26.02.2014 Aufrufe

rhw management Gesund bleiben in der Hauswirtschaft (Vorschau)

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

hw<br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

B 3437 E<br />

6<br />

Juni 2012<br />

49. Jahrgang<br />

www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Das Fachmagaz<strong>in</strong> für Führungskräfte <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

c<br />

Schmerzen und Co.<br />

<strong>Gesund</strong> <strong>bleiben</strong> <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

Küchenumbau<br />

Pasta unter Planen<br />

für 3.500 Essen<br />

Wäscheschwund<br />

Verluste vermeiden


[Das aktuelle Buch]<br />

Foto: iStockphoto/alexsl<br />

Bewirtschaftung von K<strong>in</strong><strong>der</strong>tagesstätten<br />

Anschaulich vermittelt dieses Buch Wissen zu den Themen Hygiene, Maßnahmen bei<br />

Krankheiten, Wäschepflege, k<strong>in</strong>dgerechte Ernährung, Küchenorganisation und Hausre<strong>in</strong>igung.<br />

Fachkräfte können mit Hilfe dieses Buches Konzepte für den <strong>Hauswirtschaft</strong>sbereich<br />

erstellen, Arbeitsabläufe effektiv und kostengünstig organisieren und<br />

Entscheidungen kompetent treffen.<br />

Bewirtschaftung von K<strong>in</strong><strong>der</strong>tagesstätten<br />

diakonia Dienstleistungsbetriebe<br />

Verlag Neuer Merkur • ISBN 978-3-937346-16-8 | 22,90 Euro<br />

kartoniert, 1. Auflage 2009<br />

Jetzt bestellen:<br />

Telefon (0 79 53) 88 36 91 • E-Mail buchbestellung@fachbuchdirekt.de<br />

Versandkostenfrei über: www.fachbuchdirekt.de


Editorial<br />

<strong>rhw</strong>-Service-Award 2012:<br />

Herzlichen Glückwunsch!<br />

Mit dem <strong>rhw</strong>-Service-Award möchten<br />

wir herausragende Service-<br />

Ideen im Bereich <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

auszeichnen. Es gab 2012 e<strong>in</strong>en klaren Sieger,<br />

doch war es e<strong>in</strong> spannendes Rennen<br />

um den Award, <strong>der</strong> am 11. Mai 2012 <strong>in</strong><br />

München vergeben wurde. Am Ende reichten<br />

selbst zwei Stellen h<strong>in</strong>ter dem Komma<br />

nicht aus, um e<strong>in</strong>en zweiten Platz und dritten<br />

Platz zu unterscheiden!<br />

Doch <strong>der</strong> Reihe nach: Auf den 1. Platz<br />

des <strong>rhw</strong>-Service-Awards schaffte es das<br />

Seniorenzentrum St. Josef <strong>der</strong> Caritas Altenhilfe<br />

gGmbH <strong>in</strong> Stralsund mit ihrem<br />

hochgelobten Konzept „Restaurant zu<br />

Hause“. Zwei Mal im Jahr können Bewohner<br />

ihre Angehörigen zum festlichen D<strong>in</strong>ner<br />

e<strong>in</strong>laden. Das Küchenteam um die HBL<br />

Gesche Gerhardt und HWL Doreen Ste<strong>in</strong>ert<br />

sorgt für Rezeptideen und Dekorationen.<br />

Inzwischen nehmen 160 Personen teil und<br />

damit doppelt so viele wie zu Beg<strong>in</strong>n. Die<br />

e<strong>in</strong>genommenen Tr<strong>in</strong>kgel<strong>der</strong> wurden für<br />

den Aufbau e<strong>in</strong>er Küche für Bedürftige <strong>in</strong><br />

Indien genutzt. Den 2. Platz teilen sich Bewerber<br />

das Evangelische Altenzentrum <strong>in</strong><br />

Bruchsal und das AHG Therapienzentrum<br />

Haus Don<strong>der</strong>t <strong>in</strong> Kevelaer. Wir berichten <strong>in</strong><br />

<strong>rhw</strong> praxis 2/2012 ausführlich über die<br />

Konzepte.<br />

Im kommenden Jahr werden wir für<br />

„Das service-orientierte Tagungshaus“ von<br />

kirchlichen und sozialen Trägern <strong>in</strong><br />

Deutschland e<strong>in</strong>en <strong>rhw</strong>-Service-Award am<br />

21. Juni 2013 <strong>in</strong> Würzburg auf <strong>der</strong> Festung<br />

Marienberg verleihen (15. <strong>rhw</strong>-Symposium).<br />

Nähere Informationen folgen im<br />

Herbst.<br />

Herzlich Ihr<br />

Verleihung des <strong>rhw</strong>-Service-Awards am 11. Mai 2012 <strong>in</strong> München<br />

So sehen Sieger aus!<br />

1. Platz Seniorenzentrum St. Josef <strong>der</strong><br />

Caritas Altenhilfe gGmbH <strong>in</strong> Stralsund<br />

2. Platz Evangelisches Altenzentrum<br />

<strong>in</strong> Bruchsal<br />

<br />

Das Video <strong>in</strong> Kürze<br />

unter<br />

www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

2. Platz AHG Therapiezentrum Platz<br />

Haus Don<strong>der</strong>t <strong>in</strong> Kevelaer (punktgleich)<br />

Die Begründung <strong>der</strong> Jury (Auszüge)<br />

Jury-Mitglied Ralf Klöber: „Die Abende<br />

stellen e<strong>in</strong>en wirklichen Höhepunkt<br />

für alle Beteiligten dar und das<br />

Projekt wurde auf e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>drucksvolle<br />

Weise vorgestellt.“<br />

Die Gew<strong>in</strong>ner des <strong>rhw</strong>-Service-Awards 2012 von rechts nach l<strong>in</strong>ks: Tanja Hofmann Koord<strong>in</strong>ator<strong>in</strong><br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> Caritas Altenhilfe gGmbH aus Berl<strong>in</strong>, Gesche Gerhardt, HBL<br />

und Küchenleitung, Doreen Ste<strong>in</strong>ert, <strong>Hauswirtschaft</strong>sleitung, Robert Baumann (<strong>rhw</strong>)<br />

und Thomas Witkowski, Regionalleiter Caritas Altenhilfe gGmbH Stralsund<br />

Prof. Dr. Burkhard von Freyberg:<br />

„Es sticht hervor, dass auch Personen<br />

angesprochen werden, die zuvor<br />

nichts mit dem Seniorenheim zu tun<br />

hatten. Somit kann auch e<strong>in</strong> größeres<br />

Geme<strong>in</strong>schaftsgefühl zwischen Bewohnern<br />

und Mitarbeitern entstehen.<br />

Beson<strong>der</strong>s lobenswert ist das soziale<br />

Engagement <strong>der</strong> Mitarbeiter und<br />

ihre Bereitschaft, die Tr<strong>in</strong>kgel<strong>der</strong> zu<br />

spenden.“<br />

In München herrschte prächtiges Wetter<br />

bei <strong>der</strong> Preisverleihung: 30 Grad und leichte<br />

Bewölkung – so wünscht man es sich!<br />

Am Vorabend ließen sich über 40 Leser<br />

durch die Allianz-Arena und <strong>der</strong>en Großküche<br />

führen<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 3


Inhalt<br />

<strong>rhw</strong><strong>management</strong> 6 · 2012<br />

Editorial 3<br />

Inhalt 4<br />

Wissen<br />

Thema des Monats 5<br />

Aktuelles 6<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> kann es: 3.500<br />

Essen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Ausweichküche<br />

produzieren Ab Seite 10<br />

a<br />

a<br />

Expertenforum<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten 8<br />

Fachthema<br />

Pasta unter Palmen 10<br />

Wäsche <strong>in</strong> die Mangel<br />

nehmen 15<br />

Kommen Sie <strong>in</strong>s Lot! 18<br />

Arbeitsplatz nach Maß für<br />

mehr Effizienz 26<br />

a<br />

a<br />

Berufsbildung<br />

„Frau Meier vermisst 20<br />

neue Unterhosen“ 21<br />

Management<br />

Die 10 Gebote erfolgreicher<br />

Kommunikation 28<br />

Report<br />

<strong>Gesund</strong> blieben <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> 33<br />

Neues von <strong>der</strong><br />

Altenpflege 2012 36<br />

Ausbildungsreise, Folge 4:<br />

Nie<strong>der</strong>sachsen und Hessen 38<br />

Service<br />

Deutschlandkarte MedHygV 29<br />

Bezugsquelle 40<br />

Impressum/<strong>Vorschau</strong> 42<br />

Fortbildung/Stellenangebote 41<br />

Fotos Titel: © Picture-Factory/Fotolia.com,<br />

© dulezidar/iStockphoto, Isabelle Butschek<br />

Ergonomische Unterstützung<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Großküche<br />

Ab Seite 26<br />

Prof. Dieter Frey sprach auf <strong>der</strong><br />

Tagung <strong>der</strong> Diakonie Württemberg<br />

Ab Seite 33<br />

Die Ausbildungsreise führt uns<br />

diesmal nach Nie<strong>der</strong>sachsen<br />

Ab Seite 38<br />

Fotos: Isabelle Butschek, MKN, Robert Baumann, Albrecht Thaer-Schule Celle<br />

4 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Thema des Monats<br />

Pflege-Qualitätsbericht:<br />

Fortschritte bei Ernährung<br />

Die Qualität <strong>der</strong> Pflege <strong>in</strong> Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten<br />

hat sich verbessert. Das zeigt <strong>der</strong> dritte Pflege-Qualitätsbericht,<br />

den <strong>der</strong> Mediz<strong>in</strong>ische Dienst des GKV-Spitzenverbandes<br />

(MDS) und <strong>der</strong> GKV-Spitzenverband am 24. April 2012<br />

<strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> vorstellten.<br />

Foto: © Meddy Popcorn/Fotolia.com<br />

gute Nachricht ist, dass sich<br />

die Qualität <strong>der</strong> Pflege positiv<br />

„Die<br />

weiterentwickelt hat. Die Pflegebedürftigen<br />

werden heute besser versorgt<br />

als noch vor e<strong>in</strong>igen Jahren. Es gibt aber<br />

nach wie vor viel zu tun. Die Tatsache, dass<br />

es <strong>in</strong>sgesamt besser geworden ist, heißt<br />

nicht, dass es überall gut ist“, so Gernot Kiefer,<br />

Vorstand des GKV-Spitzenverbandes.<br />

„Seit 2008 werden die Pflegee<strong>in</strong>richtungen<br />

regelmäßig durch den MDK geprüft.<br />

Unsere Auswertungen zeigen, dass sich <strong>in</strong><br />

dieser Zeit die Qualitätssituation <strong>in</strong> <strong>der</strong> stationären<br />

wie <strong>in</strong> <strong>der</strong> ambulanten Pflege verbessert<br />

hat“, so Dr. Peter Pick, Geschäftsführer<br />

des MDS. „Dieser erfreuliche Trend<br />

ist das Ergebnis <strong>der</strong> Qualitätsanstrengungen<br />

<strong>der</strong> E<strong>in</strong>richtungen, aber er ist auch <strong>der</strong><br />

Effekt <strong>der</strong> MDK-Qualitätsprüfungen und <strong>der</strong><br />

Pflegetransparenz. Trotzdem können wir<br />

nicht zufrieden se<strong>in</strong>, weil sich bei e<strong>in</strong>igen<br />

Kriterien zu wenig bewegt hat. Hier s<strong>in</strong>d die<br />

E<strong>in</strong>richtungen gefor<strong>der</strong>t, ihr qualitätsgeleitetes<br />

Arbeiten auszubauen.“<br />

Umgang mit Demenz verbessert –<br />

kritisch bleibt Dekubitus<br />

Vor allem bei <strong>der</strong> Ernährung und Flüssigkeitsversorgung<br />

sowie im Umgang mit<br />

Menschen mit Demenz gab es Fortschritte<br />

im Vergleich zum Bericht aus dem Jahr 2007.<br />

Bei an<strong>der</strong>en Pflegeproblemen – etwa, wenn<br />

es darum geht, e<strong>in</strong> Druckgeschwür zu vermeiden<br />

– offenbaren sich jedoch noch<br />

Datengrundlage des Pflege-Qualitätsberichts<br />

Schwächen. Knapp 61 Prozent <strong>der</strong> Pflegeheimbewohner<br />

s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> ihrer Alltagskompetenz<br />

durch Demenz o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e gerontopsychiatrische<br />

Krankheiten e<strong>in</strong>geschränkt.<br />

Etwa 31 Prozent <strong>der</strong> Bewohner leiden an<br />

chronischen Schmerzen. Rund 66 Prozent<br />

aller Pflegeheimbewohner benötigen e<strong>in</strong>e<br />

Inkont<strong>in</strong>enzversorgung. E<strong>in</strong>en bedeutenden<br />

Gewichtsverlust zeigen rund neun Prozent<br />

<strong>der</strong> untersuchten Bewohner; 4,4 Prozent <strong>der</strong><br />

Pflegebedürftigen leiden an e<strong>in</strong>em Dekubitus.<br />

Nur fünf Prozent s<strong>in</strong>d defizitär ernährt<br />

Der Ernährungszustand war bei 95 Prozent<br />

<strong>der</strong> untersuchten Pflegeheimbewohner<br />

angemessen, bei fünf Prozent wurde<br />

e<strong>in</strong>e defizitäre Ernährungssituation festgestellt.<br />

Rund zwei Drittel (67,4 Prozent) aller<br />

Pflegeheimbewohner benötigten Hilfe beim<br />

Essen und Tr<strong>in</strong>ken. Vier von fünf Betroffenen<br />

(79,5 Prozent) erhielten laut Pflege-Qualitätsbericht<br />

die erfor<strong>der</strong>lichen Unterstützungsmaßnahmen:<br />

Sie wurden nach Bedarf<br />

bei <strong>der</strong> Nahrungsaufnahme unterstützt, erhielten<br />

bei Schluckstörungen speziell zubereitete<br />

Nahrung und energiereiche Speisen.<br />

Je<strong>der</strong> fünfte Betroffene (20,5 Prozent)<br />

erhielt diese Unterstützung nicht im erfor<strong>der</strong>lichen<br />

Umfang. Damit hat sich im Vergleich<br />

zum Bericht aus dem Jahr 2007 <strong>der</strong><br />

Erfüllungsgrad bei den erfor<strong>der</strong>lichen Maßnahmen<br />

zur Ernährung von 64,0 Prozent auf<br />

79,5 Prozent erhöht.<br />

Grundlage des Berichts s<strong>in</strong>d die Daten aller MDK-Qualitätsprüfungen im Zeitraum<br />

vom 1. Juli 2009 bis 31. Dezember 2010. Geprüft wurden:<br />

u 8.101 Pflegeheime (rund 80 Prozent aller zugelassenen Heime)<br />

u 7.782 ambulante Pflegedienste (rund 60 Prozent aller ambulanten Pflegedienste)<br />

u Pflegezustand und Versorgungssituation von rund 62.000 Pflegeheimbewohnern<br />

u Pflegezustand und Versorgungssituation von rund 44.900 Pflegebedürftigen,<br />

die von ambulanten Pflegediensten betreut wurden.<br />

6. <strong>rhw</strong>-Erfolgstag zur Verpflegung<br />

im Heim<br />

Die Anfor<strong>der</strong>ungen an Heime s<strong>in</strong>d<br />

hoch, was die Ernährung und Dokumentation<br />

angeht. Erstmals wird sich e<strong>in</strong> <strong>rhw</strong>-Erfolgstag<br />

dem wichtigen Thema Verpflegung<br />

im Heim widmen. Unter dem Thema „Entdeckungsreise<br />

Smoothfood und Verpflegung<br />

im Heim“ wird am 20. September<br />

2012 <strong>in</strong> Kassel <strong>der</strong> <strong>in</strong>zwischen 6. <strong>rhw</strong>-Erfolgstag<br />

stattf<strong>in</strong>den, zu dem etwa 80 Teilnehmer<br />

erwartet werden.<br />

Heimkoch Herbert Thill demonstriert<br />

praktische Anwendungen se<strong>in</strong>es Smoothfood-Konzeptes.<br />

Ralf Klöber referiert zum<br />

Thema „Ab <strong>in</strong> die Zukunft mit optimalen<br />

Konzepten für die Verpflegung!“ und wird<br />

dabei auch die Schnittstellen zwischen<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> und Pflege näher betrachten.<br />

Außerdem s<strong>in</strong>d Annette Gross von<br />

WGP-Produktdesign sowie e<strong>in</strong>e Apotheker<strong>in</strong><br />

zu Gast, die über Wechselwirkungen<br />

von Medikamenten und Ernährung im Alter<br />

sprechen wird (Programm und Anmeldung<br />

unter www.<strong>rhw</strong>-erfolgstag.de).<br />

t PM/RoB<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 5


Aktuelles<br />

Kostenloser Download<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>liche Berufe:<br />

Niveaustufen im Detail<br />

Die hauswirtschaftlichen Berufe<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Systematik des Deutschen<br />

Qualifikationsrahmens (DQR) abzubilden<br />

war <strong>der</strong> Auftrag, den sich e<strong>in</strong>e<br />

Arbeitsgruppe <strong>der</strong> Deutschen Gesellschaft<br />

für <strong>Hauswirtschaft</strong> gegeben hat.<br />

Die Arbeitsgruppe „Taskforce <strong>Hauswirtschaft</strong>liche<br />

Berufsbildung“ konnte<br />

<strong>in</strong> hochkarätiger Besetzung arbeiten:<br />

Die Berufs- und Fachverbände <strong>der</strong><br />

Haus wirtschaft, zuständige Stellen <strong>der</strong><br />

Län<strong>der</strong> für die Berufsbildung <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Neue Professur<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>, Sozialpartner für die<br />

Berufe <strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong>, Schulen<br />

und Projektstandorte hatten sich für<br />

e<strong>in</strong> geme<strong>in</strong>sames Vorgehen entschieden.<br />

Nun liegt e<strong>in</strong> Ergebnis vor, das von<br />

e<strong>in</strong>er breiten Basis <strong>der</strong> Profession getragen<br />

wird (Details siehe auch <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

5/2012 Seite 34). Das 130-<br />

seitige Dokument sowie e<strong>in</strong>e Kurzfassung<br />

stehen als kostenfreier Download<br />

auf den Internetseiten <strong>der</strong> dgh unter<br />

www.dghev.de zur Verfügung. t<br />

Innovative Dienstleistungen<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Oecotrophologie<br />

Hygiene<br />

Prof. Dr. Pirjo Susanne Schack ist seit dem<br />

2. Mai 2012 neue Professor<strong>in</strong> für „Innovative<br />

Dienstleistungen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Oecotrophologie“<br />

an <strong>der</strong> FH Münster. Zuvor arbeitete<br />

sie am Max Rubner Institut im Institut für Ernährungsverhalten<br />

(Bundesforschungs<strong>in</strong>stitut<br />

für Ernährung und Lebensmittel) <strong>in</strong> Karlsruhe<br />

und an <strong>der</strong> Universität Münster am Institut für<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>swissenschaften und ihre Didaktik.<br />

„Dienstleistungen s<strong>in</strong>d oft nicht passgenau<br />

ausgerichtet – sei es <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Seniorenhaushalt<br />

o<strong>der</strong> <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Manager-Haushalt<br />

– hier ist noch hoher Innovationsbedarf“, so<br />

Schack gegenüber <strong>rhw</strong> <strong>management</strong>. t<br />

Re<strong>in</strong>igung: Tablet-PC`s<br />

nicht vergessen<br />

Der E<strong>in</strong>zug von Mobilgeräten wie<br />

Tablet-PCs stellt im Krankenhausalltag<br />

e<strong>in</strong>e potenzielle Infektionsquelle<br />

dar. Für dieses Problem<br />

hat sich e<strong>in</strong>e Hannoveraner Forschergruppe<br />

etwas e<strong>in</strong>fallen lassen und e<strong>in</strong>e<br />

Applikation zur iPad-Re<strong>in</strong>igung entwickelt.<br />

Die „debac-app“ bietet e<strong>in</strong>e Re<strong>in</strong>igungsanleitung<br />

für das iPad und protokolliert<br />

dabei jeden Re<strong>in</strong>igungsvorgang.<br />

Der Nutzer wird Schritt für Schritt<br />

durch die Re<strong>in</strong>igung geführt, die nach<br />

dem erfolgreichen Absolvieren mit Datum<br />

und Uhrzeit protokolliert wird. E<strong>in</strong><br />

Abbruch <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung wird ebenfalls<br />

im editierbaren Logbuch notiert. E<strong>in</strong>e<br />

optional e<strong>in</strong>stellbare Alarmfunktion er<strong>in</strong>nert<br />

an die tägliche Re<strong>in</strong>igung. Die<br />

Re<strong>in</strong>igungs-App wurde mit Hygieneexperten<br />

<strong>der</strong> Mediz<strong>in</strong>ischen Hochschule<br />

Hannover, dem Peter L. Reichertz Institut<br />

für Mediz<strong>in</strong>ische Informatik und <strong>der</strong><br />

Frobese GmbH Informatikservices entwickelt<br />

und wird <strong>der</strong>zeit auf diversen<br />

Geräten <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kl<strong>in</strong>ik e<strong>in</strong>gesetzt. www.<br />

debac-app.de<br />

t<br />

<strong>rhw</strong>-Newsticker<br />

Bestes Restaurant <strong>der</strong> Welt: René Redzepi und<br />

se<strong>in</strong> Team sorgten beim zehnjährigen Jubiläum <strong>der</strong><br />

von S.Pellegr<strong>in</strong>o & Acqua gesponserten „World's<br />

50 Best Restaurant Awards“ für Furore, als das dänische<br />

Noma zum dritten Mal <strong>in</strong> Folge zur Nummer<br />

1 gekürt wurde. Auch 2012 wird die Liste von<br />

Europa dom<strong>in</strong>iert: Von den sieben französischen<br />

Restaurants <strong>der</strong> Top 50 bef<strong>in</strong>den sich fünf unter<br />

den ersten 20. Spanien hat fünf Ranglistenplätze<br />

<strong>in</strong>ne, e<strong>in</strong>schließlich dem Arzak auf Platz 8, dessen<br />

Chefköch<strong>in</strong> Elena Arzak Esp<strong>in</strong>a als Beste Köch<strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Welt ausgezeichnet wurde.<br />

Wäschesem<strong>in</strong>ar: In bundesweit durchgeführten<br />

kostenlosen Tagessem<strong>in</strong>aren vermittelt das Unternehmen<br />

„diemietwaesche.de“ Wissenswertes<br />

rund um das Thema Hygiene. Betriebsführungen<br />

runden das Programm ab, das im Jahr 2012 <strong>in</strong> Bad<br />

Kreuznach und Waibl<strong>in</strong>gen angeboten wird. Infos<br />

unter: www.diemietwaesche.de<br />

Fachpraktiker: Am 27. März 2012 hat auch Baden-Württemberg<br />

e<strong>in</strong>e Ausbildungsregelung über<br />

die Berufsausbildung zum/r Fachpraktiker/<strong>in</strong><br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> verfasst (Az.: 31/8412.40-2.3)<br />

Wäsche-Innovationen: Am 20. und 21. Juni 2012<br />

f<strong>in</strong>det zum fünften Mal die Hohenste<strong>in</strong> Innovationsbörse<br />

statt. Experten <strong>der</strong> Hohenste<strong>in</strong> Institute<br />

präsentieren <strong>in</strong>novative Produkte und Anwendungsideen,<br />

die im Rahmen öffentlich geför<strong>der</strong>ter<br />

Forschungsprojekte bis zur Marktreife entwickelt<br />

wurden. www.hohenste<strong>in</strong>.de<br />

Blanco: Mit Wirkung zum 1. Mai 2012 wurde Stefen<br />

Walter zum technischen Geschäftsführer von<br />

Blanco CS berufen. Das Familienunternehmen mit<br />

Sitz im baden-württembergischen Ober<strong>der</strong>d<strong>in</strong>gen<br />

ist Anbieter für Großküchen, mediz<strong>in</strong>ische E<strong>in</strong>richtungen<br />

und die Industrie.<br />

Tee – Bio und Fair: Vor rund 25 Jahren startete die<br />

Teekampagne. Themen wie Chemierückstände im<br />

Tee, Umgang mit <strong>der</strong> Dritten Welt, die Problematik<br />

<strong>der</strong> Qualitätsverfälschung o<strong>der</strong> die lückenlose<br />

Rückverfolgbarkeit <strong>der</strong> Produkte s<strong>in</strong>d neben <strong>der</strong><br />

Verbraucheraufklärung zentrale Themen. www.teekampagne.de<br />

Sieger: Die Klasse 1a <strong>der</strong> Fachakademie Triesdorf<br />

ist unter den Preisträgern des Schülerwettbewerbs<br />

<strong>der</strong> Bundeszentrale für politische Bildung. Für die<br />

Beschäftigung mit dem Thema „Was trägst du<br />

denn da – politisches Statement o<strong>der</strong> Modetrend?“<br />

bekamen die Schüler 250 Euro für die Klassenkasse.<br />

Beh<strong>in</strong><strong>der</strong>tenverband sucht Fernsehgeräte: Der<br />

Bundesverband Selbsthilfe Körperbeh<strong>in</strong><strong>der</strong>ter e.V.<br />

sucht für se<strong>in</strong> Gästehaus für Menschen mit Körperbeh<strong>in</strong><strong>der</strong>ung<br />

dr<strong>in</strong>gend funktionstüchtige TV-<br />

Geräte, die ausrangiert wurden (möglichst Flachbildschirme).<br />

In <strong>in</strong>sgesamt 20 barrierefreien Zimmern<br />

für schwerstbeh<strong>in</strong><strong>der</strong>te Menschen soll jeweils<br />

e<strong>in</strong> Fernsehgerät zur Verfügung stehen. Kontakt:<br />

Bundesverband Selbsthilfe Körperbeh<strong>in</strong><strong>der</strong>ter<br />

e.V., Andreas Rieger, Tel.: (0 62 94) 42 81<br />

32 o<strong>der</strong> per E-Mail: andreas.rieger@bsk-ev.org<br />

Weitere tagesaktuelle Meldungen f<strong>in</strong>den Sie<br />

unter http://twitter.com/<strong>rhw</strong><strong>management</strong><br />

6 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Aktuelles<br />

Projekt „Chronos“<br />

Abschlusstagung<br />

Am 18. Juli 2012 veranstaltet die Diakonie<br />

Württemberg im GENO-Haus <strong>in</strong><br />

Stuttgart die Abschlusstagung des<br />

Projekts „Chronos“. Mit dem Projekt „Chronos<br />

– den demographischen Wandel gestalten“<br />

hat das Diakonische Werk Württemberg<br />

geme<strong>in</strong>sam mit diakonischen E<strong>in</strong>richtungen<br />

neue Konzepte entwickelt und<br />

Maßnahmen erprobt. Ziel war die nachhaltige<br />

Bewältigung des demographischen<br />

Wandels. Die Abschlusstagung zeigt anhand<br />

konkreter Beispiele aus <strong>der</strong> Praxis<br />

auf, mit welchen Themen die Auswirkungen<br />

des demographischen Wandels bearbeitet<br />

werden können, welche Strategien,<br />

Konzepte und Maßnahmen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Praxis als<br />

hilfreich erlebt wurden und wie notwendige<br />

Themen <strong>in</strong> den E<strong>in</strong>richtungen konkret<br />

angegangen werden können.<br />

Die Tagung richtet sich an Interessenten<br />

aus dem PE-Bereich, Geschäftsführungen,<br />

Führungskräfte, Mitarbeitende und<br />

Vertretungen von Mitarbeitenden.<br />

Weitere Informationen zum Projekt und<br />

zur Fachtagung unter www.diakonie-wuettemberg.de/chronos,<br />

schriftliche Anmeldung<br />

unter kuenstner.m@diakonie-wuettemberg.de<br />

t<br />

Wettbewerb<br />

Essen für<br />

Senioren<br />

Welche Seniorenheime <strong>in</strong> Bayern bieten<br />

die beste und gesündeste Verpflegung?<br />

Die Antwort soll e<strong>in</strong> Wettbewerb<br />

liefern, den Ernährungsm<strong>in</strong>ister Helmut<br />

Brunner unter dem Motto „gesund.gekocht.gew<strong>in</strong>nt“<br />

gestartet hat. Die fünf besten<br />

Konzepte erhalten jeweils 1.000 Euro.<br />

Die Preise und Urkunden will Brunner im November<br />

2012 im Rahmen e<strong>in</strong>er Fachtagung <strong>in</strong><br />

München überreichen. Teilnehmen können<br />

an dem Wettbewerb alle stationären Seniorene<strong>in</strong>richtungen<br />

<strong>in</strong> Bayern. Die Unterlagen<br />

gibt es unter www.kern.bayern.de. E<strong>in</strong>sendeschluss<br />

ist <strong>der</strong> 30. Juni 2012. t<br />

Kuratorium Deutsche Altershilfe<br />

KDA wird 50 – Ratgeber auch für<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> <strong>in</strong>teressant<br />

Die Lebensqualität älterer Menschen verbessern<br />

– seit fünf Jahrzehnten verfolgt das Kuratorium<br />

Deutsche Altershilfe (KDA) dieses<br />

Ziel. 1962 rufen <strong>der</strong> damalige Bundespräsident<br />

He<strong>in</strong>rich Lübke und se<strong>in</strong>e Ehefrau Wilhelm<strong>in</strong>e das<br />

KDA <strong>in</strong>s Leben, <strong>der</strong> Grundstock für die Stiftung<br />

stammt aus <strong>der</strong> Veranstaltung <strong>der</strong> ARD Fernsehlotterie.<br />

Geför<strong>der</strong>t werden Konzepte und Maßnahmen,<br />

welche die Selbstbestimmung älterer Menschen<br />

för<strong>der</strong>n und <strong>der</strong>en Umfeld lebenswert gestalten,<br />

damit sie trotz Hilfe- und Pflegebedarf so<br />

lange wie möglich Zuhause wohnen <strong>bleiben</strong> können.<br />

Das KDA bietet als Ratgeber viele Hilfsmittel an<br />

wie e<strong>in</strong>e aktuelle Essbiografie o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Broschüre<br />

zum richtigen Umgang mit Angehörigen, wenn<br />

e<strong>in</strong> MRSA-Fall bei Bewohnern vorliegt. L<strong>in</strong>k zur Jubiläumsseite:<br />

www.kda.de<br />

t<br />

Ausbildung<br />

Neuer Leittext „Rezepturen“<br />

für <strong>Hauswirtschaft</strong>er/<strong>in</strong><br />

Wer se<strong>in</strong>e Ausbildung aktiv und<br />

selbstständig gestalten möchte,<br />

nutzt die kostenlosen Leittexte des<br />

aid <strong>in</strong>fodienst e. V. Mit den bewährten Aufgabenblättern<br />

lässt sich erlerntes Wissen<br />

praxisnah umsetzen. Die Leittexte (Arbeitsunterweisungen)<br />

werden von den zuständigen<br />

Stellen für Berufsbildung <strong>in</strong> Zusammenarbeit<br />

mit Praktikern entwickelt.<br />

Wie man Rezepte von traditionellen Gerichten<br />

so verän<strong>der</strong>t, dass sie zwar weniger<br />

Kalorien haben, jedoch das Geschmackserlebnis<br />

nicht bee<strong>in</strong>trächtigt ist,<br />

lernen angehende <strong>Hauswirtschaft</strong>er/<strong>in</strong>nen<br />

mit dem Leittext „Verän<strong>der</strong>ung von Rezepturen<br />

bei gleichzeitiger Reduzierung des<br />

Energiegehaltes“. Der Leittext kann ab sofort<br />

kostenlos heruntergeladen werden unter:<br />

www.aid.de/lernen/azubis_hauswirtschafter.php<br />

t<br />

S&F Consult<strong>in</strong>g<br />

För<strong>der</strong>preis für<br />

Verpflegung<br />

Der För<strong>der</strong>preis für Innovatives Verpflegungs<strong>management</strong><br />

wird von S&F-<br />

Consult<strong>in</strong>g für beson<strong>der</strong>e betriebliche<br />

und/o<strong>der</strong> beson<strong>der</strong>e wissenschaftliche Leistungen<br />

zur nachhaltigen und zukunftsfähigen<br />

Verpflegung vergeben. Teilnahmeberechtigt<br />

ist jede Person aus <strong>der</strong> Verpflegungsbranche<br />

sowie Schüler und Studierende<br />

aus Fachschulen und Hochschulen.<br />

E<strong>in</strong>sendeschluss ist <strong>der</strong> 31.8.2012. Informationen<br />

unter www.sundf-consult<strong>in</strong>g.de t<br />

Verbraucherschutz<br />

E<strong>in</strong> Jahr nach<br />

EHEC-Krise<br />

In e<strong>in</strong>er Anfang Mai 2012 veröffentlichten<br />

Analyse wirft foodwatch <strong>der</strong> Bundesregierung<br />

beim Thema EHEC e<strong>in</strong>e Verdrehung<br />

<strong>der</strong> Tatsachen vor. Die These über<br />

die Verbreitung des Erregers durch ägyptische<br />

Bockshornklee-Sprossen sei nicht h<strong>in</strong>reichend<br />

belegt. Genauso wenig wurden die<br />

Schwachstellen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Lebensmittelüberwachung<br />

behoben. Foodwatch for<strong>der</strong>t u.a.<br />

die von <strong>der</strong> EU vorgeschriebene Rückverfolgbarkeit<br />

für alle Lebensmittel. Die Analyse<br />

„Im Bockshorn“ steht unter: www. foodwatch.de<br />

(Rubrik: Themen und Kampagnen)<br />

t<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 7


Expertenforum<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten<br />

Antwort von Peter Hützen<br />

Richterliche<br />

Unabhängigkeit<br />

c Ich arbeite <strong>in</strong> Werkstätten e<strong>in</strong>es kirchlichen<br />

Trägers als Gruppenleitung <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>. Vor drei Jahren wurde ich<br />

von Kolleg<strong>in</strong>nen bezichtigt, e<strong>in</strong>em Kollegen<br />

Essen aus <strong>der</strong> Werkstatt mit nach<br />

Hause gegeben zu haben und damit <strong>der</strong><br />

gültigen Dienstanweisung nicht entsprochen<br />

zu haben. Mit fachanwaltlicher Unterstützung<br />

und Begleitung kam es zur<br />

Verhandlung vor dem Arbeitsgericht. Den<br />

Prozess leitete e<strong>in</strong> Richter des dortigen<br />

Arbeitsgerichtes, <strong>der</strong> jedoch dem Verwaltungsrat<br />

des Trägers <strong>der</strong> Werkstätten<br />

angehört. Darf e<strong>in</strong> Richter <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Gerichtsverfahren<br />

mitwirken, wenn er Mitglied<br />

im Verwaltungsrat e<strong>in</strong>er <strong>der</strong> am Verfahren<br />

beteiligten Parteien ist?<br />

d Das Grundgesetz garantiert je<strong>der</strong>mann<br />

e<strong>in</strong> rechtsstaatliches, neutrales und faires<br />

Gerichtsverfahren. Zu e<strong>in</strong>em fairen Verfahren<br />

gehört <strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e, dass <strong>der</strong> zur<br />

Entscheidung des Rechtsstreits berufene<br />

Richter unparteiisch ist. Das Gebot <strong>der</strong> Unparteilichkeit<br />

be<strong>in</strong>haltet wie<strong>der</strong>um den<br />

Grundsatz, dass niemand Richter <strong>in</strong> eigener<br />

Sache se<strong>in</strong> darf. Kraft Gesetzes s<strong>in</strong>d<br />

Richter daher von <strong>der</strong> Ausübung ihres<br />

Richteramtes ausgeschlossen, wenn sie<br />

selbst Partei s<strong>in</strong>d o<strong>der</strong> als gesetzlicher Vertreter<br />

e<strong>in</strong>er Partei aufzutreten berechtigt<br />

s<strong>in</strong>d. Soviel steht grundsätzlich fest.<br />

Alle<strong>in</strong> durch die Mitgliedschaft im Verwaltungsrat<br />

ist e<strong>in</strong> Richter jedoch we<strong>der</strong><br />

selbst Partei noch ist er gesetzlicher Vertreter<br />

<strong>der</strong> Partei. Er ist Teil des Kontrollorgans<br />

<strong>der</strong> Partei. In dieser Funktion ist e<strong>in</strong>e<br />

Interessenkollision des Richters bei Entscheidung<br />

über den Ausgang des Rechtsstreites<br />

nicht zw<strong>in</strong>gend zu befürchten. E<strong>in</strong><br />

gesetzlicher Grund, den Richter von <strong>der</strong><br />

Ausübung se<strong>in</strong>es Richteramtes <strong>in</strong> diesem<br />

konkreten Fall auszuschließen, liegt <strong>in</strong>folgedessen<br />

nicht vor.<br />

Auch bei Fehlen e<strong>in</strong>es gesetzlichen<br />

Ausschlussgrundes, besteht für jede Partei<br />

e<strong>in</strong>es Gerichtsverfahrens die Möglichkeit,<br />

den Richter wegen Besorgnis <strong>der</strong> Befangenheit<br />

abzulehnen. Die Besorgnis <strong>der</strong><br />

Befangenheit besteht, wenn e<strong>in</strong> Grund vorliegt,<br />

<strong>der</strong> geeignet ist, Misstrauen gegen<br />

die Unparteilichkeit e<strong>in</strong>es Richters zu<br />

rechtfertigen. E<strong>in</strong> solches Misstrauen ist<br />

beispielsweise gerechtfertigt, wenn <strong>der</strong><br />

Richter e<strong>in</strong> eigenes wirtschaftliches Interesse<br />

am Ausgang des Verfahrens hat o<strong>der</strong><br />

wenn erhebliche persönliche Belange des<br />

Richters auf dem Spiel stehen. Die Mitgliedschaft<br />

im Kontrollorgan e<strong>in</strong>er an dem<br />

Gerichtsverfahren beteiligten Partei lässt<br />

e<strong>in</strong> eigenes wirtschaftliches Interesse o<strong>der</strong><br />

persönliche Belange des Richters an dem<br />

Ausgang des Verfahrens nicht erkennen.<br />

Ohne weitere Anhaltspunkte, die sich<br />

beispielsweise aus unsachlichen Me<strong>in</strong>ungsäußerungen<br />

und dem sonstigen Verhalten<br />

des Richters während des Verfahrens<br />

ergeben können, wird daher e<strong>in</strong> Ablehnungsgesuch<br />

wegen Besorgnis <strong>der</strong> Befangenheit<br />

des Richters ke<strong>in</strong>en Erfolg haben.<br />

Aber auch dann, wenn man zu dem Ergebnis<br />

gelangt, das genügend Anlass zur<br />

Besorgnis <strong>der</strong> Befangenheit bestand, ist<br />

e<strong>in</strong>e nachträgliche Ablehnung des Richters<br />

nicht möglich. E<strong>in</strong> Ablehnungsgesuch<br />

muss vor E<strong>in</strong>lassung <strong>in</strong> die Verhandlung<br />

o<strong>der</strong> Stellung <strong>der</strong> Anträge im Term<strong>in</strong> geltend<br />

gemacht werden. Spätestens mit dem<br />

Abschluss des Verfahrens vor dem Arbeitsgericht<br />

ist e<strong>in</strong> Ausschluss des Richters<br />

von <strong>der</strong> Ausübung se<strong>in</strong>es Richteramtes<br />

beziehungsweise e<strong>in</strong>e Ablehnung se<strong>in</strong>er<br />

richterlichen Tätigkeit <strong>in</strong> dem Verfahren<br />

nicht mehr möglich.<br />

Antwort von M. Christ<strong>in</strong>e Klöber<br />

Personalschlüssel für<br />

die <strong>Hauswirtschaft</strong>?<br />

c Ich arbeite als HWL <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Seniorenheim<br />

mit 114 Betten. Wir hatten bisher<br />

e<strong>in</strong>en Personalschlüssel für die <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

und Wäscherei von 114 Bewohnern<br />

/ 11,5 = 9,9 Mitarbeiter. Jetzt<br />

wurde die Wäschepflege vergeben, das<br />

heißt, wir sortieren die schrankfertige<br />

Wäsche und transportieren sie auf die<br />

e<strong>in</strong>zelnen Wohnbereiche. Können Sie mir<br />

sagen, wie <strong>der</strong> Personalschlüssel sich<br />

jetzt verän<strong>der</strong>t? O<strong>der</strong> wo ich Informationen<br />

bezüglich des Personalschlüssels<br />

für die <strong>Hauswirtschaft</strong> erhalte?<br />

d Sie fragen nach Personalschlüsseln <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong>. Eigentlich gibt es ke<strong>in</strong>e<br />

klassischen Personalschlüssel mehr,<br />

Das <strong>rhw</strong>-Expertenteam für Ihre Fragen<br />

Andreas Carl<br />

Berater für<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong><br />

und Re<strong>in</strong>igung<br />

Sascha Kühnau Kar<strong>in</strong> Beut<strong>in</strong>g-Lampe<br />

Berater für Ernährung, Organisationsberater<strong>in</strong><br />

Hygiene und Qualitäts<strong>management</strong><br />

und Fortbildungsreferent<strong>in</strong><br />

Peter Hützen<br />

M. Christ<strong>in</strong>e Klöber<br />

Berater<strong>in</strong> zu Wäsche-<br />

Management und<br />

Wirtschaft<br />

Ralf Klöber Dr. Dieter Bödeker<br />

Berater für<br />

Hygieneberater,<br />

Groß küchen und Wedemark<br />

Kundenorientierung<br />

Fachanwalt für<br />

Arbeitsrecht,<br />

Bird&Bird, Düsseldorf<br />

Sie erreichen das <strong>rhw</strong>-Expertenteam unter: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

8 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Expertenforum<br />

vielmehr kann die E<strong>in</strong>richtung ihre Personalmenge<br />

aus den verhandelten Entgelten<br />

für Unterkunft und Verpflegung selbst<br />

steuern. Die alten Personalanhaltszahlen<br />

werden <strong>in</strong>tern aber meist für die Aufteilung<br />

zwischen Küche/Re<strong>in</strong>igung/Wäsche<br />

etc. zugrunde gelegt. Sie müssten als erstes<br />

die Rahmenvere<strong>in</strong>barungen Ihres Bundeslandes,<br />

bzw. die Trägervere<strong>in</strong>barungen<br />

e<strong>in</strong>sehen. Derzeit, so schreiben Sie,<br />

ist e<strong>in</strong> Mitarbeiter für 9,9 Bewohner zuständig.<br />

Die Küche nicht <strong>in</strong>begriffen.<br />

In <strong>der</strong> Regel ist die Stellenanteilreduzierung<br />

durch Vergabeleistungen recht unspektakulär.<br />

Die Höhe <strong>der</strong> neu entstandenen<br />

Ausgaben werden wie Lohnkosten<br />

bewertet und um diesen Anteil werden<br />

dann <strong>in</strong>tern die Stellen gekürzt. Lei<strong>der</strong><br />

<strong>bleiben</strong> die Hol- und Br<strong>in</strong>garbeiten, Wegund<br />

Verteilzeiten, genau wie Sie es beschrieben<br />

haben, häufig auf <strong>der</strong> Strecke.<br />

Sie sollten sich die Mühe machen und die<br />

<strong>in</strong>ternen Arbeiten zeitlich erfassen und <strong>in</strong><br />

benötigte Personalstunden umrechnen.<br />

So können Sie belegen, was tatsächlich<br />

noch an Arbeitskraft nötig ist, um die <strong>in</strong>ternen<br />

Prozesse absichern zu können und<br />

e<strong>in</strong>e hohe Ergebnisqualität zu erreichen.<br />

Allzu große Hoffnungen auf e<strong>in</strong>e Akzeptanz<br />

<strong>der</strong> tatsächlich benötigten Stunden<br />

möchte ich Ihnen aber nicht machen, da<br />

aus me<strong>in</strong>er Erfahrung dieser Erkenntnis<br />

kaum Rechnung getragen wird.<br />

Grundsätzliche Informationen zu<br />

Kennzahlen im hauswirtschaftlichen Arbeitsbereich<br />

können Sie dem Fachbuch<br />

„Erfolg ist messbar – Kennzahlen für hauswirtschaftliche<br />

Führungskräfte“, erschienen<br />

beim Verlag Neuer Merkur, entnehmen.<br />

Antwort von Sascha Kühnau<br />

Essensphilosophie<br />

erstellen<br />

c Wir möchten für unsere E<strong>in</strong>richtung<br />

mit e<strong>in</strong>er Tagungsstätte, e<strong>in</strong>em Meditationshaus<br />

(<strong>in</strong> dem es nur vegetarisches<br />

Essen gibt) und e<strong>in</strong>em Jugendhaus, e<strong>in</strong>e<br />

Essensphilosophie erstellen. Können Sie<br />

uns Informationen darüber geben, wie<br />

wir zu e<strong>in</strong>er solchen Philosophie kommen?<br />

d Am schlüssigsten kommen Sie zu Ihrer<br />

Essensphilosophie, wenn Sie die Aussagen<br />

des Leitbildes o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Hausphilosophie<br />

<strong>in</strong> den Verpflegungsbereich transferieren.<br />

Also beispielsweise:<br />

u Wie wollen wir die Ganzheitlichkeit bewusst<br />

gestalten?<br />

u Wie wollen wir die Entwicklung <strong>der</strong> Jugendlichen<br />

durch Verpflegungsangebote<br />

för<strong>der</strong>n?<br />

u Wie wollen wir die Individualität unserer<br />

Gäste bewusst berücksichtigen?<br />

Diese Fragen und die weiteren Aussagen<br />

sollten mit den Mitarbeiter<strong>in</strong>nen diskutiert<br />

werden, um passende Formulierungen<br />

zu f<strong>in</strong>den.<br />

Wenn Sie so die Hausphilosophie übersetzen,<br />

werden die Mitarbeiter sie als wahre<br />

Handlungsgrundlage erleben und damit<br />

auch umsetzen können.<br />

Ich warne davor, losgelöst von den bereits<br />

im Haus existierenden Handlungsmaßstäben<br />

solche Bereichsphilosophien<br />

zu entwickeln. Diese s<strong>in</strong>d sonst oft nicht<br />

stimmig o<strong>der</strong> weisen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Richtung.<br />

Das erleben Mitarbeiter<strong>in</strong>nen <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Praxis dann oft als unnötige Reibungspunkte.<br />

Natürlich können Sie auch direkt an<br />

das Leitbild Ihres Trägers „andocken“.<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Miele & Cie. KG<br />

www.miele-professional.de<br />

Telefon 0180 220 21 21*<br />

*0,06 €/Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/M<strong>in</strong>.


Fachthema<br />

Die Großküche hat sich für e<strong>in</strong> Jahr <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e<br />

Großbaustelle verwandelt<br />

Pasta unter Planen<br />

Bei <strong>der</strong> Anlieferung musste e<strong>in</strong>iges verän<strong>der</strong>t werden, da am<br />

Zelt viel weniger Platz zur Verfügung steht<br />

Wer zelten geht, lässt den Alltag h<strong>in</strong>ter sich und erlebt vielleicht<br />

sogar das e<strong>in</strong> o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e Abenteuer. So ergeht es momentan<br />

auch <strong>der</strong> Diakonie Stetten. Wobei das Zeltabenteuer <strong>der</strong> E<strong>in</strong>richtung<br />

nichts mit Urlaub zu tun hat: Weil die veraltete Zentralküche<br />

grundlegend erneuert werden muss, ist die Küche für<br />

e<strong>in</strong> Jahr <strong>in</strong> e<strong>in</strong> großes Zelt gezogen. Dort werden nun jeden Tag<br />

3500 Essen zubereitet.<br />

Es war schon seit e<strong>in</strong>iger Zeit klar, dass<br />

die Zentralküche <strong>der</strong> Diakonie Stetten<br />

e<strong>in</strong>er grundlegenden Erneuerung bedarf.<br />

Sie wurde 1968 erbaut und entsprach<br />

schon längst nicht mehr den gängigen Vorschriften:<br />

„Vom Brandschutz, von <strong>der</strong> Technik<br />

und auch von <strong>der</strong> Hygiene her war die<br />

Küche veraltet“, sagt Claudia Mattes, Leiter<strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong>lichen Dienste. So<br />

lag zum Beispiel die Spülküche mitten im<br />

Kochbereich, schmutziges Geschirr musste<br />

h<strong>in</strong>durch transportiert werden. „Und das<br />

geht eigentlich überhaupt nicht“, sagt Küchenleiter<strong>in</strong><br />

Margarita Wrana. So bekam die<br />

E<strong>in</strong>richtung auch nur deswegen noch die<br />

EU-Zertifizierung, weil man den Ablauf zeitlich<br />

entzerrt hatte und nur dann die Spülküche<br />

benutzte, wenn die Produktion <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Küche abgeschlossen war. „Aber das war<br />

natürlich schon e<strong>in</strong> Kraftakt“, sagt Mattes.<br />

Zumal die Küche e<strong>in</strong>en enormen Lieferumfang<br />

abdeckt.<br />

Drei Menül<strong>in</strong>ien, 400 Diätessen,<br />

3500 Portionen<br />

Jeden Tag werden etwa 3500 Essen zubereitet,<br />

an den Doppelkochtagen vor dem<br />

Wochenende sogar mehr als 4000. Diese<br />

Mahlzeiten gehen an die Menschen mit Beh<strong>in</strong><strong>der</strong>ung,<br />

die direkt <strong>in</strong> <strong>der</strong> Zentrale wohnen,<br />

aber auch an die Außenwohngruppen,<br />

an die Werkstätten o<strong>der</strong> Seniorenheime. Beliefert<br />

werden zudem externe Kunden wie<br />

Schulen o<strong>der</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong>gärten. „Deswegen fahren<br />

wir auch drei verschiedene Menül<strong>in</strong>ien“,<br />

erläutert Wrana. Denn was dem Senior<br />

schmeckt, kommt bei K<strong>in</strong><strong>der</strong>n nicht unbed<strong>in</strong>gt<br />

gut an – und umgekehrt. Darüber h<strong>in</strong>aus<br />

werden auch noch 400 Diätessen gekocht:<br />

Für Diabetiker, für Allergiker, für Men-<br />

Küchenalltag statt Zeltferien: für die Mitarbeiter<br />

war <strong>der</strong> neue Arbeitsplatz e<strong>in</strong>e<br />

große Herausfor<strong>der</strong>ung<br />

Fotos: Isabelle Butschek<br />

10 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Fachthema<br />

Das Zelt wurde <strong>in</strong>nerhalb von sechs Wochen aufgebaut und an Leitungen angeschlossen.<br />

Es steht e<strong>in</strong>en Meter über dem Boden, darunter verlaufen die Abflüsse.<br />

Für Margarita Wrana (l.) und Claudia Mattes (r.) ist<br />

die Zeit im Zelt anstrengend – aber auch spannend<br />

schen mit e<strong>in</strong>er Laktose-, Gluten- o<strong>der</strong> Eiweißunverträglichkeit.<br />

„Es kommt auch vor,<br />

dass e<strong>in</strong>e Mahlzeit für e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>zige Person<br />

gekocht wird“, sagt Wrana. Gearbeitet wird<br />

übrigens im Cook & Chill-Verfahren. „Dadurch<br />

bekommt man unserer Me<strong>in</strong>ung nach<br />

das hochwertigste Essen außerhalb <strong>der</strong> Privatküche“,<br />

sagt Claudia Mattes. Zumal so<br />

viele verschiedene Bereiche und e<strong>in</strong> Lieferradius<br />

von etwa 50 Kilometern abgedeckt<br />

werden müssten.<br />

Je<strong>der</strong> Produktionsschritt<br />

wurde überprüft<br />

In den Kühlräumen wartet das Essen auf<br />

se<strong>in</strong>e Auslieferung. Bei <strong>der</strong> Diakonie<br />

Stetten wird nach dem Cook & Chill-<br />

Verfahren gearbeitet.<br />

Auf jeden Fall waren die <strong>Hauswirtschaft</strong>sleiter<strong>in</strong><br />

und ihre Kollegen froh, als im<br />

Herbst 2010 <strong>der</strong> Umbau <strong>der</strong> Küche beauftragt<br />

wurde. Für Margarita Wrana g<strong>in</strong>gen<br />

dann kurze Zeit später die Planungen für die<br />

Übergangszeit los. Denn die Bauarbeiten<br />

sollen e<strong>in</strong> Jahr lang dauern – und betreffen<br />

nicht nur die Küche an sich, son<strong>der</strong>n auch<br />

die Lagerräume, die Anlieferung, die eigene<br />

Bäckerei und Metzgerei. „Wir s<strong>in</strong>d unseren<br />

Produktionsablauf Schritt für Schritt<br />

durchgegangen und haben uns überlegt,<br />

welche Absprachen nötig s<strong>in</strong>d und welche<br />

Probleme es geben könnte“, sagt Wrana.<br />

Daraufh<strong>in</strong> wurden verschiedene Maßnahmen<br />

getroffen. Zum Beispiel war klar,<br />

dass die Situation an <strong>der</strong> Anlieferung entspannt<br />

werden muss. „Wir haben unser Lager<br />

ausgemistet und bis auf e<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>en<br />

Raum aufgelöst. Es wird nur noch gebracht,<br />

was sofort verarbeitet wird“, erläutert Wrana.<br />

Zudem wurden Lieferungen zusammengefasst:<br />

„Tiefkühl- und Milchprodukte<br />

werden nun im Gegensatz zu früher e<strong>in</strong>mal<br />

am Tag von e<strong>in</strong>em Lieferanten gebracht und<br />

nicht von verschiedenen Lieferanten zu fünf<br />

verschiedenen Zeitpunkten.“<br />

Der Obst- und Gemüselieferant fährt dafür<br />

zweimal vor, „weil ich morgens noch<br />

nichts mit 1.000 Äpfeln anfangen kann“.<br />

Überlegt werden musste auch, wie die Produkte<br />

<strong>der</strong> eigenen Bäckerei <strong>in</strong> die Zentralküche<br />

kommen. Denn die Backstube sollte<br />

während <strong>der</strong> Übergangszeit <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er leer stehenden<br />

Bäckerei <strong>in</strong> <strong>der</strong> näheren Umgebung<br />

untergebracht werden. „Wir haben e<strong>in</strong>en<br />

Fahrer e<strong>in</strong>gestellt, <strong>der</strong> die Brötchen morgens<br />

und die Kuchen nachmittags br<strong>in</strong>gt – dann,<br />

wenn wir sie brauchen.“ Auch die Metzgereimitarbeiter<br />

wurden ausgelagert und haben<br />

e<strong>in</strong>en Platz <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Stuttgarter Großmetzgerei<br />

gefunden. „Wir wollten, dass <strong>der</strong><br />

Betrieb weiterläuft, denn wir hatten auch<br />

Auszubildende“, sagt Wrana.<br />

Umzug <strong>in</strong>s Zelt<br />

Dass die Küche <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Zelt unterkommt,<br />

war nicht von Anfang an so geplant.<br />

„Wir haben zunächst nach e<strong>in</strong>em Cater<strong>in</strong>g-<br />

Unternehmen gesucht, aber ke<strong>in</strong>es gefunden,<br />

das für e<strong>in</strong> Jahr unseren Lieferumfang<br />

übernehmen konnte“, sagt Claudia Mattes.<br />

Vor allem eben wegen <strong>der</strong> aufwendigen Logistik<br />

und den vielen Stationen, an die das<br />

Essen verteilt wird. Schließlich kam die Idee<br />

auf, die Küche <strong>in</strong> Conta<strong>in</strong>ern auf dem Sportplatz<br />

unterzubr<strong>in</strong>gen.<br />

Auf die Ausschreibung meldete sich<br />

auch e<strong>in</strong> holländischer Zeltbauer. „Tatsächlich<br />

ist e<strong>in</strong> Zelt viel besser, weil man mehr<br />

Platz hat, denn im Conta<strong>in</strong>er stehen alle drei<br />

Meter Stützen“, sagt Wrana. Da das Zelt wie<br />

e<strong>in</strong>e Traglufthalle aufgebaut ist, s<strong>in</strong>d dort<br />

solche Stützen nicht nötig. Wo man sich bef<strong>in</strong>det,<br />

ist <strong>in</strong>nen kaum zu merken. Das Dach<br />

verschw<strong>in</strong>det h<strong>in</strong>ter normalen Decken. Spül-<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 11


Fachthema<br />

küche, Kochbereich und auch die großen<br />

Kühlräume f<strong>in</strong>den mühelos Platz.<br />

Umzug im Sommer<br />

Der Umzug wurde <strong>in</strong> den großen Ferien<br />

im Sommer über die Bühne gebracht, „denn<br />

da müssen wir weniger Kunden beliefern“.<br />

Innerhalb von sechs Wochen wurde das Zelt<br />

aufgebaut. Es steht etwa e<strong>in</strong>en Meter über<br />

dem Boden, unter dem Zelt verlaufen zum<br />

Beispiel die Abflüsse. Zudem wurden zwei<br />

Conta<strong>in</strong>er angeschlossen, <strong>in</strong> denen sich die<br />

Umkleiden <strong>der</strong> etwa 40 Mitarbeiter sowie<br />

Büros bef<strong>in</strong>den. Mitte August wurde dann<br />

<strong>in</strong>nerhalb e<strong>in</strong>es Wochenendes die Küche <strong>in</strong><br />

das Übergangsquartier umgezogen – sogar<br />

das Raucherbänkchen fand e<strong>in</strong>en neuen<br />

Platz vor dem Zelt. „Wir hatten tatsächlich<br />

ke<strong>in</strong>en Produktionsausfall. Unsere Kunden<br />

haben nichts gemerkt, außer, dass es e<strong>in</strong>e<br />

Woche lang ke<strong>in</strong> Wahlessen gab“, sagt Claudia<br />

Mattes.<br />

Allerd<strong>in</strong>gs kamen nicht alle Geräte mit<br />

<strong>in</strong> das neue Quartier: „Zum Beispiel haben<br />

wir zwei Spülmasch<strong>in</strong>en ausgeliehen, weil<br />

diejenigen, die wir <strong>in</strong> unserer neuen Küche<br />

haben möchten, zu groß für das Zelt gewesen<br />

wären“, erläutert Margarita Wrana. Für<br />

die Interimszeit neu gekauft wurden zwei<br />

Kühltunnel. Sie sollen später <strong>in</strong> die renovierte<br />

Küche mit umziehen. Klar war zum<br />

Beispiel auch, dass nicht alle acht 300-Liter-Kessel<br />

im Zelt Platz haben. „Wir arbeiten<br />

nun mit drei Kesseln. Das bedeutet, dass<br />

e<strong>in</strong> Kessel eben nicht e<strong>in</strong>mal am Tag, son<strong>der</strong>n<br />

dreimal am Tag belegt ist – und zwischendurch<br />

sauber gemacht werden muss“,<br />

sagt <strong>der</strong> stellvertretende Küchenleiter Steffen<br />

Köhler.<br />

Eiswürfel und Saunatemperaturen<br />

Dies war nur e<strong>in</strong>e <strong>der</strong> vielen Verän<strong>der</strong>ungen<br />

im Ablauf, die durch das Übergangsquartier<br />

auf die Mitarbeiter zukamen.<br />

„Manche haben seit 30 Jahren immer die<br />

gleichen Handgriffe getan, da hat e<strong>in</strong> Rädchen<br />

genau <strong>in</strong>s an<strong>der</strong>e gepasst. Und plötzlich<br />

hatten sie es mit e<strong>in</strong>er neuen Technik,<br />

neuen Räumen zu tun, und das alles auch<br />

noch <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Zelt“, sagt Margarita Wrana.<br />

Zumal <strong>in</strong> <strong>der</strong> Anfangszeit trotz aller Vorbereitungen<br />

und Testläufe doch unerwartete<br />

Probleme auftauchten. „Es war <strong>in</strong> den ersten<br />

Tagen nach dem Umzug sehr heiß. Weil<br />

die Lüftung <strong>in</strong> <strong>der</strong> Spülküche nicht richtig<br />

funktionierte, hatten wir dort Temperaturen<br />

um die 50 Grad“, erzählt<br />

Ungebetene Gäste sollen<br />

draußen <strong>bleiben</strong> –<br />

diese Schil<strong>der</strong> waren <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> alten Zentralküche<br />

nicht notwendig<br />

Auch die Spülküche f<strong>in</strong>det im Zelt Platz. Als die Lüftung am Anfang ausfiel, hatte es<br />

dort Temperaturen um 50 Grad.<br />

die Küchenleiter<strong>in</strong>. Auch die Kühltunnel ließen<br />

die Küchenmitarbeiter zweimal im Stich.<br />

E<strong>in</strong> an<strong>der</strong>es Problem waren die Abflüsse.<br />

Diese liegen im Zelt etwas erhöht und<br />

passen auch nicht zu den Ausgüssen <strong>der</strong><br />

großen Kessel. „Da haben wir mobile Ablaufr<strong>in</strong>nen<br />

ausgetüftelt, damit wir nicht das<br />

ganze Schmutzwasser auf dem Boden stehen<br />

haben“, sagt Steffen Köhler. Für den<br />

stellvertretenden Küchenchef waren auch<br />

die sehr kalten Tage Anfang des Jahres e<strong>in</strong><br />

ganz beson<strong>der</strong>es Erlebnis. „Da kamen tatsächlich<br />

Eiswürfel aus den Leitungen. Das<br />

habe ich auch noch nie erlebt“, erzählt er.<br />

Auch Margarita Wrana hat sich diese Zeit<br />

e<strong>in</strong>geprägt: „Da haben die Mitarbeiter teilweise<br />

<strong>in</strong> dicker Mütze und Fleece produziert,<br />

weil die Heizung nicht ausgereicht hat.“<br />

Nebenher wird die<br />

neue Küche geplant<br />

Mittlerweile jedoch hat sich das Arbeiten<br />

im Zelt e<strong>in</strong>gespielt. „Wir s<strong>in</strong>d <strong>in</strong>zwischen<br />

richtige Fachleute geworden“, sagt Steffen<br />

Köhler und lacht. Se<strong>in</strong>en Speiseplan musste<br />

er übrigens kaum verän<strong>der</strong>n: „Nur<br />

Fleischküchle können wir gerade nicht machen,<br />

das klappt wegen <strong>der</strong> Anlieferung <strong>der</strong><br />

Hackmasse nicht.“ Suppen o<strong>der</strong> Nachtische<br />

werden trotz <strong>der</strong> außergewöhnlichen Situation<br />

selbst zubereitet, „da greifen wir<br />

nicht auf Päckchen zurück“, sagt Margarita<br />

Wrana. Größtes Lob für die Küchenmannschaft<br />

ist es, dass es bisher ke<strong>in</strong>erlei Beschwerden<br />

<strong>der</strong> Kunden gab. Im Gegenteil:<br />

„Viele rufen an und s<strong>in</strong>d ganz verwun<strong>der</strong>t,<br />

dass man es überhaupt nicht<br />

merkt, dass das Essen gerade<br />

im Zelt gekocht wird“,<br />

sagt Claudia Mattes.<br />

Zeit zum Durchatmen<br />

gibt es trotzdem kaum.<br />

„Wir s<strong>in</strong>d dabei, unsere<br />

neue Küche und den Umzug<br />

zu planen“, sagt Margarita Wrana. Sie<br />

ist durch ganz Deutschland gereist, um sich<br />

Geräte und an<strong>der</strong>e Großküchen anzuschauen<br />

– zum Beispiel auch am Frankfurter<br />

Flughafen. Zusammen mit ihrem Kollegen<br />

Steffen Köhler hatte sie zudem e<strong>in</strong> ständiges<br />

Auge auf die Küchenplaner. „Wir haben<br />

die Erfahrung gemacht, dass man sich<br />

nicht zu sehr auf die Fachplaner verlassen<br />

sollte. Denn diese lassen e<strong>in</strong>fach Standardmodule<br />

aus dem PC. Was tatsächlich<br />

benötigt wird, wissen aber nur die Nutzer“,<br />

sagt Köhler.<br />

So mussten sich die Küchenleiter zum<br />

Beispiel e<strong>in</strong>schalten, als es um die Größe<br />

<strong>der</strong> neuen Spülmasch<strong>in</strong>e g<strong>in</strong>g o<strong>der</strong> um neue<br />

Kessel. „Eigentlich waren 200-Liter-Kessel<br />

vorgesehen, bei denen es zehn M<strong>in</strong>uten<br />

dauert, bis sie befüllt s<strong>in</strong>d. Da war mir<br />

schnell klar, dass wir viel effektivere brauchen“,<br />

erläutert Köhler. „Es ist eben nicht<br />

so, dass <strong>der</strong> billigste Kessel auch <strong>der</strong> s<strong>in</strong>nvollste<br />

ist“, sagt auch Wrana. Mittlerweile<br />

setzen sich die Küchenleiter alle zwei Wochen<br />

mit den Planern und Architekten zusammen,<br />

um alle Bauschritte zu besprechen.<br />

„Ich bekomme auch jeden Tag Mails,<br />

<strong>in</strong> denen ich darum gebeten werde, Baumaßnahmen<br />

zu bestätigen“, sagt Wrana.<br />

Es dauert zwar noch e<strong>in</strong> paar Monate,<br />

aber Steffen Köhler freut sich jetzt schon auf<br />

die neue Küche und die neue Technik, die<br />

er dort dann zur Verfügung hat. „Geräte wie<br />

Rückkühlkessel bieten uns ganz neue Möglichkeiten.“<br />

Der Umzug soll wie<strong>der</strong> im August,<br />

<strong>in</strong> den Sommerferien, stattf<strong>in</strong>den. Mit<br />

umziehen sollen dann auch neue Erkenntnisse<br />

aus <strong>der</strong> Zeit im Zelt. „Wir werden unseren<br />

Ablauf wie<strong>der</strong> Schritt für Schritt durchgehen“,<br />

sagt Margarita Wrana. Ziemlich sicher<br />

ist sie, dass die Än<strong>der</strong>ungen bei <strong>der</strong> Lagerhaltung<br />

beibehalten werden. „Das hat<br />

sich sehr gut e<strong>in</strong>gespielt. Und wir brauchen<br />

e<strong>in</strong>fach viel weniger Platz.“<br />

t Isabelle Butschek<br />

12 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


[Das aktuelle Buch]<br />

1110060 Foto: iStock_© adventtr<br />

Erfolg ist planbar<br />

Mit ihrem erfolgreichen Nachschlagewerk haben M. Christ<strong>in</strong>e und Ralf Klöber e<strong>in</strong>e<br />

Mischung aus praktischem und theoretischem Wissen zum Thema Qualitäts<strong>management</strong><br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong> erarbeitet.<br />

M. Christ<strong>in</strong>e Klöber, Ralf Klöber<br />

Erfolg ist planbar<br />

Verlag Neuer Merkur<br />

ISBN 978-3-937346-60-1 • 456 Seiten • 24,90 Euro<br />

4. überarbeitete Auflage 2011<br />

Jetzt bestellen:<br />

Telefon (0 79 53) 88 36 91 • E-Mail buchbestellung@fachbuchdirekt.de<br />

Versandkostenfrei über: www.fachbuchdirekt.de


Foto: photocase<br />

Verpflegungskonzepte entwickeln<br />

In immer mehr E<strong>in</strong>richtungen s<strong>in</strong>d neben <strong>Hauswirtschaft</strong>skonzepten auch Verpflegungskonzepte<br />

gefor<strong>der</strong>t. Doch was müssen diese be<strong>in</strong>halten? Das Buch bietet<br />

praxiserprobte Antworten zur Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung und zum Qualitäts<strong>management</strong>.<br />

Verpflegungskonzepte entwickeln<br />

Verlag Neuer Merkur<br />

ISBN 978-3-937346-63-2 • 19,90 Euro<br />

174 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2010<br />

Hiermit bestelle ich<br />

______ Ex. Erfolg ist planbar ISBN 978-3-937346-60-1 à 24,90 Euro<br />

______ Ex. Verpflegungskonzepte entwickeln ISBN 978-3-937346-63-2 à 19,90 Euro<br />

______ Ex. des folgenden Buches:<br />

✂<br />

Name, Vorname<br />

Straße, Nummer<br />

✂<br />

PLZ, Ort<br />

Telefon, Telefax, E-Mail-Adresse<br />

Datum, Unterschrift<br />

Wi<strong>der</strong>rufsrecht: Diese Bestellung kann ich <strong>in</strong>nerhalb <strong>der</strong> folgenden zwei Wochen schriftlich ohne Begründung bei<br />

Fachbuchdirekt, Kundenservice, 74569 Blaufelden wi<strong>der</strong>rufen. Die Bestellung erfolgt auf Rechnung zuzüglich Versandkosten.<br />

Die Preise s<strong>in</strong>d <strong>in</strong>klusive Mehrwertsteuer.<br />

Fachbuchdirekt<br />

Kundenservice<br />

74569 Blaufelden


Fachthema<br />

Wäsche <strong>in</strong> die Mangel<br />

nehmen<br />

Für glatte Bettlaken und perfekte Tischdecken wird im Großhaushalt<br />

e<strong>in</strong>e Mangel gebraucht, die auf die Wäschemenge und<br />

den Platz abgestimmt ist und sich e<strong>in</strong>fach bedienen lässt. Wir stellen<br />

Ihnen e<strong>in</strong>ige Masch<strong>in</strong>en vor. Für e<strong>in</strong> optimales F<strong>in</strong>ish-Ergebnis<br />

ist außerdem e<strong>in</strong>e regelmäßige Mangelpflege erfor<strong>der</strong>lich.<br />

Die Master 1610 von Stahl schafft mit<br />

1610 mm Walzendurchmesser e<strong>in</strong>e<br />

Stundenleistung von bis zu 300 Kilogramm<br />

Bei gewerblichen Mangeln werden Mulden-<br />

und Zyl<strong>in</strong><strong>der</strong>mangeln unterschieden.<br />

Bei Muldenmangeln wird<br />

die feuchte Wäsche mit e<strong>in</strong>er o<strong>der</strong> mehreren<br />

rotierenden, mit speziellem Gewebe bewickelten<br />

Walzen mit Druck an beheizte,<br />

feststehende Mulden gedrückt und so geglättet<br />

und getrocknet. Dabei ist <strong>der</strong> Mangelweg,<br />

also <strong>der</strong> Arbeitsweg unter Druck<br />

und Beheizung, umso länger, je größer <strong>der</strong><br />

Walzen- und Muldendurchmesser ist und je<br />

mehr die Mulde die Walze „umschließt“. Bei<br />

Zyl<strong>in</strong><strong>der</strong>mangeln wird feuchte Wäsche zwischen<br />

e<strong>in</strong>em o<strong>der</strong> mehreren rotierenden,<br />

beheizten Zyl<strong>in</strong><strong>der</strong>n und e<strong>in</strong>em Endlostuch,<br />

Bän<strong>der</strong>n o<strong>der</strong> Gurten geglättet und getrocknet.<br />

Mangelpflege gewährleistet<br />

gutes Ergebnis<br />

Damit das Mangelergebnis gut ausfällt<br />

und ke<strong>in</strong>e Probleme auftreten, ist e<strong>in</strong>e richtige<br />

Mangelpflege wichtig. Das ergab e<strong>in</strong><br />

Forschungsprojekt <strong>der</strong> Hohenste<strong>in</strong>er Institute<br />

von 2010. Die besten F<strong>in</strong>ish-Ergebnisse<br />

auf Mangelstraßen und Hochleistungsmangeln<br />

wurden erzielt bei stahlblanken<br />

Mulden, funktionierenden Kondensatableitern,<br />

e<strong>in</strong>er funktionierenden Absaugung <strong>in</strong><br />

Verb<strong>in</strong>dung mit e<strong>in</strong>er ordnungsgemäßen<br />

Walzengeometrie <strong>in</strong>klusive sachgemäßer<br />

Walzenbewicklung, so die Zusammenfassung.<br />

Wenn zum Beispiel die Absaugung zu<br />

ger<strong>in</strong>g ist, kann die Walzenbewicklung<br />

feucht werden und die Trockenleistung s<strong>in</strong>ken.<br />

E<strong>in</strong>e zu starke Absaugung erhöht den<br />

Luftdurchsatz, wodurch mehr Wärmeenergie<br />

benötigt wird, um zu verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n, dass<br />

die Bewicklung zu stark abkühlt.<br />

Negativ auf die Mangelgängigkeit wirkten<br />

sich Ablagerungen auf <strong>der</strong> Mulde aus.<br />

Deshalb ist die Mulde regelmäßig, je nach<br />

Wäschemenge und Herstellerempfehlungen<br />

bis zu mehrmals täglich zu re<strong>in</strong>igen und<br />

zu wachsen. Miele empfiehlt außerdem, die<br />

Mulde sofort zu re<strong>in</strong>igen und zu wachsen,<br />

Effektive E<strong>in</strong>gabe durch<br />

elektromechanische<br />

Klammern und e<strong>in</strong>en Vakuumtisch<br />

bei <strong>der</strong> Electrolux-<br />

Zyl<strong>in</strong><strong>der</strong>mangel IC448<br />

Fotos: Stahl, Electrolux<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 15


Fachthema<br />

Bei <strong>der</strong> Muldenmangel PM 18 von Miele<br />

können <strong>in</strong>dividuelle Mangelprogramme nach<br />

Textilart und Kunde abgespeichert werden<br />

wenn Ablagerungen durch Stärke o<strong>der</strong> Inkrustationen<br />

zu sehen s<strong>in</strong>d.<br />

Probleme durch zu viel Waschmittel,<br />

Wachs o<strong>der</strong> Stärke<br />

Ablagerungen durch Wachmittelreste<br />

auf den Textilien bee<strong>in</strong>trächtigen ebenfalls<br />

das F<strong>in</strong>ish-Ergebnis. Diese lassen sich durch<br />

ausreichend Spülgänge, angepasste Waschmitteldosierung<br />

sowie das Re<strong>in</strong>igen und<br />

Wachsen <strong>der</strong> Mulde vermeiden. Braun-gelbe<br />

Verfärbungen können durch zu viel Stärke<br />

entstehen, die Wäsche sollte erneut gewaschen<br />

werden. Weiterh<strong>in</strong> rät Miele, das<br />

Mangeltuch und gegebenenfalls die Mulde<br />

zu re<strong>in</strong>igen, wenn zum Beispiel:<br />

u Ablagerungen auf dem Mangeltuch zu<br />

sehen s<strong>in</strong>d,<br />

u zu viel Wachs verwendet wurde (zu glattes<br />

Mangeltuch),<br />

u schwarze Streifen o<strong>der</strong> Flächen auf <strong>der</strong><br />

Wäsche zu sehen s<strong>in</strong>d (deuten auf verbrannte<br />

Knöpfe, Kunststofffasern o<strong>der</strong><br />

Fremdkörper <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mulde h<strong>in</strong>).<br />

Durch Isolierung Wärme speichern<br />

Als Leistungsangabe von Mangeln werden<br />

oft Kilogramm pro Stunde angegeben,<br />

abhängig von <strong>der</strong> Restfeuchte <strong>der</strong> Ausgangswäsche.<br />

Je feuchter die Wäsche,<br />

umso ger<strong>in</strong>ger die Leistung, da die Mangelgeschw<strong>in</strong>digkeit<br />

reduziert werden muss.<br />

Gegebenenfalls ist die Schleu<strong>der</strong>drehzahl<br />

zu erhöhen, beziehungsweise die Wäsche<br />

im Trockner vorzutrocknen.<br />

Für große Wäschemengen beispielsweise<br />

bietet die Firma Stahl die Muldenmangel-Serie<br />

Master an. Diese Baureihe<br />

ist, wie alle Stahl-Mangeln, mit <strong>der</strong> so genannten<br />

Heizbandtechnologie aus beheizter<br />

hochglanzpolierter Mulde und dar<strong>in</strong> rotieren<strong>der</strong><br />

Walze konstruiert. Dabei ist <strong>der</strong><br />

hohe Anpressdruck laut Hersteller während<br />

des gesamten Plättvorganges vorhanden<br />

und e<strong>in</strong> Mangelweg von 180° gewährleistet.<br />

Viel Wert legt Stahl auf das Energiesparen:<br />

Die Mulden s<strong>in</strong>d isoliert und speichern<br />

dadurch die Wärme, außerdem s<strong>in</strong>d<br />

die Mangeln mit wärmeisolierenden Metallabdeckhauben<br />

ausgestattet. Mangelgeschw<strong>in</strong>digkeit,<br />

Absaugleistung, Anpressdruck<br />

und an<strong>der</strong>e Parameter lassen<br />

sich mit <strong>der</strong> Freepro-Steuerung auf jedes<br />

zu mangelnde Textil e<strong>in</strong>stellen. Alle Geräte<br />

von Stahl s<strong>in</strong>d als gas-, elektro- o<strong>der</strong> dampfbeheizte<br />

Varianten erhältlich.<br />

Bedienung per Touchscreen<br />

E<strong>in</strong>e neue Generation von Muldenmangeln<br />

br<strong>in</strong>gt Miele Mitte 2012 auf den<br />

Markt. Die Serien PM 16 und PM 18 wird es<br />

<strong>in</strong> vier Arbeitsbreiten (2,10 bis 3,50 m) und<br />

mit Walzendurchmessern von 60 und 80 cm<br />

geben. Das Modell PM1830 kann mit e<strong>in</strong>er<br />

3.000 mm breiten Walze und e<strong>in</strong>em Walzendurchmesser<br />

von 790 mm pro Stunde<br />

bis zu 200 Kilogramm mangeln. Beheizt<br />

werden die PM-Mangeln mit Gas, Dampf<br />

o<strong>der</strong> elektrisch. Bedient werden sie über<br />

e<strong>in</strong> Display mit Touchscreen, über das sich<br />

Drehzahl, Anpressdruck und Temperatur<br />

e<strong>in</strong>stellen und als <strong>in</strong>dividuelle Mangelprogramme<br />

nach Textilart und Kunde abspeichern<br />

lassen.<br />

Die Serie PM ist mit e<strong>in</strong>em Easy-Fold-<br />

Ausgabetisch ausgestattet. Dessen gewölbte<br />

Wabenstruktur und <strong>in</strong>tegrierten Löcher<br />

sollen dafür sorgen, dass die Textilien<br />

durch durchströmende kühle Raumluft<br />

schon auf dem Mangeltisch abkühlen. Optional<br />

bestellt werden kann unter an<strong>der</strong>em<br />

e<strong>in</strong> höhenverstellbarer E<strong>in</strong>gabetisch mit Vakuumansaugung<br />

o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e durchsichtige<br />

Walzenabdeckung, die e<strong>in</strong>e Wärmeabstrahlung<br />

nach oben verm<strong>in</strong><strong>der</strong>t.<br />

Wer weniger Leistung braucht und weniger<br />

Platz hat, kann die Miele PM 1318<br />

wählen. Sie leistet bei 25 Prozent Restfeuchte<br />

75 Kilogramm pro Stunde, bei 50<br />

Prozent Restfeuchte 45 Kilogramm Wäsche.<br />

Diese Masch<strong>in</strong>e ist ebenfalls mit dem Easy-<br />

Fold-Ausgabetisch ausgestattet und wird<br />

über Drehwahlschalter bedient.<br />

Langlebige Zyl<strong>in</strong><strong>der</strong> aus Edelstahl<br />

Zyl<strong>in</strong><strong>der</strong>mangeln <strong>in</strong> verschiedenen Ausführungen<br />

hat Electrolux im Programm. Die<br />

Serie IC433 ist mit Edelstahlzyl<strong>in</strong><strong>der</strong>n von<br />

325 mm Durchmesser sowie langlebigen<br />

Bügelbän<strong>der</strong>n ausgestattet. Dank <strong>der</strong> Rückführung<br />

können diese Masch<strong>in</strong>en dicht an<br />

<strong>der</strong> Wand aufgestellt werden. Mit e<strong>in</strong>er Bügelbreite<br />

von 1910 bis 3170 mm deckt die<br />

Serie IC448 viele Bedürfnisse ab. Die Masch<strong>in</strong>en<br />

lassen sich von e<strong>in</strong>er Person bedienen<br />

– vom Zuführen <strong>der</strong> feuchten Wäsche<br />

bis zum Abstapeln gefalteter Teile mit<br />

den variabel nutzbaren Stapelgeräten. Die<br />

Aufgabestation ist mit elektromechanischen<br />

Klammern und e<strong>in</strong>em Vakuumtisch<br />

ausgestattet. Die IC448 werden über e<strong>in</strong><br />

Touchscreen bedient, standardmäßig ist e<strong>in</strong><br />

System zur automatischen Steuerung <strong>der</strong><br />

Bügelgeschw<strong>in</strong>digkeit <strong>in</strong>stalliert. Gasbeheizte<br />

Modelle arbeiten mit e<strong>in</strong>em wartungsfreien<br />

Keramikgasbrenner, <strong>der</strong> laut<br />

Hersteller den Gasverbrauch um 20 Prozent<br />

senken soll.<br />

t Katr<strong>in</strong> Hecker<br />

Fotos: Miele, iStockphoto/lukedesign<br />

16 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Fachthema<br />

„Das Bügelergebnis ist nur so gut,<br />

wie die Wäsche vorbereitet ist“<br />

Ebenso wie beim Mangeln im Großhaushalt spezielle Kenntnisse<br />

und Geräte gebraucht werden, s<strong>in</strong>d diese auch im gehobenen<br />

Privathaushalt von Bedeutung. <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

sprach mit Ursula Bolhuis über das richtige Bügeln im anspruchsvollen<br />

Privathaushalt.<br />

c Worauf legen Ihre Kunden bei <strong>der</strong><br />

Bügelwäsche beson<strong>der</strong>en Wert?<br />

d Es muss sehr akkurat gebügelt und<br />

gelegt werden. Im Schrank müssen alle<br />

Kleidungsstücke genau übere<strong>in</strong>an<strong>der</strong> liegen.<br />

Fast immer bekommt die <strong>Hauswirtschaft</strong>er<strong>in</strong><br />

von mir Schablonen zum Legen<br />

<strong>der</strong> Kleidung – e<strong>in</strong>e für Sie, e<strong>in</strong>e für Ihn.<br />

Sogar für Strumpfhosen gibt es e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>heitliche<br />

Legetechnik. Im Schrank muss<br />

es sehr übersichtlich se<strong>in</strong>, die Kleidung<br />

wird nicht nur nach T-Shirts o<strong>der</strong> Pullis<br />

sortiert, son<strong>der</strong>n auch nach Farben, alle<br />

gelb-orange Töne zusammen und alle<br />

schwarz-grauen Kleidungsstücke zue<strong>in</strong>an<strong>der</strong>.<br />

c Welche Fachkenntnisse braucht e<strong>in</strong>e<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>skraft für die Bearbeitung<br />

von Bügelwäsche?<br />

d Bei den Kunden besteht <strong>der</strong> Wunsch<br />

nach Tischwäsche aus Baumwolle mit<br />

Hohlsaum und Monogramm, das heißt<br />

Techniken wie Stärken s<strong>in</strong>d wie<strong>der</strong> gefragt.<br />

Gebraucht wird auch e<strong>in</strong> sehr hohes<br />

Materialkundeverständnis. Man muss<br />

über Funktionswäsche Bescheid wissen<br />

und neue Fasern kennen, wie zum Beispiel<br />

Qmilch (neuartige Faser aus Milch –<br />

Anmerkung <strong>der</strong> Redaktion) o<strong>der</strong> Sojafasern.<br />

Auch die Vor- und Nachbehandlung<br />

ist nicht un<strong>in</strong>teressant und es werden<br />

gute chemische Kenntnisse gebraucht.<br />

Zur Fleckentfernung reicht es nicht, mal<br />

eben e<strong>in</strong> Spray aufzusprühen.<br />

c Welche Gar<strong>der</strong>obe ist aus Ihrer Sicht<br />

am schwierigsten zu bügeln?<br />

d Die gesamte Obergar<strong>der</strong>obe ist wichtig,<br />

auch Anzüge und Kostüme aufdämpfen.<br />

Dazu muss man das richtige Gerät<br />

haben und es bedienen können. Und das<br />

Bügelergebnis ist nur so gut, wie die Wäsche<br />

vorbereitet ist.<br />

c Welches Gerät empfehlen Sie Ihren<br />

Kunden?<br />

d Es werden m<strong>in</strong>destens zwei Geräte<br />

gebraucht, eventuell drei. Erstens e<strong>in</strong>e<br />

klassische Dampfbügelstation. Für gut<br />

vorbereitete Wäsche wird außerdem e<strong>in</strong><br />

Bügeleisen benötigt, das ohne Dampf<br />

funktioniert. Das kann e<strong>in</strong> Dampfbügeleisen<br />

se<strong>in</strong>, bei dem <strong>der</strong> Dampf ausgeschaltet<br />

werden kann, o<strong>der</strong> e<strong>in</strong> klassisches<br />

ohne Dampf. Zum Bügeln von Wollpullovern,<br />

Seide, Anzügen und Kostümen<br />

empfehle ich zusätzlich e<strong>in</strong> spezielles Bügeleisen,<br />

das Dampf abgibt,<br />

aber gleichzeitig e<strong>in</strong>e niedrige<br />

Kontakttemperatur hat.<br />

Normale Dampfbügeleisen<br />

können nämlich nur heiß<br />

und Dampf, nicht nur Dampf<br />

alle<strong>in</strong> abgeben.<br />

c Wie sollte Bügelwäsche<br />

denn vorbereitet werden?<br />

d Die Wäsche wird mit e<strong>in</strong>er<br />

Sprühpistole e<strong>in</strong>gesprüht,<br />

<strong>in</strong> Folie o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e<br />

Tüte e<strong>in</strong>gewickelt und muss<br />

m<strong>in</strong>destens 20 M<strong>in</strong>uten<br />

durchziehen. Zum Stärken<br />

von Tischwäsche ist Reisstärke<br />

am besten, die muss<br />

allerd<strong>in</strong>gs vorher gekocht<br />

werden. Bettwäsche und<br />

Ursula Bolhuis, gelernte HBL und Diplom-Oecotropholog<strong>in</strong>,<br />

berät mit ihrer<br />

Rat<strong>in</strong>ger Firma Struktur-Wandel gehobene<br />

private Haushalte und schult<br />

<strong>der</strong>en Angestellte <strong>in</strong> allen Belangen<br />

<strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

Oberhemden werden <strong>in</strong> <strong>der</strong> Waschmasch<strong>in</strong>e<br />

mit flüssiger Wäschestärke vorbereitet.<br />

Sprühstärke sollte nur vere<strong>in</strong>zelt<br />

angewandt werden, um mal e<strong>in</strong>en Kragen<br />

anzustärken.<br />

c Welche Fehler werden beim Bügeln<br />

häufig gemacht?<br />

d Meist wird zu heiß gebügelt, dadurch<br />

werden viele Materialien an <strong>der</strong> Oberfläche<br />

verbrannt und glänzen dann. Typisch<br />

ist auch, dass Reserveknöpfe bei Hemden<br />

nicht rausgetrennt und dann übergebügelt<br />

werden. Bei Polohemden bügeln viele<br />

Angestellte gern auf den dicken Stellen<br />

und Knöpfen rum, sodass die Farbe abgeht.<br />

Häufig werden auch Flecken zu wenig<br />

vorbehandelt, denn das kostet Zeit.<br />

c Haben Sie noch e<strong>in</strong>en Bügel-Geheimtipp<br />

für unsere Leser/<strong>in</strong>nen?<br />

d Ja, ich würde gern noch was zu den<br />

Bügeln sagen. Gern werden nämlich diese<br />

Metallbügel aus <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung genommen,<br />

weil die so wenig Platz brauchen.<br />

Und wenn e<strong>in</strong> Kunde 100 Oberhemden<br />

hat, was bei me<strong>in</strong>er Kundschaft<br />

nicht ungewöhnlich ist, wird viel Platz benötigt.<br />

Aber nur e<strong>in</strong> guter Bügel hält die<br />

Langlebigkeit des Bügelergebnisses. E<strong>in</strong><br />

dünner Bügel macht Falten <strong>in</strong> den Schultern<br />

und kann sogar rosten, wenn das<br />

dampfgebügelte Hemd aufgehängt wird<br />

und noch leicht feucht ist. Und <strong>der</strong> Chef<br />

wun<strong>der</strong>t sich dann, wenn das maßgeschnei<strong>der</strong>te<br />

Hemd Rostflecken hat.<br />

c Frau Bolhuis, vielen Dank für das Gespräch!<br />

t Interview: Katr<strong>in</strong> Hecker<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 17


Fachthema<br />

„Kommen Sie <strong>in</strong>s Lot!“<br />

Die Mitarbeiter <strong>in</strong> <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung nehmen häufig nicht wahr, dass<br />

sie ihre Grenzen überschreiten. Es drohen Verschleißersche<strong>in</strong>ungen<br />

am Stütz- und Bewegungsapparat. Der Krankheitsstand<br />

liegt deshalb oftmals bei über zehn Prozent. Prof. em. Elke Huth<br />

aus Hamburg zeigt, wie man im wahrsten S<strong>in</strong>ne wie<strong>der</strong> „<strong>in</strong>s<br />

Lot“ kommen kann.<br />

c Was war ausschlaggebend für die Entwicklung<br />

des Konzeptes „Körpergerechtes<br />

Arbeiten <strong>in</strong> <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung“?<br />

d In den 1990er Jahren haben die Hochschule<br />

für Angewandte Wissenschaften,<br />

<strong>der</strong> arbeitsmediz<strong>in</strong>ische Dienst, die Landesunfallkasse<br />

Hamburg und die BKK <strong>der</strong><br />

Stadt Hamburg die Arbeitsbed<strong>in</strong>gungen<br />

<strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung <strong>in</strong> den Hamburger Krankenhäusern<br />

untersucht. Der hohe Krankenstand<br />

zwang zu Verän<strong>der</strong>ungen <strong>in</strong> den Bereichen<br />

Technik, Organisation und <strong>Gesund</strong>heitsför<strong>der</strong>ung.<br />

Neben an<strong>der</strong>en Weiterbildungskonzepten<br />

ist das Lernkonzept<br />

„Körpergerechtes Arbeiten – bewusst bewegen“<br />

entstanden. Wir haben es <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Konzeption standardisiert und mit f<strong>in</strong>anzieller<br />

Hilfe <strong>der</strong> genannten Partner Lernmaterialien<br />

erstellt.<br />

c Bitte schil<strong>der</strong>n Sie kurz Ihr Konzept.<br />

d Wichtig ist e<strong>in</strong> Satz von Giuseppe Mazz<strong>in</strong>i:<br />

„Das Geheimnis des Könnens liegt im<br />

Wollen“. Alle methodischen und medialen<br />

Akzente zielen auf e<strong>in</strong>e Verhaltensän<strong>der</strong>ung<br />

ab. Es wird nicht nur e<strong>in</strong> neues Bewegungsverhalten<br />

vorgestellt, son<strong>der</strong>n<br />

auch <strong>der</strong> Blick auf e<strong>in</strong>e lebenslange Verantwortung<br />

für die eigene <strong>Gesund</strong>heit gerichtet.<br />

In diesem S<strong>in</strong>ne ist „Bewusst bewegen“<br />

doppeldeutig: Natürlich soll das<br />

neue Bewegungsverhalten bewusster angelegt<br />

se<strong>in</strong>, aber auch <strong>der</strong> Verstand muss<br />

mitmachen.<br />

Nur Erfahrungen am eigenen Leib verän<strong>der</strong>n<br />

E<strong>in</strong>stellungen und Verhalten. In je<strong>der</strong><br />

Lernsequenz werden auf unterschiedliche<br />

Arten Informationen vermittelt, Kommunikation<br />

und Zusammenarbeit geför<strong>der</strong>t<br />

und Mitwirkung gefor<strong>der</strong>t.<br />

Wir gehen schrittweise vor: Es werden<br />

physikalische und physiologische Grundlagen<br />

vermittelt; Körpererleben, Körperwahrnehmung<br />

stehen immer wie<strong>der</strong> im<br />

Vor<strong>der</strong>grund; tra<strong>in</strong>iert wird auch das differenzierte<br />

Beobachten und natürlich die<br />

Prof. Huth bei <strong>der</strong> Tagung <strong>der</strong><br />

Diakonie Württemberg<br />

(siehe auch Bericht ab Seite 33)<br />

Übertragung des Grundpr<strong>in</strong>zips „den Körper<br />

<strong>in</strong>s Lot br<strong>in</strong>gen“ an Arbeitsmitteln erprobt.<br />

Dabei helfen Arbeitsblätter zur Reflektion<br />

<strong>der</strong> Tätigkeiten, Bil<strong>der</strong> aus dem Arbeitsalltag,<br />

Lernbauste<strong>in</strong>e und Bildkarten,<br />

die das Lernen „mit allen S<strong>in</strong>nen“ ermöglichen.<br />

c Was verstehen Sie unter <strong>der</strong> Aussage<br />

„den Körper <strong>in</strong>s Lot br<strong>in</strong>gen“?<br />

d Ziehen Sie gedanklich e<strong>in</strong>e L<strong>in</strong>ie durch<br />

den Körper, vom Scheitelmittelpunkt bis<br />

zu den zwei Auflageflächen <strong>der</strong> Füße. In<br />

dieser Haltung werden kaum Muskeln angespannt<br />

– <strong>der</strong> ganze Körper ist im Gleichgewicht.<br />

c Welche Schulungsmedien setzen Sie<br />

e<strong>in</strong>?<br />

d Für dieses Lernkonzept s<strong>in</strong>d verschiedene<br />

Medien entwickelt worden: e<strong>in</strong> Videofilm<br />

sowie Bildkarten, die gleiche Tätigkeiten<br />

<strong>in</strong> ungünstiger und günstiger Körperhaltung<br />

zeigen und nach verschiedenen<br />

Regeln zusammengestellt werden.<br />

Acht e<strong>in</strong>zelne Bauste<strong>in</strong>e werden zu verschiedenen<br />

Figuren zusammengesetzt. Sie<br />

Fotos: Robert Baumann (3), Peter Strauch (1)<br />

18 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Fachthema<br />

zeigen den E<strong>in</strong>fluss des Schwerpunktes<br />

und <strong>der</strong> Unterstützungsfläche auf e<strong>in</strong>e stabile<br />

bzw. <strong>in</strong>stabile Figur, die zu bauen ist.<br />

Mit Hilfe e<strong>in</strong>es Arbeitsbuches werden die<br />

Teilnehmer aufgefor<strong>der</strong>t, eigene Erfahrungen<br />

und E<strong>in</strong>stellungen zu notieren. Die wesentlichen<br />

Informationen können bildhaft<br />

und kurz kommentiert nachgelesen werden.<br />

Den eigenen Körper machen wir zum<br />

„Erkenntnisobjekt“: Mit den Mitmachübungen<br />

zeigen wir die Muskeln, die zur<br />

statischen Haltearbeit e<strong>in</strong>gesetzt werden<br />

und lernen den Körper im „Lot“ zu halten.<br />

c Sie haben e<strong>in</strong>en Preis für dieses Konzept<br />

erhalten – was war <strong>der</strong> Grund?<br />

d Das Lernkonzept zeichnet sich nicht nur<br />

durch die vielseitigen didaktischen und<br />

standardisierten Elemente aus, die den<br />

„ganzen Menschen“ for<strong>der</strong>n, son<strong>der</strong>n auch<br />

dadurch, dass zirka 120 Re<strong>in</strong>igungskräfte<br />

an e<strong>in</strong>em Evaluierungsprozess teilgenommen<br />

haben, <strong>der</strong> auf das Bewegungsverhalten<br />

ausgerichtet war. Dieser Prozess<br />

ist dokumentiert worden, erfreulicherweise<br />

auch mit e<strong>in</strong>em positiven Effekt,<br />

<strong>der</strong> belegt, dass sich das Bewegungsverhalten<br />

nach zirka sechs Monaten tatsächlich<br />

verän<strong>der</strong>t hat.<br />

E<strong>in</strong> weiterer Vorteil, <strong>der</strong> aber nicht so<br />

schnell messbar ist, ist die Achtsamkeit<br />

und auch Nachdenklichkeit, mit denen<br />

die Teilnehmer sich <strong>der</strong> Zukunftsperspektive<br />

„lebenslange <strong>Gesund</strong>heit“ zuwenden.<br />

Seit rund zwanzig Jahren schon forscht<br />

und lehrt Elke Huth zum Thema <strong>Gesund</strong>heit<br />

und Re<strong>in</strong>igung. Der kle<strong>in</strong>e Ball am<br />

Oberkörper kann anzeigen, ob sich <strong>der</strong><br />

Körper im Lot bef<strong>in</strong>det.<br />

c Wie wurden die Re<strong>in</strong>igungskräfte<br />

während dieser Zeit begleitet? E<strong>in</strong>ige<br />

Interessenten glauben, mit e<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>maligen<br />

Schulung besteht die Möglichkeit,<br />

das Bewegungsverhalten nachhaltig<br />

positiv zu verän<strong>der</strong>n.<br />

d E<strong>in</strong> Schulungstag reicht bekannterweise<br />

nicht aus, um Verhalten wirklich zu<br />

verän<strong>der</strong>n. Im Rahmen des Evaluationsprozesses<br />

haben wir acht Wochen lang<br />

jede Woche zwei Stunden bewusstes Bewegen<br />

zum Thema gemacht. Es wäre sehr<br />

wünschenswert, dass alle, also die Leitung,<br />

die Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die unmittelbaren<br />

Vorgesetzten, Personalvertreter<br />

und die Betroffenen selbst, den präventiven<br />

Gedanken vertreten und von Zeit<br />

zu Zeit Aktionen starten, um an das s<strong>in</strong>nvolle<br />

Bewegungsverhalten zu er<strong>in</strong>nern und<br />

dies am Arbeitsplatz gegebenenfalls zu<br />

korrigieren. Fünf-M<strong>in</strong>uten-Gespräche im<br />

Rahmen von Mitarbeitertreffen bieten sich<br />

hier an.<br />

Auch e<strong>in</strong> Coach<strong>in</strong>g am Arbeitsplatz ist<br />

wichtig. In allen Aktionen gilt es, den Mitarbeitern<br />

Mut zu machen, damit sie sich<br />

weiter an den Bewegungsän<strong>der</strong>ungen beteiligen.<br />

Auch <strong>in</strong> Zeiten mit Leistungsverdichtung<br />

muss e<strong>in</strong>e Beachtung rhythmischer<br />

Bewegungen möglich se<strong>in</strong>. E<strong>in</strong>e ausgeglichene<br />

physiologische Belastung über den<br />

Tag ist effizienter als Höchstleistung mit<br />

erfor<strong>der</strong>lichen Ruhephasen.<br />

c In welchen Arbeitsbereichen gibt es<br />

die größte Nachfrage nach Ihren Schulungen?<br />

d Ich freue mich, dass sich hauswirtschaftliche<br />

E<strong>in</strong>richtungen für die <strong>Gesund</strong>heit<br />

<strong>der</strong> Mitarbeiter verantwortlich fühlen<br />

und den Mitarbeitern e<strong>in</strong>e Chance geben,<br />

den Bewegungsalltag zu reflektieren und<br />

dies auch mit <strong>in</strong> den häuslichen Alltag zu<br />

übertragen.<br />

Schade f<strong>in</strong>de ich es, dass die gewerblichen<br />

Re<strong>in</strong>igungskräfte <strong>der</strong> Privatwirtschaft,<br />

die <strong>in</strong> <strong>der</strong> Unterhaltsre<strong>in</strong>igung arbeiten,<br />

kaum e<strong>in</strong>e Chance bekommen, sich<br />

mit dem Thema ause<strong>in</strong>an<strong>der</strong> zu setzen.<br />

c Worauf führen Sie dies zurück?<br />

d Ich glaube, es liegt e<strong>in</strong>erseits an dem<br />

guten Ausbildungsstatus <strong>der</strong> hauswirtschaftlichen<br />

Führungskräfte, den längeren<br />

Arbeitszeiten und den damit deutlich sichtbaren<br />

Bedarf <strong>der</strong> Mitarbeiter mit dem nachweislich<br />

hohen Krankenstand.<br />

c Wie sehen Sie die nachhaltende Wirkung<br />

des Schulungskonzeptes auf die <strong>Gesund</strong>heit<br />

des Personals?<br />

d Die Teilnehmer bekommen zunächst e<strong>in</strong>en<br />

Impuls. Die verschiedenen die <strong>Gesund</strong>heit<br />

bee<strong>in</strong>flussenden Aspekte stimulieren<br />

die Notwendigkeit <strong>der</strong> Verhaltensän<strong>der</strong>ung.<br />

Inwieweit sowohl das Bewegungsverhalten<br />

als auch <strong>der</strong> persönliche<br />

Lebensstil sich langfristig verän<strong>der</strong>n wird,<br />

ist von weiteren Maßnahmen abhängig.<br />

Wie beispielsweise än<strong>der</strong>n sich die technischen<br />

Gegebenheiten, wird organisatorisch<br />

auf die <strong>in</strong>dividuellen Bedarfe e<strong>in</strong>gegangen,<br />

ist das soziale Umfeld anstiftend<br />

o<strong>der</strong> bremsend, wie lässt sich das häusliche<br />

Umfeld gestalten, wie kann die Zunahme<br />

an Aufgaben kompensiert werden?<br />

c Welche Möglichkeiten sehen Sie, die<br />

Mitarbeiter <strong>in</strong> den Re<strong>in</strong>igungsdiensten<br />

über den gewünschten Arbeitsschutz zu<br />

<strong>in</strong>formieren?<br />

d Im Rahmen des Lernkonzeptes lassen<br />

sich auch Elemente <strong>in</strong>tegrieren, die die gegebene<br />

Arbeitssituation h<strong>in</strong>terfragen. Das<br />

heißt, es lassen sich Störfaktoren f<strong>in</strong>den,<br />

die e<strong>in</strong> körpergerechtes Arbeiten negativ<br />

bee<strong>in</strong>flussen. Wenn diesen Störfaktoren<br />

kritisch und ernsthaft nachgegangen wird,<br />

dann f<strong>in</strong>det hier e<strong>in</strong>e Mitwirkung <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ge-<br />

Daumenk<strong>in</strong>o für rückengerechtes Heben, herausgegeben von <strong>der</strong> Diakonie Kork,<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> und Versorgung <strong>in</strong> Kehl-Kork<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 19


Fachthema<br />

fährdungsbeurteilung statt. Die Ause<strong>in</strong>an<strong>der</strong>setzung<br />

<strong>der</strong> Mitarbeiter mit den E<strong>in</strong>flussfaktoren<br />

<strong>der</strong> Gefährdungen liegt implizit<br />

dem Arbeitsschutzgesetz zugrunde –<br />

das Lernkonzept bietet e<strong>in</strong>e günstige Ausgangssituation<br />

für die Beteiligung <strong>der</strong> Mitarbeiter<br />

am aktiven Arbeitsschutz.<br />

Wer sich als Arbeitgeber dem verschließt,<br />

verpasst e<strong>in</strong>e Chance und verstößt<br />

aber auch gegen das Arbeitsschutzgesetz.<br />

c Ergonomische Aspekte werden zunehmend<br />

auch bei <strong>der</strong> Entwicklung von Re<strong>in</strong>igungsgeräten<br />

berücksichtigt. Was hat sich<br />

verän<strong>der</strong>t?<br />

d Wenn ich auf die letzten 20 Jahre zurücksehe,<br />

dann hat sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> Tat Gott sei<br />

Dank viel geän<strong>der</strong>t: Zum Beispiel gibt es<br />

Wischgeräte unterschiedlicher Arbeitsbreite,<br />

Stile, die sich <strong>in</strong> <strong>der</strong> Länge verstellen lassen,<br />

Wischtextilien, die sich sowohl auf den<br />

Schmutz als auch auf die Oberfläche abstimmen<br />

lassen, um nicht nur e<strong>in</strong> gutes Sauberkeitsergebnis<br />

zu erreichen, son<strong>der</strong>n auch<br />

die körperliche Belastung zu reduzieren. Tücher<br />

für die Oberflächenre<strong>in</strong>igung s<strong>in</strong>d auf<br />

dem Markt <strong>in</strong> unterschiedlicher Größe aus<br />

unterschiedlichen Materialien; Re<strong>in</strong>igungswagen<br />

s<strong>in</strong>d variabel, <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igungssituation<br />

anpassbar. Pressen haben ihre Form<br />

und Technik verän<strong>der</strong>t. Das Volumen <strong>der</strong> Eimer<br />

ist kle<strong>in</strong>er geworden. Staubsauger werden<br />

zunehmend mit Teleskoprohren ausgestattet.<br />

Alle technischen Verän<strong>der</strong>ungen<br />

an dieser Stelle aufzuzählen, würde den<br />

Platz sprengen.<br />

Die technische Entwicklung ist noch lange<br />

nicht abgeschlossen. Ich wünschte mir<br />

e<strong>in</strong>e ganzheitliche Systemgestaltung: zum<br />

Beispiel beim Wischgerät die Gestaltung<br />

vom Griff bis zum Gelenk, vom Gewicht bis<br />

h<strong>in</strong> zur Materialauswahl.<br />

Bei den ernsthaften Bemühungen <strong>der</strong><br />

Hersteller, die laut Gesetz dazu verpflichtet<br />

s<strong>in</strong>d, fehlt e<strong>in</strong> begleiten<strong>der</strong> Informationsaustausch<br />

zwischen den sehr unterschiedlichen<br />

Akteuren: Entwicklungsabteilung <strong>der</strong><br />

Hersteller, Außendienstmitarbeiter, Händler<br />

und <strong>der</strong>en Mitarbeiter, E<strong>in</strong>käufer <strong>der</strong> Kunden,<br />

Vorgesetzte <strong>der</strong> Mitarbeiter, die für die<br />

Beschaffung letztendlich verantwortlich s<strong>in</strong>d<br />

und die Mitarbeiter selbst. Es fehlt das notwendige<br />

Wissen, um den Markt selektieren<br />

zu können und zwar preisunabhängig.<br />

c Welchen Beitrag könnten Krankenkassen<br />

im Bereich <strong>der</strong> präventiven <strong>Gesund</strong>erhaltung<br />

<strong>der</strong> Mitglie<strong>der</strong> leisten?<br />

d Alle Krankendaten <strong>der</strong> versicherten Re<strong>in</strong>igungskräfte<br />

weisen auf e<strong>in</strong>en hohen Krankenstand<br />

h<strong>in</strong>. Es s<strong>in</strong>d die Muskelskeletterkrankungen,<br />

die mit bis zu 30 Tagen Ausfallzeiten<br />

je Fall (<strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e bei älteren<br />

Versicherten) zu Buche schlagen. Die Krankenkassen<br />

könnten e<strong>in</strong>e Menge tun: Unterstützung<br />

<strong>der</strong> betrieblichen Akteure <strong>in</strong><br />

Form von <strong>Gesund</strong>heitstagen, Schnupperangebote<br />

bezüglich Ausgleichssportarten,<br />

Raucherentwöhnungsprogramme, Herz-<br />

Kreislauf-Untersuchungen, f<strong>in</strong>anzielle Unterstützung<br />

bei Teilnahmenachweis an betreuten<br />

Kursen, Mo<strong>der</strong>ation bei <strong>der</strong> Durchführung<br />

von <strong>Gesund</strong>heitszirkeln, Ausstattung<br />

<strong>der</strong> Mitglie<strong>der</strong> mit Igelbällen (Geburtstagsgeschenk).<br />

Aber vor allem: Kooperation mit den an<strong>der</strong>en<br />

<strong>Gesund</strong>heitskassen, um e<strong>in</strong>e geme<strong>in</strong>same<br />

Strategie für präventive Vorgehensweisen<br />

<strong>in</strong> die Öffentlichkeit zu tragen.<br />

Die Berufsgruppen rund um die <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

werden <strong>in</strong> Zukunft gebraucht. Ihre Arbeitsfähigkeit<br />

muss erhalten <strong>bleiben</strong> – besser<br />

noch – geför<strong>der</strong>t werden. Der Dienstleistungsgesellschaft<br />

geht demnächst die<br />

Arbeitskraft aus.<br />

c Was s<strong>in</strong>d Ihre nächsten Ziele für die Zukunft?<br />

d Ich werde weiter bundesweit Multiplikatoren<br />

<strong>in</strong> das Lernkonzept e<strong>in</strong>führen und<br />

<strong>in</strong>sbeson<strong>der</strong>e <strong>in</strong> hauswirtschaftlichen E<strong>in</strong>richtungen<br />

Schulungen zu „Körpergerecht<br />

Arbeiten – bewusst bewegen“ geben. Ich<br />

freue mich über jegliche Aktivität, die diese<br />

Fragen im Arbeitsalltag berücksichtigt, auch<br />

über weitere „Produkte“, die von den geschulten<br />

Mitarbeitern erstellt werden, wie<br />

zum Beispiel Jahreskalen<strong>der</strong>, Daumenk<strong>in</strong>o,<br />

Ausstellungen, Workshops, Veröffentlichungen<br />

über Firmenaktionen usw. Unsere<br />

Weiterentwicklungen für an<strong>der</strong>e Berufsgruppen<br />

machen zudem Fortschritte. E<strong>in</strong>e<br />

neue Konzeption für Erzieher<strong>in</strong>nen <strong>in</strong> K<strong>in</strong><strong>der</strong>tagesstätten<br />

ist <strong>in</strong> <strong>der</strong> Erprobung.<br />

c<br />

Herzlichen Dank für dieses Interview.<br />

Kontakt<br />

Viele Fehler werden<br />

schon beim<br />

Bücken gemacht<br />

– es gilt, sich so<br />

dicht wie möglich<br />

fast über den<br />

Gegenstand zu<br />

stellen, den man<br />

aufheben möchte<br />

t Interview: Peter Strauch<br />

Informationen direkt bei<br />

Elke Huth <strong>in</strong> Hamburg<br />

unter elkehuth@gmx.net o<strong>der</strong> unter<br />

www.bewegungs-abc.de<br />

20 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Berufsbildung<br />

„Frau Maier vermisst<br />

20 neue Unterhosen“<br />

In Alten- und Pflegeheimen<br />

fällt Wäsche<br />

täglich bergeweise<br />

an. Oft<br />

wird diese Wäsche<br />

dann als „Fremdvergabe“<br />

extern gewaschen<br />

– doch was heißt das<br />

eigentlich aus Sicht <strong>der</strong> Wäscherei?<br />

Wie sorgsam Wäschereien<br />

mit den Textilien<br />

umgehen können, die ihnen<br />

anvertraut worden s<strong>in</strong>d, zeigt<br />

das Beispiel e<strong>in</strong>es <strong>in</strong>habergeführten<br />

Betriebs <strong>in</strong> Nordrhe<strong>in</strong>-<br />

Westfalen.<br />

Fotos: iStockphoto/dulezidar, Wäscherei Brüx<br />

Zwei- bis dreie<strong>in</strong>halb Tonnen s<strong>in</strong>d es<br />

täglich. Diese Menge bewältigt die<br />

Wäscherei Brüx <strong>in</strong> Sonsbeck (NRW)<br />

mit ihren 35 Angestellten, viele davon arbeiten<br />

<strong>in</strong> Teilzeit. Der Betrieb versorgt auf<br />

diese Weise 20 Senioren- und Pflegeheime<br />

(<strong>in</strong>sgesamt 1.400 Bewohner), Hotels,<br />

Gastronomie-Betriebe und <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em ganz<br />

ger<strong>in</strong>gen Umfang auch Privatkunden. „Wir<br />

s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>e recht kle<strong>in</strong>e Wäscherei“, relativiert<br />

Geschäftsführer<strong>in</strong> Simone Brüx, 42,<br />

die Sache. „E<strong>in</strong>e Wäscherei aus <strong>der</strong> näheren<br />

Umgebung schafft ungefähr das Zehnfache<br />

pro Tag.“<br />

Problem „möglicherweise<br />

<strong>in</strong>fizierte Wäsche“<br />

Schwierig zu behandeln ist „möglicherweise<br />

<strong>in</strong>fizierte“ Wäsche nur, wenn es<br />

sich um Bewohner-Bekleidung dreht. Für<br />

Leibwäsche, Nacht- und Bettwäsche <strong>der</strong><br />

Bewohner, für Frotteewäsche und an<strong>der</strong>e<br />

e<strong>in</strong>richtungseigene Wäsche gibt es glasklare<br />

Vorschriften – egal ob <strong>der</strong> Bewohner<br />

e<strong>in</strong>e <strong>in</strong>fektiöse Erkrankung hat o<strong>der</strong> nicht:<br />

Hier muss immer des<strong>in</strong>fizierend gewaschen<br />

werden.<br />

Zurzeit darf die Bekleidung <strong>der</strong> Bewohner<br />

noch sortiert werden wie im Privathaushalt<br />

nach Wolle o<strong>der</strong> Mischgewebe,<br />

hell o<strong>der</strong> dunkel, chemische Re<strong>in</strong>igung,<br />

40-Grad- o<strong>der</strong> Hand-Wäsche. „Schwierig<br />

wird dieser Posten, wenn <strong>der</strong> Bewohner<br />

e<strong>in</strong>e <strong>in</strong>fektiöse Erkrankung hat“, erklärt Simone<br />

Brüx. „In aller Munde ist beispielsweise<br />

MRSA. Wenn <strong>der</strong> Bewohner diese Erreger<br />

<strong>in</strong> sich trägt, dann muss auch se<strong>in</strong>e<br />

Oberbekleidung des<strong>in</strong>fizierend gewaschen<br />

werden. Durch die Branche geistert die<br />

Wunschvorstellung, dass die Bewohnerwäsche<br />

generell des<strong>in</strong>fizierend gewaschen<br />

wird. Aber da kommt man <strong>der</strong>zeit an die<br />

Grenze <strong>der</strong> gelisteten Verfahren.“<br />

In den meisten E<strong>in</strong>richtungen werden<br />

Bewohner und Angehörige beim E<strong>in</strong>zug darüber<br />

<strong>in</strong>formiert, welcher Bestand wünschenswert<br />

ist an Leibwäsche wie auch an<br />

Oberbekleidung. Dabei wird darauf h<strong>in</strong>gewiesen,<br />

dass die Wäsche extern vergeben<br />

wird. „Aber was nie klar daraus hervorgeht,<br />

ist die Tatsache, dass beispielsweise die<br />

Nachtwäsche <strong>in</strong> jedem Fall des<strong>in</strong>fizierend<br />

gewaschen werden muss. Wenn dann e<strong>in</strong><br />

Nachthemd dabei ist, das nur bei 30 Grad<br />

gewaschen werden und nicht <strong>in</strong> den Trock-<br />

ner darf, hat man e<strong>in</strong> Problem. Und dieses<br />

Problem haben wir häufig. Wir geben das<br />

Stück dann zurück mit dem H<strong>in</strong>weis, dass<br />

es nicht nach den Vorschriften des RKI<br />

waschbar ist. Aber das bedeutet natürlich<br />

auch immer Ärger. Der Bewohner ist frustriert,<br />

weil se<strong>in</strong> Nachthemd – vielleicht e<strong>in</strong><br />

Geschenk aus <strong>der</strong> Familie – kaputt ist. Die<br />

E<strong>in</strong>richtung ist frustriert, weil ‚die Wäscherei<br />

mal wie<strong>der</strong> etwas kaputt gewaschen<br />

hat‘. Die Wäscherei ist frustriert, weil<br />

sie gar ke<strong>in</strong>e an<strong>der</strong>e Wahl hatte als dieses<br />

Teil kaputt zu waschen.“<br />

Worüber Bewohner und Angehörige<br />

<strong>in</strong>formiert se<strong>in</strong> sollten<br />

Die E<strong>in</strong>richtungen, für die die Wäscherei<br />

Brüx tätig ist, bekommen e<strong>in</strong>en Informationsflyer,<br />

den sie Bewohnern und Angehörigen<br />

ans Herz legen sollten. „Wir erklären<br />

die Pflegekennzeichen und die Hygienerichtl<strong>in</strong>ien<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>fachen aber klaren<br />

Worten. Wir versuchen die Menschen, die<br />

für die Bewohner e<strong>in</strong>kaufen, für diese Thematik<br />

zu sensibilisieren.“<br />

Was ist „wäschereigeeignet“, was ist<br />

„bed<strong>in</strong>gt wäschereigeeignet“? Und wann<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 21


Dossier: Wäscheschwund<br />

muss man mit Problemen rechnen? Ob Bewohner<br />

bzw. Angehörige den Flyer lesen<br />

o<strong>der</strong> nicht – wer weiß? E<strong>in</strong>e verkürzte Version<br />

des Flyer-Textes wird dann noch als<br />

lam<strong>in</strong>ierter Zettel an <strong>der</strong> Innenseite des<br />

Klei<strong>der</strong>schranks angebracht.<br />

Aber lei<strong>der</strong> klappt das nicht so wie man<br />

sich das wünschen würde. „Bed<strong>in</strong>gt wäschereigeeignet“<br />

bedeutet, dass die Textilien<br />

zum Beispiel e<strong>in</strong>e 40-Grad-Schonwäsche,<br />

e<strong>in</strong>e 30-Grad-Schonwäsche o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e<br />

chemische Re<strong>in</strong>igung meistens auch <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Wäscherei überstehen. Das geht gut, solange<br />

<strong>der</strong> Bewohner ke<strong>in</strong>e <strong>in</strong>fektiöse Erkrankung<br />

bekommt. „Vielleicht verschließen<br />

e<strong>in</strong>fach zu viele <strong>der</strong> Angehörigen die<br />

Augen vor <strong>der</strong> Gefahr, dass auch ihr Vater,<br />

Onkel, ihre Mutter o<strong>der</strong> Tante e<strong>in</strong>e Infektion<br />

bekommen könnte“, vermutet Simone<br />

Brüx. Wenn se<strong>in</strong> Pullover bisher schon oft<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Wäscherei gewesen ist, dann geht<br />

<strong>der</strong> Bewohner davon aus, dass es immer<br />

gut geht. „Wenn ihn dann e<strong>in</strong>e Infektion<br />

trifft und se<strong>in</strong>e Bekleidung kommt hier als<br />

<strong>in</strong>fektiöses Waschgut an, habe ich vor <strong>der</strong><br />

Wäsche ke<strong>in</strong>e Chance mehr, etwas für den<br />

Pullover des Bewohners zu tun, da ich diese<br />

Wäsche unsortiert bearbeiten muss. Ich<br />

muss den Sack unbesehen <strong>in</strong> die Masch<strong>in</strong>e<br />

entleeren – und dann ist bei den vorgeschriebenen<br />

40 Grad für den Handwäschepulli<br />

Hopfen und Malz verloren. Dann<br />

kann ich das zerstörte Teil nur noch mit e<strong>in</strong>em<br />

Schreiben des Bedauerns zurückgeben.<br />

Meistens fehlt den Besitzern aber<br />

dann lei<strong>der</strong> oft jedes Verständnis.“<br />

Warnung vor Problemkeimen<br />

Bis vor e<strong>in</strong> paar Jahren wurde <strong>der</strong> Wäscherei<br />

zum Beispiel das Auftreten von Norovirus-Keimen<br />

nicht extra mitgeteilt. Es<br />

wurde angerufen mit <strong>der</strong> Mitteilung: Bei<br />

uns herrscht gerade e<strong>in</strong> Brechdurchfall.<br />

„Dass dann aber die Bekleidung als Infektionswäsche<br />

angekommen wäre – das war<br />

nicht so! Ich war schon froh, wenn <strong>der</strong> Kunde<br />

mich angerufen hatte, damit ich me<strong>in</strong>en<br />

Mitarbeitern im Waschhaus sagen konnte:<br />

Passt auf, wenn die Wäsche aus dem Haus<br />

XY kommt, dann zusätzliche Schutzkleidung<br />

anziehen und Hygienevorschriften<br />

beachten!“ Das bedeutet: zusätzlich zur<br />

Schutzkleidung, die die Mitarbeiter auf <strong>der</strong><br />

unre<strong>in</strong>en Seite tragen, Mundschutz, längerer<br />

OP-Kittel, Handschuhe bis zum Oberarm.<br />

Danach sofort Händewaschen, des<strong>in</strong>fizieren<br />

und Schutzkleidung wechseln.<br />

Mittlerweile hat Simone Brüx die E<strong>in</strong>richtungen<br />

ganz gut sensibilisiert, so dass<br />

immer angerufen wird, wenn Infektionswäsche<br />

kommt. Jetzt kommt die Bekleidung<br />

<strong>der</strong> Betroffenen auch meist <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />

farbigen, flüssigkeitsdichten, fest verschlossenen<br />

Kunststoff-Sack an, so dass<br />

die Wäscherei-Mitarbeiter anhand dieser<br />

Säcke im Conta<strong>in</strong>er schon sehen, „was da<br />

Sache ist“. Krankheitserreger s<strong>in</strong>d allerd<strong>in</strong>gs<br />

ja auch dann schon unterwegs, wenn<br />

sie noch gar nicht identifiziert worden s<strong>in</strong>d.<br />

Die Wäscherei Brüx ist zertifiziert durch<br />

die Gütegeme<strong>in</strong>schaft sachgemäße Wäschepflege<br />

und die Wäschereiforschung<br />

Krefeld. Die Hygienevorschriften werden<br />

„be<strong>in</strong>hart durchgezogen und kontrolliert“<br />

und die Wäschereien s<strong>in</strong>d – schon um ihre<br />

Mitarbeiter zu schützen – extrem p<strong>in</strong>gelig.<br />

MRSA ist für immunkompetente Menschen<br />

ke<strong>in</strong>e Gefahr, aber wenn man dann Wäsche<br />

mit Skabies hat o<strong>der</strong> Wäsche mit Gürtelrose<br />

– das wäre nicht ungefährlich. Doch:<br />

Wie viel Wäsche von e<strong>in</strong>em Skabies-Träger<br />

mögen Mitarbeiter schon <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand gehabt<br />

haben, bevor <strong>der</strong> Befall offenkundig<br />

wurde?<br />

Bei <strong>der</strong> Frage, ob man alles des<strong>in</strong>fizierend<br />

waschen soll, wird Simone Brüx nachdenklich:<br />

„Es ist e<strong>in</strong> zweischneidiges<br />

Schwert: Wenn die Auflage kommt, alle Bewohner-Wäsche<br />

des<strong>in</strong>fizierend zu waschen<br />

– ich weiß nicht, ob ich so alt werden möchte,<br />

dass ich me<strong>in</strong>e Bekleidung alle<strong>in</strong> danach<br />

auswählen muss, ob sie diese Prozeduren<br />

übersteht. Die Möglichkeiten, se<strong>in</strong>er<br />

Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen,<br />

werden im Alter ohneh<strong>in</strong> schon stark e<strong>in</strong>geschränkt<br />

– und dann darf man nicht e<strong>in</strong>mal<br />

mehr anziehen, was man will? Ich f<strong>in</strong>de<br />

es traurig genug, dass bei E<strong>in</strong>zug gesagt<br />

werden muss: möglichst pflegeleichte<br />

und möglichst viele Kleidungsstücke.<br />

Die gute Angora-Unterwäsche bitte nicht!<br />

Und auch <strong>der</strong> elegante Wollpullover: besser<br />

nicht! Ich würde ungern nur noch Polyester-Pulli<br />

tragen wollen! Zum Glück gibt<br />

es ja noch Baumwolle! Die ist meist hervorragend<br />

für die Bearbeitung <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Wäscherei<br />

geeignet. An<strong>der</strong>erseits ist die des<strong>in</strong>fizierende<br />

Bearbeitung <strong>der</strong> Bekleidung<br />

natürlich s<strong>in</strong>nvoll, um Keimübertragungen<br />

zu vermeiden. Allerd<strong>in</strong>gs werden dadurch<br />

vermutlich auch die Kosten ansteigen,<br />

denn bisher s<strong>in</strong>d die des<strong>in</strong>fizierenden Verfahren<br />

teurer als die normalen.“<br />

Wie vermeidet man Wäscheschwund?<br />

Wenn immer wie<strong>der</strong> Wäsche verschw<strong>in</strong>det,<br />

dann liegt das zu e<strong>in</strong>em großen<br />

Teil am unzureichenden Kennzeichnungs-<br />

System. Da ist sich Simone Brüx ganz sicher.<br />

In ihrem Haus gibt es die E<strong>in</strong>zelteilverfolgung<br />

durch e<strong>in</strong> elektronisches Kennzeichnungssystem.<br />

Damit lässt sich <strong>der</strong><br />

Wäschee<strong>in</strong>- und ausgang 100-prozentig<br />

kontrollieren.<br />

Wie die E<strong>in</strong>richtungen die Sache mit<br />

<strong>der</strong> Kennzeichnung handhaben, ist sehr unterschiedlich.<br />

Mal kommt die Wäsche ziemlich<br />

unsortiert o<strong>der</strong> nur nach Bewohner-<br />

Bekleidung und Haus- und E<strong>in</strong>richtungswäsche<br />

getrennt <strong>in</strong> die Wäscherei. Die<br />

Kennzeichnung ist <strong>in</strong> <strong>der</strong> E<strong>in</strong>richtung übernommen<br />

worden. „Da kommt die Wäsche<br />

von Frau Müller, Frau Schmitz und Herrn<br />

Schulze bunt zusammengewürfelt <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Wäscherei an und wird nun nach Waschverfahren<br />

sortiert. Von uns wird dann nur<br />

Das Team <strong>der</strong> Wäscherei Brüx arbeitet mit<br />

e<strong>in</strong>em genauen Rückverfolgungssystem,<br />

um Wäscheschwund zu vermeiden<br />

22 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Dossier: Wäscheschwund<br />

nachgeguckt, ob <strong>der</strong> Name <strong>der</strong> E<strong>in</strong>richtung<br />

<strong>in</strong> den Wäschestücken steht. Ist nichts zu<br />

f<strong>in</strong>den, machen wir e<strong>in</strong> Kennzeichen re<strong>in</strong>:<br />

aus Haus A o<strong>der</strong> B. Danach weiß dann hoffentlich<br />

die <strong>Hauswirtschaft</strong>er<strong>in</strong>, wem das<br />

jeweilige Stück gehört. Wir haben e<strong>in</strong>e permanente<br />

Kennzeichnung, worüber wir<br />

stückweise Etiketten drucken und den Namen<br />

dann frei e<strong>in</strong>geben können.“<br />

Manche E<strong>in</strong>richtungen nähen die Schil<strong>der</strong><br />

mit E<strong>in</strong>richtungs- und Bewohnernamen<br />

e<strong>in</strong>, o<strong>der</strong> sie lassen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Wäscherei die<br />

Etiketten drucken und patchen sie mit<br />

Druck und Temperatur e<strong>in</strong> – das ist die haltbarste<br />

und die schnellste Variante. E<strong>in</strong>ige<br />

E<strong>in</strong>richtungen haben aber auch selbst e<strong>in</strong>en<br />

Drucker und e<strong>in</strong> Etikettiergerät. Viele<br />

Heime s<strong>in</strong>d dazu übergegangen, die Textilien<br />

extern kennzeichnen zu lassen. „Funktioniert<br />

super, sofern wirklich auch jedes<br />

neue Bekleidungsteil des Bewohners zur<br />

Kennzeichnung zur Wäscherei gegeben<br />

wird.“ Problematisch ist, wenn das nicht<br />

passiert. Wenn die Angehörigen neue Teile<br />

<strong>in</strong> den Schrank legen, ohne <strong>der</strong> Pflege<br />

Bescheid zu sagen. Werden diese nicht gekennzeichneten<br />

Stücke dann irgendwann<br />

<strong>in</strong> die Wäsche gegeben, landen sie <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />

riesengroßen Wäschesack – und ke<strong>in</strong>er<br />

hat den Pullover o<strong>der</strong> die Jacke jemals<br />

gesehen! Landet so e<strong>in</strong> Stück <strong>in</strong> <strong>der</strong> Wäscherei<br />

Brüx, etikettieren die Mitarbeiter<br />

wenigstens das Herkunfts-Haus h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>.<br />

Dann landet das Kleidungsstück nach <strong>der</strong><br />

Wäsche <strong>in</strong> <strong>der</strong> Kammer <strong>der</strong> E<strong>in</strong>richtung,<br />

und es ist zu hoffen, dass man es irgendwann<br />

zuordnen kann. Bei e<strong>in</strong>igen hun<strong>der</strong>t<br />

Bewohnern, die teilweise vielleicht auch<br />

dement s<strong>in</strong>d, ist das ke<strong>in</strong>e leichte Aufgabe.<br />

Kennzeichnung ist das A und O<br />

Die Nachverfolgbarkeit<br />

ist wichtig, um bei<br />

Reklamationen reagieren<br />

zu können<br />

Beson<strong>der</strong>s heikel ist die Sache mit unzureichen<strong>der</strong><br />

Kennzeichnung natürlich bei<br />

<strong>der</strong> Infektionswäsche, weil diese nicht für<br />

jedes Haus e<strong>in</strong>zeln gewaschen werden<br />

kann. Um e<strong>in</strong>e Masch<strong>in</strong>e mit dem teuren<br />

Verfahren vorschriftsmäßig zu beladen,<br />

muss manchmal die Wäsche von zwei o<strong>der</strong><br />

drei E<strong>in</strong>richtungen zusammen gewaschen<br />

werden. Wenn nicht gekennzeichnete Teile<br />

dabei waren, stellt Simone Brüx e<strong>in</strong> Päckchen<br />

zusammen mit <strong>der</strong> Nachricht: „Diese<br />

Wäsche war ungekennzeichnet <strong>in</strong> <strong>der</strong> Infektionswäsche,<br />

wir können sie lei<strong>der</strong> nicht<br />

zuordnen. Gehört sie e<strong>in</strong>em ihrer Bewohner?<br />

Falls nicht, bitte zurück.“ So wird e<strong>in</strong>e<br />

E<strong>in</strong>richtung nach <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en „abgeklappert“.<br />

Idealerweise lässt e<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>richtung die<br />

personenbezogene Bearbeitung von <strong>der</strong><br />

Wäscherei erledigen. Dann hat je<strong>der</strong> Bewohner<br />

se<strong>in</strong>en eigenen Wäschesack mit e<strong>in</strong>em<br />

persönlichen Barcode. Alle Teile, die<br />

sich <strong>in</strong> diesem Wäschesack bef<strong>in</strong>den, werden<br />

für diesen Bewohner permanent gekennzeichnet<br />

mit Barcode, E<strong>in</strong>richtungsund<br />

Bewohnername.<br />

Danach werden die<br />

Stücke im Schmutzwäsche-E<strong>in</strong>gang<br />

erfasst<br />

mit Datum des ersten<br />

E<strong>in</strong>gangs: Das ist e<strong>in</strong><br />

Pullover von Frau<br />

Schmitz, blau, 30-Grad-<br />

Wäsche, Zustand: sehr<br />

gut/gut/verfilzt/ verschlissen<br />

…<br />

Wenn das Stück die<br />

Wäscherei durchlaufen<br />

hat, wird es nochmals<br />

gescannt, damit ist das<br />

Ausgangs- bzw. Liefer-<br />

Datum erfasst. So ergibt<br />

sich e<strong>in</strong>e lückenlose<br />

Nachverfolgbarkeit,<br />

wann das Teil <strong>in</strong> welchem<br />

Zustand zum ersten<br />

Mal re<strong>in</strong>gekommen<br />

ist, wie oft es gewaschen<br />

und wann es zuletzt<br />

geliefert wurde.<br />

Kommt jetzt e<strong>in</strong>e Vermisstenmeldung, dann<br />

wird die elektronische Bestandsliste des<br />

Bewohners aufgerufen und man kann zum<br />

Beispiel sagen: „Von Frau Maier ist ke<strong>in</strong><br />

Pullover mehr offen.“ O<strong>der</strong>: „Oh, von Frau<br />

Maier ist tatsächlich noch e<strong>in</strong> Pullover offen.<br />

Bitte gedulden Sie sich noch e<strong>in</strong> bisschen!“<br />

Meistens taucht das Stück dann wenig<br />

später auf, und häufig s<strong>in</strong>d Bewohner<br />

und Angehörige auch geduldig.<br />

Manchmal passiert es aber auch, dass<br />

Simone Brüx den Verlust bekennen muss:<br />

„Das Stück ist <strong>in</strong> unserer Wäscherei e<strong>in</strong>gegangen,<br />

aber ich f<strong>in</strong>de es nicht mehr. Bitte<br />

teilen Sie uns mit, welchen Ersatz Sie<br />

haben möchten.“ Das Gleiche gilt, wenn <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Wäscherei e<strong>in</strong> Fehler passiert ist, also<br />

wenn e<strong>in</strong>s von den 2.000 Teilen pro Tag<br />

falsch zusortiert worden ist. Wenn es zum<br />

Beispiel nicht <strong>in</strong> <strong>der</strong> Handwäsche, son<strong>der</strong>n<br />

bei <strong>der</strong> 30-Grad-Wäsche gelandet ist. Auch<br />

<strong>in</strong> diesem Fall entschuldigt sich die Wäscherei<br />

und bittet darum, e<strong>in</strong> neues Teil zu<br />

kaufen, „Rechnung an uns“.<br />

„Das System <strong>der</strong> Nachverfolgbarkeit<br />

ist irre aufwendig“, gibt Simone Brüx zu,<br />

„denn es wird jede Socke erfasst. Aber wir<br />

haben damit die besten Erfahrungen gemacht.<br />

Und auch für die E<strong>in</strong>richtungen ist<br />

es e<strong>in</strong> sehr angenehmes System, weil damit<br />

natürlich auch solche Kandidaten auflaufen,<br />

die ihren Klei<strong>der</strong>schrank über die<br />

E<strong>in</strong>richtung o<strong>der</strong> die Wäscherei sanieren<br />

wollen.“<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 23


Berufsbildung<br />

Die Suche nach vermissten Teilen<br />

Aus den E<strong>in</strong>richtungen, aus denen beispielsweise<br />

die Unterwäsche für das ganze<br />

Haus <strong>in</strong> Stapeln rausgeht, ohne nach Bewohnern<br />

sortiert zu werden und ohne, dass<br />

irgendetwas im E<strong>in</strong>- o<strong>der</strong> Ausgang erfasst<br />

wird, kommen relativ oft Anrufe wie diese:<br />

„Frau Maier vermisst 20 neue Unterhosen“.<br />

Simone Brüx kommentiert das so: „Die<br />

Wahrsche<strong>in</strong>lichkeit, dass Frau Maier überhaupt<br />

20 Unterhosen hat, ist recht ger<strong>in</strong>g.<br />

Die Wahrsche<strong>in</strong>lichkeit, dass me<strong>in</strong>e Mitarbeiter<br />

aus 40 Kilo Leibwäsche genau die<br />

Unterhosen von Frau Maier rausfischen,<br />

weil die so chic s<strong>in</strong>d, ist noch ger<strong>in</strong>ger. Die<br />

