Leben & erziehen So wird ihr Kind glücklich! (Vorschau)

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September 9/2012

KREATIV

Handy und Auto zum

Nähen und Häkeln

Das Elternmagazin

Muss man

Babys erziehen?

Welche Regeln Kinder

wirklich brauchen

+Poster

Die häufigsten Kinderkrankheiten:

Ihre Symptome und wann die Kleinen

wieder fit sind

Einmal auftanken

Fahrplan

zur Mutter-

Kind-Kur

Das schmeckt!

Gesunde Küche

für Kinder ab 1

Was Kinder groß,

selbstbewusst und froh macht

SO WIRD

IHR KIND

GLÜCKLICH!


Jetzt

am Kiosk

für nur € 2,95

Der große Extra-Ratgeber von Leben & erziehen

mit wertvollen Tipps und Spiel- und Beschäftigungsideen

für die ersten drei Jahre

Das Elternmagazin

Besuchen Sie uns auf unserer Homepage und gehen Sie auf Entdeckungstour: www.leben-und-erziehen.de

Information und Bestellmöglichkeit unter Tel. 0180/5260141 Nur 14 Cent/Min. Festnetz; maximal 42 Cent/Min. Mobilfunk

oder per E-Mail: Einzelhefte@guell.de


Editorial

Diese Experten

stehen unserer

Redaktion zur Seite

Schwangerschaft

Dr. Hiltrud Kessler

Frauenärztin

Schwangerschaft

Irene Gruber

Hebamme

Stillen

Brigitte Benkert

Stillberaterin

Ernährung

Dr. Ute Alexy

Ernährungsberaterin

Entwicklung

Prof. Dr. Sabina Pauen

Entwicklungspsychologin

Schlafen

Dr. Daniela Dotzauer

Baby-Coach

Kindergesundheit

Dr. Herbert Renz-Polster

Kinderarzt

Homöopathie

Dr. Patrick Kreisberger

Homöopath und

Kinderarzt

Erziehen

Dr. Anita Schächter

Kinderpsychologin

Fernsehen & Co.

Elisabeth Schallhart

Medienpädagogin

Kindergarten

Martina Bentenrieder

Erzieherin

Familienpolitik

Claudia Hagen

Familienbund

der Katholiken

Fotos: Fotolia.com, Georgios Photography, Daniel Gerst, privat (11)

Glück ist ...

… ein großes Schokoladeneis; Omas Besuch;

wenn man die Angst an der Rutsche überwindet;

das Kätzchen, das sich streicheln lässt; eine

Stunde am Sonntag nur für mich ... Die Liste ließe

sich endlos fortsetzen. Glück, das ist für jeden

etwas anderes. Oft sind es die kleinen Dinge, die

uns froh machen. Für Glück gibt es kein Rezept,

aber viele Zutaten. Eine davon ist die Fähigkeit,

das Hier und Jetzt zu genießen.

Was Kinder (und ihre Eltern) glücklich macht,

hat unsere Autorin Sonja Alanus recherchiert.

Ihren Beitrag finden Sie ab Seite 16.

Wir Eltern wollen unseren Kindern viel Glück

auf den Lebensweg mitgeben – manchmal zeigt

das schon der gewählte Vorname. Ein paar Anregungen

dazu gibt‘s auf Seite 69.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer mit

vielen Glücksmomenten! Ihre

Chefredakteurin Martina Kaiser

martina.kaiser@bayard-media.de

Mit einem Abo haben Sie jede Ausgabe von

Leben & erziehen pünktlich im Briefkasten.

Infos finden Sie auf Seite 49 und 74.

Redaktion Leben & erziehen, Böheimstr. 8, 86153 Augsburg, Tel. 08 21/45 54 81-51, Fax 08 21/45 54 81-12, E-Mail-Adresse: redaktion@bayard-media.de

Abonnenten-Service Tel. 01 80/5 26 01 41*, Fax 01 80/5 26 01 42*

* (nur 0,14 €/Min. aus dem Festnetz der Deutschen Telekom, maximal 0,42 €/Min. aus dem Mobilfunk)

Leben & erziehen

September 2012 3


Inhalt

Seite 22

Komm, wir spielen!

Ideen für kleine

Puppenmütter und -väter

Leben

& erziehen

Gesundheit

& Ernährung

8 Babys, wir lieben euch!

15 Liebeserklärungen an

ein wunderbares Wesen

16 Glückliche Kindheit

Was Kinder dazu brauchen

und was Eltern dazu tun können

22 Puppenmütter – Puppenväter

Spiel-Ideen für erste Rollenspiele –

nicht nur für Mädchen!

26 Erziehen: Jetzt geht‘s los

Ab wann können Kinder

erste Regeln lernen?

Vier Experten antworten

30 Computer-Mäuse

Schon die Kleinsten haben Spaß

an Smartphone und iPad

+ Die besten Apps

32 Der Kummer der Kleinen

Fremdeln, Trennungsschmerz,

Verlustangst: So helfen Sie

Ihrem Kind darüber hinweg

36 Kleiner Tollpatsch

Was dahinterstecken kann,

wenn ein Kind immer wieder stolpert

POSTER

38 Ansteckend?

Die häufigsten Kinderkrankheiten

und wann die Kleinen wieder fit sind

40 Hitzepickelchen

Richtig vorbeugen und behandeln

42 Einmal auftanken, bitte!

Der Fahrplan zur

Mutter-(Kind-)Kur

44 Das schmeckt mir, Mama

Gesund essen im 2. Jahr

Schwangerschaft

& Geburt

50 Nabelschnurblut

• Einlagern oder spenden?

• Warum es so wertvoll ist

50

In Babys Nabelschnur

schlummert

ein wahrer Schatz:

Stammzellen, mit

denen Ärzte Krankheiten

heilen können

Das sind die Titelthemen

Warten können,

ein Nein akzeptieren,

sich gut benehmen –

wann ist es Zeit, mit der

Erziehung anzufangen?

Unsere Experten

geben Antwort

Seite 26

▸▸▸

4

Leben & erziehen

September 2012


30 Jahre Muttermilch-Forschung

für eine gesunde Zukunft aller Babys

In der größten Muttermilch-Forschung Deutschlands sind Tag für Tag

rund 250 Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen den Geheimnissen

der Muttermilch auf der Spur. Biologen, Ernährungswissenschaftler und

Mediziner bilden ein Team, das eng mit internationalen Forschungslaboren,

Universitäten und Kliniken zusammenarbeitet.

Anzeige

Interview

mit Sabine Seibel,

Ökotrophologin

und Hebamme im

Aptamil Eltern-Service

Muttermilch ist und bleibt die beste Nahrung

für Babys. Ihre Zusammensetzung

ändert sich sowohl während der Stillzeit als

auch im Verlauf einer einzelnen Mahlzeit. So

ist sie zu jedem Zeitpunkt ganz speziell an die

jeweiligen Bedürfnisse des Säuglings angepasst.

Muttermilch enthält alle lebenswichtigen

Nährstoffe in genau abgestimmter Menge

und optimaler Qualität, liefert Energie für

das Wachstum, unterstützt die Entwicklung

des Gehirns und Sehvermögens, hilft bei der

Reifung des Verdauungssystems und beim

Aufbau eines starken Immunsystems.

Kohlenhydrate

LCP

prebiotische

Oligosaccharide

ca. 1g

Vitamine

& Mineralstoffe

Fett

Nukleotide

Eiweiß

sonstige

Bestandteile

Abb. 1: Entschlüsselung des Goldstandards

Muttermilch (aktueller Forschungsstand)

Auch wenn das große Vorbild Muttermilch

nie erreichbar sein wird, arbeitet die Muttermilch-Forschung

daran, die Natur immer

detaillierter zu verstehen. Unser Ziel ist, die

Wirkungsweise der Muttermilch in wichtigen

Punkten nachbilden zu können, damit auch

nicht gestillte Babys den bestmöglichen

Start ins Leben erhalten. Ein Anspruch, von

dem schon heute Millionen von Kindern


Meilensteine unserer Muttermilch-

Forschung

Durch die Entdeckung spezieller langkettiger

Fettsäuren in der Muttermilch wurde 1992

ein großer Durchbruch erreicht. Diese sogenannten

LCP sind sehr wichtige Bausteine

für eine gesunde Entwicklung von Gehirn,

Nerven und Sehvermögen. Eine Pionierleistung,

die einen neuen Standard für Säuglingsnahrungen

begründete.


Basis für ein gesundes Immunsystem

Unter dem Aspekt der Allergie- und Infektionsprävention

erforscht die Muttermilch-


munzellen intensiv. Denn über 70 Prozent


im Darm. Unsere Forscher haben in Muttermilch

Prebiotika entdeckt. Sie konnten nachweisen,

dass diese für uns unverdaulichen

Kohlenhydrate den „guten“ Darmbakterien,




des Babys.

Unsere Muttermilch-Forschung entwickelte

daraufhin eine spezielle, von der Muttermilch

inspirierte Prebiotika-Mischung. Deren Wirksamkeit

wurde in rund 40 wissenschaftlichen

Studien untersucht. Diese Mischung ist

patentiert und wird als einzige Prebiotika-

Mischung in der aktuellen EU-Richtlinie zur

Säuglingsnahrung explizit genannt.

Muttermilch wird von allen Seiten empfohlen

– warum eigentlich?

Muttermilch ist genau auf die Bedürfnisse

von Säuglingen zugeschnitten. Sie

enthält die richtigen Mengen an Eiweißen,

Fetten und Kohlenhydraten. Außerdem

hat das Stillen auch eine wichtige

emotionale Bindungsfunktion.

Gibt es noch andere Vorteile?

Ja. Die Wissenschaft erforscht die Muttermilch

seit Jahrzehnten und weiß zum

Beispiel, dass sie auch Immunzellen der

Mutter enthält, die einen positiven Effekt

auf das Immunsystem haben. Studien

weisen außerdem darauf hin, dass es

Stoffe gibt, wie zum Beispiel spezielle

Oligosaccharide, die das Allergierisiko

reduzieren können. Bei der Muttermilch

gibt es ohne Zweifel noch viel Spannendes

zu entdecken.

Wie lange sollte man stillen?

Die Experten sind sich einig, dass Mütter

idealerweise mindestens 6 Monate

stillen sollten. Nach dem 4. Monat kann

dann langsam Beikost eingeführt werden.

Frau Seibel,

wir bedanken uns für das Gespräch.

Mit einem Baby kommen viele Fragen

auf. Die Mütter des Aptamil Eltern-Service

– Ernährungswissenschaftlerinnen,

Hebammen und Kinderkrankenschwestern

– stehen Ihnen 7 Tage die Woche

rund um die Uhr kostenlos und gerne

mit kompetentem Rat zur Seite.

Eltern-Service

0800 2782645

rund um die Uhr kostenlos

www.aptamil.de


▸▸▸

Inhalt

Tatütata! Dieses

Polizeiauto können

Sie ganz schnell

selbst häkeln!

Seite 58

Geld

& Recht

54 Autos mit viel Platz für Familien

Wir stellen 7 Newcomer

und 3 Klassiker vor

Familie

& Partnerschaft

58 Kreativ: Babys liebstes Spielzeug

Handy und Autos

zum Nähen und Häkeln

Rubriken

24 Kindermund

Zu gewinnen: 2 Schaukelpferde

und 5 Bälle von nic

57 Kreuzworträtsel

Wir verlosen 7 Wickeltaschen

von Lässig

62 Von Eltern für Eltern

Das Beste aus der Community

www.leben-und-erziehen.de

72 Vorschau

72 Impressum

Ratgeber

Aktuell

VON 0-4 JAHRE

10 Baby

• Neues Vorsorgeheft beim Kinderarzt

• Autokindersitz: Rückwärts sicherer?

• Gute Noten für Eltern-Kind-Gruppen

12 Kleinkind

• Betreuung: Der beste Platz fürs Kind

• Was ist beim Schlafen noch normal?

61 Gute-Nacht-Geschichte

Teddy Bär fängt den roten Apfel

64 Mit dem Fahrrad um die Welt

Eine Familie ist mit vier Kindern

seit über einem Jahr auf Radtour

69 So heißt unser Kind

Die schönsten

Namengeschichten

71 Glosse

Man(n) kann ein Kind

nie richtig anziehen

14 Kindergarten

• Schwimmbrillen lieber größer kaufen

• Schlafwandeln: Was tun?

48 Ernährung

• Die Milch mit Tee anrühren?

• Kalzium-Bombe Parmesan

• Jetzt haben Pflaumen Hochsaison

53 Schwangerschaft & Geburt

So werden Arzt und Schwangere

ein tolles Team

• Ist Homöopathie immer harmlos?

12

In der Krippe

oder bei Mama?

Worauf es bei

der Betreuung

ankommt

Titelfotos: Getty Images/Suzie Mauro, Hanni Rudolph, Westend61; Fotos: Corbis, f1 online, Haba (2), Mauritius, Hanni Rudolph

6

Leben & erziehen

September 2012


30 Jahre Muttermilch-Forschung

für eine gesunde Zukunft Ihres Babys.

Seit über 30 Jahren erforschen unsere

Experten die Muttermilch. Resultat dieser

Forschung ist Aptamil Folgemilch. Sie trägt

durch die Vitamine A, C und D zu einem

gesunden Immunsystem Ihres Babys bei.

Und ein starkes Immunsystem ist wichtig

für seine gesunde Zukunft.

Aptamil. Stark ins Leben.

Sie haben Fragen? Wir beantworten diese gerne. Eltern-Service 0800 2782645 rund um die Uhr kostenlos, www.aptamil.de


Leben & erziehen

Babys, wir

lieben euch!

Ja, ihr macht eine Menge Arbeit. Ihr bringt uns an unsere

Grenzen und manchmal raubt ihr uns den letzten Nerv. Aber für nichts

auf der Welt würden wir euch je wieder hergeben …

… weil wir euch (fast) alles

verzeihen, wenn ihr uns einmal

anlächelt

… weil ihr der schönste

Beweis dafür seid,

dass es die Liebe

auf den ersten

Blick wirklich gibt

Herz

… weil ihr unser auf

Maximalgröße anschwellen lasst

... weil euer Charme alle

zum Erliegen bringt

… weil wir in euren Augen Helden sind

(entschädigt uns für all die Jahre,

wenn wir euch nur noch endpeinlich sein werden)

… weil wir es

fast nicht

aushalten,

euch weinen

zu sehen

… weil wir, wenn wir euch

das erste Mal im Arm halten,

versprechen, bessere

Menschen zu werden

8

Leben & erziehen

September 2012


… weil ihr die Löwin in uns weckt und

wir alles für euch tun würden

... weil wir uns nach eurer Geburt

unbesiegbar fühlen

weil wir jeden Tag

mehr von euch lernen als

ihr von uns

… weil wir

dank

euch unsere

Eltern

besser

verstehen

können

… weil wir nie wieder

so schnell so viel abnehmen

und gleichzeitig so viel essen

können wie

nach eurer Geburt

… weil wir

für euch

absolut

unersetzlich

sind

Text: Silke Weiher; Foto: iStockphoto.com

… weil wir durch euch ganz schnell merken, wer unsere

wahren Freunde sind

… weil ihr der erste Mensch seid,

den wir lieben, ohne dafür

Gegenleistungen zu erwarten

okay,

durchschlafen

wäre schön

!

Leben & erziehen

September 2012 9


Baby

Säugling

Das grüne Heft

zum gelben

Die Vorsorgeuntersuchungen

(„Us“) werden

noch besser: Bis

Jahresende

wollen die

Kinderärzte

flächendeckend

das bekannte gelbe

Vorsorge-Heft durch ein

grünes ergänzen. Die ersten

Praxen arbeiten schon damit.

Für Eltern bedeutet das:

◾ Die Vorsorge-Termine für

die ersten Jahre bleiben die

gleichen. Allerdings planen

die Kinderärzte künftig

30 statt 15 Minuten dafür ein.

◾ Prima: Bei den Vorsorgeuntersuchungen

werden die

Ärzte verstärkt Themen

ansprechen,

die Eltern tagtäglich beschäftigen:

Schreien, Schlafen,

Ernährung, Sprache. „Wir

wollen sie auf Informationen

und Hilfsangebote hinweisen,

um Problemen wie

Übergewicht oder Sprachentwicklungsstörungen

vorzubeugen“,

so Dr. Hermann

Josef Kahl, Vorsorge-

Beauftragter der Kinderärzte.

◾ Die Eltern werden

eingebunden: Sie sollen ab

der U3 Fragebogen zur

Entwicklung ihres Babys

ausfüllen.

◾ „Grenzsteine“, die das Heft

aufführt, helfen Eltern, die

Fortschritte ihres Babys auch

selbst besser

einzuschätzen.

76%

der Eltern kleiner

Kinder sagen:

Der Nachwuchs

trägt sehr zu

unserer Lebensfreude

bei!

Quelle: Studie des Happiness Instituts von Coca-Cola

Gelb vom Gemüse

Gelbsucht? Nicht unbedingt. Gelbliche

Verfärbungen an Babys Nase, Handflächen

und Fußsohlen kommen oft auch

von einer Karotinämie, mit der manche

Kinder auf das Karotin von zerkleinertem

Obst und Gemüse reagieren. Deutlichster

Unter schied zur Gelbsucht: Das

Augenweiß bleibt klar und unverfärbt.

Zum Besuch beim Kinderarzt rät

Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband

der Kinderärzte trotzdem.

10

Leben & erziehen

September 2012


Fotos: f1 online, Hersteller (2)

Gutes Zeugnis

für Eltern-

Kind-Gruppen

Junge Mütter und Väter

lieben es, sich mit anderen

Eltern und deren Kindern

zu treffen.

Von 100 Eltern

sind 95 mit der Atmosphäre in

den Gruppen zufrieden,

empfinden 70 die Gruppen als

guten Ausgleich für ihre alltäglichen

Aufgaben,

haben 62 in den Gruppen

neue Freunde gewonnen,

loben fast 90 die Spiel- und

Bewegungsangebote für die Kinder,

halten 80 die Treffen für eine gute

Vorbereitung auf Krippe und/oder

Kindergarten.

Das ist das

Ergebnis

einer Studie

der Uni

Hildesheim.

SCHNULLER

Verwechslung

ausgeschlossen

Ein Schnuller mit dem eigenen

Namen ist die Geschenk-Idee.

Deshalb kommt er in der Saugerbox

hübsch verpackt ins Haus.

Bei www.nukshop.de;

ab 4,99 Euro

Kuckuck, wo bin ich?

„Vicky“ lächelt so

einladend und entpuppt

sich bei näherem

Hinsehen als echte

Herausforderung für

kleine Finger. Denn im

Bauch der fröhlichen

Kuh-Rassel versteckt

sich noch ein anderes

Tier und möchte

herausgepult werden …

Hübscher Greifling für

Fortgeschrittene.

Von Lilliputiens, bei

www.mytoys.de;

19,99 Euro

Frage an Hans Haroske,

Kindersitz-Experte

bei der Kreisverkehrswacht

Mannheim

Fährt Lars

rückwärts

sicherer?

Wir brauchen für Lars

(10 Monate) einen größeren

Autositz. Ein Anbieter

wirbt für rückwärts

gerichtete Sitze der

Gruppe I — mit dem Argument

„500 Prozent mehr

Sicherheit“. Stimmt das?

Tatsächlich wird die Halswirbelsäule

der Kinder bei

einem Frontalcrash (der

häufigsten Unfallart) deutlich

geringer belastet, wenn sie

auch übers erste Jahr hinaus

im Auto in einem Kindersitz

gegen die Fahrtrichtung

sitzen. Denn die Kleinen

werden dann mit dem

ganzen Körper in den

Sitz gedrückt und

aufgefangen. Aber:

Reboard-Sitze brauchen

viel mehr Platz,

die Montage ist oft

komplizierter; manche

Sitze sind für etliche

Autos gar nicht zugelassen.

Und: Reboard-Sitze sind

deutlich teurer.

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www.leben-und-erziehen.de


Kids

Kleinkind

Flauschiges Schlafkissen

und niedliches Kuscheltier in einem:

Pillow Pets sind die idealen Begleiter für

die erste Nacht bei Opa und Oma.

BETREUUNGSGELD

Von Spin Master;

je 19,90 Euro

Der beste

Platz fürs Kind

SCHLAFEN

Was ist noch normal?

Dass kleine Kinder nachts aufwachen,

ist normal. Die Frage ist nur: wie oft? Wo

liegen die Grenzen zu einer Schlafstörung?

Der Schlafmediziner Dr. Alfred Wiater, Leiter

der Kinderklinik im Krankenhaus Porz (bei Köln),

nennt drei Anhaltspunkte:

◾ wenn ein Kind einen Monat lang

dreimal pro Woche beim Einschlafen

oder nachts schreit

◾ wenn es auch tagsüber quengelt

◾ wenn die Eltern schon

geschafft sind

Ist unser Kind zu Hause nicht doch am besten aufgehoben? Das Hickhack um

das Betreuungsgeld lässt viele Eltern über die richtige Betreuung von Ein- und

Zweijährigen nachdenken. Die Entscheidung muss jede Familie für sich treffen.

Die Bindungsforscherin Dr. Karin Grossmann und Professor Dr. Sabine Walper

vom Deutschen Jugendinstitut nennen drei Aspekte, auf die es ankommt:

◾ Entwicklung und Temperament

Sehr kleine Kinder, die noch nicht krabbeln und/oder keine sichere Bindung an

die Eltern haben, sowie sehr sensible, scheue Kinder sind in einer Krippe oft

noch überfordert.

◾ Die Qualität der Betreuung

Wichtig sind vor allem eine feste „Bezugserzieherin“ und

kleine Gruppen. Bei fünf und mehr Kindern pro Betreuerin

kann es kritisch werden.

◾ Die Einstellung der Eltern

Gut, wenn sie ihr Kind gerne selbst zu Hause

betreuen. Sie brauchen dazu kein pädagogisch

perfektes Programm. Wichtig ist aber,

die Kinder sprachlich viel anzuregen und

sie mit Gleichaltrigen zusammenzubringen.

Außerdem profitieren

die Kleinen davon, wenn Eltern sie

geduldig in die eigenen Arbeiten

miteinbeziehen, sie aber auch

ihre Umwelt selbstständig

erforschen dürfen.

Lauflernwagen Maus Freddy

von Pinolino; 99,95 Euro

bei www.baby-walz.de

Frage an Ingetraud Palm-Walter,

Arbeitsausschuss „spiel gut“

Ziehen oder

schieben?

Donata (13 Monate) fängt

gerade an zu laufen. Sollen wir

ihr als zusätzliche Motivation

ein Spielzeug zum Schieben

oder eins zum Nachziehen

schenken?

