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stereoplay Der Verstärker der Zukunft? (Vorschau)

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9 | 2012 Die technische Dimension von HiFi<br />

Deutschland 5,50 €<br />

Günstig wie nie Unter 2000 Euro Transistor vs. Röhre<br />

Subwoofer mit<br />

D/A-Wandler von<br />

AMC-Endstufen im<br />

Prozessor-EQ<br />

Restek, T+A, Wadia<br />

System-Vergleich<br />

<strong>Verstärker</strong><br />

<strong>Der</strong><br />

<strong>der</strong> <strong>Zukunft</strong>?<br />

+ Konsequent digital bis in die Endstufe<br />

+ Eingebauter Raum-Equalizer<br />

+ Warmer, kraftvoller Klang<br />

= NAD C 390DD<br />

Mittelton-Konzepte im Vergleich:<br />

Standboxen von ADAM, ATC, Heco<br />

Nautilus-Technik im Heimkino:<br />

Das Surround-Set B&W MT 60D<br />

<strong>Der</strong> geniale Akustik-Kniff:<br />

Elac FS 507 mit ausfahrbarem Koax<br />

Rezensionen aus<br />

Pop, Oldies, Jazz,<br />

65Klassik<br />

Lianne La Havas<br />

Musikalischer<br />

Wirbelwind<br />

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Schweden skr 77,00 - Slowakei € 7,45<br />

Norwegen NOK 78,00


Kompaktes Format – großartiger Klang<br />

Mini Theatre<br />

Lassen Sie sich von <strong>der</strong> zurückhaltend-kompakten Optik<br />

des neuen MT-50-Systems nicht täuschen! Denn dieses<br />

5.1-Kompaktmonitorsystem aus <strong>der</strong> preisgekrönten Mini<br />

Theatre Serie von Bowers & Wilkins, dem renommierten<br />

Hersteller von fortschrittlichen und leistungsstarken Lautsprechersystemen<br />

auf höchstem Studioniveau, bringt auch<br />

Ihnen Hollywood direkt nach Hause. Dabei erfüllt das perfekte<br />

Zusammenspiel <strong>der</strong> M-1-Satelliten mit dem kraftvollen<br />

und ultrakompakten ASW608-Subwoofer nahezu jeden<br />

Raum mit einem weiträumigen und dynamisch detailreichen<br />

Surround-Klang <strong>der</strong> Extraklasse. So wird auch Ihr Erlebnis bei<br />

Musik, Film und Gaming jetzt noch aufregen<strong>der</strong> und intensiver.<br />

MT-50 – erhältlich in Matt-Weiß und Matt-Schwarz.<br />

Mehr zum neuen Mini Theatre:<br />

www.gute-anlage.de und<br />

www.bowers-wilkins.de


Editorial<br />

Holger Biermann<br />

Parallele<br />

Welten<br />

Anfang September ist in Berlin wie<strong>der</strong><br />

IFA-Zeit. Aber irgendwie macht sich<br />

<strong>der</strong> Eindruck breit, als ob niemand<br />

hinginge. Nachdem nun auch noch die<br />

DM-Gruppe (Denon, Marantz, Boston)<br />

Berlin eine Absage erteilt hat, bleiben von<br />

den im HiFi-Markt noch aktiven Marken<br />

nur Audiovox (Heco, Magnat, Oehlbach),<br />

Canton, Onkyo, Pioneer, Quadral, Sony<br />

und Yamaha übrig. In den ehemals so<br />

stolzen HiFi-Hallen könnte also ein recht<br />

übersichtliches Treiben herrschen ...<br />

Da kommt bei mir einige Wehmut auf.<br />

Vor allem nach dem Durchblättern <strong>der</strong><br />

Ausgabe 9/1982 – siehe „Vor 30 Jahren“<br />

(Seite 8). Damals war die IFA erkennbar<br />

<strong>der</strong> Motor für HiFi und High End in<br />

Deutschland. Da pumpten auch die<br />

kleineren Anbieter für dieses große Event,<br />

um sich auf breiter Bühne zu zeigen. Die<br />

Branche war wie elektrisiert von dem<br />

IFA-Leuchtfeuer, das in die ganze Welt<br />

hinausstrahlte.<br />

Natürlich wird die Messe auch dieses<br />

Jahr wie<strong>der</strong> mit beeindruckenden Innovationen<br />

aufwarten. Es wird noch mehr<br />

Fernseher geben mit noch schärferem<br />

Bild, noch besserer Bedienbarkeit – und<br />

natürlich mit Netzwerk-Anschluss. Man<br />

hat ja jetzt zur IFA sogar einen Ansatz<br />

gefunden, um die lästigen Lautstärke-<br />

Unterschiede zwischen Film und Werbung<br />

zu glätten. Toll, aber mit <strong>der</strong> HiFi-Szene<br />

hat das nur herzlich wenig zu tun.<br />

Dabei gibt es doch auch im High End<br />

Entwicklungen für ein breiteres Publikum.<br />

Wie zum Beispiel <strong>der</strong> volldigitale NAD-<br />

<strong>Verstärker</strong> C 390DD (Seite 30), <strong>der</strong> sicher<br />

bald günstigere und damit noch attraktivere<br />

Nachfolger findet. O<strong>der</strong> <strong>der</strong> Trend,<br />

dass selbst ausgewiesene High En<strong>der</strong> wie<br />

Burmester, Restek, T+A und Wadia mittlerweile<br />

anspruchsvolle Alleskönner-<br />

Wandler für unter 2000 Euro anbieten.<br />

Hier sollte sich die IFA <strong>der</strong> HiFi-Branche<br />

wie<strong>der</strong> mehr öffnen. Vielleicht wird aus<br />

den zwei Parallelwelten ja doch wie<strong>der</strong><br />

eine. Herzlichst Ihr<br />

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„Phänomenale Klangqualität,<br />

die das Niveau deutlich größerer<br />

und teurer Boxen erreicht“<br />

AudioVideoFoto Bild 4/12<br />

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<strong>Der</strong> Monat im Messlabor<br />

Mitteltöner im Mittelpunkt<br />

Im Test <strong>der</strong> Standboxen um 5000 Euro (ab Seite<br />

14) drehte sich alles um die Mitteltöner. Die Frage<br />

lautete: Sind große Kalotten o<strong>der</strong> AMT-Mitteltöner<br />

den gängigen Konus-Membranen überlegen?<br />

Die TESTfactory machte von je<strong>der</strong> Variante<br />

Einzelmessungen, um <strong>der</strong>en jeweilige Vorzüge zu<br />

erforschen. Links im Diagramm sieht man das<br />

Verhalten des Heco-Konus, <strong>der</strong> trotz seiner Größe<br />

nur sehr wenig bündelt und insgesamt seine<br />

Sache ziemlich gut machte. Welches Konzept<br />

die Nase vorn hatte, lesen Sie auf Seite 22.<br />

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Inhalt<br />

Test & Technik<br />

Standlautsprecher<br />

010 Gimmick o<strong>der</strong> echter Klanggewinn?<br />

Elac FS 507 mit ausfahrbarem Koax<br />

Standlautsprecher<br />

014 Wer hat die feinsten Mitten?<br />

ADAM Column Mk 3, ATC SCM 40,<br />

Heco „The New Statement“<br />

Vor/Endstufen<br />

024 Verblüffend günstig und gut:<br />

AMC-Röhren CVT 1030, CVT 2100,<br />

CVT 2030 und Transistor-Endstufe 2100<br />

Vollverstärker<br />

030 Konsequent digital bis zum Ausgang:<br />

<strong>Der</strong> musikalisch und warm klingende<br />

Digitalverstärker NAD C 390DD<br />

Surround-Set<br />

034 Klein, hübsch und doch erwachsen:<br />

B&W-System MT 60D mit dem<br />

Sensations-Subwoofer PV1D<br />

Subwoofer<br />

038 Einmessung immer leichter und besser:<br />

Fantastische Ergebnisse beim Test <strong>der</strong><br />

Modelle von Paradigm, Velodyne, Sunfire<br />

D/A-Wandler<br />

046 Die Angebots-Highlights für Einsteiger:<br />

Top-Wandler unter 2000 Euro:<br />

Restek M-DAC, T+A DAC 8, Wadia 121<br />

Plattenspieler<br />

122 Sportlich quergedacht:<br />

<strong>Der</strong> Well Tempered Versalex verblüfft<br />

mit eigenwilligen Konstruktions-Ideen<br />

Blu-ray-Recor<strong>der</strong><br />

126 Einzigartiger Service:<br />

Nur mit dem Panasonic DMR BST 820<br />

lassen sich Bild und Ton<br />

auf Wechselmedien aufnehmen<br />

AV-Receiver/Blu-ray-Player<br />

130 Fürs anspruchsvolle Heimkino:<br />

Um 600 Euro pro Gerät: Die Marantz-<br />

Kombination NR 1603 / UD 5007 ist<br />

in ihrer Preisklasse schwer zu toppen<br />

24<br />

46<br />

14<br />

Röhre o<strong>der</strong> Transistor?<br />

Bei AMC gibt es beides zum mo<strong>der</strong>aten Kurs.<br />

Großer Name, Top-Klang<br />

Bezahlbare D/A-Wandler von Restek, T+A, Wadia.<br />

Magie <strong>der</strong> Mitten<br />

Großartige Standboxen von ADAM, ATC und Heco.<br />

4<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Magazin<br />

28 40<br />

Vorzüge des<br />

Bi-Amping<br />

Clevere Versuchsreihen<br />

mit Hilfe <strong>der</strong><br />

AMC-Endstufen.<br />

Alle Testgeräte<br />

alphabetisch<br />

014 ADAM Audio Column Mk3<br />

024 AMC CVT 1030 Mk2<br />

024 AMC CVT 2100 Mk2<br />

024 AMC CVT 2030 Mk2<br />

024 AMC 2100 Mk2<br />

014 ATC SCM 40<br />

034 B&W MT 60D<br />

010 Elac FS 507<br />

014 Heco The New Statement<br />

130 Marantz NR 1603<br />

130 Marantz UD 5007<br />

030 NAD C 390DD<br />

038 Paradigm SE Sub + PBK<br />

126 Panasonic DMR BST 820<br />

046 Restek M-Dac<br />

Hier droht<br />

das Dröhnen<br />

So wichtig ist die<br />

richtige Subwoofer-<br />

Aufstellung.<br />

134<br />

Rubriken<br />

Große<br />

Konzertsäle<br />

Die älteste Opernbühne<br />

<strong>der</strong> Welt:<br />

die Arena in Verona.<br />

122<br />

Mit Golfball-Arm<br />

<strong>Der</strong> skurrile,<br />

aber grandios<br />

musikalische<br />

Well Tempered<br />

Versalex.<br />

038 Sunfire True EQ 12 Signat.<br />

046 T+A DAC 8<br />

038 Velodyne EQ Max 15<br />

046 Wadia 121<br />

122 Well Tempered Versalex<br />

003 Editorial<br />

118 Leser fragen,<br />

<strong>stereoplay</strong> antwortet<br />

138 Impressum<br />

146 <strong>Vorschau</strong><br />

006 News, Facts, Trends:<br />

Neue Pioneer-DSD-Stereokomponenten,<br />

Magnat Quantum 750, Naim-Vorstufe 172<br />

008 Vor 30 Jahren:<br />

ATR Celestron, Micro Seiki RX/RY 1500<br />

118 Leser-Briefe/Mails<br />

Ratgeber & Service<br />

028 Ratgeber Bi-/Tri-Amping:<br />

Welche <strong>der</strong> drei AMC-Endstufen ist<br />

die richtige für welchen Zweig?<br />

118 Fachhändler-Vorführtermine:<br />

Hören Sie rein<br />

134 Berühmte Konzertbühnen:<br />

Arena di Verona: Wo einst Gladiatoren<br />

starben, wird heute große Oper geboten<br />

136 Die Rang & Namen-Liste:<br />

Über 1000 Geräte im Testvergleich<br />

<strong>stereoplay</strong> music<br />

112 Telarc: Digitale Pioniertaten<br />

104 - 116 Über 65 Rezensionen aus<br />

Pop, Oldies, Jazz und Klassik<br />

auf CD, DVD und Vinyl:<br />

Lianne La Havas, Asia, Rumer, Kimbra,<br />

Phillip Boa, The Gaslight Anthem, Cro,<br />

Dead Can Dance, Tom Petty, Can,<br />

The Dubliners, Return To Forever ...<br />

ab<br />

109<br />

Viel zu sehen:<br />

Die Mutter des<br />

Lounge-Groove<br />

Sade


Magazin Neuheiten schon gehört<br />

Vertriebswechsel<br />

Konzentriert besser?<br />

„Gemeinsam ist vieles<br />

einfacher“ – dieses Motto<br />

machten sich nun auch die<br />

Strategen von Onkyo und<br />

Teac zu eigen. Beide Firmen<br />

vereinbarten eine deutlich<br />

engere Zusammenarbeit.<br />

Im Klartext heißt das:<br />

Die Teac-Produkte (das gilt<br />

auch für die edlen Esoteric-<br />

Komponenten) werden in<br />

Deutschland nun ebenfalls<br />

über Onkyo vertrieben.<br />

Am liebsten Internet<br />

Adretter Radio-Universalist von Argon<br />

<strong>Der</strong> Argon iNet3+ ist mit 300 Euro das<br />

Spitzenmodell <strong>der</strong> jetzt von Dynaudio/<br />

NAD vertriebenen Sideboard-Radios mit<br />

Weck-Funktion. Das iNet3+ bekommt<br />

jede Art Radio herein – bei Netzanschluss<br />

auch die ganze Palette an<br />

Internet-Stationen – was letztlich den<br />

großen Reiz ausmacht. Klang und<br />

Funktionalität des kleinen Alleskönners<br />

sind verblüffend; die beiden Breitbän<strong>der</strong><br />

sorgen zwar nicht für einen echten<br />

Stereo-Eindruck, doch aber für durchaus<br />

ordentlichen Klang – wenn man vorher<br />

per Equalizer das Klangbild auf die<br />

Umgebung des iNet3+ angepasst hat.<br />

Infos: www.argonradio.de<br />

Black Magic<br />

Pioneer präsentiert seine neuen,<br />

DSD-fähigen Stereo-Komponenten<br />

Lange hat Pioneer keinen so imposanten<br />

Stereo-Aufschlag mehr gemacht. Alle<br />

Geräte hinterlassen einen properen Eindruck:<br />

<strong>Der</strong> <strong>Verstärker</strong> A 70 (1000 Euro) hat<br />

die Endstufen <strong>der</strong> großen HERO-Receiver<br />

sowie einen Top-Wandler eingebaut, <strong>der</strong><br />

Netzwerk-Player N 50 (600 Euro) spielt alle<br />

Formate und sorgt für Jitter-freie Direktanbindung<br />

von PC o<strong>der</strong> Mac. <strong>Der</strong> PD 50 (600<br />

Euro) ist einer <strong>der</strong> wenigen neuen SACDfähigen<br />

Player am Markt und verspricht<br />

auch beste Performance. www.pioneer.de<br />

6<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Viel Holz<br />

Top-Kopfhörer von Denon<br />

Denon hat 4 neue Kopfhörer entwickelt. <strong>Der</strong> AH-D<br />

7100 für 1250 Euro ist das Topmodell, das allein<br />

mit <strong>der</strong> Verarbeitung und den edlen Materialien<br />

(Mahagoni) seinen hohen Anspruch unterstreicht.<br />

Tatsächlich klingt <strong>der</strong> wuchtige On-Ear-Hörer<br />

überragend gut: warm, satt, sehr transparent, fein.<br />

Infos unter 0 21 57 / 12 08 0 o<strong>der</strong> www.denon.de<br />

Hoch hinaus<br />

Streaming-Vorstufe von Naim<br />

Wie viele Naim-Vorstufen ist auch diese klanglich<br />

ganz weit oben anzusiedeln. Und sie hat den nicht<br />

unbedeutenden Vorteil, auch noch einen integrierten<br />

Streaming-Player (bis 32 Bit / 192 kHz) sowie ein eingebautes<br />

Webradio-Modul an Bord zu haben. Die nagelneue NAC N 172 XS<br />

ist seit Juli verfügbar und kostet 2300 Euro (mit UKW/DAB-Radio:<br />

2600 Euro). Infos: 0 41 05 / 77 05 0 o<strong>der</strong> www.music-line.biz<br />

_08OY8_Magnat_STP_09_HECO_Phalanx_IFA.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 95.00 mm);11. Jul 2012 10:49:53<br />

270 mm<br />

238 mm<br />

PHALANX MICRO 200A<br />

Die kleine „Walze“ macht mächtig viel Power und das gleich<br />

mit drei 200 mm Alu-Membranen!<br />

Im ursprünglichen, altgriechischen Sinne beschreibt „Phalanx“ eine<br />

Kampfformation o<strong>der</strong> eine Walze. Beide Interpretationen sind sehr<br />

zutreffend für diesen 300 Watt starken Aktiv-Subwoofer. <strong>Der</strong> Phalanx<br />

Micro 200A arbeitet mit einer Aktiv-Membran und zwei Passiv-<br />

Membranen, die als Langhub-Bassradiatoren ausgelegt sind und<br />

in einem geschlossenen Gehäuse den Job zweier Bassreflexrohre<br />

übernehmen. Das Ergebnis: viel Bass-Spaß bei extrem geringen<br />

Abmessungen...<br />

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.heco-audio.de.<br />

245 mm


Magazin<br />

Vor<br />

Vor 30 Jahren<br />

September 1982<br />

Das waren noch Zeiten: Die<br />

Berliner IFA war damals für<br />

HiFi-Fans die Messe überhaupt,<br />

auch viele High En<strong>der</strong><br />

planten für den Event und<br />

stellten dort aus. Anlässlich<br />

<strong>der</strong> IFA 1982 platzierte<br />

<strong>stereoplay</strong> mehr HiFi-Tests<br />

denn je im Heft: Die Redakteure<br />

nahmen über 30 Geräte<br />

unter die Lupe – und setzten<br />

damit eine neue Marke.<br />

Laut & klar<br />

ATR Celestron: Horn <strong>der</strong> Superlative<br />

„Ich mag keinen schönen Sound“,<br />

sagte Celestron-Erfin<strong>der</strong> Alfred<br />

Rudolph seinerzeit im Interview. Er<br />

wollte es möglichst livehaftig. Und<br />

ultimativ: Für damalige Verhältnisse<br />

setzte das Vierwege-Horn mit dem<br />

anpassbaren Ionenhochtöner, dem<br />

großen, nierenförmigen Bassteil<br />

und mit seinem Einstiegspreis von<br />

45 000 Mark sicherlich neue<br />

Maßstäbe. Auch was den Aufwand<br />

angeht: Mehrere Tage gingen ins<br />

Land, bis die Celestron endlich im<br />

<strong>stereoplay</strong>-Hörraum so spielte,<br />

dass auch Rudolph zufrieden war.<br />

Bei entsprechendem Abstand kam<br />

alles sehr kraftvoll, gnadenlos<br />

dynamisch-direkt und nur ein ganz<br />

klein bisschen verfärbt. Tester<br />

Joachim Reinert jedenfalls war von<br />

dem Klang <strong>der</strong> „Himmlischen“ so<br />

angetan, dass er sie augenblicklich<br />

zum besten Hornlautsprecher <strong>der</strong><br />

Welt kürte.<br />

Rundumschlag<br />

Die interessantesten Lautsprecher um 5000 Mark<br />

Verschiedener können klassische Standboxen kaum aufgebaut sein:<br />

Braun LS 150 Aktiv, Cabasse Galion V, Canton Ergo P mit Subwoofer<br />

Plus A, Dynaudio MSP 400, Ionenhochtöner-Box Magnat MP-X-088,<br />

R&K Con Moto, Technics SB M2. Doch die hohen Erwartungen <strong>der</strong><br />

Tester wurden nicht erfüllt. Canton und Technics machten letztlich<br />

das Rennen – trotz einiger Kritik.<br />

Halt dich am Riemen<br />

Micro Seiki RX 1500 + RY 1500 für 4000 Mark<br />

Die Kombination aus Laufwerk und Antriebseinheit war das Konsequenteste,<br />

was Micro Seiki seinerzeit entwickelte. Die Laufwerksbasis<br />

mit dem 9-Kilo-Plattenteller nahm bis zu vier Tonarme auf;<br />

Schallpatten wurden über eine Pumpe effizient angesaugt. <strong>Der</strong><br />

Hörtest fiel nicht überragend aus, dennoch gelang den Japanern<br />

mit dem 1500er ein echtes Kultgerät.<br />

Die perfekte Aufnahme<br />

Wolfgang Dauner<br />

„Solo Piano“<br />

Mood Records<br />

Klangqualität:<br />

sehr gut<br />

Er soll das Werk ganz allein eingespielt<br />

haben: an seinem Bösendorfer<br />

Flügel in Stuttgart, einzig unterstützt<br />

von einer digitalen Bandmaschine.<br />

Dauners Improvisationen sind<br />

spielerisch und haben etwas<br />

durchaus Schmeichelndes.<br />

Das Ganze wurde dann von den<br />

Bauer Tonstudios wun<strong>der</strong>bar<br />

audiophil abgemischt: Die Anschläge<br />

kommen kraftvoll, aber nie hart, die<br />

Bässe haben Saft und Leben. Auch<br />

heute noch ein tolles Werk, nicht nur<br />

unter highfidelen Gesichtspunkten.


Preis/Leistungs-Schlager<br />

Neue Lautsprecher-Linie von Magnat<br />

Mit <strong>der</strong> „Quantum 750“-Serie setzt <strong>der</strong> Kölner Hersteller Magnat seine Idee<br />

von möglichst viel Klang für relativ wenig Geld erneut sehr eindrucksvoll um.<br />

Das Flaggschiff, die Quantum 757 für 1800 Euro, glänzt mit hoher Dynamik<br />

und bestechen<strong>der</strong> Feinzeichnung. Infos: 0 22 34 / 80 70, www.magnat.de<br />

Scharf!<br />

Video Wave II von Bose<br />

Mit dem „Video Wave“ gelang Bose ein echter Paukenschlag. <strong>Der</strong> Flach-TV mit<br />

integriertem Soundsystem verblüffte sogar anspruchsvolle HiFi-Fans. Nun gibt es das<br />

komfortable Heimkino-System in <strong>der</strong> MK-II-Version: mit HD-Panels in zwei Größen –<br />

46 (5500 Euro) / 55 Zoll (6500 Euro) – und noch leichterer Bedienung. www.bose.de<br />

_06XKV_Reichmann_Audio_12_11_RZ.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 92.00 mm);24. Oct 2011 11:37:59<br />

KEINE KOMPROMISSE.<br />

Vollverstärker M6i Eingänge: 4xCinch, 1xXLR, 1xUSB; Ausgänge:<br />

1xLautsprecher, Tape-Out, Pre-Out; Leistung 200Watt/Kanal, silber<br />

o<strong>der</strong> schwarz, 17Kg, 2.450,-€<br />

MEHR PRODUKTEUND HÄNDLER:<br />

TELEFON 077 28-1064·WWW.REICHMANN-AUDIOSYSTEME.DE


Test & Technik Lautsprecher<br />

VX-Jet in <strong>der</strong> Position +8 mm<br />

für kleinere Hörabstände und<br />

stärker bedämpfte Räume:<br />

mehr Raumbreite und -tiefe;<br />

distanzierteres Klangbild.<br />

VX-Jet in <strong>der</strong> Position -8 mm<br />

für größere Hörabstände und<br />

weniger bedämpfte Räume:<br />

mehr Ortungsschärfe und Präzision;<br />

präsenteres, direkteres Klangbild.<br />

10<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Die Zaubersäule<br />

<strong>Der</strong> mechanisch justierbare Elac-Koax verspricht eine Anpassung an die<br />

Raumakustik in einer elegant schmalen Box. Gelingt dieses HiFi-Wun<strong>der</strong>?<br />

Zu den unangenehmsten Ereignissen<br />

im Leben eines<br />

High En<strong>der</strong>s kann ein Umzug<br />

gehören. Die Anlage, die im<br />

alten Hörraum so wun<strong>der</strong>bar<br />

stimmig geklungen hat, will in<br />

<strong>der</strong> neuen Umgebung einfach<br />

nicht so recht tönen. Die Bässe?<br />

Langsam. Die Abbildung?<br />

Diffus o<strong>der</strong> flach. Die Mittenortung?<br />

Dahin.<br />

Die akustischen Gründe liegen<br />

auf <strong>der</strong> Hand: Das Zusammenspiel<br />

von direktem und<br />

indirektem Schall im Raum<br />

beeinflusst stark die Bühnenabbildung,<br />

das Timing und das<br />

Entfernungsempfinden. Die verantwortlichen<br />

Parameter sind<br />

die Nachhallzeit des Raumes,<br />

<strong>der</strong> Hörabstand und das Bündelungsmaß<br />

des Lautsprechers.<br />

Boxen mit starker Fokussierung<br />

<strong>der</strong> Schallenergie auf den Hörplatz<br />

tönen bei größeren Distanzen<br />

und lebendigeren Räumen<br />

besser, breit strahlende Exemplare<br />

bei gut bedämpften Räumen<br />

o<strong>der</strong> im Nahfeld.<br />

Dumm nur, dass man als<br />

Hörer diese Größen, vom Abstand<br />

abgesehen, nur schwer<br />

beeinflussen kann. Elac stellte<br />

deshalb bereits vor einiger Zeit<br />

mit <strong>der</strong> FS 509 eine Box vor,<br />

bei <strong>der</strong> eine mechanische Vorrichtung<br />

die Mittelhochton-<br />

Einheit vor- o<strong>der</strong> zurückschiebt,<br />

um damit den Abstrahlwinkel<br />

zu korrigieren. Ein Umzug in<br />

einen an<strong>der</strong>en Hörraum könnte<br />

damit den Schrecken verlieren:<br />

Ist <strong>der</strong> neue Raum halliger, wird<br />

die Mittelhochton-Einheit per<br />

Schraubknopf nach hinten<br />

geschoben und bündelt dann<br />

stärker. Rückt <strong>der</strong> Hörplatz ins<br />

Nahfeld o<strong>der</strong> ist <strong>der</strong> Raum stärker<br />

bedämpft, schiebt man den<br />

Koax nach vorn über die Schallwandebene<br />

hinaus.<br />

Gute Gene<br />

Jetzt ergänzt Elac das Portfolio<br />

mit <strong>der</strong> FS 507. Beim Herzstück<br />

<strong>der</strong> Box handelt es sich natürlich<br />

um die neueste Version<br />

des „X-Jet“-Koax-Systems. Im<br />

Hochton spielt ein Treiber nach<br />

dem Air-Motion-Transformer-<br />

Prinzip: ein mehrfach gefalteter<br />

Folienwandler in einem extrem<br />

starken Magnetfeld, dessen<br />

Lamellen sich proportional zum<br />

Musiksignal auseinan<strong>der</strong>drücken<br />

o<strong>der</strong> zusammenpressen.<br />

Drum herum platzierten die<br />

Elac-Entwickler einen Ringstrahler<br />

für den Mittelton.<br />

Dieser wird von einer außergewöhnlich<br />

großen 3-Zoll-<br />

Schwingspule angetrieben und<br />

außen wie innen durch eine<br />

kräftige Sicke in <strong>der</strong> Spur gehalten.<br />

Damit auch die Membran<br />

keine Partialschwingungen<br />

und sonstigen Klangtrübungen<br />

vollführt, ist ihre Oberfläche<br />

im Elac-typischen „Kristall“-<br />

Verfahren mehrfach geknickt.<br />

Weil die Membranfläche hier<br />

beschränkt ist, wird <strong>der</strong> Ring<br />

schon unterhalb von 550 Hertz<br />

ausgeblendet. Er übergibt an<br />

den oberen <strong>der</strong> beiden 18-Zentimeter-Konen,<br />

die ebenfalls mit<br />

einer Kristall-Membran aufwarten.<br />

Erst bei etwa 180 Hz wird<br />

<strong>der</strong> untere <strong>der</strong> zwei Tiefmitteltöner<br />

hinzugeschaltet, und beide<br />

arbeiten parallel. <strong>Der</strong> Sinn<br />

dieses 3,5-Wege-Konzepts ist<br />

es, Interferenzen zwischen den<br />

beiden Chassis im Grundton zu<br />

vermeiden.<br />

Zwischen 30 und 40 Hertz<br />

werden die Bässe von einem<br />

Reflexrohr unterstützt, das großzügig<br />

verrundet ist und zudem<br />

nach unten auf den Sockel <strong>der</strong><br />

Box arbeitet, um Kompressionseffekte<br />

und Störgeräusche<br />

zu vermeiden. Im Boxeninnern<br />

ist es, wie auch Frequenzweiche<br />

und Verkabelung, mit Akustikwolle<br />

verkleidet, um Reflexionen<br />

und Grundtonresonanzen<br />

keine Chance zu geben.<br />

Die High-Tech-Elac ist imposant und hervorragend verarbeitet,<br />

aber in <strong>der</strong> Taille ungewöhnlich schlank.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 11


Test & Technik Lautsprecher<br />

Stabiler geht’s nicht: Das Gehäuse<br />

ist verstrebt und bedämpft, das<br />

Reflexrohr endet im Sockel.<br />

Technik & Psychoakustik<br />

Präsenzbereich und Entfernungsempfinden<br />

Bestnoten strich die Elac<br />

FS 507 VX-Jet bezüglich <strong>der</strong><br />

Verarbeitung ein: Die Körbe<br />

mit <strong>der</strong> firmentypischen<br />

Formgebung sind extrem<br />

passgenau in die Schallwand<br />

eingelassen, <strong>der</strong> schwarze<br />

Klavierlack wurde so gut<br />

poliert, dass <strong>der</strong> Hörer sich<br />

locker darin spiegeln kann.<br />

<strong>Der</strong> Trick mit dem Dreh<br />

Das rief natürlich nach einem<br />

Hörtest mit Klavier: <strong>Der</strong><br />

große Steinway in Janina<br />

Fialkowskas überragendem<br />

„Liszt Recital“ (Atma) klang<br />

über die Elac bestechend<br />

real, doch auch nüchtern. Die<br />

feinen Differenzierungen in<br />

den Anschlägen, den Körper<br />

des Instruments, den Raum<br />

drum herum – dies alles stellte<br />

die 507 unprätentios und<br />

ohne jegliche Effekthascherei<br />

dar. Allenfalls die Ortungsschärfe<br />

ließ in <strong>der</strong> Position<br />

„Koax nach vorne“ noch<br />

Raum für Verbesserungen.<br />

Denn auch <strong>der</strong> Chor in Mozarts<br />

„Requiem“ (z. Guttenberg)<br />

tönte zwar offen und<br />

wun<strong>der</strong>bar dynamisch, die<br />

Drehen lässt den<br />

Koax vor- o<strong>der</strong><br />

zurück fahren<br />

– dies beeinflusst<br />

das Abstrahlverhalten.<br />

Bei VX-Jet / -8 mm ist die Bündelung maximal – und mit<br />

ihr <strong>der</strong> Hallradius, in dem <strong>der</strong> direkte Schall überwiegt.<br />

<strong>Der</strong> Effekt ist gegenläufig zwischen 2,5 und 4 kHz: Dieser<br />

Bereich beeinflusst psychoakustisch das Fern/Nah-Empfinden<br />

(sog. Blauertsche Bän<strong>der</strong>); <strong>der</strong> indirekte Schall wird<br />

dann im Raum präsenter und signalisiert dem Gehör<br />

damit eine Abbildung von vorn. Das Klangbild wird stärker<br />

mittig zwischen den Boxen abgebildet und fokussierter.<br />

einzelnen Sänger waren aber<br />

nicht so präzise projiziert wie<br />

gewohnt. Das ließ sich mit<br />

dem Drehknopf sehr gut<br />

justieren: Versenkte man den<br />

Koax sukzessive in seiner<br />

Schallführung, wurde die<br />

Abbildung genauer, das<br />

Klangbild geriet präsenter<br />

und fokussierte sich mehr auf<br />

den Raum zwischen den Boxen.<br />

Die Balance zwischen<br />

Räumlichkeit und Ortbarkeit<br />

gilt es in jedem Hörumfeld<br />

neu zu erhören.<br />

Im <strong>stereoplay</strong>-Hörraum<br />

war’s etwa 2 bis 3 Millimeter<br />

hinter <strong>der</strong> Schallwand ideal.<br />

Dann punktete die Elac in<br />

Yellos „Oh Yeah“ mit einem<br />

knackigen, nur nicht unendlich<br />

kraftvollen Tiefbass, mit<br />

einer stimmig darauf aufbauenden<br />

Mittendarstellung und<br />

herausragen<strong>der</strong> Balance aus<br />

Detailauflösung und räumlich<br />

tiefem Klangbild. Ein<br />

Lautsprecher, dessen Qualitäten<br />

man nur langsam<br />

entdeckt – den man aber spätestens<br />

beim ersten Umzug<br />

nicht mehr missen will.<br />

Malte Ruhnke ■<br />

Pegel auf Achse und damit die Bündelung<br />

variieren ab 700 Hz bis zu 2,5 dB.<br />

Elac FS 507 VX-Jet<br />

10 000 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Elac<br />

Telefon: 0431 / 64 77 40<br />

www.elac.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 20 x H: 115,5 x T: 35 cm<br />

Gewicht: 30 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend,<br />

Hörabstand 2 bis 4 m, normale o<strong>der</strong><br />

bedämpfte Räume ab 20 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

Sehr tief reichend, ausgewogen mit<br />

unkritisch schmalen Welligkeiten, aber<br />

betontem Bass; Impedanzmin. 3,5 Ω<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

Durchweg geringer Klirr, nur im Bass<br />

deutlich steigend; kaum Kompression<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Benötigt für HiFi-gerechte Pegel<br />

<strong>Verstärker</strong> ab 50 Watt (4 Ohm)<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 29/26 Hz<br />

Maximalpegel >30 Hz 102 dB<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

Elac FS 507 VX-JET<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

110 dB<br />

100 dB<br />

70 dB<br />

16 Ohm<br />

8 Ohm<br />

60 dB<br />

4 Ohm<br />

2 Ohm<br />

Impedanzverlauf<br />

50 dB<br />

1 Ohm<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Elac FS 507 VX-JET<br />

Natürlichkeit<br />

Feinauflösung<br />

Klang 62<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Das clevere Konzept erlaubt<br />

neben einer Anpassung an die<br />

Raumakustik auch ein Tuning<br />

<strong>der</strong> Abbildung – und bietet<br />

dazu natürlichen, sehr fein differenzierten<br />

und erwachsenen<br />

Klang ohne große Effekte.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 62 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

85 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Grenzdynamik<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

13 13 11 12 13<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

sehr gut<br />

12<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


www.teufel.de<br />

Thorsten Reuber<br />

Geschäftsführer bei Teufel<br />

Raumfeld HiFi-Streaming<br />

Die innovativen „Raumfeld by Teufel“ Audio-Streaming-Systeme kombinieren herausragende Klangeigenschaften<br />

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... macht glücklich


Test & Technik Lautsprecher<br />

Heco The New Statement, 4800 Euro<br />

Die Heco nutzt einen großformatigen Konusmitteltöner mit<br />

einer Membran aus klangstarkem Kraftpapier. Den Antrieb<br />

übernimmt ein hochlineares Alnico-Magnetsystem.<br />

ADAM Audio Column Mk 3, 5400 Euro<br />

Ein kompakter Air-Motion-Transfomer mit Ziehharmonikaartig<br />

gefalteter Folienmembran kümmert sich um die Mitten.<br />

Stabmagnete aus Neodym sichern den Antrieb.<br />

14<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


ATC SCM 40, 3750 Euro<br />

Den Mitteltonbereich verantwortet eine 75 Millimeter große<br />

Gewebekalotte mit großflächiger Schallführung. Das<br />

Magnetfeld liefert ein klassisches Ferritsystem.<br />

Von zentraler<br />

Bedeutung<br />

Klangstarke Mitteltöner<br />

sind die Königsdisziplin im<br />

Boxenbau. In dieser Runde<br />

prüft <strong>stereoplay</strong><br />

drei trickreiche Konzepte.<br />

Wenn eine Hörsession so<br />

richtig unter die Haut<br />

geht, wenn alle Beteiligten<br />

Raum und Zeit vergessen,<br />

dann lief bei <strong>der</strong> Zusammenstellung<br />

<strong>der</strong> HiFi-Kette offensichtlich<br />

alles richtig. Doch<br />

wer diesen Gipfel <strong>der</strong> audiophilen<br />

Glückseligkeit erklimmen<br />

will, muss sicherstellen,<br />

dass keine <strong>der</strong> vielen Baugruppen<br />

schwächelt.<br />

Welche Teile den größten<br />

Einfluss haben, darüber lässt<br />

sich streiten. Bei Lautsprechern<br />

sind Festlegungen dieser<br />

Art leichter zu treffen, denn<br />

dort hat <strong>der</strong> Mittenzweig klar<br />

eine zentrale Bedeutung. <strong>Der</strong><br />

Mitteltöner sowie sein Zusammenspiel<br />

mit den restlichen<br />

Bauteilen sind das A und O<br />

einer guten Box. Denn hier<br />

wird entschieden, ob <strong>der</strong><br />

Schallwandler müde o<strong>der</strong><br />

dynamisch rüberkommt.<br />

Wer Zweifel an dieser These<br />

hegt, sollte bei einer Dreiwege-Box<br />

das mittlere Chassis<br />

abklemmen und durch einen<br />

Ohmschen Wi<strong>der</strong>stand ersetzen;<br />

sonst könnte <strong>der</strong> zugehörige<br />

Weichenzweig Schaden<br />

nehmen. Spaß macht <strong>der</strong> Versuch<br />

garantiert nicht, denn ein<br />

Klangbild ohne Mitten wirkt<br />

leblos und distanziert.<br />

Boxen für Kenner verfügen<br />

deshalb meist über aufwendige<br />

Mitteltonabteilungen, die für<br />

den Massenmarkt viel zu kostspielig<br />

wären. Ungewöhnliche<br />

Membranwerkstoffe sind bei<br />

diesen Prachtstücken ebenso<br />

anzutreffen wie hochgerüstete<br />

Magnetsysteme o<strong>der</strong> gar exotische<br />

Wandlerarten abseits <strong>der</strong><br />

ausgetretenen Pfade.<br />

Spielwiese für Tüftler und<br />

Spezialisten<br />

Drei solcher Klangkünstler hat<br />

<strong>stereoplay</strong> für diesen Vergleich<br />

in Labor und Hörraum beor<strong>der</strong>t.<br />

Die Column Mk 3 stammt<br />

vom Berliner Studiospezialisten<br />

ADAM Audio. Ihr Mitteltöner<br />

ist ein Air-Motion-<br />

Transformer, dessen Folien-<br />

Faltmembran eine überragende<br />

Dynamik verspricht.<br />

Die SCM 40 des britischen<br />

Traditionalisten ATC arbeitet<br />

mit einer großen Gewebekalotte,<br />

die beson<strong>der</strong>s gleichmäßig<br />

abstrahlen soll. Die<br />

New Statement von Heco nutzt<br />

zur Mittengewinnung eine<br />

Membran aus Kraftpapier,<br />

die ein ultralinearer Alnico-<br />

Magnet befeuert.<br />

Alles Wichtige zu Technik<br />

und Klang lesen Sie auf den<br />

folgenden Seiten.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 15


Test & Technik Lautsprecher<br />

Nicht wenige HiFi-Fans tendieren<br />

dazu, ihre Lust auf<br />

Musik zu großen Teilen o<strong>der</strong><br />

gar ausschließlich über die heimische<br />

Anlage zu decken. Tatsächlich<br />

wären sie gut beraten,<br />

zumindest gelegentlich auch<br />

Live-Konzerte zu besuchen.<br />

Allerdings wirkt diese Art<br />

von Ausflug bisweilen ernüchternd,<br />

wenn es später zu Hause<br />

so arg viel weniger locker und<br />

unbeschwert tönt wie eben noch<br />

im Jazzkeller o<strong>der</strong> in <strong>der</strong> Freiluftarena.<br />

Doch am Ende schult<br />

<strong>der</strong> Kontakt mit realen Musikern<br />

das Hörvermögen und<br />

bewahrt vor Fehlurteilen.<br />

Mit den entsprechenden Erfahrungen<br />

im Hinterkopf ist es<br />

wesentlich leichter, beim nächsten<br />

Boxenkauf Modelle mit<br />

naturgetreuer Dynamik von<br />

Effekthaschern und Schnarchsäckchen<br />

zu unterscheiden; ob<br />

auf den Konzertbühnen rein<br />

akustisch gearbeitet wird o<strong>der</strong><br />

mehr elektronisch, ist dabei gar<br />

nicht mal so entscheidend.<br />

Schnell werden Sie Boxen favorisieren,<br />

die feinste Laut- und<br />

Leise-Abstufungen realitätsgetreu<br />

darstellen können. Die<br />

Column Mk 3 von ADAM Audio<br />

will diese Versprechen mit<br />

zwei in Deutschland gefertigten<br />

Air-Motion-Transformern für<br />

Höhen und Mitten einlösen.<br />

Dass es live oft feiner tönt,<br />

liegt an <strong>der</strong> schieren Größe<br />

gängiger Konzertsäle und ihrer<br />

meist guten Akustik, aber auch<br />

an <strong>der</strong> typischen Geräteausstattung,<br />

die Profis zur Verfügung<br />

In <strong>der</strong> Frequenzweiche sind die<br />

Drosseln zueinan<strong>der</strong> verdreht,<br />

was Übersprechen min<strong>der</strong>t.<br />

Die Basstreiber sind mit extrem<br />

stabilen Hexacone-Membranen<br />

und fetten Magneten bestückt.<br />

Technik im Detail<br />

<strong>Der</strong> Trick mit <strong>der</strong> Faltung<br />

<strong>Der</strong> X-ART genannte Strahler von ADAM<br />

Audio ist eine Weiterentwicklung des berühmten<br />

Air-Motion-Transformer, den in<br />

den 70er Jahren die amerikanische Firma<br />

ESS vermarktete. Er arbeitet mit einer<br />

­zunächst­flachen,­signaldurchflossenen­<br />

Membran, die vor dem Einbau lamellenartig<br />

gefaltet wird. Das reduziert stark die<br />

akustisch relevanten Außenabmessungen.<br />

Das Rundstrahlverhalten wird von <strong>der</strong> kompakten<br />

Austrittsöffnung bestimmt, nicht<br />

von­<strong>der</strong>­deutlich­größeren­Membranfläche.­<br />

Erfunden hat das Prinzip <strong>der</strong> 1994 verstorbene<br />

Physiker Dr. Oskar Heil; die zugehörigen<br />

Patente datieren auf das Jahr 1969.<br />

<strong>Der</strong> ADAM-Audio-Grün<strong>der</strong> Klaus Heinz und<br />

Dr. Heil standen in engem Kontakt. Die<br />

heute bei ADAM gefertigten Treiber sind<br />

um Welten belastbarer und klirrärmer als<br />

die nicht son<strong>der</strong>lich haltbaren historischen<br />

Vorbil<strong>der</strong>. <strong>Der</strong> Übertragungsbereich des<br />

Mitteltöners mit vorgeschalteter Weiche<br />

(siehe Messung rechts) reicht von knapp<br />

1000 bis über 3000 Hertz.<br />

16<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


ADAM<br />

Column Mk 3, 5400 Euro<br />

„<strong>Der</strong> Air-Motion-Transformer bringt die<br />

explosive Dynamik professioneller Treiber<br />

ins heimische Wohnzimmer.“<br />

haben. Sie arbeiten gerne mit<br />

großvolumigen, antriebsstarken<br />

Lautsprechern, die vielleicht<br />

tonal nicht immer so ausgewogen<br />

tönen wie ihre HiFi-<br />

Verwandten, aber selbst im<br />

dichtesten Getümmel noch<br />

sauber wie<strong>der</strong>geben. Die üppig<br />

dimensionierten Chassis und<br />

Membranen regen die Raumluft<br />

hochwirksam an, sodass Antrieb<br />

und <strong>Verstärker</strong> weniger gefor<strong>der</strong>t<br />

werden.<br />

Im <strong>der</strong> Profi-Szene ist es<br />

kein Nachteil, son<strong>der</strong>n häufig<br />

erwünscht, dass größere Membranen<br />

den Schall stärker bündeln,<br />

weil riesige Entfernungen<br />

überbrückt werden müssen. Die<br />

Hörzone zentimetergenau auszutüfteln,<br />

sind zu Hause nur<br />

Enthusiasten gewillt.<br />

Die Air-Motion-Transformer<br />

<strong>der</strong> ADAM nun arbeiten beson<strong>der</strong>s<br />

trickreich: Sie nutzen eine<br />

für HiFi-Verhältnisse untypisch<br />

große Folienmembran, die mit<br />

kleinsten Auslenkungen eine<br />

intensive Raumanregung ermöglicht.<br />

Durch lamellenartige<br />

Faltung und den Einbau in eine<br />

mit mehreren Stabmagneten<br />

gespickte Kammer schrumpfen<br />

die für das Abstrahlverhalten<br />

maßgeblichen Außenabmessungen<br />

auf deutlich kompaktere<br />

Werte. Mehr zu dieser faszinierenden<br />

Bauweise im Kasten<br />

unten links.<br />

Ungehemmte Dynamik<br />

Die zwei fertigungstechnisch<br />

anspruchsvollen Faltstrahler,<br />

die in <strong>der</strong> ADAM zum Einsatz<br />

kommen, sind mit gemeingefährlich<br />

starken Neodym-<br />

Magneten ausgestattet. <strong>Der</strong><br />

kleinere Treiber übernimmt die<br />

Höhen, <strong>der</strong> größere den Bereich<br />

zwischen 800 und 2800 Hertz.<br />

Kein Beinbruch ist es, dass<br />

sich <strong>der</strong> Mitteltöner <strong>der</strong> Column<br />

Mk 3 bauartbedingt nicht<br />

tieffrequenter ankoppeln lässt.<br />

Die beiden gut 18 Zentimeter<br />

großen Basstreiber mit hochfesten<br />

Hexacone-Membranen<br />

verkraften die vergleichsweise<br />

hohe Trennung mühelos. Damit<br />

das akustische Zentrum nicht<br />

ausfranst, wird <strong>der</strong> untere Basstreiber<br />

bereits bei 150 Hertz<br />

von <strong>der</strong> Weiche sanft ausgeblendet.<br />

Die Herstellung <strong>der</strong> exotischen<br />

Treiber beherrscht ADAM<br />

bestens, das zeigen die Laborergebnisse<br />

in den Messwertetabellen<br />

am Ende dieses Vergleichs.<br />

Beson<strong>der</strong>s beeindruckt<br />

das gleichförmige Rundstrahlverhalten,<br />

wo sich die Kurven<br />

für 10 o<strong>der</strong> 30 Grad kaum<br />

unterscheiden.<br />

Ob die ADAM die hohen<br />

Erwartungen erfüllen konnte,<br />

sollte <strong>der</strong> Hörtest zeigen. Tatsächlich<br />

war <strong>der</strong> Column eine<br />

Spielfreude zu Eigen, bei <strong>der</strong><br />

selbst Kenner ins Grübeln und<br />

Schwärmen gerieten. Auffällig<br />

war die hohe Brillanz, welche<br />

die Column heller und frischer<br />

wirken ließ als viele Durchschnittsboxen.<br />

Tatsächlich sind<br />

aber nicht mehr Höhen o<strong>der</strong><br />

Mitten vorhanden, sie wirkten<br />

nur feiner, besser aufgelöst.<br />

<strong>Der</strong> Bass war so, wie er sein<br />

soll: tief und sauber, vom Charakter<br />

her eher mächtig als trocken.<br />

Das passt gut zum agilen<br />

Klang <strong>der</strong> Folienstrahler.<br />

<strong>Der</strong>en überragende Reinheit<br />

blieb auch erhalten, wenn beispielsweise<br />

Schlagzeuger in die<br />

Vollen gingen und damit Mittelwie<br />

Hochtöner bis zum Äußersten<br />

for<strong>der</strong>ten. Gewebekalotten<br />

o<strong>der</strong> ganz beson<strong>der</strong>s Bändchensysteme<br />

klingen in solchen<br />

Situa tionen manchmal gnädiger<br />

und weicher, doch die X-ART-<br />

Strahler lagen dynamisch näher<br />

am Original.<br />

Wer länger mit <strong>der</strong> Column<br />

hört, versteht auf jeden Fall,<br />

warum die Folienstrahler im<br />

Studio-Bereich o<strong>der</strong> bei den<br />

unglaublich preiswerten kleinen<br />

Aktivmonitoren des Hauses<br />

so beliebt sind.<br />

Wie die ADAM im Vergleich<br />

mit <strong>der</strong> ATC und <strong>der</strong> Heco abschneidet<br />

, erfahren Sie im Hörtest-Finale<br />

auf Seite 22.<br />

Hinter <strong>der</strong> gitterförmigen Austrittsöffnung ist die Faltung <strong>der</strong><br />

gelb schimmernden Folienmembran gut zu erkennen.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 17


