25.02.2014 Aufrufe

GARTENBAHNEN Eine E91 für Spur 5 Zoll (Vorschau)

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

04<br />

2013<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong><br />

ISSN 1433-0180 7,– [D] 7,30 [A] 7,30 [EU] sfr 12,50 E 45616<br />

GARTEN<br />

BAHNEN<br />

November<br />

Dezember<br />

Januar<br />

Große Modelleisenbahnen mit Personenbeförderung<br />

<strong>Eine</strong> <strong>E91</strong> <strong>für</strong><br />

<strong>Spur</strong> 5 <strong>Zoll</strong><br />

➜ Neue Museumslok bei der Scheueringer Querbahn<br />

➜ Parkbahn Schmiden ➜ Ein Gm 02 der Gattung „Berlin“


GARTEN<br />

BAHNEN 04 / 13<br />

INHALT<br />

Stephan Aulhorn berichtet<br />

über „Das Spannelement“.<br />

Seite 12<br />

Porträt<br />

Ein Gm 02 der Gattung „Berlin“. . . . . . . . . . . . . . . 6<br />

Werner Schmidt<br />

Abenteuer Eisenbahn<br />

– aus OSTRAs Tagebuch – Teil 3 . . . . . . . . . . . . . . 26<br />

Der letzte Dampflokführer<br />

Meine Erinnerungen, aufgeschrieben 1992, Teil 1 . . 32<br />

Erwin Niggemann<br />

<strong>Eine</strong> <strong>E91</strong> <strong>für</strong> <strong>Spur</strong> 5 <strong>Zoll</strong> –<br />

„Der Weg ist das Ziel“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36<br />

Peter Mews<br />

Jeder hat mal klein angefangen … . . . . . . . . . . . . 40<br />

Alexander Beck<br />

Ein kleiner Schienendrehkran –<br />

in Memoriam Peter Kain . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46<br />

Bernd Schmidt<br />

Glos se<br />

Neue Museumslok<br />

bei der Scheueringer Querbahn. . . . . . . . . . . . . . . 22<br />

Wolfgang Baierl<br />

Pr axis<br />

Lesen Sie ab Seite 32 über den<br />

letzten Dampflokführer.<br />

Über die Straßenbahnkupplung<br />

<strong>für</strong><br />

Gütertriebwagen<br />

schreibt Wolfgang<br />

Rudolph ab Seite 38.<br />

Das Spannelement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12<br />

Stephan Aulhorn<br />

Plastics versus Rotguss. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18<br />

Siegfried Baum<br />

Straßenbahnkupplung <strong>für</strong> Gütertriebwagen. . . . . 38<br />

Wolfgang Rudolph<br />

Bleiakku – FAQ. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43<br />

Peter Bickel<br />

Rubriken<br />

Forum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2<br />

Poster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24<br />

Börse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5<br />

Termine. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11<br />

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48<br />

<strong>Vorschau</strong> . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013<br />

1


Editorial<br />

Forum<br />

Liebe Leserinnen<br />

und Leser!<br />

Auch in der November-Ausgabe<br />

der <strong>GARTENBAHNEN</strong><br />

haben wir wieder interessante<br />

Berichte <strong>für</strong> Sie zusammengestellt.<br />

Exemplarisch möchte<br />

ich hier auf die in der letzten<br />

<strong>Vorschau</strong> angekündigten Artikel hinweisen: Werner<br />

Schmidt berichtet in seinem Artikel anschaulich vom Bau<br />

seines Güterwagens Gm 02 der Gattung Berlin. Im Porträt<br />

über den letzten Dampflokführer berichtet Erwin Niggemann<br />

aus seinem spannenden Berufsleben. Der Bericht<br />

über die neue Diesellok von Thomas Adler wird aus redaktionellen<br />

Gründen erst in der nächsten Ausgabe erscheinen.<br />

Gerne möchte ich Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser,<br />

auch in dieser Ausgabe die Frage stellen, auf was<br />

haben Sie in den letzten Ausgaben bisher vergeblich<br />

gewartet? Gibt es Themen, Bereiche, die von unseren<br />

Autoren bisher nicht aufgegriffen, angesprochen worden<br />

sind? Scheuen Sie sich nicht, schicken Sie uns ein paar<br />

Zeilen, eine Mail, einen Brief und lassen Sie uns wissen,<br />

wo Sie als Dampf- und Gartenbahner noch der „Schuh<br />

drückt“. Gerne nehmen wir uns Ihrer Ideen, Anregungen<br />

und Wünsche an!<br />

Aufgrund unseres Bestrebens, die Qualität der GARTEN-<br />

BAHNEN zu sichern und zu steigern, haben wir <strong>für</strong> Anregungen<br />

und natürlich auch <strong>für</strong> Kritik offene Ohren. In der<br />

Hoffnung, dass im vorliegenden <strong>GARTENBAHNEN</strong> wieder<br />

<strong>für</strong> alle Leser etwas dabei ist, verbleibe ich mit freundlichen<br />

Grüßen und wünsche<br />

viel Spaß beim Lesen<br />

Stellungnahme zum<br />

Leserbrief von Rolf Lotz in<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 2/2013<br />

<strong>Eine</strong>n Dank an Herrn Lotz <strong>für</strong> seine lobenden Äußerungen<br />

zu meiner zur Öleinfüllvorrichtung umgebauten Benzinlötlampe.<br />

Den gut gemeinten Empfehlungen von Herrn Lotz<br />

kann ich aber nur zum Teil zustimmen. Richtig ist, dass die<br />

Lötlampe vor dem Umbau von Benzin bzw. Dämpfen gereinigt<br />

werden muss. Ich habe bei den drei von mir umgebauten<br />

Lötlampen allerdings unbenützte genommen und<br />

daran auch nicht direkt etwas gelötet.<br />

Dem Vorschlag, den Hahn ganz nach vorne zu verlegen,<br />

widerspreche ich. Der Witz bei dem Ganzen ist doch, dass<br />

man mit einem möglichst langen Rohr auch tief in enge<br />

Führerhäuser reinkommt. <strong>Eine</strong> Hand vorne am Hahn hätte<br />

dort oft gar keinen Platz und würde auch noch die freie<br />

Sicht auf die Einfüllstelle verdecken. Das Trielen war noch<br />

nie ein Problem. Man hat bei dieser Tätigkeit ohnehin einen<br />

Lappen in der Hand, mit dem man ein paar Tropfen<br />

abwischen kann.<br />

Auch ein federbelastetes Kugelventil ganz vorne ist nicht<br />

zu empfehlen. Das nimmt Luftdruck weg und in der vor der<br />

Kugel liegenden Feder würde sich der Ölsabber fangen<br />

und dann erst recht „trülen“; Herr Lotz, nichts <strong>für</strong> ungut.<br />

Bei dieser Gelegenheit zeige ich zwei Fotos einer weiteren<br />

„Lötlampe“. Hier ist das „Rohr“ ein dünner Schlauch. Diese<br />

Ölpumpe ist zum Befüllen von kleineren Verdrängungsölern<br />

oder Ähnlichem gedacht. Das von Herrn Lotz be<strong>für</strong>chtete<br />

Nachtropfen wird hier dadurch verhindert, dass<br />

der Ausflussnippel eine Seite eines Schnellverschlusses<br />

ist und in diesen eingerastet und damit dort „aufbewahrt“<br />

werden kann.<br />

Die se Schnellverschlusskupplung<br />

hat keine Verbindung<br />

zum Inneren<br />

der Lötlampe.<br />

Eberhard<br />

Schlegel<br />

Ihr Udo Mannek<br />

2 <strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Forum<br />

Forum<br />

Manfred Regner<br />

31. Januar 1949 – 21. Juli 2013<br />

Zwei Wochen nach der Veranstaltung zum 35-jährigen<br />

Jubiläum der Firma Regner Dampf- & Eisenbahntechnik<br />

in Aurach erreichte die Redaktion die traurige Nachricht<br />

vom viel zu frühen Tod von Manfred Regner.<br />

Im Juli 1978 machte Manfred Regner sein Hobby zum<br />

Beruf und gründete seine Firma Regner Echtdampftechnik.<br />

Seit dieser Zeit prägte er nachhaltig die Dampfmodellszene<br />

mit seinen Modellen und Neuheiten, die er<br />

jedes Jahr auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorstellte.<br />

Auch beim Echtdampf-Hallentreffen in Sinsheim<br />

und später in Karlsruhe war er eine feste Größe und<br />

gerne im Gespräch mit seinen Kunden und Dampfmodellbauern<br />

vertieft. Diese Gespräche werden uns fehlen.<br />

Auf dem Messestand wurde Manfred Regner stets von<br />

seiner Frau Evelyn unterstützt.<br />

Wir werden Manfred Regner vermissen. Im stillen Gedenken<br />

trauern wir mit seiner Familie, die das Unternehmen<br />

weiterführen wird.<br />

Neckar-Verlag GmbH, Villingen-Schwenningen<br />

3D Eisenbahnplaner<br />

Das Buch „Die schönsten<br />

Bahnhöfe <strong>für</strong> Modelleisenbahnanlagen<br />

– selbst<br />

planen und gestalten“<br />

enthält neben ausführlichen<br />

Anleitungen und<br />

ansprechenden Grafiken<br />

auch die Vollversion des<br />

„3D Eisenbahnplaners“<br />

auf CD-Rom, mit der in<br />

kürzester Zeit digitale<br />

Traumanlagen erschaffen<br />

und ohne Mühe<br />

nachgebaut werden können.<br />

Auf diese Weise<br />

können Miniaturausgaben bekannter Bahnhöfe wie der<br />

Hauptbahnhof in Köln gestaltet werden. Das Buch unterstützt<br />

bei der Planung und bietet Lösungen <strong>für</strong> häufig auftretende<br />

Probleme beim Nachbau eines Bahnhofs.<br />

„Die schönsten Bahnhöfe <strong>für</strong> Modelleisenbahnanlagen“,<br />

Thomas Riegler, Franzis-Verlag, ISBN 978-3-645-65140-0,<br />

160 Seiten, € 19,95 inkl. CD. Weitere Informationen: www.<br />

franzis.de<br />

Anzeigen<br />

MEtAllE<br />

in allen Qualitäten und Abmessungen<br />

Stangen • Profile • Bleche aus Messing • Kupfer<br />

Rotguß • Bronze • Aluminium • Stahl • Edelstahl<br />

Wilms Metallmarkt Lochbleche GmbH & Co. KG<br />

Widdersdorfer Straße 215 | 50825 Köln (Ehrenfeld)<br />

Tel.: 0221 546 68 - 0 E-Mail: mail@wilmsmetall.de<br />

Fax: 0221 546 68 - 30 Shop: www.wilmsmetall.de<br />

Fordern Sie unsere<br />

kostenlose Lagerliste an!<br />

<strong>für</strong> Lokomotiven, Traktoren und Boote<br />

www.gartenbahn-ehrle.de<br />

H. Ehrle, Untere Bildgasse 3, 88142 Wasserburg<br />

Tel. 08382-998436, mail: h.ehrle@gartenbahn-ehrle.de<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013<br />

3


Forum<br />

Forum<br />

Echtdampf-Hallentreffen<br />

Mitten in Karlsruhe: Waldbahnen am Bear Creek<br />

2014<br />

Nebelschwaden hängen noch<br />

tief über den Wäldern, wenn<br />

in den frühen Morgenstunden<br />

die Lokomotiven<br />

der Bear Creek<br />

Lumber & Railroad<br />

<strong>für</strong> den Tag vorbereitet<br />

werden. Doch die<br />

Ruhe wird schon bald<br />

vorübergehen, dann nämlich,<br />

wenn die Shay-Lokomotive<br />

„Amy“ mit den ersten schwer beladenen Zügen entlang<br />

des Bear Creeks zum Sägewerk stampfen wird …<br />

Gerd Ziller und sein Team nehmen die Besucher des<br />

Echtdampf-Hallentreffens 2014 mit in die Zeit der Waldbahnen<br />

Ende der 20er Jahre in Amerika. Detailgetreu<br />

wird hier das Verladen von Baumstämmen demonstriert<br />

und der Alltag der Waldbahnen mit selbst gebauten<br />

Dampfloks gezeigt.<br />

„Tinplate“ ist ein Stichwort, bei dem Liebhaber leuchtende<br />

Augen bekommen und auch Besucher, die mit<br />

diesem Begriff nichts anfangen können, begeistern sich<br />

an den Modelleisenbahnen aus Weißblech, die Franz<br />

Holzapfel mit nach Karlsruhe bringt. Seine Anlage wird<br />

18. Echtdampf-Hallentreffen Karlsruhe<br />

Termin: 10. – 12. Januar 2014<br />

Ort: Messe Karlsruhe, Halle 1 und 2<br />

Öffnungszeiten: Freitag: 10.00 – 18.00 Uhr<br />

Samstag: 09.00 – 18.00 Uhr<br />

Sonntag: 09.00 – 17.00 Uhr<br />

Eintrittspreise:<br />

Tageskarte Erwachsene: € 12,–<br />

Tageskarte ermäßigt:<br />

(Jugendliche zw. 9 – 17 Jahren,<br />

Studenten, Rentner und Behinderte) € 9,–<br />

Familienkarte: (2 Erw. + 2 eigene Kinder von<br />

9 – 17 Jahren) € 30,–<br />

Kinder bis 8 Jahre haben freien Eintritt<br />

in diesem Jahr doppelt so groß sein wie zuvor, was eine<br />

Fülle von Tinplate-Eisenbahnen und -Gebäuden verspricht.<br />

Die Tatsache, dass die gezeigten Modelle Originale<br />

und keine Replikas sind, macht diesen Teil des<br />

Echtdampf-Hallentreffens zu einer echten Rarität.<br />

Aus England kommt mit einer traditionellen British<br />

tramway ein Exot im Maßstab 1:16 zum Echtdampf-<br />

Hallentreffen. Diese Straßenbahnen fuhren Mitte der<br />

1920er-Jahre in England. Die sechs von Greg Marsden<br />

präsentierten tramways haben allesamt Auszeichnungen<br />

bei Dampfmodell-Wettbewerben in England erhalten.<br />

Hoch hinaus will die Zahnradbahn von Tobias Mey. Extreme<br />

Steigungen sind ihre Spezialität, was sie beim<br />

Echtdampf-Hallentreffen 2014 in Karlsruhe unter Beweis<br />

stellen wird. Diese Modul-Anlage wird in ihrer jetzigen<br />

Form erstmals in Deutschland zu sehen sein. Auf 17 Metern<br />

Strecke steigt die Anlage von 40 cm auf 180 cm<br />

und wird mit selbstgebauten oder umgebauten Echtdampf-Zahnradloks<br />

betrieben. <strong>Eine</strong> Ausweiche in der<br />

Anlagenmitte ermöglicht Mehrzugbetrieb – wie beim Original.<br />

Umgesetzt sind Motive der Achensee-, Rothornund<br />

Schafbergbahn.<br />

Mit der <strong>Spur</strong>-0-Anlage von Joachim Skudelny kommt<br />

eine weitere Rarität zum Echtdampf-Hallentreffen. Auf 17<br />

x 7 Metern sind 80 Meter Gleis verlegt, auf denen sich 5<br />

Dampfloks und 48 Waggons bewegen. Über 8 Weichen<br />

wird die Strecke der Züge gelenkt und die äußere <strong>Spur</strong><br />

der Anlage soll elektrifiziert werden. <strong>Eine</strong> sehenswerte<br />

Anlage in einer nicht alltäglichen <strong>Spur</strong>weite.<br />

Veranstalter: Messe Sinsheim GmbH<br />

Weitere Infos: www.echtdampf-hallentreffen.de<br />

4<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Borse<br />

oo<br />

Privatanzeigen (private Inserenten, nicht gewerbliche Texte) können nur schriftlich,<br />

nicht telefonisch entgegengenommen werden.<br />

Der Einfachheit halber bitte möglichst den vorbereiteten Bestellschein verwenden,<br />

der in fast jedem Heft zu finden ist. Bitte auf jeden Fall deutlich und unmissverständlich<br />

schreiben. In eine Zeile passen durchschnittlich 34 Anschläge<br />

(Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen, erforderliche Zwischenräume = jeweils<br />

1 Anschlag).<br />

Anzeigenschluss ist am 08.01. <strong>für</strong> Ausgabe 1, am 03.04. <strong>für</strong> Ausgabe 2, am<br />

09.07. <strong>für</strong> Ausgabe 3 und am 08.10. <strong>für</strong> Ausgabe 4. Wenn Anzeigentext und<br />

Zahlung nach Anzeigenschluss eingehen, erfolgt die Veröffentlichung automatisch<br />

in der nächstfolgenden Ausgabe.<br />

Privatanzeigen in der Zeitschrift <strong>GARTENBAHNEN</strong><br />

bis 8 Zeilen kostenlos<br />

jede weitere Zeile 2,50 Euro. Anzeigen mit Bild 5,– Euro.<br />

Einfache Abwicklung: Vorauszahlung in bar, Überweisung, Kreditkarte (Visa,<br />

Master) oder Abbuchung. Gleichzeitig wird Ihre Anzeige im Internet unter<br />

www.neckar-verlag.de veröffentlicht!<br />

PLZ 1...<br />

Fahrgestell, vermutlich DR/DB-<br />

Schlepptender-Dampflok BR<br />

50/52 (1 ˝ Eh2) im Maßstab 1:10,<br />

<strong>Spur</strong>weite 144 mm, ca. 145 cm<br />

lang, 22 cm breit, Rahmen 12<br />

cm hoch, Räder 15 cm hoch, ca.<br />

30 kg, gegen vernünftiges Gebot<br />

abzugeben. Fotos unter E-Mail:<br />

mlitzki@t-online.de oder Tel. 0171/<br />

5147808 anfordern. 101<br />

PLZ 3...<br />

Zimmermann Echtdampflok 99<br />

211, grün, 5 <strong>Zoll</strong>, Injektor, Achspumpe,<br />

Bremse an Lok, Bedienwagen<br />

dabei, 2003 neuen originalen<br />

Ersatzkessel erh., Preis € 6000,–,<br />

Tel. 0177/6507725. 301<br />

PLZ 4...<br />

Verkaufe Präzisions-Fräsmaschine<br />

Fabr. Wabeco mit Arbeitstisch,<br />

wenig gebraucht, sowie<br />

Schraubstock, 100 mm, Teilapparat,<br />

Ausdrehkopf, Schnellspannfutter,<br />

Spannzangenfutter und ca. 120<br />

Schaftfräser, 6, 8, 10 mm, Preis €<br />

1450,–, Tel. 02191/52048. 401<br />

mit geänderter Wasserversorgung<br />

aus Tender, Dampfspeisepumpe,<br />

Zimmermann Handspeisepumpe,<br />

Kreuzkopfpumpe, Preis € 11000,–,<br />

Tel. 02824/7488. 403<br />

4-Achs-Niederbordwagen 7¼ ˝.<br />

Länge: 1,80 cm, Breite: 0,40 cm.<br />

Preis: € 800,–, Tel. 02824/7488.<br />

404<br />

Verkaufe 7,25 ˝ Thul „Franziska“<br />

mit neuem Kessel 2012 + Schlepptender,<br />

Thul „OMZ“, Jenbach<br />

„Pony“, Bedienwagen, 2 x 4-achs.<br />

Sitzwagen, Thul 14 x gebogene<br />

u. 8 x gerade Gleise, Weiche<br />

links, Preis VS, H.-O. Lausch,<br />

E-Mail: info@drlausch-online.de,<br />

Tel. 0175-5244535. 405<br />

PLZ 8...<br />

Verkaufe Feldbahnlok mit 4-achsigem<br />

Bedienwagen, inkl. 12-V-Batterie<br />

und Ladegerät, Lok erstellt nach<br />

Bauplänen von Peter Riehlein, Preis<br />

€ 1850,–, Tel. 02191/52048. 402<br />

Verkaufe gut eingelaufene Deuschle<br />

Dampflok Solingen 7/¼ ˝<br />

PLZ 7...<br />

Verkaufe aus Nachlass diverse<br />

Loks und Wagen <strong>Spur</strong> 5 <strong>Zoll</strong>.<br />

Loks: 1. Kohlegefeuerte Tenderdampflok<br />

Bauart C h2t, nachgebaut<br />

der Lok BE 101 (Lübeck-<br />

Büchener Eisenbahn), spätere<br />

DR 89 901. 2. Kohlegefeuerte<br />

Dampflok Tenderlok, Bauart: 1 ´ C<br />

1 ´, nachgebaut der württ. T5 Baureihe<br />

75 ˚. 3. Ellok Traktor 35 der<br />

BT (Bodensee-Toggenburg-Bahn)<br />

4. Ellok der Rhätischen Bahn<br />

Achsfolge 1 ´ B 1 ´, nachgebaut<br />

der Lok RhB 205. Wagen: 1. Drei<br />

Länderbahnwagen (Personen-<br />

Packwagen). 2. Sehr schöner<br />

Fasswagen mit echtem Holzfass<br />

(Nachbau Zillertalbahn). Preise:<br />

VB, Tel. 07044901225. 701<br />

Kessel BR385 ˝ nach Wittmann-<br />

Zeichn., Stahlkessel CU-Rohre<br />

eingewalzt, 14 Stück 12 x 1,<br />

2 Stück 22 x 1,5. Siederohr Ø 140<br />

mm, Wandstärke 4 mm. Rost VA<br />

220 x 68 mit Regler und Rauchkammer.<br />

Kesseldruck 8 bar, Prüfdruck<br />

16 bar. Preis: € 1950,–, Tel.<br />

08131/15066. 801<br />

PLZ 9...<br />

Hobbyauflösung: Verkaufe<br />

Schrauben St/Ms von M2 bis M6,<br />

Schraubenfedern 20 bis 200 N,<br />

Radreifenstahl, Silberstahl, Weichenzungen,<br />

Mosfets 180/56 A, Fräser,<br />

Bohrer, Waggons, E-Loks, alles<br />

5 <strong>Zoll</strong>. Tel. 0151/25776322. 901<br />

Luxemburg ...<br />

Verkaufe 5 ˝ Dampflok OS.T5,<br />

3-achsig, mit Kupferkessel, Überhitzer,<br />

2-Achspumpen, Dampfspeisepumpe,<br />

Handpumpe, Dampfbremse,<br />

Beleuchtung zus. mit<br />

4-achs. Bedienw., Preis € 4950,–,<br />

E-Mail: schmittmarcel@pt.lu, Tel.<br />

00352/592219. 1<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013<br />

5


Porträt<br />

Ein Gm 02 der Gat<br />

Werner Schmidt<br />

Mein bisher entstandener Güterzug auf der<br />

Anlage von Joachim Dosch in Kirchhaslach<br />

Hin und wieder hört oder liest man von einer Unterscheidung<br />

zwischen Modellbahnern und Modellbauern.<br />

Der Modellbahner oder häufig auch<br />

Dampfbahner genannt, ist jener, der dieser ganzen Beschäftigung<br />

Leben verleiht. Der mit selbstgebauten oder<br />

irgendwie erstandenen Fahrzeugen echten Betrieb macht,<br />

der oft über eigene Gleisanlagen verfügt oder meilenweit<br />

fährt, Einladungen auf Clubanlagen oder auf Gleise von<br />

Freunden folgt und dabei weder Zeit noch Mühen scheut,<br />

sich Rauch, Ruß und Dampf ins Gesicht blasen zu lassen<br />

und seinen Traum vom selbstbestimmten Eisenbahnfahren<br />

mit Begeisterung verwirklicht. Der Modellbauer freut<br />

sich in seiner Werkstatt über jedes gelungene Detail an<br />

seinem Traummodell. Warum sollten sie sich nicht freundschaftlich<br />

ergänzen?<br />

Der Modellbauer lernt mitunter die aus dem rauen Fahrbetrieb<br />

resultierenden Anforderungen an die Fahrzeuge aus<br />

schmerzlichen Erfahrungen, die der Modellbahner längst<br />

im wahren Sinne des Wortes „erfahren“ und in die Praxis<br />

umgesetzt hat. Der Modellbauer baut mit höchstmöglicher<br />

Detailtreue, um dann zu erleben, dass die Schäden bei<br />

Entgleisungen oder sonstigen Karambolagen nicht weit<br />

vom Großbetrieb entfernt sind.<br />

Viele Jahre meines Lebens habe ich gebraucht, um mit<br />

meinem Hang nach höchster Wirklichkeitstreue über H0,<br />

0, 1:30 und 1:10 endlich zu einer Baugröße zu finden, mit<br />

der man unter Gleichgesinnten gemeinsam diesem erfüllenden<br />

Hobby frönen kann. Mangels eigener Gleisanlage<br />

zähle ich mich mehr zu jenen Modellbauern. Und da ich<br />

weder mit Unkrautvernichtung noch durch Baumwurzeln<br />

oder Frost aus ihrer Lage verschobenen Gleisen beschäftigt<br />

bin, investiere ich die so gewonnene Zeit in den minutiösen<br />

Nachbau von Fahrzeugen im Maßstab 1:11.<br />

Mit dem Nachbau der G3 aus dem Nürnberger Verkehrsmuseum,<br />

bekannt geworden als „Die Hundertjährige von<br />

Trier“, siehe <strong>GARTENBAHNEN</strong> Heft 03/2003 und der Ver-<br />

6 <strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


tung „Berlin“<br />

schrottung der letzten Exemplare dieser Bauart um 1930,<br />

habe ich mich mehr oder weniger auf die Epoche 1 und<br />

somit auf die Länderbahnzeit festgelegt. Stil muss sein,<br />

und so passen natürlich auch nur Wagenmodelle aus dieser<br />

Zeit dazu. So entstanden in den Folgejahren der Pwgi<br />

Pr 91 „Bromberg“ nach D 335 von 1897, der vierachsige<br />

Plattformwagen <strong>für</strong> 20 t Ladegewicht „Magdeburg“ nach<br />

D 2661 von 1895, ein 1908 von MAN in Nürnberg an die K.<br />

Bayer. St. Bahn gelieferter Kühlwagen mit Bremserhaus,<br />

siehe <strong>GARTENBAHNEN</strong> 3/2005 S. 33 ff., ein Kohlenwagen<br />

„Elberfeld“ nach Blatt II c4, mit nur 2,80 m Radstand<br />

mein „Kleinster“, siehe <strong>GARTENBAHNEN</strong> 3/2007 S. 27<br />

ff., einen Kokswagen nach gleichen Bauprinzipien, aber<br />

mit 4,00 m Radstand nach IIc7, siehe <strong>GARTENBAHNEN</strong><br />

3/2011 S. 25 ff. und schließlich ein Rungenwagen R(w)<br />

Stuttgart nach Musterblatt IId5 von 1907, siehe GARTEN-<br />

BAHNEN 4/2008 S. 30 ff. und nochmals mit seiner Torfballenladung<br />

in <strong>GARTENBAHNEN</strong> 4/2011.<br />

Längst war da ein G, ein zweiachsiger „bedeckter“ Güterwagen,<br />

wie man ihn noch um 1900 nannte, zur Abrundung<br />

fällig und bei der Suche nach Originalunterlagen stieß ich<br />

schon vor Jahren auf www.zander-heba.de und dort auf<br />

eine Reihe von CD´s mit Kopien von Musterblättern der<br />

Preußischen Staatsbahnen. Da ich selbst in jungen Jahren<br />

rund ein Jahrzehnt als Konstrukteur am Reißbrett verbracht<br />

habe, sind diese Unterlagen <strong>für</strong> mich eine echte Delikatesse<br />

