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www.connected-home.net<br />

MÄRZ/APRIL 2/2013<br />

Überall-TV<br />

Sat-IP: Fernsehen<br />

per Netzwerk in<br />

jedem Zimmer<br />

HEIMVERNETZUNG FÜR ALLE<br />

AUTOMATISCH<br />

MEHR KOMFORT<br />

Fenster, Licht & Energie steuern<br />

Smart Home einfach nachrüsten<br />

Flexibel vernetzen mit Powerline<br />

SMARTER<br />

Heinzelmanns<br />

Nachfahren<br />

Waschen, föhnen & bügeln<br />

im Heimnetzwerk<br />

HÖREN<br />

TEST:<br />

Wireless<br />

Audio und<br />

AirPlay<br />

mit B&W<br />

Einbrecher<br />

STOPP!<br />

Videoüberwachung:<br />

Mehr Sicherheit für<br />

jedes Wohnhaus<br />

Österreich: € 6,70 / Schweiz: sfr 12,- / BeNeLux: € 7,-


RUBR IK XXXXXXXXXXXX<br />

Macht jedes Heim zum Smart Home.<br />

Ob individuelle Lichtstimmungen, optimale Energieeffizienz oder <strong>mehr</strong> Sicherheit<br />

zuhause –mit digitalSTROM lässt sich alles komfortabel über Smartphones oder<br />

vorhandene Lichtschalter steuern. Denn das System vernetzt praktisch alle<br />

elektrischen 2 Geräteconnected-home.net über die bestehenden Stromleitungen und kann so überall einfach<br />

02.2011<br />

eingebaut werden. Machen Sie Ihr Heim zum Smart Home mit digitalstrom.com


Lebensgefühl<br />

L<br />

eben Sie smart? Seit einigen Jahren setzen Marketingstrategen<br />

dieses Attribut immer häufiger ein, um vor<br />

allem technischen Errungenschaften einen besonders<br />

emotionalen und innovativen Anstrich zu verleihen. Doch was ist<br />

darunter zu verstehen?<br />

Synonym-Lexika erklären den Begriff gern mit „klug“, „elegant“,<br />

„geschickt“ und „hübsch“. Nach der Ära des anfangs bekanntlich<br />

wenig smart eingeführten, gleichnamigen Daimler-Kleinwagens<br />

tauchte der Begriff zunächst bei den Mobiltelefonen auf, um die<br />

neuen Westentaschen-Computer von klassischen Handys zu unterscheiden.<br />

Das Smartphone war geboren. Der Smart TV ließ<br />

danach nicht lange auf sich warten, als die inzwischen vom Telefon<br />

bekannten Apps auch auf die neuen Flachbildschirme wanderten.<br />

Soweit, so klar. Doch wann ist nun eine Wohnung oder ein Haus<br />

ein Smart Home?<br />

Im Mittelpunkt des smarten Lebens steht zweifellos die Steigerung<br />

des <strong>Komfort</strong>s. Klar, diese lässt sich auch schon über die Anschaffung<br />

eines weicheren Sofas erreichen. Doch richtig smart wird das<br />

traute Heim eben erst, wenn auch entsprechend kluge, geschickte<br />

und intelligente Technik zum Einsatz kommt.<br />

Doch was immer noch zu wenige wissen: Die Vielfalt der Möglichkeiten<br />

ist schon heute unvorstellbar groß. Das fängt an bei vernetztem<br />

Entertainment, etwa bei kabellos bespielbaren Lautsprechern,<br />

oder Fernsehern, die via Netzwerk Filme und Bilder von<br />

einem zentralen Server abrufen können. Und es zieht sich mittlerweile<br />

bis in die häufig eher unbeliebten Bereiche des Haushaltslebens:<br />

das Bügeln, Waschen und die Gartenarbeit. Auch werden<br />

Licht-, Energiesteuerung und Video-Überwachung Teil des „Smart<br />

Life“ und steigern den Wohlfühleffekt.<br />

Es gilt deshalb, das eigene Smart Home mit Bedacht und sorgfältiger<br />

Expertise so zu gestalten, dass nicht <strong>mehr</strong> Kabel, Schalter<br />

und Geräte den Alltag dominieren, sondern viel<strong>mehr</strong> ein neues,<br />

komfortables Lebensgefühl.<br />

ANDREAS STUMPTNER<br />

Chefredakteur<br />

astumptner@wekanet.de<br />

In diesem Sinne: Bleiben Sie smart!<br />

02.2013 connected-home.net 3


Inhalt<br />

NEWS & TRENDS 10<br />

IM FOKUS<br />

Smart-Home-Upgrade: Das offene<br />

System von digitalSTROM 14<br />

ENTERTAINMENT<br />

Ausblick: Das neue HbbTV 20<br />

Internet-Inhalte auf dem Fernseher:<br />

Smart-TV-Angebote im Vergleich 28<br />

Lautsprecher: B&W-AirPlay-Boxen 32<br />

Media-Player: Der Popcorn Hour<br />

A-400 bringt Kino ins Wohnzimmer 36<br />

Kabellos fernsehen: Sat over IP 40<br />

Smart TV: Die Internet-TV-Box-2<br />

von Hama im Test 46<br />

KNOW-HOW<br />

Internet aus der Steckdose:<br />

Alles zur Powerline-Technik 52<br />

Alleskönner: Online-Festplatte oder<br />

Netzbeschleuniger – die FRITZ!Box 60<br />

TV-Zentralen:<br />

NAS-Systeme als TV-Tuner 68<br />

Klang im ganzen Haus:<br />

Musik vom Medien-Server 76<br />

Apple TV: Filme auf dem Fernseher 80<br />

SMART LIFE<br />

Big Brother is watching you:<br />

Sicherheit durch Video-Überwachung 88<br />

Smarte Haustechnik im Alter:<br />

Mehr Lebensqualität für Senioren 94<br />

Heimvernetzung: Smart Home<br />

mit Elektro Hieber 98<br />

Kommunikation: Standard für<br />

Haushaltsgeräte 102<br />

Trends: SmartHome 2012 Congress 110<br />

SERVICE<br />

Editorial 3<br />

Impressum 107<br />

Kolumne: Die Glühbirnen-Posse 108<br />

<strong>Vorschau</strong> 114<br />

14<br />

Smart-Home-<br />

Upgrade<br />

20<br />

Die Hochzeit<br />

des Jahres<br />

Fernsehen und Internet finden<br />

immer <strong>mehr</strong> zusammen – so sieht<br />

die Zukunft von HbbTV aus.<br />

Der multifunktionale TV-Tuner<br />

von Synology versorgt das<br />

ganze Haus mit Fernsehen.<br />

68 Universale<br />

TV-Zentrale<br />

4<br />

connected-home.net 02.2013


digitalSTROM<br />

verspricht Smart-<br />

Home-<strong>Komfort</strong><br />

für Neu- und<br />

Bestandsbauten.<br />

52<br />

Unter<br />

Strom<br />

Via Powerline<br />

lassen sich alle<br />

Geräte einfach<br />

über die Steckdose<br />

mit dem Internet<br />

verbinden. Was ist<br />

dabei zu beachten?<br />

88<br />

Big Brother überall<br />

Mehr Sicherheit durch Video-Überwachung?<br />

Wie sich Täter leichter überführen lassen.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

5


BILDER DES MONATS<br />

Intelligent<br />

kombiniert<br />

In Weilersbach in der Fränkischen Schweiz<br />

hat Heiko Neundörfer ein intelligentes Haus<br />

gebaut: Das auf Anfrage besuchbare SmartHome kombiniert<br />

Lösungen verschiedener Hersteller aus der Gebäude-<br />

steuerung und Unterhaltungselektronik, basierend auf einem<br />

KNX/EIB-System und einem Gira HomeServer als Schnittstelle.<br />

6<br />

connected-home.net 02.2013


02.2013 connected-home.net<br />

7


Bilder des monats<br />

8<br />

connected-home.net 02.2013


Licht aus,<br />

Twitter an!<br />

Die digitalSTROM-Technik im Live-Betrieb: Der<br />

Raumdesigner Thomas Riedl aus Roding (links) nutzt<br />

den digitalSTROM-Standard, um seine Leuchten ins<br />

rechte Licht zu rücken und sie durch verschiedene<br />

Stimmungen in Szene zu setzen. Und der twitternde<br />

Lichttaster (unten) beweist: Mithilfe von digitalSTROM<br />

(ab Seite 14) ist zu Hause beinahe alles vernetzbar.<br />

02.2013 connected-home.net 9


NEWS & TREN DS<br />

Messe für jeden<br />

Einst galt die CeBIT als Messe für Computerspezialisten. Doch da nun fast jeder einen<br />

kleinen Computer in der Hosentasche mit sich herumträgt, wird die Messe auch für<br />

Otto Normalverbraucher interessant. Lesen Sie, was uns dieses Jahr erwartet.<br />

D<br />

as Smartphone als Computer – auch auf der<br />

CeBIT wird sich dieses Jahr alles um das<br />

Thema Smartphone drehen. Vom 5. bis 9.<br />

März präsentieren die Aussteller ihre neusten Produkte<br />

der IT-Branche. Die CeBIT steht in diesem Jahr unter<br />

dem Motto „Shareconomy“: das Teilen von Daten,<br />

Wissen, Erfahrungen und Diensten im Netz. Musik-<br />

Streaming-Dienste, Miet-Software, Blogs oder Wikis<br />

sind nur einige Themenkomplexe dazu.<br />

Doch auch die Heimvernetzung rückt bei der CeBIT<br />

immer <strong>mehr</strong> in den Vordergrund. Dadurch, dass uns<br />

das Smartphone täglich begleitet, ergeben sich neue<br />

10<br />

connected-home.net 02.2013


Persönliche Kontrolle<br />

www.allure-energy.com // 350 US-Dollar<br />

Der intelligente Thermostat Eversense von Allure Energy<br />

kontrolliert die Temperatur im Eigenheim. Dank einer<br />

App am Smartphone wird der Bewohner geortet. Verlässt<br />

er das Haus, wird die Heizung abgeschaltet,<br />

kommt er wieder nach Hause, heizt Eversense automatisch<br />

vor. Im Sommer funktioniert das System auch<br />

als Klimaanlage. Zudem kann man von unterwegs auch<br />

einstellen, welches Lied man gerne hören möchte,<br />

sobald man wieder daheim ist. Auch das Wetter zeigt<br />

das System an.<br />

Möglichkeiten, den Stromverbrauch, die Heizung und<br />

die Jalousien von unterwegs zu steuern. Aber auch<br />

wenn wir zu Hause sind, können wir unsere Lieblingsmusik<br />

via Smartphone steuern oder Bilder aus dem<br />

Urlaub dank Tablet auf den Fernseher beamen.<br />

Unternehmen wie Bosch Software Innovations, Cuculus,<br />

digitalSTROM und die Z-Wave Alliance präsentieren<br />

vom 5. bis 9. März 2013 in der Halle 11 ihre<br />

aktuellen Smart-Home-Lösungen. Weitere Informationen<br />

rund um das Thema bietet das Smart Home<br />

Fachforum der CeBIT. Der High-Tech-Verband<br />

BITKOM richtet an drei Thementagen ein Programm<br />

zu den Themen „Smart Home meets Business“,<br />

„Smart Home meets Energy“ und „Smart Home<br />

meets Consumer“ aus.<br />

Spielzeug der Zukunft<br />

www.gosphero.com // 130 US-Dollar<br />

Früher ließ man Bälle einfach von Hand über den Fußboden<br />

rollen und stupste sie kurz mit dem Fuß an. Im<br />

Jahr 2013 lassen sich kleine Bälle via Smartphone fernsteuern<br />

und lenken. Der Hersteller Sphero stellte auf<br />

der CES das Spielzeug der nächsten Generation vor:<br />

einen kleinen Ball, der sich per Android-App vom<br />

Smartphone aus über Renn-Parcours steuern lässt. Es<br />

gibt fünf Spielmodi, unter anderem Sphero Golf und<br />

Sphero Multi Drive. Die Steuerung ist nicht ganz leicht<br />

und erfordert viel Fingerspitzengefühl.<br />

02.2013 connected-home.net 11


NEWS & TREN DS<br />

Smarte Idee<br />

www.tado.com // 99 Euro im Jahr<br />

Noch dauert die kalte Jahreszeit an<br />

und smartes Heizen ist angesagt.<br />

Der Hersteller tado bietet eine intelligente<br />

Heizungssteuerung für Privathaushalte<br />

an. Per Smartphone<br />

können Temperaturen von unterwegs<br />

geregelt werden – ohne dass<br />

man selbst aktiv sein muss.<br />

Wenn der letzte Bewohner das<br />

Haus verlassen hat, erkennt das<br />

System dies und regelt die Heizung<br />

herunter. Nähert sich der erste Bewohner<br />

abends wieder der Wohnung,<br />

wird geheizt. All dies geschieht<br />

über die tado App am<br />

Smartphone.<br />

Gesundheit auf dem<br />

Prüfstand<br />

www.ispo2.com // 250 US-Dollar<br />

Wer unterwegs Wert auf seine Gesundheit legt, kann nun ganz einfach seinen<br />

Puls, die Sauerstoffsättigung im Blut und seinen Leistungsindex überprüfen.<br />

Masimo von iSpO2 misst diese Daten mit rotem Licht und einem<br />

Sensor, der an den Ringfinger angeklemmt wird. Das Gerät wird zur Messung<br />

an iPod, iPhone oder iPad angeschlossen. Die Messergebnisse werden<br />

bereits nach wenigen Sekunden in der App angezeigt.<br />

Heimüberwachung<br />

www.trendnet.com // ab 100 Euro<br />

Mit den IP-Kameras TV-IP751WC und TV-IP751WIC von TRENDnet erleichtert<br />

der amerikanische Hersteller nun die smarte Heimüberwachung. Mit<br />

der mitgelieferten Installations-CD werden die Kameras einfach und schnell<br />

ins Heimnetzwerk integriert. Die Kamera wird über die Wireless-N-Technologie<br />

mit einem drahtlosen Netzwerk verbunden. Danach kann über den<br />

Webbrowser mit den Zugangsdaten auf die Kameras zugegriffen werden.<br />

Wer gerne von unterwegs beobachtet, was zu Hause vor sich geht, kann<br />

sich die Videos auch via Apps auf das Smartphone oder Tablet holen.<br />

12<br />

connected-home.net 02.2013


WLAN<br />

aus jeder<br />

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IM FOKUS XXXXXXXXXXXX<br />

DIGITALSTROM<br />

Das Smart-Home-<br />

Upgrade<br />

digitalSTROM verspricht Smart-Home-<strong>Komfort</strong> für<br />

Neu- und Bestandsbauten. Für die Aizo-Entwicklung<br />

sind keine aufwendigen Kabelarbeiten nötig und sie<br />

kommt ohne Funktechnik aus. Nun nutzen auch<br />

unabhängige Programmierer das offene System.<br />

14<br />

connected-home.net 02.2013


E<br />

Von Markus Wölfel<br />

in schlichtes „Moin“ prangt auf dem zum<br />

Wand-Panel umfunktioniertem iPad im<br />

Büro der Software-Schmiede the peak<br />

lab. Ein Druck darauf lässt das Büro hochfahren: Die<br />

Lampen gehen an, die Wasserkocher starten und die<br />

Rechner bekommen Strom. Auf letzteren wurde die<br />

„Moin“-Software auch geschrieben.<br />

Die kleine Entwicklerbude aus Oldenburg entwirft<br />

Apps für Android- und iOS-Smartphones. Die „Moin“-<br />

App war bislang kein kommerzielles Produkt, sondern<br />

eher eine Bastelarbeit für die Programmierer. Sie wurde<br />

aus der Idee heraus geboren, die neu installierten digitalSTROM-Komponenten<br />

in den neuen Räumen effektiv<br />

einsetzen zu können. Laut Mitbegründer Jens<br />

Läkamp haben die Programmierer digitalSTROM entdeckt<br />

und für ihre Räume für gut befunden. Dank der<br />

offenen Programmierschnittstelle war es für die Experten<br />

ein Leichtes, die Anwendung dafür zu schreiben.<br />

Die App erfüllt gleich <strong>mehr</strong>ere Aufgaben: Die Verbraucher<br />

können einzeln oder im Ganzen gesteuert werden.<br />

Darüber hinaus ist auch eine Energie-Ampel integriert,<br />

die jederzeit anzeigt, wie hoch der aktuelle Stromverbrauch<br />

ist. Läuft etwa der Wasserkocher, färbt sich die<br />

Ampel rot. Derzeit sind die Programmierer dabei, die<br />

App mit einer Jalousien-Steuerung nach dem jeweiligen<br />

Sonnenstand zu verfeinern.<br />

Steuersignale huckepack<br />

Doch wie funktioniert das System? digitalSTROM hat<br />

der Konkurrenz etwas voraus: Es kommt – im Gegensatz<br />

zu vielen anderen Nachrüst-Bussystemen – ohne<br />

Funk aus und es müssen gleichzeitig, wie bei den etablierten<br />

Standards, keine zusätzlichen Leitungen verlegt<br />

werden. Die Steuersignale für die einzelnen Schaltglieder<br />

oder Dimmer werden huckepack über die vorhandenen<br />

Stromkabel geschickt. Jeder Mitspieler im<br />

System hat eine individuelle Adresse, die ihn eindeutig<br />

identifiziert. Ein Filterbaustein sorgt dafür, dass die Datentelegramme<br />

nicht ins öffentliche Netz übertragen<br />

werden. Der Handwerker muss nur die Komponenten<br />

in die bestehende Hausinstallation einbauen.<br />

Und das geht so: Zunächst setzt er hinter jede Sicherung<br />

in die Unterverteilung ein Messmodul. Für die Anbindung<br />

ans lokale Netzwerk ist zusätzlich noch ein<br />

Server-Baustein nötig. Die eigentlichen Hauptakteure<br />

sind jedoch die Bausteine, die in Abzweigdosen oder<br />

Geräte selbst eingebaut werden: Die digitalSTROM-<br />

Klemmen, -Tasterklemmen und -Schnurdimmer. Die<br />

Klemmen werden unsichtbar in den Unterputzdosen<br />

verbaut. Damit sie auch später noch eindeutig zugewiesen<br />

werden können, hat jedes Gewerk seine eigene<br />

Farbe: Die Bausteine für Licht sind beispielsweise gelb.<br />

Rote Klemmen hingegen schalten sicherheitsrelevante<br />

Verbraucher. Dem Installateur stehen insgesamt acht<br />

Farben zur Verfügung. Abschließend muss der Einrichter<br />

nur noch die vorhandenen Schalter- gegen Tastereinsätze<br />

aus derselben Serie tauschen. Das war es<br />

schon mit der Hardware-Installation. Über eine Software<br />

programmiert der Elektriker die Komponenten,<br />

weist den Tastern die Verbraucher zu und legt deren<br />

Schaltverhalten fest. Einzelne Verbraucher fasst er als<br />

Gruppe zusammenfassen, um sie als Szenen anlegen<br />

zu können.<br />

Wie im Messlabor<br />

Der große Vorteil im laufenden Betrieb: Das System<br />

misst permanent den Stromverbrauch über alle Stränge.<br />

Dadurch entlarvt der digitalSTROM-Server sehr<br />

schnell unbekannte Stromfresser wie etwa die alte<br />

Kühltruhe im Keller. Darüber hinaus dienen die Messwerte<br />

auch dazu, Schaltvorgänge auszulösen. So merkt<br />

das System beispielsweise augenblicklich, ob der Benutzer<br />

den Fernseher eingeschaltet hat. Daraus ließe<br />

sich eine Schaltfolge programmieren, die im Raum das<br />

Licht dimmt, die Jalousien herunterfährt und die Lüftungsanlage<br />

drosselt.<br />

SCHLAUE<br />

KLEMME<br />

In den kleinen digital-<br />

STROM-Klemmen<br />

steckt eine intelligente<br />

Elektronik, die Strom<br />

schalten, dimmen und<br />

auch messen kann.<br />

Zudem lassen sich kleine<br />

Programme starten<br />

und Daten darauf speichern.<br />

Die dezentrale<br />

Struktur erlaubt pfiffige<br />

Anwendungen.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

15


IM FOKUS DIGITALSTROM<br />

Kooperationen mit Leuchtmittelherstellern sollen einen<br />

Lampenwechsel sogar noch einfacher machen. Durch<br />

das automatische Auslesen der EAN-Nummer einer<br />

angeschlossenen Leuchte weiß das System dann bereits<br />

nach dem Kauf, welche Lampenfassung verbaut<br />

wurde, wie hoch ihre maximale Leistung ist und welche<br />

Dimm-Charakteristik sie aufweist.<br />

HILFREICHE<br />

SOFTWARE<br />

Im Dim-Wizard kann der<br />

Kunde seine LED-Lampe<br />

auswählen. So wird<br />

sie stets mit der korrekten<br />

Dimm-Kurve angesteuert.<br />

NEUTRALES<br />

DESIGN<br />

Der Elektriker baut die<br />

Klemmen unter Putz in<br />

die Dosen der vorhandenen<br />

Taster und Steckdosen<br />

ein. So bleibt die<br />

Optik unverändert.<br />

Neue Dienste<br />

Der neueste Wurf aus dem Hause Aizo sind verschiedene<br />

Dienste, die bereits laufen oder auf der CeBIT<br />

vorgestellt werden.<br />

Da ist zunächst die Leuchtmittel-Datenbank Dim-<br />

Wizard (siehe den Screenshot oben). Da viele LED-<br />

Lampen ihre eigene Dimm-Charakteristik aufweisen,<br />

müssen sie unterschiedlich angesteuert werden. Der<br />

Dim-Wizard sorgt dafür, dass keine Fehler auftreten.<br />

Die Datenbank enthält die Ansteuerdaten für alle LED-<br />

Lampen, die mit den digitalSTROM-Dimmern zusammenarbeiten.<br />

Der Anwender wählt darin die gekaufte<br />

Lampe aus, und die passende Steuerkennlinie wird automatisch<br />

im System gespeichert. Eine App, die dem<br />

Anwender diese Arbeit abnimmt, ist bereits fertig. Sie<br />

erlaubt das Scannen des Barcodes auf der Lampen-<br />

Verpackung. In Aussicht steht auch eine App, die den<br />

Nachkauf einer defekten Lampe selbst in einem Web-<br />

Shop organisiert.<br />

Eine Plattform für weitere Dienste<br />

Martin Vesper, der Chef von digitalSTROM, sieht in<br />

dem Konzept eine unendliche Zahl von Anwendungen,<br />

die dank der Brücke zum internen Netzwerk und damit<br />

zu Tablet-PC oder Smartphone so einfach nachzukaufen<br />

sind wie eine App im Play Store.<br />

Nambu-Meter ist etwa ein Analyseprogramm für das<br />

Energie-Monitoring. Es sammelt Daten von den verschiedenen<br />

Messgeräten und wertet sie aus. Die grafische<br />

Oberfläche stellt Verluste des hauseigenen<br />

Stromverbrauchs den Gewinnen der Photovoltaik-Anlage<br />

gegenüber. Auch unter www.bidgely.com oder<br />

www.myeragy.com lassen sich Tools zur Visualisierung<br />

des eigenen Stromverbrauchs herunterladen.<br />

Angedacht sind auch weitere Dienste von Drittanbietern.<br />

Martin Vesper führt als Beispiel eine Hagelwarnungs-App<br />

an, die dafür sorgt, dass sich bei einsetzendem<br />

Unwetter das Licht automatisch einschaltet und<br />

die empfindlichen Jalousien hochfahren.<br />

Für Notfälle gerüstet<br />

Ebenso einfach könnte auch passende Hardware verkauft<br />

werden: ein Paniktaster etwa, der im Notfall alle<br />

Lichter einschaltet. Dabei würde der Händler den Taster<br />

bereits im Laden so vorkonfigurieren, dass der Kunde<br />

ihn nur noch zu Hause einstecken muss. Die Elektronik<br />

erkennt das neue Bauteil sofort und reagiert<br />

prompt auf Benutzereingaben. Die einzige Voraussetzung<br />

für einen reibungslosen Betrieb ist eine Verbindung<br />

zum Stromnetz. So wird die Stromsteckdose zur<br />

Datenschnittstelle. Und lässt sich selbst diese Verbindung<br />

nicht herstellen, wäre es immer noch möglich,<br />

sich per WLAN ins Netz einzuloggen.<br />

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Trennung von Funktion<br />

und Anwendung. Ein Taster an der Haustür kann<br />

tagsüber als Klingelknopf seinen Dienst verrichten,<br />

während er in der Nacht zusätzlich die Gartenbeleuchtung<br />

einschaltet. Ebenso kann ein Bewegungsmelder<br />

im Regelbetrieb die Laufwege beleuchten und bei Abwesenheit<br />

als Alarmanlage dienen.<br />

16<br />

connected-home.net 02.2013


Besonders stolz ist der CEO von digitalSTROM auf den<br />

neuen Schnurdimmer, in dem jetzt auch Sensoren für<br />

Licht und Ton eingebaut sind. Registriert das Mikrofon<br />

keine Geräusche <strong>mehr</strong> im Raum, regelt der Schnurdimmer<br />

die Beleuchtung herunter. Genauso ließe sich<br />

durch Klatschen das Licht auch wieder einschalten.<br />

Noch komfortabler gelingt dies durch die Funktion<br />

Text-to-digitalSTROM. Sie beherrscht auch Sprachbefehle<br />

wie „Licht aus“ oder „heller“. Dabei haben die<br />

Entwickler darauf geachtet, die Befehle einfach zu halten,<br />

damit der Kunde keine Vokabeln lernen muss.<br />

Eine echte Hilfestellung<br />

Als weitereren Aspekt nennt Martin Vesper Ambient<br />

Assisted Living (AAL): Darunter versteht man die Unterstützung<br />

älterer oder gehandicapter Menschen<br />

durch moderne Technik, sodass sie ein selbst bestimmtes<br />

Leben führen können. Es beginnt damit, dass<br />

die Elektronik dem Bewohner regelmäßige Schaltfolgen<br />

abnimmt, wie etwa das automatische Einschalten<br />

der Außenbeleuchtung bei Dunkelheit. Darüber hinaus<br />

bietet gerade digitalSTROM eine Vielzahl nützlicher<br />

Helferlein. Ein steckbarer Taster könnte als Signalgeber<br />

für die Nachbarn dienen. Er ließe sich überall in der<br />

Wohnung einstecken und hätte stets dieselbe Funktion.<br />

Darüber hinaus könnten alle akustischen Signale, ob<br />

vom Telefon oder von der Haustürklingel, auch durch<br />

ein Blinken der Lampe angezeigt werden. Die Art und<br />

Weise, wie dies alles umgesetzt werden kann, hängt<br />

quasi nur von der Fantasie der Programmierer ab.<br />

Die Moin-App von the peak lab zeigt am Abend nur ein<br />

„bye“ auf dem iPad-Schirm an. Ein Druck darauf löscht<br />

alle Lichter und schaltet die Küche stromlos.<br />

„Ein schneller<br />

Markt“<br />

IM INTERVIEW:<br />

MICHAEL SCHIDLACK [ BITKOM ]<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Welche Entwicklungen sehen Sie im<br />

Bereich Smart Home auf dem Vormarsch?<br />

Michael Schidlack: Universalität und Einfachheit in<br />

Bedienung und Nachrüstfähigkeit sind die Stichworte.<br />

Beispielsweise Lösungen, die auf dem IPV6-Standard<br />

aufsetzen und an handelsübliche Router angeschlossen<br />

werden können. Sie können drahtlos und drahtgebunden<br />

eingesetzt werden und beherrschen grundsätzlich die<br />

Kommunikation mit dem Internet, Smartphone, PC und<br />

Tablet. „Near-Field-Communication“ ist ein weiterer großer<br />

Trend. Das Prinzip ist, dass das Handy durch die Nähe zu<br />

anderen Geräten erkennt, was der Benutzer beabsichtigt.<br />

So reicht es aus, beim Verlassen der Wohnung das Handy<br />

mitzunehmen oder in die Nähe eines Sensors zu halten.<br />

Durch die symbolische Geste werden Sicherheitssysteme<br />

aktiviert, die Heizung gedrosselt und das Licht ausgeschaltet.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Wo besteht Handlungsbedarf?<br />

Michael Schidlack: Erstens: Bei Neubauten und Kernsanierungen<br />

sollten künftig immer kabelgebundene Internet-Leitungen<br />

in jeden Raum gelegt werden. Zweitens: Wir<br />

brauchen <strong>mehr</strong> Nachrüstlösungen für bereits vorhandene<br />

Geräte. Drittens: Hochproprietäre Lösungen sollten im Sinne<br />

von Allianzen weichen – ähnlich wie das heute schon bei<br />

Multimedia-Lösungen auf DLNA-Basis der Fall ist.<br />

TRANSPARENTER<br />

STROMVERBAUCH<br />

Über die digitalSTROM-App hat<br />

der Benutzer die Hauselektrik<br />

unter Kontrolle. Licht, Verdunkelung,<br />

Sicherheit oder Klima kann<br />

er damit jederzeit steuern. Auch<br />

der Stromverbrauch ist permanent<br />

in Echtzeit abrufbar.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Wie können Kunden vom intelligenten<br />

Haus überzeugt werden?<br />

Michael Schidlack: Privat bin ich selbst Smart-Home-<br />

Anwender und bin sehr beeindruckt, dass nicht nur der<br />

<strong>Komfort</strong>gewinn hoch ist, sondern auch die Energieersparnis.<br />

Durch die intelligente Steuerung von Strom und Heizung<br />

konnte ich bereits im ersten Jahr die Energiekosten um über<br />

25 Prozent senken. Das allein schon sollte auch für nichttechnik-affine<br />

Kunden interessant sein.<br />

02.2013 connected-home.net 17


ENTERTAINMENT NEWS & TRENDS<br />

20<br />

28<br />

Entertainment<br />

32<br />

Fotos, Filme und Musik abspielen, wann man will und wo man will: Mit der<br />

Heimvernetzung werden Träume wahr. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über<br />

36<br />

die vielfältigen Möglichkeiten der Vernetzung von Audio und Video.<br />

40<br />

46<br />

Internet und Fernsehen Seite 20<br />

Die Zukunft von HbbTV<br />

Intelligentes Fernsehen Seite 28<br />

Smart-TV-Angebote im Vergleich<br />

Test: Lautsprecherboxen Seite 32<br />

Bowers&Wilkins-AirPlay-Boxen<br />

Media-Player: Popcorn Hour Seite 36<br />

Kino-Feeling im Wohnzimmer<br />

Kabellos fernsehen Seite 40<br />

Sat over IP<br />

Smart-TV-Upgrade Seite 46<br />

Die Internet-TV-Box-2 von Hama<br />

Unsichtbarer Sound<br />

Der Luxushersteller Bang & Olufsen ist meist für seinen klaren Sound, kombiniert mit<br />

perfektem Design, bekannt. Mit seinem neuen Lautsprecherkonzept bieten die Dänen<br />

nun starken Sound, der nicht sichtbar ist.<br />

DEZENTER KLANG<br />

AUS DER WAND<br />

Die Einbaulautsprecher<br />

von Bang & Olufsen<br />

integrieren sich dezent<br />

in den Wohnraum.<br />

N<br />

icht jeder, der Wert auf guten Sound legt, will<br />

diesen auch auf den ersten Blick sehen.<br />

Meist sind Hi-Fi-Boxen groß und dunkel, ziehen<br />

Staub magnetisch an und bieten wegen vieler Kabel<br />

leichte Stolperfallen. Wer trotzdem nicht auf guten<br />

Sound verzichten will, kann zu Einbaulautsprechern<br />

greifen. Das Angebot hierfür ist in Deutschland noch<br />

gering, die Einbaumöglichkeiten gestalten<br />

sich kompliziert.<br />

Auf der CES 2013 stellte der dänische<br />

Luxushersteller Bang & Olufsen<br />

eine weitere unsichtbare Soundlösung<br />

vor und erweitert damit das Angebot<br />

für Endkunden. Sie setzt sich aus<br />

einem aktiven Zwei-Wege-Lautsprecherpaar (BeoLab<br />

15), einem leistungsstarken Subwoofer (BeoLab 16)<br />

und einem Verstärker (Amplifier 1) zusammen. Alle<br />

Komponenten wurden für den Einbau in die Wand oder<br />

Decke konzipiert. Dank der neuen Motorfunktion des<br />

BeoLab 15 können die Höhen und Mitten wunschgemäß<br />

ausgerichtet werden. Wird er ausgeschaltet, gleitet<br />

der BeoLab 15 zurück in die Ausgangsposition. Wer<br />

nicht genügend Raum zur Verfügung hat oder auf der<br />

Suche nach einer dezenten Lautsprecherlösung ist, ist<br />

mit dem System von Bang & Olufsen gut bedient.<br />

18<br />

connected-home.net 02.2013


Kompaktes Speichermedium<br />

www.seagate.com // Preis steht noch nicht fest<br />

Der Hersteller Seagate bringt eine neue Generation<br />

NAS auf den Markt. Die Seagate Central Shared Storage-Lösung<br />

ermöglicht es, Videos, Musik und Bilder<br />

zu speichern und über das Heimnetzwerk auf die Daten<br />

zuzugreifen. Sie ist mit zwei, drei oder vier TByte erhältlich.<br />

Wem dieser Speicher nicht ausreicht, der kann die<br />

Kapazität über die USB-3.0-Schnittstelle erweitern.<br />

Medientypen wie Videos, Bilder, Musik und Dokumente<br />

ordnet die Netzwerk-Festplatte automatisch, sobald sie<br />

auf ihr gespeichert sind. Zusätzlich gibt es für Androidund<br />

iOS-Smartphones Apps, die den Zugriff auf Mediendateien<br />

und Dokumente erlauben.<br />

Smarter Zuwachs<br />

www.humax-digital.de // 150 Euro<br />

HUMAX bringt die neuste Generation seiner Hybrid-<br />

Receiver, den HD NANO Conn@ct, auf den Markt. Im<br />

HUMAX TV-Portal stehen Nutzern zahlreiche Unterhaltungsdienste<br />

wie Mediatheken oder Video on Demand<br />

am TV-Bildschirm zur Verfügung.<br />

Aufrüsten erlaubt<br />

Wer keinen Smart TV besitzt, kann seinen Fernseher<br />

mit dem Amerry Android-Smart-TV-Stick 2.0 zu einem<br />

intelligenten TV aufrüsten. Über den HDMI-Eingang<br />

wird der Stick eingesteckt und ermöglicht damit die<br />

Verbindung mit dem Internet. Damit kann der Zuschauer<br />

auch mit einem älteren TV-Modell im Internet surfen,<br />

Videos ansehen und auf über 150.000 Apps aus dem<br />

Google Play Store zugreifen.<br />

www.elv.de // 90 Euro<br />

01.2013 connected-home.net<br />

19


ENTERTAINMENT HBB TV 2.0<br />

Die Hochzeit<br />

des Jahres<br />

Fernsehen und Internet haben endgültig zueinander gefunden. Die Hochzeit<br />

der Kommunikationsgiganten birgt ein fast unerschöpfliches Potenzial.<br />

In diesem Jahr werden die Weichen für die Zukunft gestellt.<br />

20<br />

connected-home.net 02.2013


D<br />

Von Andreas Greil<br />

as Jahr 2013 könnte den ganz großen<br />

Durchbruch für HbbTV bringen. Im November<br />

2012 trafen sich die rund 65 Mitglieder<br />

des HbbTV-Konsortiums in stiller Runde und<br />

trugen eine Liste aus Wünschen und Notwendigkeiten<br />

zusammen. Ihr Ziel: Sie wollen den interaktiven Dienst<br />

Hybrid Broadcast Broadband TV, der Fernsehen und<br />

Internet zusammenführt, auf den allerneuesten Stand<br />

bringen.<br />

Schon vor Kurzem wurden neue Details in den Standard<br />

integriert. Adap tive Streaming als eines der wichtigsten<br />

sorgt nun dafür, dass sich die empfangene Datenmenge<br />

auto matisch an die Kapazität des jeweiligen<br />

Internet-Anschlusses anpasst. So sollen Aussetzer bei<br />

der Wiedergabe von Bewegtbildern oder die händische<br />

Eingabe der maximalen Auflösung für Bestellfilm-Services<br />

(Video on Demand) obsolet werden.<br />

Brandneue Dienste<br />

„HbbTV 2.0“ lautet das Stichwort für die TV-Zukunft.<br />

Die Liste des Konsortiums ist lang. Vieles davon wird<br />

jedoch nicht gleich umgesetzt werden können oder<br />

bedarf der Diskussion.<br />

Ganz oben auf der Agenda steht die Implementierung<br />

des offenen Internet-Formats HTML 5 mit dem Ziel,<br />

proprietäre Anwendungen auszuschließen. An gedacht<br />

sind außerdem Push-Dienste, die Nachrichten auf den<br />

TV-Bildschirm senden – beispielsweise zu Werbezwecken.<br />

Darüber hinaus soll sich in Zukunft über das Internet<br />

immer die Originalsprachfassung des im Fernsehen<br />

spielenden Films verschicken lassen.<br />

Möglich wird das alles, weil sich HbbTV im vergangenen<br />

Jahr endgültig als Standard etabliert hat. Das bestätigt<br />

Konsortiumsmitglied Klaus Merkel vom Institut<br />

für Rundfunktechnik (IRT). Bereits in diesem Jahr könnte<br />

HbbTV 2.0 verabschiedet werden und die Szene vorantreiben.<br />

Darüber hinaus sind schon jetzt neue Services<br />

auf dem Weg, die im Laufe des Jahres starten<br />

02.2013 connected-home.net<br />

21


ENTERTAINMENT HBB TV 2.0<br />

HBBTV-ZUKUNFT<br />

HbbTV App Gallery:<br />

Hersteller integrieren in<br />

ihre TVs App-Portale<br />

mit zum Teil proprietären<br />

technischen Modifikationen.<br />

Die von der<br />

EU geförderte offene<br />

App Gallery soll vergleichbare<br />

Dienste rein<br />

auf HbbTV basierend anbieten. Das Projekt FI-Content<br />

ist Teil der EU-Forschungsoffensive „Future Internet Public<br />

Private Partnerships“, die sich dem „europäischen<br />

Internet der Zukunft“ widmet.<br />

Lokal-TV-Portal: Das<br />

via Satellit übertragene<br />

Portal fördert die Auffindbarkeit<br />

und Verbreitung<br />

von Lokalsendern.<br />

Über die HbbTV-Anwendung<br />

ruft man sie<br />

für den TV-Empfang<br />

auf. Falls gerade kein<br />

Live-Programm ausgestrahlt wird, kann man alternativ<br />

den Internet-Weg wählen, über den man zusätzliche Lokalinfos<br />

erhält oder das bereits gezeigte Programm in<br />

der Mediathek nachträglich anschaut.<br />

Media Broadcast: Via<br />

DVB-T erreicht den<br />

HbbTV-Fern seher das<br />

Portal von Media Broadcast.<br />

Jedes gelistete<br />

Angebot führt per<br />

Knopfdruck ins Internet<br />

zum entsprechenden<br />

Web-TV-Kanal.<br />

Der Clou: Die Web-Sender lassen sich auf Wunsch wie<br />

die DVB-T-Kanäle bestimmten Platznummern der TV-<br />

Senderliste zuordnen. Ab da zappt man nahtlos vom<br />

DVB-T- ins Internet-Fernsehen.<br />

sollen. Die ersten Infos zu diesen Projekten finden Sie<br />

links unter „HbbTV-Zukunft“.<br />

In Arbeit sind zudem Ergänzungen zu bisherigen Angeboten.<br />

Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 will ähnlich<br />

wie die öffentlich-rechtlichen Programme die eigene<br />

Mediathek forcieren und gleichzeitig ihr Bestellfilmangebot<br />

Maxdome integrieren. So bekommt der Begriff<br />

„Videocenter“ in der HbbTV-Startleiste eine völlig neue<br />

Dimension.<br />

Die ARD wiederum hat erst vor Kurzem ihre Mediathek<br />

attraktiver und funktionaler gestaltet. Und Tonmeister<br />

Dolby klopft bereits an die Tore der Programmanbieter<br />

mit der Frage, warum die Mediatheken nicht längst Surround-Sound<br />

übertragen.<br />

Second Screen<br />

Wie das moderne Fernsehen mit den Vorteilen des Internets<br />

sonst noch kombiniert werden kann, scheint für<br />

die Zukunft völlig offen zu sein. Neue Begriffe tauchen<br />

auf, die allerdings unterschiedlich verwendet werden.<br />

Allen voran: „Second Screen“.<br />

Gemeint ist dabei grundsätzlich, dass neben dem „ersten“<br />

Bildschirm, dem Fernseher, noch ein zweiter zum<br />

Einsatz kommt. Angetrieben wird die se Entwicklung<br />

durch die beliebten Tablets und Smartphones. Das IRT<br />

hat in einer Konzeptpräsentation den HbbTV-Dienst<br />

rbbtext mit einem solchen Zweit-Screen verknüpft. Dabei<br />

greifen die Anwendungen mit ihren Funktionen direkt<br />

ineinander (siehe Beschreibung, Seite 25).<br />

Beim Sender ProSieben funktionieren die beiden<br />

Screens eher neben ein ander. Während eine Sendung<br />

läuft, bieten HbbTV-Einblendungen zusätzliche Unterhaltung<br />

und machen obendrein massiv auf ergänzende<br />

Angebote im Internet aufmerksam. Letztlich sollen die<br />

Fans am Fernsehschirm die Sendung verfolgen und<br />

gleichzeitig mit dem Tablet auf der zugehörigen, aufwendig<br />

gestalteten Internet-Seite chatten oder<br />

Zusatzinforma tionen einholen.<br />

Am einfachsten setzt schließlich RTL II den Second-<br />

Screen-Ansatz um. Am Fernseher selbst findet überhaupt<br />

keine Interaktivität statt. Auf einer speziellen<br />

Facebook-Seite und über eine Smartphone-App geht<br />

demgegenüber die Internet-Post ab.<br />

Social TV<br />

Chatten, weitere Fans einer Sendung finden, sich vielleicht<br />

zum Jubiläum einer TV-Serie treffen – ob via Second<br />

Screen oder HbbTV-Fernseher – in „Social TV“<br />

22<br />

connected-home.net 02.2013


ENTERTAINMENT HBB TV 2.0<br />

WERBUNG UND SPIELE<br />

Auch Spontaneität und Spaß soll HbbTV bringen, etwa<br />

beim TV-Shopping. Derzeit gibt es noch keine Möglichkeit,<br />

per einfachen Knopfdruck einzukaufen. Die Firma<br />

TEVEO ermöglicht dies samt persönlicher Ansprache<br />

(rechts). Spiele sind ebenfalls noch Mangelware. Pro-<br />

Sieben hat den ersten Schritt gemacht und fordert zum<br />

Memory-Knobeln auf, wenn „The Voice of Germany“<br />

gerade Pause macht (unten links). Das Pong-Spiel der<br />

Firma Mineus (unten rechts) wirkt simpel, zeigt aber,<br />

dass Steuerbefehle ohne Verzögerung via HbbTV möglich<br />

sind und Spieler in Deutschland über HbbTV-Fernseher<br />

gegeneinander antreten können.<br />

Via HbbTV spielt TEVEO einen Code zu. Mit ihm meldet man sich einmalig<br />

über den Computer an. Nun sind TV und TV-Haushalt einander zugeordnet.<br />

Einkaufen per Knopfdruck und persönliche Ansprache werden möglich.<br />

Falls es mal nicht ganz so<br />

spannend im Fernsehen zugeht,<br />

können schon jetzt einfache,<br />

auf die jeweilige Sendung<br />

bezogene HbbTV-Spiele einspringen<br />

und den TV-Zuschauer<br />

am Schirm halten.<br />

Aus frühen Tagen der Computerspiele bekannt, ist Pong ein echter Oldie.<br />

HbbTV startet damit wie die damaligen Konsolen – und dürfte sich laut<br />

der Firma Mineus ähnlich rasant entwickeln.<br />

erkennen Programmanbieter sowie Werbetrei bende ein<br />

immenses Bedürfnis aktueller und kommender Zuschauergenerationen.<br />

Am PC ist der rege Austausch in<br />

Chat rooms, auf Fanseiten oder in Foren bereits für viele<br />

eine tägliche Lieblingsbeschäftigung. Es ist auch ein<br />

Trend erkennbar, am Fernseher über das laufende TV-<br />

Programm zu diskutieren und Freunden Hinweise auf<br />

weitere Sendungen zu geben.<br />

Axel Meiling, Unternehmensberater für New TV, fürchtet,<br />

dass HbbTV hier bereits den Anschluss verpasst<br />

hat. „Die Sender haben ihre Chance nicht genutzt und<br />

zu wenig kreative Kraft entfaltet“, lautet sein Urteil. Die<br />

Bedienung vereinfachende Ansätze wie das Second-<br />

Screen-Konzept des IRT seien gut gemeint, kommen<br />

aber zu spät – Social Media werde kein HbbTV-Phänomen,<br />

sondern bleibe Web-spezifisch.<br />

Dieser düsteren Prognose wollen sich die Programmanbieter<br />

nicht anschließen. Lars Friedrichs von ProSiebenSat.1<br />

sieht den Fernseher zwar noch im Nachteil,<br />

würde Techniken wie die vom IRT aber lieber heute als<br />

morgen einsetzen – sobald sie komplett ausgereift<br />

sind. Und selbst Nachzügler wie RTL II wollen im Laufe<br />

des Jahres HbbTV-Anwendungen mit Social-TV-<br />

Charakter starten. Zudem warten alle gespannt auf<br />

HbbTV 2.0.<br />

Der Social-TV-Trend bringt nicht nur Spaß, sondern<br />

lässt sich auch in bare Münze umsetzen. Eine Infratest-<br />

Studie, die in Zusammenarbeit mit Wirkstoff TV entstand,<br />

einem Zusammenschluss aus neun deutschen<br />

TV-Vermarktern, beleuchtete unlängst die Wirkung von<br />

Social TV. Das Ergebnis: Social-Media-Teilnehmer, die<br />

sich am TV oder via Second Screen über das Fernsehprogramm<br />

austauschen, bleiben länger am TV-Schirm<br />

und bei der jeweils ausgewählten Sendung. So wird<br />

Social TV auch ein wichtiger Schritt in Richtung individualisierte<br />

Werbung.<br />

Niko Steinkrauß, Managementberater Medien & Technologie,<br />

schwärmt für „Big Data“: Aus allen Kanälen<br />

sollen nach dem Vorbild der USA Nutzerdaten gesammelt<br />

und verknüpft werden. Social Media sowie die TV-<br />

Nutzung selbst sind dabei wichtige Quellen. Das Ergebnis<br />

führe schließlich zu „differenziertem Präsentieren<br />

von Inhalten und Werbung“, was der Kunde „letzlich<br />

gut findet und zu entsprechender Akzeptanz führt“.<br />

Stirbt das Fernsehen aus?<br />

Angesichts der neuen Angebote ver ändert sich das<br />

bekannte Fernsehen. Die Diskussion dreht sich zu-<br />

24<br />

connected-home.net 02.2013


SECOND SCREEN UND SOCIAL TV<br />

Am TV-Schirm erscheint ein Zufalls-QR-Code, den man mit dem Tablet oder<br />

Smartphone fotografiert. Er führt das HbbTV-Fernsehgerät und das Mobile Device<br />