Test & Technik Lautsprecher<br />

Gute Mitteltonzweige sind<br />

für Boxenentwickler eine<br />

große Herausfor<strong>der</strong>ung. Denn<br />

<strong>der</strong> Bereich zwischen 300 und<br />

3000 Hertz ist musikalisch sehr<br />

anspruchsvoll. Zudem sind<br />

Mitteltöner die einzigen Treiber,<br />

die an beiden Enden ihres Einsatzterritoriums<br />

auf Nachbarn<br />

treffen, mit denen sie sich<br />

mechanisch wie elektrisch verstehen<br />

müssen.<br />

Hersteller wie ATC, die vorwiegend<br />

in <strong>der</strong> Profiszene unterwegs<br />

sind, legen großen Wert<br />

auf natürliche Mitten und greifen<br />

dafür auch zu ungewöhnlichen<br />

Lösungen. Bei den Briten<br />

fiel die Wahl auf ein Kalottensystem,<br />

obwohl diese Variante<br />

für Mitteltöner <strong>der</strong>zeit nicht<br />

son<strong>der</strong>lich populär ist. <strong>Der</strong> Treiber<br />

<strong>der</strong> SCM 40 kommt auf satte<br />

75 Millimeter Membrandurchmesser.<br />

Die meisten HiFi-Fans<br />

kennen die Bauform nur von<br />

Hochtönern, die im Schnitt zwei<br />

Drittel kleiner sind.<br />

Nun muss ja die Weiche bei<br />

einem Mitteltonzweig im Gegensatz<br />

zu Bässen o<strong>der</strong> Höhen<br />

das Frequenzband an beiden<br />

Enden beschneiden. Das macht<br />

eine deutlich größere Zahl an<br />

Bauteilen nötig. <strong>Der</strong> Hochpass,<br />

<strong>der</strong> die Ankopplung an den Tieftöner<br />

herstellt, sieht als Last<br />

allerdings nicht nur das Chassis,<br />

son<strong>der</strong>n auch den Tiefpass am<br />

gegenüberliegenden Ende, <strong>der</strong><br />

den Übergang zum Hochtöner<br />

regelt.<br />

Än<strong>der</strong>ungen an <strong>der</strong> einen<br />

Flanke machen sich daher stets<br />

Alle drei Zweige <strong>der</strong><br />

SCM 40 lassen sich<br />

bei Bedarf separat<br />

ansteuern.<br />

Technik im Detail<br />

Maximal ausgewogen<br />

Bei Konustreibern ist <strong>der</strong> Durchmesser <strong>der</strong><br />

Schwingspule meist deutlich kleiner als<br />

jener <strong>der</strong> Membran. Üblich sind je nach<br />

Chassisgröße und Belastbarkeit Spulen<br />

mit 19 bis 40 Millimeter Durchmesser. Bei<br />

Kalottensystemen ist das Schwingsystem<br />

direkt mit dem äußeren Rand <strong>der</strong> Membran<br />

verbunden und besitzt so zwangsläufig<br />

den gleichen Durchmesser. Bei <strong>der</strong> üblichen<br />

Größe von 75 Millimeter für Mitteltonzwecke<br />

führt dies zu sehr großen Magnetsystemen<br />

und Schwingspulen, die präzise<br />

gefertigt werden müssen. Viele Hersteller<br />

fürchten bei solchen Antrieben Schwierigkeiten<br />

durch Fertigungstoleranzen und<br />

weichen deshalb lieber auf Konustreiber<br />

aus, die als leichter beherrschbar gelten.<br />

Die ATC-Kalotte hat sich seit den 70er<br />

Jahren im Studioeinsatz bewährt und wurde<br />

immer weiter verfeinert. Die breite und<br />

gleichmäßige Abstrahlung auch <strong>der</strong> oberen<br />

Mitten sichert einen sehr natürlichen Klang.<br />

Die Nahfeldmessung (rechts) attestiert <strong>der</strong><br />

Kalotte eine beachtliche Bandbreite.<br />

18<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


SCM 40, 3750 Euro<br />

ATC<br />

„Die Mitteltonkalotte hat sich über<br />

viele Jahre im Studioeinsatz bewährt.<br />

Sie zeichnet ebenso fein wie neutral. “<br />

auch an <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en bemerkbar,<br />

was die Abstimmung <strong>der</strong> Filter<br />

deutlich verkompliziert.<br />

Hohe Erwartungen an das<br />

Übertragungsverhalten einer<br />

Mehrwegebox sind natürlich<br />

leichter zu erfüllen, wenn das<br />

Frequenz- und Winkelverhalten<br />

eines Mitteltöners optimal mit<br />

dem <strong>der</strong> umgebenden Treiber<br />

harmoniert. Kalottensysteme<br />

mit weichen Gewebemembranen<br />

bieten hier große Vorteile, weil<br />

sie schon ungefiltert recht linear<br />

arbeiten und nirgendwo bös artig<br />

scheppern.<br />

Mit ihren 75 Millimetern ist<br />

die Mitteltonkalotte nur rund<br />

halb so groß wie vergleichbare<br />

Konuschassis und bietet damit<br />

deutlich günstigere Voraussetzungen<br />

für eine angemessen<br />

breite Abstrahlung.<br />

Tatsächlich hängen die<br />

Schalldruckkurven <strong>der</strong> SCM 40<br />

im Bereich <strong>der</strong> Übernahme zum<br />

Hochtöner bei 3500 Hertz kaum<br />

davon ab, wo das Messmikrofon<br />

steht o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Hörer sitzt. <strong>Der</strong><br />

Übergang zu <strong>der</strong> noch breiter<br />

strahlenden Hochtonkalotte geschieht<br />

vorbildlich bruchlos.<br />

Die gegenüber langhubig<br />

ausgelegten Konustreibern deutlich<br />

geringeren Hubfähigkeiten<br />

werden durch eine etwas höherfrequente<br />

Ankopplung an den<br />

Tieftöner kompensiert, welche<br />

das Datenblatt auf nominell 380<br />

Hertz beziffert.<br />

Faszinierend neutral<br />

Das Basschassis <strong>der</strong> SCM 40<br />

ist extrem steif und langhubig<br />

konzipiert, abgestimmt auf den<br />

Einsatz in einem geschlossenen<br />

Gehäuse, ohne die tiefbassför<strong>der</strong>nde<br />

Unterstützung eines<br />

Reflextunnels. Durch diese<br />

Auslegung verzichten die Briten<br />

auf etwas Wirkungsgrad und<br />

erhoffen sich im Gegenzug eine<br />

höhere Basspräzision.<br />

Mit <strong>der</strong> Entscheidung für<br />

eine Mitteltonkalotte umgeht<br />

ATC die bei großformatigen<br />

Konustreibern häufigen Defizite<br />

in <strong>der</strong> Energieverteilung über<br />

die Raumwinkel, die auch in<br />

Messungen nicht immer gleich<br />

erkannt werden, weil nahe <strong>der</strong><br />

Hauptachse aufgezeichnete<br />

Schalldruckkurven hierauf<br />

kaum Hinweise geben.<br />

Bei starken Einschnürungen<br />

im Rundstrahlverhalten werden<br />

entferntere Raumwinkel nicht<br />

ausgewogen versorgt, was zu<br />

einem klanglich fehlerhaften<br />

Diffusschallfeld führt. Da <strong>der</strong><br />

Klangeindruck von <strong>der</strong> aufsummierten<br />

Energie bestimmt wird,<br />

können Boxen trotz linearer<br />

(axialer) Schalldruckkurven<br />

unausgewogen tönen.<br />

Ein weiterer Vorzug von<br />

Boxen mit reduzierter Winkelabhängigkeit<br />

ist die größere<br />

Hörzone und die geringere Notwendigkeit,<br />

die Schallwandler<br />

penibel auszurichten. Profis,<br />

die teilweise unter beengten<br />

Verhältnissen arbeiten und<br />

ihre Lautsprecher nicht immer<br />

optimal platzieren können, wissen<br />

dieses Verhalten sehr zu<br />

schätzen.<br />

Das Versprechen hoher Neutralität<br />

konnte die ATC mühelos<br />

einlösen. Dabei erhebt sie nicht<br />

wie mancher Studiomonitor den<br />

Zeigefinger, son<strong>der</strong>n klingt bei<br />

aller Deutlichkeit nie vor<strong>der</strong>gründig.<br />

Man hüpft zwar nicht<br />

nach Sekunden begeistert aus<br />

dem Sessel. Denn ihr geht jedes<br />

anspringende Element ab. Dafür<br />

stellt man nach Stunden intensiven<br />

Hörens umso erfreuter<br />

fest, wie fit man noch ist, weil<br />

alles so unaufgeregt-natürlich<br />

dargeboten wird.<br />

Tonal macht die ATC vieles<br />

richtiger als Durchschnittsboxen<br />

– das belegen Versuche mit vertrauten<br />

Sängern o<strong>der</strong> noch besser:<br />

Klavieraufnahmen. Franz<br />

Liszts berühmte H-Moll-Sonate<br />

ist eine Herausfor<strong>der</strong>ung für<br />

Pianisten wie für Lautsprecher.<br />

Den unnachahmlich leuchtenden<br />

Ton eines großen Steinway<br />

beherrscht die ATC jedenfalls<br />

sehr überzeugend.<br />

Wie die SCM 40 neben den<br />

an<strong>der</strong>en Mitteltonspezialisten<br />

unseres Trios abschneidet, lesen<br />

Sie auf Seite 22.<br />

Kalottenmembran und Schwingspule sind 75 Millimeter groß.<br />

Das Magnetsystem ist entsprechend dick und schwer.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 19


Test & Technik Lautsprecher<br />

Die meisten Mitteltöner in<br />

HiFi-Boxen sind mit konusförmigen<br />

Membranen ausgestattet,<br />

basierend auf steifen<br />

Werkstoffen wie Aluminium<br />

o<strong>der</strong> Papier mit unterschiedlichen<br />

Beigaben. Die Systeme<br />

funktionieren ähnlich wie Tieftöner,<br />

sind nur kompakter und<br />

für die Verarbeitung kürzerer<br />

Wellenlängen optimiert.<br />

Im Gegensatz zu Kalottentreibern<br />

sind die Schwingspulen<br />

kleiner als die Membranen und<br />

kontaktieren diese nicht an <strong>der</strong><br />

Randaufhängung, son<strong>der</strong>n zentrumsnah.<br />

Die Aufhängung, im<br />

Fachjargon Sicke genannt, kann<br />

deshalb langhubiger und weicher<br />

ausfallen. Konusmitteltöner<br />

lassen sich in aller Regel<br />

tieffrequenter ankoppeln und<br />

können bei nicht zu knapper<br />

Dimensionierung beson<strong>der</strong>s in<br />

den unteren Mitten höhere Pegel<br />

erzeugen. Geschätzt werden sie<br />

wegen ihrer Robustheit und weil<br />

sie zahlreiche Möglichkeiten<br />

zur Verfeinerung bieten.<br />

Ein sehr spezieller Konusmitteltöner<br />

steckt in <strong>der</strong> zweiten<br />

Generation des Flaggschiffs von<br />

Heco, das auf den länglichen<br />

Namen „The New Statement“<br />

hört. Das Chassis verwendet<br />

eine straff gespannte, textile<br />

Randaufhängung und eine<br />

Membran aus sogenanntem<br />

Kraftpapier in Kombination mit<br />

einer kleinen Menge Wolle.<br />

Das Gemisch arbeitet trotz<br />

hoher Steifigkeit sehr neutral<br />

und gilt als eines <strong>der</strong> besten<br />

Materialien für Mitteltöner. Das<br />

Das Terminal ist hervorragend zu<br />

greifen, kontaktstark und bietet<br />

zusätzlich ein Hochtonfilter.<br />

Die Spikes werden geschraubt.<br />

Kleine Metallteller zum Schutz<br />

des Fußbodens liegen bei.<br />

Technik im Detail<br />

Konus mit Klasse<br />

<strong>Der</strong> 17 Zentimeter große Konusmitteltöner<br />

schafft mit seiner harten Randaufhängung<br />

und dem hochlinearen Antrieb eine überragende<br />

Impulstreue, die jedes noch so<br />

kleine Klangdetail hörbar macht. Dank <strong>der</strong><br />

üppigen Membranfläche genügen kleinste<br />

Auslenkungen für satte Pegel. Selbst im<br />

vollen Einsatz wirkt <strong>der</strong> Treiber nie angestrengt.<br />

Noch bei 100 dB Schalldruck<br />

bezogen auf 1 Meter Entfernung (siehe<br />

rote Kurven im Diagramm „Pegel- und<br />

Klirrverlauf“ in den Messwertetabellen)<br />

verharren die Nebengeräusche im Mittelton<br />

an <strong>der</strong> Messbarkeitsgrenze. Rein theoretisch<br />

müsste <strong>der</strong> ungewöhnlich große<br />

Mitteltöner zwischen 1000 und 3000 Hz<br />

stark bündeln, was aber praktisch nicht<br />

passiert. Das Rundstrahlverhalten ist ähnlich<br />

homogen wie das <strong>der</strong> Wettbewerber<br />

von ADAM und ATC. Das Arbeitsgebiet<br />

des Konus (siehe Nahfeldmessung rechts)<br />

beginnt unter 300 Hz. <strong>Der</strong> glanzpolierte<br />

Druckgusskorb (siehe Foto rechts außen)<br />

wird von acht Schrauben gehalten.<br />

20<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


The New Statement, 4800 Euro<br />

HECO<br />

„<strong>Der</strong> große Kraftpapier-Konus und das<br />

piekfeine Alnico-Magnetsystem sichern<br />

eine gigantische Spielfreude.“<br />

Schwingsystem wird von einem<br />

hochfesten Druckgusskorb getragen,<br />

<strong>der</strong> an <strong>der</strong> Vor<strong>der</strong>seite<br />

glänzend veredelt ist.<br />

Das zum Antrieb <strong>der</strong> 25 Millimeter<br />

großen Schwingspule<br />

nötige Magnetfeld liefert ein<br />

Alnico-Magnet, basierend auf<br />

den Werkstoffen Eisen, Aluminium,<br />

Nickel und Cobalt. Das<br />

sehr teure Material soll äußerst<br />

temperaturstabil sein und wird<br />

von Boxenkennern als beson<strong>der</strong>s<br />

rein und wohlklingend<br />

beschrieben.<br />

Während die meisten Konusmitteltöner<br />

ihr Dasein in geschlossenen<br />

Kammern fristen,<br />

die den akustischen Kurzschluss<br />

auf ziemlich brutale Weise verhin<strong>der</strong>n,<br />

spendiert Heco seinem<br />

Paradetreiber eine mit mehreren<br />

verschiedenen Dämmstoffen<br />

befüllte, rückseitig offene Kammer.<br />

Darin versackt ein Großteil<br />

<strong>der</strong> gegenphasigen, rückwärtigen<br />

Energie. Was übrig bleibt,<br />

gelangt über eine große, gitterbedeckte<br />

Öffnung an <strong>der</strong> Boxenrückseite<br />

ins Freie.<br />

Die Statement besitzt damit<br />

einen gewissen Dipolcharakter,<br />

<strong>der</strong> für eine als freier und gelöster<br />

empfundene Wie<strong>der</strong>gabe<br />

steht. In <strong>der</strong> Hauptsache dient<br />

die teiloffene Gestaltung dazu,<br />

klangschädliche Reflexionen zu<br />

vermeiden, die in geschlossenen<br />

Gehäusen auf die Membran<br />

zurückschlagen.<br />

Gigantische Spielfreude<br />

Nicht ganz so spektakulär ist<br />

die übrige Bestückung: Zwei<br />

gegenüber <strong>der</strong> ersten Generation<br />

leicht modifizierte Basstreiber<br />

mit Kraftpapier-Membranen<br />

und drei metallene Reflexrohre<br />

an <strong>der</strong> Rückseite sind<br />

dem tieffrequenten Bereich zugeordnet.<br />

Die Höhen versorgt<br />

eine von 25 auf 30 Millimeter<br />

Durchmesser vergrößerte Kalotte<br />

mit weicher Fasermembran<br />

und Doppel-Ferritmagnet.<br />

Obwohl die verwendeten<br />

Materialien einen gewissen<br />

Retro-Charme versprühen, sind<br />

die Treiber hochmo<strong>der</strong>n. Heco<br />

setzt seit geraumer Zeit auf den<br />

legendären Klippel-Analyzer,<br />

das <strong>der</strong>zeit fortschrittlichste<br />

Werkzeug zur Entwicklung von<br />

Schwingsystemen.<br />

Beim Wattbedarf und beim<br />

Klirrverhalten kann sich die<br />

Heco deutlich von <strong>der</strong> ADAM<br />

und <strong>der</strong> ATC absetzen. Mehr<br />

zur Technik im Kasten unten.<br />

Die Gehäuse zeigen an den<br />

Seiten Rundungen anstelle <strong>der</strong><br />

bisher kantigen Linienführung.<br />

Bei kaum verän<strong>der</strong>ten Abmessungen<br />

ist die zweite Generation<br />

sechs Kilo schwerer, so gilt<br />

es nun, knapp 50 Kilo pro Seite<br />

aufzustellen, was angesichts<br />

<strong>der</strong> erstklassigen Haptik viel<br />

Freude macht.<br />

Nach wie vor State-of-the-<br />

Art ist das kräftig zupackende<br />

Anschlussterminal mit integrierter<br />

Ortsanpassung für den<br />

Hochtonbereich. Hier dürfen<br />

sich an<strong>der</strong>e Hersteller ruhig eine<br />

Scheibe abschneiden.<br />

Das Gleiche gilt für den<br />

Klang, <strong>der</strong> bei <strong>der</strong> neuen Statement<br />

von einer sensationellen<br />

Spielfreude geprägt wird, bei<br />

<strong>der</strong> man aufpassen muss, dass<br />

sie einen nicht überrollt.<br />

Ein Teil dieses Aha-Effekts<br />

geht auf den überragend guten<br />

Wirkungsgrad zurück. Doch<br />

auch nach dem obligatorischen<br />

Pegelausgleich ist die New<br />

Statement kaum zu bremsen,<br />

lässt Musiker aller Couleur<br />

spielen und swingen, dass es<br />

dem Zuhörer Tränen <strong>der</strong> Freude<br />

in die Augen treibt.<br />

Unwillkürlich sucht man<br />

nach Schwächen und ist lange<br />

irritiert, weil man keine findet.<br />

Bei <strong>der</strong> neuen Statement tönt<br />

nicht nur <strong>der</strong> Mitteltöner lupenrein<br />

wie ein Elektrostat <strong>der</strong><br />

Son<strong>der</strong>klasse, auch <strong>der</strong> Rest ist<br />

hochklassig: <strong>Der</strong> Bass kommt<br />

ultramassiv und doch fettfrei,<br />

die Höhen superzart und völlig<br />

stressfrei. Die Heco geht damit<br />

als klarer Favorit ins Finale auf<br />

<strong>der</strong> folgenden Seite.<br />

Wolfram Eifert ■<br />

<strong>Der</strong> geschirmte Alnico-Magnet ragt weit in die Tiefe. <strong>Der</strong> Korb<br />

aus Alu-Druckguss ist an den sichtbaren Stellen glanzpoliert.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 21


Test & Technik Lautsprecher<br />

HÖRTEST<br />

<strong>Der</strong> gemeinsame<br />

Alle drei Teilnehmer sind<br />

angetreten mit dem Versprechen,<br />

im klanglich so wichtigen<br />

Mitteltonbereich Beson<strong>der</strong>es<br />

zu bieten. Das gelingt<br />

auch durch die Bank. Dabei setzen<br />

die Hersteller – konstruktiv<br />

wie klanglich – sehr unterschiedliche<br />

Akzente.<br />

ADAM und ATC argumentieren<br />

mit Vorteilen beim Rundstrahlverhalten<br />

durch ihre eher<br />

kleinflächigen Mitteltöner, wobei<br />

<strong>der</strong> Air-Motion-Transformer<br />

<strong>der</strong> ADAM bloß äußerlich eine<br />

geringe Dimension hat. Durch<br />

die Faltung ist die Membran<br />

vier- bis fünfmal größer, als die<br />

Öffnung vermuten lässt. Die<br />

Folgen sind deutlich. Die Column<br />

klingt sehr temperamentvoll<br />

und behält ihre wohldosierten<br />

Klangfarben auch bei den<br />

höchsten Pegeln.<br />

Ausgewogenheit ist die<br />

Stärke <strong>der</strong> ATC. Durch die sehr<br />

breite Abstrahlung wird mehr<br />

Energie zu den Begrenzungsflächen<br />

gelenkt, was bei gleicher<br />

Hörentfernung einen höheren<br />

Anteil an reflektiertem Schall<br />

ergibt. Dadurch fehlt ihr etwas<br />

die Attacke von enger abstrahlenden<br />

Boxen. In <strong>der</strong> Praxis<br />

wirkt die SCM 40 sehr natürlich<br />

und kultiviert, was Klassikliebhaber<br />

sehr schätzen werden.<br />

Die ADAM spielt im direkten<br />

Vergleich nicht ganz so ausgewogen,<br />

dafür dynamisch zupacken<strong>der</strong><br />

und räumlich fokussierter.<br />

Theorie und Praxis<br />

Allein von den Abmessungen<br />

her müsste <strong>der</strong> großformatige<br />

Konusmitteltöner <strong>der</strong> Heco<br />

stärker bündeln als seine Wettbewerber<br />

– was er in <strong>der</strong> Praxis<br />

aber nicht tut. Über die Gründe<br />

lässt sich nur spekulieren. Sicher<br />

spielt die Gestaltung <strong>der</strong><br />

Frequenzweiche eine wichtige<br />

Rolle. Möglicherweise wurde<br />

die Membran-Geometrie so<br />

gestaltet, dass bei höheren<br />

Frequenzen <strong>der</strong> äußere Teil weniger<br />

zum Ergebnis beiträgt –<br />

was letztlich einer akustischen<br />

Verkleinerung gleich käme.<br />

Unterschiede gibt es auch<br />

bei den übrigen Zweigen, mit<br />

teilweise gravierenden Auswirkungen.<br />

ATC hat sich für ein<br />

geschlossenes Gehäuse entschieden<br />

und erzielt so einen<br />

enorm ehrlich und musikalisch<br />

klingenden Bass und Grundton.<br />

Die Maximallautstärke beträgt<br />

dafür nur 102 Dezibel, deutlich<br />

weniger als bei den an<strong>der</strong>en<br />

Testteilnehmern, <strong>der</strong>en Werte<br />

in den Tabellen nebenan zu<br />

finden sind. Gleichzeitig ist die<br />

ATC ungewöhnlich leise, was<br />

durch die Auslegung auf nominell<br />

8 Ohm – messtechnisch<br />

sind es eher 6 Ohm – noch<br />

verstärkt wird.<br />

Daher heißt es aufpassen im<br />

Hörtest. Bei gleicher Stellung<br />

des Lautstärkereglers ist die<br />

ADAM satte 4 Dezibel lauter,<br />

die Heco liefert gar brachiale<br />

8 Dezibel mehr.<br />

Für sich sind die ATC und<br />

die ADAM feine Boxen. <strong>Der</strong><br />

grandiosen Klangkraft <strong>der</strong> Heco<br />

haben sie jedoch wenig entgegenzusetzen.<br />

Im direkten Vergleich<br />

liegt die neue Statement<br />

deutlich vorn: Sie klingt souveräner,<br />

gefühlvoller und liefert<br />

deutlich mehr Feinheiten. Wie<br />

heißt es so schön: Das Bessere<br />

ist <strong>der</strong> Feind des Guten.<br />

Diesen Blick genießen die Tester im akustisch sehr neutralen und dennoch exzellent klingenden<br />

<strong>stereoplay</strong>-Hörraum. Die gezeigte Dreier-Aufstellung diente nur <strong>der</strong> groben Einschätzung.<br />

22<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de<br />

ADAM Audio Column Mk 3<br />

5400 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: ADAM Audio, Berlin<br />

Telefon: 030 / 86 30 09 70<br />

www.adam-audio.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 23 x H: 120,5 x T: 30 cm<br />

Gewicht: 32 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend,<br />

Hörabstand ab 2,5 m, normal<br />

bedämpfte Räume ab 30 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

Linearer Frequenzverlauf bis 40 kHz,<br />

unter 40 Hz stark abfallend. Linearer<br />

Impedanzverlauf oberhalb 3,5 Ohm<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

Überr den gesamten Bereich mit<br />

mo<strong>der</strong>atem Klirrverhalten<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Benötigt für HiFi-gerechte Pegel<br />

38 Watt an 4 Ohm<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 39/36 Hz<br />

Maximallautstärke 107 dB<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Natürlichkeit<br />

ADAM Classic Column Mk3<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

2 Ohm<br />

Impedanzverlauf<br />

50 dB<br />

1 Ohm<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Feinauflösung<br />

Grenzdynamik<br />

Bassqualität<br />

Frequenzgang<br />

Abbildung<br />

16 Ohm<br />

ADAM Classic Column Mk3 Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

8 Ohm<br />

4 Ohm<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

ADAM Classic Column Mk3Bedarfsprofil<br />

W<br />

W<br />

W<br />

W<br />

W<br />

0 20w 100w 500w 1000w<br />

12 13 12 10 11<br />

18W<br />

24W<br />

36W<br />

-<br />

-<br />

Klang 58<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 5<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertige Dreiwege-Standbox mit<br />

Hexacone-Bässen und feinsten<br />

Air-Motion-Transfomern für die<br />

Mitten und Höhen. Betont feiner<br />

und temperamentvoller Klang<br />

auf sattem Bassfundament. <strong>Der</strong><br />

lebhafte Charakter bleibt auch<br />

bei hohen Pegeln stabil.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 58 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

gut – sehr gut 77 Punkte<br />

Preis/Leistung gut - sehr gut


ATC SCM 40<br />

3750 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audio Trade, Mülheim<br />

Telefon: 0208 / 88 26 60<br />

www.atcloudspeakers.co.uk<br />

www.audiotra.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 23 x H: 96,5 x T: 31,5 cm<br />

Gewicht: 23,5 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend,<br />

Hörabstand ab 2 m, normal<br />

bedämpfte Räume bis 35 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

ATC Acoustic Engineers SCM 40<br />

Frequenzgang<br />

axial 10*hoch 30*seitl.60*seitl.90*seitl.<br />

16 Ohm<br />

8 Ohm<br />

4 Ohm<br />

2 Ohm<br />

Impedanzverlauf<br />

50 dB<br />

1 Ohm<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Zu beiden Enden hin sanft abfallen<strong>der</strong><br />

Frequenzgang. Röhrenfreundliche<br />

Impedanz über 5 Ohm<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

ATC Acoustic Engineers SCM Pegel- 40 & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

Heco The New Statement<br />

4800 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Heco Audio, Pulheim<br />

Telefon: 0 22 34 / 80 70<br />

www.heco-audio.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 29,2 x H: 124,5 x T: 45 cm<br />

Gewicht: 48,8 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend,<br />

Hörabstand ab 2,5 m, normal o<strong>der</strong><br />

stark bedämpfte Räume ab 30 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

2 Ohm<br />

Impedanzverlauf<br />

50 dB<br />

1 Ohm<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Linearer Frequenzverlauf mit recht<br />

hohem Wirkungsgrad. Impedanz-<br />

Minimum bei 3 Ohm<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

110 dB<br />

100 dB<br />

Heco The New Statement<br />

Heco The New Statement<br />

Frequenzgang<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

16 Ohm<br />

8 Ohm<br />

4 Ohm<br />

KRaftvolle<br />

Kombination<br />

premiumLine<br />

Puristisch geradlinig, frisch, rein<br />

und satt im Klang ohne jegliche<br />

Kompromisse.<br />

CD-S8<br />

CD-Player<br />

SV-800<br />

Vollverstärker<br />

90 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

60 dB<br />

Deutlicher Klirr-Anstieg unter 100 Hz,<br />

überragend gut oberhalb 700 Hz<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Benötigt für HiFi-gerechte Pegel<br />

83 Watt an 6 Ohm<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 39/32 Hz<br />

Maximallautstärke 102 dB<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

ATC Acoustic Engineers Bedarfsprofil<br />

SCM 40<br />

W<br />

W<br />

W<br />

W<br />

W<br />

0 20w 100w 500w 1000w<br />

Natürlichkeit<br />

12 12 10 11 11<br />

Feinauflösung<br />

Klang 56<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Solide, in Design und Technik<br />

zeitlose Dreiwege-Standbox mit<br />

geschlossenem Bassgehäuse<br />

und langjährig studioerprobter<br />

Mitteltonkalotte. Kultivierter und<br />

stets unspektakulärer Charakter<br />

mit beeindrucken<strong>der</strong> Dynamik<br />

und vorbildlicher Neutralität.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 56 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

gut – sehr gut 75 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

Grenzdynamik<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

61W<br />

81W<br />

-<br />

-<br />

-<br />

gut - sehr gut<br />

Mit Ausnahme des Bereichs um<br />

100 Hz sehr niedrige Klirr-Werte<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Benötigt für HiFi-gerechte Pegel<br />

22 Watt an 4 Ohm<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 38/29 Hz<br />

Maximallautstärke 109 dB<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Heco The New Statement Bedarfsprofil<br />

W<br />

W<br />

W<br />

W<br />

W<br />

0 20w 100w 500w 1000w<br />

Natürlichkeit<br />

12 14 12 11 11<br />

Feinauflösung<br />

Klang 60<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Großvolumige Nobelstandbox.<br />

Auffallend wertiges Finish<br />

und ambitionierte Dreiwege-<br />

Bestückung mit Alnico-Magnet<br />

beim Mitteltöner. Machtvoller<br />

und sensationell vielschichtiger<br />

Klang auf Weltklasse-Niveau.<br />

Hier gehen Träume in Erfüllung!<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 60 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

83 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

Grenzdynamik<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

9W<br />

12W<br />

18W<br />

-<br />

-<br />

überragend<br />

premiumLine<br />

www.vincent-tac.de<br />

Sintron Audio GmbH · Südring 14 · 76473 Iffezheim<br />

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People &Music


Test & Technik Vor-/End-Kombis<br />

Die Frage, ob Röhre o<strong>der</strong><br />

Transistor, haben die beiden<br />

AMC-Macher, Peter Bart<br />

und Namensgeber Amcli Lin,<br />

für sich längst beantwortet: beides,<br />

aber mit eindeutiger Vorliebe<br />

für die Röhrentechnik.<br />

Und weil man sich – als man<br />

noch OEM-Zulieferer für NAD<br />

war – dem bezahlbaren HiFi<br />

verschrieben hat, sind alle Komponenten<br />

zwischen 600 und<br />

1250 Euro günstig. „Röhre“ ist<br />

für AMC Teil <strong>der</strong> Firmenphilosophie.<br />

Aber nicht, weil die Macher<br />

auf den klassisch-schummerigen<br />

Röhren-Sound stehen,<br />

son<strong>der</strong>n weil sie <strong>der</strong> gleichen<br />

These folgen wie <strong>stereoplay</strong>:<br />

Endstufen-Röhren mit den dazugehörigen<br />

Ausgangs-Übertragern<br />

sind weniger anfällig<br />

für die sogenannte Gegen-EMK,<br />

also die auf die Endstufen zurückinduzierte<br />

Spannung sich<br />

bewegen<strong>der</strong> Bass-Membranen.<br />

Viele Transistor-Konzepte, vor<br />

allem die stark gegengekop-<br />

24<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Immer die Richtige<br />

<strong>Der</strong> anglo-amerikanische Hersteller AMC hat<br />

klangstarke und gar nicht teure Röhrenund<br />

Transistor-Endstufen im Programm – also<br />

wie gemacht für Bi- und Tri-Amping?<br />

pelten, spielen unter EMK-<br />

Beschuss weit unter ihren<br />

Möglichkeiten.<br />

Die hier vorgestellten Komponenten<br />

gibt es vom Konzept<br />

her schon seit vielen Jahren,<br />

aber alle vier wurden von AMC<br />

kürzlich zur Mk2-Version überarbeitet.<br />

Die Röhren-Vorstufe<br />

CVT 1030 Mk2 arbeitet mit<br />

<strong>der</strong> bekannten ECC 82 und ist<br />

gegenüber ihrer Vorgängerin<br />

endlich mit stabilen Röhrensockeln<br />

ausgestattet, die auch<br />

den Austausch deutlich vereinfachen.<br />

Die Schaltung läuft<br />

in weiten Teilen im Class-A-<br />

Betrieb, und die CVT 1030 hat,<br />

wie bei AMC üblich, eine sehr<br />

ordentliche Phonostufe (MM)<br />

an Bord. Doch auch hier brechen<br />

neue Zeiten an. Denn wer kein<br />

Analog hört, kann eine<br />

24-Bit/192-kHz-D/A-Wandlerplatine<br />

einsetzen (Eingang per<br />

koaxialem SP/DIF). Die Quellenwahl<br />

erfolgt über ein motorgetriebenes<br />

Poti, weil Amcli Lin<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 25


Test & Technik Vor-/End-Kombis<br />

1<br />

2<br />

3<br />

Kühle Vorstellung: Die Röhren-Endstufe<br />

2100 (oben) mit quer liegenden Leistungsröhren<br />

6550 (1) und die Vorstufe 1030 Mk2<br />

basieren beide auf dem CVT-(Cool Valve Technology-)Prinzip,<br />

das per Ventilator (2) die Hitze reguliert und so die Röhren<br />

verzerrungsfreier spielen lässt. Die Transistor-Endstufe 2100<br />

Mk2 (unten) benötogt weniger Kühlung; ihren Sanken-<br />

Transistoren (3) reichen die Kühlrippen gegen Überhitzung.<br />

Relais klanglich für nicht gut<br />

genug hält.<br />

Günstige Verstärkung<br />

Die kleinste <strong>der</strong> hier vorgestellten<br />

Endstufen ist die AMC 2100<br />

Mk2. Sie ist das einzige Transistor-Modell<br />

im Test und bietet<br />

die Möglichkeit, die Kanäle per<br />

Knopfdruck zu brücken. Aus<br />

200 Watt pro Kanal werden<br />

dann mono 400 Watt. Für den<br />

Test aber beließen wir sie im<br />

Stereo-Modus. Wie auch die<br />

kleineren Transistor-<strong>Verstärker</strong><br />

verfügt sie über eine Art Choke-<br />

Netzteil: Falls gefor<strong>der</strong>t, kann<br />

sie kurzfristig mehr Strom<br />

liefern. Dieser Umstand hilft<br />

beson<strong>der</strong>s im Betrieb von Lautsprechern<br />

mit stark schwanken<strong>der</strong><br />

und niedriger Impedanz.<br />

Solch anspruchsvolle Lautsprecher<br />

sollte man <strong>der</strong> CVT<br />

2030 Mk2 nicht zumuten. Mit<br />

ihren vier EL 34 bringt sie es<br />

nur auf 30 Watt. Bei ihr liegen<br />

die Röhren quer und sind im<br />

Gehäuse versteckt. AMC folgt<br />

hier eher Sicherheitsaspekten<br />

denn dem schönen Schein.<br />

Damit es im Gehäuse nicht zu<br />

warm wird, sitzt unter jedem<br />

Röhren-Paar ein Ventilator.<br />

Die CVT 2100 Mk2 ist von<br />

<strong>der</strong> 2030 optisch kaum zu unterscheiden.<br />

Vom Gewicht und<br />

<strong>der</strong> Röhrenbestückung her aber<br />

sehr wohl. Das 6550er-Quartett<br />

<strong>der</strong> 2100 sorgt – in Verbindung<br />

mit den deutlich kräftigeren<br />

Ausgangsübertragern – für immerhin<br />

80 Watt; die Übertrager<br />

erhöhen das Gewicht um fünf<br />

Kilo. Wie auch bei <strong>der</strong> kleineren<br />

2030 fließt das Signal zur CVT<br />

2100 Mk2 über Cinch-Stecker,<br />

die aber optional gegen XLR<br />

ersetzt werden können.<br />

Das klingt in <strong>der</strong> Regel nicht<br />

besser, es sei denn, es sind sehr<br />

weite Kabelstrecken zu überbrücken.<br />

Im Hörtest beließen<br />

wir es bei den klassischen RCA-<br />

Verbindungen – und waren vom<br />

ersten Moment an überrascht<br />

von dem Schmelz und <strong>der</strong> Substanz<br />

<strong>der</strong> Vorstufe. Chöre hatten<br />

Kraft, Aufnahmen eine beeindruckende<br />

Tiefe. Die CVT 1030<br />

betört nicht mit aufgesetztem<br />

Glanz, son<strong>der</strong>n mit Natürlichkeit<br />

und erdigen Klangfarben.<br />

Für das Geld ein Hammer.<br />

Das gilt auch für die kleine<br />

Transistor-Endstufe. Souverän<br />

pflügte sie durch bassintensive<br />

Aufnahmen wie „The Expert“<br />

von Yello, um dann in Kari<br />

Bremnes’ „Reise“ zu zeigen,<br />

dass sie auch die zarten Töne<br />

beherrscht. Vielleicht fehlte ihr<br />

ein wenig Offenheit und Luft<br />

nach oben. Aber die Folgeseiten<br />

zeigen, dass man ihre Bassqualitäten<br />

womöglich noch<br />

gezielter einsetzen kann.<br />

Die Leichtigkeit und Agilität,<br />

die <strong>der</strong> AMC 2100 Mk2 noch<br />

fehlte, bekamen die Tester dann<br />

mit <strong>der</strong> CVT 2030 Mk2 fast<br />

schon im Übermaß. Stimmen<br />

o<strong>der</strong> Gitarren brachte sie mit<br />

so viel Spielfreude und Abbildungsschärfe,<br />

dass man kaum<br />

glauben konnte, hier eine Endstufe<br />

unter 1000 Euro zu hören.<br />

Bei <strong>der</strong> 2030 war die Leistung<br />

<strong>der</strong> limitierende Faktor. Wurde<br />

es laut, fiel das strahlende<br />

Klangbild in sich zusammen.<br />

Für Freunde des mo<strong>der</strong>aten<br />

Pegels aber ein heißer Tipp. Das<br />

letzte fehlende Pfund bei hohen<br />

Pegeln brachte dann die CVT<br />

2100 Mk2. Kraftvoll und satt,<br />

aber auch sehr genau in <strong>der</strong> Abbildung<br />

zeichnete sie Klangbil<strong>der</strong><br />

von erhabener Größe und<br />

Schönheit. Wie bei <strong>der</strong> Vorstufe<br />

gab es auch hier nur ein Urteil:<br />

Highlight.<br />

Klanglich harmonierte die<br />

kleinere CVT 2030 Mk2 besser<br />

mit <strong>der</strong> Vorstufe. Aber vielleicht<br />

macht es ja Sinn, beide AMCs<br />

zu kaufen – siehe nächste Seite.<br />

Holger Biermann ■<br />

26<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


AMC CVT 1030 Mk2<br />

900 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audium, Berlin<br />

Telefon: 030 / 61 34 74 0<br />

www.audium.com<br />

–<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 43 x H: 11,2 x T: 28,8 cm<br />

Gewicht: 6,5 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

15dB<br />

15dB<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB 10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Leichter Höhenabfall (Line), leichte<br />

Brillanzbetonung bei Phono (grün)<br />

Klirrspektrum Cinch<br />

0dBV<br />

AMC 2100 Mk2<br />

600 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audium, Berlin<br />

Telefon: 030 / 61 34 74 0<br />

www.audium.com<br />

–<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 43 x H: 11,2 x T: 28,8 cm<br />

Gewicht: 9,4 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

-3dB<br />

-6dB<br />

-9dB<br />

-12dB<br />

-15dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Ausgewogen, aber an nie<strong>der</strong>ohmiger<br />

Last (2 Ohm) weniger breitbandig<br />

Klirr-Analyse (k2 bis k5 vs. Leistung)<br />

0dBV<br />

AMC CVT 2030 Mk2<br />

1000 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audium, Berlin<br />

Telefon: 030 / 61 34 74 0<br />

www.audium.com<br />

–<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 43 x H: 11,2 x T: 28,8 cm<br />

Gewicht: 14 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

-3dB<br />

-6dB<br />

-9dB<br />

-12dB<br />

-15dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Ausgewogen und breitbandig; wenig<br />

Pegelverlust an nie<strong>der</strong>ohmiger Last<br />

Klirr-Analyse (k2 bis k5 vs. Leistung)<br />

0dBV<br />

AMC CVT 2100 Mk2<br />

1300 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audium, Berlin<br />

Telefon: 030 / 61 34 74 0<br />

www.audium.com<br />

–<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 43 x H: 11,2 x T: 28,8 cm<br />

Gewicht: 19 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

-3dB<br />

-6dB<br />

-9dB<br />

-12dB<br />

-15dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Ausgewogen und breitbandig; kaum<br />

Pegelverlust an nie<strong>der</strong>ohmiger Last<br />

Klirr-Analyse (k2 bis k5 vs. Leistung)<br />

0dBV<br />

-20dBV<br />

-20dBV<br />

-20dBV<br />

-20dBV<br />

-40dBV<br />

-40dBV<br />

-40dBV<br />

-40dBV<br />

-60dBV<br />

-60dBV<br />

-60dBV<br />

-60dBV<br />

-80dBV<br />

-80dBV<br />

-80dBV<br />

-80dBV<br />

-100dBV<br />

-100dBV<br />

-100dBV<br />

-100dBV<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

Relativ hoher Klirr mit günstig<br />

abfallendem Spektrum<br />

Klirr-Analyse k 2<br />

bis k 5<br />

-30dBV<br />

Nur die geradzahligen Klirrkomponenten<br />

laufen linear<br />

<strong>stereoplay</strong> Leistungsprofil<br />

Perfekter Verlauf und abgestufte<br />

Klirr-Komponenten; und das una<br />

bhängig vom Lastwechsel!<br />

<strong>stereoplay</strong> Leistungsprofil<br />

Außer bei sehr hoher Leistung<br />

perfekter Verlauf und abgestufte<br />

Klirr-Komponenten<br />

<strong>stereoplay</strong> Leistungsprofil<br />

-50dBV<br />

-70dBV<br />

-90dBV<br />

-110dBV<br />

-130dBV<br />

Günstig abgestufter Klirr mit perfekt<br />

verlaufen<strong>der</strong> Klirrkomponente K2<br />

Rauschabst. RCA<br />

84 dB<br />

Rauschabst. Phono (MM-Sy.) 77 dB<br />

Ausgangswid. RCA 1020 Ω<br />

Verbrauch Standby/Betrieb –/19 W<br />

xxx<br />

Hohes und recht stabiles Musikleistungs-Niveau<br />

von bis zu 208 Watt an<br />

4 Ohm; an komplexer Last weniger<br />

Musikleistung an 4 Ω<br />

k = 1 %:<br />

208 W<br />

Rauschabstand<br />

111 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb –/ab18 W<br />

Gutes Leistungs-Niveau von 40 Watt<br />

an 3 Ohm; an komplexer Last kaum<br />

Verän<strong>der</strong>ungen<br />

Sinusleistung an 4 Ω-Klemme<br />

k = 1 %:<br />

42/33 W<br />

Rauschabstand Line 94 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb –/155 W<br />

Für Röhrenverstärker ungewöhnlich<br />

hohes Leistungsprofil – bis zu<br />

108 Watt an 4 Ohm<br />

Musikleistung an 8-Ω-Klemme<br />

k = 1 %:<br />

98/58 W<br />

Rauschabstand<br />

101 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb –/173 W<br />

Bewertung<br />

Klang 51<br />

Bewertung<br />

Klang 43<br />

Bewertung<br />

Klang 49<br />

Bewertung<br />

Klang 50<br />

-150dBV<br />

20mV 50mV 0,1V 0,2V 0,5V 1V 2V<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Günstige Röhren-Vorstufe mit<br />

den klanglichen Vorzügen ihrer<br />

Spezies. Sie klingt warm-seidig<br />

und bringt eine erstaunlich gute<br />

(Transistor-)MM-Phonostufe<br />

mit, die optional einem D/A-<br />

Wandler- Modul weicht.<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Günstige und einfach brückbare<br />

Transistor-Endstufe mit pegelbaren<br />

Eingängen. Klanglich<br />

dynamisch und offen. Schlägt<br />

sich auch an Lautsprechern mit<br />

schwierigem Impedanzverlauf<br />

recht gut.<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Günstige Röhren-Endstufe<br />

mit EL-34-Bestückung und<br />

30 Watt Leistung. Klingt bis zu<br />

mittleren Pegeln be stechend<br />

räumlich, offen, transparent. Im<br />

Bi-Amping-Betrieb beson<strong>der</strong>s<br />

gut für den Hochton geeignet.<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Spartanisch ausgestattete<br />

Röhren-Endstufe mit 6550-<br />

Bestückung und stattlichen<br />

80 Watt Leistung. Klingt<br />

wun<strong>der</strong>bar kraftvoll und fein.<br />

Im Bi-Amping-Betrieb für Bassund<br />

Hochton-Zweig geeignet.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

gut – sehr gut<br />

Preis/Leistung<br />

51 Punkte<br />

71 Punkte<br />

überragend<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

gut<br />

Preis/Leistung<br />

43 Punkte<br />

63 Punkte<br />

sehr gut<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

gut<br />

Preis/Leistung<br />

49 Punkte<br />

68 Punkte<br />

sehr gut<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

gut – sehr gut<br />

Preis/Leistung<br />

50 Punkte<br />

70 Punkte<br />

überragend<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 27


Praxis Bi- /Tri-Amping<br />

So günstige und<br />

klanglich hervorragende<br />

Endstufen<br />

wie die von AMC<br />

verführen förmlich<br />

zu Bi-Amping-<br />

o<strong>der</strong> Tri-Amping-<br />

Versuchen.<br />

<strong>stereoplay</strong> hat<br />

alle Varianten<br />

durchgespielt.<br />

Breites Spielfeld<br />

Die Vorzüge einer Bi- o<strong>der</strong><br />

gar Tri-Amping-Ansteuerung<br />

liegen auf <strong>der</strong> Hand: Die<br />

Endstufe für Mitten o<strong>der</strong> Höhen<br />

bleibt von den kraftzehrenden<br />

Impulsen des Bass-Zweigs<br />

gänzlich unberührt – und umgekehrt.<br />

Das Resultat ist in<br />

<strong>der</strong> Regel beeindruckend: eine<br />

deutlich verbesserte Durchhörbarkeit,<br />

mehr Raum und mehr<br />

Präzision. Vor allem Linn ist<br />

ein vehementer Verfechter dieser<br />

Idee und hat mit etlichen<br />

Tri-Amping-Konzepten auch<br />

bei <strong>stereoplay</strong> viel Überzeugungsarbeit<br />

geleistet. <strong>Der</strong> einzige<br />

Nachteil: Viele Endstufen<br />

sind gemeinhin teuer. Doch<br />

was, wenn wie im Falle von<br />

AMC die Geräte so unverschämt<br />

günstig sind?<br />

Dann schreit es förmlich<br />

nach Ausprobieren. <strong>Der</strong> Versuchsaufbau<br />

von <strong>stereoplay</strong>:<br />

Alle drei Endstufen aus dem<br />

Test wurden an die Einzelzweige<br />

<strong>der</strong> B&W Nautilus 802<br />

(Bi-Amping-fähig) sowie <strong>der</strong><br />

KEF Reference 203/2 (Tri-Amping-fähig)<br />

angedockt. Wesentlich<br />

für ein homogenes Klangbild<br />

ist, dass sie alle den gleichen<br />

Verstärkungsfaktor haben.<br />

Für den HiFi-Fan zu Hause ist<br />

das eine schwer zu klärende<br />

Frage, für <strong>stereoplay</strong> misst das<br />

die TESTfactory. Die beiden<br />

Röhren CVT 2100 Mk2 und<br />

CVT 2030 Mk2 lagen exakt auf<br />

dem gleichen Verstärkungsniveau,<br />

die Transistor-Endstufe<br />

AMC 2100 Mk2 lässt sich<br />

dankbarerweise im Pegel<br />

regeln. Jedes Modell hatten wir<br />

in doppelter Ausführung parat,<br />

was im Falle <strong>der</strong> AMC 2100<br />

beson<strong>der</strong>s viel Sinn machte, da<br />

Die Transistor-Endstufe AMC 2100 ist wie gemacht für<br />

Bi-Amping. Sie hat Pegelregler und neben den Eingängen<br />

auch noch Ausgänge, von denen das Signal auf weitere<br />

Endstufen gespielt werden kann.<br />

Wesentlich beim Bi- o<strong>der</strong> Tri-Amping ist auch die Verkabelung.<br />

Neben <strong>der</strong> klassischen 2,5-mm2-Strippe kamen vor allem das Siltech<br />

London, das Straight Wire Octave II und das Wire World Oasis zum<br />

Einsatz – jedes <strong>der</strong> drei passte optimal zu einer Endstufe.<br />