Wahrsche<strong>in</strong>lichkeit, dass <strong>in</strong> <strong>der</strong> E<strong>in</strong>richtung<br />

die zuständige Dame die Leibwäsche von<br />

Frau Maier mit nach Hause nimmt, ist genauso<br />

ger<strong>in</strong>g. Da liegt dann die Vermutung<br />

doch nahe, dass Frau Maier neue Unterwäsche<br />

anschaffen wollte und überlegt hat,<br />

wer sie denn bezahlen könnte. Das kl<strong>in</strong>gt<br />

jetzt böse, aber das ist unsere Erfahrung.“<br />

Aus Häusern ohne personenbezogenes<br />

System verschw<strong>in</strong>det immer mal e<strong>in</strong> Pullover<br />

o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Hose. We<strong>der</strong> die E<strong>in</strong>richtung<br />

noch die Wäscherei hat dann etwas<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> Hand. „Es war dann immer <strong>der</strong> Liebl<strong>in</strong>gspullover“,<br />

so Simone Brüx, „und es<br />

war immer <strong>der</strong> neueste und <strong>der</strong> teuerste.“<br />

Je nachdem, wie lange die Wäscherei<br />

schon mit <strong>der</strong> E<strong>in</strong>richtung zusammenarbeitet<br />

bzw. wie die Zusammenarbeit läuft,<br />

wird immer e<strong>in</strong> Weg gefunden. Entwe<strong>der</strong><br />

bezahlt die E<strong>in</strong>richtung o<strong>der</strong> die Wäscherei<br />

das verlorene Stück. „Man kennt se<strong>in</strong>e<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>sleitungen ja auch. Die sagt<br />

dann schon mal: Frau Maier vermisst ...,<br />

aber ich glaube es nicht. Können Sie trotzdem<br />

mal nachsehen? O<strong>der</strong> es wird erklärt:<br />

Frau Maier ist e<strong>in</strong>e ganz Liebe …die will sich<br />

nicht bereichern. Dementsprechend wird<br />

mit solchen Vermisstenmeldungen auch<br />

umgegangen.“<br />

E<strong>in</strong> angeblich nagelneuer Pullover…<br />

„Manchmal kommen die <strong>Hauswirtschaft</strong>sleitungen zu uns und sehen, dass wir Wäsche<br />

auf e<strong>in</strong>e Weise packen, die für sie umständlich ist. Wenn sie dann fragen: Können Sie<br />

es vielleicht an<strong>der</strong>s packen? Klar, ke<strong>in</strong> Problem – ich muss es nur wissen“, sagt Simone<br />

Brüx (hier drei ihrer Mitarbeiter<strong>in</strong>nen an <strong>der</strong> Mangel)<br />

Es gibt auch die Variante: Frau Maier<br />

vermisst e<strong>in</strong>en nagelneuen Pullover. In <strong>der</strong><br />

Liste <strong>der</strong> Wäscherei Brüx taucht tatsächlich<br />

e<strong>in</strong> nicht gelieferter Pullover auf, <strong>der</strong><br />

das erste Mal 2002 <strong>in</strong> dem Betrieb registriert<br />

worden ist und zwar damals schon<br />

als „verschlissen“. Seither ist er schätzungsweise<br />

50-mal gewaschen worden.<br />

Dann kann man sagen: Es ist e<strong>in</strong> Pullover<br />

nicht geliefert worden, da hat die Dame<br />

recht, aber neu war <strong>der</strong> nicht mehr. Hat ihn<br />

vielleicht e<strong>in</strong>fach jemand weggeworfen?<br />

Nächste Reklamations-Variante: Die<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>sleitung meldet sich: „Frau<br />

Brüx, wir haben die Klage, dass sie alle Wäsche<br />

kaputt waschen. Die Angehörigen haben<br />

mir die Unterhosen h<strong>in</strong>gelegt und die<br />

s<strong>in</strong>d wirklich kaputt.“<br />

In so e<strong>in</strong>em Fall macht sich Simone<br />

Brüx e<strong>in</strong>en Ausdruck über die erfasste Wäsche<br />

des/r betreffenden Bewohners/<strong>in</strong>,<br />

vere<strong>in</strong>bart e<strong>in</strong>en Term<strong>in</strong> mit Bewohner<br />

und/o<strong>der</strong> den Angehörigen. „Anhand <strong>der</strong><br />

Nummer <strong>in</strong> <strong>der</strong> Unterhose sieht man beispielsweise<br />

genau: Sie ist seit 2004 im E<strong>in</strong>satz,<br />

seither 130-mal gewaschen. Dann<br />

kann ich zu den Kunden nur sagen: Waschen<br />

Sie bitte Ihre Unterwäsche 130-mal<br />

des<strong>in</strong>fizierend und sehen Sie, ob sie e<strong>in</strong>en<br />

besseren Zustand <strong>der</strong> Wäsche h<strong>in</strong>bekommen.“<br />

Oft werden Bewohner und Angehörige<br />

dann auch aus e<strong>in</strong>em an<strong>der</strong>en Grund etwas<br />

kle<strong>in</strong>laut: Wenn ihnen bewusst wird,<br />

dass es sich um jahrelang getragene Sachen<br />

handelt. Ach so, heißt es dann, das<br />

hatte ich gar nicht mehr im Kopf, dass das<br />

Teil schon so alt ist.<br />

„Mit unserem Erfassungs- und Verfolgungssystem<br />

kommen auch die ehrlichen<br />

Menschen zu ihrem Recht“, so Simone<br />

Brüx, „es herrscht dadurch absolute Ruhe<br />

und Entspanntheit beim Thema Wäscheschwund.“<br />

Viele E<strong>in</strong>richtungsleitungen begrüßen<br />

auch die statistischen Möglichkeiten, die<br />

diese Art <strong>der</strong> Bearbeitung bietet. So kann<br />

man zum Beispiel <strong>in</strong> <strong>der</strong> monatlichen „Hitliste“<br />

sehen, welcher Bewohner durch welche<br />

Teile und Mengen entsprechende Kosten<br />

verursacht hat. Daraus haben sich zum<br />

Teil Umstrukturierungen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Inkont<strong>in</strong>enzversorgung<br />

ergeben, die den Bekleidungsbedarf<br />

massiv reduziert haben – und<br />

damit die Kosten.<br />

Kommunikation mit den<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>sleitungen<br />

„Bei ‚me<strong>in</strong>en‘ <strong>Hauswirtschaft</strong>sleitungen<br />

gibt es ganz viel, wofür ich mich bedanken<br />

möchte: Die Kommunikation läuft<br />

gut, weil <strong>der</strong> Draht kurz und unkompliziert<br />

ist. Ganz toll f<strong>in</strong>de ich, wenn <strong>Hauswirtschaft</strong>sleitungen<br />

e<strong>in</strong>fach mal mit e<strong>in</strong> paar<br />

Bewohnern unsere Wäscherei besichtigen,<br />

um e<strong>in</strong> Gespür für unsere Arbeit zu bekommen.<br />

Gleichzeitig lege ich me<strong>in</strong>en Mitarbeitern<br />

nahe: Hängt euch e<strong>in</strong>fach mal<br />

e<strong>in</strong>e Stunde an die Pflege, dann wisst ihr,<br />

warum auch Pampers mitkommen o<strong>der</strong><br />

Müllsäcke.“ So baut man Verständnis für<br />

die an<strong>der</strong>e Seite auf.<br />

Simone Brüx generelle Bitte lautet:<br />

„Nie Reklamationen sammeln, bis <strong>der</strong> Kragen<br />

platzt. Auf beiden Seiten arbeiten die<br />

Menschen irre viel <strong>in</strong> Jobs, die viele Leute<br />

nicht gern machen würden. Wenn irgendetwas<br />

nicht passt, dann bitte e<strong>in</strong>fach mal<br />

une<strong>in</strong>geschnappt anrufen. Es gibt oft Missverständnisse<br />

o<strong>der</strong> nicht klar formulierte<br />

Erwartungen. Manchen Service kann man<br />

aus Kostengründen e<strong>in</strong>fach nicht erwarten,<br />

aber es gibt etliche kle<strong>in</strong>e D<strong>in</strong>ge, die man<br />

än<strong>der</strong>n kann. Und dann heißt es: Ach so,<br />

wenn wir das jetzt so machen, was für uns<br />

gar nicht aufwendiger ist, dann habt ihr es<br />

leichter. Das machen wir gerne, wenn wir<br />

wissen, <strong>der</strong> Kunde freut sich. Es kann so<br />

e<strong>in</strong>fach se<strong>in</strong>!“ t Dorothea Kammerer<br />

24 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


6. <strong>rhw</strong>-Erfolgstag<br />

<strong>in</strong> Kassel (Haus <strong>der</strong> Kirche) am 20. September 2012<br />

„Entdeckungsreise<br />

Smoothfood und Ve rpflegung<br />

im Heim“<br />

In Zusammenarbeit mit<br />

Es erwarten Sie unter an<strong>der</strong>em folgende Beiträge:<br />

n Was s<strong>in</strong>d die Bedürfnisse von Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden? E<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>führung<br />

Herbert Thill, Heimkoch und Buchautor für Smoothfood, E<strong>der</strong>tal<br />

n Smoothfood <strong>in</strong> <strong>der</strong> Praxis – „Pürieren, Passieren, Probieren“ – e<strong>in</strong> mo<strong>der</strong>iertes Live-Erlebnis<br />

Herbert Thill<br />

n Folgenschwere Wechselwirkungen: Der E<strong>in</strong>fluss von Medikamenten auf<br />

die Ernährung älterer Menschen<br />

N.N. appr. Apotheker<strong>in</strong>, Kassel<br />

n Entdeckungsreise Verpflegung: Ab <strong>in</strong> die Zukunft mit optimalen Konzepten!<br />

Ralf Klöber, Tra<strong>in</strong>er und Buchautor, Kassel<br />

n Umsetzung leicht gemacht: Planung, Beispiele und Kalkulation<br />

Abschlussrunde und <strong>in</strong>teraktives „World Cafe“<br />

mit M. Christ<strong>in</strong>e Klöber (Mo<strong>der</strong>ator<strong>in</strong>), Ralf Klöber und Annette Gross,<br />

Inhaber<strong>in</strong> von WGP Produktdesign, Ellerau<br />

Unter allen<br />

Anmeldungen verlosen wir<br />

20 Smoothfood-Starterpakete<br />

im Wert von 200 Euro!<br />

Inklusive Dosierlöffel<br />

und Anleitung.<br />

Kommen Sie mite<strong>in</strong>an<strong>der</strong> <strong>in</strong>s Gespräch und tauschen Sie sich aus. Im World Cafe denken wir die Impulsvorträge<br />

weiter und beziehen diese auf die Teilnehmer-Situation an Hand konkreter Fragestellungen.<br />

Zielgruppe: Fach- und Führungskräfte <strong>in</strong> Altenheimen, Heimleitungen, <strong>Hauswirtschaft</strong>skräfte und<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>sleitungen, Pflegedienstleitungen, Küchenchefs<br />

Anmeldung mit 10 Prozent Frühbucherrabatt onl<strong>in</strong>e unter www.<strong>rhw</strong>-erfolgstag.de


Fachthema<br />

Arbeitsplatz nach Maß<br />

für mehr Effizienz<br />

In ergonomisch durchdachten<br />

Profiküchen arbeitet es sich<br />

nicht nur komfortabler und gesün<strong>der</strong>,<br />

son<strong>der</strong>n auch wirtschaftlicher.<br />

Experten vom<br />

Netzwerk Cul<strong>in</strong>aria plädieren<br />

dafür, gesun<strong>der</strong>haltende Arbeitsplätze<br />

nicht erst dann <strong>in</strong>s<br />

Visier zu nehmen, wenn sich<br />

Arbeitsunfälle o<strong>der</strong> Ausfallzeiten<br />

häufen.<br />

Rund 70 Milliarden Euro Kosten entstehen<br />

jährlich durch Arbeitsunfähigkeit<br />

– e<strong>in</strong> Drittel davon s<strong>in</strong>d laut<br />

Expertenschätzungen arbeitsbed<strong>in</strong>gt, e<strong>in</strong><br />

Viertel beruhen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen.<br />

„Auch <strong>in</strong> Großküchen nimmt<br />

man mangelnde Ergonomie lei<strong>der</strong> oft erst<br />

wahr, wenn es weh tut o<strong>der</strong> teuer wird“,<br />

weiß Thomas B. Hertach, Leiter des Netzwerks<br />

Cul<strong>in</strong>aria, e<strong>in</strong>em Zusammenschluss<br />

von Köchen, Herstellern und Logistikexperten.<br />

Stürze, Verbrennungen, Schnittverletzungen<br />

o<strong>der</strong> Rückenbeschwerden können<br />

Folgen von nicht durchdachten Arbeitsplätzen<br />

se<strong>in</strong>. „Dabei muss e<strong>in</strong> ergonomischer<br />

Arbeitsplatz nicht zw<strong>in</strong>gend mehr kosten –<br />

Ermöglicht e<strong>in</strong> komfortables, rückenschonendes Um- und Abfüllen von Speisen: die<br />

Portionierfunktion des FlexiChef<br />

manchmal genügt es, <strong>in</strong> <strong>der</strong> Planung e<strong>in</strong>fach<br />

e<strong>in</strong>iges an<strong>der</strong>s zu machen.“ Hertach<br />

erlebt seit über acht Jahren <strong>in</strong> den Netzwerk-<br />

Sem<strong>in</strong>aren immer wie<strong>der</strong> den berühmten<br />

Aha-Effekt, wenn ergonomische Details zur<br />

Sprache kommen. „E<strong>in</strong>e Quer-Anordnung<br />

von GN-Schalen mit verr<strong>in</strong>gerter Entnahmetiefe<br />

<strong>in</strong> Ausgaben o<strong>der</strong> höhenoptimierte<br />

Transporthilfen, die das Umwuchten von<br />

Behältern erheblich erleichtern – alles das<br />

kostet kaum e<strong>in</strong>en Euro mehr, ist aber nicht<br />

im Bewusstse<strong>in</strong> <strong>der</strong> Investoren.“<br />

Ke<strong>in</strong>e Bagatelle<br />

Dass alle<strong>in</strong> unpassende Arbeitshöhen<br />

den Arbeitgeber richtig viel Geld kosten und<br />

Mitarbeitern Schaden zufügen können,<br />

zeigte kürzlich e<strong>in</strong>e Untersuchung <strong>der</strong> Berufsgenossenschaft<br />

Nahrungsmittel und<br />

Gastgewerbe (BGN). Ist die Arbeitshöhe zu<br />

niedrig, steigt nicht nur das Risiko für Rückenbeschwerden,<br />

son<strong>der</strong>n auch für<br />

Schnittverletzungen. BGN-Hochrechnungen<br />

kommen auf rund 15.000 behandlungsbedürftige<br />

Unfälle mit handgeführten<br />

Messern, die die Branche jährlich zu erwarten<br />

hat. Sie zählen damit zu den Spitzenreitern<br />

<strong>der</strong> Unfallstatistik. Durchschnittlich<br />

7,4 Tage Arbeitsunfähigkeit zieht<br />

je<strong>der</strong> dieser Unfälle nach sich – mit entsprechenden<br />

Kosten für Lohnfortzahlung<br />

sowie für e<strong>in</strong>e Ersatzkraft bzw. nicht mehr<br />

vollends runde Arbeitsabläufe.<br />

Mensch als Maß<br />

„Lei<strong>der</strong> ist die Arbeitsplatzhöhe <strong>in</strong> vielen<br />

Küchen immer noch wie vor 40 Jahren<br />

für kle<strong>in</strong>ere Körpergrößen geplant“, bedauert<br />

Hertach. „Wir empfehlen heute im<br />

M<strong>in</strong>imum 90 Zentimeter für Steharbeitsplätze,<br />

wobei wir <strong>in</strong>dividuell prüfen, wer wo<br />

und wie lange arbeitet.“ Dort, wo Mitarbeiter<br />

länger stehen müssen, etwa <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Salatküche, sollte die <strong>in</strong>dividuelle Körpergröße<br />

das Maß aller D<strong>in</strong>ge se<strong>in</strong>. Hier empfehlen<br />

Experten höhenverstellbare<br />

Arbeitstische, die sowohl für den<br />

Schneidw<strong>in</strong>kel als auch den<br />

Blickw<strong>in</strong>kel (30 Grad bei stehen<strong>der</strong><br />

Tätigkeit) optimale E<strong>in</strong>stellungen<br />

ermöglichen. „Die<br />

<strong>in</strong>dividuell korrekte Arbeitshöhe<br />

ermitteln wir bei e<strong>in</strong>em 90<br />

Grad abgew<strong>in</strong>kelten Unterarm,<br />

Bedienfel<strong>der</strong> als <strong>in</strong>tuitiv bedienbare<br />

Touch Screens nach Art e<strong>in</strong>es Smartphones<br />

erhöhen Komfort und Anwendungssicherheit<br />

Portionierwagen<br />

ermöglichen<br />

rückenschonendes<br />

und<br />

komfortables<br />

Abfüllen<br />

<strong>der</strong> Speisen<br />

und Transportieren<br />

von<br />

manchmal über 25 kg<br />

schweren GN-Behältern<br />

26 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Fachthema<br />

Son<strong>der</strong>anfertigung für Küchenchef Stefan<br />

Bogner vom Kl<strong>in</strong>ikum Fürth: Das Bedienfeld<br />

wurde auf <strong>in</strong>dividuellen Wunsch<br />

ergonomisch oben <strong>in</strong> die Abdeckplatte<br />

<strong>in</strong>tegriert<br />

<strong>der</strong> 15 Zentimeter Abstand zur Arbeitsplatte<br />

haben muss“, erläutert Hertach.<br />

Ergonomie = Schwerstarbeit<br />

erleichtern<br />

Küchenmitarbeiter bewegen oft täglich<br />

viele hun<strong>der</strong>t Kilo an Arbeits- und Lebensmitteln.<br />

Speisetransportwagen wiegen<br />

zum Beispiel im beladenen Zustand bis zu<br />

250 Kilogramm, große GN-Behälter mit<br />

Speisen über 25 Kilogramm. E<strong>in</strong> bewegungsökonomisches<br />

Arbeiten hängt dabei<br />

oft an sche<strong>in</strong>bar nebensächlichen Details.<br />

Thomas B. Hertach nennt e<strong>in</strong>es <strong>der</strong> vielen<br />

Beispiele: „Um schwere Speisetransportwagen<br />

leicht und unfallfrei um die Ecke führen<br />

zu können, raten wir stets zu speziellen<br />

Lenkrollen <strong>in</strong>klusive Arretierfunktion.“<br />

Blick auf das ergonomisch e<strong>in</strong>gebaute Bedienfeld im Herdblock von Küchenchef Stefan<br />

Bogner, Küchenchef im Kl<strong>in</strong>ikum Fürth<br />

Auch das häufig belastende Um- und<br />

Abfüllen von Speisen lässt sich dank vieler<br />

technischer Helfer physiologischer gestalten:<br />

„Wir empfehlen etwa, <strong>in</strong>telligente<br />

Hebe- und Transporthilfen gerade für die<br />

schweren, großen Behälter e<strong>in</strong>zusetzen“,<br />

erläutert Dirk Hanisch vom Netzwerk-Mitglied<br />

MKN. Das gel<strong>in</strong>gt zum Beispiel mit<br />

Wagen für GN-Schalen, die sich direkt an<br />

den Tiegel heranfahren lassen. Und <strong>in</strong>novative<br />

Geräte mit Portionierfunktion, abgestimmt<br />

auf die Höhe <strong>der</strong> GN-Behälterwagen,<br />

erleichtern das Ab- beziehungsweise<br />

Befüllen erheblich.<br />

Alles <strong>in</strong> Griff- und Sichtweite<br />

„Der Grundste<strong>in</strong> für ergonomisches Arbeiten<br />

wird <strong>in</strong> <strong>der</strong> Planungsphase e<strong>in</strong>er Küche<br />

gelegt“, betont Hanisch. Im Fokus stehen<br />

kurze Arbeits- und Transportwege, die<br />

nicht nur für Mensch und Lebensmittel(-<br />

hygiene) ideal s<strong>in</strong>d. Sie sichern auch e<strong>in</strong>e<br />

effiziente Arbeitsweise. „Den Chiller direkt<br />

neben den Heißluftdämpfer zu platzieren,<br />

ist noch immer für viele gewöhnungsbedürftig.<br />

Doch nur wenn Arbeitsplätze und<br />

-mittel <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er logischen Reihe platziert<br />

s<strong>in</strong>d, gelangen wir zu effizienten Prozessen.“<br />

Das Pr<strong>in</strong>zip „alles <strong>in</strong> Griff- und Sichtweite“<br />

gilt auch für den Bedienkomfort bei<br />

Geräten. „So gehören Steckdosen und<br />

Schalter <strong>in</strong> Bedienblenden und nicht <strong>in</strong> versteckte<br />

W<strong>in</strong>kel. Und Displays sollten gut<br />

lesbar und <strong>in</strong>tuitiv bedienbar se<strong>in</strong>.“ Haben<br />

Kunden <strong>in</strong>dividuelle Wünsche zum Bedienkomfort,<br />

s<strong>in</strong>d Son<strong>der</strong>anfertigungen<br />

e<strong>in</strong>e Lösung. „Kürzlich haben wir für Küchenchef<br />

Stefan Bogner im Kl<strong>in</strong>ikum Fürth<br />

das Bedienfeld direkt oben <strong>in</strong> die Abdeckung<br />

montiert, so dass es für ihn komfortabler<br />

zu bedienen ist.“<br />

Fotos: Hupfer, MKN<br />

Ergonomie: Arbeitsplätze nach Maß<br />

Die Ergonomie ist e<strong>in</strong> Teilgebiet <strong>der</strong> Arbeitswissenschaften und befasst sich mit<br />

humanen, wirtschaftlichen und sicheren Arbeitsumfel<strong>der</strong>n. Arbeitsgeräte und Arbeitsbed<strong>in</strong>gungen<br />

s<strong>in</strong>d dabei so zu gestalten, dass Menschen auch dann, wenn<br />

sie e<strong>in</strong>e Tätigkeit über Jahre ausüben, gesund <strong>bleiben</strong>.<br />

Zu den Aktionsfel<strong>der</strong>n <strong>der</strong> Ergonomie <strong>in</strong> Profiküchen zählen:<br />

u Arbeitsgeräte (etwa Arbeitshöhe, Arbeitstiefe, elektrische Sicherheit, Bedienkomfort)<br />

u Schnittstellen zwischen Mensch und Masch<strong>in</strong>e<br />

u Logistik (effiziente Organisation des Warenflusses mit kurzen Arbeits- und<br />

Transportwegen)<br />

u Raumluftklima (Stellfaktoren: Temperatur, Feuchtigkeit, Luftaustausch nach<br />

DIN)<br />

u Geräuschpegel (durch Küchenmasch<strong>in</strong>en, Menschen, Transportgeräte)<br />

u e<strong>in</strong>e personalgerechte Hygiene (etwa durch Infektionsschutz und Lebensmittelhygiene).<br />

Info-Tipp: Die aktuellen Praxisworkshops des Netzwerks Cul<strong>in</strong>aria be<strong>in</strong>halten auch<br />

Aspekte <strong>der</strong> Ergonomie; Infos im Internet unter www.netzwerkcul<strong>in</strong>aria.de.<br />

Vorbeugen ist günstiger<br />

Die Gretchenfrage lautet stets: Und<br />

was kostet das mehr? „Manches gar nichts:<br />

Ergonomische Speisetheken s<strong>in</strong>d nicht teurer,<br />

son<strong>der</strong>n nur an<strong>der</strong>s gebaut“, erläutert<br />

Hertach. „Und e<strong>in</strong>e ergonomische Variante<br />

e<strong>in</strong>es Gerätes kostet im Vergleich zum<br />

herkömmlichen Modell <strong>in</strong> etwa das Doppelte.“<br />

Doch Erfahrungen lehren, wer hier<br />

spart, gerät an an<strong>der</strong>er Stelle schnell <strong>in</strong>s<br />

M<strong>in</strong>us: bei <strong>der</strong> Arbeitszufriedenheit <strong>der</strong><br />

Mitarbeiter, <strong>der</strong> Effizienz von Abläufen, <strong>der</strong><br />

Arbeitssicherheit und dem <strong>Gesund</strong>heitszustand<br />

des Personals. Prävention ist günstiger<br />

als Nachsorge, das bestätigt auch Isabel<br />

Dienstbühl, stellvertretende Leiter<strong>in</strong><br />

des Geschäftsbereiches Prävention von <strong>der</strong><br />

BGN: „Je<strong>der</strong> Euro, <strong>der</strong> <strong>in</strong> optimale Verhältnisse<br />

am Arbeitsplatz gesteckt wird, ist e<strong>in</strong><br />

gut <strong>in</strong>vestierter Euro.“<br />

t RED<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 27


Management<br />

Die 10 Gebote erfolgreicher<br />

Kommunikation<br />

Reden können wir alle! Die meisten Menschen glauben, dass<br />

sie kommunikativ durchaus begabt s<strong>in</strong>d. Wenn Sie aber <strong>in</strong> Verkaufsgesprächen<br />

und Vorträgen genauer h<strong>in</strong>hören o<strong>der</strong> e<strong>in</strong> Telefongespräch<br />

e<strong>in</strong>es Ihrer Kollegen mitverfolgen, merken Sie<br />

rasch, dass lei<strong>der</strong> allzu oft nicht zielgerichtet, manchmal sehr<br />

unprofessionell o<strong>der</strong> lei<strong>der</strong> auch gelegentlich wirklich stümperhaft<br />

kommuniziert wird. Der Kommunikationstra<strong>in</strong>er Hans Eigenmann<br />

erklärt die zehn Gebote erfolgreicher Kommunikation<br />

– Klartext reden, statt um den Brei herum labern.<br />

wenn Sie mehr sagen, als Ihre Botschafts-<br />

Empfänger erwarten. Damit nehmen Sie allfälliger<br />

Kritik schon mal W<strong>in</strong>d aus dem Segel.<br />

Bleiben Sie aber dennoch knapp (drittes<br />

Gebot), verletzen Sie niemanden und<br />

äußern Sie nur, was nötig ist –<br />

das aber klipp<br />

und klar.<br />

Das Ierste Gebot: Du sollst<br />

empfängergerecht kommunizieren!<br />

Es ist e<strong>in</strong> Unterschied, ob Sie e<strong>in</strong>en<br />

Sachverhalt e<strong>in</strong>em Busfahrer o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>em<br />

Apotheker erklären müssen. Und es macht<br />

nochmals etwas aus, ob Sie e<strong>in</strong>en faktenorientierten<br />

und fundiert denkenden Menschen<br />

o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Plau<strong>der</strong>tasche vor sich haben,<br />

die Sie kaum ausreden lässt. Wenn Sie<br />

lernen, Ihr Gegenüber bezüglich se<strong>in</strong>es<br />

Kommunikationsstils e<strong>in</strong>zuschätzen, können<br />

Sie weit erfolgreicher kommunizieren.<br />

Versuchen Sie herauszuf<strong>in</strong>den, ob Ihre Gesprächs-<br />

o<strong>der</strong> Mailpartner<strong>in</strong> mehr auf Argumente<br />

o<strong>der</strong> Fakten abfährt, o<strong>der</strong> ob emotionale<br />

Inhalte besser ankommen. Fragen<br />

Sie sich, ob Sie e<strong>in</strong>en „Stillen“ o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e<br />

„Besserwisser<strong>in</strong>“ vor sich haben. Entsprechend<br />

können Sie faktenbasiert, gefühlsmäßig,<br />

kurz und knackig o<strong>der</strong> mit schlagenden<br />

Argumenten vorgehen.<br />

Das<br />

II<br />

zweite Gebot: Du sollst<br />

nicht langweilen!<br />

Ob Sie reden, mailen o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>e Präsentation<br />

machen müssen: Kommunizieren Sie<br />

immer spannend! Errichten Sie e<strong>in</strong>en Spannungsbogen,<br />

<strong>in</strong>dem Sie zum Beispiel e<strong>in</strong><br />

Thema anschneiden, dann aber noch nicht<br />

alles dazu sagen. Damit halten Sie die Empfänger<br />

<strong>der</strong> Botschaft bei <strong>der</strong> Stange. Vermeiden<br />

Sie hölzerne Ausdrucksweisen, verwenden<br />

Sie sprachliche Bil<strong>der</strong>. Es macht e<strong>in</strong>en<br />

gewaltigen Unterschied, ob Sie sagen<br />

„Unser Unternehmen hat f<strong>in</strong>anziell mit erheblichen<br />

Problemen zu kämpfen“ o<strong>der</strong> ob<br />

Sie e<strong>in</strong>e Metapher gebrauchen: „Uns steht<br />

f<strong>in</strong>anziell das Wasser bis zum Hals“. Vermeiden<br />

Sie Juristendeutsch und Behördenfloskeln.<br />

III<br />

knackig! Garnieren Sie Ihre<br />

Das dritte Gebot: Du sollst<br />

niemanden zutexten!<br />

Halten Sie sich immer an<br />

die KKK-Regel: Kurz, klar und<br />

Kernbotschaften nicht mit Unwichtigem,<br />

holen Sie nicht zu weit aus.<br />

E<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>leitung <strong>in</strong> zwei Sätzen genügt bei<br />

den meisten Botschaften vollauf. Beson<strong>der</strong>s<br />

wenn Sie unangenehme Botschaften kommunizieren<br />

müssen, besteht oft die Versuchung,<br />

den nicht angenehmen Kern <strong>in</strong> zu<br />

viele unnötige Worte e<strong>in</strong>zupacken.<br />

Das vierte Gebot: Du sollst Nutzen<br />

kommunizieren!<br />

IV<br />

Es soll Ihren Mailempfängern und Gesprächspartner<strong>in</strong>nen<br />

etwas br<strong>in</strong>gen, mit Ihnen<br />

zu kommunizieren. Der Mensch orientiert<br />

se<strong>in</strong> Verhalten nun mal am Nutzen, den<br />

er erhalten kann. Sagen, schreiben Sie, was<br />

es br<strong>in</strong>gt, Ihnen zuzuhören. Damit wecken<br />

Sie jene Aufmerksamkeit, die Sie wollen.<br />

Überlegen Sie sich vor je<strong>der</strong> Kommunikation,<br />

welchen Nutzen Sie Ihren Gesprächspartnern<br />

damit br<strong>in</strong>gen können – und erwähnen<br />

Sie ihn!<br />

Das Vfünfte Gebot: Du sollst<br />

ehrlich kommunizieren!<br />

Es wird immer dann schwierig <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Kommunikation, wenn wir negative Botschaften<br />

übermitteln müssen. Wir neigen<br />

dann zum Beschönigen, oft sogar zum Lügen.<br />

Klartext-Kommunikation heißt aber,<br />

Wahrheiten nicht mit süßer Sauce zu übertünchen.<br />

Die Empfänger Ihrer Botschaft erwarten,<br />

dass sie ehrlich, klar und verständlich<br />

<strong>in</strong>formiert werden. Am besten ist es,<br />

Das sechste Gebot: Du sollst<br />

Menschlichkeit zeigen!<br />

Fühlen Sie sich <strong>in</strong> Ihre Kommunikationspartner<br />

e<strong>in</strong>! Überlegen Sie sich vor je-<br />

VI<br />

<strong>der</strong> E-Mail, vor jedem Telefonanruf und jedem<br />

Gespräch, was Sie an <strong>der</strong> Stelle Ihres<br />

Botschafts-Empfängers erwarten würden.<br />

Wenn Sie e<strong>in</strong>en Text mit e<strong>in</strong>er Bemerkung<br />

zum Bef<strong>in</strong>den <strong>der</strong> Empfänger beg<strong>in</strong>nen, haben<br />