Beides ist eher für Kinder gedacht,

die schon gut laufen. Anfänger

können Schiebespielzeug meist

noch nicht zuverlässig steuern

und beim Nachziehen stolpern sie

oft und fallen hin, wenn sie sich

danach umschauen. Bei der

Auswahl würde ich nach Donatas

Vorlieben gehen (Tiere? Autos?)

und bei Nachziehspielzeug zudem

darauf achten, dass es nicht

ständig umkippt. Das ist für die

Kleinen ziemlich enttäuschend.

Eine wirkliche Hilfe beim Laufenlernen,

allerdings viel teurer, sind

kippsichere Lauflernwagen, die

Kinder vor sich herschieben und

mit Bauklötzen und anderen

Spielsachen beladen können. Aber

bitte nicht mit „Lauflernhilfen“

verwechseln. Die sind gefährlich

und völlig überflüssig.

Fotos: Hersteller (6), Mauritius

12

Leben & erziehen

September 2012


Für mich Humana,

weil es meinem

Bäuchlein hilft

- sagt Mama.

Lena mit Pauline

Humana Plus Comfort – das Plus für

Babys mit Verdauungsbeschwerden

Wenn ein Baby übermäßig unter Bauchweh leidet, kann

dies an seinem noch nicht ausgereiften Verdauungssystem

liegen. Hier hilft Humana Plus Comfort gleich dreifach:

Als einzige Comfort-Spezialnahrung basiert Humana Plus

Comfort auf natürlichem Milchfett, das zu weicheren

Stühlen und weniger Verstopfung führt. Ein geringerer

Lactoseanteil reduziert Blähungen und aufgespaltenes

Eiweiß erleichtert die Verdauung.

Vertrauen Sie 60 Jahren Erfahrung – aus Liebe zum Kind.

www.humana.de

Eltern-Service: Tel. 05221 181-222

www.facebook.de/humana.babynahrung


Ratgeber Kids

Kindergarten

Bei www.imaginarium.de;

29,95 Euro

Wer hüpft

als Erste

ins Ziel?

Zu Mamas Kinderzeit hieß es Himmel und Hölle und wurde mit Kreide

aufs Pflaster gemalt, heute nennt es sich Summerberry Rayuela und kann

als Schaumstoff-Puzzle drinnen wie draußen ausgebreitet werden.

Verbessert Gleichgewichtssinn und Körperbeherrschung –

und Spaß macht‘s natürlich auch.

Berlin zum Ausmalen: Sie planen

eine Tour nach Berlin, Hamburg oder

Zürich? Dann können Sie die Vorfreude

Ihrer Kids mit Ausmalheften anheizen,

die 16 Attraktionen der Städte vorstellen.

Bohem Edition;

je 2,50 Euro

7,5

Millionen Mal. So oft

haben sich die drei

Bände von „Räuber

Hotzenplotz“ bisher

weltweit verkauft.

Ein Grund zum Feiern,

wie der 50. Geburtstag

des Kinderbuchs

von Otfried Preußler

am 1. August 2012.

SCHWIMMBRILLEN

Lieber größer

Kinder mögen Schwimmbrillen –

nicht nur weil sie vor roten Augen und

einer Bindehautentzündung schützen.

Eltern sollten beim Kauf auf die Größe

achten, empfehlen Augenärzte

nach Tests an der Sporthochschule

in Köln.

„Zu kleine Schwimmbrillen

können auf

die Lider

drücken.“

Frage an Professor

Dr. Bernhard

Schlüter, Vestische

Kinder- und

Jugendklinik, Datteln

Schlafwandeln:

was tun?

Julia (3) hat uns

sehr erschreckt:

Sie schlafwandelt!

Müssen wir mit ihr

zum Kinderarzt?

Nur, wenn sich das

fast jede Nacht oder

über längere Zeit öfter

wiederholt. Fürs

Erste genügt es,

wenn Sie Treppen,

Fenster und andere

mögliche Verletzungsfallen

so absichern,

dass Julia beim

Schlafwandeln keine

Gefahr droht. Die viel

zitierte „schlafwandlerische

Sicherheit“

gibt es nämlich nicht!

Nützlich ist auch

ein Glöckchen an

der Tür des Kinderzimmers,

das Sie

bei Julias Ausflügen

alarmiert.

Schlafwandeln tritt in

manchen Familien

gehäuft auf. Fiebrige

Erkrankungen, Lärm

und seelischer Stress

können die Neigung

ebenso verstärken

wie Schlafmangel.

Fotos: Imaginarium, iStockphoto.com; Illustrationen: F.J. Tripp/Mathias Weber aus „Der Räuber Hotzenplotz“ von Otfried Preußler, Thienemann Verlag 2012, iStockphoto.com

14

Leben & erziehen

September 2012


Karte weg? Kein Problem. Jetzt anfordern:

D: www.baby-walz.de • 0800 5334022

A: www.baby-walz.at • 0810 95 96 97 (10 Cent/Min.)

CH: www.baby-walz.ch • 071 744 05 55

Unsere Datenschutzpraxis steht im Einklang mit dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sowie mit dem Telemediengesetz (TMG). Wir verarbeiten und

nutzen personenbezogene Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum) zur Auftragsabwicklung und zur Pflege der Kundenbeziehungen und für unsere

Werbeansprachen. Dafür leiten wir ggf. die erforderlichen Daten an spezialisierte Dienstleister wie Zusteller, EDV-Dienstleister und Call-Center weiter.

Darüber hinaus erheben wir auf freiwilliger Basis die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse zur Kommunikation im Rahmen der Bestellabwicklung (Bestell-,

Versandbestätigung, Rückfragen etc.). Eine Nutzung der Telefonnummer und der E-Mail-Adresse zu Werbezwecken (z. B. für unsere Newsletter)

oder eine Weitergabe an Dritte erfolgt nur mit Ihrer ausdrücklichen und jederzeit widerrufbaren Einwilligung. Zum Zwecke der eigenen Kreditprüfung

nutzen wir Bonitätsinformationen auf der Basis mathematisch-statistischer Verfahren unter Verwendung von Anschriftsdaten. Außerdem werden wir

die Antragsdaten (Vor- und Zuname, Geburtsdatum sowie Anschrift) an die InFoScore Consumer Data GmbH, Rheinstr. 99, 76532 Baden-Baden und

an die Producta Daten-Service GmbH, Adam-Opel-Str. 18, 60386 Frankfurt zum Zwecke der Bonitätsprüfung übermitteln. Ggf. nutzen und übermitteln

wir listenmäßige Adressdaten für schriftliche Werbeansprachen unserer Partnerunternehmen aus den verschiedensten Branchen (Versandhandelsunternehmen,

Verlage, Finanzdienstleister, Versicherungen). Der Verwendung aller dieser Daten zu Werbezwecken können Sie jederzeit widersprechen.

Bitte wenden Sie sich hierzu, ebenso wie für weitere Auskünfte oder wenn Sie keine Kataloge und Werbung von uns wünschen mit einer kurzen Mitteilung

an: Versandhaus Walz GmbH, Adressverwaltung, Steinstr. 28, 88339 Bad Waldsee oder senden Sie eine E-Mail an adressverwaltung@walz.de.

Sie geben alles. Wir haben das Zeug dazu.

60 Jahre größte Leidenschaft für die Kleinsten und über 30.000 Artikel machen uns zu

Europas Nr. 1 für die junge Familie. Feiern Sie mit, und entdecken Sie unseren großen Jubiläumskatalog

mit vielen tollen Angeboten. Weitere Jubiläumsaktionen finden Sie auf www.baby-walz.de

und in über 70 baby-walz Fachgeschäften.

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Unsere Fachgeschäfte auf einen Blick.

0800 5334022

24H Kataloghotline


Leben & erziehen

So wird es eine

schöne

Glück pur

Dass er Bauchweh hat und ein bisschen

blass um die Nase ist: egal. Jetzt,

genau jetzt, ist Finn (5) glücklich. Weil

er mit Mama und Papa auf dem Sofa

sitzt und Schwester Merle (5 Wochen)

auf seinem Schoß vor sich hin schnorchelt.

Während Annemiek (3 Jahre

und Kind Nummer drei der Familie

Stietencron) im Kindergarten weilt,

ist Finn fest entschlossen, den Vormittag

als Patient und Hauptperson

zu genießen: Er hat bereits ein Brötchen

verspeist, einen Kakao getrunken,

ausgiebig die Schwester beschmust

und Karten für eine Runde

„Billy Biber“ vorbereitet. Besser kann

der Tag nicht werden.

Ob Finn sich später mal an diesen

Vormittag im Sommer 2012 erinnern

wird? Keine Ahnung. Aber es werden

ähnliche Momente sein, die er in seiner

Erinnerungsbibliothek abspeichert.

Und die ihm einfallen werden,

wenn er irgendwann in der Zukunft

im hirn eigenen Server die Worte

Kindheit“ und „glücklich“ googelt.

Für Kathi sind es kleine graugrüne

Hühnereier, die das Glück der ersten

Lebensjahre beschreiben, „weil ich

die selbst beim Bauern aus dem Stall

holen durfte“. Für Birte heißt glückliche

Kindheit: „Draußen spielen, wild

sein, mich hemmungslos dre ckig machen

– und keiner schimpft.“ Für

Franziska zählt vor allem die Exklusivzeit

mit Mama: „Keine Geschwister,

keine Schmutzwäsche, keine

Hausaufgaben – nur Mama (die ist

Kunstlehrerin) und ich beim Malen.“

Für Christine war es ganz oft Oma,

die im selben Haus gewohnt und Le-

16

Leben & erziehen

September 2012


Kindheit

Was brauchen Kinder

zum Glücklichsein? Liebe,

Lebensfreude, Geborgenheit?

Ja — das alles und

noch viel mehr wollen wir

ihnen mit auf den Weg

geben, damit sie groß,

selbstbewusst und fröhlich

werden. Wie das gelingt,

verraten Experten

bensfreude vermittelt hat, „weil sie

immer für mich da war und mich

noch als Jugendliche aus der einen

oder anderen brenzligen Situation herausgehauen

hat“. Und für Hauke bedeutet

Kinder-Glück schlicht: „Ein

Fahrrad haben und mit ihm die Dörfer

der Nachbarschaft erkunden.“ Mit

Freunden und ohne elterliche Aufsicht,

versteht sich.

Es sind hundert kleine Mosaiksteine,

die das große Glück der Kindheit ausmachen.

Sie sehen bei jedem von uns

ein bisschen anders aus und lassen

sich trotzdem auf die zwei Grundbedürfnisse

zurückführen, mit denen

Babys auf die Welt kommen, sagt der

Göttinger Neurobiologe und Hirnforscher

Professor Dr. Gerald Hüther:

Kinder wollen zu einer Gemeinschaft

gehören. Sie brauchen Urvertrauen,

die Gewissheit, dass ihre Eltern sie

mit all ihren Macken und Stärken annehmen.

Genauso sehr wollen sie die

Welt entdecken. Dafür brauchen sie

Aufgaben, an denen sie wachsen können.

Und dazu noch Vorbilder, die

ihnen dabei helfen.“

Ein indisches Sprichwort sagt: „Wenn

die Kinder klein sind, gib ihnen Wur-

zeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen

Flügel.“ Tatsächlich brauchen Kinder

von Anfang an beides: Wurzeln und

Flügel. Weil schon Neugeborene erstaunlich

viel selbst auf die Reihe

kriegen: am Daumen nuckeln, um

sich zu beruhigen. Meckern, wenn

sie keine Lust auf brüderliche Zuneigung

haben. Aber genauso sehr

wollen Zehnjährige nach einer verhauenen

Mathearbeit in den Arm

genommen werden und ein Eis spendiert

bekommen.

Das klingt nach einem Erziehungsspagat

für Eltern, findet nicht nur die

▸▸▸

Glück ist ...

Was Familien

dazu sagen: S. 18

Leben & erziehen

September 2012 17


Leben & erziehen

Glück

ist

... ganz

viel draußen

zu sein

Birte (30) und

Rolf Liebeneiner (31)

mit Theo (10 Monate)

„Ich weiß nicht, ob ich mich

wirklich daran erinnere

oder ob ich es nur tue, weil

ich diese Geschichte so oft

gehört habe: Als ich zwei

Jahre war, sind meine Eltern

umgezogen. In ein Haus,

das noch nicht fertig war.

Wahrscheinlich war es eine

wüste Baustelle — für mich

war es das Paradies.“

Von diesem Paradies gibt

es ein Foto: Birte mit

nagelneuem Badeanzug

auf einem riesengroßen

Sandhaufen. „Meine ganz

private Nordseedüne mitten

in Westfalen. Genauso soll

Theo auch aufwachsen.“

Aus diesem Grund sind

die Liebeneiners mit Baby

an den Stadtrand gezogen,

in ein Haus mit Gemeinschaftsgarten

direkt am

Wald. Kletterbäume und

Badebucht am Fluss

inklusive. „Ich hoffe, dass

ich später so cool bin wie

meine Eltern und meinem

Sohn die gleichen Freiräume

zugestehe.“

▸▸▸ Regensburger Familientherapeutin

Eva Tillmetz. Schließlich gibt

es ja kein Patentrezept für das richtige

Maß: Wie viel verlässliche Bindung

ist notwendig? Und wie viele

selbstwirksame Erfahrungen brauchen

Kinder, um groß und glücklich

zu werden?

„Junge Eltern sind heute sehr auf Fürsorge

geprägt“, beobachtet die Expertin.

Eigentlich eine gute Nachricht,

weil die aktuelle Elterngeneration gelernt

hat, feinfühlig auf die Bedürfnisse

ihrer Kinder zu achten. „Moderne

Eltern lassen ihr Baby nicht schreien,

um seine Lungen zu kräftigen. Sie

wissen, dass es am besten nach Bedarf

gestillt wird und dass das nichts

mit Verwöhnen zu tun hat“, sagt Eva

Tillmetz. Die Kehrseite ist: „Wir passen

fast zu gut auf unseren Nachwuchs

auf. Wir bestimmen, welche

Erfahrungen Kinder machen sollen,

statt sie einfach loslaufen zu lassen.

Wir besuchen Kurse, statt darauf zu

vertrauen, dass sich Kinder aus sich

selbst heraus entwickeln.“

Was auch mit den veränderten Lebensbedingungen

zu tun hat. Papa

Hauke hat sich nachmittags die nähere

und weitere Umgebung erradelt,

Mama Halina ist jeden Tag kilometerweit

in die Schule gelaufen (beide

sind in einem kleinen Dorf am Bodensee

aufgewachsen). Großstadtkind

Finn kann das so nicht. Das Vertrauen

seiner Eltern, dass er Wege

und Aufgaben auch alleine stemmen

kann, braucht er genauso. „Deshalb

darf Finn seit ein paar Wochen auf

dem Heimweg vom Spielplatz alleine

vorausgehen und mit dem Schlüssel

selbst die Haustür aufschließen.“ Das

macht groß, selbstbewusst – und

auch glücklich.

„Nur wer hinfällt, findet heraus, wie

man aufsteht. Nur wer seine Grenzen

austestet, lernt sie kennen“, sagt Professor

Hüther und plädiert dafür, Kinder

ganz viel alleine machen zu las-

18

Leben & erziehen

September 2012


Glück ist

... eine

Extraportion

Liebe von

Oma und Opa

sen. Je weniger Vorgaben die Eltern

dabei machen, desto besser: „Wir sollten

nicht versuchen, möglichst viel

Wissen in die Köpfe der Kinder zu

kippen, sondern ihnen die Gelegenheit

bieten, herauszufinden, was in

ihnen steckt.“

Es sind die kleinen Erfolge, die Babys

weitertragen. Selbst den Kopf heben,

sich vom Rücken auf den Bauch drehen,

von der Küche ins Kinderzimmer

krabbeln, sich am Bücherregal

zum Stehen hochziehen – das alles

sind Momente, die Kinder stolz machen.

Was man durchaus auch sehen

kann: Der triumphierende Blick eines

Stuhl-Erstbesteigers unterscheidet

sich nur unwesentlich von dem

des Fußballchampions nach dem gewonnenen

Pokalspiel. ▸▸▸

Christine (35) und Frank Klimscha (40)

mit Felix (16 Monate)

„Ohne Oma? Geht gar nicht. Wenn ich mit meinen Eltern

gestritten habe, hat mich Oma getröstet. Wenn ich Lust

auf eine Extraportion Streicheleinheiten oder

ein Stück Schokolade hatte, war Oma da. Sie hat mich

und meine Schwester bedingungslos, aber ganz anders

als meine Eltern, geliebt. Dieses Gefühl soll Felix auch

haben.“ Weil Christines Eltern nur eine Autostunde

entfernt wohnen, werden Oma und Opa regelmäßig

besucht — mindestens einmal pro Woche. Dass für

Felix dort andere Regeln gelten, findet Christine

in Ordnung: „Logisch dürfen Oma und Opa ihren Enkel

verwöhnen. Wenn er dort ein paar Gummibärchen

mehr abkriegt als daheim, ist das kein Unglück.

Denn genau darum geht es doch: Dass Felix neben

seinen Eltern zusätzliche Bezugspersonen hat, die er

liebt und auf die er sich verlassen kann.“

plitsch platsch, Mama –

jetzt bade ich mich ganz schön schlau!

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Leben & erziehen

20

Glück ist

... sich selbst

ausprobieren zu dürfen

Leben & erziehen

September 2012

Halina (32) und Hauke (31) von Stietencron,

mit Finn (5), Annemiek (3) und Merle (5 Wochen)

Der Bilderrahmen ist umgefallen. Der mit den

Kinderfotos, der sonst auf dem Esstisch steht.

Blöd. „Mama, wie stellt man den hin?“ „Weiß nicht.

Vielleicht probierst du es aus.“ Finn probiert es

aus und in zwei Minuten steht das Teil. Stabil,

nachdem die ersten Versuche nicht geklappt

haben. Macht das jetzt glücklich? „Selbstbewusst“,

sagt Halina von Stietencron, „weil Finn

lernt: Ich kann das alleine.“ Halina hat das als Kind

ähnlich erlebt: „Mein Vater ist Geigenbauer, seine

Werkstatt war ein Paradies für mich und meine

Geschwister. Nicht, weil uns mein Vater alles

gezeigt, sondern weil er uns angestachelt hat:

Was willst du bauen? Erklär mir deinen Plan.“

Das sollen Finn und seine Geschwister auch ohne

Werkstatt dürfen: Zum Beispiel im Waldkindergarten,

wo jedes Kind selbst entscheidet,

auf welchen Baum es wie hoch

klettern will. Gerade weil Finn in der

Großstadt aufwächst, genießt er es,

dass bei den Großeltern das Leben freier

ist: „Am liebsten steht er vor allen anderen

auf und geht allein in den Garten.“

Klick-Tipp

Wie sieht Ihr Kinderglück aus?

Und was möchten Sie Ihrem Kind

mitgeben? Tauschen Sie sich

mit anderen Eltern aus:

www.leben-und-erziehen.de

▸▸▸ Natürlich erinnern wir uns an

diese frühen Glücksmomente als Erwachsene

nicht mehr. Verloren sind

sie trotzdem nicht, weil Gefühle

direkt im limbischen System im Gehirn

abgespeichert werden. Und so

wie sich das kleine Einmaleins immer

besser einprägt, wenn man es

übt, wird auch der Gefühlsschatz in

Kindern größer, je öfter sie solche Erfahrungen

machen dürfen.

Weil es aber auch die geduldigsten Erziehungsberechtigten

nicht schaffen,

immer in Ruhe abzuwarten, bis der

Nachwuchs seine Schnürsenkel gebunden

hat, ist es gut zu wissen: Perfekte

Eltern braucht keiner – zumal

kleine Menschen ein erstaunliches

Talent zum Glücklichsein haben. Sagt

eine, die es wissen muss.

Seit 13 Jahren arbeitet Ute Starck als

SOS-Kinderdorfmutter mit Kindern,

die auch traurige Erfahrungen gemacht

haben. Fröhlich sind „ihre“

Kinder ganz genauso. Zwar müssen

viele von ihnen die Sache mit dem

Urvertrauen erst lernen, eine unbeschwerte

Kindheit („Das Wort ‚glücklich

ist mir eine Hausnummer zu

groß!“) haben sie trotzdem. „Wenn

sie sich einlassen auf die neue Familie,

unsere Regeln und Rituale akzeptieren,

wenn sie merken, da sind

Menschen, die mir zuhören, mich annehmen,

wie ich bin, dann macht das

froh“, weiß Ute Starck. Und: „Egal

wie cool ein Ausflug ins Legoland ist,

glücklich machen andere Momente.

Die verbummelten Sonntage, wenn

sich die Katze in der Sonne räkelt

oder der Vierjährige im Sandkasten

die Zeit vergisst. Und wir nach dem

gemeinsamen Kochen alle zusammen

mit einem großen Teller Spaghetti

auf dem Sofa landen.“

SONJA ALANUS

Fotos: Fotolia.com; iStockphoto.com; www.lililuu.de; Fotostudio Toni Sahm, München; Fotostudio Schuster, Gauting


Nichts sollte dich nachts wecken – nicht mal Feuchtigkeit.

Normalerweise wecken dich selbst laute Geräusche nicht auf, aber wenn deine Haut nur

ein wenig feucht wird, kann das deinen Schlaf stören. Deshalb nimmt Pampers Baby-Dry

schnell die Feuchtigkeit auf und hilft, dich bis zu 12 Stunden trocken zu halten. Für ungestörten,

friedlichen Schlaf die ganze Nacht.

Ruhige Nächte. Spannende Tage.


Leben & erziehen

Spielen & fördern

Puppenmütter —

Puppenväter

Puppenwäsche

Waschtag: Ihr Kind darf alle Puppenkleider

in einer Schüssel mit lauwarmem

Wasser und einem Spritzer Babybad

waschen, tüchtig auswringen und mit

Klammern auf einem Wäscheständer zum

Trocknen aufhängen. Das fördert ganz

nebenbei die Feinmotorik.

Puppen können wunderbar trösten. Sie helfen

den Kleinen, ihre Erlebnisse zu verarbeiten und

die Welt der Großen immer besser kennenzulernen.

Die schönsten Spiel-Ideen

Was ziehen

wir an?

Jeden Morgen entscheidet Ihr Kind,

was die Puppe anzieht. Dabei schaut es

zuerst mal hinaus. Scheint die Sonne oder

regnet es? Braucht die Puppe einen Pulli

oder ein T-Shirt? Ist es warm genug fürs

Sommerkleid oder

die kurze Hose?

Meine Puppe

Meine Puppe, meine Puppe,

hab ich lieb, hab ich lieb.

Ich mag mit ihr kuscheln,

in den Härchen wuscheln.

Piep, piep, piep,

ich hab sie lieb!

Melodie: Bruder Jakob

Koffer packen

Die Puppe verreist. Was nimmt sie mit?