28<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


sie sich zur Mono-Endstufe<br />

mit dann fast doppelter<br />

Leistung brücken lässt.<br />

Im ersten Durchgang<br />

ließen wir an <strong>der</strong> B&W<br />

802 jede Endstufe an jedem<br />

Zweig spielen – jeweils mit<br />

einfachem Kupferkabel<br />

verbunden. Ergebnis: Die<br />

kleine Röhre CVT 2030 ist<br />

für den Bass ungeeignet;<br />

sie kam zu schnell in die<br />

Begrenzung. Doch für den<br />

Mittelhochton passte sie<br />

wun<strong>der</strong>bar, weil sie ungeheuer<br />

flink und fein agierte.<br />

Die größere CVT 2100<br />

überzeugte im Mittelhochton-Zweig<br />

mit herrlich<br />

schönen Klangfarben und<br />

großer dynamischer Souveränität.<br />

Dafür wirkte sie im<br />

Vergleich zur CVT 2030<br />

etwas langsamer: ein Kann,<br />

kein Muss.<br />

Am besten schlug sich<br />

am Bass-Zweig <strong>der</strong> B&W<br />

die kleine Transistor-Stufe,<br />

die ausreichend Leistung<br />

und Kontrolle mitbrachte,<br />

aber für den Mittelhochton-Zweig<br />

im Vergleich zu<br />

den beiden Röhren keine<br />

Chance hatte – zu unscharf,<br />

zu wenig prägnant wirkte<br />

mit ihr das Klangbild. <strong>Der</strong><br />

Einsatz <strong>der</strong> größeren CVT<br />

2100 brachte hier aber<br />

keinen Fortschritt, weil sie<br />

die beiden 18er Bässe nicht<br />

gut genug unter Kontrolle<br />

bekam. Die Kombination<br />

aus CVT 2030 (Mittelhochton)<br />

und AMC 2100<br />

(Bass) klang jedenfalls<br />

druckvoller, souveräner<br />

und aufgeräumter als eine<br />

einzelne CVT 2100, die<br />

lediglich mit etwas mehr<br />

Homogenität punkten<br />

konnte. Die Kombination<br />

aus CVT 2100 (Mittelhochton)<br />

und AMC 2100<br />

(Bass) hatte – siehe Vergleich<br />

<strong>der</strong> Röhren 2030<br />

und 2100 oben – vor allem<br />

Dynamik- und Pegelvorteile<br />

und spielte etwas<br />

wärmer. Noch besser<br />

wurde es allerdings, als wir<br />

pro Seite eine gebrückte<br />

AMC 2100 nahmen; da<br />

legte <strong>der</strong> Bass noch einmal<br />

an Spannkraft zu.<br />

Je länger die Tests<br />

dauerten, desto deutlicher<br />

Nur wenige Dreiwege-Lautsprecher sind auch wirklich<br />

Tri-Amping-fähig. Die Modelle <strong>der</strong> KEF-Reference-Linie<br />

(im Test verwendeten wir die fantastische 203/2) sind<br />

hier eine rühmliche Ausnahme.<br />

wurde, dass auch die Kabel<br />

eine wichtige Rolle spielen.<br />

Dabei war es entscheiden<strong>der</strong>,<br />

welches Kabel an welcher<br />

Endstufe hing, als welches<br />

Kabel zu welchem Zweig<br />

führte. So spielte die große<br />

CVT 2100 am besten mit<br />

dem Siltech London – gleich<br />

ob im Bass o<strong>der</strong> im Hochton.<br />

Die kleine CVT 2030 hingegen<br />

harmonierte am besten<br />

mit dem Straight Wire Octave<br />

II, während die Transistor-<br />

Endstufe, die letztlich nur im<br />

Bass eingesetzt wurde, am<br />

besten mit dem Wire World<br />

Oasis tönte.<br />

An <strong>der</strong> Tri-Amping-fähigen<br />

KEF Reference 203/2<br />

blieben die Kabelvorlieben<br />

<strong>der</strong> drei Endstufen ebenfalls<br />

erhalten. Auch hier kam<br />

die kleine AMC 2100 nur für<br />

den Basszweig infrage – am<br />

besten gebrückt. Doch mit<br />

<strong>der</strong> Reference 203/2 klang<br />

auch die folgende Kombination<br />

sehr reizvoll: CVT 2100<br />

in Bass und Hochton, CVT<br />

2030 in den Mitten. Die<br />

2100er-Röhre in den Mitten<br />

brachte zwar ein minimales<br />

Plus an Dynamikreserve,<br />

doch mit <strong>der</strong> 2030er klang<br />

es einfach etwas frischer,<br />

aufgeräumter. Am Ende des<br />

Tages ist so etwas aber auch<br />

Geschmackssache.<br />

Gleich in welcher Kombination:<br />

Bi- o<strong>der</strong> Tri-Amping<br />

klingt in den meisten<br />

Fällen deutlich besser als <strong>der</strong><br />

Betrieb nur einer Endstufe<br />

– und es ist ein herrliches<br />

Experimentier- und Spielfeld<br />

für den HiFi-Fan, <strong>der</strong> alles<br />

aus seinem Lautsprecher<br />

herausholen möchte.<br />

Holger Biermann ■<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 29<br />

Konsequent<br />

getrennte Signalwege<br />

Bi-Wiring Lautsprecherkabel <strong>der</strong> Extraklasse<br />

• Innenleiter aus gegossenem sauerstofffreiem<br />

HPOCC-Kupfer<br />

• Fertig konfektioniert mit<br />

XXL ® Fusion Banana-Verbin<strong>der</strong>n<br />

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Test & Technik <strong>Verstärker</strong><br />

<strong>Verstärker</strong>, die digitale Audiosignale verarbeiten, gibt’s etliche – aber nur wenige<br />

werkeln vom Ein- bis zum Ausgang durchweg digital – wie <strong>der</strong> NAD C 390DD.<br />

Mit ihrem stolzen Alter von<br />

rund 90 Jahren hat die<br />

analoge <strong>Verstärker</strong>technik mittlerweile<br />

einen Stand erreicht,<br />

bei dem man durchaus von<br />

„nahezu vollständig durchentwickelt“<br />

sprechen kann. Das<br />

bedeutet natürlich nicht, dass in<br />

diesem Bereich keine klanglichen<br />

Verbesserungen mehr<br />

möglich wären – so könnten<br />

bespielsweise Halbleiter mit<br />

linearerem Kennlinienverlauf<br />

einen einfacheren und damit<br />

klangneutraleren Schaltungsaufbau<br />

erlauben.<br />

In diesem Metier kennt sich<br />

wohl kaum jemand besser aus<br />

als <strong>der</strong> multinationale HiFi-<br />

Hersteller NAD, <strong>der</strong> sich seit<br />

Beginn <strong>der</strong> 1980er Jahre beson<strong>der</strong>s<br />

in den bezahlbaren<br />

Preisklassen immer wie<strong>der</strong> als<br />

Analogverstärker-Spezialist<br />

profiliert hat. Analog keinesfalls<br />

allein des Prinzips wegen – vielmehr,<br />

weil die meisten Programmquellen<br />

ihre Tonsignale<br />

ohnehin auf analogem Wege<br />

ausgeben – beziehungsweise<br />

bislang ausgaben. Und da war<br />

es so konsequent wie klanglich<br />

sinnvoll, bei <strong>der</strong> Leistungsverstärkung<br />

ebenfalls auf <strong>der</strong><br />

analogen Ebene zu bleiben.<br />

Das Bild hat sich aber gewandelt.<br />

Heutzutage überwiegen<br />

mehr und mehr die digitalen<br />

Tonquellen, die in <strong>der</strong> Regel<br />

auch über entsprechend binäre<br />

Signalausgänge verfügen. Daher<br />

ist es mittlerweile äußerst<br />

verlockend, den gesamten Verstärkungsvorgang<br />

auf <strong>der</strong> digitalen<br />

Ebene durchzuführen –<br />

sparen sich doch die Entwickler<br />

auf diese Weise elegant den<br />

klanglichen Flaschenhals <strong>der</strong><br />

ansonsten notwendigen D/A-<br />

Wandlung.<br />

Insofern ist <strong>der</strong> 2500 Euro<br />

teure, optisch sehr aufgeräumte<br />

NAD C 390DD <strong>der</strong> Repräsentant<br />

einer völlig neuen Vollverstärkergeneration:<br />

Egal ob Eingangsstufen,<br />

Lautstärke-Einstellung<br />

o<strong>der</strong> Leistungsverstärker<br />

– sein Signalpfad zeigt sich vom<br />

Eingang bis zum Ausgang durch<br />

und durch digital.<br />

Nun ist auch die digitale<br />

<strong>Verstärker</strong>-Domäne für die<br />

NAD-Entwickler keineswegs<br />

Neuland – besitzt man doch mit<br />

dem M 2 bereits seit zwei Jahren<br />

einen entsprechenden Amp<br />

im Programm. Von dem hat <strong>der</strong><br />

C 390 denn auch viel geerbt –<br />

hervorzuheben wäre hierbei <strong>der</strong><br />

eigentliche <strong>Verstärker</strong>block, <strong>der</strong><br />

das Produkt intensiver Zusammenarbeit<br />

mit dem britischen<br />

Halbleiter-Spezialisten Zetex<br />

ist. <strong>Der</strong> zentrale Zetex-Chip im<br />

C 390 integriert D/A-Wandler,<br />

Vorverstärker und Treiberstufe,<br />

ein weiterer Chip beherbergt die<br />

Sensorelektronik nebst Auswertschaltung<br />

für die digitale Gegenkopplung.<br />

Durch und durch<br />

30<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Da sein gesamter Signalfluss<br />

in <strong>der</strong> digitalen Ebene stattfindet<br />

und <strong>der</strong> Zetex-Chip zudem von<br />

Haus aus ordentlich DSP-Power<br />

mitbringt, hat <strong>der</strong> NAD einige<br />

für heutige HiFi-<strong>Verstärker</strong> eher<br />

ungewöhnliche Features vorzuweisen<br />

– Betrieb mit vertauschten<br />

Kanälen o<strong>der</strong> invertierter<br />

Phase ist ohne Klangeinbußen<br />

ebenso möglich wie<br />

Mono-Wie<strong>der</strong>gabe. Neben<br />

einem digitalen Bass/Höhen-<br />

Steller bringt er außerdem eine<br />

sechsbändige Filtersektion mit,<br />

die ein gezieltes Reduzieren von<br />

Raumresonanzen im Tieftonbereich<br />

von bis zu 12 Dezibel<br />

ermöglicht.<br />

Eine weitere Beson<strong>der</strong>heit<br />

des NAD ist seine modulare,<br />

„Modular Design Construction“<br />

(MDC) genannte Bauweise,<br />

was eine flexible Konfiguration<br />

je nach den vorhandenen<br />

Mustergültiger Schaltungsaufbau:<br />

links im Bild das Schaltnetzteil, zentral <strong>der</strong><br />

<strong>Verstärker</strong>block mit dem Zetex-Digitalchip. Die Phono-<br />

Vorstufe (rechts) sitzt wohlbehütet unterm Abschirmblech.<br />

digital<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 31


Test & Technik <strong>Verstärker</strong><br />

Ungewöhnliches Anschlussfeld: Digitaleingänge bietet <strong>der</strong> C 390 in Hülle und Fülle (analoge nur<br />

nach Bestückung mit einem entsprechenden MDC-Modul). Sogar Subwoofer finden Anschluss.<br />

Tonquellen gestattet. In seiner<br />

Grundversion bietet <strong>der</strong> C 390<br />

in <strong>der</strong> Tat nur Eingänge für<br />

digitale Quellen von AES/EBU<br />

bis hin zu USB – den aber gleich<br />

doppelt: einen zur Computer-<br />

Wie<strong>der</strong>gabe im asynchronen<br />

Übertragungsmodus, den an<strong>der</strong>en<br />

zum Abspielen von Inhalten<br />

auf Speichersticks o<strong>der</strong> Festplatten.<br />

Zwei weitere MDC-<br />

Steckplätze erlauben die Aufnahme<br />

zusätzlicher Eingangsmodule<br />

(siehe unten).<br />

Von dem viel geschmähten<br />

„Digitalklang“ konnte mit dem<br />

volldigitalen NAD im Hörtest<br />

überhaupt keine Rede sein. So<br />

spielte er, angesteuert über die<br />

Analogeingänge, eher rundblumig<br />

als knackig-knallig –<br />

man tut sich mit <strong>der</strong> Vorstellung<br />

schwer, jemals einen scharfen<br />

Ton über ihn zu hören. In rockigeren<br />

Tracks wie Lee Ritenours<br />

„68“ konnte <strong>der</strong> C 390DD aber<br />

auch mächtig loslegen und ein<br />

Fass aufmachen.<br />

Im Vergleich zum T+A Power<br />

Plant balanced (Test 8/12,<br />

51 Punkte) spielte <strong>der</strong> NAD weniger<br />

dynamisch, Snaredrums<br />

kamen über ihn etwas komprimierter.<br />

Die virtuelle Bühne<br />

staffelte er etwas breiter, dafür<br />

weniger tief. Insgesamt tönte<br />

<strong>der</strong> T+A etwas unmittelbarer,<br />

in den Mitten direkter.<br />

Digital angesteuert via koaxialem<br />

S/P-DIF-Eingang, nahm<br />

die Basspräzision des NAD<br />

jedoch leicht zu. Auch atmete<br />

er im Grundtonbereich freier<br />

durch, was die Durchhörbarkeit<br />

in den oberen Oktaven ebenfalls<br />

steigerte. Einen Zuschlag gab’s<br />

außerdem bei USB-Hi-Res-<br />

Wie<strong>der</strong>gabe vom Computer: In<br />

„Rich Woman“ mit Robert Plant<br />

und Alison Krauss kam <strong>der</strong><br />

Brite mächtig in Fahrt und<br />

erspielte sich hier einen zusätzlichen<br />

Klangpunkt.<br />

Jürgen Schrö<strong>der</strong> ■<br />

NAD C 390DD<br />

2500 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Dynaudio<br />

Telefon: 0 41 08 / 41 80 0<br />

www.nad.de<br />

www.nadelectronics.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 44 x H: 13 x T: 39 cm<br />

Gewicht: 8 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

3dB<br />

0dB<br />

-3dB<br />

-6dB<br />

-9dB<br />

-12dB<br />

-15dB<br />

-18dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Im Hörbereich stets ausgewogen, darüber<br />

durch Impedanzwahl optimierbar<br />

Klirr-Analyse (k2 bis k5 vs. Leistung)<br />

0dBV<br />

-20dBV<br />

-40dBV<br />

-60dBV<br />

-80dBV<br />

-100dBV<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

Bei kleiner Leistung etwas welliger<br />

verlaufende, sonst günstig abgestufte,<br />

laststabile Klirrkomponenten<br />

<strong>stereoplay</strong> Leistungsprofil<br />

Relativ konstante Leistung bei je<strong>der</strong><br />

Impedanz bis zu 188 Watt an 2 Ohm<br />

Sinusleistung 1 kHz, k = 1 %<br />

an 8/4 Ω<br />

153/153 W<br />

Rauschabstand Line 104 dB<br />

Phono MM-System/MC 74/69 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 0,6/≥44 W<br />

Bewertung<br />

Klang analog/Netzw./USB 50/–/51<br />

DD-AP1: Dieses MDC-Modul besitzt zwei<br />

Hochpegeleingänge (symmetrisch, asymmetrisch)<br />

sowie einen MM/MC-tauglichen<br />

Phonoeingang. Die A/D-Wandlung erfolgt mit<br />

maximal 192 kHz Abtastfrequenz.<br />

DD-HDMI1: Dieses Extension-Board bietet drei<br />

HDMI-Eingänge und einen HDMI-Ausgang –<br />

<strong>der</strong> obligatorische PCM-Zweikanalton von<br />

Blu-ray o<strong>der</strong> DVD wird verarbeitet, das<br />

HD-Videosignal unbeeinflusst ausgegeben.<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Liebevoll aufgebauter, durchweg<br />

digitaler Vollverstärker in<br />

flexibler Modul-Bauweise mit<br />

interessanten Features und<br />

digitaler Raumakustik-Korrektur.<br />

Recht leistungsstark, klingt er<br />

eher zurückhaltend-distinguiert<br />

als betont dynamisch.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang analog/Netzw./USB<br />

Spitzenklasse 50/–/51 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

gut - sehr gut 75 Punkte<br />

Preis/Leistung sehr gut<br />

32<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


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Test & Technik Surround-Set<br />

Die kleinen Strolche<br />

Häufig bringen Mini-Boxen auch nur eine Mini-Performance. An<strong>der</strong>s<br />

beim Mehrkanalset MT 60D von B&W. Es hat einen sensationellen<br />

Woofer im Team und legt sich frech mit deutlich größeren Systemen an.<br />

Von diesen putzigen Surround-Sets<br />

<strong>der</strong> „Ach sind<br />

die süß!“-Klasse gibt es ja jede<br />

Menge. Und die meisten von<br />

ihnen braucht eigentlich niemand:<br />

Klapprige Kunststoffgehäuse,<br />

zu wenig Volumen,<br />

windige Anschlüsse und dröhnige<br />

Subwoofer taugen meist<br />

nur zur Verbesserung des noch<br />

mieseren Fernseher-Tons. Wenn<br />

sich aber <strong>der</strong> High-End-Weltmarktführer<br />

B&W <strong>der</strong> Problemstellung<br />

„Mini-Surround-Set“<br />

annimmt, darf man einiges mehr<br />

erwarten. Denn ob im Großen<br />

(Nautilus-Serie) o<strong>der</strong> im Kleinen<br />

(Zeppelin-Dockingstations)<br />

– die Briten setzten bislang<br />

immer Maßstäbe.<br />

Den hohen Anspruch des<br />

neuen MT (Mini Theatre) 60D<br />

macht schon <strong>der</strong> Preis deutlich:<br />

2725 Euro. Ganz schön happig,<br />

könnte man denken. Aber nur,<br />

bis man sich das Sextett genauer<br />

anschaut. Mit 1600 Euro schlägt<br />

allein <strong>der</strong> Subwoofer PV1D zu<br />

Buche. Das Ding ist ein weit<br />

über dieses Set hinausreichendes<br />

Meisterwerk (siehe auch CAD-<br />

Zeichnung übernächste Seite)<br />

und jeden Cent wert. Aber auch<br />

die Satelliten M1 (Stückpreis:<br />

225 Euro) sind erfreulich liebevoll<br />

und wertig gemacht. Die<br />

piekfeinen Gehäuse bestehen<br />

aus einem Alu-Druckguss, <strong>der</strong><br />

nicht nur die elegante, Vibrations-hemmende<br />

Form ermöglicht,<br />

son<strong>der</strong>n auch äußerst verwindungssteif<br />

geraten ist. Die<br />

bedämpften Wände haben eine<br />

Stärke von nur etwa drei Millimetern<br />

(das reicht in diesem<br />

Fall) und lassen so den kleinen<br />

Satelliten im Vergleich zu<br />

klassischen Holzgehäusen viel<br />

mehr Innenvolumen: fast zwei<br />

Liter. <strong>Der</strong> eingebaute Tiefmitteltöner<br />

hat zwar nur eine<br />

Glasfaser-Membran von 4 Zoll<br />

Prunkstück des Sets ist <strong>der</strong> PV1<br />

in <strong>der</strong> neuen D-Variante.<br />

Dank seiner Form und<br />

Konzeption (siehe<br />

übernächste Seite) ist er<br />

einer <strong>der</strong> am saubersten<br />

aufspielenden<br />

Woofer am Markt –<br />

und auch in an<strong>der</strong>en<br />

Systemen denkbar.<br />

34<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Durchmesser, aber auch so ein<br />

Minibass klingt viel besser und<br />

freier mit mehr Luft im Rücken.<br />

Davon profitiert vor allem die<br />

Dynamikfähigkeit im Übergangsbereich<br />

zum Subwoofer;<br />

hier haben all die optisch adretten<br />

Kleinstsysteme am Markt<br />

hörbare Nachteile.<br />

Dass die Briten aus so wenig<br />

Nettovolumen einen so properen<br />

Bass schöpfen, liegt unter<br />

an<strong>der</strong>em an ihrer trickreichen<br />

Bassreflex-Abstimmung. Das<br />

viel zu lange Rohr in dem kleinen<br />

Gehäuse unterzubringen<br />

(siehe Bild nächste Seite), habe<br />

wohl einiges an Gehirnschmalz<br />

gekostet, wie aus <strong>der</strong> Entwicklungsabteilung<br />

im britischen<br />

Steyning zu hören war. Nun, es<br />

hat ja geklappt.<br />

Wie auch <strong>der</strong> Versuch, wenigstens<br />

ein bisschen Nautilus-<br />

Technik in den kleinen M1<br />

unterzubringen. <strong>Der</strong> Hochtöner,<br />

die bewährte 25-Millimeter-<br />

Alu-Kalotte, wird – wie in den<br />

großen Standboxen – über ein<br />

sich verjüngendes Rohr bedämpft.<br />

<strong>Der</strong> Frequenzgang<br />

könnte durchaus<br />

linearer verlaufen<br />

– siehe Tabelle.<br />

Dennoch bürgen<br />

die ausgereiften<br />

Hoch- und Tiefmitteltöner<br />

für Qualität,<br />

weil sie den<br />

Satelliten-Böxchen<br />

ermöglichen, erstaunlich<br />

viel Radau zu machen:<br />

Mit über 96 Dezibel<br />

Maximalpegel stellen sie<br />

fast alle Lautsprecher dieser<br />

Größenordnung in den Schatten<br />

und passen so optimal zu<br />

dem Subwoofer des Sets.<br />

<strong>Der</strong> wie<strong>der</strong>um ist eine Show<br />

für sich. Innerhalb des Sets verrichtete<br />

er seine Arbeit perfekt.<br />

Sein nicht wirklich hoher<br />

Maximalpegel (99 Dezibel)<br />

reichte je<strong>der</strong>zeit aus, um für<br />

die kleinen M1 ein souveränes,<br />

substanzielles Bassfundament<br />

zu liefern.<br />

Und damit legt das Set die<br />

Basis für ein wirklich beeindruckendes<br />

Klangerlebnis.<br />

Die Gehäuse <strong>der</strong><br />

eleganten M1-Satelliten<br />

sind aus verwindungssteifem<br />

Metall und<br />

optisch so dezent<br />

gehalten, dass sie<br />

sogar im Wohnzimmer<br />

<strong>der</strong> Queen eine<br />

unauffällig-gefällige<br />

Figur machen würden.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 35


Test & Technik Surround-Set<br />

Zwar bieten die M1 schon ohne<br />

Subwoofer-Unterstützung eine<br />

erstaunlich erwachsene, vor<br />

allem aber äußerst feine und<br />

detailreiche Vorstellung. Mit<br />

dem PV1D jedoch kam es noch<br />

einmal zu einer deutlichen Steigerung.<br />

<strong>Der</strong> Wohlfühlfaktor bei<br />

Chorstimmen (Sächsisches Vokal-Ensemble)<br />

stieg gewaltig,<br />

die Bühne wurde auch in <strong>der</strong><br />

Tiefe viel genauer ausgeleuchtet.<br />

Insgesamt schien es, als<br />

würde durch das Hinzuschalten<br />

des Woofers eine ganze Schicht<br />

vorher nicht gehörter Mittelhochtondetails<br />

freigelegt. Kein<br />

Wun<strong>der</strong>: <strong>Der</strong> PV1D ist einer<br />

<strong>der</strong> musikalischsten Subwoofer,<br />

die <strong>stereoplay</strong> in den letzten<br />

Jahren im Test hatte. Wie viele<br />

Informationen er selbst aus<br />

Das Gehäuse (1) ist aus Metall;<br />

die Form versteift es zusätzlich.<br />

Dank langer Schwingspulen (2)<br />

sind die Bässe extrem langhubig.<br />

Die Tieftöner sitzen Magnet<br />

an Magnet (3), die Anschlüsse<br />

am Boden (4). Das Display (5)<br />

erleichtert die Bedienung.<br />

1<br />

wabernden Tiefton-Teppichen<br />

herausfiltern konnte, beeindruckte<br />

uns nachhaltig.<br />

Ist dieser Subwoofer im MT-<br />

60D-Set womöglich unterfor<strong>der</strong>t?<br />

Versuche mit Edel-Kompakten<br />

wie <strong>der</strong> B&W Prestige<br />

Monitor 1 (Test: 9/11) o<strong>der</strong> <strong>der</strong><br />

KEF LS 50 (Test 8/12) unterstrichen<br />

die These. Denn auch<br />

diese deutlich teureren Monitore<br />

spielten mit seiner Hilfe<br />

sehr viel imposanter: feiner, offener,<br />

druckvoller. Und <strong>der</strong> Bass<br />

kam stets sauber, trocken,<br />

unauf fällig – super. Allerdings<br />

goutiert <strong>der</strong> PV1D <strong>Verstärker</strong><br />

mit Bass-Management (wie den<br />

NAD C 390 DD von Seite 30),<br />

weil an ihm selbst nur recht wenig<br />

einzustellen ist.<br />

Auch in Surround genial<br />

Doch zurück zum MT 60D,<br />

das sich nun auch in seiner<br />

ursprünglichen Funktion –<br />

<strong>der</strong> Mehrkanal-Wie<strong>der</strong>gabe –<br />

beweisen musste.<br />

Das fiel ihm anfangs allerdings<br />

gar nicht so leicht, rotierte<br />

Das Bassreflexrohr läuft auf<br />

verschlungenen Pfaden im<br />

putzigen M1-Gehäuse.<br />

doch „Tron Legacy“ im Player.<br />

Die Blu-ray beeindruckt mit<br />

mör<strong>der</strong>ischen Tiefbässen und<br />

war damit im hochbedämpften<br />

<strong>stereoplay</strong>-Hörraum eine Nummer<br />

zu kraftraubend für das<br />

Mini-Ensemble. Die Tieftönerchen<br />

kamen schnell in die Begrenzung,<br />

vor allem <strong>der</strong> auf<br />

abnormal niedrige 10 Hertz abgestimmte<br />

PV1D erreichte hier<br />

oft seine Pegelgrenze.<br />

Mit Musik ein Traum<br />

Doch bei gemäßigten Lautstärken<br />

und weniger heftigem<br />

Programm war die Welt sofort<br />

wie<strong>der</strong> im Lot. Pat Methenys<br />

Liveaufnahme „The Way Up“<br />

wurde zu einem Konzerterlebnis<br />

<strong>der</strong> beson<strong>der</strong>en Art: Die<br />

kleinen B&Ws untermalten<br />

die dezenten Bil<strong>der</strong> mit einer<br />

ungemein luftigen, offen-transparenten<br />

Wie<strong>der</strong>gabe. Die Obertöne<br />

von Methenys Gitarre, die<br />

flirrenden Percussion-Elemente<br />

– alles perlte wie spielerisch aus<br />

den kleinen Boxen. Aber auch<br />

härtere Kost wie Marcus Millers<br />

„Panther“, ein echter E-Bass-<br />

Anschlag auf die kleinen Bässe,<br />

kam glaubhaft schnell, dynamisch<br />

knackend und selbst bei<br />

gehobener Zimmerlautstärke<br />

mit unglaublichem Schub und<br />

verblüffen<strong>der</strong> Kraft.<br />

In diesem Pegelbereich klang<br />

das MT 60D nicht nach possierlichem<br />

Heimkino, son<strong>der</strong>n groß.<br />

Die Probe aufs Exempel machten<br />

wir wie so oft mit den Jungs<br />

vom Gerätelager. Mit verbundenen<br />

Augen sollten sie auf die<br />

Größe <strong>der</strong> angeschlossenen Boxen<br />

tippen. Von 20 bis 50 Liter<br />

war alles dabei.<br />

<strong>Der</strong> aufrechte Gang<br />

Wo wir gerade bei Quasi-<br />

Blindtests sind, gleich noch einer<br />

hinterher. Kann man hören,<br />

ob <strong>der</strong> Center-Speaker quer<br />

Sensationswerte aus dem Kugel-Gehäuse<br />

2<br />

3<br />

4<br />

3<br />

5<br />

Stabil mit Tiefenwirkung: B&W PV1D<br />

Was macht einen wirklich guten Subwoofer aus?<br />

Zum einen ein hochstabiles Gehäuse, an dem<br />

nichts vibriert. Das hat B&W mit <strong>der</strong> Kugelform<br />

trickreich umgesetzt. Noch besser ist es, wenn<br />

zwei Tieftöner Rücken an Rücken sitzen und so<br />

quasi gegeneinan<strong>der</strong> arbeiten. Dann nämlich wird<br />

die Bewegungsenergie des einen Basses durch<br />

die Energie des an<strong>der</strong>en aufgehoben. Wo Subwoofer<br />

mit nur einem Bass bei höheren Pegeln<br />

gern einmal durch die Gegend hüpfen, bleibt <strong>der</strong><br />

B&W absolut ruhig an seinem Platz. Ebenfalls<br />

zu einem richtig guten Woofer gehören starke<br />

36<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


o<strong>der</strong> aufrecht steht? Antwort:<br />

Kaum, wenn man wie festgenagelt<br />

sitzt, aber recht deutlich,<br />

wenn man – wie auf dem heimischen<br />

Sofa üblich – den Kopf<br />

ständig hin- und herbewegt. Die<br />

Variante auf dem Bild unten<br />

ist übrigens nur die zweitbeste;<br />

mit fünf aufrechten Satelliten<br />

tönt es homogener.<br />

Vielleicht ist Homogenität<br />

auch genau <strong>der</strong> Knackpunkt,<br />

<strong>der</strong> dieses Set über die meisten<br />

vergleichbar großen und ähnlich<br />

Wie das Gehäuse gibt sich auch<br />

<strong>der</strong> schwenkbare Fuß <strong>der</strong> M1<br />

äußerst solide. Im Hohlraum ist<br />

ein Werkzeug eingesetzt, mit<br />

dem alle relevanten Schrauben<br />

gelöst werden können.<br />

smarten Angebote <strong>der</strong> Konkurrenz<br />

heraushebt. Die Natürlichkeit<br />

<strong>der</strong> Satelliten und die<br />

absolut harmonisch eingebundenen<br />

Bässe des PV1D zeigen,<br />

was mo<strong>der</strong>ne Sub/Sat-Systeme<br />

heute können. <strong>Der</strong> Name „Mini<br />

Theatre“ ist dabei eher britisches<br />

Un<strong>der</strong>statement: Gemessen<br />

an Volumen und Preis<br />

ist das MT 60D großes Kino.<br />

Holger Biermann ■<br />

B&W MT 60D<br />

2725 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: B&W, Halle/Westfalen<br />

Telefon: 0 52 01 / 87 17 0<br />

www.gute-anlage.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße in cm:<br />

Front: B: 11,4 x H: 24,8 x T: 16,2 cm<br />

Center: B: 24,8 x H: 11,4 x T: 16,2cm<br />

Rear: B: 11,4 x H: 24,8 x T: 16,2 cm<br />

Subwoofer: B: 27 x H: 34,2 x T: 36 cm<br />

Gehäuseausführung: Mattschwarz<br />

o<strong>der</strong> Mattweiß<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanz SAT<br />

Bowers & Wilkins M-1<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

16 Ohm<br />

8 Ohm<br />

60 dB<br />

4 Ohm<br />

2 Ohm<br />

Impedanzverlauf<br />

50 dB<br />

1 Ohm<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Ab 1500 Hz sehr wellig. Hochton-<br />

Resonanzfrequenz bei 38 kHz<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85 - 100dB SAT<br />

110 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

Bowers & Wilkins M-1<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

80 dB<br />

Über den Fuß kann man den<br />

M1 auch quer stellen. In <strong>der</strong><br />

klanglich überlegenen Variante<br />

aber stehen alle fünf Satelliten,<br />

auch <strong>der</strong> mit Center-Funktion,<br />

aufrecht.<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Kommt bei 100 dB Schalldruck im<br />

Bass ans Limit; Klirrpeak um 1000Hz<br />

Maximallautstärke<br />

Front<br />

96,5 dB<br />

Subwoofer >30 Hz<br />

99 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 0,5/15 W<br />

Bewertung<br />

14<br />

8 10 9 11 8 10<br />

10<br />

6<br />

2<br />

Natürlichkeit<br />

Feinauflösung<br />

Grenzdynamik<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

Setharmonie<br />

Klang 56<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 5<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Endstufen sowie ein klangliches Konzept. Eine<br />

These besagt: Je größer die Bandbreite eines<br />

Subwoofers ist, desto sauberer klingt er. Doch wie<br />

soll man das bei einem Subwoofer hinbekommen?<br />

Die Trennfrequenz nach oben sollte nur wenig<br />

über 100 Hertz liegen. B&W erweitert den Bereich<br />

einfach nach unten. <strong>Der</strong> PV1D ist einer <strong>der</strong> ganz<br />

wenigen Woofer am Weltmarkt, <strong>der</strong> auch bei<br />

10 Hertz noch spielt. Natürlich nicht mehr mit<br />

vollem Pegel, aber vernehmbar. Man sieht es ihm<br />

nicht an, aber <strong>der</strong> kleine B&W ist ein High-End-<br />

Woofer vom Feinsten.<br />

Bowers&Wilkins PV1D<br />

100 dB<br />

Groundplane<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Frequenzgang<br />

Schöner kann ein Surround-Set<br />

fast nicht aussehen – und besser<br />

klingen auch kaum. Die M1-<br />

Satelliten sind edel verarbeitet<br />

und trotz bescheidener Größe<br />

recht pegelfest. Das gilt auch<br />

für den Subwoofer PV1D, <strong>der</strong><br />

so sauber, präzise und „richtig“<br />

spielt, dass er durchaus<br />

mit deutlich teureren Boxen<br />

kombiniert werden dürfte.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Die Messungen <strong>der</strong> TESTfactory zeigen,<br />

dass <strong>der</strong> PV1D nach unten kaum limitiert<br />

ist. Er schafft problemlos die 10 Hertz!<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 56 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

gut - sehr gut 75 Punkte<br />

Preis/Leistung überragend<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 37


Test & Technik Subwoofer mit Raumeinmessung<br />

Großer Sub,<br />

kleine Helfer<br />

Bei diesen Subwoofern gehört das<br />

Mikrofon einfach dazu. Denn sie<br />

überlisten dank schlauer Einmess-<br />

Funktion die Raumakustik und<br />

spielen sauberer und ausgewogener<br />

als viele ihrer Bass-Kollegen.<br />

Laut dröhnende Heimkinoo<strong>der</strong><br />

Car-HiFi-Woofer sind<br />

so ziemlich das Letzte, womit<br />

sich ein auf klassisches Stereo<br />

bedachter HiFi-Fan o<strong>der</strong> High<br />

En<strong>der</strong> beschäftigen will. Dabei<br />

können hochwertige Bass-<br />

Erzeuger gerade die Musikwie<strong>der</strong>gabe<br />

entscheidend voranbringen.<br />

Viele HiFi-Fans kennen das<br />

Problem: Im Frequenzbereich<br />

unter 200 Hertz spielt die Raumakustik<br />

stark mit, gegen Dröhnen,<br />

langsame o<strong>der</strong> unausgewogene<br />

Bässe ist mit klassischen<br />

Stereoboxen nur wenig Kraut<br />

gewachsen. Schuld sind die<br />

Raumresonanzen, die erheblichen<br />

Einfluss auf die Tiefbass-<br />

1<br />

Paradigm SE Sub<br />

1<br />

Mit geschlossenem Gehäuse<br />

und Downfire-Betrieb einer <strong>der</strong><br />

flexibelsten Subwoofer seiner<br />

Preisklasse. Das USB-Mikrofon<br />

übernimmt die Selbsteinmessung<br />

per PC/Mac-Software.<br />

2<br />

38<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


wie<strong>der</strong>gabe haben (siehe Seite<br />

124). Ein Woofer, an einem<br />

raumakustisch günstigeren Ort<br />

im Raum aufgestellt, spielt oft<br />

präziser und trockener.<br />

<strong>Der</strong> Einmess-Trick<br />

Viele Hersteller versprechen<br />

auch die Korrektur von Bassüberhöhungen<br />

per Knopfdruck.<br />

Die Idee ist einfach: Per Mikrofon<br />

vergleicht eine Einmessautomatik<br />

bei speziellen Messsignalen<br />

Pegel-Soll und -Ist für<br />

jede Frequenz und setzt entsprechende<br />

Korrekturfilter. Doch so<br />

einfach ist es in <strong>der</strong> Praxis nicht:<br />

Ein gera<strong>der</strong> Frequenzgang bedeutet<br />

noch nicht perfekten<br />

Bass, denn Peaks und Dips sind<br />

nicht überall im Raum gleich;<br />

Phänomene im Zeitbereich, wie<br />

das berüchtigte Ausschwingen<br />

<strong>der</strong> Resonanzen, lassen sich<br />

elektronisch gar nicht korrigieren.<br />

<strong>stereoplay</strong> lud daher drei<br />

<strong>der</strong> bekanntesten Vertreter von<br />

selbsteinmessenden Subs in<br />

den Hörraum und machte den<br />

Praxistest.<br />

Dabei zeigte sich: Die Kombination<br />

aus optimierter Aufstellung<br />

und Einmessfunktion weist<br />

den Weg zum besten Bass. Eine<br />

grundsätzliche Frage muss <strong>der</strong><br />

Hörer jedoch beantworten: Will<br />

ich einen Woofer, <strong>der</strong> sich vollautomatisch<br />

einmisst, o<strong>der</strong> darf<br />

es auch eine Lösung mit PC-<br />

Steuerung sein?<br />

3<br />

2 3<br />

Velodyne EQ Max 15<br />

Sunfire True EQ 12 Sign.<br />

Viel Membranfläche, kleines<br />

Mikrofon, praktische Funktionen:<br />

<strong>Der</strong> EQ Max 15 von Velodyne ist<br />

ein Sub für alle Fälle, den auch<br />

Anfänger auf Knopfdruck<br />

eingemessen bekommen.<br />

Hohe Packungsdichte, maximale<br />

Leistung: <strong>Der</strong> kleine Würfel von<br />

Sunfire ist teuer, aber gehört zu<br />

den leistungsstärksten Subs<br />

am Markt – und dank Einmessautomatik<br />

zu den variabelsten.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 39


Test & Technik Subwoofer mit Raumeinmessung<br />

Beim Thema Subwoofer<br />

mit EQ-Einmessung gilt<br />

Velodyne zu Recht als Pionier.<br />

Die DD-Plus-Serie <strong>der</strong> Marke<br />

setzt den Goldstandard für<br />

akustisch hochwertige und<br />

flexibel anpassbare Woofer, und<br />

mit dem SMS-1 bieten die Amerikaner<br />

ihre Equalizer-Technologie<br />

auch als separates Gerät<br />

für jeden beliebigen Sub an.<br />

Einziger Haken: Preiswert waren<br />

die Velodyne-Spitzenprodukte<br />

nie, und zur Beherrschung<br />

aller Funktionen war auch eine<br />

gehörige Portion Spezialistenwissen<br />

gefragt.<br />

Die „EQ Max“-Serie soll da<br />

einen Kontrapunkt setzen:<br />

Funktionsvielfalt und hoher<br />

akustischer Output ja, aber das<br />

bei einfachster Bedienung und<br />

mo<strong>der</strong>atem Preis. So lässt sich<br />

die Einmessfunktion bequem<br />

per Fernbedienung vom Hörplatz<br />

aus starten – und nach<br />

kurzen Signalen hat sie auch<br />

schon eine Korrekturkurve parat.<br />

Dies geschieht mit einem<br />

grafischen 5-Band-Equalizer,<br />

Das massige 15-Zoll-Chassis sieht von hinten unspektakulär aus,<br />

mobilisiert aber sehr große lineare Hübe und damit Schalldruck satt.<br />

Velodyne<br />

EQ Max 15,<br />

um 1470 Euro<br />

also einem mit feststehenden<br />

Frequenzbän<strong>der</strong>n, <strong>der</strong> weniger<br />

genau kompensieren kann als<br />

die Luxusmodelle und dennoch<br />

breitbandigen Bassüberhöhungen<br />

effektiv zu Leibe rückt. <strong>Der</strong><br />

Klangcharakter des EQ Max 15<br />

lässt sich noch mit vier Programmen<br />

anpassen, um etwa<br />

bei Rock stärkeren Kickbass,<br />

bei Klassik o<strong>der</strong> Jazz<br />

optimale Neutralität und bei<br />

Filmen eine maximale Pegelausbeute<br />

zu erreichen.<br />

Weitere Spezialfunktionen<br />

runden das hervorragende Bild<br />

des 15“ers ab: Die Lautstärke<br />

lässt sich per Fernbedienung<br />

bequem regeln, eine große LED<br />

zeigt den Momentanwert an.<br />

Ebenso kann man die Phasenlage<br />

vom Hörplatz aus anpassen<br />

(in 90-Grad-Schritten), was bei<br />

<strong>der</strong> Anpassung an die Satelliten<br />

sehr wertvoll ist. Wer in einer<br />

Mietwohnung lebt und gern mal<br />

zu später Stunde Musik hört,<br />

wird die „Night“-Funktion zu<br />

schätzen wissen, die den Gesamtpegel<br />

des Woofers nachbarschonend<br />

in Lautstärkespitzen<br />

begrenzt.<br />

Elektroakustisch gesehen ist<br />

<strong>der</strong> EQ Max ein echtes Kraftpaket:<br />

Ganze 750 Watt Sinus<br />

mobilisiert sein Schaltver stärker<br />

und gibt dies an das 38-Zentimeter-Chassis<br />

ab, dessen vierlagig<br />

gewickelte Spule mit solchen<br />

Leistungen gigantische<br />

Magnetkräfte und damit Hübe<br />

erzeugen kann.<br />

Rock around the clock<br />

Schon ohne Einmessung legte<br />

<strong>der</strong> EQ Max los wie die Feuerwehr.<br />

Grönemeyer „Unplugged“<br />

kam knackig und abgrundtief,<br />

<strong>der</strong> Bass fügte sich nahtlos ins<br />

Geschehen ein und sorgte mit<br />

kräftigem Kick entscheidend<br />

Grundlagen<br />

Subwoofer, Raummoden und Platzierung<br />

An Unausgewogenheiten im Bass-<br />

Frequenzgang muss nicht unbedingt <strong>der</strong><br />

Subwoofer schuld sein – die Raumakustik<br />

greift in normalen Räumen so stark in den<br />

Pegel ein, dass sich auch die Wie<strong>der</strong>gabe<br />

eines im Labor neutralen Woofers durchaus<br />

um 20 Dezibel verbiegen kann.<br />

<strong>Der</strong> Grund dafür sind zumeist Raumresonanzen,<br />

auch stehende Wellen o<strong>der</strong> Raummoden<br />

genannt. Diese entstehen bei<br />

bestimmten Frequenzen, wenn die vom<br />

Woofer abgestrahlte Schwingung genau<br />

einmal hin- und herreflektiert wird, dann<br />

in gleicher Phasenlage beim Woofer eintrifft<br />

und sich mit <strong>der</strong> nächsten Schwingungsperiode<br />

addiert – das typische Dröhnen<br />

baut sich in einem schmalen Frequenzbereich<br />

auf. Die gefährdeten Bereiche<br />

können Sie leicht berechnen: Dröhnfrequenz<br />

= 170 / Wandabstand, jeweils für<br />

die Dimensionen Breite, Länge und Höhe;<br />

es gibt also drei Grundmoden. Ist <strong>der</strong> Sub<br />

nah an <strong>der</strong> jeweiligen Wand platziert, verstärkt<br />

sich <strong>der</strong> Effekt, <strong>der</strong> Akustiker spricht<br />

vom Druckmaximum <strong>der</strong> Raummode. In<br />

<strong>der</strong> Raummitte ist er am schwächsten<br />

ausgeprägt.<br />

Doch nicht nur <strong>der</strong> Frequenzbereich unmittelbar<br />

um die oben genannte Dröhnfrequenz<br />

ist gefährdet, oft zeigen sich auf<br />

an<strong>der</strong>en Levels Auslöschungen und Einbrüche<br />

im Frequenzgang, die das Bass-<br />

Klangbild völlig ruinieren, einzelne Basstöne<br />

zum Beispiel einer vom Kontrobass<br />

gespielten Tonleiter scheinbar verschwinden<br />

lassen, an<strong>der</strong>e zu einem alles übertönenden<br />

Dröhnen steigern.<br />

Um einen Eindruck vom Einfluss <strong>der</strong><br />

Platzierung auf den Frequenzgang zu<br />

bekommen, können Sie auf <strong>der</strong> <strong>stereoplay</strong>-<br />

Homepage den Raumrechenservice auch<br />

allein für den Subwoofer nutzen. Geben<br />

Sie Ihre Raummaße ein, wählen Sie interaktiv<br />

einen Sub und anschließend den<br />

gewünschten Hörplatz. Nun lässt sich<br />

virtuell die Position von Hörplatz und<br />

Woofer so weit optimieren, bis <strong>der</strong> Klang<br />

halbwegs ausgeglichen ist.<br />

40<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


für die Entfaltung <strong>der</strong> musikalischen<br />

Energie. Sinnvolle Pegelgrenzen<br />

schien <strong>der</strong> Velodyne<br />

nicht zu kennen, auch wenn<br />

mit Madonnas „Ray Of Light“<br />

wirklich fiese Sub-Bass-Töne<br />

wie<strong>der</strong>zugeben waren – was er<br />

mit Leichtigkeit und Souveränität<br />

meisterte.<br />

Doch nach <strong>der</strong> Einmessung<br />

tönte „Power Of Goodbye“<br />

noch überzeugen<strong>der</strong>: Die Bassdrum<br />

spielte jetzt zackig auf<br />

den Punkt und weniger verschmiert,<br />

die langgezogenen<br />

Synthie-Basstöne zeigten nicht<br />

einmal den Ansatz eines<br />

Dröhnens.<br />

Bei eher trockenen Aufnahmen<br />

(wie Fleetwod Macs<br />

„Rumors“) o<strong>der</strong> Klassik (Berlioz’<br />

„Symphonie Fantastique“,<br />

Nezet-Séguin) – schob er das<br />

Klangbild ein wenig zu sehr<br />

ins Rund-Voluminöse; und er<br />

spielte sich etwas in den Vor<strong>der</strong>grund,<br />

ohne dabei aber unpräzise<br />

zu tönen. Wer den Platz<br />

hat für einen ausgewachsenen<br />

15“er – voilà, <strong>der</strong> EQ Max ist<br />

ein wahrer Allroun<strong>der</strong>.<br />

www.<strong>stereoplay</strong>.de/raumrechenservice<br />

Das Anschlussfeld<br />

glänzt mit guter<br />

Ausstattung von<br />

Hochpegel-Input bis<br />

Hochpassweiche.<br />

Weitere Funktionen wie<br />

Phasenschalter,<br />

Equalizer und<br />

Einmessung kann nur<br />

die Fernbedienung<br />

steuern.<br />

Im <strong>stereoplay</strong>-Online-Tool können Sie Woofer<br />

und Hörplatz frei im definierten Raum bewegen<br />

und sehen in Echtzeit den resultierenden<br />

Frequenzgang; bei dieser mittigen Position wird<br />

er von Raummoden beherrscht, das Klangbild<br />

ist bass-stark, aber wummernd und unpräzise.<br />

Velodyne EQ Max 15<br />

1470 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audio Reference<br />

Telefon: 040 / 53 32 03 59<br />

www.audio-reference.de<br />

www.velodyne.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 48,5 x H: 54,5 x T: 53,5 cm<br />

Gewicht: 34 kg<br />

Gehäuseausführung: Kirsche,<br />

Ebenholz<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge fmin/fmax<br />

Velodyne EQ-Max 15 BVE<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

80Hz fmax fmin<br />

90 90 dB<br />

80 80 dB<br />

70 70 dB<br />

60 60 dB<br />

50 50 dB<br />

10Hz Hz<br />

100Hz<br />

1 kHz<br />

1kHz<br />

10 kHz<br />

10kHz kHz<br />

40kHz<br />

Recht tief reichend, Weiche mit eher<br />

flacher Filterung im Übergangsbereich,<br />

dann steiler werdend<br />

Pegel- & Klirrverlauf fmax, 85-100 dB<br />

Velodyne EQ-Max 15 BVE Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 100 dB<br />

90 90 dB<br />

80 80 dB<br />

70 70 dB<br />

60 60 dB<br />

50 50 dB<br />

20Hz<br />

50 Hz 200 Hz<br />

100Hz<br />

500 Hz 1 kHz 2 kHz<br />

1kHz<br />

5 kHz<br />

5kHz<br />

Vorbildlich geringer Klirr selbst unter 40<br />

Hz, keine Anzeichen von Kompression<br />

Unterstes Frequenzlimit (-3/-6 dB)<br />

33/30 Hz<br />

Maximalpegel >33 Hz 112 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 19/19 W<br />

Bewertung<br />

20 20 22<br />

24<br />

18<br />

12<br />

6<br />

Basspräzision<br />

Basstiefe<br />

Basspegel<br />

Klang 62<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Voluminöser, sehr tief reichen<strong>der</strong><br />

Woofer mit warmem,<br />

unendlich dynamischem Tiefbass<br />

und sehr praxisgerechter<br />

Ausstattung. Passt für alle<br />

Einsatzbereiche.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 62 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

88 Punkte<br />

Preis/Leistung überragend<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 41


