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InAsien Taiwans tropischste Ecke (Vorschau)

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4 195047 404907 05

E 4,90 / CHF 9,80

AU E 5,50 / LUX E 5,50

Heft 5/13

September/Oktober

ISSN 1438-7905

Sri Lanka per Kleinbus

Über Land und unter die Leute

Grosses Spezial

CHINA

• Legendäre Burmastraße

• Wasserdörfer im Yangzi-Delta

• Guangzhou: intensiv, industriell,

entdeckenswert

Myanmar

Retortenhauptstadt Naypyidaw

Singapurs Changi Airport

Wie ein Flughafen zum Spaßfaktor wird

Mongolei

Zu Besuch bei Dschingis Khans Erben

Historische Hotels in Asien

Im Bett von Hirohito und der Prinzessin von Wales

Taiwans tropischste Ecke

Weiße Strände & wilde Natur

Business

Korea,

Nord & Süd

Wo Paradoxien

Normalität sind

Landflucht

in China

Alle zwei Jahre ein

neues New York


erleben.

begegnen.

verstehen.

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Reise

Bildreportage Nord-Korea

Szenen hinter dem eisernen Vorhang 10

Singapurs Airport

Flughafen als Freizeitspaß 18

Leserreise: Nepal

Schmelztigel der Kulturen 22

Sri Lanka

Im Kleinbus durch den Südwesten 24

Mongolei

SPEZIAL China

Südwest-China

Entlang der Burmastraße 30

Intensives Guangzhou 36

Yangzi-Delta

Wasserdörfer & Gartenstädte 42

Indien

Der Bazar in Jaipur 47

Seidenstrasse: Mongolei

Besuch bei Dschingis Khans Erben 50

Vietnam

Halong-Bucht 58

Indonesien

Makabre Spezialitäten 62

Taiwans Süden

Weiße Strände & wilde Natur 64

Myanmar: Naypyidaw

Stadt der selbsternannten Könige 70

Naypyidaw

Historische Hotels

China

Taiwan

Wirtschaft

Myanmar

Große Hoffnung, raues Klima 78

China

Wachstumstreiber Urbanisierung 80

Korea: Nord und Süd

Eine Annährung der besonderen Art 82

Kultur

Japan

Die Kunst des Understatements 75

Historische Hotels

Nächte voll Tradition & Geschichte 86

Asien kulinarisch

Diätwoche auf Asiatisch 92

Rubrik

Asien im Bild 4

Travel-Meldungen 8

Tipps&Trends 16

Asien im www: Yoga-Reisen 56

Das Stichwort: Geisha 61

Wirtschafts-Meldungen 76

Kultur-Meldungen 84

Medienseite 90

Asien Promi: Koreas Popstar Psy 96

Preisrätsel / Impressum 97

SPEZIAL: China

Im Zweiten Weltkrieg war sie von Indien aus wichtigste Nachschubslinie der Alliierten,

die Burmastraße in der Provinz Yunnan. Hektischer als in dem touristisch unerschlossenen

Teil Chinas lebt es sich in Guangzhou. Ganze Viertel werden hier zwischen Bauernhütten

und alten Tempeln aus dem Boden gestampft. Einen ähnlichen Boom gab

es im 13. Jahrhundert im Yangzi-Delta. Dort, wo mächtige Mandarine prunkvolle Privatgärten

schufen. Seite 30

Feiern mit Dschingis Khans Erben

Die Nomaden in den Steppen der Mongolei leben noch heute eng verbunden mit der

Natur. Unser Autor hat drei Tage mit einer Hirtenfamilie verbracht. Seite 50

Taiwans tropische Ecke

Tempel, weiße Strände und wilde Natur: Der Süden ist nicht nur das Land taiwanesischer

Ureinwohner, sondern auch ein Ferienziel jenseits von Taiwan-Klischees. Seite 64

Stadt der selbsternannten Könige

Naypyidaw heißt die neue Hauptstadt Myanmars und wurde in einem nahezu geheimen

Projekt innerhalb weniger Jahre erbaut. Das Resultat: ein pompöses, aber merkwürdig

leer anmutendes Machtzentrum. Seite 70

Historische Hotels

Sie beherbergten Könige, Generäle, hochfliegende Politiker und wichtige Religionsführer

während Schlüsselmomenten der Geschichte. Bisweilen standen diese zumeinst noblen

Unterkünfte sogar im Mittelpunkt weltverändernder Ereignisse, deren Auswirkungen

wir bis heute fühlen. Seite 86

Das sind unsere Titelthemen

Auf dem Titelbild: Sri Lankas Küstenlandschaft.

www.inasien.de

05/2013


Service

Aufruf der inAsien-Redaktion

Engel im Sturzflug – dringend Hilfe gesucht!

Engel fliegen, und als Apsara-Tänzer tun sie dies besonders kunstvoll. Der gemeinnützige Verein

„Engel brauchen Flügel für den Start ins Leben e.V.“ mit Sitz in Hamburg ist ein Bildungsprojekt

für Waisenkinder der historischen Tanzschule Apsara-Arts-Association in Phnom Penh. Um zu

verhindern, dass der letzte Vorhang auf der kleinen Tanzbühne fällt, werden dringend Unterstützer

und langfristige Paten für die tanzenden Waisen gesucht

Die ehemalige Primaballerina

des königlichen Balletts,

Vong Metry, tat sich nach

der Schreckensherrschaft der Roten

Khmer mit einigen überlebenden

Tänzerinnen zusammen, um den

Apsara-Tanz wiederzubeleben. Heute

unterrichtet sie mit ihrer Tochter

im Familienbetrieb „Apsara-Arts-

Association“ Kinder, meist ohne

Honorar. Die Tanzschule, ein Stelzenhaus

in einem Meer von Wasserlilien,

ist auch das Zuhause von

20 Waisenkindern. Das anspruchsvolle

Tanztraining strukturiert ihren

Tagesablauf und bewahrt sie vor

einem Leben auf der Straße.

Der Apsara-Tanz wurde traditionell

am Königshof in Angkor getanzt

(siehe Beitrag in Ausgabe

2-2013). Die Tänzerinnen galten als

Mittlerinnen zwischen Himmel und

Die 20 Waisenkinder leben, tanzen und lernen in

einem traditionellen Stelzenhaus in einem Meer

von Wasserlilien

Erde, erst später durfte das Volk an

dieser Form der Götterverehrung

teilhaben. Die komplexen Tänze

erzählen Geschichten aus der Mythologie.

Allein zur Grundausbildung

gehören 4.000 Positionen. Die

UNESCO hat die Einzigartigkeit

des „Tanzes der himmlischen Nymphen“

offiziell als wertvolles Kulturerbe

der Menschheit anerkannt.

Die Tanzfamilie steckt nun in

akuten Schwierigkeiten, den Unterhalt

für das Theater, Strom, Wasser,

Tanzlehrer und Kinder zu bestreiten.

Der Unterricht musste bereits

reduziert werden. Weder Musiker

noch die externen Lehrerinnen können

ohne Gage arbeiten. Die Rudolf

Augstein Stiftung des ehemaligen

Herausgebers des Nachrichtenmagazins

„Der Spiegel“ hat für die Engel

bereits gespendet, damit Schlaf- und

Spenden für das Projekt

Interessierte Paten wenden sich per Email an

den Journalisten und Initiator des Projekts

Jochen Voigt (jochen_voigt@t-online.de). Die

Zuwendungen können steuerlich geltend

gemacht werden. Konto „Engel brauchen

Flügel für den Start ins Leben e.V.“, Kontonr.:

6699318, BLZ: 70040041 oder über die

Spendenplattform betterplace.org. Weitere

Informationen unter engel-brauchen-fluegel.

de, tourismcambodia.com und icstravelgroup.

com/cambodia.

Unterrichtsräume fertig gestellt und

möbliert werden können. Weitere

Hilfe wird jedoch benötigt.

Da die Kinder außerdem nicht

ihr ganzes Leben tanzen können,

sorgt der Verein für eine zukunftssichere

Schulbildung, u.a. die Vorbereitung

zur Aufnahmeprüfung in

international orientierten Schulen,

Kostendeckung bis zum Schulabschluss,

Vergabe von Stipendien

für Studium oder Ausbildung, medizinischer

Versorgung, Errichtung

und Betrieb eines Klassenraums

für täglichen Nachhilfeunterricht

mit Bibliothek und Internetzugang

sowie die Renovierung der Schlafräume

und Sanitäranlagen.

05/2013

www.inasien.de


Asien im Bild

www.inasien.de 05/2013


Taiwans

süßes

Kulturgut

Asien im Bild

Diese ursprüngliche Form

der Herstellung getrockneter

Kakifrüchte, im Volksmund

auch „Dattelpflaume“ genannt,

ist langsam aber sicher auf dem

Weg des Entschwindens. Die

fleischigen, fast ledrigen Beeren

werden gen Herbst von den

Kakibäumen und -sträuchern

gepflückt und sind ein leckerer

Snack für zwischendurch. Um

sie lange haltbar zu machen,

werden sie im Sonnenlicht

getrocknet – ein aufwendiger

Prozess, der heute gerne

per maschineller Trocknung

erledigt wird. Verwendet

werden die Früchtchen auch

häufig in naturmedizinischen

Anwendungen und für die

Hautpflege.

05/2013 www.inasien.de


+ News + + + Meldungen + + + Travel + + + News + + + Meldungen + + + News + + + Meldungen + + + News + + + Meldungen

Nord-Thailand

Urlaub unter Dickhäutern

Den Elefantenführerschein gibt es mit einer 14-tägigen Reise ins

Elefantencamp. Thailand ist eines der letzten natürlichen Verbreitungsgebiete

für Elefanten in Südostasien. Als Arbeitstiere wurden

sie bei der Waldrodung, beim Bau oder in Kriegen eingesetzt. Gab

es in den 1950er Jahren noch über 50.000 Elefanten, sind es heute

nur noch ca. 3.500, einige davon am Rande des Doi-Inthanton-Nationalparks

in speziellen Camps. Wer den majestätischen Riesen näher

kommen möchte, kann seinen nächsten Urlaub als freiwilliger Helfer

in einem solchen Projekt verbringen, etwa über den Online-Spezialisten

e-kolumbus. Für die Aufenthaltsdauer bekommt jeder seinen

eigenen Elefanten zugewiesen, den er nicht nur reitet, sondern auch

füttert und badet. Neben der Zeit im Camp bleiben übrigens auch genug Möglichkeiten für Ausflüge. Die

wahlweise sieben- oder 14-tägige Reise ist bis Anfang 2014 unter www.e-kolumbus.de ab 790 € buchbar,

Tel. 0800-14921492, detaillierte Infos: http://bit.ly/15Pswr6

Fluginfo

Chengdu-Frankfurt

Medizinischer Rat

Essig & Rasierschaum bei Quallenkontakt

Mit einem 10-Stunden-Flug wird Chengdu für

die Welt zugänglicher. Passagiere, die zwischen

Chengdu, dem „Brotkorb“ Chinas, sowie anderen

südwestlichen Regionen und Deutschland reisten,

mussten bis jetzt in Peking, Schanghai oder Hongkong

umsteigen – Reisedauer gut 15 Stunden. Der

neue Service von Air China bedeutet schnellere

und kostengünstigere Flugoptionen. Der dreimal

wöchentlich stattfindende Flug CA431/432 findet

dienstags, freitags und sonntags mit einem Airbus

A330-200 statt und startet um 1:30 Uhr in Chengdu

mit Ankunft um 6:10 Uhr in Frankfurt. Der

Rückflug startet ca. 14 Uhr in Frankfurt. Lohnenswerter

Besuch in Chengdu: die „Panda base“.

In tropischen Gewässern werden zunehmend Quallen gesichtet, teilweise giftige. Die

Folgen eines Quallenkontakts reichen von örtlich begrenzten Hautreaktionen über

Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen. Wer an einem Strand baden will und

im Wasser Quallen entdeckt, sollte sich vor dem Wasserkontakt bei der Strandaufsicht

erkundigen, ob die Quallen giftig sind. Und wer bereits mit einer Qualle in Kontakt

getreten ist, der sollte die betroffene Hautstelle möglichst schnell mit Essig abspülen.

Ist kein Essig greifbar, hilft auch Meerwasser. Süßwasser und Alkohol verschlimmern

hingegen Beschwerden, da sie die Nesselkapseln der Quallen platzen lassen. Aus

dem gleichen Grund sollte man die Quallenreste nicht mit einem Handtuch von der

Haut wischen. Ebenfalls hilfreich: die Haut mit Rasierschaum einsprühen und nach

dem Trocknen etwa mit einer Kreditkarte entfernen. Mit den Händen könnte das Gift

übertragen werden. Im Anschluss kann die betroffene Hautstelle gekühlt und mit entzündungs-

und allergiehemmenden Medikamenten behandelt werden. Sie gehören

deshalb in die Reiseapotheke jedes Badeurlaubers. Und je nach Reiseland sollte man

auch ein Fläschchen Essig mit an den Strand nehmen.


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05/2013


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Hamburg

Neuzugang im Miniatur-

Wunderland

Thailand

Wilde Natur vor den Toren Bangkoks

Nur 200 Kilometer nordöstlich vom hektischen Treiben Bangkoks liegt eine

fruchtbare Oase: Der Khao Yai-Nationalpark ist der älteste und zugleich einer

der spektakulärsten Nationalparks des Landes. 1962 gegründet, zählt er

mittlerweile zum Weltnaturerbe der UNESCO. Seine fünf unterschiedlichen

Vegetationszonen – vom immergrünen Regenwald bis zur tropischen Savanne

– ergeben ein abwechslungsreiches Landschaftsidyll mit 50 Wanderwegen,

eindrucksvolle Wasserfällen und unzählige Wildtieren. Der Park ist auch

hervorragend zum Beobachten von Vögeln geeignet oder zum Wildwasser

Rafting, Klettern und Reiten. Mit viel Glück erspäht man sogar einen der seltenen

Tiger, Bären oder wilde Elefanten, die im Park beheimatet sind.

Bild: Bakterius_flickr.com

20 mal pro Tag – so oft startet und landet das neue Flugzeugmodell

der SriLankan Airlines ab sofort im Miniatur-

Wunderland, Hamburgs größter Touristenattraktion für

die ganze Familie. Das in mehreren hundert Arbeitsstunden

hergestellte Flugzeugmodell des Typs Airbus A340

von SriLankan Airlines ist der letzte Neuzugang des Airport

Knuffingen, einer von insgesamt acht Bereichen des

Miniatur-Wunderlandes, das jährlich über 1,5 Millionen

Besucher zählt. Der SriLankan A340 im Maßstab 1:100

mit Originalbemalung und -beleuchtung fährt ab sofort

täglich selbstständig über den Flughafen zum Gate, wo

er von einem Pushback-Fahrzeug zurückgeschoben wird,

und anschließend zur Start- und Landebahn rollt. Dort

beschleunigt das Flugzeug, hebt ab und landet danach

wieder während eines zugewiesenen Slots.

Ein weiterer Tipp: Das Gebiet rund um den Nationalpark ist bekannt für

seine hervorragende Seidenqualität und so findet sich hier eine Vielzahl an

Geschäften, in denen man die tollen Stoffe erstehen und auch gleich bei ihrer

Herstellung nach traditionellen Webtechniken zusehen kann.

Bild: P Donovan_flickr.com

aytour

Ayurveda

in ausgesuchten Häusern in Indien,

auf Sri Lanka und den Malediven

Gönnen Sie sich und Ihrem Körper

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Spezialisten.

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Geld sparen mit Flydubai

Mit der Fluggesellschaft Flydubai können Asienreisende viel Geld sparen.

Beispiel: Für den Emirates-Returnflug Düsseldorf-Kathmandu und zurück

zahlt man rund 884 €. Bucht man bis Dubai (return 492 €) und fliegt mit

Flydubai nach Kathmandu (258 € return), spart man 134 €. Mehr Infos:

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Bildreportage

Hinter dem Eisernen Vorhang

Ein Besuch in das fast völlig isolierte Nordkorea kommt einer Zeitreise gleich. Während seiner

achttägigen Tour konnte sich der in Asien lebende Fotograf Olaf Schülke ein Bild von der

letzten stalinistischen Diktatur machen. Straßen bieten viel Platz für wenig Verkehr und die

Menschen bewegen sich meist zu Fuß. Auffällig ist die landesweit hohe Anzahl Uniformierter

und die vielerorts marode Bausubstanz. Nichtsdestotrotz traf er auf eine asiatische

Freundlichkeit, die wohl einzigartig ist

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05/2013


Bildreportage

Nordkoreanische Pendler laufen an einem Bahnsteig entlang. Im Hintergrund: einer der

typischen Bahnhofsgebäude, über dessen Pforten der ehemalige Staatslenker Kim II Sung wacht

Einwohner einer kleinen

Ortschaft im ländlichen Teil

Nordkoreas,irgendwo zwischen

Pjöngjang und der chinesischen

Grenze, überqueren eine

Brücke, die über einen

schmalen Fluss führt

Einige Bewohner der nordkoreanischen Küstenstadt Wonsan bereiten auf einem verlassenen

Schiff ihr Abendessen zu

05/2013

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Bildreportage

Ausschnitt einer Bronze-Plastik, bestehend aus einer Vielzahl übergroßer und

kämpferischer, nordkoreanischer Soldaten, welche als Sockel dienen und Teil des

Monuments der Mansudae-Gedenkstätte in Pöngjang sind

Eine alltägliche Straßenszene in Kaesong. Die meisten Bewohner der Stadt, die in unmittelbarer Nähe zur entmilitarisierten Zone nahe

der Grenze zu Südkorea liegt, führen ein, im Gegensatz zu den Einwohnern Pjöngjangs, eher entbehrungsreiches Dasein

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Bildreportage

Nordkoreanische Pendler eilen auf den Bahnsteig einer U-Bahn-Haltestelle der Hauptstadt Pjöngjang während des frühmorgendlichen

Berufsverkehrs

Unser Fotograf

Der deutsche Architekt und

Fotograf Olaf Schülke lebt in

Singapur und bereiste 2012 mit

einer Reisegruppe Nordkorea.

Trotz ständiger Aufsicht

erhielt er seltene fotografische

Einblicke in das abgeschottete

Land. Weitere Fotos und mehr

Informationen über die Arbeit

Olaf Schülkes gibt es unter

www.olafschuelke.com

In jedem U-Bahnabteil von Pjöngjang hängen zwei Bilder der beiden ehemaligen

Herrscher Nordkoreas, Kim II Sung und Kim Jong II, eingerahmt an jedem Ende

des Abteils

05/2013

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Bildreportage

Reiseangebote

Nordkorea

Korea komplett

13-tägige Rundreise. Höhepunkte: Pjönjang,

Myohangsan, Wonsan, Geumgangsan,

Seoul, Gyeongju, Andong, Haeinsa

Tempel. Dt.-spr RL, Ü/F/M/A ab 2.890

€ p.P. im DZ, inkl. Flug und Transfers.

Urlaub & Natur, Tel. +49 (0)721-9463616,

www.urlaubundnatur.de

Impressionen des Nordens

8-tägige Rundreise. Höhepunkte: Pjönjang,

Nampo, Mt. Kuwol, Anak, Kaesong,

Panmunjom, Myohyangsan. Dt.-spr. RL,

Ü/F/M/A ab 1.888 € p.P. im DZ, inkl. Flug

und Transfers. East Asia Tours, Tel. +49

(0)30-4466890, www.eastasiatours.de

Unentdecktes Nordkorea

13-tägige Erlebnisreise. Höhepunkte: Peking,

Pjönjang, Kaesong, Myohangsan,

Nampo, Wonsan, Geumgangsan, Seoul,

Gyeongju, Andong, Haeinsa, Daegu,

Seoul. Dt.-spr. RL, Ü/F/M/A ab 2.890 €

p.P. im DZ, inkl. Flug und Transfers. Reisefieber,

Tel. +49 (0)06021-3065-65, www.

reisefieber.net

Zwei Fußgänger spazieren auf einem breiten und menschenleeren Bürgersteig im

Zentrum von Pjöngjang entlang. Der weitaus größere Teil der Einwohner lebt in

mehrgeschossigen, in die Jahrzehnte gekommene Wohnblocks

Eine Tanzgruppe trifft während der Arirang-

Massengymnastik in Pjöngjang auf. Ein Großteil der

Aufführungen wird von Tänzern aus dem Bereich der

rhythmischen Sportgymnastik vorgetragen, die vorab

monatelang einstudiert wird

14 www.inasien.de

Ausführliche Reiseinformationen, Visabestimmungen,

Gesundheitshinweise und aktuelle Kurse asiatischer Währungen

finden Sie unter www.inasien.de

05/2013


Bildreportage

Eine Gruppe Nordkoreaner vergnügt sich an einem lauen Sommerabend auf einer Kirmes in Pjöngjang. Die nordkoreanische Hauptstadt

lockt mittlerweile viele Menschen allabendlich in ihre Vergnügungsparks. Jedoch könnnen sich die meisten Menschen die Eintrittsgelder für

Achterbahnfahrten kaum leisten und kommen oftmals nur zum Gucken

Nordkoreaner beim Volleyballspiel an einem heißen Sommernachmittag in einer ländlichen Gegend zwischen den beiden

Städten Pjöngjang und Wonsan

05/2013

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+ News + + + Meldungen + + + Tipps & Trends + + + News + + + Meldungen + + + News + + + Meldungen + + + N

Bild: Marius Buechle_flickr.com

Langfinger am Strand

Eine nützliche Sache: das Versteck für Handy und

Schlüssel in der Sonnencreme-Flasche. Ihre Masse

sind optimal auf entsprechende Kleinutensilien

ausgerichtet - und verraten Langfingern dennoch

nichts von ihrem Inhalt. Im übrigen auch praktisch

gegen Sandattacken. Zu bestellen für 9,90 € bei

www.coolstuff.de

Was sind Turbulenzen beim Flug?

Das Wackeln im Flugzeug ist die Folge von Luftverwirbelungen.

Sie entstehen bei Gewitter oder wenn sich Luftmassen

in großer Höhe mit verschiedenen Geschwindigkeiten

fortbewegen, den sogenannten Luftlöchern. Auch ein in

der Nähe vorbeifliegendes Flugzeug hinterlässt sogenannte

Lufttunnel, die für Trubel sorgen können. Ängstigen muss

man sich deswegen trotzdem nicht, Flugzeuge sind darauf

vorbereitet – lediglich vielleicht das Wasserglas nicht.

Das persönliche Tagebuch auf Reisen

Spannende und schöne Reiseerlebnisse für immer festhalten: Mit dem Reise-

Tagebuch des Verlags Groh ist das auf entspannte Art und Weise möglich,

denn hier ist schon das Wichtigste grafisch vorgegeben. Einfach alle Urlaubserlebnisse,

Eindrücke und Gefühle

eintragen, ohne lange

überlegen zu müssen. Ein

hübscher Reisebegleiter mit

persönlicher Note. Hardcover

mit Leseband, 96 Seiten, Format:

14,4 x 18,5 cm, 9,95 €,

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und zwar das Nokia Asha Smartphone

308 (UVP 99 €). Dank Dual-SIM bietet es die

Möglichkeit, neben der Nutzung der eigenen SIM

eine weitere SIM-Karte zu integrieren. So kann

man ganz unkompliziert im Urlaub eine regionale

Karte nutzen und Roaming-Kosten sparen. Mobiles

Internet, W-LAN, offline Navigation, soziale

Netzwerke, Kamera, Spiele, Musik und eine lange

Akkulaufzeit sind gleich mit dabei. Wer das Nokia

Asha 308 gewinnen will: Einsendungen unter

Angabe des Stichworts „Nokia Asha

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Rudolfstr. 22-24, 60326 Frankfurt

16

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05/2013


ews + + + Meldungen + + + News + + + Meldungen + + + News + + + Meldungen + + + News + + + Meldungen + + + News + + + Meldun

Unser App-Tipp

Bild: Chris Polus_flickr.com

Ideal für Reisen nach Asien

ist die App Sicher reisen

vom Auswärtigen Amt. Zum

Urlaubsland Ihrer Wahl gibt

es Notfallnummer, Kontakte

und eine Ortungsfunktion,

gratis für iOS und Android.

Chinas kuriose Kulinarik

Im Land der aufgehenden Sonne haben auf dem Speiseplan sehr gewöhnungsbedürftige

Leckereien Einzug gehalten, etwa Aluminium-Teigtaschen

oder im Dunkeln leuchtendes Schweinefleisch. Selbst essbare „Eier“ sind groß

im Geschäft, die wie Flummis auf dem Boden hüpfen. Ministerpräsident Wen

Jiabao hat zwar mehr Vertrauen in der Sicherheit von Lebensmitteln versprochen,

jedoch sind aktuell 73 Prozent von 4.000 befragten Stadtchinesen der

Meinung, das Nahrungsangebot sei bedenklich. 27 Prozent sind sogar der

Meinung, es sei gefährlich. Na dann Guten Appetit!

Bild: louisiana_flickr.com

Wenn Wein zu Wasser wird

Füße weg!

Füße gelten in Asien als unrein und dürfen im Tempel definitiv nicht auf heilige

Abbilder von Buddha zeigen. Anders als etwa in Moscheen sollten Tempel

immer mit Schuhwerk betreten werden.

Bild: My on view_flickr.com

Für reich bestückte Minibars wollen nicht alle Gäste

zahlen. Mehr als acht von zehn Hotels wurde schon mal

von Gästen beehrt, die ohne Minibar-Kosten wieder

abreisen wollten. Der Trick: die Flasche leeren und sie

dann mit Leitungswasser auffüllen. Unter jenen Hotels,

in deren Minibars sich Wein auf wundersame Weise in

Wasser verwandelt, bestätigen zehn Prozent, sehr häufig

von solchen Gästen beehrt zu werden. Unser Tipp für

„Anfällige“: ein günstiges Angebot eines Vier- oder Fünf-

Sterne Hotels last minute buchen. Das spart auch Geld.

Im Übrigen können Minibar-Kosten so unterschiedlich

ausfallen: Ein Fläschchen Schaumwein ist in Budapest für

3,60 Euro zu bekommen, während eine kleine Flasche

Champagner sagenhafte 128 Euro in einem Luxushotel

in Kuala Lumpur kosten kann.

05/2013

www.inasien.de 17


Reise

Bild: chooyutshing / flickr.com

Singapur – Changi Airport

Wenn der Flughafen zum Freizeitspaß wird

Lange Umsteigezeiten zwischen Anschlussflügen nimmt man bei Aussicht auf einen

entspannten Urlaub wohl oder übel in Kauf – nicht jedoch, wenn man seinen Weiterflug am

Changi Airport in Singapur antritt. Hier wird selbst eine lange Wartezeit zum Vergnügen

2013 wurde der internationale Flughafen

des kleinen Stadtstaats von

der Unternehmensberatung Skytrax

zum vierten Mal in Folge zum

besten Flughafen der Welt gekürt.

Und für seine äußerst komfortablen

Übernachtungsmöglichkeiten

hat ihm die Internetseite www.

sleepinginairports.net auch 2012

wieder das „Goldene Kopfkissen“

verliehen. Und es stimmt: Gehüllt

in eine der frisch gereinigten und

verschweißten Gratis-Decken lässt

es sich in den gepolsterten Liegen,

den dicken Massagesesseln

oder den Sitzen mit automatischer

Weckfunktion zwar wunderbar

schlummern, doch eigentlich ist

die Zeit zum Schlafen am Changi

Airport zu schade. Viel zu viel

gibt es im Transitbereich der drei

Terminals zu entdecken.

Alles für den Spaß

Das gesamte Flughafengelände, das

vor der Eröffnung 1981 teilweise

noch Sumpfgebiet war bzw. gar

18

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05/2013


Reise

komplett unter dem Meeresspiegel

lag, erstreckt sich über 13 Quadratkilometer.

Insgesamt wurden im

Jahr 2012 hier über 50 Millionen

Passagiere abgefertigt, davon allein

23 Millionen in Terminal 2, der vor

allem von der Fluggesellschaft Singapore

Airlines und deren Partnern

benutzt wird.

Alle drei Terminals sind mit

einem Skytrain verbunden, so dass

sich die vielfältigen Angebote der

einzelnen Transitbereiche unkompliziert

nutzen lassen. Und so hat

man womöglich nach einer langen

Anreise aus Europa erst einmal das

Bedürfnis, sich zu erfrischen und

die nach vielen Flugstunden eingerosteten

Muskeln wieder zu strecken

und zu dehnen – und das ist

am Changi Airport wahrlich kein

Problem: In allen drei Terminals

stehen moderne Duschen zur Verfügung,

das kleine Programm für

Eilige. Wer etwas mehr Zeit mitbringt,

ist am besten in dem Dachpool

in Terminal 1 aufgehoben, der

im balinesischen Stil gehaltenen ist.

Die Anlage liegt etwas versteckt,

so dass man sich das Becken und

den Whirlpool oft nur mit wenigen

Gästen teilen muss. Duschgel,

Shampoo, Badetuch sowie ein

kühles alkoholfreies Getränk sind

im Preis enthalten. Für Gäste des

Ambassador Transit Hotels ist der

Eintritt frei, für Nicht-Hotelgäste

kostet er knapp 14 Singapur-Dollar

also circa 8,50 Euro.

Der Flughafen als Spa

Wer noch mehr zur Lockerung seiner

Muskeln tun will, kann im

angegliederten Fitnessstudio sein

Workout absolvieren oder sich eine

ausgiebige Massage gönnen. Doch

auch hier hat man, wie so oft am

weltbesten Flughafen, die Qual der

Wahl: An vielen Stellen des Transitbereichs

stehen etwa wunderbar

bequeme Fußmassage-Sessel zur

Verfügung – und das gratis. Man

steckt einfach die Füße in eine

kissenartige Vorrichtung, wählt per

Knopfdruck die Intensität der Mas­

sage und los geht‘s. Das alles fühlt

sich an, also würden sich unter dem

Kissen vier bis sechs Hände um die

Lockerung der Fußmuskulatur bemühen.

Einzig noch erfrischender

ist das asiatische Fisch-Spa in Terminal

1, bei dem sich kleine Fische

an den müden Füßen zu schaffen

machen und per kitzeliger Knabberei

kleine Hautschüppchen entfernen.

Gegen klassische Nackenverspannungen

und Rückenschmerzen

bieten sich Massagen in den Spa-

Bereichen in Terminal 2 und 3 an.

Gute Erholung to go!

Post vom Flughafen

Falls man nach Entspannung und

Muskellockerung nicht mehr allzu

viel Zeit zur Verfügung hat, kann

man entweder in einem der Business

Center, die sich in allen Terminals

befinden, an einer der 500

Internetstationen mit gratis Internet-Zugang

oder im großen Internet-Business-Center

„iConnect Kiosk“

seine Mails checken, sich über

die neuesten Nachrichten informieren

und geschäftliche Dinge erledigen.

Wer mit dem eigenen Laptop

unterwegs ist, profitiert von dem

gratis WLAN-Zugang im gesamten

Flughafenbereich. Besonders jüngeren,

elektronikbegeisterten Weiterreisenden

macht wahrscheinlich

die Wartezeit im Entertainment

Deck in Terminal 2 Spaß. Zur Verfügung

stehen Playstations oder

Der Geheimtipp am Changi Airport für alle, die etwas mehr Zeit haben: der im

balinesischen Stil gehaltene Dachpool inklusive Whirlpool in Terminal 1

Der Reigen aus Kupfertropfen, die sich beim leisesten Lufthauch wellenartig

bewegen, ist der meditative Part im Flughafengewimmel

05/2013

www.inasien.de 19


Reise

Reiseangebote Singapur

Üppige Orchideensträucher, muntere Koi-Karpfen und eine ausladende

Tropenlandschaft rund um den Teich sorgen für ein paar Minuten wertvolle

Muße

Von Singapur nach Penang

7-tägige Rundreise. Höhepunkte: Singapur,

Tampin, Malacca, Kuala Lumpur,

Cameron Highlands, Penang. Dt.-spr RL,

Ü/F ab 619 € p.P. im DZ, inkl. Transfers.

SunTrips, Tel. +49 (0)30-887117-0,

www.suntrips.de

Singapore to Kuala Lumpur

2-tägige Tour. Höhepunkte: Singapur,

Tampin, Malakka, Kuala Lumpur. Engl.-

spr. oder Dt.-spr. RL, Ü/F ab 326 € p.P. im

DZ, inkl. Transfers. ID Reisewelt, Tel. +49

(0)3491-407373, www.id-reisewelt.de

Singapur entdecken

4-tägige Stadtrundfahrt. Höhepunkte:

Little India, Parlament House, Supreme

Court, City Hall, China Town, Sri Mariamman

Tempel, Mount Faber, Botanischer

Garten. Dt.-spr. RL, Ü/F ab 525 € p.P.

im DZ, inkl. Transfers. Asia Select,

Tel. +49 (0)911-580510, www.asia-select.de

Xbos-Spielkonsololen, während in

der Xperience Zone Multi-touch-

Bildschirme für bunt flimmernde

Zerstreuung sorgen. Ein besonderer

Gag ist die e-Postkarten-Station:

Man schießt ein digitales Foto von

sich und seinen Reisebegleitern,

lässt es in den gewünschten virtuellen

Postkartenhintergrund einfließen

und ab geht die e-Post per Mail

an alle Daheimgebliebenen.

Kaktus und Schmetterling

nebst Getriebegeräusch

Doch nicht alle lieben es elektronisch-modern.

Wer in der allgemeinen

Flughafenhektik auf der Suche

nach Beschaulichkeit ist, sollte

etwa den langsam schwingenden

Bewegungen der Regenskulptur in

Terminal 1 folgen, bei der 1.216

Kupfertropfen insgesamt 16 verschiedene

Formationen bilden – eine

wahre Augenweide zum Runterkommen.

Auch Terminal 2 bietet

Wechselausstellungen an, zuletzt

zur asiatischen Porzellankunst.

Wer es eher mit der Natur hat,

spaziert im Kaktusgarten mit seinen

40 Kakteen- und Sukkulentenarten

oder im Terminal 2 durch gleich

mehrere angelegte Gärten. In dem

von beleuchteten Kunst-Bambusstäben

gesäumten Sonnenblumengarten

strahlen tagsüber hundert gelbe

Blüten um die Wette, während der

Garten nachts mit Mini-Lämpchen

wie von künstlichen Glühwürmchen

beleuchtet wird. Ein weiterer

Höhepunkt in Sachen Natur ist der

weitläufige Orchideengarten samt

Koikarpfen-Teich, in dem neben

Orchideenarten wie der Nachtfalter-Orchidee

und der Schmetterlingsorchidee

auch die Vanda Miss

Joaquim, Singapurs Nationalblume,

gedeiht. Den weltweit ersten

tropischen Schmetterlingsgarten in

einem Flughafen gibt es übrigens

ebenfalls im Flughafen Changi.

