Orkus! Schlafes Bruder (Vorschau)

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O rkus

O rkus

Nr. 02 · Februar 2013

!

Faun

Mystik Rock für

eine neue Epoche!

Zeromancer

VNV Nation + Samsas Traum + Subway to Sally

Project Pitchfork + HENKE + Cindergarden + ASP

Lacrimas Profundere + Nightwish + end of green

Hurts + Combichrist + Lacrimosa + Dornenreich

Cultus Ferox + Tiamat + Letzte Instanz + MONO INC.

Noisuf-X + Opera Chaotique + Epica + Nick Cave

BlutEngel & Zeraphine + Coppelius + Stahlmann

Voïvod + Diorama + nulldB + Paradise Lost

Die Krupps + Bullet For My Valentine

Centhron + A Life [Divided]


Titelstorys

Schlafes Bruder 24

A Life [Divided] 30

Orkus!-Newcomer des Monats

Cindergarden 34

Orkus!-Act des Monats

Zeromancer 48

Interviews & Storys

ASP 32

ASP 82

BlutEngel 45

BlutEngel 74

BlutEngel 82

Bullet For My Valentine 46

Nick Cave & the Bad Seeds 40

Centhron 78

Combichrist 36

Cultus Ferox 50

Die Krupps 62

Diorama 38

Dornenreich 41

end of green 88

Epica 13

Faun 42

HENKE 42

Hurts 40

In Extremo 82

Lacrimas Profundere 41

Lacrimosa 29

L’âme Immortelle 68

Letzte Instanz 13

MONO INC. 41

MONO INC. 73

Nachtmahr 68

Nightwish 73

Noisuf-X 76

nulldB 50

Opera Chaotique 46

Paradise Lost 88

Project Pitchfork 70

Rajna 46

Samsas Traum 61

Solar Fake 29

Stahlmann 88

Tiamat 61

Niko Valkeapää 72

VNV Nation 45

Voïvod 72

Your Army 62

Zeraphine 74

Zeromancer 61

Zeromancer 73

Specials

Unser Jahr 2012 18

DJ-Talk

DJ Michelle 37

Soundtrack of my life

Chrysalide: Arco Trauma 44

Was wäre, wenn...

Pavla Mikulasova 44

Wortschatz

Zeraphine, Solar Fake: Sven Friedrich 44

Orkus! Compilation 86 64

In eigenen Worten

Letzte Instanz: Holly Loose 69

Denkpause

Tiamat: Johan Edlund 76

Listening

Coppelius 78

In Medias Res

Sinine: Mauno Meesit 80

On Stage

Dark End Festival 84

Eisheilige Nacht 86

ASP, Mantus 86

Into Darkness 87

Cradle Of Filth, God Seed, Rotting Christ, BLYND 87

Service

short cut 8

Jahrestage 37

Album des Monats & Top 5 52

Plattentipps 53

Buchtipps 60

Kleinanzeigen 90

Abo 91

Nachbestellung 92

Tourdates 94

Impressum 98


Empfangbar über:

ASTRA – 19,2 Grad Ost

DVB-T Berlin – Kanal 56

DVB-T Hessen – Kanal 52

Unitymedia – Kanal 29

Kabel BW – Kanal 57

primacom – Kanal 65

T-Entertain – Kanal 96

Vodafone TV – Kanal 50

www.iM1.tv


SAMSTAG IST

WICHTIGTAG!

Liebe Leserin, lieber Leser,

herzlich willkommen in einem neuen Jahr und zu einer neuen Orkus!-Ausgabe.

Wie lange nach dem Wechsel darf man eigentlich „ein gutes neues Jahr“

sagen? Leider ist dieser Wunsch für manche Leute doch nur eine Floskel,

oder? Und spätestens am dritten Tag fängt der Ausspruch an zu nerven.

Zumindest, wenn er bloß halbherzig und nebenbei runtergenuschelt wird. Uns

aber ist es ein wirkliches Anliegen, Dir als Teil der großen Orkus!-Gemeinschaft

ein gesundes, zufriedenes und glückliches 2013 zu wünschen! So – jetzt ist

es raus...!

Bei uns begann das Jahr sehr spannend: mit der Erstellung der Februar-

Ausgabe. Die letzten Winter war es oft so gewesen, dass die Produktion noch

vor Weihnachten fertig wurde. Dieses Mal ging es ab dem 02. Januar in den

Endspurt. Was allerdings auch sein Gutes hatte. Denn irgendwie fehlte uns ja

sonst etwas.

Den Jahresauftakt begehen wir mit einem Ensemble auf unserer Titelseite, an

das wir fest glauben: Schlafes Bruder! Da gab es doch mal ein Buch...? Oder

einen Film...? Beides stimmt! Aber hier ist es der Name einer Band. Einer Band,

deren Mitglieder alle äußerst erfahrene Musiker sind. Und trotzdem haben

wir es mit einem neuen Projekt, einem Newcomer zu tun. Ja, wir können es

einfach nicht lassen! Wenn uns eine Formation so sehr begeistert, wollen

wir größtmögliche Aufmerksamkeit für sie. Die Musik von Schlafes Bruder

erscheint über ihr eigenes Label. Und weil es fast schon unvernünftig wäre,

sich auch noch um den Vertrieb zu kümmern, wurde dafür ein sogenannter

Global Player als Partner gewonnen. Die wichtigsten Belange bleiben voll und

ganz in den Händen der Künstler. Und das ist in diesem Falle gut so!

Fühl’ Dich nun eingeladen, die Welt von Schlafes Bruder kennenzulernen...

Daneben lassen sich in dieser Ausgabe natürlich viele weitere große und

kleine Perlen entdecken.

Bevor wir mit Schwung weiterrasen, findest Du zudem den einen oder anderen

Rückblick auf das vergangene Jahr – von zahlreichen Szene-KünstlerInnen wie

von Orkus!-AutorInnen. Wenn Du magst, kannst Du auch für Dich selbst jede

der Fragen beantworten.

Wir wünschen Dir eine schöne Zeit.

Nehme sie Dir. Du hast es Dir verdient!

Herzliche Grüße,

Dein Orkus!-Team

P.S. Unter www.orkus.de gibt es viele neue Abo-Angebote. Wer neugierig ist,

findet es schnell heraus...

P.P.S. Übrigens kannst Du Orkus! jetzt auch im Dunkeln lesen. Wie das geht?

Das Orkus! Magazin erscheint nun auch digital – und ist somit lesbar auf

dem PC und Mac, dem Laptop, dem Tablet oder Deinem Smartphone! Unser

Partner OnlineKiosk (www.onlinekiosk.de) macht es Dir möglich, bis zu fünf

Downloads pro Ausgabenkauf zu bekommen. Nach dem Erwerb kannst

Du also das eMagazine bequem zu Hause an Deinem Rechner lesen und

ebenfalls, durch einen weiteren Download (kostenlos!), unterwegs auf Deinem

Tablet oder Smartphone. Mehr Infos unter www.orkus.de!

Die grüne Fee

ist da!

DER SZENE-SHOP

IM RUHRGEBIET!

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Kein Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahren.

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MEIN TICKETPORTAL

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THE BONES, THE METEORS,

THE LAST RESORT, TURBO A.C.’S,

THE GENERATORS u.v.a.

24.05. - 26.05. Chemnitz, Messe

UNHEILIG - LICHTER DER STADT TOUR II

09.02. Hamburg, o2 World

22.02. Erfurt, Messehalle

23.02. Chemnitz, Arena

02.03. Kempten, bigBOX

07.03. Augsburg, Schwabenhalle

19.04. Trier, Arena

20.04. Frankfurt, Festhalle

10.05. Braunschweig, Volkswagen Halle

21.06. Kassel, Auestadion

SWANS

26.05. Schorndorf, Manufaktur

27.05. Frankfurt, Mousonturm

28.05. Berlin, Volksbühne

29.05. Dresden, Beatpol

30.05. München, Feierwerk

22.06. Halle, Freilichtbühne

18.07. Emmendingen, Schlossplatz

19.07. Straubing, Festivalzelt

20.07. Dresden, Königsufer

24.07. Salem, Schloss Salem

09.08. Münster, Schlossplatz

16.08. Oldenburg, Weser-Ems Halle

31.08. Cottbus, Spreeauenpark

07.09. Mönchengladbach, Hockey Park

Wie wir bereits verkündet haben, wollen ASP im Rahmen von

Mäzenatentumult 19 Bands die Chance bieten, sich vor einem

größeren Publikum zu beweisen. Unzählige Bewerbungen sind bei

uns eingegangen, fest steht schon jetzt: Der Untergrund lebt. Und

wie! Hinter den Kulissen läuft die Aktion weiter auf Hochtouren –

und entert eine heiße Phase... Ab sofort kann jeder auf www.orkus.

de für seine Favoriten stimmen und sie dem Ziel näher bringen, ein

Konzert für ASP eröffnen zu dürfen. Die ersten Gewinner stellen wir

übrigens bereits in unserer März-Ausgabe vor!

Orkus! präsentiert:

„Mäzenatentumult“

ASP

+ Support

19.09. Schwabach, Markgrafensaal

20.09. Potsdam, Waschhaus

21.09. Magdeburg, Altes Theater

25.09. Oberhausen, Turbinenhalle

26.09. Osnabrück, Halle Gartlage

27.09. Bremen, Aladin

28.09. Leipzig, Haus Auensee

02.10. Gießen, Hessenhalle

03.10. Erfurt, Stadtgarten

04.10. Dresden, Alter Schlachthof

05.10. Mainz, Phönix-Halle

09.10. Saarbrücken, Garage

10.10. Köln, Live Music Hall

11.10. Hamburg, Markthalle

12.10. Hamburg, Markthalle

16.10. CH-Pratteln, Z7

17.10. Stuttgart, Theaterhaus

18.10. München, Muffathalle

19.10. A-Wien, Arena

05.07. - 07.07. Sulingen, Mühlenkampsfeld

23.08. - 24.08. Wuppertal, Waldbühne Hardt

28.06. - 30.06. Gelsenkirchen, Amphitheater

•••••••••••••••••••••

...und 30.000 weitere Veranstaltungen!

Tickets auf www.ADticket.de

Orkus! verlost drei Exemplare

des neuen Die drei

???-Abenteuers Nacht der

Tiger! In Folge 159 des

Kulthörspiels erscheinen

wie von Geisterhand

mysteriöse Botschaften

auf dem Bildschirm des

Zentralcomputers. Die

Jungdetektive beginnen

sofort zu ermitteln – und

verstricken sich immer tiefer

in dubiose Machenschaften.

Als sich dann noch herausstellt, dass ein guter Freund als Täter

in Frage kommt, müssen sie eine schwierige Entscheidung

fällen... Wer eine CD abstauben will, schickt eine e-mail mit dem

Betreff „Königstiger“ an verlosung@orkus.de. Einsendeschluss

ist der 22.02.2013. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Endlich ist es so weit: Nach einigen

Verzögerungen soll Helium Volas

neues Werk Wohin? am 22.02.2013

erscheinen. Entstanden ist ein

zweistündiges Opus, „beispiellos

in der Verbindung empfindsamer

Dichtung und drastischer Prosa

mit der Ästhetik der elektronischen

und historisch reflektierten

Avantgarde“. Ein Doppelalbum

voller Entdeckungen – Mittelalter

trifft Moderne, Klassik trifft Electro,

Eingängigkeit trifft Avantgarde.

Manchmal lohnt sich Geduld eben!

vorstellen, dürfen sich Liebhaber

mittelalterlicher Klänge auf etwas

ganz Besonderes freuen: Die Musik

der Troubadoure vom zwölften bis

zum 14. Jahrhundert erlebt hier eine

Wiederauferstehung, interpretiert

mit spanischem Temperament und

einer Menge filigraner Leidenschaft.

QNTAL-Anhänger sollten auf jeden

Fall beide Ohren riskieren!

In Schweden ist Sofia Härdig

längst keine Unbekannte mehr. The

Norm Of The Locked Room zeigt

Wenn EVO am 15.02.2013

ihr schlicht Eva betiteltes Werk

nun auch hierzulande, warum:

Neun dichte, atmosphärische und

gerne mal düstere Kompositionen

erwarten uns... eine ganz eigene

Soundwelt aus elektronischer und

analoger Instrumentierung, die den

skandinavischen Winter perfekt

einzufangen weiß.


KLAUS SCHULZE

SHADOWLANDS

Ab

18.01.!

2013

Endlich!

Nach mehr als 5 Jahren das neue

Studioalbum vom Meister der

elektronischen Klänge!

IM HANDEL UND ALS

DOWNLOAD ERHÄLTLICH!

AUCH ERHÄLTLICH ALS

LIMITED EDITION MIT

RANDVOLLER BONUS-CD!

Das "Industrie-Mädchen" (Deutsche Alternative Charts

Nr. 1!) hat alle Download-Rekorde gebrochen!

Aber alles hat seinen

RISIKOFAKTOR

18.

Januar

2013.

DIE KRUPPS mit ihrer neuen Single!

Keine Experimente.

EILMELDUNG!

Brandneue Single von WELLE: ERDBALL aus dem

kommenden Album "Tanzmusik für Roboter" erscheint

pünktlich zum e-tropolis Festival am 23.03.13!

„Anti-Pop“ heißt die

erfolgreiche Reihe

des UBooks/U-Line

Verlags, welche seit

circa sechs Jahren

die Literaturszene in

Atem hält. Begonnen

hatte alles mit Dirk

Bernemanns

Debut Ich hab die

Unschuld KOTZEN

sehen. Anno 2013

vollzieht sich ein breit

angelegter Relaunch:

Das Design der Bücher wurde einem

Facelifting unterzogen, das weiße Cover wich

großartigen Photographien, die meist als

Paperback veröffentlichten Texte erscheinen

nun als streng limitierte, edle Hardcover.

Mit insgesamt fünf Titeln startet UBooks/U-

Line ins erste Halbjahr, darunter Werke von

Luci van Org, Ina Brinkmann und

Stiff Chainey. Die Anthologie Kranke

Geschichten enthält zahlreiche, teils exklusive

Storys, welche einen grandiosen Überblick

über diese spannende Reihe bieten! Doch

Vorsicht: Anti-Pop macht süchtig. Weitere

Informationen findest Du unter www.ulinestore.de.

Dort gibt es die Neuheiten auch von

den AutorInnen signiert!

Das englische Duo mesh hat die Arbeiten an

seinem Mitte März erscheinenden Longplayer

Automation Baby inzwischen abgeschlossen.

Sänger Mark Hockings kommentiert das

Ergebnis äußerst zufrieden: „Wir glauben, dass

dieses Album ein sehr großer Schritt für mesh

war, der Sound ist moderner, treibender und

variabler.“ Von der Qualität der Aufnahmen

kann sich jeder ein Bild machen, denn ihre

Plattenfirma Dependent hat ein paar kleine

Clips drehen lassen, welche die Bristoler im

Studio zeigen und durch die man via YouTube

schon einen guten Eindruck von Born To

Lie bekam. Wem das nicht genügt, der kann

dank der gerade erschienenen Single weitere

Erkenntnisse gewinnen: Ein im Booklet

enthaltener QR-Code verschafft dem mesh-

Fan exklusiven Einblick in das sehnlichst

erwartete Album. Dort werden drei neue

Tracks präsentiert, die sonst erst zwei Monate

später zu hören sind.

Die legendäre „Anti-Pop“-Reihe des

UBooks/U-Line Verlags geht erstmals auf

Tour! In wechselnder Besetzung werden die

Metropolen der Republik unsicher gemacht

und Literatur präsentiert, die wahrlich jenseits

des Alltäglichen ist. Den Auftakt bildet, in

Kooperation mit Edition Roter Drache, eine

große Anti-Pop-Lesenacht am 16.03.2013

im Kultclub DarkFlower. Im Rahmen der

Leipziger Buchmesse

lesen, performen,

musizieren und legen

auf: Mark Benecke,

Luci van Org,

Ina Brinkmann,

Voenix und

Ramona Ambs.

Die BesucherInnen

erwarten zwei Stunden

volles Programm und danach Party mit den

Haus-DJs des DarkFlower sowie Special

Guest-DJ Marky Mark Benecke!

Am 24.03.2013 geht es in Hamburg weiter.

Auf der Reeperbahn in der großartigen Albers

Bar treten Luci van Org, Ina Brinkmann

und Ramona Ambs auf. Als Special Guest

wird Toby Fuhrmann (Unzucht) vor

Ort sein. Genauere Infos findest Du unter

www.facebook.de/ubooks.verlag im Bereich

„Veranstaltungen“!

Gegründet 1990, langjährig erfolgreich bei

Konzerten in ganz Europa, wurden Love

Is Colder Than Death zunächst dem

Dark Wave-Umfeld, speziell der Neo-Klassik,

zugeordnet. Im Laufe der Zeit entwickelten sie

sich zur semiakustischen Performancegruppe,

die jetzt wieder durchstartet: Mit ihrer neuen

CD Tempest zeigen Love Is Colder Than Death

ein breites Spektrum an ausdrucksstarken

Klängen in einer Mischung aus authentischer

handgemachter und moderner elektronischer

Musik. Besonderes Markenzeichen der

Live-Show sind die 3D-Projektionen des

Videokünstlers und Designers Peter

Barczewski, Dozent für 3D-Animation

an der Hochschule für Film und Fernsehen

in Babelsberg. Erscheinen soll das Werk

am 15.02.2013... und auch von Konzerten

begleitet werden.

Am 22.02.2013 veröffentlichen The

Beauty of Gemina ihr fünftes Album.

Der Akustiktournee mit Diary of Dreams

folgend, erscheinen die Stücke erstmals in

komplett akustischem Gewand. Zu hören

ist eine Mischung aus Neuinterpretationen

bestehender Lieder und frischem Material.

Dafür haben die Zürcher allerdings nicht

einfach den Stecker gezogen: Auf The Myrrh

Sessions begegnen wir einer ganz neuen Band.

„Mit viel Spielfreude werden musikalische

Genregrenzen ausgelotet und auch mal

gekonnt überschritten“, sagt das Label NoCut

dazu. „Einflüsse aus Indie, Alternative, Goth,

Americana, Folk und Blues verschmelzen mit

den ureigenen und für The Beauty of Gemina

typischen Songstrukturen.“ Klingt spannend,

oder?


Nr. 07/08 · Juli/August 2011

sixx:A.m. + A silENt ExPrEss + sAmsAs trAum + fAuN

dismANtlEd + thomAs liNdNEr + iN flAmEs + sol iNvictus

sANtA hAtEs You + ArmY of thE uNivErsE + moNo iNc.

diE fuNkhAusGruPPE + tArJA + drAcoNiAN + AustrA

thE lAst dAYs of JEsus + solAr fAkE + dANcE or diE

:GolGAthA: + vAmPirEs EvErYWhErE!

comPAct sPAcE + BlutENGEl + mEsh

osWAld hENkE + lEAvEs’ EYEs

WEENA morloch + ohGr + hEkAtE

WEto + cYlix + ANdrEAs dorAu

simoNE simoNs

BlUTengel: AlleS neU!

ScHAnDMAUl: IM STUDIO!

TArjA

UnHeIlIg

leTzTe InSTAnz

rOMe

exKLuSiv:

+ aSp-

SonDerheFt!

Winter 2010/2011

nr. 07/08 · Juli/august 2011

deutschland: € 5,95

Österreich: € 6,80

finnland: € 9,20

luxemburg: € 7,10

schweiz: sfr. 12,50

spanien: € 8,00

Sixx:a.m. + a SiLent expreSS + SamSaS traum + Faun

DiSmantLeD + thomaS LinDner + in FLameS + SoL invictuS

proJect pitchForK + armY oF the univerSe + mono inc.

Die FunKhauSGruppe + tarJa + Draconian + auStra

the LaSt DaYS oF JeSuS + SoLar FaKe + Simone SimonS

:GoLGatha: + vampireS everYWhere! + compact Space

BLutenGeL + meSh + oSWaLD henKe + LeaveS’ eYeS

Weena morLoch + ohGr + heKate + Weto + cYLix

anDreaS Dorau + Dance or Die

Österreich: € 6,80

Finnland: € 9,20

Luxemburg: € 7,10

Schweiz: SFr. 12,50

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SOPOr AeTernUS

DIe KrUPPS + DIMMU BOrgIr + KATrA

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SAnTA HATeS YOU + InDIcA + SUIcIDe cOMMAnDO

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Deutschland: € 6,95 luxemburg: € 7,95

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LacriMas ProfuNdErE

LacriMosa

EisbrEchEr

Nr. 02 · Februar 2011

iN extremo + sireNiA + letzte iNstANz

deiNe lAkAieN + coveNANt + lAcrimAs ProFuNdere

eNd oF greeN + sAltAtio mortis + mANtus + dorNeNreich

+ Project PitchFork

uNheilig + iNdicA + sAmsAs trAum + moNo iNc.

lAcrimosA + dimmu Borgir + eisBrecher

+ „orkus AWArd“:

die BesteN BANds

die BesteN AlBeN

die BesteN säNgeriNNeN

u.v.m.

UNheilig

die Serie:

6-teiligeS iNterview

teil 3 – „eNttäUSchUNg“

letzte iNStaNz

Nr. 05 · Mai 2010

uNhEiLig + saLTaTio MorTis + rEcoiL + Eric fish

buLLET for My VaLENTiNE + VNV NaTioN

ciNdErELLa EffEcT + roME + wELLE: ErdbaLL

ZEraPhiNE+MarKus hEiTZ + aMaNda PaLMEr

deutschland:

€ 4,50

Österreich: € 4,90

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+ 2 große extrahefte: m’era luna & Summer Breeze!

Nr. 10 · Oktober 2010

B a r c o d e _ O r k u s

F r e i t a g , 7 . J a n u a r 2 0 1 1 1 4 : 5 5 : 0 1

Luxemburg: € 5,40

schweiz: sfr. 9,40

spanien: € 5,90 4 194265 504505 0 5

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paiN

Nr. 06 · Juni 2011

bluTENgEl + KrypTEria + claN of XymoX + mayaN + mEsh

ThE girl & ThE roboT + maNTus + sKolD + WEENa morloch

lEavEs’ EyEs + DiE apoKalypTischEN rEiTEr + omEga liThium

romE + fauN + homo~fuTura + moNo iNc. + DorNENrEich

salTaTio morTis + iN lEgEND + michaEl „saD sir“ sETzEr

sopor aETErNus & ThE ENsEmblE of shaDoWs

Deutschland: € 5,95

Österreich: € 6,80

finnland: € 9,20

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schweiz: sfr. 12,50

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Keine Jugendgefährdung

EisbrEchEr

amorphis

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BluteNGel: Neue Serie! 5-teiliGeS iNtervieW!

Nr. 02 • Februar 2011

die titelStory:

AuSSerdem zu GASt:

ASP + SchANdmAul + White lieS + A liFe [divided]

iN extremo + SireNiA + letzte iNStANz

deiNe lAkAieN + coveNANt + lAcrimAS ProFuNdere

eNd oF GreeN + SAltAtio mortiS + SchöNGeiSt

mANtuS + dorNeNreich + Project PitchFork

uNheiliG + iNdicA + SAmSAS trAum + moNo iNc.

lAcrimoSA + dimmu BorGir + eiSBrecher

+ „orkuS AWArd“:

die BeSteN BANdS

die BeSteN AlBeN

die BeSteN SäNGeriNNeN

u.v.m.

deutschland: € 5,95 Finnland: € 9,20 Schweiz: SFr. 12,50

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österreich: € 6,80 luxemburg: € 7,10 Spanien: € 8,00

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9 5

7 5

2 5

5

UNheilig

0

Die Serie:

6-teiligeS iNterview

teil 2 – „FreUNDSchaFt“

triStaNia

BamBi lOvedOll

DeiNe laKaieN

amOrphiS + aSp + cOmBichriSt + immOrtal

eiSBrecher & alice cOOper + eNd Of greeN + filter

hOcicO + theriON + hUrtS + piNk tUrNS BlUe

dirk BerNemaNN + mONO iNc. + rOme + rOterSaNd

deiNe lakaieN

teUfel + SpiritUal frONt + mUSeUm hr giger eND oF greeN

deutschland: € 5,95 luxemburg: € 7,10

Österreich: € 6,80 Schweiz: Sfr. 12,50

finnland: € 9,20 Spanien: € 8,00

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2. titelStOry: the Birthday maSSacre

frei verkäuflich SoNic SyNDicate – 2. titelStory

1 0 0

Nr. 09 · September 2010

B a r c o d e _ O r k u s

F r e i t a g , 7 . J a n u a r 2 0 1 1 1 4 : 5 5 : 0 1

letzte iNStaNz

tarJa + DimmU Borgir + craDle oF Filth

ProJect PitchForK + mUrDerDollS + iNDica + iN extremo

the BirthDay maSSacre + atrocity + ProPagaNDa

SPiritUal FroNt + aPocalyPtica + KirliaN camera

liv KriStiNe + corvUS corax + moNo iNc. + JeSUS oN extaSy

the miSSioN + aShBUry heightS + omNia + roterSaND

alea Der BeScheiDeNe

Deutschland: € 5,95 luxemburg: € 7,10

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Experience: MORE BLACK frei verkäuflich

mesh + the girl & the rOBOt + maNtus + sKOlD

samsas traum + leaves’ eyes + Die apOKalyptisCheN reiter

Omega lithium + steiNKiND + rOme + fauN + hOmO~futura

eisBreCher + DOrNeNreiCh + saltatiO mOrtis + iN legeND

miChael „saD sir“ setzer + sOpOr aeterNus & the eNsemBle Of shaDOws

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paiN

Katha mia amOrphis

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aND ONe:

frechheit?!

Neu:

Sex,

DrugS &

DuDelSack

geSchichteN

auS DeM

auSSchweifeNDeN

lebeN eiNeS

SpielMaNNS

Der tOD

1 0 0

9 5

7 5

2 5

5

0

Nr. 03 · März 2011

iaMx + SchaNDMaul + aSp

Die apOkalyptiScheN reiter + withiN teMptatiON

chilDreN Of bODOM + ext!Ze + MOONSOrrOw

heNke + kOrpiklaaNi + rOMe + eND Of greeN

ViSiONS Of atlaNtiS + lacriMOSa + MONO iNc.

electrO-geheiMtipp: biNary park

bluteNgel: Die Serie

Deutschland: € 5,95 luxemburg: € 7,10

Österreich: € 6,80 Schweiz: Sfr. 12,50

finnland: € 9,20 Spanien: € 8,00

iNcubite

keine Jugendgefährdung

frei verkäuflich

Nr. 09 · September 2010

cradLe of fiLth + Project Pitchfork + the Birthday maSSacre

deiNe LakaieN + eNd of greeN + triStaNia + mUrderdoLLS + iNdica

iN extremo + atrocity + ProPagaNda + SPiritUaL froNt

aPocaLyPtica + kirLiaN camera + Liv kriStiNe + corvUS corax

moNo iNc. + jeSUS oN extaSy + the miSSioN + aShBUry heightS

omNia + roterSaNd + aLea der BeScheideNe

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EXTRA: ZU bESUch bEi EiNEM lEichENbESTATTER

Nr. 05 · Mai 2011

EiSbREchER + blUTENgEl + clAN Of XyMOX

iN EXTREMO + MONO iNc. + fliEhENdE STüRME

SAMAEl + lAcRiMOSA + dEiNE lAkAiEN + kMfdM

hENkE + ThEATRE Of TRAgEdy + MANTUS + ROME

MidNATTSOl + kRyPTERiA + lEAvES’ EyES

ROlf ZAchER

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AsP + eric fish + eNd of greeN + LeAves’ eyes

ANd oNe + iN extreMo + kryPteriA + heNke

schwArzer eNgeL + viNtersorg + schANdMAuL

MANtus + withiN teMPtAtioN + LAcriMosA

the huMAN LeAgue + PAiN

AMorPhis + A Life [divided]

BLuteNgeL: die serie

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keine jugendgefährdung

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2. titelStory:

tArJA

BlUteNgel

NegAtive

UNheilig

NeUe Serie:

6-teiligeS iNterview

teil 1 – „ideAle“

Nr. 07/08 · Juli/August 2010

ProJect PitchForK

KomPlett exKlUSiv!

AShBUry heightS + comBichriSt

dANzig + eiSBrecher + FroNt liNe ASSemBly

goetheS erBeN + hocico + KorN + mANtUS

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Österreich: € 7,95 Schweiz: SFr. 14,00

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Keine Jugendgefährdung

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Keine Jugendgefährdung

Experience: The Orkus Colour frei verkäuflich Design

extra: Zu beSuch bei eiNeM leicheNbeStatter

Nr. 05 · Mai 2011

Sex,

DrugS &

DuDelSack

geSchichteN

auS DeM

auSSchweifeNDeN

lebeN eiNeS

SpielMaNNS

eiSbrecher + bluteNgel + claN of xyMox + iN extreMo

MoNo iNc. + flieheNDe StürMe + SaMael + lacriMoSa

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keine Jugendgefährdung

leaveS’ eyeS rolf Zacher krypteria

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2. titelStory:

SAltAtio mortiS

exkluSiv!

JeweilS im „uNter 4 AugeN“-geSpräch:

tuomAS, regiSSeur Stobe uND ANette

Sex,

DrugS &

DuDelSAck

geSchichteN

proJect pitchfork + moNo iNc. + ASp

AuS Dem

eric fiSh + eND of greeN + leAveS’ eyeS + AND oNe

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lebeN eiNeS

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SpielmANNS

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bluteNgel: Die Serie

Deutschland: € 5,95 luxemburg: € 7,10

Österreich: € 6,80 Schweiz: Sfr. 12,50

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Nr. 07/08 · Juli/August 2010

comBichrist + DANzig + eisBrecher + froNt liNe AssemBly

goethes erBeN + hocico + korN + mANtus + NAchtmAhr + NegAtive

iNDicA + iN extremo + lAcrimosA + rome + sAm + sPirituAl froNt

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nr. 12 / 01 · Dezember 2010 / januar 2011

Nr. 07/08 · Juli/August 2011

O rkus

O rkus

ProJEct Pitchfork

Gelangweilt vom Musikfernsehen? Dann nichts wie ab zu !

Der digitale Musik-TV-Sender iM1 hat sein Programm um eine

überaus dunkle Facette erweitert: In Kooperation mit unserem

Magazin präsentiert er

– wöchentlich eine volle Stunde

Musikvideos für die düstere Generation. Klassiker, aktuelle Clips,

Weltpremieren und mehr – immer mittwochs um 23.00 Uhr, in der

beliebten und ganz besonderen „Stunde vor Mitternacht“...

+ 32 sEitEN ExtrAhEft zum WGt!

+ AMPHI-DVD!

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Nr. 05 · Mai 2010

O rkus

O rkus

Nr. 10 · Oktober 2010

Mehr seiten!!!

TyiNg TiffaNy

NighTwish + cradLE of fiLTh + hiM + asP

schöNgeist

AsP + schANdmAul + White lies + A liFe [divided]

10 SeiteN dimmU BOrgir

Nr. 06 · Juni 2011

Nr. 02 • Februar 2011

Nr. 09 · September 2010

O rkus O rkus Nr. 06 · Juni 2011

samsas Traum

weeNa mOrlOCh

BluteNgel + Krypteria + ClaN Of XymOX + mayaN

O rkus

O rkus

die WAhrheit

üBer deN tod

großes extraheft zum amphi!

Nr. 03 · März 2011

eNthüllt: Die grOSSe albeN-VOrSchau 2011!

O rkus

O rkus

deutschland: € 5,95

iN extreMO

... geheN iN Die luft

SoNic SyNdicate

Letzte iNStaNz + UNheiLig + tarja + dimmU Borgir

Nr. 07/08 · Juli/August 2010

O rkus iN lEgENd

SOPOR AETERNUS & ThE ENSEMblE Of ShAdOwS

O Nr. 04 · April 2011

rkus Nightwish + Project Pitchfork + MoNo iNc.

+ großes extraheft zum wgt

Nr. 05 · Mai 2011

Nr. 04 · April 2011

O rkus

O rkus

Nr. 04 · April 2011

O rkus

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Sopor aeterNuS

& the eNSeMble of ShaDowS

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ProJect Pitchfork + BluteNge l + AshBury heights

Empfangbar über:

ASTRA – 19,2 Grad Ost

DVB-T Berlin – Kanal 56

DVB-T Hessen – Kanal 52

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Kabel BW – Kanal 57

primacom – Kanal 65

T-Entertain – Kanal 96

Vodafone TV – Kanal 50

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DER GRAF

LIEST SEINE AUTOBIOGRAFIE!

Als Musik meine Sprache wurde

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Enthält

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„Dreams and Illusions“

– das allererste

Album des

Grafen aus dem

Jahr 1994!

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DELUXE-EDITION:

Ungekürzte Lesung + Musik +

umfangreiches Foto-Booklet

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STANDARD-EDITION:

Gekürzte Lesung + Musik

UVP 24,99 €

Die ungekürzte Lesung ist inklusive Musik auch als Download erhältlich.


Die Doppelsingle Ahoii/Goldene Zeiten war nur der Anfang: In

Kürze wollen sich die Mittelalter-Piraten Cultus Ferox mit

ihrem brandneuen Beutezug zurückmelden – satte sieben Jahre nach

dem letzten Studioalbum. Das Comeback ist also allerhöchste Zeit,

das Ensemble wild darauf, endlich wieder loszuziehen. Versprochen

werden „brachiale Hymnen, derbe Poesie und krachende

Gitarrenriffs“. Damit kann man leben, oder?

Anno 2012 bewies das Dark Munich Festival, wie sehr

die bayerische Landeshauptstadt ihr eigenes Gothic-Spektakel

gebraucht hat. 2013 geht es in die zweite, entsprechend größere

Runde: BlutEngel, KMFDM, Umbra et Imago, Rabia

Sorda, Funker Vogt, The Klinik und viele mehr sorgen für

dunkle Musikgenüsse auf dem Areal der Optimolwerke. Los geht’s

um 12.30 Uhr, Einlass ist eine Stunde früher – und gefeiert wird

natürlich bis spät in die Nacht! Tickets kosten 49 Euro, genauere

Infos zum Rahmenprogramm, der Gastronomie vor Ort et cetera

findest Du unter www.d-m-f.net.

Orkus! präsentiert:

Dark Munich Festival

13.04. München, Optimolwerke

Orkus! präsentiert die Premiere von Dark Culture – einer neuen

Szene-Veranstaltung, welche ab diesem Jahr im norddeutschen

Schleswig etabliert wird. Zum Debut am 30.03.2013 haben sich

Faderhead und Second Version angekündigt, zusätzliche

Unterstützung kommt vom Unikat DJ Schnee. Einlass ist um

21.00 Uhr, Karten gibt es im Vorverkauf für günstige zehn Euro!

Mehr Infos: www.dark-culture.com.

Orkus! präsentiert:

Dark Culture

30.03. Schleswig, Heimat


Holly Loose (Letzte Instanz)

Was hat 2012 so besonders gemacht?

2012 war ein ereignisreiches Jahr, nicht zuletzt, weil wir mit

Ewig unsere geplante Albumtrilogie abschließen konnten.

Ein bisschen zieht dieses Ereignis ja auch 2013 seine Kreise,

denn im Frühjahr gehen wir mit diesem Album erneut auf

Tour. Für mich persönlich war auch die Veröffentlichung

zweier neuer Bücher etwas besonders Schönes, denn erstens

ist mein Kopf nun wieder frei für weitere Ideen, was die

Letzte Instanz anbelangt, und zweitens ist es immer ein

schönes Gefühl, ein eigenes Buch oder ein eigenes Album

in den Händen zu halten, wohl wissend, dass mich die

kleinen Enkelracker irgendwann mal fragen werden, was

ich so in meiner großen Zeit gemacht habe.

Album des Jahres:

Input von Ecke Schönhauser kann ich empfehlen, wenn

man mal Lieder hören möchte, die zwar irgendwie und

immer von Liebe handeln, aber trotzdem und irgendwie

immer anders sind als der ganze schnoddrige Rest des

Liebesgeschwafels... Unsere eigenen Ergüsse natürlich

ausgenommen. Ich säge ja nicht am Ast, auf dem ich sitze...

Ein anderes (Doppel-) Album läuft bei mir derzeit auf

Dauerschleife, das eigentlich eine EP-Sammlung ist. Auf

jeden Fall ist es top: Thrice und deren Alchemy Index. Ist

aber schon etwas älter...

Überflüssigster Song:

Hmm... Es liegt mir ferne, das zu beurteilen, denn

jedes Lied mag irgendeine Daseinsberechtigung für

irgendjemanden haben. Was für mich überflüssig ist, ist für

jemand anderen möglicherweise existenziell. Daher eine

Enthaltung.

Bestes eigenes Konzert:

Das habe ich nicht mehr so in Erinnerung. Das bislang

schönste, was in Erinnerung geblieben ist, war auch das

bislang letzte: „Ewig“ im Kesselhaus der KulturBrauerei zu

Berlin. Top!!!!!

Bühnenpanne des Jahres:

Ich glaube, es gab dieses Jahr keine... Kann mich nicht

mehr erinnern...

Schönstes Artwork:

Da musste ich mich jetzt erst einmal ransetzen und

schauen, was es so gibt. Nicht dass ich meine neuen CDs

brenne... Ich habe in diesem Jahr gar kein neues Album,

außer das von Anne Clark, erworben. Im Prinzip habe ich

nur drei Albumcover gesehen. Unser eigenes von Ewig, das

Simone Simons (Epica)

Was hat 2012 so besonders gemacht?

Mir wurde mal wieder klar, dass das Leben etwas sehr

Wertvolles ist, das man schätzen muss.

Album des Jahres:

Insomnium One For Sorrow.

Überflüssigster Song:

Alles, was sich „Schlager“ nennt.

Bestes eigenes Konzert:

Liegt in der Zukunft, nämlich am 23. März im

niederländischen Eindhoven. Da gibt’s unsere Show

„RetrospecT“ aus Anlass unseres zehnjährigen

Bestehens. Gemeinsam mit unserem Chor und dem

Orchester von The Classical Conspiracy werden wir unser

längstes Konzert spielen. Mit vielen Special Guests und

Songs, die nie zuvor gespielt wurden. Das wird toll!

Bühnenpanne des Jahres:

Ich habe einen fliegenden Drumstick ins Gesicht

bekommen, haha! Zum Glück habe ich noch alle

Zähne.

Schönstes Artwork:

Noch immer Heilemanias Artwork für unser Album

Requiem for the Indifferent.

Vielversprechendster Newcomer:

Nicht wirklich ein Newcomer, aber ich habe sie erst

letztes Jahr kennengelernt: Insomnium.

Cover-Version des Jahres:

Lacuna Coils Version von R.E.M.s Losing My Religion.

Persönliches Highlight:

Neue Freunde kennengelernt.

von Anne Clark und das von Ecke Schönhauser. Und da

Eigenlob stinkt, enthalte ich mich dann auch hier.

Vielversprechendster Newcomer:

Ihr fragt ja Sachen... Der Schulz wird es weit bringen,

glaube ich. Ist ja auch schon lang genug auf der Welt...

Cover-Version des Jahres:

Da habe ich keine vorzuweisen. Meinen Familienmitgliedern

klingeln immer sämtliche Cover-Versionen (die niemand

sonst hören möchte) in den Ohren, wenn ich aus der

Dusche komme... Das sage ich jetzt völlig wertfrei.

Persönliches Highlight:

Das habe ich schon erwähnt, glaube ich... Es ist ein wirklich

erhebendes Gefühl, etwas in den Händen zu halten, was aus

dem eigenen Geist geströmt ist. Das ist jedes Jahr aufs Neue

ein Highlight. Bislang gab es nichts Größeres in einem Jahr

als die Geburt meiner Tochter, aber das ist schon länger her.

Vielleicht wird es Zeit für ein weiteres Kind.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Ihr bringt mich ganz schön ins Schwitzen und lasst mich

über Dinge nachdenken, die mich sonst völlig kaltlassen.

Aber gut. Die beeindruckendste Person... okay, jetzt wird

es ein bisschen uncool... Meine Mutter hat mich ziemlich

beeindruckt. Man muss sich diese Frau als wirkliche

Rockgöre vorstellen, die geraucht hat, seit sie laufen konnte.

Mittlerweile ist sie 65 und hat im Januar von heute auf

morgen beschlossen, nicht mehr zu rauchen. Sie hat es

durchgezogen und ist nun völlig weg vom Stoff. Weder

wehmütig noch zähneknirschend gestattet sie uns trotzdem,

in ihrer Gegenwart die Hütte vollzuräuchern, so doll es nur

geht. Vielen Dank, Mama.

Erotischste Person:

Natürlich meine Freundin! Was denkt Ihr denn?

Idiot des Jahres:

Der bin dann wohl mal wieder ich... Bestimmt... Irgendwo

ist doch hier wieder der Haken...

Enttäuschung des Jahres:

Entweder bin ich härter im Nehmen geworden, oder es gab

tatsächlich keine nennenswerte Enttäuschung.

Erfreulichste Begegnung des Jahres:

Abgesehen von meinen lieben Freunden aus grauer Vorzeit,

hat mich noch eine (Wieder-) Begegnung sehr gefreut: Teile

meiner Familie tauchten plötzlich bei einem stinknormalen

Geburtstagsfamilienfest auf und machten aus diesem Tag

einen ganz besonderen.

Größter Verlust:

Immer noch mein Bruder.

Beeindruckendste Persönlichkeiten:

Meine Freunde.

Erotischste Person:

Monica Bellucci.

Idiot/in des Jahres:

Alle, die ihre Zeit damit verschwenden, negative

Energie zu verbreiten.

Enttäuschung des Jahres:

Unseren ersten felinen Freund Mr. Schwarzkopf zu

verlieren.

Erfreulichste Begegnung des Jahres:

Unsere neue Katze aus dem Tierheim.

Größter Verlust:

Menschen aufgrund von Depression zu verlieren.

Größter Fehler:

Energie für Leute zu vergeuden, die sie gar nicht wert

sind.

Schauspieler des Jahres:

Anthony Hopkins.

Film des Jahres:

Batman – The Dark Knight Rises. Den Hobbit habe ich

noch nicht gesehen.

Buch des Jahres:

Definitiv nicht „50 Shades von irgendwas“.

Getränke des Jahres:

Chai Latte und Earl Grey-Tee mit Milch.

Essen des Jahres:

wagamamas Udon-Nudeln mit Hühnchen.

Stadt des Jahres:

Prag.

Größter Fehler:

Ich glaube, ich bin manchmal

zu nett... Ich sollte ab und zu

mehr aus der Haut fahren...

Schauspieler/in des

Jahres:

Also, da habe ich nun wirklich

keine Ahnung!!!

Film des Jahres:

Ebenso.

Buch des Jahres:

Derzeit lese ich den guten

Don Quijote, parallel zu Frank

Schätzings Nachrichten aus

einem unbekannten Universum,

parallel in der S-Bahn und im

Kindle: Die Schildbürger.

Getränk des Jahres:

Bier. Natürlich... Manchmal

Whisky. Morgens allerdings meine Neuentdeckung:

Aroniabeerenmuttersaft.

Essen des Jahres:

Ich glaube, so langsam bin ich ein langweiliger

Interviewpartner... Auf jeden Fall bin ich kein Gourmet

und eigentlich ein Allesfresser ohne zeitliche Regel. Mal

gibt’s um Mitternacht ein ordentliches Steak mit Kartoffeln

und Gemüsebeiwerk, manchmal mittags nur ’ne Toaststulle

mit Honig. Alles ist drin und wird genommen. Zu fast jeder

Tageszeit.

Stadt des Jahres:

Berlin!

Persönliches Ziel für 2013:

Ich werde noch ein Buch schreiben, die Autoren der neuen

Letzte Instanz-Fan-Anthologie auf ihrem Weg von der Idee

zur eigenen ganz großen Geschichte begleiten und mir mit

meiner Freundin ein neues Nest suchen.

Konkrete musikalische Pläne für 2013:

Da hat ganz klar die Letzte Instanz Vorrang. Mit ihr

zusammen werde ich am Jubiläumsalbum arbeiten und

dieses dann ganz groß im Oktober feiern. Weiterhin

werde ich mit Benni Cellini unser Projekt HOELDER!

vorantreiben und somit dem guten alten Romantiker

Friedrich Hölderlin zu neuen Bekanntheitsgraden

verhelfen, und ich werde einem neuen Dark Ambient-

Projekt beistehen. Den Namen kann man sich ruhig schon

mal merken: .Endwerk.

Persönliches Ziel für 2013:

Frische Luft atmen und zu 100 Prozent für das, woran

ich glaube, da sein.

Konkrete musikalische Pläne für 2013:

„Retrospect“ am 23. März. Außerdem werden

Epica im April zum ersten Mal durch Australien,

Taiwan und China touren. Danach werden wir

unser neues Album aufnehmen und auf ein paar

coolen Festivals spielen. Mehr Infos gibt’s auf unserer

Homepage.

Orkus! - 13


JETZT ERHÄLTLICH!

Die Erstausgabe des Albums erscheint

als auf 2000 Exemplare streng

limitierte Edition im Bildbandformat!

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Alle Artikel erhältlich unter: www.infrarot.de/nachtmahr


„nachTmahr ist eine industrial-orgie, die kein maß kennt und von moral,

mäßigung oder gnade noch nie etwas gehört hat. nachTmahr stehen

für den exzess, das Wilde, Uferlose in uns allen.“

Björn Springorum (orkus)

www.infrarot.de


Samsas Traum

„Asen‘ka ist das Opus magnum des Käferkönigs, ein 80 Minuten

berstend gefülltes Dokument höchster Samsa-Kunst.“

(Album des Monats Orkus 12/12)

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girlie „ASen‘KA“

(100 % Baumwolle, S - XL)

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Alle Artikel erhältlich unter: www.infrarot.de/samsastraum und www.fantotal.de


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Axel Schön

Bedeutsamstes

Ereignis:

Die wahrscheinliche

Entdeckung des Higgs-Boson-

Teilchens? Der Rücktritt von

Herrn Wulff vom Amt des

Bundespräsidenten, während

die meisten anderen Politiker

auch nicht besser sind, aber

weitermachen? Regional für

uns Gothics auf jeden Fall, dass

unser kleiner, aber kultiger Club

Top Act im oberfränkischen

Zapfendorf wegen der neuen

GEMA-Regelungen tatsächlich

nicht mehr kostendeckend

weiterbetrieben werden konnte

und deshalb schließen musste!

Beeindruckendste Persönlichkeiten:

Die Lehrerinnen und Lehrer, die bei dem jüngsten Amoklauf

in Newtown (USA) versucht haben, ihre Schülerinnen und

Schüler zu retten.

Beste/r Musiker/in:

Alle aus meinen Lieblingsveröffentlichungen – siehe unten

– und noch ein paar mehr.

Bestes Album:

Ein bestimmtes bestes Album küre ich auch in diesem Jahr

nicht. Es gab innerhalb verschiedener Stilrichtungen wieder

einige beeindruckende Veröffentlichungen, die ich mir gern

und oft anhöre.

Schönstes Artwork:

ASP Die GeistErfahrer EP in der limitierten Deluxe-Edition,

ASP Eisige Wirklichkeit in der Limited Edition.

Vielversprechendster Newcomer:

Madness of the Night.

Größte musikalische Unzufriedenheit:

So viel tolle Musik, die es zu entdecken gilt, und so wenig

Zeit und Geld dafür.

Ungewöhnlichste Lieblingssongs:

Gotye feat. Kimbra Somebody That I Used To Know, Jupiter

Jones Still.

Cover-Version des Jahres:

Ich stehe nicht so auf Cover-Versionen.

Beste wiederentdeckte Alben:

In This Moment Beautiful Tragedy, Bloodflowerz Dark Love

Poems, Delain Lucidity, Ignis Fatuus In Our Mad Bliss.

Beeindruckendste Live-Band:

Ein gut dreistündiges Lacrimosa-Konzert mit einem

sehr entspannten Tilo Wolff wird noch lange in schöner

Erinnerung bleiben. Auf dem Wave Gotik Treffen fand ich

einmal mehr die Show von MONO INC. sehr mitreißend,

und auch der Auftritt der Dope Stars Inc. in Leipzig war

ausgesprochen gelungen.

Schönstes Festivalerlebnis:

Zu einem gemeinsamen Nachmittag inklusive

Weinverkostung hatten während des Wave Gotik Treffens

2012 Sonja Kraushofer und Oswald Henke eingeladen.

Das Zusammentreffen mit ihnen, ihren Bandkollegen

und einigen sehr netten Bekannten dort habe ich sehr

genossen.

Schönstes Interviewerlebnis:

Ein „schönstes“ gab es in 2012 nicht. Ich durfte mich wieder

mit vielen interessanten, freundlichen, kreativen Menschen

unterhalten.

Beste Filme:

Merida – Legende der Highlands, Die Hüter des Lichts.

Beste TV-Serien:

Navy CIS, Criminal Minds.

Lieblingsschauspielerin:

Pauley Perrette.

Lieblingsbücher:

Ernest Cline Ready Player One, Stephen King Wind.

Getränk des Jahres:

Kaffee.

Wort des Jahres:

„Spinatlasagne“.

2013 will ich endlich...

... schöner, reicher, gesünder und jünger werden.

Persönliche Lieblingsveröffentlichungen 2012:

(Alphabetische Sortierung – Reihenfolge stellt KEINE

Platzierung dar und ist einmal mehr auch nicht vollständig,

befürchte ich.)

ASP Eisige Wirklichkeit

ASP Die GeistErfahrer EP

EYCROMON Awake from the Sleepers

HENKE Herz

Lacrimosa Revolution

Lyriel Leverage

Madness of the Night Voices of the People

Mantus Wölfe

Merciful Nuns Xibalba III

MONO INC. After The War

Nano Infect Circuitry Of Blades

Scream Silence Scream Silence

The Beauty of Gemina Iscariot Blues

The Mescaline Babies Crush

Vogelfrey Zwölf Schritte zum Strick

Lars Schubert

Bedeutsamstes Ereignis:

Ein erkennendes Kinderlächeln.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Beeindruckend dumm: Baschar al-Assad, beeindruckend

ignorant: Peer Steinbrück, beeindruckend zäh: Barack

Obama.

Bester Musiker:

Trent Reznor. Schon wieder? Immer noch!

Bestes Album:

Anathema Weather Systems.

Schönstes Artwork:

Silence Musical Accompaniment for the End of the World.

Vielversprechendster Newcomer:

Lana Del Rey.

Größte musikalische Unzufriedenheit:

GEMA, High End-Kopfhörer kosten ein Vermögen.

Ungewöhnlichster Lieblingssong:

Loreen Euphoria.

Cover-Version des Jahres:

Janus Der Mörder in mir (live).

Bestes wiederentdecktes Album:

2012 war das Jahr der alten Helden – einfach alles von

Peter Gabriel und David Bowie.

Beeindruckendste Live-Band:

Casper und Anathema aufgrund der musikalischen Qualität,

Combichrist wegen des Entertainments.

Schönstes Festivalerlebnis:

Herauszufinden, dass man für stilvolle Dekadenz eine

gewisse Größe benötigt.

Schönstes Interviewerlebnis:

Bill Leeb auf Deutsch zu interviewen und festzustellen, dass

es Gary Zon auch in nett gibt.

Bester Film/beste Serie:

The Dark Knight-Trilogy.

Bester Schauspieler:

Robert De Niro.

Lieblingsbuch:

Wolfgang Herrndorf Tschick, Matt Ruff Ich und die

anderen.

Stadt des Jahres:

Heidelberg ist noch immer schön.

Getränk des Jahres:

DAS Bier, dessen Austrinken mich vom Sisters-Konzert

abgehalten hat.

Wort des Jahres:

„Zugausfall“.

2013 will ich endlich...

... mal nur fünf Minuten an nichts denken müssen.

Top 10 2012:

Anathema Weather Systems

Casper Der Druck steigt (live)

Unzucht Todsünde 8

Marilyn Manson Born Villain

Oomph! Des Wahnsinns Fette Beute

Fear Factory The Industrialist

Biohazard Reborn in Defiance

ROME Hell Money

Dismantled Whole Wide World (EP)

Velvet Acid Christ Maldire

18 - Orkus!


Vielversprechendster

Newcomer:

Lana Del Rey.

Beste Serie:

Twin Peaks („Die Eulen sind nicht, was sie

scheinen...“).

Größte musikalische

Unzufriedenheit:

die ärzte auch und der Rausschmiss von

Anette Olzon.

Ungewöhnlichster

Lieblingssong:

Elsterglanz Waldemar der Brombeerblueser.

Bestes wiederentdecktes

Album:

Tiamat Amanethes.

Bester Schauspieler:

Jeremy Davies.

Lieblingsbuch:

The Secret Diary of Laura Palmer.

Stadt des Jahres: Berlin.

Getränk des Jahres: Kaffee.

Wort des Jahres:

„unfassbar“.

Nadine Ahlig

Bedeutsamstes Ereignis:

19. April 2012.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Ich.

Bester Musiker:

Johan Edlund.

Bestes Album:

Wintersun Time I.

Schönstes Artwork:

My Dying Bride A Map Of All Our Failures.

Beeindruckendste Live-Band:

My Dying Bride (Graspop Metal Meeting –

unfassbar, wie schön Mentaltod sein kann),

Guns N’ Roses (Mönchengladbach) und

Green Day (Berlin).

Schönstes Festivalerlebnis:

Zum ersten Mal Sebastian Bach live sehen,

da stört auch die Uhrzeit und der Regen

nicht (Graspop Metal Meeting) und

Gehacktesklöpse von Mutti (WFF).

Schönstes Interviewerlebnis:

Rouladen und Geschnetzeltes mit Aaron

Stainthorpe futtern und ein Tag auf dem

Bauernhof bei HENKE.

2013 will ich endlich...

... ausschlafen, Urlaub und neue Tattoos.

Zitat des Jahres:

„Alles wird nicht gut.“ (Thomas Sonder)

Top 10 2012:

Wintersun Time I

Tiamat The Scarred People

My Dying Bride A Map Of All Our Failures

Kreator Phantom Antichrist

Anathema Weather Systems

Katatonia Dead End Kings

The 69 Eyes X

Green Day ¡Uno! ¡Dos! ¡Tré!

Moonspell Alpha Noir/Ómega White

Stone Sour House of Gold & Bones Part 1

Fabian Ritter

Bedeutsamstes Ereignis:

Sommerurlaub mit meiner ganzen

Familie in der Bretagne.

Beeindruckendste

Persönlichkeiten:

Alle Demonstranten und Kämpfer des

Arabischen Frühlings. Und grundsätzlich

alle, die für Demokratie, Freiheit und

freie Meinungsäußerung ihr Leben

riskieren.

Tanja Pannwitz

Bedeutsamstes Ereignis:

Unsere Reise an die Westküste der USA

sowie das Akustikkonzert der Dead Guitars

in unserem Wohnzimmer.

Bester Musiker:

Chris Corner.

Bestes Album:

The Crüxshadows As the Dark Against My

Halo.

Schönstes Artwork:

Sagen wir... interessantestes Artwork: Laibach

Reproduction Prohibited.

Vielversprechendster

Newcomer:

Mari Chrome.

Ungewöhnlichster

Lieblingssong:

Patricia Kaas Les hommes qui passent.

Cover-Version des Jahres:

A Forest (The Cure-Cover) von Mari Chrome.

Bestes wiederentdecktes

Album:

X Mal Deutschland Tocsin.

Beeindruckendste Live-Band:

Auch dieses Jahr kam keine Band an HENKE

vorbei.

Schönstes Festivalerlebnis:

Ordo Rosarius Equilibrio auf dem WGT. Ich

habe immer noch Gänsehaut.

Schönstes Interviewerlebnis:

Das Interview mit Rogue von The

Crüxshadows. Ich habe selten so viel

Tiefgang beim Beantworten der Fragen

erlebt.

Beste Serie:

Die erste Staffel von American Horror Story

hat mir richtig gut gefallen.

Lieblingsbuch:

2012 war es eindeutig Ich. darf. nicht.

schlafen. von S.J. Watson.

Stadt des Jahres: Las Vegas!

Getränk des Jahres:

Vacation-Cocktail, weil er mit so vielen

schönen Erinnerungen verknüpft ist.

Wort des Jahres:

„Weltuntergang“. Bin gespannt, was 2013

„in“ ist.

2013 will ich endlich...

... Tage erfinden, die mehr als 24 Stunden

haben.

Top 10 2012:

01. The Crüxshadows As the Dark Against

My Halo

02. Laibach An Introduction To...

03. die perlen Zurück

04. Mari Chrome Georgy#11811

05. Dead Can Dance Anastasis

06. 4LYN Quasar

07. Dead When I Found Her Rag Doll Blues

08. Muse The 2nd Law

09. The Wars Healings

10. The Other The Devils You Know

Schönstes Artwork:

AHAB.

Ungewöhnlichster

Lieblingssong:

Carly Rae Jepsen Call Me Maybe.

Beeindruckendste Live-

Band:

Amphi: MONO INC., Summer Breeze:

ASP, WGT: Sigue Sigue Sputnik.

Schönste

Festivalerlebnisse:

Amphi: auf der Bühne photographieren

bei MONO INC., Summer Breeze: Party

am MH-Stand, WGT: Frühstück mit den

Orkus!-Kollegen.

Bester Film:

Der Hobbit.

Bester Schauspieler:

Johnny Depp (in Dark Shadows).

Stadt des Jahres:

Leipzig – am schönsten an Pfingsten.

Getränk des Jahres:

Wasser.

2013 will ich endlich...

... öfter meine Freunde sehen.

Top 10 2012:

Kraftklub Ich will nicht nach Berlin

Kitty in a Casket Shake your Bones

Und was immer geht, sind: The

Exploited, Volbeat, Metallica, Misfits, Bad

Religion und Die drei ???.

Orkus! - 19


Isabell Köster

Bedeutsamste Ereignisse:

Zuerst Laptopklau und dann Verlust meiner Kamera.

Im Jahr 2012 hatte sich die Technik echt gegen mich

verschworen.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Sylvia Lancaster, die Mutter der im Jahr 2007 ermordeten

Sophie Lancaster. Die Gründerin der Sophie Lancaster

Foundation setzt sich unermüdlich für mehr Toleranz

gegenüber Subkulturen und Andersartigkeit ein. Eine

außergewöhnliche Frau mit einem sehr wichtigen Anliegen.

Beste Musikerin:

Liv Kristine, eine wunderbare Musikerin mit

Gänsehautstimme und echter Herzenswärme.

Bestes Album:

Kathryn Roberts & Sean Lakeman Hidden People –

berührender Folk aus England.

Schönstes Artwork:

Moonspell Alpha Noir/Ómega White, Kamelot Silverthorn,

Tarja Act I.

Vielversprechendste Newcomer:

Aleah, Djerv.

Größte musikalische Unzufriedenheit:

Wegen Magen und Darm nicht zum Wacken 2012 zu

können.

Ungewöhnlichster Lieblingssong:

P!nk Try (irgendwie auch nicht so ungewöhnlich).

Cover-Version des Jahres:

Gangnam Style-Parodie Whitby Gothic Style.

Beste wiederentdeckte Alben:

Tristania World of Glass, Theatre of Tragedy Assembly.

Beeindruckendste Live-Bands:

Moonspell, MONO INC., Leaves’ Eyes.

Schönste Festivalerlebnisse:

Hörnerfest 2012, Dark End Festival.

Schönstes Interviewerlebnis:

Endlich einmal Tuomas von Nightwish interviewen zu

können.

Bester Film/beste Serie:

Dark Shadows/Downton Abbey.

Beste Schauspielerin:

Holliday Grainger (ein Nachwuchstalent aus Manchester).

Lieblingsbücher:

Deborah Harkness Shadow of Night, Stieg Larsson

Millennium Trilogy.

Städte des Jahres:

Newcastle, York (GB) und wie immer Hamburg.

Getränk des Jahres:

Lyme Bay Winery-Met, sehr süß und dunkel.

Wort des Jahres:

„definitiv“.

2013 will ich endlich...

... das, was ich dieses Jahr nicht geschafft habe, tun. Zu

Ende studieren, reisen, Musik genießen und Zeit mit lieben

Menschen verbringen.

Top 10 2012:

1. Kathryn Roberts & Sean Lakeman Hidden People

2. Epica Requiem for the Indifferent

3. Eluveitie Helvetios

4. Moonspell Alpha Noir/Ómega White

5. The Birthday Massacre Hide and Seek

6. Cradle Of Filth The Manticore and Other Horrors

7. Tarja Act I

8. My Dying Bride Kneel till Doomsday

9. Paradise Lost Tragic Idol

10. Liv Kristine Libertine

Manuela Ausserhofer

Bedeutsamstes Ereignis:

Der Abschluss meines Studiums und auch, dass ich Teil von

diesem tollen Team hier werden durfte.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

2012 hat es eigentlich niemanden gegeben, der mich

wirklich beeindrucken konnte. Die musikalische Rückkehr

von Joachim Witt fand ich faszinierend.

Beste Musiker:

Alexander Kaschte (Samsas Traum), Peter Heppner.

Bestes Album:

Samsas Traum Asen’ka – ein Märchen für Kinder und

solche, die es werden wollen.

Schönstes Artwork:

Les Discrets Ariettes oubliées... (Fursy Teyssier ist ein

wahrer Künstler).

Vielversprechendster Newcomer:

Lassen sich Hurts noch als „Newcomer“ bezeichnen?

Triggerfinger war auch toll.

Größte musikalische Unzufriedenheit:

Von Marilyn Manson hätte ich mir auf der Bühne etwas

mehr Motivation und ein paar Outfitwechsel weniger

erwartet.

Ungewöhnlichster Lieblingssong:

Lana Del Rey Summertime Sadness.

Cover-Version des Jahres:

Lolita KompleX feat. Kitty Casket All The Things She Said.

Bestes wiederentdecktes Album:

Summoning Stronghold.

Beeindruckendste Live-Band:

HENKE war Gänsehaut pur, Rob Zombie mit seiner

Megashow muss man auch gesehen haben.

Schönstes Festivalerlebnis:

Latein hat meinen Festivalsommer zerstört, ich freu’ mich

auf den nächsten!

Schönstes Interviewerlebnis:

Mit Peter Heppner zu plaudern, war sehr schön, genauso

spannend war auch das Gespräch mit Chibi von The

Birthday Massacre.

Bester Film/beste Serie:

Bei Suburgatory musste ich oft Tränen lachen, als Film hat

mich die Literaturverfilmung der Tribute von Panem auch

sehr fasziniert.

Beste/r Schauspieler/in:

Da war dieses Jahr keiner dabei, der mich umgehauen hat,

leider.

Lieblingsbuch:

Asoziales Wohnen von Dirk Bernemann.

Stadt des Jahres:

Wien, nur du allein.

Getränk des Jahres:

Nespresso.

Wort des Jahres:

„situationselastisch“.

2013 will ich endlich...

... wieder ans Meer, viele faszinierende Persönlichkeiten

kennenlernen, meine Haare färben, die Tattoolandschaften

auf meinem Körper um Welten erweitern und noch viel

mehr.

Top 10 2012:

1. Samsas Traum Asen’ka – ein Märchen für Kinder und

solche, die es werden wollen

2. The Birthday Massacre Hide and Seek

3. Les Discrets Ariettes oubliées...

4. Eïs Wetterkreuz

5. Alcest Les voyages de l’âme

6. Peter Heppner My Heart of Stone

7. AHAB The Giant

8. Joachim Witt DOM

9. Harakiri for the sky Harakiri for the sky

10. Katatonia Dead End Kings

20 - Orkus!


Lydia Aufschlager

Bedeutsamstes Ereignis:

Ich habe dieses Jahr viel gelernt. Das ist aber nicht

nur einem Ereignis zu verdanken beziehungsweise zu

verschulden.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Meine Lieben, ich glaube, dass in jeder und jedem von

Euch etwas steckt, das ich bewundere.

Beste/r Musiker/in:

Wahrscheinlich irgendjemand, den oder die ich gar nicht

kenne. Spielt an irgendeiner Straßenecke oder ganz allein

für sich.

Bestes Album:

Szeneintern: Chrysalide Don’t Be Scared, It’s About Life

und Die Sektor The Final Electro Solution. Szeneextern:

Plan B ill Manors.

Schönstes Artwork:

Mich hat nichts vom Hocker gehauen. Außer ASPs

GeistErfahrer. Das ist ziemlich cool.

Vielversprechendster Newcomer:

Chrysalide.

Größte musikalische Unzufriedenheit:

Was mich wirklich ärgert, ist die Gleichgültigkeit

(oder sollte ich es schon Ignoranz nennen?), mit der

Diskriminierungen jeglicher Art, ganz besonders aber

Sexismus und Rassismus, behandelt (oder eben nicht

behandelt) werden. Obwohl ich da eher diejenigen, die

Musik konsumieren, in der Verantwortung sehe.

Ungewöhnlichster Lieblingssong:

Was ungewöhnlich ist, liegt wohl am Blickwinkel. Vielleicht

Plan Bs ill Manors.

Cover-Version des Jahres:

Mir ist keine in Erinnerung geblieben.

Bestes wiederentdecktes Album:

Chrysalide hatten ihr Album Don’t Be Scared, It’s About

Life schon Anfang 2011 unter ihrem eigenen Label

herausgebracht. Ich habe es mir auf Empfehlung eines

gemeinsamen Bekannten gekauft und mochte einzelne

Songs, hatte aber damals nicht die Geduld, mich wirklich

in das gesamte Album reinzuhören. Oder ich war noch

nicht so weit. Wie auch immer, durch das Interview dieses

Jahr musste ich mich zwangsläufig noch einmal damit

beschäftigen, und es hat gefunkt. Glück gehabt!

Beeindruckendste Live-Band:

DAF beim Amphi Festival.

Schönstes Festivalerlebnis:

Es sind ganz besonders meine wunderbaren Kolleginnen

und Kollegen, die die Festivals zu Ereignissen machen, an

die ich gern denke und denen ich lange entgegenfiebere.

Viele von euch sind mir sehr wichtig geworden. Das hier ist

eine gute Gelegenheit, um etwas loszuwerden: Danke!

Schönstes Interviewerlebnis:

Chrysalide. Manchmal ist es schön, einfach mal einer

Meinung zu sein... (Ihr seht, ich bin ganz schön verknallt in

diese Jungs.)

Bester Film/beste Serie:

Oh je, das ist schwer... 2 Broke Girls ist auch in der zweiten

Staffel noch großartig. Das Gleiche gilt aber auch für New

Girl.

Beste/r Schauspieler/in:

Ich passe, ich bin ganz schlecht mit Namen!

Lieblingsbuch:

Ist zwar schon etwas älter, aber ich habe es erst dieses

Jahr gelesen: Der eindimensionale Mensch von Herbert

Marcuse.

Stadt des Jahres:

Leipzig. Ich mag sie schon sehr lange, habe mich aber

im Sommer während einer nächtlichen Fahrt auf einem

klapprigen Fahrrad endgültig in sie verliebt.

Getränk des Jahres:

Wodka.

Wort des Jahres:

„Geduld“.

2013 will ich endlich...

... nur noch tierversuchsfreie Kosmetika in den Regalen

finden. Mal sehen, ob das Gesetz durchgeht. Im Übrigen

finde ich es einen sehr lustigen Brauch, dass man, wenn

man etwas ändern möchte, bis Anfang des nächsten Jahres

warten soll.

Top 10 2012:

Die Sektor Inverted Structure

Chrysalide Who’s Still Alive

Plan B Falling Down

Gustav Verlass die Stadt

Dark Horses Traps

DMVA Menschenfresser

Aesthetic Perfection Overcast

PJ Harvey England

The X Let Your Spirit Fly

Grausame Töchter Therapie für Dich

Marie-Luise Henke

Bedeutsamstes Ereignis:

Endlich vollends Erfüllung gefunden zu haben.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Kerstin R., die ihre eigenen Bedürfnisse hintenanstellt, um

ihrem Lebensgefährten in dessen momentaner Situation

beiseitestehen zu können. Ich wünsche den beiden alles

auch nur erdenklich Gute.

Bester Musiker:

Patrick Wolf.

Bestes Album:

Patrick Wolf Sundark and Riverlight.

Schönstes Artwork:

Mondo Sex Head von Rob Zombie. Wie er treffend sagte,

wir kriegen den Arsch und die Amis die Pussy.

Vielversprechendster Newcomer:

Enter And Fall.

Cover-Version des Jahres:

Born To Die in der Version von Patrick Wolf.

Bestes wiederentdecktes Album:

Limp Bizkit Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored

Water.

Beeindruckendste Live-Band:

Rob Zombie (also, das, was John 5 da abgezogen hat, war

schon eine geile Show) und Patrick Wolf.

Schönstes Festivalerlebnis:

Der Auftritt von Rummelsnuff auf dem Wave Gotik Treffen!

Nicht nur, dass Roger Baptist super drauf war, nein, ich

hatte auch noch das Glück auf meiner Seite, dass ich Häusi

Eisenkumpels Feinrippunterhemd abgreifen konnte. Das

gute Stück hat einen sicheren Platz in meiner Wohnung

gefunden.

Schönstes Interviewerlebnis:

Mit Richard von Radio DCS über Peter Alexander und Wien

zu schwärmen, war schon total klasse! An dieser Stelle

noch mal liebsten Dank für das zugesandte Photo!

Beste Serie: Switch reloaded.

Lieblingsbuch:

Zorn – Vom Lieben und Sterben von Stephan Ludwig.

Wort des Jahres:

„Transport-Kuchen-Behälter“.

2013 will ich endlich...

... nun wirklich mal wieder nach Wien, nachdem es

2012 nicht klappte. Habe nun schließlich weitere

Sehenswürdigkeiten aufzusuchen.

Top 10 2012:

Psy’Aviah Tired (Misery rendition)

Patrick Wolf Bitten

Modern Cubism La fille de fabrique

Enter And Fall Push Enter And Fall Down

Lana Del Rey Born To Die

Patrick Wolf Born To Die

Peter Heppner Meine Welt

Q4U Böring

und immer wieder schön, auch wenn älteren Datums

DE_TOT_COR Strawberry Panic

The Creatures Exterminating Angel

Orkus! - 21


Doreen Krase

Bedeutsamstes Ereignis:

Es gab zwei, die mein Leben ziemlich umgekrempelt haben.

Leider waren nicht beide schön...

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Rüdiger Nehberg.

Bestes Album:

AHAB The Giant.

Schönstes Artwork:

Die KAMMER The Seeming and the Real.

Vielversprechendster Newcomer:

Die KAMMER.

Größte musikalische Unzufriedenheit:

Die Tatsache, dass Musik sich immer seltener am kreativen,

künstlerischen Gedanken orientiert, sondern mehr und

mehr Produkt wird und auch gute Musiker verramscht

werden. (Das ist nicht neu, aber dieses Verhalten der

Plattenlabels löst schon ziemliche Unzufriedenheit aus...)

Ungewöhnlichster Lieblingssong:

die ärzte Der lustige Astronaut (eigentlich gar nicht

ungewöhnlich... nur alt) und MIA. Fallschirm.

Cover-Version des Jahres:

Rattilia feat. DJ Käx Ich hab Hass (zu finden bei YouTube).

Bestes wiederentdecktes Album:

Tuxedomoon Solve et Coagula.

Beeindruckendste Live-Band:

The Other, Diary of Dreams (Akustikkonzert).

Schönstes Festivalerlebnis:

Hell Nights in Hamburg (The Other, Blitzkid, Bloodsucking

Zombies From Outer Space, The Fright).

Schönstes Interviewerlebnis:

Ich hatte nur schöne Gespräche mit offenen, interessanten

und lustigen Menschen. Danke dafür!!!

Bester Film/beste Serie:

Der Hobbit... was sonst?

Bester Schauspieler: Matthias Schweighöfer.

Lieblingsbuch:

Der Junge, der Träume schenkte... Schönes Buch!

Stadt des Jahres:

Ahorntal (dort steht die zauberhafte Burg Rabenstein, auf

der wir eine wundervolle Zeit hatten).

Getränk des Jahres:

Sojamilch mit Gerstengras (schmeckt im Abgang etwas

streng nach Heu, ist aber sehr, sehr gesund).

Wort des Jahres:

„Mama“ (das erste Wort meines kleinen, süßen Mannes und

weil ich ständig an meine denken muss).

2013 will ich endlich...

... wieder arbeiten, verreisen, Festivals besuchen.

Top 10 2012:

(in unbestimmter Reihenfolge)

die ärzte auch

Die KAMMER The Seeming and the Real

Faun Von den Elben

Zeromancer Bye-Bye Borderline

The Other The Devils You Know

AHAB The Giant

Faderhead The World Of Faderhead

Pantagruel Nymphidia – The Court of Faerie

Soviet Soviet Summer, Jesus

BerlinskiBeat Gassenhauer

Björn Springorum

Bedeutsamstes Ereignis:

Die Nacht auf dem Gletscher in Kangerlussuaq. Grönland

hat seine Spuren hinterlassen.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Ian. Der busfahrende Australier, der acht Monate im Jahr

durch die Welt reist und überall zu Hause ist. Ein kauziger

Typ und im allerbesten Sinne ein „Original“. Möge er noch

auf vielen Hochzeiten Polka tanzen. Das liebt er nämlich.

Beste/r Musiker/in:

Amanda Palmer und Tina Dico treten gegen die Ghost

Brigade-Mannschaft in den Ring. Ende offen.

Bestes Album:

Wahrscheinlich tatsächlich Oms Advaitic Songs. Oder

doch Amanda Palmer & the Grand Theft Orchestras

Crowdfundingmärchen Theatre is Evil? Stimmungsabhängig.

Schönstes Artwork:

AHAB The Giant.

Vielversprechendster Newcomer:

Legend. Eine Art Depeche Mode aus Island. Genial!

Größte musikalische Unzufriedenheit:

All jene, die Image über Talent und Gefühl stellen. Ich weiß,

sind sehr viele.

Ungewöhnlichster Lieblingssong:

Alles von Lana Del Rey. Obwohl es beinahe wieder en vogue

ist, sie zu mögen.

Cover-Version des Jahres:

Lana Del Rey Blue Velvet.

Bestes wiederentdecktes Album:

Nick Cave and the Bad Seeds Tender Prey.

Beeindruckendste Live-Band:

Insomnium, AHAB, Ghost Brigade, Suicide Silence, In

Gowan Ring, Immortal, Om, Yob, Wolves in the Throne

Room, Tina Dico, My Dying Bride. Dieses Jahr haben mich

viele beeindruckt – vom kleinsten Club bis zur größten

Festivalbühne.

Schönstes Festivalerlebnis:

Vor der agra vom Getränkestand mit Amanda Palmer

beschallt zu werden.

Schönstes Interviewerlebnis:

Marilyn Manson. Schon aufregend.

Bester Film/beste Serie:

Cloud Atlas und der erste Hobbit auf der großen, Game of

Thrones auf der kleinen Leinwand.

Beste/r Schauspieler/in:

Jared Gilman und Kara Hayward aus Moonrise Kingdom.

Noch so ein Anwärter auf den „Film des Jahres“.

Lieblingsbuch:

Nicht von diesem Jahr, aber unvergesslich: Carlos Ruiz Zafón

Der Schatten des Windes.

Stadt des Jahres:

Ilulissat. Und Calw.

Getränk des Jahres:

Carlsberg.

Wort des Jahres:

„Herregud“. Passt immer.

2013 will ich endlich...

... sein.

Top 15 2012:

Om Advaitic Songs

Amanda Palmer & the Grand Theft Orchestra Theatre is Evil

AHAB The Giant

Tina Dico Where Do You Go To Disappear?

Cult of Luna Vertikal

Ufomammut ORO Opus Alter

Alcest Les voyages de l’âme

the Deadfly Ensemble An Instructional Guide For Aspiring

Arsonists

Chelsea Wolfe Unknown Rooms: A Collection Of Acoustic

Songs

CALL me KAT Where The River Turns Black

My Dying Bride A Map Of All Our Failures

Graveyard Lights Out

Der Weg einer Freiheit Unstille

Anathema Weather Systems

Katatonia Dead End Kings

22 - Orkus!


a

„MASKENHAFT“

AuGuST 2013

Orkus präsentiert:

DiE groSSE MASKENbAll-TourNEE 2013

featuring MÄZENATENTUMULT!

19.09.2013 Schwabach, Markgrafensaal

20.09.2013 Potsdam, Waschhaus

21.09.2013 Magdeburg, Altes Theater

25.09.2013 Oberhausen, Turbinenhalle

26.09.2013 Osnabrück, Halle Gartlage

27.09.2013 Bremen, Aladin

28.09.2013 Leipzig, Haus Auensee

02.10.2013 Gießen, Hessenhalle

03.10.2013 Erfurt, Stadtgarten

04.10.2013 Dresden, Alter Schlachthof

05.10.2013 Wiesbaden, Schlachthof

09.10.2013 Saarbrücken, Garage

Tickets im ASP-Online Shop

Weitere Infos unter www.aspswelten.de

10.10.2013 Köln, Live Music Hall

11.10.2013 Hamburg, Markthalle

12.10.2013 Hamburg, Markthalle

16.10.2013 CH-Pratteln, Z7

17.10.2013 Stuttgart, Theaterhaus

18.10.2013 München, Muffathalle

19.10.2013 A-Wien, Arena


„In welch seelische Abgründe

man hinabblickt...“

Tod und Verderben, Gemetzel und Schmerz, Entbehrung, Zweifel und Leiden. Aber auch Abenteuer, neue

Länder, die Verheißung von Ruhm und Reichtum. Der Stoff, aus dem Mythen sind.

Mit Schlafes Bruder tritt ein Projekt aus Berlin an, uns die Zeit der Kreuzzüge näherzubringen. Und so

vielschichtig die Schicksale und Motive der Kreuzfahrer waren, so vielschichtig ist auch die Musik: Gitarren,

Elektronik, chorale Gesänge. Mal mystisch schwebend wie eine Vorahnung im Morgennebel, mal brachial wie

die aufgewühlte See, welche die Kreuzzügler ins Gelobte Land bringen sollte.

Orkus: „Schlafes Bruder“ ist neben der poetischen

Verwandtschaft zum Tod eng mit dem berühmten Roman

beziehungsweise dem dazugehörigen Film verknüpft. Mit

eurem Auftreten und künstlerischen Anliegen hat das

allerdings weniger zu tun. Warum also der Name?

Schlafes Bruder: „Schlafes Bruder“ wurde schon

vor Jahrhunderten als ästhetisches Bild dem christlichen

Todesbegriff entgegengesetzt, zum Beispiel in Bachs Komm,

o Tod, du Schlafes Bruder. Durch die Verfilmung von Robert

Schneiders Roman wurden wir auf dieses Bild aufmerksam.

Es transportiert nicht nur eine sehr mythische Atmosphäre

und passt damit gut zu unserer Musik, sondern hat auch

inhaltlich eine große Nähe zu unseren Texten, wie man ja

schon am Themenkonzept der Kreuzzüge erkennt. Aber

um nun auf den Schlaf zurückzukommen: Erstaunlich

eng ist die Verwandtschaft auch in Phrasen des täglichen

Lebens, mit denen eine Brücke zum Tod über den Schlaf

geschlagen wird. Man spricht von „lebensmüde sein“,

„handeln, als gäbe es kein Morgen“ und so weiter. Sind

das nicht nur stereotype Übertreibungen, sondern ernst

gemeinte Worte, so kann die Motivation dahinter eine

das Leben abstoßende Überdrüssigkeit oder auch eine mit

dem Jenseits spielende Sehnsucht sein, in der das Wort

„Sucht“ steckt. Jenseitssehnsucht als ein umtreibendes

Verlangen nach Vereinigung mit dem Unvergänglichen.

Auch bei den Kreuzrittern findet man das Motiv des Sichunvergänglich-Machens.

Blickt man noch weiter zurück, so

wurzelt dieses poetische Todesbild in den Sagen der Antike.

Eine Erzählung besagt, dass an einem Ort, an dem Tag und

Nacht ineinander übergehen, Thanatos, der Gott des Todes,

verweilt, einer der vorolympischen Götter der griechischen

Mythologie. Er ist nicht so sanft wie sein Zwillingsbruder

Hypnos, der Gott des Schlafes, der als schöner Jüngling

dargestellt wird und die Menschen nur besucht, um sie

aus Mohnzweig und Schlummerhorn mit Schlummer

zu beträufeln. Bezeichnenderweise trägt er Flügel an den

„Schläfen“! Thanatos dagegen sagt man nach, er sei ein

grausamer Gott, der mit Härte den Menschen verschleppt

und ihn nicht mehr loslässt. Er wiederum hat Flügel an

den Füßen. Vor diesem Hintergrund ist auch unser Logo

entstanden. Um nun das Bild abzurunden und den Bogen

zur Ausgangsfrage zu schließen: Wie es das Schicksal

wollte, ist der genannte Autor Robert Schneider nicht nur

Österreicher wie unser Frontmann Fritz, sondern auch Fan

unserer Musik. Er ließ uns also walten und bescheinigte

uns, dass er keine Einwände oder zukünftigen Forderungen

habe. Nun heißen wir also Schlafes Bruder.

O: Ihr greift mit eurem kommenden Debutalbum die

Zeit der Kreuzzüge auf. Was macht diese Ära für euch so

interessant, und wodurch ist das Interesse bei euch erwacht?

Gab es einen bestimmten, konkreten Auslöser?

SB: Als konkreten Auslöser dazu könnten wir bestenfalls

unser allgemeines Interesse an Geschichte nennen. Wobei

die Kreuzzüge ja nicht nur geschichtlich viel zu bieten

haben. Sie strahlen auch eine faszinierende Atmosphäre aus.

Was die Menschen zu solchen Taten antrieb, welches Leid

sie dabei auf sich nahmen und in welch seelische Abgründe

man dabei hinabblickt, können wir nur entfernt erahnen.

Diese Ära stellt für uns eine großartige Kulisse für eine

musikalische Widmung dar. Nicht nur visuell zieht sie uns

in den Bann, sondern mit all unseren Sinnen. Sie ist deshalb

Projektionsfläche für Phantasien, aber gleichzeitig auch

Anstoß für kritische Gedanken zu Moral, Menschlichkeit

und Massenwahn.

O: Wie stellt ihr euch das Leben der Kreuzfahrer – es

waren ja nicht alles Ritter – vor? War es ein Abenteuer?

Eine Entbehrung? Eine lustige, freie Zeit gegenüber dem

sonstigen Alltag? Die Hoffnung auf Reichtum? Oder auf

Ehre? Hatten die meisten wirklich einen religiösen Grund

für ihre Teilnahme?

SB: Die Motivationen waren nicht nur vielfältig, sondern

womöglich auch sehr vielschichtig. Ob Ruhm, Ehre,

Anerkennung, neue Besitztümer, ein höherer sozialer

Stand, oder ob einfach nur Abenteuerlust dahintersteckte,

ob aus Verzweiflung, Armut oder Gewinnerzielungsabsicht,

ob aus Loyalität, Prinzipientreue, Gottesfürchtigkeit oder

gar aus Hass, womöglich spielten all diese Faktoren bei

jedem Einzelnen eine Rolle, mit jeweils unterschiedlicher

Ausprägung. In dem ganzen Tross der Kreuzfahrer war

Absolution jedoch wohl eher nur für die Ritter eine

Triebfeder.

O: Können wir uns, beziehungsweise: könnt ihr euch

überhaupt tatsächlich in das Denken und Fühlen, die

Ängste, Sehnsüchte, Hoffnungen eines Kreuzfahrers

hineinversetzen? Oft genug gelingt uns das ja nicht einmal

24 - Orkus!


„Verflucht man die Entscheidung,

oder nimmt man sein Schicksal an?“

bei unseren nächsten Bekannten oder Freunden wirklich.

SB: Den Blick über den eigenen Tellerrand beginnt man wahrscheinlich

am besten mit eigenen Erfahrungen und Hilfsvorstellungen. Wer

zum Beispiel selbst einmal bei 50 Grad im Schatten durch eine

Wüste gewandert ist, wird sich als Erstes noch einen halben Zentner

Kettenhemd und Rüstung dazudenken und vielleicht anstatt

einer Stunde auch einen Tagesmarsch. Alleine das bringt uns aber

wahrscheinlich schon an die Grenzen unserer Vorstellungen. Nicht

auszumalen, wie es über mehrere Monate oder Jahre wäre, mit

Scheuerwunden, Wüstenstürmen, unstillbarem Durst, Verletzungen,

Krankheiten, Epidemien, Gestank und Leid. Wie steht es dann noch um

die Motivation, wenn ein Kampf ansteht, eine Schlacht? Verflucht man

die Entscheidung, oder nimmt man sein Schicksal an? Was hält einen

noch aufrecht? Es ist aus unserer heutigen Sicht wohl kaum auszumalen,

geschweige denn in Worte zu fassen, was da in einem Kreuzritter vorging.

O: Wäret ihr selbst gern bei einem Kreuzzug dabei gewesen?

SB: Das hängt wohl von der Ausgangssituation ab. Wäre man ein

dem Tod geweihter Verbrecher, auf den das Schafott wartet, und

man bekommt dadurch eine zweite Chance, dann ist die Frage leicht

beantwortet.

O: Sind die Kreuzfahrer für euch Helden?

SB: Das Heldentum aus körperlicher Sicht ist wohl kaum abzustreiten.

Kraft, Geschicklichkeit, Ausdauer, Schnelligkeit... ohne solche Merkmale

wird keiner das Heilige Land erreicht haben. Aus welchem Gedankengut

sich aber der Wille zu solch einem martialischen Kraftakt nährt, ist, wie

man an voriger Antwort schon sieht, wiederum eine andere Sache. Aber

selbst das Heroische eines Kreuzritters, der voller Ideale und frei von

egoistischen Motiven losgezogen ist, um das Heilige Land zu befreien,

könnte aus heutiger Sicht hinterfragt werden. Seinerzeit jedoch wird er im

Zweifelsfall eher ein Held gewesen sein.

O: Waren die Kreuzzügler eurer Meinung nach gegenüber jenen, die zu

Hause blieben, Privilegierte oder aufgrund des immerhin auch drohenden

Todes eher Benachteiligte?

26 - Orkus!


SB: Auch hier lassen sich nicht alle über einen Kamm scheren. Wenn ein

Bewohner des Abendlandes von hohem Rang sein Amt gegen das Schwert

getauscht hat, um Kreuzritter zu werden, wird man in Anbetracht dessen,

was er dafür aufgibt, wohl weniger von „Privileg“ sprechen können als

bei einem Bettler, der beispielsweise die Chance bekam, auf einem Schiff

tätig zu werden. Umgekehrt ist es vom Standpunkt der Verfolgung von

persönlichen Idealen aber sogar ein sehr großes Privileg.

O: Inwiefern haben diese Kreuzzüge damals die Entwicklung der

Gesellschaft vorangebracht? Oder eher zurückgeworfen?

SB: Oha, eine Frage, über die man sich wohl Stunden beschäftigen und

Tage philosophieren könnte. Wann entwickelt sich der Mensch überhaupt

und bleibt nicht auf der Stelle stehen? Nicht die positiven, sondern eher

die negativ bewerteten Umstände oder Erfahrungen sind es, die das

eigentliche Entwicklungspotenzial für ein Individuum darstellen. Wie

ist es aber bei einer Gesellschaft? Man kann davon ausgehen, dass die

kollektiven Reflexionsmöglichkeiten sehr bescheiden sind und leicht an

der Verfolgung individueller Ziele scheitern können. Darum bedarf es

wohl sehr vieler und weitreichender Negativereignisse. Dazu zählen mit

Sicherheit die Kreuzzüge mit ihren zig Millionen Menschen, die dabei

umkamen. Im Rückblick ist festzustellen, dass aus den Kreuzzügen zum

Beispiel die Ritterorden hervorgingen, mit all ihren gesellschaftlichen

Einflüssen, dass der Islam gestärkt wurde und dass die abendländische

Kultur mit orientalischen Gütern und einem regen Handel, vor allem mit

der Türkei, bereichert wurde. Was Mathematik und die Medizin anbetraf,

profitierten die Christen immens, denn ihnen waren die morgenländischen

Gelehrten weit voraus. Die Handelsknotenpunkte der Häfen auf der

Route der Kreuzfahrer wuchsen stark an. Dadurch wurde unter anderem

Venedig zu einer Handelsmacht. Die politische Einflussnahme der Kirche

wuchs auch. West- und Ostkirche vermochten die Kreuzzüge dagegen

nicht zusammenzubringen, wie es dann aber beim Osmanischen und

Byzantinischen Reich der Fall war.

O: Mit Absolution habt ihr bereits eine Single am Start, die zweite folgt in

Kürze. Sind die Auskopplungen exemplarisch für den großen „Rest“ des

Albums? Was erwartet uns noch?

SB: Schlafes Bruder wandelt musikalisch auf den Spuren der Kreuzfahrer

über das Meer, durch die Wüste, bis in den tiefsten Orient und wieder

zurück. Es werden atmosphärische, wuchtige, stürmische, galoppierend

bretternde, aber auch ruhige Passagen beschritten. Mit zwei Singles lässt sich

das schwerlich darstellen. Aber eine gewisse Vorahnung können sie schon

geben. Lasst Euch überraschen und mitnehmen auf eine faszinierende Reise

ins Morgenland.

O: Nach dieser Beschreibung hat bestimmt jeder entsprechende Bilder vor

seinem geistigen Auge. Doch worum geht es in den beiden Singles konkret?

Orkus! - 27


„Lasst Euch mitnehmen

auf eine faszinierende Reise ins Morgenland.“

SB: Absolution steht über allem und bildet

thematisch gleichzeitig Anfang und Ende eines

Kreuzzuges. Es steckt sowohl in der feurigen

Aufrufsrede des Papstes „Deus lo vult“ („Gott

will es“) als auch im verzweifelten Loslassen

des Kreuzfahrers. Heilig dagegen, unsere im

März erscheinende neue Single, beleuchtet das

Seelenleben des kritischeren Kreuzfahrers und

stellt weniger den Antrieb als dessen Zweifel am

gesamten Unterfangen in den Vordergrund.

O: Warum war es euch wichtig, die in den Singles

aufgegriffenen Themen vorab zu veröffentlichen?

Sind sie grundlegend für das Verständnis der CD?

Oder für euch die wichtigsten Punkte zu dieser Ära?

SB: Auch wenn wir schon erfahrene Musiker sind,

gelten wir mit Schlafes Bruder als Newcomer. Da

ist es wichtig, erst einmal Interesse zu generieren.

Betriebswirtschaftlich gesehen, stellen ja Singles

heutzutage sowieso nur ein Marketingtool für

das Album dar. Wir hoffen, dass wir auf diesem

Weg ein Publikum aufmerksam und neugierig

machen können. Für das Verständnis des

Themenkomplexes sind sie sicherlich notwendig,

wobei „Verständnis“ Gedanken in Form von

bewusster Reflexion voraussetzt. Der andere Teil,

der unser Menschsein ausmacht, sind aber die

Gefühle. Und dafür bedarf es nichts, außer sich

das Album anzuhören und sich in die Welt der

Kreuzfahrer fallen zu lassen.

www.schlafes-bruder.com

Axel Schön

Photos: Jens Rötzsch

Line-Up:

Fritz Graner – Gesang

Ricky Grasser – Gitarre

Halid Pestil – Bass

Kris Weller – Keyboard, Synthesizer

Andreas Schulz – Schlagzeug

28 - Orkus!


Tilo Wolff

(Lacrimosa, Snakeskin)

Was hat 2012 so besonders gemacht?

Unser neues Baby in der Lacrimosa-Familie, das

Album Revolution!

Album des Jahres:

Archive With Us Until You’re Dead, nebst Revolution

natürlich!

Überflüssigster Song:

Oh, da gibt es wohl viele, aber deren Namen merke

ich mir nie. Sagen wir pauschal: alles von Chris

Brown. Ein Typ, der seine Freundin verprügelt, sollte

nicht gehypt werden.

Bestes eigenes Konzert:

Ich denke, das war das Abschlusskonzert der Tour in

Hamburg.

Bühnenpanne des Jahres:

Als mir während eines Solos auf der oberen E-Saite

ebendiese gerissen ist und die Ersatzgitarre gerade im

Einsatz war.

Schönstes Artwork:

Wir haben lange und intensiv daran gearbeitet, und

vor allem mag ich nach wie vor die Idee, ein farbiges

Booklet zu einem schwarzweißen Cover zu liefern,

also: Lacrimosas Revolution... sorry!

Vielversprechendster Newcomer:

Ich habe keinen entdeckt.

Cover-Version des Jahres:

Grundsätzlich bin ich kein Freund von Cover-

Versionen. Wenn man das Original mag, wieso sollte

man es nachspielen? Besser wird es nur ganz selten.

Persönliches Highlight:

Dass wir nach über 20 Jahren noch immer ein so

begeistertes Publikum haben dürfen! Das war auf der

Tour ein wirklich schönes Erleben!

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Menschen, die im Laufe des Jahres ihre Versprechen

nicht gebrochen haben, Menschen, die sich treu

geblieben sind.

Erotischste Person:

Wie viele darf ich aufzählen?

Idiot/in des Jahres:

Ach, wir machen alle mal Fehler.

Enttäuschung des Jahres:

Das neue Album von Muse!

Erfreulichste Begegnung des Jahres:

Die mit meinen Freunden!

Größter Verlust:

Mein Privatleben...

Größter Fehler:

Zu vieles auf einmal machen zu wollen/müssen.

Schauspieler des Jahres:

Daniel Craig! Und ich hätte nie gedacht, dass ich

das einmal sagen würde, weil ich Craig in den ersten

beiden Bond-Auftritten überhaupt nicht mochte.

In Skyfall aber war er entspannt, zeigte Humor und

machte endlich eine glaubwürdige Bond-Figur.

Film des Jahres:

Skyfall.

Buch des Jahres:

Die Ökonomie von Gut und Böse von Tomáš Sedláček.

Getränk des Jahres:

Italienischer Rotwein.

Essen des Jahres:

Das hängt von der Jahreszeit ab. Jetzt im Winter ist

es Käsefondue, im Herbst war es Wild, im Sommer

gebratener Fisch mit Olivenöl, und im Frühjahr geht

eigentlich alles.

Stadt des Jahres:

Hamburg!

Persönliches Ziel für 2013:

Mehr Konsequenz in allem!

Konkrete musikalische Pläne für 2013:

Die Geschichte von Snakeskin weiterführen...

Sven Friedrich (Solar Fake,

Zeraphine, Dreadful Shadows)

Was hat 2012 so besonders gemacht?

Für mich waren es sehr viele Konzerte, ich bin viel

gereist und habe sehr viel erlebt, viele neue Leute

kennengelernt...

Album des Jahres:

Smashing Pumpkins Oceania.

Überflüssigster Song:

Oh je, wo fängt man da an? Wenn ihr ein Extraheft

rausbringt, schreib’ ich sie alle auf.

Bestes eigenes Konzert:

Wahrscheinlich Solar Fake in Berlin, am 01.12.2012.

Aber es gab noch einige andere tolle Konzerte.

Bühnenpanne des Jahres:

Nur eine „Fast-Panne“. Beim Solar Fake-Konzert

in Magdeburg (mit Peter Heppner) hatte ich mein

kabelloses Mikrophon im Backstageraum liegen

lassen, der eine Etage über dem Bühneneingang lag.

Als das Intro gestartet wurde, hab’ ich es gemerkt, bin

hochgerannt und hab’ das Mikrophon geholt. Gerade

rechtzeitig war ich auf der Bühne, als ich bemerken

musste, dass auch die Setlist (also der Zettel mit dem

Songablauf) fehlt. Die hat mir dann freundlicherweise

der Backliner von Heppner besorgt und auf den Boden

geklebt. Also alles noch mal gut gegangen...

Schönstes Artwork:

Samsas Traum Asen’ka – ein Märchen für Kinder und

solche, die es werden wollen.

Vielversprechendster Newcomer:

Kann ich leider nicht sagen. Alle guten Platten, von

denen ich in diesem Jahr gehört habe, waren von

Bands, die es schon länger gibt.

Cover-Version des Jahres:

Recoil Dum Dum Girl (Original von Talk Talk).

Persönliches Highlight:

Alles, was 2012 mit Solar Fake zu tun hatte.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Ingrid Newkirk.

Erotischste Person:

Nee, das sag’ ich nicht...

Idiot/in des Jahres:

Philipp Rösler, Angela Merkel, Klaus Wowereit. (Sorry,

konnte mich nicht beschränken.)

Enttäuschung des Jahres:

In Belgien gab es auf jeder Speisekarte, die ich gesehen

habe, Foie gras...

Erfreulichste Begegnung des Jahres:

Peter Heppner und Dirk Riegner. Vor unserer

Supporttour kannte ich sie nicht persönlich, ich bin

froh, dass sich das nun geändert hat.

Größter Verlust:

Glücklicherweise kein nennenswerter Verlust in diesem

Jahr.

Größter Fehler:

Ich hoffe, keinen größeren Fehler gemacht zu haben.

Zumindest habe ich es bisher noch nicht gemerkt.

Schauspieler des Jahres:

Jim Parsons.

Film des Jahres:

Ich hab’ 2012 leider kaum neue Filme gesehen, der

beste von den wenigen war Silent Hill... Na ja...

Immerhin wird man nicht durch ’ne blöde Story

belästigt, man wird überhaupt gar nicht erst durch eine

Story genervt.

Buch des Jahres:

Er ist wieder da von Timur Vermes.

Getränk des Jahres:

Mojito.

Essen des Jahres:

Mein momentanes Lieblingsessen ist Vegetable

Tandoori (indisch), aber solang nichts Tierisches dabei

ist, esse ich nahezu alles.

Stadt des Jahres:

Barcelona. Ist einfach ’ne tolle Stadt...

Persönliches Ziel für 2013:

Den Erfolg von Solar Fake weiter ausbauen.

Konkrete musikalische Pläne für 2013:

Ich hoffe, dass das alles so klappt... Ich plane ein neues

Solar Fake-Album und natürlich Konzerte. Außerdem

arbeiten wir an neuem Material für Dreadful Shadows.

Mal sehen, was daraus wird...

Orkus! - 29


„Generell bin ich kein großer Flüchter.“

Mit The great escape treten A Life [Divided] klar die Flucht nach vorne an. Jener widmen sich die Münchner Electro Rocker auch

textlich, während es soundtechnisch nun merklich härtere Töne aufs Ohr gibt. Fronter Jürgen Plangger, bekannt als Gitarrist von

Eisbrecher, hat mit uns über das neue Werk und die Scorpions geplaudert.

Orkus: Welche musikalischen Neuerungen gibt es auf The great escape?

Jürgen Plangger: Ich glaube, wir sind schon rockiger und Metallastiger

geworden. Die Tempi haben sich geändert. Wir haben zwar

immer noch Balladen und Midtemponummern, aber insgesamt ist es

deutlich schneller. Wir waren die letzten Jahre viel unterwegs und haben

gemerkt, dass solche Songs live richtig viel Spaß machen, weil man auch

einfach einiges rausschreien kann. Die erste Singleauskopplung The last

dance ist jetzt bereits in der dritten Woche in den DAC auf Platz vier und

wird in den Clubs häufig gespielt – es scheint also anzukommen.

O: Inhaltlich dreht sich The great escape um das Thema „Flucht“. Warum

gerade dieses Thema?

30 - Orkus!


Flucht festlegen will. Es ist natürlich offen, sodass jeder einen Teil von

sich selbst wiederfinden kann.

O: Ist es ein Gimmick von dir, die Reihenfolge der Stücke so gewählt

zu haben, dass man eine Entwicklung innerhalb des Albums vermuten

könnte... wenn man allein die Titel betrachtet?

JP: (lacht) Sehr schön! Nein, das war so nicht gedacht. Wir haben

die Songs musikalisch ausgewählt und nicht inhaltlich. Ich finde

es aber sehr cool, wenn man deuten und einen Sinn hinter etwas

sehen kann, was von uns gar nicht beabsichtigt war. Daran siehst du,

wie individuell und persönlich so etwas ist, wenn du sogar aus der

Trackliste eine Geschichte bauen kannst.

O: Und wie stehst du persönlich zum Thema „Flucht“?

JP: Generell bin ich kein großer Flüchter. Letztes Jahr musste ich aber

schon lernen, etwas umzudenken – gar nicht aus eigenem Antrieb,

sondern eher bedingt aus meinem Umfeld. 2012 hatte irgendwie

jeder aus der Band eine kleine Art Flucht hinter sich.

O: Themawechsel: Du hast mit Eisbrecher die Scorpions auf Tour

supportet. Erzähl’ mal!

JP: Wir waren in München in der Olympiahalle... besonders

emotional. Alex war dort 1984 auf seinem allerersten Rockkonzert.

Es war von uns allen ein Traum, einmal in dieser Halle zu spielen. Es

war sehr erhaben, und ich habe es in vollen Zügen genossen.

O: Inwieweit lässt du deine Erfahrungen von Eisbrecher bei A Life

[Divided] einfließen, beziehungsweise: wie befruchten sich die Bands

gegenseitig?

JP: Ich lerne bei Eisbrecher natürlich unglaublich viel und schaue mir

auch einiges ab. Ist immerhin eine gestandene Größe. Musikalisch

ist es eher weniger übertragbar, da A Life [Divided] ja doch in eine

andere Richtung geht.

O: In welcher Rolle fühlst du dich letztendlich wohler – Fronter oder

lieber im Hintergrund?

JP: Das ist schwer zu sagen, da beide Rollen so verschieden sind

und beide ihre Vor- und Nachteile haben. Als Frontmann stehst

du im Mittelpunkt und musst schalten, walten und lenken, was

natürlich wieder eine Verantwortung ist. Bei Eisbrecher ist alles

professionalisiert, sodass die Verantwortung auf vielen Schultern liegt

und du als Einzelperson freier sein kannst. A Life [Divided] ist mein

eigenes Baby, und wenn das wächst und gedeiht, bin ich natürlich

glücklich. Aber es haben wirklich beide ihre extrem coolen Seiten.

JP: Genau, bis auf wenige Ausnahmen geht es darum. Warum das

so ist, kann ich dir nicht beantworten. Ein Album schreibt sich ja

nicht wie ein Buch. Jeder Song steht für sich. Doch dann fiel mir auf,

dass sich ein Dreiviertel der Songs mit der Thematik des Flüchtens

beschäftigt. Manchmal ist man gefangen, möchte ausbrechen und

kann aber nicht – aus einem Job, aus einer Beziehung, aus dem

Leben oder aus dem Alltag. Es gibt immer Menschen, die einem

nicht guttun, oder man ist nur aus Abhängigkeit mit jemandem

zusammen... oder diverse andere Aspekte, die einen erdrücken,

ersticken und damit das ganze Leben negativ machen. Man kennt

dieses Gedankenspiel ja – man möchte einfach auf einen Knopf

drücken, alles resetten und neu starten. Um dieses Gefühl geht es

hauptsächlich. Wobei ich keinen Song auf eine bestimmte Art von

O: Holst du dir von Alex ab und zu auch mal Frontmanntipps?

JP: Eigentlich nicht. Natürlich schau’ ich mir etwas ab, aber am Ende

ist das Allerwichtigste, dass du da oben authentisch bist. Ich versuch’

einfach nur ich selbst zu sein... das ist das Wichtigste.

www.a-life-divided.de

Nadine Ahlig

Discographie (Alben):

Passenger (2011)

The great escape (2013)

Line-Up:

Jürgen Plangger – Gesang

Mike Hofstätter – Gitarre

Tony Berger – Gitarre

Toby Egger – Bass

Erik Damköhler – Programmierung, Keyboard, Gitarre

Korl Fuhrmann – Schlagzeug

Orkus! - 31


„Wir sind an einem Scheideweg...“

Immer kürzer scheinen die Jahre zu werden, dafür immer länger die Liste dessen, was man eigentlich unbedingt noch tun wollte. Geht

es Dir auch so? Umso erstaunlicher ist es, wie viel manche Künstler in zwölf Monaten doch schaffen. ASP sind sicherlich ein gutes

Beispiel. Zum Jahreswechsel aber vernahmen wir auch hier ein kurzes Innehalten, Frische-Kräfte-Sammeln. Verbunden mit einem

Rückblick und neuen Plänen.

Orkus: Du bist zum Jahreswechsel und in den ersten Januartagen

wahrhaftig mal im Urlaub. Nutzt du diese Zeit auch aktiv zur Reflexion

über das zu Ende gegangene Jahr?

Asp: Nun, ich habe mir zwischen den Jahren tatsächlich vier ganze Tage

fernab des üblichen ASP-Trubels gegönnt, um einfach mal woanders

anders zu sein. Richtigen Urlaub hat man ja sowieso nie in meinem

Job. Natürlich ist das Jahresende auch bei mir eine gute Gelegenheit,

die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Ich bin zwar

jemand, der eigentlich regelmäßig das Geschehene reflektiert, um so

voranzukommen, wie ich das schön finde, aber dadurch, dass die Welt

sich um Weihnachten herum in unseren Gefilden etwas langsamer zu

drehen scheint, ist es eine passende Gelegenheit, etwas tiefer zu forschen

und auch zu analysieren. Das muss sein, und ich habe es gerade in den

vergangenen Jahren bei mir mit großer Wirkung für meine geistige

Hygiene etablieren können. Ohne das Vergangene so zu verarbeiten,

könnte ich nichts optimieren, nichts lernen.

O: War dein Jahr 2012 eher ein gutes oder ein schlechtes, im Vergleich

zu anderen?

Asp: Es war im Vergleich und außer Konkurrenz ein sehr, sehr schönes

Jahr. Ich blicke zurück auf einen prall gefüllten Festivalkalender, bei

dem im Nachhinein das lachende Auge überwiegt, wenngleich mich der

Ausblick auf ein etwas weniger straffes Live-Programm in 2013 auch

zufrieden macht, da wir jede Minute brauchen werden, um das neue

Album pünktlich fertig zu bekommen. Wir blicken zurück auf eine

„Mini-CD“, die es wirklich in sich hatte – diese sechs Songs machen

mich so dermaßen stolz und glücklich, dass es vermutlich niemand so

richtig nachzuvollziehen vermag. Die GeistErfahrer EP war die richtige

Medizin zum richtigen Zeitpunkt und hat bei mir voll eingeschlagen.

Ich höre die Songs unglaublich oft. Wir hatten so wenig Presse wie

schon seit Hast Du mich vermisst?-Zeiten nicht mehr, und die Fans

haben es echt rausgerissen. So viel positive Resonanz und lobende

Worte, das hat uns Energie in diesen schwierigen Zeiten geschenkt!

Von der „GeistErfahrer“-Tour bin ich immer noch völlig euphorisiert.

Und das nicht, weil wir den besten Zuschauerschnitt aller Zeiten feiern

konnten. Nicht, weil die Fans uns unsere neue CD geradezu aus den

Händen gerissen haben. Nein, vor allem deshalb, weil die Setlist uns

allen auf der Bühne so einen unglaublichen Spaß gemacht hat. Selbst

der sonst so schweigsame Tossi fand lobende Worte für das Programm,

und das will was heißen. Die Spielfreude ist auf jedes einzelne Publikum

übergeschwappt, hat Zweifel und Ängste fortgespült, und so durften wir

eine Konzertreise voller Harmonie und magischer Momente erleben. Ein

Karrierehighlight für mich! Wenn es rückblickend überhaupt Negatives

gab, dann war es natürlich der erneute Einbruch im physikalischen

Tonträgermarkt. Das hat viel zermürbende Gedankengänge ausgelöst

und uns gezwungen, stark umzudenken und uns neu aufzustellen. Das

tat weh, war aber äußerst reinigend.

O: Gab es 2012 Erlebnisse oder Erfahrungen, an die du lieber nicht

erinnert werden möchtest?

Asp: Klar, so ist das Leben nun mal: Höhen und Tiefen. Die

Umbesetzung in unserer Live-Band war natürlich für einige Fans ein

kleiner Schock, aber ich denke, es wurde sowohl öffentlich als auch

hinter vorgehaltener Hand längst genug darüber geredet, und ich bin das

Thema leid. Tossi und ich haben uns gezwungenermaßen als die beiden

„alten Hasen in der Live-Band“ sehr ergebnisorientiert und professionell

engagieren müssen. Und so hatte auch diese Sache wieder etwas Gutes,

denn wir haben durch die Probleme gemerkt, dass wir viele Ansichten

teilen, die gleichen Einstellungen und Tugenden wertschätzen, und dass

der Grund, warum wir Musik machen, viel mit einer Lebenseinstellung

zu tun hat, die uns antreibt. Die Freundschaft mit ihm nach so vielen

Jahren noch einmal auf eine neue Stufe zu heben, das hat mir viel bedeutet

und war für mich eines der Highlights 2012. Viel einschneidender

für mich ganz persönlich waren andere Dinge... Wie schon erwähnt:

Wir sind mittlerweile an einem Scheideweg angekommen, was die

Produktion unserer schönen Alben angeht. Ein wahnsinnig emotionales

und belastendes Thema. Alex Storm, unser Labelchef, und ich hatten

nicht weniger als ein halbes Dutzend Masterpläne für das Jahr 2013 und

den Fremder-Zyklus, Teil 2. Wir mussten alle wieder über den Haufen

werfen und komplett neu durchgrübeln. Es war ein schwerer Prozess

und auch ein ziemlich frustrierender für mich als Musiker. Mittlerweile

ist völlig klar, dass sich ein ASP-Album für mich nicht mehr durch die

dazugehörigen Einnahmen refinanzieren lässt. Zumindest nicht auf

herkömmlichen Wegen. Das ist erst mal so, und ich versuche, damit

so umzugehen, dass es in mir nicht diese Verbitterung auslöst, an der

ich so viele meiner Kollegen habe erkranken sehen. Natürlich haben

die Musiker recht, wenn sie sagen: „Es wird ja nicht weniger Musik

konsumiert, es will nur kaum einer mehr Geld dafür ausgeben.“ Klar

haben sie recht, wenn sie sagen, dass über das Thema falsch diskutiert

wird. Aber hey: Was hilft mir das Wissen? Ich muss nun erst mal mit den

Fakten kalkulieren, und wenn ich weitermachen will, muss ich mir was

ausdenken. Klar, ein bisschen etwas davon kann man mit den legalen

Downloads abfedern. Aber ich bin nun mal ein Albumkünstler und kein

„Single“- und Airplaymusiker. Bei iTunes & Co. jedoch werden zu 95

Prozent Einzelsongs gekauft. Wow. Was macht das denn aus einer am

Album orientierten Band wie ASP? Heute hat ein Song genau noch eine

Minute Zeit, um zu zünden, und das war’s. Okay. Das mag so sein, doch

dann muss ich für mich einen Weg finden, mit dieser gesellschaftlichen

Entwicklung klarzukommen. Ich mache leider nicht diese Art Musik.

O: Hast du für dich aus dem 2012 Erlebten für 2013 Lehren,

Konsequenzen gezogen?

Asp: Du weißt doch: „Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten

Vorsätzen.“ Ich habe auch 2012 wieder eine Menge lernen dürfen, habe

mich zum Beispiel stark mit dem Problem beschäftigt, wie viel man

heute als „Rockstar“ den Fans gegenüber zu leisten hat. Das Internet

und die vielen Wege des direkten Kontaktes sind natürlich eine schöne

Möglichkeit, mit den Fans in direktem Gespräch zu sein. Aber auch,

sich ständig einem Hagel von größeren und kleineren Nörglereien,

Bittgesuchen und schlichtem Entertainmentbedarf ausgesetzt zu sehen.

Ich bin jemand, der da schnell auf den Leim geht und viele Stunden

des Tages damit vertrödeln kann. Und plötzlich merkt man, dass viel

„richtige Arbeit“ liegen geblieben ist. Da habe ich mir den Vorsatz gefasst,

mich etwas rarer zu machen und die Fans lieber mit mehr künstlerischem

32 - Orkus!


Output zu entschädigen. Das wird sehr, sehr schwer werden, auch weil

man eine einmal gewährte Gunst nur sehr schwer wieder zurücknehmen

kann, ohne die Leute sauer zu machen.

O: Hat dich das Jahr 2012 vorwiegend Kraft gekostet oder dir frische

Kraft, neue Motivation gegeben?

Asp: Zum ersten Mal in einem halben Dutzend Jahren hielt es sich

wirklich in etwa die Waage, was den In- und Output der Kräfte angeht.

Leider habe ich unterdessen trotzdem gemerkt, dass die Altlasten der

vergangenen Jahre sich sehr hartnäckig verkrustet bewahrt haben und

mich vermutlich noch eine Weile beschäftigen werden. Doch sind wir

ehrlich, wenn man eine Kerze an beiden Enden anzündet, dann hat

man mehr Licht, aber man muss auch ganz schön Gas geben, um seinen

Kram erledigt zu kriegen. Und ich habe viel vor. Huch, ich wiederhole

mich doch nicht etwa. (lacht)

O: Du hast 2012 das wirklich gelungene Büchlein Der Fluch

veröffentlicht, an welchem du lange gearbeitet hattest. Wird es solcherart

Kunst in Zukunft häufiger von dir geben, eventuell sogar bereits 2013?

Asp: Es hat mir viel zu viel Spaß gemacht! Ganz sicher werde ich so

etwas wieder machen. Aber 2013 ist sehr vollgepackt, ich denke, das

wird sicher etwas länger dauern, zumindest bis zum Erscheinen. Die

erste Jahreshälfte ist 24 Stunden am Tag für die neue ASP-CD reserviert.

Und danach müssen wir sehen, ich habe da einige interessante Gespräche

geführt, und es ist gut möglich, dass wir nach Fremder-Zyklus, Teil 2 ein

ganz spezielles und tolles Zwischenalbum angehen können.

O: Nimmst du dir auch privat für 2013 etwas Konkretes vor?

Asp: Ja. Mehr von allem. Weniger vom Stress. Mich weniger von

Kleinigkeiten aufregen zu lassen. Und vor allem: gesünderes Leben! Ich

fürchte, wenn man ein so diszipliniert arbeitender Mensch ist wie ich,

dann lässt man in dem gesundheitlichen Bereich dafür gerne mal die

Zügel schleifen. Das rächt sich, wenn man keine 20 mehr ist.

O: Was müsste 2013 vollkommen anders laufen, damit du am Ende

zufrieden sein könntest?

Asp: Das wird nicht passieren, bevor diese Welt sich nicht völlig

gewandelt hat und der Mensch seine Verantwortung begreift, die er mit

dem großen Geschenk der Natur, der Fähigkeit zum Denken, erhalten

hat. „Seht her, ich trage Trauer...“ Aber das ist wohl die Krux an meinem

Dasein, nicht wahr. Ich wünsche auf jeden Fall allen Orkus!-Lesern ein

wirklich tolles 2013 mit vielen tiefen und aufregenden Gefühlen darin,

Zufriedenheit und Gesundheit.

www.aspswelten.de

Axel Schön

Discographie (Alben):

Hast Du mich vermisst? – Der Schwarze Schmetterling I (2000)

:Duett – Der Schwarze Schmetterling II (2001)

Weltunter – Der Schwarze Schmetterling III (2003)

Aus der Tiefe – Der Schwarze Schmetterling IV (2005)

Requiembryo – Der Schwarze Schmetterling V (2007)

Zaubererbruder – Der Krabat-Liederzyklus (2008)

AKOASMA – Horror Vacui Live (live, 2008)

Von Zaubererbrüdern – Live & Unplugged (live, 2009)

fremd – Fremder-Zyklus, Teil 1 (2011)

Line-Up:

Asp – Gesang

Sören Jordan – Gitarre

Lutz Demmler – Gitarre, Live-Gesang

Andreas „Tossi“ Gross – Bass, Live-Gesang

Stefan Günther – Live-Schlagzeug

Orkus! - 33


„Wie Erdnussbutter und Marmelade...“

Cindergarden... ein Name, dessen Klang bereits etwas Geheimnisvolles umweht. Nicht von ungefähr: Das mystische amerikanische

Projekt veröffentlicht mit Lunar Phases – Winter Solstice EP weit mehr als einen womöglichen Albumvorgeschmack. Gehüllt in feinste

Melancholie, umgarnt durch verlockende Unschuld und dargeboten mit der sensationellen Stimme von Jaymie Valentine, zieht der

filigran gefertigte, gotische Electro sofort in einen tiefen Vollmondbann.

Orkus: Welche Mondphase magst du am

liebsten?

Jaymie Valentine: Alle haben sie ihren

Sinn und ihre Schönheit. Ich bin jemand, der

Dich zwingt, sofort mit mir rauszukommen

und den Mond zu betrachten, wenn er

besonders betörend aussieht. Das kann in jeder

Mondphase geschehen. Natürlich beeinflussen

auch andere Planeten die dramatischen

Aufführungen des Mondes – ganz zu schweigen

von Ebbe und Flut, die etwas wirklich

Wunderbares sind.

O: Seit Urzeiten ist der Mensch vom Einfluss

des Mondes auf sein Leben überzeugt. Du

auch?

JV: Der Schlüssel liegt in den Frequenzen und

Lichtemissionen. Wohl jeder von uns würde

einige Verhaltensauffälligkeiten bei bestimmten

Lichtverhältnissen feststellen, schaute man nur

mal genau hin. Das ist auch das Grundkonzept

hinter dem Titeltrack. Er besagt, dass gewisse

Dinge eben einfach einen Einfluss auf uns

haben. Ob wir wollen oder nicht.

O: Hast du denn beispielsweise Schlafprobleme

bei Vollmond?

JV: Das vermag ich beim besten Willen nicht

zu sagen: Momentan habe ich jede Nacht

Schlafprobleme.

O: Was dir zumindest genügend Zeit verschafft,

den Mond zu betrachten. Was fühlst du, wenn

du ihn am Firmament prangen siehst?

JV: Noch immer Erstaunen. Immer und

immer wieder Erstaunen.

O: Was erklären dürfte, weshalb du deiner EP

den Namen Lunar Phases („Mondphasen“)

verpasst hast...

JV: Die EP ist ja nach dem gleichnamigen

Stück getauft. Ich wusste im Vorfeld, dass

ich Inspiration für ein neues Lied suchte.

Doch noch mehr suchte ich nach mystischer

Führung. Ich hatte ein paar unschöne

Angelegenheiten zu verarbeiten, die ich intuitiv

mit dem Anwachsen und Abnehmen des

Mondes verglich. Ich hoffte, durch Meditation

über den Mond tiefere Einblicke in meine

Situation erhalten zu können, was den EP-

Titel zu einer Metapher für Beziehungen und

zum Spitznamen für eine ganz bestimmte

Person in meinem Leben macht.

O: Auch musikalisch ist Lunar Phases

der prädestinierte Begleiter für einen

mondsüchtigen Schlafwandler.

34 - Orkus!

JV: In der Tat wohnt den Songs etwas sehr

Träumerisches inne – ich denke also wirklich,

dass sich auch Schlafwandler für diese Klänge

entscheiden würden.

O: Natürlich nicht nur die: Deine

wegweisenden Cover-Versionen von

Soundgardens Black Hole Sun und Leonard

Cohens Everybody Knows sollten jeden Freund

tiefer Atmosphären verzaubern. Warum gerade

diese Stücke?

JV: Nun, Everybody Knows ist zunächst mal

ein Lied mit schlicht perfekten Lyrics. Black

Hole Sun ist ungemein surreal und verhext.

Außerdem passen sie thematisch so gut

zusammen wie Erdnussbutter und Marmelade.

O: Der verwunschene Titeltrack ist deine

Eigenkomposition. Ist er als Kostprobe eines

folgenden Albums zu verstehen?

JV: Die EP handelt im Grunde davon,

gestärkt aus einer Krise hervorzugehen. Auf

früheren Alben habe ich meinen Gesang stets

verfremdet oder leiser abgemischt, ich tauchte

auch nie im Artwork auf. Die Qualität des

Songs ist jedenfalls ein guter Indikator dessen,

was da kommen wird.

O: Deine Nähe zur Natur spiegelt sich nicht

zuletzt im Untertitel Winter Solstice EP. Feierst

du Jahresfeste wie jene Wintersonnenwende?

JV: Ereignisse wie dieses sind mit einer ganz

besonderen Energie aufgeladen. Was ich als

Feier jenes Tages erachte, ist vielleicht kaum

mehr als ein Anerkennen dieses Datums.

2012 hatte ich eine Einladung zu einer

Dark Psy Trance-Party mitten im Wald,

was zugegebenermaßen verführerisch klang.

Stattdessen konzentrierte ich mich aber lieber

auf meine EP... ein geziemendes Opfer, wie ich

finde.

O: Bist du in der Winterzeit mit ihren dunklen

Nächten kreativer als sonst?

JV: Nicht zwangsläufig. Manchmal nutze ich

diese Zeit eher, um zur Ruhe zu kommen. In

diesem Winter hatte aber beides seinen Platz –

das Schöpferische und die Ruhe.

O: Überhaupt scheint bei dir kein Mangel

an Kreativität zu herrschen. Die Kunst,

welche deinen Sound um Bilder, Videos oder

Kostüme erweitert, ist stets sehr aufwändig und

der Musik angemessen. Warum ist dir das so

wichtig?

JV: Ich will, dass Cindergarden originell

und klischeefrei klingt... und dasselbe soll für

das ganze Drumherum gelten. Ich will, dass

meine Kleidung interessant wirkt, und bin mir

durchaus der Komik bewusst, wenn ich mit

Hasenohren oder Aufklebern im Gesicht vor

die Tür gehe. Jeweils abhängig von dem, was

gerade in meinem Leben vor sich geht, genieße

ich es sehr, mich mittels vieler verschiedener

Medien auszudrücken.

O: Dem Zufall ist also nichts überlassen.

Das gilt auch für den Namen Cindergarden,

der einerseits einen „Garten aus Asche“,

andererseits den „Kindergarten“ wachruft, der

in diesem Fall ein Hort zu Grabe getragener

Unschuld ist.

JV: Oh, vielen Dank! Ich wählte den Namen

ob seiner geheimnisvollen Aura. Auch ist er

visuell sehr stark, und das ist mir als Begleiter

der Musik sehr wichtig.

O: Bleibt die Frage, was das Essenzielle an

Cindergarden ist?

JV: Die Atmosphären. Ich liebe es,

sie zu erschaffen, und betrachte diese

stimmungsreiche Ausstrahlung als Zentrum

Cindergardens. Doch sie sind nicht alles:

Ich tue, was ich tue, weil das Leben für viele

so seltsam, intensiv und schwierig ist – mich

eingeschlossen. Ich mache Musik, seit ich klein

war, und nutzte sie seit jeher als Fluchtweg.

Als Weg in eine Welt, die ich nur nach

meinen eigenen Regeln gestalten konnte, und

deren musikalische Seite ich auch als Hörerin

spannend fände. Cindergarden ist meine Art,

mit Euch allen in Kontakt zu treten. Deshalb

befindet sich mein ganzes Ich in der Musik.

www.cindergarden.com

Björn Springorum

Discographie (Alben):

Underground Light Machine (2006)

The Clandestine Experiment (2008)

Grim Confections (2009)


„Aus dieser Idee könnte sogar etwas werden.“

Schon Charles Darwin wusste, dass nur jene Arten überleben, die es schaffen, sich ihrer Umwelt anzupassen und kontinuierlich zu

vermehren. Dass es evolutionsbiologisch also eher fatal wäre, sich nicht dem „Härter, schneller und lauter“ der Electro-Fans zu beugen, ist

auch Combichrists Chef Andy LaPlegua klar. Dennoch tut er mit dem Soundtrack No Redemption zum Videospiel Devil May Cry genau das

und stellt ein Instrument an vorderste Front, welches in Industrial-Kreisen durchaus als Schimpfwort gelten könnte: die Gitarre!

Andy LaPlegua: Natürlich ist mir einerseits

bewusst, dass wir alteingesessene Fans eventuell

verschrecken, andererseits ist der Soundtrack

für ein Game eine ganz spezielle Sache und

muss nicht zwingend mit der künftigen

Ausrichtung von Combichrist zu tun haben.

Bereits bei Making Monsters haben wir einen

weiteren Entwicklungsschritt vollzogen, das

Tempo ein wenig herausgenommen und mehr

Atmosphäre in unsere Musik eingebracht.

Würden wir ausschließlich den Wünschen der

Fans entsprechen, klängen wir womöglich

irgendwann nach Scooter.

Orkus: ... die seltsamerweise schon seit vielen

Jahren ziemlich erfolgreich sind.

ALP: Das mag stimmen, aber eine Menge der

aktuellen Industrial-Bands klingen nach diesem

stupiden Techno-Brei der Neunziger, und daher

war mir No Redemption sehr willkommen, um

unseren Sound ganz bewusst um eine zusätzliche

Facette zu erweitern. Wer hätte gedacht, dass

Combichrist ein Album veröffentlichen, das

zum Teil an Metalcore erinnert? Und vielleicht

bietet unser nächstes Release nur klassischen

EBM? Sicher ist jedenfalls, dass es wieder

elektronischer wird.

O: Dabei hätte wohl niemand was dagegen,

wenn ein Teil der Aggression von No Redemption

erhalten bleibt, denn die war vor allem bei

euren Konzerten zu spüren. Ist es überhaupt

schwierig, sich jahrelang den Allerwertesten

abzuspielen und das Publikum immer wieder

neu unterhalten zu müssen?

ALP: Klar ist es schwer, sich stets etwas

einfallen zu lassen, und am Ende schien es gar

unmöglich, etwas zu machen, das wir nicht

bereits in den letzten fünf Jahren getan hatten.

Eine wirklich andere Show, die sich von ihren

Vorgängern abhebt, kann es meines Erachtens

nur nach einem neuen Album geben. Doch

auch da sollten natürlich wieder die alten

Songs gespielt werden. Kurzum: Das alles sind

Gründe, weswegen wir das Touren vorerst

einmal gestoppt haben. Unsere Zukunftsvision

ist es, dass die nächsten Konzerte zwar die

gleiche Energie haben wie zuletzt, sich aber

trotzdem völlig anders anfühlen.

O: Dann wäre doch ein Live-Album oder

eine DVD als vorläufiger Schlusspunkt nicht

schlecht, oder?

ALP: Du wirst lachen, aber das nehmen wir

uns jedes Jahr aufs Neue vor, und bislang ist

nie etwas Spruchreifes daraus geworden. Uns

fehlt einfach die Zeit. Natürlich könnte ich

Firmen für das Filmen, Schneiden oder Mixen

anheuern, doch da besteht leider das Problem,

dass ich immer bei allem mitmischen will und

ungern Dinge aus der Hand gebe. Wenn ich also

mal zu viel Zeit habe und mir noch eine Lösung

einfällt, wie wir die Energie von der Bühne auf

Film bannen können, ohne dass den Leuten

durch allzu heftige Schnitte beim Anschauen

schlecht wird, könnte aus dieser Idee sogar etwas

werden.

O: Kehren wir noch mal zu No Redemption

zurück. Habt ihr einen Bekannten in der

Marketingabteilung des Entwicklers von Devil

May Cry sitzen, oder wie ist man gerade auf

Combichrist gekommen?

ALP: Das war tatsächlich ein riesiger Zufall.

Der Gamedesigner fragte einen Freund von mir,

ob er nicht eine Band kennen würde, die wie

Combichrist klingt. Und mein Freund sagte:

„Nein, aber ich kenne Combichrist.“ Daraufhin

hat mich der Designer angeschrieben, und so

begann unsere Zusammenarbeit. Als ich ihm die

ersten, eher Metal-lastigen Stücke präsentierte,

fragte er mich zwar leicht entgeistert, ob

Combichrist jetzt so klingen würden, ließ mir

jedoch trotzdem vom Start weg absolut freie

Hand. Ich denke, unsere Musik kommt im

Zusammenspiel mit dem Game wunderbar zur

Geltung, denn ich habe vor allem versucht, die

Emotionen in den Kampfszenen einzufangen

und sie das Tempo und die Energie der Tracks

bestimmen zu lassen.

www.combichrist.com

Lars Schubert

Photo: Gili Shani

Discographie (Alben):

The Joy Of Gunz (2003)

Everybody Hates You (2005)

What The F**k Is Wrong

With You People? (2007)

Today We Are All Demons (2009)

Making Monsters (2010)

No Redemption (2013)

Line-Up:

Andy LaPlegua – Gesang

Abbey Nex – Live-Gitarre

Z. Marr – Keyboard

Shaun Frandsen – Percussion

Joe Letz – Schlagzeug

36 - Orkus!


DJ Michelle

Derzeit aktiv: Ringlokschuppen in Bielefeld, Hyde Park in Osnabrück,

Eisenlager in Oberhausen, Matrix in Bochum.

Clubdebut: 1996 Zweischlingen Bielefeld.

Bisherige Clubs: PC69 Bielefeld, Musikbox Minden, Soundgarden

Dortmund.

Ich wurde DJ, weil

ich nix anderes kann.

Nee, Spaß! Musik war

schon immer mein

Steckenpferd, seit ich in

die Pubertät kam. Damals

hab’ ich zwar noch Pet

Shop Boys, SNAP! und

Adamski gehört, aber die

elektronischen Wurzeln

waren schon sehr früh

da. Später kam auch das Interesse für die Gitarren und die rockige

Musik dazu. Meine erste Disco und spätere Wirkungsstätte PC69

hat dann mein tiefes Interesse für Musik wirklich geweckt und

vertieft, und ich habe auch relativ schnell angefangen, selbst Musik

zu machen. Leider ist das durch Schule, Arbeit und Studium in den

Hintergrund geraten. Aber als ich gefragt wurde, ob ich mal Lust

hätte, als DJ aufzulegen, war ich sofort dabei und bin es bis heute

geblieben.

Musikalische Wurzeln: Front 242, Klinik, Die Form, Skinny

Puppy, Tool.

Persönliche Alltime-Top 10:

Tool Forty Six & 2

Skinny Puppy Candle

Klinik End Of The Line

Front 242 U-Men

The Prodigy alles

Wipers Window Shop For Love

Fliehende Stürme Satellit

Placebo Infra-Red

Nine Inch Nails Something I Can Never Have

Muse New Born

Meistgehasste Top 3:

Rage Against The Machine Killing In The Name

System Of A Down Chop Suey!

Disturbed Down With The Sickness

Obwohl, eigentlich könnte man die auch mal wieder spielen...

Aktuelle Club-Top 10:

Suicide Commando Attention Whore

Zoon Politicon Run

Assemblage 23 The Noise Inside My Head

Bassnectar feat. Chino Moreno Hexes

Deftones Tempest

Project Pitchfork Beholder

MONO INC. Arabia

Placebo B 3

Muse Madness

In Strict Confidence Tiefer

Bestes Bestechungsgetränk: Sechs Liter frisches Blut pro Person,

direkt aus der Vene gezapft. Unter dem geht gar nichts.

Januar

Constance Rudert (Cinderella Effect) – 26.01.1977

in Reichenbach im Vogtland

Alex Møklebust (Zeromancer) – 29.01.1969

in Tønsberg, Norwegen

Christian Bale – 30.01.1974 in Haverfordwest, UK

John Lydon alias Johnny Rotten (Ex-Sex Pistols) –

31.01.1956 in London, UK

Jason Cooper (The Cure) – 31.01.1967

in London, UK

Februar

Thomas Rainer (Nachtmahr) – 08.02.1979

in Wien, Österreich

Christian „Chris“ Pohl (BlutEngel) – 09.02.1972

in Berlin

Alea der Bescheidene (Saltatio Mortis) – 09.02.1978

in Kaiserslautern

Craig Jones (Slipknot) – 11.02.1972

in Des Moines, Iowa, USA

cEvin Key (Skinny Puppy) – 13.02.1961

in Vancouver, Kanada

Liv Kristine Espenæs Krull – 14.02.1976

in Stavanger, Norwegen

Loreena McKennitt – 17.02.1957 in Morden, Kanada

Fortsetzung folgt...

Das Orkus!-Team gratuliert

allen Jubilarinnen und Jubilaren!

KuFa Programm

25.01. KIRLIAN CAMERA - supp. Dear Strange

anschl. SCHWARZKULTUR - The Sound of Under

ground DJ Thespis (Exit, Schacht 1, Dominion) +

special guest

09.02. E-VOLUTION

neue Dunkelparty in 2 Hallen , DJ Storm (Bollwerk)

DJs: Leif / Mike (Matrix Bochum)

„ALF ATOR of DEATH“

14.02. ALF ATOR

„Galatai – die größten Hits der letzten 3000 Jahre“

15.02. CORVUS CORAX

„Keine Sekunde Schweigen“

10.03. SCHNEEWITTCHEN

„Ewig - Das große Finale der Trilogie!“

11.04. LETZTE INSTANZ

13.04. E-VOLUTION

neue Dunkelparty in 2 Hallen ,

DJ Storm (Bollwerk)

DJs: Leif / Mike (Matrix Bochum)

“Iscariot Blues” - Tour 2013

19.04. Beauty of Gemina




www.kulturfabrik-krefeld.de


38 - Orkus!


„Erinnerungen,

die sich für das ganze Leben einbrennen.“

Welche Band kann schon behaupten, sich mit jedem Album weiterzuentwickeln und neue Fans zu gewinnen, ohne ihre Anhänger

der ersten Stunde zu vergraulen? Richtig, kaum eine – Diorama aber zählen dazu. Wenig ist Torben Wendt so egal wie die stilistische

Einordnung seiner Lieder, obgleich er sehr wohl von einem Kleister gehört hat, der Diorama zusammenhalten soll.

Torben Wendt: Wenn man einmal eine

künstlerische Handschrift gefunden hat, die

funktioniert, ist man natürlich bestrebt, diese

beizubehalten und ihr treu zu bleiben. Bei allen

Experimenten, Entwicklungen, Einflüssen und

auch angesichts der ausgedehnten stilistischen

Bandbreite von Diorama gibt es zum Glück

diesen roten Faden, der alles zusammenhält.

Was genau den roten Faden und die

seltsame musikalische Nische, in die wir uns

manövriert haben, ausmacht, kann ich nicht

so recht sagen. Meine Stimme ist sicher ein

Alleinstellungsmerkmal, aber auch die Auswahl

der Harmonien und Beats spielt eine Rolle. Der

Rest ist Magie. Wenn sich der gewisse Zauber

in einen Song eingeschlichen hat und auch

erkennbar wird, sind wir uns sicher, auf einem

guten Weg zu sein.

Orkus: Für even the DEVIL doesn’t care

scheint ihr euch allerdings besonders großen

Facettenreichtum vorgenommen zu haben,

oder?

TW: Die klangliche Umsetzung der Songs

nimmt im Rahmen ihrer Entstehung meist einen

unvorhersehbaren und selbstständigen Lauf,

der auch von banalen Dingen wie Besetzung,

Tagesform, Uhrzeit, Alkoholpegel und Zufall

abhängt. Wir fügen Elemente hinzu, manchmal

bis zum Exzess, streiten dann erbittert, welche

Elemente wieder rausfliegen, und nach und

nach kristallisiert sich ein Ergebnis heraus.

Abwechslungsreichtum ist für uns nicht planbar.

Ansonsten müssten wir ja die Songs schon vorab

innerlich in bestimmte Richtungen getrimmt

haben. Wir können lediglich im Nachhinein

entscheiden, wie weit wir den Bogen spannen

wollen, wie viel Crossover noch zumutbar ist.

Und um die Frage zu beantworten: Es stimmt,

bei even the DEVIL doesn’t care haben wir die

Deiche rechts und links nicht allzu hoch

gezogen.

O: Die Melancholie ist in euren Stücken erneut

allgegenwärtig. Wie verhält sich das bei dir –

ist Schwermut ein wesentlicher Charakterzug

von dir, oder lebst du mit Diorama einfach nur

deine düstere Seite aus, um den Rest des Tages

mit einem breiten Grinsen durch die Gegend zu

laufen?

TW: Ich denke, meine Persönlichkeit schlägt

pauschal auf die Musik durch und nicht ein

bestimmter, für diesen Zweck abkommandierter

Teil. Das gilt natürlich auch für die anderen

Bandmitglieder. Das Segmentieren in eine helle

und eine dunkle Seite ist eine anschauliche

Vorstellung, aber in der Realität finde ich mich

darin nicht wieder. Diorama ist nicht Mr. Hyde.

Die melancholische Grundstimmung, die

unterschwellige Aggression, die Verzweiflung,

Konfusion und Verkopftheit gehen schon auf

eine grundsätzliche Mentalitätsfrage zurück,

aber darauf kann man Diorama nicht reduzieren.

Die Musik beinhaltet gleichzeitig ja auch

weniger auffällige Elemente wie Selbstironie,

Liebe und das Bemühen, glücklich zu sein. Und

schlussendlich legen wir im Bandkontext auch

viel Wert auf den Budenzauber, den wir diesseits

und jenseits der Bühne ausleben... auf Spaß,

Slapstick und Dolce Vita.

O: Apropos „Bandkontext“: Wie klassisch

funktioniert bei euch der Aufnahmeprozess,

wohnt ihr doch in alle Winde verstreut?

TW: Die Momente, in denen ich für dieses

Album mit Felix im Studio sitzen und gemeinsam

Musik machen konnte, waren immer sehr

ergiebig, aber leider auch selten. Felix hat sich

als zwischenzeitlichen Lebensmittelpunkt Paris

ausgesucht, meine Heimat bleibt Reutlingen.

Der TGV zwischen Stuttgart und Paris fährt

zwar regelmäßig und schnell, aber wie das

immer so ist... Aus den gemeinsamen Sessions

sind so markante Stücke wie maison du tigre und

the expatriate hervorgegangen, und ich kann

sagen, dass ich es bereue, dass wir uns nicht zu

mehr gemeinsamer Zeit diszipliniert haben.

O: Dann hätte even the DEVIL doesn’t care wohl

noch besser geklungen?

TW: Um „besser“ oder „schlechter“ im Ergebnis

geht es mir gar nicht. Ich mache seit Mitte der

Neunziger mit Felix Musik. Die gemeinsamen

Sessions sind bei den letzten Albenproduktionen

immer wichtige Faktoren gewesen, auch um als

Team Schritt für Schritt ein einheitliches Gefühl

für das Große und Ganze zu entwickeln. Man

muss sehen, dass die Songs schon während ihrer

Entstehung ihre eigenen Geschichten schreiben.

Was Felix und ich in diesem Zusammenhang

erlebt haben, sind einmalige Erinnerungen, die

sich für das ganze Leben einbrennen. Durch

Felix’ Umzug nach Paris und das steigende,

alltägliche Eingebundensein ist dieser Aspekt in

letzter Zeit zu kurz gekommen, und das ist an

sich inakzeptabel. Wir machen nicht nur Musik,

um am Ende ein Ergebnis in den Händen zu

halten, mit dem Charts gestürmt, Millionen

gescheffelt und Damen bezirzt werden können.

Der Weg ist das Ziel.

O: Während Felix in Paris wohnt und andere

Teile der Band wenigstens in deutschen

Großstädten ihr Quartier bezogen, hast du der

schwäbischen Provinz nie den Rücken gekehrt.

Ist „Heimat“ wichtig für dich?

TW: Ich muss da über mich selbst schmunzeln.

Einerseits einen auf kosmopolitischen

Lebenskünstler machen, andererseits im

schwäbischen Provinznest rumhängen und

beim Weinfest beherzt Trollinger schlürfen.

Das Heimatgefühl scheint mir sehr wichtig

zu sein, ja. All die vielen, lieb gewonnenen

Kleinigkeiten. Ansonsten würde ich mir diesen

Spagat sicher nicht freiwillig zumuten.

O: Erzähl’ uns doch bitte noch etwas zum

phantastischen Artwork von Katharina

Schellenberger. Hatte sie hinsichtlich der Bilder

irgendwelche Vorgaben?

TW: Nein, Vorgaben haben wir bewusst keine

vereinbart. Dazu wäre ich als „Fachfremder“

auch gar nicht in der Lage. Katharina hat auf

optischer Ebene genau den Anteil geliefert,

der uns für den Gesamteindruck des Werkes

gefehlt hat, und insofern sind ihre Arbeiten ein

wesentlicher Bestandteil der Veröffentlichung.

Das konnte vorher keiner ahnen, und umso

euphorischer bin ich darüber.

www.diorama-music.com

Lars Schubert

Discographie (Alben):

Pale (1999)

her liquid arms (2001)

THE ART OF CREATING CONFUSING

SPIRITS (2002)

amaroid (2005)

a different life (2007)

CUBED (2010)

even the DEVIL doesn’t care (2013)

Line-Up:

Torben Wendt – Gesang, Keyboard, Percussion

Felix Marc – Keyboard, Gesang

Sash Fiddler alias Sascha Judt – Gitarre

Marquess alias Markus Halter – Schlagzeug

Orkus! - 39


Fünf Sekunden, und er hat Dich. Länger braucht Nick Cave

nicht, um Dich in seinen morbiden Bann zu ziehen. Um Dich

herüberzuholen in seine Welt der poetischen Geschichten,

der dunklen Lieder, der Melancholie. Wie kein anderer

Künstler seines Zeitalters versteht sich der Großmeister der

gespenstischen Klänge, der Virtuose der „murder ballad“, der

Troubadour der Trauer darauf, unsere Körper mit Gänsehaut

zu überziehen, als wären wir sein Mikrophon. Push the Sky

Away heißt das neue Werk, das der Gentleman der düsteren

Musik mit seinen Bad Seeds aufgenommen hat. Doch was

liegt dahinter? Was wird freigelegt, wenn wir den Himmel

beiseiteschieben? Schönheit. Wohlige, warme Schönheit,

die wir an der Hand dieses Menschen erkunden, den wir

eigentlich gar nicht kennen, der uns durch seine Musik

aber so nah ist, als hätten wir bereits mit ihm getrunken.

Egal ob er sich bei Grinderman in Leid, Mythen und

Frauengeschichten suhlt, als Soundtrackkomponist für

Aufsehen sorgt oder mit den Bad Seeds andersweltliche

Balladen für die Nachwelt einspielt: Der Australier ist ein

ganz Großer, ein selbstreflexiver Poet, der vor den dunklen

Ecken seiner Seele längst keine Angst mehr hat.

Nichts anderes als Gefühle vertonen er und die Bad Seeds

mit dem gemeinsamen 15. Studioalbum. Über Jahre hinweg

nahmen diese Songs Gestalt an – als erste Skizzen tatsächlich

festgehalten in seinem ganz persönlichen Notizbuch. Man

kann sich gut vorstellen, wie er in seinem Haus an der

englischen Küste sitzt, in den Nebel hinausstarrt und seine

Gedanken niederschreibt. Neun Stücke haben es aus jenem

Notizbuch auf ein Werk geschafft, das selbst für Caves

Verhältnisse ungewöhnlich scheint. Fragil und sanft klingt

es, oft wie ein trübes Schlaflied, das durch den Nebel hallt.

Ungewohnt auch der Titel der ersten Single: We No Who U

R. Drohung oder Danksagung? Laut Nick Cave greift der

Text den Ernst der Weltlage auf und gibt sich demütig. „We

know there’s no need to forgive“, heißt es da. Weil es sowieso

schon zu spät ist? Oder weil es eh nichts ändert? Mister Cave

würde über diese Frage wohl nur zynisch lächeln. Und mal

ehrlich: Was sollte man auch sonst tun?

www.nickcave.com

Björn Springorum

Photo: Cat Stevens

Fünf Goldene Schallplatten, vierfach Platin, diverse Awards,

darunter „Bambi“ und „ECHO“: Was sich wie das eher unverdiente

Lebenswerk von Dieter Bohlen liest, geht tatsächlich auf ein einziges

Album zurück. 2010 veröffentlichten Theo Hutchcraft und Adam

Anderson ihr Debut Happiness, nachdem mithilfe stilvoller Videos

zu Wonderful Life oder Blood, Tears & Gold die Vorfreude bereits

beträchtlich geschürt wurde. Was folgte, überraschte sicher nicht

nur die beiden Engländer, und so war schon vor den erwähnten

Auszeichnungen eine neue Pop-Sensation geboren. Die stets adrett

gekleideten Herren hatten mit ihrem ersten Werk aber auch ein

Album von beeindruckender musikalischer Qualität geschaffen,

welches durch die wohldurchdachte, reduzierte Medienpräsenz noch

einmal mehr Aufmerksamkeit erhielt. Eine Menge Legenden wurden

um die wortkargen Künstler gesponnen – ein paar davon mögen

wahr sein, einige ganz bestimmt nicht; doch wer es schafft, mit

nur einem knappen Dutzend Songs der Arbeitslosigkeit im tristen

Manchester zu entkommen, darf bei der Vertragsverhandlung mit

der Plattenfirma gern auch mal einen Kamm und einen Regenschirm

fordern, um auszuloten, wie weit man gehen kann.

In den letzten Monaten war es eher ruhig um Adam und Theo. Sie

befanden sich im Studio, um ihr zweites Album einzuspielen. Noch

ist nicht wirklich viel bekannt über Exile, welches Anfang März

erscheint. Schlagen Hurts in dieselbe Kerbe wie beim Vorgänger

und bleiben dem reduziert-unterkühlten Synthiepop mit Italo-

Disco-Touch treu? Oder ist der bereits veröffentlichte und wahrlich

appetitmachende Track The Road repräsentativ für das Album? Dann

nämlich hätte das Duo seinen bekannten Trademarks und Theos

prägnanter Stimme eine dramatische Tiefe hinzugefügt, deren Fehlen

vermutlich der einzige Kritikpunkt an Happiness gewesen sein mag...

ach, und dass die verspielten Elektronik-Sounds gegen Ende des

Stückes ein wenig nach Muse klingen, stört ebenfalls ganz sicher

niemanden. Ein paar Wochen müssen wir uns noch gedulden, bis wir

wissen, ob Hurts zu den seltenen „Eintagsfliegen“ gehören, die schon

mit ihrem Zweitwerk ein fester Bestandteil der Musikwelt werden.

www.informationhurts.com

Lars Schubert

Discographie (Alben):

Happiness (2010)

Exile (2013)

Line-Up:

Theo Hutchcraft – Gesang

Adam Anderson – Instrumente

In unserer März-Ausgabe folgt

ein ausführliches Interview mit Nick Cave!

40 - Orkus!


Martin Engler

(MONO INC.)

Was hat 2012 so besonders

gemacht?

Es war das bislang erfolgreichste

Jahr in der Geschichte von MONO

INC.. Und wir sind alle gesund –

was will man mehr?

Album des Jahres:

Todsünde 8 von Unzucht.

Überflüssigster Song:

Gangnam Style.

Bestes eigenes Konzert:

REITHALLE, Dresden und Huxleys,

Berlin.

Bühnenpanne des Jahres:

Bänderriss beim Springen vom

Drumriser in der Batschkapp,

Frankfurt.

Schönstes Artwork:

Iscariot Blues von The Beauty of Gemina.

Vielversprechendster

Newcomer:

UNZUCHT!

Cover-Version des Jahres:

Temple Of The Torn von

Manuel Antoni an der

Backstageheimorgel!

Persönliches Highlight:

MONO INC. von null auf sechs

in den media control-Charts.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Stumpen von Knorkator.

Erotischste Person:

Katha Mia.

Idiot des Jahres:

Philipp Rösler.

Enttäuschung des Jahres:

Der Sommer.

Erfreulichste Begegnung

des Jahres:

Ein Nashorn vor meinem Zelt in

Botswana.

Größter Verlust:

Zwölf Kilogramm.

Größter Fehler:

Fußball spielen.

Schauspielerin des Jahres:

Judi Dench.

Film des Jahres:

Best Exotic Marigold Hotel.

Buch des Jahres:

Unsterblich, die Biographie von

Subway to Sally.

Getränk des Jahres:

Pastis.

Essen des Jahres:

Yam Wun Sen.

Stadt des Jahres:

Windhoek.

Persönliches Ziel für 2013:

Mit dem Motorrad durch Laos.

Konkrete musikalische

Pläne für 2013:

Ein neues MONO INC.-Album.

Oliver Nikolas Schmid

(Lacrimas Profundere)

Was hat 2012 so besonders

gemacht?

Unsere erste Tour durch China. Ihr hattet

ja berichtet. Und dann haben wir ja noch

unsere neue Platte aufgenommen.

