rhw management Der perfekte Gastgeber (Vorschau)
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hw<br />
rationelle hauswirtschaft<br />
<strong>management</strong><br />
B 3437 E<br />
2<br />
Februar 2012<br />
49. Jahrgang<br />
www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />
Das Fachmagazin für Führungskräfte in der Hauswirtschaft<br />
c<br />
Interview<br />
„<strong>Der</strong> <strong>perfekte</strong><br />
<strong>Gastgeber</strong>“<br />
Neuer HBL-Name<br />
Debatte zur<br />
Umbenennung<br />
Projekt<br />
Familien-Brunch<br />
im Altenheim
Sicher im Internet<br />
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Editorial<br />
Neu, doch mit<br />
bestehenden Mitteln<br />
In die Berufsbildung kommt frischer<br />
Wind! Was vor zwei Jahren mit einer großen<br />
Tagung in Frankfurt am Main begann,<br />
das zeigt nun erste Ergebnisse. <strong>Der</strong><br />
Vorstoß von Bayern, rückwirkend im Herbst<br />
2011 sowohl die HBL als auch die schulische<br />
Erstausbildung ab September 2012<br />
umzubenennen, scheint deutschlandweit<br />
zu wirken. Denn es wurden damit endlich<br />
Fakten geschaffen und zumindest in Bayern<br />
eine langjährige „Man-Müsste-Diskussion“<br />
beendet. <strong>Der</strong> Grund für diesen<br />
Schritt war zum einen, dass die Ausbildungszahlen<br />
in der Hauswirtschaft stark<br />
zurückgegangen sind und zum anderen,<br />
dass mit dem Qualifikationsrahmen DQR<br />
und EQR auch auf europäischer Ebene eine<br />
Vergleichbarkeit der Abschlüsse gefordert<br />
wird.<br />
Für Martina Feulner von der dgh, die<br />
bereits zwei Neuordnungen miterlebt hat,<br />
ist klar, dass es durchaus möglich ist, im<br />
Rahmen der bestehenden Verordnung die<br />
Spielräume zu nutzen. Neben Bayern ist<br />
dies auch in Rheinland-Pfalz der Fall. Dort<br />
wird – etwas sperrig in der Formulierung –<br />
mit einer „Fachaufgabe im Einsatzgebiet“<br />
im dritten Lehrjahr bereits dafür gesorgt,<br />
dass dann auch in der Prüfung Bezug auf<br />
diese Arbeitsaufgabe genommen wird. Somit<br />
erhält der/die Absolvent/-in indirekt<br />
bereits eine Spezialisierung, wie sie gerade<br />
vielerorts gefordert wird.<br />
Es muss also nicht der ganz große Wurf<br />
einer Neuordnung sein, der wohl wieder<br />
alles zum Stillstand bringen könnte. Viel<br />
effektiver sind offenbar die gerade laufenden<br />
Hintergrundgespräche eines Arbeitskreises<br />
unter anderem mit Martina Feulner<br />
(dgh) und Martina Schäfer (BAG-HW), an<br />
denen sich die jeweiligen Bildungsstellen<br />
der Bundesländer beteiligen. Mehr darüber<br />
ab Seite 5. Notwendige Spezialisierungen,<br />
sei es für den Service in der Gastronomie,<br />
die neue Ausrichtung in der Altenhilfe<br />
oder für Dienstleistungen in Privathaushalten<br />
sind nach Martina Feulners<br />
Meinung also bereits heute möglich! Lesen<br />
Sie mehr zu dem Thema ab Seite 15. Wir<br />
freuen uns auch auf Ihre Meinung an<br />
<strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de.<br />
Besuch in der Städtischen Fachakademie München (mehr zum Thema ab Seite 18)<br />
Juniorfirma<br />
Projekt Verkaufsstand<br />
Vielfalt der Pads<br />
Fotos: Robert Baumann<br />
Süße Sushi-Rollen<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 3
Inhalt<br />
<strong>rhw</strong><strong>management</strong> 2·2012<br />
a<br />
a<br />
Editorial 3<br />
Inhalt 4<br />
Wissen<br />
Thema des Monats 5<br />
Aktuelles 6<br />
Expertenforum<br />
Die <strong>rhw</strong>-Experten 8<br />
Fachthema<br />
Auf dem Weg zum <strong>perfekte</strong>n<br />
<strong>Gastgeber</strong> 10<br />
Die ersten Stimmen zur<br />
HBL-Umbenennung 15<br />
Von der HBL zur BEV –<br />
Bayern als Vorreiter? 16<br />
Pro und Contra – hier<br />
startet die Debatte 18<br />
Teil 2: Das neue<br />
Infektionsschutzgesetz 27<br />
Das Ziel: Nachhaltigkeit<br />
bei Reinigungsmaschinen 28<br />
Auf dem Weg zum <strong>perfekte</strong>n <strong>Gastgeber</strong><br />
– ein Interview mit Prof. von<br />
Freyberg, Jurymitglied beim <strong>rhw</strong>-<br />
Service-Award Ab Seite 10<br />
Welche Fische sollte man möglichst<br />
selten essen?<br />
Ab Seite 21<br />
a<br />
Berufsbildung<br />
Fisch bewusst genießen 21<br />
Management<br />
a<br />
Mediation: Konflikte<br />
gemeinsam lösen 29<br />
Report<br />
Ernährungsarmut im Alter 33<br />
Familien-Brunch –<br />
von der Idee bis zum Ziel 36<br />
Ausgezeichnete Ernährung in<br />
178 Hamburger Kitas 38<br />
Service<br />
Impressum/Stellenangebot 41<br />
<strong>Vorschau</strong>/Stellenangebote 42<br />
Fotos Titel: Fotolia/Kadmyjpg, Robert Baumann,<br />
Altenpflegeheim St. Martin<br />
Nachhaltigkeit von Reinigungsmaschinen Ab Seite 28<br />
Familienbrunch im Altenheim<br />
– Angelika Lipps (Foto) zeigt,<br />
wie sie vorgegangen ist<br />
Ab Seite 36<br />
Fotos: Prof. Freyberg, privat; iStockphoto/melhi, Messe Berlin/CMS, Altenpflegeheim St. Martin<br />
4 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
Thema des Monats<br />
Hauswirtschafter/in: Fachkraft<br />
für Versorgung und Betreuung<br />
Wissen<br />
FLÄCHEN-<br />
REINIGUNG<br />
GRÜNDLICH<br />
UND SICHER<br />
Foto: dgh/Thomas Preuß<br />
Es ist ein Thema, das nicht nur die Verantwortlichen<br />
in Bayern bewegt (siehe<br />
auch <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 1/2012 Seite 5<br />
sowie Artikel und Umfrage in dieser Ausgabe<br />
ab Seite 15). Um die Weiterentwicklung des<br />
Erstberufes in der Hauswirtschaft gemeinsam<br />
voran zu bringen, trafen sich im Dezember<br />
2011 die Vorstände der Bundesarbeitsgemeinschaft<br />
Hauswirtschaft (BAG-HW) und der<br />
Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft<br />
(dgh) mit Vertreterinnen der zuständigen Stellen<br />
für die Berufsbildung in der Hauswirtschaft<br />
zu einem Spitzengespräch in Frankfurt am<br />
Main.<br />
Während einzelne Bundesländer wie Bayern<br />
im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Landesebene<br />
neue Schwerpunkte in der Ausbildung<br />
zur Hauswirtschafter/in gesetzt haben,<br />
sind für die Bundesebene noch keine Entscheidungen<br />
getroffen. Problematisch ist,<br />
dass bislang noch nicht durchgängig entsprechend<br />
des neuen Profils ausgebildet wird.<br />
Von Seiten der zuständigen Stellen und auch<br />
zunehmend aus berufsbildenden Schulen wird<br />
die Berufsbezeichnung Hauswirtschafter/in<br />
sehr kritisch gesehen. <strong>Der</strong> Begriff Hauswirtschaft<br />
hat für Jugendliche kein positives<br />
Image. Insbesondere in der Phase der Berufsfindung<br />
stößt er eher ab, als dass er motiviert,<br />
in das Berufsfeld einzusteigen. Für diese<br />
Problematik muss eine Lösung gefunden<br />
werden. Übereinstimmend sind folgende Problempunkte<br />
identifiziert:<br />
1. Das Profil des Berufes wird nicht kommuniziert.<br />
Die Hauswirtschafter/in ist nicht Allrounder/in<br />
mit einer Vielfalt an hauswirtschaftlichen<br />
Kompetenzen. Sie ist Fachkraft für Versorgung<br />
und Betreuung mit dem Alleinstellungsmerkmal<br />
Dienstleistungen personenund<br />
situationsorientiert erbringen zu können.<br />
Immer wieder wird das Bild von Multitalent in<br />
Sachen Hauswirtschaft transportiert. <strong>Der</strong><br />
Handlungsansatz des zielgerichteten Dienstleistungs<strong>management</strong>s<br />
kommt zu wenig zum<br />
tragen.<br />
2. Die Kompetenzen, die die Hauswirtschafter/in<br />
für die einzelnen Einsatzgebiete<br />
mitbringt, werden nicht deutlich.<br />
Hauswirtschafter/innen können sowohl<br />
in privaten Haushalten, als auch in sozialen<br />
Einrichtungen oder im Hotelsektor tätig werden.<br />
Auch wenn die Grundprinzipien der<br />
Dienstleistungserbringung gleich sind, fehlt<br />
Martina Feulner<br />
Martina Schäfer<br />
die Profilbildung für die Einsatzgebiete. Es ist<br />
zu überprüfen, in wieweit durch Wahlqualifikationen<br />
im dritten Ausbildungsjahr das Kompetenzprofil<br />
geschärft werden kann. Ein Überarbeitungsbedarf<br />
wird auch in den offiziellen<br />
Erläuterungen zur Ausbildungsordnung gesehen,<br />
die in der vorliegenden Fassung aus<br />
dem Jahr 2000 stammt.<br />
3. Sowohl in der Ausbildung als auch in<br />
den Lehrgängen wird das Profil, wie es in der<br />
Ausbildungsordnung von 1999 verankert ist,<br />
noch nicht flächendeckend umgesetzt.<br />
<strong>Der</strong> personenorientierte Dienstleistungsansatz,<br />
der dem Beruf hinterlegt ist, steht<br />
noch nicht im Mittelpunkt. <strong>Der</strong> Arbeitsschwerpunkt<br />
der Hauswirtschafter/in wird immer<br />
noch in der Produktion von Dienstleistungen<br />
gesehen. <strong>Der</strong> Service als Bindeglied<br />
zum Kunden hat in der Ausbildung noch immer<br />
eine untergeordnete Bedeutung. <strong>Der</strong><br />
Handlungsansatz der hauswirtschaftlichen<br />
Betreuung, das zweite Standbein der Hauswirtschafter/in<br />
wird nicht gleichrangig neben<br />
dem Versorgungsansatz vermittelt. Er ist bislang<br />
nur punktuell in der Ausbildungs- und<br />
Lehrgangspraxis angekommen.<br />
4. Die Berufsbezeichnung Hauswirtschafter/in<br />
hat ein negatives Image bei Jugendlichen.<br />
Wichtig ist die Auseinandersetzung mit<br />
der Frage, in wieweit durch eine neue Berufsbezeichnung<br />
das Imageproblem der hauswirtschaftlichen<br />
Berufe zu lösen ist.<br />
Für Anfang März 2012 ist in Kassel der<br />
nächste Termin für ein Folgegespräch vereinbart<br />
worden. Mehr zum Thema auch ab Seite<br />
15. t<br />
Martina Feulner, Vorstand Deutsche<br />
Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh)<br />
Martina Schäfer, Vorstand<br />
Bundesarbeitsgemeinschaft für<br />
Hauswirtschaft (BAG-HW)<br />
oro ® Hygienereiniger<br />
für die Unterhalts- und Intensivreinigung<br />
keine Inaktivierung von aufgebrachten<br />
Desinfektionsmitteln<br />
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Hannover, 27. - 29.03.2012<br />
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<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 5<br />
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Hygienesystem
Aktuelles<br />
Leitmesse der Pflegewirtschaft<br />
Foren auf der Altenpflege-Messe<br />
2012 in Hannover<br />
Vom 27. bis 29. März ist Hannover erneut<br />
für drei Tage Dreh- und Angelpunkt<br />
der internationalen Pflegewirtschaft,<br />
der Treffpunkt von Entscheidern,<br />
Führungskräften und Pflegepersonal.<br />
Dann nämlich öffnet die Altenpflege 2012<br />
ihre Tore auf dem Messegelände in der niedersächsischen<br />
Landeshauptstadt. Die<br />
Leitmesse der Pflege-Branche mit 700 Firmen<br />
auf knapp 60.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche<br />
bietet ein breites Fachangebot<br />
bestehend aus klassischen Pflegethemen<br />
und neuen Lösungen. Hinzu kommen<br />
Fachkongresse mit hochkarätigen Referenten<br />
und informative Experten-Foren<br />
für die verschiedenen Berufsgruppen.<br />
Am 27. März wird es ein ganztägiges<br />
Forum der dgh und BAG-HW geben zum<br />
Thema „Fit im Alter – gesund essen, besser<br />
leben“. Ein weiteres Highlight ist die<br />
Live-Koch-Arena mit TV-Sternekoch Mario<br />
Kotaska, der am 28. März unter dem Motto<br />
„Sterneküche trifft Heimküche“ in Halle<br />
5 gemeinsam mit dem Heimküchenexperten<br />
Herbert Thill in einer unterhaltsamen<br />
Live-Koch-Show zeigt, dass sich hochklassige<br />
Rezepte nicht nur als exquisite Normalkost<br />
umsetzen, sondern auch als le-<br />
ckere Mahlzeit in Pflegeheimen eigenen.<br />
Am 29. März 2012 zeigen diverser Hersteller<br />
in Vorträgen ihre Vorschläge zum Thema<br />
„Küche und Hauswirtschaft“. Eintrittspreise:<br />
Tageskarte 15 Euro, Dauerkarte 24 Euro.<br />
Weitere Informationen unter www.altenpflege-messe.de.<br />
t<br />
Deutsche Gesellschaft für Ernährung<br />
Neue Empfehlung für Vitamin D<br />
liegt bei 20 Mikrogramm pro Tag<br />
In Deutschland weisen etwa 60 Prozent<br />
der Bevölkerung nach internationalen<br />
Kriterien eine unzureichende Vitamin D-<br />
Versorgung auf. Bei ihnen liegt der Marker<br />
für die Versorgung im Blut, die Konzentration<br />
des 25-Hydroxyvitamin D, unter dem<br />
gewünschten Wert von 50 nmol/l.<br />
Um diese Konzentration im Blut zu erreichen,<br />
gibt die DGE seit 10. Januar 2012<br />
als neuen Referenzwert für die Vitamin D-<br />
Zufuhr unter der Annahme einer fehlenden<br />
körpereigenen Bildung 20 µg Vitamin D pro<br />
Tag an. Über die Ernährung mit den üblichen<br />
Lebensmitteln nehmen Jugendliche<br />
und Erwachsene nur 2 bis 4 µg Vitamin D<br />
pro Tag auf. Die Differenz muss also über<br />
die Vitamin D-Bildung in der Haut und/oder<br />
über die Einnahme eines Vitamin D-Präparates<br />
gedeckt werden. Bei häufigem Aufenthalt<br />
im Freien, insbesondere auch bei<br />
körperlicher Aktivität im Freien und mit ausreichenden<br />
Partien unbedeckter Haut,<br />
kann die gewünschte Vitamin D-Versorgung<br />
ohne Einnahme eines Vitamin D-Präparates<br />
erreicht werden. Die neuen Referenzwerte<br />
und die Stellungnahme der DGE<br />
können kostenfrei unter www.dge.de eingesehen<br />
werden.<br />
t<br />
In eigener Sache<br />
Hinweis zu Anmeldungen zum<br />
14. <strong>rhw</strong>-Symposium vor dem 12. Januar 2012<br />
Zwischen Dezember 2011 und Januar<br />
2012 ist beim Online-Anmeldesystem<br />
zum 14. <strong>rhw</strong>-Symposium am 11.<br />
Mai 2012 in München etwa drei bis vier<br />
Wochen lang ein technischer Fehler aufgetreten.<br />
In Folge dessen sind keine Anmeldedaten<br />
für die Veranstaltung bei uns<br />
eingegangen.<br />
Wer ist betroffen? All diejenigen, die<br />
sich vor dem 12. Januar 2012 für das <strong>rhw</strong>-<br />
Symposium angemeldet haben, aber bisher<br />
noch keine Eingangsbestätigung per<br />
E-Mail oder Brief von der vnm-Akademie<br />
erhalten haben. Wir benötigen von diesen<br />
Personen bitte eine erneute Anmeldung<br />
online oder per Fax (Seite 26). Dieser<br />
Fehler wurde am 12. Januar 2012 behoben,<br />
es funktioniert alles wieder einwandfrei.<br />
Wir bitten um Entschuldigung<br />
für diese Panne und die damit verbundenen<br />
Unannehmlichkeiten bei der erneuten<br />
Anmeldung.<br />
Wir freuen uns auf Ihren Besuch in<br />
München!<br />
t<br />
Fotos: Altenpflegemesse, Robert Baumann<br />
6 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
hw-Newsticker<br />
Bundesleistungswettbewerb: Vom 16. bis<br />
18.3.2012 findet der 23. Bundesleistungswettbewerb<br />
für Auszubildende in der<br />
Hauswirtschaft in Koblenz statt. Das Motto:<br />
Welttag der Hauswirtschaft „Qualität –<br />
mit uns im Team“. Am 17.3.2012 gibt es<br />
auch eine Fachtagung zur Berufsbildung.<br />
www.verband-mdh.de<br />
Fernstudientag: Am 24. Februar findet der<br />
7. bundesweite Fernstudientag statt. <strong>Der</strong><br />
Besucher kann sich durch kostenlose<br />
Workshops und Vorträge, Gespräche mit<br />
Dozenten und Einblicke in die Lehrmaterialien<br />
über ein Studium informieren. Weitere<br />
Informationen unter www.fernstudientag.de<br />
Netzwerktreffen: Am 3. März findet in Gießen<br />
das 18. H-Netzwerktreffen des Verbands<br />
der Oecotrophologen (VDOE) statt.<br />
Das Thema lautet „Qualitäts<strong>management</strong><br />
in der Hauswirtschaft“. Als Referenten<br />
werden Frau Prof. Elisabeth Leicht-Eckhardt<br />
(FH Osnabrück) und Martina Feulner<br />
erwartet. Weitere Informationen und<br />
unter www.vdoe.de/vdoe-h-netzwerk.html<br />
Merkblatt zu YOPIs: YOPI steht für besonders<br />
empfindliche Personengruppen,<br />
die leicht eine lebensmittelbedingte Infektion<br />
bekommen, da ihr Immunsystem<br />
beeinträchtigt oder noch nicht vollständig<br />
ausgebildet ist. Dazu zählen Kinder bis<br />
zum Alter von 5 Jahren, Senioren, Schwangere<br />
und immungeschwächte Menschen<br />
(Young, Old, Pregnant, Immunsupressed).<br />
Das BfR hat ein Merkblatt veröffentlicht,<br />
das Handlungsempfehlungen für Einrichtungen<br />
zusammenfasst, die regelmäßig<br />
YOPIs verpflegen, herunterzuladen unter<br />
http://linkshrink.de/33767/<br />
DIfE-Jahresbericht: <strong>Der</strong> neue Jahresbericht<br />
des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung<br />
Potsdam-Rehbrücke<br />
(DIfE) kann ab sofort als pdf-Dokument<br />
unter www.dife.de abgerufen werden.<br />
Pflegeratgeber: Die Verbraucherzentralen<br />
haben den aktualisierten Ratgeber<br />
„Gute Pflege im Heim und zu Hause“ herausgegeben.<br />
Das Buch kostet 9, 90 Euro<br />
und kann unter www.vzhh.de/gesundheit<br />
erworben werden.<br />
Namensänderung: Aus der Bundesarbeitsgemeinschaft<br />
Leitender Pflegepersonen<br />
(BALK) wird der Bundesverband<br />
Pflege<strong>management</strong>. Damit trägt der Verband<br />
der veränderten Rolle des Pflege<strong>management</strong>s<br />
und der zunehmenden Bedeutung<br />
im Versorgungsprozess auch im<br />
Namen Rechnung.<br />
FKE: Das neue Fortbildungsprogramm der<br />
Forschungsinstitut für Kinderernährung<br />
GmbH Dortmund (FKE) bietet im Jahr 2012<br />
wieder praxisnahe Seminare zum Thema<br />
Säuglings- und Kinderernährung an. Weitere<br />
Informationen und Anmeldung unter<br />
www.fke-do-gmbh.de.<br />
Vegetarier-Messe<br />
Zweite „VeggieWorld“-Messe<br />
in Wiesbaden<br />
Hygiene-Richtlinien<br />
Die Diskussion um die strengere Richtlinien<br />
für Tagesmütter geht weiter.<br />
Die Vertretung der Europäischen<br />
Kommission in Berlin dementierte zunächst:<br />
Tagesmütter würden gar nicht unter<br />
die strengen EU-Hygienevorschriften<br />
für Lebensmittelunternehmen fallen. „Wer<br />
nur gelegentlich oder in kleinem Maße Lebensmittel<br />
zubereitet oder serviert, ist von<br />
den Regeln der Hygiene-Verordnung ausgenommen“,<br />
hieß es in einer Presseerklärung.<br />
Das Bundesverbraucherministerium<br />
ist aber klar anderer Ansicht, Tagesmütter<br />
würden juristisch eindeutig unter die Richtlinie<br />
für Lebensmittelunternehmer fallen.<br />
Die Richtlinie, die vielen Großküchenbetreibern<br />
schon seit 2006 bekannt ist, ist<br />
sehr flexibel von jedem Bundesland umzusetzen,<br />
beispielsweise ob die Tagesmütter<br />
die Temperatur ihres Kühlschranks<br />
regelmäßig dokumentieren oder über Einkäufe<br />
Buch führen müssen. Zudem kommt<br />
in Frage, ob das Essen nur noch in Schutzkleidung<br />
zubereitet werden darf und ein<br />
Aktuelles<br />
Vom 24. bis 26. Februar 2012 öffnet<br />
die „VeggieWorld – Die Messe für<br />
nachhaltiges Genießen“<br />
in Wiesbaden zum zweiten Mal<br />
ihre Tore.<br />
Ein unterhaltsames und<br />
anspruchsvolles Vortragsprogramm<br />
bietet in diesem Jahr<br />
unter anderem Bestsellerautor<br />
Ruediger Dahlke mit seinem<br />
neuen Buch „Peace<br />
Food“, Dr. Markus Keller vom<br />
Institut für alternative und<br />
nachhaltige Ernährung (IFANE)<br />
mit Strategien zur Senkung<br />
des Fleischkonsums sowie<br />
Prof. Dr. Mark Post, mit neuesten<br />
Erkenntnissen zum Thema<br />
In-vitro-Fleisch. „Noch vor<br />
wenigen Jahren rechnete keiner<br />
mit dem Erfolg einer derartigen Messe.<br />
Die wachsende Nachfrage von Besucher-<br />
und Ausstellerseite<br />
macht deshalb umso mehr<br />
deutlich, dass der vegetarische<br />
Lifestyle längst in der<br />
Mitte der Gesellschaft angekommen<br />
ist”, so Sebastian<br />
Zösch, Geschäftsführer des<br />
Vegetarierbunds. Die VeggieWorld<br />
hat bereits mit ihrem<br />
Debüt im Februar 2011<br />
Maßstäbe gesetzt. Über<br />
20.000 Besucher tummelten<br />
sich an den drei Messetagen<br />
auf der VeggieWorld. Die VeggieWorld<br />
ist die erste vegetarische<br />
Messe Deutschlands.<br />
Infos unter www.veggieworld.de.<br />
t<br />
Tagesmütter – jedes Bundesland<br />
entscheidet für sich<br />
zusätzliches Handwaschbecken in der Küche<br />
nötig wäre. Jedes Bundesland hat nun<br />
eigene Richtlinien und Leitfäden entworfen.<br />
Einige von ihnen, wie in Hamburg, werden<br />
allerdings gerade wieder überarbeitet,<br />
da sie zu weit führten. Es bestünde sonst<br />
die Gefahr, dass die stark gefragten Tagesmütter<br />
wegen der Hygienebürokratie<br />
ihren Job aufgeben würden. Lösungen mit<br />
Augenmaß seien nun gefragt. t<br />
Tagesaktuelle Meldungen zur Hauswirtschaft finden Sie unter http://twitter.com/<strong>rhw</strong><strong>management</strong><br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 7
Expertenforum<br />
Die <strong>rhw</strong>-Experten<br />
Antwort von Karin Beuting-Lampe<br />
Weiterbildung<br />
mit Perspektive<br />
c Nach dem Abschluss der Realschule<br />
besuche ich zurzeit die Staatliche Berufsfachschule<br />
für Hauswirtschaft in Regensburg.<br />
Im Juli 2012 werde ich meine<br />
Ausbildung zur Hauswirtschafterin abgeschlossen<br />
haben. Aufgrund des Artikels<br />
von Dorothea Kammerer „Housekeeping<br />
– das ist ‚wow’“ der Ausgabe Januar 2010<br />
möchte ich später gerne im Bereich Housekeeping<br />
als Hausdame arbeiten. Da mir<br />
eine optimale Ausbildung am Herzen liegt<br />
und ich hinsichtlich meiner weiteren Ausbildung<br />
unsicher bin, bitte ich Sie um einen<br />
Expertenrat. Mir stehen in Bayern<br />
zwei Wege offen: eine Ausbildung über<br />
die Staatliche Fachakademie für Hauswirtschaft<br />
(in Kürze: Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong>)<br />
in Vilshofen; Profil:<br />
Hotel und Event; Abschluss „Betriebsleiterin“<br />
oder eine Ausbildung zur<br />
Hotelfachfrau. Welche Ausbildung ist zielführender?<br />
d Gerne gebe ich Ihnen Tipps für Ihre weitere<br />
berufliche Entwicklung. Wenn Sie im<br />
Sommer 2012 Ihren Abschluss als Hauswirtschafterin<br />
erworben haben, haben sie<br />
die sogenannte Erstausbildung hinter sich.<br />
Die zwei Möglichkeiten, die Sie ansprechen<br />
– Betriebsleiterin oder Hotelfachfrau – unterscheiden<br />
sich in ihrer Wertigkeit. Die Hotelfachfrau<br />
wäre eine weitere Erstausbildung,<br />
die Betriebsleiterin dagegen eine<br />
Weiterbildung. Da Sie im nächsten Sommer<br />
schon eine Erstausbildung abschließen<br />
werden, würde ich Ihnen nicht zu einer<br />
weiteren dreijährigen Erstausbildung<br />
raten, sondern zu der zweijährigen Weiterbildung<br />
als Betriebsleiterin bzw. in Bayern<br />
dann als „Betriebswirtin für Ernährungs-<br />
und Versorgungs<strong>management</strong>“. Damit<br />
haben Sie die Voraussetzung, in verantwortlicher<br />
Position zu arbeiten. Sie sind<br />
nach dieser Weiterbildung nämlich nicht<br />
nur Fach-, sondern Führungskraft. Wenn<br />
Sie während der Weiterbildung auf der<br />
Fachakademie Praktika ableisten, sollten<br />
Sie dies gezielt im Hotel tun, da Ihr Ziel ja<br />
das Housekeeping ist. Alternativ kommen<br />
aber auch gute Tagungshäuser in Frage.<br />
Antwort von Sascha Kühnau<br />
Bestimmungen bei<br />
kleineren Küchen?<br />
c Wegen des Neubaus unseres Altenheims<br />
ziehen wir für zirka eineinhalb bis<br />
zwei Jahre in ein anderes Haus. Nach der<br />
Zeit ziehen wir wieder zurück und haben<br />
dann auch wieder eine Großküche. Wir benötigen<br />
also eine Übergangslösung, da<br />
es in dem anderen Haus keine Großküche<br />
gibt.<br />
Damit wir nicht zu viele Mitarbeiter<br />
entlassen müssen (wir reduzieren bereits<br />
von 95 auf zirka 70 Bewohnerinnen und<br />
Bewohner), wollen wir in den Wohngruppenküchen<br />
kochen. Jeweils für zwölf Be-<br />
wohner gibt es eine Küche mit vier Kochplatten,<br />
Herd, Backofen, Mikrowellengerät,<br />
Kombidämpfer, Kühlschrank und gewerblichem<br />
Geschirrspüler.<br />
Leider haben wir zu wenig Personal,<br />
um sieben Tage die Woche jeweils sechs<br />
Kollegen zum Kochen einzusetzen. Wir<br />
möchten, dass immer drei Kollegen für 24<br />
Bewohner kochen (also in drei Küchen).<br />
Können wir unser HACCP-Konzept auf die<br />
kleinen Küchen übertragen? Ein Kühlhaus<br />
und eine Tiefkühlzelle sind in diesem<br />
Haus vorhanden. Sind außerdem noch<br />
rechtliche Bestimmungen einzuhalten?<br />
d Das ist eine sehr spannende Herausforderung,<br />
der Sie sich stellen. <strong>Der</strong> Rechtsrahmen<br />
ist der gleiche wie in der Großküche<br />
mit den EU Verordnungen 178/2002,<br />
852/2004, 853/2004, dem nationalen<br />
Recht mit dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch<br />
sowie der Durchführungsverordnung.<br />
Sie können Ihr bisheriges Lebensmittelhygienekonzept<br />
