreiche Biografie eines Musikers zwischen<br />

Folk, Blues, Westcoast und Latin – mit<br />

Beiträgen von CSN (& Y), Buffalo Springfield,<br />

Eric Clapton und Herbie Hancock. Willi Andresen<br />

4 Way Street, Buffalo Springfield: Boxset<br />

Van Halen<br />

The Studio Albums 1978-1984<br />

Warner Bros. / Warner (6 CDs)<br />

Hardrock-Highlights zum Schnäppchenpreis:<br />

Für rund 20 Euro (Listenpreis) bündelt dieses<br />

Boxset die ersten sechs Studiowerke der US-<br />

Boys – und zeigt in radikaler Konzentra tion<br />

auf die Musik (kein Booklet, null Begleitinfos,<br />

null Bonustracks), wie sich die Band im<br />

Spannungsfeld zwischen ausklingendem<br />

Seventies-Hardrock und der New Wave<br />

of British Metal zum Megaact der Szene<br />

entwickelte. Die wichtigsten Zutaten: Eddie<br />

van Halens Erfindungreichtum auf der Gitarre<br />

(Stichwort: Tapping), der unter Produzentenaufsicht<br />

von Ted Templeman bis dato unerhörte<br />

Umgang mit Effektgeräten und David Lee<br />

Roths Performance als energetisch-ironischer<br />

Adonis der Szene. Christof Hammer<br />

Black Sabbath, Kiss, Judas Priest<br />

David Bowie<br />

Aladdin Sane (40th Anniversary Edition)<br />

EMI (CD)<br />

Ein Jahr nach „Ziggy Stardust“ und pünktlich<br />

zur neuen Studio-CD (S. yx) erscheint auch<br />

„Aladdin Sane“ als (zweite) Jubiläums-Edition.<br />

Leider ohne größeren Mehrwert: Die<br />

zehn Bonussongs gab’s bereits 2003 zum 30.<br />

Jubiläum, und auch Ray Staffs Remastering<br />

(er wirkte am Original mit und frischte 2012<br />

bereits „Ziggy...“ auf) bringt kaum neue<br />

Erkenntnisse. Bowie selbst nannte „Aladdin<br />

Sane“ das „Ziggy Goes To America“ – vieles<br />

entstand auf der US-Tour 1972. Das Konzeptwerk<br />

über Verzweiflung und Entfremdung<br />

ist geprägt von Mick Ronsons Rock-Gitarre<br />

und Mick Garsons vitalem Jazz-Piano. Top:<br />

die Stones-Hymne „Let’s Spend The Night<br />

Together“ und „The Jean Genie“. Willi Andresen<br />

Ziggy Stardust, Pin Ups<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

74 www.audio.de ›05 /2013


Bear Family erzählt: The<br />

Story of Sun Records<br />

Sam Phillipps war ein Geburtshelfer:<br />

Sein Sun-Studio in Memphis war der<br />

Kreißsaal des Rock `n´ Roll. Afro-amerikanische<br />

Musikhistoriker nennen das Jahr<br />

1951 als Geburtsdatum: Da produzierte<br />

der Sun-Boss mit Ike Turners Kings Of<br />

Rhythm den Boogie-Song „Rocket 88“.<br />

Weiße Pop-Fans hören lieber diese Story:<br />

1954 ließ Phillips einen Lastwagenfahrer<br />

den Blues-Oldie „That’s Alright Mama“<br />

in fetzigem Country-Tempo singen. Der<br />

Elvis-Track eröffnet denn auch die 254<br />

Songs starke „Rock Box“, die mit zwei<br />

weiteren Sets die Story eines der wichtigsten<br />

Label der Musikgeschichte erzählt<br />

– von den Oldie-Experten Bear Family<br />

gewohnt liebevoll ediert. Außerdem zeigen<br />

Carl Perkins, Roy Orbison und andere<br />

Popular-Revoluzzer, wie unverschämt<br />

schnörkellos der Rock `n´ Roll in seiner<br />

Vorpubertät klingen durfte.<br />

Die weißen Mütter und Väter des Pop<br />

stecken in der „Country Box“. Während<br />

200 Meilen nördlich Fiddle und wimmernde<br />

steel guitar den Nashville-Sound der<br />

1950er prägten, wurde Country-Music<br />

in Memphis dominiert von knackigen<br />

E-Gitarren, kräftig zupackenden Pianisten-<br />

Händen und den Sun-typischen Halleffekten.<br />

Das Repertoire reicht hier von Gospel<br />

bis Honky Tonk, von Johnny Cash und<br />

Jerry Lee Lewis bis hin zu Country-Girls<br />

mit Schlafzimmerstimmchen.<br />

Die „Blues Box“ kontrastiert den Folk-<br />

Blues und die Gospel-Gesänge aus dem<br />

Mississippi-Delta mit geschliffenen Bläser-<br />

Arrangements und Barbershop-Songs aus<br />

der Beale Street, dem Vergnügungsviertel<br />

von Memphis. Einige Sun-Musiker machten<br />

später Karriere bei Chess in Chicago,<br />

aber so rau und unverfälscht wie im Sun-<br />

Studio klangen sie nie wieder.<br />

Winfried Dulisch<br />

Country Music Recorded By Sam<br />

Phillips 1950-1959<br />

Sun / Bear Family BCD 17311; 6 CDs + 148-seitiges Buch;<br />

Blues, R&B And Gospel Music In<br />

Memphis 1950-1958<br />

Sun / Bear Family BCD 17310; 10 CDs + 180-seitiges Buch<br />

Rock `n´ Roll Music Recorded By<br />

Sam Phillips 1950-1959<br />

Sun / Bear Family BCD 173103; 8 CDs + 224-seitiges Buch<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Vocal-Jazz<br />

ACT / Edel:Kultur (CD, LP)<br />

Für mich ist ‚Voyage‘, ‚Same Girl‘, ‚Lento‘ eine Trilogie“, meint Youn Sun Nah. „Es geht um das<br />

Erforschen dieser intimen musikalische Atmosphäre. Für mich ist der Erfolg der Alben ein<br />

kleines Wunder. Dennoch bin ich immer noch die gleiche Person, mein Leben hat sich nicht<br />

sehr geändert, außer dass ich etwas mehr Geschwindigkeit gelernt habe. Und das Bedürfnis<br />

entwickelt habe, zwischendurch auch wieder zu bremsen. ‚Lento‘ bedeutet daher vor allem:<br />

‚Lass Dir Zeit! Keine Panik!‘. Ich habe alle Zeit der Welt und nehme sie mir.“ Vielleicht ist diese<br />

souveräne Haltung auch der Grund, warum die in Paris lebende Koreanerin seit Jahren stetig<br />

die Erfolgsleiter hinaufsteigt. Und dann ist da ihr Team mit Gitarrist Ulf Wakenius, Bassist Lars<br />

Danielsson und Perkussionist Xavier Desandre-Navarre, inzwischen noch um Vincent Peirani<br />

am Akkordeon ergänzt. Dieses Quartett gibt ihrer so fragilen wie ausdrucksstarken Stimme<br />

den idealen Rahmen, um raffinierte Songdramaturgien zu entwickeln. „Lento“ setzt die bisherige<br />

Mischung fort, integriert Cover-Stücke von Alexander Scriabin bis zu den Nine Inch Nails ins<br />

Programm, leistet sich Exaltismen wie „Ghost Riders In The Sky“ ebenso wie ein bewegend<br />

theatralisches „Lament“ und rundet den Streifzug mit einer Prise Koreanischem und zärtlichen<br />

Elegien wie „New Dawn“ ab. Das ist Musik, die atmet, die privat wirkt, ohne indiskret zu sein<br />

– Musik einer stilsicheren und finessenreichen Geschichtenerzählerin. Ralf Dombrowski<br />

Maria João, Lauren Newton, Aziza Mustapha Zadeh<br />

Musik:<br />

JAZZ-CD DES<br />

Lento<br />

MONATS<br />

Youn Sun Nah<br />

Vocal-Jazz<br />

Brambus / Rough Trade (CD)<br />

Klang:<br />

Nicole Herzog & Stewy von<br />

Wattenwyl Group Intimacy<br />

Balladen, Bossa Novas, Swing-Jazz: Nicole<br />

Herzog und die Band des Pianisten Stewy<br />

von Wattenwyl drehen das Rad der Jazzgeschichte<br />

um knapp 50 Jahre zurück. Wenn die<br />

Schweizerin Songs wie „What A Difference<br />

A Day Makes“, „Nature Boy“, „Prelude To A<br />

Kiss“ anstimmt, verzaubert sie mit warmem<br />

Timbre und so klarer Aussprache, als sei<br />

sie nicht in Winterthur, sondern in den USA<br />

geboren. Bei ihr stimmen alle Nuancen,<br />

wenn sie, nur von Piano, Bass, Schlagzeug<br />

und gelegentlich auch Altsaxofon und plus<br />

Percussion begleitet, in eine imaginäre Bar<br />

entführt. <strong>Sie</strong> ist Entertainerin, sie ist Stimmkünstlerin<br />

– und ihre Disc ein Highlight unter<br />

den Nostalgieproduktionen. Werner Stiefele<br />

Ella Fitzgerald / Joe Pass: Take Love Easy<br />

World Fusion<br />

Trilok Gurtu<br />

Spellbound<br />

Moosicus / Indigo (CD, LP+CD)<br />

„Spellbound“ ist auch ein Tribute an Don<br />

Cherry, der Trilok Gurtu einst darin bestärkte,<br />

seinen eigenen musikalischen Wege zu<br />

gehen. Es ist aber vor allem ein Gipfeltreffen<br />

herausragender Trompeter, die der indische,<br />

in Deutschland lebende Perkussionist sich<br />

ins Studio geladen hat: Ambrose Akin musire,<br />

Paolo Fresu, Hasan Gözetlik, Matthias<br />

Höfs, Ibrahim Maalouf, Nils-Petter Molvaer,<br />

Matthias Schriefl – eine Riege von „Weltmeistern“<br />

ist hier am Start und spielt mit Gurtu<br />

eine stilistisch und klangästhetisch stark an<br />

den Achtzigern orientierte Fusion-Mischung<br />

mit viel rhythmischem Flirren und großen<br />

Klangräumen – eine leichteTendenz zum<br />

gepflegten Pathos inklusive. Ralf Dombrowski<br />

Joe Zawinul, die Solo-Alben der Gast-Trompeter<br />

Musik › JAZZ<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

www.audio.de 05 /2013<br />

75


Musik › JAZZ<br />

Filigran-Jazz<br />

Bastian Stein<br />

Diegeses<br />

Piano-Jazz, Swing<br />

Pirouet / Edel:Kultur (CD)<br />

Was für ein Ton! Bastian Stein bläst Trompete<br />

und Flügelhorn so facettenreich, als wolle<br />

er mit dem Instrument von einfühlsamen<br />

Gesprächen und intensiven Begegnungen<br />

erzählen. Weich und luftreich klingen seine<br />

Ins trumente – sein Lehrer Ack van Rooyen<br />

hat den 30-jährigen Österreicher zweifelsfrei<br />

beeinflusst. Steins Quartett mit Pablo Held<br />

am Flügel unterstützt das sanft gehauchte<br />

Spiel des Bandleaders durch seine unaufgeregte,<br />

kommunikative Spielweise. Bei den<br />

alten Griechen stand „Diegeses“ für die „erzählerische<br />

Vermittlung“. Exakt dies geschieht<br />

in dieser auch klanglich exquisiten Scheibe:<br />

Vier Virtuosen berichten dem Hörer von einer<br />

Welt ohne Hektik und Stress. Werner Stiefele<br />

Kenny Wheeler: The Widow In The Window<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Paul Kuhn<br />

Swing 85 (Limited Edition Birthday Box)<br />

In & Out / in-akustik (2 CDs + DVD)<br />

Jazz hat Paul Kuhn sein Leben lang gespielt.<br />

Bekannt wurde er jedoch als Entertainer,<br />

und so musste er erst in Rente gehen, um<br />

seiner eigentlichen Leidenschaft ausgiebig<br />

zu frönen. Das allerdings macht er seit den<br />

90ern sehr souverän. Das zeigt auch „Swing<br />

85“, ein Geburtstagsgeschenk zum seinem<br />

85., für das er 2011 in den Capitol Studios<br />

mit John Clayton (Bass) und Jeff Hamilton<br />

(drums) die väterlich swingenden „L.A.-Sessions“<br />

aufnahm (auch einzeln erhältlich). Dazu<br />

kommt eine Best-of-CD sowie die DVD eines<br />

Konzerts aus Burghausen 2008 mit dem<br />

Filmorchester Babelsberg und einer Doku,<br />

die Paul Kuhn als Kultur-Ikone der deutschen<br />

Nachkriegszeit porträtiert. Ralf Dombrowski<br />

Eugen Cicero, H. Strasser, M. Greger, Nat `King‘ Cole<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Post-Fusion<br />

Portico Quartet Live/Remix<br />

Brasil-Bigband<br />

Real World / Indigo (2 CDs)<br />

Noch vor ein paar Jahren war das Portico<br />

Quartet eine leicht pickelige Londoner<br />

Musiker-WG mit Spaß am Klangexperiment.<br />

Inzwischen aber gelten die Briten als Aushängeschild<br />

der jungen heimischen Szene und<br />

stehen daher unter einem gewissen Innovationsdruck.<br />

Die Doppel-CD „Live/Remix“ wirft<br />

daher zugleich einen Blick nach vorne und<br />

zurück, ohne gleich ein neues Studio-Album<br />

sein zu müssen. Klangästhetisch futuristisch<br />

sind die Remixe von DVA, Will Ward oder LV,<br />

die neun Portico-Songs mit viel elektroni scher<br />

Bastellust redesignen. Die Live-Seite wiederum<br />

zeigt eine Band, deren sphärische Energie<br />

sich seit den Anfängen stark verdichtet hat.<br />

Sound-Stoff zum Studieren. Ralf Dombrowski<br />

Eivind Aarset, Carl Craig, Steve Reich<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Ivan Lins – SWR Big Band<br />

Cornucopia<br />

Moosicus / Indigo (CD)<br />

Überschwängliche Lebensfreude, knackige<br />

Rhythmen und packende Arrangements<br />

haben der brasilianische Sänger Ivan Lins, Arrangeur<br />

Ralf Schmid und die SWR Big Band<br />

ins Füllhorn ihrer Co-Produktion gesteckt. In<br />

13 Titeln schaffen sie das Kunststück, die Tutti<br />

der Band so spritzig wie percussive Einwürfe<br />

zu gestalten und die Kraft der großen Besetzung<br />

mit der federnden Eleganz der Rhythmusgruppe<br />

aus den Schlagzeugern Portinho<br />

und Wolfgang Haffner sowie dreier Percussionisten<br />

zu verschmelzen. Konzentrierte Soli<br />

sowie dezent und wirkungsvoll eingesetzte<br />

Electronica würzen die 13 Songs dieser<br />

klanglich sorgfältig ausbalancierten, rundum<br />

faszinierenden Brasil-Produktion. Werner Stiefele<br />

SWR Big Band: Bossarenova<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Serien-Täter: Fusion<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Werner Stiefele<br />