Ihr Kind sucht Puppensachen zusammen

und packt sie in den Koffer. Benennen Sie

jedes Kleidungsstück und fragen Sie

Ihr Kind, was noch fehlt.


Fotos: Haba. Alle Puppen sind von der Firma Haba und im Handel erhältlich

Erste

Rollenspiele

Ab dem zweiten Lebensjahr eifern

Kinder ihren Eltern in allem nach.

Die Puppe spielt dabei eine besondere

Rolle. Denn Kinder geben ihr zurück,

was ihnen selbst guttut, nämlich

geliebt und umsorgt zu werden.

Puppenmütter und -väter füttern

ihre Kinder, ziehen sie an und aus,

legen sie schlafen und gehen mit ihnen

spazieren. Die Puppe hilft Ihrem Kind,

sich mit seiner Welt auseinanderzusetzen

und alles, was es erlebt, besser

zu verstehen und zu verarbeiten.

Puppen-

Abendbrot

Jetzt sind Sie als Eltern dran:

An manchen Abenden denkt sich

das Puppenkind eine Überraschung für

seine Mama oder seinen Papa aus: Mal liegt

auf dem Platz der Puppeneltern am

Abendbrottisch ein Gummibärchen,

mal ein lustiger Aufkleber oder

ein Blümchen.

Von wegen

nur für Mädchen!

„Mädchen und Jungen brauchen

Spielsachen zum Liebhaben. Im

Spiel mit der Puppe lösen Kinder

manchen Konflikt, zum Beispiel

Ärger mit ihren Eltern oder die

Eifersucht aufs Geschwisterchen.

Der Puppe können sie alles

anvertrauen. Deshalb sind

Puppen für Jungen genauso

wichtig wie für Mädchen“,

sagt Monika Lehner, Leiterin

einer Kinderkrippe

in Valley bei München.

Gute Nacht!

Am Abend zieht Ihr Kind die Puppe aus,

legt sie ins Bett und deckt sie zu. Natürlich

bekommt sie einen Kuss. Auch ein Gute-

Nacht-Lied hört das Puppenkind gern – vor

allem, wenn es dabei in den Schlaf gewiegt wird:

Im Galopp

Ein lustiger Kniereiter fürs Puppenkind:

Im Galopp, hopp, hopp, hopp,

reitet mein Kind schnell wie der Wind.

Reitet über Felder und durch Wälder,

über Brückenstege, über Straßen und Wege.

Doch nun wird es kalt, mein Kind macht Halt.

Ist gar nicht dumm, kehrt wieder um.

Reitet, ei der Daus –

schnell nach Haus!

Puppentanz

Puppen tanzen gern. Puppeneltern

und -großeltern auch. Und los geht’s!

Die Puppe an den Händen fassen und

sich zu folgendem Reim langsam und

dann immer schneller im Kreis drehen:

In dem Puppengarten

steht ein Karussell.

Erst dreht es sich langsam –

um und um im Kreis herum.

Dann geht es los im Sauseschritt.

Und alle drehn sich munter mit.

Ei, wie ist es schnell,

unser Puppenkarussell!

Wenn die Puppen müde sind,

gehen sie ins Bett geschwind.

Wiege-woge, das ist fein!

Wiege-woge, schlaf nun ein!

Melodie: Taler, Taler,

du musst wandern

Spazieren

gehen

Malen Sie einen „Stadtplan“ für Puppenmütter

und -väter auf ein Blatt Papier. Einmal

ums Quartier reicht. Der Spielplatz, die Bank

unter der großen Kastanie, der Brunnen in

der Straße nebenan: Ihr Kind darf jeden Tag

aussuchen, wohin der Familien-Spaziergang mit

dem Puppenwagen führen soll.

Leben & erziehen

September 2012 23


Leben & erziehen

i


Die besten Witze, Anekdoten und Fotos unserer Leser

Meine Hunde schlafen nicht

Eliah (3) wünscht sich Hunde: „Mama, ich möchte einen ganz großen

und einen schwarzen Hund!“ Ich frage: „Wo sollen die beiden Hunde

denn schlafen?“ Eliah antwortet empört: „Aber Mama, das sind

doch Wachhunde!“

Theres Kugler, Remseck

Nass macht Spaß

Simon Keiling (10 Monate),

Landsberg

„Ich bin

bereit für

den großen

Kundenansturm“

Leni Wischmann

(17 Monate), Miltach

Hey, mehr habt

ihr mir nicht

übrig gelassen?

Komm, wir

gehen surfen!

Ich sage: „Ich gehe noch schnell

ins Internet.“ Julia (2) zieht

sofort ihre Schuhe an und ruft:

„Warte Mama, ich will mit!“

Regina Braun, Passau

Pech

gehabt

Bennet (4): „Mama, wenn du

weiter so mit mir schimpfst,

lade ich dich nicht zu

meinem Geburtstag ein!“

Alina Seemann, Escheburg

Heidi Richter

(13 Monate),

Eicherloh

Mitmachen & gewinnen

2 Schaukelpferde und 5 Bälle

Ein Schmuckstück für jedes Kinderzimmer! Vom Schaukelpferd

mit der bequemen Lehne wollen die Kleinen gar nicht mehr

runter. Macht nichts, das Holzspielzeug ist besonders stabil und

hält auch Dauerritte problemlos aus – über mehrere Generationen.

Nach dem Austoben lockt der nic-lix Greif- und Motorikball. Mit dem

flexiblen Netz aus Holzstäben, -kugeln und Gummikordeln

fasziniert er schon Babys ab 6 Monaten, weil er

immer wieder in seine ursprüngliche Form zurückspringt.

Leben & erziehen verlost 2 Schaukelpferde

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5. September 2012 an:

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Jetzt

geht’s

los!

Erziehen – steuern – anleiten

Egal, wie Sie es nennen,

Hauptsache, Sie fangen

rechtzeitig damit an

Die ersten Monate ist alles klar: Das

Baby weint, Mama und Papa rennen.

Bald schon weiß es, was es tun muss,

damit die Eltern so schnell rennen. Zeit

also, um dem Kleinen ein paar Regeln

beizubringen? (Ja!) Oder, ogottogott,

schon zu spät? (Nein!) Unsere

Experten wissen, was wann dran ist

Ab 1 Jahr

Auf ein

„Nein“ hören

Verstehen kann ein Kind ein

„Nein“ mit etwa einem

knappen Jahr. Wirklich

darauf hören? Na ja.

Wenn Eltern wollen, dass ihr

Kind etwas nicht tut, helfen

weder Verbote noch Schreien.

Sonst steckt man schnell in

einem Kreislauf und erreicht

genau das Gegenteil“, sagt

Achim Schad aus Wuppertal.

Er ist Diplom-Sozialpädagoge,

Familientherapeut und

Buchautor („Kinder brauchen

mehr als Liebe. Klarheit,

Grenzen, Konsequenzen“,

Carl Auer; 14,95 Euro).

Ein Beispiel: Mama möchte

nicht, dass Leni (10 Monate)

die Schublade mit dem

Porzellan ausräumt. „Nein“,

ruft sie und saust zum Kind,

wann immer es sich dem

Geschirrschrank nähert. Leni

lernt bei dieser Aktion: Toll,

wenn ich dahin krabble,

kommt Mama sofort und

kümmert sich um mich.

Wissenschaftlich ausgedrückt

hat die Mutter durch ihre

Reaktion das verbotene

Verhalten verstärkt und steckt

in einer negativen Aufmerksamkeitsspirale.

Achim Schads Tipp klingt

paradox, doch er funktioniert:

„Eltern dürfen sich

nicht darauf konzentrieren,

was das Kind nicht soll,

sondern darauf, was es soll.“

Um erfolgreich mit einem

„Nein“ zu sein, ist es also erst

mal besser, möglichst selten

„Nein“ zu sagen. Taktik 1 ist

deshalb Vermeiden. Was dem

Baby gefährlich werden kann,

wird möglichst entfernt oder

gesichert, das Porzellan

landet zwei Etagen höher.

Taktik 2 ist Ablenken. Ohne

viel Aufhebens um ein Verbot

zu machen, greifen die Eltern

zu einem Spielzeug. Geht das

nicht, etwa an der Supermarktkasse,

wenn Schokoeier

locken, rät Achim Schad,

ruhig zu bleiben. „Nehmen

Sie das Kind auf den Arm,

erklären Sie nicht lange,

sagen Sie einfach klar, dass es

nichts gibt.“ Und wenn es

heftig protestiert? Dann

wird‘s anstrengend: konsequent

bleiben und nicht auf

das Geschrei reagieren!

Auf dem Sofa turnen?

Aber klar!

Ich darf das, Mama

26

Leben & erziehen

September 2012


Aufräumen

Wo ist das Kind? Ganz

einfach, am Ende der

Chaos-Spur. Nur dem

Kuschelhasen, dem Spielzeughandy

und den Stapelbechern

folgen. Es ist sinnlos,

mit dem Kind jetzt schon

Aufräumen zu üben. Oder?

„Nein!“, sagt Petra Stamer-

Brandt, Pädagogin aus

Lübeck und Buchautorin

(„Das Erziehungs-ABC“, GU;

12,99 Euro). „Schon im

Krabbelalter können die

Kinder miterleben, dass

Dinge nach dem Spielen auch

wieder weggeräumt werden

– und es dann eben auch

selber machen.“ Ganz

entscheidend ist dabei das

Vorbild der Eltern. Wenn sie

die benutzten Dinge in den

Schrank oder die Schublade

zurücklegen, erlebt das Kind

das Aufräumen als Selbstverständlichkeit.

Es sieht, dass

Mama die Cremes vom

Wickeltisch auf die Ablage

stellt und die Bücher nach

dem Lesen ins Regal legt.

Eigentlich kinderleicht. Wenn

die Rahmenbedingungen

stimmen, also große,

erreichbare Boxen, Schub-

Ab 6

Monaten

laden und Regale da sind.

Zweite Bedingung: Motivation.

Kinder helfen gern, wenn

sie ermutigt werden. „Sagen

Sie Ihrem Kind: ,Es freut

mich, wenn du mir hilfst‘ und

loben Sie es für den Einsatz“,

rät Petra Stamer-Brandt.

Die Expertin empfiehlt,

zumindest bei den Kleinen,

negatives Verhalten zu

ignorieren und gewünschtes

zu loben. „Vielleicht müssen

die Eltern auch mal großzügiger

sein und sich gedulden,

wenn die Kinder selbst

versuchen aufzuräumen.“

Um seinen zweiten Geburtstag

versteht das Kind, was

Mama mit der Aufforderung

zum Aufräumen meint. Ob es

das auch tut? Eltern, die ein

gutes Vorbild sind und ihr

Kind von klein auf mithelfen

lassen, haben gute Chancen,

dass die Legos nach dem

Spielen in der Box landen.

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eine liebevolle Umarmung

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Leben & erziehen

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28

Durchschlafen

Wie bringe ich mein Kind

dazu durchzuschlafen? Erst

mal gar nicht. Weiß Julia

Preißler, Diplom-Psychologin

und Leiterin der Praxis für

Entwicklungspsychologie in

Hamburg. „Kinder lernen es

von selbst, wenn sie so weit

sind.“ Ob und wie sie (ein-)

schlafen, ist eine Frage der

Entwicklung, nicht der

Erziehung. Im Gegenteil: Mit

Druck und Training richtet

man eher Schaden an, meint

die Expertin. „In den ersten

18 Monaten braucht das Baby

vor allem eines, um gut zu

schlafen: die Sicherheit, dass

Mama oder Papa da ist.“

Trotzdem können Eltern

etwas dafür tun, dass ihr Kind

gut in den Schlaf findet.

Nämlich dem Baby helfen,

seinen Stress abzubauen, rät

Julia Preißler. Denn den haben

auch schon kleine Kinder.

Oberstes Gebot: Das Kind

beruhigen und ihm das

Gefühl geben, dass es keine

Angst haben muss. Ihm helfen,

durch feste Strukturen einen

Tag-Nacht-Rhythmus zu

entwickeln. „Es muss im

Zimmer ruhig sein, reizfrei,

und vor allem dunkel, damit

die Schlafhormone überhaupt

ausgeschüttet werden.“ Auch

Einen kleinen Pups

lassen?

Leben & erziehen

September 2012

Na, ja ...

Ab 18

Monaten

wichtig: der richtige Einschlafzeitpunkt.

Das ist der, wenn

das Kind noch fit genug ist,

selber aktiv in den Schlaf zu

finden. Ein leises, kurzes

Schlafritual reicht, um selig

wegzudösen.

So funktioniert also Einschlafen.

Und Durchschlafen? Da

unterscheidet die Expertin:

Schreckt das Kind auf, schreit,

wirkt orientierungslos? Dann

braucht es liebevolle Beruhigung.

Hat es eine volle Windel

oder Hunger, muss es eben

(im Dunkeln) gewickelt oder

gefüttert werden. Doch es gibt

auch Situationen, in denen

eine konkrete Ansage wichtig

ist. „Partysituation“ nennt

Julia Preißler die Nummer

mitten in der Nacht, wenn das

Kind putzmunter auf Mama

und Papa rumturnt. „Wer da

mitmacht, hat verloren“, warnt

die Psychologin. Die Eltern

müssen dem Kind deutlich

vermitteln: „Alle schlafen, jetzt

ist Ruhe!“ Und auf keinen Fall

mitfeiern.

„Wer seinen Kindern

beibringt, wie man sich

benimmt, gibt ihnen

etwas Wichtiges mit auf

den Lebensweg!“

Susanne Auffhammer, Trainerin für moderne Umgangsformen

Sich gut

benehmen

Ab 6 Monaten

Wie heißt das Zauberwort?

Vielleicht „sofort!“? Oder

„gib!“? Nein, eben nicht.

Sondern „bitte“. Kinder, die

das von Anfang an von ihren

Eltern hören, wissen das.

Wenn ich etwas brauche,

frage ich mit einem „Bitte“,

wenn ich etwas kriege,

antworte ich mit einem

„Danke“. „Den Kindern das in

der Familie vorzuleben, ist

ganz entscheidend“, meint

Susanne Auffhammer,

Trainerin für moderne

Umgangsformen (www.

auffhammer.de) und selbst

Mutter von drei Kindern.

„Das hat nichts damit zu tun,

die Kinder zu ,dressieren‘,

sondern man bringt ihnen

einfach die Regeln für das

Zusammenleben in der

Gemeinschaft nahe.“

Dazu gehört auch, andere zu

grüßen. Für manche Kinder

kann schon ein „Hallo“ eine

echte Herausforderung sein.

Deshalb rät die Benimm-

Expertin, die Kinder nicht zu

zwingen oder sie vor anderen

zu kritisieren. „Erklären Sie

den Kindern zu Hause in

Ruhe, dass sich die Leute

freuen, wenn man sie

begrüßt. Das verstehen kleine

Kinder schon sehr gut, sie

freuen sich ja selbst auch,

wenn man ihnen Aufmerksamkeit

schenkt.“

Noch ein heikles Thema: das

richtige Benehmen am Tisch.

Bei kleinen Kindern muss

das nicht perfekt sein,

beruhigt Susanne Auffhammer.

Oft fehlt es ihnen sogar

noch an den motorischen

Fähigkeiten, mit der Gabel

die Nudel zu erwischen. Aber

je länger die Kinder falsch

mit Messer und Gabel

umgehen, umso schwerer

gewöhnen sie sich um. Ein

paar Vorschriften sind

schnell erklärt: Das Besteck

wird weggelegt, wenn das

Kleine etwas trinken will.

Und mit Gabel und Messer

wild rumzufuchteln, ist

verboten, da greifen die

Eltern sofort ein.

Foto: Corbis


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Warten

Kommt für das

Baby nicht infrage.

Zumindest

in den ersten Lebensmonaten.

Wenn es schreit, braucht es

jemanden. Sofort. Wird das

Kind älter, ändert sich das.

Gut so – für die Eltern und

für das Kind, meint Familientherapeut

Achim Schad.

Der Experte plädiert dafür,

dass Eltern sich bewusst

Pausen gönnen. „Warten

muss man dem Kind wirklich

aktiv beibringen.“ Ein etwa

ein- bis eineinhalbjähriges

Kind kann durchaus ein paar

Minuten auf Mama warten,

während diese sich auf etwas

anderes konzentriert.

Das Kleine bleibt natürlich

mit im Raum, beschäftigt

sich aber möglichst mit sich

selbst. „Das funktioniert

besser, wenn die Mutter aktiv

etwas tut, zum Beispiel bügelt

oder musiziert“, rät Achim

Schad. Stört das Kind, kann

die Mama es ruhig und

bestimmt darauf hinweisen,

dass sie jetzt gerade keine

Zeit hat, und dann weitermachen.

Immer wieder. Und im

Laufe der Zeit die Dauer der

Pause etwas steigern.

Das Warten lohnt sich auch

für das Kind. So kann es sich

weiterentwickeln und eigenständiger

werden. „Warten ist

eine Chance“, meint Achim

Schad. Gerade wenn das

Kind nicht durchgehend

bespaßt wird, kann es selbst

kreativ werden.


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Jugendliche stark!

Der italienische Hartkäse hat

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1 Zehe Knoblauch (optional)

Brotscheiben leicht toasten. Danach mit ein wenig Olivenöl und,

wenn gewünscht, mit der geschälten Knoblauchzehe einreiben.

Den geriebenen Käse auf den Brotscheiben verteilen. Käse für

den Belag übriglassen. Mit Kirschtomaten und Basilikumblättern

dekorieren. Den restlichen Grana Padano drüberstreuen und in

den Backofen stellen bis der Käse geschmolzen und goldbraun ist.

Sofort mit einer extra Schale gehobeltem Grana Padano servieren.

Alternativ:

Sie können das Rezept variieren in dem sie auch Schinken oder

andere Zutaten nach Wunsch hinzufügen.

Mehr Infos und Rezepte unter www.granapadano.it


Leben & erziehen

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Für iPhone, iPad

(für Android Smartphones

gibt es „Tiere für Kinder“,

2,39 Euro)

Alter: ab 2

So geht’s: Tippt man eines der 72 Bilder an

(z. B. Tiere, Instrumente, Spielzeug oder

Früchte), vergrößert es sich und eine

Kinderstimme nennt den Namen. Bei

einigen Begriffen ertönt zusätzlich der Ton.

Preis: 0,79 Euro

Kids Paint

Für iPhone, iPad und

Android Smartphones

Alter: ab 2

So geht’s: Der Bildschirm wird zur

Leinwand, die man mit vielen Farben

verschönert. Man kann sogar Fotos in die

App laden und verzieren. Ist der Künstler

nicht zufrieden, iPhone schütteln und

schon ist die „Tafel“ gewischt.

Preis: 0,79 Euro

Marble Mixer

Für iPhone, iPad

Alter: ab 4

So geht’s: Mit dem Finger

werden Murmeln in virtuelle Löcher

gekickt. Auch für mehrere Spieler.

Preis: 0,79 Euro

Computer-

Mäuse

Schon

Smartphone, Laptop, Licht –

sind für kleine Kinder nicht?

Prof. Stefan Aufenanger: Das sehe

ich nicht so. Es gibt keine Studie, die

beweist, dass Bildschirmmedien für

Kinder generell schädlich sind. Sie

machen nicht prinzipiell traurig,

gewalttätig und dumm. Erst einmal

machen sie den Kindern Spaß.

Also müssen Eltern Youtube-

Filmchen und Apps nicht vom

Bildschirm verbannen?

Nein, solange sie dabei sind, wenn

ihre Kinder gucken, und sie ihnen

genügend Ausgleich bieten. Wer

draußen tobt und mit Freunden

spielt, darf ruhig mal mit Mama auf

iPhone, iPad oder Laptop spielen.

Was denn zum Beispiel?

Das, was Kinder interessiert! Es gibt

schon für Zweijährige viele Apps

und kindgerechte Spiele (siehe Tipps).

Aber es muss nicht gleich ein

Lernprogramm sein. Es ist bisher

nicht erwiesen, dass Kinder damit

schneller lernen – im Gegenteil. Man

sollte sie also nicht gezielt an den

Computer heranführen. Aber wenn

sie von sich aus wollen, lassen Sie

ihnen den Spaß. Natürlich verstehen

die Jüngsten Geschichten besser,

wenn sie chronologisch erzählt und

die Bilder langsam geschnitten sind.

Aber sie können auch Vergnügen an

einem Musikvideo finden. Eltern

werden schnell merken, ob die

Kleinen sich amüsieren oder

langweilen.

Zwei- und Dreijährige

sind fasziniert

von Smartphones,

Tablet-Computern und

Laptops. Ranlassen

oder die Geräte wegpacken?

Der Medienpädagoge

und

Erziehungswissenschaftler

Prof. Stefan

Aufenanger von der

Uni Mainz beantwortet

Ihre Fragen

Wie lange dürfen Zweijährige

denn etwa gucken?

Das kommt darauf an, was man mit

ihnen macht. Wenn man gemeinsam

ein Buch auf dem iPad anguckt, ist

nicht mehr Eile geboten, als wenn

man ein klassisches Buch vorliest.

Bei Filmchen sind 15 Minuten am

Tag schon okay. Auch eine halbe

Stunde ist kein Grund zur Panik.

Vorlesen via iPad ist also für

Kinder genauso förderlich wie

blättern im Bilderbuch?

Beides auf seine Weise. Vorlesen

trainiert die Kommunikation – die

Eltern erzählen, das Kind hört zu

oder fragt nach. Beim virtuellen

Bilderbuch steht die Interaktion im

Vordergrund – das Kind berührt den

Bildschirm, daraufhin quakt die

Ente. Geschichten mit Vorlesestimme

auf dem iPad geben kleinen

Kindern die Gelegenheit, auch dann

zu „lesen“, wenn die Eltern keine Zeit

haben. Sie werden dadurch selbst-

30

Leben & erziehen

September 2012


ständiger im Umgang mit Literatur.

Wichtig ist, dass Eltern ihren Kindern

beides anbieten. Beim iPad führen

die Kinder die Eltern durch die

Geschichte, etwa, indem sie Dinge

anklicken. Beim Vorlesen übernehmen

eher die Eltern die Führung.

Verderben Handy und Laptop

die Kreativität?

Nicht unbedingt. Es gibt viele

kreative Anwendungen, zum

Beispiel Malprogramme. Ob Kinder

mit Fingerfarben malen oder mit

dem Finger auf einem Touchscreen

herumfahren ist das Gleiche.

Fernsehen oder Youtube-Filme?

Youtube-Filme haben den Vorteil,

dass sie kürzer sind als die meisten

Kindersendungen. Außerdem kann

man sie gucken, wenn es gerade

passt, man ist unabhängiger.

Und was taugen Lerncomputer

für Kinder?