Zwischen üppigem tropischen Grün

und einer sechs Meter hohen Grotte

samt Wasserfall flattern die bunten

Falter umher, während über 200

verschiedene Arten von fleischund

insektenfressenden Pflanzen

auf etwas Nahrung hoffen. Wer

hier lustwandelt, könnte womöglich

seinen Weiterflug verpassen.

Und damit die Weckerfunktionen

im Handy zu diesem Zweck nicht

schlapp macht, befinden sich an

allen Terminals abschließbare Ladestationen,

damit die Geräte nach

einem Tag am Flughafen wieder

genauso viel Power haben wie man

selbst.

Spaß für die Jüngsten

Bei kleinen Flughafengästen ist die

Power übrigens meist nicht das Problem,

sondern eher das Auspowern.

20 www.inasien.de

Ausführliche Reiseinformationen, Visabestimmungen,

Gesundheitshinweise und aktuelle Kurse asiatischer Währungen

finden Sie unter www.inasien.de

05/2013


4 195047 404907 02

E 4,90 / CHF 9,80

AU E 5,50 / LUX E 5,50

Heft 2/07

ISSN 1438-7905

Was im Flugzeug nicht möglich ist,

kann am Flughafen ausgiebig nachgeholt

werden. Am Terminal 1 etwa

mit Spielplatz und Kinderkino, in

Terminal 2 mit gratis DVD-Blockbustern,

in Terminal 3 mit dem

Kinderparadies inklusive Mal- und

Bastelecke, einem 3D-Kinderkino

und einer über vier Etagen hohen

Rutsche. Der Changi Airport ist

im übrigen mit mehreren hundert

Restaurants, Bistros und Cafes ausgestattet.

Unser Tipp: Wer vor seinem

Weiterflug insgesamt mehr als fünf

Stunden Zeit hat, kann das Gratis-

Angebot einer zweistündigen Bustour

durch die Stadt nutzen. Angeboten

werden zwei Touren, entweder

nach Chinatown, Little India,

Padang, das Kolonialviertel und den

Merlion Park oder aber zum Marina

Bay Sands, dem markanten Riesenrad

Singapore Flyer, dem neu

eröffneten Parkgelände Gardens by

the Bay und zum weltberühmten

historischen Raflles Hotel.


Susanne Wess

Nach dem Langstreckenflug

bringen die Knetbewegungen des

Fußmassagesessels die müden Füße

der Autorin wieder auf Touren

Reise

Unterwegs kein wichtiges Sportereignis verpassen: Das ist

im Changi Airport kein Problem

Stop-Over-Programm

Singapore Airlines bietet bis 31. März 2014

bereits ab 14 Euro pro Person im halben

Doppelzimmer ein Stop-Over-Programm

in Singapur an. Im Angebot enthalten: die

Hotelübernachtung, Transfers vom und zum

Flughafen, Preisnachläße für Shopping, Sightseeing

und Restaurants. Buchungen: im Reisebüro

oder unter www.singaporeair.com.

Weitere Informationen zu den Angeboten

des Flughafens unter www.changiairport.

com

Sonderaktion!


März/April










05/2013



Indochina • Macau • Burma: Flusskreuzfahrt • Jade

BUSINESS

INDOCHINA

Gratwanderung

zwischen zwei Kulturen


Die Asientrends

auf der Internationalen

Tourismusbörse

Jade – das Gold Asiens

Faszinierend, wertvoll und oft gefälscht

Die Kirschgänger

So feiert Japan das Fest der Kirschblüten

Burma: Flusskreuzfahrt

auf dem Ayeyarwadi

MACAU Hong Kongs kleine

Schwester erlebt eine ungeahnte Blüte

DIE DIE MEERE

LEEREN

Japans Fischereiflotten im

Kampf um Fanggebiete

CHINAS

UMWELTSORGEN

Und wie die Deutschen

sie lösen können


www.inasien.de 21


Leser

berich t en

Verbrennungsghat

in einem

Hindu-Tempel

Schmelztigel der Völker,

Religionen und Kulturen

A

22 www.inasien.de

Wer denkt, Nepal ist nur für Trekkingtouristen von Interesse, der irrt. Alleine

die Königsstädte Kathmandu, Patan und Baktapur sind eine Reise dorthin wert

uf der Fahrt vom Flughafen ins

Stadtzentrum lassen sich bereits

einige der großen Probleme der

Region erkennen, die zum Alltag

der Nepalesen gehören: keine funktionierende

Müllabfuhr, keine unterirdische

Kanalisation, keine ausreichende

Wasserversorgung und

eine marode Stromversorgung. Nepal

gehört zu den ärmsten Ländern

der Welt, ist Spielball zwischen den

verfeindeten Supermächten Indien

und China und auf Entwicklungshilfe

angewiesen. Von den über

28 Millionen Nepalesen leben fast

40 Prozent unterhalb der Armutsgrenze.

Trotzdem hat Nepal, bedingt

durch seine ethnische Vielfalt, seinen

freundlichen und bunt gekleideten

Menschen, den wunderschönen

Landschaften und acht bis zehn

der höchsten Berge der Welt, eine

unglaubliche Anziehungskraft. Die

Hauptattraktion von Kathmandu ist

die Altstadt am Durbar Square.

Dort drängen

sich auf engstem

Raum über

50 buddhistische

und hinduistische

Heiligtümer aus

dem 12. bis zum

18. Jahrhundert.

Göttin auf Erden

Völlig fremd für uns

ist die Geschichte

von inAsien-Leserin Annemarie Westphal

der Kumari, der auf Erden lebende

Inkarnation der Göttin Durga,

die unter den kleinen Mädchen der

Newar-Kaste ausgewählt wird. Sie

lebt im Kumari Bahal und darf

nur zu religiösen

Ein Panzernashorn im Chitwan Nationalpark

05/2013


Annemarie Westphal vor einem

Haus der Newar-Kaste

Festen ihren Palast

verlassen. Nach ihrer

ersten Menstruation

ist sie unrein – und

damit endet ihr Dasein

als Kumari.

Sie erhält dann

zwar eine Ausbildung,

bleibt aber

meist unverheiratet, denn

Männer fürchten sich vor einer

Ex-Göttin, die angeblich Unglück

bringt. Der Durbar Square ist wohl

auch der einzige Platz weltweit, der

von einem Gott und einer Göttin

bewacht wird. Vom Fenster ihres

Tempels beobachten Shiva und Parati

das lebhafte Treiben auf dem

Palastplatz. Mit einem Durchmesser

von 40 Quadratmetern ist der

Stupa Bodnath einer der größten

Sakralbauten seiner Art und Zentrum

des tibetischen Buddhismus

in Nepal. Er ist ein wichtiges Ziel

für Pilger aus dem Himalaja, Tibet

sowie aus ganz Südostasien. Um

den Stupa herum befinden sich die

Häuser von Exil-Tibetern.

Der auf einem Hügel erbaute Stupa

Swayambhunath ist mit seinen

2.500 Jahren Geschichte eine der

ältesten buddhistischen Tempelanlagen

der Welt und das Wahrzeichen

von Kathmandu. Gläubige

Buddhisten und Mönche umrunden

den Stupa im Uhrzeigersinn und

schicken ihre Gebete durch Drehen

der Gebetsmühlen zu Buddha. Das

Heiligtum Pashupatinath befindet

sich am Fluss Bagmati auf einem

264 Hektar großen

Areal mit weiteren

Stupas, Ghats und

Klöstern. Hier wird

Shiva als der Gott

des Lebens verehrt.

Dieser Ort hat für

viele gläubige Hindus

eine besondere

Bedeutung und es

gilt als erstrebenswert,

seine Leiche

hier an den Ghats

verbrennen zu

lassen. Patan und Baktapur,

Vorstädte von Kathmandu, sind

mit ihrem reichen kulturellen Erbe

lebende Museen. Die Nepalesen

wohnen mitten drin und vermitteln

in den erhaltenen Altstädten ein

anschauliches Leben.

Nashorn hautnah

Durch gebirgige und abwechslungsreiche

Landschaften

fahren wir auf

abenteuerlichen Straßen

in den Chitwan-Nationalpark.

Dieses ökologisch

vielfältige Gebiet bietet

eine große Vielfalt an

Fauna und Flora. Mit der

Ernennung zum Weltnaturerbe

wuchs die Population

des gefährdeten asiatischen

Panzernashorns wieder auf

über 500 Tiere an. Der sicherste

Platz, um sie in freier

Wildbahn zu beobachten, ist auf

einem Elefantenrücken. Bei einem

Zusammentreffen auf Augenhöhe,

etwa bei einer Wanderung, hilft nur

noch wegrennen im Zick-Zack und

den nächsten Baum ansteuern.

Mit etwas Glück lassen sich bei

einer Kanufahrt Krokodile blicken,

darunter auch die seltenen Schnabelkrokodile.

Den scheuen Bengalen-Tiger

haben wir leider nicht

gesehen. Und wo bei uns Autos in

den Garagen stehen, sieht man bei

einem Spaziergang durch die Dörfer

der Tharus Elefanten. Lohnenswert

ist auch ein Besuch der Elefanten-

Aufzuchtstation.

Leserreisen gesucht!

Auf dieser Doppelseite kann jeder zu

Wort kommen, der in Asien seine ganz

persönlichen Erfahrungen gemacht hat.

Einzige Voraussetzung: Die Geschichte

sollte mit eigenen Bildern illustriert

werden, von denen ein Bild den Erzähler

zeigt. Der Text sollte etwa 4.000

Zeichen ohne Leerzeichen enthalten.

Für jede abgedruckte Geschichte gibt

es ein kostenloses Jahresabonnement

von inAsien!

Zuschriften bitte an:

redaktion@inasien.de oder

Asia Vision Verlag / Leserreise

Rudolfstr. 22-24, D-60327 Frankfurt

Fax: +49 (0)69-665632-22

Die Hauptattraktion von Kathmandu ist die

Altstadt am Durbar Square Patan

Ausgang vieler Trekkingtouren

ist Pokhara, 200 Kilometer westlich

von Kathmandu. Von dort genießt

man großartige Ausblicke auf den

nahen Himalaja-Hauptkamm mit

den drei Achttausendern Dhaulagiri,

Annapurna und Manaslu, sowie

auf den „Matterhorn des Himalajas“,

den Macchapuchare (Fischschwanz)

mit knapp 7.000 Metern.

Der heilige Berg darf nicht bestiegen

werden. Fest zum Stadtbild

gehören tibetische Flüchtlinge, die

bereits in der dritten Generation in

drei Lagern in Pokhara leben.

Reise

05/2013

www.inasien.de 23


Reise

Sri Lanka

Touristenabzocke oder das Recht auf Leben?

Rohans Augen verraten ihn. Sie sind die eines Schlitzohres, der es faustdick hinter den

Ohren hat. Der Tourguide weiß, wie man mit Touristen ins Geschäft kommt. Er redet sie

einfach direkt vor ihrem Strandhotel an. Sein Vorteil: Er spricht perfekt Deutsch und ist ein

geübter und kundiger Autofahrer, was auf den mit Schlaglöchern gespickten Straßen Sri

Lankas unabdingbar ist. Nach harten Preisverhandlungen ist der Deal gemacht und wird

per Handschlag besiegelt. Vier Tage in Rohans Kleinbus durch den Südwesten der Insel

inklusive Hotelübernachtungen, exklusive Eintritte

Sri Lanka hat sich wieder dem Tourismus

geöffnet, seit im Jahr 2009

der Bürgerkrieg zwischen tamilischen

Rebellen und der Regierung

beendet und knapp zwei Jahre später

der Ausnahmezustand aufgehoben

wurde. Die Zahl der Ankünfte

ist seither kontinuierlich gestiegen:

2010 besuchten 650.000 Menschen

das Land, 2012 bereits mehr als

eine Million. Ziel der Regierung ist

es, die Besucherzahlen bis 2016 auf

zweieinhalb Millionen Ankünfte

pro Jahr zu vermehren, die Pro-

Kopf-Ausgaben der Touristen zu

steigern und die Zahl der Hotelbetten

zu erhöhen, vor allem im

touristisch noch weniger entwickelten

Osten des Landes. Der Reisebuchverlag

Lonely Planet hat das

Land am Indischen Ozean bereits

24

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05/2013


Reise

Zum Trocknen ausgebreitete Fische an Sri Lankas Küste. Fischer gehören zu den Ärmsten der

Bevölkerung. Beim Tsunami 2004 wurden ganze Fischerdörfer zerstört. Für Besucher empfehlenswert

ist ein Besuch am Fischmarkt, zum Beispiel in Negombo

Der Felsentempel von Dambulla

gehört zu den ältesten

buddhistischen Tempeln des

Landes. Im Inneren der Höhlen

warten mehr als 150 Buddha-

Statuen darauf, besichtigt zu

werden

zu den Top-Ten-Destinationen für

2013 gekürt.

Ungeplante Zwischenstopps

Rohan schneidet schon lange mit

am Tourismuskuchen. Er weiß, wie

die westeuropäischen Gäste ticken.

Während er seinen Kleinbus durch

Palmenhaine lenkt, erzählt er, dass

es in Sri Lanka 14 Sorten Bananen

gibt, heimische Landwirte ihr Geld

unter anderem mit dem Anbau von

Tee, Kautschuk, Kokospalmen und

Gewürzen verdienen. Aus dem Radio

dröhnt Abba als Rohan erklärt,

dass viele Produkte nach wie vor

von Hand gefertigt werden. Ungeplante

Zwischenstopps kündigt er

nicht an, zum Beispiel den Halt

beim Ananasbauern, der wie bestellt

parat steht und geübt eine süße

Ananas aufschneidet. Danach unser

obligatorische Griff in die Tasche,

um die Vorführung mit ein paar

Rupien zu belohnen. Dabei kommt

ein klammer Gedanke hoch: Wie

viele Touristen werden hier täglich

von ihren Guides abgesetzt? Und

will und soll man dafür bezahlen,

inszenierte Gastfreundschaft zu erleben?

Wie denkt wohl der Bauer,

der die Ananas so gekonnt zerstückelt

hat, über den ausländischen

Kurzbesuch?

Aufstrebendes

Entwicklungsland

In den vergangenen Jahren hat sich

neben dem Tourismussektor auch

die Wirtschaft des 20-Millionen-

Einwohner-Landes erholt: Trotz

Bürgerkrieg, dem Tsunami im Jahr

2004 und der Rezession der vergangenen

Jahre wird Sri Lanka vom

Internationalen Währungsfonds in

seinem World Economic Outlook

(April 2011) als „aufstrebendes

Entwicklungsland“ geführt und hat

den Middle-Income-Status der Weltbank

erreicht. Die Voraussetzungen

zur Erreichung der Millennium-

Entwicklungsziele bis 2015 sind

Dondra Head

im Süden der

Insel gehört zu

den höchsten

Leuchttürmen

Asiens. Von

hier aus blickt

man direkt auf

die türkisblaue

Küste


Reise

Die Königsstadt Sigiriya gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Und auch, wenn der Weg hinauf beschwerlich ist, der

Ausblick ist fantastisch und die Mühen wert

laut dem Entwicklungsprogramm

der Vereinten Nationen gut: Das

20-Millionen-Einwohner-Land verfügt

über eine hohe Alphabetisierungsrate,

eine flächendeckende

Schulversorgung und eine staatliche

Basisversorgung im Gesundheitswesen.

Die Armutsquote bei

den Haushalten hat sich in den vergangenen

Jahren stark verringert,

das Bruttoinlandsprodukt ist 2011

um 8,3 Prozent gewachsen. Allerdings

sind Armut, Hunger und Unterernährung

laut UNDP vor allem

in ländlichen Gebieten und bei den

schlecht bezahlten Plantagenarbeitern

noch verbreitet.

Im Gewürzgarten

Weiter geht die Fahrt. Und weiterhin

legt Rohan nicht vereinbarte Zwischenstopps

bei „besonders sehenswerten“

Orten ein. Zum Beispiel in

einem Gewürzgarten. Der Tourguide

zündet sich eine Zigarette an und

schickt seine Fahrgäste mit einem

einheimischen Führer mit. Auch

der spricht perfekt Deutsch und

kennt sich mit der ayurvedischen

Wirkung von Aloe Vera, Zimt,

Muskatnuss und Ananas bestens

aus. Geduldig erklärt er, welche

Pflanze für welches Wehwehchen

geeignet ist, zwischendurch gibt es

von zwei Mitarbeitern eine kurze

Massage. Auch die wollen entlohnt

werden. Wir strecken ihnen ein paar

Scheine entgegen, sie schauen sich

enttäuscht an und der Gewürzgarten-Führer

fordert nachsichtig zu

mehr Großzügigkeit auf.

Der wirkliche Aha-Effekt folgt

im angrenzenden Shop: 20, 30, 40

Euro oder mehr für diverse Mixturen

aus Gewürzen und Kräutern

sind hier die Preisklasse. In einem

Land, in dem das durchschnittliche

Pro-Kopf-Einkommen laut UNDP

Angeblich sind es weit mehr als 1.000

Stufen zum 200 Meter hoch gelegenen

Löwenfelsen in Sigiriya

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05/2013


Reise

In den Höhlen von Dambulla verbrachte einst König Valagamba sein 14-jähriges

Exil, als die Stadt von Indern besetzt wurde. Als Dank baute er einen Tempel

bei 2.400 US-Dollar (umgerechnet

1.850 Euro) pro Jahr liegt.

Touristennepp oder von Hand hergestellte,

hochwertige Ayurveda-

Produkte? Das Nein der Besucher

kommt jedenfalls nicht gut an. Vom

anfänglichen Verkaufsgeflüster in

zarten Tönen ist bald nichts mehr

zu spüren. Kein gutes Geschäft für

die Shopbetreiber heißt auch kein

Mitschneiden für Rohan. Die Stimmung

ist getrübt.

Versöhnung auf der

Dachterrasse

Aber der Mitt-Fünfziger ist ein

zäher Bursche und uns mittlerweile

ans Herz gewachsen. Am Abend

spendiert er eine Flasche Arrak, ein

aus Palmzuckersaft und vergorener

Reismaische gewonnener Alkohol.

Auf der Dachterrasse des Hotels

im Ort Kandy schwirren Moskitos

und andere Insekten herum, während

wir zum wiederholten Mal

anstoßen und Rohan eine Mischung

aus singhalesischem „Prost“ und

bayerischem Kauderwelsch ruft. Es

wird auf den Tisch geklopft und

lauthals gelacht. Das stimmt versöhnlich.

Immerhin tut hier jeder

nur seine Arbeit und der Tourismus

bietet für viele die Möglichkeit,

ein Auskommen zu finden. Aber

zu früh gefreut: Am nächsten Tag

legt der Guide wieder einige außertourliche

Zwischenstopps ein: Vom

Verkaufsraum der Teefabrik geht’s

direkt in eine Diamantenmanufaktur,

in dem von der Brosche bis zum

Ehering jede nur erdenkliche Form

von Schmuck angeboten wird.

Dass Touristen oft überteuerte

Souvenirs kaufen oder im Vergleich

zur lokalen Bevölkerung übertrieben

hohe Eintrittspreise bezahlen,

kennt man auch von andernorts.

Das ist bis zu einem gewissen Grad

auch nachvollziehbar: Auch Einheimische

sollen sich Sehenswürdigkeiten

anschauen können und dafür

nur soviel bezahlen, wie in der

Landeswährung angemessen. Viele

der Gäste in Asien kommen aus

Ländern mit starker Kaufkraft, ihnen

fällt kein Zacken aus der Krone,

wenn sie einmal mehr bezahlen. Wo

aber liegt die Grenze? Wie soll man

als Tourist damit umgehen, wenn

man das Gefühl hat, von allen Seiten

um Geld gebeten zu werden? Da

ist der Tuk-Tuk-Fahrer, der doppelt

so viel für dieselbe Strecke verlangt

als sein Kollege zuvor, der Fischverkäufer,

der unaufgefordert für

ein Bild posiert und dann die Hand

nach Geld ausstreckt, der Mönch,

der dringend finanziellen Nachschub

für die Restaurierung seines

Klosters braucht und bereitwillig

erzählt, welch hohe Summen andere

bereit sind zu geben. Ist vor diesem

Hintergrund eine wertfreie, positivnachhaltige

Annäherung zwischen

Der Eingang zum Felsentempel der Stadt Dambulla,

die in Südasien das größte Rosenquarz-Vorkommen

aufweist. Der Felsentempel zählt ebenfalls zum

UNESCO Weltkulturerbe

Unsere Autorin

Die Kommunikationswissenschaftlerin

und gebürtige Österreicherin Maria

Kapeller hat als freie Journalistin

Reisereportagen für derStandard.at

und Die Presse verfasst. Seit Juni 2012

betreibt sie gemeinsam mit Daniela

Nowak das Online-Reisemagazin

www.kofferpacken.at

0800 - 711 17 00

05/2013

www.inasien.de 27


Reise

Reiseangebote Sri Lanka

Culture & Wildlife

7-tägige Rundreise. Höhepunkte:

Colombo, Negombo, Pinnawela, Kandy,

Nuwara Eliya, Udawalawe, Tissamaharama,

Beruwale. Dt.-spr RL, Ü/F/A ab 700

€ p.P. im DZ, inkl. Transfers. SunTrips,

Tel. +49 (0)30-887117-0, www.suntrips.de

Sri Lanka: Wolkenmädchen,

Hochland & Dschungel

16-tägige Rundreise. Höhepunkte:

Colombo, Marawila,Chilaw, Anuradhapura,

Sigiriya, Polonnaruwa, Dambulla,

Kandy, Digana, Nuwara Eliya, Unawatuna.

Dt.-spr. RL, Ü/F ab 2.390 € p.P. im

DZ, inkl. Flug und Transfers. Urlaub &

Natur, Tel. +49 (0)721-9463616,

www.urlaubundnatur.de

Perle im indischen Ozean

12-tägige Erlebnisreise. Höhepunkte:

Colombo, Dumballa, Anuradhapura,

Pinnawela, Teeplantagen, Yala-Nationalpark.

Dt.-spr. RL, Ü/F ab 2.658 € p.P.

im DZ, inkl. Transfers. Meier’s Weltreisen,

Tel. +49 (0)69-95885929,

www.meiers-weltreisen.de

Beschwerlicher Aufstieg zur Königsstädte Sigiriya: Bei brütender Hitze mühen

sich Touristen und Einheimische die engen Eisentreppen hinauf

Touristen und Einheimischen überhaupt

möglich?

Eintrittsgebühren von bis zu

30 US-Dollar

Zu jenen Sehenswürdigkeiten mit

den höchsten Eintrittspreisen für

Ausländer zählt in Sri Lanka die

einstige Königsstadt Sigiriya, die

auf einem 200 Meter hohem Fels

angelegt ist und zum Weltkulturerbe

der UNESCO gehört. Waren

es noch vor wenigen Jahren 25

US-Dollar, so zahlt man heute bereits

30. Viele Touristen fühlen sich

geneppt, was sowohl an den Reaktionen

vor Ort als auch in diversen

Internet-Foren erkennbar ist. Vielleicht

ließe sich die kontinuierliche

Preiserhöhung damit rechtfertigen,

dass die Instandhaltung der Anlage

ob der steigenden Besucherzahlen

mit immer höheren Kosten verbunden

ist. Oder mit den strengen

Regeln der UNESCO zum Schutz

und Erhalt ihrer Welterbestätten.

Jedoch klagen selbst die Souvenirverkäufer

vielerorts über die überhöhten

Eintrittspreise für Touristen,

denn für ihre aus Holz geschnitzten

Elefanten wollen die meisten dann

nämlich kein Geld mehr ausgeben.

Tourguide Rohan redet viel und

gerne über sein Land, niemals

spricht er schlecht über seine Landsleute,

was ja auch verständlich ist:

Sri Lanka ist wunderbar grün, landschaftlich

vielfältig, hat atemberaubende

Strände und muss sich auch

kulinarisch nicht verstecken. Macht

man nur einen winzigen Schritt

abseits der Touristenpfade, wird

man mit ehrlicher Herzlichkeit und

Gastfreundschaft belohnt. Unsere

Fragen zu den nicht vereinbarten

Tourstopps oder zu den überhöhten

Preisen für Touristen lässt Rohan

unterdessen unbeantwortet. Als die

vier Tage um sind, bringt er uns

zurück zum Hotel. Dort haben inzwischen

neue Gäste eingecheckt,

potenzielle Kunden für Rohan. Der

will aber jetzt erst einmal ein paar

Tage mit seiner Familie verbringen,

sagt er. Fernab von Gewürzgärten

und Ananasbauern, denken wir.

28 www.inasien.de

Ausführliche Reiseinformationen, Visabestimmungen,

Gesundheitshinweise und aktuelle Kurse asiatischer Währungen

finden Sie unter www.inasien.de

05/2013


Spezial – China

CHINA-SPEZIAL

Kultur und Natur hautnah erleben

Im Zweiten Weltkrieg war sie wichtigste Nachschubslinie der Alliierten von Indien nach China,

die sogenannte Burmastraße in der Südwestprovinz Yunnan. Was Sie alles in diesem touristisch

unerschlossenen Teil Chinas sehen und erleben können, darüber berichtet unser Autor Volker Häring.

Hektischer und lauter lebt es sich in Guangzhou: Ganze Viertel werden im ehemaligen Kanton aus dem

Boden gestampft. Doch zwischen den architektonischen Beweisen gewaltiger Wirtschaftskraft finden

sich immer wieder auch kärgliche Bauernhütten und opulente Tempel. Wenn man so will, war das

Yangzi-Delta, die dritte Etappe unseres Spezials, eine Boomregion des „alten“ Reiches der Mitte. Noch

heute zeugen Wasserdörfer und Gartenstädte davon, in denen sich mächtige Mandarine prunkvolle

Villen und verspielte Privatgärten errichten ließen.

INHALT

Südwest-China: Entlang der Burmastraße .............. 30

Brodelndes Stadtleben: Guangzhou ............................ 36

Yangzi-Delta: Wasserdörfer & Gartenstädte ...... 42

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29


Spezial – China

Südwestchina – Yunnan

Burmastraße 2.0

Die legendäre Burmastraße, im Zweiten Weltkrieg wichtigste Nachschubslinie der Alliierten

von Indien nach China, ist heute nur noch eine unbedeutende Nebenroute in Chinas

Südwestprovinz Yunnan. Eine Reise entlang der alten Burmastraße ist heute eine Reise in ein

meist touristisch unerschlossenes China

„W

illkommen am Ende der Welt!“ So

müsste die Infotafel am östlichen

Stadtrand von Kunming eigentlich

lauten, dort, wo bis vor wenigen

Jahren die Burmastraße endete.

Stattdessen prunkt ein massives

Steinrelief mit Szenen von muskulösen

Bauarbeitern und pittoresken

ethnischen Minderheiten an einem

steilen Berghang, kurz nachdem

die Zubringerstraße in einen grotesk

großen Parkplatz mündet. Zur

eigentlichen Burmastraße, jener

legendären Militärstraße, die den

Ausgang des Zweiten Weltkriegs in

Asien wesentlich beeinflusste und

die auf Relief besungen wird, gibt

es keine direkte Verbindung. Wer

30

www.inasien.de

05/2013


Spezial – China

Zwischenstation, Anning, neben

einem weniger reizvollen Stahlwerk,

auch gut erschlossene Thermalquellen

zu bieten hat. Badeenthusiasten

und Erholungssuchende aus dem

40 Kilometer entfernten Kunming

pilgern in den Ort mit dem schönen

Namen „Heiße-Quellen-Dorf“

(Wenquan Zhen) und genießen das

angenehm temperierte Heilwasser.

Und das, je nach Budget, im öffentlichen

Badehaus oder im stilvollen

Fünf-Sterne-Resort.

Kurz hinter Anning trennt sich

dann die Trasse der alten und der

neuen Burmastraße. Während die

Autobahn durch Tunnel und über

Viadukte den direkten Weg in

Richtung Westen nimmt, folgt die

historische Burmastraße der natürihr,

oder dem, was von ihr noch

übrig ist, ohne ein paar Kilometer

Umweg folgen möchte, muss sich

durch einen kleinen Wald quälen,

unter einem Zaun durchkriechen

und folgt dann den Spuren einer der

imposantesten Straßen der Welt.

Eine Straße, die heute an vielen Orten

fast nur noch von Traktoren und

Motorrädern befahren wird.

Die historische Burmastraße

Vor knapp 80 Jahren sah das ganz

anders aus. Zwischen 1937 und

1938 von mehr als 200.000 meist

chinesischen Arbeitern erbaut, sicherte

die 1.154 Kilometer lange

Burmastraße den Nachschub an

Versorgungs- und Militärgütern

für die chinesischen Truppen im

Kampf gegen die japanische Besatzungsmacht.

Mehrere LKW-Konvois

täglich quälten sich die unendlich

erscheinenden Serpentinen

zwischen dem burmesischen Lashio

und Kunming, der Hauptstadt der

chinesischen Provinz Yunnan, rauf

und runter. Allein auf dem 420 Kilometer

langen Teilstück zwischen

Xiaguan und Kunming steigt die

Straße viermal auf knapp 3.000

Meter Höhe, um sich dann wieder

in mehr als 1.000 Höhenmeter

tiefere Täler zu winden. Gute vier

Jahre lang hatte diese Verbindung

Bestand, bis japanische Truppen

1942 Burma besetzten und damit

den Nachschub von Mandalay nach

Lashio unterbrachen. Die Alliierten

versorgten die chinesischen

Truppen in den Folgejahren mit

der „Hump“ genannten Luftbrücke

zwischen Kalkutta und Kunming.

Erst mit der Fertigstellung

der sogenannten Ledo-Straße von

Assam nach Lashio wurden die

Nachschublieferungen auf der Burmastraße

wieder aufgenommen.

Noch bis in die 1990er Jahre

verlief der Verkehr von Kunming

in Richtung burmesischer Grenze

auf der historischen Burmastraße,

die, kaum verändert, den rauen

Südwestabschnitt der chinesischen

Staatsstraße 320 darstellte. Mit

dem Bau der Schnellverbindung

Kunming – Ruili verlagerte sich der

Fernverkehr auf diese nicht minder

spektakuläre Autobahn. Nach fast

80 Jahren hatte die Burmastraße

ihre Bedeutung verloren.

Auf den Spuren der

Geschichte

Für Reisende, die sich auf die Spuren

der alten Burmastraße begeben

wollen, ist dies eine gute Nachricht.

Vor allem Radfahrer werden auf

der in weiten Abschnitten äußerst

verkehrsarmen Straße ihren Spaß

haben. Aber auch die Reise in lokalen

Busen entlang der alten Burmastraße

hat ihren, wenn auch relativ

ungefederten Reiz. Da trifft es sich

gut, dass die erste sich anbietende

Keine Macht den Drogen!, fordert ein Plakat am Straßenrand. Die Burmastraße

war und ist immer noch Schmuggelroute für Rauschmittel

Erbe des

mächtigen

Nanzhao-Reiches

(705-902) sind die

drei Pagoden in

Dali. Der in seiner

Unabhängigkeit

von tibetischen

Bergstämmen

unterstützte

Staat besaß

reiche Gold- und

Salzvorkommen

05/2013

www.inasien.de 31


Spezial – China

Entlang der historischen „Teestraße“, die vielerorts parallel zur Burmastraße verläuft, zeugen gut erhaltene Altstädte von

ihrer glanzvollen und ruhmreichen Vergangenheit. Mittig der Stadtturm in Xiangyun

lichen Topographie. Zwischen Anning

und Chuxiong liegen mehrere

spektakuläre Passstraßen und einige

touristisch kaum erschlossene,

aber dennoch äußerst interessante

Orte. In der Nähe der Kreisstadt

Lufeng steht ein kleines aber feines

Dinosaurier-Museum, das unter

anderem vier komplette Dinosaurier-Skelette

beherbergt. Und gut

50 Kilometer westlich von Lufeng

zweigt eine unscheinbare Nebenstraße

nach Heijing ab, eine über

Jahrhunderte hinweg bedeutende

Handelsstadt und Salzmetropole,

die sich bis heute ihre traditionelle

Architektur erhalten konnte.

Durch das Land der Yi

Kurz hinter der Abzweigung nach

Heijing folgt die Straße einem

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05/2013


Spezial – China

Flusslauf und die Landschaft wird

lieblicher. Man kann sich vorstellen,

wie vor 70 Jahren die LKW-

Fahrer durchschnauften, als sie

diesen Abschnitt der Burmastraße

erreicht hatten. Frühere Reisende

jedoch lief in dieser Gegend eher

der Schauer den Nacken hinunter,

denn kurz vor Chuxiong begann

das Land der Yi, einer kriegerischen

Volksgruppe, die in diesen

Teilen Yunnans aufgrund ihrer

regelmäßig geführten Beutezüge

Angst und Schrecken verbreiteten.

„Sei brav, sonst holen Dich die Yi!“

ist so auch immer noch ein Spruch,

mit denen Eltern ihre Kinder zu

Folgsamkeit anhalten.

Seit Mitte der 1950er Jahre sind

die Gebiete befriedet und die Yi

integriert. Ihre fast an naive Kunst

erinnernde Häuserbemalung bildet

einen dick aufgetragenen Farbtupfer

in der von Grüntönen dominierten

subtropischen Mittelgebirgslandschaft.

In Chuxiong, der Hauptstadt

des autonomen Kreises der

Yi, kreuzt nicht nur die Autobahn

wieder die historische Burmastraße.

Von hier bis ins 250 Kilometer

entfernte Dali hat den Reisenden

auch das moderne China wieder

eingeholt. Nicht nur die Autobahn

schraubt sich in beeindruckenden

Viadukten über die Berge, auch

der alten Burmastraße, die hier als

wichtige lokale Verbindungsstraße

dient, hat das Straßenbauamt eine

neue Asphaltdecke spendiert. Kurz

hinter der historischen Handelsmetropole

Xiangyun, deren restaurierte

Altstadt durchaus einen Zwischenstopp

wert ist, schwingt sich

die Burmastraße in weiten, schier

endlosen Serpentinen noch einmal

fast 1.000 Meter in die Höhe, ehe

der Blick auf den Erhai fällt, einen

von bis zu 4.200 Meter hohen Bergen

umgebenen Bergsee.

