AUDIO Made in Europe (Vorschau)

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GRATIS

MUSIK-CD

10 / 2013

www.audio.de Deutschland 6,- €

HIFI · SURROUND · HIGH END · MUSIK

24

Geräte

HiFi

Mobil!

Made in Europe

Authentisch, ehrlich und gut: Neues HiFi aus der Alten Welt

Rega RP8/Apheta/Aria: Analoge Perfektion Tsakiridis Röhren-Geheimtipp

zum Freundschaftspreis Naim Nait XS2: Die Vollverstärker-Vollbedienung

Sugden Die Sapphire-Kombi – Class A konsequent

Focal Unglaublich sanft dank Leinen-Membranen

15 Tracks von aktuellen Top-Alben!

5

6

4

1

0

2

AUDIOphile

Pearls Volume 5

HEFTIG! PRÄZISE!

6

8

9

3

7

0

7

8

1

5

Musik von:

Dave Stewart

Superdynamisches

Gov’t Mule

Tamikrest

THX-Set Gloria von Jamo

Matuto

Gisle Torvik

Plácido Domingo

Jonas Kaufmann ...

5 Aktivmonitore von

300-600 Euro

Auch als Playlist auf

Österreich € 6,70 - Schweiz sfr 12,00

Spanien € 7,95 - BeNeLux € 7,00

Griechenland € 9,00 - Italien € 7,95

Finnland € 8,85 - Slowenien € 7,95


Die neue Excite X34. Wahres High-End für professionelle Hörer. www.dynaudio.de/excite

Man kann sie

nicht essen.

Man kann sie

nicht trinken.

Man kann

nicht mit ihnen

kuscheln.

Warum

machen sie

einen trotzdem

glücklicher

als fast alles

andere auf

der Welt?

Die neue

Excite Serie.

Wahre Musik,

wie sie nur

von Dynaudio

kommt.

All there is.


Bernhard Rietschel

brietschel@wekanet.de

KOMM MIT AUF DIE REISE

Meinung › EDITORIAL

Zuhause im Wohnzimmer ist alles vom Feinsten, über jedes Kabel hat man

nachgedacht, jede Komponente nach reiflicher Überlegung ausgewählt, vielleicht

auch schon ein- oder zweimal ausgetauscht, die Aufstellung sorgfältig optimiert.

Und dann geht man auf Reisen, vielleicht ist man auch beruflich tage- oder

wochenlang unterwegs, hat unter der Woche ein Zimmerchen am Arbeitsort oder

pendelt einfach jeden Tag ein Stunde mit der Bahn zum Job – und befindet sich mit

einem Mal in der musikalischen Diaspora.

Dabei ist es heute so leicht, praktisch seine gesamte Musiksammlung immer dabei

zu haben. Keine Angst – Sie müssen nicht gleich das ganze Abteil mit der neuen

Audiophile Pearls Vol. 5 beschallen, auch wenn einige Titel darauf zum Aufdrehen

verführen. Es gibt komfortable, geschlossene Kopfhörer von überragender Qualität

und auch In-Ears, die so gut abdichten, dass niemand mitlauschen muss. Und es

gibt Player, die sich über die Formatbeschränkungen locker hinwegsetzen. Nehmen

Sie die Musik mit, die Sie hören wollen, in der Auflösung und dem Tonformat, das

Sie auch zuhause nutzen. Die High-End-Taschenspieler von Fiio und Astell&Kern

machen das möglich, und ihre Kopfhörer-Ausgangsstufen schrecken vor keinem

noch so anspruchsvollen Hörer zurück.

Mobil-Edelplayer und zahllose neue Kopfhörer-Modelle sind aber nur Teil einer

großen Produktwelt rund ums Hören unterwegs: Es gibt zum Beispiel akkubetriebene,

kompakte Kopfhörer-Verstärker mit und ohne Digitaleingang. Oder DACs, die

man wie einen USB-Stick ins Laptop stecken kann – was auch immer man als

Musikquelle verwenden will, es wird sich ein Weg finden, echtes, seriöses HiFi

daraus zu machen. Wir haben emsig bestellt und kamen bald vor lauter kleinen

Kästchen und Schächtelchen nicht mehr in unsere Büros. Die 24 Tests, die Sie

artgerecht kompakt auf 15 Seiten dieses Hefts finden, sind also schon das Resultat

langer, mühsamer Vorab-Auswahl. Mit eindrucksvollem Ergebnis: Nie war bei

einem Mobil-Kopfhörertest das klangliche Niveau so hoch.

Ob stationär oder mobil – Kopfhörer haben nun sogar ihre eigene Messe bekommen:

die Can Jam Europe am 21. und 22. September im Zollverein Essen (Infos

unter www.canjam.de). Wir werden dabei sein und einen interessanten Service

mitbringen – vielleicht sieht man sich ja bald in Essen!

Neben Kopfhörern haben wir natürlich auch spannendes Groß-HiFi in diesem Heft.

Etwa eine Class-A-Endstufe, die diesem Namen technisch wirklich zu 100%

gerecht wird. Oder einen Röhrenamp von Tsakiridis, der den griechischen Hersteller

eigentlich schlagartig von seinem Underground-Geheimtipp-Status befreien sollte.

Oder – mein Lieblingsthema – die unglaublich gut klingende Vinyl-Kette mit dem

neuen Rega RP8 samt passendem System und Phono-Preamp. Der Spieler ist

zwar bauartbedingt nicht wirklich für Mobilbetrieb geeignet, dank konsequentem

Leichtbau aber mühelos mit einer Hand transportabel.

Das wäre doch ein Thema fürs nächste Heft: Anlagen, die der Besitzer ohne Hilfe

und mit nur einem Mal Laufen umziehen kann.

nu will ich’s

aber wissen!

Erweitern Nubert Boxen

wirklich meinen Hörizont?

Entdecke ich mit Nubert Boxen

meine Musik-Sammlung neu?

Sind die preiswerten nuBoxen

tatsächlich so klangstark?

Können mich die Bässe der schlanken

nuLine 284 auch verblüffen?

Klingt die ultrakompakte nuLine 24

echt soooo groß?

Wie fühlen sich 20-Hertz-Bässe von

einem Nubert Subwoofer an?

Wie faszinierend klingt High End mit

den erschwinglichen nuVeros?

Ist Heimkino mit Nubert Surroundsets

wirklich so spektakulär?

Was begeistert tausende

Kunden im Nubert

Gästebuch?

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den Nubert

Klangtest!

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Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß mit dieser Ausgabe und unserer CD.

Herzlichst, Ihr

www.audio.de ›10 /2013

3

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■ Direktverkauf und HiFi-/Heimkino-Studios: D-73525

Schwäbisch Gmünd und D-73430 Aalen ■ Bestell-Hotline mit

Profi-Beratung gebührenfrei in Deutschland 0800-6823780


Inhalt › AUDIO 10/2013

Die Vollkommene:

PLATTENSPIELER-KETTE

VON REGA

Wer A sagt... 46

...meint Class-A – zumindest in einer Verstärker-Diskussion.

Die Endstufe in Sugdens Vor/End nutzt dabei eine

„Floating”-Schaltung. Ob das den Klang beflügeln kann?

Der Edle:

LUA 4545 L RÖHREN-VOLL-

VERSTÄRKER

142

132

MAGAZIN

8

12

News Neuer mobiler D/A-Wandler von

Meridian # Denon präsentiert eine

highendige Stereo-Kombi # Linn bietet die

Aktiv-Box Akubarik nun auch als Passive

an # RHA aus Schottland bietet neue

In-Ear-Hörer an # Smarte Boxenstative von

Isoacoustics # Langer hat einen hochwertigen

Motor für Plattenspieler entwickelt #

Platten-Riese Universal überlegt Meilensteine

der Pop-Musik als Vinyl wieder neu

aufzulegen.

Szene HiFi-Events und Termine

RUBRIKEN

3 Editorial

73 Markt

150 Bestenliste

160 Leserbriefe

160 Impressum

162 Vorschau

LAUTSPRECHER

14

18

14

Test: Standlautsprecher

Focals Aria 926 nutzt eine neuartige

Membran aus Naturfasern. Wie gut die

Französin mit ihren ungewohnt-schicken

Treibern klingt, verrät der Exklusiv-Test.

Vergleichstest: Kompaktboxen

Aktiv-Fans aufgepasst: AUDIO testet fünf

preiswerte Desktop-Lautsprecher mit

integriertem Verstärker. Mit dabei: Modelle

von Audioengine, Audio Pro, Focal,

Wavemaster und Yamaha.

Test: Surround-Set

Wer ein Set für die Wiedergabe von

Film-Sound sucht, wird mit dem Surround-

System von Jamo glücklich werden. Dank

THX-Zertifizierung punktet das Jamo

zudem mit einem einfachen Setup.

VERSTÄRKER

26

38

46

138

Test: Vollverstärker

Naim präsentierte drei neue Amps. Der Nait

XS2 ist das mittlere Modell und lockt mit

seinem erschwinglichen Preis. Was er

klanglich zu bieten hat, verrät der Test.

Test: Mobile KH-Verstärker

AUDIO testet zehn kompakte Kopfhöreramps

mit integriertem DAC für unterwegs.

Test: Vor/End-Kombi

Sugdens Sapphire Vor/End muss sich nicht

vor der Konkurrenz verstecken: Klanglich

spielen sie in der Top-Liga mit.

Test: Röhrenvollverstärker

Der Tsakiridis Aeolos will mit seinem Preis/

Leistungsverhältnis neue Akzente setzen.

4 www.audio.de ›10 /2013


3:15

4:56

3:34

4:31

3:30

433:52

3:26

3:58

3:29

142

DIGITAL-QUELLEN

44

ANALOG-QUELLEN

54

4:03

: Allegro 2:47

ras-Casado

i

tuttgart

ngeldprinzessin.de,

yclassical.de. Foto: Archiv

6:10

3:07

4:58

4:41

60:25

AUDIOphile

Pearls Volume 5

Musik von:

Dave Stewart

Gov’t Mule

Tamikrest

Gloria

Matuto

Gisle Torvik

Plácido Domingo

Jonas Kaufmann ...

All rights of the producer and the owner of

52

AUDIOPHILE PEARLS VOL. 5

Gut, wir sind ja selbst Schuld daran: Mit Teil 4 unserer

Gratis-CD-Reihe haben wir letzten Monat die Latte verdammt hoch gelegt. Aber

wir haben alles gegeben und für „AUDIOphile Pearls Vol. 5“ erneut über 60

Minuten Top-Musik von Rock über Jazz bis Klassik an Land gezogen. Daher sagen

wir auch selbstbewusst: Leute, das Ding ist quasi genauso gut wie sein Vorgänger!

Auch als Playlist auf

Test: Röhrenvollverstärker

Die zweite Röhre im Test: Der Lua 4545 L

– ein ganz anderes Kaliber, das mit einer

besonders edlen Optik brilliert .

Test: High-Res-Portis

Nun kann der Astell&Kern AK100 nicht nur

FLACs, sondern sogar DSDs abspielen

AUDIO prüft nach. Doch der FiiO X3 will

ihm zumindest in Sachen FLAC-Wiedergabe

Paroli bieten – ob ihm das gelingt?

Test: Plattenspieler Vor/End

Die Rega-Kette besteht dem Laufwerk RP8,

dem „Apheta”-MC und dem Preamp „Aria”.

Womöglich der Dreiklang für LP-Genuss?

AUDIOphile

Pearls

Volume 5

the recorded music reserved. Unauthorized copying, public performances and broadcasting prohibited. Promotional copy – not for sale. AUDIO 10/13 This compilation (P) 2013 WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH. GEMA. Made by Optimal Media, Germany

29

KOPFHÖRER

44

REPORT

58

WENIGER IST MEHR?

Preiswerte Boxen mit eigenem

Verstärker? Immer her damit! Doch ob

die fünf Kleinen im Test auch hifidelen

Ansprüchen gerecht werden?

18

Vergleichstest: Mobile Kopfhörer

AUDIO testet satte zwölf Kopfhörermodelle

für unterwegs auf Herz und Nieren! Mit

dabei sind On-, wie auch In-Ear-Hörer von

bekannteren, und exotischeren Herstellern.

Heft-CD: AUDIOphile Pearls Vol. 5

Folge 4 unserer Gratis-CD-Serie ist noch in

aller Munde, da folgt auch schon die fünfte

Ausgabe der beliebten Reihe „AUDIOphile

Pearls”. Wie immer gibt es exquisite

Hörproben aktueller Top-Alben aus Pop,

Rock, Jazz und Klassik. Außerdem:

Firmenportrait des Heft-CD-Sponsors

und amerikanischen Lautsprecherherstellers

SVS.

MUSIK

58

59

62

65

66

68

69

IM TEST

ENDSTUFEN

Sugden Sapphire FBA-800 .................46

KOMPAKTBOXEN

Audioengine 5+, Audio Pro Addon T12,

Focal XS Book Wireless, Wavemaster

Two, Yamaha HS 8 ...............................18

KOPFHÖRERVERSTÄRKER

ADL X1, Audioengine D1, Audioquest

Dragonfly, Avinity USB DAC Mobile,

FiiO Alpen, FiiO Rocky, M2Tech HiFace

DAC, Meier Audio Corda PCStep, Meridian

Explorer, V-Moda VAMP Verza ..38

MOBILE KOPFHÖRER

AKG K545, B&W P3, ADL H118, KEF

M500, NAD Viso HP50, V-Moda Crossfade

M-100, Stax SRS-002, Bose QC20i,

Final Heaven VI, Philips S2, Sennheiser

IE800, Musical Fidelity EB-50 ......30

MOBIL-PLAYER

FiiO X3, Astell&Kern AK-100 ..............44

PHONO-VORVERSTÄRKER

Rega Aria ............................................132

PLATTENSPIELER O. SYSTEM

Rega RP8 .............................................132

STANDBOXEN

Focal Aria 926 ......................................14

SUB-/SAT-BOXENSET

Jamo D500 / SUB 660 ........................146

TONABNEHMER

Rega Apheta .......................................132

VOLLVERSTÄRKER

Naim Nait XS2......................................26

Tsakiridis Aeolos ................................138

Lua 4545 L ..........................................142

VORVERSTÄRKER

Sugden Sapphire DAP-800.................46

DIE BESTENLISTE

Alle Tests im Überblick .....................150

Pop-CDs

The Verve, Gov’t Mule, Dream Theater,

Wolfgang Niedecken, Elton John, Sting,

King Krule, Jazzkantine, Dave Stewart ...

Die Audiophilen

Mara & David, Robert Coyne & Jaki

Liebezeit: Duo-Spezialitäten in Top-Klang

Geheimtipp

Girls In Hawaii: Belgischer Pop mit

80er-Genen; ein Hauch Moderne inklusive

Musik Blu-ray, DVD

Robbie Williams, Alicia Keys, Ministry ...

Vinyl Special

LP-Schätze von Cassandra Wilson ...

Oldie-CDs

Sly & The Family Stone, Ennio Morricone ...

Jazz-CDs

Al Di Meola: eine gitarristische Beatles-

Hommage der Extraklasse

71 Klassik-CDs

Violinkonzerte von Bartók vom Feinsten

Bilder: Titel: J. Bauer, MPS; Inhalt: J. Bauer, H. Härle, MPS, Andrew MacNaughtan, Archiv

www.audio.de ›10 /2013

5


Wenn Sie 3Wünsche frei hätten...

RCD-1570

CD-Player

7/2013

RA-1570

Stereo-Vollverstärker

Diese autorisierten ROTEL-Fachhändler helfen Ihnen gerne bei der Erfüllung Ihrer audiophilen Wünsche:

Radio Körner

Könneritzstr. 13

01067 Dresden

King Music

Uhlandstr. 20 - 25

10623 Berlin

Hifi Studio Bramfeld

Bramfelder Chaussee 332

22175 Hamburg

Knicker & Wortmann

Königstr. 45

32423 Minden

Hifi-Referenz

Steinstr. 31

40210 Düsseldorf

Hifi Schluderbacher

Schmelzerstr. 26

47877 Willich

Radio Hanel

Bahnhofstr. 70a

01259 Dresden

Saturn Europa-Center

Tauentzienstr. 9

10789 Berlin

Fidelity Acker & Buck

Frohmestr. 5

22457 Hamburg

Sound Systems

Detmolder Str. 192

33100 Paderborn

Hifi-Audio Ulrike Schmidt

Eulerstr. 50

40477 Düsseldorf

Auditorium Münster

Alter Steinweg 22-24

48143 Münster

Uni Hifi

Goldschmidtstr. 14

04103 Leipzig

HiFi im Hinterhof

Großbeerenstr. 65

10963 Berlin

Projekt Akustik

Tremskamp 51-51a

23611 Bad Schwartau

Beckhoff Technik & Design

Uhlandstr. 2

33415 Verl

Hifi Studio 9

Gewerbeschulstr. 21

42289 Wuppertal

MSP-HIFI-STUDIO

Cäcilienstr. 48

50667 Köln

media@home Schöne

Hainstr. 1

04109 Leipzig

Saturn Schloßstraße

Treitschkestr. 7

12163 Berlin

ColdeweyTEC

Burgstr. 6

26655 Westerstede

Hört sich gut an

Zimmerstr. 8

33602 Bielefeld

RAE Akustik Dortmund

Märkische Str. 125

44141 Dortmund

Saturn Köln-Maybachstr.

Maybachstr. 115

50670 Köln

Hifi am Hallmarkt

Oleariusstr. 4

06108 Halle / Saale

RÖHLIG – Vision & Sound

Gablenzer Str. 16

07743 Jena

RÖHLIG – Vision & Sound

Äußere Schneeberger Str. 93

08056 Zwickau

Saturn Alexanderplatz

Alexanderplatz 3

10178 Berlin

media@home Wuntke

Bahnhofstr. 33 - 38

12555 Berlin

Saturn Hamburg-Mönckeberg

Mönckebergstr. 1

20095 Hamburg

Audiophonie

Rentzelstr. 10

20146 Hamburg

RAE-Akustik

Dahlenburger Landstr. 72

21337 Lüneburg

Uni Hifi

Am Dobben 23

28203 Bremen

Uni Hifi

Königsworther Str. 8

30167 Hannover

Musikus

Hildesheimer Str. 119

30173 Hannover

EP Unger

Mindener Str. 85

32049 Herford

AES

Oberste Gasse 17

34117 Kassel

Maurer e.K.

Fünffensterstr. 2a

34117 Kassel

Radio Ferner

Neue Str. 22/23

38100 Braunschweig

Dickmann TV&Hifi Studio

„Am Lessingplatz“

Arndtstr. 39

39108 Magdeburg

HiFi Center Liedmann

Harpener Hellweg 22

44805 Bochum

HiFi Spezialist Werner Pawlak

Schwarze Meer 12

45127 Essen

HiFi-Pawlak

Rüttenscheider Str. 105

45130 Essen

Audio Fidelity

Bulmker Str. 32 a

45888 Gelsenkirchen

Rheinklang

Olpener Str. 955

51109 Köln

Klangpunkt

Karlsgraben 35

52064 Aachen

Hifi Linzbach

Adenauerallee 124

53113 Bonn

Hifi Kohr + Roensch

Jüdemerstr. 28-32

54290 Trier


NEU in der Serie 15

Welcher wäre der dritte?

Ein gut ausgestatteter, kräftiger Vollverstärker ist nach wie vor

das Herzstück eines hochwertigen Stereo-Musiksystems. Dabei

steht Musik heute auf vielfältige Art und Weise zur Verfügung: Sie

lässt sich downloaden, streamen, digital archivieren oder drahtlos

von mobilen Quellen wiedergeben. Der neue Vollverstärker

RA-1570 sowie der passende MP3-fähige CD-Player

RCD-1570 von ROTEL wurden exakt auf dieses Anforderungsprofil

abgestimmt und verarbeiten selbst hochwertige LPCM-

Audiosignale mit einer Auflösung von 24 Bit / 192 kHz. Die

perfekte Verbindung aus klassisch analogen Prinzipien und

modernen digitalen Baugruppen ermöglicht diesem audiophilen

Stereo-Duo die bestmögliche Wiedergabe aller Quellgeräte des

modernen HiFi-Enthusiasten. Und das in einer Klangqualität,

die selbst anspruchsvollste Musikliebhaber begeistert. Bei einer

persönlichen Hörprobe vor Ort informieren Sie unsere ROTEL-

Fachhändler gern im Detail über die hochwertige technische

Ausstattung und die vielfältigen Anschlussoptionen dieser

exklusiven HiFi-Kombi: von den optischen und koaxialen

Digitaleingängen, über die USB-Anschlüsse für digitales

Streaming und mobile Musikspeicher, wie iPhone, iPod und

Co., bis hin zur drahtlosen Musikübertragung per Funk via

beiliegendem USB-Bluetooth-Adapter. Und selbst für Ihren

dritten Wunsch halten unsere kompetenten Fachhandelspartner

mit Sicherheit den ein oder anderen audiophilen Tipp bereit.

Weitere Informationen zur Serie 15 von ROTEL finden Sie auf: www.gute-anlage.de und www.rotel.com

Hifi Profis

Rheinstr. 4

55116 Mainz

Klangstudio Pohl

Mainzer Str. 73

55294 Mainz / Bodenheim

Schmitz Hifi-Video

Emil-Schüller-Str. 37 - 39

56068 Koblenz

Auditorium

Feidikstr. 93

59065 Hamm

Hifi Profis

Große Friedberger Str. 27

60313 Frankfurt

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Geleitsstraße 50

63067 Offenbach

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Talzentrum / Talstr. 38b

66424 Homburg

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Die Media Profis

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68161 Mannheim

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Sophienstr. 26

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Hifi und Wohnen

Cheruskerstr. 6 / 1

71101 Schönaich

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Gottlieb-Daimler-Str. 37

71711 Murr

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Amalienstrasse 45

76133 Karlsruhe

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Hauptstr. 87

77855 Achern

Hifimarket Esser

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79098 Freiburg

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Kardinal-Döpfner-Str. 5

80333 München

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Albert-Roßhaupter-Str. 40

81369 München

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Wörthstr. 45

81667 München

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Ostermeier

Freyberger Str. 27

85055 Ingolstadt

High Fidelity Studio

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86150 Augsburg

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Anton-Gies-Str.2

88131 Lindau

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Neue Str. 52

89073 Ulm

Audioviel

Gustavstr. 12

90762 Fürth

Radio Haberzettl

Rathgeber Str. 41

91074 Herzogenaurach

Klang Galerie

Haidplatz 7

93047 Regensburg

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Kliebertstr. 3

97072 Würzburg

Euronics XXL

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97437 Haßfurt

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Im Wiesgarten 5

97783 Karsbach-

Weyersfeld

HiFi Senf

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99423 Weimar

ÖSTERREICH:

Sound Gallery Wien

Praterstr. 1

1020 Wien

HeimkinoWelt

Shopping City Süd

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2334 Vösendorf-Süd

Der Gross

Landstr. 47

4020 Linz-Donau

Der Gross

Bahnhofstr. 31

4050 Traun

Cinema Audio & Videotechnik

Ischlerbahnstr. 23a

5301 Eugendorf

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Rathausplatz 4

6850 Dornbirn

Hifi Profis

Grafenstr. 29

64283 Darmstadt

Akustik Studio Biegler

Kanzleistr. 53

72764 Reutlingen

M&K Hifi

Neidenburgerstr. 6

84030 Landshut

Hifi Forum

Breslauer Str. 29

91083 Baiersdorf

HiFi Senf

Oppenheimstr. 17

99817 Eisenach

Hifi Team Czesany

Am Fuße des Schloßberges 4

8010 Graz


Magazin › NEWS

OKTOBER 2013

MUSIK-DIRECTOR

Früher galten Digital-/Analogwandler als

teure Exoten für umtriebige, nimmer zufriedene

High-Ender. Heute zählen DACs

immer mehr zum Standardequipment

von HiFi- und Surround- und Multiroom-

Anlagen, mit denen sich die neue

digitale Medienvielfalt clever erschließen

lässt – in hochauflösenden Klangmaßstäben,

die früher kaum denkbar waren.

Meridian schickt mit seinem neuen

Director einen anspruchsvollen, kleinen,

stationären DAC-Vertreter ins Rennen,

den die Briten auf der Insel in Handarbeit

fertigen lassen. Damit er nicht zum Frühstücksdirektor

sondern zum Musik-Director

wurde, packten ihm die Entwickler

einige technische Leckerlis unter und

an die schwarz anodisierte Haube aus

Aluminium: Zum Beispiel Kondensatoren,

die speziell auf Audiokost hin optimiert

wurden, eine vierlagige Platine, die

Rauschen minimieren und die Leistung

steigern soll. Überdies sorgt Techniktransfer

von Meridians Reference-800er-

Serie sowie die hauseigene „Resolution

Enhancement Technologie“ mit Upsampling

und Apodising für souveränes

Potenzial. Die Signalwandlung organisiert

der Director hinauf bis zu 24Bit/192kHz.

Standard-Sampleraten von 16 bis 24Bit/

(44,1/48kHz) sampelt er automatisch

hoch zu 24-Bit/(88.2/96kHz). Er verarbeitet

USB-, Toslink- und Coax S/PDIF-

Audiodaten und vesteht sich auf Input

von traditionellen digitalen Quellen wie

CD-Playern ebenso wie auf PC-Input.

Mit Apple-Macs harmoniert der Director

im Plug-and-Play-Modus, Windows-

Zuspieler (ab XP) sind mit einem Treiber

einsatzbereit. Kontakt nimmt er über drei

Digitalports auf, einem USB2-B- einem

optischen sowie einem Coax S/PDIF-

Eingang. So kann er prima zum Upgrade

für Netzwerkspieler, Musikserver oder

Videostreamer avancieren. Die Lautstärkeregelung

überlässt der Director der

angeschlossenen analogen HiFi-Anlage,

die über vergoldete Cinchausgänge

andocken kann. In welchem Modus er

gerade so sampelt, signalisieren der

Director an seiner Front mit freundlich

leuchtenden LEDs. Der Preis für den

Director's Cut liegt bei 555 Euro.

www.meridian-audio.com cd

Fotos: Archiv, Shutterstock.com

8

www.audio.de ›10/2013


Bernhard Rietschel (Chefredakteur)

Bernhard Rietschel (Chefredakteur)

Magazin › NEWS

Goldene Zeiten

MODERNE KLASSIK

Denon setzt mit seiner neuen Premium-Stereo-Kombi auf traditionelle High-End-Tugenden,

ergänzt um modernes HighTech: Im CD-/SACD-Player DCD-1520AE schlägt

ein frischer 32-Bit/192kHz-Wandler-Herz, das im Team mit Denons „Advanced AL32

Processing“ pure Klangfreuden garantieren soll. Der neue Player unterstützt die zwei

DSD-Modi mit 2.8 und 5.6MHz, PCM sowie Musikkost via USB-A-Eingang (iPhone &

Co sowie WAV, AAC, MP3 und WMA). Und auch Dateien von PC und Mac streamt

er hochauflösend über seinen USB-B-Port. Der Vollverstärker PMA-1520AE ist mit

streng selektierten Bauteilen gespickt und powert mit getrennten Verstärkerstufen

sowie eigenen Energieversorgungswegen für analoge und digitale Schaltungen. Über

den Endstufendirekteingang lässt sich der schicke Kraftprotz (140 Watt je Kanal an 4

Ohm) überdies auch in ein Surroundsystem einbinden. Die Preise liegen pro Gerät bei

jeweils rund 1300 Euro. www.denon.de cd

SCHWESTER-HERTZ

Der jüngst vorgestellten Aktivbox Akubarik

stellt Linn nun ein passives Schwestermodell

zur Seite. Die edle Fünfwege-Säule soll

von vielen Schlüsseltechnologien der Linn-

Referenzboxen profitieren. Im sogenannten

3K-Array arbeiten Mittel-, Hoch- und Superhochtöner

für eine breit dimensionierte

Schallabstrahlung auf engem Raum zusammen.

Im Tieftonkeller setzen die Linn-Ingenieure

ihr bereits aus früheren Zeiten bekanntes

isobarisches Basssystem ein: Zwei gegenüberliegende

Tieftöner sitzen an der Lautsprecherunterseite,

um satte, präzise Bässe zu

stemmen. Neu konzipiert ist die Frequenzweiche

mit Hybridfilter, der Phasenunterschiede

zwischen den Chassis ausmerzen soll. Überdies

trägt die leicht geschwungene Gehäuseform

dazu bei, stehende Wellen auszubremsen.

Die passive Akubarik gibt es in rund 200

Gehäuseausführungen, der Paarpreis liegt bei

9850 Euro. www.linn.co.uk cd

CAYIN MA-80 SELECTION

Die Leser der Zeitschrift AUDIO zeichneten den speziell

für Deutschland gebauten Cayin MA-80 mit dem

Goldenen Ohr aus. Bei der diesjährigen Wahl erreichte

der Röhrenvollverstärker

den zweiten Platz. Im Test

Goldenes

(11/2012) gab es zuvor

Ohr

2013

eine verbale Auszeichnung: 2. Platz

in der Kategorie

„Der MA-80 bot für seine

Vollverstärker

(bis 1000 Euro)

Cayin MA-80 Selection

Preisklasse phantastisch

viel Luft.“

CAYIN A-88T MK2 SELECTION

Zuerst begeisterte das in Handarbeit gefertigte

Gerät die Redaktion von AUDIO: „Wer solche

Glücksverstärker kennt, weiß Bescheid: Dann wird

der Rhythmus plötzlich hypnotisch.“

Dann verliehen die Leser

Goldenes

Ohr

ihrer Begeisterung Ausdruck 2013

und dem Röhrenvollverstärker 3. Platz

in der Kategorie

Vollverstärker

ein Goldenes Ohr für den dritten

Platz in seiner

(ab 1000 Euro)

Cayin A 88 t MKII Selection

Kategorie.

online shop

www.cayin.com

CAYIN AUDIO DISTRIBUTION GMBH

An der Kreuzheck 8•61479 Glashütten-Schlossborn

Tel. 06174 / 25 97 88-0 • info@cayin.com


Magazin › NEWS

SCHOTTEN-DUO

Die Kopfhörerexperten von RHA aus Glasgow setzen mobilen

Musikfreunden zwei neue In-Ear-Modelle ins Ohr: Dem

MA600i und dem MA750i spendierten sie eine Drei-Knopf-

Fernbedienung mit Mikrofon für Apple-Geräte neuerer

Machart (zum Beispiel iPhone 3GS oder später, iPad und

iPod touch ab der zweiten Generation aufwärts). Überdies

ist jeweils auch eine Version ohne Fernbedienung/Mikro

geplant. Der MA750i arbeitet sogar mit einem handgefertigten

Treiber in einem Edelstahlgehäuse. Für einen passgenauen,

individuellen Sitz halten beide Hörer eine Auswahl an

Ohrstöpseln mit diversen Materialien wie Schaumstoff oder

Silikon parat. Beim MA750i trägt obendrein ein konturangepasstes

Kabel aus sauerstofffreiem Kupfer zum bequemen

mobilen Musikvergnügen bei. Die Preise inklusive Transporttasche:

rund 70 Euro (MA600i) und rund 100 Euro für

den MA750i. www.rha-audio.com cd

FRISCH GEPRESST

Vinyl-Fans können sich demnächst eventuell auf Neupressungen

von Lieblings-Alben freuen – zumindest, wenn man den

Überlegungen von Universal Music Glauben schenkt: Die

Londoner Abteilung „Uvinyl“ des Musikriesen spekulierte laut

Branchenblatt Billboard in einem Tweet über mögliche Neuauflagen

von LP-Titeln nach einer Art Print-On-Demand-Verfahren

unter dem Titel „The Vinyl Project“: Interessenten sollten

ihre Wunschtitel online nennen. Wenn sich dann genügend

Interessierte fänden, würde die Pressmaschine angeworfen.

Zusätzlich sei neben einem Download auch Bonusmaterial im

Gespräch. Gleichzeitig werben die Vinyl-Verkäufer laut Billboard

damit, eine Liste von angeblich begehrten Alben wie Stings

„The Dream Of The Blue Turtles“ oder Elton Johns „Goodbye

Yellow Brick Road“ eventuell nachpressen zu wollen. Ob diese

Titel wirklich als LP so begehrt wären, sei dahinsgestellt. Und

ob die Gerüchte wahr werden, wird man sehen, bei Universal

London wollte man sich auf Nachfrage von AUDIO nicht konkret

äußern. www.uvinyl.co.uk cd

ZUBEHÖR

ALLE AN DOCK!

Der Dock-Adapter „HiFi Stone S“ des schedischen Herstellers Dolry

verwandelt Sound-Docks mit 30-Pol-Anschluss für ältere Apple-Gerätschaft

in einen Netzwerk-Airplay-Empfänger, der überdies auch Musik von

Android-Smartphones per DLNA empfangen kann (AAC, OGG, MP3, WMA,

AIFF, ALAC und FLAC bis zu 24Bit/192kHz). Der kleine Sound-Stein versteht sich mit den iPhones 3, 4 und 5, den iPads 1 bis 4

sowie iPod Touchs 3 bis 5. Seinen Betriebsstrom zapft er einfach am verbundenen Dock an. Der Preis: rund 100 Euro.

www.dolry.eu cd

BODENSTÄNDIG

Eine solide Basis ist die halbe Miete für guten Boxenklang. Deshalb entwarf

Isoacoustics ein Lautsprecherständer-System, das durch spezielle Gummilager

die Box vom Boden patentiert entkoppeln soll. Klangschädigende

Schwingungen sehen die Macher dadurch passée. Durch die baukastenartige,

variabel ausgelegte, steckbare Konstruktionsweise mit Stangen und Distanzverlängerungen,

lassen sich die Lautsprecher mit verschiedenen Neigungswinkeln

auf den Hörplatz ausrichten. Die drei Modelle ISO-L8R 130 (rund 119

Euro) / 155 (rund 143 Euro) und 200 (rund 214 Euro) tragen Boxen bis jeweils

maximal 9,1, 13,6 und 27,2 Kilogramm. www.isoacoustics.com cd


DIREKT ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT

HiFi-Urgesteine erinnern sich: In der guten, alten Plattenspielerzeit

hatten neben Riemenantrieblern auch Direkttriebler den Vinyl-Dreh

fein raus – neben Dual setzten zum Beispiel auch High-

End-Marken wie Micro Seiki auf die direkte Antriebsphilosophie.

Diplom-Ingenieur Alfred Langer möchte nun eine Renaissance

einläuten – mit seinem eigens entwickelten Motor DDM103,

dem Motorregler DDU 103 und seinem neuen Laufwerk No.7.

„Heute gibt es praktisch keinen verfügbaren Motor, der für einen

Direktantrieb geeignet ist,“ so der HiFi-Fan und langjährige

Entwicklungsleiter für „hochkomplexe“ elektromechanische

Maschinen. Da die Motorachse zugleich als Plattentellerachse

fungiert, musste die Lagerkonstruktion sehr präzise ausfallen und

auch die Aluminium-Masse des rund drei Kilo schweren Plattentellers

tragen können. Der DDM103 arbeitet unter anderem mit

einer bürstenlosen Kommutierung mittels Hallsensoren, einer

integrierten Motorendstufe zur Spulenansteuerung, einem Axiallagerspiegel

aus Polyamid und einem optoelektronischen Sensor

zur Drehzahlerfassung. „Eine Entwicklungsarbeit in dieser Größenordnung

verschlingt Unmengen an Zeit und Geld. Es waren

immer wieder neue Versuchsmuster, Tests und Nachbesserungen

nötig.“ Beim No.7 bildet eine schwere Metallplatte die Basis

mit höhenverstellbaren Standfüßen. Das Sub-Chassis ist auf vier

Spezialgummieleenten aufgehängt. Hier ließ Langer auch eine

große Aussparung frei, die eine Montage der meisten 9-Inch-

Tonarme erlauben soll. Adapterplatten gibt es für den SME 3009

sowie für vier Rega-Arme und den Jelco SA 750. Für optischen

Schick sorgen Gehäuseausführungen mit Edelfurnieren, Hochglanzlack

oder Vollmetall. Doch damit nicht genug, Alfred Langer

schmiedet bereits Zukunftspläne: „Zunächst wird der Langer Direktantrieb

auch als stand alone-Version weiter

entwickelt. Und als nächstes größeres Projekt

steht ein eigener Tonarm an.“ Der No. 7 mit

Edelfurnier kostet rund 7000 Euro, das Motor-/

Reglerset zur Integration in ein Laufwerk, rund

3000 Euro. www.langer-audio.de cd

DIREKT AUF DEN PUNKT: Alfred Langer möchte

den Direktantrieb wieder aufleben lassen.

KEINE KOMPROMISSE.

Vollverstärker M6i Eingänge: 4 x Cinch, 1 x XLR, 1 x USB; Ausgänge:

1 x Lautsprecher, Tape-Out, Pre-Out; Leistung 200 Watt/Kanal, silber

oder schwarz, 17Kg, 2.549,-€

MEHR PRODUKTE UND HÄNDLER:

TELEFON 077 28 - 10 64 · WWW.REICHMANN-AUDIOSYSTEME.DE


Magazin › SZENE

HIFI-TERMINE

13. 9. Speakers Corner, 22114 Kiel

freut sich über einen Showcase im Rahmen der kultigen Linn Lounge. Ab

17 Uhr auf dem Spielplan: Blues- und Soul-Classics von Ray Charles

– und zwar via Streaming in Studio-Master-Qualität über eine Kette der

schottischen High-Ender Linn. www.speakerscorner-hifi.de

13. 9. / 27. 9. Hört sich gut an, 33602 Bielefeld

öffnet ebenfalls die Linn Lounge. Gespielt werden (jeweils ab 16 Uhr)

Top-Songs der Kultband The Doors in, klarer Fall, Studio-Master-

Qualität über eine Linn-Streaming-Kette. www.hsga-gmbh.de

13. 9.- 11. 10. PhonoPhono, 10961 Berlin

informiert jeden Freitag (Bergmannstr. 17, 17 bis 19 Uhr) über analoge

Klangkultur sowie spannende „digitale“ Aspekte. Die Themen der

kommenden Wochen. 13. September: CD-/SACD-Spieler unterschiedlicher

Preisklassen im Vergleich. 20. 9.: Phono-Vorverstärker aus

unterschiedlichen Preisklassen im Vergleich – welchen Einfluss haben

externe Phono-Preamps, welche Geräte passen zu welchen Plattenspielern?

Am 27. 9. ist dann nix los in der Bergmannstr. – weil man sich

nämlich für den großen Analogtag am 28. 9. rüstet. Von 12 bis 18 Uhr

dreht sich dann alles um das Schwarze Gold der Musikszene: Phono-

Phono zeigt die ganze Faszination von schwerem Vinyl, edlen Plattendrehern,

raffinierten Abtast-Systemen und analytischen Präzisions-

Verstärkern. Neben aktuellen Neuheiten und interessantem Zubehör

locken spannende Workshops und Musik-Vorführungen. 4. Oktober: Alt

gegen Neu – ältere Plattenspieler messen sich mit aktuellen Laufwerken

vergleichbarer Preislagen. 11. 10.: HighEnd für Kenner und Genießer –

exzellente Elektronik im Fokus. www.phonophono.de

14. 9. / 27. 9. /12. 10. Radio Ferner, 38100 Braunschweig

rückt mit seinen Eventreihen „Im Fokus“ (jeden zweiten Samstag des

Monats) und „Die Kleine Hörprobe“ (jeweils am letzten Freitag des

Monats) regelmäßig aktuelle HiFi-Technik in den Blickpunkt. Am 14.

September „im Fokus“: Neuheiten aus dem Hause Rega. Der 27. 9. gehört

dann der Marke Musical Fidelity, bekannt für puren Musikgenuss mit

englischem Flair. Am 12. Oktober gibt in Hintern Brüdern 2 dann Vinyl den

Ton an: Das Team um Stefan Ferner lädt mit den Partnerfirmen Riptide und

Raute Records zu einem spannenden Analog Special mit aktueller

Hardware und großem LP-Verkauf! www.radio-ferner.de

20. 9. HiFi-Studio Falkensee,14612 Falkensee

erwartet hohen Besuch: Colin Pratt und Jan Kretschmer von Chord

Electronics, England, kommen höchstpersönlich nach Falkensee

und präsentieren digitale Neuheiten wie

den Chord CodeX und den DSX 1000

sowie aktuelle Vor- und Endstufen aus

dem Chord-Prtfolio. Da die Plätze

begrenzt sind, wird eine Voranmeldung

erbeten: Tel.: 03322 / 2131655 / Mobil:

0172 / 3844155. www.berlin-hifi.de.

20./21. 9. HiFi-Studio

Bramfeld, 212175 Hamburg

veranstaltet im Herbst eine Reihe von

spannenden Hörevents. Los geht’s am 20./21. 9. mit der britischen

Elektronikschmiede Naim und den Lautsprechern der französischen

Marke Focal. Vorgeführt werden zwei sorgfältig aufeinander abgestimmte

Systeme: In Hörraum 1 spielt die Kette Focal 1038 Be2 + NDS + 555 PS

(Topstreamer) + NAC 252 + Supercap + NAP 300; im Untergeschoss sorgt

eine Lautsprecher-Neuheit von Focal im Verbund mit NDS und dem Naim

Supernait 2 für feinsten Klang. Vorführtermine: Freitag 11, 12:30, 14, 15:30,

17 Uhr; Samstag: 10:30, 12, 13:30 Uhr. www.hifi-studio-bramfeld.de

20./21. 9. Luna Audio Lounge, 90471 Nürnberg

hat gleich zwei Gründe zum Feiern: Ab sofort gehört die Plattenspieler-

Traditionsmarke Transrotor zum Luna-Sortiment. Die von Jochen Räke

entwickelten und in aufwendiger Handarbeit gefertigten Masselaufwerke

sind in Vinylkreisen Legende und sind klanglich, optisch und haptisch

HiFi-Schätze – werthaltig wie ein Schweizer Uhrwerk und gebaut quasi

für die Ewigkeit. Das momentan beliebteste Laufwerk ZET 1 mit SME-

Tonarm wird an diesem Wochenende mit verschiedenen MM- und

MC-Tonabnehmern vorgeführt. Auch ein Direktvergleich mit anderen

Laufwerken wie z.B. von Acoustic Solid ist möglich, und Vinylfreunde

dürfen ihre schwarzen Schätze zum Probehören mitbringen. Außerdem

feiert Thomas Mathejczyk Jubiläum: Ein Jahr ist es her, dass Luna Audio

sein neues Domizil im Euckenweg 17 nahe der Messe Nürnberg bezogen

hat. Daher werden an diesem Wochenende alle Gäste mit einem Gläschen

Sekt begrüßt und mit vielen Sonderangeboten quer durch alle Produktsegmente

verwöhnt. www.luna-audio.de

21. 9. / ab sofort ArtPhönix, 90403 Nürnberg

ist umgezogen und präsentiert sein Vinylsortiment unter dem Motto „Hör-

& Wohnkultur im Schatten der Burg“ ab sofort in der Irrerstraße 18

(Telefon: 0911 / 9604 8765, mail: info@artphoenix.de). Die Einweihungsparty

steigt am 21. 9. mit Vorträgen, Livemusik und einem Eröffnungsrabatt

von 10 Prozent auf alle Schallplatten und das gesamte Zubehör. (Übrigens:

Das Sortiment umfasst zu rund 90 Prozent Neuware; dazu kommen rund

zehn Prozent Second-hand-Schätze). AUDIO wünscht auch am neuen

Standort viel Erfolg und viele zufriedene Kunden. www.artphoenix.de

21. 9. Visions & More, 73326 Deggingen (zwischen Ulm und

Stuttgart, nahe Autobahn A8)

lädt zu einem Gipfeltreffen mit Lautsprechern der 3500-Euro-Liga. Von 11

bis 17 Uhr kreuzen bei Jörg Gansloser folgende Kandidaten die Klingen:

die brandneue Arcona 60 „made in Germany“ von Gauder Akustik, die

schweizer Präzisionsbox Piega Premium 5.2, die US-Hybridelektrostaten

Electromotion ESL aus dem Hause Martin Logan und die Victoria Evo von

Waterfall – ein Lautsprecher aus Glas (!), der das Zeug zum Hecht im

Karpfenteich hat. www.visionsandmore.eu

21. 9. HiFi Concept, 81667 München

zeigt in der Wörthstr. 38 neue Produkte der englischen Elektronikmarke

Naim sowie aktuelle Lautsprecher der französischen Boxenschmiede

Focal. www.hificoncept.de

21. 9. / 4. 10. HiFi auf dem Bauernhof, 87452 Altusried

zeigt am 21. 9. von 10-16 Uhr, wie gut die drei TAD-Marken Rega, Unison

und Tannoy miteinander harmonieren. Hermann Noch vom TAD-Vertrieb

ist ebenfalls vor Ort und freut sich auf’s fachkundige Plaudern.