Album des Jahres:

Antimatter Fear Of A Unique Identity.

Überflüssigster Song:

Kein Song ist überflüssig, manche werden

nur nicht richtig verstanden, hehehe.

Bestes eigenes Konzert:

MAO Livehouse in Peking.

Bühnenpanne des Jahres:

Hab’ zwei Minuten in Harbin nicht

bemerkt, dass mein Kabel aus dem

Verstärker gerissen war, und mich

gewundert, warum man mich nicht hört,

aber so, wie die abgegangen sind, war das

eh egal!

Schönstes Artwork:

Noch mal Antimatter Fear Of A Unique

Identity.

Vielversprechendster

Newcomer:

The Man-Eating Tree. Gibt’s zwar schon

länger, ich hab’ die Band aber erst 2012 für

mich entdeckt. Gruß an Janne an dieser

Stelle, hoffe, man sieht sich in 2013!

Cover-Version des Jahres:

Hurt von Johnny Cash, wie jedes Jahr!

Persönliches Highlight:

Die Anprobe im Dezember unserer

Bühnenkollektion von Aderlass, könnt Ihr

bald auf unserer Webseite bewundern, echt

cool geworden!

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Seite zwei im Erotischen

Landmaschinenkalender. Hey, den gibt’s

wirklich!

Erotischste Person:

Bettina Wulff.

Idiot/in des Jahres:

Argh, bin in der Zeile verrutscht.

Enttäuschung des Jahres:

Rob. Oh nein! Der gehört zwei Fragen

nach oben, sorry.

Erfreulichste Begegnung des

Jahres:

Ricky Warwick in Birmingham, mit dem

ich zusammen an einigen unserer neuen

Songs gearbeitet habe.

Größter Verlust:

Meine Kassette von Memorandum.

Größter Fehler:

Chinavisum nicht zwei Wochen

früher beantragt zu haben. Express

kostete schlappe 450 Euro mehr, das

wäre ein 25-Jahres-Abo des Erotischen

Landmaschinenkalenders gewesen...

Schauspieler des Jahres:

Mickey Rourke forever.

Film des Jahres:

Ziemlich beste Freunde fand ich ganz gut.

Buch des Jahres:

Schon wieder zu früh...? Das 3-Stufen-

Programm zur Beseitigung von vorzeitigem

Samenerguss, und Haus der Löcher sollte

man auch „gelesen“ haben.

Getränk des Jahres:

Hab’ mich zu Recherchezwecken für

Orkus! mal durch die ganzen neuen

Modedrinks getrunken, Rechnung liegt bei

euch im Briefkasten. Hier die Auswertung:

Was soll ich sagen, ich bleib’ bei Absinth,

Wodka, Jägermeister, Coke light und

Beck’s.

Essen des Jahres:

BiFi Roll.

Stadt des Jahres:

Shanghai.

Persönliches Ziel für 2013:

Mich nicht mehr ärgern zu müssen, warum

in Deutschland immer die dümmsten

Fressen den größten Erfolg haben.

Konkrete musikalische Pläne

für 2013:

Neues Album, neue Tour, unser 20-jähriges

Bestehen mit der Wiederveröffentlichung

der ersten beiden Platten auf PledgeMusic

zu feiern und natürlich mein brandneues

Projekt mit Christopher.

Jochen „Evíga“ Stock

(Dornenreich)

Was hat 2012 so

besonders gemacht?

Gleich zwei Wohnortswechsel...

Album des Jahres:

Anastasis von Dead Can Dance.

Überflüssigster Song:

Christopher Lee Silent Night als

Metal-Version...

Bestes eigenes Konzert:

Bochum, Christuskirche.

Bühnenpanne des Jahres:

Keine! Das ist selten, aber

erfreulicherweise für 2012 wahr.

Schönstes Artwork:

Alcest Les voyages de l’âme.

Vielversprechendster

Newcomer:

Thränenkind.

Cover-Version des Jahres:

Ist mir keine aufgefallen...

Persönliches Highlight:

Der Besuch bei einer

tausendjährigen Eiche im

Wienerwald...

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Ein Rotfuchs...

Erotischste Person:

Idril.

Idiot/in des Jahres:

Der Zerstörer in uns allen...

Enttäuschung des Jahres:

Die Selbsttäuschung der westlichen

Welt...

Erfreulichste Begegnung

des Jahres:

Das Wiederfinden einiger

verschollen geglaubter Freunde...

Größter Verlust:

Zuweilen: Euphorie.

Größter Fehler:

Prokrastination.

Schauspieler des Jahres:

Jürgen Vogel in Gnade.

Film des Jahres:

Die Wand.

Buch des Jahres:

Wiederentdeckt: Tom Brown, Jr.

The Tracker.

Getränk des Jahres:

Wieder: Kombucha.

Essen des Jahres:

Allerlei Vegetarisches

beziehungsweise Veganes.

Stadt des Jahres:

Die wiederentdeckte Heimat:

Innsbruck.

Persönliches Ziel für 2013:

Prioritäten deutlicher setzen.

Konkrete musikalische

Pläne für 2013:

Einige – sehr spezielle – Konzerte

geben und im Winter ins Studio!

Orkus! - 41


Am berühmt-berüchtigten 21. Dezember 2012 zeigten sich HENKE

wieder einmal überaus fanverbunden und gaben ihren Anhängern

im Leipziger Kultclub DarkFlower mehr als zwei Monate vor der

Veröffentlichung ihres neuen Langspielers die Gelegenheit, gemeinsam

mit den Künstlern hineinzuhören. Außerdem konnte sich jeder vor

24.00 Uhr eintreffende Gast eine Kurzversion der taufrischen Single

Zeitmemory auf seinen mitgebrachten USB-Stick ziehen lassen.

Einzige Bedingung: Der Track musste schnellstmöglich an Freunde,

Bekannte oder Kollegen weiterverbreitet werden, damit er im Falle

apokalyptischen Trubels nicht unterginge.

Vom am 01. März 2013 auf dem eigens gegründeten Label

Dryland Records erscheinenden Zweitwerk Maskenball der Nackten

präsentierte Oswald den Titelsong sowie Zeitmemory, Rote Irrlichter,

Valiumregenbogen und Epilog. Doch nicht allen Besuchern waren diese

Stücke unbekannt... Das Album wurde nicht auf die übliche Weise mit

Vorschüssen seitens einer Plattenfirma finanziert, sondern durch die

Fans, welche vorab mit diversen Unterstützerpaketen eine Patenschaft

für den jeweiligen Titel (samt namentlicher Erwähnung im Booklet)

erwerben konnten. Neben den Supportern waren aber auch viele andere

Fans vor Ort, die das neue Material durchweg sehr positiv aufnahmen.

Nachdem Oswald mit Tobias Schäfer und Benjamin Küfner speziell zu

Beginn eine Menge kopieren musste, durften sie später für reichlich

Photos und Autogramme herhalten.

Für Oswald stand allerdings die musikalische Reiseleitung im

Vordergrund. Er betont, dass er sich an keine starren Wunschlisten

binden lässt, sondern Mut zum eigenen Stil hat und Lieder auflegt, die

nicht in jedem schwarzen 08/15-Tanztempel laufen. Der Weltuntergang

trat an diesem Abend übrigens – wie der eine oder andere bestimmt

schon gemerkt hat – nicht ein... wobei die Maya vielmehr vom Beginn

einer neuen Ära sprachen. Ob diese nun auch für HENKE eingeläutet

wird?

Im Januar sollen zwei weitere Termine die Chance bieten, Zeitmemory

vor dem offiziellen Release am 08. Februar kostenlos abzustauben.

Wann und wo, verriet die Band noch nicht. Kleiner Tipp: Regelmäßiges

Vorbeischauen auf ihrer Homepage lohnt sich sehr wahrscheinlich!

www.henkeband.de

Nadine Ahlig

„Wir wollen ganz klar

UNSEREN Weg gehen.“

Erinnert sich noch jemand an den verwunschenen kleinen Garten

mit seinen Obstbäumen und wilden Beerensträuchern? Wo der sanfte

Frühlingswind den Duft süßer Blüten, rhythmische Trommelklänge

und das fröhliche Lachen der Faune mit sich trug? Wer zufällig

vorbeischlenderte, konnte sie sehen, wie sie gleich Zauberwesen aus

einer Anderswelt zwischen Bäumen und Sträuchern durchs hohe Gras

huschten und, inmitten von Wildkräutern sitzend, ihre verträumten

Weisen sangen. Nun, viele Jahre später, befinden die Faune, es sei

die rechte Zeit, aus dem Schatten der Bäume hervor- und unter die

Augen aller zu treten, um den ihnen eigenen Zauber in die Welt

hinauszutragen und jener ihr neuestes Schaffen Von den Elben zu

Gehör zu bringen. Wir trafen sie irgendwo zwischen dieser und der

Anderswelt und entlockten ihnen ein paar Neuigkeiten.

Orkus: Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass ihr gewissermaßen eure

Selbstvermarktung aufgegeben und bei Universal Music unterzeichnet habt.

Oliver s. Tyr: Das ist richtig. Wir haben ja vorher alles selbst gemacht,

also: wirklich alles, und haben überhaupt nichts aus der Hand gegeben. Das

ist jetzt völlig anders. Es ist schon ein Genuss, wenn man weiß, der Graphiker

macht das, und man selbst packt einfach seinen Koffer und fährt los. Man

hat wirklich die Luft, sich um das zu kümmern, was man selbst macht, also

die Musik. Sonst bin ich immer herumgerannt, habe mich um dieses und

jenes gekümmert und den großen Organisator gemacht. Da ist auch Qualität

hängen geblieben. Das ist jetzt anders. Allerdings müssen wir nun auch bei

gewissen graphischen, künstlerischen oder musikalischen Entscheidungen

lernen, Kompromisse zu fahren, und das war dieses Mal natürlich noch ein

wenig schwer. Der Partner war sich noch ein wenig unsicher. Es sollte nicht

zu alternativ sein, damit das ganze Geld nicht umsonst investiert wurde. Und

für uns war es genauso schwer. Aber zum Ende der Produktion haben wir es

doch ganz gut hinbekommen.

O: Das heißt, ihr musstet diesen berühmten Mittelweg finden, sodass ihr

auf der einen Seite gut zu vermarkten seid, auf der anderen Seite aber immer

noch nach Faun klingt.

OsT: Genau. Es gibt schon ein paar Dinge, die wir persönlich wahrscheinlich

anders gemacht hätten. Aber wir haben uns ja bewusst für diesen Weg

entschieden. Wir wollten uns mal auf jemand anderen einlassen. Mehr

Arbeit, als wir in unser letztes Album Eden gesteckt haben, konnte man gar

nicht aufbringen. Wir sind sehr zufrieden mit der CD und haben die Fans

42 - Orkus!


überglücklich gemacht. Wir haben aber auch gemerkt, dass wir zwar ebenfalls

glücklich sind, aber keine neue Tür damit aufgestoßen haben. Daher ist es

gut, mal jemanden von außen zu haben, sehr erfolgreiche Produzenten, die

uns sagen, dass nicht jedes Lied über sieben Minuten gehen muss. Wir neigen

ja auch dazu, uns mit unseren ganzen Instrumenten zu verzetteln – noch ein

Instrument, hier noch einmal die Stimme ändern und variieren – ; da ist der

Blick von außen ganz gut.

O: Das hört man der Musik durchaus an. Sie wirkt etwas klarer, weniger

verspielt und somit natürlich auch populärer. Noch dazu habt ihr mit anderen

Künstlern zusammengearbeitet, wobei die Zusammenarbeit mit Santiano

wohl die ist, die am meisten überrascht.

OsT: Ja, das ist sicher das Augenscheinlichste. Da haben wir schon einen

Kompromiss gemacht, um der Plattenfirma ein bisschen Sicherheit zu geben.

Und ich muss sagen, die Jungs sind supernett und – auch wenn man es nicht

glauben mag – ganz, ganz tolle Musiker. Dennoch ist ihre Musik nicht die,

die uns am Herzen liegt. Ebenso wenig das Lied, das nun dabei herauskam.

O: Du sprichst von Tanz mit mir. Ein sehr schönes Lied eigentlich, aber für

euch in der Tat ungewöhnlich. Ein Trinklied ist nicht unbedingt das, was man

mit Faun in Verbindung bringt.

OsT: Ganz genau. Das Lied war in dem Pool der geschriebenen Lieder, und

die Plattenfirma wollte es gern auf der Platte haben, um auch eine andere

Facette des Mittelalters zu zeigen. Wenn wir uns nun so einer großen

Öffentlichkeit zeigen, stellen wir ja nicht nur Faun dar, sondern auch das

Thema „Mittelalter“, und in diesem Kontext passt es dann natürlich. Das

Lied beruht allerdings auf einem Duett, und da ich es nicht singen wollte,

weil ich das einfach nicht bin, mussten wir jemanden als Gesangspartner

finden. Und Santiano sind ja bei derselben Plattenfirma, sodass wir uns auf

diese Zusammenarbeit geeinigt haben.

O: Subway to Sally waren dann aber schon eure Wahl, oder?

OsT: Auf jeden Fall. Wir wurden gefragt, ob wir auch etwas mit einer anderen

Band machen wollen, und Subway to Sally war für uns die beste Wahl, weil wir

die auch musikalisch als sehr spannende Gruppe empfinden. Nun hört man in

drei Liedern Ingo Hampf mit seiner Laute, Bodenskis Texte in Warte auf mich

und Welche Sprache spricht dein Herz und Eric Fish im Minne-Duett.

O: Das „Minne“-Thema habt ihr ja noch einmal aufgegriffen im Stück Wenn

wir uns wiedersehen. Danach war es die Pflicht eines Minnesängers, sich in die

Dame zu verlieben, um so wahre Poesie schaffen zu können. Das ist aber sicher

nur eine Mär (?).

OsT: Nein, nein. Das ist tatsächlich das typische Minnebild. Meist war es

eine adlige Dame. Dazu gab es ein höfisches Etikettenspiel. Der Minnesänger

musste wirklich versuchen, sich zu verlieben. Mitunter hatten die Damen

sogar mehrere Minnesänger in ihrem Hof gesammelt. Und das hat den Ruf

der Dame durch die Literatur unsterblich gemacht und über den Hof hinaus

bekannt. Sie musste schließlich etwas ganz Besonderes sein, wenn sie mehrere

Minnesänger hat und alle in sie verliebt sind.

O: Gewissermaßen ein Statussymbol.

OsT: Genau. Natürlich konnte sie die Liebe nie erwidern, aber sie musste

es schaffen, diese Minnesänger mit ihrer Schönheit und Anmut zu berühren.

O: Was für ein Job. Ist dies dann das Stück, das als Single ausgekoppelt wird?

OsT: Nein. Die Entscheidung fiel auf Diese kalte Nacht. Ein Lied, das uns sehr

am Herzen liegt. Wir haben gerade einen Videoclip dazu gedreht.

O: Wo wird dieser zu sehen sein? Online oder auch im Fernsehen?

OsT: Wir haben eine Kooperation mit ProSiebenSat.1. Er wird also auch im

Fernsehen laufen.

O: Ihr löst dann also Santiano ab?

OsT: (lacht) Oh, das war jetzt aber böse. Und: nein. Den Weg wollen wir

nicht gehen. Ich muss ja noch einmal sagen, dass das wirklich ganz tolle

Musiker sind. Deren Geiger hat für Mike Oldfield und für alle Großen

schon gespielt. Das ist ein Wahnsinnsrockgeiger. Leider hört man das der

Musik nicht unbedingt an. Das sind ja doch beinahe Kinderlieder. Aber sie

sind jetzt für den „ECHO“ nominiert, haben eine halbe Million Platten

verkauft. Es ist traurig, dass es dann doch so funktioniert. Wir hatten anfangs

schon Bedenken, aber wir haben ganz gut – auch mit Ellenbogen – deutlich

gemacht, wo unsere Grenzen sind. Wir wollen unsere Ideen in die weite Welt

tragen, dabei aber ganz klar UNSEREN Weg gehen.

www.faune.de

Doreen Krase

Discographie (Alben):

Zaubersprüche (2002)

Licht (2003)

Renaissance (2005)

Totem (2007)

Buch der Balladen (2009)

Eden (2011)

Von den Elben (2013)

Line-Up:

Oliver s. Tyr – Gesang, Nyckelharpa, Bouzouki, keltische Harfe, Gitarre,

Saz, Tar, Kontrabassharpa

Fiona Rüggeberg – Gesang, Dudelsack, Dombra, Rebab, Oud, Flöten,

Chalumeaux, Pommer

Sonja Drakulich – Gesang, Hackbrett, Percussion

Stephan Groth – Gesang, Drehleier, Cister, Flöten

Rüdiger Maul – Darabuka, Rahmentrommeln, Davul, Timba, Taiko,

Percussion

Niel Mitra – Computer, Synthesizer

Orkus! - 43


Soundtrack of my life

Was wäre, wenn...

Arco Trauma (Chrysalide)

Nine Inch Nails

The Downward Spiral (1994)

Womöglich das tiefste,

intelligenteste Album, das ich je

gehört habe. Es ist von den Texten

bis hin zu den Videoclips stark

konzeptionell. Eine Mischung

aus Chirurgie und Spontaneität.

Ein neuer Schritt in Richtung

Industrial Metal. Inspiriert und inspirierend zugleich. Es ist

wie Dein bester Freund, wenn es Dir nicht gut geht.

Skinny Puppy

The Process (1996)

Ein unvergesslicher Schlag ins

Gesicht. Ein extrem komplexer,

innovativer Klang. Dunkle,

experimentelle Poesie. Ein

einzigartiger Weg, cyberparanoide

Melancholie auszudrücken. Ich

höre dieses Album ganz oft. Es

beeindruckt mich immer wieder. Ein Meisterwerk.

Pavla Mikulasova

Stell’ dir vor, du wärst...

... eine Farbe? Weiß. Die Farbe des Lichts...

... ein Tier? Ein Hund. Er ist treu und verteidigt Dich.

... ein Planet? Ohne Zweifel die Erde. Ein wundervoller Planet!

... ein Lied? David Sylvians Orpheus. Seine Stimme erzählt eine

Geschichte.

... eine Blume? Eine Rose. Das ist eine sehr starke Blume, die jedes

Jahr zu neuer Schönheit erblüht.

... ein Edelstein? Quarz. Rein und schlicht.

... eine mythologische Figur? Die Waldnymphe Alseades.

... ein Buch? Die Großmutter von Božena Němcová. Es erinnert

mich an meine Kindheit.

... ein Film? Twin Peaks, mitsamt seinem großartigen Soundtrack.

... eine Jahreszeit? Herbst. Sehr poetisch und voller Geheimnisse.

... eine Stadt? Prag. Mysteriös und märchenhaft.

Wortschatz

diese unermüdliche Band.

Atari Teenage Riot

The Future Of War (1997)

Sehr gute, harsche „Wacht

verdammt noch mal auf!“-Musik.

Brutal, frisch, kompromisslos,

defor miert. Das perfekte Rezept

fürs Frühstück. Sehr kalte, radikale,

deutliche Ansprachen. Ich empfinde

bis heute jede Menge Respekt für

Autechre

tri repetae (1995)

Meine erste Begegnung mit

technoider elektronischer

Musik. Unglaublich abstraktes

Sounddesign mit warmen,

dröhnenden Untertönen. Sie haben

den Maschinen eine Seele gegeben.

Eine plastischere Vision.

Bring Me The Horizon

Suicide Season (2008)

Eines der gewaltigsten Alben, die ich

je gehört habe. So intensiv und wahr.

Zieht Euch das einfach nach drei

Wodka bei höchster Lautstärke rein,

und ich bin sicher, dass Ihr alles um

Euch herum zerstören wollt, während

Ihr in ein Mikrophon schreit.

Sven Friedrich (Zeraphine, Solar Fake)

Eigentlich habe ich kein Lieblingsbuch. Oder es ist immer das, was ich

gerade lese, es sei denn, ich lege es wieder weg. Aber es gibt einige Bücher,

die mich sehr beeindruckt oder gar beeinflusst haben. Die gute Stadt Paris

spielt im Frankreich des 16. Jahrhunderts und gewährt tiefe Einblicke in

das Leben dieser Zeit und die Glaubenskonflikte zwischen Katholiken

und Hugenotten. Dieses Buch hat mich in meinem Atheismus sehr

bestärkt, auch wenn das sicher nicht die Intention des Autors war. Es

ist wohl einer der am besten recherchierten Romane zu diesem Thema,

dabei aber so untrocken geschrieben, dass man regelrecht mit den

Figuren durch diese Zeit geht und all die namhaften Persönlichkeiten

selbst kennenlernt. Die Geschichte gipfelt in einer sehr blutigen, aber

wohl auch sehr realen Beschreibung der Bartholomäusnacht. Eigentlich

ist Die gute Stadt Paris der dritte Teil des Fortune de France-Zyklus,

jedoch muss man nicht zwingend ganz vorn anfangen.

44 - Orkus!


Chris Pohl

(BlutEngel,

Terminal Choice,

Miss Construction)

Was hat 2012 so besonders

gemacht?

Es war für mich das härteste Jahr, was

Produktion betrifft! Ich habe noch nie so

lange an einem Album gesessen wie 2012...

Album des Jahres:

Celldweller Wish Upon A Blackstar.

Überflüssigster Song:

Da gibt es wieder mal tausend Stück...

mindestens! Aber ganz weit vorne natürlich

Gangnam Style.

Bestes eigenes Konzert:

Gothic Meets Klassik im Gewandhaus zu

Leipzig.

Bühnenpanne des Jahres:

Genau beim Gothic Meets Klassik bei

einem Song ziemlich aus dem Takt zu

kommen... Aber hat vielleicht keiner

gemerkt.

Schönstes Artwork:

Keine Ahnung... Habe mir 2012 wenig

CDs gekauft...

Vielversprechendster

Newcomer:

Ich glaube, da gibt es keinen wirklich

vielversprechenden...

Cover-Version des Jahres:

Ich sollte mehr Musik hören, statt nur

zu produzieren... Keine Ahnung und mit

Sicherheit auch nicht wichtig.

Persönliches Highlight:

Gothic Meets Klassik!

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Nach wie vor meine Mutter.

Erotischste Person:

Nicht meine Mutter, sondern meine

Freundin!... Und Mylène Farmer.

Idiot des Jahres:

Florian Senfter. Er hat mich verklagt, weil

ein Tumor-Album Zombienation hieß. So

hieß auch sein Projekt (Zombie Nation).

Und das nach zehn Jahren... Auweia!

Enttäuschung des Jahres:

Zu viele selbstsüchtige Trittbrettfahrer...

Erfreulichste Begegnung des

Jahres:

Henning wiederzutreffen und zu merken,

dass er noch so cool wie früher ist!

Größter Verlust:

Geld!

Größter Fehler:

Noch immer nicht egoistisch genug zu sein.

Schauspieler/in des Jahres:

Uninteressante Frage... Ich gucke eh wenig

Filme.

Film des Jahres:

Ich gucke wenig Filme! (Sagte ich das

schon?) ABER die beste Serie war für mich

Game of Thrones.

Buch des Jahres:

Lustiges Taschenbuch 427 – Total im Stress.

Getränk des Jahres:

Cuba Libre.

Essen des Jahres:

Gefüllte Weinblätter.

Stadt des Jahres:

Berlin.

Persönliches Ziel für 2013:

Umziehen mit Freundin, Hasen, Eltern

und Studio.

Konkrete musikalische Pläne

für 2013:

Ein Mega-BlutEngel-Album

veröffentlichen, eine erfolgreiche Tour

machen und an meinen geheimen Solo-

Projekten schrauben...

Ronan Harris (VNV Nation)

Was hat 2012 so besonders gemacht?

Es war ein recht ausgelastetes Jahr. Ich liebe das Touren

und die Arbeit an neuer Musik. Aber wenn man nach

zwölf Monaten damit aufhört und sich wieder den

wichtigen Dingen des Lebens zuwendet, ist das auch

eine schöne Sache, die ich sehr genieße. 2012 habe

ich einen meiner größten Wünsche erfüllt: Ich durfte

gemeinsam mit einem Orchester performen. Ich habe

begonnen, ein altes Auto zu restaurieren. Auch das

wollte ich schon lange tun. Ich habe eine Menge äußerst

interessanter Leute getroffen, die sich wahrscheinlich

gar nicht vorstellen können, wie stark sie mich auf viele

verschiedene Weisen inspiriert haben. Was die Welt um

mich herum angeht: Ich habe die Wahl des Präsidenten

in den USA verfolgt und erlebt, was geschieht, wenn

man ein Ereignis von globalen Konsequenzen in etwas

verwandelt, das wie ein Mix aus einer Gameshow und

DSDS aussieht.

Album des Jahres:

Crystal Castles III.

Überflüssigster Song:

So ziemlich alles, was sich „Dubstep“ nennt. Eine

Million Variationen derselben Idee... klingt, als würde

Megatron mit Gangsta Rap-Beats aus den Neunzigern

eine Katze schänden oder als würden sich zwei

Transformer streiten, welcher Radiosender gehört wird.

Davon gibt es 999.999 Variationen zu viel.

Bestes eigenes Konzert:

Mit Abstand der Auftritt bei Gothic Meets Klassik. Platz

zwei nimmt das Blackfield Festival ein. Doch so etwas

wie bei GMK hatte ich noch nie erlebt.

Bühnenpanne des Jahres:

Bei der Premiere von Standing während der GMK-Show

fiel das Mikrophon aus. Sonst ist aber nichts Schlimmes

mehr passiert!

Schönstes Artwork:

Flying Lotus Until The Quiet Comes.

Vielversprechendster Newcomer:

CHROM.

Cover-Version des Jahres:

Total Eclipse Of The Heart, gesungen von einer Frau in

einer Karaokebar in Las Vegas. Sie hatte mehr Stimme

und Charisma als die meisten Kandidaten, die man so

bei Talentshows sieht.

Persönliches Highlight:

Ein Teil der Gothic Cruise gewesen zu sein. Dieses Mal

sind 300 Leute mit einem Luxuskreuzfahrtschiff von

New York nach Bermuda gereist. Kern des Ganzen waren

Konzerte, Clubnächte, Goth-Karaoke, Twister und schier

endlose, tolle Gespräche. Es war grandios.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Eine Person, der ich auf Tour begegnet bin. Sie hat eine

sehr aggressive Form von Krebs besiegt und während

ihres Krankenhausaufenthalts zwei Familienmitglieder

verloren. Diese Person besitzt mehr Stärke, mehr positive

Energie und Bescheidenheit als irgendjemand, den ich

zuvor getroffen habe. Sie hat eine Selbsthilfegruppe

gegründet und sich und ihr Leben dem Helfen und

Inspirieren vieler anderer Menschen verschrieben.

Erotischste Person:

Das behalte ich für mich, aber sie weiß, wer gemeint ist.

Idiot/in des Jahres:

Alle, die geglaubt haben, dass die Welt am 21. Dezember

untergeht, weil irgendein Typ das in einem Stapel

schlechter Bücher behauptet. Diese sind zudem oft auf

dem Niveau eines achtjährigen Kindes recherchiert, das

über Quantenphysik schreiben möchte.

Enttäuschung des Jahres:

Dass wir es nicht geschafft haben, ein paar Hundert

Leute zusammenzutrommeln, um für jene, die ans Ende

der Welt glauben, dieses zu inszenieren. Nur um ihre

Gesichter zu sehen. Natürlich bevor sie aus dem Fenster

springen.

Erfreulichste Begegnung des Jahres:

Ein sehr gebildeter Wissenschaftler und Schriftsteller,

den ich so ziemlich alles gefragt habe, was mir einfiel.

Größter Verlust:

Der Tod von Sir Patrick Moore, einem recht

exzentrischen und seltsam aussehenden Wissenschaftler,

dessen Fernsehsendung ich als Kind niemals verpasst

habe.

Größter Fehler:

Der letzte einer langen Reihe von White Chocolate

Vodka Shots, nach dem ich versucht habe, Swing zu

tanzen. Irgendwo zwischen Nummer acht und Nummer

neun hätte mein Gehirn sagen sollen: „NEIN! JETZT

AUFHÖREN! BITTE WENDEN! STELL’ DAS

WIEDER HIN!“

Schauspieler/in des Jahres:

Tom Hardy, Naomi Watts.

Film des Jahres:

Majorstudios: The Avengers. Independentstudios: Indie

Game – The Movie. Zweiteres kann ich gar nicht genug

empfehlen. Es geht nicht bloß darum, Computerspiele

zu kreieren. Es geht auch um den Kampf des

Außenseiters, der Individuen, die etwas anderes gestalten

wollen und hoffen, dass es wieder anderen gefällt.

Der Film handelt von den Anstrengungen und dem

Schmerz, die mit Kreativität einhergehen. Das kann

durchaus auch auf unsere Szene und die Menschen in

ihr, was sie tun und tun wollen, bezogen werden.

Buch des Jahres:

Das einzige 2012 veröffentlichte, von mir gelesene Buch

war Aamrgan von Cliff Hays. Daneben habe ich im

letzten wie auch im vorletzten Jahr viele Romane aus

dem frühen 20. Jahrhundert gesammelt und gelesen.

Noch mal gelesen habe ich James Ellroys komplette

Bibliographie.

Getränk des Jahres:

Whiskey Sour (das ursprüngliche Rezept... vielen

Dank).

Essen des Jahres:

Sashimi – seit fünf Jahren der unangefochtene

Gewinner.

Stadt des Jahres:

Gotham City. Dort scheint nie etwas Glaubwürdiges zu

passieren. Nicht mal Schauspielern funktioniert.

Persönliches Ziel für 2013:

Ich glaube, es bringt Unglück, wenn man seine

persönlichen Ziele nennt. Ich will bloß so viel sagen:

Ich hoffe, um ein Uhr am Neujahrsmorgen Foxtrott zu

tanzen. Ich möchte eine Menge musikalischer Projekte

fertig bekommen. Ich möchte auch die Restaurierung

des Oldtimers abschließen. Das ist eines der Dinge,

die mir in meinem Leben am meisten Spaß machen.

Ich lerne sehr viel und scheine eine wahre Leidenschaft

entdeckt zu haben. Wenn dann 2013 fast vorbei

ist, möchte ich auf einem Hügel stehen, der Sonne

beim Untergehen zusehen und ein Glas guten Scotch

trinken, während jemand in der Nähe Bachs Suiten für

Violoncello solo spielt und über uns ein Zeppelin mit der

Aufschrift „Respect for the man in the ice cream van“

dahingleitet. Nur dann werde ich wissen, dass 2013 ein

gutes Jahr war.

Konkrete musikalische Pläne für 2013:

Auf einigen Festivals spielen, am neuen Album arbeiten,

ein paar bis jetzt beiseitegeschobene Nebenprojekte

veröffentlichen, mehr Festivals, die „Anthems“-Show in

Duisburg, weil das etwas ganz Besonderes sein wird, und

eventuell noch einige weitere Festivals.

Orkus! - 45


Bereits 1997 formierte sich das französische Projekt rund um Jeanne und

Fabrice Lefebvre. Besonders fasziniert die beiden der Orient mit seinen

Mysterien. Einflüsse von dort und aus vielen verschiedenen Kulturen sind

in den sanften, einfühlsamen Stücken zu finden. Ihre Begeisterung zeigt

sich auch darin, dass sie Instrumente aus aller Herren Länder verwenden

und so die ganze Welt miteinbeziehen.

Das Duo arbeitet momentan ohne Label und organisiert alles selber –

heutzutage nicht leicht. Doch stechen Rajna klar aus der großen Masse

hervor, denn schon wenn man das brandneue Album Babel zum ersten

Mal hört, spürt man ihre Verbundenheit und Liebe zur Musik. Fabrice

beschreibt dieses Phänomen wie folgt: „Rajna ist pure Leidenschaft für

Instrumente aus der gesamten Welt. Rajna ist Musik, die wir gerne mit

anderen teilen wollen, und Rajna ist die pure Emotion in Jeannes Stimme!“

Jene himmlische Stimme fesselt tatsächlich enorm. Man schließt seine

Augen und genießt die Melodien und Gesänge, glaubt sich mal im Orient,

mal hineinkatapultiert nach Mittelerde oder an andere fremde Orte. Rajna

bieten eine Reise. Eine Reise, welche jederzeit beginnen kann, wenn man

sich voll und ganz darauf einlässt. Am besten, Du überzeugst Dich selbst

und lässt Dich von Babel in ferne Welten begleiten...

www.facebook.com/pages/Rajna/55112551011

Manuela Ausserhofer

„Erschaffen

und nicht zerstören.“

Lange haben die charismatischen Waliser auf ihr viertes Werk

warten lassen. Jetzt dürfen alle Fans sich freuen, denn Temper

Temper überzeugt durch seinen griffigen Sound zweifellos.

Warum das neue Material inhaltlich zumeist um Aggressionen

sowie den Umgang mit Gewalt kreist, erklärt für Orkus! der

Bassist und frischgebackene Modedesigner Jay.

Orkus: Wenn Temper Temper erscheint, liegt das Release von Fever

bereits drei Jahre zurück. Was habt ihr in der Zwischenzeit gemacht?

Jason James: Wir sind mit Fever bis zum Umfallen getourt...

ich glaube, es waren insgesamt gut 18 Monate. Dann haben wir uns

ausreichend Zeit genommen, um ganz in Ruhe an Temper Temper

zu arbeiten. Ich persönlich habe den Großteil meiner Zeit damit

verbracht, einfach nur Papa zu sein – eigentlich für sich schon ein

Fulltimejob.

O: Inwiefern konntet ihr euch persönlich durch das Schreiben von

Temper Temper weiterentwickeln?

JJ: Wenn du dich als Musiker nicht permanent weiterentwickelst, bist

du in der falschen Abteilung gelandet. Ich selbst habe durch die Arbeiten

an diesem Album und durch die Tour gelernt, mein Zeitmanagement

besser in den Griff zu kriegen. Was das Fachliche betrifft, sind wir

natürlich immer bemüht, von Album zu Album besser zu werden, und

wollen nicht auf dem Level der letzten Veröffentlichung versumpfen.

O: Was sofort ins Auge sticht: Temper Temper befasst sich nahezu

ausschließlich mit Aggressionen. Es scheint fast, als drehe es sich um

grenzenlose Enttäuschung. Was ist geschehen?

JJ: Ja, du hast völlig recht. Temper Temper beschäftigt sich eindeutig

und ausführlich mit Aggressionen. Wir schreiben oft über Dinge,

die uns zum Nachdenken bringen, die wir an anderen Menschen

beobachten, welche wir auf Tournee erleben oder die uns einfach

spontan ins Hirn schießen. Unsere Single Riot wurde zum Beispiel

durch die 2011er Unruhen in England beeinflusst. Riot handelt zwar

nicht direkt von diesen Vorfällen, sie waren jedoch der Auslöser für die

entsprechenden Gedanken, die dann zu diesem Lied führten.

Das perfekte Ambiente für Opera Chaotique wäre wohl ein altes, verfallenes

Theaterhaus. Zwischen den vergilbten, einst goldenen Emporen, dem ergrauten

Samt von Stuhlreihen und Vorhängen, den abblätternden Tapeten und unter

einem riesigen, schwankenden Kronleuchter mit flackerndem Licht an einer

gefährlich maroden Decke käme die Kunst dieses griechischen Projekts ideal zur

Geltung. In einer Mischung aus Oper, Alternative Rock, Jazz, Blues, Musical

und Erzählungen schildern die Herren Tenorman und Voodoo Drummer

theatralisch-phantastische Begebenheiten, wobei auch der kabarettistische Witz

nicht zu kurz kommt. Sie scheinen einer anderen Zeit oder gar einer anderen

Welt zu entstammen, in der sich die gutbürgerliche Gesellschaft bestimmt vor

ihnen fürchtet.

Ihr Debutalbum Death of the Phantom of the Opera erzählt die Geschichte des

Phantoms der Oper, das auf einer wirren Reise in New Orleans landet und sich

dort in die Voodoo Queen verliebt. Dass diese Liebe kein gutes Ende nehmen

kann, dürfte klar sein. Doch Tragik ist wohl auch das, was Opera Chaotique am

besten steht. Ihre Originalität, ihr witziger Charme und die faszinierende Nähe

zu legendären Bands wie The Irrepressibles sprechen dafür, dass Fans des vom

Theater angehauchten Genres mit Sicherheit Gefallen an ihnen finden werden.

www.operachaotique.com

46 - Orkus!

Lydia Aufschlager

O: Wenn du sagst, dass viele Texte von Dingen handeln, die ihr

unterwegs erlebt – heißt das, dass ihr auf der letzten Reise eine Menge

aggressiver Sachen mitbekommen habt?

JJ: (lacht) Interessanter Gedanke, aber nein: in der Art ist nichts

passiert. Wir wurden vielmehr durch beobachtete Feindseligkeiten

inspiriert, wie sie in Gruppen nun einmal entstehen... beispielsweise

auch im Moshpit. Nur ist es nicht so, dass wir jetzt ganz spezifisch

einen Song über solch eine Thematik geschrieben hätten.

O: Es kommt immer mal wieder vor, dass bei Künstlern plötzlich

eine Sicherung durchbrennt und sie gegenüber ihren Fans oder ihrem

Team gewalttätig werden. Glaubst du, dir könnte dergleichen ebenfalls

passieren?

JJ: Nein, davon gehe ich nicht aus. Ich erinnere mich jedoch, wie wir

das erste Mal mit Iron Maiden auf Tour waren. Die Leute standen

sichtlich gelangweilt herum, während wir uns den Arsch abgespielt

haben, denn wir wollten sie natürlich begeistern. Die Maiden-Fans


hinderten die BFMV-Fans daran, ihren Spaß zu

haben, indem sie sich über sie lustig machten

beziehungsweise sie in diverser Form nervten.

So was ärgert mich maßlos. Da geht es schlicht

um Respekt! Wer auch immer auf der Bühne

steht, ganz egal ob ich die Band gut finde

oder nicht... ich würde niemals auf deren Fans

rumhacken, das gehört sich einfach nicht. Tja,

aber dann denkst du dir als Band: „Mensch, wir

stehen hier gerade auf der Bühne, und dafür

gibt es einen Grund, also fuck off.“

O: Als ich euer neues Album zum ersten Mal

komplett hörte, war für mich die Hauptaussage,

dass man an all den Aggressionen und

Enttäuschungen letzten Endes kontinuierlich

wächst und einfach nicht mehr umkippen

kann, weil man so viel Mist gesehen und

erlebt hat. Wie viel stärker seid ihr persönlich

seit dem Beginn eurer Karriere geworden –

vielleicht auch gerade gemessen am Umgang

mit Negativerfahrungen?

JJ: Wir sind persönlich ungeheuer gewachsen.

Wir sind erwachsen geworden und wissen

mittlerweile, wie man sich im Musikbusiness

bewegt. Als wir anfingen, waren wir blutjung,

hatten nicht wirklich Ahnung, wie es läuft.

Dann erzählen dir die Leute was, du bist rasch

verwirrt und hast das Gefühl, die Kontrolle zu

verlieren. Doch bei diesem Prozess reifst du

unheimlich, und das verdammt schnell. Eine

sehr verrückte Welt zum Erwachsenwerden...

In Temper Temper geht es genau darum, wie

du deine Wut kanalisierst und dass jeder

Mensch eine eigene Methode braucht, mit

seinen Aggressionen fertigzuwerden. Unsere

Methode ist es, auf die Bühne zu gehen und

das Publikum umzuhauen: Frustration und

überschüssige Energie in die Musik legen und

live rausfeuern. Viele Leute wissen nicht, wie sie

mit all dem Frust umgehen sollen, und dann

explodieren sie in unangemessener Weise in den

falschen Situationen. Nicht gut.

O: Würdest du diesen Leuten raten, ihre Energie

auf eine künstlerische Art herauszulassen?

JJ: Definitiv. Sie sollten aus den negativen

Sachen etwas Positives schöpfen. Erschaffen

und nicht zerstören.

O: Gibt es Auslöser, bei denen dir der

Geduldsfaden reißt?

JJ: Ganz ehrlich, ich habe überhaupt keine

Probleme mit meiner Emotionsregulierung.

Wenn mich etwas nervt, ignoriere ich es

und versuche, mir dadurch nicht die Laune

verderben zu lassen, beziehungsweise reiße

mich am Riemen, sammle alles und entlade

es später geballt auf der Bühne. Ich versuche,

mich nicht stressen zu lassen. Ich meine: ich

habe zwei Kinder. Ich kriege wenig Schlaf und

könnte daher permanent gestresst sein, wenn

ich wollte. Wäre aber echt scheiße, wenn ich

andauernd aus der Haut fahren würde, oder?

That’s life.

O: Was mir noch auffiel – respektive offenbar

nicht auffiel: Worin besteht der Zusammenhang

zwischen Tears Don’t Fall (Part 2) und dem

ursprünglich so betitelten Stück von eurem

Debut?

JJ: Echt, nicht gemerkt? Wie schaut es mit der

lyrischen Eröffnung „Let’s go AGAIN“ aus?

O: Warte mal, da fällt ein Groschen.

JJ: (lacht) Na bitte, da hätten wir doch

schon eine Verbindung. Aber ja: es ist keine

offensichtliche Fortsetzung in dem Sinne. Wir

haben unsere Fans gefragt, ob es ein Lied gibt,

von dem sie gerne einen zweiten Teil hören

würden. Es gab unglaublich viele Antworten

und Ideen. Am meisten wurde allerdings für

Tears Don’t Fall gestimmt. Und dann haben

wir uns eben an die Arbeit gemacht, wobei es

ziemlich schwierig war. Du musst aufpassen,

dass du den Song nicht komplett kopierst. Das

Resultat ist viel mehr Part 2, bezogen auf die

Story.

O: Alles klar! Möchtest du uns noch irgendetwas

mitteilen?

JJ: Ja, ich möchte gern eine kurze Werbung

schieben, weil ich gerade meine eigene

Modelinie auf den Markt bringe... zu finden

unter www.amp-ink.co.uk – coole Klamotten,

die ich entworfen habe. Ich würde mich freuen,

wenn der eine oder andere von Euch mal

reinschaut.

www.bulletformyvalentine.com

Nadine Ahlig

Discographie (Alben):

The Poison (2005)

Scream Aim Fire (2008)

Fever (2010)

Temper Temper (2013)

Line-Up:

Matthew „Matt“ Tuck – Gesang, Gitarre

Michael „Padge“ Paget – Gitarre

Jason „Jay“ James – Bass

Michael „Moose“ Thomas – Schlagzeug

Orkus! - 47


„Früher habe ich an die Liebe geglaubt...“

(Alex Møklebust)

Ruhe ist eingekehrt im norwegischen Städtchen Tønsberg. Und wenn es doch mal etwas lauter wird, dann wegen des fröhlichen

Miteinanders einiger junger Männer, die sich freuen, ihrer Discographie ein neues Album hinzugefügt zu haben. „Zeromancer – Bye-

Bye Borderline – 2013“ heißt es dort nun und kündet von Verlust, Liebe und Lust...

Alex Møklebust: Wenn Leute über Verlust

sprechen, dann denken sie dabei oft an den

Tod. Ich finde es viel schlimmer, Freunden

dabei zuzusehen, wie sie sich selbst zerstören.

Mitansehen zu müssen, wie wundervolle

Menschen ganz langsam das Leben zerstören, das

sie sich aufgebaut haben. Das kann durch Alkohol,

Drogen, psychische Erkrankungen oder was auch

immer passieren. In solchen Situationen fühle ich

mich hilflos. Vor allem dann, wenn ich helfen

könnte, meine Hilfe aber nicht angenommen

wird.

Kim Ljung: Es gibt so viele Arten des Verlustes.

Vor unserer „ZZYZX“-Tour hat sich ein Freund

von mir das Leben genommen. Das war sehr

schmerzhaft. Dann gibt es natürlich noch das

Trennen von Freundinnen, das seine Wunden

hinterlässt. Ich hatte bisher eigentlich nur eine

einzige Beziehung, die länger gehalten hat. Drei

meiner vier Großeltern sind in den letzten zehn

Jahren gestorben. Als ich noch jünger war, dachte

ich, ich könnte ohne sie nicht weiterleben. Ich

stand ihnen sehr nahe. Mein einer Großvater war

Seemann während des Krieges. Er hat fünf Jahre

lang Konvois über den Atlantik begleitet. Das hat

er überlebt, doch er kam als ein anderer Mensch

wieder. Seine damalige Freundin hat nicht auf ihn

gewartet und war bereits lange Zeit mit jemand

anderem verheiratet. Das ist Verlust. Und dann

gibt es noch die schlimmste Art des Verlustes:

dich selbst zu verlieren. Das ist mir während der

übelsten Migräneanfälle passiert. Ich bin dann so

verloren, dass es mir eine Scheißangst einjagt.

Orkus: Wie geht ihr mit Verlusten um? Seid ihr

eher Einzelkämpfer, oder braucht ihr gerade dann

Familie und Freunde?

AM: Ich betrachte mich selbst als Kämpfer für

andere. Doch auf mich selbst Acht zu geben,

darin bin ich echt schlecht. Ich mag andere nicht

mit meinen Problemen belasten. Daher neige

ich dazu, zu „verschwinden“, wenn ich selbst

betroffen bin. Das ist keine gute Lösung, ich

weiß, aber einen besseren Weg kenne ich nicht.

Nur wenn ich Freunden helfe, helfe ich damit

auch mir. Auf diese Weise ist es einfacher. Wenn

ich über die Probleme anderer Leute rede, rede

ich eigentlich über mich. Wenn die Dinge außer

Kontrolle geraten, kann ich aber immer mit

meiner geliebten Mutter darüber reden. Das war

schon mein ganzes Leben lang so. Sie ist meine

Mentorin. Ich kann mir ein Leben ohne sie nicht

vorstellen. Und ich habe eine Riesenangst, sie zu

verlieren.

O: Kann ich nur zu gut nachvollziehen. Leider sind

Liebe und Verlust immer untrennbar verbunden.

Ohne Liebe kein Verlust. Unser einziger Vorteil

– jenseits der Mutter-Kind-Liebe – ist wohl, dass

wir uns immer wieder neu verlieben können und

jedes Mal aufs Neue glauben, „die eine Liebe“

gefunden zu haben. Wie seht ihr die Liebe?

AM: Früher habe ich an die Liebe geglaubt und

viele Male für sie gekämpft. Doch jetzt habe ich

zu viele Ängste, die sich in der Vergangenheit

angesammelt haben. Mein Glaube ist verblasst,

und ich habe mich auf gewisse Weise verändert.

Ich bin nicht mehr derselbe Alex wie früher.

Hoffentlich ändert sich das eines Tages wieder...

Ich bin sicher, das wird es.

KL: Ich liebe es, zu Zeromancer zu gehören.

Und ich liebe es, kreativ zu sein, in mein Studio

zu gehen und Musik zu machen. Ich liebe meine

Familie, meine Freunde und das Reisen. Ich liebe

Fußball und Sport. Liebe ist alles. Ohne Liebe

bleibt dir nichts. Liebe etwas, liebe jemanden.

Das wird nie sterben. Du kannst immer und

immer wieder lieben, bis zu dem Tag, an dem

dein Herz aufhört zu schlagen.

O: Große Worte und eine Tatsache. Bleiben wir

mal bei der Liebe zur Musik und insbesondere bei

einem eurer neuen Stücke. Ash Wednesday. Hat

der Song tatsächlich eine religiöse Bedeutung?

Worum geht es darin? Euer Albumcover erinnert

mich übrigens auch ein wenig an ein Aschekreuz.

KL: Tatsächlich geht es entfernt um den

Aschermittwoch. Ich liebe es, verschiedene

Aspekte zu mischen und zu versuchen,

ungewöhnliche und befremdliche Szenerien zu

erschaffen. Für unsere Verhältnisse ist dieses Stück

ziemlich ungewöhnlich. Es hat einen starken

Tempowechsel zwischen Strophe und Refrain

und unterschiedliche Arten des stimmlichen

Ausdrucks das ganze Stück hindurch. Es handelt

von einem Typen, der ein Mädchen zu einem

Fetish-Tanzclub mitnimmt. Der Club liegt in

Hollywood und heißt Hollycaust, wo man eine

ganz eigene Art des Aschermittwochs feiert.

Dieser Ort existiert natürlich nur in meiner

Phantasie. Ich neige dazu, Worte zu vermischen

und neue Varianten zu erschaffen. Das liebe

ich. Wegen des Covers: ja, das kreuzartige

Gebilde ist von den Kreuzen inspiriert, die sie

am Aschermittwoch auf der Stirn tragen. Ich

habe eine fast ausgetrocknete schwarze Farbe

gefunden und einen Stock verwendet. Wie die,

mit denen man Farbe umrührt. Es müssen so

um die 20 Kreuze gewesen sein, die ich damit

gezeichnet habe. Dann habe ich das erste davon

genommen. Es fühlte sich perfekt für das Bye-

Bye Borderline-Cover an. Ich wollte, dass es ganz

simpel ist und einem direkt ins Gesicht springt.

O: Kim, du hattest beim letzten Mal das Dead

Can Dance-Konzert erwähnt. Für welche Bands

reist ihr noch um die Welt oder müsst sie euch

unbedingt ansehen?

