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rhw management Wolltextilien: Materialkunde und Wäschepflege (Vorschau)

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hw

rationelle hauswirtschaft

management

B 3437 E

12

Dezember 2013

50. Jahrgang

www.rhw-management.de

Das Fachmagazin für Führungskräfte in der Hauswirtschaft

c

Wolltextilien

Materialkunde

und Wäschepflege

Informationspflicht

Allergene in

der Großküche

Reportage

Heimhygiene

auf Chinesisch


[Das aktuelle Buch]

Irina Pericin Häflige

Reinigungsmanagement

Handbuch zur Gestaltung von Reinigungsdienstleistungen

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Reinigungsmanagement

Wie wird Sauberkeit wahrgenommen? Was braucht es, damit wir uns in einem Gebäude wohlfühlen und produktiv

sein können? Wie kann die so kosten- und personalintensive Gebäudereinigung optimal und nachhaltig organisiert

werden?

Auf diese Fragen gibt Irina Pericin Häfliger mittels Management-Methoden Antworten. Sie verbindet in diesem Buch

betriebswirtschaftliches Managementwissen mit praktischem Fach- und Erfahrungswissen der Gebäudereinigung. Sie

regt dadurch zur eigenständigen Organisation und innovativen Weiterentwicklung der Dienstleistung Reinigung an.

1307025 Foto: © imagebos - Fotolia

Irina Pericin Häfliger

Reinigungsmanagement

Verlag Neuer Merkur • ISBN 978-3-937346-90-8

1. Auflage 2013 • 49,90 Euro

zirka 470 Seiten • gebunden

Jetzt bestellen:

Telefon (0 79 53) 718 90 08 • E-Mail buchbestellung@fachbuchdirekt.de

Dieses Buch versandkostenfrei bestellen: www.fachbuchdirekt.de


Editorial

Rückbesinnung

auf Handarbeit

Wer in der Arbeit den größten Teil

seines Tages am Computer sitzt,

ist oft froh, wenn er/sie zu Hause

etwas zum Ausgleich tun kann. Etwas

selbst basteln, Stricken, Kochen und Backen

stehen wieder hoch im Kurs. Das lässt

sich auch mit Zahlen belegen: Die Initiative

Handarbeit (ja, die gibt es) hat ermittelt,

dass der Umsatz mit Materialen für die

Handarbeit inzwischen die Milliardengrenze

in Deutschland übersprungen hat.

2012 wurden für Handarbeitsartikel in

Deutschland 1,198 Milliarden Euro ausgegeben,

Tendenz steigend.

Prädikat Selbstgemacht

Bekannte von mir freuen sich schon

seit Wochen (!) darauf, endlich wieder in

einer großen Gruppe – mit Klebepistole

und dem Besten der Gartenflora ausgestattet

– an einem riesigen runden Tisch

gemeinsam Adventskränze zu basteln.

Leicht euphorisiert spähen sie seitdem in

Baumärkten, nordischen Einrichtungsläden

(Bolia!) oder im Garten der Mutter nach

den richtigen Zutaten für diese kleinen

Kunstwerke. Wenn dieselben Personen

nicht gerade gemeinsam kochen, Plätzchen

backen oder Nektarinenmarmelade einkochen...

Das ultimative Mitbringsel im Freundeskreis

ist übrigens gerade Honig vom

Opa, der Imker ist und den Honig selbst gewonnen

hat.

Ungebremste Lust auf Wolle

Inzwischen frage ich mich schon fast,

wer heutzutage nicht mit größter Hingabe

strickt. Deshalb haben wir uns auch ausnahmsweise

mal für ein Alltags-Bild auf

dem Cover unseres Fachmagazins entschieden.

Ich muss zugeben, dass es mich

sehr fasziniert hat, welche Vielzahl an Materialien

für Wolltextilien verwendet werden

kann. Und die Hauswirtschaft ist dann

für die Pflege dieser Schätze zuständig.

„Cashgora“ beispielsweise war mir bisher

ehrlich gestanden noch kein Begriff;

eine Kreuzung aus Kaschmirbock und Angoraziege;

wobei man den Begriff Angora

eigentlich nur für die Wolle von Kaninchen

verwendet. Doch lesen Sie selbst nach ab

Seite 21 bis 24, wo wir Ihnen dieses Wissen

und den Umgang mit Wolle zusammengestellt

haben.

Wenn es noch eines Beweises bedurft

hätte, wie populär die Handarbeit inzwischen

wieder ist – und damit ja direkt eine

Stärke der Hauswirtschaft – dann lässt sich

hierzu der fulminante Start des neuen Magazins

„Einfach Hausgemacht“ anführen.

Das Magazin erscheint mit einer Startauflage

von 300.000 Exemplaren und wird betreut

von der frühren Redaktionsleiterin der

„Landlust“. Auch eine Hauswirtschaftliche

Betriebsleiterin sitzt neben Ökotrophologen

in der Redaktion. Ob unsere Branche

diese neue Lust auf Hauswirtschaft, Regionalität

und deren Traditionen zu nutzen

versteht?

Darüber möchten wir gerne mit Ihnen

sprechen, wenn wir uns zum 16. rhw-Symposium

am 22. Mai 2014 in München treffen

– am Abend zuvor, am 21. Mai 2014, feiern

wir ein halbes Jahrhundert rhw management.

Sind das nicht schöne Aussichten

für 2014?

Herzlich

Das Team der rhw management

wünscht Ihnen schöne Feiertage

und alles Gute für

das neue Jahr!

Foto: Kzenon/fotolia.com

3


Inhalt

rhw management 12·2013

Editorial 3

Inhalt 4

Thema des Monats

Reinigungsmanagement 5

Aktuelles 6

Expertenforum

Die rhw-Experten 8

Großer Rückblick auf das 11. rhw-

Hygieneforum 2013 in Essen und

Stuttgart Ab Seite 10

a

a

Fachthema

11. rhw-Hygieneforum:

Bleiben Sie wachsam! 10

Allergenkennzeichnung

in der Großküche 14

Strukturen verändern –

Hauswirtschaft aufwerten 16

Steckbrief Bodenbelag 19

Ab 2014: Änderung der

Pflegenoten 19

Berufsbildung

Dossier Wolltextilien:

Die neue Lust am Stricken 21

Was sich bei den „Pflegenoten“ ab

2014 ändern wird Ab Seite 18

a

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Management

Selbstreflexion in

schwierigen Situationen 30

Marktplatz

Produkt-Neuheiten 39

Neue Frischwasser-Spülprofis 40

Report

Ein Berufsalltag zwischen

fordern und fördern 27

CMS: Teil 2:

(Wasch)-Maschinen 32

Apps als Hilfen in der

Gebäudereinigung 34

Lebensmittelhygiene

auf Chinesisch 36

NRW: Die Chancen sind da! 41

Service

Fortbildung/Vorschau 41

Impressum 42

Stellenangebote 42

HBL Doris Krüger von der Erlacher

Höhe arbeitet für Menschen in sozialen

Notlagen Ab Seite 27

Welche Apps unterstützen in der

Gebäudereinigung? Ab Seite 34

Fotos: Robert Baumann, MDK, Isabelle Butschek, Kriegel Consulting

Titelfotos: AVAVA/Fotolia.com, Hügli, Sascha Kühnau

4 rhw management 12 · 2013

Beilagenhinweis: Dieser Ausgabe liegt das

Buchprogramm des Verlags Neuer Merkur bei.


Thema des Monats

„Reinigungsmanagement

bewegt die Branche

Fotos: Pericin, Hornauer, Strauch, Abb. der Rezensionen mit freundlicher Genehmigung von Berufsverband Hauswirtschaft e.V., rationell reinigen/Holzmann Medien, Reinigungsmarkt/Knittler Medien GmbH, KlöberKASSEL

Zur Messe CMS in Berlin ist im September 2013

nach vier Jahren Arbeit das Buch „Reinigungsmanagement

von Irina Pericin erschienen.

Seitdem ist das neue Fachbuch großes Gesprächsthema

in der Branche. Höhepunkt war

die Buchvernissage an der Hochschule für angewandte

Wissenschaften Zürich (zhaw) am

Standort Wädenswil am 14. November 2013.

Rund 60 Gäste kamen zur Buchvernissage an den Zürichsee,

unter anderem Dr. Barbara Hohmann-Beck (Vizedirektorin der

Zürcher Altenheime, vorne 1. Reihe), Christine Klöber (Klöber-

KASSEL) oder rhw-Autor Peter Strauch aus Hamburg

Erste Buchrezensionen sind bereits in Deutschland

und der Schweiz erscheinen (unter anderem

in Reinigungsmarkt, fm.proService und

rationell reinigen). Auch das türkische Cleaner-

Magazine und das European Cleaning Journal

möchten berichten.

Studierende, Dozenten, Berater, Forscher, Gebäudedienstleister

sowie Industrievertreter aus Deutschland und der Schweiz feierten

in Wädenswil am Zürichsee die Buchvernissage

Auf der Messe CMS in Berlin besuchte auch Prof. Dr. Gerhard

Winter von Hochschule Sigmaringen (rechts) die Deutschlandpremiere

des Buches

Außerdem waren in Berlin Uwe Richter von Numatic (Mitte)

und die Zeitkalkulations-Spezialistin Elisabeth Baumholzer

(rechts im Bild) zu Gast

Sehr persönlich schilderte Buchautorin Irina Pericin Häfliger

dem Premierenpublikum an der Hochschule in Wädenswil

die Entstehung des Buches

rhw management 12·2013 5


Aktuelles

Premiere

kompass-Bildungsmesse in Stuttgart

Am 14. Februar 2014 öffnen sich in

Stuttgart die Tore zur 1. kompass-Bildungsmesse.

Diese Bildungsmesse

wendet sich speziell an Anbieter und Nachfrager

von hauswirtschaftlicher Weiterbildung.

Denn der Weiterbildungsmarkt hat

sich in den letzten Jahren rasant entwickelt.

Betriebliche Weiterbildungen sind die Antwort

auf ständige Veränderungen in den

Unternehmen und in der Gesellschaft. Von

zweistündigen Schulungen für ausführende

Mitarbeiter/innen in der Reinigung bis

zu mehrmonatigen Qualifizierungsangeboten

für Leitungskräfte gibt es mittlerweile

eine Vielzahl von Weiterbildungsangeboten.

Die kompass-Bildungsmesse hat es sich

zur Aufgabe gemacht, die Vielfalt an einem

„Marktplatz“ zusammenzubringen. Personalverantwortliche,

hauswirtschaftliche Mitarbeiter

und Fachschulklassen können sich

vor Ort bei Anbietern von hauswirtschaftlicher

Weiterbildung informieren, welche

Qualifizierungen für die Entwicklung des Bereiches

Hauswirtschaft in ihrer Einrichtung

geeignet sind. Als Aussteller auf der Messe

sind Fortbildungsträger, hauswirtschaftliche

Verbände, Fach- und Schulbuchverlage

und Fachschulen vertreten. Daneben erwartet

die Messebesucher zu jeder vollen

Stunde ein zehnminütiger Vortrag, der Impulse

zu Bildungsthemen gibt.

Die Bildungsmesse wird von kompass

Präsenz- und Fernlernen in Kooperation mit

dem Berufsverband Hauswirtschaft durchgeführt.

Weitere Informationen und den Weg

zur Online-Anmeldung (15 Euro kostet das

Tagesticket) finden Sie unter www.kompasswesel.de/bildungsmesse/

t

Berufsverband Hauswirtschaft e.V.

Brigitte Wittkamp verabschiedet

Neues Magazin

Eine Ära ist zu Ende gegangen: Nach

18 Jahren als 1. Vorsitzende des Landesverbandes

Berlin-Brandenburg

und 30 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit für

den Berufsverband Hauswirtschaft wurde

Brigitte Wittkamp im November 2013 in der

Mitgliederversammlung verabschiedet.

Ute Krützmann, 1. Vorsitzende des Bundesverbandes,

Geschäftsführerin Beate Imhof-Gildein,

die Gründerin des Landesverbandes

Brigitte Duttlinger sowie Susanne

Hornauer würdigten ihre Arbeit. Mit bewegenden

Worten zog Brigitte Wittkamp ein

Resümee ihrer Arbeit, die von den Grundgedanken

positives Denken und Zielstrebigkeit

geprägt war.

Ihre Nachfolgerin wird Susanne Hornauer.

Die Mitglieder des Landesverbandes

Berlin-Brandenburg haben die bisherige

2. Vorsitzende zur neuen 1. Vorsitzenden

gewählt. 2.

Vorsitzende ist

nun Birgit Walther.

Beide

„Einfach Hausgemacht“

weckt Lust auf Tradition

Frauen kommen

aus Berlin

und wollen die

Arbeit des Landesverbandes

so

erfolgreich

wie bisher

weiterführen.

Dazu

gehören

das Engagement

für die Ausbildung in der Hauswirtschaft

in Berlin und Brandenburg und

eine gute Betreuung der Mitglieder in den

beiden Bundesländern. (Quelle: Berufsverband

Hauswirtschaft e.V.) t

Regionalfenster

Was heißt

hier regional?

Ab Januar 2014 soll ein sogenanntes

„Regionalfenster“ für mehr Transparenz

beim Einkauf von regionalen Lebensmitteln

sorgen. Es wird zur Internationalen

Grünen Woche bundesweit eingeführt,

informiert das Bundesministerium

für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

(BMELV). Von Januar bis

April 2013 waren in Deutschland bereits

rund 150 Lebensmittel mit dem Regionalfenster

in bundesweit fünf Testregionen erhältlich.

Wissenschaftlich begleitet wurde

diese Testphase durch die Universität Kassel.

Auf einen Blick soll der Verbraucher erkennen,

aus welcher Region die Rohstoffe

stammen und wo sie verarbeitet worden

sind. Das Regionalfenster ist eine freiwillige

Kennzeichnung. Die Bundesregierung

will sich jedoch für eine europaweit verpflichtende

Herkunftskennzeichnung einsetzen.

Weitere Informationen unter www.

regionalfenster.de.

t

Die Macher vom Magazin „Landlust“

(inzwischen 1 Million Auflage pro

Ausgabe) haben offenbar Lust auf

Hauswirtschaft: Am 6. November 2013 ist

die erste Ausgabe des neuen Magazins

„Einfach Hausgemacht“ im Landwirtschaftsverlag

Münster erschienen. Das Magazin

berichtet über die „praktischen Fragen

der Hauswirtschaft“ (Zitat Kress-Report),

bietet unkomplizierte Back- und

Kochrezepte oder Hilfreiches zur Schuhpflege.

Die Chefredakteurin hat zuvor für

das Magazin Landlust gearbeitet, im Team

sitzen Ökotrophologen und eine Hauswirtschaftliche

Betriebsleiterin. Die Startauflage

des Magazins, das vier Mal pro Jahr erscheinen

wird, beträgt 300.000 Exemplare.

Internet: www.einfachhausgemacht.de t

6 rhw management 12·2013


hw-Newsticker

Anita Koch ist auf der Mitgliederversammlung

am 10. Oktober 2013 aus persönlichen

Gründen von ihrem Amt als

Vorsitzende des Landesverbandes beim

Berufsverband Hauswirtschaft e.V. zurückgetreten.

Hedwig Alex als 2. Vorsitzende

übernimmt ihre Funktion.

Privathaushalt Schweiz: Wer in einem

fremden Haushalt arbeitet, hat in der

Schweiz seit 2011 Anrecht auf einen Mindestlohn.

Der Bundesrat hat diesen Mitte

November 2013 um zwei Prozent erhöht

– bis Ende 2016. Er beträgt jetzt CH

18,55 pro Stunde für ungelernte Hausangestellte

und CH 20,35 für Ungelernte

mit vier Jahren Berufserfahrung. Gelernte

Hausangestellte erhalten nun mindestens

CH 22,40, das sind umgerechnet

rund 18 Euro/Stunde.

Lebensmittel teilen: Auf der Internet-

Plattform www.foodsharing.de können

Menschen überschüssige Lebensmittel

miteinander teilen.

UGB ausgezeichnet: Die Deutsche

UNESCO-Kommission hat die Akademie

des Verbands für Unabhängige Gesundheitsberatung

(UGB) als Projekt der UN-

Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

ausgezeichnet. Die Auszeichnung

erhalten Initiativen, die das Anliegen

dieser weltweiten Bildungsoffensive

der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen.

Fehlende Seiten: Das Fortbildungsprogrammheft

2014 des Berufsverbandes

Hauswirtschaft e.V. wurde teilweise mit

fehlenden Seiten (26-42) versendet.

Abonnenten, die mit der rhw management

11/2013 solch ein unvollständiges

Heft erhalten haben sollten, können beim

Berufsverband ein neues anfordern:

info@berufsverband-hauswirtschaft.de.

S&F-Förderpreis: Der Förderpreis für Innovatives

Verpflegungsmanagement von

S&F-Consulting geht in diesem Jahr an

das Stuttgarter Catering-Unternehmen

s.Bar. Der s.Bar-Geschäftsführer Udo

Sanne nahm den Preis beim 10. S&F Symposium

in Fürstenfeldbruck am 17. Oktober

2013 entgegen. Die s.Bar bietet

über die Kerndienstleistung Mitarbeiterverpflegung

hinaus integrierte Ansätze

zur langfristigen Mitarbeiter-Gesundheitsförderung.

Wir interviewen den

Preisträger ausführlich in der kommenden

rhw praxis 4/2013.

dgh und IVHW

dgh-Jahrestagung 2014 zum

Thema Haushaltstechnik

Was bringt uns die Technik von morgen?

Welche Anforderungen stellen

wir an die Technik für die Pflege?

Wie smart sind intelligente Hausgeräte? Wie

nachhaltig sind neue Technologien und wie

nachhaltig handelt der Verbraucher?

Diese Fragen und weitere Fragen beleuchtet

die Jahrestagung der Deutschen

Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh) e. V.

am 21. Februar 2014 in der Hochschule Fulda.

Der Fachausschuss Haushaltstechnik

in der dgh ist in diesem Jahr der Ausrichter

und es erwarten Sie interessante Vorträge

und Workshops, die die aktuellen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft

für Ernährung e. V. (DGE) haben

auf ihrer Jahresversammlung am

9. September 2013 in Freising-Weihenstephan

Prof. Dr. Helmut Heseker, Universität

Paderborn, für weitere drei Jahre als Präsident

der DGE gewählt. Ebenfalls im Amt als

Vizepräsident bestätigt wurde Prof. Dr. Heiner

Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung

(DIfE), Nuthetal. Er wird

Aktuelles

Entwicklungen im Bereich der Haushaltstechnik

aufzeigen und zur Diskussion einladen.

Das Programm und Anmeldung ist

zu finden unter www.dghev.de.

Im Anschluss an die Jahrestagung der

dgh lädt der Internationale Verband für

Hauswirtschaft (IVHW) am Samstag, 22.

Februar 2014 zu einem internationalen

Symposium ein – ebenfalls an der Hochschule

Fulda. Das Symposium findet unter

dem Thema „Solidarität von Alt und Jung

– Zukunft gemeinsam planen, gestalten

und leben“ statt. Weitere Informationen

unter www.ifhe.org

t

Prof. Dr. Helmut Heseker weitere

drei Jahre DGE-Präsident

unterstützt von Prof. Ulrike Arens-Azevêdo

von der Hochschule für Angewandte

Wissenschaften in Hamburg, die in ihr neues

Amt als zweite Vizepräsidentin des Wissenschaftlichen

Präsidiums der DGE berufen

wurde. Eine Satzungsänderung hatte

die Wahl einer zweiten Vizepräsidentin ermöglicht.

Dadurch soll die Umsetzung der

Aktivitäten der DGE in die Praxis gestärkt

werden.

t

Von rechts nach links: Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, Prof. Dr. Helmut Heseker und Prof.

Dr. Heiner Boeing

Weitere tagesaktuelle Meldungen finden Sie

unter http://twitter.com/rhwmanagement

rhw management 12 · 2013 7


Expertenforum

Die rhw-Experten

Antwort von Sascha Kühnau

Arbeitsschutz

in der Reinigung

c Als Hauswirtschaftsleiterin eines Behindertenwohnheims

stellte sich beim

letzten HWL-Treffen folgende, für uns bedeutende

Frage:

Der Arbeitsschutz hatte verschiedene

Produkte beanstandet, die beispielsweise

brandfördernd oder ätzend waren

und hat geraten, diese auszutauschen.

Der von unserem Betrieb beauftragte

Hygieneberater traf die Aussage, dass

wenn diese Ersatzreinigungsmittel nachweislich

nicht effektiv putzen, die ätzenden

Produkte weiterhin verwendet werden

können. Es geht dabei um Reinigungsmittel

für Kombidämpfer und den

stark verschmutzen Küchenboden einer

Großküche. Meiner Meinung nach ist es

schwer nachzuweisen, dass die vom Arbeitsschutz

empfohlenen Produkte nicht

effektiv sind.

Um in einem Schadensfall, wie bei einer

Gesundheitsschädigung eines Mitarbeiters,

sicher zu gehen, würde ich persönlich

mich immer an die Richtlinien des

Arbeitsschutzes halten. Hierüber gab es

unter den HW-Leiterinnen jedoch unterschiedliche

Auffassungen. Über eine Stellungnahme

zu diesem Thema wäre ich Ihnen

sehr verbunden. Vielen Dank dafür

und auch für die immer interessante Fachzeitschrift!

d Ihre spannende Frage berührt wichtige

Grundsätze des Arbeitsschutzes. Diese

gelten in allen Teilbereichen des Arbeitsschutzes

inklusive der Gefahrstoffverordnung

und der Biostoffverordnung.

Der erste Schritt ist stets, die Gefährdung

zu vermeiden, indem die gefährliche

Tätigkeit nicht ausgeführt wird. In Ihrem

Beispiel wäre dies der Verzicht auf die Reinigung.

Da dies aus objektiven Gründen nicht

möglich ist, folgt als zweites die von Ihnen

angesprochene Substitutionsprüfung. Das

bedeutet, ich prüfe, ob es eine weniger gefährliche

Handlungsweise oder einen weniger

gefährlichen Gefahrstoff gibt, der das

angestrebte Prozessergebnis erreicht. In

Ihrem Beispiel wäre dies die Reinigung mit

einem mildem Universalreiniger, jedoch

viel mehr Zeitaufwand und stärkerer Mechanik.

Sollte auch dies aus Zeit- oder Personalmangel

oder wegen eines schlechteren

Prozessergebnisses nicht möglich oder

sinnvoll sein, muss durch persönliche eine

Schutzausrüstung die Gesundheit der Mitarbeiter

gesichert werden.

Das heißt, wenn Sie geprüft haben,

dass Sie nur mit den stark gefährdenden

Reinigungsmitteln unter Ihren Rahmenbedingungen

ein akzeptables Reinigungsergebnis

erreichen können, sollte

diese mit angemessener persönlicher

Schutzausrüstung verwendet werden.

Eine Gesundheitsschädigung der Mitarbeiter

ist durch arbeitsschutzgerechten

Umgang nach Herstellerhinweisen und Betriebsanweisung

mit dem gefährlichen Reinigungsmittel

zu vermeiden. Deshalb

muss die jährliche Schulung erfolgen. Diese

Substitutionsprüfung ist nachzuweisen.

Regulär ist das die Aufgabe der Fachkraft

für Arbeitssicherheit. Ich hoffe, Sie können

nun eine treffende Entscheidung fällen.

Antworten von Andreas Carl

Kalkulation von

Reinigungskosten

c Ich arbeite in einem Tagungshaus und

möchte die Kosten für Wasser, Strom und

Chemie erfassen und kalkulieren. Gibt es

hierfür Richtwerte? Falls nicht, was würden

Sie für die Berechnung empfehlen?

Wir haben in den Zimmern ausschließlich

textile Bodenbeläge, in den Seminarräumen

nichttextile Bodenbeläge, also

Wischböden.

d Die Berechnung des Stromverbrauches

ist relativ einfach. In den technischen Unterlagen

Ihrer Staubsauger steht die Leistung

in Watt. Nun müssen Sie nur die Anzahl

der Saugstunden mit dieser Leistung

multiplizieren. So erhalten Sie Ihre verbrauchte

Wattzahl. Nun müssen sie nur

noch Ihre Wattzahl auf Kilowatt umrechnen

und diesen Wert mit Ihrem Kilowattpreis

multiplizieren.

Bei dem Wasser und der Chemie ist es

etwas schwieriger. Die Berechnung hängt

vom Reinigungssystem ab.

Zunächst zum Waschen: Ihr Waschmaschinenhersteller

wird Ihnen Auskunft

über den Wasser- und Stromverbrauch pro

Waschgang geben. Diese Werte mit der

Das rhw-Expertenteam für Ihre Fragen

Karin Beuting-Lampe

Organisationsberaterin

und Fortbildungsreferentin

Dr. Dieter Bödeker

Andreas Carl

Berater für

Hauswirtschaft

und Reinigung

Peter Hützen

M. Christine Klöber

Beraterin zu Wäsche-

Management und

Wirtschaft

Ralf Klöber

Sascha Kühnau

Berater für Ernährung,

Hygiene und Qualitätsmanagement

Hygieneberater,

Wedemark

Fachanwalt für

Arbeitsrecht,

Bird&Bird, Düsseldorf

Berater für

Groß küchen und

Kundenorientierung

Sie erreichen das rhw-Expertenteam unter: rhw.redaktion@vnmonline.de

Bitte beachten Sie: Unsere rhw-Experten helfen Ihnen bei der Interpretation der aktuellen Gesetzesvorschriften, geben damit aber keine rechtliche Beratung.

8 rhw management 12 · 2013


Expertenforum

Anzahl der Wäschen und den jeweiligen Kosten (Strom und

Wasser) multiplizieren.

Zum Reinigungssystem: Arbeiten Sie mit vorgefertigten

Tüchern und Mopps, so ist es ganz einfach. Sie berechnen jeweils

die Flüssigkeitsmenge zum Übergießen mit der Anzahl

der zu übergießenden Boxen und Eimern. Die Mengen mit

den Kosten und dem Turnus multiplizieren und Sie haben die

Kosten.