12 www.audio.de ›10 /2013


Magazin › SZENE

Fotos: Archiv, dowiliukas / Sergey Kandakov – Shutterstock.com

Am Freitag 4. 10. gastiert dann ein Kammermusik-Trio mit Musikern des

Kammerorchesters München auf dem idyllischen HiFi-Bauernhof im

Allgäu. Ab 20 Uhr auf dem Spielplan: Stücke von Bach, Beethoven und

anderen Klassikern. www.hifi-bauernhof.de

27. 9. Klangstudio, 55294 Bodenheim

empfängt Jim Morrison und die Doors im Rahmen der coolen Linn

Lounge. Ab 17 Uhr gibt’s die größten Songs der Kultband in Studio-

Master-Qualität über edles Streaming-Equipment der schottischen

High-Ender. www.klangstudio.de

27. 9. Boxen Gross, 10999 Berlin

hat ebenfalls die Linn Lounge geöffnet. Gespielt werden ab 16 Uhr die

herrlichen Westcoast-Klassiker der Eagles via Streaming in Studio-

Master-Qualität – natürlich über eine Kette feinster Netzwerkplayer und

Musikserver aus dem Hause Linn. www.boxengross.de

27./28. 9. / 11./12. 10. HiFi High-End Studios,

60327 Frankfurt/Main informiert im Herbst an acht Wochenenden

über Neuheiten aus HiFi und High End. Los geht’s am 27./28. 9. mit einer

Präsentation der neuen Lautsprecher Evidence Platinum von Dynaudio,

der Nachfolgerin der legendären Evidence Master. Jürgen Wolters vom

deutschen Dynaudio-Vertrieb ist zu Gast und führt durch das Programm.

Am. 11./12. Oktober sorgt dann die Nordic Tone von Electrocompaniet für

feinsten Klang in den Mainzer Landstr. 158. Matthias Roth vom deutschen

Electrocompaniet-Vertrieb zeigt, was die norwegische Standbox so alles

_0B6VX_Dynaudio_NAD_Audio_1013_D_Linie.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 140.00 mm);28. Aug 2013 08:32:57

drauf hat und gibt Einblicke in die Electrocompaniet-Produktpalette.

www.highendstudios.de

5./6. 10. Westdeutsche HiFi-Tage, 53175 Bonn

Glückwunsch: Schon nach nur drei Jahren haben sich die Westdeutschen

HiFi-Tage als feste Größe an Rhein und Ruhr etabliert. Nun geht die Messe

in die vierte Runde: Initiiert vom HiFi-Studio Linzbach (Adenauerallee 124,

53113 Bonn), verwandelt sich das Maritim-Hotel in der Godesberger Allee

am 5./6. Oktober zum HiFi-Tempel: In zwei Sälen, elf Salons, 14 Suiten und

rund 40 Hotelzimmern präsentieren über 70 Hersteller neue Produkte aus

HiFi und High End sowie gute Bekannte und ehrwürdige Geräte-Klassiker.

Auch in Sachen Software ist einiges geboten: LP-Spezialist Da Capo ist

mit einem Vinyl-Sortiment vor Ort, auch Sieveking Sound lockt mit

audiophilen (SA-)CDs und LPs. Öffnungszeiten: Samstag 10 bis 18 Uhr,

Sonntag 11 bis 17 Uhr. www.bonnaudio.de/westdeutsche-hifi-tage

12./13. 10. Holiday Inn Hotel, 23568 Lübeck

in der Travemünder Allee 3 ist am 12. (10-19 Uhr) und 13. 10. (10-16 Uhr)

Schauplatz einer HiFi-Messe. Unter Federführung der Projekt Akustik

Schönberg GmbH (Tremskamp 51-51a, 23611 Bad Schwartau) zeigen

renommierte Hersteller in zehn großzügig dimensionierten Vorführräumen

jede Menge Produktneuheiten und Premieren aus HiFi und High End und

informieren in Workshops sowie Präsentationen über Trends und

Entwicklungen. Und bei einer Verlosung locken attraktive Preise.

Prima: Der Eintritt ist frei! www.projekt-akustik.de

Klingt irre gut.

Endlich D-Day im Hörraum. Die Digital Classic Linie.

Frisch im Design und technisch innovativ: die Digital Classic Linie zeigt, wie man heute moderne Quellen ohne Umweg nutzt. Mit

dem schlanken Music Streaming Receiver D 7050 mit optischen, koaxialen und USB-Eingängen, Bluetooth und AirPlay für bis zu

24 Bit/192 kHz – die rein digitale DDFA-Technik (Direct Digital Feedback Amplifier) kommt direkt aus der Masters-Serie! Mit dem

Verstärker-Kraftwerk D 3020, der neue Maßstäbe fürs Preis-Klangverhältnis setzt. Und mit dem heiß ersehnten D/A-Wandler D 1050.

Der kleine Tausendsassa connected optisch, koaxial, per USB und AES/EBU, versteht sich auf 24 Bit mit einer Taktung bis zu 192 kHz

und unterstreicht seinen audiophilen Anspruch mit zwei Analogausgängen: XLR und Cinch. Gibt es Alternativen? Nur iNADäquate.

www.nad.de


Lautsprecher › STANDLAUTSPRECHER

AUS DER NATUR

14

TEST

Standbox mit Leinen-Membranen

FOCAL ARIA 926 1800 €


Lautsprecher › STANDLAUTSPRECHER

Der französische Boxenhersteller Focal hat für seine neue 900er Baureihe ein vielversprechendes

Membranmaterial entwickelt, basierend auf der Naturfaser Leinen. Exklusiv bei AUDIO im Test:

das vermutlich gefragteste Modell der Serie, die Standbox Aria 926.

■ Text: Wolfram Eifert

Fotos: Shutterstock, Archiv

Wilde Zeiten waren das in den

80ern, als Focal, damals noch

unter JMlab firmierend, sich

anschickte, mit Chassis für Auto-HiFi-

Zwecke und Bausatzboxen die Herzen

seiner Fans zu erobern. Etwas ungestüm

waren seinerzeit auch einige klangliche

Eigenschaften, was hauptsächlich daran

lag, dass sich die Selbstbauszene selten

einigen konnte, welche der zahlreichen

Weichschaltungen die richtige war.

Hochwertige Car-HiFi-Produkte gehören

unverändert zum Portfolio von Focal,

doch aus der schwer kontrollierbaren

Bastelecke hat sich der in Saint-Étienne,

drei Autostunden von der deutschen

Grenze entfernt ansässige Hersteller

verabschiedet. Aus der einstigen Kultmarke

für Tüftler ist durch Fleiß und Beharrlichkeit

einer der erfolgreichsten Boxenhersteller

Europas geworden.

Einer, der obendrein ein klares Bekenntnis

zum Standort Frankreich ablegt und

sich eine sehr hohe Fertigungstiefe leistet,

die alle für Klang und Haltbarkeit relevanten

Baugruppen umfasst. Auch die

neue 900er Serie ist wie ihre Vorgänger,

die Chorus 800 hießen, mit Chassis

Made in France“ bestückt. Dieser Umstand

ist schon deshalb bemerkenswert,

weil viele Wettbewerber mittlerweile

selbst deutlich höher positionierte Baureihen

in Fernost fertigen lassen.

Die neue Aria-Serie startet mit Paarpreisen

knapp unter 800 Euro und umfasst

eine Kompakt- sowie drei Standboxen.

Zusätzlich ist eine Centerbox für Mehrkanalzwecke

vorgesehen. Die Aria 926,

die AUDIO sich noch vor der Markteinführung

zum Test sichern konnte, ist die

zierlichste und preisgünstigste Standbox

innerhalb der Familie.

Doch der Benjamin-Status bedeutet keinen

Verzicht bei Technologie und Ausstattung.

Alle Aria-Standboxen, auch die

926, sind „echte“ Dreiwegesysteme

mit einem von den Basstreibern akustisch

(in einer eigenen Gehäusekammer)

wie auch elektrisch getrennten Mitteltöner.

Zwei immerhin 8 Zoll große, sehr

langhubige Basstreiber signalisieren

dem Kenner, dass die 926 kein Kompromissprodukt

für Lifestyleverliebte sein

will, sondern eine vollwertige Standbox

für durchaus gehobene Ansprüche.

DAS LEINENGEWEBE

LIEFERT EINEN BETONT

KLAREN KLANG

Ähnlich wie bei der Vorgängerserie sind

mehrere Gehäuseausführungen im Programm,

die sich preislich leicht, optisch

dafür umso deutlicher unterscheiden.

Die günstigere Variante der 926 kostet

1800 Euro pro Paar trägt an den Seiten

horizontal gemasertes Walnussdekor,

das reizvoll

mit der schwarzen

Kunstleder-Bespannung

der Schallwand kontrastiert.

200 Euro mehr verlangt Focal

für die Nobel-Version ganz in schwarz –

das Leder bleibt, aber die Seiten sind

dann Hochglanz-lackiert.

Beide Ausführungen verfügen über eine

Kopfplatte aus Glas und einen abgesetzten

Sockel aus Aluminium-Druckguss

mit integrierten Spikes. Der aufwendige

Unterbau sichert einen wackelfreien

Stand und kaschiert ein zweites Bassreflexrohr,

dessen Austrittsöffnung zwischen

Korpus und Sockel liegt. Die Doppelrohrbestückung

soll eine besonders

intensive und nebengeräuscharme

Bass anregung gewährleisten.

Für die Höhen ist wie von Focal gewohnt

ein Kalottensystem mit inverser, also

nach innen gewölbter Membran aus Aluminium-Magnesium-Legierung

zuständig.

Der Treiber soll, unter anderem dank

einer neuen Aufhängung aus dem Elastomer

Poron, noch reiner klingen als die

LEICHT UND SEHR STABIL:

Die Leinenstruktur ist durch die

hauchdünne Deckschicht aus

Glasfasergewebe hindurch

noch deutlich zu sehen.

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

M

K

Akustik

T

D

A

Aufstellung

W

G

H

Nach Möglichkeit frei stellen

und leicht anwinkeln. Auch für

leicht hallige Zimmer geeignet,

Raumgröße klein oder mittel.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 134.

F

www.audio.de ›10/2013

15


Lautsprecher › STANDLAUTSPRECHER

HOHE FERTIGUNGSTIEFE: Das Glasfaser-Leinen-Glasfaser-Sandwich wird in beheizten

Formen verbacken (1), auf der Rückseite beschichtet (2), dann ausgeschnitten und mit der

Sicke verklebt (3). Dabei kommen Handarbeit und selbstentwickelte Maschinen zum Einsatz.

für ihr hohes Auflösungsvermögen geschätzte

Vorgeneration.

Die große Neuheit an der 926 sind aber

die Membranen ihrer Konustreiber, die

Farbe und Struktur einer 0,4 Millimeter

dünnen Schicht aus natürlichem Leinengewebe

verdanken. Zwei um den Faktor

10 dünnere Lagen Glasfaser auf beiden

Seiten veredeln den Naturwerkstoff zu

einem Sandwich mit herausragenden Eigenschaften

im Spannungsfeld zwischen

Dämpfung, Steifigkeit und

material interner Schallausbreitung.

Wie die noch steiferen W-Cone-Membranen

der Electra- und Utopia-Modelle

werden die „F“-Trichter (F für „Flax“)

zeit- und arbeitsintensiv im französischen

Focal-Werk laminiert, per Laser

auf Maß geschnitten, einzeln geprüft

MESSLABOR

und schließlich mit Korb, Schwingspule

und Sicke zu fertigen Chassis vermählt.

Der Aufwand ist für diese Preisklasse

außergewöhnlich, und offensichtlich

lohnt er sich: bereits die Laborwerte zeigen

sich gegenüber der Chorus 826

durchgehend verbessert. Der Tiefbass

ist bei der 926 einige Hertz ausgedehnter

und im Hochtonbereich verlaufen die

Schalldruckkurven linearer.

Besonders auffällig ist das zügige Abklingen

nach breitbandiger Anregung,

das Resonanzarmut und hohe innere

Dämpfung des neuen Konusmaterials

belegt. Diese Eigenschaften lassen aller

Erfahrung nach einen besonders reinen

Klang erwarten, selbst dann, wenn zahlreiche

Stimmen und Instrumente gleichzeitig

auf die Membranen einwirken.

Im Hörraum bestätigte sich diese Vorahnung

mit aller Deutlichkeit. In der Gesamtschau

verhielt sich die 926 nicht signifikant

anders als die Vorgängerin, sie

ging zuvorderst mit kräftigen und gut

konturierten Bässen auf Punktejagd,

ließ sich auch bei machtvollen Impulsen

nicht zu Unsauberkeiten hinreißen und

wurde bei aller Lebendigkeit nie vordergründig.

Doch während die Vorgeneration

in den Tutti auch mal grantig werden

konnte, blieb die 926 stets samtig und

kultiviert. Trotz dieser gelassenen, normalweise

höheren Preisklassen vorbehaltenen

Spielweise war der Detailreichtum

enorm.

Das kürzlich veröffentlichte Album „The

Vigil“ von und mit Jazz-Legende Chick

Corea geriet mit diesem Klangcharakter

Focal Aria 926

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

Focal Aria 926

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

Focal Aria 926

80 dB

70 dB

16 Ohm

8 Ohm

60 dB

4 Ohm

2 Ohm

Impedanzverlauf

50 dB

1 Ohm

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

+5 dB

0 dB

-5 dB

-10 dB

0 ms

1 ms

-15 dB

2 ms

-20 dB

3 ms

250 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz 10 kHz 20 kHz

Bei der Frequenzgang-Messung (links) zeigt die Aria 926 ein sehr

lineares Verhalten mit einer leichten Senke im Präsenzbereich bei

2 kHz sowie einer maßvollen Bassbetonung. Die Grenzfrequenz

im Bass liegt bei 44 Hz, 3 Hz tiefer als beim Vorgänger Chorus 826.

Ihre maximale Lautstärke erreicht die Box bei 103,5 dB bezogen

auf 1 Meter Messentfernung. Bis zu etwa 95 dB (blaue Kurven im

mittleren Diagramm) liegen die Verzerrungen am unteren Rand in

der Grafik extrem niedrig, bei 100 dB (rot) sind sie noch moderat.

Das Wasserfalldiagramm (rechts, Zeitachse nach vorne) zeigt ein

exzellentes, sehr schnelles Abklingen ohne Resonanzen. AK: 59

16 www.audio.de ›10/2013


Lautsprecher › STANDLAUTSPRECHER

zu einer herrlich vornehmen Veranstaltung.

Anhand der vertrackten und doch

eingängigen Arrangements des Altmeisters

konnte die Aria 926 ihr überragendes

Feingespür demonstrieren. Einen

so edlen und aufgeräumten Klang bieten

in dieser Klasse nur die wenigsten Boxen.

Wenn doch, sind sie selten so pegelfest

wie die neue Focal.

Dank guter Watt-Verwertung müssen

Anwender für diesen Rasseklang nicht

mal übermäßig bullige Verstärker-Geschütze

auffahren. Mit dem neuen, keineswegs

sperrigen Nait XS 2 von Naim

(siehe Test auf Seite 26) harmonierte die

926 prächtig. Der Amp nahm dem mächtigen

Bass etwas von seiner Fülle, ließ

Mitten und Höhen engagiert leuchten,

was in der Summe eine sehr fokussiert

und stimmig aufspielende Kette ergab.

Dass Naim seit 2011 zu Focal gehört und

auch die französischen Hörräume längst

mit der britischen Edel-Elek tronik ausgerüstet

sind – man meinte es dieser

Kombination anhören zu können.

FAZIT

Wolfram Eifert

AUDIO-Mitarbeiter

STEHT SICHER:

Die Box ruht auf

einer schweren

Alugussplatte mit

höhenjustierbaren

Spikes, was einen

bombensicheren

Stand ergibt.

Die Focal liefert einmal mehr den

Beweis, dass es im Lautsprecherbau

noch viel zu holen gibt. Bis vor

kurzem sah es so aus, als seien

Verbesserungen nur mit harten

Werkstoffen wie Keramik oder gar

künstlichem Diamant zu erreichen.

Der sehr vitale Klang der Leinen-

Membranen wird bei Musikfans sicher

gut ankommen.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

Furnier/Folie/Lack

Farben

Arbeitsprinzipien

Raumanpassung

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

FOCAL

ARIA 926

Music Line GmbH

0 41 05 / 77 05 0

music-line.biz

ab 1800 Euro

5 Jahre

29,2 x 103,4 x 37,1 cm

25 kg

– / • / •

Walnuss (Dekor) mit Leder,

Hochglanz schwarz mit Leder

3 Wege, Bassreflex


Sockel mit Spikes

ÅOffener und lebhafter Klang

mit machtvollem Bassbereich

und hoher Feindynamik auch

bei komplexen Klängen

Í –

90

95

90

95

90

85

80

80

überragend

89 PUNKTE

ÜBERRAGEND

_0B6V9_Bose_SOLO_Audio_137x210_1013.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);28. Aug 2013 08:27:59

Wenn Sie glauben, fernsehen ist aufregend,

dann warten Sie, bis Sie es richtig hören!

Ein Lautsprecher

das heißt: ein einfaches System ohne Kabelgewirr.

Ein Anschluss

an Ihrem TV-Gerät und eine Verbindung zur Steckdose.Das

ist alles.

Eine Lösung

passt nahtlos unter Ihr TV-Gerät.*

Ein einziger Lautsprecher liefert Klangdetails, die von den meisten Flachbildfernsehern so nicht wiedergegeben werden können.

„Bestes Klangvolumen für Ihren TV… mit nur einem Lautsprecher. Nach dem Anschluss an das TV-Gerät

wird die deutlich verbesserte Klangwiedergabe sogleich offenbar. (…) Ob bei der Film-, Sport-, Musik- oder

TV-Wiedergabe, das Bose Solo TV Sound System wertet das Seh-Erlebnis deutlich auf (...)“

Testurteil: sehr gut. - Satvision 11/2012-

Versicherung, Versand und

Verpackung - GRATIS

GEBÜHRENFREI anrufen unter (0800) 267 31 11

Unsere Geschäftszeiten: Mo. – Fr. 8:00 – 20:00 Uhr, Sa. 9:00 – 18:00 Uhr, So. 10:00 – 18:00 Uhr

Hören Sie es selbst. Bestellen Sie noch heute**

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zu Hause testen mit voller

Geld-zurück-Garantie

Geld-zurück-Garantie bezieht sich lediglich auf die Testphase von 30 Tagen und erfordert eine Bestellung des Produkts. Lieferung vorbehaltlich Verfügbarkeit. *Das Bose ® Solo TV

Sound System wurde für TV-Geräte mit einer Standfußgröße von nicht mehr als 51 cm Breite und 26 cm Tiefe entwickelt. Die meisten TV-Geräte mit einer maximalen Bildschirmdiagonale

von 32” (81 cm) und viele Geräte mit 42” (101-106 cm) entsprechen diesen Abmessungen. ** Angebot gilt für Bestellungen unter der oben genannten Rufnummer oder

über die Bose Website, betrieben von Bose GmbH, Max-Planck-Straße 36, 61381 Friedrichsdorf.

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KOSTENLOSE Rücksendung

Kennziffer 13AYAUD037


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

Table Dance

Für den Musikgenuss am Schreibtisch oder ganz

allgemein bei kurzen Hörabständen sind kleine

Aktivboxen die wohl eleganteste Lösung. Unser

Testfeld versammelt fünf gut ausgestattete und

klangstarke Modelle ab 250 Euro.

■ Text: Wolfram Eifert

Fotos: Archiv

Klassische Boxen, die

ganze Wohnzimmer

beschallen können,

sind meist passive Systeme

und daher auf einen separaten

Verstärker angewiesen.

Weil direkt am Schreibtisch

kaum jemand Lust hat, mit

unnötig vielen Geräten zu

hantieren, sind kleinere Boxen

zur Nahfeldbeschallung

meist aktiv oder halbaktiv

ausgelegt. Stromversorgung

und Endstufen stecken dann

ebenfalls in der Box.

Das vereinfacht den Umgang,

denn von Handy bis Soundkarte

lassen sich alle gängigen

Audio-Signalquellen andocken,

kabelgebunden und

teilweise drahtlos. Die Integration

der Elektronik spart

Platz und lässt dank besser

angepasster Bauteile auch

klangliche Vorteile erwarten.

Mindestens 250 Euro sollten

Medienfans für ein Paar Desktop-Speaker

einplanen, die

nicht gleich beim ersten Klanggewitter

die Segel streichen.

Um in dieser hart umkämpften

Liga überhaupt vertreten

zu sein, greifen die meisten

Hersteller zu einem kostensparenden

Trick. Sie bestücken

lediglich ein Gehäuse

mit einer zentralen Elektronikeinheit.

Das zweite Exemplar

wird über ein gewöhnliches

Lautsprecherkabel von

der Masterbox mitversorgt.

Die Frequenzweichen sitzen

bei dieser Lösung nach den

Endstufen und sind daher

passiv ausgeführt. Audioengine,

Audio Pro, Focal und

Wavemaster folgen dieser

Maxime. Aktiv im Sinne der

reinen Lehre ist in diesem

Feld nur die HS 8 von Yamaha,

bei der sich linke und rechte

Box nicht unterscheiden. Sie

bietet elektronische Filter mit

separaten Endstufen für jedes

Chassis und kostet entsprechend

mehr.

18 www.audio.de ›10/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

TEST

Aktivboxen für kurze Hörabstände

AUDIOENGINE 5+ 400 €

AUDIO PRO ADDON T 12 500 €

FOCAL XS BOOK WIRELESS 300 €

WAVEMASTER TWO 250 €

YAMAHA HS 8 660 €

www.audio.de ›10/2013

19


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

AUDIOENGINE 5+ 400 EURO

Die 5+ von Audioengine trifft die

typischen Erwartungen an eine

Box für den Schreibtisch sehr

genau. Mit einem Bruttovolumen von

knapp 10 Litern ist sie groß genug, um

sich von den allgegenwärtigen Billigboxen

klar abzusetzen, aber nicht so wuchtig,

dass man das Gefühl haben müsste,

links und rechts vom Bildschirm wäre

kein Platz mehr für andere Dinge.

Die Gestaltung in schwarzem oder weißem

Lack wirkt rundum wertig. Speziell

die weiße Version sieht mit ihren vornehm

gerundeten Kanten und dem hohen

Glanzgrad schon verdammt edel

aus. Dass keine Abeckungen geliefert

werden, lässt sich verschmerzen, zumal

die meisten Anwender die Hauben sowieso

nicht nutzen.

Der Preisklasse entsprechend verfügt

nur die rechte Box über einen Elektronikeinschub.

Die Lautstärke lässt sich über

einen Drehregler steuern oder alternativ

über eine Fernbedienung. Für analoge

Signale stehen Cinchkontakte und Miniklinke

bereit. Die USB-Buchse nimmt

keine Audiodaten entgegen, sie dient lediglich

der Stromversorgung etwaiger

Mobilgeräte oder Bluetooth-Dongles.

Klanglich lag die Audioengine auf der

lebhaften Seite, gefiel mit deutlicher Artikulation

und guter Durchhörbarkeit.

Die tonale Ausgewogenheit, wichtig bei

menschlichen Stimmen und akustischen

Klangkörpern, ging in Ordnung, dennoch

klangen die teureren Modelle von Audio

Pro oder Yamaha nochmals natürlicher.

Die Pegelreserven waren für kurze Hörentfernungen

mehr als ausreichend, so

dass auch kleineren Festivitäten nichts

im Wege steht. Etwas mehr Tiefbassautoriät

hätten sich die Tester gewünscht,

doch man sollte die Kirche im Dorf lassen.

Für ihre Größe ist die Audioengine

ein richtig feines Produkt.

RIESIGE KÜHLKÖRPER: Die Elektronik in

der rechten Box befeuert beide Kanäle und

bietet Eingänge für Cinch und Mini-Klinke.

STECKBRIEF

AUDIOENGINE

5+

Vertrieb

NT Global Distribution GmbH

04 21 / 70 50 86 19

www.

nt-global.com

Listenpreis

400 Euro

Garantiezeit

2 Jahre

Farben Schwarz, weiß, Bambus (+ 80 €)

Bauart

2-Wege halbaktiv, Bassreflex

AUSSTATTUNG

Fernbedienung •

Verbindungskabel •

Eingänge Analog Cinch, Mini-Klinke

Digital SP/DIF, USB – / –

Kopfhörerausgang –

Raumanpassung –

Hochpassweiche Cinch-Ausgang, ungefiltert

Besonderheiten im Gehäuseboden integrierte

Dämmmatte zur Entkopplung,

Stativgewinde

AUDIOGRAMM

Ausstattung

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

Hörabstand 1 - 2 Meter. Leicht

anwinkeln und eventuell etwas

nach oben kippen. Wandnah

Bassreflextunnel schließen.

ÅLebhafter Klangcharakter,

detailreich, sehr pegelfest

Í tonal etwas eigenwillig,

Bass nicht sehr tief

sehr gut

sehr gut

71 PUNKTE

SEHR GUT

G

H

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

F

1

Einstufung als PC-Lautsprecher

MESSLABOR

Bei der Frequenzgangmessung liefert die

5+ ein noch ausgewogenes Ergebnis mit

einer Senke bei 200 Hz, gefolgt von einem

Schlenker bei 800 Hz. Die Abstrahlung ist

kaum winkelabhängig. Die Grenzfrequenz

im Bass liegt bei mäßigen 75 Hz. Maximal

wird eine Lautstärke von enormen 100 dB

erzielt. Bis 90 dB bleiben die Verzerrungen

auffallend niedrig, darüber sind sie deutlich

erhöht. Kompression ist kein Thema.

AudioEngine A5+

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

AudioEngine A5+

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

20

www.audio.de ›10/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

AUDIO PRO ADDON T12 500 EURO

Klein aber oho, dieses Motto

kommt einem unwillkürlich in

den Sinn, wenn die brandneuen

T12 von Audio Pro vor einem parken. Die

"Böxle" sind gerade mal 22 Zentimeter

groß und so wertig verarbeitet, wie man

das von einer schwedischen Traditionsmarke

erwartet. Die Gehäuse sind vornehm

schwarz oder weiß lackiert, im Gegensatz

zum allgemeinen Trend aber

nicht glänzend, sondern matt.

Eine Bluetooth-Funktion auf Basis des

klangstarken aptX-Codec ist ebenso integriert

wie ein optischer Digitaleingang,

den man zum Beispiel benötigt, um die

T 12 mit einer Apple-TV-Box zu verbinden.

Dieses Hintertürchen ermöglicht

Airplay mit seinem puristenkompatiblen

Lossless-Format. Eine schlanke Fernbedienung

mit Aluminium-Gehäuse dient

zur Umschaltung zwischen den Eingängen

und aktiviert die Suche nach Bluetooth-Geräten

in der Umgebung.

Mit knapp 500 Euro für eine halbaktive

und eine passive Box ist der Spaß nicht

ganz billig, doch Chassis und Elektronik

sind offensichtlich sehr hochwertig. Das

AUDIO-Messlabor (siehe Kasten) meldete

sehr lineare Frequenzgänge und

beachtliche Pegelreserven. Rekordverdächtig

für die Volumenklasse ist die untere

Grenzfrequenz von 50 Hertz.

Entsprechend hoch lagen die Erwartungen.

Die Audio Pro tönte zwar nicht ganz

so quirlig wie die Audioengine oder gar

die erheblich größere Yamaha, konnte

BESTENS AUSGESTATTET: Die Addon T

12 bietet einen optischen Digitaleingang und

empfängt Bluetooth-Signale mit aptX.

aber mit ihrer hohen Neutralität punkten,

die langfristig das Hören sehr angenehm

macht. Der Knaller aber war die Gelassenheit,

mit der die Audio Pro bei Rock

und Pop zu Werke ging. Der Klang blieb

stets wohlsortiert, der vollwertige Bass

ließ selbst die High-Ender in der Jury zustimmend

nicken. Keine Frage, die T 12

machen einen richtig guten Job.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Farben

Bauart

AUDIO PRO

ADDON T 12

TAD Audiovertrieb

0 99 45 / 94 33 65 0

audiopro-living.de

500 Euro

2 Jahre

Mattlack weiß oder schwarz

2-Wege halbaktiv, Bassreflex

AUSSTATTUNG

Fernbedienung


Verbindungskabel •

Eingänge Analog Mini-Klinke

Digital TOSlink/USB • / –

Kopfhörerausgang –

Raumanpassung –

Hochpassweiche –

Besonderheiten optischer Digitaleingang,

Bluetooth mit aptX.

AUDIOGRAMM

Ausstattung

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

Hörabstand 1 - 2 Meter, leicht

zum Hörer anwinkeln. Bei zu

dickem Bass den Reflexkanal

an der Rückseite schließen.

Åtonal sehr ausgewogen und

effektfrei, stets kultiviert, Bass

überraschend vollwertig.

Í könnte etwas lebendiger

aufspielen

überragend

sehr gut

74 PUNKTE

ÜBERRAGEND

G

H

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

F

1

Einstufung als PC-Lautsprecher

MESSLABOR

Bei der Messung der Frequenzgangkurven

zeigt sich die T 12 betont linear. Lediglich

30 Grad seitlich (grün) ist im Brillanzbereich

eine leichte Senke zu sehen, die sich durch

Anwinkeln der Boxen ausgleichen lässt. Die

untere Grenzfrequenz liegt bei sehr guten

50 Hz. Der Hochtonbereich ist bis 21 kHz

ausgedehnt. Die maximale Lautstärke liegt

bei 94 dB. Bis etwa 90 dB (grün im rechten

Diagramm) bleibt der Klirr sehr gering.

Audio Pro Addon T12

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Audio Pro Addon T12 Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›10/2013 21


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

FOCAL XS BOOK WIRELESS 300 EURO

Boxenspezialist Focal hat mit seiner

XS Book Wireless ein besonders

platzsparendes und formschönes

Produkt im Portfolio. Selbst an der wuchtigsten

Stelle rund um den Tiefmitteltöner

mit hochfester Polyglass-Membran

werden in der Breite keine 12 Zentimeter

erreicht. Höhe und Tiefe sind großzügiger

bemessen, denn ganz ohne Gehäusevolumen

geht es auch aktiv nicht.

Doch auch so ist die Focal die bei weitem

zierlichste Box im Feld. Die Gestaltung

macht einen wohlüberlegten Eindruck,

trotz des günstigen Preises. So

zeigt sich die Unterseite der schwarz

glänzenden Gehäuse durchgehend gummiert,

was gegen Verrutschen hilft. Ein

kleiner im Boden integrierter Fuß hebt

die Boxen vorne etwas an und lässt die

Treiber besser auf Ohrhöhe zielen.

Als einzige hat die XS eine mit einem feinen

Stoff bezogene Abdeckung im Gepäck,

die perfekt passt und die gesamte

Vorderseite verhüllt. Die Elektronik,

zweimal 20 Watt stark, steckt in der

rechten Box, die an der Oberseite einen

Lautstärkeregler trägt, der auch zum Einschalten

dient. Audiosignale werden via

Cinch oder Miniklinke entgegengenommen,

alternativ über Bluetooth – auch

hier kompatibel mit dem aptX-Codec.

Bedenken wegen der schlanken Form

waren im Hörtest schnell vergessen,

denn für die Nutzung im Nahfeld erwiesen

sich die Kraftreserven der Focal als

durchaus großzügig bemessen. Selbst

mit dem Bassbereich, der erstaunlich

vollwertig und präzise klang, konnten

sich die Tester anfreunden. Die Stärken

der schwarzen Schönheiten lagen besonders

bei Feindynamik und Räumlichkeit.

Ohne tonale Verbiegungen wurden

jede Menge Details stressfrei angereicht.

Bei diesem fein austarierten

Gourmetklang kommen auch audiophile

Gemüter auf ihre Kosten.

SPART PLATZ, KLINGT PRACHTVOLL:

Die Elektronik sitzt vollständig in der rechten

Box. Der Lautstärkeregler thront oben.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Farben

Bauart

FOCAL

XS BOOK WIRELESS

Music Line Vertriebs GmbH

0 41 05 / 77 05 0

music-line.biz

300 Euro

2 Jahre

Schwarz hochglänzend

2-Wege halbaktiv, Bassreflex

AUSSTATTUNG

Fernbedienung –

Verbindungskabel •

Eingänge Analog Mini-Klinke, Cinch

Digital SP/DIF, USB – / –

Kopfhörerausgang –

Raumanpassung –

Hochpassweiche –

Besonderheiten Gehäuseunterseite gummiert,

textile Chassisabdeckung,

Bluetooth mit aptX

AUDIOGRAMM

Ausstattung

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

Hörabstand 0,8 - 1,5 Meter.

Anwinkeln bringt wenig. Bei zu

dickem Bass erhöht aufstellen

oder Reflextunnel schließen.

ÅFeiner, unaufgeregter Klang

ohne tonale Schwächen, für

die Größe sehr souverän

Í kein Pegelwunder

sehr gut

sehr gut

71 PUNKTE

ÜBERRAGEND

G

H

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

F

1

Einstufung als PC-Lautsprecher

MESSLABOR

Die Schalldruckkurven der XS Book zeigen

ein lineares Verhalten mit einer maßvollen

Zurückhaltung unterhalb 1 kHz, die bei einer

grenzflächennahen Aufstellung durch die

Raumakustik egalisiert wird. Im Tiefbass

werden sehr beachtliche 60 Hz erreicht.

Die maximale Lautstärke bezogen auf 1 m

liegt bei 88 dB. Bis nahe 90 dB bleibt der

Klirr gering, darüber setzt Kompression ein.

Überfahren wird elektronisch verhindert.

Focal XS Book

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz

Focal XS Book

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

22

www.audio.de ›10/2013


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

WAVEMASTER TWO 250 EURO

Für sehr verlockende 250 Euro bekommt

man bei Wavemaster ein

Paar halbaktive Desktop-Lautsprecher

mit soliden MDF-Gehäusen und

weißem oder schwarzem Hochglanzlack.

Die kleinen Tonmöbel sind erstaunlich

gediegen verarbeitet und mit fünfeinhalb

Kilogramm bei der mit Elektronik bestückten

rechten Box um einiges schwerer

als es das knappe Format vermuten

lässt. Selbst die Spaltmaße wirken sauber

und beim 13er Tiefmitteltöner mit

Kevlarmembran sind sogar die Befestigungsschrauben

verdeckt.

Auch die Ausstattung kann sich sehen

lassen. Es gibt zwar weder digitale Eingänge

noch integrierte Empfänger für

Bluetooth oder Airplay, doch wer diese

Funktionen wünscht, kann sie über Zubehör-Dongles

oder den Airport Express

von Apple leicht nachrüsten. Für letzteren

ist an der Boxenrückseite eine Netzbuchse

vorgesehen. Desweiteren gibt

es dort zwei kleine Drehknöpfe für Bässe

und Höhen. Doch Vorsicht: Die Regelbereiche

sind gigantisch und schon ein

vorsichtiger Dreh führt zu großen Änderungen

beim Klang. Beim Hörtest blieben

sie der Vergleichbarkeit wegen in

Mittelstellung.

Die Wavemaster konnte räumlich weniger

gut auffächern als die Focal und erreichte

auch nicht die vornehme Geschmeidigkeit

der annähernd doppelt so

teuren Audio Pro. Doch die Spielfreude

der Two war enorm. So lange keine tonal

STROMSPENDER: Die Masterbox liefert

über USB oder die Netzbuchse Energie für

externe Geräte wie den Airport Express.

oder rhythmisch zu anspruchsvollen Sachen

gespielt wurden, war der Spaßfaktor

beachtlich. Das lag nicht zuletzt am

wuchtigen Bassbereich, der für die knappe

Größe der Box sehr vollwertig wirkte.

Die Schalldruckreserven waren nicht

überragend, doch für kleinere Spontanfeten

und erst recht die Nutzung im Nahfeld

reicht das Gebotene allemal.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Farben

Bauart

WAVEMASTER

TWO

High Tech Media GmbH

04 21 / 43 60 30 78

hmcomponents.com

250 Euro

2 Jahre

Schwarz, weiß hochglänzend

2-Wege, halbaktiv, Bassreflex

AUSSTATTUNG

Fernbedienung –

Verbindungskabel •

Eingänge Analog Mini-Klinke, Cinch

Digital SP/DIF, USB – / –

Kopfhörerausgang –

Raumanpassung Regler für Bässe und Höhen

Hochpassweiche –

Besonderheiten Stromversorgung für Zubehör

an der Rückseite.

AUDIOGRAMM

Ausstattung

Verarbeitung

KLANGURTEIL 1

PREIS/LEISTUNG

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

K M

Akustik

T

A

Aufstellung

W

D

ÅLebhafter, noch neutraler

Klang mit guter Auflösung und

betont kräftigem Bass.

Í nur mäßig pegelfest

sehr gut

sehr gut

69 PUNKTE

SEHR GUT

G

H

Hörabstand 1 - 2 Meter, leicht

zum Hörer anwinkeln. Mit den

Klangreglern durch den Raum

bedingte Effekte ausgleichen.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

F

1

Einstufung als PC-Lautsprecher

MESSLABOR

Die Wavemaster zeigt bei der Messung der

Frequenzgangkurven einen schwankenden

Verlauf mit einer moderaten Betonung von

Bässen und Höhen. Bei 1,5 kHz ist für alle

Raumwinkel ein Einbruch zu erkennen. Der

Bassbereich erreicht beachtliche 54 Hz. Die

maximale Lautstärke liegt mit 87 dB nicht

sehr hoch. Bereits bei 90 dB (grün) sind die

Klirrwerte deutlich erhöht. 95 oder 100 dB

(blau und rot) lässt die Elektronik nicht zu.

Wavemaster Two

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

Treble max

Bass max

Treble min

Bass min

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kH

Wavemaster Two

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

www.audio.de ›10/2013 23


Lautsprecher › AKTIVBOXEN

YAMAHA HS 8 660 EURO

Bei einem Bruttovolumen von mehr

als 30 Litern wird die HS 8 von

Yamaha vielen Nutzern als Desktop-Lautsprecher

zu groß erscheinen.

Doch die Geschmäcker sind verschieden

und die Bezeichnung "Nahfeld" ist

ein dehnbarer Begriff. Nicht wenige Fans

bevorzugen etwas größere Hörentfernungen,

die einen weniger kopfhörerhaften

Klangeindruck erzeugen.

Für diese Zielgruppe sind stämmiger

ausgeführte Kompaktboxen wie die HS

8 genau richtig, zumal wenn ein so hoher

Gegenwert geboten wird. Als einzige im

Feld ist die Yamaha konsequent aktiv,

besitzt elektronische Frequenzweichen

und separate Endstufen für jedes Chassis.

Zwei dreistufige Ortsfilter gestatten

eine hocheffektive Anpassung an den

Raum. Ihrer Herkunft aus dem Studio-

Bereich entsprechend sind die ausschließlich

analogen Eingänge für XLRund

Klinkenstecker ausgelegt; Cinch benötigt

einen (preiswerten) Adapter.

Bei den Messungen im AUDIO-Labor

lieferte die HS 8 einen vorbildlich linearen

Frequenzgang, der bis 38 Hertz hinunter

reichte. Selbst im elektronisch erweiterten,

deshalb große Membranauslenkungen

fordernden Bassbereich wurden

mächtige 96 Dezibel erreicht, darüber

waren die Werte gar dreistellig. Hier

konnte die Kombination aus wuchtigem

8-Zoll-Konus und hifikompatibler 1-Zoll-

Kalotte ihr Plus an Membranfläche sehr

deutlich zur Geltung bringen.

Noch mehr als durch ihre hohen Dynamikreserven

beeindruckte die Yamaha mit

einer gigantischen Spielfreude, gegen

die die kleineren Vergleichsboxen letz-

lich chancenlos waren. Die HS 8 konnte

musikalische Strukturen mühelos durchleuchten

und kam mit ihrer auch bei

komplexen Signalen reinen und neutralen

Spielweise dem Klangeindruck einer

hochwertigen HiFi-Anlage von allen am

nächsten. Bei aller Präzision wirkte die

HS 8 auch durchaus kultiviert, lieferte

satte Klangfarben und eine korrekte

Räumlichkeit. Wie schön, dass dieses

präzise austarierte Kraftpaket für gerade

mal 660 Euro zu haben ist.

FAZIT

Wolfram Eifert

AUDIO-Mitarbeiter

Bei kurzen Hörentfernungen, wie

sie am Schreibtisch üblich sind,

dürfen Boxen kleiner ausfallen als

vom Wohnzimmer gewohnt. Mir

würde beim Arbeiten die Focal

vollauf genügen. Understatement

in Reinkultur liefert die Audio Pro.

Sie suchen eine Aktivbox auch für

mittlere Distanzen? Dann nehmen

Sie am besten die Yamaha.

STECKBRIEF

Vertrieb

http://

Listenpreis

Garantiezeit

Farben

Bauart

RAUM UND

AUFSTELLUNG

Raumgröße

M

K

Akustik

T

D

A

Aufstellung

W

G

H

Hörabstand 1,5 bis 3 Meter. Bei

wandnaher Aufstellung dicken

Bass- und Grundtonzweig über

die Ortsfilter korrigieren.

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie

auf Seite 150.

F

YAMAHA

HS 8

Yamaha Deutschland

de.yamaha.com

660 Euro

2 Jahre

Schwarz

2-Wege aktiv, Bassreflex

AUSSTATTUNG

Fernbedienung –

Verbindungskabel –

Eingänge Analog Klinke, XLR

Digital SP/DIF, USB – / –

Kopfhörerausgang –

Raumanpassung Bass und Höhen, je dreistufig

Hochpassweiche –

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Ausstattung

Neutralität (2x)

Detailtreue (2x)

Ortbarkeit

Räumlichkeit

Feindynamik

Maximalpegel

Bassqualität

Basstiefe

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

ÅAuffallend neutraler und

lebhafter Kang mit großem

Detailreichtum, souverän

in allen Bereichen

Í –

sehr gut

90

85

80

75

70

55

75

75

sehr gut

78 PUNKTE

ÜBERRAGEND

MESSLABOR

Bei den Messungen im reflexionsarmen

Raum zeigt die HS 8 ein vorbildlich lineares

Verhalten mit einer ganz leichten Betonung

der Mitten, die über die Ortsfilter an der

Rückseite kompensiert werden kann. Dank

elektronischer Entzerrung liegt die untere

Grenzfrequenz mit 38 Hz auf dem Niveau

großformatiger passiver Standboxen. Die

maximale Lautstärke erreicht gute 96 dB.

Bis 95 dB bleibt der Klirr sehr moderat.

Yamaha HS 8

Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

High Trim +2 High Trim -2 Room Ctrl -2 Room Ctrl -4

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kH

Yamaha HS 8

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

24

www.audio.de ›10/2013


Verkaufsstart 21. September

FREUDE

AM HÖREN

Aria 948

Chassistechnolgie

Manufaktur

Gehäusefertigung

Weichentechnologie

EM-Technologie

Für die Serie Aria 900 nutzte Focal seine außergewöhnliche

Fertigungstiefe, um neuartige, zum Patent angemeldete

Chassis zu entwickeln. Dank der Sandwichkonstruktion

aus einem Flachsgeflecht und hauchdünner

Glasfolie bieten die Membranen der Aria-Treiber hohe

Steifigkeit und optimale Materialdämpfung – beste

Voraussetzungen für herausragende Performance. Das

Ergebnis sind Lautsprecher, die trotz eines moderaten

Preises ausgesprochen natürlich klingen und ein Musikerlebnis

ermöglichen, das Maßstäbe setzt.

www.music-line.biz/focal


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER

Nait in England

Die Nait-Gesellschaft wird um ein neues Mitglied bereichert: Der XS 2 liefert noch mehr

Gründe, seine Lautsprecher der seit drei Jahrzehnten überlieferten Verstärker-Legende

aus Salisbury anzuvertrauen. Aber reicht das, um den Neid der XS-Besitzer zu wecken?

■ Test: Stefan Schickedanz

Der Nait kam mit dem Erfolg von

Naim Audio. Lange nachdem

sich die Marke aus Salisbury einen

Namen für Vor- und Endstufen erworben

hatte, folgte 1983 ihr erster Vollverstärker.

Der war nur halb so breit wie

der legendäre Power-Amp NAP 250 und

wirkte neben den auf Show getrimmten

Rivalen aus Fernost wie David neben

Goliath.