als Grundlage nutzen<br />
und auf das neue (andere) Risiko in kleinen<br />
Küchen herunter brechen. Nutzen Sie<br />
dazu das entsprechende Kapitel in der Leitlinie<br />
„Wenn in sozialen Einrichtungen gekocht<br />
wird“.<br />
Bedenken sollten Sie das veränderte<br />
Risiko. Durch die kürzeren Wege zum Bewohner<br />
sinkt das Risiko ein wenig, da Ihre<br />
Transportzeiten bei optimaler Prozessgestaltung<br />
kürzer werden. Risikoerhöhend<br />
wirken sich die oft schlechteren baulichen<br />
Rahmenbedingungen in Wohnküchen aus.<br />
Finden Sie einen Weg, die Basishygiene<br />
beispielsweise durch die Trennung rei-<br />
Das <strong>rhw</strong>-Expertenteam für Ihre Fragen<br />
Andreas Carl<br />
Berater für<br />
Hauswirtschaft<br />
und Reinigung<br />
Sascha Kühnau Karin Beuting-Lampe<br />
Berater für Ernährung, Organisationsberaterin<br />
Hygiene und Qualitäts<strong>management</strong><br />
und Fortbildungsreferentin<br />
Peter Hützen<br />
M. Christine Klöber<br />
Beraterin zu Wäsche-<br />
Management und<br />
Wirtschaft<br />
Ralf Klöber Dr. Dieter Bödeker<br />
Berater für<br />
Hygieneberater,<br />
Groß küchen und Wedemark<br />
Kundenorientierung<br />
Fachanwalt für<br />
Arbeitsrecht,<br />
Bird&Bird, Düsseldorf<br />
Sie erreichen das <strong>rhw</strong>-Expertenteam unter: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de<br />
8 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
Expertenforum<br />
ner und unreiner Seite durch entsprechende<br />
Arbeitsorganisation (Zwischenreinigung)<br />
umzusetzen. Im Rahmen der guten Herstellungspraxis<br />
sowie der Personalhygiene<br />
müssen Sie Regeln für den zwischenzeitlichen<br />
Umgang mit Bewohnern finden.<br />
Wenn Sie Ihr Lebensmittelhygienekonzept<br />
umgeschrieben und angepasst haben,<br />
sollten Sie es mit der zuständigen Behörde<br />
abstimmen. Die Behörden haben<br />
manchmal spezielle Anforderungen an die<br />
Küchengestaltung, die im vorherigen Gespräch<br />
leicht geklärt werden können.<br />
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer<br />
neuen Hygieneorganisation!<br />
Antworten von M. Christine Klöber<br />
Erfahrungen zur<br />
Wäschevergabe<br />
c Ich arbeite zurzeit in der Wäscherei einer<br />
Senioreneinrichtung. Es steht die Entscheidung<br />
im Raum, im kommenden Jahr<br />
die komplette Wäsche (also auch die Bewohnerwäsche,<br />
die bislang ausschließlich<br />
in der Einrichtung bearbeitet wird) an<br />
eine Großwäscherei zu geben. Können Sie<br />
mir sagen, ob es dazu Erfahrungswerte<br />
gibt? Wie viel Zeit sollte man für die Vorbereitungszeit<br />
und die Umstellung einplanen?<br />
d Gut, dass Sie sich rechtzeitig dieser Frage<br />
widmen. Die vollständige Vorplanung<br />
des Umstellungsprojektes ist sehr wichtig<br />
und eine Grundvoraussetzung, damit Sie<br />
die richtigen Wäschereipartner finden. Von<br />
der Vorbereitung (Erstellen des Leistungsverzeichnisse,<br />
Formulierung der Qualitätsansprüche,<br />
Definieren der Rahmenbedingungen,<br />
statistische Erhebung der prognostizierten<br />
Wäschemengen etc.), den Angebotsanfragen<br />
bis zu deren Auswertung,<br />
den Verhandlungen und dem Vertragsabschluss<br />
werden Sie, wenn Sie es neben Ihrem<br />
Alltagsgeschäft organisieren müssen,<br />
sicher acht Wochen benötigen. Für die Vorbereitungen<br />
der Umstellung je nach Art der<br />
neuen Wäschedienstleistung benötigt man<br />
sicher auch sechs Wochen. Es ist eine sehr<br />
komplexe Aufgabenstellung, die nicht zwischen<br />
Tür und Angel erarbeitet werden<br />
kann. Vom guten Gelingen hängt viel ab,<br />
zum Beispiel das Wohlbefinden der Wäschenutzer<br />
und die Wirtschaftlichkeit des<br />
Verfahrens. Sie sollten in jedem Fall für ein<br />
gut strukturiertes und planvolles Vorgehen<br />
einen Zeitraum von vier Monaten ansetzen.<br />
Kolleginnen zu finden, die diesen Prozess<br />
hinter sich haben, ist eine Frage Ihres<br />
beruflichen Netzwerkes. Den Umstellungsprozess<br />
selbst sollte der ausgewählte<br />
Dienstleister bestmöglich mit Ihnen gemeinsam<br />
planen, er hat diesbezüglich ja<br />
Erfahrungen aus anderen Projekten.<br />
Tischwäsche ohne<br />
Chemie stärken<br />
c Wie kann man Tischwäsche ohne Chemie<br />
stärken?<br />
d Die älteste Art Tischwäsche zu stärken,<br />
ist, aus Kartoffeln die Kartoffelstärke, zum<br />
Beispiel nach dem Reiben zu Kartoffelklößen,<br />
aufzufangen. Ich gehe aber nicht davon<br />
aus, dass das für Sie in Frage kommt.<br />
Sie können auf die klassische Hofmanns-<br />
Stärke zurückgreifen. Andere Anbieter haben<br />
sicher identische, naturnahe Produkte.<br />
Dies funktioniert über einen Waschgang,<br />
in dem die (flüssige) Stärke in die Wäsche<br />
eingespült wird. Wenn Sie nur einige Teile<br />
stärken möchten, können Sie das gleiche<br />
Verfahren in einer Wanne, in die Sie die saubere<br />
gewaschene Wäsche einlegen, anwenden.<br />
3-fach sparen.<br />
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Fachthema<br />
Auf dem Weg zum<br />
<strong>perfekte</strong>n <strong>Gastgeber</strong><br />
Wie schafft man es, Kunden nicht nur zufriedenzustellen, sondern<br />
zu begeistern? Wie werden Mitarbeiter zu <strong>perfekte</strong>n <strong>Gastgeber</strong>n?<br />
Ein durchdachtes Hospitality Management kann helfen.<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> sprach mit Prof. Dr. Burkhard von Freyberg,<br />
einem Experten für Themen „rund um den Gast“ darüber,<br />
wie man Ansätze des Hospitality Managements auch in Einrichtungen<br />
wie Seniorenheimen umsetzen kann.<br />
c Herr Prof. von Freyberg, Sie lehren an<br />
der Hochschule München und da an der<br />
Fakultät für Tourismus im Bereich Hospitality<br />
Management. Vielleicht können Sie<br />
uns zunächst kurz erklären, womit sich<br />
Hospitality Management konkret beschäftigt?<br />
d Hospitality kann übersetzt werden mit<br />
Gastfreundschaft. Und beim Hospitality<br />
Management geht es um das Management<br />
der <strong>perfekte</strong>n Dienstleistung am Gast, am<br />
Kunden. Diese Dienstleistung ist in erster<br />
Linie verwurzelt in Hotellerie und Gastronomie<br />
und in verzahnten Feldern wie Freizeitparks,<br />
Kreuzfahrtschiffen, Casinos oder<br />
Thermen. Aber Hospitality Management<br />
wird auch in anderen Bereichen gebraucht.<br />
Und zwar überall dort, wo man erkannt hat,<br />
dass es wichtig ist, dass neben der Kerndienstleistung<br />
die Kundenpflege auf einem<br />
hohen Niveau stattfinden soll. Das kann<br />
zum Beispiel auch im Einzelhandel sein.<br />
Hier könnte das Ziel lauten: In unserem<br />
Shop soll der Kunde begeistert sein von<br />
dem Einkaufserlebnis, nicht nur von der<br />
angebotenen Ware. Wie schafft man es,<br />
dies zu erreichen und dem Kunden ein gutes<br />
Gefühl zu geben – das sind Fragestellungen<br />
des Hospitality Managements.<br />
c Was können denn Einrichtungen wie<br />
Seniorenheime oder Tagungsstätten von<br />
den Erkenntnissen des Hospitality Managements<br />
lernen?<br />
d Auch in diesen Einrichtungen ist es so,<br />
dass man Besuchern über ein durchdachtes<br />
Hospitality Management ein gutes Gefühl<br />
geben kann. Das geht schon mit vielen<br />
kleinen Dingen los, sei es, dass man<br />
mit der Atmosphäre im Haus anfängt und<br />
zum Beispiel Abschied nimmt von den üblichen<br />
weißen Wänden und hin zu einer<br />
bunten Erlebniswelt in der Einrichtung<br />
kommt. Das Fachgebiet Hospitality Management<br />
umfasst aber auch betriebswirtschaftliche<br />
Themen der Unternehmensführung<br />
wie zum Beispiel Controlling,<br />
Qualitäts<strong>management</strong> oder Marketing.<br />
In der heutigen Zeit wird Hospitality<br />
Management immer wichtiger. Früher gab<br />
es für Kunden oftmals weniger Auswahl,<br />
Entweder stand nur ein einziges Hotel am<br />
Ort zur Verfügung oder man „musste“ ein<br />
konkretes Hotel nehmen wie zum Beispiel<br />
in der Kur-Hotellerie. Heute hat der Kunde<br />
jedoch mehr Auswahl und hat sein Konsumverhalten<br />
verändert. So übernachtet<br />
der hybride Kunde – so werden Kunden bezeichnet,<br />
die sowohl ein sehr sparsames<br />
wie auch ein verschwenderisches Kaufverhalten<br />
an den Tag legen – beispielsweise<br />
an einem Tag im Fünf-Sterne-Haus, am anderen<br />
Tag in einem Budget-Hotel.<br />
Diese Veränderungen hat auch die Kur-<br />
Hotellerie erkannt und versucht, ihre Einrichtungen<br />
„aufzuhübschen“. Die gleiche<br />
Situation gibt es im Seniorenheim: Es geht<br />
darum, sich im Produkt zu verbessern. Hier<br />
setzt Hospitality Management an. Die Zielgruppe<br />
und die Bedürfnisse dieser Zielgruppe<br />
sollten im Mittelpunkt stehen. Allerdings<br />
wird heute noch zu oft am Kunden<br />
vorbeigeplant.<br />
c Demnach reicht es heute nicht mehr<br />
aus, allein mit einer guten Qualität beim<br />
Gast zu punkten?<br />
d Es gibt auf der einen Seite die normale,<br />
erwartete Qualität, die man seinen Kunden<br />
bietet, dazu gehört zum Beispiel Sauberkeit<br />
oder Zuverlässigkeit. Und dann gibt<br />
es die überraschende, nicht erwartete Qualität.<br />
Hier geht es darum, das Erhoffte zu<br />
übertreffen. Ich gebe zu, dass ist im Seniorenheim<br />
nicht einfach. Denn hier hat<br />
man es mit einer Klientel zu tun, die genaue<br />
Vorstellungen hat und oft das Gewohnte<br />
will. Daher ist es sicher schwieriger,<br />
im Seniorenheim ein gutes Hospitality<br />
Management umzusetzen als im Hotel.<br />
Trotzdem kann man viel mit kleinen<br />
Dingen bewegen und vor allem darauf achten,<br />
dass die Dienstleistung nicht zu einer<br />
bloßen Abfertigung wird. Hier ist das Thema<br />
Aufmerksamkeit sehr wichtig. Oft sind<br />
die Bedürfnisse der Kunden ganz anders,<br />
als das, was man gerade leistet. Und auch<br />
das Argument „Wir können mehr nicht leisten,<br />
weil das Budget zu knapp ist oder der<br />
Tischdekorationen, gesehen beim Tag der<br />
offenen Tür der Städtischen Fachakademie<br />
für Hauswirtschaft in München (S. 10–12)<br />
Fotos: Robert Baumann (3), privat<br />
10 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
Fachthema<br />
Personalschlüssel zu gering“ wird oft nur<br />
vorgeschoben. Man kann zum Beispiel damit<br />
anfangen, dass der Gast eine frische<br />
Wiesenblume aus dem eigenen Garten auf<br />
dem Zimmer vorfindet. Das kostet erst mal<br />
nichts.<br />
c Was kennzeichnet generell eine <strong>perfekte</strong><br />
<strong>Gastgeber</strong>schaft – sei es im Fünf-<br />
Sterne-Hotel oder im Tagungshaus?<br />
d Ein <strong>perfekte</strong>r <strong>Gastgeber</strong> ist der, der sich<br />
in die Zielgruppe hineinversetzt und mit<br />
großer Freude und mit Liebe seine Arbeit<br />
macht. Aber er sollte sich dabei auf dem<br />
gleichen Niveau wie seine Gäste befinden.<br />
Gute <strong>Gastgeber</strong>schaft sollte nicht mit „dienen“<br />
verwechselt werden. Ich sage immer,<br />
ein guter Kellner muss heute ein Psychologe<br />
sein. Warum? Es gibt bei den Gästen<br />
ganz unterschiedliche Bestelltypen, also<br />
beispielsweise den studierenden Gast, der<br />
sich ewig mit der Speisekarte beschäftigt,<br />
den schnellen Gast oder den ängstlichen<br />
Gast. Jeder Gast ist unterschiedlich und<br />
kommt mit einer anderen Story in den<br />
Raum. In der Praxis steckt man leider den<br />
Gast in eine bestimmte Schublade und behandelt<br />
ihn dann genau so. Es geht jedoch<br />
darum, den Gast gedanklich dort abzuholen,<br />
wo er gerade ist und ihn dann in eine<br />
positive Stimmung zu versetzen.<br />
c Gibt es denn so etwas wie Standards,<br />
mit denen man gute Gefühle beim Gast<br />
erreichen kann?<br />
d Natürlich müssen die Basisanforderungen<br />
immer erfüllt werden: Sauberkeit,<br />
Verlässlichkeit, Kontinuität in den Abläufen<br />
und eine grundsätzliche Servicebereitschaft.<br />
Dies kann man mit Standards<br />
gewährleisten. Ein Fehler ist häufig, dass<br />
es diese Standards in einem Haus zwar<br />
gibt, diese jedoch in einem Aktenordner im<br />
Schrank verschwinden und nicht gelebt<br />
werden. Hier gebe ich immer den Tipp, locker<br />
aufgemachte Handbücher zu erstellen,<br />
in denen alle Aktivitäten am Gast quasi<br />
als Filmsequenzen zu sehen sind. Man<br />
sollte also die <strong>Gastgeber</strong>schaft als ein perfekt<br />
inszeniertes Bühnenstück sehen, für<br />
das man ein Drehbuch schreibt, möglichst<br />
auch mit Bildern. Wie hat zum Beispiel der<br />
eingedeckte Tisch auszusehen? Was fragt<br />
man den Gast bei der Begrüßung als erstes<br />
und wie verläuft die Verabschiedung? Die<br />
Führungskraft kann sich dann auf diese<br />
Standards berufen, wenn etwas nicht<br />
klappt und auf das Handbuch hinweisen.<br />
Wenn diese Standards da sind und gelebt<br />
werden, dann kann man an der Begeisterung<br />
arbeiten. Hierzu gehört beispielsweise<br />
trotz schlechter Arbeitsbedingungen<br />
und Stress, die in der Gastronomie<br />
häufig sind, Herzlichkeit und Zuwendung.<br />
Klar ist, dass nicht jeder Mensch prädestiniert<br />
ist, am Gast zu arbeiten. Das hat auch<br />
viel mit dem Elternhaus zu tun. Wenn man<br />
nie Benehmen und ein gutes Auftreten gelernt<br />
hat, nie darauf geachtet wurde, dass<br />
die Schuhe ordentlich geputzt sind, dann<br />
wird es schwierig. Jemand, der beispielsweise<br />
in seinem Leben selbst nie in einem<br />
gehobenen Restaurant zu Gast war, kann<br />
sich gar nicht vorstellen, worauf es dabei<br />
ankommt. Hier haben wir ein Problem, es<br />
gibt viel zu wenig Nachwuchs, zu wenig geeignete<br />
Azubis.<br />
c Wie kann man es schaffen, seine<br />
Dienstleistungsqualität zu steigern? Welche<br />
konkreten Maßnahmen bieten sich<br />
an?<br />
d Generell gilt, dass sporadische Ad-hoc-<br />
Aktionen eher gefährlich sind. Wenn man<br />
seinen Betrieb verbessern will, braucht<br />
man eine Strategie. Als allererstes sollte<br />
man sich die Prozesse im eigenen Betrieb<br />
anschauen und eventuell mit Hilfe eines<br />
Beraters überlegen, wo Hospitality Management<br />
ansetzen könnte. Zunächst gilt<br />
es, an der Positionierung zu arbeiten und<br />
sich zu fragen, wo stehen wir und wo wol-<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 11
Fachthema<br />
c Im Gastgewerbe und auch in sozialen<br />
Einrichtungen ist aber heute schon ein<br />
Mangel an qualifizierten und motivierten<br />
Arbeitskräften vorhanden. Wie schafft<br />
man es, sich als attraktiven Arbeitgeber<br />
zu positionieren und die fähigen und interessierten<br />
Job-Suchenden auf sich aufmerksam<br />
zu machen?<br />
d Das ist grundsätzlich schwierig. Auf der<br />
einen Seite hat man größere Chancen,<br />
wenn man ein ganz klares Qualitätsversprechen<br />
hat und ein authentisches und<br />
gutes Produkt verkauft. Wenn eine Einrichtung<br />
weiß, wohin sie will, dann kann<br />
sie die Mitarbeiter mit auf den Weg nehmen.<br />
Niemand möchte für einen Arbeitgeber<br />
arbeiten, der eine schlechte Qualität<br />
bietet.<br />
Auf der anderen Seite ist auch das Betriebsklima<br />
wichtig. Ein nettes und freundliches<br />
Miteinander, das von den Führungskräften<br />
gefördert wird, spricht sich schnell<br />
herum. Jeder möchte in einer Wohlfühl-Situation<br />
arbeiten, bei allem Stress im Arbeitsalltag.<br />
Natürlich ist auch ein attraktives<br />
Vergütungssystem wichtig. Aber die wenigsten,<br />
die in diesem Bereich arbeiten, erwarten,<br />
damit reich zu werden. Man weiß<br />
heute, dass bei Mitarbeitern die innere Einstellung<br />
und die Leistungsbereitschaft wichtiger<br />
sind als das Talent. Einem Menschen,<br />
der bereitwillig ist, dem kann man etwas<br />
beibringen. Hat jemand keine Lust etwas<br />
zu lernen, dann bringen alle Bemühungen<br />
nicht viel.<br />
Man sollte sich heute auch Gedanken<br />
über Modelle machen, um ältere Mitarbeiter<br />
zu integrieren, die die Zielgruppe verstehen,<br />
das gilt gerade auch für Seniorenheime.<br />
Und warum sollte es im Seniorenheim<br />
nicht auch eine Person geben, die die<br />
Funktion des Concierge im Luxus-Hotel<br />
übernimmt. Also jemand, der für die Wünsche<br />
der Bewohner zuständig ist, der alles<br />
weiß, sich im Haus und in der Umgebung<br />
auskennt, Restaurants oder Blumenläden<br />
empfehlen kann. Das wäre also jemand,<br />
der wie im Hotel die Guest Relation (Gästebetreuung)<br />
übernimmt und damit hätte<br />
man eine Art Hospitality Manager im Seniorenheim.<br />
c Vielen Dank für das interessante Gespräch!<br />
t Interview: Alexandra Höß<br />
len wir hin? Möchten wir beispielsweise<br />
das servicefreundlichste Seniorenheim<br />
sein? Dann gilt es, dies auf die Prozesse<br />
herunterzubrechen und diese klar zu definieren.<br />
So könnte man zum Beispiel festlegen,<br />
dass ein neuer Gast zur Begrüßung<br />
immer ein bestimmtes Begrüßungsset bekommt<br />
und dies dann organisatorisch verankern.<br />
Hinzu kommt dann natürlich der personelle<br />
Aspekt bzw. die Schulung der Mitarbeiter.<br />
Problematisch sind hier oft die Gesamtschulungen,<br />
in denen alle Mitarbeiter<br />
geschult werden. Hier verpufft oftmals die<br />
Wirkung, da für einige der Inhalt gar nicht<br />
relevant ist, andere unterfordert oder überfordert<br />
sind. Es gilt immer, sich zunächst<br />
zu überlegen, was der Schulungszweck<br />
bzw. die -zielgruppe ist.<br />
Ich war vor kurzem eine Woche auf einem<br />
Kreuzfahrtschiff, das war die ganz große<br />
Freude. Bei den Mitarbeitern hatte man<br />
das Gefühl, dass sie sich auf die Gäste freuen.<br />
Das Gegenteil habe ich auf dem Schiff<br />
einer anderen Linie erlebt: Selbst beim<br />
Gala-Abend habe ich gemerkt, dass die<br />
Kellner nur Teller-Taxi waren und es nur<br />
noch um das Abfertigen ging. <strong>Der</strong> Aufbau<br />
einer persönlichen Beziehung zum Gast<br />
fehlte völlig. Wenn Gäste merken, dass sie<br />
„ab“-gefertigt und „ab“-kassiert werden,<br />
dann fühlen sie sich nicht mehr wohl. Die<br />
Gäste möchten die Aufmerksamkeit der<br />
Mitarbeiter haben.<br />
c Also ist Aufmerksamkeit ein Schlüsselpunkt?<br />
d Ja, es gibt ein Café in der Nähe, in dem<br />
ich morgens immer meinen Kaffee trinke.<br />
Da gibt es eine Bedienung mit sprühenden<br />
Augen, die mit Freude und Begeisterung<br />
bei der Arbeit ist. Es hat sich schon eine regelrechte<br />
Fangemeinde unter den Gästen<br />
entwickelt: Die Leute gehen hierhin, weil<br />
sie Aufmerksamkeit bekommen. Und das<br />
ist keine Luxus-Bar, von der ich hier spreche,<br />
sondern ein ganz einfaches Café. Natürlich<br />
ist nicht jeder Mitarbeiter ein solches<br />
Talent, aber es ist eben die Hauptaufgabe<br />
von Führungskräften, dass sie ein<br />
gutes Händchen bei der Mitarbeiterauswahl<br />
haben.<br />
Zur Person<br />
Prof. Dr. Burkhard von Freyberg absolvierte<br />
eine Hotelfachlehre im Hotel<br />
Bayerischer Hof in München und studierte<br />
im Anschluss Wirtschaftswissenschaften<br />
in München, Boston und<br />
Regensburg. Neben einem Lehrengagement<br />
an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg<br />
unterrichtet er an<br />
der Fakultät für Tourismus der Hochschule<br />
München, im März 2009 wurde<br />
er zum Professor für Hospitality<br />
Management berufen. Prof. Dr. von<br />
Freyberg ist darüber hinaus Autor verschiedener<br />
hotellerierelevanter Artikel<br />
und Bücher und Coach auch für<br />
branchenfremde Unternehmen, die<br />
den Hospitality-Gedanken in ihrer<br />
Dienstleistungsphilosophie stärken<br />
wollen. Seit Januar 2008 ist er geschäftsführender<br />
Gesellschafter des<br />
auf die Privathotellerie spezialisierten<br />
Beratungsunternehmens Zarges<br />
von Freyberg Hotel Consulting<br />
(www.zargesvonfreyberg.com).<br />
12 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
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HBL<br />
HBL<br />
HBL<br />
HBL<br />
Die ersten Stimmen zur<br />
HBL-Umbenennung<br />
Wir fragten in den Fachakademien und bei unseren Leser/-innen<br />
nach: Was halten Sie von dem neuen Titel „Betriebswirt/in<br />
für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong>“, der die Bezeichnung<br />
„Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin“ in Bayern ab<br />
sofort ersetzen wird?<br />
Jutta Dauerer, stellvertretende Schulleiterin<br />
der Kommunalen Fachakademie für<br />
Hauswirtschaft des Landkreises Hof in<br />
Ahornberg ist erleichtert: „Endlich ist der<br />
Erklärungsnotstand unserer Absolventen<br />
beseitigt. Denn eigentlich ist der Betriebsleiter<br />
ja eine Positionsbeschreibung und<br />
kein Abschlusstitel. Mit der Bezeichnung<br />
Betriebswirt hingegen erhalten wir einen<br />
marktbekannten Fortbildungstitel – das<br />
kommt auch bei den Studierenden sehr gut<br />
an! Das gute Basiswissen bleibt dabei die<br />
Stärke dieser Weiterbildung.“<br />
„Man braucht Hauswirtschaft,<br />
aber keiner will sie so nennen“<br />
„Man braucht Hauswirtschaft, aber keiner<br />
will sie so nennen“, so die Einschätzung<br />
der Berufsbereichsleiterin Renate<br />
Gloßner an der Fachakademie B7 in Nürnberg.<br />
Sie steht fest hinter der Entscheidung<br />
des Kultusministeriums, die in Absprache<br />
mit der Arbeitsgruppe der Fachakademien<br />
Hauswirtschaft in Bayern getroffen wurde.<br />
Alle Studierenden der Fachakademien in<br />
Bayern, die ihre Weiterbildung im September<br />
2011 begonnen haben, werden<br />
rückwirkend schon mit dem neuen Titel abschließen.<br />
„Wir dürfen seit 2005 auch Interessierte<br />
aus dem Gastronomie-Bereich aufnehmen<br />
und haben entsprechend geworben<br />
als Fachakademie für Hauswirtschaft.<br />
Immer wieder wurde festgestellt, dass die<br />
Inhalte eigentlich alle Bewerber interessieren,<br />
doch sobald sie am Ende den Begriff<br />
Hauswirtschaft hörten, haben vor allem<br />
die männlichen Köche schmunzelnd<br />
wieder abgewunken nach der Devise: ach<br />
so, das ist Hauswirtschaft, schade“, berichtet<br />
Gloßner.<br />
Dies soll mit der neuen Bezeichnung<br />
„Betriebswirt/in für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong>“<br />
nicht mehr passieren.<br />
„Gerade jetzt ist ein neuer Name<br />
wichtig, so dass wir die Schülerzahlen halten<br />
können.“ Denn je besser die Konjunktur<br />
ist, wie gerade im Moment in Deutschland,<br />
desto weniger Köche kommen auf die<br />
Idee, sich für drei Jahre weiterbilden zu lassen<br />
und damit ja auch auf die Bezahlung<br />
zu verzichten. „Wenn Sie sich danach jedoch<br />
Betriebswirt nennen dürfen, sieht die<br />
Lage schon wieder besser aus“, hofft Renate<br />
Gloßner. Sie war eine derjenigen, die<br />
im Arbeitskreis der Fachlehrer der bayerischen<br />
Fachakademien Jahr für Jahr die neue<br />
Berufsbezeichnung forderte. Entsprechend<br />
euphorisch fiel ihre Reaktion aus, als sie<br />
im Oktober letzten Jahres per Fax die Bestätigung<br />
des neuen Namens erhielt: „Hervorragend!<br />
Vorher mussten wir den Begriff<br />
Hauswirtschaft fast verschweigen, um<br />
Nachwuchskräfte aus der Gastronomie für<br />
das HBL-Berufsbild zu gewinnen.“<br />
In Nürnberg sind in den je zwei Schulklassen<br />
mit jeweils 24 Studierenden pro<br />
Übersicht: Neue Namen für die Hauswirtschaft in Bayern<br />
Fachthema<br />
Jahrgang schon jetzt verhältnismäßig viele<br />
Männer zu finden, die meisten sind gelernte<br />
Köche, die vor allem ihr Know-how<br />
im Bereich Management und Betriebsführung<br />
durch diese Weiterbildung ausbauen<br />
möchten. So wie der 21-jährige Aljoscha<br />
Zapf, der derzeit nebenbei in der Gastronomie<br />
arbeitet und später einmal Existenzgründer<br />
beraten will, die planen, Restaurants<br />
zu eröffnen.<br />
„Wer unsere Absolventen einstellt,<br />
weiß genau, was er braucht. Rund 90 Prozent<br />
unserer Studierenden finden direkt im<br />
Anschluss einen Job“, berichtet Gloßner.<br />
Es sei schon früher häufig so gewesen,<br />
dass sich die Absolventen über die Inhalte<br />
ihrer Ausbildung bei den zukünftigen Arbeitsgebern<br />
definierten, weniger stark über<br />
den Titel „Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin“.<br />
Einige der Absolventen erklärten,<br />
dass sie sich schon jetzt eher als „Betriebsleiter<br />
für Ernährung und Versorgung<br />
(Hauswirtschaft)“ sehen. Nun wurde der<br />
Begriff Hauswirtschaft ganz offiziell gestrichen<br />