und erzählen mir weit mehr noch über Fortschritte in der<br />

Entwicklungsgeschichte und den Fertigungsmethoden, als<br />

nur die Ansichten und Details. Sie zwingen direkt dazu, ein<br />

Stück Technik-, ein Stück Eisenbahngeschichte im Modell<br />

nachzuvollziehen und zu erhalten. Das kann bis zur Nietenzählerei<br />

führen, aber irgendwo sind auch im Maßstab<br />

1:11 gewisse Grenzen gesetzt.<br />

Jetzt also endlich ein „G“, und zwar wiederum stilecht eben<br />

ein Gm 02. Sie liefen damals meist unter dem Namen „Hannover“<br />

oder „Stettin“ nach Musterblatt IId8. Ab etwa 1890<br />

in 47.533 Exemplaren allein von der Preußischen Staatsbahn<br />

beschafft, wie Stefan Carstens und Rudolf Ossig in<br />

ihrem Buch „Güterwagen, Band 1, Gedeckte Güterwagen“<br />

recherchiert haben. Weitere ca. 50.000 Wagen gleicher<br />

oder verwandter Bauart anderer Bahnverwaltungen<br />

gingen 1920 in den Bestand der Deutschen Reichsbahn<br />

über und selbst die DB hat 1951 noch ca. 4800 Exemplare<br />

Der Güterwagen als Truppentransporter<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 7


Draufsicht auf den kompletten Rahmen. (Kaum jemand verwirklicht die<br />

zur Entlastung des Rahmens erforderliche durchgehende Zugstange!)<br />

Nochmals eine Innenansicht mit den<br />

Auflagen <strong>für</strong> Sitzbänke und Lehnen<br />

Gm 02 Rohbau mit Dach vor meiner G 3<br />

übernommen und umgekennzeichnet, wie obengenanntem<br />

Buch zu entnehmen ist. Viele von ihnen hat man ab<br />

1954 in ein Umbauprogramm als Gms 54 verwendet. Den<br />

Rest hat man ab 1960 endgültig ausgemustert.<br />

Mein Vorbild entstand nach Musterblatt I d 9046 von 1903,<br />

das ihn als „Berlin“ bezeichnet. Er diente als Grundlage <strong>für</strong><br />

die ab 1910 eingeführte Verbandsbauart und wurde zum<br />

Vorfahren des wohl bekanntesten und am weitest verbreiteten<br />

G 10, der wie auch noch zahlreiche G 02 nach dem<br />

Ersten Weltkrieg mit seinen später nachgerüsteten Enddiagonalen<br />

zu einer unverwechselbaren Erscheinung wurde.<br />

Sowohl während der Beschaffungsperiode als auch während<br />

seiner Einsatzzeit, so liest man bei Carstens/Ossig<br />

weiter, hat man das Aussehen mehrfach geändert.<br />

Ab 1909 erhielten die Wagen anstelle der Fachwerkachshalter<br />

diese geprägten Achshalterbleche, die im von mir<br />

benutzten Musterblatt von 1903 bereits zeichnerisch dargestellt<br />

sind. Bei den letzten Baureihen schließlich hat<br />

man die Anordnung der Lüftungs- und Ladeöffnungen getauscht,<br />

wie man es vom G 10 her kennt.<br />

Als Besonderheit an meinem Modell gelten vielleicht die<br />

noch offenen Seilhaken an den jeweilig unteren Stirnenden<br />

sowie die nicht mehr angebrachte fünfte zentrale Trittstufe<br />

an einer der Stirnwände.<br />

Da<strong>für</strong> trägt es aber die Beschriftung M.T.48 M./6 Pf. und<br />

das heißt nichts anderes als „<strong>für</strong> Militärtransporte geeignet“<br />

und vorgesehen, nämlich 48 Mannschaften oder sechs<br />

Pferde. Tatsächlich weisen die Zeichnungen eine Reihe von<br />

Vorkehrungen als „feste Transporteinrichtung“ auf. Am auffälligsten<br />

sind an den Innenwänden Auflagen <strong>für</strong> Sitzbretter<br />

und Einstecköffnungen <strong>für</strong> Rückenlehnen sowie eine ganze<br />

Anzahl von Zurrringen an den Wänden, deren Befestigungen<br />

durch außenliegende Laschen verstärkt sind. Sie sind<br />

selbstverständlich auch am Modell zu finden.<br />

Dieses M.T.48 M./6 Pf. stimmt irgendwie nachdenklich und<br />

erzeugt heute ein leichtes Schaudern. Vorgesehen waren<br />

acht Sitzbretter mit, ausgenommen die jeweils beiden<br />

letzten Reihen an den Stirnwänden, abnehmbaren Rückenlehnen.<br />

Das waren dann sechs Mann pro Sitzreihe,<br />

denen bei einer lichten Weite von 2690 mm gerade mal<br />

knapp 45 cm Sitzbreite zur Verfügung standen, im Bierzelt<br />

vielleicht noch gemütlich. Bei einer gesamten Bodenfläche<br />

von 21,3 m² waren das ebenfalls nur 0,44 m² pro Soldat.<br />

Die EG-Nutztierhaltungsverordnung schreibt <strong>für</strong> Kälber<br />

bis zu zwei Wochen Alter eine Boxen-Mindestgröße<br />

von 120 x 80 x 80 cm, also das mehr als Doppelte vor.<br />

Welch menschenverachtende Entscheidungen wurden<br />

in dieser guten, alten Zeit schon getroffen und wie viele<br />

dieser Menschen, von denen wohl heute keiner mehr am<br />

Leben ist und erzählen könnte, wie es wirklich zuging, wie<br />

viele Menschen betroffen waren, zeigen unzählige Bilder<br />

in Andreas Knippings Buch „Die Eisenbahnen im Ersten<br />

8<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Teilansicht zum Achslager<br />

Ein weiteres Bild zum Rohbau<br />

Weltkrieg“. <strong>Eine</strong>s aus diesem Buch mit einem Gm 02 ohne<br />

Bremsen sei hier wiedergegeben.<br />

Es liegt nicht in meiner Absicht, Ihnen hier eine weitere<br />

Bauanleitung zu präsentieren. Eigentlich wollte ich nur<br />

meine Freude an diesem neuen Modell auf 5 ˝-Gleisen mit<br />

ihnen teilen. Bilder sagen oft mehr als 1000 Worte. Lassen<br />

wir also die Bilder sprechen. Trotzdem vielleicht ein paar<br />

hilfreiche Erklärungen.<br />

Der Rahmen aus U-Profilen von 20 x 8 x 1,5, 15 x 6,5 x<br />

1,2 und 12 x 5,5 x 1,2 mit Pufferbohlen aus 25 x 8 x 1,5<br />

entstand wiederum aus getrennten Vierkantrohren und ist<br />

komplett vernietet. Leider nur noch mit Kupfernieten 1,4<br />

bis 1,6. Bemühungen mehrerer Lieferanten, nicht zuletzt<br />

GHW, die früher bei Live Steam erhältlichen Weicheisenniete<br />

dieser Abmessungen zu beschaffen, blieben erfolglos<br />

und diese V2A Niete sind so knochenhart, dass sie<br />

eher knicken als sich quetschen zu lassen.<br />

Die Wände sowie die Türen sind aus 8 bzw. 4 mm Birkensperrholz<br />

und mit den Kastenprofilen durch M1,4 Nietkopfschrauben<br />

mit entsprechenden Muttern von GHW<br />

verschraubt. Bei Dieter Knupfer gäbe es die noch exakteren<br />

Hammerkopfschrauben, allerdings nur in M1. Im<br />

Original waren sie ½ <strong>Zoll</strong> oder 12,7 mm. Alle Messingprofile<br />

stammen von Peter Fiedler, www.modellbauhandelfiedler.de<br />

in Welzow bei Cottbus. Das Dach wiederum in<br />

bewährter Weise aus 18 mm Leimholz, wie in früheren<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> beschrieben, mittels Oberfräse in Zeilen<br />

auf Form gefräst, geglättet und mit einer 3,5 mm Birkensperrholzplatte<br />

ergänzt, wobei dieses Dach wieder mit<br />

dem in einem früheren Artikel beschriebenen Granitlack<br />

gespritzt wurde. Weiteres Material lieferten mir Klaus Hoffe,<br />

die Westerwälder Dampfbahnfreunde (Räder, Achslager),<br />

Dieter Knupfer www.knupfershop.de, immer wieder<br />

www.ghw-modellbau.de in Niederkrüchten und natürlich<br />

die Baumärkte in der Nachbarschaft.<br />

Nachdem mich die Beschriftung der letzten beiden Wagen<br />

mittels Decals überhaupt nicht mehr überzeugt hat, vielleicht<br />

auch, weil ich wohl den Hinweis nicht begriffen hatte,<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 9


teuer wie Decals,<br />

aber wenn man die<br />

Druckvorlage gut<br />

ausnützt, wie es<br />

Siegfried und Markus<br />

Baum in GAR-<br />

TENBAHNEN 3/98<br />

gezeigt haben, wird<br />

das durchaus akzeptabel,<br />

vor allem<br />

aber überzeugend<br />

wirklichkeitsgetreu<br />

und selbst über<br />

Nietköpfe bei Rahmenbeschriftungen<br />

beherrschbar.<br />

Der Gm02 im Verband des gleichen Zuges<br />

Und die Lackierung?<br />

Innen einfach<br />

grau, später<br />

wohl Anthrazitgrau<br />

nach RAL 7016,<br />

Fußboden Eiche<br />

man solle diese Abziehbilder nur auf Hochglanzflächen<br />

aufbringen, um die Trägerfolie möglichst unsichtbar werden<br />

zu lassen, habe ich mich diesmal um Aufreibebuchstaben<br />

bemüht, früher unter dem Namen Letraset bekannt,<br />

und bin nach mehreren Anläufen bei www.color-transferservice.de<br />

in Hannover fündig geworden. Das Ergebnis<br />

überzeugt, ist zwar mit Mehrwertsteuer fast fünfmal so<br />

mittelbraun, Dachinnenseite weiß, außen rotbraun wie<br />

RAL 8012, Rahmen und Räder schwarz.<br />

Werner Fischer aus Kempten, einer der ganz großen<br />

Meister des Modellbaus, hat uns mal verraten, er streiche<br />

alle seine Modelle von Hand. Er schafft es, ihnen eine<br />

traumhaft dezente Patina zu verschaffen. Es lohnt sich,<br />

dem Finish große Aufmerksamkeit zu widmen.<br />

Anzeigen<br />

Modellsechskant Schrauben u. Muttern<br />

Stahl - VA – Messing ab M 0,6<br />

Normteile: Schrauben ab M 1 Schlitz - Muttern<br />

U.Scheiben Kreuz Schlitz Nieten Inbus-Senk<br />

Zylinder Inbus Gewindestangen ab M 1 usw.<br />

Seilrolle, Scharnier, Bullaugen, Federn, Ventile<br />

Werkzeuge: Gewindebohrer-Schneideisen usw.<br />

VORHANS<br />

Modellbauschrauben – Vertrieb – Dreieich<br />

Schulstr.39 63303 Dreieich<br />

Tel. 06103/603301 Fax: 603302<br />

Shop: www.modellbauschrauben.de<br />

Fordern Sie unseren kostenlosen Katalog an<br />

10<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


T E R M I N<br />

PLZ 30000 – 39999<br />

MBC Kassel „Steinertseebahn“; Kontakt: Norbert Faupel, Tel.<br />

+49(0)561/83181, Mobil: 0173/2836808<br />

Dampfbahn Gemeinschaft Lengede; Kontakt: O. Waldbrunn: Tel.<br />

+49(0)5307/3018, E-Mail: olaf-waldbrunn@t-online.de; H. Kruse: Tel.<br />

+49(0)05174/1207. Homepage: www.Dampfbahn-Gemeinschaft-Lengede.de<br />

PLZ 60000 – 69999<br />

Dampfbahnclub Rhein-Main e. V.; Auf der Mainspitze, 65462 Gustavsburg;<br />

weitere Infos unter www.dbc-rhein-main.de oder Tel.<br />

+49(0)6144/4682955<br />

PLZ 70000 – 79999<br />

MEC-Balingen; Vereinsanlage in Bisingen, Bahnhofstr. 27. Für das leibliche<br />

Wohl ist auf allen Fahrtagen gesorgt. Gastfahrer sind immer herzlich<br />

willkommen. Homepage: www.mec-balingen.de<br />

Dampfbahnfreunde Ötisheim; Fahrtag: 15.12.2013. Kontakt: Günter<br />

Hauke, Dampfbahnfreunde Ötisheim, Stuttgarter Str. 89, 75433 Maulbronn,<br />

Tel. +49(0)7043 /900051, Privat: +49(0)7043/7591<br />

PLZ 80000 – 89999<br />

Ammersee-Dampfbahn; Termine der Mini Bahn Augsburg 2013 findet<br />

man auf der Homepage: www.mini-bahn-augsburg.de<br />

Parkbahn Neuötting e. V.; Kontakt: www.parkbahn-neuoetting.de<br />

Die Bockerlbahner e. V.; Fahrtage 2013: 01.12.2013 von 13.00 Uhr<br />

– 18.00 Uhr Weihnachtsmarkt. 31.12.2013 von 13.00 Uhr – 16.00 Uhr<br />

Silvesterfahrt. Die Fahrtage finden nur bei trockenem Wetter statt. Änderungen<br />

der Termine behält sich der Verein vor. Aktuelles gibt es auf<br />

unserer Homepage www.diebockerlbahner.de, Sondertermine: Gerne<br />

sind wir <strong>für</strong> Sie da, z. B. Hochzeitsfahrten, Kindergeburtstage, Kindergartenfahrten,<br />

Sonderfahrten aller Art. Anfragen an: Benno Vogl, Tel.<br />

+49(0)8809/163030, Fax: +49(0)8809/922540, E-Mail: benno.vogl@diebockerlbahner.de<br />

oder Alfred Büschl Tel. +49(0)8802/8285. Homepage:<br />

www.diebockerlbahner.de, E-Mail: info@diebockerlbahner.de, Bockerlbahn<br />

an der Tiefstollenhalle/Bergbaumuseum in 82380 Preißenberg<br />

PLZ 90000 – 99999<br />

E<br />

Es<br />

Modellbauverein Naila – Parkeisenbahn Froschgrün e. V.; Anlage:<br />

Parkeisenbahn Froschgrün/Naila, <strong>Spur</strong>en: 5 <strong>Zoll</strong>; www.parkeisenbahnnaila.de.<br />

Kontakt: 1. Vors. Wilfried Zerb, Steiler Weg 2, 95119 Naila, Tel.<br />

+49(0)9282/8245, E-Mail: zerb@parkeisenbahn-naila.de. Schriftführer<br />

Hans-Jürgen Frank, Blumenstr. 28, 95119 Naila, Tel. +49(0)9282/8004,<br />

Fax +49(0)9282/8039, frank@parkeisenbahn-naila.de<br />

5 ˝ Team Kreiskleinbahn Kirchberg-Schönheide; Dienststellenleiter<br />

BW Kirchberg: Werner Weigel Tel. +49(0)9386/616 Mobil: +49(0)173/<br />

6722584<br />

SCHWEIZ<br />

ATAF – Associazione Ticinese Amici della Ferrovia; 8. Dez.: 14.00 –<br />

16.30 Uhr, unsere Züge fahren nur bei schönem Wetter. Kontakt: ATAF,<br />

casella postale 1005, 6648 Minusio, Homepage: www.ataf.ch<br />

Modelleisenbahn Club Einsiedeln (MECE); Allgemeine Infos über den<br />

Club und die Anlage findet man auf der Homepage: www.mece.ch.<br />

Liliput-Dampfeisenbahn Mobilrail, CH 8645 Jona, Tel. +41(0)77440<br />

2487, Internet: www.mobilrail.ch, E-Mail: info@mobilrail.ch: 30.11. und<br />

wird empfohlen, sich vor Antritt einer längeren Anfahrt<br />

beim jeweiligen Veranstalter über evtl. Änderungen zu<br />

informieren!<br />

Stand 01.11.2013 – ohne Gewähr<br />

01.12.2013: Weltbazar beim Evangelischen Kirchenzentrum, Zwinglistr.<br />

30, CH 8645 Jona<br />

Ysebaehnli-am-rhy, Fahrtage 2013: 07.12. (Chlausefahre). Am Chlausefahre<br />

sind die Fahrten gratis. Homepage: www.ysebaehnli-am-rhy.ch<br />

ÖSTERREICH<br />

Mini Dampf Tirol; Gartenbahn – Barwies Mieming Tirol. Kontakt: Tel.<br />

+43(0)699 11329681, info@minidampftirol.at, Adresse: Barwies 345b,<br />

A 6414 Mieming, Homepage: www.minidampftirol.at<br />

Termine und Änderungen bitte melden an: mannek@neckar-verlag.de<br />

Anzeige<br />

Bauzeichnungen<br />

<strong>für</strong> Dampflokomotiven<br />

und Gartenbahnen<br />

Konstruktionen von Hans F. Wittmann:<br />

Modell <strong>Spur</strong> Maßstab Preis €<br />

BR 78.1 (Umbau P8) 5 1:11 110,-<br />

BR 38 (pr. P8), o.T. 5 1:11 110,-<br />

Österr. U.1-7 5 1:6 80,-<br />

Solveig 5 1:11 88,-<br />

BR 70 (bay. Pt 2/3) 5 1:11 82,-<br />

BR 64 (Bubikopf) 5 1:11 88,-<br />

BR 24 (Steppenpferd) o.T. 5 1:11 88,-<br />

Tender 3 T 17 5 1:11 18,-<br />

Agamemnon 5 1:6 110,-<br />

BR 89.70 (pr. T3) 5 1:11 110,-<br />

BR 98.3 (bay.Ptl 2/2) Glask. 5 od. 6M 1:10 88,-<br />

BR 72.1 (bay. Pt 2/4) 5 1:11 93,-<br />

DTW 420 (Gepäcktriebw.) 5 1:11 93,-<br />

pr. T4 5 1:11 80,-<br />

Renee 5 1:5 78,-<br />

Vrenli (Schweiz. Werklok) o.T. 5 1:11 74,-<br />

Tender 2 T 5 5 1:11 18,-<br />

V-29 (Schmalspurdiesellok) 5 1:8 93,-<br />

BR 98.75 (bay. D VI) ’Berg’ 7 1:8 93,-<br />

Alberich (Straßenbahnlok) 3 1:11 68,-<br />

Samson 3 1:16 78,-<br />

Virginia 3 1:16 96,-<br />

Wiesel Ilm Ilm 1:22,5 82,-<br />

Felix IIm 1:22,5 82,-<br />

Herkules I 1:32 78,-<br />

o.T. = ohne Tender<br />

Preise einschl. 7 % MwSt., zuzüglich Versandkosten.<br />

Zu beziehen über:<br />

GarBa-Verlag, Landhausweg 25, D-71093 Weil im Schönbuch<br />

Für viele der oben genannten Modelle bietet die<br />

Firma Live Steam Service,<br />

R. Schuhmacher, Ringstraße 24, 83128 Halfing<br />

Gußteile, Blechteile und Ausrüstungsteile an.<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013<br />

11


Pr axis<br />

Stephan Aulhorn<br />

1 a 1 b<br />

Spannelementverbindung mit einem Spannelement<br />

Spannelementverbindung mit mehreren Spannelementen<br />

Das Spannelement<br />

B<br />

ei dem Bau von Lokomotiven stellt sich immer<br />

wieder die Frage, wie löst man das Problem des<br />

Aufpressens und Ausrichtens der Räder auf der<br />

Welle, also der Welle-Nabe-Verbindung. Die Fügeproblematik<br />

kann in zwei Hauptgruppen aufspaltet werden: In<br />

nichtlösbare, wie die Pressverbände oder Klebeverbindungen,<br />

sowie lösbare Verbindungen, wie Längskeil- oder<br />

Passfederverbindungen. Bei nichtlösbaren Verbindungen<br />

stellt sich folgendes Problem dar. Ist die Welle mit der<br />

Nabe gefügt, bekommt man diese nicht zerstörungsfrei<br />

voneinander getrennt.<br />

Bei Lokomotiven, speziell Dampflokomotiven mit ihren<br />

Innenlagern, seien es Gleit- oder Wälzlager, ist das von<br />

entscheidendem Nachteil. Die lösbaren Verbindungen<br />

bilden daher eine Alternative. Es gibt mindestens sechs<br />

verschiedene Fügearten:<br />

Kegelverbindungen<br />

(Morsekegel in Fräs- und Bohrmaschinen)<br />

Spannelemente<br />

Werden die ersten fünf Verbindungen betrachtet, stellt<br />

man eine Gemeinsamkeit fest, sie sind sehr aufwendig<br />

zu fertigen. Ein weiterer Nachteil ist das sehr aufwendige<br />

Abziehen der Naben von den Wellen im Demontagefall.<br />

Dabei können Oberflächenbeschädigungen, wie Riefen,<br />

2<br />

Längskeilverbindungen, Nasenkeil<br />

(Aufwurfhebel der Heusinger Steuerung)<br />

Passfederverbindungen<br />

(Zahnradgetriebe)<br />

Keilwellenverbindungen<br />

(Gelenkwellen beim Kfz)<br />

Polygonverbindungen<br />

(Gegenkurbel bei Einheitsdampfloks)<br />

Schnittzeichnung Ring-Spannelement<br />

12 <strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Ring-Spannelement<br />

3 4<br />

Spannsätze<br />

gespannt und die erzeugte Fugenpressung ruft wie bei<br />

Pressverbindungen einen Haftwiderstand hervor, der das<br />

Drehmoment überträgt.<br />

Genügt ein Spannelement nicht zur Übertragung des<br />

Drehmomentes, so können mehrere Elemente derart hintereinander<br />

angeordnet werden, dass sich die Längskraft<br />

fortpflanzt und auch die folgenden Elemente spannt. Bedingt<br />

durch die Reibgesetze nehmen die Längsspannkraft<br />

und damit die Fugenpressung von Element zu Element<br />

ab. Es lohnt sich deshalb nicht, mehr als drei bis vier Elemente<br />

vorzusehen!<br />

durch Schaben bzw. Fressen oder Anrosten nicht ausgeschlossen<br />

werden. Ist die Passung einmal geschädigt,<br />

lassen sich die erforderlichen Drehmomente nicht mehr<br />

auf die Welle bzw. auf die Nabe übertragen.<br />

Spannelemente sind kegelförmig aufgebaut und können<br />

daher sehr schnell und ohne großen Aufwand gelöst werden.<br />

Sie zeichnen sich nicht nur durch eine unkomplizierte,<br />

schnelle und vor allem genaue Montage aus, sie übertragen<br />

auch die gleichen Drehmomente wie eine Pressverbindung.<br />

Des weiteren kann der radiale Winkel stufenlos eingestellt<br />

werden. Dies ist von großer Wichtigkeit bei der Montage<br />

und Einstellung eines Fahrwerks einer mehrfach gekuppelten<br />

Lokomotive. Der größte Vorteil besteht allerdings darin,<br />

dass die Rad-Welle-Verbindung mit Spannelementen beliebig<br />

oft und äußerst präzise montiert und demontiert werden<br />

kann, ohne dass diese an Festigkeit verliert.<br />

Deshalb soll sich dieser Artikel ausschließlich mit den<br />

Spannelementen befassen. Hierzu werden folgende Themen<br />

behandelt:<br />

Was ist ein Spannelement?<br />

Welche Arten gibt es?<br />

Wie berechnet man diese Verbindung?<br />

Was gilt es bei Konstruktion und Bau zu beachten?<br />

Welche Lieferanten gibt es?<br />

Montageanleitung<br />

Ein Spannelement ist ein Element, das mittels Reibschluss<br />

eine Welle-Nabe-Verbindung bewirkt. Die erforderliche<br />

Spannkraft wird überwiegend durch Anziehen von Schrauben<br />

erzeugt. Ein weiterer Vorteil ergibt sich, da die Wellen<br />

keine Zähne und andere Kerben benötigen. Daher entspricht<br />

ihre Dauerfestigkeit der von glatten Wellen.<br />

Die Spannelemente teilen sich in zwei<br />

Hauptgruppen auf:<br />

Ring-Spannelemente<br />

Spannsätze<br />

Spannsätze sind in sich kompakte Baugruppen, aber auf<br />

Grund ihrer Struktur zu groß. Sie wurden in diesem Artikel<br />

vollständigkeitshalber erwähnt.<br />

Ringkegel-Spannelemente zum spielfreien, kraftschlüssigen<br />

Verbinden von Wellen mit Naben besitzen zwei ineinandergreifende<br />

kegelige Ringe aus vergütetem Stahl.<br />

Durch axiale Schraubenkraft werden die Ringe radial<br />

Pressungsverteilung auf hintereinander liegende Elemente<br />

Im ungespannten Zustand befindet sich zwischen Bohrung<br />

und Außenring sowie zwischen Innenring und Welle<br />

ein Spiel, das Einbauspiel. Die Längskraft, die den Außenring<br />

weitet und den Innenring einschnürt, um das Einbauspiel<br />

zu beseitigen, ist die Kraft F0. Erst bei Steigerung<br />

der Längskraft auf F0 + FP wird eine Fugenpressung pI<br />

am Innenring/Welle und pA am Außenring/Nabe erzeugt,<br />

d. h. FP ist die wirksame Spannkraft. Um der Konstruktion<br />

ein Fundament zu geben, muss geklärt werden, welche<br />

Kräfte und Momente auftreten bzw. notwendig sind, um<br />

der Verbindung eine Dauerfestigkeit zu gewährleisten.<br />

sv61ipu9<br />

<strong>Eine</strong> Berechnung erscheint sv61xog4 daher unerlässlich!<br />

Als Beispiel soll die Rad-Welle-Verbindung der T1 (Bauart<br />

Magdeburg) dienen. Dieser kurzgefasste und in jedem<br />

Schritt genau beschriebene Rechnungsweg kann auch<br />

durch einfaches Einsetzen, der eigenen Werte in die Formeln,<br />

genutzt werden.<br />

1. Ermittlung des Drehmomentes<br />

Der erste Schritt ist dabei die Ermittlung des Drehmomentes<br />

des Rades:<br />

max. Kesseldruck: pmax = 8 bar = 0,8 N/mm 2<br />

Kolbendurchmesser: Ø = 27 mm<br />

Kolbenhub:<br />

s = 40 mm, daraus folgt:<br />

Kurbelradius: r = s : 2 = 40 mm : 2 = 20 mm<br />

= 0,02 m<br />

F Kolb<br />

= p max<br />

* A Kolb<br />

F Kolb<br />

= Kolbenkraft in N<br />

A Kolb<br />

= Kolbenfläche<br />

A Kolb<br />

= π 4 ∗d 2<br />

Kolb<br />

= = 573 mm²<br />

A Kolb<br />

= π ∗27 mm2<br />

4<br />

5<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 13


d x D<br />

mm<br />

24 x 28 6,3 5,3 35250 69 5750 8,3 216 48 0,58<br />

25 x 30 6,3 5,3 37930 75 5990 9,9 225 50 0,62 Als nächstes ist zu ermitteln, welche<br />

Schraubengröße und deren Anzahl, die<br />

28 x 32 6,3 5,3 38640 94 6710 7,4 252 56 0,78<br />

ermittelte Flächenpressung realisieren<br />

30 x 35 6,3 5,3 41940 108 7190 8,5 270 60 0,9<br />

kann. Es ist davon abzuraten, nur eine<br />

Tabelle 1: Weidinger Industrietechnik<br />

Schraube zentrisch der Welle anzuordnen,<br />

da diese sich durch die wechselnden<br />

Drehmomente beim Fahrbetrieb lösen<br />

könnte. Es müssen mindesten zwei Schrauben, die<br />

F Kolb<br />

= 0,8 N/mm 2 * 573 mm 2 = 458 N<br />

außerhalb der Symmetrieachse liegen, verwendet werden.<br />

Aus Platz- und Beschaffungsgründen erscheint da-<br />

Drehmoment: M = F Kolb<br />

* r = 458 N * 0,02 m = 9,16 Nm<br />

her eine Schraubengröße von M3 am sinnvollsten.<br />

M ≈10 Nm<br />

size 12{p rSub { size 8{I} } = { {"10" ital "Nm"} over<br />

{1,"55"*0,"12"m* i= F +c∗p 0 I ital i = Schraubenanzahl<br />

"mm"²} } } {}<br />

Fv<br />

2. Ermittlung der Flächenpressung<br />

Fv in N Vorspannkraft einer Spannschraube<br />

Danach wird die Anzahl der Spannelemente ermittelt. F 0<br />

in N Längskraft zur Beseitigung des Längsspiels<br />

Hierzu muss eine Annahme getroffen werden, da die<br />

(Tab.1)<br />

nächste Formel zwei Unbekannte beinhaltet. Aus Platzgründen<br />

(Nabenlänge) ist nur mit zwei hintereinander lie-<br />

p I<br />

c in mm² wirksame Spannkraftrate (Tab. 1)<br />

in N/mm² gewünschte bzw. erforderliche Fugenpresgenden<br />

Spannelementen zu rechnen. Aus den Tabellen<br />

sung zwischen Innenring und Welle<br />

von Spannelementenzulieferern lassen sich folgende Abmessungen<br />

beziehen:<br />

i<br />

Anzahl der Spannschrauben<br />

In Betracht des Maßstabes der Welle in Abhängigkeit Aus der Tabelle 1 lassen sich folgende Werte ablesen.<br />

des zu übertragenden Drehmomentes, erscheint, durch<br />

die Methode des „Scharfen Hinsehens“, die Abmessung F 0<br />

= 6,45 kN<br />

13/16 am sinnvollsten.<br />

c = 81,5 mm²<br />

sv625p6w<br />

Wellendurchmesser: Ø Welle<br />

= 13 mm<br />

Nabenbohrung: Ø Nabe<br />

= 16 mm<br />

Nach der Drehmomentsbestimmung und der Auswahl<br />

der Elemente muss die erforderliche<br />

Fugenpressung p I<br />

errechnet werden.<br />

Gewinde<br />

p I<br />

= M<br />

k∗m<br />

M<br />

L<br />

mm<br />

L1<br />

mm<br />

Festig.-<br />

klasse<br />

Spannkraft<br />

N<br />

Moment<br />

Nm<br />

p I<br />

= Pressung zwischen<br />

Innenring und Welle<br />

in N/mm²<br />

= Drehmoment der Rad-Welle-<br />

Verbindung<br />

Axial<br />

kN<br />

F0<br />

kN<br />

sv627u24<br />

Um Reibungsverluste beim Anziehen der Schrauben zu<br />

vermeiden, sind diese im geölten Zustand zu montieren.<br />

Mit einem Reibwert von μ G<br />

= 0,10 und einer Schrauben-<br />

k = Minderungsfaktor bei a<br />

hintereinander geschalteten<br />

Elementen<br />

= 1 bei a = 1<br />

= 1,55 bei a = 2<br />

= 1,86 bei a = 3 Elementen<br />

m = Drehmomentrate, siehe Tabelle 1:<br />

10 Nm<br />

p I<br />

=<br />

1,55∗0,12 m∗mm ²<br />

= 53,76 N/mm²<br />

Ist genügend Platz in der Nabe, können<br />

auch drei bis vier Elemente hintereinander<br />

geschaltet werden. Demnach wird<br />

der k-Faktor größer und die Flächenpressung<br />

nimmt ab.<br />

3. Schraubenauswahl<br />

Montagevorspannkräfte F Mzul<br />

in N <strong>für</strong> μ G<br />

Anziehmomente M Azul<br />

in<br />

Nm <strong>für</strong> μ K<br />

nderline {M approx "10" size ital 12{i= "Nm"}} { {F } {} rSub { size 8{0} } +c*p rSub { size 8{I} } } over<br />

{ ital "Fv"} } } {}<br />

c<br />

mm²<br />

f<br />

mm²<br />

m<br />

m *<br />

mm²<br />

6 x 9 4,5 3,7 4700 3 1004 – 32,4 7,2 0,022<br />

7 x 10 4,5 3,7 5400 4,1 1172 – 37,8 8,4 0,029<br />

8 x 11 4,5 3,7 6200 5,4 1339 – 43 9,6 0,038<br />

9 x 12 4,5 3,7 14650 6,8 1510 7,6 57 12,7 0,057<br />

10 x 13 4,5 3,7 14830 8,4 1670 6,95 63 14 0,07<br />

12 x 15 4,5 3,7 16370 12,1 2010 6,95 75 16,7 0,1<br />

13 x 16 4,5 3,7 16710 14,1 2180 6,45 81,5 18,1 0,12<br />

14 x 18 6,3 5,3 26780 23,5 3360 11,2 126 28 0,2<br />

15 x 19 6,3 5,3 27370 27 3600 10,7 135 30 0,22<br />

16 x 20 6,3 5,3 27910 30,7 3840 10,1 144 31,9 0,25<br />

17 x 21 6,3 5,3 28510 34,6 4080 9,5 153 34 0,29<br />

18 x 22 6,3 5,3 29150 38,8 4320 9,1 162 36 0,32<br />

19 x 24 6,3 5,3 33880 43,3 4560 12,6 171 37,9 0,36<br />

20 x 25 6,3 5,3 34450 48 4800 12 180 40 0,4<br />

22 x 26 6,3 5,3 33740 58 5270 9 198 44 0,48<br />

sv624mu9<br />

0,08 0,1 0,12 0,16 0,08 0,1 0,12 0,16<br />

8.8 2500 2400 2300 2100 1,3 1,35 1,4 1,5<br />

M 3 10.9 3700 3570 3430 3160 1,9 2 2,1 2,3<br />

12.09.13 4345 4180 4000 3700 2,2 2,4 2,5 2,7<br />

Tabelle 2: Montagevorspannkräfte von M3- Schrauben<br />

14<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


sv7hnjcq<br />

festigkeitsklasse von 12.9 ergibt sich folgende Montagevorspannkraft<br />

F Mzul<br />

= 4180 N und M Azul<br />

= 2,4 Nm. Somit<br />

wird die größtmögliche Vorspannkraft Fv ~ 0,9 * F Mzul<br />

realisiert.<br />

i= F 0 +c∗p I<br />

Fv<br />

=<br />

6450 N +81,5mm ²*53 ,76 N mm ²<br />

=2,88≈3 Schrauben<br />

0,9∗4180 N<br />

Aufgrund der Platzverhältnisse an der Welle können 4<br />

Schrauben sv7h2rpj verwendet werden.<br />

Es wirkt sich positiv aus, denn mit steigender Schraubenanzahl<br />

sinkt das Anziehmoment M A<br />

.<br />

sv7gt1a6<br />

Daraus folgt:<br />

M<br />

M A<br />

= Azul<br />

∗i 2,4 Nm∗2,88<br />

= =1,73 Nm<br />

Schraubenanzahl 4<br />

sv7gu6ra<br />

sv7gusom<br />

Die Spannschrauben sollten stets mit einem Drehmomentenschlüssel<br />

angezogen werden!<br />

sv7hqpgw<br />

Zu weiteren Berechnungen wird das Durchmesserverhältnis<br />

QA benötigt.<br />

Q A<br />

= D FN 16 mm<br />

=<br />

D A<br />

26 mm = 0,615<br />

sv7hrr2d sv7hswd7<br />

D FN<br />

= Nabeninnendurchmesser = Bohrungen Ø = 16 mm<br />

D A<br />

= Nabenaußendurchmesser = Ø = 26 mm (am Speichenrad,<br />

Kerndurchmesser am Speichengrund)<br />

p Azul<br />

= 1−Q ² A<br />

√3∗Sp Re A<br />

Re A<br />

= Nabenmaterial (Speichenrad)<br />

Grauguss GG20 = R M<br />

= 200 N/mm²<br />

Sp = 1,2 als Sicherheit gegen plastische Verformung<br />

p Azul<br />

= 1−0,615²<br />

√3∗1,2 ∗200 N mm ² =<br />

59,83 N/mm²<br />

4. Kontrolle der Bauteilfestigkeiten p Azul<br />

=59 ,83 N /mm ²> p A<br />

=43 ,68 N /mm ²<br />

size 12{ { {"6450"N+"81",5 ital "mm""²*""53","76" {N}<br />

b { size Es 8{0} gilt } nachzuweisen, +c*p rSub { size dass 8{I} die zulässige } } over Fugenpressung<br />

wideslash { ital "mm"²} }<br />

p Azul<br />

zwischen Spannelement size over<br />

und 12{Q {0,9*"4180"N}<br />

dem Außenteil rSub {(Nabe)<br />

size } =2,"88" 8{A} approx<br />

Daraus } = folgt { {D eine rSub Sicherheit { size von 8{ ital "FN"} } }<br />

eine {underline rein elastische underline Verformung {3 ital hervorruft. "Schrauben"}} } {}<br />

over {D rSub { size 8{A} } } } = { {"16" ital "mm"} over {"26"<br />

Sollte diese plastisch erfolgen, kann es im schlimmsten S= p Azul 59 ,83 N /mm ²<br />

=<br />

Fall zum Bruch der Nabe bzw. ital des "mm"} Rades } führen. } {}<br />

p A<br />

43 ,68 N /mm ² =1,37<br />

Mit einer Sicherheit von 1,37 wird die Verbindung halten.<br />

p p Azul<br />

= Zulässige Fugenpressung Denn die Sicherheit muss immer größer 1 sein! Damit ist<br />

Azul<br />

= 1−Q ² A<br />

√3∗Sp Re A<br />

der rechnerische Nachweis abgeschlossen.<br />

size 12{p rSub { size 8{ ital "Azul"} } = { {1 - Q rSub { size 8{A}<br />

Kurze Zusammenfassung<br />

p A<br />

= } Pressung ²} over zwischen { sqrt {3} Außenring<br />

und Nabe (Radbohrung)<br />

* ital "Sp"} } "Re" rSub { size 8{A} } } {}<br />

p A<br />

= p ∗d I<br />

D<br />

Das übertragende Drehmoment wurde ermittelt. Die<br />

size 8{A} 12{ {}= } = { {2,4 {M rSub ital "Nm"*2,"88"} { size 8{ ital "Azul"} over {4} } } = dazu {underline benötigte Flächenpressung wurde errechnet. <strong>Eine</strong><br />

53 ,76 Schraubenauswahl mit den dazu benötigten Anzugsmomenten<br />

wurde errechnet. Kontrolle der Bauteilfestigkeiten<br />

hraubenanzahl"} N ∗13 mm<br />

underline p } } {}<br />

= {1,"73" mm ital ²<br />

A<br />

"Nm"}}<br />

= 43,68 } {} N/mm²<br />

16 mm<br />

wurde durchgeführt.<br />

size 12{p rSub { size 8{ ital "Azul"} } = { {1 - 0,"615"²} over {<br />

sqrt {3} *1,2} } *"200" {N} wideslash { ital "mm"²} ={}} {}<br />

size 12{p rSub 6 { size 8{ ital "Azul"} } ="59","83"N/ ital "mm"²>p 7<br />

rSub { size 8{A} } ="43","68"N/ ital "mm"²} {}<br />

e 8{ ital "Azul"} } = { {1 - Q rSub { size 8{A}<br />

ital "Sp"} } "Re" rSub { size 8{A} } } {}<br />

8{A} } = { {p rSub { size 8{I} } *d} over<br />

size 12{S= size { {p 12{ rSub {}={ size { {"59","83"N/ 8{ ital "Azul"} ital "mm"²} } } over over {p rSub {"43","68"N/ { ital<br />

size 8{A} } "mm"²} } } } {} } = {underline underline {1,"37"}} } {}<br />

{"53","76"<br />

3D-Schnittmodell<br />

{N} wideslash<br />

des Radsatzes<br />

{ ital<br />

der<br />

"mm"²}<br />

T1<br />

*"13" ital<br />

er rSub {"16" { size ital "mm"} 8{A} } } ={}} {}<br />

3D-Schnittmodell der Spannelementverbindung der T1<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 15


8 9<br />

Ausschnitt der Treibradzeichnung der T1<br />

Konstruktion der<br />

Spannelementverbindung<br />

Nach der Festigkeitsberechnung erfolgt die Konstruktion<br />

der Verbindung. Die Spannelemente sind nicht selbst<br />

zentrierend, d. h. dass die Radnabe zur Welle noch eine<br />

Führung benötigt. Nachdem aus dem Rad die Bohrung mit<br />

einer H7-Passung ausgedreht wurde, ist im Anschluss ein<br />

Absatz von 2 mm oder mehr auszuarbeiten. Dies ist im<br />

Bild 6 und 7 deutlich am Absatz des Speichenrades zu<br />

erkennen.<br />

Das Ausdrehen der Nabe und des Ansatzes empfiehlt<br />

sich in einer Einspannung durchzuführen, um eine Exzentrizität<br />

zu vermeiden. Der Absatz sollte ebenfalls die Passtoleranz<br />

H7 besitzen (Bild 8).<br />

10<br />

Ausschnitt der Druckscheibenzeichnung<br />

Ausschnitt der Wellenzeichnung der T1<br />

Die Wellen können in weicher oder gehärteter Form verbaut<br />

werden. Bei weichen Wellen ist gleich auf das Sollmaß<br />

zu fertigen. Dabei müssen die Wellen zwischen den<br />

Spitzen feinst gedreht und danach mit Schmirgel abgezogen<br />

werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Wellenabsatz<br />

keinerlei Radien aufweist. Dieser muss absolut<br />

scharfkantig sein. Am besten lässt er sich durch einen<br />

spitz angeschliffenen HSS Drehstahl realisieren. Sollten<br />

die Wellen in gehärteter Form verbaut werden, muss mit<br />

einem erhöhten Fertigungsaufwand gerechnet werden.<br />

Aber sie garantieren eine hohe Lebensdauer mit äußerst<br />

geringem Verschleiß.<br />

Die Welle ist demnach aus dem Einsatzstahl 20MnCr5 ≡<br />

1.7147 zwischen den Spitzen vorzudrehen (Bild 9). Dabei<br />

wird auf den Passflächen ein Aufmass von 0,3 mm stehengelassen.<br />

Danach muss die gesamte Welle einsatzgehärtet<br />

werden. Die Härtetiefe sollte mindestens 0,8 mm betragen.<br />

Nach dem Härten sind die Wellen rund zu schleifen.<br />

Dies sollte man von Werkzeugbau- oder Feinmechanikerfirmen<br />

durchführen lassen. Die harten Passflächen können<br />

später auch als Laufflächen <strong>für</strong> Nadelhülsen dienen.<br />

Des Weiteren ist ein Distanzring einzusetzen, da durch<br />

das Schleifen von Rund- und Planfläche immer ein Freistich<br />

vorhanden sein muss. Das Spannelement benötigt<br />

seine gesamte Auflagefläche, um die Gefahr der Deformation<br />

und die damit verbundenen Löseschwierigkeiten<br />

der Verbindung auszuschließen. Der Distanzring ist so<br />

stark auszuwählen, dass das erste Spannelement im gespannten<br />

Zustand bündig mit der Planfläche der Welle<br />

abschließt (Bild 7).<br />

16<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


11<br />

der anderen Seite sind die Schrauben leicht anzuziehen, sodass<br />

sich die Räder auf den Wellen verdrehen können.<br />

Nun werden die Radsätze in den Rahmen eingesetzt und<br />

das Fahrwerk ist auf der Schiene einzugleisen. Die Kuppelstangen<br />

aufstecken und die beiden Radseiten werden<br />

grob um 90° (Zwillingsmaschinen) versetzt. Danach wird<br />

die Lokomotive zwei volle Radumdrehungen vor- und zurückgeschoben.<br />

Währenddessen drehen sich die Radscheiben<br />

auf den Wellen in die erforderliche Position.<br />

Nun können die Spannelemente der losen Radscheiben<br />

gespannt werden. Denn die Spannelementverbindungen<br />

lassen sich an jeder beliebigen Stelle und in jeder beliebigen<br />

Lage fixieren und festspannen.<br />

Lieferanten der Spannelemente<br />

Weidener Industrietechnik GmbH<br />

Fa. Mädler<br />

Fa. Ringfeder<br />

Welle mit Spannpaket<br />

Zusätzlich muss eine Druckscheibe gefertigt werden<br />

(Bild 10). Diese gewährleistet eine gleichmäßige Kraftverteilung<br />

auf den Spannelementen. Der Außenmantel der<br />

Scheibe muss mit einer Spielpassung f7 toleriert werden,<br />

um die Nabe optimal zu führen. Hinzu muss ein Absatz<br />

herausgedreht werden. Dieser verhindert ein Aufpressen<br />

auf die Planfläche der Welle.<br />

Den Abschluss bildet die Deckscheibe, sie simuliert die<br />

Planfläche der Welle. Zur Befestigung sollte möglichst<br />

eine brünierte Senkkopfschraube verwendet werden, um<br />

die Zentrierbohrung besser darzustellen.<br />

Literaturverzeichnis<br />

Maschinenelemente Decker<br />

Ringfeder Katalog D/04 98<br />

Weidener Industrietechnik: www.spannsatz.info<br />

Anzeigen<br />

Montage des Radsatzes<br />

Sämtliche Kontaktflächen, einschließlich Gewinde und<br />

Kopfauflagen der Spannschrauben müssen sauber und<br />

mit einem Ölfilm versehen sein. Alle nachfolgenden Komponenten<br />

sind in diesem Zustand zu montieren.<br />

Folgende Bauteile werden in folgender Reihenfolge<br />

auf die Welle geschoben:<br />

– 1 Distanzring<br />

– 2 Spannelemente<br />

– 3 Druckscheibe<br />

– 4 Sechskantschrauben einschrauben (nicht festziehen!)<br />

– 5 Rad auf das Spannpaket bis zum Anschlag schieben<br />

Spannschrauben leicht anziehen und das Rad ausrichten.<br />

Schrauben in zwei bis drei Stufen gleichmäßig und über<br />

Kreuz auf das errechnete Anziehdrehmoment anziehen.<br />

Dabei ist stets ein Drehmomentschlüssel zu verwenden.<br />

Zum Schluss wird die Deckscheibe montiert.<br />

Zum Abschluss soll ein kurzes Beispiel zum Fügen von Radsätzen<br />

bei mehrfach gekuppelten Lokomotiven betrachtet<br />

werden. Die Wellen werden mit den Spannpaketen (Bild 10)<br />

bestückt. Danach werden die Radscheiben aufgezogen.<br />

<strong>Eine</strong> Seite aller Radsätze wird komplett festgespannt. Auf<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013<br />