Sie zumeist Ihre Gesprächspartner auf<br />

e<strong>in</strong>er Ebene angesprochen, die Ihnen alles<br />

Weitere leichter macht. Nehmen Sie Ihre<br />

Mitmenschen ernst, mit denen Sie kommunizieren,<br />

zeigen Sie Nähe. Humor ist übrigens<br />

das allerbeste Mittel, um die<br />

Menschlichkeit, von <strong>der</strong> ich rede, zu dokumentieren.<br />

Wenn Sie es schaffen, dass e<strong>in</strong><br />

Mailempfänger schmunzelt, e<strong>in</strong>e Zuhörer<strong>in</strong><br />

lächelt, dann haben Sie e<strong>in</strong> leichtes<br />

Spiel, Ihre Kommunikationsziele zu erreichen.<br />

VII<br />

Das siebte Gebot: Du sollst<br />

nicht drauflos plappern!<br />

Wenn Sie Klartext reden o<strong>der</strong> schreiben<br />

möchten, müssen Sie sich vorher Klarheit<br />

verschaffen. Machen Sie sich immer und<br />

bei je<strong>der</strong> Kommunikation klar, wo Sie selber<br />

stehen, was Sie denken und was Sie<br />

vermitteln möchten. Nur dann wird Ihre<br />

Kommunikation so überzeugend, dass Sie<br />

Illustration: iStockphoto/Henrik5000<br />

28 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Management<br />

auch erreichen, was Sie wollen. Stellen Sie<br />

sich also vor je<strong>der</strong> Äußerung, ob schriftlich<br />

o<strong>der</strong> mündlich, die Frage, was Sie selber<br />

zur Sache denken und was Sie bewirken<br />

möchten. Machen Sie sich ebenfalls klar,<br />

ob Sie die Situation Ihres Gegenübers verstehen<br />

und nachvollziehen können. Bereiten<br />

Sie jede Kommunikation sorgfältig vor,<br />

ob Telefonanruf, Rede o<strong>der</strong> Präsentation.<br />

Das kostet Sie nicht viel Zeit, br<strong>in</strong>gt Ihnen<br />

aber Sicherheit und Erfolg.<br />

VIII<br />

Das achte Gebot: Du sollst ke<strong>in</strong><br />

Juristendeutsch verwenden!<br />

Das trockene Amtsdeutsch zeichnet<br />

sich durch die übermäßige Verwendung von<br />

Substantiven auf -heit, -ung, -ismus o<strong>der</strong> -<br />

schaft aus. Verwenden Sie mehr Verben.<br />

Vermeiden Sie zudem Genitivketten: E<strong>in</strong><br />

Satzanfang wie „Der Wortlaut des Beschlusses<br />

des Landtags von Baden-Württemberg“<br />

ist unsäglich hölzern und trocken.<br />

Wieso nicht schreiben: „Der Landtag von<br />

Baden-Württemberg hat wörtlich festgelegt…“?<br />

Da tut jemand etwas, da wird gehandelt.<br />

Vermeiden Sie auch Passivsätze:<br />

Nicht „Es wird hier anerkannt“, son<strong>der</strong>n<br />

„Wir erkennen an“.<br />

IX<br />

Das neunte Gebot: Du sollst auf den<br />

Ton zwischen den Zeilen achten!<br />

Die Wirkung e<strong>in</strong>es Satzes hängt nicht<br />

nur von se<strong>in</strong>em Inhalt ab. Wenn die Krankenschwester<br />

<strong>der</strong> betagten Patient<strong>in</strong> nach<br />

<strong>der</strong>en Läuten sagt „Aber nicht schon wie<strong>der</strong>,<br />

Frau Schnei<strong>der</strong>!“, dann schw<strong>in</strong>gt hier<br />

e<strong>in</strong> Vorwurf mit o<strong>der</strong> es wird gar Gehässigkeit<br />

transportiert. Denken Sie immer daran,<br />

dass es neben <strong>der</strong> <strong>in</strong>haltlichen Aussage (die<br />

hier ke<strong>in</strong>eswegs gehässig ist) auch e<strong>in</strong>e Appell-Ebene(„Lassen<br />

Sie das ewige Läuten!“)<br />

und e<strong>in</strong>e Beziehungs-Ebene gibt, welche die<br />

Gesamtwirkung <strong>der</strong> Kommunikation bee<strong>in</strong>flussen.<br />

Und noch etwas: Auch die Körpersprache<br />

bee<strong>in</strong>flusst Ihre Wirkung. Mit e<strong>in</strong>em<br />

Lächeln können Sie auch schwierigere Botschaften<br />

abdämpfen o<strong>der</strong> mil<strong>der</strong>n.<br />

XDas zehnte Gebot: Du sollst<br />

Feedback geben!<br />

Haben Sie nicht auch schon jemandem<br />

e<strong>in</strong>e E-Mail gesandt, etwa mit e<strong>in</strong>er Anfrage<br />

o<strong>der</strong> e<strong>in</strong>er Bitte? Und dann e<strong>in</strong>fach ke<strong>in</strong>e<br />

Reaktion bekommen? Vielleicht ist die<br />

Erledigung Ihres Anliegens zwar dann gekommen,<br />

aber erst nach Tagen. Das ist wirklich<br />

schlechter Stil, nicht nur im Geschäftsleben.<br />

So gut wie Sie im mündlichen Gespräch<br />

nicken, Ja sagen o<strong>der</strong> sonst wie signalisieren,<br />

dass die Botschaft des Absen<strong>der</strong>s<br />

angekommen ist, müssen Sie das auch<br />

im Mailverkehr tun. E<strong>in</strong>fach nicht zu reagieren,<br />

ist def<strong>in</strong>itiv verboten. Wenn Sie e<strong>in</strong>en<br />

Auftrag nicht umgehend erledigen können,<br />

melden Sie das zurück und geben Sie<br />

e<strong>in</strong>e verb<strong>in</strong>dliche Frist an, <strong>in</strong>nerhalb <strong>der</strong>er<br />

Sie antworten werden.<br />

t Hans Eigenmann<br />

Der Autor<br />

Hans Eigenmann ist Inhaber <strong>der</strong><br />

BRA<strong>in</strong>PUT GmbH, Tra<strong>in</strong><strong>in</strong>g und<br />

Coach<strong>in</strong>g. Maßgeschnei<strong>der</strong>te Tra<strong>in</strong><strong>in</strong>gsmodule<br />

und Coach<strong>in</strong>gs <strong>in</strong> den Bereichen<br />

Führung, Teamentwicklung,<br />

Verkauf und Dienstleistungsqualität<br />

gehören zu se<strong>in</strong>en Angeboten. Se<strong>in</strong><br />

Aktuelles Buch heißt: „Klartext – Wie<br />

uns Kommunikation gel<strong>in</strong>gt“, 1. Auflage<br />

Bus<strong>in</strong>essVillage 2011, 228 Seiten,<br />

ISBN 978-3-86980-119-3, 24,80 Euro<br />

Service<br />

Deutschlandkarte: Diese Bundeslän<strong>der</strong> haben die Landesverordnungen zur Krankenhaushygiene/“MedHygV“ bereits e<strong>in</strong>geführt<br />

Legende<br />

Verordnung wurde<br />

rechtzeitig verabschiedet<br />

Bestehende Verordnung<br />

wird angepasst (verspätet)<br />

Verordnung wird<br />

e<strong>in</strong>geführt (verspätet)<br />

Schleswig-<br />

Holste<strong>in</strong><br />

Bremen<br />

Hamburg<br />

Mecklenburg-<br />

Vorpommern<br />

Fünf Bundeslän<strong>der</strong> verpassen den Term<strong>in</strong><br />

Bis zum 31. März 2012 waren die Bundeslän<strong>der</strong> durch das geän<strong>der</strong>te Infektionsschutzgesetz<br />

vom Juli 2011 aufgefor<strong>der</strong>t, rechtsgültige Landesverordnungen für Hygiene<br />

<strong>in</strong> mediz<strong>in</strong>ischen E<strong>in</strong>richtungen umzusetzen. Fünf Bundeslän<strong>der</strong> hätten diese<br />

Frist verpasst, berichtete die Ärztezeitung vom 28. April 2012: Baden-Württemberg,<br />

Bayern, Berl<strong>in</strong>, Sachsen und Thür<strong>in</strong>gen. Zwar lägen <strong>in</strong> diesen Län<strong>der</strong>n bereits<br />

ältere Hygiene-Verordnungen vor, doch werde hieraus teilweise<br />

nicht klar, wie viele Hygienekräfte zu beschäftigen s<strong>in</strong>d. Den L<strong>in</strong>k<br />

zu allen bestehenden deutschen Landesverordnungen f<strong>in</strong>den Sie<br />

auf www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Aktuelle<br />

Übersicht<br />

auf unserer<br />

Website<br />

Nie<strong>der</strong>sachsen<br />

Berl<strong>in</strong><br />

Schleswig-Holste<strong>in</strong> am 8. September 2011 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Hessen am 25. November 2011 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Brandenburg<br />

Brandenburg am 6. Februar 2012 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Sachsen-Anhalt<br />

Mecklenburg-Vorpommern am 22. Februar 2012 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Nordrhe<strong>in</strong>-<br />

Westfalen<br />

Hessen<br />

Thür<strong>in</strong>gen<br />

Sachsen<br />

Rhe<strong>in</strong>land-Pfalz am 28. Februar 2012 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Nie<strong>der</strong>sachsen am 26. März 2012 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Bremen am 27. März 2012 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Hamburg am 27. März 2012 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Rhe<strong>in</strong>land-<br />

Pfalz<br />

Sachsen-Anhalt am 28. März 2012 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Saarland am 28. März 2012 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Nordrhe<strong>in</strong>-Westfalen am 30. März 2012 <strong>in</strong> Kraft getreten<br />

Saarland<br />

Thür<strong>in</strong>gen (verspätet) am 15. Mai 2012 verabschiedet<br />

Bayern<br />

<br />

<br />

Baden-Württemberg Fassung vom 15. Januar 2010 wird aktuell angepasst<br />

Bayern Fassung vom 1. Januar 2011 wird aktuell angepasst<br />

Baden-Württemberg<br />

<br />

Berl<strong>in</strong> Fassung vom 15. September 2006 wird aktuell angepasst,<br />

Verabschiedung jedoch erst im Mai 2012, da noch e<strong>in</strong> vorgeschaltetes<br />

Gesetzgebungsverfahren notwendig ist<br />

<br />

Sachsen ist gerade im Gesetzgebungsverfahren<br />

Stand:<br />

1. Mai 2012<br />

Stand: 21. Mai 2012<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 29


12. bis 16. November<br />

Geitau bei Bayrischzell<br />

Weiterbildung zum/zur<br />

Hygienebeauftragten<br />

mit Dr. med. vet. Dieter Bödeker,<br />

selbständiger Hygieneberater<br />

für Alten- und Pflegeheime<br />

und an<strong>der</strong>e E<strong>in</strong>richtungen<br />

des <strong>Gesund</strong>heitswesens<br />

Nach Abschluss <strong>der</strong><br />

Veranstaltung erhalten die<br />

Teilnehmer/<strong>in</strong>nen e<strong>in</strong> Zertifikat,<br />

das als Nachweis <strong>der</strong> erlangten Kenntnisse<br />

zu den Schulungs<strong>in</strong>halten dient. Für die<br />

E<strong>in</strong>richtungen dokumentiert es die<br />

fachgerechte Wahrnehmung ihrer gesetzlich<br />

festgeschriebenen Pflichten.<br />

Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von<br />

<strong>rhw</strong> und <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglie<strong>der</strong> im<br />

Berufsverband <strong>Hauswirtschaft</strong> e. V.<br />

875,- Euro, sonst 999,- Euro.<br />

Sem<strong>in</strong>arort Hasenöhrl<br />

75 Bahnm<strong>in</strong>uten von München<br />

Inhalte:<br />

Aufgaben e<strong>in</strong>es/e<strong>in</strong>er Hygienebeauftragten •<br />

Rechtliche Grundlagen (z. B. Anfor<strong>der</strong>ungen des IfSG<br />

an Geme<strong>in</strong>schaftse<strong>in</strong>richtungen) • Prüfungen durch das<br />

<strong>Gesund</strong> heitsamt und den MDK, Beispiele für Beanstandungen<br />

Elemente e<strong>in</strong>es Hygieneplans, Umsetzungsprobleme und<br />

Anpassung von Hygienemaßnahmen • Personal-, Lebensmittel- und<br />

Wäschehygiene • Grundzüge <strong>der</strong> Mikrobiologie • Gefahrenanalyse<br />

(z. B. HACCP) • Maßnahmen bei Problemkeimen • MRSA/ORSA und<br />

Legionellen • Impfschutz, Hautschutzplan • Verfahren zur Re<strong>in</strong>igung und<br />

Des<strong>in</strong>fektion, Sterilisation • Umgang mit Des<strong>in</strong>fektionsmitteln und mögliche<br />

Gefahren • Risikoelim<strong>in</strong>ierung und -m<strong>in</strong>imierung • Schnittstelle Küche – Pflege<br />

Abfallentsorgung<br />

Methoden:<br />

Vortrag, Diskussion, Beispielbearbeitung<br />

Zeiten:<br />

Mo 11- ca. 17.30 Uhr,<br />

Di - Do 9 - ca. 17.30 Uhr,<br />

Fr 9 - ca. 16.30 Uhr<br />

Teilnehmerzahl begrenzt<br />

auf max. 16 Teilnehmer<br />

Fotoquellen: Fotolia: © Alx, © Butch, © samantha grandy; Hasenöhrl Hof


Alpenhof<br />

Teilnahmebed<strong>in</strong>gungen:<br />

Gleich nach dem Erhalt Ihrer Anmeldung<br />

senden wir Ihnen e<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>gangsbestätigung mit<br />

allen nötigen Informa tionen. Zur Begleichung <strong>der</strong><br />

Sem<strong>in</strong>ar ge bühr erhalten Sie zum Anmeldeschlussterm<strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>e Rechnung, die gleichzeitig als An melde bestätigung<br />

dient. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss Ihre Teilnahme<br />

stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr <strong>in</strong> Rechnung<br />

stellen. Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss,<br />

müssen wir 30,– Euro Bearbeitungsgebühr erheben.<br />

Ihr Vorteil: Sie können e<strong>in</strong>e Ersatzperson als Vertretung schicken.<br />

Absage: Der Veranstalter behält sich das Recht vor, die Sem<strong>in</strong>are<br />

aus wichtigem Grund abzusagen.<br />

Anmeldeschluss: 12. Oktober 2012<br />

Hotelkont<strong>in</strong>gent im nahe gelegenen Alpenhof.<br />

Sprechen Sie uns an.<br />

Ihr Ansprechpartner:<br />

Ulrich Bartel, Telefon: (0 89) 31 89 05-54<br />

Än<strong>der</strong>ungen und<br />

Irrtümer vorbehalten.<br />

Dr. Dieter Bödeker<br />

Coupon ausschneiden,<br />

ggf. kopieren und e<strong>in</strong>senden an:<br />

Verlag Neuer Merkur GmbH<br />

Postfach 60 06 62,<br />

81206 München<br />

o<strong>der</strong> per Fax senden an:<br />

(0 89) 31 89 05-38<br />

Anmeldung<br />

r Hiermit melde ich mich ver b<strong>in</strong>dlich zum Sem<strong>in</strong>ar an<br />

Hygienebeauftragte/r 12. bis 16. November 2012<br />

■ Ich b<strong>in</strong> <strong>rhw</strong> <strong>management</strong>-/<strong>rhw</strong>-praxis-Abonnent/-<strong>in</strong>.<br />

■ Ich b<strong>in</strong> Mitglied im Berufsverband <strong>Hauswirtschaft</strong>.<br />

Me<strong>in</strong>e Abonummer:<br />

Me<strong>in</strong>e Mitgliedsnummer:<br />

Name/Vorname<br />

E-Mail<br />

Berufliche Funktion<br />

Telefon/Fax<br />

Straße/Nr.<br />

PLZ/Ort<br />

Datum/Unterschrift<br />

Mit me<strong>in</strong>er Unterschrift erkenne ich die oben genannten Teilnahmebed<strong>in</strong>gungen an.


A K A D E M I E<br />

S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />

Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />

„Diabetes<strong>management</strong> ohne Diabetikerprodukte“ <strong>in</strong> Frankfurt am Ma<strong>in</strong> und München<br />

Zielgruppe: Mitarbeiter/<strong>in</strong>nen aus Pflege und <strong>Hauswirtschaft</strong>, Verantwortliche<br />

für den Bereich Ernährung<br />

Themen und Inhalte:<br />

• Grundlagen zum Diabetes Typ I und II<br />

• Welche Diabetesbehandlung ergibt S<strong>in</strong>n?<br />

• Altersgerechte Ernährung: gibt es so etwas für Menschen mit Diabetes?<br />

• BE – Verteilung pro Tag: was sagt <strong>der</strong> MDK dazu?<br />

• Unterzuckerungen: Erkennen - Behandeln - Vermeiden<br />

• Spätkomplikationen und wie sie sich vermeiden lassen<br />

• Diabetesgerechte Speiseplanung bei Hauptmahlzeiten<br />

und Zwischenverpflegung<br />

• Welche Lebensmittel müssen berechnet werden?<br />

• Welche Informationen braucht die Pflege von<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>skräften im Alltag?<br />

Term<strong>in</strong>e, Orte und Zeiten:<br />

29. Juni 2012 <strong>in</strong> Frankfurt am Ma<strong>in</strong><br />

12. Juli 2012 <strong>in</strong> München<br />

Jeweils von 9.00 bis 17.00 Uhr<br />

Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

o<strong>der</strong> <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglie<strong>der</strong> im Berufsverband<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> e.V. 179,– Euro, sonst 199,– Euro.<br />

Referent<strong>in</strong>: Carola Re<strong>in</strong>er, CCR Unternehmensberatung<br />

<br />

Das Video zum<br />

Sem<strong>in</strong>ar unter<br />

www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

„Wischsysteme und <strong>der</strong>en Kosten im Fokus“ <strong>in</strong> München und Erkner/Berl<strong>in</strong><br />

Zielgruppe:<br />

HWL/HBL und Re<strong>in</strong>igungskräfte<br />

• E<strong>in</strong>tauchen <strong>in</strong>s Reich <strong>der</strong> Fasern - Fasernkunde<br />

• Moppsysteme verstehen und an die Bodenvoraussetzungen anpassen<br />

• Fehler beim e<strong>in</strong>stufigen Wischen vermeiden<br />

• Aufbereitung von Moppbezügen<br />

• Re<strong>in</strong>igungsflotte optimal und kosteneffizient ansetzen<br />

• Die neuen Systeme <strong>in</strong> <strong>der</strong> fachlichen Diskussion<br />

• Berücksichtigung <strong>der</strong> Folgekosten und Logistik!<br />

Term<strong>in</strong>e, Orte und Zeiten:<br />

16. Oktober 2012 <strong>in</strong> München,<br />

20. November 2012 <strong>in</strong> Erkner (bei Berl<strong>in</strong>),<br />

jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />

Gebühr:<br />

Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

o<strong>der</strong> <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglie<strong>der</strong> im Berufsverband<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> e. V. 89,– Euro <strong>in</strong>kl. MwSt., sonst 109,–<br />

Euro <strong>in</strong>kl. MwSt. Frühbucherrabatt bis zwei Monate vor<br />

dem Sem<strong>in</strong>ar: 69,- Euro <strong>in</strong>kl. MwSt. (Abonnenten und<br />

Berufsverbands-Mitglie<strong>der</strong>), sonst 89,– Euro <strong>in</strong>kl. MwSt.<br />

Referent:<br />

Uwe Richter, Numatic International GmbH<br />

☞<br />

Weiterbildung zum/zur Hygienebeauftragten <strong>in</strong> Hannover<br />

Beschreibung siehe Seite 30 und 31.<br />

8. bis 12. Oktober 2012 im Hanns-Lilje-Haus Hannover, Mo. bis Do. bis ca. 17.30 Uhr, Fr. 9 bis 12 Uhr.<br />

Gebühr für Abonnenten und Mitglie<strong>der</strong> im Berufsverband <strong>Hauswirtschaft</strong> 799,– Euro, sonst 999,– Euro.<br />

Anmeldecoupon per Fax (0 89) 318905-38 o<strong>der</strong> onl<strong>in</strong>e unter www.vnm-akademie.de<br />

✃<br />

Anmeldung/Rücktritt: Nach Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen e<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>gangsbestätigung<br />

mit allen nötigen Informationen. Zur Begleichung <strong>der</strong> Sem<strong>in</strong>argebühr<br />

erhalten Sie spätestens zum Anmeldeschlussterm<strong>in</strong> e<strong>in</strong>e Rechnung, die<br />

gleichzeitig als An meldebestätigung dient. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss<br />

Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr <strong>in</strong> Rechnung stellen.<br />

Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss, müssen wir 30,– Euro<br />

Bearbeitungsgebühr erheben.<br />

Ihr Vorteil: Sie können <strong>in</strong> beiden Fällen e<strong>in</strong>e Ersatzperson als Vertretung schicken.<br />

Alle Preise <strong>in</strong>kl. gesetzlicher MwSt., Tagungsunterlagen, -getränken, Kaffeepausen<br />

und Mittagessen, sofern nicht an<strong>der</strong>s angegeben.<br />

Anmeldung<br />

Hiermit melde ich mich ver b<strong>in</strong>dlich<br />

zum Sem<strong>in</strong>ar an<br />

❍ Diabetes<strong>management</strong><br />

ohne Diabetikerprodukte<br />

❍ <strong>in</strong> Frankfurt am Ma<strong>in</strong><br />

❍ <strong>in</strong> München<br />

■ Ich b<strong>in</strong> <strong>rhw</strong>-Abonnent/-<strong>in</strong>.<br />

Me<strong>in</strong>e Mitgliedsnummer:<br />

■ Ich b<strong>in</strong> <strong>rhw</strong>-Abonnent/-<strong>in</strong>.<br />

Me<strong>in</strong>e Abonummer<br />

Rechnungsadresse:<br />

Name/Vorname<br />

Anmeldeschluss: jeweils 14 Tage vorher, sofern nicht an<strong>der</strong>s angegeben.<br />

Absage: Der Veranstalter Verlag Neuer Merkur GmbH behält sich das Recht vor,<br />

die Sem<strong>in</strong>are aus wichtigem Grund abzusagen. Än<strong>der</strong>ungen und Irrtümer sowie<br />

Preisän<strong>der</strong>ungen vorbehalten.<br />

Ansprechpartner:<br />

Ulrich Bartel, Telefon: (0 89) 31 89 05-54, Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />

Coupon ausschneiden, ggf. kopieren und e<strong>in</strong>senden an:<br />

Verlag Neuer Merkur, vnm-Akademie, Postfach 60 06 62, 81206 München<br />

■ Ich b<strong>in</strong> Mitglied im Berufsverband <strong>Hauswirtschaft</strong>.Me<strong>in</strong>e Kundennummer:<br />

■ Ich b<strong>in</strong> Mitglied im Berufsverband <strong>Hauswirtschaft</strong>.<br />

Me<strong>in</strong>e Mitgliedsnummer<br />

E-Mail<br />

❍ Weiterbildung zum/zur<br />

Hygienebeauftragten<br />

❍ <strong>in</strong> Hannover<br />

❍ <strong>in</strong> Bayrischzell<br />

❍ Wischsysteme und <strong>der</strong>en Kosten<br />

im Fokus<br />

❍ <strong>in</strong> München<br />

❍ <strong>in</strong> Erkner<br />

Berufliche Funktion<br />

Telefon/Fax<br />

Straße/Nr.<br />

PLZ/Ort<br />

Datum/Unterschrift<br />

Mit me<strong>in</strong>er Unterschrift erkenne ich die genannten Bed<strong>in</strong>gungen zu Anmeldung und Rücktritt an.<br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

■ Ja, ich b<strong>in</strong> damit e<strong>in</strong>verstanden, dass Sie mich ggf. per E-Mail o<strong>der</strong> Telefon über weitere Verlagsangebote <strong>in</strong>formieren.


Report<br />

<strong>Gesund</strong> <strong>bleiben</strong> <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

Mitarbeiter <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong> werden immer älter, gleichzeitig<br />

müssen sie viel mehr Arbeit bewältigen. Wie soll das zu schaffen<br />

se<strong>in</strong>? Deswegen ist es wichtig, dass die Mitarbeiter gesund<br />

<strong>bleiben</strong> – und zwar sowohl seelisch als auch körperlich. Die Referenten<br />

<strong>der</strong> Jahrestagung <strong>der</strong> Diakonie Württemberg am 20.<br />

März 2012 <strong>in</strong> Stuttgart lieferten Lösungsvorschläge und Impulse.<br />

Es ist e<strong>in</strong> Satz, <strong>der</strong> als Motto für die Tagung<br />

dienen könnte: „Wer nicht früh<br />

genug <strong>in</strong> se<strong>in</strong>e <strong>Gesund</strong>heit <strong>in</strong>vestiert,<br />

<strong>in</strong>vestiert später mehr <strong>in</strong> se<strong>in</strong>e Krankheit“,<br />

so Pfarrer Ra<strong>in</strong>er H<strong>in</strong>zen vom Fachverband<br />

Beh<strong>in</strong><strong>der</strong>tenhilfe <strong>der</strong> Diakonie <strong>in</strong> se<strong>in</strong>en<br />

Grußworten.<br />

Ke<strong>in</strong> Energieaufwand <strong>in</strong><br />

„unverän<strong>der</strong>liche Welten“<br />

Menschen s<strong>in</strong>d bereit, vieles zu ertragen,<br />

wenn sie wissen warum – das wusste<br />

schon Nietzsche. Doch hierzu ist es sehr<br />

wichtig, im Leben die Unterscheidung zwischen<br />

„verän<strong>der</strong>lichen Welten“ und „unverän<strong>der</strong>lichen<br />

Welten“ zu erlernen. Und<br />

dann muss man für sich klarstellen, woh<strong>in</strong><br />

man se<strong>in</strong>e Energie <strong>in</strong>vestiert. Es gibt Menschen,<br />

die e<strong>in</strong> Leben lang ihre Energie und<br />

Kraft <strong>in</strong> D<strong>in</strong>ge stecken, die nicht mehr zu<br />

än<strong>der</strong>n s<strong>in</strong>d. „Dabei ist es nachweislich so,<br />

dass Menschen, die unverän<strong>der</strong>liche D<strong>in</strong>ge<br />

als abgeschlossen betrachten können,<br />

wesentlich besser zurecht kommen als diejenigen,<br />

die mit ihrem Schicksal ha<strong>der</strong>n“,<br />

so Frey.<br />

„Doch auch hierbei haben Führungskraft<br />

und Mitarbeiter oft unterschiedliche<br />

Vorstellungen, um welche Welten es sich<br />

handelt. Deshalb sprechen Sie bitte mit Ihren<br />

Mitarbeitern.“ Prof. Dr. Frey empfiehlt<br />

„Wer Leistung for<strong>der</strong>t,<br />

muss S<strong>in</strong>n bieten“<br />

Fotos: Robert Baumann<br />

Doch wie kann man se<strong>in</strong>e Mitarbeiter<br />

gesund erhalten? Das hat auch sehr viel<br />

mit richtiger Führung zu tun! „Wer Leistung<br />

for<strong>der</strong>t, muss S<strong>in</strong>n bieten“, sagte Prof. Dr.<br />

Dieter Frey von <strong>der</strong> Ludwig-Maximilians-<br />

Universität München <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Vortrag.<br />

Dazu gehöre auch, die Sehnsüchte <strong>der</strong> Mitarbeiter<br />

zu kennen, denn wer diese nicht<br />

kennt, kann sie auch nicht erreichen. Und<br />

die Sehnsüchte s<strong>in</strong>d bei jedem e<strong>in</strong>zelnen<br />

Mitarbeiter unterschiedlich, hoch oben stehen<br />

aber Fragen nach S<strong>in</strong>n und Wertschätzung.<br />

„Sie werden nicht alle Sehnsüchte<br />

erfüllen können, doch wenn Sie diese<br />

kennenlernen, dann können Sie besser<br />

vermitteln, was davon möglich ist.“<br />

Das GENO-Haus <strong>in</strong> Stuttgart ist <strong>der</strong> neue <strong>Hauswirtschaft</strong>s-Tagungsort für die Diakonie<br />

Württemberg (bisher Evangelische Akademie Bad Boll)<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 33


Report<br />

regelmäßige Fünf-M<strong>in</strong>uten-Gespräche, um<br />

zu erkennen, was den Mitarbeiter gerade<br />

bewegt und wie dies se<strong>in</strong>e Arbeit bee<strong>in</strong>flusst.<br />

„Denken Sie bitte daran, Sie verteilen<br />

nicht nur Aufgaben o<strong>der</strong> setzen Ziele, son<strong>der</strong>n<br />

Sie s<strong>in</strong>d als Führungskraft auch <strong>der</strong><br />

Coach ihrer Mitarbeiter. Je mehr e<strong>in</strong> Mitarbeiter<br />

mitgestalten kann, desto stärker ist<br />

se<strong>in</strong>e Identifikation mit <strong>der</strong> Aufgabe.“ Es<br />

sei oftmals viel besser, Mosaikste<strong>in</strong>e bei<br />

den Arbeitsabläufen zu verän<strong>der</strong>n als zu<br />

versuchen, den Mitarbeiter selbst zu än<strong>der</strong>n.<br />

Doch natürlich gibt es, so Frey, <strong>in</strong> jedem<br />

Betrieb auch Menschen, die grundsätzlich<br />

e<strong>in</strong>e „freizeitorientierte Schonhaltung“<br />

an den Tag legen. Hier müsse über<br />

„Die Zufriedenheit <strong>der</strong> Mitarbeiter hängt extrem davon ab, wie gut das Vorbild des direkten<br />

Vorgesetzten ist“, so Prof. Dr. Dieter Frey. Er ist Lehrstuhl<strong>in</strong>haber <strong>der</strong> Sozialpsychologie<br />

an <strong>der</strong> LMU <strong>in</strong> München.<br />

Organisator<strong>in</strong> Ursula Schukraft: „Unsere<br />

Aufgabe ist es, auf unsere Super-Arbeit,<br />

die wir leisten, auch aufmerksam zu machen<br />

und die entsprechende Anerkennung<br />

e<strong>in</strong>zufor<strong>der</strong>n“<br />

e<strong>in</strong>e Trennung nachgedacht werden, denn<br />

so etwas könne e<strong>in</strong> ganzes Team vergiften.<br />

Die seelische Zufriedenheit <strong>der</strong> Mitarbeiter<br />

hänge extrem davon ab, wie sich <strong>der</strong><br />

Vorgesetzte als Vorbild verhält. „Verheerend<br />

ist e<strong>in</strong>e Doppelmoral“, so Frey, „achten<br />

Sie also darauf, dass es e<strong>in</strong>e offene Kultur<br />

gibt, bei <strong>der</strong> Missstände angesprochen<br />

werden können.“<br />

Viermal führen<br />

Zur Führung gehören nach Prof. Dr. Frey<br />

vier Aspekte:<br />

u sich selbst führen<br />

u jeden e<strong>in</strong>zelnen Mitarbeiter führen<br />

u das Team führen<br />

u den Chef führen.<br />

„Ja, Sie haben richtig gehört, auch Ihr<br />

Chef benötigt h<strong>in</strong> und wie<strong>der</strong> Feedback und<br />

auch Anerkennung für se<strong>in</strong>e Arbeit“, so<br />

Prof. Dr. Frey.<br />

Hamsterrad anhalten<br />

„Nicht die Erfahrung macht die Menschen<br />

klüger, son<strong>der</strong>n die Reflexion von Erfahrung“,<br />

so Prof. Dr. Frey. Doch Vorsicht:<br />

je<strong>der</strong> ist sich selbst <strong>der</strong> Bl<strong>in</strong>deste. „Deshalb<br />

suchen Sie sich Leute, die sehen, was<br />

Sie selbst eventuell nicht mehr sehen“,<br />

Beschäftigte <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

Jahre 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2010<br />

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Anzahl) 51.256 52.382 51.498 50.785 52.647 56.932 59.605<br />

Bestandsentwicklung Index (1999=100) 100 102 100 99 103 111 116<br />

Frauen 94,8 94,5 94,4 94,5 94,3 94,4 94,3<br />

Auslän<strong>der</strong> 4,3 4,8 4,6 4,5 5,1 5,7 6,0<br />

Unter 25 Jahre 6,3 6,2 5,7 4,7 4,2 4,0 4,0<br />

25 bis unter 35 Jahre 25,9 21,1 17,3 14,4 13,1 12,8 12,9<br />

35 bis unter 50 Jahre 43,1 46,9 48,7 50,0 49,4 46,4 44,7<br />

50 Jahre und älter 24,7 25,8 28,3 30,8 33,3 36,9 38,4<br />

Teilzeit unter 18 Stunden 3,1 3,8 4,4 4,8 5,7 6,3 6,9<br />

Teilzeit 18 Stunden und mehr 23,6 26,5 28,8 31,4 33,7 35,8 36,2<br />

Quelle: Berufsordnung 921/sozialversicherungspflichtig, Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung 2012 (aus dem Vortrag von Christ<strong>in</strong>e Dörge)<br />