Test & Technik Subwoofer mit Raumeinmessung<br />

Gegen das Vorurteil, Woofer<br />

müssten riesige Kisten<br />

sein, die jedes Wohnzimmer<br />

verschandeln, kämpft <strong>der</strong> Sub-<br />

Pionier Bob Carver schon über<br />

40 Jahre. Sein Spitzenmodell<br />

misst denn auch nur bescheidene<br />

34 Zentimeter in Höhe,<br />

Breite wie Tiefe. Da kann ja gar<br />

kein kraftvoller Tiefstbass rauskommen,<br />

meinen Sie? Weit gefehlt,<br />

Sunfire mixt hier gleich<br />

mehrere Geheimrezepte an, um<br />

die Physik auszureizen.<br />

Da wären zwei Bass-Boliden<br />

im 12-Zoll-Format, von denen<br />

einer aktiv, <strong>der</strong> an<strong>der</strong>e passiv<br />

angetrieben wird. Letzterer<br />

ersetzt das Reflexrohr, was mit<br />

<strong>der</strong> flachen Membranform eine<br />

bestmögliche akustische Ausnutzung<br />

des Bruttovolumens<br />

bewirkt. Um hier Tiefstbässe<br />

bis 16 Hertz herauszukitzeln,<br />

sind nach gängiger Theorie<br />

schwere, stabilste Schwingsysteme<br />

sowie kräftigste Magneten<br />

nötig. Und gigantische Leistung:<br />

Sunfire verspricht für seinen<br />

EQ 12 nicht weniger als<br />

2700 Watt RMS. Dafür braucht<br />

es natürlich ein Spezial-Netzteil,<br />

das in Eigenregie entwickelt<br />

wurde.<br />

Doch <strong>der</strong> True EQ 12 ist alles<br />

an<strong>der</strong>e als eine Krachmaschine<br />

– schon <strong>der</strong> Name deutet auf<br />

Heimkino-Einsatz ebenso hin<br />

wie auf hochwertigste Musikuntermalung.<br />

Dies unterstreicht<br />

die Hochpass-Funktion seiner<br />

Cinch-Ausgänge, die ein Einschleifen<br />

zwischen Stereo-Vorund<br />

Endstufe ermöglichen.<br />

O<strong>der</strong> <strong>der</strong> vollautomatische<br />

8-Band-Equalizer, <strong>der</strong> auf<br />

Knopfdruck eine recht langwierige<br />

und tiefbass-starke Anpassung<br />

an den Aufstellort über das<br />

mitgelieferte Mikrofon vornimmt.<br />

Beson<strong>der</strong>heit hier: Nach<br />

<strong>der</strong> Korrektur kann <strong>der</strong> Benutzer<br />

mittels „EQ Intensity“-Regler<br />

selbst stufenlos bestimmen, wie<br />

stark die Korrekturkurve tatsächlich<br />

wirkt.<br />

Sunfire<br />

True Subwoofer<br />

EQ 12 Signature,<br />

um 2800 Euro<br />

Was für eine Kraft<br />

Diese Option ist eine praktische<br />

Sache, wenn Sub o<strong>der</strong> Hörplatz<br />

im Bereich einer Auslöschung<br />

stehen, wo ein grafischer EQ<br />

manchmal überfor<strong>der</strong>t sein<br />

kann. Im akustisch günstigen<br />

Hörraum fiel <strong>der</strong> Unterschied<br />

mit und ohne Einmessung dagegen<br />

subtil aus. Mit dem True<br />

EQ lohnte es sich, etwas Mühe<br />

in die Optimierung von Trennfrequenz<br />

und Phase zu investieren;<br />

dann überraschte er bei Joe<br />

Satrianis „Engines Of Creation“<br />

mit einem ultraharten Tiefbass,<br />

<strong>der</strong> mühelos dem schnellen<br />

Dauerfeuer <strong>der</strong> elektronischen<br />

Beats folgen konnte – keine<br />

Selbstverständlichkeit, auch <strong>der</strong><br />

eigentlich sehr musikalische<br />

Velodyne schien Impulse im<br />

Vergleich etwas aufzuweichen,<br />

während <strong>der</strong> Sunfire absolut<br />

perfekt auf den Punkt spielte.<br />

Das konnte er mit erstaunlicher<br />

Intensität. Wenn bei Action-Filmen<br />

o<strong>der</strong> Musik härterer<br />

Gangart (Linkin Parks „Reanimatom“)<br />

die Druckwellen durch<br />

den Raum jagten, bekamen die<br />

Tester einerseits Respekt vor<br />

<strong>der</strong> unbändigen Kraft des True<br />

EQ (und Angst um filigrane<br />

Röhren o<strong>der</strong> Tonabnehmer in<br />

<strong>der</strong> Nähe). Aber auch den entscheidenden<br />

Spaßfaktor lieferte<br />

<strong>der</strong> 12er mit. Die Pauken in<br />

Strawinskys „Sacre Du Printemps“<br />

(Jansons, RCO) untermalte<br />

er dagegen präzise, fast<br />

ein wenig zu hart – <strong>der</strong> Sunfire<br />

ist kein Schnäppchen, aber für<br />

Freunde harter, präziser Bässe<br />

ein Traumgerät.<br />

Schritt für Schritt<br />

Vor dem Einmessen optimale Positionen finden<br />

Auch die beste Selbsteinmessung ist machtlos, wenn <strong>der</strong><br />

Subwoofer ungünstig steht. Zeigen sich am Hörplatz sehr starke<br />

Überhöhungen von mehr als 10 o<strong>der</strong> 15 Dezibel, deutet das auf<br />

angeregte Raumresonanzen hin, die auch nach <strong>der</strong> Equalisierung<br />

noch wummern und den Tiefton langsam machen. Ebenso sollten<br />

Sie starke Auslöschungen vermeiden, die sich gar nicht mit dem<br />

EQ korrigieren lassen. In diesen Fällen muss <strong>der</strong> Sub unbedingt<br />

an an<strong>der</strong>er Stelle platziert werden.<br />

Die Position lässt sich schrittweise mittels Mess-Equipment<br />

optimieren – etwa in <strong>der</strong> Paradigm-Software o<strong>der</strong> Velodyne DD/<br />

SMS1 enthalten, ansonsten ist RoomEQ Wizard o<strong>der</strong> Audionet<br />

Carma mit Laptop und externem Mikrofon zu empfehlen; o<strong>der</strong><br />

1 Halbmitte 2 Ecke 3 Seite<br />

Ab 45 Hertz scheinbar ausgewogen, die<br />

Grundmode darunter ist aber viel zu stark<br />

und sorgt für ein schwammiges „Wummern“<br />

selbst im eingemessenen Zustand.<br />

Sehr ungünstige Sub-Position mit mehreren<br />

angeregten Resonanzen plus starken<br />

Auslöschungen. Hier ist auch die beste<br />

Einmessfunktion völlig machtlos.<br />

Sehr guter Kompromiss ohne nennenswerte<br />

Auslöschungen. Die mo<strong>der</strong>ate Überhöhung<br />

um 50 Hz können zumindest schmalbandige<br />

EQ-Filter gut korrigieren.<br />

42<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Neben EQ-Steuerung (oben links) beherbergt das<br />

Terminal auch XLR- und Steuersignal-Anschlüsse.<br />

Sie greifen auf den <strong>stereoplay</strong>-Raumrechenservice<br />

zurück. Unter extremen Bedingungen, etwa in<br />

quadratischen Räumen, lässt sich manchmal<br />

keine akzeptable Position finden. Dann hilft nur,<br />

die Hörposition an eine weniger resonanzgefährdete<br />

Stelle im Raum zu verlegen.<br />

Beispielpositionen im Raum<br />

2<br />

1<br />

3<br />

Sunfire True EQ 12 Sign.<br />

2800 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: IAD Audio<br />

Telefon: 0 21 61 / 61 78 30<br />

www.iad-audio.de<br />

www.sunfire.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 34,3 x H: 34,3 x T: 34,3 cm<br />

Gewicht: 24 kg<br />

Gehäuseausführung: Rosewood,<br />

Schwarz<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge fmin/fmax<br />

Sunfire True Sub EQ Signature (neu)Frequenzgang<br />

100 dB<br />

80Hz fmax fmin<br />

90 90 dB<br />

80 80 dB<br />

70 70 dB<br />

60 60 dB<br />

50 50 dB<br />

10Hz Hz<br />

100Hz<br />

1 kHz<br />

1kHz<br />

10 kHz<br />

10kHz kHz<br />

40kHz<br />

Extrem tief reichend, steile Tiefpassweiche<br />

mit sehr variabler Trennfrequenz<br />

Pegel- & Klirrverlauf fmax, 85-100 dB<br />

Sunfire True Sub EQ Signature Pegel- (neu) & Klirrverlauf<br />

110 110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 100 dB<br />

90 90 dB<br />

80 80 dB<br />

70 70 dB<br />

60 60 dB<br />

50 50 dB<br />

20Hz<br />

50 Hz 200 Hz<br />

100Hz<br />

500 Hz 1 kHz 2 kHz<br />

1kHz<br />

5 kHz<br />

5kHz<br />

Durchweg geringer Klirr, Kompression<br />

unterhalb von 35 Hz<br />

Unterstes Frequenzlimit (-3/-6 dB)<br />

25/24 Hz<br />

Maximalpegel >24 Hz 104 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 15/15,8 W<br />

Bewertung<br />

20 23 19<br />

24<br />

18<br />

12<br />

6<br />

Basspräzision<br />

Basstiefe<br />

Basspegel<br />

Klang 62<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Sehr kompakter, genauer Sub.<br />

Harter, durchsetzungsstarker<br />

und schneller Basscharakter.<br />

Ideal für elektronische Musik,<br />

Jazz und Rock o<strong>der</strong> für kleine/<br />

mittlere Heimkinos.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 62 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

überragend<br />

91 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

sehr gut<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 43<br />

The Original Radio Company<br />

KOPF<br />

Kopfhörer<br />

Radio Silenz<br />

159 €<br />

HORER®<br />

distributed by<br />

tad-audiovertrieb.de<br />

radiowelten.de<br />

radiowelten tivoli audio<br />

blog.radiowelten.de<br />

Besuchen Sie uns auf<br />

<strong>der</strong> IFA 2012 in Berlin.<br />

Halle 1.2, Stand 114<br />

Starker Klang, wie von<br />

Tivoli Audio gewohnt. Die aktive Geräuschunterdrückung<br />

reduziert die Umgebungsgeräusche<br />

um bis zu 85 %! Das Gehäuse<br />

ist statt aus Kunstholz in drei edlen<br />

Echthölzern gefertigt. Mit <strong>der</strong> einzigartigen<br />

Defeat-Schaltung und Airline-Adapter.<br />

Kompaktes Bedienteil mit Taschenclip<br />

für intuitive Steuerung – Radio Silenz<br />

ist <strong>der</strong> perfekte Reisebegleiter<br />

für Musikliebhaber!


Test & Technik Subwoofer mit Raumeinmessung<br />

Paradigm ist in Deutschland<br />

noch ein Geheimtipp, in<br />

den USA dagegen eine feste<br />

Bank, wenn es um hochwertige<br />

Subwoofer und audiophiles<br />

Heimkino geht. Mit <strong>der</strong> Elektronikmarke<br />

Anthem beweisen<br />

die Kanadier schon seit Jahren<br />

ihre Technologieführerschaft,<br />

was Einmess- und Raumakustik-Korrektursysteme<br />

angeht.<br />

Die kommen beim Schwestersignet<br />

Paradigm nicht nur wenigen<br />

Luxus-Woofern zugute,<br />

son<strong>der</strong>n auch den Basswürfeln<br />

Wenig, aber<br />

praktisch:<br />

Nur Pegel,<br />

Trennfrequenz<br />

und Phase<br />

lassen sich<br />

justieren, an <strong>der</strong><br />

USB-Buchse<br />

dockt <strong>der</strong> PC für<br />

die Einmessung<br />

an.<br />

Paradigm<br />

SE Sub, 950 Euro<br />

PB Kit, 125 Euro<br />

im bezahlbaren Bereich, wie<br />

dem SE Sub.<br />

Möglich wird dies durch das<br />

Konzept, in den Woofer nur einen<br />

DSP mit quasi unendlicher<br />

Filterkapazität, doch ohne eigene<br />

Steuerung zu integrieren. Die<br />

Einmessung <strong>der</strong> parametrischen<br />

Filter übernimmt eine Software<br />

für PC o<strong>der</strong> Mac. Die kauft man<br />

im Bunde mit einem markeneigenen,<br />

kalibrierten USB-<br />

Mikro – man kann sie sich vom<br />

Händler aber auch ausleihen.<br />

Abgesehen von <strong>der</strong> überragenden<br />

Einmessfunktion (siehe<br />

unten), die das Bassverhalten<br />

an mehreren Stellen analysiert<br />

und intelligente Korrekturfilter<br />

setzt, ist <strong>der</strong> SE Sub ein eher<br />

puristisch-audiophiler Vertreter<br />

seiner Zunft: Cinch-Eingänge,<br />

Regler für Trennfrequenz, Pegel<br />

und Phase – das war’s. Auch<br />

die Gehäuseabstimmung deutet<br />

eher auf ein musikorientiertes<br />

Einsatzfeld hin: Ein Zehnzöller<br />

mit Carbon-Aramid-Membran<br />

und vierlagig gewickelter<br />

Schwingspule arbeitet auf ein<br />

geschlossenes Gehäuse ohne<br />

Reflexrohr. Das kostet zwar<br />

Pegelreserven, minimiert aber<br />

auch Gruppenlaufzeit-Verzerrungen<br />

und lässt den Bass dadurch<br />

präziser erscheinen. Die<br />

mitgelieferten Standfüße kann<br />

man wahlweise so montieren,<br />

dass das Chassis downfire o<strong>der</strong><br />

frontfire spielt, je nach Aufstellungsvariante<br />

und Bodenbeschaffenheit.<br />

Ein mit 300 Watt RMS<br />

erstaunlich kräftiger Schaltverstärker<br />

treibt den Töner an.<br />

Schon im Normalbetrieb ohne<br />

Einmessung werden die Signale<br />

vom DSP aufbereitet, um größtmöglichen<br />

Tiefgang zu erreichen<br />

und Kompressionseffekte<br />

durch Vorausregelung bis zur<br />

Leistungsgrenze zu vermeiden.<br />

Bevor Chassis o<strong>der</strong> Endstufe<br />

Verzerrungen produzieren, regelt<br />

ein digitaler Limiter den<br />

Pegel sanft herunter, was sich<br />

beson<strong>der</strong>s unter 45 Hertz bemerkbar<br />

macht.<br />

<strong>Der</strong> kleine Feine<br />

<strong>Der</strong> SE Sub punktete im Hörraum<br />

schon ohne Einmessung<br />

mit Präzision und Timing. Die<br />

Bassläufe in Jacques Loussiers<br />

„Four Seasons“ gerieten flink,<br />

sauber, unauffällig; mit per-<br />

Software<br />

Einmessung über PC<br />

Alle Paradigm-DSP-Woofer werden ausschließlich<br />

über eine PC/Mac-Software eingemessen, die<br />

neben USB-Mikrofon und Mikrostän<strong>der</strong> im „PBK“<br />

genannten Paket enthalten ist. Woofer und Mikro<br />

müssen Sie per USB-Kabel verbinden, passende<br />

Treiber installieren, dann kann <strong>der</strong> Einmessvorgang<br />

starten, was im <strong>stereoplay</strong>-Praxistest problemlos<br />

Die leistungsfähige Software zeigt nach <strong>der</strong> Messung den gemittelten Frequenzgang,<br />

die Idealkurve und die tatsächlichen EQ-Korrekturen an.<br />

Klar und übersichtlich ist die Menü-Führung<br />

während <strong>der</strong> Einmess-Prozedur.<br />

44<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


fektem Timing passte er sich<br />

ins Klangbild ein. Dabei konnte<br />

er durchaus rabenschwarze<br />

Tiefbässe erzeugen, wie in<br />

Fanta 4’s Höhlenkonzert „Unplugged“,<br />

wo er Bassdrum und<br />

Trommel eine beeindruckende<br />

klangliche Größe verlieh.<br />

Allzu pegelstark war diese<br />

Vorstellung nicht, bei lang<br />

anhaltenden Basstönen, etwa<br />

auf Madonnas „Ray Of Light“,<br />

kannte <strong>der</strong> Atem des SE Sub<br />

Grenzen, er blendete die tiefsten<br />

Töne geschickt aus. Ohne große<br />

Action-Ambitionen, in kleinen<br />

o<strong>der</strong> mittleren Räumen, überzeugte<br />

er auf <strong>der</strong> ganzen Linie<br />

und wertete nach <strong>der</strong> Einmessung<br />

auch die Wie<strong>der</strong>gabe von<br />

Folk und Klassik auf. Benjamin<br />

Brittens „War Requiem“ (Noseda,<br />

LSO) etwa tönte über ihn<br />

nicht voluminöser, wohl aber<br />

schneller und ganzheitlicher.<br />

Selbst bei minimalistischer Besetzung<br />

wie in Brooke Millers<br />

„Familiar“ war schnell klar:<br />

Dieser kleine Sub bringt die<br />

Musikalität <strong>der</strong> Anlage erstaunlich<br />

voran. Malte Ruhnke ■<br />

Ab Werk spielt <strong>der</strong> extrem hubfreudige 10-Zoller downfire,<br />

die Füße lassen sich aber für Frontfire-Betrieb ummontieren.<br />

Meinung<br />

Paradigm SE Sub<br />

950 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audio Components<br />

Telefon: 040 / 27 85 86 0<br />

www.audio-components.de<br />

www.paradigm.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 28 x H: 29 x T: 28 cm<br />

Gewicht: 6,4 kg<br />

Gehäuseausführung: Hochglanz<br />

schwarz, Rosenut<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge fmin/fmax<br />

Paradigm SE SUB<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

80Hz fmax fmin<br />

90 90 dB<br />

80 80 dB<br />

70 70 dB<br />

60 60 dB<br />

50 50 dB<br />

10Hz Hz<br />

100Hz<br />

1 kHz<br />

1kHz<br />

10 kHz<br />

10kHz kHz<br />

40kHz<br />

Sehr tief reichend mit weitem Regelbereich<br />

des steilen Tiefpasses<br />

Pegel- & Klirrverlauf fmax, 85-100 dB<br />

Paradigm SE SUB<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 100 dB<br />

90 90 dB<br />

80 80 dB<br />

70 70 dB<br />

60 60 dB<br />

50 50 dB<br />

20Hz<br />

50 Hz 200 Hz<br />

100Hz<br />

500 Hz 1 kHz 2 kHz<br />

1kHz<br />

5 kHz<br />

5kHz<br />

Bis 95 dB wenig Klirr, darüber steigend,<br />

Limiter komprimiert unter 45 Hz<br />

Unterstes Frequenzlimit (-3/-6 dB)<br />

26/24 Hz<br />

Maximalpegel >26 Hz 97 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 5,2/8,9 W<br />

Bewertung<br />

22 21 14<br />

24<br />

gelang. Die Software verlangt eine Wie<strong>der</strong>holung<br />

<strong>der</strong> Messung an mindestens fünf, höchstens<br />

zehn verschiedenen Positionen, um lokale<br />

Unebenheiten herausrechnen zu können. Es<br />

empfiehlt sich, großzügig um den Hörplatz<br />

herum das Mikro jeweils neu aufzustellen und<br />

lediglich die Raumecken auszusparen.<br />

Anschließend werden <strong>der</strong> gemittelte Frequenzgang<br />

und eine Korrekturkurve berechnet, die<br />

sich auch auf dem PC speichern lässt. Sehr<br />

nützlich ist die grafische Darstellung: Zeigen<br />

sich Einbrüche im Frequenzgang, die die Software<br />

nicht sinnvoll korrigieren kann (gestrichelte<br />

Linie), ist dies ein untrügliches Warnsignal,<br />

für den Woofer lieber eine bessere Position im<br />

Raum zu suchen. Manuelle EQ-Korrekturen<br />

sind nicht möglich, aber auch nicht nötig.<br />

Malte Ruhnke<br />

Stellvertreten<strong>der</strong><br />

Chefredakteur<br />

Wie viel eine Bass-Einmessung wirklich bringt,<br />

kann man nicht beschreiben, man muss es im<br />

A/B-Vergleich gehört haben. Beson<strong>der</strong>s das<br />

Paradigm-System überzeugte im Praxistest<br />

voll: Es korrigiert sehr effektiv, ist leicht zu<br />

bedienen und angesichts <strong>der</strong> Leistung geradezu<br />

unverschämt preiswert. Ein weiterer Vorteil liegt<br />

im grafischen Feedback bei <strong>der</strong> Aufstellungsoptimierung.<br />

Die ist so o<strong>der</strong> so ungemein<br />

wertvoll. Denn eines sollte man sich bewusst<br />

machen: Auch die beste Selbsteinmessung<br />

kann keine Platzierung wie<strong>der</strong> geradebiegen,<br />

die akustisch nicht optimal ist.<br />

18<br />

12<br />

6<br />

Basspräzision<br />

Basstiefe<br />

Basspegel<br />

Klang 57<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Kompakter, sehr musikalischer<br />

und tief reichen<strong>der</strong> Woofer mit<br />

genial-einfacher Einmess-Software.<br />

Ideal für Pop, Jazz und<br />

Klassik, bei Heimkino und Rock<br />

mit deutlich limitierten Pegeln.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 57 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

82 Punkte<br />

Preis/Leistung überragend<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 45


Test & Technik D/A-Wandler<br />

Restek<br />

T+A<br />

Wadia<br />

1 2 3<br />

<strong>Der</strong> MDAC+ ist genau <strong>der</strong><br />

richtige Partner, wenn flexibler<br />

Einsatz und vielfältige Möglichkeiten<br />

zur Klangmanipulation<br />

auf dem Wunschzettel stehen.<br />

<strong>Der</strong> DAC 8 zeichnet sich durch<br />

kompakte Abmessungen,<br />

reichhaltige Anschlüsse,<br />

tolle Praxiseigenschaften und<br />

farbenprächtigen Klang aus.<br />

<strong>Der</strong> 121 bietet auf kleinstem<br />

Raum vollwertige Digital-<br />

Preamp-Tauglichkeit inklusive<br />

tollen Kopfhörer-Ausgang. Er<br />

klingt überzeugend natürlich.<br />

1<br />

2<br />

46<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Smarte Aufsteiger<br />

Bislang waren D/A-Wandler lediglich fürs Konvertieren <strong>der</strong> Musik von Digital<br />

nach Analog zuständig. Jetzt aber entwickeln sie sich zum zentralen Baustein <strong>der</strong><br />

HiFi-Anlage. Drei bezahlbare Digital-Preamps zeigten bei <strong>stereoplay</strong> ihr Können.<br />

Die digitale Revolution entlässt<br />

ihre Kin<strong>der</strong>. Kaum<br />

drei Jahre ist es her, dass D/A-<br />

Wandler mit neuen Techniken<br />

wie asynchroner USB-Übertragung<br />

den Computer endgültig<br />

als hochwertige Tonquelle in<br />

<strong>der</strong> HiFi-Welt etablierten. Die<br />

hierdurch ausgelöste, von Seiten<br />

<strong>der</strong> Hersteller äußerst konsequente<br />

Aufarbeitung <strong>der</strong> Jitter-<br />

Thematik hat bei D/A-Wandlern<br />

einen geradezu dramatischen<br />

Zuwachs an Klangqualität<br />

gebracht, den selbst gestandene<br />

HiFi-Profis niemals für möglich<br />

gehalten hätten.<br />

Begleitet wurde diese Entwicklung<br />

von dem steten Vormarsch<br />

neuer digitaler Programmquellen<br />

auch im HiFi-<br />

Bereich: Digitalradio via<br />

DVB-S, iPod, Netzwerk-Spieler<br />

– all diese Quellen ermöglichen<br />

heutzutage die Ausgabe von<br />

digitalen Audiosignalen. Was<br />

liegt da näher, als die in jüngerer<br />

Zeit erreichten Klangfortschritte<br />

bei D/A-Wandlern auch für<br />

diese Quellen-Vielfalt zu erschließen?<br />

Genau das ließ denn beinahe<br />

zwangsweise eine neue Gerätespezies<br />

entstehen – den digitalen<br />

Vorverstärker. Dieser kombiniert<br />

eine hochwertige D/A-<br />

Wandler-Sektion mit einem<br />

digitalen Programmquellen-<br />

Umschalter sowie einer analogen<br />

Ausgangsstufe mit Lautstärkesteller<br />

– und übernimmt<br />

damit die zentrale Rolle in einer<br />

mo<strong>der</strong>nen HiFi-Anlage.<br />

Drei beson<strong>der</strong>s begabte und<br />

bezahlbare Digital-Preamps –<br />

sie kosten von 1550 bis 1850<br />

Euro – stellt <strong>stereoplay</strong> auf den<br />

folgenden Seiten vor.<br />

3<br />

Fotos: Julian Bauer, Archiv<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 47


Test & Technik D/A-Wandler<br />

Restek MDAC+, ab 1610 Euro<br />

„Restek-Komponenten sind langlebige<br />

Wirtschaftsgüter in zeitlosem Design.<br />

Sie sind eine Anschaffung fürs Leben.“<br />

Den Begriff „wandlungsfähig“<br />

darf man beim<br />

Restek MDAC+ getrost wörtlich<br />

nehmen. Das gilt bereits fürs<br />

äußere Erscheinungsbild: Frontblende<br />

Alu natur o<strong>der</strong> verchromt<br />

und ein Display in mehreren<br />

Farbvarianten, die sich auch<br />

nachträglich än<strong>der</strong>n lassen –<br />

beim MDAC+ ist eigentlich<br />

alles möglich. Wandlungsfähig<br />

zeigt sich aber auch seine Technik.<br />

Nicht nur, dass für 190 Euro<br />

Die hängende Anordnung <strong>der</strong> digitalen Input-<br />

Receiver-Baugruppe nutzt geschickt die<br />

gesamte Bauhöhe des flachen Gehäuses.<br />

Aufpreis eine Version mit elektronisch<br />

symmetrierten XLR-<br />

Ausgängen erhältlich ist. Auch<br />

lässt sich <strong>der</strong> MDAC+ dank<br />

eines speziellen Digitalausgangs<br />

als vielseitiger Formatwandler<br />

einsetzen, beispielsweise von<br />

USB nach S/P-DIF.<br />

Ohnehin bietet <strong>der</strong> Restek<br />

reichhaltige Anschluss-Optionen<br />

– darunter sogar eine I2S-<br />

Schnittstelle, die praxisgerecht<br />

als CAT5-Buchse ausgeführt<br />

ist. Ebenso großzügig gibt sich<br />

<strong>der</strong> MDAC+ bei den Möglichkeiten<br />

für klangliche Eingriffe.<br />

So stehen nicht nur zuschaltbares<br />

Upsampling sowie ein<br />

fünfstufig wählbares Digitalfilter<br />

zur Verfügung – es existiert<br />

auch eine schaltbare Kompensation,<br />

die verhin<strong>der</strong>t, dass das<br />

für FIR-Filter typische symmetrische<br />

Überschwingen die<br />

Wandlerchips bei hohen Pegeln<br />

übersteuert. Selbst Dither lässt<br />

sich dem Signal in drei Stufen<br />

hinzuschalten, während man<br />

beim Lautstärkesteller sogar die<br />

Wahl zwischen analoger und<br />

digitaler Ebene hat.<br />

Ein Blick ins Innere zeigt,<br />

dass <strong>der</strong> MDAC+ ein echtes<br />

Manufaktur-Produkt ist – <strong>der</strong><br />

dreigeschossige Schaltungsaufbau<br />

mit kunstvoll verschachtelten<br />

Leiterplatten ist für<br />

Großserienherstellung kaum<br />

geeignet. Jedoch erlaubt dieses<br />

Konzept eine langfristige<br />

Update-Politik, sodass sich <strong>der</strong><br />

MDAC+ auf zukünftige Entwicklungen<br />

problemlos anpassen<br />

lässt – wie aktuell geschehen<br />

mit dem asynchron<br />

arbeitenden USB-Interface, das<br />

Restek gleich als komplette<br />

Baugruppe vom Spezialisten<br />

XMOS übernahm.<br />

In einem separaten<br />

abschirmenden Metallgehäuse<br />

befindet sich die Baugruppe für<br />

die asynchron arbeitende<br />

USB-Schnittstelle.<br />

In <strong>der</strong> optionalen Variante mit elektronisch symmetrierten XLR-Ausgängen bleibt kein Platz mehr<br />

für unsymmetrische Cinch-Ausgänge. Adapter erlauben dennoch einen solchen Betrieb.<br />

Gediegene Akkuratesse<br />

„Emotionen sind ausdrücklich<br />

erlaubt, wenn von Restek die<br />

Rede ist“, schrieben die Kasseler<br />

dem MDAC+ ins Prospekt.<br />

Im Hörtest hinterließ <strong>der</strong> Wandler<br />

nur gute Gefühle und zeichnete<br />

sich durch sauber konturierte<br />

Darstellung aller Klangquellen<br />

und <strong>der</strong>en exakte<br />

Staffelung auf <strong>der</strong> virtuellen<br />

Bühne aus. Selbstdarstellerische<br />

Klangspektakel waren nicht seine<br />

Sache. Die Hochtonwie<strong>der</strong>gabe<br />

war von unaufdringlichem,<br />

feinem Glanz; unten herum<br />

konnte er fest zupacken, wirkte<br />

dabei jedoch nie martialisch.<br />

Einziger Wermutstropfen: <strong>der</strong><br />

fehlende Kopfhörerausgang.<br />

48<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


T+A DAC 8, 1850 Euro<br />

Obwohl <strong>der</strong> Herfor<strong>der</strong> HiFi-<br />

Spezialist T+A schon immer<br />

mit sehr aufwendigen D/A-<br />

Wandler-Konzepten für seine<br />

CD- und die in den letzten Jahren<br />

hinzugekommenen Netzwerk-Spieler<br />

glänzte, waren<br />

externe DACs für die Westfalen<br />

nie ein großes Thema. Dafür<br />

hatte man mit dem legendären<br />

PreDAC 3000 AC bereits 1996<br />

eine Komponente im Programm,<br />

die das Konzept des digitalen<br />

Vorverstärkers konsequent umsetzte<br />

und damit ihrer Zeit weit<br />

voraus war.<br />

<strong>Der</strong> auf <strong>der</strong> HIGH END 2012<br />

vorgestellte DAC 8 ist nun<br />

die zeitgemäße Fortsetzung:<br />

Mit seinem kompakten, ansprechend<br />

gestylten Ganzmetall-<br />

Alugehäuse wird <strong>der</strong> DAC 8<br />

sicher nicht nur unter angestammten<br />

T+A-Freunden für<br />

Freude sorgen, son<strong>der</strong>n auch in<br />

an<strong>der</strong>en, individuell zusammengestellten<br />

Anlagen-Kombinationen<br />

einen zentralen Platz<br />

einnehmen.<br />

Dank seiner sehr reichhaltigen<br />

Ausstattung bringt er beste<br />

Voraussetzungen mit für die erfolgreiche<br />

Integration: Mit fünf<br />

koaxialen, einem AES/EBU-,<br />

einem optischen sowie einem<br />

USB-Eingang gibt’s Anschlüsse<br />

für digitale Tonquellen mehr<br />

als genug. Ins Analoge transferierte<br />

Musiksignale gelangen<br />

dabei wahlweise über symmetrische<br />

XLR- o<strong>der</strong> unsymmetrische<br />

Cinch-Buchsen zu Aktivlautsprechern<br />

o<strong>der</strong> Leistungsendstufen<br />

– o<strong>der</strong> aber bei<br />

abgeschalteter Lautstärke-Einstellung<br />

zum Hochpegeleingang<br />

externer Vorstufen.<br />

Die jedoch hat <strong>der</strong> T+A eigentlich<br />

gar nicht nötig: Seine<br />

mit Einzeltransistoren diskret<br />

aufgebauten Ausgangsstufen<br />

sind extrem breitbandig ausgelegt<br />

und treiben mit niedriger<br />

Quellimpedanz selbst längste<br />

Kleinsignalkabel problemlos<br />

an. Kophörer-Freunde freuen<br />

sich außerdem über einen entsprechenden<br />

Anschluss, <strong>der</strong> bei<br />

Aufnahme des Klinkensteckers<br />

sogar die Vorstufen-Ausgänge<br />

abschaltet.<br />

Anmut und Präzision<br />

<strong>Der</strong> enorme Aufwand, den <strong>der</strong><br />

DAC 8 auch auf <strong>der</strong> digitalen<br />

Ebene betreibt (siehe Kasten<br />

nächste Seite), zahlte sich im<br />

Hörtest voll aus. So hatte es <strong>der</strong><br />

Westfale überhaupt nicht nötig,<br />

Übersichtlich, dennoch sehr<br />

anschlussfreudig präsentiert<br />

sich die Rückseite des DAC 8.<br />

Hier lässt sich auch <strong>der</strong><br />

Lautstärkesteller abschalten.<br />

Wegen <strong>der</strong> symmetrischen<br />

Ausgänge kommen für die<br />

Lautstärke-Einstellung gleich<br />

vier hochwertige, verlustfreie<br />

Analog-Chips zum Einsatz.<br />

Pro Kanal gleich zwei Zweikanal-<br />

32-Bit-DAC-Chips erlauben eine<br />

beson<strong>der</strong>s verzerrungsarme,<br />

doppelt symmetrische Quadrupel-Wandler-Konfiguration.<br />

Die Baugruppen für Taktaufbereitung,<br />

Zeitbasis und <strong>der</strong><br />

digitale Signalprozessor liegen<br />

für geringen Interface-Jitter<br />

dicht beieinan<strong>der</strong>.<br />

„Unser DAC 8 kann alles, was zur höchstwertigen<br />

Wandlung beliebiger digitaler<br />

Quellen in Audio-Signale nötig ist.“<br />

in Einzeldisziplinen beson<strong>der</strong>s<br />

zu punkten – vielmehr überzeugte<br />

er mit perfekter Überalles-Performance,<br />

die trotz<br />

ihrer Ausgeglichenheit erstaunliches<br />

Fingerspitzengefühl für<br />

klangliche Feinheiten offenbarte:<br />

Selten konnten die Tester<br />

die Unterschiede des vierstufig<br />

umschaltbaren Digitalfilters so<br />

deutlich hören, wobei das Bezierfilter<br />

2 den musikalischsten<br />

Eindruck hinterließ. Ein dickes<br />

Lob erntete <strong>der</strong> DAC 8 auch für<br />

seinen sehr guten und kräftigen<br />

Kopfhörer-Ausgang.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 49


Test & Technik D/A-Wandler<br />

Wadia 121, 1550 Euro<br />

<strong>Der</strong> Name Wadia ist nicht<br />

nur untrennbar mit digitaler<br />

Audio-Technik verbunden<br />

– die Amerikaner haben mit<br />

kühnen Alleingängen in diesem<br />

Umfeld schon für die eine o<strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>e Revolution gesorgt. Die<br />

wichtigste war freilich die Einführung<br />

von Einschwingvorgang-optimierten<br />

Digitalfiltern.<br />

Mit leichtem Höhenabfall<br />

maßen die sich zwar schlechter,<br />

klangen aber hörbar besser.<br />

In den Zeiten spiegelglatter<br />

FIR-Filter-Frequenzgänge bei<br />

digitalen Audio-Komponenten<br />

höchst umstritten, gehören zeitoptimierte<br />

Digitalfilter nun fast<br />

überall zum guten Ton und<br />

werden von den Halbleiterherstellern<br />

sogar direkt in die<br />

Wandlerchips eingebaut.<br />

Natürlich hat man bei Wadia<br />

das Know-how in Sachen Filtertechnik<br />

in den letzten Jahren<br />

ausgebaut und nutzt konsequent<br />

die durch neue, leistungsstarke<br />

Signalprozessoren gegebenen<br />

Möglichkeiten. So kommt es<br />

auch, dass <strong>der</strong> neue, Decoding<br />

Computer genannte Wadia 121<br />

mit einem im Vergleich zu seinen<br />

Vorfahren erstaunlich kompakten<br />

Gehäuse in Größe eines<br />

externen Kopfhörer-Amps auskommt.<br />

Das ist gar nicht so weit<br />

hergeholt, denn eben einen solchen<br />

hat <strong>der</strong> Wadia an Bord –<br />

bei Gebrauch schaltet dieser<br />

sogar die analogen Vorstufenausgänge<br />

ab. Diese stehen sowohl<br />

elektronisch symmetriert<br />

über XLR- wie auch unsymmetrisch<br />

über RCA-Buchsen zur<br />

Verfügung.<br />

Bestandteil des hauseigenen,<br />

mittels DSP realisierten<br />

„Digimaster“-Filterkonzepts ist<br />

die Lautstärke-Einstellung des<br />

121, die mal wie<strong>der</strong> einen<br />

typischen Wadia-Alleingang<br />

darstellt: Während alle Welt<br />

mittlerweile bei hochwertigen<br />

D/A-Wandlern hierfür analoge<br />

Präzisions-Schaltkreise einsetzt,<br />

die keine Einbußen an Signalqualität<br />

bei niedrigen Pegeln<br />

wegen geringerer Quantisierungstiefe<br />

verursachen, zieht<br />

Wadia die digitale Lösung vor.<br />

Hierfür errechnet das Digitalfilter<br />

das Signal zunächst mal<br />

in 32-Bit-Worte um, die dann,<br />

mit den Lautstärke-Einstellungen<br />

verrechnet, direkt zum<br />

D/A-Wandlerchip geschickt<br />

werden. Für ein optimales<br />

Ergebnis lässt sich das Ausgangspegel-Niveau<br />

des 121<br />

dreistufig einstellen.<br />

Frappierende Natürlichkeit<br />

Im Hörtest bewies <strong>der</strong> 121, dass<br />

er nicht nur ein schnuckeliges<br />

Kleinod, son<strong>der</strong>n in je<strong>der</strong> Beziehung<br />

ein ernstzunehmen<strong>der</strong><br />

Die Jitter-Eliminierung im T+A DAC 8<br />

Drei-Stufen-Plan<br />

Zunächst werden die empfangenen<br />

Daten aufbereitet und dekodiert.<br />

Dabei gewinnt <strong>der</strong> DAC 8 aus dem<br />

Datenstrom einen Rohtakt zurück,<br />

<strong>der</strong> in einer ersten Reinigungsstufe<br />

mit Hilfe einer PLL-Schaltung von<br />

grobem Jitter des Quellgeräts und<br />

<strong>der</strong> Übertragungsstrecke befreit wird.<br />

Nun untersucht <strong>der</strong> Mikroprozessor<br />

des DAC 8 diesen Takt – wenn er<br />

hinsichtlich Frequenz und Stabilität<br />

gewisse Mindestkriterien erfüllt,<br />

werden die D/A-Wandler des DAC 8<br />

auf seine intern erzeugte, höchst<br />

präzise Masterclock mit extrem<br />

niedrigem Phasenrauschen umgeschaltet.<br />

Diese ist völlig abgekoppelt<br />

vom Quellgerät – Jitterstörungen <strong>der</strong><br />

Quelle und <strong>der</strong> Übertragung werden<br />

somit vollständig eliminiert. Falls das<br />

ankommende Digitalsignal die<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen für das Umschalten<br />

auf die lokale Masterclock nicht<br />

erfüllt, kommt anstelle <strong>der</strong> Quarzoszillatoren<br />

eine zweite PLL-Stufe<br />

zum Einsatz. Das Resultat <strong>der</strong><br />

ersten Jitterbugstufe wird hierdurch<br />

perfektioniert und <strong>der</strong> Rest-Jitter<br />

noch einmal um den Faktor 4<br />

reduziert.<br />

50<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


„Wadia baut keine normalen Produkte,<br />

son<strong>der</strong>n Audio-Bausteine, die inspirieren.“<br />

Digital-Preamp ist. Vom ersten<br />

Ton an überraschte <strong>der</strong> kleine<br />

Amerikaner mit einem sagenhaft<br />

natürlichen, völlig entspannten<br />

Klangbild: Er hatte<br />

es gar nicht nötig, die allerfeinsten<br />

Klangdetails herauszu-<br />

„arbeiten“ – bei ihm kamen sie<br />

völlig ungezwungen.<br />

Seine Lust am Spielen ließ<br />

die Füße fast automatisch mitwippen.<br />

Auch das Durchhören<br />

komplexer dynamischer Strukturen<br />

war mit ihm ein Leichtes.<br />

Beson<strong>der</strong>s erfreulich, dass dieser<br />

Befund auch für den Kopfhörerausgang<br />

galt. <strong>Der</strong> nämlich<br />

war selbst allerbesten Hörern,<br />

wie etwa dem Sennheiser HD<br />

800, eine in je<strong>der</strong> Hinsicht ebenbürtige<br />

Quelle.<br />

Jürgen Schrö<strong>der</strong> ■<br />

Handverlötete Anschlüsse für<br />

die analogen Cinch-Ausgänge –<br />

die symmetrischen XLR-Outputs<br />

nutzen ein separates Ausgangsverstärkerchen.<br />

<strong>Der</strong> digitale Signalprozessor mit<br />

den Wadia-exklusiven Filteralgorithmen<br />

ist <strong>der</strong> eigentliche<br />

Geheimnisträger für den<br />

unaufdringlichen Klang.<br />

Dicht beim wenig störempfindlichen<br />

Kopfhörer-Ausgang takten<br />

die beiden separaten Zeitbasen<br />

für die 44,1- und 48-Kilohertz-<br />

Samplingfrequenz-Ebene.<br />

Sehr effizient nutzt das Anschlussfeld<br />

die knappe Fläche<br />

<strong>der</strong> Rückseite – es reichte sogar<br />

für analoge XLR-Ausgänge.<br />

Anschlüsse und Bedienung<br />

Drückeberger?<br />

Nur durch eine entsprechende<br />

Fernbedienung werden D/A-<br />

Wandler mit Ausgangspegelsteller<br />

zu echten Digital-Preamps. Die<br />

wichtigsten Funktionen sind<br />

natürlich Lautstärke-Einstellung<br />

sowie Programmquellenwahl.<br />

Praktisch aber auch, wenn <strong>der</strong><br />

IR-Comman<strong>der</strong> die Umschaltung<br />

für unterschiedliche Digitalfilter-<br />

Charakteristiken erlaubt.<br />

Funktionellschlicht<br />

in<br />

Kunststoff<br />

gekleidet,<br />

aber reich<br />

an Tasten:<br />

<strong>der</strong> Restek-<br />

Comman<strong>der</strong><br />

im Full-Size-<br />

Format.<br />

Nur Scheckkarten-groß<br />

fällt <strong>der</strong><br />

DAC-8-<br />

Befehlsgeber<br />

von T+A aus,<br />

jedoch sind<br />

alle Funktionen<br />

vorhanden.<br />

<strong>Der</strong> Wadia-<br />

Controller<br />

sieht edel aus<br />

und ist im<br />

Metallrahmen<br />

eingefasst<br />

– robust<br />

auch die<br />

Folientastatur.<br />

Ausstattung<br />

Eingänge digital coax / opt. / AES-EBU<br />

Eingänge digital-in USB / FireWire<br />

Ausgänge digital coax / opt.<br />

Ausgänge analog Cinch/XLR<br />

fixed/regelbar<br />

schaltbares Digitalfilter<br />

schaltbares Upsampling<br />

maximale Abtastrate USB<br />

Fernbedienung<br />

Restek<br />

MDAC+<br />

4 / 4 / –<br />

• / –<br />

2 / 2<br />

• / optional<br />

• / •<br />

•<br />

•<br />

192 kHz<br />

•<br />

T+A<br />

DAC 8<br />

5 / 1 / 1<br />

• / –<br />

1 / –<br />

• / •<br />

• / •<br />

•<br />

–<br />

192 kHz<br />

•<br />

Wadia<br />

121<br />

2 / 1 / 1<br />

• / –<br />

– / –<br />

• / •<br />

– / •<br />

–<br />

–<br />

192 kHz<br />

•<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 51


Test & Technik D/A-Wandler<br />

Fazit<br />

Jürgen<br />

Schrö<strong>der</strong><br />

Mitarbeiter<br />

Test & Technik<br />

Tester werden fürs<br />

Meckern bezahlt – diesmal<br />

werden sie nicht<br />

reich: Alle drei Digital-<br />

Preamps sind konzeptionell,<br />

klanglich und<br />

messtechnisch hervorragend.<br />

Wer keine<br />

analogen Eingänge<br />

braucht, bekommt mit<br />

ihnen optimale „Vorstufen“.<br />

In <strong>der</strong> Summe aller<br />

Eigenschaften sammelt<br />

<strong>der</strong> T+A DAC 8 die<br />

meisten Pluspunkte,<br />

er ist aber auch <strong>der</strong><br />

teuerste Testkandidat.<br />

Restek MDAC+<br />

1610 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Restek GmbH<br />

Telefon: 0561 / 42 08 9<br />

www.restek.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 28,5 x H: 6,5 x T: 33 cm<br />

Gewicht: 4 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

15dB<br />

15dB<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB 10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Sehr ausgewogen bis maximal 80 kHz<br />

Klirrspektrum 24/96<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

T+A DAC 8<br />

1850 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: T+A Elektroakustik<br />

Telefon: 0 52 21 / 76 76 0<br />

www.ta-hifi.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 27 x H: 9,5 x T: 27 cm<br />

Gewicht: 6 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

15dB<br />

15dB<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB 10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Sehr ausgewogen bis maximal 80 kHz<br />

Klirrspektrum 24/96<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

Wadia 121<br />

1550 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: WBS Akustik Systeme<br />

Telefon: 0 67 22 / 40 92 86 0<br />

www.wbs-acoustics.com<br />

www.wadia.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 20,5 x H: 6,5 x T: 20,5 cm<br />

Gewicht: 1,5 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

15dB<br />

15dB<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB 10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Sehr ausgewogen bis maximal 90 kHz<br />

Klirrspektrum 24/96<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

Mitbewerber<br />

Burmester 113<br />

Auch Burmester<br />

hat im Bereich um<br />

2000 Euro seinen<br />

D/A-Wandler platziert:<br />

den 113 für 2500<br />

Euro. Den Test in<br />

Ausgabe 6/12<br />

absolvierte <strong>der</strong><br />

Berliner mit absoluter<br />

Bravour: exzellente<br />

Messergebnisse,<br />

dazu fantastischer,<br />

sehr druckvoller und<br />

transparenter Klang.<br />

Vor allem sein<br />

USB-Eingang ist<br />

mehr als nur eine<br />

Sünde wert.<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Wenig Rauschen, dominante<br />

K3-Komponente<br />

Jitterspektrum<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Niedriger Jitter (174 pS),<br />

Rauschabst. RCA/XLR –/104 dB<br />

Ausgangswid. RCA/XLR –/102 Ω<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 5,4/13 W<br />

Bewertung<br />

Klang (16/44,1 / 24/96 / 24/192) 62/63/64<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Sehr gut ausgestatteter Digital-<br />

Preamp mit umfangreichen<br />

Signalrouting- und Konvertierungsfunktionen.<br />

<strong>Der</strong> neutrale,<br />

aufgeräumte, wohlfokussierte<br />

Klang ist durch umschaltbare<br />

Filter individualisierbar.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang (16/44,1 / 24/96 / 24/192)<br />

Absolute Spitzenkl. 62/63/64 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

87 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

sehr gut<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Praktisch kein Rauschen; leicht<br />

dominante K2-Komponente<br />

Jitterspektrum<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Niedriger Jitter (170 pS),<br />

auch via USB (173 pS)<br />

Rauschabst. RCA/XLR 118/120 dB<br />

Ausgangswid. RCA/XLR 43/151 Ω<br />

Verbrauch Standby/Betr. 0,2/13,5 W<br />

Bewertung<br />

Klang (16/44,1 / 24/96 / 24/192) 64/65/66<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Kompakter, umfangreich ausgestatteter<br />

Digital-Preamp mit<br />

packend dynamischem, sehr<br />

farbenprächtigem, plastischem<br />

und feinzeichnendem Klang.<br />

Super Kopfhörerausgang auch<br />

für sehr hochwertige Hörer.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang (16/44,1 / 24/96 / 24/192)<br />

Absolute Spitzenkl. 64/65/66 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

91 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

sehr gut<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Wenig Rauschen, dominante<br />

K2-Komponente<br />

Jitterspektrum<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Leicht erhöhter Jitter (189 pS),<br />

auch via USB (215 pS)<br />

Rauschabst. RCA/XLR 110/110 dB<br />

Ausgangswid. RCA/XLR 48/95 Ω<br />

Verbrauch Standby/Betrieb –/17,1 W<br />

Bewertung<br />

Klang (16/44,1 / 24/96 / 24/192) 63/64/65<br />

0 10 20 30 40 50 60 70 0 10 20 30 40 50 60 70 0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Sehr kompakter, praxisgerecht<br />

ausgestatteter Digital-Preamp<br />

mit betörend natürlichem,<br />

detailreichem, gelöstem<br />

Fußwipp-Klang. Top Kopfhörerausgang,<br />

auch für hochwertige,<br />

hochohmige Hörer geeignet.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang (16/44,1 / 24/96 / 24/192)<br />

Absolute Spitzenkl. 63/64/65 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

88 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

sehr gut<br />

52<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Musik Pop<br />

KAMMER-POP<br />

AUDIOPHILE CD<br />

Antony & The Johnsons<br />

Cut The World<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGDETAILS:<br />

Räumlichkeit:<br />

Bass:<br />

Transparenz:<br />

<strong>Der</strong> Schmerz hört nie auf. Und Antony Hegarty<br />

kostet ihn immer noch in vollen Zügen aus. Es<br />

ist <strong>der</strong> süße Schmerz seiner Stimme, <strong>der</strong> auf inzwischen<br />

vier Studioalben den eindringlichen<br />

Kammer-Pop seiner Band zum Ereignis machte.<br />

Ein Schmerz, an dem man sich nicht satt hören<br />

konnte. O<strong>der</strong> doch? Nach dem unisono von <strong>der</strong><br />

Presse gefeierten Durchbruch mit „I Am A Bird<br />

Now“ 2005 wartete man bislang vergeblich auf<br />

ein Ende des süßen Leidens, einen musikalischen<br />

Neuanfang. Denn trotz guter Resonanz bei Kritik<br />

und Publikum: Die Nachfolge-Alben gefielen,<br />

begeisterten aber nicht restlos. Und auch auf „Cut<br />

The World“ – einem (Fast-)Live- und Quasi-Best-<br />

Of-Album – legt Hegarty seine Stimme in bekannte<br />

Wunden.<br />

„Was soll all <strong>der</strong> Schmerz und Lust?“ (Goethe)<br />

Beggars / Indigo (60:59, auch als LP) www.antonyandthejohnsons.com<br />

Singt das Gute-<br />

„Nachtlied“ auf Mutter<br />

Erde: Anthony Hegarty.<br />

Ein zwar verwundetes, aber auch wun<strong>der</strong>bares<br />

Stück Musik ist dieses, zum Großteil bei zwei<br />

Auftritten im Koncerthuset Kopenhagen 2011<br />

aufgenommene Album dennoch: Denn gerade<br />

auf <strong>der</strong> großen Bühne, im perfekten Klangraum<br />

eines Konzerthauses erklingt, erbebt, erdonnert<br />

die emotionale Wucht von Hegartys Vibrato erst<br />

in ihrer ganzen Schönheit – und lässt das Publikum<br />

in atemloser Stille zurück. Das ihn begleitende<br />

Danish National Chamber Orchestra nimmt<br />

Hegartys Stimme dabei in seiner Mitte auf, setzt<br />

sie und die neu arrangierten Songs perfekt in Szene,<br />

ohne sich unnötig aufzuspielen.<br />

Und vielleicht stellt diese Form des erneuten<br />

Durchleidens seiner Transgen<strong>der</strong>-Unsicherheiten<br />

(„You Are My Sister“), <strong>der</strong> Sorge um die Zerstörung<br />

<strong>der</strong> Mutter Erde („The Crying Light“)<br />

in orchestraler Opulenz sowie <strong>der</strong> Vortrag des<br />

post-patriarchalischen Texts „Future Feminism“<br />

nun die finale Katharsis für Hegarty dar. Denn<br />

mehr süßer Schmerz geht nicht.<br />

Einen ersten Hinweis darauf gibt „Cut The<br />

World“: <strong>Der</strong> neue, das Album eröffnende (Studio-)Titeltrack<br />

wirkt fast ein wenig optimistisch.<br />

Und dass seine Stimme auch jenseits eines<br />

schmerztrunkenen Kammer-Pops wirken kann,<br />

weiß man: Seine Gast-Vocals bei „Candy Says“<br />

(Lou Reed) und bei „Blind“ (Hercules And Love<br />

Affair) erschütterten auf positive Weise.<br />

Das letzte Wort in Sachen kummervoller Kammer-<br />

Pop? Süßer als auf „Cut The World“ wird Antony<br />

seinen Schmerz nicht mehr verpacken können.<br />

Rolf Schnei<strong>der</strong><br />

HIPHOP/POP Cro Raop<br />

Heute <strong>der</strong> König: Rapper Cro.<br />

JAZZ/TRIPHOP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Neneh Cherry & The Thing<br />