über in drei Schuber der<br />

„Original Album Series“ voll<br />

früher Fusion-Klassiker<br />

Es waren bewegte Zeiten. Der<br />

akustische Jazz hatte in den 1970ern<br />

seinen Reiz für das junge Publikum verloren.<br />

In der Folge verschmolz die Musik<br />

der Charts - Rock, Soul, Funk und Disco<br />

– mit Jazzigem zur vielfältigen Fusion. Die<br />

Rhino-Serie „Original Album Classics“<br />

(Vertrieb: Warner) wirft nun einen Blick<br />

auf diese Ära. Die Editionen sonderlich<br />

liebevoll zu nennen, wäre übertrieben,<br />

denn die Alben von damals stecken in miniaturisierten<br />

Nachdrucken der LP-Cover –<br />

allerdings bei beträchtlichen Farbverschiebungen.<br />

Zudem wurde auf ein Beiblatt<br />

mit discographischen Angaben verzichtet<br />

– bei einem Preis von unter 15 Euro pro<br />

5er-Pack hätte wohl schon dieser kleine<br />

Service die Kalkulation gesprengt.<br />

Jean Luc Ponty, ursprünglich Mitglied in<br />

der Band von Frank Zappa, zählte zu den<br />

führenden Elektro-Geigern. In den 1975<br />

bis 1978 veröffentlichten Alben „Upon The<br />

Wings Of Music“, „Aurora“, „Imaginary<br />

Voyage“, „Enigmatic Ocean“ und „Cosmic<br />

Voyager“ ist auch heute noch viel von der<br />

begeisterten Suche nach Neuem spürbar.<br />

Billy Cobham setzte mit seinen Features<br />

auf „Spectrum“ Maßstäbe für Fusion-<br />

Schlagzeuger. Das Genre war noch neu,<br />

und die Stücke wirkten entsprechend<br />

frisch. Auch auf „Shabazz“ untermauert er<br />

seinen Ruf als Super-Drummer. Andererseits<br />

klafft hier und auf den übrigen Discs<br />

eine Lücke zwischen Cobhams virtuosen<br />

Können und den wenig originellen Kompositionen.<br />

Schlagzeug-Fans kommen<br />

trotzdem auf ihre Kosten.<br />

Tower Of Power galten zu Beginn der<br />

1970er als die heißeste Bläsersection der<br />

Welt. Tatsächlich sitzen Breaks und Tutti<br />

messerscharf. Die Arrangements vereinten<br />

Soul, Rockpower und das Satzspiel<br />

der Bigbands – damals eine revolutionäre<br />

Großtat. Auch wenn die Jungs damals<br />

Hippie-Hemden trugen: Ihre Musik spiegelt<br />

cool-solides, nie flippiges Handwerk.<br />

Jean Luc Ponty<br />

Musik:<br />

Billy Cobham<br />

Musik:<br />

Tower Of Power<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Klang:<br />

Klang:<br />

76<br />

www.audio.de ›05 /2013


Carlo Gesualdo Responsorien<br />

Tómas Luis De Victoria Lamentationen<br />

Musik › KLASSIK<br />

KLASSIK-CD DES MONATS<br />

DG Archiv / Universal (CD)<br />

Fast wie ein Wunder mutet es an, dass sich die Deutsche Grammophon<br />

wieder mit einer Archiv-CD meldet. Auf der Internet-Seite der<br />

DG ist „Archiv“ nicht mehr als eigenständige Linie zu finden. Dabei<br />

verstehen die Leute ihr Geschäft: Diese CD mit Gründonnerstagsund<br />

Karfreitags-Musik der Spätrenaissance-Künstler Gesualdo und<br />

de Victoria mit dem englischen Vokal ensemble „Tenebrae“ gehört<br />

zum Besten, zum Kultiviertesten, was man in letzter Zeit an Vokalpolyphonie<br />

zu hören bekam. Die 16 Sängerinnen und Sänger sind<br />

ebenso präsente Solisten wie sie gemeinsam ein extrem geschmeidiges<br />

Vokal-Orchester formen.<br />

Ihr Leiter Nigel Short kann mit ihnen diese Musik in kraftvollem Fluss<br />

strömen lassen und sie gleichzeitig in allen Schattierungen, Farben<br />

und Formen modellieren, die die menschliche Stimme hergibt.<br />

So gewinnen die immer als extravagant<br />

und geradezu schrill expressiv geltenden<br />

Kompositionen Gesualdos eine geradezu<br />

klassische Eleganz. Eine gute Idee, diese<br />

Musik mit Kompositionen des gleichaltrigen Spaniers Tómas Luis de<br />

Victoria zu kombinieren. Gerade im Gegensatz zu dessen ungetrübt<br />

schöner Klassizität tritt Gesualdos Wille zum Ausdruck um so mehr<br />

hervor. Die künstlerische Leistung der Sänger wird getragen von der<br />

Tontechnik, die die Aura eines gotischen Kirchenschiffs schafft und<br />

somit der Musik den richtigen Raum zur Entfaltung gibt. So intensiv,<br />

so regelrecht greifbar war diese Musik von ihren Schöpfern bestimmt<br />

gedacht..<br />

Andreas Fritz<br />

Gesualdo: The King’s Singers; Hilliard Ensemble (ECM)<br />

Ensemble Tenebrae,<br />

Nigel Short<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Kammermusik<br />

Klavier<br />

Oper<br />

Schumann, Brahms, Hindemith<br />

Fantasie M. Hara (Viola), R. Ariyoshi (Klavier)<br />

ARS / Note 1 (SACD)<br />

Ein beachtliches Debüt: Die 29-jährige japanische<br />

Bratschistin Mariko Hara stellt sich als<br />

Romantikerin vor. Ihr Ausdrucksspektrum<br />

reicht von rustikalem Optimismus (Schumanns<br />

„Märchenbilder“) bis zu zarten, verwehten<br />

Kantilenen im Andante aus Brahms<br />

bearbeiteter Klarinettensonate op. 120,1 – ein<br />

magischer Moment dieser Disc. Mit ihrem<br />

exzellenten Piano-Partner Ryoji Ariyoshi gelingt<br />

ihr zudem eine atemberaubende Lesart<br />

der „Fantasie“ aus Hindemiths früher Sonate<br />

op. 11,4: beseelte Gesänge, himmelstürmender<br />

Jubel. Apropos Hindemith: Den lässt das<br />

Duo in fesselnden Dialogen fast wie Debussy<br />

schimmern, funkeln, leuchten. Mariko Hara:<br />

ein viel versprechendes Talent. Otto Paul Burkhardt<br />

Hindemith: Ax, L. A. Philharmony, Salonen (Sony)<br />

Satie & Compagnie Werke von Satie,<br />

Dupont, Schmitt u. a. Anne Queffélec, Klavier<br />

Mirare / Harmonia Mundi (CD)<br />

Dieses Programm, eingespielt auf einem<br />

perfekt intonierten Flügel, ist wunderbar<br />

geeignet, in Ruhe mit einem Glas Rotwein<br />

genossen zu werden. Der Klaviermusik<br />

von Satie und seiner Zeitgenossen Pierre<br />

Octave Ferroud, Gabriel Dupont, Reynaldo<br />

Hahn, Florent Schmitt und Charles Koechlin<br />

zu lauschen gleicht einem Spaziergang<br />

durch einen französischen Garten mit intensiven<br />

Düften und herrlichen Farben. Und bei<br />

einer so inspirierten und sensiblen Pianistin<br />

wie Anne Queffélec wird diese Musik<br />

zum Ausdruck einer Sehnsucht nach einer<br />

Musikepoche, die in ihrer atmosphärischen<br />

Dichte einmalig war. Andreas Lucewicz<br />

Satie: Klavierwerke; Queffélec (Virgin)<br />

G. F. Händel Bad Guys – Arien aus<br />

Händel-Opern Xavier Sabata, Counter-Tenor<br />

Aparté / Harmonia Mundi (CD)<br />

Händels Opern sind bevölkert von verschiedensten<br />

Charakteren mit all ihren Stärken<br />

und Schwächen – das macht sie so farbig<br />

und spannend. Und auch ausgesprochene<br />

Finsterlinge sind nicht nur böse: sie lieben<br />

und leiden. Schon deshalb geben Händels<br />

„Bad Guys“ genug Stoff für eine abwechslungsreiche<br />

Recital-CD. Der Katalane Xavier<br />

Sabata singt derzeit in der ersten Reihe der<br />

internationalen Counter-Riege. Abgesehen<br />

davon, dass er so klingt wie viele andere<br />

Vertreter seines Fachs, meistert er sein<br />

Programm tadellos, und das Barockensemble<br />

„Il Pomo d’Oro“ kommentiert die Temperamentsumschwünge<br />

der „Bad Guys“ reaktionsschnell<br />

und energiegeladen. Laszlo Molnar<br />

Bryn Terfel: Bad Boys (DG)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

www.audio.de 05 /2013<br />

77


Musik › KLASSIK<br />

Kammermusik<br />

Orchester<br />

Kammermusik<br />

Bliss/Bax/Williams Englische Musik für<br />

Viola & Klavier C. Euler (Viola), P. Rivinius (Klavier)<br />

Witold Lutoslawski Sinfonien 1-4<br />

Los Angeles Philharmonic, Esa-Pekka Salonen<br />

Debussy / Saint-Saëns / Ravel<br />

Streichquartette Quatuor Modigliani<br />

MD+G/Codaex (SACD)<br />

Sony (2 CDs)<br />

Mirare / Harmonia Mundi (2 CDs)<br />

Wirklich virtuos, was Anthony Bliss da 1933<br />

für die Viola komponiert hat: Höchste Lagen<br />

und rasante Läufe – Herausforderungen, die<br />

Christian Euler mit Leichtigkeit meistert. Auch<br />

in den anderen spätromantischen Werken<br />

brilliert der aus Kassel gebürtige Musiker,<br />

präzise unterstützt von seinem Partner<br />

am Klavier, Paul Rivinius. Der volle, dunkle<br />

Bratschen-Ton kommt besonders gut in der<br />

Sonate von Arnold Bax zur Geltung, das<br />

humoristische Talent der Viola in der Suite<br />

von Ralph Vaughan Williams. Nicht zuletzt<br />

begeistert der warme und detailreiche Klang<br />

in bester SACD-Auflösung. Beste Werbung<br />

für ein unterschätztes Instrument. Andreas Fritz<br />

Zum 100. Geburtstag des Komponisten beendet<br />

Esa-Pekka Salonen seinen 1985 begonnenen<br />

Zyklus der vier Lutoslawski-Sinfonien:<br />

getoppt mit der zuletzt eingespielten Ersten.<br />

In diesem, von der Zensur verbotenen Frühwerk<br />

(1948) eröffnet Salonens L.A.-Philharmonie<br />

neben aller neoklassizistischen Hektik<br />

bereits andere, auratische Traumwelten. Die<br />

Zweite zeigt die für Lutoslawski typischen<br />

freien, aleatorischen Passagen: Unerhört, wie<br />

Salonen den „Direct“-Satz zu immer grelleren<br />

Klangbändern steigert. Die Brillanz seiner<br />

Musiker zeigt sich etwa im gespensti schen<br />

Beginn der Vierten (1993). Dieser Zyklus setzt<br />

Maßstäbe: exzellent ausgeleuchtet, expressiv<br />

musiziert. Otto Paul Burkhardt<br />

Kancheli, Magnum Ignotum (ECM)<br />

Auf seiner sechsten CD vereint das Quatuor<br />

Modigliani zum ersten Mal Werke seiner<br />

Heimat Frankreich. Als „Klassiker“ können<br />

mit Fug und Recht die Streichquartette von<br />

Debussy und Ravel bezeichnet werden. Eine<br />

interessante Erweiterung stellt das späte<br />

Kammermusikwerk (op.112) von Camille<br />

Saint-Saëns dar, das eher einer spätromantischen<br />

Tonsprache verpflichtet ist als der<br />

französischen Klanglichkeit seiner Zeitgenossen<br />

Debussy und Ravel. Die vier Streicher<br />

agieren mit ausgeprägtem Gespür für die<br />

formalen Strukturen; die luziden, flimmernden<br />

Klangfarben wirken durch die Direktheit<br />

der Aufnahmetechnik eher opulent als feingezeichnet.<br />

Andreas Lucewicz<br />

Debussy/Ravel: Auryn Quartett (Tacet)<br />

Nils Mönkemeyer: Ohne Worte (Sony)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Kammermusik/Vokal<br />

Sakral<br />

Violine<br />

J. S. Bach Stücke für Tenor und Flöte D.<br />

Behle, Collegium Musicum Göppingen, K. Rothaupt<br />

Sony (CD)<br />

Manche Sänger, die mit Mozart brilliert<br />

haben, sind bei Bach gescheitert. Daniel<br />

Behle aber hält sich auf diesem allzu glatten<br />

Parkett souverän. Nicht zuletzt dank seiner<br />

Ausbildung als Posaunist verfügt er über die<br />

meisterhafte Atemtechnik, die für Vocal-<br />

Stunts wie „So schnell ein rauschend Wasser<br />

fließet“ (Kantate BMV 26) einfach erforderlich<br />

sind. Dieses wahnwitzig-rasante Stück ist für<br />

meine Begriffe das absolute Highlight der CD,<br />

trotz ernstem Inhalt schlichtweg beschwingend.<br />

Hier und in vielen anderen „Dialogen“<br />

erweist sich Flötistin Anne-Cathérine Heinzmann<br />

als ideale Partnerin. Es ist lange her,<br />

dass ich an einem Bach-Recital so viel Freude<br />

hatte. Unbedingt empfehlenswert! Thomas Voigt<br />

Schubert: Schöne Müllerin; Behle, Bjelland (Capriccio)<br />

G. B. Pergolesi Septem Verba A Christo<br />

Akademie für Alte Musik Berlin, René Jacobs<br />

Harmonia Mundi (CD)<br />

Als „eines der innigsten Kunstwerke, voll<br />

von Sanftmut, tiefstem Empfinden und<br />

alles überstrahlendem Schönheitsgefühl“<br />

charakterisierte der Dirigent Hermann<br />

Scherchen zutreffend Pergolesis „<strong>Sie</strong>ben<br />

Worte Christi“. Umso erstaunlicher, dass<br />

diese Einspielung die allererste des Werks<br />

ist. Unterstützt von einem sehr durchsichtigen<br />

Klangbild legen sich die Musiker unter<br />

der Leitung von René Jacobs mächtig ins<br />

Zeug: Pointiert das Spiel der Akademie für<br />

Alte Musik Berlin, innig der Gesang der vier<br />

Solisten (Sophie Karthäuser, Christophe<br />

Dumaux, Julien Behr, Konstantin Wolff).<br />

Eine tolle Entdeckung abseits ausgetretener<br />

Repertoirepfade. Andreas Fritz<br />

Pergolesi: Stabat Mater; Scholl, Bonney (Decca)<br />

J. S. Bach Violinkonzerte BWV 1041-1043,<br />

1064 Freiburger Barockorches., Goltz, Schreiber u. a.<br />

Harmonia Mundi (CD)<br />

Wie viele Violinkonzerte hat J. S. Bach<br />

eigentlich geschrieben? Jedenfalls weit mehr<br />

als die drei bekannten BWV 1041-43. Das<br />

Freiburger Barockorchester ergänzt die „Klassiker“<br />

um das Konzert D-Dur für drei Violinen,<br />

rekonstruiert nach dem Cembalokonzert<br />

BWV 1064 – ein brillantes Stück! Wie es sich<br />

gehört, kommen die Solisten aus den eigenen<br />

Reihen, und die Aufnahme ist prächtig.<br />

Im Vergleich zum spritzigen Kammermusik-<br />

Brio von Café Zimmermann und zur virtuosspielerischen<br />

Leichtigkeit von Rachel Podger<br />

mit Brecon Baroque punket Freiburg mit<br />

ausgefeilter Eleganz und richtigem Orchestersound.<br />

Eine erstrangige Einspielung, die der<br />

herrlichen Musik Ehre macht. Laszlo Molnar<br />

Café Zimmermann (Alpha); Brecon Baroque (Channel)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