Und wie in der Sage teilte der Mini so

aus, dass er zum Kult avancierte und ihm

ein langes, glückliches Leben beschieden

war. Und das bekommt gerade ein

neues Kapitel: Durch evolutionäre Weiterentwicklung

mutierte der inzwischen

in die Breite gegangene Nait XS (AUDIO

2/09) zum XS 2. Dazu verpassten ihm die

Briten eine Leistungsspritze und ließen

viele kleine Verbesserungen einfließen.

Eine davon dürfte für Kopfhörerfans einen

großen Unterschied ausmachen:

Der SuperNait (1/08) vererbte dem Neuen

seinen aufwändigen Class-A-Kopfhörer-Verstärker.

Die meist auf einfache

Chiplösungen vertrauenden Gegner haben

dem wenig entgegenzusetzen, vor

allem an wirkungsgradschwachen, hochohmigen

Edel-Hörern denen der XS2

ernsthaft Dampf macht und zugleich

feinste Nuancen entlockt.

Doch das Primärziel eines jeden Vollverstärkers,

die Lautsprecher, nahmen die

Briten beim Upgrade ebenfalls ins Visier.

Damit die nominal auf 2x70 Watt an 8

Ohm beziehungsweise 2x100 Watt an 4

Ohm erstarkte Endstufe nicht nur mit einem

Plus an Kraft, sondern auch an

Klang glänzt, musste sie sich zahlreichen

Operationen unterziehen. Aus dem

Vorverstärker NAC 552 entliehen sich

die Entwickler die Constant-Current-

Source-Treiberschaltungen, die mit ihrer

stabilen Stromversorgung die Endstufensektion

besonders rauscharm ansteuern

können.

Keramische Isolatoren an den Kühlkörpern

sollen durch gleichmäßigere Hitzeverteilung

sowohl die Perfomance der

Vor- als auch der Endstufe optimieren.

Die Mikroprozessorsteuerung des Nait

Fotos: Archiv, Shutterstock

TEST

Naue Variante des beliebten Vollverstärkers

NAIM NAIT XS 2 2150 €

26 www.audio.de ›10/2013


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER

IN XS: Hochwertige Bauteile an entscheidender Stelle, keramische Isolatoren

für die Kühlkörper und stärke Endstufen machen den XS 2 aus.

darf jetzt ein Nickerchen machen, wenn

sie nicht gebraucht wird, um nicht durch

vagabundierende Hochfrequenz-Emissionen

die sensiblen Audio-Schaltungen

zu beeinflussen. Die Verwendung von

sieben separaten Sekundärwicklungen

am speziell angefertigten Ringkerntrafo

sorgt für eine perfekte Trennung der einzelnen

Bereiche und schließt Interferenzen

durch die Hintertür aus.

Dort, wo sich die Entwickler Klangfortschritte

versprachen – also fast überall –

tauschten sie zudem zahlreiche Bauteile

aus. Das behaupten zwar alle bei solchen

Gelegenheiten. Doch die Marke

aus der Grafschaft Wiltshire gehört zu

jenen, denen man durchaus glauben

kann, dass es dabei nicht vorrangig um

Kostendämpfung ging. Der äußerlich eigenständige,

aber wenig auffällige Amp

präsentiert sich von innen in absoluter

Topform: Hochwertige Zutaten wie in

der Küche von Sternekoch Jamie Oliver,

blitzsauberer Aufbau eingebettet in ein

solides Aluminiumgehäuse, das mit seiner

geringen Masse Vibrationen schnell

ableitet und zudem amagnetisch ist.

Anschlussseitig entzieht sich Naim inzwischen

geschickt jeglichen Philosophie-Diskussionen.

Vier der sechs Analog-Eingänge

sind sowohl mit den traditionellen

DIN- als auch mit vergoldeten

Cinch-Buchsen bestückt. So kann der

Benutzer sich selbst ein Bild machen,

was besser klingt: In unseren Ohren

sind das klar die DINos, doch ist es auf

jeden Fall praktisch, im Alltag mal schnell

eine Reihe von Cinch-Eingängen zur

Hand zu haben. Die fünfte DIN-Buchse

verfügt über eine Stromversorgung für

www.audio.de ›10/2013

27


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER

DIN-WIN-SITUATION: Statt der früheren Diktatur der DIN-Buchsen gibt es inzwischen beim Nait eine demokratische

Mitbestimmung. Der Besitzer kann selbst entscheiden, ob er doch lieber Cinch verwendet. Der USB-Eingang dient Software Updates.

die Phono-Vorstufen StageLine und SuperLine.

Apropos Stromversorgung:

Selbstverständlich darf der Naim-Freak,

der nach Höherem strebt, wieder ein externes

Netzteil in drei Eskalationsstufen

anschließen: FlatCap, HiCap oder gar

das riesige SuperCap.

Im Hörtest musste der Newcomer dann

ohne Cap auftreten. Die Tester auch,

denn der Orkan, den der kleine Amp aus

den Boxen entfachte, hätte jede Kopfbedeckung

weggeblasen. Ganz der Alte?

Nein, der neue Nait weckt noch mehr

Gier. Was Spaß betrifft, war der Nait

über drei Dekaden eine Bank. Früher

gab es auf jede Note, die man ihm anvertraute,

sogar kräftig Zinsen in Form von

angenehm warmen Klirr. Das förderte

die Musikalität, verschleierte gleichzeitig

das niedrige Grundkapital von nur einer

Handvoll Watt. Doch wir leben nicht

mehr in den 80ern. Heute sind Transparenz

und Ehrlichkeit angesagt – ein Trend,

der auch den Nait erfasste. Zwischenzeitlich

konnten Nostalgiker befürchten,

der Zeitgeist habe den Briten eine

Zwangsabgabe abgerungen, denn stetiger

Zuwachs an Höhen und Bässen ist

nicht unbedingt mit höheren Renditen

im Bereich der Emotionalität verbunden.

Doch bereits beim Nait XS konnte Naim

eine mustergültig ausgewogene Bilanz

vorlegen: Er verband Kraft, Neutralität,

Breitbandigkeit und Spritzigkeit. Der XS

2 fährt in allen Bereichen noch bessere

Ergebnisse ein. Vor allem begeisterte

seine stabile plastische Abbildung, seine

Explosivität, seine für diese Klasse

schier unglaublichen Reserven und der

Umgang mit den Extremen auf der Frequenzskala.

Tiefgang und Kontur im

Bass bestanden den Stresstest ebenso

wie die klaren, spritzigen Höhen. Klare

Empfehlung: Kaufen bei 2150 Euro.

FAZIT

Stefan Schickedanz

AUDIO-Mitarbeiter

Im Laufe der Zeit habe ich viel

Nait erlebt. Vor 30 Jahren war der

auf einer antiquierten Schaltung

basierende kleine britische Vollverstärker

noch ein dirty old amp,

der mit seinen orgiastischen Eskapaden

wie ein audiophiler

Charles Bukowski die Leute zum

Feiern animierte. Heute ist er

zwar clean und etwas angepasst.

Aber wenn er von Leine gelassen

wird, geht's richtig ab.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

ANSCHLÜSSE

Phono MM / MC

Hochpegel Cinch / XLR

Festpegel Eingang

TapeOut

Pre Out Cinch / XLR

Kopfhörer

FUNKTIONEN

Aufnahmewahlschalter

Klangregler / abschaltbar

Loudness

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Phono MM/MC

Klang Cinch

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

NAIM

NAIT XS2

Musicline

0 41 05 / 77 0 50

music-line.biz

2150 Euro

5 Jahre

43,2 x 7 x 31,4 cm

8,4 kg

– / –

5 (+4xDIN) / –

schaltbar


• (+DIN)/ –



– / –



Anschluss für externe

Netzteile, DIN-Eingänge,

Remote-Anschluss

ÅÜberragende Spielfreude,

spritzige Höhen,

solider Bass und tolles

Timing.

Í –

– / –

110

gut

sehr gut

überragend

110 PUNKTE

ÜBERRAGEND

MESSLABOR

-60 -40 -20 0 20 40 60

Phase[Grad]

Naim_Nait_XS2_c TEST factory Naim_Nait_XS 2_hL 08/23/13 13:45:24

+0

60

55

-10

50

k

45

-20 2

40

35

-30 k3

30

k

25

-40 4

20

k

-50

15

5

10

d

B -60

V

o

V

2

3

4

6

8

I mpe da n z [ Oh m]

S p a n n u n g [

-70

-80

-90

-100

-110

-120

10m

20m 50m 100m 500m 1 2 5 10 20 50 100 200 500

W

1k

Mit 2x76/113 W an 8/4Ω (AK=60) und

guter Laststabilität (1) ist der NAIT XS

der bisher kräftigste Nait. Der Klirrverlauf

in der Harmonischen-Analyse (2) ist

schön gleichmäßig, es dominiert aber

k3 statt k2, was erfahrungsgemäß Frische

und Dynamik etwas unterstreicht.

Für Hochwirkungsgrad-Lautsprecher ist

der Rauschabstand (88dB) etwas knapp,

ansonsten misst sich der NAIT XS 2 unauffällig

und sauber.

28 www.audio.de ›10/2013


HIFI · SURROUND · HIGH END · MUSIK

Mobil

Spezial

24

Geräte im Test

HiFi To Go

Das beste Equipment für Highender, die

auch unterwegs Musik genießen wollen.

■ Test: Alexandros Mitropoulos

ON-EARS

Ohrumschließende

Modelle

für unterwegs.

IN-EARS

Von erschwinglich

bis edel – hier

ist alles dabei!

VERSTÄRKER

Mobile KH-Amps

mit integriertem

D/A-Wandler.

HIGH-RES PLAYER

Portis, die sogar

FLAC-Dateien

abspielen.


Spezial › PORTABLES HIFI

ON-EAR KOPFHÖRER

Ohrumschließende Modelle tönen kräftiger

im Bass, und isolieren Außen-

Geräusche effektiver als ohraufliegende

Hörer. Letztere wiegen weniger

und sind komfortabler zu tragen.

AKG K 545 350 €

B&W P3 200 €

ADL H 118 260 €

KEF M 500 300 €

NAD VISO HP 50 300 €

V-MODA CROSSFADE M-100 310 €

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

AUDIOGRAMM

Harman/Kardon

harmankardon.de

Over-Ear

286 Gramm

34,5 Ω

102 dB

2 x Kabel, abnehmbar.

ÅVollmundiger Bass, spielt

auch bei leisen Pegeln

detailreich.

Í Kopfbügel könnte noch

etwas bequemer aufliegen.

Klang 80

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 80

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

AKG K 545

350 EURO

Der Kopfhörer-Test in AUDIO 2/13 kürte

den AKG K 551 zur neuen Referenz unter

den mobilen Bügelkopfhörern. Der neue

K 545 verwendet den selben 50mm-Treiber

wie der großer Bruder – unterscheidet

sich aber in einigen Details von ihm.

So fällt der K545 deutlich kompakter aus

und besitzt einklappbare Hörermuscheln,

was ihn besser im Rucksack oder in der

Aktentasche verschwinden lässt. Das

Kabel ist beim K 545 steckbar – ein Detail,

das viele Nutzer des K 551 vermissten.

AKG liefert gleich zwei Kabel mit: eines

für die Nutzung mit Apple-Produkten und

eines für Android-Geräte – jeweils mit

Fernbedienung für den Player und mit

eingebautem Freisprech-Mikro. Der K

545 tönte dank seiner geschlossenen

Hörermuscheln saftig-druckvoll im Bass,

der selbst bei höheren Pegeln seine Präzision

beibehielt. Bei leiseren Passagen

gefiel insbesondere der Detailreichtum

im Mittel- und Hochtonbereich.

TEST factory AKG_K545_fk

08/27/13 15:21:42

+120

+115

+110

+105

+100

+95

+90

d +85

B

r +80

B +75

+70

+65

+60

+55

+50

+45

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Der Frequenzgang des K545 verläuft

bis auf eine Anhebung im Bassbereich

und einer marginalen Welligkeit im Präsenzbereich

ausgewogen.

BOWERS & WILKINS P3 200 EURO

Der P3 fällt auf Anhieb wegen seines klassischen Designs und seiner exzellenten Verarbeitung auf. Der Hörer

lässt sich zusammenklappen, so dass er zur Not auch mal in die Jackentasche passt. B&W bemühte sich

bei der Entwicklung der Treiber um möglichst homogene und verzerrungsfreie Spielweise. Für den Antrieb

der aus Mylar (einer Hightech-Polyesterfolie) bestehenden Membranen kommen deshalb extra

starke Neodym-Magnete zum Einsatz. Der Tragekomfort ist dank des Memory-Schaums der Ohrpolster

angenehm, der filigrane Bügel sorgt für den nötigen

Anpressdruck. Die Abbildung des P3 wirkte detailreich

und plastisch. Der Bass tönte rund, Mitten

und Höhen fein, homogen und nie zu scharf.

TEST factory B&W _P3_fk

08/20/13 11:12:22

+120

+115

+110

+105

+100

+95

+90

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

B&W Deutschland

bowers-wilkins.de

On-Ear

125 Gramm

36 Ω

103,5 dB

Kabel abnehmbar,

Reisetasche

d

B

r

B

+85

+80

+75

+70

+65

+60

+55

+50

+45

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Der ab 10 kHz abfallende Frequenzgang

verantwortet den weichen Hochtonbereich.

Die Basswiedergabe wird von

dem leichten Anstieg intensiviert.

AUDIOGRAMM

ÅAngenehmer, unaufdringlicher

Klang, Verarbeitung.

Í Kopfbügel könnte noch

besser gepolstert sein.

Klang 75

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 75

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

30

www.audio.de ›10 /2013


Spezial › PORTABLES HIFI

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

AUDIOGRAMM

TCG Handels GmbH

adl-av.de

Over-Ear

269 Gramm

72,8 Ω

100 dB

Kabel abnehmbar, Reisetasche,

6,3mm-Adapter

ÅNeutral und detailreich,

Solide Verarbeitung.

Í Nicht für alle Ohren optimale

dreieckige Form der

Hörmuscheln.

Klang 75

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 75

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

Der Frequenzgang des H 118 verläuft

über weite Strecken brettgerade. Der

kleine Einbruch im Brillanzbereich

dürfte in der Regel nicht stören.

ADL H118

UM 260 EURO

Die Tochterfirma von Furutech präsentierte

ihren ersten Kopfhörer erst vor

kurzem: Der geschlossene H 118 eignet

sich besonders für den mobilen Einsatz.

ADL spendierte zu dem Porti ein hochwertiges

Kabel dazu – sogar eines mit 3

Meter Länge, was aber unterwegs zu

Verwicklungen führen kann. Die 40mmgroßen,

von Neodym-Magneten angetriebenen

Membranen besitzen leichte,

verkupferte Alu-Schwingspulen, was in

aller Regel eine schnellere Ansprache

und ein besseres Timing verspricht.

Ein Ring zwischen Schwingspule

und Membran soll bei hohen Frequenzen

für Phasentreue und eine

besonders saubere Abbildung

sorgen. In der Tat: Der H

118 tönte sehr offen und ausgewogen.

Bühnen und Instrumente

stellte er – ohne jede Schärfe

und Aufdringlichkeit – überzeugend

genau und plastisch dar.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

GP Acoustics

kef.com

On-Ear

211 Gramm

34 Ω

109 dB

2x Kabel (abnehmbar), Reisetasche,

Flugzeugadapter

KEF M 500

UM 300 EURO

Den ohraufliegenden Kopfhörer M 500

zeigte KEF erstmals auf der diesjährigen

High End in München. Der geschleckt

verabeitete massive Alu-Rahmen verleiht

dem KEF ein extra elegantes Aussehen.

Der Memory-Anschmeichel-Schaumstoff

an Bügel und Muschel sorgt für kuscheligen

Tragekomfort. Dämmschichten

senken den Pegel von Außengeräuschen

erheblich ab. Sein Inneres beschallt

der M 500 mit 40mm-Breitbändern,

angetrieben von kernigen Neodym-

Magneten. Besonders bemerkenswert:

Die Schwingspule, die aus dick verkupfertem

Aludraht besteht. Sie vereint

Leichtigkeit mit bester Leitfähigkeit.

Darüberhinaus hat KEF die Schallwand

zwischen Membran und Polster mit Akribie

perforiert, so dass sich ein optimaler

Frequenzgang ergibt. Beim Hörtest spielte

der M 500 mit druckvollem Bass – für

ohraufliegende Modelle alles andere als

selbstverständlich. Während die Höhen

fast einen Tick zu entspannt wirkten,

klang der Mittelton sehr rythmisch und

detailreich.

AUDIOGRAMM

ÅHervorragende Verarbeitung,

sehr bequem zu tragen,

rund-angenehmer Klang.

Í –

Klang 80

Verarbeitung

überragend

KLANGURTEIL 80

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

Der Frequenzgang des KEF M 500 fällt

zum Hochton hin ab, was einen wärmeren

Klang ergibt. Bietet eine tolle

Maximallautstärke von 109 Dezibel.

www.audio.de ›10/2013

31


Spezial › PORTABLES HIFI

NAD VISO HP 50 300 EURO

Die meisten HiFi-Spezialisten ergänzen

zur Zeit ihr Angebot um mindestens einem

Kopfhörer – so auch NAD. Um die

„New Acoustic Dimension” zu finden,

mussten die NADler nicht lange suchen.

Die Schwesterfirma PSB besitzt mit Paul

Barton einen fähigen Entwickler, der unter

anderem den M4U2 von AUDIO

8/2012 konstruierte. Diesen (genauer

den M4U1 ohne Noise

Cancelling) nahm Barton als

Vorbild für die Entwicklung

des Viso HP50. Er

verpasste dem

40mm-Treiber allerdings

etwas mehr

Elan im Bass. Störgeräusche

aus der

Außenwelt versucht

der Viso mit

einem dicht geschlossenen

Aufbau

inklusive einer zusätzlichen

Extra-Dämmschicht

draußen zu halten.

Bass hin, Außenwelt her, klanglich gefiel

der NAD ganz besonders wegen seines

außerordentlich neutralen und dynamischen

Wesens. Er klang wunderbar plastisch

und luftig in den Höhen. Der Bass

erschien beim abgründigen „Nightcall”

(Kavinsky & Lovefoxxx) ganz und gar

nicht überzogen oder fett,

sondern einfach nur

kraftvoll-richtig.

V-MODA CROSSFADE M-100 UM 310 EURO

Laut Hersteller wurde der M-100 in Zusammenarbeit

mit Musikern, Produzenten und Fachjournalisten entwickelt.

Die achteten wohl darauf, dass er zwei In/

Out-Kombibuchsen für einen Zweitkopf hö rer oder –

zum umschalten – für eine zweite Musi k quel le bekam.

Mechanisch wurde der V-Moda auf bestmögliche

Stabilität und Schlagfestigkeit getrimmt. Wer

mag, darf die Profi-schwarzen Muscheln mit optional

erhältlichen Zierplatten optisch aufmotzen.

Das Highlight sitzt im Inneren: Der V-Moda besitzt

eine konzentrisch aufgebaute Doppelmembran

mit einer kleineren zentralen für

den Hochton. Das soll Verzerrungen verringern

und den Wirkungsgrad steigern. Der

M-100 spielte Genre-übergreifend wirklich

sagenhaft neutral und präzise. In den

Höhen blieb stets Luft zum Atmen, tiefere

Töne immer schön, bunt,

locker und frei...ein

EMPFEHLUNG

NEUTRALER KLANG

10/13

TESTSIEGER

MOBILER ON-EAR

10/13

starker, obendrein

grundsolide gebauter

Hörer.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

AUDIOGRAMM

Dynaudio

nad.de

Over-Ear

253 Gramm

36 Ω

104 dB

Abnehmbares Kabel, Reisetasche,

Flugzeugadapter.

ÅAngenehm zu tragen,

enorm detailreicher und neutraler

Klang, Verarbeitung.

Í –

Klang 82

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 82

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

TEST factory NAD_Visohp50_fk

08/27/13 15:39:13

+120

+115

+110

+105

+100

+95

+90

d +85

B

r +80

B +75

+70

+65

+60

+55

+50

+45

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Bis auf eine schmalbandige Erhöhung

bei 5kHz bietet der NAD Ebenmäßigkeit.

Der zarte Höhen-Rolloff trägt zum

angenehm-runden Charakter bei.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

AUDIOGRAMM

Higoto GmbH

higoto.de

Over-Ear

282 Gramm

34 Ω

105 dB

2x Kabel abnehmbar, Reisetasche,

6,3mm-Adapter.

ÅSehr ausgewogener Klang,

gutes Design, solide Verarbeitung,

hoher Tragekomfort.

Í –

Klang 82

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 82

PREIS/LEISTUNG ÜBERRAGEND

TEST factory V-Moda_Crossfade_M-100_fk 08/27/13 15:49:50

+120

+115

+110

+105

+100

+95

+90

d +85

B

r +80

B +75

+70

+65

+60

+55

+50

+45

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Die kleine „Wanne” um 500Hz führt erfahrungsgemäß

zur Verbesserung der

Stimmen-Verständlichkeit. Sonst verläuft

der Frequenzgang ausgewogen.

32


Spezial › PORTABLES HIFI

IN-EAR KOPFHÖRER

Diese Art von Kopfhörern sitzt meistens

direkt im Gehörgang.

Voraussetzung für einen ausgewogenen

Klang, ist ein guter Sitz im Ohr.

TESTSIEGER

MOBILER IN-EAR

10/13

STAX SRS-002 750 €

BOSE QC 20I 300 €

FINAL HEAVEN VI 600 €

PHILIPS FIDELIO S 2 150 €

SENNHEISER IE 800 700 €

MUSICAL FIDELITY EB-50 200 €

STAX SRS-002 750 EURO

Stax benötigt eigentlich keine große Einführung:

Die elektrostatischen Kopfhörer

der japanischen Firma werden seit Jahrzehnten

von Musikgenießern und -arbeitern

als Nonplusultra in Sachen Auflösung

geliebt – und manchmal wegen ihrer gnadenlosen

Ehrlichkeit vielleicht auch ein

bißchen gehasst.

Mit dem SRS-002 hat Stax auch ein Modell

für unterwegs im Programm – einen

elektrostatischen In-Ear! Das Set besteht

aus dem SR-002 und dem Versorgungsteil

SRM-002. Letzteres liefert die Vorspannung

von 100V-200V für die Membran

folien und verstärkt auch das Signal

auf angemessen hohe Werte – alles freilich

bei winzigen Stromstärken. Der Warnhinweis

in der Bedienungsanleitung

„nicht in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit,

und nicht direkt nach dem Duschen

benutzen”, soll also eher die filigranen

Treiber schützen als ihren Besitzer. Das

Speiseteil kommt mit zwei AA-Batterien

klar, eine schaltbare Eco-Funktion reduziert

den Stromverbrauch auf Kosten des

Maximalpegels. Die Lautstärke der via

3,5mm-Klinke zugeführten Signale regelt

ein kleines Potentiometer.

Nach dem Aufsetzen des neuen Stax-

Kopfhörers trauten zumindest die jüngeren

Tester ihren Ohren kaum. Bei völliger

tonaler Ausgewogenheit geriet der Informationsgehalt

so hoch, dass auch zigmal

gehörten Aufnahmen – „Hoppla, da ist ja

noch mehr drauf” – mit einer Fülle neuer,

bisher ungehörter Details überraschten.

Mit seiner mühelosen Transparenz, die

auch bei enormen Pegeln vollständig erhalten

blieb, ist der Stax einer der derzeit

besten In-Ear-Kopfhörer.

STECKBRIEF

Vertrieb

Audiotrade

www

audiotra.de

Typ

In-Ear

Gewicht 26 Gramm (Speiseteil 120g)

Impedanz

Wirkungsgrad

aktives System

114 dB

Zubehör

Kabel abnehmbar, 2x AA-

Batterie, Kopfbügel.

AUDIOGRAMM

ÅNeutraler, detailreicher

und feinaufgelöster Klang.

ÍSpeiseteil etwas sperrig,

Sitz könnte komfortabler sein.

Klang 90

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 90

PREIS/LEISTUNG ÜBERRAGEND

TEST factory Stax_SRS-002_f k

08/27/13 15:40:49

+120.3

+115.281

+110.262

+105.244

+100.225

+95.206

+90.187

d +85.169

B

r +80.15

B +75.131

+70.112

+65.094

+60.075

+55.056

+50.037

+45.019

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Bis zirka 700Hz verläuft der Frequenzgang

des Stax linealgerade. Danach

erlaubt der Hörer sich eine leichte Betonung

des Mitteltonbereichs.

www.audio.de ›10/2013 33


Spezial › PORTABLES HIFI

BOSE QC 20I 300 EURO

Als einziger In-Ear-Kopfhörer im Testfeld

besitzt der Bose QC 20i ein aktives

Noise-Cancelling. Anders als sein

großer Bruder QC15 (Heft 12/09)

kann man mit dem In-Ear-Modell

auch Musik hören, ohne die Akkustrom-zehrende

Rauschunterdrückung

aktivieren zu müssen. Der Schalter

findet sich an einem kleinen Speiseteil,

das am Ende des Kopfhörerkabels

hängt. In diese Kontrolleinheit integrierte

Bose auch den Akku, der sich via Micro-USB

von einem Computer nachladen

lassen kann. Bei deaktivierter Geräuschunterdrückung

tönte der Bose

QC 20i bereits ausgewogen und sauber.

Und mit Noise Cancelling – auch in ruhiger

Umgebung – sogar noch sauberer

und ausgewogener. Die NC-Funktion

dachte netter Weise nicht daran, sich an

den eigenen Bässen zu vergreifen – sie

kamen jetzt sogar noch griffiger, sehniger,

eindrucksvoller.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

AUDIOGRAMM

Bose Deutschland

bose.de

In-Ear mit Noise Cancelling

22 Gramm

76,5 Ω

104 dB

Reisetasche, USB-Kabel

ÅEnorm detailreich und neutral

– auch ohne aktiviertes

NC, hoher Tragekomfort.

Í –

Klang 68

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 1 68

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

1

Einstufung als Noise-Cancelling-Kopfhörer

EMPFEHLUNG

NC IN-EAR

TEST factory Bose_QC20_fk

08/19/13 14:06:41

+120

+115

+110

+105

+100

+95

+90

d +85

B

r +80

B +75

+70

+65

+60

+55

+50

+45

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Die Noise-Cancelling-Schaltung wirkt

auch linearisierend auf den Bassbereich.

Die gemessene Mitteltonbetonung

wirkt beim Hören nicht unangenehm.

10/13

FINAL HEAVEN VI UM 600 EURO

Final Audio Design dürfte ambitionierten

Highendern vielleicht ein Begriff sein,

denn Firmenchef Kanemori Takai beschäftigt

sich seit den 70er-Jahren mit Hi-

Fi. Eines seiner bekanntesten Erzeugnisse:

der „Opus” – ein Lautsprecher, der

mit seinen 800 kg pro Stück fast so

schwer war wie ein mittleres japanisches

Haus. Im neuen Jahrtausend orientierte

sich der Japaner am anderen Ende der

Skala – in Kooperation mit dem Steckerund

Kabelriesen Molex entstanden die

ersten Kopfhörer. Final baute bald den

selbstentwickelten „Balanced Air

Motion”-Treiber ein, der dank seines strömungsoptimierten

Aufbaus nur ganz wenig

Platz benötigt. Dieser BAM-Treiber

wurde vor kurzem noch einmal überarbeitet

und verrichtet nun im schicken Heaven

VI seinen Dienst. Das perfekt verarbeitete

Gehäuse besteht aus verchromtem

Kupfer, das aber mit 8,5 Gramm pro

Stöpsel so gut wie nichts wiegt und sich

geradezu in die Ohrmuschel kuschelt. In

puncto Musikwiedergabe verlangen die

Finals aber eine gewisse Aufmerksamkeit.

Mit überragender Transparenz und

Sauberkeit, allerdings auch mit einer Tendenz

zur Frische im Präsenzbereich, deuten

sie eifrigst auf Details und zarteste

Umrisse hin. Die neugierigen Tester störte

das nicht – zumal es am unteren Ende

des Hörbereichs äußerst staubtrockenauthentisch

herging.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

AUDIOGRAMM

Sintron

sintron.de

In-Ear

17 Gramm

11,5 Ω

111 dB

Edle Transport-Schatulle

ÅNuancierte Stimmenwiedergabe,

neutraler Bass,

feine Verarbeitung, sitzt

bequem im Ohr.

Í –

Klang 80

Verarbeitung

überragend

KLANGURTEIL 80

PREIS/LEISTUNG GUT

TEST factory Final_HeavenVI_CC_fk 08/19/13 12:30:54

+120

+115

+110

+105

+100

+95

+90

d +85

B

r +80

B +75

+70

+65

+60

+55

+50

+45

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Linearer Frequenzverlauf bis etwa 1kHz,

danach ist eine Betonung des Präsenzbereiches

erkennbar. Hier und im Mittelton

auch etwas Klirr.

34

www.audio.de ›10 /2013


Spezial › PORTABLES HIFI

PHILIPS FIDELIO S 2 150 EURO

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Impedanz (aktiv, passiv)/

Wirkungsgrad

Zubehör

AUDIOGRAMM

Philips Deutschland

philips.de

In-Ear

23 Gramm

24,4 Ω

102 dB

Reisetasche.

EMPFEHLUNG

PREIS/LEISTUNG

ÅKlingt sehr neutral und

dynamisch, hochwertige

Verarbeitung.

Í Die Gehäusegröße hätte

für kleinere Ohren besser

ausgelegt sein können.

Klang 72

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 72

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

10/13

TEST factory Philips_FidelioS2_f k 08/27/13 15:40:00

+120.3

+115.281

+110.262

+105.244

+100.225

+95.206

+90.187

d +85.169

B

r +80.15

B +75.131

+70.112

+65.094

+60.075

+55.056

+50.037

+45.019

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Leichte Wanne im Mittelton erkennbar,

aber ansonsten ein in sich stimmiger,

sehr ausgewogener Verlauf, extrem geringer

Klirr.

Philips wird dafür gelobt, Produkte auch für große Auflagen mit

einer bemerkenswerten Akribie zu entwickeln. Das vermag auch

der Fidelio S 2 zu verdeutlichen. Zunächst ein Blick auf die mechanische

Konstruktion: Das Kupfergehäuse des S 2 sieht tatsächlich

so aus, als ob es sich Vibrationen und Eigenresonanzen verkneifen

könnte, also Unholde, die unter Umständen zu einer verzerrten

Höhenwiedergabe führen. Auf der anderen Seite könnte die halboffene

Bauweise mit erheblich großen 13,5mm-Treibern eine

pfundige Basswiedergabe mit sich bringen. Und schließlich sieht

die Außenseite mit ihrem kratzfesten, in Schwarz oder Weiss erhältlichem

Klavierlackfinish

höchst appetitlich

aus. Und genau so

ging der in Belgien

großgezogene Fidelio

schließlich auch akustisch

zur Sache. Er bildete

Klanglandschaften

großzügig weit,

bunt und blumig ab -

und neigte trotzdem

nicht zur Übertreibung.

SENNHEISER IE 800 UM 700 EURO

Dass Sennheiser exzellente Kopfhörer bauen kann, wissen die Tester nicht erst seit dem

HD 800 (5/09) – die Latte liegt beim neuen IE 800 entsprechend hoch. Ein neuentwickelter

7-mm-Breitbänder in einem extra soliden Keramikgehäuse soll aber die Erwartungen

mehr als erfüllen. Im Vergleich zu üblichen Treibern bekam Sennheisers Breitbänder eine

neu ausgetüftelte Belüftung des Antriebsmagneten, die nach Aussage der Niedersachsen

zu einem noch günstigeren Frequenzgang führt. Wirklich tüftelig: Die neue Air Condition

soll feinen Taumelbewegungen der Membranen und damit kleinpegeligen aber

unangenehm klingenden Verzerrungen entgegenwirken. Nun ja, das Intro zu J.J. Cales

„Cocaine” offenbarte erst einmal einen dominanten, enorm tiefreichenden und druckvollen

Bass. Bei spaßbetonter Pop-Musik durchaus lustvoll zu genießen, mit Klassik oder

Songwriter-Nummern aber fast schon zuviel. Die Luft ging dem offenbar auch auf Dynamik

getrimmten Wedemarker deshalb aber nicht aus: Mittel- und Hochtonbereich durften

sich – ohne dass die Abbildung litt – nach Lust

STECKBRIEF

und Laune entfalten und für einen farb- und

Vertrieb

Sennheiser

lebensprallen, sinnlichen Sound sorgen.

www

sennheiser.de

Typ

In-Ear

Gewicht

6 Gramm

TEST factory Sennheiser_ IE800_fk 08/10/12 13:29:51

+120

+115

+110

+105

+100

+95

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

16,1 Ω

107 dB

Etui, Reinigungs-Pinzette

d

B

r

B

+90

+85

+80

+75

+70

+65

+60

+55

+50

+45

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Sehr ausgewogener Mittelhochton, etwas

stärker ausgeprägte und breitbandige

Bassbetonung. Sehr tiefreichender

Bass, äußerst geringe Verzerrungen.

AUDIOGRAMM

ÅRealistische und tiefe

Abbildung, detailreicher

Hoch- und Mittelton.

Í Bass für feinere Genres

etwas dominant. Kabel

überträgt Körperschall.

Klang 80

Verarbeitung

überragend

KLANGURTEIL 80

PREIS/LEISTUNG GUT

www.audio.de ›10/2013 35


Spezial › PORTABLES HIFI

MUSICAL FIDELITY EB-50 200 EURO

Der EB-50 ist Musical Fidelitys allererstes

Kopfhörer-Modell. Die Anweisung

an die Entwickler leuchtet demnach ein:

Im Hauruck das Bestmögliche zu erreichen.

Doch bei In-Ears spielt vor allem

ein Faktor eine ausschlaggebende Rolle:

Damit der Nutzer den gesamten Frequenzbereich

überhaupt wahrnehmen

kann, muss der In-Ear perfekt im Gehörgang

sitzen und diesen so gut es geht

abschließen. Deshalb liefert Musical Fidelity

gleich einen ganzen Kasten vollgepackt

mit Silikon-Aufsätzen – mit ganz

normalen, bis hin zu abenteuerlicheren

Formen. Die Rechnung scheint aufzugehen,

denn der EB-50 passte perfekt in

alle Tester-Ohren hinein. Der im schicken

Alu-Gehäuse sitzende 6mm-Treiber

konnte sein volles Potential immer

entfalten. Davon besaß er nicht wenig:

Der Bass bei „Reebooks In Heaven” von

Fujiya & Miyagi („Transparent Things”)

tönte überaus druckvoll und präsent, be-

hielt aber stets eine geordnete Haltung.

Auch im Mitteltonbereich übte der EB-

50 – trotz seines nicht ganz verzeihbaren

Frequenz-Hubbels bei 2,5 Kilohertz –

Übersicht. In den Höhen brennt dem

Musical dann in sieben Wintern nichts

mehr an. Unterm Strich betrachtet treten

die englischen In-Ears fast wie Abhör-Monitore

auf: Souverän, detailreich

und stimmig.

TEST factory Mu sicalFidelit y_EB50 08/19/13 12:31:25

+120

+115

+110

+105

+100

+95

+90

d +85

B

r +80

B +75

+70

+65

+60

+55

+50

+45

+40

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 40k

Hz

Bis etwa 1kHz linealgerader Frequenzverlauf.

Ausgeprägter Peak um 2,5kHz

mit etwas Klirr, dann bis 10kHz wieder

ausgewogen, breitbandig und klirrarm.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Typ

Gewicht

Impedanz

Wirkungsgrad

Zubehör

AUDIOGRAMM

Reichmann Audiosysteme

reichmann-audiosysteme.de

In-Ear

18 Gramm

51 Ω

111 dB

Transport-Kästchen, sieben

Paar Silikon-Aufsätze

ÅEhrlich-neutraler Klang

ohne sich aufzuspielen, gute

Isolation nach Außen.

Í Kabel überträgt etwas

Körperschall.

Klang 72

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 72

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

SO MISST

KOPFHÖRER

KOPFSACHE: Der Messkopf

besitzt ein künstliches Ohr.

AUDIO misst sämtliche Testgeräte im

hauseigenem Labor. Für Kopfhörer-

Messungen stehen den Ingenieuren

zwei Hilfsmittel zur Verfügung: In-Ear-

Kopfhörer werden mit einem Kunstkopf-

Mikrofon des deutschen Herstellers

HeadAcoustics gemessen. Dieses besitzt

realistische Silikonohren (inklusive

nachgeahmtem Gehörgang). Für On-

Ear-Hörer kommt hingegen eine Messschale

von Brüel&Kjaer zum Einsatz.

Diese Vorrichtung besitzt kein nachempfundenes

Kunstohr, und das Mikrofon

schließt bündig mit der Oberfläche der

Messschale ab. Der Grund: Bei Menschen

spielen die Verknorpelungen des

Außenohrs, die wie der Fingerabdruck

bei jedem Menschen anders aussehen,

eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung

von Klang. Jeder Hörer nimmt daher

Schall auch unterschiedlich wahr. Um

diesen subjektiven Faktor auszuschließen

und ein neutrales Messergebnis zu

erhalten, misst AUDIO On-Ears ausschließlich

mit dieser speziellen

Messschale. Während der Messung

von Kopfhörern schicken die

Kollegen genormte Testsignale

(beispielsweise weißes Rauschen)

in den angeschlossenen Hörer, die

dann von den im Kunstkopf und in

der Sonden-Schale integrierten Mikrofonen

aufgenommen werden.

KLANGDOSE: Für On-Ear-Kopfhörer kommt

eine Messschale ohne Ohrmodell zum Einsatz.

Die Mikrofone verarbeiten Frequenzen

bis 40kHz und besitzen eine

vollkommen lineare Kennlinie bei

vernachlässigbarem Eigenrauschen.

Danach werden die Ergebnisse,

wie es auch bei Messungen

von Lautsprechern oder Verstärkern

geschieht, von einer speziellen

Mess-Software ausgewertet.

36

www.audio.de ›10 /2013


Die besten Class-A Mono-Endstufen A-200

A-65

Weitere Class AB-Modelle: P-7100, P-6100 und P-4200.

A-46

A-35

Hören und fühlen Sie die Perfektion der aktuellen Vor- Mono- und und Vollverstärker Stereo- Endstufen bei Ihrem bei P.I.A.- Ihrem Vertrags-

P.I.A.-

Vertragshändler. Händleradressen Händleradressen und die aktuellen und die aktuellen Show-Termine Termine für für „Accuphase live“ live“ finden finden Sie im Sie Internet unter

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Ihr Accuphase ein Accuphase bleibt.

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Endstufen

enrich life through technology


Spezial › PORTABLES HIFI

KOPFHÖRER-VERSTÄRKER

Handliche Geräte für unterwegs, die

das schwache Ausgangssignal von

Mobiltelefonen und Portis verstärken.

Modelle mit integriertem DAC bieten

sich auch für den Betrieb am Laptop an.

ADL BY FURUTECH X1 450 €

AUDIOENGINE D1 170 €

AUDIOQUEST DRAGONFLY 250 €

AVINITY USB DAC MOBILE 180 €

FIIO ALPEN E 17 135 €

FIIO ROCKY E 02I 25 €

M2TECH HIFACE DAC 220 €

MEIER AUDIO CORDA PCSTEP 250 €

MERIDIAN EXPLORER 310 €

V-MODA VAMP VERZA 600 €

FIIO ROCKY E 02I

UM 25 EURO

Der E 02i ist ein rein analog anschließbarer,

für Apple-Geräte konzipierter Kopfhörer-Amp.

Über den seitlichen Micro-

USB-Anschluss lädt man den integrierten

Akku auf, der vollgetankt für rund

zehn Stunden Saft hat. Der FiiO besitzt

eine iPod-Steuerung und ein Freisprech-

Mikro. Tonal brachte der E 02i zwar keine

Vorteile, verstärkte das iPhone-Signal

aber beträchtlich – und zwar ohne einen

nervigen Rausch-Teppich zu erzeugen.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Kopfhörerausgang

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

FiiO

headsound.de

nt-global.com

Analoger Kopfhöreramp

27 Gramm

1x Miniklinke

Bass-Boost-Schalter, iPod-

Steuerung, Freisprechmikro.

ÅViel Leistung, rauscharm,

kompakt, günstiger Preis.

Í –

Klang 61

Verarbeitung

gut

KLANGURTEIL 1 61

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

1

Einstufung als Kopfhörer-Verstärker

TEST factory Fiio_RockyEO2i_f 08/27/13 13:55:43

+6

+5

+4

+3

+2

Bass

+1

-0

-1

d -2

B

r -3

-4

Phones (32 Ohm)

A

-5

-6

-7

-8

-9

-10

-11

-12

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k100k

Hz

Phones (600 Ohm)

Sehr niedriger Ausgangswiderstand

von 0,4Ω. Rauschabstand beträgt mittelmäßige

84dB. Der Frequenzgang fällt

im Bass ab, sonst bleibt er gerade.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Hama Deutschland

avinity-cable.com

Kopfhöreramp und DAC

102 Gramm

ANSCHLÜSSE

Analog-Eingang 1

Max. Samplingrate USB 96kHz / 24Bit

Kopfhörer-Ausgang 2 (3,5mm Klinke)

Besonderheiten

Anschluss für FiiO-Dock

AUDIOGRAMM

ÅStraffer Bass, zwei KH-

Ausgänge, Verarbeitung.

Í Als DAC etwas flache

Abbildung.

Klang als DAC/KH-Amp 85/80

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 1 80

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

1

Einstufung als Kopfhörer-Verstärker

TEST factory Avinit y_USBdacM obile_h_lin e 08/26/13 17:36:36

+0

-10

d

B

V

-20

-30

-40

-50

-60

-70

-80

-90

-100

-110

-120

-130

-140

k 2

k3

k 4

k 5

-150

-30 -25 -20 -15 -10 -5 +0 +5 +10

dBr A

Hervorragend geringe Verzerrungen.

Kontrolle versprechender niedriger Ausgangswiderstand

von unter 1Ω.

Jitter liegt aber bei hohen 1997 ps.

AVINITY USB DAC MOBILE

180 EURO

Portis und Mobiltelefone können sich mit dem stabilen

und wertig aussehenden USB DAC Mobile von Avinity

analog über den AUX-Eingang verbinden. Laptops bandeln

über die USB-Schnittstelle an, die sich auch auf den

Empfang von 96-Kilohertz-Takten versteht. Zwei seitliche

Drucktasten reglen die Lautstärke der

beiden Kopfhörerausgänge, der Pegelwert

wird auf dem kleinen

Display angezeigt. Über

USB tönte der Avinity

sehr akkurat,

wenngleich die

Abbildung etwas

zweidimensionaler

wirkte als bei seinen

Mitbewerbern.

Analog an einem iPhone

angeschlossen, zeigte

der Avinity hingegen

seine Stärken: J.J. Cales

„Cocaine” tönte auf diesem

Weg offener, der Bass straffer,

die Abbildung wirkte insgesamt

deutlich präziser.

38

www.audio.de ›10 /2013


Spezial › PORTABLES HIFI

TESTSIEGER

MOBILE KH-AMPS

10/13

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

TCG Handels GmbH

adl-av.de/cms/

Kopfhörer-Amp und DAC

147 Gramm

ANSCHLÜSSE

Analog-Eingang 1

Max. Samplingrate USB 192kHz / 24Bit

Kopfhörer-Ausgang 2 (3,5mm Klinke)

Besonderheiten

Optischer Ausgang, Digital-

Eingang für Apple-Geräte.

AUDIOGRAMM

ÅAusgewogener Klang als

DAC und als KH-Amp, Solide

Verarbeitung.

Í –

Klang als DAC/KH-Amp 103/95

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 95

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

1

Einstufung als Kopfhörer-Verstärker

TEST factory Furutech_ADLX1_f 08/27/13 13:30:10

+6

+5

+4

+3

+2

+1

-0

-1

d -2

B

r -3

A -4

Phones (32 Ohm)

-5

-6

-7

-8

-9

-10

-11

-12

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k100k

Hz

Phones (600 Ohm)

Frequenzgang enorm breitbandig und

gerade. Rauschabstand-USB: 104dB.

Jitter liegt bei ordentlichen 732ps. Nicht

optimal harmonischer Klirrverlauf.

