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NR. 5 SEPTEMBER/OKTOBER 2006 Deutschland: € 4,90 Österreich: € 5,65 Schweiz: SFR 9,80 BeNeLux: € 5,80<br />
Ihr Ratgeber für Audio, Video und Heimkino<br />
83 PLASMA-<br />
UND <strong>LCD</strong>-TVS<br />
AUF EINEN<br />
BLICK<br />
MEISTERHAFT<br />
JVC-Projektor für<br />
Perfektionisten<br />
<strong>LCD</strong> VS PLASMA<br />
Die neuen Großbildfernseher im Vergleich<br />
BRANDSCHUTZ<br />
So schützen Sie<br />
Ihren <strong>Plasma</strong> vor<br />
dem Einbrennen<br />
<strong>HDTV</strong> IM KABEL<br />
Erster Receiver im Test<br />
IFA 2006<br />
Die neuen<br />
Technik-<br />
Highlights<br />
DIE<br />
BESTEN HD-<br />
PROGRAMME<br />
AUF EINEN<br />
BLICK<br />
TRAUMKLANG<br />
Dali, Marantz und Yamaha<br />
erfüllen Heimkinoträume<br />
<strong>LCD</strong> von JVC
EDITORIAL<br />
Mehr als Fernsehen<br />
Vielleicht haben Sie es bemerkt. Die HD+TV ist nicht<br />
mehr das Magazin für das bessere Fernsehen. Die<br />
HD+TV ist mehr als „Flimmerkiste an“ und tolle Bilder<br />
bewundern. Unsere regelmäßigen Leser wissen, dass wir<br />
uns nicht nur dem Fernsehen widmen. Beste Beispiele<br />
hierfür sind unser Lautsprechervergleich in dieser Ausgabe<br />
ab Seite 66 oder der Test des neuen DVD-Players von<br />
Denon ab Seite 70.<br />
Selbstverständlich werden wir auch weiterhin über das<br />
bessere Fernsehen, über <strong>HDTV</strong>, berichten. Gründe dafür<br />
sind zur Genüge vorhanden. Gerade in letzter Zeit wurden einige HD-Programme<br />
über Satellit aufgeschaltet. Einen Überblick erhalten Sie ab Seite 26. Und auch<br />
im Kabel wird es hochauflösend. Daher testen wir für Sie den ersten <strong>HDTV</strong>-<br />
Kabelreceiver von Humax. Ab der Seite 74 erfahren Sie, wie die Box in unserem<br />
Testlabor abgeschnitten hat.<br />
Für gestochen scharfe Bilder interessieren sich nicht nur die Freunde des Heimkinos.<br />
Auch die Gamer frohlocken über detailreiche und realitätsnahe Spiele für<br />
ihre Konsolen. Für sie wird es ab Seite 28 interessant, wenn wir die hochauflösenden<br />
Highlights für Playstation und Xbox vorstellen. Sie sehen, mit reinem Fernsehen<br />
hat dies nicht mehr viel zu tun.<br />
Deswegen haben wir die Zeile unter dem Titel der HD+TV angepasst: Ihr Ratgeber<br />
für Audio, Video und Heimkino. Ohne pathetisch klingen oder gar aus der<br />
Passion eine Religion machen zu wollen, die Faszination von Bild und Klang, die<br />
Sie wie auch uns in den Bann gezogen hat, ist unsere Antriebsfeder. Tauchen Sie<br />
ein in die Welt der flachen TV-Riesen und sanften Verstärker, der großen Bildund<br />
einmaligen Klangerlebnisse. Nutzen Sie die HD+TV als Ihren persönlichen<br />
Navigator durch die Vielfalt von Ton und Farben.<br />
Marc Hankmann<br />
Chefredakteur<br />
Anzeige
Nur die Größe zählt<br />
JVC und Pioneer im Wettstreit<br />
um die besten Bilder<br />
62<br />
12<br />
Auf nach Berlin<br />
Infos und Produkte der<br />
Internationalen Funkausstellung<br />
2006<br />
88<br />
Klassenbester<br />
JVC Professionals Ausnahmeprojektor<br />
unter der Lupe<br />
48<br />
Schleichende Gefahr<br />
Sind Einbrenneffekte bei<br />
<strong>Plasma</strong>s zu vermeiden?<br />
IN DIESER AUSGABE<br />
Lesen Sie auch DIGITAL FERNSEHEN<br />
Das Medienmagazin berichtet jeden<br />
Monat aktuell über alles Wissenswerte<br />
rund um das Digital-TV. Die<br />
aktuelle Ausgabe ist jetzt am Kiosk<br />
erhältlich.<br />
NEUES<br />
06 Wir wollen doch nur spielen<br />
07 Newsticker<br />
10 Leserbriefe<br />
12 IFA 2006<br />
19 Aufruf Heimkino<br />
20 Tschüss HDCP<br />
STANDARDS<br />
03 Editorial<br />
21 HD+TV Abonnement<br />
91 Fachhändlerverzeichnis<br />
92 Testübersicht<br />
94 Marktübersicht<br />
95 Inserenten<br />
96 Frequenzen<br />
98 <strong>Vorschau</strong>/Impressum<br />
INHALTE<br />
22 Spielfilm = Spiel + Film<br />
23 Geschichte Loewe<br />
26 Programmhöhepunkte<br />
28 Spielen in HD<br />
32 Ottonia HD-Produktion<br />
36 Die neue Kunst der <strong>LCD</strong>s<br />
39 Bundesliga in <strong>HDTV</strong><br />
42 Neue HD-Sender<br />
004 www.hdplustv.de<br />
Titelbild: Pioneer, Warner Bros. – „Superman Returns“ ab 17. 08. 2006 im Kino, Messe Berlin GmbH, photocase.com, Auerbach Verlag
Die Revanche<br />
Deutschlands Fachhändler im Visier der<br />
HD+TV-Fahnder. Umfangreicher Vergleichstest<br />
zwischen einfachen und spezialisierten<br />
Fachgeschäften auf Seite 84<br />
WISSEN<br />
44 Heimwerkers Leid<br />
46 Heimkinobau<br />
48 Einbrennen bei <strong>Plasma</strong>s<br />
50 HDMI-Kabel anschließen<br />
54 Raumakustik<br />
58 <strong>HDTV</strong>-Schnittsoftware<br />
KAUFBERATUNG<br />
61 Servicewüste Deutschland<br />
62 Gutes Bild: Pioneer gegen JVC<br />
66 Guter Klang: Dali und Eclipse<br />
70 Denon DVD-Player<br />
74 Humax-<strong>HDTV</strong>-Kabelreceiver<br />
76 Marantz AV-Kombi<br />
80 Yamaha Audio-Receiver<br />
84 Fachhändler im Test<br />
88 JVC-Professional-Projektor<br />
Anzeige<br />
Inhalt: Auerbach Verlag, Buena Vista – „Fluch der Karibik 2“ jetzt im Kino, JVC, Messe Berlin GmbH, Pioneer, Warner Bros. – „Superman Returns“ ab 17. 08. 2006 im Kino
NEUES<br />
Wir wollen doch nur spielen<br />
Ich war neulich bei der Blue-Man-Group in Berlin am Potsdamer<br />
Platz. Falls Sie mit dem Namen nichts in Verbindung bringen: Es<br />
handelt sich um eine knapp 90-minütige Show aus Comedy, Musik,<br />
abgedrehten Ideen und viel, viel Farbe. Weshalb ich Ihnen das<br />
erzähle? Nun, ich kann mich kaum zurückerinnern, dass mich eine<br />
Show jemals so in ihren Bann gezogen hat. Die 90 Minuten vergingen<br />
wie im Flug und trotz der happigen Eintrittspreise von 65 Euro<br />
bereue ich keinen Cent, im Gegenteil, ich werde diese Show ein<br />
zweites Mal besuchen.<br />
Die IFA 2006 bezeichnet sich selbst ebenfalls als Show. Klar ist sie<br />
vordergründig eine Ausstellungsmesse für Konsumenten, Presse<br />
und Fachbesucher, aber vor meinem geistigen Auge sehe ich sie<br />
bereits, die leicht bekleideten Damen, die im Dreivierteltakt Saltos<br />
schlagen, die Kugelschreiber werfenden Marktschreier und belanglosen<br />
Statisten. Ich sehe Menschenschlangen, die für eine Wundertüte<br />
voller Werbeprospekte Schlange stehen, endlose Tunnel und<br />
Türme von ewig gleichen Flachbildfernsehern und mein besonderer<br />
Favorit: Der Prominente, der mir einen neuen Internetvertrag<br />
aufschwatzen will. Nein, die kreativen Momente sind bei solch<br />
einem Mega-Event nicht gerade leicht zu finden, doch wird sie es<br />
geben: Kleine aber feine Heimkinos, welche magisch anziehen,<br />
ruhige Musikräume zur Entspannung und Spiele zum Mitmachen,<br />
die alle Technikängste verscheuchen. Deshalb liebe Hersteller, seid<br />
bitte ein wenig unkonventionell, überrascht uns und seid ruhig mal<br />
ein wenig albern.<br />
Denn eines steht ganz sicher fest: Mit dem größten Fernseher, dem<br />
kleinsten Handy oder der teuersten Anlage locken Sie keinen Hund<br />
mehr hinter dem Ofen hervor.<br />
Christian Trozinski<br />
C. v. D. HD+TV<br />
006 www.hdplustv.de
Bilder: Stefan Hofmeir<br />
HDMI-Konsortium beschließt neuen Standard<br />
Hersteller, die vom boomenden HD-Markt profitieren<br />
möchten, kommen an der HDMI-Schnittstelle nicht<br />
vorbei: Die Hollywood-Studios unterstützen nur Formate,<br />
die über den in HDMI eingebauten HDCP-Kopierschutz<br />
Bild und Ton ausgeben. Darüber hinaus ist<br />
HDMI neben DVI eine von zwei Schnittstellen, die ein<br />
Gerät haben muss, um das „HD ready“-Logo zu tragen.<br />
Marktforscher gehen davon aus, dass in diesem<br />
Jahr weltweit zirka 60 Millionen Geräte mit HDMI-<br />
Anschluss verkauft werden.<br />
Nun hat das HDMI-Konsortium um Hitachi, Matsushita,<br />
Philips, Silicon Image, Sony, Thomson und<br />
Thoshiba die aktuelle Version seines Standards für<br />
die Verbindungen von hochauflösenden Videogeräten<br />
beschlossen. Stolz präsentierten Leslie Chard<br />
(Foto oben, links) und Brett Gaines (Foto oben,<br />
rechts), Präsident und Hauptgeschäftsführer<br />
der Firma Silicon Image, zu der die HDMI<br />
Licensing LLC gehört, die Ergebnisse.<br />
Danach sieht HDMI 1.3 vor allem eine Verdoppelung<br />
der Bandbreite vor, die für höhere<br />
Farbtiefen und neue Tonformate genutzt<br />
werden soll. HDMI-1.3-Geräte sollen durch<br />
Software-Updates für kommende Geschwindigkeiten<br />
aufgerüstet werden können und sind<br />
abwärtskompatibel zu früheren Versionen. Neu<br />
ist auch ein kleinerer Stecker: Der so genannte<br />
„Mini Connector“ (Foto unten) soll vor allem<br />
für mobile Endgeräte wie Camcorder genutzt<br />
werden. Hersteller, die HDMI in ihre Geräte einbauen<br />
möchten, müssen ab November zudem nur noch<br />
10 000 statt 15 000 US-Dollar Lizenzgebühren pro<br />
Jahr bezahlen. Dadurch sollen vor allem chinesische<br />
Hersteller dazu gebracht werden, den digitalen Multimedia-Standard<br />
zu nutzen. So würde HDMI einerseits<br />
weiter verbreitet und andererseits die in der Volksrepublik<br />
weit verbreitete Unsitte der Raubkopiererei<br />
eingedämmt.<br />
Das erste Produkt mit HDMI 1.3 soll die Playstation 3<br />
sein, deren Markteinführung für das Jahresende erwartet<br />
wird. Mit der breiten Einführung von HDMI<br />
1.3 ist nicht vor 2007 zu rechnen. Die Präsentation<br />
von HDMI 1.3 ist auch als Gegenmaßnahme gegen<br />
UDI 1.0 gedacht. UDI („Unified Display Interface“)<br />
soll sich nach dem Willen des Chip-<br />
Herstellers Intel als universeller Anschluss für<br />
die Übertragung von digitalen Daten-, Bildund<br />
Tonsignalen etablieren.<br />
Die „UDI Special Interest Group“, zu der auch<br />
Apple, LG, Philips, ATI und Samsung gehören,<br />
möchte den Standard UDI 1.0 noch in diesem<br />
Sommer verabschieden. Erste Geräte und Kabel<br />
sollen dann spätestens im März 2007 auf den<br />
Markt kommen. Ebenso wie HDMI ist auch UDI<br />
kompatibel zu bisherigen Standards und unterstützt<br />
den Kopierschutzstandard HDCP. Geräte mit DVIund<br />
HDMI-Ausgang sollen mittels eines speziellen<br />
Adapters weiter betrieben werden können. TM<br />
ewsticker
1 080i für Profis<br />
Mit Einführung der Kameramodelle XH A1 und XH G1 stellt Canon die neuen Flaggschiffe<br />
unter den HDV-Camcordern vor. Mit drei CCD-Sensoren, die jeweils eine Auflösung von<br />
1,67 Millionen Megapixeln besitzen, kann direkt in 1 080i aufgezeichnet werden. Eingefangen<br />
werden die Bilder dabei von einem hochwertigen Objektiv aus der Canon L-Serie.<br />
Professionelle Anschlüsse für Ton und Video unterstreichen den Standard des Oberklassemodells<br />
XH-G1. Abgerundet wird das High-End-Gerät von der 25F-Frame-<br />
Aufnahmefunktion, die mit speziellem Cine-Gamma-Filter versehen werden<br />
kann, um einen möglichst kinonahen Look zu erzeugen. Da beide Kameras<br />
aufgenommenes Material in voller HD-Auflösung (1 920 × 1 080 Pixel) ermöglichen,<br />
ist eine reibungslose Weiterverarbeitung auf 16 : 9-Displays möglich.<br />
Dank des eingebauten Instant-Autofocus ist das Problem der richtigen<br />
Schärfe passé. Die Kontrolle der Bilder erfolgt bei beiden Modellen über den<br />
2,8 Zoll großen Bildschirm. Ein neues Konzept bildet auch die in das Gehäuse<br />
integrierte Stromversorgung. Dadurch werden äußere Einflüsse minimiert und<br />
die Kamera läuft auch bei niedrigen Temperaturen normal weiter. MG<br />
Ab November 2006 werden beide<br />
Kameras im Handel verfügbar<br />
sein. Die Preise belaufen sich auf<br />
6 999 Euro für die XH-G1 und<br />
3 999 Euro für die XH-H1.<br />
Eurosport plant HD-Kanal<br />
Unter dem Arbeitstitel „Eurosport HD“ arbeitet der europäische<br />
Sportsender derzeit an einem hochauflösenden<br />
Bezahlprogramm. „Die Pläne sind in der Schublade. Wir<br />
können relativ kurzfristig starten“, kündigte ein Sprecher gegenüber<br />
HD+TV an. Allerdings sei frühestens Anfang 2007<br />
mit dem Beginn der Ausstrahlung zu rechnen. Der neue Kanal<br />
soll vorwiegend Inhalte zeigen, für die Eurosport bereits<br />
eigene Rechte besitzt. Unter anderem setzen die Macher auf<br />
die Grand-Slam-Turniere im Tennis sowie die FIA Tourenwagen-WM.<br />
Aber auch Fußball- und Leichtathletikfans dürften auf<br />
ihre Kosten kommen. Der Preis für den Pay-TV-Kanal steht indes<br />
noch nicht fest. Ebenso sei noch nicht entschieden, ob über Kabel<br />
oder via Satellit ausgestrahlt wird. Darüber führt Eurosport gerade Gespräche<br />
mit den entsprechenden Plattformbetreibern. Zunächst soll der<br />
HD-Sender in Deutsch, Englisch und Französisch an den Start gehen. Für<br />
später sind weitere Sprachen angedacht. MA<br />
Bilder: Toshiba, Sonavis, Eurosport, Dream, Canon, Auerbach Verlag
Traumbox für <strong>HDTV</strong><br />
Dream Multimedia steht für Innovation beim<br />
Fernsehempfang. Das beweist der Hersteller mit<br />
dem neuen Gerät Dreambox DM 8000 einmal<br />
mehr. Bei der ersten Linuxbox mit <strong>HDTV</strong>-Verarbeitung<br />
sorgen zwei integrierte DVB-S2-Tuner, die um<br />
zwei weitere DVB-S, -T oder –C-Tuner erweitert werden können, für den Empfang der Kanäle.<br />
Des Weiteren machen zwei CI-Schächte, ein YUV-, ein HDMI-Anschluss, drei USB-Schnittstellen und ein Netzwerkanschluss<br />
die Box zukunftssicher. Die Aufnahme und das Archivieren von HD-Material ist mit der optionalen Einbindung<br />
von S-ATA Geräten wie Festplatten und DVD-Brenner kein Problem. Ein MiniPCI-Slot sowie das große OLED-Display<br />
runden die zukunftssichere Ausstattung ab. Dank des Linux-Betriebssystems sind alle weiteren Updates und Erweiterungen<br />
jederzeit kinderleicht durchführbar. Dream bietet die DM 8000 in Schwarz und Silber an. RP<br />
Erster <strong>HDTV</strong>-Recorder<br />
Sonavis hat seinen Home Entertainment Server für<br />
den <strong>HDTV</strong>-Empfang aufgerüstet. Sonavis One bietet<br />
daneben auch einen Festplatten- und DVD-Recorder<br />
mitsamt Player sowie einen Internetzugang und einen<br />
E-Mail-Client. Damit dürfte das Gerät der erste erhältliche<br />
<strong>HDTV</strong>-Empfänger sein, mit dem die HD-Sender<br />
auch aufgezeichnet werden können. Passend zum Server<br />
bietet Sonavis auch Clients an, um im trauten Heim<br />
ein Netzwerk installieren zu können. Die Sonavis One<br />
basiert auf Windows XP und wird ausschließlich im<br />
gehobenen Fachhandel angeboten. MH<br />
Godzilla<br />
Frisch aus Japan kommt der neue übergroße HD-DVD-<br />
Recorder von Toshiba. Der RD-A1 wiegt 15 Kilogramm<br />
und ist fast einen halben Meter breit sowie tief. Eine integrierte<br />
Festplatte mit einem Terrabyte Speicher und der<br />
eingebaute HD-DVD-Brenner lassen bisherige DVD-<br />
Player einschließlich der angekündigten Blu-ray-Konkurrenz<br />
verblassen. Dabei fällt der Preis mit umgerechnet<br />
2 700 Euro zwar hoch, aber keinesfalls unfair aus, schließlich<br />
kosten hochwertige DVD-Player in Deutschland<br />
weitaus mehr. CT<br />
Nur im gehobenen Fachhandel für rund<br />
4 400 Euro zu haben: Sonavis One<br />
ewsticker<br />
Anzeige
Postkasten<br />
Wo bleibt die<br />
Programmvorschau?<br />
Als aufmerksamer Leser Ihrer meist täglich<br />
wechselnden Hinweise in Bezug auf <strong>HDTV</strong><br />
vermisse ich den aktuellen Stand der jetzt<br />
verfügbaren <strong>HDTV</strong>-Kanäle in Deutschland.<br />
Sat.1 bzw. ProSieben senden doch mittlerweile<br />
nicht mehr in <strong>HDTV</strong>, oder?<br />
Wichtig wären auch rechtzeitige Hinweise<br />
darauf, wann mit Hilfe des Astra-HD-Kanals<br />
HD-Produktionen bereitgestellt werden<br />
(zuletzt die zeitversetzte Oper „Don<br />
Juan” aus Berlin). Weiterhin interessiert<br />
mich, wie Premiere sein HD-Angebot auszuweiten<br />
gedenkt; z. B. weitere Sportübertragungen<br />
nach Beendigung der Fußball-WM.<br />
JOHANNES NAGEL<br />
Natürlich bemühen wir uns, neues HD-<br />
Futter rechtzeitig anzukündigen, aber leider<br />
verweisen uns die Sender nur auf die herausgegebenen<br />
Informationen des Pressearchi<strong>vs</strong>.<br />
Durch einen Programmvorlauf von sechs<br />
Wochen und den Druckabgabeterminen<br />
können wir leider nur drei Wochen im Heft<br />
nach vorn blicken. Im Internet werden wir<br />
jedoch bald die neue Sparte „Programme“<br />
einführen, die wir regelmäßig aktualisieren.<br />
Sie finden die Informationen unter „Inhalte“<br />
oder per Direkteingabe von www.hdplustv.<br />
de/hd_rubrik_30558.html.<br />
ProSiebenSat.1 haben die <strong>HDTV</strong>-Ausstrahlungen<br />
im Zuge der WM ausgesetzt, aber<br />
nicht abgeschafft – bereits zum Erscheinen<br />
dieser Ausgabe sind viele neue Filme in HD<br />
gesendet worden.<br />
Verzerrte Bilder<br />
Ich habe kürzlich den Satellitenreceiver<br />
Humax PR-HD1000 erworben. Das Gerät<br />
ist über das HDMI-Kabel und einen<br />
HDMI-DVI-Adapter mit meinem Samsung<br />
<strong>LCD</strong>-Fernseher verbunden. Sendungen,<br />
die im 16 : 9-Format ausgestrahlt werden,<br />
zeigt das Gerät von öffentlich-rechtlichen<br />
Kanälen (WM-Spiele) über den gesamten<br />
Fernsehbildschirm an. Sendungen im 16 : 9-<br />
Format von privaten Sendern (ProSieben,<br />
Sat.1 etc.) haben oben und unten, rechts<br />
und links einen Rand.<br />
Den Rand rechts und links bekomme ich<br />
noch weg, indem ich den Fernseher auf<br />
das Format 16 : 9 und den Receiver auf das<br />
Fernsehformat 4 : 3 umstelle. Allerdings ist<br />
das nicht im Sinne des Erfinders und das<br />
Bild ist in die Breite verzerrt. Schaue ich<br />
das Bild über den Scart-Anschluss, kann ich<br />
die Bildschirmfläche über die Zoom-Funktion<br />
des Fernsehers komplett ausfüllen.<br />
Dies geht aber nicht im DVI-Modus.<br />
Bitte erklären Sie mir, wie ich Sendungen<br />
im 16 : 9-Format von privaten Fernsehsendern<br />
vor allem Sat.1 HD und ProSieben HD<br />
über den kompletten Bildschirm über den<br />
HDMI/DVI-Anschluss schauen kann. Warum<br />
funktioniert das bei Öffentlich-Rechtlichen,<br />
nicht aber bei den Privaten?<br />
FALK DENKE<br />
Im Moment können Sie leider nichts an diesem<br />
Problem ändern, außer auf Scart umzuschalten.<br />
Viele neue <strong>LCD</strong>-Fernseher bieten<br />
mittlerweile die Möglichkeit, die Auto-Format-Funktion<br />
auch über HDMI und DVI<br />
zu aktivieren. Immerhin, wie von ProSiebenSat.1<br />
bestätigt, wird sich in Zukunft die<br />
Lage auch für Sie schnell verbessern: „Die<br />
von Ihnen beschriebene Problematik ist uns<br />
bewusst und rührt aus der Tatsache, dass innerhalb<br />
der ProSiebenSat.1-Gruppe sehr viele<br />
Inhalte im so genannten Letterbox-Format<br />
(Balken oben und unten) vorliegen. Bei einer<br />
Ausstrahlung im Format 4 : 3, wie sie innerhalb<br />
der ProSiebenSat.1-Gruppe derzeit<br />
noch üblich ist, ergibt sich bei der einfachen<br />
Upkonversion auf unseren beiden HD-Kanälen<br />
der von Ihnen beschriebe Effekt mit<br />
einem rundum schwarzen Balken, sofern es<br />
sich nicht um native HD-Inhalte handelt.<br />
Dieses Erscheinungsbild gehört allerdings<br />
schon bald der Vergangenheit an, da unsere<br />
Experten der ProSiebenSat.1-Produktion<br />
durch professionelles Re-Scaling in den<br />
kommenden Tagen ein bildschirmfüllendes<br />
Fernsehvergnügen im Format 16:9 auch bei<br />
hochkonvertierten Inhalten ermöglichen<br />
werden.“<br />
Fotoalbum in HD<br />
Ich bin seit einigen Monaten Leser Ihrer<br />
Zeitschrift und interessiere mich für einen<br />
<strong>HDTV</strong>-Fernseher, auf dem ich dann auch Digitalfotos<br />
präsentieren kann. Mit welchem<br />
DVD-Player bzw. mit welchem Brennprogramm<br />
kann ich die Bilder so aufbereiten,<br />
dass ich die <strong>HDTV</strong>-Auflösung auch nutzen<br />
kann?<br />
HERIBERT GELLER<br />
Entweder kaufen Sie sich einen DVD-Player<br />
mit HDMI-Ausgang, der JPEG-Fotos in HD<br />
wiedergeben kann, wie z. B. den Samsung<br />
HD950 oder Sie kaufen sich einen Flachbildschirm<br />
mit Speicherkartenleser. Dort können<br />
Sie Ihren Speicherstick einfach am Fernseher<br />
andocken (darauf achten, dass Ihre Speicherkarte<br />
unterstützt wird).<br />
Falls Sie sich für die Variante per DVD-Player<br />
entscheiden, müssen Sie nur Ihre Fotos aus<br />
dem Speicherordner auf das CD-Laufwerk<br />
ziehen und dann mit der rechten Maustas-<br />
010 www.hdplustv.de
te auf das CD-Laufwerk-Symbol klicken.<br />
Es steht dann „Dateien auf CD schreiben“.<br />
Somit werden Ihre JPEG-Dateien auf die<br />
CD kopiert, unter Windows XP ohne extra<br />
Programm. Alternativ können Sie natürlich<br />
auch einen Laptop oder PC an den Fernseher<br />
anschließen.<br />
Schwarzer Peter?<br />
Können Sie bitte einschätzen, ob mein<br />
Ende 2004 gekaufter <strong>LCD</strong>-TV 30 <strong>LCD</strong> B03B<br />
von Thomson mit dem <strong>HDTV</strong>-Receiver Humax<br />
PR-HD1000 hochauflösend kommunizieren<br />
würde?<br />
Von Thomson wurde mir bestätigt, dass<br />
diese Ausführung des <strong>LCD</strong>-TV (Typ 30 <strong>LCD</strong><br />
B03B) „HD-fähig” sei (obwohl nicht mit<br />
dem „HD-Ready”-Logo etikettiert). Von<br />
den technischen Daten meines <strong>LCD</strong>-TV<br />
kenne ich nur die Auflösung (1280 × 720),<br />
nicht das Kontrastverhältnis, und weiß,<br />
dass das Gerät keinen HDMI, sondern<br />
„nur” einen DVI-Anschluss besitzt.<br />
JOHANNES RECKZEH<br />
Wichtig sind die vier Buchstaben „HDCP”.<br />
Können Sie diese am DVI-Anschluss am<br />
Fernseher oder in der Bedienungsanleitung<br />
entdecken, sehen Sie sämtliches Bildmaterial,<br />
ansonsten bleibt der Bildschirm bei<br />
Premiere HD Film schwarz. Die anderen<br />
Premiere-HD-Sender laufen ohne HDCP-<br />
Kopierschutz, weshalb Sie diese auch über<br />
den DVI-Eingang bewundern dürfen.<br />
Das Beste zum Schluss: Die DVD-Nachfolger<br />
HD-DVD und Blu-ray benötigen bis 2011<br />
voraussichtlich nur einen YUV-Eingang um<br />
HD-Bilder darzustellen, mehr dazu lesen Sie<br />
auf Seite 20.<br />
Fußball-Arena<br />
Als Stammleser bitte ich Sie bei den aktuellen<br />
Receivern zu erwähnen, ob die<br />
aktuellen Geräte von Humax, Pace und<br />
Kathrein Arena mittels CI-Modulen entschlüsseln<br />
können. Stimmt es, dass der<br />
Receiver von Kathrein baugleich mit dem<br />
Pace DS 810KP ist?<br />
FRANK BRUENING<br />
Die auf dem Markt befindlichen Geräte verfügen<br />
alle über eine oder zwei CI-Schnittstellen.<br />
Unter Zuhilfenahme eines Alphacryptoder<br />
Cryptoworks-CI-Moduls können Sie<br />
somit auch die neuen Arena-Kanäle mit ihrem<br />
<strong>HDTV</strong>-Receiver empfangen. Allerdings<br />
sollten Sie beachten, dass Arena die Bundesliga<br />
in dieser Saison nur im normalen PAL-<br />
Standard anbietet. Auf <strong>HDTV</strong>, wie etwa bei<br />
Premiere, müssen Sie leider verzichten.<br />
Die zweite Teilfrage können wir bejahen. Die<br />
beiden Receiver sind tatsächlich identisch.<br />
Wie uns Kathrein auf der Messe Anga Cable<br />
in Köln mitteilte, soll allerdings schon<br />
im Herbst eine eigene Box des Rosenheimer<br />
Herstellers auf den Markt kommen.<br />
Anschluss gefunden<br />
Kampf dem Sommerloch<br />
Bonusartikel<br />
Nach 100 Seiten ist unser Heft zu Ende, doch die Artikel noch lange nicht. Unter<br />
www.hdplustv.de/hdtv/hd_capsel_99220.html finden Sie neben Workshops noch<br />
Einstellungshilfen zu den getesteten Fernsehern. Zudem berichten wir ausführlich<br />
über Denons automatische Einmessung Audessey.<br />
Missverständnis<br />
Aus dem Testbericht des Denon AVR 4306 der letzten Ausgabe konnte interpretiert<br />
werden, dass der Denon HD-Bilder in 1 080i über HDMI auf 720 herunterkonvertieren<br />
kann. Dies ist nicht möglich. Der Denon skaliert die Bildquellen der analogen<br />
Eingänge auf 720p oder 1 080i – HD-Material – über HDMI eingespeist – leitet er<br />
1 : 1 durch.<br />
Ankündigung<br />
Der versprochene Artikel über MPEG-4 musste aus Platzgründen auf die kommende<br />
Ausgabe verschoben werden.<br />
Ihre Wünsche, Fragen und Kritik schicken Sie an:<br />
Auerbach Verlag und Infodienste GmbH<br />
Lauchstädter Straße 20, 04229 Leipzig<br />
oder einfach per elektronischer Post an leserbriefe@hdplustv.de<br />
Ich habe mir vor kurzem einen neuen <strong>Plasma</strong>bildschirm<br />
gekauft, der <strong>HDTV</strong>-fähig ist.<br />
Ich habe jedoch zu Hause einen Kabelanschluss.<br />
Könnt ihr mir sagen, wann es<br />
<strong>HDTV</strong> via Kabel geben wird oder eine Alternative<br />
aufzeigen?<br />
PATRIC FISCHERMANN<br />
<strong>HDTV</strong> wird bereits heute in vielen Kabelnetzen<br />
übertragen. Kabel Deutschland sendet<br />
seit einigen Wochen die Programme Premiere<br />
Sport HD sowie Premiere Film HD<br />
im hochauflösenden Standard in all ihren<br />
Kabelnetzen. Auch der Kabelanbieter Kabel<br />
BW überträgt eine Reihe von HD-Kanälen<br />
in seinen Netzen. Neben den Premiere-Sendern<br />
können Sie dort auch die Sender Pro-<br />
Sieben HD, Sat.1 HD und Anixe HD sehen.<br />
Weitere Netzbetreiber werden mit der Übertragung<br />
in den nächsten Wochen folgen.<br />
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Netzbetreiber<br />
wirklich <strong>HDTV</strong> überträgt, fragen<br />
Sie bei ihm bitte direkt an. Einen passenden<br />
Receiver zum Empfang des „neuen Fernsehens“<br />
testen wir für Sie auf den Seiten 74 und<br />
75 in dieser Ausgabe. Sollte Ihr Netzbetreiber<br />
keine <strong>HDTV</strong>-Kanäle einspielen wollen, bleibt<br />
Ihnen nur der Wechsel zum Satellitenfernsehen.<br />
Was Sie dazu benötigen, zeigten wir in<br />
der Ausgabe 2.2006. Diese können Sie über<br />
den Nachbestellservice anfordern.
012 www.hdplustv.de
Keine Chance in diesem Jahr. Neben<br />
Pioneer (im Bild der BDP-HD1) sagen<br />
auch Sharp und Philips „no“ zur Markteinführung<br />
2006 in Deutschland<br />
In den USA liegt Toshibas günstiger HD-<br />
DVD-Player in der Gunst der Kritiker vorn.<br />
Wir hätten nichts dagegen, wenn Toshiba<br />
auch hierzulande rasch tätig wird<br />
Wunderwelt<br />
Es ist, als wäre sie erst gestern gewesen: Die neue IFA steht in den Startlöchern<br />
und öffnet ihre Pforten von nun an jährlich. Begleiten Sie uns durch<br />
die kommenden Highlights der größten Messe für Unterhaltungselektronik.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Die Fußball-WM rief die größte Euphoriewelle in<br />
Deutschland seit der Wiedervereinigung hervor,<br />
doch anstatt den prophezeiten Absatzboom bei<br />
Flachbildfernsehern herbeizuführen, feierten die Fans<br />
lieber in trauter internationaler Gesellschaft auf den Fan-<br />
Festen. Gut so, meinen wir, schließlich verkaufen sich<br />
<strong>LCD</strong>s und <strong>Plasma</strong>s auch ohne das runde Leder besser<br />
als die kaum noch produzierte Röhre. Ganz im Zeichen<br />
von „flach, flacher, Flachbild“ wachsen nicht nur die Ausmaße<br />
auf durchschnittlich 42 Zoll bei <strong>Plasma</strong> und <strong>LCD</strong>,<br />
sondern auch die Auflösungen. In diesem Jahr stehen<br />
alle neuen Fernseher unter dem Merkmal 1 080p, was<br />
der höchsten <strong>HDTV</strong>-Auflösung entspricht. Somit treffen<br />
die Bildinformationen der HD-Kanäle pixelgenau bei<br />
den Fernsehern ein und eine Skalierung entfällt. Wie zu<br />
Zeiten der Röhre ist somit ein weiterer Fortschritt vollbracht,<br />
denn die ausgestrahlten Inhalte sind identisch mit<br />
den technischen Ausstattungen.<br />
Vorsprung durch Technik<br />
Die zwei Millionen Marke bei den Bildpunkten ist nunmehr<br />
erreicht, doch streben Hersteller wie Sharp oder<br />
Philips nach weiteren Wegen, das Bilderlebnis zu steigern.<br />
Die japanischen Marktführer mit den fünf Buchstaben<br />
setzen hierbei auf eine vierte Primärfarbe. Anstatt auf Rot,<br />
Grün und Blau zu vertrauen, gesellt sich Karmesin-Rot<br />
Starke PC-Fraktion<br />
In den USA ist sie schon im Handel: die HD-<br />
DVD. Wann der DVD-Erbe samt Abspielgerät<br />
auch in Deutschland in die Haushalte<br />
einziehen kann, erläutert Frank Eschholz,<br />
Produktmanager von Toshiba Europe im Gespräch<br />
mit HD+TV.<br />
Die HD-DVD besitzt in Japan und den USA<br />
einen Zeitvorsprung vor dem Konkurrenten<br />
Blu-ray – sind Sie zufrieden mit dem Start?<br />
Unsere amerikanischen Kollegen konnten<br />
innerhalb der ersten fünf Wochen zirka 70<br />
Prozent aller ausgelieferten HD-DVD-Player<br />
verkaufen. Die restlichen werden zu Demozwecken<br />
vom Handel nicht verkauft.<br />
Wie lange kann Toshiba im Alleingang<br />
gegen die Blu-ray-Fraktion bestehen? Wann<br />
ziehen andere Hersteller nach?<br />
Wir fühlen uns nicht allein gelassen! Über<br />
die Hälfte der PC-Hersteller hat bereits die<br />
Unterstützung von HD-DVD zugesagt.<br />
Wann rechnen Sie mit dem Start der HD-<br />
DVD in Deutschland?<br />
Wir sprechen im Augenblick mit allen<br />
Studios, um einen reibungslosen Start im<br />
vierten Quartal vorzubereiten. Sie können<br />
davon ausgehen, dass zum Start von HD-<br />
DVD deutlich mehr Titel in Europa verfügbar<br />
sein werden als in den USA und Japan.<br />
Wird der Preis ebenso attraktiv ausfallen<br />
wie im Rest der Welt?<br />
Leider ist der empfohlene Verkaufspreis<br />
noch nicht festgelegt. Wir werden ihn auf<br />
unserer großen HD-DVD-Pressekonferenz<br />
am 1. September auf der IFA bekannt<br />
geben. Allerdings muss man<br />
bedenken, dass europäische<br />
Händler mit größeren<br />
Gewinnspannen als USamerikanische<br />
kalkulieren.
Nicht zu unterschätzen: Im<br />
PC- und Laptop-Markt geht<br />
der Kampf der DVD-Nachfolger<br />
weiter. Sony (rechts)<br />
und Toshiba (links) bieten<br />
für 2 999 Euro den hochauflösenden<br />
Bildspaß für<br />
unterwegs<br />
Jetzt im 16 : 9-Format mit zehn<br />
Megapixeln ... (Die Bilder der Panasonic-Kamera<br />
Lumix DMC-LX2<br />
natürlich, nicht die Frau)<br />
Realistischere Farben und eine völlig veränderte<br />
Wohnwelt will Sharp auf der anstehenden<br />
IFA präsentieren. HD+TV sprach mit<br />
Marketing-Managerin Petra Siegfanz.<br />
Ihre neuen <strong>LCD</strong>-Fernseher arbeiten mit einer<br />
vierten Primärfarbe für natürlichere Bilder.<br />
Warum reichen Rot, Grün und Blau nicht<br />
mehr aus?<br />
Mit den herkömmlichen Farben der Hintergrundbeleuchtung<br />
Rot, Grün und Blau<br />
lassen sich mit Sicherheit brillante Bilder<br />
erzeugen. Doch auch hier bleibt die Technologie<br />
nicht stehen. Ein oft geäußerter<br />
Kritikpunkt an der <strong>LCD</strong>-Technologie ist die<br />
hinzu. Unter den Namen LC-37GE1E<br />
startet Sharp seine neue „High Grade“-<br />
Produktreihe und gibt der <strong>LCD</strong>-Technologie ein Merkmal,<br />
das bislang untergeordnet schien: Natürlichkeit.<br />
Dank der vierten Primärfarbe wirken Bilder lebhafter<br />
und realistischer, ohne durch künstliche Tricks Aufsehen<br />
zu erregen. Mit einer Auflösung von 1 920 × 1 080 Bildpunkten<br />
und schnellen Reaktionszeiten bleiben sogar<br />
Fußballübertragungen in HD jederzeit scharf.<br />
Einen etwas anderen Weg wählt Philips, um die Konsumenten<br />
zur niederländischen Ware greifen zu lassen.<br />
Mittels „Overdrive Control“ nahm sich der Hersteller<br />
der Trägheit der <strong>LCD</strong>-Kristalle an und verringerte<br />
die Reaktionszeit. Die neue Philips-Aptura-<br />
Hintergrundbeleuchtung sendet nicht dauerhaft<br />
Licht aus, sondern senkt die Helligkeit der Bildbereiche<br />
in dunklen Bildinhalten. Somit leuchten<br />
die Pixel nur dann, wenn sie wirklich leuchten<br />
sollen. Auf dem IFA-Preview wurde diese Technologie<br />
ausgestellt und überraschte sogar verwöhnte<br />
<strong>Plasma</strong>besitzer. Aufgrund der zugeschalteten Pixel-<br />
Plus-Nachbearbeitung wirkte das abgespielte Fußballmaterial<br />
jedoch künstlich.<br />
Mehrgleisig<br />
Neben den <strong>Plasma</strong>- und <strong>LCD</strong>-only-Herstellern liefern<br />
Hitachi und LG ein breites Produktsortiment durch<br />
alle Produktsparten. Hitachi bietet mit dem 55PD9700<br />
einen der größten <strong>Plasma</strong>fernseher der Messe. Zwar<br />
besitzt der Bildriese mit 1,40 Meter Bilddiagonale nur<br />
Mehr als Rot, Grün und Blau<br />
subjektiv empfundene „Unnatürlichkeit“<br />
des Bildes. Mit unserer neuen 4-Wellenlängentechnologie<br />
fügen wir der Hintergrundbeleuchtung<br />
eine LED-Komponente im<br />
tiefroten Bereich hinzu und erreichen damit<br />
eine enorm verbesserte Farbsättigung vor<br />
allem bei Rot-Tönen und eine zunehmend<br />
realistischere Farbdarstellung – besonders<br />
deutlich zu sehen bei der Darstellung von<br />
Hauttönen.<br />
Etwas verwirrend fanden wir die neuen<br />
Produktnamen Sharp Entry, High Grade und<br />
Premium – sind bisherige Spitzenmodelle<br />
plötzlich nur noch Einstiegsprodukte?<br />
die kleine <strong>HDTV</strong>-Auflösung,<br />
aber der integrierte<br />
Subwoofer,<br />
Kartenleser, DVB-<br />
T-Empfänger sowie<br />
zwei HDMI-<br />
Eingänge lassen nur<br />
wenig Wünsche offen. Im Gegensatz zur dominanten<br />
<strong>Plasma</strong>schiene bei großen Bildflächen dominiert die<br />
wohnzimmertaugliche 32-Zoll-Liga durchweg das <strong>LCD</strong>-<br />
Angebot. Der LG 42LC2RR verzückt mit einem integrierten<br />
Festplattenrecorder und ausgezeichneten Antlitz –<br />
den Red Dot Design Award 2006 für Innovation und Bedienkomfort<br />
konnte LG bereits für sich verbuchen.<br />
Purzelbaum und Handstand in luftigen<br />
Höhen erwarten Sie beim Cirque<br />
du soleil<br />
Wunschlos glücklich<br />
Der Trend zur All-inclusive-Ausstattung nimmt auch bei<br />
Loewe und Humax immer weiter zu. Das neue Flaggschiff<br />
der Design-Fernseher aus deutschen Landen lautet<br />
Loewe Individual 46 Compose. Bereits als Komplettpaket<br />
mit DVB-T-, DVB-C- und DVB-S- Empfänger sowie<br />
Common Interface ausgestattet (Kartenschächte für Pay-<br />
TV) oder nachträglich erweiterbar, setzt Loewe die Messlatte<br />
für das Fernsehen der Neuzeit. Sogar einen <strong>HDTV</strong>-<br />
Empfänger für MPEG-2 und MPEG-4 liefert der Loewe<br />
Compose und wird damit zur alleinigen Zentrale für Ihr<br />
Wohnzimmer ohne zusätzliche Set-Top-Box, Kabel und<br />
Fernbedienungen. Zwar nur in 32 Zoll erhältlich, aber<br />
keinen Ausstattungspunkt schlechter ist der Humax LDE<br />
HD-32S. Für 1 999 Euro erhalten Sie einen <strong>LCD</strong> mit integriertem<br />
<strong>HDTV</strong>-Tuner und sogar DCDI. Wem all diese<br />
technischen Fachbegriffe nur ein großes Fragezeichen<br />
entlocken, dem sei gesagt: Ein besseres Preis-Leistungsverhältnis<br />
werden Sie momentan kaum ausfindig machen.<br />
Natürlich geht es immer noch einen Schritt besser,<br />
oder individueller, denn für den Loewe Individual stehen<br />
Nein, sicherlich nicht. Doch auch hier gelten<br />
zwei Grundsätze: Erstens nimmt die Diversifikation<br />
der <strong>LCD</strong>-TVs am Markt immer<br />
weiter zu und zweitens ist auch die technologische<br />
Entwicklung noch nicht am Ende<br />
angelangt. Für Sharp heißt dies, dass wir<br />
heutige „High-End“-Modelle zukünftig im<br />
Standard-Segment sehen. Im<br />
High-Grade- und Premium-Segment<br />
kommen die<br />
neuesten Sharp-Technologien<br />
wie z. B. unsere<br />
Full-HD-Panel zuerst<br />
zum Einsatz.<br />
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High-End-Heimkino vom Spezialisten<br />
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ab 54,10 Euro/Monat*<br />
548 Euro oder<br />
ab 48,10 Euro/Monat*<br />
<strong>LCD</strong>- & <strong>Plasma</strong>-TV<br />
Philips 23PF5321 691 €<br />
Toshiba 32WL66Z 1042 €<br />
Philips 32PF9731D 1986 €<br />
LG 42PX 5R 2268 €<br />
Samsung LE-37S71B 1529 €<br />
Pioneer PD P-506XDE 4769 €<br />
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Harman Kardon AVR 635 907 €<br />
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Pioneer VSX-516-S 299 €<br />
Yamaha RX-V 4600 Titan 1178 €<br />
Pioneer VSX-2016AV-S 999 €<br />
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Canton CD 300 998 €<br />
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quadral Argentum 03 Buche 319 €<br />
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Pioneer S-V520-W 548 €<br />
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Pioneer DV-696AV-S 179 €<br />
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Yamaha DVD-S 2500 Titan 662 €<br />
Pioneer DVR-630H-S 721 €<br />
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Der erste Blu-ray-Player Europas für das<br />
Heimkino ist eine Spielekonsole. Es bleibt<br />
abzuwarten, ob Sony mit der Playstation 3<br />
dieser Spagat gelingt<br />
neben den Gehäusefarben<br />
Silber und Schwarz weitere<br />
Kunst- und Naturstoffe<br />
als Intarsien zur<br />
Verfügung.<br />
Harter Kampf<br />
Die <strong>LCD</strong>-Technologie schreitet mühelos voran,<br />
doch auch die <strong>Plasma</strong>schiene will nicht<br />
zurückstecken. Einen Wettstreit haben die<br />
kontraststarken Bildriesen aber bereits an<br />
ihre Flüssigkristall-Widersacher verloren:<br />
die Auflösung. Während alle <strong>LCD</strong>-Fernseher<br />
ab 37 Zoll in voller HD-Pracht erstrahlen,<br />
zeigen die 42-Zoll-<strong>Plasma</strong>s eine<br />
Million Bildpunkte, also nur die Hälfte. So<br />
kümmern sich die Förderer der <strong>Plasma</strong>zellen<br />
Panasonic, Pioneer und Samsung vorrangig<br />
um höhere Kontrastwerte und damit<br />
verbundene räumlichere Bilder, natürliche<br />
Farbtreue und einen geringeren Stromverbrauch.<br />
Zumindest Pioneer können wir<br />
nach dem IFA Preview einen gelungenen<br />
Der große Trend der IFA 2006: PCs im<br />
wohnzimmerfreundlichen Gehäuse, im<br />
Bild das Philips Media Center 9350i<br />
Der neue Pioneer PDP-427XD<br />
ist nur noch als „One-Body“-<br />
Variante erhältlich – die externe<br />
Set-Top-Box hat ausgedient<br />
Messeauftritt attestieren. Der in dieser Ausgabe getestete<br />
<strong>Plasma</strong> PDP-436 erhält seinen obligatorischen Nachfolger.<br />
Dieser offeriert zwar eine etwas gesteigerte Bildgüte,<br />
aber gemessen am eigenen Standard schafft Pioneer nur<br />
die Evolution statt Revolution.<br />
Letztere gibt es vom <strong>Plasma</strong>-only-Entwickler dennoch.<br />
Der PDP5000EX ist der bislang einzige öffentlich präsentierte<br />
und käuflich erwerbbare Full-HD-<strong>Plasma</strong>. Satte<br />
zwei Millionen <strong>Plasma</strong>zellen auf engstem Raum säumen<br />
den schwarz lackierten <strong>Plasma</strong>hünen. Um die doppelte<br />
Anzahl an Bildpunkten bei gleicher Größe zu realisieren,<br />
mussten die <strong>Plasma</strong>zellen um 47 Prozent schrumpfen.<br />
Fast schon überflüssig zu erwähnen: Auch das Firmenflaggschiff<br />
bietet die altbewährten Bildverarbeitungstechnologien<br />
der aktuellen <strong>Plasma</strong>generation. Dank seiner<br />
hohen Auflösung kann der PDP5000EX das Blu-ray-Format<br />
1 080p24 punktgenau und ohne Bildumrechnungen<br />
darstellen, womit Sie die zukünftigen Filme genau wie im<br />
richtigen Kino bestaunen dürfen. Leider wird der Preis<br />
einen Käuferansturm verhindern, denn mit rund 8 500<br />
Euro ist der 50-Zoller einer der teuersten Fernseher der<br />
Messe.<br />
Die ersten ohne Verwischeffekt: Sowohl der Philips 37PF9731D links,<br />
als auch der Toshiba 37WLT68P rechts bieten scharfe Bewegtbilder.<br />
Bei Philips gibt es die volle HD-Auflösung noch dazu<br />
Größer als groß<br />
Wir schwelgen mit dem JVC Professional Projektor<br />
HD10K bereits auf Wolke Sieben (Test auf Seite 88), doch<br />
gerade im bezahlbaren Projektionssegment läutet die IFA<br />
die <strong>HDTV</strong>-Welle erst ein. Alle Beteiligten warten sehnsüchtig<br />
auf die neuen <strong>LCD</strong>-Panel von Epson, die gleich<br />
Im Mittelpunkt steht das Fernsehgerät<br />
Attraktive Designkonzepte und individuelle<br />
Lösungen – dafür steht Loewe auch auf<br />
dieser IFA. Loewe-Sprecher Roland Raithel<br />
sprach mit HD+TV über TV- und<br />
Möbeltrends.<br />
Einige Ihrer Konkurrenten<br />
beginnen ebenfalls<br />
auf den Möbel- und<br />
Designtrend aufzuspringen<br />
– sind Sie stolz<br />
auf Ihre Vorreiterrolle?<br />
Loewe Individual ist in seiner<br />
Klasse das umsatzstärkste<br />
<strong>LCD</strong>-<br />
Fernsehgerät am Markt. Deshalb sind wir<br />
schon sehr stolz auf diese Innovation.<br />
Sie bieten Ihren Kunden Designfernseher,<br />
Designlautsprecher und Designmöbel – wird<br />
Loewe zum Hausbauer?<br />
Im Mittelpunkt der Loewe Aktivitäten<br />
steht das Fernsehgerät. Wir bauen das TV<br />
zur großen Heimkino-Anlage aus und<br />
zeigen zur diesjährigen IFA neue individuelle<br />
Audio-Konzepte. Die Inszenierung<br />
im Wohnumfeld, Aufstelllösungen sind für<br />
Loewe ein strategisch wichtiges Thema.<br />
Das TV-Gerät wird künftig auch Aufgaben<br />
der Vernetzung übernehmen – von Multiroom-Fähigkeit<br />
bis zur Vernetzung mit dem<br />
Heim-PC. Aber zum Hausbauer werden wir<br />
deshalb noch lange nicht.<br />
Bis auf Premiere HD ist der <strong>HDTV</strong>-Zug ein<br />
wenig ins Stocken geraten. Läuft die Software<br />
der Hardware hinterher?<br />
<strong>HDTV</strong> ist für Loewe ein ganz zentrales<br />
Thema. Allerdings sind im Markt noch<br />
viele Standards und Rahmenbedingungen<br />
zu definieren, um entsprechende Endgeräte<br />
anbieten zu können. Das reicht von der<br />
einheitlichen Verschlüsselungstechnik bis zu<br />
digitalen Rechten.