78 www.audio.de ›05 /2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE<br />

DAVID UND GOLIATH<br />

Können Verstärker, die vor Kraft kaum laufen können, sensibel<br />

sein? Und kann ein Schwächling gegen einen Titanen bestehen?<br />

Der Vergleich zweier ungleicher Lösungen gibt Aufschluss.<br />

■ Text: Stefan Schickedanz, Johannes Maier<br />

136 www.audio.de ›05/2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE<br />

Viele Wege führen nach Rom,<br />

sagt eine Binsenweisheit. Das<br />

dachten sich offenbar auch<br />

zwei HiFi-Gurus: Mit seinen<br />

Monoblöcken M8 700m schuf der Brite<br />

Antony Michaelson wahre Goliaths, die<br />

mit jeweils weit über 1000 Watt Messwiderstände<br />

zum Glühen und Boxen auf<br />

Trab bringen sollen.<br />

Der Amerikaner Nelson Pass erzieht die<br />

unter seinem Namen vertriebenen Verstärker<br />

üblicherweise ebenfalls zu energischer<br />

Leistung. Bei seiner quasi privaten<br />

Forschungs-Linie „First Watt“ übt<br />

der Meister sich aber in äußerster Bescheidenheit.<br />

Seine im reinen Class-A-<br />

Betrieb laufenden und lediglich ein paar<br />

wenige Watt starken Monoblöcke SIT1<br />

können und wollen keine orchestralen<br />

Bäume ausreißen. An wirkungsgradstarken<br />

Lautsprechern gelingen ihnen jedoch<br />

laut ihrem Schöpfer wahre Wunder.<br />

Vor allem auch dank eines neuen<br />

Transistortyps sollen sie zarteste Pflänzchen<br />

vollendet zum Blühen zu bringen.<br />

Müssen sich die Musical-Blöcke im Vergleich<br />

dagegen als ungelenke Krümel-<br />

Monster geschlagen geben, oder weisen<br />

sie – zumindest mit Normalmusik an<br />

Duchschnittsboxen – nicht doch die gesündere<br />

Gesamtbilanz aus? Logischerweise<br />

können die Briten, die zusammen<br />

mit der passenden Vorstufe M8 Pre antreten,<br />

nicht mit vollem Class-A-Ruhestrom<br />

arbeiten (sonst würden sie als<br />

Heizung agieren). Wegen der nicht ganz<br />

so idealen AB-Arbeitskennlinie muss –<br />

im Gegensatz zu den Pass – eine Gegenkopplungsschleife<br />

das Problem Klirrarmut<br />

richten. Dafür gibt's Leistung satt –<br />

und die SIT-1-Blöcke werden ganz schön<br />

strampeln müssen, um zu bestehen.<br />

TEST<br />

Stereo-Vorverstärker und -Endstufen<br />

MUSICA FIDELITY M8 PRE 4500 €<br />

MUSICAL FIDELITY M8 700 10000 €<br />

FIRST WATT SIT 1 10000 €<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

137


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE<br />

MUSICAL FIDELITY M8 700M UND PRE 10000 UND 4500 EURO<br />

NICHT NUR MONO-, SON-<br />

DERN DOPPEL-POL-AUFBAU!<br />

Jeder Monoblock besteht aus zwei<br />

eigenständigen Verstärkern, die in<br />

Brücke einer Box zuarbeiten. Bei<br />

dieser Anordung kommt durch<br />

Verdopplung des Hubes und damit<br />

auch des Stromes enorm viel<br />

Leistung heraus. Zwei separate<br />

Netzteile sorgen dafür, dass diese<br />

Power auch an stromgierigen<br />

Boxen nicht zusammenbricht.<br />

Seit über 30 Jahren macht Musical<br />

Fidelity mit Hingabe Verstärker.<br />

Meist handelt es sich dabei<br />

um heiße Geräte im wahrsten<br />

Sinne des Wortes. Schließlich verbindet<br />

die HiFi-Gemeinde die Marke – dem legendären<br />

A1 sei Dank – vor allem mit<br />

echten Class-A-Schaltungen. Doch<br />

wenn es einen Verstärker gibt, auf dem<br />

der britische Hersteller besonders stolz<br />

ist, dann ausgerechnet ein regelrechtes<br />

Watt-Monster, das mit dem Class-A-Gedanken<br />

etwa so viel zu tun hat wie Arnold<br />

Schwarzenegger mit einem griechischen<br />

Philosophen.<br />

Immerhin beeindruckte der sinnigerweise<br />

Titan genannte Verstärker nicht nur<br />

mit astronomischen Leistungswerten.<br />

Ihm haftete gleichzeitig der Ruf an, als<br />

erster Vertreter seiner Klasse sogar an<br />

wirkungsgradstarken Boxen überzeugend<br />

zu klingen. Seine Schwachstelle<br />

war der dem unvermeidbaren Aufwand<br />

geschuldete Preis. Das ließ Antony Michaelson,<br />

der sich ja gerade mit kleinen,<br />

erschwinglichen Verstärkern einen Namen<br />

machte, nicht ruhen. Gut drei Jahre<br />

BIEDERMANN& BRAND-<br />

STIFTER: DIE M8 KÖN-<br />

NEN LEISE UND LAUT<br />

später präsentierte er den M8 700, einen<br />

Mono-Verstärker, der für vergleichsweise<br />

günstige 5000 Euro pro Stück sagenhafte<br />

1242 Watt an 4 Ohm pro Kanal auffährt<br />

– in unserem Labor gemessen,<br />

wohlbemerkt. An 8 Ohm sind es immer<br />

noch stramme 767 Watt. Dieser Wert<br />

liegt sogar noch um 67 Watt über der beeindruckenden<br />

Werksangabe und gerade<br />

einmal 233 Watt unter der Nennleistung<br />

der Titan. Damit holt sich der M8<br />

nicht nur die Krone als einer der stärksten<br />

jemals von <strong>AUDIO</strong> gemessenen Amps.<br />

Er setzt auch gerade Maßstäbe in Sachen<br />

Preis-Leistung: Wo sonst kommt<br />

man im High-End-Bereich mit vier Euro<br />

je Watt davon? Entsprechend machten<br />

die beiden Monoblöcke bereits eine<br />

Menge Furore im Flurfunk, bevor sie<br />

auch nur einen Mucks im Hörraum von<br />

sich gegeben hatten. „Das ist kein Würfel,<br />

das ist das reinste Hochhaus“, kommentierte<br />

Chefredakteur Bernhard Rietschel<br />

den Stabilitätswürfel, der nach<br />

oben aus dem Messbereich herausquoll<br />

wie Clark Kent aus seinen Klamotten,<br />

wenn er sich in Supermann verwandelt.<br />

Dabei wirkte der Kraftprotz in seinem<br />

kompakten, schnörkellos schwarzen<br />

Alu-Gehäuse so harmlos und bieder wie<br />

Reporter Kent mit Brille und Anzug.<br />

DER TITAN STAND PATE<br />

Immerhin versprach sein Schöpfer, dass<br />

es ihm gelungen sei, die Grundtugenden<br />

des Titan bei der Transformation in zwei<br />

138<br />

www.audio.de ›05/2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE<br />

VERSORGUNG HOCH<br />

ZWEI: Die beiden Trafos werden<br />

von zahlreichen<br />

Säuberungs-Kondensatoren<br />

und Stabilisierungs-Stufen<br />

begleited, die auf der großen<br />

Hauptplatine sitzen. Die<br />

Musiksignale zirkulieren nur<br />

über kurze Strecken auf der<br />

Rückseite herum. Ein Edel-IC<br />

regelt die Lautstärke.<br />

erschwingliche Mono-Blöcke erhalten zu<br />

haben: Die beiden vollsymmetrisch aufgebauten<br />

Amps sollen ebenfalls die nötige<br />

Sensibilität besitzen, um selbst mit<br />

wirkungsgradstarken Lautsprechern hervorragend<br />

zu harmonieren.<br />

Bestens zusammen spielen soll der M8<br />

700m auch gerade mit der ebenfalls zum<br />

Test angetretenen Vorstufe M8 Pre über<br />

die XLR-Anschlüsse. Michaelson verrät<br />

im Zusammenhang mit seiner Empfehlung,<br />

möglichst symmetrische Verbindungen<br />

zu verwenden, ein kleines Geheimnis:<br />

In Verbindung mit aktuellen<br />

SMD-Bauteilen sei es endlich möglich,<br />

die positive und die negative Halbwelle<br />

absolut identisch zu behandeln. Das sei<br />

früher ein allgemeines Problem gewesen.<br />

Das sei nun gelöst und führe dazu,<br />

dass die Kombi aus M8 700m und M8<br />

Pre mit symmetrischer Signalübertragung<br />

tatsächlich besser klingt als mit<br />

asymmetrischer Verkabelung.<br />

Zur Umsetzung der Empfehlung stehen<br />

zwei XLR-Eingänge und ein -Vorverstärker-Ausgang<br />

bereit. Ansonsten warten<br />

auf den Besitzer fünf vergoldete Hochpegel-Eingänge<br />

sowie ein zwischen MM<br />

und MC umschaltbarer Phono-Eingang.<br />

Sowohl die Line- als auch die XLR-Eingänge<br />

eignen sich dank schaltbarem Bypass<br />

zur Integration von externen Surround-Decodern<br />

und Klangprozessoren<br />

ins Gesamtsystem. Die Ausgangsstufe<br />

des vollsymmetrisch aufgebauten M8<br />

Pre arbeitet im reinen Class-A-Betrieb.<br />

Aufwand betrieb Musical Fidelity auch<br />

beim Netzteil. Jeder Kanal verfügt über<br />

seinen eigenen 350-VA-Trafo, jede einzelne<br />

Stufe über ihre eigene, kanalgetrennt<br />

geregelte Stabilisierung der Versorgungsspannung.<br />

Seine besonders<br />

niedrige Impedanz beschert dem Netzteil<br />

eine hohe Stromlieferfähigkeit.<br />

Im Hörtest musste sich das britische<br />

Dreigespann an den unterschiedlichsten<br />

Lautsprechern beweisen. Dabei traf es<br />

nicht nur auf die besonders im Bassbereich<br />

durch eine niedrige Impedanz nach<br />

Strom gierende KEF Reference 207/2,<br />

sondern auch auf die impedanzunkritische,<br />

wirkungsgradstarke Klipsch Cornwall<br />

III. Während bei der ersten der beiden<br />

extreme Kontrolle, Kraft und vor allem<br />

Stromlieferfähigkeit gefragt waren,<br />

kam es im anderen Extrem auf Schnelligkeit,<br />

Transparenz und Detailreichtum an.<br />

Und tatsächlich erwiesen sich die drei<br />

von der Insel als regelrechte Universal-<br />

Genies.<br />

Mit der KEF kam die völlig neutral abgestimmte<br />

Kette spielend zurecht. Scheinbar<br />

mühelos entlocken die Engländer ihrer<br />

Landsmännin tiefreichende, trockene<br />

Bässe und strahlende, blitzblank polierte<br />

Höhen. Dabei unterschlugen sie keine<br />

Details – hätten aber unterm Strich von<br />

einem Hauch mehr Wärme und Volumen<br />

im Mitteltonbereich profitiert. Was die-<br />

Fotos: Archiv, MPS, Julian Bauer<br />

www.audio.de ›05 /2013 139


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis (Paar)<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

MUSICAL FIDELITY<br />

M8 700<br />

Reichmann Audio-Systeme<br />

0 77 28 / 10 64<br />

reichmann-audiosysteme.de<br />

10000 Euro (Paar)<br />

3 Jahre<br />

44 x 16 x 46 cm<br />

je 30 kg<br />

RÜCK- UND VORWÄRTS GEWANDT: Die M8 Pre nimmt sich gern auch MM- und<br />

MC-Tonabnehmern an. Am Fixpegel-In dürfen Stereokanäle von Surround-Decoder ran.<br />

AUSSTATTUNG<br />

Eingänge Cinch / XLR 1 / 1<br />

Pegelsteller –<br />

Kanäle 1<br />

Ferneinschaltung •<br />

Leistungsanzeige –<br />

Besonderheiten –<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅSehr neutral abgestimmt,<br />

hochauflösend, sauber und<br />

sowohl für Wattfresser-Boxen<br />

wie Wirkungsgradwunder<br />

geeignet.<br />

Í –<br />

Klang Cinch / XLR 123 / 125<br />

Ausstattung<br />

gut<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

MIT EDELMUT RAUS UND REIN: Durchschleif-Ausgänge erlauben den Anschluss<br />

weiterer Endstufen. Vorsicht: Sowohl die Plus- und die Minus-Boxenklemmen sind heiß.<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

125 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

sen Part betraf, zeigte die Vor-Endstufen-<br />

Kombi Sugden LA 4 / MPA 4, wie man<br />

mit einem vergleichsweise einschmeichelndem<br />

Sound Punkte sowie Sympathien<br />

gewinnt. Hier wirkte alles etwas<br />

voller, wärmer, flüssiger. Bei ganz strenger<br />

Betrachtung wirkte der Oberbass<br />

aber ein wenig füllig und nicht ganz so<br />

fanatisch genau kontrolliert, nicht ganz<br />

so prägnant wie mit der M8-Kombi.<br />

Das Auftrennen der beiden Kombinationen<br />

für die Einzelwertung ergab ganz<br />

ähnliche Eindrücke. Denn jede einzelne<br />

Komponente der beiden britischen Hersteller<br />

huldigte brav ihrer firmentypischen<br />

Klangphilosophie. Tests in verschiedenen<br />

Arbeitsketten zeigten aber<br />

auch bei den Musicals Abstimmungsunterschiede.<br />

Die Monoblöcke fielen zumeist<br />

durch mehr Spielfreude und Verve<br />

auf. Das Einschleifen der Vorstufe M8<br />

Pre führte dagegen zur dezenten Beruhigung<br />

– insbesondere auch beim Betrieb<br />

mit Plattenspielern. Sowohl bei MC- als<br />

auch MM-Pickups trat bei viel Lebendigkeit<br />

eine angenehme Rundung auf.<br />

Bei Hochpegelquellen erwies sich die<br />

symmetrische Verbindung der M8-Kette<br />

als die körperhaftere, musikalisch stimmigere<br />

Lösung. Ob so oder so: Die<br />

schwächlichen Pass-Monoblöcke vermochten<br />

ohnehin nur beleidigt zuzusehen.<br />

Die hochgeistigen Amis entlockten<br />

der Kef keine Spur von Bass und fielen<br />

bei diesem Durchgang komplett durch.<br />

Ihre Stunde schlug erst mit der wirkungsgradstarken<br />

Klipsch Cornwall III. Doch<br />

dazu später. Grund zum Aufatmen gab es<br />

für die Pass-Blöcke im Moment noch<br />

nicht. Denn die Kraftmeier M8 schlugen<br />

sich auch unter diesen, vermeintlich<br />

übereinfachen Bedingungen prima. Die<br />

britischen Power-Twins bewiesen auch<br />

jetzt ihre Klasse: <strong>Sie</strong> behielten ihre extra<br />

stabile, gut fokussierte Abbildung, wirkten<br />

sehr transparent und machten Dampf<br />

mit zünftigem Kick im Bass. Zu alledem<br />

stellte sich durchaus auch Wohlfühlwärme<br />

ein. So erwiesen sich die MF-Kombi<br />

und insbesondere die M8 700m als große<br />

Würfe, denen der Spagat zwischen<br />

Kraft und Feingefühl glückt.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