ADL X1

UM 450 EURO

Der ADL X1 empfängt Dateien von Computern

via USB mit bis zu 192kHz. Ein

Edelwandler namens ES 9023 (ESS) beliefert

zwei Kopfhörer-Outs, von denen

einer bei Bedarf auch als optischer Digitalausgang

fungieren kann. Portis und

Handys speisen den ADL mit analogen

Signalen, während für Apple-Produkte

eine weitere Anschlussmöglichkeit besteht:

Für den Anschluss von iDevices

(also iPhone, iPad und iPod) bringt der

ADL X1 ein kurzes USB-Adapterkäbelchen

mit. Die D/A-Konvertierung der

Musik findet dann nicht mehr im Apple-

Gerät, sondern (mit 48kHz Takt und 16

Bit Dynamik) im ADL X1 statt. Auf diese

Art angeschlossen klang die vom iPhone

abgespielte Musik transparenter und

mit definierterem Bass. Doch auch die

Wiedergabe von einem Laptop überzeugte

die Tester, zumal der X1 außerordentlich

breitbandig und neutral spielte.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Higoto GmbH

higoto.de

Kopfhöreramp und DAC

190 Gramm

ANSCHLÜSSE

Analog-Eingang –

Max. Samplingrate USB 48kHz / 16Bit

Kopfhörer-Ausgang 1 (3,5mm Klinke)

Besonderheiten

Optischer Ausgang, Digital-

Eingang für Smartphones.

V-MODA VAMP VERZA UM 600 EURO

Der V-Moda VAmp Verza richtet sich

hauptsächlich an Nutzer von Smartphones.

Denn der DAC/Kopfhörerverstärker

verzichtet konsequent auf jegliche analoge

Eingänge. Speziell Smart-Devices

von Apple und Samsung werden bevorzugt,

sie finden über ein USB-Adapterkabel

digitalen Anschluss. Das Zubehör-

Sortiment von V-Moda umfasst sogar

spezielle Schalen, um diverse Handy-

Modelle an den bombensicheren, perfekt

verarbeiteten VAmp anzudocken

(„Metallo Case”, etwa 100€). Damit der

Handy-Akku nach einer längeren Hörsession

nicht erlahmt, lädt ihn der VAmp

auf Wunsch während des Abspielens.

Eine Micro-USB-Buchse für die Verbindung

mit Computern komplettiert die

zur Verfügung stehenden Eingänge.

Hierbei werden maximal 48kHz / 16bit

unterstützt. Das ist zwar suboptimal

und etwas veraltet, aber insofern unproblematisch,

da – angenommen man

spielt ein 192kHz-FLAC ab – der Computer

(Mac und PC) ein Downsampling

vornimmt und der Song ganz normal abgespielt

wird. Die Musik von einem 4eriPhone

nahm in Zusammenarbeit mit

dem VAmp deutlich an Straffheit im

Bass und Transparenz in den Höhen zu.

Nach Zurückstöpseln des Hörers wirkte

die Musik deutlich farbloser.

AUDIOGRAMM

ÅAuthentische Abbildung,

Solide Verarbeitung.

Í USB-Chip kann nur 48kHz,

kein analoger Eingang.

Klang als DAC/KH-Amp 101 / 95

Verarbeitung

überragend

KLANGURTEIL 1 95

PREIS/LEISTUNG GUT

TEST factory VM oda_VampVerza_f 08/27/13 13:59:57

d

B

r

A

+6

+5

+4

+3

+2

+1

-0

-1

-2

-3

-4

-5

-6

-7

-8

-9

-10

-11

-12

Bass/3D

Phones (32 Ohm)

1

Einstufung als Kopfhörer-Verstärker

20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k 100k

Hz

Phones (600 O

Der Frequenzgang verläuft vollkommen

gerade. Ausgangswiderstand 6,3Ω.

Rauschabstand: 92dB. Praktisch kein

Klirr. Geringer Jitter 271ps (USB).

www.audio.de ›10/2013

39


Spezial › PORTABLES HIFI

FIIO ALPEN E17

UM 135 EURO

Der FiiO E17 empfiehlt sich als schicker,

kompakter und stabiler D/A-Wandler

und Kopfhörerverstärker für unterwegs.

Er bietet einen AUX-Eingang für analoge

Zuspieler sowie eine Micro-USB-Schnittstelle

für PCs, die dann Auflösungen bis

24bit und 96kHz liefern dürfen. Im Test

funktionierte das auch völlig reibungslos.

Last but not least: An der Oberkante des

E17 findet sich auch ein S/PDIF-Eingang

im Miniklinken-Format, über den (mittels

Adapter) auch koaxial oder optisch

kommunizierende Digital-Zuspieler anheuern

können. Nur für einen digitalen

Anschluss von von iPads, -Pods und

-Phones ist der preiswerte Fiio nicht gewappnet.

Beim Hörtest am Analogausgang eines

iPod erfreute der Alpen mit einer be-

T EST factory Fii o_Alp en _E17_f

08/27/13 13:58 :12

+6

+5

+4

+3

+2

Phones (600 Ohm)

+1

-0

-1

d -2

B

r -3

Phones (32 Ohm)

A -4

-5

-6

-7

-8

-9

-10

-11

-12

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k 100 k

Hz

Sehr niedriger Ausgangswiderstand

von nur 1,4 Ω. Guter Rauschabstand

von 104 dB, aber hoher Jitter (3866 ps

bei USB, 1661 ps via Koaxial-In).

achtlich rauschfreien und luftigen Darbietung.

Als DAC – nun an einem Mac-

Book Pro – gab er sich gelassen, fast

schon zu gelassen. Es tönte angenehm,

rund, etwas mehr Spannkraft hätte aber

nicht geschadet.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

FiiO

headsound.de

nt-global.com

Kopfhöreramp und DAC

112 Gramm

ANSCHLÜSSE

Analog-Eingang 1

Max. Samplingrate USB 96kHz / 24Bit

Kopfhörer-Ausgang 1 (3,5mm Klinke)

Besonderheiten

Optischer / koaxialer

Eingang.

AUDIOGRAMM

ÅNeutraler Klang als DAC

und Kopfhöreramp,

Solide Verarbeitung.

Í –

Klang als DAC/KH-Amp 90 / 90

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 1 90

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

1

Einstufung als Kopfhörer-Verstärker

MEIER AUDIO

CHORDA PCSTEP

250 EURO

Ein Blick auf den Chorda PCStep zeigt,

warum Meier-Produkte einen derart guten

Ruf genießen. Das aus einem massiven

Alu-Block gefräste Gehäuse ist perfekt

verarbeitet und scheint unzerstörbar.

Im Inneren das selbe Spiel: hochwertige

Kondensatoren von WIMA und

Nichicon schmücken die Platine. Zwei

OPA 209 von Texas Instruments verstärken

die Eingangssignale. Den Strom

liefert eine 9-Volt-Blockbatterie oder ein

optionales externes Netzteil, zur Not

läuft die Versorgung via USB. Der kleine

Amp schlägt sich also nicht nur mit analogen,

sondern auch mit digitalen PC-

Signalen herum. Als DAC wirkt ein PC-

M2702E von Burr Brown. Dieser unterstützt

maximal 48kHz und 16Bit, was für

CD-Material ja auch völlig ausreicht.

Nun ja, so richtig blühte der Chorda am

analog angeschlossenem iPhone auf:

Tonal ausgewogen und offen, bildete er

die Bühne realistisch und räumlich ab.

Der Bass tönte differenzierter, griffiger

als direkt aus dem Apple-Porti, Timing

und Dynamik gewannen merklich.

TEST factory Me ierAudio_CordaPCStep_f 08/27/13 13:26:54

+6

+5

+4

+3

+2

Phones (600 Ohm)

+1

-0

-1

d -2

B

r -3

A -4

Phones (32 Ohm)

-5

-6

-7

-8

-9

-10

-11

-12

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k100k

Hz

Ordentlicher Rauschabstand (100 dB,

USB), Jitter liegt aber bei zu hohen

7358ps. Ausgangswiderstand: 2,1Ω.

Frequenzgang: bis 20kHz gerade.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Meier-Audio

meier-audio.de

Kopfhörer-Amp und DAC

115 Gramm

ANSCHLÜSSE

Analog-Eingang 1

Max. Samplingrate USB 48kHz /16Bit

Kopfhörer-Ausgang 1 (3,5mm Klinke)

Besonderheiten

Batterie-Betrieb.

AUDIOGRAMM

ÅRealistische Bühne,

präziser Bass, Verarbeitung,

Qualität der Bauteile.

Í USB-Chip kann nur 48kHz.

Klang als DAC/KH-Amp 95 / 91

Verarbeitung

überragend

KLANGURTEIL 1 91

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

1

Einstufung als Kopfhörer-Verstärker

40

www.audio.de ›10 /2013


-80

-85

-90

-95

- 100

- 105

- 110

- 115

T race A

T race B

- 120

1 2

1 1

9

3 2

3 9

3 73 6

- 125 1 3 8 3 5 3 4 3 3 1 0

1

1 2

5

3

1 3

2

8

3

2

6

4

5

4

6

8

8

9

2 7

2 6

1 5

1 6

2 9 25

2 4 3 21019

81 7

1 3

1 11 0

7

9

1 2

7

1 4

2 8 3 0

2 12 2

7

3 1

1 0

- 130

- 3490 - 3000 - 2500 - 2000 - 1500 - 1000 - 500 0 500 1000 1500 2000 2500 3000

1 1

1 2

4 40

2

3505

EMPFEHLUNG

PREIS/LEISTUNG

10/13

AUDIOENGINE D1 UM 150 EURO

Der D1 von Audioengine stellt schon beinahe eine komfortabel-stationäre

Lösung dar. Trotz der relativ üppigen Ausstattung

ist der D1 jedoch nicht viel größer als eine Zigaretten-

Schachtel. Neben dem obligatorischen USB-Eingang gelangen

Bits und Bytes auf Wunsch auch durch ein optisches

Digitaltürchen in den Audioengine. Der verwendete USB-

DAC (AKM 4396) unterstützt 96kHz bei 24bit und kommt mit

Mac und PC ohne extra Treiber zurecht. Das winzige Poti regelt

den Ausgangspegel – sowohl für den Cinch-, als auch für

den 3,5mm-Kopfhörerausgang.

Letzterer spuckte derart viel Leistung aus, dass die Tester

trotz eines iPhone als Quelle nicht nur wirkungsgradstarke

Mobilhörer, sondern auch konventionelle HiFi-Modelle mit

hoher Impedanz betreiben konnten. Über USB wirkte die

Bühne breit und detailreich. Dabei spielte der D1 erstaunlich

agil, präzise und tonal ausgewogen.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Audioengine

audioengineusa.com

Kopfhöreramp und DAC

110 Gramm

ANSCHLÜSSE

Analog-Eingang –

Max. Samplingrate USB

96kHz / 24Bit

Kopfhörer-Ausgang

1 (3,5mm Klinke)

Besonderheiten

Optischer In, Analoger Cinch-Ausgang

AUDIOGRAMM

ÅIn sich stimmiger Klang, dynamikreich.

Í 192kHz über USB wären die Krönung

gewesen.

Klang 100

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 1 100

PREIS/LEISTUNG

ÜBERRAGEND

AudioengineD1_cusb168ps

dB

LICENSED TO STEREOPLAY MAGAZINE

6 5 4

JITTER FREQUENCY in Hz

cO MILLER AUDIO

RESEARCH

1

Einstufung als D/A-Wandler

Absolut gerader,

breitbandiger Frequenzgang.

Hervorragender

Rauschabstand

am Analog-

Ausgang von 117dB.

Praktisch keine Jitterstörungen

(168 ps,

USB. 308 opt. Eing.)

ZENSOR 3

DAS INSTRUMENT FÜR

ECHTEN KLANG

Das neue Mitglied der erfolgreichen Zensor-Familie ist da: DALI ZENSOR 3.

Der Lautsprecher überrascht mehr als angenehm durch seine erstklassige,

klangvolle Wiedergabe des gesamten Hörspektrums: kraftvoll, kontrolliert

und mit tiefem/präzisem Bass. Hören Sie anspruchsvoll!

www.dali-speakers.com

Kontakt: DALI GmbH, Tel: +49 (0)731 141 16 86 10, kontakt@dali.dk

Vertrieb Österreich: AUDIOPHIL – SOUND AND VISIONS, Tel.: +43 (0)699 13 35 73 63

Vertrieb Schweiz: Horn Distribution CH AG, Tel: +41 (0)43 52 16 05


-80

-85

-90

-95

- 100

- 105

- 110

- 115

1 2

- 120

- 125

2 9

T race A

T race B

1 0

6

1

1 1

9

1

7

5

3

2

1 2

4

5

2

6

7

2 3 2 2 2 1 2 0 1 5 1 3 1 1 7

3

5 6 19

0

8

4

1 2

1 6

8

1 4

1 8 9

1

8

7

- 130

- 3497 - 3000 -2500 -2000 - 1500 - 1000 - 500 0 500 1000 1500 2000 2500 3000

9

1 0 1 1

1 2

2380

3497

-80

-85

-90

-95

- 100

- 105

- 110

- 115

1 6

- 120

- 125

1 5

T race A

T race B

1 4

1

1 1

1

1 0

9

8

5

2

2

1 2 4

1 9

3 1

3 4

5

1 0

1 1

1 4

8

9

7

7

2 5

6

1 2

2 2 2 0

2 7

2 4

1 8

1 31 2 9

7 8

1 1

1 6

2 1

1 5 6

1 0

2 3 2 6

1 3

1 3

6

1 4

1 7

- 130

- 3496 - 3000 - 2500 - 2000 - 1500 - 1000 - 500 0 500 1000 1500 2000 2500 3000

1 5

1 6

3519

-80

-85

-90

-95

- 100

- 105

- 110

- 115

1 0

- 120

- 125

3 8

T race A

T race B

9

8

5

7

1 1

6

4

2

2

3 1

2

4

3

6

2 2 6 5 2 42 3 2 1 1 7

1 2

1 1 1 0 5

5

8 9 1 3 1 6

129

1 8

0 2 2

- 130

- 3503 - 3000 - 2500 -2000 -1500 - 1000 - 500 0 500 1000 1500 2000 2500 3000

7

2 72 389

301

8

9

1 0

3 9

3 7

3496

Spezial › PORTABLES HIFI

AUDIOQUEST DRAGONFLY

UM 250 EURO

Ein ESS-Sabre-Chip ist im Dragonfly für

die D/A-Wandlung zuständig. Musik-Dateien

verarbeitet er mit einer maximalen

Auflösung von 96 kHz und 24 bit, er

kommt ohne spezielle Treiber aus. In

den Rechner einstecken, auswählen –

fertig! Kopfhörer oder Aktiv-Boxen vermählen

sich mit dem Stick über eine

Kombi-Miniklinkenbuchse. Der Dragonfly

produzierte eine luftige, detailreiche

und dynamische Abbildung: Im Intro von

The Knacks „My Sharona” (Get the

Knack) wirkte das Schlagzeug authentisch

und der Gesang spritzig-direkt.

Audioquest_Dragonfly_187ps

dB

LICENSED TO STEREOPLAY MAGAZINE

3 3 2 3 1

5 4 3 2 8

3 02 9

2

JITTER FREQUENCY in Hz

cO MILLER AUDIO

RESEARCH

Günstiger Ausgangswiderstand von

1,9Ω, der Störabstand liegt bei ordentlichen

103dB. Jitter: 187ps. Frequenzverlauf

breitbandig und gerade.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

AudioQuest

audioquest.de

Kopfhörer-Amp und DAC

80 Gramm

ANSCHLÜSSE

Festpegel-Ausgang • (3,5mm)

USB-Eingang


Anzeige kHz/Bit

• (Beleuchtung des Gehäuses

ändert sich)

Kopfhörer-Ausgang 1 (3,5mm Klinke)

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

ÅNatürliche Abbildung,

unkomplizierte Installation,

für Kopfhörer geeignet.

Í –

Klang 105

Verarbeitung

gut

KLANGURTEIL 1 105

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

1

Einstufung als D/A-Wandler

M eridian_Explorer_172ps

dB

LICENSED TO STEREOPLAY MAGAZINE

-85 T race

4 3

2 7 226

2 4

5

JITTER FREQUENCY in Hz

O cOcOc

MILLER AUDIO

RESEARCH

172ps Jitter. Störabstand beträgt sehr

gute 113dB. Relativ hoher Ausgangswiderstand

des Kopfhörer-Outs (84Ω).

Der Frequenzverlauf ist brettflach.

M2TECH HIFACE DAC

UM 220 EURO

Apple-Computer unterstützen nach Einstecken

des M2Tech sofort 384kHz und

32bit – Windows-basierte Rechner nach

Installation von Treibern, die es auf der

Herstellerseite gibt. Offiziell ist der Hi-

Face nicht dazu ausgelegt, Kopfhörer direkt

anzusteuern. Doch sein Ausgangspegel

reichte bei einem Versuch gerade

so aus, um zumindest Mobil-Hörer problemlos

nutzen zu können. Doch ob so

oder – wie vorgesehen – als DAC an einer

Vorstufe: Der M2Tech klang enorm

detailreich und hochauflösend – zog seine

Hörer schon highendig in den Bann.

MERDIAN EXPLORER

UM 310 EURO

Der perfekt verarbeitete Explorer kontaktiert

über ein kurzes USB-Beipackkabel

mit dem PC, er unterstützt Hochbit-

Dateien mit bis zu 192 kHz und 24 bit.

Macs benötigen keine Treiber – PCs hingegen

schon (Download auf www.meridian.com).

Über seinen in der Lautstärke

regelbarer Kopfhörerausgang sowie seinen

separaten Line-Out spielte der Meridian

im Vergleich zum Dragonfly direkter

in den Mitten. Er brachte die klarere,

nuanciertere Stimmabbildung zustande,

blieb aber immer angenehm und vermied

jegliche Schärfen.

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Higoto GmbH

digital-highend.de

Kopfhörer-Amp und DAC

40 Gramm

ANSCHLÜSSE

Festpegel-Ausgang • (3,5mm)

USB-Eingang


Anzeige kHz/Bit –

Kopfhörer-Ausgang –

Besonderheiten

384 kHz / 32 Bit

AUDIOGRAMM

ÅSuper detailreich, am Mac

keine Treiber nötig, geht zur

Not auch mit Kopfhörern.

Í –

Klang 110

Verarbeitung

gut

KLANGURTEIL 1 110

PREIS/LEISTUNG ÜBERRAGEND

1

Einstufung als D/A-Wandler

STECKBRIEF

Vertrieb

www

Typ

Gewicht

Audio Reference

audioreference.de

Kopfhörer-Amp und DAC

80 Gramm

ANSCHLÜSSE

Festpegel-Ausgang • (3,5mm)

USB-Eingang


Anzeige kHz/Bit

• (über Status-LEDs)

Kopfhörer-Ausgang 1 (3,5mm Klinke)

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

ÅKlare Mitten, gutes Timing,

am Mac einfache Installation,

für Kopfhörer geeignet.

Í –

Klang 105

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL 1 105

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT

1

Einstufung als D/A-Wandler

M 2TechHifaceDAC155ps

dB

LICENSED TO STEREOPLAY MAGAZINE

3

3 6 3 3 1 5 1 4

7 4 6

3 2

3354

JITTER FREQUENCY in Hz

cO MILLER AUDIO

RESEARCH

Guter Störabstand von 111dB, Ausgangswiderstand

beträgt aber 465Ω.

Niedriger Jitter (155ps). Leichte Betonung

von K3 in der Klirr-Analyse.

EMPFEHLUNG

PREIS/LEISTUNG

10/13

42

www.audio.de ›10 /2013


Klang unfassbar.

Kabel unsichtbar.

Samsung Soundbar.

Samsung HW-F750

Wunderbar vielseitig: Samsung Soundbar HW-F750.

Sie feiern gern mal ein Fest für die Sinne? Dann sollten Sie unbedingt die neue Soundbar HW-F750 von Samsung einladen.

Einmal per Bluetooth ® mit einem kompatiblen Mobilgerät verbunden, sorgen der integrierte Röhrenverstärker und der drahtlos

verbundene Subwoofer* für einen raumfüllenden HiFi-Sound. Mit satten Bässen und warmem analogem Klang über das

gesamte Spektrum. Dabei harmoniert die HW-F750 dank ihres edlen Metallgehäuses auch hervorragend mit Ihrer Wohnung.

www.samsung.de/soundbars

*

Subwoofer nicht abgebildet.


Spezial › PORTABLES HIFI

UNDER-COVER:

Cover-Art-Bilder müssen

als JPEG im Track eingebunden

sein (auch bei

Flacs) und dürfen nicht

größer als 100 KB sein,

damit sie so schön auf

dem Display zu bewundern

sind.

Gegen-Spieler

Neben mobilen Kopfhörerverstärkern hat Fiio nun auch einen

eigenen HD-Player für Lossless-Formate im Angebot. Ist der

X3 für nur 200 Euro eine echte Alternative zu Astell&Kern?

■ Text: Christine Tantschinez

Nachdem Lossless-Formate jahrelang

in der mobilen Welt diskriminiert

wurden, bieten nun

gleich zwei asiatische Hersteller HiRes-

Alternativen zu iPod & Co. an. Nach iriver

aus Korea mit der Edel-Marke

Astell&Kern (Test in AUDIO 1/13 und

6/13) steigt nun auch Fiio in den noch

recht jungen Markt für audiophile

Taschenspieler ein. Der Clou beim X3:

für gerade mal 200 Euro verheißt der

Player fast ähnliche Tugenden wie der

700 Euro teure AK100: Unterstützung aller

gängigen Audio-Formate, natürlich

auch lossless, Auflösungen bis zu

192kHz/24bit und Gapless-Playback. Sogar

exakt den gleichen DAC-Baustein

wie beim AK100 findet man im X3 wieder:

den Wolfson WM8740. Kein Wunder

also, dass gerade die ganze Internet-

HiFi-Community das Duell Fiio versus

Astell&Kern diskutiert.

Der X3 gibt sich äußerlich etwas größer,

etwas sperriger und etwas uneleganter

als der AK100. Statt in einen wertigen

Aluminiummantel hüllt er sich in ein lediglich

mit Alu-Elementen verzierten

Kunststoffumhang, statt mit optionaler

Ledertasche schützt er sich mit einer Silikon-Haut.

Das Display bietet mit

240x320 Pixeln eine ähnliche Farb- und

44 www.audio.de ›10 /2013

MESSLABOR

T EST factory Fiio_X 3_f

06/06/13 15:49 :34

+12

+11

+10

Digital 192/24 - Line out

+9

+8

+7

Digital 192/24

+6

+5

d +4

Digital 96/24

B

r +3

A +2

+1

Digital 44,1/16

-0

-1

-2

-3

-4

-5

-6

20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k 100 k

Hz

Breitbandig und linear, ab 50 kHz minimaler

Abfall. Ausgangsspannung, Impedanz und

Störabstand jeweils am Kopfhörerausgang 1,4

Volt, 2 Ohm und 108dB, am Line-Out 1,5 Volt,

103 Ohm und sehr gute 110dB.

Detailauflösung wie der AK100, ist aber

kein Touchscreen. Der X3 wird also etwas

altertümlich über Tasten bedient –

zwar logisch und übersichtlich in der

Menüführung, aber mit weniger Hightech-Flair.

Der Ausgangspegel wird

ebenfalls über Tasten eingestellt, während

der AK hier mit seinem schnell

greifbaren, überaus feinfühligen Lautstärkerädchen

Sympathie einheimst.

Der X3 kann seinen DAC-Chip auch nicht

als externen USB-Wandler anbieten. Andererseits

gibt er bereitwillig seine Digitaldaten

per Coax-Miniklinken-Ausgang

weiter oder spielt über einen separaten

Line-Ausgang mit korrekter Ausgangsimpedanz

von 103 Ohm auch sehr

gut als Player an der heimischen Anlage

mit. Der Kopfhörerausgang ist mit 2Ω

optimal niederohmig und auch laut genug

beispielsweise für alle mobilen

Kopfhörer in dieser Ausgabe.

Klanglich ist der Fiio X3 einem iPhone

oder iPod Touch erwartungsgemäß

überlegen. Wo das iPhone 5 selbst mit

FLAC-Material (über die App „Flac-Player“)

hell und unverbindlich wirkt, macht

der X3 musikalisch den Sack zu: viel größer

und straffer konturiert, tiefer gestaffelt

und mit deutlich besserer Auflösung.

Im Vergleich mit dem 400 Euro teureren

AK100 zeigte sich der Fiio immer einen

Tick lebendiger, aber auch vordergründiger

und fahriger. Rhythmus und Tempo

lagen ihm hervorragend und in manchen

Stücken (Me and My drummer: You´re A

Runner) fast besser als dem gemäßigten

Astell&Kern, aber bei Raum, Staffelung

und Differenzierung von Stimmen

übernahm der Koreaner die Führung.

Für 200 Euro aber ist der Fiio X3 auf jeden

Fall eine preiswerte Empfehlung für

alle HighRes-Fans, die auch unterwegs

nicht auf ihre Musikschätze verzichten

wollen.


Spezial › PORTABLES HIFI

UPDATE

DAC + USB

Mit den neuesten Software-Updates können

die Player von Astell&Kern nun noch mehr,

als mit tollem Klang zu begeistern.

VON ALLEN SEITEN: Am X3 ist

alles dran, was man an

Anschlüssen braucht. Der Micro-

SD-Card-Slot kann den internen

8GB-Speicher auf bis zu 72 GB

erweitern. Auch Firmware-

Updates werden zwingend über die

SD-Karte installiert.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T / Gewicht

getestete FW-Version

FIIO

X3

NT Global Distribution GmbH

0 421 /70 50 86 19

nt-global.com

200 Euro

2 Jahre

5,5 x 11 x 1,6 cm / 122 Gramm

1.25

ANSCHLÜSSE

Analog In/Out

USB / Firewire

Digital In / out

Netzwerk

FUNKTIONEN

Display

schneller Vor / Rücklauf / Gapless

Playlists importieren / erstellen

Bluetooth / Airplay

Coveranzeige / Suche

Radio FM / DAB / Internet

mitgelieferte Software

Equalizer

Musik-Dateiformate

Max. Auflösung Bit / kHz

Speicher intern / extern

Zubehör

AUDIOGRAMM

Klang lossless

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

– / 3,5 mm Kopfhörer + 3,5mm Line-Out

1 x Micro USB 2.0 / –

– / Coax


2,4“ TFT

• / •

• / •

– / –

• / –

– / – / –


Bass, Höhen

FLAC, WAV, MP3, AAC, ALAC, AIFF

24/192

8 GB Flash / 1 x 64 GB Micro SD

USB-Micro-Kabel, Silikon-Hülle, Schutzfolie

für Display

ÅPreisgünstiger HighRes-Player mit

sehr guten Klang und fast allem, was man

braucht.

Í Kein Touchscreen, wenig interner

Speicher

90

sehr gut

sehr gut

90 PUNKTE

ÜBERRAGEND

■ Text: Christine Tantschinez

Beim Thema „mobiles High End“ dürfen die neuesten

Entwicklungen zu den Astell&Kern-Playern

nicht fehlen. Die beiden Player AK100 (AUDIO

1/13) und AK120 (6/13) feierten ihr Deutschland-Debut jeweils

in der AUDIO – aber die Software-Entwicklung bei

iriver stand seitdem natürlich nicht still. Die Koreaner lieferten

die versprochenen Fähigkeiten pflichtbewusst

nach. Gapless-Fähigkeit ist bei beiden Playern nun selbstverständlich

und lässt sich im Menü aktivieren. Auch zeigen

beide Player nun das verbesserte, übersichtlichere

Hauptmenü und bieten ihre Dienste als externe USB-

Wandler an. Beim AK120 haben wir nachgemessen: USB-

Jitter liegt bei 404ps, der Störabstand mit 96kHz-Daten

via USB bei überragenden 113dB. Auch der noch bei ersten

Test aufgefallene Höhen-Abfall am 32-Ohm-Widerstand

ist verschwunden, der Pegel sinkt ab 50kHz um hier

längst nicht mehr hörbare 2dB ab.

Mit der Firmware-Version 1.30 bekam der AK120 zudem

die Wiedergabe von DSD-Dateien als Zusatzfeature spendiert.

Das funktionierte im Test einwandfrei mit DSD64-

Files (also mit Samplingrate 2,8MHz); die exotischen

DSD128-Files mit 5,6MHz unterstützt der AK nicht.

www.audio.de ›10 /2013

45


Verstärker › VOR-/END-KOMBI

REIF FÜR DIE INSEL

AB heisst die suboptimale Arbeitsformel, die vielen Musikfreunden oft ein ein Leben kühl

heranbrandende Klänge beschert. Ein britischer Kreuzer setzt sich nun für 100-prozentig

echten Class-A-Betrieb ein und bringt gleich einen Vorstufen-Tender mit.

■ Test: Johannes Maier

TEST

DAC-Vorstufe / Endverstärker

SUGDEN DAP 800 4800 €

SUGDEN FBA 800 6300 €

46 www.audio.de ›10/2013


Verstärker › VOR-/END-KOMBI

Welche CDs wir zum berühmten

öden Eiland mitnehmen, bleibt

Geschmacksache. Zudem packen

wir neben schönen Boxen selbstredend

den bestmöglichen Verstärker ein.

Einen großen oder kleinen, oder diesen

oder jenen? Doch halt, im tiefsten Grunde

hört die vermeintlich freie Auswahl

hier schon auf.

Warum? Einfach deshalb, weil wir – zumindest

fern der Heimat – einen grundehrlichen

Gespielen wollen. Und zwar

einen, der von Haus aus bei seiner geraden

Linie, sprich Arbeitskennlinie bleibt.

Und damit erübrigt, dass eine elektronische

Säuberungsschaltung namens Gegenkopplung

aus einer Mogelpackung

etwas Aufrechtes herbeizaubern muss.

Was nur bedingt etwas nützt, denn diese

Im-Nachhinein-Korrektur läuft – insbesondere

im Hochtonbereich – nicht

ohne Blessuren ab.

Also doch lieber eine Verstärkungsweise,

die – auf 1 zu 2 gestellt – aus 3 nicht

5,4 oder 6,7 sondern gleich den runden

Sechser macht. Schauen wir uns nun

die zur Verfügung stehenden Bauelemente

an, erreichen wir dieses Verhalten

aber nur bei hohem Ruhestrom, also

bei extensiver Dauerbeschäftigung. Nur

so landen wir bei der Geradlinigkeit, die

sich nicht nur im Werbeprospekt, sondern

auch unter Technikern mit Fug und

Recht Class A nennen kann.

De facto treffen wir Verstärker, deren

Ausgangsstufen tatsächlich in diesem

Modus arbeiten, wegen ihres erschütternd

geringen Wirkungsgrades selten

an. Wenn, dann zumeist in Form einer

Single-Ended-Röhre, bei der ein Ausgangsübertrager

die Problematik lindern

kann. Schon kompromissbehaftet,

aber noch zu loben: Gegentakt-Transistoren,

bei denen bis zu einer bestimmten

Grenze hoher Ruhestrom fließt. Beispielsweise

1 Ampère, so dass sie bei

einer 8-Ohm-Box bis hin zu 8 Watt im

A-Betrieb bleiben. Im Audio-März-Heft

stellten die Sugden-Monos MPA 4 die

Gattung dieser A/AB-Amps durchaus erfolgreich

vor (125 Punkte, 9400 Euro).

Fotos: Julian Bauer, Archiv

www.audio.de ›10 /2013

47


a

S

Verstärker › VOR-/END-KOMBI

HAUPT- UND NEBENROLLE: Die Analog-Amps haben ein Board mit vergoldeten, oberund

unterseitigen Leiterbahnen bekommen (rechts). Die Digitalelektronik haust links.

Das hielt die Heckmondwiker Ingenieure

aber nicht davon ab, sich nun wieder

auf ihre Wurzeln zu besinnen: Auf den

Vollverstärker A 21, den der Firmenbegründer

James E. Sugden anno 1967

als ersten käuflichen reinen Class-A-

Vollverstärker herausgebracht hatte.

So bildeten die Mittelengländer den Stereoendverstärker

FBA 800 ihrer neuen

Sapphire-Serie – obwohl er mit 6300 Euro

deutlich weniger kostet – wieder als

100prozentigen A-Klässler aus. Dazu erdachten

sie eine schlaue und kurz angebundene

Schaltung, wie sie kaum besser

einleuchten kann. Mit den Teflon-Kabeln,

die von den massiven Switchcraft-

XLR-Buchsen und ihren Cinch-Pendants

zur rechts- und linksseitigen Endstufensektion

führen, geht es schon erfreulich

los. Auf kleinen Eingangs-Boards stoßen

die Signale jeweils auf drei Kapselrelais,

die für den einen oder anderen

Anschlussfall die probaten Wege herstellen.

Und dann rechts und links auf einen

integrierten Zweikanal-Amp.

So unbedarft dieses IC auch aussieht,

so besorgt es dennoch fast schon die

gesamte Spannungsverstärkung. Denn

auf der Hauptplatine warten bereits zwei

habhafte Leistungshalbleiter des Typs

2SC4793 auf ihre Anweisungen. Und

diese treiben unverwandt schon die so

dicken wie großflächigen Ausgangstransistoren

2SC2922 von Sanken zum Mitschaukeln

an. Aber bitte nicht zur zusätzlichen

ernsthaften Arbeit – das glücklicherweise

überschaubare Bauteil-Ensemble

steht ja nicht nur in diesen Momenten,

sondern stets und ständig unter

sehr hohem Strom.

Eingedenk dieser Dauerlast teilte Sugden

die Aufgaben auf in Serie geschaltete

2SC2922-Paare auf. Ein Transistor

wirkt wie ein fix reagierender variabler

Widerstand. Indem er mal bremst und

dann wieder die Schleusen öffnet, sorgt

er für einen säuberlich konstanten

Stromfluß. Darüber freut sich der zweite,

eigentlich verstärkende Sanken, der

sich nun umso intensiver mit der Spannungsvariation

beschäftigen kann.

Allzuviel Boxennahrung fällt bei diesem

Spiel allerdings nicht ab. Deshalb setzt

Sugden in einer Doppel-Single-Ended-

Schaltung ein zweites derartiges Sanken-Duo

in Brückenschaltung ein. Wohlgemerkt

identische N-Typen und nicht

etwa – per se nie ganz gleiche – Plus-

und Minus-Kollegen, wie sie in 08/15-Gegentaktstufen

anzutreffen sind.

In der viel ordentlicher agierenden Brücke

von Sugden kommen dann trotzdem

– mit dem Lautsprecher an beidseitig heißen

Leinen – doppelte Hübe, mithin

auch doppelte Ströme und schließlich

die vierfache Leistung zusammen. Somit

besteht die Aussicht, dass der FBA

800 nicht nur das Musikzimmer wärmen,

sondern – bei aller Kreuzbravheit –

tatsächlich auch relevante akustische

Pegel erzeugen kann.

Von der Versorgung her gibt es sicher

keine Einschränkungen zu erwarten.Genügt

der 350-Watt-Netztrafo schon von

MESSLABOR

T EST factory Sug den_Sap phire_DPA80 0_f 08/14/13 16:09 :56

Bei digitalen 192-Kilohertz-Eingangssignalen

+6

+5

reicht der frequenzgang der DAP 800 über

+4

+3

50 kHz (1). Auch sonst gibt es an der Vorstufe

– bis auf einen Zunahme des subtilen Klirrs

-0

+2

+1

Line XLR

-1

in den Höhen – nichts zu meckern. Das trifft d -2

Line RCA

B

r -3

erst recht auf den Endverstärker FBA 800 zu. A -4

-5

Digital 192/24

Dank Class-A zeitigt er minimale und trotzdem

harmonische Oberwellen – im Verlaufs-

-8

-6

-7

-9

wie Stabilitätsdiagramm. 35 Watt Sinus, AK

-10

-11

45: Für einen Class-A-Amp Leistung genug. -12

-60 -40 -20 0 20 40 60

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k 100 k

Hz

Phase[Grad]

Sugden Sapphire FBA 800

2

3

n

4

n

6

60

55

50

45

40

35

30

25

20

15

10

8

p

u n g [ V o

I mpe da n z [ Oh m]

48

www.audio.de ›10/2013


Verstärker › VOR-/END-KOMBI

der Größe her, setzten ihn die Engländer

– um magnetische Streufelder einzudämmen

in einen Stahl-Abschirmtopf. Bei

den vier an den Boden montierten, hochgeschossenen

und extra hitzefesten

„Felsic“-Elektrolytkondensatoren des

französischen Hersteller Sic-Safco verwundert,

dass sie trotz ihrer physischen

Größe und der urig-soliden Schraubanschlüsse

nur 6800 Mikrofarad Kapazität

besitzen (bei 40 Volt). Für seinen FBA

800 suchte Sugden also lieber mechanisch

solide Vertreter mit viel Elektrolyt-

Reserve und dicken Alu-Folien aus.

Zu diesem tüchtigen Class-A-ler passt

die Sugden-Vorstufe LA 4 für 2850 Euro

wunderbar, die sich nicht nur beim Test

im März-Heft, sondern sich auch in zahllosen

weiteren Hörvergleichen bei AU-

DIO profilierte. Alternativ bieten die Engländer

die Sapphire DAP 800 für 4800

Euro an. Auf der Analogseite ähnlich, besitzt

diese noch eine Digitalsektion mit

drei Koax- und zwei optischen Inputs sowie

einem USB-Eingang.

Ungewöhnlicher Weise schaltet Sugden

digitale Quellen nicht elektronisch, sondern

mit einer Relaisbank durch. Auch

die eigentlich vorgeschriebene galvanische

Trafo-Trennung wurde wohl bewußt

nicht eingesetzt. Und trieben die

Ingenieure bei der Neutaktung der Bitketten

allen erdenklichen Aufwand, bewogen

sie lange Hörtests dazu, auf Upsampling

und digitale Filter zu verzichten.

Sie setzten mit dem Philips TDA

1543 aus den 80ern stattdessen einen

straighten 16-Bit-Wandler ein. Nach kurzer

Bandbegrenzung nach alter Väter Sitte

strebt die Digi-Musik dann schon dem

Analog-Board zu, das für sie einen seiner

Eingänge in Bereitschaft hält.

Zwei Switchcraft-XLRs, vier Line-Ins mit

einzeln verschraubten Cinchbuchsen sowie

ein Bypass-In mit fester Verstärkung:

Auch für die klassischen Quellen

hat die Sudgen ihren Eingangstisch reich

gedeckt. Via XLR, Cinch Pre-out 1 und 2

sowie über Tape-out rückt die Engländerin

die Signalschätze wieder heraus. Und

AN DER QUELLE DES STROMS

Während bei den meisten Class-A-

Konzepten mehr oder minder geschummelt

wird, bleibt Sugdens neuer Endverstärker

gar nichts anderes übrig, als tatsächlich

stets im verzerrungstechnisch günstigsten

Arbeitsbereich zu bleiben. Die von zusätzlichen

Leistungstransistoren gebildeten

Stromquellen (Doppelkreis-Symbole) sorgen

für konstant hohe Ströme, die weder

da zur Verstärkung eine ähnliche Gegentakt-Schaltungskomposition

(mit kurzzangebundener

Überkreuz-Gegenkopplung)

wie in der LA 4 dient, weiß der Musikfreund,

dass die Ton-Preziosen wieder

nur so glitzern und glänzen.

Die symmetrischen Signale bekamen

wie gehabt eigene Ausgangsverstärker.

unter- noch überschritten werden können.

Bei Gegentaktansteuerung der

Ausgangshalbleiter bleiben vom

Gesamtstrom Häppchen für die Box übrig,

die zwischen den beiden Fußpunkt-

Elektroden der Endtransistoren hängt. Dank

der Brückenschaltung, die bei geringer

Betriebsspannung relativ viel Hub erzeugt,

müssen die Boxen aber nicht hungern.

T EST factory Sug den_Sap phireFBA800 _hx_L 08/14/13 18:05 :39

+0

d

B

V

-10

-20

-30

-40

-50

-60

-70

-80

-90

-100

-110

k 2

k 3

k 4

k 5

-120

10m 20m 50m 100 m 500 m 1 2 5 10 20 50 100 200 500 1k

W

REINSTENS WASSERS: Wer mag, darf Sugdens FBA 800 auch als zwei separate

Single-Ended-Class-A-Verstärker betrachten, die mit identischen N-Halbleitern arbeiten

und keine – nie wirklich gleichen – Plus- und Minus-Komplementärtypen brauchen. Die

Überkreuz-Gegenkopplung sorgt für eine perfekte Symmetrierung.

www.audio.de ›10 /2013 49


Verstärker › VOR-/END-KOMBI

SUGDEN-ENDVERSTÄRKER FBA 800: Die symmetrische

Ansteuerung schmeckt dem zweigleisig aufgebauten Amp am besten.

Die mit entsprechenden Ausgängen gerüstete Vorstufe besitzt einen

Schalter, mit dem die Digitalelektronik ruhiggestellt werden kann.

Und wenn sie auch nicht mehr von ganz

so vielköpfigen Transistor-Kommittées

empfangen werden wie in der LA 4, steht

ihnen mit neu hinzugekommenen Profi-

Instrumentationsverstärkern (im Bild die

ICs mit Kühlkörpern rechts) eine noch feinere

ausbalancierte Begrüßung zu.

In der Praxis zogen die Tester den symmetrischen

Eingang tatsächlich vor, weil

er eine Spur runder klang. Aber auch via

Cinch kombinierte die Sugden sonore,

griffige Bässe mit entspannt-lebendigen

Stimmen und einer für edle Vorstufen typischen

Leichtigkeit in der Abbildung,

dass es eine reine Freude war.

Prima auch die Digitalsektion (die sich

bei Nichtgebrauch komplett abschalten

lässt). Sie bot sogar etwas mehr Raumtiefe

und schärfere Umrisse, tönte aber

– Geschmacksache – ein wenig heller.

Das eigentliche Problem für die DAP

800 stellte jedoch die eigene Schwester

dar. Herrschte in puncto Reinlichkeit und

Sensibilität Einigkeit, bot die ältere mehr

Mumm und Dynamik, sprich schlicht

und ergreifend fünf Punkte mehr Überzeugungskraft.

Ähnliches galt beim Vergleich des FBA

800 mit den Monos – nun zog der Stereo-

Amp aber nicht gleich den kürzeren. Der

duckte sich, wenn die Monos mehr Biss

und mehr Strahlkraft boten. Doch sang

etwa eine Lizzy Plapinger (MS MR, „Secondhand

Rapture“), richtete sich der

Rein-Class-A-ler sofort wieder auf. Das

gibt's doch nicht: Bei „Dark Doo Wop“

blieben die FBA 4 bei aller Kraft ganz in

der Versenkung. Und während die Tester

nur noch dahinschmolzen, taute der FBA

800 bei seiner Leibspeise noch weiter

auf. „So eine nette junge Frau, soviel Zeitgeist-Gefühl“

und so weiter – schwärmte

die ergriffene Hörtest-Meute, während

sie an den rosigen Lippen der symphathischen

New Yorkerin – und auch an

dem neuen Sugden-Amp – klebte.

Der vollends züchtige Class-A-Geist

führte einfach noch näher an eine „Milliarde

Jahre Verführungskunst“, an den

delikaten Zungenschlag, an jeden Hauch,

an Freud und Leid, an das wirkliche Leben

heran. Also: Wer davor nicht zurückschreckt

und technischen Beigeschmack

hasst, höre sich den Sugden FBA 800

am besten und günstigsten zusammen

mit der Sugden-Vorstufe LA 4 mal an.

STECKBRIEF VORVERSTÄRKER

SUGDEN

DAP 800

Vertrieb

WBS

0 67 22 / 409 28 60

www.

wbs-acoustics.com

Listenpreis

4800 Euro

Garantiezeit

2 Jahre

Maße B x H x T

43 x 12 x 34 cm

Gewicht

20 kg

ANSCHLÜSSE

Phono MM / MC – / –

Hochpegel Cinch / XLR 4 / 1

Festpegel Eingang 1

TapeOut 1

Pre Out Cinch / XLR 2 / 1

Digitaleingänge

3 koax., 2 opt., 1 USB

FUNKTIONEN

Aufnahmewahlschalter –

Klangregler/ abschaltbar –

Loudness –

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

Phono MM/MC – / –

Klang Cinch / XLR 115 / 115

Ausstattung

sehr gut

Bedienung

sehr gut

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

Åklingt fein, homogen,

ausgeglichen. Als DAC

tendenziell etwas heller.

Íkönnte untenrum noch

mehr Impulsivität bieten.

115 PUNKTE

GUT

FAZIT

Johannes Maier

AUDIO-Redakteur

Die Branche hat es geschafft, bei

ständiger Nennung des Begriffs

über die Notwendigkeit von

Class-A-Endstufen hinwegzuflunkern.

Insofern bietet Sugden mit

dem Endverstärker DPA 800 fast

schon Exotisches an, und trotzdem

das einzig wirklich Wahre!