17


Plastics versus<br />

Rotguss<br />

D<br />

Pr axis<br />

as „plastics“ in der Überschrift steht <strong>für</strong> viel mehr,<br />

als „billiges Plastik“. Der anglo-amerikanische<br />

Sprachgebrauch versteht darunter ganz allgemein<br />

Kunststoffe. Der Markt <strong>für</strong> Produkte aus „Kunststoffe“ ist<br />

riesig. Man denke nur an die „Gummikugeln“ aus Elastomere.<br />

Seit fast fünfzig Jahren entwickelt und produziert<br />

die Kölner igus GmbH® Gleitlager und verwandte Bauteile,<br />

vornehmlich aus Polymer-Kunststoffen. So ist es nicht<br />

verwunderlich, dass wir auf den ersten Seiten des dicken<br />

Produktkatalogs die Parole Plastics for longer life® finden.<br />

Auf gut Deutsch: „Kunststoffe, um die Lebensdauer von<br />

Maschinen zu erhöhen.“<br />

Vielleicht stellt jetzt der eine oder andere Modellbauer die<br />

Frage: „Was hat das mit uns zu tun? Schließlich kommt ‚Eisenbahn‘<br />

von Eisen.“ Wir getrauen uns, diese Bemerkung<br />

umzudrehen und fragen: „Wie können wir davon profitieren?“<br />

Um Irritationen von vornherein auszuschließen, sei gesagt,<br />

dass dieser Beitrag in keinster Weise als „Werbeschrift“ <strong>für</strong><br />

Produkte einer Firma gesehen werden will. Im Gegenteil:<br />

Wir schicken ein dickes „Danke“ nach Köln, dass wir aus<br />

dem Katalog der igus®GmbH zitieren dürfen und deren<br />

Lieferbedingungen so modellbauerfreundlich sind, dass wir<br />

dort direkt bestellen können und – es trotz des Einzelverkaufs<br />

keine Mindestbestellmengen gibt. Natürlich gibt es ab<br />

Siegfried Baum<br />

einer bestimmten Stückzahl Mengenrabatt.<br />

„Druck erzeugt Gegendruck“. Das<br />

physikalische Gesetz gilt auch im<br />

Wettbewerb. Heißt: igus® hat wahrlich<br />

keine Alleinstellung auf diesem<br />

Markt. Per Zufall erfuhren wir<br />

während der Recherchen, dass in<br />

H. Koepffs „Mallet“ Permaglide®-<br />

Lager eingebaut sind. Wer sich<br />

die Mühe macht und im Web nach<br />

„Kunststoff-Gleitlager“ sucht, entdeckt<br />

eine größere Anzahl an<br />

Adressen. Neben Kunststoff entdecken<br />

wir unverändert noch immer<br />

die altbekannten und bewährten<br />

Sinter-Bronze-Lager. Während KS-Gleitlager bei den<br />

permaglide®-Buchsen nur im Innenbereich auf Kunststoff<br />

setzt und die Buchsen bzw. Lager mit einem Metallring aus<br />

Stahl, Messing oder Bronze ummantelt, finden wir auch reine<br />

Kunststoffbuchsen, wie eben solche der igus®-GmbH.<br />

Bei Durchsicht der Angebote fällt weiter auf, dass manche<br />

Firmen auf das altbekannte PTFE setzten, und andere die<br />

Lagermaterialien sogar mit „PTFE-frei“ bezeichnen. Wir<br />

wollten es wissen, und haben gefragt: PTFE, im landläufigen<br />

Sprachgebrauch vielfach mit Teflon® bezeichnet, kann<br />

offenbar in der Lebensmittelindustrie nicht immer bzw.<br />

überall eingesetzt werden. Hat aber <strong>für</strong> unseren Dampfmodellbau<br />

überhaupt keine Bedeutung!<br />

Obwohl alle Welt auf Informationen aus dem Web setzt, leistet<br />

sich igus® den Luxus und bietet die Informationen zu seinen<br />

High-tech-Produkten in einem gedruckten Katalog an, der mehr<br />

als 1 kg auf die Waage bringt.<br />

<strong>Eine</strong> von insgesamt fast 1100 Seiten mit dem Lieferprogramm<br />

einer <strong>für</strong> den Dampfmodellbau nicht<br />

uninteressanten Gleitlagertype<br />

18<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Weil die Bolzen und die zugehörigen Buchsen Platz benötigen, ist<br />

es in vielen Fällen nicht möglich, den oberen Teil a des Voreilhebels<br />

kurz zu halten, was bekanntermaßen Auswirkungen nicht<br />

nur auf die Länge des (unteren) Teils b hat, sondern nicht selten<br />

auch die Festlegung der Schieberüberdeckungen beeinflusst. Hier<br />

könnten Kunststoffbüchsen eine neue Ära einläuten. (siehe auch<br />

den Bericht in <strong>GARTENBAHNEN</strong> 3/2012 „Henne oder Ei!“)<br />

Die acht Achsen der herrlichen „Mallet“ von Heinrich Koepff<br />

sind in Kunststoffbuchsen gelagert. „Null problemo“!<br />

(Foto: Josef Prasser)<br />

Nachdem wir von einem Dampfmodellbauer aus Dresden<br />

auf die Produkte der Kölner Firma hingewiesen wurden, und<br />

diese bei uns einen echten Aha-Effekt auslösten, mussten<br />

wir später feststellen, dass andere in der Dampfszene die<br />

Dinger schon länger kannten – nur sie fanden es nicht der<br />

Mühe wert, ihre Entdeckung weiterzugeben! Schade!<br />

Die Produktpalette der Firmen ist riesig und enthält Tausende<br />

von Teilen <strong>für</strong> viele Branchen, viele Anwendungen aber<br />

nicht speziell <strong>für</strong> den Dampfmodellbau. Und doch finden<br />

wir in den fast 1100 igus®-Katalogseiten auch <strong>für</strong> uns passende<br />

Teile. Teile, die im Sinne der Überschrift bisher verwendete<br />

Lager und Lagerbuchsen aus Rotguss, ja sogar<br />

aus der zähen Bronze unter Umständen ersetzen können.<br />

Wir finden schmierfreie Polymer-Gleitlager, die schon bei<br />

einigen Modellbauern an Stellen des Fahr- und Triebwerks<br />

eingebaut sind, <strong>für</strong> die wir bisher – ohne jede Suche nach<br />

Alternativen – ausschließlich metallische Lagerwerkstoffe<br />

eingesetzt haben.<br />

Blättert man in dem igus®-Katalog, wird man nach einiger<br />

Zeit erkennen, dass es offensichtlich eine Menge Branchen<br />

geben muss, deren Maschinen ohne metallische Lagermaterialien<br />

auskommen müssen, weil sie nicht mit „normalen“<br />

Schmiermitteln in Berührung kommen dürfen. Zwei große<br />

Bereiche seien erwähnt: Die Lebensmittel- und die pharmazeutische<br />

Industrie. Siehe oben!<br />

Wir picken uns die ganz gewöhnlichen Lagerbuchsen heraus,<br />

die, wie schon erwähnt, seit einigen Jahren auch im<br />

Modellbau ihre Feuertaufe mit Bravour bestanden haben.<br />

Die Buchsen laufen unter dem Label iglidur®. Ein Zusatzbuchstabe<br />

kennzeichnet die Eigenschaften „Flächenpressung,<br />

Temperaturbeständigkeit, Reibwert und Verschleiß“.<br />

Das Besondere der Buchsen sind die erstaunlich dünnen<br />

Wandstärken, die in allen <strong>für</strong> den normalen Dampfmodellbau<br />

vorkommenden Wellendurchmessern eine Wandstärke<br />

von 1 mm nicht überschreiten. Ängstliche Freunde, die<br />

bisher ausschließlich Lagerbuchsen aus Rotguss oder<br />

Bronze verwendet haben, werden den Kopf schütteln, ob<br />

dieser mickrigen Dicken. Die von uns erstmals verwendeten<br />

Buchsen aus dem Produktbereich iglidur®-X halten bei<br />

Normaltemperatur eine Flächenpressung von 140 MPa<br />

(siehe Kasten) aus. Wie oben schon geschrieben, getraute<br />

sich Heinrich Koepff, in die Achskisten der Treib- bzw. Kuppelachsen<br />

seiner bayer. „Mallet“ permaglide®-Buchsen<br />

einzubauen. Obwohl eine evtl. sogar zwei Achsen unter<br />

dem Rost liegen dürften, sei es bisher zu keinen (Hitze)-<br />

Schäden gekommen. Die Produkttabelle nennt <strong>für</strong> iglidur®-<br />

Buchsen beispielsweise eine Temperaturbeständigkeit bis<br />

250 Grad! Permaglide® gibt bei einigen Produkten sogar<br />

280 Grad an! Was <strong>für</strong> unsere Belange mindestens genauso<br />

wichtig ist, dass als passender Wellenwerkstoff zu diesen<br />

Buchsen V2A und St 37 genannt wird.<br />

Was könnte den Ersatz metallischer<br />

Buchsen erschweren?<br />

Die Frage ist rasch beantwortet, und hat mit der Qualität<br />

der Kunststoffbuchsen nichts zu tun. Aber – weil wir bisher<br />

Lagermaterial mit größeren Wandstärken verwendet<br />

haben, wird es da und dort ohne Änderung, sprich Verkleinerung<br />

der Gehäusebohrung oder Vergrößerung der Welle<br />

bzw. des Lagerbolzens nicht abgehen. Wer schon länger<br />

im Dampfmodellbau unterwegs ist, wird nicht erst einmal<br />

festgestellt haben, dass manche Bolzen der Steuerung aus<br />

ungehärtetem Stahl nach einiger Zeit gar nicht mehr hundertprozentig<br />

rund sind. Nehmen wir nur die Buchsen und<br />

Bolzen im Voreilhebel: Die Lagerbeanspruchung besteht<br />

nur aus einem horizontalen Hin und Her, sowohl am oberen<br />

Ende, wo Schieber- bzw. Schieberschubstange angreifen,<br />

als auch „unten“ im Bereich der Lenkerstange. Aus purer<br />

Vorsicht wird es zumindest bei größeren Modellen kaum<br />

Bolzen mit weniger als 4 mm Durchmesser geben. Möchten<br />

wir die bisherigen Buchsen durch solche aus Kunststoff<br />

ersetzen, darf die Bohrung (siehe das Maß „b2“ in der abgebildeten<br />

Katalogseite) nur 5,5 mm betragen. Heißt, dass die<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 19


Buchse eine Wandstärke von gerade mal 0,75 mm hat. Bei<br />

einem schon fast unmaßstäblich dicken Bolzen von 5 mm,<br />

hat die Buchse einen Außendurchmesser „b2“ von 7 mm.<br />

Will sagen: Ein Ersatz metallischer Buchsen durch solche<br />

aus Kunststoff könnte zumindest dann, wenn <strong>für</strong> die metallischen<br />

nicht zu dünne Wandstärken vorgesehen waren, mit<br />

etwas Umbauaufwand verbunden sein.<br />

Toleranzen<br />

Wie eingangs schon erwähnt, haben wir es bei diesen Buchsen<br />

absolut nicht mit „billigem Plastik“, sondern mit hochpräzisen<br />

Produkten zu tun. Die Toleranzen der Bohrungen bewegen<br />

sich in ganz engen Grenzen. So wird <strong>für</strong> die Bohrung<br />

im Gehäuse die Passgenauigkeit von H7 vorausgesetzt.<br />

Das Übermaß der Buchsen bewegt sich, je nach Wellendurchmesser,<br />

zwischen ein und drei Hundertstel.<br />

Praktische Erfahrungen<br />

Der oben erwähnte Modellbauer aus Dresden nennt ein<br />

relativ kleines Löklein sein eigen. Die Buchsen in den Stangenlagern<br />

der Steuerung seien aus diesem Kunststoff und<br />

alles bewege sich nahezu wie spielfrei.<br />

Der Tipp aus Dresden bewog uns, solches auch am „Büffel“<br />

zu versuchen. Die Lok wiegt rd. 130 kg und die Zylinder haben<br />

eine Bohrung von 50 mm. Man ertappt sich und auch<br />

Freunde bei der Überlassung des Reglers immer wieder<br />

dabei, dass die Lok mit ihren sehr kleinen Treib/Kuppelrädern<br />

oft deutlich über der modellmäßigen Höchstgeschwindigkeit<br />

gefahren wird. Und das z. T. mit beträchtlicher Last<br />

am Haken. Die Konsequenz war, dass sowohl die Buchsen<br />

der Treibstange, als auch die der Kuppelstangen oft nach<br />

wenigen Einsatztagen schon wieder hörbar „Luft“ signalisierten.<br />

Die Rotguss-Buchsen hielten die Belastung nicht<br />

aus. Vor Saisonbeginn 2012 wurden nun versuchsweise die<br />

Buchsen der hinteren Treibstangenlager durch iglidur®X-<br />

Buchsen ersetzt. Obwohl die Lok bei mehreren Fahrtagen<br />

mit z. T. heftiger Beanspruchung durch lange und schwere<br />

Züge im Sommer 2012 stark gefordert wurde, zeigen die<br />

Buchsen keinen Verschleiß! Der Ersatz weiterer metallischer<br />

Buchsen wird fortgesetzt.<br />

Die „Mallet“ von H. Koepff hat geteilte Achslagerkisten. Deren<br />

Bohrung wurde auf das Außenmaß der Einsatzbuchsen<br />

gebracht, und die geschlitzten Buchsen wurden ganz einfach<br />

und brutal über die Achswellen gestülpt. Der Kunststoff<br />

bescherte dem Modell einen guten Leichtlauf, Schmieren<br />

erübrigte sich und – auch die im warmen Bereich liegenden<br />

Lager zeigen keinen erhöhten Verschleiß oder gar Auflösungserscheinungen!<br />

Sonstige Anwendungen<br />

Das „bewegliche“ hintere Treibstangenlager der österr. Reihe 214.<br />

Giesl schreibt in seiner „Anatomie“, dass die Lagerschalen um<br />

eine senkrechte Achse schwenkbar sind. Die im gleichen Buch<br />

abgedruckte Draufsicht (Lok 114.01) lässt leider nicht erkennen,<br />

wie das Gelenklager im Einzelnen konstruiert wurde.<br />

Wie oben schon vermerkt, ist das Angebot riesig. Was<br />

jahrzehntelang aus den unterschiedlichsten Metallen hergestellt<br />

wurde, finden wir interessanterweise nun auch in<br />

Kunststoff. Dazu gehören z. B. auch Kugellager oder Gelenklager.<br />

Während es im Dampfmodellbau zu metallischen<br />

Kugellagern nur in ganz seltenen Fällen eine Alternative<br />

geben dürfte, bzw. auch gar nicht geben muss, könnten<br />

Gelenklager gerade im Hinblick auf die in dieser Zeitschrift<br />

schon einmal beschriebene Pendel-Problematik von Treibstangen<br />

bzw. Schwingenstangenlagern von Interesse sein.<br />

Was wir damals schon als (leichtes) Hindernis <strong>für</strong> ein Gelenklager<br />

ansprechen mussten, finden wir auch hier wieder: Die<br />

Lager benötigen wegen der zwei Ringe eine deutlich größere<br />

Bohrung als Lagerbuchsen, Nadel- oder Kugellager. Das<br />

kleinste entdeckte Wellenmaß von „d1“ mit nur 2 mm verlangt<br />

schon einen Außendurchmesser von 8 mm. Was je nach Betrachtung<br />

nun „viel“ oder auch „wenig“ bedeuten mag. <strong>Eine</strong><br />

andere Produktserie beginnt mit 4 mm innen und das Außenmaß<br />

hat schon 12 mm. Mit Interesse, vielleicht auch mit<br />

Enttäuschung müssen wir feststellen, dass die Außendurchmesser<br />

der Gelenklager aus Kunststoff oder Metall ab einem<br />

Wellendurchmesser von 6 mm aufwärts exakt gleich sind.<br />

Apropos „Gelenklager“: Wussten Sie verehrte Leser,<br />

dass in die hinteren Treibstangenlager der größten österr.<br />

Dampflok der Reihe 214 (DR-Baureihe 12) bereits 1928<br />

eine Art Gelenklager eingebaut wurde? Lt. Auskunft der<br />

ÖGEG (Österr. Ges.f.Eisenbahngeschichte-Linz) habe die<br />

in deren Eisenbahnmuseum Ampflwang stehende Museumslok,<br />

bei der es sich bekanntlich um eine (baugleiche)<br />

aus Rumänien zurückgeholte Lok der Reihe 142 handelt,<br />

noch immer diese Gelenklager! Und im Modell: Bei einem<br />

Treibzapfendurchmesser von 10 mm erfordert ein (Modell)-<br />

Gelenklager eine Bohrung von 19 mm!<br />

Es wird nicht in jedem Fall möglich sein, die Überschrift total<br />

in die Tat umzusetzen. Wer modellmäßig bauen will, kann<br />

es sich nicht leisten, das hintere (geteilte) Treibstangenlager<br />

durch ein Gelenklager zu ersetzen. Stattdessen wäre aber<br />

ein Einsatz im vorderen Bereich denkbar, wenn dort die Treibstange<br />

genügend „Fleisch“ hat. Nur bei kleinen Modellen dürfte<br />

der Kreuzkopfbolzen dünner als 6 mm sein. Hieße, dass die<br />

Treibstange so dimensioniert sein muss, dass eine Bohrung<br />

von 12 mm möglich wäre. Völlig anders sieht die Situation<br />

hinten aus. Dem hinteren Treibstangenlager des „Büffels“ ist<br />

nicht anzusehen, dass das scheinbar geteilte Lager mit einer<br />

Kunststoffbuchse versehen wurde. Sollten die bisherigen Beobachtungen<br />

keine unliebsamen Überraschungen bringen,<br />

wird unser „bestes Pferd im Stall“ viel länger als bisher mit so<br />

einem Treibstangen-Buchsenlager unterwegs sein.<br />

20<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Die Temperaturbeständigkeit reicht von – 100 bis + 180 Grad.<br />

Lt. Katalog ist man bereit, Abschnitte ab 100 mm zu liefern.<br />

Um aus dem Material u. U. ganze Schieberkörper drehen<br />

zu können, wäre noch der Wärmeausdehnungskoeffizient<br />

zu berücksichtigen. Das Überstreichen der Schieberbohrungen<br />

müsste bei der Härte des Materials ohne Schwierigkeiten<br />

möglich sein. Es bedürfte also keiner zusätzlichen<br />

Kolbenringe. Die Kosten <strong>für</strong> 100 mm = 10 cm belaufen sich<br />

lt. Internet-Preisliste um die 10,– bis 12,– Euro, bei größeren<br />

Durchmessern natürlich darüber.<br />

Fazit<br />

Seit Frühjahr 2012 sind in die hinteren Treibstangenlager des<br />

„Büffels“ – alias BR 95 6678 – Kunststoffbuchsen eingebaut.<br />

(Foto: Markus Baum)<br />

Igus® bietet auch Halbzeuge in Form von Rundmaterial an.<br />

Die Durchmesser beginnen bei 10 mm und enden bei 100 mm.<br />

An mindestens zwei Maschinen unserer Flotte verlangen<br />

die Schwingenlager nach einem „AW-Aufenthalt“. Wir werden<br />

alle Möglichkeiten untersuchen, ob und wo Rotguss<br />

bzw. Bronze durch Kunststoff ersetzt werden kann. Es würde<br />

nicht wundern, wenn unser Aha-Effekt längst Schnee<br />

von gestern wäre, weil weit mehr Modellbauer schon diese<br />

Kunststoffbuchsen entdeckt haben. Sollte dem so sein,<br />

wäre es wünschenswert, im Wege des „Forums“ solche Erfahrungen<br />

weiterzugeben. In den Reihen der Dampf- und<br />

Gartenbahner gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit Anfänger,<br />

Leute ohne Beziehungen: Weshalb sollten wir denen<br />

nicht auch den Aha-Aufschrei gönnen?<br />

Bei der Flächenpressung nennt der Igus®-Katalog durchgängig die Maßeinheit MPa. Während uns das Wiki bei der<br />

Beschreibung dieses Begriffs eine konkrete Antwort schuldig bleibt, finden wir den Begriff auf einer Website der Firma<br />

ganz simpel erläutert. Das MPa steht <strong>für</strong> Newton pro Quadrat-Millimeter, also N/mm². Die im Katalog aufgeführten<br />

Materialien halten bei 20 Grad Flächenpressungen bis 135 MPa aus. Dass sich die Festigkeit von Kunststoffen bei<br />

Wärme ungünstig verändert, gilt auch <strong>für</strong> die der Kölner Firma. Was bei 20 Grad noch mit 135 MPa glänzt, hält bei 120<br />

Grad nur noch ca. 90 MPa aus. Wir finden Sorten, die im „kalten“ Zustand mehr als 120 MPa aushalten, während bei<br />

120 Grad der Wert auf bescheidene 30 MPa sinkt.<br />

Dass das MPa absolut keine exotische Definition darstellt, erkennen wir an einem Aufsatz in einer VDI-Zeitung, wo im<br />

Zusammenhang mit „Tunnelbohren“ die Druckfestigkeit von Gesteinsschichten ebenfalls mit MPa beschrieben wird<br />

Gelenk ohne Gelenklager<br />

Unsere „Spezialführung“ durch die Werkstätte der HSB Harzer Schmalspurbahnen war zwar wesentlich teurer als die<br />

üblicherweise angebotene, da<strong>für</strong> aber um Klassen besser und lohnender. Der im Ruhestand befindliche Werkmeister<br />

blieb uns während der zwei Stunden auf keine Frage eine Antwort schuldig. Dabei erfuhren wir auch, wie die HSB das<br />

„Problem Gelenklager“ der Treibstangen in ihren Fünf-Kupplern gelöst haben:<br />

Die Kanten der Führungsleisten der Kreuzkopf-Gleitschuhe sind nicht total kantig, sondern leicht gerundet gefräst.<br />

Diese Rundungen ermöglichen, dass der Kreuzkopf auf der Gleitbahn minimal pendeln kann, was offenbar ausreicht,<br />

die bestimmt nur im Sekundenbereich liegenden Winkelausschläge der Treibstange aufzufangen. <strong>Eine</strong> ähnliche Auskunft<br />

gab vor Jahren ein Lokführer der ex-DB-41 018. Er erklärte szt., „… dass ‚konstruktionsbedingt’ da<strong>für</strong> gesorgt<br />

sei, dass das ganze System ohne verstärkten Verschleiß von Bolzen und Buchsen die Pendelbewegungen auffangen<br />

könne“. Vielleicht eine späte Bestätigung meiner schon vor Jahren gemachten und zuweilen kritisch aufgenommenen<br />

Bemerkung, „dass der Maschinenbau auch von der Luft (in den Gelenken) lebe“!<br />

Anzeigen<br />

Feinmechanik und Schilder <strong>für</strong> Modell-Enthusiasten<br />

Individuelle Anfertigung nach Zeichnung oder Skizze<br />

www.sdfkft.com<br />

Tel.: 0 1 6 0 - 9 0 9 5 4 8 2 9 / E-Mail: anfrage@sdfkft.com<br />

Schwarzer DF Kft, Jokai ut 5/C, H 8142 Urhida<br />

Hotel <strong>für</strong> Eisenbahner in Wernigerode<br />

Der Treffpunkt <strong>für</strong> Dampfbahnfreunde.<br />

Mit Blick auf das Betriebswerk der Schmalspurbahn!<br />

www.hotel-altora.de<br />

Hotel Altora, Bahnhofstrasse 24, 38855 Wernigerode/Harz<br />

Tel. 03943-40995-100 Täglich Dampfbetrieb!!<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 21