Bei der Eimertauchmethode mit anzusetzender Reinigungsflotte

wird es schwieriger. Dann hängt es davon ab, wie

dosiert und wie oft die Reinigungsflotte gewechselt wird. Um

die Kosten festzustellen, können Sie auch die Chemiekosten

durch den Turnus und die Fläche dividieren, so kommen Sie

auf die Kosten pro Quadratmeter.

Parallel können Sie berechnen, wie viel verbraucht werden

sollte. Hierfür die Anzahl der zu befüllenden Eimer mit der

Konzentration und dem Turnus hochrechnen.

Die Frage ist, wie wertvoll solche Berechnungen sind. Die

wesentlichen Kosten entstehen durch Lohnkosten und Rüstzeiten.

Die Verbrauchskosten (ohne Investitionen) für Chemie

sollten drei bis fünf Prozent der Lohnkosten nicht übersteigen.

Die neuen SPEED

Spülmaschinen

Kautschuk: Alternative

zur Grundreinigung

c Ich bin auf der Suche nach einer preis- und zeitsparenden

Alternative zur klassischen Grundreinigung eines Kautschukbelags.

Da unsere Einrichtung das ganze Jahr über geöffnet

ist, haben wir keine Möglichkeit, Bereiche für Tage

zu sperren. Ich habe schon einen Systemtrockenreiniger

ausprobiert, dieses Mittel ist sehr wirksam. Das Problem

ist jedoch, dass es sehr kraftaufwendig ist, den gelösten

Schmutz wieder aufzunehmen. Kennen Sie andere geeignete

Verfahren und Mittel?

d Ich gehe davon aus und hoffe, dass Sie mit Ihrer Anfrage

keine klassische Grundreinigung und Beschichtung meinen.

Als erstes würde ich mich fragen, warum es zu solch einer

gründlichen Reinigung kommen muss. Wenn der Kautschuk

täglich der Beanspruchung entsprechend gereinigt wird, dann

sollte eine solch intensive und gründliche Reinigung nicht

notwendig sein. Hierzu sollten Sie die Reinigungsmethode

mit dem Mopp und der Chemie überprüfen. Ist eins der beiden

nicht stimmig, dann kommt es zu Verschmutzungen. Je

nach Schmutzaufkommen kann auch eine regelmäßige maschinelle

Reinigung notwendig sein.

Doch nun zu Ihrer Frage. Wenn Sie keine schichtenaufbauende

Chemie für die Unterhaltsreinigung verwenden, kann

ihr regelmäßig benutztes Mittel weiterhin die erste Wahl sein

und zwar nach dem Prinzip „Gleiches löst Gleiches“. Dazu

bitte den Boden ausreichend benetzen, maschinell oder manuell

reinigen und die Flotte aufnehmen.

Sie können auch sogenannte Intensivreiniger verwenden.

Hierzu empfehle ich, zuerst Ihren Chemielieferanten nach

dem „Schlüssel“ zu seinem Produkt für die Unterhaltsreinigung

zu fragen. Alternativ können Sie es auch mit den Produkten

Torvan von der Firma Kiehl oder Schirocco Clean von

Dr. Schnell versuchen. Wenn das nicht funktioniert, kontaktieren

Sie mich ruhig wieder. Dazu müsste ich jedoch die Historie,

die Nutzung und die verwendete Chemie genauer kennen.

Profi-Spülmaschinen mit Frischwassersystem!





Infos: 0800 22 44 644

www.miele-professional.de

www.meingeschirrspueler.de

rhw management 12 · 2013


Fachthema

Bleiben Sie wachsam!

Wenn mindestens zwei rhw-

Experten, eine Professorin und

eine Mitautorin der aktuellen

„Wäscheleitlinie“ an einem

Tag referieren, dann konnte es

sich in diesen Jahr nur um das

rhw-Hygieneforum handeln,

das bereits zum 11. Mal stattfand.

Essen und Stuttgart waren

die Austragungsorte mit

über 220 Teilnehmern und jeweils

bis zu 13 verschiedenen

Ausstellern.

Voller Saal in Stuttgart (oben) – insgesamt meldeten sich über 220 Teilnehmer/innen

für die beiden Termine an in Essen am 11. Oktober (Hörsaal, unteres Foto) und Stuttgart

am 25. Oktober 2013

Im Haus der Technik am 11.10.2013 in Essen

und im GENO-Haus am 25.10.2013

in Stuttgart drehte sich jeweils einen Tag

lang alles rund um das Thema Hygiene.

„Risikoanalyse und betriebliche Eigenkontrolle

in Küchen – wirklich an alles

gedacht?“, hieß beispielsweise das Thema

von Prof. Dr. Ulrike Kleiner. Der Professorin

für Haushaltshygiene an der Hochschule

Anhalt (FH) lag am Herzen, beim

HACCP-Konzept zwischen eher aufwändig

zu handhabenden CCPs (Critical Control

Points, zu deutsch: kritische Lenkungspunkte)

und den reinen HKPs (Hygienekontrollpunkte)

zu unterscheiden.

Eigenschaften eines CCPs:

u Muss die direkte Gefahr spezifisch ansprechen.

u Maßnahmen zur Beherrschung der Gefahr

sollen eine Gesundheitsgefährdung

möglichst ausschalten, vermeiden

oder auf ein vertretbares Maß reduzieren.

u Die Ausschaltung einer spezifischen

Gefahr muss durch Monitoring unter

Zuhilfenahme von Grenzwerten kontinuierlich

zu prüfen sein (wie Kerntemperaturmessung

im Prozess).

u Es müssen geeignete und durchführbare

Korrekturmaßnahmen möglich

sein (wie eine Prozessschrittkorrektur

oder die Möglichkeit, eine Charge zu

verwerfen).

„Fehlt eine dieser Eigenschaften, handelt

es sich nicht um einen CCP“, betonte

Prof. Dr. Kleiner. Ein HKP wird hingegen eingerichtet,

um mögliche Gesundheitsgefahren

abzuwenden, er ist Teil einer guten

Hygienepraxis sowie des betrieblichen Hygieneplans

und ist integriert in Eingangskontrollen.

Immer wieder Thema: Nagelschmuck

Fehlerquellen bei der Anwendung von

Desinfektions- und Reinigungsmitteln unter

die Lupe nahmen in Essen Dr. Birgit

Ross, Universitätsklinikum Essen, und in

Stuttgart Stephanie-Anna Hüper, Trainerin

für Reinigungs- und Hygienetechnik aus

Heidenheim.

Fotos: Alexandra Höß (1), Robert Baumann (12)

10 rhw management 12 · 2013


Fachthema

Vier der sechs Referenten beim diesjährigen 11. rhw-Hygieneforum in Essen und/oder

Stuttgart von links nach rechts: Dr. Dieter Bödeker, Wedemark, Prof. Dr. Ulrike Kleiner,

Hochschule Anhalt (FH), Stephanie-Anna Hüper, Heidenheim und Sascha Kühnau, Berlin

Großer Andrang am Büchertisch von rhw

management: vor allem die Bücher „Reinigungsmanagement

undWäschepflege

in sozialen Einrichtungen“ waren gefragt

Dr. Birgit Ross kehrte gerade von einem

großen Infektionsschutzkongress in

Buenos Aires zurück und legte den Fokus

in Essen naturgemäß auf die Krankenhaushygiene.

Sie betonte, dass physikalische

Desinfektions-Verfahren gegenüber

chemischen zu bevorzugen sind. Spätestens

als sie zeigte, wie schnell frischer Nagellack

nach zweimaligem Desinfizieren

mit Alkohol ramponiert aussieht, wurde

klar, dass Nagelschmuck aller Art bei Mitarbeitern

in einem Krankenhaus oder Heim

Dr. Inge Maier-Ruppert ist Mitautorin der

Wäscheleitlinie „Wäschepflege in sozialen

Einrichtungen“ und berichtete aus

erster Hand über das bereits in wenigen

Monaten 1.800 Mal verkaufte Buch

(erhältlich unter www.fachbuchdirekt.de)

nichts zu suchen hat. Hinzu komme, dass

sich unter der UV-Lampe bei Tests herausstellte,

dass die Bereiche des lackierten

Nagels kaum wirksam mit Desinfektionsmittel

benetzt sind.

Anforderungen an ein gutes Desinfektionsmittel

sind nach Dr. Birgit Ross folgende

Faktoren:

u möglichst breites Wirkungsspektrum

(Bakterien, Pilze und Viren)

u nicht gesundheitsgefährdend oder allergen

u nicht oberflächenschädigend bzw. korrosiv

u nicht geruchsbelästigend

u gute biologische Abbaubarkeit

u nicht umweltgefährdend

u wirksam in geringen Konzentrationen.

Stephanie-Anna Hüper zeigte anhand

von Fotos und herumgereichten Bodenbelägen

dem Publikum in Stuttgart, welche

Schäden Desinfektionsmittel auf dem Boden

anrichten können. Sie empfiehlt, entsprechende

Bodenmatten unter den Spendern

auszulegen und Auffangschalen zu

nutzen. Inzwischen gibt es aber sehr gute

Beschichtungen, die weitgehend dagegen

beständig sind, dass Böden durch alkoholhaltige

Desinfektionsmittel angegriffen

werden.

Die Referentin stellte einige wichtige

Punkte im Umgang mit Reinigungs- und

Desinfektionsmitteln vor:

u Stets mit kaltem Wasser dosieren (Ausnahmen

im Bereich der Küche).

u Produkte nicht mischen (es gibt Ausnahmen).

u Immer das Produkt ins Wasser geben,

nicht umgekehrt, sonst sind Verätzungen

möglich.

u Produkte nur in Originalgebinde abfüllen

und nicht in eine Trinkflasche (leider

schon oft genug passiert mit schwerwiegenden

Folgen).

u Dosierangaben beachten.

u Ist auch der farblich richtige Deckel auf

dem Produkt? Oft sieht man die Flaschen

ja nur von oben auf dem Reinigungswagen

und vertraut der Farbe

des Verschlusses.

Selbstbestimmung der Bewohner

„Selbstbestimmung der Bewohner versus

Hygienekonzept im Heim“ darüber referierte

Dr. Dieter Bödeker, Veterinärmediziner

und Hygieneberater aus Wedemark.

Er stellte die Schwierigkeit anhand einer

MRE-Besiedelung des Nasen-Rachenraums

einer Heimbewohnerin dar. Die in Pflegeeinrichtungen

nicht selten anberaumten

Maßnahmen greifen seiner Meinung nach

zu oft in die Grundrechte der Bewohner ein.

Zunächst müsse zwischen einer MRE-Infektion

und einer MRE-Besiedelung unterschieden

werden. „Wenn wir hier die über

100 Teilnehmer in Essen oder Stuttgart im

Saal betrachten, haben schon rein statistisch

gesehen acht von Ihnen eine MRE-Besiedelung;

vermutlich sogar mehr, da Sie

in Heimen und Kliniken arbeiten. Doch ich

sehe keine Isolierungszimmer oder andere

Maßnahmen bei dieser Tagung. Ein Bewohner

einer Pflegeeinrichtung wird bei

Vorliegen eines solchen Befundes jedoch

nicht selten von der Gemeinschaft abgesondert.“

Jedes Heim stehe vor Frage: Freiheit

des Einzelnen und Schutz der Anderen. Ein

sehr gutes Hilfsmittel bei dieser Abwägung

rhw management 12 · 2013 11


Fachthema

Bis zu 13 Aussteller

kamen jeweils zu

den beiden Terminen

nach Essen und

Stuttgart

ist die „Stellungnahme des NLGA*“ zu Absonderungsmaßnahmen

bei Altenheimbewohnern.

Demnach kommt die räumliche

Isolierung oder der Ausschluss vom Gemeinschaftsleben

nur in seltenen Ausnahmefällen

in Betracht, wenn dies in den entsprechenden

Regelwerken und Fachempfehlungen

ausdrücklich gefordert wird und

(!) die betreffende Maßnahme zeitlich begrenzt

ist und (!) das Einverständnis des

betreffenden Bewohners bzw. seiner Betreuer

nach vorheriger Aufklärung vorliegt.

Dies ist also viel enger gefasst, als manche

Heimmitarbeiter glauben.

Mitgebrachte Lebensmittel?

* NLGA= Niedersächsisches

Landesgesundheitsamt

(www.nlga-niedersachsen.de)

Link: http://tiny.cc/NLGA oder per QR-Code

Und was ist bei mitgebrachten Lebensmitteln

zu beachten, beispielsweise

bei frischen Bratwürsten, die nicht gegrillt

wurden bei einem Sommerfest und neben

dem Grill darauf warteten, zubereitet zu

werden und dann anschließend

eingefroren werden?

Vorsicht: „Durch diese Zweckentfremdung

wird man selbst schnell zum

Hersteller mit allen haftungsrechtlichen

Konsequenzen.“

Das gelte auch für den Fall, wenn in einer

Wohngruppe mit zehn Bewohnern gebacken

wird, dieser Kuchen dann jedoch

außerhalb dieser Backgruppe an weitere

Personen im Heim verteilt wird, so Dr. Dieter

Bödeker in der halbstündigen Expertensprechstunde,

die von den Teilnehmer/innen

rege genutzt wurde.

Dr. Dieter Bödekers nächste Kurse für

die Weiterbildung zum/zur Hygienebeauftragten

2014 stehen auch bereits fest

(www.vnm-akademie.de):

u 7. bis 11. April in München,

u 13. bis 17. Oktober in Hannover.

Wäscheleitlinie als

gelungener Ratgeber

„Wie verbindlich ist die neue Wäscheleitlinie

2013 für meine Einrichtung?“ Diese

Frage beantwortete Dr. Inge Maier-Ruppert,

die im Bereich Fortbildung und Beratung

sozialer Einrichtungen tätig sowie Mitautorin

der Wäscheleitlinie ist.

Bevor sie aber in die Inhalte einstieg,

musste erst klargestellt werden, dass es

im Prinzip keine Rechtsgrundlage für die

Anerkennung eines einheitlichen Systems

der Hygienesicherung in der Wäscheaufbereitung

gibt. Deshalb hätte man die Veröffentlichung

Wäschepflege in sozialen

Einrichtungen“ auch Expertenstandard

nennen können. Da dieser Begriff aber eher

mit der Pflege assoziiert ist, einigten sich

die zehn Buchautorinnen auf den Begriff

Leitlinie. Es handelt sich also um eine Zusammenstellung

von Überlegungen zur

Wäschepflege von Expertinnen aus sozialen

Einrichtungen, jedoch ohne eine Verbindlichkeit

für Einrichtungen oder Aufsichtsbehörden.

Trotzdem ist diese Wäscheleitlinie

als praxiserprobter Leitfaden

und Ratgeber sehr hilfreich. Zumal damit

nun auch erstmals damit eine Veröffentlichung

für das Waschen in

u Hausgemeinschaften

u Einrichtungen der Behindertenhilfe

u Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

etc. erhältlich ist.

Auch – oder gerade auf einem Hygieneforum

– war es Dr. Inge Maier-Ruppert

ein Bedürfnis, darauf hinzuweisen, dass

Wäsche(pflege) nicht nur Infektionsprävention

ist, sondern auch Identität, Selbstdarstellung,

Eigentum und Vermögen, Ge-

12 rhw management 12 · 2013


Fachthema

Vanille-, Kaffee- oder gar Baguette-Duft? Birgit Hemscheidt und

Ulrich Bartel vom Verlag Neuer Merkur beduften den Raum beim

Vortrag von Sascha Kühnau.

Die Referenten Dr. Dieter Bödeker und Stephanie-Anna Hüper

im Gespräch

wohnheit und Geborgenheit widerspiegeln

kann. „Wäschepflege ist eine sinnstiftende

Tätigkeit“, sagte Dr. Maier-Ruppert im

Hinblick auf die Hausgemeinschaftskonzepte

mit Alltagsorientierung, „Bitte soviel

Normalität wie möglich, soviel Hygienesicherheit

wie nötig!“

Es stinkt im Heim, was tun?

Nach einer halbstündigen Expertensprechstunde

ging es, nun ja, sehr nahe

am Menschen weiter: „Ursächliche Geruchsbeseitigung

bei Oberflächen und Textilien“

hieß der Marktüberblick von Sascha

Kühnau, Berater für Ernährung, Hygiene

und Qualitätsmanagement aus Berlin.

Diverse Unternehmen wie ams Rozone,

eMC, Dr. Schnell, Kiehl, Solution Glöckner,

Probisa, RAN Schumacher oder SEITZ Chemie

bieten auf dem deutschen Markt für

dieses delikate Thema einfache Lösungen

an. Das Besondere an den angebotenen

probiotischen Geruchszerlegern ist, dass

diese nicht schädlich sind für die Anwender

oder die Umwelt. „Probiotische Geruchszerleger

enthalten lebende Mikroben,

die den geruchsbildenden Mikroben deren

Nährstoffgrundlage wegfressen“, so Sascha

Kühnau. Die enthaltenen Mikroben in

den Geruchszerlegern ernähren sich von

Fetten, Ölen und organischen Rückständen,

die auch von den Stinkstoffe bildenden Mikroben

gerne verstoffwechselt werden.

Wichtig sei aber in jedem Fall, die teilweise

recht lange Einwirkzeit und großzügige

Benetzung der Oberflächen zu beachten.

Diese Informationen müssen auch

an das Personal weitergegeben werden.

Denn wer beispielsweise erst den probiotischen

Reiniger aufträgt und dann mit einem

anderen Reiniger alles desinfiziert,

vernichtet beide Gruppen an Mikroorganismen

und der üble Geruch bleibt bestehen.

Doch bevor probiotisch gereinigt wird,

bietet es sich natürlich an, die Ursachen

für Geruchsbildung zu vermeiden, also beispielsweise

nicht mit alten, übel riechenden

Möbeln neue Zimmer auszustatten,

Lappen gründlich zu reinigen bzw. zu waschen

und nicht mit einem bereits streng

riechenden Lappen verschiedene Räume

zu reinigen.

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Nächster Termin 2014:

6. November in Hannover

Das nächste rhw-Hygieneforum findet

am 6. November 2014 im Hannover Congress

Centrum statt. Ein Termin im Süden

Deutschlands ist für 2015 im Raum Stuttgart

geplant.

t Robert Baumann

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rhw management 12 · 2013 13


Fachthema

Allergenkennzeichnung

in der Großküche

In genau einem Jahr, ab dem

13. Dezember 2014, müssen

in der Gemeinschaftsverpflegung

Produkte für Allergiker

mit den 14 häufigsten Auslösern

verpflichtend gekennzeichnet

werden, so wie es bereits

heute europaweit für verpackte

Produkte gilt.

Das Thema Allergenmanagement beherrscht

derzeit die Küchenbranche,

denn in genau einem Jahr muss alles

so stehen, wie es die Änderung der Lebensmittel-Informationsverordnung

LMIV

von 2011 erfordert (VO EU 1169/2011). Spätestens

am 13. Dezember 2014 muss jede

Küche für sich eine gesetzeskonforme Lösung

entwickelt haben, denn dann endet

die Übergangsfrist von drei Jahren.

Und das sieht innerhalb der Branche

höchst unterschiedlich aus, wie Florian-

Fritz Preuß von der Quant Qualitätssicherung

GmbH beobachtet. In Kliniken und Seniorenheimen

sei das Thema schon rechts

gut verankert, weil es ein sensible Verbrauchergruppe

ist. Im Klinikum Rechts der

Isar in München gehört es beim Aufnahmebogen

eines Patienten längst dazu, nach

möglichen Allergien und Unverträglichen

zu fragen und diese für die Küche festzuhalten.

Noch nicht ganz so weit sei man in

Schulen und in Kitas. In der klassischen

Gastronomie und in der Betriebsgastronomie

fragt heutzutage eher der Kunde nach,

als dass der Restaurantbetreiber aktiv informiere.

„Wenn wir eine Lösung gefunden haben,

wie man beispielsweise Allergene auf

der Kreidetafel eines italienischen Restaurants

optimal kennzeichnet, dann bekommen

wir alles Weitere auch gut hin“, ist Armin

Wolf von Quant QS im rhw-Gespräch

zuversichtlich.

„Allergenkennzeichnung

ist das neue Thema“

„Doch bleibt festzustellen: Allergenkennzeichnung

ist das neue Thema, selbst

wenn die Kennzeichnung von Zusatzstoffen

in vielen Betrieben ebenfalls noch lang

Unternehmen wie Hügli bieten ihren

Kunden Aufkleber zur Kennzeichnung an

und haben schon rund 300 Produkte

umgestellt. Diese enthalten nun keine

der 14 Hauptallergene mehr.

nicht optimal läuft“, so Florian-Fritz Preuß

auf dem diesjährigen 10. S&F-Symposium

in Fürstenfeldbruck. Laut dem Referenten

kann es eine 100-prozentige Garantie für

Allergenfreiheit ohnehin nicht geben, allein

schon wegen der Vielzahl der Zutaten

und Kreuzkontaminationen.

Es gelte also zu überlegen, wo man bei

der Kennzeichnung anfängt und wo man

aufhört. Denn Allergen-Management beginnt

ja nicht nur beim Einkauf und endet

mit der Kennzeichnung, nein, auch Abläufe

wie Lagerung, Tätigkeiten und Arbeitsmittel

sollten beachtet werden, am besten

innerhalb eines HACCP-Konzeptes, empfiehlt

Preuß.

Auch die Kommunikation mit dem Gast

sei wichtig; wenn die Bedienung etwas

nicht genau wisse, ob beispielsweise Milch

oder Sahne enthalten sind, solle er/sie lieber

einmal mehr in der Küche nachfragen.

Auch wenn nur etwa ein bis fünf Prozent

der Bevölkerung eine echte Nahrungsmittelallergie

haben, die akut lebensbedroh-

Die 14 häufigsten Allergieauslöser in der Nahrung,

die deklariert werden müssen

u Glutenhaltige Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut) sowie

daraus hergestellte Erzeugnisse

u Krebstiere und Krebstiererzeugnisse

u Eier und Eiererzeugnisse

u Fisch und Fischerzeugnisse

u Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse

u Soja und Sojaerzeugnisse

u Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Laktose)

u Schalenfrüchte (Mandel, Haselnuss, Walnuss, Cashewnuss, Pecannuss, Paranuss,

Pistazie, Macadamianuss, Queenslandnuss) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse

u Sellerie und Sellerieerzeugnisse

u Senf und Senferzeugnisse

u Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse

u Weichtiere (Mollusken, Schnecken, Tintenfische, Muscheln und Austern) sowie

Weichtiererzeugnisse

u Süßlupinen und Süßlupinenerzeugnisse

u Schwefeldioxid und Sulfite (bei einer Konzentration von mindestens 10 mg/kg

oder mg/l)

Fotos: Hügli, Nestlé Professional

14 rhw management 12 · 2013


Fachthema

Umgang mit der Allergeninformationspflicht

c Registriert die Branche, was auf sie

zukommt ab dem 13. Dezember 2014?

Wenn ja, wo gibt es am ehesten noch

Aufholbedarf?

d Wir treffen sowohl auf Kunden, die informiert

sind und bereits an der betriebseigenen

Umsetzung arbeiten, als

auch auf Kunden, für die das Thema

„Neue Allergeninformationspflicht“ noch

komplett neu ist. Vor allem bei großen

Betriebsverpflegern und großen Krankenhäusern

wird aktuell bereits am Thema

gearbeitet. Wir machen allerdings

auch die Erfahrung, dass insbesondere

kleinere Einrichtungen in der Sozialverpflegung

oft erst durch unsere Schulungsmaßnahmen

von der Allergeninformationspflicht

erfahren. Insgesamt macht

es den Eindruck, dass hier an vielen Stellen

Nachholbedarf herrscht und nicht zuletzt

deswegen Schulungen essenziell

sind, denn die neue Lebensmittelinformationsverordnung

lässt der Branche bis

zum 13.12.2014 schließlich nur noch eine

recht kurze Übergangsfrist.

c Gibt es Hilfsmittel wie Flyer, die Sie

anbieten?

d Wir bieten unseren Kunden zum einen

ein sehr anschauliches und übersichtliches

Allergenposter an. Das Poster

bietet einen Überblick über alle 14 Hauptallergene

und zeigt, auf welche Lebensmittel

bei einer bestimmten Unverträglichkeit

verzichtet werden muss beziehungsweise

welche Speisen oder Produkte

ohne Bedenken eingesetzt werden

können. Zum anderen bieten wir Schulungen

zum Thema an. Im Rahmen unseres

„Service on the road“ sind wir direkt

im Betrieb und schulen genau dort, wo

die Verordnung schließlich umzusetzen

ist. Darüber hinaus stellen wir umfangreiche

Produktinformationen zur Verfügung,

die notwendig sind, um sich als Verpflegungsbetrieb

einen Überblick über

allergene Inhaltsstoffe zu verschaffen. So

stellen wir neben den Infos auf unseren

Etiketten auch online Daten und Allergeninformationen

zur Verfügung. Wem

das immer noch nicht reichen sollte, für

den stellen wir auf Anfrage auch aktuelle

Produktspezifikationen bereit und haben

eine kostenfreie Hotline installiert,

hier beantworten wir Rückfragen oder Unklarheiten

in einem persönlichen Gespräch.

c Wird auch bei den Rezepturen umgedacht,

ähnlich wie bei den Clean-Label-Produkten,

wodurch ja eine Kennzeichnung

von Zusatzstoffen auf der Karte

vermieden werden kann?

d Unter den 14 Hauptallergenen sind

viele wertvolle Lebensmittel, auf die wir

– genau wie die Köche in der Praxis auch

Oecotrophologe

Tobias

Pawlik ist ernährungsfachlicher

Berater

im Nestlé Professional

Service

Center

– nicht generell verzichten möchten. Was

wäre beispielsweise unser Maggi Pürell

Komplettpüree ohne Milch oder die Maggi

Plus Klare Gemüsesuppe ohne ihre typische

Sellerienote? Ziel der Verordnung

ist es schließlich ja auch nicht, dass ohne

allergene Lebensmittel gekocht wird, sondern

lediglich, dass über jene Lebensmittel

informiert wird.