STECKBRIEF ENDSTUFEN

SUGDEN

FBA 800

Vertrieb

WBS

0 67 22 / 409 28 60

www.

wbs-acoustics.com

Listenpreis

6300 Euro

Garantiezeit

2 Jahre

Maße B x H x T

43 x 20.6 x 46 cm

Gewicht

20 kg

AUSSTATTUNG

Eingänge Cinch / XLR 1 / 1

Pegelsteller –

Kanäle 2

Ferneinschaltung –

Leistungsanzeige –

Besonderheiten

Bei Halbleitern ganz seltener,

100prozentiger Class-A-Betrieb.

AUDIOGRAMM

Klang Cinch

Klang XLR

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

ÅMusikalischer, äußerst

natürlicher Klang.

ÍManchmal fast etwas

zu sanft.

120

120

gut

sehr gut

gut

120 PUNKTE

SEHR GUT

50

www.audio.de ›10/2013


Wie damals ...

Wir hatten uns ein bißchen aus den Augen verloren,

aber wir haben nie aufgehört zu existieren!

CS 455-1

Voll-Automatik Plattenspieler

„Sieht gut aus, funktioniert gut,

klingt gut –was will man mehr?“*

CS 460-4

Voll-Automatik Plattenspieler

„Ausgestattet mit drei Geschwindigkeiten und einem

hochwertigen Präzisionstonarm –und los gehts!“

CS 505-4

Semi-Automatik Plattenspieler

„auspacken, anschließen Platte drauf –fertig!

* Zitat LP 5/2013

Sintron Vertriebs GmbH · Südring 14 · 76473 Iffezheim · info@sintron.de

made in Germany

www.sintron-audio.de


Titel-CD › AUDIOphile Pearls Volume 5

TIEFE EINDRÜCKE

Akkurater, bei Bedarf auch pegelfester Tiefbass ist

nicht nur fürs Heimkino wichtig – beim Musikhören

macht er den Unterschied zwischen

netter Reproduktion und ergreifendem,

mitreißendem Erlebnis. SVS Audio

aus den USA haben sich auf

Bass spezialisiert: Sie bauen

fast nur Subwoofer.

■ Text: Bernhard

Rietschel, Christof

Hammer

52 www.audio.de ›10 /2013


Titel-CD › AUDIOphile Pearls Volume 5

MUSIK FÜR KOPF(-HÖRER) UND SEELE

Topstars wie Dave Stewart und Gov’t Mule, heiße Neuentdeckungen und ein Gipfeltreffen der Klassik-

Superstimmen: „AUDIOphile Pearls Vol. 5“ bringt fast 60 Minuten feinste Musik in exzellentem Klang.

1. MARTIN GALLOP: MISSING

TRAINS (aus der CD „Most Beautiful Song“;

Ferryhouse/Warner; siehe S. 63)

Die shuffelnden Drums, die an das Rattern

eines Bahnwaggons erinnern, die wehmütige

Mundharmonika, die durch das Arrangement

weht wie die Rauchfahne einer

Diesellok über den Horizont: Warum „Missing

Trains“ heißt wie es heißt, ist nicht so

schwer zu erkennen. Woher diese Musik

kommt, aber schon eher: So sophisticated

klingt dieser elegante Folksong, als spiele

hier ein Saitenmelancholiker aus Wyoming

oder Utah – aus einer jener Gegenden

eben mit einer Einwohnerdichte von 30

Menschen pro Quadratkilo meter. Aber

falsch: Mitten in Berlin entstand dieser

Track wie auch das komplette dritte Solo-

album von Martin Gallop. Ganz falsch liegt

man in Sachen Einwohner dichte indes

nicht: Geboren wurde er 1962 nämlich im

Süden Kanadas, und da wird es kurz hinter

Toronto auch recht schnell recht einsam.

Mitte der 80er Jahre blieb Gallop dann in

Deutschland hängen und machte sich als

musikalischer Begleiter von Udo Lindenberg,

Till Brönner oder Annett Louisan einen

guten Namen. Mit der Berliner Sängerin

teilte Gallop eini ge Jahre übrigens

mehr als nur das Studio. „Lieder für die

Verlassenen und die, die es gerne wären“,

nennt Gallop seine Songkol lektion, und

man ahnt, was hinter dieser Formulierung

steckt. Und wie es eben manchmal so ist:

Aus traurigem Anlass entstehen oft die

schönsten Dinge – so wie dieser Song.

AUDIOphile Pearls

DIE TIEFTON-SPEZIALISTEN

SVS Audio bieten auf www.sv-sound.de Bass-Lösungen für alle Lebenslagen, Hörräume

und Musik-Geschmäcker. Nur Kompromiss-Spielzeug findet sich nicht im Angebot.

1. Martin Gallop Missing Trains 3:15

mit freundlicher Genehmigung von Ferryhouse Productions GmbH & Co. KG

2. Gov’t Mule No Reward 4:56

mit freundlicher Genehmigung von Mascot-Provogue Records GmbH

3. Mara & David Cherry Tree 3:34

mit freundlicher Genehmigung von Ozella Music

4. Dota Warten auf Wind 4:31

mit freundlicher Genehmigung von Kleingeldprinzessin Records

5. Löwe Immer wenn 3:30

mit freundlicher Genehmigung von Nordpolrecords/Südpolmusic

6. Dave Stewart Every Single Night (Radio Edit) 433:52

mit freundlicher Genehmigung von Membran Media GmbH

7. Tamikrest Imanin Bas Zihoun4 3:26

mit freundlicher Genehmigung von Glitterbeat Records

8. Matuto Diamond 3:58

mit freundlicher Genehmigung von Membran Media GmbH

9. Gloria Warten 3:29

mit freundlicher Genehmigung von Grönland Deutschland GmbH

10. Gisle Torvik Blå Skugge 4:03

mit freundlicher Genehmigung von Ozella Music

Volume 5

All rights of the producer and the owner of

11. Giovanni Benedetto Platti Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur: Allegro 2:47

Sol Gabetta, Cello; Capella Gabetta, Andres Gabetta

12. Ludwig van Beethoven Sonate Nr. 28 A-Dur op. 101: 4. Satz 6:10

Igor Levit, Klavier

13. Charles Gounod O légère hirondelle (aus: Mireille) 3:07

Olga Peretyatko, Sopran; NDR Sinfonieorchester, Enrique Mazzola

14. Giuseppe Verdi Sí, la mia figlia! (aus: Rigoletto) 4:58

Plácido Domingo, Tenor; Orquestra de la Comunítat Valencíana, Pablo Heras-Casado

15. Giuseppe Verdi Se quel guerrier io fossi! (aus: Aida) 4:41

Jonas Kaufmann, Tenor; Orchestra dell’ Opera di Parma, Giorgio Morandi

Titel 11-15: mit freundlicher Genehmigung von Sony Music Entertainment

Gesamtspielzeit: 60:25

Konzeption & Produktion: Christof Hammer, Mastering: Alexandros Mitropoulos @ AUDIO-Studios Stuttgart

Weitere Infos: www.ferryhouse.net, www.mascotlabelgroup.com, www.ozellamusic.com, www.kleingeldprinzessin.de,

www.suedpolmusic.de, www.membran.net, www.glitterbeat.com, www.groenland.com, www.sonyclassical.de. Foto: Archiv

bited. Promo

AUDIOphile

Pearls

Volume 5 Pearls

AUDIOphile

the recorded music reserved. Unauthorized copying, public performances and broadcasting prohibited. Promotional copy – not for sale. AUDIO 10/13 This compilation (P) 2013 WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH. GEMA. Made by Optimal Media, Germany

Musik von:

Dave Stewart

Gov’t Mule

Tamikrest

Gloria

Matuto

Gisle Torvik

Plácido Domingo

Jonas Kaufmann ...

Erinnern Sie sich an Ihr letztes Rockkonzert,

Ihr letztes Live-Orchester? Hoffentlich

ist der Abend noch nicht zu lange

her, denn Live-Erlebnisse sind der

wahre Realitäts-Check für HiFi-

Freunde. Das gewaltige

Ganzkörper-Erlebnis wäh-

rend des Konzerts unter-

scheidet sich natürlich

auch in der Lautstärke von

der heimischen Anlage,

vor allem aber in der

Breitbandigkeit: Gute Live-

PAs haben Bassreserven,

die man zuhause mit norma-

len Boxen kaum reproduzie-

ren kann. Der schnellste Weg

zu mehr Authentizität: Ein guter

Subwoofer, den man präzise an die

Hörsituation anpassen – und spät

nachts auch mal abschalten – kann.

Pearls Volume 5

Auch als Playlist auf

www.audio.de ›10 /2013 53


Titel-CD › AUDIOphile Pearls Volume 5

2. GOV’T MULE: NO REWARD

(aus der CD „Shout!“, Mascot-Provogue PRD74065

/ Rough Trade; siehe S. 59) AUDIO proudly presents:

eine Kultband! Mit ihrem Mix aus

fiebrigem Southern- und bluesigem Heavy-Rock

zählt die Band der ehemaligen

Allman Brothers Warren Haynes und Allen

Woody seit 1994 zu den Lieblingsacts

von Fans kerniger Saitensounds. Einer der

stärksten Titel ihres neuen Doppeldeckers

„Shout!“: „No Reward“, das in klassischem

Southern Rock wurzelt, diesen Stil mit

prägnantem Rhythmus-Fundament und

zupackender Saitenarbeit inklusive reichlicher

Jam-Anteile jedoch eigenständig

und souverän interpretiert.

3. MARA & DAVID: CHERRY TREE

(aus der CD „Call It Freedom“; Songways SW511CD

/ Galileo MC; siehe S. 59) Sie und er, Gitarre

und Stimme: Es ist eine der einfachsten

Gruppenkonstellationen der Popmusik -

und eine der spannendsten. Zumindest,

wenn Könner wie Mara von Ferne und

David Sick am Werk sind. „Cherry Tree“

lebt vom funky Funkenschlag zwischen

Maras emotionaler, dabei stets kontrollierter

Soulstimme und Davids dynamischen

Licks sowie der perkussiven Arbeit auf

dem Gitarrenkorpus. Und die Tontechnik

ist so präzise und durchzeichnend, dass

der Hörer den beiden geradezu livehaftig

auf die Finger und Lippen schauen kann.

4. DOTA: WARTEN AUF WIND (aus

der CD „Wo soll ich suchen“; Kleingeldprinzessin

Records 12716 / Broken Silence; siehe S. 64)

Ein reizvoller Kontrast: Der straighte Beat

und die E-Gitarren von „Warten auf Wind“

klingen fast nach neuer Neuer Deutscher

Welle, doch die metaphernreichen Texte

und ihre Gesangsarbeit zeigen Dorothea

„Dota“ Kehr eher als Chansonniere: ein

feines Stück deutscher Musik an der

Schnittstelle zwischen Pop und Poesie.

5. LÖWE: IMMER WENN

(aus der CD „II“; Nordpolrecords EB144 / Rough

Trade, siehe S. 60) Manchmal hört man ein

Lied und denkt einfach: Das ist aber mal

schön. Solch ein Glücksfall gelang der

Münchner Band Löwe mit „Immer wenn“.

Melodisch, berührend, nachdenklich, Cello,

Gitarren und Gesang in sanfter Harmonie

einander umkreisend – ein feines Beispiel

für die Kunst des unprätentiösen

Lovesongs made in germany und ein Titel,

dem man bald öfter begegnen dürfte. Übrigens:

Das Album „II“ gibt’s erst ab 11.

Oktober im Handel, bei Ihnen rotiert einer

der besten Tracks daraus aber schon jetzt

im Player – Vorsprung durch AUDIO!

JUNGE FIRMA, DYNAMISCHES TEAM

Die SVS-Gründer hatten alle bereits viele Jahre Erfahrung in der

Branche, bevor sie 1998 SVS gründeten – mit dem Ziel, erschwingliche

Subwoofer höchster Qualität zu bauen. Spezialisten für teure

Woofer gab es schon, zudem reizte die Entwickler die

Herausforderung mehr, mit vernünftigem Budget ein Maximum an

Qualität herauszuholen: Weg mit den Hightech-Spielereien und den

teuren Edelholzfurnieren, die bei einem Woofer keiner braucht. Her

mit den kräftigsten Amps und den besten, wuchtigsten Treibern –

letztere selbstentwickelt und penibel für die Woofer-Modelle optimiert.

Die Entwicklung findet auch heute noch bei SVS in den USA

statt – erfahrene Ingenieure wie Ed Mullen, ein Subwoofer-Experte

und SVS-Mann der ersten Stunde, steuern ihren riesigen

Erfahrungsschatz bei, Verstärker- und Akustikspezialisten gehören

ebenfalls zum Team. Die Fertigung wurde vor einigen Jahren nach

Fernost verlegt, was US-Kunden mehr stören dürfte als deutsche,

zumal die Verarbeitungsqualität dadurch eher noch besser wurde.

Dennoch machen jedes Jahr Hunderte Woofer den Umweg über die

USA – eine penible Stichprobenkontrolle soll die hohe Qualität dauerhaft

sichern.

ALLROUNDER: Eli Trinkle kümmert

sich um Qualitätskontrolle und

Produktions-Organisation.

DAS GESICHT VON SVS: Woofer-Experte Ed Mullen

ist gern gesehener Gast in Online-Diskussionen

54 www.audio.de ›10 /2013


Titel-CD › AUDIOphile Pearls Volume 5

6. DAVE STEWART: EVERY SINGLE

NIGHT (aus der CD „Lucky Numbers“, Membran/

Sony 8851 5033769 /; siehe S. 62) Und der

nächste Topstar für Sie, liebe Leser. Mit

Annie Lennox schrieb er Musikgeschichte

und sammelte Grammys und Goldene

Schallplatten dutzendweise. Nach dem

Ende der Eurythmics startete Dave Stewart

dann eine ebenso formidable Karriere

als Solointerpret und Produzent. Mit

der neuen CD „Lucky Numbers“ wandelt

er nun auf clever Countrypop-Spuren.

Kostprobe: „Every Single Night“, eine unverschämt

poppige Nummer im typischen

Stewart-Stil, die einen einmal mehr

fragen lässt: Wie macht der Kerl das nur,

den Hörer so um den Finger zu wickeln?

Die charmante Begleitstimme gehört übrigens

US-Sängerin Martina McBride.

7. TAMIKREST: IMANIN BAS ZIHOUN

(aus der CD „Chatma“, Glitterbeat 964422 / Indigo;

siehe S. 62) Früh schon wurde Chris Eckman,

Kopf der Americana-Formation The Walkabouts,

auf diese Gruppe aufmerksam und

verpflichtete Tamikrest nun für sein Weltmusik-Label

Glitterbeat. Wer könnte diese

Tuareg-Band also besser vorstellen als ihr

Förderer? Grund genug für ... 20 Zeilen über

Tamikrest von Chris Eckman „2008 gastierte

ich mit meiner Band Dirtmusic beim `Festival du Desert´

nahe der malischen Stadt Timbuktu. Kurz nachdem

wir angekommen waren, hörte ich im Nachbarzelt

eine Band, deren Musik mir irgendwie vertraut

vorkam: zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Perkussion,

dazu in der malischen Tradition verwurzelte Songs –

aber alles zupackend modern gespielt. Wir kamen

ins Gespräch, jammten, und schnell kam eins zum

anderen: Gemeinsam nahmen wir 2009 das Dirtmusic-Album

„BKO“ auf, und nun fragten mich die Tamikrest-Musiker,

ob ich ihr Album „Chatma“ produzieren

und auf Glitterbeat veröffentlichen wollte. Ich

sagte sofort zu, denn die Band entwickelt sich immens

weiter und ihre Freundschaft, ihre Musik und

ihr Vertrauen bedeuten mir immens viel.“

Ein Höhepunkt dieses famosen Wüstenrock-Albums:

„Imanin Bas Zihoun“, ein

Feuerwerk aus treibenden E-Gitarren, polyrhythmischen

Perkussion- und Handclap-Grooves

und exotischen Vokallinien.

8. MATUTO: DIAMOND (aus der CD „The

Devil & The Diamond“; Motema/Membran 233716;

siehe S. 65) Schon irre, was allein Fiddle und

Akkordeon an musikalischem Feuer entfachen

können. Die New Yorker Band Matu-

to macht es auf „Diamond“ aber natürlich

auch sehr clever und überlässt die Bühne

fast vollständig diesen beiden Instrumenten

für extrovertierte Dialoge und Soli.

Bass und Schlagzeug begleiten mit quirligen

Rhythmen zwischen Tex-Mex-

Music und Reggae, und Sänger Clay Ross

brilliert mit extravaganter Akzentuierung .

9. GLORIA: WARTEN (aus der CD „Gloria“,

Grönland CDGRON132 / Rough Trade; ab 27. 9. erhältlich;

siehe S. 60) Also, wir wagen die Prognose:

Dieses Duo dürfte am Jahresende

zu den deutschen shooting stars 2013

gehören – und „Warten“ wird jener Song

sein, der Gloria den Durchbruch bringt.

Mark Tavassol, Saitenmann von Wir sind

Helden, und der (MTV-)Moderator und

Entertainer Klaas Heufer-Umlauf bringen

hier in 3:29 das Lebensgefühl der @-Generation

in impulsiven Sounds zwischen

hart und zart auf den Punkt.

10. GISLE TORVIK: BLA SKUGGE (aus

der CD „Tranquil Fjord“, Ozella Music OZ051CD / Galileo

MC; siehe S. 70) Stil ruht der Fjord – und

der norwegische Virtuose Gisle Torvik

macht diese Szenerie hör- und sichtbar. In

IDEALE PARTNER FÜR DIE HIFI-ANLAGE

Das SVS-Programm teilt sich in zwei Familien: Die geschlossenen Woofer der

SB-Serie (für „sealed box“) kommen ohne Reflexunterstützung aus, was die

Tiefton-Präzision verbessert, aber den Wirkungsgrad vermindert –kein

Problem, wenn man ausreichend dimensionierte Verstärker verbaut und

Chassis, die deren Leistung auch verkraften. So hat schon der „kleinste“

Woofer in der SB-Serie, der SB-1000 für 500€, ein kapitales 12-Zoll-Chassis,

das in einem Würfel-Gehäuse von nur 13 Zoll (35cm) Kantenlänge sitzt. Echter

Tiefbass lässt sich aus diesem Volumen nur mit digitaler Entzerrung realisieren

– das SLEDGE-Verstärkermodul verfügt über diese Fähigkeit und stellt 300

Watt Leistung bereit. Das abgebildete Topmodell SB-13Ultra bringt es mit der

gleichen Grund-Technik auf 1000 Watt Dauer- und 3600Watt Impulsleistung,

deren Sinn nicht nur darin besteht, viel Luft in Bewegung zu setzen, sondern

diese Bewegung auch perfekt unter Kontrolle zu halten – im Zusammenspiel

mit präzisen HiFi-Lautsprechern bleiben diese „schnellen“ Woofer-Modelle

akkurat am Puls der Musik, ohne das Timing zu gefährden.

KONTROLLIERTE

GEWALT: Die Woofer

der Ultra-Serie haben

menügesteuerte DSP-

Anpassungsfunktionen.

Sie können bei Bedarf

gewaltige Pegel erzeugen,

stellen aber auch

in Klangqualität und

Genauigkeit das

Optimum dar.


Titel-CD › AUDIOphile Pearls Volume 5

„Bla Skugge“ wechselt seine Höfner-

Gitarre zwischen lyrisch-jazziger Improvisation

und folkloristischen Motiven, wie

sie auch ein Mark Knopfler kaum schöner

aus den Saiten fieseln könnte. Der zarte

Besen von Drummer Hermund Nygård

und Audun Ellingsen sanfter Bass machen

dieses nordisch-kontemplative Instrumental

endgültig zum Hochgenuss.

11. GIOVANNI BENEDETTO PLATTI:

KONZERT FÜR VIOLONCELLO UND

ORCHESTER C-DUR – ALLEGRO (aus der

CD „Il Progetto Vivaldi 3“, Sony 88837 65882; siehe

S. 72) Einfach gute Laune macht dieses

Cellokonzert des Vivaldi-Zeitgenossen

Platti (1697-1763), der das Werk im Auftrag

des begeisterten Cellisten und Diplomaten

Graf Rudolf Franz Erwein von

Schönborn schrieb. In der Einspielung der

„Echo“-Preisträgerin Sol Gabetta versprüht

der erste Satz unwiderstehlichen Charme

und Schwung. Doch auch die gesanglichen

Parts kosten die Akteure mit hörbarem

Vergnügen und brillanter Differenzierungskunst

aus. Sahnehäubchen einer

mitreißenden Interpretation: das Klangbild,

das die Balance zwischen Solistin

und Orchester transparent wiedergibt.

12. LUDWIG VAN BEETHOVEN: SO-

NATE NR. 28 A-DUR OP 101: 4. SATZ

(Igor Levit, Klavier; aus der CD „The Late Piano Sonatas,

Sony 88837 47352; siehe S. 72) Der russisch-deutsche

Pianist Igor Levit gibt

sein Debüt bei Sony mit einer echten Herausforderung:

der schwierigen letzten

fünf Klaviersonaten von Beethoven. Der

4.Satz aus der Sonate op.101 zeigt exemplarisch

die Fähigkeiten dieses jungen

Künstlers (Jahrgang 1987): klar strukturierte

Themenverläufe gepaart mit wunderbarer

Sanglichkeit des Tons und der

Unbedingtheit, sich diesem Wagnis mit

größtem Einsatz zu stellen.

13. CHARLES GOUNOD: O LÉGÈRE HI-

RONDELLE (Olga Peretyatko, Sopran; aus der

CD „Arabesque“, Sony 88837 38592 siehe S. 72)

Eigentlich endet die Oper „Mireille“ tragisch.

Doch Gounod besserte nach und

komponierte einen Aufheller zwischendurch:

„O légère hirondelle“, eine heitere

Valse-Ariette, in der Mireille eine Schwalbe

als Postillon d’amour auf Reisen

schickt – mit einem Gruß an ihren Geliebten.

Ein Prachtstück für geläufige Gurgeln,

und Olga Peretyatko, eine der momentan

hoffnungsvollsten Koloratursoprane im

leichteren Fach, macht daraus ein herrlich

quirliges, jubilierendes Bekenntnis purer

Lebensfreude und wertet das Trällerliedchen

in Singvogel-Manier zu einer virtuosen

Liebeserklärung auf: leicht, bravourös

und ansteckend frohgemut.

14. GIUSEPPE VERDI: SÍ, LA MIA FIG-

LIA! (Plácido Domingo, Bariton; aus der CD „Verdi“,

Sony 88837 33122; siehe S. 62) Der fulminante

Tenor Domingo als Bariton? Aber ja! Seine

Stimme ist deutlich dunkler geworden,

und in den tieferen Registern klingt der

72-Jährige nicht nur respektabel, sondern

punktet auch mit seiner gestalterischen

Erfahrung. Klar, dass ihn bei Verdi auch

die komplexen Bariton-Charaktere reizen:

etwa der bucklige Narr Rigoletto, der die

Höflinge beschimpft, weil sie seine Tochter

entführt haben. Domingo singt diese

Szene zwischen Fluchen und Flehen, zwischen

Wut und Lamento mit einer emo-

Fotos: SVS

DIE HEIMKINO-PROFIS AUS DER PB-SERIE

Der Bass-Herkules auf der CD-Hülle und dem Aufmacher

dieses Artikels ist der PB-13 Ultra aus der „Ported Box“ –

also Bassreflex-unterstützten – Serie von SVS. Damit Sie

sich nicht verschätzen: das Chassis oberhalb der drei

Reflex-Ports misst 34cm im Durchmesser, der ganze Woofer

ist also ernsthaft groß. Dank derselben 1000-Watt-Endstufe

wie im geschlossenen Topmodell und reflexbedingt höherer

Effizienz ist der PB13 Ultra das Traumteil für Heimkino-Fans

– mit 2000 Euro aber bleibt er aber dennoch in finanzieller

Reichweite, vielleicht sogar als Zweierpack für ganz

Furchtlose. Wer einfach nur guten Heimkino-Bass will, ohne

nach jedem Filmabend Glaser, Gipser oder Dachdecker

rufen zu müssen, kann aber schon mit dem PB-1000 in

durchaus amtlicher Qualität einsteigen. Dieser links abgebildete,

kleinste Bassreflex-SVS kommt immerhin auch schon

mit einem hochwertigen 25er (10 Zoll) Bass und der

300-Watt-Endstufe, wie sie auch im SB-1000 steckt – nur

dass die jetzt natürlich auf die Parameter des Treibers und

des Reflexgehäuses optimiert ist. Der Preis? 500 Euro frei

Haus, mit 14 Tagen Rückgaberecht. Also mächtig viel Bass

fürs Geld!

ZEIGT HER EURE 10-ZÖLLER: Wer's diskret mag,

kann die Front mit dem serienmäßigen Stoff-Spannrahmen

abdecken. Eigentlich ist der Treiber dafür aber zu schick.


Titel-CD › AUDIOphile Pearls Volume 5

tionalen Intensität, die zu Herzen geht,

und das Orchester der Stadt Valencia malt

die seelischen Abgründe dieser Figur –

von aufgewühltem Streichertremolo bis

hin zu klagenden Kantilenen des Englischhorns

– mit immenser Lebendigkeit.

15. GIUSEPPE VERDI: SE QUEL GUER-

RIER IO FOSSI! (Jonas Kaufmann, Tenor; aus

der CD „The Verdi Album; Sony 88765 492042; siehe

S. 71) Wohl kein Tenor verfügt derzeit über

eine so große Bandbreite wie Jonas Kaufmann:

von Mozart bis Wagner. Jetzt hat

der Münchner sein erstes Verdi-Album

vorgelegt, wobei elf von 13 Titeln sogar

Premieren sind. Etwa das berühmte „Celeste

Aida“, jener Lovesong des jungen

Radamès an seine geliebte, göttliche Aida.

Kaufmann, gesegnet mit einer Ausnahmestimme

voller Glanz, Schmelz und

Strahlkraft, singt diese Romanze mit hinreißendem

Charme; vom schwärmerisch

strömenden Belcanto in der Mittellage bis

zu feurig geschmetterten Spitzentönen.

Zusammen mit dem fein ausgeleuchteten

und ansteckend walzernden Orchestra di

Parma unter Morandi ein Vollblut-Verdi!

„AP5“: VON DER PRODUKTION BIS ZUM MASTERING

Spannende Newcomer und internationale

Topstars: Diese Mischung ist sozusagen der

ewige Traum beim Zusammenstellen von

CD-Compilations – diesmal wurde er auf besondere

Weise wahr. Mit der New Yorker Band

Matuto, dem norwegischen Gitarren-Ästheten

Gisle Torvik oder den deutschen Acts Löwe und

Gloria (auf Gröne meyers Grönland-Label:

danke, Herbert, für die Kooperation!) bringt

Folge 5 der CD-Serie „AUDIOphile Pearls“ zum

Beispiel vier famose Entdeckungen aus Weltmusik,

Jazz und heimi schem Poprock. Und die

Kategorie Stars? Nun: Top-Acts wie Ex-Eurythmiker

Dave Stewart oder die Southern-Rock-

Giganten Gov’t Mule können wir auch nicht alle

Tage aus dem Hut zaubern – umso stolzer sind

wir, Ihnen, liebe Leser, solche „Pearls“ präsentieren

zu können!

Im Bereich Klassik steht das Jahr 2013 natürlich

im Zeichen des 200. Geburtstages von Giuseppe

Verdi, und den feiern wir mit neuen Auf nah men

der Opern-Giganten Jonas Kaufmann oder

Plácido Domingo. Auch das lässt sich eigentlich

kaum noch toppen ... aber: Wir arbeiten schon

dran – versprochen! Mit Tracks aus dem

Hause Glitterbeat (die packende malische

Band Tamikrest) oder Ferryhouse (der exzellente

Song writer Martin Gallop) wuchs das

Reper toire von „AP5“, so der interne

Projektname, schließlich auf erneut stolze 60

Minuten an. Redaktionskollege Alexandros

Mitro poulos machte das Material dann im

AUDIO-Tonstudio” fertig fürs Presswerk.

Dabei weiß der gelernte Toningenieur genau,

wo er Hand anlegen muss (etwa bei der

Abstimmung der Songs auf ein homogenes

Dynamikniveau – natürlich ohne

Komprimierung, sondern mittels sorgfältigem

Pegelabgleich) – und wo nicht: Die unterschiedliche

Klangsprache der verschiedenen

Produk tionen wurde bewusst nicht weiter

nivelliert. So kontrastiert die betont rauhe

Abmischung von Glorias „Warten“ oder die

analoge Wucht der Wüstenrocker Tamikrest

mit der puren audiophilen Eleganz in Gisle

Torviks „Bla Skugge oder dem „Cherry Tree”

von Mara & David. So entsteht Spannung, so

entstehen klangliche Reizpunkte.

TRAUMHAFTE KOMBI: SVS ULTRA BOOKSHELF MIT SUB

KEINE WEITEREN FRAGEN: Wer

den 34cm-Treiber des SB-13 Ultra sieht,

ahnt, dass er vielleicht doch nicht zwei

Subwoofer anschaffen muss. Auf die

Chassis gibt SVS fünf Jahre Garantie –

häufig brauchen wird man sie wohl

nicht.

Obwohl Subwoofer ihr Hauptgeschäft bedeuten, ließen es

sich die Amerikaner nicht nehmen, auch ein Pärchen

Kompaktmonitore zu designen – schließlich bringen sie jede

Menge Boxenerfahrung mit, etwa von PSB. Dass die

Abwechslung den Entwicklern einen Riesenspaß

gemacht hat, hört man der Ultra Bookshelf schon

bei den ersten Tönen an: Im Test in AUDIO 7/2013

gab sie sich enorm pegelfest, breitbandig und

anspringend lebendig – ein richtig toller Monitor in

erstklassiger Verarbeitung, der in Kombination mit

einem Woofer (wir hatten einen SB-12 NSD für 700

Euro mitbestellt) zu einer richtig großen, durch

nichts zu erschütternden HiFi-PA mutierte. Für

extreme Parties kann man die im Woofer inte-

grierten Hochpassfilter nutzen, um die Box im

Tiefton zu entlasten; für alle im weitesten Sinne

HiFi-ähnlichen Anwendungen ist dieser Umweg

jedoch nicht nötig, da die Box auch bei hohen

Pegeln keine Anstrenung verriet und auch der

Übergang zwischen Sub (dessen Tiefpass eingestellt

auf ca. 50 Hertz) und den Monitoren absolut

stimmig wirkte.

KLARE FORM, KERNIGE

BESTÜCKUNG: Der 6,5"-Tiefmittel tö ner

der Bookshelf verfügt über einen riesigen

Antrieb und eine Glasfaser-Mebran


Musik › POP & ROCK

| POP | OLDIES | JAZZ | KLASSIK | auf CD, SACD, LP und Blu-ray/DVD

POP-CD DES MONATS

SCHWARZ, WEISS, GRAU: DAS GROSSE GLASVEGAS-RAUSCHEN

Mehr als nur Pop: Die schottische Band Glasvegas verdichtet Lieder über Größe und

Wahn, Sehnen und Suchen zu einer fast synästhetisch-surrealen Sound-Sinfonie

Sie schmecken Farben, surfen auf

Schallwellen oder empfinden bei

hohen Tönen einen fauligen Geruch in der

Nase: Synästhesie heißt dieses neurologische

Phänomen, bei dem eine Sinnesreizung

nicht nur die unmittelbar dafür zuständige

Gehirnregion stimuliert, sondern

auch diverse benachbarte Gefilde und

Nerven zellen aktiviert und es so zu multiplen,

sich überlagernden Erregungswellen,

ja förmlich zu „Wahrnehmungsstürmen“

im Gehirn kommt.

Was das mit Glasvegas zu tun hat? Nun,

auch James Allan, der Chef der englischen

Noisepopper, könnte zu jenem Personenkreis

der Synästheten zählen, der nach

aktueller Schätzung deutlich größer zu sein

scheint als bisher angenommen – bis zu

vier Prozent der Weltbevölkerung könnten

synästhetische Veranlagungen besitzen.

Was genau der Mann so alles gesehen,

gerochen, gehört hat beim Blick auf das

statische weiße Rauschen, das entsteht,

wenn ein alter Analogfernseher aus dem

Sendeprogramm aussteigt? Man weiß es

nicht genau – aber in zehn neuen Songs

lässt er uns auf musikalischem Weg an

diesem Inspirations- und Arbeitsmotiv

des dritten Glasvegas-Album teilhaben.

Was die Schotten dafür alles auffahren,

ist seit dem selbstbetitelten 2008er-

Debüt und dem Nachfolger „Euphoric//

Heartbreak“ (2010) bekannt – aber noch

lange nicht ausgereizt. Da ist der von den

60er Jahren in die Gegenwart gebeamte

„wall of sound“ eines Phil Spector, da

sind die Feedback-Gitarren von Noisepoppern

wie The Jesus And Mary Chain,

da die Melancholie des 2000er-Britpop.

Getränkt ist das mit jenem Schuss Wahnsinn

und Besessenheit, der ordentliches

Handwerk in ambitionierte Kunst überführt:

Nicht mehr schnöder Indiepop

sind diese Songs, sondern feierlicher,

aber unprätentiös inszenierter Existenzialismus-Pop,

der mit zwei Händen – einer

knöchernen, einer zarten – nach der

Seele des Hörers greift. Tief in den Keller

steigen die Bässe, in himmlische Höhen

schrauben sich die Gitarren bei diesem

Karussell aus Sounds und Stimmungen,

und doch bleibt der Glasvegas-Stil bei aller

Komplexität der Themen und Gefühle

stets songorientiert und griffig. „Youngblood“

mäandert zwischen sphärischen

Synthies und sägenden Gitarren, „Magazine“

greift weit aus und bleibt doch konsequent

melodisch, „Choices“ ist eine zartsüße

Pianoballade, das anmutig-sanfte

„Secret Truth“ wird von rabenschwarzen

Riffs aufgemischt. Und mittendrin:

Allan, der als Crooner der @-Generation

stellvertretend für alle emotional Gleichgepolten

dieser Welt Gefühle der Isolation

und des Sehnens durchleidet, den

Kampf um das innere Gleichgewicht

in Wort und Gesang ausfechtet. Musik

wie eine weiße Mousse au chocolat mit

Mangopüree und grünem Pfeffer, wie ein

Sonnenuntergang am Schiffsfriedhof im

Nordatlantik: Süße und Schärfe, Schönheit

und Herbheit in perfekter Harmonie.

Christof Hammer

Glasvegas (2008);

The Verve, Spiritualized, Radiohead

GLASVEGAS

Later ... When The TV Turns To Static

BMG Rights / Rough Trade (CD, 2 CDs, 2 LPs)

Noise-Pop

Musik:

Klang:

58

www.audio.de ›10 /2013


AUDIOPHILE CDS DES MONATS

Mara & David

Call It Freedom

KLANG

TIPP

Robert Coyne with Jaki Liebezeit

The Obscure Department

Musik › POP & ROCK

Ozella / Galileo MC (CD)

Dagobert Böhm, Produzent, Musiker und Chef des feinen Ozella-

Labels, nimmt gern Künstler unter Vertrag, die mit audiophilen

Perlen abseits des Mainstream glänzen – wie das deutsche Duo Mara

(von Ferne) & David (Sick). Stimme und Akustikgitarre: Mehr brauchen

die beiden nicht, um auf ihrem dritten Album einen schillernden Gefühlskosmos

zu entwerfen. „Während wir die Songs schrieben, war unser

Leben geprägt von Aufruhr, sowohl emotional als auch gesundheitlich,”

so Mara, die wie David sehbehindert ist. Mit fragiler, angerauter und

eindringlich erdiger Stimme

singt Mara von Glück und Friend ‘N Fellow, Sara K.

Leid, eingebettet in finessenreiche

Arrangements

zwischen Folk, Jazz und

R&B. David prägt die Songs

mit leisen Pickings, souveränen

Gitarrenläufen und

impulsiven Saitensprüngen.

Und die Aufnahmetechnik

begeistert mit authentischen

Klangfarben, Feindynamik

und Präzision, prima zu hören

auf „Cherry Tree”, Track 3 der

AUDIO-Heft-CD. Claus Dick Musik:

Klang:

Meyer Records / Rough Trade (CD, LP)

Ob Zufall oder Absicht: Der erste Track „Signature Song“ trifft als

„Erkennungsmelodie“ einen zentralen Punkt: Stilarten, Stimmungen

und Tempi wechseln zwar auf diesem Album, besitzen aber ein

gemeinsames markantes Merkmal: ein repetitives Grundmuster, eine

Art akustischen Loop. Verantwortlich dafür: Jaki Liebezeit. Der einstige

Drum-Hero der Rock-Avantgardisten Can ist berühmt für die Philosophie

des „Weniger ist mehr“ und seine fast metronomischen Taktmuster bei

zugleich immenser Variationsbreite. Damit ist er der perfekte Partner für

Whitetree, Money Mark, Laura Marling

KLANG

TIPP

Musik:

Klang:

Robert Coyne, Sohn des verstorbenen

Multitalents und

Exzentrikers Kevin Coyne. Der

hat gute Ideen, eine eigene

Handschrift plus eine angenehme,

doch nie beliebi ge

Stimme und weiß spannende

Geschichten zu erzählen.

Alles zusammen wirkt

zuweilen fast wie aus der Zeit

gefallen (etwa die Akustik-

Perle „Dove Of Peace“), ist

andererseits zeitlos, modern –

und überaus luftig, warm und

krisp im Sound. Claus Böhm

SCHÄTZE DES MONATS

Gov’t Mule Shout!

Provohue-Mascot / Rough Trade (2 CDs, 4 LPs)

Alle Musiker, die je in der Allman

Brothers Band spielten

oder substantiell in Kontakt zu ihr

standen, blieben stilistisch davon

nachhaltig beeinflusst. So auch

Gitarrist/Vokalist Warren Haynes und

der 2000 verstorbene Bassist Allen

Woody. 1995 gründete das Duo seine

eigene Band Gov‘t Mule, die von

Beginn an durch griffigen Rock ohne

plakative Allman-Brothers-Anleihen,

aber eben doch mit dem gewissem

Musik:

Klang:

Southern-Flair beeindruckte. Exemplarisch

für diesen Stil: das wuchtige

„No Reward“ (Track 2 der AUDIO-Heft-CD). Diesen Sound reichern

Gov‘t Mule auf „Shout!“ mit psychedelischen Komponenten Marke

Cream ( „Whisper In Your Soul“) oder auch mal durch Druckwellen-Dynamik

à la Led Zeppelin an. „Scared To Live“ passt mit seinem Reggae-

Puls in David Lindley-Manier ebenso formidabel ins Konzept wie das

relaxte, virtuos perlende Gitarren-Kabinettstück „Captured“. Prominente

Gäste prägen dann CD 2: Elvis Costello, Dr. John, Dave Matthews oder

Steve Winwood setzen vokale Glanzlichter. Fazit: Gov‘t Mule rocken

auch anno 2013 so vital und packend wie eh und je. Claus Böhm

Allman Brothers Band, Black Crowes, Tedeschi Trucks Band

Sting The Last Ship

A&M / Universal (CD, 2-CD-Deluxe-Set, LP)

Schon 1991 setzte sich Sting auf der CD „The Soul Cages“ mit

Kindheitserinnerungen im Schatten der Swan-Hunter-Werft in

Wallsend auseinander. Quasi nebenan wurde er am 2.10.1951 geboren.

Nun liefert er einen Nachschlag: Auf „The Last Ship“ reflektiert

der Brite über das tragische Ende der Schiffbauindustrie in seiner

Heimat. Und erhebt das Schiffsdrama zum Symbol für den Umgang

mit Werten wie Vertrauen, Familie und Vergänglichkeit. Musikalisch

dominieren die Soundfacetten der Region mit Folk, Pop, Working-

Class-Liedern und Kneipen-Gesang als tragenden Säulen. Gäste: AC/

DC-Sänger Brian Johnson und die englischen Folkbands The Unthanks

und The Wilson Brothers. Die Instrumentierung ist vielschichtig angelegt

und generiert ein opulentes Klangbild. Sting geht sensibel mit der

Thematik um und reflektiert seine Gedanken mit bewegt-kämpferischer

Stimme. Klar, dass zum Gesamtwerk auch eine Bühnen version

gehört: Das Thea terstück soll

2014 am Broadway uraufgeführt

werden. „The Last Ship“ ist keine

typische Sting-Popscheibe, die

nebenbei läuft. Das ambitionierte

Werk braucht intensives Zuhören –

und belohnt dies mit vielen anrührenden

Momenten. Willi Andresen

The Soul Cages, Ten Summoner‘s Tales

Musik:

Klang:

Fotos: Warner Music, Petra Stadler / Universal / Harmonia Mundi / Sony


Musik › POP & ROCK

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Short Shots

Goldfrapp Tales Of Us (Mute / Good

To Go; CD, LP+CD)

Für ihr sechstes Album schufen

sich Alison Goldfrapp (voc.) und

Multiinstrumentalist Will Gregory

einen ganz eigenen Soundkosmos

voll kammermusikalischer

Balladen und dunkler Elektronik-

Soundscapes. Ein verwunschenmärchenhaftes,

dabei nicht zu

extravagantes Album, ähnlich

charismatisch wie Werke von Kate

Bush oder Feist. ham

Dana Fuchs Bliss Avenue (Ruf/in-ak; CD)

Sie hat den Blues in der Kehle, er

den Rock`n´Roll in den Fingern: Die

US-Lady Dana Fuchs, ihr Gitarrensideman

Jon Diamond plus eine

versierte Band um Organist Glenn

Patscha lassen mit einem Dutzend

fulminanter Zwölftakter ordentlich

die Wände wackeln. Spannender

live-im-Studio-Klang. ham

The Wild Feathers The Wild Feathers

(Warner Bros. / Warner; CD, LP)

An spannenden, jüngeren Americana-Sounds

herrscht kein Mangel

– aber die traditionel le US-Saitenmusik

zwischen Blues, Country

und Rock gibt’s ja auch noch.

Die bekommt nun interessanten

Zuwachs. Die Wild Feathers aus

Nashville können’s hart wie zart,

verstehen sich auf kernige Riffs,

schöne Harmony-Vocals und

folkig-feine Balladen. Früher nannte

man das Rock `n´ Roll, und wer

einst Petty, Young und die Eagles

schätzte, liegt hier richtig. ham

Martin And James Life’s A Show (Island

/ Universal; CD, LP+MP3-download)

Jahrelang tingelten sie durch schottische

Bars, 2008 lockte sie die deutsche

Dependance von Universal

Music nach Berlin. Dort und in

L. A. nahmen Martin Kelly und

James O’Neill nun Album Nummer

2 auf. Ihr Neo-Folk Marke Mumford

& Sons tönt zwar recht überraschungsarm,

aber durchweg sympathisch:

Diesem Glasgower Duo

gönnt man den Erfolg gerne. ham

Stromae Racine Carrée (B1/Universal, CD)

Für Album Nummer 2 mixte der belgisch-ruandische

Sänger/DJ (remember

„Alors On Danse“?) Hip Hop mit

Dubstep, House und Salsa und wagt

sich sogar an Chansons. Leider trübt

zu viel technoider Ibiza-Dancepop

den Spaß beträchtlich. ham

Brit-Pop

Elton John

The Diving Board

Deutsch-Pop

Virgin / EMI / Universal (CD, LP, Deluxe-Set mit CD, LP + DVD)

Nach Kooperationen mit Neutönern wie

Queens Of The Stone Age, Fall Out Boy oder

den Dancepoppern Pnau gibt sich Elton John

auf seinem ersten Solowerk seit 2006 bodenständig

und positiv old-fashioned. Im Zentrum

der 15 mit Langzeitpartner Bernie Taupin erarbeiteten

Songs steht, oft fast solistisch, sein

Pianospiel mit dem typisch harten Anschlag,

das Könner wie Doyle Bramhall und Raphael

Saadiq unter Produktionsregie von T-Bone

Burnett geschmackvoll mit Sounds aus Country,

Blues und Gospel ergänzen. Das klingt

nach den frühen 70er Jahren, herbstlich mild

in den Balladen und – bei hörbar gealterter

Stimme – so unspek takulär wie sympathisch:

ein gelungenes, tja: Spätwerk. Christof Hammer

Mar Cohn, James Blunt

Musik:

Löwe

II

Klang:

Nordpolmusic / Rough Trade (CD)

Deutschland 2013: Die Ära kluger Pop-Poeten

mit Repräsentanten wie Element Of Crime

scheint vorbei und dezent im Grundrauschen

von pubertärem Betroffenheits-Pop zu verhallen.