GLOS SE<br />

Dr. Wolfgang Baierl<br />

Aktuelles an der Strecke/Niederbayern<br />

Neue Museumslok bei der Scheueringer Querbahn<br />

E<br />

in wahres Schmuckstück<br />

ist sie geworden,<br />

die neue Akku-Kleinlok der<br />

Scheueringer Querbahn. Die<br />

BGSW-Gruppe im Betriebswerk<br />

Scheuering Nord der<br />

privaten Bairail-AG hat sie<br />

aus einer jahrelang im alten<br />

Rechteckschuppen hinterstellten<br />

Maschine wieder aufgearbeitet.<br />

Motoren, Radsätze und<br />

ein Großteil der elektrischen<br />

Ausrüstung wurden aus einer<br />

im letzten Jahr verschrotteten<br />

Schwesterlok (Eisenbahn-<br />

Report berichtete darüber in<br />

Heft 2/2011) gesichert und <strong>für</strong><br />

den Wiederaufbau verwendet.<br />

Ein sattes Ersatzteilpolster<br />

steht somit auch <strong>für</strong> viele weitere<br />

Betriebsjahre im zweiten<br />

Leben des kompakten, aber<br />

starken Rangiergeräts zur<br />

Verfügung. Zur Geschichte:<br />

Als Typ Lg II im Jahre 1937<br />

bei Windhoff gebaut, wurde<br />

die Lok am 21.9.1938 bei der<br />

Deutschen Reichsbahn abgenommen<br />

und als Ks 4986<br />

eingereiht. Sie überlebte die<br />

Kriegswirren und ging bei der<br />

jungen Deutschen Bundesbahn<br />

am 7.9.1949 wieder in<br />

Betrieb. 1968 erfolgte im BW<br />

Tübingen die Umzeichnung<br />

in 381 013-2. Nach der Ausmusterung<br />

dort im Jahre 1969<br />

gelangte das Fahrzeug zu<br />

den Stadtwerken Rosenheim.<br />

Als Werklok im Heizkraftwerk<br />

war sie dort bis 1984 im Einsatz.<br />

Danach folgte museale<br />

Betreuung durch den Eisenbahnclub<br />

Rosenheim und<br />

das Bayerische Moor- und<br />

Torfmuseum Rottau. Die nun<br />

aktivierte Museumsmaschine<br />

ist lackiert in Farbgebung<br />

22<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


und Beschriftung der oberbayerischen Schwesterloks Ka<br />

4903 bis 4908, wie sie bei der Deutschen Bundesbahn als<br />

Bahnhofsloks z. B. in Grafing, Raubling (Ka 4903), Fischbach,<br />

Endorf und Prien eingesetzt waren.<br />

Sehr hübsch anzusehen, aber leider historisch nicht ganz<br />

korrekt! Da muss man den Museumsbahnen einfach immer<br />

wieder fehlende Recherche ankreiden! Man sollte sich<br />

dort wirklich öfter mal eine Scheibe bei den so akribisch<br />

arbeitenden Modellbahnern abschneiden! Unseren Fotografen<br />

gelangen bereits im Januar 2012 ein paar hübsche<br />

Schnappschüsse bei einer ersten abendlichen Ausfahrt<br />

aus dem streng gehüteten Werkstattbereich. Mitte Februar<br />

fanden dann erste Streckenfahrten im schönsten Sonnenlicht<br />

statt. Derlei Einsätze als Fotogüterzug würde sich<br />

der Eisenbahnfan <strong>für</strong> die Zukunft sehnlichst wünschen!<br />

Die Chancen da<strong>für</strong> stehen auch gar nicht schlecht, denn<br />

auch an der Strecke wird seit dem Herbst wieder fleißig<br />

gearbeitet! Ein Waldbesitzer in der nun wieder bahnmäßig<br />

erschlossenen Wildnis nutzt den effektiven Transportweg<br />

<strong>für</strong> umfangreichen Einschlag uralter, wertvoller Holzbestände.<br />

Der Bairail-Zweiwege-Unimog war auch im Winter<br />

unermüdlich unterwegs, um die teils gigantischen Baumriesen<br />

in handlichen Stücken auf Robelachsen abzutransportieren.<br />

Die weitere Verschickung des Nutzholzes erfolgt<br />

auf Großgüterwagen, die unregelmäßig, aber jedesmal in<br />

der Finsternis der frühen Morgenstunden zugestellt werden.<br />

Dabei konnte erstmals auch eine DB Ludmilla im Anschluss<br />

Scheuering-Nord beobachtet werden.<br />

Anzeige<br />

Poster-Aktion<br />

Bitte senden Sie Ihr Bild an unsere Redaktion:<br />

Neckar-Verlag GmbH, Redaktion Gartenbahnen, Klosterring 1, 78050 Villingen-Schwenningen, oder per<br />

E-Mail an mannek@neckar-verlag.de<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 23


Foto: Dr. Wolfgang Baierl


Das Bild wurde am letzten Fahrtag der Saison, dem 21. Oktober 2012 auf der Parkbahn<br />

Neuötting in Oberbayern aufgenommen. Abgebildet sind Dr. Clemens Fischer und Senior<br />

Uli Fischer aus Neufahrn/Niederbayern mit ihrer funkgesteuerten Köf II nach Privatbahnvorbild,<br />

ein Ganzmetall-Bausatz der Firma RC-Technik, München. Clemens und Uli, eigentlich<br />

bekannt <strong>für</strong> ihre Live-Steam-Eigenbauten in <strong>Spur</strong> I, sind seit 2011 dabei und haben Lok und<br />

Wagen natürlich auch in der eigenen Werkstatt erstellt. Die Lok verfügt über einen Akkuantrieb<br />

mit 12 Volt, 2 x 200 W Leistung. Länge über Puffer: 70 cm, Gewicht: 80 kg.


Porträt<br />

Abenteuer Eisenbahn<br />

– aus OSTRAs Tagebuch –<br />

Teil 3<br />

E<br />

25 Jahre OSTRA-Dampfbahn<br />

s blieb nicht bei Lok RALPH, es blieb nicht bei dem<br />

ursprünglichen Gleismaterial mit sehr engen Bögen.<br />

Ich kaufte im Lauf der Jahre weitere Lokomotiven,<br />

blieb aber dem schwäbischen Fabrikat treu. Und<br />

ich blieb bei der 5-<strong>Zoll</strong>-<strong>Spur</strong>. Der Gleis- und Weichenbau<br />

wurde ein Schwerpunkt meiner Schlosserei, wobei ich<br />

hier als Zulieferbetrieb <strong>für</strong> Zimmermann fungierte. Beim<br />

Betrieb der transportablen 5-<strong>Zoll</strong>-Anlage wurde mir rasch<br />

klar, dass es zu einem störungs- und unfallfreien Betrieb<br />

unumgänglich war, vor Betriebsbeginn die Gleise sehr<br />

sauber und kippsicher zu verlegen. Ein Eimer Justierkeile<br />

war unverzichtbares Requisit über all die vielen Jahre.<br />

In vielen Fällen war es nicht möglich, jeweils einen geschlossenen<br />

Kreis aufzubauen, dann musste eine mehr<br />

oder weniger lange Pendelstrecke genügen. Wie beispielsweise<br />

bei der Nürnberger Spielwarenmesse, wo ich<br />

erst gegen Ende meiner Auftritte die Erlaubnis bekam,<br />

einen Kreis zwischen den Messehallen aufbauen zu dürfen.<br />

Apropos Spielwarenmesse! Obwohl sie in erster Linie als<br />

Werbung <strong>für</strong> das Fabrikat „Zimmermann“ gedacht war,<br />

wurde sie „so ganz nebenher“ auch <strong>für</strong> mich d e r Werbeträger,<br />

mit dem ich fast europaweit bekannt wurde und<br />

dank vieler Fahraufträge an vielen Tagen und Wochen der<br />

nächsten Jahre die Dampfbahn zum „Hauptberuf“ werden<br />

ließ, und die „freien Tage“ <strong>für</strong> Wartung und Reparatur unverzichtbar<br />

wurden. Über Nürnberg kam ich mit dem damals<br />

viel gefragten Showmaster Rudi Carell in Kontakt,<br />

der mich in seine Schau „Am laufenden Band“ zweimal<br />

einlud. Beim ersten Auftritt meinte ein Bühnenarbeiter es<br />

mit seiner „Schneekanone“ so gut, dass ich das Ende des<br />

Gleises nicht mehr erkennen konnte, die Lok entgleiste<br />

und auf dem Sitzwagen die Gewinnerin, eine Nonne samt<br />

ihres Gewinns, vom Sitzwagen auf den „schneebedeckten“<br />

Boden fiel. Wie oft wurde ich von allen möglichen<br />

Leuten auf meinen Carell-Auftritt angesprochen?<br />

Um ein Haar hätte ich in Nürnberg auch den Bayerischen<br />

Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß als Fahrgast gehabt.<br />

Leider lehnte er mein Angebot ab und begnügte sich<br />

damit, dass ich ihm die Funktionsweise der Lok und insbesondere<br />

das „Feuerloch“ erklären bzw. zeigen durfte. Ganz<br />

„unfallfrei“ verlief die Fahrerei doch nicht immer. Einmal<br />

machte sich das Löklein selbstständig, und ehe ich die<br />

Maschine einholen konnte, war sie am Ende einer Pendelstrecke<br />

in die Seitenwand einer Frittenbude gekracht.<br />

Die stabilen Puffer hatten den Aufstoß unbeschadet überstanden,<br />

lediglich die Bretterwand der Jahrmarktbude war<br />

vom Aufprall deutlich gezeichnet!<br />

Der „Meister“ hat gut lachen Der wetterfest verpackte OSTRA Vor 28 Jahren –<br />

während der Spielwarenmesse eine kunstvoll gestaltete Fahrkarte der<br />

Nürnberg 1976<br />

OSTRA-Bahn<br />

26 <strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Statt „Zimmermann“ gab es <strong>für</strong> ein paar<br />

Jahre ein Werbeabkommen mit Fulgurex <strong>für</strong><br />

die japanischen OS-Modelle. Der japanische<br />

Gast scheint die Runde während der Nürnberger<br />

Spielwarenmesse zu genießen<br />

OSTRAs Sammelleidenschaft umfasste auch „seine“<br />

Zeitungsberichte. Der „Wiener Morgen Kurier“ vom<br />

23.9.1978 berichtete von einer „Riesenhetz“ und<br />

veröffentlichte den Schnappschuss des renommierten<br />

Pressefotografen Professor Kristian Bissuti. Das Motiv<br />

ist so einmalig, dass wir es trotz der Qualitätsmängel<br />

abdrucken. Ein ganz spezielles „Danke“ an den Fotografen<br />

<strong>für</strong> die freundlich erteilte Abdruckgenehmigung.<br />

Ostra mit zwei seiner Maschinen vor dem Lokschuppen,<br />

dessen „romantische“ Fassade auf die Garagentore nur<br />

aufgemalt war<br />

Ostra und der Ministerpräsident – in offensichtlich „angeregter“<br />

Unterhaltung<br />

Mehr als einmal musste auch ich zur Kenntnis nehmen,<br />

dass gewöhnlicher Schwarzstahl und Wasser auf Dauer<br />

keine günstige Kombination sind, als die Rohre „durch“<br />

waren. Trotz meines Status’ als „Schlossermeister“ war ich<br />

<strong>für</strong> solche Reparaturen nicht mit den richtigen Maschinen<br />

ausgerüstet und brachte daher die defekten Kessel nach<br />

Öhringen, wo ich sie nach einigen Wochen wieder neuberohrt<br />

in Empfang nehmen konnte.<br />

Die Aufträge kamen aus dem In- und Ausland. Ich war<br />

mehrmals auf der Insel Sylt, ich war Stammgast in Linz<br />

an der Donau, war in Forchheim, in Tettnang, zweimal<br />

bei großen Modellbahnveranstaltungen in Rohrschach<br />

am Bodensee, viele Jahre auf allen möglichen Kinderfesten<br />

im Rheinischen und in der Eifel, ja einmal durfte ich<br />

meinen Schienenkreis sogar auf dem Rathausplatz meiner<br />

Heimatstadt Wien aufbauen! Ich war zum gefragten<br />

Schausteller geworden, aber ganz bestimmt nicht zum<br />

gewieften Controller, der jede Fahrt peinlich genau auf<br />

„Soll und Haben“, sprich nach Kosten und Einnahmen gegenrechnete.<br />

Ich will ausdrücklich hervorheben, dass mir<br />

die strahlenden Augen der Kinder und deren Freude mehr<br />

bedeutete, als der nackte Überschuss einer scharfen Kos-<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 27


Abschied von „Nürnberg“ mit dem Chef der<br />

Spielwarenmesse Dr. Korbmacher<br />

Die gut gemachte Farbskizze von Lok ÄNNE ziert<br />

einen Werbeprospekt des holländischen Clubs<br />

tenkalkulation. Ich habe die Fahrten nicht gezählt, wo ich<br />

ohne Gage gefahren bin, wenn bei Festen der Reinerlös<br />

caritativen oder gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden<br />

sollte.<br />

Ach, Freunde, was tut man nicht alles? „Pecunia non olet.“<br />

Einmal hatte ich meine Anlage in den Duisburger Rheinauen<br />

bei einem FKK-Club aufzubauen, und die Auftraggeber<br />

erwarteten, dass ich meinen Job im Adamskos tüm erledigte.<br />

Ich fuhr ohne alles, aber nicht ohne meine Mütze!<br />

Im Gegensatz zum Auftritt in Wien gibt es von Duisburg<br />

kein Pressefoto!<br />

Fast hätte ich bei der Aufzählung von Auftritten die beträchtliche<br />

Zahl von Einsätzen ins nahe Ausland, insbesondere<br />

in die Niederlande, vergessen. Hier machte ich<br />

in Amsterdam ein einziges Mal mit einer echt unfreundlichen<br />

„Amtsperson“ Bekanntschaft, als die schon Mitte der<br />

1980er-Jahre darauf bestand, mein Kesselzertifikat sehen<br />

zu müssen. Ich hatte eines, daheim, so dass es aller<br />

Überredungskunst bedurfte, dem forschen Typen die Ungefährlichkeit<br />

des Kessels klar zu machen. Er hatte nicht<br />

nur unmissverständlich mit dem Löschen des Kesselfeuers<br />

gedroht, er verlangte auch Bußgeld, das ich („mit der Faust<br />

im Sack“) stillschweigend zahlte. Auch das französische<br />

Arras und Dänemark waren Orte, wo wir „gas tierten“.<br />

<strong>Eine</strong> „Auslandsfahrt“ darf in dieser Aufstellung nicht fehlen:<br />

Noch vor der Wende hatte es ein Modellbahnfreund<br />

geschafft, dass sich <strong>für</strong> meinen Transporter samt Bahn der<br />

streng bewachte Schlagbaum der DDR-Grenze hob. Ich<br />

war – ganz offiziell – ins Eisenbahnmuseum nach Oberrittersgrün<br />

eingeladen worden. Sowohl die gestrengen Beamten<br />

an der Grenze als auch die Zuschauer beim Museum<br />

staunten, was „der aus dem Westen“ da anschleppte,<br />

und dass sich solches wie die großen Loks tatsächlich mit<br />

Feuer und Wasser bewegen ließ. Nach der Wende ließ<br />

ich mich von dem sächsischen Bekannten überreden, die<br />

Bahn einmal sogar im ehemals schlesischen Hirschberg,<br />

heute das polnische Jelenia Göra, aufzubauen.<br />

Die Jahre vergingen, Ostra wurde älter, und es machte<br />

sich eine Entwicklung bemerkbar, mit der ich eigentlich<br />

so nicht gerechnet hatte: Das Interesse an Festen und<br />

Veranstaltungen mit solchen Fahrgeschäften musste sich<br />

gewandelt haben. Es kamen zu den gebuchten Terminen<br />

nicht nur weniger Leute, weniger Kinder: Nein, die Veranstalter<br />

selbst mussten den Trend ebenfalls erkannt haben,<br />

so dass die Buchungen rapide zurückgingen. Zudem hatte<br />

sich eine viel billiger arbeitende Konkurrenz in Gestalt<br />

von gummibereiften, mit Verbrennungsmotor betriebenen<br />

Pseudo-Eisenbahnen in den Vordergrund geschoben,<br />

und wahrscheinlich dank keiner Gleiskosten ihre Fahrten<br />

auch billiger angeboten. Ich musste nolens volens erkennen,<br />

dass der Zenit <strong>für</strong> die über Jahrzehnte stark gefragte<br />

Ostra-Bahn überschritten war. Auch die Firma Fulgurex,<br />

<strong>für</strong> die ich noch vier Jahre in Nürnberg die aus Japan importierten<br />

OS-Modelle vorführte, zog sich zurück. 1988<br />

war dort der letzte „Auftritt“.<br />

Wer das System „Fahrgeschäfte“ auf den Kirmes-Veranstaltungen<br />

kritisch betrachtete, musste feststellen, dass<br />

bereits <strong>für</strong> Kinder der ersten Schuljahre das „Im-Kreis-<br />

Herumgefahren-werden“ keine echte Attraktion mehr war.<br />

Aber sie waren es doch, zu deren Freude ich all die Jahre<br />

die Loks angeheizt hatte und ihnen demonstrieren konnte,<br />

„wat’n echte Dampfmaschin is“.<br />

Die Stadt Erftstadt-Liblar ehrt Bürger, welche sich im caritativen<br />

oder kulturellen Bereich besonders verdient gemacht<br />

haben, mit der Carl-Schurz-Medaille. Carl Schurz<br />

wurde 1829 in Liblar geboren, sympatisierte 1848 insbesondere<br />

mit der sog. badischen Revolution, konnte aus<br />

der Festungshaft in Rastatt fliehen und wanderte später in<br />

die USA aus, wo er es als erster Deutscher zu hohen politischen<br />

Ehren (u. a. Innenminister) gebracht hatte. Beim<br />

28<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Die Parade im Jahre 1989 lässt nicht erkennen, dass der<br />

Zenit der OSTRA-Bahn überschritten war<br />

Lok 2 in bestem Pflegezustand mit interessierten<br />

Zuschauern<br />

Jahresempfang der Stadt im Januar 1991 wurde mir die<br />

Ehre der besagten Medaille zuteil. Ich erhielt sie nicht nur<br />

wegen meines Bähnchens, sondern auch <strong>für</strong> mein Engagement<br />

bei der Rettung und der Restaurierung einer<br />

Grubenlok und einer sog. „Klüttenpresse“. Weil beide Exponate<br />

ungeschützt im Freien standen, erging es denen<br />

nicht anders, als den vielen „Denkmallokomotiven“. Was<br />

ohne wirksamen Wetterschutz und ohne gute Pflege sich<br />

selbst überlassen war, konnte dem unaufhaltsamen Verrottungsprozess<br />

auf Dauer nicht standhalten und wurde<br />

rasch unattraktiv, ja unansehnlich. Kam dann noch Vandalismus,<br />

so bei der Klüttenpresse geschehen, dazu, wurde<br />

die anfängliche Attraktion rasch zum Schandfleck.<br />

Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich schon seit Jahren<br />

meine treue Gehilfin und Fahrkartenverkäuferin, meine<br />

liebe „Änne“ nicht mehr mitnehmen. Ralph hat einen<br />

eigenen Modellbahnbetrieb gegründet. Ein Hüftleiden und<br />

der Tod meiner Frau waren Gründe, dass ich das Ende<br />

akzeptieren musste. Nicht ganz – nach drei Jahren Pause<br />

bestürmten mich Bekannte mit der Frage: „Ostra, wann<br />

fährt Dein Bähnchen wieder?“ Das war im Sommer 1997.<br />

Ich ließ mich überreden, und so wurde der 23. August<br />

1997 zum allerletzten Betriebstag meiner Ostra-Bahn.<br />

Die Kölnische Rundschau überschrieb ihren Bericht mit<br />

„Erftstädter sagten auf dem Kierdorfer Marktplatz ‚Tschüß<br />

Ostra‘ – Lok dampfte zum letzten Mal“. Zwei der vier Lokomotiven<br />

fanden eine neue Bleibe in meinem immer noch<br />

geliebten Wien. Ob sie noch fahren, noch fahren können?<br />

Lok RALPH und die erste Zimmermann-55er verblieben<br />

in meiner „Reliquiensammlung“. Ich wünsche mir, dass<br />

sich <strong>für</strong> die beiden noch ein Plätzchen in einem Museum<br />

finden lässt.<br />

staurierung unter Beachtung der vielen gesetzlichen Auflagen<br />

wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. <strong>Eine</strong>s<br />

Tages kam ein holländischer Schwerlaster und holte „Änne“<br />

ab. Ich hatte die Lok der Stichting Spoorweg-Matschappij<br />

„Zuid-Beveland“ mit der Auflage zum Geschenk gemacht,<br />

dass das Maschinchen auch in seinem neuen Zuhause<br />

weiterhin den Namen meiner 1994 verstorbenen Frau<br />

Änne tragen muss. <strong>Eine</strong> gutgemachte Farbzeichnung der<br />

Lok ziert Ende 2012 die Start-Webseite des Clubs. Dort<br />

steht, dass Helfer alles daran setzen, die „betagte Dame“<br />

wieder zum Laufen zu bringen.<br />

Zu den Aufgaben eines Kaufmanns gehört es auch, Bilanz<br />

zu ziehen. Wie sah meine „Livesteam-Bilanz“ aus? Nur<br />

zwei Zahlen: 800 Betriebstage und rund eine viertel Million<br />

= 250.000 Kinder! Liebe Freunde, ich hoffe, Ihr gönnt<br />

mir, dass ich auf diese Bilanz ein ganz klein wenig stolz<br />

bin! Das Abenteuer Eisenbahn ging zwar rasch zu Ende,<br />

aber gut.<br />

Ach ja, fast hätte ich vergessen zu sagen, dass man mir<br />

1987 Lok RALPH aus dem Transporter gestohlen hatte.<br />

Wenige Wochen später stand sie in einem Spielwarengeschäft<br />

in Trier zum Verkauf. Ein bis heute unbekannt gebliebener<br />

Mann hatte mich telefonisch informiert. Vielleicht<br />

war es sogar der Dieb selbst, der mir den Tipp gegeben<br />

Der letzte Akt des Abenteuers<br />

„Eisenbahn“ – Lok „Änne“<br />

Sie stand noch immer, mehr schlecht als recht gepflegt<br />

auf ihrem toten Gleis und brauchte eine endgültige Bleibe.<br />

Längst hatte ich erkennen müssen, dass ein Einzelner,<br />

noch dazu mit so vielfältigen Interessen, es nie schaffen<br />

konnte, auch einer relativ kleinen Lok ein sicheres Überleben<br />

im Freien bieten zu können. <strong>Eine</strong> betriebsfähige Re-<br />

„He never shall come.“ Letzte Fahrt am 23. August 1997<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 29


hatte? Die Lok hatte den Diebstahl und die Transporte nahezu<br />

unbeschadet überstanden. Auch ein kleines Mosaiksteinchen<br />

im großen Puzzle eines „Glückskindes“!<br />

Epilog<br />

Garteneisenbahnen<br />

– Werden Sie Lokführer!<br />

Ein Theater-Mann geht ohne solchen nicht von der Bühne.<br />

Liebe Freunde, erwartet nun keine großen, pathetischen<br />

Worte. Nur ein paar Zeilen aus meinen, nun auch schon<br />

mehr als 10 Jahre alten Aufzeichnungen mögen genügen:<br />

Glück haben im Leben ist ein Gottesgeschenk.<br />

Wen Gott liebt, dem schenkt er ein vortrefflich Weib.<br />

Oft kam ich mir wie ein Zirkusdirektor vor, der eine offene<br />

Manege präsentierte.<br />

Ich war glückselig, hinter mir eine Fuhre jauchzender oder<br />

auch still genießender Kinder spazieren fahren zu können.<br />

Alle Engagements, Angebote ect. erledigte ich als „Einmannbetrieb“<br />

selbst.<br />

Meine Gattin, eine gut rechnende und sparsame Hausfrau<br />

verwaltete die Finanzen.<br />

Oftmals habe ich Kindern meinen Tendersitz überlassen,<br />

damit auch sie den Lokführer spielen konnten.<br />

Liebe Freunde, das war „meine Story“!<br />

Servus, habe die Ehre – Euer OSTRA!<br />

Anzeigen<br />

Dampokomotive<br />

BR 01 176 | SPUR: 5“<br />

original kohlegefeuert<br />

Dampokomotive<br />

BR 81 003 | SPUR: 5“<br />

original kohlegefeuert<br />

Diesellokomotive<br />

FBD1 | <strong>Spur</strong>weite: 7¼“<br />

mit Dieselmotor und<br />

hydrostatischem Antrieb<br />

Dampftraktor<br />

TRACTIONENGINE<br />

original kohlegefeuert<br />

Bestellen Sie noch<br />

heute den 116-seitigen<br />

Gesamtkatalog!<br />

Versand innerhalb<br />

Deutschland: EUR 10,-<br />

Versand ins Ausland: EUR 15,-<br />

www.dampfbahn-zimmermann.de<br />

... und viele mehr !<br />

Fertigmodelle u. Bausätze<br />

in 5“ und 7 ¼“ <strong>Spur</strong>weite<br />

• Dampokomotiven<br />

original kohlegefeuert<br />

• Diesellokomotiven<br />

• Elektrolokomotiven<br />

• Dampftraktoren<br />

• Bauteile, wie Räder, Achsen,<br />

Drehgestelle, Puffer und Kupplungen,<br />

Kessel, Zylinder, Armaturen, Wagen,<br />

Gleise, Werkstoffe, Normteile usw.<br />

E. Zimmermann GmbH · Im Sichert 15 · 74613 Öhringen · Tel. +49 7941 9464-0<br />

30 <strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013<br />

Unbenannt-1 1 17.10.2006 17:31:46


MODELLZÜGE WERDEN<br />

WIRKLICHKEIT<br />

Dampflokomotive der Schweizerischen Bundesbahnen, SBB, Typ E 4/4, Baujahr 1914 – 1915 der<br />

Schweizerische Lokomotiv und Maschinenfabrik, Winterthur.<br />

Es wurden im Jahr 1915 nur 8 Dampflokomotiven dieses Typs gebaut <strong>für</strong> den schweren<br />

Rangierdienst. Sie mussten in der Lage sein, Züge bis 1000 t über die Ablaufanlagen zu schieben.<br />

Die ersten zwei Lokomotiven 8801 und 8802 erhielten Nassdampf- die sechs Lokomotiven 8851-<br />