über das Internet zusammen.<br />

Zweit-TV und Navigator: Das Institut für<br />

Rundfunktechnik (IRT) ist in der Lage, via<br />

Internet dem TV ein bestimmtes Tablet<br />

oder Smartphone zuzuordnen. Von da an<br />

darf man mit dem gepaarten Touch-<br />

Schirm den HbbTV-Dienst am TV steuern.<br />

Zudem lässt sich der Dienst auch ausschließlich<br />

auf dem Zweitschirm abbilden<br />

und weiter verfolgen,<br />

falls andere<br />

nur fernsehen<br />

möchten.<br />

Zweit-Internet: Der Sender ProSieben<br />

bietet HbbTV-Interaktivität, stimuliert aber<br />

parallel mit Einblendungen die Nutzung<br />

des Web-Angebots via PC, Tablet oder<br />

Smartphone. Hier tauschen sich Fans bestimmter<br />

Sendun gen detailliert aus. Umgekehrt<br />

wird im Web-Angebot auch das<br />

Live- oder vergangene Programm gestreamt.<br />

HbbTV-Dienste sind bei RTL II erst im Entstehen. Eine Smartphone-App verlinkt<br />

mit dem Programm. Als Social-Media-Plattform kommt Facebook via Smart-Gerät<br />

oder Computer zum Einsatz.<br />

Zweit-Plattform: RTL II bietet noch kein<br />

HbbTV. Social TV gibt‘s dennoch. Der<br />

Sender lockt die Freunde spezieller TV-<br />

Angebote auf Facebook als Forumsplattform.<br />

Auch hier ist der Plan, dass während<br />

und nach den Sendungen<br />

diskutiert wird.<br />

Eine Smartphone-App ergänzt<br />

Facebook und ermöglicht<br />

das Live-Streaming<br />

der Sendung, falls<br />

man nicht vor dem TV-<br />

Schirm sitzt.<br />

Fernsehen, HbbTV,<br />

Computer und Smart<br />

Devices bindet Pro-<br />

Sieben ins Second-<br />

Screen-Konzept ein.<br />

Die jewei ligen Medien<br />

verweisen dabei stetig<br />

aufeinander.<br />

02.2013 connected-home.net 25


ENTERTAINMENT HBB TV 2.0<br />

„HbbTV dient allen“<br />

IM INTERVIEW: LARS FRIEDRICHS<br />

[ Leiter Teletext und Hybrid-TV ProSiebenSat1.Digital ]<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Was bedeutet für ProSiebenSat.1<br />

Social TV?<br />

Lars Friedrichs: Mit Social TV binden wir unsere Zuschauer<br />

noch stärker an unser Programm. Wir bieten ihnen beispielsweise<br />

mit ProSieben Connect eine Plattform, auf der sie<br />

sich parallel zum Programm austauschen und so aktiv daran<br />

teilhaben können. Dieser Austausch fließt dann zurück ins<br />

TV. Prominentes Beispiel dafür ist „The Voice of Germany“.<br />

Das Abstimmungsverhalten der Connect-Nutzer wird hier als<br />

Live-Bauchbinde ins TV-Bild integriert. Man schaut gemeinsam<br />

fern, wobei man nicht unbedingt auf dem gleichen Sofa<br />

sitzen muss.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Dient HbbTV eher der Information,<br />

dem Spaß oder am ehesten den Werbetreibenden?<br />

Lars Friedrichs: Es dient allen dreien. HbbTV kann situativ<br />

und dabei ganz nach Nutzungswunsch des Zuschauers ausgerichtet<br />

eingesetzt werden. Dabei dient interaktive Werbung<br />

dem Werbetreibenden, der HD-Text hat einen eindeutigen<br />

Informationscharakter, und das Videocenter sowie die sendeformatbezogenen<br />

Spiele bieten Spaß und Entertainment.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Besteht die Gefahr, dass sich nur<br />

jüngere Zuschauer mit Internet-Anschluss, Interaktivität und<br />

„Second Screen“ zurechtfinden?<br />

Lars Friedrichs: Keinesfalls, es ist ebenso kinderleicht und<br />

intuitiv zu bedienen wie der klassische Teletext. Mit der<br />

einfachen Navigationsstruktur findet sich jeder zurecht.<br />

Dank DVD ist das Navigieren durch Menüs mit den Pfeiltasten<br />

der Fernbedienung inzwischen gelernt. Zudem<br />

erleichtert die stark ansteigende WLAN-Verbreitung den<br />

Anschluss.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Lange war der Computer im<br />

Wohnzimmer verpönt. Nun verquickt man typische Internet-<br />

Dienste mit dem Fernsehkonsum. Wo liegt der Unterschied?<br />

Lars Friedrichs: HbbTV und Smart TV verbindet die<br />

Einfachheit des Fernsehens mit dem Angebot des Internets.<br />

Das ist der große Unterschied. Die einfachen<br />

Dienste werden erfolgreich sein. Mails auf dem Fernseher<br />

zu schreiben wird auch künftig eher die Ausnahme<br />

bleiben.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Ist das normale TV-Programm ohne<br />

HbbTV und sonstige Internet-Dienste langweilig?<br />

Lars Friedrichs: Nein, aber mit diesen Diensten wird es<br />

noch interessanter. HbbTV ergänzt das Fernseherlebnis<br />

durch weiterführende Angebote wie zusätzliche Bildergalerien<br />

und Videos oder die Möglichkeit, das Programm<br />

zeitversetzt zu sehen.<br />

nehmend darum, ob das „lineare Fernsehen“ mit seinem<br />

vorgegebenen, am Stück präsentierten Programm<br />

ausstirbt.<br />

Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Auf den<br />

Münchner Medientagen entbrannte unlängst eine heiße<br />

Diskussion. „Klar geht das Nutzerverhalten in Richtung<br />

non-lineare Rezeption“, meint Mirjam Laux, Managing<br />

Director Fox Channels. Marc Schröder, RTL-Geschäftsführer,<br />

sieht die non-lineare TV-Nutzung als Ergänzung<br />

zur klassischen, aber nicht als kompletten Ersatz. Arnd<br />

Benninghoff, Geschäftsführer ProSiebenSat.1 Digital,<br />

will möglichst viele „Beiboote“ schaffen, die das TV-<br />

Programm in seiner bekannten Form flankieren und<br />

neue Chancen für den Sender bieten.<br />

Sicher scheint, dass der moderne TV-Konsument nicht<br />

<strong>mehr</strong> einfach nur fernsieht. Er wird sich sein Abendprogramm<br />

etwa gezielt aus kostenpflichtigen Bestellfilmen<br />

zusammenstellen oder über Mediatheken das<br />

TV-Angebot des jeweiligen Senders nochmals abrufen.<br />

Welche weiteren Möglichkeiten HbbTV in Zukunft noch<br />

bieten wird, bleibt abzuwarten. Wir werden zu gegebener<br />

Zeit darüber berichten.<br />

26<br />

connected-home.net 02.2013


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Wer Internet-Inhalte auf seinem Fernseher betrachten möchte, hat die Qual der Wahl unter<br />

den vielen Möglichkeiten. <strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> gibt einen Überblick über Lösungen für Smart<br />

TV ab Werk oder zum Nachrüsten.<br />

S<br />

Von Hannes Rügheimer<br />

chon seit einigen Jahren zählen Internet-<br />

Funktionen zur Standardausstattung zumindest<br />

von höherpreisigen Fernsehgeräten.<br />

Damit tragen die Hersteller der Entwicklung<br />

Rechnung, dass TV-relevante Inhalte zunehmend<br />

auch im Internet zu finden sind – seien es die Mediatheken<br />

der Fernsehsender, Online-Videotheken à la<br />

Maxdome oder WATCHEVER und natürlich das schier<br />

unerschöpfliche Videoangebot auf Diensten wie You-<br />

Tube. Die TV-Hersteller reagieren mit diesen Smart-TV-<br />

Funktionen auch auf den Trend, dass vor allem jüngere<br />

Kunden deutlich <strong>mehr</strong> Zeit im Internet als vor klassisch<br />

ausgestrahltem Fernsehen verbringen. Laut der ARD/<br />

ZDF-Online-Studie 2012 nutzten 14- bis 29-Jährige im<br />

Durchschnitt 150 Minuten pro Tag das Internet, schauten<br />

aber nur noch 138 Minuten lang klassisches Fernsehen.<br />

Da ist es den Herstellern von TVs natürlich lie-<br />

28<br />

connected-home.net 02.2013


er, ihre Geräte werden fürs Surfen<br />

und YouTube-Streaming gekauft,<br />

als dass diese Aktivitäten ausschließlich<br />

auf PC, Tablet und<br />

Smartphone stattfinden.<br />

Und tatsächlich bringt die Verbindung<br />

von Fernseher und Internet-<br />

Diensten auch den Zuschauern klare<br />

Vorteile:<br />

Aus den Mediatheken, welche<br />

die öffentlich-rechtlichen, aber<br />

auch viele private Sender anbieten,<br />

lassen sich verpasste Sendungen<br />

nachträglich abrufen. Dafür muss<br />

man nicht einmal daran gedacht<br />

haben, die Sendung vorher zur Aufnahme<br />

zu programmieren.<br />

Das von vielen Fernsehgeräten<br />

und einigen Sendern unterstützte<br />

HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband<br />

TV) verknüpft von den TV-<br />

Sendern ausgestrahlte HTML-Infoseiten<br />

mit aus dem Internet<br />

nachgela denen Multimedia-Inhalten.<br />

Der Dienst gilt als moderner<br />

Nachfolger des Videotextes.<br />

Auch spezialisierte Web-TV-Angebote<br />

wie Audi.tv oder Bahn.tv<br />

finden über die Smart-TV-Menüs<br />

Zugang auf die TV-Geräte.<br />

Über Apps oder Portal-Seiten<br />

lassen sich weitere Content-Angebote<br />

auf dem Fernseher abrufen.<br />

Solche Inhalte kommen von Medienpartnern<br />

wie Bild.de oder TV Movie<br />

oder werden auch gezielt von<br />

TV-Sendern für die Smart-TV-Portale<br />

aufbereitet – wie die „Tagesschau<br />

in 100 Sekunden“ oder Clips<br />

aus „Welt der Wunder“.<br />

Außerdem unterstützen die<br />

meisten Smart-TV-Lösungen den<br />

Zugriff auf YouTube und Online-<br />

Bilderdienste wie Picasa oder<br />

Flickr. Das ist sinnvoll, um aus diesen<br />

Quellen stammende Videos<br />

oder Fotos auf dem großen TV-<br />

Bildschirm zu betrachten.<br />

Die meisten aktuellen TV-Geräte werden mit Internet-Features geliefert.<br />

Der Funktionsumfang ist aber ziemlich unterschiedlich.<br />

Z<br />

umindest ab der preislichen Mittelklasse<br />

geht es bei modernen Flach-TV-Geräten<br />

nicht <strong>mehr</strong> ohne „Smart“-Ausstattung.<br />

Was sich dahinter exakt verbirgt und welche Internet-Inhalte<br />

sich tatsächlich abrufen lassen, unterscheidet<br />

sich allerdings von Hersteller zu Hersteller.<br />

Ob Philips, Samsung, Sony, Toshiba, Panasonic<br />

oder Loewe – jeder kocht in puncto<br />

Bedienkonzept und Angebot sein eigenes Süppchen.<br />

Hinzu kommt, dass Hersteller ihr Glück in<br />

Apple TV<br />

M<br />

SMART AB WERK<br />

Aktuelle TV-Geräte unterstützen<br />

ab der Mittelklasse Internet-Funktionen.<br />

Smart TVs<br />

SCHLAUE BOX<br />

Apple TV verbindet die<br />

Apple-Welt mit dem TV.<br />

it der zweiten und der aktuellen dritten<br />

Generation seiner TV-Box nahm Apple<br />

eine Konzeptionsänderung vor: War das<br />

ursprüngliche Apple TV mit Festplatte noch eine<br />

Art iPod zum TV-Anschluss, sind die neuen Modelle<br />

(109 Euro) auf den Empfang von Filmen,<br />

exklusiven Content-Partnerschaften suchen.<br />

Während der Zugriff auf öffentlich-rechtliche Mediatheken,<br />

deren Videotext/Internet-Hybrid Hbb-<br />

TV und Webquellen wie YouTube und Picasa<br />

noch recht weit verbreitet ist, ist insbesondere die<br />

Möglichkeit, Filme aus Online-Videotheken zu<br />

mieten, meist auf exklusive Partnerschaften beschränkt.<br />

Wer sich ein neues TV-Gerät kauft und<br />

auf Smart TV Wert legt, sollte sich vorab informieren,<br />

was sein Traumgerät im Detail bietet.<br />

Obwohl Apple seine TV-Box nach wie vor als Hobby-Projekt bezeichnet,<br />

wächst das Content-Angebot auf dieser Plattform ständig.<br />

TV-Serien und Musik per Streaming ausgelegt.<br />

Sie laufen unter iOS, weshalb die neuesten Content-Angebote<br />

auf der ersten Boxen-Generation<br />

nicht <strong>mehr</strong> zur Verfügung stehen. Filme und Serien<br />

lassen sich im iTunes Store mieten oder kaufen,<br />

zum großen Teil sogar in HD-Auflösung. Zusätzlich<br />

können die Boxen auf Fotos, Musik und<br />

Videos zugreifen, die auf einem Rechner im<br />

Heimnetzwerk abgelegt sind. Inhalte, die auf einem<br />

iPhone, iPad oder iPod gespeichert sind,<br />

empfängt Apple TV per AirPlay. Neben Angeboten<br />

wie YouTube und Flickr ist das Video-on-Demand-Portal<br />

WATCHEVER (8,99 Euro/Monat)<br />

ein interessanter Neuzugang.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

29


ENTERTAINMENT LÖSUNGEN FÜR SMART TV<br />

VideoWeb TV<br />

Die Smart-TV-Nachrüstbox für 149 Euro überzeugt durch ein sehr<br />

breites Content-Angebot und sehr schnelle Reaktions- und Aufbauzeiten.<br />

W<br />

er seinem Fernseher Smart-TV-Funktionen<br />

beibringen möchte, ohne ein neues<br />

TV-Gerät zu kaufen, für den werden verschiedene<br />

Nachrüstboxen angeboten. Zu den<br />

anerkannt besten Lösungen in diesem Bereich<br />

zählt das für 149 Euro offerierte VideoWeb TV.<br />

Die Box unterstützt Content-Angebote über spezielle<br />

Apps, die von VideoWeb regelmäßig aktualisiert<br />

und erweitert werden. So unterstützt VideoWeb<br />

TV im Vergleich zu den Angeboten ein-<br />

GOOGLE TV<br />

À LA 2013<br />

Die Nachrüstbox von<br />

Archos bringt Google<br />

auf den Fernseher.<br />

er auf mobile Multimedia-Player spezialisierte<br />

Anbieter Archos stellte Anfang des<br />

Jahres seine Nachrüstbox TV connect<br />

vor. Das Gerät läuft unter Android OS 4.1 und<br />

stellt Google-Funktionen wie den Chrome-Browser<br />

sowie Zugriff auf YouTube oder Google+ auf<br />

dem Fernseher zur Verfügung. Auch fürs Leihen<br />

oder Kaufen von Filmen und TV-Serien aus dem<br />

Google play Store ist das Gerät gerüstet. Allerdings<br />

ist das Content-Angebot in den USA schon<br />

zelner TV-Hersteller das breiteste Sortiment an<br />

Diensten: alle per Smart TV erreichbaren Mediatheken,<br />

die von ProSiebenSat.1 betriebene Online-Videothek<br />

Max dome, das Internet-Fernsehen<br />

Zattoo und eine Vielzahl an Portalangeboten<br />

von Bild.de bis Welt Online; auch YouTube, Picasa<br />

und Flickr. Mit einer Android Viewer App empfängt<br />

die Box zudem Inhalte von Android-Smartphones.<br />

Das komplette Angebot lässt sich unter<br />

www.videoweb.de studieren.<br />

Archos TV connect<br />

SCHNELL UND<br />

VIELSEITIG<br />

VideoWeb TV ist eine<br />

ideale Nachrüstbox.<br />

Der Multimedia-Spezialist bringt mit seiner neuen Box vor allem<br />

Google-Funktionen auf den heimischen Fernseher.<br />

D<br />

weiter als hierzulande. Kommunikationsfunktionen<br />

wie Video Conferencing über die eingebaute<br />

Kamera, Unter stützung von Google Mail sowie<br />

DLNA-Zugriff auf Inhalte im Heimnetzwerk funktionieren<br />

aber weltweit.<br />

Clever ist die mit Tastatur, Joystick, Game Buttons<br />

und Touchpads vielseitig ausgelegte Fernbedienung.<br />

Das Empfangsteil der für 150 Euro<br />

erhältlichen Kombi hängt sich in Set-Top-Box-<br />

Tradition oben an den Rahmen flacher TVs.<br />

Einige Smart-TV-Lösungen bieten<br />

darüber hinaus auch Funktionen<br />

wie einen Web-Browser, E-<br />

Mail-Client oder Oberflächen für<br />

Facebook, Twitter und Co. Über die<br />

Sinnhaftigkeit solcher Funk<br />

tionen<br />

lässt sich allerdings streiten, denn<br />

Medienforscher verzeichnen einen<br />

Trend zum „Second Screen“:<br />

Viele Zuschauer sitzen heute mit<br />

Notebook oder Tablet vor dem<br />

Fernseher und erledigen darauf E-<br />

Mails und Social-Media-Postings,<br />

während sie sich vom klassischen<br />

TV-Angebot berieseln lassen. Laut<br />

einer Umfrage von SevenOneMedia<br />

(ProSiebenSat.1) aus dem Jahr<br />

2012 nutzen 32 Prozent der befragten<br />

14- bis 49-Jährigen häufig und<br />

weitere 27 Prozent zumindest<br />

manchmal oder selten para llel<br />

Fern sehen und Internet.<br />

Fernsehen à la Google<br />

Obwohl TV-Geräte wegen des rasanten<br />

technischen Fortschritts<br />

heute in kürzeren Intervallen gekauft<br />

werden, möchte nicht jeder<br />

seinen Fernseher sofort durch ein<br />

Internet-taugliches Modell ersetzen.<br />

Das ist auch nicht nötig. Unterschiedliche<br />

Hersteller bieten Zusatzboxen<br />

an, mit denen sich solche<br />

Talente bequem nachrüsten<br />

lassen. Allerdings sollte man zumindest<br />

einen HD-tauglichen Fernseher<br />

mit HDMI-Buchse besitzen,<br />

damit sich Web-Grafiken und HD-<br />

Inhalte in brauchbarer Qualität auf<br />

dem Bildschirm anzeigen lassen.<br />

Einen Überblick über die zur Wahl<br />

stehenden Lösungs arten finden Sie<br />

auf den vorliegenden vier Seiten.<br />

Mit den Nachrüstboxen machen<br />

sich Käufer zudem ein wenig unabhängig<br />

vom derzeit laufenden Wettstreit<br />

unterschiedlicher Content-<br />

Quellen. Neben den bereits aufge-<br />

30<br />

connected-home.net 02.2013


zählten Klassikern wie den<br />

Angeboten der öffentlich-rechtlichen<br />

und privaten deutschen TV-<br />

Sender sowie Internet-Größen wie<br />

YouTube buhlen mit Apple und<br />

Google weitere Schwergewichte<br />

über die Oberhoheit auf dem heimischen<br />

TV-Bildschirm. Google hat<br />

mit seinem Konzept Google TV bereits<br />

vor zwei Jahren einen entsprechenden<br />

Vorstoß unternommen,<br />

der aktuell allerdings ein wenig an<br />

Dynamik verloren hat. Die Vision<br />

bleibt aber vorhanden: Künftig findet<br />

der Internet-Suchdienst aus via<br />

Web-Streaming ausgestrahlten<br />

Live-TV-Sendungen, Web-TV-Angeboten<br />

und YouTube-Kanälen jeweils<br />

die Inhalte, die den Anwender<br />

am meisten interessieren. Aus den<br />

Funden präsentiert ihm Google eine<br />

individuell zugeschnittene persönliche<br />

Programm auswahl.<br />

Was plant Apple?<br />

Dass Apple auch daran arbeitet,<br />

nach dem Musik- und dem Smartphone-Markt<br />

auch das Fernsehen<br />

zu revolutionieren, hatte Apple-<br />

Gründer Steve Jobs auf seinem<br />

Sterbebett seinem Biographen<br />

Walter Isaacson anvertraut. Seither<br />

spekulieren Kunden, Analysten und<br />

Konkurrenten darüber, was dahinterstecken<br />

könnte. Als ziemlich sicher<br />

gilt, dass Apple sich stark auf<br />

Content-Streaming aus seinem<br />

iTunes Store stützen wird. Um dies<br />

in Richtung Live-Fernsehen zu erweitern,<br />

dürften allerdings viele<br />

Vier-Augen-Gespräche mit Hollywood<br />

und TV-Sendern erforderlich<br />

sein. Es ist unsicher, ob wir Ergebnisse<br />

noch 2013 zu sehen bekommen.<br />

Bis dahin können sich Apple-<br />

Fans aber mit der erhältlichen Box<br />

Apple TV schon mal auf Fernsehen<br />

à la Apple einstimmen.<br />

Blu-ray-Player<br />

Wer einen HD-Player kaufen will, kann seinen Fern seher so auch<br />

gleich mit Smart-TV-Talenten nachrüsten.<br />

W<br />

er keinen neuen Fernseher erstehen<br />

möchte, aber mit der Anschaffung eines<br />

Blu-ray- Players liebäugelt, findet Smart-<br />

TV-Funktionen auch in vielen dieser Geräte. Besser<br />

ausgestattete Player von Sony, Samsung,<br />

LG, Panasonic, Toshiba und Co. bieten fast die<br />

gleichen Smart-Funktionen, die auch in den TVs<br />

dieser Hersteller eingebaut sind. Mit Kaufpreisen<br />

von 120 bis 250 Euro sind die Player aber viel<br />

günstiger. Und sie spielen überdies hochauflö-<br />

MIRACAST-EMPFANG ANG<br />

NACHRÜSTEN<br />

PTV 3000 von Netgear (oben) oder<br />

Actiontec Screenbeam SBWD 100A<br />

(rechts), beide um 80 Euro<br />

Miracast-Boxen<br />

SCHON MIT<br />

MIRACAST<br />

Der neue Blu-ray-Player LG<br />

BP730 (Preis noch offen)<br />

sende Filme von Disc ab – je nach Player und<br />

angeschlossenem TV-Gerät auf Wunsch auch in<br />

3D. Viele aktuelle Blu-ray-Player der genannten<br />

Hersteller lassen sich überdies per Smartphone<br />

oder Tablet steuern. Ähnlich wie bei den TVs sind<br />

die konkret unterstützten Content-Angebote<br />

aber vom jeweiligen Gerätehersteller abhängig.<br />

Der neueste Trend: Der Player-Jahrgang 2013<br />

empfängt nun auch Video-Streaming von Android-Geräten<br />

via Miracast.<br />

Mit preiswerten Nachrüst boxen wird jeder HDMI-taugliche Fernseher<br />

kompatibel fürs Android-Streaming.<br />

S<br />

eit Version 4.2 unterstützt Android OS<br />

das Video- und Audio-Streaming Miracast.<br />

Dabei handelt es sich um ein Pendant<br />

zu Apples vergleichbarer Technik AirPlay.<br />

Wer auf diese Weise Videos, Fotos oder Musik<br />

von seinem Android-Smartphone oder -Tablet<br />

auf Fernseher und/oder Stereoanlage im Wohnzimmer<br />

streamen möchte, braucht dafür passende<br />

Empfangsgeräte. In einigen TV-Modellen und<br />

Blu-ray-Playern der Generation 2013 ist Miracast-Kompatibilität<br />

bereits eingebaut. Vorhandene<br />

Geräte lassen sich mit Nachrüstboxen für Miracast-Empfang<br />

ausstatten. Solche Lösungen<br />

bieten etwa Netgear mit dem Streaming-Adapter<br />

PTV 3000 oder die US-Firma Actiontec mit ihrem<br />

Wireless Display Adapter Screenbeam SBWD<br />

100A (beide um 80 Euro). Die Kästchen werden<br />

per HDMI am TV-Gerät angeschlossen, die<br />

Stromversorgung erfolgt per Netzteil oder über<br />

eine freie USB-Buchse des Fernsehers.<br />

02.2013 connected-home.net 31


ENTERTAINMENT AIRPLAY-LAUTSPRECHER<br />

AY-<br />

LAUTSPRECHER<br />

Das A-Team<br />

Großer Klang aus kleinen Boxen?<br />

Die AirPlay-Lautsprecher A5 und A7<br />

von Bowers & Wilkins wollen das<br />

Unmögliche möglich machen. Aber<br />

sprengt das exzellent verarbeitete Duo<br />

tatsächlich die Grenzen der Physik?<br />

F<br />

Von Frank-Oliver Grün<br />

ür „das A-Team“ ist nichts unmöglich. Die<br />

selbsternannten Helfer aus der gleichnamigen<br />

Fernsehserie sprengen regelmäßig<br />

die Grenzen der Physik. Sie lassen es richtig<br />

krachen und zeigen selbst nach halsbrecherischen<br />

Aktionen keine Anzeichen von Müdigkeit.<br />

Ähnliche Qualitäten dürfen Käufer auch von den neuen<br />

AirPlay-Lautsprechern A5 und A7 erwarten – nicht nur,<br />

weil sie den Buchstaben „A“ im Namen tragen. Der Hersteller<br />

Bowers & Wilkins hat bewiesen, dass er sich im<br />

physi kalischen Grenzbereich auskennt. Die Stereound<br />

Heimkino-Boxen aus dem südenglischen Wor thing<br />

genießen bei Hi-Fi-Fans einen fast schon legendären<br />

Ruf. Und die AirPlay-Premiere von B&W, der Zeppelin<br />

Air (ganz rechts), gilt bis heute als einer der am besten<br />

klingenden Docking-Lautsprecher auf dem Markt.<br />

Mit dem zigarrenförmigen Zeppelin haben A5 und A7<br />

wenig gemein – von der hochwertigen Verarbeitung abgesehen.<br />

B&W verzichtet bei seinem „A-Team“ auf den<br />

verchromten Metallarm mit Dock-Anschluss und Ladefunktion.<br />

Die neuen Lautsprecher sind kompakter – der<br />

kleinere A5 passt flachgelegt in einen Schuhkarton –<br />

und sind als rein rassige Streaming-Systeme konzipiert.<br />

Das heißt: Musik gelangt in erster Linie per Netzwerk<br />

zu den Boxen, entweder über ein WLAN oder die Ether-<br />

32<br />

connected-home.net 02.2013


DIE TESTKANDIDATEN<br />

Bowers & Wilkins A5<br />

499 Euro<br />

AirPlay-Lautsprecher ohne Dock, der per WLAN oder<br />

Netzwerkkabel Musik von Apple-Geräten empfängt<br />

Bowers & Wilkins A7<br />

799 Euro<br />

Der große Bruder des A5, mit zusätzlichen Anschlüssen<br />

für Computer und digitale Audiogeräte<br />

PER APP INS WLAN<br />

Damit sich AirPlay-Lautsprecher mit dem WLAN zu<br />

Hause verbinden können, müssen sie die Zugangsdaten<br />

des Funknetzes kennen. B&W erleichtert die<br />

Eingabe von Netzwerkname und Passwort mit einem<br />

kostenlosen Programm: Die Bowers & Wilkins AirPlay<br />

Setup App läuft auf iPod touch, iPad und iPhone<br />

(Abbildung rechts). Sie führt den Käufer eines A5, A7<br />

oder Zeppelin Air Schritt für Schritt durch den Installationsprozess.<br />

Dabei erzeugt der AirPlay-Lautsprecher<br />

zunächst ein eigenes Funknetz, mit dem sich die<br />

App verbinden kann. Nun wählt der Nutzer sein WLAN<br />

aus einer Liste verfügbarer Netze und gibt das Passwort<br />

ein. Die App schickt beide Informationen zum<br />

Lautsprecher, der neu startet und sich fortan automatisch<br />

im gewünschten Funknetz anmeldet. Wer kein<br />

mobiles Apple-Gerät besitzt, kann von der B&W-<br />

Homepage auch Setup-Programme für Mac- und<br />

Windows-Computer herunterladen. Denn AirPlay<br />

funktioniert ja nicht nur auf iPhone oder iPad, son dern<br />

auch mit iTunes vom heimischen Rechner aus.<br />

AIRPLAY-<br />

WIEDERGABE<br />

Der A5<br />

und der<br />

A7<br />

erscheinen automatisch<br />

im AirPlay-Menü von<br />

Apple-Geräten, sobald<br />

sie mit dem Heimnetzwerk<br />

verbunden sind.<br />

net-Buchse auf der Rückseite. Als Audioquellen kommen<br />

alle Apple-Geräte mit AirPlay in Frage, also iPhone<br />

(ab 3GS), iPod touch (ab der zweiten Generation) und<br />

iPad sowie Computer mit iTunes 10.2 oder neuer.<br />

Eine Android-App wie Twonky Beam bringt auch Smartphones<br />

und Tablets mit Google-Betriebssystem ins<br />

Spiel. Allerdings muss die WLAN-Verbindung der Box<br />

dann per Internet-Browser oder Einrichtungsprogramm<br />

am Computer geschehen (siehe Kasten oben). B&W<br />

bietet keine Setup-App für Android an.<br />

Grundsätzlich immer funktioniert der Direktanschluss<br />

eines Players über die Miniklinken-Buchse hinten am<br />

Gehäuse. Ein Tastendruck am Lautsprecher oder auf<br />

der Infrarot-Fernbedienung aktiviert den AUX-Eingang,<br />

die Geräte-LED leuchtet dann orange statt pink.<br />

Der A5 akzeptiert in dieser Betriebsart analoge Signale,<br />

wie sie MP3-Player und Smartphones am Kopfhörer-Anschluss<br />

ausgeben. Die Buchse am A7 versteht<br />

zusätzlich Digitalton, etwa von einem CD-Spieler oder<br />

Flat-TV. Der optische Lichtleiter wird dabei genauso angeschlossen<br />

wie ein analoges Klinkenkabel. Der A7<br />

erkennt das andere Signal und aktiviert zwei Digital/<br />

Analog-Wandler, die den Datenstrom entschlüsseln.<br />

In den Genuss der hochwertigen D/A-Wandlung kommt<br />

auch, wer den A7 per USB mit einem Windows-PC oder<br />

Mac verbindet. Bei aktiviertem USB-Eingang leuch-<br />

GROSSER<br />

ÜBERFLIEGER<br />

Mit dem Zeppelin Air<br />

setzte B&W schon 2011<br />

Klangmaß stäbe. Auf das<br />

Dock der 64 Zentimeter<br />

breiten AirPlay-Box<br />

passen allerdings keine<br />

aktuellen Apple-Geräte.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

33


ENTERTAINMENT AIRPLAY-LAUTSPRECHER<br />

NUR DAS<br />

NÖTIGSTE<br />

Der A5 ist kompakt wie<br />

ein auf die Schmalseite<br />

gestellter Schuhkarton.<br />

Strom bezieht er von<br />

einem externen Netzteil<br />

über den 16-Volt-Anschluss<br />

(im Bild rechts).<br />

BOWERS & WILKINS A5<br />

www.bowers-wilkins.de<br />

499 Euro<br />

Kompakt-Lautsprecher, der ganze Wohnräume beschallen kann;<br />

für die Größe beeindruckender Klang, geringer Standby-Verbrauch<br />

Höhen klingen etwas zurückhaltend, vor allem bei Aufstellung deutlich<br />

ober- oder unterhalb des Hörplatzes (etwa auf einem Schrank)<br />

Testurteil: sehr gut<br />

tet die LED grün und der Computer erkennt den Lautsprecher<br />

als Soundkarte. So lassen sich sogar hochauflösende<br />

Tonsignale mit 96 kHz/24 Bit von entsprechenden<br />

Download-Portalen wiedergeben.<br />

Die Installation ist schnell erledigt. Selbst die Funkverbindung<br />

klappt dank App so einfach wie die Auswahl<br />

eines WLAN am iPhone. Allerdings unterstützen A5 und<br />

A7 (wie andere AirPlay-Lautsprecher auch) nur drahtlose<br />

Heimnetzwerke im Standard 802.11g. Wer ein Netz<br />

auf der Frequenz 5 GHz betreibt (802.11n), bekommt<br />

das WLAN nicht angezeigt und kann sich auch nicht<br />

damit verbinden. Wenn möglich, sollte man also den<br />

Router auf Hybrid-Betrieb (802.11g/n) einstellen, dann<br />

klappt‘s auch mit AirPlay.<br />

AUSSTATTUNG<br />

Hersteller Bowers & Wilkins Bowers & Wilkins Bowers & Wilkins<br />

Modell A5 A7 Zeppelin Air<br />

Preis 499 Euro 799 Euro 599 Euro<br />

Internet www.bowers-wilkins.de www.bowers-wilkins.de www.bowers-wilkins.de<br />

Technische Daten<br />

Frequenzgang 47 Hz - 22 kHz (± 3dB) 40 Hz - 36 kHz (± 3dB) 51 Hz - 36 kHz (± 3dB)<br />

Verstärkerleistung 80 Watt 150 Watt 150 Watt<br />

Hochtöner 2 x 2,5 cm 2 x 2,5 cm 2 x 2,5 cm<br />

Mittel-/Tieftöner 1 x 10 cm 2 x 7,5 cm/1 x 15 cm 2 x 7,5 cm/1 x 15 cm<br />

Leistungsaufnahme 48 Watt 100 Watt 100 Watt<br />

Standby WLAN an 2,8 Watt 6,6 Watt 6,7 Watt<br />

Standby WLAN aus 0,2 Watt 0,3 Watt 0,3 Watt<br />

Abmessungen (B x H x T) 30 cm x 18 cm x 12 cm 36 cm x 22 cm x 16 cm 64 cm x 17,3 cm x 20,8 cm<br />