MUSICAL FIDELITY<br />

M8 PRE<br />

Reichmann Audio-Systeme<br />

0 77 28 / 10 64<br />

reichmann-audiosysteme.de<br />

4500 Euro<br />

3 Jahre<br />

44 x 16,2 x 40 cm<br />

17 kg<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Phono MM / MC<br />

• / •<br />

Hochpegel Cinch / XLR 5 / 2<br />

Festpegel Eingang<br />

• (zuweisbar)<br />

TapeOut 1<br />

Pre Out Cinch / XLR 1 / 1<br />

Kopfhörer –<br />

FUNKTIONEN<br />

Aufnahmewahlschalter –<br />

Klangregler/ abschaltbar –<br />

Loudness –<br />

Besonderheiten –<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅFrei von Eigenklang,<br />

sehr breitbandig und sauber,<br />

ordentliche Dynamik.<br />

Í –<br />

Phono MM/MC 115 / 115<br />

Klang Cinch / XLR 118 / 120<br />

Ausstattung<br />

gut<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

120 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

140<br />

www.audio.de ›05/2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE<br />

PASS FIRST WATT SIT 1 10 000 EURO<br />

EINER SCHAFFT, DER REST<br />

ARBEITET ZU: Bis auf den<br />

Leistungstransistor oben rechts hat<br />

das Gehäuse im wesentlichen nur<br />

100-Watt-Leistungswiderstände zu<br />

kühlen. Indem diese einen Großteil<br />

der Energie verbraten, halten diese<br />

zusammen mit den Elkos den Gesamt-<br />

Energieumsatz äußerst konstant.<br />

Auch wenn dem Musikfreund das<br />

HiFi-Universum komplex erscheint,<br />

wirken Teile davon erschreckend<br />

einfach. Es braucht keine<br />

Wahl und keinen weißen Rauch, um es<br />

zu wissen: Der völlig unangefochtene<br />

Papst der Verstärkerwelt residiert in den<br />

USA und heißt Nelson Pass. Er entwickelt<br />

und baut und verkauft seit Jahr und<br />

Tag nicht nur prächtige und kräftige High-<br />

End-Amps, er fühlt sich auch in Do-ityourself-Foren<br />

zu Hause.<br />

Und es mangelt ihm nicht an Weisheit.<br />

Bereits vor über 30 Jahren etwa diskutierte<br />

er mit dem französisch/japanischen<br />

Ampli-Kardinal Jean Hiraga Prinzipien<br />

der Technik – und nach wie vor steht<br />

für ihn fest, dass der Weg zum optimalen<br />

Verstärkerklang nur über Bescheidenheit<br />

und eiserne Sparsamkeit führt. Deshalb<br />

pflegt er neben seiner kommerziellen<br />

Produktion seit Jahr und Tag auch eine<br />

Art Minimalismus-Linie unter dem<br />

Label „First Watt“. Dazu zählen die vorgestellten<br />

Monoblöcke SIT 1 mit ihrer<br />

ganz besonderen Geschichte.<br />

Im Fokus steht wie gehabt eine Schaltung<br />

mit möglichst wenig Bauelementen.<br />

Und zwar solchen, die es dank eines<br />

klangfreundlichen Verzerrungsverhaltens<br />

sowie ausreichender Spannungsund<br />

Stromverstärkung erlauben, im wesentlichen<br />

mit nichts als sich selbst auszukommen.<br />

Manche Kollegen nähern<br />

sich diesem Ideal seit eh und je mit Röhrentrioden.<br />

Andere probierten spezielle<br />

Feldeffekttransistoren aus. Am geeignetsten<br />

erwiesen sich Typen des<br />

„Junction“-Prinzips, bei denen die Lenkelektroden<br />

nicht vollständig isoliert wurden,<br />

sondern sich am allgemeinen Stromumschlag<br />

in einem bestimmten Maße<br />

beteiligen.<br />

Um solche Feinheiten sollte sich der Musikfreund<br />

nicht unbedingt kümmern. Er<br />

darf sich trotzdem über die sehr Triodenähnlichen<br />

Arbeitskennlinien dieser JFETs<br />

freuen. Und sich dann wieder ärgern,<br />

weil er diese feinen, röhrenähnlichen<br />

Transistoren mangels Leistung – von historischen<br />

Versuchen bei Sony und Yamaha<br />

in den späten 70ern ab gesehen –<br />

hauptsächlich nur in gehobenen Phono-<br />

Vorstufen vorfinden kann.<br />

Es vergingen Jahre, bis sich an der Bauteile-Front<br />

wieder Klangdienliches regte.<br />

Auf jeden Fall behielt Pass eine Forschergruppe<br />

der North Caro lina State<br />

University im Auge. Diese experimentierte<br />

mit neuen Halbleitermateralien<br />

und schaffte es, über komlizierte Bedampfungsprozesse<br />

Siliziumcarbid-Wafer<br />

herzustellen. Härter, spannungs- und<br />

temperaturbeständiger, besser isolierend<br />

oder besser leitend, eröffneten sie<br />

– im Vergleich zum Einfach-Schmelzsilizium<br />

– ganz neue Bauelement-Perspektiven.<br />

Es folgte die Gründung der Firma<br />

Cree, die – etwa für die Automobilindustrie<br />

– Hochleistungs-Leuchtdioden produziert.<br />

Als es dem kalifornischen (inzwischen<br />

leider wieder weggestutzten) Ableger<br />

Semisouth wenig später gelang,<br />

aus den Cree-Wafern nicht nur robuste<br />

und impulsfeste, sondern Siliziumcarbid-JFETs<br />

mit wunderschönen, audiogerechten<br />

Kennlinien zu ziehen, ging<br />

Nelson Pass ein Kronleuchter auf.<br />

www.audio.de ›05 /2013 141


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE<br />

Wie hierzulande Michael Koenen von<br />

Progressive Audio – um den zweiten hellen<br />

Kopf zu nennen. Mit den (teuren!)<br />

Semisouth-SiC‘lern realisierte der Deutsche<br />

Class-A-Brückenausgangsstufen<br />

für seine fantastischen Vollverstärker A<br />

1 und A 2 (Test: siehe <strong>AUDIO</strong>s Highend-<br />

Sonderheft <strong>AUDIO</strong>phile, Ausgabe<br />

3/2011).<br />

Während Koenen eine komplizierte<br />

Schaltung inklusive umfangreicher Elektronik<br />

gegen hochfrequente Selbsterregung<br />

nicht scheute, blieb Pass dem „Soeinfach-wie<br />

möglich“-Urgedanken treu.<br />

Damit sind wir nach kurzem Abstecher<br />

wieder bei den First Watt-Monoblöcken<br />

SIT 1 angelangt – und halten bei der Betrachtung<br />

der highend-gerecht halbzölligen<br />

Frontplatte inne, die in der Mitte ein<br />

professionell aussehendes Anzeigeinstrument<br />

trägt. Und daneben einen Drehknopf,<br />

der zunächst zu Stirnrunzeln führt.<br />

Laut Pass erlaubt er, für diese oder jene<br />

Boxenimpedanz einen besonders günstiger<br />

Arbeitspunkt einzustellen. Leicht<br />

gesagt! Weil sich die Anschlusswiderstände<br />

bei höheren oder tieferen Tönen<br />

stark ändern, ist längeres intensives<br />

Ausprobieren mit diversem Musikmaterial<br />

angesagt.<br />

Aber warum überhaupt? Zu allem Überfluss<br />

dient eine XLR-Buches auf der<br />

Rückseite nicht etwa symmetrischen<br />

EL SIT, DER HELD: Pass nennt ihn „Static Induction Transistor“, Audio bleibt lieber bei<br />

„Siliziumcarbid-Halbleiter“. Dank diesem modernen Bauelement weist die Minimal-<br />

Verstärkerstufe des SIT 1 fast noch schönere Arbeitskennlinien als eine Röhrentriode auf.<br />

Kabeln. Das Manual fordert uns vielmehr<br />

dazu auf, einen Kurzschlussbügel so rum<br />

oder andersrum reinzustecken, was<br />

zehn Kiloohm oder 100 Kiloohm Eingangswiderstand<br />

und eine höhere oder<br />

niedrigere Empfindlichkeit ergibt. Als<br />

Lohn der Mühe kommt aus den First<br />

Watts aber nicht Leistung in Hülle und Fülle,<br />

sondern das zarte Etwas von höchstens<br />

sieben Wättchen heraus. Allerdings<br />

keine kümmerlichen, sondern solche, die<br />

aus der Sicht der Highend-Könige aus<br />

Gold und Myrrhe bestehen.<br />

Die <strong>AUDIO</strong>-Messdiagramme zeigen es:<br />

Die Oberwellen, die ein SIT 1 produziert,<br />

nähern sich nicht nur der Natürlichkeit an<br />

– sie verkörpern sie mit ihrer regelmäßgen<br />

Abstufung geradezu. Da überkommt<br />

selbst die feinsten Single-Ended-Röhrentrioden<br />

der Neid. Weiterhin denkt diese<br />

höhere Harmonie (wie <strong>AUDIO</strong>s relativ<br />

neues Messdiagramm „Klirrstabilität“ beweist)<br />

gar nicht daran, sich bei den unterschiedlichsten<br />

Lasten zu verändern. Darüberhinaus<br />

bleibt die perfekte Harmonie<br />

auch über alle interessierenden Frequenzen<br />

völlig konstant.<br />

So lohnt es sich doch, den päpstlichen<br />

Wunderverstärker etwas genauer anzusehen.<br />

Um festzustellen, dass rund 90<br />

MESSLABOR<br />

Bitte ein Tusch! Audios Messtechniker<br />

haben auch mal Applaus verdient. Der<br />

Ehrgeiz von Nelson Pass verdeutlicht<br />

sich wohl nirgendwo deutlicher als in<br />

ihren Diagrammen. Der Klirrverlauf der<br />

SIT-1-Monos (unten) sieht nicht nur aus<br />

wie gemalt. Die saubere Abstufung der<br />

ersten, zweiten und der höheren Oberwellen<br />

bekommt tatsächlich nicht einmal<br />

eine Edel-Röhre so sauber hin. Die<br />

neue Messung zur Klirrstabilität (Mitte)<br />

erscheint auch schön – ebenmäßiger<br />

als bei den Musical-Monos. Muss der<br />

SIT-1-Fan mit einem nicht sonderlich<br />

flauschigen Leistungs-Teppich auskommen<br />

(AK 13), wächst sich bei den<br />

M8 700 der Würfel zu einem Turm aus<br />

(AK 94). Die Vorstufe P8 Pre gibt sich<br />

makellos, die MM-Eingangs-impedanz<br />

von 34 Kiloohm entspricht wohl bewusst<br />

und mit Frequenzgang-Vorteil<br />

nicht ganz dem 47-k-Normwert.<br />

142<br />

www.audio.de ›05/2013


Verstärker › VOR-/ENDSTUFE<br />

SO RUM ODER SO RUM: Durch Umstecken eines Kontaktbügels lässt sich für Quellen, die mit<br />

der hohen Eigangskapazität des Semisouth-JFETs nicht zurechtkommen, eine Zusatz-Transistorstufe<br />

<strong>aktiv</strong>ieren. Auf jeden Fall brennt die „Slow-Blow“-Sicherung bestimmt selten durch!<br />

Prozent der Bauteile, ein fetter Ringkerntrafo,<br />

ein Gleichrichter-Diodenquartett<br />

und 17 4700-Mikrofarad-Stromspeicherelkos<br />

einzig und allein der Versorgung<br />

des Watt-Geizhalses dienen. Dazu kommen<br />

acht an die rechten und linken Kühlkörper<br />

geschraubte, für eine stabile<br />

Grundlast sorgende Hochlastwiederstände.<br />

Und noch einer, an dem eine<br />

Bias-Vorspannung abgegriffen wird.<br />

Das alles arbeitet nichts als einem einzigen<br />

Semisouth SiC-Tran sistor zu. Und<br />

zwar einem aus einer rechtzeitig eingekauften,<br />

umfangreichen Charge, die der<br />

Meister mit dem Signet „Pass SIT 1“ bedrucken<br />

ließ. Direkt um diesen Halbleiter<br />

herum gruppiert sich sonst nicht viel. Ein<br />

paar Widerständchen, ein Koppelkondensator<br />

und einer weitere Ausgangsfolie die<br />

wiederum von zwei Elko-Tieftonspezialisten<br />

begleitet wird.<br />

Und nur für den Notfall, etwa wenn die<br />

angeschlossene Quelle die nicht ganz unerhebliche<br />

Gate-Kapazität des SiC-Transistors<br />

(zirka 1000 Picofarad, entspricht<br />

ungefähr 10 m Kabel) nicht umladen kann,<br />

bietet Pass einen kleinen, über den XLR-<br />

Bügel <strong>aktiv</strong>ierbaren Zusatz-JFET zur Mithilfe<br />

an.<br />

Was in einem Fall aber auch nichts nützte:<br />

FAZIT<br />

Stefan Schickedanz<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Unterschiedlicher können Transistorverstärker<br />

kaum sein. Dennoch<br />

überzeugte sowohl der sensible<br />

Kraftprotz von Musical Fidelity<br />

als auch der Feingeist von<br />

First Watt. Extrem-Highender, die<br />

den SIT-1 mit einem leistungssensiblen<br />

Wandler a la Klipsch kombinieren,<br />

erleben Abbildungspräzision<br />

und Natürlichkeit der Sonderklasse.<br />

Normalere Genießer<br />

ziehen die Musical-Vorstufe und<br />

die M8-700-Blöcke vor. Diese spielem<br />

auch ganz fantastisch – und<br />

zwar an jeder beliebigen Box!<br />

Ein paar Bösewichter schlossen im AU-<br />

DIO-Hörraum eine passive Vorstufe (die<br />

Line Magnetics VO 2 von Seite 16) und<br />

die Sonics Allegra an, also relativ normale,<br />

stromgierige Boxen. Schwamm drüber.<br />

Bei probater Ansteuerung, etwa mit der<br />

Sugden LA 4 (3/13) und mit den wirkungsgradstarken<br />

Klipsch Cornwall (10/12) als<br />

Schallwandler, ergab sich dann ein ganz<br />

anderes Bild. Und zwar ein wunderschönes.<br />

Nicht nur, dass Klavierläufe wunderschön<br />

leuchteten und herrlich perlend-behende<br />

hinaufstoben und wieder runterhuschten.<br />

Ein Jazztrio nahm – solange der<br />

Drummer nicht um sein Leben schlegelte<br />

– wundersame dreidimensionale Ausmaße<br />

an. Und wie als hätte jemand noch<br />

ein zusätzliches Licht angeknipst, sprühten<br />

die großen Becken nur so vor Leben,<br />

sah man, wie der Pianist sich über die Tasten<br />

beugt und wie der Bassist tänzelt,<br />

sein Holzinstrument in den Händen wiegt<br />

oder fast umarmt.<br />

Noch wundertätiger wirkten die SITs bei<br />

Sängerinnen, sie erklangen – elektronisch<br />

unbefleckt – fast heilig rein und frei. Bei<br />

derart himmlischen Gesängen darf der<br />

Verstärkerpapst wohlgemut einstimmen:<br />

Seid demütig und bescheiden, dann dürft<br />

ihr in meine SIT-1-Klangparadiese hinein!<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

