Wirtschaftswoche Ausgabe vom 2013-11-11 (Vorschau)

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NACHGEFRAGT Ernst Huber

»Schneller auf die

Rampe schieben«

RELATIVE STÄRKE

Pokern um Pillen

Um Pharmahändler Celesio ist die Spekulation

auf eine höhere Abfindung entbrannt.

FOTOS: LAIF/ANITA BACK, PR

Der Chef der DAB Bank

baut den auf das Wertpapiergeschäft

spezialisierten

Direktbroker zu

einer Universalbank aus.

ONLINE-BANKER

Huber, 45, ist seit 2012

Vorstandssprecher des Direktbrokers

DAB Bank aus München.

Zuvor leitete er dessen Tochterbank

Direktanlage.at in Wien.

Herr Huber, wie hoch muss

der Dax steigen, damit Sie

mehr Gewinn machen?

Wir sind auch schon im dritten

Quartal mit der Gewinnentwicklung

zufrieden, in

dem der Dax noch unter 9000

Punkten stand. Aber tatsächlich

kaufen jetzt wieder mehr

Anleger Aktien als noch im

Vorjahr. Der Aktienkursanstieg

2012 ist an vielen Privatanlegern

vorbeigegangen. Die

Zahl der Wertpapiertransaktionen

war bei uns im dritten

Quartal 21 Prozent höher als

im Vorjahresquartal.

Erreichen Sie Ihr Gewinnziel?

Operativ sind wir besser unterwegs

als 2012. Aber durch

die niedrigen Zinsen mit einem

Drei-Monats-Euribor

von nur noch 0,2 Prozent statt

im Vorjahr 1,2 Prozent haben

wir einen deutlich geringeren

Zinsüberschuss als im Vorjahr.

Wir legen unsere Kundeneinlagen

in Höhe von fünf

Milliarden Euro überwiegend

in mager verzinsten, aber sicheren

Anleihen an. Dadurch

wird unser Vorsteuerergebnis

2013 rund ein Drittel unter

dem des Vorjahres liegen. Da

wir nicht mit schnell steigenden

Zinsen rechnen, müssen

wir operativ erfolgreich sein, also

innovativ bleiben und Produkte

schneller auf die Rampe

schieben.

Das neue Girokonto mit Startbonus,

Guthaben- und niedrigem

Dispozins kostet Sie Geld.

Wie lange halten Sie das aus?

Das ist Teil unserer sehr langfristig

angelegten Strategie –

und kein Lockvogelangebot.

Wir wollen die Kunden langfristig

binden. Sie sollen bei uns alle

Anlageformen finden. Wir geben

als Online-Bank Gas und

konzentrieren uns nicht mehr

nur auf das Online-Brokerage,

also den Wertpapierhandel.

Auch Großbanken haben den

Privatanleger entdeckt. Wie

wollen Sie das kontern?

Die Initiativen der Großbanken

um die Privatkunden sind für

uns nicht spürbar. Wir haben in

diesem Jahr 18 000 Kunden

durch neue Angebote gewonnen.

Viele kamen von Großbanken,

die unsere Modelle abgekupfert

haben. Wir können mit

unseren 500 Mitarbeitern durch

automatisierte Prozesse noch

viel mehr Kunden ohne höhere

Kosten bedienen. Die Karte

müssen wir ausspielen.

Werden Sie die Dividende

halten können?

Wie werden nicht das Ergebnis

von 2012 erreichen. Allerdings

haben wir stets unseren gesamten

Gewinn an Aktionäre ausgeschüttet.

Wir planen derzeit

nicht, an dieser Praxis etwas zu

verändern.

heike.schwerdtfeger@wiwo.de| Frankfurt

Der Hedgefonds Elliott International

hat sich 11,7 Prozent

von Celesio unter den Nagel

gerissen. Damit fährt er dem

US-Pharmahändler McKesson

in die Parade, der gerade dabei

ist, Celesio zu übernehmen.