KL: Ja, das war eine aufregende Erfahrung,

sie das erste Mal live in Dublin zu sehen. Lisa

Gerrard erschien mir wie ein Engel. Ich habe

es schon immer geliebt, an verschiedene Orte

zu reisen, um meine Lieblingsbands sehen zu

können. Ich habe bereits Karten für Depeche

Mode in Berlin im Juni. Mein erstes Konzert

war 1986 auf ihrer „Black Celebration“-Tour

in Norwegen. Ich sehe nicht mehr allzu viele

Konzerte. Davon hatte ich schon genügend. Als

ich noch jünger war, war ich verrückter. Ich bin

zum Beispiel zehn Jahre in Folge zum Roskilde

Festival gefahren. Aber nicht zum Saufen. Nur,

um so viele Bands wie möglich sehen zu können.

Heute schaue ich mir nur noch die Bands an,

die ich wirklich sehen will. Ich will unbedingt

die Deftones auf ihrer neuen Tour sehen, und

hoffentlich kann ich The National sehen, wenn

sie ein neues Album rausbringen. Auf ihrer

letzten Tour habe ich sie leider verpasst. Ich hatte

sogar schon Tickets. Das größte Konzerterlebnis,

das ich jemals hatte, waren die Einstürzenden

Neubauten auf dem Roskilde Festival 1999.

O: Zu welcher Art Konzertbesucher gehört ihr?

Eher zu denen, die herumstehen und gucken,

oder seid ihr auch als KonzertBESUCHER

aktiv?

AM: Manchmal schon, aber ich bin eher

derjenige, der öde hinter dem Mischpult steht

und einen Drink in der Hand hält. Der Idiot...

das bin ich. (grinst)

KL: Ich bin nicht länger der Typ, der in der

Frontreihe steht und ausflippt. Früher habe ich

die Leute gehasst, die ganz hinten in ihren Sitzen

saßen. Jetzt hocke ich da hinten, mit gekreuzten

Armen, und werde mit bösen Blicken beäugt.

(lacht) Ich kann mich an ein The Cure-Konzert

der „Kissing“-Tour 1987 erinnern, bei dem ich

über dem Sicherheitszaun hing und von der

Security herausgezogen werden musste. Den

Platz habe ich über Stunden hinweg verteidigt,

nur um dann nach den ersten paar Songs

ohnmächtig zu werden. Aber das war es trotzdem

wert. Ich war erst 15 Jahre alt. Außerdem gehörte

ich zu den Typen, die, gleich nachdem sie zur

Bühne gerannt sind, die Setlist abgerissen und

am Ende der Show auf Autogramme gewartet

haben. Ich weiß also, was es heißt, ein Fan zu

sein, und es steckt noch immer in mir.

www.zeromancer.com

Doreen Krase

Photo: Sandra Jensen

Discographie (Alben):

Clone Your Lover (2000)

Eurotrash (2001)

ZZYZX (2003)

Sinners International (2009)

The Death of Romance (2010)

Bye-Bye Borderline (2013)

Line-Up:

Alex Møklebust – Gesang

Dan Heide – Gitarre

Kim Ljung – Bass, Gesang

Lorry Kristiansen – Synthesizer

Noralf Ronthi – Schlagzeug

Orkus! - 49


„Ohne Vorwarnung

und ohne schlechtes

Gewissen!“

Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Und diese Pause hat sich die mittelalterliche

Truppe genommen, um jetzt wieder ordentlich loszulegen. Aktuell dürfen

wir sie mit ihrer Doppelsingle Ahoii/Goldene Zeiten willkommen heißen,

und auch bis zum neuen Studioalbum Beutezug muss man nicht mehr

lange warten. „Mit Ahoii wollen wir an das letzte Album anknüpfen und

den Fans sagen, dass wir wieder da sind. Es war eine längere Fahrt, aber

wir sind wohlbehalten zurück!“, erklärt St. Brandanarius, mit dem wir ein

wenig geplaudert haben.

Beim jüngsten Werk trägt der Titel starkes Gewicht. Brandan merkt an,

Cultus Ferox seien deutlich „härter“ geworden, sowohl musikalisch als auch

textlich. „Der Name ist das Thema: ein Beutezug. Dieses Jahr nehmen wir

uns unseren Teil! Ohne zu fragen, ohne Vorwarnung und ohne schlechtes

Gewissen! Mal sehen, was am Ende so in unseren Truhen ist“, schmunzelt

er. Daneben kommen natürlich auch das altbewährte Heldentum und

Lobpreisungen auf den Zorn der Götter nicht zu kurz. Brandan gesteht

zudem: „Um mich von der Wolfsballade endlich zu befreien, hab’ ich

eine neue Schnulze in Stein gemeißelt, und ich hoffe, dass sie Gefallen

findet. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden damit und kann mir den Song

hoffentlich noch in einem Jahr anhören, ohne dass ich denke: Ach du

Schei..., wat für ’n Müll!“, lacht er.

Beutezug bildet wirklich eine würdige Rückkehr der Piraten, die ohne

Sessionmitglieder eine stolze Anzahl von neun Musikern haben. Klingt

kompliziert? Ist es auch. „Natürlich ist es nicht so einfach wie bei einem

Streichquartett – besonders, weil jeder von uns seine eigene Beklopptheit

hat. Andere nennen es psychisch instabil, ich nenne es einen bunten Haufen

mit vielen verschiedenen gesunden Krankheiten. Die sehr unterschiedliche

Medikamentenvergabe innerhalb der Bande ist auch recht lustig. Der

eine begnügt sich mit einem Met, der andere wiederum braucht etwas

Wundergras, ein anderer ab und zu etwas mehr Zuwendung, und

manchmal sitzt auch jemand im Schneidersitz auf einem Acker und

versucht ein Gebet. Wer mehr wissen will, sollte sich den Titel Grenzenlos

einmal genauer anhören“, rät Brandan und gewährt hier ziemlich intime

Einblicke in den Alltag von Cultus Ferox, die ihrem Namen, welcher so

viel wie „wilde Lebensart“ bedeutet, nur gerecht werden. Bald wird man

auch die Möglichkeit haben, das neue Material live zu genießen. Die

Künstler versprechen für 2013 ein paar schöne Rockkonzerte, bei denen sie

sich über Deinen Besuch freuen würden. Und das letzte Wort hat Brandan:

„Ach ja, Leute, kauft doch wieder mehr Zeitungen. Ich meine solche aus

richtigem Papier, das noch nach Druckerschwärze riecht. Als Kind mochte

ich das so gerne!“ Na dann, los...

www.cultusferox.com

Manuela Ausserhofer

„Das Lauteste,

was möglich ist!“

Drei lange Jahre ließen uns die Jungs auf ihren zweiten Schlag warten.

„Nach unserem ersten Album ist wirklich viel passiert. Wir waren sehr

viel live unterwegs, spielten Supportshows und auf vielen Festivals in

Deutschland. Und in dieser ganzen Zeit haben wir immer an neuem

Material gearbeitet. Aus diesem Pool haben wir dann gefiltert und die

besten 13 Songs auf den Punkt gebracht“, erklärt Frank Kühnlein.

Knallharte Stücke mit deutschen Texten, die Lust auf mehr machen.

„Im Auge des Sturms war ja schon ein guter Anfang“, lacht der Fronter.

„Natürlich lag uns am Herzen, noch eins draufzusetzen, was unserer

Meinung nach gelungen ist... Endzeit klingt reifer, düsterer und behandelt

die nicht so schönen Seiten des Lebens und der Welt. Mal knallhart auf

den Punkt, mal mit einem gehörigen Schuss Ironie. Endzeit ist stolz und

eigenständig!“ Die erwähnte Ironie kann man bei Titeln wie Kinder des

Zorns oder Roter Regen bestens spüren. Die Band zu kategorisieren, fällt

nicht leicht. Häufig bezeichnet man sie als Vertreter der Neuen Deutschen

Härte, doch bestätigen sie das auch nur bedingt. „Würden wir englisch

singen, dann wäre es Metal“, schmunzelt Franky, der von solchen

Unterteilungen wenig hält. Nach ihrem Namen gefragt, hat er die passende

Antwort: „Bei einer Studioaufnahmesession waren wir gerade dabei, einen

Song zu mastern. Beim Mastern ist die lauteste Auspegelung null Dezibel.

Wir haben uns einfach so kurzerhand für diesen Namen entschieden.

nulldB bedeutet also übersetzt: das Lauteste, was möglich ist!“

Einen fixen Songwriter gibt es nicht. Die Lieder entstehen auf

verschiedensten Wegen. Einiges schreibt Franky selber, einiges zusammen

mit dem Produzenten, und wieder anderes entsteht quasi nebenbei im

Proberaum. „Es gibt da keine festen Regeln bei uns – wenn jemand was

Gutes anbringt, wird es verarbeitet. Egal von wem“, berichtet Franky, der

auch noch erzählt, dass er seine Inspiration aus dem täglichen Leben holt.

„Es reicht oft schon, wenn man einfach nur den Fernseher einschaltet, und

man hat ohne Ende Material...“

2013 erfolgt ein besonderes Highlight: nulldB sind momentan gemeinsam

mit Betontod auf Tour. „Wir freuen uns tierisch, es ist uns eine große Ehre!

Zu verdanken haben wir das Holger Hübner von ICS. Ihm gefiel unsere

Musik, und deshalb hat er uns diese Chance gegeben.“ Nichts wie hin!

www.null-db.com

Manuela Ausserhofer

Discographie (Alben):

Im Auge des Sturms (2009)

Endzeit (2012)

Line-Up:

Frank Kühnlein – Gesang, Gitarre

Michael Matveev – Gitarre, Gesang

Matthias Hottinger – Bass, Gesang

Fabian Angermüller – Schlagzeug, Percussion

50 - Orkus!


Plattentipps

Top 5

... das Orkus!-Album

des Monats

Björn Springorum

1. Nick Cave & the Bad Seeds

Push the Sky Away

2. Cult of Luna

Vertikal

3. Pantheion

The Faustian Disciplines

Isabell Köster

1. Sofia Karlsson

Visor från vinden

2. Roterfeld

Stop (Track)

3. Kathryn Roberts & Sean Lakeman

Hidden People

4. Pink Floyd

The Dark Side of the Moon

4. The Mariana Hollow

Your Halo (Track)

5. Shearwater

Breaking the Yearlings (Track)

5. Theatre of Tragedy

...a Distance there is... (Track)

Project Pitchfork

BLACK

CD (Trisol/Soulfood)

vorauss. 25.01.2013

Virtuos geschliffener Electro auf ganzer Bandbreite

Von gedankenberauschend bis tief drückend. Von massiver Power bis

sanfter Brise. All dies darf bei BLACK erwartet werden. Beeindruckend

verpackt und gestaltet, von dunkler Kraft beseelt, mit irgendwie

nachtfarben und gläsern anmutenden Sounds verarbeitet, stellt sich der

Neuankömmling mit zehn Stücken beziehungsweise zwölf Titeln und

drei Remixen in der CD-Landschaft und digital im Netz vor. Den Einstieg

bildet PITCH-BLACK. Hier wird auch sofort klar, mit welcher Formation

man es zu tun hat, selbst wenn einem das Material nichts wissend bei

verbundenen Augen präsentiert würde. Egal ob DRUMS OF DEATH,

THE CIRCUS, RAIN, BLACK SANCTUARY oder ACID OCEAN ertönen,

alles ist im Fluss. Jedes Lied strömt mal mehr, mal minder ungehalten

und kraftvoll durch die Täler des menschlichen Seins. BLACK berührt

tief im Inneren oder, anders gesagt: Obwohl es im menschlichen Körper

kein Licht gibt, ist es Pitchfork wieder einmal gelungen, dass man das

Gefühl hat, von innen heraus zu leuchten. Und genau diese Eigenschaft

sollten wir uns selbst zunutze machen, um unsere verborgenen

Kräfte zu wecken, die unweigerlich in Richtung Zukunft deuten. Was

jeder im Großen oder Kleinen, Stillen oder der Welt zeigend daraus

macht, bleibt ihm überlassen. Falls es heute noch so etwas wie

„Anspieltipps“ gibt, lege ich gern folgende ans Herz: THE CIRCUS –

ein Ganztagesohrwurm, RAIN – ein Wellenreiter für Gedanken, BLACK

SANCTUARY – ein Begleiter für düstere Minuten oder Stunden, sowie

auch NIL zum Ausklang aus dem Alltäglichen. Doch jeder Track und

somit das gesamte Album besitzt ein unglaubliches Potenzial, das jeden

Tag aufs Neue entfaltet und entdeckt werden kann. (10)

Kerstin Müller

Axel Schön

1. ASP

Die GeistErfahrer EP (EP)

2. Coppelius

Extrablatt

3. Cradle Of Filth

Stay (Track)

4. The Sisters Of Mercy

1959 (Track)

5. Wolfsheim

Kein Zurück (Track)

Claus Müller

1. Project Pitchfork

BLACK

2. Depeche Mode

Angel Of Love (Track)

3. Schlafes Bruder

Absolution (Single)

4. A Life [Divided]

The great escape

5. mesh

Born To Lie (Single)

Lars Schubert

1. Diorama

THE ART OF CREATING

CONFUSING SPIRITS

2. How to destroy angels

An omen EP_ (EP)

3. A Life [Divided]

The great escape

4. Diorama

even the DEVIL doesn’t care

5. Combichrist

No Redemption

Doreen Krase

1. Die KAMMER

Season I –

The Seeming and the Real

2. Faun

Thymian & Rosmarin (Track)

3. die ärzte

auch

4. AHAB

The Giant

5. Zeromancer

Bye-Bye Borderline

Nadine Ahlig

1. Tiamat

The Scarred People

2. Tiamat

Amanethes

3. Bullet For My Valentine

Temper Temper

4. Wintersun

Time I

5. The 69 Eyes

X

Lydia Aufschlager

1. The Kills

Black Balloon (Track)

2. A Storm of Light

Collapse (Track)

3. Zeromancer

Eurotrash

4. Eels

Souljacker part I (Track)

5. Die Sektor

The Final Electro Solution


Die Noten reichen von 1 (= the worst) bis 10 (= the best).

A Life [Divided]

The great escape

CD (AFM/Soulfood)

bereits erschienen

Anhören statt flüchten!

The great escape – insgesamt das

vierte, in eigenen Augen das zweite

Album von A Life [Divided] – haut

buchstäblich aus den Latschen.

Bereits der Opener The lost weiß zu

fesseln, legt die Messlatte hoch und

wird sofort vom nächsten Song It

ain’t good getoppt. Standard-Synth

Rock war gestern. Bei ihren letzten

Tourneen Bock auf härtere Sachen

b ekommen, klingen die Süd -

deutschen nun verblüffend rockig

und ansatzweise sogar Metal-lastig.

Doch keine Sorge, einen wirklichen

Umbruch gibt es nicht. Gewohnte

Synth-Balladen wie Clouds of glass

oder das durch weibliche Vocals

unterstützte Feel sind natürlich

ebenfalls enthalten. Jürgen Plangger,

bekannt als Gitarrist von Eisbrecher,

beweist hier zweifellos, dass er sich

auch als Frontmann sehen lassen

kann. Die erste Auskopplung The last

dance befindet sich übrigens bereits

seit Wochen ganz oben in den DAC.

Thematisch dreht sich The great

escape um diverse Facetten der

Flucht und soll sowohl ihre positiven

a ls a u c h n e g a t iven A s p e k t e

aufzeigen. Musikalisch werden Fans

und jene, die sich jetzt neu dazuzählen,

negative Aspekte des

Albums allerdings vergeblich

suchen. Langeweile stellt sich nicht

ein. Reinhören lohnt! (9)

Nadine Ahlig

durchzieht: das Erleben von sowie

der Umgang mit Aggressionen.

Ausrasten im negativen Sinne

werden die Fans keinesfalls, wenn

ihnen das vierte Album der walisischen

Combo um die Ohren fliegt.

Zusätzlich befindet sich darauf

übrigens der Song Tears Don’t Fall

(Part 2)... eine inhaltliche Fortsetzung

des The Poison-Leckerbissens. Die

Vorfreude ist berechtigt! (9)

Nadine Ahlig

Centhron

Asgard

CD (Scanner/BROKEN SILENCE)

vorauss. 01.02.2013

Hier geben Thors Hammerschläge

den Beat an

Frisches Tanzflächenfutter steht

gleich zu Jahresbeginn in den

Regalen. Centhron lassen mit ihrem

neuesten Werk ein Sturmfeuer auf

die Clubs los. In gewohnter Härte

hauen einem die Bässe ohne

Kompromiss um die Ohren, und

auch textlich nimmt die Band kein

Blatt vor den Mund. Stücke wie

Cyberlady, L’état c’est moi oder Fuck

off and die versprechen schon jetzt

ekstatische Tanzabende. Das Album

beschäftigt sich zum einen, wie der

Titel ja vermuten lässt, mit der

nordischen Mythologie, speziell mit

der gnadenlosen Kriegsführung, und

zum anderen mit teils abgründigen

menschlichen Bedürfnissen. Dass

diese zumeist sexuellen Ursprungs

sind, ist bei Centhron keine Neuigkeit.

Ein äußerst clubtaugliches

Release, welches für Aufsehen und

-hören sorgen wird. An Asgard gibt

es kein Vorbeikommen! (9)

Marie-Luise Henke

Bullet For My Valentine

Temper Temper

CD (Sony)

vorauss. 08.02.2013

BFMV sind mit kleiner

Aggressionslehrstunde zurück

Na, das wurde aber auch Zeit. Viel

zu lange war es nach Fever ruhig um

die Bullets. Belohnt werden wir nun

mit einem unverkennbaren Bullet For

My Valentine -Album: gewohnt

eingängig, mit klassischen Riffs,

flot ten Melodien und derben

Grooves. Temper Temper lässt elf

fette Dinger vom Stapel, welche sich

in ihrer Gesamtheit irgendwo

zwischen dem Core-lastigen The

Poison und dem modern-klassischen

Scream Aim Fire bewegen... jedoch

auf einem anderen Level als Fever

– eine klare und deutlich hörbare

Weiterentwicklung des Quartetts.

Der Titeltrack, vorab schon inklusive

Video präsentiert, lässt neben einem

perfekten ersten musikalischen

E i n d r u c k a u c h t h e m a t i s c h

durchblicken, was das ganze Werk

Cindergarden

Lunar Phases

Winter Solstice EP

MCD (Looking Glass)

bereits erschienen

Verzauberte True Gothic Story

Jaymie Valentine verschafft sich

nach einer kleinen Pause wieder

Zugang zu unserem Gehör. Ihre

aktuelle EP besteht neben dem

eigenen Stück Lunar Phases aus zwei

Cover-Versionen, was anfangs ein

wenig seltsam erscheint. Dies sind

jedoch keine „normalen“ Cover,

denn Leonard Cohens Everybody

Knows und Soundgardens Black

Hole Sun wurde ein ganz, ganz

eigener Stempel aufgedrückt.

Besonders aus Black Hole Sun

kreiert Cindergarden einen völlig

n e u e n S o n g, d e r ein e tiefe,

fremdartige Faszination ausstrahlt.

Schon allein deswegen ist die EP den

Kauf wert. Der Gesamteindruck ist


gut. Lunar Phases ist sehr stimmungsvoll,

sehr düster, sehr weiblich,

sexuell, rauchig, verhext märchenhaft.

Trotz seiner modernen poppigen

Ader mit Klassikeinschlag, die hier

und da hinter den dunklen Klängen

hervorlugt – das ist purer Electro

Goth. (8)

Lydia Aufschlager

Combichrist

No Redemption

CD (Out Of Line/Rough Trade)

vorauss. 25.01.2013

Combichrist überraschen mit

Gitarrenwänden

„Heilige Scheiße! Was ist denn

das?“ Das sind ziemlich genau die

ersten sechs Wörter, die jedem Hörer

nach den ersten Minuten – ach was:

Takten – von No Redemption durch

den Kopf gehen werden. Die

Chaoten von Combichrist vertonen

den Reboot der Spieleserie Devil

May Cry und überraschen mit einer

Aggressivität, die spätestens seit

Making Monsters verloren schien und

nur noch live spürbar war. Dabei

bedienen sie sich jedoch musikalischer

Stilmittel, die so nicht zu

er war ten waren. Mit Age Of

Mutation wird direkt zu Beginn das

Metalcore-Brett ausgepackt, Zombie

Fistfight, Buried Alive und How Old

Is Your Soul? erinnern an Ministry,

Gimme Deathrace haben bestimmt

Rob Zombie und Mansons böser

Bruder gemeinsam aufgenommen,

Feed The Fire und Empty könnten sich

durchaus auf einem Album von

Moonspell finden lassen, hier und da

schaut auch mal Dino Cazares

vorbei, Refuseds New Noise-Sample

wurde gleich mehrfach verwurstet,

Andy LaPlegua singt, keift, kreischt

und schreit um sein Leben, und das

grandiose Clouds Of War gibt

hoffentlich einen Ausblick auf

künftige, elektronischere Tracks.

Klingt so gar nicht nach Combichrist?

Sag’ ich ja: „Heilige Scheiße!“ (9)

Lars Schubert

Cultus Ferox

Ahoii

MCD (Wannsee, John Silver/Sony)

bereits erschienen

Der Vorbote zum Beutezug

Was wir hier in Händen halten, ist

das erste Lebenszeichen nach sechs

langen Jahren. Es soll schon mal

einen Vorgeschmack auf das bald

kommende Studioalbum Beutezug

bieten, zugleich aber auch an die

Vorgängerwerke anschließen und

den treuen Fans zeigen, dass Cultus

Ferox zurück sind. Und das in

altbewährter Manier: Die Truppe

fabriziert Mittelalter Rock mit einem

H a u c h R o m a n t i k u n d e i n e r

gewaltigen Prise Piratentum. Die fünf

Tracks machen großen Spaß. Neben

dem Titelgeber Ahoii (auch als

eigener Clubmix auf der Single zu

finden) ist besonders die Nummer

Goldene Zeiten ein Anspieltipp.

Cultus Ferox bieten eine gehörige

Portion Seefahrerromantik, vermischt

mit etwas härteren Gitarrenriffs als

bisher gewohnt. Der Sound ist nicht

wirklich anders – wer Cultus Ferox

früher liebte, wird es heute immer

noch tun. Aber vielleicht können sie

durch ihre Rückkehr auch den einen

oder anderen neuen Musikliebhaber

überzeugen. Wir freuen uns auf

jeden Fall auf ihren Beutezug und

lassen uns inzwischen von Ahoii die

Zeit vertreiben. (8,5)

Manuela Ausserhofer

Die Krupps

Risikofaktor

MCD (Synthetic Symphony/SPV)

bereits erschienen

Perfekte Rückbesinnung

auf alte Tugenden

Erste Hördurchläufe vor einem

repräsentativen Publikum aus

Anhängern der Krupps haben ein

recht einheitliches Meinungsbild zur

neuen Single Risikofaktor ergeben.

Der Metalhead ist zufrieden mit dem

unwiderstehlichen Groove und den

markant gesetzten Gitarrenläufen.

Der Industrial-Fan erfreut sich am

Stahlophon als Taktgeber. Und alle

anderen machen sich darüber kaum

Gedanken, lauschen dem Song mit

seinen neumodischen Glitcheffekten

und sind bereits nach wenigen

Sekunden auf der Suche nach der

nächsten Tanzfläche. Musikalisch in

die Zeit von II – The Final Option

einzuordnen, weckt Risikofaktor

mächtig Appetit auf das kommende

Album. Dazu hätte es nicht einmal

den Leæther Strip-Remix von Neue

Helden oder Der Amboss in einer

Live-Version gebraucht. (8)

Lars Schubert

Diorama

even the DEVIL doesn’t care

CD (Accession/Indigo)

vorauss. 25.01.2013

Qualität und Weiterentwicklung

melancholisch vereint

E s i s t s c h o n e i n e v e r d a m m t

schwierige Angelegenheit, ein neues

Release von Diorama zu besprechen.

Abgesehen von der prägnanten

Stimme Torben Wendts, ist nämlich

nur recht wenig auf even the DEVIL

doesn’t care wirklich greifbar... und

zudem unklar, was genau den


unwiderstehlichen Reiz des Albums

ausmacht. Ist es das mitgröltaugliche

the scale oder der Opener maison du

tigre mit seiner Mischung aus den

typischen Beats, Harmonien und

Melancholie? Ist es gar die bislang

eher unbekannte Dramatik von my

favourite song, das minimalistische

weiß und anthrazit o d e r d e r

Ohrwurm hellogoodbye? Diorama

bedienen sich erneut einer ganzen

Menge an Stilmitteln, erhöhen den

Einsatz der Gitarre und – das mag

die allumfassende Verbindung sein

– schreiben wahrlich gute und

eingängige Stücke. Da ist es auch

verschmerzbar, dass diesmal sogar

die Pianoballade fehlt. (9)

Lars Schubert

EVO

Eva

CD (Songsurfer/Cargo)

vorauss. 15.02.2013

Spaniens Temperament trifft auf das

holde Mittelalter

Geradezu traumhaft ist das 13 Titel

umfassende Album dieses spanischen

Ensembles, welches sich der Musik

von Troubadouren aus dem zwölften

bis 14. Jahrhundert widmet. Thematisch

sind es die Frauen, die die

Verehrung der Komponisten erfahren.

Es geht um Liebe, Schmerz und

Sehnsucht, was vom ersten bis zum

letzten Ton des Longplayers zu

spüren ist. Besonders faszinierend

und hervorzuheben: der Gesang von

Iván López, welcher durch ein Timbre

besticht, das einem wahrhaft den

Atem raubt. In der einen Minute

glaubt man eine klare Frauenstimme

zu hören, in der anderen ist es das

Rauchige und Tiefe, welches den

Worten eine gewisse Wärme verleiht.

Wer von namhaften Formationen wie

QNTAL angetan ist, wird bei dem in

ebensolch professionellem Maße

eingespielten Eva voll und ganz auf

seine Kosten kommen! (9)

Marie-Luise Henke

Hexen und Elben. Sonja Drakulichs

(Stellamara) Gesang im neu als

Vokalise aufgelegten Andro II ist

atemberaubend, wie auch sonst alles

Neue (Katja Moslehners wundervolle

stimmliche Darbietung, Stephan

Groths grandioses Drehleierspiel)

sich per fekt in die Faun’sche

Anderswelt einfügt. Allerdings lässt

sich nicht leugnen: Der Einfluss des

ebenfalls neuen Labels ist enorm.

„Deutschpop mit mittelalterlichen

Elementen“ nennt Universal das, was

uns als Pagan Folk so lieb geworden

ist, denn Mittelalter ist „in“. Dabei ist

nicht einmal die Platzierung im

Fernsehen das Beängstigende oder

die Tatsache, dass mit Tanz mit mir

(durchaus gelungenes Duett mit

Santiano) erstmals und völlig

untypisch für Faun ein Trinklied das

Andersweltige berührt. Es sind die

scheinbar kleinen Dinge (die sonst

kunstvolle Gestaltung des Albumcovers

wich einem die Massen wohl

eher ansprechenden Bandphoto,

phantasievolle Songtitel dem

üblichen „Wir nehmen eine Zeile aus

dem Refrain“) und vor allem der

Einfluss auf die Musik. Weh dem, der

die verspielte Vielschichtigkeit der

Instrumentierung lieb gewonnen

hatte; er muss nun mit sehr viel

weniger vorliebnehmen. Es steht

dabei außer Frage, dass Stücke wie

Mit dem Wind, Diese kalte Nacht,

Wenn wir uns wiedersehen et cetera

wunder voll gesungen und die

Melodien als solche überaus gefällig

sind. Jedoch ist ein nicht unerheblicher

Teil des Zaubers einem klaren,

offenbar leichter zugänglichen

Arrangement der Instrumente

gewichen. Davon ausgenommen

sind, neben anderen, ganz eindeutig

Lieder wie das nunmehr in hochdeutscher

Sprache intonierte Von den

Elben und das wirklich herausragende

und wunderschöne (!) Thymian &

Rosmarin, von denen insbesondere

Letzteres die Einzigartigkeit der

Formation betont. Es bleibt zu hoffen,

dass uns diese Einzigartigkeit stets

erhalten bleibt. Dem Zauber des

eben genannten Stückes jedenfalls

wird sich kaum einer entziehen

können. Daher wohlgesonnene: (8,5)

Doreen Krase

Faun

Von den Elben

CD (We Love Music/Universal)

vorauss. 25.01.2013

Mittelalterlicher Deutschpop mit

einigen Pagan Folk-Perlen

Es ist etwas kaum Greifbares, fast

Mystisches, das die Musik und

Musiker von Faun umgibt. Gerade so,

als seien sie aus einer anderen Welt

in die unsere gekommen, um etwas

von ihrem Zauber hierzulassen.

Wirklich erstaunlich ist es daher

nicht, dass auch ihrem siebten Album

etwas Magisches innewohnt. Von

Undinen weiß es zu erzählen, von

schmachtenden Minnesängern,

Sofia Härdig

The Norm Of

The Locked Room

CD (Solaris Empire/BROKEN SILENCE)

bereits erschienen

Elektronik aus dem kühlen

Schweden

Mit ihrem neuen Album liefert die als

„Electronica- Queen“ bekannte

Schwedin ein solides Werk ab,

welches fernab gängiger Schemata

einzuordnen ist. Das Release bietet

neun Tracks, die innehalten lassen.

Wer glaubt, die elektronischen

Sounds seien von froher und leichter

Natur, liegt weit daneben. Sofia

Härdig hat sich den schwierigen

Sequenzen verschrieben, sie schafft

ganz eigene Klangwelten, die sie


aus Synthesizern, Gitarre, Bass und

S c h l a g z e u g z u s a m m e n s e t z t.

Nummern wie Closed Eyes oder Low

And Slow wissen durch ihre so

kreierten Atmosphären zu überzeugen.

Äußerst empfehlenswert für

all jene, die sich gerne auch mal mit

zunächst etwas starr wirkender

Musik beschäftigen, um daraus die

schillernden Facetten der Sofia

Härdig zu erschließen. (8)

Marie-Luise Henke

Harakiri for the sky

Harakiri for the sky

CD (Art of Propaganda)

bereits erschienen

Post Black Metal aus Österreich

Dass auch Österreich guten Metal

produzieren kann, dürfte wohl seit

Bands wie Dornenreich, Summoning

oder Hollenthon außer Frage gestellt

sein. Und auch dieses Projekt hat auf

jeden Fall Beachtung verdient.

Harakiri for the sky sind eine noch

sehr junge Band, was aber nicht

bedeutet, dass sie erst seit Kurzem

im Musikgenre tätig sind. Die

meisten Mitglieder sind auch in

anderen Gruppen – wie Karg oder

Bifröst – fleißig vertreten. Doch was

wir hier haben, ist etwas ganz

B e s o n d e r e s . M e l o d i s c h e r,

experimenteller Black Metal. Fans

von Alcest, Grey Waters oder Fen

dür f t en b ei diesem G espann

Luftsprünge machen. Songs wie

From yesterday to ashes oder 02:19

am, psychosis fesseln mit einer

ordentlichen Portion Emotion, die

sich mal als Sehnsucht und dann

plötzlich deutlich als purer Schmerz

in unsere Seelen drängt. Auch der

Opener Lungs filled with water ist

nicht von schlechten Eltern und gibt

einen gebührenden Einstieg zu den

fünf Titeln mit einer Gesamtlaufzeit

von rund 40 Minuten, die voll und

ganz überzeugen können. Höchstwahrscheinlich

hast Du von dieser

Truppe bis jetzt noch nichts oder nur

wenig gehört. Aber das sollte sich

schleunigst ändern! (9)

Manuela Ausserhofer

How to destroy angels

An omen EP_

MLP (Sony)

bereits erschienen

Frickeliges von Reznors

Elektronik-Spielwiese

Man muss kein Prophet sein, um die

Kritiker sagen zu hören, dass Trent

Reznor früher doch viel bessere

Musik gemacht hat, dass er viel zu

we nig sin g t u n d s ein e r Fra u

M a r i q u e e n M a a n d i g d e n

Löwenanteil überlässt, und dass die

NEW ALBUM

from Swedish underground queen

SOFIA HÄRDIG

” I am prepared to join in the CHORUS OF PRAISE... and I will

not hesitate to proclaim SOFIA HÄRDIG to one of the year’s most

interesting, Swedish artists. Anyone with the slightest interest

in Swedish alternative music should definitely

CHECK OUT THIS ALBUM ” Johan Arenbo ZERO

kopfhörerpflichtige An omen EP_ viel

zu verkopft ist. Mag sein, dass die

sechs neuen Tracks von How to

destroy angels wie eine einzige,

kühle und karge, sich dauernd

wiederholende, elektronisch -

avantgardistische Jamsession

klingen, mag ebenfalls sein, dass

The sleep of reason produces

monsters tatsächlich langweilig ist,

und es mag auch stimmen, dass

Reznor zusammen mit seinen Buddys

Atticus Ross und Rob Sheridan mal

eher den Bauch statt den Verstand

über die zu drehenden Knöpfe auf

den Synthesizern hätte entscheiden

lassen sollen. Objektiv betrachtet, ist

Keep it together aber ein Ohrwurm

mit wunderbarem zweistimmigen

Refrain, On the wing ein beatlastiger

Ohrenschmeichler, und schwelgt

Reznor mit Speaking in tongues in

schrägem Ambient aus der The

Fragile-Ära. Und wer beim Highlight

The loop closes bis zum Ende

durchhält, kann letztlich doch noch

Parallelen zu den Nine Inch Nails

entdecken. Bleibt die spannende

Frage, wie How to destroy angels’

erster Longplayer wohl klingen wird,

denn bis dato mögen die beiden EPs

lediglich Fingerübungen gewesen

sein. (8)

Lars Schubert

New Model Army

Vengeance

The Whole Story 1980–84

DCD (Attack Attack/AL!VE)

bereits erschienen

Herausgeputztes

Post Punk-Denkmal

An Wieder veröf fentlichungen

herrscht momentan ja wahrlich kein

Mangel, aber nicht immer sind sie

so sinnvoll und wichtig wie das

soundtechnisch vorbildlich aufpolierte

Debut von New Model Army.

Schon seit einigen Jahren ist

Vengeance nicht mehr erhältlich,

und es wäre eine Schande gewesen,

wenn dieses Denkmal des britischen

Independent und Post Punk nicht

jedem zugänglich stünde. Haben

die politischen Texte natürlich mittlerweile

einen Teil ihrer Sprengkraft

eingebüßt, so gilt das nicht für die

Musik – Justin Sullivans ausdrucksstarker

G esang, das geniale

Bass spiel und das Pendeln zwischen

Wut und Melancholie in Klassikern

wie Notice Me, A Liberal Education

oder Smalltown England haben bis

heute nichts von ihrer Anziehungskraft

verloren. Wer derzeit ein Ohr

in England hat, weiß, dass viele

Bands das ebenso sehen. Diese

Neuauflage vereint neben dem

eigentlichen Album und den drei

bereits darauf befindlichen EPs auch

noch ein paar entstaubte Demos und

diverse BBC-Sessions und macht

somit die im Internet kursierenden

Bootlegs obsolet. Das Ganze kommt

in einer schmucken Verpackung...

um es auf den Punkt zu bringen:

Pflichtkauf! (9)

Lars Schubert

Noisuf-X

Warning

CD (ProNoize/BROKEN SILENCE)

vorauss. 01.02.2013

Der wohl rhythmischste Angriff

auf unsere Ohren

Verzerrte Electro-Klänge mischen

sich mit Sounds, die zweifelsohne

auch dem Beginn eines Gladiatorenkampfes

entstammen könnten, und

plötzlich ertönt eine kichernde, irre

Stimme aus dem Hinterhalt, die uns

mit Scary Looking Thing nicht nur

einen Schrecken einjagt, sondern

auch ein Kopfkino in Gang setzt, das

uns nicht mehr loslassen will. Dann

wird es laut, krachig, kompromisslos,

und sehr schnell verstehen sowohl

unsere Ohren als auch der Rest

unseres Körpers das neue Werk von

Mastermind Jan L. als allumfassende

Attacke, die uns dazu bringt, dass

wir tanzen und tanzen und nicht

mehr aufhören können. Und gerade

wenn man denkt, zwischendurch

ein, zwei Luftzüge holen zu können,

wird mit dem Klassiker Tinnitus, der

sich 2013 in neuem Gewand

präsentiert, dem lauten Titelsong

oder dem hyperaktiven Klick Klick

nachgeladen, sodass der Boden

unter unseren Füßen sofort wieder

anfängt zu qualmen. Warning trifft

genau ins Schwarze und legt nicht

nur das Trommelfell, sondern auch

die Tanzfläche in Schutt und Asche.

(9)

Tanja Pannwitz

Opera Chaotique

Death of the Phantom

of the Opera

CD (Hidden Track)

bereits erschienen

„Jazz Up Cabaret“

Dieses Album hat eigentlich alles,

was ein e ro m antis c h - düstere

Geschichte braucht: Charme, Witz,

Liebe und Tragik. Gleichzeitig

erinnern eindrucksvoller Gesang und

mitreißende Melodien angenehm an

Formationen wie The Irrepressibles

oder das Cabaret der Zwanziger

Jahre. Aber so wohlklingend die

einzelnen Lieder auch sind, so

gelingt es Opera Chaotique auf

ihrem Debut noch nicht so recht, sie

miteinander zu verbinden. Mit fast

jedem Stück geht ein Stimmungswechsel

einher, und dieser tritt

zudem ziemlich abrupt auf. Man

gewinnt dadurch den Eindruck, dass

sich die Band nicht so richtig für ein

Soundkonzept entscheiden wollte.

Teilweise haben sie es auch mit der

Theatralik etwas zu gut gemeint, was

einige Passagen g ez w ungen

überkünstelt wirken lässt. Das

verzeiht man ihnen jedoch gern,

VÖ: 1.2.2013

Solaris Empire/Broken Silence


lauscht den liebevollen Arrangements

und den Wortspielen („It is

a Jazz Funeral, where people are

dying to come to.“) und hofft

darauf, sie einmal live sehen zu

dürfen. Denn mit großer Sicherheit

ist dieses Projekt für die Bühne

gemacht. (7)

Lydia Aufschlager

melodisch und atmosphärisch ein.

Mit elfengleicher Stimme werden

die Lieder unterstrichen. Auch

Voya g e o f t h e M a gus o d e r

Crescent Moon wissen absolut zu

überzeugen. Wer Lust auf eine

gehörige Portion Emotion und

Leidenschaft hat und gerne träumt,

ist hier genau richtig. Es lohnt sich

auf jeden Fall, mal reinzuhorchen:

das Duo weiß wirklich, was es tut.

(8)

Manuela Ausserhofer

Entwicklung des momentan erfolgreichsten

deutschen Musikacts

ganz bequem im Auto, im Büro

oder beim Kochen verfolgen. Dass

die gefühlvolle Stimme des Grafen

sich beim Vortrag sanft und selig

ans Ohr schmiegt, verwundert wohl

niemanden. Das Release ist aber

mehr als nur die gesprochene

Version der Autobiographie. Als

Bonus bietet es das erste Album des

Grafen, Dreams and Illusions von

1994 – also vor Gründung von

Unheilig. Daneben ist auch sein

allererster Song Success enthalten.

Keine Frage, ein Muss für jeden

Fan. Und wer die Autobiographie

vielleicht doch lieber selbst liest,

kann das Hörspiel wenigstens

nutzen, um abends friedlich zur

S t i m m e d e s G r a f e n e i n z u -

schlummern. (9)

Nadine Ahlig

Niko Valkeapää

ÄÄ

CD (Galileo MC)

bereits erschienen

„Arctic Rock“ aus Nordnorwegen

Schon anders, diese Musik. Niko

Valkeapää folgt den Fußstapfen

seines berühmten Patenonkels,

interpretiert wie jener die traditionelle

Kultur der Samen auf

ureigene Weise. Folklore, Joik,

Volksmusik – wie man es auch nennt,

Rajna

Babel

CD (Eigenproduktion)

bereits erschienen

Weltmusik aus Frankreich

Elf Titel voller Gefühl und Passion

erwarten uns auf dem brandneuen

Album von Jeanne und Fabrice

Lefebvre, dem französischen

Gespann, welches sich ganz der

Musik aus fernen und fremden

Welten verschrieben hat. Dass man

den beiden nichts vormachen kann,

zeigt alleine schon ihre Erfahrung;

bereits seit 1992 musizieren sie

mit ein ander. B a b e l ist ein e

magische Reise, die sich – von

Sehnsucht getrieben – durch

Deinen Verstand zieht. Voraussetzung

für den Genuss ist jedoch,

dass man sich voll und ganz darauf

einlässt, denn nur dann kann man

in den Tiefen versinken. A prayer

for rain leitet das Album sehr

Unheilig

Als Musik meine Sprache

wurde

CD-Box (Deutsche Grammophon

Literatur/Universal)

bereits erschienen

Hörspaß für die ganze Familie

Nach dem Erscheinen seiner

offiziellen Autobiographie äußert

sich Der Graf nun erneut umfassend

und ausführlich zu seiner eigenen

Person... und zwar via Hörbuch.

Richtig verstanden, der adrette

Unheilig-Frontmann hat das Buch

komplett eingesprochen; erhältlich

als gekürzte Lesung (vier CDs)

sowie ungekürzt („Deluxe“-Edition,

sieben CDs, auch als Download

verfügbar). So kann jeder die

aufregende und nahegehende


was d e r g e b ür tige Finne als

Ausgangspunkt nimmt: es ist ein sehr

originärer, für einige wohl ungewohnter

Sound. Für sein neues

Album ist das aber ohnehin nur die

Grundzutat, ein Fundament, auf

welches er ein ganzes Haus anderer

Einflüsse setzt. Art Rock zum Beispiel,

oder die elektronisch-experimentelle

Seite der Achtziger. „Arctic Rock“,

steht am Ende auf diesem Konstrukt,

und das trifft die nordische Rock/

Pop-Rundreise eigentlich genau. Hin

und wieder ein wenig zu beliebig,

zu schunkelig, doch im Großen und

Ganzen eine Art David Bowie vom

Nordkap, ein Sonderling mit viel

Talent, großartigen Musikern und

einem Gespür für eingängige Songs.

M a n c h m a l k ö n n t e d i e s e h r

faszinierende samische Folklore

allerdings etwas prominenter im

Vordergrund stehen. Aber letztlich ist

das natürlich seine Sache. (7)

Björn Springorum

Voïvod

Target Earth

CD (Century Media/EMI)

bereits erschienen

Science Fiction-Thrash-

Rückbesinnung

Alles auf Anfang bei Voïvod. Zum

Glück: Deutete sich bereits in den

letzten Jahren eine Rückbesinnung

an, ist diese mit Target Earth

endgültig Wirklichkeit geworden.

Studioalbum Numero 13 präsentiert

die kanadische Thrash/Pro g -

L e g e nde so roh, unve r b lümt,

energetisch und bissig wie seit

Urzeiten nicht, dreht im 30. Bandjahr

noch mal alle Ventile auf und lässt so

richtig Dampf ab. Im Prinzip zeigt

schon das herrliche Retro-Cover,

wohin die Reise geht: Proto Thrash

trifft auf Hardcore-Attitüde, Science

Fiction - Habitus und verspielte

Passagen, die Achtziger schimmern

durch die fleißig losröhrenden Stücke

wie wiederentdeckte Photoalben.

Der erste französische Song der

Bandgeschichte; brandaktuelle

politische Themen (Occupy...) und

jener Hang zu dystopischen Inhalten

bestimmen auch Target Earth und

machen das sehr jugendlich tönende

We r k z u e i n e m v e r d i e n t e n

Bestandteil der eindrucksvollen

Discographie. Well done, Voïvod!

(8,5)

Björn Springorum

Your Army

Ignite

CD (intono/Rough Trade)

vorauss. 25.01.2013

Rauer Wind aus England

Aufgepasst, hier kommen Your Army,

die neuen Indie Rocker aus Brighton,

die sich zur Aufgabe gemacht

haben, den Britrock zu revolutionieren.

Mit Lucy Caffrey als kesser

Rotzfrontfrau am Mikro ist zumindest

der Blickfang schon gesichert.

Selbstbewusstsein und Bühnenpräsenz

lassen sich ebenfalls nicht

leugnen. Doch kann das Gespann

auch musikalisch was? Ignite soll es

beweisen. Mit zwölf fetten Tracks

voller Energie, Aggression und

Bestimmtheit zeigt die Bande, dass

sich das relativ lange Warten bis

zum Debut gelohnt hat. Immerhin

formierte sich das Quartett bereits im

Jahre 2009, wollte aber erst einmal

in Ruhe reichlich Material sammeln.

Genug davon angehäuft, ein festes

Label im Rücken, und Ignite kann sich

hören lassen. Übrigens wurde das

Album von niemand anderem als

Skunk Anansies Gitarrist Ace

produziert. Zu den bisherigen

Singleauskopplungen No Good und

One Last Time gibt es natürlich auch

jeweils einen Videoclip. Frisch,

eingängig und höchst unwahrscheinlich

eine Eintagsfliege. Ob

sich Gwen Stefani nun warm

anziehen muss? (9)

Nadine Ahlig

Zeromancer

Bye-Bye Borderline

CD (Trisol/Soulfood)

vorauss. 25.01.2013

Melancholischer Industrial Rock,

emotionale Grenzgänge inklusive

Die innere Zerrissenheit zurück lassen

und gemeinsam voll durchstarten.

Das könnte die Botschaft hinter

Zeromancers neuestem Werk sein,

denn genau so klingt es. Stark,

intensiv, voller Energie. Nicht jedoch

ohne einen Blick zurück zu werfen

u n d z u w e i l e n i n b i t t e r s ü ß e r

Melancholie zu schwelgen. Nicht

selten finden sich beide Elemente in

einem Song, schwankt die Stimmung

von energetisch zur totalen Hoffnungs

losigkeit und zwingt den Hörer

zu einer rasanten Fahrt in der

Gefühls achterbahn. Auch inhaltlich

geizen die Norweger nicht mit

Emotionen und schaffen so eine

Nähe, die gleichermaßen berüh rend

wie auch verstörend sein kann. Das

mitrei ßende und eingängige Bye-Bye

Borderline, das wunder schöne,

ruhige und gefühlvolle The Tortured

Artist, das brachiale Auf Wiedersehen

Boy – nur einige wenige

Beispiele für lange nachhal lende

Momente voller Wut, Nachdenklichkeit,

Traurigkeit, Tiefsinn.

Niemals belanglos, herrlich düster

und sehr intensiv. Ja, sie sind wieder

da und das Industrial Rock-Genre

auf einmal wieder ganz schön

spannend! (8,5)

Doreen Krase

DVD

Feuertanz Festival 2012

DVD (Soulfood)

bereits erschienen

Verwegene Träume

von mutigen Rittern

und sinnlichen Burgfräulein

Dass Festivals nicht immer dreckig,

stinkend und respektlos sind,

s o n d e r n a u c h g e d i e g e n ,

romantisch und verträumt sein

können, beweist unter anderem das

Feuertanz Festival, welches im

letzten Jahr schon in die zwölfte

Runde ging. Burg Abenberg, eine

eindrucksvolle Wehranlage aus

dem Hochmittelalter, gewährt eine

ganz eigensinnige und auch

geheimnisvolle Atmosphäre, wie

geschaffen für ein entsprechendes

Event. Also rein in die Gehröcke

und ran an den Met, die Finger

bereit für Spanferkel und holdes

Weib. Was 2012 für Highlights zu

bieten hatte, kann man jetzt in Bild

und Ton bestaunen. Auf der Bühne

ließen es Szene - Größen wie

Coppelius, Faun, Vogelfrey,

MONO INC., Letzte Instanz oder

S u bwa y t o S a lly o rd e nt lich

krachen. Die DVD hält eine

vielversprechende Auswahl des

Liedguts der meisten Künstler

bereit, zusätzlich noch zahlreiche

Interviews von Subway to Sally,

Feuerschwanz, Das Niveau, The

S andsacks & Co.. Daneben

begeistern Impressionen des

gemütlichen Zusammenseins, der

Fe u e rshows und d e r aus ge -

fallensten Garderoben. Ein schönes

Erinnerungspaket, das bei keinem

Sammler oder Spektakelbesucher

im Schrank fehlen darf. (9)

Nadine Ahlig


Kristina Günak

Die Drachenbraut

(UBooks)

Allen Liebhabern romantischmystischer

respektive paranormaler

Liebesgeschichten sollte Kristina

Günak bereits seit ihrer Elionore

Brevent-Reihe, in welcher zuerst

Eine Hexe zum Verlieben und

anschließend Engel lieben gefährlich

veröffentlicht wurden, ein Begriff sein.

Doch nun geht es nicht um den

dritten Teil jener Serie, der übrigens

auch 2013 erscheint, sondern

um ihre neueste Schöpfung Die

Drachenbraut. Das knapp 300 Seiten

füllende Werk erzählt von Dr. Josefine

Rosenberg, die eine ganz spezielle

Fähigkeit hat: heilende Hände. Für

menschliche Wesen dürfte sie ihre

Gabe gar nicht anwenden, aber

diesem Verbot widersetzt sie sich

gerne, und so wird sie des Öfteren

vor den Magischen Rat zitiert. Eine

Einladung, die man nicht ablehnen

Timo Mrazek

GorillaDelphia II

Amor, Stein & Eisen bricht

(TM)

Wahnsinn, einfach Wahnsinn.

Da kommt ein Autor daher und

veröffentlicht sein Buch eigenhändig...

und es ist ein Volltreffer! Der erste

Teil der GorillaDelphia-Saga (mögen

noch viele folgen!) war ein Fest

für Freunde der schrägen Fantasy

zwischen Douglas Adams, Terry

Pratchett, Walter Moers oder A. Lee

Martinez, fabelhaft aufgemacht und

ein Paradies für Rollenspieler und

Nerds. Und der zweite? Nun, der ist

jetzt endlich erschienen und steht

seinem Vorgänger in nichts nach.

