Wirtschaftswoche Ausgabe vom 2013-11-11 (Vorschau)

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Technik&Wissen

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Huelva, haben eine Erntemaschine für

die sensiblen Früchte entwickelt. Noch

steuern Menschen den mehr als vier Meter

langen Roboter. Der fährt an den im Hochbeet

wachsenden Pflanzen vorbei und

schneidet mit zwei Messern die Erdbeeren

ab. Die Greifarme des Geräts, die mit einem

Auffangkörbchen für die Früchte ausgestattet

sind, verhindern, dass die Erdbeeren

unsanft fallen und Druckstellen bekommen.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Roboter

in den nächsten Jahren immer anspruchsvollere

Aufgaben übernehmen

werden – auch in Gärtnereien.

Da wäre zum Beispiel Harvey, der erste

Roboter des US-Unternehmens Harvest

Automation. Mit seinen Greifarmen packt

er Töpfe mit Pflanzen, topft sie um, stellt sie

im Winter dichter zusammen und im Frühjahr

weiter auseinander, damit sie genügend

Licht bekommen. Im Sommer, wenn

sie weiter gewachsen sind, bewegt er sie

noch einmal weiter auseinander. Bis zu

zehn Mal wird jeder Topf umgesetzt, bevor

er verkauft wird. In Großgärtnereien gibt es

rund eine Million solcher Töpfe – viel zu

tun für Roboter wie Harvey.

Wall-Ye Weinbergroboter

Ausstattung 6 Kameras, Navigation

Leistung beschneidet 600 Reben/Tag

Gewicht ca. 20 Kilogramm

Preis ca. 24 000 €

Er wiegt rund 40 Kilogramm, kann bis zu

zehn Kilogramm schwere Töpfe mit Tomaten,

Rosen oder Tulpen tragen, schuftet,

wenn es sein muss, Tag und Nacht und bei

jedem Wetter. Harvey, der seit Mitte des

Jahres für 30 000 US-Dollar zu haben ist,

kommt auch prima mit Menschen in seiner

Umgebung klar, weil er sie dank seiner

Sensoren erkennt und Zusammenstöße

vermeidet.

Sein Erfinder Joe Jones hat bereits einmal

bewiesen, dass er weiß, wie man solche

elektronischen Gesellen baut: Er half,

den weltweit erfolgreichen Roboterstaubsauger

Roomba zu entwickeln.

In einem nächsten Schritt will Jones dem

elektronischen Gärtner Harvey immer

mehr beibringen: Bald soll der Roboter

Pflanzen auch selbstständig beschneiden

und düngen sowie Melonen und Kürbisse

ernten können.

VERNETZTE MECHANIK

Vernetzung und Intelligenz erobern jeden

Bereich der Landwirtschaft. Auf den Feldern

von morgen sind nicht nur Roboter

wie Harvey unterwegs, sondern auch

hochintelligente, gigantische Landmaschinen.

Noch vor einigen Jahren waren beispielsweise

Mähdrescher rein mechanisch-hydraulische

Ungetüme, heute sind

sie fahrende Großrechner mit einer Vielzahl

von Sensoren.

Der grasgrüne Mähdrescher Lexion 780

von Claas ist ein beeindruckender Kraftprotz:

Der Achtzylindermotor von Merce-

FOTO: LAIF/REA/AUDRAS

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