The Cherry Thing<br />

Neneh Cherry scherte sich noch nie um irgendwelche<br />

Konventionen. Kein Wun<strong>der</strong> also, dass die<br />

Schwedin nach 15 Jahren Solo-Album-Pause nicht<br />

einfach nur so eine Platte angeht, son<strong>der</strong>n sich etwas<br />

Neues ausdenken musste. Auf „The Cherry<br />

Thing“ hat sie sich mit dem Free-Jazz-Trio The<br />

Thing zusammengetan und neun Cover-Songs<br />

aufgenommen – unter an<strong>der</strong>em von den Stooges,<br />

MF Doom und Ornette Coleman.<br />

Eine Symbiose aus Jazz, TripHop, Soul und Drone:<br />

eine verdammt starke Mischung.<br />

Smalltown / Soulfood (50:59, auch als CD + LP) www.smalltownsupersound.com BH<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Fast ist man gewillt, einen Vergleich zu Elvis zu<br />

ziehen: Denn 1.000.000 Facebook-Fans können<br />

nicht falsch liegen, o<strong>der</strong>? <strong>Der</strong> junge Stuttgarter<br />

Rapper Cro mag – wie einst <strong>der</strong> „King“ – vor allem<br />

ein Teenie-Phänomen sein. Hinter <strong>der</strong> Panda-<br />

Maske versteckt sich jedoch ein Anfang 20-Jähriger,<br />

<strong>der</strong> die Zeichen <strong>der</strong> Zeit erkannt hat: Aggro<br />

(Berlin) ist passé, Cro (sprech)singt auf „Raop“<br />

zu sonnig-gesampelten Melodien über die Liebe<br />

und die Suche nach <strong>der</strong> eigenen Identität.<br />

<strong>Der</strong> „King Of Raop“ ist ein erstaunliches Cleverle.<br />

Chimperator / Groove Attack (37:55, auch als CD + DVD, LP) www.cromusik.info SW<br />

ROCK<br />

Serj Tankian<br />

Harakiri<br />

Auf „Harakiri“ singt Serj Tankian vom Massenselbstmord<br />

<strong>der</strong> Tiere. Musikalisch hingegen feiert<br />

<strong>der</strong> Frontmann von System Of A Down auf seinem<br />

dritten Solo-Output eine Art rockige Wie<strong>der</strong>geburt.<br />

Spaß verbreiten die Songs, bei denen <strong>der</strong><br />

Motor angeschmissen und das Gaspedal durchdrückt<br />

wird („Figure It Out“, „Uneducated Democracy“).<br />

Die Produktion geht in Ordnung, dürfte<br />

nur einen Zacken mehr Rumms vertragen.<br />

Musik:<br />

„Harikiri“ macht Appetit auf mehr – vor allem aber<br />

Klang:<br />

auf ein neues Album von System Of A Down.<br />

Reprise / Warner (45:13) www.serjtankian.com<br />

BH<br />

104<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


KRAUTROCK<br />

Beak> >><br />

Beak> ist das Nebenprojekt von Portishead-Mastermind<br />

Geoff Barrow, <strong>der</strong> hier weitaus experimenteller<br />

vorgeht. Im Ansatz jagen Beak> auf ihrem<br />

Zweitling „>>“ erneut zerdehnte Vokale, fieselige<br />

Gitarrenfetzen und Postrock-Allerlei durch<br />

den Äther, doch die Fokussierung auf kaskadierende<br />

und mechanisch agierende Loops sowie hypnotische<br />

Rhythmen machen „>>“ zu einem fein<br />

KLANGTIPP konsumierbaren Gut.<br />

Musik:<br />

Zwischen Krautrock, Avantgarde und zerfahrenen<br />

Klang:<br />

Sound-Eskapaden.<br />

Invada / Cargo (48:25, auch als 2 LP) www.beak.bandcamp.com<br />

CA<br />

AFRO-ELEKTRO/POP The Very Best MTMTMK<br />

Mögen Phil Collins<br />

und Radiohead<br />

(siehe T-Shirt):<br />

The Very Best.<br />

PROGRESSIVE ROCK<br />

Asia<br />

XXX<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Vor 30 Jahren füllten Asia mit Melodic Rock die<br />

großen Stadien. Auf „XXX“ spielen sie immer<br />

noch den gleichen Sound, ihr Publikum ist aber<br />

deutlich kleiner geworden. Das liegt nicht an den<br />

vier Musikern selbst, die ihre Instrumente nach<br />

wie vor perfekt beherrschen, son<strong>der</strong>n am musikalischen<br />

Zeitgeist. Für den können Asia freilich<br />

nichts, aber die komplette Retro-Schiene fahren<br />

müssen sie auch nicht mehr unbedingt.<br />

Mehr Oldschool geht eigentlich nicht, muss aber<br />

auch nicht sein.<br />

Frontiers / Soulfood (49:33, auch als LP, Limited Edition) www.originalasia.com BH<br />

Bislang gelten Sänger Esau Mwamwaya und Produzent<br />

Johan Hugo noch als Geheimtipp. Ob jetzt<br />

mit prominenter Unterstützung <strong>der</strong> Durchbruch gelingt?<br />

Auf „MTMTMK“ greifen unter an<strong>der</strong>em<br />

Amadou & Mariam, aber auch R‘n‘B-Star K‘naan<br />

dem Afro-Elektro-Duo aus London unter die Arme.<br />

Die Gäste stehen auch für die Bandbreite des<br />

Albums: Hier treffen traditionelle Afro-Beats und<br />

Highlife-Gitarren auf globalen Dance-Sound – ein<br />

Musik:<br />

durchaus chartkompatibler („Kondaine“) Mix.<br />

Klang:<br />

Das Allerbeste aus zwei Welten – in Pop vereint.<br />

Cooperative / Universal (48:17, auch als LP) www.theverybestmusic.com SW<br />

SONGWRITER/POP Rumer Boys Don‘t Cry<br />

Egal ob in Schwarz-<br />

Weiß o<strong>der</strong> in Sepia-<br />

Tönen: Rumer liebt<br />

die (Klang-)Farben<br />

<strong>der</strong> 70er.<br />

SINGER/SONGWRITER<br />

Newton Faulkner<br />

Write It On Your Skin<br />

Ein wandelndes Singer/Songwriter-Klischee, dieser<br />

Newton Faulkner. Aber stets sympathisch und<br />

immer authentisch. „Write It On Your Skin“ ist eine<br />

Platte fürs Herz und für die Seele. Sonnenlichtdurchflutet,<br />

aber immer mit <strong>der</strong> nötigen Tiefe. Mit<br />

<strong>der</strong> Akustik-Gitarre in <strong>der</strong> Hand und lockeren<br />

Beats lässt es sich am Badesee eben gleich doppelt<br />

so gut abhängen. Für den perfekten Tag muss jetzt<br />

nur noch das Wetter mitmachen.<br />

Musik:<br />

Sommer-Songs mit Hirn: Unter <strong>der</strong> fluffig-knuffigen<br />

Klang:<br />

Oberfläche steckt ein nachdenklicher Kern.<br />

Ugly Truth / Sony Music (36:20) www.newtonfaulkner.com<br />

BH<br />

POP<br />

Maximilian Hecker<br />

Mirage Of Bliss<br />

FOTOS: Swanlights Image / Beggars, Peter Schings / Chimperator, Warner, Village Beat / Cooperative<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Auf den ersten Blick wirkt Rumers „Boys Don‘t<br />

Cry“ wie ein weiteres Album, das dem Hörer seinen<br />

Retro-Charme mit dem Holzhammer eintrichtern<br />

will: Artwork und Pressefotos, die liebevollen<br />

Arrangements, dazu die Karen-Carpenter-Gedächtnis-Samtstimme<br />

<strong>der</strong> 33-jährigen Britin: Das<br />

Album klingt wie ein Werk <strong>der</strong> 70er. Aber: Ihre<br />

Coverversionen von Songwritern <strong>der</strong> damaligen<br />

Zeit (Jimmy Webb, Tim Hardin, Todd Rundgren)<br />

atmen wun<strong>der</strong>bare (britische) Zurückhaltung.<br />

Eine meisterhafte Verbeugung vor den 70ern.<br />

Atlantic / Warner (55:09, auch als Deluxe Ed., LP) www.rumer.co.uk<br />

RS<br />

Auf seinem siebten Album „Mirage Of Bliss“ leidet<br />

Maximilian Hecker hörbar an <strong>der</strong> Liebe – eine<br />

Sensibilität, für die ihn Produzenten und Kritiker<br />

schätzen. Doch seine früheren Alben waren<br />

mehr von <strong>der</strong> Leidenschaft getrieben, weniger vom<br />

Leiden. „Mirage Of Bliss“ fehlt hingegen jedes<br />

Tempo. Hecker leidet so langsam, dass einem die<br />

Ohrmuschel einschläft. Auch Produzent Youth<br />

kann da lei<strong>der</strong> keine Abhilfe schaffen.<br />

Musik:<br />

Pop, <strong>der</strong> im Weichspülgang jeden Glanz und jede<br />

Klang:<br />

Fluffigkeit verloren hat.<br />

Blue Soldier / Rough Trade (55:20) www.maximilian-hecker.com<br />

NH<br />

AVANTGARDE<br />

Phillip Boa & The Voodooclub<br />

Loyality<br />

Immerhin, ganz so traumduselig wie auf seinem<br />

letzten Werk „Diamond Falls“ agieren Phillip Boa<br />

und sein Voodooclub auf „Loyalty“ nicht mehr.<br />

Ihm stand schon immer das intellektuell gespielte<br />

Eklektische am besten, das mit Leise und Laut,<br />

Hart und Zart kokettierte. Die mäan<strong>der</strong>nden Stimmungen<br />

gehören zwar zum Basis-Rezept eines Boa,<br />

können aber auf dem aktuell 17. Studioalbum nur<br />

noch punktuell überraschen.<br />

Musik:<br />

Zwar nicht mehr so einfallsreich wie früher, dafür<br />

Klang:<br />

aber immer noch unverkennbar Phillip Boa.<br />

Cargo / Cargo (42:22, auch als LP, Limited Edition) www.phillipboa.de<br />

CA<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 105


Musik Pop<br />

So eigenwillig wie<br />

ihr Dutt: Lianne La<br />

Havas.<br />

SOUL/POP/JAZZ<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Lianne La Havas<br />

Is Your Love Big Enough?<br />

Lianne La Havas, 22-jährige Tochter griechisch-jamaikanischer<br />

Eltern, hat eine Menge zu bieten: Sie<br />

singt wie Lauryn Hill, zupft die Gitarre so mysteriös-betrunken<br />

wie Nina Simone einst Piano spielte,<br />

und sie schreibt Songs, die im Gedächtnis bleiben.<br />

Seit einem bezaubernden Auftritt in <strong>der</strong> britischen<br />

Musikshow „Later with Jools Holland“ gilt die Londonerin<br />

als Superstar in spe. Nicht nur wegen Stimme<br />

und süßem Aussehen, son<strong>der</strong>n auch, weil die<br />

Musik auf ihrem Debüt „Is Your Love Big Enough?“<br />

eine gelungene Mischung aus Eleganz und Zugänglichkeit,<br />

aus tiefem Soul, elegantem Jazz und Ohrwurm-Pop darstellt.<br />

Eben inszeniert La Havas sich noch im Stil Erykah Badus („Don’t Wake Me<br />

Up“), um in den nächsten Songs („Is Your Love Big Enough?“, „Forget“) mit<br />

<strong>der</strong> frechen Leichtigkeit und dem Popverständnis einer jungen Neneh Cherry<br />

zu kokettieren. Dann wie<strong>der</strong> – ganz klassisch und alleine mit <strong>der</strong> Gitarre –<br />

eine freche Jazz-Ballade über ihre Liebe zu einem älteren Mann. Überhaupt,<br />

diese Texte. Sie sind keine ambitionierte Lyrik, in ihrer Gradlinigkeit transportieren<br />

die Geschichten um Ex-Liebhaber und Selbstfindungstrips jedoch<br />

große Authentizität. Ein nicht zu unterschätzen<strong>der</strong> Charmefaktor, <strong>der</strong> die Zugänglichkeit<br />

ihrer Songs zusätzlich för<strong>der</strong>t. Als Kind litt Lianne La Havas unter<br />

fast krankhafter Schüchternheit. Gesungen hat sie nur heimlich, ein Chor,<br />

bei dem sie als Jugendliche vorsang, brachte die Wende. Heute stellt sie sich<br />

alleine mit ihrer Gitarre vor ein Millionenpublikum und schmettert Balladen<br />

über ihre innersten Gefühle. Charmant!<br />

Für La Havas sollte die Weltkarriere nicht mehr weit entfernt sein.<br />

Warner / Warner (45:26, auch als Deluxe Ed., LP) www.liannelahavas.com<br />

EL<br />

AKUSTIK<br />

John Doe & Exene Cervenka Singing And Playing AVANTGARDE<br />

Gerade als England 1977 vom Punk platt gewalzt<br />

zu werden drohte, formierte sich in Los Angeles<br />

die Punkband Band X, die ihrem Anarcho-Sound<br />

stets einen wohligen Schuss Roots-Musik beimengte.<br />

Die X-Protagonisten John Doe und Exene Cervenka<br />

duettieren sich nun erfrischend harmonisch<br />

in <strong>der</strong> Akustik-Schmonzette „Singing And Playing“<br />

und erinnern sich dabei auch an eigene Klassiker,<br />

wie „Because I Do“ und „See How We Are“.<br />

Musik:<br />

Wenn Alt-Punks auf einmal sanft werden: Krachiges<br />

Klang:<br />

funktioniert auch unplugged.<br />

Cobraside / Cargo (26:04) www.xtheband.com<br />

CA<br />

Dead Can Dance<br />

Anastasis<br />

Die Australier Dead Can Dance waren einst die<br />

Retter eines vom Orient infizierten Gothic-Crossover,<br />

<strong>der</strong> stets einen glühenden Schwenk zum Neo-<br />

Sakralen besaß. Schön war das anzuhören, einzigartig<br />

klang das, manchmal und früher zumindest.<br />

Nach 16 Jahren Studiopause nun „Anastasis“, die<br />

Wie<strong>der</strong>auferstehung. Die große, vielleicht finale,<br />

Mega-Erkenntnis können uns Dead Can Dance<br />

damit jedoch nicht liefern.<br />

Musik:<br />

56 Minuten Perfektionismus, <strong>der</strong> jedoch nicht vor<br />

Klang:<br />

partieller Langeweile schützt.<br />

PIAS / Rough Trade (56:28, auch als LP) www.deadcandance.com<br />

CA<br />

ROCK The Gaslight Anthem Handwritten<br />

Die Ruhe vor dem Sturm<br />

auf die Stadien: The<br />

Gaslight Anthem.<br />

NEO-FOLK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Carolina Chocolate Drops<br />

Leaving Eden<br />

In ihrer zeitlich bisher recht überschaubaren Karriere<br />

haben die Caroline Chocolate Drops schon<br />

allerhand bewegt: Ihr fünftes Studioalbum seit<br />

2005 zementiert ihren Status als atemberaubende<br />

Neo-Folk-Aufsteiger. Die Art, wie das Trio Country,<br />

Gospel, Bluegrass und Jazz vermengt, ist<br />

schlicht atemberaubend. Darüber gießen die Drops<br />

einen überaus dezenten Hauch aus HipHop und<br />

Soul, Beatbox inklusive.<br />

Homogener und durchdachter kann eine Neu-Alt-<br />

Symbiose kaum klingen.<br />

Nonesuch Records / Warner (45:11, auch als LP) www.carolinachocolatedrops.com CA<br />

Es gibt Schlimmeres für eine Band, als mit Bruce<br />

Springsteen verglichen zu werden. Nichts Schlimmeres<br />

aber gibt es als den Vorwurf <strong>der</strong> Kopie. Den<br />

wollten The Gaslight Anthem freilich vermeiden<br />

und klingen nun auf ihrem neuen, vierten Album<br />

„Handwritten“ schon weniger nach dem „Boss“<br />

und mehr nach sich selbst. Mehr Eigenständigkeit,<br />

das war das Ziel <strong>der</strong> Gruppe aus New Jersey – und<br />

das haben sie erreicht.<br />

Musik:<br />

Wucht und Emotion: The Gaslight Anthem haben<br />

Klang:<br />

Hymnen, auch für die großen Hallen.<br />

Mercury / Universal (40:50, auch als LP) www.thegaslightanthem.com<br />

EB<br />

FOLK<br />

Ed Laurie<br />

Cathedral<br />

„Cathedral“ klingt in seinen besten Momenten<br />

verdächtig nach Leonard Cohen und Adam Green.<br />

Das schwergewichtige Name-Dropping, dem <strong>der</strong><br />

Englän<strong>der</strong> Ed Laurie ausgesetzt ist, scheint ihm<br />

auf seinem dritten Streich nicht allzu schwer auf<br />

den Schultern zu liegen. Denn dafür unterhält die<br />

Platte zu sehr. Sein warmes, vielschichtiges Songwriting<br />

erhellt wie ein erfrischen<strong>der</strong> Sommerregen<br />

das geläuterte Herz.<br />

Musik:<br />

Freud und Leid, untrennbar vereint in vielschichtigen,<br />

dichten Klanggebilden.<br />

Klang:<br />

Moonpainter / Cargo (39:48) www.edlaurie.com<br />

CA<br />

106<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


HIPHOP/DUBSTEP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

V2 / Cooperative (16:24, auch als LP) www.cypressxrusko.com<br />

METALCORE<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

WELTMUSIK/POP<br />

Cypress X Rusko EP 01<br />

Cypress Hill sind eine <strong>der</strong> wenigen HipHop-Bands,<br />

die immer die Grenzen ihres Genres gesprengt und<br />

neue Klang-Möglichkeiten ausgelotet haben. Man<br />

denke etwa an die Zusammenarbeiten mit Fear<br />

Factory, Sonic Youth o<strong>der</strong> Roni Size. Auftritt: Dubstep-Produzent<br />

Rusko, <strong>der</strong> auf „EP 01“ den passenden<br />

Wabber-Sound für die Rapper zaubert. Clever:<br />

Erst eine EP rausbringen und schauen, ob die<br />

Fans den Sound akzeptieren.<br />

Es wummert, es drückt, es groovt – und dazu <strong>der</strong> unwi<strong>der</strong>stehliche<br />

Flow von B-Real und Sen Dog.<br />

Callejon<br />

Four Music / Sony (43:35, auch als Limited Edition) www.callejon.de<br />

Jewdyssee 5773<br />

Die Deutsch-Israelin Maya Saban zelebriert mit ihrem<br />

Projekt Jewdyssee die geschmackvolle Überführung<br />

von „Yiddishkait“ in die Neuzeit. Klezmer-<br />

Traditionals portieren sich beflügelt vom Morgenins<br />

Abendland – gebettet auf Club-Rhythmen, die<br />

sich mit Swing, Weltmusik, Pop und Elektro mischen.<br />

Jüdisch, Deutsch und Englisch bilden einen<br />

süßen Flow und geben den futuristisch klingenden<br />

Anachronismen den letzten Schliff.<br />

Musik:<br />

Tradition in <strong>der</strong> Mo<strong>der</strong>ne: Mit „5773“ beginnt eine<br />

Klang:<br />

neue Zeitrechnung in Sachen Weltmusik-Pop.<br />

Panshot / Galileo MC (41:31) www.jewdyssee.com<br />

CA<br />

BH<br />

Blitzkreuz<br />

Eine große deutsche Boulevard-Zeitung hat behauptet,<br />

Callejon wären die legitimen Erben von<br />

Rammstein. Das stimmt so: nicht! Richtig ist, dass<br />

Callejon mit „Blitzkreuz“ eine knallharte Metalcore-Platte<br />

vorgelegt haben, die Rammstein <strong>der</strong>zeit<br />

etwas blass aussehen lässt. Einzig die deutschen Texte<br />

könnten eine Parallele bieten. Callejon wollen<br />

keinen Vorbil<strong>der</strong>n nacheifern. Dafür klingen sie auf<br />

„Blitzkreuz“ einfach gereift genug.<br />

Metalcore und deutsche Lyrics: gewöhnungsbedürftig,<br />

dafür aber umso spannen<strong>der</strong>.<br />

BH<br />

AKUSTIK-COMPILATION Scott Kelly, Steve Von Till & Wino Songs Of Townes ...<br />

Drei Männer mit Akustik-Gitarren und eine Handvoll<br />

melancholischer und zum Teil düsterer „Songs<br />

Of Townes Van Zandt“: Die drei Metal-Urgesteine<br />

Scott Kelly, Steve Von Till (beide Neurosis) und<br />

Wino (Saint Vitus) interpretieren auf ihre eigene<br />

Art Lie<strong>der</strong> des verstorbenen Folk-Musikers. Herzschmerz-Balladen<br />

und skurrile Alltagsgeschichten<br />

aus <strong>der</strong> Fe<strong>der</strong> eines unterschätzten Poeten, vorgetragen<br />

von echten Kerlen.<br />

Musik:<br />

Hier dürfen – nein müssen! - auch Männer weinen.<br />

Klang:<br />

Schön und deprimierend zugleich.<br />

Myproudmountain / Cargo (37:05, auch als LP) www.myproudmountain.com BH<br />

COLUMBIA-DUB<br />

EXPERTENTIPP<br />

STEFAN<br />

WEBER<br />

MUSIKREDAKTEUR<br />

Einmal 80er-Pop und<br />

zurück: Eugene<br />

McGuinness empfiehlt<br />

sich als kommen<strong>der</strong><br />

(Brit-)Popstar.<br />

Ondatrópica<br />

Ondatrópica<br />

<strong>Der</strong> kolumbianische Musiker Mario Galeano und<br />

<strong>der</strong> englische Produzent Will Holland fügen hier<br />

klassische und mo<strong>der</strong>ne Stile <strong>der</strong> kolumbianischen<br />

Musik zu einem tropisch-wilden Mix zusammen.<br />

Latino-Disco und Ambient treffen auf Ska, Boogaloo<br />

und traditionelle Stile wie Cumbia und<br />

Champeta. Naheliegen<strong>der</strong>weise versammelten sich<br />

im Tonstudio in Medellín legendäre Stars vergangener<br />

Tage gemeinsam mit den jungen Wilden.<br />

Musik:<br />

Kein Stilmix, son<strong>der</strong>n vielmehr ein Treffen <strong>der</strong> Generationen,<br />

das in Musik verwandelt wurde.<br />

Klang:<br />

Soundway / Indigo (103:5, auch als 2 CD, LP) www.ondatropica.com<br />

KT<br />

FOTOS: Alex Lake / Warner, Ashley Maile / Universal, Tom Kerr / Warner, Domino<br />

POP Kimbra Vows<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Warner / Warner (55:23, auch als LP) www.kimbramusic.com<br />

Reißt die<br />

Klappe weit auf:<br />

Songwriterin<br />

Kimbra.<br />

Die 22-jährige Kimbra, die schon in Gotyes Hitsingle<br />

„Somebody That I Used To Know“ auffiel,<br />

macht auch auf Albumlänge eine gute Figur. Gerne<br />

setzt sie etwas vertracktere Rhythmen ein, und<br />

ihr Gesang ist oft lieber eigenwillig als gefällig. Das<br />

kann gemeinsam mit <strong>der</strong> vielschichtigen Produktion<br />

auf Dauer durchaus an den Nerven zehren,<br />

doch wer durchhält, wird immer wie<strong>der</strong> mit entrückt-schönen<br />

Momenten belohnt.<br />

Ein bisschen vertrackt, ein bisschen egozentrisch,<br />

aber sehr talentiert: Kimbra verspricht viel.<br />

SM<br />

POP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Eugene McGuinness<br />

The Invitation To The Voyage<br />

Man könnte sich in (Pop-)Kulturpessimismus<br />

üben, wenn man über die Frage nachdenkt: Gibt<br />

es überhaupt noch männliche Popstars? Die Pop<br />

nicht im Sinne einer Singer/Songwriter-Knuffigkeit<br />

verstehen? O<strong>der</strong> dem R‘n‘B-Chartpop zuzuordnen<br />

sind? Gut, <strong>der</strong> australische Eklektiker Gotye<br />

darf inzwischen als Star zählen. Vielleicht ist er<br />

auch <strong>der</strong> neue Peter Gabriel, wie manch Kritiker<br />

schon unkte. Wenn das stimmt, sollte Eugene Mc-<br />

Guinness <strong>der</strong> neue Edwyn Collins werden. Mindestens.<br />

Sein zweites Album „The Invitation To<br />

The Voyage“ ist Pop – und Starpotenzial besitzt <strong>der</strong> Brite ebenfalls.<br />

Und das nicht nur wegen seiner James-Dean-Tolle: Die Frisur, das Bild ist<br />

nur ein Teil des großen Pop-Verständnisses, das McGuinness besitzt. Er<br />

maßt sich nicht an, etwas neu zu erfinden, weiß aber um die (Wie<strong>der</strong>verwertungs-)Mechanismen<br />

von Pop genau Bescheid. Er sampelt Tricky und<br />

Henry Mancinis „Peter Gunn Theme“ in einem Song („Shotgun“), schwelgt<br />

in pastoralem Folkrock wie My Morning Jacket („Videogame“), spielt den<br />

Soul-Neffen von Edwyn Collins („Sugarplum“). Im Zweifelsfall aber ordnet<br />

McGuinness alle Soundideen immer <strong>der</strong> eingängigen Melodie unter.<br />

Und im Gegensatz zum 2009er-Debüt, auf dem ihn sein Eklektizimus in<br />

jedem Song einen neuen Haken schlagen ließ, besitzt „The Invitation To<br />

The Voyage“ einen eigenen, von kühlem 80er-Wave durchzogenen Sound.<br />

Zehn Songs, zehn Hits: McGuinness bringt alle Voraussetzungen mit, um<br />

ein Popstar zu werden – und lässt jeglichen Pessimismus vergessen.<br />

Eugene McGuinness rettet die männliche Ehre <strong>der</strong> (britischen) Popmusik.<br />

Domino / GoodToGo (36:30, auch als LP) www.eugenemcguinness.net<br />

SW<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 107


Musik Pop<br />

FOLKROCK Charlie Simpson Young Pilgrim<br />

AMBIENT-TECHNO<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Shed<br />

The Killer<br />

An Selbstvertrauen scheint es dem Berliner Produzenten<br />

Shed nicht zu fehlen: <strong>Der</strong> gewählte Titel<br />

„The Killer“ ist nicht martialischer Herkunft,<br />

son<strong>der</strong>n ein selbstbewusstes Statement. <strong>Der</strong> Mix<br />

aus Ambient, Techno, Dub und IDM ist auf den<br />

Punkt produziert. Vielleicht bleibt <strong>der</strong> Fame auch<br />

mal an ihm haften, nachdem er in <strong>der</strong> Szene sein<br />

Genie als Wax, EQD, The Panamax Project o<strong>der</strong><br />

jüngst The Traveller unter Beweis gestellt hat.<br />

Ein neues umtriebiges Techno-Genie betritt die Bühne<br />

des Berliner Berghains.<br />

50 Weapons / Rough Trade (46:07, auch als LP) www.50weapons.com TM<br />

Pilgerfahrt ins Ungewisse: Charlie Simpson.<br />

Charlie Simpson ist kaum wie<strong>der</strong>zuerkennen auf<br />

seinem Solodebüt „Young Pilgrim“. <strong>Der</strong> Frontmann<br />

<strong>der</strong> britischen Progrock-Band Fightstar widmet<br />

sich solo den großen Fragen des Lebens. Die<br />

hüllt er in zartbesaiteten Folkrock. Setzten Fightstar<br />

noch auf Synthie-Deko und stadionfüllenden<br />

Sound, so verzichtet diese Aufnahme auf unnötigen<br />

Nippes und Ballast. „Young Pilgrim“ ist Charlie<br />

Simpson pur – und es steht ihm.<br />

Musik:<br />

Simpsons Solo-Ausflug ist unaufgeregter, ein wenig<br />

Klang:<br />

unspektakulärer Folkrock.<br />

PIAS Germany / Rough Trade (44:08) www.charliesimpsonmusic.com<br />

NH<br />

POP<br />

Stefan Dettl<br />

Summer Of Love<br />

<strong>Der</strong> Mann hat eine beneidenswerte Energie: Letztes<br />

Jahr hat Stefan Dettl mit „Rockstar“ erfolgreich<br />

sein Solodebüt gegeben, jetzt legt <strong>der</strong> vielseitig<br />

begabte LaBrassBanda-Frontmann schon<br />

mit „Summer Of Love“ nach. Und wie<strong>der</strong> gelingt<br />

dem studierten Trompeter ein Album voller Radio-Poprockhits<br />

in schönster Chiemgauer Mundart,<br />

von denen sich viele spätestens beim zweiten<br />

Hören als echte Ohrwürmer entpuppen.<br />

Musik:<br />

Dialekte leben hoch: Ein Album voll Radiohits in bayerischer<br />

Mundart.<br />

Klang:<br />

RCA Local / Sony (50:46) www.stefan-dettl.de<br />

AS<br />

INDIE/ELEKTRONIKA<br />

Grasscut<br />

Unearth<br />

„Unearth“, das zweite Album <strong>der</strong> Multiinstrumentalisten<br />

Andrew Phillips und Marcus O‘Dair alias<br />

Grasscut, ist eine introvertierte Reise durchs britische<br />

Königreich, bei <strong>der</strong> <strong>der</strong> Kopf stets gesenkt bleibt<br />

und nur mit dem Herz in die Ferne geblickt wird.<br />

Im leichten Gepäck: Electronic, Jazz, Dub, Samples,<br />

Streicher und Songwriter-Gitarren. Klingt spannend?<br />

Ist es nicht, denn ihr Indietronic-Sound ist<br />

schon an<strong>der</strong>swo erkundet worden. Daran kann auch<br />

Musik:<br />

Gastsänger Robert Wyatt nichts än<strong>der</strong>n.<br />

Klang:<br />

Introvertierter Indietronic-Sound, <strong>der</strong> kaum berührt.<br />

Ninja Tune / Rough Trade (44:20, auch als LP) www.grasscutmusic.com TM<br />

HIPHOP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Nas<br />

Rapper Nas liebt klare Ansagen: Er behauptete 2006<br />

„HipHop Is Dead“, wollte den unbetitelten Nachfolger<br />

2008 zuerst „Nigger“ nennen. „Life Is Good“<br />

ist da etwas subtiler: Das grüne Kleid auf dem Cover<br />

ist das Hochzeitskleid seiner Ex-Ehefrau, Sängerin<br />

Kelis. Trotz <strong>der</strong> Anspielung und des trotzigen<br />

Titels ist das Album aber eher eine bittersüße Abrechnung:<br />

Nas sinniert zu wun<strong>der</strong>baren Old-School-<br />

Samples und Beats durchaus selbstreflektiert über<br />

seine Beziehung und seine Rolle als Vater.<br />

Ein emotionsgeladenes Oldschool-HipHop-Album.<br />

Def Jam / Universal (58:11, auch als Deluxe Ed., LP) www.nasirjones.com<br />

Life Is Good<br />

SW<br />

BEAT-POP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Bella Union / Universal (34:52, auch als LP) www.lawrencearabia.com<br />

POP<br />

Lawrence Arabia<br />

<strong>Der</strong> Singer/Songwriter Lawrence Arabia ist zwar<br />

nicht ganz so alt wie <strong>der</strong> berühmte gleichnamige<br />

Film mit Peter O’Toole aus dem Jahr 1962. Aber<br />

passen würde es schon. Denn dieser Nachfolger<br />

des Debüts „Chant Darling“ streift mit träumerischer<br />

Eleganz durch die Archive von den Byrds,<br />

Kinks, Beatles und Serge Gainsbourg. Auch die<br />

geschmeidige Retro-Produktion kann mit dem authentischen<br />

Songmaterial mithalten.<br />

Gemütlich-altmodischer 60er-Jahre-Pop, <strong>der</strong> sich in<br />

die Reihe alter Helden einordnet.<br />

Twin Shadow<br />

The Sparrow<br />

Confess<br />

Le<strong>der</strong>jacke und Tolle einerseits, die Liebe zum 80er-<br />

Pop an<strong>der</strong>erseits: George Lewis jr. geht fast als amerikanisches<br />

Pendant zu Eugene McGuinness (siehe<br />

S. 107) durch. Auf seinem zweiten Album „Confess“<br />

besticht <strong>der</strong> Songwriter aus Brooklyn mit einem<br />

männlicheren Auftreten: Die Synthies sind breit<br />

und euphorisch, die Beats sexy, die Gitarren markant.<br />

Höhepunkt von Lewis‘ Zeitreise ist „Five Seconds“:<br />

Hier treffen neongrelle Synthieflächen auf<br />

Musik:<br />

eine Dark-Wave-Melodie und Billy-Idol-Gitarren.<br />

Klang:<br />

80er-Jahre-Pop – zeitgemäß interpretiert.<br />

Beggars / Indigo (43:01, auch als LP) www.twinshadow.net<br />

SW<br />

KT<br />

ROCK Linkin Park Living Things<br />

Bewahren Haltung:<br />

Linkin Park.<br />

Linkin Park haben sich auf „Living Things“ weiterentwickelt.<br />

Schon wie<strong>der</strong>. Aber im Gegensatz<br />

zum letzten Album „A Thousand Suns“ ist das<br />

Songwriting ausgewogener und die Produktion<br />

druckvoller geworden. Das Sextett vermischt dieses<br />

Mal gekonnt harte Gitarrenriffs mit tanzbaren<br />

Discobeats. Klingt außergewöhnlich und ist es<br />

auch. „Living Things“ ist eine kleine Wun<strong>der</strong>tüte<br />

– mit überraschendem Inhalt.<br />

Musik:<br />

Die Kalifornier lassen sich nicht verbiegen und machen<br />

das, worauf sie Lust haben.<br />

Klang:<br />

Warner / Warner (36:59) www.linkinpark.com<br />

BH<br />

FOTOS: PIAS, James Minchin / Warner, Sony<br />

108<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


VINYL<br />

HOUSE<br />

FUNK/SOUL/REGGAE<br />

Diverse<br />

This Ain‘t Chicago<br />

Wie<strong>der</strong> eine tolle Compilation von Strut, dem englischen<br />

Vorzeigelabel, was Wie<strong>der</strong>entdeckungen auf<br />

Vinyl betrifft: „This Ain´t Chicago“ zeigt die Anfänge<br />

von House in den frühen 1990er-Jahren in Großbritannien.<br />

Dort schmiedete man bald an Stücken,<br />

die aus dem Un<strong>der</strong>ground-Phänomen ein Chartinstrument<br />

machten. Richard Sen, damals selbst<br />

mittendrin, stellte eine hervorragende Auswahl von<br />

Tracks zusammen, die noch die Spielerei und Unbedarftheit<br />

früher House-Nummern zeigen.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

House – die 90er sind bereit für ein Revival.<br />

Strut / Alive (145:09, auch als 2 CD) www.strut-records.com<br />

MO<br />

The Coachouse Rhythm Section Nobody‘s Got Time<br />

Die Coachouse Rhythm Section ist niemand an<strong>der</strong>es<br />

als Eddy Grants Backingband. Zu seinem legendären<br />

Stück „Electric Avenue“ war in einigen Län<strong>der</strong>n<br />

„Timewarp“ als B-Seite bespielt, eine Nummer,<br />

die als eine Art Vorbote für die spätere House-<br />

Bewegung zählen darf. Im Original ist „Timewarp“<br />

aber nur die instrumentale Version von „Nobody‘s<br />

Got Time“, einer typischen Eddy-Grant-Nummer,<br />

die „Electric Avenue“ ähnelt und nun als Repress<br />

Musik:<br />

auf Grants eigenem Label ICE neu herauskommt.<br />

Klang:<br />

Geniale Mischung aus Reggae, Disco und House.<br />

ICE (11:51) www.icerecords.com<br />

MO<br />

ELEKTRONIKA<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Clone / Word And Sound (30:21, auch als CD) www.myspace.com/elitechnique MO<br />

ELEKTRONIKA<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Elitechnique<br />

Elegant: An<strong>der</strong>s kann man die Musik von Elitechnique,<br />

einem holländischen Duo, nicht beschreiben.<br />

Ohne zu sehr eine bestimmte Richtung einzuschlagen,<br />

aber mit Einflüssen aus Disco, Filmmusik und<br />

elektronischer Obskura, machen sie tanzbare, eigenwillige<br />

und immer geschmackvolle Musik mit elektronischen<br />

Instrumenten. Sie spielen mit Atmosphäre,<br />

Intensität und Spannung, und klingen immer ein<br />

bisschen wie ein imaginärer Soundtrack zu einem<br />

nie gedrehten Filmklassiker.<br />

Nicht mo<strong>der</strong>n, dafür stilsicher.<br />

Peaking Lights<br />

Das dritte Album des US-Duos Peaking Lights, „Lucifer“,<br />

erklingt noch strahlen<strong>der</strong>, kristalliner und<br />

hypnotischer als seine beiden Vorgänger. Das Chaos<br />

selbstgebauter Synthesizerwände ist eher luftigen,<br />

poppigen Stücken gewichen – auch wenn die krautrockige<br />

Verspultheit je<strong>der</strong>zeit wie<strong>der</strong> überhandnehmen<br />

kann. Dass Indra Dunis‘ Gesang dazu noch ein<br />

weiteres hypnotisches Element mit ebenso atmosphärischer<br />

wie inhaltlicher Botschaft darstellt, passt<br />

nur zu gut. Die Musik <strong>der</strong> beiden lebt.<br />

Herausragendes Elektronika-Album für Audiophile.<br />

Domino / GoodToGo (43:37, auch als CD) www.peakinglights.com<br />

Intrusion<br />

Lucifer<br />

MO<br />

BLU-RAY / DVD<br />

JAZZ/POP Sade Bring Me Home - Live 2011<br />

Voller Inbrunst: Sade auf ihrer<br />

„Bring Me Home“-Tournee.<br />

Tonformat: 2.0, DD 5.1, DTS 5.1<br />

Sprache: E<br />

Untertitel: E, D, F, S<br />

Extras: Hinter den Kulissen,<br />

Kurzdoku<br />

Musik:<br />

Ton:<br />

Bild:<br />

Epic / Sony (ca. 154 Min., auch als DVD) www.sade.com<br />

Seit über 30 Jahren auf <strong>der</strong> Bühne<br />

zu Hause, aber immer noch agil wie<br />

eine Katze: Die Sängerin Sade<br />

beweist mit dem Live-Mitschnitt<br />

„Bring Me Home“ eindrucksvoll,<br />

dass man auch noch mit 53 Jahren<br />

einen feurigen Auftritt hinlegen<br />

kann. Das zeigt sie hier in einer<br />

Show von 2011, bei <strong>der</strong> alle Register<br />

einer Pop-Performance gezogen<br />

werden. Die ganz großen Hits dürfen<br />

hier natürlich nicht fehlen, und<br />

so werden „Smooth Operator“,<br />

„Jezebel“, „Love Is Stronger Than<br />

Pride“ und „No Ordinary Love“<br />

dargeboten – in guter Bild- und<br />

Ton-Qualität.<br />

Lei<strong>der</strong> sind die Extras etwas spärlich<br />

ausgefallen: Neben einer halbstündigen<br />

unkommentierten Kurzdoku<br />

mit Backstage-Impressionen<br />

gibt es lediglich noch eine Art Musikvideo<br />

mit weiteren Bil<strong>der</strong>n vom<br />

Tour-Alltag <strong>der</strong> Pop-Künstlerin.<br />

Stimmiges Gesamtpaket einer großen<br />

Sängerin, das aber etwas üppiger<br />

hätte ausfallen können.<br />

Rolf Schnei<strong>der</strong><br />

ROCK<br />

Tom Petty & The Heartbreakers<br />

Live In Concert<br />

Tonformat: 2.0, DD 5.1, DTS 5.1<br />

Sprache: E<br />

Untertitel: -<br />

Extras: -<br />

Musik:<br />

Ton:<br />

Bild:<br />

Universal / Universal (ca. 109 Min., auch als DVD) www.tompetty.com<br />

Tom Petty ist ein grandioser Song-<br />

Schreiber. Doch seine wahre Leidenschaft<br />

ist das Spielen von Fremd-<br />

Material - und davon gibt es auf<br />

„Live In Concert“ reichlich. <strong>Der</strong> bereits<br />

2003 aufgenommene Gig von<br />

ihm und seiner Band, den Heartbreakers,<br />

liegt nun das erste Mal als<br />

High-Def-Scheibe in knackigen Bil<strong>der</strong>n<br />

und druckvollem Sound vor.<br />

Tom Pettys Neu-Interpretationen<br />

von Ray Charles und Elvis Presley<br />

(„I Gotta Woman“) o<strong>der</strong> das von<br />

Johnny Cash geadelte „I Won‘t Back<br />

Down“ belegen, dass er und die<br />

Heartbreakers absolute Vollblut-Rocker<br />

sind. <strong>Der</strong> 100-minütige Auftritt<br />

verbreitet intime Konzert-Atmosphäre<br />

und unterstreicht den<br />

Stellenwert des US-amerikanischen<br />

Multi-Instrumentalisten und seiner<br />

Herzensbrechern. Da ist es sogar zu<br />

verschmerzen, dass es keinerlei Extras<br />

auf <strong>der</strong> Blu-ray gibt.<br />

„Live In Concert“ belegt, dass Tom-<br />

Petty-Konzerte in Deutschland viel<br />

zu selten sind.<br />

Rolf Schnei<strong>der</strong><br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 109


Musik Oldies<br />

KRAUTROCK<br />

CD DES MONATS<br />

Can<br />

The Lost Tapes<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Malen sich eine<br />

kunterbunte Welt, die<br />

dem anspruchsvollen<br />

Hörer gefällt: Sublime<br />

und Jun Miyake.<br />

Mute / GoodToGo (195:45) www.spoonrecords.com<br />

Discover America: Can bei ihrer Ankunft in den Vereinigten Staaten.<br />

Ausgewählte Archiv-Aufnahmen<br />

Angeblich war <strong>der</strong> Erwerb des legendären Can-Studios<br />

durch das „Rock N Pop“-Museum in Gronau <strong>der</strong> Auslöser<br />

für diesen Fund. Während <strong>der</strong> Abbauarbeiten des Band-<br />

Studios wurde eine große Anzahl von unbeschrifteten Master-Bän<strong>der</strong>n<br />

in einem alten Archiv-Schrank gefunden, mit<br />

insgesamt mehr als 30 Stunden Material. Wohlgemerkt geht<br />

es hier nicht um Remixes o<strong>der</strong> alternative Versionen, son<strong>der</strong>n<br />

um bisher unveröffentlichte Songs, Fragmente und<br />

Live-Mitschnitte, die es in <strong>der</strong> Zeit von 1968 bis 1977 auf<br />

keine reguläre Veröffentlichung schafften. Irmin Schmidt<br />

und Jono Podmore hörten sich durch das Material, selektierten<br />

daraus 30 Songs, die nun in dieser 3-CD-Box im<br />

10-Inch-Format dem Can-Fan zur Verfügung stehen.<br />

So darf man sich jetzt auf eine schräge Schatzsuche durch<br />

die Vergangenheit des deutschen Krautrocks begeben, <strong>der</strong><br />

noch heute für viele Bands als wegweisend gilt. Zusätzlich<br />

zum spannenden Inhalt hat man sich auch bei <strong>der</strong> Verpackung<br />

Mühe gegeben: Ausführliche Linernotes von Irmin<br />

Schmidt und ein Essay von Ian Harrison in einem 28-seitigen<br />

10-Inch Booklet begleiten die CDs. Und nur in seiner<br />

Gesamtheit macht dieser Trip in die erste Schaffensphase<br />

<strong>der</strong> Kölner Band so richtig Spaß. Psychedelische Gitarrensoli,<br />

fuzzende Brettgitarren, knatternde Sounds aus<br />

den ersten analogen Synthesizern und manisch getrommelte<br />

Rhythmen, die auch heute noch eine verstörende Faszination<br />

ausüben.<br />

Mit „Spoon“, „Mushroom“ und „One More Saturday Night“<br />

hält sich das Angebot an Live-Material in Grenzen, umso<br />

mehr gibt es für diejenigen zu entdecken, die bisher glaubten,<br />

den Backkatalog von Can schon vollständig im Plattenregal<br />

versammelt zu haben.<br />

Eine Truhe voller Raritäten, die die Kölner Band um Irmin<br />

Schmidt hier ausgegraben hat – so erhält man sich eine treue<br />

Fan-Gefolgschaft.<br />

Klaas Tigchelaar<br />

POP Maroon 5 Songs About Jane ALTERNATIVE-ROCK<br />

Smashing Pumpkins<br />

Pisces Iscariot<br />

Nicht ganz so schlecht wie ihr Ruf: Maroon 5.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

A & M / Universal (105:30) www.maroon5.com<br />

Die Verwertungszyklen werden kürzer: Universal<br />

veröffentlicht „Songs About Jane“ als Doppel-CD<br />

in einer „10th Anniversary Edition“ mit Bonus-Demo-Versionen.<br />

Wer über diese Mechanismen – und<br />

den Chart-Pop-Ruf <strong>der</strong> Band – hinwegsehen kann,<br />

bekommt mit dem Debüt von Maroon 5 ein solides<br />

Pop-Album. Denn auch wenn die Band um Sänger<br />

Adam Levine im Synthie-R‘n‘B- und HipHop-Wahn<br />

nach und nach die Funk-Kanten schleifen ließ:<br />

„Songs About Jane“ war und ist dreckig und sexy.<br />

Auch Funk und Blues – und nicht nur Pop.<br />

NT<br />

Oft darf man über klägliche Extras wettern, auf dieses<br />

tolle Reissue treffen die Vorwürfe glücklicherweise<br />

nicht zu. Billy Corgan hat „Pisces Iscariot“, das<br />

B-Seiten- und Raritäten-Album von 1994, neu mastern<br />

lassen, eine CD mit 17 unveröffentlichten Songs<br />

aus <strong>der</strong> Zeit. Dazu kommen in <strong>der</strong> schicken Box eine<br />

DVD mit frühen Konzertmitschnitten, das erste<br />

Pumpkins-Demotape, Liner Notes und Track-<br />

By-Track-Kommentare – Fans dürfen jubeln!<br />

Musik:<br />

Opulenter Rerelease mit viel Liebe zum Detail und<br />

Klang:<br />

einigen sehr exklusiven Extras.<br />

Virgin / EMI (120:21) www.smashingpumpkins.com<br />

KT<br />

LO-FI-POP/ROCK<br />

Donnie & Joe Emerson<br />

Dreamin‘ Wild<br />

Wen das käsige Cover von „Dreamin‘ Wild“ nicht<br />

abschreckt, <strong>der</strong> könnte spätestens aufgrund <strong>der</strong><br />

Demotape-Klangqualität ausschalten. Er wird verpassen,<br />

was die Brü<strong>der</strong> Donnie & Joe Emerson<br />

1979 in ihrem Heimstudio zusammenschraubten:<br />

acht Lo-Fi-Songs zwischen rock‘n‘rollendem Pop<br />

à la Jonathan Richman („Good Time“), rohem<br />

Freak-Funk („Give Me The Chance“) und pastoralem<br />

Soul („Baby“). Erneut eine tolle Ausgrabung<br />

<strong>der</strong> Light-In-The-Attic-Macher.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Ein Lo-Fi-Pop-Wun<strong>der</strong>werk.<br />

Light In The Attic / Cargo (40:43) www.lightintheattic.net<br />

SW<br />

FOTOS: Spoon Records, David Factor / Universal, Bear Family<br />

110<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


<strong>Der</strong> Urvater des „Electric Blues“: T-Bone Walker.<br />

BLUES/ROCK Diverse Electric Blues<br />

Musik:<br />

Musik:<br />

Musik:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Klang:<br />

Klang:<br />

Klang:<br />

Noch elektrifizierter Blues o<strong>der</strong> schon Blues-Rock? Über diese Frage können<br />

sich Musikhistoriker streiten. Ungefähr an <strong>der</strong> – nicht ganz eindeutigen<br />

– Trennlinie scheidet sich auch die neue, aus vier einzelnen Boxsets zu<br />

je drei CDs bestehende Bear-Family-Serie „Electric Blues“: Die ersten beiden<br />

Teile („1939-1954“ und „1954-1967“) zeichnen fast lückenlos (von T-<br />

Bone-Walker über John Lee Hooker und Muddy Waters bis Chuck Berry)<br />

nach, wie <strong>der</strong> Blues in Amerika ab den 1940er-Jahren durch elektrisch verstärkte<br />

Instrumente gejagt und populär wurde. Die beiden weiteren Teile<br />

hingegen greifen in Sachen britischer Blues-Rock <strong>der</strong> 60er („1960-1969“)<br />

und jüngerer Weiter- und Wie<strong>der</strong>-Entwicklungen („1970-2005“) etwas kurz.<br />

Angesichts <strong>der</strong> ausführlichen, je fast 170 Seiten starken Booklets in CD-<br />

Größe (mit hervorragenden Liner Notes von Blues-Historiker Bill Dahl)<br />

und <strong>der</strong> groß angelegten, labelübergreifenden Auswahl von Songs lässt sich<br />

das aber durchaus verschmerzen.<br />

Bear Family preist die „Electric Blues“-Reihe als „das Standardwerk“ – eine<br />

Einschätzung, die auf die ersten beiden Teile auf jeden Fall zutrifft.<br />

Bear Family (217:19 / 220:33 / 220:05 / 262:45) www.bear-family.com<br />

RS<br />

AVANTGARDE/POP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Van Dyke Parks<br />