Natürlich fragen unsere Kunden auch

nach Produkten, die bestimmte Eigenschaften

in Bezug auf Unverträglichkeiten

erfüllen. Daher komponieren wir unsere

Produktrezepturen da, wo es möglich

und sinnvoll ist, so, dass auf bestimmte

Allergene, die häufig nachgefragt

werden wie zum Beispiel Gluten und Laktose

als Zutat verzichtet wird. So kann

die Köchin bzw. der Koch das Produkt für

eine breite Palette seiner Gerichte einsetzen.

Unsere drei neuen Grundsaucen

beispielsweise sind ab sofort frei von Laktose

und Hefeextrakt.

t

lich sein kann, profitieren davon auch etwa

ein Drittel der Bevölkerung, die unter Nahrungsmitteltoleranzen

bzw. Unverträglichkeiten

leiden.

Hersteller reagieren

Auch die Hersteller wie Wachter, Vogeley,

Unilever oder Nestlé (siehe Interview)

reagieren. Einer der Vorreiter ist sicherlich

das Schweizer Unternehmen Hügli,

das inzwischen fast 300 Produkte im Sortiment

hat, die „minus Allergen“ sind und

die 14 häufigsten Allergieauslöser nicht

enthalten. Hierzu musste bei Hügli die Produktion

Schritt für Schritt verändert werden.

Köche wie Frank Kaiser aus Bonndorf

kochen dann alle Gerichte mit den allergenfreien

Zutaten, um nicht vom gleichen

Gericht verschiedene Varianten kochen zu

müssen. Zumal es geschmacklich keine Unterschiede

geben soll.

Außerdem hat das Unternehmen ein

Küchenposter, ein Video sowie Rezeptkarten

kreiert und verschenkt Aufkleber, um

all Produkte in der Küche eindeutig zu

kennzeichnen mit Aufschriften wie „minus

Allergen“, „ohne lactosehaltige Zutaten“

oder „ohne glutenhaltige Zutaten“. Die Aufkleber

können dann beispielsweise selbst

bei Smoothfood im Altenheim auf die

Schaumdruckbehälter geklebt und anschließend

wieder entfernt werden. „Wichtig

ist dabei natürlich, dass sich der Koch

dann auch an die Rezepte hält“, betont Key

Account Manager Christoph Hins, „und

nicht meint, er müsse das ganze allergenfreie

Produkt am Ende noch spontan mit

Sahne verfeinern.“

Broschüre „Gute Gastgeber

für Allergiker“

Mit der aktualisierten und ergänzten

Neuauflage der Broschüre „Gute Gastgeber

für Allergiker“ will der DEHOGA Bundesverband

zusammen mit dem Deutschen

Allergie- und Asthmabund (DAAB) dafür

sorgen, dass sich Gäste mit Allergien in

Restaurants und Hotels in Deutschland

wohl fühlen. Die Broschüre (erhältlich unter

www.dehoga-shop.de) nennt die häufigsten

Allergieauslöser, zeigt die verschiedenen

Problemfelder auf und gibt praxisnahe

Empfehlungen im Umgang mit

Allergikern. t Robert Baumann

2014: rhw-Seminare

„Allergeninformationspflicht“

2014 sind von rhw management Seminare

zum Thema Allergeninformationspflicht

mit Carola Reiner geplant,

für die Sie sich ab sofort anmelden können

unter www.vnm-akademie.de oder

auf Seite 25/26 in diesem Heft:

23. Januar 2014 in Reutlingen

06. Februar 2014 in Hamburg

28. März 2014 in Mainz

04. April 2014 in Würzburg

Unser Tipp!

rhw management 12 · 2013 15


Fachthema

Strukturen verändern –

Hauswirtschaft aufwerten

Dienstleistungen zur Unterstützung von privaten Haushalten gewinnen

vor dem Hintergrund des demografischen und gesellschaftlichen

Strukturwandels für die Alltagsbewältigung und

Work-Life-Balance an Bedeutung. Ein neues Kompetentzentrum

an der Universität Gießen soll diese Entwicklung begleiten. Es

wird mit 200.000 Euro für die nächsten zwei Jahre durch das

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.

Im vergangenen September haben anlässlich

einer Kick-off-Veranstaltung –

also einer Auftaktbegegnung zu Beginn

eines Projekts – des Kompetenzzentrums

„Professionalisierung und Qualitätssicherung

haushaltsnaher Dienstleistungen

(PQHD)“ Experten aus Praxis und Wissenschaft,

von Unternehmen, Agenturen oder

Verbänden aus dem Bereich Haushalt,

Hauswirtschaft, Arbeitsmarkt und Familie

ihre Erfahrungen und ihr Wissen ausgetauscht.

Ziel des Kompetenzzentrums ist es, die

Anforderungen für die „Professionalisierung

und Qualitätssicherung haushaltsnaher

Dienstleistungen“ in Deutschland zu erfassen,

Entwicklungen im Sinne eines interdisziplinären

Wissenschaftsmanagements

zu organisieren sowie diese Prozesse

wissenschaftlich zu begleiten. Die Veranstaltung

an der Universität Gießen trug

den Titel „Caring, Cooking, Cleaning – Zukunftsperspektiven

haushaltsnaher Dienstleistungen

in Deutschland“. rhw management

sprach mit M. Sc. oec. troph. Mareike

Bröcheler vom Institut für Wirtschaftslehre

des Haushalts und Verbrauchsforschung

an der Universität Gießen.

c Würden Sie bitte für unsere Leser die

wichtigsten Punkte dieser Kick-off-Veranstaltung

zusammenfassen?

d Die Kick-off-Veranstaltung war der

Startschuss in die Arbeit des Kompetenzzentrums

„Professionalisierung und Qualitätssicherung

haushaltsnaher Dienstleistungen“.

Es ging vor allem darum, die

aktuelle Situation in Deutschland darzustellen.

Mit welchen Bedarfen haben wir

es heute zu tun? Wie werden haushaltsnahe

Dienstleistungen in Deutschland erledigt?

c Wie sehen die Antworten dazu aus?

d Zunächst einmal: Der Bedarf ist definitiv

da! Bereits heute beschäftigen Privathaushalte

ja durchaus eine Haushaltshilfe,

allerdings häufig eben in Form von

Schwarzarbeit, das ist momentan eindeutig

die vorherrschende Form der Vergabe

von Haushaltstätigkeiten. Verschiedene

Befragungen und Bedarfsanalysen haben

gezeigt, dass sich beispielsweise Familienhaushalte

mehrheitlich vorstellen können,

haushaltsnahe Dienstleistungen in

Anspruch zu nehmen bzw. vermehrt in Anspruch

zu nehmen, wenn sie dies bereits

in geringem Stundenumfang tun.

Viele wünschen sich Entlastung von der

täglichen Hausarbeit wie etwa beim Reinigen

der Wohnung, dem Einkauf und der Essenszubereitung

oder Unterstützung in der

Kinder- oder Altenbetreuung und dadurch

mehr Freizeit wie auch Zeit bzw. mehr Zeit

für die Erwerbsarbeit. Die Bedarfe variieren

natürlich zwischen verschiedenen

Haushaltstypen. Allerdings herrscht eben

immer noch das Modell vor, dass die meisten

Menschen im Privathaushalt die Haushalts-

und Sorgearbeiten selbst erledigen.

c Was war der Anlass, das Kompetenzzentrum

ins Leben zu rufen?

d Hintergrund der Entstehung des Kompetenzzentrums

ist, dass jetzt auch die

Bundesregierung sagt: Wir wollen das ändern!

Wir wollen haushaltsnahe Dienstleistungen

und deren Marktfähigkeit fördern.

Dieser Entschluss findet seinen Ursprung

unter anderem in der EU-Strategie

„Einen arbeitsplatzintensiven Aufschwung

gestalten“. Die EU-Kommission hat im letzten

Jahr dazu ein Papier veröffentlicht, in

dem ganz klar gesagt wird, dass dieser Arbeits-

und Tätigkeitsbereich der haushaltsnahen

Dienstleistungen gefördert

werden soll, um Arbeitsplätze zu schaffen

und Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

Die Ist-Situation haben im Rahmen unserer

Veranstaltung im Wesentlichen Prof.

Dr. Uta Meier-Gräwe von unserem Institut

für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung

an der Universität Gießen

und Heidi Holzhauser von der Bundesagentur

für Arbeit sowie Thomas Fischer

vom Bundesministerium für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend dargelegt.

c Kann man denn erklären, woran es

liegt, dass es noch so wenig Professionalisierung

im Bereich der haushaltsnahen

Dienstleistungen gibt? Weshalb erledigen

die Menschen diese Arbeiten selbst?

Ist das typisch deutsch? Will man sich

nicht in seine privaten vier Wände sehen

lassen?

d Ich denke, es ist nicht unbedingt typisch

deutsch, seine Haushalts- und Sorgeleistungen

selbst zu erbringen. Wenn

man sich in Europa umsieht, dann werden

diese Arbeiten traditionellerweise sicher

16 rhw management 12 · 2013


Fachthema

mehrheitlich selbst erledigt. Nur gibt es inzwischen

in vielen Ländern schon eine andere

Infrastruktur, die die haushaltsnahen

Dienstleistungen fördert. In Deutschland

gibt es, wie gesagt, einen wahnsinnig großen

Schwarzmarkt in diesem Bereich, der

auf rund eine Million Beschäftigte in Privathaushalten

geschätzt wird.

Im europäischen Vergleich zeigt sich:

Der Weg aus der Schattenwirtschaft funktioniert

in anderen Ländern nur deshalb

besser, weil entsprechende Strukturen bestehen.

Anders formuliert: Auch in Deutschland

wird sich dies nur ändern, wenn entsprechende

Strukturen geschaffen werden.

Minijobs in Privathaushalten, die über das

Haushaltsscheckverfahren organisiert werden,

machen hier nur einen Bruchteil dieses

Marktes aus. Wir brauchen Subventionierungen

oder andere Formen der Förderung

dieser Dienstleistungen. Nur so kann

man die Inanspruchnahme erhöhen.

c Was kann man sich als Fördermaßnahmen

vorstellen?

d Was immer heiß diskutiert wird, sind

so genannte Gutschein-Modelle. Das wollen

wir nicht als das Nonplusultra darstellen,

aber es ist eine Möglichkeit. In Belgien

und Frankreich wird das ganz erfolgreich

durchgeführt. Private Haushalte können

Gutscheine für die Leistungen erwerben,

die dann zwar nicht voll übernommen, aber

zu einem guten Teil bezuschusst werden.

Einerseits ist der Staat in der Verantwortung,

andererseits sind zum Beispiel in

Frankreich auch Unternehmen aktiv, die

das als Maßnahme erkannt haben, um ihr

Personal in dieser Hinsicht zu unterstützen.

Nicht als Lohnersatzleistung, sondern

als zusätzlichen Anreiz in ihrer Unternehmenskultur.

Gleichzeitig sind mit den Gutscheinen

auch steuerliche Vorteile für die Privathaushalte

und Unternehmen verbunden.

Ein weiterer wichtiger Punkt neben dieser

Finanzierung ist: Man muss von einem einheitlichen

System und einem Qualitätsstandard

sprechen. Das ist etwas, woran

es in Deutschland momentan noch ein bisschen

hakt. Es gibt zwar schon Dienstleistungsagenturen,

die auch Qualifizierungsangebote

ausweisen oder sich bestimmte

Qualitätsstandards aufs Banner geschrieben

haben. Aber da gibt es eben in Deutschland,

trotz vorhandener Ansätze – etwa

auch von einzelnen Verbraucherzentralen

–, nichts Einheitliches und Verbindliches.

Das wäre ein Ziel: Wir müssen eine gute

Qualifizierung bei den Dienstleisterinnen

– es sind ja doch meistens Frauen – hinkriegen

und die Leistungen auf bestimmte

Standards bringen, die notwendig sind,

um eine Vertrauensbasis bei diesen Diensten

zu schaffen. Es geht schließlich um den

sensiblen Bereich Privathaushalt, wo man

nicht jeden hereinlässt. Und wenn man bereit

ist, einen gewissen Preis für die Leistung

zu bezahlen, dann erwartet man natürlich

auch etwas.

c Weiß man denn aus den Benelux-

Staaten und aus Frankreich, welche Leistungen

dort am häufigsten auf Gutschein-

Basis vergeben werden?

d Die Gutscheine werden im französischen

Modell je Dienstleistungsstunde abgerechnet,

wobei es keine zeitliche Obergrenze

gibt. Welche Leistungen in diesem

Zeitraum erbracht werden, wird nicht reglementiert.

c Gibt es in Deutschland möglicherweise

Berührungsängste mit entsprechenden

Dienstleistungsagenturen, weil diese bisher

vor allem Personal an sehr betuchte

Privathaushalte vermitteln?

d Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen,

aber ich denke schon, dass das eine

Rolle spielt. Es ist Tatsache, und das zeigen

auch die Daten, dass die Haushalte,

die diese Leistungen über Agenturen in Anspruch

nehmen, sehr wohl größtenteils zu

den besser verdienenden gehören. Weitere

Gruppen, die relativ häufig haushaltsnahe

Dienstleistungen in Anspruch nehmen,

sind gerade nicht Familienhaushalte

mit Kindern und erwerbstätige Eltern in

Zeitnot, wie man zunächst denken könnte,

sondern ältere Personen, also die „Generation

60+“.

Das ist ein großes Thema für Menschen,

die noch nicht pflegebedürftig sind,

aber eben vieles in ihrem Alltag nicht mehr

schaffen. Es gibt also Unterstützungsbedarf,

und da werden entsprechende Angebote

auch in Anspruch genommen. Da auch

die Devise „ambulant vor stationär“ nicht

nur von den Kassen, sondern auch von den

meisten Menschen vertreten wird, muss es

hier passgenaue Hilfen geben.

c Wie ist es mit den Menschen, die zu

Hause gepflegt werden möchten?

d Da gibt es auch ganz interessante Studien,

die zeigen, dass die hauswirtschaftlichen

Tätigkeiten neben der medizinischen

Pflege noch einen viel größeren Zeitbedarf

aufweisen. Da muss man Wege finden, diese

Leistungen auch zu honorieren. Die Pflegedienste

können zwar einige Handgriffe

erledigen, doch sie sind für Arbeiten im

Haushalt weder zeitlich noch finanziell ausgestattet.

Das kam auch bei einigen Teilnehmerinnen

der Kick-off-Veranstaltung

zur Sprache: Zwar werden von den Pflegediensten

häufig auch haushaltsnahe

Dienstleistungen angeboten, allerdings

sind die Sätze der Pflegekassen da überhaupt

nicht kostendeckend.

c Der erste Vortrag der Kick-off-Veranstaltung

trug den Titel „Wertschöpfungspotenziale

haushaltsnaher Dienstleistungen“.

Könnten Sie bitte für die Referentin,

Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, etwas

zum Inhalt des Vortrags sagen?

d Professorin Uta Meier-Gräwe geht es

darum, zu betonen, dass man bei den

haushaltsnahen Dienstleistungen häufig

sofort an die Entlastungspotenziale für die

Haushalte, die dies in Anspruch nehmen,

denkt, die dadurch Zeit gewinnen für Freizeit

oder auch für Erwerbstätigkeit. Die

Wertschöpfung liegt aber auch darin, dass

durch mehr Möglichkeiten, einer Erwerbstätigkeit

nachzugehen, auch ein rein volkswirtschaftlicher

Nutzen durch erhöhte

Steuern und Sozialabgaben entsteht. Und

zwar sowohl bei den Haushalten, die die

Arbeitgeber sind, als auch durch die Dienstleisterinnen

und das ist gewissermaßen

auch das Leitbild des Kompetenzzentrums.

Es geht also nicht darum, möglichst

viele Minijobs im Bereich haushaltsnahe

Dienstleistungen zu schaffen, sondern die

Strukturen so zu gestalten, dass versicherungspflichtige

Beschäftigungsverhältnisse

entstehen. Wir sehen also gewissermaßen

einen „Dreiklang“ von Entlastung-, Beschäftigungs-

und Wertschöpfungspotenzialen.

So können sich im hauswirtschaftlichen

Berufsfeld auch viel mehr Arbeitsplätze

auftun. Dadurch wird dieser Bereich

aufgewertet.

c Ein Thema der Veranstaltung lautete

„Haushaltsnahe Dienstleistungen – Motor

für die Frauenerwerbstätigkeit“. Wie

kommt es, dass haushaltsnahe Dienstleistungen

im Zeitalter der Genderpolitik,

also der Bemühungen um Gleichstellung

von Mann und Frau, noch immer als frauenspezifisches

Thema dargeboten werden?

Ist der Titel des Vortrags möglicherweise

etwas unglücklich gewählt?

d Es sollte nicht darauf abzielen, dass wir

sagen: haushaltsnahe Dienstleistungen als

Arbeitsfeld für Frauen. Das ist damit nicht

gemeint. Es ist aber der Tatsache geschuldet,

dass in Privathaushalten die meisten

Leistungen von Frauen erbracht werden.

Durch die Entlastung in den Privathaushalten

– schließlich zeigen die Daten der

Zeitbudgeterhebungen, dass die Haushalts-

und Sorgeleistungen immer noch

zum allergrößten Teil von Frauen erledigt

werden – bekommen speziell Frauen mehr

Möglichkeiten, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Das ist sicher nicht in allen Haushalten

so. Dennoch kann man sagen: Wenn Frauen

in Privathaushalten entlastet werden,

kann ihre Erwerbsarbeit gefördert werden.

Sowohl auf der Ebene hauswirtschaftlicher

Dienstleistungen als auch in den Arbeit-

rhw management 12 · 2013 17


Fachthema

geber-Haushalten hätten wir hiermit eine

Förderung primär von Frauen-Erwerbsarbeit.

Und um die Größenordnung zu verdeutlichen:

Das Institut der deutschen Wirtschaft

Köln hat ein Potenzial von 355.000

Arbeitsplätzen errechnet, die durch Legalisierung

von 60 Prozent der aktuellen

Schwarzarbeitsverhältnisse entstehen können.

c In den Workshops, die am Nachmittag

Ihres Veranstaltungstages angeboten

worden sind, gab es das Thema „Privathaushalte

als Arbeitgeber“. Könnten Sie

hierzu noch etwas sagen? Was konnten

die Teilnehmer erfahren und lernen?

d Diesen Workshop haben wir in Zusammenarbeit

mit der Katholischen Frauengemeinschaft

Deutschlands (kfd) gestaltet.

Hier geht es uns vor allem darum, erst einmal

herauszubekommen: Wie ist es als Privathaushalt

Arbeitgeber zu sein? Welche

Punkte sind es, die ein gutes Verhältnis zu

den Dienstleistern ausmachen? Und was

sind heutzutage noch Hemmschwellen, die

daran hindern, entsprechende Dienstleistungen

in Anspruch zu nehmen?

Hier gibt es also mehr Fragen als Antworten.

Wir müssen diese Aspekte in

nächster Zeit gründlich beleuchten. Die

meisten bisherigen Überlegungen, etwa zu

Finanzierungsmodellen, sind eher globaler

und struktureller Natur. Aber die Privathaushaltsebene

interessiert uns im Bereich

der Ökotrophologie natürlich ganz

Besonders. Die Ergebnisse aller Workshops

werden wir Anfang Dezember als Tagungsdokumentation

veröffentlichen.

c Vielen Dank für das interessante Gespräch.

t Interview: Dorothea Kammerer

Veranstaltungshinweis

Am 23. und 24. Januar 2014 findet in

Mainz eine weitere Tagung des Kompetenzzentrums

statt, diesmal in Kooperation

mit der Katholischen Frauengemeinschaft

Deutschlands (kfd).

Motto „Von der schwarzen Arbeit zur

weißen Weste“.

rhw-Serie

Steckbrief Bodenbelag

Teil 3

Kugelgarn

Besondere Kennzeichen/Herstellung

Die anspruchsvolle und hochwertige Qualität entsteht durch eine Mischung von Naturhaar,

Schurwolle und Polypropylen. Die hoch verdichtete Oberfläche verhindert wirkungsvoll

das Eindringen von Schmutz. Bei geringer Luftfeuchtigkeit, wie beispielsweise

im Winter, kann es zur elektrostatischen Aufladung kommen. Der Schweizer Hersteller

Fabromont ist der einzige Produzent von Kugelgarn und hat den Begriff rechtlich

schützen lassen. Kugelgarn ist eine eigenständige Kategorie neben Webware, Tufting

und Nadelfilz.

Daran erkenne ich Kugelgarn

Kugelgarn-Teppichböden sind sehr strapazierfähige und nicht fransende textile Bodenbeläge

mit einmaliger Optik und Struktur (Foto)

Eignung

Geeignet für Büroräume, Flure, Gruppenräume und Eingangszonen

Richtige Reinigung

In der Unterhaltsreinigung den Boden mit einem leistungsstarken Staubsauger in Kombination mit einer Bodendüse flache Bauform

oder einer Bodendüse mit Borststreifen saugen. In der Zwischenreinigung empfiehlt sich nach einer Fleckendetachur die

Reinigung mit einem nebelfeuchten Garnpad. Zur Grundreinigung eignet sich ebenfalls die Reinigung mit einem Garnpad. Die

Sprühextraktion empfiehlt sich nur sehr bedingt.

4

Häufigste Fehler

Zuviel Wassereinsatz bei der Reinigung. Der Einsatz von Bürststaubsaugern kann die die Struktur des Gewebes angreifen. Beim

Entfernen von Kaugummi bitte kein Vereisungsspray verwenden.

Expertenrat von Uwe Richter, Numatic

Vor der Reinigung mit Wassereinsatz unbedingt die Farbechtheit des Bodenbelages prüfen. Der regelmäßige Einsatz eines leistungsstarken

Staubsaugers verhindert die Anschmutzung sehr wirkungsvoll.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Alegria/Dr. Schnell

Hintergrund: Eky Chan/fotolia.com

Weitere Informationen

Beratung: Uwe Richter, Fachwirt für Reinigungs- und Hygienemanagement, Schulungsleiter/Anwendungstechniker bei Numatic

International. Wir empfehlen zur Vertiefung des Themas die rhw-DVD „Bodenreinigung für Profis“. Die Serie „Steckbrief Bodenbelag“

wird fortgesetzt.

18 rhw management 12 · 2013


Ab 2014:

Änderung der Pflegenoten

Fachthema

Wichtiges Ziel der Änderung der Pflegetransparenzkriterien

(„Pflegenoten“) war, die Transparenzberichte für die Pflegebedürftigen

und ihre Angehörigen besser vergleichbar zu machen,

rechtlich problematische Regelungen zu beseitigen und schließlich

Bewertungskriterien zu straffen und zu konkretisieren. Die

wesentlichen Änderungen der Pflegetransparenzkriterien ab

dem 1.1.2014 im Überblick.

Die Stichprobe wird künftig einheitlich

aus je drei pflegebedürftigen

Menschen pro Pflegestufe gebildet.

Damit werden unabhängig von der Einrichtungsgröße

jeweils neun pflegebedürftige

Menschen in die Stichprobe einbezogen.

„Sofern Zweifel an der Beurteilung des

Kriteriums bestehen, werden ergänzende

Informationen beim Pflegepersonal eingeholt.“

Recht unscheinbar kann diese häufig

eingefügte Formulierung für eine völlig

neue Kultur der Prüfung und der Nachweisführung

sorgen. Ein zentraler Aspekt

muss künftig der fachliche Diskurs zwischen

den Fachkräften des Pflegeheimes

und denen des MDK sein. Hier besteht sowohl

die Chance als auch die große Herausforderung,

Fachlichkeit zu beweisen

über die Darlegung der durchgeführten

pflegerischen Maßnahmen.

Es sollte unbedingt die Chance genutzt

werden, dass künftig die Fachlichkeit der

verantwortlichen Mitarbeiter im Zweifelsfall

den Ausschlag gibt und eben nicht alleine

die Dokumentation. Wichtig in diesem

Zusammenhang ist, dass abweichende

fachliche Beurteilungen durch externe

Prüfer und interne Mitarbeiter künftig in

den Prüfbericht einfließen.

Zusätzliche Nachweisebenen

werden eingeführt

Zusätzliche Nachweisebenen werden

in allen vier Gruppen zu finden sein:

u Pflege und medizinische Versorgung

u Umgang mit demenzkranken Bewohnern

u Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung

u Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft

und Hygiene.

Kriterien werden zukünftig ebenfalls

als vollständig erfüllt bewertet, wenn alternative,

fachlich gleichwertige Lösungen

gefunden wurden. Dies gilt auch, wenn bekräftigt

wird, dass von der Einrichtung nicht

beeinflussbare Faktoren natürlich keine

Auswirkungen auf die Bewertung haben

können. Die Pflegeheime können nur Verantwortung

für das übernehmen, was sie

auch direkt beeinflussen können.

Da es Diskussionen um einen scheinbar

niedrigen Erfüllungsgrad bei der Medikamentenversorgung

gab, wird ein zusätzliches

Kriterium eingeführt: „Entspricht

die Bedarfsmedikation der ärztlichen Anordnung?“

Ist eine Bedarfsmedikation angeordnet,

muss in der Pflegedokumentation

festgehalten sein, bei welchen Symptomen

welches Medikament in welcher Einzel-

und bis zu welcher Tageshöchstdosierung

zu verabreichen ist, sofern die Tageshöchstdosierung

vom Arzt jeweils festgelegt

wurde.

rhw management 12 · 2013 19


Fachthema

Änderungen bei folgenden Kriterien

u „Werden erforderliche Dekubitusprophylaxen

durchgeführt?“ Die Frage ist

mit „Ja“ zu beantworten, wenn bei dekubitusgefährdeten

Bewohnern individuell

angemessene Maßnahmen zur

Dekubitusprophylaxe […] in der Pflegeplanung

berücksichtigt sind sowie

die Durchführung in der Dokumentation

und durch Inaugenscheinnahme erkennbar

ist.

