Flight! Magazin Der Airbus von Aerosoft (Vorschau)
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FLUGSIMULATION SEIT 1996<br />
01 ¦ Januar 2013<br />
<strong>Der</strong> <strong>Airbus</strong> <strong>von</strong> <strong>Aerosoft</strong><br />
Wissen:<br />
DC9 in Isafjordur<br />
Hardware:<br />
CPflights Boeing 737<br />
It’s Teatime!<br />
Orbx wagt sich in neue Gebiete<br />
4 192203 503955<br />
01
Das wird 2013<br />
Die Redaktion wünscht<br />
Ihnen ein schönes frohes<br />
neues Jahr und viele sanfte<br />
Landungen.<br />
Schon wieder ein neues Jahr? Das geht ja wie im Fliegen<br />
vorbei, schon wieder zwölf Monate um. Bereits<br />
mein sechstes Jahr im <strong>Flight</strong>(XPress)-Team. Wow,<br />
schon so lange Zeit her die erste Ausgabe. Viel hat sich<br />
verändert – die Flugsimulatoren, die Produkte und<br />
vielleicht sogar die Leser.<br />
Wie wird die Szene auf die veränderte Marktlandschaft<br />
reagieren? Das ist die Frage für 2013 und wer hat<br />
schon die Antworten? Dies wird sich in den ersten Monaten<br />
zeigen, denn die großen Add-ons, die neuen Entwicklungen<br />
sind fast alle erschienen, zumindest für<br />
den <strong>Flight</strong> Simulator X. Wie wird die Strategie aussehen?<br />
Immer wieder neue Aktualisierungen, Verbesserungen?<br />
Wie tief können die Details im Flugsimulator<br />
umgesetzt werden, wann stoßen wir an die Grenzen?<br />
Unsere Redaktion wird Sie auch 2013 monatlich begleiten,<br />
kritisch und unabhängig. Die erste Frage, wer<br />
die Köpfe sind, die solche Entscheidungen treffen werden,<br />
beantworten wir Ihnen mit unserer neuen Reihe<br />
„Wirtschaftsfaktor Flugsimulation“; im ersten Teil gehen<br />
wir auf die generelle Marktlandschaft ein, ehe wir<br />
in den nächsten Ausgaben die einzelnen Firmen und<br />
Köpfe vorstellen werden.<br />
Die schönen Add-ons nützen nichts, wenn man nur<br />
mit Tastatur und Maus vor dem PC sitzt. Die Lösung<br />
sind einige der zahlreichen Hardware-Ergänzungen,<br />
<strong>von</strong> denen wir uns in dieser Ausgabe die CP<strong>Flight</strong>s<br />
für die Boeing 737 sowie das EFIS Control Panel ange-<br />
schaut haben.<br />
ORBX kommt endlich nach Europa. Fast kein anderer<br />
Publisher wurde in den Foren so hoch gelobt wie die<br />
Australier <strong>von</strong> ORBX. Können sie ihre Qualität auch<br />
in Europa umsetzen und steht gar der Eintritt in den<br />
deutschen Szeneriemarkt bevor? Max hat sich auf die<br />
Reise ins virtuelle England begeben.<br />
Die Niederländer sind bekannt für ihren scharfen Sparsinn,<br />
vielleicht deshalb wurden die Dutch Airports<br />
gleich mit verschiedenen Flugplätzen veröffentlicht,<br />
quasi eine Sparbox, jedoch zu einem recht ordentlichen<br />
Preis.<br />
Düsseldorf und jetzt auch noch <strong>Airbus</strong> X Extended –<br />
<strong>Aerosoft</strong> hat wohl bis zum Weihnachtsgeschäft gewartet,<br />
bis es die lang erwarteten Produkte auf den Markt<br />
brachte. Beide Produkte können sich, vielleicht auch<br />
wegen der langen Warte- und Entwicklungszeit, sehen<br />
lassen! <strong>Der</strong> <strong>Airbus</strong> wurde zu einem prima Arbeitstier-<br />
Flugzeug mit der nötigen Systemtiefe für Einsteiger<br />
bis hin zu Experten. Meine erste Runde drehte ich mit<br />
einer Platzrunde in Luxemburg, ehe es <strong>von</strong> Frankfurt<br />
nach München ging. Die beiden Redakteure Urs Wildermuth<br />
und Markus Halle schauten sich das neue <strong>Airbus</strong>-Add-on<br />
genauer an. Markus ist bei einer deutschen<br />
Fluggesellschaft täglich im Cockpit der A320-Familie<br />
und schaute deshalb mit einem etwas anderen Blick<br />
auf die Umsetzung für den Flugsimulator.<br />
Die Initiative Flugsimulation war am Kiosk ein voller<br />
Erfolg, viele neue Leser haben den Weg zu unserem<br />
<strong>Magazin</strong> gefunden, deshalb beginnen wir mit einer<br />
neuen Serie, den ersten Schritten im <strong>Airbus</strong> A320. So<br />
kommen die neuen Flugsimulatorfans in den Genuss,<br />
ihren ersten Flug zu erlernen.<br />
Wer sich als Profi im <strong>Airbus</strong>-Cockpit sieht, dem ist die<br />
Teilnahme an unserem Gewinnspiel zu empfehlen:<br />
Es wird ein Ticket für einen Simulatorflug im Air-<br />
bus-A320-Cockpit verlost.<br />
Die Betriebsfeuerwehr Petersberg<br />
wünscht dem gesamten <strong>Flight</strong><br />
<strong>Magazin</strong> ein schönes und erfülltes<br />
Fest sowie einen schönen Start in<br />
das neue Jahr 2013 !<br />
Marc Goergen<br />
Chefredakteur<br />
<strong>Der</strong> direkte Draht: redaktion@flightm.com<br />
Mit Kameradschaftlichen Grüßen :<br />
Feuerwehr Petersberg
36<br />
20 40 44<br />
Dutch Airports - 3 in 1<br />
<strong>Der</strong> kleinste Europas<br />
Lambert-St. Louis International Airport<br />
Danke für über<br />
8.500 Fans!<br />
www.facebook.com/<br />
flightmcom<br />
app.flightm.com<br />
Aboservice<br />
<strong>Flight</strong>! Leserservice<br />
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40032 Düsseldorf<br />
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Web: abo.flightm.com<br />
Editorial<br />
3: Das wird 2013<br />
Notams<br />
6: Hacker-Angriff auf <strong>Flight</strong>M.com<br />
7: ORBX England in der Box<br />
8: F-111 im gelandet<br />
9: Nächster Halt: Doha<br />
10: Pathenosim Mailand-Linate<br />
11: Bella Coola: ein cooler Flughafen<br />
Community<br />
12: Jahresrückblick 2012<br />
16: Wirtschaftsfaktor Flugsimulation 1<br />
Flugzeuge<br />
20: <strong>Airbus</strong> Reloaded!<br />
Szenerie<br />
30: FTX EU England: It’s Teatime!<br />
36: <strong>Aerosoft</strong>‘s Dutch Airports<br />
40: Malta Complete X<br />
44: Lambert-St. Louis International Airport<br />
Hardware:<br />
50: CPflights Boeing 737 MCP<br />
und EFIS Control Panel<br />
Modelflug<br />
54: <strong>Der</strong> Robbe Blue Arrow 1.0 im Test<br />
Wissen<br />
58: <strong>Der</strong> Flugsimulator und<br />
die Szenerienbibliothek<br />
62: Riskante und ungewöhnliche Flughäfen<br />
66: Einmal um die Welt<br />
70: Mein Weg zur ATPL Teil 5<br />
74: DC9 in Isafjordur<br />
Service:<br />
78: Best of Liste<br />
81: Service und Impressum<br />
82: <strong>Vorschau</strong>
20 52 56<br />
<strong>Aerosoft</strong>s <strong>Airbus</strong> Reloaded!<br />
It’s Teatime! - Orbx wagt sich in neue Gebiete<br />
30 46<br />
Modelflug: Beaver<br />
68
Hacker-Angriff auf <strong>Flight</strong>M.com<br />
Leider mussten wir feststellen, dass<br />
kurz vor Weihnachten eine Attacke<br />
auf unsere <strong>Flight</strong>M.com sowie<br />
<strong>Flight</strong>M.de Domain durchgeführt<br />
wurden. Die Firewall blockierte sofort<br />
und wir leiteten auf neue DNS<br />
Server um, so konnte die Last verteilt<br />
werden.<br />
Die Domains waren bereits nach<br />
kurzer Zeit wieder erreichbar, während<br />
die .de noch auf sich warten<br />
lies. Diese ging 48 Stunden später<br />
wieder online. Das Forum konnte<br />
weiterhin über www.flightx.de erreicht<br />
werden.<br />
Ziel der Attacke war es, mit zahlreichen<br />
Aufrufen die Website offline<br />
zu nehmen. Unsere Recherche<br />
ergab, dass mehrere Foren auf<br />
diesem Wege angegriffen wurde.<br />
(Chinesische IP Adressen).<br />
Neue Bilder <strong>von</strong> <strong>Aerosoft</strong> DR400<br />
NOTAMS<br />
<strong>Aerosoft</strong> hat im Dezember neue<br />
Fotos der Robin DR400-140B veröffentlicht,<br />
auf denen man das<br />
Add-On im Beta-Status bewundern<br />
kann. <strong>Der</strong> knapp 1000 Kilogramm<br />
schwere Tiefdecker in Holzbauweise<br />
flog 1972 zum ersten Mal und<br />
wurde bis zum Konkurs des Her-<br />
stellers 2008 in Dijon-Darois gefertigt.<br />
Die DR400 wird inzwischen<br />
wieder bei Robin New Aircraft<br />
gebaut. Die oft “Remo” genannte<br />
Robin ist für ihre charakteristischen<br />
Knickflügel bekannt und<br />
wird hauptsächlich zum Schleppen<br />
<strong>von</strong> Segelflugzeugen aber auch für<br />
Rundflüge eingesetzt. Dabei ist die<br />
leichte Holzbauweise ein großer<br />
Vorteil gegenüber anderen Flugzeugen.<br />
<strong>Aerosoft</strong> zeigt nun neue<br />
Bilder ihrer DR400. Zu sehen ist ein<br />
schönes Außenmodell sowie ein<br />
sehr detailliertes virtuelles Cockpit<br />
mit zwei verschiedenen GPS, sowie<br />
eine ordentliche Passagierkabine.<br />
Erscheinen soll die DR400 für FSX,<br />
jedoch wann genau das bereits 2010<br />
angekündigte Add-On released<br />
wird ist noch unklar. Weitere Bilder<br />
gibt es auf <strong>Aerosoft</strong>.com
Tägliche Meldungen finden Sie unter<br />
www.flightm.de<br />
Sanya Phoenix International Airport- Exklusiv für den FS2004<br />
Wer denkt das der FS2004 zum alten<br />
Eisen gehört, hat die Rechnung<br />
ohne das Entwicklerteam Skysoft-<br />
Simulation aus China gemacht. Die<br />
Programmierer haben sich das Ziel<br />
gesetzt, den Flughafen Sanya Phoenix<br />
International so nah wie möglich<br />
an dem Original auszurichten.<br />
<strong>Der</strong> Flughafen Sanya Phoenix<br />
International, liegt im Süden der<br />
Volksrepublik China auf der Insel<br />
Hainan. An den 20 vorhandenen<br />
Parkpositionen und den insgesamt<br />
5 Fluggastbrücken, können die anfliegenden<br />
Airliner rund um die<br />
Uhr andocken. Im Jahr 2006 wurde<br />
der Flughafen ausgebaut und verfügt<br />
seitdem über eine verlängerte<br />
Start- und Landebahn, die es auch<br />
den Schwergewichten der modernen<br />
Luftfahrt ermöglicht, auf ihr<br />
zu operieren. Die CAT I- Anflugbefeuerung<br />
sowie das CAT II- Instrumentenlandesystem,<br />
ermöglichen<br />
auch bei schwierigen Bedingungen<br />
einen sicheren Anflug. Die Screenshots<br />
des Projekts sehen sehr viel<br />
versprechend aus und machen<br />
Lust auf mehr. Wessen Interesse<br />
geweckt wurde, kann die Szenerie<br />
bei SimMarket für 17,84 € käuflich<br />
erwerben.<br />
ORBX England in der Box<br />
ORBX Box England in Europa lieferbar.<br />
In traumhafter bei allen OR-<br />
BX-Titeln schon gewohnter Qualität<br />
erscheint der größte Teil der<br />
Insel Großbritannien mit circa 12<br />
GB Daten und Doppel-Installer für<br />
FSX oder Prepar3D. Das England<br />
Terrain Pack grenzt im Norden an<br />
Schottland, im Westen an Wales,<br />
im Süd-Westen an den Atlantik und<br />
im Süden an den Ärmelkanal oder<br />
einfach ausgedrückt Großbritannien<br />
ohne Wales und Schottland.<br />
Wie schon bei den Regionen Nordamerika<br />
und Neuseeland hat auch<br />
in England jeder einzelne Standard-<br />
FSX-Airport ein großes Upgrade<br />
erhalten mit genauen Runways,<br />
Taxiways, Gebäuden, statischen<br />
Flugzeugen, PeopleFlow2 und sogar<br />
Gras! Jeder Quadratkilometer<br />
Landklassen wurde akribisch <strong>von</strong><br />
Hand gestaltet und alle ORBX-<br />
Texturen ins Autogen eingebunden<br />
einschließlich benutzerdefinierter<br />
Objekte wie Telefonzellen und Kirchen.<br />
Über 130 Tausend km² Scenery,<br />
Mesh und Landklassen – alles<br />
in einer Box garantiert den Augenschmaus<br />
– ein absolutes Muss für<br />
alle Piloten! Die Box gibt es auf<br />
flightandfun.de (Deutschlands ältestem<br />
<strong>Flight</strong>Sim Händler) für 39,95<br />
Euro portofrei. Das Review über<br />
die Szenerie gibts in diesem Heft.<br />
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NOTAMS<br />
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Die Leseprobe knackt die 600.000 Leser-Marke<br />
Die <strong>Flight</strong>! <strong>Magazin</strong> Leseprobe hat<br />
neue Rekorde gebrochen, 600.000<br />
Leser in einem Jahr, dies sind rund<br />
50.000 in jedem Monat. Neben der<br />
digitalen Leseprobe können die Leser<br />
ebenfalls unter flightm.com/<br />
aktuelle-ausgabe/bestellen eine<br />
gedruckte bestellen, diese erreicht<br />
in der Regel etwa Hundert Bestellungen<br />
pro Monat. Die Leseprobe<br />
ist kostenlos auf unserer Website<br />
<strong>Flight</strong>M.com verfügbar, die letzte<br />
kostenlose Ausgabe ist vom Ende<br />
des Jahres 2012.<br />
F-111 im gelandet<br />
Vor wenigen Wochen wurde die<br />
F-111 <strong>von</strong> Golden Key Studio released.<br />
Besonders bekannt ist der Jagdbomber<br />
wegen seiner Schwenkflügel<br />
und des “Dump and Burn<br />
Systems”(Treibstoff wird abgelassen<br />
und gleichzeitig verbrannt).<br />
Die “Aardvark”(Erdferkel) wurde<br />
bis 1999 in der USAF, und bis 2010<br />
in der australischen Luftwaffe aktiv<br />
eingesetzt. Das Projekt ging aus<br />
dem Bedarf eines Jagdflugzeuges<br />
für nukleare Kampfeinsätze im kalten<br />
Krieg hervor. Erstmals erhob<br />
sich die F-111 ende 1964 in die Lüfte<br />
und wurde bis 1982 produziert.<br />
Eine Besonderheit war, dass keine<br />
Schleudersitze vorhanden waren,<br />
sondern die gesamte Kabine als<br />
Rettungskapsel konzipiert war.<br />
Weiters war das “Erdferkel” das<br />
erste Flugzeug mit Schwenkflügeln<br />
in Serienproduktion. Das Add-on<br />
ist in zwei Versionen erschienen,<br />
eine Standard Edition und eine um<br />
12€ teurere Collectors Edition mit<br />
Paintkit, mehreren Waffenkonfigurationen,<br />
zusätzlichen Liveries<br />
sowie 10 HD Wallpaper und 4 Poster.<br />
Es sind alle wichtigen Funktionen<br />
simuliert, wie zum Beispiel<br />
das oben genannte Dump and Burn<br />
System, bei dem sich der austretende<br />
Treibstoff am Nachbrenner<br />
entzündet und das Flugzeug eine<br />
lange Flamme hinter sich her zieht.<br />
Zahlreiche Effekte, unter anderem<br />
Nachbrenner und Schallmauereffekte,<br />
sind aufgeführt. Erhältlich<br />
ist die Aardvark für den Microsoft<br />
FSX. Wer Lust bekommen hat die<br />
F-111 auszuprobieren möchte, kann<br />
diese im SimMarket erwerben.
Fortschritte bei Milviz Bell 407<br />
<strong>Der</strong> Add-On Hersteller Milviz,<br />
der für seine hochwertigen Fluggeräte<br />
bekannt ist, zeigt jetzt die<br />
Fortschritte am virtuellen Cockpit<br />
der Bell 407. <strong>Der</strong> als Nachfolger<br />
für die Bell 206 entwickelte leichte<br />
Mehrzweckhubschrauber nahm<br />
1996 seinen Dienst auf. Seither<br />
wurden mehr als 1000 Stück des<br />
kanadischen Turbinenhelikopters<br />
produziert. Die Bell 407 kann bis zu<br />
sechs Passagiere sowie eine Nutzlast<br />
<strong>von</strong> 1200 Kilogramm beför-<br />
dern. Nach den ersten Bildern des<br />
Außenmodells Ende Oktober folgt<br />
nun ein 360° Modell des virtuellen<br />
Cockpits und der Kabine. Es zeigt<br />
ein äußerst detailreiches Cockpit<br />
mit animierten, dreidimensionalen<br />
Instrumenten. Das noch untexturierte<br />
Modell lässt die Qualität des<br />
fertigen Add-Ons allerdings schon<br />
erahnen. Ein Releasedatum, der<br />
Preis und für welchen Simulator<br />
die Bell erscheinen soll ist noch<br />
nicht bekannt.<br />
Nächster Halt: Doha<br />
Es geht nach Doha – und das nun<br />
auch virtuell, denn vor einigen<br />
Wochen veröffentlichte der Designer<br />
“MSK-Productions” seine Umsetzung<br />
des asiatischen Flughafens<br />
für den FS2004 und FSX. <strong>Der</strong> Flughafen<br />
Doha (DOH/OTBD) befindet<br />
sich unweit des Zentrums der<br />
Hauptstadt Katars und bietet mit einer<br />
Start- und Landebahn Platz für<br />
sowohl inter- als auch nationalen<br />
Verkehr. Beheimatet in Doha ist die<br />
Qatar Airlines, welche neben der<br />
Deutschen Lufthansa Direktflüge<br />
nach Deutschland anbietet. Da der<br />
Flughafen schon weit über seine<br />
Kapazitätsgrenzen gestoßen ist,<br />
wird am 18. Dezember diesen Jahres<br />
der “New Doha International<br />
Airport” eröffnet werden, welcher<br />
Doha dann noch attraktiver machen<br />
soll, in dieser Szenerie jedoch<br />
nicht realisiert wurde. Zu erwerben<br />
ist das Add-on für rund 22 Euro<br />
ebenfalls im SimMarket.<br />
Nachtrag zum Reflex XTR² Bericht<br />
Die 3D-Funktion kann selbstverständlich<br />
auf jedem Rechner verwendet<br />
werden, vorausgesetzt es<br />
ist der iZ3D Treiber installiert. Diesen<br />
können Sie auf unserer Homepage<br />
downloaden. <strong>Der</strong> Direktlink<br />
zum Download: 3D1212<br />
www.flightm.com 9
Pathenosim Mailand-Linate: Es geht weiter<br />
Über zwei Monate ist es her, da gab<br />
die italienische Szenerieschmiede<br />
Bilder und Informationen über ihr<br />
aktuellstes Projekt, eine Umsetzung<br />
des Flughafens Mailand-Linate,<br />
preis. Seitdem herrschte eher<br />
Stillschweigen über im Bezug auf<br />
Informationen. Nun gibt es etwas<br />
neues zu sehen. Wirft man einen<br />
Blick auf die aktuellsten Aufnahmen,<br />
so erkennt man definitiv einen<br />
großen Fortschritt, der Hoffnung<br />
auf eine baldige Umsetzung <strong>von</strong><br />
LIML macht, die für den FS2004,<br />
FSX und P3D erscheinen wird.<br />
NOTAMS<br />
Die “GEE BEE Z” <strong>von</strong> Alabeo setzt zur Landung an<br />
Die “GEE BEE Z” <strong>von</strong> Alabeo setzt<br />
demnächst zur Landung an. Das<br />
Gee Bee Model- Z, wurde in den<br />
1930 als Rennflugzeug eingesetzt<br />
und gilt bis heute als sehr zuverlässig.<br />
Nach mehreren Geschwindigkeitsrekorden,<br />
sagte man ihr<br />
schon fast Unsterblichkeit zu, doch<br />
bei einem erneuten Versuch die<br />
Bestmarke zu schlagen, kam es<br />
zu einem verherrenden Unglück.<br />
Nach vielen Jahren der Neuentwicklung,<br />
wurde ein bis heute sehr<br />
beliebtes Sportflugzeug geschaffen.<br />
Das Flugzeug wird <strong>von</strong> nur einem<br />
Pilot gesteuert und erreicht eine<br />
maximale Geschwindigkeit <strong>von</strong><br />
430 km/h und das Ganze bei einer<br />
Gesamtlänge <strong>von</strong> nur 4,60 m und<br />
einer Spannweite <strong>von</strong> 7,16 m. Die<br />
realen Daten wurden <strong>von</strong> Alabeo<br />
übernommen und in die Simulation<br />
eingepflegt. Die Screenshots<br />
sehen sehr viel versprechend aus<br />
und zeigen eine große Detailverliebtheit<br />
seitens der Entwickler. Die<br />
“wilde Biene” wird für den FSX und<br />
Prepar3D erscheinen.<br />
10 <strong>Flight</strong>!
Tägliche Meldungen finden Sie unter<br />
www.flightm.de<br />
Brisante Neuigkeiten <strong>von</strong> der TFDi 717<br />
TFDi kündigte die 717 anfangs<br />
August an und gab nun bekannt,<br />
dass diese in zwei Stufen veröffentlicht<br />
werden soll: zuerst eine<br />
abgespeckte Lite-Version ohne<br />
FMS(<strong>Flight</strong>management System)<br />
und danach eine Vollversion mit<br />
kompletten FMC. Das fertige Add-<br />
On soll über ein hochwertiges<br />
Modell und Texturen sowie einen<br />
realistischen Sound und ein vollständiges<br />
<strong>Flight</strong>management-System<br />
verfügen. Das Update auf die<br />
Vollversion soll kostenlos für Besit-<br />
zer der Lite-Version sein. Die Bilder<br />
des Entwicklers zeigen ein noch<br />
untexturiertes Modell, auf die Entwickler<br />
wartet noch ein Stückchen<br />
Arbeit. Erscheinen soll die 717 für<br />
FSX und Prepar3D jedoch wird das<br />
genaue Releasedatum <strong>von</strong> TFDi<br />
nicht bekannt gegeben.<br />
Bella Coola: ein cooler Flughafen<br />
Vor einiger Zeit berichteten wir<br />
über die <strong>von</strong> Orbx in Entwicklung<br />
befindliche Szenerie des kanadischen<br />
Flugplatzes mit dem Namen<br />
Bella Coola Airport. Ab sofort<br />
steht Bella Coola zum Kauf bereit<br />
und ist via FSX und P3D zu besuchen.<br />
<strong>Der</strong> Flugplatz befindet sich,<br />
wie schon gesagt, in British Columbia,<br />
Kanada, und ist ausschließlich<br />
für VFR-Verkehr ausgelegt. Nebst<br />
vielen Privatmaschinen fliegt die<br />
Pacific Coast Airline den Flugplatz<br />
an und verbindet ihn so mit den kanadischen<br />
Städten Vancouver und<br />
Anahim Lake. Laut aktuellen Bildern<br />
wurden <strong>von</strong> Orbx jede Menge<br />
Details eingefügt wie zum Beispiel<br />
spezielle Schattenwürfe oder eingefügte<br />
Straßenschilder. Auch die<br />
Anbindung an “Orbx-Flow” wurde<br />
ermöglicht, welches die realistische<br />
Bewegung <strong>von</strong> virtuellem Bodenpersonal<br />
kreiert, darüber hinaus<br />
wurde auch eine Auflösung <strong>von</strong><br />
2cm/pxl verwirklicht, was jedoch<br />
nach eigenen Angaben keinen Frameverlust<br />
bewirken soll. Wer dem<br />
virtuellen Bella Coola einen Besuch<br />
abstatten möchte kann dies tun –<br />
für umgerechnet 26 Euro ist das<br />
Add-On im <strong>Flight</strong>simstore.com zu<br />
erwerben!<br />
www.flightm.com 11
17. Ausgabe ¦ Deutschland 5,50 € ¦ Österreich: 5,90 € ¦ Benelux: 5,90 € ¦ Schweiz: 8,90 CHF<br />
Das Original! Monatlich neu!<br />
18. Ausgabe ¦ Deutschland 5,50 € ¦ Österreich: 5,90 € ¦ Benelux: 5,90 € ¦ Schweiz: 8,90 CHF<br />
Das Original! Monatlich neu!<br />
19. Ausgabe ¦ Deutschland 5,50 € ¦ Österreich: 5,90 € ¦ Benelux: 5,90 € ¦ Schweiz: 8,90 CHF<br />
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FLUGSIMULATION AUF DEM PC<br />
CRJ<br />
Series<br />
08 ¦ Juli/August 2012<br />
NextGen – für den <strong>Flight</strong> Simulator<br />
Hong Kong Calling<br />
Teneriffa Süd<br />
Sharm El-Sheikh<br />
FLUGSIMULATION SEIT 1996<br />
<strong>Airbus</strong><br />
A319<br />
für den FSX<br />
Flugschule!<br />
Das Tutorial<br />
Just <strong>Flight</strong> und<br />
CLS BAe 146<br />
09 ¦ September 2012<br />
Gewinnen Sie einen<br />
A320Cockpit-Flug!<br />
Die BAe / Avro - das XXL Thema!<br />
Qualitywings Ultimate -<br />
jetzt auch für den FSX<br />
09<br />
4 192203 505508<br />
FLUGSIMULATION SEIT 1996<br />
Freeware<br />
Klassiker<br />
Festplatten-Caching<br />
mittels SSD-Laufwerken<br />
neues X-Plane 10 Update<br />
10 ¦ Oktober 2012<br />
Szenerie:<br />
Bari / Jakarta / Bermuda / Erfurt / Macao ...<br />
Mit der Concorde nach<br />
New York<br />
10<br />
4 192203 505508<br />
monatlich. unabhängig. kritisch.<br />
12 <strong>Flight</strong>!