Song Cycle u.a.<br />

Heute hätte Van Dyke Parks wohl wie<strong>der</strong><br />

genug Inspiration für ein neues Album.<br />

Schließlich faszinierte den inzwischen<br />

69-jährigen (Hollywood-)Komponisten,<br />

Schauspieler, Songschreiber und Produzenten<br />

schon immer das Scheitern, <strong>der</strong> Nie<strong>der</strong>gang,<br />

die Krisen seines „alten“ Amerikas.<br />

In den Jahren 1968 bis 1975 hielt Parks dieses<br />

Faible in seinen ersten drei Soloalben<br />

kontrastreich und subversiv fest.<br />

Doch kurz ein Sprung zurück ins Jahr 1965:<br />

Van Dyke Parks komponiert erfolgreich<br />

Filmmusik und wird von Brian Wilson engangiert,<br />

um mit ihm am Nachfolger zum<br />

großen Beach-Boys-Erfolg „Pet Sounds“ zu<br />

arbeiten. Zusammen scheitern sie grandios<br />

an „Smile“. Doch Parks‘ Name ist mittlerweile<br />

so groß, dass die Plattenfirma Warner<br />

ihn als Solokünstler verpflichtet. Es folgt<br />

1968 sein Debüt „Song Cycle“, das den Arbeitstitel<br />

„Looney Tunes“ trägt – frei nach<br />

den durchgedrehten Warner-Comics um<br />

Bugs Bunny. Genauso verrückt eklektisch<br />

sind dann auch die Songs: Er verpackt gesellschaftspolitische<br />

Themen in einen avantgardistischen<br />

Mix aus Folk, Country, Calypso,<br />

Vaudeville und Filmscores.<br />

Dieser musikalischen Gegenkultur blieb Van<br />

Dyke Parks auch auf „Discover America“<br />

(1972) treu: Storys wie die des Waffennarrs<br />

und Pioniers „John James“ präsentierte er<br />

dabei in karibischen Sounds. Diese Tendenz<br />

verstärkte sich auf „Clang Of The Yankee<br />

Reaper“ (1975) noch: Vergessene Fremdkompositionen<br />

und amerikanische Klassiker<br />

(The Sandpebbles „Another Dream“)<br />

bekamen hier vom meisterhaften Arrangeur<br />

ein Calypso-Gewand verpasst.<br />

Van Dyke Parks zeigt mit <strong>der</strong> Wie<strong>der</strong>veröffentlichung<br />

seiner Soloalben, dass er mindestens<br />

genauso wichtig ist wie die Beach Boys.<br />

TM<br />

Cooperative / Universal (33:14 / 38:07 / 30:12) www.bananastan.com<br />

COUNTRY/FUNK<br />

Was zur Hölle ist „Country Funk“? Mit dieser berechtigten<br />

Frage beginnt „Mojo“-Autorin Jennifer<br />

Hundley ihre Ausführungen zu diesem Sampler.<br />

Man kann ihre Liner Notes lesen – o<strong>der</strong> sich vom<br />

vielsagenden Opener „L.A. Memphis Tyler Texas“<br />

von Dale Hawkins auf eine Reise mitnehmen lassen:<br />

Denn nicht nur dort, auch in den 15 weiteren,<br />

vergessenen Perlen (von Bob Darin, Bobby Charles,<br />

Jim Ford) treffen Westcoast-Soul, Memphis-Blues<br />

Musik:<br />

und Südstaaten-Country aufeinan<strong>der</strong>.<br />

Klang:<br />

Eine spannende Zeitreise durch die Staaten.<br />

Light In The Attic / Cargo (58:49) www.lightintheattic.de<br />

RS<br />

FOLK<br />

PUNK-ROCK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Millencolin<br />

Nicht nur das Cover-Artwork deutet darauf hin,<br />

dass sich die schwedischen Melodic-Punk-Rocker<br />

Millencolin bei <strong>der</strong> Raritäten-Sammlung „The<br />

Melancholy Connection“ auf ihr Erfolgs-Album<br />

„Pennybridge Pioneers“ (2000) berufen haben. 14<br />

Songs, die es nicht auf die nachfolgenden Platten<br />

schafften, wurden hier zusammengefasst. Als Bonus<br />

wurde noch eine DVD mit Live-Auftritten,<br />

Interviews und Musikvideos draufgepackt.<br />

Was bei Millencolin nur zweite Wahl ist, wäre bei<br />

an<strong>der</strong>en Bands ein vollwertiges Album.<br />

Epitaph Records / Indigo (49:19) www.millencolin.com<br />

Diverse Country Funk 1969-1975<br />

The Dubliners<br />

A Drop Of The Hard Stuff<br />

Wenn die Wurzeln stark sind, haut den Baum nichts<br />

um – und die Musik sowieso nicht. Siehe The Dubliners:<br />

Die irische Folk-Formation lebt weiter und<br />

weiter, auch wenn das Gründungs-Quartett das Zeitliche<br />

gesegnet hat. Die Mutter aller Folk-Bands von<br />

<strong>der</strong> Grünen Insel wird dieses Jahr 50. Ein Grund<br />

zum Anstoßen – und für eine Neu-Auflage des Klassikers<br />

„A Drop Of The Hard Stuff“ von 1967. 14<br />

Songs voller Energie, Eigenwilligkeit, jetzt digitalisiert,<br />

aber in ihrem nostalgischen Glanz bewahrt.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Folk-Klassiker – zum Wie<strong>der</strong>- und Neuentdecken.<br />

Capitol / EMI (43:52) www.emimusic.de<br />

MB<br />

The Melancholy Connection<br />

BH<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 111


Musik Klassik<br />

Schöpfungsmythen <strong>der</strong> Digitaltechnik:<br />

Soundstream und <strong>der</strong> Telarc-Sound<br />

Bereits 1978 veröffentlichte das amerikanische Label Telarc die weltweit ersten<br />

Digitalaufnahmen klassischer Musik auf <strong>der</strong> Basis des mit 50 kHz getakteten<br />

Soundstream-Verfahrens. Das US-Label FIM hat jetzt einige dieser HiFi-Klassiker<br />

aufwendig restauriert. Attila Csampai berichtet.<br />

Als Jack Renner, <strong>der</strong> Grün<strong>der</strong><br />

und Chef des in<br />

Cleveland ansässigen Labels<br />

Telarc, Ende <strong>der</strong> 1970er-Jahre<br />

mit Hilfe des 4-Kanal-Digital-<br />

Recor<strong>der</strong>s von „Soundstream“<br />

seine ersten kommerziellen Klassik-Aufnahmen<br />

mit führenden US-<br />

Orchestern fertiggestellt hatte, kamen<br />

diese Digital-Klassiker zunächst<br />

auf analogen Vinyl-Umschnitten<br />

in den Handel. Die CD<br />

war noch nicht erfunden, und erst<br />

mehr als 20 Jahre später konnte<br />

man mit Hilfe <strong>der</strong> hochauflösenden<br />

DSD-Technik das volle Klangpotenzial<br />

des über <strong>der</strong> PCM-Norm<br />

angesiedelten 50-kHz-Samplings<br />

von „Soundstream“ verlustfrei umsetzen.<br />

Doch schon auf Vinyl setzten<br />

die ersten Telarc-Produktionen<br />

in puncto Klarheit und Transparenz<br />

neue Maßstäbe. Sie trugen<br />

entscheidend dazu bei, die neue<br />

Digitaltechnik auch in audiophilen<br />

Kreisen „hoffähig“ zu machen.<br />

Telarc blieb auch weiterhin ein Pionier<br />

<strong>der</strong> Digitaltechnik und produzierte<br />

nach 2000 mehr als 170<br />

SACDs im legendären „Telarc-<br />

Sound“. Über 40 Grammys waren<br />

<strong>der</strong> Lohn für solch kompromisslosen<br />

Qualitätsanspruch.<br />

Jetzt wurden einige dieser frühen<br />

Telarc-Klassiker in einem 32-Bit-<br />

Format neu gemastert. Entwickelt<br />

wurde dieses Format vom HiFi-<br />

Pionier Winston Ma, dem Chef des<br />

Labels FIM, und dem ehemaligen<br />

Produktionsteam von Telarc, das<br />

heute unter dem Namen Five/Four<br />

CD-Tipps<br />

Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5<br />

Serkin, Boston Symphony Orchestra, Ozawa (1978)<br />

Telarc/FIM UHD 053<br />

Bizet: Carmen-Suiten; Grieg: Peer-Gynt-Suite<br />

Saint Louis Symphony Orchestra, Slatkin (1979)<br />

Telarc/FIM UHD 059<br />

Mussorgsky: Bil<strong>der</strong> einer Ausstellung u.a.<br />

The Cleveland Orchestra, Maazel (1978)<br />

Telarc/FIM UHD 056<br />

Tschaikowsky: 1812-Ouvertüre; Capriccio Italien u.a.<br />

Cincinatti Symphony Orchestra, Kunzel (1978)<br />

Telarc/FIM UHD 052<br />

Strawinsky: Feuervogel-Suite u.a.<br />

Atlanta Symphony Orchestra, Shaw (1978)<br />

Telarc/FIM UHD 057<br />

Holst: The Planets<br />

Royal Philharmonic Orchestra, Previn (1986)<br />

Telarc/FIM UHD 058<br />

After Hours<br />

André Previn (p), Joe Pass (g), Ray Brown (b); (1989)<br />

Telarc/FIM UHD 051<br />

Productions firmiert. Trotz dieser<br />

Konfektionierung auf PCM-Norm<br />

klingen die so genannten „Ultra<br />

High Definition“-Scheiben (UHD)<br />

im direkten Vergleich mit den vor<br />

zehn Jahren veröffentlichten Stereo-SACDs<br />

sogar noch einen Tick<br />

natürlicher, entspannter und luftiger.<br />

Sie sind damit also noch näher<br />

dran an <strong>der</strong> schlanken, transparenten<br />

und eher trockenen Präzision<br />

<strong>der</strong> allerersten Vinyl-Umschnitte,<br />

die damals, vor mehr als 40 Jahren,<br />

weltweit für Furore sorgten.<br />

Auch musikalisch haben die Telarc-Klassiker<br />

nach so langer Zeit<br />

keine Patina angesetzt. Fünf <strong>der</strong><br />

sechs Klassik-Alben des Startpakets<br />

vermitteln das unvergleichliche Flair<br />

<strong>der</strong> „Soundstream“-Technik mit ihren<br />

abgrundtief trockenen Bässen,<br />

ihrer präzisen dynamischen Attacke,<br />

ihrer holografischen Raumabbildung.<br />

Da sind die messerscharfe<br />

Kontur von Mussorgskys „Bil<strong>der</strong>n“<br />

mit dem Cleveland Orchestra unter<br />

Lorin Maazel und die exotische<br />

Farbenpracht von Strawinskys<br />

„Feuervogel“-Suite in Robert Shaws<br />

legendärer Einspielung mit dem Atlanta<br />

Symphony. Aber auch wenn<br />

man den majestätischen Gestus des<br />

fünften Beethoven-Konzerts mit<br />

Altmeister Rudolf Serkin und dem<br />

jungen Seiji Ozawa o<strong>der</strong> die brutalen<br />

Donnerschäge <strong>der</strong> 1812-Ouvertüre<br />

Tschaikowskys in Erich Kunzels<br />

Einspielung mit dem Cincinatti<br />

Orchestra auf sich wirken lässt: All<br />

diese digitalen Klassiker setzten<br />

1978 auch hinsichtlich eines orchestralen<br />

Perfektionismus einen Maßstab,<br />

von dem man in Europa damals<br />

nur träumen konnte. Nur eine<br />

Aufnahme des Klassikpakets entstand<br />

in London und wurde 1986<br />

mit dem Sony PCM 1610 Recor<strong>der</strong><br />

in <strong>der</strong> neuen 44,1-kHz-Norm<br />

aufgenommen: André Previns wuchtige<br />

Einspielung <strong>der</strong> „Planets“ von<br />

Gustav Holst. Auch sie prunkt in<br />

Winston Mas 32-Bit-Transfer mit<br />

exzessiver Dynamik und einer schier<br />

überdimensionalen Klangfülle.<br />

Drei Jahre später kam es zwischen<br />

dem nicht weniger renommierten<br />

Jazz-Pianisten Previn und<br />

den beiden Jazz-Ikonen Joe Pass<br />

(g) und Ray Brown (b) zu einer<br />

einzigartigen musikalischen Begegnung<br />

in Pasadena. Das damals bei<br />

Telarc erschienene Album „After<br />

Hours“ ist jetzt ebenfalls in beeindruckend<br />

haptischer Klangqualität<br />

neu remastered worden. Ein<br />

weiterer Jazz-Klassiker des Telarc-<br />

Katalogs mit dem sinnigen Titel<br />

„The Very Tall Band“ wurde 1998<br />

im New Yorker „Blue Note“ live<br />

mitgeschnitten und zeigt die mittlerweile<br />

altersweise gewordenen<br />

Legenden Oscar Peterson (p), Ray<br />

Brown (b) und Milt Jackson (vib)<br />

in Hochform. Den deutschen Vertrieb<br />

<strong>der</strong> neuen UHD-Edition von<br />

FIM hat Sieveking Sound in Bremen<br />

übernommen.<br />

The Very Tall Band<br />

Oscar Peterson (p), Ray Brown (b), Milt Jackson (v), Karriem Riggins (dr); (1998)<br />

Telarc/FIM UHD 050<br />

FOTOS: Stereoplay-Archiv<br />

112<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


SINFONIK<br />

AUDIOPHILE SACD<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGDETAILS:<br />

Räumlichkeit:<br />

Bass:<br />

Transparenz:<br />

Georg Friedrich Händel: Concerti grossi Al Ayre Espanol, Banzo (2011)<br />

Spanisches Feuer für Händel<br />

Musik ist eine Weltsprache. Und die großen Komponisten<br />

gehören <strong>der</strong> ganzen Welt. Gerade ein solcher<br />

„Europäer“ wie Georg Friedrich Händel ist nicht nur<br />

auf die nördliche Hemisphäre beschränkt. Und welche<br />

Urkräfte <strong>der</strong> Leidenschaft, des starken Gefühls in<br />

seiner Musik schlummern, das zeigt jetzt eine mit Herzblut<br />

und sagenhafter Präzision agierende spanische<br />

Truppe. Unter <strong>der</strong> Leitung des schon seit vielen Jahren<br />

in Spaniens Barockszene erfolgreichen Cembalisten<br />

Eduardo López Banzo holte das Streicherensemble<br />

Al Ayre Espagnol sechs Concerti grossi des britisch-deutschen<br />

Barockmeisters ans Tageslicht. Unterstützt<br />

wurden sie dabei von <strong>der</strong> fantastisch präsenten<br />

und haptisch-greifbaren Mehrkanalbühne des holländischen<br />

Northstar-Recording-Teams unter <strong>der</strong> Leitung<br />

von Bert van <strong>der</strong> Wolf.<br />

„Händels Erinnerungen“ („Los Recuerdos de Handel“)<br />

betitelt <strong>der</strong> 1961 in Saragossa geborene<br />

López Banzo seine Auswahl aus<br />

Händels späten Orchestersuiten op. 6. Er<br />

betrachtet sie gewissermaßen als instrumentale<br />

Quintessenz eines jahrzehntelangen<br />

Bühnenschaffens und eines umfassenden<br />

musikalischen Erfahrungsschatzes.<br />

Und Banzos Ensemble durchglüht diese<br />

Londoner Werke mit einem spanischen<br />

Feuer und einer mediterranen Gefühlsintensität, die<br />

an Goyas späte Arbeiten erinnern. Über weite Strecken<br />

hat man sogar das Gefühl, diese hochdramatisch<br />

stolze, ganz und gar uncoole Musik hier zum allerersten<br />

Mal zu hören.<br />

Wer den Instrumentalmusiker Händel noch immer hinter<br />

Bach und Vivaldi ansiedelt, wird hier umgestimmt.<br />

López Banzo und seine exzellenten Musiker entfachen<br />

mit unglaublicher Intensität vor allem die sinnlichen<br />

Urkräfte dieser Musik, verweisen auf das enorme kreative<br />

Potenzial, das <strong>der</strong> reife Händel hier auf engstem<br />

Raum abrufen und bündeln konnte.<br />

So glutvoll und zugleich so mo<strong>der</strong>n klang diese grandiose<br />

orchestrale Lebensrückschau noch nie. Die wirklich<br />

audiophile, abgrundtief präzise Klangqualität <strong>der</strong><br />

DSD-Produktion verleiht dem Doppelalbum endgültig Referenzstatus.<br />

Challenge CC72548 (94:25, 2 SACDs)<br />

Unerhörte Intensität: das<br />

Instrumentalensemble Al Ayre<br />

Espagnol mit seinem Dirigenten<br />

Eduardo López Banzo.<br />

Attila Csampai<br />

EDITION<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

EMI 4 40471 2 2 (450 Min., 6 CDs)<br />

Gustav Holst. The Collector’s Edition Diverse Solisten, Orchester und Dirigenten (1966-94)<br />

Die Popularität von Gustav Holsts<br />

„Planeten“ hat den Blick auf weitere<br />

Werke des Komponisten vollkommen<br />

verstellt. Eine sechs CDs umfassende<br />

„Collector’s Edition“ zeigt<br />

anhand klanglich überarbeiteter Aufnahmen<br />

aus dem EMI-Katalog die<br />

Vielseitigkeit von Holsts Musik. „The<br />

Planets“ dürfen da nicht fehlen und<br />

sind in <strong>der</strong> 1978-er Aufnahme von<br />

Adrian Bolt zu hören, <strong>der</strong> das astrologisch<br />

inspirierte Riesenwerk sechs<br />

Jahrzehnte zuvor uraufgeführt hatte:<br />

Immer noch eine klassische Einspielung!<br />

Ein weiterer Höhepunkt <strong>der</strong><br />

Sammlung ist <strong>der</strong> glanzvoll von Sängern<br />

des St. Paul’s Cathedral Choirs,<br />

dem London Symphony Chorus und<br />

dem London Philharmonic Orchestra<br />

unter Charles Groves zelebrierte<br />

„Hymn of Jesus“.<br />

Für Holsts intensive Beschäftigung<br />

mit indischer Mystik stehen unter<br />

an<strong>der</strong>em die geradezu makellos von<br />

den Baccholian Singers of London<br />

gesungenen „Hymns of the Rig Veda“.<br />

Yehudi Menuhin verleiht „A Fugal<br />

Concerto“ mit den Solisten Jonathan<br />

Snowden (Flöte) und David<br />

Theodore (Oboe) klassische Ausgeglichenheit.<br />

Holsts erstaunlich elegante<br />

„Suites for Military Band“<br />

werden von <strong>der</strong> Central Band of the<br />

Royal Air Force auf Hochglanz<br />

poliert.<br />

Die Kammeroper „The Wan<strong>der</strong>ing<br />

Scholar“ und das Musikalische Zwischenspiel<br />

„At the Boar’s Head“ sind<br />

mit Sängern wie Michael Rippon,<br />

Robert Tear, Norma Burrowes, Philip<br />

Langridge und John Tomlinson<br />

zu erleben.<br />

Ein Plädoyer für das Gesamtwerk von<br />

Gustav Holst: Diese Box liefert viele<br />

spannende Entdeckungen.<br />

Miquel Cabruja<br />

SINFONIK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Profil Edition Günter Hänssler PH12021 (64:36)<br />

Arnold Schönberg: Pelleas und Melisande, Erwartung Charbonnet, WDR Sinfonieorchester Köln, Saraste (2011)<br />

Gepresstes Übermaß: Das ist die Formel<br />

von Arnold Schönbergs Tondichtung<br />

„Pelleas und Melisande“. Gedämpftes<br />

Blech und sordinierte Streicher<br />

prägen über weite Strecken ein<br />

Klangbild, das sich ungedämpft in gellenden<br />

Eruptionen Luft machen würde,<br />

so aber wie ein erstickter Vulkan<br />

klingt: Spiegel <strong>der</strong> bleiernen Zeit in<br />

Maeterlincks Drama, zugleich musikalische<br />

Hochdruckverdichtung ohne Ventil.<br />

Als quasi physikalische Folge rumort<br />

im Kessel <strong>der</strong> Tonalität gärende Polyphonie.<br />

All diese wi<strong>der</strong>strebenden Fügungen<br />

hat Jukka-Pekka Saraste mit<br />

dem Kölner WDR-Orchester gut im<br />

Griff. Röntgenartige Transparenz fächert<br />

die Kontrapunktik auf, ohne den<br />

aus <strong>der</strong> Spätromantik noch herüberragenden<br />

Massiven die Spitze zu kappen.<br />

Selbst Echos Richard Straussschen<br />

Überschwangs dürfen in Momenten<br />

sinnlicher Opulenz schwelgen.<br />

Im Albtraum-Monodram „Erwartung“<br />

ist dann das tonale Gehäuse gesprengt,<br />

die Partitur gleicht einem Geflecht vibrieren<strong>der</strong>,<br />

elektrisieren<strong>der</strong> o<strong>der</strong> ostinat<br />

insistieren<strong>der</strong> Nervenströme. Lei<strong>der</strong><br />

verliert das zwar dezent, aber unnötig<br />

heruntergepegelte Orchester hier<br />

eine Spur an Präsenz. Ansonsten bewährt<br />

sich Sarastes mikroskopische Beleuchtung,<br />

verbunden mit emotional<br />

aufgeladener Spannung bis hin zu den<br />

Ekstasen <strong>der</strong> Angst. Ihnen und ihrem<br />

ganzen Part verleiht die Sopranistin<br />

Jeanne-Michèle Charbonnet mit kehlig-dunklem<br />

Timbre eher den Tonfall<br />

<strong>der</strong> Tragödin als <strong>der</strong> Hysterica: Eine gefasste,<br />

aber charakteristische Expressivität<br />

zeichnet Deklamation wie Linie<br />

(bisweilen phonetisch leicht verfärbt).<br />

Eine Aufnahme, die durch Entfesselung<br />

jener Kräfte, die zum Zerreißen <strong>der</strong><br />

Tonalität führten, absolut fesselt.<br />

Martin Mezger<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 113


Musik Klassik<br />

SINFONIK Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9 Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Bernard Haitink (2011)<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGDETAILS:<br />

Räumlichkeit:<br />

Bass:<br />

Transparenz:<br />

BR-Klassik 900113 (79:53)<br />

Mahlers Neunte, seine letzte vollendete<br />

Partitur, gilt seit ihrer posthumen<br />

Uraufführung durch Bruno Walter im<br />

Juni 1912 als ein Manifest von Mahlers<br />

Altersmelancholie und eines tränenreichen<br />

Abschieds von <strong>der</strong> Welt:<br />

„Das herrliche Lied vom Nimmerwie<strong>der</strong>sehen“<br />

schrieb ein Wiener Kritiker,<br />

und Mahler-Biograf Paul Bekker<br />

gab ihr den Untertitel „Was mir <strong>der</strong><br />

Tod erzählt“. In seinem aktuellen<br />

Mahler-Buch von 2011 attestiert ihr<br />

Hubert Stuppner sogar „musikalisches<br />

Selbstmitleid“. So dominieren auch<br />

in <strong>der</strong> riesigen Diskografie des Werks<br />

eher resignative bis elegisch beschwörende<br />

Lesarten, obwohl die beiden<br />

Mittelsätze eine an<strong>der</strong>e, <strong>der</strong> Lebenswirklichkeit<br />

zugewandte Sprache <strong>der</strong><br />

feinen Ironie und <strong>der</strong> grotesken Überzeichnung<br />

sprechen. Die zuletzt erschienenen<br />

Neuproduktionen unter<br />

den Dirigenten Barenboim, Nott,<br />

Gilbert und Salonen suchten denn<br />

auch aus eher kritisch-nüchterner Perspektive<br />

nach Auswegen aus dem engem<br />

biografisch-subjektiven Korsett,<br />

das man dem hochkomplexen Werk<br />

von Anfang an verpasste.<br />

Im vergangenen Dezember hat nun<br />

Mahler-Altmeister Bernard Haitink,<br />

Souveränität und Weisheit<br />

mit 83 Jahren <strong>der</strong> letzte lebende Dirigent<br />

aus <strong>der</strong> Generation <strong>der</strong> großen<br />

Mahler-Entdecker, mit den hervorragend<br />

eingestellten BR-Symphonikern<br />

in zwei Münchner Konzerten einen<br />

Gustav Mahler<br />

im Jahr 1909,<br />

zwei Jahre vor<br />

seinem Tod.<br />

ganz eigenen Akzent des Tiefempfundenen<br />

und Versöhnlichen gesetzt. <strong>Der</strong><br />

Mitschnitt ist jetzt auf dem Eigenlabel<br />

des BR erschienen und setzt eine<br />

neue Wegmarke.<br />

55 Jahre Mahler-Erfahrung schärfen<br />

den Blick fürs Wesentliche. Folglich<br />

begnügt sich <strong>der</strong> altersweise Magier<br />

mit <strong>der</strong> Rolle eines weisen Koordinators,<br />

<strong>der</strong> ohne äußeren besserwisserischen<br />

Druck auf die Qualitäten <strong>der</strong><br />

Komposition vertraut, den großen Zusammenhang<br />

im Auge behält, während<br />

die exzellenten BR-Musiker in<br />

kollektiver Trance über sich hinauswachsen.<br />

So verklammert Haitink die<br />

vier disparaten Sätze zu einer homogenen<br />

Erzählung, zu einem großen<br />

Abgesang des Lebens und <strong>der</strong> Liebe,<br />

zu einem grandiosen sinfonischen<br />

Orakel, das offenlässt, ob es danach<br />

noch weitergeht.<br />

Selten hat man den immensen Farbenreichtum<br />

und die polyphone Vielstimmigkeit<br />

dieses janusköpfigen Meisterwerks<br />

so sinnlich-auratisch, so menschlich-tiefempfunden,<br />

so souverän strömend<br />

und in schönsten Wohllaut gehüllt<br />

erleben können wie in dieser auch<br />

akustisch perfekten Stereo-Aufnahme<br />

aus dem Münchner Gasteig.<br />

Attila Csampai<br />

OPER<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

LSO Live LSO0701 (108:22, 2 SACDs)<br />

Richard Strauss: Elektra Charbonnet, Denoke, Palmer, Goerne. London Symphony Orchestra, Gergiev (2010)<br />

Würde man die nervöse, zur Schock-<br />

Mo<strong>der</strong>ne aufbrechende Spätestromantik<br />

<strong>der</strong> Strauss’schen „Elektra“<br />

durch die Brille des neoklassizistischen<br />

„Oedipus Rex“-Strawinsky betrachten,<br />

dann klänge es – überspitzt gesagt<br />

– vielleicht so wie die Einspielung<br />

unter Valery Gergiev, die aus mehreren<br />

Live-Mitschnitten montiert wurde.<br />

Die Kruditäten <strong>der</strong> Partitur werden<br />

quasi sachlich ausgestellt, es<br />

herrscht ein motorisch akzentuierter,<br />

perkussiv markierter Tonfall. Wo <strong>der</strong><br />

Süßstoff lyrischer Diatonik die Gräuel-Ekstasen<br />

schwelgerisch kandiert,<br />

wird er gebührend, doch ohne allzuviel<br />

Überschwang dosiert. Das alles<br />

vollzieht sich auf jenem souveränen<br />

spieltechnischen Niveau, für welches<br />

das London Symphony Orchestra<br />

bürgt, ist in etwas engräumigem Klang,<br />

aber mit realistischer Balance von<br />

Singstimmen und Orchester aufgenommen<br />

– und bleibt doch merklich<br />

zurück hinter <strong>der</strong> erschütternden Gewalt<br />

<strong>der</strong> Solti-Aufnahme.<br />

Mit Birgit Nilsson kann sich denn<br />

auch Jeanne-Michèle Charbonnets<br />

Elektra nicht messen. Statt dichter<br />

und lichter Intensität neigt sie zum<br />

Tremolieren, ringt bisweilen um die<br />

Höhe, kontrastiert allerdings mit ihrem<br />

herberen Timbre sinnkräftig zum<br />

noblen Glanz von Angela Denokes<br />

grandioser Chrysothemis. Felicity Palmer<br />

zeichnet mit expressiv-intimem<br />

Mezzo ein interessantes, sensibles<br />

Portrait <strong>der</strong> von Ängsten zerfressenen<br />

Klytämnestra. Indes klingt Matthias<br />

Goerne (Orest) mit seinem bisweilen<br />

vierschrötigen Bassbariton eher nach<br />

Todesbote denn nach Vollstrecker.<br />

Eine „Elektra“-Einspielung zwischen<br />

nüchterner Klarheit und klarer Ernüchterung.<br />

Martin Mezger<br />

KLAVIER<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGTIPP<br />

MDG 904 1747-6 (61:30, SACD)<br />

Frédéric Chopin: Sämtliche Etüden Hardy Rittner, Fortepiano (2011)<br />

Seit ihrem Erscheinen vor etwa 180<br />

Jahren gelten Chopins Etüdenzyklen<br />

op. 10 und op. 25 als Krönung <strong>der</strong><br />

Gattung und noch immer als Prüfsteine<br />

echter, von reiner Poesie und<br />

Leidenschaft durchtränkter Virtuosität.<br />

Dennoch degradieren sie viele<br />

Pianisten zu Showstücken donnern<strong>der</strong><br />

Fingerakrobatik.<br />

Die Vorstellung, diese technisch sehr<br />

anspruchsvollen Miniaturen auch auf<br />

einem historischen Instrument <strong>der</strong><br />

Chopin-Zeit „sachgerecht“ realisieren<br />

zu können, wäre noch vor wenigen<br />

Jahren belächelt worden. Jetzt<br />

hat ein junger deutscher Pianist diese<br />

Hürde bravourös genommen, mit<br />

einem hervorragend restaurierten<br />

Wiener Flügel von 1835.<br />

Schon im Klavierwerk von Brahms<br />

hatte <strong>der</strong> 31-jährige, in Rüsselsheim<br />

geborene Hardy Rittner auf alten<br />

Hammerflügeln faszinierende neue<br />

Klangwelten erschlossen und für die<br />

„Aktualität“ historischer Klangbil<strong>der</strong><br />

geworben. Bei Chopin gelingt<br />

ihm das Kunststück, zeitgemäßen attackierenden<br />

„Drive“ mit historisch<br />

orientierter Klangsensibilität zu verbinden.<br />

Auf diese Weise gewährt Rittner<br />

völlig neue, berührende Einblicke<br />

in das Innenleben dieser hoch<br />

leidenschaftlichen Portraits männlicher<br />

(op. 10) und weiblicher (op. 25)<br />

Seelen. Schließlich hört man in dieser<br />

Aufnahme auch, warum Frédéric<br />

Chopin den ersten Zyklus Franz<br />

Liszt, den zweiten aber dessen Lebensgefährtin<br />

Marie d’Agoult widmete.<br />

Das innere Drama und vor allem <strong>der</strong><br />

unendliche Farbenreichtum dieser genialischen<br />

Charakterstücke kommen<br />

in Rittners Aufnahme so stark zur Geltung<br />

wie selten zuvor.<br />

Attila Csampai<br />

FOTOS: Stereoplay-Archiv<br />

114<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Voigts Kolumne<br />

Darf’s ein Stückchen mehr sein?<br />

Frankfurter „Ring“ statt Frankfurter Kranz<br />

Was jüngere Produktionen deutschsprachiger<br />

Opernhäuser betrifft, so hat<br />

Oehms Classics vielleicht mehr Interessantes<br />

zu bieten als jedes an<strong>der</strong>e CD-<br />

Label: Reimanns „Lear“ und „Medea“,<br />

Glanerts „Caligula“, Egks „Revisor“,<br />

Hindemiths „Mathis“, Leonis „Oracolo“,<br />

Spohrs „Alchymist“, Mayrs „Lodoiska“<br />

und „Demetrio“, Glucks „Ezio“<br />

und vieles mehr. Was aber bei <strong>der</strong> Durchsicht<br />

des Katalogs sofort ins Auge fällt,<br />

sind zwei komplette Live-Aufnahmen<br />

von Wagners „Ring“. Ein „Independent“-<br />

Produzent, <strong>der</strong> das Wagnis „Ring“ gleich<br />

zweimal eingeht, muss starke Nerven<br />

und großzügige Sponsoren haben. Nun<br />

hatte Label-Chef Dieter Oehms bei seinem<br />

ersten „Ring“, <strong>der</strong> Hamburger Produktion<br />

unter Simone Young, nicht sehr<br />

viel Glück: Arge Qualitätsschwankungen<br />

sowohl im Orchester als auch bei<br />

den Hauptrollensängern machten das<br />

Hören zur Berg- und Talfahrt (siehe <strong>stereoplay</strong>,<br />

2/2012).<br />

Dass <strong>der</strong> Frankfurter „Ring“ weit besser<br />

verdaulich ist (erst recht im Vergleich<br />

zum Frankfurter Kranz), liegt in erster<br />

Linie an <strong>der</strong> durchweg beachtlichen<br />

Leistung des Orchesters<br />

unter Sebastian<br />

Weigle. Wie in terdämmerung“,<br />

dem kürzlich veröf-<br />

fentlichen letzten<br />

Teil <strong>der</strong> Tetralogie<br />

„Göt-<br />

en detail zu hören,<br />

ist Weigle ein<br />

echter Theaterdirigent.<br />

Das<br />

mag vielleicht<br />

hier und da zu Lasten<br />

sinfonischer Klangeffekte gehen;<br />

doch <strong>der</strong> Gewinn an dramatischer Vitalität<br />

macht dies mehr als wett: Wo an<strong>der</strong>e<br />

sich ohne Rücksicht auf den Text<br />

orchestral in Szene setzen, bleibt Weigle<br />

immer nah am Inhalt. Schon das Vorspiel,<br />

die Szene <strong>der</strong> Nornen, nimmt den<br />

Hörer sofort gefangen, zumal die drei<br />

Damen wirklich etwas zu sagen haben.<br />

Um so herber ist dann die Enttäuschung<br />

bei Brünnhilde und Siegfried: Selten<br />

habe ich von einem Siegfried <strong>der</strong>art<br />

hässliche Klänge gehört<br />

wie von Lance<br />

Ryan. Und Susan<br />

Bullock, die gefeier-<br />

te Elektra, hat mit<br />

<strong>der</strong> tiefen Lage ihrer<br />

Partie so zu kämpfen,<br />

dass auch die Höhe da-<br />

runter leidet. Doch das<br />

übrige Ensemble kann<br />

sich gut hören lassen, vo-<br />

ran Johannes Martin<br />

Kränzle (Gunther), Jochen<br />

Schmeckenbecher (Alberich) und<br />

Claudia Mahnke als Waltraute. Was<br />

durchweg auffällt, ist ein Artikulationsniveau,<br />

wie man es heutzutage lei<strong>der</strong><br />

nur selten erlebt.<br />

(Oehms Classics 938, 4 CDs)<br />

KLASSIK-DVDs<br />

OPER<br />

Giacomo Puccini: Il Trittico<br />

Gallo, Westbroek, Antonenko,<br />

Jaho, Larsson, Demuro,<br />

Siurina, u. a., Chor und<br />

Orchester des Royal Opera<br />

House, Pappano; Regie: Jones<br />

(2011)<br />

Typ: Blu-ray<br />

Tonformat: DD 2.0, DTS-HD 5.1<br />

Sprache: IT<br />

Untertitel: IT, D, E, F, ES<br />

Extras: Interviews<br />

Kunst:<br />

Ton:<br />

KLANGTIPP Bild:<br />

Opus Arte BD7102 D (180 Min. + 20 Min. Bonus)<br />

Das von <strong>der</strong> Lektüre Dantes inspirierte Opern-<br />

Triptychon „Il Trittico“ ist für Regisseure offenbar<br />

eine schwierige Übung. Selten gelingen die<br />

drei Einakter, die nach Puccini Hölle, Fegefeuer<br />

und Himmel repräsentieren sollten, gleichermaßen<br />

schlüssig. Umso überzeugen<strong>der</strong> ist die<br />

Londoner Produktion von Richard Jones: In „Il<br />

Tabarro“ deutet er es als realistisches Außenseiterdrama<br />

in einer trostlosen Vorstadtszenerie. In<br />

„Gianni Schicchi“ aktualisiert er die Komödie<br />

mit britischem Humor: <strong>Der</strong> Protagonist ist ein<br />

verschlagener italienischer Einwan<strong>der</strong>er in den<br />

1960er-Jahren. Das oft stiefmütterlich behandelte<br />

Nonnen-Drama „Suor Angelica“ hat Jones<br />

in die Kin<strong>der</strong>krankenstation eines Klosters verlegt.<br />

Wenn dann Angelica im Todeskampf ein<br />

krankes Kind für den eigenen Sohn hält, verweigert<br />

Jones das auskomponierte Wun<strong>der</strong>, eröffnet<br />

aber einen schonungslosen Blick auf die<br />

Repression einer lieblosen Gesellschaft. Mit Eva-<br />

Maria Westbroek (Giorgetta), Aleksan<strong>der</strong> Antonenko<br />

(Luigi), Anna Larsson (Principessa) und<br />

Lucio Gallo (Michele, Schicchi) ist ein tolles<br />

Ensemble aufgeboten. Als Suor Angelica ist die<br />

hingebungsvolle Ermonela Jaho ein Traum.<br />

Überzeugende Produktion – mit Antonio Pappano<br />

am Pult, <strong>der</strong> mit breiten Tempi für Wohllaut<br />

und kalkulierte Dramatik sorgt.<br />

Miguel Cabruja<br />

OPER<br />

KLANGTIPP<br />

EuroArts 2072564 (173 Min.)<br />

Alban Berg: Lulu<br />

Petibon, Baumgartner, Breslik,<br />

Volle, Piffka, Grundheber,<br />

Mayer, u. a., Wiener Philharmoniker,<br />

Albrecht; Regie:<br />

Nemirova (2010)<br />

Typ: Blu-ray<br />

Tonformat: DD 2.0, DTS-HD 5.1<br />

Sprache: D<br />

Untertitel: D, E, F, IT, Chi, Jap, Kor<br />

Extras: –<br />

Kunst:<br />

Ton:<br />

Bild:<br />

Die Schlange Lulu greift dem Dompteur im ersten<br />

Bild beherzt in den Schritt, halbnackt herumkriechende<br />

Herren verstärken die Liebhaber-<br />

Schar <strong>der</strong> Femme fatale, ein aufblasbarer Dildo<br />

füllt die Bühne: In Vera Nemirovas „Lulu“-Inszenierung,<br />

die 2010 in Salzburg Premiere hatte,<br />

ist die Personenregie wohl explizit, doch ohne<br />

die geschmacklichen Entgleisungen, die man<br />

von sogenannten „Skandal-Inszenierungen“<br />

kennt. <strong>Der</strong> dritte Akt beginnt im Zuschauerraum;<br />

nur kann man den Bühnen-Effekt am Bildschirm<br />

lei<strong>der</strong> kaum nachvollziehen, und seine Bedeutung<br />

für Regiekonzept wird genauso wenig klar<br />

wie die bühnenfüllenden Gemälde von Daniel<br />

Richter. Dass diese Produktion den Zuschauer<br />

dennoch nicht loslässt, liegt an den engagierten<br />

Sängerdarstellern: Patricia Petibons gefühlskalte,<br />

animalische Lulu gehört schauspielerisch wie<br />

vokal zu den überzeugendsten Interpretationen<br />

<strong>der</strong> jüngeren Aufführungsgeschichte. Tanja A.<br />

Baumgartner ist eine berührende Geschwitz, Michael<br />

Volle ein persönlichkeitsstarker Darsteller<br />

des Dr. Schön und Jack the Ripper. Eine facettenreiche<br />

Woody-Allen-Ausgabe des Intellektuellen<br />

bietet Thomas Piffka als Alwa.<br />

Albrecht zelebriert die Schönheiten <strong>der</strong> von Friedrich<br />

Cerha vollendeten Partitur und unterstreicht<br />

ihre Nähe zur Klangwelt <strong>der</strong> Spätromantik.<br />

Miguel Cabruja<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 115


Musik Jazz<br />

FUSION Return To Forever The Mothership Returns<br />

CD DES MONATS<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGDETAILS:<br />

Räumlichkeit:<br />

Ausgewogenheit:<br />

Transparenz:<br />

Zurück aus den Geschichtsbüchern<br />

<strong>Der</strong> Name Return To Forever ist bereits Teil <strong>der</strong> Geschichtsbücher.<br />

Schlägt man nach, erfährt man einiges<br />

über den Fusion-Sound <strong>der</strong> Siebziger, als die Aufbruchsstimmung<br />

<strong>der</strong> Elektrifizierung auch den Jazz beflügelte.<br />

Dann allerdings trennte sich die Combo 1977, um<br />

sich erst nach 31 Jahren wie<strong>der</strong> auf die Bühne zu wagen.<br />

Von früheren Besetzungen waren noch Keyboar<strong>der</strong><br />

Chick Corea und Bassist Stanley Clarke mit von<br />

<strong>der</strong> Partie, außerdem Drummer Lenny White, <strong>der</strong> ebenfalls<br />

ein paar Jahre zum Team gehörte. Neu dabei waren<br />

Gitarrist Frank Gambale und Geiger Jean-Luc Ponty,<br />

ohne Kompatibilitätsprobleme, weil beide ebenfalls<br />

mit den Klangvorstellungen <strong>der</strong> frühen Jahre vertraut<br />

waren. Return To Forever IV tourte um die Welt, wurde<br />

in großen Sälen gefeiert, und „The Mothership<br />

Returns“ fasst diese erfolgreichste Wie<strong>der</strong>vereinigung<br />

des Jazz <strong>der</strong> vergangenen Jahre<br />

in einer Box mit zwei CD-Seiten und einer<br />

DVD (Dokumentation und Konzertausschnitte)<br />

zusammen. Man erlebt fünf Weltmeister <strong>der</strong><br />

Gestaltungskraft, die mit reichlich Energie nicht<br />

nur <strong>der</strong> Vergangenheit huldigen, son<strong>der</strong>n das Idiom des<br />

Jazzrocks in die Gegenwart holen. Corea lässt seine<br />

Synthies singen, Gambale meistert die schwierigsten<br />

Linien mit einem Lächeln. Ponty geigt, als wäre er ein<br />

Rocker, Clarke spielt hurtiger denn je, und White ist<br />

funky mit Donnerschlag.<br />

In <strong>der</strong> Summe ist das alte Schule mit <strong>der</strong> Chuzpe <strong>der</strong> Erfahrung<br />

– genau das, was man sich von so einem Elefantentreffen<br />

erhofft hat. Lediglich <strong>der</strong> manchmal etwas überladene<br />

Live-Sound hätte noch mehr Präsenz vertragen.<br />

Aber das Wuchtige gehört ja auch zum Konzept <strong>der</strong><br />

Fusion-Ära.<br />

Ewige Meister <strong>der</strong> Gestaltungskraft:<br />

Return To Forever.<br />

Eagle Records / edel:Kultur (112:38 + 112 Min.) www.return2forever.com<br />

Ralf Dombrowski<br />

NEW JAZZ<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Dave Stapleton<br />

Kammer-Jazz? Nein, nicht wirklich. Dafür sind<br />

hier zu viele Akteure zugange. Mo<strong>der</strong>n Bigband?<br />

Auch nicht, dafür ist die Musik zu intim. <strong>Der</strong> britische<br />

Pianist Dave Stapleton, <strong>der</strong> bereits Soundtracks<br />

komponierte, führt auf „Flight“ ein versiertes<br />

Jazz-Quartett um Marius Neset am Tenorsax<br />

mit dem Brodowski String Quartet zusammen.<br />

Das Ergebnis ist kein Meisterwerk wie „Catching<br />

Sunlight“ von 2008, aber ein Album voller Überraschungen<br />

und schöner Themen.<br />

Streichquartett trifft lyrischen Jazz.<br />

Edition Records / Soulfood (74:20) www.davestapleton.com<br />

FUSION<br />

Albare iTD<br />

Flight<br />

<strong>Der</strong> Gitarrist Albare, als Albert Dadon in Marokko<br />

geboren, aufgewachsen in Israel und Lyon, wohnhaft<br />

in Australien, vereint in seiner Band „international<br />

Travel Diary“ (iTD) alles, was das Herz begehrt:<br />

elegant schwingende Melodien von Gitarre,<br />

Mundharmonika (Hendrik Meurkens), Tenorsaxofon<br />

(George Garzone) und Elektrobass (Evripidis<br />

Evripedou) sowie Rhythmen aus Südamerika, Jazz<br />

und Afrika. Neu ist das nicht – warum auch? <strong>Der</strong><br />

Musik:<br />

Reiz besteht in <strong>der</strong> Gelassenheit <strong>der</strong> acht Titel.<br />

Klang:<br />

Fusion zum Zurücklehnen und Genießen.<br />

Enja / Soulfood (58:01) www.albare.info<br />

WS<br />

BIG BAND<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGTIPP<br />

Kenny Wheeler Big Band<br />

Camjazz / edel:Kultur (68:33) www.camjazz.com<br />

MI<br />

Long Way<br />

The Long Waiting<br />

Kaum ein Big-Band-Lea<strong>der</strong> komponiert so vielschichtig<br />

für die größte Jazzformation wie <strong>der</strong> Flügelhornist<br />

Kenny Wheeler. Raffiniert verschränkt<br />

<strong>der</strong> in England lebende Kanadier die Instrumentengruppen<br />

ineinan<strong>der</strong> – doch bevor sie sich verknoten,<br />

wechselt er auf groovende Linien, aus denen<br />

sich seine Top-Solisten o<strong>der</strong> er selbst mit prägnanten<br />

Statements lösen. Für eine beson<strong>der</strong>e Tönung sorgt<br />

Diana Torto, <strong>der</strong>en Stimme Wheeler wohldosiert in<br />

die Instrumentalsätze mengt.<br />

Stilvolle Big-Band-Kunst.<br />

WS<br />

PIANO JAZZ<br />

John Surman<br />

Saltash Balls<br />

Nur sich selbst als Korrektiv zu haben, for<strong>der</strong>t heraus.<br />

Eine Platte wie „Saltash Bells“ ist daher auch<br />

ein Experiment. Sicher, <strong>der</strong> Dokumentarfilmer Odd<br />

Geir Saether, <strong>der</strong> den Ausschlag für das Album gab,<br />

Tonmeister Jan-Erik Kongshaug und Produzent<br />

Manfred Eicher halfen John Surman auch. Trotzdem<br />

ist das zehnteilige gute Stück teils etwas lieblich<br />

geraten. Saxofonlinien, Keyboard-Texturen umranken<br />

einan<strong>der</strong> harmonisch fließend, Reibung fehlt,<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