AUSSTATTUNG<br />

Eingänge Cinch / XLR 1 / 1<br />

Pegelsteller –<br />

Kanäle 1<br />

Ferneinschaltung •<br />

Leistungsanzeige –<br />

Besonderheiten –<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

FIRST WATT<br />

SIT 1<br />

Audio Components<br />

0 40 / 278 586 0<br />

audio-components.de<br />

10000 Euro<br />

2 Jahre<br />

40 x 12,7 x 38 cm<br />

14,5 kg<br />

ÅDer SIT 1 demonstriert<br />

geradezu eine fantastischnatürliche<br />

und dreidimensionale<br />

Wiedergabe..<br />

ÍAllerdings nur an extrem<br />

wirkungsgradstarken Boxen!<br />

Klang Cinch / XLR 124 / 125<br />

Ausstattung<br />

gut<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

128 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

www.audio.de ›05 /2013 143


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Sollte möglichst frei in einem<br />

durchschnittlich bedämpften<br />

Raum mittlerer Größe stehen.<br />

Anwinkeln für mehr Brillanz.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden <strong>Sie</strong><br />

auf Seite 150.<br />

LITTLE SISTER<br />

Canton lanciert eine neue Boxenserie, die technisch<br />

und klanglich an die noble Vento-Reihe angelehnt ist<br />

– aber deutlich weniger kostet. Dem Topmodell SLS 790<br />

hat <strong>AUDIO</strong> bereits auf den Zahn gefühlt.<br />

■ Text: Wolfram Eifert<br />

Die neue SLS-Serie von Canton<br />

ist qualitativ zwischen den etablierten<br />

Baureihen SL und Vento<br />

angesiedelt. Von der günstigeren SL-<br />

Reihe stammt die geradlinige Form der<br />

Lackgehäuse, die für die neue Linie mechanisch<br />

verstärkt wurden und an den<br />

vorderen Kanten Rundungen erhielten.<br />

Den Vento-Modellen vorbehalten bleibt,<br />

wie schon bisher, die bauchige Form mit<br />

ihren sanft geschwungenen Seitenwänden.<br />

Das hat deutliche Auswirkungen<br />

auf die Statur. Die 590.2, Spitzenmodell<br />

der SL-Baureihe, ist beispielsweise<br />

sechs Zentimeter schmaler als ihr Pendant<br />

in der Vento-Reihe vom Typ 890.2.<br />

Die SLS 790 ist 3,5 Zentimeter schlanker<br />

als die Vento, liegt beim Gewicht<br />

aber gleichauf. Das verwundert, zumal<br />

die Vento fünf Zentimeter höher daher<br />

kommt. Ursache ist die Machart der Gehäuse:<br />

Die Vento-Wangen erhalten ihre<br />

spätere Form durch Biegen und sind<br />

deshalb auf der Innenseite vertikal geschlitzt,<br />

was das Gewicht reduziert.<br />

Weißer und schwarzer Glanzlack sind für<br />

EIN FEINER GESELLE: Der Hochtöner mit<br />

einer Kalottenmembran aus besonders fester<br />

Keramik stammt aus der noblen Vento-Serie<br />

und klingt herrlich kultiviert.<br />

alle drei Baureihen verfügbar. Kirschfurnier,<br />

mit Klarlack veredelt, bleibt der<br />

Vento-Reihe vorbehalten.<br />

Die SLS-Chassis orientieren sich an der<br />

höher positionierten Vento-Reihe. Reizvoll<br />

ist in diesem Zusammenhang speziell<br />

der Hochtöner, der eins zu eins<br />

übernommen wurde. Seine Kalottenmembran<br />

aus hochfester Keramik ermöglicht<br />

einen besonders ausgedehnten<br />

Frequenzgang und liefert ein sehr<br />

gleichmäßiges Rundstrahlverhalten.<br />

Die SL-Modelle müssen mit einer einfacheren<br />

Kalotte aus Aluminium und Mangan<br />

vorliebnehmen, die etwas mehr<br />

klirrt und nicht ganz so angenehm klingt.<br />

Die SLS-Serie ist damit aktuell die günstigste<br />

Baureihe bei Canton, die über den<br />

noblen Hochtöner verfügt.<br />

Die Konustreiber tragen Doppelsicken,<br />

Alumembranen und starke Magnetsysteme.<br />

<strong>Sie</strong> stehen den Vento-Chassis<br />

qualitativ kaum nach. Der Schaltungs-<br />

144<br />

www.audio.de ›05/2013


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

FEIN GEMACHT:<br />

Das griffgünstige<br />

Kabelterminal ist mit<br />

kontaktstarken und<br />

soliden Brücken<br />

ausgestattet. Der<br />

Bassreflextunnel<br />

mündet zwischen<br />

Boxengehäuse und<br />

Sockelplatte.<br />

FAZIT<br />

Wolfram Eifert<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Nach und nach schließt Canton alle<br />

Lücken in seinem Boxenprogramm.<br />

Dass bestimmte Schlüsselbauteile<br />

dabei mehrfach eingesetzt werden,<br />

ist nur logisch. Die SLS 790 kommt<br />

so in den Genuss von klanglichen<br />

Merkmalen höherwertiger Serien.<br />

So wird High-End erschwinglich.<br />

aufwand in den Frequenzweichen ist bei<br />

beiden Serien sehr ähnlich, wobei die<br />

bei SLS verwendeten Bauteile etwas<br />

weniger hochwertig und strompotent<br />

ausgelegt sind.<br />

Auf die konstruktiven Unterschiede bezogen<br />

ist die Preisdifferenz enorm. <strong>Sie</strong><br />

erreicht bei den Topmodellen SLS 790<br />

und Vento 890.2 immerhin 700 Euro pro<br />

Paar. Dabei ist die 890.2 nicht irgendeine<br />

Box. Das optisch wie klanglich absolut<br />

mehrheitsfähige Tonmöbel (Paarpreis<br />

3200 Euro) war Testsieger in der<br />

<strong>AUDIO</strong> 1/2012 und belegte bei der jüngsten<br />

Leserwahl souverän den ersten Platz<br />

in der Klasse bis 5000 Euro.<br />

Was kann das Messlabor zu diesem Vergleich<br />

beitragen? Die Vento erzielt mit<br />

ihren etwas größeren Tieftönern beim<br />

Maximalpegel einen Vorsprung von zwei<br />

Dezibel. Für die Praxis bedeutsamer ist<br />

die Differenz bei der unteren Grenzfrequenz,<br />

wo die teurere Box mit 41 zu 52<br />

Hertz ebenfalls die Nase vorn hat.<br />

Dennoch schlug sich die SLS 790 im<br />

Hörraum ausgesprochen wacker. Speziell<br />

der 18 Zentimeter große, optimal auf<br />

Ohrhöhe platzierte Mitteltöner schien<br />

kaum zu bremsen und entzückte die Tester<br />

mit ausdrucksstarken Stimmlagen<br />

und üppigen Klangfarben. Im Brillanzbereich<br />

klang die 790 sehr gediegen, anfangs<br />

fast ein wenig zurückhaltend.<br />

Erst nach einer Einspielphase von mehreren<br />

Tagen entfaltete der Keramikhochtöner<br />

seine ganze Pracht. Kultiviert klang<br />

die Box weiterhin, doch die Feindynamik<br />

hatte deutlich zugelegt. Durch den exakt<br />

eingebundenen Bassbereich entstand<br />

ein sehr stimmiger Gesamteindruck von<br />

großer Geschlossenheit und Dichte.<br />

Canton-Fans können aufatmen. Auch<br />

die SLS 790 ist eine kerngesunde Box,<br />

die für ihr Geld richtig gut dasteht.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

EMPFEHLUNG<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

CANTON<br />

SLS 790 DC<br />

Canton Elektronik<br />

0 60 83 / 28 70<br />

canton.de<br />

2500 Euro<br />

5 Jahre<br />

21,5 x 105 x 30,7 cm<br />

28,6 kg<br />

– / – / •<br />

schwarzer oder weißer Lack,<br />

hochglänzend<br />

3 Wege, Bassreflex<br />

–<br />

Hochpassfilterung im Bass<br />

ÅTonal sehr ausgewogen mit<br />

feiner Lebendigkeit und hohen<br />

Dynamikreserven.<br />

ÍBass könnte tiefer gehen.<br />

95<br />

95<br />

95<br />

85<br />

95<br />

85<br />

85<br />

85<br />

sehr gut<br />

91 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

05/13<br />

MESSLABOR<br />

Die SLS 790 zeigt ein neutrales Verhalten<br />

bei der Frequenzgangmessung, lediglich der<br />

obere Bassbereich wird etwas betont. Das<br />

Impedanzminimum erreicht 3,2 Ohm bei<br />

46 Hz. Die untere Grenzfrequenz liegt bei<br />

52 Hz bezogen auf -3 dB. Die Verzerrungen<br />

(rechts) sind durchweg gering, nur um 2 kHz<br />

etwas höher. Die maximale Lautstärke liegt<br />

bei 106 dB. Der recht geringe Wattbedarf<br />

vereinfacht die Verstärkerwahl. AK: 56.<br />

Canton Chrono SLS790<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Canton Chrono SLS790 Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Fotos: Archiv<br />

www.audio.de ›05/2013<br />

145


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

Als der Autor dieser Zeilen kürzlich<br />

den Hörraum betrat, konnte er<br />

sich nicht entscheiden, was stärker<br />

leuchtete: die insgesamt acht KT66-<br />

Röhren in der Ausgangsstufe des Synthesis<br />

Action A100T oder die Augen des<br />

Kollegen Johannes Maier, der ihr gerade<br />

gelauscht hatte. Die Kraft der KT66 im<br />

Sinn, den durchgeschüttelten, sichtlich<br />

gerührten Kollegen vor Augen, war eigentlich<br />

schon klar, was man von diesem<br />

40 Kilo schweren Koloss aus Italien<br />

zu erwarten hatte. Kraft und Herrlichkeit<br />

mit einer wohldosierten Portion warmem<br />

Klirr. Und nicht zu vergessen: eine<br />

Belastungsprobe für Ohren und Lautsprecher.<br />

Denn wenn der geschätzte<br />

146 www.audio.de ›05/2013<br />

Kollege einen Verstärker mag, wird es<br />

meist richtig laut. Und diesen mochte er<br />

nach seinem Warmup offenbar ganz besonders.<br />

Schon im Vorfeld ließ der Action-Hero<br />

aufhorchen: Der Hersteller verspricht<br />

100 Watt RMS an 6 Ohm – ein echter<br />

Traumwert in der Röhrenwelt. Möglich<br />

wird dieser Leistungsexzess durch je<br />

vier KT66 pro Kanal, die in Ultra-Linear-<br />

Schaltung, also mit einer Schirmgitter-<br />

Mitkopplung via Übertrager-Anzapf, zum<br />

Einsatz kommen. Die Leistungspentoden<br />

bewährten sich einst im legendären<br />

Quad II von 1952, der allerdings mit einem<br />

einzigen Pärchen der Kraftkolben<br />

pro Kanal vorlieb nehmen musste. So<br />

wie damals fiel die Wahl auch beim<br />

A100T auf die KT66, weil deren Ausgangswiderstand<br />

(22 KiloOhm) exakt<br />

mit dem speziell für diesen Amp entwickelten<br />

Ausgangsübertrager harmoniert.<br />

Nicht ganz so penible Hersteller hätten<br />

– Ohm hin, Ohm her – sicherlich die populärere<br />

KT 88 genommen.<br />

Die Italiener, die mit dem Bau von Trafos<br />

für Gitarren-Amps ihre Firma begründeten,<br />

legen auch die Übertrager-Eisenkerne<br />

für den A100T nicht nur mit Worten<br />

auf höchste Linearität und Breitbandigkeit<br />

aus. Die Heizung der Röhren mit stabilisierter<br />

Gleichspannung verspricht<br />

Brummstörungen auf ein absolutes Minimum<br />

zu drücken. Zur Ansteuerung der


Verstärker › Vollverstärker<br />

Test<br />

Vollverstärker<br />

Synthesis Action A100T 6500 €<br />

Messlabor<br />

Leucht-Gebiete<br />

Röhren müssen nicht zimperlich sein. Wenn ein Verstärker wie<br />

der Synthesis gleich acht KT66 mitbringt, kann man es sogar richtig<br />

krachen lassen. Und das sogar ohne jede Klirr-Schmuddelei!<br />

■ Text: Stefan Schickedanz<br />

Ausgangsstufe setzt Synthesis die<br />

üblichen ECC82 und 83 ein. Oder doch<br />

nicht die üblichen: Sämtliche Röhren<br />

durchlaufen bei der endgültigen Selektion<br />

einen zweistufigen Aufwärmprozess,<br />

um die Auswirkungen von Qualitätsschwankungen<br />

auf das Klangbild<br />

wirklich so gering wie möglich zu halten.<br />

Das besonders steife, H-förmige Chassis-Element<br />

zur Aufnahme der Netz-und<br />

Ausgangs-Transformatoren trägt mit seiner<br />

Stabilität ebenfalls zur Wiedergabetreue<br />

bei.<br />

Neben Röhren-Nostalgie setzt der italienische<br />

Hersteller durchaus aktuelle Akzente:<br />

Das Gehäuse besticht zwar durch<br />

den großzügigen Einsatz von gebürstetem<br />

Aluminium, wirkt aber absolut zeitlos<br />

elegant. Bei den massiven, aus dem<br />

Vollen gedrehten Füßen und bei der<br />

Fernbedienung setzt Synthesis auf den<br />

Einsatz modernster CNC-Fräsen. Doch<br />

die Computertechnik spielt nicht nur eine<br />

Rolle bei der Produktion des Action<br />

A100T. Auch bei der Wiedergabe arbeitet<br />

der Vollverstärker mit dem PC zusammen.<br />

Mit seinem USB-Anschluss<br />

übernimmt das Gerät die Aufgaben einer<br />

externen Soundkarte. In deren Mittelpunkt<br />

stehen immerhin zwei jener<br />

vergleichsweise raren, in Doppel-Mono-<br />

Konfiguration verwendeten Wolfson-D/<br />

A-Wandler vom Typ WM8740 mit einer<br />

Auflösung von 24 bit/196 kHz. Diesen<br />

Fotos: J. Bauer, Hersteller<br />

Auch wenn der A100T die Herstellerangaben<br />

knapp verfehlte: 2 x 91 Watt an 4<br />

Ohm sind im Reich der Röhren ein beachtlicher<br />

Wert. An 8 Ohm leistet der<br />

Synthesis-Amp 46 Watt pro Kanal bei<br />

ebenfalls 3% Klirr gemessen. Der Stabilitätswürfel<br />

weist den Vollverstärker als<br />

laststabil und kräftig aus, was sich ebenfalls<br />

in der AK von 56 ausdrückt. Der<br />

A100T gehört damit zu den flexibelsten<br />

Röhren. Der Störabstand von 92 dB via<br />

Hochpegel ist sehr gut, dafür patzen die<br />

Digital-Eingänge: 77 dB für S/PDIF respektive<br />

81 dB für USB lassen die Wandler-Funktion<br />

eher als praktische Notlösung<br />

erscheinen. Die Klirrverteilung ist nicht<br />

optimal, es dominiert über weite Strecken<br />

K3, zudem liegt der Klirrpegel relativ hoch.<br />

www.audio.de ›05/2013<br />

147


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

LAST ACTION HERO: Auf der Rückseite schauen Computer-User nicht in die Röhre – im doppelten Sinne. Der A100T ermöglicht ihnen den<br />

Direktanschluss an den Rechenknecht, um dann als externe USB-Soundkarte zu fungieren. Für CD-Player gibt es einen Koaxial-Eingang.<br />