Offensichtlich spekuliert

Elliott darauf, dass McKesson

für Celesio notfalls mehr zahlt

als die bisher gebotenen 23

Euro je Aktie. Bis Ende des Jahres

will McKesson ein Angebot

an die freien Aktionäre vorlegen;

bis dahin läuft die Spekulation

auf noch höhere Celesio-Kurse.

Anleger, die es in der Vergangenheit

Elliott nachtaten, etwa bei

den Übernahmezielen Wella,

Techem und DIS Zeitarbeit, fuhren

respektable Gewinne ein.

Aktuell ist der Fonds auch bei

Kabel Deutschland aktiv, die von

Vodafone geschluckt wurden.

Wer schlägt den Index?

Die innerhalb der vergangenen drei Monate am stärksten

gestiegenen und gefallenen Aktien 1

Rang Aktie Index Kurs 2 Kursentwicklung Relative Trend 3

(€) (in Prozent) Stärke

3 Monate 1 Jahr

(in Prozent)

Gewinner

1 Evotec TecDax 4,52 +67,67 +59,95 61,9

2 Nordex TecDax 13,95 +57,93 +374,32 52,1

3 DMG Mori Seiki MDax 24,25 +49,54 +77,50 43,7

4 Celesio MDax 23,12 +44,00 +54,34 38,2

5 Kontron TecDax 5,46 +43,69 +56,58 37,9

6 QSC TecDax 4,52 +37,39 +109,27 31,6

7 Drillisch TecDax 19,42 +36,19 +96,92 30,4

8 Cancom TecDax 28,70 +34,84 +143,59 29,0 4

9 Aareal Bank MDax 28,39 +33,89 +68,31 28,1

10 RWE St Dax 27,11 +30,69 -20,68 24,9

11 Bechtle TecDax 49,33 +30,59 +73,74 24,8

12 Commerzbank Dax 10,29 +27,92 -8,75 22,1

13 Osram Licht MDax 38,16 +24,47 - 18,7

14 Rheinmetall MDax 46,61 +24,39 +31,61 18,6

15 SMA Solar Technol. TecDax 31,53 +23,82 +93,49 18,0 4

16 Jenoptik TecDax 12,90 +23,56 +72,39 17,8 5

17 Leoni MDax 51,04 +22,41 +95,93 16,6 5

18 CompuGroup Med. TecDax 19,10 +21,42 +45,25 15,6

19 Continental Dax 142,55 +21,06 +82,20 15,3 4

20 RTL Group (LU) MDax 82,56 +20,53 - 14,7 4

21 Hochtief MDax 67,93 +20,44 +70,83 14,6 4

22 Vodafone (GB) Stoxx50 229,90 +17,72 +37,09 13,4 4

23 Norma Group MDax 37,82 +19,16 +103,74 13,4 4

24 EADS (NL) MDax 53,17 +17,70 +96,09 11,9 4

Verlierer

151 Aixtron TecDax 10,44 -18,51 +8,25 -24,3

150 Drägerwerk TecDax 86,35 -13,09 +20,35 -18,9

149 UBS (CH) Stoxx50 16,72 -12,32 +14,60 -18,1 5

148 Gerry Weber MDax 30,74 -11,26 -14,16 -17,1

147 Sartorius Vz TecDax 74,81 -7,70 +10,01 -13,5

146 ADVA Optical Net. TecDax 3,87 -7,61 -6,57 -13,4 5

145 PSI NA TecDax 12,70 -7,57 -17,64 -13,4

144 Wacker Chemie MDax 70,02 -7,14 +63,60 -12,9

143 Fresenius Med.C. St Dax 47,64 -5,19 -9,94 -11,0 5

1

aus Dax, MDax, TecDax und Stoxx Europe 50 im Vergleich zum Stoxx Europe 600;

2

bei GB in Pence, bei CH in Franken; 3 Änderung um mindestens fünf Ränge; 7.11.2013,

13:00 Uhr

WirtschaftsWoche 11.11.2013 Nr. 46 123

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