In Xiaguan, der modernen Verwaltungsstadt

am Erhai kreuzt die

Burmastraße die historische Teestraße,

die die Teegebiete im Süden

Yunnans mit Lhasa verband. Gut

zehn Kilometer nördlich ist das

Ochsenkraft und Schweiß statt PS. In vielen Ortschaften wird Landwirtschaft

noch wie vor 100 Jahren betrieben

Einst Militärstraße und wichtige Verkehrsverbindung zwischen Myanmar und

China, ist die historische Burmastraße heute oft eine kaum genutzte Nebenroute

historische Städtchen Dali, einst

Hauptstadt des mächtigen Nanzhao-Reiches,

das zwischen dem 8.

und dem 13. Jahrhundert neben

dem heutigen Yunnan auch Teile

Südostasiens beherrschte. In den

1990er Jahren vor allem Backpackerhochburg,

zieht Dali heute vor

allem chinesische Touristen an. Seine

restaurierte Altstadt und die wiederaufgebaute

Stadtmauer sind aber

immer noch einen Abstecher wert.

Schussfahrt zum Mekong

Kurz hinter Xiaguan zwängt sich

die Burmastraße in ein enges Sei­

Holprige Angelegenheit: So manche

Ortsdurchfahrt entlang der Burmastraße

besitzt noch das alte Straßenpflaster

vergangener Zeiten

05/2013

www.inasien.de 33


Spezial – China

Malerischer Bergsee: Bei Dali erreicht die Burmastraße den Erhai und damit das Zentrum des ehemaligen Nanzhou-

Reiches mit seinen vielen historischen Tempeln und Palästen

tental, das steil in Richtung Mekong

abfällt. Gut 1.000 Höhenmeter

verliert die Straße, ehe sie

bei Wayao den Mekong überquert.

In spektakulärer Berg- und Talfahrt

geht es in das Nebental zum

Salween. Während die eigentliche

Burmastraße über Longling, einst

letzte Bastion gegen die einfallenden

japanischen Truppen, in

Richtung Ruili führt, empfiehlt sich

ein kleiner Umweg nach Norden.

Tengchong, eine in den Bergen

gelegene Kreisstadt, war eine bedeutende

Station an der südlichen

Seidenstrasse. Im Zweiten Weltkrieg

war in Tengchong eine Staffel

der „Flying Tigers“ stationiert, die

von hier aus Luftangriffe gegen die

japanischen Stellungen in Südostasien

führte. Die Altstadt wurde im

Zweiten Weltkrieg bei Kämpfen

zwischen den japanischen Besatzern

und einheimischen Widerstandkräften

beinahe vollkommen

zerstört; Teile davon wurden in den

letzten Jahren jedoch rekonstruiert

und sind nun, zusammen mit

dem vor allem von Überseechinesen

bewohnten traditionellen Dorf

Heshun, die Sehenswürdigkeit der

Region. Das „Meer der Hitze“, eine

Ansammlung von Thermalquellen

und Geysiren, der im Norden der

Stadt gelegene Vulkanpark und

der daoistische Yunfeng-Tempel

sind weitere lohnenswerte Ausflugsziele,

ehe es dann vorwiegend

Mangels Verkehr nutzen die ortsansässigen Bauern heute auch gerne die

Burmastraße zum Trocknen ihres Getreides

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Ausführliche Reiseinformationen, Visabestimmungen,

Gesundheitshinweise und aktuelle Kurse asiatischer Währungen

finden Sie unter www.inasien.de

05/2013


Spezial – China

Reiseangebote

Burmastraße / Yunnan

Yunnan und Myanmar – Auf der

„Old Burma Road“ ins goldene Land

23-tägige Rundreise. Höhepunkte:

Kunming, Zhongdian, Lijiang, Lugu See,

Dali, Baoshan, Tengchong, Ruili, Muse,

Lashio, Pyin Oo Lwin, Mandalay, Bagan,

Yangon. Dt.-spr RL, Ü/F ab 3.995 € p.P.

im DZ, inkl. Flug und Transfers.

Auf und Davon Reisen,

Tel. +49 (0)2261-501990,

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Ehemals in ganz Yunnan gefürchtet, fällt die Volksgruppe der Yi heute vor allem

durch die bunte Bemalung ihrer Häuser auf

bergab in den äußersten Südwesten

Chinas geht. nach Ruili.

Kleiner Grenzverkehr und

ein abschließendes Bad

Ruili, die boomende Grenzstadt

auf chinesischer Seite, lange Zeit

als Sodom und Gomorra Chinas

verschrieen, als Boomstadt für

Abenteurer, Drogenschmuggler

und Zuhälter, gibt sich heutzutage

einen seriösen Anstrich. Die breiten,

von mehrstöckigen modernen

Gebäuden gesäumten Boulevards

reichen bis an die Grenze, die durch

ein breites, mit rot-weißen Kacheln

verziertes Tor markiert wird. Es

herrscht ein reger kleiner Grenzverkehr,

Burmesen und Chinesen

können die Grenze ohne große Formalitäten

überqueren. So einfach ist

es für westliche Besucher allerdings

nicht. Während die chinesischen

Grenzer nur einen kurzen Blick auf

Pass und Visum werfen, braucht es

mehr als zwei Stunden und mehrere

„Geschenke“ an die entsprechenden

burmesischen Grenzbeamten, um

nach Burma einzureisen.

Entlang der knapp 200 Kilometer

langen Strecke nach Lashio, die

sich zumeist in Serpentinen die

grünen Hügel hinauf und hinunterzieht,

Kehren, die so eng sind, dass

schwere Trucks mehrmals hin- und

her rangieren müssen, um sie zu

passieren, gibt es noch zwei sogenannte

„Checkpoints“. Offiziell

sucht man hier nach Schmuggelware

und Drogen, inoffiziell geht

es auch hier nur um die Höhe der

Bestechungssumme.

Nach knapp sechsstündiger Fahrzeit

erreicht man Lashio, die erste

größere Stadt auf burmesischer

Seite. Während des zweiten Weltkrieges

war sie einer der strategisch

wichtigsten Punkte Burmas.

Die Burmastraße und die infolge

der Besetzung Burmas durch japanische

Truppen im März 1942

als Verbindungsstraße zwischen

Indien und China projektierte Ledo-Straße

führten hier zusammen.

Heute planen die Regierungen Chinas

und Myanmars, die bestehende

Eisenbahnlinie von Lashio in die

VR China und weiter über Dali

nach Kunming zu verlängern.

Neben dem ohnehin florierenden

Drogenhandel gewinnt auch der

legale Handel zwischen den beiden

Nachbarstaaten an Bedeutung.

Die chinesische Präsenz in Lashio

ist auch heute schon nicht zu übersehen.

Etwas außerhalb der Stadt

liegen die einzig ausgewiesenen

Touristenattraktion der Stadt: heiße

Quellen. Dies hat sich anscheinend

auch bis über die Grenze herumgesprochen,

die lingua franca beim

abendlichen Bad ist eindeutig Chinesisch:

Die Quellen bestehen aus

zwei Natursteinbecken, über die

eine wackelige Holzbrücke führt.

Einige Fackeln weisen den Weg zu

Yunnan – Faszination Südchina

10-tägige Rundreise. Höhepunkte:

Kunming, Dali, Lijiang, Jade-Drachen

Schnee-Berg, Shangri-La, Kunming.

Dt.-spr. RL, Ü/F ab 1.968 € p.P. im DZ,

inkl. Transfers. Asia Select,

Tel. +49 (0)911-580510, www.asia-select.de

Old Burma Road

16-tägige Privatrundreise. Höhepunkte:

Kunming, Shangri-La (Zhongdia), Lijiang,

Dali, Baoshan, Tengchong, Ruili, Muse,

Lashio, Hsipaw, Mandalay, Amarapura.

Dt.-spr. und Engl-spr. RL, Ü/F Termine

und Preise auf Anfrage, inkl. Transfers.

Reisefieber, Tel. +49 (0)6021-3065-30,

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den etwa 45 Grad warmen Becken.

Am Ufer treffen sich lokale Familien

zum Picknick, von mehreren

Holzkohlegrills weht der Geruch

von gut gewürztem Fleisch hinüber.

Das Wasser in dem etwa 1,50

Meter tiefen Becken hat genau die

richtige Wärme, um sich von der

beschwerlichen Reise entlang der

Burmastraße zu erholen.


Volker Häring

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Spezial – China

China – Guangzhou

Intensiv, industriell, entdeckenswert

In der Stadt Guangzhou werden ganze Viertel im Handstreich aus dem Boden

gestampft. Doch die Stadt voll berstender chinesischer Wirtschaftskraft beherbergt

auch Bauernhütten und alte Tempel. Und zwischen unablässigem Produzieren und

fiebrigem Bauen finden sich kleine Ruhepole, in denen sich die Schaffenskraft der

Bewohner auf die einfachen Dinge des Lebens richtet

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05/2013


Wang Ju weiß, dass seine Welt

eine Blase ist, vielerorts bereits

geplatzt: ein intakter,

konstanter Mikrokosmos inmitten

ständiger Veränderung. Das Kleine

inmitten des Großen. Eine Oase am

Rande einer Stadt, die etwa zehnmal

so groß ist wie Hamburg, deren

genaue Ausmaße aber schwer zu

bestimmen sind, da sie fließend in

die nächsten Metropolen übergeht.

Wenn der Bauer seine Bananen

pflückt, sich die Stauden auf die

Schultern wuchtet und die Reihen

aus Bananenbäumen entlang

schreitet, dann sieht er hinter den

Staudenwipfeln die Hochhäuser

und hört hinter den breiten Blättern

die Schiffe, die auf den zahllosen

Verästelungen des Perlflusses kreuzen.

Bedroht fühlt Wang Ju sich davon

nicht. „Ich mag die Stadt“, sagt

er, „und ich mag meine Felder und

Bäume. Es sind die Gegensätze, die

das Leben interessant machen.“

Die Gegensätze, an denen er sich

erfreut, sind es auch, die Besucher

aus aller Welt nach Guangzhou

locken. Guangzhou ist eine Stadt,

deren Reisezielqualitäten sich nicht

sofort offenbaren, deren viele Gesichter

aber, sobald erkundet und

erspürt, ein Mosaik aus vielfältigen,

reizvollen Bestandteilen bilden.

Die Mega-Metropole ist der

Dreh- und Angelpunkt einer der

sich wirtschaftlich am schnellsten

entwickelnden Regionen der Welt

und kann auf unwissende Besucher

abschreckend wirken. Im Zentrum

des Perlflussdeltas scheint die Luft

vor Tatendrang und Möglichkeiten

zu vibrieren. Hier spucken die Maschinenräume

tausender multinationaler

Unternehmen unaufhörlich

Industriegüter in die Welt hinaus,

hier tummeln sich auf Asiens größtem

Messegelände jedes Jahr mehr

Besucher als auf jeder anderen Imund

Exportmesse Chinas. Das ist

das laute, das mächtige Guangzhou,

in dem Internationalität und

Erfolgsstreben in einem riesigen

Kessel brodeln.

Beton neben Erde

Daneben gibt es aber auch das sanfte

Guangzhou, etwa auf Changzhou:

eine knapp 12 Quadratkilometer

große Insel im Osten der Stadt. Von

der Guangzhou University Town

mit insgesamt zehn Hochschulen

auf engstem Raum führt eine Brücke

auf die mit Kulturdenkmälern

und Sehenswürdigkeiten vollgestopfte

Insel. Sie beherbergt zwei

alte Werften, persische Gräber und

die Whampoa-Militärakademie,

die von 1924 an führende Kommandeure

der chinesischen Kriege

des 20. Jahrhunderts ausbildete und

heute ein Museum ist. Des weiteren

langgezogene Uferpromenaden,

die zu Fuß oder mit dem Fahrrad

erkundet werden können, kleine

Gassen, die zwischen alten Ziegelsteingemäuern

hindurch führen,

Fischerboote und größere Schiffe,

eine subtropische Landschaft, die

sich über bewaldete Hügel zieht.

Und Bauern wie Wang Ju, die ihre

schmalen Äcker pflügen – ohne

automatisierte Produktionsstraßen,

sondern mit ihren erdigen Händen.

„Erde ist Leben“, sagt Wang Ju,

während eine frische Brise durch

sein spärliches Haar weht. Erneut

wendet sich sein Blick den über

den Bäumen gerade so auszumachenden

Hochhäusern und Kränen

zu. „Das alles liegt hinter dem

Wasser“, sagt er, „in einer anderen

Welt. Manchmal habe ich das Gefühl,

als gehörte ich in ein anderes

Zeitalter.“

Das Zeitalter, das Guangzhou fest

in seinem Griff hält, ist zweifelsfrei

das der Moderne. In den Stadtbezirken

Zhujiang New Town und Tianhe,

dem „Himmelsfluss“, der vor 30

Jahren vorwiegend aus dörflichen

Anwesen und Reisfarmen bestand,

reihen sich heute Bürotürme wie

das schillernde, 438 Meter hohe

Guangzhou International Finance

Centre sowie Wohnblocks mit 30

oder 40 Etagen auf. Der weiblichelegant

anmutende Fernseh- und

Aussichtsturm Canton Tower, benannt

nach dem nunmehr veralteten

Namen der Stadt, ragt inmitten all

der harten, unnachgiebigen Konturen

ähnlich einer langgestreckten

Sanduhr gar 600 Meter in den

Himmel. Zu seinen Füßen gleiten

Spezial – China

Landwirtschaft auf Changzhou Island: Ein Ruhepol

inmitten ständiger Veränderung

05/2013

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Spezial – China

In Stadtbezirken wie Zhujiang New Town und Tianhe erheben sich Wohnblocks mit 30 oder 40

Etagen in den Himmel - und es wird fleissig weitergebaut

abends Touristenschiffe vorüber,

genauso bunt erleuchtet wie viele

der Hochhäuser. Ein farbenfrohes

Meer aus Stahl, Glas und Licht.

Die Bewohner der

Wasserstrassen

In Xiaozhou Village dagegen, einer

jahrhundertealten kantonesischen

Siedlung, dem heutigen kulturellen

Zentrum Guangzhous, herrschen

Stein und Holz über Beton. In den

schmalen Passagen ist kein Platz

für hektisches Treiben. Zwischen

von Bäumen überhangenen, etwas

muffigen Kanälen, niedrigen,

ländlichen Häusern, mit Austernschalen

gespickten Mauern und

kurzen, geschwungenen Brücken

aus verschiedenen Dynastien offenbart

sich eine weitere Wesensart

der Stadt. Die Aura von Althergebrachtem

und Kreativität veranlasst

Künstler, sich an den vielen kleinen

Wasserstraßen niederzulassen und

die Pinsel oder Stifte zu zücken,

während rundherum zarte Grashalme

sich ihren Weg zwischen

Gehwegplatten und Dachschindeln

hindurchbahnen und scheinbar seit

Ewigkeiten unangetastete Fassaden

mit unendlicher Langsamkeit vor

sich hin bröckeln.

Hinter einer dieser Fassaden

stellt Li Shiwei in einer kleinen

Werkstadt Krüge und Schalen her.

Konzentriert beugt er sich über die

Töpferscheibe und formt den Ton,

seine langen Haare mit einem farbenreichen

Tuch bändigend. Dabei

liegt auf seinen Lippen ein ständiges

Lächeln, das auf die Freude hindeutet,

die ihm die Arbeit bereitet.

„Nachdem der Ton gebrannt und

gehärtet wurde, wird meine Frau

ihn bemalen“, erklärt er ohne aufzusehen

mit bleibendem Lächeln

auf den Lippen. Umgerechnet etwa

200 Euro verdienen die beiden. Mal

mehr, mal weniger, je nachdem, wie

die Geschäfte gehen. In einer Stadt

wie Guangzhou ist das nicht viel,

genügt aber dem, der nicht danach

strebt, sich ihren vielen Verheißungen

hinzugeben. „Unser Leben

ist einfach“, sagt Li Shiwei. „Und

obgleich die Preise steigen, sind

einfache Dinge noch immer günstig

genug.“ Gelegentlich setzen sie

sich in ein Café oder besuchen eine

Ausstellung. Mehr Luxus brauchen

sie nicht.

Xiaozhou Village ist nur ein Altstadtviertel

von vielen. Auf dem

lebhaften Marktplatz von Shiji

Village offerieren Händler seit

jeher traditionelle Ingwermilch

und Fischreis. In Julong Village

erstrecken sich zwei Zeilen alter

Banyan-Bäume beiderseits eines

gemächlichen Flusses, und knapp

20 Gebäude aus der späten Qing-

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05/2013


CHINA –

IM REICH DER DRACHEN

UND DÄMONEN

BUS-/BAHN-/FLUG-/SCHIFFSRUNDREISE

Im Schatten des Yangzi

„Es sind die Gegensätze, die das Leben interesssant

machen“, sagt Bauer Wang Ju. An ihnen mangelt es der

Stadt Guangzhou tatsächlich nicht

10 Nächte

Inklusive: Flug ab/bis Deutschland, Zug zum Flug, Verpflegungspaket,

hochwertiger Reiseführer

Pro Person im Doppelzimmer ab € 1.749

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05/2013

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Spezial – China

Dynastie präsentieren sich als Fotomotive.

Noch viel ältere Gebäude

und den Guangyu-Tempel, der seit

über einem halben Jahrtausend die

Spiritualität seiner Besucher mit

seinen Gemäuern aufgesaugt und

Wind und Wetter trotzt, bietet Qiangang

Village, 40 Kilometer außerhalb

des Zentrums. Doch selbst

der Guangyu-Tempel wirkt wie ein

Jüngling im Vergleich zur Blumenpagode,

einem Turm im „Tempel

an den sechs Banyan-Bäumen“, der

seit schwindelerregenden tausend

Jahren einen großartigen Ausblick

aufs Umland bietet und mit 57

Metern noch immer das höchste

Sakralgebäude der Region ist.

Eleganz des Alten

und des Neuen:

links der Canton

Tower, rechts

die Pagode des

Tempels der Sechs

Banyanbäume

Entdeckenswertes zwischen

Hochhausschluchten

Dicht an die Metropole gedrängt

wechselt sich auf der Insel Shamian,

einer kaum tausend Meter langen

Sandbank im Perlfluss, vieles ab,

was hilft, den Trubel zu vergessen

und den Feierabend zu genießen:

koloniale Prachtbauten, von den

Briten und Franzosen im 19. Jahrhundert

errichtet, dazwischen bunte

Blumenbeete, drum herum winzige

Wälder mit seltsamen Bronzestatuen

und Wiesen mit Parkbänken,

Restaurants und ein Bootsverleih.

Hier schießen frisch Vermählte

ihre Hochzeitsfotos, treffen sich

Senioren für einen Spaziergang,

verschaffen sich Studenten einen

Eindruck von europäischer Architektur.

Die pseudogotische Kirche

der Lady of Lourdes, das neoklassische

Guangdong Victory Hotel,

die viktorianisch angehauchte

frühere britische Botschaft, das

Postamt mit seinen Rundbögen und

Säulengängen – sie alle fügen eine

weitere, eine europäische Ebene zur

vielschichtigen Stadt hinzu.

So wie hier in klar abgesteckten

Grenzen europäische Kultur

zelebriert wird, so verteidigt die

Anlage des Chen Family-Tempels

mit ihren neun Hallen und sechs

Innenhöfen mitten in der Stadt

ihren Platzanspruch gegen herandrängende

Hochhäuser und liefert

mit ihrer umfassenden Sammlung

südchinesischer Kunstgegenstände

(Schnitzereien, Porzellan, Gips und

Eisengravuren) einen Einblick in

die chinesische Kultur. Drum herum

werkelt derweil alles zielsicher

weiter in Richtung Zukunft: emsig,

ernsthaft, erfolgsorientiert. Ohne

dabei aber gänzlich das Urige, das

Ulkige zu verdrängen. New York

grüßt seine Besucher mit der Freiheitsstatue

und Paris lockt sie auf

den Eifelturm. Das Wahrzeichen

von Guangzhou ist weder eine elegante

Statue oder ein Turm, noch

ein Hochhaus oder eine andere,

den Himmel küssende Konstruktion,

sondern ein übergroßes Granitdenkmal

mit fünf Ziegenböcken.

Der Legende nach ritten einst fünf

himmlische Wesen auf den Ziegen

zur Erde hinab, jede mit Reis im

Maul. Die Menschen verstanden

dies als Versprechen, dass sie niemals

unter einer Hungersnot leiden

müssten. Seither waren die Ernten

üppig, und Guangzhou, von Chinesen

auch yángchéng (Ziegenstadt)

genannt, wurde zu einer der wohlhabendsten

Städte im Reich.

310 Meter Energieeffizienz

Heute gründet sich dieser Wohlstand

nicht mehr auf Reis. Reisfelder

gibt es im Zentrum schon

lange nicht mehr. Das Natürliche

ist dem ewig Verbrauchenden gewichen.

Doch während neue Hochhäuser

gen Himmel rasen, Fabriken

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05/2013


Spezial – China

Kanäle, Brücken, kleine Gassen, Beschaulichkeit. Xiaozhou Village gilt als das

kulturelle Herz Guangzhous

neue Gummimatten, Kunstledertaschen

und Plastikspielzeuge ausliefern,

der Smog an manchen Tagen

durch die Straßen wabert und den

Himmel grau färbt, beweist die

Stadt auch im Streben nach Größerem

ihren Facettenreichtum. Sie

beweist, dass es auch ein grünes

China gibt, eines, das sich seiner

Verantwortung bewusst ist und sich

ihr stellen möchte – symbolisch und

tatsächlich: Der Pearl River Tower,

ein 310 Meter hoher Büroturm mit

71 Etagen im Stadtteil Tianhe, ist

einer der energieeffizientesten Wolkenkratzer

der Welt und gilt als Paradebeispiel

für nachhaltiges Bauen.

In der aerodynamischen Außenfassade

lässt die äußere Glasschicht

die Sonnenhitze durch, die innere

wehrt sie jedoch ab. Die Warmluft

wird somit eingefangen und steigt

durch den Hohlraum nach oben zu

Wärmeüberträgern. Und durch zwei

große Öffnungen an der Außenseite

wird der Winddruck abgebaut:

Die Fassade zieht sich nach innen,

beschleunigt den Wind und geleitet

ihn ins Gebäudeinnere, wo ihn

vertikale Turbinen geräuschlos und

für Vögel ungefährlich zu Energie

für Klimaanlagen, Heizungen und

vieles mehr umwandeln. Sodann

wird der Wind in die Lüftungsanlage

des Turms umgeleitet, wo die

Luft zwischen Böden und Decken

hindurch strömt, Büros kühlt und

den Bedarf an Klimaanlagen senkt.

Weil Sonnenkollektoren an der Fassade

zusätzlichen Strom beisteuern

und Solarpanele Wasser erwärmen,

ist der „grüne Riese“ nicht nur

energieautark, sondern produziert

sogar mehr Energie als benötigt.

Der überschüssige Strom wird in

das städtische Netz eingespeist.

„So müsste es überall sein“, sagt

Wang Ju. „Die Schlipsträger machen

da oben ihre abgehobenen

Geschäfte, ohne uns gewöhnliche

Erdenbürger hier unten zu behelligen.“

Als er das erste Mal von dem

Turm und seinen einzigartigen Fähigkeiten

gehört hat, konnte er nur

ungläubig mit dem Kopf schütteln.

„Wer soll das noch begreifen?“,

fragt er, sucht aus den grünen Stauden

eine halbwegs reife Banane hervor,

reißt sie ab und schält sie. „Das

Teil ist nun schon seit zwei Jahren

fertig, aber noch immer konnte mir

niemand erklären, wie es möglich

ist, dass so ein großer Haufen

Beton und Glas nicht die Umwelt

schädigt.“ Mit einem einzigen Biss

verschwindet die halbe Banane in

seinem Mund. „Wenn das wirklich

stimmt“, sagt er, und nun sind seine

Worte kaum zu verstehen, „dann ist

es nicht weniger als ein Wunder.“

Dann verschwänden die Gegensätze

von Wirtschaft und Natur vielleicht

eines Tages, dann bildeten sie

vielleicht irgendwann ein Ganzes.

Und was ist mit den Gegensätzen,

die das Leben interessant machen?

Wang Ju lacht. „Darüber mach dir

keine Sorgen. An denen wird es

Guangzhou nie mangeln.“

Erik Lorenz

Solange er die Preise für die alltäglichen Dinge bezahlen

kann, möchte Li Shiwei an seinem Leben nichts ändern

Reiseangebote

Guangzhou

Guangzhou / Kanton

4-tägige Rundreise. Höhepunkte: Shamian

Insel mit Kolonialarchitektur, Grab des

Nanyue Königs, Dim-Sum-Abendessen,

Welterbe Dialou bei Kaiping. Dt.-spr RL,

Ü/F ab 250 € p.P. im DZ, inkl. Transfers.

Feel China, Tel. +49 (0)40-300337560,

www.feelchina.de

Südchinas Perlen

15-tägige Rundreise. Höhepunkte: Guilin,

Reisterrassen, Yangshuo, Kaiping, Kanton,

Macau, Hong Kong. Dt.-spr. RL, Ü/F/M ab

2.279 € p.P. im DZ, inkl. Flug und

Transfers. China Tours,

Tel. +49 (0)40-819738-70,

www.chinatours.de

Best of China

16-tägige Erlebnisreise. Höhepunkte:

Beijing, Badaling, Zhengzhou, Luoyang,

Xi’an, Chingqing, Shanghai, Guilin, Hong

Kong. Dt.-spr. RL, Ü/F/M ab 4.718 € p.P.

im DZ, inkl. Flug und Transfers. Meier’s

Weltreisen, Tel. +49 (0)69-95885929,

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05/2013

www.inasien.de 41


Spezial – China

Zeitreise ins Yangzi-Delta

Von Wasserdörfern und Gartenstädten

Die Region ist das unumstrittene Zentrum des Reichs der Mitte. Wir schreiben das frühe 13.

Jahrhundert, die Südliche Song-Dynastie (1132-1276) steht in voller Blüte. Die Wirtschaft

boomt, Literaten tauchen ihre Pinsel ins Yangzi-Wasser und prestigebewusste Mandarine

schaffen sich mit prunkvollen Privatgärten ihr eigenes Universum

42

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05/2013


Der Kaiserkanal, seit dem 6. Jahrhundert

wichtige Wasserstraße zwischen

Nord- und Südchina, wurde

einst durch viele Seitenkanäle

im Delta ergänzt, die sowohl der

Schifffahrt als auch zur Bewässerung

der Reisfelder dienen. In

Hangzhou, Suzhou und dem damals

bereits aufstrebenden Shanghai versammelte

sich die wirtschaftliche

und kulturelle Elite des Landes.

Mit dem Einmarsch der Mongolen

Ende des 13. Jahrhunderts verlagert

sich das Machtzentrum Chinas wieder

nach Peking. Zurück bleibt eine

einzigartige Kulturlandschaft, die

sieben Jahrhunderte wechselnder

Machtverhältnisse und Dynastien

überdauert hat.

Auch wenn nicht überall die alte

Bausubstanz erhalten ist und Opiumkrieg,

Taiping-Aufstand und die

jüngste Reform- und Öffnungspolitik

große Schneisen in die Städte

geschlagen haben, ist eine Reise in

das Yangzi-Delta immer noch eine

Reise in die Vergangenheit – und in

die Zukunft: Shanghai, Hangzhou,

Nanjing und Suzhou gehören zu

den modernsten Städte im Reich

der Mitte. Das Yangzi-Delta ist

längst wieder Trendsetter für ganz

China geworden.

Kanäle, Literaten und

Tom Cruise

Wer die Fähigkeiten eines Tom

Cruise anzweifeln sollte, wird spätestens

im Film „Mission Impossible

3“ eines Besseren belehrt. Gerade

noch in Shanghai, steigt er durch

ein Fenster und ist schon im immerhin

60 Kilometer entfernten Xitang.

Das hat natürlich schnitttechnische

und dramatische Gründe. Schließlich

wollte man im Film auch eine

wenig traditionelles Chinaklischee

transportieren. Und so fiel eine

Hollywood-Crew für ein paar Tage

in Xitang ein und Tom Cruise hetzt

durch die malerischen Gassen der

Stadt, springt über geschwungene

Kanalbrücken und zerlegt nebenbei

ein wenig antikes Mobiliar.

Xitang hat es überlebt und ist

mit dem Film zur Topdestination

im Yangzi-Delta aufgestiegen. Dies

aber auch mit einem gewissen

Recht. Wenn es Xitang nicht gäbe,

man müsste es erfinden. Das hat

man im im 80 Kilometer entfernten

Wuzhen dann auch gemacht. Es

gab einen willigen Investor und der

stand vor einem Problem: Wie richtet

man im traditionellen Ambiente

eines Wasserdorfes stilvolle Hotelzimmer

ein, ohne Probleme mit der

Bausubstanz oder dem Denkmalschutz

zu bekommen? Die Lösung

war eine sehr chinesische: Warum

nicht ein ganzes Wasserdorf

nach traditionellem Vorbild neu

errichten, zusammen mit schicken

Hotelanlagen im klassischen Stil

und einfachen, aber stilvollen Gastzimmern

direkt am Ufer eines der

Kanäle. Was zunächst utopisch und

vor allem sehr teuer klingt, wurde

Asien à la carte

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Spezial – China

Die Schönheit der

Gärten von Suzhou

liegt auch in ihrer

Detailverliebtheit.

Links: Bodenmosaik

in Form des

stilisierten

Schriftzeichens

für „Fledermaus“,

gleich bedeutend

mit Glück

05/2013

www.inasien.de 43


Spezial – China

Die größte Gartenanlage Suzhous ist der „Garten der Politik des einfachen

Mannes“. Im Gegensatz zu Gärten im Alten Ägypten oder im Vorderen Orient

stehen in China nicht Pflanzen im Vordergrund, sondern künstlich angelegte Seen

und ungewöhnlich geformte Steine als Abbild eines idealen Universums

in Wuzhen, gut 100 Kilometer von

Shanghai entfernt, tatsächlich innerhalb

von wenigen Jahren in die

Tat umgesetzt.

Seit Mitte der 2.000er Jahre hat

Wuzhen nun einen alten Stadtkern

mit traditionellen Häusern im Osten

und einen im alten Stil gebauten,

nagelneuen historischen Stadtteil

im Westen. Und die Architekten

haben fantastische Arbeit geleistet.

Vor allem abends, wenn rote Laternen

den neuen Stadtteil in ein

gnädiges Licht hüllen, deutet wenig

darauf hin, dass es sich hierbei

nur um eine Replik handelt. Was

auch damit zu tun hat, dass chinesische

Bausubstanz meist nur eine

Halbwertszeit von fünf Jahren hat.

Während die Hotels im neuen Stadtteil

von Wuzhen zwar mit allerlei

klassischem Schnickschnack glänzen,

jedoch keinerlei Atmosphäre

haben, sind die Gästezimmer im

„Water Guesthouse“ eine durch und

durch gelungene Investition. Wenn

man sich hier einquartiert – die Rezeption

befindet sich am Eingang

des Wasserdorfes – hat man sofort

Familienanschluss. Maximal vier

Zimmer hat jedes Gasthaus. Die

Gastgeber wohnen ebenfalls in dem

Gebäude und kochen das Abendessen

für die Gäste, das dann auf dem

Kanal zugewandten Balkon serviert

wird. Bodenständige Küche aus

dem Yangzi-Delta gibt es und einen

Einblick in das traditionelle Leben

in den Wasserdörfern mit dazu.

Doch zurück nach Xitang: Vor

„Mission Impossible“ war Xitang

nur ein Wasserdorf unter vielen.

Zhouzhuang, Tongli, Nanxun und

Wuzhen, um nur einige zu nennen,

wurden Mitte der 1990er Jahre

„entdeckt“. Bis dahin waren es

verschlafene Kleinstädte, die eines

gemeinsam hatten: Eine oder mehrere

historische Uferzeilen an Seitenarmen

des Kaiserkanales. Zhouzhuang

wurde zuerst von Touristen

überrannt, Tongli folgte und mit

dem Boom setze auch die „Disneyfizierung“

der Wasserdörfer ein. Vor

allem Zhouzhuang ist ein gutes Beispiel

dafür, wie Tourismus einem

Ort auch schaden kann. Hier steht

kaum ein historischer Stein mehr

auf dem anderen und der Charme ist

definitiv dahin. Als Spätentwickler

blieb Xitang dieses Schicksal vorerst

erspart. Wenn man bei einer

guten Tasse Tee am Ufer des zentralen

Kanals von Xitang sitzt, die

nachgebauten traditionellen Boote

vorbeifahren, ein Straßenmusiker

historische Weisen zum besten gibt,

dann braucht es nicht viel Phantasie,

die goldene Zeit der Wasserdörfer

während der Südlichen Song-

Dynastie in Gedanken wiederauferstehen

zu lassen. Dann ertönt aus

einem Souvenirladen die Titelmusik

von „Mission Impossible“ und

ein fliegender Händler bietet das

Filmplakat in Brokat an. Solange

das Randerscheinungen bleiben, ist

Xitang auf jeden Fall einen Besuch

wert. Auch wenn Shanghai nicht

44

www.inasien.de

05/2013


Spezial – China

weit ist, sollte man sich auf jeden

Fall eine Übernachtung in einer der

kleinen Pensionen direkt am zentralen

Kanal In Xitang gönnen. Für die

Illusion, eine Nacht im alten China

zu verbringen, braucht es aber eine

gewisse Toleranz feuchten Wänden

und abgewetztem Mobiliar gegenüber.

Für empfindliche Reisende ist

Wuzhen daher definitiv die bessere

Variante für eine Übernachtung in

einem der Wasserdörfer.

Yangzhou:

Die vergessene Stadt

Kaum zu glauben, daß Yangzhou

über Jahrhunderte hinweg eine der

wichtigsten und reichsten Städte

Chinas war. Zwar ist Yangzhou

in den letzten Jahren auf stolze

500. 000 Einwohner gewachsen

und macht, wie alle Großstädte im

Yangzi-Delta, einen wohlhabenden

Eindruck. Dennoch, viel ist nicht

vom einstigen Glanz der Stadt zu

erkennen, die Marco Polo, im 13.

Jahrhundert angeblich Statthalter in

Yangzhou, mit seiner Heimatstadt

Venedig verglich.

Bereits vor mehr als 2.400 Jahren

gegründet, entwickelte sich Yangzhou

mit dem Bau des Kaiserkanals

in der Sui-Dynastie (581-618) ab

dem 7. Jahrhundert zusammen mit

der Schwesterstadt Zhenjiang zum

wichtigsten Verkehrsknotenpunkt

in Ostchina. Etwa zehn Kilometer

südlich der Stadt kreuzt der Kanal

den Yangzi, die Administration

der Schleusen und des boomenden

Handels entlang des Wasserweges

lag in der Hand des Stadt-Magistrats,

dessen Kassen auf diese Weise

nie leer waren. Als wichtiger Warenumschlagsplatz

zog Yangzhou

zuerst Händler und Handwerker,

dann auch Künstler an, die hier

dank reicher Sponsoren ein gutes

Auskommen hatten. Yangzhou war

daher auch immer eine Stadt der

Kunst und des Handwerks, eine

Tradition, die sich bis heute erhalten

hat: Seidenstickerei, Scherenschnitt,

Lackarbeiten, Laternen und

Bonsais aus Yangzhou sind immer

noch in ganz China hochgeschätzt.

Für den Besucher ist vor allem

die guterhaltene Altstadt, die kunstvoll

angelegten Privatgärten und der

„Park des Schmalen Westsees“ von

Interesse. Zwar besitzt Yangzhou

keine Stadtmauer mehr, der Innenstadtbereich

wird aber vom Kaiserkanal

und seinen Nebenkanälen

begrenzt. Am äußersten nordwestlichen

Eck der Innenstadt liegt der

„Park des Schmalen Westsees“, der

dem Westsee in Hangzhou nachempfunden

ist. Wer Lust hat, kann sich

ein Tretboot mieten oder sich auf

traditionellen Holzbooten über den

schmalen Westsee rudern lassen.

In die sehenswerte Altstadt gelangt

man über die Guoqing Lu,

die in Nord-Süd-Richtung durch

das Stadtzentrum führt. Kurz hinter

der Wenchang Lu empfiehlt es sich,

in eine der vielen kleinen Gassen

einzubiegen und einen Spaziergang

durch die gut erhaltene historischen

Straßenzeilen zu machen. Wer in

Suzhou auf den Geschmack gekommen

ist: Mit dem Ge- und

dem He-Garten, beide im Altstadtbereich

gelegen, nennt Yangzhou

zwei höchst sehenswerte Privatgärten

sein Eigen.

Suzhou: Stadt der Gärten

Die schönsten Frauen, der betörendste

Akzent, die grandiosesten

Gärten und malerischsten Kanäle

– allerhand Superlativen verbindet

man in China mit der 60 Kilometer

nordwestlich von Shanghai gelegenen

Stadt Suzhou. In deutschen

Reisekatalogen taucht sie meist als

„Venedig des Ostens“ auf – ein

zweifelhafter Titel, den die Stadt

im Übrigen mit Bangkok, Udaipur,

Okinawa, Basra, Dresden und

Allepey teilt.

Suzhou ist sicher eine der schöns­

Bei Suzhou

verzweigt er

sich in mehrere

Wasserarme: der

„Kaiserkanal“, einst

wichtigste Nord-

Süd-Verbindung

des chinesischen

Kaiserreichs

Das Yangzi-Delta

gilt auch als

Hochburg der

Schönen Künste.

Links: Aufführung

einer lokalen

Oper auf einer

Freiluftbühne in

Tongli

05/2013

www.inasien.de 45


Spezial – China

Reiseangebote

Yangzi Delta

Traumreise China mit

Yangzi-Kreuzfahrt

17-tägige Rundreise. Höhepunkte:

Hongkong, Guilin, Bootsfahrt auf dem Li-

Fluss, Longji, Yichang, Shanghai, Yangzi-

Kreuzfahrt. Dt.-spr RL, Ü/F ab 2.899

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Karawane Reisen, Tel. +49 (0)7141-2848-

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Wenn es Nacht wird in Xitang tingeln Straßenmusiker durch die Freiluft-

Restaurants und geben klassische Weisen zum Besten

ten Chinas, die mit nur einer Millionen

Einwohnern im chinesischen

Kontext gerade mal als mittelgroße

Stadt gilt. Wohlhabend ist sie und

so dicht mit Sehenswürdigkeiten

gepflastert, dass man getrost einige

Tage hier verweilen kann. Von den

mehr als 100 Gärten der Stadt sind

sieben als Unesco-Weltkulturerbe

anerkannt. Sehenswert sind vor

allem der „Garten des Meisters der

Netze“ im Süden und der „Garten

der Politik des einfachen Mannes“

im Norden der Altstadt. In aller

Eile nur die wichtigsten Gartenanlagen

abzuhaken wäre jedoch ein

Fehler. Das Schöne an Suzhou ist

die harmonische Verbindung von

Reichtum und Moderne mit dem

kulturellen Erbe. Sicher, auch in der

Heimatstadt des Star-Architekten

I.M. Pei – er entwarf unter anderem

die Glaspyramide im Louvre

– gibt es Hochhäuser und die eine

oder andere Bausünde. Doch als die

malerischen, aber völlig maroden

Häuser an den Kanälen Anfang

der 1990er abgerissen wurden, errichtete

die Stadt architektonisch

passende Nachbauten, die den Bewohnern

endlich Zugang zu modernen

sanitären Anlagen gewährten,

ohne dabei die Ästhetik mit Füssen

treten. Vor allem in den kleinen Seitengassen

lebt noch das Alte China

und eine gute Portion südlicher

Lebensart. Die typisch chinesische

Großstadthektik stellt sich daher

in die kleinen Straßen entlang der

Kanäle selten ein.

Auch wenn ein Besuch in Suzhou

als Tagesausflug von Shanghai aus

möglich ist, sind mindestens zwei

Tage empfehlenswerter. Und sei es

nur, um in einem der tradtionellen

Teehäusern entland der Pingjiang

Lu eine Tasse Tee zu zelebrieren

oder in der Pingjiang Lodge (www.

pjlodge.com) für ein oder zwei

Nächte wie ein Mandarin zu logieren.

Beim Blick aus dem traditionellen

Holzfenster auf die Kanäle

von Suzhou ist sie dann sehr nah,

die Blütezeit des Yangzi-Deltas.

Volker Häring

46 www.inasien.de

Ausführliche Reiseinformationen, Visabestimmungen,

Gesundheitshinweise und aktuelle Kurse asiatischer Währungen

finden Sie unter www.inasien.de

05/2013


Reise

Staub und Curry in der Luft

Es riecht nach einer seltsamen Mixtur aus Tabak, Gewürzen und Kuhfladen. Die Luft

steht. Am Basar von Jaipur ärgern herrenlose Hunde die Markttreiber. Und Kühe

können da sein, wo man sie nicht vermutet

Und plötzlich steht sie da, die

Kuh. Entspannt lehnt sie an

einer Säule und blickt müde

drein. Keinen der geschäftigen

Inder scheint es zu stören, dass

sie mit ihrem knochigen Körper

den Eingang eines Geschäfts versperrt.

Schauplatz ist der Basar von

Jaipur. Die Sonne hängt hoch, die

Luft steht. Auf den Straßen rund

um den Markt rattern Mopeds und

Fahrradrikschas um die Wette, in

der Luft liegt ein wildes Geruchs-

Potpourri aus Benzin, Gewürzen

und Tee. Auf der Suche nach dem

typisch indischen Einkaufserlebnis

tummeln sich ein paar europäische

Touristen durch die Gassen.

Die Farben Indiens

In den schönsten Naturfarben

leuchten die Gewürze in den prall

gefüllten Jutesäcken vor den Geschäftseingängen

– keine Spur von

grellen Farben, wie man sie in der

Werbung sieht. Denn tatsächlich

ist Indien selten so farbenfroh wie

zum Zeitpunkt des Holi-Festivals,

05/2013

www.inasien.de 47


Reise

Unsere Autorin

Die Österreicherin Daniela Nowak,

Jahrgang 1985, hat in Salzburg Kommunikationswissenschaft,

Anglistik und

Amerikanistik studiert mit den Schwerpunkten

Interkulturelle Kommunikation,

Touristik und Reisemedien. Im Juni 2012

gründete sie das Online-Reisemagazin

www.kofferpacken.at gemeinsam mit

Maria Kapeller.

Reiseangebote Jaipur

Höhepunkte Nordindiens

11-tägige Rundreise. Höhepunkte: Delhi,

Jaipur, Ausflug zur märchenhaften Festung

Amber, Agra, Gwalior, Taj Mahal,

Orcha, Varanasi. Dt.-spr oder Engl.-spr.

RL, Ü/F/M/A ab 1.625 € p.P. im DZ, inkl.

Transfers. Karawane Reisen, Tel. +49

(0)7141-284826, www.karawane.de

Von Rajasthan zum Ganges

21-tägige Rundreise. Höhepunkte: Delhi,

Samode, Bikaner, Jaisalmer, Jodhpur,

Mount Abu, Jaipur, Agra, Varanasi.

Engl.-spr. RL, Ü/F ab 2.290 € p.P. im

DZ, inkl. Transfers. Henkalaya, Tel. +49

(0)6466-912970, www.henkalaya.de

Zauberhaftes Rajasthan

12-tägige Rundreise. Höhepunkte: Delhi,

Mandawa, Pushkur, Udaipur, Rohet,

Jodhpur, Khejarla, Jaipur, Agra. Dt.-spr.

RL, Ü/F ab 979 € p.P. im DZ, inkl. Transfers.

Anderes Reisen, Tel. +49 (0)751-

553522, www.anderes-reisen.de

Ein Geruchs-Potpourri aus Benzin, Gewürzen und Tee liegt in der Luft. In dem

Gassenlabyrinth des Bazars von Jaipur versprechen die Arkaden etwas Kühlung

dem Frühlingsfest, bei dem sich

die Menschen wortwörtlich mit

Farben bewerfen. Die alltäglichen

Farben Indiens jedoch spiegeln sich

in seinen Gewürzen wider, in den

Feldern mit sattem Grün und im

karamellfarbenen Chai-Tee.

Im Markttreiben

Hinter einer modernen Glastheke

zählt der Händler die Rupien, die

er soeben mit ein paar Touristen

verdient hat. Das Tagesgeschäft lief

bisher passabel. „Die meisten kaufen

Safran oder Curry, wobei viele

glauben, dass Curry ein fertiges

Gewürz ist, dabei handelt es sich

um eine komplizierte Mischung aus

verschiedenen Gewürzen“, erzählt

er in gebrochenem Englisch. Dann

präsentiert er ein Potpourri an Gewürzen

in handlichen Mengen – die

Basis für indisches Kochen.

Nicht weit entfernt halten zwei

Männer, an einer Wand gelehnt,

einen kurzen Schwatz, und zwar

lautstark auf Hindi. Sie fuchteln

wild mit den Armen, bis sie eine

kleine Gruppe hellhäutiger Touristinnen

erblicken. Ein breites Grinsen

ziert nun ihre Gesichter, ihre

Finger zeigen auf eines der daneben

liegenden Geschäfte: „Eure Gruppe

ist in dieses Geschäft gegangen!“

Ein guter und häufig angewendeter

Trick, um Reisende, die möglicherweise

ihre Gruppe verloren haben,

in die Shops zu locken.

48 www.inasien.de

Ausführliche Reiseinformationen, Visabestimmungen,

Gesundheitshinweise und aktuelle Kurse asiatischer Währungen

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05/2013


Karawane Reisen

In den wohltuend kühleren Arkaden

riecht es nach einer seltsamen

Mixtur aus Tabak, Gewürzen und

Kuhfladen. Ab und zu steigt heißer

Dampf aus den mit Chai-Tee

gefüllten Tassen auf, aus denen

die durchweg männlichen Markttreibenden

den ganzen Tag immer

wieder nippen. Gelegentlich laufen

herrenlose Hunde zwischen den

Beinen der Passanten durch, immer

auf der Suche nach was Essbarem.

Während Touristen erschrocken zur

Seite hüpfen, werden die freilaufenden

Tiere von den Einheimischen

lautstark verjagt. Sie sind

aber nicht die einzige Herausforderung,

die Touristen auf diesem

Markt mental und körperlich bewältigen

müssen: Bettelnde Mütter

mit ihren Kindern begleiten einen

auf Schritt und Tritt, zupfen an

der Kleidung und greifen zu den

Taschen oder in die Haare.

Labyrinth und

Einkaufsparadies

Ein Labyrinth aus Gassen. Der

unebene Boden ist zum Teil mit

braunem Wasser bedeckt, zum Teil

mit Müll. Überall stapeln sich die

Verkaufswaren der Stände: Tücher

in allen Farben, Haushaltsgeräte,

Haarbürsten und daneben Unterwäsche

und Kautabak in bunten,

kleinen Säckchen, der die Zähne

rotbraun verfärbt. Ein Mann hält

eine seidene Pumphose aus der Tür

seines Ladens: „Nur 200 Rupien!“

Das sind knapp drei Euro. Die Ausmaße

des Geschäftes sind von außen

unmöglich zu erkennen. Der Keller

platzt aus allen Nähten, so voll

ist er mit bunten Saris, Kleidern,

Schals und Panjabis. Natürlich ist

hier alles aus echter Seide, schließlich

befindet man sich ja in Indien.

Unweit vom berühmten „Palast

der Winde“ sind die Hupgeräusche

so laut, dass man sein eigenes Wort

nicht mehr versteht. Umso verwunderlicher,

dass Obst und Gemüse

trotz des hohen Verkehrsaufkommens

auf offener Straße ausgebreitet

werden. Mopeds parken mit

laufendem Motor und rauchendem

Auspuff neben frischen Ananas

und Wurzelgemüse, sie allesamt

mit einer Staubschicht belegt sind.

Auch die bunten Kleider, die auf

Holzkleiderbügeln zwischen den

Säulen hängen, sind mit einer grauen

Haut überzogen. Wer weiß, wie

lange sie hier schon tagein, tagaus

aufgehängt werden, bevor sie am

Abend wieder für einen erneuten

Verkaufsversuch am nächsten Tag

hinter den eisernen Rollläden verschwinden.

Jasmin und Curry

Draußen ein Blumenstand mit Blütenketten

und Ölen. Es duftet nach

Jasmin mit einer leichten Note von

Curry aus den großen Jutesäcken.

Eine Frau in dunkelrotem Sari mit

einem Säugling im Arm zupft am

Kleid einer Touristin. Ein Reiseführer

beginnt sofort, die Frau

anzuschreien, das Kind in ihrem

Arm beginnt zu weinen, während

einer der umliegenden Verkäufer

den ungewollten Zwischenstopp der

Reisetruppe nutzt, der Freundin der

Touristin einen knallorangen Blumenkranz

umzuhängen. Die Kuh

von vorhin steht nach wie vor seelenruhig

da. Eben ganz normaler

Alltag auf dem Bazar von Jaipur.

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Reise

Auf der Seidenstraße: Mongolei

Zu Besuch bei Dschingis Khans Erben

Die Nomaden in den Steppen und Bergen der Mongolei leben noch heute in dem

ursprünglichen Rhythmus, der sich eng an die Natur ausrichtet. Unser Autor ist der Einladung

einer Hirtenfamilie gefolgt, mit ihr drei Tage gemeinsam zu verbringen. Eine einmalige

Chance, um ein wenig mehr von der Art und Weise dieser Menschen mitzubekommen, wie

man in dieser rauen Umgebung mit Kind und Tier sein Leben meistern kann

50

www.inasien.de

05/2013


Reise

Nur eine Autostunde vom Stadtrand der betonlastigen Hauptstadt Ulanbaatar entfernt, dominieren

in der mongolischen Steppe die grünen Hügel. Sie sind ein Paradies für Reiter

Wiedersehen in der Jurte: Der Fahrer Bayaara (links) trifft nach vielen Jahren

seinen alten Freund Batbaatar und dessen Söhne wieder

Die Familie Batbaatar hat uns eingeladen.

Sie sind Nomaden, die

wie zwei Drittel aller Mongolen

mit ihren Tierherden von Weideland

zu Weideland ziehen und ihre

Zelte immer rechtzeitig abbrechen,

bevor die Pferde, Ziegen, Schafe

und Rinder die Graswurzeln

zerstören würden. Bevor ich mit

meinem Reiseleiter Zaya und unserem

Fahrer Bayaara in die Steppe

reise, kaufen wir im Großmarkt von

Ulaanbaatar das Nötigste ein. Nicht

nur für uns drei, die wir drei Tage

und zwei Nächte in der freien Natur

verbringen wollen, sondern auch

für die Familie, die uns als Gäste

empfängt. Ab der Stadtgrenze von

Ulaanbaatar dauert die Fahrt etwas

mehr als eine Stunde. Mir wird es

ein ewiges Rätsel bleiben, wie man

inmitten grüner Hügel, die für mich

alle gleich aussehen, eine einzelne

Nomadenfamilie punktgenau finden

kann.

Ankunft bei der Familie

Vor der Jurte treffen wir zwei Mädchen.

Khongorzul, 15 Jahre alt, und

Enhjargal, fünf Jahre. Khongorzul

spricht ein paar Worte Englisch. Sie

bittet uns in die Jurte. In der Mitte

steht der einfache Herd, im hinteren

Bereich fällt sofort die bunt bemalte

Kommode mit einem Klappspiegel,

einem Buddhabild und zwei kleinen

05/2013

www.inasien.de 51


Reise

Odontungalag, die Mutter der Familie, absolviert täglich das straffe Arbeitsprogramm einer Nomadin. Am Abend melkt sie

die Kühe, sobald alle Ziegen zusammengetrieben worden sind

Fotowänden ins Auge. Links und

rechts stehen zwei Betten, eines

aus Stahl, eines aus Holz, die tagsüber

als Sitzgelegenheit und abends

als Schlafstätte genutzt werden. An

den Holzgerüsten, die auseinandergefaltet

die Wände der Jurte

bilden, hängen Sattel, Kochgeräte

und mehrere Hammelbeine, die als

Fleischreserve dienen.

Zaya, Bayaara und ich widmen

uns unseren mitgebrachten Plastikzelten,

die wir einen Steinwurf von

der Familienjurte aufbauen. Zaya

will unter freiem Himmel schlafen,

weshalb wir nur zwei Zelte brauchen.

Wer einmal gesehen hat, wie

elegant und lässig Nomaden ihre

Jurte aufbauen, dürfte umso erheiterter

die Szene beobachten, wie

wir drei Großstädter uns mit den

industriell gefertigten Plastikplanen

und Metallstangen der Fertigzelte

abmühen.

Die Mutter der Familie, Odontungalag,

ist eine würdevolle und

attraktive Frau von circa 40 Jahren.

Sie serviert uns Milchtee, bedankt

sich für die mitgebrachten Lebensmittel

und kocht das Mittagessen.

Den Herd feuert sie mit getrocknetem

Kuh- und Pferdedung an,

den sie mit bloßen Händen in kleine

Stücke bricht und ins Feuer wirft.

Danach knetet sie den Nudelteig.

Meine Gedanken gehen sofort in

Richtung Reisetabletten, die ich in

meinem Kulturbeutel bei mir führe.

Weil aber alles gut abgekocht

wird, dürften etwaige Bakterien im

Nudelteig wohl keine allzu große

Überlebenschance haben.

Bayaara hat die Flinte im Gepäck.

Er möchte in der Umgebung

Murmeltiere jagen. Doch Zaya hält

es für keine gute Idee, wenn ich

dabei bin und alles mit der Kamera

dokumentiere. Seit einigen Jahren

52

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05/2013


Reise

„Essen!“. Zaya hat ihnen die Vokabel

beigebracht, damit sie mich

zum Abendessen rufen. Es gibt

ein herzhaftes Gericht aus Nudeln,

Kartoffeln und Fleisch. Als die

Dunkelheit einsetzt, treiben Odontungalag

und die Kinder die Tiere

zurück zur Jurte. Die Kühe werden

gemolken, die Ziegen in ein kleines

Gehege getrieben. Die Szene hat

etwas besinnlich Magisches, zumal

die Familie leise Lieder anstimmt

und über allem der klare blaue

Sternenhimmel leuchtet.

Es stellt sich heraus, dass wir

mein Touristenzelt am Nachmittag

umsonst aufgebaut haben. Die Familie

hat beschlossen, dass ich bei

ihr in der Jurte schlafe. Als Gast

bekomme ich das Holzbett an der

linken Seite für mich allein. Die

Mutter und die beiden Töchter teilen

sich das rechte Stahlbett. Die

drei Jungs breiten sich auf dem Boden

aus. Um 22.45 Uhr pustet einer

von ihnen die Kerze aus, die einzige

Lichtquelle in unserem Zelt. Nur

ein paar Sterne leuchten durch die

Öffnung in der Mitte des Daches.

Die fünf Jahre alte Enhjargal begrüßt einen neugeborenen

Ziegenbock an der Schwelle zur Familienjurte

Bayaara sitzt mit dem Familienoberhaupt

ein paar Meter von der

Jurte entfernt. Batbaatar ist letzte

Nacht spät zu seiner Familie gestoßen.

Auch ein alter Kamelzüchter

ist die Jagd auf Murmeltiere in der

Mongolei gesetzlich verboten. Bei

Verstößen drohen Bußgelder von

bis zu 25.000 Tugrik. Mir soll es

recht sein. Zwar heißt es, dass Murmeltierfleisch

sehr schmackhaft sei,

doch aus meinem Reisebuch weiß

ich auch, dass die Tiere die Pest

übertragen können.

Ich nutze den Sonnenuntergang

für einen Spaziergang über die Hügel.

In der Ferne stehen vereinzelt

Jurten anderer Nomaden, am Himmel

zeichnet sich langsam die feine

Sichel des Mondes ab. Aus der

Jurte kommen die Kinder der Familie

gerannt und rufen auf Deutsch

Trinkgelage und Ausritt

Am nächsten Morgen ist es kalt,

richtig kalt. Gegen 4.30 Uhr werde

ich wach, in der Jurte ist es still.

Die Familie schläft tief und fest.

Niemand schnarcht. Als ich erneut

wach werde, ist es bereits 8.30 Uhr.

Bis auf die fünfjährige Enhjargal,

die jetzt das Stahlbett für sich allein

hat, sind alle ausgeflogen. Der

Tag und die Arbeit der Nomaden

beginnt beim frühen Sonnenaufgang.

Ich entferne mich gut hundert

Meter von der Jurte, um meiner

Morgentoilette nachzugehen. Zum

Waschen muss eine kleine Wasserflasche

aus dem Supermarkt reichen.

Die nächste Wasserquelle ist

viele Kilometer entfernt. Der Sommer

ist eh so trocken, dass selbst

das kleine Rinnsal in der Nähe fast

ausgedörrt ist.

Odontungalag bereitet mir ein

spätes Frühstück aus Brot, Wurst,

Tee und heißer Milch. Unser Fahrer

05/2013

In Asien-146hx49b_2013-05-pfad.indd 1 01.07.2013 12:32:23www.inasien.de 53


Reise

aus dem Süden der Mongolei, der

seit zwei Tagen auf der Suche nach

seinen entflohenen Kamelen ist,

hat bei ihnen Platz genommen. Die

Männer lassen sich mongolisches

Bier schmecken. Und so manchen

Wodka. Wenn er arbeiten muss, versichert

mir Bayaara leicht lallend,

trinke er keinen Tropfen Alkohol.

Aber sonst schmecken ihm Wodka

und Bier sehr gut. Heute muss er

nicht arbeiten. Dem Angebot, mich

ihrem Trinkgelage anzuschließen,

kann ich fast entkommen. Ich muss

nur zweimal am Bier nippen. Abgesehen

davon, dass ich eh kein Biertrinker

bin, muss ich gerade heute

hundertprozentig nüchtern sein.

Denn der älteste Sohn Javhlantoegs

will mit mir in die Berge reiten.

Um 13.50 Uhr bin ich fest im mongolischen

Holzsattel eingeklemmt.

Mein Pferd habe mal den 36. Platz

beim Naadam-Rennen errungen,

klärt mich Zaya auf. Das steigert

nicht mein Vertrauen, weil „Rennen“

irgendwie nach Geschwindigkeit

klingt. Ich bitte Javhlantoegs,

sehr, sehr langsam voranzureiten.

Zum Glück weiß er meine Gesten

richtig zu deuten und hält sich auch

daran.

Über mir sehe ich Vögel kreisen

und vermute, dass es Geier sind,

die nur darauf warten, dass ich

vom Pferd falle. Wir legen unseren

ersten Stopp an mächtigen Felsformationen

ein. Ich brauche ungefähr

zwei Minuten, bis ich endlich abgestiegen

bin. Dann gehen wir zu Fuß

weiter durch die Felsen. Riesige

runde Brocken, teilweise von Natur

aus aufeinandergestapelt, ergeben

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Auch die jüngsten Mitglieder der Nomadenfamilie müssen bei der Arbeit helfen.

Singend treibt Enhjargal bei Sonnenuntergang die Ziegen und Schafe zusammen

ein bizarres Mosaik. Einige sind

länglich und stehen senkrecht. Sie

erinnern an die großen Steinfiguren

auf der Osterinsel.

Als wir zur Jurte zurückkehren,

sind Bayaara und Batbaatar

alkoholselig wie ein Wodkalaster.

Angeblich haben sich die beiden

Freunde 20 Jahre lang nicht gesehen.

Jetzt wollen sie offenbar

den versäumten Wodkakonsum von

zwei Jahrzehnten an einem einzigen

Tag nachholen. Bayaara ist in seinem

Vollsuff noch recht witzig und

charmant, Batbaatar wirkt dagegen

mit seinem glasigen Blick und seinem

wirren Gerede aggressiv und

unausstehlich. Ich bin froh, dass er

tags zuvor noch nicht da war und

sich mein guter Eindruck von dieser

Familie allein aus der erfrischenden

Art seiner Frau und seiner Kinder

ergeben hat.

Beim Abendessen mache ich gute

Miene zum satten Spiel, nutze dann

aber die erste Gelegenheit, die Jurte

zu verlassen. Die Kinder brechen gegen

19 Uhr auf, um das Vieh einzutreiben.

Javhlantoegs und Khongorzul

reiten zu den Schafen und

Ziegen, ich gehe zu Fuß hinterher.

Als sie – natürlich viel schneller als

ich – am Horizont verschwinden,

kehre ich um und will querfeldein

zur Jurte zurücklaufen. Da höre

ich plötzlich das fröhliche Giggeln

54

www.inasien.de

05/2013


der fünfjährigen Enhjargal. Sie ist

allein unterwegs zu den Tieren und

ich schließe mich dem ständig gut

gelaunten Sonnenschein an. Jedes

Mal, wenn sie mit ihren rosafarbenen

Sandalen in das knöchelhohe

Gras tritt, fliehen Hunderte von

Heuschrecken in alle Himmelsrichtungen.

Ich habe in meinem ganzen

Leben noch nicht so viele und so

große Exemplare gesehen wie hier

in der Mongolei. Enhjargal erzählt

und erzählt und kümmert sich nicht

im Geringsten darum, dass ich sie

nicht verstehe. Wenn die Ziegen

und Schafe ihre Stimme und den

kindlichen Gesang hören, kommen

sie von ganz allein angetrottet und

wandern gemächlich Richtung Jurte,

wo sie in ein großes Gatter gesperrt

werden.

Während Mutter und Tochter die

Kühe melken, sitze ich im Geländewagen,

um dort unsere einzige

Stromquelle, die Autobatterie, für

meinen Computer zu nutzen. Ich

lade die Fotos der letzten beiden

Tage auf mein Notebook. Bayaara

öffnet die Fahrertür, als ich fertig

bin. Zeitgleich setzt sich der ebenfalls

volltrunkene Batbaatar auf die

Rückbank. Bayaara erklärt mir, ein

Pferd aus der Herde der Familie

werde vermisst und sie wollen nun

losfahren, um es zu suchen. Ich

mache mehr als deutlich, dass ich es

für eine schlechte Idee halte, wenn

die beiden in ihrem Zustand durch

die Steppe brettern. Aber sie lassen

nicht mit sich diskutieren. Und auf

eine Auseinandersetzung mit dem

betrunkenen Batbaatar habe ich

keine Lust.

Ich nehme das Ladegerät meiner

Kamera mit, weil ich es für unwahrscheinlich

halte, dass ich das Auto

samt Insassen noch mal heil zu

Gesicht bekommen werde.

Erneut erhalte ich die Einladung,

in der Jurte zu schlafen. Als Odontungalag

gegen 22.30 Uhr die Kerze

ausbläst, bin ich mit der Mutter

und den Kindern allein. Dass auch

Stunden später keiner vom männlichen

Pferdesuchtrupp, auch nicht

die beiden Promille-Fahrer, zum

Schlafen in die Jurte kommen, werte

ich als schlechtes Zeichen.

Tag der Abreise

Am nächsten Morgen bin ich erleichtert,

als Bayaara gegen 9 Uhr

die Jurte betritt, verkatert, aber

lebendig. Auch Batbaatar kommt

wenig später zum Frühstück. Nüchtern

macht er einen freundlichen

Eindruck. Beide haben im Freien

übernachtet. Der Sauerstoff scheint

ihnen gut getan zu haben.

Vor der Jurte erwartet mich eine

Überraschung. Gerade ist ein junger

Ziegenbock zur Welt gekommen.

Das kleine braune Wollknäuel

liegt vor der Holztür und quäkt wie

ein menschliches Kleinkind. Das

Fell ist noch nass, die Nabelschnur

baumelt unterm Bauch. Die ersten

Gehversuche scheitern, aber schon

nach wenigen Minuten kann sich

das Neugeborene auf den eigenen

vier Beinen halten und versucht,

in die Jurte hineinzulaufen. Zaya

erzählt mir, die Familie habe das

Tier „Michael“ genannt. Zu meinen

Ehren.

Nach einem letzten gemeinsamen

Mittagessen verabschieden wir uns,

und ich merke, wie sehr mir diese

Familie in kürzester Zeit ans Herz

gewachsen ist. Unser Geländewagen

arbeitet sich über die Hügel

zurück in Richtung Zivilisation.

Einmal verfahren wir uns in einem

kleinen Birkenwald. Als wir wenden,

sehen wir hundert Meter von

uns entfernt ein Kamel mitten auf

der grünen Wiese. Es ist eines der

Kamele, das der alte Mann vom gestrigen

Trinkgelage seit drei Tagen

vergeblich sucht. „Ist doch schön,

dass wir es jetzt finden und Fotos

machen können“, sagt Zaya. „Wäre

doch schöner, wenn der alte Mann

es selbst gefunden hätte und wieder

mit nach Hause nehmen könnte“,

sage ich. Doch Zaya winkt ab.

„Der findet es sowieso. Wenn nicht

heute, dann morgen.“ So ist sie, die

Mongolei.


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Reise

Beim Blick vom Titow-Ffelsen in die Halong-Bucht erblickt das Auge viele weiße Tupfer auf dem Wasser. Das traditionelle Braun der

Dschunken ist verschwunden

Vietnam – Halong Bucht

Weiß, weiß, weiß sind alle meine Schiffe

Alle Holzboote sollen die Halong-Bucht in weißem Anstrich zieren – so der Beschluss des

vietnamesischen Tourismusministeriums nach Aufnahme der Halongbucht zu den „New 7

Wonders of Nature. Einem reinen Marketingag, wie sich rausstellen sollte

2011 wunderte ich mich in der Halong-Bucht

über mannshohe Werbetafeln,

auf denen die Kandidaten

für den Titel der „New 7 Wonders of

Nature“ vorgestellt wurden. Ungläubig

betrachtete ich die 28 Finalisten:

Da kämpfte der deutsche Schwarz­

wald gegen den italienischen Vesuv

und das Schweizer Matterhorn.

Doch auch unbekanntere Orte wie

die Yushan-Bergkette in Taiwan,

die koreanische Vulkaninsel Jejudo

oder namenlose Schlammvulkane

in Aserbaidschan traten in den

Wettkampf. Für die Halong-Bucht

war eine extra große Tafel aufgestellt

worden, auf der die Vorzüge

der insgesamt 1.969 Kalksteinfelsen

im smaragdgrünen Wasser gefeiert

wurden. Ohne Zweifel gehört

die 1.500 Quadratkilometer große

58

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05/2013


Bucht zu den Höhepunkten einer

Vietnamreise und generell zu den

beeindruckendsten Naturwundern

der Welt.

Genauere Recherchen ergaben,

dass es sich bei der Suche nach

den sieben Naturweltwundern

um die Internetabstimmung einer

Schweizer Werbeagentur handelte.

Ein reiner Marketinggag also, der

in Vietnam aber zur Chefsache

erklärt und in die Obhut des Tourismusministerium

gestellt wurde.

Das Resultat konnte sich sehen

lassen: Die Halong-Bucht ließ den

Schwarzwald weit abgeschlagen

hinter sich und landete gleich hinter

dem Amazonas auf Platz 2.

Für die Besitzer der vielen kleinen

Dschunken in der Halong-

Bucht hatte der direkte Einzug

in die „Hall of Fame“, der Halle

der Berühmtheiten, weitreichende

Folgen: Das Tourismusministerium

erließ überraschend die Order,

dass sämtliche Holzboote bis zum

Mai 2012 schneeweiß angestrichen

werden mussten. Und tatsächlich

war bei meinem letzten Besuch in

März diesen Jahres das traditionelle

Braun der Dschunken verschwunden.

Meine alten Fotos haben also

nun historischen Wert.

Wenn der Besucher heute bei

Sonnenuntergang auf dem berühmten

Titow-Felsen steht, sieht

er die weiß leuchtenden Boote in

der Halong-Bucht, die zum Golf

von Tonkin gehört. Ob sich Ho Chi

Minh, der Vater der Nation, und

der sowjetische Kosmonaut German

Titow, der als zweiter Mensch

im All die Erde umkreiste und zu

dessen Ehren der berühmte Felsen

benannt wurde, bei ihrem Besuch

in der Halong-Bucht 1962 ebenfalls

gewünscht haben, dass die

farblich dezente Einheit des grünen

Wassers, der grauen Felsen und der

braunen Boote 50 Jahre später von

Die von Kalksteinfelsen durchsetzten

Inseln besitzen Höhlen in allen

Größen. Besonders empfehlenswert:

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Thomas Kropff (42) bereist seit 20

Jahren Asien, arbeitet als Fotograf und

Vortragsreferent. Der Dresdner fuhr mit

dem Fahrrad 5.000 Kilometer durch Vietnam,

Kambodscha, Thailand und Laos.

Seit 2005 konzipiert und leitet er Aktivreisen

durch Südostasien (www.thomaskropff.de).

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Die Bewohner der „schwimmenden Dörfer“ in der Halongbucht haben sich

vorwiegend auf Fischzucht spezialisiert

den weißen Farbtupfern durchbrochen

wird, ist fraglich. Denn weiße

Booten sind wie weiße Fußmatten.

Am Anfang sehen sie toll aus.

Dschunkentour

Viele der Besucher kommen in

Massen aus dem 170 Kilometer

entfernten Hanoi. Individualtouristen

haben dementsprechend in

der oft überlaufenen Halong-Bucht

einen schweren Stand. Doch wer

sich vor der Buchung des Reisepakets

bei einer der vielen Agenturen

in Hanoi ein wenig schlau macht,

kann der Masse mit etwas Glück

entkommen.

Folgende Frage sollte man auf

jeden Fall stellen: Mit wie vielen

Leuten muss man sich eine

Dschunke teilen? Meist besitzen

die Boote rund acht Kabinen, nur

wenige Dschunken sind größer.

Zu empfehlen sind auf jeden

Fall zwei Übernachtungen auf der

Dschunke, denn der erste Tag ist

mit der vierstündigen Anreise aus

Hanoi schon fast rum, wenn man

im Hafen von Halong-City eintrifft.

Den zweiten Tag kann man dann in

aller Ruhe für ausgiebige Paddeltouren

nutzen. Wichtig dabei: Mit

der Agentur klären, ob die Kajaktour

wirklich durch die spannenden

Höhlen führt oder ob man sich

damit begnügen muss, ein wenig

in der Nähe des Ankerplatzes zu

paddeln. Wie so oft gilt auch hier:

Wer fragt und fordert, bekommt am

Ende mehr fürs Geld.

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05/2013


S t i c h w o r t A s i e n

Geisha

Mit ihren weiß geschminkten Gesichtern und bunten Kimonos gehören Geishas wohl

zu den eindrücklichsten, aber auch geheimnisvollsten Wesen der japanischen Kultur.

Zum Mythos wurden sie aber auch, weil ihre Aufgabe nicht klar zu sein scheint

Das exotische Bild der Geisha wurde

im Westen von Filmen wie Im

Reich der Sinne (1976) von Nagisa

Oshima und Büchern wie Arthur

Goldens Die Geisha (1997)

geprägt. Ein Klischee, dass sich

seither hartnäckig hält: Geishas

sind Prostituierte. Doch schon der

Wortursprung zeigt, dass es sich

vielmehr um Künstlerinnen handelt

– Gei bedeutet Kunst und

sha Person. Wörtlich gesehen also

eine Person der Künste. Der Begriff

Geisha stammt dabei aus dem

Tokioter Dialekt und wurde von

dort ins Deutsche übernommen. Im

Hochjapanischen heißt Geisha Geigi

(Künstlerin), in Kioto nennt man

sie Geiko (Kind der Kunst).

Geisha – ein Männerberuf

Geishas sind ausgebildete Unterhaltungskünstlerinnen,

die in Teehäusern

oder in traditionellen Lokalen

die Besucher mit Tanz, Poesie und

Gesang erfreuen. Ein künstlerischer

Beruf, den zunächst Männer

ausübten, denn Kurtisanen, die für

sexuelle Dienste zuständig waren,

ließen diese als Geishas bezeichneten

Männer bis ins 18. Jahrhundert

auf ihren Feiern auftreten, um den

Freiern die Wartezeit durch Tanz

und Musik zu verkürzen.

Diese Aufgabe wurde nach und

nach von Frauen übernommen, die

sogenannten Onna Geisha (weibliche

Geisha), die auch manchmal die

Grenzen ihrer Unterhaltungskunst

überschritten. Prostituierte fürchteten

daher um ihre Existenz, so dass

den Geishas auffällige Kleidung

und sexuelle Handlungen untersagt

wurden. Die strikte Trennung zwischen

dem Geisha-Beruf und der

Geishas beherrschen das Spiel auf der Shamise, einem der Laute ähnlichen Musikinstrument,

und sind Meisterinnen der traditionellen japanischen Teezeremonie

Prostitution war damit vollzogen.

Geishas wurden salonfähig und erlebten

im 18. und 19. Jahrhundert

als Unterhalterinnen ihre Blütezeit.

Von der Maiko zur Geisha

Ihre Künste erlernten Geishas

während einer langen und strengen

Ausbildung. Maiko (tanzendes

Mädchen) wurden die „Azubis“ in

Kioto genannt, dem Zentrum der

Geisha-Kultur. Sie traten in jungen

Jahren in eine Okiya ein, ein

von Frauen geführtes Geisha-Haus,

und wurden hier in der Geschichte

und Kultur Japans unterrichtet. Sie

lernten traditionelle Tänze, das Musizieren

und mussten vor allem die

japanische Teezeremonie beherrschen.

In früheren Zeiten verkaufte

manch arme Familie ihre Kinder

mitunter an Okiyas, an welche die

Mädchen dann lange gebunden

waren, um ihre teure Ausbildung

zurückzuzahlen. Heute begeben sie

sich freiwillig in die Geisha-Schule,

denn es gibt sie auch im modernen

Japan noch: Geishas, die Bewahrerinnen

traditioneller Künste.

Einige Hundert arbeiten noch in

exklusiven Teehäusern oder werden

für Geschäftsbankette und Messen

gebucht. Vermeintliche Geishas

auf den Straßen japanischer Städte

dürften wohl eher verkleidete Touristenattraktionen

sein. Die wahren

Geishas leben ihr diskretes Leben

und fühlen sich den hohen Künsten

verpflichtet.

Milena Bähnisch

05/2013

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Reise

Indonesien

Glaube versetzt Köpfe

In Indonesien trifft man auf einen Restauranttypus der besonderen Art. Wie wäre es etwa im

Jahr der Schlange mit einem Glas Kobrablut zur Steigerung der Manneskraft? Na dann Prost!

Bereits auf dem Parkplatz geben die

mit Pythons spielenden Kinder einen

Vorgeschmack auf das, was

es auf der Menükarte zu bestellen

gibt. Neben ihnen stehen Käfige mit

Flughunden, Waranen und Affen.

Ich hatte meinen Fahrer gebeten,

mich in ein besonderes Spezialitätenrestaurant

bei Kuta Selatan im

Süden Indonesiens zu bringen.

Fragwürdige Souvenirs

Von außen erschient der Laden

recht unscheinbar, als ich ihn jedoch

betrete, hängen vor mir ausgestopfte

Krokodile und Mungos,

schlängeln sich präparierte Kobras

auf den Vitrinen und bieten sich

Gürtel, Jacken, Hosen und Taschen

aus Schlangehaut als Reisesouvenir

an. Das alles für Touristen – und

der Handel blüht und wächst. Von

meinem Fahrer erfahre ich, dass

hier jeder seiner Kollegen Touristen

vorbeibringt und bei einem Kauf

auch eine gute Provision erhält.

Es wird mir auch sofort ein Platz

angeboten. Nicht weit entfernt, steht

hinter einer Glasscheibe ein Mann,

der mit einer gut 2,5 Meter großen

Königskobra spielt. Ihr Maul ist mit

62 www.inasien.de

05/2013


Reise

einem festsitzenden Gummiband zugebunden.

Sie wirkt erschöpft, wird

von ihm jedoch immer wieder dazu

provoziert, sich erneut aufzustellen.

Neben den beiden steht ein Becken

mit weiteren Artgenossen des Reptils.

An meinem Nachbartisch sitzt

ein Pärchen aus Osteuropa, welches

sich gerade eine Python schmecken

lässt. Weitere Empfehlungen aus dem

reichhaltigen Angebot der Menükarte:

Fledermausherz gegen Asthma,

Haiknorpelsuppe für die Gelenke

und gegen Krebs, Schildkröten gegen

Grippe, Python und Kobrablut

für mehr Potenz. In Indonesien sind

diese Speisen wahre Delikatessen.

Der Verzehr der angebotenen Tiere

ist in Asien im Übrigen erlaubt,

jedoch sollen die Tiere aus „kontrollierten“

Farmen kommen.

„Einmal Kobrablut, bitte“

Nach kurzer Zeit betritt ein Mann

den Laden und bestellt Kobrablut,

eine Empfehlung seines Fahrers.

Der Verkäufer hinter seiner Glasscheibe

greift mit einem Haken

eine Speikobra aus dem überfüllten

Terrarium und geht mit dem Tier

nach draußen. Ich folge ihm. Dort

trennt er den Tierkopf ab und hält

den Körper über eine Tasse, bis sie

randvoll mit Blut gefüllt ist. Mit

einer Schere schneidet er das noch

schlagende Herz aus dem sich windenden

Schlangenkörper, gibt es

in die Tasse und serviert alles mit

einem Schuss Alkohol und einer

Zitronenscheibe. Der Mann trinkt,

ohne die Tasse abzusetzen, verzieht

sein Gesicht ein wenig, dann ein lautes

„Aaaah“. Man sieht ihm an: Er

fühlt sich wie ein Mann. Ein Blick

in die Menükarte verrät, dass der

Spaß 35 Dollar kostet. Ein gutes Geschäft

im Namen der Manneskraft.

Mit einem Lächeln im Gesicht

fragt mich der Verkäufer, ob ich

auch eine Tasse Kobrablut möchte.

Dass mir gerade meine Potenz vollständig

egal ist und ich mich lieber

übergeben würde, will ich ihm aus

Höflichkeit nicht sagen und stelle

lieber eine Gegenfrage: Wie oft er

Das unschöne Ende einer Speikobra bei Kuta Selatan im Süden Indonesiens. Ihr

Blut und Herz soll die „Manneskraft“ steigern

denn Kobrablut trinke und wer das

noch täte außer den eskortierten

Touristen. Er trinke davon jeden

Tag, so seine Antwort, und gut betuchte

Asiaten. Als ich ihn jedoch

frage, wie viele Kobras dieses Ende

nehmen und woher er sie denn

beziehen würde, bricht er das Gespräch

ab. Kein Wunder, den Tiger

gibt es in Indonesien schon nicht

mehr, und für Kobras wird die Uhr

wohl bald auch ticken.

Der Handel mit diesen Tieren ist

im Übrigen strengstens verboten.

Wer eine präparierte Kobra oder eine

Schlangenledertasche als Reisesouvenir

kauft, hat spätestens am

Zoll mit hohen Geldbusen zu rechnen.

Am besten, man informiert sich

vor Reiseantritt über spezifische

Länderauflagen, sollte man tatsächlich

in Versuchung geraten wollen.


Axel Hilger

05/2013 Ausführliche Reiseinformationen, Visabestimmungen,

Gesundheitshinweise und aktuelle Kurse asiatischer Währungen

finden Sie unter www.inasien.de

www.inasien.de 63


Reise

Taiwans tropische Ecke

Tempel, weiße Strände und wilde Natur: Der Süden ist nicht nur das Land der

taiwanesischen Ureinwohner, sondern auch ein Ferienziel der Spitzenklasse jenseits

aller Taiwan-Klischees

Auf den ersten Blick scheint

es, als seien Tainans Diebe

besonders dreist: Mit der

Statue der Meeresgöttin Mazu im

Arm, läuft die Seniorin im lilafarbenen

Jogging-Anzug seelenruhig

aus dem kleine Tempel an der

Yongfu-Strasse. Interessant ist:

Niemand schaut ihr nach, niemand

hält sie auf. Diverse leere Stellen

rund um den Altar zeigen zudem,

dass Mazu öfter auf Reisen geht.

Mit Diebstahl hat dies allerdings

wenig zu tun: „Wer aus aktuellem

Anlass eine Zeit lang besonders oft

und regelmäßig opfern möchte, der

leiht sich die Statue einfach für ein

paar Tage aus – das ist praktischer

so. Vielleicht ist ein Enkel krank

oder es gibt andere Schwierigkeiten

in der Familie“, erklärt ein

Student, der mit seiner Freundin

amüsiert die verwunderten Ausländer

beobachtet.

Auch die Wahrsager in den Gassen

rund um den Tempel helfen in

schwierigen Fragen weiter: Wird

der Sohn die Uni-Prüfung schaffen?

Wann ist der beste Zeitraum

für eine Geschäftsreise? Und ist

es besser, mit dem Boot oder dem

Flugzeug zu reisen? Mit Smartphone

in der Tasche und Tablett

64

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05/2013


Reise

Bunte Kostüme und viel Radau: Die „Bombardierung des

Lord Han Dan“ gehört zu den großen Foto-Gelegenheiten

Opfergaben und „Totengeld“ in einem Tempel von Anping

unter den Arm geklemmt, vertrauen

selbst Geschäftsleute im Süden

noch gerne auf transzendentale

Ratschläge. Und das ist typisch für

Tainan: Die Zwei-Millionen-Stadt

im Südwesten der Insel ist sichtbar

eine Hochburg traditioneller

Kultur. Überall trifft der Spaziergänger

auf Tempel, eingeklemmt

zwischen Wohnanlagen, neben

Hochhäusern, an Berghängen, am

Ende alter Gassen, ja sogar mitten

auf dem Markt. Mehr als 300 Tempelanlagen

zählt Tainan, die kleinen

privaten Andachtsstätten nicht

mitgerechnet. Dass gerade diese

Stadt so üppig ausgestattet ist, hat

historische Gründe. Lange Zeit war

nicht Taipeh im Norden die heutige

Hauptstadt, sondern Tainan das

kulturelle und politische Zentrum

der Insel.

Bewegte Geschichte

Obwohl die Portugiesen bereits Anfang

des 16. Jahrhunderts Taiwan

auf ihren Karten verzeichneten, waren

es die Holländer, die 1624 den

Süden der Insel eroberten und in

Anping, einem heutigen Vorort von

Tainan, ihre Festung Fort Zeelandia

errichteten. Der spanische Versuch,

sich im Norden der Insel festzusetzen,

scheiterte 1641. Doch auch die

Holländer konnten sich nicht lange

halten. Als die Mandschuren Mitte

des 17. Jahrhunderts die Ming-

Dynastie stürzten, rettete sich der

05/2013

www.inasien.de 65


Reise

Kenting ist Taiwans Tropenparadies. Nicht nur Urlauber, auch Zugvögel verbringen hier den Winter

Feldherr Zheng Chenggong (auch

als Koxinga bekannt) mit mehr als

35.000 Mann auf die Insel, vertrieb

die Holländer aus Anping nach

einer nervenzermürbenden neunmonatigen

Belagerung und machte

sich daran, die Rückeroberung

des Festlandes zu planen, was sich

Anbetracht der mandschurischen

Übermacht jedoch als illusorisches

Unternehmen herausstellte. 1682

überrannten die neuen Machthaber

auch Taiwan und gliederten die Insel

der südlichen Provinz Fujian an.

Immer mehr Chinesen zogen nun

auf die kleine Insel, deren Ureinwohner

wahrscheinlich malaiischer

Abstammung sind. Tainan blieb

allerdings auch in dieser Zeit der

Sinisierung Hauptstadt der Insel.

Erst mit der japanischen Besatzung

von 1894 bis 1945 verlor der Süden

seine politische Bedeutung.

Von dieser Glanzzeit profitiert

Tainan heute noch: Nicht nur in

Anping mit seinen kleinen Gassen

und dem Fort Zeelandia, auch in

der Stadt selbst hat sich vielerorts

die Atmosphäre des alten China

gehalten. Und weil Tainan zugleich

auch Studentenstadt ist – die lokale

Cheng-Kung-Universität gehört zu

den besten drei des Landes – locken

überall in der Stadt günstige

Snackbuden, Nachtmärkte und ausgefallene

Cafés.

Naturparadies Kenting

Für viele Reisende ist jedoch auch

Tainan nur ein Zwischenstopp zum

eigentlichen Ziel: Im Westen nahezu

unbekannt, ist Kenting auf der

Hengchung-Halbinsel an der Südspitze

in Ostasien ein beliebtes Ferienort.

Hier, rund um den Kenting

Nationalpark, zeigt sich Taiwan von

der tropischen Seite: Korallenriffe,

weiße, mit Palmen gesäumte Strände

und natürlich Temperaturen, die

eine Postkartenidylle braucht.

Obwohl viele Taiwaner der Wassersportmöglichkeiten

wegen nach

Kenting fahren, macht die Landschaft

die Halbinsel so außergewöhnlich:

Einst lag das korallenbewachsene

Areal Unterwasser und

wurde erst durch tektonische Bewegungen

angehoben. Bizarre Formationen

und Höhlen zeugen noch

heute überall von den marinen Ursprüngen.

Ausländische Gäste zieht

diese Landschaft übrigens auch an:

Zugvögel aus dem Norden, die auf

der Halbinsel den Winter verbringen,

machen immerhin Dreiviertel

der Vogelwelt von Kenting aus

Die Zwei-Millionen-Stadt Tainan ist nicht nur die ehemalige Hauptstadt der Insel,

sondern bis heute auch ein wichtiges Handels- und Bildungszentrum

66

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05/2013


– aus tierischer Sicht also geradezu

ein „Enten-Mallorca“!

Wer Korallenlandschaften lieber

ganz gewöhnlich betrachtet, findet

vor der Küste hervorragende Tauchund

Schnorchelgründe: 60 Prozent

aller Korallenarten der Welt und

mehr als Tausend Fischarten findet

man hier. Sogar rosafarbene

Seepferdchen und Schildkröten

schwimmen dem Schnorchler vor

die Maske. An Land wiederum sind

Begegnungen mit der lokalen Reptilienwelt

nicht immer willkommen:

Die 100-Schritte-Schlange (Sie ahnen

es: der Gebissene sinkt nach

hundert Schritten angeblich tot zu

Boden), die grüne Bambus-Viper

und die Chinesische Kobra sind

allesamt imposant aber giftig.

Im Land der Amis und

Paiwan

Wer sich an der Südspitze Taiwans in

der wildesten Ecke glaubt, sollte für

den Rückweg gen Norden einfach

über den Südosten via Taitung reisen.

Dichter subtropischer Dschungel,

spektakuläre Gipfel, Leere: Der

Südosten ist von atemberaubender

Schönheit. Allerdings mit befestigten

Wegen - Taiwan ist schließlich

kein Entwicklungsland. Der Weg in

die Berge ist ein aufregendes Bad

der Gefühle: Mit dem Jeep geht es

über holprige Wege in den Wald,

ach was, in die Wildnis. Mitten

auf dem Wege hat eine fette, drei

Meter lange Schlange ihre frische

Haut zurück gelassen. Im Gebüsch

raschelt es, immer wieder fliegen

ganze Vogelschwärme auf. Kein

bisschen erinnert Taiwan hier noch

an das Klischee der Industrienation

und des Großstadtdschungels.

Dass gerade der Südosten so ursprünglich

daherkommt, ist nicht

ohne Grund. Hier wirken die Kräfte

der Plattenverschiebung ganz besonders

stark: Hohe Berge trennen

den Südosten ab, noch vor zwanzig

Jahren war es eine beschwerliche

Angelegenheit, nach Taitung zu reisen.

Verkehrstechnisch hat Taiwan

Ab in den

Süden Taiwans!

Reise

Seit 2006 führt die Taiwan High Speed

Railway mit 300 km/h alle halbe Stunde

von Taipeh via Taichung und Tainan ins

345 Kilometer entfernte Kaohsiung (Station

Zuoying), der zweitgrößten Stadt

des Landes an der Südspitze der Insel.

Zwischen 1,5 und zwei Stunden braucht

der Zug für die gesamte Strecke, selbst bei

Kurzzeitaufenthalten sind also Tagesstrips

in den Süden möglich. Dreiviertel der

Strecke verlaufen auf erhöhten Viadukten

– grandiose Aussichten garantiert!

Tickets und Fahrpläne auch online unter

www.thsrc.com.tw/en zum derzeitigen

Preis ab 1.350 NTD (rund 34 €) für die

gesamte Strecke. Reisende auf der Suche

nach tropischer Erholung steigen in Kaohsiung

in den Shuttlebus nach Kenting,

der rund um die Uhr verkehrt. Wer lieber

Bus fährt, findet in Taiwan extrem bequeme

Langstreckenbusse, die die Strecke

Taoyuan-Airport-Kaohsiung über Nacht

zurücklegen. Man stelle sich einfach einen

fetten Wohnzimmersessel mit verstellbarer

Rückenlehne vor.

Die Südostküste Taiwans lockt mit einer rauen Küste und abgelegenen

Landschaften

Im Netz: www.taitung.gov.tw/en:

Homepage der Stadt Taitung mit Veranstaltungskalender

zu allen Festivals der

Ureinwohner / www.ktnp.gov.tw/eng:

ausführliche Erläuterungen zu Wegstrecken

und Unterkünften des Kenting-Nationalparks

/ http://foreigner.tainan.

gov.tw/en: Infoseiten der Stadt Tainan /

http://thetaiwanphotographer.com: Wer

bei diesen Bildern nicht der Reiselust erliegt,

der muss die deutsche Nordseeküste

buchen!

05/2013

www.inasien.de 67


Reise

Reiseangebote

Süd-Taiwan

Rund um Taiwan

5-tägige Rundreise. Höhepunkte: Sonne-

Mond-See, Kaohsiung, Kenting-Nationalpark,

Taitung, Ostküste, Hualien, Taroko-

Schlucht. Engl.-sprachige RL, Ü/F ab 422

€ p.P. im DZ, inkl. Transfers. Transasien

Select, Tel. +49 (0)40-23898355,

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11-tägige Rundreise. Höhepunkte: Taipei,

Taichung, Tainan, Kaohsiung, Hualien,

Taroko. Dt.-spr. RL, Ü/F ab 1.599 € .P.

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Berge & Meer, Tel. +49 (0)2634-9626169,

www.berge-meer.de

Taiwan-Rundreise

22-tägige-Rundreise. Höhepunkte:

Taoyuan, Taipeh, Yilan, Hualien, Taitung,

Kenting, Kaohsiung, Tainan, Alishan,

Penghu. Dt.-spr. RL, Ü/F ab 2,789 € p.P.

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Tel. +49 (0)7248-932094,

www.bal-tours.de

längst nachgerüstet, das Gefühl der

Abgeschiedenheit ist jedoch geblieben.

Trotz seiner 111.000 Einwohner

ist Taitung noch immer eine

ausnehmend ruhige Stadt - Hinterland

in den Augen der Taipeher,

ein verschlafenes Kaff! Doch das

trifft den Kern nur zur Hälfte.

Denn Taitung ist das Zentrum der

taiwanischen Ureinwohner, die vor

vielen Jahrtausenden aus Südostasien

nach Taiwan kamen und hier

siedelten. Wenn es um die Kultur

Mehr als 300 Tempel zählt Tainan. Welcher Glaubensrichtung sie angehören,

lässt sich oft auf den ersten Blick nicht feststellen, denn fast alle vereinen

buddhistische und daoistische Elemente

der Amis, Paiwan, Rukai, Bunun,

Yami und Gamalan geht, hat der

Südosten ungleich mehr zu bieten

als der Norden.

Mit Krach zum Glück

Spätestens zum Laternenfest zu Beginn

des traditionellen Mondjahres

(meist im Januar oder Februar)

zeigt die Region ihr volles Potential:

Die „Bombardierung des Lord

Handan“ ist ein typischer Feiertag

des Südostens, der nur in der Region

Taitung begangen wird. Dies

jedoch fulminant! Hinter Han Dan

steckt ein General der Shang-Dynastie,

der bei der Eroberung durch

die Zhou getötet wurde. Im Jenseits

wurde er nicht nur unsterblich,

sondern auch einer der fünf Wohlstandsgötter

des Daoismus. Ein

wirklich wichtiger Gott also, denn

man sich sprichwörtlich warm halten

sollte. Da ihm Kälte zuwider ist,

wird Han Dan mit bunt gekleideten

Tänzern und Gefolgsleuten jedes

Jahr zum Laternenfest durch die

Straßen von Taitung und den umliegenden

Dörfern getragen – und

es wird ihm ordentlich eingeheizt!

Mit sprichwörtlichem Feuereifer

schleudern ihm die Jugendlichen

der umliegenden Dörfer dabei die

Knallfrösche vor die Füße. Je mehr

desto besser, denn je heißer, desto

eher bringt er Glück und Reichtum

– und für den Darsteller wahrscheinlich

einen Gehörschaden,

denn selbstverständlich nimmt Han

Dan nicht persönlich teil, sondern

in Form eines Stellvertreters. Hier

und da munkelt man unter der

Hand, die Mafia nutze diese Prozessionen

als Initiationsritus. Fakt

ist: Um den Han Dan darzustellen

muss man mutig oder ziemlich

abgebrüht sein. Zeitweise wurden

die Prozessionen in den 1980-er

Jahren sogar verboten. Sicher ist

aber auch: Wenn die Bombardierung

des Han Dan stattfindet, steht

kein finanziertes Kulturprogramm

dahinter. Oder doch vielleicht die

Vereinigung der Ohrenärzte? Denn

dieses Fest macht nicht nur Hobby-Fotographen

glücklich, es treibt

garantiert auch Patienten in die

Praxis. Francoise Hauser

68 www.inasien.de

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Reise

Innenraum der Uppatasanti-Pagode

Myanmar – Naypyidaw

Stadt der selbsternannten Könige

Seit acht Jahren hat Myanmar eine neue Hauptstadt: Naypyidaw wurde in einem nahezu

geheimen Projekt innerhalb weniger Jahre erbaut. Das Resultat ist ein pompöses, aber

merkwürdig leer anmutendes Machtzentrum

70

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05/2013


Reise

„G

uten Morgen. Ab sofort haben wir

eine neue Hauptstadt: Naypyidaw“.

Die Lautsprecher verstummen, die

LKWs donnern dafür umso lauter

an den ungläubigen Augen der

Bewohner von Yangon vorbei. Das

Gerücht um den Bau einer geheimen

Stadt hat sich damit bestätigt.

Die Szene, die sich so oder so

ähnlich im Jahr 2005 in der burmesischen

Hauptstadt Yangon abspielte,

gab es schon häufiger in

Myanmar. Frühere burmesische

Könige und zuletzt die britische

Armee haben die Hauptstadt bereits

dreizehn Mal verlegen lassen.

Mal waren es religiöse, mal

wirtschaftliche oder politisch-strategische

Gründe. Dieses Mal wird

auf eine Bekanntgabe des Grundes

verzichtet. Und dieses Mal wird

die Hauptstadt nicht in eine bereits

bestehende Stadt verlegt. Sie wird

neu gebaut.

Glücksnummer 11

Die Idee einer nagelneuen Hauptstadt

hatte der damals regierende

General Than Shwe nach einem

Besuch bei seinem Astrologen. Dieser

riet ihm eine Verlegung der

Hauptstadt zur Stabilisierung seiner

Macht. Der streng gläubige General

wollte kein Risiko eingehen, und

wenig später begannen die Bauarbeiten

320 Kilometer nördlich

von Yangon. Vor der Öffentlichkeit

wurden das Projekt streng geheim

gehalten. Am 6. November 2005

um 6:37 Uhr wurde verkündet,

dass Myanmar von nun an eine

neue Hauptstadt hat und Than Shwe

zog mit dem ersten Konvoi gen

Norden. Am 11.11.2005 um elf Uhr

wurden in der neuen Hauptstadt elf

Ministerien eröffnet und elf Militär-Bataillons

rollten auf 1.100 Militär-Lastwagen

in die neue Stadt

ein. Burmesen erzählen, dass die

Glücksnummer des Generals sechs

und die heilige Zahl der neuen

Hauptstadt elf sei.

Im März 2006 wird endlich der

offizielle Name der neuen Hauptstadt

verkündet: Naypyidaw oder

Ny Pyi Taw, was soviel bedeutet

wie „Sitz der Könige“. Eine naheliegende

Bezeichnung für den größenwahnsinnigen

General Than Shwe,

der sich als die Reinkarnation eines

ehemaligen Königs betrachtet.

Monument der Macht

Theit Pein Soe fährt auf einer 20-

spurigen Fahrbahn, ein großer Burmese

mit dunkler Haut. Er hat sein

rosa Hemd in einen lilafarbenen

Longyi gesteckt, den traditionellen

burmesischen Rock, den auch Männer

tragen. Die Sonne brennt erbarmungslos

vom Himmel. Weit

und breit ist nichts zu sehen außer

asphaltierten Straßen. Ab und an

überholen Motorrädern. Neben ihm

sitzt seine Verlobte. Eigentlich haben

sie keine Zeit, weil sie morgen

ihre eigene Hochzeit auf dem Kalender

stehen haben. Aber sie bestehen

darauf, Ihren Gästen die Stadt

zu zeigen: zwei Touristen, die sie

eigentlich nicht kennen. Sie kennen

Theit Pein Soes Vorgesetzten, der

ist aber nicht in der Stadt und hat

seine Gäste an die beiden weitergeleitet.

Und da es zudem unmöglich

ist, diese Stadt mit einer achtmal so

großen Fläche wie Berlin ohne Auto

zu erkunden, ist es eine burmesische

Selbstverständlichkeit, Gäste

willkommen zu heißen und sich

ausgiebig um sie zu kümmern.

05/2013

www.inasien.de 71


Reise

Merkwürdig

gigantisch ist

typisch für

Naypyidaw:

Der dominante

Vorbau ist ein

Besucheraufzug

zur Ebene der

Uppatasanti-

Pagode, der etwas

kleineren Kopie

der Shwedagon-

Pagode

Asien1307_InAsien1111.qxd 31.07.2013 15:36 Seite 1

„Hier ist das Parlament“ kündigt

Theit Pein Soe ehrfürchtig an.

Stehen bleiben oder aussteigen ist

verboten. Überhaupt ist es Touristen

erst seit kurzer Zeit erlaubt, die

Regierungsstadt zu besuchen. Und

noch immer gibt es Vorschriften,

die bei einem Besuch eingehalten

werden müssen. „Regierungsgebäude

fotografieren verboten!“ ist eine

davon. In der Ferne erstreckt sich

ein Gebäude von gewaltiger Größe.

Es erinnert an einen Palast, verziert

mit vielen kleinen Dächer im burmesischen

Stil, abgesichert durch

einem Graben, durch eine Hängebrücke

mit der Strasse verbunden.

Wohnen nach Farben

Nicht weit vom Parlament erstreckt

sich das Wohnviertel. Die Bauten

auf beiden Seiten der Straße

wirken verlassen. Auf eine hellblaue

Siedlung folgt eine grüne

und danach eine rosa Siedlung.

Die ganze Stadt ist in Zonen aufgeteilt.

Es gibt unter anderem die

Militärzone, die Regierungszone,

die Hotelzone und die Wohnzone.

Die Häuser der Wohnzone sind mit

unterschiedlichen Farben bemalt.

Die jeweiligen Farben weisen auf

den Dienstgrad der Bewohner hin.

So wohnen beispielsweise die Angestellten

des Gesundheitsministeriums

in identisch aussehenden

hellblauen Häusern. Etwas weiter

findet man die Wohnungen der

Angestellten des Landwirtschaftsministeriums

mit grünem Farbanstrich.

Höher gestellte Regierungsmitarbeiter

wohnen in Villen, die

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von der Straße aus von Bäumen

bedeckt sind. Was für uns gewöhnungsbedürftig

klingt, findet Theit

Pein Soe praktisch: „Wenn jemand

seinen Beruf nennt, ist gleich klar,

wo die Person wohnt.“

Die meisten Bewohner sind nach

Naypyidaw gekommen, weil sie

entweder bei der Regierung arbeiten

oder weil ein Familienmitglied

bei der Regierung arbeitet.

Theit Pein Soe ist auch von der

Regierung angestellt. Er ist Polizist.

Ihm gefällt es eigentlich ganz

gut hier. „Die Luft ist besser und

hier ist mehr Platz als in der alten

Hauptstadt“. Viele scheinen seine

Meinung nicht zu teilen, sonst wären

mehr Menschen unterwegs. Sie

fahren weiter auf leeren Straßen.

Die einzigen sichtbaren Burmesen

sind Straßenkehrer, die mit großen

Hüten und kleinen Reisigbesen

den Staub von den unbefahrenen

Straßen fegen. Die Berufsgruppen

der Straßenfeger, Gärtner oder Verkäufer

wohnen nicht in der Stadt.

Sie kommen aus den umliegenden

Dörfern, in die sie abends wieder

zurückkehren.

Religion und (Aber-)Glaube

Nach 30-minütiger Fahrt, vorbei

an vereinzelten kleinen Hütten und

einer Rinderherde, erscheint in der

Ferne auf der einzigen Erhebung

weit und breit eine goldene Pagode.

Sie sieht genauso aus wie

die größte und heiligste Pagode

Myanmars, die Shwedagon-Pagode

in Yangon. „Fast genauso“, merkt

Theit Pain Soe an. Diese hier heißt

Uppatasanti-Pagode, was übersetzt

„Schutz vor Unheil“ bedeutet. Der

Name stammt aus einem Vers eines

Sutras aus dem 16. Jahrhundert und

wird seither in Krisenzeiten aufgesagt,

besonders bei bevorstehenden

Invasionen. In der Tat fürchtete die

ehemalige Junta sich vor einer Invasion

und vor dem eigenen Volk.

Warum aber die verblüffende

Gleichheit der Gebäude? Bei der

Stadtplanung ihrer neuen Hauptstadt

wollten die streng buddhistischen

Generäle nicht auf ihre lieb

gewonnene Shwedagon-Pagode verzichten

und ließen sie einfach nachbauen.

Ihre abergläubische Angst

jedoch, ein Unglück könnte die

Erbauer ereilen, wenn sie das neue

Heiligtum genauso groß und hoch

bauen würden, ließ die neue Pagode

30 Zentimeter kleiner werden.

„Bei dem Bau von Heiligtümern ist

Vorsicht geboten“, Theit Pein Soe

nickt ehrfürchtig und erzählt ein

Beispiel: Im 13. Jahrhundert habe

der damalige Herrscher von Pagan,

König Narathihiapati, eine Pagode

in Auftrag gegeben. Ein Astrologe

habe ihn gewarnt, er solle den Bau

abbrechen. Als der König die Pagode

trotzdem fertig stellen ließ, wurde

er kurz danach getötet und die

Mongolen fielen in Myanmar ein.

Die Straße führt direkt auf die

Pagode zu. Majestätisch erhebt sie

sich. Es ist heiß. In einen kleinen

Raum unterhalb der Pagode, werden

Longyis verliehen, ohne die die

Pagode nicht betreten werden darf.

Ist der Rock über die Hose geknotet,

bringt ein Aufzug die Besucher

auf die Ebene der Pagode. Mönchsgebete

ertönen aus Lautsprechern,

Mönche sind allerdings nicht zu

erblicken. Eine Gruppe Burmesen

verschwindet in das Innere der

Pagode, ein weiterer Unterschied

zum Original, dessen Inneres nicht

betreten werden darf. Zum Umrunden

der Pagode ist es einfach zu

heiß. Drinnen knien Burmesen auf

dem Marmorboden vor blinkenden

Buddha-Statuen und legen Blumen

nieder. Andere fotografieren sich

gegenseitig. „Wir sind nicht von

hier“, erzählt eine Familie. Es sind

vor allem burmesische Touristen,

welche die Pagode besuchen. Be­

Reise

Kitschig für den

Europäer, schön

für den Asiaten:

eine hausgroße

Lotusblumen-

Skulptur mit

Farbspielen und

Springbrunnen

inmitten einer

gigantischen

Kreuzung

Der Staat

kontrolliert

den Staat: Zwei

Polizistinnen auf

einem kleinen

Markt vor der

Uppatasanti-

Pagode. In

Naypyidaw leben

vorwiegend

Angestellte der

Regierung

05/2013

www.inasien.de 73


Reise

Reiseangebote

Myanmar

Rundreise Myanmar klassisch

7-tägige Rundreise. Höhepunkte: Yangon,

Bagan, Mandalay, Inle See. Engl.-

sprachige Reiseleitung. Ü/F ab 1.044 €

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Burmesen aus der Umgebung

sammeln Spenden für Pagoden und

Klöster anläßlich des bevorstehenden

Vollmondfestes

Rundreise Highlights

11-tägige Rundreise. Höhepunkte: Yangon,

Bagan, Mandalay, Inle See. Engl.-

sprachige Reiseleitung, Ü/F ab 1.490 p.P.

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wohner von Naypyidaw kommen

selten hierher.

Außerhalb der Pagode führen

Treppenstufen zu einem offenen, mit

grünen Dächern verzierten Gehege.

Dort stehen fünf weißen Elefanten,

einer davon ein Babyelefant. Burmesen

beobachten entzückt durch das

grüne Gatter die seltenen weißen

Riesen. Ein weißer Elefant gilt als

heilig. Der Besitz des Symbols für

Macht und Glück war traditionell

nur Königen erlaubt. Gleich fünf

zu besitzen ist eine ungeheuerliche

Demonstration der Macht. Theit

Pein Soe erklärt, dass ein Elefant

aus Yangon stammt, drei weitere

hat man im Dschungel „gefunden“

und einer wurde hier geboren.

Illuminierte Strassen

Theit Pein Soe wirkt angespannt.

Der Hochzeitstermin rückt immer

näher und er bringt seine Gäste

zurück in „ihre Zone“, der Hotelzone.

Wieder ist es eine lange Fahrt.

Gärtner gießen die akkurat am

Straßenrand angelegten Bäume und

Grünflächen, die genauso künstlich

wirken, wie der Rest der Stadt. Perfekt,

aber unecht. Die Sonne geht

unter und elegante Straßenlaternen

erleuchten die Fahrbahn. Jetzt

wirkt die Leere der Straßen fast

gespenstisch. Bei jeder Verkehrsinsel

erscheint eine hausgroße Lotusblumen-Skulptur.

Bunt illuminiert.

Ein Springbrunnen schießt aus der

Blüte. Den Kreisel umrunden bunte

Lichterketten, die ständig ihre Farben

ändern. Kitschig für den Europäer,

schön, findet der Asiat.

Natürlich nennt sich der Kreisel

„Royal Lotus Roundabout“, königlicher

Verkehrskreisel.

Den Stadtplanern war es anscheinend

so wichtig, die Stadt in gutes

Licht zu rücken, dass dem blinkenden

Springbrunnen mehr Bedeu­

tung beigemessen wird als einer

funktionierende Stromversorgung

fürs Volk. So stehen in Yangon

zum Beispiel Stromausfälle an der

Tagesordnung und in vielen Teilen

des Landes gibt es überhaupt keinen

Strom.

In der Hotelzone reihen sich

Hotel an Hotel aneinander, groß

und prunkvoll. Vor einem der Hotels

steht sogar ein Flugzeug, das

jetzt als Café genutzt wird. Bis auf

eine Schar von Angestellten und

ein paar Dutzend Gästen sind die

Empfangshallen leer. Ein hochmodernes

Elektroauto fährt Gäste in

Ihre entlegenen Hotel-Bungalows,

denn selbst hier ist der Weg zu weit

um ihn zu Fuß zu gehen. Ein Wachmann

verrät vor dem Bungalow,

dass er lieber wieder nach Yangon

möchte: „Sauber ist es hier, aber es

gibt eben keine Menschen. Meine

Hütte ist hinter einer grünen Plane

auf dem Hotelgelände versteckt.

Ich wohne hier, weil die Fahrt zur

Arbeit viel zu weit wäre. Wer kein

Auto oder Motorrad hat, kann hier

nicht wohnen, denn öffentliche Verkehrsmittel

gibt es nicht.“

Dieses Jahr im Dezember finden

die Südostasien-Spiele (Southeast

Asian Games) in Naypyidaw statt,

für die eigens ein Stadion und neue

Unterkünfte errichtet werden. Vielleicht

befindet sich dann auf den

20-spurigen Fahrbahnen dann endlich

mehr Verkehr.

Text und Bilder: Sandra Weller

74 www.inasien.de

Ausführliche Reiseinformationen, Visabestimmungen,

Gesundheitshinweise und aktuelle Kurse asiatischer Währungen

finden Sie unter www.inasien.de

05/2013


Kultur

Japan

Meister des Understatement

Aufmacher: Japan_J. Henning Buchholz_Shutterstock

Höflichkeit ist in Japan eine wichtigere Tugend als in manch anderem Land. Ein paar

Grundregeln vor Ort

Eine deutsche Delegation in

München hat ein dreitägiges

Meeting in Japan. Alle Japaner

tragen eine hässliche Firmenuniform

mit Mütze. Besonders auffällig

ist ein Teilnehmer, der fortwährend

griesgrämig schaut und

kein Wort spricht. Als er später die

Abschlussrede hält, entuppt er sich

als Vorgesetzter. Das überrascht die

deutschen Teilnehmer unangenehm,

denn sie hatten den unscheinbaren

Kauz die meiste Zeit ignoriert.

„In Japan gilt nicht: Wer viel

sagt, ist wichtig. Vielmehr äußert

sich jemand umso weniger, je höher

er in der Hierarchie steht. Das

überlassen sie ihren Mitarbeitern“,

erläutert Japan-Expertin Rita Menge,

die selbst 15 Jahre im Land der

aufgehenden Sonne lebte.

Stärken nicht hervorheben

Auch sonst gilt das japanische Volk

als Meister der Bescheidenheit.

Wer seine persönlichen Stärken

und Erfolge zu stark hervorhebt,

gilt schnell als ungehobelt. In der

Konsensgesellschaft, in der ständig

nach Kompromissen gesucht wird,

gibt es keine individuellen Entscheidungen

Das Team entscheidet.

„Das führt zu oft langwierigen

Entscheidungsprozessen, die uns

Deutschen ineffektiv erscheinen.

Wir wollen immer Nägel mit Köpfen

machen und beißen damit in

Verhandlungen bei Japanern auf

Granit“, erläutert die interkulturelle

Trainerin Menge. Zur Schau

gestellte Autorität geht oft ebenso

nach hinten los. Und wer im Geschäftsalltag

seine Stimme erhebt,

wird nicht seine Interessen durchsetzen,

sondern das Gegenteil. Zur

Schau gestelltes Missfallen oder

Wut gelten als unprofessionell und

kindisch.

Respekt, Loyalität, Geduld

Seine japanischen Partner zu unterschätzen

ist ein häufig gemachter

Fehler deutscher Unternehmensvertreter.

Die vergleichsweise geringe

Körpergröße, der sanfte Händedruck

und die ausgewählte Höflichkeit

lassen den Gegenüber unterwürfig

wirken. Dabei signalisiert

diese Haltung vor allem Respekt.

Dieser Respekt, gepaart mit Loyalität

und Geduld, ist denn auch der

Schlüssel zum Erfolg in Japans Businesswelt.

Tabu sind Unpünktlichkeit

und Illoyalität. Wer zu spät zu

einem wichtigen Meeting kommt,

kann eigentlich gleich wieder auf

dem Absatz kehrtmachen. Ein noch

schlimmerer und schwer zu überbietender

Fauxpas ist es, Geschäftspartner

vor anderen Personen zu unterbrechen

oder bloßzustellen. Und

was die übliche Verbeugung bei

Begrüßung angeht: Für Ausländer

genügt ein deutliches Nicken, das

die Verbeugung andeutet.

Anne-Katrin Schulz ist Pressesprecherin

der BDAE Gruppe

Japan-Knigge

Ein absolutes Muss sind Visitenkarten. Die

des Gegenübers stets mit beiden Händen

entgegennehmen und aufmerksam lesen.

Niemals achtlos beiseite legen oder in die

Hosentasche stecken!

Socken oder Strümpfe sollten niemals

Löcher haben, denn Schuhe müssen sehr

häufig ausgezogen werden, etwa in Bad,

WC und Wohnungen.

Beim Essen gilt geräuschvolles Schlürfen

von Suppen oder das Reden mit vollem

Mund nicht als Unsitte. Zudem wird beim

Business-Dinner zur Lockerung der Stimmung

gerne Alkohol getrunken. Ein Fehler

ist das Geben von Trinkgeld. Perfekter

Service ist in Japan selbstverständlich.

In Unterhaltungen niemals mit der Tür ins

Haus fallen, weder privat, noch geschäftlich.

Das dient dem Beziehungsaufbau.

Ein direktes Nein ist unhöflich.

05/2013

www.inasien.de 75


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China

Bald größter Verbrauchermarkt

Experten gehen davon aus, dass China 2015 die USA von

der Spitze als größten Konsumentenmarkt verdrängt. Diese

Einschätzung begründet sich u.a. auf den Anstieg des Online-Shoppings

und dem Comeback des Großeinkaufs. Noch

vor zehn Jahren ging der Durchschnitts-Chinese bis zu drei

Mal die Woche einkaufen. Eine dritte Entwicklung stellt der

Anstieg des Inlandstourismus dar. China ist das beliebteste

Reiseziel für chinesische Urlauber und bewirkt somit Wachstumschancen

entlang der gesamten Wertschöpfungskette

der Tourismusbranche – von Reisebedarfsanbietern bis hin zu

Hotels und Fluglinien. Ein vierter Trend stellt das sogenannte

„China Style“-Labelling im Marketing von Unternehmen dar,

bei der Ansprache lokaler Konsumenten: Dadurch wird das

angebotene Produkt gegenüber der Zielgruppe spezifisch

aufgewertet, denn in ihren Kaufentscheidungen legen chinesische

Verbraucher Wert auf einen regionalen Bezug des

Produkts, sei es durch die Aufmachung oder, im Fall von

Lebensmitteln, eine typische lokale Geschmacksrichtung.

Der fünfte Trend ist das hohe Interesse des chinesischen

Endverbrauchers, im Netz über seine Einkaufserlebnisse zu

berichten: 40 Prozent der Online-Käufer veröffentlichen und

lesen Bewertungen über die Produkte, die sie erworben haben.

Dies führt oftmals zu einer größeren Transparenz von

Seiten der Anbieter und kann sogar zu Verbesserungen beim

Produkt oder den Herstellungsbedingungen führen.

Quelle: TrendScanner

Malaysia

Mit dem Tourismus wachsen

Malaysias Touristenankünfte sind 2012 auf mehr als eindrucksvolle 25 Millionen

angestiegen. Die Einnahmen durch den Tourismus kletterten auf 20,2 Milliarden

USD, ein Anstieg von 4 Prozent im Vergleich zu 2011. Im Rahmen des

Wirtschaftswandelprogramms von Malaysia wurde Tourismus als einer der 12

wichtigsten nationalen Wirtschaftsbereiche identifiziert, die das Wirtschaftswachstum

des Landes ankurbeln sollen. Seither sind mehrere touristische

Entwicklungsprojekte umgesetzt worden, um bis 2020 36 Millionen Touristenankünfte

und 60 Milliarden USD Tourismuseinkünfte verzeichnen zu können.

Besonders im Fokus: Der Ausbau von Großveranstaltungen im Bereich Sport,

Kunst, Lifestyle und Unterhaltung. Dazu wurde extra die neue Marke Malaysia

Major Events im Ministerium für Tourismus und Kultur kreiert, die wie Event-

Agenturen für globale Veranstaltungen operiert.

Quelle: ots/PRNewswire

Japan

Öffnung des

Energiemarktes

Sri Lanka

Wachstum an allen Ecken

Seit Bürgerkriegsende wird auf

der Insel gebaut, ob Straßen,

Hotels oder Flughäfen. Kürzlich

eröffnete ein Flughafen bei Hambantota,

einer Region, die mehrere

sehr interessante Nationalparks

zu bieten hat, vor allem für Natururlauber.

An der Ostküste entstehen

vor allem Strandresorts.

Die japanische Regierung hat als

Konsequenz aus dem Atomunfall in

Fukushima eine Öffnung des Energiemarktes

beschlossen. Mit dem Beschluss

für mehr Wettbewerb soll der

japanische Strommarkt erstmals seit

Anfang der 1950er Jahre grundlegend

reformiert werden. Seit damals war

der Energiemarkt de facto von zehn

regionalen Unternehmen monopolisiert

worden, die nicht nur die Energieerzeugung,

sondern auch Verteilung und Vertrieb übernehmen. Die nun vom

Kabinett beschlossene Reform sieht vor, die Stromkonzerne nach Sparten aufzuspalten

und alle Beschränkungen zur Preisgestaltung aufzuheben. Letzteres

soll frühestens bis zum Jahr 2018 geschehen. Die Öffnung des Strommarktes

nutze letztlich der Industrie und den Privatkunden, sagte Wirtschaftsminister

Toshimitsu Motegi nach Angaben japanischer Medien. „Die Nachfrageseite

wird mehr Optionen haben, was zu geringeren Energiepreisen führen wird“,

fügte er hinzu. Quelle: AFP

76

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05/2013


eldungen + + + News + + + Meldungen + + + News + + + Meldungen + + + News + + + Meldungen + + + News + + + Meldungen + + + N

China

Erstes CO2-Handelssystem startet

China hat sein Emissionshandelssystem gestartet. Das System, mit

dem klimaschädliche Emissionen gesenkt werden sollen, umfasst die

Unternehmen der südchinesischen Industriemetropole Shenzhen.

Bis 2014 soll der Emissionshandel auf sieben Regionen in der Volksrepublik

ausgedehnt werden. China stößt so viele klimaschädliche

Emissionen aus wie kein anderes Land der Welt.

Beim Emissionshandel erhalten Unternehmen eine begrenzte Anzahl

von Verschmutzungsrechten. Liegen ihre Emissionen über

dieser Grenze, müssen sie zusätzliche Emissionszertifikate erwerben;

liegen sie darunter, können die Firmen ihre überschüssigen

Rechte verkaufen. Das System soll Investitionen in klimafreundliche

Technologien begünstigen. „Das ist der erste Schritt zu einem

nationalen Emissionshandelsystem“, sagte die Greenpeace-Expertin für Klimaschutz und Energie in Ostasien, Li Yan. Analysten

geben allerdings zu Bedenken, dass der Emissionshandel nur 38 Prozent des Ausstoßes klimaschädlicher Gase umfasst und daher

nicht zu einem Sinken der Emissionen führen dürfte. China hat sich keine Ziele zur Minderung der klimaschädlichen Emissionen

gegeben, das Land rechnet vielmehr damit, dass der Klimagasausstoß bis mindestens 2030 weiter zunehmen wird. Allerdings hat

die Regierung vorgegeben, dass die Produktion effizienter werden soll: Der CO2-Ausstoß je Produkteinheit soll bis 2020 um 40

Prozent sinken. Quelle: Dow Jones

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D i e T h e m e n

Ausgabe 6/99

Thailands Süden

Reiseführer im Test

Bali

Ausgabe 2/01

Wellness in Asien

Bangkok

Jüdisches China

Ausgabe 3/01

Korea

Bali

Städtetouren

Ausgabe 2/02

Der Yangzi

Ko Samet

Darjeeling-Tee

Ausgabe 5/02

Thailands Inseln

Kulturtrips China

Dubai

Ausgabe 6/02

Indochina

Städteduell

Nordthailand

Ausgabe 1/03

China aktiv

Ost-Australien

Inselduell

Ausgabe 3/03

Chinas Heilkunst

Pazifikinseln

Mount Everest

Ausgabe 4/03

Spezial: Korea

Taiko Trommler

Günstiges Australien

Ausgabe 5/03

Indochina

Neuseeland

Indiens Schätze

Ausgabe 6/03

Indien-Spezial

Mekongdelta

Religionen

Ausgabe 1/04

China: Sichuan

Burma: Inle-See

Tattoo

Ausgabe 2/04

Indien

Nordkorea

Alltag in China

Ausgabe 3/04

Taiwan

Taifun

Angkor Wat

Ausgabe 4/04

Thailand-Spezial

Bollywood

Krakatau

Ausgabe 5/04

China-Kurzreisen

Australien-Outback

Kuala Lumpur

Ausgabe 6/04

Indiens Süden

Weihnachsinsel

Kamikaze

Ausgabe 1/05

Vietnam-Halong Bay

Indien: Karnataka

Piraten

Ausgabe 2/05

Tsunami-Spezial

Indochina

Nordthailand

Ausgabe 3/05

Indien-Goa

Kokosinseln

Samurai

Ausgabe 2/06

Philippine

Laos

Indien-Orissa

Ausgabe 4/06

Shanghai

Malediven, Nepal

Borobudur

Ausgabe 5/06

Kambodscha

Hong Kong

Indonesien: Sulawesi

Ausgabe 3/07

Borneos Orang-Utans

Indien: Orissa

Vietnam: Phu Quoc

Ausgabe 4/07

China

Thailand spirituell

Teezeremonie

Ausgabe 5/07

Olympia 2008

Malediven

Zen verstehen

Ausgabe 6/07

Kasachstan: Trekking

Vietnam: Phan Tiet

Japan vs Korea

Ausgabe 2/08

Trekking in Thailand

Laos

Berühmte Pilgerwege

Ausgabe 3/08

Koh Samui

Kreuzfahrten

Japanische Gärten

Ausgabe 4/08

Annapurna- Trek

Brunei

Sri Lanka

Ausgabe 6/08

Studienreisen

Japan individuell

Fugu

Ausgabe 1/09

Kurztrips

Fahrt durch Rajasthan

Heiliges auf Java

Ausgabe 2/09

Best of China

Indien: Khajuraho

Thailand: Hua Hin

Ausgabe 3/09

Insel-Spezial

So kocht Asien

Sumo-Ringer

Ausgabe 4/09

Asiens Sommerziele

Indien: Ladakh

Maid-Cafés in Tokyo

Ausgabe 5/09

China: Nanxun

Mongolei

Asien de Luxe für alle

Ausgabe 6/09

Best of Asien

Japans Burgen

Asiens Top Ten

Ausgabe 1/10

Kulturschock China

Laos und Kambodscha

Malediven

Ausgabe 2/10

Magische Seidenstraße

Shanghai und die Expo

Frühling in Kyoto

Ausgabe 3/10

Japan unter Palmen

Himmel über Beijing

Asien kaut Lotte

Ausgabe 5/10

Geheimtipp Birma

Sherpas im Himalaya

Chinas Apotheken

Ausgabe 6/10

Gili und Lombok

China Spezial

Asiens Überflieger

Ausgabe 4/11

Thailands Norden

Unawatuna/Sri Lanka

Seidenstrasse

Ausgabe 6/11

Macau Pocket Guide

Vietnams Strände

Rund um Shanghai

Ausgabe 1/12

Malediven

Laos

Burma

Ausgabe 2/12

Myanmar

Hong Kong/Macau

Nord Vietnam

Ausgabe 3/12

China

Japan

Nord-Laos

Ausgabe 4/12

Süd-Indien

Soft Adventure

Korea

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iA 05/13


Wirtschaft

An sich gelten Myanmars Mönche als friedfertig.

Derzeit schüren sie jedoch Gewalt gegen Muslime

Myanmar

Große Hoffnung, raues Klima

Die wirtschaftlichen Chancen der Öffnung sind riesig. Doch schon setzen im „goldenen Land“

Verteilungskämpfe ein. Präsident Thein Sein und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi fällt es

schwer, die Destabilisierung zu bremsen

Frank und Monika aus Berlin hatten

einen klasse Urlaub in Myanmar:

Die größte Gefahr, der sie sich auf

der üblichen Runde von Yangon

über die Antikenstadt Bagan und

Mandalay bis an den Strand von

Ngapali ausgesetzt sahen, war ein

Sonnenbrand. Und sie machten ein

gutes Geschäft: „Wir fliegen immer

dahin, wo es richtig gekracht

hat. Dann haben wir die Hotels für

uns, gute Preise und einen Superservice“,

erzählen sie. Myanmar

wählten sie, nachdem Länder wie

Großbritannien eine Reisewarnung

erließen. Monatelang war es immer

wieder zu Unruhen zwischen Buddhisten

und Muslimen gekommen.

Davon aber ist an der Oberfläche

nicht viel zu merken. Denn

wer vermag schon die Zahlenkombination

„969“ zu entschlüsseln?

Hinter den Ziffern, die auf buddhis­

tische Grundwerte wie die neun

Eigenschaften Buddhas verweisen,

verbergen sich religiöse Nationalisten,

die gegen das vermeintlich

Fremde angehen. Ihr Vordenker ist

der buddhistische Mönch Saydaw

Wirathu aus der Geschäftsstadt

Mandalay, von seinen Gegnern

als „Osama Bin Laden Burmas“

gebrandmarkt. Er fordert, nur noch

in Läden von Buddhisten einzukaufen,

nur noch deren Taxis zu

fahren. Vor einer „neonationalistischen

Diskriminierung“ sprechen

die Berater von Maplecroft in London.

Oppositionelle warnen – in

Verkennung der Geschichte – vor

„Nazi-Mönchen“, die Religionen

und Ethnien zum eigenen Vorteil

ausrotten wollen. Sie lassen buddhistische

Läden durch das 969-

Logo kennzeichnen. Muslimische

Kaufleute, die das Logo nicht anbringen,

erklären sie als gefährdet.

Wirathu, Anführer der Bewegung,

warnt öffentlich: „Wenn ihr in muslimischen

Geschäften kauft, bleibt

Euer Geld nicht dort. Es wird da

enden, von wo eure Rasse und Religion

zerstört werden wird.“

Erkundungsfahrt Investition

Im Juni fand in der Hauptstadt

Naypyidaw der Ostasiengipfel des

Weltwirtschaftsforums statt. Dort

konferierte man über die enormen

Aussichten des Landes, das kaum

weniger Einwohner als das Nachbarland

Thailand hat.

Um die beiden international

ausgeschriebenen Lizenzen für den

Aufbau des Mobilfunks bewarben

sich gut 90 Konzerne – unter ihnen

Weltmarktführer Vodafone und

der Milliardär George Soros. Auch

Markenartikler hoffen auf einen

78

www.inasien.de

05/2013


Wirtschaft

Goldrausch: Die größte Chance

liegt darin, dass 55 Prozent der

Myanmarer jünger als 29 Jahre

sind. Die Markenhersteller aus

dem Ausland haben daher beste

Chancen: „Myanmars herstellende

Industrie ist durch die jahrelangen

Sanktionen weitgehend ausradiert

worden. Ausländische Unternehmen

haben das Geld, das Fachwissen

und die Lieferketten, die

nun notwendig sind. Das verschafft

ihnen Vorteile.

Trotz aller Hoffnungen wird es

ein langer, steiniger Weg werden.

„Der Durchschnittsburmese verdient

umgerechnet nur 190 US-

Dollar im Monat. Und auch wenn

die Investitionen aus dem Ausland

im vergangenen Jahr von zuvor 500

Mio. wohl auf 20 Mrd. US-Dollar

gestiegen sind, wird es dauern, bis

dieses Geld den Durchschnittsverbraucher

erreicht“, warnt Jason Copland

von TNS.

Grund ist der Mangel an Infrastruktur,

an einer Finanzstruktur,

an rechtlichen Grundlangen. Auch

deshalb beschränken sich die meisten

Auslandsinvestoren, auf die

alle hier hoffen, bislang auf Erkundungsfahrten.

Wenn sie ins Land

vordringen, dann meist von Thailands

Königsstadt Bangkok aus. Sicher,

Öl und Gas bleiben begehrt,

Importeure und Hoteliers strömen

ins Land. Aber die herbeigesehnte

Industrialisierung, die Arbeit und

Lohn brächte? „Die einzigen Auslandsinvestitionen,

die in den vergangenen

eineinhalb Jahren nach

Myanmar geflossen sind, gingen in

das Geschäft mit Bier, Zigaretten

und Limonaden“, sagt Robert Taylor,

emeritierter Professor aus London,

der das Schicksal Myanmars

seit den 1960er Jahren verfolgt.

„Wer soll auch kommen, angesichts

dieser Unsicherheiten über Landbesitz,

Energieversorgung und Arbeitskräfte?“

Kleine Siege

So groß die Hoffnungen, so rau ist

das Klima im lieblichen Land ge­

worden. Denn in Myanmar beginnen

die Verteilungskämpfe. Ihre

Frontlinien sind schwer auszumachen;

sie laufen quer durch die

Religionen und Ethnien, werden definiert

von Militärs und Mönchen,

von Nutznießern des Regimes und

den Armen, die ihre Stimme suchen.

Als die Friedensnobelpreisträgerin

Aung San Suu Kyi als Vermittlerin

im Disput um die Umweltzerstörung

und den Landraub einer chinesischen

Kupfermine auftrat, stieß

sie an Grenzen: Bekamen Menschen

– wenn überhaupt – bei einer

Enteignung früher zwischen 5 und

80 Kyat (umgerechnet 7 Eurocent)

für gut 4.000 qm, holte die Oppositionsführerin

nun 1.750 US-Dollar

heraus. Doch sofort stiegen die Ansprüche

und es hagelte Kritik.

Tomas Ojea Quintana, der Sonderberichterstatter

der Vereinten

Nationen in Myanmar, spricht von

einer „staatlichen Verstrickung in

einige Akte der Gewalt“. Die Regierung

unter dem zivilen Ex-General

Thein Sein widerspricht massiv.

Der Präsident, der die Öffnung viel

schneller und weiter vorangetrieben

hat, als ihm zugetraut worden war,

warnte vor Gewalt durch „politische

Opportunisten und religiöse

Extremisten“. Zu Recht, denn für

3.000 Kyat sind Schläger zu kaufen,

die Aufruhr säen können. Es dauerte

nach dem Wiederaufflammen der

Unruhen Wochen, bis Thein Sein

jenen mit Repressalien drohte, die

Gewalt schüren.

Auch Aung San Suu Kyi sitzt in

der Falle: Das Ausland fordert von

der Oppositionsführerin eine starke

Stellungnahme zugunsten der

verfolgten Muslime. Sie aber weiß

genau, dass sie die buddhistische

Mehrheit und die Mönche braucht,

will sie 2015 die Wahl zur Präsidentin

gewinnen.

Nähe zur Macht

So wird es den beiden Aushängeschildern

des Landes schwer, mit

dem Aufbegehren umzugehen. Hinter

vorgehaltener Hand vermuten

Diplomaten und kritische Myanmarer,

hinter dem Zündeln stecke

eine Gruppe von „ewig Gestrigen“,

die ihre Pfründe schmelzen sehe.

Dazu zählten einige der „Cronies“,

derjenigen Millionäre, die ihre Nähe

zu den Generälen reich machte.

Mit ihren Straßen, Hotels und Flughäfen,

Banken und Minen, die sie

in der Militärdiktatur erwarben, haben

sie ihren Einfluss in die neuen

Zeiten hinübergerettet.

Verbündete im Versuch einer gezielten

Destabilisierung Myanmars

könnten sie in den höheren Rängen

des Militärs finden. Denn auch

viele Offiziere sind verunsichert.

Ihre alten Vorgesetzten wandelten

sich über Nacht zu Demokraten,

nachdem sie ihre Millionenpfründe

gesichert hatten. Was aber bleibt

den tieferen Diensträngen? Bislang

war klar, dass ihre Treue und ihre

Investition in die Ausbildung später

mit lukrativen Verträgen belohnt

werden würden; hier eine Mine,

dort das Recht, Teakholz zu schlagen.

Heute stehen sie mit leeren

Händen da.

Willfährige Helfer finden verunsicherte

„Cronies“ und frustrierte

Offiziere ausgerechnet unter den

Mönchen. Die Buddhisten leben

von Zuwendungen, im Idealfall

Essensgaben bei der frühmorgendlichen

Prozession. Goldene Klöster

aber wachsen nur in den Himmel,

wenn viel Geld fließt. So wiegeln

einige der buddhistischen Äbte im

Auftrag anderer die Massen gegen

die Muslime auf. „Die Mönche

schütten Öl ins Feuer“, sagt ein

Diplomat. „Sie haben ihre eigenen

Interessen.“ Die Reichen bringen

ihre Schätze schon wieder in die

Klöster, denn dort seien sie sicher.

Immerhin halten Soldaten vor den

großen Klöstern mit Sturmgewehren

Wache. Bei der Verfolgung der

Muslime schauen sie weg.

Dr. Christoph Hein ist

Asien-Pazifik-Korrespondent der

Frankfurter Allgemeinen Zeitung

mit Sitz in Singapur

05/2013

www.inasien.de 79


Wirtschaft

China

Wachstumstreiber Urbanisierung

Etwa ein Zehntel der Weltbevölkerung lebt bereits jetzt in chinesischen Städten. Nach den

Metropolen der Ostküste steigen nun auch die Einwohnerzahlen der Städte im Inland

Eine „historische Aufgabe“ für den

Modernisierungsprozess nannte der

scheidende chinesische Ministerpräsident

Wen Jiabao den Umgang

mit der Urbanisierung in seinem

Regierungsbericht zum Nationalen

Volkskongress im März. Nunmehr

wird sich der neue Ministerpräsident

Li Keqiang um die Umsetzung

dieser Aufgabe kümmern müssen.

Rund 400 Millionen Menschen

müssen Chinas Städte in der nächsten

Dekade aufnehmen. Dies macht

erhebliche Investitionen notwendig

und dürfte den Privatkonsum weiter

beleben. Die Urbanisierungswelle

wird daher zu einem der wichtigsten

Wachstumstreiber der chinesischen

Wirtschaft avancieren. Zur Verbesserung

der urbanen Agglomerationen

gehört neben der Schaffung

hochwertigen Wohnraums auch der

Ausbau der Verkehrsinfrastruktur

und anderer städtischer Einrichtungen.

Die dafür nötigen Investitionen

sollen sich in den kommenden zehn

Jahren auf 40 Bill. Yuan belaufen,

umgerechnet rund 5 Bill. Euro.

Viele Experten begrüßen diese Ankündigungen,

denn Städte können

Dienstleistungen, wie zum Beispiel

Bildung und Gesundheitsversorgung,

wesentlich effektiver für eine

große Zahl von Menschen anbieten.

Gleichzeitig warnen sie vor mangelhaft

geplanten Infrastrukturinvestitionen

und Aktionismus in der Immobilienentwicklung.

Nur das Anheben

der Städte auf ein höheres Entwicklungsniveau

sichere nachhaltiges

Wachstum. Ein wichtiger Punkt der

qualitativen Urbanisierung bedeute

daher auch, die Situation für Neuzugezogene

zu verbessern.

Alle zwei Jahre ein neues

New York

Die seit einiger Zeit diskutierte

Reform der Hukou-Regelung dürfte

daher in den kommenden Jahren

umgesetzt werden. Das aus maoisti­

80

www.inasien.de

05/2013


scher Zeit stammende System ordnet

jeden Bürger entweder einem

Wohnort in dörflicher Gegend oder

einer Stadt zu. Ein Wechsel ist

zwar möglich, aber hohe Hürden

müssen dabei überwunden werden.

Deshalb sind Wanderarbeiter,

die auf Arbeitssuche zu mehreren

Millionen vom Land in die Küstenstädte

strömen, bis heute von

vielen Dienstleistungsangeboten

ausgeschlossen.

Gleichzeitig ist eine Reform des

Hukou-Systems mit großen Anpassungen

verbunden. Sollten auf

einen Schlag alle Arbeitsmigranten

ihren Wohnsitz in die Stadt verlagern,

könnten die städtischen

Dienstleister die Mehrbelastung

kaum verkraften. Ein Think Tank

des Staatsrates schätzt die Kosten

für die Ummeldung eines Wanderarbeiters

in einen Stadtbewohner

auf 80.000 Yuan. Bei rund 220

Millionen Wanderarbeitern bedeutet

das Ausgaben für Bildung,

Gesundheitsversorgung und Alters­

vorsorge in Höhe von mindestens

16 Bill. Yuan, also rund 30 Prozent

des Bruttoinlandsprodukts.

Am weitesten fortgeschritten ist

die Verstädterung in den regierungsnahen

Städten Shanghai, Beijing

und Tianjin. Die Provinzen Guangdong

am Perlflussdelta, Zhejiang

und Jiangsu am Jangtsedelta sowie

Liaoning im Nordosten weisen

die höchsten Urbanisierungsgrade

auf. Richard Hobbs schätzt in der

Zeitschrift „Foreign Policy“, dass

China bis 2030 über insgesamt 44

urbane Gebiete mit über 4 Millionen

Einwohnern verfügen wird. Bis

dahin müssten insgesamt 40 Mrd.

qm Wohnraum und gewerbliche

Fläche errichtet werden – dies entspräche

alle zwei Jahre der Errichtung

eines „neuen“ New York. Die

Bauwirtschaft und davon abhängige

Branchen dürften die Entwicklung

mit Wohlwollen aufnehmen. Allein

für die Produktion von Stahl

und Zement wurden gigantische

Kapazitäten errichtet. Auch Anbieter

von Gebäudetechnik, Verkehrstechnik,

Krankenhausausrüstung,

Wasserver- und entsorgung, Müllentsorgung

sowie städtebauliche

Planungsdienstleister versprechen

sich Absatzchancen.

Im Einklang mit

„ökologischer Sicherheit“

Ein großes Fragezeichen steht allerdings

hinter der Finanzierung der

Vorhaben. Der Investitionsboom

der vergangenen Jahre, insbesondere

das 2009 aufgelegte Konjunkturpaket

in Höhe von 4 Bill. Yuan,

hat die Lokalregierungen tief in die

roten Zahlen getrieben. Sie erhalten

ohnehin nur einen kleinen Teil

der Steuereinnahmen, sind aber für

die Finanzierung der Infrastrukturprojekte

verantwortlich. Ihre Verschuldung

wurde Ende 2010 mit

10,7 Bill. Yuan veranschlagt, die

tatsächliche Lage ist allerdings sehr

intransparent. Daher wird nach

neuen Finanzierungsmöglichkeiten

gesucht, berichtet Zentralbankchef

Zhou Xiaochuan. Statt Kredite

Die größten

Städte Chinas

Stadt

Shanghai

Beijing

Tianjin

Guangzhou

Harbin

Suzhou

Shenzhen

Chengdu

Wuhan

Chongqing

Quelle: lokale Statistikämter

Einwohnerzahl

23,5 Mio.

20,7 Mio.

12,9 Mio.

12,7 Mio.

10,6 Mio.

10,5 Mio.

10,5 Mio.

10,4 Mio.

9,8 Mio.

8,0 Mio.

über Finanzierungsvehikel der Lokalregierungen

zu gewähren, sollen

Bonds ausgegeben werden, die

durch Steuern abgesichert sind. Einige

Provinzen haben bereits damit

begonnen, zum Teil garantiert durch

das zentrale Finanzministerium.

Daneben stellt die Urbanisierung

die Städteplaner vor weitere Herausforderungen,

von denen die vielleicht

größte die Umweltbelastung

ist. Auch der scheidende Präsident

Hu Jintao hob dies im Februar hervor

und versprach eine Revolution

in der Energieproduktion und im

Energieverbrauch. Die Urbanisierung

müsse im Einklang mit der

„öko logischen Sicherheit“ voranschreiten.

Noch ist dies jedoch nicht der Fall.

Beijing beispielsweise leidet unter

notorischer Luftverschmutzung, da

in der Metropole tagtäglich 5,2 Millionen

Fahrzeuge unterwegs sind.

Trotz des rasanten U-Bahnausbaus

kämpfen auch andere Städte mit

endlosen Staus zur Hauptverkehrszeit.

Zur Entlastung begrenzen die

Lokalregierungen zunehmend die

Neuwagenzulassungen. Die Entwicklung

der kleineren Städte wird

den Kfz-Boom dagegen eher noch

weiter anheizen, da diese derzeit

über wenig ausgebaute Nahverkehrsnetze

verfügen.

Achim Haug, GTAI

Wirtschaft

05/2013

www.inasien.de 81


Wirtschaft

Paradoxien „Korean Style“

Auf der koreanischen Halbinsel verschränken sich Anachronismen und Moderne.

Jetzt kommt es zwischen den politischen Führern im Norden und Süden zu einer

Annäherung der besonderen Art – qua Familiendynastie

Vermissen Sie das Ambiente

des Kalten Krieges, gar vermintes

Gelände, Stacheldrahtverhaue?

Dann gönnen Sie sich einen

Trip nach Korea. Vorzugsweise

an den 38. Breitengrad, der die

Halbinsel unschön in zwei Hälften

teilt – diesseits die reale kapitalistische

Republik Korea (Südkorea),

jenseits der real existierende Sozialismus

in Form der Demokratischen

Volksrepublik Korea (Nordkorea).

Die „Koreanische Mauer“ ist ein

seit 60 Jahren militärisch abgeriegeltes

Relikt des Kalten Krieges. In

etwa vier Kilometern Breite und auf

240 Kilometern Länge, gesichert

durch Hunderttausende Soldaten

schottet sie den Norden und Süden

Koreas hermetisch voneinander ab.

Dieses Areal nennt sich beschönigend

„demilitarisierte Zone“. Ende

Januar 2002 bezeichnete der

damalige US-Präsident George W.

Bush diese „Mauer“ übrigens als

notwendigen „Schutzwall“ gegen

die von ihm ausgemachte „Achse

des Bösen“. Bis heute existieren

zwischen dem Norden und Süden

Koreas keine Post- und Telefonverbindungen,

von einem kleinen

Grenzverkehr à la DDR-BRD ganz

zu schweigen.

Spielball der Supermächte

Im 20. Jahrhundert hatte Korea das

Pech, gleich zweimal ausgebeutet

und zutiefst gedemütigt worden

zu sein. Japan, das sich selbst als

„Licht, Beschützer und Lenker Asiens“

begriff, annektierte das Land

1910 und schwang sich bis 1945

zu dessen Kolonialmacht auf. Das

Kriegsende bedeutete indes keine

Befreiung; Korea geriet ins Fa­

82

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denkreuz der beiden Siegermächte

USA und Sowjetunion.

Im Norden protegierte die Sowjetunion

den ehemaligen Partisanen

Kim Il-Sung, während die USA

mit Rhee Syngman einem Exilpolitiker

ihrer Gunst zur Macht

verhalfen. Es folgte eine zunehmende

Entfremdung und 1948 die

Gründung zweier Staaten mit gänzlich

unterschiedlichen Systemen.

Nordkorea begriff sich fortan als

„Bollwerk nationaler Befreiung“,

Südkorea hingegen als Frontstaat

gegen den Kommunismus. Was

1950 als Bruderkrieg begann,

endete im Juli 1953 als zwischenzeitlich

internationalisierter erster

heißer Konflikt im Kalten Krieg.

Zur Hinterlassenschaft des Koreakrieges

zählt nicht nur eine

Generation schwer traumatisierter

Menschen in beiden Landesteilen,

Bild: mardruck / flickr.com

sondern auch ein (von Südkorea

nicht unterzeichnetes) Waffenstillstandsabkommen.

Bis heute konnte

dieses nicht in einen Friedensvertrag

überführt werden. Korea blieb

lange Zeit weltweit der einzige Ort,

wo ein US-amerikanischer Vier-

Sterne-General – in Personalunion

Kommandeur der dort stationierten

US- und UN-Truppen sowie der

südkoreanischen Streitkräfte (mit

Ausnahme der präsidialen Leibgarde)

– als Oberbefehlshaber

(Commander-in-Chief), quasi als

Prokonsul in einem fremden Land

residierte.

Faszination des Sonderweges

Gestützt auf die US-Militärpräsenz

verordnete Südkoreas Militärdiktator

Park Chung-Hee dem Süden

einen Brachialkapitalismus. Bevor

dieser in den 1970er-Jahren wirtschaftliche

Erfolge zeigte, hatte der

Norden mit seinem staatlich verordneten

„Dschutsche-Kurs“ (Vertrauen

in die eigene Kraft) als Konzept

eigenständiger Entwicklung

beträchtliche Faszination auf viele

Länder der sogenannten Dritten

Welt ausgeübt.

Betrug das jährliche Pro-Kopf-

Einkommen im Südkorea der

1950er-Jahre umgerechnet weniger

als 100 US-Dollar, ist man in Seoul

stolz darauf, bereits seit 2003 die

20.000-Dollar-Marke überschritten

zu haben. Genoss die Bevölkerung

im Norden langjährig eine im internationalen

Vergleich gute Gesundheitsfürsorge,

(Aus-)Bildung

und Nahrungsmittelversorgung, so

ist die Volksrepublik seit Ende der

1980er-Jahre technologisch weit zurückgefallen.

Zudem musste der

Handel mit vormaligen Partnern

nach dem Zusammenbruch des

Realsozialismus abrupt auf Basis

von Devisens umgestellt werden.

Die Folge waren Produktionseinbrüche

und Hungersnöte.

Staats- oder Rädelsführer?

Südkoreas Führung stützt sich derweil

auf das archaische „Nationale

Unser Autor

Sicherheitsgesetz“ (NSG). Laut

diesem gilt Nordkorea offiziell als

„staatsfeindliche Organisation“, die

sich als Staat ausgibt. Demzufolge

war der im Dezember 2011 verstorbene

nordkoreanische Staatsführer

Kim Jong-Il lediglich der

„Rädelsführer einer antistaatlichen

Organisation“.

Nordkorea bekennt sich offiziell

zu einem Sozialismus eigener

Prägung sowie zum „starken und

gedeihenden Staat“. Seine Führung

praktiziert einen eigentümlichen

Mix aus neokonfuzianischem Verhaltenskodex,

rigidem Etatismus,

Personenkult und Glorifizierung

des Militärischen. Dennoch wird

nahe der nordkoreanischen Grenzstadt

Gaeseong mit dem Gaeseong

Industrie-Komplex ein Gemeinschaftsprojekt

betrieben, wo auf

nordkoreanischem Grund und Boden

mit südkoreanischem Know

How und Geld für den eigenen

sowie internationalen Markt produziert

wird.

Seit dem 25. Februar amtiert

mit der 60-jährigen Park Geun-

Hye erstmals in der Geschichte

Südkoreas eine Frau im Blauen

Haus zu Seoul, dem Amtssitz des

Präsidenten. So bekleidet nunmehr

im Süden des geteilten Landes das

höchste Staatsamt die älteste Tochter

von Expräsident Park Chung-

Hee, der sich 1961 an die Macht

geputscht und das Land bis 1979

diktatorisch regiert hatte. Während

dessen regiert im Norden mit dem

knapp 30-jährigen Kim Jong-Un ein

Führer in bereits dritter Generation

– auch eine Form der Annäherung

im Land der Paradoxien.

Wirtschaft

Dr. Rainer Werning, Politikwissenschaftler

und Publizist mit dem Schwerpunkt

Ost- und Südostasien, ist (gemeinsam

mit Song Du-Yul) Ko-Autor des

2012 im Wiener Promedia Verlag erschienenen

Buches „Korea: Von der Kolonie

zum geteilten Land“.

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Indien

Künster am Werk

Die Vorbereitungen für das hinduistische

Festival Ganesh chathurthi

zu Ehren des Geburtstags

der Elefantengottheit Ganesha

laufen in Indien derzeit auf Hochtouren,

vor allem in Mumbai, wo

der Elefantengott eine besondere

Stellung genießt. Jedes Jahr werden

zu diesem Anlass Tausende

Skulpturen und Reliefs in den

unterschiedlichsten Größen und

Ausführungen gestaltet. Dieses

Jahr fällt der Geburtstag auf den

9. September. Dann ist der Zeitpunkt

gekommen, zu Hause und

auf öffentlichen Plätzen kleine

oder große Statuen aufzustellen.

Vor allem im ländlichen Bereich

ist es noch heute Tradition, dass

Kinder Figuren aus Tonerde herstellen.

Dann bleiben die Statuen

bis zu elf Tagen auf ihren Altären

stehen und werden umfeiert und

umtanzt.

Bild: Simon Collison_flickr.com

Asien in Deutschland

Japanisches Viertel in

Düsseldorf

Klein-Tokio liegt im Westen Deutschlands,

genauer gesagt rund um Düsseldorfs

Immermannstraße: Karaoke-Bars,

japanische Friseure und ein japanischer

Supermarkt haben sich hier neben dem

Hotel Nikko und dem Restaurant Benkay

in der Immermannstraße 41 angesiedelt.

Ausstellung Würzburg, bis 20. Oktober

Nô-Masken - Mystische Symbole Japans

Das japanische Nô-Theater – vor mehr als 600

Jahren entstanden und bis heute lebendig – ist

seit 2001 „geistiges Weltkulturerbe“. In ihm verbinden

sich auf hohem Niveau Schauspiel und

Tanz, dramatische Dichtung und Poesie, Gesang

und Instrumentalspiel. Ein wesentlicher Bestandteil

dieser Kunstform, die zurzeit eine Renaissance

erlebt, sind die Nô-Masken, kunstvoll geschnitzte

Gesichter. Nach etlichen Jahren ist es gelungen,

mit Ichiyu Terai aus Kioto erneut die ausdrucksstarke

Kunst eines Nô-Maskenschnitzers ins Würzburger

Siebold-Museum zu holen. In Ergänzung

dazu werden aus einer Privatsammlung japanische

Farbholzschnitte mit Szenen bekannter Nô-Stücke

präsentiert (www.siebold-museum.byseum.de).

Bild: I3aac_flickr.com

Taiwan

Erinnerung an 1969

In einem taiwanesischen Reisebus sitzen

zwei Sinologen aus dem Westen. Als die

Frau in ihr Stofftaschentuch schnäuzt,

geht die Schaffnerin, die die Szene zufällig

im Rückspiegel beobachtet hatte,

zu der Fremden, um das Taschentuch

wieder aus der Tasche zu nehmen und

wortlos aus dem Fenster zu werfen. Was

wir heute wissen: Raus soll der Dreck ,

und was der Körper abstößt, das trägt

man doch nicht bei sich rum!

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Zürich, Ausstellung bis 10. November

Tibet im Comic

Schwebende Mönche und mystische

Meister, sanftmütige Yaks und furchterregende

Yetis, mächtige Klosterburgen

und einsame Bergspitzen, diese Stereotypen

unseres westlichen Tibet-Bildes

tauchen immer wieder in Comics auf.

Denn das sagenumwobene Reich auf

dem Dach der Welt inspiriert Comic-

Künstler seit über 60 Jahren. Superhelden

wie der Grüne Lama. Doktor

Strange oder Thunderbolt erwerben

ihre übermatürlichen Kräfte durch die

Lehren der weisen Mönche. Und ein

nervenkranker Dagobert Duck macht sich auf die Suche nach dem paradiesischen

Shangri-La, einem Land ohne Geld. Die Ausstellung zeigt die Quellen dieser populären

Irrtümer über Tibet auf und ergründet unsere westlichen Phantasien über

das wenig bekannte Land (www.rietberg.ch).

German Star of India

Indonesien

Die Trauer der Büffel

Ist man tot, können einem in Indonesien bis zu acht

Büffel und 70 Schweine folgen – wenn es sich die Familie

leisten kann. Und dennoch zahlt sie dann meist

ein Leben lang dafür. Die indonesische Regierung

bemüht sich nun, das verschwenderische Ritual abzuschaffen,

was sich nicht als leicht erweist. Schließlich

sollen die geopferten Tiere dem Entschwundenen ja

dienen und ihm zu Ansehen im Jenseits verhelfen.

Je reicher die Familie, umso mehr Büffel muss sie

opfern. Das Fleisch wird dann je nach Rang der befreundeten

Familien und Nachbarn verteilt.

Bild: Jatum_flickr.com

Die Tragikomödie „Filmistaan“ ist zum

Abschluss des 10. Indischen Filmfestivals

Stuttgart mit dem German Star of India

in der Kategorie Spielfilm ausgezeichnet

worden. Der Spielfilm erzählt, laut Jury,

ein ernstes politisches Thema auf sehr

poetische und humorvolle Weise und

offenbart die Kluft zwischen Menschen,

die die gleiche Sprache sprechen und im

Grunde die gleiche Kultur leben in einer

ganz einfachen Erzählung, die Herzen

berührt. Dieser Film ist ein schönes Beispiel

für die Kraft der Kunst und ein angemessener

Beitrag zum hundertjährigen

Jubiläum des indischen Kinos.

Malaysia

Klein-Elsass im Dschungel

Fachwerk im Dschungel. Das gibt es in Form eines kopierten Colmar in den Berjaya Hills, rund

50 Kilometer von Kuala Lumpur entfernt. In der 800 Meter hohen Hügellandschaft glaubt

man tatsächlich zu träumen beim Anblick der kopfsteingepflasterten Strassen, der Croissants

servierenden Boulangerie, der elsässischen Restaurants mit Sauerkraut auf der Speisekarte

und klappernden Holzläden irgendwo im Hintergrund. Dabei handelt es sich nicht um eine

billige, sondern exorbitant teure Kopie des französischen Originals. Mehr Auskunft: Fremdenverkehrsamt

Malaysia, Tel. 069-460923420, www.tourismmalaysia.de

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Kultur

Historische Hotels in Asien

Nächte voll Tradition und Geschichte

So schön hochmoderne Hoteltechnik ist, gastliche Unterkünfte mit großen und

ruhigen Gartenanlagen und antiken Innendekorationen haben oft wichtige Rollen in

der Geschichte gespielt und besitzen eine einzigartige Atmosphäre. Sie beherbergten

Könige, Generäle, hochfliegende Politiker und wichtige Religionsführer während

Schlüsselmomenten der Geschichte. Bisweilen standen diese Hotels sogar im

Mittelpunkt weltverändernder Ereignisse, deren Auswirkungen wir bis heute fühlen

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Kultur

D

Singapur

Goodwood Park Hotel

er ehemaligen britischen Kronkolonie

Singapur mangelt es wahrlich

nicht an eindrucksvoller historischer

Bausubstanz, doch sicherlich zählt

dabei das Goodwood Hotel zu den

architektonisch interessantesten

Beispielen. 1899 auf einem Hügel

als „Teutonia Club” in Anlehnung

an das altgermanische Volk der

Teutonen erbaut, diente es als exklusives

Clubhaus der damals in

Singapur ansässigen deutschen Gemeinde.

Während des Ersten Weltkrieges

wurde das Gebäude durch

die Briten zwangsenteignet und im

Jahr 1918 von drei Brüdern aufgekauft,

die es in Goodwood Hall

umtauften, einem Unterhaltungszentrum,

in dem auch Anna Pavlova

auftrat, eine der begabtesten Balletttänzerinnen

aller Zeiten.

Erst im Jahr 1929 wurde das Gebäude

in ein Hotel umfunktioniert

und in Goodwood Park umbenannt,

in dem berühmte Gäste wie etwa

der Herzog von Windsor unterkamen.

Mit der Einnahme Singapurs

1941 durch die Japaner, diente das

Hotel als Residenz hochranginger

kaiserlicher Offiziere. Ironischerweise

fanden sich einige derselben

nach Japans Niederlage in dem gleichen

Gebäude wieder, als sie sich

vor dem dort eingerichteten Kriegsverbrechertribunal

für ihre Taten zu

verantworten hatten. In den nachfolgenden

Jahrzehnten behauptete

sich Goodwood Park an der Spitze

der klassischsten Hotels Singapurs,

indem es sich durch einige der fortschrittlichsten

Neuerungen des einheimischen

Gastgewerbes hervortat.

Dazu gehörten beispielsweise Singapurs

allererster Hotel-Swimmingpool

– ein unglaublicher Luxus zu

jener Zeit – sowie der erste klimatisierte

Weinkeller des Inselstaats.

Im Jahr 1989 wurde das Hotel von

Singapurs National Heritage Board

zum Nationalmonument erklärt.

Heute bietet das Hotel in seinen

vier Flügeln insgesamt 233 Gästezimmer

an. Mehrere Restaurants

servieren traditionell asiatische

Köstlichkeiten bis hin zum typisch

englischen Afternoon Tea (www.

goodwoodparkhotel.com).

Süd-Korea – Seoul

The Westin Chosun

Das eigentliche Chosun Hotel wurde

im Jahr 1914 errichtet und mit allem

ausgestattet, was damals als „westlich-modern”

galt: überschwänglich

dekorierte Gäste- und Esszimmer

im englischen Stil des 18.

Jahrhunderts, aus Irland importierte

Bettwäsche, deutsches Tafelsilber

und Kristalllüster aus New York.

Für lange Zeit nach seiner Einweihung

das einzige Hotel Koreas

mit westlichem Flair, begrüßte das

Chosun Würdenträger wie den US-

Präsidenten Herbert Hoover im Jahr

1915 und den damaligen japanischen

Kronprinzen (und späteren Kaiser)

Hirohito im Jahr 1925. Nachdem

es den Zweiten Weltkrieg und den

kurz darauf entbrannten Koreakrieg

überstanden hatte, machte Süd-Koreas

Präsident Park Chung-hee das

Hotel zu einem Aushängeschild

für Süd-Koreas Wirtschaftswunder.

Dementsprechend wurde es im

Jahr 1969 neu eingeweiht und fand

zurück ins internationale Rampenlicht.

1981 wurde „die alte Dame“

dann komplett modernisiert.

Das Hotel steht auf einem großflächigen,

begrünten Gelände, der

auch den berühmten Hwanggung-

U-Tempel beherbergt (Tempel des

Himmels). Die überschwänglich

verzierte Struktur wurde im Jahr

1899 als Begleitgebäude für den

dereinst in unmittelbarer Nachbarschaft

liegenden Wongu-dan Altar

errichtet, an dem der damalige

koreanische Kaiser Gwangmu regelmäßig

religiöse Opfergaben darbrachte.

Leider wurde der Altar

während der japanischen Besetzung

Koreas im Jahr 1913 zerstört,

lediglich der Hwanggung-U-Tempel

hat bis heute überlebt (www.

echosunhotel.com).

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Kultur

Indonesien – Surabaya

Hotel Majapahit

I

m frühen 20. Jahrhundert hatte die

holländische Ostindien-Kompanie

nach vielen Disputen und Konflikten

im indonesische Archipel die

Kolonie Niederländisch-Ostindien

etabliert. Die sich schnell entwickelnde

Wirtschaft und der rasant

anwachsende Handel riefen Unternehmer

auf den Plan, die sich diese

Situation zunutze machen wollten.

Im Jahr 1910 legte der Sohn des

Privatunternehmers Lucas Martin

Sarkies daher den Grundstein zu

einem Hotel, das auf den Namen

Oranje Hotel getauft wurde.

Während der folgenden 30 Jahre

wurde das Anwesen mehreren

Erweiterungen und Renovierungen

unterzogen und beherbergte es eine

lange Liste illustrer Gäste, angefangen

mit den Mitgliedern europäischer

Königshäuser bis hin zu den

ersten Filmstars aus Hollywood.

Während der japanischen Besatzung

im Zweiten Weltkrieg wurde

das Hotel in Hotel Yamato umbenannt

und diente zeitweilig auch als

Internierungsgebäude für niederländische

Frauen und Kinder.

Es folgten Jahrzehnte politischer

und sozialer Turbulenzen des nach

dem Weltkrieg unabhängig gewordenen

neuen indonesischen Staates,

bis es schließlich 1969 zu Ehren

eines antiken javanesischen Königreichs

den noch heute bestehenden

Namen erhielt. Während all dieser

geschichtlichen Ereignisse stand

das Hotel trotzig seinen Grund und

glänzte durch qualitativ hochwertigste

Zimmer, wundervolle Gartenanlagen

und einer faszinierenden

Kultur. Im Jahr 1996 gewann das

Hotel einen Preis für Gebäudekonservierung

und wurde von der indonesischen

Regierung sogar offiziell

unter Denkmalschutz gestellt.

Heutzutage lassen sich Gäste im luxuriösen

Spa verwöhnen und wählen

unter mehreren hochwertigen

Restaurants. Unterkunft gibt es in

143 überschwänglich ausgestatteten

Zimmern, einschließlich einer Garden

Terrace Suite und der wahrhaft

königlichen Majapahit Suite (www.

hotel-majapahit.com).

Indien – Varanasi

Nadesar Palace

A

uf dem geschichtsträchtigen

indischen Subkontinent wird

die Stadt Varanasi gerne als das spirituelle

Zentrum Indiens bezeichnet.

Dabei kann man im dort ansässigen

Hotel Nadesar Palace das mysteriöse,

grandiose und kulturelle

Gewicht der Stadt geradezu spü­

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Kultur

ren. In der Tat zählt Varanasi mit

seinen 20.000 Tempeln aus allen

Zeitperioden und seiner 3.000-jährigen

Geschichte zu den am längsten

ununterbrochen bewohnten Städten

der Welt.

Das Nadesar Palace reflektiert

dabei all diese unterschiedlichen

Themen. Die frühe Geschichte des

Hotels lässt sich zwar nur anhand

vager Indizien nachvollziehen, doch

scheint sicher, dass das Gebäude

zumindest seit den 1830er-Jahren

bestanden hat. Nach einer umfangreichen

Renovierung im Jahr 1889

durch den angesehenen Gelehrten

und Stadtplaner James Prinsep wurde

das Gebäude die Residenz des

damaligen Herrschers von Varanasi,

dem Maharadscha Prabhu Narain

Singh. Später wurde es wieder in ein

Hotel umfunktioniert, und die ersten

Gäste von Rang waren niemand

geringeres als der Prinz und die

Prinzessin von Wales, die später als

König Georg V und Königin Mary

regieren sollten. Seitdem stiegen in

dem Hotel viele weitere Prominente,

Mitglieder von Königshäusern

und berühmte Politiker ab; von König

Ibn Saud, dem Gründer Saudi-

Arabiens, bis zum Dalai Lama.

Heute dekorieren Kunstwerke und

Antiquitäten aus der persönlichen

Sammlung des Maharadschas die

Räumlichkeiten. Die weitläufigen

Gartenanlagen des Hotels sind dabei

selbst schon eine Attraktion:

Dort gehen Mangobaum-Haine in

Feldern von Ringelblumen und Jasmin

über – ein einzigartiger Platz für

ein ausgedehntes Frühstück, einen

Nachmittagstee oder ein Grillfest direkt

am Pool (www.tajhotels.com).

Asiens führende Hotelbuchungsseite

Agoda.com

hält in ganz Asien interessante

Hotelangebote in

historischen Hotels bereit.

Weitere weltweite Hotelangebote

findet man auf

www.agoda.com

Japan – Yokohama

Hotel New Grand

Yokohamas Hotel New Grand

mag zwar nicht das älteste Hotel

auf unserer Liste sein, aber dafür

haben das Anwesen und seine unmittelbare

Nachbarschaft jahrhundertelang

eine wichtige Rolle bei

der Entwicklung Japans gespielt.

Es war beispielsweise hier, wo Geschwaderkommodore

Matthew Perry

im Jahr 1853 an Land kam und

damit Japans mehr als 200 Jahre

lang andauernde Politik der Isolation

beendete, wodurch sich das Land

der globalen Wirtschaft und dem

westlichem Kultureinfluss öffnete.

Japan passte sich an diese neuen

Realitäten sehr schnell an und das

Land entwickelte sich schon bald

zu einer bedeutenden Wirtschaftsmacht.

Während dieser anhaltenden

Periode wirtschaftlichen Wachstums

wurde im Jahr 1927 das Hotel

New Grand eröffnet.

Fast wie durch ein Wunder überlebte

das Hotel als eines der wenigen

Gebäude Yokohamas die intensiven

alliierten Bombenangriffe

während des Zweiten Weltkriegs.

Nach Japans Niederlage wurde es

zum Hauptquartier des legendären

US-General Douglas MacArthur.

Sein Entschluss war auch nicht ganz

zufällig, denn MacArthur hatte als

Kind hier bereits einmal gewohnt

und verbrachte Jahre später auch

seine Flitterwochen in dem Hotel,

das während seiner Glanzzeit auch

Charlie Chaplin, die Stummfilmstars

Douglas Fairbanks und Mary

Pickford, sowie Baseball-Legende

Babe Ruth begrüßte.

Das Anwesen blieb bis weit ins

20. Jahrhundert hinein Yokohamas

prestigeträchtigstes Hotel und auch

heute kann man dort noch Zimmer

wie die MacArthur-Suite buchen,

deren Einrichtung sich fast nicht

geändert hat. In den späten 1980er-

Jahren wurde eine Erweiterung notwendig,

weshalb das Hotel im Jahr

1991 seinen neuen Hochhausflügel

eröffnete, was die ursprünglich 49

Zimmern des Originalgebäudes um

202 Suiten ergänzte. Heute bietet

das Hotel eine Kombination aus

sowohl klassisch-historischen als

auch modernen Zimmern, alle mit

großartigem Blick auf die Stadt

Yokohama (www.hotel-newgrand.

co.jp/english).

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Update fürs Asienbild

Japan im Bild

Vom geschäftstüchtigen Chinesen bis zum indischen

Computerfreak bestimmen (Vor)urteile das westliche

Asienbild. Doch sind sie überhaupt noch zeitgemäß?

Wer sind eigentlich „die Asiaten“? Vom Westen eher

wenig beachtet, ist längst eine Generation nachgerückt,

die mit den Werten und Ansichten der Wirtschaftswunder-Begründer

nur noch wenig zu tun hat.

In diesem Buch beleuchtet Schoettli die wichtigsten

Trends der asiatischen Kulturräume und zeigt auf, was

die Generation der 20 bis 40-Jährigen bewegt, was sie

anstrebt und mit welchen Problemen sie zu kämpfen

hat. Gespickt mit interessanten Fakten ist dem Autoren

dabei eine gut verdauliche Mischung aus Fachbuch

und Lesevergnügen gelungen.

Urs Schoettli: „Die neuen Asiaten“, Verlag Neue Züricher Zeitung,

376 Seiten, 33 €

Was macht Japan eigentlich so japanisch? Was bestimmt

das Alltagleben? Welche Begriffe stehen für

Japan? Wer dieses Buch gelesen, nein, durchstöbert

hat, weiß es. Vom Tonkatsu-Schnitzel bis zur Bento-Box

und den 24-Stunden-Läden oder Pachinko-Spielsalons

hat der Autor alles gesammelt, was einfach typisch ist

für das Inselreich. Wer schon da war, stellt beim Blättern

mit Entzücken fest, dass jede Seite sofort Fernweh nach

Japan auslöst. Für jene, die die Reise noch vor sich haben,

gibt es nur einen Rat: aufmerksam lesen, denn das

ist das echte Japan jenseits der Kataloge!

Lehrerin Nicola Kaulich-Stollfuß zieht es

mit ihrem Mann nach Singapur. Angefangen

bei der Wohnungssuche

zwischen Hochhausbaustellen und der

strengen Kontrolle Malaria verseuchter

Blumentöpfe geht ihre Schilderung über

Fußmassagen im Tempel, Vogelgesangswettbewerbe,

die sogenannte „Stinkfrucht“

als Leibspeise der Singapurer bis

hin zu Begegnungen mit Krokodilen in

den Sümpfen am Stadtrand. Aber all das

kann die Autorin letztendlich nicht davon

abhalten, in dieser fremden Multikulti-

Gesellschaft anzukommen.

Nicola Kaulich-Stollfuß:

„Ein Jahr in Singapur – Reise in den

Alltag“, Herder, 190 Seiten, 12,99 €

Fritz Schumann: „Japan 151“, Conbook Verlag,

385 Seiten, 14,95 €

In ein unbekanntes Land

Myanmar ist ein Land im Umbruch, dessen politische Öffnung gerade erst begonnen

hat. In vielen kleinen Schlaglichtern führt der Autor den Leser durch das noch

nahezu unbekannte Land: Von der Geschichte bis zur Sprache, den politischen und

wirtschaftlichen Herausforderungen, denen der Vielvölkerstaat nun begegnen muss,

aber auch den kulturellen Höhepunkten. Hier und da ein wenig enzyklopädisch, ist

die Gebrauchsanweisung ein guter Einstieg für Myanmar-Neulinge.

Martin Schacht: „Gebrauchsanweisung für Burma/Myanmar“,

Piper Verlag, 219 Seiten, 14,99 €

90 www.inasien.de


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Gemalte Geschichte

Der vielleicht größte Verdienst

der Comics ist es, dass sie es

so wunderbar einfach machen,

sich fremde Welten vorzustellen,

wenn man sich nur darauf

einlässt. In diesem Fall sind es

die ersten drei Jahrzehnte der

Volksrepublik, vom Sieg der

Kommunisten bis zum Tode

Maos: In seinem Buch erzählt

Philippe Authier (hier unter

Pseudonym) und Li Kunwu vom

Alltag der ersten Generation der

Volksrepublik, den Kampagnen

und „Klassenkämpfen“, den Entbehrungen

und den Schrecken

der Kulturrevolution. Dass es sich bei den Hauptfiguren

um Lis Eltern handelt, macht die Sache umso spannender.

Alles in allem beweist dieses Buch: Comic-Kunst kann auch

politisch sein – und anspruchsvoll sowieso!

P. Ôtié, Li Kunwu: „Ein Leben in China – Die Zeit meines

Vaters“, Edition Moderne, 196 Seiten, 24 €

Chinesische

Verwicklungen

Der chinesische Millionär Wong

Changxing ist sauer: Anstelle eines

echten „Wilden“ hat man ihm eine

Kopie angedreht. Ava Lee, die halb

chinesische, halb kanadische Ermittlerin

aus Hongkong soll es zusammen

mit ihrem Mentor richten und die

Fälscherbande aufspüren. Zwischen

familiären Verwicklungen und verwirrenden

Spuren führt die Story um

den halben Globus – und letztlich wieder zurück zu Wong. Welche Rolle spielt

seine Ehefrau May Ling, eine chinesische „Taitai“, wie sie im Buche steht? Und

was steckt wirklich hinter dem Auftrag? Auch der dritte Band der Ava-Lee-Serie

ist solide Krimi-Kost mit viel Flair und Spannung.

Ab nach Korea!

Bisher gibt es auf dem deutschen Markt

nur wenige Reiseführer für Südkorea.

Der neue Trescher-Band füllt daher eine

echte Lücke. Mit mehr als 400 Seiten

ist er für all jene interessant, die noch

nicht der vereinfachten Welt der Reise-

Apps verfallen sind und wirklich etwas

über die Hintergründe und Geschichte

lesen wollen. Besonders lobenswert ist

jedoch, dass neben dem Großraum Seoul

und dem touristisch erschlossenen

Südwesten auch weniger bekannte Regionen

ausführlich beschrieben werden.

Auch erfahrene Korea-Reisende dürften

in diesem Reiseführer noch Anregungen

finden.

Klaus A. Dietsch: „Südkorea – Vom

Bärenland zum Tigerstaat“, Trescher Verlag,

425 Seiten, 19,95 €

Ian Hamilton: „Die wilden Bestien von Wuhan“, Verlag Kein & Aber, 347 Seiten,

19,90 €, als E-Book 15,99 €

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Kultur

Schlankmacher aus Fernost

Die Asien-Diät

Reisgerichte und viel frisches Obst und Gemüse – das

kennzeichnet die Asien-Diät. Die Rezepte lassen sich

schnell und einfach zubereiten, denn wir haben nur

Gerichte ausgewählt, die nicht allzu viele Zutaten

benötigen und leicht nachzukochen sind. Besonders

praktisch und „singlefreundlich“ sind die Reisgerichte:

Der vorgekochte Reis kann abgedeckt im Kühlschrank

aufbewahrt und die jeweilige Portion im Wasserdampf

erhitzt werden.

Zu den Mahlzeiten sollten Sie viel trinken, am besten

Tee, Mineralwasser und Dinkula. Das aus Dinkelbrot

hergestellte milchsauer vergorene Getränk erhalten

Sie im Reformhaus oder Bioladen. Es verbessert die

Verdauung, stärkt das Immunsystem und kurbelt

Stoffwechsel und Fettverbrennung an. Trinken Sie deshalb

vor jeder Hauptmahlzeit ein kleines Glas Dinkula

sowie Mineralwasser.

1. Tag

Gesamt: 1.163 kcal (4866 kJ), 65,9 g Eiweiß,

20,0 g Fett, 178,1 g Kohlenhydrate (14,8 BE)

Frühstück

Früchte-Toast

1 Kiwi, 100 g frische Ananas, 2 Scheiben Vollkorn-

Toast, 75 g Magerquark, 0,2 l Dinkula

Kiwi schälen und in Scheiben schneiden, Ananas würfeln.

Brotscheiben toasten, mit Quark bestreichen und

mit Früchten belegen. Dazu Dinkula trinken.

292 kcal (1222 kJ), 16,6 g Eiweiß, 2,9 g Fett, 49,1 g

Kohlenhydrate (4,1 BE)

Zwischenmahlzeit

Vitamin-Cocktail

1/2 Papaya, Saft einer Orange, 0,1 l Buttermilch, 1 EL

Weizenkeime, Zitronensaft

Papayafleisch mit einem Löffel aus der Schale lösen,

mit Weizenkeimen, Orangensaft und Buttermilch im

Mixer pürieren, mit Zitronensaft abschmecken.

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www.inasien.de

120 kcal (502 kJ), 6,5 g Eiweiß, 1,6 g Fett, 19,3 g Kohlenhydrate

(1,6 BE)

05/2013


Kultur

Gesamt: 1195 kcal (5000 kJ), 66,4 g

Eiweiß, 32,4 g Fett, 156,4 g Kohlenhydrate

(13,0 BE)

Mittagessen

Schweinefilet mit Curry

Abendessen

Reissalat mit Mango

2. Tag

Frühstück

Käsebrötchen

1 Sesambrötchen, 10 g Halbfettbutter, 30 g

Tilsiter Halbfettstufe oder Gouda Dreiviertelfettstufe,

1 Tomate, 0,1 l Gemüsesaft, 0,1

l Dinkula, Pfeffer

Brötchen halbieren, mit Halbfett bestreichen

und mit Tilsiter Halbfettstufe oder

Gouda Dreiviertelfettstufe und Tomatenscheiben

belegen. Gemüsesaft mit Dinkula

verquirlen, mit etwas Pfeffer abschmecken

und dazu servieren.

289 kcal (1209 kJ), 15,2 g Eiweiß, 10,0 g

Fett, 33,4 g Kohlenhydrate (2,8 BE)

Zwischenmahlzeit

Zitrus-Snack

1/2 Grapefruit, 100 g fettarmer Joghurt,

1 EL Weizenkleie, Süßstoff

Grapefruit entsaften, den Saft mit Joghurt

und Weizenkleie cremig verrühren und mit

Süßstoff abschmecken.

87 kcal (364 kJ), 4,0 g Eiweiß, 1,7 g Fett, 13,1

g Kohlenhydrate (1,1 BE)

100 g Schweinefilet, 1 Aprikosenhälfte, 2 EL Aprikosensaft

(aus der Dose), 1 Frühlingszwiebel, 90 g

Langkornreis, (ergibt ca. 270 g gekochten Reis), 1

EL Erbsen (TK), 1 TL Sesamöl, Salz, Pfeffer, Curry,

5 EL Hühnerbrühe, 1-2 TL Sojasauce, 2 TL Stärke,

Basilikum

Schweinefilet waschen, trocken tupfen, in Streifen

schneiden. Aprikosenhälfte in Streifen, die

Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Reis mit den

Erbsen in Salzwasser garen. Öl in einer beschichteten

Pfanne erhitzen, Fleisch darin anbraten,

herausnehmen, pfeffern und salzen. Currypulver

und Zwiebelringe im Bratenfond andünsten. Hühnerbrühe,

Aprikosensaft und Sojasauce zugeben.

Mit 120 g Reis anrichten, mit Basilikum garnieren.

Den restlichen Reis aufheben.

353 kcal (1477 kJ), 26,0 g Eiweiß, 5,6 g Fett,

48,8 g Kohlenhydrate (4,1 BE)

Zwischendurch

Kleiner Reissalat mit Gemüse

30 g gekochter Reis, 50 g Bambussprossen,

1 Möhre, 1 TL Sesamöl, 1 TL Obstessig, Sojasauce,

geriebener Ingwer

Möhre putzen und in feine Streifen schneiden,

mit den Bambussprossen und 30 g Reis mischen.

Aus Essig, Öl, Sojasauce und Ingwer ein Dressing

zubereiten und unter den Salat heben.

120 g gekochter Reis, 1 Frühlingszwiebel,

1/2 Mango, 1 Tomate, 1 Scheibe gekochter

Schinken, 1/2 Becher Joghurt, Saft einer halben

Zitrone, 1 EL gemischte Kräuter, Zucker,

Currypulver, Salz, Pfeffer, Schnittlauch zum

Garnieren

Von der Mango zwei Spalten abschneiden,

restliches Fruchtfleisch in Würfel schneiden.

Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden.

Tomate würfeln, Schinken in Streifen

schneiden. Alle Zutaten in einer Schüssel

mischen. Für das Salatdressing Joghurt mit

Zitronensaft verrühren und mit gehackten

Kräutern und Gewürzen abschmecken. Das

Dressing über den Salat geben, vorsichtig

mischen und ca. 1 Stunde ziehen lassen. Den

Reissalat mit Schnittlauch und Mangoscheiben

garniert servieren.

357 kcal (1494 kJ), 16,9 g Eiweiß, 10,6 g Fett,

47,6 g Kohlenhydrate (4.1 BE)

109 kcal (456 kJ), 4,3 g Eiweiß, 4,5 g Fett, 13,5 g

Kohlenhydrate (1,1 BE)

Mittagessen

Pikantes Reisfleisch

134 kcal (561 kJ), 3,4 g Eiweiß, 0,3 g Fett,

29,5 g Kohlenhydrate (2,5 BE)

75 g Naturreis, 80 g mageres Schweinefleisch,

1 Möhre, 1 Stück Porree, 1 EL Sesamöl, 2 EL

Sojasauce, 1 EL Wein-essig, Meersalz, Pfeffer,

Worcestersauce

Schweinefleisch in Streifen schneiden, mit Pfeffer

und Salz würzen und im erhitzten Öl anbraten.

Sojasauce und Weinessig zum Fleisch geben, gut

verrühren. Porree und Möhren putzen, in Streifen

schneiden, mit dem Fleisch kurz braten. Etwas

Wasser hinzufügen und alles 5 Minuten schmoren

lassen. Fleisch mit Worcestersauce abschmecken

und mit 125 g gegartem Reis anrichten. Den restlichen

Reis aufheben.

359 kcal (1502 kJ), 26,0 g Eiweiß, 13,0 g Fett,

35,0 g Kohlenhydrate (2,9 BE)

Zwischenmahlzeit

Früchtereis mit Papaya

100 gekochter Naturreis (vom Mittag),

1/2 Papaya, 0,2 l Dinkula, Mineralwasser

Papaya schälen, würfeln und unter den Reis heben.

Dazu Dinkula mit viel Mineralwasser trinken.

05/2013

Abendessen

Gefüllte Früchte mit Frischkäse

1/2 Papaya, 100 g Ananas oder 1/2 Babyananas,

200 g Honigmelone, 75g Magerquark,

2 EL Buttermilch, 1 TL Zitronensaft, 1

Msp. Vanillezucker, 1/2 TL Pistazien, schwarzer

Pfeffer

Papaya halbieren, die Kerne mit einem Löffel

entfernen. Ananas halbieren oder längs

ein Viertel der Frucht herausschneiden.

Fruchtfleisch herauslösen, klein schneiden

und wieder in die Frucht einfüllen. Melone

in Spalten schneiden, ebenfalls die Kerne

entfernen. Quark mit Buttermilch cremig

rühren, mit Zitronensaft und Vanillezucker

abschmecken und die Früchte damit füllen.

Mit gehackten Pistazien oder gemahlenem

Pfeffer garnieren.

258 kcal (1079 kJ), 13,4 g Eiweiß, 2,2 g Fett,

45,2 g Kohlenhydrate (3,8 BE)

Bewertung der Asiendiät:

Dauer der Diät

5 Tage

Mahlzeiten pro Tag 5

Ø Kalorienzufuhr pro Tag 1200 kcal

Abnehmen *****

Sättigung *****

Nährstoffversorgung ****

Verdauung ***

Praktisch **

Für Berufstätige **

Kosten ***

www.inasien.de 93


Kultur

Gesamt: 1178 kcal (4929 kJ), 68,2 g Eiweiß,

23,5 g Fett, 174,5 Kohlenhydrate (14,5 BE)

Mittagessen

Fisch-Curry

37 kcal (155 kJ), 2,0 g Eiweiß, 0,1 g Fett, 8,0

g Kohlenhydrate (0,7 BE)

3. Tag

Frühstück

Exotisches Müsli

30 g Vollkorn-Müsli, 10 g Cornflakes, 1 Kiwi,

1/2 Mango, 30 g Kapstachelbeeren, 100 g

fettarmer Joghurt, Zitrone, Süßstoff, 0,2 l

Dinkula

Müsli mit Cornflakes mischen. Kiwi schälen

und in Scheiben schneiden. Mango schälen,

entkernen und in Stücke schneiden, Kapstachelbeeren

halbieren. Joghurt mit Zitrone

und Süßstoff abschmecken und unter das

Müsli heben. Dazu Dinkula trinken.

298 kcal (1247 kJ), 9,3 Eiweiß, 3,9 Fett, 56,2

g Kohlenhydrate (4,7 BE)

Zwischenmahlzeit

Mango-Drink mit Dinkula

0,15 l Buttermilch, 0,1 l Dinkula, 1 EL Weizenkleie,

1/2 Mango, Zitrone

Buttermilch, Dinkula, Kleie und das Fruchtfleisch

der Mango im Mixer fein pürieren

und mit Zitrone abschmecken.

135 kcal (565 kJ), 6,5 g Eiweiß, 1,5 g Fett,

22,6 g Kohlenhydrate (1,9 BE)

40 g Naturreis, 1/2 Zwiebel, 1 kleine Möhre,

1/4 säuerlicher Apfel, 125 g Kabeljaufilet, 1 EL

Zitronensaft, 2 TL Sesamöl, Salz, Pfeffer, Curry,

Süßstoff, 1 TL gehackte Pistazien, 1 TL Kokosraspel,

Petersilie, 0,2 l Dinkula, Mineralwasser

Reis garen. Zwiebel würfeln, die Möhre in Stifte,

den Apfel in Spalten schneiden. Kabeljau

säubern, mit Zitrone beträufeln und würfeln.

Öl erhitzen, Zwiebeln und Möhren darin ca.

5 Minuten dünsten. Apfelspalten und Fisch

zugeben, mit Pfeffer, Salz und reichlich Curry

würzen. Abgedeckt bei geringer Hitze 10 Minuten

garen. Mit Süßstoff abschmecken. Reis

mit den Pistazien mischen und zusammen mit

dem Fischcurry servieren. Mit Kokosraspeln

bestreuen und mit etwas Petersilie garnieren.

Dazu Dinkula mit Mineralwasser trinken.

400 kcal (1680 kJ), 26,3 g Eiweiß, 14,9 g Fett,

42,2 g Kohlenhydrate (3,5 BE)

Zwischenmahlzeit

Vitaldrink

0,15 l Möhrensaft, 0,1 l Dinkula, Selleriesalz,

Petersilie

Möhrensaft mit Dinkula verquirlen. Mit Selleriesalz

abschmecken und mit fein gehackter

Petersilie servieren.

Abendessen

Feinschmecker-Salat „Bombay“

2 Scheiben Ananas, 100 g Hähnchenbrust in

Weinaspik, 1 kl. Staude Chicorée, ein paar

frische Champignons, 50 g Bambussprossen,

2 EL fettarmer Joghurt, 1 TL Sojasauce, 1 EL

Orangensaft, 1 TL Tomatenketchup, weißer

Pfeffer, Curry, Salz, 2 Scheiben Baguette

Ananasscheiben auf einen Teller legen. Zwei

Aspikscheiben in feine Streifen schneiden,

die anderen diagonal halbieren und auf dem

Teller anordnen. Chicorée längs halbieren,

den bitteren Strunk herausschneiden, und

die Staudenhälften quer in feine Streifen

schneiden. Pilze blättrig und Bambussprossen

in feine Stifte schneiden. Chicorée, Champignons,

Bambussprossen und Aspikstreifen

mischen und den Salat mit einem Dressing

aus Joghurt, Sojasauce, Orangensaft, Ketchup

und Würzzutaten anmachen. Den Salat

auf die Aspikscheiben geben und mit Brot

servieren.

308 kcal (1289 kJ) 24,1 g Eiweiß, 3,1 g Fett,

45,5 g Kohlenhydrate (3,8 BE)

Gesamt: 1204 kcal (5038 kJ), 70,7 g Eiweiß,

24,3 g Fett, 173,5 g Kohlenhydrate (14,5 BE)

4. Tag

Frühstück

Fitmacher-Müsli

1 Kiwi, 1/2 Mango, 1 Feige, 150 g fettarmer

Joghurt, 30 g Haferflocken, 1 TL Kleie, 0,2 l

Dinkula

Kiwi schälen und in Scheiben schneiden.

Mangohälfte in Stücke schneiden, Feige

halbieren. Joghurt mit Haferflocken cremig

rühren. Früchte auf einem Teller anrichten,

Joghurt zugeben und mit Kleie bestreuen.

Dazu Dinkula trinken.

321 kcal (1346 kJ), 11,9 g Eiweiß, 5,7 g Fett,

54,8 g Kohlenhydrate (4,6 BE)

Zwischenmahlzeit

Reissnacks mit Kräuter-Quark

2 Reisscheiben, 50 g Magerquark, 1 EL Buttermilch,

1 EL Kräuter, Pfeffer, Meersalz

Magerquark mit Buttermilch cremig rühren,

Kräuter unterheben, pikant abschmecken.

Den Kräuterquark auf die Reisscheiben verteilen.

101 kcal (429 kJ), 8,5 g Eiweiß, 0,8 g Fett,

14,7 g Kohlenhydrate (1,2 BE)

Mittagessen

Bandnudeln auf chinesische Art

40 g Bandnudeln, 1/2 kleine Zwiebel, 2 TL

Sesamöl, 100 g Hähnchenbrustbrustfilet, 3 El

Brühe, 150 g Gemüse (Paprika, Champignons,

Erbsen, Bohnenkeime, Bambussprossen),

1 Msp. Sambal Oelek, 1 EL Sojasauce, Pfeffer,

Currypulver

Nudeln garen und abgießen. Zwiebel würfeln,

in Öl andünsten. Hähnchenbrust waschen,

abtupfen, in Streifen schneiden und mit den

Zwiebeln anbraten. Brühe dazugießen. Gemüse

zerkleinern und in der Pfanne 10 Minuten

dünsten. Mit den Gewürzen pikant abschmecken.

Nudeln zugeben und kurz erhitzen.

368 kcal (1540 kJ), 33,8 g Eiweiß, 8,3 g Fett,

39,5 g Kohlenhydrate (3,3 BE)

Zwischenmahlzeit

Grapefruitreis

30 g Naturreis, 1/2 Grapefruit, Süßstoff, 0,2 l

Dinkula, Mineralwasser

Reis kochen. Grapefruit aus der Schale lösen

und in kleine Stücke schneiden. Unter den

abgegossenen Reis heben und mit Süßstoff

abschmecken. Dazu Dinkula mit Mineralwasser

trinken.

147 kcal (615 kJ), 2,6 g Eiweiß, 0,4 g Fett,

32,5 g Kohlenhydrate (2,7 BE)

Abendessen

Klare Champignonsuppe

mit Sprossen

1/2 kleine Zwiebel, 1 TL Sesamöl, 1 kleine

Möhre, 100 g Champignons, 2 EL Sprossenmischung,

1/4 l Gemüsebrühe oder Pilzfond,

2 EL Schnittlauchröllchen, schwarzer Pfeffer

aus der Mühle, Zitronensaft, 1 Scheibe Vollkornbrot,

10 g Halbfettbutter oder Margarine,

2 EL Sprossen

Zwiebel fein hacken und in heißem Öl dünsten.

Möhre in Stifte schneiden und dazugeben.

Champignons blättrig schneiden und 5

Minuten mitbraten. Sprossen zugeben und

mit der Gemüsebrühe aufgießen. Einmal kurz

aufwallen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft

abschmecken und mit Schnitt-lauch

bestreuen. Brot mit Halbfett bestrei-chen und

mit Sprossenmischung bestreuen.

267 kcal (1117 kJ), 13,9 g Eiweiß, 9,1 g Fett,

32,0 g Kohlenhydrate (2,7 BE)

94 www.inasien.de 05/2013


Kultur

Gesamt: 1203 kcal (5033 kJ), 70,1 g Eiweiß, 24,4 g Fett,

173,1 g Kohlenhydrate (14,4 BE)

5. Tag

Frühstück

Exotik-Frühstück

1 frische Feige, 1 getrocknete Dattel, 100 g Mango, 1 Kiwi, Saft einer Orange,

1 EL Leinsamen, 2 Tassen Früchtetee

Feige halbieren. Eine Hälfte in dünne Scheiben schneiden, die andere Hälfte

vierteln. Kiwi und Mango schälen und in Scheiben schneiden. Das Obst auf

einem Teller anrichten, mit Orangensaft beträufeln und mit Leinsamen bestreuen.

Dazu Früchtetee trinken.

286 kcal (1197 kJ), 6,0 g Eiweiß, 4,5 g Fett, 54,0 g Kohlenhydrate (4,5 BE)

Zwischenmahlzeit

Chinesische Gemüsesuppe

1 Päckchen chinesische Gemüsesuppe (Tassenfertige Zubereitung), 1 Scheibe

Vollkornbrot

Suppendrink mit kochendem Wasser zubereiten. Dazu 1 Scheibe Brot essen.

156 kcal (653 kJ), 4,4 g Eiweiß, 1,1 g Fett, 32,0 g Kohlenhydrate (2,7 BE)

Mittagessen

Gemüsepfanne mit Rindfleisch

100 g mageres Rindfleisch, 1 EL Sojasauce, 3 TL Öl, 1/4 TL Stärke, Salz, Pfeffer,

200 g Gemüse (nach Belieben Frühlingszwiebeln, Lauch, Champignons, Möhren,

Paprika, Erbsen), 50 g Sojasprossen, 30 g Basmati-Reis, 1 Chili, Ingwer,

Koriander, 0,2 l Dinkula, Mineralwasser

Fleisch in dünne Scheiben schneiden. Sojasauce mit 1 TL Öl und Stärke verrühren.

Mit Zucker, Salz und Pfeffer würzen. Die Fleischscheiben darin 30 Minuten

marinieren. Inzwischen Gemüse putzen und den Reis zubereiten. Das Fleisch

aus der Marinade nehmen und in einer Pfanne in 2 TL heißen Öl kräftig anbraten,

danach warm halten. Die Marinade in die Panne gießen, zum Kochen

bringen. Gemüse zugeben und alles 6-7 Minuten garen. Das Fleisch zugeben

und einige Minuten mit erhitzen. Nachwürzen und mit Chili, Ingwer und Koriander

pikant abschmecken. Dazu Dinkula mit Mineralwasser trinken.

385 kcal (1611 kJ), 29,0 g Eiweiß, 12,4 g Fett, 41,9 g Kohlenhydrate (3,5 BE)

Zwischenmahlzeit

Tropentraum

50 ml Grüntee, 75 ml Orangensaft, 75 ml Ananassaft, 0,1 l Dinkula

Den ungesüßten Tee abkühlen lassen und mit den eisgekühlten Säften und

Dinkula gut verquirlen.

80 kcal (334 kJ), 0,8 g Eiweiß, 0,3 g Fett, 16,8 g Kohlenhydrate (1,4 BE)

Abendessen

Exotischer Geflügelsalat

100 g Putenbrust, 1 TL Sesamöl, Salz, Pfeffer, 1 Selleriestange, 1 Orange, 100

g Ananas, 100 g fettarmer Joghurt, Zitronensaft, 2 Tassen Kräutertee

Putenbrust in Streifen schneiden. Eine beschichtete Pfanne mit etwas Öl ausstreichen

und das Fleisch darin schön knusprig anbraten, salzen und pfeffern.

Orange schälen und filetieren, die Selleriestange in Scheiben und die Ananas

in Stücke schneiden. Alles auf einem Teller anrichten. Joghurt mit etwas Zitronensaft

cremig rühren und zu dem Salat reichen. Mit dem Tee servieren.

296 kcal (1238 kJ), 29,9 g Eiweiß, 6,1 g Fett, 28,4 g Kohlenhydrate (2,4 BE)

05/2013

www.inasien.de

95


A s i e n s P r o m i n e n t e

Die Welt spricht über …

...den koreanischen Flummi

Kaum einer kann sich ihm entziehen. Tanzt der kleine Mann mit der irren guten Laune,

tanzen einfach alle. Südkoreas Kulturexportweltmeister ist Sänger und Popstar

Was mit „Psy“ namentlich eher

einem mathematischen Axiom

zu gleichen scheint, ist ein 35-

jähriger Popstar mit einem sprichwörtlichen

Schwarm Hummeln im

Hintern. Eine Nummer für sich, die

mit den ausgefallenen Tanzbewegungen

des „Gangnam Style“ die

Welt im Sturm eroberte.

Der immer lächelnde Sänger hatte

sich im Juli 2012 mit seinem

Track des gleichen Namens weltweit

auf Platz 1 der Charts geschossen

– und das ist für viele Beteiligte

eine wahre Goldgrube. So verriet

kürzlich Google-Manager Nikesh

Arora, dass „Gangnam Style“ mehr

als acht Millionen Dollar an Werbeeinnahmen

einspielte.

Queen, seine

Inspirationsquelle

Doch wer ist dieses Kuriosum auf

der Bühne wirklich? Park Jae-sang

erblickte 1977 in Seoul das Licht

der Welt und verbrachte seine ersten

Lebensjahre im Seouler Stadtteil

Gangnam. Mit einem Unternehmervater

im Hintergrund nahm er

1996 sein Studium in den USA an

der Boston University auf, brach

aber nach kurzer Zeit wieder ab

und belegte Kurse an einem Musik-College.

Im Jahr 2000 kehrte

er ohne Abschluss in seine Heimatstadt

zurück und gewann schon ein

Jahr später mit seinem Debütalbum

PSY from the Psycho World! den

Best Video Performer of the Year

Award.

Der skurrile Tanz des Musikers

ist mittlerweile Kult, was Bühnen-

Promis wie Britney Spears und

andere dazu ermutigte, es ebenfalls

Was da gut gelaunt durch die Menschenmassen hüpft, hat es mit über 273

Millionen Klicks zum erfolgreichsten YouTube-Clip geschafft

mit den „Moves“ zu probieren. Das

Original bleibt jedoch unerreicht.

Dass Psy ein weltweites Publikum

erreicht hat, verdankt er übrigens

auch einer Schwäche des südkoreanischen

Musikmarktes: Der ist

nämlich so klein, dass koreanische

Musiklabels ihre Pop-Songs auf

Youtube hochladen. Und „Gangnam

Style“ schaffte es mit über 273 Millionen

Klicks zum erfolgreichsten

YouTube-Clip aller Zeiten!

Kein Geheimnis macht Psy aus

seiner größten Inspirationsquelle

Queen. Als Teenager hörte er deren

Songs in Dauerschleife. Dass

der Rapper keine Eintagsfliege ist,

davon ist auch der Queen-Gitarrist

Brian Mary (65) überzeugt. Beide

planen einen gemeinsamen Song.

Massage hinterm DJ-Pult

Wie er es eigentlich schafft, immer

gut gelaunt über die Bühne zu

springen? Das verrriet Psy dem

Radiosender BBC1 in einem Interview:

Akupunktur und Massagen

unterhalb der Taille, und das

manchmal auch auf der Bühne.

Denn wenn die Beine nach dem

20. Song nicht mehr so wollen wie

ein Flummi, hat sich ein anderes

Rezept bewährt. Dann verschwindet

Psy hinter dem DJ-Pult auf

der Bühne, macht Taille aufwärts

munter weiter, während ihm sein

Masseur bei runtergelassener Hose

die Beine durchknetet.

Ann-Karin Heyer

ann-karin.heyer@asiavision.de

96

www.inasien.de

05/2013


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Impressum inAsien

inAsien

erscheint zweimonatlich im:

Asia Vision Verlag

Rudolfstraße 22–24

60327 Frankfurt

Tel.: +49 (0)69-665632-0

Fax.: +49 (0)69-665632-22

Internet: www.inasien.de

E-Mail: redaktion@inasien.de

Chefredakteur: Martin Brückner

Redaktion: Ann-Karin Heyer

Layout: Muhammet Simsek

Autoren dieser Ausgabe:

Milena Bähnisch, Simona Bianco,

Volker Häring, Achim Haug,

Francoise Hauser, Christoph Hein,

Axel Hilger, Maria Kapeller, Thomas Kropff,

Erik Lorenz, Michael Scholten, Olaf Schülke,

Sandra Weller, Rainer Werning,

Susanne Wess, Annemarie Westphal

Anzeigenverkauf: Dagmar Hummel

Druck: Dierichs Druck, Kassel

Vertrieb: VU Verlagsunion Walluf

Bildnachweise:

Titel: Shutterstock // Inhalt (S. 4): Shutterstock // Apsara-Tanz (S. 5): ICS Travel Group,

Jochen Voigt // Asien im Bild (S. 6-7): Shutterstock // Travel-Meldungen (S. 8-9): Miniatur

Wunderland, Shutterstock, flickr.com // Bildreportage Korea (S. 10-15): Olaf Schülke // Tipps

& Trends (S. 16-17): flickr.com, Groh Verlag, www.coolstuff.de, Nokia, exotic-bio // Singapur

Airport (S. 18-21): Susanne Wess, Joachim Kraus, flickr.com, Shutterstock // Sri Lanka (S.

24-28): Maria Kapeller, Shutterstock // Spezial Burmastraße (S. 30-35): Volker Häring //

Spezial China Guangzhou (S. 36-41): Erik Lorenz, Sara Jaaksola, Shutterstock // Spezial

Yangzi Delta (S. 42-46): Volker Häring // Indien Jaipur Markt (S. 47-49): Daniela Nowak,

Shutterstock // Mongolei (S. 50-55): Michael Scholten // Vietnam Halong-Bucht (S. 58-60):

Thomas Kropff, Shutterstock // Stichwort (S. 61): Shutterstock // Indonesien Kobrablut (S.

62-63): Axel Hilger // Taiwan (S. 64-68): Francoise Hauser, Taiwan Tourismus // Myanmar

Naypyidaw (S. 70-74): Sandra Weller // Japan Understatement (S. 75): Shutterstock

// Wirtschafts-Meldungen (S. 76-77): Shutterstock // Wirtschaft Myanmar (S. 78-79):

Shutterstock // China Städtewachstum (S. 80-81): Shutterstock // Korea Politik (S. 82-83):

Shutterstock // Kultur-Meldungen (S. 84-85): Filmbüro Baden-Württemberg, Museum

Rietberg, Tourism Malaysia, Siebold-Museum, flickr.com, Shutterstock // Historische Hotels

(S. 86-89): Agoda.com // Asien Promi (S. 92): Shutterstock // Asien kulinarisch (S. 94-96):

Wirths PR, Shutterstock // Vorschau (S. 98): Shutterstock, flickr.com

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05/2013

www.inasien.de

97


Vorschau

Ausgabe 6/2013 erscheint am 30. Oktober

Bild: patrikmloef / flickr.com

Themen- und Studienreisen

Das ist Urlaub für Mehrwisser! Eine Vielzahl von

Anbietern vermittelt seinen Mitreisenden einen

tieferen Einblick in die Kultur fremder Länder und

Menschen. Haftete diesen Touren vor geraumer Zeit

noch der Ruf an, „Urlaub für Besserwisser“ zu sein, ist

bei den aktuellen Studien- und Themenreisen nichts

davon zu spüren.

Geheimtipps für Nordthailand

Vor 100 Jahren führten lediglich Elefantenpfade von Bangkok nach

Chiang Mai, das bedeutete für Reisende wochenlange Dschungeltouren.

Satt bewachsene Berge und Täler sowie ein buntes Völkergemisch aus

Bergstämmen und den Nord-Thais findet man noch heute vor. Eine

Rundreise zum Elefantendorf Surin, ins thailändisch-laotische Grenzgebiet,

zur ehemaligen Residenzstadt Lopburi und nach Phimai, dem kleinen

Angkor Wat der Khmer.

Unter Mönchen in Korea

Abtauchen in Asien

Wo lohnt es sich, in Asien auf Tauchgang zu gehen?

In der nächsten Ausgabe erfahren Sie, wo man die

sehenswertesten Koralleninseln findet, spannende

Schiffswracke umrunden kann und eventuell einer

Riesenschildkröte oder zumindest einem Schwarm

Mondfischen begegnet.

Früh aufstehen, früh zu Bett gehen, täglich meditieren, viel schweigen.

Das Leben als Mönch erfordert Disziplin, aber es ermöglicht auch, „sich

selbst“ zu finden. In Südkorea können Touristen seit einigen Jahren für

eine bestimmte Zeit bei Mönchen und Novizen im Kloster wohnen und

mit ihnen gemeinsam Ruhe finden und Energie tanken. Ein Besuch als

Gastmönch in einem der ältesten Tempel des Landes.

Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn angekündigte Beiträge aus aktuellem Anlass verschoben werden.

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ThAilAnd

Triumph für

Thaksin

Messen & Kongresse

China präsentiert

sich auf der CeBIT

MAcher & MärKTe

Ratan Tata – Manager

mit Macht und Bedacht

chinA

31

Neue Chancen für

das Perlflussdelta

AsiA Bridge

:::

Glaubt man den Prognosen,

geht Indonesiens Stahlindustrie

goldenen Zeiten entgegen. In

wichtigen Abnehmerbranchen

Trends | Analysen | Strategien für Ihr Asiengeschäft 11:2011


Indonesien





vereinigt mit

aktuell ASIA

stehen die Zeichen auf Wachstum.

Beispielsweise erwarten

Experten, dass die größte ASE-

iMMoBilienMärKTe

steter

Aufstieg


AN-Nation in den kommenden

zwei Jahren Thailand als führenden

Automarkt überholen wird.

Produktion und Verkauf sollen

auf jährlich 1,2 Millionen Autos

und 8,1 Millionen Motorräder

anwachsen. Der dafür benötigte

Stahl wird zumeist importiert.

Um den einheimischen Markt

für ausländische Anbieter von

Ausgangsstoffen und Verarbeitungsmaschinen

zugänglicher zu

machen, kooperiert das indonesische

Industrieministerium ab

diesem Jahr mit der Deutschen

Messe AG als Gastgeber der „Indonesia International

Steel, Iron and Aluminium Expo and

Forum“ (Inasal).


Auf dieser neuen Messe werden vom 11. bis 13. Juli internationale

Aussteller die gesamte Bandbreite der Aluminium-,

Eisen- und Stahltechnologie zeigen. Die Ausstellungsfläche

wird sich im Jakarta Convention Center befinden, das

ursprünglich für eine Gipfelkonferenz der Bewegung der

Blockfreien Staaten gebaut worden war. Nun dient es als

Hauptumschlagplatz für Stahlwaren aus dem In- und Ausland.

Das Angebot der Ausstellungsplattform umfasst die ganze

Produktkette der Aluminium-, Eisen- und Stahlindustrie.

Von Rohmaterialien über Verarbeitungstechnologie bis hin

zum Endvertrieb werden Besucher der „Inasal“ alles vorfinden.

Überdies bieten Aussteller Rohre und Kabel an.

Organisiert wird die „Inasal“ von Hannover Fairs International,

einer Tochtergesellschaft der Deutschen Messe AG




Aussteller zu öffnen und Netzwerkmöglichkeiten für Produzenten

und Konsumenten zu schaffen. „Damit erschließen

wir für unsere Kunden zusätzliche Geschäftsperspektiven

auf dem wichtigen asiatischen Markt“, berichtet Dr. Andreas

Gruchow, der im Vorstand der Deutschen Messe AG fürs

Auslandsgeschäft verantwortlich zeichnet.


In Zusammenarbeit mit

:::







Mit der „Inasal“ erweitert die Deutsche Messe ihr Portfolio

in den Bereichen Gießerei und Metallurgie. Zu dem gleichen

Thema existieren bereits etablierte Messen des Hannoveraner

Messeanbieters. Die Fachmessen „Ankiros/Annofer“ und

„Aluexpo“ in der Türkei erfreuen sich beispielsweise schon

in Hannover, in Kooperation mit dem indonesischen Messeveranstalter

Wahyu Promo Citra. Das dreitägige Event zielt

issn: 1864-3752

darauf ab, den indonesischen Handelsplatz für ausländische

seit Jahren eines großen Zuspruchs. Auch die in Indien beworbenen

Fachausstellungen „Ifex“, „Metex“ und „Alu India“, die

die Deutsche Messe AG gemeinsam mit der Kölnmesse YA

Tradefair bewirbt, sind geschätzte Branchenveranstaltungen.

„Umso mehr freuen wir uns, jetzt auch auf dem indonesischen

Wachstumsmarkt vertreten zu sein“, so Gruchow. Die Wei-

Mit newsletter

des dAW









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Foto: CBM

Hoffnung

gesucht!

Machen Sie

die Welt besser

für Kinder mit

Behinderungen.


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Ja, ich interessiere mich

für eine CBM-Kinderpatenschaft.

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