Die sachgerechte Durchführung der Dekubitusprophylaxen

ist beispielsweise daran

erkennbar, dass die aktuelle Lagerung

der Planung entspricht, notwendige Hilfsmittel

eingesetzt werden und ordnungsgemäß

zum Einsatz kommen. Sofern Zweifel

an der Beurteilung des Kriteriums bestehen,

werden ergänzend das Pflegepersonal

und die Bewohner befragt. Die Frage

ist mit „trifft nicht zu“ zu bewerten,

wenn von der Pflegeeinrichtung festgestellt

wurde, dass kein Dekubitusrisiko vorliegt.

u „Entspricht die Medikamentenversorgung

den ärztlichen Anordnungen?“

Die Frage ist mit „Ja“ zu beantworten,

wenn das Pflegeheim die ärztlich angeordneten

Medikamente und deren

Verabreichung dokumentiert hat […].

u „Sind Ort und Zeitpunkt der Entstehung

der chronischen Wunde/des Dekubitus

dokumentiert?“ Aus der Pflegedokumentation

muss klar erkennbar

sein, ob und gegebenenfalls wann der

Dekubitus oder die chronische Wunde

innerhalb oder außerhalb der Pflegeeinrichtung

entstanden ist. Sofern der

Dekubitus oder die chronische Wunde

innerhalb der Pflegeeinrichtung entstanden

ist, muss der Zeitpunkt der

Entstehung immer dokumentiert sein.

u „Basieren Maßnahmen zur Behandlung

der chronischen Wunden oder des

Dekubitus auf dem aktuellen Stand des

Wissens?“ Das Kriterium ist erfüllt,

wenn aus der Pflegedokumentation ersichtlich

ist, dass die Behandlung dem

aktuellen Stand des Wissens entspricht

und die Durchführung der Maßnahmen

durch die Inaugenscheinnahme erkennbar

ist. Sofern Zweifel an der Beurteilung

des Kriteriums bestehen, werden

ergänzend das Pflegepersonal und

die Bewohner befragt.

u

u „Können die Bewohner die Zimmer entsprechend

ihren Lebensgewohnheiten

gestalten?“ Diese Frage ist mit „Ja“ zu

beantworten, wenn die Bewohner die

Zimmer entsprechend ihrer Lebensgewohnheiten

gestalten können und diese

durch Differenzierungen (zum Beispiel

mit Bildern, Symptomen oder Farben)

gut unterschieden werden können.

„Werden im Rahmen der sozialen Betreuung

Angebote für Bewohner gemacht,

die nicht an Gruppenangeboten

teilnehmen können?“ Das Kriterium

ist erfüllt, wenn das Pflegeheim für

Bewohner, die aufgrund kognitiver Defizite

Einschränkungen in der Mobilität

oder anderer Handicaps nicht an Gruppenangeboten

teilnehmen können, an

mindestens drei von sieben Tagen Angeboten

für diese Bewohnergruppe

plant und anbietet. Dies wird anhand

der Konzeption und der Angebotsplanung

überprüft. Es ist nicht ausreichend,

nur persönliche Gedenktage zu

berücksichtigen und Unterstützung bei

persönlichen Anliegen zu geben.

u „Kann der Zeitpunkt des Essens im

Rahmen bestimmter Zeitkorridore frei

gewählt werden?“ Die Frage ist mit „Ja“

zu beantworten, wenn das Pflegeheim

geeignete Nachweise darüber führen

kann – zum Beispiel über einen Speiseplan

–, dass die Bewohner in einem

angemessenen zeitlichen Rahmen (von

mindestens 90 Minuten) selbst bestimmen

können, wann sie die Hauptmahlzeiten

einnehmen möchten.

Weitere Veränderungen

Bei einigen weiteren Kriterien wird unter

anderem die Ausfüllanleitung verändert,

bei der Darstellung der Einzelergebnisse

wird zur besseren Verständlichkeit

statt der Note jeweils dargestellt, bei wie

vielen der geprüften Personen das Kriterium

vollständig erfüllt wird: „vollständig erfüllt

bei x von y Bewohnern“.

Die Reihenfolge der Darstellung der Kriterien

wird so geändert, dass zunächst die

besonderen pflegerischen Herausforderungen

dargestellt werden. Auf diese Kriterien

werden die Verbraucher besonders

hingewiesen.

Künftig ist die folgende Verteilung relevant:

u Pflege und medizinische

Versorgung

32 Kriterien

u Umgang mit demenzkranken

Bewohnern 9 Kriterien

u Soziale Betreuung und

Alltagsgestaltung 9 Kriterien

u Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft

und Hygiene 9 Kriterien

Summe: 59 Kriterien insgesamt plus

Bewohnerbefragung (weitere 18 Kriterien)

In den weiterhin ausgewiesenen vier

Teilbereichen wird eine Bereichsnote gebildet

aus den Ergebnissen der Bewertung

der Einzelkriterien. In der Gesamtnote werden

auch künftig alle Einzelkriterien eingehen.

Der Teilbereich „Pflege und medizinische

Betreuung“ wird somit weiterhin

die zentrale Aussage bestimmen.

Das Verfahren der Zuordnung von Skalenwerten

zu Notenwerten wird beibehalten.

Die Note „ausreichend“ wird vergeben,

wenn mehr als 50 Prozent der Anforderungen

vollständig erfüllt sind. Entsprechend

verändert sich die Notenskala für

die Zuordnung aller anderen Noten. Die

Note „sehr gut“ wird künftig für den Bereich

1,0 bis 1,4 vergeben, ab 1,5 dann ein

„gut“ usw. Die Abstände der einzelnen Notenschritte

sind durchgängig gleich.

Übergang zur neuen Prüfsystematik

Für den Übergang von der jetzigen zu

einer neuen Prüfsystematik wurde ein Verfahren

zur Darstellung der dann auf zunächst

unterschiedlichen Prüfgrundlagen

aufbauenden Ergebnisse vereinbart. Da

alle Pflegeheime jährlich geprüft werden,

wird es somit nach der Übergangszeit von

einem Jahr wieder eine auf einheitlichen

Grundlagen basierende Darstellung geben.

Die Prüfberichte und die Veröffentlichung

im Internet werden eine deutliche Unterscheidbarkeit

der alten und der neuen Berichte

gewährleisten. Die angepassten

Qualitätsprüfungsrichtlinien sollen – nach

Genehmigung durch das BMG – gleichfalls

am 1. Januar 2014 in Kraft treten.

Fazit für die Praxis

Mit den Änderungen der Pflege-Transparenzvereinbarungen

ab dem 1. Januar

2014 kommen neue Herausforderungen

auf die Pflegeeinrichtungen und deren Mitarbeiter

zu. Es gilt, sich intensiv mit den

PTVs auseinanderzusetzen und neue Maßnahmen

in das bestehende Qualitätsmanagementsystem

der Einrichtung zu implementieren,

um sicher die kommende

Qualitätsprüfung zu bestehen.

t Dr. Bernd Kwiatkowski

Kontakt zum

Autor

Dr. Bernd Kwiatkowski

Vluyner Südring 110

47506 Neukirchen-

Vluyn

E-Mail-Kontakt:

bernd-kwiatkowski@

freenet.de

20 rhw management 12 · 2013


Berufsbildung

Die neue Lust am Stricken

Foto: contrastwerkstatt - Fotolia.com

Ob der klassische Twinsets aus Kaschmir, grobmaschige Strickjacken

oder coole Strickmützen: Wolltextilien sind derzeit absolut

in – und das selber Stricken ist zum Szene-Hobby geworden.

Zeit für einen Überblick: welche Wollqualitäten gibt es eigentlich,

was sind die positiven und auch negativen Eigenschaften

von Wolle und wie pflegt man Wolltextilien, ohne dass

sie Schaden nehmen?

Madonna, Sara Jessica Parker und Julia

Roberts tun es, bei Teenagern ist

es hipp und sogar Männer soll man

schon dabei beobachtet haben: die Rede ist

vom Stricken, das sein eher altbackenes

Oma-Image verloren hat und zur derzeit absolut

angesagten Fingerübung geworden

ist.

Der Gesamtmarkt für Handarbeitsbedarf

ist 2012 um 15 Prozent auf rund 1,2 Milliarden

Euro Umsatz gewachsen. Besonders

groß waren die Zuwächse in den Bereichen

Handstrickgarne, sie konnten um über 19

Prozent zulegen. Insgesamt wurden 2012

laut der „Initiative Handarbeit“ für 430 Millionen

Euro Handstrickgarne verkauft. Und:

die „Selberstricker“ werden immer jünger.

Tagsüber am Computer arbeiten und abends

mit den Händen selber etwas Individuelles

schaffen, das scheint der perfekte Ausgleich

zu sein. So wird Stricken schon das neue

Yoga genannt, haben Forscher doch herausgefunden,

dass Stricken genauso wirksam

gegen Bluthochdruck und Stress sein

kann. Außerdem sagen Hirnforscher, dass

Stricken das Erinnerungsvermögen und die

Vernetzung beider Gehirnhälften stärkt.

Wer selber schon einmal Stricknadeln

zur Hand genommen hat, weiß, dass das

rhythmische Klackern der Nadeln beruhigt,

der Umgang mit der Wolle eine sinnliche Erfahrung

bietet und man am Ende auch noch

ein greifbares Ergebnis in der Hand hat, das

sich von der Massenproduktion abhebt.

Ob im Strickladen, bei Strickkursen im

Woll-Café oder bei Strick-Workshops: heute

strickt man nicht mehr allein zu Hause,

Handwerken ist zu einem gemeinschaftlichen

Event geworden. Allerdings eher in

Großstädten wie Berlin, Frankfurt oder Hamburg,

weil sich dort eine Art Szene entwi-

rhw management 12·2013 21


Dossier: Wolltextilien

Bekannte Wollsorten im Überblick

Schafwolle

Lambswool ist Lammwolle aus der ersten

Schur der etwa sechs Monate alten

Lämmer. Die Wolle der älteren Schafe

wird mit zunehmendem Alter der Tiere

und Erreichen der Geschlechtsreife

grundsätzlich gröber und härter. Die Faserfeinheit

der Lammwolle beträgt rund

20 bis 27 Micron. Diese Wolle ist weich,

sie eignet sich für Pullover, Schals, Mützen

und Handschuhe.

Merinowolle stammt wie der Name sagt

vom Merinoschaf und ist fein, weich,

stark gekräuselt und sehr hochwertig.

Die Wolle kommt in hochwertigen

Kammgarnen für Oberbekleidung zum

Einsatz. Die kommerziell eingesetzte

Feinheit der Merinofaser kann bis zu 16,5

Micron (super fine merino wool) betragen,

was zu einer extrem feinen und

hochwertigen Ware führt.

Crossbredwolle ist mittelfein, nicht so

weich und weniger stark gekräuselt als

Merinowolle. Sie stammt von Crossbredschafen,

einer Kreuzung aus Merino-

und Grobwollschaf. Die Crossbredwolle

wird sowohl in der Oberbekleidung

als auch im Heimtextilbereich eingesetzt.

Die Faserfeinheit reicht von 24 bis über

40 Micron.

Cheviotwolle ist eine grobe und derbe,

eher glänzende Wolle. Sie ist eher wenig

oder nicht gewellt. Sie stammt vom

Cheviotwollschaf, zum Beispiel dem

Shetlandschaf. Einsatzgebiete sind die

Teppichindustrie oder technische Anwendungen

(Dämm-Material, Bezugsstoffe).

Angorawolle

Angora wird beim Auskämmen und Scheren

von Angorakaninchen gewonnen.

Häufig werden Mischungen mit Lambswool

angeboten, es gibt aber auch Textilien

mit 100 Prozent Angora im Handel.

Die superweiche, langhaarige Wolle ist

teuer, da Angorakaninchen nicht so häufig

gezüchtet werden. Angorawolle ist

zwar einfach zu verarbeiten, haart jedoch

beim Stricken. Die Wolle ist nicht sehr

strapazierfähig. Die zarte, flauschige

Oberfläche wird noch schöner, wenn man

sie leicht bürstet. Garne und Stoffe aus

Angora sind besonders lufthaltig und besitzen

daher ein hohes Wärmerückhaltevermögen,

das bei rheumatischen Erkrankungen

lindernd wirken soll.

Mohairwolle

Das langhaarige, flauschige, fein glänzendes

Garn wird aus den Haaren der

Mohair- oder Angoraziege gewonnen, einer

in Vorderasien gezüchtete Rasse kleiner

Hausziegen. Achtung: nicht mit der

Angorawolle von Angorakaninchen zu

verwechseln. Die Wolle ist federleicht,

warm, geschmeidig wie Naturseide und

damit ein idealer Begleiter für Stricktextilien.

Wenn nach längerem Tragen

die Haare flach gedrückt sind, werden

sie mit einer kräftigen Bürste wieder aufgeraut.

Alpakawolle

Alpakawolle gewinnt man aus den Haaren

des Alpakaschafes, ein Lama-ähnliches

Huftier, beheimatet in den Anden.

Allerdings werden die Tiere nur alle zwei

Jahre geschoren, so dass der Output gering

und die Wolle teuer ist. Alpakawolle,

besonders die der schwarzbraunen

Tiere, ist von hoher Qualität und besitzt

sehr gute Trageeigenschaften. Die Wolle

ist leicht und der hohe Fettgehalt verstärkt

die Thermoeigenschaften, die Faser

ist Schmutz- und Geruchsabweisend.

Durch den weichen, glatten Faden lässt

sich die Wolle leicht verarbeiten und ist

ideal für Strickanfänger.

Kaschmirwolle

Diese edle Sorte wird durch Auskämmen

oder Ausrupfen der Unterhaare der

Kaschmirziege gewonnen, die auf den

kargen Hochebenen Asiens lebt. Dabei

kommen nur 80 bis 100 Gramm pro Tier

im Frühjahr zusammen. Zur Herstellung

eines Pullovers wird die Jahresproduktion

von vier bis sechs Ziegen benötigt.

Das erklärt den hohen Preis für diese

Wollart. Begehrt sind vor allem die Unterhaare,

Kaschmirdaune genannt.

Kaschmirwolle ist fein, dicht und von unerreichter

Weichheit. Aus Kostengründen

wird die Wolle jedoch nur selten rein

verarbeitet, sondern häufig in Mischgeweben,

zum Beispiel zusammen mit feiner

Schafwolle. Zwei Kriterien entscheiden

über die Qualität der Wolle: die Faserlänge

und die Faserfeinheit. Das extrem

feine Kaschmirgarn der höchsten

Qualitätsstufe „two ply“ wird aus Fasern

mit einem Querschnitt von 14 bis höchstens

16 Micron und einer Länge von 50

mm verwendet. Das aus zwei Kaschmirfäden

gezwirnte Garn ist fester, elastischer

und weniger anfällig für Pilling als

das einfädige Garn „one ply“.

Cashgorawolle

Cashgora wird aus der Kreuzung einer

Angoraziege mit einem Kaschmirbock

gewonnen. Die Wolle verfügt über viele

positive Eigenschaften, sie ist fein,

weich, strapazierfähig, verfügt über einen

matten Glanz und ist preisgünstiger

als Kaschmir. Oft wird Cashgora mit Seide,

Lambswool oder Merinowolle gemischt.

Verwendet wird sie vor allem für

Bettdecken und Füllmaterial für Decken

aber auch für Kleidung und Strickwaren.

Yakwolle

Yakwolle stammt aus dem Haarkleid des

asiatischen Yaks, einem Hochgebirgsrind.

Das Fell des Yaks besteht aus zwei

Schichten: aus grobem Haar und einer

darunter liegenden feineren Haarschicht.

Deswegen lassen sich aus dem Yakhaar

zwei Arten von Wolle gewinnen: die Feinwolle,

die aus dem Unterhaar gewonnen

wird, sowie die Grobwolle (Grannenhaare),

die aus dem langen, robusten harten

Deckhaar stammt. Yakwolle ist leicht,

dicht und verfügt über eine hohe Wärmerückhaltungseigenschaft.

Ein Pullover aus reiner Vikunja-Wolle

kann schnell 2.000 bis 3.000 Euro kosten.

Das Garn lässt sich nicht ohne Einbußen

färben und bleibt deshalb haselnussbraun.

Vikunjawolle

Diese Wolle wird aus dem Haar der Kamelart

Vikunja gewonnen. Vikunjas leben

im südamerikanischen Hochland

und stehen unter Artenschutz. Das für

die Vikunjawolle verwendete Wollhaar

zählt zu den feinsten Tierhaaren der

Welt, mit einer Feinheit zwischen 12 und

13 Mikron. Die Temperaturregulierungs-

Eigenschaften der Vikunja-Faser ist fast

unvergleichlich. Die Tiere haben dieses

wertvolle Fell entwickelt, um die Winter

mit der eisigen Kälte und die Sommer

mit ihrer sengenden Hitze im Andenhochland

zu überleben. Aufgrund ihres

seltenen Vorkommens ist Vikunjawolle

sehr teuer und wird häufig mit anderen

Fasern gemischt.

Foto: Robert Baumann

22 rhw management 12 · 2013


Dossier: Wolltextilien

Foto: Initiative Handarbeit

ckeln kann. Auch eine ganze Reihe von

Handarbeitsplattformen wie zum Beispiel

Etsy oder Dawanda sind mittlerweile im Netz

zu finden. Es gibt es unzählige Blogs,

Strickanleitungen auf Youtube und mit Ravery.com

eine Art Facebook für Strickfreunde,

hier kann man Anleitungen teilen oder

fertige Stücke präsentieren.

Haare von Schaf,

Ziege oder Kaninchen

Zum Stricken braucht man Wolle, das

ist klar, doch es gilt den Überblick zu behalten

bei einer Vielzahl unterschiedlicher

Wollarten und -qualitäten. Grundsätzlich

wird mit dem Begriff Wolle eine tierische Faser

bezeichnet, die von verschiedenen

Schafrassen stammt. Je nach Schafrasse unterscheidet

man Wollarten wie Merinowolle,

Crossbredwolle oder Grobwolle (vom

Shetland- und Chevoitschaf). Je nach Körperpartie

ist die Wolle von unterschiedlicher

Güte. Am wertvollsten ist Wolle aus dem

Schulterbereich, aber auch Seiten- und Halsteile

liefern gutes Material.

Auch die Haare von anderen Säugetieren

werden als Wolle bezeichnet, allerdings

wird dann benannt, von welchen Tieren sie

stammt, zum Beispiel Angora-Wolle vom Angorakaninchen,

Kaschmir-Wolle von der

Kaschmirziege oder Alpaka-Wolle vom Lama

(Beschreibung der Wollarten siehe Kasten).

Jede Schafrasse liefert eine andere Wolle,

mal feiner mal gröber. Der Feinheitsgrad

einer Wolle wird in Micron (1 Mikron = ein

tausendstel Millimeter) angegeben. Je höher

dieser Wert, desto gröber die Faser und

je niedriger, desto feiner. Extrafein ist Wolle,

die zwischen 19 bis 21 Micron liegt. Für

Wolle, die zu strapazierfähigen Textilien

verarbeitet werden soll (zum Beispiel Socken),

sollte die Micronzahl höher liegen

(etwa zwischen 24 und 26). Die feinste und

kostbarste Wolle der Welt liefern übrigens

Vikunja, kleine Kamele aus Peru. Vikunja-

Fasern haben einen Durchmesser von gerade

einmal zwölf Micron und ein Mantel

aus dieser edlen Wolle ist für etwa 14.000

Euro zu haben…

Wolle ist nicht gleich Wolle

„Reine Schurwolle“ ist ein gesetzlich geschützter

Begriff und gemeint ist damit, dass

die Wolle vom lebenden Tier gewonnen und

erstmalig verarbeitet wurde. „Reine Wolle“

kann auch wiederaufbereitete Garne aus

Wollabfällen und alten Textilien enthalten,

ist also von minderer Qualität. Reißwolle ist

recycelte Wolle aus alten Textilien. Ein geschütztes

Gütezeichen ist das „Wollsiegel“,

das für einen Mindeststandard hinsichtlich

Farbechtheit und Reißfestigkeit steht.

Es gibt zahlreiche Wollarten – von Schaf

oder Ziege stammend ebenso wie vom

Kaninchen, Alpaka, Vikunja, Yak oder

Ziege. Die Kreuzung aus Kaschmirbock

(„Cash-“) und Angoraziege („-gora“)

heißt übrigens Cashgora.

Strickwolle bzw. Handstrickgarn besteht

meist aus einem Gemisch aus Wolle und

Kunstfasern. Gern wird für Handarbeitsgarne

Crossbredwolle eingesetzt. Bekannt sind

Sorten wie die feine Merinowolle, die gröbere

Shetlandwolle und die empfindliche

Lambswool, die von höchstens sechs Monate

alten Jungschafen stammt. Als „Cool

Wool“ werden leichte Schurwoll-Textilien

bezeichnet.

Zum Stricken kann auch Baumwolle verwendet

werden, die laut Textilkennzeichnungsgesetz

eigentlich gar keine Wolle ist,

da sie nicht von Tieren stammt, sondern aus

den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen

wird. Baumwolle zeichnet sich

durch angenehme, kühle Trageeigenschaften

aus und wird beispielsweise für leichte

Sommerpullover gern genommen. Sie spielt

beim Stricken jedoch eher eine untergeordnete

Rolle.

Zwar werden Schafe auch in Deutschland

gehalten, trotzdem wird Wolle für Textilien

meist importiert, vor allem aus Australien,

Neuseeland, Südamerika und Südafrika.

Bei der Verarbeitung wird die Wolle

zunächst sortiert nach Feinheit, Länge und

Gleichmäßigkeit, dann gewaschen, gekämmt

oder kardiert, gebleicht und/oder

gefärbt und schließlich zu Garn versponnen.

Zusätzliche gewünschte Eigenschaften

erhält die Wolle durch das das sogenannte

Ausrüsten, das sind Maßnahmen zur Textilveredlung,

die die Materialeigenschaften

und den Gebrauchswert des Textils oder des

Garns optimieren sollen. Dazu gehört bei

der Wolle beispielsweise eine Filzfrei-Ausrüstung,

die man an Kennzeichnungen wie

„superwash“ oder „waschmaschinenfest“

erkennt. Die Wolle wird dafür mit Chlor,

Kunstharz und/oder Enzymen behandelt.

Um die Wolle bei Lagerung und Transport

vor Schädlingsbefall wie Motten oder Käferlarven

zu schützen, wird sie außerdem

oft mit Chemikalien wie Eulan oder Mitin behandelt.

Ökologisch hergestellte Wolle ist auf

dem Markt noch selten. Es gibt aber Hersteller

von Öko-Wolle, die damit werben,

keine umweltbelastenden oder gesundheitsschädlichen

Stoffe im Verarbeitungsprozess

zu verwenden. Der ökologische Anspruch

gilt dabei für die gesamte textile Kette

- von der Schafhaltung bis zur Entsorgung.

Wärmend, knitterfrei

und elastisch

Was die Eigenschaften von Wolle angeht,

ist allgemein bekannt, das Wolle gut

wärmt. Dabei speichert Wolle eigentlich nur

die Wärme des Körpers, denn sie hat natürliche

Thermoregulations-Eigenschaften.

Wollwaren bestehen (bezogen auf ihr Gesamtvolumen)

aus bis zu 85 Prozent Luft

und das Gewebe verhindert Wärmeabstrahlung,

daher ist Wolle ein guter Wärmeisolator.

Auch kann Wolle bis zu 30 Prozent

Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass sie

sich feucht anfühlt. Gleichzeitig schützt der

Lanolingehalt die Faser vor äußerer Nässe

und lässt Wassertropfen an ihrer Oberfläche

abperlen. Außerdem lädt Wolle sich

nicht elektrostatisch auf und zieht daher

kaum Schmutz an.

Ein weiterer Vorteil von Wolle ist ihre

Spannkraft, die sie praktisch knitterfrei

macht. Derart elastisch und formbeständig,

wird Wolle eigentlich nur von Seide übertroffen.

Außerdem ist Wolle sehr farbbeständig

und schwer entflammbar. Im Gegensatz

zu Kunstfasern nimmt Wolle Gerüche

und Schweiß nicht leicht auf, sie hat

quasi eine natürliche Selbstreinigungsfunktion,

da der aufgenommene Geruch

nach kurzem Lüften wieder an die Luft abgegeben

wird und die Textilien dann wieder

neutral und frisch riechen.

Aber es gibt auch Nachteile: so neigt

Wolle zum Fusseln, auch Pilling genannt.

Häufig wird gerade grobe Wolle als kratzig

und unangenehm auf der Haut empfunden.

Da Wolltextilien keine hohen Temperaturen

vertragen und außerdem empfindlich

gegen Seifenlaugen sind, kann man sie auch

nicht als pflegeleicht bezeichnen. Beim Waschen

ist generell zu beachten, dass ein spezielles

Wollwaschmittel und ein entsprechendes

Waschprogramm gewählt werden.

Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Wolle

verfilzt, sich Knötchen bilden oder die Kleidung

ihre Form verliert.

rhw management 12 · 2013 23


Berufsbildung

Vorsicht bei der Wollwäsche

Wieso kann Wolle eigentlich verfilzen?

Das liegt an der Verarbeitung der Wollfäden.

Während die Schuppenschicht jeder einzelnen

Wollfaser eines Schaf-Felles in gleicher

Richtung verläuft, liegen die Schuppen

bei den versponnenen Wollfäden eines Textils

nicht mehr parallel zueinander. Sobald

die Faser nun beim Waschen durch Reiben,

Drücken oder Wringen mechanisch beansprucht

wird, verhaken sich die Schuppen

ineinander und die Wolle verfilzt.

Dieser Vorgang wird verstärkt durch zu

hohe Waschtemperaturen oder ein zu alkalisches

Waschmittel. Wer Wolle mit einem

Universal- oder Colorwaschmittel

wäscht, riskiert Schädigungen oder sogar

Löcher in der Wollkleidung. Grund: diese

Waschmittel enthalten Enzyme und sind

unter anderem zur Entfernung von Eiweiß-

Flecken in der Wäsche entwickelt worden.

Doch können sie eine Eiweiß-Verschmutzung

nicht von der Eiweiß-Faser der Wolle

unterscheiden und greifen diese an.

Spezielle Wollwaschmittel hingegen

sollen mit dichtem Schaumpolster die Fasern

vor mechanischen Belastungen während

der Hand- oder Maschinenwäsche bewahren

und mit einem Pflege-Balsam die

einzelnen Fasern schützen. Wichtig: wenn

die Pflegekennzeichnung des Textils es erlaubt,

ist es immer einfacher, es mit der Maschine

in einem Woll- oder Handwaschprogramm

zu waschen und auch zu trocknen

(siehe auch das folgende Interview zum

Thema Wollwäsche mit der Expertin Ursula

Bolhuis).

t Alexandra Höß

„Wenn nur drei Prozent Kaschmir dabei sind, haben Sie verloren!”

Die Diplom-Oecotrophologin und

Hauswirtschaftsmeisterin Ursula

Bolhuis arbeitet als Personal Coach

für gehobene private Haushalte und kennt

sich mit der Wäschepflege von hochwertigen

Wolltextilien bestens aus. Ihre

Kenntnisse vermittelt sie rhw-Leserinnen

auch in Seminaren (siehe Ankündigung

auf S. 26). rhw management befragte Ursula

Bolhuis zu den Tücken der Wollwäsche.

c Mit welchen Wollarten hat man es bei

der Wäschepflege in gehobenen Privathaushalten

am meisten zu tun?

d Es sind hauptsächlich Kaschmir und

hochwertige Schurwolle. Hier sind Strickkleider

und natürlich Strickjacken sind ein

großes Thema. Es kommt immer auf die

jeweilige Mode an, derzeit sind auch gefilzte

Walkjacken und Lodenröcke groß im

Kommen. Bei sehr gehobenen Haushalten

ist Vikunja, eine hochwertige Kamelfaser,

gern gesehen, zum Beispiel für einen

Pullover, der dann schon mal 2.000

Euro kosten kann. Es ist empfehlenswert,

wenn man sich als hauswirtschaftliche

Fachkraft informiert, was gerade in Mode

ist und was das für die Wäschepflege bedeutet,

dann ist man für die Praxis gut vorbereitet.

c Gibt es Wolltextilien, die besonders

schwer zu behandeln sind?

d Die ganzen Filz/Walk-Textilien sind

schwer zu behandeln, die kann man nicht

waschen, sondern muss man reinigen lassen.

Auch hochwertige Naturfasern wie

Schurwolle oder Kaschmir gemischt mit

synthetischen Fasern bringen oft Probleme.

Synthetikfasern müssen beim Waschen

anders behandelt werden als Naturfasern,

aber das Waschverfahren richtet

sich nach der empfindlichsten Faser,

in diesem Fall also die Naturfaser.

Aber dann hat

man oft den Eindruck,

dass das Teil nicht richtig

sauber ist.

Probleme machen auch

Materialgemische wie

beispielsweise ein Kaschmirkleid

mit Accessoires

wie angenähten Strass-

Steinchen, Lederschnallen

oder Knöpfen. Das

Kleid kann ich zwar waschen,

aber das Leder nicht und wer weiß

mit welchem Kleber die Köpfe behandelt

sind. Diese Teile muss ich eventuell in die

Reinigung geben, die geben aber auch

keine Garantie auf Leder. Eine andere

Möglichkeit ist, die Accessoires vorher abzuschneiden

und hinterher wieder anzunähen.

Das ist am sichersten, aber natürlich

auch aufwändig.

c Welche Fehler werden bei der Behandlung

von Wolltextilien am häufigsten

gemacht?

d Häufig erlebe ich, dass die Maschine

bei der Wollwäsche viel zu voll beladen

wird. Es sollten höchstens zwei, drei Pullover

in die Maschine gegeben werden,

auch wenn es sich um sehr leichte Materialien

handelt. Oft wird auch der Technik

nicht vertraut, wenn zum Beispiel ein

Wollprogramm 1.200 Schleuderumdrehungen

hat. Aber hier kann man Herstellern

wie beispielsweise Miele schon vertrauen,

dass sie die Waschverfahren ausgiebig

getestet haben. Das gleiche gilt für

Trocknungsprogramme für Wolle: wir haben

häufig einfach nicht den Platz, Wolle

liegend zu trocken. Trocknungsprogramme

sind sehr gut, da kommen die Teile

fast schöner wieder heraus als sie es vorher

waren.

Beim Trocknen auf Wäscheständern

ist oft die Auflagefläche

zu klein, so dass Rillen im

Pullover zu sehen sind. Hier

gibt es extra Unterlagen zum

Pullovertrocknen, ansonsten

verwendet man dicke Frotteetücher,

die man häufig wechselt.

c Kann man Flecken bei Wolltextilien

gezielt behandeln?

d Achtung: Wolle auf gar keinen

Fall mit enzymhaltigen Fleckentfernern

behandeln, auch nicht mit Gallseife.

Es können Schäden am Textil wie Farbveränderungen

und sogar Löcher entstehen.

Eine Möglichkeit ist, den Fleck mit

Wollwaschmittel vorzubehandeln und etwas

einwirken zu lassen (nicht reiben und

nicht eintrocknen lassen). Ansonsten

bleibt noch die manuelle Methode: eine

Waschschüssel, Wasser und Wollwaschmittel.

c Und der Trend zum Handarbeiten und

speziell zum Stricken, bringt der auch

Probleme beim Waschen?

d Stimmt, es wird sehr viel gehandarbeitet

und dann haben Sie einen selbstgestrickten

Schal oder Socken in der Wäsche

und wissen nicht, was das für ein

Material ist. Das birgt enorme Risiken,

deshalb kann man nur raten, immer das

Wollwaschprogramm einzusetzen; selbst

wenn beispielsweise nur drei Prozent

Kaschmiranteil dabei ist, haben Sie sonst

verloren.

c Vielen Dank für die interessanten Infos.

Wir freuen uns auf das passende rhw-

Intensiv-Seminar „Managerin für den gehobenen

Privathaushalt“ im April 2014

mit Ihnen!

24 rhw management 12·2013


Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung

A K A D E M I E

S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N

Wie man in sozialen Einrichtungen mit Wäsche umgeht – Die Leitlinie zum Wäschemanagement

Zielgruppe:

Das Tagesseminar richtet sich an Fachkräfte in der Hauswirtschaft aus sozialen

Einrichtungen und Diensten, in deren Verantwortung die Wäschepflege

liegt. Es gibt Gelegenheit die Weiterentwicklung der vorhandenen hausinternen

Regelungen und Standards zu fördern.

Thema:

Die eigene Wäsche und ihre Pflege ist für viele Menschen ein sensibles

Thema: Werterhaltung und Wohlbefinden, Identifikation und Intimität, all dies

und vieles mehr verbinden wir mit unserer persönlichen Wäsche und Bekleidung.

In stationären Einrichtungen stellen sich rund um die Wäschepflege immer

wieder Fragen, insbesondere wenn die hauseigene Wäschereiabteilung ein

eher kleiner Bereich im Haus ist oder wenn die Wäsche gemeinsam mit Bewohner/innen

durchgeführt wird. Bislang fehlten abgesicherte Antworten.

Der Deutsche Caritasverband, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche

in Deutschland und die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft haben

nun eine Leitlinie zum Wäschemanagement in sozialen Einrichtungen erstellt,

in der versucht wird die Bewohnerinteressen mit den Anforderungen einer

guten Hygienepraxis und sachgerechten Wäschepflege rechtlich abgesichert

in Einklang zu bringen.

Die Leitlinie richtet sich an soziale Einrichtungen, in denen Wäsche gewaschen

wird - von der Kinderkrippe und anderen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen,

Einrichtungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf bis zur

stationären Altenhilfe und verschiedenen Formen des betreuten Wohnens,

nur Krankenhäuser sind ausgeklammert.

Der neue und eigenständige Ansatz der Leitlinie liegt darin, die Wäscheversorgung

in sozialen Einrichtungen konsequent an den Bedürfnissen der

Nutzerinnen und Nutzer auszurichten. Die Leitlinie unterstützt somit die Mitarbeiter(innen),

die Qualität der Wäscheversorgung

nutzerorientiert und gleichzeitig rechtlich

abgesichert zu erbringen. Die Voraussetzungen

hierfür werden praxis- und handlungsorientiert

erläutert und Umsetzungsmöglichkeiten in den

Einrichtungen werden aufgezeigt.

Inhalte:

• die Bedeutung von Wäsche für Bewohner/innen

• die rechtlichen Rahmenbedingungen der

Wäschepflege

• Anforderungen an die Wäscheorganisation

• Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen/

Arbeitssicherheit

• gute Hygienepraxis in der Wäschepflege

Termine, Orte und Zeiten:

Nur noch Plätze am 13. Dezember 2013 in Frankfurt/Main frei!

9 bis 17 Uhr; begrenzt auf jew. 16 Teilnehmer

Gebühr:

Vorzugspreis für Abonnenten von rhw management/

rhw praxis sowie Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft

e. V.: 159,– Euro, sonst 179,– Euro. Preise zuzüglich

MwSt., inkl. Tagungsunterlagen und -verpflegung.

Referentin:

Carola Reiner, CCR Unternehmensberatung

Allergenkennzeichnung – „Was bedeuten die Zahlen auf dem Speiseplan?“

Ab 13. Dezember 2014 müssen die Maßgaben aus der Lebensmittelinformationsverordnung

(LMIV) zur Allergenkennzeichnung auf Speiseplänen

endgültig in allen Betrieben auch für lose Ware umgesetzt sein.

Was dies für die verschiedenen Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung

bedeutet und wie sich die Kenntlichmachung von Allergenen auf dem

Speiseplan umsetzen lässt, wird in diesem Seminar vorgestellt.

Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer/innen einen Überblick über die häufigsten

Lebensmittelintoleranzen und -allergien sowie Tipps zur inhaltlichen

Gestaltung von Speiseplänen für die Betroffenen.

Themen und Inhalte:

• Grundlagen zu Lebensmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien

• Die häufigsten Allergene in Lebensmitteln und wie sich ihr Einsatz vermeiden

lässt

• Was fordert die LMIV?

• Kennzeichnung von verpackter Ware

• Deklaration von Allergenen auf dem Speiseplan

• Möglichkeiten zur Kennzeichnung

Termine, Orte und Zeiten:

23. Januar 2014 in Reutlingen

06. Februar 2014 in Hamburg

28. März 2014 in Mainz

04. April 2014 in Würzburg

jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr

Gebühr:

Vorzugspreis für Abonnenten von rhw management oder rhw praxis sowie

Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft e.V. 159,– Euro, sonst 179,–

Euro. Alle Preise zuzüglich MwSt., inkl. Tagungsunterlagen und -verpflegung.

Referentin:

Carola Reiner, CCR Unternehmensberatung

Umfrage bei rhw-Leser-/innen zur Allergeninformationspflicht*:

„Rund 60 Prozent sind noch unsicher“

Bis spätestens 13. Dezember 2014 muss in allen deutschen Gastrobetrieben und Großküchen die EU-Kennzeichnungspflicht

nach LMIV für allergieauslösende Inhaltsstoffe umgesetzt werden. Wie sieht es in Ihrer Einrichtung mit der Allergeninformationspflicht

aus?

Wir machen es schon nach Vorschrift

Habe davon gehört, aber benötige noch Wissen

Das Thema sagt mir noch gar nichts

40,6 Prozent

35,3 Prozent

24,1 Prozent

*Online-Umfrage im November 2013 unter www.rhw-management.de


A K A D E M I E

S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N

Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung

rhw-Intensivseminar „Managerin für den gehobenen Privathaushalt“ in München

Viele kennen noch nicht die großen (und gut bezahlten!) Chancen, die der

gehobene Privathaushalt für Hauswirtschaftskräfte bietet. Doch braucht es

hierzu besondere Anforderungen und Kenntnisse, beispielsweise zu den

einschlägigen Personalagenturen oder zur Materialkunde. Ein neu konzipiertes

rhw-Intensivseminar vermittelt dieses Wissen kompakt über fünf Tage.

Unit 1 (10 bis 17 Uhr)

Reinigung im gehobenen Privathaushalt

• Effektiver Chemieeinsatz – was brauchen wir wirklich?

• Maschineneinsatz

• Praktische Beispiele zu neuartigen Bodenbelägen

Unit 2 (9 bis 17 Uhr)

Essen ist nicht (nur) Ernährungswissenschaft

• Essen und Betreuung für Kinder

• Diabetes (Notfälle, erste Hilfe)

• Unverträglichkeiten

• Essen heute (aktuelle Trends)

Unit 3 (9 bis 17 Uhr)

Jobvermittlung und Persönlichkeitstraining

(9.00 bis 12.00 Uhr mit Gastdozentin Anne Lünsmann)

• Einführung in den Markt und Eigenheiten der Branche

• Seriöse Agenturen erkennen und Umgang mit Agenturen

• Richtiges Bewerbungsgespräch

• Optimales Auftreten im gehobenen Privathaushalt

• Gehaltsverhandlung

Unit 4 (9 bis 17 Uhr)

Planung, Organisation und Zeitmanagement

• Abläufe im Privathaushalt

• Reiseplanung Ab- und Anreise

• Trouble Shooting in besonderen Situationen

• Einsatz- und Arbeitszeit sowie Urlaubsrecht

• Zeitmanagement

Unit 5 (9 bis 16 Uhr)

Wäsche- und Garderobenpflege

• Pflege von Oberbekleidung und Materialkunde

• Aufdämpfen/Auffrischen u. Kontrolle

• Schrank- und Schubladenordnung

• Ausbesserungsarbeiten

• Schuhpflege

• Aufbewahrung und Lagerung

Termin, Ort und Zeiten:

Dienstag 22. April bis Samstag 26. April 2014 in München

Gebühr:

Vorzugspreis für Abonnenten von rhw management oder rhw praxis sowie

Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft e.V. 675,– Euro, sonst 849,–

Euro. Alle Preise zuzüglich MwSt., inkl. Tagungsunterlagen und -verpflegung.

Alle Teilnehmer/innen, die bereits Unit 5 als Einzelseminar besucht

haben, erhalten bereits am vierten Tag Ihr Zertifikat. Die Gebühr reduziert

sich für diese Teilnehmer/innen um jeweils 20%.

Je nach Verfügbarkeit der Plätze besteht ferner die Möglichkeit, NUR an

Unit 5 teilzunehmen. Die Gebühr hierfür beträgt 159,– Euro bzw. 179,–

Euro, jeweils zuzüglich MwSt. Weitere Informationen erhalten Sie

telefonisch: (0 89) 31 89 05-15.

Referentin:

Ursula Bolhuis, Hauswirtschaftliche

Betriebsleiterin, Diplom-Ökotrophologin

Gastdozentin:

Anne Lünsmann, Personalmanagerin

für den privaten Haushalt

(München)

Anmeldecoupon per Fax (0 89) 318905-53 oder online unter www.vnm-akademie.de


Anmeldung/Rücktritt: Nach Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen eine Eingangsbestätigung

mit allen nötigen Informationen. Zur Begleichung der Seminargebühr

erhalten Sie spätestens zum Anmeldeschlusstermin eine Rechnung, die

gleichzeitig als An meldebestätigung dient. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss

Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr in Rechnung stellen.

Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss, müssen wir 25,– Euro

Bearbeitungsgebühr erheben.

Ihr Vorteil: Sie können in beiden Fällen eine Ersatzperson als Vertretung schicken.

Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt., inkl. Tagungsunterlagen, -getränken, Kaffeepausen

und Mittagessen, sofern nicht anders angegeben.

Anmeldung

Hiermit melde ich mich

verbindlich an zum Seminar:

■ Ich bin rhw-Abonnent/-in.

Meine Mitgliedsnummer:

■ Ich bin rhw-Abonnent/-in.

Meine Abonummer

Rechnungsadresse:

Anmeldeschluss: jeweils 14 Tage vorher, sofern nicht anders angegeben.

Absage: Der Veranstalter Verlag Neuer Merkur GmbH behält sich das Recht vor,

die Seminare aus wichtigem Grund abzusagen. Änderungen und Irrtümer sowie

Preisänderungen vorbehalten.

Ansprechpartner:

Birgit Hemscheidt, Telefon: (0 89) 31 89 05-15, Fax: (0 89) 31 89 05-53

Coupon ausschneiden, ggf. kopieren und einsenden an:

Verlag Neuer Merkur GmbH, vnm-Akademie,

Postfach 60 06 62, 81206 München

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.Meine Kundennummer:

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.

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Wäschemanagement

y in Frankfurt/Main

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Allergenkennzeichnung

y in Reutlingen

y in Hamburg

y in Mainz

y in Würzburg

y

rhw-Intensivseminar

„Gehobener Privathaushalt“

Berufliche Funktion

Telefon/Fax

Straße/Nr.

PLZ/Ort

Datum/Unterschrift

Mit meiner Unterschrift erkenne ich die genannten Bedingungen zu Anmeldung und Rücktritt an.

rhw

rationelle hauswirtschaft

management

y Ja, ich bin damit einverstanden, dass Sie mich ggf. per E-Mail oder Telefon über weitere Verlagsangebote informieren.

y Zur Koordination von Fahrgemeinschaften bin ich mit der Weitergabe meiner Kontaktdaten ausschließlich an die anderen Kursteilnehmer einverstanden.


Report

Ein Berufsalltag zwischen

fordern und fördern

Die Erlacher Höhe gibt Menschen eine Heimat, die sonst keine

haben. Die geprägt sind von ihrem Leben auf der Straße, ihre

ganz eigenen Bedürfnisse mitbringen – und damit auch jede

Menge Herausforderungen für die Mitarbeiter in der Hauswirtschaft.

Die möchten ihren Arbeitsplatz trotzdem nicht missen.

Zufällig verirrt sich keiner nach Erlach.

Tief im schwäbischen Wald, inmitten

von Wiesen und Wäldern liegt der

Hauptsitz des diakonischen Sozialunternehmens

Erlacher Höhe, das mit insgesamt

15 Standorten in Baden-Württemberg für

Menschen in sozialen Notlagen aktiv ist –

insbesondere für wohnungslose und langzeitarbeitslose

Menschen. An diesem Morgen

scheint die Sonne; wer kann, genießt

die warmen Strahlen im Freien. Eine echte

Idylle, auf den ersten Blick. Doch wer die

Menschen genauer anschaut, wer in ihre Gesichter

blickt, der sieht die Spuren, die das

Leben auf der Straße dort hinterlassen hat.

Zufällig kommt keiner nach Erlach. Wer den

Weg auf sich nimmt, der braucht Hilfe. Oder

zumindest ein Dach über dem Kopf. 120

Menschen können dort in der sozialen Heimstätte

ein Zuhause auf Zeit finden. In der

Wohnungslosenhilfe oder im Pflegeheim.

Wobei es vom individuellen Fall abhängt, wie

lange jemand da sein darf. Die meisten bleiben

kurz, doch es gibt auch echte Urgesteine.

„Backen-Paule hat hier 50 Jahre gelebt“,

erzählt Doris Krüger, die hauswirtschaftliche

Betriebsleiterin.

Keine Arbeitspflicht, trotzdem

volle Werkstätten

Die Hauswirtschaft auf der Erlacher

Höhe hat mehrere Aufgaben – und alle sind

geprägt von den ganz besonderen Bedürfnissen

der Bewohner. Der Rundgang beginnt

in der eigenen Wäscherei. Dort kümmert

man sich um die Wäsche der Einrichtung,

um die Wäsche der Bewohner – wenn diese

Das Haupthaus der Erlacher Höhe – insgesamt

werden hier 1.400 Menschen betreut

sie nicht selbst waschen – und nimmt zudem

auch Aufträge von externen Kunden an.

„Gastronomische Betriebe, Pflegeheime und

Privatkunden lassen ihre Wäsche von uns

reinigen, wir haben Kunden in einem Radius

von etwa 25 bis 40 Kilometern.“ Etwa

zehn bis zwölf Menschen sind zwischen Bügelstation,

Mangel und Trockenraum beschäftigt.

Eingesetzt werden dort auch Bewohner

der sozialen Heimstätte. „Vor vielen

Jahren gab es noch eine Arbeitspflicht, doch

die wurde aus konzeptionellen Gründen

längst abgeschafft“, erläutert Andrea Hohlweck,

zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Befürchtet wurde damals, dass die Wä-

Küchenarbeit

mit Bewohnern

rhw management 12 · 2013 27


Report

Doris Krüger ist hauswirtschaftliche Betriebsleiterin und

unter anderem für die Bereiche Wäscherei und Hausreinigung

verantwortlich: „Die Anforderungen an die

Hauswirtschaft des Pflegeheims sowie an die Hausreinigung

sind sicherlich nur bedingt mit denen eines herkömmlichen

Pflegeheims zu vergleichen.“

scherei, aber auch die verschiedenen Werkstätten

dadurch verwaisen würden. Aber die

Sorge war umsonst: „Die Arbeit dient eben

nicht nur dem Broterwerb, sondern sie gibt

eine Tagesstruktur und schafft die Möglichkeit,

Teilhabe, Gemeinschaft und Anerkennung

zu erfahren.“ Und so kamen viele Bewohner

nach einer kurzen Pause wieder zurück

an ihre Arbeitsstelle.

In der Wäscherei sind neben den Bewohnern

der sozialen Heimstätte übrigens

auch Langzeitarbeitslose im Rahmen einer

Qualifizierungsmaßnahme oder öffentlich

gefördert beschäftigt. Die meisten bringen

zwar eine große Motivation zu arbeiten, aber

wenig fachliche Vorkenntnisse mit. „Da die

Abläufe relativ komplex sind, braucht es

schon seine Zeit, bis jemand eingearbeitet

ist“, so Krüger. Allerdings sind die geförderten

Arbeitsplätze zumeist auf ein Jahr befristet.

Das bedeutet vor allem eines: „Der

Wechsel der Mitarbeiter ist relativ hoch und

die Planung dadurch schwierig.“

Zumal einige der Mitarbeiter auch psychische

Probleme mitbringen oder zum Beispiel

alkoholkrank sind. „Da kann es immer

wieder zu Rückfällen kommen.“ Probleme

gab es durch diese vermeintlich explosive

Mitarbeiter-Mischung übrigens bisher äußert

selten: „Einen Fall hatte ich, da ging es

irgendwann nicht weiter, weil der psychisch

kranke Mann immer aggressiver wurde“,

sagt Doris Krüger, die durch kurzfristige Ausfälle

immer wieder selbst mit anpacken

muss. Für sie eine Selbstverständlichkeit.

Gerade die Vielfalt zwischen sozialarbeiterischen,

handfesten und fachlich komplexen

Aufgaben ist es, die für sie ihren Job auszeichnet.

Bei der Hausreinigung

ist Fingerspitzengefühl

gefragt

Die Wäscherei ist natürlich

nur ein Aufgabengebiet.

Daneben gibt es auch noch

die Hausreinigung, die sich

um Gemeinschaftsbereiche

wie den Speisesaal und um

manche Bereiche in der sozialen

Heimstätte oder im

Pflegeheim kümmert. Doch

dabei ist äußerstes Fingerspitzengefühl

gefragt. „Die

Bewohner dort verstehen

nicht, warum da jemand Fremdes

das Nachttischchen abwischt.“

Deswegen bleibt es

dort bei der Grundreinigung –

in enger Abstimmung mit Petra

Lerch, die sich direkt um

die Hauswirtschaft im Pflegeheim

und in der Wohnungslosenhilfe

kümmert.

Die Anforderungen an

Mensch und Material sind dabei äußert

hoch: „Der Schmutzgrad ist erheblich, gerade

auch im Sanitärbereich. Da darf man

nicht zimperlich sein“, sagt Doris Krüger, die

aber auch betont, dass es richtige Ordnungsfanatiker

unter den Bewohnern gibt.

Auch die einzelnen Zimmer befinden sich

manchmal in einem Zustand, der nicht dem

Fachanspruch der Hauswirtschaft genügt.

Die Mitarbeiter der Hauswirtschaft haben

ständig einen Spagat zu leisten: „Wir wollen

den Bewohnern ein selbstbestimmtes

und würdiges Leben ermöglichen – aber sie

auch darin fördern, selbstständig zu werden

und dazu gehört auch, dass sie später in ihre

eigenen vier Wände so pflegen und in

Schuss halten können, dass Vermieter und

Hausgemeinschaft daran nicht Anstoß nehmen“,

sagt Andrea Hohlweck.

Gemeinsame Ziele mit dem Bewohner

Die im Durchschnitt etwa 55 Jahre alten

Bewohner leben in Einzelzimmern oder in einer

Art Wohngemeinschaft – je nachdem,

wie selbstständig sie sind. „Wir haben auch

ebenerdig und separat gelegene Appartements,

in denen diejenigen leben, die zum

Beispiel auf einen Rollstuhl angewiesen sind,

die einen Hund haben oder, die auch einfach

so eigen sind, dass sie nicht mehr in eine Gemeinschaft

integriert werden können oder

wollen.“ Wenn ein Bewohner kommt, werden

gemeinsam Ziele vereinbart. Und

schließlich wird er angeleitet, wie er sein

Zimmer selber sauber halten kann.

„Aber manche mögen es natürlich gar

nicht, wenn man sie in diesem Bereich fordert.

Wenn man möchte, dass sie ihr Zim-

Die Erlacher Höhe

Die Erlacher Höhe wurde 1891 als „Arbeiterkolonie

Erlach“ vom damaligen

Verein für Arbeiterkolonien in Württemberg

gegründet. Heute ist die Erlacher

Höhe ein traditionsreiches

und dennoch innovatives diakonisches

Sozialunternehmen, das derzeit

an 15 Orten in Baden-Württemberg

Dienste und Einrichtungen für

Menschen in sozialen Notlagen unterhält.