Nicht viel. Die Bildschirmauflösung

ist schlecht, die Spiele werden schnell

langweilig. Versprechungen, etwa

dass die Kleinen damit Englisch

lernen, werden nicht gehalten. Es ist

günstiger und sinnvoller, wenn Sie

Ihre Kinder ab und zu unter Aufsicht

an Ihr Gerät lassen.

Darf Ihr Enkel (4) an Ihr iPad?

Schon seit er zwei ist. Er lebt in den

Niederlanden, dort kommen Kinder

mit vier in die Vorschule. Sie lernen

von virtuellen Tafeln und tanzen zu

Youtube-Filmen. In Deutschland

wird aus der Mediennutzung zu

Unrecht ein Problem gemacht.

Also kein schlechtes Gewissen,

wenn man mit Baby auf dem

Schoß die E-Mails beantwortet?

Für mich ist das unproblematisch.

Klick-Tipp

Noch mehr Spieltipps und

Bewertungen gibt es bei:

www.iphonekinderapps.de und

www.kinderappgarten.de

TOP 5

Bücher-Apps

Wimmel App

Für iPhone und iPad

Alter: ab 18 Monaten

Suchen, gucken, entdecken – wie

im realen Buch. Per Fingerwisch kann ein

anderer Bereich des Zoos erkundet werden.

Preis: 0,79 Euro

KinderApp

Für iPhone und iPad

Alter: ab 18 Monaten

Beim Antippen der Gegenstände

aus dem Bilderbuch werden sie benannt. Im

zweiten Level wird gefragt: „Wo ist der Ball?“

Preis: ab 1,59 Euro

Die drei kleinen

Schweinchen

Für iPad und iPhone

(für Android Smartphones gibt

es eine Version, allerdings nicht

voll interaktiv)

Alter: ab 2

Das Buch vom Carlsen-Verlag ist berühmt.

Jetzt können Kinder per Fingertipp den

Helden helfen, ihre Häuser aufzubauen, sie

wieder umzublasen oder sie vor dem Wolf

zu retten. Drei Funktionen: lesen & spielen,

selber lesen oder vorlesen.

Preis: ab 2,99 Euro

Kuckuck, da bin ich!

Für Android Smartphones

Alter: ab 2

Eine der wenigen deutschen

Kinderbuchapps im Android-Market. Die

kurze Geschichte vom Oetinger-Verlag mit

interaktiven Illustrationen liest man selbst vor

oder der bekannte Sprecher Wolf Frass. Der

integrierte Audio-Rekorder zeichnet die

eigene Stimme beim Vorlesen auf. Zusätzlich

gibt es ein Puzzle mit 6, 12 oder 20 Teilen.

Preis: kostenlos

Janosch – Komm, wir

finden einen Schatz

Für iPhone und iPad

Alter: ab 3

Der Kinderbuchklassiker von Janosch mit

Musik, zwei Spielen und Vorlesefunktion, an

der auch Mütter Gefallen finden. Es liest die

deutsche Stimme von George Clooney.

Preis: ab 3,99 Euro

Leben & erziehen

September 2012 31

Interview: Silke Weiher; Fotos: Fotolia.com, iStockphoto.com


Sesundheit

Leben & erziehen

Unser

Experte

Dr. Rüdiger

Posth ist

Kinderarzt und

-psychologe mit

eigener Praxis

in Bergisch-

Gladbach

M

orgens, halb zehn:

Ferdinands Kita-

Freunde sitzen schon alle im Frühstücksraum

und essen fröhlich ihre

Butterbrote und Apfelschnitze. Nur

unser Kleiner hängt noch an meinem

Rockzipfel („Mama, niss weg!!!“) und

will gar nicht mehr loslassen. Schließlich

weiß er aus Erfahrung, was jetzt

kommt: der Abschied.

Auch ich kenne schon, was mich

gleich erwartet: Tränen, kleine Klammerhände,

die ich lösen muss, bevor

ich mit einem betont fröhlichen „Bis

später, mein Schätzchen!“ in Richtung

Ausgang entschwinde. Mein

Verstand spult mantramäßig die

Tipps der Erzieherinnen ab (Nicht zurückgucken!

Den Abschied nicht unnötig

in die Länge ziehen!). Und obwohl

Ferdinand schon zu weinen

aufhört, bevor ich ganz aus der Tür

bin, bleibt da doch dieses mulmige

Gefühl im Bauch: Ist es normal, dass

mein Kind so unglücklich ist?

TRENNUNGSSCHMERZ

Die gesunde Angst vor dem

Abschied

„Selbst wenn die Kleinen eine Zeit

lang die Trennung heftig schmerzt,

ist das nicht nur normal, sondern sogar

ein richtig gutes Zeichen!“, beruhigt

der Kinderarzt und -psychologe

Dr. Rüdiger Posth aus Bergisch-Gladbach

besorgte Eltern wie mich. Denn

der Auslöser solcher Ängste ist eine

„biologische Lebensversicherung“, so

der Experte – selbst Vater von vier

FREMDELN

VERLUSTANGST

TRENNUNGSSCHMERZ

Der

Kummer

der

Kleinen

In den ersten beiden

Lebensjahren erleben

die meisten Kinder

das erste Mal diese Gefühle.

Was dahintersteckt

und wie Eltern

den Kleinen

beim Loslassen

helfen

Kindern und Ratgeberautor (u. a.

„Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen“,

Waxmann; 29,90 Euro).

„Trennungsschmerz zeigt, dass Ihr

Kind eine starke, vertrauensvolle

Bindung zu Ihnen eingegangen ist,

sich bei Ihnen sicher und geliebt

fühlt!“ Das enge Band zwischen Eltern

und Kindern ist ein wertvolles

Relikt der Entwicklungsgeschichte.

Denn kleine Kinder sind neugierig.

Wegen der starken Bindung zu Mama

und Papa brennen sie nicht auf Abenteuertour

durch, sondern bleiben nah

bei den Menschen, die sie lieben, beschützen

und ernähren.

32

Leben & erziehen

September 2012


auf Mama und Papa verlassen zu

können und in ihren Gefühlen ernst

genommen zu werden!“

Das bedeutet keinen stundenlangen,

tränenreichen Abschied jeden Morgen.

Im Gegenteil! „Gerade zwischen

einem und drei Jahren ist eine flüchtige

Verabschiedung sogar besser für

Ihr Kind“, so der Experte. Dass Mama

nicht zögert und zaudert, sondern

sich sanft lösen kann, sorgt fürs nötige

Vertrauen zur Tagesmutter oder

Erzieherin. Sagen Sie Ihrem Kleinen

kurz, aber liebevoll Lebewohl („Ich

gehe jetzt und hole dich später wieder

ab“). Dann übergeben Sie es flott in

die Arme der Erzieherin. Das signalisiert

dem Kind: Ab jetzt ist Frau Müller

für mich zuständig. „Viele Dreiund

Vierjährige schaffen den Abschied

schon recht selbstständig“,

weiß Dr. Posth. Perfekte Hilfestellung

ist ein kleines Morgenzeremoniell,

z. B. darf das Kind noch kurz aus

dem Fenster gucken und winken,

während Sie gehen.

FREMDELN

Die Entdeckung der

eigenen Persönlichkeit

„Bei jemandem zurückgelassen zu

werden, mit dem sie nicht ganz so

vertraut sind, löst dagegen eine gesunde

Angst aus“, weiß Dr. Posth. „Krippenkinder

meistern deswegen den

Abschied am besten, wenn sie schon

bei der Eingewöhnung die Chance

haben, sich langsam an eine Bezugsperson

zu binden.“ Spielen, wickeln,

füttern: Je mehr „Eltern-To-Dos“ die

neue Vertraute nach und nach übernimmt,

umso besser lernen Kind und

Erzieherin sich kennen – und umso

größer ist die Chance, dass die Betreuerin

später auch die Königsdisziplin

beim Abschiednehmen meistert:

das Trösten.

Krisen kann es allerdings auch lange

nach dem Kita-Start geben: Plötzlich

macht das Kind wieder Theater beim

Abgeben, will die Eltern gar nicht gehen

lassen. „Ganz normal“, beruhigt

Dr. Posth auch jetzt. Denn Angst

kommt oft in Wellen – meist angestoßen

von anstrengenden Entwicklungsschritten

in anderen Bereichen

(z. B. laufen lernen, aufs Töpfchen gehen).

„In solchen Phasen haben Kinder

ein starkes Sicherheitsbedürfnis

und brauchen oft eine Extraportion

Geborgenheit“, so der Psychologe.

Sich unbemerkt rauszuschleichen,

um den schmerzvollen Abschied zu

umgehen, ist der falsche Weg. Solche

Hauruckmaßnahmen fördern eher

kindliche Ängste und können empfindlich

am Eltern-Kind-Verhältnis

kratzen, warnt Dr. Posth. „Kinder

müssen immer wieder die Erfahrung

machen dürfen, sich 100-prozentig

Nichts wie weg!

Ein schneller

Abschied ist

besser für

Mutter und Kind

Angst, die für sie wichtigsten Menschen

im Leben zu verlieren, haben

die meisten Babys. „Fremdeln“ heißt

diese dem Namen nach wohl bekannteste

Angstphase, die Kinder im

Alter zwischen vier und sieben Monaten

erwischt.

Eigentlich dürfen Eltern sich freuen,

weil ihr Baby, das plötzlich andere

Menschen skeptisch mustert oder bei

ihrem Anblick weinerlich die kleine

Schnute verzieht, einen wichtigen

geistigen Entwicklungsschritt macht:

„Fremdeln ist ein Zeichen für die starke

Bindung des Babys an die Mutter.

Ein Neugeborenes hat noch keine

Vorstellung von sich als Individuum.

Es hält sich selbst und den Menschen,

der es versorgt, für ein und dieselbe

Person“, erklärt Dr. Rüdiger Posth.

Erst nach ein paar Monaten beginnt

das Baby langsam zu begreifen, dass

es nicht an Mama „angewachsen“ ist,

dass ein „Ich“ und ein „Du“ existieren.

Mit dieser faszinierenden Entdeckung

wächst allerdings auch ▸▸▸

Leben & erziehen

September 2012 33


Kullern, krabbeln, klettern –

Freiheit für kleine Füße.

Kleine Kinderfüße sind einfach immer und in allen

Richtungen in Bewegung. Unsere Elefanten free

Schuhe geben ihnen dabei den richtigen Halt ohne sie

einzuengen. Weil sich die fl exible Sohle jeder Bewegung

ideal anpassen kann. So können sich Kinderfüße gesund

entwickeln und kleine Akrobaten bekommen genau die

Freiheit, die sie bei ihren Abenteuern brauchen.

Kinderfüße in besten Händen

Jetzt bei

www.elefanten.de


▸▸▸ die Angst, von der Mama (oder

dem Papa) zurückgelassen und getrennt

zu werden.

Fremdeln ist ein kleiner Schock – für

das Baby, aber oft auch für die nächste

Umgebung! Dann nämlich, wenn

der kleine Sonnenschein von einem

auf den anderen Tag nicht mehr bei

Oma auf den Arm will oder sich weinend

vom Patenonkel wegdreht, statt

mit ihm zu lachen. „Das Baby am besten

nicht bedrängen!“, rät Dr. Posth.

Das Kleine der Oma einfach in den

Arm zu drücken oder immer wieder

Kuckuck mit dem Patenonkel zu spielen,

ist lieb gemeint, aber macht die

Sache meist schlimmer. Genauso übrigens,

wie sich zu Hause einzuigeln,

damit der Säugling nur Vertrautes

um sich hat.

Studien haben gezeigt, dass Babys

kontaktfreudiger Mütter ihre Angst

vor Fremden schneller überwinden.

Ob Bummeln oder Babytreff – unternehmen

Sie, was Sie möchten, aber

gönnen Sie Ihrem Kind eine Extradosis

Geborgenheit: Auf Mamas Arm

oder auf Papas Schulter, einem kuscheligen

Aussichtsplatz, kann das

Baby sich in aller Ruhe an fremde

Gesichter und Orte gewöhnen.

VERLUSTANGST

Der erste Schritt

zur Selbstständigkeit

Kinder, die

selbstständig

werden,

tanken gerne

zwischendurch

Nähe

Achtmonatsangst nannte man das

Fremdeln früher – und warf damit

zwei unterschiedliche Dinge in einen

Topf. „Das klassische Fremdeln, also

die Skepsis gegenüber Fremden, hat

seinen Höhepunkt mit sechs Monaten.

Mit einem Dreivierteljahr lernen

viele Babys eine neue Sorge kennen,

die Verlustangst“, erklärt Dr. Posth.

Oft stolpern Krabbelkinder regelrecht

darüber: Sie werden mobil, durchstreifen

auf eigene Faust die Wohnung

– und bekommen es auf einmal

mit der Angst zu tun, wenn Mama

nicht mehr im Blickfeld ist, sondern

im Zimmer nebenan.

Fängt Ihr kleiner Abenteurer plötzlich

jedes Mal lauthals zu weinen an,

sobald Sie den Raum verlassen, ist

Geduld gefragt. „Ihr Baby hat vor

allem Angst vor seiner eigenen Courage

bekommen, jetzt muss sein

Selbstvertrauen wachsen“, erklärt der

Experte. Unterstützen Sie Ihr Kind

bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit,

indem Sie es eine Weile

klammern und Nähe tanken lassen.

Oft ist der Spuk schon nach wenigen

Wochen vorbei! In dieser Zeit hilft es,

unnötige Trennungen im Alltag zu

vermeiden – und erfinderisch zu werden.

Das Kleine weint, wenn Sie ins

Bad gehen? Dann darf es eben mit,

wenn Sie duschen oder auf die

Toilette müssen, und kurz in seiner

Wippe spielen. Oder es sitzt zwar im

Laufstall im Zimmer nebenan – kann

Sie aber die ganze Zeit singen oder

sprechen hören.

Finden Sie heraus, womit Sie beide

ein gutes Gefühl haben, und unternehmen

Sie ruhig viel zu zweit. Ob

Toben auf dem Spielplatz, PEKiP oder

einfach Kaffeetrinken mit den Freundinnen:

Gegen eine starke und intensive

Beziehung hat Angst auf Dauer

keine Chance.

Das haben auch Ferdinand und ich

erlebt. Seit ein paar Tagen komme ich

morgens nicht mehr den Tränen nahe

aus der Kita. Denn mein kleiner Sohn

klettert nach einem flüchtigen Kuss

blitzschnell von meinem Arm und

will mit seiner neuen Freundin Anna

spielen. Jetzt habe ich manchmal ein

neues, etwas merkwürdiges Gefühl

im Bauch, halb glücklich, halb traurig.

Ob eigentlich auch die Eltern ein

ganz kleines bisschen Verlustangst

bekommen können?


KRISTINA JUNKER

Illustration: Silke Schmidt; Foto: privat

Mit der neuen

fl exiblen Sohle.

Querrillen

machen die Sohle

noch biegsamer.

Durch die Aussparung

in der

Mittelsohle kann

sich der Fuß in

jede Richtung

bewegen.

Der abgerundete

Absatz

unterstützt

das Abrollen.

1. Der Fuß findet die

natürliche Abrollbewegung

über

den großen Zeh.

2. Beim Abrollen

kann der Fuß

sich in jede Richtung

bewegen.

3. Die Abrollbewegung

wird im

Zehenbereich

unterstützt.


Gesundheit

Kleiner Tollpats

Wenn ein Kind immer

wieder stolpert oder auf

die Nase fällt, dann ist es

meistens einfach nur ein

bisschen ungeschickt.

Manchmal aber steckt

mehr dahinter. Woran

Eltern das erkennen und

wie sie ihrem Kind am

besten helfen können

Es sieht einfach niedlich

aus, wenn so ein Zwerg

die ersten Schritte macht

und wackelig durchs Zimmer

tapst. Dann geht es

rasant weiter: Von Tag zu

Tag werden die Kleinen sicherer auf ihren

Beinen, sie laufen und sausen und

halten ihre Eltern ganz schön auf Trab.

Sind die Energiebündel drei Jahre alt,

können die meisten bereits Treppen

steigen, auf Stühle klettern, schaukeln

oder einen Fußball kicken.

Manche Kinder jedoch halten sich in

punkto Bewegung sehr zurück – weil

sie nicht so können, wie sie wollen. „Solange

sie klein sind, fällt es nicht so auf,

dass sie weniger Lust haben, sich zu bewegen.

Meist heißt es dann, das Kind

sei eher gemütlich oder vorsichtig“, erklärt

die Neuropädiaterin Dr. Gabriele

Brandstetter* aus Augsburg, die auf die

geistige und körperliche Entwicklung

von Kindern spezialisiert ist. Deshalb

sind die Kleinen meist schon zwischen

zwei und drei, wenn sie zu ihr in die

Sprechstunde kommen.

Jonas zum Beispiel ist schon drei. Seiner

Mutter ist nicht verborgen geblieben,

dass der Junge weniger aktiv ist als seine

Altersgenossen. Erst mit knapp zwei

hat er Laufen gelernt. Am Spielplatz

zieht sich der Dreijährige lieber in die

Sandkiste zurück, als mit gleichaltrigen

Freunden zur Rutsche zu stürmen. „Das

wird schon. Sein Papa hat sich als Kind

auch mehr Zeit gelassen“, versucht die

Schwiegermutter die Eltern zu beruhigen.

Doch weil es nicht besser wird,

Jonas bei jeder Bodenwelle oder Türschwelle

ins Stolpern gerät und immer

links?

blaue Flecken hat, gehen die Eltern

schließlich mit ihm zum Kinderarzt.

Der überweist sie ans Förderzentrum

der Hessing Stiftung Augsburg, an dem

auch Dr. Brandstetter arbeitet.

Eine frühe Diagnose

ist wichtig

Bei der Untersuchung stellt sich heraus,

dass Jonas Unterstützung braucht. Die

Diagnose lautet: niedriger Muskeltonus.

Typisch dafür ist, dass Jonas in sich zusammensackt,

wenn man ihn auf einen

Stuhl setzt. Die Ärztin ist froh, dass die

36

Leben & erziehen

September 2012


ch

10 %

links!

2

linke

Füße?

Manchmal liegt das einfach daran,

dass ein Kind zu wenig Möglichkeiten hat,

unterschiedliche Bewegungserfahrungen

zu machen — zum Beispiel, weil es zu

wenig draußen ist. Manchmal ist der

Grund aber ein anderer. Neuropädiater,

also spezialisierte Kinderärzte, klären das.

Mutter ihren Sohn so aufmerksam

beobachtet hat, und erklärt: „Es ist

wichtig, dass wir möglichst früh eine

Diagnose stellen können.“

Ein „Schlaffi“ verliert

sein Selbstvertrauen

Auch für die kleine Seele ist das gut,

denn Kinder, die körperlich nicht so fit

sind, werden oft schnell abgestempelt.

Sich ständig anhören zu müssen, man

sei ein „Tollpatsch“, ein „Schlaffi“ oder

habe „zwei linke Hände“, stärkt nicht

gerade das Selbstvertrauen. Die Kinder

merken ja auch selbst, dass sie nicht so

können wie die anderen. „Das macht

sie – je nach Persönlichkeit und Temperament

– weinerlich, ungeduldig oder

aggressiv und lässt sie oft so verzagen,

dass sie weitere Versuche einstellen“,

sagt die Ärztin. Sie wagen sich nicht

mehr aufs Klettergerüst, machen einen

Bogen um die Schaukel oder weigern

sich, auf ihr Dreirad zu steigen. Weil sie

ja doch nur wieder runterfallen und

sich stoßen würden …

„Trotzdem sollten Eltern ihren Sprössling

nicht in Watte packen. Manche

Kinder trauen sich auch nicht, weil die

Eltern übervorsichtig sind“, stellt Ergotherapeutin

Anita Schalowski* immer

wieder fest. Außerdem nehmen Eltern

ihrem Nachwuchs im Alltag oft zu viel

ab. „Natürlich kostet es mehr Zeit, das

Kind allein essen und sich anziehen zu

lassen, als wenn man es eben schnell

selber macht“, weiß die Ergotherapeutin.

Kinder, die langsamer sind, sich oft

auch leicht von dem ablenken lassen,

was sie gerade tun sollen, brauchen

besonders viel Geduld und liebevolle

Begleitung. Eltern können ihnen helfen,

indem sie so komplexe Vorgänge wie

das Anziehen in Teilschritte gliedern

und damit überschaubar machen.

Wer oft hinfällt, braucht viel Lob und

Ermutigung, damit er immer wieder

aufsteht und weitermacht. „Vor allem

die Väter können viel zur Entwicklung

aller Kinder sind ihren Altersgenossen

in der körperlichen

Entwicklung hinterher, so

der Kinderarzt und Buchautor

Dr. Herbert Renz-Polster.

Bei jedem dritten liegt das nicht

nur am ruhigen Temperament.

beitragen, weil sie erfahrungsgemäß

mehr mit ihren Söhnen und Töchtern

balgen, toben oder springen“, sagt Anita

Schalowski.

Laufanfänger dürfen

Stühle schieben

Die Ergotherapeutin lässt ihre Patienten

erst bei Mama oder Papa an der

Hand, dann ohne Hilfe auf weichen

Matten und schiefen Ebenen laufen

oder über Hindernisse balancieren. Für

zu Hause gibt Anita Schalowski Eltern

viele praktische Tipps: „Lassen Sie die

kleinen Laufanfänger ruhig Stühle oder

andere kleine Möbel durch die Wohnung

schieben. Der Widerstand, den sie

dabei überwinden müssen, hilft ihre

Muskeln zu trainieren. Deshalb ist auch

schweres Werkzeug günstiger, wie beispielsweise

ein Breilöffel aus Metall. Er

liegt zudem besser in der Hand.“

Mit Kissen, Rollen, Polstern und Matten

können Kinder in den eigenen vier

Wänden trainieren. „Und gehen Sie so

oft wie möglich gemeinsam in den

Wald und auf einer Wiese spazieren“,

rät die Ergotherapeutin. „Dort können

Sie zusammen testen, wie es sich auf

verschiedenen Untergründen läuft.“

Dank der Ergotherapie hat Jonas schon

gute Fortschritte gemacht. Inzwischen

gilt er im Kindergarten als hoffnungsvoller

Minikicker.


ANDREA SCHMIDT-FORTH

* Beratung: Dr. Gabriele Brandstetter ist ärztliche Leiterin des

Sozialpädiatrischen Zentrums am Förderzentrum der Hessing

Stiftung Augsburg. Anita Schalowski leitet am Förderzentrum

die Abteilung für Ergotherapie.