Wenn es da nicht solche Bands gäbe wie

Löwe. Sänger und Gitarrist Konrad Wißmath

und seine drei Mitstreiter umschiffen auf ihrem

Debüt clever peinliche Untiefen mit einer

beherzten Mischung aus strahlenden Melodien

und feinen Arrangements mit Pianopassagen,

rockigen Riffs, pulsierenden Beats. Dazu

gibt es Texte, die Herz und Hirn auf sympathische

Weise ansprechen (zum Beispiel in

„Immer wenn”, Track 5 von AUDIO phile Pearls

Vol. 5“) – und einen ausgewoge nen, knackigklaren

Klang. Gut gebrüllt, Löwe! Claus Dick

Bosse, Sportfreunde Stiller

Musik:

Klang:

Pop, Rock

Diverse Interpreten

Peter Gabriel – And I‘ll Scratch Yours

New Pop

Real World/Universal (CD, 2 CDs – inkl. „Scratch My Back“ )

Nur zur Klarstellung: Peter Gabriel selbst, obwohl

ausdrücklich genannt, spielt bei dieser

Antwort auf sein Cover album „Scratch My

Back“ (2010) gar nicht mit. Hier revanchieren

sich vielmehr einige der seinerzeit Geehrten

von Elbow über Bon Iver bis Arcade

Fire mit teils konventionellen (Paul Simon

bleibt bei „Biko“ fast etwas zu andächtig),

teils verblüffenden Neubearbeitungen von

Gabriel-Klassikern: David Byrne schickt „I

Don’t Remember“ mit House-Beats Richtung

Dancefloor, Lou Reed knurrt sich charismatisch

durch ein quasi ausgebeintes „Solsbury

Hill“, und Brian Eno zeigt in einer fauchendkühlen

Art-Rock-Version, warum „Mother Of

Violence“ heißt wie es heißt. Christof Hammer

Scratch My Back, So

Musik:

Gloria

Gloria

Klang:

Grönland / Rough Trade (CD, LP+CD)

Das muss man erst mal können: Hamburger

Schule und Berliner Schnauze miteinander

kombinieren, Rock-Gitarren und fast chansoneske

Stimmungen, Gefühl ohne Duselei in

Musik fassen. Dieses Kunststück gelingt nun

dem Entertainer und (MTV)-Moderator Klaas

Heufer-Umlauf und Mark Tavassol, Gitarrist

von Wir sind Helden. Aus einer echten

Männerfreundschaft heraus schuf das Duo

das gemeinsame Projekt Gloria – und ein

Debütalbum, das hart am Wind des Lebens

segelt und so klischee- wie ideologiefrei

daherkommt. Exemplarisch für den Gloria-Stil:

„Warten“, Track 9 der AUDIO-Heft-CD, das

binnen Sekunden von hart zu zart wechselt

und dabei förmlich explodiert. Christof Hammer

Tomte, Kettcar, Tocotronic, Madsen

Musik:

Klang:

60

www.audio.de ›10 /2013


Dream Theater Dream Theater

Roadrunner/Warner (CD, CD+DVD, 2 LPs)

Selbstbetitelt kommt das zwölfte DT-Studiowerk

daher und signalisiert damit zugleich

Schlussstrich wie Neuanfang. Gründe gibt es

schließlich – etwa den von Misstönen begleiteten

Ausstieg von Drummer Mike Portnoy. Über

neun neue Songs dürfen sich Prog-Metal-Fans

nun freuen – und wundern: Nach Jahren hat

das Quintett mit „Enigma Machine“ wieder

ein reines Instrumental eingespielt, bei dem

Neu-Schlagwerker Mike Mangini (Steve Vai, Annihilator)

gleich mal Kraft und Klasse beweist.

Kontrastprogramm: das beschwingte „The Looking

Glass“ – feinstes Radio-Airplay-Futter mit

Pop-Appeal. Und natür lich kommen Gitarren-

Fans bei John Petruccis explosiven Soloausflügen

auf ihre Kosten. Der Berklee-Absolvent

betreute auch die bemerkenswert transparente

Produktion in den New Yorker Cove City Sound

Studios. Zielsetzung: „Den Sound unserer

Live-Performance. Wir haben auf Energie und

Spirit gesetzt.“ Auch wenn Strukturen, Sounds

und Arrangements bekannt anmuten: Dream

Theaters Zwölfte ist ein elektrisches Hochspannungswerk,

das alle Qualitäten der Band

featured: hochkomplexe Arrangements aus

virtuosem Prog-Rock und aggressivem Metal,

dazu Sänger James LaBries souveräne Vocals.

Highlights: „The Embracing Circle“, das erneut

die Affinität der Band zur Klassik zeigt und

einen vorzüglichen Soundtrack abgeben würde

– und das 23-minütige „Illumination Theory“ als

fulminant-furioses Finale. Stefan Woldach

Transatlantic, Flying Colours, Spock’s Beard, Neal Morse, Liquid Tension, Niacin

Musik:

Klang:

Hardrock

AUDIO MUSIK:

SO TESTEN WIR JEDEN

MONAT DIE NEUEN CDS

AUDIO Musik stellt jeden Monat die

wichtigsten neuen Tonträger vor.

Erfahrene Rezensenten bewerten nach

den folgenden Kriterien:

● Musik (Pop, Oldies, Jazz) bzw. Interpretation

(Klassik): für die künstlerische Leistung

● Klang für die Aufnahmequalität

● Bei DVDs nach Bild, Inhalt und Klang

AUDIO-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes

Album von hoher Qualität oder Interpret mit

ähnlichem Musikstil

● In allen Sparten vergibt AUDIO Musik

null bis fünf Ohren.

Das Raster:

überragend

sehr gut

gut

befriedigend

ausreichend

AUDIO-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes

Album von hoher Qualität oder Interpret

mit ähnlichem Musikstil.

Eine Kostprobe aus diesem Album finden

Sie auf der AUDIO REFERENCE-CD

zu diesem Heft.

Musik › POP & ROCK

Indie-Rock

BRNS

Wounded

Naive/Indigo (CD)

Debütalben sind nicht ohne Grund die oft interessantesten

Werke der Szene. Ist eine Band

erstmal im Business angekommen, greifen

schnell die branchenüblichen Mechanismen,

und anfangs mutige Querdenker werden fix

auf Konformität und Radiotauglichkeit getrimmt.

Von daher: Mal sehen, was aus BRNS

(sprich: Brains) noch so wird. Aber erstmal

steht dieses Quartett aus Brüssel am Anfang

seiner Karriere und nutzt dieses Status für

spannenden Indierock und kombiniert Gitarren

und Elektronik mit Dynamik und Phantasie.

Und der Klang ist zwar alles andere als

audiophil, bringt aber mehr Wucht aus den

Speakern als viele lupenreine, totproduzierte

Profi-Produktionen. Christof Hammer

Django Django, Cloud Nothings, Radiohead

Musik:

Klang:

Postrock, Indiepop

Volcano Choir

Repave

Jagjaguar / Cargo Records (CD, LP)

Mit Album Nummer 2 sind Bon Iver aka Justin

Vernon und die Postrocker der Collections

Of Colonies Of Bees tatsächlich zu einem

quirlig bis meditativ tönenden Bandorganismus

verschmolzen. Die skizzenhaften, reduzierten

Elemente des kryptischen Debüts

wirken nicht mehr fragmentiert und versponnen,

sondern fein destilliert, selbstbewusst

abgeschmeckt und mit Vernons prägnanter

(Falsett-)Stimme verzahnt. Die darf sich hier in

Wechselwirkung mit den verwobenen Gitarren-,

Tasten-, Schlagzeug- und Elektronikspuren

endlich auch mal in den tieferen Registern

bewegen, was „Repave“ eine völlig eigene

Note verleiht: erdig, ätherisch, mitunter geradezu

hymnenhaft („Comrade“). Daniel Vijanic

Unmap (2010), Bon Iver, Bowerbirds

Musik:

Klang:

... und läuft!

Was zu Hause so rauf- und runterläuft:

AUDIO-Redakteur Christof Hammer

erinnert an vergessene Perlen und verrät

Dauerbrenner sowie Platten für die Insel.

Linton Kwesi Johnson: Forces Of Victory

(Island; 1979) Der September ist

bald auch schon wieder durch – höchste

Zeit für ein paar amtliche Reggae-Platten.

Wenn es nur nicht so verdammt wenige

Gute gäbe ... Einer meiner Favoriten: der

Dub-Poetry-Pionier LKJ, der dem hier und

da etwas lahmen jamaikani schen

Roots-Reggae die herbe Immigrantenwirklichkeit

des Londoner

Stadtteils Brixton injizierte. Beste

Originaldisc: „Forces Of Victory“.

Top-Compilation inklusive Dub-

Bonusmaterial: „Independant

Intavenshan“ (1998, 2 CDs; Island).

Fischer Z: Highlights (2004; Mute)

„Weißer“ Reggae? Heikle Sache ... Außer

The Police gelang es eigentlich nur

Fischer Z, Poprock & Reggae über

längere Zeit konstant gut zu mixen.

Die Alben 1 bis 3 sind Klassiker der

späten 70er mit dem ganzen Rest

vom Salat auf dieser Doppel-CD

top kompiliert.

www.audio.de ›10/2013 61


Musik › POP & ROCK

Folk

Folk, Pop, Country

Tuareg-Blues, Rock

Wolfgang Niedecken

Zosamme alt

Universal (CD, LP)

Darauf haben viele Fans gewartet: ein Niedecken-Solowerk,

ein rein akustisches noch

dazu. Man mag das Roots Music oder Folk

nennen – die 14 Nummern sind hochemotional

und persönlich, eine Hommage an seine

Frau Tina. Es passt zum hemdsärmeligen

Kölner Urgestein, seine Arrange ments nicht

auf rührselige Streicher oder sentimentalen

Bombast zu stellen. Stattdessen spielt er mit

Kumpel Julian Dawson und US-Studiocracks

(Dylan-Veteran Larry Campbell, Eagles-

Gitarrist Steuart Smith) ein naturbelassen

produziertes Gitarrenalbum ein. Ein anrührendes

und souveränes Alterswerk – Niedeckens

„Nebraska“ sozusagen, sein „Harvest“, sein

„Times They Are A-Changing“. Stefan Woldach

Robert Coyne, Jackson Browne, Steve Earle, Arlo Guthrie

Neko Case The Worse Things Get, The Har der

I Fight, The Harder I Fight The More I Love You

Anti/Indigo (CD, LP+CD)

Gute, dringliche Songs zu schreiben, die im

Ohr hängen bleiben, den Alltag bereichern

und über reine Lautmalereien hinausgehen:

Diese nach wie vor wohl schwierigste Disziplin

des Musikmachens bewältigt Neko Case

mit Solostudioalbum Nummer 7 so gut wie

noch nie. Ob schlau abgehangene Popstücke,

quirlige Uptemponummern oder sehnsüchtige

Balladen: Ohne emotional aufdringlich

zu wirken oder ihre Stücke zu überfrachten,

schafft es das Urgestein des Alternative

Country, das Potential des Materials mittels

dynamischer Produktion herauszuschälen und

mit den richtigen Arrangements, Melodien

und Leerstellen zum Leuchten zu bringen: ein

wunderbares, eingängiges Werk. Daniel Vujanic

Blacklisted (2004); The New Pornographers

Tamikrest

Chatma

Glitterbeat/Indigo (CD, LP)

Bürgerkriege, Stammesfehden, religiöse Verwerfungen

– und mitten drin die Frauen von

Mali, die tagtäglich versuchen, das Treiben ihrer

Männer und Söhne ins Positive zu lenken

und den ganzen Laden zusammenzuhalten:

Diese Konstellation bildet den Rahmen für

„Chatma“ („Schwestern“), das dritte Album

von Tamikrest. Und die Themenfülle vertont

die Tuareg-Band mit einer ebensolchen Fülle

an Stilmitteln: Das Spektrum reicht von Wüstenblues

über Dub bis Funk, von Hendrix über

Pink Floyd bis zu afrikanischen Saiten- und

Perkussionsounds. Die Atmosphäre ist fiebrig,

der Groove mitreißend, der Sound „analogig“

crispy – wie in „Imanin Bas Zihoun“,

Track 7 der AUDIO-Heft-CD. Christof Hammer

Adagh (2010); Tinariwen, Dirtmusic, Samba Touré

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Rock, Pop, Country

GEHEIMTIPP

Christof Hammer

AUDIO-Redakteur

Manchmal denkt man selbst beim

Musikhören: In den letzten 20 Jahren

hat sich eigentlich die ganze Welt verändert.

Das stimmt – nicht ganz. Denn es

gibt sie noch: die guten Dinge von einst.

Blendet man das grelle Licht der aktuellen exund-hopp-Szene

mal ab, stößt man heutzutage

sogar auf den, nennen wir ihn: Edelpop

der mittleren 80er Jahre. Seit 2004 mischt in

diesem Genre auch die belgische Band Girls

In Hawaii mit. Nach dem tragischen Unfalltod

von Drummer Denis Offerman 2010 hat man

sich nun erfolgreich zu Album Nummer 3

durchgekämpft. „Everest“ wurde ein Set eindringlicher

Songs zwischen leiser Melancholie

(„Here I Belong“) und durchaus extrovertiertem

Pop („We Are The Living“) und offenbart

Melodienreichtum („Misses“ klingt federleicht-frankophil)

ebenso wie Arrangierkunst

(wie im Bergsteigerdrama „Mallory Heights“

über den Tod von George Mallory am Mount

Everest 1924). „Rorschach“ mit fast wavigen

Keyboards und das folkig-subtile „Wars“

betonen dann zum Ausklang die dunkle Seite

dieses filigranen, aber nie leichtgewichtigen

Pop albums über Verlust, Glaube und Hoffnung

– Themen mit Ewigkeitscharakter also, die

noch jeder Veränderung getrotzt haben.

The Nits, The Blue Nile, I Am Kloot, Iron And Wine

Dave Stewart

Lucky Numbers

Membran/Sony (CD, LP)

Erlaubt ist, was Spaß macht: Unter diesem

Motto hat Dave Stewart „Lucky Numbers“

mit einigen Schwergewichten der Nashville-

Szene „irgendwo im Südpazifik“ eingespielt.

Die Crew umfasst auch Musiker, die bereits

Stewarts Soloalben „The Blackbird Diaries“

und „The Ringmaster General“ veredelten.

Die zwölf Songs in lichtem und schnörkellosem

Klang bilden eine eigene Synthese aus

Rock und Country und atmen das Flair eines

relaxten Freizeitspaßes: Alles wirkt locker und

lässig eingespielt; einige Highlights mit Gesangspartnerinnen

wie Vanessa Amorosi und

Karen Elson inklusive. Sternstunde: „Every

Single Night“ mit Martina McBride;Track 6

von „AUDIOphile Pearls Vol. 5“. Willi Andresen

Eurythmics, Superheavy

Musik:

Klang:

Girls In Hawaii

Everest

Naive/Indigo (CD, LP)

Musik:

Klang:


Short Shots

Ethno-Punk-Funk

Singer-Songwriter

Ebony Bones

Behold, A Pale Horse

Rock, Soul, Blues

1984 / Rough Trade (CD, LP)

Auch wenn sie es nicht gerne hört: Der collagenhafte

Pop-Entwurf von Ebony Thomas,

der sich hemmungslos bei allen denkbaren

Genres bedient, erinnert mehr als nur ein wenig

an den Culture-Clash von Kollegin M.I.A..

Allerdings würfelt sie als Ebony Bones Punk

und Funk, Tribal-Beats und ein Hornissenschwarm-ähnliches,

bedrohlich brummendes

Groß-Orchester, Kinderchor (für das Smiths-

Cover „What Difference Does It Make“)

und Rock-Gitarren noch unvorhersehbarer,

ungestümer und trotzdem charmanter durcheinander

als die etwas erfolgreichere Kollegin.

Nichts für schwache Nerven: zu schnell das

Zappen durch die Stile, zu nervös die Songs –

aber zu gut das Album. Michael Sohn

M.I.A.

Musik:

Klang:

Tedeschi Trucks Band

Made Up Mind

Sony (CD, 2 LPs)

Dieser Verbindung haben die Musikgötter

gesegnet: Susan Tedeschi ist als kraftvolle

Vokalistin wie als stilbewusste Gitarristin eine

Ausnahmeerscheinung. Und ihr Mann Derek

Trucks, Sohn von Allman-Brothers-Drummer

Butch Trucks, gilt zurecht als guitar hero. Beide

zusammen plus eine ohne Scheuklap pen

agierende, schwarz-weiße Band inklusive Bläser,

Clavinet und Wurlitzer: Das ist Extraklasse.

Muskulöses Powerplay („Whiskey Legs“)

folgt hier auf kraftvolle Gefühligkeit („It‘s So

Heavy“), Saitenkunst ohne Showallüren („All

That I Need“) und ekstatische Jams zwischen

Rock, Blues und Soul. Ein famoser Nachfolger

des 2011-Albums „Revelator“ in authentischklarem

Klang, echt und inspirierend. Claus Böhm

Bonnie Raitt, Allman Brothers Band

Musik:

Klang:

Martin Gallop

Most Beautiful Song

Ferryhouse/Warner (CD)

Auf dem Cover neigt er sich einer ausgestreckten

Hand entgegen. Wohl mehr eine

Geste der Freundlichkeit, denn Hilfe braucht

Martin Gallop nicht: Der Kanadier steht auf

eigenen Füßen, hat drei CDs im Sack – und

die vierte am Start. Gallop weiß, was er kann

– und was er will. Zarte Lieder zupft er und

singt eindringliche Worte über Schmerz, Trennung,

Weitergehen. Zwei Jahre war er der Lover

von Annett Louisan. Das vergisst man(n)

nicht. Seele und Herz waren gebrochen, doch

Musik heilt Wunden. So wurden diese intimen

Songs zu einer fragilen Sammlung von

Erinnerungen, Träumen, Hoffnungen. Kostprobe:

das Mark-Knopfler-artige„Missing Trains“,

Track 1 der AUDIO-Heft-CD. Willi Andersen

Strange Place Called Home; Ron Sexsmith

Southern Rock, Blues

Musik:

Tony Joe White

Hoodoo

Yep Roc / Cargo (CD, LP)

Klang:

Tina Turner, Elvis und Ray Charles haben

seine Songs gecovert, aber für solch radiotaugliches

Material ist auf „Hoodoo“ kein

Platz mehr. Der Sound von Tony Joe White

ist ruppig, beinahe schon stumpf geworden;

die first takes wurden ohne Nachbearbeitungen

gemastert. Auch die Songtexte wirken

ungereimt und unausgegoren – und das alles

lässt den Storyteller und Schrumm-Schrumm-

Gitarristen aus den Louisiana-Sümpfen hier

authentischer und relaxter klingen als je

zuvor. Von Bass und Drums schnörkellos

angetrieben, präsentiert der Southern-Rock-

Veteran mit der sanften Baritonstimme eine

süffige Mischung aus Altersweisheiten und

knackigen Mississippi-Grooves. Winfried Dulisch

Creedence Clearwater Revival

Musik:

Klang:

Slut Alienation (Cargo; CD, LP)

Fünf Producer (darunter Notwist-

Mann Olaf O.P.A.L. und Tobias

Levin, bekannt via Kante und

Tocotronic) und sechs Studios –

das siebte Album der Ingolstädter

wurde eine komplexe Sache. Mit

überzeugendem Ergebnis: Couragiert

kunstvoll, aber nicht verkopft,

mischt das Dutzend Tracks

manische Beats mit obskuren

Loops und trügerisch konventionellen

Gitarrenmotiven. ham

Empire Escape Colours (Velocity

Sound / Broken Silence; CD, LP)

Bis 2011 spielte man als Ikaria

herben Postrock, dann änderte die

Band um Sänger/Gitarrist Hendrik

Schäfer den Namen und den

Kurs: Als Empire Escape setzt das

Berliner Quartett jetzt auf dunkel-elegischen

Pop mit deutlich britischem

Einschlag. Wer bei „Colours“ eine

Art deutsche Antwort auf die Editors

heraushört, liegt nicht falsch. ham

The Airborne Toxic Event Such Hot

Blood (Membran/Sony; CD, 2 LPs)

Oha, da will aber jemand unbe dingt

in die Charts. Und die Chancen

steht nicht mal schlecht, denn die

kalifornische Indie-Band bewegt sich

auf Album Nummer 3 sehr smart

zwischen Emo-Pop und großem

(Folk-)Rock. Verblüffend übrigens,

wie oft der mittlere Bruce Springsteen

derzeit als Referenzgröße

dient – auch hier gibt’s in Melodieführung

und Arrangements Querverweise

satt. Dass das oft ähnlich

geschmäcklerisch wirkt wie bei den

Killers, ist: Geschmackssache. ham

In The Valley Below The Belt

(Embassy Of Music / Warner; CD)

Sehr clever mischte das US-Duo

Angela Gail und Jeffrey Jacob für

„The Belt“ sphärisch-pluckernden

Indiepop und kantig-urbanen

Alternative Rock. Was die Single

„Peaches“ ver sprach, lösen die

zehn weiteren Songs dieses Debütalbums

mühelos ein. ham

The Dunwells Follow The Road

(Concord/Universal; CD, LP)

Überraschung im Anflug? Diesem

Quintett aus Leeds könnte mit

seinem Mix aus englischem Neo-Folk

sowie Saitensounds und Harmony-

Vocals des US-Countryrock gelingen,

was jüngst Mumford & Sons oder die

Lumineers vorgemacht haben. ham

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

www.audio.de 10 /2013 63


Musik › POP & ROCK

Musik:

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Musik:

Klang:

Short Shots

2Raumwohnung Achtung Fertig

(Universal; CD, LP+MP3-download)

Elektronisch und cluborientiert

gestaltete das Berliner Duo seine

12 neuen Tracks. Zusammen mit

den unterkühlten Vocals von Inga

Humpe sorgt dieser Sound auch

dann für ein apartes Prickeln,

wenn gerade mal keine ganz großen

Melodien in Sicht sind. ham

Robin Thicke Blurred Lines (Universal; CD)

US-R `n´ B, Dancefloor-Stampfer

plus leichte Latin-Anklänge, cool

gemixt: Der US-Boy präsentiert hier

eine Sommerplatte der besseren

Art. Natürlich mit an Bord: der

momentan omnipräsente Pharrell

Williams (in „Blurred Lines“). ham

Kati Melua Ketevan (Dramatico /

Rough Trade; CD, LP)

Sanfte Vocals, sanfte Gitarren,

dezente Streicher: „Ketevan“

zeigt die georgische Sangeselfe

als die sensible Songwriterin ihrer

Anfangsjahre – vereinzelt eingestreute

Jazz- und Blueselemente

fallen kaum ins Gewicht. Die

Single „I Will Be There“ beschallte

schon bei der Gala zum 60. Jubiläum

der Queen den Buckingham

Palace mit Rosamunde-Pilcher-Romantik,

und der Rest von „Ketevan“

eignet sich bestimmt prima,

um den neugeborenen Thronfolger

in den Schlaf zu säuseln. ham

Lloyd Cole Standards (Tapete/Indigo; CD,

LP+CD) Pop Music? No, please: Lloyd Cole

pflegt auch nach rund 30 Karrierejahren

das Understatement und einen

trockenen, glamourfreien Mix aus

Rock, Beat und Folk. „Standards“

schielt ins New York der späten 70er

Jahre, verneigt sich vor Größen wie

Dylan und Television – und zeigt hier

und da („Myrtle And Rose“) den

Romantiker hinter dem distinguierten

britischen Vers schmied und

Harmonienschüttler. ham

Glen Campbell See You There

(Surfdog/Membran; CD, LP)

77 Jahre zählt der Alzheimer-kranke

„Rhinestone Cowboy“ mittlerweile

und schlägt – wo einst Johnny Cash

dunkle Todesnähe ausstrahlte – in

Neuaufnahmen seiner größten Hits

mitunter fast heitere, showbiz-artige

Töne an. Ein Alters- und Abschiedswerk,

das mit Gelassenheit und

innerer Ruhe beeindruckt. ham

Blues, Rock

Blues Company

X Ray Blues

HipHop-Jazz-Rcok

in-akustik (CD, 2 LPs)

Diese Disc wird wahrscheinlich einmal den

Status einer Greatest-Hits-Compilation

genießen. Grund sind weniger die inzwischen

bekannten musikalischen BC-Qualitäten,

sondern zwei andere Stärken der Band aus

Osnabrück. Erstens: Der Sound ist einmal

mehr eine gelungene Mischung aus penibler

Abbildung jedes einzelnen Instruments und

einem optimalen Gesamtbild. Und: Die stilistische

Vielfalt reicht vom elektrischen Rock

`n´Soul über akustischen Delta-Blues hin zur

unbeschwerten Cajun-Tanzweise. Interpretatorisch

und soundtechnisch belang los klingt

nur „The Mirror“ – glänzt dafür aber mit einem

Text des irischen Politikers und Philosophen

Edmund Burke (1729-97). Winfried Dulisch

John Mayall, Fleetwood Mac

Musik:

Jazzkantine

Ultrahocherhitzt

Rap Nation / Indigo (CD, LP)

Klang:

Die Braunschweiger Big Band sitzt bekanntlich

gern stilistisch zwischen allen Stühlen

und destilliert Jazz, Pop, Soul und HipHop,

wagt sogar Ausflüge zu Heavy Metal und

Volksmusik. Diesmal besinnt sich Deutschlands

dienstälteste Crossover-Kapelle wieder

auf ihre Kernkompetenz und zeigt, wie man

unwiderstehlich groovt: Bass und Schlagzeug

legen mit luftigen Beats und trockenen Tieftönen

entspannte Fundamente, die Keyboards

schmelzen samtige Jazz-Chords, die Gitarre

meldet kultivierte Blue-Note-Licks, darüber

legen Gäste wie Posaunist Nils Wogram und

Trompeter Joo Kraus elegante Sololinien. So

klingt urbaner Fusion-Sound mit Stil: Nie war

Braunschweig New York so nah. Stefan Woldach

De Phazz, Peter Fox, , Max Herre, Us3, Guru, Gang Starr

Musik:

Klang:

Chanson, Pop

Dota

Wo soll ich suchen?

Kleingeldprinzessin / Broken Silence (CD, 2 CDs, LP)

Zigeunerswing, Chanson, zackiger Pop mit

Ideal-Einschlag (wie in „Warten auf Wind“,

Track 4 von „AUDIOphile Pearls Vol. 5“): Dota

lieben die Vielfalt der Stile – und die ungewöhnliche

Perspektive: Getrommelt wird hier

schon auch mal auf einem alten Lederkoffer.

Und Bandleaderin Dorothea Kehr findet in

ihren Texten eine unverbrauchte Sprache für

Themen von Identitätssuche bis Konsumkritik

und besingt das Leben, die Liebe und den

ganzen Rest mit Witz, Wärme und Tiefgang.

Alles zusammen macht das inzwischen elfte

Album dieser noch immer auf größte Unabhängigkeit

bedachten Berliner Formation zu

einem feinen Stück musikalischer Kleinkunst

zwischen Pop und Poesie. Christof Hammer

Die Kleingeldprinzessin (2003); Annette Berr

Rhythm `n´Blues

Musik:

Allan Toussaint

Songbook

Klang:

Concord/Universal (CD, CD+DVD)

2005 war alles futsch. Wirbelsturm Katrina

fegte über New Orleans hinweg und zerstörte

auch Allan Toussaints Haus und Studio. Der

Sänger und Pianist stand vor dem Nichts. Er

suchte einen Neuanfang in New York. Dort

gab er Solokonzerte, u. a. 2009 im „Joe’s

Pub“, die nun als CD und CD/DVD-Deluxe-Edition

verfügbar sind. Toussaint arbeitete sich

solo am Piano experimentierfreudig durch

Songs, die er über Jahre nicht angefasst

hatte: „Get Out My Life, Woman“, „Southern

Nights“, „Working In a Coal Mine“. Die 25 Live-

Songs sind zwar nur ein Bruchteil seiner ca.

850 Kompositionen, doch in diesen schlichten

und vitalen Bühnenbearbeitungen ergeben

sie ein tolles Konzerterlebnis. Willi Andresen

Southern Nights, Complete ‚Toussan’ Sessions

Musik:

Klang:

64

www.audio.de ›10 /2013


Blu-Rays / DVDs

Musik › POP UND ROCK

Geezer-Pop

Pop

Robbie Williams Live At Knebworth – 10th Anniv. Edition

King Krule

6 Feet Beneath The Moon

XL/Beggars/Indigo (CD, LP)

Alle paar Jahre gelingt es einem jungen

Musiker, das Lebensgefühl seiner Generation

exakt auf den Punkt zu bringen, all die Ängste

und Sehnsüchte der Heranwachsenden in ein

einziges Album zu gießen. Archy Marshall ist

so einer: Kaum volljährig, noch mit dem leicht

unbeholfenen Habitus eines Teenagers ausgestattet,

hat er doch schon seinen eigenen Stil

gefunden. Nicht so lakonisch und abgeklärt

wie vor gut zehn Jahren Mike Skinner (The

Streets), mit viel mehr Emotion, einer Prise

Jazz, virtuos an der Gitarre und vor allem mit

sehr markanter, allertiefster Bassstimme

trägt er seine – nur verhalten – rockigen, oft

beinahe beatlosen Nihilismen vor. Ein äußerst

talentierter Troubadour. Michael Sohn

Jamie T, The Streets, Billy Bragg

Musik:

Klang:

Robbie Williams gab viele großartige Konzerte –

eines seiner spektakulärsten datiert vom 26. Juli.

2003, als er beim Knebworth-Festival mal eben

350000 Zuschauer in Ekstase rockte. Zum 10. Jubiläum

gibt’s diese Show der Extraklasse nun als Neuauflage

– dank Remastering und Transfer ins HD-Bild mit

Life Thru A Lens; Oasis

deutlichem Zugewinn in Sachen Optik und Ton sowie

mit einer 30-minütigen Bonus-Disc, neuem Interview und Fotogalerie als Zugaben. Ob es allerdings

strategisch klug war, den „Knebworth“-Auftritt parallel zur aktuellen „Take The Crown“-Tournee zu

veröffentlichen, muss sich noch zeigen: Derart zum Niederknien souverän, „charming“ und mit

Adrenalin literweise im Blut performt auch die Rampensau Robbie nicht alle Tage. Christof Hammer

Island/Universal (2 DVDs, Bluray, 5-Bluray-Deluxe-Ed.; Ton: DD 2.0, DD 5.1, DTS 5.1) Musik:

Alicia Keys VH 1 Storytellers

Dass im kleinen Kreis gehaltene, beinahe intime

Konzerte besondere Einblicke in das Gefühlsleben eines

Stars erlauben, ist wohlbekannt. Und auch Alicia

Keys kommt der Hörer auf diesem „Storytellers“-Mitschnitt

nah wie nie. Alicia glänzt mit grazil-loderndem

Gesang und feinem Pianospiel, die Begleitband swingt

Beyoncé, Rihanna

souverän durch R `n´ B und Soul. Los geht’s mit „No

One“ und „Brand New Me“, „Fallin´“ sorgt für einen wahren Gänsehautmoment, und mit „Girl On

Fire“ führt Alicia Keys ihr Publikum im New Yorker Metropolis-Studio zum triumphalen Finale eines

famosen 75-Minuten-Events. Die Tonspuren überzeugen durch klaren, homogenen Stereo-PCMbzw.

Dolby-Digital-5.1/PCM-Klang, und das 1080P-Bild lässt keine Wünsche offen. Fritz Schwertfeger

R & B

Klang:

RCA/Sony (DVD, Bluray; Ton: Stereo 2.0, DD 5.1)

Musik:

Klang:

Ethno-Folk-Pop

Rock

The Smashing Pumpkins 3D – Live in NYC

Matuto

The Devil And The Diamond

Motéma/Membran (CD)

Obwohl das Sextett aus Brooklyn stammt,

beziehen Clay Ross & Co. ihre Inspirationen

aus ganz anderen Ecken. Die Einflüsse bei

Matuto reichen von Brazil-Rhythmen über

Bluegrass bis zu rustikaler Folklore. Entsprechend

kunterbunt geht es zu auf diesem

zweiten Album: „Diamond“, Track 8 der

AUDIO-Heft-CD, strahlt, rhythmisch trickreich

verhackstückt, mit Geigen-Sounds aus den

Appalachen als dominanter Stilfarbe, „The

Way I Love You“ lebt von saftigen Mardi-

Gras-Grooves, „Tears“ kommt mit phatten

Reggae-Riddims daher, das hell-harmonische,

wunderbar luftige „Horse Eat Corn“ eher konventionell.

Für Leute ohne Stilscheuklappen

eine Disc mit Favoriten-Potential. Claus Böhm

Wild Magnolias, Buckwheat Zydeco, Neville Brothers

Musik:

Klang:

Ruhig war es zuletzt um die Chicagoer Kult-Band,

die Resonanz auf das letzte Studioalbum „Oceania“

jedoch euphorisch. Die Studiocracks Jeff Schroeder

(git.), Mike Byrne (dr.) und Nicole Fiorentino (bass)

setzen das Konzeptwerk von Bandboss Billy Corgan

„Live In NYC“ handwerklich solide um – Persönlichkeiten

wie einst Chamberlain, Wretzky und Iha sind sie

Pearl Jam, Zwan, Stone Temple Pilots

nicht. Dafür machen Lightshow, Bühnendesign und Projektionen (Sean Evans; Roger Waters) die

Performance zu einem visuellen Spektakel – auch Ton- und Bildqualität sind top. Dann als Zugabe

die alten Hits: „Tonight, Tonight“, „Cherub Rock“, „Zero“; vom launigen Bandboss lustlos in entstellten

Versionen kaputtgespielt. So zerstört man – absichtsvoll – den eigenen Kultstatus. Stefan Woldach

Universal (2 DVDs; Ton: 5.1 DTS / 24/192 kHz, PCM Stereo 24/192)

Ministry Enjoy The Quiet – Live At Wacken 2012

Musik:

Metal-Heads aufgepasst: Wollt ihr das absolute

Rock-Brett – und zwar mit wuchtig abgemischtem

Sound und satt-scharfem Bild? Dann gehört diese

Ministry-Disc mit dem satirischen Titel „Enjoy The

Quiet”definitiv auf die Einkaufsliste (am besten als

Bluray; die CD-/DVD- bzw. LP-Ausgaben sind hier keine

Rammstein, Nine Inch Nails

wirkliche Alternative). Der Mitschnitt vom 2012er-Wacken-Event,

dem inzwischen angesagtesten Metal-Spektakel weltweit, bietet genau das und noch

viel mehr: etwa die abgefahrene und unterhaltsame Bühnenshow von Frontmann Al Jourgensen

und die perfekte Performance seiner Musikerkollegen. Prima Zugabe: ein Bonus-Teil mit dem Wacken-Gig

2006 – das ermöglicht spannende Vergleiche zwischen einst und jetzt. Alexandros Mitropoulos

EMI (1 Blu-ray, 1 CD, CD+DVD, 2 LPs; Ton: 2.0, DTS-HD 5.1)

Industrial-Metal

Musik:

Klang:

Klang:

www.audio.de ›10/2013 65


Musik › POP & ROCK

SCHWARZES GOLD, FOLGE 6

Vinyl boomt – und das aus gutem Grund: So viele musikalisch und klanglich gute bis herausragende

Analogscheiben wie derzeit waren schon lange nicht mehr am Markt. Für

Folge 6 unserer derzeitigen Serie an LP-Specials sichtete die AUDIO-Analogexperten leckere

Neuheiten und interessante Re-Issues.

Prog-Metal

Blues, Jazz, Soul

Cassandra Wilson New Moon Daughter

Es ist eine schöne Sitte und aller Nachahmung

empfohlen: exzellent klingende

Ex-CDs mit deutlich mehr als 50 Minuten

Spielzeit auf Doppel-LP zu pressen. So

auch im Falle dieser in jeder Beziehung

überragenden Scheibe von Tieftönerin

Cassandra Wilson. Die grandiose Kontra-

Altistin mischte Eigenkompositionen mit

unfassbar tief gehenden Covern von U 2

(„Love Is Blindness“) Neil Young („Harvest

Moon“) oder Hank Williams („I’m

So Lonesome I Could Cry“). Die Begleitung

reduzierten sie und Produzent Craig

Street auf ein Minimum – was Stimme

und Stimmung um so wirkungsvoller zur

Geltung bringt. Es ist den Re-Masterern

um Ron McMaster hoch anzurechnen,

dass von diesem einzigartigen Zauber (der

1995 wohl schon auf Digital-Equipment

aufgezeichnet wurde) nichts verlorenging.

Eine – besser zwei – Scheiben für die

Insel – wenn nicht gar für die Ewigkeit.

Justus Schlierbacher

Pure Pleasure / Speakers Corner (2 LPs)

Musik:

Klang:

Remaster:

Pressqualität:

Dream Theater Images And Words

Verflixt noch mal, warum ging, was bei

Cassandra Wilson ging, nicht auch bei

Dream Theater? Der Klassiker der nordamerikanischen

Ultra-Virtuosen und Prog-

Metal-Königen hätte mit einer Spielzeit

von knapp einer Stunde auch ein Analog-

Reissue auf zwei LPs verdient gehabt. So

herrscht arges Gedrängel in den Rillen,

66 www.audio.de ›10 /2013

KLANG

TIPP

was Glanz-Nummern wie „Metropolis –

Part 1“ einfach etwas die Luft raubt. Der

eigenartige „Wie-Abgeschnitten“-Schluss

des Eröffnungs-Knallers „Pull Me Under“

verwirrte freilich schon immer so. Und

immerhin wurde hier die Textbeilage in

lesbarer Größe gelayoutet. Obwohl Super-

Gitarrist John Petrucci & Co. fürderhin

noch einige Härtegrade zulegten, gibt es

musikalisch an diesem von David Prater

1992 nach allen Regeln der Komprimierkunst

produzierten Edel-Metal nichts zu

knapsen: gnadenlose Rhythmuswechsel,

irrwitzige Gitarrenläufe, komplexe Harmonien

und – jawohl – kunstvoller Gesang

des damals neuen Sängers James LaBrie

machen das zweite Gruppenwerk (und

das erste für Atco) zu einem Allzeit-Favoriten.

Wie DT anno 2013 so drauf sind?

Alles zum neuen Album gibt’s auf S. 63!

Justus Schlierbacher

Pure Pleasure / Speakers Corner

Musik:

Klang:

Remaster:

Pressqualität:

Songwriter, Jazz

Rickie Lee Jones Rickie Lee Jones

KLANG

TIPP

Fast ein Wunder, dass Warner Brothers

der jungen, völlig unbekannten damaligen

Gefährtin von Tom Waits 1978 die crème

de la crème an Studiomusikern zur Seite

stellte und mit Lenny Waronker und

Russ Titelman zwei Top-Produzenten für

Rickie Lee Jones’ Debütalbum engagierten.

Doch die Songwriterin aus Chicago

hatte ja auch Bündel großartiger Songs

im Gepäck. Die übrigens bald darauf in

weltweit in gut aufgestellten HiFi-Studios

dudelten – fast alle Highender waren mit

„Chuck E.’s In Love“. Die Scheibe galt und

gilt zu Recht als eine der feinsten Pop-

Produktionen – mit noch heute verblüffender

Dynamik, immensem Detailreichtum

und bester Feinzeichnung. Da hat sich

MFSL auch nicht lumpen lassen und die

stilbildende, perfekte Mischung zwischen

Brit-Rock

naiv-nasalem Mädchenvortrag, jazzigen

Arrangements und poppiger Eingängigkeit

wieder aufgelegt. Mögen manche auch

spätere RLJ-Scheiben musikalisch vorziehen

– dieses Debüt überzeugt noch heute

auf ganzer Linie. Justus Schlierbacher

MFSL / Sieveking Sound

Musik:

Klang:

Remaster:

Pressqualität:

Elvis Costello & The Attractions

This Year’s Model

Costellos zweites Werk aus dem Jahr

1978, erstmalig mit „The Attractions“

als backing band eingespielt, strotzt vor

überbordender Energie, Glamour und

Lebenslust. Der junge Costello fegt

förmlich durch sämtliche, selbst geschriebene

Stücke, das melodische und sehr

abwechslungsreiche Album geht auch

heute noch gut ins Ohr. Das von Mobile

Fidelity Sound Lab mit halber Geschwindigkeit

gemasterte und auf 180 Gramm

feinstes Vinyl gepresste Re-Issue nimmt

sogar den unbeabsichtigten Fehldruck der

ersten UK-Pressung (umlaufenden Seitenumbruch

plus Testfarbstreifen) auf – sehr

charmant. Wunderbar timbriertes Klangbild,

sehr offen und von hoher Durchhörbarkeit.

Fritz Schwertfeger

MFSL / Sieveking Sound (LP)

Musik:

Klang:

Remaster:

Pressqualität

Zoot Sims Quartet Zoot

Das 1956 in Chicago aufgenommene

Album setzt als zeitloses Meisterwerk

dem grazilen und feinen Saxophonstil von

Bandleader Zoot Sims – ob Tenor- oder Alt-

Sax – ein Denkmal. In die Rillen dieser per

Direct Metal Mastering auf 180-Gramm-

Virgin-Vinyl gepressten LP wurde nicht nur

allerfeinste und spontane Improvisationskunst

des Jazz verewigt, auch der Spirit


Jazz

und die Gelassenheit dieser Zeit mäandert

durch die Stücke. Mit viel Verve und

Charme spielt sich das Quartett in einen

leider viel zu kurzen Rausch: abwechslungsreich,

in den Tempi, die Rhythmik

gekonnt variierend: „Zoot“ ist ein Fest für

Freunde des gepflegten Impro-Jazz – und

durch den sehr authen tischen, körperhaften

und nie aufdringlichen Grundcharakter

der Instrumente klanglich eine Wucht.

Fritz Schwertfeger

Orchesterwerk

Music On Vinyl / Cargo (2 LPs)

Musik:

Klang:

Remaster:

Pressqualität:

KLANG

TIPP

Gustav Holst Die Planeten

Los Angeles Philharmonic, Zubin Mehta

Falls Sie es Analog-Skeptikern mal so richtig

zeigen wollen, legen Sie dieses „Mehr-

Geht-Nicht“-Reissue auf. Mastering-Guru

Bernie Grundman hat die Einspielung

von Holsts höchst wirkungsgradstarkem,

galaktischen Werk unter Zubin Mehta aus

dem Jahr 1970 auf vier LP-Seiten umgeschnitten,

die dann mit jeweils 45 Umdrehungen

pro Minute rotieren. Resultat: Ein

„Wow“-Effekt jagt den nächsten. Nicht

nur die ungeheure Dynamik, sondern vor

allem die unfassbare Feinauflösung der in

dieser Suite ja durchaus zahlreichen, leise

gesponnenen Passagen lässt aufhorchen.

Tja: High Resolution ist ein alter Hut – 43

Jahre alt. Dass das Orchester zudem spieltechnisch

in Hochform agierte und Mehta

eine agile und bei allem Saft und Kraft auch

analytisch-intelligente Auslegung hinlegte,

macht den Braten fett. Lothar Brandt

Sinfonik

Wolfgang Amadeus Mozart

Violinkonzerte Nr. 3 und 4, Marianne Thorsen,

Violine; Trondheim Solistene, Oyvind Gimse

Zählt das Holst-Mehta-Reisssue zur Klasse

der „Mehr-geht-nicht“-Scheiben, so ist das

hier eine der Kategorie „Besser-geht’s-

-gar-nicht“, zumindest unter audiophilen

Gesichtspunkten. 2L-Mastermind Morten

Lindberg produziert mit den Trondheim

Solistene einen Weltklasse-Sound, das

gilt auch für diese Aufnahme von 2006.

Für die genialen Mozart-Konzerte KV 216

und 218 durften die Musiker wieder ihre

spezielle eigene Sitzordnung pflegen, die

im Zusammenwirken von Mikrofonierung

und hochauflösender Technik für eine

unfassbare Durchsichtigkeit und einen

unglaublichen Reichtum an Klangnuancen

sorgt. Solistin Marianne Thorsten spielt

einen beschwingten, fast unbekümmerten

Mozart-Stil, dem man höchstens im

langsamen Satz des G-Dur-Konzertes

etwas mehr melancholisches Abschatten

gewünscht hätte. Aber das ist eher kleinliche

Kritik an einer großartigen Einspielung.

Die bei Pauler gemasterte und bei Pallas

gepresste Scheibe zählt zum Besten,

was einem Tonabnehmer passieren kann.