Die soziale Heimstätte Erlach

ist dabei die älteste und zugleich

größte Einrichtung. Dort soll Wohnungslosen

umfassend dabei geholfen

werden, ihre Wohnungslosigkeit

zu überwinden. Das Hilfsangebot

reicht von der ärztlichen Versorgung,

Bearbeitung von eventuell vorhandenen

Suchtproblemen, Förderung

beim Erlernen hauswirtschaftlicher

Fähigkeiten bis zur Unterstützung

bei strafrechtlichen Angelegenheiten.

Zudem haben die Bewohner die Möglichkeit,

in den Erlacher Werkstätten

zu arbeiten. Nur 500 Meter entfernt

liegt die sozialtherapeutische Einrichtung

„Helle Platte“, in der bis zu

35 suchtkranke, wohnungslose Menschen

Hilfe durch ein spezielles Eingliederungskonzept

erfahren. Mit Hilfe

der Therapeuten werden Lösungsschritte

erarbeitet, egal, ob es dabei

um persönliche Schwierigkeiten,

Schulden, Bewährungsauflagen oder

Umgang mit verschiedenen Institutionen

handelt. In der letzten Phase

spielt die individuelle Zukunftsplanung

eine zentrale Rolle. Zudem bietet

die Erlacher Höhe an ihren verschiedenen

Standorten arbeitslosen

Menschen differenzierte Beschäftigungs-,

Qualifizierungs- und Integrationsangebote.

An den Arbeitsund

Qualifizierungsmaßnahmen nehmen

etwa 300 Menschen teil.

Insgesamt werden mehr als 1.400

Menschen von der Erlacher Höhe betreut.

Aber nicht nur das Wohl des

Menschen, sondern auch das Wohl

der Schöpfung liegt dem Sozialunternehmen

am Herzen. Seit Februar

2012 ist Erlach das erste Bioenergiedorf

im Rems-Murr-Kreis. Bausteine

des Energiekonzepts sind etwa ein

Blockheizkraftwerk, eine Biogasanlage

beim zugehörigen Demeter-Bauernhof,

eine Holzhackschnitzelanlage

sowie zwei Photovoltaikanlagen

und ein Nahwärmesystem. t

28 rhw management 12 · 2013


Report

mer entrümpeln oder wenn es um Körperhygiene

geht, wie wir sie uns wünschen“,

sagt Hauswirtschafterin Petra Lerch. Trotz

dieses Konfliktpotentials empfindet sie ihre

Arbeit als wertvoll. Viele der Erlacher Bewohner

haben schwere Schicksalsschläge

verkraften müssen – familiäre Krisen, Arbeitslosigkeit,

Krankheit. „Wenn man hört,

was die Leute teilweise mitgemacht und bewältigt

haben, dann zieht man den Hut vor

ihnen. Hier wird man sehr demütig und dankbar

dafür, wie gut es einem geht“, ergänzt

die Andrea Hohlweck.

Ein würdevolles Leben im Pflegeheim

Petra Lerch und die anderen Mitarbeiter

der Hauswirtschaft sind oft diejenigen, die

den engsten Kontakt zu den Bewohnern haben:

„Sie sehen uns viel öfter als zum Beispiel

den Sozialarbeiter, da kann eine ganz

andere Beziehung entstehen“, sagt Petra

Lerch. Ganz besonders gerne geht sie zum

Arbeiten in das Pflegeheim: „Dort helfen wir

beim Servieren des Essens, und das ist natürlich

ein Highlight für die Bewohner, deswegen

werden wir da sehr positiv wahrgenommen.“

Das 2005 eröffnete Pflegeheim ist übrigens

etwas ganz Besonderes – in Baden-

Württemberg gibt es nur drei vergleichbare

Einrichtungen für Wohnungslose. Dabei ist

der Bedarf da: Die 30 Plätze sind alle belegt.

Die Bewohner bringen nicht nur körperliche

Leiden mit – so gibt es durch nicht erkannte

Diabetes oder Gefäßkrankheiten häufig

Beinamputationen; es stoßen zudem auch

im Pflegeheim zwei verschiedene Welten aufeinander.

Etwa beim Thema Körperhygiene:

„Das ist ja etwas, worauf die Pflegefachkräfte

sehr großen Wert legen, was wiederum

die Bewohner nicht immer verstehen.“

Den Bewohnern auf

Augenhöhe begegnen

Auch im Pflegeheim

möchte man

den Bewohnern ein

würdevolles Leben

ermöglichen. Neben

aller menschlichen

Zuwendung, pflegerischer

und medizinischer

Hilfe gehört

dazu in Erlach auch,

dass Zigaretten und

Bier kontrolliert ausgegeben

werden. In

der sozialen Heimstätte

gibt es einen so

genannten trockenen,

aber auch einen

nassen Bereich. Das

ist eine bewusste Entscheidung.

„Ein Alkoholverbot bedeutet ja

nicht, dass kein Alkohol im Umlauf ist. Wir

haben es hier mit erwachsenen Menschen

zu tun, und denen möchten wir auf Augenhöhe

begegnen. Dennoch braucht es Regeln,

um die trockenen Alkoholkranken zu schützen“,

sagt Andrea Hohlweck. So wird etwa

gemeinschaftliches Trinken nicht geduldet.

Die Bewohner der Wohnungslosenhilfe

kommen zum Frühstück, zur Vesper und zum

Mittagessen in den Speisesaal. In der dortigen

Küche können ebenfalls Bewohner arbeiten.

Regelmäßiges und gesundes Essen

– das ist für viele Bewohner Neuland. „Viele

haben von der Hand in den Mund gelebt

und befinden sich in einem schlechten Ernährungszustand“,

sagt Doris Krüger. Mittlerweile

hat man im Speisesaal aus Effizienzgründen

auf ein Tablettsystem umgestellt.

„Dadurch fällt auch der Neidfaktor

weg, den es gab, als noch Schüsseln auf den

Tisch gestellt wurden. Und es kann sich ja

trotzdem noch jeder einen Nachschlag holen.“

Sehr geschätzt wird übrigens auch das

Salatbuffet. „Das gibt den Bewohnern das

Gefühl, Gäste zu sein – ein bisschen wie im

Hotel.“ Um dem Ganzen den Heimcharakter

Loana Tersigni ist Auszubildende in der Hauswirtschaft

Mangeln in der Wäscherei

zu nehmen, wird das Abendessen übrigens

in der Cafeteria ausgegeben – jeder kann es

zu sich nehmen, wann er möchte.

Auszubildende sind

herzlich willkommen

In der Küche und in der Hauswirtschaft,

aber auch in den anderen Bereichen, bildet

das diakonische Sozialunternehmen Nachwuchskräfte

aus. Wobei dieses Jahr keine

Azubis für die Hauswirtschaft gefunden werden

konnten. „Obwohl wir massiv geworben

haben“, sagt Doris Krüger. Schwierig mache

die Suche, dass die Erlacher Höhe abgelegen

liege und mit öffentlichen Verkehrsmitteln

schwer zu erreichen sei. „Wenn man um

5.30 Uhr losfahren muss, weil man um 7 Uhr

in der Küche sein muss, dann macht es den

Ausbildungsplatz nicht gerade begehrt“,

sagt Andrea Hohlweck. Manche schreckt

auch erst einmal das Klientel ab – und die

Tatsache, dass die Bewohner fast nur Männer

sind. „Man muss es schon wollen, hier zu

arbeiten“, sagt Doris Krüger, die ihre Arbeit,

wie viele andere Kollegen auch, als Bereicherung

erlebt.

Ihrem diakonischen Ansatz entsprechend

bildet die Erlacher Höhe bewusst auch

immer wieder junge Menschen aus, die anderswo

keine Chancen haben. Doris Krüger

kann sich auf jeden Fall keinen anderen Arbeitsplatz

und keinen anderen Arbeitgeber

mehr vorstellen: „Man muss sich darauf einlassen

und die Menschen nehmen, wie sie

sind.“ Sie schätzt, dass sie auf der Erlacher

Höhe selbstständig arbeiten kann, einen

sehr abwechslungsreichen Alltag hat und

eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen.

Und dass es eine hohe Wertschätzung

gibt: „Ohne den fachlichen Beistand der Sozialarbeiterinnen

geht es natürlich nicht, aber

die Hauswirtschafterinnen sind schon die

Seelen der sozialen Heimstätte“, sagt auch

Andrea Hohlweck.

t Isabelle Butschek

rhw management 12 · 2013 29


Management

Selbstreflexion in

schwierigen Situationen

Gibt es Menschen, mit denen umzugehen Ihnen schwerfällt?

Was ist es, was Ihnen diese Schwierigkeiten bereitet?

Meist ist dieses Thema sehr individuell. Machen

Sie den Test: Fragen Sie mal einen Kollegen, ob er die

gleichen Leute schwierig findet wie Sie. Und wenn ja,

was ihn stört. Sicher werden Sie da die eine oder andere

Überraschung erleben.

Beispiel Kindergarten: Sie arbeiten als

Hauswirtschafterin mit in einer Gruppe

und empfinden ein bestimmtes

Kind als dauerhaft störend und seine Eltern

als desinteressiert an den Problemen

ihres Kindes. Ihre Kollegin dagegen lobt

die Kreativität eben dieses Kindes und ärgert

sich, dass die Eltern nicht grüßen. Woher

rühren diese unterschiedlichen Wahrnehmungen?

Aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen

und Erkenntnisse beurteilen

Menschen Situationen sehr verschieden.

Jeder Mensch hat seine eigene Sicht der

Dinge und entsprechend andere „rote

Knöpfe“, die Ärger oder Irritation auslösen.

In der Situation sind wir persönlich

betroffen und nicht immer in der Lage souverän

zu analysieren. Im Nachhinein lohnt

aber die Frage, warum und womit eine bestimmte

Person unsere Reaktion provoziert

hat:

u Was stört mich am anderen? Kenne ich

diese Eigenschaft an mir selbst?

u Erinnert mich die Situation an eine frühere

Erfahrung? Wie bin ich damals damit

umgegangen?

u Was weiß ich über mein Gegenüber?

Wie ist dessen Tagesverfassung?

u Welches sind meine aktuellen Bedürfnisse

im Kontext? Welche stehen beim

anderen derzeit im Vordergrund?

Aber auch: Wie ist meine eigene Tagesverfassung?

„Mit welchem Bein“ bin

ich aufgestanden?

In unserem Beispiel stellt sich die Frage,

woran Sie das von Ihnen empfundene

Desinteresse der Eltern festmachen. Kennen

Sie das Thema? Können Sie die Eltern

ohne Emotion darauf ansprechen?

Ziel solcher Fragen ist es, sich zu distanzieren,

die eigenen Mechanismen zu

erkennen und idealerweise zu beherrschen.

Je häufiger

Sie Ihre Reaktionen

hinterfragen,

desto

eher bleiben

Sie in schwierigen

Situationen

handlungsfähig.

Es

gibt auch zahlreiche

andere

Strategien für

den Umgang mit

als schwierig erlebten Situationen.

Wichtige allgemeine Anti-Ärger-Strategien

finden Sie im

Kasten rechts oben.

Ist die Körpersprache beherrschbar?

Wird mit solchen Fragen auch die Körpersprache

beherrschbar? Mimik, Gestik

und Stimmbild sind sehr beredt und drücken

nonverbal unsere Gedanken und Gefühle

aus. Da der Körper stets einen Bruchteil

schneller reagiert als der Verstand, fällt

es dem Gegenüber leicht, eine „echte“

Geste von einer gespielten zu unterscheiden.

Das bedeutet, dass ich es ernst meinen

sollte, wenn ich mich beim Kunden

oder Gast für eine Unannehmlichkeit entschuldige.

Halte ich die Beschwerde für

unbegründet, wird sich der Gast trotz meiner

Entschuldigung nicht ernst genommen

fühlen.

Was ist also zu tun, wenn ich den Anlass

lächerlich finde, mich aber laut Anweisung

entschuldigen soll? Unser Rat:

Denken Sie an die Welt des anderen! Für

den Kunden ist vielleicht genau diese Sache

wesentlich, um sich in Ihrem Hause

wohl zu fühlen, oder sie entspricht seiner

Vorstellung von Sicherheit, Freiheit, Erholung,

Selbstbestimmung

– um nur einige

universelle Bedürfnisse

zu nennen.

Vor diesem

Hintergrund können

Sie sich leichter

entschuldigen.

Sie lernen wertzuschätzen,

was dem

anderen wichtig

ist, auch wenn

es in Ihrer Welt

vielleicht eine

Lappalie bedeutet.

Reklamation

als Chance

Eine Reklamation ist

für ein Unternehmen eine

kostenlose Beratung: Es

erhält eine Rückmeldung,

wie der Kunde denkt oder reagiert

und ganz ohne Marktforschung!

Warum fällt es dann oft so

schwer, eine Reklamation anzu-

Erwartungen der Kunden

im Beschwerdefall

u Schnelle Hilfe und Reaktion, bzw.

Informationen

u Emotional ernstgenommen werden

u Eine wertschätzende und freundliche

Behandlung

u Schnelle und effektive Lösungen

u Eventuell ein Trostpflaster für den

Ärger

u Gute Erreichbarkeit des Ansprechpartners

u Freundlichkeit, Kompetenz, Interesse,

Ehrlichkeit und Verständnis

u Eine Entschuldigung, Ersatz, Kulanz,

Anerkennung.

Bedenken Sie: Kunden wollen sich

nicht beschweren, sie wollen sich erleichtern

und sie wollen in der Regel

Kunden Ihres Hauses bleiben.

Fotos: iStockphoto/sdominick, iStockphoto/hidesy

30 rhw management 12 · 2013


Management

Anti-Ärger-Strategien – oder:

Möglichkeiten, sich weniger zu ärgern

u Nehmen Sie Ihr Gegenüber als Spiegel: Was ärgert mich und was hat es mit mir

zu tun? Was löst der andere in mir aus? Was kann mir die Situation sagen?

u Besteigen Sie in Gedanken einen Hubschrauber und betrachten die Szene aus

der Luft ohne emotionale Beteiligung.

u Wünschen Sie Ihrem Gegenüber in Gedanken Gesundheit und ein langes Leben.

Wiederholen Sie es wie ein Mantra, bis Sie es ernst meinen.

u Jeder Mensch ist unser Lehrer/Coach: Was will er/sie Ihnen beibringen?

u Versetzen sie sich in den Anderen hinein. „In den Schuhen des anderen gehen“

bedeutet für die Indianer, sich ganz und gar in ein anderes Wesen einzufühlen

– was hört, sieht, empfindet der andere?

u Schreiben Sie eine Liste mit zehn Dingen, für die Sie dankbar sind und die Sie

glücklich machen. Nehmen Sie sie zur Hand in ärgerlichen Situationen.

u Lassen Sie den Ärger los – „Wer loslässt hat die Hände frei“.

u Halten Sie inne, ehe Sie im Ärger reagieren. Fragen Sie sich, ob es morgen oder

übermorgen noch relevant wäre.

nehmen? Oder selbst zu reklamieren? Laut

Statistik beschweren sich nur vier Prozent

der verärgerten Kunden vor Ort. Es scheint

peinlich, sich zu beschweren und die Reaktion

lässt oft zu wünschen übrig. Ein

Schuldiger wird gesucht und so kostbare

Zeit vergeudet, den Kunden zufriedenzustellen.

Egal, ob Sie der „Empfänger“ sind

oder der „Sender“ – eine Reklamation

stellt immer vor die Herausforderung, das

eigene Gesicht und das des Gegenübers

zu wahren.

Stellen Sie sich vor, Sie beziehen als

hauswirtschaftliche Leitung eines Seniorenheims

von Ihrem Lieferanten Inkontinenzmaterial

und andere Hygieneartikel

des täglichen Bedarfs. Die Bestellung trifft

ein und die Waren kommen zum Einsatz.

Ihre Pflegekräfte berichten von aufgeplatzten

Handschuhen und anderen Dysfunktionen

der bestellten Ware. Ihr bisher

sehr zuverlässiger Lieferant lieferte immer

hohe Qualität. Deshalb sind Sie zwar enttäuscht,

möchten aber weiter mit ihm arbeiten

und informieren den Außendienst

über den Mangel.

Reklamationen als Chance

Durch diese Rückmeldung bietet sich

dem Unternehmen die Möglichkeit, die

Fehlerquelle in der internen Prozesskette

zu ermitteln und zu korrigieren. Genau das

erwarten Sie als Kunde. Wird diese Erwartung

nicht erfüllt und es kümmert sich

jetzt niemand um Ihr Anliegen, führt dies

unter Umständen zum Bruch der Geschäftsbeziehung.

Wird allerdings die Erwartung

des Kunden befriedigt oder übertroffen,

festigt man hier die Kundenbeziehung

dauerhaft. Um im Unternehmen eine

positive Reklamations- und Fehlerkultur

zu integrieren, ist es sinnvoll, diese Fälle

und Vorgehensweisen offen intern zu kommunizieren.

Damit Kunde und Lieferant weiterhin

gut kooperieren können, sollten beide sich

respektvoll begegnen. Um in unserem Beispiel

zu bleiben: Teilen Sie dem Lieferanten

Ihre Reklamation sachlich mit und belegen

sie am besten mit einem Muster.

Vielleicht haben Sie bereits einen Wunsch,

wie diese Situation bestmöglich gehandhabt

werden kann? Auch das ist hilfreich,

um eine Reklamation in Ihrem Sinne zu bearbeiten.

Nehmen Sie eine Reklamation entgegen,

halten Sie sich immer vor Augen: Der

Kunde/Gast oder Bewohner, der sich beschwert,

ist interessiert am Unternehmen

und daran, etwas zu verändern. Als

„schwierigen Kunden“ empfinden Sie ihn

vor allem dann, wenn Sie überfordert oder

unsicher sind oder die Beschwerde persönlich

nehmen. Tipps für den sinnvollen

Umgang mit Reklamationen, haben wir im

Kasten zusammengestellt.

Der Eisberg der Kommunikation

„Was hat das denn mit mir zu tun?“,

denken vielleicht einige. Stellen Sie sich

die Kommunikation als Eisberg vor: Die

zehn Prozent an der Oberfläche entsprechen

dem Sichtbaren: Zahlen, Daten, Fakten,

Sätze. 90 Prozent unserer Kommunikation

liegen „unter Wasser“, werden also

unbewusst transportiert: Emotionen, Werte,

Ziele, Bewertungen, Wünsche, Sorgen,

Erfahrungen, Vertrauen, Erwartungen usw.

Diese inneren Überzeugungen schwingen

bei jedem Satz nonverbal mit. Dem Gegenüber

vermitteln sie, ob ich etwas ehrlich

meine oder mich inkongruent (unstimmig)

verhalte. Stimmen Verhalten und

Worte überein, glaubt mein Gegenüber,

was ich sage – ich kann auch in schwierigen

Situationen überzeugend auftreten.

t Maxi Weiss, Mediatorin und Coach/

Simone Oßwald, Trainerin und Coach

Zehn wichtige Punkte zum Umgang mit Reklamationen

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Ermutigen Sie Ihre Kunden zu Stellungnahmen und Feedbacks

Seien Sie höflich und freundlich, nehmen Sie sachlich auf

Zeigen Sie Verständnis, entschuldigen Sie sich

Nehmen Sie den Kunden ernst und signalisieren dies auch

Betrachten Sie den Kunden als Partner, nicht als Gegner

Schreiben Sie die wichtigsten Punkte mit

Zeigen Sie, dass Sie sich bemühen, Abhilfe zu schaffen

Handeln Sie schnell und unbürokratisch, bei großen Problemen muss der Chef

ran

Gehen Sie intern offen mit Reklamationen um

Bedanken Sie sich beim Kunden für die Rückmeldung.

rhw management 12 · 2013 31


Report

CMS 2013 – Teil 2:

(Wasch-) Maschinen

Nachdem in der vergangenen

Ausgabe einige Neuheiten der

Berliner Messe CMS 2013 aus

dem Bereich Chemie und

Mopps vorgestellt wurden, geht

es diesmal um Reinigungsmaschinen

und Waschmaschinen.

Nach 50-jähriger Unternehmensgeschichte

stellte 2013 zum ersten Mal

das Unternehmen Schneidereit auf

der CMS aus. Der Anbieter hat sich ganz

dem Service rund um die Wäsche verschrieben.

„Wir hören unseren Kunden zu

und können dann wendig reagieren“, erläutert

Nils Radegast von Schneidereit.

Nicht der Verkauf von Maschinen sei das

Ziel, sondern das Leasing der Maschinen

mit einem kompletten Rundum-Service,

der schon bei der individuellen Planung mit

einer 3-D-Installationszeichnung beginnt.

„Über die gesamte Vertragszeit fallen bei

uns außer der festen Leasingrate keine weiteren

Kosten an. Das gibt Planungssicherheit

über mehrere Jahre“, erklärt Nils Radegast.

Innerhalb von 24 Stunden würden

mögliche Probleme an der Maschine kostenlos

behoben, beschreibt Radegast einen

Baustein der sogenannten „Waschmaschinen-Flatrate“.

Geronto-Waschmaschine

für Bewohner 1

Mit „Easycare“ wurde von Schneidereit

auch eine Waschmaschine entwickelt,

die erstmals gerontologische Gesichtspunkte

berücksichtigt und somit ideal geeignet

ist für Hausgemeinschaften, in denen

die Bewohner bei der Wäschebearbeitung

mithelfen und so ihre Autonomie

wahren möchten. Die Deutsche Gesellschaft

für Gerontotechnik hat das Produkt

ausgezeichnet und mit „gut“ bewertet.

Mopstar-Waschmaschinen 2

Für Arbeitserleichterung im Gebäudereinigungsbereich

sorgen vier neue Waschmaschinen,

die Miele Professional unter

dem Namen „Mopstar“ auf den Markt gebracht

hat. Sie bieten je nach Größe Platz

für 6,5 bis 13 Kilogramm Mopps oder

Wischtücher. Mithilfe eines patentierten

Verfahrens rüsten sie diese sogar gebrauchsfertig

mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln

aus („Ready to use“). Dies

erspart Zeit und Kosten. Bei den Wischtüchern

beispielsweise funktioniert dieses

Verfahren 40 Prozent schneller als die manuelle

Variante und verbraucht nur etwa

halb so viel Wasser. Die Restfeuchte lässt

sich in vier unterschiedlichen Stufen einstellen.

Für die typischen Anforderungen in der

Gebäudereinigung sind die „Mopstar“-Maschinen

ideal. Besteht Bedarf nach höherer

Kapazität oder mehr Speicherplätzen

für zusätzliche Programme, die der Kunde

auch individuell erstellen kann, dann empfiehlt

Miele Professional seine bewährten

Waschmaschinen. Sie bieten zwischen

zehn und 32 Kilogramm Füllgewicht, eine

Ausstattung mit „Profitronic M-Steuerung“

und 199 Speicherplätze.

Speziell für Gebäudereinigungs-Unternehmen

in Deutschland bietet Miele ein

Mietkonzept (einschließlich Wartung) an:

Waschmaschinen und Trockner können für

einen objektbezogenen Auftrag gemietet

und bei Bedarf zurückgeben werden.

Fotos: Schneidereit, Miele Professional, Nilfisk Advance, Kärcher, SEBO, Numatic International, Gutmann

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32 rhw management 12 · 2013


Report

Und jetzt mal ganz leicht 3

Das dänische Unternehmen Nilfisk professional

hat den diesjährigen Purus-Award

für den Nass/Trockensauger VL 500 gewonnen.

Ergonomisch sinnvoll wurde ein

neuer Kippmechanismus entwickelt, ohne

dass zuvor der Motorkopf abgenommen

werden muss. Stattdessen wirkt der Motorkopf

als zusätzliches Gegengewicht. Die

Anwender haben zudem den Füllstand jederzeit

im Blick. Ein transparenter Ablass-

Schlauch sorgt für Treffsicherheit beim Entleeren,

alternativ lässt sich auch eine Entleerpumpe

anbringen.

Extrem wendig und kompakt 4

Bei der kompakten, handgeführten

Scheuersaugmaschine BR 35/12 C für die

Unterhaltsreinigung hat Kärcher ein neues

Lenkkonzept umgesetzt. Der gelenkte

Bürstenkopf gibt die Fahrt- und Reinigungsrichtung

vor, während die Vortriebskraft

der Walzenbürste die Maschine bewegt

– eine komplett neue und einfache

Handhabung. Auf diese Weise kann der Anwender

von einer Wand im rechten Winkel

wegreinigen und Ecken sehr gut erreichen.

Wird der Bürstenkopf entsprechend eingedreht,

kann das kompakte Gerät selbst

beim Rückwärtsfahren reinigen. Dadurch

befindet sich auch der Saugbalken immer

in Fahrtrichtung und das Wasser wird in

Kurven sicher aufgenommen. Der Lithium-

Ionen-Akku hat im Vergleich zu herkömmlichen

Akkus eine dreimal so hohe Lebensdauer

und kann innerhalb von nur drei

Stunden vollständig geladen werden. Dank

ihrer hohen Agilität eignet sich die Maschine

sehr gut für den Einsatz in engen

Räumen und auf stark überstellten Flächen.

Keine Anstoß-Flecken

mehr an der Wand 5

Schon am ersten Messetag konnte sich

Sebo Stein & Co. über einen CMS Purus

Award für den Sebo Professional D 8 freuen.

Der Jury gefielen vor allem der drehbare

Saugschlauch, die stufenlose Leistungsregulierung

und die Kaltstecker-Lösung

für ein vereinfachtes Arbeiten. Auch

der patentierte Stoßschutz kam sehr gut

an, er besteht aus austauschbarem Vlies

und verhindert damit schwarze Streifen,

die beim Anstoßen an die Wand bei anderen

Saugern immer wieder auftreten.

Rucksacksaugen

ganz bequem 6

Das CMS Produkt-Highlight bei Numatic

ist der Batterie-Rucksacksauger

RSB140/1 für professionelle Reinigung

ohne störende Zuleitung. Er ist flexibel zu

verwenden und zeichnet sich durch einen

sehr guten Tragekomfort und das ergonomisch

geformte Gurtsystem aus. Mit dem

leistungsstarken Motor und dem Spezialzubehör

können alle Anforderungen der

täglichen Unterhaltsreinigung erfüllt werden.

Der Lithium-Ionen-Akku ist im Gerät

verstaut und kann schnell und einfach gewechselt

werden. Der Handcontroller mit

Geräteschalter ist mit einer Batterieladezustandsanzeige

ausgestattet. Die Laufzeit

eines Akkus beträgt 35 Minuten und

kann optional mit einem weiteren Akku auf

70 Minuten erhöht werden.

Purus Award für Gutmann 7

Die süddeutsche Bürsten- und Kunststofffabrik

Eugen Gutmann GmbH erhielt

den Purus Award 2013 in der Kategorie

„Equipment“ für ihr Modular-System. Gutmann

geht neue Wege bei der Bodenreinigung.

Bis jetzt wurden Bürsten bzw. Treibteller

für Scheuerautomaten bzw. Ein-,

Zwei- oder Dreischeibenmaschinen fachgerecht

entsorgt, nachdem sie heruntergefahren

waren. Denn Bürste und die

Kupplung, die benötigt wird, um diese am

maschinellen Antrieb zu befestigen, bestehen

aus einem Teil.

Das Gutmann-Modularsystem teilt dieses

nun auf. Ziel ist es, durch eine Mehrfachnutzung

des separaten Kupplungsmoduls

zukünftig nur noch die Bürsten/

Padhalter auszutauschen zu müssen, die

Kupplung zu erhalten und so mehrfach zu

nutzen. Hierdurch gelingt es, die Bürsten-

/Pad-Halter mit einem wesentlich geringeren

Materialaufwand zu produzieren und

kostengünstiger zu verkaufen als bisher.

Da es unterschiedliche Kupplungssysteme

gibt, bietet die Firma Gutmann für alle gängigen

Typen entsprechende Kupplungsmodule

an.

Über weitere Neuheiten aus der Welt

der Reinigung informieren wir Sie regelmäßig

in unserer Rubrik „Marktplatz“.

t Peter Strauch/Robert Baumann

7

4 5 6

rhw management 12 · 2013 33


Report

Apps als Hilfen in der

Gebäudereinigung

Auf der CMS stellten einige Hersteller von Maschinen auch die

ersten passenden Apps vor. Doch was ist dabei zu beachten?

Wir fragten Fred Schardt, Geschäftsführer der Firma VDQ Business

Solutions GmbH. Er analysiert gemeinsam mit den Kunden

interne Betriebsabläufe und entwickelt dann mit ihnen zusammen

passende App-Lösungen.

Zu Beginn stellen wir zur Veranschaulichung

drei Anwendungsbeispiele

vor, die durch Apps heute schon möglich

sind und angeboten werden:

Arbeitszeitdokumentation

Der Mitarbeiter hat einen Chip, alle Daten

sind im Portal hinterlegt und der Mitarbeiter

meldet sich an den dafür vorgesehenen

Geräten an und ab. Die Daten werden

dann in das Webportal übertragen und

bei Bedarf über eine Schnittstelle auch in

das kundeninterne Lohnbuchhaltungssystem

eingespeist. Die Personalabteilung

kann sich jederzeit die aktuellen Arbeitszeitdaten

anzeigen lassen und auch in Excel

exportieren, dies ist auch rückwirkend

über Jahre möglich.

Reinigungs-/Objektbuch

In einem Reinigungs-/Objektbuch werden

vor Ort besondere Vorkommnisse eingetragen.

Dies wird meist über Smartphone

oder Tablet-PC gelöst. Der Mitarbeiter

führt also so eine Art Tagebuch im Objekt

und auch hier werden die Daten wieder in

das Webportal gespeist und stehen dort

zur Auswertung bereit. Vom Portal aus können

dann gegebenenfalls Maßnahmen zu

den Meldungen eingeleitet werden.

Schlüsselverwaltung

Die Schlüsselverwaltung dient dem

Zweck, dass man bei größeren Schlüsselbeständen

genau weiß, wann welcher

Schlüssel an welchen Mitarbeiter ausgegeben

wurde. Es gibt beispielsweise einen

zentralen Ort, an dem die Schlüssel für die

Objekte ausgehändigt werden. Dort ist ein

stationäres Gerät, an dem die Schlüssel

ein- und ausgebucht werden (in der Auswertung

sieht man dann eine Historie über

Tag und Uhrzeiten der Buchungen). Der

Mitarbeiter, der den Schlüssel bekommt,

bucht ihn dann an seinem Smartphone ein

und vor Rückgabe wieder aus.

So ist auch der Schlüsseltausch unter

den Mitarbeitern kein Problem mehr, da jeder

Mitarbeiter bei Erhalt den Schlüssel auf

sich einbuchen kann. In der Auswertung

kann man dann sehen, welcher Mitarbeiter

gerade mit welchem Schlüssel unterwegs

ist.

c Herr Schardt, was sind eigentlich

Apps?

d App ist die Kurzform von Applikation

und bedeutet Anwendung. Wir nutzen Apps

zur Optimierung der Geschäftsprozesse.

Man kann also sagen, Apps sind Anwendungen,

die das Arbeiten leichter machen

sollen, im Sinne von digitaler Organisation.

c Wie kann man diese einsetzen?

d Unsere Apps werden eingesetzt um einen

Betriebsablauf effektiver zu gestalten.

Alles was bisher in Papierform erledigt wurde

oder mühsam in mehreren Schritten abgearbeitet

wurde, wird kompakt in Apps

zusammengefasst. Unser System ist flexibel,

es besteht aus einem Endgerät, der

App und einem Webportal, so kann man

jeden betrieblichen Prozess wie Arbeitszeit,

Lagerverwaltung, Qualitätskontrolle

etc. individuell einbinden. Der Kunde baut

sich also seine eigene Organisation aus

drei Komponenten auf.

Fred Schardt ist Geschäftsführer der

Firma VDQ Business Solutions GmbH

und entwickelt Apps

c Welche Hardware braucht man für den

Einsatz der Apps?

d Man benötigt Hardware, die über RFIDbzw.

NFC-Technik verfügt. Beides sind Techniken,

die einen Datenaustausch auf kurzer

Distanz ermöglichen. Hierfür bieten wir

zum einen selbstentwickelte Hardware an,

diese sind mobil sowie stationär einsetzbar.

Zum anderen kaufen wir Dinge zu, wie

Smartphones und Tablet-PCs. Wichtig ist

bei den zugekauften Geräten, dass eine

NFC-Technik verfügbar ist. Diese Technik

wird aber mittlerweile gängig eingebaut,

da hier dieselbe Technologie wie bei den

mobilen Bezahlsystemen dahinter steckt.

c Wie funktioniert die Datenübertragung?

d Die Datenübertragung läuft über das

Mobilfunknetz und das Internet. So geht’s:

Das Gerät ist mit dem Webportal verbunden,

hier findet eine aktive Kommunikation

statt. Passend dazu ist der Mitarbeiter

und Standorte mit Chips, sogenannten

Tags, versehen. Heißt also: Ein Mitarbeiter

hat einen Chip an seinem Schlüsselbund,

er kommt morgens zum Dienstantritt und

meldet sich damit an einem stationär angebrachten

Gerät an. Im Hintergrund passiert

folgendes: Das Gerät erfasst den Chip

und erkennt die Seriennummer, das Webportal

merkt eine Aktivität vom Gerät und

ruft die Seriennummer ab. Dieser Seriennummer

sind beispielsweise Personenoder

objektbezogene Daten hinterlegt, die

vom Portal verknüpft werden und sogleich

zur Auswertung in Echtzeit bereitgestellt

werden.

c Was ist Echtzeit?

d Echtzeit heißt: Sie lesen jetzt die Daten

ein und sie stehen sofort zur Auswertung

bereit. Im Gegensatz zu veralteten

Systemen, wo Daten gesammelt wurden

34 rhw management 12 · 2013


Report

und dann erst an einer Station

ausgelesen werden mussten.

Dies bietet den Vorteil, dass

auch bei dezentralen Standorten

die Daten des Mitarbeiters

in der Zentrale sofort vorliegen

und man so auch sehen kann,

wer gerade anwesend ist und

wer nicht.

c Welcher Unterschied besteht

zwischen web- bzw. serverbasierten

Systemen?

d Der Unterschied ist, dass

Sie bei webbasierten Systemen

weltweit arbeiten können.

Es ist egal wo die Zentrale ist,

der Arbeitsplatz ist durch die

Verknüpfung mit dem Internet

überall möglich. Bei serverbasierten

Systemen ist man an

seinen Arbeitsplatz gebunden

und kann auch nur von dort

auf seine Daten zugreifen.

c Wo werden die Daten gespeichert?

d Die Daten werden von uns

bis zu zehn Jahre in einem großen

Rechenzentrum gespeichert.

Auf Wunsch hinterlegen

wir die Daten auch auf dem

Server des Kunden.

c Wer hat Zugriff auf die Daten?

d Zugriff haben nur die Personen,

die von der Firma die

Berechtigung erhalten. Jeder

Kunde von uns legt selber fest,

wer auf die Daten zugreifen

kann und auch, was er dann

sehen darf. Das Portal ist

durch einen Sicherheitsserver,

Benutzernamen und Passwort

geschützt.

c Welchen Vorteil haben die

Firmen, die diese Software

einsetzen?

d Diese Software macht ein

Unternehmen wirtschaftlich,

sie ist effektiv und lässt sich

individuell auf die Bedürfnisse

eines jeden Kunden anpassen.

Durch die Datenübertragung

in Echtzeit ist ein mühseliges

Einlesen nicht mehr erforderlich.

Alles in allem spart

man einfach Zeit, dadurch wird

man flexibler und natürlich

auch effektiver. Zeit ist Geld,

heute mehr denn je.

t Interview: Peter Strauch

Weitere App-Lösungen für die Reinigungsbranche

– entdeckt auf der CMS in Berlin

Die Firma Johannes Kiehl KG aus Odelzhausen präsentierte auf der diesjährigen CMS die

Kiehl-App für Smartphone und Tablet, die viersprachig ist.

Der gesamte Produktkatalog, die Produktinformationen, die Sicherheitsdatenblätter sowie

die Betriebsanweisungen in 28 Sprachen sind so immer abrufbar. Mit dem Barcode-Scanner

wird direkt auf das ausgewählte Produkt zugegriffen. Reinigungsempfehlungen für bestimmte

Fußbodenbeläge sowie der Verbrauchsrechner gehören zu dieser vielfältigen App.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Kontaktaufnahme mit dem anwendungstechnischen Service,

hier besteht die Möglichkeit ein Foto mit einem Text an den Service zu senden, die dann mit

einer entsprechenden Reinigungsempfehlung beantwortet wird.

„ServiceOne! Innovatives Maschinen- und Gerätemanagement“ heißt die App von Numatic

Deutschland mit Stammsitz in Hannover. Mit dieser App werden die Reinigungsmaschinen

von Numatic direkt im Objekt inventarisiert. Reparaturen können vor Ort auf dem elektronischen

Weg veranlasst werden. Der Clou: auch Geräte von anderen Herstellern können mit

QR-Codes in die Inventarliste aufgenommen werden. So ermöglicht diese Anwendung ein

effizientes Flottenmanagement.

Der Coach & Clean Manager von Kriegel Consulting mit Sitz in Lippstadt ist eine umfangreiche

webbasierte Software, die sowohl vom Computer als auch mit einer App vom Smartphone

bedient werden kann.

Das Programm beinhaltet Objektzustandsdokumentation, Leistungsverzeichnis, Objektorganisation

und Qualitätsmanagement. Höhepunkt ist die Objektdokumentation, um jeden

Raum zu bewerten und zu beurteilen. Für das Raumbuch gibt es keine Begrenzung der Anzahl

der Räume für die Erfassung eines Objektes, selbst Häuser mit über 20.000 m zu reinigender

Fläche können so erfasst werden. Jeder einzelne Raum wird eingegeben bzw. kann

durch eine Excel-Liste importiert werden. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, ein Foto

für jeden Raum hoch zu laden und auf diesen die Mängel und Arbeitsanweisungen festzuhalten.

Diese Möglichkeit ist besonders wichtig bei Übernahme eines Objektes zur Dokumentation

des Ist-Zustandes.

t

Foto: Kiehl

Foto: Kriegel Consulting

rhw management 12 · 2013 35


Report

Lebensmittelhygiene

auf Chinesisch

„Ob ich für ein chinesisches Altenheim in Qingdao die Grundlagen

der Lebensmittelhygiene und Lagerhaltung vermitteln könne?“

So lautete die ungewöhnliche Anfrage, die mich Anfang

2013 vom Unternehmen „Innovative Qualifikation in der Altenpflege“

(IQ) GmbH, Bad Arolsen, erreichte. Ganz spontan

war meine Antwort: „Natürlich, kann ich!“. Doch welche Grundlagen

sollten dabei vermittelt werden, in einem Land, das erfolgreich

1,3 Milliarden Menschen versorgt? Denn irgendwie

muss in China die Lebensmittelhygiene funktionieren, sonst hätten

diverse hygienisch bedingte Erkrankungen die Bevölkerung

schon dezimiert.

Zunächst ging es an die Recherche. Aus

mehreren längeren Reisen durch Indien,

Thailand und Malaysia waren

mir schon verschiedene, typisch asiatische

Handhabungen im Umgang mit Lebensmitteln

vertraut. Diese würden bei einigen

sensiblen Wesen zu einem entsetzten Verzicht

auf den Besuch dieser Regionen führen…

Ungeachtet des meist krassen Widerspruchs

zur deutschen Normalität nimmt

die Bevölkerung in diesen Ländern jedoch

zu. Also warum funktioniert es, obwohl beispielsweise

frisch geschlachtetes Fleisch

bei tropischen Temperaturen in offenen

Verkaufsräumen von Fliegenscharen umwölkt

wird? Obst und Gemüse wird auf den

Märkten auf dem Boden angeboten und

nicht immer liegt eine Plane darunter, wo

zuvor vielleicht das Moped repariert wurde.

China: Ein Messer für alles…

In den Garküchen und Restaurants gibt

es meist nur eine beengte Arbeitsfläche mit

einem meist dicken und offensichtlich traditionsreichen

Schneidbrett. Auf diesem

wird mit dem einzigen Hackmesser alles

geschnitten, was für das Essen gebraucht

wird. Eine Zwischenreinigung wird gemacht,

weil dies ja jeder Kunde sieht. Doch

ein Lappenwechsel ist meist unbekannt

und wäre unbezahlbar, so dass mancher

asiatischer „Reinigungslappen“ von deutschen

hauswirtschaftlichen Fachkräften

selbst als Scheuerlappen abgelehnt werden

würde. Und doch scheint es zu funktionieren.

Und dieses Funktionieren musste erst

verstanden sein, bevor die Inhalte für die

Seminare festgelegt werden konnten.

Denn nur wenn auf die wertvollen, in der

Praxis bewährten Traditionen der chinesischen

Verpflegung aufgebaut wird, kann

die Kompetenz der Mitarbeiter in der täglichen

Arbeit sowie das Management der

Lebensmittelhygiene weiter entwickelt

werden.

Hilfe durch Auditbericht

Zu meiner Erleichterung stellte mir

mein Auftraggeber IQ einen Auditbericht

zur Verfügung, der für das Altenheim der

„Sonnenschein Altenpflege GmbH“ bereits

erstellt wurde. In diesem Haus werden die

gesamten Managementprozesse beispielgebend

von IQ mit den Mitarbeitern vor Ort

weiterentwickelt.

Dieses für chinesische Verhältnisse

sehr kleine Haus hat etwa 60 Bewohner.

Es liegt in der ehemalig kaiserlich deutschen

Kolonialstadt Qingdao. Für die Mitarbeiter

dieses Heimes sollten die Seminare

gestaltet werden.

Neben dem Auditbericht sah ich eine

Serie von Fotos, die einige wesentliche Aspekte

des Heimalltags inklusive der Verpflegung

darstellten. Die auf den Fotos und

im Bericht festgehaltenen Umstände waren

mir auch aus einigen deutschen Heimen

sehr wohl bekannt, ohne dass es in

Deutschland diese Art der Speiseherstellung

gibt.

Ich selbst hatte am Tag vor meinem ersten

Seminar die Gelegenheit, die Küche unmittelbar

vor und während der Mittagszeit

Chinesisches Mittagessen

Bodenständiges Auberginenschneiden

Fotos: Sascha Kühnau, Hintergrundbild: rudybaby/fotolia.com

36 rhw management 12 · 2013


Report

Ausgabe für die Wohnbereiche

Abgestellte Geflügelhackmasse, ungekühlt

Blick in den Sanitärbereich

der Küchenmitarbeiter

in Aktion zu erleben. So konnte ich selbst

sehen, wie die Rahmenbedingungen im Arbeitsalltag

sind.

Entsprechend dem Naturell vieler älterer

Chinesen, wurde im Haus alles aufbewahrt,

was vielleicht doch noch irgendwann

einmal genutzt werden könnte. Diese

Art der Sparsamkeit ist im chinesischen

Lebensalltag häufig zu erleben. Diese ehemals

genutzten Dinge nehmen im Heim viel

Raum ein, der für die aktive Lebensgestaltung

der Senioren nicht mehr zur Verfügung

steht. Für die Lebensmittellagerung

wurden meist Orte genutzt, die schnell erreichbar

sind oder nicht anderweitig verwendet

werden. Nur auf den ersten Blick

waren sie scheinbar beliebig gewählt.

Gegessen wird nur warm

Der Einkauf des frischen Gemüses erfolgt

oft direkt auf dem Markt für maximal

drei Tage im Voraus. Dabei handelt es sich

zumeist um mehr als 300 kg. Diese werden

im ungenutzten Foyerbereich auf einer Pappe

am Boden gelagert. Einen Kühlraum für

diese Menge gibt es auch bei sommerlichen

30 Grad Celsius nicht.

Die gesamte Kühlmöglichkeit besteht

aus zwei 300-Liter-Kühlschränken im Küchenbereich,

von denen einer nicht genutzt

wurde. Hier greift einer der wesentlichen

Vorteile der chinesischen Esstradition. Es

werden zu allen Mahlzeiten warme Gerichte

verzehrt und damit mögliche Erreger

abgetötet. Die bei uns bekannte und

alltägliche Kaltverpflegung ist hier untypisch.

Nur ein Essen wird angeboten

Ein weiterer Aspekt ist die geringe Auswahl.

Es wird generell nur ein Essen pro

Mahlzeit angeboten. Dieses besteht mittags

zumeist aus einer Sättigungsbeilage

wie Reis, Hefekloß oder Teigtaschen, zwei

verschiedenen Gemüseragouts sowie einer

Eiweißkomponente wie Fleisch, Geflügel

oder Fisch. Morgens und abends ist das

Angebot ähnlich. Morgens wird es oft durch

eine Reisschleimsuppe und abends durch

gefüllte Teigtaschen ergänzt.

Das Speiseangebot orientiert sich an

dem typischen Angebot in chinesischen Privathaushalten.

Dadurch ist das Essen wirklich

biografieorientiert gestaltet. Dagegen

provoziert das vorherrschende Überangebot

in vielen deutschen Altenpflegeeinrichtungen

oft Verwirrung bei Bewohnern

und eine lebensmittelhygienisch herausfordernde,

umfassende Lagerhaltung. Ganz

abgesehen von dem in vielen deutschen

Heimen oft exotisch anmutenden Speisenangebot,

das eher die verschiedenen

Branchen-Standards als die Wünsche der

Senioren umsetzt.

Jede Teigtasche wird

hier selbst gemacht

Der Zubereitungsbereich in der chinesischen

Heimküche besteht aus einem Vorbereitungsraum

für die in Nordchina obligatorischen

Teigtaschen. Diese werden

vollständig selbst hergestellt. Der Teig wird

im Großküchen-Menger zubereitet, im Teigformer

ausgerollt und mit selbst hergestellter

Masse gefüllt. Die Maschinen ste-

Eingang zum Haus Sonnenschein im chinesischen Qingdao

Gemüselagerung im Foyer des Seiteneingangs

rhw management 12 · 2013 37


Report

Manuelle Herstellung einer Geflügelfüllung für die Teigtaschen;

sie werden alle per Hand zubereitet

Minutenschnelle Wokgarung – sie trägt dazu bei, dass mögliche

Keime abgetötet werden. In China werden alle Mahlzeiten

warm gegessen – von der Reisschleimsuppe am Morgen bis

zum Gemüseragout mit Teigkloß am Abend.

hen in benutztem Zustand bis zum Schichtende,

bevor sie gereinigt werden.

An dem Tag meines vorbereitenden

Kurzbesuchs sollte die Füllung der abendlichen

Teigtaschen aus Geflügelfleisch bestehen.

Das bewährte Holzbrett, auf dem

das Geflügelfleisch klein gehackt wurde,

stand auf dem Boden. Die beiden Mitarbeiterinnen

hockten auf kleinen Höckerchen

davor und schwangen die Hackmesser.

Anschließend stellten die Mitarbeiterinnen

während der Mittagsausgabe die

fertige Masse zur Seite: unabgedeckt auf

einem Brett in einem offenes Regal in der

warmen Küche in der Nähe des Ausgabebereiches.

Wie ich mich selbst überzeugte,

hätte diese Füllung im einzigen genutzten

Kühlschrank kaum Platz gefunden.

Erhitzung hilft bei der Hygiene

Die Zubereitung des Auberginenragouts

für das Mittagessen konnte ich live

erleben. Die frischen Auberginen waren vor

dem Geflügelfleisch auf demselben Brett

grob zerkleinert worden. Anschließend

wurden sie in zwei metergroßen Woks gar

gedünstet. Die enormen Wärmemengen

der großen Gasbrenner gewährleisteten

eine sehr zügige Garung. Keiner der eventuell

noch anhaftenden Erdkeime der

Auberginen oder der beim Abwaschen auf

das Brett gelangten Lebensmittelverderber

oder -vergifter kann diese Hitze überstehen

überstehen. Genauso war es beim

Tomatenragout sowie bei den geschmorten

Hähnchenoberkeulen, die es zum

gedämpften Hefekloß gab. Und für eine

Toxinbildung reichten die Lagerungszeiten

im zerkleinerten Zustand einfach nicht aus.

Somit war das Lebensmittelhygienerisiko,

welches durch die Verbesserungspotentiale

in der Basis- und Prozesshygiene

entstand, durch die konsequente Erhitzung

offensichtlich wirksam auf ein verträgliches

Maß reduziert worden.

Gegessen wird im Zimmer

oder auf dem Flur

Das Mittagessen wurde in dreigliedrigen

Menüschalen unmittelbar in der Küche

portioniert und von den Mitarbeiterinnen

der Wohnbereiche abgeholt. Diese

brachten es für die Bewohner in die Zimmer,

wo diese zumeist essen. Einige Bewohner

kamen in den „Speiseraum“, der

im Flurbereich vor der Küche aus ein paar

Tischen und Stühlen besteht.

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen,

dieses frisch zubereitete Mittagessen selbst

zu kosten. Es war beeindruckend, welches

ursprüngliches Aroma und milden Geschmack

die Speisen hatten. Hier zeigten

sich geschmacklich die Effekte der frischen

Lebensmittel mit schneller, zeitpunktgenauer

Garung ohne nennenswerte Warmhalte-

oder Lagerzeiten.

Für die Fernversorgung einer zweiten

Einrichtung wurde übrigens ein klassischer

Thermoport befüllt. Von einer der Mitarbeiterinnen

der Küche wurde dieser Thermoport

auf einem kleinen Handwagen quer

die Hauptstraße entlang zu Fuß transportiert.

Zwischen Garende und Ankunft in der

externen Einrichtung waren weniger als 30

Minuten vergangen. Das ist ein Zeitwert,

von dem die meisten deutschen Caterer bei

externer Versorgung nur träumen können.

Dafür haben sie andere bauliche Rahmenbedingungen.

Seminar mit Dolmetscherin

Angefüllt mit diesen Eindrücken passte

ich noch einmal die Inhalte des Seminars

für den Folgetag an. Gemeinsam mit den

Seminarteilnehmern, die zum Großteil aus

dem Top-Management des Trägers und des

Heimes kamen sowie einer Dolmetscherin

erarbeiteten wir die potenziellen Gefährdungen

im Lebensmittelhygienebereich.

Von diesen leiteten wir die wesentlichen

Maßnahmen der Grundhygiene ab und

fassten sie in beispielhaften Checklisten zusammen.

Natürlich berücksichtigten wir dabei

die chinesischen Koch- und Verzehrstraditionen.

Denn diese hatten in der Vergangenheit

schon eine offenbar erfolgreiche

Handhabung des Lebensmittelhygienerisikos

ermöglicht.

Die Grundlagen der Raumhygiene, die

Trennung von reinen von unreinen Prozessen

sowie die Eckpunkte der Guten Herstellungspraxis

wurden voll Wissbegierde

festgehalten.

Der zweite Seminartag war dem Lager-

Management gewidmet. Dabei wurden die

wichtigsten Eckpunkte professioneller Lagerhaltung

in Wohnbereichen und Küche

erarbeitet. Das reichte von der strikten Lagertrennung

über die verschiedenen Lagerbedingungen

bis zur Lagerstruktur. Es

war beeindruckend, mit welchem Elan die

Seminarteilnehmer die Inhalte gedanklich

sofort in die eigene Arbeitswelt übertrugen

und die Leitungskräfte sofort Checklisten

zur Sicherung der Umsetzung andachten.

Mich bestärkt diese ungewöhnliche Erfahrung

erneut, das gesamte Management

und vor allem die Hygiene fachlich kritisch

nach den ursächlichen Wirkprinzipien zu

hinterfragen. Viel zu oft werden einerseits

aus übergroßen Befürchtungen oder fachlichem

Unverständnis Regelungen unnötig

eng und strangulierend in die Praxis umgesetzt

und andererseits essenzielle

Grundlagen im Umgang mit Lebensmitteln

vernachlässigt. Für mich demonstrieren die

Erfahrungen in dieser chinesischen Einrichtung,

wie selbst wesentliche Risikopotentiale

in der Lebensmittelhygiene mit

konsequentem Temperatur- und Zeitmanagement

wirkungsvoll entschärft werden

können. In diesem Zusammenhang freue

ich mich schon auf das bevorstehende

Feedback aus der Einrichtung über die erreichten

Fortschritte.

t Sascha Kühnau

38 rhw management 12 · 2013


Marktplatz

Hersteller: Franz Mensch

Name: Bio-Geschirr

Produkt: Geschirr aus nachwachsenden Rohstoffen

Das Bio-Geschirr von Franz Mensch besteht zu 100 % aus nachwachsenden Rohstoffen

und ist 100 % biologisch abbaubar. Die Einwegteller werden aus Bagasse

hergestellt, das sind Zuckerrohrfasern, die als Nebenprodukt bei der Zuckerherstellung

entstehen. Da die Teller nur aus Pflanzenteilen bestehen, sind sie vollständig

kompostierbar. Das gilt sowohl für Industrie als auch für den Kompost im heimischen

Garten. Außerdem sind die Teller stapelbar und fettbeständig sowie für Mikrowelle und

Kühlschrank geeignet. Das Geschirr sowie das Bio-Einwegbesteck und der Bio-Coffeeto-Becher

wurden auf der anuga 2013 als Top-Innovationen ausgezeichnet.

I www.franz-mensch.de

Hersteller: BestCon Food

Name: Findus Wochenspeiseplan

Produkt: Wochenspeiseplan für passierte Kost

Wichtiges Kriterium bei der Verpflegung von Menschen mit Kau- und Schluckstörungen ist die

richtige Konsistenz der Nahrung. Der neue Findus Wochenspeiseplan enthält mehr als 60 nährwertberechnete

Rezepte für sieben Tage vom Frühstück bis zur Spätmahlzeit sowie Tipps für

Küche und Pflege im Alltag. Der Energiegehalt des Wochenspeiseplans beträgt im Durchschnitt 1.800

kcal. Die Nährwerte sind sowohl pro Tag als auch pro Portion angegeben für eine einfache Protokollierung

innerhalb der Pflegedokumentation.

I www.bestcon-food.de

Hersteller: Fusionchef

Name: premium Sous-Vide-Collection

Produkt: Präzisionsgeräte für die Profiküche

Bei der Niedrigtemperaturgarmethode (Sous-Vide) werden

frische Lebensmittel zuerst vakuumverpackt und dann im

Wasserbad bei niedrigen Temperaturen gegart. Dank des

schonenden Verfahrens bleiben Farben, Aromen, Konsistenz, Vitamine

und Nährstoffe der Lebensmittel erhalten.

Die Linie Diamond bietet eine computerbasierte

Steuerung, eine vorprogrammierte

Speichertaste für Fleisch, Fisch und Gemüse

sowie einen Kerntemperaturalarm.

I www.fusionchef.de

Hersteller: Hupfer

Name: Isobox Mobil

Produkt: Speisentransport

Essen wärmen, Essen kühlen oder einfach nur gut isoliert verteilen, alles fahrbar

und mobil, entweder am Netz oder auch mal unabhängig von der Steckdose und

mit Akku betrieben: die Neuheit Isobox Mobil bietet eine bisher nicht dagewesene

Flexibilität. Mit dem Transportgerät lassen sich Speisen temperatur- und hygienegerecht

so verteilen, wie es die Situation gerade erfordert.

I www.hupfer.de

rhw management 12 · 2013 39


Marktplatz

Flexibel und vielseitig: neue

Frischwasser-Spülprofis

„Speed“, „Brilliant“ und „Hygiene“ heißen die Modelle der neuen

Generation von Gewerbespülmaschinen mit Frischwassersystem,

die von Miele seit Oktober 2013 im Werk Bielefeld produziert

werden. Frischwasserspüler dieser Art sind besonders

für Kitas, Wohngruppen in Seniorenheimen und Stationsküchen

geeignet.

Immer da, wo eine Haushaltsspülmaschine

an ihre Grenzen kommt und ein

gewerblicher Tank-Geschirrspüler sich

wirtschaftlich noch nicht lohnt, sind die die

neuen Frischwasser-Spülprofis von Miele

eine gute Wahl.

Das System, das in jeder Reinigungsund

Spülphase frisches Wasser zum Einsatz

bringt, ist aus Haushaltsspülmaschinen

bekannt. Dagegen steht in den gewerblichen

Tank-Geschirrspülmaschinen

jederzeit heiße Reinigungslauge zur Verfügung,

dadurch wird permanent eine hohe

Spülleistung garantiert. Dieses System ist

jedoch nur wirtschaftlich, wenn rund um

die Uhr gespült werden muss. Je mehr Pausen

es jedoch zwischen den Spülvorgängen

gibt, desto wirtschaftlicher ist ein

Frischwasserspüler.

Neue Modellnamen

geben Orientierung

Um es den Kunden einfacher zu machen,

das richtige Gerät auszuwählen, hat

Miele bei den Geschirrspülern der neuen

Die neuen Frischwasser-Spüler

„Hygiene“

setzen mit hohen

Nachspültemperaturen

und garantierten

Haltezeiten höchste

Maßstäbe in Sachen

Hygienesicherheit

Generation Modellnamen eingeführt. So

wollen die Modelle „Speed“ mit kurzen

Laufzeiten punkten. Gegenüber der Vorgängergeneration

hat sich die Spülkapazität

der neuen Modelle um etwa 20 Prozent

erhöht. Selbst bei schnellsten Laufzeiten

können gleichzeitig zwei Körbe pro Charge

gespült werden. Bis zu 456 Teller pro

Stunde schaffen die Maschinen und sind

damit optimal für Cafés, Restaurants oder

Schulen.

Besonders geeignet für Kliniken, Senioreneinrichtungen

oder Kindergärten ist

das Modell „Hygiene“. Hier findet die Reinigung

bei 60 Grad Celsius statt und nachgespült

wird bei 85 Grad Celsius. Das Modell

„Hygiene Plus“ bietet zusätzlich ein

Programm für eine thermische Desinfektion,

wie sie ansonsten nur aus dem Medizinbereich

bekannt ist.

„Brilliant“ heißt der neue Miele-Spezialspüler

für Gläser und Bestecke. Zusätzlich

zu zwei Ventilen für Kalt- und Warmwasser

ist der Frischwasserspüler mit einem

dritten Anschluss für voll- oder teilentsalztes

Wasser ausgestattet. Dies

kommt während des Nachspülgangs zum

Einsatz, das mit Spültemperaturen von maximal

50 Grad Celsius eine besonders schonende

Reinigung ermöglichen soll.

Alle Modelle der neuen Baureihe bieten

weitere Innovationen wie eine Bedienfläche

mit einem Klartextdisplay in insgesamt

27 Sprachen sowie einer absolut ebenen

Oberfläche, die ein hygienisches Reinigen

ermöglicht. Neu ist auch das „AutoOpen“-

und „AutoClose“-System zum automatischen

Öffnen und Schließen der Tür.

Bei der neuen Spüler-Generation befindet

sich jetzt das Salzgefäß in der Tür, so dass

dies bequem nachgefüllt werden kann.

Auch können die Geräte in Küchenzeilen

untergebaut werden.

Traditionell wird bei Miele viel Wert auf

die Langlebigkeit gelegt: „20 Jahre sollten

die Geräte beim Kunden schon laufen“,

sagt Eike Lutz Kellermeier, im Geschäftsbereich

Miele Professional International

verantwortlich für den Produktbereich Gewerbliche

Spülsysteme. Die neue Spültechnik

musste sich unter anderen in umfangreichen

Praxistests in ausgewählten

Betrieben wie Kindergärten, Altenheimen

und Cafés bewähren, in denen ihr Einsatz

unter echten Bedingungen erprobt wurde.

Stress-Tests in Bielefeld

Außerdem gibt es auf dem Bielefelder

Werksgelände eine Reihe von Testlaboren

mit 2.400 Quadratmetern Fläche, in denen

die neuen Geräte geprüft wurden. So mussten

beispielsweise die Heizpumpen 15.000

Stunden unter extremen Belastungen

durchhalten und der automatische Türschließ-Mechanismus

musste 100.000-mal

einwandfrei funktionieren.

In den zweitgrößten Miele-Standort

Bielefeld hat der Familienkonzern in den

letzten Jahren rund 30 Millionen Euro investiert.

Modernste Produktionskonzepte

kommen unter anderem in der Spülraumfertigung

zum Einsatz. Wo früher die Spülräume

per Rollnaht-Verfahren verschweißt

wurden, sind heute riesige Industrieroboter

im Einsatz, die per Laser die Spülraumnähte

zusammenschweißen. Vorteil

der neuen Technik: im Spülraum ist kein

Spalt mehr zu erkennen, das ist später eine

wichtige Grundlage für hygienische Reinigungsergebnisse.

t Alexandra Höß

Foto: Miele

40 rhw management 12 · 2013


Report

NRW: Die Chancen

sind da!

Der 20. Landesleistungswettbewerb der Hauswirtschaft

in Nordrhein-Westfalen mit 17 Teilnehmerinnen

und zwei Teilnehmern fand am 8.

November 2013 am Maria-Stemme-Berufskolleg

in Bielefeld statt. Auch neue Chancen für die

Hauswirtschaft wurden bei der Tagung erläutert.

Sieger des Wettbewerbes wurde erstmalig in NRW ein Mann –

René Krabbe überzeugte die Jury mit seinem hervorragenden

Fachwissen. Karin Schulze-Langenhorst belegte den zweiten

und Kathrin Rotthove den dritten Platz.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft in NRW organisierte

dazu auch in diesem Jahr wieder begleitend eine Fachtagung

für hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräfte.

Gut 40 Teilnehmerinnen aus Betrieben, Schulen und von öffentlichen

Stellen informierten sich.

Maria Döpker-Wilgapolski, stellvertretende Vorsitzende LAGHW-

NRW, Katja Porath – Senior Beraterin apetito consult, Hedwig

Alex, Vorsitzende LAGHW-NRW, Hiltrud Schwake, Fachfrau für

Ernährungs- und Verbraucherfragen – Landfrauen, Dr. Ulrike

Kreinhoff, Geschäftsführerin Sektion Hessen DGE e.V. und

Susanne Saerbeck, Landwirtschaftskammer NRW (v. l. n. r.)

Veranstaltung dank der professionellen Unterstützung der Auszubildenden

des Maria-Stemme-Berufskollegs Bielefeld und ihren

Lehrerinnen.

t Hedwig Alex

Kein Abschluss ohne Anschluss

„Kein Abschluss ohne Anschluss“ heißt ein Programm in NRW

als Chance zur Gewinnung von geeigneten Auszubildenden für die

Hauswirtschaft und natürlich auch für andere Berufe. Susanne Saerbeck,

Referentin Berufsbildung Hauswirtschaft bei der Landwirtschaftskammer

NRW, als zuständiger Stelle für die Berufsbildung,

machte Mut, dass die geeigneten Auszubildenden doch noch

zu finden sind. Die Ausbildungsbetriebe sind gefragt, ihre Pforten

schon im Vorfeld zu öffnen und jungen Menschen ab der 8. Klasse

Berufsfelderkundungen zu ermöglichen. Die Landwirtschaftskammer

unterstützt diese Vorhaben bei Bedarf und für zusätzliche

Informationen können sich Interessenten an ihre zuständige

Ausbildungsberaterin wenden (www.landwirtschaftskammer.de).

Fachkraft für Unterkunft und Verpflegung

„Ernährung im Alter“: Dr. Ulrike Kreinhoff, Geschäftsführerin

der Sektion Hessen der DGE e.V. und Katja Porath, Senior Beraterin

bei apetito consult, frischten das Wissen der Fachkräfte auf. Die

Qualitätsstandards der DGE geben Hilfestellung und müssen zumindest

in NRW eingehalten werden. Das Wohn- und Teilhabegesetz

in NRW fordert eine Fachkraft im Bereich Unterkunft und Verpflegung.

Die hauswirtschaftlichen Verbände haben vor Einführung

des Gesetzes starke Lobbyarbeit geleistet und konnten den Gesetzgeber

von der Notwendigkeit einer Fachkraft in diesem Bereich

überzeugen. In einigen anderen Bundesländern scheint dies noch

nicht der Fall zu sein.

Hiltrud Schwake ist Fachfrau für Ernährungs- und Verbraucherfragen.

Kann dies ein berufliches Standbein auch für andere

hauswirtschaftliche Fachkräfte sein? Hiltrud Schwake machte am

Beispiel des Ernährungsführerscheins für Grundschulen deutlich,

dass hauswirtschaftliche Fachkräfte hier gute Möglichkeiten finden,

selbstständig und bei freier Zeiteinteilung ihre berufliche Zukunft

in die Hand zu nehmen. Landfrauen setzen sich seit vielen

Jahren mit unzähligen Projekten dafür ein, dass Hauswirtschaft als

Alltagskompetenz wieder eine stärkere Bedeutung beigemessen

wird. Zum Teil sind die Projekte durch Landes-, Bundes- oder EU

Mittel finanziert (www.wllv.de).

Insgesamt wurden der Wettbewerb und die Tagung eine runde

k mpass

Fernlehrgänge

Präsenz- und

Fernlernen

Qualitätsmanagement in der Hauswirtschaft

Hygienebeauftragte/r für die Hauswirtschaft

in sozialen Einrichtungen

Kostenrechnung und Controlling für die Hauswirtschaft

Hauswirtschaftliche Fachkraft für Ernährung

in sozialen Einrichtungen

Prüfungsorte: Wesel, Stuttgart, Leipzig, Hamburg

Informationen unter: Telefon. 0281 82829

www.kompass-wesel.de www.fernlehrgang-hauswirtschaft.de

Fortbildung

In Kooperation mit dem

Deu

Zert

Deutsche Zertifizierung

DIN ISO 29990:2010

QUALITÄTSGEPRÜFTER

BILDUNGSDIENSTLEISTER

Service

Vorschau auf die Januar-Ausgabe 2014

Berufschance Privathaushalt

Arbeit im gehobenen Privathaushalt: Dahinter verbirgt sich

ein vielseitiger Beruf mit großem Betätigungsfeld, dazu humane

Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung. Obwohl

der Bedarf enorm ist, wird diese Berufschance jedoch noch wenig

wahrgenommen.

Anzeigeschluss: 4. Dezember 2013

Redaktionsschluss: 2. Dezember 2013

rhw management 12 · 2013 41


Stellenangebote

Der Katholische Männerfürsorgeverein München e. V.,

KMFV, ist ein vorwiegend in der Erzdiözese München und Freising

tätiger, caritativer Fachverband der Wohnungslosen-, Suchtkranken-,

Straffälligenhilfe und der Arbeitslosenförderung. Der

KMFV unterhält mit über 570 Mitarbeitern 20 stationäre, teilstationäre

und ambulante Einrichtungen.

Für unser Haus an der Knorrstraße suchen wir ab sofort eine/n

Hauswirtschafter/in

(Vollzeit)

Das Haus ist ein Wohnheim für psychisch- und suchtkranke, wohnungslose Männer

mit insgesamt 51 Plätzen.

Die Tätigkeit umfasst folgende Aufgaben:

• Übernahme von Tätigkeiten im Bereich der Küche

• Übernahme von Tätigkeiten im Bereich der allgemeinen Hauswirtschaft

(Hauspflege, Wäschepflege)

• Beschaffung von Lebensmitteln und hauswirtschaftlichen Materialen

• Übernahme von hauswirtschaftlichen Tätigkeiten im Bewohnerbereich

• Anleitung und Beschäftigung von Bewohnern bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten

Wir erwarten sowohl eine psychische als auch physische Belastbarkeit, die Bereitschaft

zur Schichtarbeit und zum Wochenenddienst. Sie sind es gewohnt sauber zu

arbeiten und bringen ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen in die Lebenswelten

und Situa tionen von Wohnungslosen mit.

Sie haben Kenntnisse im Bereich HACCP. Sie sind der Leitung der Hauswirtschaft

zugeordnet, arbeiten nach Maßgabe jedoch selbstständig und eigenverantwortlich.

Wir bieten Ihnen ein interessantes, abwechslungsreiches und nicht alltägliches

Berufsfeld sowie einen gut erreichbaren Arbeitsplatz im Zentrum von München.

Die Vergütung sowie die Sozialleistungen richten sich nach den Arbeitsvertragsrichtlinien

des Caritasverbandes.

Bei Interesse senden Sie bitte Ihre Bewerbung an den Leiter der Einrichtung,

Herrn Christian Jäger, Haus an der Knorrstraße, Knorrstraße 26, 80807 München,

089 358982-30.


www.kmfv.de

Wir suchen für unsere Therapeutische

Gemeinschaft Jenfeld – Facheinrichtung

für Suchterkrankungen zum 1. Februar

2013 eine

Hauswirtschaftsleitung (m/w)

in Vollzeit zunächst auf zwei Jahre befristet.

Die Vergütung erfolgt nach TV-AVH mit zusätzlicher Altersversorgung.

Bewerbungen bitte an die

Therapeutische Gemeinschaft Jenfeld, Jenfelder Straße 100, 22045 Hamburg

oder per E-Mail an: info.tgj@alida.de

Weitere Informationen finden Sie auch im Web unter www.alida.de

Hauswirtschafterin

Interessanter großer Geschäftshaushalt in Ffm mit kleiner

Familie sucht eine nette und erfahrene Mitarbeiterin (NR) als

Führungsperson mit guten Kochkenntnissen.

Wir leben in einem gepflegten Umfeld und bieten eine Vollzeitstelle

mit weiteren Kollegen an.

Wohnungssuche und gute Bezahlung als Gegenleistung.

Referenzen erwünscht.

mail@b-hennig.de, mobil: 01 72/6 92 41 03

rhw

rationelle hauswirtschaft

management

-Praktikum ab 2014 möglich

Sie möchten mindestens sechs Wochen die Abläufe in unserer Redaktion

kennenlernen und später selbst Artikel verfassen? Für Informationen

und Bewerbungen mailen Sie bitte an robert.baumann@vnmonline.de

oder Telefon (0 89) 31 89 05 20.

Das Fachmagazin für Führungs-

in der Hauswirtschaft

rhw

rationelle hauswirtschaft

kräfte

management

Impressum

Herausgeberin: Beatrix Bierschenck

Redaktionsdirektorin: Dr. Angelika Schaller

Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich),

Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonline.de

Redaktion: Dorothea Kammerer,

Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonline.de,

E-Mail: rhw.redaktion@vnmonline.de, Internet: www.rhw-management.de

Redaktionsbeirat:

Ursula Bolhuis, Martina Feulner, Prof. Elke Huth, Dr. Renate Kappel,

M. Christine Klöber, Sascha Kühnau, Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser,

Elke Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Margarete Sobotka,

Prof. Dr. Margot Steinel, Ute Krützmann

Layout: Joachim Ullmer

Verlags-, Anzeigen- und Vertriebsleitung:

Elke Zimmermann, E-Mail: elke.zimmermann@vnmonline.de

Tel.: (0 89) 31 89 05-76, Fax: (0 89) 31 89 05-53

Anzeigenverkauf:

Andreas Ruff, E-Mail: andreas.ruff@vnmonline.de

Tel.: (0 89) 31 89 05-77

Mediaberatung:

Sigrun Kühnel, E-Mail: sigrun.kuehnel@vnmonline.de,

Tel.: (0 89) 31 89 05-75

Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 34 a vom 1. Oktober 2013

Marketingleitung: Burkhard P. Bierschenck

ABONNENTEN- UND KUNDENSERVICE:

Leserservice Verlag Neuer Merkur, 65341 Eltville

Tel.: (0 61 23) 9 23 82 30, Fax: (0 61 23) 9 23 82 44,

E-Mail: verlagneuermerkur@vuservice.de

Servicezeiten: Montag bis Freitag 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr

rhw management erscheint monatlich.

Jahresabonnement 96,00 Euro/192,00 SFr.

Für Referendare, Studenten, Schüler und Azubis gegen Einsendung

einer entsprechenden Bescheinigung 48,00 Euro/96,00 SFr.

Einzelheft 11,50 Euro/23,00 SFr.

Die Euro-Preise beinhalten die Versandkosten für Deutschland und Österreich,

die SFr-Preise die Versandkosten für die Schweiz. Bei Versand ins übrige Ausland

werden die Porto-Mehrkosten berechnet.

Die Abo dauer beträgt ein Jahr. Das Abo verlängert sich automatisch um ein weiteres

Jahr, wenn es nicht zwei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird.

Rabatte für Sammelabonnements auf Anfrage.

SCHULEN, KLASSEN, LEHRER:

Tel.: (0 89) 31 89 05-54, Fax: (0 89) 31 89 05-53

E-Mail: buchbestellung@vnmonline.de

BUCHBESTELLSERVICE:

Verlag Neuer Merkur, Kundenservice, 74569 Blaufelden

Tel.: (0 79 53) 7 18 90 08, Fax: (0 79 53) 88 31 60,

E-Mail: buchbestellung@fachbuchdirekt.de

Internet-Service: Markus Duffhaus, E-Mail: markus.duffhaus@vnmonline.de

Verlag Neuer Merkur GmbH

Postfach 60 06 62, D-81206 München, Paul-Gerhardt-Allee 46, D-81245 München,

Tel.: (0 89) 318905-0, Fax: (0 89) 318905-53

(Zugleich Anschrift aller Verantwort lichen)

Druck: BOSCH-DRUCK GmbH, Festplatzstr. 6, 84030 Ergolding

ISSN 1866-4504

Geschäftsführer: Burkhard P. Bierschenck, Dr. Angelika Schaller

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Erfassung und elektronischen Speicherung auf einem Datenträger und in einer

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und Lizensierung für Übersetzungen und als elektronische Publikationen.

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Schweiz: Postscheckamt Basel 40-13511-6

Verlagskonto für Abonnementgebühren:

HypoVereinsbank München 27 38 775, (BLZ 700 202 70)

Gerichtsstand: München

42 rhw management 12 · 2013


hw-Intensivseminar mit Dr. med. vet. Dieter Bödeker

Weiterbildung

W

zum/zur

Hygienebeauftragten

Referent: Dr. med. vet. Dieter Bödeker, freiberuflich tätiger Hygieneberater für Alten- und Pflege heime sowie für

ambulante Pflegedienste

Seminarziel: Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus den Bereichen der stationären und ambulanten Altenpflege

sowie Gemeinschaftseinrichtungen nach §33 und §36 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Mit der Benennung eines/einer

Hygienebeauftragten kommen die genannten Einrichtungen ihrer Ver pflichtung zur Eigenverantwortlichkeit und Eigenkontrolle

nach, die ihnen durch die aktuelle Gesetz gebung (SGB, IfSG, PQSG, LMHV) zugeteilt worden ist.

Nach Abschluss der Veranstaltung erhalten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat, das als Nachweis der erlangten Kenntnisse zu den Schulungsinhalten

dient. Für die Einrichtungen dokumentiert es die fachgerechte Wahrnehmung Ihrer gesetzlich festgeschriebenen Pflichten.

Inhalte: Aufgaben eines/einer Hygienebeauftragten m Rechtliche Grundlagen (z. B. Anforderungen des IfSG an Gemein schaftseinrichtungen)

m Prüfungen durch das Gesundheitsamt und den MDK, Beispiele für Beanstandungen m Elemente eines Hygieneplans, Umsetzungsprobleme

und Anpassung von Hygienemaßnahmen Personal-, Lebensmittel- und Wäsche hygiene m Grundzüge der Mikrobiologie m Gefahrenanalyse

(z. B. HACCP) m Maßnahmen bei Problemkeimen m MRSA/ ORSA und Legionellen m Impfschutz, Hautschutzplan m Verfahren zur Reinigung

und Desinfektion, Sterilisation m Um gang mit Desinfektionsmitteln und mögliche Gefahren m Risikoeliminierung und -minimierung

m Abfallentsorgung m Schnittstelle Küche – Pflege

Methoden: Vortrag, Diskussion, Beispielbearbeitung

7. April bis 11. April 2014 in München,

13. Oktober bis 17. Oktober 2014 in Hannover,

Mo 11.00 – ca.17.30 Uhr, Di – Do 9.00 – ca. 17.30 Uhr, Fr 9.00 – 16.00 Uhr

Seminargebühr (rhw-Abonnenten sparen 175,– Euro):

Vorzugspreis für rhw- und rhw-praxis-Abonnenten sowie Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft e.V. 675,– Euro, sonst 849,– Euro,

zzgl. MwSt., inkl. Tagungsunterlagen, Tagungsgetränke, Kaffee pausen und ein Mittagessen pro Tag.

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Teilnehmerzahl: Begrenzt auf max. 16 Teilnehmer

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Teilnahmebedingungen: Gleich nach dem Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen eine Eingangsbestätigung mit allen nötigen Informa tionen. Zur

Begleichung der Seminar ge bühr erhalten Sie zum Anmeldeschlusstermin eine Rechnung, die gleichzeitig als An melde bestätigung dient. Wenn Sie nach dem

Anmeldeschluss Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr in Rechnung stellen. Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss,

müssen wir 25,– Euro Bearbeitungsgebühr erheben. Ihr Vorteil: Sie können in beiden Fällen eine Ersatzperson als Vertretung schicken. Absage: Der Veranstalter

behält sich das Recht vor, die Seminare aus wichtigem Grund abzusagen. Alle Preise zzgl. 19 % MwSt.. Anmeldeschluss 14 Tage vor Veranstaltungsbeginn.

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132 Seiten, gebunden

14,80 Euro

BC Publications GmbH, Paul-Gerhardt-Allee 46, D-81245 München

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