Foto: Fotolia.com

Leben & erziehen

September 2012 37


Dreitagefieber

So sieht’s aus: Nach drei bis vier Tagen

plötzlich auftretendem, hohem Fieber

zeigt sich ein feiner, roter Hautausschlag

mit leicht erhabenen Flecken an Brust,

Bauch und Rücken

Ansteckend: 3 Tage vor Fieberbeginn bis

zum Auftreten des Ausschlags

Wieder in Krippe oder Kita: Wenn der

Ausschlag verblasst ist

Dieses Poster

ist ein Geschenk von

Bei Kinderkrankheiten

sind Eltern oft

unsicher, wann ihre

Tochter oder ihr Sohn

wieder in die Krippe

oder die Kita gehen

darf. Unsere Übersicht

bringt Klarheit

Keuchhusten

So sieht’s aus: Zuerst Schnupfen,

Husten, Heiserkeit, dann krampfartige

Hustenanfälle bis hin zur Atemnot

Ansteckend: Ab der ersten schnupfenähnlichen

Phase bis etwa 3 Wochen nach

Beginn der typischen Hustenanfälle. Bei

Behandlung mit Antibiotika bis etwa 5 Tage

nach Beginn der Therapie

Grippe (Influenza)

So sieht’s aus: Ganz plötzlich auftretendes

Fieber, Müdigkeit, Kopf- und

Muskelschmerzen, trockener, quälender

Husten

Ansteckend: Mit Beginn der ersten

Krankheitszeichen für 1 Woche

Wieder in Krippe oder Kita: Wenn

die Symptome abgeklungen sind, sollten

Eltern dem Kind noch einen fieberfreien

Tag zu Hause gönnen

Masern

So sieht’s aus: Schnupfen, Husten,

Fieber und zuerst weiße Beläge an der

Wangenschleimhaut, dann ein Ausschlag

mit hellroten Flecken, die sich übers

Gesicht und den ganzen Körper ausbreiten

Ansteckend: Etwa 5 Tage vor dem

ersten Auftreten des Ausschlags bis etwa

4 Tage danach

Na, auch Lust

auf Fieber?

Hand-Mund-Fuß-

Krankheit

So sieht’s aus: Bläschen an Händen und

Füßen, kurzlebige Bläschen auf der Zunge,

am Gaumen und an der Wangenschleimhaut

Ansteckend: 2 bis 6 Tage vor Ausbruch

der Krankheit bis zur Verkrustung der

Bläschen


Foto: f1 online; Illustrationen: iStockphoto.com

Ich mach

rote Flecken!

Wieder in Krippe oder Kita: Aus Rücksicht

auf andere Kinder erst, wenn die

Bläschen verkrustet sind

Mumps

So sieht’s aus: Die Ohrspeicheldrüse

schwillt an und verursacht dicke Wangen

sowie Schmerzen in den Ohren und beim

Kauen

Ansteckend: 3 bis 7 Tage vor Beginn und

bis zu 9 Tage nach dem Abklingen der

Schwellung

Wieder in Krippe oder Kita: Wenn das

Kind wieder vollständig gesund ist

Wieder in Krippe oder Kita: Wenn

der Arzt bestätigt, dass das Kind wieder

gesund ist

Ringelröteln

So sieht’s aus: 20 Prozent der

infizierten Kinder haben einen schmetterlingsförmigen

Hautausschlag an Wangen

und Nasenwurzel. Außerdem können

Fieber, Kopfschmerzen und Kältegefühl

hinzukommen

Ansteckend: 4 Tage vor Auftreten

des Ausschlags bis zum ersten Anzeichen

des Ausschlags

Wieder in Krippe oder Kita: Wenn

der Ausschlag richtig ausgebrochen ist

Windpocken

So sieht’s aus: Juckender

Hautausschlag, der sich vom Kopf und

Rumpf über den ganzen Körper ausbreitet.

Es bilden sich Bläschen, die mit einem

wässrigen Sekret gefüllt sind und nach

einigen Tagen aufplatzen

Ansteckend: 1 bis 2 Tage vor Auftreten

des Ausschlags bis zur Verkrustung

der Pusteln

Wieder in Krippe oder Kita: 5 Tage

nach Auftreten des letzten Bläschens

Wieder in Krippe oder Kita: Frühestens

5 Tage nach dem Ausbruch des Ausschlags,

wenn der Arzt grünes Licht gibt

Röteln

So sieht’s aus: Ein Ausschlag mit

kleinen, hellroten Flecken, der hinter

den Ohren beginnt und sich über den

ganzen Körper ausbreitet. Typisch: Die

Flecken verschmelzen nicht miteinander

Ansteckend: 1 Woche vor Auftreten

des Ausschlags bis zu 1 Woche nach

dem Abklingen

Wieder in Krippe oder Kita: Wenn das

Kind nicht mehr ansteckend ist und sich

wieder gut fühlt

Scharlach,

bäh!

Scharlach

So sieht’s aus: Plötzliche Halsschmerzen

und Schluckbeschwerden, dazu oft Kopfschmerzen

und hohes Fieber. Später färbt

sich der Rachen feuerrot und es erscheint

ein feinfleckiger, samtartiger Ausschlag

Ansteckend: Ab dem Moment der

Ansteckung bis zu mehrere Wochen nach

Ausbruch der Krankheit (bei einer Behandlung

mit Antibiotika zwischen 24 und

48 Stunden nach Einnahme der Medizin)

Wieder in Krippe oder Kita: Bei Antibiotikabehandlung

ab dem 2. Tag, wenn keine

Krankheitszeichen mehr vorhanden sind;

sonst nach Abklingen der Symptome


Gesundheit

im Nacken sehr warm oder feucht an,

ist es dem Kind zu heiß und es braucht

eine Abkühlung.

Wann wird es besser?

Der Ausschlag ist harmlos und verschwindet

in der Regel so schnell, wie

er entstanden ist. Spätestens nach

zwölf Stunden ist nichts mehr zu sehen.

Wenn nicht, sollten Sie den Kinderarzt

fragen. Er stellt fest, ob eine

andere Ursache hinter dem Ausschlag

steckt, etwa eine Allergie.

Heiße Tipps

gegen

Hitzepickelchen

In Babys Gesicht, am Hals, im Windelbereich:

Im Sommer haben die kleinen Pusteln Saison.

Wie Sie vorbeugen können und was den Juckreiz stillt

Der Hochsommer ist

wunderschön – wenn

das Baby nur nicht so

schwitzen würde.

Denn in seinen Hautfalten,

unter den Armen,

in den Kniekehlen und in den

Leistenbeugen bilden sich dann oft

Bläschen oder rote Pusteln. Miliaria

nennen Mediziner die Hitzepickelchen.

Es gibt zwei Formen. Bei der

Miliaria cristallina bilden sich stecknadelkopfgroße,

wasserhelle Bläschen.

Sie sehen wie Schweißtröpfchen auf

der Haut aus, platzen auf und machen

keine Beschwerden. Dagegen können

die rötlichen Pusteln der Miliaria

rubra jucken und brennen – vor allem

nach dem Planschen am Meeresstrand.

Denn Salzwasser reizt die betroffenen

Stellen zusätzlich.

Wie entsteht der Ausschlag?

Wenn es draußen feucht und heiß ist,

schwitzt Ihr Kind. Dann können seine

Poren verstopfen und es bilden sich

Pickelchen. Die gibt es auch, wenn Ihr

Baby zu warm angezogen ist und sich

die Wärme unter seiner Kleidung

staut. Das können Sie ganz einfach

testen: Fühlt sich die Haut des Babys

Richtig vorbeugen

Für den Sommer gilt: Je leichter und

luftdurchlässiger Höschen, Shirts und

Kleider sind, desto besser. Ideal sind

natürliche Materialien wie Baumwolle,

Leinen oder Seide. Eng anliegende

synthetische Kleidung sorgt schnell

für einen Wärmestau. Auch viel trinken

hilft beim Abkühlen – am besten

ungesüßten Tee oder Wasser.

Das lindert den Juckreiz

Waschen Sie die juckende Haut mit

lauwarmem Wasser ab, dann leicht

abtupfen. Waschungen mit Stiefmütterchenkraut-Tee

lassen den Ausschlag

schneller abheilen. In der Apotheke

gibt es Teebeutel oder loses Stiefmütterchenkraut.

So wird der Tee zubereitet:

1 TL Kraut mit 150 ml heißem

Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen

lassen und abgekühlt zum Abwaschen

verwenden. Bewährt hat sich

auch das Bestreichen des Ausschlags

mit Zinkschüttelmixtur (zum Beispiel

Tannosynt-Lotion). Keine Wundsalbe

oder normale Feuchtigkeitslotion auf

die Pickelchen geben, das verstopft

die Poren zusätzlich.

So hilft die Homöopathie

Wenn Hitzepickelchen stark jucken,

wirkt Toxicodendron quercifolium

D12 lindernd. Geben Sie Ihrem Kind

zweimal täglich fünf Globuli.

Text: Margret Nußbaum; fachliche Beratung: Kinderärztin Dr. Monika Niehaus, Weimar; Foto: Your Photo Today; Illustration: iStockphoto.com

40

Leben & erziehen

September 2012


Mein Bonus-Club von ROSSMANN

Sie erwarten ein Kind?

Herzlich willkommen!

Wir freuen uns mit Ihnen!

Sie sind jetzt schon herzlich willkommen

in der ROSSMANN babywelt! In unserem

Bonus-Club können Sie schon lange vor

der Geburt Ihres Kindes dabei sein und von

den vielen Vorteilen bereits während der

Schwangerschaft profitieren.

Viele Vorteile

und tolle Extras!

Attraktives Willkommensgeschenk

für werdende Eltern

mit vielen Sparcoupons

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nach der Geburt mit vielen Überraschungen

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die Ihnen helfen, bares Geld zu sparen

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und KLOPPENBURG

oder einfach online:

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Gesundheit

Wir fahren

zur Kur

Mutter-Kind-Kuren zählen zu den

Pflichtleistungen der gesetzlichen

Krankenkassen. Trotzdem stellen

sich diese oft quer und lehnen

jeden dritten Erstantrag ab.

Mit unserem Fahrplan sind Sie

fast schon am Ziel

1. Station 2. Station 3. Station

Deutsches

Müttergenesungswerk

Wenden Sie sich zuerst an das

Deutsche Müttergenesungswerk.

Die Beraterinnen der gemeinnützigen

Stiftung sind so erfahren,

dass sie einschätzen können, ob

eine Mutter-(Kind-)Kur das Richtige

für Sie ist. In bundesweit

rund 1 400 Beratungsstellen hilft

man Ihnen kostenlos beim Ausfüllen

des Antrags. Die Experten

wissen auch, wie das ärztliche

Attest am besten formuliert sein

sollte und was zu tun ist, falls der

Antrag abgelehnt wird. Infos:

www.muettergenesungswerk.de

oder Tel. 030/330029-29.

Besuch beim Hausoder

Frauenarzt

Für die Kur brauchen Sie ein ärztliches

Attest. Darin sollte Ihr Arzt

möglichst ausführlich Ihre Beschwerden

beschreiben. Er muss

sehr deutlich machen, dass Sie

dringend einen Tapetenwechsel

brauchen. Wenn auch Ihr Kind

krank ist – das ist aber keine Voraussetzung

für eine Mutter-Kind-

Kur! –, holen Sie zusätzlich ein

Attest beim Kinderarzt. Dann

bekommt Ihr Kind ein eigenes

Gesundheitsprogramm während

der Kur. Grundsätzlich dürfen

Kinder bis zum Alter von zwölf

Jahren mit zur Kur.

Kurantrag

vorbereiten

Gemeinsam mit einer Beraterin

des Müttergenesungswerks füllen

Sie den Kurantrag aus. Eine sinnvolle

Ergänzung ist ein Selbstauskunftsbogen,

in dem Sie Ihre Situation

ausführlich beschreiben.

Darin weisen Sie beispielsweise

auf zusätzliche Belastungen hin

– etwa weil Sie alleinerziehend

sind, finanzielle Probleme haben,

einen Angehörigen pflegen müssen

oder weil Ihr Kind besonders

anstrengend ist.

42

Leben & erziehen

September 2012


Mehr als ein Urlaub: Bei der

Mutter-(Kind-)Kur können

gestresste, ausgepowerte

Frauen auftanken und zur

Ruhe kommen. Wichtigstes

Ziel: Sie sollen gesund

werden und vorbeugende

Maßnahmen kennenlernen

4. Station 5. Station Umleitung

Klinik auswählen

Entscheiden Sie mit Ihrer Beraterin,

welche Art von Klinik für

Ihren dreiwöchigen Aufenthalt

infrage kommt. Alle 82 vom Müttergenesungswerk

anerkannten

Kliniken behandeln das Erschöpfungssyndrom

und haben sich

darüber hinaus spezialisiert –

etwa auf Migränepatientinnen

oder auf Mütter, die ihr Kind oder

ihren Mann verloren oder Gewalt

erlebt haben. Außerdem gibt es

Häuser, die speziell auf die Betreuung

von Babys, Kleinkindern

oder Mehrlingen eingestellt sind.

Lassen Sie sich in der Klinik Ihrer

Wahl vormerken.

Koffer packen

und Kur antreten

Im Idealfall bekommen Sie die

Genehmigung für die Mutter-

(Kind-)Kur etwa vier bis acht Wochen,

nachdem Sie den Antrag

gestellt haben. Innerhalb von vier

bis sechs Monaten müssen Sie sie

dann antreten. Die Kosten für die

Kur – auch für mitreisende Kinder

– übernimmt die gesetzliche

Krankenkasse. Ihr Eigenanteil

beträgt zehn Euro pro Tag.

Klick-Tipp

Wenn’s mal nicht

glatt läuft ...

Etwa 35 Prozent der Erstanträge

für eine Kur werden erst einmal

abgelehnt, so die Auskunft des

Müttergenesungswerkes. In einem

solchen Fall lohnt es sich,

Widerspruch einzulegen. Denn

Ihre Chancen, trotzdem zur Kur

fahren zu können, sind gut! Mehr

als jeder zweite Antrag wird im

Widerspruchsverfahren doch

noch genehmigt.

Sie überlegen, ob eine Kur das Richtige für Sie ist? Tauschen Sie sich mit

anderen Müttern aus: www.leben-und-erziehen.de

Text: Beate Spindler; fachliche Beratung: Anne Schilling, Geschäftsführerin Deutsches Müttergenesungswerk; Fotos: Fotolia.com

Leben & erziehen

September 2012 43


Ernährung

Gesund

essen

im 2. Jahr

Bunt, mild, frisch und

mundgerecht

Mit ein paar Tipps und Tricks

gelingt der Übergang vom Brei

zur Familienkost am besten

Mit einem Jahr fühlen

Kinder sich schon

sooo groß. Und sie

dürfen jetzt auch

mit den Erwachsenen

am Esstisch

Platz nehmen. Aber dürfen sie auch

alles essen, was die Großen auf dem

Teller haben? Das fragen sich viele

Eltern. Im ersten Jahr war das kein

Problem: Ein Blick in den Ernährungsfahrplan

des Dortmunder Forschungs -

instituts für Kinderernährung (FKE)

reichte und sie wussten, wann welcher

Brei an der Reihe war. Aber jetzt?

Zwei von drei Müttern fühlen sich bei

der Gestaltung des Speiseplans für ihre

Einjährigen alleingelassen – das ergab

eine Umfrage im Auftrag des Babynahrungsherstellers

Milupa. Auch Sigrid

Fellmeth kennt diese Beschwerden aus

ihren Kursen und Seminaren für die Initiative

„Bewusste Kinderernährung“

(www.beki-bw.de). Sie weiß aber auch:

„Ein Ernährungsfahrplan wie fürs erste

Jahr würde bei älteren Kindern nicht

mehr funktionieren. Dafür sind Einjährige

schon zu unterschiedlich entwickelt.“

Zum Beispiel brechen die ersten

Backenzähne bei manchen Kindern

schon nach zwölf, bei anderen erst

nach 16 Monaten durch.

Die Ernährungswissenschaftlerin ermutigt

Eltern, sich selbst an den Kochtopf

zu stellen. Das nötige Know-how

dafür können sie sich in Kochkursen

holen, die zum Beispiel Elternschulen,

Krankenkassen oder Familienbildungsstätten

anbieten. „Solche Einrichtungen

sind oft auch bereit, Fachkräfte in

PEKiP- und ähnliche Gruppen zu schicken“,

weiß Sigrid Fellmeth.

Bis auf wenige Ausnahmen dürfen Einjährige

alles probieren, was ihre Eltern

und großen Geschwister essen. Hauptsache,

die Speisen sind kindgerecht zubereitet

und angerichtet. So soll das

Essen sein:

Frisch und mild gewürzt

… damit die Kleinen den Eigengeschmack

der Lebensmittel kennenlernen.

Frische Kräuter sind die beste

Würze – wenn‘s Mama oder Papa ▸▸▸

44

Leben & erziehen

September 2012


Am Tisch sitzen wie die Großen,

essen wie die Großen? Fast.

Auf die Zubereitung kommt es an

Bei der GRETA-Studie wurden die Speisepläne

von fast 400 Ein- bis Dreijährigen unter die Lupe

genommen. Gefördert wurde die Untersuchung

durch den Babynahrungshersteller Alete. Wir

haben Dr. Annett Hilbig, Ernährungswissenschaftlerin

und Mitautorin der Studie, dazu befragt.

Zu viel Fleisch,

zu wenig Fisch

Bekommen kleine Kinder

hierzulande alles,

was sie für eine gesunde

Entwicklung brauchen?

◾ Mit Energie und Nährstoffen

sind sie bis auf wenige

Ausnahmen gut versorgt.

Und was sind

diese Ausnahmen?

◾ Vitamin D, Jod,

Folsäure und Eisen.

essen zu wenig Gemüse,

Fisch und Vollkornprodukte,

dafür aber viel zu viel

Fleisch und Süßigkeiten.

Welche Folgen hat das?

◾ Dadurch steigt das Risiko

von Übergewicht und späteren

Folgeerkrankungen,

zum Beispiel Herz-Kreislauf-

Erkrankungen oder Diabetes.

Wie können Eltern

diesem Mangel abhelfen?

◾ Die einfachsten Abhilfen

wären: den Kindern bis zum

Ende ihres zweiten Winters

die empfohlenen Vitamin-

D-Tabletten zu geben und

sie viel draußen spielen zu

lassen, mit Jod und Folsäure

angereichertes Salz

zu verwenden, viel grünes

Gemüse und mindestens

einmal pro Woche jodreichen

Fisch wie Seelachs

oder Kabeljau zu servieren.

Und dann wäre

alles in Ordnung?

◾ Leider nein. Unsere

Studie hat gezeigt, dass

die Zusammensetzung der

Mahlzeiten für die Kinder

viele Wünsche offenlässt.

Sie trinken zu wenig Wasser,

Ist es deshalb sinnvoll,

Einjährigen spezielle Kleinkinder-Menüs

und ähnliche

Produkte zu geben?

Solche Menüs sind eine

gute Lösung für unterwegs

oder wenn es mal ganz

schnell gehen muss. Weil sie

der Diätverordnung unterliegen,

sind Eltern damit auch

in Sachen Schadstoffkontrolle

auf der sicheren Seite.

Andererseits brauchen die

Kleinen solche Extra-Kost

eigentlich nicht mehr. Sie sollen

– und wollen! – in diesem

Alter lernen, zu essen wie die

Großen. Je länger Eltern damit

warten, desto schwerer

wird das vermutlich.

Leben & erziehen

September 2012 45


Ernährung

Das braucht Ihr Kind

◾ pro Tag

6 Portionen Getränke (Wasser)

3 Portionen Gemüse

2 Portionen Obst

4 Portionen Getreide (Brot, Flocken)

und Beilagen (Kartoffeln, Nudeln, Reis)

3 Portionen Milch oder Milchprodukte

3 Portionen Fett

◾ pro Woche

3 Portionen Fleisch

1 – 2 Portionen Fisch

1 – 2 Eier

◾ ab und zu

eine Portion Süßes oder Snacks

(Kuchen, Marmelade, Limo, Pommes ...)

So groß ist eine Portion

Die Größe der Portionen hängt

vom Appetit des Kindes ab.

Einen groben Anhaltspunkt liefern

seine Hände:

◾ eine Faust = eine Portion

Gemüse, Obst

◾ beide Hände, zur Schale

geformt = eine Portion

Kartoffeln oder Nudeln (gegart)

◾ die Hand mit ausgestreckten

Fingern = eine Portion Brot

(fingerdick), Wurstaufschnitt

◾ der Handteller = eine Portion

Fleisch oder Fisch

◾ Als Maßstab für Getränke gilt

ein kleines Glas (100 ml),

als Maßstab für Fett ein Teelöffel.

▸▸▸ zu fad schmeckt, können sie ihre eigenen

Portionen ja nachsalzen.

Gedünstet oder sanft gebraten

… weil scharf Angebratenes und Gegrilltes

vielen Kindern noch nicht

bekommt.

Weich

… weil harte Bissen kleinen Kindern im

Mund wehtun.

Bunt

… weil das Auge gerade bei kleinen Kindern

mitisst. Farbkleckse auf dem Tel -

ler (durch Obst- und Gemüsestücke)

beflügeln den Appetit.

Übersichtlich

… denn viele Kinder mögen die einzelnen

Lebensmittel lieber getrennt voneinander

als im Eintopf oder Auflauf.

Also: Soße lieber neben den Nudeln anrichten

und Salatzutaten zum Dippen

anbieten!

Mundgerecht

… sodass die Kinder die einzelnen Bissen

gut löffeln, aufgabeln oder mit den Fingern

essen können.

Wie viel die Kleinen dann jeweils essen,

überlassen die Eltern ihnen am besten

selbst. „Kinder haben nämlich ein sehr

gut ausgeprägtes und sehr individuelles

Hunger- und Sättigungsgefühl“, erklärt

Dr. Annett Hilbig vom FKE. Die

Portionen, die sie verputzen, unterscheiden

sich deshalb von Kind zu Kind

– und oft auch von Tag zu Tag.

Und auch dass der knuddelige Babyspeck

jetzt dahinschmilzt, darf Eltern

nicht irritieren. „In manchen Phasen

legen Kinder eher Gewicht zu, dann

strecken sie sich wieder in die Höhe.“

Entwickeln sich Größe und Gewicht

des Kindes parallel zu den Wachstumskurven

im gelben Untersuchungsheft?

Wirkt es aktiv und zufrieden? Fühlt es

sich wohl in seiner Haut? Solange

Eltern diese Fragen mit „Ja“ beantworten

können, brauchen sie sich um seine

Ernährung keine Sorgen zu machen –

auch wenn es seinen Teller hin und wieder

mal nicht leer isst.


JOSEF PÜTZ

Die besten

Wegweiser

Einen exakten Fahrplan

fürs zweite Lebensjahr gibt

es nicht – aber den einen

oder anderen Wegweiser.

Hier sind die besten:

◾ Die Ernährungspyramide

des aid-Infodienstes erklärt,

welche Lebensmittel Kinder

brauchen (Poster: www.aid.

de/shop; 4,50 Euro).