12<br />
01<br />
Jahrgang 2012<br />
Community<br />
16. Ausgabe ¦ Deutschland 5,50 € ¦ Österreich: 5,90 € ¦ Benelux: 5,90 € ¦ Schweiz: 8,90 CHF<br />
Das Original! Monatlich neu!<br />
FLUGSIMULATION AUF DEM PC<br />
Im Interview:<br />
Austin Meyer <strong>von</strong> X-Plane<br />
Bombardier Dash<br />
8-400Q<br />
Kleinflugplätze Schweiz<br />
06 ¦ Juni 2012<br />
Endlich:<br />
Die Avro ist gelandet!<br />
PREPAR3D – Teil 2<br />
Prag Freeware<br />
20. Ausgabe ¦ Deutschland 5,50 € ¦ Österreich: 5,90 € ¦ Benelux: 5,90 € ¦ Schweiz: 8,90 CHF<br />
Das Original! Monatlich neu!<br />
21. Ausgabe ¦ Deutschland 3,95 € ¦ Österreich: 4,95 € ¦ Benelux: 4,95 € ¦ Schweiz: 8,90 CHF<br />
Das Original! Monatlich neu!<br />
Ihre Nummer 1 zum Schnupperpreis!<br />
22. Ausgabe ¦ Deutschland 3,95 € ¦ Österreich: 4,95 € ¦ Benelux: 4,95 € ¦ Schweiz: 8,90 CHF<br />
Das Original! Monatlich neu!<br />
Ihre Nummer 1 zum Schnupperpreis!<br />
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11 ¦ November 2012<br />
12 ¦ Dezember 2012<br />
01 ¦ Januar 2013<br />
FLUGSIMULATION SEIT 1996<br />
Die DC-9<br />
Ein Klassiker lebt auf<br />
FLUGSIMULATION SEIT 1996<br />
Düsseldorf!<br />
FLUGSIMULATION SEIT 1996<br />
<strong>Der</strong> <strong>Airbus</strong> <strong>von</strong> <strong>Aerosoft</strong><br />
Die Robin DR400<br />
Eine Beaver zu Land<br />
und zu Wasser<br />
„Lange Nacht der Flugsicherung“<br />
der Austro Control<br />
Dubai <strong>von</strong> flytampa<br />
Boeing 777<br />
Historischer Nachflieger:<br />
Frankfurt nach Berlin<br />
Wissen:<br />
DC9 in Isafjordur<br />
Hardware:<br />
CPflights Boeing 737<br />
It’s Teatime!<br />
Orbx wagt sich in neue Gebiete<br />
4 192203 505508<br />
4 192203 503955<br />
4 192203 503955<br />
11<br />
FLIGHT!<br />
www.flightm.com 13
Jahresrückblick 2012<br />
Kategorie Produkt Ausgabe Seite<br />
Flugzeug AFS-Design A320 Neo .02/12 38-40<br />
Flugzeug Basler BT-67 Freeware .10/12 18-21<br />
Flugzeug Black Box Simulations <strong>Airbus</strong> Xtreme .09/12 18-23<br />
Flugzeug Bombardier Challenger 300 .06/12 26-29<br />
Flugzeug Bombardier Dash 8 Q400 .06/12 22-25<br />
Flugzeug Bronco .06/12 36-38<br />
Flugzeug Carenado Beech 200 King Air .12/12 28-32<br />
Flugzeug Carenado Ceechcraft Bonanza V35 .04/12 50-53<br />
Flugzeug Carenado Grand Caravan .11/12 30-32<br />
Flugzeug Carenado Malibu Jetprop .03/12 30-33<br />
Flugzeug CLS BAE-146 .09/12 28-33<br />
Flugzeug Consolidated PBY Catalina .04/12 46-49<br />
Flugzeug DC10 Freeware .05/12 28-31<br />
Flugzeug DC-6B Legends of <strong>Flight</strong> .04/12 20-25<br />
Flugzeug Diamond Star DA40 XLS .11/12 22-25<br />
Flugzeug <strong>Flight</strong> One DC9 .11/12 14-21<br />
Flugzeug Heinz Dziurowitz Douglas DC-3 .10/12 22-25<br />
Flugzeug Just <strong>Flight</strong> 757 .01/12 64-66<br />
Flugzeug Lionheart Creations DR400 .11/12 26-29<br />
Flugzeug PMDG 737 NGX .03/12 22-29<br />
Flugzeug QualityWings .06/12 30-35<br />
Flugzeug QualityWings The Ultimate 146 Collection .09/12 24-27<br />
Flugzeug Ramzzess Aviation Design und Philipp Boeing 777 .12/12 22-26<br />
Flugzeug Vertigo Studios PT17 .10/12 26-29<br />
Flugzeug Vickers Viscount .01/12 56-59<br />
Flugzeug Wilco 737 Classic .02/12 45-49<br />
Flugzeug Wilco CRJ NextGen .08/12 .12-17<br />
Flugzeug Wilga X .01/12 52-54<br />
Flugzeug X-Aviation CRJ .01/12 60-63<br />
Szenerie A_A Sceneries Phuket .08/12 34-38<br />
Szenerie Aero Files Billund .11/12 54-56<br />
Szenerie <strong>Aerosoft</strong> Yekaterinburg .08/12 18-21<br />
Szenerie Altenrhein X .01/12 48-51<br />
Szenerie Antarctica X .02/12 60-63<br />
Szenerie Arabian Airports X: Muscat .02/12 50-53<br />
Szenerie Armi Project Suvarnabhumi Intl .12/12 48-51<br />
Szenerie Bad Dürkheim .05/12 68-69<br />
Szenerie Bari X .10/12 51-53<br />
Szenerie Blueprin New York John F Kennedy .03/12 50-52<br />
Szenerie Borisforero - Quito 2012 .04/12 54-56<br />
Szenerie Brunei Freeware .08/12 26-29<br />
Szenerie Chiang Mai Freeware .08/12 30-32<br />
Szenerie Debrecen Freeware .05/12 60-62<br />
Szenerie Dillingham X .05/12 56-59<br />
Szenerie Djerba X .05/12 38-40<br />
Szenerie Drzewiecki Design Krakow Balice EPKK 2012 .02/12 54-56<br />
14 <strong>Flight</strong>!
Szenerie Erfurt X .10/12 30-35<br />
Szenerie EuroAirport Basel Freeware .03/12 60-61<br />
Szenerie Fairbanks X .11/12 42-45<br />
Szenerie <strong>Flight</strong>beam Phoenix .11/12 46-49<br />
Szenerie Fly Tampa Dubai Rebooted .12/12 56-63<br />
Szenerie Flyveplads Saeby .06/12 48-53<br />
Szenerie Frankfurt Egelsbach X .03/12 38-40<br />
Szenerie Frankfurt Hahn X .04/12 58-61<br />
Szenerie Frankfurt/Main Freeware .01/12 34-36<br />
Szenerie FS Global Ultimate .05/12 52-54<br />
Szenerie FSDG Sharm El Sheikh .08/12 52-53<br />
Szenerie GAP - Friedrichshafen X .03/12 46-49<br />
Szenerie GAP 3 - Neuauflage .06/12 58-64<br />
Szenerie Grenchen X .12/12 52-55<br />
Szenerie Helsinki X .11/12 38-41<br />
Szenerie Heraklion X .09/12 34-37<br />
Szenerie Hetzleser Berg Freeware .08/12 39-41<br />
Szenerie Ibiza Freeware .02/12 58-59<br />
Szenerie Imagine Sim New Delhi .06/12 44-47<br />
Szenerie Kleinflugplätze Schweiz Teil 4 .06/12 54-57<br />
Szenerie Lampedusa Freeware .02/12 68-67<br />
Szenerie Latin VFR Hub Caracas .06/12 40-43<br />
Szenerie LatinVFR Bermuda .10/12 48-50<br />
Szenerie LatinVFR Miami Int .03/12 53-55<br />
Szenerie LatinVFR Montevideo Carrasco Intl SUMU .08/12 44-47<br />
Szenerie Lugano X .05/12 64-67<br />
Szenerie Maastricht-Aachen X .03/12 56-59<br />
Szenerie Mega Airport Düsseldorf .12/12 34-45<br />
Szenerie MegaScenery X-Hawaii .05/12 56-59<br />
Szenerie New Orleans Freeware .01/12 38-40<br />
Szenerie Onet Valley Sokearno Hatta .10/12 46-47<br />
Szenerie ORBX - Essendon Airport .02/12 64-67<br />
Szenerie ORBX - New Zeeland Southern Islands .03/12 62-64<br />
Szenerie Polish Airports 3 .10/12 36-39<br />
Szenerie Prag-Ruzyne Airport Freeware .06/12 66-69<br />
Szenerie Saarbrücken X .11/12 34-36<br />
Szenerie Simbreeze Teneriffa Süd .08/12 48-51<br />
Szenerie Skysoft Lhasa-Gonggar .08/12 22-25<br />
Szenerie St. Barth Freeware .03/12 34-36<br />
Szenerie Taxi2Gate Asuncion .11/12 50-52<br />
Szenerie THAICreation Macao .10/12 40-45<br />
Szenerie Toulouse-Blagnac X .09/12 38-40<br />
Szenerie TropicalSim Rio de Janeiro 2012 .10/12 54-57<br />
Tools Active Sky 2012 .02/12 70-73<br />
Tools Aspen EFD 1000/500 Pack .06/12 70-74<br />
Tools FollowMe Freeware .11/12 64<br />
Tools FSFlyingSchool .11/12 58-60<br />
Tools FSX SP3 .11/12 62-63<br />
Tools Ground Services X .03/12 66-69<br />
Tools TrackIR5 .04/12 28-29<br />
Community<br />
FLIGHT!<br />
www.flightm.com 15
Wirtschaftsfaktor<br />
Flugsimulation Teil 1<br />
Die Flugsimulation ist so sichtbar wie nie zuvor, dies dank zahlreicher<br />
Cockpitsimulatoren in den meisten größeren Städten, eines Trends,<br />
der vor allem in Deutschland, der Schweiz und Österreich zu beobachten<br />
ist. In den letzten Jahren hat sich der deutschsprachige Raum zum<br />
Zentrum der weltweiten Flugsimulation gemausert, zumindest wenn<br />
man den Wirtschaftsfaktor als Indiz nimmt. Nirgendwo anders sitzen<br />
so viele Firmen, die für die Flugsimulation prägend sind, wie in<br />
Deutschland, nirgendwo anders gibt es so viele Cockpitsimulatoren.<br />
Diese Firmen werden wir uns in den nächsten Ausgaben genauer anschauen,<br />
wie diese aufgebaut sind, die Geschichte, die Köpfe und die<br />
Konzepte.<br />
Die Arbeitsplätze<br />
An der Flugsimulation hängen direkt<br />
in Deutschland etwa 75 Arbeitsplätze,<br />
da<strong>von</strong> zwischen 20 und<br />
25 bei dem Unternehmen <strong>Aerosoft</strong><br />
in Deutschland und über den Globus<br />
verteilt, das zugleich auch der<br />
bedeutendste Arbeitgeber in dieser<br />
Produktsparte ist.<br />
Die meisten Angestellten sind<br />
Quereinsteiger, die Flugsimulation<br />
kam erst mit dem Jobbeginn. Bei<br />
einigen jedoch war die Faszination<br />
für Flugzeuge seit der Kindheit mit<br />
an Bord, eine gute Voraussetzung,<br />
um in dieser Branche tätig zu werden.<br />
Die weiteren Arbeitsplätze<br />
verteilen sich auf Entwicklungsschmieden,<br />
öfters ein oder zwei<br />
Homeoffices, sowie auf zahlreiche<br />
Cockpitbetreiber in den verschiedenen<br />
Städten. Die meisten Instrukteure<br />
jedoch sind als Freelancer eingestellt<br />
und werden für gebuchte<br />
Flüge gerufen. Die meisten Simu-<br />
16 <strong>Flight</strong>!
latoren arbeiten mit einem bis fünf<br />
Festangestellten, die sich um den<br />
Tagesablauf, die Werbung, Presse<br />
und auch Technik kümmern.<br />
Neben den direkten Arbeitsplätzen<br />
hängen viele andere an den<br />
Zuliefern und Dienstleistungen,<br />
so verpackt und verschickt die Firma<br />
Sabasoft zahlreiche Produkte<br />
für <strong>Aerosoft</strong>. Mit dem <strong>Flight</strong>! <strong>Magazin</strong><br />
hängen direkt zwei weitere<br />
Arbeitsplätze zusammen, die beim<br />
Kioskvertrieb und einer weiteren<br />
bei der Aboverwaltung, neben den<br />
indirekten Arbeitsplätzen in der<br />
Druckerei und im Lettershop. Die<br />
Flugsimulation sorgt somit für Umsatz<br />
und Arbeitsplätze außerhalb<br />
unserer Szene, vom Media-Markt<br />
bis hin zur Spedition. Viele dieser<br />
Arbeitsplätze drohen jedoch in den<br />
nächsten Jahren durch E-Paper,<br />
Onlineangebote, Downloadshops<br />
und automatisierte Systeme zu verschwinden.<br />
Eine Realität, der sich<br />
die Branche stellen muss.<br />
Freeware<br />
Die kostenlosen Produkte<br />
Die kostenlosen Produkte wie Addons,<br />
Tauschbörsen oder Informationsquellen<br />
verändern die Branche<br />
nachhaltig und fordern <strong>von</strong> den<br />
einzelnen Firmen ein Umdenken.<br />
Für die Add-ons sowie die Presse<br />
lautet die Strategie ganz klar, sich<br />
durch Qualität und hohe Innovation<br />
<strong>von</strong> den kostenlosen Produkten<br />
abzuheben, dies gelingt recht gut.<br />
So sind die meisten seriösen Payware-Produkte<br />
in einer höheren Qualität<br />
oder mit mehr Details vorzufinden<br />
als vergleichbare Freeware.<br />
In der Presselandschaft gelingt es<br />
durch das breite Angebot an verschiedenen<br />
Themen, die man in<br />
dem Umfang nur in den gedruckten<br />
Umlaufvermögen Jahr<br />
<strong>Aerosoft</strong> 2.657.170,91 € 2010<br />
Sim<strong>Flight</strong> (Simmarket) 625.519,69 € 2010<br />
Halycon Media 330.201,17 € 2010<br />
Cockpitsonic 317.147,66 € 2010<br />
<strong>Flight</strong>! <strong>Magazin</strong> (Maui) 237.587,54 € 2011<br />
EVS FlighTraining Berlin 187.655,01 € 2010<br />
SimINN Stuttgart 140.918,00 € 2011<br />
VST Verlag 55.139,12 € 2010<br />
Albo Medien 22.597,43 € 2011<br />
Quelle: Bundesministerium der Justiz<br />
<strong>Magazin</strong>en findet, durch die erfahrenen<br />
Redakteure und die Sorgfalt,<br />
mit der Produkte getestet werden.<br />
Für die Presse stellt sich die Herausforderung,<br />
wie man auf die kostenlosen<br />
Onlineangebote reagiert,<br />
die Financial Times Deutschland<br />
sowie zahlreiche weitere Verlage<br />
mussten sich dem Problem bereits<br />
geschlagen geben. Die Kosten für<br />
die Verlagshäuser sind sehr hoch,<br />
Personal-, Verwaltungs-, Druckund<br />
Transportkosten erfordern<br />
erhöhte Verkaufspreise, diese wiederum<br />
sind jedoch im Markt nicht<br />
durchzusetzen.<br />
Für die Entwickler ist die größte<br />
Gefahr der illegale Tausch der<br />
Produkte. Die Einkommen durch<br />
Add-ons sind bereits schwindend<br />
gering, so dass es sich fast nicht<br />
mehr lohnt solche Produkte detailliert<br />
zu veröffentlichen. Die<br />
Schlussfolgerung wäre, möglichst<br />
viele Produkte möglichst schnell<br />
zu veröffentlichen. Dies wäre<br />
für die Qualität fatal, könnte jedoch<br />
eine Konsequenz aus den<br />
wachsenden Tauschbörsen sein.<br />
Wie wird die Software vertrieben?<br />
Die Box-Produkte werden in der<br />
Regel über spezialisierte Händler<br />
sowie über die eigenen Shops<br />
der Publisher vertrieben, das Versandgeschäft<br />
gehört heute bereits<br />
zu den größten Standbeinen der<br />
vereinzelten Händler. Waren es<br />
früher eher die lokalen Fachhändlergeschäfte,<br />
die Flugsimulationsprodukte<br />
führten, so sind es heute<br />
nur noch Media-Markt sowie Saturn<br />
und vereinzelte weitere Handelsketten,<br />
die Add-ons im Regal<br />
anbieten. <strong>Der</strong> Nachteil der Box-<br />
Produkte sind die hohen Produktions-,<br />
Transport- und Lagerungskosten<br />
sowie die Investitionen in<br />
diese. <strong>Der</strong> Vorteil der Download-<br />
Produkte liegt auf der Hand: keine<br />
Produktions-, Lagerungs- und Versandkosten.<br />
Sicherlich ist das einer<br />
der Gründe, weshalb verstärkt auf<br />
diesen Vertriebsweg gesetzt wird.<br />
Eine Zwischenstufe ist mittlerweile<br />
Amazon geworden, dort können<br />
die Publisher ihre Produkte anbieten<br />
und diese anschließend selbst<br />
an den Kunden verschicken.<br />
Zusätzlich zu diesen Kosten sind<br />
die Provisionsforderungen der<br />
Händler und Shops auf Box-Produkte<br />
deutlich größer, so dass<br />
unterm Strich nur etwa 20%<br />
beim Publisher ankommen, Kosten,<br />
<strong>von</strong> denen die Verwaltung,<br />
die Entwickler sowie die Werbung<br />
finanziert werden müssen.<br />
Community<br />
FLIGHT!<br />
www.flightm.com 17
Eine Konkurrenz zwischen den<br />
Onlineshops für Downloads gibt es<br />
nicht wirklich, in Deutschland dominiert<br />
<strong>Aerosoft</strong> mit den eigenen<br />
Produkten den Markt, diese werden<br />
vorwiegend <strong>von</strong> den Kunden<br />
auf der eigenen Website des Publishers<br />
gekauft. <strong>Der</strong> einzige große<br />
Händler ist die Sim<strong>Flight</strong> GmbH<br />
(Simmarket.com), die auf ein Jahresvolumen<br />
<strong>von</strong> inzwischen fast<br />
einer Million Euro kommen dürfte.<br />
Beide Shops vertreiben die Produkte<br />
weltweit, der deutsche Markt<br />
dürfte jedoch für beide Portale der<br />
bedeutendste sein.<br />
Die Provisionen für Downloads<br />
sind deutlich geringer, die Publisher<br />
können beim hauseigenen Verkauf<br />
mit 100% vom Verkaufspreis<br />
(ohne Steuern) rechnen, während<br />
über Portale wie simMarket etwa<br />
die Entwickler und Publisher noch<br />
70% vom Preis erhalten. In beiden<br />
Fällen ist dies ein klarer Vorteil<br />
gegenüber dem Box-Produkt-<br />
Geschäft.<br />
<strong>Der</strong> Download hat jedoch auch einen<br />
Nachteil, denn der Kunde muss<br />
gezielt die Internetseite mit den<br />
Produkten aufrufen, während bei<br />
Saturn der Kunde beim Schnuppern<br />
zufällig auf ein Regal voll mit Flugsimulator-Produkten<br />
trifft. Um das<br />
Problem zu umgehen, setzen zahlreiche<br />
Shops auf eigene <strong>Magazin</strong>e<br />
oder tägliche Onlinemeldungen,<br />
um so selbst den Kunden über die<br />
neuen Produkte zu informieren<br />
und für Kaufanreize zu sorgen.<br />
Für die Cockpitsimulatoren ist der<br />
einfachste und günstige Vertriebsweg<br />
der über die eigene Internetseite.<br />
Die Kunden jedoch auf dieses<br />
Angebot aufmerksam zu machen,<br />
ist mit hohen Werbekosten verbunden.<br />
Die Alternative sind Buchungsportale,<br />
die jedoch zwischen 30 und<br />
40% verlangen.<br />
iPilot Ltd., jedoch<br />
deutsche Standorte<br />
<strong>Der</strong> größte Betreiber <strong>von</strong> Cockpitstandorten<br />
ist die in Großbritannien<br />
eingetragene iPilot Ltd.<br />
Mit einem rasanten Wachstum<br />
und einem Franchiseprogramm<br />
wächst die Simulatorenkette weltweit<br />
sehr schnell und kann fast<br />
monatlich neue Standorte eröffnen.<br />
In Deutschland werden die<br />
Simulatoren <strong>von</strong> der eigenen Firma<br />
betreut und verwaltet, somit noch<br />
nicht auf Franchisebasis. Innerhalb<br />
<strong>von</strong> nur drei Jahren wuchs die Firma<br />
somit zur Nummer eins auf<br />
dem Markt und beschäftigt heute<br />
zehn Mitarbeiter.<br />
Foto: Koelnmesse<br />
Die Nummer eins unter den einzelnen<br />
Cockpitsimulatoren ohne die<br />
Zugehörigkeit zu einer Kette dürften<br />
EVS <strong>Flight</strong>training in Berlin<br />
und Happy Landings in Frankfurt<br />
sein. Beide Firmen bieten mehrere<br />
Simulatoren an einem Standort<br />
an, dies ermöglicht es auch größere<br />
Firmenevents zu stemmen und<br />
somit nicht nur auf den einzelnen<br />
Ticketverkauf angewiesen zu sein.<br />
Was kostet ein<br />
Cockpitsimulator?<br />
Ist der Entwickler für den Publisher<br />
oder seinen eigenen Betrieb die<br />
größte Geldanlage, so sind es für<br />
die Cockpitsimulatoren die Cockpits<br />
selbst, diese kosten im Durchschnitt<br />
etwa 100 000 Euro, wenn<br />
man diese neu aufbauen lässt. Zu<br />
diesen Kosten kommen jedoch<br />
noch die Standortkosten wie Miete,<br />
Kaution, Möbel und Accessoires,<br />
die sich in der Regel auf rund 20 000<br />
Euro belaufen. Damit die Kunden<br />
das neue Angebot auch entdecken<br />
können, muss noch ein guter Werbeauftritt<br />
hergezaubert werden,<br />
dieser dürfte etwa mit 10 000 Euro<br />
zu Buche schlagen. Somit kommt<br />
ein neuer Betreiber auf die Summe<br />
<strong>von</strong> etwa 150 000 Euro, um sich den<br />
Traum <strong>von</strong> einer eigenen Cockpitsimulatorfirma<br />
zu verwirklichen.<br />
In der nächsten Ausgabe stellen<br />
wir Ihnen die Konzepte, Köpfe und<br />
Geschichten hinter den Firmen der<br />
Flugsimulation vor.<br />
Marc Goergen<br />
18 <strong>Flight</strong>!
Profi-PCs für die Flugsimulation<br />
FLIGHT!<br />
Community<br />
www.weigelt-computer.de | E: info@weigelt-computer.de | T: +49 5073 209313 | F: +49 5073 209314<br />
Irrtümer und Druckfehler vorbehalten
<strong>Aerosoft</strong>s<br />
<strong>Airbus</strong> Reloaded!<br />
Kaum ein Produkt hat in den letzten Monaten einen derartigen Hype<br />
verursacht wie <strong>Airbus</strong> X Extended <strong>von</strong> <strong>Aerosoft</strong>. Hauptgrund waren<br />
wohl die ständigen Ankündigungen, immer neue Teaser waren im Forum<br />
des Herstellers zu sehen. Dennoch passierte lange Zeit gar nichts,<br />
was bei vielen zu bissigen Kommentaren führte. Kurz vor Weihnachten<br />
erschien die Downloadversion dann urplötzlich doch. Wer gleich<br />
am ersten Nachmittag versuchte, den <strong>Airbus</strong> aus dem Onlineshop herunterzuladen,<br />
sah sich mit langen Wartezeiten konfrontiert, da die<br />
Kundschaft offenbar zahlreich und zeitgleich zugriff. Dennoch erhielt<br />
ich meine Version zügig und ohne Probleme. Würde <strong>Aerosoft</strong> die doch<br />
sehr hohen Erwartungen erfüllenkönnen?<br />
In der Flugsimulation ist der<br />
<strong>Airbus</strong> A320 seit langem ein<br />
Wunschprodukt, an dem sich viele<br />
Produzenten die Zähne ausbissen.<br />
Standard der vergangenen Jahre<br />
waren hierbei die Wilco-Produkte,<br />
die nun aber auch schon in die Jahre<br />
gekommen sind. Danach gab<br />
es weitere Versuche, die, wenn<br />
überhaupt, nur in Teilbereichen<br />
überzeugen konnten. Als <strong>Aerosoft</strong>s<br />
<strong>Airbus</strong> X vor zwei Jahren erschien,<br />
hatte ich das Vergnügen,<br />
die Review dafür zu schreiben. Produktmanager<br />
Mathijs Kok und sein<br />
Team hatten sich damals das Ziel<br />
gesetzt, einen <strong>Airbus</strong> zu kreieren,<br />
der primär auf Anfänger ausgerichtet<br />
war, aber durch genialen Sound<br />
und Grafik überzeugte. Dies ist damals<br />
auch gelungen. Kritikpunkt<br />
war jedoch vor allem die Tatsache,<br />
dass die Vereinfachungen, die dem<br />
Flusipiloten die Arbeit erleichtern<br />
sollten, genau das Gegenteil ta-<br />
20 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Review<br />
SEHR GUT<br />
Im Test: <strong>Airbus</strong> X Extended<br />
Ausgabe: Januar 2013<br />
www.flightm.com<br />
ten, indem man wesentliche Teile<br />
der <strong>Airbus</strong>-Philosophie schlicht<br />
und gewollt unter den Tisch fallen<br />
ließ. Bei mir verschwand <strong>Airbus</strong> X<br />
schnell wieder in der Versenkung.<br />
Als Konsequenz kündigte <strong>Aerosoft</strong><br />
den nun erschienenen <strong>Airbus</strong> X<br />
Extended an, der nun auch für die<br />
anspruchsvolleren Gemüter Befriedigung<br />
schaffen sollte. Dazu wurde<br />
ein großer Teil des Codes offenbar<br />
neu programmiert und das Produkt<br />
faktisch völlig neu aufgesetzt.<br />
Bereits die im Voraus bekanntgewordene<br />
Palette der neuen Features<br />
versprach einiges. So sollten<br />
nun ein vollständiges FMGC sowie<br />
die kompletten Managed Modes,<br />
sowohl lateral als auch vertikal, zur<br />
Verfügung stehen. Ebenso wurden<br />
die Zusatzprogramme wie der<br />
Load Editor und <strong>Airbus</strong> Connect X<br />
erweitert und umgebaut. Entstanden<br />
ist ein Produkt, das technisch<br />
mit dem ursprünglichen <strong>Airbus</strong> X<br />
primär noch Sound und Grafik, die<br />
damaligen Glanzpunkte, gemeinsam<br />
hat, aber mit einem völlig neu<br />
aufgebauten Cockpit daherkommt.<br />
Das Produkt enthält eigentlich<br />
zwei Varianten aus der A320-Familie,<br />
nämlich die A320 selber und<br />
den längeren Bruder A321. Beide<br />
Flugzeuge kommen mit IAE- und<br />
CFM-Varianten der Triebwerke.<br />
Installation<br />
und erste Tests<br />
<strong>Der</strong> gut 900 MB große Download<br />
kam erstaunlich zügig auf die Festplatte.<br />
Ebenso zügig verlief die Installation,<br />
die erfreulicherweise<br />
auch auf den <strong>Aerosoft</strong> Launcher<br />
verzichtet. In der <strong>Airbus</strong>-X-Extended-Programmgruppe<br />
finden sich<br />
danach der Load Manager und ein<br />
Ordner mit recht umfangreicher<br />
Dokumentation. Diese beinhaltet<br />
eine Einführung in das Produkt in<br />
www.flightm.com 21
Englisch und Deutsch, diverse Prozeduren<br />
sowie eine Systemerklärung.<br />
Die wichtigsten Dokumente<br />
jedoch sind die Step-by-Step-Anleitungen<br />
für einen Einführungsflug.<br />
Dazu später noch mehr. Was in der<br />
Doku fehlt, aber teilweise durch<br />
den Load Editor und andere Zusätze<br />
abgefangen wird, sind Performancedaten.<br />
Die Navigationsdaten<br />
können sowohl durch <strong>Aerosoft</strong>s<br />
Navdata Pro als auch durch Navigraph<br />
aufdatiert werden.<br />
Sehr gute Grafik<br />
und toller Sound<br />
Wie bereits in der Vorgängerversion<br />
glänzt auch die Extended-Version<br />
mit einer sehr guten Grafik und<br />
ausgezeichnetem Sound. Auch Bemalungen<br />
und drei 3D-Modelle für<br />
die A320 sind dabei, das eine da<strong>von</strong><br />
mit sogenannten Sharklets sowie<br />
ebenfalls zwei Sharklet-Versionen<br />
für die A321. Bemerkenswert sind<br />
die Animationen, die weit über die<br />
normalen <strong>Flight</strong> Controls und Türen<br />
hinausgehen. So ist zum Beispiel<br />
simuliert, wie sich die Triebwerke<br />
im ausgeschalteten Zustand<br />
mit dem Wind drehen (windmilling).<br />
Auch im Cockpit gibt es viel<br />
zu entdecken: Fenster können geöffnet,<br />
das Tischchen herausgezogen<br />
und der Magnetkompass ausgefahren<br />
werden, dies sind nur einige<br />
der neuen Animationen.<br />
<strong>Der</strong> Sound war bereits in der ersten<br />
Ausgabe eine sehr gute Wiedergabe<br />
der reellen Sounds, aufgenommen<br />
in Simulatoren und nach<br />
Angaben <strong>von</strong> Mathijs Kok auch im<br />
realen Flugzeug. Das hat sich hier<br />
nicht geändert. Lustig sind neu dazugekommene<br />
Cockpitsounds der<br />
Besatzung, die wie normale Menschen<br />
auch mal niesen, sich bewegen<br />
und Geräusche verursachen.<br />
All diese Geräusche können über<br />
ein Einstellungsmenü bedient werden.<br />
Konfiguration und Tools<br />
<strong>Airbus</strong> Extended X kommt mit<br />
einem hübschen Konfigurationstool<br />
in Form der MCDU 2 daher.<br />
Auf dieser MCDU auf der Kopilotenseite<br />
können zahlreiche Funktionen<br />
konfiguriert oder aktiviert<br />
werden. Die MCDU 2 ist daher die<br />
eigentliche Steuerung des Simulators.<br />
Zunächst einmal können dort<br />
Panel States geladen, aber auch eigene<br />
abgespeichert und später verwendet<br />
werden. Dies ist ein sehr<br />
gutes Feature, das vor allem für<br />
wiederholte Flüge oder auch Training<br />
Sessions hilfreich ist, sicher<br />
aber auch dem Ziel <strong>von</strong> Kok entge-<br />
22 <strong>Flight</strong>!
genkommt, den Flieger eben auch<br />
für Anfänger populär zu machen.<br />
Neben Cold und Dark gibt es dort<br />
defaultmäßig die Situationen für<br />
rollbereit, bereit zum Start, Reiseflug<br />
und so weiter. Lädt man einen<br />
solchen Status, wird der Flieger entsprechend<br />
konfiguriert, das heißt<br />
alle Systeme aufgesetzt, ohne aber<br />
die MCDU und <strong>Flight</strong> Controls.<br />
Speziell bei Testflügen, wie wir sie<br />
machten, will man nicht ständig<br />
<strong>von</strong> Cold und Dark aus anfangen<br />
beziehungsweise will man oft Dinge<br />
tun, wie mehrfach zu starten<br />
und zurückzusetzen. Hierfür ist<br />
diese Funktion optimal.<br />
Review<br />
FLIGHT!<br />
Eine weitere Seite auf der MCDU 2<br />
konfiguriert die Türen, eine dritte<br />
die Ground Services wie External<br />
Power und Hindernishütchen.<br />
Wenn External Power über eine<br />
GPU gewählt wird, steht diese danach<br />
auch visuell vor dem Flieger.<br />
Bei Dockstrom direkt vom Terminal<br />
ohne Generator ist das nicht der<br />
Fall.<br />
In den Optionen können nun vielfältige<br />
Einstellungen für den Simulator<br />
getroffen werden. So steuert<br />
man hier zum Beispiel, welche<br />
Sounds hörbar sein sollen, Kabinenbesatzung,<br />
Cockpitbesatzung,<br />
ATC sowie das Enhanced GPWS.<br />
Hierbei ist ATC nicht wirklich hilfreich,<br />
der Rest ist hingegen sehr<br />
schön und sollte aktiviert werden.<br />
Im Sichtmenü kann unter anderem<br />
der Virtuelle-Cockpit-Sichtkontroller<br />
aktiviert werden, der danach im<br />
Cockpit zur Verfügung steht und<br />
ähnlich wie in einem 2D-Cockpit<br />
einen schnellen Zugriff auf diverse<br />
Sichtkonfigurationen bietet. Insgesamt<br />
sind 16 solcher Sichten vordefiniert.<br />
Das Checklistensystem ist eine der<br />
interessanten Features der A320 Extended.<br />
Mit diesen automatischen<br />
Checklisten kann man einen virtuellen<br />
Kopiloten dazuschalten, der<br />
auf Abruf die Checklisten liest und<br />
sie auch ausführt. Zusammen mit<br />
den Panel States ist das eine gewaltige<br />
Unterstützung und eigentlich<br />
auch recht realistisch, da hiermit<br />
ein Assisting Pilot zur Verfügung<br />
steht. In der eigentlichen Ausführung<br />
sind die Checklisten manchmal<br />
fast etwas zu autonom, so dass<br />
Funktionen mitgemacht werden,<br />
die eigentlich Aufgabe des Kommandanten<br />
wären, ohne dass dieser<br />
einen Einfluss darauf hat. Die Vorteile<br />
überwiegen jedoch. Gelesen<br />
werden die Checklisten <strong>von</strong> einer<br />
Kopilotin. Dieses System sorgt für<br />
viel Spaß und trägt zum positiven<br />
Gesamtbild des Simulators bei.<br />
Des Weiteren steht in der MCDU 2<br />
ein <strong>Flight</strong> Data Recorder, programmiert<br />
<strong>von</strong> Thomas Molitor, zur<br />
Verfügung. Ist er aktiviert, werden<br />
diverse Parameter des Flugs für<br />
die spätere Auswertung durch ein<br />
separates Tool in der Programmgruppe<br />
aufgezeichnet. Von diesem<br />
Tool aus, das einige <strong>Flight</strong>-Keeper-<br />
Funktionen enthält, kann man sich<br />
den Flug danach auch zum Beispiel<br />
in Google Earth ansehen.<br />
Ein sehr schönes Feature ist, dass<br />
man den Flug vor dem Top of De-<br />
www.flightm.com 23
scent oder auch vor dem nächsten<br />
Wegpunkt anhalten lassen kann.<br />
Auch das wird über die MCDU 2<br />
gesteuert.<br />
<strong>Der</strong> Einführungsflug<br />
nach Checkliste<br />
Die Step-by-Step-Anleitung führt<br />
durch einen Flug <strong>von</strong> Frankfurt<br />
nach Wien und soll den Benutzer<br />
mit den Eigenheiten der A320 vertraut<br />
machen. Ich kann diesen nur<br />
empfehlen, denn auch Nutzer, denen<br />
die A320 bekannt ist, kennen<br />
die Features dieses <strong>Airbus</strong> nicht.<br />
Und diese sind vielfältig. Vor allem<br />
ist <strong>Aerosoft</strong> der Philosophie treu<br />
geblieben, dass eben nicht nur Experten<br />
diesen Vogel fliegen können<br />
sollen, sondern auch „Normalpiloten“.<br />
Dies wird durch automatische<br />
Checklisten und eine Kopiloten-Automatik<br />
bewerkstelligt,<br />
die, wenn aktiviert, einen Großteil<br />
der Arbeiten des nicht fliegenden<br />
Piloten erledigt. Diese Einrichtung<br />
ist ganz famos, man muss aber genau<br />
die Sequenzen einhalten, um<br />
sie nicht zu verwirren.<br />
Gemäß der Anleitung setze ich den<br />
Flieger via MCDU 2 auf „Cold and<br />
Dark“. Wie bereits erwähnt, dient<br />
die MCDU 2 vornehmlich dazu,<br />
das Sim-Add-on zu managen. Hier<br />
finden sich ebenso die Panel States,<br />
die gespeichert und geladen werden<br />
können, der Zugriff auf Optionen,<br />
Ground Services sowie die<br />
Türsteuerung. Hier werden auch<br />
die Checklisten und Kopiloten-Automaten<br />
gestartet oder eben deaktiviert,<br />
falls man den Flug ohne jegliche<br />
Hilfe selbst durchführen will.<br />
Für diesen Flug will ich all dies testen<br />
und aktiviere beide Hilfsfunktionen.<br />
Darauf erscheint im oberen<br />
Teil des Fensters eine Hinweisleiste,<br />
dass nun die Cockpit Preparation<br />
Checklist mit der Taste 1 gestartet<br />
werden kann. Gesagt, getan<br />
und nun konfiguriert eine virtuelle<br />
Kopilotin den ganzen Flieger so<br />
weit, dass ich mich nur noch mit<br />
der Eingabe der MCDU 1, also Initialisierung<br />
und Flugplan, beschäftigen<br />
muss. An sich eine gute Sache.<br />
Die Eingabe in die MCDU erfolgt<br />
ebenfalls nach Anleitung, jedoch<br />
kenne ich diese ja bereits <strong>von</strong> verschiedenen<br />
Simulatoren und auch<br />
der echten A320, wo ich oft genug<br />
zuschauen konnte. Was ich hier<br />
gesehen habe, entspricht dem Original<br />
weitgehend, jedoch sind einige<br />
Hilfsfunktionen enthalten. So<br />
werden die V-Speeds zum Beispiel<br />
automatisch berechnet und eingefügt,<br />
sobald die Landeklappenstellung<br />
angegeben worden ist. Das<br />
ist praktisch, wer es genauer mag,<br />
kann diese aber jederzeit überschreiben.<br />
Auch sonst sind einige<br />
Funktionen automatisiert. Grundlegendster<br />
Unterschied zur Version<br />
1 hingegen ist jedoch, dass sie jetzt<br />
mehrheitlich alle vorhanden sind!<br />
Ebenso wesentlich ist der Unterschied,<br />
dass nun eine komplette Navdatenbank<br />
zur Verfügung steht,<br />
mit allen SID/STARs, Airways und<br />
so weiter. Dies war bekanntlich einer<br />
der größten Kritikpunkte der<br />
Vorgängerversion, hier jedoch lässt<br />
die Navdatenbank nicht mehr viel<br />
zu wünschen übrig.<br />
24 <strong>Flight</strong>!
Ich gehe den weiteren Checklistenablauf<br />
durch, stehe aber an, da<br />
AES aus irgendwelchen Gründen<br />
bei meinem Versuch steckenblieb.<br />
Also mache ich den Push Back und<br />
Engine Start manuell. Um danach<br />
die Checklistenfunktion wiederzubeleben,<br />
lade ich den Panel Status<br />
„Taxi“ und tatsächlich, die Checkliste<br />
funktioniert wieder. <strong>Der</strong> Start<br />
der Motoren und auch das Rollen<br />
am Boden gestalten sich problemlos.<br />
Die Checkliste vor dem Start<br />
geht automatisch los, wenn man<br />
entweder den Rollhalt erreicht<br />
oder sie manuell aufruft. Nach dieser<br />
empfiehlt es sich jedoch, speziell<br />
das Autopilotenpanel nochmal<br />
zu checken, da hier merkwürdige<br />
Werte drinstehen. Ich korrigiere<br />
dies, setze den LNAV Mode auf Managed<br />
und auch die Speed, die hier<br />
auf 250 kt gesetzt ist, setze ich auf<br />
Managed. Nun kann es losgehen.<br />
<strong>Der</strong> Start ist konventionell, die<br />
Triebwerke hingegen beschleunigen<br />
individuell! Dies muss beachtet<br />
werden. Daher sollte das Gas nicht<br />
einfach reingehauen werden, sondern<br />
erst mal auf circa 50 Prozent<br />
N1 hochgefahren, danach gewartet,<br />
bis beide Motoren synchron mit<br />
<strong>von</strong> der Partie sind, und erst danach<br />
auf den gewünschten Startmodus<br />
TOGA oder Flex. Für den ersten<br />
Start nehme ich TOGA. Die Maschine<br />
beschleunigt etwas gemächlich,<br />
rotiert mit einem heftigen Zug<br />
am Steuer, danach ist sie aber sehr<br />
schön zu fliegen. Das Fly-by-Wire<br />
funktioniert recht gut, eine einmal<br />
gehaltene Fluglage wird nachverfolgt.<br />
Jedoch erscheint der Flieger<br />
oft etwas zu träge.<br />
man hört auch entsprechende Kabinenansagen.<br />
<strong>Der</strong> Reiseflug verläuft<br />
unauffällig, man hat Zeit, sich mal<br />
umzusehen und Verschiedenes auszuprobieren.<br />
Descent und Anflug sind wieder<br />
normal, auch hier wird <strong>von</strong> den<br />
„Assistenten“ viel gemacht. Ein<br />
gekoppelter Anflug mit Autoland<br />
ist perfekt gehalten und auch gut<br />
gelandet. Vor allem im manuellen<br />
Anflug jedoch ist das sehr träge und<br />
schwammige Verhalten der <strong>Flight</strong><br />
Controls wieder hervorstechend<br />
und sehr störend. Nach dem Verlassen<br />
der Piste ist bereits die Landecheckliste<br />
zur Hand, hat man sorgfältig<br />
und vorsichtig eingeparkt,<br />
folgt sofort die Shut-Down-Liste.<br />
<strong>Der</strong> erste Testflug hinterlässt einen<br />
guten Eindruck. Diverse Dinge,<br />
die in ersten Tests <strong>von</strong> anderen Benutzern<br />
gesehen wurden (Fehlen<br />
der Top-of-Descent-Marke im ND<br />
etc.) traten hier nicht auf, allerdings<br />
ist der vertikale Pfad im ND nicht<br />
angezeigt. Interessant war jedoch,<br />
dass nach der Landung in der Außenansicht<br />
diverse Texturen nicht<br />
mehr angezeigt wurden, so waren<br />
vom AI Traffic nur noch die Lichter<br />
zu sehen und beim Flugzeug<br />
selber fehlte der Stabilizer! Offenbar<br />
braucht der <strong>Airbus</strong> ganz schön<br />
Review<br />
FLIGHT!<br />
Nach dem Erreichen der Reiseflughöhe<br />
erfolgt ein weiterer Check,<br />
www.flightm.com 25
Arbeitsspeicher, was sich aber nicht<br />
auf die Frameraten auswirkt. In<br />
den Foren wird hier ein bereits <strong>von</strong><br />
PMDG propagierter Fix empfohlen,<br />
der das Memoryhandling des<br />
FSX positiv beeinflussen soll. Ich<br />
installiere diesen und tatsächlich<br />
taucht danach das Problem nicht<br />
mehr auf.<br />
Testflug zum Zweiten,<br />
ohne Anleitung<br />
Um den Eindruck zu bestätigen,<br />
führe ich den Flug <strong>von</strong> Salzburg<br />
nach Zürich weiter. Diesmal aber<br />
will ich ohne die Anleitung und<br />
rein mit den Checklisten durchkommen,<br />
was auch möglich sein<br />
sollte. Um den Flusi zu resetten,<br />
starte ich den Flug aber neu, ebenso<br />
mit einem anderen Flieger. Ich<br />
wähle die Bemalung der Edelweiss<br />
Air. Nun steht der Flieger im Feierabendmodus<br />
mit laufenden Motoren<br />
da, ich kann also einfach auf<br />
der MCDU 2 den Take-off-Status<br />
laden und muss dann lediglich<br />
noch das FMS füttern, was ich gern<br />
mache. TRAUN Departure und danach<br />
MANAL, Airway L856 nach<br />
NEGRA, NEGRA Arrival. Das<br />
Ganze geht schnell und problemlos<br />
<strong>von</strong> der Hand, ebenso auch der<br />
Rest wie Performance. Das FMGC<br />
unterstützt hier tatkräftig, was den<br />
Feierabendfliegern sicher zugutekommt,<br />
auch wenns den Realismus<br />
etwas einschränkt, ohne aber<br />
falsche Werte oder Funktionen zu<br />
simulieren. Take-off auf Piste 15 in<br />
LOWS, der <strong>Flight</strong> Director macht<br />
wunderbar den Turn, der <strong>von</strong> Hand<br />
auch sehr einfach zu fliegen ist. AP<br />
1 ein und relaxen.<br />
Doch da ist eine orangefarbene<br />
Warnung. Automatischer Fuel<br />
Transfer geht nicht. Oben am<br />
Overhead Panel leuchtet ein Fault,<br />
ich schalte die Fuel Distribution<br />
auf Manual und alles geht wieder.<br />
Unterwegs mache ich mal ein paar<br />
Tests mit dem Fly-by-Wire. Sowohl<br />
der 30° als auch 66° Bank Test ist<br />
okay. Die <strong>Flight</strong> Envelope Protections<br />
arbeiten sauber. AP wieder<br />
aufgeschaltet und die Route wird<br />
fortgesetzt. Die Kopilotin spricht<br />
ihre Checks, auch das geht wieder<br />
prima. Doch was haben wir für<br />
eine Registrierung? HB-IHJ? Nee,<br />
kann nicht sein, <strong>von</strong> außen ist es<br />
richtigerweise die HB-IHY, also<br />
kleine Verwechslung. Na ja, also<br />
wenn’s weiter nichts ist.<br />
Auf diesem Flug können wir auch<br />
mal das TCAS testen, denn hier<br />
herrscht heftig Verkehr. Ein Jumbolino<br />
kommt auf gleicher Höhe<br />
daher, geht gar nicht. Wir folgen<br />
der Resolution Advisory, wie vom<br />
TCAS befohlen, und sinken. Passt<br />
prima.<br />
Im Anflug bekommen wir Probleme:<br />
Ich füge <strong>von</strong> AMIKI aus<br />
eine Lateral Revision mit einem<br />
Holding in den Flugplan ein. Das<br />
wird auch so weit korrekt in den<br />
FPLN eingetragen, nur eben an<br />
die falsche Stelle, nämlich nach<br />
dem nächsten Wegpunkt anstatt<br />
davor. Muss händisch wieder korrigiert<br />
werden. Dann noch ein Versuch,<br />
nun geht das Holding Entry<br />
(Direct) klaglos. Exit nach einem<br />
Holding ebenso. Allerdings passt<br />
nun der spitze Winkel im Anflug<br />
26 <strong>Flight</strong>!
nicht, irgendwo hat die Datenbank<br />
hier ein Problem. Ich fliege daher<br />
ein Downwindleg im HDG Mode<br />
und erst danach wieder auf das ILS<br />
14 zu. Das klappt dann wieder. Ein<br />
handgeflogener ILS ist ebenfalls<br />
problemlos zu machen, ebenso die<br />
Landung.<br />
Review<br />
FLIGHT!<br />
Ein dritter Testflug endet dann mit<br />
einem Crash to Desktop, dies nach<br />
einem Go Around. Zuvor aber einmal<br />
mehr ein absolut fehlerloser<br />
Flug <strong>von</strong> Zürich nach Altenrhein,<br />
Approach und low GA geht auch,<br />
kurz nach dem GA will ich den<br />
Flieger <strong>von</strong> außen anschauen und<br />
sehe nur die Innereien, danach<br />
kracht es. Im Verlaufe meiner Tests<br />
geschieht dies mehrmals, jedoch<br />
weniger, wenn der HighMemFix<br />
implementiert ist. Dennoch, der<br />
<strong>Airbus</strong> scheint gewaltig Speicher<br />
zu fressen und produziert bei fett<br />
ausgerüsteten Flusis offenbar immer<br />
mal wieder bei überladenen<br />
Situationen einen Absturz des Programms.<br />
Das kann ein Problem dieses Addons<br />
sein, muss es aber nicht. Ich<br />
kenne ähnliche Probleme <strong>von</strong> der<br />
PMDG MD11 damals auf Vista<br />
(läuft heute gut) und der Concorde<br />
<strong>von</strong> FS Labs, die das auch auf meiner<br />
aktuellen Maschine macht (I7,<br />
Win 7 64 Bit und 8 GB RAM). <strong>Der</strong><br />
<strong>von</strong> PMDG propagierte HighMem-<br />
Fix (in der Grafiksektion der fsx.<br />
cfg wird die Linie Highmemfix=1<br />
eingetragen) schafft dort Abhilfe,<br />
hier beim <strong>Airbus</strong> Extended scheint<br />
er eine deutliche Verbesserung zu<br />
bringen, jedoch die Abstürze nicht<br />
ganz verhindern zu können.<br />
Zwischenzeitlich habe ich auf dem<br />
<strong>Airbus</strong> X Extended weitere Flüge<br />
absolviert, zu 90 Prozent ohne Probleme.<br />
<strong>Der</strong> einzige CTD, den ich<br />
noch produzieren konnte, geschah,<br />
nachdem ich den <strong>Airbus</strong> über zwei<br />
Tage lang einfach stehen ließ mit<br />
angeschaltetem Groundpower und<br />
Flugsimulator. Ansonsten habe ich<br />
mittlerweile doch einige Flüge gemacht,<br />
die ohne Zwischenfälle verliefen.<br />
<strong>Der</strong> <strong>Airbus</strong> geht umso besser<br />
<strong>von</strong> der Hand, je länger man ihn<br />
fliegt – unabhängig da<strong>von</strong>, ob man<br />
mit der Unterstützung der Checklistenautomatik<br />
und des Kopiloten<br />
fliegt oder ohne.<br />
Kleine Fehler erhöhen<br />
die Erwartung aufs<br />
Service Pack<br />
Es gibt einige kleinere Dinge, die<br />
nicht so schön funktionieren, soweit<br />
mir aufgefallen ist. Es fehlen<br />
der Green Dot (best glide speed)<br />
auf dem PFD-Speedband sowie<br />
die vertikale Guidance (Ablageanzeige<br />
vom Managed Vertikalprofil<br />
im ND). Unschön, aber nicht<br />
wirklich problematisch, sollte indes<br />
bei Gelegenheit durch ein Update<br />
nachgereicht werden. Die Implementierung<br />
der Holding-Funktion<br />
muss <strong>von</strong> ihren Kinderkrankheiten<br />
befreit werden, bis dahin einfach<br />
saumäßig aufpassen. Fliegen kann<br />
er die Holdings, nur baut er sie mitunter<br />
falsch ein. Warum der <strong>Airbus</strong><br />
das tut, habe ich nicht herausgefunden.<br />
Bei einem Versuch, nach einem<br />
Flug gleich ohne Restart einen neuen<br />
zu starten, kam es jedoch zum<br />
Crash to Desktop. Das mag der <strong>Airbus</strong><br />
offenbar gar nicht – man muss<br />
also jedes Mal den Flug komplett<br />
beenden und neu starten. Auch das<br />
bedarf dringend einer Updatekorrektur,<br />
denn mehr als einen Flug<br />
hintereinander zu fliegen ist eigentlich<br />
normal ops.<br />
www.flightm.com 27
Das sind aber Kleinigkeiten, die<br />
eigentlich nicht der Tatsache im<br />
Weg stehen sollen, dass hier im<br />
Vergleich zur Erstausgabe ein massiver<br />
Sprung nach vorn gelungen<br />
ist. <strong>Airbus</strong> X vor zwei Jahren war<br />
als solcher nur visuell und soundmäßig<br />
als <strong>Airbus</strong> zu erkennen, war<br />
dort Spitze, aber den Rest konnte<br />
man mehr oder weniger als Schlag<br />
ins Wasser abtun. Die heutige Situation<br />
ist eine völlig andere. Das ist<br />
nun ein <strong>Airbus</strong>, wie man ihn kennt,<br />
mit korrektem FMGC, korrektem<br />
Fly-by-Wire und mehrheitlich korrekter<br />
Navigation. Die Probleme,<br />
die noch vorhanden sind, sind dabei<br />
deutlich kleiner als diejenigen vergleichbarer<br />
Produkte, die teilweise<br />
erst mit Service Packs überhaupt<br />
zu verwenden waren. Nach drei<br />
Flügen innerhalb eines Tages sowie<br />
einer Testsequenz zusätzlich kann<br />
ich für mich feststellen, dass der<br />
Flieger mit Sicherheit auf der Platte<br />
bleibt, wo er wohl den in die Jahre<br />
gekommenen Wilco-Bus ablösen<br />
wird.<br />
Bleibt ein Fazit. Für mich hat der<br />
<strong>Airbus</strong> X Extended nun den Stand<br />
erreicht, den er eigentlich <strong>von</strong> Anfang<br />
an verdient gehabt hätte. Mit<br />
seiner hervorragenden Grafik und<br />
Soundkulisse war er nämlich in<br />
der Version 1 schon attraktiv. Für<br />
Simmer, die einigermaßen etwas<br />
<strong>von</strong> <strong>Airbus</strong>sen verstehen und sei<br />
dies nur, dass sie die alten Phoenixoder<br />
Wilco-Busse kannten, durch<br />
die Systemkastrierung damals unbrauchbar,<br />
hat sich nun gewaltig etwas<br />
geändert. Das FMGC und die<br />
Systeme sind aufbereitet worden<br />
und entsprechen nun zum recht<br />
großen Teil denen des echten Flugzeugs.<br />
Die Systemtiefe ist nun prinzipiell<br />
auf einem Niveau, wo man<br />
<strong>von</strong> einem anspruchsvollen Add-on<br />
reden kann, das mit seinen diversen<br />
Unterstützungsfunktionen sowohl<br />
für Anfänger als auch für Flugsimulatorprofis<br />
viel hergibt. Luft<br />
nach oben im Bereich Systemtiefe<br />
gibt es natürlich immer. Nur ist das<br />
Ziel nicht, einen Full <strong>Flight</strong> Simulator<br />
zu echten Pilotentrainingszwecken<br />
zu erwarten. Ich gehe schwer<br />
da<strong>von</strong> aus, dass die eigentlich doch<br />
eher kleineren Probleme aktiv angegangen<br />
und mit einem Service<br />
Pack behoben werden können.<br />
Warten braucht man deswegen<br />
aber eigentlich nicht, denn wenn<br />
auch einige Forenkoryphäen hier<br />
zur Hochform auflaufen, derartige<br />
Showstopper sind das nicht. Da<br />
hab ich bei anderen Add-ons der<br />
„Königsklasse“ ganz andere Dinge<br />
erlebt.<br />
Grundsätzlich gefällt mir der heutige<br />
Ansatz des <strong>Airbus</strong> sehr viel<br />
besser als der der ersten Version.<br />
Es scheint, als ob sich <strong>Aerosoft</strong> die<br />
damaligen Kommentare zu Herzen<br />
genommen und nun das getan<br />
hat, was dringend notwendig war:<br />
nämlich dem damaligen Spielzeug<br />
ein <strong>Airbus</strong>-Herz zu verpassen. Dieser<br />
Schritt ist definitiv gelungen.<br />
Und wenn man sieht, welche Features<br />
da noch vorhanden sind, aber<br />
zurzeit noch etwas im Versteckten<br />
oder nur im Ansatz, darf man echt<br />
gespannt sein, was da noch kommt.<br />
28 <strong>Flight</strong>!