05/13<br />

Konverter stellt der A100T via koaxialem<br />

S/PDIF-Eingang auch in den Dienst gewöhnlicher<br />

CD-Player.<br />

Im Hörtest zeigte der feurige Italiener eine<br />

äußerst solide Leistung. Und er kam<br />

gleich zur Sache. Das übliche Vorspiel<br />

mit dem Durchkämmen des Lautsprecher-Lagers<br />

nach geeigneten Boxen<br />

und das gewöhnlich folgende Herumexperimentieren<br />

konnten wir uns bei<br />

diesem strompotenten Kraftprotz sparen.<br />

Der Action A100T nahm, was ihm<br />

vorgesetzt wurde, ganz gleich, ob es<br />

sich dabei um die im Bassbereich äußerst<br />

wählerische KEF Reference 207/2<br />

handelte, oder um die Sonics Allegra II.<br />

Wer mit Röhren bisher lauwarme Kerzenschein-Idylle<br />

mit audiophilen Aufnahmen<br />

verbindet, auf denen dann vorzugsweise<br />

ein Interpret an einer Akustikgitarre<br />

oder Harfe herumzupft, muss unbedingt<br />

diesen heißblütigen, kraftvollen<br />

und breitbandigen Ferrari unter den Röhren-Amps<br />

anhören. Mit ihm ließ sich<br />

Rock, Jazz oder Funk wie direkt vor der<br />

Bühne erleben. Satt, knackig, konturiert<br />

(selbst im Tiefbass), emotional, dreidimensional.<br />

Klangkörper-Kult statt flacher<br />

Kopflastigkeit. Das ging mit der<br />

richtigen Musik – etwas „Heads Up“<br />

von der Stanley Clarke Band – direkt unter<br />

die Gürtellinie. Der A100T entfachte<br />

keinen Sturm im Wasserglas, er ließ einen<br />

Orkan auf- brausen. Die Musik kam<br />

auf die Tester zu. Wo starke Transistor-<br />

Kraftwerke aus deutschen Landen wie<br />

der formidable T+A PA 3000 HV vergleichsweise<br />

unbeteiligt im Steno-Stil<br />

über das Geschehen informieren,<br />

schwelgte der im Grenzbereich soft clippende<br />

Italiener wie Fellini in opulenten,<br />

farbenprächtigen, aber gleichwohl neutralen<br />

Klangbildern. Das Brummen der<br />

Gitarrenamps bei „Fulani“ kam so authentisch<br />

und plastisch über die Rock-<br />

Röhre, wie man es sonst nur in Natura<br />

erleben kann. Meinetwegen, so eine<br />

Transe mag ehrlicher und noch genauer<br />

sein. <strong>Sie</strong> bringt aber nicht diese nicht<br />

Live-Atmosphäre rüber. Es mag widersprüchlich<br />

klingen, aber wer selber hört,<br />

spürt sofort, was richtiger ist.<br />

FAZIT<br />

Stefan Schickedanz<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Bella Machina: Dieser Amp verkörpert<br />

die perfekte Synthese aus<br />

Kraft und Kultur. Er versteht es<br />

Schallwandler-Diven lautstark einzuheizen,<br />

von denen man nicht einmal<br />

erwartet, dass sie überhaupt<br />

an einer Röhre spielen.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Phono MM / MC<br />

Hochpegel Cinch / XLR<br />

Festpegel Eingang<br />

TapeOut<br />

Pre Out Cinch / XLR<br />

Kopfhörer<br />

FUNKTIONEN<br />

Aufnahmewahlschalter<br />

Klangregler / abschaltbar<br />

Loudness<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Phono MM/MC<br />

Klang Cinch<br />

Ausstattung<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

EMPFEHLUNG<br />

RÖHRE MIT POWER<br />

SYNTHESIS<br />

ACTION A100T<br />

EnVogue 24,<br />

0 24 36 / 38 28 50<br />

envogue-24.de<br />

6500 Euro<br />

2 Jahre<br />

42 x 26 x 45 cm<br />

40 kg<br />

– / –<br />

4 / –<br />

–<br />

–<br />

1 / –<br />

•<br />

–<br />

–<br />

–<br />

Eingebauter Digital-<br />

Analogwandler (24 Bit /<br />

192 Kilohertz); SPDIF und<br />

USB-Anschluss.<br />

ÅSpielt extrem laut und<br />

klingt dabei plastisch –<br />

mit röhrenuntypischem,<br />

knackigen Bass.<br />

Í kein Kopfhörer-<br />

Ausgang.<br />

– / –<br />

125<br />

sehr gut<br />

sehr gut<br />

überragend<br />

125 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

148 www.audio.de ›05/2013


❯❯<br />

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COLORFOTO XX/2010 99


HiFi-Service › RAUMAKUSTIK<br />

AKUSTIK ASSISTENT<br />

Nicht jede Box klingt in jedem Raum<br />

gleich gut. Um <strong>Sie</strong> vor Fehlkäufen zu bewahren,<br />

gibt <strong>AUDIO</strong> bei jedem getesteten<br />

Lautsprecher an, für welche Umgebung<br />

er sich voraussichtlich gut eignet.<br />

<strong>Sie</strong> müssen dafür Ihren Raum und Ihre<br />

Hörsituation nach drei Kriterien beurteilen:<br />

Raum größe, Raumakustik und<br />

Boxenauf stellung bzw. Wandabstand. Anschließend<br />

suchen <strong>Sie</strong> in der Bestenliste<br />

nach Boxen, bei denen alle drei Merkmale<br />

Ihrer Hörsituation – z.B. Klein, Hallig,<br />

Wandnah – mit einer grünen Empfehlung<br />

markiert sind. Voila, der Lautsprecher<br />

wird aller Voraussicht nach passen! Die<br />

<strong>AUDIO</strong>-Empfehlungen sind allerdings nur<br />

als grobe Hinweise zu sehen, in Einzelfällen<br />

kann es trotzdem nicht funktionieren.<br />

Deshalb: Probe- und Vergleichshören ist<br />

in jedem Fall ein guter Rat!<br />

K<br />

T<br />

D<br />

M<br />

A<br />

W<br />

G<br />

H<br />

F<br />

RAUMGRÖSSE<br />

K<br />

KLEINER RAUM<br />

(UM 15 m 2 )<br />

Der Hörabstand liegt um oder unter<br />

zwei Meter – die Box muss auch im<br />

Nahfeld homogen spielen und darf<br />

nicht dröhnen. Die Anforderungen an<br />

Pegel und Bündelung sind geringer.<br />

M<br />

MITTELGROSSER RAUM<br />

(UM 24 m 2 )<br />

Abstände von zwei und drei Metern<br />

zwischen Box und Hörer sind typisch,<br />

ansonsten ist diese Raumgröße ideal<br />

– sofern der Lautsprecher etwas<br />

Pegel und Bassdruck produziert.<br />

G<br />

GROSSER RAUM<br />

(UM 45 m 2 )<br />

Bei Hörabständen von vier Metern<br />

oder mehr sind nicht nur die Anforderungen<br />

an Schalldruck und Bass deutlich<br />

höher, auch muss der Lautsprecher<br />

noch fokussieren können.<br />

RAUMAKUSTIK<br />

T<br />

TROCKENER RAUM<br />

Polster, Teppiche und Vorhänge<br />

dämpfen und drücken die Nachhallzeit<br />

im Mittelton unter 0,4 Sekunden,<br />

oft sind die Höhen stärker bedämpft.<br />

Der Lautsprecher darf weder dunkeldumpf<br />

noch zu direkt klingen.<br />

A<br />

AUSGEWOGENER RAUM<br />

Absorbierende Flächen wie Teppich,<br />

Polster etc. und reflektierende Wände<br />

halten einander die Waage.Die<br />

Nachhallzeit beträgt 0,4-0,6 Sekunden,<br />

der Raumhall ist zudem über die<br />

Frequenzen ähnlich verteilt.<br />

H<br />

HALLIGER RAUM<br />

Parkett, Glas, Beton und hartes Holz<br />

überwiegen – die Akustik wird als<br />

hallig empfunden, die Nachhallzeit<br />

übersteigt 0,6 Sekunden. Die Box<br />

muss den Schall bündeln, um nicht<br />

diffus oder scheppernd zu klingen.<br />

AUFSTELLUNG<br />

D<br />

DIREKT AN DER WAND<br />

Zwischen dem Lautsprecher und der<br />

Wand dahinter liegen weniger als 30<br />

Zentimeter. Dies verstärkt den Bass<br />

und macht den Grundton träge – eine<br />

sehr schlanke Abstimmung oder eine<br />

Ortsentzerrung sind notwendig.<br />

W<br />

WANDNAH<br />

Der Wandabstand beträgt zwischen<br />

30 und 90 Zentimeter. Der Bass wird<br />

hörbar fetter und neigt je nach Raumgröße<br />

zum Dröhnen. Boxen mit<br />

schlank abgestimmtem oder sehr trockenem<br />

Bass harmonieren hiermit.<br />

F<br />

FREISTEHEND<br />

Lautsprecher und hintere Wand sind<br />

mehr als einen Meter voneinander<br />

entfernt. Die Box muss auf Bassverstärkung<br />

verzichten, ein satter,<br />

druckvoller oder sogar etwas fetterer<br />

Bass sind von Vorteil.<br />

150 www.audio.de ›05 /2013


Service › BESTENLISTE<br />

DIE BESTENLISTE<br />

Die <strong>AUDIO</strong>-Bestenliste ist eine zuverlässige<br />

Orientierungshilfe für Ihren Kauf. <strong>Sie</strong> basiert<br />

auf gründlichen Hörvergleichen der Kandidaten<br />

mit konkurrierenden Produkten.<br />

• Arbeitsreferenzen sind fett gedruckt<br />

• neu getestete Geräte orange<br />

Trotzdem empfiehlt die Redaktion, Hifi-Ketten<br />

nicht wahllos „nach Punkten“ zusammenzustellen.<br />

Verstärker müssen etwa mit dem<br />

Lautsprecher harmonieren und Boxen wiederum<br />

mit dem Hörraum und der Aufstellung.<br />

<strong>AUDIO</strong> bietet deshalb den einmaligen<br />

Service der <strong>AUDIO</strong>-Kennzahl (AK) und des<br />

<strong>AUDIO</strong>-Akustik-Assistenten.<br />

INHALT<br />

LAUTSPRECHER<br />

1. Standboxen Seite 151<br />

2. Kompaktboxen Seite 152<br />

3. Sub-/Sat-Boxensets Heft 4/13<br />

4. Surround-Sets+Stereo-Frontboxen Heft 4/13<br />

5. Subwoofer Aktiv Heft 4/13<br />

6. PC-Boxen / Nahfeldmonitore Seite 153<br />

7. Wireless-Boxen Seite 153<br />

VERSTÄRKER<br />

1. Transistor-Vollverstärker Seite 153<br />

2. Röhren-Vollverstärker Seite 154<br />

3. Vorverstärker Seite 154<br />

4. Endstufen Seite 154<br />

5. Phono-Vorverstärker Heft 4/13<br />

6. Kopfhörer-Verstärker Heft 2/13<br />

7. AV-Receiver Seite 154<br />

8. AV-Vorstufen Seite 155<br />

9. Mehrkanal-Endstufen Seite 155<br />

10. Passiv-Vorstufen Seite 155<br />

ANALOG-PLAYER<br />

1. Plattenspieler ohne System Heft 3/13<br />

2. Plattenspieler mit System Heft 1/13<br />

3. Tonabnehmer Heft 2/13<br />

DIGITAL-PLAYER<br />

1. CD-/SACD-Player Seite 155<br />

2. Musik-Server Seite 155<br />

3. Netzwerk-Player Seite 158<br />

4. D/A Wandler Seite 158<br />

5. NAS-Systeme Seite 158<br />

6. Blu-Ray-Player Heft 5/12<br />

7. Mobil-Player Heft 1/13<br />

KOPFHÖRER<br />

1. HiFi-Kopfhörer Seite 158<br />

2. Mobile Kopfhörer (On-Ears) Seite 158<br />

3. Mobile Kopfhörer (In-Ears) Seite 159<br />

4. Noise-Cancelling-Kopfhörer Seite 159<br />

KOMPLETT-ANLAGEN<br />

1. Stereo-Komplettsysteme Seite 159<br />

2. Heimkino-Komplettsysteme Heft 3/13<br />

3. Komplettsysteme ohne Boxen Heft 3/13<br />

4. One-Box-Systeme (Stereo) Seite 159<br />

5. One-Box-Systeme (Surround) Seite 159<br />

LAUTSPRECHER<br />

1. STANDBOXEN<br />

<strong>AUDIO</strong> bewertet Lautsprecher unabhängig vom Preis durch intensive Klangvergleiche<br />

(Qualitätsklassen und Punkteschlüssel siehe Anfang der Bestenliste). Mit anderen<br />

Sparten (etwa CD-Player) sind die Qualitätsklassen nicht vergleichbar. Einen Hinweis auf<br />

passende Verstärker gibt Ihnen die einmalige <strong>AUDIO</strong>-Kennzahl (AK). Diese sollte beim<br />

Lautsprecher kleiner oder gleich der AK des Verstärkers sein – dann ist optimale Dynamik<br />

garantiert. Boxen für Surround finden <strong>Sie</strong> in zwei weiteren Rubriken. Ein „a“ anstelle der<br />

<strong>AUDIO</strong>-Kennzahl steht für Aktivbox, „ta“ für teil<strong>aktiv</strong>.<br />

REFERENZ-KLASSE<br />

AB 101 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

JBL Everest DD 66000 G A H W F 35 4/07 49 800 108<br />

Backes&Müller BM35 M G T A H D W F a 2/07 56 000 107<br />

Grimm Audio LS 1 M G A W F a 5/13 25 000 106<br />

T+A Solitaire CWT 1000 G T A H F 68 1/13 24 000 105<br />

KEF Blade K M G T A H W F 63 11/11 25 000 105<br />

TAD Evolution One K M G T A F 58 6/12 28 000 105<br />

Canton Reference 1.2 DC G T A F 53 8/09 20 000 104<br />

B&W 800 Diamond M G T A F 58 7/10 22 000 104<br />

ME Geithain ME 804 K G T A H D W F a 3/12 22 000 104<br />

Revel Ultima Salon2 K M G T A W F 71 12/07 24 800 104<br />

Dali Epicon 8 G A F 57 1/13 14 000 103<br />

T+A Solitaire CWT 500 G T A H W F 66 9/11 14 000 103<br />

Canton Reference 2.2 DC M G T A W F 53 8/09 15 000 103<br />

Klipsch Palladium P-39 F G T A H F 43 1/08 16 000 103<br />

Martin Logan Summit X (ta) G T A H F 58 7/09 16 800 103<br />

Revel Ultima Studio 2 K M G T A D W F 61 12/08 16 900 103<br />

KEF Reference 207/2 M G T A H W F 52 9/07 18 000 103<br />

Martin Logan CLX G T A H F 71 3/09 28 000 103<br />

Thiel CS 3.7 M G T A F 61 11/08 13 800 102<br />

Elac FS 509 VX-Jet M G T A H F 61 2/12 14000 102<br />

Eternal Arts Dipol K M G T A W F 82 2/11 15000 102<br />

Backes&Müller BM15 M G A H D W F a 10/09 20 000 102<br />

Thiel CS2.7 M A F 68 4/13 10 800 101<br />

Quadral Titan 8 M G T A F 56 11/11 11 000 101<br />

Backes&Müller BM Prime 14 M G T A H D W F a 8/10 15 000 101<br />

Isophon Cassiano II D K M T A W F 69 12/08 17 800 101<br />

Focal Scala Utopia M G T A F 57 12/08 19 900 101<br />

Apogee Scintilla Mk 4 K M G T A W F 89 2/11 20000 101<br />

ProAc Response D 100 M G T A F 50 8/07 24 900 101<br />

HIGH-END-KLASSE<br />

91-100 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Martin Logan Ethos K M G T A W F 60 2/11 8300 100<br />