und aus den Betriebsleitern werden<br />
in Bayern zukünftig Betriebswirte. t<br />
Robert Baumann<br />
Bisher<br />
Neue Bezeichnung<br />
Hauswirtschaftstechnische/r Helfer/in Dienstleistungshelfer/in Hauswirtschaft (seit 2010)<br />
Hauswirtschafter/in (schulische Erstausbildung) Assistent/in für Ernährung und Versorgung (ab Herbst 2012)<br />
Hauswirtschafterin (duale Ausbildung)<br />
Hauswirtschafter/in (Begriff bleibt)<br />
Hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in Betriebswirt/in für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong> (seit Herbst 2011)<br />
Unverändert bleiben: Staatlich geprüfte/r Techniker/in für Hauswirtschaft und Ernährung, Geprüfte/r Fachhauswirtschafter/in, Staatlich<br />
geprüfte/r Dorfhelfer/in, Meister/in der Hauswirtschaft, Staatlich geprüfte/r Wirtschafter/in für den landwirtschaftlichen Haushalt<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 15
HBL<br />
HBL<br />
HBL<br />
HBL<br />
Fachthema<br />
Von der HBL zur BEV –<br />
Bayern als Vorreiter?<br />
Dass in Bayern ab sofort die Berufsbezeichnung Hauswirtschaftliche<br />
Betriebsleiterin HBL durch „Betriebswirt/in für Ernährungs-<br />
und Versorgungs<strong>management</strong> (BEV)“ ersetzt wird,<br />
schlägt hohe Wellen. Von „Fantastisch“ bis „Unnötig“ reichen die<br />
Meinungen unserer Leser (siehe Seite 18 und 19). Wir sprachen<br />
mit Werner Lucha, Leitender Ministerialrat beim Bayerischen<br />
Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Er hat den Prozess<br />
der Neuausrichtung zusammen mit den Fachlehrern von Anfang<br />
bis heute begleitet.<br />
c Wie kam die Initiative zum neuen Namen<br />
eigentlich ins Rollen?<br />
d <strong>Der</strong> neue Name ist die Folge der neuen<br />
inhaltlichen Ausrichtung. Wir haben festgestellt,<br />
dass die Abschlüsse offener gestaltet<br />
werden müssen, um neben den Qualifikationen,<br />
die bisher vermittelt wurden,<br />
neue, gefragte Berufsmöglichkeiten wie das<br />
Housekeeping oder den Tourismus besser<br />
abbilden zu können.<br />
c Nennen Sie uns doch bitte die wichtigsten<br />
Gründe, die hinter der Entscheidung<br />
für den neuen Namen stehen!<br />
d <strong>Der</strong> Begriff Hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in<br />
hat nach unserer Erfahrung<br />
nicht mehr die Qualifikationen beschrieben,<br />
die schon heute vermittelt werden –<br />
so sind heute HBLs erfolgreich in Hotels<br />
tätig, doch fehlt ihnen hierfür in einigen<br />
Bereichen noch eine Schärfung im Profil.<br />
Hiervon können die Absolventen bei den<br />
neu eingeführten Wahlpflichtfächern profitieren.<br />
Im niederbayerischen Bäderdreieck<br />
wird die Ausrichtung im Bereich Tourismus<br />
nachgefragt. Die Fachakademie Vilshofen<br />
hat darauf reagiert. Im Vergleich<br />
dazu hat sich die Fachakademie in Regensburg<br />
durch das entsprechende Fächerangebot<br />
auf den Großhaushalt spezialisiert.<br />
c Neu eingeführt wurden ja die Wahlpflichtfächer.<br />
Wie sieht das konkret im<br />
zweiten Studienjahr, nach der Basisausbildung,<br />
aus?<br />
d Wir wollten weg vom festen Fächerkanon.<br />
Die Auswahl der Fächer wurde gemeinsam<br />
mit den Lehrkräften der Schulen<br />
getroffen. Die Studierenden können sich<br />
aus einem Katalog von bis zu 21 Fächern<br />
insgesamt für 50 Prozent der Zeit im zweiten<br />
Schuljahr, also für 16 Wochenstunden,<br />
ihre Fächer aus dem Angebot der Schule<br />
selbst auswählen. Ein Wahlpflichtfach umfasst<br />
einen Zeitumfang von zwei bzw. vier<br />
Stunden. Dadurch können die Fachakademien<br />
einen oder auch mehrere Schwerpunkte<br />
anbieten.<br />
c Spiegelt sich das dann auch im Abschlusstitel<br />
so konkret wieder?<br />
d Bei den Zeugnissen wird es nicht heißen:<br />
„Staatlich geprüfte(r) Betriebswirt/in<br />
für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong>:<br />
Fachrichtung Tourismus“, sondern<br />
es wird nur die eigentliche Berufsbezeichnung<br />
ohne den Schwerpunkt aufgeführt.<br />
Wohin es führt, wenn jeder jede Spezialisierung<br />
auf dem Zeugnis ausweist, das<br />
sieht man an den inzwischen schon fast unüberschaubaren<br />
Abschlusstiteln bei den<br />
Fachhochschulen. Das wollten wir vermeiden.<br />
Die „gewählten“ Schwerpunkte ergeben<br />
sich durch die Wahl der Unterrichtsund<br />
Prüfungsfächer.<br />
c Gab es eigentlich jemanden im Ministerium/Arbeitskreis<br />
der Fachlehrer, der der<br />
Bezeichnung Hauswirtschaft nachtrauert?<br />
d Also im Kultusministerium floss nicht<br />
eine Träne. Auch bei den Verbänden ernteten<br />
wir Zustimmung. Es liegt einfach daran,<br />
dass der Begriff Hauswirtschaft oft negativ<br />
belegt ist. Wenn Sie heute mit den jungen<br />
Mädchen an der Berufsfachschule sprechen:<br />
die trauen sich manchmal kaum, unter<br />
Freuden zu sagen, welchen Beruf sie erlernen.<br />
Viele denken fälschlicherweise bei<br />
Hauswirtschaft eben nur an den kleinen Privathaushalt.<br />
c Einige halten den Begriff Versorgung<br />
für nicht allzu treffend, zumal gerade in<br />
„Durch unsere Entscheidung konnten<br />
wir verhindern, ein weiteres Jahr<br />
an Zeit zu verlieren“, sagte Werner<br />
Lucha, Leitender Ministerialrat beim<br />
Bayerischen Staatsministerium für<br />
Unterricht und Kultus<br />
der Hauswirtschaft die Tendenz zu mehr<br />
Betreuung geht und Hauswirtschaft als<br />
Therapie des Alltags entdeckt wird – steht<br />
das nicht konträr zueinander?<br />
d Ich bin der Ansicht, dass die Betreuung<br />
den Sozialberufen wie den Pflegeberufen<br />
vorbehalten ist – und Versorgung<br />
heißt doch auch, dass man Menschen im<br />
alltäglichen Leben unterstützt. <strong>Der</strong> neue<br />
Berufsabschluss ist stärker als bisher am<br />
Menschen ausgerichtet.<br />
c Nun kann man das Fach Versorgungstechnik<br />
mit einer völlig anderen inhaltlichen<br />
Ausrichtung (und zwar Abfall,<br />
Wasser, Gas) auch an der Universität oder<br />
Fachhochschule studieren. Wie soll einer<br />
möglichen Namensverwechslung begegnet<br />
werden?<br />
d Über den Begriff „Versorgung“ wurde<br />
fast zwei Jahre lang mit den Schulen diskutiert.<br />
<strong>Der</strong> Begriff „Versorgung“ hat in<br />
Deutschland mehrere Wortbedeutungen<br />
und umfasst unter anderem die Sorge für<br />
den gesamten Lebensunterhalt. Er bildet<br />
den möglichen beruflichen Einsatzbereich<br />
umfassend ab. Die Initiative für den Begriff<br />
„Management“ ging eher von den<br />
Schulen aus, also das Ganze nicht nur Betriebswirt/in<br />
für Ernährung und Versorgung<br />
zu nennen, sondern Betriebswirt/in<br />
für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong>.<br />
Foto: Privat<br />
16 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
BEV<br />
BEV<br />
BEV<br />
BEV<br />
c Fünf bis sechs Jahre sind in die Vorbereitungen<br />
auf die Namensänderung investiert<br />
worden – warum hat es so lange<br />
gedauert, gab es Hindernisse?<br />
d Offenbar war die Not der Veränderung<br />
noch nicht groß genug. Deshalb hat es gedauert,<br />
alle Kollegen und Kolleginnen mitzunehmen.<br />
Außerdem wollten wir niemandem<br />
etwas überstülpen, sondern den<br />
Weg gemeinsam mit den Schulen gehen<br />
– und das dauert manchmal länger.<br />
c Parallel soll ja auch die Bezeichnung<br />
„Hauswirtschafter/in“ ab dem Schuljahr<br />
2012/2013 in „Assistent/in für Ernährung<br />
und Versorgung“ geändert werden. Ist<br />
das so richtig?<br />
d Ja, die Änderung des neuen Namens<br />
in der Aufstiegsfortbildung fiel auf fruchtbaren<br />
Boden und wir zogen dann auch die<br />
Konsequenz daraus für die schulische<br />
Erstausbildung. Denn auch hier war festzustellen,<br />
dass die Inhalte der Erstausbildung<br />
nicht unbedingt zu den angebotenen<br />
Arbeitsplätzen passten. Die Vermittlungsquote<br />
dieser meist jungen Frauen<br />
war nicht befriedigend. Unser neuer Abschluss<br />
„Assistent/in für Ernährung und<br />
Versorgung“, mit dem wir ab Herbst 2012<br />
starten, ist selbstverständlich durch die<br />
Rahmenvereinbarung der KMK über die<br />
Berufsfachschulen bundesweit anerkannt.<br />
Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit<br />
der für die Berufsausbildung in Bayern zuständigen<br />
Stelle und dem Staatsministerium<br />
für Ernährung, Landwirtschaft und<br />
Forsten sichern wir einen weiter verbesserten<br />
Ausbildungsstandard. Ich bin mir<br />
sicher, dass es auch bundesweit in diese<br />
Richtung gehen wird. Wir wollten und<br />
konnten in Bayern nicht wieder auf den<br />
bereits vor zwei Jahren in Aussicht gestellten<br />
Abschluss des Neuordnungsverfahrens<br />
warten. Es ist Zeit, jetzt zu handeln!<br />
c Inwiefern?<br />
d In einigen Regionen haben wir aufgrund<br />
der Demografie bereits jetzt weniger<br />
Schüler/innen als vor einem Jahr. Die<br />
Demografie wird dazu führen, dass regionale<br />
Rückgänge von bis zu 30 Prozent zu<br />
erwarten sind. Wenn dann auch noch das<br />
Berufsbild Hauswirtschaft ein negatives<br />
Image hat, trifft das diesen Bereich besonders<br />
stark. Unser Konzept sieht auch<br />
vor, dass Schüler/innen, die derzeit eine<br />
duale Ausbildung absolvieren, ebenfalls<br />
einen Zeugnisvermerk analog des Abschlusses<br />
der Berufsfachschule erwerben<br />
können. Neben dem Abschluss Hauswirtschafter/in<br />
können auch die Auszubildenden<br />
im dualen System zusätzlich die<br />
Berufsbezeichnung „Assistent/in für Ernährung<br />
und Versorgung“ erwerben, wenn<br />
sie während der Ausbildung zusätzlich<br />
zwei Wahlbausteine auswählen.<br />
c Sprachlich ist ja die Bezeichnung Betriebswirt/in<br />
höher anzusiedeln als die<br />
bisherige Betriebsleiterin. Wenn nun der<br />
niedriger qualifizierte Abschluss der Assistentin<br />
kommen wird, klafft da nicht<br />
eine beträchtliche Lücke zwischen Anspruch<br />
und Wirklichkeit bei den späteren<br />
angehenden Betriebswirten?<br />
d Nein, durch die Rahmenvereinbarung<br />
der Kultusministerkonferenz über den Abschluss<br />
zweijähriger Fachschulen ist der<br />
Abschluss „Staatlich geprüfter Betriebswirt“<br />
bundesweit als schulischer Abschluss<br />
einer Aufstiegsfortbildung festgelegt.<br />
Im Gegenteil, die Betriebsleiterin<br />
war ja ein Sonderfall, der in der Fußnote<br />
der bisherigen Rahmenvereinbarung als<br />
Besonderheit der bayerischen Fachakademie<br />
erläutert war. <strong>Der</strong> Begriff „Fachkraft“,<br />
für den sich einige bei der Namensfindung<br />
für die Erstausbildung eingesetzt<br />
hatten, ist nur für die Berufe nach<br />
Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der<br />
Handwerksordnung HWO möglich. Für die<br />
berufliche Erstausbildung an Berufsfachschulen<br />
ist der Begriff Assistent/in eine<br />
ganz normale Bezeichnung eines Berufsabschlusses<br />
und steht für qualitativ hochwertige<br />
Berufsabschlüsse.<br />
c Jetzt ist ja noch nicht genau klar, was<br />
im zweiten Schuljahr im Lehrplan als<br />
Schwerpunkt in den einzelnen Schulen<br />
angeboten werden wird. Verkaufen die<br />
Fachakademien den neuen Interessenten<br />
damit nicht die Katze im Sack?<br />
d Diese Aussage ist falsch! Wir haben von<br />
jeder Schule mindestens eine Vertreterin<br />
im Arbeitskreis zur Erarbeitung der neuen<br />
Lehrpläne und damit müssten alle Schulen<br />
Bescheid wissen. Jede Schule weiß, wo sie<br />
die Lehrplanentwürfe einsehen kann. Den<br />
Fachthema<br />
Vorbereitungen der Schulen zur Umsetzung<br />
der neuen Wahlpflichtfächer steht somit<br />
nichts im Wege. Es gehört zu den eigenverantwortlichen<br />
Aufgaben der Schulen,<br />
sich über aktuelle Entwicklungen zu<br />
informieren.<br />
c Was war denn der Grund dafür, erst<br />
den Namen zu ändern, obwohl die Inhalte<br />
fürs zweite Schuljahr noch nicht allzu<br />
weit gediehen sind?<br />
d Wir wussten, dass wir alle Fachakademien<br />
mit der grundsätzlichen Entscheidung<br />
zur Namensänderung – und damit zur fachlichen<br />
Neuausrichtung – hinter uns hatten.<br />
Und dann muss man auch mal anfangen,<br />
auch wenn die Lehrplanarbeiten für das<br />
zweite Jahr noch nicht vollständig abgeschlossen<br />
waren. Das erste Jahr ermöglicht<br />
uns dadurch eine praxisnahe Experimentierphase,<br />
wenn parallel die Lehrpläne weiterentwickelt<br />
werden. Durch unsere Entscheidung<br />
konnten wir verhindern, ein weiteres<br />
Jahr zu verlieren.<br />
c Können die aktuell in der Ausbildung<br />
stehenden bayerischen HBLs denn auf<br />
Wunsch ihren Ausbildungstitel noch umbenennen<br />
lassen?<br />
d Nein, das ist nicht möglich! <strong>Der</strong> neu vermittelte<br />
Abschluss bürgt auch für zusätzliche<br />
Qualifikationen. Es würde auch der<br />
Erwartungshaltung der Betriebe nicht gerecht<br />
werden, wenn die beiden doch unterschiedlich<br />
ausgestalteten Bildungsgänge<br />
vermischt würden. Ich bin sicher, dass<br />
sich auch die jetzigen HBLs weiterhin gut<br />
präsentieren werden, es ist ihnen auch in<br />
den vergangenen rund 30 Jahren sehr gut<br />
gelungen.<br />
c Herr Lucha, herzlichen Dank für das<br />
Interview!<br />
Und so stimmten die <strong>rhw</strong>-Leser/-innen online ab<br />
Was halten Sie davon, dass für<br />
HBLs in Bayern der Begriff „Hauswirtschaft“<br />
jetzt durch „Ernährung<br />
und Versorgung“ ersetzt wird?<br />
Finde ich gut<br />
Finde ich nicht gut<br />
54,4 Prozent<br />
45,6 Prozent<br />
Es beteiligten sich 150 Personenunter<br />
www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />
(Stand 16. Januar 2012). Danke für<br />
Ihre Teilnahme!<br />
t Interview: Robert Baumann<br />
± ≤<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 17
HBL<br />
HBL<br />
HBL<br />
HBL<br />
Fachthema<br />
Pro und Contra –<br />
hier startet die Debatte<br />
<strong>Der</strong>zeit wird deutschlandweit über die Zukunft der hauswirtschaftlichen<br />
Berufsbildung besonders intensiv diskutiert – nicht<br />
zuletzt wegen des Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmens<br />
für lebenslanges Lernen (DQR und EQR). Denn hierdurch<br />
werden die hauswirtschaftlichen Berufsabschlüsse eingestuft<br />
und somit untereinander besser vergleichbar gemacht.<br />
In dieser Ausgabe soll es aber zunächst um den Namen gehen.<br />
„Wofür steht bitte<br />
Versorgungs<strong>management</strong>?“<br />
Ist Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong><br />
der richtige Begriff für den Aufgaben-<br />
und Verantwortungsbereich, der<br />
beispielsweise von Hauswirtschaftsleiterinnen<br />
in sozialen Einrichtungen oder von<br />
leitenden Hausdamen im Hotelbereich<br />
wahrgenommen wird? Ich bin eher skeptisch.<br />
Das Herausstellen der Ernährung und<br />
die Fokussierung auf Versorgung spezialisiert<br />
und nivelliert zugleich. Die Verpflegung<br />
tritt in der Vordergrund und mit der<br />
Versorgung bleib unklar, was sich dahinter<br />
alles verbirgt. Welches berufliche Selbstverständnis<br />
steht hinter Versorgungs<strong>management</strong>?<br />
Für mich ist der Begriff der<br />
Hauswirtschaft im Sinne der wirtschaftlichen<br />
Führung eines Hauses greifbarer und<br />
klarer. Und ein weiterer Punkt beschäftigt<br />
mich: Versorgungs<strong>management</strong> lässt den<br />
Menschen als selbstständig Denkenden,<br />
Entscheidenden und Handelnden außen<br />
vor. In einer Zeit, in der die Förderung von<br />
Die Schülerzahlen im Bereich Hauswirtschaft gehen<br />
zurück, der demografische Wandel ist längst<br />
spürbar. Kann da ein neuer Name helfen? Ab September<br />
2012 werden an den bayerischen Berufsfachschulen<br />
für Hauswirtschaft (bald Ernährung<br />
und Versorgung) „Staatlich geprüfte Assistentinnen<br />
und Assistenten für Ernährung und<br />
Versorgung“ ausgebildet. <strong>Der</strong> dreijährige Ausbildungsberuf<br />
qualifiziert für den Dienstleistungsbereich,<br />
der die Ernährung, Versorgung und<br />
Betreuung von Menschen in den verschiedensten<br />
Lebenssituationen umfasst. Umsetzungsmodelle<br />
dafür werden momentan in Schulversuchen<br />
Selbstbestimmung und Teilhabe ein wichtiger<br />
Entwicklungsschritt ist, dem sich die<br />
Hauswirtschaft in den letzten Jahren geöffnet<br />
hat und mit der hauswirtschaftlichen<br />
Betreuung dabei ist, ihren eigenen Handlungsansatz<br />
zu profilieren, wurde mit dem<br />
Begriff Versorgung eine Entscheidung getroffen,<br />
die kontraproduktiv wirkt. Dabei<br />
sollte es doch in die Zukunft gehen, oder?<br />
t<br />
Martina Feulner, H wie Hauswirtschaft,<br />
Fortbildung und Beratung; Mitglied im Vorstand<br />
der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft<br />
(dgh)<br />
„Jobbörsen müssen<br />
reagieren“<br />
Nun ist die Umbenennung der HBL also<br />
durch. Dass der Berufsname umbenannt<br />
werden soll, davon habe ich schon kurz<br />
nach dem <strong>rhw</strong>-Symposium in München gehört.<br />
Aber suchen Sie mal in der Jobbörse<br />
des Arbeitsamtes unter dem neuen Namen<br />
Neuer Name 2012 auch in Österreich und für die Erstausbildung<br />
eine Stelle. Da erscheinen alle möglichen<br />
Berufe vornehmlich die des Schlosserbereiches<br />
aber keine MdH oder HBL. Noch<br />
eher zeigt die Jobbörse Fehlerhinweise an,<br />
am besten mal ausprobieren!<br />
Da müssen in den diversen Jobbörsen<br />
und Anzeigen in Zukunft unbedingt die alte<br />
und die neue Berufsbezeichnung aufgeführt<br />
werden. Außerdem ändert eine Namensänderung<br />
nichts am Image der Hauswirtschaft.<br />
Und warum hat oder will man unbedingt<br />
umbenennen? <strong>Der</strong> Bäcker, Metzger,<br />
Schlosser oder Koch heißt doch auch schon<br />
seit Jahrhunderten so. Sie machen dann<br />
noch ihre Fortbildung zum Meister um<br />
eventuell eigene Betriebe eröffnen zu können<br />
bzw. um Führungspositionen zu erreichen.<br />
Wir haben aus diesem Grund bisher<br />
die Weiterbildung zur MdH oder HBL gemacht!<br />
Die meisten von uns mit anerkannten<br />
teuren Fortbildungen! Soll das jetzt alles<br />
umsonst gewesen sein?<br />
t<br />
Name der Leserin der Redaktion bekannt,<br />
sie möchte anonym bleiben<br />
„Fantastisch“<br />
am BSZ Scheinfeld und am BSZ Ansbach erprobt.<br />
Auch in Österreich wurde im Dezember 2011 die<br />
Umbenennung des Lehrberufes „Ländliche Hauswirtschaft“<br />
in „Ausbildung im ländlichen Betriebs-<br />
und Haushalts<strong>management</strong>“ im Nationalrat<br />
beschlossen. Hierzu wurde das Land- und<br />
forstwirtschaftliche Berufsausbildungsgesetz<br />
(LFBAG) geändert. „Eine gute unternehmerische<br />
Ausbildung ist die einzig richtige Antwort. Mit<br />
der nun beschlossenen Umbenennung wird der<br />
ständigen Weiterentwicklung dieses Lehrberufes<br />
Rechnung getragen“, so Bundesbäuerin und<br />
VP-Abgeordnete Anna Höllerer (Foto).<br />
Diese neue Bezeichnung BEV beurteile<br />
ich als fantastisch!!! Es war wirklich Zeit<br />
für eine Umbenennung. Vielen Dank für die<br />
Meinungsumfrage.<br />
t<br />
Ingrid Pabst, HBL und Fachwirtin für<br />
Reinigungs- und Hygiene<strong>management</strong>, Tübingen<br />
Fotos: Landwirtschaftskammer Österreich, Robert Baumann<br />
18 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
BEV<br />
BEV<br />
BEV<br />
BEV<br />
Fachlehrer der Städtischen Fachakademie für Hauswirtschaft in München Silke Rauscher<br />
(links), Christiane Klimsa (rechts) sowie Schulleiterin Ingrid Wittmann (Mitte)<br />
„Schwerpunkte – aber<br />
auch flexibel bleiben“<br />
Geplant sind für unsere Fachakademie<br />
die zwei Schwerpunkte im Veranstaltungsund<br />
Versorgungs<strong>management</strong>. Wir wollen<br />
bei der Versorgung unterschiedlicher Personengruppen<br />
flexibel sein und beispielsweise<br />
auf die Schulverpflegung Wert legen.<br />
Die Versorgung in Krankenhäusern und in<br />
Altenheimen sollte allerdings auch sichergestellt<br />
sein, damit die zukünftige Betriebswirtin<br />
für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong><br />
gut Fuß fassen kann.<br />
t<br />
Ingrid Wittmann, Schulleiterin, München<br />
„Ich möchte auch den Titel“<br />
Die Umstellung finde ich klasse – wo<br />
kann man seinen bisherigen HBL-Titel<br />
(Zeugnis) ändern lassen? (Anmerkung der<br />
Redaktion: Eine nachträgliche Änderung<br />
ist nach Auskunft des Kultusministeriums<br />
leider nicht möglich)<br />
Katja Bolek, HBL, München<br />
„Lieber gerecht entlohnen“<br />
Die neue Bezeichnung wird nicht der<br />
Vielfalt der professionellen „Hauswirtschaft“<br />
gerecht. Es fehlt der Arbeitsbereich<br />
„Betreuungsleistungen“. Verlierer sind die<br />
betroffenen jungen Menschen. Sie müssen<br />
bei einem Wohnortwechsel um eine Anerkennung<br />
kämpfen und ihren Schulabschluss<br />
am Arbeitsplatz ständig neu erklären.<br />
In einer globalisierten Welt schaden<br />
Wechsel und unterschiedliche Berufsbezeichnungen<br />
dem Berufsbild.<br />
Nach meiner Auffassung führt eine<br />
neue Abschlussbezeichnung nicht zu einer<br />
größeren Nachfrage bei den hauswirtschaftlichen<br />
Berufen. Auch ein drohender<br />
Fachkräftemangel kann nicht erfolgreich<br />
mit einem neuen Namen bekämpft werden.<br />
Viel bedeutender ist die Wertschätzung der<br />
Arbeitgeber. Wird die personenbezogene<br />
Dienstleistung „Hauswirtschaft“ in Großhaushalten<br />
bzw. in deren neuen Rechtsformen<br />
gerecht entlohnt, entscheiden sich<br />
t<br />
mehr junge Menschen für diesen traditionellen<br />
Ausbildungsberuf.<br />
t<br />
Annette Uhlenbrock, Bad Waldsee<br />
„Längst fällig“<br />
Die Berufsbezeichnung umzubenennen<br />
war eine längst fällige Entscheidung. Gerade<br />
in den neuen Bundesländern hat die<br />
„Hauswirtschaft“ keine positive Belegung.<br />
t<br />
M. Schweitzer, Fachlehrerin Hauswirtschaft,<br />
Oranienburg<br />
„Betriebswirtin spiegelt<br />
die Leistungen wider“<br />
Ich bin sehr begeistert von der neuen<br />
Bezeichnung der HBL, weil es dem Ganzen<br />
viel näher kommt. Hauswirtschaftliche Betriebsleitung<br />
klingt ein bisschen altbacken<br />
und hat in der Gesellschaft auch einen etwas<br />
schlechten Ruf. Durch die neue Bezeichnung<br />
kann man das Berufsbild in jedem<br />
Fall aufpeppen. Zudem entspricht es<br />
den Leistungen der Schüler/-innen bzw.<br />
Studierenden, die diese in der Schule bringen.<br />
t<br />
Miriam Ehrl, Fachlehrerin, München<br />
„Zweifel am Begriff<br />
Versorgung“<br />
Persönlich bin ich noch nicht überzeugt,<br />
ob der Begriff Versorgung, die Alleinstellungsmerkmale<br />
der Hauswirtschaft<br />
wirklich trifft. Schließlich haben wir bei der<br />
Neuordnung der Ausbildung 1999 bewusst<br />
die beiden Begriffe Betreuen und Versorgen<br />
gewählt.<br />
t<br />
Dorothea Simpfendörfer, Schwalmstadt<br />
„Erklärungsnot hat ein Ende“<br />
Ich selbst habe die HBL noch gemacht<br />
und jedes Mal, wenn ich in meinem Bekanntenkreis<br />
gesagt habe, was ich mache,<br />
musste ich es immer erklären. Dahinter war<br />
immer ein gewisser Rechtfertigungsbedarf<br />
eines alten, angestaubten Bildes. <strong>Der</strong> neue<br />
Name wird das bestimmt ein bisschen relativieren<br />
und das ist für die jungen Leute<br />
wirklich ein Anreiz. Die Weiterbildung<br />
gleicht nun vielmehr einer Art Studium und<br />
ich denke, dass das extrem motiviert. t<br />
Silke Rauscher, Fachlehrerin, München<br />
„Leitung war<br />
praxisbezogener“<br />
Die Menschen haben eine Vorstellung,<br />
wenn sie den Namen Betriebswirt hören<br />
und ich hoffe, dass wir dem wirklich gerecht<br />
werden können, was für uns Lehrer<br />
eine große Herausforderung ist. <strong>Der</strong> Betriebswirt<br />
wird in das Rechnerische, das<br />
Buchhalterische überführt – die Leitung<br />
hatte für mich mehr den Praxisbezug – ob<br />
das also wirklich eine Klärung ist, da bin<br />
ich noch etwas skeptisch.<br />
t<br />
Christiane Klimsa, Fachlehrerin, München<br />
„Europaweit besser<br />
vergleichbar“<br />
Es geht auch darum, dass Ausbildungen<br />
europäisch vergleichbar werden müssen.<br />
Die Vergleichbarkeit der Ausbildung<br />
wird mit dem Begriff Betriebswirt innerhalb<br />
Europas deutlich erleichtert. Auf der anderen<br />
Seite bedeutet das sicherlich auch<br />
einen Verlust bzw. Abstriche vom bisherigen.<br />
Aber jede Neuordnung und Neuorientierung<br />
ermöglicht auch Chancen. t<br />
Annette Mehler, Fachlehrerin, München<br />