◾ Die optimix-Mahlzeitenpyramide

zeigt, wie Eltern

diese Lebensmittel auf die

täglichen Mahlzeiten

verteilen können (www.

fke-shop.de; 4 Euro).

◾ Die Broschüre „Das beste

Essen für Kleinkinder“

erleichtert den Übergang

zur Familienkost (www.aid.

de/shop; 2,50 Euro).

Fotos: Haba (5), Masterfile, privat

46

Leben & erziehen

September 2012


Du

entdeckst

das Essen

der Großen

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Du

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Essen

Ernährung

Kalzium-Bombe Parmesan

Ihr Kind mag Käse? Prima, denn das Kalzium darin

macht starke Knochen und gute Zähne.

Allerdings liefert nicht jede Sorte gleich viel davon.

Hier die Hitliste der kalziumreichsten Käsesorten*:

Parmesan

1 200 mg

Emmentaler 1 100 mg

Gouda, Edamer 800 mg

Butterkäse, Tilsiter 750 mg

Schmelzkäse 600 mg

Feta

450 mg

Mozzarella

403 mg

Brie

400 mg

Frischkäse

90 mg

Hüttenkäse

80 mg

*je 100 g Käse

Pflaumen: ein Gedicht

Manche Kinder kennen sie nur aus dem Finger-Reim „… der

schüttelt die Pflaumen“. Schade, denn die blauen Früchte

schmecken prima und stecken voller gesunder Stoffe: Sie fördern

die Verdauung, schützen vor Krebs und Herzinfarkt und stärken

Nerven und Immunsystem. Gute Gründe, jetzt in der Hochsaison

Pflaumen, z. B. als Kompott zu Vanillenudeln, zu genießen.

Vanillenudeln mit

Pflaumen

(für 2 Personen)

1 500 g Pflaumen waschen,

entkernen, klein schneiden,

mit 30 g Zucker aufkochen,

zugedeckt auf dem Herd

auskühlen lassen

2 1 Vanilleschote längs

aufschlitzen, das Mark

herauskratzen

3 Von 1 l Milch 3 EL

abnehmen, mit 25 g Zucker,

1 P. Vanillezucker und

10 g Puddingpulver (Vanille-

Geschmack) verrühren

4 Das angerührte Pulver

zusammen mit dem

Vanillemark aufkochen, die

Hitzezufuhr reduzieren

5 200 g Bandnudeln in der

Milch garen, öfter umrühren

6 Die Vanillenudeln

zusammen mit dem

Kompott warm servieren

RUFEN

SIE AN

Wie wär‘s mit ein paar

leckeren Schmetterlingen,

Libellen und Marien käfern

für die Geburtstagsparty?

Mithilfe der Silikon-Backformen

Sommer“ können

Sie tierische Mini-Kuchen

zaubern.

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9,99 Euro

Die Milch mit

Tee anrühren?

Paula (2 ½ Monate) ist nach den Mahlzeiten oft unruhig,

spuckt und weint. Andere Mütter rieten mir deshalb,

ihr entblähende Tropfen ins Fläschchen zu geben oder

die Milch mit Fencheltee anzurühren. Hilft das?

Möglicherweise. Hinter Paulas Unruhe können ganz

unterschiedliche Ursachen stecken und je nachdem braucht

sie auch unterschiedliche Hilfen. Gegen Blähungen könnte

es tatsächlich helfen, wenn Sie das Fläschchen mit Fencheltee

zubereiten. Achten Sie auch darauf, dass Paula beim

Füttern nicht zu viel Luft schluckt, zum Beispiel wenn sie

hastig trinkt. Bei vielen Babys hat es sich auch bewährt,

die Mahlzeiten zu unterbrechen und die Kleinen zwischendurch

aufstoßen zu lassen. Bevor Sie Tropfen in die Flasche

geben oder die Nahrung umstellen, sollten Sie aber

unbedingt mit dem Kinderarzt sprechen. Er kann Ihnen

auch zeigen, wie Sie Paulas Verdauung durch

eine Bauchmassage unterstützen können.

LESER-SPRECHSTUNDE

Sie haben Fragen zum Thema Ernährung? Dann rufen Sie unsere Expertin an!

Dr. Ute Alexy ist Ernährungswissenschaftlerin am Institut für Kinderernährung

in Dortmund. Sie erreichen sie am 22. August 2012

von 10 bis 12 Uhr, Tel. 08 21/45 54 81-52

Fotos: Hersteller, iStockphoto.com (2), privat

48


Vorteils-Angebot:

12 x Leben & erziehen

+ Geschenk

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Wenn Paare Eltern werden, haben sie viele Fragen: zur Schwangerschaft, den ersten

Wochen mit Baby, Ernährung und Gesundheit ihres Kindes. Leben & erziehen

begleitet Sie durch die ersten spannenden Jahre und ist Ihr kompetenter Ratgeber.

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Ja, ich möchte von weiteren Vorteilen profitieren. Deshalb bin ich einverstanden –

jederzeit widerruflich –, dass Bayard Media und der Sailer Verlag mich zukünftig per

Telefon und/oder E-Mail über interessante Angebote und Aktionen informieren.

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E-Mail: abo.lebenunderziehen@guell.de · Internet: www.leben-und-erziehen.de/abo


Schwangerschaft

Stammzellenblut

Ein Geschenk

fürs Leben

Früher landete Babys Nabelschnur nach

der Geburt unbeachtet im Abfall. Heute

weiß man, dass im Nabelschnurblut ein Schatz

schlummert: Stammzellen, mit denen

Ärzte Krankheiten heilen können

B

ehutsam bettet

Hebamme Susanne

Eberhardt das

Neugeborene auf

Wiebke Karls (40)

Brust. Während sich

Baby Milena und seine

Mutter beschnuppern,

nimmt ein Geburtshelfer die

Nabelschnur, die gerade durchtrennt

worden ist, und pikst mit einer Kanüle

hinein. Zwei bis drei Minuten

dauert es, bis das restliche Blut aus

der Nabelschnur in einen speziellen

Kunststoffbeutel geflossen ist. Mutter

und Kind bekommen von der Prozedur

kaum etwas mit. „Die Punktion

ist bei uns Routine, völlig schmerzfrei

und ohne Risiko“, so Susanne

Eberhardt, Hebamme am Düsseldorfer

Marienhospital. Wie Tausende

von Geburtshelfern an 850 Kliniken

in Deutschland wurde sie eigens für

diesen kleinen, aber doch so wichtigen

Eingriff geschult.

In den Stammzellen

steckt großes Potenzial

Denn die Nabelschnur hat es in sich:

Stammzellen aus Nabelschnurblut

können kranken Kindern und auch

Erwachsenen helfen, in ihnen steckt

ungeheures Potenzial. Sie sind die

direkten Nachfolger der allerersten

Wir wollten etwas

zurückgeben

Wiebke Karl (40) und Rajko Vojnovic

(37) haben das Blut aus der Nabelschnur

von Tochter Milena (5 Monate)

gespendet. Die Geburtsklinik,

das Marienhospital, arbeitet mit

der José Carreras Stammzellbank

in Düsseldorf zusammen.

„Gekostet hat das nichts. Das Einlagern für

unser Kind war uns zu teuer dafür, dass

man noch relativ wenig Nutzen davon hat.

Von der Möglichkeit, das Blut zu spenden,

hörten wir im Geburtsvorbereitungskurs.

Die Hebamme Susanne Wehnemann gab

uns den Fragebogen. Uns gefiel der Gedanke,

etwas weiterzugeben, wenn man

eigenes neues, gesundes Leben empfangen

hat. Vielleicht können wir damit einem

kranken Baby irgendwo auf der Welt helfen.“

Zellen, die durch die Verschmelzung

von Ei und Samenzelle entstanden

sind. Während der Schwangerschaft

erschaffen sie im Bauch der werdenden

Mutter den neuen Menschen.

Sie bauen seinen Organismus, sie

reparieren und regenerieren ihn –

ein Leben lang.

Bei der Geburt strömen besonders

viele Stammzellen durch den Körper

des Winzlings, um ihn für die

Strapazen und Risiken der Geburt

zu wappnen, wie Forscher vermuten.

Deshalb enthält selbst der kleine

Rest Plazentablut in der Nabelschnur

Milliarden von Stammzellen. Werden

sie entnommen, fehlen sie dem

Baby nicht, aber sie können später

ihm oder einem anderen Kind helfen

– je nachdem, ob die Eltern das Blut

einlagern lassen oder es spenden

(dazu später mehr).

Bei minus 190 Grad wird

das Blut eingefroren

Sind Mutter und Kind nach der Geburt

versorgt, wird das Nabelschnurblut

auf die Reise geschickt. Ein

Spezialcontainer bringt die kostbare

Fracht zu einer Blutbank. Im Labor

untersucht man das Blut gründlich

auf Infektionen, bereitet es auf und

friert es nach spätestens 48 Stunden

bei etwa minus 190 Grad ein. Das

wird in Deutschland inzwischen an

13 öffentlichen und privaten Blutbanken

praktiziert.

„Stammzellen aus Nabelschnurblut

sind sehr jung und unreif. Dadurch

sind sie in der Lage, sich in unterschiedliche

Zellen zu entwickeln,

etwa in Herz-, Blutgefäß- oder Nervenzellen.

Zudem sind diese Stammzellen

gesund und unbelastet von

Umwelteinflüssen und Krankheiten.

Das macht diese Zellen für viele

Anwendungen interessant“, erklärt

Dr. Eberhard Lampeter, Ärztlicher

Direktor der privaten Blutbank

Vita 34 in Leipzig. Allein dort liegen

rund 90 000 Blutpräparate im Eis.

Weltweit warten mehr als 530000

Präparate bei 50 öffentlichen Blutbanken

auf ihren Einsatz.

Mehr als 70 Krankheiten wurden

bisher mit Stammzellen aus ▸▸▸

50

Leben & erziehen

September 2012


Wie lange hält

Nabelschnurblut?

Wie viele Jahrzehnte

Stammzellen den Dauerfrost

unbeschadet überdauern,

weiß man noch nicht.

Langzeitstudien stehen noch

aus. Die ersten Präparate

lagern immerhin schon seit

1993 in Deutschland.

Wann kann

Nabelschnurblut

nicht entnommen

werden?

Bei schwerwiegenden

Erkrankungen der

werdenden Mutter (z. B.

Gelbsucht)

In manchen Fällen, wenn

die Mutter rhesus-negativ ist

und deshalb eine Anti-D-

Prophylaxe erhält

Bei einigen Infekten in

den letzten vier Wochen vor

der Geburt (z. B. schwerem

Durchfall)

Wenn die Entnahme den

Geburtsverlauf beeinträchtigen

würde

Bei einer Wassergeburt

Sobald die Nabelschnur in

sich zusammengesackt

(kollabiert) ist

Kann das eigene

Nabelschnurblut

bei Leukämie

eingesetzt werden?

Erste Wahl bei der Behandlung

einer Leukämie sind Stammzellen

eines gesunden

Spenders. Ideal sind Stammzellen

von Geschwistern, da

das Risiko einer Abstoßung

deutlich geringer ist als bei

einer Fremdspende. Dennoch

wurden 2009 in Europa bei

rund acht Prozent aller

Leukämiepatienten die eigenen

Stammzellen (aus dem

Knochenmark) transplantiert.

Bei Vita 34 wurde bisher in

einem Fall eigenes Nabelschnurblut

zur Behandlung

einer Leukämie eingesetzt.

Leben & erziehen

September 2012 51


Schwangerschaft

▸▸▸

Ticket in die

Zukunft

Hebamme Kira Macht (38) und

Rettungsassistent Thorsten

Rautenberg (42) aus Büdingen

(Hessen) ließen das Nabelschnurblut

ihrer drei Söhne

Clemens (5 Monate), Gregor (4)

und Konrad (6) einlagern.

Das kostet sie knapp 2 000 Euro

pro Kind, plus jährlich jeweils

43,70 Euro Verwaltungsgebühr.

„Wir haben uns lieber das Geld für

einen neuen Kinderwagen gespart

und einen gebrauchten erstanden.

Außerdem finden wir die Summe

sogar vergleichsweise günstig,

wenn wir damit irgendwann mal

einem unserer Kinder helfen

können. Mit den Stammzellen aus

dem Nabelschnurblut haben wir

im Fall der Fälle die besseren

Karten. Wir müssen nicht suchen,

sondern haben schon etwas

auf Eis“, erklärt der Papa.

Nabelschnurblut erfolgreich behandelt.

Lange Zeit wurden sie vor allem

in der Therapie von Stoffwechselerkrankungen,

Leukämie, Lymphdrüsenkrebs

und anderen Krebserkrankungen

eingesetzt. Je nach

Krankheit vertrauen die Ärzte dabei

mal auf eigene Stammzellen der Patienten,

mal auf die von fremden Spendern.

Gewonnen werden Stammzellen

vor allem aus dem Knochenmark

von Erwachsenen, was aufwendiger

ist als die Gewinnung aus Nabelschnurblut.

Außerdem sind Stammzellen

aus Nabelschnurblut besser

verträglich als solche von Erwachsenen

und wachsen schneller im Knochenmark

an. Nachteil: Die Menge

der Zellen aus einer Nabelschnur

ist begrenzt und reicht deshalb nur

für einen kleinen Patienten bis zu

40 Kilo Körpergewicht. Man kann

auch mehrere Proben zusammengeben

(Pooling).

Was Ärzte und Forscher besonders

fasziniert, ist die Wandlungsfähigkeit

der Stammzellen aus Nabelschnurblut.

Ähnlich flexibel wie embryonale

Stammzellen, deren Einsatz in

Deutschland streng geregelt ist, können

sie zu verschiedenen Zelltypen

heranreifen und unterschiedliche

Organe oder Gewebe ausbilden. So

hat sich in den vergangenen Jahren

der Schwerpunkt von Therapie

und Forschung auf die regenerative

Medizin verlegt.

Stammzellen als Ersatz

für kaputte Organe

In Zürich züchten Forscher für

Kinder Herzklappen, die mitwachsen.

Die Ärzte hoffen, dass sie in

Zukunft mit Stammzellen Ersatz

für kaputte Gewebe und Organe

herstellen und Krankheiten heilen

oder lindern können, denen sie

heute noch weitgehend machtlos

gegenüberstehen.

Im Ruhrgebiet erzielten Ärzte mit

Stammzellen aus Nabelschnurblut

erste Therapieerfolge bei frühkindlichen

Hirnschäden, welche durch

Mini-

Lexikon

Es gibt unterschiedliche

Stammzellen:

Stammzellen aus

dem Embryo

(embryonale),

aus Nabelschnurblut

(neonatale)

und aus dem

Knochenmark von

Erwachsenen

(adulte).

Embryonale

Stammzellen

sind Alleskönner

und totipotent,

das heißt, sie

können sich in

jede erdenkliche

Zelle verwandeln,

während neonatale

Stammzellen

multipotent

sind, sie können

viele, aber nicht

mehr jede Form

annehmen.

Wird ein Kind mit

eigenen

Stammzellen

behandelt, nennt

sich das autolog.

Weltweit sind

über 500 solche

Fälle dokumentiert.

Bei der weit

häufigeren

Behandlung mit

Stammzellen aus

einer fremden

Spende spricht

man von allogen.

einen Sauerstoffmangel verursacht

worden sind.

Sowohl an der Technischen Universität

München wie in Amerika wird

untersucht, ob sich das Fortschreiten

von Typ-1-Diabetes bei Kindern

durch ihre eigenen Stammzellen

stoppen lässt.

Viele Anwendungen sind noch Zukunftsmusik.

„Aber wir haben in

den vergangenen zehn Jahren schon

viel erreicht. Immer mehr Therapien

schaffen den Sprung von der experimentellen

Phase in klinische Studien.

Wir hoffen sehr, dass die Forschung

in diesem Tempo weitergeht“, erklärt

Dr. Volker R. Jacobs. Der Gynäkologe

und Leitende Ärztliche Klinikmanager

der Klinik für Frauenheilkunde

an der Uni Salzburg hat mit Stammzellen

Grundlagenforschung betrieben.

Er macht sich dafür stark, dass

alle Schwangeren vom Arzt zum

Thema Nabelschnurblut beraten

werden, damit sie richtig entscheiden

können. „Zum Wegwerfen ist das

Blut viel zu schade“, so Dr. Jacobs.

Nabelschnurblut kann

auch gespendet werden

In vielen Kliniken, wie dem Düsseldorfer

Marienhospital, dem Augsburger

Klinikum oder dem Vivantes

Klinikum Neukölln in Berlin, wird

die Beratung angeboten, wenn sich

die werdende Mutter zwischen der

32. und 34. Schwangerschaftswoche

erstmals in der Klinik vorstellt.

Eltern haben die Möglichkeit, das

Nabelschnurblut ihres Babys kostenfrei

zu spenden, sodass es der Allgemeinheit

zugute kommt, oder es auf

eigene Kosten für ihr Kind einlagern

zu lassen – als eine Art persönliche

Gesundheitsvorsorge, auf die sie zurückgreifen

können, wenn ihr Kind

oder eines seiner Geschwister schwer

erkrankt. Natürlich wünscht sich niemand,

dass er das eingelagerte Blut

selbst benötigt. Doch für den Fall der

Fälle steht es bereit und das kann ein

Gefühl der Sicherheit geben.

ANDREA SCHMIDT-FORTH

Eine Liste der öffentlichen und privaten Blutbanken finden Sie im Internet

auf unserer Homepage unter www.leben-und-erziehen.de/nabelschnurblut

Fotos: Claus Fotografie, f1 online, Kerstin Pukall

52

Leben & erziehen

September 2012


Geburt

Schwangerschaft

8 483:1

Geburt ist Frauensache?

Nicht ganz.

Laut Daten des

Statistischen

Bundesamts arbeiten

in den deutschen

Geburtskliniken

8 483 fest

angestellte

Hebammen —

und ein

Entbindungspfleger.

Frage an Helga Häusler,

Hebamme in Stuttgart

Homöopathisch,

also harmlos?

Meine Hebamme

arbeitet gerne mit

homöopathischen

Mitteln. Kann ich die Arznei unbesorgt nehmen?

Es gibt keine homöopathischen Mittel, die für Schwangere

tabu sind. Aber sie können falsch angewendet

Probleme verstärken, statt Beschwerden zu bessern.

Die Hebamme sollte sich ein gründliches Bild von Ihren

Symptomen und Ihrer Situation machen und das Mittel

und die Dosierung individuell darauf abstimmen.

Fotos: f1 online, Hunger & Simmeth, Mamarella

Schick im

Retro-Look

Dieses Kleid

kombiniert

das Unmögliche:

Es ist elegant und

bequem. Retro

und topmodisch.

Umstandsmode

und Schlankmacher.

Für laue

Sommernächte und

mit Jacke warm

genug im Herbst. Hier

im Heft und bald in

Ihrem Schrank.

Von Mamarella über

www.mamarella.com;

99,95 Euro

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ARZT UND SCHWANGERE

Ein tolles

Team

Damit es klappt, wünscht sich Frauenärztin

Dr. Hiltrud Kessler von der werdenden Mama:

1. Sie bespricht ihren Kinderwunsch schon

vor der Schwangerschaft mit mir.

2. Sie gibt mir Einblick in ihr Leben: Was

belastet sie? Wie steht‘s mit dem Partner?

3. Sie bemüht sich, gesund zu leben.

4. Sie hält Vorsorge-Termine ein und bringt den Partner mit.

5. Sie notiert alles, was sie beim nächsten Termin fragen möchte.

6. Sie beschreibt ihr Befinden und ihre Wünsche möglichst konkret

– auch wenn sie „einfach nur Ruhe“ braucht.

7. Sie fragt nach, wenn sie meine Empfehlungen nicht

verstanden hat, und teilt Einwände offen mit.

8. Sie stellt auch intime Fragen.

9. Wenn sie zudem von einer Hebamme betreut

wird, informiert sie mich über deren

Vorschläge und Behandlungen.

10. Sie macht einen Geburtsvorbereitungskurs

und informiert mich darüber.

11. Sie sagt geradeheraus, wenn ihr bei meiner

Betreuung etwas fehlt.

Leben & erziehen

September 2012 53


Service

Familienklasse

Sieben Newcomer und drei Klassiker: Hier stellen wir Autos mit viel Platz

für Kinder samt -wagen vor. Und: Tipps, wie Eltern das richtige Modell finden

Der darf dann auch noch

mit: Ausreichend Platz ist

ein großer Pluspunkt

beim neuen Familienauto

Zwei neue Wagen

auf einmal! Paare,

die ein Baby erwarten,

kaufen einen

Kinderwagen – und

oft auch gleich ein

neues Auto. „Jetzt

wird Platz unheimlich wichtig“, weiß

Hubert Paulus vom ADAC-Technikzentrum

Landsberg am Lech. Denn

sobald das erste Kind da ist, ändern

sich die Ansprüche von Eltern an ihr

Auto grundlegend. Zur Familienklasse,

die nun ins Blickfeld rückt,

zählen vor allem Kombis und Großraumlimousinen,

gerne mit dritter

Sitzreihe. Denn selbst wenn Eltern

nur ein Kind haben – früher oder

später wollen oder sollen noch andere

zur Kita und zum Ballett- oder

Judotraining mitfahren. Und Kinderwagen,

Laufrad & Co. beanspruchen

sowieso ihren Platz.

Vor dem Besuch beim Autohändler

lohnt sich eine gute Planung. Die

kann so aussehen:

1. Eine Übersicht

der eigenen Bedürfnisse

erstellen

◼ Wer wird mitfahren? (Auch geplanten

Nachwuchs berücksichtigen.)

◼ Für welche Strecken wird das Auto

regelmäßig gebraucht? (Für längere

Strecken und eine hohe jährliche

Fahrleistung lohnt sich gerade bei

Großraumlimousinen oft ein Diesel,

als reines Stadtauto dagegen nicht.)

◼ Welches Gepäck muss mit? (Kinderwagen,

Fahrräder …) Brauchen

▸▸▸

54

Leben & erziehen

September 2012


Sesundheit

Die Newcomer

Sparsame Motoren, clevere Assistenten, großer Stauraum

MERCEDES B-Klasse

▲ Mit viel Platz (Gepäckraum 486 – 1545 l),

sparsamen Motoren (4,4 l D bzw. 5,9 l S) und

vor allem einem umfangreichen Sicherheitspaket

zielt die B-Klasse ins Eltern-Herz. Das

i-Tüpfelchen bilden elektronische Aufpasser,

die z. B. bei Übermüdung oder drohenden

Kollisionen Alarm schlagen – serienmäßig. Für

die variable Rücksitzbank muss man allerdings

672 Euro extra zahlen. Ab 26 350 Euro.

SEAT Ibiza ST Kombi

▲ Das ausgebaute Hinterstübchen des Ibiza

ST Kombi beschert dem sonst eher lifestyligen

Kleinwagen einen Zuwachs an Nutzwert. Ab

der Version „Style“ (ab 15 250 Euro) unterstützt

eine variable Rücksitzbank die Nutzung

des Laderaums (430 – 1164 l). Prima sind die

Ecomotive-Motoren, die weniger als vier Liter

Sprit brauchen. Allerdings steigen die Preise

dann noch einmal kräftig. Ab 12 490 Euro.