Der einzige <strong>Plasma</strong>, in dem die volle Dosis<br />
<strong>HDTV</strong> steckt. Der Pioneer PDP-5000EX besitzt<br />
als einziger Vertreter zwei Millionen Bildpunkte<br />
Sharp baut nicht nur Fernseher, sondern auch<br />
DLP-Projektoren. Der neue XV-Z3000 erfreut<br />
sogar Miss IFA – sein realer Kontrastwert von<br />
6 000 : 1 lässt aber auch uns aufhorchen<br />
Bei Fujitsu Siemens denken die Geräte mit: Das<br />
vernetzte Heim steuert alles aus einer Hand<br />
Schmale Lautsprecher, großer Klang:<br />
Loewe rüstet seine bildschönen Individual-Fernseher<br />
akustisch aus<br />
mehrere Technikfliegen<br />
mit einer Klappe schlagen:<br />
Keine Alterungserscheinung<br />
und nachlassende<br />
Bildqualität im Langzeitbetrieb,<br />
doppelt so hohe<br />
Kontrast- und Auflösungswerte<br />
sowie ein Preis um<br />
3 500 Euro. Sollte sich<br />
dieser Wunschtraum verwirklichen,<br />
genießen Sie in<br />
Kürze Bilder über zwei Meter Diagonale<br />
in voller HD-Auflösung. Die konkurrierende<br />
DLP-Sparte um Erfinder Texas Instruments<br />
gibt sich zwar auskunftsfreudiger,<br />
aber dennoch kaum euphorisch. Die<br />
neuen Projektoren mit zwei Millionen<br />
Kippspiegeln kosten 10 000 Euro, Marantz<br />
verlangt für seinen neuen Schützling<br />
VPL-11S1 gar weitere 50 Prozent<br />
Aufschlag. Somit könnte Epson der<br />
große Gegenschlag im Massenmarkt<br />
gelingen, wenn die Geräte rechtzeitig<br />
zur Weihnachtssaison in die Händlerregale<br />
gelangen und die versprochene<br />
Haltbarkeitsverbesserung keine Marketing-Seifenblase<br />
darstellt.<br />
Blau gegen blau<br />
Auf der IFA feiern die beiden DVD-<br />
Nachfolger Blu-ray und HD-DVD<br />
ihre Europapremiere, doch im Rest<br />
der Welt sind sie fast schon wieder ein alter<br />
Hut. Beide Formate sind seit Juni in Japan<br />
und USA flächendeckend erhältlich, doch<br />
die Begeisterungsstürme bleiben bislang<br />
aus. Während wir bereits in der letzten<br />
Ausgabe über die langsame Bediengeschwindigkeit<br />
des Toshiba HD-DVD-<br />
Der neue Hitachi <strong>LCD</strong>-Projektor PJ-TX300 kommt mit den runderneuerten<br />
Epson-Panel für 1 899 Euro – leider nur mit einer Million<br />
Bildpunkten<br />
Players berichtet haben, floppte Samsungs Blu-ray-Einstand<br />
auf ganzer Linie. Dabei sind kurioser Weise nicht<br />
die koreanischen Entwickler Schuld, sondern vor allem<br />
Sony. Ausgerechnet bei der Bildqualität patzen nämlich<br />
die veröffentlichten Scheiben durch ihre weichgezeichnete<br />
Darstellung. Sony produziert sämtliches Filmmaterial<br />
in MPEG-2 (dem bisherigen Kompressionsformat der<br />
DVD) und liefert nur einseitig beschriebene Scheiben<br />
in den Handel. Somit reduziert sich die anfangs gigantische<br />
Speichermenge von 50 Gigabyte auf die Hälfte –<br />
selbst die HD-DVDs bieten mit 30 Gigabyte mehr. Zudem<br />
schwören diese auf den fortschrittlichen Kompressionsstandard<br />
VC-1 von Microsoft. Inzwischen räumte<br />
Samsung zwar Probleme mit der integrierten Software<br />
des Players ein, woraus der Unschärfeeffekt resultieren<br />
soll, aber selbst mit neuen Programmstrukturen per Update<br />
wird die Bildqualität unter der des Herausforderers<br />
bleiben. Auf dem IFA Preview in Hamburg wurden indes<br />
alle Träume auf eine diesjährige rasche Einführung der<br />
neuen Formate zerschlagen. Weder Pioneer, noch Sharp<br />
oder Philips werden in diesem Jahr Player auf den deutschen<br />
Markt bringen. Recorder zur Datenspeicherung<br />
und PC-Laufwerke haben hingegen gute Aussichten. So<br />
wird Sony am 17. November die Playstation 3 wohl allein<br />
als einziger Blu-ray-Vertreter auf weiter Flur stehen. Falls<br />
sich bis dahin die Bildqualität der hauseigenen Filme<br />
nicht erheblich steigert, wird auch die beliebte Spielekonsole<br />
einen schweren Stand haben. Bleibt als einzige Hoffnung<br />
Toshiba, doch müssen diese gegen eine wahre Flut<br />
von prominenten Herstellern aus dem Blu-ray-Lager fast<br />
im Alleingang bestehen – mit aktuellen Filmhighlights<br />
könnte der Kampf aber für die kostengünstige HD-DVD<br />
entschieden werden.<br />
Bilder: a-ha, Auerbach Verlag, Loewe, Messe Berlin GmbH, Toshiba, PR, Sharp<br />
Der Sound der IFA<br />
Pop aus Norwegen<br />
Was sagen Ihnen die Namen Morten Harket, Magne Furuholmen und<br />
Paul Waaktaar-Savoy? Richtig – es sind die Mitglieder der Popband a-<br />
ha. Am Eröffnungsabend der Funkausstellung geben die Norweger ihr<br />
einziges Konzert in Deutschland. Den Durchbruch schaffte<br />
a-ha im Herbst 1985 mit „Take on me“ sowie einem<br />
zeitlosen Videoclip, in dem Sänger Morton Harket als<br />
gezeichnete Figur auftritt. Ein echter Klassiker aus den<br />
Achtzigern. Derzeit touren die drei Jungs mit ihrem<br />
neuen Album „Analogue“ durch Europa bevor sie<br />
im Herbst ins Aufnahmestudio zurückkehren. Für<br />
die Besucher der IFA stoppt a-ha am 31. August um<br />
20 Uhr im Sommergarten auf dem Messegelände. Direkt<br />
im Anschluss folgt das traditionelle Feuerwerk.<br />
Tickets: 39 Euro<br />
Programm IFA Sommergarten<br />
a-ha 31. August 2006<br />
Funkturmfeuerwerk 31. August 2006<br />
Dieter Thomas Kuhn 5. September 2006<br />
IFA 1.–6. September<br />
Im Vorverkauf<br />
Tageskarte<br />
An der Tageskasse<br />
Tageskarte<br />
Tageskarte ermäßigt<br />
9,50 Euro<br />
13,00 Euro<br />
9,50 Euro<br />
018 www.hdplustv.de
Quid pro quo<br />
Das Prinzip der Aufforderung ist<br />
bekannt. Übertragen lautet sie<br />
„Eine Hand wäscht die andere.“<br />
Diesmal präsentieren wir Ihnen den<br />
letzten Teil unseres Heimkinobaus<br />
und gewähren einen Blick in den<br />
fertigen Filmsaal. Nun sind Sie am<br />
Zug.<br />
Bilder: Stockxchng, Auerbach Verlag<br />
Meist fängt es langsam an. Eine Hifi-Anlage für<br />
den perfekten Hörgenuss veredelt die Einrichtung,<br />
danach bringen hochwertige Lautsprecher<br />
endlich Surround-Sound in die gute Stube. Zufrieden<br />
könnten wir uns zurücklehnen, um dem Klang<br />
der CDs zu lauschen. Doch weit gefehlt. Ist erst für satte<br />
Rundumbeschallung gesorgt, naht die Stunde der Videokomponenten.<br />
Mit dem heimtückischen Heimkinofieber<br />
infiziert, folgen nacheinander DVD-Player, AV-Receiver<br />
und Breitbildfernseher. Das Gefühl, ein abgeschlossenes<br />
Werk vor sich zu haben, stellt sich jedoch nur selten ein.<br />
Irgendwo gibt es immer Feinheiten, an denen weiterhin<br />
gefeilt werden will. Hier könnte ein Projektor hinpassen,<br />
da die überdimensionale Leinwand. Für das hochauflösende<br />
TV-Gefühl fehlt lediglich noch die geeignete Set-<br />
Top-Box. Fertig? Nun ja, zumindest vorerst. Vielleicht<br />
sollte das ganze Paket demnächst in einen anderen Raum<br />
umziehen, bevor der Partner endgültig die Reißleine zieht<br />
und die Wohnung fluchtartig verlässt. Kommt Ihnen dieser<br />
Ablauf bekannt vor? Dann sind Sie genau die richtige<br />
Person für uns.<br />
Aufruf!<br />
Egal ob groß oder klein – wir bieten von nun an in jeder<br />
Ausgabe die Möglichkeit, Ihr persönliches Audio- und<br />
Videodomizil vorzustellen.<br />
Lassen Sie uns und unsere Leser von Ihrem Wissen profitieren.<br />
Welche Geräte wurden angeschafft? Wie planen<br />
Sie weiter? Erklären Sie, welches Konzept hinter der Anlage<br />
steckt und ermöglichen Sie uns einen ganz individuellen<br />
Einblick. Wir bieten Ihnen den Platz, um sich<br />
vorzustellen.<br />
Melden Sie sich!<br />
Wir stellen Sie und Ihr Heimkino ausgiebig vor.<br />
Senden Sie einfach eine Mail an heimkino@hdplustv.de<br />
oder per Post:<br />
Auerbach Verlag und Infodienste GmbH<br />
Stichwort: Heimkino<br />
Lauchstädter Straße 20<br />
04229 Leipzig<br />
Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!<br />
Neues | HD+TV | 5.2006 019
Unwetterzone HDMI<br />
Es war das größte Eingeständnis seit der Einführung<br />
von <strong>HDTV</strong>: Bis 2011 sollen alle HD-Inhalte über Blu-ray<br />
und HD-DVD auch über YUV sichtbar sein. Somit sind<br />
HDMI-Schnittstellen nicht mehr zwingend für die hochauflösenden<br />
Bilder notwendig. Lesen Sie alles über die<br />
Sensation des Jahres!<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Als die ersten Meldungen im Internet<br />
die Runde machten, war es für<br />
die letzte Ausgabe bereits zu spät.<br />
Sollte HDMI wirklich nur eine Alternative<br />
statt der bislang publizierten Notwendigkeit<br />
sein? Sony und Microsoft heißen die beiden<br />
Unternehmen, die sich vermeintlich vor die<br />
Kundschaft stellen und HDCP bis 2011 eliminieren.<br />
Der Grund für den Sinneswandel<br />
liegt nicht im europäischen Markt, sondern<br />
im Ausland verborgen. In den USA und Japan<br />
wurde <strong>HDTV</strong> bereits im Jahr 2000 umfassend<br />
eingeführt. Damals existierte zur<br />
Übertragung jedoch nur YUV als Möglichkeit<br />
die hochauflösenden Bilder auszugeben.<br />
Mit der Einführung von HDMI wurde zwar<br />
ein allumfassender Standard geschaffen, um<br />
sämtliche Bild- und Tonformate digital zu<br />
übertragen (siehe HDMI-Artikel auf Seite<br />
7), aber nur wenige besitzen in den USA und<br />
Japan diese Schnittstelle.<br />
Um nicht an der Kundschaft vorbei zu entwickeln,<br />
laufen die ersten Toshiba HD-DVD-<br />
Player auch über YUV zur Hochform auf.<br />
Sieg der Konsolen<br />
Das Multimilliarden-Dollar-Unternehmen<br />
Microsoft lieferte mit der Xbox360 die erste<br />
HD-fähige Spielekonsole der Welt aus. Um<br />
sämtliche Käufer mit HD-Fernsehern anzusprechen,<br />
verzichtete Microsoft auf die kaum<br />
vorhandene HDMI-Schnittstelle und liefert<br />
einzig eine Übertragung per YUV mit. Ende<br />
dieses Jahres wird die Xbox 360 per HD-<br />
DVD-Laufwerk erweitert, doch ohne HDMI<br />
schien das Vorhaben sinnlos. Deshalb erwirkte<br />
das Unternehmen als starkes Mitglied<br />
des HD-DVD-Forums ein Zeitfenster bis<br />
2011. Alle ausgelieferten Filme werden ohne<br />
HDCP ausgeliefert und können so auch über<br />
YUV in voller Qualität genossen werden.<br />
Hierzu eine Stellungnahme von Microsoft<br />
Deutschland: „Wir können von unserer Seite<br />
nur betonen, dass jeder, der ein HD-DVD-<br />
Zubehörteil kauft, damit auch HD-DVDs<br />
anschauen können wird, unabhängig vom<br />
eingesetzten Xbox-360-System und der eingesetzten<br />
AV-Komponente. Wir arbeiten hier<br />
innerhalb derselben Beschränkungen, die<br />
auch für jedes andere HD-Abspielgerät – inklusive<br />
Bluray – gelten.“<br />
Sonys Kampf mit der Playstation 3 verlief<br />
ähnlich. In der Sparversion der Playstation 3<br />
für 499 Euro schrumpft die Festplattengröße<br />
auf 20 GB und der Kartenleser entfällt. Auch<br />
die HDMI-Schnittstelle fällt dem Rotstift<br />
zum Opfer, aber dies wird keine Auswirkungen<br />
auf die Filmwiedergabe haben! Ebenso<br />
wie Microsoft errang Sony als Mitglied<br />
des konkurrierenden Blu-ray-Forums ein<br />
Zeitfenster bis 2011 für die Filmwiedergabe<br />
ohne HDCP. Sony Computer Entertainment<br />
Deutschland wollte gegenüber HD+TV keine<br />
offizielle Stellungnahme abgeben, bestätigte<br />
aber die Freischaltung bis 2011 von oberster<br />
Stelle.<br />
Dieser Schritt ist indes nachvollziehbar,<br />
denn selbst ohne den Schutz HDCP scheint<br />
eine verlustfreie Kopie bislang unmöglich.<br />
Mit 30 GB bei der HD-DVD und 50 GB bei<br />
Blu-ray ist der Speicherbedarf für Kopien<br />
immens. Somit ist der größte Schutz der<br />
neuen Datenträger ihre immense Größe. Für<br />
Premiere hat dieser Schritt womöglich keine<br />
Konsequenzen, denn Premiere HD-Film<br />
wird auch weiterhin einzig über HDMI mit<br />
HDCP gesendet.<br />
Ungewissheit Europa<br />
Im Rest der Welt sind die Weichenstellungen<br />
klar: Bis 2011 (und vielleicht darüber hinaus),<br />
kommen alle in den Genuss von <strong>HDTV</strong>,<br />
ganz gleich, welche Anschlüsse die HD-Geräte<br />
besitzen. In Europa wurde die <strong>HDTV</strong>-<br />
Welle jedoch im Gleichschritt mit HDMI<br />
eingeführt. Fast sämtliche Flachbildfernseher<br />
und Projektoren besitzen hierzulande einen<br />
HDMI- oder DVI-Eingang, welche HDCP<br />
unterstützen. Somit ist die Verlockung für die<br />
Hersteller groß, nicht wie der Rest der Welt<br />
auf HDCP zu verzichten. Ungeachtet dieses<br />
Verwirrspiels ergeben sich für Sie jedoch nur<br />
Vorteile. Falls Sie in letzter Zeit einen Fernseher<br />
mit HDMI gekauft haben, oder willens<br />
sind, diesen zu erstehen, gibt Ihnen HDMI<br />
die Sicherheit, auch über 2010 hinaus noch<br />
<strong>HDTV</strong>-Bilder sehen zu können. Diejenigen,<br />
die bereits einen HD-fähigen Projektor oder<br />
Fernseher ohne HDMI besitzen, können sich<br />
bis 2011 entspannt zurücklehnen und über<br />
YUV die hochauflösenden Bilder genießen.<br />
Es gibt Sie also noch, die Vernunftentscheidungen<br />
im Sinne des Kunden.<br />
Bilder: Auerbach Verlag, Archiv<br />
020 www.hdplustv.de
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INHALTE<br />
Spielfilm = Spiel + Film<br />
Während der Fußball-WM saß ich mit Gleichgesinnten vor der<br />
Neuerwerbung meines Freundes: ein <strong>Plasma</strong>-TV. Wir bestaunten<br />
Gerät und Bildqualität. Nach dem wenig erquickenden Gekicke<br />
wollten wir uns erheben und den Heimweg antreten, als unser<br />
Gastgeber seine Playstation hervorholte, um uns ein neues Spiel zu<br />
präsentieren.<br />
„Was wird das denn jetzt?“ haben wir uns leicht gelangweilt gefragt,<br />
bis wir plötzlich bemerkten, dass die Sonne langsam aufging und<br />
wir die Nacht durch Buzz gespielt hatten. Wer seine Freude an „You<br />
don’t know Jack“ hatte, wird Buzz lieben. Und er wird noch mehr<br />
Spaß haben, wenn mit Freunden vor einem Flachbildfernseher „gebuzzt“<br />
wird.<br />
Dabei bleibt das Spiel grafisch recht simpel, lässt also das Potenzial<br />
des hier angeschlossenen <strong>Plasma</strong>s völlig außer Acht. Doch Gamer<br />
wissen: Auch ihre Welt ist hochauflösend geworden und nichts setzt<br />
den Konsolenbesitzer mehr in Entzücken als ausgefeilte und realistische<br />
Grafiken. Der kleine PC-Monitor war einmal ...<br />
In jungen Jahren haben wir fremde Welten erobert, sind per Hyperraum<br />
durch unzählige Universen gereist und waren Öl-, Industrieund<br />
Aktien-Tycoon zugleich. Später dann haben wir den Joystick<br />
durch das Gamepad ersetzt, nicht weniger müde in fremde Welten<br />
abzutauchen. Was einst vorm Fernseher mit Strichen und eckigen<br />
Bällen begann, nahm seinen Weg über Commodore, Amiga und<br />
PC bis zurück zum Ursprung: dem Fernseher. Hier wächst etwas<br />
zusammen, was zusammen gehört: Spielspaß und exzellente Bilddarstellung,<br />
vom Surround Sound einmal ganz zu schweigen. Das<br />
Wort Spielfilm bekommt eine völlig neue Bedeutung. Seien Sie Ihr<br />
eigener Regisseur, kreieren Sie Ihren eigenen Spiel-Film. Wer jetzt<br />
nicht „Start Game“ drückt, ist ein 4 : 3-Muffel!<br />
Marc Hankmann<br />
Chefredakteur HD+TV<br />
022 www.hdplustv.de
Deutsches Urgestein<br />
Der neu entdeckte Patriotismus der Fußballweltmeisterschaft weckte unser Land aus einer lang<br />
anhaltenden Lethargie. Dabei gibt es Unternehmen, die bereits seit mehreren Jahrzehnten die<br />
Landesfarben emporhalten und durch Qualität und Innovation „Made in Germany“ beeindrucken.<br />
Mit Loewe zeigen wir den steinigen Weg eines Unternehmens auf der Suche nach Erfolg,<br />
Ruhm und seinen Wurzeln.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Im Mai dieses Jahres verließ der letzte Röhrenfernseher<br />
die Fertigungswerke von Loewe in Kronach. Nun<br />
sind es die flachen <strong>LCD</strong>-Fernseher, mit denen das<br />
Unternehmen um neue Kundschaft buhlt. Doch fernab<br />
der künstlerischen Ader der neuen Individual-Baureihe<br />
führen uns die Anfänge Loewes zurück in eine Zeit, in der<br />
Radios die größte technische Errungenschaft der Unterhaltungselektronik<br />
darstellten.<br />
Auf Sendung<br />
Siegmund Loewe, der zweite Sohn des Arztes Ludwig<br />
Loewe war ein begabter Schüler und dennoch verwehrten<br />
ihm seine schlechten Noten in Astronomie das angedachte<br />
Studium. Siegmund war sich seiner Fähigkeiten in<br />
den Naturwissenschaften aber durchaus bewusst und so<br />
folgten der Besuch einer Fachschule und Vorlesungen am<br />
Kaiserin-Augusta Gymnasium. 1905 standen ihm sogar<br />
die Tore von Telefunken offen, an deren Arbeitszeiten er<br />
sich aber nicht gewöhnen konnte. Früh aufstehen war für<br />
Siegmund eine Qual, doch konnte er bis spät in die Nacht<br />
hinein sein Tagwerk verrichten. Diesem Eifer standen jedoch<br />
die gesetzlichen Zeiten im Wege, sodass ein frühzeitiger<br />
Ausstieg aus der Arbeitswelt unvermeidlich war.<br />
Ein eigenes Forschungslabor in Berlin Kreuzberg, Gitschiner<br />
Straße 108 nahe des Reichspatentamts war nun<br />
Siegmunds Wohnung und Arbeitsplatz zugleich. Als er<br />
1920 von der Firma Huth gar den Auftrag erhielt, die Entwicklung<br />
der Funktechnik in Amerika zu studieren, war<br />
der Grundstein seiner späteren Firma gelegt. Während<br />
seines Aufenthalts nach Kriegsende traf Siegmund Loewe<br />
den amerikanischen Funkpionier Lee de Forest und zeigte<br />
sich von der amerikanischen Funkamateurbewegung<br />
mehr als beeindruckt. Mit all den Heerscharen von neuen<br />
Informationen, schrieb Siegmund seine Vision auf ein<br />
Papier, das in Deutschland für Stirnrunzeln sorgte:<br />
„Lassen Sie mich das Projekt so entwickeln, wie ich es<br />
mir gelöst denke: es besteht in jeder Stadt der Welt eine<br />
Organisation, welche vermietete (oder verkaufte) kleine<br />
Apparate instand hält, welche auf den ersten Blick<br />
Phonographen zu sein scheinen. Denn sie haben Schall-<br />
Namensfindung<br />
Radiofrequenz GmbH (1923),<br />
Radio AG D. S. Loewe (1929),<br />
Löwe Radio AG (1940),<br />
Opta Radio AG (1942),<br />
Loewe Opta AG (1949),<br />
Loewe Opta GmbH (1964),<br />
Loewe AG (1999)<br />
Inhalte | HD+TV | 5.2006 023
Eine Fertigungsstraße im Wandel der Zeit. In den Dreißiger Jahren schraubten noch Menschen die Apparate zusammen, heute sind es moderne Roboter<br />
trichter und geben nach dem Einlegen eines<br />
Schalters Musik von sich und wechseln ihr<br />
Programm unaufhörlich. Nach einfachem<br />
Drücken eines Knopfes an dem Apparat verschwindet<br />
die Musik, dafür hört man politische<br />
Nachrichten aus aller Welt. Ein anderer<br />
Knopf gibt die letzten Börsenkurse, ein weiterer<br />
Vorlesungen aus den besten Büchern,<br />
Märchen für Kinder, Anzeigen, Reklame alles<br />
was überhaupt zu hören ist, gibt der Apparat<br />
auf Druck des entsprechenden Knopfes. (...)<br />
Das ganze Vergnügen braucht nicht mehr als<br />
ein Cent pro Tag zu kosten. Abnutzung und<br />
Betriebskosten sind minimal.“<br />
Was Siegmund Loewe hier anpries, ist eine<br />
technologische Neuerung, die so unvorstellbar<br />
war, dass die Verantwortlichen an ein<br />
Hirngespinst glaubten – Siegmund Loewe<br />
erschuf das Radio.<br />
Zurück in der Wirklichkeit<br />
Nachdem seine euphorischen Worte jedoch<br />
auf Vorbehalte stießen und Siegmund Loewe<br />
nach Berlin zurückbeordert wurde, löste<br />
er seine vertraglichen Verbindungen zu<br />
Huth und versuchte seine Visionen selbst zu<br />
verwirklichen. Zwar konnte der 1923 eingeführte<br />
Rundfunk nicht mit seinen Ideen<br />
standhalten, aber sein Brief drückt deutlich<br />
seine Geschäftsidee aus, die nun auf fruchtbaren<br />
Boden stieß.<br />
Das größte Problem bestand jedoch in einer<br />
fehlenden Liberalisierung des Rundfunks.<br />
So hatte während des Ersten Weltkriegs das<br />
Kriegsministerium die Kontrolle inne, danach<br />
die Soldatenräte und letztendlich die<br />
Reichspost. Somit konnten deutsche Unternehmen<br />
ihre Produkte nur exportieren und<br />
dies vorrangig in die USA. Doch die Überschwemmung<br />
des Marktes führte zu einer<br />
Absatzstockung und ein starker Binnenmarkt<br />
war nun mehr denn je erwünscht. Nach den<br />
Expansionen in den Jahren 1923 und 1924<br />
entwickelten sich die Geschäfte günstig. Im<br />
April 1924 beschäftigte Loewe bereits 600<br />
Personen. 1925 folgte nach den fetten Jahren<br />
jedoch die Krise. Eine Patentverletzungsklage<br />
durch Telefunken legte die Röhrenfertigung<br />
still. Ein verlustreiches Jahr ließ sich so nicht<br />
abwenden.<br />
„Der Grund für die außerordentliche Schwierigkeit,<br />
in der wir uns befinden, ist neben der<br />
unerträglichen allgemeinen Situation darin<br />
zu erblicken, dass wir technisch bei der Serien-<br />
Fabrikation unserer Apparate noch nicht zu<br />
dem Erfolge gelangt sind, der für mich unbedingt<br />
Voraussetzung dafür ist, dass die Apparate<br />
herausgehen dürfen. (...) Infolgedessen<br />
arbeite ich nunmehr meistens nicht nur<br />
die halben, sondern die ganzen Nächte und<br />
kann kaum noch auf meinen Beinen stehen.<br />
Es hilft aber alles nicht. Wir müssen durch<br />
diese Sache hindurch.“, so notiert Loewe damals.<br />
Aus Ton wird Bild<br />
Die Entwicklung des Fernsehens erforderte<br />
ein großes Kapitalaufkommen, so dass Loewe<br />
die Gründung einer Studiengesellschaft<br />
vorschlug. Am 11. Juni 1929 wurde die Fernseh<br />
AG gegründet, welche aus Loewe, Baird<br />
Television (London), Bosch und Zeiss Ikon<br />
AG bestand. Schwerpunkt der Arbeiten der<br />
AG lag auf dem Empfängergebiet. Zum Einsatz<br />
kamen die Nipkow-Scheibe und die<br />
Spiegelschraube nach Okolicsanyi. Die Bildhelligkeit<br />
und Zeilenanzahl konnte so gesteigert<br />
und die Synchronität verbessert werden.<br />
1932 wurde ein Empfänger mit Braunscher<br />
Röhre vorgestellt. Mit einem neuen Aufnahmeverfahren<br />
(Zwischenfilmverfahren)<br />
wurden Sendungen bereits 1932 mit nur 15<br />
Sekunden Verzögerung ausgestrahlt. Gleichzeitig<br />
herrschte in den Laboratorien Loewes<br />
reges Treiben. Mit einer Investition von über<br />
200 000 Reichsmark fertigte das Unternehmen<br />
Braunsche Röhren für Oszillographen<br />
auf eigene Rechnung. Der deutsche Naturwissenschaftler<br />
Manfred von Ardenne verbesserte<br />
die Lebensdauer von 100 Stunden<br />
um das zehnfache und eigene Oszillographenröhren<br />
erhöhten Helligkeit und Punktschärfe,<br />
wovon Loewe dankend profitierte.<br />
Erste Vorführung<br />
Seine weiteren Forschungen mündeten 1930<br />
in der ersten Vorführung seiner Elektronenstrahlröhre:<br />
„Die Bilder im Format von ungefähr<br />
10 mal 10 Zentimeter ließen sich bis auf<br />
zwei Meter Entfernung noch gut und lichtstark<br />
erkennen.“ Mit Manfred von Ardenne<br />
gelang Loewe in kürzester Zeit der Sprung an<br />
die technologische Spitze. Doch keine Liebe<br />
hält ewig und so kam es bereits 1932 zum<br />
Zerwürfnis. Ausstehende Schadensersatzansprüche<br />
wegen unbefugter Vorveröffentlichung<br />
und unerlaubte Handlungen seitens<br />
Ardennes ließen den erst jüngst verlängerten<br />
Loewe-Ardenne-Vertrag zerbröckeln.<br />
Die Zusammenarbeit von Siegmund und seinem<br />
Bruder David L. Loewe war alles andere<br />
als harmonisch. „Es ist meine Absicht, zu<br />
dem frühest möglichen Zeitpunkte aus der<br />
geschäftlichen Verbindung mit meinem Bruder<br />
auszuscheiden“, gab Siegmund zu Protokoll.<br />
Dass es bei Loewe selbst nicht immer<br />
geordnet zuging, zeigen die Umstände des<br />
Leiters der Röhrenfertigung Paul Kapteyn:<br />
„So machte ich damals meine erste Erfahrung<br />
bei der Firma Loewe: ‚Hilf Dir selbst, so<br />
hilft Dir Gott‘, und die zweite: ‚Improvisation<br />
ist Alles‘.“<br />
Mittels neuer Allstromröhren gelang Loewe<br />
die Besetzung einer neuen Marktnische. Da<br />
in Deutschland Gleich- und Wechselstromnetze<br />
existierten, mussten viele Verbraucher<br />
Bilder: Loewe, Textquelle: Ortsempfänger, Volksfernseher und Optaphon<br />
024 www.hdplustv.de
Die Zusammenarbeit zwischen Siegmund Loewe (links) und Manfred von Ardenne<br />
(Mitte) war fruchtbar aber nur von kurzer Dauer<br />
Dr. Rainer Hecker (links) und Gerhard Schaas (rechts) zusammen mit Produktionsleiter<br />
Wolf-Dieter Gerke verpackten das letzte Bildröhren-Fernsehgerät von Loewe<br />
bei einem Wohnungsumzug die Netzteile<br />
oder ganze Geräte austauschen. Trotz der<br />
späten Markteinführung 1934 konnten sich<br />
die Allstromgeräte sofort am Markt durchsetzen,<br />
bis Ende der 30er der Gleichstrom<br />
abgesetzt und Wechselstrom als Standard<br />
definiert wurde.<br />
Der als Volksempfänger betitelte Fernseher<br />
kostete jedoch weit mehr, als sich das Volk<br />
leisten konnte. Der Name ‚Volks-Fernseher‘<br />
wurde jedoch immer wieder von der Presse<br />
als solcher publiziert, was der Beliebtheit<br />
nur zuträglich war. Selbst der ein Jahr später<br />
erschienene Nachfolger kostete immer noch<br />
2 500 Reichsmark.<br />
Loewe im Reich Nummer Drei<br />
Am 15. Juni 1933 meldete Karl Hintze die<br />
Arisierung von Aufsichtsrat und Vorstand,<br />
auch wenn Siegmund Loewe als einziger<br />
Jude im Unternehmen bleiben durfte. David<br />
Ludwig Loewe verließ das Unternehmen<br />
auch aus persönlichen Gründen und ging<br />
nach Großbritannien. Infolge der Umstellungen<br />
in der Führungsetage hatte Loewe<br />
mit Problemen zu kämpfen und sah sich in<br />
seinen Entwicklungsarbeiten behindert. So<br />
wurde durch die Reichspost versucht, Loewe<br />
von der Funkausstellung 1933 fern zu halten.<br />
Dies scheiterte jedoch, gleichwohl die Vertretung<br />
Loewes, Kurt Schlesinger, beim Auftritt<br />
von Adolf Hitler und Joseph Goebbels<br />
den Stand verlassen musste, da er jüdischer<br />
Abstammung war. Schlimmer als die persönliche<br />
Diskriminierung war allerdings die<br />
Auslöschung des Namens aus den Gedächtnissen<br />
der Menschen. So wurde Loewe trotz<br />
seiner Forschungen und Entwicklungen nirgends<br />
erwähnt, die Identität des Unternehmens<br />
fast gänzlich begraben. Der ausgewanderte<br />
Bruder David L. Loewe hatte indessen<br />
aus seinem Exil die Firmen Telefunken und<br />
Philips für seinen Unternehmensanteil interessiert,<br />
um die Fernsehentwicklung nicht in<br />
NS-Hände fallen zu lassen. Siegmund Loewe<br />
versuchte dagegen diese Anteile zurückzukaufen.<br />
Durch geschicktes Vorgehen konnte<br />
er einen finanziellen Schaden zwar abwenden,<br />
aber ein bereits groß angelegtes Projekt<br />
ging an den Konkurrenten Telefunken.<br />
Die einzige Chance, den finanziellen Kahlschlag<br />
abzuwenden, bestand in einer Kooperation<br />
und so suchte und fand Loewe den<br />
Schulterschluss mit Telefunken. „Die Verhandlungen<br />
mit Loewe über das Vertragswerk,<br />
welche im Januar/Februar 1936 zum<br />
Abschluss kamen, haben sich über lange Zeit<br />
(...) hingezogen (...), wobei der nicht-arische<br />
Charakter der Firma Loewe niemals auch<br />
nur gestreift wurde.“ Diese wohlgesonnenen<br />
Worte eines Telefunken-Vertreters zeigte<br />
die Wahrheit jedoch in einem unwirklichen<br />
Licht. Im Dezember 1937 hatte sich herausgestellt,<br />
dass Siegmund Loewe immer noch<br />
der jüdischen Religion zugeordnet und trotz<br />
seines Austritts nun als „Mischling ersten<br />
Grades“ geführt wurde. Somit blieb Siegmund<br />
Loewe keine andere Wahl, als sein Unternehmen<br />
und Deutschland zu verlassen,<br />
sein Name wurde aus dem Handelsregister<br />
entfernt. Er reiste am 26. Oktober 1939 in<br />
die USA und nahm am 31. August 1944 die<br />
amerikanische Staatsbürgerschaft an. In New<br />
York übernahm er die Geschäftsführung<br />
der dortigen Loewe Gesellschaft. Im Dritten<br />
Reich wurde aus Radio AG D. S. Loewe die<br />
Löwe Radio AG und mit der Streichung der<br />
Initialen D für David und S für Siegmund<br />
wurde die Arisierung nach außen hin deutlich<br />
gemacht.<br />
Zurück zum Erfolg<br />
Dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“<br />
folgten die auferstandenen Ruinen,<br />
deren wirtschaftlicher Aufschwung erst 1967<br />
unterbrochen wurde. Neben der Erholung<br />
Loewes sind es besonders die gegründeten<br />
Versandhäuser Neckermann und Quelle sowie<br />
der Radio- und Fernsehentwickler Grundig,<br />
welche die Wirtschaft ankurbelten.<br />
Loewe konnte an alte Röhrenradioerfolge<br />
nicht anknüpfen. Der Entwicklungsbereich<br />
nahm nicht mehr den Stellenwert der<br />
Vorkriegszeit ein. Das Unternehmen hatte<br />
Schwierigkeiten, andere Geschäftsbereiche<br />
wie Tonband- und Videogeräte zu erschließen.<br />
Die gescheiterte Markteinführung des<br />
Optaphons und Optacords lassen keinen<br />
Zweifel daran, dass innovative Produkte zwar<br />
vorhanden waren, aber deren Vermarktung<br />
nicht gelang.<br />
Mit dem Tod Siegmund Loewes am 2. Mai<br />
1962 endete die Geschichte des Unternehmens.<br />
Der Gründungsvater war bis ans Ende<br />
seiner Tage kinderlos geblieben. Als Erben<br />
hatte er seine Frau Clara wie auch seine Geschwister<br />
Bernhard und Clara eingesetzt. Es<br />
stellte sich rasch heraus, dass an der Weiterführung<br />
des Unternehmens kein Interesse<br />
bestand. Fernab jeglicher Öffentlichkeit<br />
kaufte Philips das deutsche Traditionsunternehmen,<br />
machte dies aber erst 20 Jahre später,<br />
1984/85, publik.<br />
Im Jahr 1999 dann die rigorose Weichenstellung.<br />
Zurück zur Unabhängigkeit, zurück<br />
zu Innovationen, zurück nach Deutschland.<br />
Heute jagt ein Umsatzplus das nächste und<br />
auch fernab jeder Wirtschaftlichkeit braucht<br />
sich die neue Geschäftsleitung rund um Dr.<br />
Rainer Hecker nicht vor den Gründervätern<br />
zu verstecken – sie wären stolz auf ihre Erben<br />
und das neu erstarkte Loewe gewesen.<br />
Inhalte | HD+TV | 5.2006 025
Diese Filme halten die HD-Kanäle von Premiere und Sat.1 in den nächsten Wochen für Sie bereit.<br />
PROGRAMMHÖHEPUNKTE<br />
ALFIE<br />
LIEBESKOMÖDIE<br />
DIE DOLMETSCHERIN THRILLER<br />
Premiere HD Film, So, 13. 08., 20.15 Uhr, Fr, 18. 08., 12.25 Uhr, Mi, 30. 08., 18.30 Uhr, Di, 05. 09.,<br />
17.00 Uhr, D i, 12. 09., 20.15 Uhr<br />
SHREK 2<br />
Premiere HD Film, Fr, 01. 09., 8.40 Uhr und 21.55 Uhr<br />
ANIMATION<br />
Premiere HD Film, Sa, 12. 08., 15.10 Uhr, Di, 22. 08., 20.15 Uhr, 04. 09., 20.15 Uhr<br />
Bilder: Premiere, Dreamworks, Paramount, Miramax, Universal, UIP, Sony Pictures<br />
026 www.hdplustv.de
IN <strong>HDTV</strong><br />
HELLBOY<br />
FANTASY<br />
RAY<br />
BIOGRAFIE<br />
Premiere HD Film, Sa, 19. 08., 22.00 Uhr, So, 20. 08.,<br />
12.45 Uhr, Do, 14. 09., 22.05 Uhr, Fr, 15. 09., 11.35 Uhr<br />
AVIATOR<br />
BIOGRAFIE<br />
Premiere HD Film, So, 03. 09., 20.15 Uhr und 4.35 Uhr<br />
Premiere HD Film, Mi, 23. 08., 8.05 Uhr und 20.15 Uhr, Di, 12. 09., 09.35 Uhr und 22.00 Uhr<br />
WEITERE PROGRAMMHIGHLIGHTS<br />
Film Sender Genre Termin<br />
Hautnah Premiere HD Film Drama Sa, 12. 08., 22.05 Uhr, So, 13. 08., 13.35 Uhr<br />
Hidalgo Premiere HD Film Abenteuer So, 13. 08., 11.20 Uhr und 22.00 Uhr<br />
Es bleibt in der Familie Sat.1 HD Komödie Mo, 14. 08., 20.15 Uhr<br />
Saw Premiere HD Film Horror Mo, 14. 08., 23.40 Uhr, Do, 07. 09., 2.10 Uhr<br />
Head in the Clouds Premiere HD Film Liebesdrama Di, 15. 08., 21.55 Uhr, Mo, 04. 09., 12.30 Uhr<br />
Team America Premiere HD Film Trickfilm Mi, 16. 08., 23.35 Uhr, Fr, 01. 09., 12.25 Uhr<br />
In 80 Tagen um die Welt Premiere HD Film Abenteuer Sa, 19. 08., 13.00 Uhr, Mo, 04. 09., 21.50 Uhr<br />
Sky Captain Premiere HD Film Science-Fiction Sa, 26. 08., 16.45 Uhr, Do, 31. 08., 18.30 Uhr<br />
Shaun of the Dead Premiere HD Film Horro-Komödie So, 20. 08., 16.40 Uhr, Do, 14. 09., 18.35 Uhr<br />
Collateral Premiere HD Film Thriller Mo, 21. 08., 16.30 Uhr, Do, 31. 08., 22.10 Uhr<br />
Wenn Träume fliegen lernen Premiere HD Film Drama Di, 22. 08., 21.50 Uhr, So, 03. 09., 18.35 Uhr<br />
Der Wixxer Premiere HD Film Komödie Mi, 23. 08., 15.15 Uhr, Mo, 11. 09., 7.25 Uhr<br />
The Butterfly Effect Premiere HD Film Science-Fiction Fr, 25. 08., 9.15 Uhr, Fr, 25. 08., 23.45 Uhr<br />
Constantine Premiere HD Film Fantasy-Action So, 27. 08., 18.15 Uhr, Sa, 09. 09., 20.15 Uhr<br />
Die Journalistin Sat.1 HD Thriller Mo, 28. 08., 20.15 Uhr<br />
Sideways Premiere HD Film Komödie Di, 29. 08., 20.15 Uhr, Mi, 13. 09., 22.05 Uhr<br />
Kill Bill: Vol.2 Premiere HD Film Actionfilm So, 03. 09., 8.25 Uhr und 23.00 Uhr<br />
Tauchfahrt zur Bismarck Discovery HD Dokumentation So, 03. 09., 20.15 Uhr, Mo 04. 09., 17.50 Uhr<br />
Inhalte | HD+TV | 5.2006 027
Parallelwelt<br />
Videospiele haben in Deutschland noch<br />
immer einen schlechten Ruf. Von Kinderspielen,<br />
Killerspielen oder Intelligenztötern<br />
reicht hier die Spanne der<br />
öffentlichen Berichterstattung. Doch<br />
Videospiele sind bei weitem nicht mehr<br />
nur die hüpfenden kleinen Männchen,<br />
die sich von einem Level zum nächsten<br />
vorarbeiten – Videospiele sind Unterhaltung<br />
pur, vor allem im Heimkino.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
028 www.hdplustv.de
Mit der Microsoft Xbox 360 begann Ende 2005<br />
eine neue Ära der Spielekultur. Anstatt wie<br />
bislang mit PAL-Auflösung und Stereoton all<br />
jene anzusprechen, die <strong>Plasma</strong>s, <strong>LCD</strong>s und Audio-Receiver<br />
nur als Fremdworte begreifen, wandte sich Microsoft<br />
Höherem zu. Mit perfektem Dolby-Digital-Klang sowie<br />
<strong>HDTV</strong>-Auflösung schwelgen Spieler in aller Welt bereits<br />
in fremden Welten. Dabei reicht die Spanne der bislang<br />
erschienenen Titel von beliebten Sportarten wie Boxen,<br />
Golf, Tennis oder Fußball bis hin zu realistischen Simulationen.<br />
Boxenstopp<br />
Um die Xbox 360 startklar zu machen, bedarf es weit<br />
mehr als einem alten Röhrenfernseher. Mit ihrem YUV-<br />
Ausgang sendet die Konsole ihre hochauflösenden Bilder<br />
am liebsten zu Flachbildschirmen oder Projektoren.<br />
Durch den Verzicht auf HDMI und HDCP können auch<br />
Besitzer älterer <strong>HDTV</strong>-Fernseher und -Beamer die Spiele<br />
in voller Pracht genießen.<br />
Die Tonsausgabe gestaltet sich auf den ersten Blick ein wenig<br />
umständlich. Anstatt der Konsole einen eigenen optischen<br />
oder koaxialen Tonsausgang zu spendieren, wird<br />
das optische Kabel an der Videostrippe angedockt – auf<br />
die Qualität hat diese ungewöhnliche Lösung glücklicherweise<br />
keine Auswirkungen. Im Hauptmenü der Xbox 360<br />
müssen Sie zunächst ein paar Vorkehrungen treffen. Der<br />
Videoausgang muss als „720p“ oder „1 080i“ markiert<br />
und Dolby Digital auf „an“ gestellt werden. Spiele wie<br />
Oblivion unterstützen sogar die höhere HD-Auflösung<br />
von 1 080i, so dass die Bildnorm nicht nur Makulatur ist.<br />
Spiele und Filme in HD-Qualität<br />
Links: Die Playstation 3 mit integriertem Blu-ray-Laufwerk<br />
Rechts: Die Xbox 360 samt HD-DVD-Laufwerk.<br />
Spielen wie Gott in Frankreich<br />
Zugegeben, unser knapp 20 000 Euro teurer Projektor erscheint<br />
auf den ersten Blick etwas überdimensioniert für<br />
die Xbox 360, doch als die ersten Bilder von „Need for<br />
Speed Most Wanted“ die Leinwand erhellten, war klar:<br />
So müssen Bilder in HD aussehen! Dank der immensen<br />
Lichtleistung des Projektors (Test auf Seite 88) trat auch<br />
nach Stunden kein Ermüdungseffekt für die Augen ein.<br />
Zudem konnte die Xbox 360 mit aller Macht zeigen, welcher<br />
Quantensprung seit der letzten Xbox erreicht wurde.<br />
Die Sichtweite der fast durchgängig befahrbaren Region<br />
protzt mit einem realistischen Tag-Nacht-Wechsel, filigranen<br />
Details an den Karosserien der Edelkarossen und<br />
einem hübschen Schadensmodell. Die Steuerung gewinnt<br />
zwar keinen Realitätspreis, aber selten hat man einen Porsche<br />
mit 200 km/h so angenehm durch den Nachmittagsverkehr<br />
des angrenzenden Highways gesteuert. Besonders<br />
beeindruckend fällt auch die Soundkulisse aus. Unter den<br />
Brückenpfeilern hören Sie jede Strebe, im Tunnel färbt<br />
sich das Klangspektrum realistisch hallend und die Motorengeräusche<br />
beim Start lassen das Wohnzimmer erzittern.<br />
Zudem ist es immer wieder ein Erlebnis, nach einem<br />
Ihre Meinung<br />
Videospiele haben sich im<br />
Massenmarkt etabliert. In<br />
der HD+TV möchten wir<br />
Spiele in Zukunft gleichberechtigt<br />
neben Filmen in<br />
dieser Rubrik vorstellen und<br />
bewerten. Welche Meinung<br />
vertreten Sie zu diesem<br />
Thema? Greifen Sie in Ihrer<br />
Freizeit zum Controller?<br />
Würden Sie sich eine<br />
Konsole ins Wohnzimmer<br />
stellen? Schreiben Sie uns<br />
Ihre Meinung an<br />
leserpost@hdplustv.de oder<br />
die bekannte Adresse:<br />
Auerbach Verlag,<br />
Lauchstädter Straße 20,<br />
04229 Leipzig.<br />
Inhalte | HD+TV | 5.2006 029
Die Videospielikone der Neunziger,<br />
Lara Croft, eroberte neben den<br />
Spielekonsolen auch die Leinwand<br />
Regenschauer und dem nachfolgenden Tunnel<br />
von der Sonne geblendet in das bildschöne<br />
Panorama zu rasen und garantiert ohne<br />
Strafzettel davon zu kommen. Die Polizei<br />
wird im Spiel zur Zielscheibe für Massenkarambolagen<br />
und Blechschäden, ganz in der<br />
Tradition von Hollywoods besten Actionfilmen.<br />
Dabei erleben Sie die umherfliegenden<br />
Streifenwagen auf Wunsch in Zeitlupe und<br />
mit fünf Lautsprechern raumgreifend über<br />
den eigenen Köpfen.<br />
Ganz andere, weil leise Töne, schlägt hingegen<br />
das Rollenspiel Oblivion an. Unser Spiel des<br />
Monats der HD+TV 03/06 begeistert durch<br />
seine grenzenlose Freiheit. Hier können Sie<br />
der spannenden Geschichte folgen und die<br />
gigantische Landmasse erkunden, die ähnlich<br />
wie Neuseeland in der „Herr der Ringe“-Trilogie<br />
mit ihren Wäldern und Seen<br />
für Urlaubsstimmung sorgt. Das größte<br />
Potenzial spielt Oblivion jedoch Abseits<br />
der Rahmenhandlung aus. Beweisen<br />
Sie sich als Dieb, Händler<br />
oder Arenenkämpfer, steigen Sie in<br />
der Gunst der Gilden oder betreten<br />
Sie die Höllentore Oblivions – einen<br />
größeren Abenteuerplatz werden<br />
Sie nirgends finden. Im Heimkino<br />
lädt die freigiebige Natur zum<br />
Staunen ein. Unter dem Blätterdach werden<br />
die Sonnenstrahlen realistisch gebrochen,<br />
Regen und aufziehende Gewitter plätschern<br />
und poltern aus allen Lautsprechern, die meditative<br />
Hintergrundmusik nervt selbst nach<br />
Stunden nicht und ein Bad im kühlen Nass<br />
ist in den heißen Sommertagen eine Wohltat.<br />
Oblivion ist eines jener Spiele, für die man<br />
den Jahresurlaub opfern könnte, ohne danach<br />
ein schlechtes Gewissen zu haben.<br />
Sport treiben<br />
Wer kennt es nicht: In jungen Jahren wurde<br />
der eigene Körper zu sportlichen Höchstleistungen<br />
getrieben, doch die Arbeitszeiten<br />
und Anstrengungen lassen einen nach dem<br />
täglichen Feierabend nur noch erschöpft in<br />
den Sessel fallen. Zum Glück gibt es einige<br />
Sporttitel, welche die alte Liebe wieder aufleben<br />
lassen, ohne den Körper mit Muskelkater<br />
zu bestrafen. In Top Spin 2 schwingen<br />
Sie Ihren Tennisschläger so behände wie<br />
einst Steffi Graf oder Pete Sampras. Obwohl<br />
die Darstellung der Sportler und des Spielfelds<br />
gefällt, zeigt sich das größte Plus bei der<br />
Steuerung. Für Lob, Slice oder den namensgebenden<br />
Topspin stehen eigene Knöpfe zur<br />
Verfügung. Je nachdem, wie lange Sie diese<br />
gedrückt halten, Ihre Figur zum Ball steht<br />
und Sie die Richtungstaste betätigen, schlagen<br />
Sie ein Ass oder den Ball mehrere Meter<br />
ins Aus. Topspin 2 honoriert die längere<br />
Spieldauer wie kaum ein zweites Spiel, denn<br />
Anfänger stehen Profis nur chancenlos gegenüber<br />
– hier hilft nur üben, üben, üben!<br />
Brachialer und grafisch imposanter treffen<br />
die Boxer im Spiel „Fight Night Round 3“<br />
aufeinander. Wenn die Kinnlade bei einem<br />
Aufprall in Zeitlupe deformiert wird, der<br />
Fragen und Antworten für Videospielneulinge<br />
Können Videospiele süchtig machen?<br />
Ja. Spiele sind meist nach dem Schema: „Bestehe<br />
eine Aufgabe und erhalte dafür eine Belohnung“,<br />
aufgebaut. Je weiter man in Spielen<br />
vordringt, desto besser werden nicht nur die eigenen<br />
Fähigkeiten als Spieler, sondern meist auch<br />