8856 Heissdampfausführung. Ihre Belastungsnorm betrug im Streckendienst 280 t <strong>für</strong> Personenzüge<br />

und 800 t <strong>für</strong> Güterzüge auf ebener Bahn, und auf 10‰ Steigung 240 t <strong>für</strong> Personenzüge und 400 t<br />

<strong>für</strong> Güterzüge.<br />

Alle Dampflokomotiven dieses Typs Nr. 8801 – 8802 und 8851 – 8856 wurden zwischen 1961 –<br />

1965 ausser Dienst gestellt und alle verschrottet. Kein Original ist mehr übrig geblieben.<br />

Vierachsiger Hochbordwagen der DB, Typ: EAOS 106, von diesem<br />

Wagen beschaffte die DB von den Siebzigern bis 1986 ca. 7.100 Wagen<br />

<strong>für</strong> den Transport von witterungsunempfindlichen Schüttgütern.<br />

Modell <strong>für</strong> <strong>Spur</strong> 5 im Maßstab 1:11, Wagenkasten und Drehgestelle sind<br />

aus Edelstahl, braun lackiert und weiß beschriftet, LüP 1308 mm. Federpuffer<br />

und Schraubenkupplung. Vorbereitet zum nachträglichen Einbau<br />

einer Druckluftbremse. Gewicht ca. 30 kg. Preis (ohne Bremse): € 1.920,–<br />

Wir bauen das Modell Nr. 8856, mit Doppelachspumpe, Dampfpumpe, Luftbremsen, Blattfederung<br />

mit Ausgleich.<br />

Daten zum Modell:<br />

<strong>Spur</strong>weite:<br />

5“ = 127 mm<br />

Massstab: 1:11<br />

Länge über Puffer: 968 mm<br />

Heizung:<br />

Kohle<br />

Kesselmaterial:<br />

Chromstahl<br />

Kesseldruck:<br />

8 bar<br />

Zylinderbohrung:<br />

Höhe ab Schienen:<br />

Kleinster Kurvenradius:<br />

Treib und Kuppelrad-Ø:<br />

Gewicht:<br />

42 mm<br />

392 mm<br />

6 m<br />

112 mm<br />

ca. 80 Kg<br />

Mehr Infos unter: www.orbetech.ch<br />

Wir liefern auch Teilkomponenten:<br />

Zylinder mit Rundschieber,<br />

Sicherheitsventile,<br />

Wasserstandsanzeige, Kupplungen<br />

oder aber auch Baupläne.<br />

Fragen Sie uns an.<br />

ORBETECH AG, Keltenweg 6, CH- 6312 Steinhausen<br />

Tel. 0041 41 743 02 72, Fax 0041 41 743 02 74, mail: info@orbetech.ch<br />

Tel. 0511–8072444<br />

Krummer Kamp 11, 30855 Langenhagen<br />

HAEGER WAGGONBAU<br />

NEU!<br />

Baugruppen <strong>für</strong><br />

Ihre Projekte<br />

2 Drehgestelle mit je<br />

2 Motoren<br />

Lokrahmen mit 2 Drehgestellen und 4 Motoren<br />

€ 1.095,- inkl. MwSt.<br />

2-achsiges Fahrgestell mit 2 oder 4 Motoren<br />

€ 895,- inkl. MwSt.<br />

4-motorig € 895,- inkl. MwSt.<br />

2-motorig € 675,- inkl. MwSt.<br />

www.dorrington.de<br />

Tel: 06155/8781710<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 31


Porträt<br />

Der letzte Dampflokführer<br />

Erwin Niggemann<br />

Teil 1<br />

Meine Erinnerungen,<br />

aufgeschrieben 1992<br />

Ausbildung<br />

Etwa 1991 erwarb ich ein Buch, in dem die Giganten der<br />

Dampflok-Epoche dargestellt wurden. Mit knappen, nicht<br />

immer richtigen Texten wurden die Dampfloks hier beschrieben.<br />

Es ließ mir daher keine Ruhe, ich musste ein<br />

paar Zeilen aus Sicht eines der letzten im Dampfbetrieb<br />

ausgebildeten Lokführers hinzufügen. In erster Linie tue<br />

ich es <strong>für</strong> meine Kinder und vielleicht auch <strong>für</strong> deren Kinder,<br />

weil ich in meinem Berufsleben gemerkt habe, wie<br />

schnell nur noch von der guten alten Zeit geschwärmt und<br />

die Wirklichkeit vergessen wird.<br />

Ich, Erwin Niggemann, bin heute Lokbetriebsinspektor bei<br />

der DB, wo ich 1957 als Lehrling mit 10 anderen Jungs<br />

eine Lehre als Betriebsschlosser in der Lehrwerkstatt<br />

Hamm begann. Alle Bewerber aus Hamm wurden zur<br />

Aufnahmeprüfung nach Unna geschickt, da<strong>für</strong> bekam ich<br />

meinen ersten Freifahrtschein. Der Prüfungsraum war in<br />

einem alten Eisenbahnwaggon untergebracht, der von einem<br />

Prüfungsort zum nächsten gezogen wurde. Mit sechs<br />

weiteren Mitschülern machte ich mich auf den Weg nach<br />

Unna. Unser Lehrer Haverkamp sagte vor der ganzen<br />

Klasse: „Niggemann, du brauchst da gar nicht hinfahren,<br />

du schaffst die Prüfung sowieso nicht.“ Vier Wochen später<br />

war ich der einzige, der eine Lehrstelle von der Truppe<br />

bekam.<br />

Die Arbeitszeit, auch <strong>für</strong> die Lehrlinge, begann morgens<br />

um 6.00 Uhr, mit einer Wochenarbeitszeit von 48 Stunden,<br />

am Samstag war der Berufsschultag. Das Lehrgeld<br />

im ersten Lehrjahr betrug 50,– DM. Davon gab ich meiner<br />

Mutter noch 45,– DM als Haushaltungsgeld ab. Drei Jahre<br />

später, mit 17 Jahren wurde ich als Schlossergeselle von<br />

der Bundesbahn übernommen und war danach vier Jahre<br />

als Betriebsschlosser in der mechanischen Werkstatt<br />

tätig. Das war eine schöne Zeit, mit vielen interessanten<br />

Aufgaben. Zu unseren Aufgaben gehörte die Reparatur<br />

der Fahrbühnen, fünf Stück an der Zahl, sowie Lokdrehscheiben<br />

und fünf Kohlenkräne.<br />

32<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Für mich hatte Meister Brand, später der Meister Belgrad,<br />

eine besondere Arbeit. Weil ich in der Lehrwerkstatt das<br />

Drehen und Hobeln erlernt hatte, sollte ich ab jetzt die<br />

riesige Drehbank bedienen, die bis dahin nie gebraucht<br />

wurde, weil sie keiner bedienen konnte. Ab jetzt wurden<br />

alle Lager, Spindeln und Wellen <strong>für</strong> Kohlekräne und Fahrbühnen,<br />

die vorher im Ausbesserungswerk Paderborn angefertigt<br />

wurden, und in dringenden Fällen sogar in der<br />

Privatwirtschaft bei Maschinenfabrik Maier im Hammer<br />

Westen bestellt wurden, von mir angefertigt. Zeitdruck<br />

gab es nicht, der Meister hatte selber seine Freude daran,<br />

dass nun endlich die Drehbank mit einer Spitzenweite von<br />

3000 mm, in Betrieb genommen wurde. Er hatte sie vor<br />

einigen Jahren vom Ausbesserungswerk AW Schwerte<br />

organisiert. Anmerken will ich hier noch, das ein junger<br />

Schlosser wie ich, knapp 350,– DM netto Verdienst hatte.<br />

Diese Zeit als Schlosser und Dreher in der mechanischen<br />

Werkstatt war eine schöne Zeit mit viel Lob und Anerkennung<br />

in meinem Leben.<br />

Mit meinem ersten Auslandsfreifahrtschein <strong>für</strong> Europa<br />

wollte ich so weit wie möglich verreisen. Mit meinem Moped<br />

der Marke Göricke 47 ccm Hubraum als Freigepäck<br />

fuhr ich nach Athen. Die Reise im Kurswagen von Dortmund<br />

nach Athen dauerte drei Tage und Nächte, weil der<br />

Zug über den Balkan und in Griechenland noch mit einer<br />

Dampflok bespannt war. In den nächsten Jahren habe ich<br />

auf diese Art viele Länder bereist und mir sind außergewöhnliche<br />

Erlebnisse noch heute in Erinnerung. Glück<br />

hatte ich auch mit meinem damaligen Dienststellenleiter<br />

Herrn Oberamtmann Pauven. Er hatte viel Verständnis <strong>für</strong><br />

meine Reisefreudigkeit und hatte meine 18 Urlaubstage<br />

um „Urlaub ohne Lohn“ verlängert, denn die Reise durch<br />

Griechenland hat sechs Wochen gedauert.<br />

In Erinnerung ist mir geblieben, wie in den Jahren ab 1967<br />

in Hamm die große Zeit der Schnellzugloks zu Ende ging.<br />

Auf dem Ausschlackkanal am PZ (<strong>für</strong> Personenzüge) kamen<br />

nur noch wenige Dampfmaschinen der Baureihe 01<br />

an. Der Lokschuppen vom PZ war bereits unterteilt worden.<br />

Im vorderen Teil wurden die neuen, in Hamm stationierten<br />

V200 untergebracht. Ein neuer 20 t Kran, zum<br />

Heraushieven der Motoren aus den neuen V200 Maschinen,<br />

wurden installiert. Jetzt wurden diese neuen Dieselmotoren<br />

von mir als junger und schwindelfreier Schlosser<br />

zum Abschmieren bestiegen. Dies war eine regelmäßige<br />

Kontroll- und Wartungsarbeit, die mit modernen Fettpressen<br />

und nicht mit Staucherbuchsen ausgeführt wurde.<br />

Staucherbuchsen gab es nur noch an den Fahrbühnen<br />

und Drehscheiben.<br />

Im zweiten Teil des Dampflokschuppens standen aber<br />

noch dicht gedrängt die Schnellzuglokomotiven der Baureihe<br />

01 und 03 und die Personenzuglokomotive BR 78.<br />

Und hinter dem Lokschuppen, daran erinnere ich mich<br />

noch genau, waren zwei Loks BR 05 außer Betrieb abgestellt.<br />

Aus Neugierde habe ich die schon zur damaligen<br />

Zeit legendären Giganten bestiegen, auch wenn sie kalt<br />

und rostig hinterm Schuppen abgestellt waren. Es ging<br />

von ihnen eine große eigentümliche Faszination aus. Verstärkt<br />

wurde diese noch durch die fantastischen schaurigen<br />

Erzählungen der Lokführer. Mächtig Eindruck machten<br />

die drei 2,30 m hohen Treibachsen und die große,<br />

jetzt allerdings dunkle ca. 5 m lange Feuerkiste. Sie hat<br />

jeden noch so tüchtigen Heizer körperlich fertig gemacht,<br />

deswegen sind auch nur drei Loks aus dieser Baureihe<br />

gebaut worden.<br />

Ausbildung zum Dampflokführer<br />

Mein Kindertraum war es nie gewesen einmal Lokführer<br />

zu werden, obwohl ich aus einer Eisenbahnerfamilie<br />

stamme. Mein Großvater, Wilhelm Niggemann, war<br />

„Reichsbahnobersekretär“ und Opa Wilhelm war so unheimlich<br />

schlau. Opa kannte den Duden auswendig und<br />

hatte ein großes Allgemeinwissen. Deshalb hatte ich im<br />

Traum nicht daran gedacht, ich könnte einmal in seine<br />

Fußstapfen treten und auch ein hoch angesehener Bundesbahnbeamter<br />

werden. Ganz stolz erzählte Opa uns<br />

Kindern, dass er als Pensionär im Zeiten Weltkrieg wieder<br />

auf seinem alten Posten als Reichsbahnobersekretär und<br />

Leiter der Güterabfertigung eingesetzt wurde. Hamm war<br />

zu der Zeit der größte Verschiebebahnhof in Europa. Der<br />

Mangel an Eisenbahnern in der Kriegszeit erstand auch<br />

dadurch, dass viele Bedienstete außerhalb Deutschlands<br />

im Einsatz waren. In meiner Lehrzeit hörte ich Erzählungen<br />

und Berichte von Kollegen, die Dienst in Polen, Russland,<br />

Griechenland machen mussten.<br />

Nach vier Jahren Tätigkeit als Schlosser wurde die Beamtenlaufbahn<br />

zum Lokführer geöffnet. Ich bewarb mich<br />

<strong>für</strong> diese Laufbahn, obwohl meine Kollegen in der Schlos-<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 33


serei mir davon abrieten. Sie erzählten von der anstrengenden<br />

Arbeit als Heizer, von den langen Diensten auf der<br />

Lok. Zu der Zeit gab es noch regelmäßige Dienste von bis<br />

zu 17 Stunden. Aber gerade diese Tätigkeit, nur <strong>für</strong> harte<br />

Männer, reizte mich enorm.<br />

Mit der Ausbildung zum Dampflokführer begann <strong>für</strong> mich<br />

erst eine Schlosserzeit im Dampflokschuppen. Die schöne<br />

selbstständige Zeit in der mechanischen Werkstatt war<br />

nun leider vorbei. <strong>Eine</strong>inhalb Jahre als Schlosser im Lokschuppen<br />

musste ich jetzt absolvieren, es war eine schwere<br />

körperliche Arbeit wegen der sehr schweren und mächtigen<br />

Bauteile. Anfangs wurde ich im Tagesdienst an den<br />

„Fristenloks“ beschäftigt. Mindestens zwei „Fristenloks“<br />

hatten wir täglich in Arbeit, denn im BW Hamm waren 90<br />

Güterzuglokomotiven stationiert, die alle vier Wochen ausgewaschen<br />

wurden. Das heißt, dass alle Kesselluken geöffnet<br />

und der Kessel mit heißem Wasser ausgewaschen<br />

und entschlammt wurde. <strong>Eine</strong>n weiteren Teil meiner Ausbildungszeit<br />

habe ich in der Schieberkolonne mitgearbeitet.<br />

Der Kolbenschieber liegt oberhalb des Antriebskolbens<br />

und verteilt den Dampf vor und hinter den Zylinder.<br />

Besonders viel Arbeit hatte unsere Truppe mit der Lok BR<br />

44. Bei der Wartung und Kontrolle des Schiebers musste<br />

immer der mittlere Zylinder ausgebaut werden, erst dann<br />

konnte der gusseiserne Schieberring kontrolliert und gegebenenfalls<br />

ausgetauscht werden. Die Schieberstange<br />

mit dem Schieberkolben wurde nach vorne – unter<br />

– der Rauchkammertür hervorgezogen. <strong>Eine</strong> besonders<br />

schwierige Arbeit war auch das Auswechseln der Bremsklötze<br />

am Tender der BR 50, BR 44 und 41. Ich erinnere<br />

mich noch lebhaft an die kalten Monate Januar und Februar<br />

des Jahres 1965. Die Kanonenöfen im Lokschuppen<br />

wurden rot glühend, weil sie mit der viel zu fetten Lokkohle<br />

gestochert wurden. Jeder normale Ofen wäre davon kaputt<br />

gebrannt. Trotzdem war es im Lokschuppen bei der<br />

Reparatur an den „Fristenloks“ so eiskalt, das wir alle<br />

¼ Stunde zu dem rot glühenden Ofen zum Aufwärmen<br />

gehen mussten. In diesen kalten Tagen hatte ich Glück,<br />

ich wurde in die Dreherei versetzt. Dort stand eine, schon<br />

zur damaligen Zeit uralte Drehbank, mit Flachriemen und<br />

Stufenscheibenantrieb. Wollte man verschiedene Gewinde<br />

schneiden, mussten die Zahnräder gewechselt werden.<br />

Hier hatte ich jetzt die Aufgabe, ausgebaute Kesselspeisewasser-Rückschlagventile<br />

und an anderen Teilen<br />

die Dichtungsspitzen abzudrehen.<br />

Das letzte halbe Jahr meiner Lokführer-Vorbereitungszeit<br />

wurde ich in einer Wechseldienst-Kolonne eingesetzt. Mit<br />

vier Schlossern auf jeder Schicht mussten wir rund um<br />

die Uhr die laufenden Reparaturen an den im Einsatz<br />

befindlichen betriebsbereiten/warmen Dampflokomotiven<br />

erledigen. Die meisten Reparaturen gab es an den<br />

Pumpen, wie Kolbenspeisepumpe, Strahlpumpe und der<br />

Luftpumpe. Die unangenehmste Arbeit war der Austausch<br />

der Kolbenstoffbuchsen, dabei gab es oft verbrühte Fingerspitzen.<br />

Die ersten Dienste als Heizer<br />

Dann war es endlich soweit, ich sollte mich auf der Lokleitung<br />

melden, der Dienst und die Ausbildung zum Heizer<br />

begann. Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten<br />

Dienst. Ich wurde einem alten erfahrenen Heizer im Rangierdienst<br />

auf einer Dampflok BR 94 acht Tage zur Ausbildung<br />

zugeteilt. Natürlich lernt man das Lokheizen nicht<br />

in acht Tagen und schon gar nicht auf einer 94ger, aber<br />

der Anfang war gemacht. Und weitere acht Tage später<br />

durfte ich meine ersten selbstständigen Heizerdienste im<br />

Rangierdienst auf der BR 94 leisten.<br />

Der „alte“ Lokführer war natürlich nicht erfreut über seinen<br />

jungen Kollegen, es bedeutete mehr Aufmerksamkeit<br />

und auch Zusatzarbeit <strong>für</strong> ihn. Denn in dem großen Verschiebebahnhof<br />

in Hamm, wo täglich bis zu 4000 Güter-<br />

34<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


wagen bewegt wurden, mussten immer zur richtigen Zeit<br />

12 Atü Dampfdruck zur Verfügung stehen. Auf das Wort<br />

„zur richtigen Zeit“ ist zu achten, denn das war die Kunst<br />

des Heizers. Der Heizer im Rangierdienst musste immer<br />

voraus denken, man muss beachten, die Kohle, die in die<br />

Feuerkiste geschaufelt wurde, braucht erst einige Zeit<br />

zum Durchbrennen, damit die volle Heizkraft erreicht war.<br />

Im Rangierdienst wiederholen sich die Vorgänge und Abläufe<br />

in jeder Schicht. Dampf brauchten wir z. B. bei der<br />

Übergabe von HMA nach HSO. Es konnte sein, dass Züge<br />

von 600 m Länge über den Ablaufberg nach HSO gezogen<br />

werden mussten. Die BR 94 schaffte es mit ihren fünf<br />

gekuppelten Achsen spielend, wenn ich als Heizer helles<br />

Feuer und genügend Druck hatte. Gab es mal eine kurze<br />

Betriebspause, musste das Ruhefeuer angelegt werden.<br />

In der Pause sollte natürlich ein erhöhter Kesseldruck<br />

nicht störend abblasen.<br />

Noch wichtiger als der Dampfdruck war die Beobachtung<br />

des Kesselwasserstandes. Auf jeder Dampflok gab es zwei<br />

Wasserstandsanzeiger, damit man die einwandfreie Funktion<br />

vergleichen konnte. Jedem Neuling wurde erzählt, wie<br />

gefährlich es werden konnte, wenn kein Wasserspiegel<br />

mehr zu sehen war, dann konnte der Stehkessel ausglühen.<br />

Das sei vor Jahren auf irgendeiner Zeche passiert, daraufhin<br />

sei die Lok explodiert. Das Innenleben einer Dampflok<br />

wurde uns jungen Lokführeranwärtern gründlich beigebracht.<br />

Tageweise hatte ich Schulungen und Lehrgänge in<br />

Bochum-Langender, wo alle Lokführerbewerber auch von<br />

den anderen Bahnbetriebswerken der Bundesbahndirektion<br />

Essen geschult wurden. Im Laufe unserer Ausbildung<br />

hatten wir auch noch zwei Lehrgänge als Block von vier<br />

Wochen in der Eisenbahnschule in Troisdorf im Rheinland.<br />

Hier waren wir mit Kost und Unterkunft untergebracht, wir<br />

waren alles junge Männer und hatten untereinander viele<br />

Geschichten und Erlebnisse zu erzählen. Aus dieser Zeit<br />

hatte ich mit einigen Teilnehmern aus Hamm eine lange<br />

Freundschaft, auch später mit unseren Familien.<br />

Von Troisdorf aus besichtigten wir das <strong>für</strong> uns alle beeindruckende<br />

Aw (Ausbesserungswerk) Schwerte, mit 3000<br />

Mitarbeitern. Hier wurde die Dampflok BR 50 vollständig<br />

zerlegt und eventuell, wenn nötig, mit neuem Kessel versehen,<br />

neu lackiert verließen dann die wie neu aussehenden<br />

Maschinen das riesige Aw Schwerte. Aber Mitte der<br />

60er Jahre waren die Tage dieses Ausbesserungswerks,<br />

dass ein Begriff in Deutschland war, auch schon gezählt.<br />

Nachfolgend wurden in den riesigen Hallen Tiefladewagen<br />

überholt. Mir war das Aw Schwerte schon bekannt.<br />

In den Anlagen der großen Lehrwerkstatt hatte ich 1960<br />

meine praktische Prüfung abgelegt und mein Gesellenstück,<br />

einen Anschlagwinkel, angefertigt.<br />

Praktische Ausbildung<br />

zum Dampflokführer<br />

In der Schlussphase unserer 1½ jährigen Ausbildung lag<br />

die vierwöchige Fahrschulausbildung mit einem hier<strong>für</strong><br />

ausgebildeten Ausbildungslokführer. Zwei junge Auszubildende<br />

wurden diesem Lokführer stets anvertraut. Ich<br />

wurde mit meinem Freund Heribert Biermann dem Ausbildungslokführer<br />

Helmut Brand, einem sehr korrekten und<br />

fähigen Kollegen zugeteilt. Beim ersten Dienst, den wir<br />

nun gemeinsam antraten, wurden wir genau gemustert.<br />

Aber jeder kannte ja Meister Brand, wie wir ihn nannten,<br />

wir kamen deshalb mit frisch gewaschenem Arbeitsanzug<br />

und vor allem glänzend geputzten Arbeitsschuhen<br />

zum Dienst. Abwechselnd durften wir nun unter seiner<br />

strengen Aufsicht die 169 t schwere Dampflok führen. Der<br />

zweite Auszubildende hatte dann die Arbeit des Heizers<br />

zu übernehmen. Schnell hatte Meister Brand uns beide<br />

lebensfrohe und technisch versierte junge Leute in sein<br />

Herz geschlossen, sodass die damals oft langen Dienste<br />

mit schweren Zügen, die bis zu 2000 t und 700 m Länge<br />

haben konnten, wie im Fluge vergingen.<br />

An einen Tag in dieser Ausbildungszeit kann ich mich noch<br />

heute genau erinnern. Wir sollten einen Personenzug mit<br />

der Lok BR 44 von Hamm nach Paderborn fahren. Für<br />

diese schwere Güterzug-Lok waren die drei dreiachsigen<br />

„Schachteln“, wie wir die Personenwagen abfällig nannten,<br />

ein Kinderspiel. Wir merkten diese Wagen kaum hinter<br />

unserer 44er Lok. Der Heizer hatte es bei dieser Fahrt<br />

gut. Aber Meister Brand hatte etwas mit uns beiden vor. Er<br />

hatte seine Ehefrau nach Lippstadt zum Bahnhof bestellt,<br />

wo er zu Hause war, er wollte seiner Frau seine beiden<br />

Aspiranten, wie er uns nannte vorstellen. Bei dieser Fahrt<br />

war ich der Lokführer und Heribert der Heizer. Er bekam<br />

strenge Anweisung, ja nicht im Bahnhof Lippstadt zu qualmen.<br />

Meine Aufgabe war, forsch und mit einer gekonnten<br />

Zielbremsung in Lippstadt einzufahren. Das wir uns vorher<br />

noch mal die Schuhe putzen und Hände und Gesicht mit<br />

Wasser aus dem Tender waschen mussten, war selbstverständlich.<br />

Alles klappte zur Zufriedenheit von Meister<br />

Brand. Frau Brand stand genau an der Stelle auf dem<br />

Bahnhof, wo wir mit unserer Lok anhielten. Sie begrüßte<br />

ihren Mann mit einem Frühstückskorb und wir beide mussten<br />

absteigen und Frau Brand höflich begrüßen. Wir waren<br />

sehr verlegen in dieser Situation, dann begann Meister<br />

Brand seiner Frau den Aufbau und die Funktion unserer<br />

schweren Dampflok zu erklären. Aber Frau Brand winkte<br />

ab, und sagte: „Helmut, nun lass doch, das kenne ich doch<br />

alles schon.“ Jahre später konnten wir uns immer wieder<br />

über diesen Satz amüsieren.<br />

Fortsetzung folgt!<br />

Anzeige<br />

Heizermützen<br />

Überkleider<br />

Heizertücher<br />

Geschenkartikel<br />

www.dampfshop.ch<br />

Dampfmodellbau<br />

Bücher<br />

DVD<br />

Occasionen<br />

Dampfshop, Postfach 361, 3072 Ostermundigen / CH<br />

dampfshop@sunrise.ch, 0041 76 / 499 31 60<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013<br />