Ob es wohl richtig war, den <strong>Airbus</strong><br />
mit einigen Kinkerlitzchen<br />
vor Weihnachten zu releasen? Ich<br />
meine ja, die Entscheidung war gut<br />
und vertretbar. Denn solange man<br />
entwickelt, wird es immer kleinere<br />
Bugs geben, die man aber schlussendlich<br />
deutlich besser in den Griff<br />
bekommt, wenn der Druck des<br />
Erstreleases erst einmal verflogen<br />
ist. Verglichen mit entsprechenden<br />
Produkten der Konkurrenz sehe ich<br />
hier kaum ein wirkliches Problem.<br />
Unter Umständen wäre auch der<br />
Druck nicht so groß geworden, hätten<br />
sich die Ankündigungen etwas<br />
weniger cliffhangermäßig präsentiert.<br />
So wurde absichtlich eine riesige<br />
Erwartungshaltung aufgebaut,<br />
die dann eben sehr schwer in einem<br />
Erstrelease zu befriedigen ist.<br />
<strong>Airbus</strong> X Extended ist für mich ein<br />
deutlicher Erfolg einer <strong>Airbus</strong>simulation,<br />
die bisher wohl zu den<br />
besten gehört, die es zurzeit gibt.<br />
Daher kann ich das Add-on durchaus<br />
empfehlen. Wer auf den perfekten<br />
Bus warten will, mag dies<br />
tun. Ich kann nur wiederholen, was<br />
ich seit doch einigen Jahren sage,<br />
ich persönlich fliege lieber jetzt<br />
den 99-Prozent-Bus, als meine Jahre<br />
damit zu vergeuden auf einen<br />
120-Prozent-Bus zu warten, der<br />
irgendwann mal kommt. Meine<br />
Erfahrung auf dem Wilco-Bus hat<br />
mir hier sowohl bei diesem Test als<br />
auch bei diversen Full-<strong>Flight</strong>-Sim-<br />
Flügen auf der A320 sehr geholfen.<br />
<strong>Airbus</strong> X Extended wird dies<br />
ebenfalls tun, er bietet auf jeden<br />
Fall einen sehr guten Eindruck da<strong>von</strong>,<br />
was es heißt, einen <strong>Airbus</strong> zu<br />
<strong>Airbus</strong> X Extended<br />
Entwickler: <strong>Aerosoft</strong><br />
Vertrieb: <strong>Aerosoft</strong><br />
Web: www.aerosoft.de<br />
Kompatibilität: FSX, Prepar3D<br />
Download: 900 MB<br />
Preis: 39,90 EUR<br />
fliegen. Und darum geht es hier ja<br />
schließlich.<br />
Also kann ich nur sagen, viel Spaß<br />
damit!<br />
Urs Wildermuth und Markus Halle<br />
Beide Autoren verfügen über reale<br />
Flugerfahrung, Markus ist aktiver<br />
Co-Piloten bei einer deutschen<br />
Fluggesellschaft.<br />
Pro & Contra:<br />
Ausgezeichnete Grafik und Soundkulisse<br />
Sehr gute Unterstützung durch Dienstprogramme<br />
und Dokumentation<br />
Gute Simulation der <strong>Airbus</strong> Systeme und Philosophie<br />
Durchdachtes Konzept<br />
Laden/Speichern <strong>von</strong> Flugzuständen<br />
Speicherintensiv, kann zu CTDs führen<br />
Fly-by-Wire schwammig und träge, aber in den<br />
Grundzügen korrektes Verhalten<br />
Hotfix nur via Login im Forum erreichbar<br />
Review<br />
FLIGHT!<br />
Bewertung:<br />
8,8<br />
Installation<br />
Flugdynamik<br />
Avionik<br />
Systemtiefe<br />
Außenmodell<br />
Steuercharakteristik<br />
Virtuelles Cockpit<br />
Autopilot/FMGC<br />
Sound<br />
9/10<br />
8/10<br />
8/10<br />
6/10<br />
10/10<br />
5/10<br />
10/10<br />
8/10<br />
10/10<br />
Preis/Leistung:<br />
sehr gut<br />
www.flightm.com 29
It’s Teatime!<br />
Orbx wagt sich in neue Gebiete<br />
Nachdem sich die australische Softwareschmiede ihren Namen eher<br />
durch Szenerien in für uns Europäer recht abgelegenen Gebieten gemacht<br />
hat, macht sich Orbx nun auf nach Europa, genauer gesagt England,<br />
um auch dort ihr erstes Flächen-Add-on herauszubringen – FTX<br />
England.<br />
HERVORRAGEND<br />
Im Test: FTX EU England<br />
Ausgabe: Januar 2013<br />
www.flightm.com<br />
30 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Review<br />
Das erste Add-on auf der Insel<br />
ist nur die Grundlage für<br />
viele weitere. So sind unter anderem<br />
FTX Wales und Scotland sowie<br />
viele Flughäfen, große und auch<br />
kleine, in Planung. Also erst einmal<br />
recht rosige Aussichten für Orbx-<br />
Fans.<br />
Entgegen vielen Vorurteilen gegenüber<br />
den Engländern empfand ich<br />
das Volk und auch die Kultur, wie<br />
ich sie im Rahmen eines Schüleraustausches<br />
erlebt habe, sehr anregend<br />
und spannend. Aber auch den<br />
landschaftlichen Aspekt darf ich<br />
nicht zu kurz kommen lassen, die<br />
leicht hügelige Landschaft, geprägt<br />
<strong>von</strong> vielen Wiesen und Wäldern,<br />
hat ihren Charme. Vor allem die<br />
Landschaft soll ja bei Orbx zur Geltung<br />
kommen; ob dies auch in diesem<br />
Add-on der Fall ist, wird nun<br />
getestet.<br />
Download<br />
und Installation<br />
Nachdem 3,1 Gigabyte für<br />
40,95 australische Dollar<br />
(etwa 33 Euro) einen<br />
neuen Besitzer gefunden<br />
haben – aufgrund<br />
des großen<br />
Ansturms auf das<br />
Produkt recht<br />
langsam – findet<br />
sich ein In-<br />
www.flightm.com 31
Aus unserem Forum:<br />
Quax59: Download 19 min mit Orbit-Downloader<br />
(Freeware). Tolles Produkt! Das Wochenende ist gerettet!<br />
<strong>Der</strong> ganze ORBX-Kram wird ganz oben angemeldet. Da<br />
könnten die mal nachbessern, daß nur die gewünschte<br />
Region auftaucht!<br />
<strong>Der</strong> Flieger: Gefällt mir sehr gut was ich da sehe...<br />
die Gegend kenn ich nämlich sehr gut. Vor allem auf<br />
deinem ersten Bild mit den drei Brücken. Die obere<br />
ist die Richmond Bridge, die nach Twickenham rüber<br />
führt, die untere ist die Brücke mit der vielbefahrenen<br />
Twickenham Road, auf der steht der Verkehr immer<br />
wenn mal wieder draußen im Twickenham Stadium (das<br />
größte Rugbystadion der Welt, welches man während<br />
des Approach auf Heathrow oft sieht) ein Spiel der<br />
Nationalmannschaft ist...oder auch während der Six<br />
Nations. Die Eisenbahnbrücke daneben wird <strong>von</strong> den<br />
South West Trains auf dem Weg nach London-Waterloo<br />
befahren...und der Park über dem Golfplatz auf dem<br />
zweiten Bild ist Kew Gardens. Wahnsinn was man da alles<br />
erkennen kann!<br />
PTI139: 100 Gigabyte Horizon VFR Photographic Scenery<br />
Gen X adé ...<br />
Das absolut geniale an Top- Entwicklern: Man kann ganz<br />
entspannt morgen früh an den PC hocken und fliegen<br />
gehen. Ich erwarte aus Erfahrung keine „Blödheiten“ bei<br />
diesem Entwickler. Einfach nur PC anschalten, Wetter<br />
briefen und fliegen gehen in England. so einfach ist das<br />
bei manchen Produkten<br />
Skylon5000: Es ist in der Tat sehr ärgerlich, dass diese<br />
Probleme auftauchen. Da muss ORBX sich einen anderen<br />
Weg überlegen. Dennoch bin ich der Meinung, dass<br />
niemand die Qualität wie ORBX erreicht, vor allen Dingen<br />
ohne Ruckeln und Flimmern. Deshalb kann und will ich<br />
nicht auf ORBX verzichten. England habe ich mir noch<br />
nicht gekauft. Aber wenn ich mir dann vorstelle, ich<br />
fliege <strong>von</strong> Düsseldorf nach London und habe ausserhalb<br />
Englang nur noch Landschaftsbrei wie oben gesehen,<br />
dann ist das weniger prickelnd.<br />
Kai-Uwe Weiß: bei mir stellt sich das Problem auswärts<br />
<strong>von</strong> FTX EU so dar, dass die Texturen schon scharf sind.<br />
Allerdings sind so gut wie alle Bäume verschwunden und<br />
das Autogen ist nur spärlich vorhanden. Aufgefallen ist<br />
es bei zuerst bei Earth Simulation. Die Scilly Isles sind ja<br />
Bestandteil des neuen ORBX-Paketes, EGHE z.B. Aber hier<br />
ist alles ohne Bäume und nur wenig Autogen.<br />
Scannen Sie<br />
mich um zu<br />
den Online-<br />
Inhalten zu<br />
gelangen.<br />
<strong>Flight</strong>!-Forum<br />
stall-Wrapper im Downloadordner.<br />
Dort werden wie gewohnt Bestellnummer<br />
und Serial eingetragen,<br />
erst dann startet der eigentliche<br />
Installer. Nach der Installation findet<br />
sich im FTX Central Tool die<br />
neue Region „Europe“. Auch lässt<br />
sich dort das Handbuch einsehen,<br />
auf 25 Seiten in englischer Sprache<br />
sind die Szenerie, das FTX Central<br />
Tool und andere Programme wie<br />
FTX Lights erklärt. Ebenso finden<br />
sich dort die empfohlenen Einstellungen,<br />
die auch unbedingt beachtet<br />
werden sollten, da sonst eine<br />
korrekte Darstellung, vor allem<br />
beim Mesh, nicht garantiert werden<br />
kann.<br />
Jungfernflug<br />
Vor dem ersten Flug hatte ich recht<br />
hohe Erwartungen, da die Bilder<br />
sehr vielversprechend aussahen.<br />
Ich wähle einen mir bekannten<br />
Airport, nämlich Rochester. Dieser<br />
liegt ziemlich genau in der Mitte<br />
zwischen Dover und London, lädt<br />
also zu einem Flug zur Küste oder<br />
ins Inland ein. Ich entscheide mich<br />
für beides. Mit der Robin DR400<br />
positioniere ich mich an einer der<br />
drei Graspisten, und es fällt direkt<br />
auf, dass nicht nur an der Landschaft<br />
Hand angelegt wurde. <strong>Der</strong><br />
Flughafen wurde mit Standardgebäuden<br />
stark aufgehübscht und<br />
es stehen statische Flugzeuge<br />
und Helikopter herum. Auch das<br />
neue Mesh fällt direkt im ersten<br />
Vergleich aus. Während sich die<br />
Standardszenerie im Flachland be-<br />
32 <strong>Flight</strong>!
findet, liegt das „neue“ Flugfeld in<br />
einer Hügellandschaft. Nach dem<br />
Start hat man einen schönen Blick<br />
auf die recht große Stadt Gillingham<br />
und ihre Docks, die auch gut<br />
nachgebildet wurden. Nur einige<br />
Flugminuten den Fluss hinunter<br />
hat man schon die Mündung der<br />
Themse erreicht. Von dort kann<br />
man entweder der Küste recht lang<br />
nach Norden folgen oder einfach<br />
nur ein paar Runden über den Kreidefelsen<br />
<strong>von</strong> Dover drehen. Auch<br />
nach London ist es nur ein kurzer<br />
Weg – einfach die Themse entlang<br />
und bei gutem Wetter taucht die<br />
Stadt schon recht bald am Horizont<br />
auf. Wie man sieht, bietet England<br />
also vielfältige Möglichkeiten für<br />
Freunde des VFR-Flugs. Vor allem<br />
die ländlichen Regionen haben es<br />
mir angetan. Orbx hat tolle Arbeit<br />
geleistet und auch wenn die Bilder<br />
nicht fotorealistisch sind, können<br />
sie trotzdem beeindrucken. So sind<br />
sie sehr scharf und passen auch<br />
zur jeweiligen Umgebung. Zudem<br />
wurden die Texturen mit sehr vielen<br />
Autogenobjekten bestückt, so<br />
ist ein Wald auch ein Wald, sprich<br />
viele Bäume nahe beieinander,<br />
nicht wie bei vergleichsweise VFR<br />
Germany, wo ein Wald aus ein paar<br />
Bäumen auf einer dunklen Fläche<br />
besteht. Hier hat Orbx wieder<br />
einmal grandiose Arbeit geleistet.<br />
Meiner Meinung nach kommen<br />
aber auch Kleinstädte gut weg, eine<br />
große Gebäudedichte und zu den<br />
Texturen passend platziertes Autogen<br />
geben auch hier wieder ein<br />
klasse Bild ab, das einfach nur ein<br />
Augenschmaus ist. Auch muss nur<br />
mit minimalen FPS-Einbrüchen<br />
gerechnet werden, zwei bis drei<br />
Bilder pro Sekunde gingen bei mir<br />
im Durschnitt verloren, was doch<br />
sehr akzeptabel ist. Einziges Manko<br />
ist das vereinzelte Problem beim<br />
Nachladen <strong>von</strong> Autogen, so kommt<br />
Review<br />
FLIGHT!<br />
www.flightm.com 33
es bei etwas schnellerem Fliegen<br />
teilweise zu kleinen Problemen.<br />
Wo anfangen?<br />
Diese Frage ist sicher nicht einfach<br />
zu beantworten, denn auch England<br />
ist nicht gerade klein. Hilfe<br />
dabei liefert – wie schon bei vorausgegangenen<br />
FTX-Add-ons – eine<br />
Karte für Google Earth, auf der das<br />
abgedeckte Gebiet, Sehenswürdigkeiten<br />
und sämtliche Flugplätze<br />
aufgelistet sind. Mit ihrer Hilfe lassen<br />
sich Flüge leicht planen, da der<br />
Flugverlauf zum Beispiel an Autobahnen<br />
oder Flüssen einfach festgemacht<br />
werden kann.<br />
Und was ist mit den Großstädten?<br />
Aber was ist mit dem Symbol für<br />
England, was ist mit London? Ich<br />
nehme die Stadt hier jetzt stellvertretend<br />
für alle anderen Großstädte<br />
im FTX-Gebiet, auch hier finde<br />
ich fast nur Positives. So ist London<br />
eindeutig durch Objekte wie<br />
London Eye, Westminster Palace<br />
oder Big Ben wiederzuerkennen.<br />
Hier wurde das Autogen wieder<br />
sehr passend und vor allem in ausreichender<br />
Menge platziert. Auch<br />
noch unter der <strong>von</strong> Orbx empfohlenen<br />
Menge an Autogen für Großstädte<br />
ist eine große Anzahl an<br />
Häusern und Hallen vorhanden. Einen<br />
kleinen Nachteil hat das Ganze<br />
dann leider doch – die Frames gehen<br />
über London ein gutes Stück<br />
in den Keller, wobei fünf Bilder pro<br />
Sekunde für mich gerade noch verkraftbar<br />
sind. Nachts setzt sich der<br />
positive Eindruck fort, die Stadt ist<br />
gut beleuchtet und auch ländliche<br />
Regionen sind nicht stockfinster.<br />
Fazit<br />
Mit FTX England hat Orbx wieder<br />
einen Treffer gelandet. Mit der ersten<br />
Umsetzung innerhalb Europas<br />
hinterlassen sie bei mir ein positives<br />
Bild und ich freue mich auf weitere<br />
Umsetzungen. Bis auf einige<br />
kleine Probleme, wahrscheinlich<br />
wegen der großen Autogendichte,<br />
hat Orbx wieder ein tolles Add-on<br />
abgeliefert, das mich durch eine<br />
34 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Review<br />
hohe Autogendichte, schöne Texturen<br />
und eine schnelle Ablaufrate<br />
beeindruckt. Vor allem auf VFR-<br />
Flieger wartet hier ein wahrer Augenschmaus,<br />
<strong>von</strong> dem man kaum<br />
genug bekommen kann!<br />
FTX EU England<br />
Entwickler: Orbx<br />
Vertrieb: <strong>Flight</strong>simstore.com<br />
Web: Fullterrain.com<br />
Kompatibilität: FSX / P3D<br />
Download: 3,1 GB<br />
Preis: 40,95 AUD<br />
Max Mertznich<br />
Pro & Contra:<br />
Tolle Texturen<br />
Sehr viel Autogen<br />
Kaum Frameeinbrüche<br />
Genaues Mesh<br />
Modifizierte Standardflughäfen<br />
Teilweise Probleme beim Autogennachladen<br />
Bewertung:<br />
9,1<br />
Modellierung<br />
Texturen<br />
Luftbild<br />
Nachttexturen<br />
Objekte<br />
Frames<br />
Umgebung<br />
Details<br />
Handbuch<br />
Preis/Leistung:<br />
hervorragend<br />
9/10<br />
10/10<br />
0/10<br />
9/10<br />
10/10<br />
9/10<br />
10/10<br />
10/10<br />
9/10<br />
www.flightm.com 35
<strong>Aerosoft</strong>‘s<br />
Dutch Airports<br />
3 in 1<br />
Auch wenn die Niederlande nicht gerade das Sinnbild umwerfender<br />
Landschaften sind, lockt unser Nachbarland immer wieder virtuelle<br />
Piloten zu einem Katzensprung über die Grenze. Dies dachte sich<br />
auch <strong>Aerosoft</strong> und begann daher schon vor einiger Zeit mit der Umsetzung<br />
verschiedener holländischer Flugplätze. Seit kurzem dürfen<br />
wir uns nun an einem Paket erfreuen, das die drei Airports Lelystad,<br />
Maastricht-Aachen und Rotterdam beinhaltet.<br />
Die Flughäfen<br />
LimeSim lockt nach Holland und<br />
das mit drei Flughäfen, die unterschiedlicher<br />
nicht sein könnten.<br />
Wäre er nicht anders klassifiziert,<br />
so könnte man den Flughafen Lelystad,<br />
der <strong>von</strong> der ICAO als EHLE<br />
codiert wird, glatt mit einem etwas<br />
größeren Flugplatz verwechseln.<br />
Da wundert es auch nicht, dass<br />
man in Lelystad keine Airliner finden<br />
wird, der größte Ableger am<br />
Flughafen ist die Martinair <strong>Flight</strong><br />
School, die auf dem Flughafen mit<br />
der 1250 Meter langen Asphaltpiste<br />
ihre Nachwuchspiloten ausbildet.<br />
Ein gewaltiges Stück größer ist da<br />
schon der Flughafen Maastricht-Aachen.<br />
<strong>Der</strong> an der deutsch-niederländischen<br />
Grenze gelegene Flughafen<br />
dient sowohl als Fracht- wie auch<br />
als Charter- und Linienflughafen.<br />
Manchem Aviatikbegeisterten<br />
dürfte der Airport aufgrund der<br />
Tatsache, dass sich hier das Upper<br />
Area Control Centre der Eurocontrol<br />
befindet, ein Begriff sein. <strong>Der</strong><br />
dritte und größte Flughafen des<br />
Dutch-Airports-Pakets<br />
ist der Flughafen Rotterdam The<br />
Hague Airport. Mit 1,2 Millionen<br />
Passagieren pro Jahr ist er der drittgrößte<br />
Flughafen des Landes und<br />
SEHR GUT<br />
Im Test: <strong>Aerosoft</strong>‘s Dutch Airports<br />
Ausgabe: Januar 2013<br />
www.flightm.com<br />
36 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Review<br />
fertigt täglich Passagierflüge nach<br />
ganz Europa ab. Landen lässt es<br />
sich auf einer 2300 Meter langen Asphaltbahn<br />
und aus Deutschland bietet<br />
die Lufthansa CityLine täglich<br />
Flüge <strong>von</strong> und nach München an.<br />
Download<br />
Die Szenerie lässt sich ganz einfach<br />
über den <strong>Aerosoft</strong>-Shop herunterladen.<br />
Das 1 Gigabyte große Paket<br />
frisst entpackt etwa 1,32 Gigabyte,<br />
enthalten ist ein Ordner mit einem<br />
Handbuch in englischer und deutscher<br />
Sprache. In diesem findet<br />
man Installationstipps und Informationen<br />
über die Geschichte der<br />
Flughäfen. Des Weiteren lassen<br />
sich auch noch interessante Fakten<br />
über die Airports selbst finden.<br />
Die Szenerie<br />
Für heute plane ich mit meiner<br />
KingAir einen Sightseeing-Flug<br />
<strong>von</strong> Maastricht nach Lelystad, einen<br />
Tankstopp lege ich jedoch<br />
in Rotterdam ein. Während des<br />
Rollens zur Startbahn darf ich die<br />
wunderschöne Umsetzung des virtuellen<br />
Maastrichts genießen. Nach<br />
einem Abgleich mit meinen Karten<br />
fällt mir sofort auf, dass hier alle<br />
Gebäude tadellos umgesetzt wurden<br />
und sie auch beim Heranzoomen<br />
nicht verwaschen wirken. Die<br />
vielen Fahrzeuge auf dem Vorfeld<br />
hauchen Maastricht-Aachen jede<br />
Menge Leben ein, dazu kommen<br />
die Bremsspuren auf den Taxiways,<br />
die den Realismuswert stark erhöhen.<br />
Selbstverständlich wurden<br />
auch alle Bodenmarkierungen akkurat<br />
gezogen, wie auch die Lichter,<br />
die in der Nacht die Taxiways<br />
säumen. Auf meinem langen Weg<br />
zum Holdingpoint gefallen mir<br />
besonders auch die Gebäude neben<br />
dem Flughafen, wie beispielsweise<br />
Autohäuser, die zusätzlich<br />
umgesetzt wurden. Während des<br />
Aufrollens auf die Bahn tritt leider<br />
die einzige unschöne Gegebenheit<br />
zutage, nämlich die verwaschene<br />
Start- und Landebahn, denn die<br />
grauen Texturen am Bahnanfang<br />
erscheinen leicht verschwommen.<br />
Das 3D-Gras neben der Bahn kann<br />
dies jedoch definitiv wieder wettmachen!<br />
www.flightm.com 37
Nach dem Abheben kann ich noch<br />
kurz das Luftbild rund um den Airport<br />
bestaunen, das hier extrem<br />
scharf umgesetzt wurde, bevor<br />
ich mich auf gen Norden mache.<br />
Langsam beginnt die Flugplanung<br />
für den Anflug auf Rotterdam und<br />
ehe ich mich versehe, darf ich auch<br />
schon den Landeanflug auf die dortige<br />
Piste 06 beginnen. Nach einer<br />
sanften Landung verlasse ich die<br />
Piste nach rechts, um meine Tanks<br />
mit Kerosin zu füllen. Sofort fällt<br />
auf, dass <strong>von</strong> den verwaschenen<br />
Texturen auf der Bahn, die es in<br />
Maastricht-Aachen gab, in Rotterdam<br />
nichts mehr zu sehen ist. Auch<br />
die Rollwege sind zur Freude des<br />
Piloten total scharf gestaltet, man<br />
kann auch hier wieder Risse im<br />
Asphalt erkennen und sogar die<br />
Markierungen weisen einige spröde<br />
Stellen auf. Genau wie in Maastricht-Aachen<br />
sind auch hier wieder<br />
alle Gebäude in atemberaubender<br />
Qualität und Anzahl umgesetzt –<br />
Flugspaß garantiert.<br />
So langsam muss ich mich auf den<br />
Weg machen, auch wenn der Flug<br />
nach Lelystad nur ein Hüpfer ist,<br />
denn es wird schon spät und ich<br />
starte in den Sonnenuntergang.<br />
Auch hier ist wieder ein scharfes<br />
Luftbild vorhanden, was dem<br />
Flughafen weiteren Realismus einhaucht<br />
und ein angenehmes Flair<br />
verspricht.<br />
Meinen letzten Anflug des Tages<br />
beginne ich auf die Piste 05 in Lelystad.<br />
Landschaftlich wunderschön,<br />
inmitten <strong>von</strong> Feldern, befindet sich<br />
der Flughafen Lelystad. Meine letzte<br />
Landung des Tages genieße ich<br />
besonders, auch wenn ich mir ein<br />
langes Ausschweben diesmal spar<br />
keinem langen Ausschweben, die<br />
Piste ist sowieso kurz genug. Nachdem<br />
ich die Maschine auf Rollgeschwindigkeit<br />
gebremst habe, rolle<br />
ich gemächlich am letzten Taxiway<br />
nach rechts ab. Schon bei der Landung<br />
steht mir der Mund offen, so<br />
atemberaubend ist die Texturqualität.<br />
Die Risse und spröden Stellen<br />
sehen so wahnsinnig echt aus, dass<br />
man zweimal schauen muss, um<br />
nicht in einen Realitätswahn zu<br />
verfallen. Trotz der Tatsache, dass<br />
der Flughafen Lelystad sehr klein<br />
ist, hat sich der Entwickler extrem<br />
viel Mühe gegeben, diesen so realitätsnah<br />
wie möglich zu gestalten.<br />
38 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Review<br />
Dies lässt sich sehen und nachdem<br />
ich meine Parkposition neben einer<br />
statischen Cessna gefunden habe,<br />
begebe ich mich noch zu einem<br />
kurzen Abendspaziergang rund um<br />
den Flughafen.<br />
Fazit<br />
Für das Airportbundle „Dutch Airports“<br />
gebe ich eine klare Kaufempfehlung,<br />
sowohl für IFR- als auch<br />
für VFR-Piloten. Die detailgetreue<br />
und hochqualitative Umsetzung<br />
der drei Flughäfen Maastricht-Aachen,<br />
Rotterdam und Lelystad, besonders<br />
die des Letzteren, hat mich<br />
zu hundert Prozent überzeugt und<br />
ist ein klares Muss für jeden virtuellen<br />
Flieger. <strong>Der</strong> Entwickler hat<br />
sich sehr viel Mühe gegeben, alles<br />
so realistisch wie möglich erscheinen<br />
zu lassen, und dabei den schmalen<br />