die Figur oder das Vehikel im Spiel. Es gibt eine<br />
positive Suchterscheinung, in der sich die Spieler<br />
trotz aller Widrigkeiten und schweren Aufgaben<br />
im Spiel ermuntern weiter zu machen und so<br />
persönliche Erfolge feiern. Von einer negativen<br />
Suchterscheinung spricht man, wenn andere Lebensbereiche<br />
wie der Freundeskreis, die Familie<br />
oder Freizeit und Sport vernachlässigt werden.<br />
Dabei sollten Sie aber Ruhe bewahren. Wenn ein<br />
Jugendlicher eine Woche lang durchgängig ein<br />
Spiel absolviert, ist das kein Grund zur Sorge –<br />
nach einem langen Spielemarathon sollte die<br />
Konsole aber erst einmal für mehrere Tage bei<br />
Seite gelegt und sich anderen Dingen zugewendet<br />
werden.<br />
Gibt es Unterschiede zwischen Filmen und<br />
Spielen?<br />
Obwohl die Darstellung in Spielen immer mehr<br />
an Filme heranreicht, gibt es einen wesentlichen<br />
Unterschied: Interaktivität. Damit ist die Einflussnahme<br />
der Spieler auf das Geschehen gemeint.<br />
Filme werden als „passive Unterhaltung“, Spiele<br />
als „aktive Unterhaltung“ bezeichnet. Während<br />
Sie im Film nur die Dinge sehen, die Regisseur<br />
und Kameramann aufgenommen haben, können<br />
Sie in Spielen jeden Winkel der Spielwelt erkunden.<br />
Zudem laufen Filme immer bis zum Schluss,<br />
während in Spielen für den Abspann meist eine<br />
große Leistung erbracht werden muss.<br />
Sind Spiele mit Schusswaffen und kriegerischer<br />
Handlung gefährlich?<br />
Alle Verpackungen ziert eine Altersbeschränkung.<br />
Die unverbindliche Altersfreigabe sollte<br />
von den Eltern überprüft werden. Spiele mit<br />
Schusswaffen sind grundsätzlich ungefährlich,<br />
schließlich fügen Spieler niemanden ein Leid zu.<br />
Allerdings können solche Titel die Hemmschwelle<br />
zur Gewaltbereitschaft senken, aber auch Aggressionen<br />
abbauen – dies ist bei jedem Spieler<br />
unterschiedlich. Grundsätzlich gilt: Informieren<br />
Sie sich über die Inhalte, die Ihre Kinder spielen.<br />
Ein Verbot bei besonders gewalttätigen Titeln<br />
nützt in der Regel nichts – die Kinder werden<br />
durch den Freundeskreis weiterhin an diese Titel<br />
herankommen. Zudem sorgt ein Verbot nur dafür,<br />
dass die Begehrlichkeit steigt.<br />
Kriegsspiele sind ebenso wie Kriegsfilme ein heißes<br />
Eisen. Die meisten Spiele sind jedoch Anti-<br />
Kriegs-Spiele, in denen der Spieler den Wahnsinn<br />
und die Verzweiflung eines solchen Ausnahmezustands<br />
hautnah miterlebt. Die Zeit scheint<br />
hier aber alle Wunden zu heilen, denn römische<br />
Feldzüge werden heute als geschichtlich wertvoll<br />
angesehen. Ob man willens ist, sich auf solche<br />
Szenarien einzulassen, muss jeder selbst entscheiden.<br />
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Subwoofer jeden Schlag in der eigenen Magengegend<br />
spürbar macht und sich Zuschauer<br />
im Heimkino fragen: „Ist das echt oder ein<br />
Spiel?“, dann verschwinden die Grenzen zwischen<br />
Fiktion und Realität.<br />
Freizeitkultur<br />
Die Videospiele sind angekommen im Heimkino,<br />
soviel steht nach ausgiebigen Spielstunden<br />
fest. Dabei beeindrucken nicht nur<br />
die spielerischen Qualitäten, sondern auch<br />
das Drumherum. Während viele DVDs ein<br />
weichgezeichnetes Bild mit Artefakten plagt,<br />
erleben Sie mit der Xbox 360 seit fast einem<br />
Jahr <strong>HDTV</strong> in voller Pracht. Sowohl die<br />
Grafikeffekte als auch der Klang, bestehend<br />
aus Soundeffekten und Hintergrundmusik,<br />
brauchen sich nicht vor Filmproduktionen<br />
zu verstecken. In Zusammenhang mit dem<br />
einmaligen Mittendrin-Gefühl vergeht die<br />
Zeit wie im Fluge, selbst wenn Sie auf dem<br />
virtuellen Golfplatz in Seelenruhe den Ball in<br />
den nächsten Sandbunker schlagen. Mit der<br />
Playstation 3 wird Sony auf den <strong>HDTV</strong>-Zug<br />
am 17. November aufspringen und die ehemals<br />
blockigen und piepsenden Männchen<br />
mit lebensechter Mimik und Gestik auf die<br />
eigene Leinwand werfen. Wer Videospiele in<br />
Zukunft immer noch meidet, verpasst zwar<br />
nicht das Leben, aber dafür ganz großes Kino<br />
für Jung und Alt.<br />
Oben: Der Hoffnungsträger Halo 3 ist Microsofts Absatzgarant für 2007. Peter Jackson, Regisseur des „Herr der Ringe“-<br />
Epos kümmert sich indessen um die Filmumsetzung. Links: Die Macht des Ringes: Auf der Xbox 360 geht die Schlacht<br />
um Mittelerde in die zweite Runde. Rechts: In Assassin‘s Creed ziehen Sie als Attentäter durch das Heilige Land<br />
Fragen und Antworten für Heimkinoneulinge<br />
Was bedeuten die Abkürzungen HDMI, YUV,<br />
720p und 1 080i?<br />
HDMI steht für High Definition Multimedia Interface.<br />
Diese Verbindung ersetzt in Zukunft den<br />
Scart-Stecker und überträgt alle Bild- und Tonformate<br />
mit einem Kabel. Durch die digitale Übertragung<br />
treten keinerlei Qualitätsverluste auf. Die<br />
Playstation 3 (PS3) von Sony unterstützt HDMI.<br />
YUV ist eine weitere Möglichkeit, Bilder in HD-<br />
Qualität zu übertragen, aber keinen Ton. Durch<br />
die analoge Übertragung können minimale Verluste<br />
entstehen, die aber in der Realität keine Rolle<br />
spielen. Die Xbox 360 unterstützt nur YUV.<br />
720p und 1 080i sind die zwei Bildformate für<br />
<strong>HDTV</strong>, also das hochauflösende (schärfere) Fernsehen.<br />
720p bietet 50 Bilder pro Sekunde mit knapp<br />
900 000 Bildpunkten (1 280 × 720) – „p“ steht für<br />
Vollbilder (progressive), also 50 komplette Bilder.<br />
1 080i liefert 50 Bilder pro Sekunde mit zwei<br />
Millionen Bildpunkten (1 920 × 1 080) – „i“ steht<br />
für Halbbilder (interlace). Hier sehen Sie nicht<br />
50 komplette Bilder sondern nur die Hälfte der<br />
vertikalen Auflösung, nämlich 540 Bildzeilen. Die<br />
restlichen 540 Bildzeilen werden vom Fernseher<br />
oder Projektor interpoliert, also errechnet. Somit<br />
reduziert sich die dargestellte Auflösung auf<br />
knapp eine Million Bildpunkte (1 920 × 540). Filme<br />
auf HD-DVD werden mit der vollen Auflösung<br />
von zwei Millionen Bildpunkten dargestellt, indem<br />
die Bildzahl von 50 auf 25 halbiert wird und<br />
zwei Halbbilder (1 920 × 540) zu einem Vollbild<br />
(1 920 × 1 080) ver schmelzen.<br />
1 080p steht für die höchste <strong>HDTV</strong>-Auflösung.<br />
Hier sehen Sie zu jeder Sekunde zwei Millionen<br />
Bildpunkte – die Playstation 3 unterstützt als einzige<br />
Konsole das Format 1 080p.<br />
Was benötige ich, um meine Playstation 3<br />
und Xbox 360 auszureizen?<br />
Neben einem HD-ready-<strong>Plasma</strong>, -<strong>LCD</strong> oder -Projektor<br />
benötigen Sie einen Audioreceiver, der den<br />
Mehrkanalton entschlüsselt sowie ein Lautsprecherset<br />
mit mindestens fünf Boxen plus Subwoofer<br />
(Tieftonlautsprecher). In der HD+TV testen<br />
wir sämtliche Heimkinoprodukte in der Rubrik<br />
Kaufberatung, die hierfür infrage kommen. Von<br />
Computerherstellern, die ebenfalls solche Ware<br />
produzieren, sollten Sie Abstand nehmen – hier<br />
ist die Qualität meist schlechter als von spezialisierten<br />
Herstellern.<br />
Kann ich die PS3 und Xbox 360 auch an einem<br />
herkömmlichen Fernseher betreiben?<br />
Ja, aber nur mit großen Defiziten. Gerade die grafische<br />
Darstellung ist das große Aushängeschild<br />
der neuen Konsolen und diese kommt vorrangig<br />
durch die hohe Auflösung zum Tragen. Besitzen<br />
Sie lediglich einen alten Röhrenfernseher, sollten<br />
Sie eher zu den Vorgängerkonsolen greifen und<br />
auf einen <strong>HDTV</strong>-Fernseher sparen.<br />
Inhalte | HD+TV | 5.2006 031
Kriegsschauplatz Kunst<br />
Als 1939 der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen beginnt, startet zur gleichen Zeit<br />
an allen Fronten der vorstoßenden Wehrmacht ein Kreuzzug ganz anderer Art, mit ähnlichen<br />
Motiven, jedoch mit eigenen Regeln und Zielen. Gier auf der einen Seite und die Sorge um<br />
das Erbe vergangener Epochen auf der anderen sind Sinnbild für die perfiden Kunstraube in<br />
der Nazizeit. Dies wurde jetzt anhand eines ausgewählten Präzedenzfalls von der Ottonia<br />
Media in Zusammenarbeit mit Arte, ORF und Avro filmisch rekonstruiert – als Zweiteiler und<br />
im <strong>HDTV</strong>-Format. HD+TV hat sich vor Ort beim Dreh überzeugt, dass dabei eine Dokumentation<br />
der besonderen Art entsteht.<br />
VON THOMAS BUTZMANN<br />
Zwischen zwei LKWs voller High-Tech-<br />
Equipment sitzt eine Rotarmistin auf<br />
einem Campingstuhl vor einer maroden<br />
Hauswand, schneidig gekleidet, die<br />
Haare fest zu zwei Zöpfen gebunden. Über<br />
ihr zischt ein Schwall Haarspray auf sie herab.<br />
Ein letztes Mal huscht der Pinsel über das<br />
Gesicht. Gleich wird sie in der Scheune nebenan<br />
wichtige Karten studieren und weitgreifende<br />
Entscheidungen treffen. „Die Soldaten<br />
sollen sich bitte umziehen!“, ruft die<br />
Aufnahmeleiterin Sandra Neundorf. „Schon<br />
dabei.“ antwortet es aus einem der größeren<br />
Transporter, welcher zum mobilen Kostümlager<br />
umgerüstet wurde. Drei junge Männer<br />
sind gerade erfolgreich dabei, zu Soldaten<br />
der Roten Armee zu mutieren. Wuschelige<br />
Haare verschwinden unter einem Käppi,<br />
etwas Gel hilft dabei. Wir begeben uns in<br />
die Scheune, etwas unsicher, ob der extrem<br />
baufälligen Optik, um in den wenigen Minuten<br />
vor Drehbeginn auf einen athletischen<br />
Mann mit farbenfrohem Hemd, kurzen<br />
Haaren und verschmitztem Lächeln zu treffen.<br />
Hannes Schuler, der Regisseur, sitzt auf<br />
einer alten Kiste und studiert gerade einen<br />
Drehbuchauszug. Er empfängt uns gelassen.<br />
Geduldig möchte er uns, trotz des Zeitdrucks,<br />
einige Fragen beantworten. Gleich<br />
am Anfang wirft er ein, dass an diesem Pro-<br />
Bilder: Thomas Butzmann<br />
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jekt, welches eine Co-Produktion deutscher,<br />
französischer, österreichischer und niederländischer<br />
Stationen ist, viele weitere internationale<br />
Partner beteiligt sind. Man arbeitet<br />
unter anderem auch mit Sendern aus der<br />
Schweiz, aus Finnland, Australien sowie aus<br />
Kanada zusammen. Überdies wird das Projekt<br />
von zahlreichen Förderern unterstützt,<br />
wie der Mitteldeutschen Medienstiftung und<br />
eventuell sogar von Media, der Filmförderung<br />
der Europäischen Union. Das macht<br />
ihn stolz. „Der Zeitplan ist knapp bemessen.“,<br />
sagt Hannes Schuler jedoch, „Mitte August<br />
soll die Postproduktion beendet und das<br />
Material fertig geschnitten und vertont sein.<br />
Die Ausstrahlung soll schon gegen Ende diesen<br />
Jahres erfolgen.“ Eine Veröffentlichung<br />
im <strong>HDTV</strong>-Format ist jedoch eher unwahrscheinlich.<br />
„Wir produzieren zwar in <strong>HDTV</strong>,<br />
der fertige Schnitt wird aber im SD-Format<br />
erstellt.“<br />
Alles muss stimmen<br />
Um uns herum wird es jetzt unruhiger. Dekorationsgegenstände<br />
wie altes Kartenmaterial,<br />
betagte Mappen sowie eine obligatorische<br />
Wodkaflasche werden fein säuberlich<br />
auf ein provisorisch anmutendes Tischgestell<br />
drapiert. Die Beleuchtungscrew schaut<br />
wieder und wieder gen Scheunendecke, um<br />
die Lichtmenge abzuschätzen, die durch das<br />
mehr als durchlöcherte Dach harte Schatten<br />
in den Innenraum wirft.<br />
Genauso oft werden auch Korrekturen an<br />
den massiven Schwerlaststativen auf allen<br />
Seiten des Sets gemacht. Darauf befinden<br />
sich entweder große aufgespannte schwarze<br />
Tücher oder überdimensionale Strahler, vor<br />
die eine Art Zelt aus milchigem weißen Stoff<br />
gezogen wurde. Dies sorgt für eine gleichmäßige<br />
Lichtverteilung. Wir bedanken uns kurz<br />
bei Hannes Schuler und verziehen uns in<br />
eine Ecke der Scheune, in der wir möglichst<br />
wenig stören und doch genau verfolgen<br />
können was geschieht.<br />
Auf dem Set wird eine Mischung<br />
aus Englisch und Deutsch gesprochen,<br />
auch ein paar französische Wortfetzen<br />
sind zu vernehmen. Sie stammen von<br />
Etienne C. de Grammont, dem Kameramann,<br />
Franzose und Mitte fünfzig, jedoch mit einem<br />
geradezu lausbübischen Schmunzeln,<br />
wenn eine seiner eben geäußerten Order unverzüglich<br />
zu seiner vollsten Zufriedenheit<br />
umgesetzt wurde.<br />
Die Aufnahmeleiterin gibt das Startzeichen.<br />
„Achtung! Aufnahme!“, „Ton läuft“, erwidert<br />
der Techniker mit den großen Kopfhörern<br />
in der hinteren Ecke. „Set“ ist leise<br />
aber bestimmt von Etienne de Grammont<br />
zu hören. „And Action!“ – das ist Hannes<br />
Schulers Zeichen für die Schauspieler und<br />
Komparsen am Set. Es ist totenstill in dem<br />
maroden Gebäude und erst jetzt hört man<br />
das Zwitschern der Vögel außerhalb des Gebäudes<br />
in der heißen Nachmittagssonne. Ein<br />
Lächeln huscht über jedes Gesicht im Raum.<br />
„Das passt schon“, gibt uns der Tontechniker<br />
durch ein Kopfzeichen zu verstehen. Die<br />
Rotarmistin beginnt konzentriert, sich mit<br />
dem vor ihr liegenden Kartenmaterial auseinanderzusetzen.<br />
Die Spannung in Hannes<br />
Schulers Gesicht ist sichtbar. Er verfolgt auf<br />
einem kleinen hochauflösenden Bildschirm<br />
jede kleinste Bewegung im Sichtfeld der Kamera,<br />
jederzeit bereit, die Szene durch einen<br />
kurzen Zuruf abzubrechen.<br />
Zwei Soldaten betreten den Schauplatz, salutieren<br />
kurz, greifen sich dann eine geschlossene<br />
Kiste und verlassen den Raum. Ein weiterer<br />
Soldat erscheint mit einer Depesche,<br />
übergibt hastig und die Rotarmistin beginnt,<br />
sie in Anwesenheit eines zweiten hochrangigen<br />
Uniformierten zu lesen. „Stop!“, ertönt<br />
es lautstark aus Schulers Mund. „Abbruch!“,<br />
gibt die Aufnahmeleiterin durch ihr Funkgerät<br />
durch. „Eure Ausgangspositionen sind zu<br />
weit vom Tisch entfernt“, gibt der Regisseur<br />
den zwei Protagonisten der Szene<br />
zu verstehen.<br />
Auch das Licht sagt Oberbeleuchter<br />
Mario Erdenberger<br />
nicht zu. Aufnahmeleiterin<br />
Sandra Neundorf<br />
gibt die Anweisung<br />
weiter. „Zwei Minuten<br />
für das Licht.“<br />
Etwa eine Stunde<br />
dauert es noch,<br />
dann ist die Szene<br />
optimal abgedreht<br />
– Hannes Schuler und sein Team<br />
sind ambitioniert und anspruchsvoll, zeigen,<br />
dass sie Perfektionisten sind.<br />
Nix mit Ausruhen<br />
Die Mittagspause im Anschluss ist kurz, aber<br />
entspannt. „Gestern Nacht haben wir bis vier<br />
Uhr gedreht, deshalb heute etwas später angefangen.“,<br />
erklärt uns Sascha Beier, der Producer<br />
des Projekts, „dafür sind wir nun leider<br />
etwas hinter dem Zeitplan.“<br />
Die Crew bespricht bei Pizza und Apfelschorle<br />
die nächste Szene – mit einem sogenannten<br />
Steiger, einer Arbeitsbühne, die bis zu 20 Meter<br />
nach oben ausgefahren werden kann, soll<br />
die Kamera Flügel bekommen. Zuvor müssen<br />
die drei jungen Männer, die eben noch<br />
der Roten Armee dienten, eine Verwandlung<br />
in Mitglieder der deutschen Truppen vollziehen.<br />
„Wir sind schon beim Umziehen“, ist<br />
von den Dreien zu hören. Doch Tina Lebacher,<br />
zuständig für die Maske, grinst und<br />
zückt einen Rasierer. „Aber das reicht nicht –<br />
die Stoppeln müssen ab.“ Der Außenspiegel<br />
eines Vans und ein Glas mit Wasser sind die<br />
Utensilien – das ganze Team ist amüsiert. In<br />
schwindelrerregender Höhe positioniert Kameraassistent<br />
Mathias Schulze die Sony HD-<br />
Kamera.<br />
Die Sonne brennt mittlerweile unbarmherzig<br />
auf das Set hernieder. Zu allem Übel<br />
muss auch noch die Straße von Staub und<br />
Steinchen befreit werden, um das darunterliegende<br />
Pflaster für den Dreh zu Vorschein<br />
zu bringen. Producer Sascha Beier lässt sich<br />
nicht lumpen und nimmt den Besen zur<br />
Hand. Unter allgemeiner Belustigung steht er<br />
Sekunden später in einer mächtigen Staubwolke,<br />
doch nach wenigen Minuten sieht der<br />
Weg wie frisch verlegt aus. Ein betagter LKW<br />
sowie ein wunderschöner schwarzer Mercedes<br />
170 aus den Vierzigern sind essentielle<br />
Bestandteile der folgenden dynamischen<br />
Szene. Mehrere Soldaten besteigen im Laufschritt<br />
den LKW. Ein Mann mittleren Alters,<br />
durch einen langen Mantel und Schlapphut<br />
wie ein Geheimagent anmutend, nimmt has-<br />
Regisseur Hannes Schuler Inhalte | HD+TV | 5.2006 033
Eine der Szenen: zwei hochrangige russische<br />
Offiziere versuchen, den Aufenthaltsort einer<br />
verschwundenen Kostbarkeit zu ermitteln<br />
tig im Mercedes Platz, der gleich darauf mit<br />
Vollgas davonbraust. Hannes Schuler gibt<br />
ebenfalls Gas. Drei verschiedene Einstellungen<br />
möchte er haben, nach nicht einmal 40<br />
Minuten kann er sie als verbucht betrachten.<br />
Circa 800 Meter ist der nächste Schauplatz<br />
entfernt – eine tunnelähnliche Brücke mit einem<br />
nachgebauten Kontrollpunkt, inklusive<br />
Schlagbaum und Wartehäuschen, etwas außerhalb<br />
des Ortes. Kamera und Tontechnik<br />
finden im Transporter Platz. Kamerapodest<br />
und Lichtequipment sind schon auf dem<br />
Weg. Wir laufen die wenigen Meter und sind<br />
beeindruckt, als wir das Ziel erreichen – so<br />
gut wie alles ist schon aufgebaut. Das Team<br />
ist eingespielt, jeder weiß, was zu tun ist.<br />
Kein Wunder, man arbeitete bereits bei mehreren<br />
großen und kleineren Produktionen<br />
zusammen, wie auch während der letzten<br />
<strong>HDTV</strong>-Produktion „Die großen Schlachten“<br />
(HD+TV 1.2005 berichtete).<br />
Das Sonnenlicht verschwindet schon langsam<br />
hinter einem Hügel, Eile ist geboten. Es<br />
soll die letzte Tageslichtszene werden. Auch<br />
hier werden drei verschiedene Einstellungen<br />
benötigt, doch es geht zügig voran. Ein alter<br />
Opel P4 ist Zentrum der Szene, einer Ausweiskontrolle<br />
durch deutsche Soldaten. Die<br />
drei jungen Männer müssen dabei strammstehen<br />
und salutieren. „Wofür habe ich eigentlich<br />
Zivildienst gemacht?“ gibt der eine<br />
zum Besten. Das Set lacht, die Aufnahme ist<br />
wenige Minuten später auch schon im Kasten.<br />
Gerade noch rechtzeitig, denn das Licht<br />
verschwindet just in dem Moment hinter<br />
den Baumwipfeln und wir treten den Rückzug<br />
in die Gemäuer des kleinen Ortes an, wo<br />
die vorletzte Szene des Tages auf ihre Akteure<br />
wartet.<br />
Mächtig gewaltig<br />
Der Innenhof des alten verlassenen Gehöfts<br />
zeichnet ein gespenstisches Bild. Monströse<br />
6-KW-Strahler scheinen die Hauswand<br />
schmelzen zu wollen. Kolossale Reflektoren<br />
leuchten den Innenraum der Stallungen<br />
schaurig aus. Die Szenerie wirkt zwielichtig<br />
und verschwörerisch – und das soll sie auch.<br />
Denn hier findet gleich ein konspiratives<br />
Treffen dunkel bemantelter, schlapphütiger<br />
Gestalten statt, brütend über mysteriösen<br />
Zeichnungen alter Bergwerksstollen.<br />
Das Licht wird immer wieder nachgebessert.<br />
Jeder kleinste Schatten wird ausgiebig<br />
begutachtet und bewertet. Strahler werden<br />
nachjustiert und Folien montiert, die<br />
die Lichtstimmung zusätzlich beeinflussen.<br />
Eine einzelne Kerze wird auf der hüfthohen<br />
Holztruhe angezündet, die als Ablage für die<br />
Zeichnungen dient. Dann gehen drei der<br />
Darsteller hinter eine Wand in Stellung. Sie<br />
werden sich mit zwei weiteren Gestalten an<br />
der Truhe treffen. Auf Kommando von Hannes<br />
Schuler setzt sich das Trio olsenbandengleich<br />
in Bewegung, die Kamera dicht folgend<br />
auf einem Dolly, einem Kamerawagen<br />
auf Schienen. Doch der Dolly mit Etienne de<br />
Grammont auf einem muldenartigen Schemel<br />
steckt plötzlich fest. Die Tür, wodurch<br />
die Schienen gelegt sind, ist zu schmal. Der<br />
Dolly muss neu ausgerichtet werden.<br />
Neuer Versuch. Diesmal klappt es besser,<br />
doch der <strong>Vorschau</strong>bildschirm des Regisseurs<br />
offenbart nicht gewollte Lichtreflexe<br />
auf der Schulter eines der Schauspieler. Die<br />
Lichttechniker haben alle<br />
Hände voll zu tun, bis die<br />
Einstellungen der Strahler<br />
stimmen. „Alles neu auf<br />
Position“, gibt die Aufnahmeleiterin<br />
das Kommando.<br />
„Jetzt qualmen“, ruft Hannes<br />
Schuler. Einer der Männer<br />
an der Truhe zündet sich<br />
eine Zigarette an. Der Dunst<br />
streift durch das weiche Licht der Strahler,<br />
lässt die Atmosphäre im Raum noch gespenstischer<br />
erscheinen. Man hat das Gefühl,<br />
einer dieser Edgar-Wallace-Verfilmungen<br />
beizuwohnen – frei nach dem Motto: dunkle<br />
Ecken, zwielichtige Gestalten, leiernde Spannungsmusik<br />
und dann stirbt irgendjemand<br />
durch eine Hand aus dem Hinterhalt. Doch<br />
hier geht alles gut. Auch mit dem Licht sind<br />
Regisseur und Oberbeleuchter jetzt zufrieden.<br />
Nur wenige Anläufe braucht es, dann ist<br />
auch diese Aufnahme zu einem erfolgreichen<br />
Ende geführt.<br />
Für uns ist es nun Zeit zu gehen. Wir verabschieden<br />
uns vom Team und machen uns auf<br />
den Rückweg, bewegt durch die beklemmende<br />
Atmosphäre der letzten Szene. Erst als wir<br />
die offene Landstraße erreichen, trauen wir<br />
uns endlich, erleichtert auszuatmen.<br />
In großer Erwartung<br />
„Der eigentliche Film wird am Schnittisch<br />
gemacht“, sagt man. Doch schon was wir<br />
selbst sehen durften, ist mehr als vielversprechend.<br />
Mit der stimmigen Atmosphäre der<br />
Szenen sowie der Akribie, die Hannes Schuler<br />
und sein Team an den Tag legen, sind mehr<br />
als gute Voraussetzungen für die Cutter am<br />
Schnittisch geschaffen. Der Autor des Zweiteilers,<br />
Grimme-Preisträger Jan N. Lorenzen,<br />
kann aus unserer Sicht mit der Umsetzung<br />
seines hervorragenden Stoffes sehr zufrieden<br />
sein.<br />
Nur eines wünschen wir uns, was im Moment<br />
leider noch nicht geplant ist – eine Veröffentlichung<br />
des Werkes im <strong>HDTV</strong>-Format.<br />
Die Fesselung des Zuschauers wäre in augenfreundlicher<br />
HD-Auflösung ob der großartig<br />
inszenierten Szenen und der packenden Atmosphäre<br />
komplett. Aber was nicht ist kann<br />
ja dank HD-Aufnahmen noch passieren.
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Wenn Bilder fließen lernen<br />
„Flachbildfernseher“, „Fernsehen im Bilderrahmen“, es gibt viele Beschreibungen für die modernen<br />
Flimmerkisten von heute, wobei „Kasten“ und „Flimmern“ heutzutage keine Rolle<br />
mehr spielen. Was liegt also näher, als die Vorteile eines Gemäldes mit den Fähigkeiten der<br />
modernen <strong>LCD</strong>-Fernseher zu verknüpfen?<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
036 www.hdplustv.de
Bilder: Sharp, Winfried Wolk<br />
Seit über 10 Jahren experimentiert Winfried Wolk<br />
an einer neuen Kunstform. Anstatt wie bislang<br />
mit Pinsel und Farbe eine Momentaufnahme auf<br />
Papier zu übertragen, strebt der Schweriner nach Bewegung.<br />
Doch bevor seine Bilder, dank elektronischer Meisterleistung,<br />
das Laufen oder besser das Fließen lernten,<br />
war es ein langer Weg.<br />
Ich bin, was ich werde<br />
Winfried Wolk studierte Malerei und Grafik in Leipzig.<br />
Damit gehört er zur ersten Schülergeneration der Leipziger<br />
Schule, die international hohes Ansehen genießt.<br />
Seit den 80er Jahren sammelt der Künstler Preise wie<br />
am Fließband und es verwundert kaum, dass seine Werke<br />
mittlerweile weltbekannt sind. So schmücken seine<br />
Bilder das Museo de Bellas Artes de Asturias in Spanien<br />
ebenso, wie den Deutschen Bundestag. Mit seiner technischen<br />
Ader ist Wolk nicht nur ein brillanter Zeichner und<br />
Maler, sondern beherrscht auch die Techniken der Radierung,<br />
Lithografie und des Siebdrucks aus dem Effeff. Dabei<br />
ist der Künstler schon immer einer der vielseitigsten<br />
seiner Zunft gewesen und gestaltete Bücher mit gleicher<br />
Hingabe, wie Keramikreliefs für öffentliche Räume.<br />
Maus ersetzt Pinsel<br />
Seit 1991, als die Computer in ihrer Leistung eine lohnenswerte<br />
Alternative zur althergebrachten Zeichenweise<br />
darstellten, nutzt Wolk diese für seine künstlerischen Geschicke.<br />
Anfangs druckte der Künstler seine digital verfremdeten<br />
Bilder noch aus, doch die Unterschiede zwischen<br />
der Bildschirmdarstellung und dem Druck waren<br />
immens. Bildschirme können jeden einzelnen Bildpunkt<br />
zum Leuchten bringen, während Bilder auf die Lichtverhältnisse<br />
der Umgebung angewiesen sind. So schmerzte<br />
gerade dieser Verlust an Intensität und Farbbrillanz den<br />
Perfektionisten sehr. Die Erkenntnis, dass mit den digitalen<br />
Arbeitsmöglichkeiten die einzelnen Bearbeitungszustände<br />
eines Bildes bewahrt und darüber hinaus ein<br />
sich permanent veränderndes Bild erzeugt werden kann,<br />
legte den Grundstein für die Zukunft. Mit der Markteinführung<br />
der ersten großformatigen flachen <strong>Plasma</strong>-<br />
und <strong>LCD</strong>-Bildschirme krönte der Künstler seinen<br />
Schaffenstrieb mit dem „Display Painting“ umschriebenen<br />
Kunstbegriff. Entgegen der ersten Vermutung<br />
werden die flachen <strong>LCD</strong>-Fernseher dabei nicht bemalt,<br />
sondern zeigen im angeschalteten Zustand die Bilder des<br />
Künstlers. Dabei erscheint auf dem Monitor kein starres<br />
Motiv, sondern reizvolle Collagen, die ständig im Fluss<br />
sind. Einzelne Bildausschnitte verändern sich, nehmen<br />
neue Formen oder Farben an und verwandeln sich langsam<br />
aber stetig in neue Motive. Das Resultat: Der Bildschirm<br />
wirkt lebendig und interessant, ohne mit einer zu<br />
schnellen Bilderabfolge das Auge zu strapazieren. Bislang<br />
werden die Werke durch eingelegte DVDs präsentiert,<br />
doch in Zukunft werden Datenträger wie Blu-ray und<br />
HD-DVD folgen, denn mit höherer Auflösung wirken die<br />
Bilder deutlich klarer und Computer lassen die Illusion<br />
vom „digitalen Bilderrahmen“ bereits heute aufleben.<br />
Sharp macht mobil<br />
Die in sich verschmelzenden, von psychedelisch bis entspannend<br />
anmutenden Bildkreationen entdeckte der<br />
<strong>LCD</strong>-Hersteller Sharp für seine 2001 eingeführte Aquos<br />
Reihe. In den letzten fünf Jahren stieg jedoch nicht nur die<br />
Bildqualität, sondern auch die Quantität der Pixel – Bilddiagonalen<br />
von 42 Zoll und mehr sind heute keine Utopie<br />
mehr. Die Käuferschicht dieser Fernseh-Giganten ist dabei<br />
nicht nur auf perfekte Bildqualität, sondern auch auf<br />
Ästhetik aus. „Und hier sehe ich einen wichtigen Ansatz,<br />
um für meine Kunst eine Plattform zu schaffen“, so Wolk.<br />
Im ausgeschalteten Zustand sind nämlich alle Fernseher<br />
grau und fallen im neumodischen Wohnzimmer eher unangenehm<br />
auf. Dass Display-Paintings eine phantasievolle<br />
Alternative für eben jene Zeit ist, wenn kein Programm<br />
läuft, wurde bei Sharp schnell erkannt. „Mit seinen Display-Paintings<br />
schafft Winfried Wolk eine wunderbare<br />
Symbiose aus Kunst und High Tech“, so Frank Bolten, Geschäftsführer<br />
Sharp Electronics Germany/Austria. Dass<br />
gerade ein <strong>LCD</strong>-Hersteller den Künstler unterstützt ist<br />
natürlich kein Zufall, denn nur langsam wechselnde Bilder<br />
würden auf <strong>Plasma</strong>s schnell den unrühmlichen Einbrenneffekt<br />
provozieren. So sind die Bilder Winfried Wolks<br />
nicht nur eine neue Kunstform, sondern auch eine zusätzliche<br />
Werbung für die <strong>LCD</strong>-Technologie, denn neben<br />
Sharp können Sie die Bilder natürlich auch auf allen anderen<br />
<strong>LCD</strong>s bestaunen und manchen <strong>Plasma</strong>besitzer vor<br />
Neid erblassen lassen. Wir sind uns jedoch sicher: Nach<br />
dem Erfolg von Winfried Wolks digitaler Kunstform ist es<br />
nur eine Frage der Zeit, bis auch Besitzer von <strong>Plasma</strong>fernsehern<br />
ihre eigene Kunstrichtung bestaunen dürfen.<br />
Inhalte | HD+TV | 5.2006 037
„Es lag auf der Hand, neue Wege zu gehen.“<br />
Winfried Wolk lernte sein Handwerk an der HGB in<br />
Leipzig und schuf mit den Display Paintings eine neue<br />
Kunstform<br />
Welche Eingebung hat Sie zur elektronischen<br />
Kunstdarstellung geführt?<br />
Mich haben immer schon die unterschiedlichsten<br />
Werktechniken fasziniert. So habe<br />
ich nicht nur mit den verschiedensten<br />
Materialien auf verschiedenste Malgründe<br />
gemalt, ich habe mich auch mit den wichtigsten<br />
grafischen Techniken beschäftigt.<br />
Als nach 1990 auch uns dann der Computer<br />
zugänglich war, haben mich natürlich die<br />
digitalen Möglichkeiten fasziniert.<br />
Da sich aufgrund der gesellschaftlichen<br />
Veränderungen auch die Bedingungen<br />
für die Künstler gravierend veränderten,<br />
es gab z. B. keine der Galerien mehr, die<br />
meine Arbeiten vertreten hatten, lag es auf<br />
der Hand, ohne Wehmut ganz neue Wege<br />
zu versuchen. So entgeht man sowieso am<br />
besten der für Künstler tödlichen Situation,<br />
einmal gefundene Wege bis zum Erbrechen<br />
zu absolvieren und sich selbst immerzu zu<br />
reproduzieren.<br />
Ein Gemälde steht Zeit seines Lebens still<br />
doch Ihre Werke bewegen sich – unscheinbar,<br />
fast schon hypnotisch. Sind Ihre Werke<br />
die neue Kunstform dieses Jahrhunderts?<br />
Solche Prognosen möchte ich nicht stellen.<br />
Aber ich bin überzeugt, dass die besten meiner<br />
digitalen Malereien eine Bereicherung<br />
der bisherigen Kunstlandschaft darstellen<br />
und neue Akzente setzen, eben weil sie nicht<br />
Video-Kunst und nicht Computeranimation<br />
sind, sondern etwas Neues, eine digitale<br />
Kunstform, die das traditionelle Tafelbild<br />
mit neuen Mitteln weiterführt und um eine<br />
Zeitkomponente erweitert.<br />
Wie können wir uns den Produktionsprozess<br />
vorstellen?<br />
Bei der künstlerischen Arbeit mit den<br />
digitalen Medien ist es eigentlich ähnlich<br />
wie beim Arbeiten mit dem Pinsel auf der<br />
Leinwand. Natürlich habe ich eine Idee<br />
und ich habe Bildmaterial, das diese Idee<br />
transportieren soll. Und dann bearbeite<br />
ich das Material im Sinne meiner Idee<br />
und beobachte die Ergebnisse. Nur sind<br />
es eben andere Werkzeuge, mit denen ich<br />
jetzt arbeite und das digitale Material ist ein<br />
anderes als die Radierplatte beispielsweise.<br />
Aber man muss es genauso gut kennen<br />
und beherrschen wie eben die Radierplatte,<br />
wenn man zu akzeptablen Ergebnissen<br />
kommen will.<br />
Das ist allerdings viel komplizierter, weil<br />
dieses digitale Material nicht so einfach zu<br />
greifen, eigentlich immateriell ist.<br />
Wahren Ihre Bilder aufgrund abstrakter<br />
Datenträger eine höhere Distanz als ein<br />
normales Bild?<br />
Ich weiß das nicht. Jedenfalls im Moment<br />
beobachte ich noch eine erhebliche und<br />
verbreitete Technikunsicherheit oder Technik-Angst.<br />
Auch mir macht das Programmieren<br />
eines Videorecorders graue Haare.<br />
Aber die jungen Leute wachsen mit all der<br />
neuen Technik auf, sie haben kaum Probleme<br />
und in wenigen Jahren werden noch viel<br />
mehr Bereiche des täglichen Lebens durch<br />
den Einsatz modernster Technik bestimmt<br />
werden. Die großformatigen Flachbildschirme<br />
sind ja erst seit ganz kurzer Zeit wirklich<br />
eingeführt. Wenn es Normalität sein wird,<br />
mindestens einen 32-Zoll-Bildschirm an der<br />
Wand zu haben, mit dem man eben nicht<br />
nur Fernsehprogramme ansieht, sondern<br />
den man für alle möglichen Aktionen nutzt,<br />
wird es wohl diese Distanz nicht geben.<br />
Auch der Computer wird eine ganz selbstverständliche<br />
Rolle in allen privaten Entertainment-Bereichen<br />
haben. Das beginnt<br />
doch gerade erst!<br />
Welche Rolle spielt der Hersteller Sharp bei<br />
der Veröffentlichung Ihrer Werke?<br />
Sharp hat die erste größere Präsentation<br />
meiner Display-Paintings im Jahre 2001<br />
im Berliner Museum für Kommunikation<br />
durch eine großzügige Förderung möglich<br />
gemacht. Sharp hat mir durch diese Förderung<br />
auch den Einstieg in das doch sehr<br />
kostenaufwändige technische Equipment<br />
ermöglicht, so dass ich heute wirklich alles<br />
an meinem Rechner in meinem Studio<br />
selbst machen kann und damit die Kontrolle<br />
über alle Vorgänge behalte. Die Manager<br />
von Sharp haben die Chance erkannt, die<br />
meine digitalen Bilder für die großformatigen<br />
Flachbildschirme bietet: die Bildschirme<br />
erhalten eine neue Nutzungsmöglichkeit<br />
im künstlerischen Sektor, originell und<br />
anspruchsvoll.<br />
Ihre Bilder können einzig durch Technik<br />
dargestellt werden. Wie abhängig sind Sie<br />
als Künstler von der <strong>LCD</strong>-Technologie?<br />
Es ist richtig, dass meine Bilder nur durch<br />
eine ganz konkrete Technik realisiert werden<br />
können. Aber das war doch schon<br />
immer so. Ich kann ein Bild ohne Farbe,<br />
Pinsel und Leinwand oder andere traditionelle<br />
Materialien auch nicht realisieren. Ich<br />
weiß nicht, ob ich von der <strong>LCD</strong>-Technik<br />
abhängig bin. Im Moment ist das die optimalste<br />
Möglichkeit, meine Display-Paintings<br />
sichtbar zu machen. Sicher wird es<br />
über kurz oder lang ganz neue technische<br />
Möglichkeiten geben, die vielleicht noch<br />
besser geeignet sind, noch lichtstärker, noch<br />
farbbrillanter, noch höher aufgelöst. Und<br />
natürlich ist auch das <strong>Plasma</strong>-Panel ein<br />
spannendes Medium, wenn das Problem<br />
des Einbrennens ausgeschaltet ist.<br />
Ein <strong>LCD</strong>-Fernseher verbraucht gerade bei<br />
hoher Leuchtkraft sehr viel Strom. Sehen<br />
Sie die laufenden Kosten für Ihre Werke als<br />
ein Problem?<br />
Ich glaube nicht, dass jemand meine Bilder<br />
ununterbrochen laufen lässt. Sie werden<br />
üblicherweise ja nur auf dem Bildschirm<br />
laufen, wenn man den Raum nutzt und das<br />
Bild braucht, es sehen will. Und ich denke,<br />
es wird dann sein, wenn auch Fernsehen<br />
laufen würde. Es wird meiner Einschätzung<br />
nach kaum zu einer zeitlich umfangreicheren<br />
Nutzung der Geräte kommen. Und<br />
die Frage des hohen Stromverbrauchs wird<br />
sicherlich ebenso in absehbarer Zeit gelöst<br />
werden wie viele andere technische Probleme<br />
auch.<br />
038 www.hdplustv.de
Fokus aufs runde Leder<br />
Der neue Pay-TV-Sender Arena zeigt die Bundesliga via Satellit und Kabel, Premiere hingegen<br />
über das VDSL-Glasfasernetz der Telekom. Die meisten Fans werden jedoch Bayern, HSV,<br />
Werder & Co nicht in HD-Qualität über den Rasen stürmen sehen.<br />
VON THOMAS MEYER<br />
Pünktlich zum Start der neuen Fußball-Bundesliga-Saison<br />
am 11. August<br />
wird es ein Arena-Paket bei Premiere<br />
geben. 9,6 Millionen Haushalte im Netz von<br />
Kabel Deutschland können so doch noch<br />
Bundesliga live sehen. Premiere-Abonnenten<br />
mit Kabel-Deutschland-Anschluss werden<br />
den unerwarteten Kompromiss auch mit einem<br />
weinenden Auge betrachten. Man hat<br />
zwar als Bestandskunde des Bezahlsenders<br />
das Recht, zu gleichbleibenden Konditionen<br />
weiter Bundesliga-Fußball live zu sehen und<br />
bekommt von der Arena-Reporterriege um<br />
Oliver Welke, Werner Hansch und Günther<br />
Koch auch noch alle Spiele der 2. Bundesliga<br />
live kommentiert, aber keines der Spiele wird<br />
in hochauflösender Bildqualität zu sehen<br />
sein. Auch Arena-Abonnenten schauen in<br />
die Röhre – egal, ob sie ihr Programm via Satellit<br />
oder über die Kabelnetze von Ish, Iesy,<br />
Tele Columbus, Kabel Baden-Württemberg<br />
sowie einiger kleinerer Kabelnetzbetreiber,<br />
die Eutelsats Kabelkiosk anbieten, empfangen.<br />
„Es wird noch einige Wochen bzw. Monate<br />
dauern, bis wir die Bundesliga auch in<br />
HD zeigen“, so eine Arena-Sprecherin gegenüber<br />
HD+TV. „Wir werden dann rechtzeitig<br />
bekannt geben, wann wir das eine Spiel pro<br />
Spieltag, das von der DFL in HD produziert<br />
wird, hochauflösend ausstrahlen.“<br />
Bei Arena will man sich nach eigener Aussage<br />
zunächst darauf konzentrieren, „ein gutes<br />
Produkt“ auf die Beine zu stellen und dessen<br />
unfallfreie Ausstrahlung im normalen<br />
SD-Standard zu sichern. „Umfragen haben<br />
zudem gezeigt, dass Bundesliga-Übertragungen<br />
in HD vom Endverbraucher als nicht<br />
so wichtig angesehen werden“, heißt es aus<br />
München. „Zwar haben schon viele einen<br />
HD-tauglichen Fernseher, aber nur die Wenigsten<br />
auch einen HD-Receiver.“<br />
Premiere via VDSL<br />
Für die HD-Gemeinde bedeutet die Entscheidung<br />
von Arena einen herben Rückschlag.<br />
Schließlich hatte Premiere die Top-<br />
Spiele der Bundesliga seit Dezember 2005 im<br />
hochauflösenden Format übertragen. Nun<br />
gehen HD-Fans mit Satelliten- und Kabelempfang<br />
leer aus, obwohl die Übertragung<br />
von HD-Bildern für die Plattformanbieter<br />
Astra, Kabel Baden-Württemberg und Kabel<br />
Deutschland technisch kein Problem wäre.<br />
Besser geht es da den rund drei Millionen<br />
040 www.hdplustv.de
Bilder: Deutsche Telekom/Premiere,T-Online<br />
Haushalten in den Städten Berlin, Hamburg, München,<br />
Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Leipzig, Hannover<br />
und Nürnberg/Fürth, die die Live-Übertragungen<br />
von der 1. und 2. Bundesliga über das VDSL-Netz der<br />
Deutschen Telekom empfangen können. Mit dem Telefonkonzern<br />
hatte Premiere eine weitreichende Kooperation<br />
vereinbart. Das Premiere-Team um Marcel Reif, das<br />
um die FC-Bayern-Koryphäen Franz Beckenbauer und<br />
Karl-Heinz Rummenigge erweitert wird, kommentiert<br />
gewohnt kompetent das Geschehen auf dem grünen Rasen,<br />
dafür überträgt die Telekom alle Kanäle des Pay-TV-<br />
Anbieters über sein neues, superschnelles Glasfasernetz.<br />
Von dieser Zusammenarbeit profitieren auch fußballbegeisterte<br />
HD-Fans, denn via VDSL wird das Top-Spiel<br />
eines jeden Spieltages auch in hochauflösender Qualität<br />
übertragen. Und das Beste ist: Das wöchentliche HD-<br />
Match ist bereits im Paket „Bundesliga von Premiere<br />
powered by T-Com“ enthalten. Nachteil: Wer später einmal<br />
Premiere HD über T-Home, die Internet-TV-Plattform<br />
der Telekom, abonniert, muss „Bundesliga von<br />
Premiere powered by T-Com“, hinzubuchen, um die<br />
Bundesliga in HD zu sehen. T-Home wird allerdings erst<br />
im Oktober starten. Mit dabei sind neben Premiere unter<br />
anderem ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1.<br />
Kein billiges Vergnügen<br />
Das VDSL-Netz, über das Premiere verbreitet wird, wird<br />
zunächst Bandbreiten von bis zu 25 Megabit pro Sekunde<br />
und damit paralleles Fernsehen, Telefonieren und Internet-Surfen<br />
ermöglichen. Diesen Service lässt sich die<br />
Telekom gut bezahlen. Um nämlich die Bundesliga via<br />
VDSL zu sehen, muss der Kunde ein komplettes Triple-<br />
Play-Paket der Telekom dazubestellen (siehe Tabelle).<br />
Wer bis zum 21. August bestellt, bekommt die Bundesliga<br />
umsonst und zahlt während der ersten fünf Monate<br />
80,84 Euro und danach erst die vollen 90,97 Euro im<br />
Monat. Wer bis Ende September bestellt, bekommt zudem<br />
die Installationskosten für den VDSL-Anschluss erlassen.<br />
Selbst der Receiver, über den Fernsehen geguckt wird,<br />
der T-Home X300T, kostet 89 Euro und ist nur eine reine<br />
Streaming-Box, d. h. er verfügt über keine interaktiven<br />
Zusatzfunktionen, die Internetfernsehen so attraktiv machen<br />
könnten. Andererseits ist der X300T <strong>HDTV</strong>-fähig<br />
und besitzt neben einer HDMI-Schnittstelle mit integriertem<br />
HDCP-Kopierschutz auch eine 80 Gigabyte große<br />
Festplatte und eine Timeshift-Funktion. Zudem ist ein<br />
DVB-T-Tuner mit an Bord, der erst zu einem späteren<br />
Zeitpunkt durch ein Software-Update aktiviert wird.<br />
König Kunde<br />
Premiere und Deutsche Telekom glauben fest an den<br />
Erfolg des gemeinsamen Bundesliga-Pakets. „Mehr als<br />
die Hälfte unserer Abonnenten hat schon einen DSL-<br />
Anschluss“, so Premiere-Vorstandsvorsitzender Georg<br />