35


Porträt<br />

Peter Mews<br />

<strong>Eine</strong> <strong>E91</strong> <strong>für</strong> <strong>Spur</strong> 5 <strong>Zoll</strong> –<br />

„Der Weg ist das Ziel“<br />

Angefangen habe ich mit der Planung vor etwa 10 Jahren.<br />

Die <strong>E91</strong> sollte es sein, wegen folgender Kriterien:<br />

1. Es sollte eine E-Lok in 5 <strong>Zoll</strong> sein in der Größe einer<br />

schweren Güterzuglok.<br />

2. Sie sollte beim Transport auch noch gut zu handhaben<br />

sein. Wie bekannt ist, besteht diese Lok aus einem<br />

vorderen und einem hinteren Triebkopf und dem dazugehörigen<br />

Mittelteil, das aus der Lok separat entfernt<br />

werden kann, so dass gerade noch drei handliche Teile<br />

bewegt werden können.<br />

3. Die Lok sollte in ihrem Erscheinungsbild auch detailreich<br />

sein, wie z. B. die außen liegenden Armaturen<br />

zeigen und vor allen Dingen den ins Auge fallenden<br />

Stangenantrieb, und nicht nur eine schlichte moderne<br />

Ausführung mit ihren fast versteckten Drehgestellen.<br />

36<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Angefangen hat alles mit einer Typenzeichnung der <strong>E91</strong><br />

im Maßstab 1:45.<br />

Die Zeichnung habe ich in kleinen Abschnitten gescannt<br />

und im Drucker auf 1:11 auf etlichen A4-Bögen vergrößert,<br />

die ich dann zu einer Gesamtzeichnung zusammengeklebt<br />

habe. <strong>Eine</strong> Anfrage im Nürnberger-Eisenbahnmuseum<br />

ergab, dass im ehemaligen BW in Garmisch noch<br />

eine <strong>E91</strong> im Original steht. Also begab ich mich auf die<br />

Reise und hatte so die Möglichkeit, wunderbare Detailfotos<br />

zu machen und mich intensiv über wichtige Einzelheiten<br />

zu informieren.<br />

Ich hatte auch noch das Glück, dass die Original-Stromabnehmer<br />

zufälligerweise neben der Lok am Boden lagen,<br />

die man ja sonst nur von unten auf dem Dach der Lok<br />

sieht, so dass ich Fotos von allen Seiten machen konnte.<br />

Die Lok wird von vier 12 V-Motoren angetrieben. Die Motoren<br />

stammen aus dem Modellbau, es handelt sich um<br />

Starter <strong>für</strong> Flugmotoren bis 20 cm 2 . Die Starter habe ich<br />

von ihren Kunststoffteilen befreit, so dass nur noch der<br />

Stator mit seinen Magneten, der Anker und der Kohlenhalter<br />

übrig blieben. Die Motoren bekamen auf beiden<br />

Seiten ein neues Motorschild aus Alu mit Kugellager<br />

versehen. Die Motoren wurden noch mit ein paar Statorblechen<br />

ausgerüstet, so dass das Magnetfeld im Motor<br />

bleibt und nicht nach außen treten kann, wie bei unserer<br />

schönen Erde.<br />

Geregelt wird die Lok mit einer 2,4 GHz Modellbaufernsteuerung,<br />

die ich zerlegt und in ein handliches Kunststoffgehäuse<br />

montiert habe, damit man den Sender auch<br />

mal in die Hosentasche stecken kann. Der Vor-Stopp-<br />

Rückwärtsregler 90 A kommt ebenfalls aus dem Modellbau.<br />

Bis zur endgültigen Lackierung hat es zwar 10 Jahre<br />

gedauert, aber wie sagt man so schön: „Der Weg ist das<br />

Ziel.“<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 37


Pr axis<br />

Wolfgang Rudolph<br />

Beim Einsatz der Albert-Kupplung<br />

wird die Schraubenkupplung<br />

hochgebunden.<br />

Straßenbahnkupplung<br />

<strong>für</strong> Gütertriebwagen<br />

F<br />

ür den Bau der Bleichlochtalsperre an der Saale<br />

wurde wegen der fehlenden Infrastruktur <strong>für</strong> den<br />

Materialtransport eine normalspurige Kleinbahn<br />

angelegt, die nach Fertigstellung der Staumauer wieder<br />

zurückgebaut werden sollte. Die Bewohner der anliegenden<br />

Gemeinden setzten sich aber <strong>für</strong> den Beibehalt der<br />

Strecke ein. So verband diese Kleinbahn den Ort Schleiz<br />

mit Saalburg an der Talsperre. Mit dem aus Wasserkraft<br />

erzeugten Strom wurde neben den umliegenden Gemeinden<br />

auch die Kleinbahn mit elektrischer Energie versorgt.<br />

Sie war von Anfang an als elektrische Bahn konzipiert<br />

worden. Der Schwerpunkt des Verkehrs war auf den<br />

Transport von Material und Gütern ausgerichtet. Deshalb<br />

gab es zunächst nur die Gütertriebwagen als Triebfahrzeuge<br />

auf dieser Strecke. Für den später aufgenommenen<br />

Personenverkehr wurden leichte Straßenbahnanhänger<br />

beschafft. Da Straßenbahnen ein anderes<br />

Kupplungssystem verwenden, brauchten die Gütertriebwagen<br />

neben der normalen Schraubenkupplung auch<br />

noch eine Straßenbahnkupplung. Es kam eine Albert-<br />

Kupplung zum Einsatz.<br />

Benannt wurde die Kupplung nach einem früheren Direktor<br />

der Krefelder Straßenbahn. Dieser Kupplungstyp ist<br />

benutzerfreundlich, weil der Bediener den Kupplungskopf<br />

mit dem seitlichen Handgriff lenkt und seine Hände somit<br />

keiner Quetschgefahr aussetzt. Zum Kuppeln werden<br />

die Fahrzeuge so nahe aneinander herangefahren, dass<br />

die Köpfe sich ein wenig schräg versetzt überlappen. Sie<br />

müssen sich dabei nicht in einer graden Linie befinden.<br />

Die Köpfe können von vorn oder von der Seite zusammengefügt<br />

und mit dem ersten Bolzen arretiert werden. Das<br />

Triebfahrzeug zieht etwas vor, dadurch wird die Kupplung<br />

gestreckt, und der zweite Bolzen kann eingesteckt werden.<br />

Jetzt ist die Kupplung knicksteif, kann auch Druckkräfte<br />

übertragen und hält beim Schieben des Beiwagens<br />

diesen auf Abstand.<br />

Die Kupplungsbolzen haben zum Schutz gegen Herausspringen<br />

einen Sicherheitsbügel, durch den das ungewollte<br />

Aufsteigen des Bolzens verhindert wird. Der Bügel<br />

endet in einem U und umschließt das Bolzenende. So ist<br />

sichergestellt, dass der Schwerpunkt des Bügels unter<br />

dem Bolzen liegt. Durch sein Gewicht fällt der Bügel nach<br />

unten und blockiert das Aufsteigen des Bolzens. Zum Entkuppeln<br />

wird der Sicherungsbügel zur Seite geschwenkt.<br />

Der Bolzen kann nun ganz herausgezogen werden. Neben<br />

dem Kuppelloch hat der Kopf noch eine weitere Bohrung<br />

zur Aufnahme des Bolzens bei Nichtgebrauch. Dort<br />

steckt er sicher und behindert nicht das Kuppeln der Fahrzeuge.<br />

Bolzen samt Sicherheitsbügel sind zum Schutz<br />

gegen Verlust mit einer Kette am Kupplungskopf befestigt.<br />

Vor ein paar Jahren sah ich auf der Live-Steam-Messe in<br />

Sinsheim auf dem Stand der Fa. Knupfer ein Modell eines<br />

zweiachsigen elektrischen Gepäcktriebwagens, der mich<br />

sofort an die thüringische Kleinbahn erinnerte. Das Modell<br />

gefiel mir so gut, dass ich mich spontan entschloss, auch<br />

so ein Fahrzeug <strong>für</strong> die <strong>Spur</strong> 5 <strong>Zoll</strong> zu bauen.<br />

Meine Recherche ergab, dass der Gepäcktriebwagen ET<br />

188 521 dieser Kleinbahn noch existierte und zum Museumsbestand<br />

des Dresdner Verkehrsmuseums zählt. Was<br />

lag also näher, als hinzufahren und das Fahrzeug zu fotografieren.<br />

Weitere Informationen beschaffte ich mir aus dem<br />

Buch des EK-Verlages „Elektrisch ans Thüringer Meer“.<br />

38<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Die Albert-Kupplung ist bereit zum Kuppeln.<br />

Die Kupplung ist geknickt und der 1. Bolzen eingesteckt.<br />

Beim Strecken der Kupplung werden beide Köpfe seitlich eingeschwenkt.<br />

Auch der 2. Bolzen ist eingesteckt. Jetzt kann mit<br />

der Kupplung auch geschoben werden.<br />

Der Materialsatz der Fa. Knupfer enthielt wie der Name<br />

schon sagt, nur die Grundmaterialien. Weitere Ausschmückungsdetails<br />

müssen nach Wunsch zugerüstet werden.<br />

<strong>Eine</strong> Straßenbahnkupplung hat aber meines Wissens bisher<br />

noch kein Lieferant im Angebot. Also blieb nur Selbstbau<br />

übrig. Das Original besteht aus einem Träger mit<br />

quadratischem Querschnitt, dessen Ende versetzt in den<br />

anderen Kupplungskopf hineinragt. Von oben und unten<br />

wird der Träger von zwei aufgenieteten Platten überdeckt.<br />

In den durch den Trägerversatz entstandenen Hohlraum,<br />

greift das Gegenstück der anderen Kupplung ein. Der<br />

Kupplungskopf besteht somit nur aus wenigen Teilen.<br />

Das Modell der Kupplung habe ich aus Edelstahl gebaut<br />

und die Einzelteile mit WIG zusammengeschweißt. In Ermangelung<br />

genauer Maße habe ich das Modell einem<br />

Foto nachempfunden und mich an den Proportionen orientiert.<br />

Bei Nichtgebrauch wird die Albert-<br />

Kupplung zur Seite geschwenkt<br />

und in der Ruheposition festgelegt.<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 39


Porträt<br />

Alexander Beck<br />

Dampfzug im Herbst<br />

Jeder hat mal kle<br />

M<br />

an nehme ein Geburtstagsgeschenk, eine<br />

Fehlkonstruktion, ein paar Dachlatten und<br />

einige Meter stark verrosteten Stahl und<br />

man erhält den Beginn der mit vier Jahren wohl jüngsten<br />

Parkbahn des Weinparadieses Württemberg. Denn<br />

um diese geht es hier, die Parkbahn Schmiden. Die Geschichte<br />

dieser Schmalspurbahn begann nämlich mit<br />

einer Weiche, welche der Gründer Alexander Beck von<br />

einem befreundeten Feldbahner 2009 zum Geburtstag<br />

geschenkt bekommen hatte, dazu kamen einige auf die<br />

<strong>Spur</strong>weite von 7¼˝ umgespurte Feldbahngleisjoche sowie<br />

eine selbstgebaute Schiebebühne, welche aufgrund<br />

der zu geringen Nutzlänge und Tragfähigkeit nie eingesetzt<br />

werden konnte.<br />

Die Parkbahn Schmiden trat in etwas größere Fußstapfen<br />

– nämlich die einer Feldbahn auf dem gleichen Gelände,<br />

vermutlich mit einer <strong>Spur</strong>weite von 600 mm. Ihre Existenz<br />

ist leider nur durch mündliche Überlieferung von den ältesten<br />

Bewohnern Schmidens bekannt, welche noch die<br />

Lehmgrube Schmiden als aktive Lehmgrube und nicht nur<br />

als renaturiertes Freizeitgelände kannten. Es ließen sich<br />

bisher weder in Text-, noch in Bildform Quellen oder weiterführende<br />

Informationen finden, so dass der Vorläufer<br />

der heutigen Parkbahn unter Umständen völlig in Vergessenheit<br />

geraten wird. Daher wenden wir uns wieder der<br />

heutigen Parkbahn zu und betrachten ihre rasante Entwicklung,<br />

welche sie in der kurzen Zeit ihrer Existenz bereits<br />

erfahren hat.<br />

Im Winter 2009/2010 baute Alexander Beck mit einigen<br />

Helfern eine kurze Strecke von ein paar Dutzenden Metern,<br />

bestehend aus den eingangs genannten Elementen.<br />

Die Strecke war schnurgerade, führte den Fußweg zwischen<br />

Lehmgrube und Stadion entlang und war so kurz,<br />

dass 2010 eine Einzelfahrt immer aus zwei Hin- und Herfahrten<br />

bestand, wodurch die Dampflok nie so recht warm<br />

wurde und dauernd am Rande des Dampfdruckkollapses<br />

stand. Der Bahnhof bestand damals aus dem durchgehenden<br />

Hauptgleis, einem über die geschenkte Weiche<br />

abzweigenden Nebengleis und der Schiebebühne, welche<br />

hinter dem Bahnsteig die beiden Gleise wieder verband.<br />

Für jeden Fahrtag mussten die Wagen und die Lok<br />

auf der Straße antransportiert, vom Anhänger über eine<br />

40<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Behelfsbrücke abgeladen und am Ende des Tages wieder<br />

weggebracht werden.<br />

Diese umständliche Prozedur stand auch noch im nächsten<br />

Jahr an, als die Strecke deutlich in beide Richtungen<br />

verlängert worden war. <strong>Eine</strong>rseits wurde über den bestehenden<br />

Endpunkt der Strecke hinaus noch weiter verlängert,<br />

weiter geradeaus entlang des Stadions, andererseits<br />

wurde aber, viel entscheidender, der Bahnhof in die andere<br />

Richtung verlegt. Das bisherige Bahnsteiggleis wurde<br />

direkt an der Weiche abgeklemmt, der neue Bahnhof<br />

wird seitdem über das bisherige Nebengleis angebunden,<br />

welches in einer langgezogenen Linkskurve von über 100<br />

Grad einen Weg auf einem standesgemäß beschilderten<br />

Bahnübergang kreuzend zum neuen Bahnhof verlängert<br />

wurde. An der Einfahrweiche ist im geraden Strang das<br />

durchgehende Hauptgleis als Bahnsteiggleis angebunden.<br />

Über den abzweigenden Strang erreichte man ein<br />

kurzes Nebengleis, welches im Laufe der Zeit in mehreren<br />

kleineren Schritten bis heute zu einem längeren Abstellgleis<br />

mit Schlackegrube ausgebaut wurde und künftig in<br />

eine Drehscheibe münden wird, an welche ebenfalls das<br />

Bahnsteiggleis angebunden wird.<br />

2012 entfiel der lästige Transport der Fahrzeuge weitgehend.<br />

Es kam nämlich ein Betriebswerk mit Lokschuppen<br />

und Abstellanlage auf dem Stadiongelände hinzu,<br />

angebunden an dem ehemaligen Bahnsteiggleis des alten<br />

Bahnhofs, welches nun den Abzweig Betriebswerk<br />

darstellt. Dort können nun unsere nagelneue Diesellok,<br />

welche inzwischen die meisten Fahrtage stemmt, und<br />

beide zu jenem Zeitpunkt in Betrieb befindlichen Personenwagen<br />

problemlos abgestellt werden. Nur noch<br />

die Dampflok bei ihren Einsätzen an größeren Fahrtagen<br />

und natürlich Fahrzeuge von Gastfahrern müssen<br />

auf der Straße antransportiert werden. Außerdem wurde<br />

die Strecke nochmals verlängert. Sie führt jetzt nicht<br />

mehr entlang des Stadiongeländes sondern biegt in den<br />

Park hinein ab und endet dort kurz vor dem sogenannten<br />

„Wasserspielplatz”.<br />

Im aktuellen Jahr wird die Kapazität des neuen Betriebswerkes<br />

allerdings gleich zu Beginn weit überschritten –<br />

ein dritter Wagen kommt hinzu. Hierbei soll es sich um<br />

einen Gepäckwagen handeln, der mit Zugführerabteil und<br />

Feststellbremse zum Sichern des Zuges bei Rangierfahrten<br />

ausgestattet sein wird. Daher wird das Betriebswerk<br />

ausgebaut, die Fläche wird freundlicherweise vom örtlichen<br />

Sportverein (dem TSV Schmiden), der das Stadion<br />

betreibt, zur Verfügung gestellt. Auch die Strecke wird wiederum<br />

erweitert, die Gleise werden um den Wasserspielplatz<br />

herumführen und in einem zweiten Bahnhof enden.<br />

Damit werden mehr Fahrgäste erreicht und die Attraktivität<br />

der Parkbahn wächst, zum Beispiel als Transport vom<br />

Parkplatz zum Spielplatz und zurück. Die neuen Anlagen<br />

ermöglichen dann einen Zweizugbetrieb. Bereits 2012<br />

war der Andrang zu Stoßzeiten so groß, dass die Kapazität<br />

voll ausgelastet war und Wartezeiten nicht vermieden<br />

werden konnten. Wird die Strecke nun länger und ein<br />

in angefangen ...<br />

Gastfahrer 2012<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 41


Abfahrbereit Ostern 2012<br />

Bei uns darf auch der Fahrgast mithelfen<br />

Zustieg an beiden Endpunkten möglich, verlängern sich<br />

sowohl die reine Fahr- als auch die Wendezeit, so dass<br />

das Fahren mit zwei Zügen definitiv eine notwendige Entlastung<br />

bringen wird.<br />

<strong>Eine</strong> weitere Neuheit im neuen Jahr ist der ausgeweitete<br />

Fahrplan. War bisher die Zahl der Fahrten in den Sommer-<br />

ferien noch ausgedünnt und fand sogar eine längere Betriebsruhe<br />

statt, so wird aufgrund vieler Nachfragen dieses<br />

Jahr im August an allen vier Wochenenden samstags<br />

und sonntags gefahren. Die in der wärmeren Jahreshälfte<br />

befindlichen Feiertage Ostersonntag, Ostermontag, Tag<br />

der Arbeit, Pfingstsonntag, Pfingstmontag und Tag der<br />

deutschen Einheit wurden zusätzlich in den Fahrplan aufgenommen<br />

und der 2012 spontan eingelegte Halloweenfahrtag<br />

nach dem letzten regulären Fahrtag (4. Sonntag<br />

im Oktober) ist nun ebenfalls fest eingeplant. Abgerundet<br />

wird das Angebot durch eine regelmäßig ausgebaute und<br />

aktualisierte Homepage, die Präsenz in sozialen Netzwerken<br />

und einen Newsletter, wodurch sich ein gezielteres<br />

Erreichen von Interessenten erhofft wird, um den Trend<br />

der geplanten Parkbahnbesuche aus dem letzten Jahr<br />

aufrecht zu erhalten und weiter zu fördern. Bereits voriges<br />

Jahr nahm der Anteil geplanter Besuche gegenüber zufälligen<br />

Passanten stark zu.<br />

Weitere Informationen und Neuigkeiten:<br />

Homepage: www.parkbahnschmiden.de und<br />

Facebookprofil: http://tinyurl.com/ParkbahnSchmiden<br />

Kindergarten<br />

Unsere Zugfahrzeuge<br />

42 <strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


Pr axis<br />

Peter Bickel<br />

Bleiakku – FAQ<br />

Als Teenager habe ich einmal einen Autoakku aufgesägt,<br />

um das Innere kennenzulernen. Die Schwefelsäure hat<br />

meine Hose gefressen, trotz dieses Opfers war der Erkenntnisgewinn<br />

sehr bescheiden, wiederholen Sie den<br />

Versuch also nicht. Akkus sind Black Boxes – wie es da<br />

drin aussieht, geht niemand was an 1 .<br />

Es geht hier also allein um die Pflege dieses Sensibelchens,<br />

denn ein solches ist der Akku trotz seines robusten<br />

Äußeren. Es soll dabei wirklich kurz und bündig zugehen:<br />

Ich möchte Ihnen eine Art Spickzettel liefern, den Sie<br />

ausschneiden und in Ihrer Werkstatt aufhän gen können.<br />

Wenn Sie mehr wissen wollen, besuchen Sie eine der am<br />

Schluss aufge führten Seiten, Sie finden da Diskussionen<br />

zu fast allen Akku-Problemen.<br />

Anlass <strong>für</strong> diese FAQ-Sammlung ist ein längerer Mailwechsel<br />

mit einem Garten bahner, der mich wegen der<br />

Pflege seiner Akkus um Rat fragte.<br />

Wie obiges Bild zeigt, werden Akkus gern mit Benzintanks<br />

verglichen, in die man Saft einfüllen und wieder herauspumpen<br />

kann. Wenn Ihnen diese Vorstellung hilft, benutzen<br />

Sie diese einfach. Ich finde allerdings, sie holpert viel<br />

zu sehr, um nützlich zu sein, denn die Sache ist viel komplizierter.<br />

Wichtige Begriffe und Zahlen<br />

Akku ist das Kurzwort <strong>für</strong> Akkumulator und bezeichnet<br />

einen wiederaufladbaren Speicher (lat accumulare = anhäufen),<br />

während eine Batterie nicht wieder aufgeladen<br />

werden kann. Wenn Sie sich allerdings im Internet auf<br />

englischsprachigen Seiten tummeln, werden Sie feststellen,<br />

dass dort beide Typen schlicht battery heißen. Die<br />

Unterscheidung ergibt sich dann aus dem Zusammenhang.<br />

Die folgende Liste von Schlüsselbegriffen ist inhaltlich,<br />

nicht alphabethisch geordnet, weil das mehr Sinn gibt. Die<br />

Begriffe gelten ausschließlich <strong>für</strong> Bleiakkus und nichts anderes!<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 43


Starter-Akku<br />

Sammel-Akku<br />

Nennspannung<br />

Klemmenspannung<br />

Lade-Schlussspannung<br />

Überladung<br />

Entlade-Schlussspannung<br />

Tiefentladung<br />

Kapazität<br />

Selbstentladung<br />

Erhaltungsladung<br />

Alterung<br />

Ladekontrolle<br />

Ladegerät<br />

Sulfatierung<br />

Schnellladung<br />

optimiert zum Starten von Verbrennungsmotoren<br />

optimiert <strong>für</strong> Solaranlagen, Elektromobile, GB<br />

2 Volt/Zelle<br />

aktuelle Spannung – zeigt den Ladezustand<br />

2,3 Volt/Zelle – bedeutet: Akku vollgeladen<br />

Ladung über 2,3 V/Zelle – beschädigt den Akku<br />

1,8 Volt/Zelle - bedeutet: Akku leer<br />

Entladung unter 1,8 V/Zelle – beschädigt den Akku<br />

Energie-Inhalt des Akkus, ausgedrückt in Ampere-Stunden (Ah)<br />

Ladungsverlust ohne Entnahme von Strom<br />

Ladung zum Ausgleich der Selbstentladung<br />

Kapazitätsverlust im Laufe der Zeit<br />

Instrument zur Anzeige des Enegieinhalts<br />

Gerät zum Aufladen des Akkus<br />

eine verbreitete Akku-Krankheit und häufige Todesursache<br />

Ladung in kurzer Zeit mit hohem Ladestrom – in Notfällen eine brauchbare Praxis<br />

Bleiakkus bestehen fast immer aus mehreren, hintereinander<br />

geschalteten Zellen in einem Gehäuse. Üblich sind<br />

drei Zellen ≙ 6 Volt, sechs Zellen ≙ 12 Volt und zwölf Zellen<br />

≙ 24 Volt.<br />

Immer wieder gestellte Fragen FAQ<br />

Ich habe gehört, Starterakkus <strong>für</strong> Autos seien <strong>für</strong> die<br />