OPEL Zafira Tourer

▲ Mindestens 27 Ablagen verspricht Opel im

Zafira Tourer und dank der beiden Zusatzsitze

in der dritten Reihe (+ 700 Euro) können auch

Oma und Opa mit. Der Platz für Gepäck

schrumpft dann aber von maximal 1860 auf

152 l. Toll: die Flexibilität der hinteren Sitzreihen,

die Auswahl an Park-, Abstands-, Verkehrsschild-

und anderen Assistenten. Für alle,

die das Kleingeld dafür haben. Ab 22 950 Euro.

TOYOTA Prius+

▲ Auf in die Zukunft: Mit seinem Hybridantrieb

beschert der Prius+ Eltern erfreulich

niedrige Tank-Kosten (Verbrauch: 4,1 l S) und

Umwelt-Pionier-Gefühle. Neben Klimaanlage

und umfangreichem Sicherheitspaket gehören

sieben Sitze zur Grundausstattung, die kaum

Wünsche offen lässt. Vom Gepäckraum

bleiben bei voller Besetzung aber nur 232 l (von

maximal 1750 l) übrig. Ab 29 900 Euro.

FORD B-Max

▲ Der Clou beim B-Max: Die „B-Säulen“ sind

in die Panorama-Schiebetüren integriert.

So lädt eine riesige Doppeltür zum Verstauen

von Sperrgut ein. Prima sind die sparsamen

Diesel- und EcoBoost-Motoren (mit Start-

Stopp-Automatik), die aber einen vierstelligen

Aufpreis kosten. Kombi-Tradition ist die Rücksitzbank

(60 : 40 klappbar, Gepäckabteil

320 – 1400 l. Ab 15 950 Euro (ab Herbst).

DACIA Lodgy

▲ Ein Siebensitzer unter 10 000 Euro? Ganz

gelingt dem rumänischen Renault-Ableger das

nicht. Die Basis-Version des Lodgy gibt‘s nur

mit fünf Plätzen, aber Stauraum en masse

(827 – 2617 l), ESP, Front- und Seitenairbags

vorn und drei (!) Isofix-Halterungen hinten.

Die Plätze 6 und 7 kosten auch in den teureren

Versionen (ab 10 990 Euro) 590 Euro extra.

Trotzdem: ein Schnäppchen! Ab 9 990 Euro.

NISSAN Evalia

◀ Seine Herkunft als Transporter leugnet der Evalia erst gar nicht. Er setzt statt auf

Image konsequent auf Zweckmäßigkeit: mit zwei Schiebetüren, sechs Airbags, ESP,

fünf bis sieben Sitzen (+ 1 150 Euro) , die sich teils nach vorne, teils seitlich wegklappen

lassen, Klimaanlage und sogar Rückfahrkamera. Und natürlich riesig viel Laderaum:

je nach Zahl der Sitze 900 – 3 100 l. Ein Lastesel eben … Ab 19 600 Euro.

Leben & erziehen

September 2012 55


Service

▸▸▸

wir dazu zusätzliche Vorrichtungen?

(wie zum Beispiel Anhängerkupplung,

Dachgepäckträger)

◼ Was darf das Auto in der Anschaffung

maximal kosten?

Die Klassiker

Bewährte Modelle — neue Ausstattung

2. Den Markt sichten

◼ Einen guten Überblick über das

aktuelle Angebot auf dem Kfz-Markt

verschafft die Autodatenbank des

ADAC unter www.adac.de

◼ Anhaltspunkte für die Zuverlässigkeit

von Autos und Marken liefern

die jüngsten Pannenstatistiken.

◼ Andere Familien fragen: Welche

Erfahrungen machen sie mit ihren

Autos? Was vermissen sie?

◼ Schnäppchen: Vor Einführung

neuer Modelle bieten die Hersteller

deren Vorgänger oft günstig als Sondermodelle

an.

3. Ausprobieren

◼ Die Auswahl auf drei bis fünf Modelle

eingrenzen.

◼ Beim Händler eine längere Probefahrt

vereinbaren.

◼ Ausprobieren, welche Kindersitze

sich wo im Auto montieren lassen

◼ …und wie Kinderwagen und andere

sperrige Fracht verstaut werden.

◼ Nach Montage der Kindersitze auf

jeden Fall prüfen, wie bequem und

zugänglich die Mitfahrer-Sitze (in der

dritten Reihe!) sind.

◼ Ausprobieren, ob das Auto in die

eigene Garage passt.

◼ Auffällige Beobachtungen bei der

Probefahrt notieren.

◼ Zu Hause in Ruhe entscheiden.

JOSEF PÜTZ

SKODA Octavia Combi

▲ VW-Technik und -Qualität zu tschechischen

Preisen: Das reizt. Doch der Octavia Combi

verbucht weitere Pluspunkte: für den

Laderaum (605 – 1655 l) und eine rundum

vernünftige Ausstattung mit Klimaanlage und

Parksensoren hinten (Version „Ambition“,

ab 19 110 Euro). Und den dritten Kinder-Platz

mit Isofix-Anschluss (auf dem Beifahrersitz,

+ 40 Euro) hat auch nicht jeder. Ab 16 640 Euro.

VW Passat Variant

▲ Viel Platz für die Familie (auf Wunsch mit

integrierten Kindersitzen, + 480 Euro) und fürs

Gepäck (603 – 1731 l), sparsamer Diesel, solide

VW-Qualität: Das sichert dem Passat Variant

den Rang als Papas Liebling. Wer‘s mag und

zahlt, kann die jüngste Generation mit

elektronischen Assistenten zum Premium-

Kombi aufrüsten, z. B. einem selbstständig

lenkenden Park-Piloten. Ab 25 800 Euro.

RENAULT Scénic

▲ Drei Einzelsitze in der zweiten Reihe, die sich

verschieben, umklappen und ausbauen lassen:

Dieses flexible Konzept machte den (Mégane)

Scénic 1996 zum Vater aller Kompaktvans. Die

neueste Generation setzt zudem auf sparsame

Dieselmotoren mit Start-Stopp-Automatik

(ab 4,1 l; ab 22 750 Euro). Kinderfreundlichkeit

gibt‘s teils serienmäßig (drei Isofix-Plätze), teils

gegen Aufpreis (Klapptische) . Ab 18 990 Euro.

!

Ans Trenngitter

denken!

Bei den meisten

Herstellern ist es nur

gegen Aufpreis zu

haben. Doch für

Hubert Paulus vom ADAC

gehört es zur unverzichtbaren

Sicherheitsausstattung:

ein Gepäckraum-Trennnetz

oder, noch besser, -Gitter.

Ohne diesen Schutz könnte

das Gepäck bei einer

Vollbremsung aus dem

Laderaum Eltern und

Kindern ins Genick fliegen

– mit schlimmen Folgen.

Fotos: Hersteller


Rätsel

7 lässige Wickeltaschen

◾ Die machen was her! Wunderschön designed

und dabei funktional durchdacht sind die Wickeltaschen

Messenger Bag (vorne) und Shoulder Bag

von Lässig (www.laessig-fashion.de). Und nachhaltig

aus unbedenklichen, schadstofffreien

Materialien produziert. In diesem modischen

Accessoire ist alles drin, was Sie fürs Baby unterwegs

brauchen: Wickelunterlage, Fläschchen- und

VERLOSUNG MIT

Gläschenhalter, Feuchtfach, Utensilientasche ...

Leben & erziehen verlost 7 Wickeltaschen der

vorgestellten Modelle im Wert von je 75 Euro

(bitte Modellwunsch nennen).

Schicken Sie uns die Lösung des Rätsels

bis 5. September 2012. Bitte geben Sie für

Rückfragen Ihre Telefon nummer und Ihre

Adresse an.

Redaktion Leben & erziehen • Kennwort: Rätsel • Böheimstr. 8 • 86153 Augsburg

Fax: 08 21/45 54 81-13 • E-Mail: redaktion@bayard-media.de

früheres

Kleidungsstück

Pflanzenwuchsform

Windschattenseite

Abk.:

mobile

Datenerfassung

haarlos

einer

Sache

Würde

verleihen

längere

Fahrt

gestaltetes

Gartenstück

indianische

Siegestrophäe

Gerät

zur

Bodenlockerung

Enzym

zur

Käseherstellung

an

jenem

Ort

Gemahlin

Lohengrins

Anschrift

Greifglied

Brandrückstand

Lehrverfahren

Ziel,

das nie

erreicht

wird

einen

Auftrag

erteilen

persönl.

Fürwort,

3. Person

Plural

Klang,

Ton

Schlammpackung

Styling-

Produkt

für die

Haare

Abk.:

Madame

dt. Moderatorin

u. Autorin

(Charlotte)

Europäerin

Schaumgebäck

Bodenvertiefung

Gewebekante

große

Berühmtheit

Oberbekleidungsstück

längliche

Vertiefung

Ausruf

des

Schmerzes

ugs.:

Stoß,

Hieb

Lösung

engl.:

Damenrock

gegürtete

Tunika

mit

Kaputze

engl.

Biersorte

Singvogel

Arbeitsniederlegung

alkoholische

Getränke

Abk.:

Arbeitsgemeinschaft

Seemannsruf

Bewohner

eines

Erdteils

großer

Greifvogel

des Esels

Stimme

ertönen

lassen

Fleischgericht

v. Drehspieß

kleine

Krabbe,

Schalentier

Auspuffausstoß

Fluss durch

Berlin

Südfrucht

Ausdehnungsbegriff

Wortteil

Abk.:

Seine

Exzellenz

einfarbig

zwei Rhein-

Zuflüsse

Segelkommando

Abk.:

Normalnull

Wunschbild,

idealisierte

Person

Indianerzelt

ärmelloser

Umhang

Kfz-Z.

Griechenland

einstellige

Zahl

Kalbsbrustdrüse

Speisefisch

Zeichen

für

Eisen

(Ferrum)

Teigware

Platz im

Theater

Abk.:

Ablage

Abk.:

Turn- und

Sportverein

Niederschlag

griech.

Vorsilbe:

gegen

Nordeuropäer

Währungscode

für

Euro

derb,

plump

mit dem

Heimfahrrad

fahren

israel.

Sängerin

(Daliah)

einstellige

Zahl

Schluss

Nachtlager

Speisewürze

svd1816.18-43

Auflösung aus Leben & erziehen 8/12: AB IN DEN URLAUB

Fotos: Hersteller

Leben & erziehen

September 2012 57


Kreativ

Zum Selbermachen

Babys liebstes

Spielzeug

Hallo Oma,

ich bin’s!

Originell und

sehr persönlich:

kleine Handarbeiten,

die ganz schnell

fertig sind und

das Baby zum Spielen

einladen

58

Leben & erziehen

September 2012


Tatütata!

Filzhandy

Maße: Länge 9,5 cm,

Breite 6 cm, Tiefe 2 cm


Material:

Naturfarbener Wollfilz

für das Gehäuse

Bunte Filzreste

Schere und Nähnadel

Buntes Nähgarn

Kapok oder Filzwolle zum

Füllen

Vorder- und Rückteil

ausschneiden; jeweils 10 cm

lang und 6,5 cm breit.

4 Seitenteile ausschneiden;

2 sind 10 cm lang und 2,5 cm

breit, 2 sind 6,5 cm lang und

2,5 cm breit.

Die Nahtzugabe ist dabei

schon dazugerechnet.

Alle 4 Seitenteile zuerst an

das Vorderteil mit festen

Stichen nähen, dann das

Rückteil Stich für Stich

befestigen. Die Teile werden

bewusst mit der rechten Seite

nach außen zusammengenäht,

so wirkt das Handy kantiger.

Eine kleine Öffnung

freilassen, um das Handy zu

füllen, anschließend ganz

schließen und mit Rückstich

sichern.

Tasten und Antenne nach

Belieben ausschneiden,

das Display ist etwa 3 cm lang

und 4 cm breit.

Tasten und Antenne

aufnähen (bitte nicht

ankleben, sonst könnten sich

die Filzteile lösen, wenn das

Baby das Handy

in den Mund

nimmt).

Sie können die Teile

mit der Nähmaschine

oder mit der Hand

zusammennähen.

Damit das Handy

kantig wirkt, nähen

Sie die Teile mit der

rechten Seite nach

außen zusammen,

sodass die Naht

sichtbar als Wulst am

Rand stehen bleibt.

Gehäkeltes

Polizeiauto

Maße: ca. 12 auf 8 cm

Material:

Baumwolle in Blau, Weiß,

Grün und Rot

Häkelnadel Nr. 3 oder 4

Maschenprobe: 22 Maschen und

30 Reihen ergeben 10 x 10 cm

Kapok, Filzwolle, Kirschkerne

oder Ähnliches zum Füllen

1. VORDER- UND RÜCKSEITE

24 Maschen in Blau über 7 Reihen

mit festen Maschen häkeln, in der

8. Reihe jeweils vorne 1 Masche

übergehen und hinten auslassen.

Von den übrigen 22 Maschen

12 Maschen (4 hinten, 8 vorne)

abnehmen: Die hinteren 4 Maschen

nicht mehr häkeln, sondern das Teil

wenden, nun 10 Maschen häkeln,

die restlichen Maschen abermals

nicht häkeln, sondern das Teil

wieder wenden.

Mit dem weißen Fenster beginnen.

Dafür fünf Maschen in Weiß

häkeln, die restlichen Maschen in

Blau weiterhäkeln. Das Fenster geht

über 7 Reihen. In der 3. Reihe ▸▸▸

Nicht vergessen:

am Ende

jeder Reihe

eine Wende -

luft masche

häkeln!

Leben & erziehen

September 2012 59


Kreativ

Buch-Tipp

Noch viel mehr

Anregungen gibt

Nathalie Heinke

in ihrem Buch

Kinderspiel

– Handarbeiten für

die Kleinsten.

Besonders praktisch:

Im Anhang werden

alle Techniken

genau erklärt.

Haupt; 19,90 Euro

am Ende Blau um eine Masche

reduzieren.

Noch zwei Reihen mit blauem

Garn häkeln.

2. SEITENTEIL

76 Maschen und insgesamt

5 Reihen häkeln, die 31. bis

37. Masche in Weiß.

3. FERTIGSTELLUNG

Vorder-, Rück- und Seitenteile so

zusammensetzen, dass die Fenster

zusammenpassen. Die Ränder

aufeinanderlegen und durch die

Maschen beider Ränder stechen,

mit festen Maschen zusammenhäkeln.

Nicht ganz schließen,

sondern erst füllen, dann schließen,

Faden durch die letzte Masche

ziehen, vernähen.

4. RÄDER

Räder mit doppeltem Faden

häkeln. Mit einem Kreis beginnen:

3 Maschen häkeln, in die erste

stechen und mit Kettmasche

schließen; in den Kreis 5 Maschen

häkeln und auf 10 verdoppeln.

Dafür in jede Masche 2-mal stechen

und 2 Maschen hineinhäkeln. In der

nächsten Runde abermals verdoppeln.

Weitere 2 Maschen häkeln für

eine bessere Radform.

Anfangsfaden festziehen, damit

der Anfangskreis klein und ohne

Lücke ist. Mit diesem Faden das Rad

an dem Auto mit einer Nadel

anbringen.

Nach Wunsch Kotflügel darüberhäkeln,

dafür in mehrere Maschen

des Autos oberhalb der Räder

stechen und aus diesen Maschen

feste Maschen häkeln. In diese

Maschen 1 Reihe feste Maschen

stechen, nach Bedarf noch 1 Reihe

darunter- oder darüberhäkeln.

Faden versäubern.

5. BLAULICHT (IN ROT)

6 Maschen aus dem Dach

heraushäkeln, 1 Reihe häkeln,

nachfolgend auf 3 Maschen

reduzieren. 1 Reihe häkeln, auf

1 Masche reduzieren. Faden

durch diese Masche ziehen.

Roter Käfer

Maße: ca. 13 auf 9 cm

Material:

al:

Baumwolle in Olivgrün, Pink und Rot

Häkelnadel Nr. 3 oder 4

Maschenprobe: 22 Maschen und 30 Reihen

ergeben 10 x 10 cm

Kapok, Filzwolle, Kirschkerne oder Ähnliches

zum Füllen

1. VORDER- UND

RÜCKSEITE

29 Luftmaschen in Rot

häkeln, mit einer Luftmasche

wenden und in die

restlichen 28 Luftmaschen

feste Maschen häkeln:

6 Reihen lang.

In der 7. und 8. Reihe am

Anfang 1 Masche

übergehen, am Ende nur

bis zur vorletzten Masche

häkeln, dann wenden

(24 Maschen).

9. Reihe: an beiden

Seiten jeweils am Anfang

2 Maschen übergehen,

am Ende die letzten

2 Maschen nicht häkeln. In

den nächsten beiden

Reihen ebenso verfahren.

12. Reihe: um 1 Masche

zu beiden Seiten reduzieren

(10 Maschen).

In der 13. Reihe von Rot

zu Pink wechseln. Diese

und die nächsten beiden

Reihen werden ohne

Abnahme gehäkelt, also

mit 10 Maschen.

16. Reihe: weiter

abnehmen: zu beiden

Seiten je 1 Masche

übergehen. In

den nächsten

drei Reihen jeweils zu

Beginn 1 Masche übergehen.

Die 19. und letzte Reihe

endet mit 5 Maschen, es

wird 1 Masche zu Beginn

der Reihe übergangen.

2. SEITENTEIL

Das Seitenteil wird in

einem Stück gehäkelt,

dafür 72 feste Maschen

häkeln, 7 Reihen lang.

3. FERTIGSTELLUNG

Das Seitenteil mit

Vorder- oder Rückseite mit

festen Maschen am Rand

zusammenhäkeln, dafür

die Ränder übereinanderlegen

und durch die

Maschen beider Ränder

stechen. Anschließend die

andere Seite an Vorderoder

Rückseite häkeln.

Nicht ganz schließen,

sondern erst mit dem

Füllmaterial füllen, dann

schließen, Faden durch die

letzte Masche ziehen und

gut vernähen.

4. RÄDER

Die Räder wie beim

Polizeiauto häkeln.

Fotos: iStockphoto.com (3), Hanni Rudolph (3)

60

Leben & erziehen

September 2012


Familie

Gute-Nacht-

Geschichte

Der dicke

rote Apfelkönig

ie Gans mit dem

Federhut schaut

hinauf zum Apfelbaum.

Dort entdeckt

sie einen dicken roten

Apfel. Die Gans ist

begeistert: „Ein so

prächtiger Apfel wäre ein feiner

Schmaus für mich und meine

Freundinnen beim Gänsewiesenfest.“

Der kleine Wind hat zugehört

und bläst seine Backen auf.

Hui – wie die Äpfel an den Zweigen

tanzen! Er rüttelt und schüttelt,

bis der dicke rote Apfel schließlich

ins Gras plumpst.

Die Gans will ihn gerade mit dem

Schnabel packen, da saust der Apfel

– rolle-di-bolle, rolle-di-bolle – auf

und davon. So schnell, dass die Gans

ihn nicht einholen kann. Eine Biene

surrt heran: „Sei nicht traurig, liebe

Gans! Ich fliege hinterher und bitte

den Apfel, zu dir zurück zu kommen.“

Surr-di-burr, surr-di-burr –

fliegt die kleine Biene los. Aber

der Apfel kann nicht stehen bleiben,

der Wind bläst zu kräftig.

Nun trabt die bunte Kuh – rumpeldi-pumpel,

rumpel-di-pumpel –

hinter dem Apfel her. Aber

sie ist viel zu langsam.

Da galoppiert das weiße Pferd los –

holter-di-polter, holter-di-polter.

Aber der Apfel rollt schneller und

immer schneller.

Das schwarze Schäfchen hat alles

mitbekommen. Schon springt es

– hoppe-di-hopp, hoppe-di-hopp –

hinter dem Apfel her. Doch der rollt

– rolle-di-bolle, rolle-di-bolle –

weiter. Auch das schnelle Schäfchen

kann ihn nicht fangen. Denn

der Wind bläst noch mal tüchtig

die Backen auf und lacht: „Der

Schnellste bin immer noch ich!“

Wirklich? Nein, Teddy Bär ist noch

viel schneller als der Wind. Und

schon saust er – sause-di-brause,

sause-di-brause – los und ruft:

„Bleib stehen, dicker roter Apfel!

Die Gans mit dem Federhut und

ihre Freundinnen möchten dich

beim Gänsewiesenfest verspeisen.

Denn du bist der schönste Apfel

weit und breit und deshalb der

König aller Äpfel.“

Das gefällt dem Apfel: „Ja, ich bin

der Schönste im ganzen Land. Und

ein König wollte ich immer schon

sein.“ Da bläst der Wind wieder

seine Backen auf und zischt:

„Der Apfelkönig gehört mir und

sonst niemandem!“ Aber Teddy Bär

ist schneller. Er hebt den Apfel auf

und läuft zu den anderen Tieren

zurück. Die Gans mit dem Federhut

freut sich und bringt den dicken

roten Apfelkönig zur Gänsewiese.

Ihre Gäste sind schon da.

Und Teddy Bär? Der ist natürlich

auch eingeladen.


Erzählt von Margret Nußbaum; illustriert von Robert Erker

Leben & erziehen

September 2012 61


Familie

Netzwerk

Blog I

Martina Dankof-

Decker ist eure

Ansprechpartnerin im

Netz (Username:

Redaktion). In ihrem Blog

Martinas Tagebuch

erzählt sie von ihren

Kindern Benjamin und

Anna-Carolin

Blog II

Das Leben mit Baby:

Wie sich ihr Alltag seit

der Geburt ihrer

kleinen Tochter Celina

verändert hat, davon

berichtet Kathrin

Hochmuth regelmäßig

in ihrem Blog Mein

neues Leben mit Baby

Chat I

So wird das Planschbecken

sauber

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Wie macht ihr das Planschbecken

sauber, wenn ihr das

Wasser wechselt?

Schnadderadatsch

Ich säubere das Planschbecken

mit Spülmittel. mamalaura2007

Meine beiden sitzen immer in

einer großen Waschwanne. Die

sprühe ich danach mit Badreiniger

ein und spüle einmal ab.

Pünktchen08

Unser kleines Planschbecken

habe ich immer mit einem

Schwamm geschrubbt und

dann ausgespült. Nun haben

wir ein größeres Becken und

dafür eine Poolpumpe. Das

funktioniert gut. Marzipan

Wir säubern mit einem Hochdruckreiniger.