Kofler. „Im August können immerhin 15 Prozent unserer<br />
Abonnenten das Bundesliga-Paket bestellen. Zum<br />
Jahresende werden es sogar 30 Prozent sein.“ Auch Walter<br />
Raizner, zuständiges Vorstandsmitglied bei der Telekom-<br />
Festnetztochter T-Com, gibt sich optimistisch. „Ende<br />
2006 werden sechs Millionen Haushalte VDSL bestellen<br />
können, Ende 2007 sogar 13 Millionen“, so Raizner. „Die<br />
Bundesliga wird dabei das Zugpferd sein, damit Zuschauer<br />
von Satellit und Kabel zu VDSL wechseln.“<br />
Die meisten Premiere- und T-Com-Kunden in den<br />
VDSL-Ausbaugebieten, die nach dem Willen der Partner<br />
zu den ersten Kunden gehören sollen, haben jedoch einen<br />
Vertrag mit einem TV-Kabelnetzbetreiber. Aus diesem<br />
können sie in den meisten Fällen erst nach einer langen<br />
Laufzeit oder gar nicht herauskommen. Im Extremfall<br />
müsste diese Zielgruppe für den Kabelanschluss 15 Euro<br />
und für den VDSL-Anschluss 80 bzw. 90 Euro pro Monat<br />
bezahlen. Hinzu kämen die 89 Euro für einen neuen<br />
Receiver, die diese Kunden ebenfalls aus eigener Tasche<br />
beisteuern müssten. Ob unter diesen Umständen eine,<br />
so Kofler, „kritische Masse“ zusammenkommt, um das<br />
gemeinsame Angebot von Premiere und Telekom zum<br />
Erfolg werden zu lassen, bleibt abzuwarten.<br />
Das kostet Bundesliga via VDSL<br />
Bundesliga von Premiere powered by T-Com<br />
T-Net-Anschluss<br />
VDSL-Anschluss<br />
VDSL-Flatrate und Internet-TV<br />
VoIP (Internet-Telefonie)<br />
Gesamt<br />
9,95 Euro pro Monat<br />
15,95 Euro pro Monat<br />
34,99 Euro pro Monat<br />
19,95 Euro pro Monat<br />
9,95 Euro pro Monat<br />
90,79 Euro pro Monat*<br />
* Bei Bestellung bis 21. August entfällt die Gebühr von 9,95 Euro monatlich für<br />
„Bundesliga von Premiere powered by T-Com“<br />
Quelle: T-Online/Premiere<br />
<strong>HDTV</strong> via VDSL: Der T-Home X 300 T, der zusammen mit „Bundesliga<br />
von Premiere powered by T-Com“ angeboten wird, ist „HD ready“<br />
Inhalte | HD+TV | 5.2006 041
Kulturprogramm in <strong>HDTV</strong><br />
Die Vielfalt an Sendern in <strong>HDTV</strong> wächst weiter. Neben neuen Pay-Sendern<br />
kann mittlerweile auch die beliebte Oper Carmen in <strong>HDTV</strong> gesehen werden.<br />
Wir stellen Ihnen alle neuen Sender vor und zeigen, was Sie zum Empfang<br />
der Programme benötigen.<br />
VON RICARDO PETZOLD<br />
Beginnen möchten wir mit einem Neuzugang aus<br />
Frankreich. Luxe TV soll das näher bringen, was<br />
auch <strong>HDTV</strong> ist – nämlich Luxus. In dem Programm,<br />
welches neben dem <strong>HDTV</strong>-Standard auch in<br />
normalem MPEG-2 ausgestrahlt wird, werden Luxusprodukte<br />
angeboten und den interessierten Zuschauern näher<br />
gebracht. So können die Interessenten sich dort ihre<br />
neue Yacht, ihr neues Auto oder auch eine Villa anschauen.<br />
Dank der <strong>HDTV</strong>-Übertragung ist das Bild besonders<br />
scharf, so dass selbst kleinste Details an den Luxusgütern<br />
sichtbar werden. Ausgestrahlt wird der Sender über Hot<br />
Bird 13 Grad Ost, Frequenz 11,248 GHz vertikal (SR<br />
27500, FEC 3/4) in uncodiertem MPEG-4. Als Sprache<br />
ist derzeit nur französisch verfügbar. Allerdings plant der<br />
Anbieter das Programm um weitere Sprachversionen zu<br />
ergänzen. Wann dies geschehen wird, und ob auch ein<br />
deutscher Sprachkanal angedacht ist, konnte uns Luxe<br />
TV bis Redaktionsschluss nicht mitteilen.<br />
Opern in <strong>HDTV</strong><br />
Doch nicht nur für die besser betuchten Leute ging in den<br />
vergangen Wochen ein neuer Kanal auf Sendung. Dank<br />
042 www.hdplustv.de
Bilder: Auerbach Verlag, Arena Oper Hamburg<br />
Arte HD können sich auch Kulturliebhaber<br />
an den besonders scharfen Bildern erfreuen.<br />
Der französische Kulturkanal strahlt sowohl<br />
über Hot Bird 13 Grad Ost als auch über Astra<br />
19,2 Grad Ost ausgewählte Sendungen im<br />
hochauflösenden Standard aus. Im Juli zählte<br />
unter anderem Bizets Oper „Carmen“ zu<br />
den Highlights des sporadisch ausgestrahlten<br />
Senders. Arte wird bis auf weiteres ausgewählte<br />
Sendungen in <strong>HDTV</strong> senden.<br />
Da dazu kein eigener Kanal benötigt wird,<br />
nutzt der Kultursender Kapazität innerhalb<br />
der TPS-Plattform auf der Hot-Bird-Frequenz<br />
10,758 GHz vertikal (SR 27500, FEC<br />
3/4), sowie auf den Astra-Promo-Kanälen<br />
auf 19,2 Grad Ost. Über Astra wird sowohl in<br />
MPEG-2 auf der Frequenz 12,168 GHz vertikal<br />
(SR 27500, FEC 5/6) sowie in MPEG-4 auf<br />
12,722 GHz horizontal (SR 22000, FEC 2/3)<br />
gesendet. Somit kann das Programm auch<br />
mit älteren Receivern wie etwa dem Quali-<br />
TV-Empfänger dargestellt werden. Für die<br />
Zukunft ist geplant, die <strong>HDTV</strong>-Inhalte kontinuierlich<br />
zu erweitern und in einigen Jahren<br />
einen eigenen Kanal zu füllen. Bis dahin<br />
soll das derzeitige Modell im Joint Venture<br />
mit Astra und TPS fortgeführt werden.<br />
Mehr Programm dank Upgrade<br />
Doch nicht nur die Aufschaltung neuer Kanäle<br />
bringt mehr hochauflösende Sender<br />
zum Vorschein. Dank eines Ende Juli über<br />
Satellit verbreiteten Softwareupdates für<br />
den Humax HD-PR1000 ist es endlich möglich,<br />
auch das <strong>HDTV</strong>-Angebot der BBC in<br />
Deutschland zu nutzen. Bisher blieben die<br />
Besitzer des Premiere-zertifizierten Receivers<br />
bei der BBC außen vor. Pünktlich nach der<br />
WM, die die BBC ebenso wie Premiere komplett<br />
in <strong>HDTV</strong> zeigte, wurde eine neue Software<br />
für den Empfänger freigegeben. Diese<br />
kann direkt über den Astra-Satelliten 19,2<br />
Grad Ost empfangen werden. Im Regelfall<br />
sucht die Empfangsbox nach einem Neustart<br />
selbstständig nach neuer Software und Sie<br />
müssen den Download nur noch bestätigen.<br />
Wer das hochauflösende Programm des britischen<br />
Fernsehens BBC sehen will, benötigt<br />
allerdings neben dem Softwareupdate auch<br />
noch eine zweite Antenne, die auf 28,2 Grad<br />
Ost ausgerichtet ist. Dabei sind die Bewohner<br />
im westlichen Teil Deutschlands im Vorteil.<br />
Sie können den Sender bereits mit Schüsseln<br />
ab 60 Zentimeter Durchmesser empfangen.<br />
Im äußersten Osten, also an der polnischen<br />
und tschechischen Grenze, sind minimal 150<br />
Zentimeter Antennendurchmesser für den<br />
störungsfreien Empfang nötig. Wer sich das<br />
Programm des HD-Kanals am Tage zu Gemüte<br />
führt, wird auf den ersten Blick enttäuscht<br />
sein. Da auch die BBC noch nicht<br />
über genügend Material verfügt, um einen<br />
24-Stunden-Kanal zu füllen, zeigt BBC HD<br />
tagsüber einen Werbetrailer. Das ändert sich<br />
am Abend aber rasch. Hier können <strong>HDTV</strong>-<br />
Filme sowie Konzerte in brillanter Bildqualität<br />
bewundert werden. Neben dem perfekten<br />
Bild legt das britische Fernsehen aber auch<br />
großen Wert auf den Ton. Alle Sendungen<br />
werden in Dolby Digital 5.1 ausgestrahlt. Das<br />
Einschalten des BBC-HD-Senders lohnt sich<br />
allemal.<br />
Fußball ohne <strong>HDTV</strong><br />
Leider gibt es nicht nur von Neuzugängen<br />
beim hochauflösenden Fernsehen zu berichten.<br />
Bedingt durch die Rechtevergabe<br />
der Bundesliga an Arena müssen Fußballbegeisterte<br />
auf die <strong>HDTV</strong>-Übertragung der<br />
Bundesligaspiele in der kommenden Saison<br />
verzichten. Bisher zeigte der Pay-TV-Veranstalter<br />
Premiere an jedem Spieltag eine Begegnung<br />
live in <strong>HDTV</strong>.<br />
Dies gibt es bei Arena aus den verschiedensten<br />
Gründen nicht. Arena selbst begründet<br />
dies damit, dass die DFL derzeit kein <strong>HDTV</strong>-<br />
Signal anbieten kann. Allerdings dürfte ein<br />
weiterer Grund die fehlende Übertragungskapazität<br />
über Satellit und im Kabel sein. Auf<br />
dem bisher von Arena angemieteten Astra-<br />
Transponder ist keine <strong>HDTV</strong>-Übertragung<br />
möglich, da die gesamte Kapazität für die<br />
parallele Übertragung der einzelnen Spiele<br />
benötigt wird. Bleibt zu hoffen, dass sich<br />
im Laufe der Saison daran etwas ändert und<br />
auch Arena dem Fan, der Fußball in bester<br />
Bildqualität sehen möchte, eine Chance gibt.<br />
Neue Pay-TV-Angebote<br />
Auch auf dem Pay-TV-Sektor sind einige<br />
Neuzugänge zu verbuchen. Polen hat nun<br />
ebenfalls zwei eigene <strong>HDTV</strong>-Kanäle. Die<br />
Sender TVN HD sowie Polsat HD Sport sind<br />
verschlüsselt über Hot Bird zu empfangen.<br />
Während Polsat Sport HD bereits zur Fußball-WM<br />
einige Spiele live übertragen hat<br />
und offiziell im Polsat-Paket auf 13 Grad<br />
Ost ausgestrahlt wird, sendet TVN HD noch<br />
unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Programm<br />
wird in Conax codiert und dient derzeit<br />
nur als Test. In den kommenden Wochen<br />
soll es sowohl in die Polsat-Plattform als<br />
auch bei Cyfra+ eingebunden werden.<br />
Auch die Skandinavier schlafen nicht. Das<br />
schwedische Staatsfernsehen SVT testet derzeit<br />
auf der Position 1 Grad West einen eigenen<br />
<strong>HDTV</strong>-Kanal. Neben der BBC ist Schweden<br />
somit das zweite europäische Land, wo<br />
bereits öffentlich-rechtliches Fernsehen<br />
hochauflösend ausgestrahlt wird. Der Sender<br />
wird, wie alle Programme von SVT, auf<br />
dieser Position in Conax verschlüsselt.<br />
Ebenfalls getestet wird an einem niederländischen<br />
Projekt. Der belgische <strong>HDTV</strong>-Pionier<br />
Euro 1080 will in den kommenden Wochen<br />
von seinem Programm HD 1 eine spezielle<br />
Version für das Nachbarland anbieten. Diese<br />
wird bereits auf Eutelsat W 3,7 Grad West<br />
uncodiert getestet.<br />
Mit HD 1 Niederlande startet Euro 1080 den ersten<br />
länderspezifischen Ableger des paneuropäischen<br />
<strong>HDTV</strong>-Kanals HD 1<br />
Von der Yacht über wertvolles Kristall bis hin zum<br />
Goldschmuck präsentiert Luxe TV alles, was das Herz<br />
der Reichen und Schönen begehrt<br />
Inhalte | HD+TV | 5.2006 043
WISSEN<br />
Heimwerkers Leid<br />
Ich muss ein Geständnis ablegen: Ich bin handwerklich vollkommen<br />
untalentiert. Selbst der Bau eines einfachen IKEA-Regals<br />
Marke „Sten“ überfordert mich völlig. Acht Schrauben auf jeder<br />
Seite und ein paar Bretter werden zum schier unüberwindbaren<br />
Hindernis. Umso paradoxer scheint meine persönliche Faszination<br />
für Werkzeuge. Hammer, Akkubohrer, diverse Aufsätze, Schleifgerät<br />
und Stichsäge – der Fundus wächst jeden Monat. Ein unglaubliches<br />
Glücksgefühl erfüllt mich beim Betrachten der ganzen Pracht.<br />
Ab und an muss ich mir aber beweisen, dass all diese technischen<br />
Spielereien nicht umsonst angeschafft wurden. Zuletzt bei der<br />
Montage des eigenen Heimkinos. Ohne rechten Plan endete die Arbeit<br />
mit wackligen Lautsprecherständern und einem Wandbehang,<br />
der unter starken Verlusten gegen die unbarmherzige Schwerkraft<br />
kämpft. Den durch Bücher stabilisierten Fernsehtisch überlasse ich<br />
dabei ganz ihrer Vorstellungskraft. Insgesamt ein einziges Fiasko.<br />
Erst dank hilfreicher Mitmenschen fand der Selbstversuch noch<br />
einen gütigen Abschluss. Diese gaben mir auch einen gut gemeinten<br />
Ratschlag mit auf den Weg, den ich Ihnen nicht vorenthalten<br />
will: Es gibt günstigere Gelegenheiten, als seine mangelnden Heimwerker-Fähigkeiten<br />
rund um teures Audio- und Videoequipment<br />
auszuprobieren. Tröstlich scheint mir allein der Gedanke, dass der<br />
psychische Defekt, sich für einen begabten Bastler zu halten, nicht<br />
auf mich beschränkt ist. Ein Blick auf die Besucher eines Baumarkts<br />
genügt, um zahlreiche Gleichgesinnte zu entdecken. Sollten<br />
Sie sich angesprochen fühlen, dann melden Sie sich bei mir. Vielleicht<br />
sollten wir gemeinsam eine Selbsthilfegruppe gründen.<br />
Mario Hess<br />
Redaktion HD+TV<br />
044 www.hdplustv.de
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Ausgabe 1.2006<br />
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Erlebniskino, neue Tonformate und<br />
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hinter die Kulissen der Zukunft.<br />
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04229 Leipzig
Heimkinoschöpfung 3. Buch HD+TV<br />
Wir gehen über zum Endspurt. Das Do-it-yourself-Team von HD+TV widmet sich zum<br />
Abschluss des Heimkinobaus der Soundanlage und dem perfekten Klang.<br />
VON MARIO HESS<br />
Und ER sprach: Höret die Stimmen<br />
Nach dem wir uns in der letzten Ausgabe ausgiebig<br />
mit der Projektorinstallation und der<br />
Beleuchtung beschäftigt haben, dreht sich<br />
diesmal alles um den Klang. Um für ein exzellentes<br />
Sounderlebnis zu sorgen, wählt das<br />
Team am sechsten Aufbautag einige hochwertige<br />
Lautsprecher von Monitor Audio. Die<br />
Frontlautsprecher werden, wenn möglich, in<br />
einer Ebene vor der Leinwand platziert. Alle<br />
Boxen sollten dabei den gleichen Abstand<br />
zum Hörer einhalten. Damit der Schall nicht<br />
diffus in alle Richtungen abgelenkt wird, lassen<br />
wir ausreichend Platz zu den Außenwänden.<br />
Der Center erhält seinen Standpunkt,<br />
dem Namen entsprechend, in der Mitte dieser<br />
beiden. Entgegen der bisherigen Struktur<br />
werden die hinteren Surroundlautsprecher<br />
nicht unbedingt nach dem Hörer ausgerichtet.<br />
Rechts und links bewegen wir die Boxen<br />
in die Ecken. Der Tieftöner (auch Subwoofer<br />
genannt) erhält seinen Platz neben dem<br />
rechten oder linken Frontlautsprecher oder,<br />
sofern genügend Abstand zwischen den Kinostühlen<br />
und der Rückwand besteht, im<br />
hinteren Raumabschnitt. Alle Lautsprecher<br />
bekommen zudem einen hochwertigen<br />
Standfuß, der unseren Hörgenuss deutlich<br />
fördert. Passend zur Einrichtung, stammen<br />
diese von Li Ko Design.<br />
Direkt unter der Leinwand platzieren<br />
wir die Frontlautsprecher – dabei auf<br />
die richtigen Abstände achten<br />
Und ER sprach: Prüfe den Ton<br />
Am AV-Receiver, hier der Sony DVP-NS 7100,<br />
regulieren wir die Größe der Lautsprecher.<br />
In der Regel sollte die Einstellung „small“ bei<br />
Kompaktlautsprechern für perfekten Klang<br />
sorgen, Standboxen klingen unter „large“<br />
besser. Die Einstellung der Übergangsfre-<br />
Bilder: Auerbach Verlag<br />
046 www.hdplustv.de
Direkt am AV-Receiver werden die Lautsprecher<br />
angepasst<br />
Für eine störungsfreie Übertragung sorgen unter<br />
anderem goldene Kontakte<br />
Der finale Griff<br />
zum Tacker:<br />
Unter dem Tuch<br />
verschwinden<br />
die Kabel<br />
Hochwerige Bananenstecker sorgen für eine exzellente<br />
Übertragung der Signale<br />
quenz steuert danach den Bassübergang zum<br />
Subwoofer. 80 Hertz bringen meist ein zufrieden<br />
stellendes Ergebnis.<br />
Mittels eines optischen Entfernungsmessers<br />
stellen wir nun die Abstände für jeden einzelnen<br />
Lautsprecher fest. Sollten Sie nur ein<br />
normales Maßband besitzen: Keine Angst,<br />
das funktioniert ebenso – nur nicht ganz<br />
so präzise. Alle ermittelten Angaben werden<br />
umgehend in den Receiver eingegeben.<br />
Über das eingebaute Testrauschen sowie mit<br />
einem Pegelmessgerät ermitteln wir daraufhin<br />
die unterschiedlichen Lautstärken. Dann<br />
wird die Übergangsfrequenz am Subwoofer<br />
festgelegt. Da Subwoofer nicht geradlinig<br />
spielen, sondern ihre Lautstärke je nach Frequenz<br />
steigt und fällt, ist es unumgänglich,<br />
für einen gleichmäßigen Verlauf zu sorgen.<br />
Bei den meisten Tieftönern ist die maximale<br />
Frequenz – erkennbar am rechten Anschlag<br />
– am besten geeignet. So auch in unserem<br />
Aufbau.<br />
Und ER sprach: Seid verbunden!<br />
Zum Finale heißt es noch einmal die Ärmel<br />
hochkrempeln. Es geht an das Verlegen der<br />
Kabel. Für alle Verbindungen gilt: Eine gute<br />
Schirmung und vergoldete Kontakte sind<br />
Pflicht für störungsfreie Übertragungen. In<br />
unserem Beispiel verbrauchen wir insgesamt<br />
150 Meter Kabel. Um die Wege zu den Lautsprechern<br />
zu überwinden, greifen wir auf die<br />
bereits vorhandenen Kabelkanäle zurück.<br />
Weiterhin besitzt die Anlage zahlreiche Verbindungen,<br />
die mittels HDMI-Kabel zustande<br />
kommen. Zuerst schließen wir auf diese<br />
Weise den DVD-Player (einen Sony 9000 ES)<br />
an den AV-Receiver an. Hierbei ist darauf zu<br />
achten, die Geräte niemals zu stapeln. Die<br />
Schaltzentralen erhitzen sich extrem, was<br />
unweigerlich in einem Defekt endet. Wahlweise<br />
gibt der DVD-Player die Toninformationen<br />
auch über I-Link oder Koaxialkabel<br />
weiter. Ein Vorteil von I-Link besteht darin,<br />
dass die hochauflösenden Tonformate SACD<br />
und DVD-Audio ebenfalls übertragbar sind.<br />
Per HDMI-Kabel werden indes alle Bildund<br />
Tonsignale parallel transportiert. Ein<br />
Manko wollen wir aber nicht verschweigen:<br />
die Übertragungslänge. Maximal können Sie<br />
damit Entfernungen bis zu zehn Metern zwischen<br />
Gerät A und B überbrücken. Danach<br />
bricht die Verbindung ab oder die Kabel werden<br />
unerschwinglich teuer.<br />
Verwendet wurden diesmal:<br />
AV-Receiver<br />
ab 750 Euro<br />
DVD-Player<br />
ab 450 Euro<br />
Lautsprecher:<br />
2400 Eur o<br />
Lautsprecherkabel: 20 Euro/Meter<br />
YUV-Kabel:<br />
150 Euro<br />
HDMI-Kabel:<br />
250 Euro<br />
Stecker/ Zubehör:<br />
100 Euro<br />
Und ER sprach: Nochmal mit Gefühl<br />
Das letzte Kabel liegt versteckt hinter dem<br />
Tuch und die Kontakte sind alle kontrolliert.<br />
Wir sind fast fertig. Bleibt nur noch der finale<br />
Griff zum Tacker. Bisher hängt der Molton,<br />
der für die gute Akustik notwendig ist,<br />
nur an einer schmalen Leiste unter der Decke.<br />
Wie schon beim ersten Mal, setzen wir<br />
vorsichtig alle ein bis zwei Zentimeter eine<br />
Klammer. Um die unschönen Metallelemente<br />
zu verstecken, bringen wir schwarze Zierleisten<br />
an. Diese gibt es fertig im Baumarkt<br />
oder Marke „Eigenbau“. Vor der eigentlichen<br />
Premiere des Heimkinos steht ein Testlauf<br />
bevor. Wir legen eine DVD in den Player und<br />
überprüfen die Bild- und Tonqualität. Letzte<br />
Regulierungen am Subwoofer sowie an den<br />
Surroundlautsprechern werden vorgenommen.<br />
Die Sprachverständlichkeit des Centers<br />
sollte immer gewahrt bleiben. Zudem muss<br />
auf die Übergänge zwischen den verschiedenen<br />
Lautsprechern geachtet werden. Wenn<br />
diese unbemerkt vonstatten gehen, ist die<br />
Anlage korrekt eingerichtet. Damit ist der<br />
Heimkinobau abgeschlossen ...<br />
Und ER sprach: Viel Spaß!<br />
... und alles was noch fehlt, sind zahlreiche<br />
Gäste zur Einweihung. Das Heimwerker-<br />
Team von HD+TV kann sich bis zur nächsten<br />
Aufgabe zufrieden zurücklehnen. Wir<br />
hoffen, Sie konnten ein paar Tipps für das<br />
eigene Heimkino mitnehmen. Film ab, Ton<br />
läuft, und Action!<br />
Gemeinsam vollbracht:<br />
Zur Einweihung<br />
fehlte nur das<br />
Popcorn<br />
Wissen | HD+TV | 5.2006 047
Gebranntmarkt<br />
In der Theorie haben <strong>LCD</strong>-Fernseher gegenüber <strong>Plasma</strong>s einen großen Vorteil:<br />
Standbilder können nicht einbrennen. <strong>Plasma</strong>s sagt man hingegen eine Anfälligkeit<br />
für dieses Phänomen nach, so dass helle Bildanteile selbst dann noch<br />
nachleuchten, wenn sie eigentlich gar nicht mehr leuchten sollen. Wir gingen<br />
der Frage nach, ob und wann aktuelle Fernseher tatsächlich einbrennen.<br />
Vorkehrungen<br />
Vermeiden Sie die Bild-<br />
Voreinstellung „Dynamik“.<br />
Bei dieser wird nicht nur der<br />
Bildeindruck verfälscht,<br />
sondern auch der Weißanteil<br />
massiv verstärkt. Dies sorgt<br />
für einen schnelleren<br />
Verbrauch des Phosphors<br />
bei <strong>Plasma</strong>s und einer<br />
rascher sinkenden<br />
Leuchtkraft. Wählen Sie<br />
stattdessen immer „Kino“<br />
oder „Standard“. Setzen Sie<br />
zudem den Stromverbrauch<br />
per Energiesparoption<br />
herab – dies schont nicht<br />
nur den Geldbeutel, sondern<br />
auch die <strong>Plasma</strong>zellen.<br />
<strong>Plasma</strong>s besitzen zwar den großen Vorteil, dass ihre<br />
Bildpunkte selbst leuchten und somit keine Hintergrundbeleuchtung<br />
benötigen, aber dies führt<br />
auch zu einem gravierenden Nachteil: dem Einbrenneffekt.<br />
Einfach ausgedrückt blitzt jeder Bildpunkt eines<br />
<strong>Plasma</strong>s in der Sekunde mehrmals auf, je öfter, desto<br />
heller ist dieser Bildpunkt. Wenn die Helligkeit jedoch<br />
permanent unverändert erstrahlt, „glüht“ der Bildpunkt<br />
nach. Schattenhafte Umrisse zieren daraufhin die folgenden<br />
Bilder.<br />
Sie können nicht verhindern, dass <strong>Plasma</strong>s an Leuchtkraft<br />
verlieren, aber achten Sie darauf, dass Sie den Fernseher<br />
gleichmäßig abnutzen. Viele Filme haben links und<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
rechts oder oben und unten schwarze Balken. Schwarz<br />
ist gleichbedeutend mit „keine Abnutzung für die <strong>Plasma</strong>zellen“.<br />
Schauen Sie häufig solche Sendungen, kann<br />
über mehrere Jahre der Bereich außerhalb der schwarzen<br />
Balken, also das eigentliche Bild, sehr stark an Helligkeit<br />
verlieren, während die Pixel in den schwarzen Balken<br />
noch genau so leuchtstark sind, wie am ersten Tag. Somit<br />
würde ein komplettes 16 : 9-Bild an genau jenen Stellen<br />
heller leuchten, an denen die schwarzen Balken tagtäglich<br />
ihren Platz einnahmen. Vermeiden Sie unter allen Umständen,<br />
schwarze oder weiße Balken auf Ihrem <strong>Plasma</strong><br />
abzubilden und vergrößern Sie das Bild immer so, dass es<br />
den kompletten Bildschirm einnimmt. Es sei jedoch noch<br />
Bilder: Auerbach Verlag, Photocase.com<br />
048 www.hdplustv.de
Anzeige<br />
Dieses Empfangsbild hilft Ihnen, die Einbrenneffekte<br />
ungeschehen zu machen<br />
So schnell kann’s gehen: Der Schriftzug hat sich eingebrannt<br />
und ist als Schatten sichtbar<br />
einmal ausdrücklich erwähnt, dass dieser Effekt<br />
schleichend auftritt. <strong>Plasma</strong>s verlieren<br />
erst nach mehreren zehntausend Stunden<br />
die Hälfte ihrer ursprünglichen Leuchtstärke.<br />
Schauen Sie beispielsweise sechs Stunden am<br />
Tag fern, so blieben 16 Jahre, bis die Hälfte<br />
der Helligkeit verbraucht ist. Erste Anzeichen<br />
für eine ungleichmäßige Abnutzung treten<br />
aber bereits in den ersten drei Jahren auf.<br />
Der Test<br />
Bis sich Bildinhalte einbrennen, bedarf es<br />
keinesfalls Jahre, sondern nur Minuten. Mit<br />
unserem Testbild, bestehend aus einem Foto<br />
und weißem Text, provozierten wir , dass die<br />
Bildpunkte unterschiedlichen Leuchtstärken<br />
ausgesetzt werden. Nach fünf Minuten war<br />
kein Einbrenneffekt erkennbar.<br />
Zehn Minuten später hätten wir bei unserem<br />
<strong>Plasma</strong> ein Nachleuchten vermutet, doch<br />
auch nach dieser Zeit zeigten sich keinerlei<br />
Abnutzungserscheinungen.<br />
Eine halbe Stunde war inzwischen vergangen.<br />
Bereits hier können wir eine Empfehlung für<br />
eine Foto-Diashow aussprechen. Der <strong>Plasma</strong><br />
zeigte keinerlei Schattenbilder.<br />
60 Minuten: Das Ende unserer Wartezeit.<br />
Während der gleichzeitig angeschaltete JVC-<br />
<strong>LCD</strong> keinerlei Schattenbilder offenbarte,<br />
musste sich der <strong>Plasma</strong> nach knapp einer<br />
Stunde geschlagen geben. Die Schriftzüge<br />
des Testbildes hatten sich eingebrannt und<br />
waren jetzt je nach abgespielten Bildinhalten<br />
störend zu sehen. 60 Minuten sind auf<br />
den ersten Blick eine ausreichende Zeit, aber<br />
bereits bei Videospielen, die mit statischen<br />
Anzeigen aufwarten und mehrere Stunden<br />
am Stück gespielt werden, nicht lange<br />
genug. Somit gilt für <strong>Plasma</strong>s die goldene<br />
Regel, Symbole wie Fernsehlogos oder Texte<br />
von Computern nicht zu lange auf dem<br />
Bildschirm anzuzeigen. Wer länger als eine<br />
Stunde unbewegte Bildinhalte abspielt, wird<br />
immer einen Einbrenneffekt wahrnehmen,<br />
der auch längere Zeit anhält. Übrigens, der<br />
Effekt des Einbrennens und die Entstehung<br />
von Geisterbildern ist nicht nur bei technischen<br />
Vorgängen, sondern auch bei unserem<br />
Auge vorhanden. Fixieren Sie Ihren Blick auf<br />
ein Bild mit hohem Kontrast (schwarz/weiß)<br />
und blicken Sie danach zu einer weißen<br />
Wand, entsteht durch Blinzeln ein invertiertes,<br />
also umgekehrtes Bild. Den Eigenversuch<br />
können Sie unter http://turnpikewesleyan.<br />
org/lifecenter.htm starten. Gehen Sie nah<br />
an Ihren Bildschirm heran und blicken Sie<br />
30 Sekunden auf die vier schwarzen Punkte<br />
in der Mitte des Bildes. Schließen Sie kurz<br />
darauf Ihre Augen oder blinzeln Sie zu einer<br />
weißen Wand – das Geisterbild wird vor Ihren<br />
Augen erscheinen.<br />
Wunderheilung<br />
Mittels eines rauschenden Signals können Sie<br />
das Bild von einem Einbrenneffekt befreien.<br />
Drücken Sie hierzu eine Zifferntaste auf der<br />
Fernbedienung. Der Fernseher schaltet nun<br />
auf einen Sender um, der vom Antennensignal<br />
empfangen wird. Haben Sie kein Antennenkabel<br />
angeschlossen, sehen Sie nur<br />
Schneegestöber, gleichbedeutend mit „kein<br />
Empfang“. Dieses rauschende Bild beinhaltet<br />
nur schwarze und weiße Bildpunkte, die<br />
das Bild und damit die <strong>Plasma</strong>zellen gleichmäßig<br />
„stimulieren“. Trotz dieser einfachen<br />
Möglichkeit Einbrenneffekte rückgängig zu<br />
machen, bedarf es einiger Zeit, bis der Ausgangszustand<br />
wieder hergestellt ist. Unser<br />
Testbild verschwand erst nach über einer<br />
Stunde Schneegestöber.<br />
Den <strong>Plasma</strong> komplett auszuschalten ist leider<br />
nicht vom Erfolg gekrönt, denn acht Stunden<br />
nach unserem Versuch zeigte der <strong>Plasma</strong> im<br />
erneuten Betrieb immer noch die störenden<br />
Schattenbilder.<br />
<br />
Wissen | HD+TV | 5.2006 049
Anschluss gesucht<br />
Die neuen Fernseher und Receiver werden immer komplexer. Anstatt eines<br />
Eingangs finden Sie auf den Rückseiten vieler Geräte ein wahres Paradies für<br />
Stecker aller Formen und Farben. Mit HDMI sollte alles einfacher werden –<br />
nur noch ein Kabel für sämtliche Bild- und Tonformate. Doch selbst wenn Sie<br />
Ihre Heimkinoanlage vermeintlich richtig verkabelt haben, müssen Bild und<br />
Ton noch lange nicht fließen. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Kabelfrage<br />
Achten Sie unbedingt<br />
darauf, hochwertige Kabel<br />
zu verwenden. Mit billigen<br />
Strippen kann sich das Bild<br />
grünlich färben, dunkle<br />
Bildbereiche können an<br />
Durchzeichnung verlieren<br />
oder das Bild fällt komplett<br />
aus. Je größer Ihre<br />
Übertragungslänge ausfällt,<br />
desto größer die Gefahr<br />
eines Bildausfalls. Wer<br />
längere Wegstrecken als<br />
zehn Meter überbrücken<br />
möchte, sollte Signalverstärker<br />
dazwischen schalten.<br />
Produkte für hochwertige<br />
HDMI-Kabel, -Verstärker<br />
und -Verteiler finden Sie<br />
bei Ihrem Fachhändler oder<br />
unter: www.oehlbach.de<br />
und www.cinemateq.de<br />
01<br />
Unsere drei Kandidaten für den vollendeten Heimkinogenuss. Das Ziel ist es, den<br />
Pace-<strong>HDTV</strong>-Receiver und den Harman/Kardon DVD-Player an den Pioneer-<strong>Plasma</strong><br />
anzuschließen. Dieser bietet zwar ausreichend Eingänge, doch wir möchten über einen<br />
Audioreceiver nur noch ein HDMI-Kabel zum <strong>Plasma</strong> führen. Neben dem DVD-<br />
Player könnten Sie auch eine Xbox 360 per YUV-Kabel und weitere HDMI-Kompenenten<br />
verbinden, schließlich bietet der Denon Audio-Receiver AVR4306 genügend<br />
Eingänge.<br />
+ = ?<br />
Bilder: Pioneer, Tobis - „Volver“ jetzt im Kino, Auerbach Verlag<br />
050 www.hdplustv.de
02<br />
Mittels eines HDMI-Kabels verbinden wir<br />
den Pace-Receiver mit dem Denon. Zusätzlich<br />
könnten noch zwei weitere HDMI-Geräte<br />
andocken<br />
03<br />
Vom Denon führt das zweite Kabel zum Pioneer<br />
<strong>Plasma</strong>. Beachten Sie dabei, die richtige<br />
Buchse am Denon zu wählen: HDMI-Out<br />
04<br />
Der Harman/Kardon DVD-Player besitzt keinen<br />
HDMI-Ausgang, so dass wir das YUV-<br />
Bildkabel an die passenden Eingänge am<br />
Denon anschließen. Der Ton fließt über ein<br />
handelsübliches optisches Kabel<br />
05<br />
Wie beim Pioneer müssen manche Geräte<br />
erst zur HDMI-Wiedergabe „überredet“<br />
werden. Die Aktivierung befindet sich hier<br />
versteckt im Menü „Einstellungen, HDMI“<br />
06<br />
Der Denon-Audio-Receiver gibt sofort ein<br />
Bild über HDMI aus, aber leider nur das interne<br />
Menü. Grund hierfür ist die mangelnde<br />
Weiterleitung. Sie müssen dem Denon<br />
erst beibringen, an welchen Eingängen Sie<br />
die Stecker angeschlossen haben<br />
Wissen | HD+TV | 5.2006 051
07<br />
09<br />
Unter HDMI-Input müssen Sie angeben, welchen<br />
HDMI-Eingang Sie verwenden möchten.<br />
Wir entschließen uns am VDP-Eingang<br />
des Receivers, die HDMI-2-Schnittstelle für<br />
den Pace-Receiver zu aktivieren<br />
Für den DVD-Player müssen wir in das Menü<br />
„Component Video Assign“. Dort geben wir<br />
unter dem Punkt „DVD“ den Wert RCA1 ein,<br />
an diesem ist unser Player am Denon angeschlossen<br />
08<br />
Das Bild wird weitergeleitet, der Ton leider<br />
nicht. Gehen Sie wieder in das HDMI-Menü,<br />
in dem Sie bereits das Bild verwaltet haben.<br />
Rechts erkennen Sie den Punkt „Audio“.<br />
Schalten Sie hier von „Amp“ auf „TV“.<br />
„Amp“ steht für Amplifier, also Verstärker<br />
und bedeutet, dass der Denon-Receiver den<br />
Ton ausgibt. In der TV-Stellung gibt der Denon<br />
den Ton einfach zum Fernseher weiter<br />
Der DVD-Player ist per optischem Kabel angeschlossen.<br />
Leider wandelt kein uns bekannter<br />
Receiver die Töne vom optischen<br />
Tonausgang auf den HDMI-Ausgang um, was<br />
für uns leider bedeutet: Kein Ton am Pioneer-<strong>Plasma</strong>.<br />
Somit bleibt Ihnen nichts anderes<br />
übrig, als Lautsprecher am Denon-Receiver<br />
zu betreiben oder den Player direkt am<br />
Pioneer-<strong>Plasma</strong> anzuschließen. Um sämtliche<br />
Videokonvertierungen zu aktiveren, schalten<br />
Sie alle mit „Video Convert“ umschriebenen<br />
Funktionen auf „On“ (siehe zweites und drittes<br />
Bild)<br />
10<br />
Es ist geschafft. Sowohl der Pace-Receiver<br />
als auch der DVD-Player zeigen über den<br />
Pioneer ihre Bilder. Am Denon können Sie<br />
ganz einfach zwischen den Quellen hin und<br />
herschalten. „DVD“ für den Harman/Kardon<br />
und „VDP“ für den Pace<br />
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8
Lärmblocker<br />
für den Musikgenuss<br />
Jede Heimkinoanlage produziert Krach. Dabei sind noch nicht einmal die Lautsprecher<br />
Schuld, sondern Ihr Raum. Dieser verschluckt und erhöht einzelne Frequenzen, bis von einem<br />
verträumten Musikstück nichts weiter übrig bleibt, als eine seelenlose Hülle. Wir zeigen Ihnen,<br />
wie Sie Ihrem Heimkino auf die Akustiksprünge helfen und der Musik ihre persönliche<br />
Note zurückgeben.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Wie man in den Wald hinein ruft,<br />
so schallt es hinaus. Diese Weisheit<br />
gilt nicht nur im zwischenmenschlichen<br />
Bereich, sondern auch für den<br />
Heimkinoraum. Stellen Sie sich vor, Sie stehen<br />
auf einer Wiese und rufen nach ihrem<br />
Partner. Dieser steht jedoch nicht in Blickrichtung,<br />
sondern mehrere hundert Meter<br />
hinter Ihnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass<br />
er Ihre Stimme registriert, ist sehr gering. In<br />
einer Kirche hätten Sie hingegen Erfolg, denn<br />
einmal laut hineingerufen, kommt Ihre Stimme<br />
postwendend zurück. Schall, also sämtliche<br />
Töne und Klänge, wird an Oberflächen<br />
reflektiert oder geschluckt. Ein Raum mit<br />
Stoffbezug, ähnlich wie im Kino, klingt gedämpft,<br />
ein Kirchenschiff dagegen lebendig.<br />
Live gegen Konserve<br />
Auf jeder DVD oder CD sind meist nicht<br />
nur Instrumente oder Stimmen enthalten,<br />
sondern auch die Rauminformationen der<br />
Umgebung. Wenn Frodo aus dem Herrn<br />
der Ringe in einer Höhle gegen die Spinne<br />
Kankra kämpft, hören Sie Hallanteile, die den<br />
Stimmen und Effekten beigemischt wurden.<br />
Ohne diese würde Frodo nicht durch eine<br />
Höhle, sondern ein Tonstudio spazieren. Die<br />
Aufnahmen werden demnach in der Tonproduktion<br />
den Bildinhalten so genau wie möglich<br />
nachempfunden.<br />
Anders verhält es sich beim Besuch eines<br />
Live-Konzertes. Hier werden die Instrumente<br />
und die Stimmen durch Mikrofone abgegriffen<br />
und zu den Lautsprechern geschickt.<br />
Die Lautsprecher klingen dabei neutral,<br />
d. h. sie geben einfach nur die Töne wieder,<br />
die per Lautsprecherkabel ankommen. Nun<br />
breitet sich der Schall der Lautsprecher allerdings<br />
aus und erlangt erst jetzt seine eigene<br />
Charakteristik. Wir hören auf einem Konzert<br />
also immer die Töne aus den Lautsprechern,<br />
vermischt mit den Schallanteilen der Umgebung.<br />
Deshalb sprechen Akustiker oftmals<br />
davon, dass der Raum oder das Gebäude keinen<br />
guten Eigenklang besitzt und hier von<br />
einer öffentlichen Vorführung abgesehen<br />
werden sollte.<br />
Zurück in unseren eigenen vier Wänden haben<br />
wir nun aber ein riesiges Dilemma. Genau<br />
wie bei einem Live-Konzert besitzt unser<br />
Raum eine bestimmte Klangnote: Fliesen<br />
klingen grell und hart, Holz stark mittenbetont<br />
und dicke Stoffe muffig. Da aber bereits<br />
alle Klanganteile auf DVD oder CD vorhanden<br />
sind, sollte Ihr Raum überhaupt nicht<br />
klingen. Genau hier trennt sich das Original<br />
von der Reproduktion.<br />
Die günstige Software ist eine mächtige Hilfestellung<br />
für Leute, die wissen was sie tun – „Normalsterbliche“<br />
beauftragen lieber einen Akustiker<br />
Bilder: RTFS, SPL, Stock.xchng, Photocase.com, Auerbach Verlag<br />
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Durchsichtig<br />
Neutralität heißt das Zauberwort, denn weder<br />
die Lautsprecher noch der Raum darf<br />
Töne abschwächen, verstärken und verfremden.<br />
Die beste Umgebung für Ihre Heimkinoanlage<br />
wäre somit kein Raum. Da Technik,<br />
Wohnatmosphäre und Natur aber nur<br />
schwierig zu vereinbaren sind, müssen Sie<br />
dafür sorgen, dass Ihre Wände scheinbar<br />
verschwinden. Der Schall soll demnach aus<br />
den Lautsprechern bis zum Hörer gelangen<br />
und an der Wand verstummen. Akustische<br />
Dämmstoffe gibt es reichlich, doch die richtige<br />
Installation ist eine Wissenschaft für sich.<br />
Zudem gibt es wie im Kino eine Richtnorm,<br />
nach der Akustiker den Hörraum ausstatten<br />
– ein schalltoter Raum ist nämlich auch keine<br />
Lösung.<br />
Mittels den auf diesen Seiten vorgestellten<br />
Hilfsmitteln lassen sich bereits deutliche Verbesserungen<br />
erzielen, die mit einem neuen<br />
Verstärker oder Lautsprechern nicht möglich<br />
sind. Der Raum ist der erste und neben den<br />
Lautsprechern wichtigste Faktor – klingt eine<br />
Anlage für mehrere tausend Euro schrecklich,<br />
so steht der Hörraum als erster unter<br />
Verdacht.<br />
Schaumstoff<br />
Der Akustikschaumstoff der Firma RTFS<br />
schlägt gleich mehrere Fliegen mit einer<br />
Klappe. Die Bass- sowie Höhenabsorber arbeiten<br />
in einem großen Frequenzbereich. So<br />
genügt die Erkenntnis, dass Ihr Raum starke<br />
Dröhngeräusche bei Bässen erzeugt – ob bei<br />
50 oder 60 Hertz ist dabei zweitrangig. Um<br />
die Stärke der Absorption zu erhöhen, sollten<br />
die „Frequenzschlucker“ oben abschließen,<br />
also keinesfalls offen sein – zwei Absorber<br />
übereinander bis unter die Decke sind<br />
hier durchaus empfehlenswert. Falls Sie sich<br />
nun fragen, ob Sie in kleinen Räumen auch<br />
kleinere Absorber verwenden dürfen, so<br />
müssen wir hier differenzieren. Je dicker der<br />
Absorber, desto tiefere Frequenzen werden<br />
geschluckt. Kleinere Blöcke saugen Bassüberhöhungen<br />
erst im oberen Frequenzspektrum<br />
auf, sodass Tiefbassprobleme nur mit großen<br />
Absorbern beseitigt werden können.<br />
Hausbau<br />
Im Internet unter www.cara.de steht Ihnen<br />
ein hilfreiches Online-Programm zur Verfügung,<br />
mit dessen Hilfe Sie ersten Raumproblemen<br />
auf die Schliche kommen. Das vollwertige<br />
Programm können Sie dort ebenfalls<br />
für 50 Euro erwerben. In Cara bauen Sie<br />
Ihr komplettes Wohnzimmer samt Einrichtungsgegenständen,<br />
Lautsprechern und Hörern<br />
nach. Leider erweist sich die Software<br />
eher als Zufluchtsort für Vollprofis, denn<br />
aus den unterschiedlichen Materialien und<br />
Möglichkeiten treffen nur Kenner des Fachs<br />
die richtige Auswahl. Beispielsweise kann es<br />
in Cara durchaus Sinn machen, für die Wohnungsdecke<br />
„Stuhl“ oder „Tisch“ anzugeben,<br />
wenn diese mit dem Holz des eigenen Zimmers<br />
übereinstimmen – Anfängern droht<br />
hier die große Verwirrung.<br />
Guter Klang, schlechter Klang<br />
Nachdem Sie Ihren Raum optimiert haben,<br />
gibt Ihre Anlage nur noch die Toninformationen<br />
wieder, welche auf den Datenträgern<br />
gespeichert sind. Doch was passiert, wenn<br />
die Qualität einer CD schlecht ist? Müssen<br />
Sie nun auf guten Klang verzichten? Keinesfalls,<br />
denn mit einer neutralen Anlage können<br />
Sie ganz leicht herausfinden, was nicht<br />
stimmt. Spielt ein Schlagzeug keine Bässe<br />
oder klingt die Violine verschnupft, so ist die<br />
Aufnahme schuld, nicht Ihre Anlage. Mittels<br />
eines Equalizers, der einzelne Frequenzen<br />
anhebt und senkt, können Sie nun der<br />
Aufnahme zu neuer Frische verhelfen. Dabei<br />
sollten Sie jedoch einen Helfer wählen, der<br />
einfach zu bedienen ist, schließlich muss<br />
jede Aufnahme von neuem angepasst werden.<br />
Fast alle Audio-Receiver bieten hierfür<br />
zwei Regler: „Trebble“ und „Bass“. Mit diesen<br />
können Sie die hohen und tiefen Töne verstärken<br />
oder zurücknehmen. Weitaus besser<br />
arbeiten die Produkte von SPL. Unter www.<br />
soundperformancelab.com finden Sie mit<br />
dem PSD4000 und PSD3000 die optimalen<br />
Helfer für schlecht abgemischte Aufnahmen.<br />
Somit ist die Nachbearbeitung durchaus im<br />
Sinne von Hi-Fi und sich statt schlechter<br />
Aufnahmen dauerhaft zu ärgern, kann die<br />
Der SPL PSD3000 verbessert schlechte Aufnahmen<br />
im Handumdrehen – hier klingt die „Fälschung“<br />
besser als das Original<br />
zugegebene Klangwürze nur zur positiven<br />
Stimmung beitragen. Im Folgenden empfehlen<br />
wir Ihnen das Interview auf der nächsten<br />
Doppelseite mit Farshid Shahlawandian.<br />
Der Meister seines Fachs stattet Hörräume<br />
und Tonstudios im Dauertakt aus – einer der<br />
weiß, wovon er spricht.<br />
Kontaktpersonen rund um das Thema<br />
Heimkinoeinrichtung, Messung und Kalibrierung,<br />
für Bild und Ton finden Sie unter<br />
www.r-t-f-s.de und www.av-consultant.de.<br />
Die riesigen Absorber mit Schenkelmaßen von einem<br />
halben Meter werden mit der Spitze in den Hörraum<br />
ragend in den Zimmerecken platziert<br />
Wissen | HD+TV | 5.2006 055
„Jeder Raum ist anders“<br />
Herr Shahlawandian, wie kommt man dazu, Akustik zu<br />
studieren?<br />
Shahlawandian: Ich wurde schon in jungen Jahren mit<br />
dem Hi-Fi-Virus befallen und begann daher mit dem<br />
Studium der Elektrotechnik. Ein Schlüsselerlebnis hatte<br />
ich in meiner damaligen Studenten-WG.<br />
Hier waren die Vorstellungen von gutem Klang und<br />
Raum noch weit voneinander entfernt, entsprechend<br />
klangen unsere Anlagen auch recht verschieden.<br />
Die Ernüchterung kam, als wir beide Anlagen zusammen<br />
in einem der beiden Räume zum Vergleich aufbauten.<br />
Die Klangunterschiede waren auf ein Minimum<br />
zusammengeschrumpft. Der kahle, große Raum hatte<br />
beiden Anlagen seinen Klangcharakter aufgeprägt. Von<br />
diesem Tag an entschloss ich mich neben der Elektrotechnik<br />
auch Akustik zu studieren.<br />