Gartenbahn nicht geeignet. Stimmt das?<br />

Ja. Starterakkus sind <strong>für</strong> kurzzeitige, hohe Belastungen<br />

optimiert, GB-Loks entladen den Akku aber über Stunden<br />

mit kleinem Strom. Ein Sammelakku ist dieser Art der Belastung<br />

besser angepasst. Bild 2 veranschaulicht diesen<br />

Unterschied. Aber: Starterakkus sind billig! Die Ersparnis<br />

steht in Konkurrenz zur Lebenszeit, womit Sie ein fast unlösbares<br />

Optimierungsproblem am Hals haben.<br />

Lithium-Ionen Akkus haben die dreifache Kapazität<br />

von Blei akkus, warum verwenden wir sie nicht <strong>für</strong> unsere<br />

Gartenbahn?<br />

Li-Ion-Akkus speichern nicht nur mehr Energie, sie sind<br />

auch leichter, aber sie sind vorläufig noch viel teurer als<br />

Bleiakkus. Das günstige Gewicht/Leistungs-Verhältnis<br />

macht sie <strong>für</strong> den Flugmodellbau attraktiv, bei der GB ist<br />

das hohe Gewicht der Bleiakkus aber als ein Teil des Adhäsionsgewichts<br />

erwünscht.<br />

Worin liegt der Vorteil des 24 V-Betriebs?<br />

Leistung = Spannung x Strom: Bei gleicher Leistung bedeutet<br />

höhere Spannung niedrigeren Strom in den Leitungen,<br />

also weniger Verluste in Drähten, Klemmen, Schaltern,<br />

Relais und in der Steuerung.<br />

Meine Lok fährt mit 24 Volt, ich verwende darum zwei<br />

12 Volt-Akkus in Serie – ist das falsch?<br />

Nein. Kaufen Sie zwei Akkus aus der gleichen Serie und<br />

laden Sie sie konsequent in Serie an einem 24 V-Ladegerät,<br />

dann haben Sie lange Freude an ihnen.<br />

Ich habe aber nur ein 12 V-Ladegerät, kann ich sie damit<br />

auch nacheinander laden?<br />

Nein, denn sie können nicht verhindern, dass ein Ungleichgewicht<br />

zwischen ihnen entsteht, einer also schwächer<br />

wird als der andere.<br />

Darf ich zwei 12 V-Akkus parallel schalten, um die<br />

doppelte Leistung zu haben?<br />

Nein, die Begründung ist die gleiche wie oben. Kaufen sie<br />

stattdessen einen 12V-Akku mit doppelter Kapazität.<br />

Wie überwache ich den Ladezustand meines Akkus?<br />

Die Spannung am Akku ist der richtige Indikator. Wählen<br />

Sie eine LED-Zeile (19 71 65) oder ein Voltmeter-Modul<br />

zum Einbauen (06 30 43), wenn sie die Klemmenspannung<br />

selber überwachen wollen. Es gibt auch Tiefentladeschutz-<br />

Geräte, welche die Verbraucher bei der Entlade-Schlussspannung<br />

abschalten. Teurere PWM-Steuerungen haben<br />

diese Funktion auch eingebaut. Achtung: Ein Ampèremeter<br />

in der Akkuleitung sieht gut aus, ist aber nur Dekoration,<br />

weil der Messwert nichts über den Ladezustand aussagt.<br />

Ich möchte ein neues Ladegerät kaufen – worauf<br />

muss ich achten?<br />

Ihr Ladegerät muss zum Akku passen, also <strong>für</strong> 12 Volt<br />

oder – bei Serienschaltung – <strong>für</strong> 24 oder 36 Volt ausgelegt<br />

sein.<br />

Es muss 4...6 Ampère Strom liefern können, mehr ist<br />

nicht nötig.<br />

Es muss bei der Ladeschlussspannung von 2,3 Volt/<br />

Zelle auf Erhaltungsladung umschalten.<br />

Es muss als Schaltregler (Inverter) gebaut sein, also<br />

ähnlich wie ein PC-Netzteil – dies ist die modernste<br />

44 <strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


und sparsamste Technik. Beispiele: 12 Volt: (25 01 80)<br />

€ 60,–; 24 Volt: (25 01 92) € 99,95,–.<br />

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Nachladen?<br />

Immer! Oder etwas praktischer gesagt: sofort nach dem<br />

Fahren. Wenn Sie ein Ladegerät gemäß den obigen Vorgaben<br />

haben, hängt Ihr Akku in der betriebsfreien Zeit<br />

immer an diesem Tropf. Spendieren Sie jedem Ihrer Fahrzeuge<br />

sein eigenes Ladegerät – Sie können es sogar ins<br />

Fahrzeug einbauen – und legen sie den Akku über einen<br />

Fahren-Laden-Schalter ans Gerät.<br />

Muss ich die Steuerung vom Akku trennen beim Laden?<br />

Ja, it’s good engeneering practice! Der Akku soll grundsätzlich<br />

bei Nichtgebrauch des Fahrzeugs von Steuerung<br />

und Motoren abgetrennt werden. Ich mache das mit dem<br />

oben erwähnten Fahren-Laden-Schalter.<br />

Leiden Bleiakkus auch unter dem Memory-Effekt?<br />

Nein. Aber sie leiden, wenn man sie leerfährt, wie das früher<br />

<strong>für</strong> die NiCd-Zellen empfohlen wurde.<br />

Ich habe <strong>für</strong> meine zwei Akkus € 128,– pro Stück bezahlt;<br />

später habe ich sie im Internet <strong>für</strong> € 85,– gesehen<br />

– bin ich übers Ohr gehauen worden?<br />

Nein, warum denn? Der Markt ist durch die Importe aus<br />

Fernost unübersichtlich geworden. Wir können aber annehmen,<br />

dass Preis und Qualität auch heute noch einigermaßen<br />

korrelieren, nur können wir Laien beim Kauf<br />

die Qualität in der Regel nicht prüfen. Das Leben ist ein<br />

Würfelspiel – nicht nur beim Akkukauf.<br />

Man hat mir einen Aktivator empfohlen, damit würde<br />

der Akku länger leben, stimmt das?<br />

Vieleicht. Diese Geräte – sie werden auch Regeneratoren<br />

genannt – sollen der Sulfatierung vorbeugen oder sie sogar<br />

rückgängig machen. Über den Nutzen dieser Geräte<br />

gehen die Meinungen weit auseinander: Die Werbung verspricht<br />

eine bis zu fünffache Lebensdauer; die Erfahrungen<br />

der Praktiker tönen weniger optimistisch.<br />

Digital Panel-Meter<br />

Ein PC-Netzteil liefert doch 12 V, ich kann es sicher als<br />

Akkulader benutzen?<br />

Nein, denn ein Akkulader muss 13,8 Volt liefern. Man kann<br />

ein PC-Netzteil allerdings <strong>für</strong> die höhere Spannung modifizieren,<br />

überlassen Sie diese Operation aber erfahrenen<br />

Elektronikern!<br />

Ich habe gehört, Akkus seien gefährlich, sie könnten explodieren<br />

oder anderes Unheil anrichten, stimmt das?<br />

Wenn Ihr Ladegerät den obigen Empfehlungen entspricht,<br />

besteht keine Explosionsgefahr. <strong>Eine</strong> erhebliche Gefahr<br />

ist allerdings der Kurzschluss, eine Sicherung im Stromkreislauf<br />

ist darum tatsächlich kein Luxus. Hier ein heißer<br />

Tipp, den ich bei jeder Gelegenheit platziere: Prüfen Sie<br />

Ihre elektrischen Schaltungen und Verdrahtungen immer<br />

zuerst an einem kurzschlusssicheren Labornetzteil, falls<br />

Sie eines haben. Andernfalls legen Sie in die Plusleitung<br />

des Akkus eine oder mehrere Auto-Scheinwerferlampen<br />

12 V/45 W. Sie wirken als Sicherung, leuchten bei Kurzschluss<br />

aber auf, statt durchzubrennen.<br />

Woran sterben Akkus in der Regel?<br />

Am Kurzschluss einer Zelle, wodurch die Spannung zusammenbricht<br />

und der Akku nicht mehr geladen werden<br />

kann. Der Alterungsprozess eines Akkus ist ein komplizierter<br />

Prozess, Sie können ihn selber beschleunigen<br />

durch Tiefentladung und Überladung …<br />

1<br />

Franz Lehar: Land des Lächelns<br />

Links in deutscher Sprache<br />

http://GB.Puydorat.fr<br />

Ergänzende Ausführungen und weitere Links auf<br />

meiner Webseite<br />

http://de.wikipedia.org/wiki/Bleiakkumulator<br />

Knapper Grundlagenartikel<br />

http://www.microcharge.de/<br />

Händlerseite, suchen Sie im Bereich Technische<br />

Details nach Antworten<br />

http://batteryuniversity.com/partone-german.htm<br />

Akkukenntnisse <strong>für</strong> Ingenieure, gut lesbar und<br />

sehr ausführlich<br />

http://conrad.de bzw http://conrad.ch<br />

Mein Hoflieferant; die sechsstelligen Nummern<br />

in Klammern sind Conrad-Artikelnummern – sie<br />

bekommen aber alles auch bei Reichelt oder ELV<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 45


Porträt<br />

Ein kleiner<br />

Schienendrehkran –<br />

in Memoriam Peter Kain<br />

Bernd Schmidt<br />

E<br />

in Schienendrehkran ist ein Kran, der<br />

drehbar auf einem Eisenbahnfahrzeug<br />

montiert ist. Die ersten Krane<br />

waren mit handbetätigten Winden und entsprechender<br />

Zahnradübersetzung ausgerüstet<br />

und auf Flachwagen montiert. Dampfdrehkrane<br />

wurden zwar in England bereits<br />

ab 1860 gebaut, in Deutschland gab es solche<br />

Geräte erst 30 Jahre später.<br />

Bild 1 zeigt einen sehr einfachen hölzernen<br />

handbetriebenen amerikanischen Kran aus<br />

1<br />

2<br />

Der Drehkran von Peter Kain hat ein technologisch<br />

bereits deutlich weiterentwickeltes<br />

Vorbild. Der Ausleger lässt sich manuell<br />

heben und senken, und vier horizontal ausfahrbare<br />

Stützen verleihen dem Kran größere<br />

Stabilität bei ausgeschwenktem Ausleger.<br />

3<br />

dem Jahr 1878. Dieses Gerät konnte immerhin<br />

10 Tonnen heben und wurde in den<br />

Werkstätten der Baltimore & Ohio Railway<br />

eingesetzt, außerdem wurde es bei Aufräumarbeiten<br />

bei leichteren Zugunglücken und<br />

Entgleisungen verwendet. Um dem Kran<br />

eine größere Stabilität zu verleihen, konnte<br />

er mit Ketten an den Schienen befestigt werden.<br />

Er befindet sich jetzt im B&O Museum<br />

in Baltimore. Ein solches Fahrzeug kann das<br />

Vorbild <strong>für</strong> ein einfaches, aber interessantes<br />

Funktionsmodell sein.<br />

Fotos 1 – 3: Bernd Schmidt<br />

46 <strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


4 5<br />

Fotos 4 – 6: Gottfried Guder<br />

Bild 2 zeigt das Modell im Einsatz bei der Bergung eines<br />

entgleisten Flatcars. Wie liebevoll die Details ausgestaltet<br />

sind, lässt Bild 3 erkennen. Man beachte z. B. die skelettierten<br />

Zahnräder mit den eleganten Handkurbeln und der<br />

funktionierenden Bremse mit Rücklaufsperre.<br />

Der Eisenbahndrehkran kann auch <strong>für</strong> Bekohlungszwecke<br />

eingesetzt werden. In vielen Betriebswerken wurden spezielle<br />

Kohlenhunte von Hand mit Kohle beladen und auf<br />

einem Schmalspurgleis zum Bekohlungskran geschoben.<br />

Der (in der Regel allerdings stationäre) handbetriebene<br />

Kran brachte den Kohlenhunt über den Tender, wo er manuell<br />

ausgekippt wurde. Peter Kain hat auch ein solches<br />

Kohlebehältnis als hölzernes Gefährt <strong>für</strong> 3½ ˝-<strong>Spur</strong> gebaut.<br />

Das Behältnis lässt sich dank eines ausgeklügelten<br />

Auslösemechanismus vorbildnah über dem Kohlebehälter<br />

der Lok auskippen.<br />

Bei einem internen US-Treffen 2013 auf der Anlage<br />

Girsberger wurde der kleine Kran aushilfsweise zu Bekohlungsaufgaben<br />

herangezogen, da der eigentlich vorhandene<br />

elektrifizierte Kohlenbagger defekt war (Bild 4).<br />

Dabei wurde die Kohle direkt aus einem Hoppercar übernommen<br />

(Bild 5). Über den Kippmechanismus wurde das<br />

Kohlebehältnis in den Vorratsbehälter der Lok entleert<br />

(Bild 6). Mit drei Huntenfüllungen war die Lok wieder frisch<br />

bekohlt.<br />

Peter Kain hat dieses interessante Sonderfahrzeug vor einigen<br />

Jahren gebaut. Leider ist er in den letzten Augusttagen<br />

nach schwerer Krankheit verstorben. Er hatte mir den<br />

kleinen Kran als Erinnerung geschenkt. Die Fotos dieses<br />

Beitrags sollten beispielhaft an die vielen fantasievoll gebauten<br />

Fahrzeugmodelle mit US-Flair und deren Erbauer<br />

erinnern, der immer Freude an liebevoll gestalteten Details<br />

hatte.<br />

6<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013 47


GARTEN<br />

BAHNEN<br />

V O R S C H A U<br />

Porträt<br />

Die Wusswerker<br />

Kleinbahn<br />

Klaus Rabensdorf<br />

Impressum<br />

Neckar-Verlag GmbH, Klosterring 1,<br />

D-78050 Villingen-Schwenningen,<br />

Postfach 1820,<br />

D-78008 Villingen-Schwenningen,<br />

Telefon + 49 (0) 77 21 / 89 87-0,<br />

Telefax + 49 (0) 77 21/ 89 87-50,<br />

E-Mail: info@neckar-verlag.de,<br />

Internet: www.neckar-verlag.de<br />

• Commerzbank AG, VS-Villingen (BLZ 694 400 07) Konto-Nr.<br />

1570449 / IBAN: DE 13694400070157044900,<br />

BIC: COBA DE FF 694 • Sparkasse Schwarzwald-Baar<br />

(BLZ 694 500 65) Konto-Nr. 26197 • Volksbank eG,<br />

Villingen-Schwenningen (BLZ 694 900 00) Konto-Nr.<br />

8915 • Postbank Stuttgart (BLZ 600 100 70) Konto-Nr.<br />

9389701<br />

Herausgeber: Ruth Holtzhauer, Beate Holtzhauer<br />

Redaktion:<br />

Udo Mannek<br />

E-Mail: mannek@neckar-verlag.de<br />

Grafik und Layout: Jutta Schütz<br />

Porträt<br />

Strüver-<br />

Schienenkuli<br />

Manfred Gern<br />

<strong>GARTENBAHNEN</strong> 1/2014<br />

erscheint am 21.02.2014<br />

Inserentenverzeichnis<br />

(ohne Kleinanzeigen)<br />

Seite<br />

Burkhard. . . . . . . . . . . . . . . . . . 17<br />

Balson. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . U4<br />

Blombach . . . . . . . . . . . . . . . . . U3<br />

Dampfshop . . . . . . . . . . . . . . . . 35<br />

Decker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . U3<br />

DMC . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30<br />

Dorrington. . . . . . . . . . . . . . . . . 31<br />

Ehrle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3<br />

GarBa-Verlag . . . . . . . . . . . . . . 11<br />

GreMa. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />

Haeger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31<br />

Hotel Altora. . . . . . . . . . . . . . . . 21<br />

Porträt<br />

Meine neue<br />

Diesellok<br />

Thomas Adler<br />

Themenänderungen aus<br />

aktuellem Anlass behält sich<br />

die Redaktion vor.<br />

Seite<br />

Kienemann . . . . . . . . . . . . . . . . U3<br />

Live Steam Service. . . . . . . . . . U3<br />

Lok & Waggonbau . . . . . . . . . . U2<br />

Mat-Con . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />

MVD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />

Orbetech. . . . . . . . . . . . . . . . . . 31<br />

Schlechtriem. . . . . . . . . . . . . . . 17<br />

Schwarzer. . . . . . . . . . . . . . . . . 21<br />

Wilms . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3<br />

Zimmermann . . . . . . . . . . . . . . 30<br />

Messe Sinsheim . . . . . . . . . . . . U3<br />

Anzeigenverwaltung:<br />

Isabella Diener + 49 (0) 77 21 / 89 87-45<br />

Uwe Stockburger + 49 (0) 77 21 / 89 87-71<br />

E-Mail: anzeigen@neckar-verlag.de<br />

Es gilt Anzeigentarif Nr. 1 vom 01.01.2012<br />

Marketing:<br />

Rita Riedmüller<br />

Telefon + 49 (0) 77 21 / 89 87-44<br />

E-Mail: werbung@neckar-verlag.de<br />

Vertrieb:<br />

Baupläne, Bücher sowie Zeitschriften<br />

Monika Fritschi<br />

Telefon + 49 (0) 77 21 / 89 87-37, -38 u. -48<br />

Telefax + 49 (0) 77 21 / 89 87-50<br />

E-Mail: bestellungen@neckar-verlag.de<br />

Druck:<br />

Kössinger AG, www.koessinger.de<br />

Fruehaufstraße 21, 84069 Schierling<br />

Die <strong>GARTENBAHNEN</strong> erscheint vierteljährlich (Februar,<br />

Mai, August und November).<br />

Einzelheft: Euro 7,– [D], Euro 7,30 [A], Euro 7,30 [B/I/L/<br />

NL], sfr 12,50; Jahresabonnement: Euro 26,– im Inland,<br />

Euro 28,– im Ausland. <strong>Eine</strong> Kündigung ist jederzeit<br />

möglich. Zu viel bezahlte Beträge <strong>für</strong> noch nicht<br />

erschienene Ausgaben werden vom Verlag zurückerstattet.<br />

Auslieferung <strong>für</strong> die Schweiz:<br />

WIESER Modellbau-Artikel<br />

Wieslergasse 10, CH-8049 Zürich-Höngg<br />

Telefon + 41 (0) 44 / 340 04 30<br />

Telefax + 41 (0) 44 / 340 04 31<br />

ISSN: 1433-0180<br />

© 2013 Neckar-Verlag GmbH<br />

<strong>Eine</strong> Haftung <strong>für</strong> die Richtigkeit der Veröffentlichung<br />

kann trotz sorgfältiger Prüfung vom Verlag und Herausgeber<br />

nicht übernommen werden. Namentlich<br />

gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die<br />

Meinung der Redaktion wieder. Der Verlag haftet nicht<br />

<strong>für</strong> unverlangt eingereichte Manuskripte und Fotos. Mit<br />

Übergabe der Manuskripte und Abbildungen erteilt der<br />

Verfasser dem Verlag das ausschließliche Verlagsrecht.<br />

Er versichert, dass es sich um Erstveröffentlichungen<br />

handelt und dass keine anderweitigen Copyright- oder<br />

Verlagsverpflichtungen bestehen. Honorierte Arbeiten<br />

gehen in das Verfügungsrecht des Verlags über. Produkt-<br />

und Warennamen werden ohne Gewährleistung<br />

einer freien Verwendbarkeit benutzt.<br />

Kein Teil dieser Publikation darf ohne zuvor erteilte,<br />

ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Verlags in<br />

irgendeiner Form reproduziert oder unter Verwendung<br />

elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder<br />

verbreitet werden. Die Nutzung der Inhalte ist nur zum<br />

Zweck der Fortbildung und zum persönlichen Gebrauch<br />

des Lesers gestattet.<br />

Anzeigen- und Redaktionsschluss ist der 08.01.2014<br />

<strong>für</strong> die Ausgabe 1/2014.<br />

17. Jahrgang<br />

48 <strong>GARTENBAHNEN</strong> 04/2013


AUSSTELLUNG · FAHRBETRIEB · VERKAUF<br />

18 .<br />

Echtdampf-Hallentreffen<br />

Dampfbetriebene<br />

Modelle von<br />

Eisenbahnen,<br />

Straßenfahrzeugen,<br />

Schiffen und stationären<br />

Anlagen<br />

10.–12.<br />

Januar<br />

2014<br />

Messe<br />

Karlsruhe<br />

Zu Verkaufen!<br />

Drehbank, Dampflok und<br />

Dampfmaschine u.v.m.<br />

Aus Alters- und Platzgründen habe ich<br />

folgende Gegenstände zu verkaufen:<br />

1. Präzisionsdrehbank Myford Super<br />

7 mit Unterschrank, zahlreichem<br />

Zubehör wie Drei-und-Vierbackenfutter,<br />

Planscheibe, Vertikalfrässchlitten,<br />

Präzisions- Schleifmaschine,<br />

stehende Lynette, uvm.<br />

Preisidee: 2.000,00 €<br />

2. Dampflokomotive BR 03, Rahmen,<br />

Triebwerk, Kessel, Zylinder und<br />

Räder fast fertig mit Konstruktionszeichnungen<br />

<strong>für</strong> Kessel, Rahmen,<br />

Steuerung und Laufwerk der<br />

Lokomotive, in <strong>Spur</strong> 5 <strong>Zoll</strong> gegen<br />

den Materialwert ca. 1.500,00 €<br />

3. Schwellen <strong>für</strong> bis zu <strong>Spur</strong> 7 ½ <strong>Zoll</strong>,<br />

350 x 35 x25 mm, 2000 Stück Eiche<br />

ungebohrt, 30 Jahre abgelagert<br />

und damit unverwüstlich Preisidee:<br />

500,00 €<br />

4. Schwellen <strong>für</strong> <strong>Spur</strong> 5 <strong>Zoll</strong>, Eiche ca.<br />

30 Jahre abgelagert, ungebohrt, ca.<br />

200 Stück Preisidee: 100,00 €<br />

5. Fast fertige stehende Dampfmaschine<br />

1PS von Steward Nr. 5 Preisidee:<br />

500,00 €<br />

6. Personenwaage Baujahr ca. 2012<br />

mechanisch, mit Kartendrucker,<br />

äußerlich zu restaurieren 800,00 €<br />

Des Weiteren Zugschlusslaternen,<br />

Stocklaternen und Signallaternen, alle<br />

Petroleum<br />

Albrecht Kienemann, Reinhardtstr. 5<br />

Tel.: 0173/2153229 030/61287716<br />

www.LiveSteamService.com<br />

der Gartenbahnspezialist<br />

seit<br />

Jahren…<br />

Tel.: +49 (0) 8055 8000, Fax: +49 (0) 8055 904686<br />

QUALITÄTS-ARBEIT<br />

MODELLBAHNWERKSTATT-DECKER<br />

Holzstraße 23 – 67297 Marnheim<br />

Tel.: 06352 2368 – klaus@modellbahnwerkstatt-decker.de<br />

Klaus Decker<br />

www.modellbahnwerkstatt-decker.de<br />

• Bau von Echtdampfbausätzen <strong>Spur</strong> 1 und IIm<br />

• Dampftechnik und Waggonbau ab <strong>Spur</strong> 1<br />

• Reparatur von Loks und Wagen<br />

Deutscher<br />

Maschinenhersteller<br />

• Lackierung, Linierung und Finish<br />

• Beschriftung, Ätzschilder incl. Recherche<br />

• Restaurierung alter Metallgegenstände<br />

Öffnungszeiten:<br />

Freitag, 10.00 – 18.00 Uhr<br />

Samstag, 9.00 – 18.00 Uhr<br />

Sonntag, 9.00 – 17.00 Uhr<br />

alle WABECO Produkte unter<br />

www.wabeco-remscheid.de<br />

oder im kostenlosen<br />

WABECO Katalog<br />

www.echtdampf-hallentreffen-messe.de<br />

VERANSTALTER:<br />

Messe Sinsheim GmbH<br />

Neulandstraße 27<br />

D-74889 Sinsheim<br />

T +49 (0)7261 689-0<br />

F +49 (0)7261 689-220<br />

info@messe-sinsheim.de<br />

www.messe-sinsheim.de<br />

echtdampf@messe-sinsheim.de<br />

Walter Blombach GmbH<br />

Am Blaffertsberg 13 • 42899 Remscheid<br />

Tel.: +49(0 )21 91/5 97-0 • Fax: +49(0 )21 91/5 97-42<br />

E-mail: info@wabeco-remscheid.de


seit 35 Jahren Balson AG depuis 35 ans<br />

Dampfmodellbau / Gartenbahnen / Gleisbau<br />

www.balson.ch / info@balson.ch<br />

Kaltenbacherstrasse 42 CH-8260 Stein am Rhein Tel. ++41 52 741 37 39 Fax ++41 52 741 37 66<br />

E- und Dampflokomotiven in 5 oder 7 ¼ <strong>Zoll</strong><br />

Diverse gebrauchte Loks und Wagen<br />

Archiv – Foto<br />

Die Lokomotiven und Wagen können selbstverständlich ab sofort bei uns besichtigt<br />

werden. Nebst anderen Modellen, stehen folgende Maschinen in unserer Ausstellung<br />

<strong>für</strong> Sie bereit:<br />

- BOB HGe 3/3<br />

- C 5/6 Gotthardbahn ‚Elefant’<br />

- Harzquer 996001 mit Beiwagen<br />

- Spreewald mit Beiwagen<br />

Mehr Details oder Informationen finden Sie auf unserer Homepage: www.balson.ch / Gebrauchte-Loks<br />

Sehr gerne würden wir Ihnen eine Offerte erstellen, rufen Sie unverbindlich an oder schreiben an:<br />

info@balson.ch, wir sind <strong>für</strong> Sie da und freuen uns auf Ihre Anfrage.

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!