Martin Logan Spire (ta) G A H F 65 10/08 9800 100<br />

Cabasse Pacific 3 M G A W F 67 1/13 10 000 100<br />

Elac FS 609 X-Pi CE M G A H F 60 11/08 16 000 100<br />

ME Geithain ME 160 G T A H F 48 3/10 7800 99<br />

Jamo R 907 M G T A H F 68 3/09 8000 99<br />

KEF Reference 205/2 M G T A H W F 58 1/08 8800 99<br />

Blumenhofer Genuin FS 3 G T A H D W 53 3/10 8900 99<br />

B&W 803 Diamond M G T A W F 55 10/10 9000 99<br />

Burmester B30 M G A W F 63 3/10 9000 99<br />

German Physiks Borderland MK4-D G A H F 85 2/13 10 950 99<br />

Dynaudio Sapphire K M G T A W F 60 1/08 12 000 99<br />

B&W 804 Diamond M G T A W F 64 7/12 7000 98<br />

Naim Ovator S600 M T A F 63 5/10 7800 98<br />

Backes&Müller BMPrime6 M G T A H D W F a 4/12 8000 98<br />

Piega Coax 30 K M T A F 6/11 8000 98<br />

Klipsch Palladium P-37 F M G T A H F 53 10/08 8000 98<br />

Sonus Faber Cremona M M G T A F 58 12/10 8400 98<br />

Neat Ultimatum XL 6 M T A F 70 9/11 9 980 98<br />

Voxativ Ampeggio G A F 34 5/10 16 900 98<br />

Heco The New Statement M G T A H F 51 1/13 4800 97<br />

T+A Criterion TCD 210 S G T A H F 57 8/12 5500 97<br />

Martin Logan Theos G T A H F 66 6/12 5900 97<br />

Dynaudio Focus 380 M G T A F 60 08/11 6200 97<br />

Focal Electra 1028 Be M T A F 55 11//09 6200 97<br />

Sonics Allegra II K M G T A W F 57 9/08 6200 97<br />

JBL Array 1000 M G T A H F 58 11/06 6800 97<br />

KSD 2040 M G T A W F a 5/13 8000 97<br />

PMC EB-1 M G T A F 66 2/08 10 600 97<br />

Avantgarde Uno Nano (ta) G A H W F 13 11/06 11 000 97<br />

Adam Tensor Gamma (ta) K M T A D W F 64 2/08 11 600 97<br />

T+A Criterion TCD-310 S K M G T A F 59 12/12 4000 96<br />

Naim Ovator S-400 K M T A W F 65 9/11 4200 96<br />

ME Geithain ME150 K M G T A W F 59 9/07 4900 96<br />

Adam Audio Column Mk 3 M G T A W F 60 9/09 5400 96<br />

KSD 2030 M G T A D W F a 3/11 5500 96<br />

Monitor Audio PL 200 K M G T A F 58 9/09 5900 96<br />

Backes+Müller BM 2s K M T A D W F a 1/08 7800 96<br />

Focal Electra 1037 Be M T A F 56 4/07 8000 96<br />

Canton Vento 890.2 DC M G T A F 54 1/12 3200 95<br />

Elac FS 407 M A W F 65 2/13 3700 95<br />

Klipsch RF-7 II G A H W F 40 11/10 3800 95<br />

Nubert NuVero 14 G T A W F 64 1/09 3900 95<br />

Heco Statement M G T A F 59 1/09 4000 95<br />

Tannoy Stirling SE K M G T A W F 45 10/12 4000 95<br />

Quadral Montan VIII M G T A F 64 12/09 4600 95<br />

PMC Fact 8 K M T A D W F 61 12/10 5500 95<br />

Zu Audio Essence G T A H W F 45 5/10 5700 95<br />

Canton Reference 5.2 M G T A F 55 9/08 6000 95<br />

Quad ESL 2905 G T A H F 80 4/07 9500 95<br />

KEF R 700 K M G A H F 57 1/12 2600 94<br />

Tannoy Precision 6.4 M A F 60 11/12 2700 94<br />

Dynaudio Focus 260 K M T A D W F 63 1/12 3400 94<br />

Gauder Akustik Arcona 60 K A W F 72 1/13 3400 94<br />

Elac FS 248 Black Edition K M G T A W F 56 1/12 3900 94<br />

Monitor Audio Gold GX 300 M G A H F 61 2/13 3900 94<br />

PMC Twenty 24 K M T A W F 65 3/12 3940 94<br />

BC Acoustique Act A3 M G T A H F 69 6/07 4000 94<br />

Elac FS 249 K M G T A F 58 11/07 4000 94<br />

Rosso Fiorentino Certaldo K M A W F 72 11/12 4000 94<br />

Sonus Faber Liuto M G T A W F 63 6/09 4000 94<br />

T + A Criterion TS 200 M G T A F 65 10/07 4000 94<br />

Thiel SCS 4T K M T A H D W 59 6/11 4000 94<br />

KSD 2020 M T A H W F a 9/11 4200 94<br />

Pioneer TAD S3 EX M G T A H F 59 9/07 5000 94<br />

GamuT Phi 7 K M T A W F 65 4/09 5300 94<br />

Dali Helicon 400 Mk 2 M T A W F 52 11/07 5400 94<br />

PMC OB 1i M G T F 70 4/09 5800 94<br />

Burmester B 25 M G T A H W F 66 1/08 6000 94<br />

Klipsch Klipschorn KH 60th G A H D 19 7/06 14 000 94<br />

Dali Fazon 5 K M T A D W 61 6/12 3000 93<br />

KEF XQ 40 K M G T A H F 53 3/08 3000 93<br />

Teufel Ultima 800 MK2 M G A W F 56 3/12 3000 93<br />

ATC SCM 40 K M T A D W 75 6/10 3400 93<br />

T&A KS Active K M T A W F a 4/12 4400 93<br />

PSB Synchrony One K M G A W F 62 4/09 4600 93<br />

TMR Standard III C M T A F 61 10/07 6200 93<br />

Sonus Faber Venere 2.5 M A H F 62 11/12 2800 92<br />

Wharfedale Opus2 - 2 M G T A F 60 6/10 3000 92<br />

Gamut Phi 5 K M T A D W 73 9/11 3200 92<br />

Neat Momentum 4i K M T A D W F 68 4/09 3500 92<br />

Klipsch Cornwall III G T A F 27 10/12 4200 92<br />

Tannoy Glenair 10 K M G T A H W F 49 5/07 4500 92<br />

Ascendo C8 Renaiss. M G A H W F 70 9/07 5800 92<br />

Canton SLS 790 DC M G A F 56 5/13 2500 91<br />

Teufel Ultima 800 K M G T A D W F 65 1/10 2800 91<br />

Monitor Audio Gold GX 200 K M T A W F 61 4/11 2900 91<br />

T+A Criterion TS 300 M G T A F 65 3/09 3000 91<br />

JBL LS 80 G A H F 56 9/08 3200 91<br />

Audium Comp7 Drive K M A D W F 74 2/12 3500 91<br />

SPITZENKLASSE<br />

76-90 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Nubert NuLine 284 M G T A W F 61 9/12 1950 90<br />

Canton Chrono SL 595.2 DC K M G T A W F 55 7/12 2400 90<br />

Quadral Platinum M5 M G T A F 53 1/10 2400 90<br />

Dynaudio Excite X36 K M G T A F 58 4/11 2600 90<br />

Nubert NuVero 11 M G T A D W F 70 2/09 2700 90<br />

Chario Constellation Pegasus K M T A W F 68 11/12 2900 90<br />

ASW Genius 410 M G T A W F 54 4/11 3200 90<br />

Epos Elan 35 M G T A W F 50 9/12 1850 89<br />

Phonar Veritas P6 Next M G T A W F 57 9/12 2000 89<br />

KEF R 500 M G A H F 64 9/12 1800 88<br />

Triangle Antal EX M G A H F 59 9/12 1900 88<br />

Magnat Quantum 805 M G T A H W F 56 5/12 2000 88<br />

Quadral Chromium Style 102 M T A W F 54 2/13 2000 88<br />

Audes Maestro 156 M G T A F 51 10/12 2430 88<br />

Nubert NuVero 10 M G T A D W F 70 1/11 2450 88<br />

Cabasse Majorca M G T A H F 48 4/11 1900 87<br />

Canton Karat 770.2 DC K M T A W F 64 1/11 2000 87<br />

PSB Imagine T Tower K M A W F 59 5/12 2000 87<br />

Martin Logan Motion 40 K M T A W 59 2/13 2250 87<br />

Martin Logan Motion 12 M G T A F 62 3/11 1880 86<br />

Neat Motive 1 K M T A W F 75 5/12 1950 86<br />

Canton Karat 790 DC K M G T A F 58 10/07 2000 86<br />

Opera Grand Mezza MKII K A H W F 64 11/12 2000 86<br />

Focal Chorus 836 V M G T A F 54 10/07 2000 86<br />

Nubert nuLine 122 M G T A W F 61 5/08 2130 86<br />

Heco Celan XT 901 M G A F 52 2/09 2200 86<br />

KEF Q 900 M G A H F 6/11 1600 85<br />

B&W CM8 K M T A F 67 12/11 1800 85<br />

System Audio Aura 60 M T A F 68 5/12 1850 85<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

151


Service › BESTENLISTE<br />

Elac FS 189 M G T A F 52 10/09 2000 85<br />

Elac FS 247 K M T A W F 58 4/08 2000 85<br />

T+A KS350 K M A F 69 5/12 2000 85<br />

Linn Majik 400 M G T A F 64 4/12 2400 85<br />

Zu Audio Union K M T A W F 27 2/13 2500 85<br />

B&W 703 63 7/05 3000 85<br />

Klipsch RF-82 II G T A H W F 41 2/12 1300 84<br />

Monitor Audio Silver RX 8 M G T A F 57 7/12 1450 84<br />

Canton Chrono SL 570.2 K M T A W F 58 4/12 1500 84<br />

Chario Syntar 533 M G T A F 68 7/12 1650 84<br />

Sonus Faber Toy Tower K M T A W 63 3/09 1800 84<br />

Audium Comp 5 M T A H F 71 5/10 2000 84<br />

Canton Vento 880 DC K M T A F 55 6/10 2000 84<br />

Jamo C-807 M G T A H F 63 11/07 2000 84<br />

Chario Cygnus K M T A W F 70 12/10 2300 84<br />

System Audio Mantra 60 K M T A W 66 6/10 2400 84<br />

Dynavox Impulse III M G A H D W 40 2/12 1300 83<br />

Adam Artist 6 K M T A D W F a 4/12 1400 83<br />

Phonar Veritas P4 Next M G A D F 56 8/12 1600 83<br />

Dynavox Impulse V K T A D W 41 11/11 1600 83<br />

Audio Physic Yara 2 Superior K M T A W 63 12/08 2000 83<br />

Magnat Quantum 709 M G T A F 60 10/07 2000 83<br />

Pioneer S-71 K M A H F 72 6/10 2000 83<br />

T+A Criterion TS 350 M T A F 65 4/08 2000 83<br />

KEF XQ30 K T A H DW 64 6/10 2600 83<br />

Heco Celan GT 502 M G T A W F 50 4/12 1400 82<br />

KEF Q 700 M G A H F 60 4/12 1400 82<br />

Epos Elan 30 K M G T A W F 52 4/13 1450 82<br />

Acoustic Energy Radiance 2 K M T A H W F 60 4/10 1500 82<br />

PSB T6 Tower M G A F 63 9/10 1500 82<br />

Tannoy Revolution DC6T SE K M G T A W F 61 4/13 1500 82<br />

Canton Chrono SL 580 DC K M G T A W F 55 9/10 1600 82<br />

Epos Epic 5 M G T A D W F 51 8/11 1100 81<br />

Quadral Ascent 90 M G T A F 57 7/12 1200 81<br />

Canton Chrono 508.2 K M T A W F 57 8/11 1200 81<br />

T+A Pulsar S350 M G A F 66 4/13 1200 81<br />

Wharfedale Diamond 159 M G A H F 60 4/13 1300 81<br />

Dali Ikon 6 MKII M G A F 60 4/13 1340 81<br />

German Maestro Linea S F-0ne K M G T A W F 60 4/10 1400 81<br />

Dynaudio DM 3/7 K M G A W F 68 4/12 1450 81<br />

KEF iQ 90 M G A H F 51 5/09 1600 81<br />

Kudos X2 K M T A W F 70 10/11 1650 81<br />

Mission 794 K T A D 69 12/08 2000 81<br />

Wharfedale Diamond 10.7 M G T A F 64 8/12 900 80<br />

KEF Q 500 K M T A H W F 64 12/10 1000 80<br />

Klipsch RF-62 II M G A H W F 49 8/11 1100 80<br />

Dali Ikon 5 Mk 2 K M T A F 67 8/11 1100 80<br />

Dali Lektor 8 G T A F ´57 9/09 1340 80<br />

Mulidine Bagatelle V2 K M T A W F 58 7/12 1350 80<br />

Quadral Platinum M4 M G T A F 57 4/10 1400 80<br />

Heco Celan XT 701 M G A F 54 4/10 1600 80<br />

Tannoy Revolution DC6 T K M A H F 64 9/10 1200 79<br />

System Audio Aura 30 K M T A W F 70 10/11 1250 79<br />

Elac FS 187 K M T A W 63 9/10 1340 79<br />

Heco Celan XT 501 M G T A W F 53 9/09 1400 79<br />

Cabasse Java MC 40 G T A W F 58 5/09 1500 79<br />

Epos M22i K M T A W F 65 12/08 1800 79<br />

Piega TP5 K M T A F 63 3/07 2770 79<br />

Mordaunt Short Mezzo 6 K M G T A W F 59 9/09 1300 78<br />

Nubert nuLine 102 K M G T A W F 64 12/07 1450 78<br />

Monitor Audio Silver RX 6 M A F 61 1/10 1030 77<br />

Heco Metas XT 701 M G T A F 56 1/10 1100 77<br />

Epos M 16 i K M T A D W 65 7/08 1350 77<br />

B&W 683 M T A F 66 6/07 1400 77<br />

Elac FS 68.2 K M G T A W F 56 1/11 900 76<br />

Heco Metas XT501 M G A W F 56 1/11 900 76<br />

Jamo S 608 K M T A W F 59 1/10 1000 76<br />

PSB Image T5 K M T A W F 62 1/10 1000 76<br />

Focal Chorus 726 V M T A F 58 7/07 1140 76<br />

Tannoy Rev. Signature DC6T K M A H W F 60 12/07 1500 76<br />

Audio Pro Avanti A.70 K M G T A D W 64 2/08 1600 76<br />

152<br />

OBERKLASSE<br />

www.audio.de ›05 /2013<br />

61-75 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Boston A 360 M T A F 69 4/11 800 75<br />