In den Handelsketten und Händlerangeboten türmt<br />
sich die unterschiedlichste Technik, aber keine Elemente<br />
für raumakustische Optimierungen. Wird Raumakustik<br />
unterschätzt oder spielt der Wohnraum doch nur eine<br />
untergeordnete Rolle?<br />
Shahlawandian: Die Raumakustik ist ein sehr komplexes<br />
Thema und somit auch sehr beratungsintensiv. Somit ist<br />
es für Handelsketten vielleicht nicht so attraktiv. Einfach<br />
einige Absorber zu erwerben und im Raum zu verteilen<br />
kann leicht nach hinten losgehen. Bei den Händlern<br />
stellen wir aber ein immer größeres Interesse fest und<br />
somit wächst auch die Anzahl unserer geschulten Händler<br />
stetig.<br />
„Hätte ich vorher gewusst, wie viel Klangpotenzial in der<br />
Raumakustik steckt, hätte ich zuerst die Raumakustik<br />
verbessert und später den Verstärker gekauft.“<br />
Gibt es für den Anfänger einfach zu realisierende und<br />
immer gültige Ratschläge?<br />
Shahlawandian: Der einzige Satz, der immer gilt, lautet:<br />
Jeder Raum ist anders! Deshalb sollte man vor allem<br />
Anfängern keine pauschalen Ratschläge erteilen. Lassen<br />
Sie mich dies an zwei Beispielen verdeutlichen:<br />
Der erste Fall ist ein Betonkeller mit niedriger Decke,<br />
Teppichboden, ungünstigen Raumdimensionen, vielen<br />
Vorhängen, großen Standboxen in den Ecken und<br />
einem Sitzplatz direkt vor der Wand. Die Nachhallzeit<br />
ist folglich in den Höhen schon recht niedrig und im<br />
Bass viel zu lang. Die Folge: Es dröhnt katastrophal.<br />
In diesem Raum empfehle ich zunächst Absorber vom<br />
Typ “Corner Block B”. Diese absorbieren den Bass und<br />
reflektieren die Höhen. Dadurch wird die Nachhallzeit<br />
linearisiert und das Dröhnen deutlich verringert.<br />
Fall Nummer zwei ist ein Dachgeschosszimmer mit<br />
Parkettboden und kahlen Wänden. Der Hörplatz liegt<br />
wieder direkt vor der Rückwand. Dieser Raum besitzt<br />
Wenn Akustikelemente notwendig sind, weshalb tauchen<br />
in den Bedienungsanleitungen eines Heimkinoreceivers<br />
oder Lautsprechers keinerlei Informationen<br />
über die nützlichen Helfer auf?<br />
Shahlawandian: Es gibt durchaus Hersteller, welche<br />
in Ihren Bedienungsanleitungen mittlerweile auf die<br />
Raumakustik eingehen. Es hat lange gedauert, aber nun<br />
haben auch die Hardwarehersteller das Potenzial der<br />
Raumakustik erkannt. So haben wir z. B. die akustische<br />
Planung des Demokinos der Firma Boston Acoustics<br />
übernommen. Vor 20 Jahren hätte man vielleicht ohne<br />
Zuhilfenahme eines Akustikers einfach einige schwarze<br />
Vorhänge aufgehangen. In diesem Fall wurde jedoch der<br />
komplette Raum zunächst akustisch simuliert und u. a.<br />
sogar der Aufbau einer Trennwand nach unseren Vorgaben<br />
gefertigt.<br />
In welchem Kosten-/Nutzenverhältnis sehen Sie eine<br />
akustische Optimierung im Vergleich zur Hardware?<br />
Shahlawandian: Fast alle unserer Kunden, welche eine<br />
externe Endstufe für Ihre Lautsprecher besitzen, sagen:<br />
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in den Mitten und Höhen eine zu hohe Nachhallzeit.<br />
Gleichzeitig können Dachschrägen für eine zu geringe<br />
Nachhallzeit im Bass sorgen. Die Folge ist ein grelles<br />
und dünnes Klangbild. In diesem Raum empfehle ich<br />
zunächst drei Flachabsorber. Je einen an den Seitenwänden,<br />
um die erste Reflexion zu unterdrücken und einen<br />
hinter dem Kopf, um störende Reflexionen von der<br />
Rückwand zu unterdrücken.<br />
Kann die Optimierung auch ins Negative umschlagen,<br />
z. B. durch eine zu starke Dämpfung?<br />
Shahlawandian: Natürlich kann man einen Raum auch<br />
überdämpfen. Vor allem in den Höhen ist dies sehr<br />
leicht möglich, da z. B. Vorhänge, Kissen und Teppiche<br />
in den Höhen sehr viel stärker absorbieren als in den<br />
Mitten. Anzustreben ist immer eine lineare Nachhallzeit.<br />
Abseits Ihrer Akustikelemente geben Sie auch Tipps zur<br />
Installation. Können Aussagen wie: „Große Lautsprecher<br />
sind besser als kleine“ pauschal getroffen werden<br />
oder verhält sich jeder Raum und damit auch der benötigte<br />
Lautsprecher stets anders?<br />
Shahlawandian: Dies hängt sowohl vom Raum, als auch<br />
vom Hörgeschmack ab. Wer in einem zum Dröhnen<br />
neigenden Raum gerne Rockmusik in voller Lautstärke<br />
hört, kommt um Standboxen in Kombination mit vielen<br />
Absorbern wohl nicht herum. Umgekehrt kann man<br />
als Jazzhörer mit kleinen Lautsprechern und weniger<br />
Absorbern auch glücklich werden.<br />
Ist es ein Trugschluss nach Wertung zu kaufen?<br />
Klingt ein Testsieger in einer Fachzeitschrift immer<br />
besser als die Zweit- oder Drittplatzierten?<br />
Shahlawandian: Auch hier passt obiges Beispiel sehr gut.<br />
Was nützt dem Rockhörer das feinaufgelöste Klangbild<br />
des Testsiegerverstärkers, wenn dieser bei gewünschter<br />
Brachiallautstärke anfängt zu verzerren?<br />
Wie viele Subwoofer sollte ein gutes Heimkino<br />
mindestens besitzen, um tieffrequente Probleme<br />
auszumerzen?<br />
Shahlawandian: Wenn man mehrere Subwoofer<br />
benützen möchte, sollte man immer darauf achten,<br />
dass beide dieselbe Entfernung zum Hörplatz besitzen,<br />
da im Bassmanagement bei den meisten Geräten nur<br />
eine Entfernung eingestellt werden kann. In vielen<br />
rechteckigen Räumen haben sich je ein Subwoofer an<br />
den Seitenwänden, jeweils zwischen einem Viertel und<br />
der Hälfte der Raumlänge als Abstand zur Frontwand<br />
bewährt. Das Ausgangssignal des LFE kann durch<br />
Y-Stecker auf die entsprechenden Subwoofer verteilt<br />
werden.<br />
Sind Hilfsmittel für den Privatgebrauch, wie ein<br />
Frequenz- oder Lautstärkemesser eine nützliche<br />
Investition für Hobbyakustiker oder sind die Euros<br />
nur hinausgeworfenes Geld?<br />
Shahlawandian: Als Profi sehe ich die Gefahr solcher<br />
Hilfsmittel in der Hand von Laien natürlich in der<br />
Fehlbedienung. Wenn man ein Pegelmesser z. B. mit<br />
diskreten Frequenzen benutzt, kann man durchaus<br />
akzeptable Werte erhalten. Mit einem Rauschsignal<br />
bekommt man aber je nach Gerät nur den Pegel der<br />
lautesten Frequenz oder einen Mittelwert angezeigt.<br />
Da man solche Geräte für gewöhnlich nur einmal<br />
benutzt, empfehle ich das Geld lieber in den Besuch<br />
eines Profis, wie zum Beispiel den THX-zertifizierten<br />
Techniker Raphael Vogt, zu investieren.<br />
Wenn unsere Leserinnen und Leser ihren eigenen Raum<br />
akustisch optimieren möchten, wie können sie sich an<br />
Sie wenden?<br />
Shahlawandian: Typischerweise erhalten wir von<br />
unseren Kunden einige Fotos des Raumes, einen<br />
Grundriss sowie eine Telefonnummer für einen<br />
Rückruf. Innerhalb einiger Tage rufen wir dann<br />
zurück, erfragen noch einige Details, wie z. B. den<br />
Wandaufbau, und entscheiden dann mit dem Kunden,<br />
welche grundsätzlichen Lösungen es für diesen Raum<br />
gibt. Daraufhin erstellen wir dann eine Simulation des<br />
Raumes und berechnen die erforderlichen Absorber.<br />
Falls gewünscht kommen wir auch zum Kunden nach<br />
Hause.<br />
Und was kostet so eine Simulation inklusive<br />
Berechnung?<br />
Shahlawandian: Dies ist für unsere Kunden kostenlos.<br />
Möchten Sie unseren Leserinnen und Lesern noch etwas<br />
mit auf dem Weg geben oder ein persönliches Anliegen<br />
loswerden?<br />
Shahlawandian: Ich möchte Ihren Lesern nahe legen,<br />
sich auf die eigenen Ohren zu verlassen und viel zu<br />
hören. Fachzeitschriften dienen nicht dazu, einem das<br />
beste Gerät zu empfehlen, welches dann beim billigsten<br />
Anbieter bestellt wird. Anhand von Fachzeitschriften<br />
erhält der Leser die Information, welche er für seine<br />
eigene Vorauswahl benötigt. Diese Geräte der engeren<br />
Wahl sollte man dann beim Fachhändler und in den<br />
eigenen vier Wänden testen.<br />
Herr Shahlawandian, vielen Dank für das<br />
aufschlussreiche Gespräch.<br />
Wissen | HD+TV | 5.2006 057
Filme in Eigenregie<br />
Mit dem Pinnacle Studio Plus beginnen wir unsere Serie der beliebtesten Schnittprogramme.<br />
Für gerade einmal 99 Euro bekommen Sie hier ein vollwertiges Softwareprodukt,<br />
welches nicht nur Ihre Urlaubsaufnahmen auf den Computer überträgt,<br />
sondern Ihnen auch freie Hand bei der Gestaltung lässt. Darüber hinaus können Sie<br />
mit Studio Plus HDV-Aufnahmen bearbeiten – ein Grund für uns, der Software auf<br />
den Zahn zu fühlen.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
058 www.hdplustv.de
Bilder: 20th Century Fox, Auerbach Verlag, Kinowelt, Sony Pictures, Warner Bros.<br />
Bereits bei der Installation von Pinnacle Studio<br />
Plus wird das größte Manko offensichtlich: Die<br />
Geschwindigkeit. So dauerte die Einrichtung eine<br />
kleine Ewigkeit und auch der erste Startvorgang ist eher<br />
etwas für geduldige Naturen. Immerhin können sämtliche<br />
DV- und HDV-Camcorder per Firewire-Anschluss<br />
andocken, was den ersten Frust vergessen macht. Ein<br />
Klick auf „Aufnahme starten“ genügt, um das Material<br />
zu speichern. Selbstverständlich können Sie jederzeit die<br />
Aufnahme unterbrechen oder bestehendes Videomaterial,<br />
welches sich bereits auf der Festplatte befindet, importieren<br />
und so den Aufnahmeprozess in Studio Plus komplett<br />
umgehen.<br />
Für Einsteiger besonders interessant ist die Option<br />
„Smart Movie“. Hierbei handelt es sich um ein einfaches<br />
Programm, mit welchem Sie erste Schritte ohne Fachkenntnisse<br />
im Alleingang bewältigen. Nachdem Sie eine<br />
Videosequenz eingefügt haben, fordert Smart Movie Sie<br />
auf, eine Tonspur einzubinden. Daraufhin wird anhand<br />
des Rhythmus Ihrer Tonspur der Film bearbeitet, so dass<br />
am Ende ein stimmiges Musikvideo vorliegt. Für richtige<br />
Hobbyfilmer ist dieses Feature natürlich nur ein kurzfristiger<br />
Zeitvertreib, weshalb wir uns nun den wichtigen<br />
Funktionen zuwenden.<br />
Bilderbuch<br />
Die automatische Szenenerzeugung ist eine Besonderheit<br />
in Studio Plus. Anstatt Ihren Film komplett roh<br />
zu schneiden, können Sie einzelne Szenen aneinander<br />
reihen. Im Optionsmenü wird ausgewählt, ob diese im<br />
Sekundentakt oder durch bestimmte Bildverläufe automatisch<br />
kreiert werden. So ordnen sich die Bilder nach<br />
Helligkeitswechseln oder vorhandenen Schnitten ganz<br />
ohne Zutun in der Szenenvorschau an.<br />
Mittels Mausklick können Sie nun die Bilder auf das<br />
Storyboard legen und die Reihenfolge der Sequenzen<br />
ändern, den Film kürzen oder seine Richtung umkehren.<br />
Das separate <strong>Vorschau</strong>fenster zeigt dabei jede Sequenz<br />
oder auch den kompletten Film in Echtzeit. Um einzelne<br />
Sequenzen zu schneiden, bietet Pinnacle Studio Plus eine<br />
eigene Zeitleiste, mit Hilfe derer Sie Ihre Szenen per Ziehen<br />
mit dem Mauszeiger verkürzen oder verlängern.<br />
Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, die automatische<br />
Sequenzreihenfolge zu deaktivieren. Mit dem Rasierklingenwerkzeug<br />
können Sie nun ganz konventionell<br />
Ihre Bilder zerteilen und neu aneinanderfügen. Anfänger<br />
brauchen hierbei keine Angst vor Fehlschnitten zu haben,<br />
denn Pinnacle Studio Plus fertigt im Hintergrund jederzeit<br />
Kopien an, um diese Vorgänge wieder rückgängig<br />
machen zu können.<br />
Falls Sie der Automatik treu bleiben, können Sie die vorgegebenen<br />
Szenen einfach kombinieren, um die Anzahl<br />
einzudämmen. Bereits hier erweist sich die Bedienung als<br />
etwas zähflüssig, denn Sie können dabei nur Sequenzen,<br />
Links oben ist die Szenenvorschau platziert – der schmale linke Balken dient zum Anwählen von<br />
Effekten und Klängen. Rechts gibt das <strong>Vorschau</strong>fenster alle Änderungen in Miniaturform aus. Im<br />
großzügig dimensionierten unteren Bereich legen Sie Ihre Filmschnipsel ab und binden die musikalische<br />
Untermalung ein. Insgesamt sind so zwei Videospuren und drei Tonspuren verfügbar. In<br />
der rechten Spalte können Sie durch Anklicken des Schlosses die Bild- und Tonspuren sperren, um<br />
beide unabhängig voneinander zu schneiden<br />
die aufeinander folgen, zusammenstellen und müssen<br />
jede Sequenz einzeln anklicken. Um beispielsweise Szene<br />
eins bis fünf zu verknüpfen, müssen Sie Szene eins, zwei,<br />
drei, vier und fünf anwählen und nach einem Rechtsklick<br />
„Szenen kombinieren“ wählen.<br />
Die entgegengesetzte Unterteilung aufgenommener Szenen<br />
erfolgt hingegen in Sekundenvorgaben. Hat Studio<br />
Plus beispielsweise drei Szenen á 15 Sekunden erstellt<br />
und Sie wollen nur Szenen von fünf Sekunden Länge, so<br />
reicht eine Eingabe und das Programm wandelt die drei<br />
Sequenzen in neun Szenen á fünf Sekunden um.<br />
Spezialeffekte<br />
Um grobkörniges oder farbverfremdetes Material anzupassen,<br />
stehen Ihnen nützliche Hilfsmittel zur Verfügung,<br />
mit denen Sie augenscheinlich fehlerhafte Aufnahmen<br />
ausmerzen. Im Katalog können Sie aus einer Vielzahl von<br />
vorgefertigten Effekten wählen und ganz einfach einfügen.<br />
Ob Sie Ihr Filmmaterial künstlich altern lassen oder<br />
mit modernen Filtern die Dramatik erhöhen, ist einzig<br />
Ihrer Fantasie überlassen. Im <strong>Vorschau</strong>fenster betrachten<br />
Sie jeden ausgewählten Effekt bereits vor der Einbindung<br />
in Ihr Projekt. Leider sind viele grafisch aufwändige<br />
Nachbereitungen gesperrt und müssen erst gegen das entsprechende<br />
Entgelt freigeschalten werden. Dabei stehen<br />
70 Euro und mehr als Zusatzkosten für ein Grafikpaket<br />
ins Haus, was den Wert des gesamten Schnittprogramms<br />
sichtlich relativiert.<br />
Natürlich dürfen Sie nicht nur animierte Filme bearbeiten,<br />
sondern können auch Fotoaufnahmen zu einer<br />
Diashow verknüpfen – beides mixen geht im Übrigen<br />
Wissen | HD+TV | 5.2006 059
Die beiden Zeichen für die Video- und Audioverarbeitung öffnen die wichtigsten Bearbeitungsfunktionen.<br />
Beispielsweise können Sie hier eine Überblendung für Ihre Bilder oder die Nachsynchronisation<br />
durchführen<br />
Einer der größten Nachteile von Pinnacle Studio: Komplexere Bildeffekte müssen per Bezahlung<br />
freigeschalten werden – dieser ist mit neun Euro noch sehr günstig<br />
ebenfalls. Ein Doppelklick auf das Foto und Sie können<br />
dieses noch rotieren lassen, falls es auf dem Kopf stehen<br />
sollte, rote Augen entfernen und per Zoom für eine fließende<br />
Bewegung sorgen. Wer seine Filme mit Text verzieren<br />
möchte, ruft den separaten Editor auf. Nachdem ein<br />
Textfenster über das Bild gezogen wurde, helfen Voreinstellungen<br />
bei der Ausrichtung und kleine Animationen<br />
für eine lebhaftere Darstellung.<br />
Täuschungsmanöver<br />
Wer es wie in Hollywood-Filmen besonders trickreich<br />
mag, kann spätere Aufnahmen per Blue- oder Greenscreen<br />
einspielen. Dabei müssen Sie nur vor einer blauen<br />
oder grünen Wand filmen und das Video als zweite Videospur,<br />
genannt Overlay-Spur einfügen. Mittels Farbpinzette<br />
oder Vorauswahl retuschiert Studio Plus den<br />
grünen oder blauen Hintergrund und Sie sehen nur noch<br />
den eingespielten Bildinhalt – die gefilmte Wand wird<br />
durchsichtig. Somit können Sie im Zoo einen Tigerkäfig<br />
filmen und sich später in diesen hineinretuschieren ohne<br />
den Katzen jemals einen Besuch abgestattet zu haben.<br />
Bildformate im 4 : 3- oder 16 : 9-Format sind dabei kein<br />
Problem, je nach Wunsch können Sie beide Größenverhältnisse<br />
auch kombinieren. Wer in seiner 16 : 9-Produktion<br />
jedoch 4 : 3-Bilder einfügt, muss mit schwarzen Balken<br />
links und rechts leben.<br />
Abgesehen von den grafischen Effekten ist die akustische<br />
Untermalung das bestimmende Stilmittel im Film. Neben<br />
dem Einbinden von Aufzeichnungen und Musikstücken<br />
im WAV- oder MP3-Format, können Sie auch direkt im<br />
Programm Ihre Sprachsamples aufnehmen. Ein Druck<br />
auf das Symbol „Filmkommentare aufzeichnen“ genügt<br />
und es bedarf nur noch eines Mikrofons, um den eigenen<br />
Film neu zu vertonen.<br />
Einsteigerversiert<br />
Studio Plus bietet Anfängern die notwendigen Strukturen,<br />
um sich mit dem Thema Schnitt vertraut zu machen,<br />
aber bietet Fortgeschrittenen letztendlich nicht genügend<br />
Spielraum zur persönlichen Entfaltung. Das verständliche<br />
Handbuch und die Einsteiger-DVD helfen jedoch Unbedarften<br />
bei den ersten Schritten und für DV-Aufnahmen<br />
ist das Programm durchaus zu empfehlen. Anders sieht<br />
die Sache leider bei HDV-Material aus. Pinnacle Studio<br />
Plus verschlingt die Computerressourcen regelrecht und<br />
läuft nicht immer stabil. Auch die Zwangsaktiverung sowie<br />
Updates vor dem Start lassen an der Benutzerfreundlichkeit<br />
zweifeln – ein DSL-Anschluss ist hier Pflicht. Die<br />
Wechsel zwischen den einzelnen Arbeitspaletten und<br />
die unflexible Anordnung der Elemente lässt ebenfalls<br />
nur wenig Freude aufkommen. Somit können wir dem<br />
Produkt leider keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen,<br />
sondern es nur denen ans Herz legen, die ihre<br />
normalen DV-Aufnahmen ein wenig kompakter zusammenschneiden,<br />
aber sich dabei nicht in Unkosten stürzen<br />
möchten. Alle anderen Hobbyfilmer mit der Vorliebe<br />
für HD-Schnitt steigen besser gleich mit Adobe Premiere<br />
Pro 2 oder Final Cut Express HD ein und investieren<br />
dafür nicht nur ein paar Euro, sondern auch ein paar<br />
Übungsstunden mehr. Es lohnt sich.<br />
In der nächsten Ausgabe der HD+TV lesen Sie alles über<br />
Final Cut Express HD.<br />
060 www.hdplustv.de
KAUFBERATUNG<br />
Thomas Meyer<br />
Redaktion HD+TV<br />
Manche Dinge werden sich wohl nie verändern. Neulich, es war<br />
während der Fußball-WM, ging ein guter Freund von mir zu einer<br />
Filiale einer großen deutschen Elektronikhandelskette, um sich<br />
nach einem neuen Fernseher umzuschauen. Ergebnis: gleich null,<br />
denn es war weit und breit kein Verkäufer zu sehen und die kleinen<br />
Schildchen neben den Fernsehern hatten außer einem Preis in<br />
handgemalten roten Ziffern nicht viele Informationen zu bieten.<br />
Die Servicewüste Deutschland kann offensichtlich gar nicht trocken<br />
genug sein, wenn stagnierende Umsätze im Einzelhandel sich<br />
trotz liberalisierter Öffnungszeiten nicht in freundlichem Service<br />
niederschlagen wollen.<br />
Nun, gegen lustlose Verkäufer lässt sich etwas tun: Man informiert<br />
sich einfach vorher in unserem Heft. Das ist umso sinnvoller, wenn<br />
man es im Laden manchmal auch nicht nur mit lust-, sondern auch<br />
noch mit ahnungslosen Verkäufern zu tun hat, wie unser großer<br />
Praxistest ab Seite 84 zeigt. Und damit Sie auf dem neuesten Stand<br />
bleiben, haben wir auch diesmal wieder Fernseher, Receiver, Lautsprecher<br />
und Projektoren unter die Lupe genommen.<br />
Ach ja, Anspruch und Wirklichkeit klaffen nicht immer nur beim<br />
Service auseinander, auch bei den Geräten müsste nach wie vor vieles<br />
nachgebessert werden. Dabei leisten die Techniker ganze Arbeit:<br />
Bildschirme stellen immer brillantere Bilder dar, Receiver schalten<br />
immer schneller um. Aber was bringt das, wenn Gebrauchsanleitung,<br />
Fernbedienung und Bildschirmmenü für Otto Normalverbraucher<br />
ein Buch mit sieben Siegeln bleiben? Natürlich sind<br />
moderne Geräte komplizierter als ihre Vorgänger, aber das Mehr<br />
an Funktionen muss intuitiv bedient werden können. Ansonsten<br />
entpuppen sich die Segnungen des technischen Fortschritts als<br />
klassisches Eigentor für die Hersteller. Schließlich ist die klassische<br />
Mund-zu-Mund-Propaganda auch im dritten Jahrtausend nach<br />
Christi Geburt immer noch das beste Mittel, um Waren an den<br />
Mann zu bringen.<br />
Servicewüste Deutschland<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 061
84<br />
74<br />
Sieg nach Punkten<br />
Der Wettstreit der Fernseher im Bilderrahmenformat geht in seine nächste Runde. Im bunt<br />
gemischten Sommerangebot befindet sich neben dem bislang größten <strong>LCD</strong> von JVC der ehemalige<br />
Thronerbe aller bislang getesteten Fernseher im Test. Der Pioneer PDP-436RXE ist der<br />
Nachfolger der beliebten <strong>Plasma</strong>-Serie und steht im direkten Duell mit Panasonics Viera-Reihe,<br />
die im Bildbereich für neue Superlative sorgte. Doch auch abseits dieses Prestigeduells<br />
kann dieser Test für Sie den entscheidenden Tipp geben, wenn es am Ende heißt, <strong>Plasma</strong><br />
oder <strong>LCD</strong>?<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
062 www.hdplustv.de
Bilder: Auerbach Verlag, Buena Vista – „Fluch der Karibik 2“ jetzt im Kino<br />
Ein wenig ungewohnt ist er schon, der neue Pioneer-<strong>Plasma</strong>.<br />
Während die Modelle mit externem<br />
Media-Receiver flach wie ein Bilderrahmen daher<br />
kommen, ist der PDP-436RXE zwei Zentimeter tiefer. Mit<br />
seinem Gewicht von über 30 Kilogramm ist die Wandmontage<br />
etwas schwieriger, aber dem Antlitz tut dies zum<br />
Glück keinen Abbruch. Bis auf die unteren Lautsprecher<br />
samt Klappe schmückt weiterhin ein schicker lacküberzogener<br />
Rahmen den Bildbereich. Bereits hier wird der<br />
Preisaufschlag im Vergleich zu Panasonics TH-42PV60E<br />
deutlich. Gleiches kann man von der Fernbedienung<br />
leider nicht behaupten. Zwar erstrahlt sie im bekannten<br />
Pioneer-Design und lässt sich dank cleverer Tastenanordnung<br />
auch blind steuern, aber haptisch macht sie nicht<br />
gerade Lust auf verspielte Eingabebefehle. Die Rückseite<br />
zeigt sich aufgeräumt wie man es sich nur wünschen<br />
kann. Mit drei Scart-Anschlüssen bedient Pioneer alle<br />
Anhänger der aussterbenden analogen Gattung, während<br />
HDMI-Besitzer von DVD-Playern und HD-Receivern<br />
bereits vor einem Problem stehen – der Pioneer bietet<br />
einen einzigen HDMI-Eingang. Das kann der JVC-<strong>LCD</strong><br />
besser, denn dieser liefert eine zweite HDMI-Schnittstelle<br />
und sogar eine VGA-Buchse – da kann man auf den<br />
dritten Scart-Eingang gern verzichten. Leider wird Ihnen<br />
der Anschluss über HDMI anfangs unnötig erschwert,<br />
denn die (leider nach unten geneigten) Anschlüsse befinden<br />
sich hinter einer Blende, die abgeschraubt werden<br />
will – den passenden Schaubendreher sollten Sie deshalb<br />
parat halten. Weshalb JVC die HDMI-Buchsen nicht in<br />
die praktisch anliegende seitliche Blende verfrachtet hat,<br />
erschloss sich auch unseren von Natur aus handwerklich<br />
begabten Testredakteuren nicht ganz. Leider verzichtete<br />
JVC auf einen schnellen Anschluss an der Front – hier<br />
kontert Pioneer mit schnell zugänglichen S-Video- und<br />
Video-Buchsen. Das Design des JVC gefällt mit seiner<br />
schlichten Unauffälligkeit. Obwohl der komplette Rahmen<br />
aus Kunststoff gefertigt wurde, werden sich nur wenige<br />
an dem Äußeren stören. Die Fernbedienung ist wie<br />
die des Pioneer allenfalls Durchschnitt und so warten wir<br />
sehnsüchtig weiter auf den Tag, an dem ein Metallferngeber<br />
wie die Philips-Beilagen zum Standard werden.<br />
Die Anschlüsse: Zweimal HDMI und einmal VGA sind zwar nicht<br />
Luxus aber durchweg zeitgemäß. Ein Kartenleser für Fotos hätte das<br />
Paket noch abgerundet<br />
Finster wars<br />
Nachdem wir voller Elan unseren Pace-<strong>HDTV</strong>-Receiver<br />
an den Pioneer angeschlossen hatten, warteten wir sehnsüchtig<br />
auf das eintreffende Bild, doch es passierte nichts.<br />
Im Bildmenü arbeiteten wir uns in die verschachtelten<br />
Einstellungen vor, bis wir auf eine HDMI-Aktivierung<br />
stießen. Kaum hatten wir diese von „Aus“ auf „An“ geregelt,<br />
erstrahlten die Bilder in bester HD-Auflösung.<br />
Weshalb Pioneer den HDMI-Eingang im Auslieferungszustand<br />
ausschaltet, wissen wohl nur die Techniker. Beim<br />
JVC zeigten sich die Bilder nach abgeschraubter Bollwerkblende<br />
ohne Umwege. Der Referenz-DVD-Player<br />
von Denon (Test auf Seite 70) war für die Liga der 40<br />
Zoller gerade gut genug. Im Bildmenü des JVC erblickten<br />
wir die üblichen Regler für Kontrast und Schärfe, aber<br />
eine Anpassung der Gamma und Farbwerte fehlte; einzig<br />
Voreinstellungen sollen hier die Annäherung an das<br />
Ideal bewirken. Im erweiterten Menü fanden sich dann<br />
aber doch noch ein paar Eingriffsmöglichkeiten, die jedoch<br />
nur die automatischen Kontrast- und Farbexpander<br />
beeinflussen.<br />
Ganz anders, im Vergleich zum sporadisch einzustellenden<br />
JVC, offenbart das übersichtlich strukturierte<br />
Menü des Pioneer immer neue Details und Variationen<br />
von Einstellungen. Der PDP-436RXE steht mit all seinen<br />
Rauschreduzierern, Kontrastexpandern, Schärfereglern<br />
und Farbanpassungen bis heute unangefochten da. Kein<br />
anderes <strong>Plasma</strong>-Display lässt sich feinfühliger einstellen<br />
als Pioneers Machwerk. Zwar wurden diese Tugenden in<br />
den letzten Jahren kaum ausgebaut, aber nach so langer<br />
Abstinenz in unseren Testräumen war dieses Eldorado<br />
eine richtige Genugtuung. Bevor hier nun der Eindruck<br />
entsteht, den Pioneer könnte nur ein geschultes Testerauge<br />
bedienen, so können wir eine Entwarnung geben.<br />
Ansprechendes Äußeres<br />
samt stabilen Standfuß.<br />
Für die Wandmontage ist<br />
hingegen handwerkliches<br />
Geschick vonnöten<br />
Besseres Bild<br />
Im Internet unter www.<br />
hdplustv.de/hdtv/hd_capsel_<br />
99220.html finden Sie<br />
unsere Vorgaben für die<br />
Bildeinstellungen am JVC<br />
und Pioneer.<br />
Fühlt sich so gewöhnungsbedürftig<br />
an, wie sie aussieht<br />
– für einen 2 700 Euro<br />
Fernseher erwarten<br />
wir hier mehr<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 063
Schlicht und billig wirkt<br />
die beigelegte Fernbedienung<br />
des Pioneer.<br />
Das bessere Modell<br />
liegt dem 436SXE bei,<br />
für 200 Euro Aufpreis<br />
haben wir hier mehr<br />
Bereits die Grundeinstellungen verhalten sich großartig<br />
und im Standardmodus sowie der Farbtemperatur „tief“,<br />
erstrahlen Filme bereits im farbechten Look. Im direkten<br />
Vergleich der beiden Flachbildfernseher von JVC und<br />
Pioneer fiel überraschend auf, dass der <strong>Plasma</strong> ebenso<br />
hell schien wie der <strong>LCD</strong>. Je näher der Abend rückte, desto<br />
offensichtlicher nahmen wir aber eine gewisse Grundhelligkeit<br />
in schwarzen Bereichen wahr. Sollte Pioneer<br />
tatsächlich beim Schwarzwert patzen, den Panasonic so<br />
erfolgreich auf das Röhrenniveau gesenkt hat? Wir wollten<br />
es genauer wissen und statteten unserem Testlabor<br />
einen Besuch ab.<br />
Schatten und Licht<br />
Unsere Vermutungen haben sich innerhalb kürzester Zeit<br />
bestätigt. Pioneer kann in seiner sechsten <strong>Plasma</strong>-Generation<br />
nicht mehr mit dem „Schwarzen Lord“ von Panasonic<br />
gleichziehen. Der Kontrast hat sich seit der letzten<br />
Generation kaum verbessert, doch treue Leser wissen,<br />
dass ein guter Schwarzwert nur eine Seite der Medaille<br />
darstellt. Mit seiner großen Leuchtkraft kann der Pioneer<br />
problemlos am Tage bestehen und ist der mit Sicherheit<br />
wohnzimmerfreundlichste <strong>Plasma</strong> aller Zeiten. Unsere<br />
Heimkinofans können zwar dem Schwarzwert von Panasonics<br />
Viera-<strong>Plasma</strong> mehr abgewinnen, aber so schillernd<br />
brillante Bilder auch bei Tageslicht offeriert einzig<br />
Pioneer. JVC kann mit der <strong>LCD</strong>-Technik hier nicht mithalten,<br />
muss dies aber auch gar nicht, denn die Technologie<br />
hat andere Stärken. So gibt es hier garantiert keinen<br />
der gefürchteten Einbrenneffekte, unter denen der Pioneer<br />
aufgrund seiner Leuchtstärke ein wenig zu leiden<br />
hat (siehe auch Seite 48). Für einen <strong>LCD</strong> hat JVC dessen<br />
Schwächen überraschend gut im Griff und so geht die<br />
Ausleuchtung durchaus in Ordnung, denn selbst bei der<br />
seitlichen Betrachtung halten sich die Qualitätseinbußen<br />
in Grenzen. Den wohl größten wirtschaftlichen Faktor<br />
sehen wir aber im Stromverbrauch. Der JVC verbraucht<br />
gerade einmal 133 Watt bei heruntergeregelter Hintergrundbeleuchtung<br />
(Helligkeit 1 im Menü). Der Pioneer-<br />
<strong>Plasma</strong> schwankt hingegen von kostensparenden 50 Watt<br />
bei purem Schwarz bis nahe der 300 Watt bei weißen Bildinhalten.<br />
Unser Mittelwert ergibt immerhin noch einen<br />
stolzen Verbrauch von 180 Watt.<br />
Beide Bildschirme überraschen den Käufer mit einer<br />
guten Farbdeckung. Selbst JVC konnte die hier launisch<br />
agierende <strong>LCD</strong>-Technik bändigen und zeigt eine gleichmäßige<br />
Farbtemperatur von schwarz nach weiß – die Voreinstellung<br />
„warm“ vorausgesetzt. Pioneer bietet durch<br />
getrennte Farbregler und der Anpassung aller Primärund<br />
Sekundärfarben eine nochmalige Steigerung. Kein<br />
anderer Fernseher am Markt lässt sich exakter justieren<br />
als der Pioneer-<strong>Plasma</strong>.<br />
Praxissemester<br />
Im Alltagsbetrieb machte der JVC sehr viel Freude, denn<br />
im Gegensatz zum etwas geizigen Pioneer bekommen Sie<br />
hier auch eine Bild-in-Bild-Funktion spendiert, die Ihnen<br />
auf Wunsch sogar zwölf Sender gleichzeitig anzeigt, dann<br />
aber nur in Standbildern. Dies ist aber der einzige echte<br />
Kritikpunkt, den Pioneer vernehmen muss. Vielleicht<br />
haben Sie schon bemerkt, wie hoch unsere Bildwertung<br />
beim Pioneer ausfällt und dies, obwohl doch Panasonic<br />
den 2½-fachen Kontrast aufbieten kann. Die glänzende<br />
Punktwertung verdankt der Pioneer-<strong>Plasma</strong> aber nicht<br />
irgendwelchen Messwerten, sondern der internen Elektronik.<br />
Wir konnten unseren Augen nicht trauen, wie<br />
hochwertig der Pioneer sämtliches Bildmaterial und<br />
alle Eingänge aufpoliert. Der integrierte Vollbildkonverter<br />
arbeitet vorbildlich, die Rauschminderung glänzend<br />
Ein ungewohntes Bild: Statt des externen Media-Receivers verbaut<br />
Pioneer nun sämtliche Technik im Inneren. Wer der alten<br />
Erscheinung nachtrauert, greift zum ebenfalls erhältlichen<br />
Modell 436XDE/FDE<br />
Nur eine HDMI-Schnittstelle ist eine zu wenig. Immerhin verbergen<br />
sich vorn praktische Fronteingänge<br />
064 www.hdplustv.de
und die intelligenten Schärfeaufbesserer wie<br />
ein Kunstwerk. Wir haben selbst mit einer<br />
schlechten Videoverbindung ein durchaus<br />
akzeptables Bild darstellen können und dies<br />
nicht mit einem DVD-Player, der mehrere<br />
tausend Euro kostet, sondern nur den Bruchteil<br />
des Pioneer <strong>Plasma</strong>s. Der JVC-<strong>LCD</strong> muss<br />
hier zwar hinter seinen Testkonkurrenten<br />
zurückstecken, aber läuft im direkten Vergleich<br />
zu den <strong>LCD</strong>-Mitbewerbern ebenfalls<br />
zur Höchstform auf. Über HDMI erleben<br />
Sie ein knackig scharfes Bild, das sowohl in<br />
der Farbtreue als auch im gesamten Bildeindruck<br />
nur wenige Wünsche offen lässt. Eine<br />
Umschaltung auf Scart oder YUV resultiert<br />
in einer geringen Einbuße an Schärfe und<br />
Farbtreue, ohne dass der Bildeindruck nachhaltig<br />
leidet. Einzig der Vollbildkonverter<br />
arbeitet in keiner vorgegebenen Einstellung<br />
so wie von uns erhofft und kann das Bildflimmern<br />
nur am HDMI-Eingang sichtbar<br />
mildern. Somit sollten Sie trotz aller hochwertigen<br />
Technik gleich den passenden<br />
HDMI-DVD-Player und <strong>HDTV</strong>-Receiver<br />
erstehen, um von vornherein das beste Bild<br />
aus dem JVC herauszukitzeln. Dem Pioneer<br />
sind die Quellen dagegen gleichgültig. Fast<br />
ist man schon geneigt zu sagen, dass sich der<br />
<strong>Plasma</strong> nach schlechtem Bildmaterial sehnt,<br />
um seine dominante Bildverarbeitung zur<br />
Schau stellen zu können.<br />
Nachdem wir beide Fernseher im HDMI-<br />
Modus betrieben hatten, kam die nächste<br />
Überraschung. Trotz seiner geringeren Bildpunkteanzahl<br />
wirkte der Pioneer schärfer als<br />
der JVC. Dies hat der <strong>Plasma</strong> auch seinen automatischen<br />
Helferlein zu verdanken, die in<br />
der Mittelstellung keinerlei negative Auswirkungen<br />
auf das Bild haben, ganz im Gegenteil.<br />
Der subjektive Bildeindruck wird hier<br />
nochmals gesteigert und die Farben besitzen<br />
im Verbund mit der hohen Leuchtkraft eine<br />
ungemeine Anziehungskraft. JVC schlägt<br />
sich aber ebenfalls beachtlich. Die eingebauten<br />
automatischen Bildbooster versprechen<br />
einen Zugewinn an Details aus gutem Bildmaterial.<br />
Geht man einen Meter an den Pioneer-<strong>Plasma</strong><br />
heran, erblickt man doch noch eine für<br />
<strong>Plasma</strong>s typische Schwäche: Alle Bildpunkte<br />
sind keinesfalls ruhig, sondern grieseln.<br />
Dieses Phänomen ist technisch bedingt und<br />
nur Panasonic konnte diesen Schwachpunkt<br />
umgehen, jedoch ebenfalls nicht ohne Nachteile:<br />
Zwar wirken die Bildpunkte des Viera-<br />
<strong>Plasma</strong>s ruhiger aber durch die exakt gleichzeitige<br />
Zündung und Entladung flimmert<br />
das komplette Bild – dies bleibt Ihnen beim<br />
Pioneer wiederum erspart. Somit müssen Sie<br />
selbst entscheiden, welches Übel das kleinere<br />
darstellt.<br />
Für Freunde der Zukunftsscheibe Blu-ray<br />
bietet Pioneer aber noch ein besonders gelungenes<br />
Bonbon: Der PDP-436RXE ist eines<br />
der ersten Geräte überhaupt, welche das<br />
Bildformat 1 080p mit 24 Bildern pro Sekunde<br />
anstandslos entgegennehmen. Damit erleben<br />
Sie in Zukunft alle Filme, wie sie auch<br />
im Kino zu bestaunen sind.<br />
Sieger der Herzen<br />
Im Vergleich zum Panasonic wirkt der<br />
Pioneer zwar ein wenig eindimensionaler im<br />
stockdunklen Heimkino, aber dafür leuchtender<br />
im Wohnzimmer und fehlerfreier bei<br />
schlechterem Bildmaterial. Seine Schärfewiedergabe<br />
ist dem Panasonic sogar noch einen<br />
kleinen Schritt voraus, weshalb HD-Material<br />
auch mit den wenigen Bildpunkten knackig<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Pioneer<br />
Modell<br />
PDP-436RXE<br />
Preis in Euro 3099,–<br />
Info<br />
www.pioneer.de<br />
Typ<br />
<strong>Plasma</strong><br />
Maße (B/H/T) in cm 108 × 70 × 12<br />
Gewicht<br />
31 kg<br />
Farben<br />
schwarz<br />
Betrieb/Stand-by 180 W/0 W<br />
Kontrast 860 : 1<br />
Auflösung 1024 × 768<br />
<strong>HDTV</strong>-fähig ja<br />
Pioneer PDP-436RXE<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 17 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
15 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
52 von 60<br />
Pioneer PDP-436RXE<br />
AUSGABE 5.2006<br />
Gesamt 84 von 100<br />
scharf erscheint. Somit gelingt es Pioneer mit<br />
Bravour, den Thron der Flachbildfernseher<br />
ein zweites Mal zu erobern und dies sogar<br />
mit deutlichem Abstand zur Konkurrenz.<br />
Am HDMI-Eingang hingegen zeigt auch<br />
der JVC-<strong>LCD</strong> ein durchgehend fehlerfreies,<br />
kinoähnliches Bild, welches auch in einem<br />
direkten Vergleich bestehen kann. Zudem<br />
sind dem <strong>LCD</strong> die <strong>Plasma</strong>-typischen Schwächen<br />
wie Einbrenneffekte oder der hohe<br />
Stromverbrauch fremd. JVC beweist damit,<br />
dass große Bilder in HD keine Frage des<br />
Portemonnaies darstellen.<br />
Wenn es überhaupt vorsichtige Kritik von<br />
unserer Seite am Pioneer gibt, dann ist es seine<br />
unzeitgemäße Anschlussbestückung und<br />
der mit 3 099 Euro etwas hohe Preis. Wer<br />
die neue <strong>Plasma</strong>-Serie aber erst einmal mit<br />
eigenen Augen bestaunen durfte und dem<br />
schwarzen Klavierlack sowie edler Ausstrahlung<br />
verfallen ist, wird auch über den einen<br />
oder anderen Nachteil mit leuchtenden Augen<br />
hinweg sehen oder einfach in die Zukunft<br />
blicken, denn Pioneers siebte <strong>Plasma</strong>generation<br />
steht bereits in den Startlöchern.<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
JVC<br />
Modell<br />
LT-40S70BU<br />
Preis in Euro 2700,–<br />
Info<br />
www.jvc.de<br />
Typ<br />
<strong>LCD</strong><br />
Maße (B/H/T) in cm 100 × 72 × 29<br />
Gewicht<br />
29,3 kg<br />
Farben<br />
schwarz<br />
Betrieb/Stand-by 133 W/0 W<br />
Kontrast 450 : 1<br />
Auflösung 1366 × 768<br />
<strong>HDTV</strong>-fähig ja<br />
JVC LT-40S70BU<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 17 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
16 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
41 von 60<br />
JVC LT-40S70BU<br />
AUSGABE 5.2006<br />
Gesamt 74 von 100<br />
Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 065
Zwischen Mozart<br />
und Katzenjammer<br />
Was taugt der größte <strong>Plasma</strong>, wenn der Klang eines Live-Konzertes nur aus den mickrigen<br />
Beipacklautsprechern erschallt. Mit den Dali Ikon- und Eclipse-Lautsprechern testen<br />
wir zwei 5.1-Systeme, die unterschiedlicher nicht sein können, denn am Ende war der<br />
Übergang vom akustischen Lustobjekt zum Trauerspiel fließend.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
066 www.hdplustv.de
Kennen Sie Dali? Diese Frage ist<br />
durchaus berechtigt, kommen die<br />
Boxenbauer doch aus dem beliebten<br />
Urlaubsland Dänemark. Zwischen Viborg<br />
und Aalborg, im Herzen Dänemarks gelegen,<br />
fertigt der Lautsprecherspezialist seit<br />
über 23 Jahren musikalische Möbelstücke<br />
für Freunde des guten Geschmacks. Dabei<br />
werden selbst die Gehäuse von der eigenen<br />
Schreinerei angefertigt und jeden Lautsprecher<br />
ziert ein Etikett mit der Unterschrift<br />
eines Mitarbeiters, welches die Prüfung der<br />
Box bestätigt. Diesen Vorworten fügt sich<br />
der erste Kontakt mit den Ikon nahtlos an.<br />
Unser Set besteht aus den Dali Ikon 6 für<br />
den Frontbereich, einen Dali Vokal 2 Center,<br />
zwei Ikon 5 für die hinteren Kanäle und<br />
einen Ikon Subwoofer. Zu jedem Lautsprecher<br />
finden Sie eine kleine Box, deren Inhalt<br />
fein säuberlich eingelegt ist. Neben einem<br />
Schrauben- samt Imbusschlüssel offenbaren<br />
sich dem neugierigen Auge Spikes. Die spitzen<br />
Unterleger entkoppeln die Lautsprecher<br />
vom Boden und vermeiden so Resonanzprobleme.<br />
Ohne die nützlichen Helferlein würde<br />
das Gehäuse passend zum Fußboden mitschwingen.<br />
Um etwaigen Beschädigungen<br />
am Fußboden vorzubeugen, liefert Dali kleine<br />
Unterlegscheiben gleich mit. Insgesamt<br />
können wir den Dali Ikon-Lautsprechern<br />
die Höchstnote in Ausstattung und Verarbeitung<br />
attestieren, denn selbst die kritischen<br />
Stellen der eingefügten Membranen oder<br />
der oftmals vernachlässigte Kabelanschluss<br />
sind hier edel verarbeitet und fehlerfrei integriert.<br />
Auch die Materialschlacht ist unüblich<br />
in dieser Preisklasse. Für gerade einmal<br />
3 500 Euro erwerben Sie zwei große und zwei<br />
mittlere Standlautsprecher, einen Center<br />
sowie den bassstarken Subwoofer, welcher<br />
die bereits mächtigen Hauptlautsprecher in<br />
Filmspektakeln wie „Krieg der Welten“ perfekt<br />
ergänzt. Apropos ergänzt: Die doppelte<br />
Hochtöner-Ausführung ist kein schmückendes<br />
Beiwerk sondern ebenfalls geteilte Arbeit.<br />
Der Bändchenhochtöner am oberen Ende<br />
spielt Frequenzen jenseits der 14 Kilohertz<br />
weitaus stabiler, als es die darunterliegende<br />
Gewebekalotte vermag.<br />
Bevor wir zum Konkurrenzset von Eclipse<br />
aufbrechen noch eine kleine Warnung. Die<br />
Dali Ikon sind zwar vorbildlich verpackt,<br />
aber das Klettband ist äußerst widerstandsfähig.<br />
Nun bereitet das Aufschneiden mit<br />
einem Cuttermesser zwar nur bedingt Probleme,<br />
die Lautsprecher liegen jedoch zu<br />
nah an der Paketseite, so dass Sie im Übermut<br />
bereits beim Auspacken den kompletten<br />
Lautsprecher ruinieren können. Zumindest<br />
ein Hinweis auf der Paketoberseite wäre hier<br />
dringend vonnöten.<br />
Links: Das Dali-Ikon-Set honoriert seine Kaufsumme mit hohem<br />
Materialeinsatz. Rechts: Die Eclipse-TD-Lautsprecher faszinieren mit<br />
ihrem ungewöhnlichem Design<br />