Ich präzisiere: in absolut gar nichts!

Wieder ist die Verpackung edel und

Alexander F. Spreng

Der Fluch

(Herz und Verstand)

Das Leben ist unvollkommen und

ungerecht. Kommt noch wahre Liebe

hinzu, nimmt es nicht selten einen

unumkehrbar tragischen Verlauf.

Oft genug sogar für diejenigen, die

originär nichts damit zu tun hatten.

Womit? Genau das erzählt Alexander

F. Spreng, kreativer Kopf der Gothic-

Formation ASP, in diesem Büchlein.

Wer Asp kennt, weiß, dass er ein

großartiger Geschichtenerzähler

ist und dass bei ihm immer etwas

Besonderes entsteht. An Der Fluch

hat der Künstler fünf Jahre lang

gearbeitet und eine in Gedichtform

verfasste Briefnovelle geschaffen,

die von entrissener Liebe, tiefem

Unheilig

Als Musik meine

Sprache wurde

(riva)

Die letzten drei Jahre hätten für

den Grafen aufregender kaum sein

können. Ausverkaufte Konzerte,

prominente TV-Auftritte, „Bambi“,

„ECHO“s, Alben hoch in den

Charts – Unheilig sind momentan

die erfolgreichste deutsche Band.

Ihr Sänger konnte natürlich nur

ansatzweise begreifen, was eigentlich

gerade um ihn herum passiert. Viel

wurde über ihn behauptet oder

geschrieben, er selber musste

sich erst einmal Zeit nehmen, um

die Dinge zu verarbeiten. Doch

jetzt spricht er in seiner offiziellen

Autobiographie ausführlich von

seiner Person und setzt sich mit seiner

kann. Bei ihrem Besuch nehmen die

Dinge ihren Lauf – sie lernt einen

Mann kennen, der sie fasziniert wie

kein anderer und dessen Kraft sie

schon beim ersten Treffen spürt.

Valentin Lazar ist ein Drache, zugleich

einer der mächtigsten Gestaltwandler

und Mitglied des Rates. Niemand

kann es normalerweise mit ihm

aufnehmen, aber Dr. Rosenberg muss

feststellen, dass auch sie mächtiger

ist als vermutet. Kristina Günak hat

hier einen wirklich sehr fesselnden

Roman geschrieben, bildgewaltig,

romantisch und spannend. Die

perfekte Lektüre, um die Seele ein

wenig zu erwärmen im bitterkalten

Winter. Eine Fortsetzung hat die

junge Autorin bisher nicht konkret

geplant, doch sagt sie selbst, dass die

Charaktere noch mehr zu erzählen

hätten. Traumhaft!

Manuela Ausserhofer

voller unsinniger, aber hinreißender

Gimmicks, wieder ist der Plot von

rasiermesserscharfem Nonsense –

irrwitzige Wendungen, Gags, absurde

Spannung und unvergessliche

Charaktere. Kostprobe gefällig?

„Schwachsinnige Anrufe bedrohen

die Rationale Sicherheit.“ Kein

Schmunzeln? Dann ist dieses Werk

nichts für Dich. Alle anderen dürfen

sich ein Loch in den Bauch freuen,

erneut mit Ray Moron (der heißt

wirklich so!) auf haarsträubende

Ermittlertournee zu gehen. Die führt

ihn diesmal ans Ende der Welt, wobei

nicht immer klar ist, ob das physische

oder endgültige Ende gemeint ist.

Womöglich beides? Herrlich skurriler

Anarchohumor, Dialoge, um die viele

Autoren Timo Mrazek beneiden

werden, und hohe Erzählkunst lassen

nur ein Urteil zu: Dieses Buch ist eine

Frechheit. Weil es nämlich bei keinem

großen Verlag erscheint. Also los zu

www.gorilladelphia.com.

Björn Springorum

Leiden, großen Hoffnungen,

Scheitern, Verzweiflung kündet. 159

Strophen, die schnell in die Stimmung

klassischer Gothic-Schauerromane

versetzen und die eine oder andere

Verbeugung vor diesen enthalten.

Romantisch, spannend, traurig,

auch vergnüglich hier und da,

weil der Leser mit seinem klaren

Verstand dem nur von Sehnsucht

getriebenen lyrischen Ich manches

Wissen voraushat. Doch vergrößert

das die Tragik letztendlich bloß, lässt

umso mehr mitleiden. Der Fluch

ist leicht zu lesen, aber sehr dicht,

emotional und bildhaft und hat trotz

vieler inhaltlicher Wendungen genau

die richtige Kürze, um das Buch bald

wieder gern zur Hand zu nehmen.

Axel Schön

Vergangenheit auseinander... sowohl

mit dem jüngsten Erfolgssturm als

auch mit den Jahren zuvor, die weit

weniger rosig waren. Auf knapp 300

Seiten schildert Der Graf detailliert,

vertrauensvoll und kumpelhaft, wie

sein Traum entstand, Musiker zu

werden. Er redet offen über Ängste

und Zweifel, die treue Wegbegleiter

waren, Erfolge, Rückschläge, falsche

Freunde, Lektionen, Aha-Momente

– und warum neben der Musik

dennoch bis heute die Familie das

Wichtigste für ihn ist. Man möchte

mit dem Kopf nicken und sagen:

„Ja, verstehe. Du hast absolut recht,

mein Freund.“ Ein Star, der seine Fans

zu schätzen weiß. Ein Star, der seine

Wurzeln nie vergessen wird. Ein Star,

der einfach Mensch geblieben ist.

Nadine Ahlig

60 - Orkus!


Johan Edlund (Tiamat)

Was hat 2012 so besonders

gemacht?

Ich habe nichts Besonderes bemerkt.

Album des Jahres:

Lana Del Rey Born To Die.

Überflüssigster Song:

Ich weiß nicht, ich habe nicht so viel

Musik gehört. Wahrscheinlich die

meisten Veröffentlichungen.

Bestes eigenes Konzert:

Metaltown in Umeå.

Bühnenpanne des Jahres:

Gab’s keine.

Schönstes Artwork:

Graveyard, wegen ihrer Anlehnung

an Malewitschs Schwarzes Quadrat.

Respekt an sie und ihre Plattenfirma,

die es ihnen erlaubt hat.

Vielversprechendster

Newcomer:

Ich kenne keinen.

Cover-Version des Jahres:

Unsere Version von Born To Die.

Persönliches Highlight:

All die am Strand verbrachte Zeit.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Keine Ahnung.

Erotischste Person:

Meine Lady.

Idiot/in des Jahres:

Viel zu viele.

Enttäuschung des Jahres:

Einige meiner Geisterchilis sind dieses

Jahr nicht so gut gewachsen.

Erfreulichste Begegnung des

Jahres:

Niemand Ungewöhnliches.

Größter Verlust:

Loke und James, Katzen von zwei

meiner besten Freunde. Mögen die

kleinen Bastarde in Frieden ruhen.

Größter Fehler:

Ich hätte mehr Zeit am Strand

verbringen können.

Schauspieler des Jahres:

Der Typ, der Bilbo gespielt hat. Der ist

großartig!

Film des Jahres:

Ich bin kein Herr der Ringe-Fan, aber

Der Hobbit war faszinierend.

Buch des Jahres:

Ich habe nichts mehr von Bedeutung

gelesen, seit Hemingway sich das Hirn

weggepustet hat.

Getränk des Jahres:

T.G.I. Friday’s Ultimate Margarita.

Essen des Jahres:

Meeresfrüchte mit Pikilia, gebratener

Paprika, Fetakäse und einer Menge Ouzo.

Stadt des Jahres:

Thessaloniki.

Persönliches Ziel für 2013:

Mehr Zeit am einsamen Strand

verbringen, ein paar Tintenfische

jagen, viel schwimmen und die Sonne

genießen.

Konkrete musikalische Pläne

für 2013:

Konzerte und auf Festivals spielen und

die Arbeit an einem neuen Album

beginnen. Es gibt da schon ein paar

Ideen.

Lorry Kristiansen

(Zeromancer)

Was hat 2012 so

besonders gemacht?

Nicht eine einzige Show mit

Zeromancer zu spielen, war eine

Besonderheit. Live-Auftritte sind

zur Sucht geworden.

Album des Jahres:

Thåström Beväpna dig med vingar.

Überflüssigster Song:

PSY Gangnam Style.

Bestes eigenes Konzert:

Leider keines.

Bühnenpanne des Jahres:

Leider keine.

Schönstes Artwork:

Dead Can Dance Anastasis.

Vielversprechendster

Newcomer:

Kate Boy. Ich liebe weiblichen

Gesang zu kaltem Electro.

Cover-Version des Jahres:

Dead Can Dance haben Song to

the Siren gespielt!!!

Persönliches Highlight:

Einen guten Job für mich

gefunden zu haben.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Meine Schwiegermutter.

Idiot des Jahres:

Der Mensch, der in meiner

Nachbarschaft Büsche gepflanzt

hat (siehe „Größter Fehler“).

Enttäuschung des Jahres:

Keine Tickets für Kraftwerk

in Düsseldorf oder London

bekommen zu haben.

Größter Verlust:

Man United gewinnt nicht in der

Premier League.

Größter Fehler:

Ich habe mein Auto in einem

Busch geparkt und die Tür

demoliert.

Schauspieler des Jahres:

Tom Hardy.

Film des Jahres:

Ich bin dabei etwas langsam und

sage deswegen Drive. Ich weiß,

der kam 2011 raus, aber ich habe

ihn jetzt erst gesehen.

Buch des Jahres:

Steve Jobs von Walter Isaacson.

Getränk des Jahres:

Guinness.

Essen des Jahres:

Selbst gemachte Fleischklöße.

„Essen des Jahres“ seit meiner

Geburt.

Stadt des Jahres:

Dublin. Ich bin hingefahren, um

Dead Can Dance zu sehen. Das

Konzert wie auch die Stadt waren

wunderschön.

Persönliches Ziel für

2013:

Den Lärm in mir verstummen

lassen.

Konkrete musikalische

Pläne für 2013:

Unser Album im Januar

veröffentlichen und hoffentlich

eine Menge Konzerte spielen. Das

vermisse ich wahnsinnig.

Alexander Kaschte

(Samsas Traum,

Weena Morloch)

Was hat 2012 so besonders

gemacht?

Die Arbeiten an unserem Album Asen’ka

– ein Märchen für Kinder und solche, die

es werden wollen.

Album des Jahres:

Asen’ka – ein Märchen für Kinder und

solche, die es werden wollen.

Überflüssigster Song:

Alles von Frei.Wild.

Bestes eigenes Konzert:

Wir sind nicht aufgetreten, wir haben

nur drei Akustikversionen neuer Stücke

auf der Asen’ka-Weltpremiere gespielt.

Bühnenpanne des Jahres:

Ich habe während der Weltpremiere zu

viel gequasselt und wahrscheinlich alle

gelangweilt.

Schönstes Artwork:

Alles von Anastasia Kaschte.

Vielversprechendster

Newcomer:

Ach Gott. So was interessiert mich nicht.

Cover-Version des Jahres:

Die Cover-Versionen für ein Cover-

Album, an dem gerade Weena Morloch

arbeiten.

Persönliches Highlight:

Das „Album des Monats“ im Orkus!

verliehen zu bekommen.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Nickolay Bazhenov.

Erotischste Person:

Meine Frau.

Idiot des Jahres:

Alexander Kilb.

Enttäuschung des Jahres:

Die Schweden.

Erfreulichste Begegnung des

Jahres:

Christel Baumgart.

Größter Verlust:

Mein Geldbeutel. Dabei lag er doch

nur in meinem Zylinder auf dem

Kleiderschrank.

Größter Fehler:

Ich bin unfehlbar.

Schauspieler des Jahres:

Sylvester Stallone.

Film des Jahres:

Großangriff der Zombies.

Buch des Jahres:

Mehr, als hier je Platz finden würde.

Getränk des Jahres:

Alkoholfreies Weizenbier (Lammsbräu).

Essen des Jahres:

Pizza – zu viel Pizza.

Stadt des Jahres:

Marburg.

Persönliches Ziel für 2013:

Urlaub.

Konkrete musikalische Pläne

für 2013:

Lass Dich überraschen!

Orkus! - 61


„Was bist du für eine Pussy,

dass du eine Waffe brauchst?“

„Lebe den Moment

und liebe den Spaß.“

„Heiß, wild, bissig und verdammt sexy“... so werden die Newcomer aus dem

kulturellen Schmelztiegel Brighton beschrieben. Von wem? Von niemand

anderem als Ace, dem Skunk Anansie-Gitarristen. Warum? Weil er als DJ

eines englischen Radiosenders auf das Quartett aufmerksam wurde und sich

der Frischlinge annahm. Er half ihnen, eine Plattenfirma zu finden, und

produzierte das Debut. Taugt es was? Worauf Du Dich verlassen kannst!

2009 formiert und nach diversen Auftritten, etwa beim legendären Isle of

Wight Festival sowie als Support für Feeder oder We Are Scientists, ist hier

von Anfängern ohnehin keine Rede mehr. Der Grund, warum es bis zum

ersten Album trotzdem so lange gedauert hat: Das Gespann um die sexy

Frontfrau Lucy Caffrey wollte mit seiner EP touren und Erfahrung sammeln,

bis reichlich Material vorhanden wäre und ein solides Label im Rücken

stünde. Gesagt, getan – bald wird Ignite über die Ladentheken wandern, ein

feuriges und exzentrisches Päckchen, energiegeladen und authentisch. Oder,

wie Lucy es nennt, „genau das Richtige, um sich vor einer geilen Nacht in die

passende Stimmung zu bringen“. Inhaltlich widmet sich Ignite den positiven

Aspekten des Lebens, frei nach dem Motto: „Lebe den Moment und liebe

den Spaß.“ Einen Vorgeschmack liefern die erste Single No Good, die es aus

dem Stand in die Top 100 der amazon UK-Downloadcharts schaffte, sowie

die zweite Auskopplung One Last Time. Das Video zu diesem Song fängt

die Kick-ass-Attitüde vorzüglich ein. In den Beelitzer Heilstätten bei Berlin

(welche unter anderem schon von Rammstein oder Quentin Tarantino für

Dreharbeiten genutzt wurden) sucht Lucy Rache an einem Kindermörder,

der auch sie getötet hat.

Mit Your Army kommt eine frische Indie-Band angerast, die über straighten

Rockeinfluss verfügt und mit einer gehörigen Portion Rotz um sich wirft.

Ob sie es mit den Größen ihres Genres aufnehmen kann? Wir geben grünes

Licht. Live durfte man sich in Deutschland von den Musikern, die davon

träumen, einmal mit Muse die Bühne zu teilen, bereits mehrfach überzeugen.

Abschließend sei gesagt: Der Name bezieht sich auf die Verschmelzung zu

einer eigenen Armee, welche die Band gemeinsam mit ihren Fans bilden

möchte. Und was ist deren Aufgabe? Natürlich, den altbackenen Britrock in

seinen Grundfesten zu erschüttern.

www.yourarmy.net

Nadine Ahlig

Photos: Guido Tölke

Eine Menge Fans der Krupps wünschen sich zurück in die

Vergangenheit, fanden die früheren Releases der Maschinenwerker

meist viel besser und hoffen, dass neue Veröffentlichungen wieder

mehr „back to the roots“ gehen. In diesem Ansinnen sind sich

alle recht einig; ganz und gar uneins ist man jedoch darüber,

welche musikalischen Wurzeln man denn in Zukunft von Jürgen

Engler und seinen Mitstreitern hören möchte. Die krachige,

industrielle Seite der Achtziger oder die Metal-Variante des

folgenden Jahrzehnts? Zum Glück scheint Jürgen im „Grundkurs

Demokratie“ gut aufgepasst zu haben.

Jürgen Engler: Man sagt es zwar immer leichthin, aber ich glaube

tatsächlich, dass wir mit unserer neuen Single Risikofaktor nicht nur einen

perfekten Vorboten auf das bald erscheinende Album ins Rennen schicken

können, sondern auch die besten Trademarks aus den beiden Welten der

Krupps vereint haben. Der Song ist ziemlich tanzflächenorientiert, ohne

die Gitarren zu vergessen, und neumodische Glitcheffekte hin oder her:

Risikofaktor klingt doch unverwechselbar nach uns.

Orkus: Mit dem Industrie-Mädchen habt ihr im letzten Jahr nicht nur die

Deutschen Alternative Charts gestürmt, sondern auch den Fans der ersten

Stunde eine Freude gemacht.

JE: Die Art und Weise, wie der Song entstand und klingt, sollte natürlich

die ganz alten Krupps widerspiegeln. Nicht umsonst haben wir mit dieser

Cover-Version einen uralten Song der Punk-Band S.Y.P.H. neu bearbeitet,

bei denen Ralf Ende der Siebziger an Bord war. Grundsätzlich liebe ich es,

etwas Unerwartetes zu machen, denn musikalisch habe ich schon immer

einen Schalk im Nacken sitzen. Aufgrund unserer langen Bandgeschichte

kann man sich allerdings auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen,

und vielleicht grenzen wir uns ja am deutlichsten von unseren letzten

Veröffentlichungen ab, indem bei beiden Songs auf Deutsch gesungen wird.

O: Bedeutet das also, dass ihr euch mit dem kommenden Album abermals

neu erfindet?

JE: So weit würde ich gar nicht gehen wollen, aber ich bin auch erst in

der Entscheidungsphase, welche Songs auf das Album kommen. Da rund

20 zur Verfügung stehen, kann ich aktuell nur schwer deuten, wie die

generelle Marschrichtung aussehen wird. Als repräsentativ gilt aber wohl

eher Risikofaktor, auch wenn natürlich Industrie-Mädchen ebenfalls seinen

Platz finden wird.

O: Dann packt doch einfach alle Stücke auf das Album und erfreut uns

nach der ewig langen Pause mit einem randvollen Longplayer.

JE: Das wird ganz sicher nicht passieren, denn es werden höchstens zwölf

Songs. Ich persönlich habe bei Alben spätestens nach dieser Anzahl an

Tracks die Schnauze voll und mag nicht noch mehr hören. Vielleicht liegt es

am Alter und meiner Konzentration (lacht), aber ich bin der Meinung, dass

spätestens danach die Aufmerksamkeitsspanne der Hörer nachlässt, und

dem wollen wir natürlich sehr gern aus dem Weg gehen.

62 - Orkus!


O: Das war doch eigentlich auch dein Plan, als du 2010 zum Release von

Als wären wir für immer angekündigt hast, künftig nur noch jährlich eine

EP herauszubringen, oder?

JE: Das war ganz sicher einer der Gründe, aber scheinbar war ich der

Einzige, der diese Idee phantastisch fand. Ich bin der Meinung, dass die

Abstände zwischen zwei Alben immer viel zu lang sind, und mit den EPs

hätte man die Wartezeit zwischen den Veröffentlichungen neuer Songs

ganz locker halbieren können. Ich habe mich aber eines Besseren belehren

und mir sagen lassen, dass EPs nicht so wahnsinnig beliebt sind, und

letztlich drängte die Plattenfirma dann auf ein neues Album. Nun, da es

bald so weit ist, bin ich natürlich froh, endlich wieder neues Material zu

veröffentlichen.

O: ... und eine Tour anzuschließen?

JE: Natürlich wird es eine Tour geben, aber wir werden versuchen, es kurz

und knackig zu halten, denn ich hatte in den letzten Jahren immer das

Pech, dabei krank zu werden. Ich mag es, live zu spielen, aber das ständige

Reisen und Warten – bevorzugt in Zugluft – ist sowohl ätzend als auch

nicht gerade gesundheitsförderlich.

O: Eine Luftveränderung tut doch aber gut, will man sich nicht den

ganzen Tag mit den verbohrten Waffennarren in deiner Wahlheimat

Amerika auseinandersetzen.

JE: So traurig der Anlass auch ist, so hoffe ich wirklich, dass nach dem

Amoklauf von Newtown endlich mal was an den Waffengesetzen hier

geändert wird und Obama einen Deal mit der NRA macht. Mag sein, dass

die Hillbillys auf ihren Ranches durchaus ein Gewehr im Schrank haben

sollten, aber generell frage ich jeden: „Was bist du denn für eine Pussy, dass

du eine Waffe brauchst? Um dich wie ein Mann zu fühlen?“

www.diekrupps.com

Lars Schubert

Discographie (Alben):

Stahlwerksynfonie (1981)

Volle Kraft voraus! (1982)

Entering the Arena (1985)

I (1992)

II – The Final Option (1993)

III – Odyssey of The Mind (1995)

Paradise Now (1997)

Line-Up:

Jürgen Engler – Gesang, Gitarre, Synthesizer, Programmierung

Ralf Dörper – Synthesizer, Programmierung

Marcel Zürcher – Gitarre

Rüdiger Esch – Bass

Christoph „Nook“ Michelfeit – Schlagzeug, Percussion

Orkus! - 63


Orkus! COMPILATION 86

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir wünschen Dir viel Vergnügen mit der 86. Ausgabe unserer Samplerreihe!

Sei der Talentscout! Entdecke Du die beste Band. Hier anhören und dann voten auf www.orkus.de!

Mit Deiner Band auf der nächsten Orkus! Compilation sein? Bewirb Dich einfach unter cd@orkus.de!

AMORTICURE

one cut

Seit dem Release von a bleeding soul in a dying world (2010) erfreuen sich

Amorticure steigender Beliebtheit. Mit one cut gibt es jetzt eine Single,

welche die Melodien ordentlich druckvoll durch unsere Gehörgänge

treibt. Man merkt: die Dark Rocker fühlen sich im Gothic spürbar wohl!

Mehr als Grund genug, weiterhin fleißig am neuen Studioalbum still

alive zu werkeln.

NORTHERN SADNESS

Fear To See

Nach der Veröffentlichung ihres Debuts Riddles Of Lunacy startet die

belgische Electro Wave-Band Northern Sadness mit der Single Fear To

See frisch ins Jahr 2013. Ihr Sound hat sich nochmals entwickelt und

punktet durch Eigenständigkeit wie Tanzbarkeit. Für Konzerte wurde

das Duo zum Sextett erweitert – man darf auf die Performance gespannt

sein.

DARKOUSTIX

Outsider

Wer im bandeigenen Shop

Bierhumpen anbietet und

jeder Sendung ein Kondom

beilegt, dem könnte man getrost

unterstellen, sich und seine

Musik nicht sonderlich ernst zu nehmen. Outsider beweist jedoch, dass

Mastermind Fabrice auch bei seiner zweiten CD Faber durchaus mit

gebührendem Ernst zugange war. Darkoustix präsentiert eine gelungene

Mischung von Gothic, Wave, Rock und Elektronik.

MYSTIGMA

Bloodline

Seit 18 Jahren bewegen sich Mystigma bereits in der Gothic- und Dark

Rock-Szene und beschreiten auf ihrem jüngsten Album Unzerbrechlich

wieder neue Pfade. Melancholisch, düster und mitreißend ist auch

Bloodline geraten... Man hört ganz einfach, dass hier Künstler am

Werk sind, die neben der Erfahrung unzähliger Gigs noch die nötige

Begeisterung mitbringen.

AJANA

Air

Im Sommer 2003 wurde Ajana ins

Leben gerufen und existierte zunächst

als Solo-Projekt. Erst im Oktober

2010 erschien die EP Ruins. Das

Debutalbum Home In Decay folgte

zwei Jahre später und lässt sich am

treffendsten als „Metal mit Doom-

Einflüssen“ beschreiben. Auch Air

überzeugt vor allem durch den

charakteristischen weiblichen Gesang

in einer eher dunklen Klangfarbe.

EX MACHINA

last time

1999 gründete Claudio Chiriatti

ex machina. Von Anfang an

nutzte er die Möglichkeiten

eines alternativen Vertriebs über

das Internet und veröffentlichte

so seine ersten beiden Alben.

Inzwischen gibt es ein Label,

mit Tobias Schwerdt einen

neuen Mitstreiter, und das

nächste Werk no one steht auch

schon in den Startlöchern.

Dank last time kannst Du die

Qualität des Materials vorab

prüfen.

64 - Orkus!


#

Orkus! COMPILATION 86


#

Orkus! COMPILATION 86

01. AMORTICURE – one cut 03:41

02. NORTHERN SADNESS – Fear To See 04:00

03. DARKOUSTIX – Outsider 04:02

04. MYSTIGMA – Bloodline 03:59

05. AJANA – Air 05:20

06. EX MACHINA – last time 03:47

07. DER KLINKE – The Doll 04:33

08. ELACE – Home 03:26

09. ANY SECOND – Du bist kein Freund 04:29

10. [DE:AD:CIBEL] – Vanitas 04:08

11. NEOKLIN – You can’t stop me! 04:35

12. VARIYA DEVOLD – For what it’s worth 03:56

Photograph: MichellexStar

Model: Makani Terror

Artwork: Fabian Ritter

Seitensteg: Photograph: picturerail (www.picturerail.de), Model: Séraphine Strange (www.seraphine-strange.com)

Keine Jugendbeeinträchtigung - frei verkäuflich

01. AMORTICURE – one cut 03:41

Music by Johannes Wenisch, lyrics by Matthias Müller; von der CD still alive; published by Copyright Control.

Mit freundlicher Genehmigung von Amorticure.

02. NORTHERN SADNESS – Fear To See 04:00

Music by Philippe Lefief, lyrics by Koen De Brabander; von der CD Fear To See; published by Copyright Control.

Mit freundlicher Genehmigung von BOB-MEDIA GmbH & Co. KG/Echozone Music UG.

03. DARKOUSTIX – Outsider 04:02

Music & lyrics by Darkoustix; von der CD Faber; published by Copyright Control. Mit freundlicher Genehmigung von Darkoustix.

04. MYSTIGMA – Bloodline 03:59

Music by Jörg Bäumer, lyrics by Torsten Bäumer; von der CD Unzerbrechlich; published by Copyright Control.

Mit freundlicher Genehmigung von BOB-MEDIA GmbH & Co. KG/Echozone Music UG.

05. AJANA – Air 05:20

Music & lyrics by Ajana; von der CD Home In Decay; published by Copyright Control. Mit freundlicher Genehmigung von Ajana.

06. EX MACHINA – last time 03:47

Music & lyrics by ex machina; von der CD no one; published by Copyright Control.

Mit freundlicher Genehmigung von ex machina.

07. DER KLINKE – The Doll 04:33

Music & lyrics by Geert Vandekerkhof; von der CD The Doll; published by Copyright Control.

Mit freundlicher Genehmigung von BOB-MEDIA GmbH & Co. KG/Echozone Music UG.

08. ELACE – Home 03:26

Music by Andrew Kohlar, lyrics by Oliver Mariak; published by Copyright Control. Mit freundlicher Genehmigung von ELACE.

09. ANY SECOND – Du bist kein Freund 04:29

Music & lyrics by Jan Kluge; published by Copyright Control. Mit freundlicher Genehmigung von Any Second.

10. [DE:AD:CIBEL] – Vanitas 04:08

Music by Armin Küster, lyrics by Daniel Galda; von der CD Globalized; published by Copyright Control.

Mit freundlicher Genehmigung von BOB-MEDIA GmbH & Co. KG/Echozone Music UG.

11. NEOKLIN – You can’t stop me! 04:35

Music & lyrics by Neoklin; published by Copyright Control. Mit freundlicher Genehmigung von Neoklin.

12. VARIYA DEVOLD – For what it’s worth 03:56

Music & lyrics by Variya Devold; von der CD Amalia; published by Copyright Control.

Mit freundlicher Genehmigung von Variya Devold.


DER KLINKE

The Doll

Vor ihrem dritten Album präsentieren die belgischen Cold Waver Der

Klinke eine EP namens The Doll, deren Lieder sich wohltuend vom

elektronischen Allerlei abheben und den besonderen Status der Gruppe

unterstreichen. Einmal mehr verbindet das Quintett geschickt tanzbare,

melodiöse Strukturen mit düstereren Klängen abseits gängiger Klischees,

wie der Titeltrack beweist.

[DE:AD:CIBEL]

Vanitas

Auf ihrem kommenden Album Globalized bieten [de:ad:cibel] erneut

dichten und energiegeladenen Electro, welcher tief in Beine und Bauch

geht. Dabei überzeugen Daniel Galda und Armin Küster nicht nur

soundtechnisch, sondern vor allem mit ihrem Abwechslungsreichtum,

der den Bogen von klassischem EBM über Industrial-Strukturen bis hin

zu atmosphärischen Gitarren spannt.

ELACE

Home

Griffige Hymnen laden zum Tanz. Zum Genießen schöne Pop-

Nummern wechseln mit Stücken vor großer Soundkulisse. Die

Hamburger ELACE sind elektronisch, garnieren ihre Tracks aber durch

Drums und Gitarren. Und über allem liegt der Charme von britischem

Indie Pop. Kein Wunder, stammt Sänger Andrews Familie doch aus

Manchester... „Very British“ ist auch Home geraten.

ANY SECOND

Du bist kein Freund

Hinter Any Second verbergen sich

Jan Kluge und Thomas Strauß.

Ihr Bandname ist einem Depeche

Mode-Song entliehen, folgerichtig

produzieren die Berliner

(hauptsächlich deutschsprachige)

Musik mit einer Mixtur aus

düsterem Electro Pop, EBM und

Industrial. Du bist kein Freund

gefällt, und vielleicht beschert das

neue Jahr den beiden auch endlich

einen Plattenvertrag? Auftritte im

Vorprogramm von Lola Angst oder

Agonoize können sich durchaus

sehen lassen!

NEOKLIN

You can’t stop me!

Wie das Schicksal so spielt: Zwei Menschen mit demselben Traum, Musik

zu erschaffen, sind bereits lange befreundet, wissen aber doch eigentlich

nichts vom anderen. Sonst hätten sie wohl schon früher erkannt, dass

man seine Ideen auch gleich in einen Topf schmeißen kann. Zum Glück

war es Mitte 2010 so weit, und Neoklin wurde gegründet, um sich ein

wenig Luft zu machen – You can’t stop me! kündet davon.

VARIYA DEVOLD

For what it’s worth

Möglicherweise war es

lediglich der Wunsch, den

eigenen Gedanken eine Form

zu schenken... Mit Variya

Devold kreierte der Solo-

Künstler schlussendlich

eine Manifestation der

Verinnerlichung. Das erste

Album Amalia aus dem letzten

Jahr spiegelt die Gedanken,

Ansichten und Erinnerungen

des Musikers wider, welcher dem

Hörer neben der Verarbeitung

seiner Empfindungen auch neue

Perspektiven aufzeigen und

Trost spenden will.

Sei der Talentscout! Entdecke Du die beste Band. Hier anhören und dann voten auf www.orkus.de!

Orkus! - 67


Thomas Rainer

(Nachtmahr, L’âme Immortelle)

Was hat 2012 so besonders gemacht?

Es war eine emotionale Achterbahnfahrt von

Januar bis Dezember, bei der ich mich verloren und

wiedergefunden habe, und das mit Abstand schwerste

Jahr meines bisherigen Lebens.

Album des Jahres:

Zwar ein Album aus 2011, das ich aber erst jetzt

entdeckt habe: Ludovico Einaudi Islands.

Überflüssigster Song:

I Love Club Sluts Fuck Machine.

Bestes eigenes Konzert:

Nachtmahr in Athen, Second Skin Club.

Bühnenpanne des Jahres:

Gott sei Dank blieben größere Pannen aus, daher

kann ich hier glücklicherweise nur das nicht

funktionierende Funkmikrophon beim Konzert

in Zürich erwähnen, das mich zu einer spontanen

Stand-up-Comedy-Einlage gezwungen hat, um die

Menschen bei Laune zu halten, bis das Problem

gelöst war.

Schönstes Artwork:

Leider hat mich so nichts wirklich vom Hocker

gerissen.

Vielversprechendster Newcomer:

Nitro/Noise.

Cover-Version des Jahres:

Skyrim von Peter Hollens & Lindsey Stirling.

Persönliches Highlight:

Die Geburt meiner zweiten Tochter Julia.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Mein Boss und Freund Alex Storm von

der Plattenfirma Trisol, weil er in diesen

krisengeschüttelten Zeiten in seine Künstler

investiert, anstatt zu resignieren. Gäbe es mehr

Menschen wie ihn, wäre diese Szene einen ganzen

Schritt weiter.

Erotischste Person:

Ein Mädchen in Uniform.

Idioten des Jahres:

Alle Neider, die mit diversen Methoden versucht

haben, mich in Misskredit und Verruf zu bringen.

Enttäuschung des Jahres:

Dass die Electro/Industrial-Szene immer mehr zu

einem Hort künstlicher political correctness wird,

wo jeder nur um jeden Preis gefallen will, anstatt das

zu sagen oder künstlerisch umzusetzen, was einem

wirklich auf der Zunge brennt.

Erfreulichste Begegnung des Jahres:

Hier wäre es unfair, Einzelpersonen hervorzuheben.

Der Platz gebührt eindeutig den Menschen, die

mich seit 2012 als Live-Musiker, Performer und

Crew auf meinen Nachtmahr-Shows begleiten.

Größter Verlust:

Vertrauen.

Größter Fehler:

Vertrauen.

Schauspielerin des Jahres:

Maggie Smith als Violet Crawley in Downton Abbey.

Film des Jahres:

Headhunters (Jo Nesbø).

Buch des Jahres:

Ich kam leider 2012 nicht dazu, ein einziges zu

lesen.

Getränk des Jahres:

Chinotto Neri, ein italienisches Erfrischungsgetränk.

Essen des Jahres:

Das elfgängige Degustationsmenu im japanischen

Luxusrestaurant Toko in Sydney, Australien.

Stadt des Jahres:

Antwerpen.

Persönliches Ziel für 2013:

Etwas kürzerzutreten, um meinem Privat- und

Familienleben mehr Zeit widmen zu können.

Konkrete musikalische Pläne für 2013:

Weiterhin Konzerte auf der ganzen Welt zu spielen

und möglichst viel Musik zu veröffentlichen.

Konkreter geht es nicht.

Sonja Kraushofer (L’âme

Immortelle, Coma Divine,

Persephone)

Was hat 2012 so besonders gemacht?

Die Veröffentlichung unseres L’âme Immortelle-Albums

Momente. Es war toll, zu sehen, dass das Album so gut

von Fans und Presse aufgenommen wurde. Für mich

ist das Album etwas ganz Besonderes, um nicht zu

sagen: ein Neuanfang für LAI. Vielen Dank an dieser

Stelle an Patrick Damiani, der das Album mit so viel

Herzblut produziert hat und die Songs selbst mit in

seine Träume genommen hat... und an Thomas für die

unkomplizierte und kreative Zusammenarbeit. Mit

Coma Divine erfreuten wir uns über zwei gemeinsame

Tourneen mit der Band HENKE. Nach der zweiten

Tour im Oktober haben wir uns einen lang ersehnten

Wunsch erfüllt und sind für ein paar Tage gemeinsam

weggefahren, um fernab vom Alltag an neuen Songs zu

arbeiten und schlichtweg Zeit als Band zu verbringen.

Auch mit Persephone blicken wir auf zwei besondere

Konzertabende, in Zürich und im Amphitheater Hanau,

zurück.

Album des Jahres:

Grundsätzlich fand ich es immer seltsam, wenn Musiker

bei der Gelegenheit das eigene Album genannt haben,

aber diesmal ist mir auch danach, da es eine sehr wichtige

Veröffentlichung für uns als Band war. Also: Momente

L’âme Immortelle.

Überflüssigster Song:

Ärsche irgendwo unterwegs...

Bestes eigenes Konzert:

Coma Divine: WGT Kohlrabizirkus. Persephone:

Amphitheater Hanau.

Bühnenpanne des Jahres:

HENKE-Konzert, Ofenhaus Augsburg: Beim hektischen

Wechsel der Outfits ist mir in der Hitze des Gefechts der

Reißverschluss kaputtgegangen, der allerdings über den

gesamten Rücken ging... Zeit, etwas anderes anzuziehen,

war nicht mehr, also wurde das Kleid kurzerhand mit

Gaffa-Tape zusammengehalten. Gaffa hält also doch die

Welt zusammen... Zumindest auf Tour...

Schönstes Artwork:

The Rites of Passage Whispers in the Shadow.

Vielversprechendster Newcomer:

Lisa Morgenstern.

Cover-Version des Jahres:

Helden HENKE.

Persönliches Highlight:

Mein Geburtstag.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Oswald Henke.

Erotischste Person:

Lief mir 2012 leider nicht über den Weg.

Idiot/in des Jahres:

Nicht wert, hier genannt zu werden.

Enttäuschung des Jahres:

Kein Weihnachtsfest.

Erfreulichste Begegnung des Jahres:

Markus Heitz.

Größter Verlust:

Dirk Bach und Whitney Houston.

Größter Fehler:

Abwarten, Angst vor Veränderung.

Schauspielerin des Jahres:

Meryl Streep.

Film des Jahres:

Sissi – ich habe alle drei Teile hintereinander geschaut...

Und mir dafür extra den Wecker gestellt, um ja nichts zu

versäumen... Um 7.30 Uhr ging’s los... Ich war danach

zwar dezent benommen, aber kaiserlich glücklich.

Buch des Jahres:

Die andere Seite von Alfred Kubin.

Getränk des Jahres:

Rotwein, Kaffee.

Essen des Jahres:

Thunfischnudeln am Wiener Naschmarkt.

Stadt des Jahres:

Wien und Leipzig.

Persönliches Ziel für 2013:

Mehr Klarheit.

Konkrete musikalische Pläne für 2013:

Wir arbeiten zurzeit an einem neuen Persephone-Album,

das im Herbst 2013 erscheinen wird, passend dazu sind

Konzerte an ausgewählten Orten und in extravaganten

Locations geplant. Mit Coma Divine freuen wir uns über

bereits bestätigte Konzerte im Frühling. Am 12. April

spielen wir in Nürnberg (HIRSCH) und am 13. April

auf dem Dark Munich Festival. Im März sind wir auch

auf einem Festival zu Gast, Genaueres darf ich allerdings

noch nicht verraten... Weitere Infos bitte den jeweiligen

Bandseiten im Internet entnehmen.

68 - Orkus!


Holly Loose

Aeternitas

Das Intro nimmt sich viel Zeit, um die passende Stimmung für die

folgende Stunde Musik aufzubauen. „Jeder Schuldige hat eine Zukunft,

jeder Heilige eine Vergangenheit, und das wird ewig so sein.“ Mit diesen

Worten schließt sich der Kreis unserer Trilogie.

Ewig

Der Song greift die Stimmung des Intros auf und steigert sich Schritt für

Schritt, immer intensiver, sodass mir beim Spielen des Refrains schließlich

fast die Luft wegbleibt. Groß angelegte Streicher, treibende Rhythmen, der

ewige Kreis des Lebens, der Kampf um Unsterblichkeit, die Angst vor dem

sinnlosen Nichts...

Nur für uns

Ein Song für unsere Fans, die uns schon so viele Jahre unglaublich

unterstützen. Die positive Botschaft ist, dass man sich eine perfekte Welt

schaffen kann, wenn man an sich glaubt und wenn man zusammenarbeitet.

Blind

Die traurige, verzweifelte Mollstimmung der Strophen wird in den Refrains

von einem hoffnungsvollen Dur durchbrochen. Manchmal braucht es

in Beziehungen eben ein sehr deutliches Wort, um dem Blindwerden

entgegenzuwirken.

Regenbogen

Ein sehr melancholischer Song über Trauer und Verlust.

Wieder einmal Rot

Ein für unsere Verhältnisse ungewöhnlicher Groove, der aber unheimlich

viel Spaß macht. Für mich hat der Song eine Art morbide Ausgelassenheit

an sich. Kann jemand nachvollziehen, dass ich bei der Stimmung an

Amy Winehouse denken muss??? Der Song ist einer meiner Favoriten,

der perfekt zeigt, was mit Letzte Instanz alles möglich ist, ohne die eigene

Identität aufs Spiel zu setzen.

Tausendschön

Ein Lied über Abschied, den Blick zurück. Hartes Gitarrenriffing in den

Strophen, hymnischer Refrain, große Melodien, typisch Letzte Instanz

eben! Am Ende läuft alles noch ziemlich aus dem Ruder... aber wer weiß

schon, was passieren wird, nachdem man Abschied genommen hat...

Schwarzer Sand

Wenn einer aus enttäuschter Liebe heraus auf Rache sinnt, kann es schon

mal passieren, dass sich alles schwarz färbt, sodass nicht einmal der weiße

Engel etwas dagegen ausrichten kann. Ein böser Song musste also her. Hier

ist er!

Et in Arcadia Ego

„Auch ich in Arkadien.“ Der Tod lauert überall, ob man sein Leben in

paradiesischen Zuständen verbringt oder in der Gosse lebt. Seid bereit!

Von Anfang an

Die erste Single, zu der es auch ein Video gibt. Der Ozean als Metapher

für die nahezu unendlichen Wege, die man im Leben wählen kann. Aber

wie soll man jemals mit absoluter Sicherheit sagen, dass der eingeschlagene

Weg ein falscher war?

Wo das Meer...

Ein ruhiger Song, fast unscheinbar, aber mit großer Tiefe und Dramatik.

Mein persönlicher Favorit! Man wird irgendwann an den Punkt kommen,

wo die Wunden der Vergangenheit verheilen, wo das Meer den Himmel

umarmt.

Schuld

Ein eindringliches Anti-Kriegs-Statement, mit hartem Gitarrenriffing und

extremen Gesängen. Im Proberaum hat sich schon gezeigt, dass der Song

live ein Brecher wird. Wir sind heiß darauf, ihn auf die Bühne zu bringen!

Unterwegs

Cooler Rocker, der die ewige, immer aktuelle Frage nach dem Sinn des

Lebens zum Thema hat. Die alte Weisheit „Der Weg ist das Ziel“ hat nichts

von ihrer Gültigkeit verloren.

Sing!

Nur Mut, trau’ Dich, dann werden wir auf den kommenden Konzerten

mächtig viel Spaß zusammen haben! Bei unseren Sommerkonzerten hat es

jedenfalls schon super geklappt!

Mein Kind

Ein ruhiger Abschluss. Viele Fragen, wie man mit Trauer umgehen soll...

Orkus! - 69


„BLACK, die Dunkelheit, der Tod.

Du trägst ihn in Dir.“

Nachdem in unserer zurückliegenden Ausgabe die Arbeit am Album ein wenig miterlebt werden

konnte, heißt es nun tiefer in die dunkle, funkelnde Materie von BLACK einzutauchen. Der Neuling

in der Pitchfork-Familie kommt mit geschliffener Raffiniertheit daher. Schwer, kraftvoll und im ganzen

Project Pitchfork-Spektrum strahlend. Doch es soll in diesem Gespräch auch nicht alles verraten

werden. Nur so viel: BLACK berührt jede Herz- und Muskelfaser im Inneren eines jeden Menschen,

der sich der elektronischen Musik verschrieben hat.


Orkus: Klassische Frage gleich zum Start: Wie

hat das Jahr 2012 für dich/euch geendet, und

wie hat 2013 begonnen? Hoffnungen, Wünsche,

Träume, feste Vorstellungen oder gar Vorsätze?

Peter Spilles: Das Ende von 2012 wurde

komplett von der Produktion am Album

geprägt... oder überschattet. (zwinkert)

Weihnachten fiel für mich aus, denn ich habe

keinen Tag pausiert. Ich wollte unbedingt das

beste Ergebnis erreichen, und da ich bei diesem

Album auch das Mastering selbst übernommen

habe, blieb kaum Zeit für irgendwas anderes.

Das Jahr habe ich dann in einem Restaurant

eines befreundeten Caterers ausklingen lassen.

Bezüglich „Hoffnungen, Wünsche, Träume“ et

cetera kann ich nur sagen: „Immer das Beste zu

geben“, ist das Einzige, was ich mir persönlich für

2013 vorgenommen habe.

O: Und direkt als Zweites: Ist das Album zum

heutigen Tag zu 100 Prozent fertig?

PS: Ja, ich habe das Album heute (02. Januar

2013) abgegeben. Jetzt ist es zu spät, noch etwas

verändern zu wollen. Das hat etwas Endgültiges

und erzeugt ein Kribbeln in der Magengegend.

Die letzten Veränderungen habe ich am 31.

Dezember und am 01. Januar vorgenommen.

O: Sprechen wir ein wenig über BLACK.

Schauen wir zunächst auf das Cover. Du hattest

bereits im Interview zur Dezember/Januar-

Ausgabe den schwarzen Diamanten erwähnt, der

die Vorderseite ziert. Sobald das Album anfängt

und die ersten Töne vom Titel PITCH-BLACK

erklingen, sehe ich vor meinem geistigen Auge

einen schwarzen Diamanten, der funkelt und

glänzt, während er langsam rotiert. Genau das

Gleiche passiert, wenn das Schlussstück NIL

ausklingt. Wundervoll. Das ist doch von dir

angewandte Magie!

PS: Ja, Musik ist wie Magie, da hast du recht.

(zwinkert)

O: Der schwarze Diamant steht also wofür?

PS: Neben all dem Firlefanz, den man sich

ausdenken könnte, steht er für die Liebe zur

schwarzen Welt-Szene. Hervorheben möchte ich

hier noch die phantastische Zusammenarbeit mit

Bettina Pudmensky, die meine und unsere Ideen

perfekt graphisch umgesetzt hat.

O: Ein weiterer Hingucker im Booklet sind das

Feuer oder die Flammen, die das Artwork prägen,

schwarzer Stein und, im Wechsel erscheinend,

friedvolle Friedhofsmotive. Genau diese

Kombination assoziiert für mich persönlich das

Thema „Beerdigung“. Welche Kraft oder welche

Aussage steckt für dich und somit für BLACK

dahinter?

PS: Auf dem Album steht jeder Song für sich

und muss auch alleine zu überzeugen wissen.

Was ihnen aber gemeinsam ist, ist eine gewisse

Tiefe, die immer auch etwas mit der Endlichkeit

des menschlichen Seins spielt. Ich setze die

Friedhofsmotive ein, um mit ihrer Bildhaftigkeit

auf aktuelle Themen aufmerksam zu machen.

So ist das Bild mit der trauernden Statue im

Vordergrund und dem funkelnden Bankgebäude

im Hintergrund an Symbolhaftigkeit kaum zu

überbieten.

O: Sind die Photos wieder auf dem Parkfriedhof

Ohlsdorf entstanden?

PS: Nein, dieses Mal nicht. Die Motive habe

ich bei unserem Aufenthalt in Argentinien

und Brasilien in Buenos Aires und São Paulo

aufgenommen, und sie besitzen einen für Europa

eher ungewöhnlichen Touch, weil man häufig

Wohnhochhäuser oder Wassertanks mit auf das

Bild bekommt. Deswegen habe ich sie jetzt in das

Artwork eingebaut, denn ich finde es reizvoll, das,

was wir im Alltag verdrängen, hier bildhaft vor

Augen zu bekommen.

O: Welches Stück kommt dir als Erstes in den

Sinn, wenn ich „BLACK“ sage?

PS: Keins.

O: Magst du erklären, warum?

PS: BLACK ist ein Tor zu einem Raum mit zwölf

neuen Project Pitchfork-Songs. Jeder einzelne

ist ein kleiner Schatz für sich, und so möchte

ich das jetzt noch sehen. Das wird sich mit der

Zeit ändern, denn durch Konzerte kristallisieren

sich später Songs heraus, die live besonders gut

funktionieren.

O: Das Werk erscheint neben dem regulären

Album auch als limitierte Edition inklusive

einer Bonus-CD. Weshalb wurden die Tracks

MIDNIGHT MOON MISERY und ONYX sowie

drei Remixe gesondert hervorgehoben, wodurch

der wahre Pitchfork-Liebhaber von einer „Extra-

CD“ profitieren kann?

PS: Ich finde, dass eine Bonus-CD immer eine

tolle Sache ist, und wenn wir über die Remixe

sprechen, macht es einfach Freude, einen Song in

ein verändertes Gewand zu kleiden. MIDNIGHT

MOON MISERY und ONYX habe ich erst nach

Vollendung des Albums komponiert, sie sind

dadurch zwei Juwelen der besonderen Art. Wir

haben uns für die digitale Veröffentlichung dafür

entschieden, dass auch die Bonustracks auf die

digitale Version des Albums kommen. Allerdings

werden beim Onlinekauf oft einzelne Songs aus

dem Gesamtwerk herausgepflückt, sodass wir hier

darauf verzichtet haben, die Songs miteinander

zu verbinden. In diesen Genuss kommen nur die

CD-Liebhaber.

O: Wie ist eigentlich derzeit der Wasserstand

der Elbe? Der Rhein ist vor wenigen Tagen über

die Ufer getreten. Eine Parkanlage mit Spielplatz

war kaum mehr zu erkennen, die Pfosten der

Schaukel und ein paar Klettergerüste überragten

als Einziges noch alles. Ich stellte mir jedoch im

selben Moment vor, wie hoch das Wasser noch

steigen könnte und wie hoch es wohl vor 100.000

oder mehr Jahren stand.

PS: Noch habe ich trockene Füße. Da ich in

Altona wohne, würde ich wohl irgendwann was

merken. (lacht)

O: Warum diese Frage? Ich musste beim

Titel ACID OCEAN an die Erde denken,

wie sie laut Vermutung von Wissenschaftlern

in Abermillionen Jahren aussehen wird. Ein

Megawüstenkontinent und ein toxischer Ozean,

in dem es kaum noch Leben gibt. Ich frage mich

dann manchmal, ob das Heute wirklich eine

Rolle spielt? Hast du für dich, unsere LeserInnen

und mich eine Antwort parat?

