Wirtschaftswoche Ausgabe vom 2013-11-11 (Vorschau)

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Roboter Bonirob untersucht,

wie gut jede Pflanze

mit Nährstoffen, Wasser

und Schädlingsbekämpfungsmitteln

versorgt ist.

Der Landwirt der Zukunft

steuert und kontrolliert

seine Ernteroboter und

vernetzte Maschinen vom

Tablet-Rechner aus.

Aquarius, ein Roboter

aus Kalifornien, versorgt

Pflanzen selbstständig

mit Wasser.

Pflanzroboter Prospero sucht

auf dem Acker die beste Stelle

für Samen und sät ihn dort aus.

ILLUSTRATION: JAVIER ZRRACINA

auch die weltweit größte Landtechnikmesse

Agritechnica zeigen, die am 12. November

in Hannover beginnt. Die blechernen

Gesellen sollen in Zukunft die Ernährung

von fast zehn Milliarden Menschen sichern,

die nach Schätzungen der UN im

Jahr 2050 auf der Erde leben. Die brauchen

neben einer besseren Verteilung der Nahrungsmittel

vor allem rund doppelt so viel

davon wie heute.

Mit konventioneller Landwirtschaft

kann das nicht gelingen: Sie verbraucht zu

viel Trinkwasser, zu viel Dünger und zu viele

Pflanzenschutzmittel, und sie schädigt

darüber hinaus Böden und Grundwasser.

Zugleich sorgt der Klimawandel weltweit

für schrumpfende Ackerflächen und

schwierige Anbaubedingungen. All das

zeigt, dass die Landwirtschaft mit den alten

Instrumenten nicht mehr weiterkommt.

„Die digital gestützte Automatisierung

ist die nächste große Entwicklung in der

Landwirtschaft, die höhere Erträge bringt

und die Umwelt schont“, sagt Hermann

Garbers, beim ostwestfälischen Landmaschinenhersteller

Claas für Forschung und

Entwicklung zuständig und gleichzeitig

Vorsitzender Landtechnik im Verband

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau.

Agrarroboter

messen sich im

Pflanzen und

Unkrautbekämpfen

Dieser neue, von vernetzten Maschinen

und Robotern getriebene Automatisierungsschub

der Landwirtschaft ist schon

im Gange – bislang allerdings weitgehend

unbemerkt. Wer kennt schon die Weltmeisterschaft

Field Robot Event, dieses

Jahr in Prag ausgetragen, bei der sich

Agrarroboter im Pflanzen und Unkrautbekämpfen

messen?

Automatisierung und Präzision werden

damit zum Schlüssel des Bauernhofs der

Zukunft. Warum soll der Landwirt beispielsweise

seinen ganzen Acker mit Chemikalien

überziehen, wenn er sie auch nur

da sprühen kann, wo sie wirklich gebraucht

werden? Jede einzelne Pflanze erhält

dann genau die richtige Menge Wasser,

Dünger, Pflanzenschutzmittel, die sie

braucht. Das würde den Einsatz von Chemie,

Wasser und Dünger auf dem Acker

»

WirtschaftsWoche 11.11.2013 Nr. 46 77

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