Gewicht 3,6 kg 5,7 kg 6,2 kg<br />

Anschlüsse<br />

Ethernet (RJ45) ✔ ✔ ✔<br />

WLAN ✔ ✔ ✔<br />

Miniklinke 3,5 mm<br />

analog/optisch digital ✔ / – ✔ / ✔ ✔ / ✔<br />

USB (Streaming) – ✔ ✔<br />

iPod/iPhone-Dock<br />

(30-Pin-Anschluss) – – ✔<br />

34<br />

connected-home.net 02.2013


ALLES DRIN,<br />

ALLES DRAN<br />

Im Gehäuse des A7 hat<br />

neben dem 15-Zentimeter-Subwoofer<br />

auch das<br />

komplette Netzteil Platz.<br />

Deshalb verfügt die Box<br />

über einen 230-Volt-<br />

BOWERS & WILKINS A7<br />

www.bowers-wilkins.de 799 Euro<br />

Sehr pegelfester und basskräftiger AirPlay-Lautsprecher, dank PC-<br />

Anschluss und optischem Digitaleingang überall einsetzbar<br />

Der voluminöse Bass geht bei manchen Musikprogrammen etwas auf<br />

Kosten der Natürlichkeit. Höherer Standby-Verbrauch als beim A5.<br />

Testurteil: überragend<br />

Anschluss (links im Bild).<br />

Die Wiedergabe übers Netzwerk funktioniert mit der für<br />

AirPlay typischen Geschmeidigkeit. A5 und A7 tauchen<br />

zuverlässig im Auswahlmenü auf (siehe Seite 35) und<br />

lassen sich mit einem Fingertipp aktivieren. Die mitgelieferte,<br />

eiförmige Fernbedienung mit Tasten für ein/<br />

aus, Play/Pause (stumm), Lautstärke und die Wahl des<br />

Toneingangs (AUX, AirPlay, USB) steuert Basisfunktionen<br />

auch dann, wenn kein iOS-Gerät zur Hand ist.<br />

Wie üblich gilt: Um jederzeit bereit zu sein, müssen sich<br />

die Boxen im Standby-Betrieb mit aktiviertem WLAN<br />

befinden – von Bowers & Wilkins Sleep genannt. Nur<br />

dann sind sie als AirPlay-Empfänger im Netzwerk zu<br />

Dieses Bassgewitter<br />

übertönt selbst<br />

den Zeppelin Air<br />

erkennen und können bei Bedarf „aufgeweckt“ werden.<br />

Allerdings verbraucht der A7 während dieses Nickerchens<br />

ähnlich viel Strom wie der ältere Zeppelin Air<br />

(siehe Tabelle, Seite 34). Auch ohne Musik zu spielen<br />

summieren sich seine 6,6 Watt auf fast 15 Euro pro Jahr<br />

(0,25 Euro/kWh). Der A5 ist mit 2,8 Watt (rund 6 Euro)<br />

genügsamer. Noch <strong>mehr</strong> Energie spart, wer länger auf<br />

die Power-Taste drückt: Dann fallen beide Boxen in den<br />

Tiefschlaf, wo sie weniger als 0,5 Watt verbrauchen.<br />

Der eigentliche Spaß beginnt nach dem Aufwachen:<br />

Schon der kleine A5 beeindruckt mit kräftigem Klang.<br />

Derart tiefe und druckvolle Bässe sind kompakten<br />

Lautsprechern normalerweise nur mit Mühe und einem<br />

beherztem Griff zum Equalizer des iOS-Geräts zu entlocken.<br />

Dabei handelt sich der Musik fan oft Verzerrungen<br />

durch übersteuerte Lautsprecher ein. Der A5 meistert<br />

jedoch selbst höhere Pegel ohne Probleme.<br />

Im Vergleich zum A7 klingen Stimmen präsenter und<br />

Höhen etwas zurückhaltend. Die beiden Nautilus-<br />

Hochtöner mit B&Ws eigener Röhren-Technologie, die<br />

klangverfälschende Resonanzen reduzieren soll, geben<br />

Streichern nicht so viel Glanz wie im A7.<br />

Der große Bruder legt mit einem zusätzlichen Subwoofer<br />

und doppeltem Gehäusevolumen auch im Bass<br />

nochmals drauf. Wer dachte, ein einzelner Lautsprecher<br />

könne keine Party beschallen,<br />

der hat den A7 noch nicht gehört.<br />

Sein Tieftongewitter übertönt selbst<br />

den Zeppelin Air, der zum Vergleich<br />

im Hörtest mitlief. Ob als Aktivbox<br />

am PC, Sound-Booster für den Fernseher<br />

oder im AirPlay-Betrieb: Das<br />

Klangvolumen des A7 macht so manche Stereoanlage<br />

überflüssig. Wobei ein realistischer Stereoeffekt mit<br />

One-Box-Systemen kaum möglich ist: Die Hochtöner<br />

für den rechten und linken Kanal liegen zu nahe beieinander.<br />

Mit stattlichen 64 Zentimetern Gehäusebreite<br />

tut sich der Zeppelin Air hier leichter. Er klang im Vergleich<br />

zu den beiden neuen Kompaktboxen etwas natürlicher.<br />

Aber auch so leisten A5 und A7 Erstaunliches.<br />

Sie sind eben ein echtes A-Team.<br />

02.2013 connected-home.net 35


ENTERTAINMENT MEDIA-PLAYER<br />

Von Raphael Vogt<br />

Die Stunde<br />

des Popcorns<br />

Popcorn Hour heißt der neue Wunderabspieler von Syabas. Er genießt – wie seine<br />

Mitstreiter – einen hervorragenden Ruf. Der neue „Kleine“ kann jetzt noch <strong>mehr</strong><br />

als seine Vorgänger – und das sogar lautlos.<br />

F<br />

ernseher, AV-Receiver, Spielkonsole, Media-<br />

Player, DVD-Player etc.: Jedes dieser Geräte<br />

bringt seine eigene Fernbedienung und sein<br />

eigenes Bedienschema mit; das Chaos auf dem Wohnzimmertisch<br />

ist damit vorprogrammiert. Wäre es nicht<br />

toll, wenn man einen Player für alle Medien besäße – mit<br />

nur einem Bedienschema und nur einer Fernbedienung?<br />

Solange es sich um reine Daten handelt, bieten<br />

die Modelle von Popcorn Hour genau dafür seit einigen<br />

Jahren die passende Lösung.<br />

36<br />

connected-home.net 02.2013


LAUTLOSE KUNST<br />

Serienmäßig bringt der A-400<br />

einen Schnellwechselrahmen für<br />

3,5-Zoll-SATA-Festplatten bis<br />

4 Terabyte mit. Die Festplatte<br />

ist das Einzige, das am Popcorn<br />

Hour ein Geräusch erzeugt.<br />

POPCORN HOUR A-400<br />

www.popcorn-hour.de 299 Euro<br />

klingt angenehm neutral, universeller<br />

Audio- und Video-Netzwerk-Player<br />

Design und Optik, Analog-Ausgang auf<br />

20 kHz limitiert<br />

Testurteil: sehr gut<br />

Jetzt bringt der Hersteller Syabas mit dem Popcorn<br />

Hour A-400 die neueste Evolution seines kleinen Modells<br />

auf den Markt – mit Fähigkeiten, die größtenteils<br />

bereits jenseits des noch aktuellen Topmodells C-300<br />

(einen ausführlichen Test finden Sie in unserem<br />

Schwestermagazin stereoplay 4/12) liegen. Wir konnten<br />

dem deutschen Vertrieb die erste der Serie entsprechende<br />

Maschine – noch mit dem Aufkleber<br />

„Engineering Sample“ – entreißen und durften sie<br />

genauer unter die Lupe nehmen. Optisch ist der kleine<br />

schwarze Kasten eher unscheinbar und wird wohl<br />

nicht den besten Platz im Wohnzimmer bekommen.<br />

Doch was in ihm steckt, lässt fast keine technischen<br />

Wünsche <strong>mehr</strong> offen: Der zentrale Baustein auf der<br />

neuen, ultrakompakten High-Tech-Mutterplatine ist<br />

der Decoder-Chip Sigma Designs SMP 8911. Dieser<br />

ermöglicht eine Arbeitsgeschwindigkeit, die bislang<br />

unerreichbar schien, und decodiert erstmals alles,<br />

was aktuelle Blu-ray-Player ebenfalls abspielen –<br />

bis hin zu dreidimensionalen Bildern mit Full-HD-<br />

Auflösung.<br />

Auch in Sachen Audio verarbeitet der A-400 alles von<br />

MP3 bis zu hochauflösenden Formaten wie FLAC und<br />

WAV bis zu 192 Kilohertz Sampling-Rate und 24 Bit<br />

sowieso. All das darf auch <strong>mehr</strong> als zwei Kanäle besitzen<br />

und wird gapless (also ohne Pausen) für Klassik-<br />

und Livekonzert-Fans abgespielt. Springen und<br />

Suchlauf beherrscht der Player ohnehin.<br />

Das gilt auch für Videodateien: „Poppy“, wie er von<br />

seinen Fans liebevoll genannt wird, spielt alle gängigen<br />

Container (MOV, MKV, AVI, WMV und <strong>mehr</strong>) mit<br />

allen gängigen MPEG- und DivX-Derivaten und verarbeitet<br />

sogar ISO-Image-Dateien und Dateistrukturen<br />

von DVD und Blu-ray Disc, als läge eine Scheibe<br />

RASANTER<br />

AUSTAUSCH<br />

Im Querschnitt erkennt<br />

man die passive Kühlung<br />

für Prozessor (unten)<br />

und Festplatte<br />

(oben). Rasend schnellen<br />

Datenaustausch<br />

gewährleisten USB-<br />

3.0-, Gigabit-LAN- und<br />

eSATA-Anschlüsse.<br />

02.2013 connected-home.net 37


ENTERTAINMENT MEDIA-PLAYER<br />

OPTISCHE<br />

AUFMACHUNG<br />

Die integrierte Mediathek<br />

Networked Media<br />

Jukebox stellt gespeicherte<br />

Musik und Filme<br />

optisch dar, jetzt auch<br />

per iPad-App (links). Mit<br />

allen nur erdenklichen<br />

Protokollen liefert der<br />

Server Daten (rechts).<br />

im Laufwerk. Außer 2D-kompatiblen 3D-Videos im Side-by-Side-Format<br />

verdaut der Player nun auch Daten<br />

von 3D-Blu-ray.<br />

Sämtliche Daten können über alle nur erdenklichen<br />

Wege zum Media-Player kommen: von LAN, eSATA,<br />

USB, neuerdings USB 3.0 und SD-Karte.<br />

Der Popcorn Hour ist aber schon seit Beginn nicht nur<br />

Client, sondern auch Server. Hierfür lässt sich eine<br />

SATA-Festplatte seitlich einschieben, die bis zu vier<br />

Terabyte fasst. Angeschlossene Medien werden eingebunden<br />

und im Netzwerk bereitgestellt.<br />

Ein App Store erlaubt die Installation zusätzlicher Programmquellen<br />

und Funktionen wie zum Beispiel You-<br />

Tube über Mediatheken bis zu Internet-Radio. Die<br />

ebenfalls integrierte Media-Jukebox bereitet, eine gewisse<br />

Disziplin bei der Ordnung und Namensgebung<br />

vorausgesetzt, fast automatisch die eigene Mediathek<br />

auf. Grafisch chic gestylt, steht sie auch auf dem iPad<br />

per kostenloser App bereit.<br />

Ein Genuss war der passiv gekühlte A-400 im Hörraum.<br />

Er funktionierte schon mit der Beta-Firmware<br />

des Testgeräts stressarm. Dazu klang er präzise, musikalisch,<br />

etwas nüchtern, aber stets dynamisch.<br />

Die Bildqualität entsprach der von guten BD-Playern<br />

und überzeugte damit im gesamten Test. Fehlt nur<br />

noch das Popcorn für den gemütlichen Abend.<br />

EIN CHIP FÜR ALLE FORMATE<br />

Popcorn Hour-Hersteller Syabas kooperiert mit dem Chiphersteller<br />

Sigma De signs. Syabas wird exklusiv mit dem<br />

neuen Decoder-Chip SMP8911 (Bild) beliefert, der praktisch<br />

alle gängigen und alle High-End-Audio- und Videoformate<br />

beherrscht, und das auf der Audioseite bis 192 Kilohertz<br />

und in Surround und videoseitig auch die 3D-Techniken<br />

des digitalen Fernsehens:<br />

Side by Side und Blu-ray, Top-<br />

Bottom-Modus für 720p-<br />

Formate und eben auch H.264<br />

MVC (Multi Video Codec) für<br />

1080p-3D. Dazu muss er zwei<br />

vollständige Full-HD-Signale<br />

parallel verarbeiten können,<br />

was diese Multimedia-Chips<br />

bislang nicht beherrschten.<br />

Der SMP8911 leistet das als erster Decoder-Chip dank<br />

zweier 800-MHz-Prozessorkerne. Der Chip beinhaltet auch<br />

Sigmas hervorragendes VXP-Video-Processing, das sich<br />

insbesondere bei der Wiedergabe von geringer aufgelösten<br />

Videos (DVD, YouTube etc.) durch seine adaptiven Filter,<br />

superstabiles De-Interlacing und wunderbar scharfe<br />

Skalierung auszeichnet. Es war<br />

verblüffend zu sehen, welche<br />

Qualität insbesondere geringer<br />

aufgelöste Bilder auf der Leinwand<br />

zeigten: knackscharf,<br />

rauscharm und reich an Details,<br />

wie das selten zu bestaunen<br />

war – und ohne, dass es<br />

„glattgerechnet“ aussah, sondern<br />

einfach „besser“. Toll.<br />

38<br />

connected-home.net 02.2013


SMART<br />

<strong>HOME</strong><br />

<strong>HOME</strong> AUTOMATION<br />

SMART ENERGY<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong><br />

SMART GRIDS<br />

Smart Home<br />

Erleben Sie das Zentrum für digitale Lebensräume<br />

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5.– 9. März 2013 • Hannover Heart of the digital world<br />

Deutsche Messe AG • Messegelände • Hannover, Germany • Tel. +49 511 89-0 • info@messe.de


ENTERTAINMENT XXXXXXXXXXXX<br />

SAT-IP-GERÄTE<br />

Das neue<br />

Überall-Fernsehen<br />

Von wegen nur im Wohnzimmer – die neue Sat-IP-Technik verteilt digitale Fernsehsignale im<br />

Bereich des gesamten Heimnetzwerkes und nutzt dabei wahlweise LAN-Kabel, Powerline oder<br />

WLAN-Funksignale. Wir haben die Technik mit allen lieferbaren Empfängern getestet.<br />

40<br />

connected-home.net 02.2013


DIE TESTKANDIDATEN<br />

Schwaiger DSR41 IP<br />

Telestar Digibit B1<br />

140 Euro<br />

140 Euro<br />

Der Sat-IP-Receiver und der baugleiche Telestar<br />

Digibit B1 holen Sat-IP auf den Fernseher.<br />

Elgato Sat-IP-App 0,89 / 0,99 Euro<br />

Die Apps empfangen Sat-IP via WLAN auf Apple<br />

iPhone, iPod und iPad sowie auf Android-Geräten.<br />

DVBViewer<br />

0,89 / 0,99 Euro<br />

PC-Programm für Digital-TV-Empfang, das neben<br />

Signalen einer DVB-Karte auch Sat-IP-TV empfängt.<br />

DLNA-Receiver unterschiedliche Preise<br />

Sat-IP-Server mit DLNA-Server-Funktion machen<br />

auch DLNA-Clients zu TV-Empfängern: etwa die PS3.<br />

N<br />

Von Reinhard Otter<br />

etworking hilft nicht nur im Berufsalltag,<br />

es macht auch zu Hause das Leben<br />

leichter – und flexibler. Es bringt zum<br />

Beispiel Live-Fernsehen nicht <strong>mehr</strong> nur in bestimmte<br />

Räume, sondern überall dorthin, wohin das heimische<br />

Datennetzwerk reicht. Die Technik, bei der nicht <strong>mehr</strong><br />

Antennen-, sondern Netzwerkkabel die Reichweite des<br />

TV-Empfangs definieren, heißt Sat>IP (oder auch Sat-<br />

IP). Die Bezeichnung steht als Kurzform für ihre Methode:<br />

Digitale Sat-Empfangssignale werden Bit für Bit<br />

über das lokale IP-Netzwerk (LAN) an Sat-IP-fähige<br />

Receiver übertragen.<br />

In <strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> 1/13 (ab Seite 88) haben wir die<br />

Sat-IP-Technik vorgestellt, jetzt haben wir alle verfügbaren<br />

Sat-IP-Geräte ausführlich getestet. Neben <strong>mehr</strong>eren<br />

Sat-IP-Servern sind das einige wenige spezielle<br />

Sat-IP-Receiver, eine Sat-IP-App für iPhone, iPad und<br />

Android-Geräte sowie ein PC-Programm. Außerdem<br />

können – zusammen mit einem DLNA-fähigen Sat-IP-<br />

Server – fast alle Audio-Video-Geräte mit DLNA-Client-Funktion<br />

Sat-IP-Fernsehen empfangen.<br />

Installation und Setup<br />

Zunächst muss die Sat-IP-Anlage eingerichtet werden.<br />

Das bringt vor allem einiges an Netzwerk-Installation<br />

mit sich. Die Zentrale der Anlage ist ein sogenannter<br />

Sat-IP-Server. Man kann ihn auch als Sat-IP-Router<br />

oder -Multischalter bezeichnen, denn im Grunde erledigt<br />

er all diese Aufgaben.<br />

Die bislang lieferbaren Geräte MS41 IP von Schwaiger,<br />

Digibit R1 von Telestar und Multibox IDL 400 IP von Inverto<br />

– die beiden letzten sind baugleich – kosten jeweils<br />

um 300 Euro. In jedem der Geräte sind vier Sat-<br />

Tuner eingebaut, mit denen sie über Koax-Kabel mit<br />

dem LNB an der Sat-Schüssel verbunden werden. Die<br />

Geräte können wahlweise als Multischalter an einem<br />

Quattro-LNB fungieren. Alternativ lassen sie sich auch<br />

mit einem Quad-LNB oder einem separaten Multischalter<br />

verbinden. Wer keine vier Tuner benötigt, kann die<br />

ersten beiden Sat-Anschlüsse mit einem Twin-LNB verbinden.<br />

Dann lassen sich nur maximal zwei Sat-IP-<br />

Empfänger gleichzeitig mit TV-Signalen versorgen.<br />

Der zweite Anschluss des Sat-IP-Servers erfolgt per<br />

LAN-Kabel an den Router im lokalen Netzwerk. Über<br />

diese Verbindung gelangen die digitalen TV-Daten<br />

DOPPEL-<br />

EMPFÄNGER<br />

Der dLAN TV Sat Multituner<br />

von devolo soll<br />

demnächst auf den<br />

Markt kommen. Das<br />

Twin-Empfangsteil ist<br />

ebenfalls fit für Sat-IP-<br />

Netzwerk-Empfang.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

41


ENTERTAINMENT SAT-IP-GERÄTE<br />

Sat-IP-Receiver<br />

D<br />

erzeit gibt es zwei praktisch baugleiche Sat-IP-Receiver: den Schwaiger<br />

DSR41 IP und den Telestar Digibit B1. Die je rund 140 Euro teuren Geräte<br />

sind nur zehnmal 13 Zentimter groß und empfangen Fernsehen ausschließlich<br />

per Sat>IP. Der Empfang funktioniert recht einfach: Sind die Boxen ans Netzwerk<br />

angeschlossen, zappen sie problemlos durch ihre vorgefertigten Senderlisten. Ein<br />

Sendersuchlauf ist ebenso möglich wie die Umsortierung der Senderliste. Per USB-<br />

Anschluss lässt sich eine Festplatte für Aufnahmen anschließen. Besonders flexibel<br />

ist die Aufnahmefunktion aber nicht: Die Wiedergabe etwa ist während eines Mitschnittes<br />

nicht möglich, eine einfache Pause-Funktion (Timeshift) kennen die Geräte<br />

auch noch nicht. Letzteres soll aber durch ein baldiges Software-Update möglich<br />

werden. Neben Live-<br />

TV spielen die Geräte<br />

auch Medien-Inhalte<br />

von DLNA-/UPnP-<br />

Servern.<br />

Im Test gab es immer<br />

wieder Abstürze der<br />

beiden Sat-IP-Boxen,<br />

wenn die Tester<br />

Funktionen allzu schnell hintereinander aufrufen wollten. Dann half ihnen<br />

nur das Ziehen des Netzsteckers und ein<br />

Neustart. Wenn die Geräte liefen, dann boten SCHWAIGER DSR41 IP<br />

sie aber einwandfreie Bild- und Tonqualität bei www.schwaiger.de<br />

140 Euro<br />

kompaktes Gerät, lässt sich versteckt anbringen und per<br />

SD- und HDTV-Sendungen. Als Zapping-Boxen<br />

sind die Sat-IP-Boxen gut geeignet, für<br />

spartanischer EPG, einige Abstürze im Test, kein Time-<br />

IR-Auge fernbedienen, übersichtliche Menüs<br />

shifting, keine Wiedergabe während der USB-Aufnahme<br />

anspruchsvolle Zuschauer bieten sie aber<br />

Testurteil: befriedigend<br />

derzeit zu wenig Aufnahmekomfort.<br />

TELESTAR DIGIBIT B1<br />

www.telestar.de<br />

140 Euro<br />

kompakters Gerät, lässt sich versteckt anbringen und per<br />

IR-Auge fernbedienen, übersichtliche Menüs<br />

spartanischer EPG, einige Abstürze im Test, kein Timeshifting,<br />

keine Wiedergabe während der USB-Aufnahme<br />

Testurteil: befriedigend<br />

VIERFACH<br />

VERBUNDEN<br />

Der Sat-IP-Server wird<br />

an den Multischalter,<br />

einen Quad- oder Quattro-<br />

LNB angeschlossen.<br />

via Netzwerk zu den Receivern. Sat-IP-Receiver und<br />

-Server teilen sich die Arbeit: Der Receiver schaltet auf<br />

einen Kanal, der Server schickt die Daten übers Netz.<br />

Eingestellt wird der Sat-IP-Server per Web-Interface<br />

am PC. Man kann bei den Geräten von Inverto und Telestar<br />

auch wählen, ob und welche Kanäle sie<br />

als DLNA-Server im<br />

Netzwerk bereitstellen.<br />

Im Test arbeiteten<br />

die Sat-IP-Server<br />

sehr gut. Am wichtigsten<br />

ist eine gute<br />

Netzwerk-Verbindung:<br />

Per LAN-Kabel mit einem „Gigabit“-Router verbunden,<br />

ließen sich <strong>mehr</strong>ere TV-Kanäle parallel übertragen. Via<br />

WLAN oder Powerline kam es vor allem bei parallel laufenden<br />

HDTV-Kanälen zu Aussetzern. Das überrascht<br />

kaum: Ein HDTV-Kanal beansprucht meist <strong>mehr</strong> als 10<br />

Mbit/s. Wenn noch andere Geräte Bandbreite im Netzwerk<br />

benötigen, ist etwa ein WLAN schnell überlastet.<br />

Fazit<br />

Sat-IP erweitert das TV-Vergnügen auf einfache Weise.<br />

Vor allem Mobil-Apps und der Empfang am PC funktionierten<br />

gut. Das größte Manko sind derzeit die recht<br />

simplen Sat-IP-Receiver. Sie erfüllen nicht alle Erwartungen,<br />

wie Sie in diesen Tests nachlesen können.<br />

42<br />

connected-home.net 02.2013


Sat-IP-Apps<br />

D<br />

ie Sat-IP-Apps für Apple- und Android-<br />

Geräte kommen aus dem Hause Elgato.<br />

Sie kosten 89 Cent für Apple iOS und<br />

99 Cent für Android. Angesichts der Tatsache,<br />

dass mit den Apps und einer Sat-IP-Anlage alle<br />

Tablet-Computer und Smartphones zu Zweitoder<br />

Dritt-TVs werden, ist das ein echtes<br />

Schnäppchen. Sie empfangen per WLAN allerdings<br />

nur SD- und keine HDTV-Sendungen. HD-<br />

Sender werden dem entsprechend in der übersichtlichen<br />

Senderliste erst gar nicht gelistet.<br />

Man kann das Fernsehprogramm in den Apps<br />

auch pausieren und aufnehmen. Letzteres klappt<br />

allerdings nur direkt im laufenden Progamm,<br />

nicht aus dem sonst sehr übersichtlichen elektronischen<br />

Programm-Guide. TV-Aufnahmen<br />

lassen sich im Speicher der Mobilgeräte ablegen,<br />

in der App anschauen und auch exportieren –<br />

zum Beispiel von Apple-Geräten via iTunes auf<br />

den Computer.<br />

Die Sat-IP-App ließ sich im Test auf allen Geräten<br />

intuitiv und kinderleicht bedienen. Bild und Ton<br />

waren für SD-Qualität prima. So einfach war<br />

Fernsehen mit iPad & Co. bislang nur mit Speziallösungen<br />

wie den Netzwerk-Empfängern der<br />

EyeTV Netstream-Serie von Elgato – die ja eines<br />

der Vorbilder für die Sat-IP-Technik ist.<br />

ELGATO SAT-IP APP<br />

www.elgato.com<br />

0,89 (iOS) / 0,99 Euro (Android)<br />

einfache Bedienung, Timeshifting, TV-Aufnahme und<br />

-Export möglich, übersichtlicher EPG<br />

keine Aufnahmeprogrammierung im EPG,<br />

keine HDTV-Übertragung auf Mobilgeräte<br />

Testurteil: sehr gut<br />

Sat-<strong>Komfort</strong> am PC<br />

D<br />

er DVBViewer ist nicht irgendein Sat-TV-<br />

Empfangsprogramm am PC, er ist sozusagen<br />

die „Eier legende Wollmilchsau“<br />

der DVB-Software – inklusive automatischem<br />

Aufnahmemanager, extra komfortabler EPG-<br />

Suchfunktionen (rechts unten) und anderer <strong>Komfort</strong>-Features,<br />

die sich teils erst mit Zusatzprogrammen<br />

von der Homepage des Entwicklers<br />

aktivieren lassen. Das Programm kostet in seiner<br />

Grundversion 15 Euro, die vor allem für TV-Archivare<br />

mit XXL-Festplatten sehr gut angelegt sind.<br />

Sat-IP funktioniert derzeit nur mit der neuesten<br />

Beta-Version, die aber in unserem Test dauerhaft<br />

stabil lief. Der TV-Empfang über einen Sat-IP-<br />

Server muss in den Empfangseinstellungen etwas<br />

umständlich manuell konfiguriert werden. Ist<br />

das erledigt, bietet der DVBViewer aber derzeit<br />

die vielseitigsten TV-Funktionen via Sat>IP –<br />

inklusive einer Bedienoberfläche, die sich<br />

recht einfach per Fernbedienung am<br />

Fernseher steuern lässt (rechts). Die Software<br />

stellt auf Wunsch auch alle im Computer<br />

verbauten und betriebsbereiten DVB-S-Empfangsmodule<br />

als Sat-IP-Server bereit – und erweitert<br />

so das TV-Netzwerk. Eine abgespeckte<br />

Version des DVBViewer gibt es gratis bei Tele star.<br />

Sie läuft aber nur mit deren Sat>IP-Server.<br />

DVBVIEWER<br />

www.dvbviewer.com<br />

15 Euro<br />

DVB-Empfangs-Software mit EPG, Aufnahmeprogrammierung,<br />

Senderlistenmanager und Sat-IP-Serverfunktion<br />

Sat-IP-Funktion muss manuell konfiguriert werden,<br />

etwas komplexe Bedienung<br />

Testurteil: sehr gut<br />

02.2013 connected-home.net 43


ENTERTAINMENT SAT-IP-GERÄTE<br />

Sat-IP via DLNA<br />

S<br />

at>IP macht die PlayStation 3, viele Bluray-Player<br />

und unzählige weitere DLNA-<br />

Receiver zu TV-Empfängern. Die Sat-IP-<br />

Server von Telestar und Inverto sowie – nach einem<br />

baldigen Software-Update – das Modell von<br />

Schwaiger haben eine Medienserver-Funktion.<br />

Ist die aktiviert, dann erkennen DLNA-Receiver<br />

die Sat-IP-Zentrale als DLNA-Server. Dessen Medienverzeichnis<br />

zeigt statt Video- oder Musikdateien<br />

eine Senderliste (siehe rechts). In dieser<br />

lässt sich der jeweilige TV-Sender genauso auswählen,<br />

wie man sonst eine Videodatei startet.<br />

Das Fernsehprogramm flimmert dann nach wenigen<br />

Sekunden über den Bildschirm. Umgeschaltet<br />

wird, indem man den laufenden Stream<br />

per Stop-Taste anhält und aus der Liste einen<br />

anderen Sender auswählt. Die Senderliste kann<br />

frei empfangbare SD- und HDTV-Sender<br />

enthalten, sie lässt sich über das<br />

Web-Interface des Sat-IP-Servers am Computer<br />

sortieren und ändern (rechts unten).<br />

TV-Mitschnitte und Timeshifting sind bei der<br />

DLNA-TV-Übertragung nicht möglich, zum laufenden<br />

Programm gibt es auch keine EPG-Infos.<br />

Das Ganze ist eine praktische Erweiterung des<br />

Sat-IP-Gerätepar ks, die aber nur Basisfunktionen<br />

des alltäglichen Fernsehens bietet.<br />

DLNA-RECEIVER<br />

www.dlna.org<br />

verschiedene Preise<br />

ermöglicht Live-TV auf jedem DLNA-Receiver, einfache<br />

Steuerung, HDTV-fähig, programmierbare Senderliste<br />

kein direktes Umschalten, keine Aufnahmen, kein<br />

Timeshifting, funktioniert nicht mit allen Sat-IP-Servern<br />

Testurteil: befriedigend<br />

VERGLEICHSTABELLE SAT-IP-RECEIVER<br />

Sat-IP-Client Receiver Receiver PC-Programm App DLNA-Client<br />

Marke Schwaiger Telestar CMUV Hackbart Elgato verschiedene<br />

Modell DSR 41 IP Digibit B1 DVBViewer (Telestar) Sat>IP verschiedene<br />

Preis in Euro 140 140 gratis, Vollversion: 15 0,89 – 0,99 verschiedene<br />

Internet-Adresse www.schwaiger.de www.telestar.de www.dvb-viewer.com www.elgato.de www.dlna.org<br />

Voraussetzungen Sat-IP-Router Sat-IP-Router Sat-IP-Router, PC Sat-IP-Router, iOS- , Sat-IP-Router mit<br />

Android-Mobilgerät DLNA-Funktion<br />

Empfang<br />

Auto-Senderliste ✔ ✔ ✔ ✔ ✔ (im Server definiert)<br />

Sendersuchlauf ✔ ✔ ✔ – –<br />

zeigt HD- / SD-Sender ✔ / ✔ ✔ / ✔ ✔ / ✔ – / ✔ ✔ / ✔<br />

Umschaltzeit SD gleicher / anderer Transponder 2,3 / 2,3 Sek. 2,3 / 2,3 Sek. 3,6 / 3,6 Sek. 3,0 / 3,0 Sek. kein Zappen<br />

Umschaltzeit HD gleicher / anderer Transponder 2,3 / 2,3 Sek. 2,3 / 2,3 Sek. 3,6 / 3,6 Sek. – kein Zappen<br />

Aufnahme<br />

Aufnahmefunktion auf USB-HDD auf USB-HDD PC-Festplatte eingebauter Speicher –<br />

Timeshift / Direktaufnahme – / ✔ – / ✔ ✔ / ✔ ✔ / ✔ – / –<br />

Wiedergabe bei Aufnahme – – ✔ – –<br />

EPG-Quelle Internet / DVB-SI – / ✔ – / ✔ – / ✔ – / ✔ – / –<br />

<strong>Vorschau</strong>-Art / -Zeitraum Einzel / ca. 7 Tage Einzel / ca. 7 Tage Übersicht / ca. 7 Tage Übersicht / ca. 7 Tage – / –<br />

Aufnahmeprogrammierung im EPG ✔ ✔ ✔ – –<br />

Einzel / täglich / Wochentag / Wochenende / individuell ✔ / ✔ / ✔ / ✔ / – ✔ / ✔ / ✔ / ✔ / – ✔ / ✔ / ✔ / ✔ / ✔ – –<br />

Besonderheiten Android 2.3 Android 2.3 macht PC-Sat-Karten<br />

zum Sat-IP-Server<br />

44<br />

connected-home.net 02.2013


GROSSE LESER-AKTION:<br />

JETZT 50 EURO SPAREN!<br />

Netgear XAUB2511<br />

Musik im<br />

ganzen Haus<br />

Netgears Powerline Music Extender XAUB2511 macht analoge Endgeräte fit für die AirPlay-<br />

Technologie von Apple. Damit ist es möglich, Musik vom Tablet, Smartphone oder Computer<br />

kabellos auf die Stereoanlage oder Aktivboxen zu streamen.<br />

U<br />

rlaubsfotos, Videos, Musik: Daten ganz ohne<br />

Kabel in der Wohnung zu übertragen ist eine<br />

feine Sache. Gerade das Streamen von Musik<br />

im Netzwerk ist inzwischen ein echter Trend – zahlreiche<br />

Endgeräte wie Dockingstationen oder Lautsprecher sind<br />

dazu mit der AirPlay-Technologie von Apple ausgerüstet.<br />

Und auch für Anwender, die nicht gleich ihr bestehendes<br />

Equipment aus dem Wohnzimmer verbannen wollen, gibt<br />

es eine Lösung: Mit dem Netgear Powerline Music<br />

Extender XAUB2511 lassen sich sowohl Daten kabellos<br />

über die Stromleitung als auch Musik vom Smartphone,<br />

Tablet und Computer auf Lautsprecher oder Stereoanlagen<br />

übertragen – und zwar im ganzen Haus. Das Endgerät<br />

muss lediglich über einen Cinch- oder Mini-Klinke-<br />

Anschluss verfügen.<br />

AirPlay-Aufrüstung leicht gemacht<br />

Der Powerline Music Extender wird einfach in eine bestehende<br />

Steckdose gesteckt. Um Musik drahtlos wiederzugeben,<br />

muss man lediglich die gewünschten<br />

Songs auf dem Mobilgerät oder Computer auswählen,<br />

ein mit einem Powerline Music Extender verbundenes<br />

Endgerät auswählen, und schon geht´s los. Bei Apple-<br />

Geräten wird das über AirPlay realisiert. Für den PC liefert<br />

Netgear eine Software mit, um den Music Extender<br />

bzw. die daran angeschlossene Anlage als Ausgabegerät<br />

auswählen zu können. Dies funktioniert unabhängig<br />

von der Anwendung, mit der die Musik abgespielt wird.<br />

Für Android-Geräte kommen verschiedene Apps von<br />

Drittanbietern in Frage, z.B. Twonky.<br />

Der Powerline Music<br />

Extender XAUB2511<br />

ist ein Adapter-Set, das<br />

Daten und Musik völlig<br />

kabellos über die vorhandene<br />

Stromleitung<br />

überträgt.<br />

SPEZIAL-ANGEBOT FÜR ALLE LESER<br />

Holen Sie sich den Powerline-Musik-Streaming-Adapter anstatt<br />

für 139 Euro für nur 89 Euro! Erhältlich in allen Expert-Filialen!<br />

Einfach Coupon ausschneiden und beim Bezahlen<br />

an der Kasse vorzeigen.<br />

Oder einfach ganz komfortabel per QR-Code:<br />

02.2013 connected-home.net 45


ENTERTAINMENT MEDIA-ROUTER<br />

Wer seine E-Mails am Fernseher nicht nur lesen,<br />

sondern auch beantworten möchte, wird Hamas<br />

Wireless Keyboard schnell schätzen lernen.<br />

Über ein optisches<br />

Kabel gelangt der Sound<br />

aus der Internet-TV-Box-2 in<br />

digitaler Qualität zur Musikanlage.<br />

Zu wenige HDMI-Eingänge am TV? Hamas HDMI-<br />

Umschalter verteilt einen HDMI-Anschluss auf bis zu<br />

vier Geräte. Statt Umstecken genügt ein Knopfdruck.<br />

Von Karl Kolschitzky<br />

Smartes TV<br />

ohne Smart TV<br />

Wer Filme von der Festplatte, Fotos aus dem Heimnetz, YouTube oder sein E-Mail-Postfach am<br />

Fernseher betrachten möchte, benötigt keinen Smart TV. Mit der Internet-TV-Box-2 deckt<br />

Hama alle Home-Entertainment-Wünsche ab – und denkt dabei auch an das nötige Zubehör.<br />

E<br />

in neuer Fernseher fürs Wohnzimmer ist für<br />

die meisten Haushalte eine Anschaffung für<br />

<strong>mehr</strong>ere Jahre. Doch der Weg zum ultimativen<br />

Home-Entertainment-Erlebnis führt nicht zwangsweise<br />

über einen kostspieligen, neuen Fernseher. Der<br />

Hersteller Hama hat mit seiner neuen Internet-TV-Box-2<br />

einen leistungsfähigen Media-Player im Angebot, der<br />

jeden gewöhnlichen Fernseher in einen modernen<br />

Smart TV verwandelt. Ein weiterer, großer Vorteil der<br />

kleinen TV-Box: Im Gegensatz zu einem neuen Smart<br />

46<br />

connected-home.net 02.2013


TV lässt sich der handliche Hama-Player problemlos<br />

transportieren und kann somit auch an anderen TV-<br />

Geräten, zum Beispiel bei Freunden, zum Einsatz kommen<br />

– und bewundert werden. Denn das Gerät wartet<br />

mit einigen interessanten Funktionen auf, mit denen es<br />

sich von der überwiegenden Masse der im Handel erhältlichen<br />

(Multi-)Media-Player abhebt.<br />

Spaß mit Apps<br />

So läuft auf der Internet-TV-Box-2 das Betriebssystem<br />

Android in der aktuellen Version 4. Damit kann der Besitzer<br />

des Hama-Players aus einer riesigen Anzahl kostenloser<br />

und kommerzieller Anwendungen (Apps) wählen,<br />

sobald er sich einmalig bei einem App Store wie<br />

Android Pit oder SlideME registriert hat. Neben einer<br />

riesigen Auswahl an Spielen und Spaß-Apps wie dem<br />

beliebten Game Angry Birds stehen für den Player auch<br />

viele nützliche Apps zur Verfügung. Bereits in der Grundausstattung<br />

der Box sind einige nützliche Apps vorinstalliert:<br />

etwa Player-Apps zur Wiedergabe von Videos<br />

und Musik, ein Datei-Manager, ein Browser, Apps für<br />

Facebook, Skype und Messenger.<br />

Da zur Steuerung der TV-Box ja kein Touchscreen wie<br />

bei Android-Smartphones oder -Tablets zur Verfügung<br />

steht, liegt dem Gerät eine intuitive Infrarot-Fernbedienung<br />

bei, mit der sich ein Cursor oder Mauspfeil auf der<br />

Android-Oberfläche durch Gestensteuerung bewegen<br />

lässt – ähnlich etwa wie die Steuerung bei der Spielkonsole<br />

Wii. Für noch <strong>mehr</strong> Bedienkomfort bietet Hama<br />

zusätzlich eine kostengünstige, drahtlose Tastatur mit<br />

integriertem Trackball an. Die Tastatur ist sofort einsatzbereit,<br />

sobald man den winzigen USB-Adapter-Stick in<br />

einen freien USB-Port der TV-Box gesteckt hat. Wer<br />

schon einmal versucht hat, über eine eingeblendete<br />

Bildschirmtastatur seine E-Mails am Fernseher zu beantworten<br />

oder beim Surfen entsprechend Suchbegriffe<br />

und Web-Adressen mühsam eingetippt hat, wird<br />

eine solche echte Tastatur zu schätzen wissen.<br />

Ein echter Medienstar<br />

Darüber hinaus hat Hama seine Internet-TV-Box-2 mit<br />

modernsten Hardware-Komponenten ausgestattet.<br />

Das Herz des Players bildet ein leistungsfähiger Cortex-A9-Prozessor<br />

von Amlogic, dem ein üppiger Arbeitsspeicher<br />

von 1 GByte zur Verfügung steht. Derart<br />

gerüstet, sollte die Internet-TV-Box-2 selbst Full-HD-<br />

Videos in höchster Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) ohne<br />

Ruckler wiedergeben können.<br />

Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, was für Filmdateien<br />

sich auf einem angeschlossenen USB-Stick<br />

oder der externen Festplatte befinden, denn laut Herstellerangaben<br />

unterstützt die Internet-TV-Box-2 so<br />

gut wie alle gebräuchlichen Videoformate: angefangen<br />

von AVI, MKV oder MOV über M2TS, ISO und IFO bis<br />

hin zu WMV oder FLV – um nur einige der wichtigsten<br />

zu nennen. Ähnliches gilt auch für die Wiedergabe von<br />

Musikdateien. Mit MP3, WMV, WAV, OGG und FLAC<br />

kommt der Player laut Hama mit allen relevanten Audioformaten<br />

zurecht.<br />

Für den Anschluss von Speichermedien stellt die Internet-TV-Box-2<br />

gleich drei USB-2.0-Hosts bereit. Zwei<br />

USB-Anschlüsse sind an der linken Geräteseite angebracht,<br />

der dritte Port befindet sich an der Rücksei-<br />

DAS UNTERNEHMEN<br />

Hama ist einer der führenden Zubehörspezialisten für<br />

die Produktbereiche Foto, Video, Audio, Computer und<br />

Telekommunikation. Aktuell beschäftigt Hama weltweit<br />

rund 2.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen wurde<br />

1923 von Hanke Martin in Dresden gegründet<br />

und nach der Zerstörung im Zweiten<br />

Weltkrieg 1945 in der bayerischschwäbischen<br />

Kleinstadt Monheim<br />

neu aufgebaut, wo das<br />

Unternehmen bis heute seinen<br />

Stammsitz mit aktuell<br />

rund 1.500 Mitarbeitern hat.<br />

Das beeindruckende Portfolio des Unternehmens setzt<br />

sich aus rund 18.000 Produkten zusammen, die weltweit<br />

vertrieben werden. Neben den genannten Bereichen<br />

IT und Multimedia bedient Hama auch die Bereiche<br />

Schule und Haushalt. Wer sich zu Hause oder im<br />

Büro umsieht, wird schnell auf ein Produkt der Monheimer<br />

stoßen: Vom Fotoalbum über die Computermaus<br />

bis hin zu Wandhalterungen für Fernseher, TV-Verbindungskabel,<br />

die Tasche für das neueste Handy, aber<br />

auch Energiesparlampen oder Schulranzen für die<br />

Kleinsten gehören zum Sortiment.<br />

02.2013 connected-home.net 47


ENTERTAINMENT MEDIA-ROUTER<br />

DURCH DIE<br />

WAND<br />

Powerline-Adapter stellen<br />

die Heimnetz-Verbindung<br />

über die Stromleitung<br />

her. Im Gegensatz<br />

zu WLAN stellen<br />

Wände und Decken kein<br />

Hindernis dar.<br />

FLEXIBLER<br />

STECKER<br />

Dieses CAT6-Netzwerkkabel<br />

von Hama besitzt<br />

einen voll beweglichen<br />

Steckerkopf und eignet<br />

sich damit auch für<br />

Anschlüsse auf engstem<br />

Raum.<br />

te des Players. Praktisch: Die beiden seitlichen USB-<br />

Hosts sind mit großzügigem Abstand zueinander angebracht.<br />

Das hat den Vorteil, dass selbst ein breiter<br />

ausgelegter Speicherstick nicht immer gleich zwei<br />

USB-Ports am Abspielgerät blockiert.<br />

Selbst Speicherkarten von Digi-Cams oder anderen<br />

Aufnahmegeräten lassen sich direkt an die Box anschließen.<br />

Der SD-Card-Slot an der rechten Seite des<br />

Hama-Players unterstützt neben den klassischen SD-<br />

Card-Formaten auch SDHC-Speicherkarten mit bis zu<br />

32 GByte Speicherkapazität. Im Idealfall lässt sich damit<br />

der Datenspeicher aus der Digitalkamera direkt am<br />

Media-Player einstecken.<br />

Anschlüsse satt<br />

Trotz seiner handlichen<br />

Größe ist der Hama-<br />

Media-Player mit<br />

sämtlichen wichtigen<br />

Video- und<br />

Audio-Ausgängen<br />

ausgestattet. Somit<br />

kann die Box nicht<br />

nur am Flachbild-Fernseher<br />

betrieben werden,<br />

sondern sie arbeitet<br />

auch mit älteren Modellen<br />

gut zusammen, die beispielsweise noch nicht über<br />

digitale Eingänge verfügen.<br />

Der wohl am häufigsten eingesetzte Anschluss am Hama-Player<br />

dürfte der HDMI-Ausgang sein. Über HDMI<br />

können Video- und Tonsignale in hoher Qualität übertragen<br />

werden. Die Box gibt über HDMI Videosignale<br />

mit Auflösungen bis zu 1.920 x 1.080 Bildpunkten an<br />

den daran angeschlossenen Full-HD-Fernseher weiter.<br />

Über den HDMI-Ausgang und das mitgelieferte HDMI-<br />

Kabel lässt sich der Hama-Player somit entweder direkt<br />

an den Fernseher oder auch an einen modernen<br />

HDMI-fähigen AV-Receiver anschließen. Wer einen<br />

nicht ganz so aktuellen AV-Receiver besitzt, verwendet<br />

zur digitalen Weiterleitung der Tonspur den optischen<br />

oder S/PDIF-Ausgang an der TV-Box. In diesem Fall<br />

wird ein optisches Kabel benötigt, das häufig auch als<br />

Toslink-Kabel bezeichnet wird. Hama bietet entsprechende<br />

Kabel in verschiedenen Längen an.<br />

Sind am Fernseher schon alle HDMI-Eingänge belegt,<br />

bietet sich ein HDMI-Umschalter als elegante Lösung<br />

an. Dieser verteilt einen HDMI-Eingang auf <strong>mehr</strong>ere<br />

Wiedergabegeräte. Die Umschaltung erfolgt komfortabel<br />

per Knopfdruck.<br />

Ältere Fernseher ohne HDMI besitzen unter Umständen<br />

einen analogen Komponenteneingang (YPbPr), den<br />

auch die Hama-Box über eine mitgelieferte Kabelpeitsche<br />

ausgeben kann. Allerdings werden bei Komponen-<br />

48<br />

connected-home.net 02.2013


DAS KOSTEN DIE PRODUKTE<br />

Internet-TV-Box-2<br />

Hamas kompakte Funktastatur „Entertainment“<br />

179 Euro<br />

40 Euro<br />

Hama Verbindungskabel ODT (Toslink-)Stecker –<br />

ODT (Toslink-)Stecker, 1,5 m<br />

Hama CAT-6-Netzwerkkabel STP, Rotation, vergoldet, 2,0 m<br />

Hama Powerline 200 Mbps 11N WLAN-Starter-Set<br />

27 Euro<br />

20 Euro<br />

129 Euro<br />

Hama FlashPen „Valeus“, USB 3.0, 32 GByte, 150 MByte/s,<br />

Smaragdgrün<br />

67 Euro<br />

te nur die Videosignale und keine Tonsignale übertragen.<br />

In diesem Fall muss das Audiosignal über einen eigenen<br />

Anschluss laufen.<br />

Ab ins Heimnetz<br />

Damit die Internet-TV-Box-2 einen Zugang ins Internet<br />

erhält, muss man sie mit dem Heimnetz-Router verbinden.<br />

Steht sie in der Nähe des Routers, so genügt für<br />

die Verbindung zum Router meist ein<br />

gewöhnliches Netzwerkkabel. An<br />

schwer zugänglichen Stellen können<br />

sich hingegen Hamas Netzwerkkabel<br />

mit drehbarem Steckerkopf als<br />

praktisch erweisen.<br />

Alternativ kann die Hama-Box über<br />

WLAN mit dem Heimnetz-Router in Kontakt treten. Das<br />

ist vor allem dann von Vorteil, wenn man keine Netzwerkkabel<br />

quer durch den Raum verlegen möchte. Bei<br />

der Einrichtung der WLAN-Verbindung unterstützt das<br />

Android-4-Betriebssystem der Hama-Box auch die<br />

praktische Knopfdruckverbindung über WPS. Allerdings<br />

muss dann auch der WLAN-Router die Verbindung<br />

über WPS unterstützen.<br />

Anschluss über Strom<br />

In manchen Haushalten funktioniert die Einbindung eines<br />

neuen netzwerkfähigen Geräts jedoch weder mit<br />

Kabel noch über WLAN. Hier kann die Powerline-Technik<br />

als alternative Verbindungsmöglichkeit helfen. Powerline<br />

nutzt die Stromverkabelung im Haus als Übertragungsweg,<br />

wobei grundsätzlich jede Wandsteckdose<br />

im Haushalt als Schnittstelle genutzt werden kann.<br />

Die Einrichtung der Powerline-Technik ist einfach: Man<br />

benötigt zwei kompatible Powerline-Adapter. Auch Hama<br />

hat ein entsprechendes Starter-Set oder Kit im Angebot.<br />

Die Adapter sollten den Powerline-Standard<br />

HomePlug AV bei einer Übertragungsrate von mindestens<br />

200 MBit/s unterstützen.<br />

Die Installation ist einfach: Um etwa die Internet-TV-<br />

Box im Wohnzimmer mit dem DSL-Router in der Diele<br />

(siehe Abbildung oben) zu verbinden, wird der erste<br />

Adapter in eine Wandsteckdose beim Router gesteckt<br />

und per Netzwerkkabel mit einem freien LAN-Port am<br />

Router verbunden. Der zweite Adapter wird per Netz-<br />

Powerline: die Rettung,<br />

wenn Kabel und WLAN<br />

nicht funktionieren<br />

werkkabel mit dem LAN-Anschluss der Box im Wohnzimmer<br />

verbunden und ebenfalls in eine freie Steckdose<br />

gesteckt. Schon sind Media-Player und Router miteinander<br />

verbunden. Wer sich für Hamas Powerline<br />

Starter Set Wireless 11N entscheidet, kann noch zwei<br />

weitere Wohnzimmergeräte über den zweiten Adapter<br />

ins Heimnetz einbinden, da dieser gleich mit drei LAN-<br />

Ports ausgestattet ist. Ein ebenfalls im Stromadapter<br />

integrierter WLAN-Access-Point bietet zusätzlich auch<br />

noch via Smartphones, Tablets oder Notebooks im<br />

Wohnzimmer eine drahtlose Anbindung an den zu weit<br />

entfernten Router.<br />

02.2013 connected-home.net 49


KNOW-HOW NEWS & TRENDS<br />

52<br />

60<br />

Know-how<br />

LAN, Bus, Switch, Hub: Klingt kompliziert, ist es aber nicht. In der folgenden<br />

68<br />

Rubrik zeigen wir Ihnen, was Sie beim Aufbau eines Heimnetzwerks oder der<br />

Hausautomation beachten müssen. Und das ist weniger, als Sie vielleicht denken.<br />

76<br />

80<br />

Internet aus der Steckdose Seite 52<br />

Alles zur Powerline-Technik<br />

Alleskönner Seite 60<br />

Online-Festplatte oder<br />

Netzbeschleuniger – die FRITZ!Box<br />

TV-Zentralen Seite 68<br />

NAS-Systeme als TV-Tuner<br />

Klang im ganzen Haus Seite 76<br />

Musik vom Medien-Server<br />

So funktioniert Apple TV Seite 80<br />

Filme auf den Fernseher bringen<br />

Kabellos glücklich<br />

Den Bildschirm des Smartphones, Tablets oder PCs auf den TV spiegeln: Über Umwege<br />

ist das schon länger möglich. Doch mit dem neuen Standard Miracast soll das jetzt<br />

auch ganz einfach ohne Kabel funktionieren.<br />

D<br />

er große Fernseh-Bildschirm soll am besten<br />

jedem offen stehen: dem Smartphone,<br />

um die eigenen Fotos groß anzuzeigen,<br />

50<br />

dem Fußball-Live-Stream vom Laptop oder dem heruntergeladenen<br />

Film auf dem Tablet. Und für die<br />

Übertragung dorthin soll am besten kein Kabel nötig<br />

sein. Bislang funktionierte das nur mit herstellereigenen<br />

Lösungen (etwa via Air Video von Apple) oder<br />

mit ausgewählten Computern als Quelle. Aber dank<br />

des Übertragungsstandards Miracast soll jetzt auch<br />

der Bildschirminhalt des Samsung-Smartphones<br />

auf den LG-Fernseher wandern und umgekehrt.<br />

Größere Einschränkungen hinsichtlich der Bild- und<br />

Tonqualität muss man bei der Übertragung trotz der<br />

fehlenden Kabel nicht hinnehmen.<br />

Videosignale werden für die Drahtlos-Übertragung<br />

mit dem H.264-Codec komprimiert, der etwa auch<br />

bei Blu-rays zum Einsatz kommt. Für den Audioconnected-home.net<br />

02.2013


transport sind verlustlose Stereo-LPCM-Signale mit<br />

16 Bit/48 kHz optimal. Möglich ist auch 5.1-Ton im<br />

AAC- oder AC3-Format. Per HDMI- oder MHL-Kabel ist<br />

zwar eine noch bessere Bildqualität möglich, den Unterschied<br />

dürften allerdings meist nur Profis ausmachen<br />

können.<br />

Ein Standard für alle<br />

Miracast ist ein offener Standard der Wi-Fi Alliance –<br />

also von dem Verbund, der auch Wi-Fi-Produkte zertifiziert.<br />

Die Voraussetzung für Miracast ist, dass ein Gerät<br />

Wi-Fi-Direct-fähig ist: dass es also eine Punkt-zu-<br />

Punkt-WLAN-Verbindung mit einem anderen Gerät<br />

herstellen kann. Ein WLAN-Heimnetzwerk ist dagegen<br />

entbehrlich. Damit die Verbindung reibungslos klappt,<br />

müssen alle Geräte Miracast unterstützen. Ein Erkennungsmerkmal<br />

wie etwa ein Miracast-Logo soll es jedoch<br />

nicht geben. Dafür soll jedes Gerät, das künftig<br />

mit „Wi-Fi Certified“ gekennzeichnet ist, automatisch<br />

den Verbindungsstandard mitbringen. Derzeit sind Miracast-zertifizierte<br />

Produkte noch Mangelware.<br />

Das neue Google-Smartphone Nexus 4 unterstützt die<br />

Technologie jedoch bereits. Und Google will Miracast<br />

auf alle Mobilgeräte ab Android-Version 4.2 bringen.<br />

Nach einem Software-Update soll dann etwa auch das<br />

Samsung Galaxy SIII Miracast beherrschen. Kompatible<br />

Fernseher werden ebenfalls noch in diesem Jahr<br />

erwartet. Eine Übersicht über die für Miracast zertifizierten<br />

Produkte finden Sie auf der Webseite der Wi-Fi<br />

Alliance: www.wi-fi.org/.<br />

Wer noch einen älteren Fernseher besitzt, kann diesen<br />

auch mit Adaptern wie dem Netgear Push2TV (siehe<br />

Bild unten) aufrüsten. Der Netgear Push2TV 3000<br />

macht jeden Fernseher mittels HDMI-Eingang Miracast-fähig.<br />

Durch das Verbinden der kreditkartengroßen<br />

Upgrade-Box können also Bild und Ton drahtlos<br />

von Laptops, Smartphones und Tablets<br />

empfangen werden. Der Adapter<br />

soll laut<br />

Hersteller<br />

im Frühjahr<br />

2013 auf<br />

den Markt<br />

kommen, ein<br />

genaues Datum gibt es<br />

derzeit noch nicht. Der Preis liegt bei 79 Euro. Die kleine<br />

Upgrade-Box beherrscht neben Miracast auch Intel<br />

Wireless Display (WiDi).<br />

WLAN in jedem Raum<br />

www.devolo.de // Preis steht noch nicht fest<br />

Decken und Wände bremsen oftmals die Übertragung<br />

von WLAN in alle Räume aus. Damit nun in jedem Raum<br />

WLAN zur Verfügung steht, bietet der Hersteller devolo<br />

den dLAN 500 WiFi an: einen kleinen Adapter, der die<br />

Reichweite des WLAN-Netzes erhöhen soll. Im WLAN-<br />

Adapter sind ein LAN-Port und eine WLAN-Antenne<br />

integriert. Laut Hersteller können auch <strong>mehr</strong>ere WLAN-<br />

Adapter in der Wohnung oder im Haus platziert werden,<br />

die dann miteinander kommunizieren und sich zu einem<br />

gesamten Netzwerk zusammen schließen.<br />

Reisebegleiter<br />

www.pearl.de // 50 Euro<br />

Pearl bietet mit dem 7Links 4in1-Mini-WLAN-Router<br />

CLD-400.travel einen funktionalen Begleiter auf Reisen.<br />

Zum einen können über ihn mobile Endgeräte wie<br />

Smartphones und Tablets geladen werden, zum<br />

anderen agiert er gleichzeitig als Router. Gibt<br />

es beispielsweise im Hotelzimmer nur ein<br />

Netzwerkkabel, kann man den Adapter<br />

von 7Links anschließen und hat damit<br />

die Möglichkeit, kabellos zu<br />

surfen. Ist eine externe Festplatte<br />

an dem Router angeschlossen,<br />

lassen sich Daten<br />

über WLAN auf andere<br />

Endgeräte wie Smartphones<br />

oder Tablets streamen.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

51


KNOW-HOW POWERLINE<br />

Unter Strom<br />

Die Steckdose als Datentankstelle: Powerline-Technik verwandelt die normale<br />

Elektro- Installationen in ein Heimnetzwerk. Lesen Sie, was es dabei zu beachten gibt.<br />

52<br />

connected-home.net 02.2013


O<br />

Von Frank-Oliver Grün<br />

hne ein Netzwerk geht im modernen<br />

Smart Home nichts. Computer benötigen<br />

es zum Surfen, das Küchenradio um Musik<br />

aus dem Internet abzuspielen und Fernseher, um<br />

Urlaubsfotos von der Festplatte im Arbeitszimmer zu<br />

zeigen. Die Liste vernetzter Geräte wird ständig länger:<br />

Smart TVs, Tablets, Spielkonsolen, AV-Receiver mit<br />

AirPlay, Überwachungskameras und neuerdings sogar<br />

fernbedienbare Lampen – sie alle brauchen Kontakt<br />

zum heimischen Router und zum Internet.<br />

Die drahtlose Verbindung per WLAN geht schnell und<br />

einfach, doch bremsen Mauern das Funksignal oft aus.<br />

Das Übertragungstempo reicht dann nicht <strong>mehr</strong> für anspruchsvolle<br />

Aufgaben wie HD-Streaming. Und LAN-<br />

Kabel in den Wänden zu verlegen ist auch keine Lösung:<br />

Schmutz, Aufwand und Kosten schrecken viele<br />

Wohnungsbesitzer ab. Für Mieter lohnen sich die aufwendigen<br />

Umbauarbeiten in der Regel ohnehin nicht.<br />

Vernetzung per Steckdose<br />

Seit <strong>mehr</strong> als zehn Jahren gibt es deshalb Powerline –<br />

eine Technologie, die Daten über vorhandene Elektro-<br />

Leitungen schickt (siehe Kasten, Seite 54). Ein Pionier<br />

auf dem Gebiet ist das deutsche Unternehmen devolo:<br />

„Wir haben mittlerweile 17 Millionen Adapter verkauft –<br />

<strong>mehr</strong> als jeder andere Hersteller”, berichtet Christoph<br />

Rösseler, Vice President Marketing & Public Relations<br />

beim Marktführer aus Aachen. Doch auch andere namhafte<br />

Firmen wie FRITZ!Box-Erfinder AVM oder die<br />

Netzwerk-Spezialisten D-Link, Netgear, TP-Link und<br />

Zyxel setzen auf Powerline. No-Name-Produkte aus<br />

China, die via Internet oder in Baumärkten angeboten<br />

werden, ergänzen das Angebot. Doch Vorsicht:<br />

Powerline ist nicht gleich Powerline! Was bei der Installation<br />

zu Hause zu beachten ist, erklärt CONNEC-<br />

TED <strong>HOME</strong> auf den folgenden Seiten.<br />

Einfaches Plug & Play<br />

So funktioniert der Anschluss bei Powerline-Adaptern:<br />

Eine Netzwerk-Buchse (Ethernet) am Gehäuse wird per<br />

LAN-Kabel mit dem gewünschten Gerät verbunden,<br />

der Adapter selbst kommt in eine freie Steckdose. Dort<br />

kommuniziert er mit seinem Gegenstück am Router<br />

und tauscht über die Stromleitung Daten aus. Erforderlich<br />

für den Betrieb sind also mindestens zwei Adapter.<br />

Eine Erweiterung des Netzwerks mit zusätzlichen Datensteckern<br />

ist jederzeit möglich. Allerdings setzt die<br />

Physik der Anzahl gewisse Grenzen, weil sich die<br />

Adapter immer auch gegenseitig beeinflussen. In unseren<br />

Tests funktionierten Installationen mit fünf oder<br />

sechs Geräten aber tadellos.<br />

Die erreichbaren Geschwindigkeiten hängen von <strong>mehr</strong>eren<br />

Faktoren ab. Einen ganz entscheidenden kann<br />

der Powerline-Nutzer nicht selbst beeinflussen: die Leitungsführung<br />

in seinen Wänden. Denn die Daten reisen,<br />

mit einer sogenannten Trägerfrequenz aufmoduliert,<br />

quasi huckepack auf dem Wechselstrom von Raum zu<br />

Raum. Um sich in der Wohnung zu verbreiten, müssen<br />

sie von einer Leitung zur nächsten „überspringen”.<br />

Das geht gut, wenn die Stromversorgung der Räume<br />

ein Stück weit parallel verläuft – und weniger gut,<br />

VERNETZUNG<br />

NACH MASS<br />

Links: Powerline-<br />

Adapter gibt es mit einer<br />

oder mit <strong>mehr</strong>eren<br />

Ethernet-Buchsen. In<br />

jede passt ein handelsübliches<br />

LAN-Kabel.<br />

Rechts: Die App dLAN<br />

Cockpit von devolo erlaubt<br />

die Fernüberwachung<br />

per Stromnetz.<br />

Sie zeigt Videobilder an,<br />

die die devolo dLAN<br />

LiveCam über Powerline<br />

ins Internet sendet.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

53


KNOW-HOW POWERLINE<br />

wenn der Elektriker die Zimmer oder Etagen auf unterschiedliche<br />

Phasen verteilt hat. Auch dreiphasige<br />

„Dreh strom”-Anschlüsse, wie sie gerne für Boiler,<br />

Kochfelder oder Elektroheizungen verwendet werden,<br />

erzwingen einen sogenannten Phasenübergang.<br />

Die Powerline-Hersteller haben in den vergangenen<br />

Jahren viel Aufwand betrieben, um diese Herausforderung<br />

zu meistern. Neue Chip-Generationen sorgen dafür,<br />

dass aktuelle Adapter unempfindlicher auf Störungen<br />

reagieren und höhere Datenraten erzielen als noch<br />

vor wenigen Jahren. Womit wir bei einem anderen Faktor<br />

wären, den der Käufer sehr wohl beeinflussen kann:<br />

die Übertragungsgeschwindigkeit seiner Adapter.<br />

SMART<br />

POWERLINE<br />

In Zukunft sollen Daten<br />

aus dem heimischen<br />

Netzwerk auch unterwegs<br />

per App abrufbar<br />

sein – zum Beispiel die<br />

Raumtemperatur oder<br />

der Energieverbrauch.<br />

200 oder 500 Megabit?<br />

Von anfänglich 14 Megabit pro Sekunde hat sich die<br />

Powerline-Technik über 85 und 200 auf 500 MBit/s<br />

hochgearbeitet. Vereinzelte 1000er-Adapter erreichen<br />

nur auf kurze Distanz eine höhere Datenrate. „Für so<br />

geringe Entfernungen können Sie auch gleich ein LAN-<br />

Kabel verwenden”, scherzt Gorden Haberla, Product<br />

Manager für Powerline bei AVM. Vor allem aber entsprechen<br />

die 1000-MBit-Modelle nicht dem internationalen<br />

Standard HomePlug AV (siehe Kasten rechts<br />

unten). Das heißt: Sie ignorieren Adapter von AVM, devolo,<br />

Netgear und Co. ganz einfach.<br />

Wer neu einsteigt, sollte am besten zur 500er-Klasse<br />

greifen. Vorhandene HomePlug-Adapter mit 200 MBit/s<br />

können weiterbenutzt werden, bremsen das Netzwerk<br />

im ungünstigsten Fall aber aus.<br />

Die tatsächliche Übertragungsgeschwindigkeit liegt<br />

immer unter den Herstellerangaben, weil die Anbieter<br />

mit der maximal erreichbaren Brutto-Datenrate wer-<br />

SO FUNKTIONIERT EIN POWERLINE-NETZWERK<br />

Bei der Stromvernetzung<br />

werden Daten durch die<br />

Elektroleitung geschickt<br />

(im Bild grau dargestellt).<br />

Die Verbindung zu den einzelnen<br />

Netzwerk-Geräten<br />

stellen Powerline-Adapter<br />

in den Steckdosen her.<br />

Das LAN-Kabel vom Gerät<br />

(rot) muss deshalb nur zur<br />

Steckdose reichen, nicht<br />

bis zum Router in einem<br />

anderen Raum. Manche<br />

Power line-Adapter besitzen<br />

eine WLAN-Funktion<br />

(blau). So können sich etwa<br />

Smartphones auch<br />

dort drahtlos verbinden,<br />

wo das Funksignal vom<br />

WLAN-Router bereits zu<br />

schwach ist.<br />

54<br />

connected-home.net 02.2013


STROMVERBRAUCH: ADAPTER IM VERGLEICH<br />

Jeder Powerline-Adapter verbraucht Strom, auch wenn er keine Daten überträgt. Viele aktuelle Modelle haben aber einen<br />

Ruhezustand, der den Energiebedarf auf unter 0,5 Watt senken soll. <strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> hat nachgemessen (siehe Tabelle)<br />

und kann die Herstellerangaben bestätigen. Der Standby-Verbrauch dieser Adapter ist so gering, dass er von handelsüblichen<br />

Energiemessern für die Steckdose nicht <strong>mehr</strong> angezeigt wird. Bei Stromkosten von 25 Cent/kWh und angenommenen<br />

20 Stunden Standby pro Tag summieren sich 0,5 Watt auf 0,91 Euro pro Jahr. Die übrigen vier Stunden pro Tag<br />

schlagen je nach Modell<br />

Anbieter Modell Gemessener Verbrauch Gemessener Verbrauch<br />

mit knapp 1 bis 2 Euro<br />

(*Altgerät, nicht <strong>mehr</strong> im Handel) im Betrieb (Watt) im Standby (Watt)<br />

auf der Stromrechnung<br />

AVM FRITZ!Powerline 510E (500 MBit/s) 2,0 < 0,5<br />

zu Buche – macht etwa<br />

AVM FRITZ!Powerline 530E (500 MBit/s) 2,0 < 0,5<br />

2 bis 3 Euro pro Adapter<br />

devolo dLAN 200 AV* (200 MBit/s) 4,9 1,6<br />

und Jahr. Anders sieht<br />

devolo dLAN 200 AVduo (200 MBit/s) 2,0 < 0,5<br />

es aus, wenn Zusatzfunktionen<br />

devolo dLAN 500 AVplus (500 MBit/s) 4,4 < 0,5<br />

wie WLAN<br />

devolo dLAN 500 AV Wireless+ (WLAN aus) 4,5 1,7<br />

den Ruhezustand verhindern:<br />

devolo dLAN 500 AV Wireless+ (WLAN ein) 5,0 5,0<br />

Dann kann ein<br />

Netgear XAU 2511 (200 MBit/s) 2,6 2,6<br />

Powerline-Adap ter al lein<br />

Netgear XAV 1601 (200 MBit/s) 1,6 0,7<br />

zwischen 5 und 10 Euro<br />

Netgear XAV 5001 (500 MBit/s) 4,1 < 0,5<br />

Stromkosten im Jahr<br />

Netgear XAV 5004 (500 MBit/s) 4,4 3,5<br />

verursachen.<br />

<strong>HOME</strong>PLUG AV: DER POWERLINE-STANDARD<br />

Praktisch alle großen Anbieter von Powerline-Adaptern nutzen<br />

den Standard HomePlug AV. Ähnlich wie im WLAN<br />

sorgt er dafür, dass sich Geräte unterschiedlicher Hersteller<br />

verstehen und miteinander im selben Netzwerk betrieben<br />

werden können. Das internationale Normungsgremium<br />

IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) hat<br />

den Standard in der Norm IEEE P1901 ratifiziert und veröffentlicht.<br />

Sie gilt allerdings nur für Adapter mit 200 und 500<br />

Megabit pro Sekunde, die älteren HomePlug-Versionen mit<br />

14 und 85 MBit/s können sich nicht ins Netzwerk einklinken.<br />

Der Verbindungsaufbau und die Verschlüsselung per Tastendruck<br />

am Adapter funktioniert bei allen Geräten gleich.<br />

Für die Verwaltung größerer Netzwerke bieten die Hersteller<br />

kostenlose Programme an, die aber meist nur hauseigene<br />

Adapter anzeigen (siehe Netgear, rechts). Löbliche Ausnahme:<br />

das Programm FRITZ!Powerline (Bild oben rechts), das<br />

auch Zugriff auf Modelle anderer Hersteller gewährt. Es lässt<br />

sich von der AVM-Website herunterladen – für Windows und<br />

laut Hersteller in Kürze auch für Mac OS.<br />

02.2013 connected-home.net 55


KNOW-HOW POWERLINE<br />

SPEZIALISTEN: ADAPTER FÜR BESONDERE EINSÄTZE<br />

Heimkino-Zentrale: Der schnelle Netgear XAV5004<br />

(500 MBit/s) besitzt auf der Rückseite vier Ethernet-Buchsen<br />

für Smart TV, AV-Receiver, Blu-ray-Player und Co. Sein zwei<br />

Meter langes Netzkabel erleichtert die flexible Aufstellung in<br />

Schrankwänden und Regalen. Nur im Set mit einem Steckdosen-Adapter<br />

XAV5001 erhältlich (Preis: um 130 Euro).<br />

Sat-Receiver: Der devolo dLAN TV Sat 2400-CI+ holt<br />

Satelliten-Fernsehen ins Wohnzimmer – ganz ohne<br />

Kabelverlegen. Die Verbindung zur Antenne auf dem<br />

Dach stellt das Power line-Netzwerk her. Der eigentliche<br />

Tuner sitzt dabei in der Nähe der Schüssel und speist<br />

sein Signal per Steckdose ins Stromnetz ein. Das Set<br />

inklusive Powerline-Adapter kostet rund 400 Euro.<br />

Komplettlösung: Mit 15,2 cm x 7,6 cm x 4 cm Gehäusegröße<br />

zählt der dLAN 500 AV Wireless+ zu den gewaltigsten<br />

Vertretern seiner Art. Dafür hat devolo aber auch<br />

alles eingebaut, was man zum Netzwerken braucht: 500<br />

MBit/s, drei Ethernet-Buchsen und einen Access Point für<br />

WLAN-Verbindungen (802.11a/b/g/n mit 2,4 und 5 GHz).<br />

So lässt sich zum Beispiel die Entfernung zum DSL-Anschluss<br />

im Keller mit Powerline überbrücken und trotzdem<br />

in der Wohnung drahtlos surfen. Preis: knapp 110 Euro.<br />

Überwachungskamera: Die dLAN LiveCam von devolo<br />

(um 100 Euro) sendet ihre Aufnahmen über den<br />

Stromanschluss mit 200 MBit/s ins Powerline-Netzwerk<br />

und von dort ins Internet. Mit der kostenlosen App<br />

dLAN Cockpit für Apple und Android lassen sich die<br />

Live-Bilder der Kamera auch unterwegs abrufen.<br />

AirPlay-Empfänger: Der Netgear XAU2511 (200 MBit/s,<br />

um 100 Euro) bringt AirPlay-Musik von iPhone & Co. auf die<br />

Stereoanlage. Dazu wird sein USB-Anschluss per Adapterkabel<br />

mit der Anlage verbunden. Der XAU2511 lässt sich<br />

danach wie andere AirPlay-Geräte im Menü<br />

als externer Player auswählen (Bild).<br />

Sogar mit Android-<br />

Apps wie Twonky<br />

Beam klappt das<br />

Streaming – und<br />

mit aktueller Firmware<br />

(0.2.1.7)<br />

auch auch von<br />

iTunes 11 aus.<br />

Miniatur-Ausgabe:<br />

Sein kompaktes Gehäuse<br />

(5,8 cm x 6,8 cm x<br />

3,1 cm) macht den<br />

FRITZ!Powerline 510E<br />

zum Adapter für beengte<br />

Platzverhältnisse<br />

– etwa hinter Regalen<br />

oder zwischen Schreibtisch und Wand. Auch der Stromverbrauch<br />

fällt mit 2 Watt für ein Modell der 500-MBit/s-<br />

Klasse erfreulich niedrig aus. Dafür gibt’s nur eine Netzwerk-Buchse<br />

mit 100 MBit/s (Fast Ethernet), die aber<br />

fast immer ausreicht. Das 2er-Set kostet ca. 75 Euro.<br />

56<br />

connected-home.net 02.2013


WLAN-Router: Jedes Powerline-Netzwerk braucht einen<br />

Router, der den Datenverkehr regelt. Im DHP-1565 von<br />

D-Link (um 90 Euro) ist die Stromvernetzung mit 500 MBit/s<br />

gleich eingebaut. Ein externer Adapter zur Verbindung mit<br />

dem Powerline-Netz wird somit überflüssig.<br />

Wand-Steckdose: Ganz ohne Powerline-Adapter<br />

funktioniert die Netzwerkdose HomePlug AV vom<br />

Schalterspezialisten Gira (in ver schiedenen Designs erhältlich,<br />

Preis: ab etwa 103 Euro). Der Elektro installateur<br />

ersetzt einfach eine vorhandene Steckdose durch das<br />

200-MBit/s-Modell, und schon lassen sich Daten per<br />

Ethernet-Kabel direkt aus der Wand zapfen.<br />

Schalt-Steckdose: Der FRITZ!Powerline 546E von AVM<br />

kombiniert zwei Ethernet-Buchsen und WLAN (2,4 GHz) mit<br />

einer intelligenten Steckdose. Der 230-Volt-Anschluss lässt<br />

sich ferngesteuert ein- und ausschalten. Zudem zeichnet er<br />

den Stromverbrauch der angeschlossenen<br />

Geräte auf. Die Daten<br />

lassen sich per Internet-<br />

Browser anzeigen und auswerten.<br />

Die Steckdose soll Geräte<br />

bis 2.300 Watt und 10 Ampère<br />

verkraften, also auch Geschirr spüler,<br />

Mikrowellen oder große Side-by-<br />

Side-Kühlschränke. Der Preis stand<br />

bei Redaktionsschluss noch nicht fest.<br />

ben. Die Verwaltungsprogramme zu den Adap tern zeigen<br />

ebenfalls diesen theoretischen Wert an. Nach Erfahrungen<br />

der Redaktion und Messungen am Institut für<br />

Rundfunktechnik (IRT) sind in der Praxis etwa 70 bis 100<br />

MBit/s möglich. Das entspricht einem WLAN-Router mit<br />

der Funktechnik 802.11n – unter optimalen Bedingungen<br />

und wenn dieser nicht allzu weit entfernt steht.<br />

Auch im Powerline-Netzwerk nimmt die Leistung mit<br />

zunehmender Distanz ab – in diesem Fall mit der Leitungslänge.<br />

Das liegt an der natürlichen Dämpfung im<br />

Kupferkabel. Viele moderne Adapter zeigen die Qualität<br />

ihrer Verbindung mit dreifarbigen Leuchtdioden an:<br />

Grün steht für hohen Datendurchsatz, Gelb für reduziertes<br />

Tempo und Rot für ein lahmes Netzwerk.<br />

Störungen eliminieren<br />

Mitunter genügt schon ein Wechsel der Steckdose, um<br />

das Übertragungstempo zu steigern. In Tests von<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> schwankte die Datenrate innerhalb<br />

eines Raumes um <strong>mehr</strong> als das Doppelte – je<br />

nachdem, wo der Adapter saß.<br />

Ein Ver wal tungsprogramm wie devolo Cockpit oder<br />

FRITZ!Po wer line” (siehe Kasten, links) leistet dabei<br />

gute Dienste, weil es den Brutto-Datendurchsatz anzeigt<br />

– und zwar getrennt für Senden und Empfangen.<br />

So lässt sich mit etwas Herumprobieren derjenige<br />

Stromanschluss im Raum herausfinden, der für Abrufe<br />

von HD-Filmen aus Online-Videotheken am besten<br />

geeignet ist.<br />

Nach dem Umstecken empfiehlt es sich, einige Minuten<br />

zu warten, bis das Programm einen stabilen Wert zeigt.<br />

„Powerline ist selbstlernend, es pegelt sich ein”, erklärt<br />

AVM-Mann Gorden Haberla den Effekt. Und wenn der<br />

Durchsatz nicht überzeugt, sollte man die betreffende<br />

Steckdose meiden. Der Mix von 200- und 500-GByte-<br />

Adaptern stellte im Test kein Problem dar, solange die<br />

einfacheren Modelle nicht selbst an der Kommunikation<br />

beteiligt waren. Ein Dialog zwischen beiden Typen<br />

kann natürlich nur so schnell ablaufen, wie der langsamere<br />

Partner es zulässt. Und am Router sollte möglichst<br />

ein Modell mit 500 MBit/s sitzen, damit der Internet-Zugang<br />

nicht für alle zum Flaschenhals wird.<br />

Prinzipiell gilt: Powerline-Adapter gehören in die Wand<br />

und nicht in eine Mehrfach-Steckerleiste, wo sie den<br />

Störungen anderer Geräte schutzlos ausgeliefert sind.<br />

Soll auch der Fernseher oder Blu-ray-Player mit Strom<br />

versorgt werden, sollte man lieber einen Adapter mit<br />

integrierter Steckdose kaufen und die Steckerleiste<br />

02.2013 connected-home.net 57


KNOW-HOW POWERLINE<br />

STREAMING IN<br />

HD-QUALITÄT<br />

Das QOS-Protokoll<br />

(Quality of Service) im<br />

Powerline-Standard<br />

HomePlug AV sorgt<br />

dafür, dass Bild- und<br />

Tonsignale Vorrang vor<br />

anderen Daten haben.<br />

daran anschließen. Das hat noch einen anderen Vorteil:<br />

Die Adap ter-Steckdosen verfügen meist über einen<br />

Netz filter, der Impulse von Schaltnetzteilen, Ladegeräten<br />

oder Lampen-Dimmern zurückhält. Diese Entstörung<br />

kann die Datenübertragung weiter verbessern.<br />

Den Stromverbrauch senken<br />

Moderne HomePlug-Adapter brauchen wenig Strom.<br />

Eine Standby-Schaltung schickt sie in den Tiefschlaf,<br />

wenn das angeschlossene Gerät einige Minuten lang<br />

keine Daten <strong>mehr</strong> liefert oder angefordert hat. Es gibt<br />

allerdings Spezialisten, die keinen echten Ruhezustand<br />

Powerline ist ideal<br />

für junge Leute in<br />

alten Wohnungen<br />

kennen. Dazu gehören Modelle mit WLAN wie der devolo<br />

dLAN 500 AV Wireless+, die allzeit startbereit auf<br />

Funksignale warten, oder die Music Streaming Box<br />

XAU2511 von Netgear, mit der sich AirPlay-Signale von<br />

iTunes, iPad & Co. empfangen lassen. Ihr Plus an <strong>Komfort</strong><br />

sorgt für zusätzlichen Stromverbrauch. Netgear<br />

stattet Modelle wie den XAU2511 oder den XAV5004<br />

deshalb mit einem mechanischen Schalter aus. Der<br />

trennt die Adapter bei Nichtgebrauch vom Netz. Ausstecken<br />

geht natürlich auch.<br />

Einen Bestwert für 500er-Adapter ohne Sonderfunktionen<br />

setzt AVM mit FRITZ!Powerline 510E und 530E.<br />

Beide nutzen den neuen Qualcomm-Chip Atheros AR<br />

7420. Der verfügt zwar nicht über Gigabit-Ethernet, sondern<br />

nur über die langsamere Fast-Ethernet-Schnittstelle<br />

(100 MBit), ermöglicht dafür aber im Betrieb einen<br />

Stromverbrauch von maximal zwei Watt und ist obendrein<br />

preisgünstig. 100 Megabit pro Sekunde reichen<br />

angesichts der Datenraten im Powerline-Netzwerk locker<br />

aus. Auch Marktführer devolo will in Kürze Produkte<br />

mit dem preiswerten Stromspar-Chip vorstellen,<br />

weitere Hersteller dürften folgen.<br />

Die Sicherheit erhöhen<br />

Bei aller Begeisterung fürs Vernetzen sollten Power line-<br />

Nutzer eines nicht vergessen: die Sicherheit. Alle Home-<br />

Plug-Adapter sind ab Werk verschlüsselt, häufig aber<br />

nur mit dem Standard-Passwort „HomePlug AV”. So<br />

kann der Nachbar ungewollt Zugriff bekommen: Die<br />

Stromleitungen im Mehrfamilienhaus müssen dazu nur<br />

eng nebeneinander in einem Kabelkanal verlaufen. Wenige<br />

Meter reichen dem Powerline-Signal aus, um von<br />

einer Wohnung auf die andere überzuspringen.<br />

Am besten das Netzwerk daher selbst verschlüsseln –<br />

per Software am PC oder über die Schlüsseltaste am<br />

Adapter selbst: Wird sie nacheinander an zwei Modellen<br />

gedrückt, einigen sich die beiden auf ein Zufallspasswort,<br />

das der Nachbar garantiert nicht kennt. Danach<br />

lassen sich die Adapter beliebig umstecken oder in ein<br />

neues Domi zil mitnehmen. Das geht mit eingemauerten<br />

LAN-Kabeln nicht, beim Umzug in den nächsten Altbau<br />

steht man wieder vor demselben Problem. Deshalb<br />

empfiehlt Christoph Rösseler die Technik auch vor allem<br />

für mobile Menschen, die häufig umziehen: „Power line<br />

ist ideal für junge Leute in alten Wohnungen”.<br />

58<br />

connected-home.net 02.2013


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Datum Unterschrift WK 3009 M


KNOW-HOW FRITZ!BOX<br />

FON 1 – 3<br />

– Anrufbeantworter<br />

– Telefonanlage<br />

– Faxgerät<br />

USB-BUCHSE<br />

– Daten-Stick<br />

– Medienfestplatte<br />

Eine Box für alles<br />

AVMs FRITZ!Boxen sind mit Abstand die erfolgreichsten Modem-Router in deutschen<br />

Haushalten. Das ist kein Wunder, denn die Geräte weisen eine Vielzahl praktischer<br />

Sonderfunk tionen auf: Online-Festplatte, Medien-Streaming oder Netzbeschleuniger.<br />

D<br />

Von Michael Seemann<br />

er Name „FRITZ!Box“ hat sich schon seit<br />

Längerem als Markenzeichen für qualitativ<br />

hochwertige und innovative WLAN-<br />

Router im heimischen Netzwerk etabliert. Dabei heben<br />

sich die Geräte des deutschen Herstellers AVM von<br />

der Konkurrenz in <strong>mehr</strong>eren wichtigen Punkten ab.<br />

So enthält eine FRITZ!Box neben Router, Switch und<br />

Access-Point grundsätzlich ein Modem für den entsprechenden<br />

Online-Zugang. Damit steckt die komplette<br />

Zugangs- und Heimnetz-Hardware platzsparend<br />

in einer Box.<br />

60<br />

connected-home.net 02.2013


LAN 1 – 4:<br />

– Video-Streaming<br />

– Music Box<br />

– Heimnetz<br />

– NAS und Backup<br />

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind die in vielen<br />

Modellen enthaltenen Telefonie-Funktionen für Festnetz-<br />

und Internet-Anschlüsse. Hinzu kommen bereitgestellte<br />

NAS-Funktionen, Print-Server, Medien-Server,<br />

eine ausgezeichnete, kontextsensitive Online-Hilfe<br />

im Router-Menü und die konsequente Versorgung mit<br />

Firmware-Updates, die fast immer neue, nützliche<br />

Funktionen für die FRITZ!Box bereitstellen. Aktuell gibt<br />

es für den Heimnetzbereich kein Gerät eines anderen<br />

Herstellers, das eine ähnlich umfassende Funktionalität<br />

besitzt wie die FRITZ!Box.<br />

Dabei ist die Bezeichnung FRITZ!Box nur ein Sammelbegriff<br />

für eine ganze Reihe verschiedener Router-Modelle<br />

mit unterschiedlichen Ausstattungs- und Leistungsmerkmalen.<br />

Die folgende Kaufberatung soll dabei<br />

helfen, die Suche nach der passenden FRITZ!Box einzugrenzen.<br />

Der Übersichtlichkeit halber wird dabei nur auf die aktuellen,<br />

als Neugeräte erhältlichen FRITZ!Box-Modelle<br />

eingegangen. Auch die unzähligen Sondermodelle, die<br />

AVM für diverse Zugangs-Provider fertigt und die –<br />

von Einzelverkäufen bei eBay einmal abgesehen – nicht<br />

offiziell im Handel verfügbar sind, haben wir nicht<br />

berücksichtigt.<br />

DSL, Kabel oder LTE?<br />

Die erste wichtige Entscheidung für ein AVM-Router-<br />

Modell fällt mit der Wahl der Online-Verbindungsart. Da<br />

FRITZ!Box-Geräte immer mit einem Modem ausgestattet<br />

sind, legt man sich beim Kauf einer FRITZ!Box auf<br />

einen bestimmten Internet-Zugang fest: DSL, Kabel<br />

oder LTE. Wer sich für einen Kabelanschluss entscheidet,<br />

ist bei der Auswahl eingeschränkt, zumal eine<br />

FRITZ!Box mit Kabelmodem im freien Handel nicht<br />

02.2013 connected-home.net<br />

61


KNOW-HOW FRITZ!BOX<br />

DIVERSE<br />

VARIANTEN<br />

Bei den DSL-FRITZ!Box-<br />

Routern kommt die<br />

Serie 7XXX mit Telefonie<br />

(Telefonanlage, VoIP<br />

etc.), die Serie 3XXX<br />

hingegen ohne Telefonie.<br />

Die Serie 68XX<br />

besitzt ein integriertes<br />

LTE-Modem, die hier<br />

nicht aufgeführte Serie<br />

63XX ein Kabelmodem.<br />

(Quelle: AVM)<br />

Für anspruchsvolle<br />

Kabelkunden empfehlen<br />

wir die große Box<br />

erhältlich ist. Das derzeit leistungsstärkste Modell ist<br />

die FRITZ!Box 6360 Cable, die unter anderem mit<br />

WLAN N300 (2,4 oder 5 GHz), einem 4-GBit-Switch,<br />

einer Telefonanlage mit VoIP-, ISDN- und Analog-Anschluss<br />

inklusive DECT-Basisstation ausgestattet ist.<br />

Manche Kabel-Provider bieten auch die abgespeckte<br />

FRITZ!Box 6340 Cable an, die jedoch nur für den interessant<br />

ist, der keinen USB-Port (inklusive NAS, Printund<br />

Medienserver) benötigt und auch die fehlende<br />

DECT-Basisstation nicht vermisst. Ansonsten empfehlen<br />

wir Kabelkunden die „große“ FRITZ!Box 6360.<br />

Bei den LTE-Router-Modellen von AVM sieht es ebenfalls<br />

übersichtlich aus. Im Handel verfügbar ist derzeit<br />

die FRITZ!Box 6840 LTE, deren LTE-Modem die beiden<br />

Frequenzbänder bei 800 MHz (Land) und 2.600 MHz<br />

(Ballungsräume) unterstützt. Darüber hinaus ist des<br />

Geräts bis auf den ISDN-Anschluss nahezu identisch<br />

ausgestattet wie die FRITZ!Box 6360.<br />

Eine deutlich kleinere LTE-Router-Variante ist die<br />

FRITZ!Box 6810. Das Gerät bietet WLAN N300 (2,4<br />

GHz), Internet-Telefonie und eine DECT-Basisstation,<br />

jedoch keinen analogen Telefonanschluss, keinen USB-<br />

Host und nur einen herkömmlichen LAN-Port (Fast<br />

Ethernet). Wer seinen LTE-Anschluss vornehmlich mit<br />

WLAN-Clients sowie DECT-Telefonen nutzt und keinen<br />

USB-Port mit Server-Funktionen benötigt, findet hier<br />

eine handliche und zudem stromsparende Heimnetzzentrale.<br />

Legt man besonderen Wert auf ein schnelles,<br />

multifunktionales Heimnetz, kommt man um das rund<br />

50 Euro teurere Modell 6840 nicht herum.<br />

Die größte Vielfalt an Modem-Routern besitzt AVM aber<br />

im DSL-Bereich, denn DSL ist der mit Abstand am häufigsten<br />

genutzte Breitbandzugang in Deutschland.<br />

AVM teilt seine DSL-Modelle in eine 7er-Serie und eine<br />

3er-Serie auf, wobei in die 3er-Serie keine Telefonfunktionen<br />

integriert sind. Wer also vornehmlich per Handy<br />

telefoniert oder die eigene Telefonanlage weiternutzen<br />

möchte, kann sich die Modelle 3370 und 3270 näher<br />

ansehen. Die FRITZ!Box 3370 unterstützt auch schnel-<br />

62<br />

connected-home.net 02.2013


FRAGEN ZUR FRITZ!BOX<br />

le VDSL-Anschlüsse bis zu 100 MBit/s und hat zudem<br />

AVMs schnellsten Access Point (450 MBit/s) an Bord.<br />

Das rund 50 Euro günstigere Modell 3270 bietet mit<br />

seinem ADSL2+-Modem maximal 16 MBit/s Online-<br />

Transfer und besitzt nur einen Fast-Ethernet-Switch.<br />

Die Kaufempfehlung liegt hier klar beim Modell 3370,<br />

da es mit seinem VDSL-Modem und dem integrierten<br />

Gigabit-Switch auch mittelfristig noch mithalten kann.<br />

Die 50 Euro <strong>mehr</strong> sind hier sinnvoll investiert.<br />

In der 7er-Serie besitzen alle Geräte WLAN N300, USB-<br />

Ports für Speicher und Drucker sowie umfangreiche<br />

Telefonie-Funktionen. Diese Geräte eignen sich für alle<br />

Nutzer, die auch weiterhin über Festnetztelefone kommunizieren<br />

möchten. Die beiden Modelle 7270 und<br />

7330 sind aufgrund des ADSL2+-Modems nicht zu<br />

empfehlen. Bei den verbleibenden beiden VDSL-Modellen<br />

7360 und 7390 fällt die Entscheidung noch leichter:<br />

Die 7360 kostet rund 175 Euro, spannt ein einfaches<br />

WLAN N300 (2,4 GHz) auf, besitzt keinen ISDN-Anschluss<br />

und nur einen halben Gigabit-Switch. Für nur<br />

30 Euro <strong>mehr</strong> gibt es den Top-Router 7390 mit echtem<br />

Dualband-WLAN, einem 4-Port-Gigabit-Switch und einen<br />

ISDN-Anschluss – eine klare Kaufempfehlung.<br />

Genügt ADSL2+?<br />

Wer mittelfristig denkt, sollte bei DSL-FRITZ!Box-Routern darauf achten, dass<br />

das integrierte Modem nur ADSL2+ (bis 16 MBit/s) oder zusätzlich auch VDSL<br />

(bis 100 MBit/s) unterstützt.<br />

2,4, 2,4/5 oder 2,4 + 5 GHz?<br />

Eine FRITZ!Box, deren Access Point entweder ein 2,4-GHz- oder ein 5-GHz-<br />

WLAN (2,4/5 GHz) aufspannen kann, bringt keine Vorteile gegenüber einem<br />

Router mit 2,4-GHz-WLAN (2,4 GHz). Einen Vorteil bringt nur ein echter Dualband-Router,<br />

der beide Frequenzbänder gleichzeitig bereitstellen kann (2,4 +<br />

5 GHz).<br />

USB-Port oder nicht?<br />

Ein (oder zwei) USB-Port(s) an einer FRITZ!Box sind praktisch, um Speicher<br />

und Drucker im Netzwerk verfügbar zu machen. Doch lassen sich inzwischen<br />

auch kostengünstige Drucker per WLAN ins Heimnetz einbinden – und fast<br />

jedes Heimnetz-NAS ist mit einem Media-Server ausgestattet.<br />

Mit oder ohne Telefonie?<br />

Wer fast ausschließlich per Handy telefoniert, benötigt keinen Festnetz-Anschluss.<br />

Doch Vorsicht: Nicht jeder Provider bietet einen reinen Internet-Tarif<br />

(ohne Telefonanschluss) an.<br />

02.2013 connected-home.net 63


KNOW-HOW FRITZ!BOX<br />

Die FRITZ!Box als<br />

NAS & Medien-Server<br />

FRITZ!Box-Modelle mit USB-Ports machen herkömmliche externe Festplatten<br />

zum Netzwerkspeicher und stellen Fotos, Bilder und Videos als Medien-Server<br />

im Heimnetz bereit.<br />

E<br />

in FRITZ!Box-Router mit USB-Port lässt sich<br />

zugleich als Netzwerk-Festplatte und Medien-Server<br />

nutzen. Dazu muss man nur einen<br />

externen Speicher an den oder die USB-Ports des<br />

Routers anschließen – und schon ist der Inhalt des<br />

Speichers im Heimnetz verfügbar.<br />

Der Zugriff auf angeschlossene Speichermedien funktioniert<br />

im Heimnetz über SMB, HTTP und FTP. Für den<br />

SMB-Zugriff gibt man \\fritz.nas in die Adresszeile des<br />

Windows Explorer ein, und schon erscheint die gleichnamige<br />

Windows-Freigabe. Der Zugriff über HTTP<br />

funktioniert mit http://fritz.nas über den Browser.<br />

Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Heimnetz-NAS<br />

bietet AVMs Netzwerkspeicher keine richtige Benutzerverwaltung,<br />

jedoch lässt sich der Zugriff im Heimnetz<br />

auf angeschlossene Speicher mit einem Kennwort<br />

schützen. Allerdings kann der Kennwortschutz nicht<br />

auf einzelne Verzeichnisse begrenzt werden. Das gilt<br />

auch für die Zugriffsrechte.<br />

Wer im Heimnetz schnell mit dem am NAS angeschlossenen<br />

Speicher arbeiten möchte, kann in der FRITZ!Box-<br />

Oberfläche unter Heimnetz/Speicher (NAS)/Sicherheit<br />

im Bereich Heimnetz auf einen Kennwortschutz verzichten.<br />

Die Zugriffsrechte sollten im Heimnetz auf lesen<br />

und schreiben gestellt sein. Wird die Internet-Freigabe<br />

genutzt, ist ein Kennwort erforderlich.<br />

Leider ist die USB-2.0-Schnittstelle an der FRITZ!Box<br />

nicht für das Übertragen größerer Datenmengen geeignet.<br />

Das Beschreiben über das Netzwerk läuft gemächlich<br />

mit etwa 2 MByte/s, die Lesegeschwindigkeit liegt<br />

bei 3 MByte/s. Hier sollte man das Laufwerk also besser<br />

vom Router abziehen und direkt an den Rechner<br />

anschließen. So kommt man auf die rund zehnfache<br />

Übertragungsgeschwindigkeit. Unabhängig von der<br />

geringen Übertragungsrate lässt sich der an die<br />

FRITZ!Box angeschlossene Speicher jedoch sehr gut<br />

als Medien-Server für Musikdateien, Fotos und Filme<br />

(Full HD nur eingeschränkt) verwenden. Die Medienbi-<br />

SOFTWARE<br />

IM ÜBERBLICK<br />

Links: Mit der FRITZ!App<br />

Media lässt sich Musik<br />

vom Medien-Server der<br />

FRITZ!Box am Smartphone<br />

oder an einem<br />

beliebigen DLNA-Renderer<br />

ausgeben.<br />

Rechts: Mit einem Klick<br />

auf den entsprechenden<br />

Link in der Spalte Datei-<br />

Index wird die Medienbibliothek<br />

des USB-Speichers<br />

aktualisiert.<br />

64<br />

connected-home.net 02.2013


liothek lässt sich von jedem beliebigen UPnP-AVoder<br />

DLNA-Client – auch Renderer oder Control Point<br />

genannt – abspielen oder auf weitere DLNA-Geräte<br />

umleiten.<br />

Der Medien-Server lässt sich in der FRITZ!Box-Oberfläche<br />

unter Heimnetz/Speicher (NAS)/Aktivierungen<br />

starten. Wer nicht automatisch alle an der FRITZ!Box<br />

angeschlossenen Speicher im Medien-Server freigeben<br />

möchte, kann die Medienfreigabe auch nur auf bestimmte<br />

Speichermedien beschränken.<br />

Achtung: Unter Umständen muss das Erstellen der Medienbibliothek<br />

eines angeschlossenen Speichers erst<br />

angestoßen werden. Dazu klickt man unter Heimnetz/<br />

Speicher/Aktivierungen ganz oben in der Liste der angeschlossenen<br />

USB-Speicher auf den entsprechenden<br />

Link in der rechten Spalte unter Datei-Index. Wird hier<br />

nicht erstellt angezeigt, sollte man die Indexierung mit<br />

einem Klick darauf selbst anstoßen. Das gilt auch, wenn<br />

man neue Bilder, Musik oder Videos auf den USB-Speicher<br />

hochgeladen hat.<br />

Der Zugriff auf den FRITZ!Box-Medienserver funktioniert<br />

mit jedem UPnP-AV- oder DLNA-Client wie zum<br />

Beispiel einem Webradio, netzwerkfähigen Mediaund<br />

Blu-ray-Playern, Spielkonsolen, Smart TVs und<br />

natürlich auch vom Tablet oder Smartphone aus, falls<br />

man die entsprechende App installiert hat. AVM bietet<br />

für Android-Geräte das kostenlose FRITZ!App Media<br />

an. Damit lassen sich auf Smartphone und Tablet alle<br />

verfügbaren DLNA-Medien-Server im Heimnetz anzeigen<br />

und deren Inhalte abspielen. Hat man weitere<br />

DLNA-Wiedergabegeräte (Renderer) im Heimnetz,<br />

kann das gewünschte Ausgabegerät gewählt werden.<br />

Nun lässt sich das Android-Gerät wie eine Fernbedienung<br />

einsetzen.<br />

FRITZ!Box:Vernetzung<br />

und Fernzugriff<br />

Neben der Vernetzung über WLAN bieten aktuelle FRITZ!Box-Router einen<br />

komfortablen Zugriff via Online-Verbindung. Eine kostenlose Anmeldung<br />

beim AVM-Dienst Myfritz.net genügt.<br />

W<br />

er sein Heimnetz um zusätzliche Geräte erweitern<br />

möchte, kann bei FRITZ!Box-Routern<br />

auf das drahtlose WLAN oder das Netzwerkkabel<br />

zurückgreifen. Zusätzlich sind alle aktuellen<br />

FRITZ!Box-Modelle mit WLAN-n-Access-Point mit einem<br />

sogenannten Gastzugang ausgestattet. Ist dieser<br />

aktiviert, können Gäste und Besucher über einen eigenen,<br />

vom Heimnetz vollständig abgetrennten WLAN-<br />

Zugang ins Internet gehen. Auf diese Weise vermeidet<br />

man die unangenehme Situation, Gästen den vollen Zugriff<br />

auf das eigene Heimnetz und alle angeschlossenen<br />

Geräte geben zu müssen. Seit der Firmware-Version<br />

5.2x (auch FRITZ!OS genannt) lässt sich bei bestimmten<br />

FRITZ!Box-Routern auch ein LAN-Port (LAN 4) als<br />

Gastzugang einrichten. Jedes daran angeschlossene<br />

Gerät hat Zugang zum Internet, jedoch nicht auf das<br />

restliche Heimnetz, die FRITZ!Box-Oberfläche oder auf<br />

am USB-Port der Box angeschlossenen Speicher.<br />

An den Gäste-LAN-Port lassen sich mittels Switch,<br />

Access Point oder über einen Powerline-Adapter auch<br />

<strong>mehr</strong>ere Netzwerkgeräte anschließen. Der eigene Online-Zugang<br />

lässt sich auf diese Weise auch mit einem<br />

Nachbarn teilen. Der Gästezugang über LAN wird nach<br />

aktuellem Firmware-Update derzeit von den meisten<br />

FRITZ!Box-Versionen mit 4-Port-Switch, darunter auch<br />

7390, 7270 (v2 und v3) oder 3270 unterstützt.<br />

Die Dualbandfähigkeit der FRITZ!Box 7390 lässt sich<br />

seit dem Update auf FRITZ!OS auch nutzen, um sich<br />

vorübergehend eine alternative Online-Verbindung per<br />

WLAN zu beschaffen. Dazu wählt man in der<br />

02.2013 connected-home.net 65


KNOW-HOW FRITZ!BOX<br />

MEHRERE<br />

BOXEN<br />

Rechts: Unter einem<br />

MyFRITZ!-Konto lassen<br />

sich auch <strong>mehr</strong>ere<br />

FRITZ!Boxen verwalten.<br />

Allerdings sollten sich<br />

die Internet-Passwörter<br />

der beiden Router unterscheiden.<br />

Unten: Für den komfortablen<br />

Zugriff von unterwegs<br />

bietet AVM den<br />

Fernzugriff auch in einer<br />

für Smartphones optimierten<br />

Ansicht an.<br />

Benutzer oberfläche unter Internet/Zugangsdaten/Internet-Anbieter<br />

im ersten Drop-down-Menü die Option<br />

Vorhandener Zugang über WLAN aus. Anschließend<br />

erscheint eine Liste mit verfügbaren Access Points in<br />

der Umgebung, deren Online-Zugang die FRITZ!Box,<br />

die sich nun selbst wie ein WLAN-Client verhält, mitnutzen<br />

kann. Hierzu muss der entsprechende WPA-<br />

Schlüssel des Access Points bekannt sein.<br />

Der Zugriff auf den FRITZ!NAS-Speicher aus dem Internet,<br />

ebenso wie die Fernwartung des AVM-Routers,<br />

ist schon seit Längerem möglich, jedoch musste man<br />

bisher auf die Zugangsdaten eines externen DynDNS-<br />

Anbieters zurückgreifen. Mit Einführung der neuen<br />

FRITZ!OS-Firmware bietet AVM nun auch einen eigenen<br />

Fernzugriffsdienst namens MyFRITZ! an. Diese<br />

neue Firmware ist aktuell für die FRITZ!Box-Modelle<br />

7390, 7360, 7330, 7320, 7312, 7270, 7240, 6360, 6840,<br />

3370 und 3270 erhältlich. Die Registrierung erfolgt dabei<br />

aus der Benutzeroberfläche der FRITZ!Box heraus<br />

unter Internet/MyFRITZ!. Als Benutzername wählt man<br />

eine gültige E-Mail-Adresse sowie ein Passwort.<br />

Nach erfolgreicher Registrierung bei MyFRITZ! lässt<br />

sich die eigene FRITZ!Box von jedem Rechner mit Internet-Zugang<br />

aufrufen. Nach Eingabe der beiden Kennwörter<br />

auf dem Portal MyFritz.net öffnet sich die<br />

MyFRITZ!-Oberfläche im Browser. Diese zeigt bei den<br />

Modellen mit Telefonfunktion die aktuelle Anrufliste sowie<br />

die Liste der auf dem Anrufbeantworter hinterlassenen<br />

Sprachnachrichten. Unter FRITZ!NAS erhält man<br />

außerdem Zugriff auf den oder die an der FRITZ!Box<br />

angeschlossenen USB-Speicher. So lassen sich beliebige<br />

Dateien aus dem Heimnetz auf jeden Online-Rechner<br />

herunterladen. Die Erlaubnis für den Fernzugriff stellt<br />

man in der Benutzeroberfläche unter Heimnetz/Speicher<br />

(NAS) ein. Hier lässt sich auswählen, welches Verzeichnis<br />

auf dem Datenträger man bereitstellen möchte. Unter<br />

Sicherheit sollte unbedingt noch ein zusätzliches NAS-<br />

Kennwort für den Zugriff aus dem Internet vergeben werden.<br />

Wer auch von der Ferne aus Dateien auf das Laufwerk<br />

übertragen möchte, muss unter Zugriffsrechte die<br />

Option lesen und schreiben aktivieren.<br />

Telefonanlage mit<br />

und ohne VoIP<br />

Die FRITZ!Box ist nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil es AVM<br />

ge lungen ist, Telefonie-, Netzwerk- und Internet-Funktionen<br />

geschickt miteinander zu kombinieren.<br />

F<br />

ür diesen Beitrag haben wir einige besonders<br />

praktische Telefonie-Funktionen ausgewählt,<br />

die das Zusammenspiel der drei Bereiche<br />

Netzwerk, Internet und Telefonie unterstreichen. Einige<br />

finden sich allerdings nur in moderneren AVM-Routern,<br />

welche die neue Fritz-OS-Firmware unterstützen.<br />

Neben herkömmlichen Telefonen lassen sich in einer<br />

FRITZ!Box auch bis zu fünf Anrufbeantworter einrichten.<br />

Der dazu nötige Speicher kann bei Bedarf auch auf<br />

den externen USB-Datenträger ausgelagert werden.<br />

Ein Anrufbeantworter wird im Webmenü der FRITZ!Box<br />

unter Telefonie/Telefoniegeräte/Neues Gerät einrichten<br />

66<br />

connected-home.net 02.2013


angelegt. Um eine Nachricht nicht erst zu Hause abhören<br />

zu können, kann sich der Anwender diese auch<br />

direkt als Audio-Datei per E-Mail schicken lassen. Der<br />

Versand wird dabei vom Anrufbeantworter übernommen.<br />

Sobald man einen internen Anrufbeantworter eingerichtet<br />

hat, lässt sich in dessen Einstellungen im Reiter<br />

Merkmale die Option Nachrichten per E-Mal versenden<br />

aktivieren. Wer möchte, kann die versandten<br />

Nachrichten auch gleich löschen lassen.<br />

Wichtig: Für den Versand von E-Mails benötigt die<br />

FRITZ!Box die Zugangsdaten zu einem gültigen E-Mail-<br />

Konto samt Hostnamen des SMTP-Servers. Falls noch<br />

kein anderer Push-Service genutzt wird, werden diese<br />

Zugangsdaten einmalig abgefragt.<br />

Per Smartphone im WLAN telefonieren<br />

Mit der FRITZ!App Fon für iOS- und Android-Geräte<br />

lassen sich vom Smartphone aus Telefonate über einen<br />

beliebigen Telefonanschluss der FRITZ!Box führen. Die<br />

Sprachverbindung zwischen FRITZ!Box und Smartphone<br />

läuft dabei über die WLAN-Verbindung. Die Einrichtung<br />

oder Verbindung der FRITZ!App Fon mit der<br />

FRITZ!Box funktioniert fast automatisch. In diesem Fall<br />

sollte das Smartphone direkt per WLAN mit dem AVM-<br />

Router verbunden sein.<br />

Nach Installation der App gibt man nur das Zugangspasswort<br />

zur Router-Oberfläche ein und schon ist die<br />

App als eigenes Telefongerät in der FRITZ!Box eingerichtet.<br />

Dort lassen sich dann noch weitere Einstellungen<br />

(verwendeter Telefonanschluss, abgehende Rufnummer<br />

etc.) vornehmen. Sowohl die WLAN-Verbindung<br />

zur FRITZ!Box als auch die schon bestehende<br />

Verbindung des Telefonanschlusses in der FRITZ!Box<br />

werden oben in der Smartphone-App angezeigt.<br />

Seit der neuen FRITZ!OS-Firmware lassen sich neben<br />

dem Telefonbuch der FRITZ!Box auch externe Telefonbücher<br />

oder Kontakte mit Telefonnummern importieren.<br />

Hierzu wechselt man in der Router-Oberfläche in<br />

die Einstellung Telefonie/Telefonbuch und klickt unten<br />

auf die Schaltfläche Neues Telefonbuch. In der folgenden<br />

Seite geht man auf die Option im Internet und kann<br />

im Drop-down-Menü unter den Anbietern 1&1, GMX,<br />

Google und Web.de wählen. Nach Eingabe der Zugangsdaten<br />

wird das neue Telefonbuch importiert und<br />

steht nun auf allen kompatiblen DECT-Telefonen zur<br />

Verfügung – auch in der FRITZ!App Fon. Wurde der<br />

Online-Kontakte-Ordner um zusätzliche Einträge erweitert,<br />

empfiehlt sich im FRITZ!Box-Menü ein Klick<br />

auf die grüne Synchronisieren-Taste.<br />

Während das FRITZ!App Fon eine reine Heimnetz-Anwendung<br />

ist, bietet AVM mit FRITZ!App Ticker Widget<br />

auch eine nützliche Anwendung für unterwegs. Im<br />

Smartphone installiert und eingerichtet, präsentiert<br />

Ticker Widget immer die aktuelle Anrufliste. Zwar könnte<br />

man sich die Anrufliste auch über den MyFRITZ!-<br />

Fernzugang im Browser anzeigen lassen, doch das ist<br />

umständlich. Im Smartphone möchte man mit einem<br />

Blick informiert sein und keine Passwörter eingeben.<br />

Nach der Installation der App unter Android holt man<br />

sich das Widget aus dem Smartphone-Pool auf die<br />

Android-Oberfläche. Man scrollt unter Mehr/Einstellungen/FRITZ!Box-Fernwartung<br />

nach unten, wählt<br />

MyFRITZ!-Zugangsdaten, gibt das Zugangskennwort<br />

zur FRITZ!Box-Router-Oberfläche ein, und das Widget<br />

kopiert die MyFRITZ!-Adresse und den Benutzernamen.<br />

Unter Kennwort trägt man das FRITZ!Box-Internet-Kennwort<br />

(nicht das MyFRITZ!-Kennwort) ein – und<br />

schon ist das Widget einsatzbereit.<br />

KOMFORT-<br />

TELEFON<br />

Links: Der Versand von<br />

Sprachnachrichten per<br />

E-Mail lässt sich erst<br />

nach Anlage eines<br />

Anrufbeantworters in<br />

dessen Eigenschaften<br />

aktivieren.<br />

Rechts: Die Telefonbuchauswahl<br />

steht auch<br />

in allen kompatiblen<br />

Telefongeräten zur Verfügung.<br />

Dazu zählt zum<br />

Beispiel auch die<br />

FRITZ!App Fon.<br />

02.2013 connected-home.net 67


KNOW-HOW NAS-SYSTEME ALS TV-REKORDER<br />

Universale<br />

TV-Zentrale<br />

NAS-Systeme können heute weit <strong>mehr</strong> als nur Daten speichern und im Netzwerk anbieten.<br />

Synology macht seine neuen Home-Server zu multifunktionalen TV-Tunern, die das gesamte<br />

Haus mit Fernsehen versorgen.<br />

68<br />

connected-home.net 02.2013


oft so technisch aus, wie ihr Name vermuten lässt. Man<br />

will sie deshalb gern in Ecken verschwinden lassen.<br />

Mittlerweile kämpfen viele Hersteller – allen voran Synology<br />

– gegen dieses schlechte Image an. Zwar ist<br />

die DS213 auch keine Schönheit, doch mit ihrem<br />

schwarzen Gehäuse bleibt sie nahezu unauffällig. Studiert<br />

man dagegen ihr Datenblatt, gewinnt sie sofort an<br />

Attraktivität. Dort entdeckt man Begriffe wie TV-Rekorder,<br />

Audio-Station oder Smartphone-App, die sofort<br />

die Neugier bei Heimkino- und Hi-Fi-Fans weckt.<br />

S<br />

Von Andreas Frank<br />

tellt man Fernseher, Lautsprecher, Verstärker,<br />

Player und Netzwerk-Festplatte<br />

nebenein ander, erinnert man sich an die<br />

Geschichte vom hässlichen Entlein auf. Fernseher verzücken<br />

durch schlanke Formen und scharfe Bilder, die<br />

sie ins Wohnzimmer bringen. Lautsprecher werden oft<br />

aus edlen Hölzern gefertigt, sodass sie außer mit akustischen<br />

auch mit opti schen Reizen verführen. Nicht so<br />

charmant sind Verstärker und Player, doch auch sie<br />

werden durch feine Metallgehäuse zum Blickfang.<br />

Netzwerk-Festplatten, auch Home-Server oder NAS<br />

(Network Attached Storage) genannt, sehen dagegen<br />

Kein Computer <strong>mehr</strong> nötig<br />

Der Besitzer wird nicht enttäuscht, wenn er die DS213<br />

in Betrieb nimmt. Wenn er am Computer den Einrichtungsassistenten<br />

startet, begrüßen ihn ansehnliche<br />

und leicht verständliche Menüs: Der Besitzer öffnet den<br />

Synology Assistant, der die Festplatte im Netzwerk aufspürt<br />

und zum Kon figurationsmenü im Web-Browser<br />

führt. Dort findet er etwa das Paket-Zentrum. Bei den<br />

Paketen handelt es sich um Apps, wie man sie von<br />

Smart TVs, Smartphones und Tablets kennt, die den<br />

Funktionsumfang der NAS-Sys teme erweitern.<br />

Die Medienserver-App macht die DS213 zum zentralen<br />

Lieferanten von Videos, Fotos und Musik im<br />

Netzwerk für UPnP- und DLNA-Clients. Im Paket-<br />

Zentrum findet man die passende App fürs Medien-<br />

Streaming mit Apple TV, iTunes und iPhone.<br />

Wer <strong>mehr</strong> <strong>Komfort</strong> für sein Bildarchiv möchte, installiert<br />

die Photo Station. Über die entsprechende App<br />

DS photo+ für Smartphones und Tablets kann der<br />

Nutzer bequem auf seine Bilder zugreifen – auch von<br />

unterwegs.<br />

Für Musik gibt es entsprechende Anwendungen mit<br />

der Audio Station und DS audio.<br />

Die Smartphone-App DS finder durchforstet das<br />

Netzwerk nach dem NAS und öffnet eine mobile Version<br />

des Konfigurationsmenüs im Web-Browser. Für<br />

den alltäglichen Gebrauch des NAS-Systems ist also<br />

kein Computer <strong>mehr</strong> erforderlich.<br />

Schließlich gibt es ein Paket namens Video Station.<br />

Es verbessert zunächst die Fähigkeiten des NAS-<br />

Systems als UPnP-Server von Video-Inhalten. Die<br />

DS213 greift etwa auf das Internet zu, um Covers und<br />

Informationen zu Filmen und TV-Serien zu laden. Installiert<br />

man die entsprechende App DS video auf<br />

seinem iPad, iPhone oder iPod, kann man über die<br />

angezeigten Cover bequem seine Filmsammlung<br />

durchforsten.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

69


KNOW-HOW NAS-SYSTEME ALS TV-REKORDER<br />

Simpel & komfortabel<br />

Synology macht nicht nur seine neuesten Modelle zu potenziellen<br />

TV-Tunern. Auch ältere Geräte, auf denen die Software<br />

Disk Station Manager (DSM) 4.1 installiert ist, lassen<br />

sich durch Anschließen eines kompatiblen DVB-T-Sticks<br />

aufrüsten.<br />

Das sind ausgewählte NAS-Systeme ab der 2009er-Modellreihe,<br />

erkenntlich an „09“ im Namen. Aber nicht alle DVB-T-<br />

Sticks funktionieren mit diesen Netzwerk-Festplatten. Eine<br />

Liste der kompatiblen Tuner – unter anderem Modelle von<br />

Hauppauge, TerraTec, PCTV oder Elgato – finden Sie auf<br />

der Website www.synology.com.<br />

Der EPG zeigt nicht nur Informationen zu den einzelnen Sendungen an. Der<br />

Nutzer kann so über den Web-Browser auch Aufnahmen programmieren.<br />

FERNSEHEN<br />

PER STICK<br />

DVB-T-Tuner im Taschenformat:<br />

Der EyeTV<br />

DTT von Elgato rüstet<br />

neben der Synology<br />

DS213 auch Computer<br />

zum TV-Empfänger auf.<br />

Für rund 60 Euro erhält<br />

man außerdem eine<br />

DVB-T-Antenne sowie<br />

eine Empfangs-Software<br />

für den Computer.<br />

Im Web-Browser lassen sich über das Paket-Zentrum zusätzliche Dienste<br />

installieren. Dazu zählt auch die Video Station, die das NAS-System zum<br />

TV-Rekorder macht.<br />

Der Nutzer kann über das Konfigurationsmenü im Web-Browser festlegen,<br />

wo die gespeicherten Aufnahmen auf der Festplatte abgelegt werden sollen.<br />

Wie bei einem ausgewachsenen TV-Rekorder ist es möglich, ganze<br />

Aufnahmereihen festzulegen, um etwa täglich eine TV-Serie aufzuzeichnen.<br />

Den Fernseher immer dabei: Über die App DS Video<br />

für Apple-Geräte lassen sich TV-Aufnahmen abrufen<br />

und Live-TV auf dem iPad oder iPhone genießen.<br />

70<br />

connected-home.net 02.2013


Maximale Freiheit<br />

Die DVBLink TV Server for Synology NAS für 25,21 Euro<br />

dient dazu, Satellitensignale zu empfangen. Die Installation<br />

erfolgt bequem über das Paket-Zentrum des Synology-<br />

NAS-Systems, das sich über den Web-Browser aufrufen<br />

lässt. Jedoch können nicht alle Synology-Festplatten mit<br />

DSM 4.1 mit diesem Paket aufgerüstet werden. Eine Ausnahme<br />

ist etwa die DS213+.<br />

Und leider funktioniert auch nicht jeder TV-Tuner. Ge naue<br />

Informationen dazu finden Sie im Internet auf den Websites<br />

von DVBLogic (www.dvblogic.com) und Synology (www.<br />

synology.com).<br />

Nichts für Laien: Jeder Empfänger muss manuell konfiguriert werden. Dafür<br />

unterstützt die Software auch DiSEqC und Unicable.<br />

Die Live-TV-Streams werden auf Netzwerk-Playern wie gewöhnliche Dateien<br />

angezeigt. Im Test nutzten wir etwa den Blu-ray-Player Panasonic DMP-<br />

BDT220 (im Bild).<br />

Der EPG ist unter anderem über den Web-Browser abrufbar. So lassen sich<br />

nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs Aufnahmen programmieren,<br />

wenn ein Internet-Zugang vorhanden ist.<br />

Der Nutzer besitzt vielfältige Einstellmöglichkeiten. Er kann etwa festlegen,<br />

welche Sender er nutzen will, und sie auch zu verschiedenen Gruppen<br />

zusammenfassen.<br />

Übersichtlicher und einfacher zu bedienen ist der EPG über die App DVBLink<br />

auf einem Tablet. In diesem Fall ist es ein iPad, über das sich auch Timer-<br />

Aufnahmen festlegen lassen.<br />

02.2013 connected-home.net 71


KNOW-HOW NAS-SYSTEME ALS TV-REKORDER<br />

SAT-TV<br />

PER USB<br />

Dieser Winzling bringt<br />

HDTV per Satellit auf<br />

Computer und NAS-<br />

Systeme. Für 80 Euro<br />

wird der PCTV DVB-S2-<br />

Stick (460e) außerdem<br />

mit Fernbedienung,<br />

USB-Verlängerungskabel<br />

und externem<br />

Netzteil ausgeliefert.<br />

Mit der Video Station<br />

lässt sich<br />

auch fernsehen.<br />

Dafür verbindet<br />

man einen<br />

TV-Tuner-<br />

Stick per USB mit<br />

dem NAS. Derzeit ist jedoch<br />

nur der terrestrische Empfang per DVB-<br />

T möglich. Die Installation ist simpel: Man öffnet<br />

via Web-Browser das NAS-Konfigurationsmenü und<br />

darin die Video Station. Von dort aus startet man den<br />

Kanalsuchlauf, wie man es von Set-Top-Boxen kennt.<br />

Danach sind die TV-Sender im Netzwerk verfügbar.<br />

Den meisten <strong>Komfort</strong> gibt es über die DS video-App<br />

auf Smartphones und Tablets mit iOS-Betriebssystem.<br />

Dort lässt sich per Fingertipp ein TV-Programm auswählen.<br />

Da die Anwendung nicht selbst den Stream<br />

abspielen kann, ist eine zusätzliche Player-App nötig.<br />

Wir haben den kostenlos erhältlichen OPlayerHD Lite<br />

verwendet. Wenn man in DS video auf einen Fernsehsender<br />

tippt, wird auto matisch die<br />

Player-App und damit der TV-Stream<br />

gestartet.<br />

Außerdem ist eine Programmzeitschrift<br />

integriert. Sie hilft auch beim<br />

Programmieren von Aufnahmen, die<br />

einzeln oder als Aufnahmeserie angelegt<br />

werden können. Die aufgezeichneten Programme<br />

lassen sich im Anschluss über die App abrufen.<br />

Wer ein Smartphone oder ein Tablet mit Android-Betriebssystem<br />

besitzt, kommt bislang nur in den Genuss<br />

der Beta-Version der App DS video. Der Nutzer, der sichergehen<br />

will, verwendet den Web-Browser: Er gibt<br />

eine von Synology angebotene Web-Adresse ein und<br />

verfolgt das Live-TV-Programm. Es ist aber viel komplizierter.<br />

Ähnlich geht man an einem Computer vor.<br />

Live-TV für den Fernseher<br />

Für den Zugriff auf das Live-TV-Programm über einen<br />

Fernseher oder Blu-ray-Player ist die Synology Video<br />

Station allerdings nicht ausgelegt. Es lassen sich jedoch<br />

die TV-Aufzeichnungen abspielen, denn die<br />

DS213 stellt sie als UPnP-Server allen kom patiblen<br />

Clients zur Verfügung: also netzwerkfähigen TVs und<br />

Playern sowie Smartphones und Tablets.<br />

Wer über seinen Fernseher auch Live-TV streamen will,<br />

muss das Paket DVBLink TV Server for Synology NAS<br />

auf dem NAS installieren. Zum Preis von 25,21 Euro<br />

erhält der Besitzer zudem die Möglichkeit, neben<br />

DVB-T auch Satellitensignale in SD- und HD-Qualität<br />

im Netzwerk zu verteilen.<br />

Das niederländische Unternehmen DVB Logic bietet<br />

ähnliche Lösungen für Computer bereits seit <strong>mehr</strong>eren<br />

Jahren an. Doch die Netzwerk-Festplatten von Synology<br />

sind die ersten ihrer Art, die von DVB Logic unterstützt<br />

werden. Laien in Sachen Netzwerktechnik sollten<br />

von der Lösung jedoch eher die Finger lassen oder jemanden<br />

kennen, der bei der Installation hilft. Es lohnt<br />

sich allerdings, etwas <strong>mehr</strong> Zeit in diese Lösung zu investieren.<br />

Bis zu vier TV-Tuner lassen sich mit dem<br />

DVBLogic-Paket betreiben, während die Synology-Lösung<br />

nur für einen Empfänger geeignet ist.<br />

Auch beim DVBLink TV Server beginnt die Installation<br />

im Web-Konfigurationsmenü des Synology-NAS. Sie<br />

führt jedoch anschließend zu den etwas unübersichtlichen<br />

Installationsmenüs von DVBLogic. Hier konfiguriert<br />

man nicht nur den TV-Empfänger, sondern kann<br />

auch zusätzliche, kostenpflichtige elektronische Pro-<br />

TV-Aufzeichnungen<br />

lassen sich auf TVs und<br />

Playern abspielen<br />

grammführer (EPGs) buchen. Am Ende der Installation<br />

werden dem Nutzer die verfügbaren TV-Sender präsentiert.<br />

Nach einer Weile sind die EPG-Daten ergänzt,<br />

und es lassen sich von hier aus Fernseh-Aufnahmen<br />

pro grammieren.<br />

Schaltet man jetzt seinen netzwerkfähigen Fernseher<br />

oder Player ein, erscheint unter den verfügbaren Netzwerk-Speichern<br />

auch der DVB Link DLNA TV Server.<br />

Nach dessen Auswahl werden im Ordner TV Channels<br />

die verfügbaren TV-Sender präsentiert: jeder Kanal<br />

als einzelne Datei.<br />

Nicht jeder Blu-ray-Player funktioniert<br />

Die Voraussetzung für die Wiedergabe: Der Fernseher<br />

oder Player muss das Dateiformat unterstützen. In unseren<br />

Tests funktionierten die beiden Blu-ray-Player<br />

Panasonic DMP-BDT220 und Samsung BD-E6100,<br />

nicht aber der LG BP620. Außer auf Live-TV lässt sich<br />

mit diesen UPnP-Clients auch auf TV-Aufzeichnungen<br />

zugreifen. Das Live-TV-Angebot und die Aufnahmen<br />

72<br />

connected-home.net 02.2013


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06.11.2012 15:30:37


KNOW-HOW NAS-SYSTEME ALS TV-REKORDER<br />

Völlig multimedial<br />

Trotz ihrer Funktionsvielfalt lässt sich die Synology DS213<br />

einfach bedienen: Dabei hilft die mitgelieferte Installations-<br />

Software. So wird die Festplatte einfach im Netzwerk aufgespürt,<br />

wenn gewünscht als Netzwerk-Laufwerk am Rechner<br />

eingebunden oder das Konfigurationsmenü, genannt<br />

DiskStation Manager (DSM), geöffnet. Auf der DS213 ist die<br />

DSM-Version 4.1 installiert. Obwohl sich der DSM im Web-<br />

Browser öffnet, wirkt er wie ein Programm, das auf dem<br />

Computer installiert ist. Erfreulich sind die aufpoppenden<br />

Fernster, die sich beliebig verschieben lassen.<br />

Auch die Hardware der DS213 kann sich sehen lassen. Es<br />

sind zwei Einschübe für Festplatten integriert, die bei der<br />

Auslieferung jedoch leer bleiben. Sind sie mit zwei 3,5- oder<br />

2,5-Zoll-Festplatten bestückt, lassen sich die Daten für<br />

<strong>mehr</strong> Sicherheit spiegeln. Der eingebaute 2,0-GHz-Prozessor<br />

reicht für den Hausgebrauch aus, sodass es aufgrund<br />

des NAS-Systems nicht zu ruckelnden Filmen oder langen<br />

Zugriffszeiten kommen sollte. Mit einem Verbrauch von 17<br />

Watt im Betrieb sowie 0,3 Watt im Standby ist die DS213<br />

auch nicht übertrieben energiehungrig.<br />

Für den schnellen Datentransport auf den Home Server sind<br />

am Gerät Anlegestellen für die gängigsten Speicher medien<br />

vorhanden: für SD-Fotospeicherkarten, USB-2.0- und<br />

-3.0-Speicher sowie eSATA-Festplatten. Das Kunststoffgehäuse<br />

könnte jedoch etwas solider sein.<br />

Synology DS213 270 €<br />

GUT<br />

Über den Web-Browser kann der Nutzer Musik vom NAS<br />

abspielen, sie an den UPnP-Renderer schicken oder sich<br />

Titelinformationen anzeigen lassen.<br />

kann man ebenfalls über Smartphones oder Tablets<br />

nutzen, wenn man einen UPnP-Player installiert. Wir<br />

haben zum Beispiel die kostenlose App UPnPlay (nicht<br />

für iOS) benutzt.<br />

Fürs Programmieren von Aufnahmen existieren auch<br />

Apps für Apple-, Android- und Windows-Phone-Geräte.<br />

Diese lassen sich – wenn man sich ein wenig im<br />

Bereich Netzwerktechnik auskennt – auch außerhalb<br />

der eigenen Wohnung einsetzen.<br />

Trotz all dieser Freiheiten gibt es auch Einschränkungen:<br />

Es können derzeit keine Pay-TV-Sender per CI-<br />

Modul entschlüsselt werden. Der Nutzer muss sich auf<br />

eine Empfangsart festlegen. Außerdem kann bei einem<br />

installierten Tuner nur ein Client auf die TV-Streams<br />

zugreifen.<br />

Fazit<br />

Der TV-Empfänger muss heute nicht <strong>mehr</strong> neben dem<br />

Fernseher stehen, sondern kann sich überall im Heimnetz<br />

befinden. Das macht nicht nur lange Satelliten-<br />

Kabel überflüssig, sondern bringt auch Live-TV in die<br />

gesamte Wohnung.<br />

74<br />

connected-home.net 02.2013


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KNOW-HOW MUSIK-STREAMING<br />

Von Michael Seemann<br />

Lieferung<br />

frei Haus<br />

Musik von einem Medien-Server über das Heimnetz versorgt das ganze Haus oder die<br />

Wohnung mit dem Sound Ihrer Wahl. Der Aufwand für solche Lösungen ist gering und<br />

bringt maximalen <strong>Komfort</strong> für den Audio-Genuss zu Hause.<br />

L<br />

ange Zeit gehörte ein CD-Ständer zur Wohnzimmereinrichtung.<br />

Inzwischen passen der<br />

Inhalt der gesamten Sammlung und noch<br />

weitere Hundert Musikalben auf einen externen USB-<br />

Speicher oder in ein Verzeichnis auf der Notebook-<br />

Festplatte. Statt wie früher umständlich CD-Kopien<br />

zu brennen digitalisiert man die CDs einmal in der gewünschten<br />

Qualität und verstaut die Originale in einem<br />

Karton im Keller.<br />

Neue Alben oder einzelne Songs kauft man heute bei<br />

iTunes, Amazon oder Musicload. Dann stehen sie zum<br />

sofortigen Hörgenuss in bester Qualität und ohne Ko-<br />

76<br />

connected-home.net 02.2013


pierschutz zur Verfügung. Die Platz sparende Musiksammlung<br />

auf der Festplatte und auf dem Notebook ist<br />

praktisch, aber die Computer-Lautsprecher sind für<br />

den Genuss weniger geeignet. Wie Sie die Musik auf<br />

Ihre Anlage bekommen, lesen Sie hier.<br />

Die schnellste und einfachste Methode, seine Musik<br />

vom Computer oder von der Festplatte abzuspielen, ist<br />

der Direktanschluss an das Abspielgerät. Moderne<br />

Fernseher, Blu-ray-Player, Musikanlagen und andere<br />

aktuelle Wiedergabegeräte besitzen heute oft einen<br />

USB-Host-Anschluss für externe Datenträger. Darüber<br />

greifen die Geräte auf die digitale Musik zu und spielen<br />

diese ab. Allerdings muss der Datenspeicher am entsprechenden<br />

Gerät angeschlossen sein. Die Daten stehen<br />

dann explizit nur an diesem Gerät zur Verfügung.<br />

Steht die Musik hingegen im Heimnetz bereit, können<br />

auch <strong>mehr</strong>ere Abspielgeräte gleichzeitig darauf zugreifen<br />

und das ständige Umstecken entfällt.<br />

Musik im Heimnetz abspielen<br />

Für das Abspielen von Musik im Netz zu Hause müssen<br />

bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst ist<br />

ein Medienserver notwendig: Er speichert alle Songs<br />

und indiziert das im Musikarchiv. Dann stellt der Server<br />

die Daten als Medienbibliothek im Heimnetz bereit. Alle<br />

vorhandenen Abspielgeräte, die auf die Musik im Medienserver<br />

zugreifen wollen, müssen mit dem Heimnetz<br />

verbunden sein. Das funktioniert über Netzwerkkabel,<br />

Powerline oder drahtlos über WLAN.<br />

Medienserver und Abspielgeräte verständigen sich<br />

über das Netzwerk über eine „Sprache“. Nur dann ist<br />

es möglich, dass ein Webradio in der Küche die Musiksammlung<br />

vom Medienserver abspielen kann. Hinsichtlich<br />

der Kommunikation für die Medienwiedergabe<br />

im Heimnetz hat sich UPnP AV und dessen kompatibler<br />

Nachfolger DLNA durchgesetzt.<br />

Der Media-Renderer gibt die vom Media-Server bereitgestellten<br />

Inhalte über die Netzwerk-Verbindung wieder.<br />

Dieser Vorgang wird als „Streaming“ bezeichnet.<br />

Typische Media-Renderer sind netzwerkfähige Abspielgeräte<br />

wie zum Beispiel Webradios, Smart TVs,<br />

Blu-ray- und HD-Media-Player. Smartphones oder<br />

Tablets und jeder beliebige Computer mit einem kompatiblen<br />

Media Player wie dem Windows Media Player<br />

spielen Inhalte aus dem Netz ab. Media-Renderer sind<br />

auch als „Streaming Clients“ bekannt.<br />

Die dritte wichtige UPnP-AV-Geräteklasse ist der<br />

Control Point. Er steuert Auswahl und Wiedergabe der<br />

Multimedia-Dateien zwischen Media-Server und Media-Renderer.<br />

Der Control Point ist in der Praxis die<br />

Fernbedienung. Der Anwender bestimmt damit, welche<br />

Musik von einem Media Server auf welchem Endgerät<br />

abgespielt wird.<br />

Medien-Server im Heimnetz<br />

Grundsätzlich kann jeder Windows-Rechner im Heimnetz<br />

mit installiertem Windows Media Player oder einer<br />

alternativen Medienserver-Software als Server dienen.<br />

Wie sich der Windows Media Player als UPnP-AV-<br />

Medienserver einrichten lässt, beschreibt der Mini-<br />

Workshop „Windows Media Player als Medien-Server“<br />

auf Seite 78. Der Nachteil an dieser Media-Server-Variante:<br />

Der Rechner mit dem Server muss immer erst<br />

laufen, wenn man Musik hören möchte.<br />

Deutlich sinnvoller ist es hingegen, wenn der Medienserver<br />

in Geräten integriert ist, die sowieso ständig<br />

eingeschaltet sind. Das sind zum Beispiel Netzwerk-<br />

Festplatten oder auch viele aktuelle Router-Media-<br />

Server-Funktionen. Inzwischen ist in fast jeder Netzwerk-Festplatte<br />

fürs Heimnetz ein UPnP-AV- oder<br />

ZUGRIFF<br />

PER APPS<br />

UPnP-Apps für mobile<br />

Endgeräte helfen beim<br />

Zugriff und bei der<br />

Steuerung des Medien-<br />

Servers. Inhalte lassen<br />

sich auch zu anderen<br />

Abspielgeräten schicken.<br />

Was sind UPnP AV und DLNA?<br />

UPnP AV ist der Übertragungsstandard für Multime dia-<br />

Dateien (Videos, Musik und Fotos) im Netzwerk.<br />

UPnP AV steht als Abkürzung für „Universal Plug ‘n‘<br />

Play Audio/Video“ und unterscheidet verschiedene virtuelle<br />

Gerätetypen, die über das Netzwerk miteinander<br />

in Verbindung treten. Der bereits genannte Medien-<br />

Server oder Media-Server stellt Multimedia-Dateien im<br />

Netzwerk bereit und legt eine nach verschiedenen Kriterien<br />

filterbare Zugriffsliste (Index oder Medienbibliothek)<br />

für die Dateien an.<br />

02.2013 connected-home.net 77


KNOW-HOW MUSIK-STREAMING<br />

MINI-WORKSHOP:<br />

WINDOWS MEDIA PLAYER<br />

ALS MEDIEN-SERVER<br />

Besonders einfach zu bedienen ist der Windows Media<br />

Player (WMP) ab Version 12. Er befindet sich auf jedem<br />

Windows-PC seit Windows Vista.<br />

1<br />

Starten Sie den Windows Media Player über<br />

Start/Alle Programme/Windows Media Play er.<br />

In den Grundeinstellungen sind in der Medienbibliothek<br />

links bereits drei Songs unter Musik abgelegt. Gehen<br />

Sie in der Kopfleiste auf die Schaltfläche Streamen und<br />

wählen Sie <strong>Automatisch</strong>e Wiedergabe der Medien<br />

durch Geräte zulassen. Im folgenden Fenster aktivieren<br />

Sie die Einstellung <strong>Automatisch</strong> alle Computer und Mediengeräte<br />

zulassen.<br />

2<br />

Gehen Sie nun auf die Kopfleisten-Schaltfläche<br />

Organisieren und im Untermenü auf Bibliotheken<br />

verwalten/Musik. Hier listet der WMP alle Verzeichnisse<br />

auf, die er nach Mediadateien absucht und in seinen<br />

UPnP-AV-Medienindex aufnimmt. Entweder Sie<br />

kopieren Ihr Musikarchiv über den Windows Explorer in<br />

einen dieser Ordner oder Sie legen mit Hinzufügen ein<br />

zusätzliches Verzeichnis an.<br />

3<br />

Sobald der WMP alle Medien indiziert und in<br />

seine Medienbibliothek aufgenommen hat, lassen<br />

sich die Musikdateien über einen beliebigen UPnP-<br />

AV-Client (Renderer oder Control Point) im Heimnetz<br />

aufrufen und abspielen.<br />

DLNA-Medien-Server integriert. So lässt sich neben<br />

Filmen und Fotos auch die gesamte Musiksammlung<br />

auf die Netzwerk-Festplatte kopieren und über den<br />

inte grierten Media Server für alle Abspielgeräte (UPnP-<br />

Renderer) im Heimnetz freigeben.<br />

Netzwerk-Festplatten werden auch NAS-Geräte (Network<br />

At tached Storage) genannt. Solche Geräte sind<br />

mit einem Energiesparmodus ausgestattet. Dieser<br />

versetzt das Laufwerk nach einer bestimmten Leerlaufzeit<br />

ohne Dateizugriff in einen Strom sparenden Ruhemodus.<br />

Sobald ein Abspielgerät über UPnP AV auf<br />

den Medienserver im Ruhezustand zugreift, erwacht<br />

der Netzwerkspeicher aus dem Ruhemodus und<br />

liefert die Daten aus.<br />

Wer seine Multimedia-Sammlung auf einer herkömmlichen<br />

USB-Festplatte gespeichert hat, kann diese an<br />

den passenden Port eines Heimnetz-Routers mit integriertem<br />

Medienserver anschließen. Diese Funktion<br />

bieten immer <strong>mehr</strong> Netzwerk-Hersteller in ihren neuen<br />

Modellen an. In der Regel startet der Router mit dem<br />

Erstellen der Medienbibliothek, sobald ein USB-Speicher<br />

angeschlossen wurde. Manchmal ist die explizite<br />

Aktivierung über das Webmenü des Medien-Servers<br />

durch den Anwender notwendig.<br />

Verschiedene Wiedergabegeräte<br />

Zum Abspielen der Musiksammlung vom Media Server<br />

gibt es inzwischen eine reichhaltige Auswahl an Geräten.<br />

Moderne Fernseher besitzen Wiedergabeoptionen<br />

für UPnP AV bzw. DLNA – man spricht von einem Renderer.<br />

Ist der TV über einen Router mit dem Heimnetz<br />

verbunden, greift er auf den Media-Server zu und spielt<br />

dessen Inhalte ab. Das Gleiche gilt für Blu-ray-Player,<br />

HD-Media-Player oder auch Spielkonsolen (wie die<br />

PlayStation 3). Für die Wiedergabe der Sound-Dateien<br />

muss das Abspielgerät mit einem entsprechenden<br />

Soundsystem (Receiver/Verstärker mit Boxen) verbunden<br />

sein. Webradios mit integriertem Lautsprecher und<br />

WLAN-Verbindung können hingegen überall in Reichweite<br />

des Heimnetz-WLANs aufgestellt werden und die<br />

auf dem Media Server gespeicherte Musik abspielen.<br />

Je nach Gerät und Hersteller sucht man im Gerätemenü<br />

nach Optionen wie Server -Liste oder Medien-Server.<br />

Ist der Medien-Server gefunden, kann der Player<br />

auf die Daten zugreifen. Dabei nutzt man freigegebene<br />

Verzeichnisse mit Dateien oder die Medienbibliothek.<br />

Letztere hat den Vorteil, dass der Anwender Tags wie<br />

zum Beispiel Interpret, Album oder Genre suchen und<br />

sortieren kann. Viele UPnP-AV-Abspielgeräte erlauben<br />

das Anlegen von Playlists oder auch das zufällige Abspielen<br />

aller Songs im Musikarchiv.<br />

Besonders praktisch: Auch Smartphones oder Tablets<br />

greifen mit passenden UPnP-AV- oder DLNA-Apps auf<br />

den Medien-Server im Heimnetz zu. Dabei lässt sich<br />

das Handgerät wie eine Fernbedienung (Control Point)<br />

nutzen. Dazu leitet die App die Musik vom Media Server<br />

mithilfe eines mobilen Endgeräts auf ein anderes<br />

UPnP-AV-Abspielgerät im Heimnetz um. So kann man<br />

auf dem Touchpad nach weiteren Songs suchen, die<br />

der gewählte Player im Heimnetz abspielt.<br />

78<br />

connected-home.net 02.2013


HEIMNETZ: GERÄTE FÜR DIE WIEDERGABE<br />

Webradios sind mit mindestens einem eigenen Lautsprecher<br />

ausgestattet und sofort einsatzbereit, wenn sie per WLAN mit<br />

dem Heimnetz verbunden sind. Hochwertige Geräte besitzen ein<br />

Farbdisplay mit Anzeige für Titel, Interpret und Album-Cover.<br />

Ein HD-Media-Player mit Netzwerk-Anschluss (LAN oder<br />

WLAN) spielt Musik, Fotos und Videos aus dem Heimnetz ab.<br />

Dazu müssen die Geräte aber entweder an einen Fernseher<br />

oder an den AV-Receiver der Heimkino-Anlage angeschlossen<br />

sein.<br />

Moderne Fernseher heißen heute Smart TVs und nutzen<br />

viele ihrer Funktionen erst über eine Verbindung<br />

mit dem Internet aus. Zusätzlich greifen Smart TVs als<br />

UPnP-AV-Renderer auch auf Medienserver im Heim -<br />

netz zu und spielen Medien von dort ab.<br />

Moderne AV-Receiver sind inzwischen häufig mit einem<br />

eigenen Netz-Client ausgestattet. Ist der Verstärker per<br />

Kabel oder WLAN ins Heimnetz integriert, lassen sich<br />

Songs vom Medienserver direkt über die angeschlossenen<br />

Boxen abspielen.<br />

Auch Tablets und Smartphones bieten über UPnP-AVoder<br />

DLNA-Apps die Möglichkeit, Musik von einem Medienserver<br />

abzuspielen. Zusätzlich ist die Weiterleitung der<br />

Songs auf andere mit dem Heimnetz verbundene Abspielgeräte<br />

machbar.<br />

02.2013 connected-home.net 79


KNOW-HOW APPLE-TV<br />

V<br />

Flüssig<br />

vernetzt<br />

Wenn Mac-User zu Hause Filme von ihren Geräten auf<br />

den Fernseher bringen wollen, haben sie dank Apple TV<br />

keine Probleme – aber wirklich viele Möglichkeiten.<br />

E<br />

Von Alexander Strobel<br />

igene Filme zu Hause vom Mac oder mobilen<br />

Apple-Gerät auch auf den Bildschirm<br />

des hochauflösenden Fernsehers<br />

zu bekommen ist kein Hexenwerk. Vorausgesetzt, man<br />

hält sich an die von Apple vorgegebenen Übertragungswege;<br />

die Zauberworte heißen iTunes, Apple TV<br />

und AirPlay. Einfach einzurichten und komfortabel zu<br />

nutzen – Apple eben. Aber nicht jeder kann oder will<br />

gleich auf das neue OS X Mountain Lion umsteigen<br />

oder den Speicherplatz seines Macs mit ein paar Hundert<br />

Filmen einer großen Sammlung belegen. Manche<br />

wollen Musik, Filme und Urlaubsbilder am liebsten auf<br />

einem NAS-Speicher im heimischen Netz liegen haben<br />

und darauf von unterwegs in Cloud-Manier zugreifen.<br />

Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, mit Filmmaterial<br />

umzugehen, wenn es nicht auf Silberscheiben<br />

gebrannt ist und Platz in Wohnzimmerregalen stiehlt.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> hat sie zusammengetragen und<br />

in anschaulichen Grafiken skizziert.<br />

Bevor es allerdings losgeht, gilt es, etwas Basiswissen<br />

zu sammeln. Schon länger stellen die Software iTunes<br />

und das kleine Kästchen Apple TV die bequeme Verbindung<br />

zwischen Mac und Fernseher her. Apple TV<br />

80<br />

connected-home.net 02.2013


WISSENSWERTES<br />

AirParrot: Seit OS X Mountain Lion bringen Macs Bildschirminhalte<br />

per AirPlay auf den TV. Wer mit Snow<br />

Leopard, Lion oder einem PC unterwegs ist, findet Hilfe<br />

bei der Software AirParrot.<br />

NAS: Große Festplattenspeicher im Heimnetzwerk<br />

entlasten Notebooks & Co., wenn es um große Filmesammlungen<br />

geht, sichern Daten und beliefern<br />

den Fernseher auch über Apple TV.<br />

NAS-Apps: Apps wie Pogoplug, WD2GO oder LaCie<br />

MyNAS ermöglichen den mobilen Zugriff auf Speicherdaten,<br />

überzeugen aber auch zu Hause via Apple TV.<br />

FireCore aTV: Wer zur drahtlosen Filmübertragung<br />

vom NAS-System auf den Fernseher auf Apple- fremde<br />

Produkte verzichten will, muss sein Apple TV mit dieser<br />

Software weiterbilden.<br />

greift auf die iTunes-Mediathek des Rechners zu und<br />

bringt Filme, aber auch Musik und Bilder auf den großen<br />

Bildschirm. AirPlay bezeichnet vor allem bei<br />

iPhone, iPad und iPod touch die Möglichkeit, multimediale<br />

Inhalte direkt aufs Apple TV zu streamen.<br />

Das neue Apple-Betriebssystem OS X Mountain Lion<br />

liefert diesen Luxus gleich mit. Ein Klick auf das Kästchen<br />

mit dem Pfeil in der Kopfleiste – und der Bildschirminhalt,<br />

egal ob Dia shows oder die ARD-Mediathek,<br />

erscheint auf dem Fernseher.<br />

Wer kein Mountain Lion besitzt, hat andere Möglichkeiten.<br />

Man braucht hingegen etwas Know-how, um<br />

besagte Film-, Musik- und Bildersammlungen, die man<br />

aus Platzgründen lieber auf einem Netzwerkspeicher<br />

unterbringt als im Notebook, über Apple TV auf den<br />

Fernsehschirm zu beamen. Aber auch für solche Fälle<br />

gibt es gut funktionierende Hard- und Software, die<br />

selbst anspruchsvolle Apple-User zufriedenstellt. Wer<br />

darüber hinaus noch außer Haus Freunde mit Filmen<br />

von seinem heimischen NAS via iPhone überraschen<br />

will, erfährt in diesem Beitrag, wie das geht: von der<br />

einfachen Übertragung per HDMI-Kabel über drahtlose<br />

Varianten aus dem Nebenraum bis hin zum Software-Tuning<br />

der Apple TV-Fähigkeiten.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

81


KNOW-HOW APPLE TV<br />

Die AirPlay-Funktion<br />

von Macs mit<br />

OS X Mountain Lion<br />

ermöglicht es, den<br />

Bildschirminhalt<br />

samt Filmen und<br />

Bildern auf Knopfdruck<br />

drahtlos an<br />

Apple TV zu übertragen,<br />

ohne auf<br />

iTunes zurückgreifen<br />

zu müssen.<br />

Ganz ohne iTunes<br />

Seit OS X Mountain Lion steht in der Kopf leiste des<br />

Mac-Desktops ein kleines Rechteck mit Pfeil, über das<br />

sich Apple TV drahtlos ansteuern lässt. Der Mac überträgt<br />

die Bild signale dann per HDMI-Kabel an den<br />

Fern seher. Die mobilen Apple-Geräte beherrschen<br />

dieses Feature seit iOS 4.3. Mac-User, die nicht auf<br />

+<br />

w<br />

ODER<br />

Mountain Lion umsteigen wollen oder können, bekommen<br />

dieses Feature über die Software AirParrot, die für<br />

9,99 US-Dollar als Download erhältlich ist und die Betriebssysteme<br />

von OS X 10.6.8 bis OS X Lion unterstützt.<br />

AirParrot liefert auch die Full-HD-Auflösung für<br />

Apple TV 3.<br />

Wer OS X Mountain Lion noch nicht installiert hat, der greift auf den Klassiker<br />

zurück: Die freigegebene iTunes-Mediathek auf dem Mac lässt sich von Apple<br />

TV direkt und drahtlos ansprechen.<br />

Die Mediathek<br />

ODER<br />

Der Übertragungsweg ist mit dem der AirPlay-Lösung<br />

identisch und endet nach drahtloser Bildversorgung<br />

des Apple TV über HDMI-Kabel am Fernseher. Der<br />

grundsätzliche Unterschied liegt darin, dass Apple TV<br />

nicht vom Mac aus angesprochen wird, sondern das<br />

aktive iTunes auf dem Mac über Apple TV. Außerdem<br />

ist die Bedienung weniger komfortabel: Multimediale<br />

Inhalte müssen in die Mediathek aufgenommen worden<br />

sein und lassen sich nicht von beliebigen Speicherorten<br />

aus abrufen. Desgleichen gibt es bei dieser Variante<br />

keine Desktop-Spiegelung, das heißt Bildschirm-<br />

Inhalte, wie der Desktop, lassen sich nicht auf<br />

Apple TV übertragen.<br />

+ ODER<br />

EINFACH<br />

PERFEKT<br />

Bis vor Kurzem<br />

lautete ein Apple-<br />

Credo, dass man<br />

Macs nicht so<br />

einfach über per<br />

HDMI- Kabel an den<br />

Fernseher<br />

anschließen kann.<br />

Seit dem neuen<br />

Mac Mini und dem<br />

Retina-MacBook<br />

Pro ist das anders.<br />

Mit Kabel<br />

Zugegeben: Apple TV nutzt schon<br />

immer den HDMI-Anschluss des<br />

Fernsehers. Die Anschlussnorm für<br />

hochaufgelöste Bildsignale und Ton<br />

ist ja auch Standard bei den flachen<br />

Fernsehern. Die Überlegung, mit einem<br />

direkt am TV angeschlossenen<br />

Mac Mini die gesamte multimediale<br />

Welt inklusive Internet ohne<br />

Komplikationen auf den großen<br />

Bildschirm zu bekommen, hat etwas<br />

Bestechendes. Denn der Kleine<br />

hat als erster Mac einen HDMI-<br />

Ausgang und findet problemlos Kabelkontakt.<br />

Jüngst gesellte sich<br />

noch das High-End-Macbook mit<br />

dem Retina-Display zu dieser Kategorie.<br />

Ansonsten heißt es: Adapter<br />

kaufen.<br />

82<br />

connected-home.net 02.2013


+ ODER<br />

iPhone an TV<br />

Ein Musikvideo, die neuesten Bilder oder gar ein Spiel:<br />

Wenn sich iPhone, iPod touch oder iPad im selben<br />

WLAN-Netz wie ein Apple TV aufhalten, erscheint ab<br />

iOS 4.3 das kleine weiße Kästchen mit Pfeil auf schwarzem<br />

Grund und signalisiert, dass man jetzt auch den<br />

großen Bildschirm drahtlos fürs kleine Mobilgerät<br />

nutzen kann. So lassen sich gespeicherte Filme in<br />

ansehnlicher Größe begutachten und viele Spiele ohne<br />

Lupenbrille genießen – zum Beispiel Real Racing 2, Fifa<br />

12 oder Modern Combat 3. Vor allem bei Filmen hilft<br />

das bevorzugte MP4-Format (H.264), mit dem es möglich<br />

ist, selbst hochauf lösende Bilder ohne allzu große<br />

Verluste zu komprimieren und in nur der Hälfte der ursprünglichen<br />

Größe zu übertragen.<br />

Je kleiner die Displays,<br />

desto größer<br />

der Wunsch, Bilder in<br />

eindrucksvoller Größe<br />

zu betrachten. Das<br />

war der Grund, warum<br />

die AirPlay-Funktion<br />

zuerst im Betriebssystem<br />

der<br />

mobilen Apple-Geräte<br />

eingeführt wurde.<br />

TIPP<br />

Wer seine Filmsammlung<br />

im<br />

Heimnetzwerk auf<br />

einem NAS untergebracht<br />

hat und<br />

sie drahtlos über<br />

Apple TV auf den<br />

Fernseher bringen<br />

möchte, muss tricksen<br />

– oder aus<br />

der Apple-Welt<br />

ausbrechen.<br />

ODER<br />

Tricks und Kniffe<br />

Da sitzt er nun, der Apple-User: Seine neue Cloud-<br />

Station von Buffalo versteht sich nicht mit Apple TV.<br />

Dabei hatte er die Buffalo gekauft, um die Festplatte<br />

seines MacBooks nicht mit der großen Filmsammlung<br />

zu belasten und um auch von unterwegs auf seine Daten<br />

zugreifen zu können. Natürlich könnte man sich für<br />

diesen Zweck eine günstige Alternative wie das WD TV<br />

ODER<br />

Live von Western Digital zulegen. Wer aber die Apple-<br />

Welt nicht verlassen will, wird zum Jailbreak gezwungen.<br />

FireCore Seas0nPass knackt den Widerstand und<br />

bringt Apple TV bei, auch andere Medien-Server zu<br />

erkennen. Die Software aTVFlash für 39,95 US-Dollar<br />

integriert die neuen Funktionen perfekt ins Apple-Menü.<br />

Die Apple-Garantie ist dann allerdings futsch.<br />

02.2013 connected-home.net 83


KNOW-HOW APPLE TV<br />

ODER<br />

+ +<br />

ODER<br />

Wer ohne Jailbreak<br />

vom NAS drahtlos<br />

auf sein Apple TV<br />

zugreifen möchte<br />

und im Besitz eines<br />

mobilen Apple-<br />

Gerätes ist, sollte<br />

sich diese etwas<br />

unkonven tionelle<br />

Lösung genau ansehen.<br />

Sie funktioniert!<br />

Umleitung<br />

Die meisten NAS-Anbieter, deren Produkte auch für den<br />

Online-Zugriff geeignet sind, haben spezielle Apps für<br />

Mobilgeräte im Programm, um das mobile Daten-Handling<br />

zu vereinfachen. Da aber nun ein iPhone auch Air-<br />

Play beherrscht und jeden Bildschirminhalt drahtlos an<br />

Apple TV überträgt, werden auch Filme, die über die<br />

Drittanbieter-App übers heimische WLAN-Netz gestreamt<br />

werden, an Apple TV weitergegeben. Perfekt<br />

funktioniert die von Buffalo für die Cloud-Station genutzte<br />

Pogoplug-App, die es sowohl fürs iPhone als auch<br />

fürs iPad gibt. Aber auch andere Anbieter wie Western<br />

Digital, Synology oder LaCie haben die kleinen Anwendungen<br />

in petto. Zugegeben: eine paradoxe Lösung für<br />

das allerdings ebenso paradoxe Manko von Apple TV.<br />

+ +<br />

ODER<br />

GENIAL<br />

Ich bin dann mal weg!<br />

Wenn zu Hause das NAS mit der Filmsammlung als private<br />

Cloud steht, lassen sich Filme unterwegs wunderten<br />

Sammlung abrufen. Ist nun ein Fernseher samt<br />

iPhones ins WLAN-Netz der Urlaubsfilm aus der privabar<br />

über das UMTS-Netz auch auf Handys streamen. Apple TV in der Nähe, genügt ein Druck auf den AirPlay-<br />

Apps wie Pogoplug, WD2GO oder LaCie MyNAS der Button – und der gewünschte Streifen wird vom iPhone<br />

NAS-Anbieter sorgen dafür. Zu Ende gedacht, lässt sich drahtlos auf den fremden Fernseher übertragen, selbst<br />

aber auch bei Freunden mit schnellem DSL-Internet-Zugang<br />

und WLAN-Router nach dem Einloggen des ten und Ihr NAS in Oberursel steht.<br />

wenn Sie sich gerade bei Freunden in Singapur aufhal-<br />

Klasse!<br />

Mit diesen Apps<br />

kann man Freunde<br />

in Erstaunen versetzen:<br />

Zu Hause<br />

gespeicherte Filme<br />

lassen sich unterwegs<br />

dank mobilem<br />

Apple-Gerät<br />

auf fremde Fernseher<br />

mit Apple TV<br />

bringen.<br />

84<br />

connected-home.net 02.2013


Home-Entertainment neu erleben!<br />

Jetzt im Handel!


SMART LIFE NEWS & TRENDS<br />

88<br />

94<br />

Smart Life<br />

In dieser Rubrik erfahren Sie alles über das Hausmanagement der Zukunft:<br />

98<br />

Themen, Nachrichten und Reportagen aus der Welt der Hausautomation<br />

und Haustechnik – von der Außenjalousie bis zur Zentralheizung.<br />

102<br />

110<br />

Big Brother is watching you Seite 88<br />

Bessere Sicherheit durch clevere<br />

Video-Überwachung<br />

Smarte Haustechnik im Alter Seite 94<br />

Mehr Lebensqualität für Senioren<br />

Heimvernetzung Seite 98<br />

Wir haben den Systemintegrator<br />

Elektro Hieber besucht.<br />

Vernetzte Haushaltsgeräte Seite 102<br />

Ein neuer Kommunikationsstandard<br />

macht Waschmaschine, Staubsauger<br />

und Backofen intelligenter.<br />

Trends Seite 110<br />

Mehr als 200 Experten beleuchten<br />

auf dem Smart Home 2012 Congress<br />

die Zukunft des intelligenten Heims –<br />

mit erfreulichen Ergebnissen.<br />

Ein System für alle<br />

Verschiedene Haussteuerungssyteme, die sich gemeimsam bequem nutzen lassen: Das<br />

möchte die Heimvernetzungs-Plattform QIVICON der Deutschen Telekom ermöglichen.<br />

Licht, Waschmaschine, Jalousien und Alarmanlage würden so zusammenarbeiten.<br />

STEUER-<br />

ZENTRALE<br />

Die QUIVICON Home<br />

Base vernetzt verschiedene<br />

Haussteuerungssysteme<br />

miteinander.<br />

G<br />

estartet ist die Initiative bereits auf der IFA<br />

2011. Doch in diesem Jahr sollen endgültig<br />

die ersten Produkte in den Handel kommen.<br />

Der große Vorteil dieser Lösung: Proprietäre Haussteuerungssysteme,<br />

die eigene Standards zur Übermittlung<br />

von Befehlen und Daten verwenden, können<br />

so zusammenarbeiten. Das Herzstück der Lösung ist<br />

die QIVICON Home Base, die als zentrale Schaltstelle<br />

zwischen den verschiedenen Geräten fungiert. Dabei<br />

unterstützt QIVICON Funktechnologien wie Zigbee<br />

oder HomeMatic; später sollen andere Systeme folgen<br />

wie etwa das kabelgebundene KNX/EIB.<br />

Da die Deutsche Telekom mit der QUIVICON Home<br />

Base nur die Plattform bereitstellt, kommt es vor allem<br />

auf die Partner an, um das System zum Erfolg zu führen.<br />

Schon jetzt sind aber zahlreiche Partner an Bord:<br />

Miele, EnBW, eQ-3 oder Samsung beispielsweise. Auf<br />

der CeBIT sollen weitere folgen. Dort gibt es auch die<br />

Möglichkeit, das System live zu erleben auf dem Stand<br />

der Deutschen Telekom. Gezeigt werden clevere Lösungen<br />

aus den Bereichen <strong>Komfort</strong>, Sicherheit, Energiesparen<br />

und Gesundheit.<br />

86<br />

connected-home.net 02.2013


„Der Smart-Home-Markt kann nur abheben,<br />

wenn es eine gemeinsame Plattform gibt“<br />

IM INTERVIEW:<br />

HOLGER KNÖPKE [ Leiter Connected Home der Deutschen Telekom AG ]<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Wie entstand QIVICON und welche<br />

Idee steckt dahinter?<br />

Holger Knöpke: Wir sind überzeugt davon, dass zur Erschließung<br />

des Smart-Home-Massenmarktes qualitativ<br />

hochwertige Produkte zu attraktiven Preisen gebraucht<br />

werden. Jemand, der sich heute für Innovationen interessiert,<br />

über nicht so viel Zeit verfügt und mit einer kleineren<br />

Lösung einsteigen will, findet eigentlich kein richtiges Angebot.<br />

Was auch wichtig ist: Heute gibt es viele Einzellösungen,<br />

die letztendlich miteinander nicht kompatibel sind.<br />

Wir und unsere Partner sind überzeugt davon, dass es einer<br />

standardisierten Plattform bedarf, auf der herstellerübergreifende<br />

Lösungen angeboten werden. Dann ist es einfach für<br />

den Kunden: Er entscheidet sich einmal für die QIVICON<br />

Home Base, die mit jedem handelsüblichen Router kompatibel<br />

ist, und darauf funktionieren die unterschiedlichsten<br />

Lösungen. Die QIVICON Home Base kann mit jedem<br />

Breitbandanschluss betrieben werden und ist nicht auf einen<br />

Zugang der Deutschen Telekom beschränkt.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Wann können Verbraucher ihren<br />

Haushalt mit QIVICON vernetzen?<br />

Holger Knöpke: Wir erwarten die ersten Produkte der<br />

Partner auf der QIVICON Plattform in diesem Jahr. Was wir<br />

sagen können, ist, dass die ersten Produkte aus den Themenfeldern<br />

<strong>Komfort</strong>, Sicherheit und Energiesparen kommen<br />

werden. Use Cases aus diesen Bereichen und dem Gesundheitssektor<br />

werden wir auf der CeBIT in Hannover demonstrieren.<br />

Die Produkte wird man über die klassischen Vertriebswege<br />

der Partner kaufen können. Darüber hinaus erwarten<br />

wir, dass das Elektrohandwerk QIVICON-basierte<br />

Lösungen verkaufen wird. Zudem wird der Kunde in ausgewählten<br />

T-Shops interessante QIVICON Produkte finden.<br />

Zusätzlich wird es einen QIVICON Online Shop geben.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Der QIVICON-Verbund besteht aus<br />

namhaften Partnern. Werden weitere dazukommen?<br />

Holger Knöpke: Heute haben wir 21 Plattform-Partner, die<br />

QIVICON-kompatible Produkte und Lösungen anbieten<br />

werden, und die Familie wächst weiter. Weitere Partner<br />

werden wir voraussichtlich zur CeBIT ankündigen.<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>: Connected Home ist schon heute ein<br />

großes Thema. Wieso gab es bisher keinen großen Durchbruch?<br />

Holger Knöpke: Es haben sich die Rahmenbedingungen<br />

geändert, sodass dem Durchbruch heute nichts <strong>mehr</strong> im<br />

Wege steht. Das eine ist die Verbreitung von Smartphones<br />

und Tablets. Früher musste man die Steuerzentralen separat<br />

teuer kaufen. Menschen haben sich zudem daran gewöhnt,<br />

dass sie mit ihrem Smartphone oder Tablet ihre Umwelt<br />

steuern können. Ein weiterer großer Treiber ist die Breitbandversorgung.<br />

Mit LTE schließen wir jetzt die letzten<br />

Lücken. Viele Partner haben auch erkannt, dass der<br />

Smart-Home-Markt nur abheben kann, wenn es eine<br />

gemeinsame Plattform gibt. Und es existieren noch viele<br />

weitere Treiber: die Energiewende etwa, weshalb sich weit<br />

<strong>mehr</strong> Leute mit dem Thema Energie beschäftigen. Durch die<br />

Überalterung der Gesellschaft wollen zudem <strong>mehr</strong> Menschen<br />

länger zu Hause bleiben und benötigen deshalb<br />

entsprechende Unterstützung – hierbei können Smart-<br />

Home-Lösungen helfen.<br />

QIVICON<br />

VERNETZT<br />

Egal ob Waschmaschine,<br />

Beleuchtung, Küche<br />

oder Fernseher, QIVI-<br />

CON will alle Geräte<br />

über ihr System miteinander<br />

verbinden. Mehr<br />

Informationen unter<br />

www.qivicon.com<br />

02.2013 connected-home.net<br />

87


SMART LIFE VIDEO-ÜBERWACHUNG<br />

Big Brother<br />

is watching you<br />

Auf Bahnhöfen und Spielplätzen, in Läden und Privathäusern sichern Kameras Hab und<br />

Gut und manchmal auch Leib und Leben. Kameras verhindern keine Straftaten, wie uns die<br />

TV-Nachrichten oft zeigen. Sie helfen aber, die Täter schnell und zuverlässig zu ermitteln.<br />

88<br />

connected-home.net 02.2013


V<br />

Geräte<br />

Von Günther Ohland<br />

ideo-Überwachung war bis vor wenigen<br />

Jahren noch nicht sehr verbreitet. Die<br />

Geräte waren mit einigen Tausend Euro<br />

zu teuer und die Installation mit speziell verlegtem Koaxialkabel<br />

zu aufwendig und unflexibel. Nur wer wirklich<br />

hohe Werte im Haus hatte, konnte bzw. musste sich<br />

Video-Überwachung leisten. Allein das Erscheinungsbild<br />

der Kameras hatte unterschwellig etwas von Hochsicherheitstrakt.<br />

Und wer möchte dort schon freiwillig<br />

wohnen? Leider ist die Hemmschwelle zur Ausübung<br />

von Gewalt gegen Sachen und Personen heute niedriger<br />

als noch vor zehn Jahren.<br />

Mittlerweile ist die Kamera-Entwicklung weiter fortgeschritten.<br />

Viele Kunden sind daran interessiert, ihren<br />

Carport, den Koi-Teich im Garten, den Wohnwagen<br />

oder die Ferienwohnung zu sichern.<br />

IP-Kameras und Webcams<br />

Hier kommen vor allem IP-Kameras, aber auch Webcams<br />

zum Einsatz.<br />

Webcams sind digitale Kameras, die per USB-Schnittstelle<br />

an einen PC angeschlossen werden oder im Laptop<br />

bereits eingebaut sind. Diese Kameras sind für Video-Chats<br />

geeignet. Auch lassen sie sich bei eingeschaltetem<br />

PC zur Arbeitsplatz-Überwachung nutzen.<br />

Man lässt sie aufzeichnen, während man nicht am PC<br />

sitzt. Hinterher kann man sich anschauen, wer einen<br />

Blick auf den PC oder in die Dateien geworfen hat. Um<br />

solche Maßnahmen zu rechtfertigen, müssen allerdings<br />

schwerwiegende Gründe vorliegen.<br />

Besser für häuslichen Sicherheitsaufgaben sind IP-<br />

Kameras geeignet. Das sind selbstständige Geräte,<br />

die unabhängig davon einsatzfähig sind, ob ein PC<br />

eingeschaltet ist. Sie kommunizieren per Internet-Protokoll<br />

über das lokale Netzwerk (LAN) und – wenn gewünscht<br />

– über das Internet. Ihre Bilder oder Vi -<br />

deos lassen sich überall dort speichern oder quasi<br />

in Echtzeit betrachten, wo ein Internet-Zugang vorhanden<br />

ist. Dies kann jeder PC mit Browser, aber auch<br />

ein Smartphone oder IP-Telefon sein.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

89


SMART LIFE VIDEO-ÜBERWACHUNG<br />

UNAUFFÄLLIG<br />

EINGEBAUT<br />

Outdoor-Kamera mit eigener<br />

schaltbarer LED-Lichtquelle<br />

SIEHT AUCH<br />

IN DER NACHT<br />

Mobotics „Eule“ mit<br />

einem Farbobjektiv für<br />

den Tagesbetrieb und<br />

einem Schwarzweiß-<br />

Objektiv für Infrarot-<br />

Nachtaufnahmen. In der<br />

Mitte befindet sich der<br />

Bewegungsmelder.<br />

VORSICHT,<br />

KAMERA!<br />

Dieses Piktogramm ist<br />

gesetzlich vorgeschrieben<br />

und informiert Besucher<br />

über Video-<br />

Aufzeichnungen.<br />

IP-Kameras gibt es schon für weniger als 100 Euro.<br />

Je nach Ausstattung, Sehvermögen bei wenig Licht<br />

oder bei Gegenlicht variieren die Kosten bis über<br />

1.000 Euro. Der Kunde hat die Wahl, sich die für die<br />

jeweilige Aufgabe passende Kamera auszusuchen.<br />

Drinnen oder draußen<br />

Wasser ist der natürliche Feind elektronischer Schaltungen.<br />

Indoor-IP-Kameras sollte man also lieber nicht<br />

im Freien benutzen. Selbst Bauwetterschutzgehäuse<br />

sind aus Qualitäts- und Kostengründen nicht sinnvoll.<br />

Es gibt ordentliche „Außendienst-geeignete“ Kameras<br />

und gute Wetterschutzgehäuse sogar mit Heizung, um<br />

ein Beschlagen der Frontscheibe zu verhindern.<br />

Eine sehr preiswerte Außenkamera ist die Instar IN-<br />

2907 für 150 Euro (<strong>mehr</strong> Infos finden Sie auf der Website<br />

www.instar.de). Wenn es nicht auf hohe Detailauflösung<br />

ankommt, ist diese Kamera gut geeignet. Sie<br />

löst mit 640 x 480 Pixeln auf. Neben dem Ethernet-<br />

LAN-Anschluss verfügt die Kamera auch über WLAN.<br />

Ob WLAN und Security zusammen möglich sind, ist ein<br />

Dauerstreit unter Experten. WLAN können Profis von<br />

außen stören, aber es vereinfacht zumindest die Installation.<br />

Die Kamera wird von allen Browsern unterstützt<br />

– auch von der beliebten Gratis-App IP Cam<br />

Viewer Lite für iOS, Android und BlackBerry. Instar<br />

bietet alle Ersatzteile und Austauschobjektive einzeln<br />

an. In vielen Tests hat die Kamera bewiesen, dass sie<br />

<strong>mehr</strong>ere Winter, Herbststürme und heiße Sommer<br />

überstehen konnte.<br />

Wer <strong>mehr</strong> Auflösung haben will, muss <strong>mehr</strong> investieren.<br />

Der deutsche Hersteller Mobotics bietet eine Dualkamera<br />

mit hoher QXGA-Auflösung (2.048 x 1.536 Pixel)<br />

für drinnen und draußen mit zwei separaten Bildsensoren<br />

an: einen für Farbe und einen für Schwarzweiß. So<br />

garantiert sie beste Farbbildqualität am Tag und<br />

höchste Nachtempfindlichkeit. Selbst bei nur 0,1 Lux<br />

und einer Belichtungszeit von 1/60 Sekunde oder 0,005<br />

Lux bei einer Sekunde Belichtungszeit liefert die Kamera<br />

tolle Ergebnisse. Zudem wird die Bewegungserkennung<br />

nicht vom Bildinhalt abgeleitet, sondern die Kamera<br />

hat einen eigenen PIR-Sensor für Bewegungserkennung<br />

im Dunkeln. Das ist präziser und verhindert<br />

Fehlaufnahmen.<br />

Interessant sind auch das eingebaute Mikrofon und der<br />

Lautsprecher. Die Kamera lässt sich sogar als Video-<br />

Telefon per Voice over IP (VoIP) und SIP-Telefonie mit<br />

Video verwenden. Bei geeigneter Gegenstelle, beispielsweise<br />

SNOM- oder Grandstream-IP-Telefon,<br />

kann zwischen Kamera und Telefon eine Sprach- und<br />

Sichtverbindung aufgebaut werden. Mit der direkten<br />

Schaltfunktion lassen sich sogar elektrische Türen öffnen<br />

oder Licht einschalten. Sollte die Datenverbindung<br />

abbrechen, zeichnet die Kamera intern bis 32 Gigabyte<br />

auf. Im Internet werden für diese Kamera Preise zwischen<br />

900 Euro und 1.300 Euro verlangt.<br />

Fest oder beweglich<br />

Motorbetriebene Kameras haben etwas Faszinierendes.<br />

Aus der Ferne von Hand oder per Programm<br />

90<br />

connected-home.net 02.2013


schwenkt die Kamera die Grundstücksgrenze ab. Und<br />

was machen die „bösen Buben“? Sie warten, bis sie<br />

sich nicht <strong>mehr</strong> im Sichtbereich der Kamera befinden,<br />

und spurten dann los. So sieht man es in vielen Krimis.<br />

Schwenk-Neige-Kameras haben also durchaus auch<br />

ihre Problemzonen. Die Bewegungsfunktion ist allerdings<br />

hervorragend geeignet, um den Bildausschnitt<br />

einmalig optimal einzustellen. Die Kamera wird einfach<br />

bestmöglich platziert und fest montiert. Der Bildausschnitt<br />

wird später durch Schwenken, Drehen und Neigen<br />

eingestellt.<br />

Eine gute Alternative stellen sogenannte Fischaugenkameras<br />

dar. Sie überblicken 180 Grad. An die Wand<br />

montiert, zeigen sie alles, was sich vor der Wand befindet,<br />

ohne toten Winkel. Besonders gut eignen sich diese<br />

Kameras an Türen und Eingängen, weil sich niemand<br />

<strong>mehr</strong> neben oder unter der Kamera verstecken<br />

kann. Mobotics hat solch ein Objektiv in seine Türstation<br />

eingebaut.<br />

Wenn möglich, sollte man bei der Auswahl seiner Kamera<br />

auf bewegliche Teile verzichten. Motoren und Getriebe<br />

sind anfällig für Temperaturschwankungen,<br />

Schmutz und Feuchtigkeit.<br />

Produktauswahl<br />

Zwischen 100 und 1.500 Euro gibt es vielfältige Angebote.<br />

Bevor man sich auf die Suche nach einem geeigneten<br />

Produkt begibt, lohnt es sich, einen Fragenkatalog<br />

zu beantworten.<br />

Soll die Kamera drinnen oder draußen montiert werden?<br />

Man kann übrigens auch von drinnen nach<br />

draußen schauen, also aus dem geschützten, beheizten<br />

Bereich der Wohnung in den Garten oder auf<br />

die Auffahrt.<br />

Ist die Sicht nur tagsüber interessant? Wird der zu<br />

überwachende Bereich nachts durch Laternen ausgeleuchtet?<br />

Oder benötigt man eine nachtsichtfähige<br />

Kamera? Wenn ja, wie weit sollen bzw. müssen<br />

dann die Infrarotscheinwerfer reichen?<br />

Soll die Kamera schwenken und zoomen können?<br />

Ist der Aufstellungsort sicher vor Vandalen? Hoch<br />

genug, dass Unbefugte nicht heranreichen können,<br />

und niedrig genug, dass nicht nur Köpfe von oben,<br />

sondern auch Gesichter aufgezeichnet werden?<br />

Ist am Aufstellungsort Strom verfügbar oder einfach<br />

zu installieren?<br />

Ist am Aufstellungsort ein Netzwerk-Anschluss vorhanden?<br />

Und nicht zu vergessen sind schließlich die gesetzlichen<br />

Bestimmungen. Vereinfacht gesagt, darf die<br />

Kamera niemanden aufnehmen, der sich außerhalb<br />

des eigenen Grundstücks befindet – auch keine Autonummern.<br />

Aus den Antworten leiten sich dann schnell die Kri -<br />

terien zur Auswahl einer Kamera ab.<br />

Beobachten und aufzeichnen<br />

Es geht nicht darum, eine Sicherheitszentrale zu errichten.<br />

Wer eine Überwachungskamera installiert,<br />

möchte einfach nur die Beweismittel sammeln, falls<br />

doch einmal etwas passiert. Also ist Aufzeichnen wichtiger<br />

als das Live-Bild. Was können moderne IP-Kameras<br />

und ihre Software leisten? Sie übertragen das Video<br />

dauerhaft an einen Speicher im Netzwerk.<br />

Als Formate werden MPEG-4, JPG und Motion JPG<br />

(MJPG) angeboten. MPEG-4 ist das Verfahren, das am<br />

wenigsten Speicherplatz benötigt. Dafür muss allerdings<br />

eine Software (Codec) eingesetzt werden, die<br />

sich leider bei vielen Herstellern unterscheidet und zu<br />

Inkompatibilitäten führt. Billige Kameras verwenden<br />

kostenlose und oft nicht sehr leistungsfähige Codecs.<br />

Erst nach der Installation stellt man fest, dass man nun<br />

auf einen bestimmten Browser angewiesen ist oder zusätzliche<br />

Software kaufen muss. JPEG und MJPG unterstützt<br />

jeder Videobetrachter. Manchmal findet man<br />

erst am Ende des Handbuchs, welche kryptischen Zeichenfolgen<br />

in die Browser-Zeile einzutippen sind, damit<br />

ein MJPG-Bewegtbild sichtbar wird.<br />

EINSTEL-<br />

LUNGSSACHE<br />

Tagaufnahmen mit Infrarot-Objektiven<br />

verändern<br />

die Farben.<br />

02.2013 connected-home.net 91


SMART LIFE VIDEO-ÜBERWACHUNG<br />

PERFEKT<br />

ÜBERWACHT<br />

Bild einer hochauflösenden<br />

Mobotics-Kamera<br />

Um beispielsweise das Video der Kamera im Garten<br />

des Smart Home Paderborn zu sehen, müssen Sie<br />

http://87.245.2.218:1023/view/viewer_index.shtml?<br />

id=40 in die Adresszeile des Browsers eintippen.<br />

Einfacher, insbesondere bei <strong>mehr</strong>eren Kameras verschiedener<br />

Hersteller, geht es mit speziellen Beobachtungsprogrammen.<br />

Unter www.deskshare.com/lang/<br />

ge/ finden Sie eine geeignete kostenlose Software, allerdings<br />

ohne Speicherung. Der „Mercedes“ unter den<br />

Videokamera-Software-Produkten ist GO1984.<br />

Viele Hersteller bieten ordentliche Software, optimiert<br />

zu ihren Kameras, an. Diese sehen in der Regel auch<br />

das Speichern der Videos vor. Die von Panasonic mitgelieferte<br />

Software ist sehr umfangreich. Man kann<br />

Zeitzonen vorgeben, in denen aufgezeichnet wird. Die<br />

Aufzeichnungsverzeichnisse können endlos fortgeschrieben<br />

oder nach einer bestimmten Zeit überschrieben<br />

werden. Interessant sind sogenannte Events, die<br />

einen Aufzeichnungsvorgang auslösen. Als Event-<br />

Auslöser sind Erschütterungen an der Kamera ebenso<br />

vorgesehen wie die Erkennung von Bewegung im Bildinhalt<br />

oder ein Aufzeichnungsstart durch den Kontakt<br />

eines zusätzlichen Bewegungsmelders oder Klingelknopfes.<br />

Zum Sichern der Video-Informationen bieten die Kameras<br />

den Dienst FTP an. Dieser Transportdienst im<br />

Internet überträgt die Kamerabilder quasi ohne Verzögerung<br />

über das lokale Netzwerk ins Internet und dort<br />

auf einen Speicher. Das kann die bekannte Dropbox<br />

oder Google Drive sein. Dort sind die Daten vor Einbrechern<br />

und Feuer sicher. Sie können die Videos und<br />

Fotos aber auch auf dem eigenen PC oder dem Netzwerkspeicher<br />

sichern. Dann muss der PC allerdings<br />

24 Stunden am Tag laufen.<br />

Viele neue Internet-Router bieten eine NAS-Funktion<br />

per USB-Speicherstick an. Auch diese Möglichkeit<br />

sollte in Betracht gezogen werden. Wer es wirklich<br />

professionell möchte, greift auf spezielle Speichersysteme<br />

für IP-Kameras wie die von Plustek zurück.<br />

Ein besonderes Angebot macht die 1000eyes GmbH<br />

aus Berlin. 1000eyes besteht im Prinzip aus einem ex-<br />

PERFEKT VERNETZT<br />

Die Kameras liefern das Bild zu einem Server, der das Geschehen aufzeichnet.<br />

Auf diesen Server wiederum können PCs und mobile Geräte zugreifen.<br />

Envigil IP+4<br />

Site A Location 1<br />

8, 16 oder 32 Video & Audio<br />

Client PC 2<br />

Mobile Phone<br />

Wi-Fi<br />

LAN<br />

Secure VPN<br />

Remote Client PC<br />

Client PC 1 Network Attached Storage Remote Archiving<br />

92<br />

connected-home.net 02.2013


ternen Server, speziell modifizierter Kamera-Software<br />

und den zum Betrieb notwendigen<br />

Diensten. Die Installation von<br />

Kameras mit 1000eyes ist simpel. Die<br />

Daten sind sicher aufbewahrt und für Berechtigte<br />

jederzeit und überall abrufbar. So<br />

viel Service kostet natürlich eine monatliche<br />

Gebühr. Schauen Sie sich einmal die entsprechende<br />

Demo-Website an: www.1000eyes.de/<br />

web/DemoLogin?user=democam&lang=de oder<br />

in Kurzform: http://tinyurl.com/cq3vp4o.<br />

Bewegungserkennung<br />

Fast alle IP-Kameras bieten integrierte Bewegungserkennung<br />

an. Die Qualität dieser Funktion ist allerdings<br />

sehr unterschiedlich. Dabei ist das Prinzip gleich. Ein<br />

Programm in der Kamera vergleicht zwei aufeinanderfolgend<br />

aufgenommene Bilder. Sind die Bilder nicht<br />

identisch, muss eine Bewegung stattgefunden haben.<br />

Solche einfachen Algorithmen alarmieren schon bei<br />

Regen. Jeder Regentropfen ändert irgendwo ein Pixel.<br />

Auch Sonne und Schatten sorgen für Änderungen des<br />

Bildinhaltes. Bessere Algorithmen mildern die Effekte<br />

ab. Es müssen dann schon größere Objekte und das<br />

für längere Zeit ins Bild kommen. Einzelne Pixel werden<br />

ausgeblendet.<br />

Ein Ast im Wind löst allerdings immer noch Bewegungsalarm<br />

aus. Deshalb lässt sich das Bild bei vielen<br />

Kameras maskieren. Man kann so die Bereiche im Bild<br />

festlegen, die zur Bewegungserkennung herangezogen<br />

werden sollen. Im übrigen Bereich kann irgendetwas<br />

passieren. Trotzdem akzeptieren die meisten professionellen<br />

Sicherheitsdienste Bewegungsalarm durch Kameras<br />

grundsätzlich nicht. Er kann aber hilfreich sein,<br />

um etwa darüber zu informieren, dass gerade der Postbote<br />

gekommen ist.<br />

Fazit<br />

Video-Überwachung verhindert Einbrüche durch Abschreckung.<br />

Kriminelle suchen sich leicht zu überwindende<br />

Häuser aus. Wenn jedoch ein Einbruch stattgefunden<br />

hat, helfen gute Videobeweise bei der Strafverfolgung.<br />

Auch billige Kameras um 100 Euro sind<br />

verwendbar. Mehr Bildqualität kostet <strong>mehr</strong> Geld. Der<br />

Persönlichkeitsschutz von Nachbarn und Passanten<br />

muss gewahrt bleiben. Der Sichtbereich der Kameras<br />

darf die Grundstücksgrenzen nicht überschreiten. Besucher<br />

müssen mit Hinweisschildern auf die Video-<br />

Überwachung hingewiesen werden. Kostenlos mitgelieferte<br />

Software ist verwendbar, solange man Kameras<br />

eines Herstellers nutzt. Sonst ist externe Software zu<br />

verwenden.<br />

Kameras lassen sich auch als Bewegungsmelder einsetzen,<br />

allerdings hängt die Qualität hierbei stark von<br />

den verwendeten Algorithmen und der Kamera-Umgebung<br />

ab. Viele Gebäudeautomationsprogramme beinhalten<br />

die Aufzeichnung und Visualisierung von Kamerabildern<br />

und Videos. Sie benachrichtigen auch per E-<br />

Mail und SMS bei Alarm und senden als Anhang ein<br />

Kurzvideo.<br />

FÜR INNEN<br />

UND AUSSEN<br />

Instar IN290-Outdoor-<br />

LAN/WLAN-Cam<br />

ÜBERWACHT<br />

VON OBEN<br />

Panasonic-Motorkamera<br />

für die Montage<br />

unter der Decke<br />

02.2013 connected-home.net 93


SMART LIFE INTELLIGENTE HAUSTECHNIK<br />

Lebensqualität<br />

durch Haustechnik<br />

Das intelligente Heim macht das tägliche Leben einfacher und sorgt für <strong>mehr</strong> <strong>Komfort</strong>.<br />

Mit steigender Lebenserwartung sind solche Lösungen speziell für ältere Menschen eine Hilfe,<br />

um simple Probleme im täglichen Leben zu meistern.<br />

94<br />

connected-home.net 02.2013


H<br />

Von Jörn-Erik Burkert<br />

ausautomation ist längst nicht <strong>mehr</strong> nur<br />

technische Spielerei für einige Begeisterte<br />

oder einfach nur ein Instrument, um<br />

Energie zu sparen. Lösungen für intelligente Wohnumgebungen<br />

helfen vielen Menschen, das tägliche Leben<br />

zu meistern. Dazu gehören beispielsweise Menschen<br />

mit körperlichen Einschränkungen oder Senioren. Betreutes<br />

Wohnen oder der Umzug in Pflegeeinrichtungen<br />

fällt vielen alten Menschen schwer. Die gewohnte<br />

Umgebung zu verlassen und eventuelle Abhängigkeit<br />

sind nicht einfach zu verkraften. Intelligente Haushalte<br />

helfen ihnen, den Alltag zu bestehen und länger zu<br />

Hause zu leben.<br />

Zu den bekannten Problemen gehören etwa das Öffnen<br />

und Schließen von Fenstern oder die Regelung der Heizung.<br />

Durch Fernsteuerungen und passende Schalter<br />

wird das Öffnen und Schließen von Fenstern einfach<br />

per Fernbedienung möglich. Ohne große Anstrengung<br />

lässt sich mit solch einem System die Wohnung lüften<br />

und die Temperatur einstellen. Das Raumklima wird<br />

besser, und es wird Schimmelbildung verhindert.<br />

Damit aber noch nicht genug: Ein nicht geschlossenes<br />

Fenster schließen Anlagen auf Wunsch automatisch.<br />

Bei HomeMatic von eQ-3 gibt es dafür Zeitschaltungen<br />

und Temperatursensoren. Sie schließen die Fenster<br />

nach einer bestimmten Zeit oder bei Temperaturabfall.<br />

Der Vorteil: Der Schließmechanismus lässt sich nachrüsten<br />

– dazu wird WinMatic einfach an einen Fensterflügel<br />

montiert. Die Inbetriebnahme ist laut Hersteller<br />

einfach und intuitiv. Die Einbindung in Heimnetze ist<br />

auch vorgesehen – deswegen gibt es sehr oft Erweiterungen<br />

für WLAN. Einstellungen und die Fernsteuerung<br />

erfolgen dann über Apps oder einen Computer. Automatisierte<br />

Fenstermechanismen lassen sich mit Heizungssteuerungen<br />

kombinieren und in ein bestehendes<br />

System integrieren. Fernbedienungen mit einfachem<br />

Design sind für technisch nicht so interessierte Anwender<br />

konzipiert. Mit wenig Aufwand kann jeder die<br />

Geräte in den Zimmern steuern.<br />

Auch bei Türen besteht ein großer Bedarf für Fernsteuerung<br />

– kombiniert mit Überwachungskameras<br />

werden Sicherheit und <strong>Komfort</strong> noch einmal erhöht.<br />

Auch hier haben Firmen wie eQ-3 Lösungen im Portfolio.<br />

Solche automatisierten Türschlösser liefern Informationen<br />

zum Status. Der Bewohner kann Türen aus<br />

der Ferne einfach öffnen, ohne umständlich bis zur Tür<br />

zu gehen. Diese Lösungen machen sich bei Perso-<br />

02.2013 connected-home.net<br />

95


SMART LIFE INTELLIGENTE HAUSTECHNIK<br />

DESIGN UND<br />

TECHNIK<br />

Das Tiedge-Musterhaus<br />

vereinigt modernes<br />

Design und vernetzte<br />

Technik für <strong>mehr</strong> Lebensqualität.<br />

DAS BABY-<br />

IPHONE<br />

Belkin WeMo Baby<br />

und iPhone bzw. iPad<br />

fungieren als Babyphone<br />

im Heimnetz.<br />

nen mit Gehbehinderungen oder eingeschränkter Sicht<br />

bezahlt. Eine weitere nützliche Funktion bei solchen<br />

Schlössern: Es lassen sich Zugangsberechtigungen<br />

vergeben. Über eine Keycard oder einen Sicherheitscode<br />

bekommen Angehörige oder das Pflegepersonal<br />

Zutritt zur Wohnung oder zum Haus.<br />

Die Anbindung von Hausautomation ans Heimnetz und<br />

ans Internet eröffnet noch weitere Vorteile. Die Kontrolle<br />

und Einstellungen der Komponenten lassen sich damit<br />

praktisch von jedem Ort mit vorhandenem Internet-<br />

Zugang ausführen. Techniker oder Angehörige reagieren<br />

damit schnell auf Wünsche der Bewohner und<br />

passen die Einstellungen übers Netz an. Kleine<br />

Änderungen sind ohne Anfahrt schnell ausgeführt.<br />

Die Hersteller reagieren auf solche Entwicklungen<br />

und haben Schaltzentralen, die<br />

sich mit dem WLAN-<br />

Router verbinden.<br />

Barrierefreiheit und<br />

Wohnkomfort stehen<br />

auch beim Tiedge-<br />

SmartHome im Mittelpunkt.<br />

Dabei handelt<br />

es sich um ein<br />

Musterhaus in der<br />

Nähe von Magdeburg,<br />

das schon bei<br />

der Planung auf das Wohnen im Alter abgestimmt<br />

wurde. Der Einsatz von Somfy-Produkten für Außenjalousien,<br />

Alarmanlagen, Türschlösser und Beleuchtung<br />

sorgt schon heute für <strong>Komfort</strong> und soll in Zukunft den<br />

Bewohnern das tägliche Leben erleichtern. Das System<br />

kann der Besitzer an eigene Vorstellungen anpassen<br />

und jederzeit ausbauen. Die Bedienung erfolgt wahlweise<br />

über eine Fernbedienung, eine Steuerkonsole an<br />

der Wand oder ein mobiles Endgerät wie das iPhone<br />

oder ein Android-Smartphone.<br />

Noch <strong>mehr</strong> Flexibilität bei der automatisierten Haussteuerung<br />

schaffen Zeitautomatik und Voreinstellungen<br />

für bestimmte Räume. Dazu kommen Zeitplanung und<br />

die Steuerung abhängig von Licht, Temperatur oder<br />

Wetter. Die Haussteuerung wurde mit umweltfreundlichen<br />

Technologien kombiniert: Es existiert ein Schichtladespeicher<br />

zur Warmwasser-Aufbereitung, und auf<br />

dem Dach sind Sonnenkollektoren installiert. Für das<br />

zukunftsorientierte Projekt von Nicole Tiedge und Michael<br />

Deck gab es den zweiten Preis beim Smart Home<br />

Award Deutschland 2012.<br />

Überwachung und Sicherheit<br />

durch Heimvernetzung<br />

Das Bedürfnis nach Sicherheit wächst immer <strong>mehr</strong> –<br />

insbesondere bei Personen mit eingeschränktem Höroder<br />

Sehvermögen. Hier geht es nicht nur um Ein-<br />

96<br />

connected-home.net 02.2013


MODERN<br />

VERNETZT<br />

Moderne Lösungen zur<br />

Hausautomation verfügen<br />

über eine Schnittstelle<br />

für die Kontrolle<br />

über das Heimnetz.<br />

bruchssicherung, sondern auch um den Schutz vor<br />

Rauch oder Wasserschäden. Über Sensoren werden<br />

Gefahren in Bad, Küche oder Keller wahrgenommen<br />

und über akustische Signale den Bewohnern mitgeteilt.<br />

Zusätzlich gibt es Zusatzmodule, um solche Informationen<br />

per Internet an Angehörige, Rettungskräfte oder<br />

eine Sicherheitsfirma weiterzugeben.<br />

Fühlt sich der Nutzer nicht wohl oder stürzt, kommt der<br />

Panikknopf zum Einsatz. Das Gerät schickt die Informationen<br />

per Funk an einen Empfänger, der ins Heimnetz<br />

eingebunden ist. Per SMS, E-Mail oder App wird<br />

der Hilferuf digital verschickt.<br />

Ein vorhandenes Heimnetz mit WLAN-Router lässt sich<br />

aber auch mit einer Internet-Kamera schnell erweitern<br />

und zur Kontrolle verwenden. Die IP-Kamera sendet<br />

übers Internet Bilder und zeigt, ob Personen wohlauf<br />

sind. Solche Lösungen lassen sich auch zum Babyfon<br />

umfunktionieren – als Empfangsgerät dienen Smartphones<br />

oder Tablets.<br />

Als Alterna tive bietet sich hier das kürzlich angekündigte<br />

F8J007BG WeMo Baby von Belkin an. Für knapp<br />

90 US-Dollar können Eltern das Gerät in Kombination<br />

mit einem iPhone oder iPad für die Überwachung des<br />

Nachwuchses nutzen. Die Empfänger bekommen die<br />

Informationen per WLAN oder Mobilfunknetz. Das System<br />

unterstützt den Zugriff mit <strong>mehr</strong>eren Geräten und<br />

übermittelt diese an das iPhone oder iPad.<br />

NACHRÜSTEN<br />

MIT EQ-3<br />

WinMatic von eQ-3:<br />

Das System erlaubt die<br />

Nachrüstung von Fensteröffnern,<br />

die sich per<br />

Fernbedienung oder<br />

Heimnetz steuern<br />

lassen.<br />

SORGENFREI<br />

IM ALLTAG<br />

Hausautomation vereinfacht<br />

das Leben von<br />

Senioren und erleichtert<br />

den Alltag mit der Fernsteuerung<br />

von Fenstern,<br />

Türen oder Heizung.<br />

02.2013 connected-home.net 97


SMART LIFE XXXXXXXXXXXX<br />

HÄUSER MIT KNX-STEUERUNG<br />

Integrator<br />

mit System<br />

Die elektrische Anlage eines Neubaus umspannt viele Gewerke. Beleuchtung, Beschattung,<br />

Alarmanlage, Heizung und Beschallung sollen nach Fertigstellung schließlich Hand in Hand<br />

arbeiten. Ein Besuch bei einem, der als System-Integrator dafür sorgt, dass es auch gelingt.<br />

98<br />

connected-home.net 02.2013


Schirm von Ausrüster Gira auf Gebäudetechnik spezialisiert<br />

sind. Elektro Hieber aus Schwabmünchen bei<br />

Augsburg arbeitet schon seit fast 90 Jahren in der<br />

Branche und ist zu einem Mittelständler mit 100 Mitarbeitern<br />

angewachsen. Neben Industrieanlagen bestückt<br />

das Familienunternehmen auch Häuser und<br />

Wohnungen. Bereits 1994 installierte es den ersten<br />

Feldbus. Inzwischen baut es jedes dritte Haus in Bustechnik<br />

auf – insgesamt rund 35 im Jahr.<br />

Als mittelständisches Unternehmen arbeitet Hieber oft<br />

mit Bauträgern zusammen und installiert grundsätzlich<br />

das, was gefordert wird – mit oder ohne Bus. Interessierten<br />

Kunden kalkuliert der engagierte Chef das geplante<br />

Objekt aber auch so um, dass es passt. Für ihn<br />

ist es nicht nur eine Frage des Anspruchs. Ausbaufähigkeit<br />

und Wiederverkaufswert der Immobilie stehen<br />

für Anton Hieber ebenso im Fokus. Zudem lassen sich<br />

viele Sonderwünsche ohne Bussystem erst gar nicht<br />

realisieren. Wer etwa eine Jalousien-Anlage betreibt,<br />

TEAMARBEIT<br />

SYSTEMISCH<br />

Im Gira Revox Studio<br />

Augsburg kann sich der<br />

geneigte Kunde Testinstallionen<br />

anschauen<br />

und sie ausprobieren.<br />

So findet er die Anlage<br />

für seine Ansprüche.<br />

W<br />

Von Markus Wölfel<br />

er heutzutage Wohneigentum bauen oder<br />

renovieren lässt, steht zwangsläufig irgendwann<br />

vor der Entscheidung, ob die<br />

Elektroinstallation konventionell oder als Bussystem<br />

aufgebaut werden soll. Vereinfacht ausgedrückt: entweder<br />

billig und schlicht oder teuer und komfortabel.<br />

Für Anton Hieber stellt sich diese Frage so nicht, denn<br />

er baut am liebsten „Bus-Häuser“. Gemeint sind Häuser,<br />

deren gesamte Elektrik über den etablierten KNX-<br />

Standard ganzheitlich gesteuert wird.<br />

Seine Firma Elektro Hieber ist einer von 120 zertifizierten<br />

Systemintegratoren in Deutschland, die unter dem<br />

PARTNER MIT<br />

SYSTEM<br />

Anton Hieber Junior<br />

plant und installiert mit<br />

seinen Mitarbeitern<br />

Häuser in KNX-Technik<br />

und führt Gewerke zusammen.<br />

02.2013 connected-home.net 99


SMART LIFE HÄUSER MIT KNX-STEUERUNG<br />

NATÜRLICH<br />

TECHNISCH<br />

Dank intelligenter Technik<br />

lässt sich das Holzhaus<br />

(siehe auch Titelmotiv)<br />

komplett steuern.<br />

Zudem produziert es<br />

<strong>mehr</strong> Strom, als es<br />

verbraucht.<br />

INTUITIV<br />

DEZENT<br />

Über das Steuer-Panel<br />

von Gira hat der Benutzer<br />

die Hi-Fi-Anlage<br />

komplett im Griff und<br />

kann <strong>mehr</strong>ere Hundert<br />

Funktionen darüber<br />

ausführen.<br />

MOBILE<br />

VIELFALT<br />

Die App von Gira ist<br />

nahezu selbsterklärend.<br />

Die Oberfläche zeigt<br />

die verschiedenen Komponenten,<br />

die sich<br />

per Fingertipp regeln<br />

lassen.<br />

kommt laut Chef Hieber bereits günstiger weg, wenn er<br />

auf eine zentrale Steuerung setzt.<br />

Auch optisch hat das konventionelle Schalten für ihn<br />

Nachteile: Eine Armada aus Schaltern für Verdunkelung,<br />

Heizung oder Licht ließe sich durch ein einziges<br />

Bedien-Panel in KNX-Technik ersetzen. Dabei müsse<br />

der Kunde nicht einmal so tief in die Tasche greifen:<br />

Anton Hieber rechnet mit rund 5.000 Euro Aufpreis für<br />

eine ausbaufähige KNX-Installation. Ein kleines Objekt<br />

könne schon mit 15.000 bis 17.000 Euro in KNX-Technik<br />

umgesetzt werden. Angesichts des Gesamtvolumens<br />

eines üblichen Bauvorhabens für ihn eine geringe Investition,<br />

um für zukünftige Erweiterungen gerüstet zu<br />

sein. Dabei werden nur die Basics aufgebaut, aber das<br />

Haus wäre einfach aufrüstbar. Wenn schon mal die<br />

Rohre liegen, ließe sich ein Bus-Haus jederzeit erweitern.<br />

So könne – durch vorausschauendes Planen –<br />

auch Jahre später noch ein bereits verbauter Fensterkontakt<br />

über Leerrohre an den Bus angekoppelt werden.<br />

Er ließe sich in die Heizungssteuerung oder die<br />

Alarmanlage integrieren. Eine Visualisierung des Hauses<br />

– auch in 3D – wäre ebenfalls darüber möglich. Ein<br />

weiterer Vorteil für KNX aus Sicht des Unternehmers:<br />

Selbst wenn Gira Insolvenz anmelden müsste, könnte<br />

man dank der Standardisierung die KNX-Installation<br />

mit 30 anderen Firmen weiterführen.<br />

Oft scheitere der Aufbau am Wiederstand örtlicher<br />

Elektromeister, mit denen Elektro Hieber in der Bauausführung<br />

hin und wieder zusammenarbeite. Sie hätten<br />

oft kein Verständnis für Bussysteme. Hier habe das<br />

Handwerk vielerorts noch Nachholbedarf, so Hieber.<br />

Außerdem kritisiert er manche Architekten: Sie hätten<br />

mitunter noch rückständige Vorstellungen von der Elektroinstallation<br />

und würden die Kosten dafür pauschal<br />

auf fünf Prozent der Bausumme ansetzen – angesichts<br />

der Tatsache, dass sich Nutzerverhalten und Technik<br />

100 connected-home.net 02.2013


MONDÄNE<br />

AUSSTATTUNG<br />

Bei derart opulenter<br />

Ausstattung ist KNX<br />

Pflicht. Das Bussystem<br />

eignet sich auch schon<br />

für weniger umfangreiche<br />

Installationen.<br />

in den letzten Jahren massiv geändert hätten. Wer auf<br />

billig setze, bekomme auch nur billig, resümiert der Firmenchef<br />

angesichts der teilweise zu stark beschnittenen<br />

Elektro-Budgets. Wegen schlechter Erfahrungen<br />

habe er seine Verkaufsstrategie geändert: Er kalkuliere<br />

Wenn jemand einen<br />

Bus haben möchte,<br />

machen wir es möglich<br />

stets den Maximalausbau und zeige den Kunden, wie<br />

sich die Liste zusammenstreichen lasse. Im umgekehrten<br />

Fall habe er schon Lehrgeld zahlen müssen, weil<br />

durch Sonderwünsche des Kunden in der Bauphase<br />

die Abschlussrechnung deutlich höher ausfiel.<br />

Auch vor der Bauabnahme möchten die Schwabmünchener,<br />

dass alles glatt geht, wenngleich sie es wegen<br />

der vielen Variablen nicht garantieren wollen. Um sicherzugehen,<br />

bleibe Elektro Hieber bei den bewährten<br />

KNX-Komponenten. Aber selbst die erfordern eine permanente<br />

Fortbildung, denn das Innovationstempo sei<br />

enorm, so Anton Hieber. Hier favorisiert der KNX-Profi<br />

Komponenten, die sich perfekt ins System einbauen<br />

lassen. Sein Herz schlage im Home-Entertainment-<br />

Bereich vor allem für Revox. Die hochpreisigen Produkte<br />

würden sich ohne Erklärungsbedarf optimal vernetzen<br />

lassen. Wer weniger ausgeben wolle, dem baue er<br />

aber auch gerne Sonos-Komponenten ein.<br />

Richtig ärgerlich wird der Installateur schließlich beim<br />

Thema Pfusch: Powerline-Systeme<br />

ohne Bandsperren, Unterverteilungen<br />

ohne FI-Absicherung<br />

oder Funkschalter, die nur sporadisch<br />

arbeiten, sind dem Unternehmer<br />

ein Graus. Als bekennender<br />

Funkhasser hat er für<br />

halbgare Lösungen nichts übrig – nicht nur, weil er daran<br />

weniger verdiene, auch an Zuverlässigkeit mangele<br />

es manchen Funkkomponenten. Zudem sei die Fehleranalyse<br />

schwierig und der Störer nicht immer gleich<br />

auszumachen. Wer wird einem Mann der Praxis da<br />

schon wiedersprechen können?<br />

MUSIK<br />

SATT<br />

Das Revox M117 Entertainment-System<br />

beherrscht<br />

alle Spielarten<br />

der Musikberieselung.<br />

Es spielt CDs genauso<br />

ab wie Songs aus dem<br />

Speicher.<br />

02.2013 connected-home.net 101


SMART LIFE VERNETZTE HAUSHALTSGERÄTE<br />

Von Günther Ohland<br />

Heinzelmännchen<br />

im Netz<br />

Die Heinzelmännchen waren der Sage nach Kölner Hausgeister. Sie verrichteten nachts,<br />

wenn die Bürger schliefen, deren Arbeit. Davon träumen wir auch heute noch. Ganz so<br />

weit ist die Technik noch nicht, aber wir kommen dem Ziel näher.<br />

D<br />

ie CECED (Conseil Européen de la Construction<br />

d’appareils Domestiques oder European<br />

Committee of Domestic Equipment Manufacturers)<br />

hat als europäischer Verband der Hausgerätehersteller<br />

mit CHAIN (CECED Home Appliances In-<br />

teroperating Network) einen Standard für die Kommunikation<br />

elektrischer Hausgeräte auf den Weg gebracht,<br />

der neue Maßstäbe im Bereich SmartHome setzen soll.<br />

Mitglieder sind unter anderem Unternehmen wie Bosch,<br />

Siemens, Electrolux, Candy, Indesit, Gorenje, Fagor,<br />

102<br />

connected-home.net 02.2013


Liebherr und Miele. CHAIN beschreibt ein Hersteller<br />

übergreifendes Protokoll zum Austausch von Daten<br />

und Steuerbefehlen für vernetzte Haushaltsgeräte und<br />

definiert den Datenaustausch zwischen einem Service<br />

Gateway und vernetzten Einzelgeräten wie Kühl- und<br />

Gefrierschränken, Waschmaschinen, Trocknern, Geschirrspülern<br />

und Backöfen. Das ermöglicht das Steuern<br />

und Überwachen von Schlüsselfunktionen, Energie-<br />

und Beladungsmanagement sowie die Fernbedienung<br />

von Geräten. Die Ferndiagnose von Fehlern, die<br />

automatische Wartung und das Aufspielen neuer Programmversionen<br />

erleichtern dem Service die Arbeit.<br />

Die einzelnen Geräte kommunizieren innerhalb des<br />

Hauses entweder über die Stromleitung per Powerline<br />

Communication oder Funkverbindungen. Eine Verlegung<br />

neuer Kabel entfällt somit.<br />

Miele@home – SmartGrid-ready<br />

Miele ist der erste Hersteller aus der CECED-Riege, der<br />

serienmäßig Geräte anbietet. Diese sind durch das<br />

Miele@home-Symbol gekennzeichnet. Aus jedem Bereich<br />

– also Kühlen, Kochen und Waschen – gibt es<br />

Modelle, die bereits mit der Zusatzelektronik ausgestattet<br />

oder nachrüstbar sind. Zusätzlich zu den vernetzbaren<br />

Haushaltsgeräten wird ein Gateway benötigt.<br />

Dieses „sammelt“ die Daten der einzelnen Geräte<br />

ein und bereitet sie für die Kommunikation mit dem<br />

Smartphone, PC oder Tablet auf. Umgekehrt wandelt<br />

das Gateway Befehle für einzelne Geräte, die etwa vom<br />

Handy ankommen, so um, dass das entsprechende<br />

Gerät sie versteht. Das Gateway benötigt deshalb eine<br />

Netzwerk-Verbindung (LAN) und kann prinzipiell überall<br />

im Haus untergebracht werden.<br />

Sie möchten wissen, ob die Wäsche schon trocken ist<br />

oder ob das Kühl-Gefrier-Gerät die Zieltemperatur<br />

+5°C für Kühlen und –18°C für Tiefkühlen hält? Sie<br />

möchten den bereits geladenen Trockner per Handy<br />

starten oder erfahren, wann der Geschirrspüler fertig<br />

ist? Mit Miele@home ist das kein Problem. InfoControl<br />

Plus nennt sich die dezentrale Überwachung und Steuerung<br />

von Hausgeräten bei Miele. Per Internet-Browser<br />

oder Smartphone App – leider derzeit nur für Apple-<br />

Geräte verfügbar – sind alle Geräte jederzeit zu<br />

NACH-<br />

GERÜSTET<br />

Viele höherwertige<br />

Haushaltsgeräte lassen<br />

sich mit dem Miele@<br />

home-Netzwerk nachrüsten.<br />

Die schwarze<br />

Box hier im Backofen ist<br />

die Kommunikationsschnittstelle.<br />

02.2013 connected-home.net 103


SMART LIFE XXXXXXXXXXXX<br />

GEFAHR<br />

GEBANNT<br />

Bügeleisen müssen<br />

nicht vernetzt sein. Eingebaute<br />

Lagesensoren<br />

erkennen Gefahrensituationen<br />

und schalten ab.<br />

FALLBEISPIEL<br />

überblicken. Selbst einfache Funktionen lassen sich so<br />

starten. Schnellgefrieren schon im Supermarkt starten?<br />

Kein Problem: App oder Website aufrufen, Gerät<br />

auswählen und per Fingertipp einschalten.<br />

SuperVision<br />

SuperVision bietet die Übersicht über Miele@home-<br />

Geräte auf anderen vernetzten Hausgeräten in der Küche.<br />

Alle Geräteinformationen werden auf den Bedien-<br />

Displays der Geräte angezeigt. So ist es beispielsweise<br />

möglich, auf dem Backofen-Display den aktuellen Status<br />

des Waschautomaten abzulesen und im Bedarfsfall<br />

sofort zu reagieren, wenn die Kinder die Tür eines Kühlgerätes<br />

nicht richtig geschlossen haben. Das Ende eines<br />

Wasch-Programmablaufes wird akustisch und<br />

... für ein Einfamilienhaus mit einer Photovoltaik-Anlage bei Volleinspeisung,<br />

25% und 50% Eigenverbrauch. In unserer Photovoltaik-Berechnung gehen wir<br />

davon aus, dass die Solaranlage 4.000 kWh erzeugt. Wartungskosten und<br />

Versicherung wurden bei dieser Rechnung nicht berücksichtigt.<br />

kein Eigen- 25 % Eigen- 50 % Eigenverbrauch<br />

verbrauch verbrauch<br />

Produzierter Strom 4.000 kWh 4.000 kWh 4.000 kWh<br />

Einspeisung 4.000 kWh 3.000 kWh 2.000 kWh<br />

Photovoltaik-Einspeisevergütung 716,00 Euro 537,00 Euro 358,00 Euro<br />

17,90 ct/kWh<br />

Photovoltaik-Eigenverbrauch – 1.000 kWh 2.000 kWh<br />

Ersparnis durch Eigenverbrauch bei – 250,00 Euro 500,00 Euro<br />

einem Strompreis von 25 ct/kWh<br />

Gesamtertrag + eingesparte Kosten 716,00 Euro 787,00 Euro 858,00 Euro<br />

Fazit: Je höher der Eigenverbrauch des durch die Photovoltaik-Anlage<br />

produzierten Solarstroms, desto profitabler ist der Betrieb der Anlage.<br />

visuell auch am Dampfgarer gemeldet. Das erspart so<br />

manchen „Kontrollgang“ in den Waschkeller.<br />

SmartStart<br />

Die Energiewende ist eine der großen Herausforderungen<br />

der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Strom wird<br />

nicht <strong>mehr</strong> kontinuierlich und zentral zu gleichen Konditionen<br />

erzeugt, sondern die Natur (Wind und Sonne)<br />

entscheidet, wann wir viel und wann wir wenig Strom<br />

haben. In Zeiten mit einem geringen Stromangebot wird<br />

dieser teuer sein, umgekehrt in Zeiten mit einem Überangebot<br />

billig. Schon heute tritt vereinzelt ein so starkes<br />

Überangebot auf, dass an der Strombörse in Leipzig<br />

Geld dafür gezahlt wird, wenn jemand Strom abnimmt.<br />

Das künftige bundesweite, intelligente Stromnetzwerk<br />

SmartGrid wird dafür sorgen, dass trotz der Abhängigkeit<br />

von Wind und Sonne immer genug elektrische<br />

Energie zur Verfügung steht.<br />

Besitzer von fernschaltbaren Hausgeräten haben künftig<br />

die Möglichkeit, Billigstromzeiten zu nutzen. Dazu<br />

senden Stromanbieter ihren Haushalten per Internet<br />

Signale, dass nun billiger Strom zur Verfügung steht.<br />

Smart Meters sorgen dann für eine Euro- und Centgenaue<br />

Abrechnung. Inwieweit sich die Mehrkosten<br />

der Haushaltsgeräte zur Nutzung günstiger Verbrauchszeiten<br />

für den Haushalt lohnen, ist derzeit noch fraglich.<br />

Die Leipziger Strombörse ermittelt den Strompreis im<br />

20-Minuten-Takt. Ein Wasch-, ein Spül- und ein Trocknungsgang<br />

dauern aber wesentlich länger. Was bringt<br />

es, in einer Billigphase zu starten und 20 Minuten später<br />

in einen teuren Zeitabschnitt zu geraten?<br />

Anders sieht es aus, wenn der Haushalt über ein Windrad<br />

oder eine Photovoltaik-Anlage verfügt und selbst<br />

Stromerzeuger ist. Das neue Energie-Einspeisegesetz<br />

belohnt „Selbstverbraucher“. Man bekommt für den erzeugten<br />

Strom eine gesetzlich festgelegte Vergütung<br />

und kann den Strom auch noch selbst verbrauchen.<br />

Bügeleisen, die sich selbst abschalten<br />

Sicherheit und Automation geht manchmal viel einfacher,<br />

als man denkt. Immer wieder findet man in Smart<br />

Homes besondere Bügeleisen-Steckdosen, die mit einem<br />

Bewegungsmelder verbunden sind. Bügelt niemand<br />

<strong>mehr</strong> – findet also keine Bewegung <strong>mehr</strong> statt –,<br />

wird die Steckdose abgeschaltet. Das funktioniert gut,<br />

aber nur genau an der einen Stelle. Philips hat nun ein<br />

Bügeleisen auf den Markt gebracht, das selbst erkennt,<br />

ob es bewegt wird oder umgefallen ist. Dann schaltet<br />

104<br />

connected-home.net 02.2013


der eingebaute Lagesensor einfach den Strom ab. Das<br />

Ergebnis ist das gleiche, nur funktioniert diese Sicherheitslogik<br />

an jeder Steckdose im Haus.<br />

Der vernetzte Föhn<br />

Auf die Idee, die Föhnsteckdose schaltbar zu machen,<br />

kam eine Testbewohnerin im SmartHome Paderborn.<br />

Sie beklagte sich, dass sie den Gong von der Haustür<br />

nicht hören könne, während der Fön nicht nur heiße Luft<br />

auf die Haare, sondern auch jede Menge Lärm auf die<br />

Ohren schickt. Da haben die Techniker die Fönsteckdose<br />

im Bad mit der Haustürklingel verbunden. Drückt nun<br />

ein Besucher an der Tür den Klingelknopf, beginnt der<br />

Fön zu „stottern“. Im Sekundenrhythmus schaltet die<br />

Steckdose ein und aus. Das ist eine tolle Idee, die sich<br />

leicht realisieren lässt. So lassen sich auch Frauen für<br />

smarte Technik begeistern: Man spricht von einem hohen<br />

„Women Acceptance Factor“ (WAF).<br />

Staubsaugroboter<br />

Das Staubsaugen gilt als lästige Arbeit. Doch fast alle<br />

Haushaltsgerätehersteller bieten entsprechende „Heinzelmännchen“<br />

an, die einem diese Aufgabe abnehmen.<br />

Am bekanntesten ist wohl der iRobot. Während Roomba<br />

nur saugt, kann Scooba sogar feucht wischen.<br />

Schon 2002 kam der Roomba auf den Markt und wurde<br />

anfangs als nutzloses Spielzeug belächelt. Seitdem<br />

wurde er ständig verbessert. Der Hersteller ist bekannt<br />

für seine Industrieroboter, die überall auf der Welt in<br />

Krisengebieten und bei Umweltkatastrophen eingesetzt<br />

werden. Diese Erfahrungen sind auch in den Haushaltsroboter<br />

eingeflossen. Der Roomba arbeitet völlig selbstständig.<br />

Er saugt oder wischt die Böden in der Wohnung<br />

gründlich und vollautomatisch. Er stürzt keine Treppen<br />

hinunter, klettert allerdings auch keine hinauf. Er sucht<br />

sich seinen Weg und weicht Hindernissen aus. Wird der<br />

Akku leer, fährt er selbstständig zur Basis zurück und<br />

lässt sich wieder aufladen. Hunde und Katzen fühlen<br />

sich selten gestört von dem neuen nützlichen „Haustier“.<br />

Ein YouTube-Video (siehe unter www.youtube.<br />

com/watch?v=LQ-jv8g1YVI) zeigt, wie eine Katze<br />

„Roomba“ fährt.<br />

Eines sollte man allerdings beachten: Die Staubbehälter<br />

sind nicht sehr groß und müssen häufiger geleert<br />

werden als beim herkömmlichen Staubsauger. Und<br />

man sollte den Putzteufel niemals nachts starten, denn<br />

der Geräuschpegel ist erheblich. Idealerweise schaltet<br />

man das Gerät ein, wenn man das Haus verlässt.<br />

EIGENVERBRAUCH<br />

Die Volleinspeisung von Solarstrom ist nicht <strong>mehr</strong> zu<br />

empfehlen, sondern ein möglichst hoher Photovoltaik-<br />

Eigenverbrauch. Es ist sinnvoll, den Trockner dann zu<br />

starten, wenn die eigene Photovoltaik-Anlage Strom erzeugt.<br />

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland stellt<br />

auf seiner Website (www.sfv.de/eigenverbrauchrechner/eigenverbrauch-rechner.html)<br />

einen Eigenverbrauchsrechner<br />

zur Verfügung.<br />

Die Industrie bietet bereits sogenannte Eigenverbrauchsmonitore<br />

an, die teilweise auch Verbraucher<br />

entsprechend schalten können. Jede gute Gebäudeautomationslösung<br />

ist in der Lage, die Aufgabe zu bewältigen.<br />

Zuerst muss gemessen werden, wie viel Strom<br />

erzeugt wird. Dazu gibt es seit vielen Jahren Strommesser.<br />

Dann muss ermittelt werden, ob Verbraucher im<br />

Standby-Betrieb sind, um gestartet zu werden. Dies<br />

setzt voraus, dass eine fernsteuerbare Waschmaschine<br />

wie die Miele@home-SmartGrid-ready-Geräte mit Wäsche<br />

und Pulver geladen und auf Fremdstart geschaltet<br />

sind. Die Logik der Gebäudeautomation schaltet nun<br />

bei entsprechendem Angebot die Waschmaschine ein,<br />

indem sie das Kommando über das Netzwerk an das<br />

Miele@home Gateway sendet.<br />

Die schon in früheren Ausgaben dieses Magazins beschriebene<br />

myHomeControl-Software von bootup.ch<br />

bietet dafür einen eigenen Miele-Steuerblock an. Bei anderen<br />

Software-Produkten kann der Fachmann in der<br />

Regel die vorhandene Lösung erweitern. Auch Telefunken<br />

SmartBuilding offeriert eine sehr ansehnliche spezielle<br />

Eigenverbrauchslösung. SmartGrid-fähige Miele-<br />

Hausgeräte erkennt man an dem SG-ready-Zeichen.<br />

SAUGEN<br />

NACH PLAN<br />

<strong>Automatisch</strong>e Saugroboter<br />

reinigen die Böden<br />

nach Zeitplan und am<br />

besten, wenn niemand<br />

zu Hause ist.<br />

02.2013 connected-home.net 105


SMART LIFE VERNETZTE HAUSHALTSGERÄTE<br />

MIELE@<strong>HOME</strong><br />

GATEWAY<br />

Das Miele@home<br />

Gateway stellt die Verbindung<br />

vom Netzwerk<br />

zu den Haushaltsgeräten<br />

her.<br />

INFOS BEIM<br />

FÖHNEN<br />

Eine vernetzte Föhnsteckdose<br />

signalisiert<br />

Türklingeln und Telefonanrufe<br />

durch „Stottern“.<br />

Heinzelmännchen versehen ihre Dienste immer gern<br />

dann, wenn man nicht zu Hause ist. Der „WAF“ ist<br />

erfahrungsgemäß hoch, insbesondere bei berufstätigen<br />

Frauen.<br />

Kaffeeautomaten<br />

Ein Espresso-Automat hat seine Tücken: Mal ist der<br />

Kaffeesatzbehälter voll, mal die Entkalkerpatrone verbraucht<br />

und mal das Reinigungsintervall erreicht. Wenn<br />

nach den ersten drei Tassen die vierte wegen einer erforderlichen<br />

Wartung verweigert wird, ärgert man sich,<br />

dass sich das teure Teil nicht rechtzeitig meldet.<br />

Die Schweizer Firma Jura hatte vor vielen Jahren eine<br />

Maschine mit einer seriellen Schnittstelle (RS-232) für<br />

ein Modem im Angebot. Auf diesem Weg konnte das<br />

Gerät alle zuvor genannten Informationen rechtzeitig<br />

senden. Es fehlte nur eine geeignete, benutzerfreundliche<br />

Software. Es gab auch noch keine Smartphones,<br />

welche die Meldungen hätten anzeigen können.<br />

Inzwischen ist die technische Entwicklung vorangeschritten<br />

und die Industrie müsste handeln. Wenn nach<br />

250 Tassen Kaffee eine Reinigung ansteht und die<br />

Maschine die sogenannten Bezüge mitzählt, muss es<br />

doch möglich sein, diese Information dem Nutzer im<br />

Netzwerk bereitzustellen. Dann macht man das gute<br />

Stück halt so rechtzeitig sauber, dass alle Gäste ihren<br />

Kaffee bekommen – ohne Zwangspause. Leider glänzen<br />

derzeit nur sehr teure Profimaschinen mit diesen<br />

Funktionen – schade.<br />

Visionen eines Nutzers<br />

So stellt sich ein Nutzer sein Smart Home vor: „Mein<br />

vernetztes, intelligentes Haus weiß so viel von mir. Ich<br />

wünsche mir, dass mein Haus dieses Wissen bald besser<br />

nutzt. Auf meinem PC stehen meine Termine. Da<br />

steht auch, dass ich am Dienstag mit dem Auto zum<br />

Flughafen fahren möchte, Abflug um 07:45 Uhr nach<br />

München. Auch die Flugnummer ist bekannt. Mein<br />

Rechner bzw. seine smarten Software-Assistenten<br />

könnten diese Fakten nun nutzen und meinen geplanten<br />

Tag den Ereignissen anpassen. Die Software könnte<br />

im Internet abfragen, ob es Probleme mit dem Flug<br />

oder der Straße zum Flughafen gibt. Wenn ich länger<br />

zum Flughafen brauche, weil ich eine Umleitung fahren<br />

muss, wäre es sicherlich gut, etwas früher aufzustehen.<br />

Das heißt, der smarte Assistent müsste den vernetzten<br />

Wecker automatisch neu einstellen. Aber auch zu früherer<br />

Stunde möchte ich, dass der Fußboden im Bad<br />

warm ist, also müsste auch die Heizung früher eingeschaltet<br />

werden. Die Kaffeemaschine soll früher aus<br />

dem Null-Watt-Standby geweckt werden und der Backofen<br />

von der Betriebsart Frischhalten auf Auftauen<br />

umschalten, damit die Brötchen im Backofen passend<br />

fertig sind.“<br />

Wenn das alles geregelt ist, kann der Nutzer gut schlafen.<br />

Seine letzten Gedanken, bevor er einschläft: „Die<br />

Heinzelmännchen haben alles im Griff. Ich fahre dann<br />

auf neuer Route ganz entspannt zum Flughafen und<br />

freue mich auf den Flug nach München.“<br />

106<br />

connected-home.net 02.2013


UNSERE REDAKTION<br />

ANDREAS<br />

FRANK<br />

Der Experte für Medien-<br />

Receiver, Home-Server und<br />

Netzwerk-Fragen<br />

YASMIN<br />

VETTERL<br />

TV-Fachfrau und<br />

Spezialistin für Design und<br />

neue Medien<br />

REINHARD<br />

OTTER<br />

Der Fachmann für sämtliche<br />

Video-, Netzwerk- und<br />

Online-Themen<br />

ANDREAS<br />

GREIL<br />

Der Spezialist für alles rund um<br />

TV-Empfang, Sat-Lösungen<br />

und Video-Verteilung<br />

MICHAEL<br />

JANSEN<br />

Der Experte für alle<br />

Fragen zu kreativen<br />

Musik-Lösungen<br />

STEFAN<br />

SCHICKEDANZ<br />

Der erfahrene Spezialist für<br />

das Thema Sound in all<br />

seinen Facetten<br />

ROLAND<br />

SEIBT<br />

Der Technik-Crack und<br />

Profi für HD-Medien, TV-Geräte<br />

und Heimsteuerung<br />

GÜNTHER<br />

OHLAND<br />

Der Fachmann für intelligente<br />

und praxisorientierte<br />

Heimvernetzung<br />

MARKUS<br />

WÖLFEL<br />

Der Ansprechpartner für Bild-,<br />

Netzwerk- und Smart-Home-<br />

Themen<br />

Impressum<br />

REDAKTION<br />

Herausgeber: Kai Riecke<br />

Bereichsleitung Unterhaltungselektronik<br />

und Chefredaktion: Andreas Stumptner (V.i.S.d.P.)<br />

Stellv. Chefredakteur: Roland Seibt ( Ltg. Test + Technik; rs)<br />

Geschäftsführender Redakteur: Andreas Greil (ag)<br />

Redaktion: Jörn-Erik Burkert, Andreas Frank (af),<br />

Yasmin Vetterl (yv)<br />

Chef vom Dienst: Thomas Bruer<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Frank-Oliver Grün, Karl<br />

Kolschitzky, Günther Ohland, Reinhard Otter, Hannes Rügheimer,<br />

Michael Seemann, Alexander Strobel, Raphael Vogt, Markus<br />

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Fahrlässigkeit des Verlages oder seiner Mitarbeiter in Betracht. Als Kolumne oder als Meinung<br />

gekennzeichnete Beiträge geben die Ansicht der Autoren, nicht unbedingt die der Redaktion, wieder.<br />

02.2013 connected-home.net 107


RUBR IK KOLUMNE<br />

KOLUMNE<br />

Die Glühbirnen-<br />

Posse<br />

N<br />

un ist sie offiziell weg, die gute alte Glühfadenlampe.<br />

Welch ein Drama. Mancher Verbraucher<br />

hat sich noch schnell einen Vorrat<br />

angelegt. Dabei gibt es sie auch weiterhin. Die<br />

Glühlampenverordnung sieht zudem Ausnahmen<br />

vor. „Glühlampen, die nicht für den Haushalt bestimmt<br />

sind, dürfen auch weiterhin verkauft werden“,<br />

heißt es dort.<br />

Aber warum die Aufregung? Ein böser Energiefresser<br />

sei sie, wurde behauptet. Weltweit könnten<br />

Hunderte (Atom-)Kraftwerke abgeschaltet werden,<br />

wäre die „böse“ Glühbirne nicht <strong>mehr</strong> da. Als Ersatz<br />

werden Energiesparlampen (ESL) angeboten. Eigentlich<br />

nur die bekannten Leuchtstoffröhren, klein<br />

verpackt, aber mit allerlei Elektronik und Chemie<br />

belastet, also fieser Sondermüll.<br />

Dabei wartet die bessere Technologie bereits auf<br />

ihren Einsatz: die LED. Ihr gehört die Leuchtmittelzukunft.<br />

Durch ihre sehr kleine Bauform, die hohe<br />

Betriebszeit und die gute Lichtausbeute pro Watt<br />

ergeben sich ganz neue Bauformen von Leuchten<br />

und viele neue Lichtanwendungen. Leuchtenhersteller<br />

spielen mit dem Gedanken, LEDs fest in die<br />

Leuchten einzubauen. Das bedeutet allerdings,<br />

wenn die LEDs doch einmal kaputt sind, muss die<br />

ganze teure Designleuchte in die Werkstatt oder<br />

gleich in den Müll. So kann man die Wirtschaft auch<br />

ankurbeln. Die LED und ihre Schwester OLED (organische<br />

LED) hätten sich dank ihres geringen Verbrauchs,<br />

kleiner Bauform, vieler Lichtfarben und<br />

eines attraktiven Preises sowieso durchgesetzt.<br />

Dafür hätte es das Gesetz nicht gebraucht.<br />

Wenn man die Energieverbrauchsfakten ansieht,<br />

wird es merkwürdig. In einem typischen deutschen<br />

Haushalt sind laut Statistischem Bundesamt 60 bis<br />

80 Prozent des jährlichen Energieverbrauches allein<br />

der Heizung zuzuschreiben. Hinzu kommen zehn<br />

Prozent für warmes Wasser, acht für Elektrogeräte,<br />

vier für Kochen und ganze zwei für Licht!<br />

Da hat sich die Politik also den kleinsten Posten in<br />

der Energierechnung herausgesucht und schneidig<br />

per Gesetz geregelt. Liebe Europäische Energieund<br />

Umweltpolitiker: Wenn schon nicht beim Energiegrößtverbraucher,<br />

der Industrie, angesetzt werden<br />

soll, sondern beim privaten Haushalt, dann bitte<br />

dort, wo es auch etwas bringt. Eine Reduzierung<br />

des Heizenergieverbrauchs um 20 Prozent hätte eine<br />

wirklich fühlbare Einsparung von Primärenergie<br />

und Kohlendioxid zur Folge gehabt. 50 Prozent weniger<br />

Stromverbrauch beim Licht sind im Vergleich<br />

dazu wirkungslos.<br />

Oder ging es gar nicht um die Umwelt, sondern um<br />

Industriepolitik? Glühbirnen kann heute jedes<br />

Schwellenland billigst herstellen. Da können europäische<br />

Unternehmen preislich nicht mithalten.<br />

ESL, LED- und OLED-Leuchten hingegen sichern<br />

ordentliche Umsätze hier bei uns.<br />

Ich trauere der Glühfadenleuchte nicht nach. Die<br />

wenigen, die ich nutze, sind auf 80 Prozent gedimmt<br />

und müssten so eigentlich bis zum Sankt-Nimmerleinstag<br />

halten. Andere wurden ersetzt durch moderne<br />

Power-LEDs. Diese kommen immer dann<br />

zum Einsatz, wenn mal wieder eine Halogenbirne<br />

das Zeitliche segnet. Meine Gebäudeautomation<br />

sorgt dafür, dass es überall dort, wo ich es möchte,<br />

so hell ist, wie ich es möchte, wenn ich es möchte.<br />

Bewegungs- und Dämmerungserkennung, Lichtszenen<br />

und Konstantlicht sorgen für Wohlfühllicht.<br />

Günther Ohland,<br />

Erster Vorsitzender der SmartHome Initiative Deutschland e.V.,<br />

go@smarthome-deutschland.de<br />

108<br />

connected-home.net 02.2013


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Postfach 180 · 77649 Offenburg<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> erscheint im Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH,<br />

Richard-Reitzner-Allee 2, 85540 Haar, Handelsregister München, HRB 154289<br />

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38,90 €, Schweiz SFr 65,80). <strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> erscheint 6x jährlich. Das Jahresabo kann ich nach Ablauf des ersten Bezugsjahres<br />

jederzeit wieder kündigen. Das Dankeschön erhalte ich umgehend nach Zahlungseingang. Eine eventuelle Zuzahlung zum Geschenk<br />

wird per Nachnahme / Rechnung erhoben. Dieses Angebot gilt nur in Deutschland, Österreich, Schweiz und solange der Vorrat reicht.<br />

Weitere Auslandskonditionen auf Anfrage: weka@burdadirect.de<br />

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SMART LIFE NACHBERICHT SMART<strong>HOME</strong> 2012<br />

Experten-Gipfel beleuchtet<br />

die „smarte“ Zukunft<br />

Von Günther Ohland<br />

Die SmartHome Initiative Deutschland, Bundesverband aller am SmartHome beteiligten<br />

Gewerke, veranstaltete Ende letzten Jahres ihre Fachtagung „SmartHome 2012“. Mehr als 200<br />

Fachleute trafen sich im westfälischen Ahaus zum Erfahrungsaustausch und um wirksame<br />

Strategien für <strong>mehr</strong> Sicherheit im Gebäude, effizientere Energienutzung und höheren<br />

<strong>Komfort</strong> zu erarbeiten. Mit erfreulichen Ergebnissen.<br />

S<br />

marte Assistenten sind aus der Automobiltechnik<br />

längst vertraut: ABS, ESP, Navi,<br />

Wisch-Wasch-Automatik, automatisches<br />

Licht, Keyless Go und viele andere Funktionen helfen<br />

unauffällig, den Verkehr zu meistern, sorgen für geringeren<br />

Kraftstoffverbrauch, <strong>mehr</strong> Sicherheit und <strong>mehr</strong><br />

<strong>Komfort</strong>. Nun erobern smarte Assistenten Wohnungen<br />

und Häuser mit ganz ähnlichen Zielen: Sicherheit, Energie-Effizienz<br />

und <strong>Komfort</strong>.<br />

Steigende Energiepreise und die Auswirkungen des demografischen<br />

Wandels lassen sich so besser in den<br />

Links: Keynote-Speaker Joachim Seeger vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.<br />

Rechts: Günter Reichelt, Verwaltungsrat der Schweizer Albis AG, bei seinem Initialvortrag „Wohnen ändert sich“.<br />

Griff bekommen. Immer weniger Pfleger werden bald<br />

immer <strong>mehr</strong> Pflegebedürftige versorgen müssen. Soll<br />

dies in den vertrauten Wohnungen geschehen und<br />

nicht im Pflegeheim, müssen Häuser und Wohnungen<br />

sich ändern. Die Technik dazu ist längst vorhanden und<br />

erprobt. Inzwischen stehen einige preiswerte, auch im<br />

Bestand nachrüstbare Systeme zur Verfügung. Erste<br />

Immobilien-Unternehmen bauen nur noch „smart“,<br />

doch die Herkules-Aufgabe ist die Umgestaltung des<br />

riesigen Wohnungsbestands in Deutschland.<br />

Die Fachtagung fand unter der Schirmherrschaft des<br />

Bundesministers für Verkehr, Bauwesen und Stadtentwicklung<br />

Dr. Ramsauer statt. Joachim Seeger vom<br />

Wohnungsbauministerium überbrachte die Grußworte<br />

des Ministers und stellte in seiner Keynote Strategien,<br />

Pläne und Förderprogramme des Ministeriums für eine<br />

energetische Sanierung und altersgerechte Umgestaltung<br />

des Wohnraums vor. Interessanterweise sollen nun<br />

auch smarte Hilfen förderbar werden. Ein weiterer interessanter<br />

Arbeitsschwerpunkt des Ministeriums ist das<br />

„Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität“.<br />

33 Fachleute aus Forschung, Industrie, Handwerk, Handel<br />

und Verbänden referierten in Vorträgen, Workshops<br />

und Podiumsdiskussionen zu den Themen Gebäudeautomation,<br />

Nachrüstung im Bestand, Smart Metering,<br />

Architektur, Ambient Assisted Living, Heizungsregelung,<br />

Bedürfnisse der Wohnungswirtschaft, Breitbandzugang,<br />

Telemonitoring und solares Energiemanage-<br />

110 connected-home.net 02.2013


Downloads der Präsentationen von der Website<br />

www.smarthome-deutschland.de/downloads<br />

Fotos und Impressionen zum Event:<br />

www.facebook.com/SmartHomeGermany<br />

ment. Viel Beachtung erfuhr eine Podiumsdiskussion<br />

zum Thema „Wohnen ändert sich – SmartHome für die<br />

Wohnungswirtschaft“.<br />

Die Teilnehmer repräsentierten einen Querschnitt durch<br />

die gesamte SmartHome-Wertschöpfungskette: Forschung,<br />

Lehre, Hard- und Software-Entwicklung, Produkt-<br />

und Komponenten-Hersteller, Service-Provider,<br />

Pflegedienstleister, Fachplaner, Architekten, Groß- und<br />

Einzelhandel, Systemintegratoren und Handwerker sowie<br />

Fertighaushersteller und die Wohnungswirtschaft<br />

waren prominent vertreten. Mit dem Statement „Gebäude<br />

smart zu machen ist eine systemübergreifende<br />

Aufgabe und kein klassischer Produktverkauf und deshalb<br />

von keinem der beteiligten Unternehmen im Alleingang<br />

zu bewältigen“ brachte es der Geschäftsführer<br />

des Verbands, Alexander Schaper, auf den Punkt.<br />

Der Geschäftsführer der EnOcean GmbH, Andreas<br />

Schneider, kommentierte: „Die SmartHome 2012 Conference<br />

& Expo ist eine ideale Vernetzungsplattform.<br />

Wir konnten viele interessante Geschäftskontakte knüpfen.“<br />

Mit dabei waren auch Unternehmen aus der<br />

Schweiz und Belgien. Mark Desomer vom Design-<br />

Schalterhersteller Basalte aus Belgien sagte: „Deutschland<br />

ist für uns ein wichtiger Absatzmarkt. Es ist deshalb<br />

wichtig für uns zu sehen, wie der SmartHome-Markt in<br />

Deutschland funktioniert und was die Kunden wollen“.<br />

Günther Ohland, Erster Vorsitzender der SmartHome<br />

Initiative, kündigte an, dass es wie 2012 auch 2013 wieder<br />

einen „SmartHome Deutschland Award“ geben<br />

werde. Prämiert werden das beste SmartHome-Produkt,<br />

das beste realisierte Projekt und das beste Startup-Unternehmen.<br />

Die Bewerbungsfrist läuft vom 1. Januar<br />

bis zum 31. März 2013. Die Verleihung findet im<br />

feierlichen Rahmen Ende April statt. <strong>CONNECTED</strong><br />

<strong>HOME</strong> – Medienpartner der SmartHome Initiative –<br />

wird wieder in der Jury vertreten sein und berichten.<br />

VOLLES<br />

HAUS<br />

Viele Kongressbesucher<br />

lauschten dem<br />

SmartHome-Vortrag von<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>-<br />

Autor Günther Ohland.<br />

VIEL ZU<br />

SEHEN<br />

... gab es auf der begleitenden<br />

Ausstellung.<br />

Hier der Stand der<br />

Firma Hager.<br />

SMARTE<br />

EXPERTEN<br />

Das Plenum war gefüllt<br />

mit Teilnehmern aus<br />

allen Fachgebieten der<br />

Smart-Home-Branche.<br />

02.2013 connected-home.net<br />

111


SMART LIFE AUSLOBUNG<br />

Die Preisträger 2012<br />

Bestes Produkt: THAMM Immobilien, Berlin – WebConcierge<br />

www.leibl22.de/architektur/extras.html<br />

Bestes Projekt: Loxone, Kollerschlag (A) – „The Brown Box“<br />

www.loxone.com/Pages/de/beispiele/MUSTERPROJEKTE/<br />

The-Brown-Box.aspx<br />

Bestes Start-up: Tado, München – Tado° Intelligente Heizungssteuerung<br />

www.tado.com/de/<br />

Von Günter Ohland<br />

SmartHome Deutschland<br />

Award 2013<br />

GEWINNER-<br />

PARADE<br />

Links: Frau Prof. Birgit<br />

Wilkes übergibt den<br />

Preis für das beste Produkt<br />

2012 an Günter<br />

Reichelt von THAMM &<br />

Partner.<br />

S<br />

martHome ist eine noch junge Branche. Innovationen<br />

gehen von überwiegend kleinen<br />

Unternehmen aus. Zudem lebt SmartHome<br />

von der Integration sehr verschiedener Systeme. Als<br />

Kunde wünscht man sich die Lösung von konkreten<br />

Aufgabenstellungen, um den <strong>Komfort</strong> zu verbessern,<br />

die Sicherheit zu erhöhen und den Energieverbrauch zu<br />

senken. Technische Probleme, wie Schnittstellen, Betriebssysteme<br />

und Standards sind Herausforderungen,<br />

denen sich die Hersteller, aber auch die installierenden<br />

Handwerker und Fachhändler stellen müssen.<br />

Als Kunde erwartet man einfach ein perfekt zusammenspielendes<br />

System. Um Unternehmen, die in diesem<br />

nicht ganz einfachen Markt herausragende Leistungen<br />

gezeigt haben, hervorzuheben, hat die<br />

SmartHome Initiative Deutschland e.V. den SmartHome<br />

Deutschland Award ausgelobt. Nach 2012 werden auch<br />

2013 wieder die Besten in drei Kategorien prämiert:<br />

Bestes Produkt<br />

Bestes realisiertes Projekt<br />

Bestes Start-up-Unternehmen<br />

Bewertet werden die Bereiche Energieeffizienz, Umwelt,<br />

selbstbestimmtes Leben in jedem Alter, alltagsunterstützende<br />

Assistenz-Lösungen (AAL) und der Innovationsgrad.<br />

Interessenten können sich ab dem 1. Januar 2013 ausschließlich<br />

online auf der Website www.smarthomedeutschland.de/award<br />

bewerben. Die Jury ist prominent<br />

zusammengesetzt und wird geleitet von der Chefjurorin<br />

Frau Prof. Birgit Wilkes von der Technischen<br />

Hochschule Wildau. Chefredakteur An dreas Stumptner<br />

vertritt das Magazin <strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> in der Fachjury.<br />

Die Preisträger werden wir in der zweiten Jahreshälfte<br />

ausführlich vorstellen. Die Preise werden an prominenter<br />

Stelle in Berlin im Rahmen einer Fachtagung<br />

verliehen.<br />

Rechts: Übergabe des<br />

Preises für das beste<br />

Start-up 2012 an Tado°.<br />

Von links: Johannes<br />

Schwarz (CTO Tado°),<br />

Günther Ohland<br />

(SmartHome Deutschland)<br />

und Christian Deilmann<br />

(CEO Tado°)<br />

112<br />

connected-home.net 02.2013


Ihre Meinung zählt<br />

Sie fragen – wir antworten<br />

@<br />

Schreiben Sie uns!<br />

Sie haben Fragen oder möchten einfach Ihre Meinung zu einen bestimmten Thema äußern?<br />

Dann schreiben Sie uns an <strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong>, „Leserbriefe“, Richard-Reitzner-Allee 2,<br />

85540 Haar. Oder schicken Sie eine E-Mail an unsere Redaktion: redaktion@videomagazin.de.<br />

Gerne helfen wir Ihnen bei Ihren Fragen weiter und freuen uns auf Ihre Zuschriften.<br />

Leserbrief: Smart TV ohne Webbrowser mit Flash<br />

Da ich mir in nächster Zeit auch einen modernen Smart TV<br />

kaufen möchte (eventuell von Loewe), verfolge ich seit längerer<br />

Zeit alle Tests und Artikel bezüglich des Loewe Connect<br />

ID 46. Dabei habe ich bemerkt, dass die im Fachhandel und<br />

bei den Kunden viel diskutierte Problematik freier Webbrowser<br />

mit Flash bisher in Ihren Artikeln über Smart TVs keine<br />

Erwähnung fand. Laut Aussage des Verkäufers besitzt der<br />

Loewe keine Flash-Unterstützung. Nun meine Frage dazu:<br />

Wird diese Problematik überbewertet, da die meisten Kunden<br />

einen Computer besitzen? Es gibt doch viele Web-Inhalte, die<br />

Flash-Unterstützung verlangen.<br />

Klaus Piechulla (per E-Mail)<br />

Es stimmt, dass immer wieder darüber diskutiert wird, dass die<br />

meisten TVs derzeit keinen freien Webbrowser mit sich bringen,<br />

der Flash unterstützt. Dies ist zwar ein Problem, nach<br />

unserer Meinung aber kein K.o.-Kriterium. Erst muss der Kunde<br />

sich selbst fragen, was er mit seinem Fernseher machen<br />

will. Die Zahl der Anwender, die wirklich mit dem TV surfen, ist<br />

aufgrund der unhandlichen Eingabefelder noch sehr gering.<br />

Unsere Studie in der video 10/12 mit dem Titel „Filme statt<br />

App-Flut“ hat jedenfalls ergeben, dass nur rund neun Prozent<br />

unserer Leser mit dem TV auch wirklich surfen. Meist werden<br />

einfach nur Apps genutzt, um Musik zu hören, Filme anzusehen<br />

etc. Frei gesurft wird <strong>mehr</strong> auf dem sogenannten Second<br />

Screen, also auf dem Tablet oder Smartphone – während man<br />

auf dem TV-Bildschirm fernsieht. Zudem ist die Anzahl an<br />

Flash-generierten Webseiten eher gering. Grund dafür sind<br />

auch die Ladezeiten: Viele Flash-Filme haben ein großes Datenvolumen.<br />

Es dauert daher einige Zeit, bis diese geladen<br />

sind. Daher denken wir, dass eine Flash-Unterstützung auf<br />

dem TV zwar schön wäre, um das Gesamtpaket abzurunden,<br />

aber kein Kaufkriterium ist. Da Sie selbst auch noch den Computer<br />

ins Spiel bringen, sind Sie sicher nicht auf einen Browser<br />

am TV angewiesen. Mit dem Loewe Connect ID 46 sind Sie in<br />

Sachen Vernetzung und Smart TV gut bedient.<br />

yv<br />

Leserbrief: Klang von InCeiling-Lautsprechern<br />

Ich stehe vor der Entscheidung, welche Lautsprecher in einem<br />

etwa 30 m 2 (6,5 m x 4,5 m) großen, rechteckigen Wohnzimmer<br />

zum Einsatz kommen sollen. Standlautsprecher scheiden aus<br />

Platz- und optischen Gründen aus. Neben der Anschaffung<br />

eines Soundbars oder eines 5.1-Satellitensystems kommt für<br />

mich auch der Einbau von InCeiling-Lautsprechern in die Decke<br />

in Betracht. Daneben könnte ein Center-Lautsprecher unter<br />

das TV-Gerät gestellt bzw. gehängt werden. Auch der Einsatz<br />

eines Subwoofers wäre unproblematisch möglich.<br />

Ist der Einsatz von InCeiling-Lautsprechern eine wirkliche Alternative?<br />

Insbesondere stellt sich die Frage, ob so ein guter<br />

Stereo-Sound oder auch ein guter Surround-Klang mit Lautsprechern,<br />

die von oben den Hörplatz beschallen, realisiert<br />

werden kann.<br />

Matthias Funke (per E-Mail)<br />

Wir selbst haben bereits <strong>mehr</strong>ere InCeiling-Installationen gehört.<br />

Doch ganz zufriedenstellen konnte unsere Redaktion bisher<br />

keine. Egal, ob 2.0- oder 5.1-Aufnahmen, sie werden für<br />

die typische Aufstellung mit Lautsprechern vor und hinter dem<br />

Hörer gemischt. Durch InCeiling-Lautsprecher, die über dem<br />

Hörer platziert sind, kann es deshalb leicht zu klanglichen Verfärbungen<br />

kommen, oder die Abbildung im Raum kann darunter<br />

leiden. Außerdem ist das menschliche Gehirn weniger<br />

in der Lage, Richtungsinformationen von oben statt von vorne<br />

oder hinten zu verarbeiten.<br />

Durch aufwendige Elektronik könnte man diese Effekte minimieren.<br />

Allerdings wird man sie nicht völlig in den Griff bekommen.<br />

af<br />

02.2013 connected-home.net 113


SERVICE VORSCHAU<br />

<strong>Vorschau</strong><br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong><br />

ist Medienpartner von<br />

www.Smarthome-Deutschland.de<br />

<strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> IM WEB<br />

Ausführliche Testergebnisse, brandaktuelle<br />

News und neueste Trends<br />

zum vernetzten Heim finden Sie unter:<br />

www.connected-home.net<br />

Der intelligente Garten<br />

Die Blumen sollen erst nach Einbruch der Dämmerung gegossen oder<br />

der Rasen selbstständig und automatisiert gemäht werden? Wir zeigen,<br />

wie sich mit intelligenter Heimvernetzung und -steuerung neben dem<br />

Eigenheim auch der Garten smart pflegen lässt.<br />

Die nächste Ausgabe von <strong>CONNECTED</strong> <strong>HOME</strong> erscheint am 26. April 2013.<br />

_0A3TG_Franzis_CHome_02.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);08. Feb 2013 13:06:18<br />

Das iPad kann viel, sehr viel, aber es steckt<br />

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