t Robert Baumann<br />
Die Debatte um Inhalte<br />
geht weiter<br />
Fachthema<br />
Schreiben Sie uns bitte weiter Ihre<br />
Meinung an <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de.<br />
In der kommenden Ausgabe<br />
werden wir genauer auf die Inhalte<br />
der Struktur eingehen und entsprechende<br />
Vertreterinnen hierzu um Antworten<br />
bitten. Wie sagte Martina Feulner<br />
jüngst gegenüber <strong>rhw</strong>: „Ich bin<br />
nach wie vor der Meinung, dass es<br />
nichts bringt, wenn nur Namen geändert<br />
werden, aber die Inhalte nicht aktualisiert<br />
werden bzw. mit den Bedürfnissen<br />
am Markt abgeglichen<br />
werden.“<br />
Auch beim 14. <strong>rhw</strong>-Symposium am<br />
11.Mai 2012 in München möchten wir<br />
mit Ihnen über das Thema diskutieren.<br />
Infos und Anmeldung unter www.<strong>rhw</strong>symposium.de<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 19
Zeigen Sie der Branche und Ihren Kunden,<br />
wie gut Ihre Institution ist.<br />
Machen Sie mit beim<br />
<strong>rhw</strong><br />
rationelle hauswirtschaft<br />
<strong>management</strong><br />
<strong>rhw</strong> Service Award 2012<br />
Ist Ihr Team das Gewinner-Team?<br />
In einer wettbewerbsgetriebenen Welt zeichnen sich Unternehmen aus, die besonderen Service bieten – und das auch<br />
an ihre Kunden kommunizieren. Mit dem „<strong>rhw</strong> Service Award“ geben wir Institutionen, die besonderen Service bieten,<br />
die verdiente Anerkennung. Wir prämieren Einrichtungen, die Service wirklich Groß schreiben. Stellen Sie uns Ihre<br />
Ideen vor und bewerben Sie sich! Einsendeschluss ist der 29. Februar 2012.<br />
Wer kann teilnehmen?<br />
<strong>Der</strong> Preis wird an Mitarbeiter und/oder Führungskräfte von sozialen Einrichtungen (wie Kitas, Seniorenheime, Behindertenhilfe)<br />
und Einrichtungen der Patientenbeherbergung (wie Krankenhäuser, Kliniken) vergeben. Hotels und Tagungshäuser<br />
können sich in diesem Jahr leider nicht bewerben.<br />
Preise<br />
Die Gewinner erhalten eine Urkunde, zwei Freiteilnahmen und je eine Übernachtung im<br />
Tagungshaus beim <strong>rhw</strong>-Symposium 2012. Außerdem wird ein Video von der Preisverleihung<br />
gedreht, das für die Webseite der Institution kostenlos zur Verfügung gestellt wird (inklusive<br />
Vertonung, Schnitt und technischer Bearbeitung im Wert von 800 Euro).<br />
Die Institution erhält das Recht, auf ihrer Webseite sowie allen Dokumenten und Prospekten<br />
das Siegel „Gewinner des <strong>rhw</strong> Service Awards 2012“ abzubilden. Die Gewinner erhalten<br />
außerdem eine Plakette aus Aluminium (20 x 20 cm groß) mit dem gleichen Wortlaut, zum<br />
Anbringen im Eingangsbereich der Institution.<br />
Die Preisverleihung findet am 11. Mai 2012 statt, beim 14. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />
in München.<br />
Alle Infos unter<br />
www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />
Foto: iStockphoto/Yuri Acurs<br />
Wir danken unserem Sponsor:
Berufsbildung<br />
Fisch bewusst<br />
genießen<br />
Fotos: WWF, Fattorie Melini - Toskana, iStockphoto/melhi<br />
Kabeljau an Kräuter-Schaum statt Bratwurst und Pommes, ein<br />
paar Schillerlocken statt amerikanischer Sandwiches und Lachs<br />
in Salzkruste statt Schweinshaxe. Ernährungswissenschaftler<br />
applaudieren! Fisch ist gesund und liefert wichtige Nährstoffe.<br />
Aber was ist mit der Überfischung? Und wie sinnvoll und artgerecht<br />
ist Aquakultur?<br />
15,7 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte<br />
verzehrt der Durchschnittsbürger<br />
in Deutschland jährlich, am<br />
liebsten Alaska-Seelachs, Hering, Lachs,<br />
Thunfisch, Kabeljau. Man schätzt den Geschmack,<br />
die leichte Verdaulichkeit und<br />
den Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen wie<br />
Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren und Jod. So<br />
weit, so gut.<br />
Aber: Die Fischbestände der Weltmeere<br />
sind in großer Gefahr, über 80 Prozent<br />
gelten nach Schätzungen der Welternährungsorganisation<br />
FAO trotz internationaler<br />
Regelungen und Fangquoten als bereits<br />
überfischt oder maximal genutzt.<br />
Viele Bestände sind bedroht<br />
Schonungslose Fangtechniken schaden<br />
nicht nur den Meeresfischen, sondern<br />
auch Seevögeln, Walen, Delfinen und<br />
Schildkröten. Viele bleiben in Schleppnetzen<br />
und an Langleinen hängen und werden<br />
– zum größten Teil tot – über Bord geworfen.<br />
Dieser so genannte „Beifang“ kann bis<br />
zu 90 Prozent des Fangs ausmachen.<br />
<strong>Der</strong> wachsende Appetit auf Sushi trägt<br />
zur Ausrottung des Roten Thunfischs (Blauflossen-<br />
oder Atlantischer Thunfisch) bei:<br />
Nach Angaben des WWF (World Wide Fund<br />
For Nature) ist sein Bestand seit den 1970er<br />
Jahren bereits um rund 90 Prozent geschrumpft.<br />
Auch um Rotbarsch und Heilbutt<br />
steht es nicht zum Besten. Und der<br />
Hering der östlichen Ostsee braucht auch<br />
Schonung.<br />
Obwohl Garnelen und Shrimps nicht in<br />
ihren Beständen gefährdet sind, ist ihr Fang<br />
problematisch. Pro Kilogramm wild gefangener<br />
Garnelen/Shrimps geraten durchschnittlich<br />
fünf bis zehn Kilogramm andere<br />
Meerestiere als Beifang in die Schleppnetze<br />
und verenden. Sie hinterlassen eine<br />
Lücke in der Artenvielfalt und in der Nahrungskette<br />
der übrigen Meeresbewohner.<br />
Shrimps und Garnelen aus Farmen wären<br />
in Prinzip unbedenklich, würden nicht zunächst<br />
ökologisch wichtige Mangrovenwälder<br />
dafür abgeholzt.<br />
Und wussten Sie, dass Schillerlocken<br />
aus den Bauchlappen des Dornhais gemacht<br />
werden? Die schillernden Augen dieser<br />
Hai-Art haben diesem Leckerbissen seinen<br />
Namen gegeben. Beim Räuchern drehen<br />
sich die enthäuteten Fisch-Teile zu den<br />
appetitlichen goldbraunen Locken. Auch<br />
Dornhaie gibt es nur noch selten.<br />
Ein weiteres Problem ist, dass viel zu<br />
viele junge Fische gefangen und verzehrt<br />
werden. Mit neuartigen Schleppnetzen<br />
werden zum Beispiel Nordsee-Schollen gefangen,<br />
die zu etwa 92 Prozent unter den<br />
EU-Vorgaben für Mindestgrößen liegen. Fische<br />
sollten die Chance haben, zumindest<br />
einmal abzulaichen und auf diese Weise<br />
den Bestand ihrer Art zu sichern. Die Verbraucherzentrale<br />
Hamburg hat deshalb ein<br />
downloadbares „Fisch-O-Meter“ (www.<br />
fisch-o-meter.de) herausgebracht. Damit<br />
können Konsumenten erkennen, welche<br />
Größe ein Fisch mindestens haben muss,<br />
um zur Arterhaltung beigetragen zu haben.<br />
Fischprodukte sorgsam auswählen<br />
Ein besseres Management der Fischbestände<br />
würde gesündere Ökosysteme<br />
schaffen. Damit ließe sich ein wichtiger Beitrag<br />
zum Schutz der Arten leisten (siehe<br />
Interview auf Seite 22). <strong>Der</strong> Verbraucher<br />
könnte ein Zeichen setzen, indem er auf<br />
bestimmte Fischarten verzichtet (siehe Kasten<br />
auf Seite 24) oder auf zertifizierte Produkte<br />
bzw. Bio-Fisch achtet.<br />
Seit fast 15 Jahren gibt es den Marine<br />
Stewardship Council (MSC). Das ist eine<br />
unabhängige, globale Non-Profit-Organisation,<br />
die gegründet wurde von Unilever,<br />
dem weltweit größten Käufer von Fisch und<br />
Meeresfrüchten und vom WWF, der internationalen<br />
Umweltschutzorganisation. Das<br />
MSC lässt sich beraten von Vertretern der<br />
Umweltverbände sowie qualifizierten Wissenschaftlern.<br />
In enger Zusammenarbeit<br />
mit Umweltschutzorganisationen und anderen<br />
Instanzen sind Standards für einen<br />
nachhaltigen Fischfang aufgestellt worden<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 21
Berufsbildung<br />
wie etwa Schonung gefährdeter Fischbestände,<br />
Einrichtung von Erholungsphasen<br />
von überfischten Beständen oder die Verringerung<br />
des Beifangs. Betriebe, die diese<br />
Standards erfüllen, werden mit dem<br />
MSC-Siegel ausgezeichnet.<br />
Allerdings kritisieren manche Organisationen<br />
wie zum Beispiel „Greenpeace“<br />
das MSC-Siegel, da etwa 50 Prozent der<br />
MSC-zertifizierten Produkte aus überfischten<br />
Beständen stammen oder mittels<br />
der zerstörerischen Grundschleppnetzfischerei<br />
gefangen seien.<br />
Beim „Dolphin-Safe“-Siegel, das vom<br />
US-amerikanischen Earth Island Institute<br />
(EII) herausgegeben wird, handelt es sich<br />
um ein Delfinschutzprogramm, das den<br />
Beifang der Meeressäuger beim Thunfischfang<br />
für Dosenthunfischprodukte verhindern<br />
soll. Produkt-Aufdrucke wie zum<br />
Beispiel ein durchgestrichener Delfin auf<br />
Thunfischdosen werden vom Hersteller angebracht,<br />
sind jedoch nicht offiziell anerkannt.<br />
Zudem ist nicht sichergestellt, dass<br />
nicht andere Meeresbewohner, wie Haie<br />
oder Meeresschildkröten als Beifang verendet<br />
sind.<br />
Lösen Aquakulturen das Problem?<br />
Die Aquakultur stellt weltweit den am<br />
stärksten wachsenden Zweig der Ernährungswirtschaft<br />
dar, die jährlichen Steigerungsraten<br />
liegen derzeit bei neun Prozent.<br />
Fischfarmen oder Aquakulturen bieten nur<br />
unter bestimmten Bedingungen eine<br />
ethisch vertretbare Alternative zum herkömmlichen<br />
Fischfang. Nach Angaben von<br />
Seafood Watch wurden mehr als 1,5 Millionen<br />
Hektar Mangrovenwälder vernichtet,<br />
um Teiche für die Fischzucht anzulegen.<br />
Abhängig von der Art der Fischfarm<br />
werden dem Futter auch Antibiotika zugesetzt,<br />
um Krankheiten vorzubeugen.<br />
Die „geschlossene Kreislaufanlage“ ist<br />
die beste Form einer Fischfarm, da dort der<br />
Einsatz von Antibiotika nicht notwendig ist.<br />
Die Fische werden dabei in abgeschlossenen<br />
Becken gehalten, deren Wasser jedem<br />
Tag zu einem geringen Teil ausgetauscht<br />
wird. Allerdings ist diese Fischfarm-Art<br />
„Wir Europäer sind Weltmeist<br />
Seit über 20 Jahren wird über Fangquoten diskutiert, trotzdem<br />
ist der Bestand verschiedener Fischarten bedroht. <strong>Der</strong><br />
einzelne Konsument wie auch die Verantwortlichen in der Gemeinschaftsverpflegung<br />
sollten mit ihrer Einkaufsentscheidung<br />
bewusst dazu beitragen, dass bedrohte Fischbestände<br />
sich wieder vermehren können. Doch dazu muss man erst<br />
einmal gut informiert sein. <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> sprach mit Britta<br />
König, Sprecherin des Internationalen WWF-Zentrums für<br />
Meeresschutz, Hamburg.<br />
c Ernährungswissenschaftler wünschen<br />
sich, dass mehr Fisch gegessen<br />
wird. Meeresbiologen warnen: Würde<br />
diese Empfehlung umgesetzt, wären die<br />
Meere bald leer. Wie sehen Sie die Sache?<br />
d Ich möchte die Empfehlung der Ernährungswissenschaftler<br />
nicht werten,<br />
denn diese verfolgen einen gänzlich anderen<br />
Ansatz als der World Wide Fund<br />
for Nature. Was ich aus Umweltsicht sagen<br />
kann: Die Menschheit entnimmt den<br />
Meeren heute fast doppelt so viel Fisch<br />
wie nachhaltig wäre. Ich würde mir nicht<br />
anmaßen wollen zu entscheiden, wie<br />
dieser Fisch verteilt werden soll. Aber<br />
wir müssen verstehen, dass Fisch eine<br />
begrenzte Ressource ist.<br />
c Könnte es denn passieren, dass bestimmte<br />
Fischarten komplett verschwinden,<br />
wenn wir es nicht schaffen,<br />
die Fischerei nachhaltig zu betreiben?<br />
d Bei Fischen spricht man nicht von<br />
Aussterben, da niemand nachweisen<br />
kann, ob und wo eventuell noch Exemplar<br />
einer Fischart vorkommt. Aber es ist<br />
schon vorgekommen, dass Fischbestände<br />
zusammenbrechen. Ein Beispiel<br />
ist die Situation vor Neufundland. Eine<br />
ganze Region hat bis Anfang der 1990er<br />
Jahre vom Kabeljau-Fang gelebt. Das<br />
ging so lange gut, bis der Bestand zusammengebrochen<br />
ist. Mittlerweile hat<br />
eine zaghafte Erholung eingesetzt, aber<br />
der frühere Bestand wurde bis heute<br />
nicht mehr erreicht. Ein weiteres Beispiel<br />
ist der Rote Thunfisch im Mittelmeer.<br />
Das ist ein weit wandernder Fisch, der<br />
auch im Atlantik vorkommt. Im Mittelmeerbestand<br />
dieses Fisches steht heute<br />
regional vor dem Aussterben. Beim<br />
europäischen Aal warnen Wissenschaftler<br />
allerdings tatsächlich vor dem<br />
Aussterben der Art. Allgemein gilt: Überfischt<br />
wird dann, wenn mehr Fisch eines<br />
Bestandes entnommen wird, als nachwächst.<br />
c Gibt es denn auch Regionen, in denen<br />
es gelungen ist, Fischbestände<br />
nachhaltig zu bewirtschaften?<br />
d Durchaus. Ein Beispiel ist der Dorsch<br />
in der Ostsee. Die beiden Bestände im Osten<br />
und im Westen waren lange sehr angeschlagen.<br />
<strong>Der</strong> WWF hat niedrigere und<br />
langfristig angelegte Fangquoten gefordert<br />
und hat den Verbrauchern davon abgeraten,<br />
Dorsch zu kaufen, der vor allem<br />
in der östlichen Ostsee in großem Still illegal<br />
gefischt wurde. Nun hat sich der Bestand<br />
in nur vier Jahren erholt und ist zum<br />
Teil auf einem Niveau wie vor 20 Jahren.<br />
c Wie hat man das geschafft?<br />
d Das ist zum einen darauf zurückzuführen,<br />
dass es dort ein auf Jahre hinaus<br />
ausgerichtetes Management der Fischerei<br />
gibt. Die illegale Fischerei beispielsweise<br />
wurde weitestgehend eingedämmt.<br />
Die Fangquoten weichen nun um maximal<br />
15 Prozent vom Vorjahr ab. und orientieren<br />
sich stärker an den Vorgaben der Wissenschaftler.<br />
Man bleibt also in einem ganz<br />
bestimmten Korridor, und geht nicht – wie<br />
anderswo üblich – bis ans oberste Limit,<br />
nur weil gerade genügend da ist. Zum anderen<br />
hat aber auch die Natur mitgespielt.<br />
Die betreffenden Bereiche hatten einen guten<br />
Nachwuchs-Jahrgang, der sich dann<br />
auch wieder vermehren kann. Man sieht:<br />
Es geht, wenn ein Umdenken stattfindet.<br />
c Ist die Bewirtschaftung von Fischbeständen<br />
zu vergleichen mit der Bewirtschaftung<br />
eines Ackerbodens, dem<br />
22 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
Berufsbildung<br />
auch die kostspieligste. Ob ein Fisch ein<br />
Wildfang ist oder aus einer Zucht kommt,<br />
ist in der Regel auf der Verpackung vermerkt.<br />
Die Vorstellung, dass Fisch aus<br />
Aquakultur automatisch Bio-Qualität habe,<br />
ist leider ein großer Irrtum.<br />
Bio-Fisch: auf Auszeichnung achten<br />
Antibiotika und Insektizide sind bei der<br />
Aufzucht in Bio-Betrieben untersagt, so<br />
dass sich in Bio-Fisch diese Rückstände in<br />
der Regel nicht finden. Bio-Fische sind zudem<br />
weniger fettreich. Sie haben mehr<br />
Platz in den Becken und damit mehr Bewegung.<br />
Außerdem bekommen sie weniger<br />
energiereiches Futter.<br />
Bio-Lachs nach Naturland-Richtlinien<br />
wird trocken eingesalzen. Das bei maschinell<br />
verarbeitetem Lachs sonst übliche Einspritzen<br />
von Salzlake ins Fleisch ist nicht<br />
erlaubt. Dadurch enthält das Bio-Lachsfilet<br />
weniger Wasser und hat einen festeren<br />
Biss.<br />
Bio-Fisch-Produkte erkennt man am EU-<br />
Biosiegel oder den Zeichen anerkannter<br />
Öko-Verbände, wie zum Beispiel Naturland.<br />
Produkte aus „kontrolliertem“ oder „nachhaltigem“<br />
Fang sind kein Bio-Fisch, sondern<br />
Wildfang. Bio-Fisch stammt dagegen immer<br />
aus biologischer oder ökologischer Aquakultur.<br />
Bei manchen Produkten bezieht sich<br />
die Angabe „Bio“ oder „Öko“ nicht auf den<br />
Fisch selbst, sondern nur auf die Beilagen<br />
wie Gemüse oder Panade. Herkunft, Fangtag<br />
und Transport des gekauften Produkts<br />
können Käufer der Tiefkühl-Marke followfish<br />
anhand des Verpackungscodes im<br />
Internet genau verfolgen. Followfish-Aquakulturware<br />
ist von der Organisation Naturland<br />
zertifiziert, Wildfang folgt den MSCund<br />
WWF-Richtlinien. Auf der Homepage<br />
www.followfish.de veröffentlicht Spitzenköchin<br />
Sarah Wiener einige ihrer nachkochenswerten<br />
Fischrezepte.<br />
Sicherere Lebensmittel<br />
durch Fischtest<br />
Jeder zweite Speisefisch, der auf unserem<br />
Teller landet, kommt mittlerweile<br />
er in Überfischung“<br />
man ja auch immer wieder Zeit lassen<br />
muss, um sich zu regenerieren?<br />
d Nun, das Meer ist ein Lebensraum<br />
ohne klare Grenzen. Das bedeutet vor allem,<br />
dass alle „Fisch-Bauer“ in einer Region<br />
mit den gleichen Werkzeugen und<br />
nach den gleichen Regeln arbeiten müssten,<br />
weil sie im Prinzip den gleichen Fisch<br />
fangen. Und im Gegensatz zu den Landbauern,<br />
die ihre eine eigene Scholle beackern,<br />
nutzen die Fischer ein Allgemeingut..<br />
Es gibt Bestrebungen, Fischer<br />
mehr zu stärken, sie aber auch mehr in<br />
die Pflicht zu nehmen. Das sind fischereipolitische<br />
Fragen.<br />
c Sind dafür die Anrainer-Staaten zuständig?<br />
d In Europa werden die Fischfangquoten<br />
in Brüssel beschlossen, allerdings<br />
von den Fachministern der Mitgliedstaaten.<br />
Europa hat eine gemeinsame Fischerei-Politik.<br />
Diese wird gerade reformiert<br />
und gilt dann wieder für zehn Jahre.<br />
Bis Ende nächsten Jahres soll die neue<br />
Gesetzgebung stehen. Reformen sind<br />
dringend nötig, denn wir Europäer sind<br />
gewissermaßen Weltmeister im Überfischen.<br />
Rund drei von vier europäischen<br />
Beständen, die wirtschaftlich genutzt<br />
werden, sind schon überfischt. Es gibt<br />
eine neue EU-Fischereikommissarin, die<br />
Griechin Maria Damanaki. Sie will sehr<br />
viel erreichen und hat einen recht guten<br />
Vorschlag für die Reform auf den Tisch<br />
gelegt. Aus unserer Sicht sollte die Reform<br />
aber noch weiter gehen und man<br />
muss sie vor allem konsequent umsetzen.<br />
c Wie bewerten Sie die Fischzucht in<br />
Aquakulturen?<br />
d Jeder zweite Fisch, der weltweit auf<br />
den Teller kommt, stammt aus Aquakultur.<br />
<strong>Der</strong> Appetit auf Fisch übersteigt<br />
längst die Menge, die das Meer liefern<br />
kann. Aquakultur kann ein Schritt in die<br />
richtige Richtung und ein Beitrag zur Lösung<br />
des Problems der Überfischung<br />
sein. Aber nur dann, wenn man Aquakultur<br />
umweltverträglich gestaltet. Und das<br />
wird in den meisten Fällen nicht gemacht.<br />
Das Potenzial für Schäden ist sehr groß.<br />
In den Fischfarmen leben zu viele Tiere<br />
auf engstem Raum. Sie werden in kürzester<br />
Zeit auf ihr Schlachtgewicht gemästet.<br />
Wir haben also ganz ähnliche Probleme,<br />
wie sie aus der Massentierhaltung<br />
schon bekannt sind. Hinzu kommt: Kot,<br />
Futter- und Medikamentenreste gelangen<br />
bei offenen Käfigen ins Meer oder in den<br />
Fluss, sinken dort zu Boden, ersticken die<br />
Kleinstlebewesen und beeinträchtigen<br />
das ganze Ökosystem. Außerdem: Die<br />
meisten Fischarten, die heute gezüchtet<br />
werden, sind Raubfische. Sie müssen<br />
also mit Fischen gefüttert werden. Wenn<br />
man ein Kilogramm Lachs züchten möchte,<br />
braucht man ungefähr vier Kilogramm<br />
anderen Fisch. So verlagert man nur das<br />
Überfischungsproblem.<br />
c Aquakulturen in asiatischen Ländern<br />
sollen wenig umweltgerecht sein.<br />
Britta König,<br />
WWF Deutschland<br />
d Wir bekommen in Mitteleuropa sehr<br />
viel Fisch aus Vietnam und Thailand, wie<br />
etwa Pangasius, Snapper oder Tilapia. In<br />
Ländern entspricht die Umweltgesetzgebung<br />
nicht unseren Vorstellungen. Die<br />
vietnamesische Regierung hat sich jetzt<br />
allerdings auch auf Betreiben den WWF<br />
verpflichtet, hier etwas zu verändern.<br />
c Worauf kann man sich denn verlassen?<br />
d Am besten wählt man nur Fischprodukte<br />
mit den Siegeln von MSC, Bioland<br />
oder Naturland. Auf unserer Internetseite<br />
gibt es ausführliche Informationen zu<br />
Bio- und Umweltsiegeln, zu Zucht- und<br />
Fangmethoden sowie einen großen Einkaufsratgeber.<br />
t<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 23
Berufsbildung<br />
Diese Fische sollten im Wasser bleiben:<br />
Aal, Europa (wild/Zucht)<br />
Hai, weltweit (wild)<br />
Heilbutt, Nordostatlantik (wild)<br />
Kabeljau, Nordostatlantik (wild)<br />
Rotbarsch, Nordostatlantik (wild)<br />
Scholle, Nordostatlantik (wild)<br />
Schwertfisch, weltweit (wild)<br />
Seeteufel, Nordostatlantik (wild)<br />
Seezunge, Nordostatlantik (wild)<br />
Tropische Shrimps diverser Länder (wild/Zucht)<br />
Den Konsum der folgenden Fischarten<br />
hat der WWF als bedenklich eingestuft:<br />
Alaska Seelachs, Pazifik (wild)<br />
Atlantischer Lachs, Schottland/Norwegen (Zucht)<br />
Dorade, Mittelmeer (Zucht)<br />
Krabben, Nordsee (wild)<br />
Makrele, Nordostatlantik (wild)<br />
Miesmuschel, Nordsee (wild/Zucht)<br />
Pangasius, Asien (Zucht)<br />
Pazifischer, Lachs (wild)<br />
Schellfisch, Nordostatlantik (wild)<br />
Seehecht, Nordostatlantik (wild)<br />
aus einem Zuchtbetrieb. Ein rasanter Anstieg,<br />
der auch den Bedarf an Fischfutter<br />
in die Höhe treibt. Dies stellt die Futtermittelhersteller<br />
vor eine große Herausforderung.<br />
Denn Fischmehl und -öl – wichtige<br />
Bestandteile des Futters – werden immer<br />
knapper. Pflanzliche Rohstoffe wie<br />
Soja, Mais und Raps sollen künftig Fischmehl<br />
und -öl ersetzen. Das Problem: Mit<br />
den pflanzlichen Rohstoffen könnten auch<br />
Pflanzenschutzmittel (PSM) in die Futterpellets<br />
gelangen. Um eine Gefahr für den<br />
Verbraucher auszuschließen, müssen in<br />
Zukunft mögliche Rückstandsgehalte von<br />
PSM in Fisch aus Aquakultur bestimmt werden.<br />
Doch ein Verfahren für entsprechende<br />
Tests fehlt bislang. Für Wiederkäuer, Geflügel<br />
und Schweine gibt es bereits Methoden,<br />
das Anreicherungs- und Abbauverhalten<br />
von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen<br />
zu bestimmen. Die Experten nennen<br />
sie Metabolismusstudien – diese sind<br />
jedoch bisher nicht auf Fische anwendbar.<br />
Forscher des Fraunhofer-Instituts für<br />
Molekularbiologie und Angewandte Oekologie<br />
(IME) haben ein Testsystem entwickelt,<br />
mit dem sich feststellen lässt, ob<br />
sich bei der Aufnahme von belastetem Futter<br />
chemische Substanzen im Fisch anreichern.<br />
Dafür nutzen die Forscher eine hoch<br />
empfindliche Analytik, die es erlaubt, auch<br />
kleinste Substanzmengen sicher zu identifizieren.<br />
Dr. Dieter Hennecke, Abteilungsleiter<br />
Ökologische Chemie am IME,<br />
betont: „Mit unserem neuen Testsystem<br />
decken wir von der Aufzucht der Tiere bis<br />
zur Gewebeanalyse im Labor alle erforderlichen<br />
Schritte ab, die für das Erfassen<br />
von PSM oder deren Abbauprodukte in Fischen<br />
erforderlich sind.“<br />
Süßwasserfische: keine Massenware<br />
<strong>Der</strong> Lebensraum der Süßwasserfische,<br />
nur etwa zwei Prozent der Erdoberfläche,<br />
sind stehende und fließende Gewässer. Im<br />
Vergleich: Die Meere bedecken 70 Prozent<br />
der Erdoberfläche.<br />
Etwa 5.000 Fischarten zählen zu den<br />
Süßwasserfischen. Sie leben ausschließlich<br />
im Süßwasser oder legen, wie etwa die<br />
Lachse ihren Laich, darin ab. Zu den Süßwasserfischen<br />
rechnet man beispielsweise<br />
die Äsche, die Alse bzw. den Maifisch,<br />
die Barbe, alle Barsche, Brachsen, Felchen,<br />
Elben, die Karausche, den Karpfen, alle<br />
lachsartigen Fische (Lachse, Forellen, Saiblinge),<br />
Maränen, Moderlieschen, die Plötze<br />
bzw. Rotauge, Renken, Schleie, Stör,<br />
Wels bzw. Waller.<br />
Süßwasserfische werden überwiegend<br />
in Teichen gezüchtet. Zu einem bestimmten<br />
Zeitpunkt wird die Brut von den Fischzüchtern<br />
ins freie Gewässer gesetzt. So<br />
<strong>Der</strong> kostenlose Einkaufsratgeber<br />
zeigt an, welche<br />
Fischarten bedroht sind<br />
(www.wwf.de)<br />
Fisch kombiniert mit Blutwurst? In der<br />
gehobenen Gastronomie wird auch beides<br />
zusammen serviert.<br />
wachsen die Fische wild auf. Ihr Fleisch ist<br />
zart, aber oft sehr grätenreich.<br />
Die bekanntesten Süßwasserfische:<br />
u Flussaale (Bestand bedroht)<br />
u Felchen<br />
u Hecht<br />
u Karpfen<br />
u Regenbogenforelle<br />
u Seesaibling<br />
u Zander.<br />
Einrichtung von Fischwanderhilfen<br />
Seit die großen Flüsse als Wasserstraßen<br />
und zur Energieumwandlung genutzt<br />
werden, wurde in ihren natürlichen Zustand<br />
eingegriffen. Damit wurden bauliche Hindernisse<br />
geschaffen, die besonders für jene<br />