34 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Report<br />

Die Sonnenterasse des Geno-Hauses för<strong>der</strong>te die Work-Life-Balance vieler Teilnehmer<br />

empfahl Frey. Er setzte diese E<strong>in</strong>stellung<br />

für sich auch gleich um, <strong>in</strong>dem er die über<br />

200 Teilnehmer <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Fünf-M<strong>in</strong>uten-<br />

Feedback befragte, was sie <strong>in</strong>haltlich von<br />

se<strong>in</strong>em Vortrag mit nach Hause nehmen<br />

würden. Es war e<strong>in</strong>e ganze Menge.<br />

Richtig bewegen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung<br />

Der Wirtschaftspädagoge Dr. Albert Decker<br />

vom Unternehmen m<strong>in</strong>dconcept<br />

sprach zum Thema Burnout-Prophylaxe<br />

Im Workshop mit Prof. em. Dr. Elke<br />

Huth aus Hamburg lernten die Teilnehmer<br />

viel über richtige Bewegung bei <strong>der</strong> Re<strong>in</strong>igung.<br />

Schließlich liegen hier die Krankenstände<br />

nicht selten bei zehn Prozent (siehe<br />

auch Artikel Seite 18). Huth stellte auch<br />

klar, dass je<strong>der</strong> nach und neben <strong>der</strong> Arbeit<br />

selbst etwas für se<strong>in</strong>en Körper tun muss.<br />

„Pr<strong>in</strong>zipiell ist es richtig, im Lot, also <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er<br />

Körpermitte, zu se<strong>in</strong> und zwar beim<br />

Stehen genauso wie beim Arbeiten und<br />

beim Aufheben von D<strong>in</strong>gen.“ Statische Haltearbeit<br />

verbrauche nämlich e<strong>in</strong>seitig Muskelenergie<br />

und belastet auch unnötig die<br />

Bän<strong>der</strong>. In <strong>der</strong> Praxis bedeutet das: zum<br />

Gegenstand h<strong>in</strong>gehen und sich nicht dah<strong>in</strong><br />

strecken. Auch seien viele Bügelbretter<br />

eher zu hoch e<strong>in</strong>gestellt, hier werde unnötig<br />

lange <strong>der</strong> Arm angew<strong>in</strong>kelt. Das von<br />

Prof. Dr. Elke Huth mitentwickelte Lernkonzept<br />

„Bewusst bewegen“ mit Fotokarten<br />

und Bauste<strong>in</strong>-Figuren aus Holz kann<br />

unter <strong>der</strong> E-Mail elkehuth@gmx.net bestellt<br />

werden. Ebenso steht die Referent<strong>in</strong> für<br />

Schulungsprogramme zur Verfügung. E<strong>in</strong><br />

weiterer Tipp: Unter www.bgw-onl<strong>in</strong>e.de<br />

gibt es für Mitarbeiter die Broschüre „Muntermacher“<br />

mit Ausgleichsübungen bei sitzenden<br />

Tätigkeiten, kostenlos zu bestellen<br />

<strong>in</strong> Papierform o<strong>der</strong> als Download.<br />

Burnout – wovon sprechen wir?<br />

Es ist <strong>in</strong>zwischen fast e<strong>in</strong> Modewort geworden,<br />

<strong>der</strong> Burnout. „H<strong>in</strong>ter diesem Phänomen<br />

stecken 60 bis 80 Symptome“, so<br />

Dr. Albert Decker vom Unternehmen M<strong>in</strong>dconcept<br />

aus We<strong>in</strong>stadt, <strong>der</strong> sich lange mit<br />

<strong>der</strong> Gehirnforschung beschäftigt hat. Se<strong>in</strong>er<br />

Me<strong>in</strong>ung nach richtet sich <strong>der</strong> Blick oftmals<br />

zu sehr auf die Krankheit – o<strong>der</strong> auf<br />

die Angst vor <strong>der</strong> Krankheit – anstatt auf<br />

die Prävention. „Neben dem Arbeitsangebot<br />

muss es auch e<strong>in</strong>e überhöhte Arbeitsnachfrage<br />

von Seiten <strong>der</strong> Person geben“,<br />

so Dr. Decker. Dies ist Teil <strong>der</strong> <strong>in</strong>neren Haltung,<br />

die <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Teufelskreis führen kann.<br />

„Burnout ist e<strong>in</strong>e Zustandsbeschreibung<br />

vor <strong>der</strong> Erkrankung“, so Decker, „und es<br />

gibt E<strong>in</strong>iges, was man tun kann, um diesen<br />

Zustand zu verh<strong>in</strong><strong>der</strong>n.“<br />

E<strong>in</strong>er <strong>der</strong> wichtigsten Punkte ist, auch<br />

und gerade unter Stress, an Anerkennung<br />

und Wertschätzung im Team zu denken,<br />

sonst entstehen nicht selten ausgebrannte<br />

Teams.<br />

Burnout geht e<strong>in</strong>her mit <strong>der</strong> Erosion<br />

von kle<strong>in</strong>en Freuden, also D<strong>in</strong>gen, die e<strong>in</strong>en<br />

erfreuen und die man regelmäßig gerne<br />

macht. „Das kann auch die Currywurst<br />

<strong>in</strong> geselliger Runde mit Freunden se<strong>in</strong> o<strong>der</strong>,<br />

dass man am Wochenende e<strong>in</strong>en Milchkaffee<br />

genießt“, so Dr. Decker. Wenn diese<br />

D<strong>in</strong>ge verschw<strong>in</strong>den und nur noch die Arbeit<br />

das Leben bestimmt, ist etwas aus<br />

dem Ru<strong>der</strong> gelaufen. „Kümmern Sie sich<br />

immer wie<strong>der</strong> um Ihre Leidenschaften – das<br />

verursacht e<strong>in</strong>en richtig wohltuenden Hormonrausch“,<br />

so Decker. Denn die positiven<br />

o<strong>der</strong> negativen Bil<strong>der</strong>, die man im Kopf<br />

hat, bestimmen auch das Bild, das man<br />

sich von <strong>der</strong> Welt macht. Je früher Maßnahmen<br />

gegen das Ausbrennen beg<strong>in</strong>nen,<br />

desto seltener kommt es zur Erkrankung<br />

und umso mil<strong>der</strong> ist <strong>der</strong> Verlauf.<br />

Das folgende Wohlfühl-Programm sollte<br />

m<strong>in</strong>destens 20 Tage dauern. Es stammt<br />

aus <strong>der</strong> positiven Psychologie:<br />

u Nennen Sie drei D<strong>in</strong>ge, für die Sie dankbar<br />

s<strong>in</strong>d!<br />

u Was war schön <strong>in</strong> den letzten 24 Stunden?<br />

u Lernen Sie Meditation.<br />

u Schenken Sie pro Tag e<strong>in</strong>e Liebenswürdigkeit<br />

an Menschen <strong>in</strong> ihrer Umgebung.<br />

u Werden Sie sich Ihrer Kraftquellen bewusst<br />

(wie Freunde, Bewegung, Hobby,<br />

Kultur, Ruhe, Humor, Ziele, Träume).<br />

„Ich stelle mir manchmal auch me<strong>in</strong>e<br />

Großmutter vor, die sich nach dem Krieg<br />

völlig mittellos e<strong>in</strong>e Existenz aufgebaut hat<br />

– dagegen wirkt es dann banal, wenn man<br />

sich darüber aufregt, dass man den Bus<br />

gerade verpasst hat“, so Decker.<br />

t Robert Baumann<br />

Direkt gegenüber dem GENO-Haus<br />

bef<strong>in</strong>det sich e<strong>in</strong>e <strong>der</strong> schönsten Bibliotheken<br />

Deutschlands. Die Stadtbibliothek<br />

Stuttgart wurde erst im Oktober<br />

2011 eröffnet. Zum Vormerken:<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> bietet am 29. November<br />

2012 um 17.00 Uhr e<strong>in</strong>e Führung<br />

durch diese Bibliothek an – kostenlos<br />

am Vorabend des 10. <strong>rhw</strong>-Hygieneforums<br />

<strong>in</strong> Stuttgart-Hohenheim!<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 35


Report<br />

Neues von <strong>der</strong><br />

Altenpflege 2012<br />

Die Messe Altenpflege 2012 <strong>in</strong> Hannover konnte viele Neuheiten<br />

zeigen. Spezielle Kleidung, probiotische Re<strong>in</strong>igung, Tr<strong>in</strong>knahrung<br />

und praktische Unterstützung beim Essen waren e<strong>in</strong>ige<br />

wichtige Themen.<br />

Auch Menschen mit Bee<strong>in</strong>trächtigungen<br />

können dank dieser Schneidehilfe Brötchen<br />

ohne Gefahr zuschneiden<br />

Den Bakterien geht’s an den Kragen:<br />

Das Unternehmen Cleanara zeigte<br />

auf <strong>der</strong> Messe se<strong>in</strong>e neue Generation<br />

von Re<strong>in</strong>igungsmitteln, bei denen Bakterien<br />

verwendet werden, um krankmachende<br />

Bakterien zu zersetzen. Durch das<br />

Anbr<strong>in</strong>gen dieser guten Bakterien entsteht<br />

auf den behandelten Flächen (Böden, Wände,<br />

Ställe usw.) e<strong>in</strong> Wettbewerb mit den<br />

schlechten Bakterien um Platz, Nahrung<br />

und Feuchtigkeit. Da die Cleanara-Bakterien<br />

sehr aktiv s<strong>in</strong>d, gew<strong>in</strong>nen sie die Oberhand<br />

– somit entsteht laut dem Unternehmen<br />

e<strong>in</strong>e gesunde und stabile Mikroflora.<br />

Auf diese Weise werden beispielsweise gerucherzeugende<br />

Bakterien verdrängt. Da<br />

Cleanara-Produkte ke<strong>in</strong>e Des<strong>in</strong>fektionsmittel<br />

s<strong>in</strong>d, kommt es nicht zur Biofilmbildung<br />

o<strong>der</strong> chemischen Umgebungsreizungen.<br />

Der E<strong>in</strong>satz von Cleanara-Produkten<br />

im Sanitär- o<strong>der</strong> Wohnbereich erfor<strong>der</strong>t<br />

ke<strong>in</strong>e Schutzkleidung. Dabei entfernen die<br />

Produkte laut Firmenangaben nach spätestens<br />

mehrfacher Benutzung selbst tief<br />

e<strong>in</strong>gedrungene Verschmutzungen von Nikot<strong>in</strong><br />

und Fetten.<br />

Mobiler Abfalleimer für<br />

Inkont<strong>in</strong>enzprodukte<br />

E<strong>in</strong>e weitere geruchshemmende Innovation<br />

präsentierte die Firma OdoCare mit<br />

ihrem Abwurfsystem für Inkont<strong>in</strong>enzmaterialien<br />

o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e geruchs<strong>in</strong>tensive Abfälle.<br />

Hierbei handelt es sich um mobile Abfalleimer<br />

mit geruchsdichter Verklappung.<br />

Diese Systeme s<strong>in</strong>d bereits aus <strong>der</strong> Baby-<br />

Pflege bekannt und bewährt. Dabei wird<br />

<strong>der</strong> Abfall über e<strong>in</strong>en mechanisch drehbaren<br />

Verklappungsmechanismus direkt <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>en Kunststoffsack verbracht. Das System<br />

ist luftdicht und verh<strong>in</strong><strong>der</strong>t damit die<br />

Geruchsbelastung. Diese fahrbaren Abwurfbehälter<br />

s<strong>in</strong>d mit e<strong>in</strong>em Fassungsvermögen<br />

von 45 o<strong>der</strong> 75 Litern ausgestattet.<br />

Diversey aus Mannheim präsentierte<br />

mit Clax Deosoft e<strong>in</strong>en neuen Weichspüler,<br />

<strong>der</strong> nach Herstellerangaben unangenehme<br />

Gerüche beseitigt und für e<strong>in</strong>en anhaltend<br />

frischen Duft <strong>der</strong> Wäsche sorgt. Mit dieser<br />

neuen patentierten Technologie sollen sich<br />

die Bewohner rundum wohl fühlen.<br />

Beständig gegenüber<br />

Des<strong>in</strong>fektionsmitteln<br />

Dr. Schnell Chemie <strong>in</strong>formierte über<br />

e<strong>in</strong>e Bodenbeschichtung, die sich als weitgehend<br />

resistent gegen alle gängigen alkoholischen<br />

Händedes<strong>in</strong>fektionsmittel erweist.<br />

Der glänzende „On Top - Hospital<br />

Brilliant“ sowie se<strong>in</strong>e matte Version „Hospital<br />

Silk“ s<strong>in</strong>d spezielle Entwicklungen,<br />

die aufgrund <strong>der</strong> Strapazierfähigkeit und<br />

beson<strong>der</strong>s guten Haftung auf restfeuchten<br />

Bodenbelägen speziell für Krankenhäuser<br />

ausgelegt s<strong>in</strong>d. Geworben wird zudem mit<br />

e<strong>in</strong>er umweltschonenden langen Lebensdauer,<br />

wie auch e<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>fachen und deshalb<br />

wirtschaftlichen Anwendung <strong>der</strong> Beschichtung.<br />

„Wie zu Hause“<br />

Die geme<strong>in</strong>samen Mahlzeiten für die<br />

Bewohner e<strong>in</strong>er Seniorene<strong>in</strong>richtung zum<br />

Wohlfühl-Erlebnis zu machen, das hat sich<br />

Fotos: ALTENPFLEGE 2012 – Hannover, Sascha Kühnau (2), Uhlenhoff-Ideen<br />

36 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Report<br />

die Firma apetito zur Aufgabe gemacht. Für<br />

die Umsetzung dieses Zieles wird das ganzheitliche,<br />

von Experten mit entwickelte<br />

Wohnbereichskonzept „MultiService“ e<strong>in</strong>gesetzt,<br />

bei dem e<strong>in</strong> Wohnbereich-Buffetwagen<br />

zur Speisenzubereitung und -ausgabe<br />

zum E<strong>in</strong>satz kommt. Die Vorteile dabei<br />

s<strong>in</strong>d die Flexibilität bei <strong>der</strong> seniorengerechten<br />

Zubereitung <strong>der</strong> Gerichte und<br />

die Tatsache, dass <strong>der</strong> Geruch von frisch<br />

gekochtem Essen im direkten Wohnbereich<br />

den Appetit anregt. Zur Vervollständigung<br />

des „Wie zu Hause“ Charakters soll durch<br />

den E<strong>in</strong>satz von Dekoration und professioneller<br />

Bekleidung <strong>der</strong> Küchenkräfte e<strong>in</strong><br />

freundliches und angenehmes Ambiente<br />

geschaffen werden.<br />

Körnerkissen zum Wärmen<br />

o<strong>der</strong> Kühlen<br />

E<strong>in</strong> Wohlfühl-Angebot zeigte das Unternehmen<br />

Wellgo aus Stuhr. Für kühle<br />

Tage werden große Körnerkissen mit Kragen<br />

und Körnerschuh angeboten. Diese<br />

s<strong>in</strong>d ideal für die heilsame Wärme- und Kältetherapie.<br />

Dank des Stehkragens verrutschen<br />

die Nackenkissen nicht, son<strong>der</strong>n<br />

spenden wohlige Wärme. Die anschmiegsame<br />

Passform und die abgesteppten, nur<br />

handtellergroßen Körnerkammern verteilen<br />

sowohl die Wärme als auch die Kälte<br />

gleichmäßig. Ja, auch Kälte! Denn das Körnerkissen<br />

kann sowohl <strong>in</strong> <strong>der</strong> Mikrowelle<br />

als auch im Backofen <strong>in</strong> wenigen M<strong>in</strong>uten<br />

sicher erwärmt werden o<strong>der</strong> im Kühlschrank<br />

bzw. Tiefkühlfach gekühlt werden.<br />

So sorgt es wahlweise für therapeutisch<br />

angenehme Wärme o<strong>der</strong> entsprechend l<strong>in</strong><strong>der</strong>nde<br />

Kühlung. Das Produkt kann auch<br />

bei <strong>der</strong> körperlichen Arbeit, im Büro, auf<br />

Luftdicht abgeschlossenes mobiles Abwurfsystem<br />

für Inkont<strong>in</strong>enzmaterialien<br />

Reisen und im Haushalt getragen werden.<br />

Die Firma Sanivita aus Laatzen zeigte<br />

die leichten und ergonomisch geformten<br />

Suecos-Schuhe aus e<strong>in</strong>em kautschukartigen<br />

Material mit Stoßdämpfung. Das antibakterielle<br />

und wasserabweisende Material<br />

ist e<strong>in</strong>fach mit Wasser und Re<strong>in</strong>igungsmittel<br />

o<strong>der</strong> bei 40 Grad Celsius <strong>in</strong> <strong>der</strong><br />

Waschmasch<strong>in</strong>e waschbar. Aufgrund des<br />

ger<strong>in</strong>gen Gewichts, <strong>der</strong> rutschhemmenden<br />

Sohlen und des gewölbten Fußbetts s<strong>in</strong>d<br />

die Schuhe hervorragend zu tragen. Das<br />

Modell Thor hat e<strong>in</strong>e enorm rutschfeste<br />

Sohle, wobei sie aber ke<strong>in</strong>en Abrieb h<strong>in</strong>terlässt.<br />

E<strong>in</strong> verstärkter Zehen- und Fersenbereich<br />

bietet guten Schutz vor mechanischen<br />

Verletzungen. Es ist für hauswirtschaftliche<br />

Bereiche gut geeignet. Auch<br />

CWS boco zog wie<strong>der</strong> viele <strong>in</strong>teressierte<br />

Besucher an den Stand mit dem vor e<strong>in</strong>igen<br />

Jahren zusammen mit <strong>der</strong> Firma adidas<br />

entwickelten Berufsschuh „Riyoyo“,<br />

<strong>der</strong> bei 60 Grad Celsius gewaschen werden<br />

kann.<br />

Hilfen für Menschen<br />

mit Bee<strong>in</strong>trächtigungen<br />

Für extrem stark kau- und schluckgestörte<br />

Menschen hat die Firma My Soft<br />

Menü aus Stuttgart passierte, verzehr fertige<br />

Speisen <strong>in</strong> E<strong>in</strong>zel- o<strong>der</strong> Multiportionsschalen<br />

im Angebot. Diese Speisen werden<br />

aus Frischprodukten im französischen<br />

Beaune hergestellt und <strong>in</strong> kürzester Zeit<br />

auf 0 bis 4 Grad Celsius heruntergekühlt.<br />

Bei korrekter Lagerung wird auf diese Weise<br />

e<strong>in</strong>e Haltbarkeit von bis zu 42 Tagen garantiert.<br />

Damit ist e<strong>in</strong> bedarfsgerechter E<strong>in</strong>kauf<br />

portionsgenau möglich. Die Speisen<br />

s<strong>in</strong>d frei von Konservierungsstoffen und<br />

Geschmacksverstärkern, dafür reich an ursprünglichem<br />

Geschmack <strong>der</strong> enthaltenen<br />

Lebensmittel.<br />

Die Uhlenhoff-Ideen GmbH aus Oyten<br />

stellte e<strong>in</strong> Krümel-, Schmier- und Schneidehilfe-Set<br />

vor. Mit dieser Schneidevorrichtung<br />

können schnell und e<strong>in</strong>fach alle<br />

Standardbrötchensorten, ob oval, rund<br />

o<strong>der</strong> eckig, leicht und ohne Druck, mit e<strong>in</strong>em<br />

handelsüblichen Brotmesser geschnitten<br />

werden. Die Krümel werden aufgefangen,<br />

<strong>der</strong> Schnitt ist perfekt gerade<br />

und die Verletzungsgefahr ist gebannt.<br />

Die sehr scharfe Kl<strong>in</strong>ge bef<strong>in</strong>det sich<br />

nur im mittleren Bereich des Messers, damit<br />

e<strong>in</strong> Austreten <strong>der</strong> scharfen Kl<strong>in</strong>ge nicht<br />

mehr möglich ist. Zusätzlich hat das Sicherheitsmesser<br />

am Ende <strong>der</strong> Kl<strong>in</strong>ge e<strong>in</strong>e<br />

Abrundung. Egal wie <strong>der</strong> Anwen<strong>der</strong> se<strong>in</strong>e<br />

Hand beim Schneiden hält – e<strong>in</strong> Verletzen<br />

ist nicht möglich. Auch für K<strong>in</strong><strong>der</strong> o<strong>der</strong> beson<strong>der</strong>s<br />

für Menschen mit gesundheitlichen<br />

E<strong>in</strong>schränkungen (Bl<strong>in</strong>de, Sehbeh<strong>in</strong><strong>der</strong>te,<br />

Senioren, Menschen mit Prothesen,<br />

Das Körnerkissen kann am Nacken und<br />

an den Füßen kühlen o<strong>der</strong> wärmen<br />

Bluter, Rollstuhlfahrer....) ist es sehr gut<br />

geeignet. Zusätzlich besteht die Möglichkeit,<br />

am Ende <strong>der</strong> Kl<strong>in</strong>ge e<strong>in</strong>e Verschraubung<br />

anzubr<strong>in</strong>gen, um e<strong>in</strong> Herausziehen<br />

zu vermeiden. Die Kl<strong>in</strong>ge und die Verschraubung<br />

s<strong>in</strong>d aus Edelstahl und können<br />

auch <strong>in</strong> <strong>der</strong> Spülmasch<strong>in</strong>e gere<strong>in</strong>igt<br />

werden.<br />

E<strong>in</strong>e weitere Schutze<strong>in</strong>richtung f<strong>in</strong>det<br />

sich bei <strong>der</strong> Firma Franz Mensch aus Eres<strong>in</strong>g:<br />

e<strong>in</strong> breites Sortiment an Arbeitsschutzhandschuhen.<br />

Mit kompetenter Beratung<br />

können für alle Arbeitsbereiche geeignete<br />

Arbeitsschutzhandschuhe verschiedenster<br />

Wi<strong>der</strong>standsklassen gefunden<br />

werden. Außerdem werden E<strong>in</strong>weglätzchen<br />

als alternativer Klei<strong>der</strong>schutz angeboten.<br />

Diese haben sogar teilweise Auffangtaschen,<br />

um das Herabfallen von Krümeln<br />

und Speisen zu begrenzen.<br />

Eigentlich bekannt<br />

für Babynahrung …<br />

Das Unternehmen Hipp bietet neben<br />

Babynahrung jetzt auch Mahlzeiten für Senioren<br />

<strong>in</strong> tr<strong>in</strong>kbarer Form an. Das Produkt<br />

steht <strong>in</strong> fünf Sorten zur Verfügung, die Natürlichkeit<br />

<strong>der</strong> verwendeten Lebensmittel<br />

steht im Vor<strong>der</strong>grund. Auf künstliche Aromen,<br />

Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker<br />

wurde verzichtet. Erhältlich<br />

s<strong>in</strong>d die verordnungsfähigen und<br />

vollwertigen Mahlzeiten auch für Patienten,<br />

die Sondennahrung benötigen. Sowohl<br />

für die tr<strong>in</strong>kbare als auch für die Variante<br />

zur Sondenernährung s<strong>in</strong>d neben normkalorischen<br />

Sorten auch hochkalorische<br />

verfügbar, je nach Bedarf <strong>der</strong> Patienten.<br />

t Sascha Kühnau/<br />

Esther Suppan/RoB<br />

<br />

Das Video zur Altenpflege 2012<br />

unter www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 37


Report<br />

Ausbildungsreise – Folge 4:<br />

Nie<strong>der</strong>sachsen und Hessen<br />

Während es <strong>in</strong> Hessen <strong>der</strong>zeit ke<strong>in</strong>e Fachschulen für <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

gibt, führt die Landwirtschaftskammer Nie<strong>der</strong>sachsen<br />

gleich sechs zweijährige Fachschulen <strong>Hauswirtschaft</strong> auf: Celle,<br />

Braunschweig, Gött<strong>in</strong>gen, Oldenburg, Osnabrück und Stade.<br />

Wir fragten <strong>in</strong> <strong>der</strong> Albrecht-Thaer-Schule <strong>in</strong> Celle bei Oberstudienrät<strong>in</strong><br />

Gabriele Passon nach.<br />

c In Nie<strong>der</strong>sachsen gibt es erfreulicherweise<br />

noch recht viele Schulen, an denen<br />

<strong>der</strong>zeit rund 200 HBL ausgebildet werden.<br />

Woran liegt das?<br />

d Zu uns kommen Schüler/<strong>in</strong>nen aus dem<br />

ganzen Bundesgebiet. Das Weiterbildungsangebot<br />

zur HBL halte ich für sehr attraktiv,<br />

denn es bietet nach e<strong>in</strong>em Jahr den „kle<strong>in</strong>en“<br />

Abschluss <strong>der</strong> Wirtschafter<strong>in</strong>/des Wirtschafters.<br />

Nach zwei Jahren gibt es den Abschluss<br />

„<strong>Hauswirtschaft</strong>liche/r Betriebsleiter/<strong>in</strong>“,<br />

die Fachhochschulreife und e<strong>in</strong>e<br />

Ausbil<strong>der</strong>eignung.<br />

E<strong>in</strong>ige Fachschulen beg<strong>in</strong>nen nur alle<br />

zwei Jahre mit e<strong>in</strong>em neuen Jahrgang. Wir<br />

beg<strong>in</strong>nen jedes Jahr mit e<strong>in</strong>em neuen Jahrgang.<br />

Die Albrecht-Thaer-Schule <strong>in</strong> Celle ist<br />

die e<strong>in</strong>zige Fachschule mit e<strong>in</strong>em Schwerpunkt<br />

Direktvermarktung und Tourismus im<br />

ländlichen Raum. Die HBL ist auf jeden Fall<br />

e<strong>in</strong>e gefragte Fachkraft, ausgestattet mit<br />

umfangreichen Kompetenzen, die sehr flexibel<br />

e<strong>in</strong>gesetzt werden können. Klassische<br />

Arbeitsbereiche s<strong>in</strong>d landwirtschaftliche Betriebe<br />

mit Direktvermarktung, Hofgastronomie<br />

und Urlaubsangeboten, zudem Geme<strong>in</strong>schaftsverpflegung<br />

o<strong>der</strong> Housekeep<strong>in</strong>g.<br />

Die Stellenangebote werden oft direkt<br />

an die Schule gerichtet und dann an die<br />

Schüler/<strong>in</strong>nen weiter geleitet. Aber es bleibt<br />

wichtig, diese Informationen an junge Menschen<br />

zu br<strong>in</strong>gen, damit deutlich wird, dass<br />

<strong>der</strong> Start mit dem Beruf <strong>Hauswirtschaft</strong> -<br />

o<strong>der</strong> wie er auch <strong>in</strong> Zukunft heißen wird -<br />

vielfältige Möglichkeiten <strong>der</strong> Weiterbildung<br />

und <strong>der</strong> Arbeit eröffnet.<br />

c Die Schwerpunkte Ihrer Schule s<strong>in</strong>d<br />

Tourismus und Direktvermarktung – wie<br />

stellen Sie Praxisbezüge her?<br />

d Im Expo-Jahr 2000 hat die Stadt Celle<br />

auf dem Gelände <strong>der</strong> Schule den Heilpflanzengarten<br />

angelegt. Besucher sollten bewirtet<br />

werden und Produkte kaufen können.<br />

Seitdem gibt es unseren Betrieb mit den beiden<br />

Bereichen „Café KräuThaer“ und<br />

„KräuThaerLaden“.<br />

Die Fachschule versteht sich als e<strong>in</strong>e<br />

Schule mitten im Wirtschaftsleben.<br />

c Sie haben dafür ja Betriebswochen e<strong>in</strong>geführt<br />

– was heißt das?<br />

d Das entwickelte Unterrichtskonzept <strong>der</strong><br />

Betriebswochen ermöglicht den Schüler/<strong>in</strong>nen<br />

die Mitarbeit <strong>in</strong> drei Phasen. In <strong>der</strong> ersten<br />

Phase „Den Betrieb kennenlernen“ geht<br />

es darum, betriebliche Abläufe mit dem Ausbildungswissen<br />

abzugleichen, zu ergänzen<br />

und Arbeitssicherheit <strong>in</strong> den Bereichen <strong>der</strong><br />

Produktion, des Verkaufs und Services zu<br />

erlangen. In <strong>der</strong> zweiten Phase „Fit für die<br />

Betriebswoche“ geht es darum, fehlende<br />

Kompetenzen <strong>in</strong> eigener Verantwortung zu<br />

erwerben, beispielsweise hat nicht jede/r<br />

Schüler/<strong>in</strong> im Rahmen <strong>der</strong> Ausbildung im<br />

Service gearbeitet. In <strong>der</strong> dritten Phase „Erprobung<br />

als Betriebsleiter/<strong>in</strong>“ sollen die erworbenen<br />

Kompetenzen zum E<strong>in</strong>satz kommen.<br />

Nun gilt es, e<strong>in</strong>en Teilbereich verantwortlich<br />

zu führen. Das s<strong>in</strong>d Produktion, Verkauf,<br />

Organisation von Veranstaltungen,<br />

Housekeep<strong>in</strong>g sowie Kalkulation, Mitarbeitere<strong>in</strong>satz<br />

und betriebswirtschaftliche Bewertung.<br />

Die E<strong>in</strong>arbeitung neuer Mitarbeiter<br />

– das s<strong>in</strong>d die Schüler/<strong>in</strong>nen <strong>in</strong> <strong>der</strong> ersten<br />

Phase – gehört ebenso zu den Aufgaben.<br />

Gött<strong>in</strong>gen ist Nordhessens E<strong>in</strong>zugsgebiet<br />

Die Fachschule <strong>Hauswirtschaft</strong> (BBS Ritterplan)<br />

<strong>in</strong> Gött<strong>in</strong>gen ist auch E<strong>in</strong>zugsgebiet<br />

für <strong>Hauswirtschaft</strong>er/<strong>in</strong>nen aus<br />

Hessen, wo es <strong>der</strong>zeit ke<strong>in</strong>e Fachschulen<br />

für angehende HBL gibt. „Wir <strong>in</strong>formieren<br />

regelmäßig die Absolventen <strong>der</strong><br />

nur 40 Kilometer entfernten Elisabeth-<br />

Knipp<strong>in</strong>g-Schule <strong>in</strong> Kassel <strong>in</strong> Nordhessen<br />

über unser Angebot, haben aber<br />

auch Studierende aus Baden-Württemberg,<br />

Thür<strong>in</strong>gen o<strong>der</strong> Sachsen <strong>in</strong> unseren<br />

Klassen“, sagt Fachlehrer<strong>in</strong> Elfi<br />

Schuchard von <strong>der</strong> BBS Ritterplan.<br />

Nachdem Bayern 2011 mit e<strong>in</strong>er Namensän<strong>der</strong>ung<br />

von <strong>der</strong> Staatlich geprüften<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>lichen/er Betriebsleiter/<strong>in</strong><br />

zur Staatlich geprüften<br />

Betriebswirt/<strong>in</strong> für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong><br />

(BEV) vorgelegt<br />

hat, „wollen wir nachziehen“, so die Studierende<br />

Maria Flämig von <strong>der</strong> BBS Ritterplan<br />

<strong>in</strong> e<strong>in</strong>em offenen Brief Ende März<br />

2012. „Schon viel zu lange wird das<br />

Image unseres Berufes durch den Namen<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong> gedrückt. Diese Bezeichnung<br />

entspricht nicht unseren Qualifikationen<br />

und wird oft mit abwertenden<br />

Tätigkeiten verbunden. Mit <strong>der</strong> Namensän<strong>der</strong>ung<br />

wollen wir erreichen, unsere<br />

Qualifikationen im Management<br />

<strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong> für Außenstehende<br />

verständlicher zu machen.“ Mit e<strong>in</strong>er<br />

Facebook-Gruppe unter dem Profilnamen<br />

„Fachschule <strong>Hauswirtschaft</strong>“ soll<br />

<strong>der</strong> bundesweite Austausch unter allen<br />

Fachschulen zukünftig stärker geför<strong>der</strong>t<br />

werden.<br />

„Die Studierenden <strong>in</strong> Stade sehen es<br />

<strong>der</strong>zeit eher neutral bis abwartend“,<br />

sagte Reg<strong>in</strong>e Aszmutat-Simon, Fachlehrer<strong>in</strong><br />

an <strong>der</strong> BBS 3 <strong>in</strong> Stade. „E<strong>in</strong> neuer<br />

Name ist doch wie Schall und Rauch,<br />

denn die Absolventen müssen immer<br />

wie<strong>der</strong> beweisen, was sie können.“<br />

Wichtiger sei <strong>der</strong> Praxisbezug. In Stade<br />

kochen die Fachschüler schon im ersten<br />

Jahr für Schüler e<strong>in</strong>er Oberschule (5. bis<br />

10. Klasse) drei Mal pro Woche das Mittagessen.<br />

Trotzdem ist es noch zu selten<br />

<strong>der</strong> Fall, dass die Absolventen auch<br />

anschließend als HBL e<strong>in</strong>gestellt und<br />

bezahlt werden, viele starten erstmal<br />

wie<strong>der</strong> als <strong>Hauswirtschaft</strong>er/-<strong>in</strong> o<strong>der</strong> suchen<br />

Karrierechancen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Hotellerie.<br />