Kontemplation dominiert die Dramaturgie.<br />

Klang:<br />

Kammerjazzig schöne Bil<strong>der</strong>.<br />

ECM / Universal (59:13) www.johnsurman.com<br />

RD<br />

MODERN JAZZ<br />

Stéphane Belmondo The Same As It Never Was Before<br />

Außerhalb Frankreichs ist Stéphane Belmondo nur<br />

Eingeweihten ein Begriff, und das, obwohl <strong>der</strong> Trompeter<br />

bereits seit einem Vierteljahrhun<strong>der</strong>t im Geschäft<br />

mitmischt. Mit seinem aktuellen Quartett-<br />

Album „The Same As It Never Was Before“ hat er<br />

nun die Chance, dass das endlich an<strong>der</strong>s wird. Denn<br />

mit alten Hasen wie Pianist Kirk Lightsey und<br />

Drummer Billy Hart an seiner Seite betört er vor<br />

KLANGTIPP allem mit betörend eloquenten Linien und einem<br />

Musik:<br />

samtenen, zugleich strahlenden Ton.<br />

Klang:<br />

Gepflegter Soul-swingen<strong>der</strong> Mo<strong>der</strong>n Jazz.<br />

Verve / Universal (59:49) www.vervemusicgroup.com<br />

RD<br />

POST-AVANTGARDE<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGTIPP<br />

Die Avantgarde ist nicht tot. Sie hat nur geschlummert.<br />

<strong>Der</strong> Saxofonist Henry Threadgill, in den 1980-<br />

ern ein Grenzgänger zwischen Free Jazz und Tradition,<br />

hat den bissigen Impetus von einst zwar abgestreift.<br />

Doch sein Grundthema ist geblieben: Clever<br />

(de-)konstruiert er Elemente <strong>der</strong> Jazzgeschichte<br />

und verknüpft sie zu neuen Klangkombinationen.<br />

Ohne den rotzigen Gestus leuchten die tönenden<br />

Mosaike prächtiger als in den jungen Jahren des<br />

einstigen Klang-Aufrührers.<br />

Zerbröselt und neu strukturiert.<br />

Pi Recordings / Codaex (44:15) www.pirecordings.com<br />

Henry Threadgill Tomorrow Sunny / The Revelry, Spp<br />

WS<br />

FOTO: Eagle Records<br />

116<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


leserbriefe@<strong>stereoplay</strong>.de<br />

Das Kreuz mit dem L<br />

Knuth.Zensen@gritzmann-architekten.de<br />

Ich betreibe den Röhrenverstärker Magnat RV 2<br />

an den Lautsprechern R 500 von KEF. Welcher<br />

Anschluss ist besser, 8 o<strong>der</strong> 4 Ohm? Mein<br />

Eindruck ist, dass <strong>der</strong> 8-Ohm-Ausgang besser<br />

klingt hinsichtlich Auflösung und Räumlichkeit.<br />

O<strong>der</strong> ist das nur Einbildung?<br />

Ich höre vorwiegend bei geringen bis mittleren<br />

Lautstärken, Raumgröße 24 Quadratmeter,<br />

L-Form. Um 100 Hertz habe ich einen Einbruch<br />

festgestellt. Liegen die Ursachen bei den<br />

Raummoden, o<strong>der</strong> ist diese Lautsprecher/<br />

<strong>Verstärker</strong>-Kombination ungünstig?<br />

<strong>stereoplay</strong> Die 4- und 8-Ohm-Boxenanschlüsse<br />

des Magnat muss man wie auch bei an<strong>der</strong>en<br />

<strong>der</strong>artigen <strong>Verstärker</strong>n als Alternative betrachten,<br />

die zum Ausprobieren einlädt. Da die Verhältnisse<br />

<strong>der</strong> Röhren-, Ausgangsübertrager- und <strong>der</strong><br />

frequenzabhängigen Boxenimpedanz nicht klar<br />

definierbar sind, gibt es keine technisch<br />

begründbare eindeutige Empfehlung für den<br />

einen o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Anschluss. Benutzen Sie also<br />

am besten weiterhin die 8-Ohm-Klemmen, auch<br />

wenn sie aus schwer zu durchschauenden<br />

Gründen besser klingen.<br />

Die Standboxen R 500 von KEF weisen um 100<br />

Hertz keinerlei Frequenzgang-Einbruch auf. Die<br />

partielle Auslöschung kommt also tatsächlich<br />

durch ungünstige Raummoden, durch stehende<br />

Wellen zustande. In dem speziellen Fall des<br />

L-förmigen Raums kann Ihnen lei<strong>der</strong> auch unser<br />

ansonsten recht aussagekräftiger Rechenservice<br />

nicht helfen (www.<strong>stereoplay</strong>.de/rrs). Unter<br />

Umständen führt aber geduldiges Boxen-<br />

Verschieben, also wie<strong>der</strong>um Ausprobieren,<br />

zu einer Verbesserung.<br />

WAV, WAV<br />

Bernd Klabunde <br />

1) Welche <strong>der</strong> von Ihnen bisher getesteten und<br />

noch aktuellen CD-Player bis zur Preisklasse von<br />

rund 800 Euro können auch auf CD gebrannte<br />

WAV-Dateien wie<strong>der</strong>geben?<br />

2) In einem früheren Heft hatten Sie den Test<br />

einer Vorstufe von Adam Audio angekündigt.<br />

Kommt <strong>der</strong> noch?<br />

3) Es gibt ein paar Tuner im HiFi-Bereich, die<br />

auch DAB+ wie<strong>der</strong>geben können (Marantz NA<br />

7004, Cambridge 650 T und an<strong>der</strong>e). Warum<br />

werden diese Tuner nicht getestet? Stirbt<br />

diese Gerätespezies o<strong>der</strong> gar DAB+ aus, o<strong>der</strong><br />

interessiert es die meisten Leser nicht? Ich wäre<br />

an so einem Test interessiert – auch wegen<br />

konkreter Kaufabsicht.<br />

<strong>stereoplay</strong> Die Frage 1) läuft ja eher auf das<br />

von Ihnen verwendete Brennprogramm hinaus.<br />

WAV-Musikdaten sind genau gleich strukturiert<br />

wie die PCM-Signale auf CDs. Sie besitzen<br />

gewissermaßen nur unterschiedliche Adress-<br />

Etiketten, neudeutsch Container genannt.<br />

Windows Media Player o<strong>der</strong> iTunes stellen beim<br />

CD-Brennen gewissermaßen automatisch<br />

Audio-gerechte Platten her.<br />

Zu Frage 2): Wir hatten die Vorstufe von Adam<br />

Audio schon da, dann hat sich <strong>der</strong> Hersteller<br />

entschieden, eine noch weitere Verbesserung zu<br />

versuchen. Insofern können wir die Adam also<br />

erst zu einem späteren Zeitpunkt für einen Test<br />

einplanen.<br />

Zu Frage 3): <strong>stereoplay</strong> hat sich jahrzehntelang<br />

äußerst intensiv um hohe Radio-Musikqualität<br />

bemüht. Die zuständigen Tester standen auch bei<br />

<strong>der</strong> Entscheidung für das datenreiche DVB-S-<br />

Übertragungsverfahren und bei <strong>der</strong> Installation<br />

des ARD-Radiotranspon<strong>der</strong>s auf Astra in<br />

vor<strong>der</strong>ster Reihe. Die Klangidealisten haben<br />

dafür dann auch die – was Radioverhältnisse<br />

betrifft – großzügige Datenrate von 320 Kilobit/s<br />

und im Dolby-Surround-Fall sogar noch eine<br />

höhere erkämpft. Für den Empfang braucht es<br />

nur einen Antennen-Zugang und einen<br />

(mittlerweile extrem preisgünstigen) DVB-<br />

Receiver.<br />

DAB mit seiner deutlich geringeren Datenrate<br />

beurteilt <strong>stereoplay</strong> schon seit seinem<br />

Grundsatz-Artikel „DABraut sich was zusammen“<br />

von 1991 äußerst skeptisch. In <strong>der</strong> Tat<br />

wurden die pessimistischen Vorahnungen<br />

übererfüllt. DAB+ mit abermals und auf unter<br />

MP3-Niveau reduzierter Datenrate ist schlicht<br />

und ergreifend nicht mehr HiFi-gerecht. Es fällt<br />

also – für die Beurteilung von Kleinradios,<br />

Telefonen, Handys und <strong>der</strong>gleichen haben wir<br />

Schwestermagazine – tatsächlich aus unserem<br />

Themenrahmen heraus.<br />

So o<strong>der</strong> so kann es nicht unsere Aufgabe sein,<br />

die Radioanbieter – beziehungsweise eine<br />

Fraktion davon – darin zu untersützen, sich von<br />

HiFi-Übertragungsqualität zu verabschieden.<br />

made in Germany<br />

Dual steht nach wie vor für höchste Qualität,<br />

lange Lebensdauer und kundenorientierter<br />

Service. Aus diesem gutem Grunde hat Dual<br />

sich etwas neues ausgedacht:<br />

<strong>Der</strong> Vollautomat CS-460<br />

The spirit of<br />

the 70s...<br />

Jazz hört man<br />

auf Vinyl<br />

CS-460<br />

mit Sandwichteller<br />

Stukturlack Schwarz, Finish Silber<br />

Dieser Plattenspieler<br />

beherrscht alle Tricks!<br />

CS-460<br />

Voll-Automatik mit Sandwichteller<br />

Klavierlack Schwarz, Finish Silber<br />

<strong>stereoplay</strong> freut sich auf Ihre Fragen, Kommentare, Erfahrungsberichte und Fotos. Zwecks leichterer<br />

Kommunikation <strong>der</strong> Leser miteinan<strong>der</strong> drucken wir die E-Mail-Adresse grundsätzlich mit ab. Bitte<br />

vermerken Sie, wenn sie nicht veröffentlicht werden soll. Fax: 0711 / 20 70 30 45 01. Anfragen ohne<br />

E-Mail-Adresse o<strong>der</strong> Faxnummer können wir nicht beantworten. Monatlich jeden ersten Donnerstag<br />

Telefon-Hotline: 0711 / 20 70 30 65 55.<br />

www.sintron-audio.de<br />

Sintron Vertriebs GmbH · Südring 14 · D-76473 Iffezheim<br />

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Service Lesebriefe/Termine<br />

Fachhändler-Vorführungen: Hören Sie rein<br />

Berlin, 3.8. - 31.8.:<br />

PhonoPhono, 10961 Berlin.<br />

3. August: High End für Kenner und<br />

Genießer – hochwertige Plattenspieler<br />

im direkten Vergleich.<br />

10.8.: Tuning-Tipps – PhonoPhono<br />

zeigt, wie man einer HiFi-Anlage zu<br />

noch besserem Klang verhelfen kann,<br />

und wirft dabei ein Auge insbeson<strong>der</strong>e<br />

auf etwaige Schwachstellen wie die<br />

Stromversorgung, NF-/Netzkabel,<br />

Füße, Racks o<strong>der</strong> Stellflächen.<br />

17.8.: CD contra SACD – Top-Geräte<br />

aus unterschiedlichen Preissegmenten<br />

im Vergleich. Plus: Was<br />

bringen die neuen Digitalformate?<br />

24.8.: Phono-Vorverstärker – was<br />

bringen sie, welche Geräte passen zu<br />

welchen Plattenspielern? Wo liegen<br />

die Unterschiede?<br />

31.8.: Alt gegen Neu – ältere<br />

Plattenspieler messen sich mit<br />

aktuellen Modellen vergleichbarer<br />

Preislagen. Sind wirklich immer<br />

die Neuen die besseren?<br />

www.phonophono.de<br />

Berlin, ab sofort:<br />

Klangatelier Berlin, 10787 Berlin,<br />

heißt die neue HiFi-Adresse an <strong>der</strong><br />

Spree. Hinter dem Namen stecken<br />

die Experten des bestens bekannten<br />

Tonstudios Tempelhof. Im neuen<br />

Domizil in <strong>der</strong> Keithstr. 5 (unweit<br />

vom KaDeWe am Wittenbergplatz)<br />

stehen künftig Produkte und<br />

Service-Leistungen rund um<br />

das Thema Raum- und Anlagen-<br />

Tuning im Mittelpunkt. Raumakustikund<br />

Anlagen-Tuning-Maßnahmen<br />

beim Kunden zu Hause gehören<br />

ebenso zum Angebot wie eine Fülle<br />

von Helferlein zur Soundoptimierung<br />

– von D/A-Wandlern und Kopfhörerverstärkern<br />

über Netzfilter, -leisten<br />

und -kabel bis hin zu Gerätebasen<br />

und Pucks. Geöffnet: Montag bis<br />

Freitag 15-20 Uhr, Samstag 10-18<br />

Uhr. Telefon: 030 / 75 21 38 4.<br />

E-Mail: www.klangatelier.de<br />

Berlin, 31.8 - 5.9.:<br />

Max Schlundt Kulturtechnik, 10623<br />

Berlin, nutzt erneut die IFA, um im<br />

Berliner Stilwerk (Kantstraße 17) eine<br />

Leistungsschau <strong>der</strong> High-End-Branche<br />

zu veranstalten. Tagsüber setzen die<br />

„Kulturtechniker“ eine Fülle von<br />

highfidelen Klang-Champions und<br />

stylischen Design-Schönheiten unter<br />

Strom – vom Plattenspieler-Traum<br />

bis zur spektakulär gestalteten<br />

Lautsprecher-Skulptur. Abends wird<br />

dann auf <strong>der</strong> Dachterrasse zu<br />

loungig-audiophilen Klängen <strong>der</strong><br />

gechillte Teil des Tages eingeläutet.<br />

Ausstellungsinfos und das Programm<br />

gibt es online unter www.maxschlundt.de<br />

und www.stilwerk.de<br />

Bochum, 14. + 15.9.:<br />

HiFi Center Liedmann, 44805 Bochum.<br />

Raumakustik-Profi Thomas Fast<br />

macht einen seiner unterhaltsamen<br />

Kuturtechnik Berlin<br />

2012<br />

August/September<br />

Workshops über designorientierte<br />

Raumakustik-Lösungen („Walltraps“)<br />

und präsentiert erstmals seine<br />

Super-Phonovorstufe „Tanzmusik“<br />

mit stufenlos regelbarer Entzerrung.<br />

Anmeldungen erbeten unter Telefon<br />

0234 / 84 96 97<br />

Bonn, 8. + 9.9.:<br />

Linzbach, 53113 Bonn. Vorhang auf<br />

zur zweiten Runde: Nach erfolgreichem<br />

Debüt 2011 veranstaltet HiFi<br />

Linzbach auch 2012 die „Westdeutschen<br />

HiFi Tage“. Am 8./9. September<br />

verwandeln die Veranstalter, die<br />

Linzbach-Chefs Benno Salgert und<br />

Christian Breil, das Bonner Maritim-<br />

Hotel (Godesberger Allee, 53175<br />

Bonn) in einen HiFi- und Multimedia-<br />

Tempel. Über 40 Aussteller von A wie<br />

ATR bis W wie WBT präsentieren hier<br />

heimische und internationale<br />

Top-Produkte. Elf Salons, vier Suiten<br />

31.8<br />

und mehr als 25 Zimmer laden zum<br />

entspannten Hören in gepflegter<br />

Atmosphäre ein Zudem können<br />

HiFi-Fans in zwei großen Sälen eine<br />

Fülle von Technik-Träumen nach<br />

Herzenslust begutachten, anfassen<br />

und mit Branchenvertretern<br />

fachsimpeln. Im Rahmenprogramm<br />

locken interessante Workshops,<br />

Verkaufsstände mit audiophilen<br />

Tonträgern sowie ein Plasma-TV<br />

mit 262 cm (!) Bildschirmdiagonale.<br />

Auch 2012 ist <strong>der</strong> Eintritt frei!<br />

Öffnungszeiten: Samstag 10-18 Uhr,<br />

Sonntag 11-17 Uhr. Zusätzliche Infos<br />

www.<strong>stereoplay</strong>.de<br />

Auf unserer Website finden Sie jede<br />

Menge Ratgeber und ein Forum, das<br />

Sie herzlich zum Diskutieren einlädt.<br />

Thomas Fast demonstriert seine gleichermaßen orginellen wie<br />

wirkungsvollen Raumakustik-Elemente namens „Walltrap“.<br />

Klanglich sind ATC-Aktivboxen eine Klasse für sich. Nun wollen die<br />

Briten mit „Private Edition“ auch mit edleren Oberflächen punkten...<br />

118 9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


unter www.bonnaudio.de o<strong>der</strong><br />

per Telefon: 0228 / 22 20 51<br />

Braunschweig, 11. + 31.8.<br />

+ 8.9.:<br />

Radio Ferner, 38100 Braunschweig,<br />

freut sich im Rahmen seiner<br />

Veranstaltungsreihe „Im Fokus“ auf<br />

einen Besuch von Sven Pieper. <strong>Der</strong><br />

Lautsprecher-Experte von Dynaudio<br />

präsentiert die neue Boxen-Linie XEO,<br />

die dank aktivem Aufbau, drahtloser<br />

Sendetechnik und Fernbedienbarkeit<br />

kabellosen High-End-Klang mit<br />

immenser Flexibilität verbinden will.<br />

Die Präsentationen beginnen jeweils<br />

um 11, 14 und 16 Uhr.<br />

Am 8.9. gastiert in <strong>der</strong> Neue Straße<br />

die Firma Linn. Lutz Jebe vom<br />

deutschen Linn-Vertrieb präsentiert<br />

vom klassischen Vinyl-Laufwerk bis<br />

zum topmo<strong>der</strong>nen Network-Streamer<br />

einige Highlights aus dem Produktportfolio.<br />

Showtime ist auch hier<br />

um 11, 14 und 16 Uhr.<br />

Die zweite Radio-Ferner-Eventreihe<br />

„Die Kleine Hörprobe“ (jeden letzten<br />

Freitag im Monat von 18-20 Uhr)<br />

widmet sich am 31.8. dem Jazz. Das<br />

Radio-Ferner-Team lädt zu einer<br />

kleinen Zeitreise ein und porträtiert<br />

die wichtigsten Genres. Anmeldung<br />

erbeten unter Telefon 0531 / 49 48 7;<br />

E-Mail: verkauf@radio-ferner.com;<br />

www.radio-ferner.com<br />

Bremen, 31.8. + 1.9.:<br />

Studio 45, 28195 Bremen. Das<br />

Studio-45-Team und Werner Strehl<br />

vom ATC-Vertrieb laden Musikliebhaber<br />

ein, mit <strong>der</strong> ATC Private Edition<br />

feinste Aktivtechnik und audiophile<br />

Endstufen im extravaganten Kleid zu<br />

erleben. Infos: 0421 / 14 75 7 o<strong>der</strong><br />

www.studio45.de; weitere ATC-PE-<br />

Termine unter www.audiotra.de<br />

Stuttgart, 4.8.:<br />

B&M Service Center Süd, 70806<br />

Kornwestheim, veranstaltet in<br />

Stuttgart einen Workshop mit<br />

Lautsprechern <strong>der</strong> Aktivspezialisten<br />

Backes & Müller. Modelle aus <strong>der</strong><br />

Prime- und <strong>der</strong> Line-Serie werden<br />

vorgeführt; als Zuspielgeräte kommen<br />

Restek-Komponenten zum Einsatz.<br />

Besucher dürfen gern eigene<br />

Vorführ-CDs mitbringen.<br />

Anmeldung und Infos:<br />

0 71 54 / 44 13; E-Mail:<br />

info@service-sued-backesmueller.de;<br />

www.service-sued-backesmueller.de<br />

leserbriefe@<strong>stereoplay</strong>.de<br />

Zu viel Bass<br />

Björn Uecker <br />

Ich betreibe eine Heco Celan GT 902 an einer<br />

NAD-Rega-Kette (372 / 525 / PP2 / RP 1) in<br />

einem circa 30 qm großen, normal bedämpften<br />

Wohnzimmer (6,5 x 4,5 m), Hörbereich (quer<br />

zur Raumlänge) auf <strong>der</strong> Hälfte des Raumes 4,5 x<br />

3,5 m). Boxen sind nach 1/5-Regel aufgestellt.<br />

Boxenabstand nach hinten zur Wand mehr als<br />

50 cm, zur Seite gute 70 bis 80 cm. Hörentfernung<br />

circa 2,8 bis 3 m, Boxenabstand<br />

zueinan<strong>der</strong> etwa 2 m. Ganz leicht eingewinkelt.<br />

Höhenanhebung +2 dB. Musik: Rock, Pop,<br />

Elektro, House, Techno. Ich bin vom Klangbild<br />

beeeindruckt: schöne Bühne, sehr mitreißend<br />

das Ganze – ohne viel zu verfälschen! Beson<strong>der</strong>s<br />

wenn man Vinyl hört. Allerdings finde ich, dass<br />

<strong>der</strong> Oberbass bei einigen Musikstücken sich<br />

schon kräftig in den Vor<strong>der</strong>grund stellt. Ich<br />

dachte immer, <strong>stereoplay</strong> lehnt solche Boxen<br />

eher ab!? Auf dem Frequenzschrieb kann man ja<br />

den enormen Buckel deutlich sehen. Auch dass<br />

die GT 902 zum Teil gleich o<strong>der</strong> besser als die<br />

Statement klingen soll, verwun<strong>der</strong>t mich, wenn<br />

ich die Frequenzgänge bei<strong>der</strong> Lautsprecher im<br />

Bass vergleiche. Liegt es bei mir eventuell an<br />

dem kurzen Hörabstand? Sollte ich da was<br />

verän<strong>der</strong>n? Sind die Lautsprecher zu groß für<br />

meine Räumlichkeiten? Kann ich mit dem<br />

Zurückdrehen des Bassreglers am <strong>Verstärker</strong><br />

genau diesen Buckel bekämpfen, ohne am<br />

gesamten Bass etwas zu verschlechtern? O<strong>der</strong><br />

sollte man in Richtung Röhren-Amp (Magnat<br />

RV 2) schauen? Warum hat Heco den Oberbass<br />

so angehoben? Gibt es dafür – außer dass es<br />

fetter klingen soll – eine gute Begründung?<br />

<strong>stereoplay</strong> Auch solche erhöhten Bässe gehören<br />

zur Gesamtabstimmung, und womöglich verkauft<br />

sich eine Box mit kräftigem Bass besser. Die<br />

Überhöhung um 90 Hertz fiel im <strong>stereoplay</strong>-<br />

Hörraum tatsächlich viel weniger ins Gewicht,<br />

als <strong>der</strong> Frequenzschrieb hätte vermuten lassen.<br />

Aber wir haben auch einen bis 40 Hertz linearen<br />

Hörraum, viel Platz und allerstabilste Endstufen.<br />

In diesem Umfeld spielte die GT 902 fast besser<br />

als die Statement – deshalb unsere Euphorie.<br />

Es kann schon sein, dass bei Ihnen einige<br />

nachteilige Umstände zusammenkommen.<br />

Als erstes wäre die Aufstellungsfrage zu klären.<br />

Die Heco ist aufgenommen in den <strong>stereoplay</strong>-<br />

RaumRechenService (www.<strong>stereoplay</strong>.de). Da<br />

können Sie die optimale Position leicht ermitteln.<br />

Ist es dann immer noch nicht besser, könnten Sie<br />

mit Dämmstoff die Reflexrohre auf <strong>der</strong> Rückseite<br />

zustopfen – nicht elegant, aber manchmal hilft<br />

es. Das Drehen am Bassregler geht immer, aber<br />

<strong>der</strong> Einsatzbereich des NAD liegt lei<strong>der</strong> nicht<br />

genau bei 90 Hertz. Von <strong>der</strong> Anschaffung des<br />

Magnat RV 2 müssen wir an dieser Stelle<br />

abraten. Da die kleine Röhre noch weniger<br />

Kontrolle hat, dürften die Bässe mit ihr noch<br />

kräftiger werden.<br />

Röhre plus leise Box?<br />

Harald Bruckner, Hamburg<br />

Ich habe schon seit längerem eine Dynaudio<br />

Focus 160 und liebäugele mit <strong>der</strong> Anschaffung<br />

einer kleinen Röhre – etwa <strong>der</strong> Octave V 40 o<strong>der</strong><br />

Ähnlichem. Nun lese und höre ich, dass eine<br />

kleine Röhre mit einer vergleichsweise leisen<br />

Box weit unter ihren Möglichkeiten spielt.<br />

<strong>stereoplay</strong> Dynaudio Focus 160 und Octave V 40<br />

sind eine Super-Kombination, mit <strong>der</strong> wir selbst<br />

viele Hörtests im Bereich Kabel und Zubehör<br />

gemacht haben. Die These, dass schwächere<br />

Röhren mit leisen Boxen weniger gut spielen,<br />

stimmt zwar häufig, aber nicht in diesem Fall,<br />

da die Dynaudio eine sehr lineare Impedanz<br />

aufweist, und daran fühlen sich Röhren<br />

beson<strong>der</strong>s wohl. Sehr laut werden Sie mit<br />

dieser Kombination nicht hören können –<br />

aber sehr schön!<br />

Hörraum unter dem Dach<br />

Konrad Böhme, Dresden<br />

Ich denke an den Ausbau meines Dachstuhls<br />

zum Hörraum und möchte das im Trockenbau-<br />

Verfahren machen. Gibt es diesbezüglich<br />

akustische Fallen, auf die ich zu achten habe?<br />

<strong>stereoplay</strong> Zu viele, als dass wir sie hier<br />

ausgiebig abhandeln könnten. Allein schon<br />

wegen <strong>der</strong> ungünstigen Dreiecksform sollten Sie<br />

unbedingt einen Akustiker zu Rate ziehen, da Sie<br />

sich sonst am Ende nur grämen. Ein Beispiel: Die<br />

normale Rigips-Platte (Stärke: 12,5 Millimeter)<br />

erzeugt bei <strong>der</strong> gängigen Verlattung eine starke<br />

Absorption zwischen 80 und 150 Hertz. Diese<br />

Energie bekommen Sie nie wie<strong>der</strong> zurück.<br />

Deshalb dringend vorher schlau machen!<br />

<strong>stereoplay</strong> freut sich auf Ihre Fragen, Kommentare, Erfahrungsberichte und Fotos. Zwecks leichterer<br />

Kommunikation <strong>der</strong> Leser miteinan<strong>der</strong> drucken wir die E-Mail-Adresse grundsätzlich mit ab. Bitte<br />

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9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 119


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<strong>stereoplay</strong> erscheint im Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH,<br />

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WK 2020 E09


Test & Technik Lautsprecher<br />

Plattenspieler<br />

<strong>Der</strong> perfekte Anarchist<br />

Well Tempered wirft<br />

mit dem Versalex-<br />

Laufwerk alte Vinyl-<br />

Wahrheiten gleich<br />

reihenweise über den<br />

Haufen.<strong>Der</strong> Golfball<br />

im Tonarmlager ist<br />

nur <strong>der</strong> augenfälligste<br />

Beweis dafür.<br />

Das müsste <strong>der</strong> Traum eines<br />

Anarchisten sein. Eines<br />

rebellischen Studenten, <strong>der</strong><br />

eines schönen Morgens aufwacht<br />

und realisiert, dass er im<br />

Schlaf mit einer genialen Idee<br />

belohnt wurde: Alle Spielregeln<br />

gelten nicht mehr, die teure<br />

Show wird abgeschafft, wir<br />

basteln uns jetzt einen Plattenspieler<br />

mit den Dingen, die gerade<br />

im Wohnzimmer nebenan<br />

herumliegen – ein Holzbrett,<br />

ein Nylonfaden, vier Squashbälle<br />

und ein durchbohrter<br />

Golfball.<br />

So hätte es sein können. War<br />

aber nicht so. William „Bill“<br />

Firebaugh ist ein gesitteter US-<br />

Amerikaner, <strong>der</strong> gerade seinen<br />

80. Geburtstag gefeiert hat. Ein<br />

ausgebildeter Industriedesigner,<br />

mit einer langen Vergangenheit<br />

beim Autobauer Ford, heute ein<br />

charmanter, fettfreier Herr mit<br />

strengem Werte-Kanon – das<br />

Gegenbild eines jungen Brandstifters.<br />

Und doch hat er die<br />

Well-Tempered-Plattenspieler<br />

ersonnen, allein und gegen viele<br />

Spielregeln des Marktes. Sein<br />

„Amadeus“ war vor ein paar<br />

Jahren Dauerthema in den<br />

Fachmagazinen, nun ist sein<br />

neuer Wurf da – „Versalex“.<br />

<strong>Der</strong> Name klingt struppig,<br />

leuchtet dennoch ein. Dazu<br />

braucht es nur ein kurzes Nachdenken<br />

mit Lateinbruchstücken<br />

– versus lex, ein Plattenspieler<br />

„gegen das Gesetz“.<br />

Also müssten sie alle verhaftet<br />

werden: William Firebaugh,<br />

sein langjähriger deutscher<br />

„Dealer“ Hermann Hoffmann<br />

und nicht zuletzt jene, die sich<br />

den gesetzlosen Versalex auf<br />

die oberste Ebene im High-End-<br />

Rack stellen. Genau hier liegt<br />

<strong>der</strong> erste Reiz des Well Tempered:<br />

Wie im Kino – man hält<br />

zu Robin Hood, dem mutigen<br />

Gesetzlosen, möchte selbst<br />

einer sein. Wenn es nur nicht<br />

so gefährlich wäre.<br />

Deshalb sei gleich Mut zugesprochen:<br />

So ungewöhnlich <strong>der</strong><br />

Versalex auch anmuten mag, so<br />

mitunter skurril er sich gibt – er<br />

ist ein herausragen<strong>der</strong> Klangproduzent,<br />

ein Gefährte für lange<br />

Lauschjahre, mit erstaunlich<br />

guten Messwerten obendrein.<br />

Das Konzept ist ohne Vergleich<br />

122 9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Freiheit: Das Tellerlager lässt in seinem Dreieck viel<br />

Spiel. Stabilität stellt sich ein, wenn die Achse<br />

bewusst auf kleinstem (Teflon-)Kontaktpunkt rotiert.<br />

Nicht auf den Golfball starren! Auch das<br />

Tonarmlager ist ein Clou: höhenverstellbar, mit<br />

angedocktem Cinch-Port. Darunter rechts: das<br />

Plug-in für Netzteil plus Schraube zur Tempo-Justage.<br />

in seiner Simplizität, o<strong>der</strong> besser:<br />

in <strong>der</strong> Kombination seiner<br />

Einfachheiten. Hier und da<br />

kennt die Vinylgeschichte einfache<br />

Ideen. Doch keiner hat<br />

sie so konsequent zusammengefügt<br />

wie William „Bill“ Firebaugh.<br />

Rustikales Antiskating<br />

Tasten wir uns vom Galgen bis<br />

zur Nadel: <strong>Der</strong> Tonarm hängt<br />

an einem hauchdünnen Nichts<br />

aus Nylon. <strong>Der</strong> Gedanke: je geringer<br />

die Berührungsfläche,<br />

desto besser. Auch das Problem<br />

des Antiskatings löst sich auf<br />

rustikal-überraschende Weise:<br />

<strong>Der</strong> Faden wird mit einer Drehung<br />

verdrillt, drückt also sanft<br />

gegen die Skating-Kraft. Bereits<br />

an diesem frühen Punkt<br />

müsste jeden Tonarm-Technokraten<br />

ein sanftes Grausen<br />

überkommen: Wie denn, bitte<br />

schön, lässt sich in dieser<br />

Konstruktion die nötige<br />

„umgekehrt proportionale<br />

Kompensationskraft“<br />

feinjustieren?<br />

Gar nicht,<br />

könnte Bill Firebaugh<br />

zugeben. Für ihn ist Skating nur<br />

eine Kraft von vielen – die Lösung<br />

liegt eine Etage tiefer.<br />

Alle stürzen sich auf dieses<br />

Detail. Schreien regelrecht auf:<br />

Schaut einmal – ein Golfball!<br />

Wie putzig! Deshalb: Okay, das<br />

Tonarmrohr ist in einen Golfball<br />

montiert – bitte entspannt<br />

Sauber eingelocht<br />

betrachten, vielleicht schmunzeln,<br />

vor allem aber die Logik<br />

dahinter erkennen. Die Wahl<br />

eines Golfballs ist ein cleverer<br />

Coup: Er ist milliardenfach verfügbar,<br />

ideal schwer, robust<br />

gegen Vibrationen von außen<br />

und dazu mit jenen charakteristischen<br />

Vertiefungen ge-<br />

Golfbälle sind Produkte einer High-End-<br />

Industrie. Im Fokus <strong>der</strong> Tuner: die perfekte<br />

Anordnung <strong>der</strong> „Dimples“ – die Vertiefungen<br />

sorgen für ideal berechneten Lufwi<strong>der</strong>stand.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 123


Test & Technik Plattenspieler<br />

zeichnet, die in <strong>der</strong> Fachsprache<br />

„Dimples“ heißen. Sie erhöhen<br />

die Oberfläche des Balls, unterstützen<br />

die perfekte Flugbahn,<br />

wenn er über den grünen Acker<br />

gedrescht wird. Beim Amadeus<br />

hatte Bill Firebaugh einen<br />

weißen Ball in eine einfache,<br />

schwarz eloxierte Schale gelegt.<br />

Auf dem Versalex liegt nun ein<br />

schwarzer Ball in einer aus dem<br />

vollen Aluminium gedrehten<br />

Wanne. Das mit Feinsand bedämpfte<br />

Tonarmrohr besteht<br />

ebenfalls aus Aluminium und<br />

geht durch den Golfball hindurch<br />

wie die FBI-Darstellung<br />

eines Schusskanals. Peng!<br />

Ehrfürchtiges Staunen, gefolgt<br />

von einem weiteren Aha-<br />

Effekt: <strong>Der</strong> Ball liegt tief in<br />

transparentem Silikon-Öl, in<br />

einer für Well Tempered maßgemixten<br />

Viskosität. <strong>Der</strong> Arm<br />

treibt in diesem Bad dahin –<br />

frei, aber in seinem Wi<strong>der</strong>stand<br />

sehr definiert. Die einzige Kraft,<br />

die seine Aktivität bestimmt,<br />

ist <strong>der</strong> Zug <strong>der</strong> Nadel durch<br />

die Rille.<br />

Nicht nur <strong>der</strong> Golfball wurde<br />

durchschossen – auch unser<br />

Herz und Hirn haben jetzt einen<br />

Streifschuss abgekommen: Das<br />

ist clever. Mit dem Wörtchen<br />

„genial“ gehen wir sehr dezent<br />

um – hier ist es angebracht.<br />

Wer will, könnte das Armrohr<br />

im Schusskanal sanft nach<br />

hinten verschieben und so beim<br />

Überhang die effektive Länge<br />

von 10,5 Zoll minimal variieren.<br />

Kaum Spiel gibt es bei <strong>der</strong><br />

Kröpfung: 19 Grad geben die<br />

Bohrungen <strong>der</strong> minimalistischen<br />

Headshell recht fest vor.<br />

Will sagen: <strong>Der</strong> Entwickler<br />

durfte seinen kreativen Spieltrieb<br />

ausleben, die Fan-Gemeinde<br />

nicht. Die wahren Werte sind<br />

nicht verhandelbar.<br />

Das konnten wir auch an den<br />

Messergebnissen aus unserem<br />

Labor ablesen. Sie sind phänomenal<br />

gut. <strong>Der</strong> Tonarm zeigte<br />

sich erstaunlich unangreifbar.<br />

Auch <strong>der</strong> Antrieb punktete mit<br />

herausragenden Werten. Dabei<br />

wie<strong>der</strong>holt Firebaugh auch hier<br />

die Logik des freien Spiels. Die<br />

Achse sitzt in einer dreieckigen,<br />

ölgefüllten Hülse, mit ungewöhnlich<br />

großem Abstand zu<br />

den Seitenwänden – erst die<br />

Rotation bringt den Teller in die<br />

stabile Senkrechte. Im Idealfall<br />

mit nur einem Punktkontakt am<br />

Lagerboden.<br />

Arte povera<br />

Immer wie<strong>der</strong> diese geradezu<br />

provokante Reduktion. Die<br />

Kunstwelt wurde in den 1960er<br />

Jahren von dem Ideal <strong>der</strong> „Arte<br />

povera“ revolutioniert. <strong>Der</strong> Versalex<br />

ist ebenso ein richtungsweisendes<br />

Kunstwerk: großer<br />

Effekt bei einfachsten, fast<br />

ärmlichen Mitteln. Als Antriebsriemen<br />

hält ein geknoteter Nylonfaden<br />

her, die Auflagematte<br />

besteht aus simpelstem Leichtschaumstoff.<br />

Die Zuspitzung<br />

des Konzepts: Natürlich ist eine<br />

Haube aus Plexiglas lieferbar<br />

– ebenso aber kostenlos eine<br />

eigenhändig faltbare Version<br />

aus Pappe.<br />

Auf dem Silbertablett<br />

Das ist halb ein Affront, aber<br />

vollständig konsequent. Eben<br />

die Tat eines Anarchisten – o<strong>der</strong><br />

Arte-povera-Künstlers. Es liegt<br />

an uns Normalsterblichen, dass<br />

wir nicht den Gegenwert von<br />

3950 Euro verstehen. Aber wir<br />

spüren ihn. Im Hörraum wäre<br />

jede Preisdiskussion nach wenigen<br />

Takten verlogen gewesen.<br />

Hier spielte ein Meisterwerk<br />

auf. So freisinnig <strong>der</strong> Versalex<br />

in seinem Äußeren erscheint,<br />

so geradezu streng ging er mit<br />

musikalischen Inhalten um – er<br />

zeigte sich als penibler Analyst<br />

vor allem des dynamischen<br />

Geschehens. Wie selten ein<br />

Laufwerk beherrschte er die<br />

Genauigkeit <strong>der</strong> Phrasierung.<br />

Bela Bartók beispielsweise<br />

spielt in seinem Concerto for<br />

Plädoyer für einen Gesetzlosen<br />

Interview mit Hermann Hoffmann, Audio Int’l<br />

„Feuer und Flamme“<br />

<strong>stereoplay</strong>: <strong>Der</strong> Versalex ist ein mutiger<br />

Entwurf. Braucht es auch Mut zum Kauf?<br />

Hoffmann: Das glaube ich nicht, das<br />

hoffe ich nicht. Schließlich dreht sich<br />

hier alles um die Gesetze von Physik<br />

und Mechanik – bei hoher Wertstabilität.<br />

Auch in ein paar Jahrzehnten wird<br />

<strong>der</strong> Arm noch problemlos funktionieren.<br />

Das Einfache im Konzept schafft<br />

auch Beständigkeit – ideal natürlich<br />

bei <strong>der</strong> Ersatzteil-Beschaffung.<br />

Golf werden die Menschen auch in<br />

50 Jahren noch spielen.<br />

Hermann Hoffmann vom High-End-Vertrieb Audio Int’l importiert seit<br />

25 Jahren die Laufwerke von Well Tempered nach Deutschland. Beim<br />

Besuch in <strong>der</strong> <strong>stereoplay</strong>-Redaktion staunten wir nicht schlecht –<br />

keiner beherrscht bei <strong>der</strong> Erstinstallation das feine Spiel mit Golfball,<br />

Silikon-Wanne und Nylon-Galgen so souverän wie <strong>der</strong> Profi aus<br />

Frankfurt. Offenbar ist das für ihn mehr Freude als Arbeit?<br />

Wo und wer ist die Kundschaft?<br />

Vor allem sind es Menschen, die Ideen<br />

nachvollziehen können. Genau diese<br />

Zielgruppe ist Feuer und Flamme für<br />

das Produkt. Die schweigende Mehrheit<br />

wird vom Schwärmen angesteckt:<br />

124 9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Orchestra (1943) mit einer eröffnenden<br />

Phrase <strong>der</strong> Kontrabässe<br />

(Top-Pressung: Cleveland<br />

Orchestra, George Szell, CBS<br />

USA). Seltsamerweise verlieren<br />

gerade Laufwerke ohne Subchassis<br />

diese Phrasierung aus<br />

dem Fokus – die Figur verschwimmt<br />

im halbdefinierten<br />

Mezzoforte. <strong>Der</strong> Versalex blieb<br />

dran an <strong>der</strong> feinen Dynamik –<br />

und spielte die erstaunliche<br />

Stabilität bis zu ungeahnt teuren<br />

Tonabnehmern aus.<br />

Wir begannen recht sinnvoll<br />

mit dem so legendär guten<br />

Von einer<br />

weiteren<br />

Ballsportart<br />

ausgeliehen:<br />

Vier Squash-<br />

Bälle wehren<br />

in <strong>der</strong> Fußkonstruktion<br />

Vibrationen ab.<br />

wie günstigen Denon-System<br />

DL-103 (Preisempfehlung: 300<br />

Euro) und verspürten stetig<br />

den Hunger nach mehr. Dabei<br />

erlebten wir staunend, dass <strong>der</strong><br />

Versalex jede Systemcharakteristik<br />

auf dem Silbertablett<br />

unterstützt. Im Test-Finale gab<br />

es deshalb noch einen Hördurchgang<br />

mit dem Referenz-<br />

Abtaster Atlas (4/12), mehr als<br />

doppelt so kostspielig wie Laufwerk<br />

und Tonarm gemeinsam<br />

und ein Vertreter <strong>der</strong> hochauflösenden,<br />

dynamisch-anspringenden<br />

Fraktion.<br />

Auf eher nervösen Tonarmen<br />

schlägt dessen Spielfreude<br />

schnell in Hys terie um. Nichts<br />

davon mit <strong>der</strong> Versalex-Kombination.<br />

Wenn Tom Waits in<br />

seiner Ballade „Anywhere I Lay<br />

My Head“ („Rain Dogs“, Island)<br />

aggressive Trauerarbeit<br />

leistet, dann vereinen sich die<br />

Blechbläser mit den rauchigen<br />

Stimmbän<strong>der</strong>n zu einer eng verwobenen<br />

Welt – mal schwebend,<br />

dann extrem schnell in<br />

<strong>der</strong> feindynamischen Entwicklung,<br />

auf den Punkt genau in<br />

<strong>der</strong> Räumlichkeit. Zugleich ein<br />

Siegeszug <strong>der</strong> Schallplatte –<br />

keine Silberscheibe hat diese<br />

Wahrheit je auch nur gestreift.<br />

Das Versalex-Laufwerk serviert<br />

die Wahrheit perfekt. In<br />

<strong>der</strong> Sprache <strong>der</strong> Golfspieler:<br />

„Ass!“ – das große Staunen,<br />

wenn <strong>der</strong> Ball vom Abschlag<br />

durch die Luft fliegt und wie<br />

von Geisterhand direkt im Loch<br />

landet. Magie und Belohnung.<br />

Andreas Günther ■<br />

Well Tempered<br />

Versalex<br />

3950 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audio Int’l Vertriebs GmbH,<br />

Frankfurt am Main<br />

Telefon: 069 / 50 35 70<br />

www.audio-intl.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 48,3 x H: 19 x T: 41,3 cm<br />

Gewicht: 14 kg<br />

Messwerte<br />

Gleichlaufton-Spektrum<br />

10dB<br />

0dB<br />

-10dB<br />

-20dB<br />

-30dB<br />

-40dB<br />

-50dB<br />

20Hz 100Hz 1kHz 10kHz 50kHz<br />

Schlanker Messton ohne nennenswerte<br />

Störungen im Spektrum<br />

Gleichlaufschwankungen vs. Zeit<br />

0 dB<br />

-20 dB<br />

-40 dB<br />

-60 dB<br />

-80 dB<br />

-500Hz 3150Hz +500Hz<br />

Hervorragen<strong>der</strong> Gleichlauf mit<br />

geringer Schwankungsbreite<br />

Rumpel-Spektrum<br />

-20 dB<br />

-40 dB<br />

-60 dB<br />

-80 dB<br />

-100 dB<br />

-120 dB<br />

5Hz 10Hz 50Hz 100Hz 500Hz<br />

Musst Du unbedingt erleben, anfassen,<br />

hören ...<br />

Nomen est omen. <strong>Der</strong> Versalex ist ein<br />

Gesetzloser – müssen Sie und alle seine<br />

Fans verhaftet werden?<br />

Um welche Gesetze geht es denn? Um<br />

Gewohnheitsgesetze, die beispielsweise<br />

heißen: viel Materialeinsatz, wenig<br />

Toleranzen. Wenn man diesem Prinzip<br />

noch so streng folgt, kommt nicht<br />

zwanghaft ein guter Plattenspieler<br />

heraus. Denn diese Gesetze sind<br />

zuallererst Gedankengerüste, aber<br />

keine verbindlichen Wahrheiten. Also<br />

konkret geantwortet: Wer sich den<br />

Gewohnheitsgesetzen wi<strong>der</strong>setzt, hebelt<br />

vor allem bestehende Grenzen aus –<br />

so jemand wird nicht verhaftet, son<strong>der</strong>n<br />

belohnt.<br />

Warum schmieden Sie kein Komplettset –<br />

inklusive Tonabnehmer?<br />

Weil die Kunden in <strong>der</strong> Regel ihre<br />

Systeme schon haben – und damit auch<br />

ihre Vorlieben. Gern führen wir mit<br />

Decca-Abnehmern vor. Doch es spricht<br />

gerade für das Laufwerk und den Arm,<br />

dass es hier keine Einschränkungen gibt.<br />

Alles ist ja sichtbar, alles verän<strong>der</strong>bar.<br />

<strong>Der</strong> Arm kann beispielsweise unterschiedlich<br />

tief in das Silikon eintauchen<br />

– die Bedämpfung lässt sich so perfekt<br />

an das System anpassen.<br />

Wohin geht die Reise? Wird <strong>der</strong> Meister<br />

irgendwann auch Phonostufen o<strong>der</strong> Amps<br />

bauen?<br />

Das nicht. Aber er beschäftigt sich<br />

gerade mit dem an<strong>der</strong>en Ende <strong>der</strong> Kette.<br />

Noch in diesem Jahr möchte Bill Firebaugh<br />

mit einem Lautsprecher auf den<br />

Markt kommen – einem Elektrostaten.<br />

Ob mit o<strong>der</strong> ohne Golfball-Unterstützung<br />

verraten wir noch nicht.<br />

Geringe Rumpelstör-Komponenten<br />

mit minimalem Motoreinfluss<br />

Gleichlauf, bewertet ±0,055 %<br />

Solldrehzahl +1,1 % (einstellbar)<br />

Rumpelstörabstand, bewertet<br />

Platte/Koppler<br />

74/85 dB<br />

Effektive Tonarmmasse 12,5 g<br />

Tonarm-Gewichtsklasse mittel<br />

Bewertung<br />

Klang 54<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Scheinbar einfach in den Teilen,<br />

groß im Zusammenspiel: eine<br />

Laufwerk-Kombi mit hohem dynamischem<br />

Druck. Smooth im<br />

Äußeren, aber überaus neutral<br />

und präzise; <strong>der</strong> Tonabnehmer<br />

bestimmt den Charakter.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

gut - sehr gut<br />

Preis/Leistung<br />

54 Punkte<br />

78 Punkte<br />

sehr gut<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 125


Test & Technik Blu-ray Recor<strong>der</strong><br />

Tradition und Mo<strong>der</strong>ne<br />

Als einziger Anbieter baut Panasonic noch Recor<strong>der</strong> für Wechselmedien. Darüber<br />

hinaus ist <strong>der</strong> DMR BST 820 ein topmo<strong>der</strong>nes Gerät mit allen Raffinessen.<br />

Sie sind quasi die letzten<br />

Archivare, die Recor<strong>der</strong><br />

von Panasonic aus <strong>der</strong> DIGA-<br />

Serie mit dem Kürzel DMR<br />

BST. Es gibt sie auch nur noch<br />

im deutschsprachigen Raum –<br />

wofür sie blüffend komplett<br />

und komplex sind. <strong>stereoplay</strong><br />

bestellte – wie im vergangenen<br />

Jahr mit dem DMR BST 800<br />

– das Topmodell, das nun die<br />

Zahl 820 trägt. Und das hat,<br />

obwohl es sich auf den ersten<br />

Blick nur durch den Namen zu<br />

unterscheiden scheint, einige<br />

Tricks hinzugelernt.<br />

Auf den zweiten Blick sieht<br />

man schon mal, dass Panasonic<br />

nun das Gehäuse im aktuellen<br />

„Stream Texture“ mit sichtbarer<br />

Struktur statt glatter Oberflächen<br />

gestaltete und Füße aus<br />

Metall spendierte. Unter <strong>der</strong><br />

Haube geht’s weiter. Immerhin<br />

elf neue Funktionen verspricht<br />

die Pressemitteilung des auf <strong>der</strong><br />

HIGH-END-Messe in München<br />

erstmals präsentierten Geräts.<br />

Für viele Nutzer eines solchen<br />

Recor<strong>der</strong>s dürfte die Verdoppelung<br />

<strong>der</strong> Festplattenkapazität<br />

auf ein Terabyte eine wichtige<br />

Rolle spielen. Je nach Nutzung<br />

muss sich das nicht einmal auf<br />

die mögliche Spielzeit auswirken,<br />

sendet doch beispielsweise<br />

die ARD fast alle Programme<br />

mittlerweile in High Definition,<br />

was ein deutlich besseres Bild<br />

ergibt, aber auch signifikant<br />

mehr Daten verbraucht.<br />

Mehr Internet-Features<br />

Wie bereits beim Samsung BD<br />

E 8909 S (siehe <strong>stereoplay</strong> 8/12)<br />

integrierten die japanischen<br />

Ingenieure das HbbTV-Paket<br />

aus den Fernsehern ins Gerät.<br />

Die Abkürzung steht für Hybrid<br />

broadcast broadband TV, also<br />

einen kombinierten Fernseh/<br />

Internet-Dienst. Dies ist <strong>der</strong><br />

Mitnahme-Artikel<br />

Praktisch alle vernetzbaren Produkte<br />

erhalten neuerdings eine App. Diese hier<br />

könnte für manchen Nutzer äußerst<br />

interessant sein. Panasonic bietet die<br />

„DIGA Player App“ für die beiden gängigsten<br />

Mobilgeräte-Familien an: für iOS<br />

(iPad, iPhone und iPod) sowie für Googles<br />

Android, das mittlerweile die meisten<br />

Smartphones verwenden. Simpel gesagt<br />

kann man sein Programm mit dieser App<br />

überall im lokalen Netzwerk mit hinnehmen.<br />

<strong>Der</strong> EPG und die auf Festplatte<br />

lagernden Aufnahmen lassen sich dabei<br />

in einer übersichtlichen Liste auswählen.<br />

<strong>Der</strong> integrierte Player gibt dann das<br />

Fernsehprogramm o<strong>der</strong> die Aufnahme auf<br />

dem Smartphone o<strong>der</strong> Tablet wie<strong>der</strong>. <strong>Der</strong><br />