Fische problematisch sind, die ihr Leben<br />
als Pendler verbringen. Flüsse sind ihre<br />
Wanderrouten. Hier schwimmen sie zu ihren<br />
Laich-, Aufzucht- und Nahrungsgebieten.<br />
Wenngleich es in den zurückliegenden<br />
Jahren und Jahrzehnten gelang, die Wasserqualität<br />
erheblich zu verbessern und<br />
wieder deutlich mehr Leben in die Flüsse<br />
zurückzubringen, schränken vielerorts<br />
Staustufen die Durchgängigkeit für<br />
die Tiere stark ein.<br />
Um nun den Fischen ihre Wanderwege<br />
wieder zu öffnen, wäre es ideal,<br />
Stauanlagen einfach zurückzubauen –<br />
eine Option, die nur an wenigen Standorten<br />
an Bundeswasserstraßen realisierbar<br />
sein dürfte. Eine praktische Alternative<br />
ist die Einrichtung von Fischwanderhilfen.<br />
Mit der Neufassung des Gesetzes<br />
zur Ordnung des Wasserhaushalts<br />
(WHG) vom 1. März 2010 hat sich der<br />
Bund dazu verpflichtet, die ökologische<br />
Durchgängigkeit an den rund 250 in<br />
Fischwanderwegen gelegenen Staustufen<br />
der Bundeswasserstraßen zu erhalten bzw.<br />
wiederherzustellen.<br />
t Dorothea Kammerer<br />
24 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
14.<strong>rhw</strong>-Symposium<br />
„Reinigung, Schulung und Service“<br />
Freitag, 11. Mai 2012 im Kardinal Wendel Haus<br />
am Englischen Garten in München<br />
Programm:<br />
9.00 bis 9.45 Uhr<br />
Anmeldung und Willkommenskaffee<br />
9.45 bis 10.00 Uhr<br />
Begrüßung<br />
Robert Baumann, Moderator, Chefredakteur <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
10.00 bis 11.00 Uhr<br />
t Reinigung im Tandem – Qualität prüfen und sichern!<br />
HBL Tanja Traub, Leiterin LiSeplus – Organisationsberatung & Training der Liebenau<br />
Service GmbH (LiSe), Markus Lerner, Abteilungsleiter Gebäudeservice<br />
Als anerkannte Werkstatt für behinderte<br />
Menschen (WfbM) arbeitet die<br />
Liebenau Service GmbH (LiSe) in allen<br />
Dienstleistungsbereichen Gebäudeservice,<br />
Catering und Textilservice mit<br />
fachlich geschultem Personal im Tandem<br />
mit behinderten Menschen. Tanja<br />
Traub und Markus Lerner schildern,<br />
welche Herausforderungen es dabei<br />
gibt und wie die Dienstleistungsqualität in der Reinigung gewährleistet und<br />
überprüft werden kann.<br />
11.00 bis 12.15 Uhr<br />
t Werterhaltende Pflege und Reinigung von Natursteinböden<br />
Herbert Fahrenkrog, Leiter des Beratungsservice Magna Naturstein, Loitsche<br />
Marmor, Keramik, Natursteinböden - welche Fehler können<br />
bei der Reinigung und Pflege von Keramik und Naturwerksteinen<br />
auftreten und wie werden sie ver -<br />
mieden? Herbert Fahrenkrog hat bereits mehrere Fachbücher<br />
und viele Artikel zum Thema Naturstein, Keramik<br />
und Reinigung geschrieben. Er hält unter anderem<br />
Fachseminare für Reinigungs mittelhersteller und Gutachter<br />
ab und ist bekannt für praxisorientierte und „nicht<br />
trockene“ Vorträge.<br />
12.15 bis 13.20 Uhr<br />
t Mittagspause (Büffet und Biergarten)<br />
13.20 bis 14.00 Uhr<br />
t Hygiene-Schulungskonzepte (nicht nur) für Pädagogen<br />
Sandra Bendrauoa und Halina Neteler, diakonia inhouse - Komplettbewirtschaftung<br />
von Kindertagesstätten, München<br />
Mit ihrem Schulungskonzept zum Infektionsschutzgesetz überzeugten sie<br />
2009 eine fünfköpfige Jury und gewannen den <strong>rhw</strong>-Hygiene-Preis. Nun hat<br />
das Münchner diakonia-Team ein<br />
komplett neues Schulungskonzept zu<br />
Hygiene und hauswirtschaftlichen<br />
Kenntnissen für Pädagogen entwickelt,<br />
das sie erstmals beim <strong>rhw</strong>-Symposium<br />
einer großen Öffentlichkeit<br />
vorstellen werden.<br />
14.00 bis 14.45 Uhr<br />
t Datenschutz in der Hauswirtschaft - häufig unterschätzt?!<br />
Alexandra Bergendahl, Juristin, Trainerin und Coach, München<br />
Die Wichtigkeit des Datenschutzes (zum Beispiel bei Patientendaten)<br />
wird in vielen sozialen Einrichtungen oftmals<br />
noch unterschätzt. Dabei kann es schnell zu erheb -<br />
lichen Problemen kommen, als man zunächst glaubt.<br />
Zudem ist Datenschutz auch für das Image eines Hauses<br />
mitentscheidend. Die Referentin und Buchautorin vermittelt<br />
praxisnah, wo die größten Gefahren liegen und<br />
wie man das Wissen optimal in Schulungen vermittelt.<br />
Mehrfach erprobt in der berufspraktischen Fortbildung!<br />
14.45 bis 15.30 Uhr<br />
t Kaffeepause (Büffet und Biergarten)<br />
15.30 bis 15.45 Uhr<br />
t Verleihung des <strong>rhw</strong>-Service-Awards 2012<br />
(Gewinner werden im April ermittelt)<br />
Abgucken und Lernen von Kollegen/innen ist erlaubt<br />
NEU<br />
15.45 bis 16.15 Uhr<br />
t Diskussion und Reflexion mit den Teilnehmern<br />
„<strong>Der</strong> Begriff Hauswirtschaft wird (in der bayerischen<br />
Berufsbildung) ersetzt – Chance oder Risiko?“<br />
16.15 bis 17.00 Uhr<br />
t Optimales Marketing für die Reinigung in Privathaushalten<br />
Helmut Schwind, Happy Maids, Puchheim<br />
Wie kann man Haushaltshilfen legal und attraktiv vermitteln?<br />
Helmut Schwind, Gründer von Happy Maids,<br />
schildert in seinem Vortrag, wie man es den Kunden so<br />
einfach wie möglich macht, haushaltsnahe Leistungen<br />
zu buchen und nutzt hierzu Online-Auftritte und das<br />
Fernsehen (unter anderem VOX, Pro 7 und SAT 1). Richtiges<br />
Marketing und Preisgestaltung sind die halbe Miete<br />
- lassen Sie sich für neue Wege inspirieren!<br />
<strong>rhw</strong><br />
Service<br />
Award<br />
2012<br />
ca. 17.15 Uhr<br />
Ende der Veranstaltung, Möglichkeit zur Führung durch den Englischen<br />
Garten<br />
Online-Anmeldung mit 10 Prozent Frühbucherrabatt bis 15. 2. 2012<br />
unter www.<strong>rhw</strong>-symposium.de
14.<strong>rhw</strong>-Symposium<br />
„Reinigung, Schulung und Service“<br />
Termin/Tagungsort<br />
Freitag, 11. Mai 2012, von 9.45 Uhr bis 17.15 Uhr,<br />
im Kardinal Wendel Haus, Mandlstraße 23, 80802 München<br />
Rahmenprogramm<br />
Donnerstag, 10. Mai 2012<br />
17.45 Uhr bis etwa 19.30 Uhr<br />
Gastro-Führung durch die AllianzArena<br />
Führung „Von der Currywurst bis zur VIP-<br />
Lounge - Einblicke in die Gastronomie der<br />
AllianzArena“. Pro Spieltag werden im<br />
Public Catering rund 40.000 Bier und<br />
20.000 Bratwürste ausgegeben. Gleichzeitig<br />
kümmern sich bis zu 70 Köche und zahlreiche<br />
Servicekräfte um das leibliche Wohl von<br />
bis zu 7.000 VIP-Gästen pro Fußballspiel<br />
(Quelle: Arena One GmbH). Ein seltener<br />
Blick hinter die Kulissen des Stadions. Bitte<br />
beachten Sie, dass je Anmeldung nur eine<br />
Begleitperson mitangemeldet werden kann.<br />
Anfahrt zur Arena mit der U6 bis Fröttmaning, dann zirka 10 Minuten zu Fuß.<br />
Treffpunkt: 17.45 Uhr an der „Welcome Zone West“<br />
Eintritt: 20,- Euro inkl. MwSt. Sie erhalten eine separate Rechnung.<br />
ab 20.00 Uhr<br />
Einstimmung mit Referenten und Teilnehmern<br />
Get Together im Wirtshaus zur Brezn auf der berühmten Münchener Leopoldstraße, nahe U-Bahn-<br />
Haltestelle Münchener Freiheit (www.zurbrezn.de)<br />
Freitag, 11. Mai 2012<br />
17.30 Uhr bis etwa 19.00 Uhr<br />
Landschaftsarchitektur erleben: „<strong>Der</strong> Englische Garten“<br />
Direkt vor der Tür des Kardinal Wendel Hauses öffnet sich der berühmte Englische Garten den Besuchern.<br />
Zusammen mit der Landschaftsarchitektin Isabelle Woysch streifen Sie etwa 1,5 Stunden<br />
durch den Landschaftspark zu besonders alten Bäumen und erfahren mehr über den Chinesischen<br />
Turm, den Kleinhesseloher See und den Monopteros.<br />
Treffpunkt: Kardinal Wendel Haus<br />
Kosten: 10,– Euro (bitte bar mitbringen)<br />
Teilnahmegebühr <strong>rhw</strong>-Symposium (10 % Frühbucherrabatt bis 15. 2. 2012)<br />
Vorzugspreis für Mitglieder in Verbänden der BAG-HW, und Abonnenten von <strong>rhw</strong> manage ment<br />
oder <strong>rhw</strong> praxis: 125,- Euro. 145,- Euro Normalpreis, Schüler, Studenten und Auszubil dende erhalten<br />
20% Ermäßigung auf den Normal preis. Im Preis enthalten sind Tagungsunterlagen, -getränke,<br />
Kaffeepausen, Mittag essen.<br />
Ihr Vorteil:<br />
Alle Preise verstehen sich bereits inkl. gesetzl. MwSt.<br />
Foto: Robert Baumann<br />
Teilnahmebedingungen<br />
Anmeldungen können nur schriftlich (Post, Fax, E-Mail) erfolgen und werden von uns bestätigt.<br />
Zirka vier Wochen vor der Veranstaltung er halten Sie die Rechnung, die per Überweisung zu zahlen<br />
ist. Die Barzahlung am Tag der Veranstal tung ist nicht möglich. Stornierungen müssen schriftlich<br />
erfolgen und werden vom Veranstal ter bestätigt. Bei Stornierungen, die bis 20. April 2012 eingehen,<br />
wird eine Bearbeitungsgebühr von 30,- Euro erhoben.<br />
Für Stornierungen, die nach dem 27. April 2012 eingehen, werden 50 % der Teilnahmegebühren<br />
berechnet. Wenn Sie ohne vorherige Stornierung nicht teilnehmen oder nach dem 4. Mai 2012<br />
stornieren, wird die volle Teilnahmegebühr berechnet. Sie können jedoch jederzeit eine Ersatzperson<br />
schicken. <strong>Der</strong> Veranstalter behält sich das Recht vor, das Symposium aus dringenden Gründen abzusagen,<br />
Programm- und Preisänder ungen vorbehalten.<br />
Veranstalter<br />
Verlag Neuer Merkur GmbH,<br />
Paul-Gerhardt-Allee 46, 81245 München<br />
Ihr Ansprechpartner Ulrich Bartel,<br />
Telefon: (0 89) 31 89 05-54<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Kardinal<br />
Wendel<br />
Haus<br />
Aussteller (Stand Januar 2012):<br />
Hygienesystem<br />
Unser neuer Service für Sie: Durch eine Kooperation mit der Deutschen Bahn<br />
können Sie ab sofort für nur 99 Euro (Hin- und Rückfahrt) zu allen <strong>rhw</strong>-Veranstaltungen<br />
fahren! Infos unter www.vnm-akademie.de<br />
Per Post an: vnm-Akademie, Postfach 60 06 62, 81206 München,<br />
oder per Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />
Einrichtung/Institution<br />
Name/Vorname (1. Teilnehmer/in)<br />
Name/Vorname (2. Teilnehmer/in)<br />
Name/Vorname (weitere Teilnehmer)<br />
Berufliche Funktion<br />
Telefon/Fax<br />
Straße/Nr.<br />
Land/PLZ/Ort<br />
Datum/Unterschrift<br />
ANMELDECOUPON per Fax 0 89/318905-38<br />
JA,<br />
■ Ich melde mich /uns verbindlich für das 14. <strong>rhw</strong>-Symposium am 11. 5. 2012 an.<br />
■ Ich bin Abonnent/Mitglied in einem der o. g. Verbände:<br />
Abo-Nr. / Verbandsname<br />
Sie möchten im Tagungshaus übernachten vom 10. 5. 2012 auf den 11. 5. 2012?<br />
Einzelzimmer: 83,– Euro/Doppelzimmer: 105,– Euro inkl. Frühstück,<br />
zu buchen unter Telefon (0 89) 38 10 20 oder kwh@kath-akademie-bayern.de<br />
E-Mail<br />
Mit meiner Unterschrift erkenne ich die Teilnahmebedingungen an.<br />
Ich melde mich/uns verbindlich an für:<br />
■ Allianz-Arena Gastro-Tour am 10. 5. 2012 (20,– Euro)<br />
Y<br />
■ Get together im Wirtshaus zur Brezn am 10. 5. 2012<br />
■ Parkführung „<strong>Der</strong> Englische Garten“ am 11. 5. 2012 (10,– Euro)<br />
Abweichende Rechnungsanschrift:<br />
Name/Vorname (weitere Teilnehmer)<br />
Telefon/Fax<br />
E-Mail<br />
Straße/Nr.<br />
Land/PLZ/Ort<br />
<strong>rhw</strong><br />
rationelle hauswirtschaft<br />
<strong>management</strong>
Fachthema<br />
Teil 2: Das neue<br />
Infektionsschutzgesetz<br />
Foto: Fotolia/Tyler Olson<br />
Seit es Krankenhäuser gibt, gibt es nosokomiale Infektionen.<br />
Unter einer nosokomialen Infektion versteht man eine Infektion,<br />
die man sich im Zusammenhang mit einer stationären oder<br />
ambulanten medizinischen Behandlung „einfängt“. Dies kommt<br />
häufig vor: etwa 400.000- bis 600.000-mal pro Jahr in Deutschland.<br />
Rund 7.500 bis 15.000 Patienten pro Jahr sterben an diesen<br />
Infektionen. In Folge 2 (Teil 1 in <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 1/2012)<br />
untersuchen wir, was alles noch im März konkret umgesetzt<br />
werden muss.<br />
Die Regierungen der 16 deutschen<br />
Bundesländer sind gehalten, bis zum<br />
31. März 2012 Rechtsverordnungen<br />
zu erlassen, in denen die Verpflichtung zur<br />
Regelung der erforderlichen Maßnahmen<br />
zur Verhütung, Erkennung, Erfassung und<br />
Bekämpfung von nosokomialen Infektionen<br />
und Krankheitserregern mit Resistenzen<br />
festgeschrieben werden sollen:<br />
„§ 23 (…) (8) Die Landesregierungen<br />
haben durch Rechtsverordnung für Krankenhäuser,<br />
Einrichtungen für ambulantes<br />
Operieren, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen,<br />
in denen eine den Krankenhäusern<br />
vergleichbare medizinische<br />
Versorgung erfolgt, sowie für Dialyseeinrichtungen<br />
und Tageskliniken die jeweils<br />
erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung,<br />
Erkennung, Erfassung und Bekämpfung<br />
von nosokomialen Infektionen und Krankheitserregern<br />
mit Resistenzen zu regeln.<br />
(…)<br />
Konkret heißt das, dass die folgenden<br />
zehn Aspekte in diesen Rechtsverordnungen<br />
enthalten sein müssen:<br />
u hygienische Mindestanforderungen an<br />
Bau, Ausstattung und Betrieb der Einrichtungen,<br />
u Bestellung, Aufgaben und Zusammensetzung<br />
einer Hygienekommission,<br />
u die erforderliche personelle Ausstattung<br />
mit Hygienefachkräften und Krankenhaushygienikern<br />
und die Bestellung<br />
von hygienebeauftragten Ärzten einschließlich<br />
bis längstens zum 31. Dezember<br />
2016 befristeter Übergangsvorschriften<br />
zur Qualifikation einer ausreichenden<br />
Zahl geeigneten Fachpersonals,<br />
u Aufgaben und Anforderungen an Fortund<br />
Weiterbildung der in der Einrichtung<br />
erforderlichen Hygienefachkräfte, Krankenhaushygieniker<br />
und hygienebeauftragten<br />
Ärzte,<br />
u die erforderliche Qualifikation und<br />
Schulung des Personals hinsichtlich der Infektionsprävention,<br />
u Strukturen und Methoden zur Erkennung<br />
von nosokomialen Infektionen und<br />
resistenten Erregern und zur Erfassung im<br />
Rahmen der ärztlichen und pflegerischen<br />
Dokumentationspflicht,<br />
u die zur Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben<br />
erforderliche Einsichtnahme der in<br />
Nummer 4 genannten Personen in Akten<br />
der jeweiligen Einrichtung einschließlich<br />
der Patientenakten,<br />
u die Information des Personals über<br />
Maßnahmen, die zur Verhütung und Bekämpfung<br />
von nosokomialen Infektionen<br />
und Krankheitserregern mit Resistenzen<br />
erforderlich sind,<br />
u die klinisch-mikrobiologisch und klinisch-pharmazeutische<br />
Beratung des ärztlichen<br />
Personals,<br />
u die Information von aufnehmenden Einrichtungen<br />
und niedergelassenen Ärzten<br />
bei der Verlegung, Überweisung oder Entlassung<br />
von Patienten über Maßnahmen,<br />
die zur Verhütung und Bekämpfung von nosokomialen<br />
Infektionen und von Krankheitserregern<br />
mit Resistenzen erforderlich<br />
sind.<br />
Mit diesen Rechtsverordnungen sollen<br />
die Rahmenvorgaben des Infektionsschutzgesetzes<br />
konkretisiert und präzisiert<br />
werden. Dieser Ansatz ist sicherlich nicht<br />
schlecht, könnten doch aus einer solchen<br />
Konkretisierung anschließend Maßnahmen<br />
zur Umsetzung in die Praxis entwickelt werden.<br />
Bei der Umsetzung dieser Punkte auf<br />
Länderebene steht allerdings zu befürchten<br />
dass, ähnlich wie bei der Heimgesetzgebung,<br />
in 16 Bundesländern 16 unterschiedliche<br />
Verordnungen mit voneinander<br />
abweichenden Regelungen entstehen werden.<br />
Transparenz im Bereich der Hygienequalität<br />
der Krankenhäuser<br />
<strong>Der</strong> Gemeinsame Bundesausschuss<br />
(GBA) wird mit dem neuen IfSG dazu verpflichtet,<br />
einen Maßnahmenkatalog zur<br />
Verbesserung der Hygienequalität zu erarbeiten.<br />
Dabei sollen Kriterien zur Messung<br />
der Hygienequalität definiert werden, mithilfe<br />
derer eine Bewertung der hygienischen<br />
Zustände in einem Krankenhaus vorgenommen<br />
werden kann und ein Vergleich<br />
unterschiedlicher Krankenhäuser in hygienischer<br />
Hinsicht möglich wird. Dienen<br />
soll die so gewonnene Transparenz dem<br />
Patienten, der sich nun im Vorfeld einer Behandlung<br />
in den Qualitätsberichten der für<br />
ihn in Frage kommenden Krankenhäuser<br />
über die Hygienebewertung der Einrichtungen<br />
gezielt informieren kann.<br />
t Carola Reiner<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 27
Fachthema<br />
Das Ziel: Nachhaltigkeit<br />
bei Reinigungsmaschinen<br />
Nachhaltigkeit als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor war während<br />
der Messe CMS 2011 eines der Themen. Auch der Verband Deutscher<br />
Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) beschäftigt sich<br />
im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence intensiv<br />
mit dem Thema. <strong>Der</strong>zeit wird im Rahmen dieser Initiative<br />
ein Label entwickelt, mit dem gewerbliche Reinigungsmaschinen<br />
bezüglich ihrer Ressourceneffizienz gekennzeichnet werden<br />
können. <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> befragte den Experten Peter<br />
Müller-Baum zu den Hintergründen dieses geplanten Labels.<br />
c Welchen Zusammenhang gibt es zwischen<br />
VDMA, Blue Competence und EUnited<br />
Cleaning?<br />
d Blue Competence ist die Nachhaltigkeitsinitiative<br />
des VDMA als Verband des<br />
deutschen Maschinen- und Anlagenbau mit<br />
über 3.000 vorrangig mittelständischen Mitgliedsunternehmen.<br />
<strong>Der</strong> Maschinen- und<br />
Anlagenbau ist die Branche, die technische<br />
Lösungen für Nachhaltigkeit bereits heute<br />
anbietet – noch zu selten jedoch wird Nachhaltigkeit<br />
in einem Atemzug mit unserer Industrie<br />
genannt. Kommunikation ist daher<br />
ein zentrales Anliegen unserer Initiative<br />
Blue Competence. Genau das gilt es zu ändern:<br />
Blue Competence soll verdeutlichen,<br />
dass der Maschinen und Anlagenbau nachhaltige<br />
Lösungen überhaupt erst möglich<br />
macht. <strong>Der</strong> VDMA Fachverband Reinigungs -<br />
systeme hat sich entschieden, das Thema<br />
auf europäischer Ebene anzupacken – daher<br />
die Verbindung zu dem europäischen<br />
Industrieverband EUnited Cleaning, der die<br />
größten europäischen Hersteller von gewerblicher<br />
Reinigungstechnik repräsentiert.<br />
c Womit beschäftigt sich die Initiative<br />
Blue Competence derzeit?<br />
d Mit der Blue Competence-Kampagne<br />
will der VDMA aufzeigen, dass der deutsche<br />
Maschinenbau in vielen Nachhaltigkeitsbereichen<br />
exzellent ist. Für den<br />
Bereich der gewerblichen Reinigungstechnik<br />
wollen wir dies erreichen, in dem<br />
die Maschinen mit einem Label bezüglich<br />
ihrer Ressourceneffizienz gekennzeichnet<br />
werden. Wir sind davon überzeugt,<br />
dass unsere Mitglieder eine Vielzahl sehr<br />
effizienter Maschinen anbieten. Es geht<br />
also darum, dies dem Kunden aufzuzeigen,<br />
so dass er die Spreu vom Weizen<br />
trennen kann und sich für nachhaltige<br />
Technologie entscheiden kann. Für viele<br />
Kunden ist dieses Thema äußerst bedeutsam<br />
– eine Möglichkeit, Produkte in<br />
punkto Nachhaltigkeit zu bewerten, besteht<br />
aber bislang nicht. Zudem wird<br />
durch solch eine Initiative natürlich der<br />
Wettbewerb angeregt. Unser Ziel ist es<br />
also auch, die Entwicklung und den Absatz<br />
hocheffizienter Maschinen zu forcieren.<br />
c Wie weit sind Sie mit der nachvollziehbaren<br />
Kennzeichnung von Scheuersaugmaschinen?<br />
d Die Frage einer solchen Kennzeichnung<br />
ist, wie Sie sich vorstellen können, alles<br />
andere als trivial. Entscheidend ist es, zunächst<br />
eine Messmethodik zu entwickeln,<br />
die eine reproduzierbare Bewertung der<br />
Maschinen erlaubt. Dabei legen wir Wert<br />
darauf, dass der Ressourcenverbrauch in<br />
Verhältnis zum Reinigungsergebnis gesetzt<br />
wird. Eine reine Bewertung beispielsweise<br />
des Energieverbrauches wäre aus unserer<br />
Sicht für den Kunden völlig nutzlos. Eine<br />
standardisierte Messung der Reinigungsleistung<br />
ist aber in unserer Branche bislang<br />
nicht vorhanden, muss also erst entwickelt<br />
werden. Dies ist ungeheuer aufwändig,<br />
da das Ergebnis ja nachvollziehbar<br />
und der Test nicht nur realistisch, sondern<br />
auch reproduzierbar sein muss. Aufgrund<br />
der intensiven Zusammenarbeit der<br />
vergangenen Monate stehen wir hier kurz<br />
vor dem Abschluss durch einen umfassenden<br />
Ringversuch.<br />
c Es gibt ja sehr unterschiedliche Maschinentypen,<br />
beispielsweise handgeführte<br />
oder Aufsitzgeräte. <strong>Der</strong> Arbeitsdruck<br />
bei den einzelnen Maschinen variiert, wie<br />
wollen Sie diese Vielzahl an Variationsmöglichkeiten<br />
kategorisieren?<br />
d Mit dem anvisierten Label sollen natürlich<br />
nur Maschinen innerhalb einer Klasse<br />
verglichen werden, also etwa Mitgängerscheuersaugmaschinen.<br />
Welchen Maschinentyp<br />
der Kunde einsetzt, hängt ja<br />
von ganz anderen Kriterien ab, nicht von<br />
der Ressourceneffizienz. Sie haben aber<br />
vollkommen Recht, auch innerhalb einer<br />
Fotos: Messe Berlin/CMS<br />
28 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
Fachthema<br />
Klasse gibt es erhebliche Unterschiede –<br />
diese spiegeln letztlich die verschiedenen<br />
technischen Lösungen der diversen Hersteller<br />
wieder. Wir kreieren das Messverfahren<br />
daher so, dass hier möglichst wenige<br />
Einschränkungen gemacht werden<br />
müssen. Vielmehr sollen die Maschinen gemäß<br />
den Standardeinstellungen – wie vom<br />
Hersteller vorgegeben – gemessen werden.<br />
c Welche Ressourcen werden bei der Bewertung<br />
berücksichtigt?<br />
d Natürlich spielt der Energieverbrauch<br />
die wichtigste Rolle. Wir wollen aber über<br />
das gesetzliche Energielabel, wie man es<br />
beispielsweise vom Kühlschrank kennt, hinausgehen:<br />
In unserer Branche ist die Verwendung<br />
von Wasser und Chemie ein entscheidender<br />
Faktor, beides Ressourcen, die<br />
von hoher Bedeutung sind. Wir werden daher<br />
die drei Faktoren Energie, Wasser und<br />
Reinigungschemie berücksichtigen.<br />
c Wie wird das Reinigungsergebnis bewertet?<br />
d <strong>Der</strong> zuvor erwähnte Test basiert auf der<br />
Anwendung von zwei Standardschmutzarten.<br />
Wir haben uns entschieden, hier nicht<br />
die Welt neu erfinden zu wollen – es existieren<br />
weltweit vereinheitliche Schmutzarten,<br />
die wir nutzen können. Dabei denken<br />
wir sowohl an einen ölbasierten Schmutz,<br />
der hartnäckige Verunreinigungen simuliert,<br />
als auch einen weiteren, der vor allem<br />
für die tägliche Unterhaltsreinigung relevant<br />
ist. <strong>Der</strong> Schmutz wird in einem definierten<br />
Verfahren auf eine Oberfläche aufgebracht,<br />
die dann von einer Maschine gereinigt<br />
wird. Die Verunreinigung als auch<br />
der Glanz der Oberfläche wird vor und nach<br />
der Reinigung gemessen, daraus lässt sich<br />
eine Bewertung ableiten. Durch die Berücksichtigung<br />
des Glanzes können Sie zudem<br />
eine potenzielle Schädigung der Oberfläche<br />
berücksichtigen.<br />
c Wer hat diesen Maßstab entwickelt?<br />
d Innerhalb des europäischen Verbandes<br />
EUnited Cleaning haben wir mit den Mitgliedern<br />
das Verfahren entwickelt und dabei<br />
mit anderen Parteien zusammengearbeitet.<br />
So waren zum einen auch amerikanische<br />
Firmen beteiligt, da das eigentliche<br />
Messverfahren in eine internationale Norm<br />
einfließen soll. Auf diese Weise ist die Transparenz<br />
der Verfahrens gewährleistet, was<br />
für uns enorm wichtig ist: Die Kunden sollen<br />
nachvollziehen können, warum Maschinen<br />
so oder anders gekennzeichnet<br />
sind – verwirrende Kennzeichnungen aus<br />
reinen Marketingerwägungen heraus helfen<br />
nicht weiter. Zum zweiten arbeiten wir<br />
mit renommierten Instituten zusammen,<br />
die bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet<br />
haben. Auch dies ist für uns aus Gründen<br />
der Transparenz und Glaubwürdigkeit sehr<br />
wichtig.<br />
c Welche Rolle spielt das Reinigungsmittel,<br />
das dem Wasser zugesetzt wird?<br />
d Gerade in der erwähnten Unterhaltsreinigung<br />
gibt es Anwendungen, bei denen<br />
auf Chemie mehr oder weniger verzichtet<br />
werden kann. Um diesem Umstand gerecht<br />
zu werden, wird die Messung zweistufig<br />
durchgeführt – mit und ohne Reinigungsmittel.<br />
Somit sind die Kunden in der Lage,<br />
auch rein wasserbasierte Reinigungsergebnisse<br />