Einer muss das

Becken halten, der andere

sprüht. Es wird auf diese Weise

sehr sauber, allerdings verbraucht

man ziemlich viel Wasser.

Ich denke, auswischen mit

dem Schwamm reicht, wenn

das Wasser nicht ewig drin war.

Traumwölkchen

Wir spritzen das leere Becken

kurz mit klarem Wasser aus,

das reicht.

SilMoe

Zum Putzen nehme ich immer

heißes Wasser mit Spülmittel.

Janetlea

62

Leben & erziehen

September 2012


Chat II

Baby will den

Kopf nicht heben

Nele ist jetzt drei Monate alt. Wenn ich sie

auf den Bauch lege, fängt sie sofort an zu

weinen, weil sie das Köpfchen nicht heben

kann. Soll ich es mit ihr üben? collins mum

◾ Das Problem hatten meine beiden auch.

Ich würde Nele immer wieder auf den Bauch

legen, auch wenn es nur kurz ist. Aber es ist

wichtig für die Muskulatur.

Schnully

◾ Wenn du sie auf den Bauch legst, leg dich

ihr gegenüber und spiel mit ihr. Zieh Grimassen

oder schwenke eine Rassel – irgendwann

siegt die Neugier.

Kirsikka

Solange die Muskulatur noch nicht

ausreichend aufgebaut ist, gefällt es vielen

Kindern nicht, denn es strengt an. Trotzdem

schadet etwas Übung nicht. Fleischmann

◾ Unser Zwerg wollte auch nie auf dem

Bauch liegen. Besser ging es, wenn ich ihn

mit seinem Bauch auf meinen gelegt habe

und wir uns angeschaut haben. Außerdem

riet mir der Kinderarzt, mit den Fingern

rechts und links neben der Wirbelsäule entlangzufahren

(gleichzeitig). Dadurch heben

Babys kurz das Köpfchen. patzdaniela

Chat III

Spinalanästhesie

Tut die

Spritze weh?

Mein Kleiner wird morgen

per Kaiserschnitt geholt.

Ich bekomme eine Spinalanästhesie.

Merkt man den

Einstich der Spritze? Und ist

es nicht seltsam, während

der OP wach zu sein? Elliot

Ich hatte bereits zwei Kaiserschnitte

mit Betäubung, die

Spritze in den Rücken merkst

du nicht. Es ist nur ein kleiner

Piks. Wach zu sein, fand ich

eher interessant, es wackelt

etwas, wenn das Baby geholt

wird.

MelJo

Ich habe den Stich kaum

gemerkt! Vor lauter Aufregung

habe ich anfangs gefroren und

gezittert, aber kurz nach dem

Piksen wurden meine Beine

und der Bauchraum angenehm

warm.

suemi

Bei meiner Großen habe ich

auch so eine Betäubung

bekommen. Die Spritze merkst

du tatsächlich kaum. Hase81

Frage

War es euch wichtig, nach der Geburt

schnell wieder abzunehmen?

Ja, das war mir sehr wichtig.

Eigentlich schon, aber

ich habe es dann

aus den Augen

verloren.

16 %

38 %

20 %

26 %

Nein, das war

mir egal.

Ich musste

mir darüber

keine

Gedanken

machen, meine

Pfunde sind

einfach gepurzelt.

Ihre Meinung ist uns wichtig: Jeden Monat gibt es auf

www.leben-und-erziehen.de eine neue Umfrage.

Fotos: Fotolia.com, iStockphoto.com, Marcus Lechner, privat


Familie

Kanada

USA

Lettland und

Litauen

Deutschland

Polen

Russland

Mongolei

China

Guatemala

und El Salvador

V. Arab. Emirate und

Oman

Indien

Thailand und Kambodscha

Brasilien

Australien

Neuseeland

Auf dem Fahrrad

um die Welt

Und

Viele Familien nutzen

die Elternzeit für einen

längeren gemeinsamen

Urlaub. Sie gehen gleich

14 Monate auf Weltreise.

Wie kam es dazu?

Julie und ich haben uns vor zehn Jahren

beim Backpacken in Australien

kennengelernt. Wir lieben das Unterwegssein,

die unvergesslichen Momente

in der Natur und mit anderen

Menschen. Wir wollten unseren Kindern

zeigen, wie vielfältig die Welt

mit ihren Kulturen, Landschaften

und Gegebenheiten ist.

Wie bereitet man sich auf so ein

Abenteuer vor?

Wir haben recherchiert, welche Länder

wir mit den Kindern per Fahrrad

gut bereisen können. Ein Jahr vor

dem Start sind wir von Bukarest aus

ans Schwarze Meer geradelt. Diese

dreiwöchige Tour hat uns gezeigt,

das mit 4 Kindern

zwischen 1 ½ und knapp

6 Jahren! Australien,

Oman, USA, China —

ein großes Abenteuer

für Familie Glauer.

Wenige Wochen vor

ihrer Rückkehr nach

Heidelberg erzählt Papa

Martin (31), wie’s läuft

Wann gingen die Planungen los?

Geträumt haben wir von dieser Weltreise

schon seit der Geburt unseres

ersten Kindes – das war im September

2006. Konkret wurde es dann mit

der Geburt des vierten. Wir wollten

aufbrechen, wenn Herbie alle wichtigen

Impfungen hatte und weit genug

entwickelt war – also mit ungefähr

einem halben Jahr. Natürlich war uns

von Anfang an völlig klar: Bis zur

Einschulung unseres Ältesten müssen

wir wieder zurück in Deutschland

sein.

USA

Ein besonderer

Radweg: In

Klamath/Oregon

führt er durch

e i n e n B a u m

64

Leben & erziehen

September 2012


Guatemala

Orangensaft und nette Leute für

einen Plausch: An dieser Strandbar

ist Pausemachen toll

Brasilien

Einer der schönsten Ausblicke

der Welt: von der Christusstatue

in Rio de Janeiro

wie viele Kilometer an einem Tag mit

Kindern realistisch sind, wie viele

Pausen wir machen müssen und welche

Sachen wir wirklich benötigen.

Allein Windeln und Kleidung der

Kinder brauchen jede Menge Platz.

Wie bringen Sie das ganze Gepäck

auf zwei Rädern unter?

In den Radtaschen vorne sind die Isomatten

und Schlafsäcke verstaut.

Hinten haben wir die Medizintasche,

eine Kochtasche, eine für Spielsachen

und eine mit Werkzeug, Elektroniksachen,

Moskitonetzen und mit den

USA

Faszination

Meer: Am

Pazifischen

Ozean macht

sich die Familie

auf die Suche

nach Leuchttürmen

und Seelöwen

Teddys. Julie hat über den beiden hinteren

Radtaschen eine Quertasche

mit unserer Kleidung liegen, ich habe

eine mit der von den Kindern. Außerdem

haben wir jeweils noch eine

Umhängetasche über dem Vorderrad:

Bei Julie sind Notfallmedizin, Desinfektionsmittel,

der Tagesbedarf an

Windeln, feuchte Tücher und Toilettenpapier

drin, bei mir Laptop, Kameras,

Stativ, Elektrokabel und Pässe.

Essen, Zelt, Picknickdecke und Gitarre

haben wir auf die beiden Fahrradanhänger

verteilt, in denen unsere

Kinder sitzen.

Wie finanzieren Sie diese Auszeit?

Wir haben viel gespart, dazu das Elterngeld

und Sponsoren unterstützen

uns mit Produkten und Rabatten.

Und was ist mit Ihren Jobs?

Julie war ohnehin bei den Kindern zu

Hause. Ich habe meine Stelle als Key-

Account-Manager in der Konsumgüterindustrie

gekündigt und suche

mir nach der Reise etwas Neues.

Sie sind seit dem 30. Mai 2011 unterwegs.

Fühlt sich das Reisen für

Sie noch wie Urlaub an?

Wenn man unter Urlaub Erholung

versteht, dann sicher nicht. Rad fahren,

Gepäck tragen und unsere vier

Kinder halten uns fit. Die Reise ist

schon nach zwei bis drei Wochen Alltag

geworden.

Wie sieht dieser Alltag auf zwei

Rädern mit Kindern aus?

Bis wir morgens alles zusammengepackt

haben und auf dem Sattel sitzen,

ist es zehn Uhr oder etwas später.

Meistens fah ren wir nicht länger als

eine halbe Stunde am Stück, weil

dann immer einer auf die Toilette

muss. Über die Mittagszeit machen

Jeden Tag strampeln

die Glauers zwischen

30 und 40 Kilometer

wir ein langes Picknick. Danach ruhen

sich die Kinder im Anhänger aus,

während wir weiterfahren. Am späten

Nachmittag suchen wir eine

Übernachtungsmöglichkeit. Wenn

wir in Hostels, Pensionen oder privat

bei Familien schlafen, testen die Kinder

gerne die Matratzen und hüpfen

erst mal eine Runde. Schlafen wir auf

einem Campingplatz im Zelt, helfen

sie mir manchmal beim Aufbauen,

während sich Julie ums Essen kümmert.

Nach dem Abendessen gibt’s

eine Gute-Nacht-Geschichte und wir

sprechen darüber, was wir alles erlebt

haben. Wenn die Kinder im Bett

liegen, meistens gegen 20 Uhr, sortieren

Julie und ich Fotos, schreiben unseren

Blog (globalmobilefamily.com),

reparieren etwas und planen unsere

▸▸▸

Leben & erziehen

September 2012 65


Familie

USA

Unverhofft mitten im Wald:

der sechste Plattfuß in zwei Monaten

Die wichtigsten

Utensilien für ...

Julie (41): Rohloff Gangschaltung,

Victorinox Schweizer Taschenmesser,

Edelrid Kopflampe

Martin (31): i:SY Fahrrad, Kamera,

Vaude Zelt

Moses (5 ¾) und Caspar (4 ¾): Lego,

iPod, Bücher, Mäppchen mit Stiften

Turis (2 ¾): Mathebuch, Eimer,

Schaufel

Herbie (1 ½): Mama, Bauernhofbuch,

Eimerturm

Die Kleidungsliste

• 3 Paar Socken • 1 Paar Schuhe

• 1 Paar Gummistiefel

(leichte von Crocs)

• 4 Unterhosen (seit Mai 2012 trägt nur noch

der Jüngste Windeln)

• 1 Leggings • 2 Strumpfhosen

• 2 Hosen mit abnehmbaren Beinen

(+ 1 extra für jeden der beiden Jüngsten)

• 1 wasserfeste, windsichere Matschhose

• 1 Unterhemd (für den Jüngsten 4 Kurzarmbodys

+ 2 Langarmbodys)

• 1 T-Shirt • 1 Polo-Shirt (+ 2 ganz dünne

Kurzarmhemden für den Jüngsten)

• 2 Langarmshirts • 1 Fleece-Kapuzenjacke

(+ 1 extra für den Jüngsten)

• 1 wasserfeste, windsichere Jacke

• 1 Sonnenhut • 1 Fleece-Mütze

• 1 Paar Wollhandschuhe

• 1 Schlafanzug (+ 1 extra für den Jüngsten)

• 1 Schwimmshort + Lycra Sonnenshirt +

Schwimmflügel

Überall

Raumfähre und Flugzeug:

Im Anhänger bauen die

Kinder ihre eigene Welt

▸▸▸ weitere Reise. Wäsche waschen

wir, sobald sich die erste Gelegenheit

bietet, spätestens nach sechs bis sieben

Tagen. Unsere Funktionswäsche

trocknet zum Glück sehr schnell.

Gegen 23 Uhr ist dann aber auch für

uns Zeit zu schlafen.

Mit was beschäftigen sich die Kinder

im Anhänger?

Die beiden Jüngeren spielen mit Teddys,

Turm-Eimern, Autos, Gummibändern

für die Armgelenke, schauen

sich Bilderbücher an, Babbeln,

Singen oder machen Quatsch-Baby-

Spiele und kichern darüber. Die Älteren

malen gerne in ihr Bildertagebuch

Sehenswürdigkeiten und

Flaggen oder kleben Eintrittskarten

ein. Wir haben aber auch Legos,

Puzzles und Benjamin-Blümchen-

Hörspiele dabei und für den iPod

Kinderapps zum Zahlen- und Buchstabenüben,

zum Autobauen oder

Memoryspielen.

Wenn die Kinder die ganze Zeit so

eng aufeinanderhocken: Gibt es da

nicht viel Streit?

Dafür, dass wir 24 Stunden am Tag

zusammen sind, geht es ganz gut. Sicher

gibt es auch mal Streit. Manchmal

wollen die Älteren eine Sandburg

bauen und die Jüngeren hauen diese

China

Mach mal

Pause: Nach

Peking, der

Chinesischen

Mauer und der

Verbotenen

Stadt ist nun

Relaxen

angesagt

um. Oder der eine will etwas haben

und der andere gibt es nicht her. Aber

gerade auf dieser Reise, wo wir nicht

alles mitnehmen können, haben die

Kinder gelernt zu teilen.

Was war die bislang größte Herausforderung?

Am Anfang war es für uns Erwachsene

schon ungewohnt, uns dem Tempo

der Kinder anzupassen. Mit den

Kleinen dauert eben alles ein bisschen

länger. Das war eine Geduldsprobe,

aber daran haben wir uns gewöhnt.

Am meisten hat uns dabei

geholfen, viele Pausen zu machen –

dann waren die Kinder glücklich und

wir auch!

Gab es eigentlich auch Momente, in

denen Sie die Reise am liebsten abgebrochen

hätten?

So eine lange Reise um die ganze

Welt hat natürlich Höhen und Tiefen.

Aber wirklich abbrechen wollten wir

nie. Als wir von Salvador da Bahia in

Brasilien nach Sydney geflogen sind,

hatten wir den Anschlussflug in São

Paulo verpasst. Dies war zwar nicht

unsere Schuld, aber für einen Tag ließ

uns die Fluggesellschaft in dem Glauben,

dass wir den Flug noch mal bezahlen

müssen. Das wäre finanziell

schwierig gewesen.

Fotos: privat; Illustrationen: Fotolia.com

66

Leben & erziehen

September 2012


Was hat Sie besonders berührt?

Es ist spannend zu sehen, wie unsere

Kinder auf ganz eigene Art und Weise

ihre Erfahrungen verarbeiten. So

machen sie im Licht der Taschenlampe

Schattenspiele. Sie formen mit

ihren Händen und Armen, was sie

gesehen haben: Berge, Gebäude, Tiere.

Lustig sind auch die Fragen, die

sie untereinander diskutieren: Warum

sind so wenig Leute in der Mongolei,

wenn es in Indien so viele gibt?

Was ist höher: Berge oder Vulkane?

Die Welt durch Kinderaugen kennenzulernen,

ist einfach toll!

Mit den vollbepackten Rädern und

den Kindern im Anhänger ziehen

Sie sicher schnell Aufmerksamkeit

auf sich. Wie reagieren die Leute?

Die meisten sind sehr gastfreundlich.

Fremde laden uns spontan zum Essen

zu sich nach Hause ein. Im Oman

Am Ende der

Reise werden

es weit über

7 000 Kilometer

sein

durften wir sogar bei einer islamischen

Familie übernachten. Überraschend

war auch, wie viele uns Geld

geben wollten, selbst in den ärmeren

Ländern – das haben wir aber grundsätzlich

nicht angenommen.

Wie hat sich die Reise auf Ihr Familienleben

ausgewirkt?

Die Reise hat mir ermöglicht, dass

ich viel Zeit mit meinen Kindern verbringen

konnte. Julie und ich haben

Indien

Kinder unter

sich: Den

Kleinen

gefällt das

Elefantenbaby

sie mit all ihren Eigenheiten gut kennengelernt

und dabei erfahren, wann

wer wie viel Ruhe, Zuwendung oder

Unterstützung braucht. Es gab Situationen,

in denen wir als Familie und

besonders als Paar stark zusammengewachsen

sind. Etwa als wir auf

der Suche nach einer Unterkunft vor

einem drohenden Sandsturm waren

oder bei extremem Wind unser Zelt

aufbauen mussten. Das prägt.

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Leben & erziehen

Unser Kind

Das Glück hat

einen Namen

Dieses Baby, das da

heranwächst, ist vor

allem eines: das reinste

Glück. Was liegt da

näher, als ihm einen

Namen zu geben, der

genau das auch ausdrückt?

In diesen Vorschlägen

steckt die

Bedeutung „glücklich“:

Mädchen

Beatrix

Saida

Felicitas

Serena

Joy

Keiko

Jungen

Benjamin

Mesut

Anand

Fausto

Felix

Maddox

heißt ...

Hier

Annabea Marie

4 Monate

Schon als Kind bekamen meine

Lieblingspuppen den Namen „Anna“, also „die

Anmutige“. Aber mein Mann wollte nicht nur

einen anmutigen, sondern auch einen ungewöhnlichen

Namen und so landeten wir bei der

Erweiterung -bea. Das passt umso besser,

weil unsere Kleine am 17. Januar, dem Gedenktag

der Heiligen Beatrix, zur Welt kam.

Michaela Braunias, Münster

erzählen unsere

Leserinnen und Leser,

wie sie den Namen für ihr

Kind gefunden haben

Milena

6 Monate

Der Name unserer Tochter musste vor

allem die Ansprüche meiner Frau erfüllen:

Weil sie aus Russland kommt, sollte er auch in

ihrer Sprache gut auszusprechen sein, originell,

nicht zu exotisch und abgekürzt nett klingen.

Mit Milena und der Kurzform Mila haben wir

einen Namen gefunden, der all das schafft.

Michael Lechler, Leimen

Fotos: privat (3); Illustrationen: iStockphoto.com

Machen Sie mit!

Wollen Sie auch Ihre

Geschichte erzählen?

Dann schrei ben Sie uns und

schicken Sie ein Kinderfoto

oder Familienfoto* mit.

Bitte auch den Geburtstag, die

Adresse und für Rückfragen

die Telefonnummer angeben.

Adresse: Leben & erziehen,

Kennwort: Name, Böheimstr. 8,

86153 Augsburg, E-Mail:

namen@bayard-media.de

*Wir schicken Fotos gern zurück, wenn Sie

einen frankierten Rückumschlag beilegen

Linus Fritz

6 Monate

Eigentlich sollte unser Sohn Luis heißen,

aber als ich beim Frauenarzt ans CTG

angeschlossen war, sah ich an der Wand Bilder

von Babys und deren Namen. Mein Mann und

ich spielten mit den Buchstaben, bis wir auf

Linus kamen. Fritz stand dagegen schon früher

fest, so heißt sein Opa mit zweitem und sein

Papa mit erstem Vornamen.

Anne-Kathrin Schulz, Morsbach

Leben & erziehen

September 2012 69


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Glosse

Aha, heute war wohl

wieder der Papa

am Kleiderschrank!

Warum zum Teufel, so

fragt sich Daniel Lutz,

sieht man das Tochter

Hanna sofort an?

kann ein

Kind nie richtig

anziehen!

Illustration: Astrid Rabus; Foto: privat

Meine Güte! Was hat der

Papi dir denn da wieder

angezogen?“ – „Zum Shirt

mit der Erdbeere passt

doch die zitronengelbe

Hose viel besser!“ – „Ist im Kinderzimmer

das Licht kaputt oder hast du etwa diese

Klamotten-Kombination absichtlich gewählt?“

Sätze, die ich täglich höre.

Es ist offenbar eine Art Naturgesetz: Ein

Mann ist nicht in der Lage, sein Kind so zu

kleiden, dass die Mutter zufrieden ist. Dabei

ist doch eigentlich alles so einfach,

meinen wir Männer – aber da prallen

Welten aufeinander!

Mein männlicher Blick in den Kleiderschrank

meiner sechs Monate alten Tochter

Hanna verrät: Babyklamotten! Sonst

nichts. Da sind einfach nur Klamotten

drin. Wenn meine Lebenspartnerin in

denselben Schrank schaut, spricht sie von

„Kombinationen“, „Alltagshosen“ und

Sonntagsjäckchen“ und vor allem von

„Dingen, die einfach zusammengehören“.

Man(n) kann die apricotfarbene 7/8-Hose

nicht mit den roten Socken kombinieren.

Dafür sind nämlich die cremefarbenen gedacht.

Hose und Socken gehören zusammen

wie der Mond und die Erde.

Die Verbindung ist für den Laien nicht

sichtbar. Es sind verborgene Kräfte, die

die Gestirne zusammenhalten. Und genau

solche Kräfte gibt es auch in Hannas

Kleiderschrank, nur können Laien – wir

Männer – sie eben nicht sehen. Das allerdings

ändert nun mal nichts daran, dass

die Apricothose und die Cremesocken zusammengehören.

Meine Partnerin und ich haben uns inzwischen

auf ein Beschriftungssystem geeinigt.

Eine Art Baby-Style-Guide für

fashionblinde Papis mit einem Hang zu

gewagten Modekombinationen beim

Kleinkind. Jetzt kann zum Glück nichts

mehr schiefgehen!

Ich schreite stolz mit einer strikt nach Anleitung

gekleideten Hanna aus dem Kinderzimmer

in die Küche – und ernte Kopfschütteln:

Das zartrosa Oberteil und die

schneeweiße Hose waren doch für den

Ausflug am Sonntag gedacht und nicht für

heute, wo es KAROTTENBREI gibt!

Beschriftung hin oder her, die Gesetze der

Natur sind nicht zu beeinflussen: Man(n)

kann ein Kind nie richtig anziehen!

Daniel Lutz

ist Radiomoderator

und Vater von

Hanna (6 Monate)

Leben & erziehen

September 2012 71


Leben & erziehen

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nicht zu kaufen! Aber mit einem

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machen. Der künftige Hotdog-

Verkäufer wird begeistert sein

72

Leben & erziehen

September 2012


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Das neue Heft

ist ab 12. September

im Handel

Babys können keine

Fragebögen ausfüllen

und keine Interviews

geben. Und trotzdem

wissen Forscher, was

in den kleinen Köpfen

vorgeht. Mit welchen

Experimenten Wissenschaftler

das herausfinden,

lesen Sie in

unserer Titelgeschichte

Weitere Themen

Keine Angst

vor Fieber

Unser Kinderarzt beantwortet

Ihre Fragen

Richtig loben

Braucht man dazu einen Kurs?

Erfahrungen einer Mutter

Kindergarten

Leckere Rezepte für

die Brotzeitdose

Fingerspiele

für Babys

FÜR SCHÖNE

WARME FÜSSE

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Die neuen

Kinderschuhe

sind

schick und

machen viel

mit!

st du?

Schwanger

Kopfschmerzen: Welche Mittel

Sie nehmen dürfen

Eric lernt jetzt hören

Reportage über einen Jungen,

der gehörlos zur Welt kam

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im Praxis-Test

Wir stellen die besten Sitze

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