Grat zwischen Grafik und<br />
Performance genau getroffen, denn<br />
die Bilder pro Sekunde sind zu jedem<br />
Zeitpunkt, ob nachts oder<br />
tagsüber, überdurchschnittlich. Ich<br />
werde zu allen drei Airports wiederkommen<br />
und das mit meiner<br />
Beech Baron, aber auch meiner Boeing<br />
737!<br />
Adrian Arab<br />
<strong>Aerosoft</strong>‘s Dutch Airports<br />
Entwickler: LimeSim / Andras Kozma<br />
Herausgeber: <strong>Aerosoft</strong><br />
Web: www.limesim.com<br />
Vertrieb: www.aerosoft.de / www.aerosoft.com<br />
Kompatibilität: FSX<br />
Download: ca. 1 GB<br />
Preis: 29,95 EUR (Download),<br />
29,99 EUR (Box(ed)-Version)<br />
Pro & Contra:<br />
Sehr detailreich<br />
Umsetzung dreier Airports<br />
fairer Preis<br />
Gute Performance<br />
Schöne Beleuchtung<br />
Jeweils sehr großflächige Umsetzungen<br />
Texturen teilweise leicht verschwommen<br />
Modellierung<br />
Texturen<br />
Luftbild<br />
Nachttexturen<br />
Objekte<br />
Frames<br />
Umgebung<br />
Details<br />
Handbuch<br />
Preis/Leistung:<br />
Bewertung:<br />
8,4<br />
sehr gut<br />
9/10<br />
10/10<br />
9/10<br />
8/10<br />
8/10<br />
8/10<br />
9/10<br />
10/10<br />
5/10<br />
www.flightm.com 39
<strong>Der</strong> kleinste Europas<br />
Jetzt auch für den FSX!<br />
Malta – für viele Urlauber bedeutet das Entspannung pur, für viele virtuelle<br />
Piloten auch ein interessantes Flugziel, wurden wir doch mit<br />
– mittlerweile schon in die Jahre gekommenen – Szenerien verwöhnt,<br />
die den internationalen Flughafen Maltas umsetzten. Eine ordentliche<br />
Flächenszenerie Maltas gab es bis dato nicht, das hat sich mit LivingFS<br />
und seinem Add-on Malta Complete X nun jedoch geändert!<br />
Malta in der Realität<br />
<strong>Der</strong> kleinste Staat Europas lockt<br />
aufgrund seiner geographischen<br />
Lage jährlich massenweise Touristen<br />
an seine – meist steinigen<br />
– Strände. Malta, dessen Unabhängigkeit<br />
<strong>von</strong> Großbritannien im Jahre<br />
1964 besiegelt wurde, teilt sich<br />
auf insgesamt fünf Inseln auf, berühmt<br />
ist Malta hingegen vor allem<br />
für seine Hauptstadt Valletta, die<br />
aufgrund ihres kulturellen Reichtums<br />
als UNESCO-Weltkulturerbe<br />
klassifiziert ist. Fünf Kilometer<br />
westlich der Hauptstadt, gelegen<br />
im Ort Luqa, befindet sich der internationale<br />
Flughafen, den die<br />
ICAO mit LMML und die IATA mit<br />
MLA klassifizieren. Mit zwei Landebahnen<br />
<strong>von</strong> 3600 und 2400 Metern<br />
Länge bedienen den Flughafen<br />
vor allem europäische Airlines, so<br />
etwa die Lufthansa, TuiFly, Ryanair,<br />
Easyjet und Air Malta, die den<br />
Flughafen als Drehkreuz benutzt.<br />
Auf unterschiedliches Fluggerät<br />
der Lufthansa wird manch Fluginteressierter<br />
schon gestoßen sein.<br />
Grund dafür ist, dass Deutschlands<br />
größte Airline dort eine Niederlassung<br />
der hauseigenen Technikabteilung<br />
betreibt, was dazu führt,<br />
dass verschiedenste Flugzeuge der<br />
Lufthansa-Flotte zur kostengünstigen<br />
Wartung Werkstattflüge<br />
nach Malta antreten.<br />
SEHR GUT<br />
Im Test: LIVINGFS Malta Complete X<br />
Ausgabe: Januar 2013<br />
www.flightm.com<br />
40 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Review<br />
Kauf, Download<br />
und Installation<br />
Kaufen lässt sich die 21,42 Euro<br />
teure Szenerie über den SimMarket.<br />
Dort findet man außerdem<br />
eine Auflistung über die wichtigsten<br />
Features des Add-ons, so<br />
wird beispielsweise mit hochqualitativen<br />
Texturen und einer Umsetzung<br />
der gesamten Inselgruppe,<br />
aber auch mit der Kompatibilität zu<br />
anderen Add-ons geworben. Nachdem<br />
der knapp 1,2 Gigabyte große<br />
FSX-Installer heruntergeladen<br />
wurde, schreiten wir weiter zur<br />
Installation. Diese ist gewohnt einfach,<br />
wichtig zu wissen ist jedoch,<br />
dass eine Internetverbindung für<br />
die Überprüfung des Serial Codes<br />
unerlässlich ist, ansonsten ist eine<br />
Installation nicht möglich. Leider<br />
muss man auf eine Dokumentation<br />
der Szenerie verzichten, nicht<br />
einmal Installationshinweise oder<br />
empfohlene FSX-Einstellungen<br />
werden mitgeliefert, geschweige<br />
denn Informationen und Fakten<br />
zur Geographie oder Geschichte<br />
Maltas.<br />
Das virtuelle Malta im FSX<br />
Unsere Maschine ist aufgetankt<br />
und gemeinsam heben wir <strong>von</strong> der<br />
Landebahn 31 des internationalen<br />
Flughafens <strong>von</strong> Malta ab, um einen<br />
ausgedehnten Rundflug um die Inseln<br />
zu starten. Nach dem Abflug<br />
drehen wir in Richtung Nordwesten,<br />
um zuallererst die Umsetzung<br />
der Hauptstadt Valletta zu begutachten.<br />
Schon während des Flugs<br />
dorthin fällt uns die insgesamt<br />
stimmige Umsetzung der Szenerie<br />
auf. Befindet man sich in der Luft,<br />
so ist das Luftbild recht scharf,<br />
was jedoch nicht im Einklang damit<br />
steht, dass man, je näher man<br />
dem Boden kommt, auf einen relativ<br />
verpixelten und unscharfen<br />
„Bildermatsch“ stößt. Ein scharfes<br />
Luftbild, das muss man fairerweise<br />
hervorheben, liegt nicht immer in<br />
der Hand der Entwickler, sondern<br />
ist schlichtweg nicht immer verfügbar.<br />
Nicht jedes Land erlaubt es<br />
Luftbildaufnahmen zu machen und<br />
auch nicht jede amtliche Aufnahme<br />
ist besonders scharf. Im Gegensatz<br />
dazu sind alle Objekte, die dem<br />
Luftbild hinzugefügt wurden, sehr<br />
scharf und passend gesetzt. Die immense<br />
Anzahl der Häuser zeugt<br />
vom Fleiß, den die Entwickler bei<br />
www.flightm.com 41
der Entstehung des Add-ons an den<br />
Tag gelegt haben. Besonders schön<br />
sind auch – dies fehlt aber bei der<br />
Standardszenerie – die topographischen<br />
Unebenheiten, so verlaufen<br />
Flüsse beispielsweise in ihrem<br />
Flussbett und auch die maltesischen<br />
Buchten sind realistisch dargestellt.<br />
Wir befinden uns mittlerweile über<br />
Valletta und werfen einen Blick<br />
auf die sich unter uns auftuende<br />
Hauptstadt. Diese besticht durch<br />
einen angenehmen Wechsel <strong>von</strong><br />
typischem Großstadtflair zu einer<br />
grünen, natürlichen Umgebung,<br />
was auch in der Szenerie eindeutig<br />
zur Geltung kommt. Die unzähligen<br />
sich im türkisfarbenen Wasser<br />
befindlichen Hafen wurden mit<br />
statischen Booten bestückt, genauso<br />
wie die Seewege, wo teilweise<br />
Urlaubsboote und das ein oder andere<br />
Frachtschiff ihre Runden ziehen.<br />
Je weiter man sich in Richtung<br />
Norden begibt, desto felsiger wird<br />
auch das Festland, welches sich,<br />
fernab allen Stadtverkehrs, in einer<br />
fantastischen Umgebung befindet<br />
und in der Realität sicher zu ausgiebigen<br />
Wandertouren oder, wie hier<br />
im FSX, zu landschaftlich wunderschönen<br />
Erkundungsflügen lockt.<br />
Wie versprochen wurden auch alle<br />
anderen vier Inseln in gleicher Qualität<br />
umgesetzt; bei den bewohnten<br />
stößt man wieder auf massenweise<br />
Objekte, wie Bäume, Schiffe oder<br />
auch Gebäude, die unbewohnten<br />
sind so klein, dass sie fast nur als<br />
überdimensionaler Punkt zur Geltung<br />
kommen. Angesichts der aufwendigen<br />
Umsetzung ist es noch<br />
42 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Review<br />
erstaunlicher, dass sich fast kein<br />
Frameverlust beim Fliegen zeigte.<br />
Aus dem Cockpit der 737 PMDG<br />
NGX wurden stabile 30 Bilder pro<br />
Sekunde gehalten, genau wie bei<br />
einer Standardszenerie, was angesichts<br />
der horrenden Anzahl der<br />
Objekte und des anspruchsvollen<br />
Luftbilds ein dicker Pluspunkt ist<br />
und weshalb auch Besitzer eines<br />
nicht so starken Rechners nach<br />
Malta aufbrechen können.<br />
Fazit<br />
Die Umsetzung der maltesischen<br />
Inseln (nicht jedoch des Airports),<br />
herausgegeben <strong>von</strong> LivingFS, ist<br />
ein echter Bestseller und hat mich<br />
auch außerhalb meiner Testphase<br />
zu schönen Flügen in den Süden<br />
Europas animiert. Wer <strong>von</strong> einem<br />
Luftbild nicht erwartet, im Tiefflug<br />
noch scharfe Auflösungen zu haben,<br />
dafür aber in etwas luftigeren<br />
Höhen auf eine wunderschöne<br />
Szenerie mit vielen Objekten und<br />
Details setzt, der möge guten Gewissens<br />
zuschlagen und einen virtuellen<br />
Urlaub auf Malta genießen!<br />
Adrian Arab<br />
Malta complete X<br />
Entwickler: LivingFS<br />
Herausgeber: LivingFS<br />
Web: livingfs-net.webs.com<br />
Vertrieb: SimMarket<br />
Kompatibilität: FSX<br />
Download: 1.,14 GB<br />
Preis: 21,42 EUR<br />
Pro & Contra:<br />
Viele Objekte<br />
Statische Schiffe<br />
Kompatibel mit anderen Produkten<br />
Interessante Umgebung<br />
Stellenweise verpixeltes und verwaschenes Luftbild<br />
Modellierung<br />
Texturen<br />
Luftbild<br />
Nachttexturen<br />
Objekte<br />
Frames<br />
Umgebung<br />
Details<br />
Handbuch<br />
Preis/Leistung:<br />
Bewertung:<br />
8,5<br />
sehr gut<br />
8/10<br />
8/10<br />
6/10<br />
8/10<br />
10/10<br />
10/10<br />
10/10<br />
810<br />
/10<br />
www.flightm.com 43
Lambert-St. Louis International Airport<br />
Vom internationalen Hub<br />
zum Regionalairport<br />
Es ist ein beispielloser Untergang, der des Lambert-St. Louis International<br />
Airports. Einst ein wichtiges internationales Drehkreuz<br />
und Hauptsitz der Trans World Airlines, inzwischen fast zum Regionalairport<br />
geschrumpft. Die Passagierzahlen brachen <strong>von</strong> 30,5 Millionen<br />
im Jahr 2000 auf unter 12 Millionen im Jahr 2011 ein. Dennoch<br />
fasziniert der Airport, nicht nur durch seine Architektur und wegen<br />
seiner Vergangenheit. Dies scheint auch der Grund gewesen zu sein,<br />
wieso die Entwicklergruppe Taxi2Gate den Airport für den Flugsimulator<br />
umgesetzt hat.<br />
Kauf und Installation<br />
Erworben werden kann das neue<br />
Produkt aus dem Haus Taxi2Gate<br />
im SimMarket zum Preis <strong>von</strong> 23,79<br />
Euro. Die Downloadgröße liegt<br />
bei gut 161 MB. Neben der hier<br />
getesteten FSX-Version wird auch<br />
noch eine Version für den FS2004<br />
angeboten. Empfehlen würde ich<br />
jedem Käufer das Herunterladen<br />
der Updates auf der Homepage der<br />
Entwickler. Durch diese Updates<br />
werden in der Szenerie nun auch<br />
3D-Gras, Servicefahrzeuge und<br />
noch einiges mehr dargestellt. Des<br />
Weiteren wird das Afcad korrigiert,<br />
sodass nun die AI-Flugzeuge nicht<br />
mehr hunderte Meter vor der eigentlichen<br />
Runway im Gelände<br />
landen.<br />
Die Installation erfolgt ohne weitere<br />
Probleme. Eine Onlineaktivierung<br />
ist allerdings erforderlich. Des<br />
Weiteren meldet der Installer die<br />
Szenerie automatisch im FSX an.<br />
Handbuch<br />
Warum auch immer wurde diesem<br />
Produkt kein Handbuch beigelegt.<br />
Dies ist sehr schade, vor allem werden<br />
dadurch auch keine Charts und<br />
weitere Informationen zum Airport<br />
beziehungsweise zum Add-on<br />
mitgeliefert.<br />
44 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Review<br />
Geschichte<br />
Die Geschichte des Lambert-St.<br />
Louis International Airports geht<br />
zurück bis ins Jahr 1920. Damals<br />
ließ Albert Bon Lambert den Flughafen<br />
an seiner heutigen Stelle<br />
bauen. Im Jahr 1927 verkaufte<br />
er den Flughafen an die Stadt St.<br />
Louis, diese betreibt den Airport<br />
bis heute. Während des Zweiten<br />
Weltkriegs diente St. Louis als Produktionsstandort<br />
für die McDonnell<br />
Aircraft Corporation und für<br />
Curtiss-Wright. Mit Beendigung<br />
des Zweiten Weltkriegs wurde der<br />
Airport grundlegend umgebaut,<br />
diese Baumaßnahmen konnten im<br />
Jahr 1956 abgeschlossen werden.<br />
Unter anderem war das Terminal<br />
1, auch unter dem Namen „Vier-<br />
Kuppel-Design-Terminal“ bekannt,<br />
Vorreiter für Terminalneubauten<br />
an den Flughäfen <strong>von</strong> New York J.<br />
F. Kennedy und Paris Charles de<br />
Gaulle. Im Jahr 1982 verlegte die<br />
Trans World Airlines ihren Hub<br />
<strong>von</strong> Kansas City nach St. Louis<br />
und war fortan die dominierende<br />
Fluggesellschaft vor Ort. Zusammen<br />
mit TWA konnte der St.<br />
Louis International Airport seine<br />
Passagierzahlen auf über 30 Millionen<br />
Passagiere im Jahr steigern.<br />
Doch es mehrten sich die Anzeichen,<br />
dass die Zukunft es nicht so<br />
gut mit dem Lambert-St. Louis International<br />
Airport meinen sollte.<br />
Zunehmend war der Airport <strong>von</strong><br />
der wirtschaftlichen Lage der TWA<br />
abhängig. <strong>Der</strong> Wendepunkt kam<br />
im Jahr 2001. American Airlines<br />
kaufte die finanziell schwer angeschlagene<br />
TWA und gab Stück für<br />
Stück den Hub St. Louis zugunsten<br />
ihrer eigenen Hubs in Chicago und<br />
Dallas auf. Das Fluggastaufkommen<br />
brach daraufhin in den Folgejahren<br />
immer mehr ein. Es würde<br />
heute wohl weit unter 10 Millionen<br />
Passagieren im Jahr liegen, hätte<br />
sich nicht zunehmend Southwest<br />
Airlines am Airport engagiert. Seit<br />
der Jahrtausendwende ist der Lambert-St.<br />
Louis International Airport<br />
der größte Flughafen in den USA<br />
ohne Direktverbindung nach Europa.<br />
Überhaupt fehlen dem Airport<br />
internationale Verbindungen. Im<br />
Flugplan stehen fast ausschließlich<br />
Verbindungen in die USA abgesehen<br />
<strong>von</strong> einigen wenigen in Richtung<br />
Kanada und in die Karibik.<br />
Die meisten Flüge in St. Louis starten<br />
übrigens in Richtung Chicago,<br />
Atlanta und Denver. Seit Mai 2012<br />
verzeichnet der Airport jedoch wieder<br />
einen Anstieg <strong>von</strong> gut 14 Prozent<br />
bei den Passagieren. Southwest<br />
Airlines gab bekannt, dass man<br />
weitere Strecken eröffnen möchte,<br />
und das Management des Airports<br />
ist angeblich in Verhandlungen<br />
mit Delta Airlines und American<br />
www.flightm.com 45
Airlines über Nonstop-Flüge nach<br />
Europa. Mehr Glück hatte der Airport<br />
beim Frachtverkehr. Mit China<br />
Cargo Airlines konnte man eine<br />
international operierende Airline<br />
gewinnen, die neben den typischen<br />
Expressfracht-Fluggesellschaften<br />
ab St. Louis abhebt.<br />
Die Szenerie<br />
Die Umsetzung im FSX erfolgte<br />
mit fotorealen Bodentexturen, die<br />
in guter Qualität die Grundlage<br />
dieser Szenerie bilden. Besonders<br />
hervorzuheben ist, dass die neuen<br />
Texturen nicht einfach über die<br />
FSX-eigenen gelegt wurden, sondern<br />
es wurde peinlichst genau darauf<br />
geachtet, dass sich diese gut in<br />
die FSX-Umgebung einfügen. Wie<br />
leider oft aus anderen Szenerien bekannt,<br />
hören hier die Straßen nicht<br />
einfach plötzlich auf, sondern sind<br />
fein säuberlich mit den Standardstraßen<br />
verbunden. <strong>Der</strong> Texturunterschied<br />
ist nicht zu krass gestaltet<br />
geworden, sondern eher dezent.<br />
Hier bekommen die Designer<br />
schon mal ein Lob. Auch der durch<br />
den FSX automatisierte Straßenverkehr<br />
wechselt ohne Probleme<br />
zwischen den Standardstraßen und<br />
denen des neuen Add-ons.<br />
Sollten Sie sich, lieber Leser, wundern,<br />
dass in St. Louis so wenig AI<br />
Traffic unterwegs ist, so ist dies<br />
ganz bestimmt kein Fehler Ihres<br />
AI-Traffic-Programms. <strong>Der</strong> Airport<br />
ist nach der Übernahme der TWA<br />
durch American Airlines einfach<br />
46 <strong>Flight</strong>!
total überdimensioniert. Leere<br />
Gates und verwaiste Gänge und<br />
Abflughallen gehören hier zum<br />
Standardanblick. Dennoch hatte<br />
sich der Airport nach der Übernahme<br />
der TWA und dem Wegfall des<br />
Hubs dazu entschieden eine dritte<br />
Runway zu bauen. Diese liegt<br />
weitab <strong>von</strong> den Terminals und in<br />
der Realität weigert sich zum Beispiel<br />
Southwest Airlines <strong>von</strong> dieser<br />
„neuen“ Start- und Landebahn zu<br />
setzt wurden und sich an der richtigen<br />
Stelle befinden. Allerdings<br />
bedient sich Taxi2Gate einiger<br />
FSX-Standardgebäude. Besonders<br />
die Werft- und Cargohallen sind<br />
hier<strong>von</strong> betroffen. Leider fällt dies<br />
recht stark auf, da der Unterschied<br />
in der Qualität der Texturen doch<br />
erheblich ist. Während die Terminals<br />
und ihre Aufbauten sowie die<br />
Gates mit ausgesprochen scharfen<br />
und fotorealen Texturen ausgestattet<br />
sind, lässt diese Qualität bei den<br />
Cargo- und Werfthallen stark nach.<br />
Schade! Hervorzuheben ist die sehr<br />
gute Umsetzung des Terminal 1<br />
mit seinem vier Kuppeln und Anbauten.<br />
Ebenso haben die Designer<br />
auch nicht die vielen Aufbauten auf<br />
den Dächern vergessen, <strong>von</strong> Klimaaggregaten<br />
bis zu Schornsteinen<br />
wurde alles in 3D umgesetzt.<br />
Neben Buslinien wird der Airport<br />
auch durch eine Metro mit dem<br />
Stadtzentrum verbunden. Diese<br />
verkehrt am Airport als eine<br />
Hochbahn und hat Stationen am<br />
Terminal 1 und 2 und wurde natürlich<br />
animiert umgesetzt. Ebenso<br />
bewegt sich einiges auf dem<br />
Vorfeld, auch wenn es „nur“ Vorfeldfahrzeuge<br />
zum Transport der<br />
Container sind. Statische Servicefahrzeuge<br />
findet man am Airport<br />
zur Genüge. Dank diesem gesunden<br />
Mix aus dynamischen und<br />
statischen Fahrzeugen wirkt das<br />
Vorfeld nicht ganz so ausgestorben.<br />
Auf der Landseite wurde ebenfalls<br />
für Leben gesorgt. Parkende und<br />
fahrende Autos sowie Busse zieren<br />
das Bild. Fahnen wehen im Wind<br />
und lesbare Beschilderungen zeigen<br />
den Gästen den Weg.<br />
Review<br />
FLIGHT!<br />
Wiederum positiv fallen die vielen<br />
Abnutzungsspuren und Roststellen<br />
am Terminal und an den Gates auf.<br />
Auch wurde die für die USA so typische<br />
Individualisierung der Gates<br />
umgesetzt. Sprich viele Gates tragen<br />
die Logos der Fluggesellschaften,<br />
die <strong>von</strong> ihnen aus operieren.<br />
Die Beschilderung auf der „Luftseite“<br />
des Airports ist ebenfalls vorbildlich.<br />
In 3D umgesetzte Schilder<br />
weisen den Piloten auch ohne Vorkenntnisse<br />
vom und zum Gate und<br />
während des Rollens kann sich dieser<br />
am 3D-Gras erfreuen. Übrigens<br />
konnte ich kaum einen Einbruch<br />
operieren. Allerdings ist dies im<br />
FSX nicht umsetzbar, sodass hier<br />
auch auf dieser Runway die Boeing<br />
737 der Southwest Airlines landen<br />
werden.<br />
Da ich leider noch nicht persönlich<br />
in St. Louis war, kann ich nur<br />
im Vergleich zu Luftaufnahmen<br />
und Bildern beurteilen, ob alle Gebäude<br />
am Airport umgesetzt wurden.<br />
<strong>Der</strong> Vergleich zeigt jedoch,<br />
dass die meisten Gebäude umge-<br />
www.flightm.com 47
der Bildwiederholungsrate in St.<br />
Louis feststellen, hier ist also solide<br />
Arbeit geleistet worden.<br />
Wenn es Nacht wird, gehen am<br />
Lambert-St. Louis International<br />
Airport die Lichter an. Die Beleuchtung<br />
des gesamten Areals<br />
ist stimmig, nicht zu dunkel und<br />
nicht zu hell. Die Fahrzeuge benutzen<br />
selbstverständlich Scheinwerfer.<br />
Eingelassene Scheinwerfer<br />
beleuchten Gebäudewände und<br />
Bushaltestellen. Durch Glasfronten<br />
scheint ebenfalls ein warmes Licht<br />
nach draußen. Einzig und allein<br />
die Metro hat man vergessen, diese<br />
fährt ganz im Dunkeln ihren Weg<br />
nach Downtown St. Louis.<br />
Fazit:<br />
Taxi2Gate ist mit dem Lambert-<br />
St. Louis International Airport ein<br />
solides Werk gelungen. USA-Fans<br />
dürfen zuschlagen, auch solchen,<br />
die gerne noch mit der TWA unterwegs<br />
sind, bietet das Add-on eine<br />
anständige Umsetzung des ehemaligen<br />
Hubs. Wer einen Airport<br />
à la FlyTampa oder FSDreamTeam<br />
erwartet, wird enttäuscht werden,<br />
wer aber mit einigen Abstrichen in<br />
puncto Design und Texturierung<br />
leben kann und den doch recht<br />
hohen Preis akzeptiert, wird in St.<br />
Louis seinen Spaß haben.<br />
Christoph Schipke<br />
Lambert-St. Louis International Airport<br />
Entwickler: Taxi2Gate<br />
Kompatibilität: FSX<br />
Web: www.simmarket.com<br />
Vertrieb: Simmarket.com<br />
Download: 161 MB<br />
Preis: 23,79 EUR<br />
Reale Daten:<br />
Name:<br />
IATA Code:<br />
ICAO Code:<br />
Höhe:<br />
Betreiber:<br />
Lambert-St. Louis<br />
International Airport<br />
STL<br />
KSTL<br />
184,4 Meter<br />
Stadt St. Louis<br />
Passagiere: 12 590 879 (2011)<br />
Flugbewegungen: 170,175 (2010)<br />
Pro & Contra:<br />
Akkurate Umsetzung des Airports<br />
Fotoreale Bodentexturen mit guten Übergängen<br />
zur Standardszenerie<br />
Abnutzungsspuren<br />
3D-Gras<br />
Architektur der Terminals<br />
Animationen nicht mehr State of the Art<br />
Einige Texturen sehr verwaschen<br />
Kein Handbuch<br />
hoher Preis<br />
Bewertung:<br />
6,5<br />
Start- und Landebahn:<br />
Runway 12R/30L:<br />
11,019 x 200 ft (3,359 x 61 m),<br />
Surface: Concrete<br />
Runway 12L/30R: 9,003 x 150 ft<br />
(2,744 x 46 m), Surface: Concrete<br />
Runway 11/29: 9,000 x 150 ft<br />
(2,743 x 46 m), Surface: Concrete<br />
Runway 6/24: 7,602 x 150 ft<br />
(2,317 x 46 m), Surface: Concrete<br />
Modellierung<br />
Texturen<br />
Luftbild<br />
Nachttexturen<br />
Objekte<br />
Frames<br />
Umgebung<br />
Details<br />
Handbuch<br />
Preis/Leistung:<br />
mittelmäßig<br />
7/10<br />
6/10<br />
7/10<br />
7/10<br />
7/10<br />
9/10<br />
7/10<br />
7/10<br />
/10<br />
48 <strong>Flight</strong>!