miteinander zu vergleichen. Sofern<br />
Chemie eingesetzt wird, wird diese -<br />
wie zuvor erwähnt – als eine Ressource betrachtet,<br />
die möglichst effizient einzusetzen<br />
ist.<br />
c Wie ist das Label aufgebaut, wie sieht<br />
es aus?<br />
d Das endgültige Layout der Kennzeichnung<br />
steht noch nicht fest – wir werden in<br />
der Gestaltung vermutlich auf bekannte Label<br />
wie etwa das EU-Energielabel zurückgreifen,<br />
da es für den Kunden / Käufer leicht<br />
zu erkennen und zu verstehen sein muss.<br />
c Welche Ergebnisse werden auf dem<br />
Label zusammengefasst?<br />
d Dies ist heute noch nicht abschließend<br />
zu beantworten – aber wir können mit Sicherheit<br />
sagen, dass alle maßgeblichen Informationen<br />
auch dem Kunden zur Verfügung<br />
stehen werden. Das Label selbst wird<br />
sicher nur die wichtigsten Aspekte enthalten,<br />
ergänzt durch ein Datenblatt, welches<br />
der Maschinen beigefügt ist und weitere<br />
Details enthält. Mit dem Label soll der Kunde<br />
aber auf einen Blick eine Einschätzung<br />
der Maschine vornehmen können im Vergleich<br />
zu anderen Produkten. Denken Sie<br />
hier etwa wieder an das EU-Label: Wenn<br />
Sie ein Gerät mit der Kennzeichnung A+++<br />
sehen, wissen Sie, dass es derzeit keine<br />
besseren, im Sinne von energieeffizienteren,<br />
Geräte auf dem Markt gibt. Dabei ist<br />
die Idee des A+++ sicher kritikwürdig – wichtig<br />
ist aber das Ziel der einfachen Vergleichbarkeit,<br />
die Sie auch mit einer Farbkodierung<br />
oder ähnlichen Skalen erreichen<br />
können. Daneben werden sicher auch Einzelwerte<br />
zur Ressourceneffizienz bezüglich<br />
der Verwendung von Energie, Wasser und<br />
Chemie enthalten sein – ohne, dass wir heute<br />
schon definitiv sagen können, ob diese<br />
auch auf dem Label oder nur in dem Datenblatt<br />
zu sehen sind.<br />
c Welches waren die Gründe, dieses Label<br />
zu entwickeln?<br />
d Ich verrate Ihren Lesern ja kein Geheimnis,<br />
wenn ich sage, wie wichtig heute<br />
das Thema Nachhaltigkeit ist. Die Frage der<br />
effizienten Energienutzung ist dabei ein<br />
zentraler Aspekt, der den Gesetzgeber umtreibt,<br />
aber auch in immer mehr Unternehmen<br />
aus ökonomischen Überlegungen und<br />
einer ökologischen Verantwortung heraus<br />
betrachtet wird. Darüber hinaus wird aber<br />
die generelle Nutzung von Ressourcen<br />
wichtiger – aus den gleichen Beweggründen.<br />
Und Ressourcen in unserer Branche<br />
sind nun einmal vor allem Wasser und Chemie.<br />
Nachdem wir uns entschieden hatten,<br />
eine Kennzeichnung zu entwickeln, die den<br />
Kunden einen wirklichen Mehrwert liefert,<br />
waren wir uns bezüglich der zu berücksichtigen<br />
Aspekte (Ressourcennutzung im<br />
Verhältnis zum Reinigungsergebnis) schnell<br />
einig. Wir sind deshalb auch überzeugt,<br />
dass diese Initiative erfolgreich und von<br />
großem Interesse für Reinigungsunternehmen<br />
sein wird, und freuen uns, wenn wir in<br />
diesem Jahr erstmalig gekennzeichnete Geräte<br />
präsentieren werden.<br />
c<br />
Ich danke Ihnen für das Interview!<br />
t Interview: Peter Strauch<br />
Zum Interviewpartner<br />
Peter Müller-Baum, der an der RWTH<br />
Aachen Wirtschaftsingenieurwesen<br />
studiert hat, ist im VDMA Fachverband<br />
Reinigungssysteme als Referent tätig<br />
und für die technische Interessenvertretung<br />
ebenso zuständig wie für die<br />
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem<br />
ist er Technischer Geschäftsführer<br />
des europäischen Industrieverbandes<br />
EUnited Cleaning. Dort leitet<br />
er unter anderem die Arbeitsgruppe<br />
„Blue Competence for Green<br />
Cleaning“, die ein Messverfahren und<br />
eine Produktkennzeichnung für die<br />
Bewertung der Effizienz von Reinigungsmaschinen<br />
entwickelt.<br />
www.bluecompetence.net<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 29
Management<br />
Mediation: Konflikte<br />
gemeinsam lösen<br />
Mitte Dezember 2011 hat der Bundestag das erste deutsche Mediationsgesetz<br />
beschlossen. Mit diesem Gesetz soll die Mediation,<br />
also die außergerichtliche Konfliktbeilegung, gefördert werden.<br />
Das Verfahren eignet sich auch dazu, Konflikte am Arbeitsplatz<br />
friedlich und vor allem für alle Beteiligten einvernehmlich<br />
zu lösen.<br />
Jährlich werden rund 2,5 Millionen Klagen<br />
bei den Zivilgerichten eingereicht, hinzu<br />
kommen noch 1,2 Millionen Klagen bei<br />
Arbeits- und Sozialgerichten, Verwaltungsund<br />
Finanzgerichten. Die Gerichte sind überlastet,<br />
Verfahren ziehen sich über Jahre dahin<br />
und am Schluss ist (zumindest eine) der<br />
streitenden Parteien mit dem Urteil nicht<br />
zufrieden.<br />
Eine Alternative zur richterlichen Streitentscheidung<br />
sind Verfahren wie die Mediation<br />
(lateinisch: Vermittlung), die eine<br />
außergerichtliche Konfliktbeilegung anstreben.<br />
Ziel des neuen Mediationsgesetzes<br />
ist, die Mediation und andere Verfahren<br />
der außergerichtlichen Konfliktbeilegung zu<br />
fördern. <strong>Der</strong> Anstoß für die Bundesregierung<br />
sich mit diesem Thema zu beschäftigen,<br />
kam übrigens aus Brüssel. So hat die<br />
EU eine Mediationsrichtlinie erarbeitet, die<br />
eigentlich schon bis Mai 2011 in deutsches<br />
Recht umgesetzt werden sollte.<br />
„Es gibt kaum jemanden, der nicht eine<br />
Konflikt-Leiche im Keller hat, sei es im Beruf,<br />
in der Partnerschaft, zwischen Eltern<br />
und Geschwistern oder unter Freunden“,<br />
sagt Anita von Hertel, Ausbilderin und Dozentin<br />
im Bereich Mediation und Konflikt<strong>management</strong><br />
sowie Inhaberin der Akademie<br />
von Hertel (www.vonhertel.de).<br />
Oft sind Konflikte so festgefahren, dass<br />
eine Lösung ohne Hilfe nicht mehr möglich<br />
ist – sei es bei Erbstreitigkeiten, der Regelung<br />
von Vermögensfragen nach einer Scheidung<br />
oder bei Konflikten im Berufsalltag.<br />
Im Berufsleben kann Mediation beispielsweise<br />
in folgenden Bereichen eingesetzt<br />
werden:<br />
u Konflikte mit Kunden, Lieferanten und<br />
Verbrauchern<br />
u Konflikte zwischen Mitarbeitern, Teams<br />
und Abteilungen<br />
u Fragen der Haftung und Gewährleistung<br />
(zum Beispiel Herstellerhaftung, Baumängel)<br />
u Tarifkonflikte.<br />
Eigenverantwortlich zu<br />
einer Lösung kommen<br />
„Mediation ist ein vertrauliches und<br />
strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien<br />
mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren<br />
freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche<br />
Beilegung ihres Konfliktes anstreben“,<br />
heißt es im Gesetz. Ziel ist, zu einer<br />
gemeinsamen Vereinbarung zu gelangen,<br />
die den Bedürfnissen und Interessen<br />
aller Konfliktparteien entspricht.<br />
<strong>Der</strong> Mediator trifft übrigens keine eigenen<br />
Entscheidungen: „<strong>Der</strong> Mediator ist allen<br />
Parteien gleichermaßen verpflichtet. Er fördert<br />
die Kommunikation der Parteien …“<br />
Die streitenden Parteien sollen selbst<br />
zu einer Lösung kommen und werden auf<br />
dem Weg dorthin vom Mediator unterstützt.<br />
So sind also die Parteien verantwortlich für<br />
den Inhalt der Mediation und der Mediator<br />
für den Prozess. Dahinter steckt der Gedanke,<br />
dass die Beteiligten eines Konfliktes<br />
oft selbst am besten wissen, wie er zu lösen<br />
sein kann. Im Gegensatz zum Gerichtsverfahren<br />
steht bei der Mediation die Frage<br />
der Schuld nicht im Vordergrund, sondern<br />
es geht darum, eine Lösung zu finden, die<br />
von allen getragen werden kann. Deshalb<br />
ist Mediation auch gerade dort sinnvoll, wo<br />
die beteiligten Parteien hinterher noch miteinander<br />
auskommen müssen, sei es am Arbeitsplatz<br />
oder in der Familie.<br />
Fünf Phasen der Vermittlung<br />
„Mit Mediation ist eine Win-Win-Lösung<br />
auch in fast ausweglosen Situationen möglich“,<br />
sagt die erfahrene Mediatorin Anita<br />
von Hertel. Allerdings braucht es dafür Zeit,<br />
sofort auf direktem Wege zu einer Lösung<br />
zu kommen, funktioniert nicht, sonst<br />
bräuchte man keine Mediation.<br />
Ein Mediationsprozess läuft laut Anita<br />
von Hertel üblicherweise in fünf Phasen ab:<br />
u Phase 1: Auftragsklärung – von der Mediationsidee<br />
bis zum Auftrag.<br />
u Phase 2: Liste der Themen besprechen –<br />
zuhören, zuhören, zuhören.<br />
u Phase 3: Positionen auf dahinterliegende<br />
Interessen untersuchen – Worum<br />
geht es „eigentlich“?<br />
u Phase 4: Heureka! Ich habe es gefunden!<br />
Ideen entwickeln, Lösungsoptionen beleuchten.<br />
u Phase 5: Abschlussvereinbarung.<br />
Gerade die Phase der Auftragsklärung<br />
ist sehr wichtig. Hier wird zunächst geklärt,<br />
ob eine Mediation gelingen kann, also eine<br />
Mediationsreife vorhanden ist, oder ob besser<br />
ein Coaching, eine Psychotherapie oder<br />
ein Teamtraining in der speziellen Situation<br />
geeignet sind. Einigt man sich auf den Mediationsauftrag,<br />
müssen bei der Auftragsklärung<br />
alle Beteiligten das Gefühl haben,<br />
sie werden verstanden und ernst genommen.<br />
<strong>Der</strong> Auftragstext für die Mediation wird<br />
so lange bearbeitet, bis alle damit einverstanden<br />
sind.<br />
In Phase 2 geht es dann darum, zu besprechen,<br />
was wer womit wie genau gemeint<br />
hat. Und in Phase 3 wird untersucht,<br />
was den Beteiligten wichtig ist, worum es<br />
insgesamt geht, was hinter den Positionen<br />
an Bedürfnissen und Interessen steckt.<br />
„Wenn die Brücke der Verständigung in<br />
Phase 3 entstanden ist, dann sprudeln Lösungsideen<br />
häufig wie von selbst – und<br />
dann sind sie auch oft nicht mehr gegeneinander<br />
gerichtet“, erklärt Anita von Hertel.<br />
Zeit also für Phase 4, in der (mindestens)<br />
eine Lösungsidee entwickelt wird, die allen<br />
Beteiligten zusagt. Die Abschlussvereinbarung<br />
kann dann schriftlich, mündlich, mit<br />
Handschlag oder auch mit einer notariellen<br />
Beurkundung festgehalten werden – je<br />
nachdem, wie es die Beteiligten wünschen.<br />
Wird eine notarielle Beurkundung vorgenommen,<br />
kann das Verhandlungsergebnis<br />
vom Notar „für vollstreckbar“ erklärt<br />
werden, das heißt, man kann damit auch<br />
zum Gerichtsvollzieher gehen.<br />
Übrigens kann auch jede Partei bis zum<br />
Schluss die Gespräche abbrechen und zum<br />
Beispiel vor ein richtiges Gericht gehen.<br />
Und auch der Mediator selber kann die Mediation<br />
beenden, wenn er der Auffassung<br />
ist, eine Einigung der Parteien sei nicht zu<br />
erwarten.<br />
t Alexandra Höß<br />
30 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
A K A D E M I E<br />
S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />
Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />
„Führerschein für Reinigungsmaschinen“ in Köln und Hannover<br />
NEU<br />
Zielgruppe:<br />
HWL/HBL und Reinigungskräfte<br />
„Sage es mir, und ich vergesse es<br />
zeige es mir, und ich erinnere mich<br />
lasse es mich tun, und ich behalte es.“<br />
Nach diesem Motto des chinesischen Weisen Konfuzius darf im Schulungszentrum<br />
probiert werden, wie es ist, mit verschiedenen Reinigungsmaschinen<br />
umzugehen. Die unterschiedlichsten Bodenbeläge stehen zur Ver -<br />
fügung. Nach einer etwa zwei- bis dreistündigen Einführung geht es an die<br />
Maschinen. Am Ende wird der Führerschein überreicht – eine sehr praxisnahe<br />
Veranstaltung mit Aha-Effekt und Zeit zum Austausch.<br />
Inhalte:<br />
• Staubsauger und deren Kabel richtig bedienen<br />
• Pad-Farbkunde und die passenden Böden dazu erkennen<br />
• Einscheibenmaschinen sicher beherrschen und anwenden (mit Slalom)<br />
• Scheuersaugmaschine – Einblicke ins Innenleben<br />
• Kleine Reparaturen erlernen sowie Kniffe für die Reinigung der Scheuersaugmaschinen<br />
• Bürsten zuordnen können<br />
• Berücksichtigung der Folgekosten und Logistik!<br />
Termin, Ort und Zeiten:<br />
18. April 2012 in Köln,<br />
19. September 2012 in Hannover,<br />
jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />
Gebühr:<br />
Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> oder <strong>rhw</strong> praxis sowie<br />
Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft e. V. 89,– Euro inkl. MwSt., sonst<br />
109,– Euro inkl. MwSt. Frühbucherrabatt bis zwei Monate vor dem Seminar:<br />
69,– Euro inkl. MwSt. (Abonnenten und Berufsverbands-Mitglieder), sonst<br />
89,– Euro inkl. MwSt.<br />
Referent:<br />
Uwe Richter, Numatic International GmbH<br />
„Wischsysteme und deren Kosten im Fokus“ in München<br />
NEU<br />
Zielgruppe:<br />
HWL/HBL und Reinigungskräfte<br />
In diesem Seminar erhalten Sie zahlreiche Impulse für Ihre Arbeit. Vor allem<br />
die Logistik, Waschkosten und das Gewicht von Moppbezügen spielen<br />
dabei eine entscheidende Rolle. Zudem werden Sie direkt auf drei bis vier<br />
nichttextilen Bodenbelägen selbst die Moppbezüge und Halter anwenden.<br />
• Eintauchen ins Reich der Fasern - Fasernkunde<br />
• Moppsysteme verstehen und an die Bodenvoraussetzungen anpassen<br />
• Fehler beim einstufigen Wischen vermeiden<br />
• Aufbereitung von Moppbezügen<br />
• Reinigungsflotte optimal und kosteneffizient ansetzen<br />
• Die neuen Systeme in der fachlichen Diskussion<br />
• Berücksichtigung der Folgekosten und Logistik!<br />
Termin, Ort und Zeiten:<br />
5. Juni 2012 in München, 16. Oktober 2012 in München,<br />
jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />
Gebühr:<br />
Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> oder <strong>rhw</strong> praxis sowie<br />
Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft e. V. 89,– Euro inkl. MwSt., sonst<br />
109,– Euro inkl. MwSt. Frühbucherrabatt bis zwei Monate<br />
vor dem Seminar: 69,- Euro inkl. MwSt. (Abonnenten<br />
und Berufsverbands-Mitglieder), sonst 89,– Euro<br />
inkl. MwSt.<br />
Referent:<br />
Uwe Richter, Numatic International GmbH<br />
„Weiterbildung zum / zur Hygienebeauftragten“ – einziger Termin in München 2012<br />
Seminarziel:<br />
Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus den Bereichen der stationären und<br />
ambulanten Altenpflege sowie Gemeinschaftseinrichtungen nach §33 und<br />
§36 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Mit der Benennung eines / einer Hygienebeauftragten<br />
kommen die genannten Einrichtungen ihrer Verpflichtung<br />
zur Eigenverantwortlichkeit und Eigenkontrolle nach, die ihnen durch die<br />
aktuelle Gesetzgebung (SGB, IfSG, PQSG, LMHV) zugeteilt worden ist.<br />
Nach Abschluss der Veranstaltung erhalten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat,<br />
das als Nachweis der erlangten Kenntnisse zu den Schulungsinhalten<br />
dient. Für die Einrichtungen dokumentiert es die fachgerechte Wahrnehmung<br />
ihrer gesetzlich festgeschriebenen Pflichten.<br />
Inhalte:<br />
• Aufgaben eines / einer Hygienebeauftragten • Rechtliche Grundlagen<br />
(z. B. Anforderungen des IfSG an Gemeinschaftseinrichtungen) • Prüfungen<br />
durch das Gesundheitsamt und den MDK, Beispiele für Beanstandungen<br />
• Elemente eines Hygieneplans, Umsetzungsprobleme und Anpassung von<br />
Hygienemaßnahmen • Personal-, Lebensmittel- und Wäschehygiene<br />
• Grundzüge der Mikrobiologie • Gefahrenanalyse (z. B. HACCP) • Maßnahmen<br />
bei Problemkeimen • MRSA / ORSA und Legionellen • Impfschutz,<br />
Hautschutzplan • Verfahren zur Reinigung und Desinfektion, Sterilisation<br />
• Umgang mit Desinfektionsmitteln und mögliche Gefahren • Risikoeliminierung<br />
und -minimierung • Schnittstelle Küche – Pflege • Abfallentsorgung<br />
Methoden:<br />
Vortrag, Diskussion, Beispielbearbeitung<br />
Termin, Ort und Zeiten:<br />
23. bis 27. April 2012 in München,<br />
Mo. 11.00 bis ca. 17.30 Uhr, Di. – Do. 9.00 bis ca. 17.30 Uhr,<br />
Fr. 9.00 bis ca. 16.30 Uhr<br />
Gebühr:<br />
Vorzugspreis für <strong>rhw</strong>- und <strong>rhw</strong> praxis-Abonnenten sowie<br />
Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft e. V. 799,–<br />
Euro, sonst 999,– Euro.<br />
Referent:<br />
Dr. med. vet. Dieter Bödeker, freiberuflich tätiger Hygieneberater<br />
für Alten- und Pflegeheime sowie für ambulante<br />
Pflegedienste<br />
Unser neuer Service für Sie: Durch eine Kooperation mit der Deutschen Bahn<br />
können Sie ab sofort für nur 99 Euro (Hin- und Rückfahrt) zu allen <strong>rhw</strong>-Veranstaltungen<br />
fahren! Infos unter www.vnm-akademie.de<br />
Foto: DB/Gerd Wagner
A K A D E M I E<br />
S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />
Weitere Seminare unter<br />
www.vnm-akademie.de<br />
„Die neue Krankenhaushygieneverordnung und ihre Auswirkungen auf Heime“ in Hannover<br />
Zielgruppe: Hauswirtschafts- und Küchenleitungen aus Heimen<br />
Problematik: Mehr als 500.000 Menschen pro Jahr infizieren sich in medizinischen<br />
Einrichtungen mit multiresistenten Erregern (MRE), 20.000 bis 40.000<br />
Krankheitsverläufe nehmen einen tödlichen Ausgang. Das geht aus dem Jahresbericht<br />
des baden-württembergischen Gesundheitsamtes hervor.<br />
Baden-Württemberg hat, wie einige andere Länder, bereits eine Landes-Hygiene-Verordnung,<br />
jetzt soll eine einheitliche Krankenhaushygieneverordnung<br />
von Bund und Ländern Hilfe im Kampf gegen die sogenannten „Krankenhauskeime“<br />
den Durchbruch bringen.<br />
Doch nicht nur Krankenhäuser und Kliniken sind von multiresistenten Erregern<br />
betroffen, auch in Heimen stellen sie ein zunehmend großes Problem dar. Doch<br />
einen krankenhausähnlichen Hygienestandard möchte man in Heimen, die ihren<br />
Bewohnern Heimat sein wollen, nicht haben.<br />
Kann die neue Verordnung hier helfen oder bringt sie nur strengere und bewohnerunfreundliche<br />
Anforderungen mit sich?<br />
Themen und Inhalte:<br />
• die Problematik multiresistenter Erreger<br />
• aktuelle Hygieneverordnungen und -empfehlungen für Heime<br />
• was ändert sich mit der neuen Krankenhaushygieneverordnung?<br />
• wie lassen sich die neuen Anforderungen bewohnerfreundlich umsetzen?<br />
Methoden: Vortrag, praktische Übungen mit Diskussion<br />
Termin, Ort und Zeiten: 29. Februar 2012 in Hannover,<br />
9.00 bis 17.00 Uhr<br />
Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />
Hauswirtschaft e.V. 179,– Euro, sonst sonst 199,– Euro.<br />
Referentin: Carola Reiner, CCR Unternehmensberatung<br />
„Diabetes<strong>management</strong> ohne Diabetikerprodukte“ in München und Münster<br />
Zielgruppe: Mitarbeiter/innen aus Pflege und Hauswirtschaft, Verantwortliche<br />
für den Bereich Ernährung<br />
Problematik: Diabetes mellitus ist weit verbreitet und nimmt immer noch rapide<br />
zu.<br />
Das zieht nicht nur für die Mitarbeiter/innen der Pflege entsprechende Konsequenzen<br />
nach sich, auch die Hauswirtschaft ist davon tangiert und herausgefordert.<br />
Nicht zuletzt ist der angemessene Umgang mit dem Diabetes der<br />
Bewohner/innen wesentlich eine Frage der Ernährung.<br />
Daher benötigen wir ein enges Zusammenspiel zwischen Hauswirtschaft und<br />
Pflege, ein Hand-in-Hand-Arbeiten. Dies umso mehr, wenn im Oktober 2012<br />
die Neuerungen der Diätverordnung greifen und spezielle Diabetikerprodukte<br />
wie Desserts, Kuchen oder Marmelade nicht mehr angeboten werden.<br />
Themen und Inhalte:<br />
• Grundlagen zum Diabetes Typ I und II<br />
• Welche Diabetesbehandlung macht Sinn?<br />
• Altersgerechte Ernährung: gibt es so etwas für Menschen mit Diabetes?<br />
• BE – Verteilung pro Tag: was sagt der MDK dazu?<br />
• Unterzuckerungen: Erkennen - Behandeln - Vermeiden<br />
• Spätkomplikationen und wie sie sich vermeiden lassen<br />
• diabetesgerechte Speiseplanung bei Hauptmahlzeiten und Zwischenverpflegung<br />
• welche Lebensmittel müssen berechnet werden?<br />
• welche Informationen braucht die Pflege von Hauswirtschaftkräften im Alltag?<br />
Methoden: Vortrag, praktische Übungen mit Diskussion<br />
Termin, Ort und Zeiten: 1. März 2012 in München,<br />
7. Mai 2012 in Münster, 9.00 bis 17.00 Uhr<br />
Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />
Hauswirtschaft e.V. 179,– Euro, sonst sonst 199,– Euro.<br />
Referentin: Carola Reiner, CCR Unternehmensberatung<br />
Zusatztermin<br />
in Münster!<br />
✃<br />
Anmeldecoupon per Fax (0 89) 318905-38 oder online unter www.vnm-akademie.de<br />
Anmeldung/Rücktritt: Nach Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen eine Eingangsbestätigung<br />
mit allen nötigen Informationen. Zur Begleichung der Seminargebühr<br />
erhalten Sie spätestens zum Anmeldeschlusstermin eine Rechnung, die<br />
gleichzeitig als An melde- bestätigung dient. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss<br />
Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr in Rechnung<br />
stellen. Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss, müssen wir<br />
30,– Euro Bearbeitungsgebühr erheben.<br />
Ihr Vorteil: Sie können in beiden Fällen eine Ersatzperson als Vertretung schicken.<br />
Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt., Tagungsunterlagen, -getränken, Kaffeepausen<br />
und Mittagessen, sofern nicht anders angegeben.<br />
Anmeldung<br />
Hiermit melde ich mich ver bindlich<br />
zum Seminar an<br />
❍ Führerschein für<br />
Reinigungsmaschinen<br />
❍ in Köln<br />
❍ in Hannover<br />
❍ Wischsysteme und deren Kosten<br />
im Fokus (in München)<br />
❍ 5. Juni 2012<br />
❍ 16. Oktober 2012<br />
❍ Weiterbildung zum<br />
Hygienebeauftragten<br />
❍ Die neue Krankenhaushygieneverordnung<br />
❍ Diabetes<strong>management</strong><br />
ohne Diabetikerprodukte<br />
❍ in München<br />
❍ in Münster<br />
■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />
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Mit meiner Unterschrift erkenne ich die genannten Bedingungen zu Anmeldung und Rücktritt an.<br />
Anmeldeschluss: jeweils 14 Tage vorher, sofern nicht anders angegeben.<br />
Absage: <strong>Der</strong> Veranstalter Verlag Neuer Merkur GmbH behält sich das Recht vor,<br />
die Seminare aus wichtigem Grund abzusagen. Änderungen und Irrtümer sowie<br />
Preisänderungen vorbehalten.<br />
Ansprechpartner:<br />
Ulrich Bartel, Telefon: (0 89) 31 89 05-54, Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />
Coupon ausschneiden, ggf. kopieren und einsenden an:<br />
Verlag Neuer Merkur, vnm-Akademie, Postfach 60 06 62, 81206 München<br />
■ Ja, ich bin damit einverstanden, dass Sie mich ggf. per E-Mail oder Telefon über weitere Verlagsangebote informieren.<br />
<strong>rhw</strong><br />
rationelle hauswirtschaft<br />
<strong>management</strong>
Report<br />
Ernährungsarmut im Alter<br />
Ernährungsprobleme im Alter wie Mangelerscheinungen oder<br />
Austrocknung sind bekannt. Doch die weit verbreitete Ernährungsarmut<br />
bei alten Menschen hat noch andere Gründe, wie<br />
Einsamkeit oder Fremdbestimmung durch die Mahlzeitenvorgaben<br />
im Altenheim. Auf der 13. Ernährungsfachtagung der<br />
Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Oktober in Kiel<br />
ging es um die besonderen Herausforderungen rund um die Ernährung<br />
im Alter.<br />
Fotos: Dorfner Catering, Alexandra Höß, Fotolia/GordonGrand<br />
Das Alter hat viele Gesichter, immerhin<br />
umfasst diese Lebensspanne Menschen<br />
von 65 bis 105 Jahren. Und die<br />
Bandbreite reicht von sportlich aktiven Senioren<br />
bis zu jenen, die den größten Teil<br />
des Tages im Pflegebett verbringen. Laut<br />
statistischem Bundesamt leben in Deutschland<br />
16 Millionen Menschen, die 65 Jahre<br />
oder älter sind, das sind derzeit 23 Prozent<br />
der Bevölkerung. Und die Gruppe der 80-<br />
jährigen ist die Generation, die laut WHO<br />
weltweit am schnellsten zunimmt. <strong>Der</strong>zeit<br />
sind über 500.000 Menschen in Deutschland<br />
älter als 90 Jahre, etwa 10.000 sind<br />
über 100 Jahre alt. „<strong>Der</strong> Bundespräsident<br />
verteilt heute nur noch Schecks an die über<br />
105-Jährigen, weil es ihm zu teuer geworden<br />
ist, die 100-Jährigen mit einem Scheck<br />
zu beehren“, so Anne von Laufenberg-<br />
Beermann von der Bundesarbeitsgemeinschaft<br />
der Seniorenorganisationen (BAG-<br />
SO), die auf der Ernährungsfachtagung<br />
über das Thema Ernährungsarmut im Alter<br />
referierte.<br />
Rund 70 Prozent der älteren Menschen<br />
lebt zu Hause und wird von Angehörigen<br />
