Wirtschaftswoche Ausgabe vom 2013-11-11 (Vorschau)

1230296.3mk4k

Seitenblick

GENMODIFIZIERTE LEBENSMITTEL

Superfisch für

Supermärkte

Die USA wollen erstmals ein genetisch modifiziertes

Tier zum Verzehr freigeben – einen schnell wachsenden

Lachs. Widerstand kommt vom deutschen Discounter

Aldi und seiner US-Tochter Trader Joe’s.

16Monate braucht der genmodifizierte

Atlantiklachs des US-Unternehmens AquaBounty

Technologies, bis er ausgewachsen ist. Er legt doppelt

so schnell zu wie sein natürlicher Verwandter. Seit 18

Jahren entwickeln Wissenschaftler den Superfisch, der

genetische Bausteine des pazifischen Königslachses

sowie eines Fisches besitzt, der zur Familie der Aale gehört.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat angedeutet,

dass sie das Tier im Herbst zum Verzehr freigeben will.

1500Meter hoch in den Bergen

Panamas steht die Aquafarm, wo der neuartige Lachs

heranwächst. So verhindern die Forscher, dass sich

die ausschließlich weiblichen Tiere in freier Wildbahn

mit natürlichen Lachsen kreuzen. Die Fischeier liefert

ein Labor auf der kanadischen Prinz-Edward-Insel,

das Geld kommt vom früheren georgischen Wirtschaftsminister

und Oligarchen Kacha Bendukidse.

Zu Sowjetzeiten leitete der Biologe das Moskauer

Labor für molekulare Genetik und tierische Zellen.

FOTO: LAIF/GALLERY STOCK/MARK GAMBA

5000Genlachse musste Aqua-

Bounty jetzt schlachten und vergraben, weil die Fische

ausgewachsen waren, aber noch nicht verkauft werden

durften. Geben die USA den Fisch zum Verzehr frei,

können künftige Generationen an US-Supermärkte ausgeliefert

werden. Doch regt sich Widerstand, so beim

deutschen Riesen Aldi und seiner Tochter Trader Joe’s,

die zusammen 1600 Filialen in den USA betreiben.

Sie wollen den Fisch nicht anbieten.

thomas.stoelzel@wiwo.de

6 Nr. 46 11.11.2013 WirtschaftsWoche

© Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Zum Erwerb weitergehender Rechte wenden Sie sich bitte an nutzungsrechte@vhb.de.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine