Wirtschaftswoche Ausgabe vom 2013-11-11 (Vorschau)

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Leserforum

Stromer gegen Hybrid Tesla (links) fordert Porsche heraus

Technik&Wissen

Elektroautos: Ist der Tesla besser

als der Porsche Panamera mit Hybridantrieb?

Heft 44/2013

Vergleich hinkt

Endlich mal ein interessanter

Vergleich, auch wenn er etwas

hinkt. Der Tesla ist ein reinrassiges

Elektroauto, der Porsche dagegen

ein Zwitter – ein Hybrid

eben. Für Autofreaks mag die

Tabelle über die technischen

Details ja sehr aufschlussreich

sein, aber mir fehlt der Kostenvergleich.

Was sagt mir ein Testverbrauch

von 26,6 kWh/100 km

für den Tesla, wenn ich nicht

weiß, was 1 kWh kostet. Vielleicht

sollte die WirtschaftsWoche

auch mal gegenüberstellen,

wie hoch die volkswirtschaftlichen

Kosten sind, die durch

Elektroimmobilität entstehen.

Volker Baumann

via E-Mail

Fatale Eigenschaft

Was in der Elektroautobranche

unter den Teppich gekehrt wird,

ist eine fatale Eigenschaft der

Li-Ion-Batterie: die mangelnde

Zyklenfestigkeit, sprich Lebensdauer.

Ein, zwei Jahre geht alles

einigermaßen gut, sofern die

Batterie recht langsam geladen

wird. Dann aber wird der Kapazitätsverlust

bemerkbar, der

je nach Betriebstemperatur bei

Schnellladung der Batterie auf

20 bis 25 Prozent Verlust in drei

Jahren angesetzt werden muss.

Die Garantie von Tesla über

acht Jahre ist ein Witz: Es gibt

für solche Zeiten keine realen

Messwerte. Auch die Sicherheitsbedenken

zum Li-Ion-System

werden ungern erwähnt.

Brände von Li-Ion-Batterien

sind schwer zu löschen, da

schnell Temperaturen von 800

Grad erreicht werden und spezielle

Löschmittel verwendet

werden müssen.

Dr.-Ing. Klaus D. Beccu

Berlin

Für die Nische

Man kann den Unsinn nicht

mehr lesen: „80 Prozent der Autofahrer

fahren im Schnitt nicht

mehr als 50 Kilometer am Tag.“

Ja, mein täglicher Arbeitsweg

beträgt nur zwei Mal 20 Kilometer.

Will ich aber einen Kunden

besuchen oder am Wochenende

zu meinen erwachsenen

Kindern in München und St.

Gallen fahren, dann zwingt

mich das E-Mobil zu einer nervigen

Suche nach einer Lademöglichkeit

und zu vielen Stunden

Ladezeit. In der Praxis heißt

das, ich muss selbst für mittlere

Strecken einmal übernachten.

Damit ist jedes noch so kleine

E-Mobil weit teurer als eine

S-Klasse. Noch immer sind

E-Mobile zu teuer und können

dennoch nur eine eingeschränkte

Mobilität garantieren.

Unter normalen Umständen

hat es nur in der Nische, als

Taxi oder Stadtlieferwagen etwa,

seine Berechtigung.

Carlo Wagner

Oberursel (Hessen)

Einblick

Chefredakteur Roland Tichy über die

US-Abhöraffäre und was wir daraus

lernen könnten. Heft 45/2013

Abwehr aufbauen

Der US-Publizist Vance Packard

stellt in seinem lesenswerten

Buch „Die wehrlose Gesellschaft“,

das bereits 1964 bei uns

erschien, das Zitat eines US-

Richters voran: „Die Freiheit

ruht in den Herzen der Männer

und Frauen; wenn sie dort stirbt,

kann keine Verfassung, kein Gesetz

und kein Gericht sie retten!“

Daher ist es hilfreicher, dass wir

Bürger uns um unsere Selbstbehauptung

kümmern, wie Roland

Tichy richtig schreibt. Wie

es scheint, ist jeder von uns

nicht nur „Opfer der globalen

Vernetzung“, sondern auch aktiver

Teil seiner Entstehung. Da

helfen uns kein Jammern und

kein Selbstmitleid. Jetzt gilt es,

die eigene Intelligenz zu nutzen,

um Abwehrmaßnahmen zu ergreifen.

Der Nachteil, dass dies

mit Eigeninitiative verbunden

ist, wird durch Freude am proaktiven

Handeln und dem dabei

entstehenden Gefühl der eigenen

Bedeutung aufgewogen.

Unterdessen geht allerdings die

Cyber-Welt ihren eigenen Weg

weiter. Alles zu spät?

Dieter H. Sommer

Bensheim (Hessen)

Imperiale Arroganz

Abgesehen davon, dass der süffisante

Tonfall im Editorial von

Roland Tichy unangemessen

ist, dürfte es – sachlich gesehen

– bedenklich sein, den erzkonservativen

Robert Kagan und

seine abstruse Metaphorik über

Mars (USA) und Venus (Europa)

für eine Analyse der transatlantischen

Beziehungen in Anspruch

zu nehmen. Mit solchen

pseudopoetischen Metaphern

kann man keine politischen

und kulturellen Realitäten beschreiben.

Damit lag Kagan

ziemlich daneben. Herr Tichy

wäre gut beraten, zur Ermittlung

der politischen Ideale des

Landes die Schriften der Gründerväter

zu studieren. Er könnte

dann feststellen, welche Rolle

„Venus“ (wenn man sie denn

schon bemühen will) vormals

auch in der Neuen Welt gespielt

hat, und er sähe, wie weit sich

die USA in der Mischung von

imperialer Arroganz und selbstinduzierter

Paranoia von einer

humanen Weltsicht entfernt haben.

Diese wachsende Distanz

wird von der restlichen Welt

wahrgenommen und ist der

Grund für Enttäuschung, Empörung

und Animosität auf dieser

Seite des Atlantiks.

Dr. Hartmut Heuermann

M.A. Prof. em. für Amerikanistik

Braunschweig

Make love, not war

Endlich werden in Ihrem Einblick

auch positive Seiten der

NSA-Abhöraktionen angesprochen.

Durch Gewinn an Sicherheit

könnte per saldo sogar der

Nutzen den Schaden übersteigen.

Man denke nur an die

Umarmungen bei Begrüßungen

des US-Präsidenten mit unserer

Bundeskanzlerin. Jetzt

kann man verstehen, wenn die

Freundlichkeit Obamas ehrlich

war. Dank NSA war er vermutlich

sicher, dass Merkels Verhalten

übereinstimmt mit dem,

was sie denkt. Vielleicht ist er

nun auch überzeugt, dass sie

nur nach dem Grundsatz handeln

wird: „Make love, not war.“

Er dürfte sein politisches Verhalten

entsprechend positiv aktivieren.

Die NSA erscheint also

durchaus geeignet, einen beachtlichen

Beitrag zur Stabilisierung

der Weltpolitik und des

Weltfriedens zu leisten.

Hermine Bradtmöller

Köln

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Redaktionsmeinung übereinstimmen

muss. Die Redaktion behält sich vor,

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FOTO: RUDOLF WICHERT FÜR WIRTSCHAFTSWOCHE

130 Nr. 46 11.11.2013 WirtschaftsWoche

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