BOX VERSION<br />
FÜR FSX UND FS2004 –<br />
JETZT ERHÄLTLICH<br />
Fertig für die Landung…<br />
<strong>Der</strong>‚ Whisperjet‘- auch bekannt als der<br />
‚Jumbolino‘ – ist in atemberaubender<br />
Detailfülle mit über 75 Bemalungen<br />
erhältlich, so dass Sie ihre Lieblings<br />
Regional Airline der mit Britischen Systemen<br />
ausgestatteten Flotte fliegen können.<br />
Die Avro RJ Maschinen sind die erneuerte<br />
Version der <strong>von</strong> vier Motoren angetriebenen<br />
regionalen 146 Flugzeuge mit vielen<br />
Verbesserungen sowohl in der<br />
Kabine als auch auf dem Flugdeck. Vier<br />
ALF507 Motoren, FADEC, semi-digitale<br />
Flugdeck-instrumente und eine GNLU910 FCM.<br />
Hochauflösende Texturen <strong>von</strong> innen und<br />
außen sowie Extras wie Klappengeräusche,<br />
Kabinendurchsagen, Flügelbewegungen, die<br />
auf Turbulenzen reagieren, und Schock-<br />
Federung bei der Landung sind ein<br />
besonderes audio-visuelles Vergnügen um<br />
Ihre Lieblingsrouten zu fliegen.<br />
www.qwsim.com<br />
www.aerosoft.de<br />
www.flight1.com<br />
Als Download erhältlich auf www.flight1.com. BOX VERSION JETZT ERHÄLTLICH für den Microsoft <strong>Flight</strong><br />
Simulator X und FS2004! Bei Ihrem bevorzugten Flugsimulations-Shop oder direkt bei SimStop erhältlich.<br />
In Deutschland, Österreich und der Schweiz im Vertrieb durch <strong>Aerosoft</strong> GmbH.<br />
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Cockpitbauen:<br />
CPflights Boeing 737 MCP und EFIS Control Panel<br />
<strong>Der</strong> Originalautor dieses Artikels ist ein Luftfahrtanwalt aus Washington,<br />
DC. Früher war er Instrumenten- und Multi-Engine-Fluglehrer<br />
und Air Traffic Controller. Jon schreibt seit über 25 Jahren Artikel<br />
über die Flugsimulation.<br />
Mein Freund David restauriert<br />
uralte Autos. Dadurch und<br />
durch seine Erfahrungen als Elektronikingenieur<br />
hat er in meinen<br />
Augen genau die Voraussetzungen,<br />
die es benötigt, um ein großartiges<br />
Homecockpit zu bauen. Ich selbst<br />
besitze diese Fähigkeiten nicht,<br />
aber nach vielen Jahren begeisterter<br />
Nutzung <strong>von</strong> Flugsimulatoren<br />
(seit den frühen subLOGIC-Tagen)<br />
habe ich mich entschieden, vom<br />
Desktop in ein Cockpit umzuziehen.<br />
2003 vernetzte ich bereits vier<br />
Computer und bastelte mir ein Gehäuse,<br />
um ebenjene und die drei<br />
LCD-Bildschirme unterzubringen,<br />
kaufte professionelles Steuerequipment<br />
und fing an die Software Project<br />
Magenta Boeing zu benutzen.<br />
Schlussendlich mistete ich meinen<br />
Keller auf einer Größe aus, die fast<br />
exakt der Größe eines 737-Cockpits<br />
entsprach.<br />
Die Project-Magenta-Software benutzt<br />
das Tool FSUIPC <strong>von</strong> Peter<br />
Dowson, bezieht seine Fluginformationen<br />
direkt aus dem Flugsimulator<br />
und gibt diese auf den<br />
Bildschirmen wieder. Project-Magenta-Komponenten<br />
enthalten ein<br />
Primary <strong>Flight</strong> Display (PFD), ein<br />
Navigation Display (ND), Engine-<br />
Indicating and Crew-Alerting System<br />
(EICAS), eine Control Display<br />
Unit (CDU) für den <strong>Flight</strong> Management<br />
Computer (FMC) und zu<br />
guter Letzt noch ein Mode- und<br />
EFIS Control Panel (MCP/ECP).<br />
Meine Ausstattung benutzt die Boeing<br />
737NG Software, ich nenne<br />
es ein „3/5-Cockpit“, da ich mich<br />
lediglich für ein Yoke und drei anstatt<br />
fünf Displays entschieden<br />
habe. Von links nach rechts besteht<br />
die Ausstattung aus dem Chronometer<br />
und PFD des Kapitäns, dem<br />
ND mit Stand-by-Instrumenten<br />
und dem MCP/ECP sowie dem EI-<br />
CAS mit der CDU. Demnach fehlen<br />
lediglich das PFD und das ND des<br />
Ersten Offiziers.<br />
Mein Cockpit bescherte mir unzählige<br />
Stunden wunderbarer Fliegerei,<br />
zunächst im FS2002 und später<br />
50 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Hardware<br />
im FS2004. Erst kürzlich stieg ich<br />
mit dem Ersetzen meines Hauptrechners<br />
auf den FSX um und<br />
schaffte mir zusätzlich das CPflight<br />
737 Pro MCP und ECP an, um die<br />
es in diesem Artikel geht. Genau<br />
wie die Benutzung eines Joysticks<br />
anstatt der Tastatur bringt dies<br />
deutlich mehr Realismus in meine<br />
Umgebung.<br />
Mein 2003er-Cockpit war ein großer<br />
Schritt gegenüber den vorherigen<br />
Plastikpedalen und dem Tischyoke.<br />
<strong>Der</strong> Flugsimulator wurde<br />
nun über ein Jetliner Yoke, die<br />
Steuerpedale und eine Jetliner Konsole<br />
für Schubhebel, Störklappen,<br />
Klappen, Umkehrschub etc. gesteuert.<br />
Eingaben in die CDU und<br />
das MCP/ECP erfolgten weiterhin<br />
entweder per Mausklick oder – im<br />
Falle des MCP – über Knöpfe an<br />
der Jetliner Konsole. Die Project-<br />
Magenta-Software steuert also die<br />
Simulation, die Komponenten können<br />
allerdings über externe Hardware<br />
angesteuert werden.<br />
Trotzdem war das Verstellen der<br />
Knöpfe am MCP/ECP über die Jetliner<br />
Konsole eher unbefriedigend,<br />
alles wirkte ziemlich rudimentär<br />
und unrealistisch. Trotzdem flog<br />
ich fast zehn Jahre ohne ein separates<br />
MCP.<br />
Im letzten November kaufte ich<br />
mir schließlich das 737 Pro MCP<br />
und ECP. Wegen meiner bereits erwähnten<br />
3/5-Lösung brauchte ich<br />
kein zweites ECP für die Kopilotenseite.<br />
CPflight wirbt mit einem Modell,<br />
das sich „full-scale replication“<br />
nennt – also eine Replik in Originalgröße.<br />
Trotzdem berichteten<br />
einige User über ein leicht schmaleres<br />
Produkt, als dies bei der realen<br />
www.flightm.com 51
737NG der Fall ist. Dies könnte unter<br />
Umständen zu Problemen führen,<br />
wenn die Ablage exakt nach<br />
realen Daten abgemessen wurde.<br />
Beide Komponenten werden einfach<br />
via USB-Kabel an den PC angeschlossen.<br />
MCP Controls<br />
Das MCP ist ein Teil des Autopilot-<br />
<strong>Flight</strong>-Director-Systems eines Flugzeugs.<br />
Es steuert den Autopiloten,<br />
Flugweganzeiger und den automatischen<br />
Schub. Das 737 Pro MCP<br />
hat fünf Knöpfe, welche die Höhe,<br />
Richtung, Geschwindigkeiten und<br />
den Kurs des Kapitäns und Ersten<br />
Offiziers steuern. Jeder hat eine<br />
entsprechende LED-Anzeige über<br />
den aktuell eingestellten Wert. Wie<br />
im realen Vorbild gibt es natürlich<br />
auch noch den Bank Angle Limiter<br />
und das Auswahlrädchen für die<br />
Steig- und Sinkrate, wobei Letzteres<br />
natürlich auch über eine entsprechende<br />
LED-Anzeige verfügt.<br />
Weiterhin hat das MCP 14 beleuchtete<br />
Druckknöpfe, welche die Modi<br />
N1, SPEED, LVL CHG, VNAV,<br />
LNAV, VOR LOC, APP, HDG SEL,<br />
ALT HLD, V/S, A und B CMD sowie<br />
A und B CWS aktivieren. Außerdem<br />
gibt es noch drei Auswahlschalter,<br />
jeweils zwei für den <strong>Flight</strong><br />
Director und einen für den automatischen<br />
Schub.<br />
Die <strong>Flight</strong>-Director-Schalter aktivieren<br />
oder deaktivieren den entsprechenden<br />
Flugweganzeiger im<br />
PFD. Ein kleines, bernsteinfarbenes<br />
Licht über den Schaltern zeigt an,<br />
welcher der zwei Flugweganzeiger<br />
den Autopiloten steuert. Ebenso<br />
zeigt eine grüne LED über dem<br />
A/T-Knopf, ob der Autothrottle<br />
gearmt ist, und über die Disengange<br />
Bar lässt sich der Autopilot ausschalten.<br />
Drei kleine Knöpfe für<br />
SPD INTV, ALT INTV und den<br />
Wechsel zwischen Mach und Knoten<br />
komplettieren das Interface.<br />
Allgemeine Impressionen<br />
Das MCP und das ECP werden<br />
beim Laden der Project-Magenta-<br />
Software zum Leben erweckt.<br />
Sollte die Hintergrundbeleuchtungsfunktion<br />
aktiviert sein, leuchten<br />
die beiden Komponenten mit<br />
einem warmen, weißen Licht auf.<br />
Die Knöpfe und Schalter fühlen<br />
sich relativ solide an und besitzen<br />
eine gute Griffigkeit sowie ein<br />
passendes Ansprechverhalten. Sogar<br />
bei schnellerem Drehen eines<br />
Knopfes tut das MCP genau das,<br />
was es tun soll; dies ist nicht bei<br />
allen Produkten der Fall und endete<br />
schon mal in einer langsameren<br />
Veränderung, als dies bei normalem<br />
Drehen der Fall gewesen wäre.<br />
ECP Controls<br />
Im Gegensatz zum MCP kontrolliert<br />
das ECP (mit vier Ausnahmen)<br />
lediglich das ND und nicht direkt<br />
das Flugzeug. Die Ausnahmen sind<br />
52 <strong>Flight</strong>!
das Minimum, das Barometer, der<br />
FPV-Anzeiger und der Knopf für<br />
das Anzeigen <strong>von</strong> metrischen oder<br />
imperialen Einheiten.<br />
Hardware<br />
FLIGHT!<br />
Das ECP besitzt zwei Rotationsknöpfe,<br />
eines für das Approach Minimum<br />
(DH oder MDA) und eines<br />
für das Barometer. Jeder besitzt<br />
außerdem noch einen Druckknopf<br />
und einen Zwei-Wege-Schalter für<br />
Reset und RADIO bzw. BARO sowie<br />
Standard und IN bzw. HPA.<br />
Die verbleibenden Knöpfe steuern<br />
das Navigationsdisplay. Ein<br />
Vier-Wege-Schalter selektiert APP,<br />
VOR, MAP oder PLAN, ein Acht-<br />
Wege-Schalter verändert die Größe<br />
der Darstellung auf dem ND <strong>von</strong> 5<br />
bis zu 640 Meilen. Die zwei dazugehörigen<br />
Druckknöpfe wechseln<br />
die Ansicht des NDs bzw. zeigen<br />
die Daten des TCAS an. Abschließend<br />
gibt es noch zwei Drei-Wege-<br />
Schalter für VOR1/2 und ADF1/2,<br />
die beide auch auf off gestellt werden<br />
können.<br />
Testflug<br />
Für einen Testflug starten wir vom<br />
Flughafen Dulles International in<br />
Washington <strong>von</strong> der Piste 19L über<br />
die STOIC2-Abflugroute. Entsprechend<br />
den Charts und unseren Berechnungen<br />
setzen wir<br />
• den Kurs des Kapitäns auf 010<br />
• die Geschwindigkeit auf 210<br />
Knoten<br />
• das Heading auf 191<br />
• und die Höhe auf 3000 Fuß<br />
Während der Before Takeoff<br />
Checklist armen wir den Autothrottle<br />
und stellen den <strong>Flight</strong> Director<br />
des Kapitäns auf On. Das<br />
NAV-Display setze ich auf Map<br />
Mode mit einer Fünf-Meilen-Skala.<br />
TCAS, WX, STA und ARPT habe<br />
ich ebenfalls angeschaltet<br />
Beobachtet man reale Flugzeugbesatzungen,<br />
stellt man fest, dass<br />
diese viel Zeit mit Einstellungen<br />
am MCP, ECP und an der CDU verbringen.<br />
Die Benutzung des CPflight<br />
MCP und ECP bringt mir eine<br />
Menge Spaß und viel Realismus.<br />
Mein nächstes Upgrade wird möglicherweise<br />
eine CDU.<br />
Jonathan M. Stern<br />
Übersetzung: Florian Venus<br />
www.flightm.com 53
Stubenfliege<br />
mit Spaßfaktor<br />
<strong>Der</strong> Robbe Blue Arrow 1.0 im Test<br />
Nun nahen die Wintermonate bereits in großen Schritten. Kalte Finger<br />
und fehlendes Fingerspitzengefühl zwingen den freiluftliebenden<br />
Modellbauer in die Knie. So mancher Modellflugpilot wintert seine<br />
Gerätschaften bereits im Hobbykeller ein. Ist es denn nun das Ende einer<br />
erfolgreichen Modellbausaison? Wenn es nach Robbe und seinem<br />
Blue Arrow 1.2 geht, natürlich nicht! Wir haben uns deshalb diesen<br />
Helikopter etwas genauer angesehen.<br />
Gleich vorweg, hierbei handelt<br />
es sich um kein Kinderspielzeug,<br />
auch wenn es die Größe vermuten<br />
lässt. Doch nun zum Wesentlichen<br />
…<br />
Lieferumfang<br />
Vor mir liegt ein etwa 40 cm breiter<br />
Karton mit der Aufschrift Blue<br />
Arrow 1.2 3D. Das Coverbild lässt<br />
mich schon ungeduldig zittern, so<br />
öffne ich sogleich den Karton, der<br />
gleichzeitig als Aufbewahrungsbox<br />
und Transportkiste dient. Zum<br />
Vorschein kommen wie erwartet<br />
der Helikopter, der auf dem Bild<br />
am Karton dennoch wesentlich<br />
größer wirkte, und eine Computerfernsteuerung<br />
im Mode 2, also mit<br />
Gas (Pitch) auf der linken Seite. Zusätzlich<br />
finden sich noch ein paar<br />
Hauptrotorblätter, Anleitungen,<br />
ein Ladegerät mit Netzstecker für<br />
die zwei ebenfalls beiliegenden Li-<br />
Po-Akkus, ein Ersatzheckrotor, ein<br />
Schraubendreher und Anlenkungsgestänge<br />
für die Taumelscheibe, auf<br />
die ich später noch zurückkomme.<br />
So weit also alles komplett. Die<br />
Akkus befinden sich im Auslieferungszustand<br />
bereits im geladenen<br />
Zustand. Somit steht dem Erstflug<br />
nichts mehr im Wege.<br />
Aufbau<br />
und Programmierung<br />
Als Erstes nehme ich mir den Heli<br />
zur Brust. Um mir einen Eindruck<br />
des Innenlebens machen zu können,<br />
demontiere ich die Haube,<br />
indem ich die O-Ringe <strong>von</strong> den<br />
Halterungen löse. Gleich darauf<br />
offenbart der Blue Arrow all seine<br />
Geheimnisse. Auf den ersten Blick<br />
konnte ich erkennen, dass es sich<br />
hierbei um „richtige“ Servos handelt.<br />
Anders als Produkte der Konkurrenz<br />
sind diese mit einem Getriebe<br />
versehen und in ein Gehäuse<br />
gefasst, das so natürlich besser geschützt<br />
ist. <strong>Der</strong> verbaute Motor<br />
zählt noch zur Gattung der Bürstenmotoren,<br />
die noch Kohlebürsten<br />
besitzen. Ob es in der heutigen<br />
54 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Modellflug<br />
Zeit noch sinnvoll ist einen solchen<br />
Motor zu verbauen, ist natürlich<br />
fraglich, da die Leistung weitaus<br />
geringer ist als mit einem bürstenlosen<br />
Pendant. Dies spiegelt sich<br />
genauso am Heck des Helis wider.<br />
<strong>Der</strong> Hauptmotor ist über ein Ritzel<br />
und Hauptzahnrad mit der hohlen<br />
Hauptrotorwelle verbunden, das<br />
Heck wird indes direkt angetrieben.<br />
Im vordersten Teil des Blue Arrow<br />
1.2 und somit zur Gänze unter<br />
der Haube befindet sich der empfindlichste<br />
und wichtigste Teil des<br />
Helis, nämlich das Kontrollboard.<br />
Dieses ist auf einer Lage Schaumstoff<br />
nahezu schwingungsfrei gelagert.<br />
Auf besagtem Board befinden<br />
sich die Steckverbindungen zu den<br />
Servos, die Motoranschlusskabel<br />
für Haupt- und Heckmotor und die<br />
Kreisel für das Flybarless-System.<br />
Die Empfängerantenne ist sehr<br />
kurz ausgefallen, wobei man hierbei<br />
erwähnen muss, dass sich ohnehin<br />
die Entfernung zum Modell<br />
mangels Sichtbarkeit und Größe<br />
in Grenzen halten wird. Das Akkufach<br />
befindet sich genau unter<br />
dem Kontrollboard. Schiebt man<br />
den beiliegenden LiPo-Akku bis<br />
zum Anschlag in Position, passt der<br />
Schwerpunkt auf Anhieb. Ich setze<br />
dem Heli seine Haube wieder auf<br />
und widme mich der beiliegenden<br />
Funkfernbedienung. Hierbei<br />
handelt es sich um eine 6-Kanal-<br />
Computerfernsteuerung mit der<br />
Bezeichnung XS-J6, ebenfalls aus<br />
dem Hause Robbe Modellsport. Da<br />
ich im Mode 1 fliege, stellt sich nun<br />
die Frage, was ich umbauen muss.<br />
NICHTS! Denn Robbe hat genau<br />
dieses Problem hervorragend gelöst.<br />
Auf der Rückseite der Fernbedienung<br />
befindet sich ein Schieber,<br />
mit dem man zwischen Mode 1 und<br />
www.flightm.com 55
Technische Daten:<br />
Länge:<br />
Rotordurchmesser:<br />
Gewicht:<br />
Akku:<br />
Flugzeit:<br />
27,8 cm<br />
24,3 cm<br />
38 Gramm ohne Akku<br />
1S LiPo 200 mAh 30C<br />
5 Minuten<br />
Mode 2 wechseln kann. Dies sollte<br />
im ausgeschalteten Zustand geschehen.<br />
Nun werden acht AA-Batterien<br />
oder NiMh-Akkus gleicher<br />
Größe eingelegt. Nach dem ersten<br />
Einschalten steht zur Kontrolle, ob<br />
alles funktioniert hat, nun Mode 1<br />
oder Mode 2 am Display. Auf den<br />
ersten Blick überfordern die unzähligen<br />
Schalter und Drehknöpfe etwas,<br />
doch nach kurzem Einlesen in<br />
die Anleitung der Fernbedienung<br />
steht fest, dass für den Piloten lediglich<br />
vier da<strong>von</strong> relevant sind.<br />
Einer da<strong>von</strong> dient der Motor-aus-<br />
Funktion, was einem schon manchen<br />
Schaden verhindert hat, einer<br />
der Wahl, ob lineare oder konstante<br />
Drehzahl, einer für die Erhöhung<br />
der Ausschläge und – für mich als<br />
langjährigem Helipiloten überraschend<br />
– ein Drehzahlregler für<br />
die Rotordrehzahl im konstanten<br />
Drehzahl-Modus. Gerade bei dieser<br />
Preisliga erstaunt mich die Tatsache,<br />
dass ein Hersteller solch eine<br />
Funkfernbedienung beilegt, die nahezu<br />
alles kann, was das Heliherz<br />
begehrt. Bei dieser RTF-Variante<br />
ist keine weitere Programmierung<br />
notwendig. Falls dennoch andere<br />
Werte gewünscht werden, führt einen<br />
die beiliegende Anleitung toll<br />
durch die diversen Punkte.<br />
Flugerfahrung<br />
Um mich an das Modell zu gewöhnen,<br />
ziehe ich es vor den Erstflug<br />
Outdoor vorzunehmen. Nach Aktivierung<br />
der Funkfernsteuerung<br />
stelle ich den Heli auf einen ebenen<br />
Untergrund und stecke den Akku<br />
an. Nun benötigt der Heli gut drei<br />
Sekunden, um sich auf Nullposition<br />
zu initialisieren. Nachdem dies<br />
erfolgt ist, wird die Drehzahl langsam<br />
erhöht und schon ist der Blue<br />
Arrow in seinem Element. Trimmung<br />
ist hierbei keine erforderlich,<br />
da sich das Flybarless-System ständig<br />
neu ausrichtet. Nach ein paar<br />
kurzen und langen Kreisflügen<br />
wechsle ich in den 3D-Modus, was<br />
Blue Arrow 1.2 3D RTF 2,4 GHz<br />
Pro & Contra:<br />
Programmierbarer Computersender<br />
Stabiles Heck<br />
In- und outdoortauglich<br />
Sofort startklar<br />
Ersatzteilversorgung<br />
Leichtes Schaukeln bei Wind<br />
Crashresistenz<br />
Motorleistung für 3D zu gering<br />
es mir nun ermöglicht den Heli auf<br />
den Kopf zu stellen. Gesagt, getan.<br />
Das Heck hält während der Manöver<br />
prächtig. Nach weiteren kleinen<br />
Kunstflugeinlagen zeigte sich allerdings,<br />
dass hierbei das Modell an<br />
seine Grenzen stößt. Nach gut fünf<br />
Minuten Turnen verringert sich<br />
die Leistung und zeigt mir somit,<br />
dass der Akku leer wird. Um eine<br />
Tiefentladung zu verhindern, leite<br />
ich die Landung ein. Als nächsten<br />
Programmpunkt sieht das Protokoll<br />
die Crashresistenz vor. Also<br />
nächsten Akku ins Modell und los<br />
gehts. Ich lasse den Helikopter auf<br />
zirka 30 Meter steigen, danach folgt<br />
ein Motor-aus. Aufgrund des geringen<br />
Gewichts dauert der Freifall<br />
Vertrieb: Robbe Modellsport<br />
Web: www.robbe.de<br />
Preis: 199,90 EUR<br />
Empfohlen für: Fortgeschrittene Einsteiger, Profis<br />
56 <strong>Flight</strong>!