Fotos: Albrecht-Thaer-Schule <strong>in</strong> Celle<br />

38 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Report<br />

Oberstudienrät<strong>in</strong> Gabriele Passon von<br />

<strong>der</strong> Albrecht-Thaer-Schule <strong>in</strong> Celle<br />

Der Betrieb bietet die beson<strong>der</strong>e Möglichkeit,<br />

auf echte Betriebsdaten zurückzugreifen,<br />

diese auszuwerten und Unternehmensstrategien<br />

zu entwickeln.<br />

c Was gibt es noch?<br />

d Bei e<strong>in</strong>em Vermarktungsprojekt geht es<br />

um die Produktion und Vermarktung e<strong>in</strong>es<br />

Angebotes mit Alle<strong>in</strong>stellungsmerkmal. Dafür<br />

wird e<strong>in</strong>e GbR gegründet, Schüler/<strong>in</strong>nen<br />

<strong>in</strong>vestieren <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e Kapitale<strong>in</strong>lage,<br />

die bei gutem Verlauf mit guter Rendite<br />

wie<strong>der</strong> an die Schüler/<strong>in</strong>nen zurückfließt.<br />

L<strong>in</strong>ks zu allen sechs Fachschulen<br />

<strong>in</strong> Nie<strong>der</strong>sachen*<br />

Berufsbildende Schulen V <strong>der</strong> Stadt<br />

Braunschweig<br />

www.kastanienallee.de<br />

Albrecht-Thaer-Schule <strong>in</strong> Celle<br />

www.ats-celle.de<br />

BBS Ritterplan <strong>in</strong> Gött<strong>in</strong>gen<br />

www.bbs-ritterplan.de<br />

Berufsbildende Schulen V <strong>der</strong> Stadt<br />

Oldenburg<br />

www.bbs3-ol.de<br />

BBS-Haste Berufsbildende Schulen<br />

des Landkreises Osnabrück<br />

www.bbs-haste.de<br />

Berufsbildende Schulen 3 <strong>in</strong> Stade<br />

www.bbs3stade.de<br />

*<strong>in</strong> Hessen gibt es <strong>der</strong>zeit ke<strong>in</strong>e Angebote für HBL-Abschlüsse<br />

Da gab es beispielsweise schon<br />

Maishähnchen o<strong>der</strong> Cherry-Valley-<br />

Enten neben Wachteln und Perlhühnern<br />

o<strong>der</strong> Moorlämmern. Mit<br />

gezieltem Market<strong>in</strong>g<br />

konnten Stammkunden<br />

gewonnen werden, die jedes<br />

Jahr vor Weihnachten<br />

das neue Produkt nachfragen.<br />

Im Heilpflanzengarten<br />

f<strong>in</strong>det jedes Jahr das Apfelfest<br />

statt. Es<br />

wird wie e<strong>in</strong><br />

großer Markt organisiert<br />

und es<br />

wird e<strong>in</strong> spezielles<br />

Programm für<br />

K<strong>in</strong><strong>der</strong> entwickelt<br />

und angeboten als<br />

Aufgabe im ersten<br />

Fachschuljahr.<br />

Außerdem s<strong>in</strong>d wir<br />

Partner auf dem Erlebnisbauernhof<br />

<strong>in</strong><br />

Berl<strong>in</strong> bei <strong>der</strong> Internationalen<br />

Grünen Woche<br />

und es gibt e<strong>in</strong>wöchige Studienfahrten<br />

<strong>in</strong>nerhalb Europas. Aus<br />

den Studienfahrten haben<br />

sich auch schon Kontakte für<br />

e<strong>in</strong> Praktikum ergeben.<br />

c Welche Möglichkeiten für<br />

Auslandsaufenthalte bieten Sie an?<br />

d Es gibt e<strong>in</strong> dreiwöchiges Praktikum, das<br />

an das Schuljahresende <strong>der</strong> Klasse 1 gelegt<br />

ist, so dass die Schüler/<strong>in</strong>nen persönlich<br />

entscheiden können, das Praktikum <strong>in</strong> die<br />

Ferien zu verlängern, um beispielsweise<br />

Auslandserfahrung zu sammeln. In <strong>der</strong> Vergangenheit<br />

haben wie<strong>der</strong>holt Schüler<strong>in</strong>nen<br />

e<strong>in</strong> Praktikum auf Island gemacht, wo e<strong>in</strong>e<br />

ehemalige Schüler<strong>in</strong> unserer Schule e<strong>in</strong>en<br />

Betrieb führt. Weitere Kontakte gab es auch<br />

nach Kanada. Wir sammeln Kontaktadressen<br />

und geben bei Bedarf Unterstützung,<br />

aber grundsätzlich müssen die Schüler/<strong>in</strong>nen<br />

selbst Initiative ergreifen. E<strong>in</strong>e weitere<br />

Möglichkeit bietet die Vermittlung über<br />

den Bauernverband, allerd<strong>in</strong>gs erfolgt e<strong>in</strong><br />

solcher Auslandsaufenthalt erst nach <strong>der</strong><br />

Fachschule, da er e<strong>in</strong>en längeren Zeitraum<br />

umfasst.<br />

c Was versprechen Sie sich von <strong>der</strong> gerade<br />

getroffenen E<strong>in</strong>gruppierung <strong>in</strong> den<br />

DQR?<br />

d Die Formulierung beruflicher Qualifikationen<br />

ist zukunftsweisend. Durch den<br />

Deutschen Qualifikationsrahmen wird e<strong>in</strong>e<br />

angemessene Verankerung <strong>der</strong> erworbenen<br />

Qualifikationen gestattet. Ich habe <strong>in</strong><br />

<strong>der</strong> Arbeitsgruppe mitgewirkt und weiß, wie<br />

schwierig Beschreibung und E<strong>in</strong>ordnung<br />

Bezugsquelle<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012 39


Report<br />

<strong>der</strong> jeweils erworbenen Kompetenzen für<br />

Fachschulabsolvent/<strong>in</strong>nen vor dem H<strong>in</strong>tergrund<br />

län<strong>der</strong>spezifischer Curricula ist. Trotzdem<br />

ist es notwendig und wichtig, denn nur<br />

so kann auch die beruflich erworbene Qualifikation<br />

<strong>in</strong>ternationale Gültigkeit erlangen.<br />

Im Bereich <strong>der</strong> Studienabschlüsse ermöglichen<br />

dies die Bachelor- und Masterabschlüsse.<br />

Daher ist es notwendig, e<strong>in</strong>e Vergleichbarkeit<br />

zu schaffen.<br />

c Wie sehen es die Schüler/<strong>in</strong>nen?<br />

d Die Anerkennung e<strong>in</strong>er Gleichwertigkeit<br />

<strong>der</strong> verschiedenen Bildungsgänge<br />

stärkt das Selbstbewusstse<strong>in</strong> unserer Schüler/<strong>in</strong>nen<br />

zu Recht. Es kann e<strong>in</strong>e hohe<br />

Handlungskompetenz erworben werden,<br />

die sogar <strong>in</strong> Teilbereichen e<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>gruppierung<br />

<strong>in</strong> Stufe 7 rechtfertigen könnte. Die<br />

Vergleichbarkeit des Abschlussniveaus, das<br />

Vertrauen <strong>in</strong> die erworbenen Kompetenzen<br />

werden adäquate Arbeitsmöglichkeiten landesweit<br />

und auch im <strong>in</strong>ternationalen Raum<br />

schaffen.<br />

c Sie erwähnten im Vorgespräch e<strong>in</strong>en<br />

Modellversuch an Ihrer Schule – was<br />

steckt genau dah<strong>in</strong>ter?<br />

d Unsere Vorgaben stammen aus dem<br />

Jahr 1996. In e<strong>in</strong>em Innovationsvorhaben<br />

geht es um die Erstellung e<strong>in</strong>es Konzeptes<br />

zur Modularisierung <strong>der</strong> Ausbildung. Modularisierungen<br />

f<strong>in</strong>den <strong>in</strong> Fachhochschulen<br />

und Universitäten als Beschreibungsstandard<br />

bereits Anwendung.<br />

An Fachschulen ermöglicht die Formulierung<br />

als Modul höhere Transparenz für<br />

Lehrende und Lernende h<strong>in</strong>sichtlich <strong>der</strong> zu<br />

erwerbenden Kompetenzen, <strong>der</strong> Lernziele<br />

und -<strong>in</strong>halte sowie <strong>der</strong> zu erbr<strong>in</strong>genden<br />

Leistungen und des Arbeitsaufwandes<br />

(workload). Die Beschreibung des Leistungsumfanges<br />

<strong>in</strong> Form von Credits ermöglicht<br />

e<strong>in</strong>e adäquate Anrechnung auf<br />

Seit 2000 gibt es das „Café KräuThaer“<br />

und den „KräuThaerLaden“, <strong>in</strong> dem die<br />

angehenden HBLs <strong>in</strong> die Betriebsabläufe<br />

e<strong>in</strong>gebunden s<strong>in</strong>d<br />

e<strong>in</strong>e möglicherweise im Falle e<strong>in</strong>es Studiums<br />

zu erbr<strong>in</strong>gende Studienleistung an<br />

Fachhochschulen und Universitäten. Das<br />

Innovationsvorhaben kann die Grundlage<br />

für die Neuordnung <strong>der</strong> curricularen Vorgaben<br />

für die Fachschule <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

<strong>in</strong> Nie<strong>der</strong>sachsen bilden.<br />

E<strong>in</strong> weiteres Ziel dabei ist, die Grundlage<br />

für e<strong>in</strong>e angemessene, mo<strong>der</strong>ne Berufsbezeichnung<br />

zu schaffen. Me<strong>in</strong> Vorschlag<br />

dazu ist „Ernährungs- und Dienstleistungs<strong>management</strong>“<br />

– dar<strong>in</strong> wären die<br />

vielen Facetten <strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong> ohne<br />

E<strong>in</strong>schränkung abgebildet.<br />

c Wie gut f<strong>in</strong>den die Absolventen e<strong>in</strong>en<br />

Arbeitsplatz im Anschluss an die Ausbildung<br />

– haben Sie konkrete Beispiele?<br />

d Gute bis sehr gute Arbeitsmöglichkeiten.<br />

E<strong>in</strong>ige Schüler<strong>in</strong>nen haben den Schritt<br />

<strong>in</strong> die Selbstständigkeit gewagt und haben<br />

e<strong>in</strong> Hofcafé eröffnet bzw. weiter geführt.<br />

Dazu gehört beispielsweise das Café im<br />

Kuhstall auf Wegener’s Hof <strong>in</strong> Liethe. Hier<br />

können aktuelle Schüler/<strong>in</strong>nen von e<strong>in</strong>er<br />

„Ehemaligen“ im Rahmen e<strong>in</strong>er Betriebsbesichtigung<br />

viel erfahren. Zwei ehemalige<br />

Schüler<strong>in</strong>nen zierten bereits das Deckblatt<br />

<strong>der</strong> Zeitschrift „Hof direkt“. In Ausgabe<br />

5/2012 wird das Hofcafé von Frau Stöckmann<br />

vorgestellt und <strong>in</strong> <strong>der</strong> Ausgabe<br />

1/2012 wird die Mitarbeiterführung durch<br />

Kathar<strong>in</strong>a Bönstrup im eigenen Betrieb thematisiert.<br />

Mehrere Ehemalige s<strong>in</strong>d im<br />

Schuldienst als Lehrer<strong>in</strong> für Fachpraxis tätig,<br />

an<strong>der</strong>e bef<strong>in</strong>den sich im Studium o<strong>der</strong><br />

haben auf dem elterlichen Betrieb e<strong>in</strong> weiteres<br />

Standbe<strong>in</strong>, e<strong>in</strong>e weitere Erwerbsmöglichkeit<br />

geschaffen.<br />

Die jährliche Abfrage durch die Schule<br />

nach dem Verbleib <strong>der</strong> Absolventen hat bisher<br />

ergeben, dass annähernd alle im Beruf<br />

arbeiten o<strong>der</strong> sich weiter qualifizieren, sofern<br />

nicht persönliche Gründe - wie e<strong>in</strong>e<br />

Familienphase - dagegen sprechen.<br />

c<br />

Vielen Dank für das Gespräch!<br />

t Interview: Robert Baumann<br />

Nächste Folge 5/6<br />

Bayern und Saarland<br />

An <strong>der</strong> Fachakademie für <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

<strong>in</strong> Augsburg wurde 2012 mit<br />

dem Max-Pokal e<strong>in</strong> <strong>in</strong>terner Wettbewerb<br />

zwischen den Fachschülern des<br />

zweiten Studienjahres ausgeschrieben.<br />

So soll schon <strong>in</strong> den ersten beiden<br />

Studienjahren <strong>der</strong> Praxisbezug gewonnen<br />

werden. Das Staatliche Berufliche<br />

Schulzentrum Regensburger<br />

Land (BSZ) gehört <strong>in</strong> Ostbayern zu den<br />

größten Schulen mit e<strong>in</strong>em <strong>Hauswirtschaft</strong>szweig.<br />

Derzeit werden dort rund<br />

250 Schüler<strong>in</strong>nen ausgebildet. Das<br />

BSZ geht seit fünf Jahren neue Wege<br />

mit dem Modellprojekt „Profil 21“.<br />

Fortbildung<br />

k mpass<br />

Präsenz- und<br />

Fernlernen<br />

Fernlehrgänge<br />

Qualitäts<strong>management</strong> <strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

Hygienebeauftragte/r für die <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

<strong>in</strong> sozialen E<strong>in</strong>richtungen<br />

Kostenrechnung und Controll<strong>in</strong>g für die <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

Prüfungsorte:<br />

Wesel, Stuttgart, Leipzig, Hamburg<br />

Informationen unter: Telefon. 0281 82829<br />

www.kompass-wesel.de www.fernlehrgang-hauswirtschaft.de<br />

In Kooperation mit dem<br />

Die Landwirtschaftsschule Oranienburg-Luisenhof<br />

führt e<strong>in</strong>en Vorbereitungskurs zum/zur<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>smeister/<strong>in</strong> durch.<br />

Kursbeg<strong>in</strong>n: 24. September 2012<br />

Kursdauer:<br />

700 Unterrichtsstunden über 3 W<strong>in</strong>tersemester<br />

Sie ziehen um? Beachten Sie bitte, dass <strong>der</strong> Postnachsende an trag NICHT für Zeitschriften<br />

und Zeit un gen gilt. Bitte <strong>in</strong>formieren Sie also bei Umzug direkt unseren Abo-Vertrieb.<br />

Bitte wenden Sie sich an:<br />

Leserservice Verlag Neuer Merkur, 65341 Eltville, Tel.: (0 61 23) 9 23 82 30<br />

40 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2012


Stellenangebot<br />

Das Fachmagaz<strong>in</strong> für Führungs-<br />

<strong>in</strong> <strong>der</strong> <strong>Hauswirtschaft</strong><br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

kräfte<br />

<strong>management</strong><br />

Impressum<br />

Herausgeber<strong>in</strong>: Beatrix Bierschenck<br />

Redaktionsdirektor<strong>in</strong>: Dr. Angelika Schaller<br />

Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich),<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

Redaktion: Dorothea Kammerer,<br />

Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonl<strong>in</strong>e.de,<br />

E-Mail: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonl<strong>in</strong>e.de, Internet: www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Redaktionsbeirat:<br />

Susanne Ahrndt, Claudia Dirschauer, Mart<strong>in</strong>a Feulner, Prof. Elke Huth, Dr. Renate<br />

Kappel, M. Christ<strong>in</strong>e Klöber, Sascha Kühnau, Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser, Elke<br />

Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Irm<strong>in</strong>traut Richarz, Prof. Dr. Margarete<br />

Sobotka, Prof. Dr. Margot Ste<strong>in</strong>el, Annette Thamm<br />

Layout: Joachim Ullmer<br />

Anzeigen:<br />

Verlags-/Anzeigenleitung:<br />

Elke Zimmermann, E-Mail: elke.zimmermann@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-76, Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />

Mediaberatung:<br />

Sigrun Kühnel, E-Mail: sigrun.kuehnel@vnmonl<strong>in</strong>e.de,<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-75<br />

Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 32 a vom 1. Oktober 2011<br />

Market<strong>in</strong>g-/Vertriebsleitung: Burkhard P. Bierschenck<br />

ABONNENTEN- UND KUNDENSERVICE:<br />

Leserservice Verlag Neuer Merkur, 65341 Eltville<br />

Tel.: (0 61 23) 9 23 82 30, Fax: (0 61 23) 9 23 82 44,<br />

E-Mail: verlagneuermerkur@vuservice.de<br />

Servicezeiten: Montag bis Freitag 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> ersche<strong>in</strong>t monatlich.<br />

Jahresabonnement 94,00 Euro/188,00 SFr.<br />

Für Referendare, Studenten, Schüler und Azubis gegen E<strong>in</strong>sendung<br />

e<strong>in</strong>er entsprechenden Besche<strong>in</strong>igung 47,00 Euro/94,00 SFr.<br />

E<strong>in</strong>zelheft 10,50 Euro/21,00 SFr.<br />

Die Euro-Preise be<strong>in</strong>halten die Versandkosten für Deutschland und Österreich,<br />

die SFr-Preise die Versandkosten für die Schweiz. Bei Versand <strong>in</strong>s übrige Ausland<br />

werden die Porto-Mehrkosten berechnet.<br />

Die Abo dauer beträgt e<strong>in</strong> Jahr. Das Abo verlängert sich automatisch um e<strong>in</strong> weiteres<br />

Jahr, wenn es nicht zwei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird.<br />

Rabatte für Sammelabonnements auf Anfrage.<br />

SCHULEN, KLASSEN, LEHRER:<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-15, Fax: (0 89) 31 89 05-53<br />

E-Mail: buchbestellung@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

BUCHBESTELLSERVICE:<br />

Verlag Neuer Merkur, Kundenservice, 74569 Blaufelden<br />

Tel.: (0 79 53) 88 36 91, Fax: (0 79 53) 88 31 60,<br />

E-Mail: buchbestellung@fachbuchdirekt.de<br />

Internet-Service: Markus Duffhaus, E-Mail: markus.duffhaus@vnmonl<strong>in</strong>e.de<br />

Beratung Social Media & Video:<br />

Christiane Manow-LeRuyet, Uwe Kremm<strong>in</strong> (Magical Media GmbH)<br />

Verlag Neuer Merkur GmbH<br />

Postfach 60 06 62, D-81206 München, Paul-Gerhardt-Allee 46, D-81245 München,<br />

Tel.: (0 89) 318905-0, Fax: (0 89) 318905-38, Fax Redaktion: (0 89) 318905-53<br />

(Zugleich Anschrift aller Verantwort lichen)<br />

Druck: Weber Offset GmbH, Ehrenbreitste<strong>in</strong>er Str. 42, 80993 München<br />

ISSN 1866-4504<br />

Geschäftsführer: Burkhard P. Bierschenck, Dr. Angelika Schaller<br />

Für unverlangt e<strong>in</strong>gesandte Manuskripte und Bil<strong>der</strong> wird ke<strong>in</strong>e Haftung übernommen.<br />

Die Zeitschrift und alle <strong>in</strong> ihr enthaltenen e<strong>in</strong>zelnen Beiträge und Abbildungen s<strong>in</strong>d<br />

urheberrechtlich geschützt. Mit Annahme des Manuskriptes gehen das Recht <strong>der</strong> Veröffentlichung<br />

sowie die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nachdruckrechten, zur<br />

elektronischen Speicherung <strong>in</strong> Datenbanken, zur Herstellung von Son<strong>der</strong>drucken, Fotokopien<br />

und Mikrokopien für die Dauer des gesetzlichen Urheberrechts an den Verlag<br />

über. Der Autor räumt dem Verlag räumlich und mengenmäßig unbeschränkt ferner folgende<br />

ausschließliche Nutzungsrechte am Beitrag e<strong>in</strong>: • das Recht zur masch<strong>in</strong>enlesbaren<br />

Erfassung und elektronischen Speicherung auf e<strong>in</strong>em Datenträger und <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />

eigenen o<strong>der</strong> fremden Onl<strong>in</strong>e-Datenbank, zum Download <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em eigenen o<strong>der</strong> fremden<br />

Rechner, zur Wie<strong>der</strong>gabe am Bildschirm sowie zur Bereithaltung <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er eigenen<br />

o<strong>der</strong> fremden Offl<strong>in</strong>e-Datenbank zur Nutzung an Dritte • die ganze o<strong>der</strong> teilweise Zweitverwertung<br />

und Lizensierung für Übersetzungen und als elektronische Publikationen.<br />

Jede Verwertung außerhalb <strong>der</strong> durch das Urheberrechtsgesetz festgelegten Grenzen<br />

ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Alle <strong>in</strong> dieser Veröffentlichung enthaltenen<br />

Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt<br />

und von ihnen und dem Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Gleichwohl s<strong>in</strong>d<br />

<strong>in</strong>haltliche Fehler nicht vollständig auszuschließen. Daher erfolgen alle Angaben ohne<br />

jegliche Verpflichtung o<strong>der</strong> Garantie des Verlages o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Autoren. Sie garantieren<br />

o<strong>der</strong> haften nicht für etwaige <strong>in</strong>haltliche Unrichtigkeiten (Produkthaftungsausschluss).<br />

© Copyright by Verlag Neuer Merkur GmbH<br />

Verlagskonten:<br />

HypoVere<strong>in</strong>sbank München 207 888, (BLZ 700 202 70)<br />

Postbank München 389 80-806, (BLZ 700 100 80)<br />

Stadtsparkasse München 42 173 823 (BLZ 701 500 00)<br />

Schweiz: Postscheckamt Basel 40-13511-6<br />

Verlagskonto für Abonnementgebühren:<br />

HypoVere<strong>in</strong>sbank München 27 38 775, (BLZ 700 202 70)<br />

Gerichtsstand: München<br />

Der Caritasverband für den Bezirk Limburg e.V. ist u. a.<br />

Träger von vier Pflegee<strong>in</strong>richtungen im Landkreis Limburg<br />

– Weilburg. Wir suchen ab sofort<br />

e<strong>in</strong>e/n<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>smeister/<strong>in</strong><br />

<strong>in</strong> Vollzeit<br />

Wir suchen<br />

e<strong>in</strong>e Führungskraft für die Organisation und Koord<strong>in</strong>ation<br />

im Bereich<br />

u Hausre<strong>in</strong>igung und Wäscheversorgung<br />

– Anleitung und Kontrolle des eigenen Personals, Erstellung<br />

von Re<strong>in</strong>igungs- und Des<strong>in</strong>fektionsplänen<br />

sowie Mitwirkung bei Fremdvergaben<br />

u <strong>der</strong> Speiseversorgung e<strong>in</strong>schl. Produktionsküchen<br />

– Optimierung und Arbeitsablaufgestaltung <strong>der</strong><br />

Speiseversorgungssysteme<br />

u Abfallwirtschaft – Organisation e<strong>in</strong>er umweltschonenden<br />

und effizienten Abfallsentsorgung<br />

sowie die Aufgaben<br />

u Zentraler E<strong>in</strong>kauf von Re<strong>in</strong>igungs- und Pflegeprodukten<br />

u Mitwirkung bei <strong>der</strong> Haus- und Feiergestaltung<br />

sowie jahreszeitlichen und kirchlichen Festen<br />

Wir erwarten<br />

e<strong>in</strong>e abgeschlossene Ausbildung zum/zur <strong>Hauswirtschaft</strong>s -<br />

meister/<strong>in</strong><br />

möglichst mit e<strong>in</strong>schlägiger Berufserfahrung und guten<br />

Kenntnissen <strong>in</strong> <strong>der</strong> Personalführung sowie <strong>in</strong> MS Office<br />

Programmen, Teamfähigkeit, PKW Führersche<strong>in</strong><br />

E<strong>in</strong>e positive E<strong>in</strong>stellung zum katholisch kirchlichen Dienst<br />

und Verständnis für alte Menschen setzen wir voraus<br />

Wir bieten<br />

e<strong>in</strong>e Leistungsgerechte Vergütung nach AVR des DCV<br />

e<strong>in</strong>schl. kirchl. Zusatzversorgung<br />

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten<br />

e<strong>in</strong>e eigenverantwortliche, selbständige Tätigkeit<br />

Senden Sie Ihre ausführlichen Bewerbungsunterlagen mit<br />

Angabe des frühestmöglichen E<strong>in</strong>trittsterm<strong>in</strong>s an<br />

Caritasverband für den Bezirk Limburg e.V.<br />

Herrn Othmar Hick<strong>in</strong>g (Abteilungsleitung Seniorendienste)<br />

Schiede 73<br />

65549 Limburg<br />

O.Hick<strong>in</strong>g@caritas-limburg.de


Stellenangebote<br />

Wir s<strong>in</strong>d e<strong>in</strong>e evangelische<br />

E<strong>in</strong>richtung mit<br />

e<strong>in</strong>er Schwesternschaft,<br />

zwei Alten- und Pflegeheimen,<br />

verschiedenen<br />

Ausbildungsstätten sowie<br />

e<strong>in</strong>em Erholungs- und<br />

Tagungshaus.<br />

Die Evangelische Diakonissenanstalt<br />

ist Mehrheitsgesellschafter<br />

<strong>der</strong><br />

Diakonie-Kl<strong>in</strong>ikum Stuttgart<br />

Diakonissenkrankenhaus<br />

und Paul<strong>in</strong>enhilfe<br />

gGmbH.<br />

Wenn Sie mehr über uns<br />

wissen wollen, besuchen<br />

Sie uns im Internet:<br />

www.diak-stuttgart.de<br />

www.pflegezentrumbethanien.de<br />

Die Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart sucht für ihr Pflegezentrum Bethanien <strong>in</strong> Stuttgart-Möhr<strong>in</strong>gen zum nächstmöglichen<br />

Zeitpunkt befristet für zwei Jahre e<strong>in</strong>e<br />

Stellvertretende Küchenleitung (m/w)<br />

Das Pflegezentrum Bethanien verfügt über 218 vollstationäre<br />

Pflegeplätze, e<strong>in</strong>e Begegnungsstätte, 150 Miete<strong>in</strong>heiten und<br />

Tagungsräume. Alle Mahlzeiten werden vor Ort zubereitet und zum<br />

größten Teil per Tablettsystem verteilt. E<strong>in</strong> offener Mittagstisch<br />

und Mitarbeiterverpflegung wird angeboten.<br />

Ihre Aufgaben:<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Wir freuen uns über e<strong>in</strong>e/n Mitarbeiter/<strong>in</strong> mit<br />

<br />

lichen Bereich<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Wir bieten:<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Sie s<strong>in</strong>d <strong>in</strong>teressiert, haben aber noch Fragen? Die Küchenleiter<strong>in</strong>, Frau Dumberger, Tel. 0711 7184-5200, gibt Ihnen gerne Auskunft.<br />

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung bis spätestens 22. Juni 2012 an:<br />

Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart, Personalabteilung<br />

Rosenbergstraße 40, 70176 Stuttgart<br />

$-5 68',)2 9)5%27:3570-',)<br />

LEITUNG<br />

für unser privates Gästehaus<br />

2%,) 62%&5>'/ %& /73&)5 3()5 *5>,)5<br />

1-7 )5; #)567%2( ;)-70-', 82%&,=2+-+ 63:-) 1)26',0-',<br />

82( *%',0-', 9-)06)-7-+<br />

,5) 8*+%&) :=5) -2 &67-1182+ 1-7 ()1 9)5%27:3570-',)2<br />

%1-0-)21-7+0-)( -2 +)4*0)+7)5 =860-',/)-7 *>5 82+ 07<br />

)-2) )2764%227) "50%8&6%71364,=5) ;8 6',%**)2 82( (%6<br />

%86 +%2;.=,5-+ &)- 6%-632&)(-2+7)5 )0)+82+ ;8 *>,5)2<br />

%&)- 67),)2 ,2)2 826)5) &;: @,5)? -7%5&)-7)5-22)2<br />

;85 )-7)<br />

Wir erwarten %87,)27-6',) %67*5)82(6',%*7 53*)66-32%0-<br />

7=7 5+%2-6%7-326*5)8() )-26',0=+-+) 45%/7-6',) 5*%,582+ -2<br />

13()52)5 %86,%076*>,582+ 3()5 %6753231-)37)00)5-)<br />

27)5)66) %2 +87)5 007%+6 82( )677%+6/>',) 5)8() %2 ()5<br />

!)%1%5&)-7 -7%5&)-7)5*>,582+ )-2)2 +)/3227)2 "1+%2+<br />

1-7 ()1 63:-) +87) 45%',/)2272-66) -2 )876', 2+<br />

0-6', 82(3()5 -)()50=2(-6', !%7/5=*7-+) -7%5&)-7 -1 %86<br />

6)7;)2 :-5 2)&)2 ()5 =67)&)75)882+ 935%86 00)2() 8*+%&) -1 &)632()5)2 "1<br />

*)0( -2 :)0',)1 ()5 -2;)02) ;=,07<br />

$-5 *5)8)2 826 >&)5 ,5) %866%+)/5=*7-+) ):)5&82+<br />

;8 =2()2<br />

5 )2%7) >66)0&)5+ %50640%7; >66)0(35*<br />

'6',8&)57%&/%2;0)-()<br />

Wirtschafter<strong>in</strong>/<br />

<strong>Hauswirtschaft</strong>smeister<strong>in</strong><br />

Für unser Privatanwesen im Taunus (Hessen/ländl.) suchen<br />

wir e<strong>in</strong>e deutschspr. HWL-Meister<strong>in</strong> (NR), die unser Haus<br />

selbständig pflegt. Tierliebe, Flexibilität sowie nette Umgangsformen,<br />

angenehmes Wesen und gute Kochkenntnisse<br />

setzen wir voraus.<br />

Sie erwartet e<strong>in</strong> gepflegtes idyllisches Umfeld,<br />

nette Kollegen und e<strong>in</strong>e Wohnung <strong>in</strong> <strong>der</strong> Nähe<br />

E-Mail: mail@b-hennig.de, Fax: (0 69) 15 30 06 18,<br />

Tel.: (0 60 84) 25 25, mobil: (01 72) 6 92 41 03<br />

<strong>Vorschau</strong> auf die Juli-Ausgabe 2012<br />

Fachpraktiker/<strong>in</strong> ersetzt Helfer/<strong>in</strong> –<br />

was än<strong>der</strong>t sich?<br />

Service<br />

Schulessen <strong>in</strong> Europa – wo steht Deutschland?<br />

Redaktionsschluss: 4. 6. 2012 Anzeigenschluss: 8. 6. 2012


Erste Hilfe …<br />

… bei Problemen aus dem Arbeitsalltag leistet <strong>der</strong> <strong>rhw</strong>-Expertenrat<br />

Sie haben im Arbeitsalltag e<strong>in</strong> Problem?<br />

Fragen Sie unser Expertenteam! 7 Fachleute geben Ihnen qualifiziert<br />

und praxisrelevant Antwort. Das Expertenforum umfasst<br />

die Bereiche <strong>Hauswirtschaft</strong> und Re<strong>in</strong>igung, Ernährung, Hygiene<br />

und Qualitäts<strong>management</strong>, Fortbildung, Arbeitsrecht,<br />

Wäsche<strong>management</strong> und Wirtschaft, Großküchen und<br />

Kundenorientierung.<br />

Detaillierte Fachartikel, aktuelle Produkt<strong>in</strong>formationen und<br />

gut recherchierte H<strong>in</strong>tergrundberichte machen den Hauptteil<br />

<strong>der</strong> Zeitschrift aus. Monat für Monat stellen erfahrene Journalisten<br />

und Berufspraktiker geme<strong>in</strong>sam e<strong>in</strong> <strong>in</strong>teressantes Heft<br />

für Sie zusammen.<br />

Wir kennen den Markt, und <strong>der</strong> Markt kennt uns.<br />

Erste Hilfe abonnieren unter<br />

www.rationelle-hauswirtschaft.de<br />

Telefonisch unter (06123) 9238230<br />

PS.: Fürs neue Abo gibt es auch noch e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>es Dankeschön!


Das BC Publications Programm:<br />

BC<br />

PuBlICaTIoNS<br />

Ratgeber für alle lebenslagen<br />

BERuF & GESEllSCHaFT<br />

GESuNDHEIT & lEBEN<br />

Psychologie & Spiritualität<br />

Ratgeber für nachhaltigen Erfolg <strong>in</strong> Beruf und Gesellschaft<br />

Ratgeber für e<strong>in</strong> gesundes und s<strong>in</strong>nerfülltes leben<br />

Ratgeber für e<strong>in</strong> emotional starkes leben ohne angst<br />

Doro Kammerer<br />

Natürliche Hausapotheke<br />

für die ganze Familie<br />

Glücklicherweise brauchen die meisten Menschen<br />

selten e<strong>in</strong>en Arzt. Ihnen genügen oft<br />

kle<strong>in</strong>e Umstimmungs-Impulse, um wie<strong>der</strong> gesund<br />

zu werden. Dieses Buch <strong>in</strong>formiert über<br />

alle natürlichen und wirksamen Behandlungen,<br />

die zu Hause mit den vorhandenen Mitteln<br />

durchgeführt werden können.<br />

E<strong>in</strong> wertvoller Ratgeber für alle, die auf natürliche<br />

Art und Weise gesund <strong>bleiben</strong> wollen.<br />

ISBN 978-3-941717-06-0<br />

212 Seiten, gebunden<br />

14,80 Euro<br />

Fotolia/Stefan Körber<br />

Informieren Sie sich über unsere weiteren<br />

Titel unter www.bc-publications.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!