Lothar Brandt

2L/Naxos

Musik:

Pressqualität:

Jean Sibelius Sinfonie Nr. 2, Philharmonia

Orchestra, Paul Kletzki

Manchmal treffen Plattitüden den Nagel

auf den Kopf: je oller je doller. 1955, in den

Kindertagen der europäischen Stereophonie,

machte Produzenten-Legende Walter

Legge mit dem polnisch-schweizer Dirigenten-Feingeist

Paul Kletzki in der Kingsway

Hall in London eine fantastische Aufnahme

Sinfonik

Klang:

KLANG

TIPP

von Sibelius Zweiter. Warum diese von

wundervoll zwischen warm leuchtenden

Orchesterfarben und tiefdunklen Schatten

changierende Deutung so lange im Archiv

schlummerte, wissen die Götter. Das auf

exzellente Reissues aus dem EMI-Katalog

spezialisierte Label HiQ bringt uns diesen

Schatz nun wieder unter die Nadel. Es hat

viele grandiose Aufnahmen dieser herrlichen

Sinfonie gegeben – von Barbirolli,

Szell, Monteux, Davis etwa – doch dieses

Juwel kann sich in sanftem Glanz neben

allen behaupten.

Lothar Brandt

HiQ Records / Fenn

Musik:

Remaster:

Jazz, Funk

Klang:

Pressqualität:

Poogie Bell Band Suga Top

Suga Top, den eher uncharmanten

Kose name des Pittsburger Stadtteils Hill

District, wählte der Drummer Poogie Bell

für die musikalische Rückkehr zu seinen

Wurzeln. Inspiriert von den Gospel-Sounds

ihrer Kindheit, jammen Bell und seine

Band (Keyboarder Bobby Sparks, Chris

Hemmingway und Keith Anderson am Saxophon

sowie Trompeter Michael Steward)

durch einen lebhaften Mix aus Soul, Jazz,

Pop, R&B und Funk. Farben froher Funk-

Jazz wird von Old-school-Beats Marke

Erykah Badu gejagt, mal wabbert es soulig,

mal jazzig, und was vokal geschieht,

verdient das Prädikat Extraklasse: Mit der

von ihm entdeckten Sängerin Mey aus

Bulgarien hat Poogie Bell ein echtes Ausnahmetalent

am Mikrofon, dazu gibt es

computerverzerrte Stimmeffekte à la Daft

Punkt. Ein echtes „Geheimtipp-Album“,

dessen Analog-Version via Direct-Metal-

Mastering auf schweres Doppel-Vinyl

gepresst wurde – und die CD-Version

gibt’s als Bonus dazu. Fritz Schwertfeger

Moosicus / Indigo (2 LPs + Bonus-CD)

Musik:

Klang:

Pressqualität:

Musik › POP & ROCK

ORG / Sieveking Sound (2 LPs, 45rpm)

Musik:

Klang:

Remaster:

Pressualität:

Noch mehr LP-Tipps finden Sie in der

! kommenden AUDIO-Ausgabe 11/13

www.audio.de ›10/2013

67


Musik › OLDIES

OLDIE-CD

DES MONATS

Sly & The Family

Stone

Higher!

Epic/Legacy/Sony Universal (2 CDs mit (4-CD-Set; 40 Songs auch / Box-Set als Einzel-CD mit 6 CDs „The in Pappschubern Best Of The Box“ + 44-Seiten-Buch)

und als 8-LP-Set (Cargo; Besprechung in einer der nächsten AUDIO-Ausgaben)

Was die Jungs und Mädels aus der Werbeabteilung wohl seinerzeit

über die Musik von Sly & The Family Stone geschrieben haben?

Vielleicht so etwas wie: „Wenn Soul-Bausteine auf hochdosierte Rockgitarren

treffen, dann entsteht etwas Fantastisches: Neue Energie!“.

Tja, mit ähnlichem Geschwurbel bewirbt heute die Pharmaindustrie

dubiose Lifestylemedikamente – aber wenn man die Uhr mal 40 Jahre

zurückdreht, kommt man der musikalischen Wahrheit damit ziemlich

nahe. 1966 war’s, als Sylvester und Freddie Stewart in San Francisco

ihre beiden Bands Sly & The Stoners und Freddie & The Stone Souls

zusammenwarfen und als Sly & The Family Stone erst den Soul zum

Explodieren brachten – und damit eine über Dekaden andauernde

Kettenreaktion in Gang setzten, die Genres von R `n´B über Funk bis zu

HipHop den Weg ebnete. Nicht ohne Grund schrieb der US-Autor Joel

Selvin 1998 in einer Bandbiografie („For The Record: Sly And The Family

Stone – An Oral History“): „Es gibt zwei Arten von schwarzer Musik:

schwarze Musik vor und schwarze Musik nach Sly Stone“.

Jimi Hendrix, The Temptations, Isaac Hayes, Gil Scott-Heron, Lenny Kravitz, The Roots

Nun würdigt Epic eine der wichtigsten Formationen der Black Music

mit einer feinen Anthologie. 77 Songs, davon 17 hier erstmals veröffentlichte,

zeigen auf vier CDs die stilistische Bandbreite der Band, deren

Ausnahmestellung nicht zuletzt aus ihrer gemischtgeschlechtlichen und

multiethnischen Besetzung resultierte. Im noch von Rassentrennung

und männlichem Chauvinismus geprägten Amerika der mittleren 60er

Jahre spielten hier schwarz und weiß, und in einer Formation und

ergänzten den Soulrock-Sound um Elemente von Jazz bis Gospel und

Country, um Sounds von psychedelisch wabernder Elektronik bis zu

fulminanten Bläserattacken. Die Reise beginnt 1964 mit einer Monoversion

von „I Just Learned How To Swim“ und endet 1975 mit „High“

dazwischen gibt es alle Hits von „Dance To The Music” über „Everyday

People” bis „Stand!” und „Hot Fun In The Summertime”. Und das

104-seitige, liebevoll im Look der damaligen Zeit gelayoutete Buch im

LP-Format verdient mit einer Fülle an Fotos von Plattensleeves, Memorabilia

und Konzertplakaten das Prädikat vorbildlich. Christof Hammer

Musik:

Klang:

Blues, Rock, Folk

Rock `n´Roll

Filmmusik

Fleetwood Mac

Then Play On

Reprise/Warner (CD)

Der Titel ist irreführend: Auf ihrer vierten LP

folgten Fleetwood Mac 1969 keineswegs

stur dem Blues-Pfad, auf den sie 1967

eingeschwenkt waren. Das Album changierte

vielmehr famos zwischen Chicago-Blues,

kalifornischen Poptupfern und britischem

Folk rock – und markierte den letzten Auftritt

von Peter Green. Dazu gibt es ein „paar

Piano-Klim pereien“ (Mick Fleetwood) von

Jeremy Spencer zu hören. Als Bonustracks

dieser remasterten Neuausgabe feiern mit

dem robusten „One Sunny Day“ und dem

verträumten „Without You“ zwei Raritäten

ihre CD-Premiere. Weitere Zugaben: der Klassiker

„Oh Well Pt. 1 & 2“ und Peter Greens

Hymne „The Green Manalishi“. Willi Andresen

Black Magic Woman – The Best Of

W. Smith, B. Knox, C. Feathers, J.

Scott Four Legends Of Rock’n’Roll

Bear Family (CD)

Die Rock’n’Roll-Veteranen Warren Smith,

Buddy Knox und Charlie Feathers ließen

1977 im Londoner Rainbow Theatre zwischen

den Zeilen anklingen, dass sie lieber für ein

artig applaudierendes Publikum in Las Vegas

spielen würden als für begeistert grölende

Teddy-Boys. Doch dann enterte Jack Scott die

Bühne und rettete die Show – und damit auch

die vorliegende CD. Seine acht Titel erinnerten

daran, dass ein Rock`n´Roll-Sänger mehr

bieten muss als nur die Stichworte für einen

aus der Mode gekommenen Modetanz. Scott

versprüht in seinen clever arrangierten Eigenkompositionen

viel Witz und erweist sich als

ein Songwriter, der nicht nur vor Rock’n’Roll-

Freaks bestehen kann. Winfried Dulisch

Elvis Presley

Ennio Morricone

earBOOK

Edel (120-Seiten-Bildband mit 4 CDs)

In Ennio Morricones Werk verschränken sich

musikalische und visuelle Elemente – der römische

Soundtrack-Mogul ist somit prädestiniert

für Edels „Earbook“-Reihe; einer Kreuzung

aus CD-Kompendium und Bildband. 55

seiner wichtigsten Kompositionen von „The

Good, The Bad And The Ugly“ über „1900“

bis zu „Once Upon A Time In America“ gibt’s

hier (etwas diffus diskographiert freilich) in

den origi nalen Ersteinspielungen. Eingebettet

sind die Discs in 120 ordentlich gedruckte Seiten

mit vielen Filmfotos/-plakaten plus einem

etwas hölzernen Essay. Beides zusammen

ergibt das Porträt eines virtuosen Grenzgängers

zwischen E- und U-Musik, der in Tönen

Geschichten erzählen konnte. Christof Hammer

Morricone RMX: Remixe von Dub bis TripHop (Warner)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

68 www.audio.de ›10 /2013


Jazz

Welcome back: Weltmusik

von Real World

Längst hat die „Weltmusik“ die Welt

erobert – Tausende strömen heute

zu Afrika-Festivals und internationalen

Kultur-Events. Das war 1989 noch anders,

als ethnische Musiken aus aller Herren

Länder noch ein Thema eher für Profi-Globetrotter

und Extrem-Neugierige waren.

Entscheidend mitgewirkt an der Öffnung

der musikalischen Horizonte hat neben

dem Internet insbesondere auch Peter Gabriel

mit seinem Label Real World. Daran

erinnert zu Recht die Reissue-Reihe „Real

World Gold“, die jetzt in Runde 4 geht. Im

Fall von Nusrat Fateh Ali Khan hebt Realworld

gleich zwei antiquarische Artifakte:

Die Doppel-CD „Love And Devotion“

bündelt die1985 entstandenen und 1992

für Real World neu eingespiel ten „Love

Songs“ mit den„Devotional Songs“ aus

demselben Jahr – und noch heute klingt

die Qawwali-Musik des pakis tanischen

Sufi-Sängers so exotisch wie einst. Doch

Khan hatte auch offene Ohren für die Moderne:

Mit dem kanadischen Produzen ten

Michael Brook möbelte er 1992 für „Star

Rise“ Tracks von Talvin Singh oder Nittin

Sawhney zeitgemäß auf.

Schon von Beginn an hantierte das Afro

Celt Sound System mit elektroni schen

Klängen von HipHop bis Techno – dass

das Ensemble um Working-Week-Mitglied

Simon Booth (hier als Simon Emmerson

aktiv) 2004 ein komplettes Remix-Album

aufnahm, war da nur folgerichtig. „Pod“

bringt auf CD 1 die 13 damaligen Originalmixe,

in denen DJs wie Rae & Christian

oder Bipolar coole Loops und lässige

Grooves auslegten. Disc 2 bringt als Bonus

zehn Mixe des Titelsongs „Release“.

Mit Jocelyn Pook gibt es schließlich noch

einen Geheimtipp selbst für Realworld-

Kenner wiederzuentecken. 2001 war’s,

als die britische Pianistin, Violinistin und

Sängerin keltisch-arabische Sounds zu

Vokal-Märchen aus 1001 Nacht verwob.

Die Neuauflage von „Untold Things“

hat zwei Bonustracks mit Gastsängerin

Natacha Atlas an Bord. Christof Hammer

N. Fateh Ali Khan Love & Devotion

Musik:

N. Khan & M. Brook Star Rise

Musik:

Afro Celt Sound System Pod

Musik:

Jocelyn Pook Untold Things

Musik:

Klang:

Klang:

Klang:

Klang:

Al Di Meola

All Your Life

JAZZ-CD

DES MONATS

in-akustik (CD, 2 LPs)

Entertainment

Zu den Glücksfällen in der Musikgeschichte zählt es, wenn Bearbeitungen neben den

Originalen bestehen können, die ihrerseits bereits Maßstäbe gesetzt haben. Al Di Meola

hat solch eine Meister-Hommage geschaffen. Für den Tribut des Gitarristen an John Lennon

und Paul McCartney, die beiden Masterminds der Beatles, passt eine ganze Reihe von

Adjektiven – allen voran: liebevoll.

Der Amerikaner hat 14 Songs so sorgfältig und überlegt bearbeitet, dass daraus neue

Kunstwerke wurden. Sei es „And I Love Her“, „Michelle“ oder „Eleanor Rigby“, „Penny

Lane“, „I Am The Walrus“, „Being For The Benefit Of Mr. Kite“ oder „With A Little Help From

My Friends“: Bei allen Stücken bettet er die Melodien in ausgetüftelte Arrangements, in

denen hohe Gitarrenkunst scheinbar einfach daherkommt. Per Mehrspurtechnik schafft er

sich zudem die Möglichkeit, auf mehreren Instrumenten zwischen Begleitung und Führung

zu wechseln. Die Wärme und Transparenz der Aufnahmen auf Achtspur-Analogband aus

den Londoner Abbey Road Studios verleiht den superben Neufassungen einen zusätzlichen

Kick. Werner Stiefele

The Beatles: Sgt. Pepper, Al Di Meola: Diabolic Inventions

Musik:

Gloria Estefan

The Standards

Sony (CD)

Klang:

Latinpop machte sie zum Star. Vergangenes

Jahr wurde Gloria Estefan 55, und in dieser

Zeit entstand auch „The Standards“, eine

Sammlung von Jazz- und Sambaklas sikern.

Eine Schnapsidee zur Schnapszahl? Mitnichten,

denn sie schlägt sich im fremden Terrain

wacker, und die schlanken Arrangements

gehören zur Spitzenklasse im Entertainment-

Genre. Combo, Bigband, Streicher: Alles

ist wunderbar aufeinander abgestimmt und

beschert ein breites Kaleidoskop an Klangfarben.

Gloria selbst konzentriert sich auf die

ursprünglichen Melodien und meidet Improvisationen

oder gar Scat-Passagen, fasziniert

aber mit klarer Artikulation und ihrer starken,

leicht vibrierenden Stimme. Werner Stiefele

Ella Fitzgerald – The George & Ira Gershwin Song Book

Modern Jazz

Christian McBride Trio

Out Here

Mack Avenue / Codaex (CD)

KLANG

TIPP

Nun könnte man meckern, dass das Christian

McBride Trio klingt wie der Zeitmaschine

entsprungen. Aber das ginge an der Musik

und ihrer Haltung vorbei. Denn der Bassist

und seine jungen Partner Christian Sands am

Klavier und Ulysses Owens Jr. am Schlagzeug

sind einserseits fest in der Tradition

verankert, sehen ihre Aufgabe aber nicht im

Bruch mit den Alten, sondern in der Kontinuität.

Deshalb klingt „Out Here“ ein bisschen

wie ein verschollenes Oscar Peterson-

Album, ein wenig nach Erroll Garner, aber

eben auch nach Sands, McBride & Owens.

Unnötig zu erwähnen, dass die Kollegen

spielen wie die Weltmeister. Sehr cool, sehr

sophisticated! Ralf Dombrowski

Oscar Peterson, Benny Green, Oscar Pettiford

Musik › JAZZ

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

www.audio.de 10 /2013

69


Musik › JAZZ

Gitarren-Jazz

Gisle Torvik

Tranquil Fjord

Mainstream

Ozella Music / Galileo MC (CD, 180-GrammLP)

Diese Musik strahlt spontan eine anheimelnde,

angenehme Wärme aus – und sie

ist cool im doppelten Sinne. Denn die Weite

und Kühle norwegischer Fjorde spiegelt sich

in Gisle Torviks Kompositionen ebenso wie

die lakonische Coolness des Clubjazz an der

amerikanischen Ostküste. Torvik liebt harmonische

Sounds und klare melodische Linien,

er führt seine Virtuosität nicht vor, sondern

stellt sie in den Dienst der Sache, und seine

beiden Mitstreiter Audun Ellingsen, Bass,

sowie Hermund Nygard, Schlagzeug, legen

ihm im vollreifen, satten Klangbild ein elastisches

Fundament. Der sanfte Schleicher „Bla

Skugge“ (Track 10 der AUDIO-Titel-CD) ist ein

schönes Beispiel dafür. Matthias Inhoffen

Wes Montgomery, Tobias Sjögre

Musik:

Klang:

Stewy von Wattenwyl

After The Rain

Brambus / Rough Trade (CD)

KLANG

TIPP

Kein Mensch muss heute noch ein Rad erfinden.

Aber benutzen darf er es schon. So ist

es auch mit dem Mainstream. Der Schweizer

Pianist Stewy von Wattenwyl wendet mit viel

Liebe und Geschmack an, was andere vor

ihm ausgetüftelt haben. Er swingt, dass es

eine Freude ist – mal solo, außerdem im Duo

und Trio sowie im Quartett mit dem Saxofonisten

Eric Alexander. Vier Eigenkompositionen

finden sich unter den zehn Titeln; dazu

fünf Standards und Michael Jacksons „She’s

Out Of My Life“. Routiniert jongliert von

Wattenwyl mit den Themen, wobei sie im Stil

der 1950er und 1960er Jahre aus arrangierten

Einleitungen zu konzentriert improvisierten

Chorussen übergehen. Werner Stiefele

Ahmad Jamal: At The Pershing

Piano-Jazz

Ahmad Jamal

Saturday Morning

Bigband

Jazz Village / Harmonia Mundi (CD, LP)

Das Studio La Buissonne befindet sich in der

Provence, nahe der Römerstadt Orange. Es

hat sich längst zu einer renommierten Adresse

entwickelt, weil Ambiente, Landstrich

und exzellente Technik die Künstler inspirieren.

Auch der inzwischen 83-jährige Pianist

Ahmad Jamal ließ sich von der Atmosphäre

anstecken und nahm dort im Trio plus Percussion

„Saturday Morning“ auf, den Nachfolger

seines wunderbaren Albums „Blue Moon“.

Ein wenig zickig, im Kern aber musikalisch

fundamental, branden seine Akkorde auf,

spontan in der Anmutung, grundlegend in der

Haltung und wuchtig in der Klangerscheinung.

Nicht neu, aber 100 Prozent Jamal mit allen

seinen Qualitäten.

Ralf Dombrowski

Keith Jarrett, McCoy Tyner

Musik:

Klang:

Bundesjazzorchester

25

Double Moon / Sunnymoon (CD)

2010 starb Peter Herbolzheimer, der Gründer

des „Bundesjazzorchester“ – kurz: BuJazzO.

Doch bei den Erben Jiggs Whigham und Niels

Klein ist sein Werk in besten Händen, eine

stilistische Ausweitung des Konzepts inklusive.

Eine Grundidee gilt nach wie vor: Musiker,

die ihren 25. Geburts tag in der Band gefeiert

haben, müssen Jüngeren Platz machen. Doch

auch im Jubiläumsjahr groovt die Bigband bei

Arrangements von Bill Holman, Bob Brookmeyer

oder Francy Boland vital durch Rock,

Latin, Funk und Mainstream. Die ausdrucksstarken

Soli, die Gesangspassagen und die

Präzision des Zusammenspiels stimmen für

die Zukunft des heimischen Jazz optimistisch:

Auf die nächsten 25! Werner Stiefele

Thad Jones / Mel Lewis Orchestra: Central Park North

Traum-Partner

AUDIO-Mitarbeiter

Ralf Dombrowski

wirft einen Blick auf die kammerjazzigen

Neuheiten des

Münchner Labels ECM

Man hat sich daran gewöhnt, dass

nicht mehr jeder Jazz nach Jazz

klingt. Einen großen Anteil an dieser

Entwicklung hat das Münchner Label

ECM, das schon in den 70er Jahren

anfing, die damaligen stilistischen

Gewissheiten hinter sich zu lassen.

Auch in diesem Herbst sind wieder

eine Reihe von Aufnahmen am Start,

die eigene ästhetische Marken setzen.

Die Streichlaute Kamancheh etwa ist

im Umfeld des Jazz selten zu hören.

Der iranische Musiker Kayhal Kalhor

spielt sie im Duo mit dem türkischen

Baglama-Könner Erdal Erzincan, der die

voluminös gemixte Saz-Verwandte mit

dem spirituellen Nachdruck ausladender

Improvisationen antworten lässt.

Yeahwon Shin wiederum stammt

aus Korea, singt zusammen mit

dem Pianisten Aaron Parks und dem

Akkordeonisten Rob Curto balladeske,

melodische, frei fließende Impressionen,

die sie auf „Lua Ya“ zu einem Programm

der Hörerinnerungen zusammenstellt,

die aus einer fernen Galaxie

des Fragilen zu stammen scheinen.

Der Berliner Gitarrist Marc Sinan

hingegen brachte die Dresdener

Sinfoniker mit Musikern, Instrumenten

und Klangideen der Schwarzmeerküste

an der Grenze zu Armenien zusammen

und destillierte daraus „Hasretim –

Journey To Anatolia“, einen zwischen

zeitgenössischer Musik und Folklore

changierenden Hybriden.

Ein Feuerwerk der Musikalität schließlich

entstand, als der Mailänder Pianist

Stefano Bollani und der brasilianische

Mandolinen-Meister Hamilton De

Holanda in Antwerpen aufeinandertrafen.

„O Que Será“ heißt der Mitschnitt

des Konzert-Abends, ein mitreißendes

Zwiegespräch zweier in ihrer Kreativität

kaum zu bremsender Musikanten.

K. Kalhor / E. Erzincan Kula Kulluk Yakisir Mi

Musik:

Klang:

Yeahwon Shin Lua Ya

Musik:

Klang:

Marc Sinan Hasretim – Journey To Anatolia

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

S. Bollani / H. De Holanda O Que Será

Musik:

Klang:

70

www.audio.de ›10 /2013


KLASSIK-CD

DES MONATS

Béla Bartók

Violinkonzerte Nr. 1 und 2

Musik › KLASSIK

Isabelle Faust, Violone;

Swedish Radio Symphony Orchestra,

Daniel Harding

harmonia mundi (CD)

Obwohl die Musik von Béla Bartók (1881-1945) den Ruf hat,

besonders dynamisch und rhythmisch stark zu sein, sind gerade

seine zwei Violinkonzerte sehr feine, subtile Stücke, in denen der

Solist mehr mit emotionaler Tiefe beeindrucken als mit Virtuosität

brillieren kann. Wer sich in diese Stücke also wirklich versenkt, entdeckt

in Bartók einen hochsensiblen Menschen, der die Erschütterungen

des Lebens nur ertrug, weil er seine Gefühle in Musik

umsetzten konnte.

Eine feinfühlige Künstlerin wie Isabelle Faust kann daher gar nicht

anders, als in diese Seelenwelt einzutauchen, sich der Emotion

dieser Kompositionen hinzugeben, die feinen Regungen der Musik

Violinkonzert Nr. 2: Shaham, Chicago Symphony, Boulez (DG)

Musik:

Klang:

mit zartesten Farben und Nuancen zum Ausdruck zu bringen – und

somit das Hören dieser Werke zu einem intimen, berührenden

Erlebnis zu machen. Dieser empathischen, fast introvertierten

Interpretation stehen mit Daniel Harding und den Musikern des

Radio-Sinfonie-Orchester Stockholm kongeniale Partner zur Seite,

die jeden Winkel des Orchestersatzes auszuleuchten wissen.

Weil auch der Klang mit luzider Feinzeichnung und präzise eingefangener

Dynamik verzaubert, bekommen Bartók-Kenner hier eine

wahre Ausnahme-CD – die auch das Zeug dazu hat, traditionellen

Bartók-Hörerwartungen oder gar -Vorurteilen auf’s Eleganteste

neue hinzuzufügen. Laszlo Molnar

KLANG

TIPP

Oper

Kammermusik

Oper

KLANG

TIPP

KLANG

TIPP

G. Verdi Div. Arien & Szenen (Don Carlo, Aida

u.a.) J. Kaufmann, Orch. dell’Opera di Parma, P. Morandi

Sony (CD, 2 LPs)

Er kann einfach alles: kraftvoll strahlende

Spitzentöne und beseelt strömende Kantilenen.

Er kann mit der Stimme schmettern und

schmeicheln, schweben und schluchzen. Auf

seiner neuen Verdi-CD zeigt der Münchner Tenor

Jonas Kaufmann, Typ Latin Lover, vollends

seine Weltklasse. Der gaumige Klang, den

manche bemängeln, ist fast ganz verschwunden.

Dass er auch über genügend Stahl in der

Stimme verfügt, zeigt er im ansonsten hinreißend

durchschwelgten „Celeste Aida“, Track

15 der AUDIO-Heft-CD. Famos auch die Otello-Sterbeszene

(„Niun mi tema“) zwischen

packendem Flammenwerfer- Fortissimo und

dumpf erstickendem Todeskampf. Kaufmann

gereift: ganz große Oper! Otto Paul Burkhardt

Jonas Kaufmann: Wagner (Decca)

A. Dvorák Streichsextett op., Streichtrios op.

74 & 75a Auryn Quartet, C. Altenburger, P. Demenga

Tacet (CD, SACD, 180-Gramm-LP)

„Herrliche Erfindung, Frische und Klangschönheit“,

attestierte Brahms Dvoráks Streich sextett

– Qualitäten, die sich im Spiel des Auryn

Quartet und seiner Gäste Christian Altenburger

(Viola) und Patrick Demenga (Cello) voll

entfalten. Hier fehlt es weder an Spielfreude

noch an Feindifferenzierung der kunstvoll

verwobenen Stimmen. Besonders mitreißend

glückten den Sechs die tänzeri schen

Mittelsätze. Intimer als das Sextett wirken die

ursprünglich für Laien komponierten Streichtrios,

deren Poesie mit großer Ausdrucks- und

Gestaltungskraft zur Geltung kommt. Der

superbe Klang ist beim Sextett sehr direkt,

bei den Trios höchst natürlich. Streicher-

Kammermusik vom Feinsten. Andreas Fritz

Wiener Streichsextett (Sextett, EMI)

Mozart/Bellini/Gounod Arien aus Don Giovanni,

Carmen u. a. O. Peretyatko, NDR Sinfonieorchester

Sony (CD)

Ganz unter uns: Koloraturen können gähnlangweilig

sein. Nicht so, wenn Olga Peretyatko

singt. Denn die 33-jährige Russin zählt

mit ihrem feinen, silberhellen Timbre zu den

großen Talenten im leichteren Repertoire.

Diese „Arabesque“ betitelte Sammlung zeigt

sie nicht in schweren Rache- und Wahnsinns-

Arien, sondern verzaubert im lichten, heiteren

Genre. Herrlich, wie sie in Singvogel-Manier

eine Schwalbe auf Reisen schickt (in „O légère

hirondelle“, Track 13 der AUDIO-Heft-CD).

Neben Mozart und Verdi gibt sie auch unterhaltsamen

Schmankerln ein bisschen Seele

mit auf den Weg, etwa bei Eva Dell’Acquas

„Villanelle“. oder Luigi Arditis charmant tiriliertem

Gesangswalzer „Il bacio“. Otto Paul Burkhardt

Peretyatko: La bellezza del canto (Sony)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

www.audio.de 10 /2013

71


Musik › KLASSIK

Sinfonik

Klavier

KLANG

TIPP

Oper

Franz Schubert Sinfonie Nr. 8

NDR Sinfonieorchester, Thomas Hengelbrock

Sony (CD)

Unvorstellbar, dass dieses zunächst als

unspielbar geltende Werk erst 1839 von

Schumann wiederentdeckt und unter Mendelssohns

Leitung uraufgeführt wurde. Hengelbrock

und die Norddeutschen meistern die

umfangreiche Partitur – allein das Finale hat

mehr als 1000 Takte – souverän: Tempowechsel

sind ebenso durchdacht wie Spannungsbögen.

Zudem werden die grundlegenden

Rhythmen der Achten, Triole und Punktierung,

von den Akteuren präzise herausgearbeitet.

Mit der überzeugenden, klar und kantig

aufgenommenen Interpretation wird die

Bedeutung des Werks für die Entwicklung

der romantischen Sinfonie deutlich. Ganz

großes Kino für die Ohren. Andreas Fritz

Zinman, Tonhalle Orchester Zürich (RCA Red Seal)

Ludwig van Beethoven Die späten

Klaviersonaten Igor Levit, Piano

Sony (2 CDs)

Auf seiner Debüt-CD geht der russischdeutsche

Pianist Igor Levit (Jahrgang 1987)

das denkbar größte Wagnis ein, dem man

sich stellen kann: in jungen Jahren die „Achttausender“

der Klavierliteratur zu erklimmen,

die fünf letzten Klaviersonaten Ludwig van

Beethovens. Der Respekt und die Hingabe

des Pianisten sind in jedem Ton zu hören,

seine Musikalität und Gestaltungswille sind

allgegenwärtig, und das Ganze ist klanglich

wunderbar räumlich-plastisch eingefangen.

Kostprobe dieser ungemein intensiven

Beethoven-Begegnung, in der Beethoven fast

mehr als Heiliger denn als Mensch dargestellt

wird: der 4. Satz aus der Sonate Nr. 28; Track

12 der AUDIO-Heft-CD. Andreas Lucewicz

Richter (ica / Philips), Korstick (Oehms)

G. Verdi Div. Arien (Macbeth, Rigoletto, La Traviata

u. a.) P. Domingo, Orquestra de la Comunitat Valencia

Sony (CD, 2 LPs)

Lange vorbei die Zeit der drei Tenöre, als er

mit Pavarotti und Carreras zirkusreife Konzer

te absolvierte. Plácido Domingo, auch als

Dirigent und Operndirektor aktiv, sucht mit 72

Jahren neue Herausforderungen. Mit dieser

CD steigt er hinab in tiefere Bariton-Par tien,

damit aber auch in ganz andere Abgrün de der

menschlichen Psyche. Ein stimmlicher Irrweg?

Keineswegs: Gestalterisch hat der spanische

Grandseigneur noch immer mehr drauf

als mancher junge Kollege. Auch als Macbeth

und Rigoletto (Track 14 der Heft-CD) macht er

eine stimmlich gute Figur, weitge hend ohne

Drückerei. Glänzend auch sein Rodrigo („Don

Carlo“): ein Legato von schlich ter Schönheit

(„Per me giunto“). Otto Paul Burkhardt

The Essential Placido Domingo (Sony)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Vokal

Konzert

Oper

KLANG

TIPP

KLANG

TIPP

KLANG

TIPP

Marc Antoine Charpentier Litanies de la

Vierge Ensemble Correspondances, Sébastien Daucé

harmonia mundi (CD)

Vor Jean Philippe Rameau war Charpentier

(1643-1704) der hellste Stern am Himmel

der französischen Barock-Komponisten. Er

entwickelte einen ausdrucksstarken Musikstil,

der die Konventionen weit hinter sich

ließ. Neben Opern spielte die Kirchenmusik

(Te Deum!) eine große Rolle; die „Litanies

de la Vierge“ sind mit das Feinste, was er

auf diesem Sektor schrieb. In erlesener

kleiner Besetzung entsteht hier außerordentlich

klangvolle und farbenreiche Musik von

hoher geistiger Dichte, und das „Ensemble

Correspondences“ lässt komplett vergessen,

dass hier nur 16 Musiker am Werk sind.

Ein absolutes Muss für alle Freunde der

französischen Barockmusik. Laszlo Molnar

Charpentier, Deux Oratorios, Les Arts Florissants (hmf)

G. Verdi, G. B. Platti u. a. Il Progetto Vivaldi

III C-Dur Sol Gabetta, Capella Gabetta, Andres Gabetta

Sony (CD, 2 LPs)

Es ist ein mitreißender Wettstreit zwischen

Solistin und Orchester, diese dritte, detailreich

klingende Folge von Sol Gabettas Vivaldi-Projekt.

Wie bei der zweiten Ausgabe kombiniert

die Cellistin Vivaldi-Konzerte (darunter das

eingängige, für Cello und Violine bearbeitete

Mandolinenwerk RV 532) mit selten gehörten

Konzerten dreier Zeitgenos sen wie Giovanni

Benedetto Platti (Track 11 von „AUDIOphile

Pearls. Vol 5“). Diese Preziosen hat sie auf

Schloss Wiesentheid bei Würzburg entdeckt.

Gabetta streicht kraftvoll, aber nie gewalttätig.

Ihr Ton ist präsent, ohne aufdringlich zu sein,

und die Capella nimmt die Leichtigkeit ihres

Spiels kongenial auf. Der Gewinner des Wettstreits?

Eindeutig der Hörer! Andreas Fritz

Stuttgarter Kammerorchester: 7 with one stroke! (Tacet)

Nicola Porpora Arien für Farinelli P. Jaroussky,

Cecilia Bartoli, Venice Baroque Orchestra, Andrea Marcon

Erato (CD)

Farinelli war Pop. Ein Superstar. Ein Sänger-

Gott. Der 1782 verstorbene italienische

Kastrat, dessen Leben 1994 verfilmt wurde,

feierte einst europaweit Triumphe. Philippe

Jaroussky, der wohl beste Countertenor derzeit,

singt nun Farinellis berühmteste Arien,

komponiert von dessen Lehrmeister Nicola

Porpora. Jaroussky glänzt dabei mit üppiger

Vokalakrobatik – vor allem aber mit berührender

Intensität des Ausdrucks. In Arien wie

„Alto Giove“ entwickelt er, sensibel begleitet

vom Venice Baroque Orchestra unter Marcon,

eine ungeheuer sinnliche Melancholie: betörende

Musik am Rande der Stille. Quirlige

Duette mit Koloratur-Mezzo Cecilia Bartoli runden

das Album ab. Brillant! Otto Paul Burkhardt

Carestini, Jaroussky (Virgin)

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

Musik:

Klang:

72 www.audio.de ›10 /2013


Analog › PHONO-Kombi

Phono

Menal

Um aus Vinylplatten alles rauszuholen, braucht es mehr als überragende

Einzelleistungen. Erst wenn Plattenspieler, Tonabnehmer und Phonostufe

als perfektes Team zusammenspielen, lässt sich die Kraft der Rillen voll erschließen. Für rund 5000

Euro baut Rega in England ein solches Team: Jedes Element für sich spitze, zusammen unschlagbar.

■ Text: Bernhard Rietschel

132 www.audio.de ›10 /2013


Analog › PHONO-KOMBI

TEST

Plattenspieler mit MC-Tonabnehmer und

Phono-Vorverstärker

REGA RP8 2500 €

REGA APHETA 1600 €

REGA ARIA 1200 €

Fotos: J. Bauer, Archiv

Zur bestmöglichen Vinyl-Wiedergabe

führen viele Wege. Das ahnt

schon, wer vergleichbar teure

Plattenspieler unterschiedlicher Hersteller

nebeneinander sieht, etwa einen

Transrotor als typischen Vertreter der

Masse-Fraktion, einen Linn als klassische

Subchassis-Konstruktion und einen

Rega als Verkörperung der Leichtbau-Lehre.

Für jede dieser Konstruktions-Schulen

gibt es natürlich auch eine

theoretische Grundlage, und es gibt Vorund

Nachteile abzuwägen.

Bei Rega etwa kann man aus Käufersicht

als inhärenten Vorteil werten, dass

Firmengründer Roy Gandy das Maßhalten,

die Selbstbeschränkung jedem Produkt

gewissermaßen als Grund-Erbgut

in die Wiege gelegt hat. Je weniger Material,

desto besser, lautet eine Rega-Regel,

nach der etwa massebehaftete

Werkstoffe nur da erlaubt sind, wo sie

wirklich unverzichtbar sind – im Gegengewicht

des Tonarms oder am Teller,

zum Aufbau des Gleichlauf-mitentscheidenden

Trägheitmoments.

Der Plattenteller des neuen Spitzenmodells

RP8 besteht aus gehärtetem Glas

wie die der kleineren Modelle RP6 und

RP3. Um dem Rundling standesgemäß

höhere Schwungmasse zu verleihen,

haben die Briten ihn aber nicht einfach

dicker gemacht. Die zusätzliche Masse

wurde vielmehr nur da angebracht, wo

sie wirklich etwas bringt, nämlich am

Rand: Der Teller besteht aus drei konzentrischen,

schmaler werdenden Ringen,

die von einem englischen Spezialunternehmen

zunächst unsichtbar verklebt,

www.audio.de ›10 /2013

133


Analog › PHONO-KOMBI

ANALOG-INSEL: Das innere Chassis trägt drei Füße, Arm- und

Tellerlager sowie den Motor, der Rechteck-Rahmen ist hauptsächlich

Deko. Das Phenolharz-Hartschaum-Sandwich ist zwischen Arm

und Teller zusätzlich mit Magnesium-Streben versteift.

dann präzise geschliffen und poliert werden.

Es ist eines jener unscheinbaren,

bei näherer Betrachtung aber enorm

knifflig zu fertigenden Bauteile, von denen

es an dem Rega-Spieler etliche gibt.

Der noch aufwendigere Teller aus Aluminiumoxid-Keramik,

den der mittlerweile

nicht mehr produzierte P9 trug,

wird hoffentlich mit dem bereits angekündigten

Über-Spieler RP10 zurückkehren

– für den RP8 wäre dieses Bauteil

viel zu teuer gewesen.

Im Budget muss schließlich noch Luft

bleiben für andere entscheidende Bauelemente.

Etwa für das externe Oszillator-Netzteil,

das den Synchronmotor so

ruckfrei antreibt, dass dieser ohne elastische

Entkopplung (in der Rega-Lehre

ein Klanggift von besonderer Fiesheit)

direkt an die Zarge gedübelt werden

kann. Wobei „Zarge“ angesichts der federleichten,

radikal skelettierten Tragstruktur

aus Phenolharz-laminiertem

Kunststoffschaum ein ziemlich pompöses

Wort ist: das schwarze Sandwich ist

steif wie ein Tennisschläger, alle Bereiche

ohne direkte statische Aufgabe wurden

ausgesägt. Der rechteckige Rahmen

bleibt zwar, als Konzession an die

Optik und zur Befestigung der serienmäßigen

Staubschutzhaube, hat aber praktisch

keinen Kontakt mehr zum eigentlichen

Spieler und ansonsten auch keine

Aufgabe – man kann das Laufwerk also

genausogut (oder sogar noch etwas

besser) komplett nackt betreiben.

MESSLABOR

TEST factory Rega_Aria_f

08/26/13 15:26:29

+6

TEST factory Rega RP8-Apheta_gt 08/27/13 14:30:25

+0

TEST factory Rega RP8-Apheta_r s 08/26/13 14:49:22

+0

+5

+4

+3

+2

+1

-0

Phono MM / Normsystem

-5

-10

-15

-20

-25

-10

-20

-30

-40

Messplatte

koppler Mess

oergrund ööööööSt

d

B

r

A

-1

-2

-3

-4

-5

Phono MC

d

B

r

A

-30

-35

-40

-45

-50

d

B

r

A

-50

-60

-70

-6

-7

-8

-9

-55

-60

-65

-80

-90

-100

-10

-11

-70

-75

-110

-12

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k100k

Hz

-80

2.9k 2.95k 3k 3.05k 3.1k 3.15k 3.2k 3.25k 3.3k 3.35k 3.4k

Hz

-120

5 10 20 50 100 200 500 1k

Hz

Der Phono-Preamp ARIA misst sich unauffällig

und gut: Die Verstärkung ist mit

69,5dB (MC) sehr hoch und dank gutem

Störabstand (73,5dB) auch mit leisen MCs

voll nutzbar. Der Frequenzgang (1) ist sehr

breitbandig und ausgewogen, dank optimaler

Abschlussimpedanz (120pF) auch

mit MM-Normsystem. Ein festes Subsonic-Filter

sorgt für einen leichten Bassabfall

unterhalb von ca. 50 Hertz.

Das Laufwerk RP8 zeigt einen durch leichte

Seitenbänder bei der Pulley-Drehzahl

getrübten (2), in der Summe aber immer

noch guten Gleichlauf (±0,1%) und sehr guten

Rumpelabstand (72,5dB, mit Koppler

76dB). Der insgesamt sehr geräuscharme

Lauf wird bei 100 und 200 Hertz minimal

durch Motorvibrationen gestört (3). Mit einer

effektiven Masse von 10,7g gehört der

RB808 zu den leichten bis mitelschweren

Armen, er erweist sich im Frequenzgang

134 www.audio.de ›10 /2013


Analog › PHONO-KOMBI

Weitestgehend unbekleidet ist auch das

MC-System Apheta: Nur ein kleiner Metallbügel

schützt seinen vorne herausstehenden

Nadelträger vor potentiell

tödlichem Kontakt zu Tellerrand

oder Finger. Auch der serienmäßige

Nadelschutz

lässt sich hier fesklemmen

– bei

Transport und

Einbau ist das

System also

weitestgehend sicher.

Schwingspuleneinheit,

Magnet und Aufhängung

des komplett bei Rega

in England gefertigten Sytems

sind wiederum frei einsehbar und nur

durch kleine Plexiglasfensterchen vor

Staub und sonstigem Unbill geschützt.

Die ultrasteife, aus Alu gefräste Haltestruktur

für den Generator und ihre präzise

definierte Kontaktfläche zum Headshell

sind wiederum typisch Rega.

Und obwohl es für MC-Systeme seit 50

Jahren ein Bauschema gibt, von dem eigentlich

niemand wirklich abweicht, hat

Roy Gandy auch daran noch etwas gefunden,

das man weglassen kann: Bei

normalen MCs zieht ein feiner Stahldraht

die Nadelträger- und Schwingspuleneinheit

behutsam in den Gummidämpfer,

der dann tatsächlich nur als

Dämpfer und als Gegenlager wirkt. Die

eigentliche Federkraft und der mechanische

Zusammenhalt sind Aufgabe des

TEST factory Rega RP8-Apheta_f 08/27/13 14:28:31

d

B

r

A

+10

+5

+0

-5

-10

-15

-20

-25

-30

-35

-40

-45

-50

Frequenzgang

Übersprechen

30 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k

(4) als sehr resonanzarm. Das Apheta

weist einen MC-typischen leichten Brillanzbuckel

auf, sein Frequenzgang reicht

bis 40kHz, der Klirr ist mit unter 0,04%

extrem niedrig, das Übersprechen nicht

ganz kanalgleich, dafür aber ungewohnt

frequenzneutral.

Hz

Spanndrahts. Gandy hat beide Funktionen,

Federung und Dämpfung, exakt am

Nadelträger-Drehpunkt zusammengeführt

und den Draht „einfach“ weggelassen.

Dass diese Schritt Vorteile hat,

leuchtet ein und fällt auch messtechnisch

auf – etwa durch weitestgehend

frequenzunabhängige Kanaltrennung

statt der üblichen „Badewanne“ mit

starker Zunahme des Übersprechens im

Bass und in den Höhen. Auch die extrem

niedrigen Verzerrungen, mit denen

das Apheta einen neuen Laborrekord

definiert, könnten der mechanisch klar

definierten, symmetrischen Lagerung

des zweiteiligen, konischen Nadelträgers

zu verdanken sein.

Als leises MC mit relativ geringer Ausgangsspannung

ist das Apheta auf einen

guten, rauscharmen Vorverstärker angewiesen.

Hier kommt die neueste Rega-

Komponente dieses Tests ins Spiel, die

Phonostufe Aria. Im attraktiven halben

Gehäusemaß beherbergt die Aria effektiv

einen doppelten Vorverstärker, denn

die Eingangsverstärker-Züge für MMund

MC-Systeme sind vollständig separat

aufgebaut, was eine Optimierung auf

ihre jeweilige Aufgabe ermöglicht, Umgeschaltet

wird erst nach erfolgter Verstärkung

vor den gemeinsamen Entzerrungs-

und Ausgangsstufen. Der gesamte

Signalweg ist diskret, also unter

Verzicht auf integrierte Schaltungen aufgebaut,

was der Platine des Phono-Pre

eine in dieser Preisklasse selten anzutreffende

Opulenz verleiht.

Da der Aria einige Wochen vor dem

Spieler und dem System in der Redaktion

eintraf, durfte er sich zunächst an diversen

Spielern im AUDIO-Hörraum

und der Wohnung des Autors warmlaufen

– wo er sich schnell als überragend

kompetenter, sagenhaft lebendiger Phono-Pre

bewährte. Er bestätigte einmal

wieder mit größtem Nachdruck, dass es

für Analogfreunde nach dem Spieler

selbst kein wichtigeres Investitionsfeld

gibt als dieses. Wenn etwa der Avid Ingenium

aus dem letzten Heft mit einem

Linn-Arm und Benz Ace L an einem

preiswerten Phono-Kästchen von Micromega,

Musical Fidelity oder Pro-Ject

spielte, war alles schon wunderbar rund,

musikalisch und authentisch. Wechselte

man zum Rega , schien der britische

40 Jahre Magnat-Technologie.

Das Ergebnis: atemberaubendes

Heimkino-Erlebnis mit nur einem

Lautsprecher.