Ohne Zeit und Raum<br />
Am anderen Ende der Welt, im fernen Japan,<br />
wird Klang zur Wissenschaft. Anstatt<br />
einen gewöhnlichen Holzkasten mit möglichst<br />
vielen Membranen und passenden<br />
Frequenzweichen zu bauen, ging man bei<br />
Fujitsu Ten den konsequentesten aller Wege.<br />
Mit der Eclipse betitelten Lautsprecherreihe<br />
verzichten die Japaner auf sämtlichen Ballast,<br />
der anderen Konstruktionen seit der<br />
Erfindung des Lautsprechers anhaftet. Das<br />
Gehäuse wirkt auf den ersten Blick wie eine<br />
ausufernde Designstudie doch offenbart bei<br />
genauem Hinsehen eine optimal gefertigte<br />
Kapsel, in der stehende Wellen keine Chance<br />
zur Entfaltung besitzen. Vorn schwingt nur<br />
eine einzige Membran, die den kompletten<br />
Frequenzgang von 40 Hertz bis 17 Kilohertz<br />
überträgt. Das Stichwort lautet „Time Domain“.<br />
Damit ist die zeitrichtige Wiedergabe<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 067
Das Innenleben ist<br />
durch den neuartigen<br />
Aufbau sehr<br />
schlicht. Der dünne<br />
Draht samt liebloser<br />
Kontakte widerspricht<br />
jedoch der<br />
stolzen Kaufsumme<br />
Eine modische Erscheinung, die leider nicht nach<br />
Zukunft klingt – die Eclipse TD512 erschallen gewöhnungsbedürftig<br />
Imbusschlüssel, Schraubenschlüssel und Spikes: Das<br />
Zubehör der Lautsprecher gestaltet sich ebenso edel<br />
wie Dalis Verarbeitungskunst<br />
aller Töne verbunden. Eine einzelne Membran<br />
als Zentrum des Klangs sendet sämtliche<br />
Töne zur gleichen Zeit aus, womit sie<br />
gleichzeitig beim Ohr des Hörers eintreffen.<br />
Bisherige Konstruktionen verwenden mehrere<br />
Membranen, die per Frequenzweiche<br />
angepasst werden. Neben der räumlichen<br />
Trennung entsteht so eine leichte Verzögerung<br />
sowie unterschiedliche Abkling- und<br />
Nachschwingraten einer jeden Membran.<br />
In Anbetracht der extrem kostspieligen Kaufsumme<br />
von über 5 500 Euro ist die gebotene<br />
Qualität anfangs überzeugend. Die größeren<br />
Eclipse TD512 (1 250 Euro) wiegen sagenhafte<br />
14 Kilogramm und sind damit drei<br />
Kilogramm schwerer, als die 81 Zentimeter<br />
hohen Dali Ikon 5. Der sauber gefertigte<br />
Standfuß sowie das edle Gehäuse vermitteln<br />
High-End-Feeling pur. Bereits bei der Membran<br />
bröckelt jedoch der Glanz. Das beigelegte<br />
Metallgitter ist wenig stabil und fällt<br />
ohne Zutun aus der Fassung. Die Klebestellen<br />
an der Membran selbst zeugen zwar von<br />
Handarbeit, aber nur bedingt von Liebe zum<br />
Detail. Ein Blick ins Innere der Lautsprecher<br />
ließ uns entsetzt die Stirn runzeln. Zwar ist<br />
der Korpus extrem stabil, aber ein Kabel in<br />
der Haptik eines Klingeldrahtes überbrückt<br />
den Stromanschluss. Auch der einzige Breitbandtöner<br />
sieht von innen alles andere als<br />
hochwertig aus.<br />
Rhythmus im Blut<br />
Im freundlich beschwingten Album „About<br />
a Boy“ sind die Dali Ikon in ihrem Element.<br />
Die melancholische Stimmlage von Badly<br />
Drawn Boy ist zwar, wie die akustischen<br />
Gitarreneinlagen, etwas geschönt, aber die<br />
Spielfreude zieht magisch an. Die Eclipse<br />
TD512 klingen dagegen völlig anders. Gitarren<br />
stehen wie angemeißelt im Raum und<br />
der Eindruck, das Instrument spiele tatsächlich<br />
vor dem Auge des Hörers ist frappierend.<br />
Sobald jedoch das Glockenspiel im Hintergrund<br />
sowie die Stimme des Sängers einsetzt,<br />
ist die Illusion regelrecht zerschmettert. Das<br />
eben noch hineinziehende Klangbild ist<br />
muffig, verschleiert und keinesfalls realistisch.<br />
Zudem benötigen die Eclipse ordentlich<br />
Verstärkerleistung und komprimieren<br />
sehr rasch. Die fehlende Dynamik wurde bei<br />
der Live-Aufzeichnung der Blue Man Group<br />
offensichtlich. Die Dali Ikon tönt jederzeit<br />
befreiter, offener und farbechter. Die Töne<br />
dringen mühelos selbst zu den hintersten<br />
Sitzreihen vor. Je länger und lauter die blauen<br />
Köpfe auf ihre Rohre und Becken schlugen,<br />
desto ermüdender reagierte jedoch unser<br />
Trommelfell. Die Dali klingen keineswegs<br />
neutral, sowohl im Tiefbass als auch bei den<br />
Höhen halfen die Dänen dem preisgünstigen<br />
Set etwas zu optimistisch auf die Sprünge. So<br />
quittierte die extrem ehrliche Aufnahme der<br />
DVD des Öfteren mit einem zu grellen Abbild<br />
des Geschehens. Ein Umschwenken auf<br />
die Eclipse rief keine Begeisterungsstürme<br />
hervor. Bereits aus den technischen Angaben<br />
des Herstellers ist der größte Makel der<br />
Klangexperimente ersichtlich: Die Hochtonwiedergabe<br />
flacht bereits ab 5 Kilohertz<br />
merklich ab. Auf dem Datenblatt gibt Fujitsu<br />
Ten Minus zehn Dezibel bei 17 Kilohertz an,<br />
was nichts anderes bedeutet, als dass die Höhen<br />
in diesem Bereich nur noch halb so laut<br />
erschallen, wie vorgesehen. Fast jeder 200-<br />
Euro-Lautsprecher bietet hier deutlich mehr.<br />
Zudem wirken die Eclipse schrecklich ausgebremst,<br />
was den euphorischen Charakter der<br />
Live-Show im Keim erstickt.<br />
Eine neue Welt<br />
In unserem Filmparcours wusste das Eclipse-<br />
Set anfangs besser zu gefallen, kein Wunder,<br />
schließlich haben wir mit „The New World“<br />
einen überaus sanftmütigen Spielfilm gewählt.<br />
Die Stimmwiedergabe der Eclipse ist<br />
zwar weiterhin etwas flach aber zumindest<br />
nicht gravierend verfälscht. Sobald die ersten<br />
Pfeile durch den Heimkinoraum huschen<br />
und die Konzentration der Hintergrundmusik<br />
gilt, fällt man aber bereits wieder aus<br />
allen Wolken. Die Eclipse können mit ihrer<br />
einzigen Membran zu fast keinem Zeitpunkt<br />
die Stimmung des Films einfangen, sondern<br />
kämpfen in jeder Sekunde mit ihren eigenen<br />
technischen Besonderheiten.<br />
Die Dali Ikon sind da bereits Erholung für die<br />
Ohren. Die markante Wiedergabe kommt in<br />
Filmen sogar etwas besser zur Geltung, weil<br />
hier einzelne Effekte nur kurz andauern und<br />
nicht wie im Musikbereich viele ähnliche<br />
Frequenzbereiche gleichzeitig erschallen. So<br />
störte es überhaupt nicht, dass die Ikon der<br />
Hintergrundmusik mehr Leben einhauchten<br />
und die Kanonenschüsse etwas plakativ den<br />
Bilder: Auerbach Verlag<br />
068 www.hdplustv.de
Hörraum erschütterten. Wir müssen dem Set<br />
aber gutschreiben, dass die Lautsprecher niemals<br />
aggressiv klingen. Anstatt wie viele Mitbewerber<br />
auf einen Aluminiumhochtöner zu<br />
setzen, nehmen die Ikon-Membran und das<br />
Bändchen jegliche Schärfe aus dem Klang.<br />
Vielleicht wollte der Hersteller deshalb den<br />
oberen Bereich etwas nach vorn drängen,<br />
was nach unserer Meinung aber keinesfalls<br />
nötig gewesen wäre.<br />
Tot und lebhaft<br />
Noch nie fielen in einem Vergleichstest die<br />
Unterschiede so gravierend aus. Die Eclipse<br />
Lautsprecher sind ein Experiment. Soweit<br />
die zugespielten Frequenzen sich der Membran<br />
des Lautsprechers anpassen, wie bei<br />
Akustikgitarren-Musik, ist dieser Lautsprecherversuch<br />
geglückt. Sobald andere Töne<br />
das Klangbild erweitern, bremsen die Lautsprecher<br />
das Geschehen aber aus und widersprechen<br />
so ihrer eigenen Bestimmung. In<br />
dieser Form sind die Eclipse weder im Preis<br />
noch in der Darbietung konkurrenzfähig.<br />
Ein bekanntes Hifi-Magazin schrieb einmal:<br />
„Auf eine Einstufung verzichten wir indes,<br />
da das Konzept der Time-Domain-Wandler<br />
mit seiner kompromisslosen Konsequenz im<br />
reinsten Wortsinn unvergleichlich ist.“ Wir<br />
geben eine Bewertung: Befriedigend. Nicht<br />
umsonst haben sich im Lautsprechermarkt<br />
gängige Prinzipien durchgesetzt, gegen die<br />
Fujitsu Ten in naiver Art und Weise verstößt:<br />
ein dürftiger Wirkungsgrad, kaum Dynamik<br />
und ein Frequenzgang vom Niveau eines<br />
fehlkonstruierten Lautsprechers. Die britische<br />
Schmiede KEF zeigt vorbildlich, wie<br />
eine zeitrichtige Wiedergabe und fantastische<br />
Darbietung im Einklang stehen kann.<br />
Dali bereitet seinen Hörern mit der Ikon Serie<br />
hingegen ein Geschenk. Für diesen Preis<br />
ist der betriebene Aufwand beispielhaft und<br />
die Detailliebe geht weit über das übliche Niveau<br />
hinaus. Kritische und verwöhnte Ohren<br />
werden zwar mit der lebhaften Abstimmung<br />
ein wenig hadern, aber dafür können die<br />
Ikon auch muffige Räume mit Leben erfüllen.<br />
Zudem dringt der Hochtonbereich auch<br />
in die letzte Sitzreihe vor, was Musikhören<br />
auf allen Plätzen ermöglicht. „Zwischen Mozart<br />
und Katzenjammer“, entscheiden Sie<br />
selbst, welches Lautsprecherset sich hinter<br />
der jeweiligen Metapher verbirgt.<br />
Die Klemmanschlüsse, sowie Metallbrücken sind<br />
sehr massiv gefertigt. Die Verarbeitung der Dali Ikon<br />
beeindruckt<br />
Hoch hinaus wollen die Dali<br />
Ikon Lautsprecher bereits<br />
mit ihrer schieren Größe –<br />
der gute Klang passt sich dem<br />
Erscheinungsbild nahtlos an<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Dali<br />
Modell<br />
Ikon<br />
Preis in Euro 3500,–<br />
Info<br />
www.dali.dk<br />
Typ<br />
Drei-Wege-Lautsprecher<br />
Maße (B/H /T) in c m 190 × 1000 × 33<br />
Gewicht<br />
18 kg<br />
Farben<br />
Eiche hell, Wallnuß hell<br />
magnetisch<br />
abgeschirmt<br />
ja<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Fujitsu Ten<br />
Modell<br />
Eclipse Time Domain<br />
Preis in Euro 5700,–<br />
Info<br />
www.time-domain-audio.de<br />
Typ<br />
Breitbandlautsprecher<br />
Maße (B/H/T) in cm 286 × 372 × 364<br />
Gewicht<br />
14,2 kg<br />
Farben<br />
schwarz<br />
magnetisch<br />
abgeschirmt<br />
ja<br />
Dali Ikon<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 20 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
9 von 10<br />
Wiedergabequalität<br />
53 von 70<br />
Gesamt 82 von 100<br />
Eclips Time Domain<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 18 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
9 von 10<br />
Wiedergabequalität<br />
36 von 70<br />
Gesamt 63 von 100<br />
Dali Ikon<br />
Fujitsu Ten Eclipse TD<br />
AUSGABE 5.2006<br />
AUSGABE 5.2006<br />
Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 069
Große Versprechen<br />
Denons DVD-Player DVD-A1XV weckt Erwartungen. Der letzte große DVD-Spieler der<br />
japanischen Traditionsfirma ist mit allem bestückt, was edel und kostspielig ist. Doch für<br />
3 500 Euro erwarten wir mehr, als eine panzerdicke Hülle samt edlem Kern, der interne<br />
Wunder-Chip verspricht HD-Qualität bei DVDs – kann Denon dieses wagemutige Ziel erreichen?<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
070 www.hdplustv.de
Bilder: Auerbach Verlag, Denon<br />
Es gibt DVD-Player, die sind so schmal,<br />
dass sie in die kleinste Spalte des Bücherregals<br />
passen. Es gibt DVD-Player,<br />
welche Sie hochkant aufstellen können und<br />
nicht zu vergessen die großen DVD-Player,<br />
mit stattlichem Gewicht und Ausmaßen eines<br />
Videorecorders. Doch dann gibt es noch<br />
den Denon DVD-A1XV: Ein Ungetüm, ein<br />
Riese, eine bislang nicht gekannte Dimension<br />
des Heimkinos. Höher, tiefer und mit seinen<br />
19 Kilogramm fast doppelt so schwer wie die<br />
großen Konkurrenten von Marantz, Onkyo<br />
und Pioneer, schreit es der A1XV scheinbar<br />
heraus: Hier herrsche nur ich und kein anderer.<br />
Ganz gleich, ob die massiven Standfüße,<br />
die Bedienknöpfe oder die Laufwerkslade –<br />
Denons Riese spielt in seiner eigenen Liga,<br />
in der ihm nur noch Onkyo folgen kann,<br />
doch deren DVD-Player DV-SP1000E kostet<br />
nochmals 1 000 Euro Aufpreis.<br />
Zurück auf dem Boden der Tatsachen ist es<br />
wieder einmal die Fernbedienung, die nicht<br />
ganz mit der sonstigen Klasse mithalten kann.<br />
Denon spendierte seinem Eingabehelfer zwar<br />
eine Hintergrundbeleuchtung, weshalb auch<br />
im dunklen Heimkino die dem Durchblick<br />
helfenden Lichter niemals ausgehen, aber für<br />
3 500 Euro hätten wir uns Metall statt Plastik<br />
gewünscht. Immerhin gibt es praktische<br />
Direktwahltasten für jedes Bildformat.<br />
Entdecke die Möglichkeiten<br />
Auf unseren Fotos können Sie bereits erkennen,<br />
dass die Frontseite des Denons mit allerlei<br />
Logos geschmückt ist. Besonderes Augenmerk<br />
verdient dabei der Aufdruck HQV. In<br />
unserem Spezial der HD+TV-Ausgabe 2.2006<br />
haben wir Sie bereits ausführlich über die<br />
geheimnisvolle Technologie informiert. Falls<br />
Sie den Hintergrundbericht verpasst haben,<br />
folgt hier noch einmal ein kleiner Überblick.<br />
Der Bildprozessor im Denon ist ursprünglich<br />
für Fernsehstudios entwickelt worden,<br />
um normale TV-Signale in <strong>HDTV</strong> umzurechnen.<br />
Durch eine bislang nicht erreichte<br />
Rechenleistung kann der Chip in Echtzeit<br />
die Daten einer DVD so stark aufpolieren,<br />
dass die Bilder den Anschein einer hochauflösenden<br />
Bildquelle besitzen – so zumindest<br />
die Theorie. Dabei nutzt der HQV-Videoprozessor<br />
zwei Vorteile: Zum einen erkennt<br />
er automatisch alle Arten von Videosignalen<br />
und fügt die ankommenden Halbbilder gekonnt<br />
zusammen, zum anderen rechnet er<br />
Mein Name ist Denon DVD-A1XV und ich bin der größte DVD-Player der Welt! Solch eine beeindruckende Gestalt<br />
sieht man selten – der Neid aller Besucher ist Ihnen sicher. Leider wurde unser Testgerät im Betrieb sehr warm<br />
die wenigen Bildpunkte einer DVD effizient<br />
auf bis zu zwei Millionen Bildpunkte um.<br />
Ein intelligenter Schärfeexpander erhöht zudem<br />
nachträglich die Sichtbarkeit von feinen<br />
Details, um einen ähnlichen Schärfeeindruck<br />
wie bei einer HD-Übertragung zu erzeugen.<br />
Ein Blick auf die Rückseite zeigt bereits die<br />
nächsten Stärken von Denons Flaggschiff.<br />
Mit einem HDMI- und DVI-Ausgang können<br />
Sie nicht nur wahlweise ein entsprechendes<br />
Gerät anschließen, sondern gleich zwei<br />
„HD ready“-Fernseher oder Projektoren betreiben,<br />
denn der Denon gibt auf beiden Anschlüssen<br />
ein Signal aus. Per I-Link oder Denon-Link<br />
dürfen Sie sowohl DVD-Audios als<br />
auch SACDs digital übertragen – per HDMI<br />
immerhin DVD-Audio-Daten. Wer an seinem<br />
AV-Receiver keinen dieser Anschlüsse<br />
besitzt, muss sich dennoch nicht grämen,<br />
denn per analogem 5-Kanal-Ausgang und<br />
hochwertigen Wandlern beherrscht der<br />
A1XV die hochauflösenden Musikscheiben<br />
aus dem Effeff. Liebhaber der guten alten<br />
CD sollten jedoch den Zweikanalausgang<br />
wählen, denn Denon spendierte diesem Anschluss<br />
seine eigene Signalverarbeitung.<br />
Majestätsbeleidigung<br />
Darf man einen 3 500-Euro-Player überhaupt<br />
mit zerkratzten DVDs füttern? Onkyo<br />
und Pioneer stellen sich hier vorbildlich vor<br />
Ihre Kundschaft, denn deren Player verkraften<br />
auch grobe Schnitzer auf der anfälligen<br />
Oberfläche. Denon verschließt sich hingegen<br />
einer guten Fehlerkorrektur und so müssen<br />
Sie stets darauf bedacht sein, Ihre DVDs<br />
pfleglich zu behandeln und bei Videotheken<br />
Vorsicht walten zu lassen. Dieser Makel ist<br />
besonders ärgerlich, denn das Laufwerk leistet<br />
sich ansonsten keinerlei Aussetzer. Sowohl<br />
die Geschwindigkeit als auch der unsichtbare<br />
Layerwechsel passt sich dem hochwertigen<br />
Äußeren an – wird eine Filmvorstellung<br />
aber aufgrund eines Kratzers unterbrochen,<br />
schwindet die gute Stimmung dahin.<br />
Viel diskutiert wurde bereits über ein auffällig<br />
lautes Klicken im Inneren des Players. Durch<br />
völlig getrennte Signalwege und hochwertige<br />
mechanische Schaltungen erzeugen Relais<br />
das aus dem Profibereich so beliebte Klickgeräusch.<br />
Für den Einsteiger sind solche Laute<br />
womöglich ungewohnt, aber Denon richtet<br />
sich mit dem A1XV dem Profisektor zu und<br />
dort gehören Relaisschaltungen zum guten<br />
Ton – im wahrsten Sinne des Wortes.<br />
Wie schon beim Denon DVD-3910 konnten<br />
uns die mannigfaltigen Einstellungsmöglichkeiten<br />
des Gerätes begeistern, die dieses<br />
Mal auch komplett am digitalen Bildausgang<br />
tätig sind. Während Sie im Bildbereich vom<br />
Kontrast über die Schärfe bis zur Helligkeitsverteilung<br />
per Gammakurve den A1VX perfekt<br />
an Ihr Display anpassen können, steht<br />
die Tonabteilung ebenfalls in nichts nach.<br />
Die Abstände der Lautsprecher, deren Pegel<br />
und Größe können Sie ebenso angleichen<br />
wie die passende Übergangsfrequenz zum<br />
Subwoofer.<br />
Film ab<br />
In unserem ersten Parcours musste sich der<br />
Denon in allerlei Testsequenzen behaupten<br />
und schlug sich dort außerordentlich wacker.<br />
Die automatische Vollbilderkennung<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 071
arbeitet so gut wie in keinem Player zuvor.<br />
Selbst in kritischen Szenen weiß der Konverter<br />
jederzeit den richtigen Algorithmus anzuwenden<br />
– flimmernde Bildkanten suchen<br />
Sie hier vergebens. Zudem besitzt der Denon<br />
eine Rauschfilterung, die selbst gröbste Unreinheiten<br />
und Artefakte sinnvoll ausmerzt.<br />
Somit haben Sie nicht mehr das Gefühl, eine<br />
digitale Kopie abzuspielen, sondern glauben<br />
vielmehr eine analoge Filmrolle zu sehen.<br />
Mit der verbauten Schärfeaufbesserung sind<br />
wir hingegen nicht ganz glücklich geworden.<br />
Wie bei fast allen Reglern produziert diese<br />
Doppelkonturen, so dass bei erhöhtem Einsatz<br />
die Bildqualität sichtbar leidet – von einer<br />
HD-ähnlichen Qualität kann hier keine Rede<br />
sein. Zurück in den Gefilden Hollywoods genossen<br />
wir die akkurate Farbdarstellung in<br />
Peter Jacksons Kindheitstraum King Kong.<br />
Wenn sich die bewusst pastellfarbene Skyline<br />
vor dem im Morgenlicht schimmernden Empire<br />
State Building wie ein Gemälde ausbreitet<br />
und die holde Blondine mit ihrem haarigen<br />
Beschützer den letzten Augenkontakt<br />
sucht, schürt der Denon Emotionen, anstatt<br />
die Fragen nach der Bildqualität der DVD in<br />
den Vordergrund zu rücken. Ganz gleich welche<br />
Scheibe Sie auch einlegen, der A1XV hält<br />
einen Standard, den viele Konkurrenten vergeblich<br />
suchen. Regelrecht deklassieren kann<br />
der Denon seine Mitbewerber bei Videomaterial.<br />
Hier zeigt der HQV-Prozessor seine<br />
ganze Klasse, was aber kein Wunder ist, denn<br />
schließlich wurde er für die Verbesserung von<br />
Fernsehbildern konzipiert. Leider ist es mit<br />
dem Denon nicht möglich, das Fernsehsignal<br />
durchzuschleifen, weshalb der größte Vorteil<br />
wesentlich geringer wiegt. Einzig bei Bonusmaterial<br />
oder selbst aufgenommenen Filmen<br />
werden Sie die wahren Qualitäten des Bildprozessors<br />
schätzen lernen.<br />
Jederzeit passend gestalten sich auch die<br />
klanglichen Fähigkeiten. Sowohl die hochauflösenden<br />
Datenträger DVD-Audio und<br />
SACD als auch die CD werden mit regelrechter<br />
Wonne dargeboten. Dabei verzettelt sich<br />
der A1XV nicht im oberflächlichen Schönspielen,<br />
sondern versucht die Quelle gemäß<br />
der originalen Aufnahme aufzubereiten.<br />
Das AL24-Processing schafft es sogar, selbst<br />
weniger brauchbarem Material eine neue<br />
Frische zu verleihen, was auch Kritiker von<br />
elektronischer Nachbearbeitung überzeugen<br />
wird. Somit rangiert der Denon musikalisch<br />
ganz weit oben und findet seinen Meister<br />
erst im Onkyo DV-SP1000E. Dieser schlägt<br />
im Bassbereich nochmals trockener zu und<br />
gibt Stimmen und Instrumente einen Tick<br />
körperhafter wieder. Dies sind aber bestenfalls<br />
Nuancen, so dass man bereits mit dem<br />
Denon nichts mehr vermissen wird.<br />
Hohe Ziele<br />
Für einen nicht unwesentlichen Betrag von<br />
3 500 Euro erwerben Sie den besten DVD-<br />
Player aller Zeiten. Diesen Titel trägt der Denon<br />
jedoch nicht, weil er perfekt ist, sondern<br />
weil er mehr leistet als alle anderen Player zuvor.<br />
Sein Bild ist besser, sein Klang nahe am<br />
Optimum und seine Haptik stellt das Non-<br />
Plus-Ultra der maschinellen Herstellung dar.<br />
Doch sind die 3 500 Euro beileibe kein Geschenk,<br />
denn die größten Konkurrenten in<br />
Form der HD-DVD- und Blu-ray-Player stehen<br />
bereits Schlange. Mit dem Denon holen<br />
Sie das letzte Quäntchen Präzision aus Ihren<br />
DVDs aber eben kein HD-Material. Zwar ist<br />
die Gesamtleistung, bestehend aus Schärfedarstellung<br />
und Farbtreue, das bislang maximal<br />
Mögliche, jedoch ist die Quelle, nämlich<br />
die DVD, viel zu schlecht, um hier noch von<br />
weltbewegenden Unterschieden im Verlgeich<br />
zur Konkurrenz zu sprechen. Viele DVDs<br />
werden mittels Rauschreduzierung und<br />
Weichzeichnern bereits in der Produktion<br />
völlig verfälscht, was eine originalgetreue Reproduktion<br />
auch mit der besten Technik gekonnt<br />
vereitelt. Vergleicht man die Bilder des<br />
Denon mit dem Premiere HD-Kanal oder gar<br />
einem Toshiba HD-DVD-Player, so erkennen<br />
selbst Laien, dass es noch einen großen Unterschied<br />
zwischen den aufpolierten Bildern<br />
des Denon und tatsächlichem <strong>HDTV</strong>-Material<br />
gibt. Wer den Denon somit als Alternative<br />
zu den kommenden hochauflösenden<br />
Bildern ansieht, wird enttäuscht werden. Erkennt<br />
man den A1XV aber als das an, was er<br />
im Grunde auch ist, nämlich ein DVD-Player,<br />
so liefert Denon wieder einmal ein Spitzenprodukt<br />
ab. Kann Denon somit wieder für<br />
positive Schlagzeilen sorgen? Ja, denn wenn<br />
überhaupt, so scheitert der DVD-A1XV einzig<br />
an den selbst auferlegten Ansprüchen.<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Denon<br />
Modell<br />
DVD-A1XV<br />
Preis in Euro 3499,–<br />
Info<br />
www.denon.de<br />
Typ<br />
DVD-Player<br />
Maße (B/H/T) in cm 434 × 170 × 432<br />
Gewicht<br />
19 kg<br />
Farben<br />
premium silber<br />
Betrieb/Stand-by 60 W/0,7 W<br />
Formate<br />
CD/MP3/WMA, DVD-Video/<br />
Audio, SACD/HDCD, JPEG<br />
Sonstiges<br />
Denon Link, I-Link, HDMI, DVI<br />
Denon DVD-A1XV<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 20 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
18 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
56 von 60<br />
Gesamt 94 von 100<br />
Denon DVD-A1XV<br />
So soll es sein: Der Denon gibt gleich zwei digitale Bildsignale am HDMI- und DVI-Ausgang aus. Per I-Link und<br />
Denon-Link übertragen Sie alle Tonformate digital. Sämtliche Anschlüsse sind massiv gefertigt und bieten ausreichend<br />
Abstand<br />
AUSGABE 5.2006<br />
072 www.hdplustv.de<br />
Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft
ALTERNATIVEN<br />
www.hdplustv.de<br />
Denon DVD-3930 1 499,–<br />
Unsere neue Referenz, der Denon DVD-A1XV bekommt<br />
mächtige Konkurrenz aus eigenem Hause. Der Denon 3930<br />
besitzt ebenfalls die HQV-Technologie für flimmerfreie,<br />
rauscharme Bilder. Mit der 1 080p-Ausgabe hat er seinem<br />
großen Bruder gar eine wichtige Funktion voraus. Das<br />
schönste ist jedoch sein Preis. Mit knapp 1 500 Euro fällt<br />
der neue rund 2 000 Euro günstiger aus, als der auf den<br />
letzten Seiten getestete Edelplayer – ob Denon auch die<br />
Fehlerkorrektur verbessert?<br />
www.denon.jp<br />
Der neue DVD-3930 (kleines Bild) sieht seinem<br />
Vorgänger DVD-3910 zum Verwechseln ähnlich –<br />
seine inneren Werte sind aber runderneuert.<br />
Der Verkaufsstart ist Ende September<br />
Die<br />
Website<br />
für das<br />
bessere<br />
Fernsehen<br />
Panasonics DVD-S97 399,–<br />
In unserem Schwestermagazin DIGITAL TESTED thront er<br />
seit 16 Monaten unangefochten auf dem ersten Platz:<br />
Panasonics DVD-S97 ist ein zeitloser Dauerbrenner. Die<br />
Bildverarbeitung übernehmen die Spezialisten von Faroudja,<br />
Panasonic steuert zudem noch Rauschminderer und<br />
Klangaufbesserer dazu. Falls Sie diesen Player noch erstehen<br />
können, greifen Sie zu – über die Verarbeitung kann<br />
man sicherlich streiten, über das Bild und den günstigen<br />
Anschaffungspreis von 399 Euro wahrlich nicht.<br />
www.panasonic.de<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2005 073<br />
www.hdplustv.de<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 073
<strong>HDTV</strong> im Kabel<br />
Lange hat es gedauert, doch nun ist es endlich soweit. Mit dem PR-HD1000C von Humax ist<br />
der erste <strong>HDTV</strong>-taugliche Kabelreceiver frei auf dem Markt erhältlich. Was das Gerät zu leisten<br />
vermag, haben wir für Sie im folgenden Test geprüft.<br />
VON RICARDO PETZOLD<br />
Sehnsüchtig warteten die Kabelkunden<br />
auf die erste <strong>HDTV</strong>-Box für den Empfang<br />
der in MPEG-4 codierten Programme.<br />
Humax kann dem als erster Hersteller<br />
ein Ende machen und diese Kunden<br />
beglücken. Dabei greift man nicht zu einer<br />
Neuentwicklung, sondern setzt auf das Gewohnte.<br />
Äußerlich unterscheidet sich die<br />
Box nämlich fast gar nicht von ihrem Bruder,<br />
dem PR-HD1000 für den Satellitenempfang.<br />
Nur das große C an der Front, welches für<br />
Kabel steht, sowie die anderen Tuneranschlüsse<br />
lassen darauf schließen, dass es sich<br />
um einen Kabelreceiver handelt. Somit sind<br />
auch die gewohnten Anschlüsse HDMI, YUV,<br />
zweimal Scart sowie Cinch an der Rückseite<br />
vorhanden. Der optische Tonausgang bringt<br />
zusätzlich den perfekten Hörgenuss. An der<br />
Front ist das LC-Display, das den Kanalnamen<br />
und die Uhrzeit anzeigt, der absolute<br />
Hingucker. Bisher gab es das nur bei der d-<br />
box-Serie sowie dem Humax PDR-9700C<br />
im Kabelbereich. Hinter der Frontklappe<br />
sind zwei CI-Schnittstellen und ein Kartenschacht<br />
versteckt. Somit ist der fast perfekte<br />
Pay-TV-Empfang möglich. Neben der Fernbedienung<br />
sind im Lieferumfang auch noch<br />
ein Scartkabel sowie ein HDMI-Kabel vorhanden.<br />
<strong>HDTV</strong>-Neulinge werden zumindest<br />
letzteres zu schätzen wissen, da HDMI-Kabel<br />
in den meisten Haushalten bisher noch keinen<br />
Einzug gehalten haben.<br />
Inbetriebnahme<br />
Die Installation des Receivers verläuft in<br />
mehreren Schritten. Nachdem alle Kabel zwischen<br />
Receiver, Fernseher und Antennendose<br />
verbunden sind, schalten wir den Silberling<br />
an. Sofort startet er in einem Menü, indem<br />
wir aufgefordert werden, die wichtigsten<br />
Einstellungen zur Sprache und dem Ort zu<br />
treffen. Danach führt der <strong>HDTV</strong>-Empfänger<br />
die Suche nach einem Update durch. Beim<br />
Test ist allerdings bereits die aktuelle Software<br />
installiert, so dass die HD-Box sofort zum<br />
nächsten Schritt, der Kanalsuche, übergeht.<br />
Hierbei zeigen sich die Stärken des Empfängers.<br />
In unserem Testkabelnetz, welches<br />
speziell präpariert ist, um es den Empfängern<br />
nicht zu einfach zu machen, findet der<br />
Humax auf Anhieb alle Sender. Diese werden<br />
vollautomatisch sortiert. Die Erstinstallation<br />
ist abgeschlossen.<br />
Im ersten Testteil betreiben wir den Receiver<br />
an einem Metz Talio 26. Dabei geht es uns um<br />
die Bedienung sowie die Benutzerfreundlichkeit<br />
der Set-Top-Box. Schnell stellen wir fest,<br />
dass die Box die gleiche Sendersortierung<br />
wie sein Satellitenbruder hat. Premiere HD<br />
Film wird brav auf Platz 100 abgelegt, gefolgt<br />
vom Sportkanal in HD sowie den restlichen<br />
Premieresendern. Im Kabel Deutschland-<br />
Netz muss derzeit leider noch auf Discovery<br />
HD verzichtet werden.<br />
Wenn Sie bereits über eine freigeschaltene<br />
Kabel-Smartcard für den <strong>HDTV</strong>-Empfang<br />
verfügen, sollten Sie diese jetzt in den Receiver<br />
stecken. Dabei ist darauf zu achten, dass<br />
der Chip wie bei allen Humax-Geräten nach<br />
Bilder: Auerbach Verlag<br />
074 www.hdplustv.de
oben zeigen muss. Im Test erhalten wir sofort<br />
ein Bild auf unserem 26-Zoll-LC-Display. Ist<br />
dies bei Ihnen nicht der Fall, ist entweder<br />
Ihre Karte nicht freigeschaltet oder es gibt<br />
Probleme mit dem Kopierschutz HDCP zwischen<br />
Fernseher und Receiver.<br />
Neben den Premiere-Programmen decodiert<br />
der Empfänger im internen Kartenschacht<br />
auch die Kanäle von Kabel Deutschland zuverlässig.<br />
Dabei können Sie zusätzlich auf<br />
den elektronischen Programmführer der<br />
Sender zurückgreifen. Der PR-HD1000C<br />
überlässt Ihnen dabei die Auswahl der Ansicht.<br />
Sie können entscheiden, ob Sie lieber<br />
die Einzelkanalvorschau oder doch lieber die<br />
Mehrkanalansicht mögen. Sollten Sie einen<br />
DVD- oder Videorecorder an den <strong>HDTV</strong>-<br />
Receiver angeschlossen haben, besteht bei<br />
dem Humax die Möglichkeit, Timer aus dem<br />
Programmführer herauszusetzen.<br />
Neben dem internen Kartenschacht sind die<br />
zwei CI-Schnittstellen des Gerätes für den<br />
Pay-TV-Empfang gedacht. Speziell Nutzer<br />
von Privatkabelnetzen wird dies freuen, da in<br />
diesen Netzen oft auch in Conax oder Cryptoworks<br />
codierte Programme zu finden sind.<br />
Mit Hilfe eines CI-Moduls, wie etwa dem<br />
Alphacrypt, haben Sie die Möglichkeit, auch<br />
diese decodieren zu können.<br />
Nicht überzeugen kann das neue Gerät aus<br />
Oberursel bei den Umschaltzeiten. Ebenso<br />
wie das Satellitenmodell stellt der Kabelreceiver<br />
beim zappen seine Nutzer auf eine<br />
Geduldsprobe. Über zwei Sekunden benötigt<br />
er bei der Umschaltung uncodierter Sender.<br />
Bei codierten und <strong>HDTV</strong>-Programmen verlängert<br />
sich diese Wartezeit noch einmal um<br />
ein bis drei Sekunden. Wegen der Premierevorgaben<br />
muss außerdem ein hoher Standby-Verbrauch<br />
von knapp 14 Watt in Kauf<br />
genommen werden. Der Grund dafür ist die<br />
ständige Prüfung des Gerätes auf Updates.<br />
Das Bild<br />
Wie bereits beim Satellitenmodell zeigt auch<br />
der PR-HD1000C scharfe und farbgetreue<br />
Bilder beim <strong>HDTV</strong>-Empfang. Besonders<br />
Dank des LC-Displays an der Front wirkt das Gerät edel. Es passt sich fast jedem Heimkino perfekt an<br />
diejenigen, die vom analogen Kabel auf<br />
<strong>HDTV</strong> umsteigen, werden von der Brillanz<br />
des Bildes überwältigt sein. Vorraussetzung<br />
ist allerdings ein TV-Gerät mit dem Logo<br />
„HD ready“ sowie eine Verbindung über das<br />
HDMI-Kabel. Bei Geräten, die den HDCP-<br />
Kopierschutz nicht korrekt verarbeiten, gibt<br />
der Humax bei Premiere Film HD kein Bild<br />
über die digitale Bild- und Tonschnittstelle<br />
HDMI aus. Gleiches gilt leider auch, wenn<br />
Sie einen AV-Receiver, wie etwa den im Test<br />
befindlichen Yamaha RX-V2600 zwischen<br />
den Fernseher und den Receiver schalten.<br />
Wenn Sie auf die YUV-Schnittstelle setzen,<br />
müssen Sie bei kopiergeschützten Inhalten<br />
mit einem heruntergerechneten Bild leben.<br />
Ansonsten wird über dieses auch das hochauflösende<br />
Material an den Fernseher oder<br />
den Beamer weitergegeben.<br />
Am Bild selbst gibt es nichts auszusetzen.<br />
Die Bilder werden an unserem Referenzfernseher,<br />
dem Philips 37PF9830, in der gewohnt<br />
guten <strong>HDTV</strong>-Qualität vom Receiver wiedergegeben.<br />
Auch unser Testequipment von<br />
Rohde & Schwarz bereitet dem Kabelempfänger<br />
keinerlei Probleme. Bei der Videoformatumschaltung<br />
für die HDMI- und YUV-<br />
Schnittstelle kann zwischen 576p, 720p und<br />
1 080i gewählt werden. Die dazu benötigte<br />
Funktion finden Sie auf der übersichtlichen<br />
Fernbedienung. Auch die Möglichkeit Bild<br />
und Ton zu synchronisieren, besteht beim<br />
Kabelempfänger aus Oberursel.<br />
Doch nicht nur <strong>HDTV</strong> wird in überzeugender<br />
Qualität von dem Gerät dargestellt. Auch<br />
die SDTV-Signale aus dem Kabel überzeugen<br />
bei der Qualität. Speziell im Kabel ist dies von<br />
Vorteil, da bisher in den meisten Netzen nur<br />
zwei HD-Sender zu sehen sind, und somit<br />
überwiegend SDTV geschaut werden muss.<br />
<strong>HDTV</strong> für alle<br />
Endlich können auch Kabelzuschauer die<br />
hochauflösenden Bilder genießen. Leider<br />
müssen Sie aber noch auf Discovery HD sowie<br />
die <strong>HDTV</strong>-Ableger von Sat.1 und Pro-<br />
Sieben aufgrund von Kapazitätsproblemen<br />
in den Netzen verzichten. Am fehlenden<br />
Empfänger liegt es allerdings nicht mehr. Der<br />
Humax PR-HD1000C überzeugt im Test mit<br />
guten Bildern, ordentlichen Messwerten sowie<br />
einer benutzerfreundlichen Menügestaltung.<br />
Nicht nur für den <strong>HDTV</strong>-Empfang ist<br />
die Kabelbox bestens geeignet.<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Humax<br />
Modell<br />
PR-HD1000C<br />
Preis in Euro 399,–<br />
Info<br />
www.humax.de<br />
Typ<br />
<strong>HDTV</strong>-Receiver<br />
Maße (B/H/T) in cm 370 × 60 × 260<br />
Gewicht<br />
2,5 kg<br />
Farben<br />
silber<br />
Betrieb/Stand-by<br />
20/14 Watt<br />
Umschaltgeschwindigkeit 2–3 Sekunden<br />
Bildauflösung<br />
1080i, 720p, 576p<br />
embedded CA<br />
Nagravision<br />
Common Interface 2<br />
Humax PR-HD1000C<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 24 von 30<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
32 von 40<br />
Wiedergabequalität<br />
26 von 30<br />
Gesamt 82 von 100<br />
Humax PR-HD1000C<br />
AUSGABE 5.2006<br />
An der Rückseite des ersten <strong>HDTV</strong>-Receivers fürs Kabel sind alle wichtigen<br />
Anschlüsse zu finden. Über die HDMI-Schnittstelle erhalten Sie das beste Bild<br />
Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 075
Sanftmütiger Riese<br />
Mit dem Hersteller Marantz betritt ein weiterer Konzern mit bewegender<br />
Geschichte die Testrubrik der HD+TV. Schon zu heiligen Schallplattenzeiten<br />
machte das Unternehmen aus New York mit edlen Endstufen und Schallplattenspielern<br />
auf sich aufmerksam. Im Jahre 2006 weichen die Tonabnehmer<br />
einem Laser und die Endstufen verschwinden in einer elektronischen Schaltzentrale,<br />
doch der Klang ist immer noch unverwechselbar.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
076 www.hdplustv.de
So günstig wie vor über 50 Jahren gibt es die neuesten<br />
Errungenschaften natürlich nicht, aber mit<br />
3500 Euro für das Topmodell der AV-Receiver liegt<br />
Marantz im Wettbewerb goldrichtig. Weder das immense<br />
Gewicht von 26 Kilogramm noch die stattlichen Ausmaße<br />
brauchen sich vor der Konkurrenz von Denon, Onkyo,<br />
Pioneer und Co. zu verstecken. Leider schmiegt sich die<br />
Front nicht ganz so nahtlos an das Gehäuse und erweckt<br />
eher den Eindruck einer Zierblende. Ein lieb gewonnenes<br />
Kleinod aus alten Tagen behält der Hersteller aber konsequent<br />
bei: Das Gyro-Rad in der Mitte lässt sich wunderbar<br />
altmodisch bedienen und gibt dem Receiver seine<br />
ganz eigene Note. Dass Marantz uns aber nur bei einer<br />
Frequenzsuche am Rad drehen lässt und das nette Feature<br />
ansonsten konsequent meidet, ist weniger fein.<br />
Sein DVD-Player-Bruder DV9600 kommt dagegen fast<br />
als ein Leichtgewicht daher. Immerhin ist die Front ebenfalls<br />
aus gebürstetem Aluminium und die Anschlüsse<br />
hochwertig ausgeführt. Die Laufwerkslade kann mit dieser<br />
Detailversessenheit nicht mithalten und ist ein wenig<br />
klapprig bis schmächtig. Das Laufwerksgeräusch geht<br />
zwar wie die Fehlerkorrektur in Ordnung, aber Bestmarken<br />
suchen Sie hier vergebens.<br />
aber bereits nach kurzer Zeit gehen die wichtigsten Funktionen<br />
in Fleisch und Blut über. Einsteiger begnügen sich<br />
mit den vordefinierten Symbolen und Tasten, Profis entwickeln<br />
am PC ihre eigene Menüführung. Weniger anwenderfreundlich<br />
ist hingegen die Bedienungsanleitung.<br />
Das Nachschlagewerk ist zu kurz gefasst und etwas umständlich<br />
geschrieben, was bei der Einstellungsfülle des<br />
SR9600 nicht gerade förderlich ist.<br />
Eigene Stärken<br />
Ein weiterer Blick auf den Rücken des Marantz-Receivers<br />
zeigt eine Vielzahl von Klemmen. Diese Verbindungsstücke<br />
überbrücken die Vor- und Endstufe des Receivers. Für<br />
Sie ergeben sich daraus zahlreiche Vorteile, denn im Gegensatz<br />
zu herkömmlichen 7-Kanal-Ein- und Ausgängen,<br />
können Sie hier Equalizer durchschleifen, indem Sie die<br />
Vorstufe mit dem Equalizer verbinden und diesen wiederum<br />
an die Endstufe knüpfen. Die strikte Auftrennung<br />
erlaubt es auch, eine externe Vorstufe direkt an die Endstufe<br />
des Marantz zu koppeln und so den Signalweg des<br />
Marantz zu umgehen. Als Beispiel seien hier zukünftige<br />
Receiver genannt, welche die neuen Tonformate Dolby<br />
TrueHD und DTSHD verarbeiten können. Anstatt den<br />
Eine der Wenigen, die<br />
hält, was die Optik<br />
verspricht. Die Marantz-<br />
Fernbedienung ist ein<br />
treuer Begleiter im<br />
komplexen Heimkino<br />
und sieht zudem noch<br />
schick aus<br />
Wolkenkratzer<br />
Das Display des 22 Zentimeter hohen AV-Receiver-Bollwerks<br />
ist ein sinnvoller Kompromiss aus übersichtlicher<br />
Schlichtheit und informativer Auflistung aller Funktionen.<br />
Auf der Rückseite lässt Marantz ebenfalls nichts<br />
anbrennen, denn sowohl die Lautsprecheranschlüsse als<br />
auch die Eingänge für Bild und Ton überzeugen durch<br />
deren Anordnung und Haptik. Wie es sich für einen Receiver<br />
der neuesten Generation gehört, bringt Marantz<br />
HDMI-Schnittstellen mit, deren Funktion jedoch auf das<br />
Weiterreichen der Signale beschränkt ist. Eine Videoquelle<br />
von Video auf HDMI zu wandeln, ist somit nicht möglich.<br />
Immerhin verspricht Marantz die Durchleitung bis<br />
1 080p, weshalb Sie in Zukunft auch Blu-ray-Player in der<br />
höchsten Auflösung durchschleifen können. Ganz ohne<br />
Wandlung müssen Sie beim Marantz-Receiver aber nicht<br />
auskommen, denn zumindest auf die analogen Bildausgänge<br />
wie YUV können Sie Ihre eingehenden Signale umrechnen.<br />
1 080p ist auch das Stichwort des DVD-Players,<br />
denn dieser kann als einer der ersten Geräte überhaupt<br />
eine DVD bis auf die höchste <strong>HDTV</strong>-Auflösung skalieren –<br />
schade nur, dass kaum ein Fernseher dieses Format bislang<br />
unterstützt.<br />
Als einer der wenigen Hersteller legt Marantz seinem Audio-Receiver<br />
SR9600 eine Fernbedienung bei, die diesen<br />
Namen auch verdient. Die vielen Marantz-Anwendern<br />
bereits seit einigen Generationen vergönnte SR3200<br />
schlägt sich im Alltagsbetrieb luxeriös und praktisch zugleich.<br />
Wer noch nie eine Touch-Screen-Fernbedienung<br />
besessen hat, muss sich zwar erst einmal umgewöhnen,<br />
Imposant wirkt der Marantz SR9600 bereits auf unseren Bildern, doch ein wenig mehr vom verspielten<br />
Luxus eines Gyro-Rades hätten wir uns dennoch gewünscht<br />
An analogen Eingängen herrscht wahrlich kein Mangel, aber nur zwei HDMI-Eingänge sind für<br />
die Zukunft etwas wenig. Obwohl der SR9600 keine analogen Signale digitalisieren kann, ist seine<br />
Videoverarbeitung spitze<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 077
Sieht so ein Ferngeber<br />
für einen 2 000-Euro-<br />
Player aus? Bei Marantz<br />
leider schon<br />
Marantz auszumustern, können Sie den neuen Receiver<br />
einfach an die leistungsstarken Endstufen hängen und<br />
sparen so eine Menge Geld oder einfacher ausgedrückt:<br />
Auch mit zukünftigen Audio-Receivern können Sie alle<br />
Vorzüge des Marantz nutzen, indem Sie diese einfach mit<br />
dem 7-Kanal-Eingang verbinden.<br />
Dem DVD-Player spendierte Marantz ebenfalls eine exquisite<br />
Ausstattung. So finden Sie im Videomenü zahlreiche<br />
Regler, mit denen Sie Schärfe, Helligkeit und Kontrast<br />
regeln können. Zudem stehen acht Werte für den Vollbildkonverter<br />
zur Verfügung, die sowohl an Video- als auch<br />
an Filmquellen angepasst sind. Die wichtige Lip-Sync-<br />
Funktion, welche den Ton passend zum Bild verzögert,<br />
ist leider nur am analogen Tonausgang aktiv. Damit wird<br />
dieses wichtige Element fast unbrauchbar. Viel besser gelungen<br />
sind die Rausch- und MPEG-Reduzierer. Wie von<br />
Geisterhand bügelt der Marantz damit selbst starkes Hintergrundrauschen<br />
aus und liefert ein ungemein stimmiges,<br />
weil fehlerfreies Bild. Insgesamt also eine durchweg<br />
positive Leistung, denn sämtliche Einstellungen lassen<br />
sich behutsam abstimmen und auf einen der insgesamt<br />
drei Speicherplätze dauerhaft absichern. Neben den für<br />
Heimkinofans bedeutsamen Funktionen offeriert der<br />
DV9600 noch zusätzliche Boni, wie eine automatische<br />
Abschaltung oder einen „Reinen Modus“, der das Display<br />
und die digitalen Ausgänge abschaltet, was die Klangqualität<br />
über die analogen Ausgänge noch weiter beflügelt.<br />
Vererbter Klang<br />
Der Marantz SR9600 schlägt mit seiner musikalischen<br />
Ausrichtung gänzlich neue Töne an. Sein gesamtes Frequenzspektrum<br />
von tendenziellen weichen, aber dennoch<br />
klaren Höhen bis zum herrlich ausstaffierten Mittel- und<br />
Tiefbassbereich lassen Musikkenner aufhorchen. Dabei<br />
Auf den Bildern wirkt der Marantz unglaublich massiv, in Natura erweckt sein Kampfgewicht<br />
und die labile Laufwerkslade aber keinen unumstößlichen Eindruck<br />
Die weit gestaffelten Anschlüsse und saubere Ausführung aller Kontakte ist eine Wohltat,<br />
nicht nur für gestresste Tester<br />
gelingt dem Marantz ein Spagat, der bislang nur wenigen<br />
Heimkinoreceivern vergönnt ist: Sein Stereoklang ist auf<br />
dem gleichen hohen Niveau, wie seine Mehrkanaldarbietung.<br />
Damit eignet sich der Marantz mehr als alle seine<br />
Konkurrenten der gleichen Preisklasse für CDs oder gar<br />
Schallplatten. Wo mancher Mitbewerber im Stereo-Bereich<br />
sichtlich nervös agiert, strahlt der Marantz eine ungemein<br />
positive Ruhe aus, ohne jedoch in Lethargie zu<br />
verfallen. Herausstechend sind dabei seine Fähigkeiten,<br />
den Frequenzkeller auszuloten und mit einer ungeheuren<br />
Differenzierung jedes Schlagzeug-Solo zum waschechten<br />
Ereignis werden zu lassen. Etwas komplizierter fällt die<br />
Bewertung des Mehrkanalklanges aus, denen Heimkinofreunde<br />
eine noch größere Bedeutung schenken werden.<br />
Zunächst bewahrt der Marantz seine Tugenden aus dem<br />
Stereobereich, so dass Sie selbst in den lautesten Passagen<br />
im Film „Krieg der Welten“ keine einzelne Sprachsilbe<br />
vermissen werden. Auch das tiefe Grollen der aufbrechenden<br />
Straßen erinnert eher an ein tatsächliches Erdbeben<br />
im Heimkinoraum, als an einen Film. Vergleicht<br />
man den Marantz mit einem Denon AVR4306, so sind es<br />
besonders die Endstufen, die hier den Unterschied ausmachen.<br />
Zwar ist der Denon 1500 Euro günstiger und zudem<br />
besser ausgestattet, aber wer einmal die gebündelte<br />
Kraft des Marantz am eigenen Leib gespürt hat, wird nur<br />
noch schwerlich einen Gang zurückschalten wollen.<br />
Dennoch gibt es einen Punkt, an dem sich viele Heimkinogeister<br />
scheiden werden, die Dynamik. Unser Testredakteur<br />
hat zur „Einweihung“ des Receivers zu Peter<br />
Jacksons King Kong gegriffen, denn die filmisch imposante<br />
Umsetzung des Riesenaffen bringt jeden Receiver<br />
zum Ausbruch, nur nicht den Marantz. Vielleicht kennen<br />
Sie die Filmszene, in der unsere blonde Hauptheldin von<br />
einem Tyrannosaurus Rex gejagt wird und sich in Sicherheit<br />
wiegend auf einem Baumstamm versteckt. Wenige<br />
Sekunden darauf erspäht sie das zweite Ungetüm, dessen<br />
riesige Zähne nur wenige Zentimeter neben ihr einschlagen.<br />
Eben jener Augenblick lebt von der Dynamik des<br />
klappernden Gebisses, doch der Marantz scheut sich hier,<br />
laut aufzuspielen. Stattdessen vernehmen Sie die Hintergrundmusik<br />
in vollen Tönen, was dieser Sequenz hörbar<br />
die Spannung nimmt.<br />
Der DVD-Player ist wie sein Receiver-Bruder nahe an<br />
der Perfektion, aber es gibt neben dem plastischen, ungemein<br />
sauberen Bild auch einen großen Ausreißer, der die<br />
Qualität etwas untergräbt: Der Vollbildkonverter. Dieser<br />
fällt allzu leicht aus seinem Rhythmus und hadert mit<br />
flimmernden Objektkanten. Die hohe Kunst, halbe Bilder<br />
zu ganzen zusammenzuweben ist dem Marantz leider<br />
nicht vergönnt, so dass der Player hier hinter den Pioneer<br />
DV-989AVi zurückfällt. Dieser bietet einen ähnlich opulent<br />
ausgestatteten Videoschaltkreis und verzückte selbst<br />
in den Grundeinstellungen mit einer fehlerfreien Darbietung<br />
– bei Video- und Filmmaterial. Die Revanche<br />
078 www.hdplustv.de
folgte aber nur einige Minuten später, als die<br />
ersten CDs und SACDs erschallten. Marantz<br />
bleibt auch bei dem Multiformat-Player seinen<br />
Wurzeln treu und bezirzt den Hörer mit<br />
einer ungemein sauberen, tendenziell etwas<br />
weichen, aber niemals kaschierten Wiedergabe,<br />
welche die Musik erst zum Erlebnis<br />
macht. So war es eine reine Freude, vom behäbig<br />
agierenden Pioneer auf den Marantz<br />
umzuschalten und einen weitaus gelösteren<br />
Hochtonbereich mitsamt einer wohl definierten<br />
Bühne zu lauschen. Klar liegen hier<br />
keine klanglichen Welten zwischen den Playern,<br />
aber dies gilt auch für den Bildbereich,<br />
in dem Marantz bis auf die Vollbildkonvertierung<br />
völlig mühelos selbst mit großen<br />
Brocken wie dem Denon DVD-A1XV (Test<br />
auf Seite 70) mithalten kann und besonders<br />
in klanglichen Sphären keinen Mitbewerber<br />
zu scheuen braucht. Dies bestätigte auch<br />
unser Messlabor, das dem Marantz an allen<br />
Ausgängen Bestnoten bescheinigte.<br />
noch Freude, wenn Sie den Marantz kaum<br />
fordern und eher in erhöhter Zimmerlautstärke<br />
Filme schauen.<br />
Der DVD-Player überzeugt in seiner Handhabung,<br />
Schnelligkeit und Qualität. Der<br />
Klang verdient hierbei eine besondere Auszeichnung,<br />
denn Marantz beweist, dass es<br />
sehr wohl möglich ist, alle am Markt befindlichen<br />
Tonträger angemessen darzubieten.<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Marantz<br />
Modell<br />
DV9600<br />
Preis in Euro 1999,–<br />
Info<br />
www.marantz.de<br />
Typ<br />
DVD-Player<br />
Maße (B/H/T) in cm 440 × 115 × 384<br />
Gewicht<br />
8,6 kg<br />
Farben<br />
silber<br />
Betrieb/Stand-by 24 W/0,4 W<br />
Formate<br />
CD/MP3, DVD-Video/Audio,<br />
SACD, JPEG<br />
Sonstiges<br />
I-Link, HDMI<br />
Marantz DV9600<br />
Die Schwächen in der Vollbildkonvertierung<br />
sowie die dezent lieblosen Bildmenüs und<br />
der Ferngeber können die Euphorie zwar<br />
ein wenig bremsen, aber das Fazit kaum<br />
schmälern: Marantz ist angekommen im<br />
Kreise der Heimkinospezialisten und verbreitet<br />
weder Angst noch Schrecken, sondern<br />
Hörgenuss pur – eine Erfahrung der<br />
emotionalen Art.<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Marantz<br />
Modell<br />
SR9600<br />
Preis in Euro 3499,–<br />
Info<br />
www.marantz.de<br />
Typ<br />
AV-Receiver<br />
Maße (B/H/T) in cm 440 × 218 × 483<br />
Gewicht<br />
26 kg<br />
Farben<br />
Silber, Schwarz<br />
Betrieb/Stand-by 170 W/0,5 W<br />
Formate<br />
PLII/x, DTS NEO, DD/EX, DTS/ES<br />
Sonstiges<br />
HDMI, Multi-Room, Audio-<br />
Delay, Autoeinmessung<br />
Marantz SR9600<br />
Bilder: Auerbach Verlag<br />
Die Alternative<br />
Objektiv betrachtet kostet der Verlust an Dynamik<br />
dem Marantz Receiver SR9600 den<br />
einen oder anderen Bewertungspunkt, aber<br />
subjektiv gesehen eröffnen sich dadurch auch<br />
Chancen. Nicht jeder Hörer kann und will<br />
bei einer Filmvorführung die Schwelle zum<br />
Hausfriedensbruch erreichen. Der SR9600<br />
kann laut aufspielen, wenn der Hörer den<br />
Lautstärkeregler hemmungslos aufdreht und<br />
wird niemals an Zugkraft verlieren – nur die<br />
ganz großen Sprünge vom leisen Wispern<br />
bis zum großen Knall sind anderen Konkurrenten<br />
vorbestimmt. Im Gegensatz zu seinen<br />
Mitbewerbern haben Sie aber auch dann<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 18 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
17 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
53 von 60<br />
Marantz DV9600<br />
AUSGABE 5.2006<br />
Gesamt 88 von 100<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 19 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
18 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
53 von 60<br />
Marantz SR9600<br />
AUSGABE 5.2006<br />
Gesamt 90 von 100<br />
Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 079
Modernes Eigenheim<br />
Wenn ein AV-Receiver wie der Yamaha RX-V2600 nicht nur Ihre CDs und<br />
DVDs abspielen kann, sondern gleichermaßen einen HDMI-Verteiler, Konverter<br />
und Videoaufbereiter beinhaltet, so kommen selbst Heimkinomuffel ins<br />
Grübeln. Dass die pralle Ausstattung einzig 1 299 Euro kostet, ist dabei sicher<br />
kein Nachteil.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Workshop<br />
Der Equalizer des Yamaha<br />
bietet viel Spielraum für<br />
Experimente, doch wer<br />
zielgerichtet arbeiten will,<br />
sollte wissen, was zu tun ist.<br />
Im Internet unter www.<br />
hdplustv.de/hdtv/hd_capsel_<br />
99220.html finden Sie<br />
deshalb den Einstieg in die<br />
komplexe Welt des Yamaha<br />
RX-V2600.<br />
Vorfreude ist immer die schönste Freude und so ist<br />
es selbst für unsere Testredaktion jedes Mal ein<br />
Erlebnis, wenn die Post ein prall gefülltes Paket<br />
liefert. Im Karton finden Sie neben dem eigentlichen Audio-Receiver<br />
gleich zwei Fernbedienungen. Wenngleich<br />
die erste etwas ausladend und einheitlich wirkt, so finden<br />
Sie alle wichtigen Kommandos mit einem Tastendruck.<br />
Die Zweite dient vorrangig für Multi-Room-Anwendungen.<br />
Der Yamaha ist in der Lage gleichzeitig mehrere Räume<br />
zu beschallen, so können Sie im Heimkinoraum fünf<br />
Lautsprecher und im Büro zwei Boxen betreiben. Das<br />
Gerät selbst kann in seiner Preisklasse zweifelsfrei mithalten,<br />
aber verblasst ein wenig gegen einen Boliden vom<br />
Schlage eines Marantz SR9600. Immerhin kaschierte Yamaha<br />
den Kostenzwang durch einen nahtlosen Übergang<br />
vom Edelmetall zur Plastik. Die Rückseite protzt hingegen<br />
unabhängig von den Erwartungen mit einer Flut<br />
von Eingängen, natürlich inklusive HDMI. Auch nach<br />
dem Einschalten erleben Sie weitaus größeren Luxus als<br />
bei allen noch so teuren AV-Receivern: Das Hauptmenü<br />
ist nicht nur grafisch wunderschön aufbereitet, sondern<br />
spricht durchgängig deutsch. Leider kann aber auch dieser<br />
Umstand nicht über ein Problem hinwegtäuschen:<br />
Der Yamaha RX-V2600 ist der wohl komplexeste aber<br />
auch vielseitigste Receiver aller Zeiten. Zu Beginn empfiehlt<br />
sich der automatische Messvorgang, welcher die<br />
Abstände, Größe und Lautstärke der Boxen eigenständig<br />
ermittelt. Im Nachhinein werden alle Lautsprecher noch<br />
080 www.hdplustv.de
Massiv: Die Frontblende gleitet sanft herab und offenbart<br />
das dahinterliegende Bedienfeld<br />
Bilder: Auerbach Verlag, Yamaha<br />
an den Hörraum mittels Equalizer angepasst,<br />
aber dies funktioniert leider nur halbherzig.<br />
Dennoch dürfen Sie auf Wunsch alle Parameter<br />
eigenhändig verändern und separat<br />
verewigen. So können Sie die Ergebnisse der<br />
automatischen Einmessung abspeichern,<br />
ihre eigenen Wunschvorstellungen einrichten,<br />
diese ebenfalls abspeichern und anschließend<br />
vergleichen. Auf der Fernbedienung<br />
stehen Ihnen zwei Speicherplätze zur<br />
Verfügung, die direkt mit einem Tastendruck<br />
angewählt werden dürfen – insgesamt stellt<br />
Ihnen Yamaha gar sechs Speicherplätze zur<br />
Verfügung.<br />
Mit Geduld ans Ziel<br />
Um über den Yamaha Bild und Ton wiederzugeben,<br />
müssen Sie zunächst die Eingänge<br />
sortieren. So können Sie festlegen, dass am<br />
DVD-Eingang Ihr Player per HDMI angeschlossen<br />
ist und über die Hochgeschwindigkeitsschnittstelle<br />
seine Daten weiterleitet.<br />
Probleme bei HDCP-geschützten Bildern<br />
auf Premiere HD Film bereitet nur der Humax-<strong>HDTV</strong>-Receiver,<br />
sein Konkurrent von<br />
Pace zeigt seine Bilder ohne Umschweife.<br />
Alternativ können Sie Bild und Ton auch<br />
getrennt zuführen, indem Sie ein optisches<br />
sowie ein YUV-Kabel verwenden. Wem diese<br />
Zuordnung zu umständlich ist, vertraut der<br />
Automatik. Diese leitet alle Signale auf die<br />
aktive Quelle um. Haben Sie beispielsweise<br />
die Xbox 360 am DVD-Eingang angestöpselt<br />
und dort die Automatik des Yamaha aktiviert,<br />
wird dieser am DVD-Eingang Bild und Ton<br />
wiedergeben, ganz egal, ob Sie den Bild- oder<br />
Toneingang Nummer eins, zwei oder drei gewählt<br />
haben. Alternativ können Sie natürlich<br />
jeden Eingang extra definieren.<br />
Von derlei Freiheiten profitieren auch die<br />
Lautsprecher, denn weder die Übernahmefrequenz<br />
für den Subwoofer noch die Einstellungsboni<br />
der restlichen Boxen brauchen<br />
sich vor der Konkurrenz von Denon und Co.<br />
zu verstecken. Einzig eine flexible Bassanpassung<br />
für jedes Boxenpaar haben wir vermisst.<br />
So dürfen Sie leider nicht die vorderen Lautsprecher<br />
bei 40 Hertz und die hinteren bei 80<br />
Hertz trennen, sondern müssen sich für eine<br />
globale Übernahmefrequenz zum Basslautsprecher<br />
entscheiden.<br />
Die große Hauptfernbedienung ist beleuchtet und<br />
bietet alle Funktionen auf einen Tastendruck, da<br />
verschmerzt man auch das uniforme Layout. Mittels<br />
Speicher können Sie ihre alten Ferngeber einfach<br />
umprogrammieren<br />
Geht nicht, gibt’s nicht<br />
Der Yamaha ist der einzige uns bekannte<br />
Receiver, der dem Besitzer freie Hand bei<br />
der Frequenzgangkorrektur lässt. Bislang<br />
mussten Sie auf vorgegebene Werte wie 63,<br />
125 oder 250 Hertz zurückgreifen, konnten<br />
aber womöglich dazwischenliegende Problemzonen<br />
nicht verändern. Yamaha macht<br />
hier Nägel mit Köpfen und spendiert einen<br />
Equalizer, mit dem Sie so gut wie jede Frequenz<br />
zwischen 63 Hertz und 20 Kilohertz<br />
verändern dürfen. Der komplexe Vorgang<br />
zur richtigen Einstellung bei Problemfeldern<br />
würde unseren Testbericht sprengen, weshalb<br />
wir für Sie auf unserer Website einen kleinen<br />
Workshop eingerichtet haben, der Ihnen in<br />
wenigen Schritten erklärt, wie Sie Frequenzen<br />
zielgerichtet verändern können.<br />
Alle Besitzer von Videorekordern, Sat-Receivern<br />
und DVD-Playern freuen sich abseits<br />
der akustischen Optionen auf einen eingebauten<br />
Vollbildkonverter und Skalierer. So<br />
können Sie einen Videorekorder per S-Video<br />
an den Receiver anschließen, woraufhin dieser<br />
auf Wunsch ein HD-Bild am HDMI-Ausgang<br />
darstellt. Natürlich nimmt die Qualität<br />
dabei nicht dramatisch zu, aber in Anbetracht<br />
der oft schlechten Leistungen vieler<br />
Hersteller, das Bild auch am SCART-Eingang<br />
erträglich zu machen, ist dies eine lohnenswerte<br />
Alternative. Zudem ersparen Sie sich<br />
zusätzliche Verteiler, denn alle Geräte docken<br />
am Yamaha an und dieser gibt auf Wunsch<br />
nur mit einem HDMI-Kabel die Bilder an<br />
den <strong>Plasma</strong>, Projektor oder <strong>LCD</strong> weiter.<br />
Wem die unterschiedlichen Lautstärken zwischen<br />
DVDs und Fernsehprogramm bisher<br />
immer Ohrensausen bereiteten, kann auf<br />
die Lautstärkeregelung zurückgreifen: Jedem<br />
Eingang können Sie hier einen Wert zuweisen<br />
und so für ein gleichlautes Klangerlebnis<br />
sorgen. Sollte in späten Abendstunden oder<br />
Mietwohnungen der Nachbarschaftsstreit<br />
drohen, mildert die Dynamikkomprimierung<br />
heftige Lautstärkesprünge ab, die bei<br />
sämtlichen Tonquellen wie Dolby Digital<br />
oder DTS aktiv werden kann.<br />
Raumklang<br />
Die größte Besonderheit des Yamaha liegt<br />
in seinen Klangfeldern verborgen. Wem die<br />
Ausstattungsdetails bislang immer noch zu<br />
kurz kamen, wird spätestens jetzt in Ehr-<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 081
furcht erstarren: Mehr als ein Dutzend Nachbearbeitungsprogramme<br />
für Stereo und<br />
Mehrkanalklang lassen Ihren Träumen freien<br />
Lauf. Richtig angewandt verschmelzen Ihre<br />
fünf oder sieben Lautsprecher zu einer großen<br />
Klangblase und können nicht mehr als<br />
kleine Punktschallquelle ausgemacht werden.<br />
Zuviel Nachhall wirkt jedoch schnell künstlich<br />
und wenn Frodo aus „Herr der Ringe“<br />
im Auenwald ständig mit herumflatternden<br />
Echos zu kämpfen hat, sollten Sie schleunigst<br />
Ihre Einstellungen überprüfen. Leider<br />
macht es Yamaha den Nutzern nicht gerade<br />
einfach. Das Handbuch ist gerade in diesem<br />
Bereich sehr spartanisch ausgefallen und die<br />
einzige Möglichkeit besteht im Ausprobieren.<br />
Wer sich nur wenig Zeit mit den Raumklangprogrammen<br />
nimmt, wird diese schnell<br />
als Spielerei abtun und vergibt so eine der<br />
großen Stärken des Yamaha. Immerhin gibt<br />
es sechs bereits erwähnte Speicherbänke, in<br />
denen einmal gefundene Glückseligkeit abgespeichert<br />
oder Unheil wieder rückgängig<br />
gemacht werden darf.<br />
Metall trifft Plastik: Für den Preis bietet Yamaha eine hervorragende Verarbeitungsqualität, oder hätten Sie<br />
erkannt, dass der linke Knopf nur aus Kunststoff gefertigt wurde?<br />
Endspielreceiver<br />
In klanglicher Hinsicht gibt sich der prall gefüllte<br />
Elektronikkasten überraschend neutral.<br />
Während wir in unseren Hörtests immer auf<br />
der Suche nach markanten Eigenarten sind,<br />
wurden wir hier auch nach Stunden nicht<br />
fündig. Der Yamaha ist deshalb der ideale<br />
Spielpartner für jedermann, dem Effekthascherei<br />
ebenso fremd ist, wie ein übernatürlich<br />
geschöntes Obertonspektrum. Diese<br />
vermeintlich emotionslose Wiedergabe ist<br />
auch dringend vonnöten, denn die Raumklangprogramme<br />
können nur wirken, wenn<br />
die Grundeinstellung möglichst unverfälscht<br />
dargeboten wird. So kommen Freunde des<br />
großen Effektkinos mit den Modus „Spectacle“<br />
auf ihre Kosten, während sanftere Gemüter<br />
im „Adventure“-Modus den idealen<br />
Spielpartner ausfindig machen. Jedes Raumklangprogramm<br />
besitzt bereits in seiner<br />
Grundeinstellung seine spezifischen Charakteristika<br />
und bringt, je nach Filmquelle,<br />
einen spürbaren Zugewinn an Räumlichkeit<br />
und Präzision. Auf der Rückseite des Yamaha<br />
befinden sich noch spezielle Anschlüsse für<br />
Effektkanäle. Anstatt ein 7.1-System mit<br />
zwei rückwärtigen Lautsprechern können<br />
Sie vorn zwei weitere Boxen über den Hauptlautsprechern<br />
anbringen. Diese übertragen<br />
die Raumklanginformationen separat und<br />
erwecken einen voluminösen Klangcharakter<br />
wie im echten Kino.<br />
Ein paar kleine Mängel möchten wir aber<br />
nicht unerwähnt lassen. So besitzt der Vollbildkonverter<br />
im Yamaha nicht die Güte<br />
einer Faroudja-Technologie, welche in den<br />
Denon-Modellen ihren festen Platz findet.<br />
Zudem wirkt sich der Equalizer nur ab<br />
63 Hertz auf die Lautsprecher aus und nicht<br />
auf den Subwoofer. Störende Dröhngeräusche<br />
treten jedoch besonders in tiefen Frequenzen<br />
auf, so dass Yamaha hier in Zukunft<br />
nachbessern sollte. Eine große Warnung betrifft<br />
noch jene, die den Yamaha in ein Regal<br />
stellen wollen: Der Receiver wird auf der<br />
Oberseite heiß. Nun sind wir in solchen Dingen<br />
zwar weniger zimperlich, aber 60 Grad<br />
Celsius sind nahe einer Verletzungsgefahr,<br />
weshalb kein Utensil auf dem Yamaha liegen<br />
bleiben sollte.<br />
Von diesen Nachteilen abgesehen rangiert der<br />
Yamaha problemlos im Kreise der sehr guten<br />
Heimkinoreceiver. Sowohl für Profis, die ihre<br />
Anlage am liebsten per Hand einstellen und<br />
zusätzlich eine gute Endstufe ihr Eigen nennen<br />
wollen, als auch für alle Neueinsteiger<br />
ist der Yamaha-Receiver gleichermaßen eine<br />
gelungene Investition – ein zeitloser Dauer-<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Yamaha<br />
Modell<br />
RX-V2600<br />
Preis in Euro 1299,–<br />
Info<br />
www-yamaha-hifi.de<br />
Typ<br />
AV-Receiver<br />
Maße (B/H/T) in cm 435 × 171 × 438<br />
Gewicht<br />
17,4 kg<br />
Farben<br />
Titan, Schwarz<br />
Betrieb/Stand-by 150 W/0 W<br />
Formate<br />
PLII/x, DTS NEO, DD/EX, DTS/ES<br />
Sonstiges<br />
HDMI, Multi-Room,<br />
Audio-Delay<br />
Auto-Einmessung ja<br />
Yamaha RX-V2600<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 19 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
18 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
50 von 60<br />
Gesamt 87 von 100<br />
Yamaha RX-V2600<br />
AUSGABE 5.2006<br />
Mit seinen unzähligen Ein- und Ausgängen können Sie Ihren Gerätefuhrpark problemlos erweitern. Die Lautsprecheranschlüsse<br />
für die Presence-Kanäle sind leider sehr schlicht<br />
082 www.hdplustv.de<br />
Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft
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Ort<br />
Ich bezahle per Kreditkarte per Bankeinzug per Rechnung<br />
Daten für die Zahlung per Kreditkarte:<br />
Daten für die Zahlung per Bankeinzug:<br />
Bitte einsenden an:<br />
Auerbach Verlag<br />
und Infodienste GmbH<br />
– Leserservice –<br />
Lauchstädter Straße 20<br />
04229 Leipzig<br />
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oder per Fax an:<br />
(0341) 14955-11<br />
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Gültigkeit der Karte<br />
Kontonummer<br />
Bankleitzahl<br />
Geldinstitut<br />
oder schnell im Internet:<br />
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Visa Mastercard American Express<br />
Mir ist bekannt, dass ich innerhalb von 2 Wochen nach Bestellung ohne Begründung bei der Auerbach Verlag und Infodienste GmbH, Lauchstädter Str. 20,<br />
04229 Leipzig, per Post oder Fax widerrufen kann. Maßgeblich ist der Tag der Absendung (Poststempel genügt).<br />
Datum, Unterschrift<br />
Einfach ausschneiden, ausfüllen und per Fax an (03 41) 1 49 55-11 oder mit der Post einsenden.
Fachhändler unter der Lupe<br />
Flachbildschirme waren dank Fußball-WM der Renner dieses Jahres. Doch um den geeignetsten<br />
Fernseher und die richtige Ausstattung für hochauflösendes TV zu kaufen, bedarf<br />
es kompetenter Beratung. HD+TV war deshalb für Sie unterwegs, um das <strong>HDTV</strong>-Wissen von<br />
Fachhändlern unter die Lupe zu nehmen.<br />
VON THOMAS MEYER<br />
Beratung ist Sache von Fachleuten.<br />
Deshalb wollten wir in unserem<br />
HD+TV-Beratungstest Deutschlands<br />
absolute <strong>HDTV</strong>-Fachleute und ganz normale<br />
Händler der Electronic-Partner-Kette testen.<br />
Den Probanden fühlten wir mit unserem<br />
Fragenkatalog (siehe Kasten) auf den Zahn.<br />
Die Gespräche wurden, um ein reales Kundengespräch<br />
nachzustellen, frei geführt und<br />
anschließend in einem Gedächtnisprotokoll<br />
aufgezeichnet.<br />
Sie hier in Hessen <strong>HDTV</strong> nämlich nicht via<br />
Kabel empfangen.“ Wir fragen nach dem nötigen<br />
<strong>HDTV</strong>-Equipment. „Zusätzlich zu ,HD<br />
ready’-Fernseher und Sat-Anlage brauchen<br />
Sie einen <strong>HDTV</strong>-Receiver und da gibt es welche<br />
von Humax, Pace und Kathrein und demnächst<br />
auch von Philips.“ Von den Receivern<br />
von Homecast und Dream, die demnächst<br />
auf den Markt kommen, sagt er nichts. Nun<br />
erläutert der „Sound Brother“ die Bedeutung<br />
des „HD ready“-Logos und die Eigenschaften<br />
der Auflösungsstandards 720p und 1 080i.<br />
„Von Pioneer gibt es jetzt auch einen 1 080p-<br />
Fernseher“, fügt er ungefragt hinzu. „Leider<br />
ist der noch ein wenig teuer.“ Und da zur<br />
Zeit nur wenig echtes <strong>HDTV</strong> zu sehen sei, rät<br />
er uns, einen Fernseher mit einer mittleren<br />
Auflösung von 1 024 × 1 024 Bildpunkten zu<br />
nehmen.<br />
Wichtig sei auch die Schnittstelle. „HDMI<br />
überträgt Bild und Ton digital, während bei<br />
DVI nur das Bild digital übertragen wird“,<br />
Sound Brothers<br />
Bei Sound Brothers in Kassel springt gleich<br />
ein Verkäufer herbei. Als wir dem jungen<br />
Mann weismachen, wir wollten zu Hause<br />
auf <strong>HDTV</strong> umsteigen, will er wissen, ob<br />
wir unser TV-Programm denn über Satellit<br />
empfingen. „Im Moment“, meint er. „können<br />
Der HD+TV-Fragekatalog<br />
Was benötige ich für <strong>HDTV</strong>?<br />
Was bedeutet „HD ready“?<br />
Was ist HDMI?<br />
Was bedeuten 720p und 1080i und was<br />
von beiden ist besser?<br />
Welcher Hersteller bietet die beste Bildqualität?<br />
Welche Technologie ist bei den verschiedenen<br />
Fernsehergrößen besser: <strong>LCD</strong> oder<br />
<strong>Plasma</strong>?<br />
Welche Sender senden schon in <strong>HDTV</strong>?<br />
Muss ich z. B. Premiere abonnieren?<br />
Unter welchen Umständen kommt auch<br />
ein Projektor in Frage?<br />
Bilder: Auerbach Verlag, Photocase.com<br />
084 www.hdplustv.de
erklärt er uns. „Ich würde Ihnen aber empfehlen,<br />
einen Fernseher mit HDMI zu nehmen,<br />
wenn später mal Blu-ray kommt.“ Nun<br />
geht es darum, ob man sich nun für einen<br />
<strong>LCD</strong> oder <strong>Plasma</strong> entscheiden solle. „Das<br />
Wichtigste ist der Abstand, aus dem Sie fernsehen,<br />
denn daraus berechnet sich die optimale<br />
Bilddiagonale“, erklärt er uns. „Unter<br />
42 Zoll gibt es fast nur <strong>LCD</strong>s, ab 42 Zoll fast<br />
nur <strong>Plasma</strong>s. Der <strong>Plasma</strong> bietet aber das bessere<br />
Bild: Keine Reaktionszeiten, kein Verwischen,<br />
bessere Auflösung.“<br />
Der Verkäufer kennt alle HD-Kanäle, selbst<br />
die Demokanäle von Canal Plus und Astra.<br />
Er möchte auch die Möglichkeit, einen Beamer<br />
statt eines Fernsehers aufzustellen, nicht<br />
ausschließen. „Man muss den Raum halt nur<br />
ordentlich abdunkeln“, sagt er und öffnet<br />
eine Tür, hinter der sich ein echtes Heimkino<br />
befindet. „Ein Fernseher ist im Alltagsbetrieb<br />
allerdings praktischer.“ Bei den Flachbildschirmen<br />
hebt er besonders Hitachi und<br />
Pioneer hervor, deren Kataloge er uns auch<br />
mit auf den Weg gibt. Zudem bekomme man<br />
bei Sound Brothers für die Dauer des Ausfalls<br />
unter Umständen auch ein Leihgerät<br />
gestellt.<br />
Die Beratung bei Sound Brothers ist freundlich<br />
und kompetent. Leider fällt die <strong>LCD</strong>-Beratung<br />
nicht ausführlich genug aus und auch<br />
die Liste der demnächst erhätlichen HD-Receiver<br />
wird nicht komplett genannt. Deshalb<br />
landen wir bei 95 von 100 Punkten.<br />
Grobi TV<br />
Unser Weg führt uns nach Kaarst bei Düsseldorf,<br />
wo der „Großbildleinwandspezialist“<br />
Grobi TV zu finden ist. In den Laden kommt<br />
man ohne Weiteres allerdings nicht hinein.<br />
„Bitte klingeln“, steht auf der Eingangstür<br />
und auf unser Läuten hin macht eine Frau<br />
auf. „Eigentlich hat unser Berater einen Termin“,<br />
sagt sie. „Aber wir können Sie noch<br />
einschieben.“<br />
Schon wenig später lassen wir uns vom angekündigten<br />
Kollegen begrüßen und die<br />
<strong>HDTV</strong>-Gretchenfrage stellen: „Satellit- oder<br />
Kabelanschluss?“ Und als wir sagen, wir hätten<br />
eine Satellitenschüssel, nickt er nur zustimmend.<br />
Als wir auf den Receiver zu sprechen<br />
kommen, nennt er alle drei verfügbaren<br />
Geräte auf und vergisst nicht die Markteinführung<br />
des Philips. „Zum Aufnehmen“, gibt<br />
der Grobi-Mann zu bedenken, „bräuchten<br />
Sie einen extra Festplattenreceiver.“ Das ist<br />
falsch, denn dafür gibt es bald die Dreambox<br />
DM 8000. Auch der Homecast-HD-Receiver<br />
wurde vom Grobi-Mann unterschlagen.<br />
Dafür demonstriert er anhand von Discovery<br />
HD die Vorteile von echtem HD. „Bei<br />
ProSieben und Sat.1 haben Sie allerdings<br />
nur ab und zu mal einen Film, der in echtem<br />
HD läuft“, schränkt er bei der Auflistung der<br />
HD-Sender ein. „Der Rest wird nur ,aufgeblasen’.“<br />
Die Erklärung, was das genau ist,<br />
bleibt er uns jedoch schuldig. Fast beiläufig<br />
erklärt er lieber die Unterschiede von 720p<br />
und 1 080i und die Spezifikationen von „HD<br />
ready“-Fernsehern. „Wichtig ist“, sagt er,<br />
„dass das Gerät eine HDMI-Schnittstelle mit<br />
integriertem HDCP-Kopierschutz hat. Das<br />
ist zukunftsträchtiger als eine einfache DVI-<br />
Schnittstelle.“ Den genauen Unterschied hat<br />
er jedoch keine Zeit zu erklären, schließlich<br />
steht der Kunde, mit dem er einen Termin<br />
vereinbart hatte, schon im Raum. Lieber klärt<br />
er uns schnell über die Vorzüge von <strong>LCD</strong> und<br />
<strong>Plasma</strong> auf: „Beide haben Vor- und Nachteile,<br />
aber der <strong>Plasma</strong> braucht mehr Strom.“<br />
Einen Beamer schließt er aus: „Lohnt sich<br />
nicht.“ Er möchte uns lieber einen Fernseher<br />
verkaufen, wobei er Pioneer, JVC, Toshiba als<br />
„erfahrungsgemäß gut“ darstellt.<br />
Wir geben trotzdem 90 von 100 Punkten.<br />
Einzige Minuspunkte: Es wurde kein Katalog<br />
mitgegeben und die Punkte HD-Receiver,<br />
Beamer und „aufgeblasenes“ <strong>HDTV</strong> nicht<br />
befriedigend abgefertigt. Wir wollen Grobi<br />
jedoch zugute halten, dass wir beraten wurden,<br />
obwohl wir keinen Termin hatten.<br />
Heimkino+Sound<br />
Weiter geht es nach Oberhausen zu<br />
Heimkino+Sound. Als der Verkäufer dort<br />
nach einem kurzen Telefonat zu uns kommt,<br />
konfrontieren wir ihn mit der Frage nach<br />
einem <strong>HDTV</strong>-fähigen Fernseher. Unser Gegenüber<br />
stellt sicher, dass wir Satellitenempfang<br />
haben und will dann die gewünschte<br />
Größe wissen, denn „ab 42 Zoll gibt’s nun<br />
einmal fast nur <strong>Plasma</strong>s.“ Und da legt er uns<br />
einen Pioneer und Hitachi ans Herz.<br />
Der junge Mann nennt alle HD-Receiver außer<br />
der Dreambox, erklärt die „HD ready“-<br />
Spezifikationen in allen Einzelheiten und<br />
legt dabei besonderen Wert auf die HDMI-<br />
Schnittstelle: „Ein Fernseher mit so einem<br />
Logo darf auch nur DVI haben, aber bei<br />
Gerne wieder: Sound Brothers in Kassel<br />
Bitte klingeln: Bei Grobi TV in Kaarst kommt nicht<br />
jeder ohne weiteres rein<br />
Den Umweg wert: Heimkino+Sound in Oberhausen<br />
HDMI werden Bild und Ton digital übertragen.<br />
Das ist zukunftssicher.“ Wir fragen<br />
noch mal genauer nach, was denn „720p“<br />
und „1 080i“ bedeuteten. Er erklärt den Unterschied<br />
und verweist uns darauf, dass Pioneer<br />
jetzt sogar einen 1 080p-Fernseher auf<br />
den Markt gebracht habe - „leider noch sehr,<br />
sehr teuer.“<br />
Der Verkäufer kennt alle HD-Sender. „Bei<br />
ProSieben und Sat.1“, schränkt er ein, „werden<br />
selten Sendungen in echtem HD ausgestrahlt.“<br />
Das demonstriert er wiederum auf<br />
einem Pioneer anhand von Astra HD. Wir<br />
fragen trotzdem nach einem Projektor und<br />
er meint, dass dieser bei einer Diagonalen ab<br />
2,50 Meter Sinn mache, so denn ein schnell<br />
abzudunkelnder Raum zur Verfügung stehe.<br />
Der Beamer koste zwar weniger als ein traditioneller<br />
Fernseher, aber dafür müsse man<br />
eine Sound-Anlage dazukaufen.<br />
Da uns der Mann von Heimkino+Sound<br />
auch versichert, bei Bedarf einen Leihfernseher<br />
zur Verfügung zu stellen, und uns mit<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 085
Ehrliche Haut: Stangenberg in Duisburg<br />
Katalogen überhäuft, stellen wir gerne ein<br />
gutes Zeugnis aus: 92 von 100 Punkten. Einziger<br />
Minuspunkt war unserer Ansicht nach,<br />
dass der Verkäufer bei den Fernsehern Marken<br />
bevorzugte, ohne genauere Erklärungen<br />
zu geben, und auch nicht alle HD-Receiver<br />
kannte.<br />
Stangenberg<br />
Nachdem die Heimkinospezialisten nun abgehakt<br />
sind, wenden wir uns Fachhändlern<br />
der EP-Kette zu. Wir fahren nach Duisburg-<br />
Buchholz zum EP-Händler Stangenberg.<br />
Hier werden wir von einem Verkäufer beraten,<br />
der das ist, was man im Ruhrpott eine<br />
„ehrliche Haut“ nennt. Er rät uns erst einmal<br />
vom Kauf von <strong>HDTV</strong>-Equipment ab – „auch<br />
wenn ich mir dabei ins eigene Fleisch schneide.“<br />
Wir fragen trotzdem, welche Receiver<br />
und Sender es denn gebe. Die Receiverhersteller<br />
bekommt der Fachhändler bis auf<br />
Dream und Homecast noch alle zusammen,<br />
zeigt aber bei den Sendern deutliches Unwissen:<br />
„Da gibt es zur Zeit nur die drei Kanäle<br />
von Premiere HD via Satellit.“<br />
Die „HD ready“-Spezifikationen und die Unterschiede<br />
zwischen HDMI und DVI kennt<br />
er aus dem Effeff, doch bei den Auflösungen<br />
720p und 1 080i muss er passen. Von dem<br />
Pioneer, der mittlerweile sogar 1 080p bietet,<br />
weiß unser Gegenüber ebenfalls nichts.<br />
Dafür will der Händler trotz auffällig vieler<br />
Metz-Fernseher im Regal keine Marke so<br />
recht favorisieren. Eine eindeutige Meinung<br />
hat unser Gegenüber jedoch bei der Display-<br />
Technologie: „Zur Zeit gibt es ab 42 Zoll fast<br />
nur <strong>Plasma</strong>s und darunter fast nur <strong>LCD</strong>s. In<br />
vier bis fünf Jahren wird der <strong>LCD</strong>-Fernseher<br />
den <strong>Plasma</strong> aber auch bei den großen Bilddiagonalen<br />
ablösen.“ Das ist leider nur in<br />
Teilen richtig, denn Hersteller wie z. B. Panasonic,<br />
die über eigene Fertigungskapazitäten<br />
verfügen, wollen auch in Zukunft am <strong>Plasma</strong><br />
festhalten.<br />
Der Projektor ist für den Duisburger Händler<br />
„nur etwas für Heimkino-Freaks“ mit eigenem<br />
Heimkinoraum. Man solle sich besser<br />
„etwas Ordentliches“ kaufen, will heißen:<br />
einen Fernseher mit vielen Extras wie z. B.<br />
einem austauschbaren Tuner. Deshalb gibt<br />
uns der Stangenberg-Mann auch zur Ansicht<br />
einen Metz-Katalog mit.<br />
Unser Urteil fällt durchwachsen aus: 72 von<br />
100 Punkten. Wir wurden freundlich und<br />
ausführlich beraten, doch leider kannte man<br />
weder alle HD-Sender noch die bald auf den<br />
Sound Brothers<br />
Heimkino+Sound<br />
Grobi TV<br />
<strong>HDTV</strong>-<br />
Grundlagen<br />
52 von 55<br />
<strong>HDTV</strong>-<br />
Grundlagen<br />
52 von 55<br />
<strong>HDTV</strong>-<br />
Grundlagen<br />
52 von 55<br />
Empfehlung<br />
<strong>HDTV</strong>-Geräte<br />
23 von 25<br />
Empfehlung<br />
<strong>HDTV</strong>-Geräte<br />
20 von 25<br />
Empfehlung<br />
<strong>HDTV</strong>-Geräte<br />
20 von 25<br />
<strong>HDTV</strong>-Inhalte 10 von 10<br />
<strong>HDTV</strong>-Inhalte 10 von 10<br />
<strong>HDTV</strong>-Inhalte 9 von 10<br />
Gespräch/<br />
Freundlichkeit<br />
10 von 10<br />
Gespräch/<br />
Freundlichkeit<br />
10 von 10<br />
Gespräch/<br />
Freundlichkeit<br />
9 von 10<br />
Gesamt 95 von 100<br />
Gesamt 92 von 100<br />
Gesamt 90 von 100<br />
Sound Brothers<br />
Heimkino+Sound<br />
Grobi TV<br />
AUSGABE 5.2006<br />
AUSGABE 5.2006<br />
AUSGABE 5.2006<br />
Stangenberg<br />
Fehrenbach<br />
Müller und Zippert<br />
<strong>HDTV</strong>-<br />
Grundlagen<br />
40 von 55<br />
<strong>HDTV</strong>-<br />
Grundlagen<br />
35 von 55<br />
<strong>HDTV</strong>-<br />
Grundlagen<br />
25 von 55<br />
Empfehlung<br />
<strong>HDTV</strong>-Geräte<br />
15 von 25<br />
Empfehlung<br />
<strong>HDTV</strong>-Geräte<br />
13 von 25<br />
Empfehlung<br />
<strong>HDTV</strong>-Geräte<br />
12 von 25<br />
<strong>HDTV</strong>-Inhalte 7 von 10<br />
<strong>HDTV</strong>-Inhalte 10 von 10<br />
<strong>HDTV</strong>-Inhalte 3 von 10<br />
Gespräch/<br />
Freundlichkeit<br />
10 von 10<br />
Gespräch/<br />
Freundlichkeit<br />
6 von 10<br />
Gespräch/<br />
Freundlichkeit<br />
2 von 10<br />
Gesamt 72 von 100<br />
Gesamt 64 von 100<br />
Gesamt 42 von 100<br />
Stangenberg<br />
Fehrenbach<br />
Müller und Zippert<br />
AUSGABE 5.2006<br />
AUSGABE 5.2006<br />
AUSGABE 5.2006<br />
086 www.hdplustv.de Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft
Lust- und ahnungslos: Müller und Zippert in Hilden<br />
Markt kommenden Receiver. Auch die einseitige<br />
Haltung pro <strong>LCD</strong> war nicht nachzuvollziehen.<br />
Müller und Zippert<br />
Unser fahrbarer Untersatz führt uns zum<br />
EP-Fachhändler Müller und Zippert in Hilden.<br />
Den älteren Herrn, der dort bedient,<br />
fragen wir nach dem nötigen <strong>HDTV</strong>-Equipment<br />
und bekommen eine richtige Antwort.<br />
Wir blicken auf das „HD ready“-Logo eines<br />
Fernsehers und fragen nach einer Erklärung,<br />
doch unser Gegenüber hat keine rechte Lust,<br />
weil plötzlich ein Stammkunde eintritt: „Das<br />
heißt, dass Sie damit <strong>HDTV</strong> sehen können.“ –<br />
„Mehr nicht?“, fragen wir noch mal nach.<br />
„Mehr nicht“, brummt er. Nun sind wir hellhörig<br />
geworden und bohren noch mal in<br />
Sachen HDMI, 720p und 1 080i nach. Die<br />
HDMI-Schnittstelle kennt der Mann, nur bei<br />
720p und 1 080i hapert es. „So ein <strong>HDTV</strong>-<br />
Fernseher hat 720 × 1 080 Bildpunkte“, wagt<br />
er allen Ernstes zu behaupten.<br />
Wir sind platt und fragen nach HD-Sendern.<br />
„Da gibt es nur Premiere“, meint er und<br />
bleibt auch bei Nachfrage dabei. Richtig extrem<br />
wird es jedoch bei den Beamern. Nun<br />
gut, im Laden steht kein HD-Beamer, aber<br />
unser Gegenüber leugnet dessen Existenz sogar.<br />
Dafür hat der Händler keinen Liebling<br />
bei den Herstellern. „Wichtig ist, wie groß<br />
der Fernseher sein soll“, sagt er. „Ab 42 Zoll<br />
ist <strong>Plasma</strong> besser, darunter <strong>LCD</strong>.“ Die genauen<br />
Vor- und Nachteile hat er keine Lust zu<br />
erläutern und einen Katalog rückt er auch<br />
nicht heraus.<br />
Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes bedient<br />
und vergeben 42 von 100 Punkten. Immerhin,<br />
die Existenz von <strong>HDTV</strong> ist in Hilden<br />
bekannt, doch ansonsten ist von Kompetenz<br />
und Service am Kunden weit und breit keine<br />
Spur.<br />
Fehrenbach<br />
In Düsseldorf-Eller wartet der letzte Proband.<br />
Beim EP-Händler Fehrenbach angekommen,<br />
werden wir auch gleich von einem<br />
Dem Kunden im Nacken: Fehrenbach in Düsseldorf<br />
Berater in Empfang genommen und korrekt<br />
über das nötige <strong>HDTV</strong>-Equipment informiert,<br />
wenngleich die Markteinführung<br />
der HD-Receiver von Philips, Homecast<br />
und Dream nicht erwähnt wird. Einen HD-<br />
Beamer möchte er uns nicht verkaufen. „Da<br />
braucht man schon einen Raum von sechs<br />
mal sechs Metern“, meint er. Das ist falsch,<br />
denn es geht auch kleiner.<br />
Der Fehrenbach-Berater entpuppt sich als<br />
<strong>Plasma</strong>-Fan. „Brillantere Farben“ und „ein<br />
größerer Betrachtungswinkel“ habe der gegenüber<br />
dem <strong>LCD</strong>, und das bei „nur etwas<br />
mehr Verbrauch“. Wir fragen lieber nach der<br />
Bedeutung von „HD ready“, HDMI, 720p<br />
und 1 080i und bekommen eine ausführliche<br />
Antwort, doch bald schon fängt unser<br />
Gegenüber wieder an, Fernseher von Hitachi<br />
und Loewe anzupreisen. „Auch Panasonic ist<br />
okay“, sagt der Berater. „Von Philips würde<br />
ich hingegen abraten.“<br />
Netterweise bekommen wir noch einen Panasonic-Katalog<br />
und eine aus dem Internet<br />
ausgedruckte Liste mit sämtlichen HD-Sendern.<br />
Das ist mal Service, doch leider drängt<br />
uns der Berater zu bestellen. Das bringt ihm<br />
einen dicken Minuspunkt ein. Zudem schlagen<br />
die feindselige Haltung gegenüber <strong>LCD</strong><br />
und Beamer sowie die Unkenntnis in Sachen<br />
neue HD-Receiver negativ zu Buche.<br />
Das macht summa summarum 64 von 100<br />
Punkten.<br />
Ein breites Feld<br />
Beim HD+TV-Beratungstest ist das Feld breit<br />
gestreut. Die Heimkinospezialisten finden<br />
sich erwartungsgemäß auf dem Treppchen<br />
wieder, wobei sich Heimkino+Sound und<br />
Grobi TV den Sound Brothers nur knapp geschlagen<br />
geben müssen. Die EP-Händler folgen<br />
mit weitem Abstand, wobei Stangenberg<br />
noch am besten abschneidet. Fehrenbach<br />
platziert sich kurz dahinter, während Müller<br />
und Zippert klar den letzten Platz belegen.<br />
Fachliche Fehler gepaart mit unfreundlicher<br />
Beratung – das reicht gerade für ein „ausreichend“.
Leuchtendes Vorbild<br />
Es gibt immer wieder Erlebnisse, die einen den Redaktionsalltag vergessen<br />
lassen. Als der JVC-Projektor HD10K bei uns eintraf, stand die Zeit still: Jeder<br />
wollte ihn sehen, alle wollten ihn anfassen und das, obwohl er mit 17 500<br />
Euro weit außerhalb der finanziellen Möglichkeiten liegt.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
088 www.hdplustv.de
Bilder: Auerbach Verlag<br />
Vielleicht kennen Sie noch Roland Emmerichs<br />
Filmerfolg „Independence Day“. Während Außerirdische<br />
die Erde befallen, jubeln die Menschenmassen<br />
den unbekannten Flugobjekten zu. Anstatt<br />
panikartig die Flucht zu ergreifen, bestaunen die Ungläubigen<br />
mit weit aufgerissenen Mündern die Lichtsäulen,<br />
welche kurz darauf ganze Städte verschlingen. Weshalb<br />
wir Ihnen das erzählen? Der JVC HD10K ist eben jenes<br />
Raumschiff, welches seinen Schlund öffnet und ein Inferno<br />
produziert, wie wir es bislang noch nicht gesehen<br />
haben – zum Glück ohne die negativen Spätfolgen für die<br />
Menschheit wie im Film. Aus einer fast gebräuchlichen<br />
UHP-Lampe zaubert JVC Professional eine Bildqualität,<br />
wie man sie sich nur wünschen kann. Bevor wir jedoch<br />
zur Kür in Form des Bildtests übergehen, folgt zu Beginn<br />
die Pflicht, in Form von Auspacken, Anschließen und<br />
Ausmessen.<br />
Raumschiff<br />
Der JVC HD10K ist mit einem halben Meter Breite und<br />
Tiefe ein wahres Ungetüm. Im Vergleich zu seinen eher<br />
gediegenen Vorgängern beweist der Hersteller aber ein<br />
glückliches Händchen für Design, denn selten wurden<br />
solche Ausmaße so geschickt kaschiert. Ein robustes und<br />
wärmeableitendes Aluminiumgehäuse sorgt nicht nur für<br />
eine meisterhafte Haptik, sondern katapultiert das Gewicht<br />
auf das Dreifache eines herkömmlichen Projektors:<br />
17 Kilogramm sollte Ihre Decke verkraften können. Die<br />
komplette Optik sitzt millimetergenau in der Mitte, was<br />
die Planung für die spätere Anbringung deutlich erleichtert.<br />
Die Blicke um den schnörkellosen Aufbau gleiten<br />
schnell ins Leere, denn Anschlüsse oder Tasten suchen Sie<br />
hier anfangs vergebens. Nur auf der Oberseite zieren kleine<br />
LEDs den Metallrücken sowie eine massive Schraube.<br />
Obwohl wir von Natur aus neugierig sind, wollten<br />
wir partout den JVC nicht mit einem Schraubendreher<br />
konfrontieren. Ein Blick in die Bedienungsanleitung offenbart<br />
jedoch den vertikalen Lens-Shift, der sich unter<br />
dieser Schraube befindet. Mit ein wenig Überwindung<br />
entfernten wir den Schutz und tatsächlich: Die Linse des<br />
JVC lässt sich problemlos in ihrer Höhe verstellen. Dabei<br />
kann das Bild um 60 Prozent nach unten sowie zehn<br />
Prozent nach oben justiert werden. Je nachdem, welches<br />
Modell Sie erworben haben, passt sich der Zoom-Bereich<br />
ihren Räumlichkeiten an. Für kleine Räume empfiehlt<br />
sich der HD10KSU. Dessen Linse füllt eine 2,30 Meter<br />
Leinwand aus drei bis vier Meter Entfernung. Für besonders<br />
lange Räume ist hingegen der HD10KU optimiert.<br />
Hier werfen Sie aus vier bis siebeneinhalb Metern ein Bild<br />
formatfüllend zur angegebenen Leinwand.<br />
Ein vollständiges Tastenfeld für alle Einstellungen verbirgt<br />
sich hinter einer Blende. Die handliche und beleuchtete<br />
Fernbedienung lässt jedoch nur wenig Drang verspüren,<br />
den Projektor am Gehäuse steuern zu wollen.<br />
Kontaktadresse<br />
Wie bereits erwähnt bietet der HD10K kaum Anschlüsse.<br />
Bis auf einen DVI-Eingang finden Sie keinerlei Kontaktmöglichkeiten.<br />
Im JVC schlummern auch keine Scaler<br />
oder Vollbildkonverter – die komplette Elektronik wurde<br />
kurzerhand ausgelagert. Deshalb bietet JVC Professional<br />
externe Verteiler und Videoboxen an, die den Projektor<br />
komplettieren. Leider sind diese zusätzlichen Notwendigkeiten<br />
teuer und keinesfalls besser als andere günstigere<br />
Geräte am Markt. Um den Kaufpreis des JVC zumindest<br />
etwas erträglicher zu gestalten, sollten Sie auf einen DVD-<br />
Player ausweichen, der Signale in 1 080p ausgeben kann.<br />
Nur bei diesem Bildformat zeigt der Projektor ohne Scaler<br />
nämlich überhaupt ein Bild. Unsere zwei DVD-Player<br />
dieser Ausgabe, der Marantz DV9600 für 2 000 Euro oder<br />
der Denon DVD-A1XV (mit 1 080p Upgrade) für 3 800<br />
Euro, sind hier lohnenswerte Alternativen.<br />
Vermessen<br />
Im Testlabor riefen die Messwerte Freudenschreie hervor,<br />
denn eine solche Lichtleistung haben wir noch nicht einmal<br />
bei Fernsehern gemessen. Der HD10K ist 60 Prozent<br />
heller als alle bislang getesteten DLP-Projektoren und<br />
fast dreimal brillanter als <strong>LCD</strong>-Einstiegsprojektoren wie<br />
der Sanyo Z4 oder Panasonic PTAE900. Dass bei einem<br />
17 500-Euro-Flaggschiff auch die Schärfe, Ausleuchtung<br />
und die Qualität der Optik stimmt, versteht sich von selbst.<br />
Dennoch haben wir noch das berühmte Haar in der Suppe<br />
gefunden. In Testbildern mit feinen Linien sehen Sie<br />
eine leichte Farbverschiebung (Chromatic Abberation).<br />
Dieses Problems war sich auch JVC bewusst und liefert<br />
die passenden Einstellungen mit, um den Effekt zu mindern.<br />
Leider zeigt dies keinerlei Wirkung, denn obwohl<br />
Sie horizontale und vertikale Linien getrennt bearbeiten<br />
dürfen, sind die Farbverschiebungen an den Bildrändern<br />
immer zu beobachten, ganz gleichgültig, welchen Wert<br />
Sie eingeben. Wir müssen jedoch ausdrücklich betonen,<br />
dass dieses „Problem“ alle uns bekannten Projektoren<br />
aufweisen und dies nur bei wenigen Dezimetern Entfernung<br />
überhaupt erkennbar ist.<br />
Die Kontrastmessung ergab indes weit weniger, als der<br />
Bildeindruck vermittelte. Mit 1 800 : 1 ist der HD10K<br />
kaum kontraststärker als ein <strong>LCD</strong>- oder DLP-Projektor<br />
für ein Zehntel des Preises. Die hohe Leuchtkraft reizt das<br />
Der JVC HD10K ist nicht nur<br />
physisch imposant – seine<br />
Bilder deklassieren selbst<br />
öffentliche Kinos<br />
Nicht edel aber immerhin<br />
praktisch: Die beleuchtete<br />
Fernbedienung übt sich im<br />
britischen Understatement<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 089
Trotz JVC-Emblem ist dieser Videoprozessor von Faroudja. Im Vergleich zu<br />
neuen Technologien, wie der HQV-Videoverarbeitung im Denon, hat die<br />
Videobox jedoch das Nachsehen<br />
Sie als Fazit: Der JVC HD10K ist der beste<br />
Projektor, der bislang unsere Hallen betreten<br />
hat. Dabei sind die Unterschiede zu bisherigen<br />
Beamern nicht mit der Lupe zu suchen,<br />
sondern regelrecht gravierend. Wenn Sie<br />
zusätzliche Investitionen in einen externen<br />
Bildprozessor oder DVD-Player tätigen, gilt<br />
eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Der<br />
HD10K ist leise, extrem sauber konstruiert<br />
und die Folgekosten der Lampe halten sich<br />
in Grenzen.<br />
Abschließend noch ein paar Worte zum Preis.<br />
Mit knapp 20 000 Euro für Projektor und externen<br />
Bildprozessor sind mit Sicherheit viele<br />
Schmerzgrenzen bei weitem überschritten.<br />
Obwohl der HD10K auch außerhalb unserer<br />
Reichweite liegt, so versprüht er eine derartige<br />
Faszination, wie man sie nur an einem<br />
sonnigen Frühlingstag nach einem trüben<br />
Winter verspürt. Dass man diese Leidenschaft<br />
überhaupt käuflich erwerben kann,<br />
verdient dabei ein großes Lob.<br />
Auge jedoch so stark, dass selbst in Nachtsequenzen<br />
der durchschnittliche Schwarzwert<br />
kaum auffällt.<br />
Ganz nach dem Firmennamen Professional,<br />
ist der HD10K bereits sehr gut voreingestellt,<br />
hier gilt die Devise: Auspacken, Anschließen,<br />
Spaß haben.<br />
3D Kino<br />
Ist das <strong>HDTV</strong>? Diese Frage war die wohl<br />
meistgestellte während unser Vorführung<br />
im eigenen Kino. Obwohl wir nur eine herkömmliche<br />
DVD eingeworfen hatten, besaßen<br />
die Bilder solch unglaubliche Ausstrahlungskraft,<br />
dass man sofort an Blu-ray oder<br />
HD-DVD dachte. Man kann dieses Erlebnis<br />
weder in Worte fassen noch in Bildern festhalten,<br />
aber selbst in Anbetracht des Preises<br />
übertrifft diese Vorstellung jede gehegte<br />
Erwartung mühelos. Endlich schafft es ein<br />
Heimkinoprojektor die Helligkeit von Tageslicht<br />
glaubhaft zu simulieren. Sie können<br />
Stunden damit verbringen, Ihre geliebte<br />
Filmsammlung neu zu erkunden, ohne dass<br />
sich ein Ermüdungseffekt einstellen wird.<br />
Mit seinen zwei Millionen Bildpunkten, sowie<br />
der eigenen Bildtechnologie DILA ist der<br />
HD10K frei von Fliegengittern, Farbflecken<br />
oder Farbblitzern. Vergleicht man das Bild<br />
mit einem herkömmlichen <strong>LCD</strong>-Projektor,<br />
so kommt man nur zu einem Schluss: Ein<br />
Unterschied wie Tag und Nacht. Es ist, als<br />
würde die Leinwand vom undurchdringlichen<br />
Schmutz befreit in klarer Sicht erstrahlen.<br />
Kleinere Bildmängel leistete sich fast<br />
ausschließlich der mitgelieferte Bildprozessor.<br />
Sowohl in Filmen als auch bei Videomaterial<br />
kam er des Öfteren aus dem Takt und<br />
zeigte hässlich flimmernde Bildkanten. Mit<br />
unserem Referenzplayer Denon DVD A1XV<br />
konnte dieser Fauxpas aber in Nullkommanichts<br />
ausgemerzt werden.<br />
Weshalb nur 86 Punkte? In unsere Bewertung<br />
fließt natürlich auch die Alltagstauglichkeit<br />
ein und hier besitzt der JVC noch große Reserven.<br />
Er besitzt keinerlei eigene Anschlüsse,<br />
geschweige denn eine interne Elektronik.<br />
Die zusätzlichen Videoboxen sind gut aber<br />
nicht überragend, das Gewicht erschwert<br />
die Deckenmontage, der Stromverbrauch ist<br />
aufgrund der Leuchtkraft nicht zu verachten<br />
und die Lampenlaufzeit ist auf 2 000 Stunden<br />
begrenzt.<br />
So fehlen die Punkte am Ende nicht etwa,<br />
weil der JVC-Projektor sich Schwächen leistet,<br />
sondern weil elementare Dinge schlicht<br />
und ergreifend gänzlich fehlen. Unsere Bildwertung<br />
beinhaltet beispielsweise den Scaler<br />
und Vollbildkonverter. Beide sind entweder<br />
nicht verbaut oder können in den mitgelieferten<br />
externen Boxen nicht mit der Qualität<br />
des Projektors Schritt halten. Somit bleibt für<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
JVC Professional<br />
Modell<br />
HD10K<br />
Preis in Euro 17500,–<br />
Info<br />
www.jvcpro.de<br />
Typ<br />
D-ILA<br />
Maße (B/H/T) in cm 513 × 194 × 559<br />
Gewicht 17<br />
Farben<br />
Anthrazit<br />
Betrieb/Stand-by 285 W/7 W<br />
Kontrast 1800 : 1<br />
Auflösung 1920 × 1080<br />
<strong>HDTV</strong>-fähig ja<br />
JVC HD10K<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 16 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
16 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
54 von 60<br />
JVC HD10K<br />
AUSGABE 5.2006<br />
Gesamt 86 von 100<br />
090 www.hdplustv.de<br />
Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft
<strong>HDTV</strong>-Fachhändler<br />
Ihr Fachhändler erklärt Ihnen alle Vorzüge von <strong>HDTV</strong> und berät Sie gern beim Kauf.<br />
PLZ 0<br />
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Amalienbadstr. 36, PLZ 71032<br />
Telefon: (0 70 31) 23 49 99<br />
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Datum/Ihre Unterschrift<br />
Ort, Datum<br />
Unterschrift<br />
* Der Eintrag verlängert sich automatisch, wenn nicht per Post oder Fax ber der Auerbach Verlag und Infodienste GmbH gekündigt wurde.
Klassentreffen<br />
In dieser Ausgabe im Test:<br />
der HD10K von JVC<br />
In unserer Übersicht finden Sie eine Auswahl<br />
bislang getesteter Produkte mit einer Wortbewertung,<br />
welche die Vor- und Nachteile<br />
auf den Punkt bringt. Alle Komponenten sind<br />
in alphabetischer Reihenfolge geordnet. Die<br />
Nachfolgeprodukte ersetzen bei gleicher oder<br />
besserer Bewertung den Vorgänger.<br />
Modell Ansicht Testurteil Bewertung Preis Info Ausgabe<br />
Lautsprecher<br />
Dali<br />
Ikon<br />
Ein spielfreudiges Set, dass müden<br />
Anlagen und muffigen Räumen<br />
Leben einhaucht<br />
Gut<br />
82<br />
3 500,– www.dali.dk 05/06<br />
Teufel<br />
Theater 8<br />
Großer Klang für das heimische<br />
Kino. Die THX-Ultra2-Zertifizierung<br />
garantiert mörderische Pegel.<br />
Sehr gut<br />
87<br />
3 490,– www.teufel.de 03/06<br />
Audio-Receiver/Verstärker<br />
Denon<br />
AVR-4306<br />
HDMI- und iPod-Anschlüsse sowie<br />
eine perfekte Videoverarbeitung.<br />
Den guten Klang gibt‘s praktisch<br />
gratis.<br />
Ausgezeichnet<br />
90<br />
1 999,– www.denon.de 04/06<br />
Marantz<br />
SR9600<br />
Seine mächtigen Endstufen und das<br />
puristische Äußere täuscht: Der Marantz<br />
ist ein filigraner Musikexperte,<br />
der in Stereo wie in Multikanal<br />
glänzt.<br />
Ausgezeichnet<br />
90<br />
3 499,– www.marantz.de 05/06<br />
Yamaha<br />
RX-V2600<br />
DVD-Player<br />
Mehr Ausstattung zum kleineren<br />
Preis gibt es nicht. Klanglich spielt<br />
der Yamaha Dank seiner Nachbearbeitungsprogramme<br />
ganz vorn mit.<br />
Sehr gut<br />
87<br />
1 299,– www.yamaha-hifi.de 05/06<br />
Denon<br />
DVD-A1XV<br />
Ehre, wem Ehre gebührt: Denon<br />
baut den besten DVD-Player aller<br />
Zeiten. So lässt sich die Wartezeit auf<br />
HD-DVD und Blu-ray verschmerzen.<br />
Ausgezeichnet<br />
94<br />
3 499,– www.denon.de 05/06<br />
Marantz<br />
DV-9600<br />
Marantz macht fast alles richtig:<br />
Besonders der Klang überzeugt auf<br />
ganzer Linie. Wäre doch nur der<br />
Vollbildkonverter stabiler ...<br />
Sehr gut<br />
88<br />
1 999,– www.marantz.de 05/06<br />
Sony<br />
DVP-NS9100ES<br />
Klanglich tadelloser, fantastisch verarbeiteter<br />
Player. Gutes, aber nicht<br />
herausragendes Bild.<br />
Gut<br />
84<br />
1 600,– www.sony.de 03/06<br />
TV-Geräte<br />
JVC<br />
HD-56ZR7<br />
Der Rückpro auf HD-ILA-Basis zeigt<br />
riesige Bilder ohne Fliegengitter.<br />
Ausleuchtung mit Schwächen.<br />
Gut<br />
75<br />
3 499,– www.jvc.de 03/06<br />
JVC<br />
LT-40S70BU<br />
Für einen <strong>LCD</strong> dieser Größe ist die<br />
Bildqualität gut. Über HDMI lebt der<br />
JVC sichtlich auf<br />
Gut<br />
74<br />
2 700,– www.jvc.de 05/06<br />
092 www.hdplustv.de
Loewe<br />
Individual 32<br />
Erstklassige Verarbeitung und tolles<br />
Design. Bildqualität könnte besser<br />
sein.<br />
Gut<br />
74<br />
2 899,– www.loewe.de 03/06<br />
NEC<br />
PX-42XR4<br />
<strong>Plasma</strong>-Fernseher mit ausgezeichneten<br />
Einstelloptionen und erstklassiger<br />
Signalverarbeitung. Für die<br />
Überall-Montage bestens geeignet.<br />
Gut<br />
80<br />
2 800,– www.nec.de 04/06<br />
Panasonic<br />
TH-42PV60E<br />
Exzellentes <strong>Plasma</strong>-Display mit einem<br />
hervorragenden Kontrastwert<br />
und zwei HDMI-Schnittstellen.<br />
Gut<br />
77<br />
2 199,– www.panasonic.de 04/06<br />
Pioneer<br />
PDP-436RXE<br />
Willkommen zurück: Pioneer<br />
erkämpft sich den Thron der Flachbildfernseher<br />
ein zweites Mal<br />
Gut<br />
84<br />
3 099,– www.pioneer.de 05/06<br />
Sony<br />
KDL-V32A11E<br />
Farblich gut abgestimmter <strong>LCD</strong> der<br />
bei HDMI zur Hochform aufläuft.<br />
Mäßiger Vollbildkonverter.<br />
Gut<br />
77<br />
1 999,– www.sony.de 03/06<br />
Toshiba<br />
32WL58P<br />
Nicht mehr der Neueste, aber immer<br />
noch taufrisch. <strong>LCD</strong> mit gutem<br />
Kontrast und präziser Signalverarbeitung.<br />
Gut<br />
79<br />
1 999,– www.toshiba.de 04/06<br />
Projektoren<br />
JVC<br />
DLA-HD10K<br />
Optoma<br />
HD72i<br />
Sony<br />
HS60<br />
<strong>HDTV</strong>-Receiver<br />
Humax<br />
PR-HD1000C<br />
Pace<br />
DS 810KP<br />
<strong>HDTV</strong>-Spielkonsole<br />
Die Sonne unter den Projektoren:<br />
Gleißend hell, bezaubernd, atemberaubend.<br />
Der Preis ist hoch, die<br />
empfundene Freude noch größer.<br />
Externer Scaler und Videoprozessor<br />
oder DVD-Player mit 1080p-Bildaus-<br />
gang sind Pflicht.<br />
DLP-Projektor mit guter Lichtleistung.<br />
Brillant Color für leuchtende<br />
Farben. Störrisch in der Aufstellung.<br />
<strong>LCD</strong>-Projektor mit gigantischem<br />
Schwarzwert. Unter der geringen<br />
Helligkeit leidet jedoch die Bildwirkung.<br />
Erster Kabelreceiver für den <strong>HDTV</strong>-<br />
Empfang, gute Bild und Tonausgabe,<br />
einfache Bedienung<br />
Premiere-<strong>HDTV</strong>-Receiver mit guten<br />
Bild- und Tonwerten. Teils schlimme<br />
Bedienmängel.<br />
Sehr gut<br />
86<br />
Gut<br />
71<br />
Gut<br />
73<br />
Gut<br />
82<br />
Gut<br />
72<br />
17500,– www.jvcpro.de 05/06<br />
2199,– www.optoma.de 04/06<br />
2499,– www.sony.de 04/06<br />
399,– www.humax-digital.de 05/06<br />
499,– www.pacemicro.com 03/06<br />
Microsoft<br />
Xbox 360<br />
Leistungsmonster für fantastische<br />
3D-Grafik. Lautes DVD-Laufwerk mit<br />
durchschnittlicher Wiedergabe.<br />
Gut<br />
84<br />
399,– www.xbox.com 03/06<br />
Schnittsoftware<br />
Pinnacle<br />
Studio Plus<br />
Für DV-Aufnahmen reicht das Studio<br />
Plus für Anfänger völlig aus. Bei<br />
HDV ist die Software überfordert.<br />
Zusätzliche Effektpaletten kosten<br />
Aufpreis.<br />
Befriedigend 99,– www.pinnaclesys.de 05/06<br />
Bewertungsschlüssel: 100–95: Referenzklasse, 94–90: ausgezeichnet, 89–85: sehr gut, 84–70: gut, 69–55: befriedigend, 54–40: ausreichend, 39–0: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 093
Marktübersicht 83 ×<br />
Hersteller Modell Preis in Euro <strong>HDTV</strong>-Anschluss Auflösung Bilddiagonale Farben Maße B/H/T in cm Gewicht in kg<br />
Flachbildschirme <strong>LCD</strong><br />
Fujitsu Siemens Jetson J32-1 1 200,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 92 × 55 × 26 20<br />
Fujitsu Siemens Myrica V32-1 1 159,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 580 × 792 × 240 19,3<br />
Fujitsu Siemens Myrica V40-1 1 900,– DVI 1 366 × 768 40 Zoll Grau 581 × 969 × 240 28<br />
Grundig LXW82-9620Dolby 1 800,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 82 × 62 × 25 25<br />
Grundig Elegance 40 3 450,– DVI 1 366 × 768 40 Zoll Schwarz 105 × 71 × 11 35<br />
Grundig Xentia42 3 500,– HDMI 1 366 × 768 42 Zoll Silber 124 × 73 × 11 39<br />
Hitachi 32LD6600 1 690,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 92 × 52 × 11 20<br />
Hitachi 32LD7200 2 250,– HDMI, DVI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 101 × 62 × 32 25<br />
Hitachi 37LD6600 2 349,– HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Schwarz 93 × 65 × 10 25<br />
Humax LDE-32TPVR 3 000,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 84 × 60 × 22 31<br />
Humax LDE HD32S 1 800,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 812 × 633 × 246 k. A.<br />
Humax LDE-40 TPVR 2 900,– DVI 1 366 × 768 40 Zoll Schwarz 1 235 × 699 × 252 34<br />
Hyundai Q320 1 479,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 77 × 47 × 10 15<br />
JVC LT-32R70BU 1 499,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 800 × 591 × 244 17,9<br />
JVC LT-37R70BU 2 199,– HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Schwarz 919 × 649,4 × 311 23,2<br />
JVC LT-40S70 2 999,– 2 × HDMI 1 366 × 768 40 Zoll Schwarz 1 000 × 720.5 × 293 29,3<br />
LG 37LP1DA 3 299.– HDMI, DVI 1 366 × 768 37 Zoll Grau 116 × 72 × 25 33<br />
Loewe Individual 32 2900,– HDMI 1366 × 768 32 Zoll<br />
Schwarz, Cream,<br />
Titan, Bronze<br />
82 × 57 × 10 27<br />
Marantz LC3201 2460,– DVI 1366 × 768 32 Zoll Schwarz 77 × 46 × 9 15<br />
Metz Talio 32 S 3 000,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Silber 80 × 65 × 11 20<br />
Metz Milos 37 S 3 700,– HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Silber 109 × 60 × 12 21<br />
Panasonic TX-32LX500F 1 999,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 857 × 624 × 300 k. A.<br />
Panasonic TX-32LX60F 1 599,– 2 × HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 79 × 66 × 30 19<br />
Philips 32PF9830/10 2 999,– HDMI, DVI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 100 × 61 × 10 20<br />
Philips 37PF9830/10 3 999,– HDMI, DVI 1 920 × 1 080 37 Zoll Silber 113 × 68 × 10 28<br />
Philips 42PF9830/10 5 999,– HDMI, DVI 1 920 × 1 080 42 Zoll Silber 124 × 76 × 10 36<br />
Sagem HD L32-T 1 799,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 104 × 56 × 14 24,5<br />
Samsung LE-32M61B 2 399,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 80 × 56 × 11 19<br />
Samsung LE-40M61B 3 599,– HDMI 1 366 × 768 40 Zoll Schwarz 100 × 68 × 12 28<br />
Samsung LE-46M51B 5 999,– HDMI 1 366 × 768 46 Zoll Schwarz 113 × 75 × 14 37<br />
Sharp LC-32GA8E 1 199,– 2 × HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 804 × 636 × 272 19<br />
Sharp LC-37GA8E 1 599,– 2 × HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Schwarz 926 × 705 × 305 23<br />
Sharp LC-32GD7E 2 399,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Titan k. A. k. A.<br />
Sharp LC-37GD7E 2 999,– HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Titan k. A. k. A.<br />
Sharp LC-45GD1E 7 999,– DVI 1 920 × 1 080 45 Zoll Titan 108 × 80 × 31 31<br />
Sony KDL 32V2000 1 900,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 792 × 593 × 219 k. A.<br />
Sony KDL 40S2000 2 650,– HDMI 1 366 × 768 40 Zoll Anthrazit 988 × 716 × 334 k. A.<br />
Sony KDL 46V2000 4 499,– HDMI 1 366 × 768 46 Zoll Schwarz 1 120 × 805 × 334 k. A.<br />
Technisat HD-Vision 32 1 799,– 2 × HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 101 × 58 × 20 19<br />
Thomson 32LB130S5 1 599,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Weiß 96 × 56 × 18 23<br />
Thomson 32LB220B4 2 000,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 95 × 62 × 26 23<br />
Thomson 37LB330B5 2 800,– HDMI 1 920 × 1 080 37 Zoll Schwarz 109 × 71 × 25 33<br />
Thomson 46LB330B5 4 500,– HDMI 1 920 × 1 080 46 Zoll Schwarz k. A. k. A.<br />
Toshiba 32WL66P 1 600,– 2 × HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 80 × 56 × 12 15,9<br />
Toshiba 37WL66P 2 000,– 2 × HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Schwarz 92 × 64 × 12 21<br />
Toshiba 42 WLG 66 P 2 600,– 2 × HDMI 1 920 × 1 080 42 Zoll Schwarz 105 × 73 × 13 27,5<br />
Viewsonic N3260w 1 399,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 82 × 65 × 23 21,5<br />
Viewsonic N3760w 1 599,– HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Grau 96 × 73 × 28 31<br />
094 www.hdplustv.de
Hersteller Modell Preis in Euro <strong>HDTV</strong>-Anschluss Auflösung Bilddiagonale Farben Maße B/H/T in cm Gewicht in kg<br />
Flachbildschirme <strong>Plasma</strong><br />
Conrac Profile 42 HD 2590,– DVI 1024 × 768 42 Zoll Schwarz 104 × 64 × 11 30<br />
Cytronix CX-P42H 2800,– DVI 1024 × 768 42 Zoll Silber 104 × 64 × 9 38<br />
Cytronix CX-P50H 4000,– DVI 1366 × 768 50 Zoll Silber 122 × 73 × 9 65<br />
Fujitsu Siemens Myrica P42-2 2200,– DVI 1024 × 768 42 Zoll Grau 104 × 64 × 11 45<br />
Fujitsu Siemens Myrica P50-2 3000,– DVI 1366 × 768 50 Zoll Grau 121 × 72 × 9 54<br />
Fujitsu/<strong>Plasma</strong>vision P63XHA40US 18000,– HDMI 1366 × 768 63 Zoll Silber 150 × 99 × 12 72<br />
Fujitsu/<strong>Plasma</strong>vision P55XHA40US 9000,– HDMI 1366 × 768 55 Zoll Silber 138 × 80 × 13 55<br />
Grundig PlanaVision 42 2899,– DVI 1024 × 768 42 Zoll Schwarz 103 × 74 × 10 32<br />
Grundig PlanaVision 50 4260,– DVI 1366 × 768 50 Zoll Schwarz 123 × 83 × 10 53<br />
Hitachi 42PD6600 2699,– HDMI 1024 × 1024 42 Zoll Schwarz 105 × 79 × 30 41<br />
Hitachi 42PD9700 3299,– HDMI 1024 × 1080 42 Zoll Schwarz 113 × 65 × 10 37<br />
Hyundai<br />
Imagequest<br />
Hyundai<br />
Imagequest<br />
Hyundai<br />
Imagequest<br />
HQP 421 HR 2 400,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Grau 103 × 63 × 8 30<br />
HQP 501 HR 3 990,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll Grau 111 × 62 × 8 43<br />
Vvuon Q421H 2 400,– DVI 1 024 × 1 080 42 Zoll Schwarz 93 × 53 × k. A. k. A.<br />
LG 42PX5R 2999,– HDMI 1024 × 768 42 Zoll Schwarz 125 × 65 × 10 34<br />
LG 50PY2R 5999,– HDMI 1366 × 768 50 Zoll Schwarz 142 × 84 × 11 52<br />
LG RZ-60 PY10 12330,– DVI 1366 × 768 60 Zoll Schwarz 171 × 86 × 10 66<br />
Loewe Modus L 42 2999,– HDMI 1024 × 768 42 Zoll Platin 107 × 74 × 14 38<br />
Loewe Xelos A42 4700,– HDMI 1024 × 1024 42 Zoll Platin 107 × 74 × 11 40<br />
Marantz PD4201 3990,– DVI 1024 × 768 42 Zoll Schwarz 103 × 63 × 8 26<br />
NEC 42XR4 3000,– HDMI 1024 × 768 42 Zoll Schwarz 103 × 61 × 10 27<br />
NEC 50XR5 4500,– HDMI 1366 × 768 50 Zoll Schwarz 123 × 74 × 10 45<br />
NEC 50XM5 4400,– DVI 1365 × 768 50 Zoll Schwarz 123 × 74 × 10 45<br />
NEC 61XM4 10600,– DVI 1365 × 768 61 Zoll Schwarz 147 × 88 × 12 61<br />
Panasonic TH-42PV60E 2199,– 2 × HDMI 1024 × 768 42 Zoll Schwarz 102 × 71 × 10 30<br />
Panasonic TH-37PV60E 1999,– 2 × HDMI 1024 × 768 37 Zoll Schwarz 92 × 65 × 10 26<br />
Panasonic TH-65PV500E 9899,– HDMI 1366 × 768 65 Zoll Schwarz 1554 × 985 × 145 84<br />
Phocus PDP50MHS 3500,– DVI 1366 × 768 50 Zoll Schwarz 125 × 77 × 9 54<br />
Pioneer PDP-436XDE 3799,– 2 × HDMI 1024 × 768 42 Zoll Schwarz 108 × 63 × 9 26<br />
Pioneer PDP-506XDE 5299,– 2 × HDMI 1366 × 768 50 Zoll Schwarz 122 × 72 × 9 32<br />
Samsung PS-42D51S 2499,– HDMI 1366 × 768 42 Zoll Schwarz, Silber 106 × 79 × 9 45<br />
Samsung PS-42S5H 3299,– HDMI 1024 × 768 42 Zoll Schwarz 106 × 79 × 9 45<br />
Samsung PS-50P5H 5999,– HDMI 1366 × 768 50 Zoll Schwarz, Silber 123 × 83 × 9 52<br />
Thomson 42PB130S5 2299,– HDMI 1024 × 768 42 Zoll Silber k. A. k. A.<br />
Yamaha PDM-4220 3500,– HDMI 1024 × 1024 42 Zoll Schwarz 103 × 64 × 10 36<br />
Inserenten<br />
Denon 8/9<br />
DIGITAL FERNSEHEN 97<br />
DIGITAL TESTED<br />
U3<br />
<strong>HDTV</strong>profi 15<br />
http://shop.auerbach-verlag.de 35<br />
InFocus 17<br />
JVC Consumer Deutschl.<br />
U4<br />
Kathrein 3<br />
Kinowelt 41<br />
Li Ko Design 5<br />
Mitsubishi<br />
U2<br />
Monitor Audio 7<br />
www.digitalfernsehen.de 87<br />
www.digital-tested.de 49<br />
www.hdplustv.de 73<br />
Kaufberatung | HD+TV | 5.2006 095
HD-Kanäle via Satellit<br />
In unserer Sat-Frequenzübersicht finden Sie ab sofort alle wichtigen Daten zu den in <strong>HDTV</strong><br />
ausgestrahlten Programmen. Die Kanäle sind nach Satellit und Frequenz geordnet. Neuaufschaltungen<br />
werden zur besseren Übersicht markiert.<br />
Sender Sprache Norm Codierung Frequenz Polarisation SR FEC<br />
Astra 19,2 Grad Ost<br />
Premiere HD Film deu MPEG-4/DVB-S2 Nagravision 11914 horizontal 27500 9/10<br />
Premiere HD Thema deu MPEG-4/DVB-S2 Nagravision 11914 horizontal 27500 9/10<br />
Premiere HD Sport deu MPEG-4/DVB-S2 Nagravision 11914 horizontal 27500 9/10<br />
Astra HD/Arte HD* eng/fra MPEG-2/DVB-S – 12168 vertikal 27500 5/6<br />
Eventment fra MPEG-4/DVB-S Mediaguard 12363 vertikal 27500 3/4<br />
National Geographic HD fra MPEG-4/DVB-S Mediaguard 12363 vertikal 27500 3/4<br />
Canal + HD fra MPEG-2/DVB-S – 12581 vertikal 22000 5/6<br />
Anixe HD deu MPEG-4/DVB-S2 – 12722 horizontal 22000 2/3<br />
Astra HD/Arte HD* eng MPEG-4/DVB-S2 – 12722 horizontal 22000 2/3<br />
ProSieben HD deu MPEG-4/DVB-S2 – 12722 horizontal 22000 2/3<br />
Sat.1 HD deu MPEG-4/DVB-S2 – 12722 horizontal 22000 2/3<br />
Hot Bird 13 Grad Ost<br />
TPS HD/Arte HD* fra MPEG-4/DVB-S2 Viaccess/frei 10834 vertikal 27500 3/4<br />
TPS Star HD fra MPEG-4/DVB-S2 Viaccess 10834 vertikal 27500 3/4<br />
Luxe TV fra MPEG-2/DVB-S – 11242 vertikal 27500 3/4<br />
Sky HD ita MPEG-4/DVB-S2 – 11996 vertikal 27500 3/4<br />
TVN HD pol MPEG 4 / DVB-S2 Conax 11258 horizontal 27500 2/3<br />
Polsat Sport HD pol MPEG 4 / DVB-S Nagravision 12188 vertikal 27500 3/4<br />
Sky Sport HD ita MPEG 4 / DVB-S2 Videoguard 11996 vertikal 27500 3/4<br />
Next HD ita MPEG 4 / DVB-S2 Videoguard 11996 vertikal 27500 3/4<br />
Sky Cinema HD ita MPEG 4 / DVB-S2 Videoguard 11996 vertikal 27500 3/4<br />
National Geographic HD ita MPEG 4 / DVB-S2 Videoguard 11996 vertikal 27500 3/4<br />
Astra 3A 23,5 Grad Ost<br />
HD 1 eng MPEG-2/DVB-S Irdeto 10758 vertikal 22000 7/8<br />
HD 2 eng MPEG-2/DVB-S Irdeto 10758 vertikal 22000 7/8<br />
HD 5 eng MPEG-2/DVB-S – 10758 vertikal 22000 7/8<br />
Astra 2 28,2 Grad Ost<br />
BBC Promo eng MPEG-4/DVB-S – 10847 vertikal 22000 5/6<br />
National Geographic HD eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 11798 horizontal 28250 3/4<br />
Sky Movies 9 eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 11798 horizontal 28250 3/4<br />
Sky Sports HD eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 11798 horizontal 28250 3/4<br />
Artsworld eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 11324 vertikal 28250 3/4<br />
Discovery HD UK eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 11324 vertikal 28250 3/4<br />
Sky Box Office HD 2 eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 11324 vertikal 28250 3/4<br />
Sky Retail HD eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 11324 vertikal 28250 3/4<br />
Sky Box Office HD 1 eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 12344 horizontal 28250 3/4<br />
Sky Movies 10 eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 12344 horizontal 28250 3/4<br />
Sky One UK HD eng MPEG-4/DVB-S2 Videoguard 12344 horizontal 28250 3/4<br />
Eutelsat W4 36 Grad Ost<br />
HD 1 eng MPEG-4/DVB-S2 Viaccess 12111 horizontal 26500 3/4<br />
HD 2 eng MPEG-4/DVB-S2 Viaccess 12111 horizontal 26500 3/4<br />
HD 5 eng MPEG-4/DVB-S2 Viaccess 12111 horizontal 26500 3/4<br />
Eutelsat W3 7 Grad Ost<br />
HD 1 NL eng MPEG-4/DVB-S2 – 10880 vertikal 17360 3/4<br />
Sirius 5 Grad Ost<br />
HD 1 eng MPEG-2/DVB-S Irdeto 12245 vertikal 27500 7/8<br />
HD 2 eng MPEG-2/DVB-S Irdeto 12245 vertikal 27500 7/8<br />
HD 5 eng MPEG-2/DVB-S – 12245 vertikal 27500 7/8<br />
Thor 0,8 Grad West<br />
CMore HD eng MPEG-2/DVB-S Conax 11389 horizontal 24500 7/8<br />
SVT HD promo swe MPEG 4 / DVB-S2 Viaccess 12380 vertikal 25000 2/3<br />
Atlantic Bird 3 5 Grad Ost<br />
TPS HD Promo fra MPEG-2/ DVB-S – 11469 horizontal 20618 1/2<br />
* nur sporadisch aufgeschalten<br />
096 www.hdplustv.de<br />
Frequenzen in MHz, SR = Symbolrate, FEC = Forward Error Correction (Fehlerkorrektur),<br />
Neuaufschaltungen
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Impressum<br />
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Herausgeber<br />
Stefan Goedecke, Torsten Herres,<br />
Stefan Hofmeir, Florian Pötzsch<br />
Chefredaktion (ViSdP)<br />
Marc Hankmann<br />
Chef vom Dienst<br />
Christian Trozinski<br />
Produktionsleitung<br />
Uwe Gajowski<br />
Grafikdesign<br />
Romy Ebert, Tobias Ehleben, Kati Landherr,<br />
Kirsten Weber, Linda Wenzel<br />
Redaktion:<br />
Frank Bitterhof, Thomas Butzmann, Rainer Bücken,<br />
Patricia Hinrichs, Hubert Gertis, Martin Günther, Mario<br />
Hess, Frank Meinzenbach, Thomas Meyer, Anke Niklas,<br />
Eva Nowitzki, Ricardo Petzold, Susanne Sprotte, Falko<br />
Theuner, Jeannine Völkel<br />
Anschrift<br />
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Redaktion HD+TV<br />
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Der steinige Weg des neuen<br />
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Die nächste Ausgabe erscheint<br />
am 13. Oktober 2006<br />
Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten<br />
Bilder: Brinkhoff/Mögenburg, Dynaudio<br />
Abonnenten<br />
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ISSN: 1861-1737<br />
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