DIGA-Recor<strong>der</strong> skaliert vor dem Senden<br />

das Video passend und ren<strong>der</strong>t den Ton<br />

entsprechend. Die Wie<strong>der</strong>gabe auf einem<br />

aktuellen Samsung-Android-Telefon und<br />

einem Ur-iPad lief flott und ohne Ruckeln.<br />

So kann man das Programm lässig mit auf<br />

die Terrasse o<strong>der</strong> in die Küche mitnehmen,<br />

ohne etwas zu verpassen. Es funktioniert,<br />

soweit das WLAN reicht.<br />

Android: <strong>Der</strong> DIGA-Player spielt<br />

das TV-Programm ruckelfrei.<br />

126 9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


De-facto Nachfolger des Videotextes.<br />

<strong>Der</strong> Übergang von VT<br />

zu HbbTV ist in an<strong>der</strong>en Län<strong>der</strong>n<br />

weiter fortgeschritten, in<br />

England haben die großen<br />

Sen<strong>der</strong> wie BBC und ITV den<br />

Videotext längst abgeschaltet.<br />

Und wer HbbTV einmal genutzt<br />

hat, <strong>der</strong> weiß auch warum.<br />

Endlich nachgerüstet haben<br />

die Entwickler eine „Last<br />

View“-Taste, wie sie praktisch<br />

alle Satelliten-Receiver bieten.<br />

Mit ihr kann man, wie <strong>der</strong> Name<br />

andeutet, zum zuletzt geschauten<br />

o<strong>der</strong> gehörten Programm<br />

zurückspringen. Sehr praktisch.<br />

Ebenfalls neu integriert: Wer<br />

mehr als einen DIGA-Recor<strong>der</strong><br />

von Panasonic besitzt, kann nun<br />

einfach per SD-Speicherkarten<br />

die Sen<strong>der</strong>-Favoritenliste ohne<br />

DIGA-Player auf dem iPad:<br />

Das Programm wird gelistet.<br />

langes Editieren zwischen den<br />

Recor<strong>der</strong>n übertragen. Zu guter<br />

Letzt spendierte Panasonic dem<br />

Doppeltuner einen besseren<br />

elektronischen Programm-<br />

Guide (EPG) von Rovi.<br />

Jetzt fast alles in 3D<br />

Auch in puncto 3D rüsteten die<br />

Entwickler ein wenig auf. Klar<br />

spielt <strong>der</strong> Blu-ray-Teil weiter<br />

alle 3D-Discs. Zusätzlich aber<br />

unterstützt <strong>der</strong> 820 das direkte<br />

Abspielen selbst gedrehter 3D-<br />

Aufnahmen <strong>der</strong> hauseigenen<br />

Full-HD-Camcor<strong>der</strong>, wo die<br />

Vorgänger bislang nur 3D-Fotos<br />

im MPO-Format, auch von 3D-<br />

Kameras an<strong>der</strong>er Hersteller,<br />

wie<strong>der</strong>geben konnten. Und auch<br />

Internet-Inhalte lassen sich nun<br />

in 3D anzeigen.<br />

Im laufenden Programm lässt<br />

sich auf Wunsch springen.<br />

Ausstattung<br />

Allgemein<br />

max. Auflösung HDMI<br />

Deco<strong>der</strong> Dolby TrueHD / DTS HD Master<br />

Deco<strong>der</strong> DD/DTS<br />

FLAC/AAC-Lossless<br />

Bildparameter vorgegeben/einstellbar<br />

Kopfhörerausgang/regelbar<br />

Wie<strong>der</strong>gabespeicher<br />

HDMI-Steuerung<br />

Einlesezeit CD/DVD/BD (in Sekunden)<br />

Progressive Scan<br />

Zeitlupe/Zeitraffer<br />

Fernbedienung auch für TV/lernfähig<br />

NTSC/PAL-Wandlung<br />

Recor<strong>der</strong>/Player<br />

Aufnahmeformate:<br />

BD-RE/-R<br />

DVD-R/-RW/+R/+RW/-RAM<br />

beschreibt zweilagige BD/DVD<br />

Wie<strong>der</strong>gabeformate:<br />

BD-Video/-RE/R<br />

BD BonusView/Live/3D<br />

DVD-R/-RW/+R/+RW/-RAM<br />

CD/-R/-RW<br />

Festplatte/Kapazität<br />

Audio-Wie<strong>der</strong>gabe:<br />

MP3/WMA/AAC/DVD-A/SACD<br />

Video-Wie<strong>der</strong>gabe:<br />

AVCHD/DivX/JPEG<br />

Fernsehtuner<br />

Analog<br />

DVB-T/DVB-S/S2 (HDTV)<br />

CAM-Slot<br />

Elektronischer Programmführer<br />

HbbTV/Videotext<br />

Eingänge<br />

Scart/(S-Video)/(RGB)<br />

Komponenten/S-Video/Cinch<br />

Ausgänge<br />

Komponenten/S-Video/Cinch/Scart<br />

HDMI / Version<br />

Digitalausgänge koax./opt.<br />

Analogausgang Stereo/5.1/7.1<br />

Sonstige Anschlüsse<br />

DV (IEEEE1394)<br />

SD/CF/MMC<br />

USB/Ethernet<br />

W-LAN<br />

Firmware-Update via Internet<br />

DLNA Server/Client<br />

Panasonic<br />

DMR BST 820<br />

1024p/24 3D<br />

• / •<br />

• / •<br />

• / –<br />

• / –<br />

– / –<br />

–<br />

•<br />

18/14/21<br />

•<br />

• / •<br />

• / –<br />

•<br />

• / •<br />

• / • / • / • / •<br />

• / •<br />

• / • / •<br />

• / • / •<br />

• / • / • / • / •<br />

• / • / •<br />

• / 1000 GB<br />

• / – / – / – / –<br />

• / • / •<br />

–<br />

– / • / •<br />

• (2)<br />

•<br />

• / •<br />

• / • / •<br />

– / – / •<br />

– / – / • / •<br />

• / 1.4a<br />

• / •<br />

• / – / –<br />

–<br />

• / – / –<br />

• / •<br />

•<br />

•<br />

• / •<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 127


Test & Technik Blu-ray Recor<strong>der</strong><br />

Was den Rest <strong>der</strong> wahrlich<br />

reichhaltigen Ausstattung angeht,<br />

so blieb alles beim Alten.<br />

Etwa die zwei sich selbst<br />

organisierenden DVB-S2-<br />

HDTV-Empfangsteile, die neben<br />

konventionellem doppeltem<br />

Anschluss auch per Einkabellösung<br />

versorgt werden können.<br />

Zudem ist es möglich, ein<br />

verschlüsseltes Programm zu<br />

schauen und ein zweites verschlüsseltes<br />

aufzuzeichnen;<br />

dieses wird bei <strong>der</strong> Wie<strong>der</strong>gabe<br />

entschlüsselt.<br />

Stetes Wachstum verbucht<br />

das Panasonic-Internetportal<br />

VIERA Connect. Videotelefonie<br />

von Skype mittels optionaler<br />

Kamera bleibt an Bord.<br />

Logische Handhabung<br />

Beson<strong>der</strong>s angenehm fiel den<br />

Testern im Hörraum auf, dass<br />

<strong>der</strong> DMR BST 820 praktisch<br />

nicht auffiel – selbst wenn<br />

gleichzeitig sein Kühlventilator,<br />

die integrierte Festplatte und<br />

eine Blu-ray-Disc mit hohen<br />

Drehzahlen rotierten. Bravo. Im<br />

Übrigen bleibt <strong>der</strong> Panasonic<br />

für seine Komplexität angenehm<br />

übersichtlich bedienbar.<br />

Wer sich einmal verhed<strong>der</strong>t: Ein<br />

Druck auf die „Function“-Taste<br />

führt zum Stamm-Menü. Timer<br />

setzen, Aufnahmen schauen und<br />

Die Geräte-Rückseite<br />

<strong>Der</strong> letzte Scart-Vertreter<br />

Die Recor<strong>der</strong> von Panasonic stellen so<br />

ziemlich die letzten Videogeräte mit<br />

voll wertigem Scart-Ausgang dar. Sie liefern<br />

für alte analoge Fernseher sogar S-Video<br />

o<strong>der</strong> RGB, dann natürlich nicht in HD,<br />

son<strong>der</strong>n heruntergerechnet auf NTSC o<strong>der</strong><br />

PAL-60. Die zwei DVB-S2-Sat-Tuner lassen<br />

schneiden, Archivieren auf<br />

DVD o<strong>der</strong> Blu-ray Disc – all<br />

das geht wirklich leicht von <strong>der</strong><br />

Hand. Pfiffiges gibt es zu entdecken,<br />

etwa eine zeitgesteuerte<br />

Energiespar-Funktion.<br />

Wie im Blu-ray-Player DMP<br />

BDT 500 (Test 7/12) arbeitet<br />

im 820er für alle Videosignale<br />

<strong>der</strong> Chip UniPhier Pro2, <strong>der</strong><br />

<strong>stereoplay</strong> schon beim Player<br />

mit seinem knackscharfen Bild<br />

gefiel und <strong>der</strong> auch im gemischten<br />

Betrieb mit Blu-ray<br />

Discs, DVDs und Satelliten-<br />

Fernsehen einen wun<strong>der</strong>baren<br />

Eindruck hinterließ.<br />

Die Fernbedienung steuert<br />

auch Grundfunktionen des<br />

Fernsehers – <strong>der</strong> darf von<br />

an<strong>der</strong>en Marken stammen.<br />

Wie bei Sat-Receivern lässt<br />

sich nun direkt zwischen<br />

TV/Radio und vorigen<br />

Programmen wechseln.<br />

Panasonic verbesserte den<br />

elektronischen Programm-<br />

Guide deutlich und konnte die<br />

Navigation beschleunigen.<br />

Seit jeher gut mitgedacht: Die<br />

„Option“-Taste öffnet kontextsensibel<br />

Menüs, die für die<br />

aktuelle Situation relevant sind.<br />

Klanglich konnte <strong>der</strong> Recor<strong>der</strong><br />

mit seinem Player-Kollegen<br />

nicht ganz mithalten. Er spielte<br />

insgesamt etwas unpräziser und<br />

subjektiv etwas langsamer über<br />

die digitale Kombileitung<br />

HDMI. Analog in Stereo agierte<br />

er ordentlich, ausgewogen<br />

und unaufdringlich.<br />

<strong>Der</strong> DMR BST 820 fühlt sich<br />

im Wohnzimmer beim Fernseher<br />

und einer Surround-Anlage<br />

sicher pudelwohl. Auch bietet<br />

er allen Komfort von HbbTV<br />

bis 3D-Blu-ray. Und das sogar<br />

für 150 Euro weniger als sein<br />

Vorgänger. Raphael Vogt ■<br />

sich auch per Unicable mit einem Kabel<br />

versorgen. <strong>Der</strong> Netzwerkanschluss wird mit<br />

Internetzugang für HbbTV, BD-Live und das<br />

Panasonic-Internetportal VIERA Connect<br />

benötigt. Wer kein Netzwerk-Kabel legen<br />

kann o<strong>der</strong> will, für den integrierte <strong>der</strong><br />

Hersteller drahtloses WLAN.<br />

Panasonic DMR BST 820<br />

800 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Panasonic, Hamburg<br />

Telefon: 0 18 05 / 01 51 40<br />

www.panasonic.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 43 x H: 6,6 x T: 23,8 cm<br />

Gewicht: 3,3 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

18dB<br />

15dB<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Stets sehr ausgewogen<br />

Klirrspektrum DVD 96/24<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Sehr geringer Klirr, aber nicht ganz<br />

optimal abfallendes Spektrum<br />

Jitterspektrum CD<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Sehr geringer Jitter (186 ps)<br />

Rauschabstand (A-bew.) 98 dB<br />

Ausgangswi<strong>der</strong>stand 890 Ω<br />

Fehlerkorrekturvermögen<br />

Infoschicht CD/DVD/BD 1,9/1,5/1,9 mm<br />

Oberfläche CD/DVD bis 2,3/3,6 mm<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 0,2/20 W<br />

Bewertung<br />

Klang Analog Stereo / Analog Multi / HDMI 47/–/63<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Bild Tuner HD/SD 15/8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Bild Player HD/SD 16/9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

■ Maximale Punktzahl bei DVD-Playern<br />

Reich bestückter 3D-Blu-ray-<br />

Recor<strong>der</strong> mit 1-TB-Festplatte<br />

und Doppel-HD-Sat-Receiver.<br />

Logische Handhabung.<br />

Scharfes Bild und zurückhalten<strong>der</strong>,<br />

neutraler Klang.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang Analog Stereo / Analog Multi / HDMI<br />

Absolute Spitzenklasse 47/–/63<br />

Gesamturteil<br />

überragend<br />

105 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

sehr gut<br />

128 9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


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02.07.2012 14:32:36


Test & Technik Blu-ray Surround-Kombination<br />

Player<br />

Schlicht, schick, harmonisch<br />

Clever designt sind die Modelle von Marantz. Doch das neue Laufwerk und<br />

das Topmodell <strong>der</strong> halbhohen AV-Amps haben noch an<strong>der</strong>e Qualitäten.<br />

Sie hätten den Platz für einen<br />

AV-Receiver, dann aber<br />

nicht mehr für einen Blu-ray-<br />

Player? O<strong>der</strong> Sie stehen überhaupt<br />

eher auf schlanke Modelle?<br />

Marantz liefert genau das<br />

Passende für Sie – mit den AV-<br />

Receivern <strong>der</strong> NR-Serie, die<br />

so hoch sind wie ein typischer<br />

Player und damit eleganter und<br />

leichtfüßiger wirken. Dabei sind<br />

diese Modelle – wie <strong>der</strong> hier<br />

getestete NR 1603 – keineswegs<br />

knauserig mit Features o<strong>der</strong><br />

Leistung. Stellt man das nahezu<br />

gleich große BD-Laufwerk UD<br />

5007 drauf, ist das Duo genauso<br />

hoch wie einer <strong>der</strong> größeren<br />

Receiver. O<strong>der</strong> die zwei stehen<br />

flun<strong>der</strong>flach nebeneinan<strong>der</strong>.<br />

Den Anwen<strong>der</strong> an die<br />

Hand genommen<br />

Die wichtigste Neuerung am<br />

Receiver – neben technischen<br />

Detailverbesserungen und erweiterter<br />

Ausstattung – steckt<br />

in <strong>der</strong> Ergonomie. Marantz hat<br />

vorbildlich und konsequent aufgeräumt<br />

und die Handhabung<br />

eines AV-Amps dieser Ausstattung<br />

gründlich vereinfacht. Das<br />

beginnt mit dem Wegfall eines<br />

Großteils <strong>der</strong> Tasten auf <strong>der</strong><br />

Front und <strong>der</strong> Fernbedienung<br />

und endet mit dem komplett neu<br />

strukturierten Menü. Ein ausführliches,<br />

klar Deutsch sprechendes<br />

Ersteinrichtungs-Menü<br />

hilft, den Neuerwerb Schritt für<br />

Schritt mit ausführlichem Text<br />

130 9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


und grafischen Darstellungen<br />

<strong>der</strong> Anlage einzupassen. Auch<br />

im Alltag erfreut die entschlackte<br />

Fernbedienung. Beispiel<br />

Surround-Modi: Musste<br />

man sich bislang durch lange<br />

Listen aller zur Verfügung stehenden<br />

Deco<strong>der</strong> hecheln, gibt<br />

es jetzt nur noch vier Tasten für<br />

„Movie“, „Music“, „Game“ und<br />

„Pure“. Beson<strong>der</strong>s Ehrgeizige<br />

können die Vorauswahl <strong>der</strong><br />

Modi trotzdem än<strong>der</strong>n.<br />

Dabei fehlt es dem NR 1603<br />

nicht an Komfort und Vielfalt<br />

– im Gegenteil. Er spielt die<br />

gängigsten Audio-Formate über<br />

das Netzwerk als DLNA- o<strong>der</strong><br />

UPnP-Client und Internetradio,<br />

er gibt Musik via Airplay von<br />

tragbaren Apple-Geräten wie<strong>der</strong>;<br />

diese kann man auch direkt<br />

an die Front-USB-Buchse klemmen,<br />

wo sie musizieren, während<br />

<strong>der</strong> Akku auflädt. Wer die<br />

Marantz-Kombi per Smartphone<br />

o<strong>der</strong> Tablet-Computer<br />

steuern möchte, darf sich kostenlos<br />

die App für iOS o<strong>der</strong><br />

Android herunterladen.<br />

<strong>Der</strong> Receiver beherrscht alle<br />

gängigen HDMI-Funktionen<br />

von 3D bis zum Audio-Return-<br />

Channel für den Ton des Fernsehers,<br />

und sein Videoprocessing<br />

liefert superstabile<br />

Sessel-Komman<strong>der</strong><br />

Gründlich aufgeräumt<br />

Eigentlich sind wir Kunden selbst schuld: Wir<br />

kaufen lieber mehr Ausstattung als nötig. Dadurch<br />

wurden AV-Komponenten auch stets komplexer in<br />

<strong>der</strong> Handhabung. Marantz und die Kollegen von<br />

Denon schritten nun voran: Sie entschlackten die<br />

Menüs sowie die Ferngeber und entwickelten<br />

sinnvolle, ausführliche und landessprachliche<br />

Einrichtungs-Assistenzsysteme, die wirklich<br />

eine Hilfe sind. Marantz/Denon schaffte das,<br />

ohne Funktionen zu entfernen, und steigert somit<br />

den Komfort im Alltag erheblich.<br />

NR 1603:<br />

Lange gab es keine<br />

<strong>der</strong>art aufgeräumte<br />

Fernbedienung für<br />

einen AV-Receiver.<br />

Ein Lob an die<br />

japanischen<br />

Gestalter.<br />

UD 5007:<br />

Die Tasten für<br />

den <strong>Verstärker</strong><br />

ermöglichen die<br />

Kontrolle des Duos<br />

mit einem Gerät.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 131


Test & Technik Surround-Kombination<br />

Smartphone & Tablet<br />

marantz Remote App<br />

<strong>Der</strong> AV-Receiver wie <strong>der</strong> Blu-ray-Player lassen<br />

sich nicht nur über Netzwerk (DLNA o<strong>der</strong> UPnP)<br />

mit Musik beschicken. Für iOS (iPhone, iPod<br />

Touch, iPad) o<strong>der</strong> Android-Tablets/Smartphones<br />

steht mit <strong>der</strong> kostenlosen „marantz Remote App“<br />

eine komplette Fernsteuerung via Touchscreen<br />

bereit. Internetradio und Musik vom Streamer des<br />

Receivers lassen sich samt Covers und Metadaten<br />

darstellen. <strong>Der</strong> Blu-ray-Player lässt keine direkte<br />

Netzwerksteuerung zu, er erhält seine Befehle via<br />

HDMI-CEC-Code vom Receiver.<br />

AV-Receiver:<br />

Die App liefert<br />

mehr Komfort<br />

als die Fernbedienung,<br />

sie stellt<br />

sogar die<br />

Covers <strong>der</strong><br />

laufenden<br />

Musik dar.<br />

Blu-ray-Player:<br />

Das Gerät<br />

kann nur über<br />

den HDMI-<br />

Anschluss <strong>der</strong><br />

aktuellen<br />

Receiver-<br />

Generation<br />

ferngesteuert<br />

werden.<br />

sowie knackscharf skalierte<br />

Analogvideos auf HDMI gewandelt.<br />

Nur von FBAS neigen<br />

die Bil<strong>der</strong> zu leichter Überschärfe.<br />

Zwei <strong>der</strong> sieben Endstufen<br />

lassen sich für Bi-Amping<br />

<strong>der</strong> Stereolautsprecher, für<br />

die rückwärtigen Surround-<br />

Boxen o<strong>der</strong> eine zweite Hörzone<br />

verwenden. Vorverstärkerausgänge<br />

gibt es für Stereo und<br />

natürlich den Subwoofer. Trotz<br />

<strong>der</strong> halbierten Bauhöhe: volle<br />

Manschaft on board.<br />

Diesem Mini-Max-Prinzip<br />

folgt auch <strong>der</strong> Player UD 5007.<br />

Ein Blick auf die sparsam<br />

bestückte Rückseite nährt die<br />

Vermutung, <strong>der</strong> Player habe<br />

wenig Ausstattung – weit gefehlt.<br />

Die Entwickler ließen nur<br />

alle Anschlüsse weg, die ohnehin<br />

praktisch niemand mehr<br />

verwendet. Im Grunde benötigt<br />

<strong>der</strong> Normalanwen<strong>der</strong> für diesen<br />

Player nur drei Kabel: Strom,<br />

HDMI und Netzwerk.<br />

Innen fehlt es an nichts: <strong>Der</strong><br />

UD (Universal Disc) spielt von<br />

CD und SACD, DVD-Video<br />

und DVD-Audio bis Blu-ray<br />

Disc mit <strong>der</strong>en <strong>Der</strong>ivaten von<br />

BD-Live bis 3D alles, was in<br />

die sanft gleitende Lade passt.<br />

Auch hier steckt ein Netzwerkspieler<br />

drin, er kann aber gegenüber<br />

<strong>der</strong> simplen Variante<br />

im <strong>Verstärker</strong> ebenso audiophile<br />

Formate und Auflösungen wie<br />

FLAC bis 192 Kilohertz, sogar<br />

in 5.1-Surround, sowie Video<br />

ebenfalls in hoher Auflösung<br />

abspielen. Neu integriert wurden<br />

drei Online-Filmdienste. In<br />

Deutschland ist davon aktuell<br />

nur Youtube freigegeben; die<br />

Netz-Videotheken Netflix und<br />

VUDU sind hierzulande noch<br />

nicht aktiv.<br />

Auch die überarbeitete Fernbedienung<br />

des Players wirkt<br />

vorbildlich aufgeräumt und<br />

übersichtlich. Während des<br />

Tests <strong>der</strong> Marantz-Kombi bewährten<br />

sich die Tasten für den<br />

<strong>Verstärker</strong> am Handgeber des<br />

Players. Man braucht so immer<br />

nur eine Fernbedienung, die<br />

übliche Jonglage mit mehreren<br />

Befehlsgebern erübrigt sich in<br />

<strong>der</strong> Praxis.<br />

Gemischtes Doppel: Kür<br />

Gerade im Duo machen Marantz-Receiver<br />

und -Player eine<br />

gute Figur. Beide sind wahlweise<br />

in Schwarz o<strong>der</strong> Silber-<br />

Gold lieferbar. Dem Player liegt<br />

ein Vertrauen erweckendes<br />

HDMI-Kabel zur Kommunikation<br />

<strong>der</strong> beiden bezüglich Bild,<br />

Ton und Steuerung bei. Für<br />

Standard-Audio wie UKW,<br />

MP3, iPod o<strong>der</strong> Internetradio<br />

reicht <strong>der</strong> Receiver als Quelle,<br />

wenn es ums Zuschauen o<strong>der</strong><br />

Zuhören mit Anspruch geht,<br />

springt <strong>der</strong> Player ein.<br />

Die Bildqualität von Blu-ray<br />

und DVD o<strong>der</strong> gestreamten<br />

Filmen taugt auch für die Großprojektion:<br />

knackscharf, detailreich<br />

und trotzdem ruhig. Die<br />

digitale Audioqualität bewegt<br />

sich auf dem hohen Niveau, das<br />

die Tester erwarteten: mit klar<br />

umrissener räumlicher Abbildung,<br />

spritziger Dynamik und<br />

stets zum Mitwippen animieren<strong>der</strong><br />

Musikalität – egal, ob<br />

eine hochauflösende Scheibe<br />

o<strong>der</strong> nur eine CD rotierte. Selbst<br />

schnöden MP3-Dateien entlockt<br />

<strong>der</strong> Mediaclient noch ordentlich<br />

fließende Rhythmen.<br />

Beim NR 1603 schreckt den<br />

Laien vielleicht, dass „nur“ 50<br />

Watt pro Kanal angegeben sind.<br />

Das neue Bedienkonzept <strong>der</strong> AV-Receiver<br />

hat Vorbildcharakter. Es vereinfacht die<br />

Einrichtung und Handhabung.<br />

132 9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Marantz NR 1603<br />

650 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Marantz, Osnabrück<br />

Telefon: 0541 / 40 46 60<br />

www.marantz.de<br />

Marantz UD 5007<br />

600 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Marantz, Osnabrück<br />

Telefon: 0541 / 40 46 60<br />

www.marantz.de<br />

Analoge Endzeit: Beim UD 5007 gibt es analog nur noch Stereo und<br />

die Netzspannung. Beim Receiver NR 1603 dominieren sechs<br />

HDMI-Eingänge, USB und Netzwerk die verbliebenen Cinch-Buchsen.<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 44 x H: 10,5 x T: 36,7 cm<br />

Gewicht: 8,3 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

3dB<br />

0dB<br />

-3dB<br />

-6dB<br />

-9dB<br />

-12dB<br />

-15dB<br />

-18dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Sehr ausgewogen und breitbandig,<br />

auch an nie<strong>der</strong>ohmiger Last;<br />

kein Phono-Eingang<br />

Klirr-Analyse (k 2 bis k 5 vs. Leistung)<br />

0dBV<br />

-20dBV<br />

-40dBV<br />

-60dBV<br />

-80dBV<br />

-100dBV<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

Relativ hoher Klirr bei geringer Leistung,<br />

jedoch mit günstig abgestuften<br />

und verlaufenden Komponenten<br />

<strong>stereoplay</strong> Leistungsprofil<br />

Hohes und auch an komplexer Last<br />

stabiles Stereo-Musikleistungsniveau<br />

bis 92 Watt an 3 Ohm<br />

Sinusleistung (1 kHz, k = 1 %) an 8/4 Ω<br />

2 x 58/71 W 5 x 25/22 W<br />

Musikleistung 5 x 88/113 W<br />

Rauschabstand Line 105 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 0,6/≥31 W<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 44 x H: 10,8 x T: 30,8 cm<br />

Gewicht: 5 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

18dB<br />

15dB<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Stets sehr ausgewogen<br />

Klirrspektrum DVD 96/24<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Sehr geringe Verzerrungen mit<br />

günstig abfallendem Spektrum<br />

Jitterspektrum CD<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Sehr geringer Jitter (179 ps)<br />

Rauschabstand (A-bew.) 103 dB<br />

Ausgangswi<strong>der</strong>stand 740 Ω<br />

Fehlerkorrekturvermögen<br />

Infoschicht CD/DVD/BD 0,4/4,5/3,3 mm<br />

Oberfläche CD/DVD bis 0,4/4,5 mm<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 0,2/11 W<br />

Trotz <strong>der</strong> kompakten Gehäusemaße kühlt Marantz alle sieben<br />

Endstufen rein passiv mit großen Kühlkörpern ohne Ventilator. Riesig:<br />

die hochkomplexe Mutterplatine mit den DSPs für Audio und Video.<br />

Doch dies bedeutet nur 3 dB<br />

leiser als 100 Watt. Dank des<br />

dicken Trafos im Netzteil kamen<br />

die Endstufen im Hörraum<br />

selbst mit mehrkanaliger Action<br />

nicht außer Puste. Im Vergleich<br />

mit dem Denon AVR 1912 (Test<br />

9/11) geriet das Klangbild etwas<br />

weniger wuchtig, dafür klang<br />

<strong>der</strong> Marantz-Amp wesentlich<br />

luftiger mit merklich besserer<br />

Mittelhochton-Auflösung und<br />

mehr Gespür für den Raum und<br />

die Dimension <strong>der</strong> Instrumente.<br />

Mit seinem schönen Design<br />

und <strong>der</strong> überarbeiteten erleichterten<br />

Handhabung eignet<br />

sich <strong>der</strong> Marantz NR 1603 perfekt<br />

für das Wohnzimmer als<br />

entspannte Musikmaschine mit<br />

dezenter Surround-Beschallung<br />

zum großen Fernseher.<br />

<strong>Der</strong> UD 5007 bedient problemlos<br />

neben dem Wohnzimmer<br />

auch Hardcore-Heimkinos.<br />

Knackscharfe Darstellung und<br />

dynamische Klangperformance<br />

sind seine klaren Vorzüge.<br />

Raphael Vogt ■<br />

Bewertung<br />

Klang (Stereo/Surround/HD) 39/44/48<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Üppig ausgestatteter AV-Receiver<br />

mit Netzwerk-Player, Airplay,<br />

USB mit iPod-Ladefunktion.<br />

7 Endstufen für Bi-Amping,<br />

7.1 o<strong>der</strong> Zone 2. HDMI mit 3D<br />

und ARC. Neues, vorbildlich<br />

vereinfachtes Bedienkonzept.<br />

Fein aufgelöster, musikalisch<br />

fließen<strong>der</strong> Klang.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang Stereo/Surround/HD<br />

Spitzenklasse 39/44/48 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

gut - sehr gut<br />

71 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

sehr gut<br />

Bewertung<br />

Klang Analog Stereo / Analog Multi / HDMI 47/–/64<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Bild Player HD/SD 16/9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

■ Maximale Punktzahl bei DVD-Playern<br />

Universal-Disc- und Netzwerk-<br />

Spieler, reduziert auf die<br />

wichtigsten Anschlüsse:<br />

HDMI, Stereo analog. Spielt 3D,<br />

DVD-A, SACD, FLAC und WAV<br />

sogar bis 192 kHz in Surround.<br />

Klingt angenehm spielfreudig.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang Analog Stereo / Analog Multi / HDMI<br />

Absolute Spitzenklasse 47/–/64<br />

Gesamturteil<br />

überragend<br />

106 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

sehr gut<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 133


Service <strong>stereoplay</strong> unterwegs<br />

Oben ohne –<br />

mit opulenter Oper<br />

Ein Besuch <strong>der</strong> Arena di Verona kann ein unvergessliches<br />

Erlebnis werden, wenn man das Glück an seiner Seite hat.<br />

Literaturfreunde kommen in<br />

<strong>der</strong> schönen norditalienischen<br />

Stadt Verona voll auf ihre<br />

Kosten. Kann man doch die<br />

Schauplätze aufsuchen, wo<br />

Shakespeare die Tragödie von<br />

Romeo und Julia ansiedelte.<br />

Danach garantieren die Lek türe<br />

des Liebesepos und ein Gläschen<br />

Vino rosso einen stimmigen<br />

Tagesausklang.<br />

i<br />

Arena di<br />

Verona<br />

Ursprünglich verfügte das<br />

Theater aus dem 1. Jahrhun<strong>der</strong>t<br />

n. Chr. über eine dreigeschossige<br />

Außenmauer, die<br />

ein Erdbeben im Mittelalter<br />

fast völlig zerstörte. Erbaut<br />

wurde das Oval für Gladiatorenkämpfe<br />

und Exekutionen.<br />

Erst seit 1913 ist die Arena<br />

Kulturstätte. Damals wurde<br />

dort – zu Ehren Verdis – die<br />

„Aida“ aufgeführt.<br />

Für Klangfreunde auf Verona-Visite<br />

geht es abends hingegen<br />

erst richtig los, denn in <strong>der</strong><br />

Arena wartet extraordinärer<br />

Operngenuss. Allsommerlich<br />

wird dort Klassikern wie „Aida“<br />

o<strong>der</strong> „Tosca“ Leben eingehaucht<br />

– auf hohem Niveau.<br />

Doch <strong>der</strong> Opernbesuch in dem<br />

römischen Amphitheater lädt<br />

nicht wirklich zum kontemplativen<br />

Hören ein – es herrscht<br />

beinahe Volksfestcharakter. Das<br />

merkt man bereits beim Gang<br />

zu den Portalen: Die Profis haben<br />

hier Proviantvorräte, Sitzpolster<br />

und Decken vorbereitet.<br />

Man will gerüstet sein für die<br />

recht langen Pausen, die auf<br />

jeden Akt folgen. Die Intervalle<br />

sind unerlässlich, da die weitläufige<br />

Bühne den Umbau verlangsamt<br />

und teils Tiere in den<br />

Inszenierungen vorkommen,<br />

<strong>der</strong>en Einsatz etwas Vorlaufzeit<br />

benötigt.<br />

Was die Akustik anbelangt,<br />

wird man in Verona Zeuge von<br />

Außergewöhnlichem. Werden<br />

die Opern doch – trotz erheblichem<br />

Abstand zum Publikum<br />

und fehlendem Nachhall – komplett<br />

unverstärkt dargeboten.<br />

„Das funktioniert nur mit Ausnahmesängern“,<br />

meint ein Zuhörer<br />

und fügt hinzu: „Es gibt<br />

viele Stimmen, die in normalen<br />

Opernhäusern überzeugen, aber<br />

hier untergehen würden.“ Tatsächlich<br />

stehen die Vokalisten<br />

in dem Oval vor großen Hürden<br />

– und zwar im buchstäblichen<br />

Sinne. So sollen die große Distanz<br />

zum Dirigenten und die<br />

Zuhörerzahl selbst erfahrenen<br />

Sängern Panik bereiten – was<br />

bei etwa 22 000 Besuchern pro<br />

Abend leicht nachzuempfinden<br />

ist. Da mag es überraschen, dass<br />

die Arena-Aufführungen unter<br />

Kennern keineswegs einen<br />

schlechten Ruf innehaben.<br />

Musikalische Güte, gepaart<br />

mit exklusivem Ambiente<br />

könnte den Arena-Gang für alle<br />

Opernliebhaber zum Muss<br />

machen. Wie bei vielen schönen<br />

Dingen gibt es aber auch hier<br />

den berühmten Haken: Falls es<br />

während <strong>der</strong> Aufführung zu<br />

tröpfeln o<strong>der</strong> gar zu regnen beginnt,<br />

wird sofort abgebrochen,<br />

da die Instrumente Schaden<br />

Fotos: Photo Ennevi, Courtesy of Fondazione Arena di Verona<br />

134 9/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Opernabend als Volksfest:<br />

In <strong>der</strong> Arena di Verona<br />

rücken die Werke von<br />

Giuseppe Verdi und an<strong>der</strong>en<br />

in die Nähe eines mo<strong>der</strong>nen<br />

Multimedia-Spektakels.<br />

Trotz <strong>der</strong> teils großen<br />

Distanz zwischen Akteuren<br />

und Publikum können hier<br />

auch anspruchsvolle<br />

Musikgenießer auf ihre<br />

Kosten kommen.<br />

nehmen könnten. Sobald sich<br />

die Himmelspforten wie<strong>der</strong><br />

schließen, wird weitergespielt.<br />

Mit Glück bis zum orkanartigen<br />

Schlussapplaus, ohne Glück bis<br />

zum nächsten Guss. Wenn es<br />

dann vielleicht nach mehreren<br />

Zwangspausen zum Abbruch<br />

<strong>der</strong> Vorstellung kommt, ist oft<br />

nicht nur die Kleidung feucht,<br />

son<strong>der</strong>n auch das eine o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e<br />

Auge: Zu gerne hätte man<br />

das komplette Stück gesehen.<br />

<strong>Der</strong> Operngang in Verona geht<br />

also stets mit einem Risiko<br />

einher – auch finanziell. Denn<br />

sobald die ersten Takte ertönt<br />

sind, sieht man das Eintrittsgeld<br />

nie wie<strong>der</strong>.<br />

Trotzdem gilt: Das Arena-<br />

Spektakel sollte man nur bei<br />

bedenklicher Wetterlage links<br />

liegen lassen, denn sogar Großdichter<br />

wie Goethe waren von<br />

ihm angetan. Auf seiner berühmten<br />

Italienreise notierte er:<br />

„Die Simplizität des Oval ist<br />

jedem Auge auf die angenehmste<br />

Weise fühlbar, und<br />

je<strong>der</strong> Kopf dient zum Maße, wie<br />

ungeheuer das Ganze sei.“<br />

Jonas Hermann<br />

„Aida“ unterm Sternenhimmel und mediterranes Flair – das ist eine Kombination,<br />

die Gänsehaut erzeugt und selbst Opernmuffel anspricht.<br />

9/12 <strong>stereoplay</strong>.de 135


Service Bestenliste<br />

Rang und Namen<br />

<strong>Der</strong> ultimative Einkaufsführer von <strong>stereoplay</strong>: über 1000 Testergebnisse im Vergleich.<br />

Die jeweiligen Einstufungen und<br />

Preise gelten für die Geräteversion,<br />

die zum Testdatum verfügbar war.<br />

Die aktuelle Rang & Namen-Liste<br />

reicht in <strong>der</strong> Regel über drei Jahre<br />

zurück. Alle Geräte ab 1978 (!)<br />

finden Sie in <strong>der</strong> Mega-Rang & Namen-Liste,<br />

die Sie bei weka@<br />

burdadirect.de. o<strong>der</strong> per Fax: 0781<br />

/ 6394549 auf Papier o<strong>der</strong> CD<br />

(18,95 Euro beziehen können. Bitte<br />

geben Sie gleich Ihre Bankverbindung<br />

an. Dort können Sie auch<br />

vergriffene Hefte o<strong>der</strong> Kopien von<br />

Tests nachbestellen. Eine<br />

Umrechnungs tabelle für einstige<br />

Listen ohne Punkte erhalten Sie<br />

unter leserbriefe@<strong>stereoplay</strong>.de.<br />

So lesen Sie die Liste<br />

Die linke Punktezahl verrät Ihnen die pure Klangqualität<br />

des Geräts. Die rechte, unterlegte Punktezahl zeigt<br />

(ab 7/02) das Gesamtergebnis und erfasst so auch die<br />

Kriterien Messwerte, Praxistauglichkeit, Wertigkeit und<br />

gegebenenfalls Bildqualität.<br />

Die Klangpunkte sind innerhalb von Gattungen<br />

kompatibel. So können Sie Stereo-<strong>Verstärker</strong> und den<br />

Stereo-Ton von AV-Receivern vergleichen. O<strong>der</strong><br />

verschiedene Boxenarten. O<strong>der</strong> CD- mit MP3-Playern!<br />

Geräte, die ein überragendes<br />

Preis/Leistungs-Verhältnis sowie solide Verarbeitung<br />

und praxistaugliche Bedienung bieten, bekommen den<br />

Ehren titel <strong>stereoplay</strong> Highlight (blaues Emblem ).<br />

Komponenten, mit denen die Redakteure beson<strong>der</strong>s<br />

gern arbeiten, erhalten den Ehrentitel Favorit <strong>der</strong><br />

Redaktion (roter Würfel ■).<br />

Die Aufteilung<br />

Lautsprecher: Darunter fallen auch<br />

Subwoofer, Surround-Sets und alle Arten<br />

von Kopfhörern.<br />

<strong>Verstärker</strong>: Unterteilt in Stereo- und AV,<br />

aber auch nach Prinzip: Transistor,<br />

Röhren und Digitalverstärker.<br />

Digital-Quellen: Alle Spielarten von<br />

Playern: MP3, CD, SACD, Netzwerk, DVD,<br />

Blu-ray. Tuner. Recor<strong>der</strong>. Digitalwandler.<br />

Komplettanlagen: CD- und DVD-<br />

Systeme mit und ohne Lautsprecher.<br />

Phono: Schallplatten spieler, Tonabnehmer,<br />

Phonovorstufen.<br />

Zubehör: Lautsprecherkabel (fertig und<br />

als Meterware), Cinchverbindungen.<br />

Ratgeber: Übersicht von Tipps & Tricks.<br />

Lautsprecher<br />

In kleinen Zimmern können Kompaktboxen<br />

besser als Standlautsprecher sein, in<br />

großen Räumen sind Hörner oft die beste<br />

Wahl. Im Bild die Magico V 3, die in normal<br />

großen Räumen mit ihrem völlig natürlichen<br />

Klang kaum zu toppen ist.<br />

Stand-Lautsprecher<br />

Absolute Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Preis<br />

▼<br />

Isophon Berlina RC 11 70 92 150000 1/12<br />

Focal Grande Utopia EM (A) 69 95 130000 6/09<br />

Magico M 5 (A) 69 91 110000 5/10<br />

Magico Q 5 (A) 69 91 70000 5/11<br />

Sonus Faber Aida (A) 69 93 90000 8/12<br />

Ascendo System M-S S.E. (A) 68 91 60000 1/12<br />

TAD Reference One (A) 68 93 70000 10/10<br />

Dynaudio Consequence Ultimate Edition (A) 68 88 48000 11/09<br />

Isosphon Tofana (A) 68 88 44000 8/10<br />

Vivid Audio Giya G 2 (A) 68 91 38000 5/12<br />

Wilson Audio Sasha W/P (A) 68 89 30000 11/11<br />

■ KEF Blade (A) 67 90 25000 1/12<br />

Sonus Faber Amati Futura (A) 67 82 26900 7/11<br />

T + A Solitaire CWT 2000 (A) 67 91 30000 8/11<br />

B&W 800 Diamond (A) 66 89 22000 1/11<br />

Isosphon Berlina RC 7 (A) 66 88 24500 12/10<br />

Tannoy Kingdom Royal (A) 66 87 42000 1/11<br />

T + A Solitaire CWT 1000 (A) 66 86 24000 7/12<br />

Triangle Magellan Concerto 2 (A) 66 87 27000 7/120<br />

Wilson Audio Sophia 3 (A) 66 88 20000 5/12<br />

Sonus Faber Elipsa Stradivari (A) 65 88 20000 9/10<br />

Magico V 2 (A) 65 86 20000 10/09<br />

Blumenhofer Genuin FS 1 (A) 64 84 35000 1/09<br />

B&W 802 Diamond (A) 64 87 14000 5/10<br />

Canton Reference 1.2 DC (A) 64 88 20000 9/09<br />

Fischer & Fischer SN 770 (A) 64 83 25000 5/12<br />

JBL K 2 S 9900 (A) 64 87 39800 1/11<br />

■ KEF Reference 207/2 (A) 64 88 20000 5/08<br />

Piega Coax 90.2 (A) 64 86 16000 5/12<br />

Piega Master One (A) 64 83 30000 9/09<br />

ATC SCM 50 P SL Tower (A) 63 82 10400 4/11<br />

ASW Magadis (A) 63 86 17000 3/09<br />

Cabasse Pacific 3 SA (teilaktiv, A) 63 86 12000 6/11<br />

Elac FS 509 VX JET (A) 63 85 14000 3/12<br />

● Isophon Cassiano D (A) 63 84 17000 1/06<br />

Heft<br />

Klipsch Palladium P 39 F (A) 63 84 16000 3/08<br />

Piega Coax 70.2 (A) 63 85 12000 12/11<br />

Quadral Titan VIII (A) 63 85 11000 10/11<br />

Tannoy Westminster SE (A, B) 63 80 28000 7/07<br />

● Thiel CS 3.7 (A) 63 84 13800 1/08<br />

● Cabasse Riga/Santorin 30 (A) 62 87 10000 6/10<br />

B&W 803 Diamond (A,) 62 82 9000 4/12<br />

Canton Reference Jubilee (A) 62 86 9000 8/12<br />

Elac FS 507 VX-Jet 62 85 10000 9/12<br />

Focal Electra 1038 BE II (A) 62 84 9200 4/10<br />

Progessive Audio Elise II (A) 62 82 9400 6/12<br />

Triangle Magellan Cello 2 62 81 9000 2/12<br />

B&W 804 Diamond (A) 61 82 7000 7/10<br />

Dynaudio Focus 380 (A) 61 80 6200 10/11<br />

GammuT M'inenT 5 (A) 61 81 9500 8/10<br />

Isophon Vescova (A) 61 83 8000 8/08<br />

■ Naim Ovator S 600 (A) 61 82 7800 3/10<br />

Phonar Credo Reference (A) 61 82 9000 11/11<br />

Tannoy Yorkminster (A) 61 80 13800 3/08<br />

ASW Chelys (A) 60 82 9000 4/10<br />

Burmester B 30 (A) 60 82 9000 4/10<br />

Canton Reference 5.2 DC (A) 60 82 6000 9/11<br />

Dynaudio Focus 360 60 79 5500 2/09<br />

■ Epos Encore 50 (A) 60 82 5900 3/10<br />

Finite Elemente Modul XP (A) 60 82 8700 5/10<br />

Heco "The New Statement" 60 83 4800 9/12<br />

KEF Reference 203/2 (A) 60 83 7000 4/07<br />

Klipsch Palladium P 37 F (A) 60 82 8000 6/10<br />

Monitor Audio PL 300 (A) 60 82 7900 4/10<br />

Paradigm S8 (A) 60 82 7200 7/11<br />

Quadral Aurum Vulkan VIII (A) 60 81 6500 9/10<br />

Sonus Faber Cremona M (A) 60 81 8000 12/07<br />

KEF R 900 (A) 59 80 3600 11/11<br />

Linn Majik Isobarik (A, B, teilakt. 60 Punkte) 59 79 4200 9/11<br />

Naim Ovator S 400 (B) 59 81 4200 6/11<br />

ASW Genius 510 (A) 59 81 5500 12/11<br />

Thiel CS 2.4 SE (A) 59 79 8800 4/10<br />

ADAM Audo Column Mk3 58 77 5400 9/12<br />

Blumenhofer Genuin FS 3 (A, B) 58 78 8900 4/10<br />

Canton Vento 890.2 DC (A) 58 78 3200 2/12<br />

Dynaudio Focus 340 (A) 58 76 4900 10/11<br />

Klipsch La Scala Anniversary (A) 58 72 8000 4/06<br />

Magnat Quantum 1009 (A) 58 79 4000 1/09<br />

Nubert nuVero 14 (A) 58 81 3880 10/08<br />

PSB Synchrony One 58 49 4000 4/11<br />

Sonus Faber Liuto (A) 58 80 4000 11/09<br />

Tannoy DC 10 T (A) 58 77 5500 6/09<br />

Audium Comp 8 (A) 57 77 4500 6/12<br />

Burmester B 20 (A) 57 73 5000 11/09<br />

Blumenhofer Big Fun 17 (A,B) 57 77 5500 6/12<br />

Cabasse Iroise 3 (A) 57 78 3800 11/09<br />

Chario Ursa Major (A) 57 77 7200 7/10<br />

Dynaudio Focus 260 (A) 57 75 3400 10/11<br />

Expolinear S. 2-60/TW 1 57 76 6500 6/12<br />

Opera Quinta Mk 2 (A) 57 79 3700 8/12<br />

ProAc Response D 28 (A) 57 77 4800 11/09<br />

Spendor ST (A, B) 57 76 8000 4/10<br />

PMC Twenty 23 (A) 56 74 2660 4/12<br />

ADAM Audio Pencil Mk 3 (A) 56 76 3600 11/09<br />

ATC SCM 40 56 75 3750 9/12<br />

Cabasse Egea 3 (A) 56 75 3000 5/09<br />

Canton Karat 790.2 (A) 56 77 2500 11/10<br />

Heco Celan GT 902 (A) 56 78 2200 10/11<br />

● Klipsch Cornwall III (A) 56 72 4000 3/08<br />

Magnat Quantum 807 (A) 56 77 2600 8/11<br />

Magnat Quantum 1005 (A) 56 77 2800 8/09<br />

Monitor Audio GX 300 56 76 3880 3/12<br />

Nubert nuVero 11 (A) 56 78 2690 5/09<br />

PSB Imagine T 2 (A) 56 77 3000 2/12<br />

Quadral Orkan VIII (A) 56 77 2800 1/10<br />

Revox G Prestige (A, B) 56 74 3000 5/11<br />

Swans M 6 (A) 56 77 4500 11/09<br />

Tannoy DC 8 T (A) 56 77 4500 11/09<br />

Teufel Ultima 800 Mk 2 (A) 56 77 3000 2/12<br />

Dali Fazon 5 (A) 56 76 3000 12/11<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Audium Comp 7 (A) 55 73 3000 10/10<br />

B&W CM 9 (A) 55 74 2500 3/09<br />

B&W CM 8 (A) 55 75 1800 3/11<br />

Dynaudio Excite X 32 (A) 55 75 2050 3/11<br />

Canton Vento 870.2 (A) 55 76 2000 7/12<br />

Canton Chrono SL 590.2 DC(A) 55 74 2000 10/11<br />

● ■ Heco Celan GT 702 (A) 55 77 1600 3/12<br />

● ■ Isophon Corvara (A) 55 76 3000 4/05<br />

KEF Q 900 (A) 55 74 1600 1/11<br />

● Kudos Cardea C 2 (A,B) 55 73 2900 2/12<br />

T+A KS 300 (A) 55 73 2500 5/10<br />

Triangle Genèse Quartet (A) 55 73 2600 3/08<br />

Vienna Acoustics Mozart Grand SE (A) 55 74 2860 5/11<br />

ASW Genius 310 (A) 54 76 2200 6/11<br />

Cabasse Majorca MC 40 (A) 54 73 1900 7/12<br />

Canton Karat 770.2 DC (A) 54 74 2000 3/11<br />

● ■ Dynavox Impuls III (B) 54 71 1400 1/12<br />

Elac FS 189 (A) 54 74 2000 10/11<br />

KEF R 500 (A) 54 74 1800 3/12<br />

■ KEF Q 700 (A) 54 72 1400 1/11<br />

Magnat Quantum 805 (A) 54 75 2000 7/12<br />

Preis<br />

Heft<br />

136 9/12 <strong>stereoplay</strong>.de<br />

= <strong>stereoplay</strong> Highlight | Rote Schrift = <strong>stereoplay</strong> Referenz | ■ = Favorit <strong>der</strong> Redaktion<br />

● = An diesen Boxen klingen Röhrenverstärker beson<strong>der</strong>s gut


PMC OB 1i (A) 54 73 4300 11/09<br />

Sonus Faber Toy Tower (A) 54 72 1700 5/09<br />

Audium Comp 5 (A) 53 71 2000 4/08<br />

Cervin Vega XLS 215 (A) 53 67 1400 5/11<br />

Dynaudio DM 3/7 (A) 53 70 1450 11/10<br />

JBL Studio 590 (A) 54 72 2200 7/12<br />

Klipsch RF 63 (A) 53 70 2200 6/08<br />

Magnat Quantum 705 (A) 53 72 1400 3/08<br />

Nubert nuLine 102 (A) 53 74 1450 3/08<br />

PSB Imagine T (A) 53 73 2000 7/12<br />

Quadral Platinum M 4 (A) 53 72 1400 12/09<br />

Dali Ikon 7 Mk 2 (A) 52 69 1800 3/11<br />

German Maestro Linea S F-One (A, B) 52 70 1400 9/09<br />

Heco Aleva 500 (A) 52 74 1200 9/08<br />

Heco Celan XT 501 (A) 52 73 1400 12/09<br />

Klipsch Heresy III (B, E) 52 69 2100 5/11<br />

Neat Motive 1 (B) 52 71 1950 7/12<br />

Elac FS 187 (A) 51 70 1340 12/09<br />

Monitor Audio Silver RX 6 (A) 51 72 1030 2/10<br />

Nubert nuBox 681 (A) 51 71 980 2/10<br />

Dali Lektor 8 (A) 50 67 1340 12/09<br />

Jamo S 608 (A) 50 69 1000 2/10<br />

KEF Q 500 (A) 50 68 1000 1/11<br />

Audio Physic Yara II Evo (A) 49 68 1000 2/10<br />

Canton GLE 490.2 (A) 49 68 800 12/10<br />

Canton Chrono 507 DC (A) 48 65 1000 11/07<br />

PSB Image T 5 (A) 48 68 1000 2/10<br />

Heco Music Colors 200 (A) 47 67 1000 5/12<br />

Elac FS 58.2 (A) 47 64 700 2/11<br />

B&W 684 (A) 46 62 1000 11/07<br />

Canton GLE 470.2 (A) 46 64 700 12/10<br />

Elac FS 68 (A) 46 62 800 11/07<br />

Heco Aleva 400 (A) 46 66 1000 11/07<br />

Monitor Audio Bronze BX 5 (A) 46 63 700 2/11<br />

Tannoy Revolution Signature DC 4 T (A) 46 62 1200 3/08<br />

Teufel T 500 (A) 45 62 700 2/11<br />

Klipsch RF 42 II (A) 44 59 650 2/11<br />

Magnat Quantum 557 (A) 44 59 700 2/11<br />

Wharfedale 10.6 (A) 43 60 760 2/11<br />

Obere Mittelklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Nubert nuBox 481 (A) 39 57 500 4/07<br />

Wharfedale Diamond 9.5 (A) 37 53 550 4/07<br />

Kompakt-Lautsprecher<br />

Absolute Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Preis<br />

Preis<br />

Heft<br />

▼<br />

Magico Mini II (C; Preis inkl. Stän<strong>der</strong>) 63 84 37000 8/09<br />

Sonus Faber Guarneri Evolution (C; Preis inkl. Stän<strong>der</strong>) 61 83 15000 12/11<br />