<strong>Der</strong> Autor besitzt langjährige<br />
Modellbauerfahrung und betreibt<br />
eine eigene Modellflugschule<br />
in Österreich.<br />
etwas länger als bei einem großen<br />
Modell. Dann der Aufprall auf den<br />
Rasen. Gespannt wie ein Bogen<br />
eile ich zur Aufprallstelle. Zu meiner<br />
Verwunderung stelle ich fest,<br />
dass dem Modell nichts geschehen<br />
ist. Nun folgen alle weiteren Tests<br />
Indoor. Ich starte den Heli und krache<br />
mit mittlerer Geschwindigkeit<br />
gegen eine Wand. Motor-aus-Schalter<br />
betätigt und schon hört der Motor<br />
auf zu drehen. Dies schont das<br />
Hauptzahnrad. Nach der Bestandsaufnahme<br />
bekomme ich nun ein<br />
ganz anderes Bild zu sehen. So ist<br />
ein Teil der Heckfinne gebrochen<br />
und sind, wie anfangs schon erwähnt,<br />
die Taumelscheibengestänge<br />
<strong>von</strong> der Taumelscheibe gelöst.<br />
Zuerst dachte ich, hier könnte alles<br />
wieder zusammengesteckt werden,<br />
doch gefehlt. Die Taumelscheibe<br />
hatte die Befestigung für die Gestänge<br />
verloren. Zum Glück gibt es<br />
jeweils zwei diagonal angeordnete<br />
Befestigungen, was mir ein Austauschen<br />
der Taumelscheibe ersparte,<br />
und sind Ersatzteile für den Blue<br />
Arrow 1.2 verhältnismäßig günstig<br />
gehalten.<br />
Fazit<br />
<strong>Der</strong> Robbe Blue Arrow 1.2 zeichnet<br />
sich durch seine Stabilität und<br />
Umsteigerfreundlichkeit aus. So<br />
ist es möglich diesen Helikopter<br />
als fortgeschrittener Einsteiger<br />
oder als 3D-Crack zu fliegen. Natürlich<br />
fehlt in manchen Manövern<br />
die Leistung, was allerdings<br />
durch ein gutes Pitchmanagement<br />
kompensiert werden kann. Eine<br />
Stubenfliege für In- und Outdoor,<br />
die ihresgleichen sucht. Klare Kaufempfehlung!<br />
Nicolas Hoffmann<br />
Modellflug<br />
FLIGHT!
<strong>Der</strong> Flugsimulator und<br />
die Szenerienbibliothek<br />
Müsste ich einen bildlichen Vergleich zu der Szenerienbibliothek des<br />
Flugsimulators herstellen, wäre ich geneigt eine Pizza und ihren darauf<br />
befindlichen Belag zu nehmen. Ich stelle mir vor, es ist Sonntagabend<br />
und mein Magen meldet Hunger. Also greife ich zum Telefonhörer<br />
und bestelle mir bei meinem Lieblingsitaliener eine Pizza mit<br />
frischen Meeresfrüchten. Kaum wird diese geliefert, setze ich mich<br />
auf meine Couch und freue mich auf einen gemütlichen Abend. Doch<br />
als ich mir die Pizza anschaue, folgt die Überraschung: Auf der Pizza<br />
ist nur Käse zu sehen, doch wo sind meine frischen Meeresfrüchte?<br />
Handhabung<br />
Beim ersten Aufruf des Programms<br />
erscheint folgender Warnhinweis.<br />
Diesen einfach mit „OK“ bestätigen.<br />
Was ist passiert?<br />
Die logischste Erklärung dafür ist,<br />
dass die Pizza in der falschen Reihenfolge<br />
belegt wurde. Genauso<br />
verhält es sich mit der Szenerienbibliothek<br />
des Flugsimulators; sind<br />
die Einträge nicht in der dafür vorgesehenen<br />
Reihenfolge angebracht,<br />
entstehen zwangsläufig Probleme<br />
und unschöne Texturen.<br />
Hatte ich persönlich schon<br />
„Kontakt“ mit dieser<br />
Bibliothek?<br />
Die Mehrheit der Freizeitpiloten,<br />
die ihr Hobby so realistisch wie<br />
möglich ausüben wollen, benutzt<br />
AES (Airport Enhancement Services)<br />
<strong>von</strong> dem Entwickler Oliver<br />
Pabst.<br />
Während der Installation dieses<br />
Programms wird ein Eintrag (AES<br />
Basepack) in der Szenerienbibliothek<br />
angelegt. Sollte dieser nicht<br />
immer an erster Stelle der Bibliothek<br />
stehen, wird AES auch nicht<br />
funktionieren. Folgende Fehlermeldung<br />
wird zwangsläufig erscheinen.<br />
Wie kann die Szenerienbibliothek<br />
am effektivsten aufgeräumt werden?<br />
Andrew Thornton hat eine Wunderwaffe<br />
entwickelt, die es jedem<br />
Nutzer ermöglicht, in nur wenigen<br />
Schritten eine gewisse Grundordnung<br />
in seine Szenerienbibliothek<br />
zu bringen.<br />
Download, Installation<br />
und Handbuch<br />
<strong>Der</strong> SceneryConfigEditor v.1.1.1<br />
kann hier heruntergeladen werden:<br />
http://sourceforge.net/projects/fssceditor/<br />
<strong>Der</strong> Download gestaltet sich aufgrund<br />
der Größe <strong>von</strong> nur 3,8 Megabyte<br />
sehr schnell und zuverlässig.<br />
Die Installation ist einfach und auch<br />
für unerfahrene Nutzer schnell zu<br />
vollziehen. Das Handbuch ist in<br />
englischer Sprache verfasst.<br />
Jetzt ist es Zeit, das sogenannte Initial<br />
Setup auszuführen. Hierfür<br />
einfach die gewünschte Version des<br />
Flugsimulators angeben und das<br />
Programm sucht nun eigenständig<br />
den benötigten Pfad.<br />
Szenerienbibliothek in der<br />
Listenansicht<br />
Im SceneryConfigEditor hat man<br />
drei verschiedene Möglichkeiten,<br />
sich die Bibliothek anzeigen zu lassen:<br />
Texteditor, Listenansicht und<br />
Gruppenansicht.<br />
Zunächst einmal sollten die Einträge<br />
in die richtige Reihenfolge<br />
58 <strong>Flight</strong>!
Wissen<br />
gebracht werden. Dies ist über die<br />
Listenansicht zu bewerkstelligen.<br />
Anhand dieser Tabelle ist es möglich<br />
die vorhandenen Einträge<br />
in die richtige Reihenfolge zu<br />
bringen.<br />
Quelle: <strong>Aerosoft</strong><br />
<strong>Der</strong> Flugsimulator hat die negative<br />
Eigenschaft, nicht nur den Flughafen<br />
zu laden und zu berechnen, auf<br />
dem wir uns mit unserem Fluggerät<br />
befinden, sondern auch umliegende<br />
Gebiete, die für unser Auge<br />
nicht ersichtlich sind. Folgende Situation<br />
hat jeder, der sich mit dem<br />
FS9/FSX beschäftigt, sicherlich<br />
schon einmal erlebt. Wir fliegen auf<br />
FL340 <strong>von</strong> A nach B und plötzlich<br />
bricht die Performance des Simulators<br />
ein, als stehe der PC kurz vor<br />
der Computertod.<br />
Grund hierfür ist, dass Szenerien<br />
berechnet werden, die für uns persönlich<br />
in dieser Situation keinen<br />
eigentlichen Sinn ergeben.<br />
Durch das Deaktivieren aller nicht<br />
benötigten Szenerien erspart man<br />
seiner CPU unnötige Rechenarbeit<br />
und gibt ihr somit Zeit und Kraft,<br />
sich um das Wesentliche zu kümmern.<br />
FLIGHT!<br />
Deaktivieren bedeutet hier nicht,<br />
dass die teuer erworbene Add-on-<br />
Szenerie neu installiert werden<br />
muss. <strong>Der</strong> Flugsimulator wird die<br />
Szenerie nicht mehr berechnen, da<br />
sie beim Hochfahren des Flugsimulators<br />
nicht mehr aus der Scenery.<br />
cfg gelesen werden muss.<br />
Wie bekomme ich dieses<br />
Problem in den Griff?<br />
Es wäre sehr mühselig, vor jedem<br />
Flug alle nicht benötigten Szenerien<br />
einzeln zu deaktivieren. Diesem<br />
Problem kann vorgebeugt werden,<br />
indem alle Einträge in Gruppen<br />
aufgeteilt werden. <strong>Der</strong> Vorteil <strong>von</strong><br />
selbst erstellten Gruppen ist, dass<br />
hier der persönliche Geschmack<br />
und das eigene Flugverhalten berücksichtigt<br />
werden können. Wie<br />
www.flightm.com 59
das Thema schon vermuten lässt,<br />
werden die gewünschten Gruppen<br />
über die Gruppenansicht erstellt.<br />
menfügen. Hat man die Gruppe<br />
noch mit einem Namen versehen,<br />
Die gewünschten Einträge markieren<br />
und mit der Option „Add<br />
to Group“ zu einer Gruppe zusamkommt<br />
allmählich Ordnung in die<br />
Bibliothek.<br />
<strong>Der</strong> Flugsimulator bringt standardmäßig<br />
Einträge mit, die in der Bibliothek<br />
immer aktiviert sein müssen.<br />
Laut Handbuch ist es sinnvoll, diese<br />
in einer Gruppe zu vereinen und<br />
mit dem Titel „ZZZ_Basic_Scenery“<br />
zu versehen. Zu dieser Gruppe<br />
gehören alle Einträge, die nicht<br />
nachträglich vom Nutzer installiert<br />
wurden.<br />
Fazit<br />
Nachdem ich mich durch das<br />
Handbuch gearbeitet hatte, wurde<br />
mir schnell klar, wie wichtig eine<br />
aufgeräumte Bibliothek für den<br />
problemlosen Betrieb des Flugsimulators<br />
ist.<br />
Die Funktionen sind schnell zu verstehen<br />
und die Bedienung fällt nach<br />
einigem Üben sehr leicht. Ich persönlich<br />
spreche eine absolute Empfehlung<br />
aus.<br />
Christian Kuhles<br />
60 <strong>Flight</strong>!
Raus aus der Kälte!<br />
Mykonos X<br />
Erleben Sie den detailliert umgesetzten internationalen Flughafen Mykonos<br />
mit seinem spektakulären Anflug und viele Highlights der Ferieninsel.<br />
Heraklion X<br />
<strong>Der</strong> Anflug <strong>von</strong> Heraklion auf Kreta gehört mit zu den Schönsten im Mittelmeerraum,<br />
<strong>von</strong> den Piloten fordert er jedoch höchste Aufmerksamkeit.<br />
Bari X<br />
Olbia X<br />
<strong>Der</strong> süditalienische Airport wurde sehr<br />
wirklichkeitsnah und liebevoll umgestzt.<br />
Sharm el-sheikh X<br />
Eine hochdetaillierte Umsetzung dieses<br />
ägyptischen Ferienflughafens.<br />
Olbia ist der bekannteste Verkehrsflughafen <strong>von</strong> Sardinien. Er wurde<br />
detailliert für den FS umgesetzt. Die Costa Smeralda erwartet Sie.<br />
Entdecken Sie weitere Produkte auf: www.aerosoft.de!
Mit Risiken umgehen<br />
Riskante und ungewöhnliche Flughäfen<br />
Hohe Felsen, steile Abgründe, kurze Pisten, ungerade Endanflüge.<br />
Flugreisende wissen über viele dieser <strong>von</strong> Natur aus gefährlichen<br />
Flughäfen rund um die Welt Bescheid – virtuelle Piloten wie wir können<br />
diese mit hundertprozentiger Sicherheit anfliegen.<br />
Courchevel (LFLJ) ist ein 536<br />
Meter langer Betonstreifen<br />
auf 1958 Metern Höhe in einem<br />
Skigebiet der französischen Alpen.<br />
Dieser einzigartige Flughafen hat<br />
lediglich eine Piste mit der Ausrichtung<br />
05, die andere Seite ist<br />
unbenutzbar. Bei einer Steigungsrate<br />
<strong>von</strong> 18,5 Prozent wird bergaufwärts<br />
gelandet, um möglichst<br />
schnell zum Stillstand zu kommen,<br />
und bergabwärts gestartet, um genügend<br />
Geschwindigkeit zum Fliegen<br />
aufzubauen. Im Internet sind<br />
ebenso Fotos wie Videos vorhanden,<br />
Letztere beispielsweise <strong>von</strong><br />
einer landenden Beechcraft Baron.<br />
Laut History Channel ist er als einer<br />
der riskantesten Flughäfen der<br />
Welt eingestuft, außerdem spielte<br />
er im James-Bond-Film „<strong>Der</strong> Morgen<br />
stirbt nie“ eine Rolle. Courchevel<br />
ist im Flugsimulator nicht sehr<br />
realitätsgetreu umgesetzt, jedoch<br />
bietet LLH ein entsprechendes<br />
Add-on an.<br />
Gelegen auf 3050 Metern Höhe bietet<br />
Lukla (VNLK) im Himalaya-Gebirge<br />
Nepals eine ziemlich ähnliche<br />
Charakteristik. Auf der einen Seite<br />
der Piste erhebt sich ein 930 Meter<br />
hoher Berg, auf der anderen Seite<br />
fällt die Runway mit ca. 12 Prozent<br />
in die Tiefe. Auf einer solchen Höhe<br />
steht den Flugzeugen nicht die gesamte<br />
Leistung zur Verfügung,<br />
um sich auf der lediglich 493 Meter<br />
kurzen Piste in die Luft zu erheben.<br />
Seit 1991 wurden fünf Unglücke registriert,<br />
der letzte da<strong>von</strong> 2010 mit<br />
einer Dornier 228. Ein Add-on für<br />
Lukla gibt es beispielsweise <strong>von</strong><br />
<strong>Aerosoft</strong>.<br />
62 <strong>Flight</strong>!<br />
Aspen Pitkin Country Airport
St. Maarten<br />
FLIGHT!<br />
Wissen<br />
Ein 153 Meter hoher Hügel liegt<br />
in der Anflugebene der Piste 10<br />
des Flughafens Saint Barthelemy<br />
(TFFJ) auf Guadeloupe in der Karibik.<br />
Die Flugzeuge fliegen hier im<br />
Steilanflug an, riskieren aber bei einer<br />
zu hohen Sinkrate ein Überrollen<br />
der 651 Meter langen Piste, die<br />
an einem Strand aufhört. Strandbesucher<br />
werden mittels Schildern<br />
vor dem Flugverkehr gewarnt,<br />
dennoch gibt es einige risikobereite<br />
Fanatiker, die jegliche Warnungen<br />
in den Wind schlagen und den Kick<br />
der sehr nahen Flugbewegungen<br />
suchen. Eine Erweiterung ist beispielsweise<br />
<strong>von</strong> Fly Tampa im Package<br />
mit St. Maarten und Saba<br />
erhältlich.<br />
Die 2083 Meter lange Piste in Toncontin<br />
(MHTG), Honduras, weist<br />
einen steilen Hügel hinter dem<br />
Ende der Piste 01 auf. Fatale Unfälle<br />
passierten durch das Überschießen<br />
einiger Flugzeuge über die<br />
Landebahn, die unmittelbare Nähe<br />
zu den Vorstädten forderte hierbei<br />
auch Menschenleben am Boden.<br />
Auch hier sind Videos auf YouTube<br />
verfügbar, die zum Beispiel eine<br />
757 bei einer Seitenwindlandung<br />
zeigen. In einem Ranking des History<br />
Channels landet Tegucigalpa<br />
auf Platz zwei der riskantesten<br />
Flughäfen weltweit, seit 1962 wurden<br />
insgesamt neun Unfälle gemeldet<br />
– der letzte da<strong>von</strong> 2008 mit<br />
einem <strong>Airbus</strong> A320.<br />
Eine passende Szenerie ist bei LatinVFR<br />
verfügbar.<br />
Aspen Pitkin Country Airport<br />
(KASE) bedient Skigebiete auf 2342<br />
Metern Höhe in den Rocky Mountains<br />
<strong>von</strong> Colorado. Am einen<br />
Ende der 2135 Meter langen Piste<br />
befindet sich eine 122 Meter tiefe<br />
Schlucht, am anderen Ende ein<br />
2745 Meter hoher Berg. <strong>Der</strong> Anflug<br />
auf die Piste 33 führt über ebenjenen<br />
Berg und macht ein steiles<br />
Anflugverfahren notwendig. Nicht<br />
nur der außergewöhnlich große<br />
Anflugwinkel, sondern auch Windverwirbelungen<br />
um den Berg machen<br />
den Anflug zu einer Herausforderung.<br />
In gleicher Ausrichtung<br />
wie die Landebahn 15 befindet<br />
sich eine Straße, die leicht mit dem<br />
Flughafen verwechselt werden<br />
kann. Seit 1970 passierten hier fünf<br />
Unfälle, darunter auch ein Unglück<br />
mit einer Gulfstream im Jahre 2001,<br />
das achtzehn Menschen das Leben<br />
kostete.<br />
Hinter der Piste 20 des Flughafens<br />
<strong>von</strong> Tioman (WMBT) in Malaysia<br />
erhebt sich ein 732 Meter hoher<br />
Berg. Die Standardumsetzung des<br />
FSX ist jedoch wenig akkurat.<br />
Trotz des sehr riskanten Anflug<br />
aufs den Juancho E. Yrausquin Airport<br />
(TNCS) auf der karibischen<br />
Insel Saba passierten hier noch nie<br />
Unfälle. Die nur 397 Meter lange<br />
Piste fällt zu beiden Seiten steil ins<br />
Wasser ab, in der näheren Umgebung<br />
befinden sich außerdem hohe<br />
www.flightm.com 63
Felsen. Saba wird oft als der Flughafen<br />
mit der kürzesten Piste der<br />
Welt bezeichnet, beide Pisten sind<br />
mit einer X-Markierung versehen,<br />
da Landungen nur mit einer Sondergenehmigung<br />
gestattet sind.<br />
Die größten Flugzeuge am Flughafen<br />
Saba sind Twin Otters und<br />
Britten Norman BN-2 Islanders <strong>von</strong><br />
Winair, die die umliegenden Inseln<br />
mehrmals täglich bedienen.<br />
Wie bereits erwähnt ist eine Szenerie<br />
<strong>von</strong> Saba bei Fly Tampa erhältlich.<br />
Ronald Reagan Washington National<br />
Airport (KDCA) hat zwei<br />
knifflige Anflüge, Flugzeuge bis<br />
zu einer Größe der 757 fliegen die<br />
Piste 18 über den Potomac River<br />
an, um den Fluglärm in der Umgebung<br />
zu minimieren. Diese Prozedur<br />
beinhaltet einige Rechts- und<br />
Linkskurven während des Anflugs,<br />
darunter eine Rechtskurve unmittelbar<br />
vor dem kurzen Endanflug.<br />
Ebenso spannend ist der Anflug auf<br />
die Piste 33, auch wenn diese nicht<br />
so häufig wie der auf die 18 oder 36<br />
benutzt wird. Die Flugzeuge fliegen<br />
hierbei den Potomac River in<br />
Richtung Norden und drehen dann<br />
links in den kurzen Endanflug.<br />
Eine Szenerie ist <strong>von</strong> TropicalSim<br />
verfügbar.<br />
London City findet sich zwar nicht<br />
auf jeder Liste mit gefährlichen<br />
Flughäfen, dennoch passierten hier<br />
seit 2001 bereits drei Unfälle. Kommerzielle<br />
Flugzeuge starten und<br />
landen auf der lediglich 1508 Meter<br />
langen Piste, in deren Nähe sich<br />
hohe Gebäude aus der Innenstadt<br />
Londons erheben. Den ohnehin<br />
schon wegen des steilen Anflugwinkels<br />
anspruchsvollen Anflug<br />
machen Seitenwinde zu einer Gratwanderung.<br />
Szenerien sind <strong>von</strong> <strong>Aerosoft</strong><br />
und UK2000 verfügbar.<br />
Eine weitere einzigartige Landebahn<br />
findet man auf der portugiesischen<br />
Insel Madeira (LPMA).<br />
Zwei Unfälle im Jahr 1977 führten<br />
zu einer Verlängerung der ursprünglich<br />
1601 Meter langen Piste<br />
auf ihre heutigen 2793 Meter in<br />
den Jahren 1982 bis 1985 und 2000,<br />
wobei für letztere Erweiterung eigens<br />
eine durch Stelzen getragene<br />
Terrasse gebaut wurde. Beide Pistenenden<br />
fallen steil ins Wasser ab,<br />
der Anflug auf die Piste 05 ist ledig-<br />
Washington National Airport<br />
64 <strong>Flight</strong>!
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lich über eine scharfe Rechtskurve<br />
im Endanflug möglich. Für den laut<br />
History Channel neuntgefährlichsten<br />
Flughafen der Welt ist eine Szenerie<br />
<strong>von</strong> <strong>Aerosoft</strong> erhältlich.<br />
<strong>Der</strong> Princess Juliana Airport<br />
(TNCM) auf der Karibikinsel St.<br />
Maarten dürfte vielen bekannt<br />
sein, auf der 2181 Meter langen Piste<br />
starten und landen Flugzeuge<br />
bis zur Größe einer 747. Das Besondere:<br />
<strong>Der</strong> Flughafenzaun grenzt<br />
nur knapp an der Startbahn 10 und<br />
liegt direkt an Maho Beach. Im Internet<br />
können viele Fotos <strong>von</strong> tieffliegenden<br />
Ankünften über dem<br />
Strand gefunden werden, ein 305<br />
Meter hoher Berg am Ende der Piste<br />
sorgt ebenfalls für Spannung.<br />
Die 1887 Meter lange Piste <strong>von</strong> Gibraltar<br />
(LXGB) wird an beiden Seiten<br />
<strong>von</strong> Wasser begrenzt und <strong>von</strong><br />
einer vierspurigen Straße durchkreuzt,<br />
die die einzige Verbindung<br />
<strong>von</strong> Gibraltars Nord- zur Südseite<br />
darstellt. Für Flugbewegungen<br />
wird ebenjene Straße gesperrt, eine<br />
sehr anschauliche Szenerie gibt es<br />
aus dem Hause sim-wings, die diese<br />
Besonderheit simuliert.<br />
Im Internet kursieren viele Listen<br />
<strong>von</strong> gefährlichen Flughäfen – einige<br />
da<strong>von</strong> sind sicherer, als sie aussehen,<br />
andere erschrecken ebenfalls<br />
mit ihrer Unfallstatistik. Weiterhin<br />
finden Sie im Netz viele Bilder und<br />
Videos zu den genannten Flughäfen,<br />
reinschauen lohnt sich.<br />
Viel Spaß beim Nachfliegen!<br />
Bill Stack und Florian Venus<br />
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Mich hat es auch gepackt und so mache ich mich mit euch gemeinsam auf den Weg, um einmal rund<br />
um den Globus zu reisen.<br />
<strong>Der</strong> erste Teil meiner Reise führt mich <strong>von</strong> Frankfurt<br />
nach Hongkong Kai Tak. Auch wenn es letzteren<br />
Flughafen in real – zumindest für den Linienverkehr<br />
– nicht mehr gibt, wollen wir uns trotzdem den<br />
berühmten Checkerboard-Approach nicht entgehen<br />
lassen. Doch erst einmal der formelle Teil unserer Reise.<br />
In Frankfurt (FRA/EDDF) werden wir um 10 Uhr<br />
vormittags UTC-Zeit starten und mit einer geplanten<br />
Flugzeit <strong>von</strong> 10,5 Stunden um 20:30 Uhr in Hongkong<br />
(HGK/VHHX) landen, was einer dortigen Ortszeit<br />
<strong>von</strong> 04:30 Uhr entspricht. Demzufolge werden wir in<br />
Helligkeit starten, da wir jedoch gegen die Sonne fliegen,<br />
den halben Flug in Dunkelheit verbringen. Unsere<br />
heutige Route wird sein: TOBAK N858 ERSIL UN858<br />
LAVAR UM874 ASKIL/N0486F330 B102 UK R11 FV<br />
G3 GOLRI B365 OLUPI B923 BEKAS B142 SIVKO<br />
A368 AKB/N0481F350 A360 BLH A110 UAAT A124<br />
RULAD/K0887S1130 A460 KCA L888 SADAN Y1 OM-<br />
BON B330 TAMOT. Nebst den Wegpunkten wollen<br />
wir selbstverständlich auch auf der Karte wissen, wie<br />
unsere Route verläuft, was ich nun erläutern werde.<br />
Nach dem Abflug aus Frankfurt geht es erstmal Richtung<br />
Nordosten leicht östlich an Dänemark vorbei, mit<br />
Kurs auf die baltischen Länder. Nachdem wir Polen<br />
und Weißrussland passiert haben, geht es auch schon<br />
auf schnellstem Wege über russisches Territorium, das<br />
den längsten Teil unserer Route ausmachen wird. Südlich<br />
an Moskau vorbei fliegen wir erstmal einige sibirische<br />
Städte ab und werden dann, nachdem wir über<br />
Kasachstan nördlich an Indien vorbeigezogen sind, di-<br />
66 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Wissen<br />
rekt Kurs auf Hongkong nehmen. Am liebsten wäre<br />
uns natürlich der berühmte IGS-Anflug auf die Bahn<br />
13 in Kai Tak, wie so oft in der Luftfahrt wird das jedoch<br />
letztlich das Wetter entscheiden, das am dortigen<br />
Flughafen allerdings besonders für seine heftigen Seitenwinde<br />
bekannt ist und so schon manchem Piloten<br />
Schweißperlen auf die Stirn gezaubert haben mag.<br />
Die Flugvorbereitungen sind mittlerweile abgeschlossen<br />
und nach Absprache mit der Bodencrew wird<br />
unsere MD11F aus der Position gepusht. Das Schneetreiben<br />
hat sich nicht unbemerkbar gemacht und so<br />
müssen wir, bevor wir gen Osten starten dürfen, erst<br />
einmal enteisen, denn mit vereisten Tragflächen wird<br />
aus Sicherheitsgründen natürlich nicht gestartet. Deshalb<br />
rollen wir erst einmal in Richtung Startbahn 18,<br />
an der sich das Deicing Pad befindet. Knappe 20 Minuten<br />
wird unsere MD11F nun mit einer Wasser-Glykol-Mischung<br />
geduscht, bis auch das letzte Stück Eis<br />
geschmolzen ist. Endlich haben wir unsere Rollfreigabe<br />
zur Startbahn 07C und nach der Kontaktaufnahme<br />
mit dem Tower werden wir für einen sogenannten<br />
Rolling-Takeoff freigegeben. „Takeoff Thrust Set“,<br />
ertönt es aus dem Cockpit, und ehe wir uns versehen<br />
haben wir schon unsere Rotationsgeschwindigkeit erreicht,<br />
die uns unsere MD11F sanft in die Luft schweben<br />
lässt. Da die Wolken am heutigen Tage sehr tief<br />
hängen, tauchen wir nach dem Takeoff direkt in eine<br />
tiefe Wolkenschicht ein und werden nach einigen<br />
Minuten, nachdem wir diese durchbrochen haben,<br />
mit einem atemberaubenden Anblick belohnt. 10 000<br />
Fuß – der Autopilot wird eingeschaltet und eine kurze<br />
Phase der Entspannung macht sich breit, 10 lange<br />
Stunden Flugzeit liegen jetzt vor uns! Unsere Reiseflughöhe<br />
<strong>von</strong> 35 000 Fuß für knapp 40 Minuten haben<br />
wir mittlerweile erreicht, denn aufgrund unseres hohen<br />
Gewichts schafft unser Frachtflieger es nicht, in<br />
einem Stück bis auf unsere Endhöhe <strong>von</strong> 39 000 Fuß<br />
zu gelangen, was dazu führt, dass wir in einem sogenannten<br />
Step-Climb-Verfahren erst auf eine Zwischen-<br />
www.flightm.com 67
höhe steigen, um einige Zeit später unser endgültiges<br />
<strong>Flight</strong>level zu erreichen. Über weißrussischem Gebiet<br />
wird es wieder einmal spannend, denn wir erbitten bei<br />
der russischen Flugsicherung eine Einflugfreigabe, die<br />
uns berechtigt, die russische Grenze zu passieren. Hintergrund<br />
des Ganzen ist einfach eine Arbeitserleichterung<br />
für die dortigen Lotsen, die mehr Übersichtlichkeit<br />
schafft, da noch nicht alle Controller-Stationen<br />
in Russland mit modernstem Radar ausgerüstet sind.<br />
Unsere Einflugfreigabe, bei der wir unsere Flughöhe,<br />
Geschwindigkeit und Wegpunkte angeben mussten,<br />
haben wir bekommen und so setzen wir unsere Route<br />
wie gewünscht fort. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit<br />
bekommen wir auch noch ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk<br />
vom russischen Lotsen, der uns einige Wegpunkte<br />
streicht und uns so wertvolle 25 Minuten Flugzeit<br />
erspart. Jetzt heißt es aber erstmal genießen, denn<br />
wir sehen nun einen wunderschönen Sonnenuntergang.<br />
So schnell dieser jedoch begonnen hat, so rasch<br />
ist er auch wieder vorüber, wir fliegen ja schließlich gegen<br />
die Sonne. Lange ist es nicht mehr hin bis Kai Tak<br />
und so beginnen wir mit dem Briefing. Laut aktuellster<br />
Wetterinformation wird uns unser IGS-Anflug auf die<br />
Landebahn 13 gegönnt, das Ganze bei bestem Wetter,<br />
jedoch einem leichten Seitenwind <strong>von</strong> links. Unser Anflug<br />
beginnt am Cheung-Chau-Funkfeuer, das wir in<br />
Richtung 270° verlassen werden. Danach werden wir<br />
in den Anflug eindrehen, indem wir das Sha Lo Wan<br />
NDB passieren und in Richtung 088° eindrehen, und<br />
unser ILS einfangen. Nach einigen Minuten werden<br />
wir dann auch auf die berühmten Navigationslichter<br />
am Boden stoßen, die auf Häuserdächern installiert<br />
sind und uns den Weg zur Landebahn weisen. Gesagt,<br />
getan. Mittlerweile befinden wir uns schon einige Meilen<br />
vor dem Flughafen und halten Ausschau nach der<br />
Anflugbefeuerung. Wir haben eine Klappenstellung<br />
<strong>von</strong> 50° gewählt, um das Eindrehen auf die Bahn so<br />
langsam wie möglich fliegen zu können. Von einem<br />
Moment auf den anderen kann ich die Landelichter<br />
erkennen und schalte den Autopiloten aus. <strong>Der</strong> Rest<br />
wird selbstverständlich <strong>von</strong> Hand geflogen. Kurz bevor<br />
die Landelichter nach rechts ausschweifen, tun<br />
wir es ihnen gleich und legen unsere MD11F mit 30°<br />
in eine scharfe Rechtskurve. Besondere Beachtung<br />
schenken wir selbstverständlich dem Checkerboard,<br />
einem Hügel kurz vor der Bahn, der durch rot-weiße<br />
Karos markiert ist und eine ernsthafte Kollisionsgefahr<br />
darstellt. „50, 40, 30, 20, 10“, zählt die Computerstimme<br />
die Höhen über dem Boden herunter und weich<br />
setzen wir unsere MD11F auf den Asphalt Hongkongs,<br />
gefolgt vom Ausfahren der Bremsklappen und vom<br />
Aktivieren der Schubumkehr, damit wir auch ja rechtzeitig<br />
zum Stehen kommen, denn Kai Tak ist umgeben<br />
<strong>von</strong> Wasser, weshalb ein Überschießen der Landebahn<br />
sehr unangenehm werden könnte. Nachdem wir die<br />
Bahn über den Rollweg A10 verlassen haben, rollen<br />
wir noch zum Gate, stellen die Triebwerke ab und bereiten<br />
das Flugzeug für die Nacht vor. Das war es auch<br />
schon – wir sind sicher in Hongkong gelandet und ich<br />
freue mich auf unsere nächste Etappe!<br />
Captain Adrian<br />
68 <strong>Flight</strong>!