• Direkter Anschluss an Ihren Flachbild-

Fernseher

• Realistischer 3D-Raumklang über

DSP-Prozessor

• Anschluss über Kabel oder Bluetooth

• Bluetooth mit High-End-Audiostandard

„aptX“ sorgt für Musikübertragung in

CD-Qualität

www.magnat.de

www.audio.de ›10 /2013

135


Analog › PHONO-KOMBI

FEIN ANPASSBAR: Die MC-Eingangsstufe lässt sich

sowohl in Verstärkungsfaktur und Widerstand als auch in der

Kapazität für das verwendete System optimieren. Am Apheta

funktionierten 69dB, 70Ω und 2000pF gut.

136 www.audio.de ›10/2013

PERFEKTE PASSFORM: An

Rega-Armen ist das Apheta in

wenigen Minuten montiert –

dank Dreipunkt-Befestigung

entfällt die klassische

Überhangjustage. Das rote

Polymer-Lager ist Feder,

Dämpfer und Führung in einem.

Spieler aber mit einem Schlag doppelt

so groß, doppelt so stark und viermal so

lebendig. Selbst erwachsenere Preamps

wie der Musical Fidelity M1Vinl

oder der Whest Two hatten schließlich

das Nachsehen – letzterer wirkte tonal

nicht so stimmig wie der Rega, ersterem

ging die ungebremste, breitbandige

Dynamik des Aria ab.

Wer Dynamik auch da finden will, wo

man sie gar nicht vermutet, selbst in den

Mischpult-Sünden jüngerer Propulärmusik,

und wer bei guten, wenig komprimierten

Aufnahmen dann wirklich fast

schon schmerzaft die Peitsche spüren

will, muss aber wahrscheinlich auch den

Spieler wechseln. Nur ganz wenige

Spieler im aktuellen HiFi-Universum –

und gar keine in der gleichen Preisklasse

– kombinieren Filigranarbeit und urgewaltige

Klangstrukturen so mühelos, gleiten

so aufreizend lässig vom feinziselierten

Pianissimo in kontrollierten Fortissimo-Krawall.

So kann man den Trompeten

von Jericho bei ihrer Zerstörungsarbeit

beiwohnen

und zugleich,

wenn man die

Nerven dazu hat, über feinste

Kratzer und Grünspan-Spuren an ihren

mächtigen Schalltrichtern sinnieren.

Die Raumaufteilung und der Größenmaßstab

der Abbildung waren mit dem

Apheta gigantisch und dabei – für Rega

eher unerwartet – absolut präzise und

konturenscharf. Ebenfalls eher untypisch

für ein britisches System ist die

Neigung des Apheta, diese Präzision

auch noch mit einer leichten Betonung

im Brillanzbereich zu unterstreichen.

Das Apheta klingt klar, neutral und extrem

sauber, aber nicht dunkel-romantisch

im Stil eines Goldring-MC, sondern

fast extrovertiert wie die besten Van

Den Huls. Oder noch besser?

Das Geheimnis dieser Abstimmung ist

die Tatsache, dass das Rega-System sie

sich leisten kann: Mit schrillen Aufnahmen,

Abtastverzerrungen und unsauberen

S-Lauten gepeinigte Audiophile haben

ihr Faible für dunkle MCs überwiegend

als Selbstschutz-Reflex entwickelt:

Wenn's oben eh nur zischt, klirrt und

britzelt, dann verlieben wir uns halt in die

Mitten und verhüllen die heiseren Höhen

mit einem warmen Tonal-Schal. Das

Apheta gehört – ähnlich wie Linns neues,

doppelt so teures MC Kandid (AUDIOphile

2/2013) zu einer neuen Generation

extrem abtastsicherer Systeme, die alles

dürfen – sogar echte, feine, opulent

detailreiche Höhen, die dem ganzen

Klang Farbe und Leben spenden. Irgendwie

haben es ihre Entwickler – in beiden

Fällen nach jahrelanger Entwicklungsarbeit

– hinbekommen, dem Hochtonklirr

einen Dämpfer zu verpassen, ohne

gleich den Klang zu ersticken.

Wer das Gefühl hat, das Apheta schlage

dennoch etwas über die Stränge, sollte

ihm während der obligatorischen Einspielzeit

liebevolle Feinjustage gönnen.

Nicht im Überhang – der ist zumindest

bei Montage in einem Rega-Arm dank

Dreipunkt-Montage exakt definiert –

sondern im genauen Auflagedruck liegt

die einflussreichste Variable für die Stimmigkeit

des Gesamtklangs. Die Spanndraht-lose

Konstruktion scheint sensibler

auf feine Variationen im Gewicht zu

reagieren, aber wie bei allen MCs gibt es


Analog › PHONO-KOMBI

eigentlich nur einen Wert, der die Generatorspulen

wirklich optimal mit dem

Feld des Neodym-Magneten zur Flucht

bringt. Ist er erreicht, hört man das ebenso,

wie den optimalen Abschlusswiderstand,

der hier relativ niedrig sein sollte:

70Ω sind die kleinste Einstellung am Aria

– und wen wunderts: die passt.

STECKBRIEF VORVERSTÄRKER

REGA

ARIA

Vertrieb

TAD

0 8052 / 957 327 3

www.

rega-audio.de

Listenpreis

1200 Euro

Garantiezeit

5 Jahre

Maße B x H x T

21,5 x 8 x 27 cm

Gewicht

4,5 kg

ANSCHLÜSSE

Phono MM / MC

• / •

Eingänge Cinch / XLR 2 / –

Ausgänge Cinch / XLR 1 / –

Anpassung Widerstand 47kΩ/400Ω/150Ω/100Ω/70Ω

Anpassung Kapazität 1000/2000/3200/4000pF (MC)

FUNKTIONEN

Fernbedienung –

A/D-Wandler –

Lautstärkereglung –

Variable Entzerrung –

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

ÅSehr dynamischer,

weiträumiger, ,präziser Klang,

sehr rauscharm.

Í –

Klang Cinch / XLR 117 / –

Ausstattung

gut

Bedienung

gut

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

117 PUNKTE

ÜBERRAGEND

FAZIT

Bernhard Rietschel

AUDIO-Redakteur

Man hätte dem Apheta auch einen

eigenen Test geben können – es

spielt problemlos in jedem guten

Tonarm. Einen besseren als den

RB808 auf dem neuen RP8 wird

STECKBRIEF PLATTENSPIELER

REGA

RP8

Vertrieb

TAD

0 8052 / 957 327 3

www.

rega-audio.de

Listenpreis

2500 Euro

Garantiezeit

5 Jahre

Maße B x H x T

48 x 12 x 36 cm

Gewicht

7 kg

Antrieb

Doppel-Rundriemen

Geschwindigkeiten

33, 45 U/min

Drehzahlumschaltung elektronisch

Arm-Höhenverstellung – (über Distanzscheiben)

Füße höhenverstellbar •

Pitch-Regelung

– (Abgleich im Netzteil)

Vollautomat / Endabschaltung. – / –

Besonderheiten –

AUDIOGRAMM

Åabsolut neutral,extrem

dynamisch, erstklassiger,

universeller Arm.

Íkosmetisch nicht

perfekt

Klang 105

Ausstattung

befriedigend

Bedienung

gut

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

105 PUNKTE

ÜBERRAGEND

man diesseits wirklich abgehobener

Preise aber eh nicht finden, und

dasselbe gilt fürs Laufwerk und

nochmal für den Preamp. WIr haben

es also mit einer Kombination

aus vier Elementen zu tun, die

Maßstäbe setzen – jedes für sich

und noch vielmehr alle drei im Zusammenspiel.

Gönnen Sie dem

RP8 eine grundsolide, aber leichte

Standfläche, es lohnt sich.

STECKBRIEF TONABNEHMER

REGA

RP8

Vertrieb

TAD

0 8052 / 957 327 3

www.

rega-audio.de

Listenpreis

1600 Euro

Garantiezeit

2 Jahre

Nadelträger/Schliff Alu / Vital, nackt

Auflagekraft/empf. Arm 1,7g / leicht bis mittel

Tiefenabtastfähigkeit 100µm

Hochtonverzerrungen 0,039%

Ausgangsspannung (DIN)

Impedanz/Induktivität

0,6mV

16Ω / 14,6µH

empf. An- /Abschluss MC / < 100Ω

Gewicht (o. Schrauben) 6,5 g

AUDIOGRAMM

ÅAbsolut sauber, enorm

räumlich und zugleich

anspringend lebendig.

Í Gehäuserückseite und

Pin-Anordnung etwas

sperrig.

Klang 105

Ausstattung

gut

Praxiseigenschaften gut

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

105 PUNKTE

SEHR GUT

_0B6WD_MusicLine_naim_eindritt_verstaerker_v1_Audio_STP_1013.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 92.00 mm);28. Aug 2013 08:34:53

Naim nicht im Versand erhältlich

Evolutionär

Der Name NAIT steht für eine Philosophie, die 1983 mit der

Geburt des ersten Naim-Vollverstärkers entstand. Damals wie

heute konzentriert sie sich auf das Wesentliche. Auf Natürlichkeit,

Drive und Musikalität. Die neuen NAITs sind der nächste Schritt in

der Evolution dieser Philosophie. Sie dienen einem einzigen Ziel:

Ihnen Ihre Musik näherzubringen.

NAIT 5si |2x60 Watt | Kopfhörerausgang

NAIT XS 2 |2x70 Watt | Class-A-Kopfhörerverstärker

SUPERNAIT 2 |2x80 Watt | DR-Netzteiltechnologie | Class-A-Kopfhörerverstärker

www.music-line.biz | Tel. 04105 77050


Verstärker › RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER

TEST

Röhren-Vollverstärker

TSAKIRIDIS AEOLOS 1740 €

138

www.audio.de ›10/2013


Verstärker › RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER

Vor Jahrhunderten lehrten uns die Griechen

Mathematik und Philosophie. Jetzt wollen sie uns

zeigen, wie man fantastische Röhrenapparate zum

Freundschaftspreis herstellen kann.

■ Test: Johannes Maier

Der eine hält Vorlesungen an der

Uni, der andere arbeitete als

Funkspezialist fürs griechische

Militär: Den Brüdern Dr. Odysseas und

Costas Tsakiridis wirft sicherlich niemand

Unkenntnis vor. Bei ihrem Aeolos haben

die beiden Genies, die zunächst für sich

selbst, dann für den Freundeskreis und

ab 1989 für alle Welt Verstärker bauten,

zumindest in einem Punkt offenbar nichts

gedacht. Warum bitteschön muss der

Röhrenkäfig – supersolide, aus dickem

Stahlblech und mit einem schönen Wellensymbol

perforiert – nicht nur die heißen,

wirklich nicht zu berührenden Glaskolben,

sondern auch die beiden harmlosen

Zeigerinstrumente bedecken? Da ihre

Drehspulen die Ruhe-, beziehungsweise

Musik-Strominformationen an Kathodenwiderständen,

also bei geringer Spannung

abgreifen, droht von ihnen nie und

nimmer Gefahr.

Was soll's ? Bei näherem Interesse für

den Aeolos löst sich der Ärger schnell in

Wohlgefallen auf. 20 Kilo Lebendgewicht,

schwere Trafos auf einem Panzerchassis

und vier dickleibige Endröhren

des Typs 6550 in der Ausgangsstufe –

der Kenner taxiert den Aeolos bei rund

3000 Euro. Beim Blick auf das Preisschild

stößt er aber ein zunächst ungläubiges

und dann fröhliches Heureka aus:

Für 1740 Euro gibt es an dem Aeolos

nicht das geringste herumzumeckern –

auch wenn die relativ schlichten Lautsprecherbuchsen

ausnahmsweise mal

nicht von WBT oder einem Nachahmer

stammen. Ansonsten alles richtig, räumt

der HiFi-Freak ein, wenn er die einzeln

mit der Rück-Stahlwand verschraubten

und separat geerdeten Cinchbuchsen

genießt. Dahinter stellt eines von vier

Goldkontakt-Kapselrelais die avisierte

Hochpegelquelle zu bunten, dicken, offensichtlich

verlustarmen Koaxkabeln

und zum frontseitigen Alps-Motorpotentiometer

durch. Mit höchster Wahrscheinlichkeit

brennt auf diesen Wegen

sowieso nichts an, weil sich die Ansteuerung

der folgenden Eingangstrioden

praktisch in aller Regel stromlos vollzieht.

Das gilt auch für den Aeolos, auch wenn

Tsakiridis die zwei Triodensysteme

einer ECC 83 parallel geschaltet

hat. Das Tandem treibt aber

nun die mit jeweils einer weiteren

Doppeltriode ECC 82 bestückten

Phasensplitterstufe

umso zielführender an. Diese

zwingt dann wiederum die 6550-Ge-

POSIERT AUCH STOLZ ALS NACKEDEI:

Nach dem Abnehmen der Rückhaube kommen

ein urpotenter Netztrafo und gewaltige

Ausgangsübertrager zum Vorschein.

gentaktpärchen einer Kanalseite umso

getreulicher zur Arbeit. Erlaubt es der

Aeolos – via Trimmpotentiomter und Zeigerinstrument

– gern mal einen leicht

höheren (mehr Richtung Class A) oder

einen geringeren Ruhestrom auszuprobieren

(klingt heller, spart Energie), gibt

Tsakiridis dem Besitzer noch weitere Tuning-Optionen

in die Hand: Über Kippschalter

lässt sich die Gegenkopplungs-

Korrekturschleife lockern oder fester anziehen.

Außerdem dürfen die

6550-Schirmgitter (die den Elektronenfluß

beschleunigen und die Steilheit der

Röhren erhöhen) wahlweise mit einem

Übertrager-Anzapf oder mit der Anode

verbinden werden. Summa summarum

steht also gleich mehrere Kombinatio-

www.audio.de ›10/2013 139


Verstärker › RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER

nen zur Verfügung, von denen der Hörer

für seine Boxen und für seine Lieblingsmusik

die am günstigsten klingende

raussuchen kann. Angesichts des Netztrafos

und der kanalgetrennten Stromspeicherung

mit sechs großen,

105-Grad-festen, von Hochfrequenz-Folienkondensatoren

begleiteten Nippon-

Chemicon-Elkos, kann kein Zeifel bestehen,

dass der Aeolos unter anderem

auch gehobene Pegelwünsche erfüllt.

Und mehr als das! Bei der ersten Standortbestimmung

legte er sich prompt erfolgreich

mit der im September-Audio

hochgelobten Röhre von T.A.C. an (100

Punkte, 1400 Euro). Begeisterte dieser

nach wie vor mit Transparenz und breiten

Bühnen, öffnete der tüchtige Grieche

die Panoramen abermals weiter. Die

Instrumente nahmen noch klarere Umrisse,

noch mehr Dynamik und Eigenständigkeit

an.

An dem wesentlich teureren Bodensee-

Gewächs von Lua (3000 Euro, ab Seite

140) arbeitete sich der Aeolos aber ab.

Bei den Bässen blieb er eine Spur schlanker,

Höhen strahlten nicht ganz so rotbackig-bunt

und feierlich. Doch auch wenne

er etwas schlichter spielte, lud der

Aeolos kaum minder zu endlosen Hörsessions

ein. In fetzig-kernigen Jazz, etwa

von der Gruppe Afro Jazz Beat um

Eric Legnini („The Vox“) lag dem Hellenen

ganz besonders. Dort wo bei vielen

Röhrenverstärkern der Preisklasse

schon die Arme und Beine des Drummers

erlahmen und komplexe Rhythmen

verschwimmen, holten sie via Aeolos

zu absolut treffsicheren Kanonaden

und zu wahrlich mannhaft-muskulösen

Fußtrommel-Kicks aus. Prallbunt und in

keinster Weise verschmierend reihte er

Fender-E-Piano-Läufe – wahrlich mit

MESSLABOR

den Stimmzungen schnalzend – wie leckere

Klang-Bonbons auf. Und als sich

dann zudem noch die Männer an Kontrabass

und Konzertflügel in die Saiten und

Tasten legten, erntete der Aeolos allergrößten

Zuspruch. Weil es bei der Vielfalt

seine Nüchternheit brauchte - zusätzliche

Glanzpunkte und Sahnehäubchen

hätten hier zu heillosem Durcheinander

geführt.

Also Hut ab vor dem aufrichtigen Aeolos

und seiner geradlinigen Philosophie:

Wer sich die Musik abendländisch-direkt

ohne ohne viel Schmus erschließen

will, wird von ihm allerbestens bedient.

FAZIT

Johannes Maier

AUDIO-Redakteur

Zugegeben, der Aeolos ergeht sich

etwa bei dem schlichten Netzschalter

nicht gerade in Prunk. Im übrigen

bietet Tsakiridis mit dem weitgehend

prächtigen und kräftigen Röhrenverstärker

aber erstmals eine

vollwertige Alternative zu den Sonderangeboten

aus Fernost.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

ANSCHLÜSSE

Phono MM / MC

Hochpegel Cinch / XLR

Festpegel Eingang

TapeOut

Pre Out Cinch / XLR

Kopfhörer

FUNKTIONEN

Aufnahmewahlschalter

Klangregler / abschaltbar

Loudness

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Phono MM/MC

Klang

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

ALLES DRIN:

Ganz rechts sind die

Gehäuse der

Drehspul-

Instrumente zu

erkenen. Die kleine

Platine trägt das

Alps-Potentiometer.

Das Gewicht wird

vom Netztrafo links

dominiert.

TSAKIRIDIS

AEOLOS

Audioplan

0 72 46 / 17 51

www.audioplan.de

1740 Euro

2 Jahre

29 x 22 x 46 cm

20 kg

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4 / –


1

– / –





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Drehspulinstrumente.

Gegenkopplung und

Schirmgitter-Modus

schaltbar.

ÅFür die Preisklasse

kräftiger, stabiler Klang

mit herausragend

sauberer, großperspektivischer

Raumabbildung.

Í –


105

gut

sehr gut

sehr gut

105 PUNKTE

ÜBERRAGEND

Fotos: Julian Bauer, Archiv

Dort, wo viele andere Röhren nur einen Teppich

schaffen, interpretiert der Aeolos den

Leistungswürfel immerhin als eine Art Rampe,

die sich bei hohen Lastimpedanzen zu

bereits ansehnlicher Power aufschwingt (AK

34). Reicht der Frequenzgang zu höheren Frequenzen

hin aus, stört ein ganz gelinder Rolloff

im Bass, der bei 200 Hertz beginnt. Die

dominierende dritte Oberwelle im Klirrstabilitäts-

und -Verlaufsdiagramm zeichen den

Aeolos als dynamischen Feinzeichner aus.

Tsakiridis_Aeolos_c TEST factory Tsakiridis_Aeolos_f 08/23/13 11:12:19

+3

60

+2

55

Line in (an 8, 4 und 2 Ohm)

+1

50

45

-0

40

-1

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10

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6

I mpe da n z [ Oh m]

-4

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S p a n n u n g [ V o

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4

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2

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-15

10 20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k 50k100k

Phase[Grad]

Hz

140 www.audio.de ›10/2013


Jetzt testen!

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• 22% Preisvorteil gegenüber Einzelkauf

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69,90 €) mit Preisvorteil (Österreich 79,90 €, Schweiz SFr 139,80). Das Jahresabo kann ich nach Ablauf des ersten Bezugsjahres jederzeit wieder kündigen.

Wenn ich AUDIO nicht weiter beziehen möchte, genügt ein kurzes Schreiben bis 3 Wochen vor Ablauf des Miniabos (Datum Poststempel) an den AUDIO

Leserservice, Postfach 180, 77649 Offenburg. Dieses Angebot gilt nur in Deutschland, Österreich, Schweiz und solange der Vorrat reicht. Weitere

Auslandskonditionen auf Anfrage: weka@burdadirect.de. Eine eventuelle Zuzahlung zum Geschenk wird per Nachnahme / Rechnung erhoben.

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Blu-ray - Udo Lindenberg (KA64)

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Ich bin damit einverstanden–jederzeit widerruflich –, dass mich der Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING künftig per E-Mail und telefonisch

über interessante Vorteilsangebote informiert.

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AUDIO erscheint im Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH, Richard-

Reitzner-Allee 2, 85540 Haar, Handelsregister München, HRB 154289

Geldinstitut

Datum


Unterschrift

WK 3032 M10


Verstärker › PASSIVE VORSTUFE

Halle-Lua

Der Wärmereflektor-Spiegel

des Lua-Amps täuscht eine

größere Anzahl von Röhren

vor. Die braucht es gar nicht,

der neue 4545 L klingt auch

mit seiner echten Besatzung

wahrlich gut genug!

■ Test: Johannes Maier

TEST

Röhren-Vollverstärker

LUA 4545 L GS AUTOBIAS 3000 €

142 www.audio.de ›10/2013

Aha, begrüßt der erfahrene High-

Ender den neuen 4545 L, Helmut

Lua hat von dem seit 1998

bewährten Verstärker mal wieder eine

neue Version rausgebracht. Warum auch

nicht? Bedeutete es schon damals eine

prima Idee, die Röhren nicht nur auf den

üblichen Chassis-Altar zu setzen, sondern

in ein stabiles, kindersicheres Stahlblechgehäuse

zu packen, hat Luas Baby

auch heute jederzeit Zuspruch und Fürsorge

verdient.

Den Einwand, dass es für die 3000 Euro,

die der 4545 L GS autobias mittlerweile

kostet, auch schon gewichtigere und

stärkere Röhren-Amps gäbe, entkräftet

die nähere Betrachtung sofort. So kaufte

der Bodensee-Anrainer für die Ausgangsstufen

nicht irgendwelche dickeren

Glaskolben ein, sondern ausschließlich

EL 34, die der renommierte Petersburger

Hersteller Svetlana mit dem

„Winged-C“-Emblem versah. Und hatten

bei anderer Gelegenheit auch die

AUDIO-Tester diese Typen messtechnisch

wie akustisch als die besten erkannt

(siehe AUDIOphile 2/2012), ordert

Lua mit Vorzug gut 10 Jahre gelagerte

Ware – weil diese ganz und gar nicht verdirbt,

sondern sich während dieser Zeit

zur finalen, optimalen Reife entspannt.

Damit gibt sich der Sipplinger aber längst

nicht zufrieden. In mühevoller Fitzelarbeit

selektiert er aus dem russischen Luxus-Röhrenkorb

nicht nur optimal passende

Duos und Quartette, sondern –

unter entsprechender Begutachtung der

Vorstufen-Röhren – optimale Verstärkungs-Teams

heraus. Und kein Beinbruch,

wenn nach Jahren eifrigen Musikhörens

so eine Gruppe endgültig erlahmt:

In seinem umfangreichen Lager

findet Lua mit Sicherheit nicht nur nominellen,

sondern säuberlichst ausgemessenen,

probaten Ersatz heraus.

Aber was passiert bei kleineren Röhren-

Wehwehchen in der Zwischenzeit?

Leicht vorzustellen, dass diese Frage

den Röhrendoktor in mittlerweile nicht

mehr hinnehmbarer Weise quälte, bis er

jetzt mit dem 4545 L GS autobias endlich

auf Abhilfe sann. Und zwar nicht auf

eine, die Schraubendreher und Voltmeter

erfordert. Und auch nicht auf eine Bil-


Verstärker › PASSIVE VORSTUFE

ligautomatik, die sich unaufgefordert an

Bässen vergreift, sondern auf ein ebenso

wirksames wie komfortables Remedium.

Man könnte mal wieder... darf der

Lua-Klient vergnüglich sinnieren – und

dann setzt er via Fernbedienung, während

die Musik für ein paar Sekunden

verstummt, ein zünftiges Feuerwerk in

Gang. Rot strahlende LEDs zeugen von

emsiger Abgleicharbeit, blaue zeigen

den glücklichen Abschluss an. Und zwar

keinen ungefähren, sondern einen zu

99,75 Prozent genauen. Denn Lua setzt

allein für diese Aufgabe, also für die

Messung der Kathodenströme, der Gittervorspannungs-Nachregelung

(und für

die LED-Steuerung) einen Mikro-Controller,

A/D- und D/A-Wandler sowie zahlreiche

Operationsverstärker ein.

Erhebt allein diese Maßnahme den vorgeblichen

98er in die Liga der Allermodernsten,

setzte Helmut Lua nach wie

vor das schon vom 4545L des Jahres

2009 bekannte Herzblut ein. Etwa die

teuren Schnittbandkern-Netztrafos von

Hashimoto (ein kleiner zweiter dient der

Standby-Versorgung), deren ringförmige

Kerne aus zunehmend breiter und dann

wieder schmaler zugeschnittenen Eisenbändern

bestehen Und die völlig separate

Spulen für den Ein- und für den

Ausgänge tragen und mit dieser räumlichen

Trennung trotz bestem magnetischem

Schluss hochfrequenteres Stör-

Übersprechen vermeiden. Oder die so

sauteuren wie langlebigen 108-Gradfesten,

hellblauen Stromspeicher-Elkos

von BC/Vishay, die beim Lua zu 4 x 200

die Gleichspannungen speichern müssen.

Bei dem ganz hohen EL-34-Anodenpotential

wird doppelt gemoppelt,

SAFETY-SHOW:

Im Falle der genannten

automatischen

Einmessung blitzt

ein furioses LED-

Feuerwerk auf.

Dieses läuft wie das

alltägliche Glimmen

hinter einer dicken

Glasscheibe ab.

HI-TEC FÜRS

SOFA: Bei Bedarf

lösen die

Stahlkugel-Drücker

des Lua-Gebers

nicht nur

Pegeländerungen,

sondern auch Bias-

Justagen aus.

www.audio.de ›10/2013 143


Verstärker › PASSIVE VORSTUFEN

MEIN LIEBER SCHOLLI: Die große neue Platine kontolliert die

Endstufen-Röhren. Von den Schraub-Cinchbuchsen führen Teflon-

Koaxkabel zum Alps-Eingangswahlschalter an der Front.

NUR VOM FEINSTEN: Den aus Japan bezogenen Störungsübersprecharmen

Schnittband-Netztrafo und die teuren blauen

Langlebe-Elkos von Philips/Vishay gibt es sonst selten zu sehen.

weil die separate Aufbereitung einer

Halbspannung mit je 680 Mikrofarad und

die spätere Zusammenfassung ein Plus

an Sicherheit und an Störabstand bringt.

Bei der SRPP-Schaltung (Shunt Regulated

Push Pull), die schon der 98er-Lua

besaß, gab es allerdings nichts zu verbessern.

Wie eh und je reicht eine Dreipolröhre

sowohl dem Gitter als auch der

Kathode der nachgeschalteten Triode

die Hand. Mit diesem Kunstgriff (der

aber sorgfältige Justage erfordert!) wirkt

diese als arbeits- und klirrvermindernde

Stromquelle – und gibt in einem Aufwasch

trotzdem relativ viel Ausgangsstrom

ab.

Darüber freuen sich die folgenden – mit

weiteren ECC-Doppeltrioden aufgebaute

Phasensplitterstufen. Mit umso mehr

Elan feuern sie über vergoldetete Platinenbahnen

und verlustarme Wima-

Folien kondensatoren die Winged-C-Gegentaktpärchen

an. Die bewährt-breitbandigen

Ausgangsübertrager fassen

die vermehrt nach dahin oder nach dahin

schwingenden Signale letztendlich wieder

zu gleichmäßigen zusammen.

Im Falle des neuen 4545 auch zu höchst

leckeren. Mit der Kunst, herrlich leuchtende

Klangfarben mit wonniger Fülle zu

verbinden, trat er sämtliche preisgünstigeren

Widersacher vom Tisch – sogar

solche, die mit dickeren 6550-Endröhren

auftraten. Ganz offensichtlich führt

auch nur die gesunde Bodenseeluft dazu,

dass ein EL-34-Amp an Normalboxen

auf laut gestellt und das Alps-Poti dann

auch dabei belassen werden kann.

So erwies sich der neue 4545 L bald

nicht nur als sensibles Spielzeug für Rotwein-Kerzenlicht-Stunden,

sondern

ebenso so auch als professionelles Werzeug,

mit dem eine ganze Diskothek

durchgehört werden kann. Unter dem

Stichwort Brahms traten weder fahrig

irrlichternde noch trottelig-verknaudelte

Streicher zu Tage, sondern schöne, sonore

Orchesterstimmen, so wie der

Komponist sie eben ausgedacht hat.

Kein Schlankheitswahn, kein übertriebener

Glanz: Via Lua bot Fred Wesleys

Band symphatisch-fette, wolllüstig pulsierende

Bass-Rauhbautzigkeit. Die Bläser

triumphierten mit genau der rechten

Mundstück-Dicklippigkeit. Nicht zu

dünn, nicht zu weich und vor allem anrührend-authentisch:

Auch bei Vienna

Tengs Gesang traf der Lua ins Schwarze.

Wie um das Wesentliche noch zu unterstreichen,

lieferte die brave Röhre den

bei "Inland Territory" (Decca-CD) durchaus

bedeutungsvollen Percussions-

Nachhall-Filtzelkram in Feinstform ab.

MESSLABOR

Bei dem Lua passen der tolle Klang und die

Messergebnisse wie selten zusammen: Ein

für Röhren beachtlicher Leistungswürfel (bei

dominierender Spannung), AK = 47, ein bis

über 100 Kilohertz reichender Frequenzgang

und ein sehr harmonischer (nicht abgebildeter)

Klirrverlauf. Auch bei Klirrstabilität brillierte

der Lua, die bei allen Last-Lagen ähnliche

Abstufung weisen ihn als Musikus aus.

-60 -40 -20 0 20 40 60

Phase[Grad]

Lua_4545L_

2

3

4

6

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8

I mpe da n z [ Oh m]

S p a n n u n g [ V o

TEST factory Lua_4545Lneu_hf C4 08/29/13 15:38:02

d

B

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k 2

k 4

k3 k5

-120

20 50 100 200 500 1k 2k 5k 10k 20k

Hz

144 www.audio.de ›10/2013


Also, Perfektionismus hin oder her, Helmut

Lua hat seinen 4545 vor allem musikalisch

nach vorne gebracht. Und wer

glaubt, das der 4545 L GS autobias altbacken

aussieht, hat halt Pech gehabt!

FAZIT

Johannes Maier

AUDIO-Redakteur

Lieber so als anders rum: Dem

neuen 4545 L GS autobias erfuhr -

ganz ehrlich gesagt – als x-testes

Muster seiner Art eine relativ kühle

Begrüßung. Erst bei näherer Beschäftigung

kamen dann die Ohos

und Ahas. Der Hörtest führte dann

endgülig zu der Erkenntnis, dass

man kühl empfangene später umso

so heißer lieben kann.

STECKBRIEF

Vertrieb

www.

Listenpreis

Garantiezeit

Maße B x H x T

Gewicht

ANSCHLÜSSE

Phono MM / MC

Hochpegel Cinch / XLR

Festpegel Eingang

TapeOut

Pre Out Cinch / XLR

Kopfhörer

FUNKTIONEN

Aufnahmewahlschalter

Klangregler / abschaltbar

Loudness

Besonderheiten

AUDIOGRAMM

Phono MM/MC

Klang Cinch

Ausstattung

Bedienung

Verarbeitung

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

LUA

4545 L GS AUTOBIAS

Lua-Hifi,

0 75 54 / 88 40

lua-hifi.de

3000 Euro

2 Jahre

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feiner, warmer und

umfassender Klang.

Beachtliche Pegelreserven.

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– / –

115

gut

sehr gut

überragend

115 PUNKTE

SEHR GUT


Lautsprecher › SURROUND-SETS

IM KINO ZUHAUSE

Kinoklang auf höchstem Niveau erfordert nach landläufiger Meinung mindestens fünf teure

und voluminöse Boxen plus riesige Subwoofer. Dass dies so pauschal nicht stimmt, beweist

Jamo mit seinem D-500-Boxenset. Was der Sixpack in Relation zu Größe und Kosten an

Dynamik liefert, ist schlicht der Hammer. Hübsch sind die Teile obendrein.

■ Text: Wolfram Eifert

Bei Puristen, die eine gut ausgestattete

Stereoanlage betreiben,

nehmen Boxen und Geräte im

Wohnzimmer nicht selten eine ganze

Wand in Beschlag. Klassischerweise

parken links und rechts großvolumige,

basspotente Standboxen. Den Raum dazwischen

füllen Plattensammlung und

Zuspielgeräte aller Art.

Doch bei Multichannel wird der Platzbedarf

schnell grenzwertig, wenn dabei

ebenfalls konventionelle Boxen zum Einsatz

kommen. Der erste Knackpunkt ist

der Center, der idealerweise klang- und

baugleich zu den Wandlern links und

rechts sein sollte, was in der Praxis vielfach

an den Platzverhältnissen scheitert.

Hinten wählen viele Fans kleinere, dynamikschwächere

Boxen als vorne, doch

auch das ist nicht der Weisheit letzter

Schluss, denn eine wachsende Zahl von

Filmen und Musikvideos fordert auch

die Rearkanäle bis zum allerletzten.

Dass ein ernsthaft lebendiges Mehrkanalerlebnis

entgegen anderslautender

Vorurteile auch mit flachen Boxen gelingen

kann, will Jamo mit einem sechsteiligen

Set beweisen, das auf den schlichten

Namen D 500 hört. Seine drei Frontund

zwei Rearspeaker sind dank flacher

Bauweise sowohl für die Wandmontage

wie auch für Regalböden geeignet, was

den Stellfächenbedarf gegenüber konventionellen

Boxen stark reduziert. Der

zugehörige Subwoofer mit integrierter

600-Watt-Endstufe hat eine Kantenlänge

von lediglich rund 40 Zentimetern

und beansprucht sehr viel weniger Gehäusevolumen

als es bei Passivboxen

mit vergleichbaren Tiefbassfähigkeiten

erforderlich wäre.

MAXIMALE DYNAMIK

Im echten Leben endet der Wunsch

nach einem hochwertigen Mehrkanalklang

häufig mit einem Sammelsurium

unterschiedlich talentierter Boxen,

die keinen vernünftigen Raumklang zuwege

bringen. Ein ganz wesentlicher

Schritt hin zum

kompakten, dennoch

klangstarken Boxenset

liegt in der Einbindung eines aktiven

Subwoofers. Da Frequenzen unterhalb

etwa 100 Hertz nicht richtungsortbar

sind, kann der Mehrkanalreceiver alle

Tiefbassanteile zu einem Summensignal

zusammenfassen und einem Subwoofer

mit eigener Endstufe und elektronischer

Tiefbassentzerrung zuweisen. Der

Hersteller muss den fünf Boxen somit

keine Bassfähigkeiten antrainieren und

kann sie demnach deutlich kompakter

gestalten.

Der zugehörige Sub 660 bietet Eckdaten,

die jeder halbwegs bezahlbaren Passivbox

die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Er überträgt Frequenzen linear bis

nahe 20 Hertz und stemmt Pegel deutlich

oberhalb 100 Dezibel ohne gehörmäßig

störende Verzerrungen. Hartes

Anschlagen, extremer Klirr oder gar Defekte

durch Überlastung sind so gut wie

ausgeschlossen, weil integrierte Limiter

jedes Überfahren verhindern.

Zugunsten einer höheren

Basspräzision verzichtet

Jamo sogar

Fotos: Archiv

FLACH UND SAGENHAFT PEGELFEST: Die Satellitenstrahler

(hier der Rearspeaker mit zwei seitlichen Zweiwegesystemen hinter

einer Stoffblende) sind nur 13 Zentimeter tief und tragen integrierte

Wandhalter. Die Gehäuse sind weiß oder schwarz glänzend lackiert.

146 www.audio.de ›10 /2013


Lautsprecher › SURROUND-SET

TEST

THX-Boxenset für Heimkino

JAMO D 500 / SUB 660 2400 €

auf jegliche Bassreflextunnel. Durch diese

Auslegung ist der Woofer auch für

Musik der hochwertigen, audiophilen

Sorte uneingeschränkt nutzbar.

Damit diese Arbeitsteilung und einige

andere Dinge optimal funktionieren, hat

das amerikanische THX-Konsortium

(www.thx.com) diverse Festlegungen

eingeführt. Eine erfolgreiche Lizenzierung

wird durch ein Gütesiegel dokumentiert,

von dem es aktuell fünf Ausbaustufen

gibt. Das Jamo-Boxenset rangiert

in der zweithöchsten Kategorie, die

sich THX Select 2 nennt und für Raumgrößen

bis 50 Quadratmeter empfohlen

wird. Die Anforderungen sind recht umfangreich

und betreffen alle zentralen

Lautsprechereigenschaften.

Die Jamo-Satelliten verfügen den THX-

Vorgaben entsprechend über geschlossene

Gehäuse und sind elektroakustisch

so ausgelegt, dass ohne Nutzung externer

Filter eine untere Grenzfrequenz von

etwa 100 Hertz erreicht wird. Durch eine

additiv wirkende Filterung im Receiver

bei derselben Frequenz soll ein sehr präziser

Flankenverlauf entstehen, der exakt

zum Verhalten des Subwoofers

passt. Dieser wird vom Bassmanagement

spiegelbildlich abgekoppelt.

Bei einer Bautiefe von lediglich 13 Zentimetern

lassen sich die Boxen elegant an

die Wand hängen oder auf einem Sideboard

parken. Trotz der platzsparenden

Bauweise bieten die Frontlautsprecher

Platz für fünf Chassis, darunter zwei 14

Zentimeter große Tiefmitteltöner, zwei

kleinere, höherfrequenter eingesetzte

Nachbarn und einen Hochtöner.

Die reichlich vorhandene Membranfläche

und die kräftigen Antriebe ergeben

einen geringen Wattbedarf und gewaltige

Pegelreserven. Die maximal erzielbare

Lautstärke wurde im AUDIO-Messlabor

mit satten 107 Dezibel pro Box er-

www.audio.de ›10 /2013

147


Lautsprecher › SURROUND-SET

mittelt, was den THX-Referenzwert um

2 Dezibel übertrifft. Für die Praxis bedeutet

dies eine stress- und angstfreie

Nutzung selbst bei gewagtesten Actionszenen,

zumal sich die Werte auf einen

Strahler beziehen, so dass bei Vollaussteuerung

aller Kanäle nochmals höhere

Werte darstellbar sind.

Doch THX bedeutet mehr als knackige

Bässe und markige Pegel. Die vertikale

Anordnung von zwei Mittelhochtönern

in den Frontboxen bewirkt weniger Decken-

und Bodenreflexionen. Das führt

zu mehr Direkt- und weniger Diffusschall

am Hörplatz, fördert die Verständlichkeit

von Dialogen und ergibt ganz allgemein

einen detailreicheren Klang, speziell bei

größeren Hörentfernungen.

Die Rearspeaker haben die gleichen Abmessungen,

sind aber als Dipole ausgelegt

und abweichend bestückt. Sie tragen

einen Tiefmitteltöner in der Schallwandmitte

und zwei kleine Zweiwegesysteme

an den Seiten links und rechts.

Die Charakteristik verhindert eine bei

Filmton störende Ortbarkeit der seitlichen

und hinteren Audiosignale.

Dass die Jungs bei Jamo und THX ihr

Handwerk verstehen, spürte man von

der ersten Filmsequenz an. Die bei zusammengewürfelten

Boxensets häufig

langwierige Suche nach den besten Einstellungen

im Speakermanagment ging

durch die THX-Festlegungen zügig vonstatten.

Tieffrequente Geräuschkulissen

von Helikoptern oder galoppierenden

Pferden besaßen eine Macht und

Autorität, die der Erlebnisdichte in einem

echten Kinosaal erschreckend nahe

kam. Der klangliche Abstand zu den

designbetonten, nicht THX-lizenzierten

Systemen, die AUDIO im vorherigen

Heft im Test hatte, war gewaltig.

GUT AUSGESTATTET: Neben Reglern

für Phasenlage und Frequenz bietet der Sub

660 eine Boundary-Gain-Compensation zum

Ausgleich von Tiefbassübertreibungen bei

wandnaher Aufstellung.

Mindestens so faszinierend wie der entspannte

Umgang mit Pegelspitzen aller

Art war die räumliche Darstellung. Dank

der völlig baugleichen, sehr neutral und

lebendig klingenden Frontlautsprecher

klang eine in einer Flugzeugkabine umherschwirrende

Stechmücke ebenso

glaubwürdig wie eine Horde vollausgerüsteter

Ritter auf ihrem Weg zum

nächsten Schlachtfeld.

Ein besonderes Erlebnis ist bei guten

THX-Boxen traditionell der Bassbereich

und das Jamo-Set war diesbezüglich

keine Ausnahme. Brachial bei Explosionen

und trocken-authentisch bei akustischer

Musik, ganz wie es sein soll. Wem

dieser Traum an Klangkraft nicht reicht,

bitteschön: Es gibt vom Jamo D 500

auch Pakete in 7.1 und 7.2.

FAZIT

STECKBRIEF

JAMO

D 500 / SUB 660

Vertrieb

Osiris Audio

0 61 22 / 72 76 00

www.

osirisaudio.de

Listenpreis

2400 Euro

Garantiezeit

5 Jahre, Woofer 2 Jahre

Front/Rear B x H x T 45 x 26 x 13 cm

Sub B x H x T

40 x 41,9 x 41,8 cm

Furnier/Folie/Lack – / – / •

Farben

weiß/schwarz hochglänzend,

Woofer schwarz

Typ

5.1 Sub/Sat-Set

Empfohlene Trennfrequenz 100 Hz

Raumanpassung Boundary Gain

Besonderheiten lizenziert nach THX Select 2,

Halter für Wandmontage,

Rearspeaker als Dipole

AUDIOGRAMM

Åmachtvoller und präziser

Bass, großer Detailreichtum,

sehr raumgenau und neutral,

hochgradig pegelfest

Í –

Klang Musik 86

Klang Film 90

Verarbeitung

sehr gut

KLANGURTEIL

PREIS/LEISTUNG

Wolfram Eifert

AUDIO-Mitarbeiter

Alte Hasen wissen nur allzu gut,

dass bei Multichannel viel von der

Harmonie der Boxen untereinander

und den richtigen Einstellungen im

Receiver abhängt. Durch die klaren

Vorgaben bei Bassankopplung und

Übertragungsverhalten sorgt THX

für eine deutliche Steigerung der

Klangqualität. Das Jamo-Set setzt

die Richtlinien hervorragend um

und sieht mit seinen Oberflächen

in Glanzlack richtig gut aus.

88 PUNKTE

ÜBERRAGEND

MESSLABOR

Die Frontlautsprecher zeigen insgesamt noch

lineare Schalldruckkurven mit einer Betonung

im Bereich um 120 Hz, die nach der Filterung

im Receiver verschwindet. Die Bandbreite des

Subwoofers reicht im Tiefbass bis 24 Hz und

lässt sich am oberen Ende über einen weiten

Bereich verändern. Der Übergang sollte bei

100 Hz erfolgen. Die Satelliten verzerren selbst

ohne Filterung (rechtes Diagramm) nur wenig

und werden mühelos über 100 dB laut. AK: 59

Jamo D 500 LCR / SUB 660 Frequenzgang

100 dB

axial 10*hoch 30*seitl.

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

Subwoofer

50 dB

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kH

Jamo D 500 LCR

Pegel- & Klirrverlauf

110 dB

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB

100 dB

90 dB

80 dB

70 dB

60 dB

50 dB

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz

148 www.audio.de ›10 /2013


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HiFi-Service › RAUMAKUSTIK

AKUSTIK ASSISTENT

Nicht jede Box klingt in jedem Raum

gleich gut. Um Sie vor Fehlkäufen zu bewahren,

gibt AUDIO bei jedem getesteten

Lautsprecher an, für welche Umgebung

er sich voraussichtlich gut eignet.

Sie müssen dafür Ihren Raum und Ihre

Hörsituation nach drei Kriterien beurteilen:

Raum größe, Raumakustik und

Boxenauf stellung bzw. Wandabstand. Anschließend

suchen Sie in der Bestenliste

nach Boxen, bei denen alle drei Merkmale

Ihrer Hörsituation – z.B. Klein, Hallig,

Wandnah – mit einer grünen Empfehlung

markiert sind. Voila, der Lautsprecher

wird aller Voraussicht nach passen! Die

AUDIO-Empfehlungen sind allerdings nur

als grobe Hinweise zu sehen, in Einzelfällen

kann es trotzdem nicht funktionieren.

Deshalb: Probe- und Vergleichshören ist

in jedem Fall ein guter Rat!

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RAUMGRÖSSE

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KLEINER RAUM
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