PS: Das Heute spielt für jeden eine wichtige

Rolle, denn mehr als das gibt es nicht. Wir

können zwar über alles spekulieren und uns über

das uns Umgebende geistig hinwegsetzen, aber

ohne das Jetzt wäre auch das nicht möglich. Als

das Leben in den ersten Tümpeln dieses – damals

noch sehr feurigen – Planeten entstanden ist,

hätte eine Zelle zu einer anderen auch sagen

können: „In vielen Millionen Jahren werden

wir alle unsere Individualität teilweise aufgeben

und etwas bilden, das nicht mit dem von heute

vergleichbar ist. Ich frage mich, ob das Heute

wirklich eine Rolle spielt?“ (zwinkert)

O: Fieberst du dem 26. Januar und somit dem

Project Pitchfork-Sonderevent schon entgegen?

Auch wenn das Album BLACK heißt, wird

hoffentlich nicht alles im Dunkeln stattfinden,

oder?

PS: (lacht) ... so wie in den abgedunkelten

Restaurants, wo Dirk mir immer alles wegisst.

Und ja, wir können es kaum erwarten, in Dresden

Teile des Albums vorzustellen.

O: Noch mal zurück zum Thema. Das neue

Werk besitzt einen Spannungsbogen, wenn

man das so formulieren möchte. Kurz:

kraftvoll direkt zu Beginn (PITCH-BLACK bis

ENCHANTED DOTS OF LIGHT), ruhiger

werdend bis CONTRACT. Dann steigert sich das

Tempo wieder, und alles erstrahlt und pulsiert

mannigfaltig bis zum letzten Stück NIL. Wie

würdest du die Geschichte kurz beschreiben,

wenn der Titel lauten würde: Die Jagd nach dem

schwarzen Diamanten mit dem mystischen Namen

BLACK?

PS: BLACK, die Dunkelheit, der Tod. Du trägst

ihn in Dir. Er ist in allen von uns. Er war vor

unserer Geburt und wird nach unserem Tod sein.

Du brauchst ihn nicht zu jagen. Du wirst ihn

finden. Wichtig ist, was Du auf der Suche nach

ihm erlebst und was Du in anderen hinterlässt.

www.project-pitchfork.eu

Kerstin Müller

Photo: Silent-View (www.silent-view.com)

Discographie (Alben):

Dhyani (1991)

lam-’bras (1992)

Entities (1992)

IO (1994)

Alpha Omega (1995)

Live ’97 (live, 1997)

¡Chakra:Red! (1997)

Eon:Eon (1998)

Daimonion (2001)

Inferno (2002)

Live 2003/2001 (live, 2003)

Kaskade (2005)

Dream, Tiresias! (2009)

Continuum Ride (2010)

Quantum Mechanics (2011)

BLACK (2013)

Line-Up:

Peter Spilles – Gesang, Texte, Komposition

Dirk Scheuber – Keyboard

Jürgen Jansen – Keyboard

Achim Färber – Live-Schlagzeug

Christoph „Nook“ Michelfeit – Live-Schlagzeug

Orkus! - 71


New Album out

in January 2013!

Martin Popoff

Worlds Away

Voivod und die Kunst von Michel Langevin

Worlds Away ist die offizielle Voivod-Biografie, in der die Bandgeschichte

anhand der Artworks von „Away“ nacherzählt wird.

184 S., durchgehend farbig, 23 x 30,5 cm, Gebunden mit Schutzumschlag

€ 35,00

Edition Roter Drache, PF 10 01 47, 07391 Rudolstadt;

www.roterdrache.org

72 - Orkus!

Niko Valkeapää

Niko Valkeapää teilt mit seinem verstorbenen Paten Nils-Aslak

Valkeapää weit mehr als den zungenbrecherischen Nachnamen. Beide

eint ihre Liebe zur samischen Kultur und zum Joik, jenem seltsamen

Gutturalgesang, durch welchen die Samen laut einigen Quellen bereits

seit der Steinzeit Tiere und Natur besingen. Und noch etwas hat der

Neffe mit dem Onkel gemein: Beide zählen zur Speerspitze ihres Fachs.

Nils-Aslak gilt als bedeutendster samischer Künstler, Niko wurde 2003

mit dem „Spellemannprisen“ ausgezeichnet, Norwegens wichtigstem

Musikpreis. Sein neues Album ÄÄ gibt sich folgerichtig als originäres,

meisterhaft gewobenes Werk zwischen samischer Folk-Tradition, Art

Rock und einem gewissen Faible für die Achtziger respektive Künstler

wie David Bowie oder The Cure. Das klingt nicht nur aufgeschlossen

– das ist es auch! „Arctic Rock“ heißt das Ganze, und in Anbetracht

der nordischen Grundstimmung dieser abwechslungsreichen Stücke

versteht man durchaus, warum. Weltmusik im besten Sinne...

wenngleich man keine düster-melancholische Folklore erwarten darf,

wie man sie sonst aus den verlassenen Gegenden Skandinaviens kennt.

Trotz seiner Wahlheimat im Norden Norwegens ist Niko Valkeapää kein

Freund von Trübsal. Und der virtuose Art Rock auf ÄÄ entsprechend

energiegeladen.

www.nikovalkeapaa.com

Björn Springorum

„Die Occupy-Bewegung

hat das Album

stark geprägt.“

Wenn jemand ein Anrecht auf Begriffe wie „Kult“ oder „Legende“

hat, dann ohne Zweifel die Progressive Thrash-Sonderlinge Voïvod.

Seit mehr als 30 Jahren sind sie dabei, haben sich sowohl mit ihrer

musikalischen Entdeckungsreise durch Progressive, Thrash und

Punk als auch mit ihrem dystopischen Science Fiction-Konzept

um den postapokalyptischen Vampir Voivod unsterblich gemacht.

Target Earth, das symbolträchtige 13. Studioalbum der Kanadier,

lässt sich im Angesicht solcher Meriten natürlich nicht lumpen und

erweist sich als bis dato größter Schritt zurück zu den Wurzeln.

Drummer und Bandgründer Michel Langevin erklärt das mit einer

Ähnlichkeit der politischen Zustände zu Voïvods Startphase und

in der Gegenwart. „Nach wie vor leben wir in permanenter Angst

vor einem Atomkrieg“, erläutert er zur Fortführung der düsteren

Story. „Was in den Achtzigern geschah – Atomwaffen, Tschernobyl,

die Challenger-Explosion – , hatte wichtigen Einfluss auf die Welt

von Voïvod. Am Grundgefühl hat sich bis heute nichts geändert.“

Höchste Zeit, den mechanischen Vampir wieder prominenter

in Szene zu setzen. Allzu progressive Eskapaden sind vergessen;

spätestens seit der Rückkehr von Jean-Yves Thériault am Bass

röhrt und rumort der Sound richtig hübsch nostalgisch durch eine

entvölkerte Welt.

Neue Tendenzen finden sich auf Target Earth natürlich ebenfalls,

die Kanadier waren schließlich stets dafür bekannt, am Puls der Zeit

zu agieren. „Die Occupy-Bewegung hat das Album stark geprägt“,

verrät der Trommler. „Wir begannen 2010 mit diesem Werk... und

in den letzten Jahren sind sehr viele entscheidende Dinge auf der

Erde passiert.“ So entscheidend, dass die Zukunft nicht immer klar

scheint. Das wird auch beim Albumtitel deutlich: „Geht es um uns

Menschen, die den Planeten zerstören oder retten? Oder doch um

Aliens, die den Planeten zerstören oder retten? Alles ist möglich.“

www.voivod.com

Björn Springorum


Katha Mia

(MONO INC.)

Was hat 2012 so

besonders gemacht?

Es war für mich das bisher

erfolgreichste und glücklichste Jahr

in allen Lebensbereichen.

Album des Jahres:

Knorkator Es werde Nicht.

Überflüssigster Song:

Dieser Gangnam Style-Song.

Bestes eigenes Konzert:

Oberhausen Turbinenhalle.

Bühnenpanne des Jahres:

Frankfurt Batschkapp: als mein

Mikro schon zehn Minuten

vor der Show im Backstage

eingeschaltet war...

Schönstes Artwork:

Stone Sour House of Gold & Bones

Part 1.

Vielversprechendster

Tuomas Holopainen

(Nightwish)

Was hat 2012 so

besonders gemacht?

Die Story vom Ende der Welt war

ein Jux. Hurra!

Album des Jahres:

Da kann ich nicht nur eines

nennen: Sabaton Carolus Rex,

Wintersun Time I, Sonata Arctica

Stones Grow Her Name.

Überflüssigster Song:

We Are The World war es schon

immer.

Bestes eigenes Konzert:

Die Filmpremiere in der Hartwall

Areena am 10. November.

Bühnenpanne des Jahres:

Ich habe zugestimmt, das Ear

Monitor-System auszuprobieren.

Furchtbar.

Schönstes Artwork:

My Dying Bride A Map Of All Our

Failures.

Newcomer:

Unzucht.

Cover-Version des Jahres:

I Follow Rivers von Triggerfinger.

Persönliches Highlight:

Platz sechs der Albumcharts. Was

für ein Gefühl!!!!

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Malala Yousafzai.

Erotischste Person:

Mein Traummann.

Idioten des Jahres:

Die Piratenpartei.

Enttäuschung des Jahres:

Das Kaifu-Schwimmbad.

Erfreulichste Begegnung

des Jahres:

Status Quo.

Größter Verlust:

Der Reifen vorne links vom

Tourbus.

Größter Fehler:

Zu viel Schokolade.

Vielversprechendster

Newcomer:

Battle Beast.

Cover-Version des Jahres:

Ich bin in Sachen Szene zu

unwissend, als dass ich eine nennen

könnte.

Persönliches Highlight:

Die Show und die Filmpremiere

in der Hartwall Areena und der

Besuch von Machu Picchu.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Floor Jansen.

Erotischste Person:

Der Goblinkönig der Nebelberge.

Idiot des Jahres:

Mike Huckabee.

Enttäuschung des Jahres:

Die menschliche Natur.

Erfreulichste Begegnung

des Jahres:

Die menschliche Natur.

Größter Verlust:

Die Tragödie in Newtown.

Schauspieler des Jahres:

George Clooney in the

Descendants – Familie und andere

Angelegenheiten.

Film des Jahres:

Ziemlich beste Freunde.

Buch des Jahres:

Tausend strahlende Sonnen von

Khaled Hosseini (ist zwar aus 2007,

hab’ ich aber jetzt erst gelesen).

Getränk des Jahres:

Pastis.

Essen des Jahres:

Sushi.

Stadt des Jahres:

London.

Persönliches Ziel für 2013:

Noch ein bisschen entspannter

werden.

Konkrete musikalische

Pläne für 2013:

Noch viele großartige, erfolgreiche

Momente mit der tollsten Band der

Welt erleben...

Größter Fehler:

Abhängig von Skyrim geworden

zu sein.

Schauspieler des Jahres:

Martin Freeman.

Film des Jahres:

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise.

Buch des Jahres:

Patrick Rothfuss Die Furcht des

Weisen.

Getränk des Jahres:

De Saint Gall-Champagner.

Essen des Jahres:

Sag Aloo, ein Curry mit eingelegten

Limetten.

Stadt des Jahres:

Orlando.

Persönliches Ziel für 2013:

Innere Balance und schöne

Kreationen.

Konkrete musikalische

Pläne für 2013:

Mit Nightwish touren und auch

Festivals besuchen. Und ein

Solo-Projekt, das von Don Rosas

Onkel Dagobert – Sein Leben, seine

Milliarden inspiriert ist.

Kim Ljung (Zeromancer,

Seigmen, Ljungblut)

Was hat 2012 so besonders

gemacht?

Ein zweiwöchiger Trip nach Schweden,

während dem ich mich nur von Rohkost

ernährt habe. Das hat mein Leben

verändert. Ich bin jetzt ein gesunder Typ.

Album des Jahres:

Deftones Koi No Yokan.

Überflüssigster Song:

You’ll Never Walk Alone.

Bestes eigenes Konzert:

Seigmen auf dem Slottsfjell-Festival.

Bühnenpanne des Jahres:

Bei ebenjenem Gig sehr ungeschickt

hingefallen.

Schönstes Artwork:

Ich mag das simple und dennoch sehr

eindrucksvolle Artwork unseres eigenen

Albums Bye-Bye Borderline. Das wurde

spät in diesem Jahr designt.

Vielversprechendster

Newcomer:

First Aid Kit.

Cover-Version des Jahres:

Morten Harket Scared of Heights.

Persönliches Highlight:

Bei nur einem Song von Seigmen 15.000

Euro für ein Feuerwerk verballert zu

haben. Es war sogar synchron zur Musik.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Ryan Gosling.

Erotischste Person:

Christina Hendricks.

Idiot des Jahres:

Baschar al-Assad.

Enttäuschung des Jahres:

Man United verliert in der letzten

Minute gegen City in der Premier

League.

Erfreulichste Begegnung des

Jahres:

Meine Frau und Kinder nach jeder Reise

wiederzusehen.

Größter Verlust:

Ein Cousin von mir hat sich auf

dramatische Weise verändert. Er ist sehr

in sich gekehrt und verlässt kaum noch

sein Zimmer.

Größter Fehler:

Vor einem wichtigen Gig blöd gegen

einen Fußball getreten zu haben. Mein

Fuß tat so weh, dass ich mich während

des Konzerts kaum bewegen konnte.

Schauspieler des Jahres:

Steve Buscemi.

Film des Jahres:

Shame.

Buch des Jahres:

Mein eigenes Ljungblut-

Schwarzweißphotobuch. Es enthält

gewaltige 100 Seiten und sogar eine CD.

Getränk des Jahres:

Seigmen-Kaffee „Sort Tulipan“.

Essen des Jahres:

Mein selbst gemachtes Frühstücksmüsli

mit frischem Obst.

Stadt des Jahres:

Die Stadt der Engel. Ich vermisse sie

jeden Tag.

Persönliches Ziel für 2013:

Nicht in der Vergangenheit oder

Zukunft, sondern in der Gegenwart

leben.

Konkrete musikalische Pläne

für 2013:

Mehr als ein Album veröffentlichen.

Orkus! - 73


„Es gibt einige lost places

in Berlin...“

(Sven Friedrich)

„Ich glaube, meine

Freundin findet dich süß.“

(Chris Pohl)

74 - Orkus!


In unserer Dezember/Januar-Ausgabe fandest Du den ersten Teil des Gipfeltreffens zwischen den Berliner

Szene-Urgesteinen Chris Pohl (BlutEngel, Terminal Choice...) und Sven Friedrich (Zeraphine, Solar Fake...).

Nach unserer Winterpause ist es nun höchste Zeit für die Fortsetzung – und Herrn Friedrichs längst überfällige

Erklärung, weshalb er bei ihrer allerersten Begegnung nur Unterhosen trug.

Orkus: Was war da los? Bist du Chris backstage wirklich in

Boxershorts entgegengetreten?

Sven Friedrich: An die Backstagegeschichte kann ich mich

echt nicht mehr erinnern. Nicht dass jetzt jemand denkt, ich

neige dazu, mich spontan zu entkleiden! Ich habe mich nur

vor oder nach einem Konzert umgezogen... oder???

Chris Pohl: (lacht) Ja, das Umziehen hatte schon seine

Berechtigung. Glaube ich jedenfalls. Grundsätzlich sehen wir

uns aber nicht oft, denn leider habe ich nicht viel Kontakt zu

Kollegen aus Berlin. Ich glaube, die mögen mich alle nicht.

O: Was fasziniert euch am Wirken des jeweils anderen?

CP: Ich habe mich damals, als Zeraphine entstand, gefragt,

warum es so nach Dreadful Shadows klingt. (grinst breit)

SF: Ja, das frage ich mich jetzt auch! (lacht)

CP: Aber ich muss zugeben, dass mir Zeraphine echt gefiel

und ich die Songs sogar in meinem Club gespielt habe. Als

dann Solar Fake entstand, habe ich mich gefragt, warum Sven

so was nicht schon früher gemacht hat. Denn diese Musik

gefiel mir noch besser, da sie elektronisch war.

SF: Was Chris angeht, fand ich es immer faszinierend,

dass man so viele unterschiedliche Projekte auf die Reihe

bekommen kann. Gut, inzwischen habe ich da auch einige

Erfahrungen, aber bei Chris hat man den Eindruck, dass ganz

vieles gleichzeitig passiert. Das kann ich nicht, bei mir würden

da die Grenzen zu sehr verschwimmen. Chris bekommt das

hin und bleibt immer in der jeweiligen Welt. Mein Favorit

ist nach wie vor Terminal Choice – einfach, weil das meinem

Geschmack ziemlich nah kommt.

O: Mittlerweile ist eine Menge Zeit verstrichen, viele Trends

und Bands kamen und gingen. Was denkt ihr: Woran lag es,

dass eure Projekte so lang Bestand haben oder hatten?

CP: Ich denke, dass wir zu den Bands gehören, die sich

keinen Trends angepasst haben. Wir haben immer unser Ding

durchgezogen und das gemacht, was wir wollten. Solange

Zeraphine also nicht irgendwann deutschen Schlager macht,

bleibe ich bei der Meinung. Vielleicht liegt es auch an Svens

fortgeschrittenem Alter, dass man einfach weiß, was man kann

und erreicht hat, und nicht nach Trends schielen muss.

SF: „Fortgeschrittenes Alter“? Na na na! Nee, nach Trends

schau’ ich eh ungern, und Schlager find’ ich immer noch

doof, also keine Sorge. Ich denke auch, dass wir es wohl beide

geschafft haben, eine Fangemeinde immer wieder zu begeistern

und zu berühren. Das macht uns haltbar.

O: Ihr seid nach wie vor in Berlin ansässig und habt diverse

musikalische Projekte, neben anderen Betätigungsfeldern.

Inwiefern unterscheidet sich euer heutiges Arbeiten vom

früheren?

SF: Da ich noch nie angestellt, sondern immer schon

Freiberufler war, kenne ich normale Arbeitszeiten gar nicht.

Insofern unterscheidet sich mein Arbeiten nicht sonderlich

von früher, außer dass ich mehr mache und hoffentlich

auch besser geworden bin. Ich habe schon immer viel am

Computer gearbeitet, und gerade auf die Musik bezogen, ist

das natürlich mittlerweile sehr viel bequemer. Da ich häufig

unterwegs bin, kann ich immer ein kleines Kompaktstudio

dabeihaben und jederzeit Musik machen und die Sachen

dann später auch verwenden. Früher konnte ich maximal

Ideen festhalten, und man musste ständig wegen allem in ein

Studio gehen, damit es vernünftig klingt. Jetzt schicke ich nur

noch Dateien zu meinen Kollegen oder kann auch für Solar

Fake selbst in einem Zelt eine absolut hörbare Vorproduktion

machen, wenn es sein muss. Muss es aber natürlich nicht.

(lacht)

CP: Für mich ist es viel stressiger geworden! Steigender

Erfolg bedeutet erst mal mehr Arbeit! Da ich seit elf Jahren

selbstständig bin, weiß ich erst, wie es meinem damaligen

Chef ging. Es ist schon nicht leicht, wenn man für alles selbst

verantwortlich ist – Tage haben oft zwölf Stunden oder mehr.

ABER es macht trotzdem noch Spaß!

O: Verbringt ihr eigentlich jeden Tag rund um die Uhr mit

eurem musikalischen Wirken?

CP: So ziemlich, ja. Nur irgendwann brauche ich die Zeit,

um runterzukommen – immer dann, wenn ich zu Hause bin.

Dort habe ich kein Musikabspielgerät und höre auch nichts

am PC. Daheim ist musikfreie Zone. Ich bin aber mehr im

Studio als zu Hause, daher umgibt mich die Musik eben doch

den größten Teil des Tages.

SF: Bei mir ist das anders. Ich habe das ziemlich lange

gemacht, aber ich brauche Abwechslung, sonst käme mir

irgendwann die musikalische Kreativität abhanden. Außerdem

habe ich die wirtschaftliche Abhängigkeit sattgehabt. Für

mich ist es wichtig, mich eine Zeit lang vollständig auf etwas

zu konzentrieren, das nicht vorrangig mit Musik zu tun hat.

Dann wird es aber umso wichtiger, mich wieder komplett

meiner Musik zu widmen. Zwischendurch schreibe ich auch

Musik fürs Fernsehen, das macht Spaß, und niemand merkt,

dass ich das geschrieben habe. Ist auch mal lustig. Aber das

zählt irgendwie mit zur Abwechslung.

O: Chris, du wohnst seit jeher in Kreuzberg, während du,

Sven, momentan im Süden Schönefelds wohnst. Was sind

eure Lieblingsorte in Berlin?

CP: Mein Lieblingsort ist zu Hause auf dem Sofa! Sven, wie

findest du das?

SF: Oh, super! Ich kenn’ dein Sofa zwar nicht, aber das kann

ja noch werden! (lacht)

CP: DAS würde meiner Freundin gefallen! Ich glaube, die

findet dich süß. Na ja, wir haben ja, wie erwähnt, auch

ähnliche Frisuren...

O: Und abgesehen von diesem Sofa?

CP: Ich mag den Kreuzberg und die Umgebung: die

Bergmannstraße und so. Den überlaufenen Alex mag ich

nicht so sehr... ich mag es generell nicht, von vielen Menschen

umgeben zu sein.

SF: Das geht mir auch so. Die Bergmannstraße ist wirklich

schön, dort hatten wir jahrelang unseren Proberaum. Ein

toller Kiez. In Pankow gibt es viele schöne Ecken, finde ich.

Klar, da habe ich schon als Kind gewohnt. Ein schöner Fleck

ist auch das alte Krankenhausgelände von Berlin-Buch, dort

haben wir unseren Clip zu Still gedreht. Es gibt einige „lost

places“ in Berlin, aber die verrate ich nicht, solange ich da

vielleicht noch ein Video drehen will...

www.blutengel.de

www.zeraphine.de

Björn Springorum

Orkus! - 75


Johan Edlund

Wie sieht für dich ein idealer Sonntag aus?

Ich sitze in meiner Sonnenliege auf meiner Terrasse und schaue mir ein

Spiel von Hammarby an. Dazu ein kühles Corona mit einer Menge

Limettenscheiben und vielleicht ein paar Snacks.

Wann kann man dir Unvernunft vorwerfen?

Manchmal könnte man das glauben, aber aus meiner Sicht ergibt alles

Sinn!

Welches Album oder welcher Film hat etwas in dir

verändert?

Da gibt es einige. Hier sind vier: Pink Floyd The Wall, Iron Maiden Killers,

Venom At War with Satan, Fields of the Nephilim Elizium. Und noch zwei

Filme: Apocalypse Now und Das Imperium schlägt zurück.

Hast du schon mal geweint, weil etwas so unglaublich

schön war?

Oft. Ich habe gelegentlich diese emotionalen Momente. Dann fange ich

einfach an zu weinen, wenn ich meine Katzen betrachte – oder auch wegen

einer blöden Comedyserie im Fernsehen.

Was ist das Gute am Streit?

Im guten Falle kann er dazu führen, dass alle Beteiligten mit einer für sie

passenden Lösung aus ihm herausgehen.

Und was ist weniger gut an einem Streit?

Ein Streit ist jetzt nichts, was ich als „Spaß“ bezeichnen würde.

Wann erlebst du positiven Stress?

Wenn ich für kreative Arbeit eine angemessene Deadline habe, pusht mich

das auf positive Weise. Es ist gut, obwohl ich gestresst bin.

Wann erlebst du negativen Stress?

Bürokratie, Papierkram, Geld, Geschäfte, Visumanträge. Beim

Onlinebuchen von Flügen den „OK“-Button anklicken und dann zehn

Sekunden warten müssen, bis man seinen Code bekommt. So was stresst

mich ziemlich.

Welchen Kindheitstraum möchtest du dir noch erfüllen?

Gar keinen. Ich habe alles, was ich brauche.

Angenommen, es gibt die Wiedergeburt: Als was

würdest du gerne zurückkommen?

Ich fände es total okay, neun Leben zu leben. Als ich selbst.

Deine größte Hoffnung...?

Hammarby in der Ersten Liga.

Wie stellst du dir die Zukunft vor?

Sonnig, hell, warm und farbenfroh.

76 - Orkus!


„Den Feind im eigenen Kopf bekämpfen...“

Wer glaubt, ruhig und kuschelig durch den Winter zu kommen, hat die Rechnung ohne Soundtüftler Jan L. gemacht

und sollte beim neuen Noisuf-X-Werk Warning zwei Mal hinhorchen. Diese kompromisslose Attacke ist nämlich Grund

genug, sich aus der Couch zu schälen, das Teetässchen links liegen zu lassen und seine gegen Hauspantoffeln eingetauschten

Stiefel dort zu benutzen, wo uns die Klänge fast schon fremdbestimmt hintragen: auf der Tanzfläche. Im Orkus!-Interview

konkretisiert Jan seine Warnung und trifft dabei so manchen Nagel auf den Kopf.

Orkus: Wen warnst du mit dem neuen Album?

Jan L.: Ich warne damit alle KuschelRocker,

Bewegungslegastheniker und Bassallergiker, bloß nicht diese

CD zu kaufen, da sie im schlimmsten Fall zu rhythmischen

Zuckungen der Gliedmaßen führen könnte. In einschlägigen

Tanzlokalen sollen schon mehrere Betroffene im Kollektiv

beobachtet worden sein, wie sie in Ekstase die Kontrolle über

ihre Extremitäten verloren haben. Zumal scheint dieser Zustand

epidemisch ansteckend zu sein.

O: Was sind in deinen Augen Personen, Dinge oder

Gegebenheiten in unserer Gesellschaft, vor denen man unsere

Mitmenschen warnen sollte?

JL: Mitmenschen müssen vor allem vor anderen Mitmenschen

gewarnt werden. Das Schwierige daran ist, herauszufinden, wer

und vor wem gewarnt werden muss. Da das ja bekanntlich im

Auge des Betrachters liegt, widme ich mich lieber den Ohren des

Hörers. Davon verstehe ich einfach mehr.

O: „Die Nacht ist still, aber Ihr MÜSST tanzen...“, heißt es in der

offiziellen Mitteilung zum Album. Und tatsächlich ist es so, dass

man bei Nummern wie Du Musst Tanzen [Oh Süsses Lied] oder

dem Titeltrack die Beine kaum stillhalten kann. Woher nimmst

du die Inspiration für derartige Stücke?

JL: Das ist schwer zu erklären. Selbst die Wissenschaft ist nicht

in der Lage, zu klären, wie Kreativität entsteht oder welchen

Grundlagen sie folgt. Ich habe ein einfaches Prinzip: Ich

produziere das, was ich selbst gerne im Club hören möchte. Hier

und da kommt es dann vor, dass mein Geschmack geteilt wird.

Beeinflusst wird man sicher durch vieles: seine Mitmenschen,

andere Musik und jegliche Gemütszustände.

O: Was war auf Warning zuerst: das Sprachsample oder die

klangliche Untermalung?

JL: Im Normalfall entsteht zuerst die Musik. Ein Song sollte

auch ohne Sample funktionieren. Das Spicken mit Samples ist

dann allerdings das Salz in der Suppe. Die unterschiedlichen

Stimmungen auf einem Album spiegeln meinen eigenen

Stimmungszustand während der Produktion wider.

O: Deine Musik ist hauptsächlich für die Tanzfläche geschaffen.

Wie kann man das kompromisslose Warning trotzdem passend in

den Alltag integrieren?

JL: Für ein Wellnesswochenende wäre es wohl kaum die richtige

musikalische Untermalung, aber im Club, auf Partys oder im

Auto fühlt sich das Album super an. Auch wer seine Nachbarn

nicht leiden kann, greift zu Noisuf-X und strapaziert deren

Nervenkostüme mit Schallwellen, welche jede noch so massive

Wand durchdringen können.

O: Mit Tinnitus hat es ein richtiger Noisuf-X-Klassiker auf das

Album geschafft. Ist die Version 2k13 in deinen Ohren nun

perfekt?

JL: Den perfekten Song gibt es in meinen Ohren nicht. Wenn

ich einen meiner Songs nach gewisser Zeit immer noch genau

so produzieren würde, wie ich es zu der Zeit getan habe, wäre

das ein deutliches Zeichen für mangelnde Weiterentwicklung.

Was Tinnitus angeht, so konnte ich diesen im Original einfach

nicht mehr hören, wollte ihn aber nach längerer Zeit doch

mal wieder auf Konzerten spielen. Er wurde in ein moderneres

Gewand gepresst, das meinem derzeitigen Anspruch gerecht

wird. Aber eines ist klar... ein Tinnitus 2k20 würde mit Sicherheit

vollkommen anders klingen.

O: Mit Endgegner wird Warning beschlossen. Nicht nur in

Computerspielen, sondern auch im wahren Leben finden wir uns

oft vor einem solchen Gegner wieder.

JL: Ich habe das Gefühl, dass man sich selbst meist der schlimmste

Endgegner ist. Man steht sich oft selbst im Weg, stellt sich selbst

ein Bein, lässt sich vom inneren Schweinehund beißen oder von

den eigenen Gedankenkonstrukten in die Irre leiten. Den Feind

im eigenen Kopf zu bekämpfen, ist daher eine große, wenn nicht

die größte Herausforderung im Leben.

www.noisuf-x.com

Tanja Pannwitz

Discographie (Alben):

Antipode (2005)

The Beauty Of Destruction (2007)

Voodoo Ritual (2009)

Excessive Exposure (2010)

Dead End District (2011)

Warning (2013)

Orkus! - 77


Zum äußersten Stadtrand müsse ich kommen, hatten die Herren

von Coppelius geheimniskrämerisch gemeint. Es würde sich lohnen,

denn von einem höchst brisanten Extrablatt solle ich erfahren, das

bereits im Februar erscheinen werde. Aber lediglich Butler Bastille

erscheint schweigend am Treffpunkt und geleitet mich freundlich

zwar, jedoch drängend zu einer Kutsche mit zugezogenen

Vorhängen. Er schiebt mich hinein und steuert sodann in rasantem

Tempo über holpriges Pflaster zum Stammsitz Coppelius’. Als das

Gefährt nach gefühlten zwei Stunden endlich hält, schmerzt mir

jeder einzelne Knochen. Ich quäle mich ins Freie und finde mich vor

einem alten Herrenhaus wieder, das von weitläufigen Grünanlagen

umgeben ist. Für Bastille hoffe ich, dass nicht er allein sich um all

das hier kümmern muss. Der Butler führt mich in das Gebäude.

Wir gehen wohl in Richtung eines Musizierzimmers, denn vor uns

ertönt ein schrecklicher Lärm, dessen Quelle nur für geübte Ohren

als Cello auszumachen ist. Die Tür des Raumes steht einen Spalt

offen, und ich sehe Graf Lindorf genanntes Instrument bearbeiten,

während Comte Caspar wild umherspringt, bevor er zur Klarinette

greift und der Graf zu singen beginnt. Nun verstehe ich: Extrablatt

ist die neue musikalische Veröffentlichung von Coppelius. Die

Künstler haben mich bemerkt, rügen Bastille, weil er nicht über

den Besuch informiert hat, schicken ihn nach den anderen

Gentlemen der Kapelle und heißen mich willkommen. Ich setze

mich und darf erste Kostproben des frischen Werkes hören. Um

eine Butterblume geht es darin, ebenso um Die Spieldose, Reichtum

oder unsere Welt im Wahn. So manche Melodie trifft sofort Mitten

ins Herz, und die Stücke in ihrer Gesamtheit strahlen neben

coppelianischer Charakteristik, spürbarer Freude am Musizieren

und Lebendigkeit durchaus Glanz und Eleganz aus. Mutig wurden

ungewohnte Spielweisen angewandt (das Violoncello gezupft und

nicht gestrichen!), und schließlich präsentiert man mir mit Maria

und Running Free zwei höchst unterschiedliche, aber sehr gelungene

Interpretationen fremdkomponierter Titel.

Nach dieser Vielzahl an Eindrücken wechseln wir in den Salon und

machen es uns in großen Ohrensesseln bequem. Der aufmerksame

Butler bringt Tee und Gebäck, ein Feuer prasselt leise im Kamin,

und wir plaudern an diesem Abend noch lange über die neuen

Lieder, die Last des Zusammenarbeitens im Studio und gewiefte

Aufnahmetechniken Bastilles. Doch davon ein anderes Mal mehr.

www.coppelius.eu

Axel Schön

„Wie Thors Hammer

auf den Schädel

der Midgardschlange!“

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung des tanzflächenfüllenden

Albums Dominator sind Centhron nun mit Asgard wieder

drauf und dran, die Clubs zum Beben zu bringen. Nach einem

bandinternen Personalwechsel – Louisa Hartwig und Sven

Hegewald haben den Posten von Anette Schmidt übernommen

– kommt die Gelegenheit mehr als gerufen, mit Frontmann

Elmar ein wenig zu plaudern.

Orkus: Ihr widmet euch auf eurem jüngsten Werk der nordischen

Mythologie. Inwiefern lassen sich dabei Stücke wie Cyberlady oder

Slutbutt unterbringen? Darüber hinaus stellt sich natürlich die Frage,

wie ihr zu der Namensgebung respektive der Thematik gefunden

habt?

Elmar Schmidt: Asgard und die nordische Mythologie mit ihren

Geschichten und Sagen ist für uns wie ein Wegweiser zurück in Zeiten,

in denen es noch Werte gab, die es zu vertreten galt. Gleichzeitig

tragen wir nach wie vor genügend Aggressionen und schmuddelige

Sexgedanken mit uns herum, was auch weiterhin rausmuss, sonst

platzen wir, und das war’s.

O: Die Lieder des neuen Albums sind allesamt stark von sexueller

Dominanz, Stolz und Aggression geprägt. Inwieweit findet ihr euch

112 122 - Orkus!


in euren Texten wieder? Fuck off and die zum Beispiel lässt immer wieder

das Sample „Liebe ist eine miese Nutte“ hören. Teilt ihr diese Meinung?

ES: Der Song ist in einer Phase meines Lebens entstanden, in der

ich das nicht nur gedacht, sondern sehr intensiv gefühlt habe. Als ich

den Film From Paris with Love gesehen habe, kam mir die geschilderte

Beziehungsthematik sehr vertraut vor und hat alles in meiner Gefühlswelt

perfekt auf den Punkt genau ausgedrückt. Ich finde mich zu 100 Prozent

in den Stücken wieder, sonst würde ich sie nicht schreiben. Ich denke,

meine Bandkollegen können sich da anschließen, wir harmonieren sehr

gut, haben dieselben Interessen und Ansichten.

O: Bereits jetzt kann ich mir vorstellen, dass die Nummer Zombie

Nazi Babe wegen ihres Titels für Aufsehen sorgen wird. Was war die

Initialzündung für diesen Track?

ES: Der Song handelt recht konkret von der Vorstellung, Hitler habe

den sexuellen Fetisch, durch diverse Gründe aus seiner Kinder- und

Jugendzeit, nur erregt werden zu können, wenn ihm eine Frau ins

Gesicht pinkelt. Der Gedanke dazu kam mir durch eine Reportage über

diese Vermutung, in Zusammenarbeit mit Rob Zombies El Superbeasto.

Die Idee, so etwas zu schreiben und zu vertonen, hat mir ein Schalk im

Nacken verordnet, und ich kann immer noch darüber schmunzeln.

O: Slutbutt schildert die Sehnsüchte so mancher Frau. Louisa spricht

dort konkret und ohne jede Scham von den Dingen, die Mann tun soll,

um Frau zu befriedigen. Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob eine

Frau nach außen hin schon als Schlampe gilt, wenn sie ihre Bedürfnisse

artikuliert?

ES: Klar, aber das ist als Kompliment gemeint. Das antiquierte Bild,

in dem Männer als Helden gefeiert werden und Frauen als Schlampen

gelten, wenn sie ihre Sexualität frei nach außen tragen, gehört

hoffentlich bald endgültig der Vergangenheit an. Jeder soll und muss

seine Bedürfnisse äußern können, und die sollen dann auch ausgelebt

werden, egal ob Frau oder Mann.

O: Ende März seid ihr auf dem E-tropolis Festival in Berlin am Start.

Was erwartet die Fans und solche, die es werden wollen?

ES: Eine neue, weiterentwickelte Live-Show, die einschlagen wird wie

Thors Hammer auf den Schädel der Midgardschlange! Es wird laut, hart,

nordisch, düster, brutal, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Tanzfläche

muss brennen und die Bühne im Glanze Asgards erstrahlen.

O: Und wie sehen die sonstigen Tour- oder Festivalpläne für 2013 aus?

ES: Wir spielen noch auf dem Dark Munich Festival. Weitere Konzerte

sind in Planung. Wir werden wohl einmal durch Deutschland und

Europa touren. Im August geht es nach Südafrika, im September stehen

die USA auf dem Programm. Gegen Ende des Jahres wollen wir dann

nach Russland, wenn alles so funktioniert, wie wir uns das wünschen. Es

gibt viel zu tun!

www.centhron.de

Marie-Luise Henke

Discographie (Alben):

Lichtsucher (2003)

Gottwerk (2006)

Roter Stern (2009)

Dominator (2011)

Asgard (2013)

Line-Up:

Elmar Schmidt – Gesang, Programmierung, Synthesizer

Louisa Hartwig – Gesang

Markus Vogler – Bass

Sven Hegewald – Live-Synthesizer

Orkus! - 79


Was mich noch nie jemand gefragt hat,

ich aber sehr gerne beantworten würde,

ist: „Hast du gewusst, dass sich dein Album eine

Million Mal verkauft hat, nachdem ein Interview mit

dir im Orkus! Magazin erschienen ist?“

Ich hasse folgende Interviewfrage:

„Zu welchem Genre zählst du deine Musik?“ Zwar

hasse ich diese Frage nicht, aber sie ist unmöglich zu

beantworten. Ich denke nicht in Genres, wenn ich

Musik mache, und alle meine Lieder sind ein Mix aus

Genres und Klängen. Für mich gibt es nur die eine

Musik.

Wenn ich etwas in meinem Leben

rückgängig machen könnte, würde ich

das wohl nicht tun. All die Scheiße, die passiert ist, hat

all die Songs hervorgebracht, durch die Sinine geboren

wurde.

Neidisch bin ich auf niemanden. Ich finde es

schöner, Leute zu bewundern.

Der größte Fehler, den ich in meiner

musikalischen Laufbahn gemacht habe,

war an sich keiner. Doch vor ein paar Jahren schrieb

mir die wundervolle estnische Künstlerin Kerli, sie sei

ein Riesenfan meiner Musik und würde gern in einem

meiner Stücke singen. Ich bin auch ein glühender Fan

von ihr, hatte allerdings gerade viel zu tun und keine

Zeit, um über ein gemeinsames Projekt nachzudenken.

Heute ist Kerli bei Warner und Universal, hat für

Mauno Meesit

Demi Lovato den großartigen und bei

den „MTV Awards“ ausgezeichneten Titel

Skyscraper geschrieben, arbeitet mit Tim

Burton zusammen et cetera. Sie ist jetzt so

beschäftigt, dass sie keine Zeit mehr für ein

Lied auf meinem neuen Album hatte. Wir

träumen jedoch noch davon, es irgendwann

zu schaffen. Diese Geschichte lehrt, dass man

eine günstige Gelegenheit immer nutzen

sollte, egal ob man Zeit hat oder nicht.

Wenn ich mir eine Partnerin für

ein Duett aussuchen könnte,

wählte ich Björk, Lisa Gerrard (Dead

Can Dance) oder Rachel Goswell (Slowdive).

Mit ihnen zu singen, wäre eine große Ehre.

Ann-Mari Thim und Sandra Nurmsalu sind

ja schon auf meinem neuen Album.

Wenn ich Arvo Pärt begegnen

würde, würde ich mit ihm einen tollen

Rotwein trinken und über Spiritualität in

Musik und Klängen diskutieren.

Mein bisher peinlichster Song ist

von meiner ersten Punk-Band, glaube ich,

weil der Beer is Life hieß. Hahaha!

Mein Lieblingsproduzent ist Ernst

Horn, aber auch die britischen Typen hinter

Nero, Chase & Status, weil sie wahre

Wunder bewirken.

Wenn ich wiedergeboren würde, dann als

eine jüngere Version meiner selbst, mit den Kräften von

Chuck Norris.

Mein größter Traum ist, Menschen mit meiner

Musik zu erreichen und zu bewegen.

Wenn mein Leben verfilmt wird, soll eine

männliche Version von Alice aus Alice im Wunderland

die Hauptrolle spielen.

Der wichtigste Song, den ich je

geschrieben habe, ist The End vom Album

Butterflies, weil er der erste Song war, den ich für

Sinine geschrieben habe. Sechs Jahre später landete er

dann auf dem Sinine-Debut.

Wenn ich 24 Stunden unsichtbar wäre,

würde ich schnell ein Sinine-Video aufnehmen, in

dem die Gitarre wie von selbst spielt!

Ich sollte mir endlich das Wasserpfeiferauchen

abgewöhnen, aber ich mag es zu sehr, und wir

leben nur ein Mal. Dieses Leben sollten wir genießen.

Wenn ich als Support von Diary of Dreams

auftreten dürfte, würde ich das 2013 tun.

Später möchte ich auf mein Leben

zurückschauen und mir sagen können,

dass ich den Leuten mit meiner Musik etwas

Bedeutsames gegeben habe.

80 - Orkus!


Asp (ASP)

Was hat 2012 so besonders

gemacht?

Aufbruchsstimmung.

Album des Jahres:

Paradise Lost Tragic Idol.

Überflüssigster Song:

Ich vermeide einfach überflüssige

Songs, wo es nur geht.

Bestes eigenes Konzert:

Sehr gute hatten wir viele. Vielleicht

besonders zu erwähnen: Potsdam,

wegen der...

Bühnenpanne des Jahres:

... als die Gitarrenanlage von Lutz

ausfiel und ich a cappella Das

Minnelied der Incubi mit dem

Publikum sang.

Schönstes Artwork:

Ebenfalls Paradise Lost Tragic Idol.

Vielversprechendster

Newcomer:

Das beantworte ich dann im Rahmen

der Aktion „Mäzenatentumult“.

Cover-Version des Jahres:

Alice Coopers Poison in einer

wahrhaft gruseligen Version von Tarja.

Ich musste brechen.

Persönliches Highlight:

GeistErfahrer und Der Fluch.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Tossi.

Erotischste Person:

Siehe „Erfreulichste Begegnung des

Jahres“.

Idiot des Jahres:

Nach langem Überlegen dann doch

wieder: ich.

Enttäuschung des Jahres:

Wie meine Selbstdisziplin in manchen

Lebensbereichen die Selbstdisziplin in

anderen Lebensbereichen auslöscht.

Erfreulichste Begegnung

des Jahres:

Siehe „Erotischste Person“.

Größter Verlust:

Konzentrationsfähigkeit.

Größter Fehler:

Zu meinen, man kenne das Ausmaß

der Schlechtigkeiten von Menschen

schon.

Schauspieler des Jahres:

John Noble.

Film des Jahres:

Jesse Stone – Benefit of the Doubt.

Buch des Jahres:

Patrick Rothfuss Die Furcht des

Weisen.

Getränk des Jahres:

Weißer Rum mit dem Saft von

anderthalb Limetten und Coke

Zero mit crushed ice.

Essen des Jahres:

Kartoffel-Blumenkohl-Gratin.

Stadt des Jahres:

Ich glaub’, ich will lieber aufs

Land.

Persönliches Ziel für 2013:

Ein weiteres Jahr irgendwie ASP

machen dürfen.

Konkrete musikalische

Pläne für 2013:

Fremder-Zyklus, Teil 2 –

Maskenhaft/Proben mit Asps Von

Zaubererbrüdern.

Dr. Pymonte

(In Extremo)

Was hat 2012 so

besonders gemacht?

Thomas Gottschalks

Comeback.

Album des Jahres:

Anastasis von Dead Can Dance.

Bestes eigenes

Konzert:

70000TONS OF METAL.

Schönstes Artwork:

Die Harfe auf den

Euromünzen.

Vielversprechendster

Newcomer:

Subway to Sally.

Cover-Version des

Jahres:

Keine Ahnung.

Persönliches Highlight:

Einzug in die neuen vier

Wände.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Die Mutter von Felix

Baumgartner.

Erotischste Person:

Michael Rhein.

Idiot/in des Jahres:

Thomas Gottschalk, Angela

Merkel, Kid Rock.

Enttäuschung des

Jahres:

Seeed.

Erfreulichste

Begegnung des Jahres:

Adrian Otto vergangene Nacht.

Größter Verlust:

Mein 20-Zoll-Minifahrrad.

Und ich habe letzte Nacht

und im November eine

Schachpartie gegen eine

24-jährige Studentin (Matt in

acht Zügen!!) verloren.

Größter Fehler:

Freundin.

Film des Jahres:

Gibt viele gute.

Buch des Jahres:

Idioten Made in Germany und

Er ist wieder da („der Führer“)

und In Extremo – Wir werden

niemals knien.

Getränk des Jahres:

Carlsberg Elephant.

Essen des Jahres:

Fisch in allen Variationen.

Stadt des Jahres:

Leinefelde.

Persönliches Ziel für

2013:

Noch fetter werden!

Konkrete musikalische

Pläne für 2013:

Gute Laune und Freude mit

meinen Kollegen zu haben.

Ulrike Goldmann

(BlutEngel)

Was hat 2012 so

besonders gemacht?

Dass ich mir alle meine Ziele und

Wünsche für dieses Jahr erfüllt

habe beziehungsweise erfüllen

konnte.

Album des Jahres:

Rihanna Unapologetic.

Überflüssigster Song:

Gangnam Style von PSY.

Bestes eigenes Konzert:

Gothic Meets Klassik – beide Tage.

Bühnenpanne des Jahres:

Ich hatte dieses Jahr keine. Zum

Glück!

Schönstes Artwork:

Hocico El Último Minuto.

Vielversprechendster

Newcomer:

Staubkind (nicht wirklich

ein Newcomer, ABER 2012

bombastisch zurück!).

Cover-Version des Jahres:

?

Persönliches Highlight:

Gothic Meets Klassik – Tag zwei

im Gewandhaus Leipzig.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Meine Mama.

Erotischste Person:

Christian Bale in Batman.

Idiot des Jahres:

Der Typ, der in einer Schule in

Amerika Amok gelaufen ist.

Enttäuschung des Jahres:

Die Benzinpreise.

Erfreulichste Begegnung

des Jahres:

Ich habe einen Menschen

getroffen, der mich einfach

umgehauen hat.

Größter Verlust:

Mein geliebter Kater ist entlaufen.

Größter Fehler:

Ich habe einfach nichts gesagt.

Schauspieler des Jahres:

Daniel Craig in James Bond.

Film des Jahres:

Der Hobbit – Eine unerwartete

Reise.

Buch des Jahres:

Suzanne Collins’ Die Tribute von

Panem.

Getränk des Jahres:

Cola Havana.

Essen des Jahres:

Self-made Tex-Mex-Pizza.

Stadt des Jahres:

Leipzig.

Persönliches Ziel für

2013:

Dass es so vertrauensvoll,

ehrlich, glücklich und erfolgreich

weitergeht wie 2012!

Konkrete musikalische

Pläne für 2013:

Zuerst einmal ein erfolgreiches

und tolles Album mit BlutEngel

und im Anschluss eine tolle Tour

dazu.

82 - Orkus!


Dark End Festival

Hamburg, DOCKS, 30.12.2012

Kurz vor dem Jahreswechsel laden MONO INC. zum Dark End Festival.

Als Auftakt gibt es gleich ein optisches Schmankerl: Neben mitreißenden

Rocknummern bieten die Jungs von Unzucht auch was fürs Auge; vor allem

Gitarrist De Clercq und Bassist Blaschke lassen Damenherzen höherschlagen.

Sänger Der Schulz turnt gut gelaunt über die Bretter und animiert die

zahlreichen Anwesenden wiederholt zum Krachmachen. Mit Auf Sturm oder

Deine Zeit läuft ab bringt das Quartett die Hanseaten binnen kürzester Frist

richtig in Fahrt. Nach Engel der Vernichtung gehört die Bühne Lord Of The

Lost. Die Hamburger starten leider ohne zweiten Gitarristen in ihr Set, drehen

aber sofort extrem auf und lassen durch Die Tomorrow das gut gefüllte DOCKS

erbeben. Frauenschwarm Chris Harms umgarnt das Publikum mit seiner

dunklen Samtstimme und sorgt bei der Ballade See You Soon für romantische

Atmosphäre. Bei Sex On Legs geht es wieder härter zu, die Jungs rocken, was

das Zeug hält, und die Menge antwortet mit enthusiastischem Applaus. Als

letztes Stück erklingt das hymnische Credo, dann folgen Megaherz.

Die Münchner sind in letzter Minute hinzugestoßen und freuen sich laut

Fronter Lex Wohnhaas riesig, heute hier zu sein. Der Mann mit dem fiesen

Clown-Make-up gibt das komplette Konzert über Vollgas, springt umher

oder posiert beim Eröffnungssong Jagdzeit anzüglich mit Duettpartnerin

Miss Kayla. Die Machoattitüde der Süddeutschen erntet viel Beifall,

vereinzelt jedoch auch kritische Blicke. Der Band ist das egal, sie hat

gewaltig Spaß und bringt durch Lieder wie Beiss mich oder Kopfschuss

ordentlich Stimmung ins DOCKS. Als Zugabe spielen die Herzen neben

dem wild beklatschten Miststück das verträumte Gegen den Wind und

beweisen so, dass sie nicht nur hart können.