gepflegt, die sind oft selber schon im Rentenalter.<br />
Bei den über 90-Jährigen ist bereits<br />
ein Drittel an Demenz erkrankt. Stellt<br />
sich die Frage, wer in Zukunft die wachsende<br />
Zahl der Hochbetagten pflegen soll?<br />
„In Japan gibt es bereits die computergesteuerte<br />
Seniorenbetreuung. Hier werden<br />
Kuschelroboter an die Senioren verteilt.<br />
Diese überwachen die Senioren und geben<br />
beispielsweise Meldung an die Zentrale,<br />
wenn ihr Besitzer morgens nicht aufsteht“,<br />
berichtet die BAGSO-Vertreterin.<br />
Ernährungsverhalten<br />
ändert sich drastisch<br />
Anne Laufenberg-Beermann von der<br />
BAGSO stellte die verschiedenen Dimensionen<br />
der Ernährungsarmut im Alter vor<br />
Alleinlebende Senioren sind besonders<br />
gefährdet im Hinblick auf Ernährungsarmut.<br />
Und diese Ernährungsarmut umfasst weit<br />
mehr als körperliche Mangelerscheinungen<br />
durch Fehlernährung. So fehlt bei Alleinlebenden<br />
häufig die soziale Dimension des<br />
Lebens. „Eingeschränkt sind aus meiner<br />
Sicht auch der Genuss, die Befriedigung,<br />
die Lust, die Fülle und die Liebe zum Essen“,<br />
so von Laufenberg-Beermann.<br />
Die europäische Studie „Food in Later<br />
Life“ zeigte deutlich, dass sich das Ernährungsverhalten<br />
von alleinlebenden oder<br />
hinterbliebenen Personen oft drastisch ändert,<br />
weil der geliebte Partner, der versorgt<br />
wurde, nicht mehr da ist. Eine weitere Dimension<br />
von Ernährungsarmut im Alter ist<br />
die geringe emotionale Sicherheit und ein<br />
niedriges Selbstwertgefühl. So ist die emotionale<br />
Sicherheit stark gefährdet, wenn die<br />
Fremdbestimmtheit im Alter wieder zunimmt,<br />
beispielsweise durch den Einzug in<br />
eine Pflegeeinrichtung. Wenn ältere Menschen<br />
sich im Heim mental unterordnen<br />
müssen, ist das ein erheblicher Lebensqualitätsverlust.<br />
Selbst bestimmen können<br />
sie dann nur noch in geringem Maße, beispielsweise,<br />
wenn sie sich zwischen Reis<br />
und Kartoffeln beim Mittagessen entscheiden<br />
können.<br />
Leistungsfähigkeit ist<br />
ganz unterschiedlich<br />
Für viele bedeutet das Alter eine Schreckensbotschaft.<br />
Doch das muss nicht sein.<br />
„Wir sehen, dass man mit 80 noch Queen<br />
oder Papst sein kann oder, dass man mit<br />
bald 108 Jahren noch auf der Bühne stehen<br />
kann wie Johannes Heesters“*, sagt Anne<br />
von Laufenberg-Beermann. Dennoch wird<br />
mit zunehmendem Alter die Mobilität eingeschränkt.<br />
Rund fünf Millionen Menschen<br />
leiden an Arthrose, Arthritis oder Osteoporose.<br />
Auch die Feinmotorik lässt nach, häufig<br />
treten Sehschwierigkeiten auf, es kommt<br />
zu Hörproblemen und Schwindel.<br />
Ein ganz gravierendes Problem sind die<br />
zunehmenden Kau- und Schluckbeschwerden.<br />
Oft sind diese durch Zahnprobleme,<br />
Prothesenprobleme oder Operationen im<br />
Rachenraum, Speiseröhren- bzw. Kiefernbereich<br />
verursacht. Auch die Wirkung von<br />
Medikamenten kann entscheidend sein. Gerade<br />
Psychopharmaka oder Medikamente,<br />
die bei demenziellen Veränderungen eingenommen<br />
werden, können großen Einfluss<br />
auf Kau- und Schluckbeschwerden haben<br />
und zudem einen Flüssigkeitsmangel<br />
bewirken, weil sie ein vermindertes Trinkbedürfnis<br />
fördern.<br />
50 bis 60 Prozent der Senioren in Altenhilfeeinrichtungen<br />
sind demenziell verändert.<br />
Die richtige Ernährung für diese Per-<br />
* Johannes Heesters starb am 24. 12. 2011 im Alter von 108 Jahren<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 33
Report<br />
sonengruppe ist eine große Herausforderung<br />
für alle, die in diesen Einrichtungen<br />
arbeiten. Eine noch größere Herausforderung<br />
sieht die BAGSO jedoch in der Versorgung<br />
der demenziell veränderten Menschen,<br />
die in den Familien versorgt werden.<br />
Zusammenfassend kann man sagen,<br />
dass die Leistungsfähigkeit im Alter sehr<br />
unterschiedlich ist. „Je älter die Menschen<br />
werden, umso weniger sagt die Anzahl der<br />
Jahre etwas über die Fähigkeiten, Fertigkeiten,<br />
Verhaltens- und Erlebnisweisen aus.<br />
Altern ist stets das Ergebnis eines lebenslangen<br />
Prozesses mit ureigensten Erfahrungen“,<br />
ist sich die Alterforscherin Prof.<br />
Ursula Lehr sicher.<br />
Die beste Prophylaxe gegen Ernährungsarmut<br />
im Alter ist übrigens Ernährungsarmut<br />
im Kindesalter zu verhindern.<br />
„Wer schlechtere Karten in seinem Leben<br />
hat, lebt nicht so lange wie eine besser gestellte<br />
Person“, so von Laufenberg-Beermann.<br />
Daher verwundert es auch nicht,<br />
dass in besonderer Weise von Ernährungsarmut<br />
Menschen mit geringem Einkommen,<br />
mit geringem Bildungsniveau sowie alleinlebende<br />
Menschen betroffen sind.<br />
Was verändert sich am Alter?<br />
Ernährungsprobleme im Alter sind häufig<br />
auf physiologische Altersveränderungen<br />
zurückzuführen. Bei 80-Jährigen ist oft eine<br />
Altersanorexie mit Gewichtsverlust festzustellen.<br />
Dies kann mit einer mangelnden<br />
Magendehnung zusammenhängen. Dieser<br />
Aspekt wurde laut Laufenberg-Beermann<br />
lange nicht berücksichtigt. Es kann also bedeuten,<br />
dass Senioren in einer Einrichtung<br />
mit drei Mahlzeiten plus Apfel und Joghurt<br />
nicht zurechtkommen. Die Mahlzeitenfrequenz<br />
müsste in diesen Fällen erhöht und<br />
die Portionsgröße reduziert werden, weil<br />
die Magendehnung nicht mehr im gewohnten<br />
Maß gegeben ist. Bei nur drei<br />
Mahlzeiten wird zu wenig gegessen und es<br />
kommt automatisch zu einer Nährstoffunterversorgung.<br />
Eine weitere Veränderung im Alter ist<br />
der niedrigere Energiebedarf. Ausnahmen<br />
sind hier die demenziellen Läufer, deren<br />
Bedarf drastisch steigt. <strong>Der</strong> Nährstoffbedarf<br />
ändert sich jedoch bei älteren Menschen<br />
nicht, daher ist ein besonderes Augenmerk<br />
auf die Nährstoffdichte zu legen.<br />
„In Diskussionen mit Multiplikatoren in Senioreneinrichtungen<br />
stellen wir immer wieder<br />
fest, dass dieses Bewusstsein nicht<br />
ausreichend vorhanden ist“, sagt von Laufenberg-Beermann.<br />
Auch das Durstempfinden lässt bei älteren<br />
Menschen nach, ebenso die Nierenarbeit.<br />
Das Durstempfinden kann einmal<br />
durch die Medikamenteneinnahme negativ<br />
beeinflusst werden aber auch durch das im<br />
Kindesalter erlernte Ernährungsverhalten.<br />
Früher galt in vielen Familien die Regel:<br />
„Beim Essen wird nicht getrunken.“ Doch<br />
gerade für Personen mit Kau- und Schluck-<br />
Brauchen Senioren Supplemente?<br />
Können sich Senioren im Alter bedarfsgerecht<br />
ernähren oder brauchen sie Supplemente?<br />
Diese Frage versuchte DGE-<br />
Präsident Prof. Dr. Helmut Heseker auf<br />
der Ernährungsfachtagung in Kiel zu beantworten.<br />
Zunächst stellte er fest, dass<br />
derzeit die Lebenserwartung immer noch<br />
ansteigt, wir werden auch immer gesünder.<br />
Gründe dafür seien einmal der medizinisch-technische<br />
Fortschritt, aber<br />
auch die bessere Ernährung und der gesündere<br />
Lebensstil. „Noch nie hatten wir<br />
so viel frische Lebensmittel wie Obst und<br />
Gemüse ganzjährig zur Verfügung wie<br />
heute, das ist erst seit einer Generation<br />
so“, sagte Heseker.<br />
Allerdings gibt es im Alter auch vielfältige<br />
Risikofaktoren für den Ernährungsstatus.<br />
So leiden 28 Prozent aller Senioren<br />
unter Zahnverlust oder Kaubeschwerden,<br />
so dass Vollkornprodukte<br />
oder Obst und Gemüse oftmals viel zu wenig<br />
gegessen werden. Eine Verminderung<br />
des Stoffwechsels und eine Abnahme der<br />
Glucosetoleranz führen dazu, dass große<br />
Nahrungsmengen nicht mehr toleriert<br />
werden.<br />
Über ein Viertel der Senioren hatten<br />
schon einmal eine Gastritis, dies bedeutet<br />
dass weniger Magensäure gebildet<br />
wird. Daraus kann ein Mangel an Intrinsic<br />
Factor entstehen, wodurch das mit der<br />
Nahrung zugeführte Vitamin B 12 nicht<br />
mehr aufgenommen werden kann und ein<br />
Mangel an diesem Vitamin mit Folgen wie<br />
Anämie, Verdauungsbeschwerden und<br />
DGE-Präsident Prof. Dr. Helmut Heseker:<br />
„Ab 75 ist nahezu alles erlaubt,<br />
was gern gegessen wird.“<br />
auch Depressionen entstehen kann. Auch<br />
nimmt der Energiebedarf zwischen dem<br />
25. und 75. Lebensjahr um 25 Prozent ab,<br />
die Folge ist geringerer Appetit. <strong>Der</strong> Bedarf<br />
an essenziellen Nährstoffen bleibt<br />
jedoch gleich, dementsprechend ist eine<br />
höhere Nährstoffdichte erforderlich.<br />
Betrachtet man hingegen die Ernährungssituation<br />
in Altenhilfeeinrichtungen,<br />
zeigte sich beispielsweise in der ErnS-<br />
TES-Studie, dass die Ernährungsempfehlungen<br />
der DGE nur von 60 Prozent der<br />
befragten Heime berücksichtigt wurden,<br />
der Rest kannte sie gar nicht. „In Altenhilfeeinrichtungen<br />
haben wir ganz viele<br />
Probleme mit Vitaminen und Mineralstoffen“,<br />
berichtet Prof. Dr. Heseker. Für<br />
die Mehrzahl der untersuchten Vitamine<br />
und Mineralstoffe wurden die Referenzwerte<br />
unterschritten, lediglich die Werte<br />
für Vitamin A und Niacin wurden im<br />
Durchschnitt erreicht. Es wird zu wenig<br />
Obst und Gemüse (inklusive Säfte) und<br />
zu wenig Fisch gegessen. Auffällig war,<br />
dass bei einem günstigeren Personalschlüssel<br />
die Versorgung besser war. Das<br />
lässt darauf schließen, dass in diesen Fällen<br />
mehr betreuungsintensive Lebensmittel<br />
wie geschnittenes Obst und Gemüse<br />
angeboten wurden. Weitere Ergebnisse:<br />
in kleinen Einrichtungen war die<br />
Versorgung oft besser und – eigentlich<br />
nicht verwunderlich – wenn das Ernährungswissen<br />
des Personals schlecht war,<br />
war auch die Ernährungssituation der Bewohner<br />
schlecht. <strong>Der</strong> Tagessatz hatte jedoch<br />
keinen Einfluss auf die Nährstoffversorgung.<br />
Zum Thema Supplemente rät Prof. Dr. Heseker:<br />
„Bei Vitamin D brauchen wir ein<br />
Präparat, ansonsten wäre es gut, morgens<br />
einen Multivitaminsaft anzubieten<br />
oder auch eine Brausetablette mit einem<br />
breiten Spektrum an Vitaminen und Mineralstoffen.“<br />
Generell seien Multivitaminpräparate<br />
besser als Präparate mit einem<br />
einzelnen Vitamin oder Mineralstoff<br />
mit Ausnahme von Vitamin D. Ansonsten<br />
gilt: „Ab 75 ist nahezu alles erlaubt, was<br />
gern gegessen wird“. Wichtig sei, dass<br />
man überhaupt genug isst, was schwierig<br />
genug ist, wenn der Appetit nachlässt<br />
und gesundheitliche Einschränkungen<br />
hinzu kommen.<br />
34 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
Report<br />
Saftwagen für Bewohner<br />
Im Dr.-Julius-Flierl-Seniorenheim in Marktleugast (Oberfranken)<br />
gibt es seit Mitte 2011 eine neue Attraktion: die Saftkarre von<br />
Betriebsküchenleiter Frank Aurich. Mit diesem selbstgebauten<br />
Gefährt, das aus einem kleinen Holzwagen und einer Saftpresse<br />
darauf besteht, besucht er regelmäßig die Stationen des Seniorenheims<br />
und bringt den Bewohnern Obststücke und frisch<br />
gepressten Fruchtsaft. „Die Idee hatte ich während einer Fortbildung,<br />
als ich nach einer Möglichkeit gesucht habe, ältere Menschen<br />
spielerisch mit ausreichend Flüssigkeit, Vitaminen und<br />
Mineralstoffen zu versorgen“, erklärt Frank Aurich. Häufig trinken<br />
Senioren zu wenig und müssen auch einmal animiert werden,<br />
zwischendurch ein Stück Obst zu essen. Daher bringt Frank<br />
Aurich das Obst einfach zu den Heimbewohnern. „Ich spreche<br />
mit den Ergotherapeuten des Hauses ab, wann ich die Stationen<br />
besuchen kann“, sagt Frank Aurich und fährt fort: „Es hat sich erwiesen,<br />
dass sich der frühe Nachmittag am besten eignet, um<br />
möglichst viele Bewohner zu erreichen.“ <strong>Der</strong> Saftwagen ist ein<br />
Zusatzangebot von Dorfner Catering für die Bewohner im Seniorenheim<br />
Marktleugast.<br />
beschwerden ist es wichtig, trockene Lebensmittel<br />
wie Brot stärker einzuspeicheln,<br />
daher ist Trinken beim Essen so notwendig.<br />
Oft schränken Senioren ihre Trinkmenge<br />
auch ein, weil der Toilettengang für sie beschwerlich<br />
ist. Eine Folge von mangelndem<br />
Trinken kann dann Obstipation sein.<br />
Studien zeigen, dass bei Menschen im<br />
höheren Alter generell ein Mangel an Kohlenhydraten,<br />
Ballaststoffen, Vitamin D, Folsäure<br />
und Kalzium festzustellen ist. Die Hautsynthese<br />
von Vitamin D im Alter lässt nach,<br />
daher ist zu prüfen, ob Supplemente nötig<br />
sind (siehe auch Aktuelles und Kasten).<br />
Oft erschreckender<br />
Ernährungszustand<br />
Oft ist der Status von Senioren, die in<br />
eine Altenhilfeeinrichtung eingeliefert werden,<br />
weil sie zu Hause nicht mehr zurechtkommen,<br />
erschreckend. Sie haben häufig<br />
einen ausgeprägten Nährstoffmangel und<br />
Untergewicht. Meist haben Hausarzt oder<br />
pflegende Angehörige die Situation nicht<br />
erkannt. Zwar erhält der alte Mensch, der<br />
noch zu Hause lebt, Essen auf Rädern und<br />
bekommt Medikamente verabreicht. Aber<br />
was im Kühlschrank steht oder was gegessen<br />
wird, wird nicht festgestellt, weil es<br />
nicht zu den Aufgaben eines sozialen Dienstes<br />
gehört und das Personal dafür auch keine<br />
Zeit hat. Ein Blick nach Schweden zeigt,<br />
dass es hier mit dem „Dorfschwestern-Modell“<br />
ein interessanter Ansatz zur Betreuung<br />
von zu Hause lebenden Senioren gibt.<br />
Ältere Menschen, die alleine leben und keine<br />
Angehörigen haben, werden automatisch<br />
regelmäßig betreut. Dorfschwestern<br />
besuchen sie zu Hause und beobachten<br />
auch die Ernährungssituation, die Vorratshaltung<br />
oder die Möglichkeiten zur Nahrungszubereitung.<br />
Dies gibt es in Deutschland<br />
nicht.<br />
Wenn Senioren in eine Altenhilfeeinrichtung<br />
kommen, zeigen sich vermehrt Depressionen.<br />
<strong>Der</strong> Verlust der Selbstständigkeit<br />
führt zu psychischen Veränderungen,<br />
zu Resignation. Die Senioren bewegen sich<br />
weniger und haben auch weniger Appetit.<br />
„Essen wird auch verweigert, um Aufmerksamkeit<br />
zu erzielen und um sich wenigstens<br />
eine Entscheidungsmöglichkeit zu erhalten:<br />
ich esse oder ich esse nicht“, sagt<br />
Anne von Laufenberg-Beermann. Essen<br />
wird damit zur letzten Bastion der Selbstständigkeit<br />
und Selbstkontrolle.<br />
Altersarmut wird ein Problem<br />
Wie sieht es nun mit der wirtschaftlichen<br />
Lage der Senioren aus? Auch hier ist<br />
die Situation sehr heterogen. Während viele<br />
Senioren über ein Vermögen verfügen,<br />
besitzen andere gar nichts. Allerdings ist<br />
der Anteil letzterer heute noch verhältnismäßig<br />
klein. Das wird sich nach Ansicht der<br />
BAGSO in den nächsten 15 bis 20 Jahren<br />
ändern. „Altersarmut wird für rund 20 Prozent<br />
der Bevölkerung ein Problem werden“,<br />
prognostiziert von Laufenberg-Beermann.<br />
Ein Grund dafür ist, dass sich große Teile<br />
des Arbeitsmarktes im gering entlohnten<br />
Bereich abspielen, gerade Frauen arbeiten<br />
häufig über Jahrzehnte als 400-Euro-<br />
Kraft. Hinzu kommen eine Absenkung des<br />
Rentenniveaus sowie die derzeit unsichere<br />
Wirtschaftsentwicklung. Daher sieht die<br />
BAGSO auch Handlungsbedarf bei der Verbesserung<br />
der privaten Vorsorge in den unteren<br />
Einkommensgruppen sowie in der<br />
Gewährleistung der sozialen Grundsicherung.<br />
Ein weiteres sehr wichtiges Handlungsfeld:<br />
es werden dringend Modelle für<br />
personengerechte Betreuungs- und Dienstleistungsangebote<br />
besonders für alleinlebende<br />
Senioren in ihrem häuslichen Umfeld<br />
gebraucht. Hier bedarf es neuer Angebote,<br />
die es heute noch nicht gibt, und<br />
die doch ein hervorragendes Betätigungsfeld<br />
für die Hauswirtschaft wären!<br />
t Alexandra Höß<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 35
Report<br />
Familien-Brunch –<br />
von der Idee bis zum Ziel<br />
Die stellv. Hauswirtschaftsleiterin Angelika Lipps hat sich für<br />
ihre Meisterprüfung etwas ganz Besonderes ausgedacht: In ihrem<br />
Altenpflegeheim St. Martin in Appenweier veranstaltete sie<br />
einen Mehrgenerationen-Brunch. <strong>Der</strong> Tag war ein voller Erfolg,<br />
die über 200 Besucher und Heimbewohner begeistert. Was dazu<br />
alles nötig war, welche Schwierigkeiten es auf dem Weg dorthin<br />
gab und wie diese gemeistert wurden, beschrieb sie in ihrem<br />
Arbeitsprojekt. Einen kleinen Einblick gibt sie uns hier.<br />
Berechnen Sie die Kosten im Rahmen<br />
des zur Verfügung stehenden Budgets.<br />
Erstellen Sie eine Arbeitszeitkalkulation.“<br />
So lautete meine Aufgabe im<br />
Rahmen der Meisterprüfung im Beruf Hauswirtschafter/Hauswirtschafterin.<br />
Mein Arbeitsprojekt<br />
war ein Familienbrunch im Altenpflegeheim<br />
St. Martin. Ein Familienbrunch,<br />
der sogenannte Mehrgenerationen-Brunch,<br />
ist eine Veranstaltung, bei der<br />
Jung und Alt zusammen kommen und gemeinsam<br />
genießen.<br />
Die Bewohner des Altenpflegeheims<br />
feiern sehr gerne Feste. Bei solchen Gelegenheiten<br />
werden bei ihnen alte Erinnerungen<br />
wach und sie vergegenwärtigen<br />
sich mit großer Freude Erlebnisse aus vergangenen<br />
Zeiten. <strong>Der</strong> Brunch sollte an einem<br />
Sonntag stattfinden, einem Tag, an<br />
dem die Bewohner sich mit ihrer Familie<br />
treffen und sich austauschen können.<br />
Die Vorbereitung: Einladungen,<br />
Essen, Wetter<br />
Bereits Anfang Februar 2011 hatte ich<br />
mit Pflegedienstleiterin Wibke Haas, Hauswirtschaftsleiterin<br />
Magdalena Huber und<br />
unserem Geschäftsführer und Heimleiter<br />
Thomas Ritter ein Gespräch, um abzuklären,<br />
ob ich mein Meisterprojekt in unserem<br />
Hause durchführen darf. Mein Vorschlag,<br />
einen Familienbrunch zu planen und zu organisieren,<br />
stieß bei ihnen auf große Begeisterung.<br />
Sie sicherten ihre Unterstützung<br />
zu und der Brunch-Termin wurde auf<br />
den 29. Mai 2011 gelegt. Da mein Meisterprojekt<br />
gleichzeitig das Sommerfest 2011<br />
darstellte, war eine enge Zusammenarbeit<br />
mit der Heimleitung erforderlich.<br />
Die Einladung wurde von mir bis Mitte<br />
April am Computer vorbereitet. Ich wählte<br />
als Bildmotive Blumen aus, die als Symbole<br />
für die komplette Veranstaltung verwendet<br />
wurden. Diese immer wiederkehrenden<br />
Bilder wurden das Markenzeichen<br />
für den Familienbrunch.<br />
Das Budget betrug zehn Euro pro Person.<br />
Mit der detaillierten Planung konnte<br />
ich erst beginnen, nachdem die genaue<br />
Teilnehmerzahl bestimmt wurde, also zehn<br />
Tage vor Beginn.<br />
Ich stellte für mich eine Checkliste zusammen,<br />
um alle Punkte, an die man bei<br />
solch einer Organisation denken muss,<br />
festzuhalten. Diese arbeitete ich Schritt für<br />
Schritt durch. Dabei standen mir der Heimleiter,<br />
die Hauswirtschaftsleitung mit dem<br />
Küchenteam, der Haustechniker und das<br />
Verwaltungsteam zur Seite.<br />
Brot – auch für Menschen<br />
mit Schluckbeschwerden<br />
In der Küchenbesprechung wurden alle<br />
Speisen abgeklärt, allerdings immer mal<br />
wieder umgestellt und verändert. Zum einen<br />
sollte es ein kaltes Buffet geben, unter<br />
anderem bestehend aus Brötchen, Baguette,<br />
Butter, verschiedenen Marmeladen,<br />
Müsli, Joghurt, Obstsalat, Ei, Wurst,-<br />
Käse- und Fischplatten, verschiedenen Salate,<br />
Kleingebäck aus Blätter- und Hefeteig<br />
sowie Hähnchenschlegel. Zum anderen ein<br />
warmes Mittagessen, welches Suppe, Gulasch,<br />
Gemüse, Teigwaren, Spargel und<br />
neue Kartoffeln enthielt. Das Ganze wurde<br />
durch Dessertspeisen – beispielsweise Erdbeeren<br />
oder Joghurtschnitten – ergänzt.<br />
Außerdem gab es Schluckbeschwerde-<br />
Kost: selbstgebackenes Schluckbeschwerde-Brot,<br />
dazu zwei bis drei Aufstriche, warmes<br />
passiertes Fleisch und Gemüse und als<br />
Dessert einen Schluckbeschwerde-Kuchen.<br />
Beim Rezept für das Brot für Menschen mit<br />
Schluckbeschwerden handelt es sich um<br />
ein Hausrezept, in das wir viele Stunden<br />
beim Experimentieren verwendet haben.<br />
Das Brot ist weicher und feuchter als normales<br />
Brot und hat keine Rinde. Es besteht<br />
zur Hälfte aus Dinkelmehl und Vollkornmehl.<br />
Die Resonanz unserer Bewohner mit<br />
Schluckbeschwerden ist sehr gut, ob mit<br />
einem süßen Aufstrich (Marmelade, Gelee)<br />
oder einem herzhaften Aufstrich (Frischkäse<br />
mit frischen Kräutern verfeinert, Salamiaufstrich)<br />
oder einer Lachsmousse. Für<br />
uns in der Küche bedeutet es auch, dass<br />
Fotos: Altenpflegeheim St. Martin<br />
36 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
Report<br />
Checkliste – damit auch ja nichts vergessen wird!<br />
Wer kann mir helfen?<br />
Wer macht die Einladungen? Wer verschickt die Einladungen?<br />
Rückmeldung bis wann? Wer nimmt die Rückmeldungen entgegen?<br />
Dekoration?<br />
Tischdecken?<br />
Welche Getränke werden angeboten?<br />
Wollen wir Hintergrundmusik?<br />
Wie viel Geschirr, Besteck und Gläser haben wir?<br />
Welche Speisen bitten wir an? Schluckbeschwerde-Kost nicht vergessen!<br />
Wie viele Tische haben wir?<br />
Reicht unser Platz (Räumlichkeiten) auch bei schlechtem Wetter?<br />
Wie empfangen wir unsere Gäste?<br />
Wo wird das Büfett aufgebaut?<br />
Kalte und warme Speisen an einem Ort oder getrennt?<br />
Reichen die Kühlmöglichkeiten aus?<br />
Wie kühlen wir die Speisen am kalten Büfett und am Dessertbüfett?<br />
Presse?<br />
wir bei diesem Brot keinen Abfall haben<br />
(denn die Rinde muss nicht weg geschnitten<br />
werden).<br />
<strong>Der</strong> Countdown läuft<br />
Neun Tage vor dem Brunch fand mit<br />
dem Küchenteam erneut eine Besprechung<br />
statt. Es wurden die Speisen nochmals<br />
durchgesprochen und endgültig festgelegt.<br />
<strong>Der</strong> von mir erstellte, detaillierte Arbeitsplan<br />
ab Samstagmittag wurde geklärt. Erst<br />
ab Samstag wurde mit der Vorbereitung<br />
begonnen, da alle Speisen frisch zubereitet<br />
werden sollten.<br />
Ich fertigte die Speisekarte und die Aufsteller<br />
für das Büfett mit dem Computer an<br />
und gab sie weiter in die Verwaltung zum<br />
Drucken und Schneiden. Eine Speisekarte<br />
sollte auf jedem Tisch stehen, so dass jeder<br />
Gast sich am Tisch informieren konnte,<br />
was angeboten wurde.<br />
Unser Haustechniker kümmerte sich<br />
um weitere Tische und Stühle. Gläser und<br />
Besteck für 204 Personen waren im Lager<br />
vorrätig, 200 Dessertteller wurden extern<br />
und kostenlos zur Verfügung gestellt.<br />
Auch eine Flötistin<br />
wurde an dem Tag<br />
eingeladen<br />
Erledigt<br />
In einer Wäscherei lieh ich Tischdecken<br />
aus. Bei der Gärtnerei bestellte ich gelbe<br />
Gerberablüten mit etwas grünem Beiwerk<br />
für Samstagmorgen. Die Gärtnerei stellte<br />
mir kostenlos kleine Vasen zur Verfügung.<br />
Mit der Haustechnik klärte ich ab, ob die<br />
Getränke – Sekt, Weißwein, Rotwein, Mineralwasser,<br />
Orangensaft und Apfelsaft –<br />
für diesen Tag ausreichend vorrätig waren.<br />
Da der Brunch teilweise draußen stattfinden<br />
sollte, verfolgte ich den Wetterbericht<br />
und organisierte noch weitere Sonnenschirme.<br />
Halb sechs Uhr morgens ging es los<br />
❏<br />
❏<br />
❏<br />
❏<br />
❏<br />
❏<br />
❏<br />
❏<br />
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❏<br />
❏<br />
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❏<br />
❏<br />
❏<br />
❏<br />
Am Brunchtag selbst begannen die<br />
Hauswirtschaftsleitung und ich um halb<br />
sechs Uhr mit der Arbeit. Da unsere Heimbewohner<br />
bis zehn Uhr nicht ohne Frühstück<br />
sein sollten, gab es am Morgen ein<br />
kleines Frühstück vorweg. Die Mitarbeiter<br />
der Küche kamen um acht Uhr und jeder<br />
wusste, was er zu tun hatte, da ich im Vorfeld<br />
einen Arbeitszeitplan erstellt hatte.<br />
Die Antipasti wurden gebraten, der<br />
Obstsalat gerichtet, die Erdbeeren geputzt,<br />
die Platten, ob Fisch, Schinken oder Käse,<br />
wurden gerichtet und von jeder Speise wurde<br />
eine Platte oder Schüssel schön ausdekoriert.<br />
Eine zweite Platte wurde, jeweils<br />
ohne Dekoration, im Kühlschrank aufbewahrt.<br />
Tomaten mit Mozzarella wurden vorbereitet,<br />
auf Platten gelegt und mit Basilikum<br />
garniert sowie Blattsalate geputzt.<br />
Trotz des normalen Tagesgeschäftes<br />
wurde in der Küche ganz ruhig nach Plan<br />
gearbeitet. Ich stand während des Brunchs<br />
hinter dem Büfett und bereiteten Crêpes,<br />
Rühreier, Speckeier und Nürnbergerle<br />
frisch zu. Zwei Mitarbeiterinnen überwachten<br />
das Büfett und reichten volle Platten<br />
nach. Sie sorgten auch für frisches Geschirr,<br />
neuen Kaffee sowie sonstige Getränke<br />
und räumten die schmutzigen Teller<br />
ab. Teilnehmer, die nicht am Familienbrunch<br />
teilnehmen konnten, bekamen ihr<br />
normales Mittagessen. Das warme Mittagessen<br />
war ab zwölf Uhr verfügbar. Eine<br />
Mitarbeiterin und ich schöpften das Essen<br />
nach den Wünschen der Gäste.<br />
Um 14 Uhr rief ich alle meine Kolleginnen<br />
aus der Küche, die Verwaltungsdamen,<br />
das Serviceteam sowie die Haustechnik zusammen<br />
und ging mit ihnen durch die Veranstaltungsräume.<br />
Ich stellte sie den Gästen<br />
vor und bedankte mich herzlich für ihre<br />
Mitarbeit. Ohne ihre Mithilfe wäre ein solcher<br />
Familienbrunch nicht durchführbar gewesen.<br />
Schwierigkeiten bei der<br />
Planung und Durchführung<br />
Das heiße Frühjahr hat es mir mit der<br />
Tischdekoration sehr schwer gemacht. Blumen,<br />
die ich mir als Dekoration vorstellte,<br />
konnte ich letztendlich nicht verwenden,<br />
da sie schon verblüht waren. Das hieß für<br />
mich, ich musste mich mit einer Gärtnerei<br />
zusammensetzen, die mir die Blumen kostengünstig<br />
anbot.<br />
Auch die Arbeitszeitkalkulation war<br />
sehr anspruchsvoll für diesen Familienbrunch,<br />
da am Samstag und Sonntag das<br />
übliche Tagesgeschäft erledigt werden<br />
musste.<br />
Die Tische für das Büffet wurden schon<br />
am Samstag aufgestellt. Wir hatten eine<br />
vorgesehene Stellfläche, da das kalte Büfett<br />
auch rollstuhlgerecht befahrbar sein<br />
sollte. Ich hatte einen Plan bei mir, wie das<br />
Büfett am Sonntag aufgestellt werden sollte.<br />
Am Sonntagmorgen musste ich feststellen,<br />
dass ein kleiner Tisch zusätzlich<br />
notwendig war, da es sonst zu eng wurde.<br />
Dies wurde dank meiner Kollegen, die sofort<br />
Hand anlegten, fast unbemerkt gelöst.<br />
Gesprächsthema Nummer Eins!<br />
Noch viele Tage danach war dieser<br />
Brunch das „Gesprächsthema Nummer 1“<br />
in unserem Haus. Die glücklich leuchtenden<br />
Augen der demenziell erkrankten Bewohner<br />
zeugten davon, dass sie sich wohlfühlten<br />
und dass dies ein ganz besonderer<br />
Tag für sie war. So konnte selbst eine Bewohnerin,<br />
die im Alltag Probleme hat, mit<br />
ihrem Trinkgefäß umzugehen, ihren Sekt<br />
im Stielglas unbeschadet genießen. Ebenso<br />
konnte ein anderer Bewohner, dessen<br />
Alltag von Schluckbeschwerden gekennzeichnet<br />
ist, ohne Beeinträchtigung Speisen<br />
vom Büffet genießen, die ihm seine<br />
Schwester reichte.<br />
t Angelika Lipps/<br />
Eva Maria Reichert<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 37
Report<br />
Ausgezeichnete Ernährung<br />
in 178 Hamburger Kitas<br />
Alle 178 Kitas der Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten<br />
gGmbH wurden im Dezember 2011 mit dem FitKid-Zertifikat<br />
für ihr vorbildliches Ernährungskonzept ausgezeichnet. Bundesministerin<br />
Ilse Aigner war persönlich nach Hamburg gekommen<br />
und überreichte die Auszeichnung an Traute Wolf, die<br />
zuständige Ökotrophologin sowie stellvertretend an 50 Hauswirtschaftsleiterinnen<br />
der Vereinigung.<br />
Großer Bahnhof für die feierliche Verleihung<br />
des FitKid-Zertifikats: Im großen<br />
Festsaal des Hamburger Rathauses<br />
fanden sich Bundesernährungsministerin<br />
Ilse Aigner, die Präsidentin der<br />
Hamburgischen Bürgerschaft Carola Veit<br />
und Prof. Ulrike Arens-Azevêdo von der<br />
Deutschen Gesellschaft für Ernährung<br />
(DGE) ein, um die Kitas für die erfolgreiche<br />
Umsetzung der „DGE-Qualitätsstandards<br />
für die Verpflegung in Tageseinrichtungen<br />
für Kinder“ auszuzeichnen. „Die Vereinigung<br />
ist ein Vorbild für Kita-Träger in ganz<br />
Deutschland. Dies ist ein Leuchtturmprojekt,<br />
das auch andere motivieren sollte“,<br />
zeigte sich Ilse Aigner beeindruckt. 24.000<br />
Kinder werden in Kitas der Vereinigung in<br />
ganz Hamburg betreut und verpflegt, darunter<br />
befinden sich auch viele Häuser in<br />
sozialen Brennpunkten.<br />
„Gesunde Ernährung ist für uns schon<br />
lange ein zentrales Thema. Mit den DGE-<br />
Qualitätsstandards ist es uns gelungen,<br />
die Verpflegung noch weiter zu optimieren“,<br />
sagte Dr. Franziska Larrá, pädagogische<br />
Geschäftsführerin der Vereinigung<br />
und fügte hinzu: „Am allerstolzesten bin<br />
ich auf unsere Hauswirtschaftsleiterinnen,<br />
für die es in letzter Zeit schon richtig aufregend<br />
war.“<br />
HWLs als Mütter und Väter<br />
des Erfolgs für 24.000 Kinder<br />
Bundesministerin Ilse Aigner bezeichnete<br />
die Ernährung in den 178 Kitas der Vereinigung<br />
als Leuchtturmprojekt<br />
Auch Prof. Ulrike Arens-Azevêdo bezeichnete<br />
Traute Wolf und die HWLs als die<br />
Mütter und Väter des Erfolgs: „Die Hauswirtschaftsleiterinnen<br />
haben sich auf eine<br />
neue Art der Zusammenarbeit, auf neue<br />
Prozesse und so manchen Workshop eingelassen.“<br />
Aber Qualität entstehe eben<br />
nicht zufällig, sondern müsse geplant und<br />
erarbeitet werden. Standing Ovation des<br />
Publikums im Hamburger Festsaal gab es<br />
dann auch bei der Übergabe des FitKid-Zertifikats<br />
an Traute Wolf und die 50 Hauswirtschaftsleiterinnen,<br />
die stellvertretend<br />
für die 178 Kitas an der Auditierung teilgenommen<br />
hatten.<br />
Die HWLs der Vereinigung können das Logo nun mit in ihre Kitas nehmen<br />
In einem Interview befragte <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />
Traute Wolf nach den Hintergründen<br />
der Zertifizierung, nach Stolpersteinen<br />
und nach dem Engagement der<br />
HWLs:<br />
c Warum hat sich die Vereinigung entschieden,<br />
die FitKid-Zertifizierung anzustreben?<br />
d Es gab dazu im vorhinein ein bundesweites<br />
Pilotprojekt der DGE, an dem auch<br />
einige unserer Kitas beteiligt waren. Außerdem<br />
haben wir schon lange intern entsprechende<br />
Qualitätsstandards, die zum<br />
einem die Qualität des Verpflegungsangebotes<br />
und zum anderen ernährungspädagogische<br />
Aspekte zur Gestaltung der Ess-<br />
Situation beinhalten. Wir waren also in diesen<br />
Bereichen schon gut aufgestellt. Im<br />
Fotos: Posselt, Hamburgische Bürgerschaft; Huppertz, Fotojournalist<br />
38 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
Report<br />
Hinblick auf Öffentlichkeitsarbeit ist es<br />
aber sicherlich ein Vorteil, wenn auf eine<br />
externe Qualitätsüberprüfung verwiesen<br />
werden kann. Wir befinden uns im Wettbewerb<br />
mit anderen Anbietern und ein Zertifikat<br />
hat noch einmal einen anderen Stellenwert<br />
bei den Eltern.<br />
c Die Vereinigung hat sich für die FitKid-<br />
Zertifizierung mit den Bereichen Lebensmittel,<br />
Speiseplanung und -herstellung<br />
sowie Lebenswelten entschieden. Es gibt<br />
auch eine Premium-Zertifizierung. Hierfür<br />
muss eine Nährstoffoptimierung des Speisenplans<br />
für die Mittagsverpflegung auf<br />
Basis der berechneten Rezepte erfolgen.<br />
War diese Variante für die Vereinigung<br />
auch ein Thema?<br />
überzeugen müssten, jeden Tag bestimmte<br />
Mengen zu essen. Gerade im Hinblick<br />
auf die Adipositasprävention ist es uns<br />
sehr wichtig, die Kinder darin zu unterstützen,<br />
ihr individuelles Hunger- und Sättigungsgefühl<br />
selber zu entdecken. Sie sollen<br />
lernen, selbstbestimmt zu essen.<br />
In diesem Zusammenhang geben wir<br />
keine exakten Mengen, aber selbstverständlich<br />
einen Rahmen vor. So ist die<br />
Fleischmenge natürlich begrenzt, beim Gemüse/Salat<br />
und bei den Sättigungsbeilagen<br />
entscheiden die Kinder selber, wie viel<br />
sie davon essen und ob sie nachnehmen.<br />
Uns ist wichtig, dass die Lebensmittelauswahl,<br />
die fachgerechte Speisenherstellung<br />
und die pädagogischen Aspekte der Ess-<br />
Situation den aktuellen wissenschaftlichen<br />
diese HWL-Funktion. Darüber hinaus steht<br />
diesen Kolleginnen regelmäßig eine Hauswirtschaftsleitung<br />
aus der Nachbareinrichtung<br />
beratend zur Seite.<br />
Hauptansprechpartner für das Zertifizierungsprojekt<br />
waren die HWL, sie wurden<br />
auch von uns gegenüber der DGE benannt.<br />
Wir haben aber auch bewusst die<br />
pädagogische Leitung der Kitas mit einbezogen,<br />
da die Verpflegungsqualität und die<br />
ernährungspädagogische Begleitung beim<br />
Essen nicht getrennt voneinander betrachtet<br />
werden können.<br />
c Wie lange hat die Vorbereitung auf die<br />
Zertifizierung gedauert und wie aufwändig<br />
waren die Vorarbeiten?<br />
d Die Vorbereitung hat ein gutes halbes<br />
Jahr gedauert. Ende März 2011 haben wir<br />
mit einer Auftaktveranstaltung für alle<br />
HWLs und Kita-Leiterinnen begonnen und<br />
Mitte Oktober erfolgte dann die Auditierung.<br />
Eine große Unterstützung bei der Vorbereitung<br />
war die Verbraucherzentrale<br />
Hamburg, die als Bindeglied zwischen der<br />
DGE und den Kitas fungierte. So wurden<br />
alle HWLs in kleinen Gruppen eingeladen<br />
und mit Hilfe von Mitarbeiterinnen der Verbraucherzentrale<br />
geschult. Zusätzlich hatte<br />
die Verbraucherzentrale eine Telefonhotline<br />
geschaltet, an die sich die Mitarbeiter<br />
bei Fragen wenden konnten.<br />
Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, Ilse Aigner, Traute Wolf und Carola Veit (v. l. n. r.) bei der<br />
Übergabe der FitKid-Zertifizierung<br />
d Das hatten wir uns schon überlegt, es<br />
gibt jedoch aus unserer Sicht in diesem Zusammenhang<br />
wichtige Aspekte, die abzuwägen<br />
sind. Bei der Nährwertberechnung<br />
werden Lebensmittelmengen zugrunde gelegt,<br />
die ein Kind mittags essen sollte.<br />
Wenn es zum Beispiel Kartoffeln gibt, wird<br />
bei einem Elementarkind eine Portionsgröße<br />
von 150 Gramm kalkuliert. In der Praxis<br />
sieht es so aus, dass nicht alle Kinder<br />
exakt diese Menge essen. Für einige Kinder<br />
ist diese Menge genau richtig, andere<br />
Kindern kommen mit einer kleineren Portion<br />
aus und für andere Kinder ist die Portionsgröße<br />
zu knapp, weil sie einen intensiven<br />
Stoffwechsel, einen höheren Grundumsatz<br />
haben oder äußerst bewegungsaktiv<br />
sind.<br />
Bei einer starken Fokussierung auf die<br />
Menge sehen wir die Gefahr, dass die<br />
Fremdbestimmung beim Essen ein größeres<br />
Gewicht bekommt und wir die Kinder<br />
Empfehlungen entsprechen. Wir bieten in<br />
den Kitas kindgerechte, ausgewogene und<br />
leckere Speisen und fördern die Kinder dahingehend,<br />
mit Genuss und Freude zu essen,<br />
neugierig auf Neues zu sein und dem<br />
eigenen Körper zu vertrauen.<br />
c Wer war in den Kitas Hauptansprechpartner<br />
für das Zertifizierungsprojekt?<br />
Gibt es denn überall eigene Küchen und<br />
Hauswirtschaftsleiterinnen?<br />
d Jede Kita ist mit einer Profiküche ausgestattet,<br />
in der die Mahlzeiten fachgerecht<br />
zubereitet werden. <strong>Der</strong> Hauswirtschaftsbereich<br />
in der Kita wird von einer Hauswirtschaftlichen<br />
Betriebsleiterin gemanagt,<br />
die auch für das Verpflegungsangebot verantwortlich<br />
ist. In den Kitas, die weniger<br />
als 70 Essen täglich produzieren, ist keine<br />
HWL vor Ort tätig. In diesem Fall übernehmen<br />
Kolleginnen, die ein betriebsinternes<br />
Schulungsprogramm durchlaufen haben,<br />
c Wurde diese Hotline denn gut genutzt<br />
und was wurde gefragt?<br />
d Insgesamt wurden etwa 100 Fragen gestellt.<br />
Es ging häufig um die Einschätzung<br />
der Qualität von Lebensmitteln. Zum Beispiel<br />
um die Abgrenzung, was fällt unter<br />
Convenience-Produkte und welche Convenience-Grade<br />
kann ich einsetzen. Viele Fragen<br />
gab es zum Thema Fisch: Woher weiß<br />
ich, woher der Fisch kommt und ob er nachhaltig<br />
gefangen wurde? Es gab auch Fragen<br />
zur Ernährungspädagogik. Gefragt<br />
wurde beispielsweise, was bei der geforderten<br />
Unterstützung der Kinder beim Essen<br />
konkret erwartet wird.<br />
c In welchen Bereichen gab es denn<br />
überhaupt den größten Optimierungsbedarf,<br />
wo waren Stolpersteine?<br />
d Insgesamt waren die Kitas schon sehr<br />
gut aufgestellt. Die HWLs sind fachlich gut<br />
gerüstet und es wurden auch schon mal<br />
Diskussionen über die von der DGE aufgestellten<br />
Kriterien geführt. Hinsichtlich der<br />
Beschaffung gab es Probleme mit dem Seefisch.<br />
Hier wird ja gefordert, dass vier Mal<br />
im Monat Seefisch auf dem Speiseplan<br />
steht, der aus nachhaltiger Fischerei stammen<br />
soll. Wir haben bislang überwiegend<br />
Frischfisch eingesetzt und dabei auf Vielfalt<br />
und Abwechslung geachtet. Beim Einsatz<br />
von Frischfisch stößt man jedoch hin-<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 39
Report<br />
Ökotrophologin Traute Wolf (ganz vorne, Mitte) im Kreise der 50 HWLs, deren Kitas stellvertretend für alle auditiert wurden<br />
sichtlich der Abwechslung an Grenzen, weil<br />
das Angebot an Frischfisch mit MSC-Siegel<br />
nicht sehr vielfältig ist, oftmals bleibt da<br />
nur der Seelachs. Im TK-Bereich und im Bereich<br />
der verarbeiteten Produkte wie zum<br />
Beispiel Fischstäbchen ist das MSC-Angebot<br />
größer. Fischstäbchen stehen bei uns<br />
zwar nicht auf der Tabuliste, insgesamt<br />
spielen verarbeitete Fischprodukte jedoch<br />
eine untergeordnete Rolle. Von Seiten der<br />
HWL gab es kritische Nachfragen, ob denn<br />
das MSC-Siegel wirklich das Gelbe vom Ei<br />
sei, zumal es dazu immer mal wieder kritische<br />
Stimmen gibt, wie beispielsweise von<br />
der Umweltorganisation Greenpeace.<br />
c Was wurde noch als Problem gesehen?<br />
d Ein weiterer Stolperstein war die Forderung,<br />
eindeutige Bezeichnungen auf<br />
dem Speiseplan zu verwenden und nicht<br />
übliche Speisen zu erklären. Hier gab es<br />
durchaus Diskussionsbedarf, angefangen<br />
mit der Frage, ob Szegediner Gulasch üblich<br />
oder eher unüblich ist. Aber ein Speiseplan<br />
kann nicht unendlich lang sein,<br />
dann liest ihn keiner mehr. Ein Lösungsvorschlag<br />
sah dann so aus, dass das Rezept<br />
für Szegediner Gulasch an der Infowand<br />
ausgehängt wurde.<br />
Auch die in einem Qualitätskriterium<br />
geforderte Ausgabetemperatur von warmen<br />
Speisen, die mindestens 65 Grad Celsius<br />
betragen soll, erwies sich in der Praxis<br />
als schwierig. Denn so heiße Speisen kann<br />
ein Kind nicht essen, da Verbrühungsgefahr<br />
besteht. Hier wurde in den Standards<br />
nicht deutlich formuliert, dass es eine Ausgabetemperatur<br />
und auch eine Verzehrtemperatur<br />
gibt. In diesem Bereich haben<br />
wir die HWLs noch einmal geschult.<br />
c Nicht nur der Qualitätsbereich Lebensmittel<br />
wurde ja unter die Lupe genommen,<br />
sondern auch die Lebenswelt,<br />
zu der die Atmosphäre bei Tisch und die<br />
Essenszeiten gehören. Musste hier viel<br />
geändert werden in den Kitas?<br />
d In diesem Bereich sind unsere Kitas<br />
ebenfalls gut aufgestellt. In vielen Kitas<br />
gibt es bebilderte Speisepläne oder der<br />
Speiseplan wird im Morgenkreis mit Hilfe<br />
von Lebensmittelkarten mit den Kindern<br />
besprochen. Hier gibt es viele Möglichkeiten.<br />
Wir begrüßen diese bunte Vielfalt und<br />
streben auch keine einheitliche Linie für<br />
alle Einrichtungen an.<br />
Auch in Sachen „Kinderrestaurant“<br />
sind wir auf einem guten Weg. Mittlerweile<br />
gibt es in vielen Kitas einen großen gemeinsamen<br />
Essraum mit einem Büffet. Es<br />
gibt jedoch auch Einrichtungen ohne zentralen<br />
Essraum, weil die räumlichen Verhältnisse<br />
dies nicht hergeben. Doch auch<br />
in diesen Kitas sind die dezentralen Essbereiche<br />
unter Berücksichtigung der ernährungspädagogischen<br />
Aspekte entsprechend<br />
ausgestaltet.<br />
c Wenn ich es richtig verstanden habe,<br />
sind 50 Kitas der Vereinigung als Stichprobe<br />
überprüft worden, die Zertifizierung<br />
gilt aber für alle 178 Kitas?<br />
d 178 Auditierungen wären für alle Beteiligten<br />
eine wahnsinnige Herausforderung<br />
gewesen. Da wir ein einheitliches Verpflegungskonzept<br />
haben, nach dem alle Kitas<br />
arbeiten, wurde mit der DGE vereinbart,<br />
dass für die Überprüfung eine Stichprobe<br />
auf Basis des Stichprobensystems nach<br />
DIN ISO 2859 gezogen wird. Bei unserer<br />
Betriebsgröße von 178 Kitas ergab sich<br />
eine Stichprobengröße von 50 Einrichtungen.<br />
Die DGE hat die entsprechenden Kitas<br />
ausgelost und sie erhielten eine Woche<br />
vor der Auditierung Bescheid darüber, dass<br />
sie geprüft werden. Einige HWLs haben das<br />
ganz locker genommen, aber einige empfanden<br />
es schon als Druck, gerade auch<br />
weil sie ja quasi für alle anderen Kitas stellvertretend<br />
standen. Doch die meisten sahen<br />
die Zertifizierung positiv, weil sie mit<br />
den Qualitätskriterien ein gutes Hilfsmittel<br />
für die Praxis zur Hand haben.<br />
c<br />
Vielen Dank für das Interview!<br />
t Alexandra Höß<br />
Weitere Infos:<br />
www.kitas-hamburg.de<br />
www.fitkid-aktion.de<br />
40 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
Das Fachmagazin für Führungs-<br />
in der Hauswirtschaft<br />
<strong>rhw</strong><br />
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Impressum<br />
Herausgeberin: Beatrix Bierschenck<br />
Redaktionsdirektorin: Dr. Angelika Schaller<br />
Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich),<br />
Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonline.de<br />
Redaktion: Dorothea Kammerer,<br />
Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonline.de,<br />
E-Mail: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de, Internet: www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />
Redaktionsbeirat:<br />
Susanne Ahrndt, Claudia Dirschauer, Martina Feulner, Prof. Elke Huth, Dr. Renate<br />
Kappel, M. Christine Klöber, Sascha Kühnau, Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser, Elke<br />
Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Irmintraut Richarz, Prof. Dr. Margarete<br />
Sobotka, Prof. Dr. Margot Steinel, Annette Thamm<br />
Layout: Joachim Ullmer<br />
Anzeigen:<br />
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Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 32 a vom 1. Oktober 2011<br />
Marketing-/Vertriebsleitung: Burkhard P. Bierschenck<br />
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Gerichtsstand: München<br />
Stellenangebot<br />
Mit guten Ideen zum Leben, Wohnen und Wohlfühlen im<br />
Alter sind wir direkt vor Ort in Baden-Württembergs Regionen<br />
aktiv. Mit fachlich kompetenten Kollegen/innen bringen wir<br />
immer neue Entwicklungen zum Erfolg.<br />
Für das Seniorenzentrum St. Anna und das Pflegeheim<br />
Riedäcker in Schwäbisch Gmünd mit insgesamt ca. 230<br />
Bewohnern in der stationären Pflege und im Betreuten<br />
Wohnen sowie zahlreichen ambulanten Versorgungsangeboten<br />
suchen wir zum 01.03.2012 oder später eine<br />
Hauswirtschaftliche Betriebsleitung (w/m)<br />
Ihre Aufgaben:<br />
Sicherstellung der hauswirtschaftlichen Versorgung<br />
Teamleitung mit organisatorischer und fachlicher Führung<br />
sowie Ausbildereignung<br />
Verantwortung des Personal- und Sachbudgets Ihres Fachbereichs<br />
Erstellung und Überprüfung von Qualitäts- und Hygienevorgaben<br />
Gestaltung und Umsetzung neuer Konzeptionen<br />
Beschaffungs- und Veranstaltungs<strong>management</strong><br />
Ihr Profil:<br />
Ausbildung als hauswirtschaftliche Betriebsleitung oder<br />
gerne auch vergleichbare Qualifikation<br />
Mehrjährige Führungserfahrung sowie ausgeprägtes<br />
unternehmerisches Denken und Handeln<br />
Sie übernehmen gerne Verantwortung und verfügen über<br />
sehr gute Kommunikationsfähigkeiten<br />
Sie besitzen eine klar strukturierte und kundenorientierte<br />
Arbeitsweise<br />
Ihre Mitarbeiter/innen führen und leiten Sie kooperativ und<br />
fördern die Arbeit in Teams<br />
Sie haben eingehende Erfahrungen im Qualitäts- und<br />
Beschaffungs<strong>management</strong><br />
Sie nutzen die Vielfalt der MS-Office-Produkte selbstverständlich<br />
in Ihrem Arbeitsalltag<br />
Wir bieten Ihnen:<br />
eine interessante, vielseitige und verantwortungsvolle<br />
Tätigkeit<br />
leistungsgerechte Vergütung nach AVR Caritas und zusätzliche<br />
Altersversorgung<br />
Freiräume für die Umsetzung eigener Ideen sowie Fort- und<br />
Weiterbildungsmöglichkeiten<br />
Auskünfte erteilt Ihnen Frau Anka Dorando (Tel. 07171/918-242).<br />
Wenn Sie diese Herausforderung anspricht und Sie eine<br />
Aufgabe in einem modernen christlichen Unternehmen im<br />
sozialen Umfeld suchen, dann senden Sie bitte Ihre aussagekräftige<br />
schriftliche Bewerbung an:<br />
VINZENZ VON PAUL gGMBH<br />
SENIORENZENTRUM ST. ANNA<br />
Frau Magdalene Rupp<br />
Katharinenstraße 34<br />
73525 Schwäbisch Gmünd<br />
Tel. 07171/918-0<br />
info@seniorenzentrum-stanna.de<br />
www.vinzenz-von-paul.de<br />
<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012 41
Stellenangebote<br />
Fortbildung<br />
Wir sind ein auf Dienstleistungen im Gesundheitswesen<br />
(Schwerpunkt Reinigung & Hygiene,<br />
Catering, Logistik) spezialisiertes Unternehmen<br />
mit Hauptsitz in Süddeutschland. Zur<br />
Erweiterung unseres Teams und zur Betreuung<br />
unserer Kunden suchen wir für ein Objekt im<br />
Nahetal zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine<br />
Hauswirtschaftsleitung (m/w)<br />
Idealerweise haben Sie Erfahrung im Reinigungsbereich.<br />
Es erwartet Sie ein anspruchsvolles und vielseitiges<br />
Aufgabenfeld. Wir bieten Ihnen einen sicheren Arbeitsplatz<br />
in einer bundesweit tätigen Unternehmensgruppe.<br />
In dieser Position erhalten Sie des Weiteren ein<br />
Firmenfahrzeug. Werden Sie Teil eines jungen Teams.<br />
Wir freuen uns auf Ihre<br />
Bewerbung, idealerweise<br />
per E-Mail!<br />
Klinikdienste<br />
Süd GmbH<br />
Frau Schaumlöffel<br />
Steinbühl 1<br />
87463 Dietmannsried<br />
Tel. 08374.2323-286<br />
bewerbungen@lgg.net<br />
www.lgg.net<br />
www.kwa.de<br />
<br />
Als Anbieter von hochwertigen Catering- und Gebäudereinigungsdiensten in den Seniorenstiften und<br />
Pflegeeinrichtungen des KWA Kuratorium Wohnen im Alter suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt<br />
in Vollzeit für unser KWA Stift Rosenau in Konstanz eine engagierte<br />
Hauswirtschaftsleitung (m/w)<br />
Ihre Kernaufgaben sind Mitarbeiterführung, Einsatzplanung, Organisation, Kontrolle der<br />
Arbeitsabläufe und Umsetzung und Sicherung von Qualitätsstandards in den Bereichen<br />
Reinigung, Wäscherei und Café.<br />
Wir erwarten für diese anspruchsvolle Tätigkeit:<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Mitarbeitern<br />
<br />
<br />
<br />
Wir bieten Ihnen:<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Ihre Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an:<br />
KWA Betriebs- und Service GmbH<br />
<br />
<br />
<strong>Vorschau</strong> auf die März-Ausgabe 2012<br />
Diabetes – neu betrachtet<br />
Bei einer weit verbreiteten Erkrankung wie Diabetes mellitus<br />
ist das Zusammenspiel zwischen Pflege und Hauswirtschaft besonders<br />
wichtig. Umso mehr, wenn ab Oktober 2012 Diabetikerprodukte<br />
laut Diätverordnung nicht mehr angeboten werden.<br />
Redaktionsschluss: 5. 2. 2012 Anzeigenschluss: 9. 2. 2012<br />
Service<br />
Sie ziehen um?<br />
Beachten Sie bitte, dass der Postnachsende an trag NICHT für Zeitschriften und Zeit<br />
un gen gilt. Bitte informieren Sie also bei Umzug direkt unseren Abo-Vertrieb.<br />
ACHTUNG! Neuer Partner<br />
Ab 1. Januar 2012 wenden Sie sich an:<br />
Leserservice Verlag Neuer Merkur, 65341 Eltville<br />
Tel.: (0 61 23) 9 23 82 30<br />
42 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 2·2012
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200 Euro sparen<br />
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Kurs (Seite 31)<br />
Mitdiskutieren<br />
und Abstimmen!<br />
Persönlicher<br />
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