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Mein Weg zur ATPL Teil 5<br />
An einem sonnigen Vormittag machte ich mich auf den Weg in die<br />
Flugschule. Irgendwie war ich aufgeregter als sonst. Ein neues Flugzeug<br />
stand vor den Hangartoren. Es handelte sich um die heiß ersehnte<br />
Cessna 172 S mit Garmin-G1000-Glascockpit. Lange hatten wir<br />
darauf hingearbeitet, jetzt war es so weit.<br />
Ich traf mich mit meinem Fluglehrer<br />
und meinem Fliegerkollegen<br />
Dennis zum gemeinsamen<br />
Outsidecheck der Maschine. Ich<br />
war ja schon den der Katana bestens<br />
gewöhnt, aber der Check<br />
der Cessna war minimal dreimal<br />
so zeitaufwendig. Wir arbeiteten<br />
also unsere Checkliste ab, selbst<br />
ein Sonnenbrillencheck war zu finden.<br />
Ich arbeitete mich mit den beiden<br />
langsam vom Spinner bis zum<br />
mächtigen Seitenruder vor.<br />
Alles machte einen tadellosen Eindruck.<br />
Nach einem Anruf beim<br />
Tankdienst füllte mir der Tankwart<br />
die Flügeltanks mit insgesamt 200<br />
Litern AVGAS. Diese Flügelkonstruktion<br />
hat einen Vorteil gegenüber<br />
der Katana, die ihre Tanks im<br />
Bauch hat: <strong>Der</strong> Sprit wird durch die<br />
Schwerkraft in den Motor befördert<br />
und muss nicht durch Treibstoffpumpen<br />
in die Engine gepumpt<br />
werden.<br />
Wir setzten uns nun das erste Mal<br />
gemeinsam in das Cockpit. Die<br />
Checkliste schien kein Ende zu<br />
nehmen. Was aber <strong>von</strong> Anfang an<br />
faszinierte, war das Garmin-G1000-<br />
Glascockpit, das ein richtiges Airlinerfeeling<br />
in den Flieger zauberte.<br />
<strong>Der</strong> künstliche Horizont schien<br />
mir nun auf einem großen LCD-<br />
Display entgegen und musste nicht<br />
mehr <strong>von</strong> einem Doseninstrument<br />
abgelesen werden. Wobei die wichtigsten<br />
Instrumente natürlich nochmal<br />
als Backupinstrument in Dosenform<br />
vorhanden waren. Hierzu<br />
zählten der Fahrtmesser, der Höhenmesser<br />
sowie das Variometer.<br />
Ebenfalls änderte sich die Steuerung<br />
elementar. Wo ich sonst meine<br />
maximal 750 kg schwere Katana<br />
mit einem Steuerstick durch die österreichischen<br />
Alpen manövrierte,<br />
musste ich jetzt ein Steuerhorn bedienen.<br />
Das Feeling ist am Anfang<br />
ein ganz anderes, aber bei einem<br />
70 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Wissen<br />
Flieger, der schnell mal eine Tonne<br />
Gewicht hat, mit Sicherheit die<br />
bessere Wahl. Ebenfalls machte der<br />
Throttle einem kleinen Schieberegler<br />
Platz.<br />
Nach dieser kleinen Einweisung<br />
ging es an den Enginestart. Bei<br />
der 172er Cessna ein absolut leichtes<br />
Verfahren. Sie springt leicht an<br />
und verhält sich sehr gutmütig.<br />
Wir führten den ersten Flug noch<br />
unter Sichtflugregeln durch, das<br />
macht die Einweisung wesentlich<br />
einfacher. Als Ziel suchten wir uns<br />
den Grenzflugplatz Schärding-Suben<br />
aus. <strong>Der</strong> schien mit seiner 800<br />
Meter langen Asphaltpiste für die<br />
ersten Touch-and-Gos ideal. Beim<br />
ersten Anrollen fiel mir auf, dass<br />
die Cessna sehr genau den Inputs<br />
der Ruderpedale folgt. Dies sollte<br />
sich auch beim Takeoff Run bewahrheiten.<br />
Das so genannte Bugradflattern,<br />
wie bei der DA20-C1,<br />
blieb aus. Die Cessna lag wie ein<br />
Stein auf der Piste. Dann der Callout<br />
des Fluglehrers: „V1, rotate!“.<br />
<strong>Der</strong> Flieger war in der Luft – und<br />
das leichter, als ich dachte. Raus aus<br />
der Kontrollzone machten wir uns<br />
umgehend an die Arbeit und ich<br />
lernte den Flieger <strong>von</strong> vielen Seiten<br />
kennen. Als Erstes stand der Langsamflug<br />
auf der Liste. Mit der Katana<br />
habe ich dieses Verfahren bereits<br />
oft durchgespielt, nur war die Cessna<br />
ein ganz anderes Kaliber. Ich<br />
nahm also auf Anweisung meines<br />
Fluglehrers langsam das Gas raus<br />
und zog den Pitch ein wenig an.<br />
Mit dem fallenden Speed auf dem<br />
Speedtape stieg meine Anspannung.<br />
Ich wusste zwar, dass nichts<br />
passieren kann, aber spannend war<br />
es irgendwie trotzdem. Bei rund 45<br />
Knoten machte sich die Stallwarning<br />
bemerkbar, aber da ging noch<br />
was! Bis 25 Knoten haben wir den<br />
Flieger in die Höhe fliegen lassen,<br />
dann ist er uns letztendlich zur Seite<br />
weggebrochen und wurde durch<br />
Hineinschieben des Gases und<br />
Senken des Pitchs wieder <strong>von</strong> mir<br />
stabilisiert. Ein wichtiger Bestandteil<br />
des IFR-Fliegens ist das Fliegen<br />
ohne Sicht. Das ließ sich auch unter<br />
VFR-Bedingungen ganz gut simulieren.<br />
Mein Fluglehrer übernahm<br />
die Kontrolle des Fliegers: „I have<br />
controls!“.<br />
Gespannt darauf, was mich jetzt erwartet,<br />
wies er mich an, die Augen<br />
zu schließen und den Kopf zu senken.<br />
Ich folgte seinen Anweisungen<br />
etwas überrascht und schloss meine<br />
Augen. Er erklärte mir, dass er<br />
jetzt die Maschine verdrehen wird<br />
und ich sie mit Pitch und Speed wieder<br />
stabilisieren soll, denn Speed<br />
ist Pitch und Pitch ist Speed. Ich<br />
merkte, wie er ziemlich im Flieger<br />
„rumrührte“, und wartete auf sein<br />
Zeichen. Mit einem JETZT gab er<br />
mir das Signal zum Augenöffnen.<br />
Ich schaute schnell auf den LCD-<br />
Monitor vor mir, sah und verstand<br />
schnell die Fluglage. Sofort leitete<br />
ich die nötigen Verfahren ein, um<br />
das Flugzeug wieder in eine stabile<br />
Lage zu bringen. Das alles hat<br />
wahrscheinlich nicht so lange gedauert,<br />
wie man für das Lesen des<br />
letzten Satzes benötigt, und funktionierte<br />
sehr gut. Wir führten<br />
noch zwei weitere Beispiele durch,<br />
bis wir wieder Kurs auf Schärding<br />
nahmen, wo wir uns gleich mit der<br />
Bitte um Platzrunden meldeten.<br />
Ich kannte die Platzrunde schon<br />
in- und auswendig, schon mehr als<br />
30-mal bin ich in Schärding gewe-<br />
www.flightm.com 71
sen. Das erste Mal mit einem anderen<br />
Flugzeug war trotzdem wieder<br />
total spannend. Die neuen Speeds,<br />
die neue Steuerung, das neue Armaturenbrett,<br />
alles war anders. Ich<br />
schlug also den bekannten Kurs<br />
ein und bereitete die Cessna für<br />
den Anflug auf Schärding vor. Die<br />
Speeds passten, die Klappen waren<br />
ausgefahren und die Runway insight.<br />
Ein kleiner Wind <strong>von</strong> vorne<br />
links zwang mich immer wieder<br />
zum Korrigieren, aber die Landung<br />
war trotzdem im Rahmen und für<br />
das erste Mal ganz brauchbar. Wir<br />
haben drei weitere Landungen vollzogen,<br />
bis zu einem Full Stop Landing.<br />
Nach einem kurzen Gespräch<br />
mit dem Betriebsleiter machte ich<br />
mich auf zum Computer, um einen<br />
neuen Flugplan aufzugeben.<br />
Diesmal wieder VFR, da Schärding<br />
kein IFR unterstützt. <strong>Der</strong> Flugplan<br />
war genehmigt, ich zahlte die Landegebühren<br />
und wir starteten wieder<br />
Richtung Salzburg. Das Wetter<br />
wurde enroute etwas schlechter,<br />
hie und da machte sich ein kleiner<br />
Regenschauer bemerkbar. Das<br />
störte uns aber nicht weiter, denn<br />
wir waren mit den Checklisten beschäftigt.<br />
<strong>Der</strong> Verkehr in Salzburg<br />
war dem Funk nach zu urteilen<br />
stärker, als noch beim Abflug erwartet,<br />
sodass wir uns schon auf<br />
das eine oder andere Holding einstellten.<br />
Diese Vermutung sollte<br />
sich dann auch im Endanflug bewahrheiten,<br />
als wir vom Controller<br />
die Anweisung bekamen, in<br />
Richtung Westen auszuweichen<br />
– und das nicht zu knapp. Da wir<br />
eh schon so weit draußen waren,<br />
haben wir uns dann dafür entschieden<br />
einfach den ILS herunterzufliegen.<br />
Das war nach Absprache auch<br />
dem Lotsen Recht, sodass wir nach<br />
Eingabe der örtlichen Frequenz<br />
schnell mit den Instrumenten statt<br />
nach Sicht arbeiten konnten. Wir<br />
waren nach dem Eindrehen ein<br />
Stückchen zu weit rechts, was allerdings<br />
schnell ausgeglichen werden<br />
konnte. Da wir angehalten<br />
waren so schnell wie möglich den<br />
ILS abzufliegen, setzten wir erst<br />
relativ spät die Klappen, um die<br />
Cessna 172 zu verlangsamen. Beim<br />
Ausfahren der Klappen geht ein<br />
richtiger Ruck durch das Flugzeug.<br />
Das höhere Gewicht des Fliegers<br />
erfordert natürlich auch größere<br />
Klappen, die eine spürbare Bremswirkung<br />
haben. Das Flugzeug war<br />
also „clean“, und die Piste in Sicht.<br />
Hell leuchtete mir die Pistenbefeuerung<br />
ins Gesicht. Immer wieder<br />
schaute ich auf meine Instrumente,<br />
das ILS passte, der Speed passte.<br />
Hie und da gab es mal einen kleinen<br />
Windstoß, der sich aber sanft<br />
ausgleichen ließ. Über der Schwelle<br />
zog ich langsam das Gas raus,<br />
sodass sich die Maschine langsam<br />
und sanft auf die Piste setzte. Noch<br />
schnell die Rollanweisungen des<br />
Towers zurücklesen – fertig! <strong>Der</strong><br />
Flieger stand vorm Hangar und ich<br />
war mächtig beeindruckt. Ich hätte<br />
nicht damit gerechnet, dass sich ein<br />
so großes Gerät so einfach und zugleich<br />
präzise fliegen lässt. Dieser<br />
kleine Ausflug hat mich allerdings<br />
eines Besseren belehrt, sodass ich<br />
meinen nächsten Flug gar nicht erwarten<br />
kann. Es wird der allererste<br />
IFR-Flug meiner noch jungen Karriere<br />
werden. Ich nehme euch mit<br />
nach Linz und Tschechien, genauer<br />
gesagt nach Brno. Wie man einen<br />
IFR-Flug richtig plant und nach den<br />
Vorstellungen der Flugsicherung<br />
korrekt umsetzt, erfahrt ihr in der<br />
nächsten Ausgabe der Serie.<br />
Patrick Dorn<br />
72 <strong>Flight</strong>!
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Um die Ecke<br />
DC9 in Isafjordur<br />
Als ich in der letzten Ausgabe die Chance erhielt, die Coolsky DC9 etwas genauer anzusehen, war mir<br />
schon klar, dass ich diesen Flieger weiter benutzen wollte. Ein schönes Flugmodell sowie ein hervorragend<br />
konzipiertes Cockpit verbunden mit der Technik der 60er Jahre waren einfach zu schön, um es nur<br />
bei einem Reviewflug bleiben zu lassen. In Hergiswil, beim <strong>Flight</strong>sim Weekend, bat mich Marc nochmals<br />
doch einen Nachflieger mit der DC9 zu schreiben.<br />
Nach einigen verworfenen Varianten sah ich auf<br />
YouTube ein Video über die Landung einer Fokker<br />
50 auf einem interessant aussehenden Platz in Island.<br />
Isafjordur (BIIS) heißt der Flugplatz an der Nordwestspitze<br />
Islands, der in einem Fjord gelegen und <strong>von</strong><br />
hohen Bergen umgeben ist. In der Datenbank nachge-<br />
sehen stellt sich heraus, dass der Platz ganze 1400 m<br />
Piste hat. Das sollte doch für eine DC9 machbar sein,<br />
denk ich mir. Schließlich hatte ich die Maschine bereits<br />
bei den ersten Flügen für die Tests nach Altenrhein<br />
gebracht, wo auch nur 1600 m zur Verfügung stehen.<br />
Doch zuerst muss man mal dahin kommen.<br />
74 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Wissen<br />
Ich starte den Flug in Keflavik, dem internationalen<br />
Flughafen der isländischen Hauptstadt Reykjavik.<br />
Mit dem FS-Flugplaner schaue ich mir die Route an.<br />
Denn die DC9 kann kein RNAV, also sind Wegpunkte<br />
relativ sinnlos, daher lässt sich eine <strong>von</strong> Funkfeuer zu<br />
Funkfeuer führende Route recht einfach abklären.<br />
Gleich drei NDBs stehen hier zur Verfügung, die den<br />
Weg nach Isafjordur zeigen. Gut, also das kann man<br />
auch wieder mal üben. <strong>Der</strong> Microsoft-Planer rechnet<br />
mit einer Flugzeit <strong>von</strong> 17 Minuten und schlägt 7000 ft<br />
als Höhe vor. Für die DC9 aber sind wohl etwas mehr<br />
angebracht, ich plane mal mit FL150. Da bei der unglaublichen<br />
Strecke <strong>von</strong> 250 km wohl nicht die Gefahr<br />
besteht, die Tanks leer zu fliegen, lasse ich es bei 7 Tonnen<br />
bewenden. Das Loadsheet, ausgestellt durch den<br />
Planer <strong>von</strong> Coolsky, gibt mir ein Startgewicht <strong>von</strong> 96<br />
100 lb vor, dazu die Speeds <strong>von</strong> V1 130, Vr 134 und V2<br />
<strong>von</strong> 141 kt. Wettermäßig liegen keine Probleme vor,<br />
Isafjordur meldet einen Wind <strong>von</strong> 080° mit 10 kt und,<br />
völlig islanduntypisch, CAVOK.<br />
<strong>Der</strong> erste Wegpunkt, der Flughafen BIST, liegt ziemlich<br />
gerade voraus. Ich steige auf FL150 und fliege über<br />
ihn. Nächster Punkt ist ein NDB mit der Kennung RE,<br />
auf Kurs 026 und 97 km <strong>von</strong> BIST entfernt. Von hier beginnt<br />
bereits der Anflug auf Isafjordur. Ich sinke bereits<br />
wieder auf 7000 ft ab. Bisher alles <strong>von</strong> Hand geflogen,<br />
für den Autopiloten bleibt da kaum Zeit. Abgesehen<br />
da<strong>von</strong> macht das Fliegen mit der DC9 einen Riesenspaß.<br />
Gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung der<br />
ADFs, denn das sind analoge Dinger, die schon Fred<br />
Feuerstein den Weg zum Brontosaurussteak gewiesen<br />
haben dürften. Ein Blick in die Anleitung vor dem Abflug<br />
ist hier ratsam, ansonsten gilt der alte Grundsatz<br />
des <strong>von</strong> Gerd Fröbe so herrlich gespielten Preußenge-<br />
Mit dem Konfigurationstool lasse ich mir den Flieger<br />
„startbereit“ setzen und rolle in Keflavik zur Piste 02.<br />
Diese zeigt ziemlich genau nach Norden, genau richtig<br />
für uns. Nach wenigen Minuten Vorbereitung setze<br />
ich auf dieser Bahn Startleistung und bin nach weniger<br />
als der Bahnhälfte in der Luft.<br />
www.flightm.com 75
nerals: Ein deutscher Offizier kann alles! Auch Fliegen<br />
mit dem Handbuch in der Hand … nun, das Resultat<br />
seines Versuchs ist ja bekannt, dazu kommt, dass das<br />
DC9-Handbuch eine Kleinigkeit mehr Inhalt bietet als<br />
die Gebrauchsanweisung des Fliegerschnauferls aus<br />
„Die tollkühnen Männer…“.<br />
Das Anflugbriefing geht für Piste 08, 1400 m lang, in<br />
einem Talkessel gelegen. Es ist ein Circling vorgesehen,<br />
das ich dem Video der Fokker 50 nachempfinden<br />
will. Nach dem nächsten NDB (IS) fliegt man eng an<br />
der Fjordwand entlang auf circa 1000 ft im Downwind<br />
und muss danach im tiefen Talkessel recht heftig drehen,<br />
um in den Queranflug und danach auf die Piste<br />
zu kommen. Es empfiehlt sich vor dem Einflug in den<br />
Fjord mal einen Modus abzuspeichern, damit man<br />
gleich wieder anfangen kann, falls, na ja …<br />
abenteuerliche Sinkraten zu produzieren. Beim ersten<br />
Anflug misslingt das gewaltig, Go Around und gleich<br />
nochmal. Beim GA empfiehlt sich, erst mal wieder aus<br />
dem Fjord rauszufliegen und dann nochmal richtig<br />
<strong>von</strong> vorne anzufangen, sonst wird das nichts. Schön<br />
dass die DC9 ohne aufwendiges Umprogrammieren<br />
<strong>von</strong> FMS und sonstigen Gadgets klar kommt. <strong>Der</strong><br />
zweite Anflug gelingt schon besser, wäre aber wohl<br />
für echte Passagiere zur boulevardwürdigen Nummer<br />
gelangt: Erst im Final Turn fast 45° Bank auf 200 ft,<br />
danach eine heftige Arrival mit vollem Bremseinsatz<br />
und Reverse. Auch da dürfte es bei einigen Sitzen zu<br />
Wir fangen den Anflug auf 5000 ft beim NDB OG an<br />
und sinken darauf auf 1500 ft ab zum NDB IS. Von<br />
dort geht’s mit einer Linkskurve in den Fjord hinein,<br />
es empfiehlt sich hier bereits früh zu konfigurieren,<br />
Gear Down und Flaps auf 40° zum Beispiel. Im Downwind<br />
sinkt man weiter ab auf etwa 1000 ft AGL, nutzt<br />
die Breite des Tals voll aus und dreht danach in den<br />
Queranflug. Nun muss relativ schnell Höhe vernichtet<br />
werden, denn einen eigentlichen Final gibt’s hier nicht<br />
… man dreht aus dem Queranflug ziemlich direkt auf<br />
die Piste ein und beendet die Kurve über der Schwelle.<br />
Unsere Anfluggeschwindigkeit beträgt 134 kt, mit Full<br />
Flaps braucht das ganz schön Power, um hier nicht<br />
76 <strong>Flight</strong>!
FLIGHT!<br />
Wissen<br />
Gebissmarken kommen. Nach dem Stillstand erst mal<br />
warten, bis Puls und Blutdruck ein Rollen zulassen,<br />
danach drehen und Backtrack. Die DC9 hat einen<br />
komfortabel engen Wendekreis und schafft es auch auf<br />
dieser Bahn zu drehen.<br />
Nach dem Turnaround folgt der Rückstart nach Keflavik.<br />
Dieser ist faktisch nur auf Bahn 08 möglich, da<br />
ein Abflug auf der 26 eine Steilkurve unmittelbar nach<br />
dem Abheben verlangen würde. Auch auf der 08 muss<br />
man vorzugsweise erst mal in Richtung links wegdrehen,<br />
um die Hügel auf der Seite zu vermeiden.<br />
Die DC9 erfüllt dabei ihre Aufgabe ganz famos. Mit<br />
ihrer Masse und den nicht gerade üppigen Leistungsreserven<br />
muss man aber aufpassen nicht hinter die<br />
Power-/Drag-Kurve zu geraten, speziell beim Endanflug.<br />
Ansonsten kann es sehr schnell ins Gemüse gehen.<br />
Isafjordur ist aber ein interessanter Platz für diesen<br />
Flieger, auch wenn er in Realität wohl nicht damit<br />
angeflogen würde. In diesem Sinne wünsche ich vergnügliche<br />
Nachflüge ohne zu viel Valiumeinsatz.<br />
Urs Wildermuth<br />
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