Endlich ist es Zeit für MONO INC., und Martin Engler begrüßt

begeistert das Hamburger Publikum: „Schön, wieder zu Hause zu sein!“

Die Stimmung ist von Anfang an super, alte und neue Titel werden

gleichermaßen bejubelt, was die Musiker strahlen lässt. Bei Viva Hades

erfolgen die ersten Pyroeffekte, welche nicht nur Schlagzeugerin Katha

Mia, sondern auch die Zuschauer ins Schwitzen bringen. In My Heart wird

von einer Photostrecke zu früh verstorbener Künstler begleitet und hält

für Martin einen besonderen Moment bereit – vor dem Bild von Freddie

Mercury fällt er kurz auf die Knie. In The End performt der Bandkopf

zu Beginn allein an einem auf Höhe der Soundtechnik positionierten

Keyboard, nachdem er verkündet hat: „Es gibt uns jetzt zehn Jahre, und

wir produzieren unsere CDs immer noch selbst. Wir werden nie vergessen,

wo wir herkommen.“ Nach Katha Mias beliebtem Drumsolo geht es

schließlich zu den Zugaben... Iggy Pops The Passenger wird von der Menge

lauthals mitgesungen, und auch das schwärmerische Voices Of Doom erntet

tosenden Applaus. Denkwürdig!

Text: Isabell Köster

Photo: Sebastian Schmidt

Setlist MONO INC.:

My Worst Enemy • Symphony Of Pain • Gothic Queen • Forgiven • Viva

Hades • Tired Of The Day • Temple Of The Torn • Arabia • In My Heart •

In The End • Revenge • After The War • Get Some Sleep • From The Ashes •••

The Passenger • Voices Of Doom


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Weitere Informationen & Tickets sind erhältlich unter www.dark-dance.de

HELTER

SKELTER

flugplatz

UNIVERSAL

D.O.G.

lahr

A5 KARLSRUHE-BASEL

Sa.23.03.

Einlass ab 19:00 Uhr

Get Your

Early Bird

Ticket at:

dark-dance.de

...helter-skelter.de conspiracy continues!

>>> WIR SIND DIE MACHT DER NACHT > WIR SIND DIE MACHT DER NACHT


Eisheilige Nacht

Stuttgart, Schleyer-Halle, 14.12.2012

Jahresendkonzerte gehören allmählich zum guten Ton in der

dunklen Musikwelt. Gewissermaßen als Trendsetter, baten

Subway to Sally auch 2012 wieder zur Eisheiligen Nacht – der

zur Festivalreise aufgestockten Fortführung ihrer traditionsreichen

Weihnachtstournee.

Ganz schön groß geworden, stellt man in der gut besuchten

Schleyer-Halle fest. Fejd, Russkaja und Die Apokalyptischen Reiter

wurden von Potsdams Mittelalter Rock-Pionieren eingeladen, um

das Jahr gemeinsam zu einem fulminanten Ende zu bringen. Eric

Fish begrüßt das Publikum persönlich, geleitet in den Abend, bevor

die Schweden Fejd ihren urig-rockigen Mittelalter Folk in einer für

sie ungewohnt geräumigen Location erschallen lassen. Funktioniert

aber ziemlich gut, macht durstig und Lust auf mehr. Das bekommt

Stuttgart gleich im Anschluss... und wie: Subway to Sally

betreten zum ersten Mal selber die Bühne und erfüllen mit ihrer

von den Fans bestimmten, nostalgischen Setlist mehr als einen lang

gehegten Wunsch. Die Hexe oder Der Bräutigam entführen mit

viel Feuer direkt in die tiefen Neunziger, als das Genre „Mittelalter

Rock“ gerade erst geboren war. Denkwürdig!

Für gute Laune und wilden Folklore-Crossover sorgen dann die

Vollzeitwahnsinnigen namens Russkaja, trefflich gefolgt durch

Die Apokalyptischen Reiter, welche immer noch nicht

gelernt haben, wie man eine schlechte Show spielt, und auch

heute mit ihrem wahnwitzigen Mix aller Metal-Schattierungen

und ihrer liebenswerten Art alles richtig machen. Nach dem

epischen Finale Metal Will Never Die dürfen erneut die Subways

ran. Bei bester Sound- und Lichtqualität erklingen jetzt natürlich

vor allem aktuelleres Material und Hits à la Falscher Heiland oder

Sieben. Die Band hat sichtlich Spaß auf der großen Bühne, statt

Eisheiliger Nacht könnte man im Zuschauerraum wohl eher von

„heißheiligen“ Zuständen sprechen. Wenn es dieses Wort gäbe. Es

endet, wie es enden muss: Julia und die Räuber ist der unverzichtbare

Schlussakkord eines außergewöhnlichen Konzertabends. Schön,

dass die Termine für 2013 bereits stehen!

Text: Annabelle Reiter

Photos: Sascha M. Kühne

86 - Orkus!

ASP, Mantus

Oberhausen, Turbinenhalle, 30.10.2012

Eine über 100 Meter lange Menschenschlange bittet vor den Toren

der Turbinenhalle ungeduldig um Einlass, um dem Auftakt von ASPs

„GeistErfahrer“-Tour beizuwohnen. Und kaum hat sich die Tür ein

wenig geöffnet, strömen die Anhängerscharen wie im Wahn einem

vielversprechenden Abend entgegen. Mit dichtem Nebel und eisblauem

Licht wird dieser zunächst durch Mantus in eine düstere, leicht depressive

Atmosphäre gehüllt, welche das Publikum sichtbar berührt. Die dunklen

Gitarrentöne harmonieren perfekt mit der glockenhellen Stimme von

Chiara Amberia, die bei Klassikern wie Stummes Gebet, Kleiner Engel

flügellos oder dem pathetischen Gemeinsam in den Tod ihrer Vorgängerin

Tina Schindler alias Thalia gesanglich in nichts nachsteht.

Nach psychedelisch angehauchter Pausenmusik ruft uns dann endlich

Meister Asp selbst zu sich und lädt uns ein, gemeinsam Geist zu erfahren.

Und schon klingt es uns im Ohr: „Wer nicht einsam bleiben will, der

reist in Scharen.“ Dass heute und hier keiner einsam sein wird, ist mehr

als besiegelt, schaut man in die Gesichter der treuen Anhänger, die sich

physisch und emotional voll und ganz auf das nun Dargebotene einlassen.

Wer kann auch schon weghören, wenn Asps Stimme – mal fast flüsternd,

mal kräftig – tief in unsere Ohren dringt und das Gesungene genau ins

Herz zielt? Dieser Magie vermag sich keiner zu entziehen, nicht einmal die

Band selbst, die spürbar begeistert ist, diese große Halle so proppenvoll

bekommen zu haben. Musikalisch liefern ASP alles, was das hungrige

Herz begehrt... von Wechselbalg und Eisige Wirklichkeit, bei dem sich

Hitzewallungen mit prickelnder Gänsehaut mischen, über Demon Love

oder Kokon bis hin zu den übermächtigen Krachern Und wir tanzten

(Ungeschickte Liebesbriefe) und Werben. Die feierwütige Menge ist stets

in Bewegung, während Asp sich gesprächig zeigt, immer wieder seine

„schönen Menschen“ lobt und sich mehrmals bedankt; auch dafür, dass

die Fans hier sind, ohne dass ASP „in den Hitparaden rauf und runter

laufen müssen“.

Abgerundet wird diese bewusstseinserweiternde Séance durch zwei

Zugabenblöcke, die es in sich haben. Für Rücken an Rücken wird eine junge

Dame auf die Bühne geholt, die als Katalysator zwischen Asp und uns

fungiert. So angeheizt, können Größen wie Ich will brennen oder Schwarzes

Blut nur ekstatisch zelebriert werden. Ein wahrlich gelungener Tourstart,

der uns zu echten GeistErfahrern gemacht hat!

Text: Tanja Pannwitz

Photo: Michael Gamon

Setlist ASP:

GeistErfahrer • Welcome • Wechselbalg • Eisige Wirklichkeit • Krabat •

Demon Love • Carpe Noctem • FremdkörPerson, erstens • ÜberHärte

• Schwarzer Schmetterling • Kokon • Wer sonst? • Und wir tanzten

(Ungeschickte Liebesbriefe) • Werben • Unverwandt • Denn ich bin dein

Meister • Weichen[t]stellung ••• Rücken an Rücken • Ich will brennen •••

Ich bin ein wahrer Satan • Schwarzes Blut


Into Darkness

Hamburg, Markthalle, 21.11.2012

Einen Monat vor Weihnachten erwartet die Besucher der Hamburger

Markthalle ein ganz besonderes, düster-metallisches Geschenk: Unter

dem Motto „Into Darkness“ bescheren PAIN und Moonspell, zusammen

mit ein paar gleichgesinnten Kollegen, einen testosteronstrotzenden

Heidenspaß in der beschaulichen Adventszeit.

Den Anfang machen die griechischen Scar of the Sun. Die junge

Formation aus Athen punktet durch technische Versiertheit, druckvolle

Gitarren und knackiges Schlagzeug; das melodische Organ von Sänger

Terry Nikas kann allerdings zu so früher Stunde die Markthalle noch

nicht richtig ausfüllen. Als Nächstes sind Lake of Tears an der

Reihe – Daniel Brennare und seine drei Mitstreiter starten mit dem

Uptempokracher Taste of Hell und sorgen durch Klassiker wie Demon

You/Lily Anne oder Raven Land für begeisterte Jubelrufe. Dabei geht

Brennares raue, intensive Stimme direkt unter die Haut und bietet

ein beeindruckendes Hörerlebnis. Die folgenden Swallow the

Sun stehen mit ihren überwiegend komplexen Kompositionen eher

für reflektiertes Mitwippen denn haltloses Headbangen, vermögen

jedoch vom ersten Lied an (Emerald Forest and the Blackbird) das

Publikum dank ihrer energetischen, melancholischen Präsenz zu

fesseln. Mikko Kotamäki begeistert mit gefühlvollem Klargesang und

markerschütternden Growls, während die Gitarristen Juha Raivio und

Markus Jämsen bleierne Riffs beisteuern und die Menge animieren.

Dann geben Moonspell von der ersten Sekunde an Vollgas: Fernando

Ribeiro trägt für den Opener Axis Mundi eine silberne, antik anmutende

Gesichtsmaske und überzeugt augenblicklich durch seine animalische

Bühnenpräsenz. Es folgt das brachiale Alpha Noir, dessen rohe Energie

für enthusiastisches Headbangen in den vorderen Reihen sorgt. Die

Portugiesen scherzen gut gelaunt mit dem Publikum; anlässlich

ihres 20-jährigen Jubiläums haben sie einige Klassiker im Gepäck.

Entsprechend bejubelt werden die ersten Takte von Opium, und auch

das erotische Vampiria verbreitet allgemeines Gänsehautfeeling. Nach

Full Moon Madness als Zugabe ist die Bühne frei für die Jungs von

PAIN. Frontmann Peter Tägtgren (in weißer Zwangsjacke) und seine

heute leider nur zwei Mitstreiter legen mit dem Same Old Song los

und bangen sich euphorisch durch eine rasante Mischung aus alten

und neuen Stücken. Bei Nummern wie Dirty Woman oder The Great

Pretender haben nicht nur die Musiker gewaltig Spaß, sondern auch

die Menge tanzt und springt, was das Zeug hält. Mit Shut Your Mouth

als Zugabe legen die Schweden noch eins drauf und hinterlassen ein

strahlendes, schwitzendes und rundum zufriedenes Publikum.

Text: Isabell Köster

Photo: Christin Kersten

Setlist PAIN:

Same Old Song • I’m Going In • Walking On Glass • Zombie Slam

• Dirty Woman • Monkey Business • End Of The Line • The Great

Pretender • Dark Fields Of Pain • It’s Only Them • Let Me Out • On

And On ••• Shut Your Mouth

Cradle Of Filth, God Seed, Rotting Christ, BLYND

Berlin, Lido, 16.12.2012

Sonntag ist Cradle-Tag! Normalerweise hockt die Nation am Tag des

Herrn in den Gebetshäusern – doch nicht, wenn die Briten von Cradle Of

Filth in der Stadt sind. Eigentlich sollte die Show im C-Club stattfinden,

welcher aber aufgrund akuten Schneefalls plötzlich undicht wurde. Ab

ins gemütliche Lido, wo zu früher Stunde BLYND den Abend eröffnen.

Noch sind nicht alle 500 Besucher vor Ort... wer zu spät kommt, den

bestraft bekanntlich das Leben. Mit melodisch-aggressivem Death Metal

(Hauptaugenmerk liegt auf dem neuen Album Punishment Unfolds)

können die Zyprioten das Publikum schnell erhitzen. Auch wenn der

Glühwein noch ein bisschen leckerer ist – von BLYND dürfte man

in Zukunft mehr hören. Eine Band der Gegenwart sind die Griechen

Rotting Christ. Seit Jahren schon mehr als ein Geheimtipp, reißen sie

heute die (sonst) reservierten Berliner wirklich zu Jubelarien hin. Das

drastisch formulierte „Guten Abend, Berlin“ zeigt die Athener von ihrer

höflichen Seite. Doch dann ist aus mit Mickey Mouse. Zeit für die harte

Axt. Diese holen die Jungs bei Songs wie Forest of N’Gai sofort hervor.

Langsam, packend, durchdringend... so muss metallisches Gefühlskino

klingen. Während Rotting Christ den Saal in Wallung bringen, sitzen

die Musiker von God Seed gemütlich im großen Foyer. Es gab wohl

nicht genügend Backstageräume für alle vier Bands – und Cradle Of

Filth sind offenbar bei den letzten Vorbereitungen. So geht Fannähe.

Kurz verschwinden die Norweger dann doch: für ihren Auftritt muss sich

zumindest Fronter Gaahl das Corpsepaint überwerfen. Was folgt, ist eine

wahre Demonstration. Wer glaubt, dass God Seed nur alte Gorgoroth-

Kracher aufwärmen, sieht sich getäuscht. Vor allem die experimentellen

Stücke von I Begin sorgen für Verzückung. So gekonnt hat man die

Symbiose aus Black Metal, Electro und Siebziger-Sounds noch nie

gehört. Künftig mehr davon, bitte!

Auch Cradle Of Filth erwischen einen perfekten Tag, denn die Menge

frisst ab dem früh gespielten Cthulhu Dawn Giftzwerg Dani aus der

Hand. Der springt wie ein 20-Jähriger über die Bühne, bespritzt die

ersten Reihen mit Wasser und kreischt sich meisterhaft durch Klassiker

wie Funeral In Carpathia oder Summer Dying Fast. Überraschung: nur

zwei Lieder des aktuellen Albums The Manticore and Other Horrors

knallen aus den Boxen. Aber wer braucht schon neuen Stoff, wenn sich

im Zugabenblock Her Ghost In The Fog und From The Cradle To Enslave

verbergen? Mächtig, mächtiger, Cradle Of Filth!

Text: Peter Eskriba

Photo: Anja Frost

Orkus! - 87


Greg Mackintosh

(Paradise Lost, Vallenfyre)

Was hat 2012 so besonders

gemacht?

Die Releaseparty von Paradise Losts 13.

Album Tragic Idol und meine ersten Live-

Auftritte mit Vallenfyre.

Album des Jahres:

The Secret Agnus Dei.

Überflüssigster Song:

Alles von allen bei The X Factor.

Bestes eigenes Konzert:

Sonisphere in Spanien.

Bühnenpanne des Jahres:

Wann immer Axl Rose eine besteigt.

Schönstes Artwork:

Paradise Lost Tragic Idol.

Vielversprechendster

Newcomer:

Vallenfyre.

Martin „Mart“ Soer

(Stahlmann)

Was hat 2012 so besonders

gemacht?

Da waren viele schöne Festivals, die

eigene Headlinertour, die Shows in

Russland... Und natürlich unser erster Top

40-Einstieg... Viele unglaubliche Momente!

Album des Jahres:

Maerzfeld Tief.

Überflüssigster Song:

Last Christmas.

Bestes eigenes Konzert:

Da gab es viele besondere Shows, da kann

man sich schlecht auf eins festlegen.

Bühnenpanne des Jahres:

Es gab da eine Show, bei der unser Bassist

von der Bühne gefallen ist.

Schönstes Artwork:

Letzte Instanz Ewig.

Vielversprechendster Newcomer:

Cover-Version des Jahres:

Hab’ ich keine gehört.

Persönliches Highlight:

Über 100 Gigs gespielt und zu

Weihnachten nach Hause kommen.

Beeindruckendste

Persönlichkeit:

Shane Embury, wegen des Aufgebens von

Alkohol.

Erotischste Person:

Hamish Glencross von My Dying Bride.

Idiot des Jahres:

Der Papst.

Enttäuschung des Jahres:

Axl Roses Ego.

Erfreulichste Begegnung des

Jahres:

James Hetfield, der nach Paris gekommen

ist, um uns zu sehen.

Größter Verlust:

Jon Lord.

Größter Fehler:

Maerzfeld.

Cover-Version des Jahres:

Lord Of The Lost This Is The Life.

Persönliches Highlight:

Die Shows in Moskau und Sankt

Petersburg.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Der Typ, der es trotz zwei Kisten Bier und

einer Flasche Whisky geschafft hat, alle

Securities zu umgehen, und plötzlich auf

der Bühne stand.

Erotischste Person:

Helene Fischer.

Idiot des Jahres:

Der Kerl, der unserem Tonmann auf Tour

sämtliches Hab und Gut geklaut hat!

Enttäuschung des Jahres:

Kein Weltuntergang.

Erfreulichste Begegnung des

Jahres:

Project Pitchfork und Tanzwut.

Größter Verlust:

Die Menschen, die unsere Crew in diesem

Bill Ward nicht bei der Reunion von

Sabbath spielen zu lassen.

Schauspieler des Jahres:

Tom Hardy.

Film des Jahres:

Killer Joe.

Buch des Jahres:

Seeds von Ross Mackintosh.

Getränk des Jahres:

Asahi, japanisches Lagerbier.

Essen des Jahres:

Indische Küche.

Stadt des Jahres:

Venedig oder Portland.

Persönliches Ziel für 2013:

Vallenfyre nach Amerika bringen.

Konkrete musikalische Pläne

für 2013:

Bis jetzt nur eine Handvoll Festivals. Aber

es ist ja auch das 25-jährige Jubiläum

von Paradise Lost, da wird eine Menge

passieren.

Jahr verlassen mussten: Sascha, Ute &

Paras... Danke für eine verdammt gute Zeit!

Größter Fehler:

Dieses Interview nach einer Show zu

machen, in der wir alle zu viel getrunken

haben.

Schauspieler des Jahres:

Der Hobbit-Frängel.

Film des Jahres:

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise.

Buch des Jahres:

Shades of Grey.

Getränk des Jahres:

Whisky und Sekt.

Essen des Jahres:

Fleisch- und Käsebällchen.

Stadt des Jahres:

Bochum.

Persönliches Ziel für 2013:

Weltherrschaft.

Konkrete musikalische Pläne für

2013:

Das neue Album und Tour, fette Festivals!

Michael „Sad Sir“ Setzer

(end of green)

Was hat 2012 so besonders gemacht?

Borderlinejahr, echt. Hätte es nicht was zum Freuen

gegeben, wäre das ein wirklich mieses Jahr gewesen. So

wie 2011. Aber wenigstens die Krankenkasse hat sich

gelohnt.

Album des Jahres:

Napalm Death Utilitarian.

Überflüssigster Song:

Bloc Party Octopus. Eine Jugendhausband würde für so

ein schreckliches Lied Dresche bekommen. Noch auf der

Bühne.

Bestes eigenes Konzert:

Stuttgart, LKA. Endlich mal zusammen in den eigenen

Geburtstag reinfeiern und -spielen. Das Wetten, dass..?-

Intro war auch fast magisch.

Bühnenpanne des Jahres:

Ein bisschen Panne passiert immer. Ich freue mich lieber

darüber, dass keiner von uns von der Bühne gefallen oder

im Bühnenboden eingebrochen ist. Niemand wurde

von Lichttraversen erschlagen, Stromschläge gab es auch

keine, und gestolpert ist auch keiner. Gutes Jahr.

Schönstes Artwork:

Baroness Yellow & Green. Auch wenn das Wort „Genie“

heutzutage etwas zu häufig gebraucht wird, John Dyer

Baizley ist eines.

Vielversprechendster Newcomer:

Burning Love haben mir sehr gut gefallen. Assi, laut, fies

und sehr direkt.

Cover-Version des Jahres:

There Will Be Fireworks Flirted With You All My Life.

Fast ein bisschen herzzerreißender als das Original von

Vic Chesnutt – und gereicht in bester schottischer

Manier.

Persönliches Highlight:

Auch wenn das Leben mit Scheißeklumpen nach einem

wirft, da sind immer Menschen, die einem helfen und

notfalls einen Regenschirm aufspannen.

Beeindruckendste Persönlichkeit:

Doberfrau Luna.

Erotischste Person:

Jede andere Antwort als „Meine Freundin Helmut.“

würde mir blaue Flecken einbringen. Natürlich heißt sie

nicht wirklich Helmut.

Idiot/in des Jahres:

Dies an einer Person festzumachen, würde der Sache

nicht gerecht.

Enttäuschung des Jahres:

Das Magazin „PRINZ“ wird eingestellt, und viele

wunderbare Kollegen sitzen auf der Straße.

Erfreulichste Begegnung des Jahres:

Immer wieder: acht gute Menschen in unserem Bus.

Bestens gelaunt auch in den Morgenstunden. Ansonsten:

Antibiotika.

Größter Verlust:

Meine Lieblingswollmütze. Second Hand aus Tel Aviv –

passte perfekt, dann war se weg.

Größter Fehler:

Wut. Hat sich wieder nicht gelohnt, unzählige Stunden

mit nichts als Wut zu verbringen. Oh, und ich habe mir

die twilight-Filme angesehen. Wertvolle Zeit, die mir

wahrscheinlich am Ende des Lebens fehlen wird.

Schauspieler des Jahres:

Ryan Gosling. Allerdings würde ich andere Gründe dafür

nennen als Frauen. Ich mag sogar seine Band Dead Man’s

Bones.

Film des Jahres:

Drive könnte ich mir tausend Mal anschauen.

Buch des Jahres:

James Tiptree Jr. Zu einem Preis.

Getränk des Jahres:

Cider.

Essen des Jahres:

Vegane Spezialitäten, gekocht von meiner Mutter.

Stadt des Jahres:

Edinburgh. Eine der wenigen Städte der Welt, in denen

man mit Menschen im Rock über Fußball reden, trinken

und sich prügeln kann. Letzteres fällt aber meistens weg,

weil sie lieber trinken und über Fußball reden wollen.

Persönliches Ziel für 2013:

Überleben, mehr lächeln als mies gelaunt sein. Ich

versuche das jedes Jahr.

Konkrete musikalische Pläne für 2013:

Unsere neue Platte. Erscheint im August bei Napalm

Records.

88 - Orkus!


Kleinanzeigen

Notruf

Ich suche: Orkus Dezember/Januar

2002/2003 mit Orkus Compilation II, auf

der sich der Track von L’âme Immortelle –

Tiefster Winter (Orkus Mix) befindet.

Angebot bitte an: jesuiterandre@yahoo.de

Dark-Electro-Projekt aus dem Raum OS/

MS/BI sucht Zusammenarbeit mit Sängerin.

Bei Interesse melde Dich bitte bei electropop

@web.de

Der Preis ist heiß

BLUE ROSE Nr. 12 ist da & für 7,- Euro

(inkl. P&V) gehört das Heft Dir! 50 Seiten

& in Farbe. Ein wahrer Leckerbissen für

Poesie- & Kunstliebhaber. Auch jetzt neu zu

erwerben: der BLUE ROSE-Kalender 2013!

12 Monate geballter Kunstliebe (für 7,-

Euro inkl. P&V): Bestellung & Info per Email:

bluerose-mortitia@freenet.de oder Post:

BLUE ROSE z.H. Kundis, Frankfurter Allee

147, 10365 Berlin & besucht die Homepage:

www.bluerose-mortitia.de

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Auf diesem Wege – kurz und knapp – suche

ich (34, weiblich, aus Ostfriesland) nach

Brieffreundschaften, die sich nicht nur in

Oberflächlichkeit ergehen, um dann nach

dem 3. Brief zu enden. Jene, die vorwiegend

noch auf dem Postweg stattfinden –

interessierte, aufgeschlossene Persönlichkeiten

suche ich, die auch eine Meinung

haben. Ihr Leben mögen und leben sowie

evtl. etwas unkonventionell sind. Keinesfalls

suche ich Kontakte, die über eine Freundschaft

hinausgehen, da ich glücklich

gebunden bin. Schön wären auch Live-

Kontakte zu Ostfriesen, da ich zugezogen

bin. LG Angelika. PS: Mehr dann, wenn Ihr

eine e-mail an likka@5x2.de oder einen

Brief an die Chiffre: 13/02/01 schreibt.

Gibt es noch Wesen in der Gothic-Szene,

die es ernst meinen, die Spaß daran haben,

Briefe zu schreiben und gern etwas Zeit

dafür opfern? Dann schwingt eure Federn

und schreibt mir! Bitte ab einem Alter von

18 bis 30 Jahren. Bin w. und 23 Jahre alt.

Freue mich über jede Zuschrift. Traut euch!

Catharina Gerke, Hauptstr. 7, 19249

Jessenitz-Siedlung

Ich, 26 Jahre und männlich, suche auf

diesem Weg Briefbekannte/Freunde, die

mir durch eine schwere Zeit helfen. Habe

leider ein paar Fehler in meinem Leben

gemacht und bin in Haft. Würde mich über

ernstgemeinte Briefe von jemandem freuen,

den die Fehler nicht interessieren. Bei

Interesse bitte an: Stanley Tom Suttinger,

Industriestr. E2, 01612 Glaubitz schreiben.

Früher gab es mal Anzeigen, in denen es

hieß: „Hilfe, mein Briefkasten verhungert!“

Ich bin auf der Suche nach Menschen, die

noch einen Briefkasten besitzen und diesen

gefüttert haben wollen bzw. meinem auch

diesen Gefallen tun würden. Bin ein

„älteres“ weibliches Exemplar, über 40

Jahre alt, und glücklich verheiratet, die

gerne Briefe schreibt und auf diesem

altmodischen Wege nette Leute aus ganz

Deutschland (und anderswo) kennenlernen

möchte. Höre gerne altmodische Gitarrenmusik

(The Mission, The Cure usw.), gehe

immer noch gern auf Konzerte und Festivals,

auf Mittelalterfeste und halte auch mal einen

Sit-in mit Teestunde bei mir ab (oh, wie

Achtziger). Unternehme außerdem gerne

lange Spaziergänge in der Nacht mit Mann

und Hund, bin eher Landei als Stadtmensch.

Manchmal produziere ich auch Schmuck,

Taschen und Wohnaccessoires, und biete

diese auf Hobbymärkten feil. Auch nähe

oder verziere ich meine Klamotten oft noch

eigenhändig. Früher einmal machte

Kreativität diese Szene aus, doch davon ist

leider nicht viel übrig geblieben, oder doch?

Wem es ähnlich geht, schreibt bitte an

Chiffre: 13/02/02

Suche Geleit für meine alten Geister! Bin ein

Wesen der anderen Art... welches leider mit

der modernen Schwarzen Szene nix mehr

anfangen kann. Eine zu negative

Veränderung fand im Laufe der vielen Jahre

meines Daseins und des der Schwarzen

Szene statt. Dafür bin ich wohl zu

„oldschool“. Ich bin ohnehin keiner Szene

angehörig. Ich bin Ich! Ebenso bin ich auch

musikalisch ein sehr bunt beschriebenes

Blatt. Allerdings sind dann doch ein paar

alte Geister aus vergangenen Tagen

geblieben. Diese suchen nun Geleit für

lustige Unternehmungen, Konzerte und

dergleichen. Bevorzugt werden Tönemacher

wie Subway To Sally, ASP, And One,

Depeche Mode, Eisbrecher und andere.

Ansonsten bewege ich mich unter anderem

durch die Klangwelt von aller Arten Metal,

Rockabilly, Blues, Mittelalter, 80ies,

Quatschkombos wie „Das Pack“... Wer hat

Bock, sein Leben mit meiner Wenigkeit zu

bereichern? (Meine Wenigkeit ist im

Übrigen w., 29 J., und kommt aus dem

schönen Norden.) Voraussetzungen:

Ehrlichkeit, Toleranz, Spontanität und

Verrücktheit! Bitte keine Satanisten, Faschos,

Cyberfreaks, Modegothics usw., und ich bin

auch nicht auf der Suche nach Sex oder

Partnerschaft! Gerne auch Mamis und

Papis! Also, auf geht’s: „Lulu“, L. Schwarz,

Osterende 37, 21717 Schwinge und

0176/30364392 (aus dramatischen

Gründen leider z.Z. kein Internet)

Ein Fall für zwei

Salve, Ihr Nachtschwärmer. Mein Name ist

Reduan. Ich bin 182 cm groß und 34 Jahre

alt. Ich suche nach Briefkontakten und einer

Gefährtin, die mit mir den langen Weg

durch die Dunkelheit geht. Ich liebe das

Kostenlose Kleinanzeigen

Die privaten Kleinanzeigen sind kostenlos.

Eine Chiffreanzeige kostet 1,45 Euro

(bitte eine Marke à 0,55 Euro + eine Marke à 0,90 Euro)

und erscheint voraussichtlich in der März-Ausgabe,

sofern sie bis spätestens Montag, den 04.02.2013,

bei uns eingetroffen ist.

Bitte in deutschen Euro-Briefmarken! Aus dem nichteuropäischen

Ausland wird auch Bargeld in Euro

akzeptiert.

Es gilt die Höchstwortzahl von 300 Wörtern.

Gewerbliche Kleinanzeigen werden nicht berücksichtigt.

Pro Person und Ausgabe werden höchstens zwei Kleinanzeigen

abgedruckt. Neben dem postalischen Weg könnt

Ihr Eure Kleinanzeigen auch per e-mail zu uns schicken:

kleinanzeigen@orkus.de

Vielen Dank!

Orkus!

„Kleinanzeigen“ • Postfach 1121

61477 Glashütten/Taunus

Antworten auf Chiffreanzeigen verseht Ihr bitte außen

auf dem Umschlag mit der betreffenden Chiffrenummer.

Aber bitte deutlich und groß!!!

Wir leiten die Briefe dann an den jeweiligen Empfänger

weiter (allerdings nur gewöhnliche Briefe; Groß- oder Maxibriefe

sowie Päckchen können nicht weitergeleitet werden).

Gewerbliche Kleinanzeigen:

bis 100 Zeichen = 29,00

von 101–130 = 34,90

von 131–140 = 39,90

von 141–150 = 44,90

von 151–160 = 49,90

von 161–170 = 54,90

von 171–180 = 59,90

von 181–190 = 64,90

von 191–200 = 69,90

Preise in Euro inkl. 19% MwSt.!

Zahlbar per Vorauskasse, Rechnung folgt nach

Geldeingang.


5 Abo-Werbe-Geschenke

Bei Abschluss eines Werbe-Abos über ein Jahr erhält der Werbende eine Prämien-CD seiner

Wahl, eine CD nach unserer Wahl plus einen der folgenden Artikel nach seinem Wunsch:

Bei Abschluss eines Werbe-Abos über zwei Jahre kann sich der Werbende zwei Extra-Prämien aussuchen!

Bei Abschluss eines Werbe-Abos für ein halbes Jahr erhält der Werbende keine Extra-Prämie!

1.

Extra-Prämien

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten!

Ganz einfach:

Der neue Orkus!-Abonnent und der Prämienempfänger dürfen nicht identisch sein. Die Prämien erhaltet Ihr nach Bezahlung mit

separater Lieferung. Dieses Angebot gilt nicht für Geschenk-Abonnements sowie ein Abo ohne Werber.

Du musst selbst kein Abonnent sein, um einen neuen Abonnenten zu werben.



Achtung! Das Abo verlängert sich NICHT automatisch und muss NICHT gekündigt werden.

Bei eventuell auftauchenden Fragen ist für Euch Kerstin unter abo@orkus.de zu erreichen.

Spinne

(süßer Plüsch-Anstecker, ca. 10 cm)

Katze „Whisky“

(süßer Plüsch-Anhänger, ca. 12 cm)

Leichter als gedacht!

Ja, hiermit abonniere ich Orkus! ab Ausgabe

für ein halbes Jahr (5 Ausgaben) für ein Jahr (10)

für zwei Jahre (20)

zum Preis von

24,95 Euro (1/2 Jahr, D)

38,95 Euro (1/2 Jahr, Europa)

59,90 Euro (1/2 Jahr, Welt)

Abo (ohne Werber)

49,90 Euro

(1 Jahr, D)

99,80 Euro

(2 Jahre, D)

Werbe-Abo

77,90 Euro

(1 Jahr, Europa)

Geschenk-Abo

119,00 Euro

(1 Jahr, Welt)

oder

Mousepad Nachtschwärmer

oder

Mütze SAW VII

Werbe-Abo

Prämienempfänger

(Adresse des Werbenden):

Geschenk-Abo

Adresse des Schenkenden:

oder

DJ-Maxi-CD von Nachtmahr

Tanzdiktator

2.

oder

Single von And One

Shouts of Joy

Wunsch-CDs

oder

DJ-Maxi-CD von Samsas Traum

Auf den Spiralnebeln

Adresse des Abonnenten/Geworbenen/Beschenkten

Name

Straße

PLZ

Land

Telefon (bitte Nummer des

Schenkenden für Rückfragen angeben)

Ort

e-mail

Geburtstag

Ort, Datum

Beruf

Unterschrift

ASP

Die GeistErfahrer EP

Die KAMMER

Season I – The Seeming and the Real

Nachtmahr

Veni Vidi Vici

Santa Hates You

It’s ALIVE!

Blaqk Audio

Bright Black Heaven

Faun

Von den Elben

Project Pitchfork

BLACK

The Crüxshadows

As the Dark Against My Halo

Clan Of Xymox

Kindred Spirits

Mantus

Wölfe

ROME

Hell Money

Unzucht

Todsünde 8

Delerium

Music Box Opera

museum

traces of

Samsas Traum

Asen’ka

Zeromancer

Bye-Bye Borderline

Dank an:

Delicious Releases, Drakkar Entertainment GmbH, inakustik, in-D Records, Nettwerk Music Group, NoCut GbR,

Superball Music, Trisol Music Group GmbH, Universal Music GmbH.

Telefon (bitte für Rückfragen angeben)

Ich habe

den Abo-Betrag als Scheck beigelegt

den Abo-Betrag überwiesen

(bitte eine Kopie des Überweisungsscheines beifügen)

1.

2.

3.

5.

Meine Extra-Prämie:

Wir legen noch 1 CD drauf! Kreuze einfach Deine Dark Wave

bevorzugten Musikrichtungen (mind. 2) an: Electro/Industrial

Synth Pop

Mittelalter

Die Abo-Prämien gelten nur für Abos, die über das Orkus! Magazin und nicht über eine Zweitfirma (amazon...) abgeschlossen werden.

Bestellen unter www.orkus.de

oder einsenden an:

Orkus!, Stichwort: „Abo”,

Postfach 1121, 61477 Glashütten/Taunus

e-mail: abo@orkus.de

Kreissparkasse Waiblingen:

Claus Müller, Konto Nr. 203 35 01, BLZ 602 500 10

Zusatz für Auslandsüberweisungen:

BIC/SWIFT: SOLADES1WBN

IBAN: DE63 6025 0010 0002 0335 01

Meine Wunsch-CD ist (bitte unbedingt mindestens 5 Titel zur Wahl angeben):

A)

D)

B)

C)

Orkus-Postkarte

(schwarz)

Orkus

E)

F)

Newsletter-Aufnahme

Dark Metal

Gothic

egal

Noch einfacher geht es unter www.orkus.de... und das ganz ohne Briefmarke!

4.

Mono Inc.-

Flaschenöffner

Orkus! - 91


Nachbestellung

19,95 Euro 29,95 Euro

Hiermit bestelle ich folgende(n) Artikel (zutreffende bitte ankreuzen)

5,99 Euro

5,99 Euro

Das Orkus Unheilig Buch

Unser umfassendes Unheilig-Buch im Hardcover!

Du erfährst alles über den Grafen und sein musikalisches Wirken. Gekrönt

von teilweise exklusiven und unveröffent lichten Bildern, haben wir

zahllose Interviews (teils exklusiv) samt einer ausführlichen Historie des

bisherigen Werde gangs zusammengetragen, um nun das bislang

umfassendste Werk über Unheilig zu veröffentlichen.

Natürlich ist das edle Buch vom Grafen höchstpersönlich autorisiert

worden und ist somit ein offizielles Dokument seiner beispiellosen

Karriere.

Artworks & Artwords – Das ASP Buch

Ohne Frage waren ASP schon immer etwas ganz Besonderes. Dieses

240-seitige (!) Kunstwerk im Hardcover zeigt das einmal mehr!

In dem über DIN A4-formatigen Buch findet der ASP-Fan unzählige

Interviews und eine phantastisch große Anzahl von Bildern. Hinzu kommen

von Asp eigens für dieses Werk verfasste Texte, extra hierfür aufwändig

erstellte Scrapbookseiten sowie bisher unveröffentlichte Photos. Als

kleine Überraschung gibt es außerdem noch zwei wunderschöne Poster

dazu... Asp selbst hat uns bei der Zusammenstellung des Materials

begleitet, sodass man in diesem exklusiven Band die Mühe und

Begeisterung spüren kann, die er in dieses Mammutprojekt gesteckt hat.

12-01/12-13 mit CD-Beilage Orkus! Compilation 85

Depeche Mode, MONO INC., Zeromancer, Antimatter,

Eisbrecher, Incubite, Mono Girl, Second Decay, Letzte

Instanz, ROME, Nachtmahr, The Birthday Massacre,

Avatar, Kyla La Grange, Lacrimosa, Wynardtage, Illuminate,

Unheilig, Cronos Titan, Grausame Töchter, Red Sun Revival,

Sleepwalk, die perlen, Pavla Mikulasova, Subway to Sally,

Asp trifft Kai Meyer, Chris Pohl trifft Sven Friedrich u.v.m.

11/12 mit CD-Beilage Orkus! Compilation 84

ASP, Tiamat, HIM, VNV Nation, Nightwish, Eisbrecher,

Cradle Of Filth, Unheilig, Diary of Dreams, Clan Of

Xymox, Wintersun, the Deadfly Ensemble, Delerium,

Santa Hates You, A Life [Divided], Samsas Traum,

Orden Ogan, Stahlmann, Mantus, Graveyard, Nachtmahr,

PAIN, Kamelot, The Mission, ROME, Janosch Moldau,

Umbra et Imago, Blaqk Audio, Lyriel, Chrysalide, My Dying

Bride u.v.m.

5,99 Euro

6,95 Euro

6,95 Euro

6,95 Euro

6,66 Euro

mit

DVD

mit

DVD

mit

DVD

10/12 mit CD-Beilage Orkus! Compilation 83

In Strict Confidence, MONO INC., Letzte Instanz, Klutæ,

Lacrimosa, Joachim Witt, Anna Aaron, Santa Hates You,

The Crüxshadows, Enslaved, Unzucht, Mantus, Lacrimas

Profundere, Autunna et sa Rose, Wintersun, Frei.Wild,

Gates of Dawn, Laibach, Linnea Olsson, Dark Horses,

Witchcraft, Papa Roach, Bodenski, The Gathering, Kamelot,

Die KAMMER, Dark Orange, The X, Velvet Acid Christ,

Kosheen, HENKE, ROME, Cradle Of Filth, 10 Seiten M’era

Luna u.v.m.

09/12 mit CD-Beilage Orkus! Compilation 82 und Orkus!

Kalender 2013

MONO INC., Agonoize, The Crüxshadows, Dead Can

Dance, Tarja, Amanda Palmer, Katatonia, Black Light

Burns, Frankie Goes To Hollywood, Korpiklaani, Lakeside

X, Liv Kristine, Die KAMMER, Schneewittchen, Dismantled,

Lights, Ereb Altor, Dawn of Ashes, Ex Deo, Frei.Wild, Rob

Zombie, Lacrimas Profundere-Tourtagebuch, 20 Seiten

Amphi Festival – The Orkus! Open Air u.v.m.

12-01/11-12 mit CD-Beilage Orkus Compilation 75

und Amphi Festival-DVD

ASP: Fan-Interview, Trivium, SOPOR AETERNUS, ROME,

Megaherz, Kirlian Camera, Phoebe Killdeer, Tarja Turunen,

Junksista, MONO INC., Black Heaven, Stahlfrequenz, Corvus

Corax, FabrikC, BlutEngel, Samsas Traum, Slipknot, Markus

Heitz, Lovex, Phosgore, Killerfix, Umbra et Imago, Cephalgy,

Nemesea, Mantus, Jared Leto, Volbeat, Subway To Sally,

„Sex, Drugs & Dudelsack” u.v.m.

12-01/10-11 mit CD-Beilage Orkus Compilation 65 und

Amphi Festival-DVD

SOPOR AETERNUS, Blutengel, Schandmaul, Nachtmahr,

Unheilig, ROME, Die Krupps, Die Apokalyptischen Reiter,

Katra, Hocico, Antimatter, Santa Hates You, Suicide

Commando, Indica, Veil Veil Vanish, Dornenreich, Eric Fish,

Seventh Void, Apocalyptica u.v.m.

01/10 Sonderausgabe „Das Jahr 2009“ mit Amphi

Festival-DVD

Unheilig, ASP, The 69 Eyes, Blutengel, Lacuna Coil,

Eisbrecher, Clan Of Xymox, Lacrimosa, Leaves‘ Eyes,

Paradise Lost, Subway To Sally, L‘âme Immortelle,

Agonoize, Zeraphine, ROME, Faun, Saltatio Mortis u.v.a.

Bitte rechne das Porto wie folgt dazu:

Deutschland: 1 Buch 3,90 Euro 2–5 Bücher 6,90 Euro

Europa: 1 Buch 8,60 Euro 2–3 Bücher 17,00 Euro

Welt/Schweiz: 1 Buch 12,30 Euro 2–3 Bücher 30,00 Euro

Ich habe den Betrag (bitte Zutreffendes ausfüllen)

mit PayPal gesendet am:

überwiesen am: (bitte eine

Kopie der Überweisung beilegen!)

Keine Barzahlung!

Konto- und PayPal-Daten siehe unten!

Name, Vorname

Straße

Ort

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(bitte für Rückfragen angeben)

Datum, Unterschrift

Die Bücher gehen an: (bitte deutlich schreiben)

PLZ

Bitte rechne das Porto wie folgt dazu:

Deutschland: 1 Ausgabe 1,45 Euro 2 Ausgaben 2,20 Euro ab 3 Ausgaben 4,60 Euro

Europa: 1 Ausgabe 4,50 Euro 2 Ausgaben 6,00 Euro ab 3 Ausgaben 8,60 Euro

Welt/Schweiz: 1 Ausgabe 8,00 Euro 2 Ausgaben 12,00 Euro ab 3 Ausgaben 12,90 Euro

Ich habe den Betrag (bitte Zutreffendes ausfüllen)

mit PayPal gesendet am:

überwiesen am: (bitte eine

Kopie der Überweisung beilegen!)

Keine Barzahlung!

Konto- und PayPal-Daten siehe unten!

Name, Vorname

Straße

Ort

e-mail/Telefon

(bitte für Rückfragen angeben)

Datum, Unterschrift

Die Magazine gehen an: (bitte deutlich schreiben)

PLZ

Bankdaten: Orkus! Magazin, Kreissparkasse Waiblingen: Claus Müller, Konto Nr. 203 35 01, BLZ 602 500 10 • Zusatz für Auslandsüberweisungen: BIC/SWIFT: SOLADES1WBN, IBAN: DE63 6025 0010 0002 0335 01 • PayPal: info@orkus.de


Mittelalter, Burgen, Schlösser und Ruinen.

Hast auch Du keine Lust mehr auf

Einsamkeit? Dann melde Dich schnell bei

mir und rette uns. Bitte nur ernstgemeinte

Briefe an: Reduan El Harrak, Schönbornstr.

32, 76646 Bruchsal

Enchanté! Ein gestrandeter, in den 70ern

verstorbener, WasserMann würde sich sehr

freuen, solltest du, nach einem ersten

Kennenlernen via e-mail, Muße finden &

Mut fassen, um während eines Telefonats,

über alles Mögliche und Unmögliche, mit

mir zu plaudern. Der Sarg, in dem ich

während des Tages ausruhe, wurde ehedem

für meinen 1,80 m großen und 70 kg

leichten Leichnam gezimmert. Seit vielen

kleines, blutrünstiges mädchen sucht ihren

dunklen prinzen. ich bin 22, aus österreich,

gepierct, 161 cm, habe eine normale

weibliche figur, grün-graue augen, die im

licht die farbe wechseln, schwarze lange

haare, bin raucherin und mit sicherheit

anders als andere frauen. ich liebe tiere,

musik (aggrotech, industrial, black und

death metal, gothic rock u.v.m.), tattoos &

piercings, shoppen ;), blut, horrorfilme,

interessiere mich für vampire (nein, nicht à

la twilight :d)/vampirismus, geschichte,

burgen und schlösser, serienmörder. ich

habe einen haufen gute eigenschaften, aber

auch einige negative. welche nun negativ

und positiv sind, solltest du allerdings selbst

herausfinden! alter ist egal, du solltest aber

Jahren ist der Todesstil in Schwarz & Violett,

samt manchem, was damit einhergehen

mag, eine ergiebige Quelle, aus der ich

Kraft & Inspiration schöpfe. Liebe, echte

Freundschaft, Leidenschaft & Erotik, gesunde

Ehrlichkeit, Respekt & Verantwortung sind

mir sehr wichtig. Wesen, die bevorzugt

vegetarisch genießen & Sinn für schöne &

ästhetische Dinge besitzen, welche sich

bisweilen ein wenig abseits des

Mainstreams & des Zeitgeistes befinden,

mag ich gern kennenlernen. Zuweilen lasse

ich mich jedoch auch vom schönen Schein

blenden und verzaubern. Trau dich! Adieu

& auf bald, miiiau! Lysander roteliebemk@

web.de

Ich bin ein 181 gr. molliger Teddybär mit

schönen grünbr. Augen, dunkelbr. Haaren

und einer angenehmen Stimme. Im Oktober

bin ich 35 Jahre alt geworden, aber viele

schätzen mich zehn Jahre jünger. Mein

Humor ist schwarz wie die Nacht und so

trocken wie der Sand der Sahara. Ich habe

eine ruhige, nachdenkliche und verrückte

Art. Meine Hobbies sind das Malen,

Dichten und Prosaschreiben. Du solltest eine

Frau über 20 sein und wie ich die Sehnsucht

nach Berührungen und mehr haben. Bin

zurzeit Single. LG Roman Kontaktdaten: Tel.

0157 84736949, Roman Krause, Wormser

Str. 37, 42119 Wuppertal

Seid gegrüßt! Ich komme aus der dunklen

Nacht und wenn die Rosen nicht mehr

blühen und Dein Herz vor Kummer weinen

tut und daran zerbricht, vergiß nicht, Du

hast doch mich! Melde Dich doch bei mir

männlich, 30, wenn Du was Festes suchst.

Tel.: 0177/7516291 (Dich = weiblich)

aus österreich oder deutschland sein (ich

reise gern). egal ob frei lebend oder in haft,

wichtig ist nur, dass du nicht allzu

eingebildet/arrogant und oberflächlich bist,

und dass du noch weißt, was wirkliche

ehrlichkeit und treue ist!!! ich selbst bin eine

sehr treue seele und meistens viel zu ehrlich,

und das erwarte ich auch von meinem

partner. solltest du dich nun angesprochen

fühlen und denken, vielleicht „der eine“ für

mich zu sein, melde dich, ich warte schon

sehnsüchtig!! anschrift: corina flöck,

rathausplatz 8a/2/9, 2320 schwechat,

österreich

Mein Name ist Jens und ich bin 28 Jahre

alt. Habe bis jetzt sehr viel erlebt.

Psychoterror, Liebeskummer, Depression

und Selbstverletzungen. Bin sehr liebevoll,

vertrauenswürdig und hilfsbereit. Wenn Du

mal jemanden zum Reden brauchst, kannst

Du mich sehr gern anrufen: 0173-

8354869. Lade mein Handy so gut wie nie

auf. Deshalb kann ich keine SMS schreiben.

Bin sehr gern für Dich da. Du kannst mir

schreiben an: Jens Braun, Langstr. 102,

34346 Hann. Münden

Einsamer, männlicher Gothic, 27, sucht

Beziehung zu Gothicfrau. Trage vornehmlich

Schwarz. Favorisiere Dark Wave, EBM,

Gothic Rock und Black Metal. Raum

Luxembourg, Saarland oder Rheinland-

Pfalz. Du solltest mind. 18 Jahre alt sein.

Tel.: 0151-63663596 oder Michael Fetter,

Berg 5, LUX 6626

Lindenstraße

... until dawn. www.netvel.de


Orkus! präsentiert:

Agalloch

21.04. Berlin, K17

30.04. Stuttgart, Club Zentral

01.05. Leipzig, Moritzbastei

12.05. NL-Arnheim, Willemeen

13.05. Köln, Die Werkstatt

14.05. München, Backstage