Canton GLE 490.2 M G T A F 51 4/11 800 75<br />

Klipsch RF-52 II M A H W F 47 1/11 800 75<br />

Mordaunt Short Aviano 6 K M T A F 60 10/09 860 75<br />

Infinity Classia C336 M G T A F 55 8/08 1200 75<br />

Canton GLE 470.2 M T A W F 52 12/10 700 74<br />

Dali Zensor 7 M T A F 58 1/12 700 74<br />

Jamo C-605 M G T A H F 58 4/08 700 74<br />

Magnat Quantum 655 M G A F 61 12/10 700 74<br />

Monitor Audio Bronze BX5 M T A F 61 12/10 700 74<br />

Elac FS 58.2 M G T A F 56 4/11 800 74<br />

Quadral Argentum 390 M G T A F 58 1/11 900 74<br />

Dali Lektor 6 M G T A F 55 10/09 940 74<br />

GamuT Dana 1650 K M T A W F 55 10/09 990 74<br />

Canton Chrono 507DC M T A W F 52 11/07 1000 74<br />

Mordaunt Short Aviano 8 M A F 66 1/10 1060 74<br />

Teufel Ultima 7 M G T A F 69 7/08 1300 74<br />

Magnat Vector 207 M G A F 51 12/12 600 73<br />

Nubert NuBox 511 K M T A F 61 12/06 760 73<br />

Magnat Quantum 657 G T A H F 58 4/11 900 73<br />

Focal Chorus 716 V M G T A F 57 11/08 950 73<br />

Heco Aleva 400 K M T A F 60 11/08 1000 73<br />

Mordaunt-Short 908i K M T A F 60 6/07 1000 73<br />

Audio Pro Blue Dia. V2i K M T A D W F 62 7/08 1400 73<br />

Teufel Ultima 40 MKII M A W F 60 12/12 450 72<br />

Heco Victa II 701 M G T A F 51 2/11 560 72<br />

Teufel T 500 G A H F 64 12/10 700 72<br />

Jamo S 606 M G A H F 67 8/09 600 71<br />

Wharfedale Diamond 9.6 M T A F 60 4/08 650 71<br />

Boston A 250 K A F 66 1/12 700 71<br />

Teufel Ultima 40 M T F 58 2/11 400 70<br />

Mission M 34i K M T A W F 52 1/07 550 70<br />

JBL Studio 180 M A H W F 69 2/11 600 70<br />

Cabasse MT 3 Tobago M T A F 61 4/07 800 70<br />

Nubert nuBox 481 M T A W F 55 1/07 500 69<br />

Quadral Argentum 07.1 M T A F 53 1/07 500 69<br />

Teufel M 320 F (teil<strong>aktiv</strong>) K M T A W F 68 6/08 600 69<br />

Wharfedale Diamond 10.5 K A F 62 2/11 600 69<br />

Focal Chorus 714 V K T A F 59 2/07 700 68<br />

Wharfedale Diamond 10.3 K T A W F 70 12/12 440 67<br />

KEF C5 K A W F 60 12/12 460 66<br />

Magnat Monitor Supr. 1000 M G T A F 61 1/09 400 64<br />

KEF Cresta 30 K M T A W F 63 5/08 450 64<br />

Wharfedale Vardus VR-400 M G T A F 66 1/09 400 63<br />

Mission M 33 K M T A W 55 9/06 400 63<br />

Heco Victa 301 K M T A W 59 6/11 220 61<br />

Boston A 25 K M A D W 68 6/11 260 61<br />

Magnat Monitor 880 M G A F 59 9/06 360 61<br />

MITTEL-KLASSE<br />

31-60 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Wharfedale Vardus VR-300 M T A F 67 8/08 300 60<br />

Wharfedale Vardus VR-200 K M T A D 67 8/08 250 58<br />

Teufel Ultima 20 K M T F 64 6/11 200 57<br />

Reference S 200 62 12/06 130 39<br />

Pure Acoustic Dream 77 57 12/06 470 39<br />

Paramax LM 48 61 9/09 400 36<br />

STANDARDKLASSE<br />

0-30 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Dragon Audio Dream 5 67 12/06 225 30<br />

Novex Smartline 600 54 12/06 74 29<br />

NIC HCS 1 63 12/06 88 23<br />

2. KOMPAKTBOXEN<br />

Die Bewertung der Kompaktboxen ist mit der von Stand boxen identisch. Prinzipiell gilt<br />

auch für die <strong>AUDIO</strong>-Kennzahl (AK) das Gleiche. Wenn keine großen Pegel gefragt<br />

sind, darf die AK der Kompaktbox um 10 bis 30 Zähler über der des Verstärkers liegen.<br />

HIGH-END-KLASSE<br />

91-100 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

ME Geithain RL 922 M G T A D W F a 3/09 10500 100<br />

ME Geithain RL 930 G T A D W F a 3/11 7380 97<br />

ME Geithain ME 806 K M T A H W F a 5/13 7720 97<br />

Adam Tensor Delta TA M G T A W F 56 6/09 7600 95<br />

Adam Tensor Delta A M G T A W F a 6/09 8400 95<br />

JBL Array 800 M G T A H F 60 2/09 4800 92<br />

Klipsch Palladium P17B M T A H W F 59 2/09 4000 91<br />

B&W 805 Diamond K M T A F 60 4/10 4500 91<br />

SPITZENKLASSE<br />

76-90 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Cabasse Bora M G T A H D W F 51 12/10 2500 90<br />

Genelec 8240 APM K M T A H D W F a 5/13 2800 90<br />

Tannoy Definition DC8 M G H A W F 56 2/09 3000 90<br />

Pioneer/TAD S-4EX K M T A H F 70 12/10 4000 90<br />

Focal Electra 1008 BE K M A W F 62 2/10 3500 89<br />

My Audio Design My Clapton M G T A W 54 2/12 4400 89<br />

Elac 330 CE M G T A D W 60 2/10 3300 88<br />

Adam Compact MK3 Active K M T A D W F a 2/10 2800 87<br />

Canton Reference 9.2 DC K M T A W F 63 12/09 2400 86<br />

Harbeth Compact 7/ES3 M G T A F 62 8/11 2550 86<br />

KEF R300 K M A H W F 63 3/12 1200 85<br />

Kef XQ 20 M G T A H F 60 7/10 1800 85<br />

ProAcTablette Anniversary K M T A W F 76 10/11 1950 85<br />

Sonus Faber Liuto Monitor K M T A W 69 12/09 2100 85<br />

Thiel SCS 4 K M G A H D W F 62 12/09 2200 85<br />

AVM Audition S3 K M T A D W 65 8/12 2250 85<br />

B&W PM1 K M T A F 77 03/12 2500 85<br />

B&W CM 5 K M T A D W 62 5/09 1200 84<br />

Canton Vento 830.2 K M T A W F 62 12/11 1300 84<br />

Quadral Aurum Altan VIII M G T A F 60 7/10 1400 84<br />

Sonics Argenta Edition K M T A W F 64 6/07 1600 84<br />

Sonics Argenta Aktiv K M T A W F a 6/08 2600 84<br />

Nubert NuVero 4 K M G T A W F 66 7/09 1140 83<br />

Chario Syntar 523R M G T A F 63 3/12 1250 83<br />

Elac BS 244 K M T A W F 64 5/09 1350 83<br />

ME Geithain ME 25 K M T A W F 58 8/06 1380 83<br />

ATC SCM 11 K M T A D W F 78 5/11 1450 83<br />

Harbeth P3 ESR K T A D W 82 3/12 1750 83<br />

Dynaudio Focus 110 A K T A D W F a 6/09 1800 83<br />

Sonus Faber Auditor M K M T A F 67 1/08 3800 83<br />

Nubert NuVero 3 K M T A D W 73 3/12 1080 82<br />

Dynaudio Excite X16 M T A F 63 8/12 1150 82<br />

Abacus A-Box 10 K T A D W a 3/11 1190 82<br />

Triangle Comete Anniversary K M T A H D F 62 4/12 1200 82<br />

T+A KR 450 K M T A W F 73 8/12 1500 82<br />

T+A Criterion TR 400 K M T A W F 71 6/07 1500 82<br />

Audiodata Petite K M T A W F 77 9/03 2700 82<br />

Epos Elan 15 M G T A W 58 8/12 950 81<br />

Canton Vento 820 K M T A W 57 7/09 1100 81<br />

KEF LS50 K M T A H W F 73 3/13 1100 81<br />

Tannoy Precision 6.1 K M T A W F 56 3/13 1100 81<br />

KS Digital Coax C5 K M T A H D W F a 10/10 1190 81<br />

KS Digital KSD 2010 K M T A W F a 3/13 1500 81<br />

PMC DB 1 I K T A W F 72 5/11 1500 81<br />

Yamaha Soavo 2 K M T A W F 61 11/07 1500 81<br />

Boston M25 K M A W F 69 10/12 800 80<br />

Klipsch RB-81 II G A H F 52 5/11 800 80<br />

Pionner S-71B K T A F 74 3/13 1000 80<br />

Linn Majik 109 K M T A D W 62 6/09 1200 80<br />

Roksan Kandy K2 TR-5 K M A F 70 7/09 1200 80<br />

Canton Chrono SL520 + WA100 K M D A D W F a 4/10 1240 80<br />

Cabasse Minorca K M T A H D W 57 4/09 800 79<br />

PSB Imagine B K M T A W F 66 10/12 1000 79<br />

Quad 12 L Studio Active K M T A D W a 6/08 1200 79<br />

KEF Q 300 K M T A H W F 63 5/11 600 78<br />

German Maestro Linea S B-ONE K M A W F 65 7/10 800 78<br />

Heco Celan XT 301 K M G T A W F 58 4/09 800 78<br />

PSB Imagine Mini K T A D W 71 10/11 800 78<br />

ATC SCM 7 K T A D W 79 10/11 850 78<br />

Dali Ikon 2 MK II M T D W 65 7/10 860 78<br />

Chario Syntar 520 K M A H F 68 10/12 900 78<br />

Dali Mentor Menuet K T A D W 68 10/12 960 78<br />

Nubert NuPro A20 K M T A D W F a 3/11 530 77<br />

Elipson Planet L 73 10/11 770 77<br />

Adam Artist 5 K M T A D W F a 8/12 800 77<br />

Elac BS 184 M G T A D W 64 7/10 800 77<br />

Leema Acoustics Xero K T AW 72 7/12 900 77<br />

KEF R100 K M A H W F 65 8/12 800 76<br />

Canton Ergo 620 K M T A W F 55 4/09 900 76<br />

OBERKLASSE<br />

61-75 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Genelec 6020 A K T A D W a 7/07 820 75<br />

Dynaudio MC 15 K T A D W F a 7/07 1000 75<br />

Tannoy Reveal 601 A K M T A W F a 10/10 540 74<br />

Nubert NuLine 32 KM T A W F 64 3/10 570 74<br />

Canton Chrono SL 520 K T A D W 63 3/10 640 74<br />

Belves Aesthet 1 K M G T A W F 66 9/08 800 74<br />

Magnat Quantum 703 K T A W F 61 2/07 800 74<br />

MB Quart Alexxa B-1 K M T A W F 67 2/07 800 74<br />

Elac AM 150 K T A D W F a 8/10 500 73<br />

Quadral Platinum M 2 K M T A W 63 3/10 600 73<br />

Tannoy Reveal6D K M T A D W F a 7/07 650 73<br />

JBL LSR 2325P K T A H D W F a 8/10 520 72<br />

Dynaudio DM 2/7 65 1/10 650 72<br />

Triangle Titus M G T A W 62 7/12 650 72<br />

Monitor Audio Silver RX 2 M A W F 56 3/10 670 72<br />

Genelec 6010 A a 11/09 480 71<br />

Nubert NuWave 35 K M T A W F 65 5/07 530 70<br />

Fostex PM 1 Mk 2 M T A F a 10/10 570 70<br />

B&W 685 K M T A F 62 8/07 600 70<br />

Heco Metas 300 K M T A W F 60 5/07 500 69<br />

Mission Esprit E 52 K T A D W 64 2/08 650 69<br />

Mordaunt-Short Mezzo 2 K M T A F 64 2/08 700 69<br />

B&W CM 1 K T A D W 83 4/06 800 69<br />

Focal Chorus 706V K M T A W F 62 5/07 470 68<br />

Wharfedale Evo2-10 K M T A F 60 5/07 600 68<br />

Dali Ikon 2 M T A D W 59 2/07 800 68<br />

Nubert NuBox 381 M G T A W F 56 10/08 380 67<br />

Dali Lektor 2 M G T A W 70 7/12 400 67<br />

PSB Image B5 K T A D W 64 2/10 400 67<br />

Mordaunt Short Aviano2 K M A F 67 2/10 460 67<br />

Monitor Audio Bronze BX 2 M A F 62 11/10 350 66<br />

Magnat Interior Power a 11/09 400 66<br />

Jamo C 603 K M T A H W 67 3/08 440 66<br />

B&W 686 K T A D W F 77 1/08 460 66<br />

Elac BS 123 K T A D W 68 8/07 600 66<br />

Heco Aleva 200 K T M A W F 66 1/08 600 66<br />

Quad 11L2 K M T A W 64 5/07 600 66<br />

Dali Zensor 1 K M T A D W F 67 10/11 260 65<br />

Magnat Quantum 553 M T A D W 59 2/10 300 65<br />

Mordaunt Short Aviano1 K M T A W F 71 11/10 300 65<br />

Canton GLE 420-2 K T A W F 64 11/10 360 65<br />

Magnat Quantum 603 K M T A W 63 3/08 400 65<br />

Quadral Rhodium 20 K T A W 70 10/08 400 65<br />

Jamo S 404 K M T A D W 77 11/10 300 63<br />

PSB Image B4 K T A D 68 11/10 300 63<br />

PSB Alpha B1 K M T A W 57 3/09 300 63<br />

JBL ES 30 M G T A F 65 3/08 400 63<br />

Tannoy F1 Custom K M A D W 60 3/09 240 62<br />

Mordaunt Short 902i K M T A D W 71 3/07 250 62<br />

Nubert nuBox 311 K M T A D W 63 3/07 280 62<br />

Dali Lektor 1 K M T A W 73 3/09 340 62<br />

Magnat Monitor Supr. 200 K M T A W 65 1/09 180 61


Service › BESTENLISTE<br />

MITTEL-KLASSE<br />

31-60 PUNKTE<br />

Modell Akustik-Assistent AK Test Preis Punkte<br />

Mission M 32i K M T A W 58 11/06 300 60<br />

Jungson BD 2 Mk 2 K M A F 67 9/08 500 60<br />

Wharfedale Vardus 100 63 1/09 200 59<br />

Mission M 31i 65 3/07 230 58<br />

Wharfedale Crystal 2-10 K T A D W 66 6/08 150 57<br />

Sonos SP-100 66 6/08 180 54<br />

6. PC-LAUTSPRECHER /<br />

NAHFELD-MONITORE<br />

Die Bewertung von Boxensystemen für den PC- und Schreibtischeinsatz ist grundsätzlich<br />

mit der von Kompaktboxen vergleichbar, es wird jedoch nur in kurzen Hördistanzen bis 1,5<br />

Meter und im Tischeinsatz gehört.<br />

SPITZENKLASSE<br />

76-90 PUNKTE<br />

Modell AK Test Preis Punkte<br />

Dynaudio Focus 110 A a 6/09 1800 83<br />

Canton Your Duo + Your Sub a 10/12 1200 80<br />

Quad 12 L Studio Active a 6/08 1200 79<br />

OBERKLASSE<br />

61-75 PUNKTE<br />

Modell AK Test Preis Punkte<br />

KEF X300A a 5/13 800 75<br />

Genelec 6020 A a 7/07 820 75<br />

Dynaudio MC 15 a 7/07 1000 75<br />

Canton Your Duo (Wireless) a 11/11 500 74<br />

Adam Artist 3 a 3/11 650 74<br />

Adam A5 a 9/08 670 74<br />

Focal Bird Pack 2.1 (Verstärker/Sub, Sat) a 9/12 900 74<br />

Nubert NuPro A10 a 7/11 470 73<br />

XTZ MH-800 (mit ext. Amp) a 11/11 450 72<br />

B&W MM1 (USB) a 5/10 500 72<br />

Audio Pro LV 2 (Wireless, USB) a 4/10 700 72<br />

Genelec 6010 A a 11/09 480 71<br />

Teufel Motiv 2 (Sub/Sat) a 12/08 300 70<br />

John Blue JB 3 (passiv) 60 5/10 350 70<br />