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EasyLinux Programme und Skripte (Vorschau)

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easy LINUX !

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10 Jahre Jubiläum

03/2013

Juli – September


easy ! LINUX

Programme

und skripte


EXKLUSIV

gratis auf dvd:

Alle Ausgaben

06/2003–02/2013

★ ★

★ ★

www.easylinux.de

einfach – klar – benutzerfreundlich

MEGA-ARCHIV:

– Das komplette EasyLinux-Archiv

– Riesige Sammlung von Tipps,

Tricks und Praxis-Workshops:

Alles für den Linux-Einstieg

– Hefte 06/2003 bis 02/2013

im HTML-Format

– Alle EasyLinux Starter Kits

als PDF-Dateien

– Mit integrierter Suchmaschine

für alle aktuellen Webbrowser

Programmierkurs für Einsteiger S. 38

Calc-Makros in LibreOffice Basic S. 44

Shell-Skripte reizen die Bash aus S. 48

PureBASIC-Entwicklungsumgebung S. 54

Retro: BASIC auf Homecomputern S. 58

Workshops

Virtuelle Maschinen: Suse Studio S. 64

E-Books unter Linux lesen S. 70

Im Test

Enlightenment E17 S. 110

Spiel: Way to Go S. 114

Tipps & Tricks

KDE S. 78 Office S. 88

Gnome S. 82 Shell S. 106

Software auf DVD

– HIGHLIGHT: Kubuntu 13.04 (64 Bit)

– SMPlayer: Komfortabler Videoplayer

– TreeLine: Einfache Datenbank

– DigiKam: Fotoverwaltung

– DocFetcher: Desktop-Suchmaschine

Service Kit 03/2013

Updates für (K)Ubuntu 13.04

und OpenSuse 12.3 (jeweils 64 Bit)

€ 9,80

Österreich € 10,80

Schweiz sfr 19,60

BeNeLux € 11,25

Italien € 12,75

Spanien € 12,75

4 196177 309803 03


easy LINUX!

Editorial



★ ★


10 Jahre

EasyLinux

Liebe Leserinnen und Leser,

Hans-Georg Eßer

Chefredakteur



★ ★


im Juni ist EasyLinux zehn Jahre alt geworden:

Den runden Geburtstag feiern

wir mit Ihnen zusammen, und es gibt sogar

Geschenke – vom Geburtstagskind für

Sie: Auf einer der beiden Heft-DVDs finden

Sie ein vollständiges Archiv aller bisher

erschienenen EasyLinux-Ausgaben.

Das ist sogar mehr als Sie bekommen,

wenn Sie in unserem Shop die Archiv-

DVD EasyLinux 2003–2012 (für 14,95 Euro)

bestellen, denn wir haben für diese Ausgabe

noch die Hefte 01/​2013 und 02/​2013

ergänzt, so dass das Archiv wirklich aktuell

und vollständig ist.

Außerdem finden Sie ab Seite 34 einen Bericht

über die vergangenen zehn Jahre:

Was ist in der Dekade mit Linux und mit

EasyLinux passiert? Wir blicken zurück

und lassen Sie mit in den Erinnerungen

schwelgen – vielleicht waren Sie ja schon

beim Start von EasyLinux dabei. Wenn

nicht, können Sie auf der Archiv-DVD ein

paar Artikel aus 2003 lesen, um sich in die

richtige Stimmung zu versetzen, z. B. unseren

Testbericht eines Vobis-PCs mit vorinstalliertem

Linux in Heft 08/​2003 (Seite

69): Der hatte eine 1,3 GHz schnelle AMD-

Duron-CPU, 256 MByte RAM und eine

40-GByte-Platte, kam mit „SuSE Linux 8.1“

und kostete 400 Euro.

Fragmentierung schadet – wirklich?

Manche Beobachter der Betriebssystemszene

schreiben schon seit mehr als zehn

Jahren, dass Linux auf dem Desktop keinen

Erfolg hat oder haben wird, weil es

zu viele Distributionen und Versionen

von Linux gibt (das nennt man Fragmentierung)

– was es für Entwickler schwerer

macht, Software für Linux anzubieten.

Und weil sich das nicht ändert, könne Linux

dauerhaft keinen relevanten Marktanteil

gewinnen.

Das hört man regelmäßig immer wieder,

und Fragmentierung ist natürlich etwas,

das aus dem Linux-Umfeld nicht verschwinden

wird: Schließlich kann sich jeder

die Quellen nehmen – sei es vom Kernel,

vom Desktop oder seiner Lieblingsanwendung

und einfach Dinge verändern.

Wenn das Ergebnis dann online verfügbar

ist und viele Anhänger findet, ist die Fragmentierung

wieder ein Stück größer geworden.

Was die Analysten immer als

Schwäche bezeichnen, empfinden Linux-

Freunde gerade als Stärke: „Mein Linux

muss nicht wie Deines aussehen.“

Ein Slashdot-Artikel über die Fragmentierung

bei dem (Linux-basierten) Android-

Mobilbetriebssystem und beim Konkurrenten

Apple iOS [1] zeigt, dass es bei Android

erheblich stärkere Fragmentierung

als bei iOS gibt – dennoch hat Android im

Mobilmarkt inzwischen (erstes Quartal

2013) einen Marktanteil von 75 % erreicht,

während iOS mit 17,3 % weit

abgeschlagen ist. Gegenüber dem

vorherigen Quartal legte Android

zu, und iOS verlor.

Android leidet also nicht unter der

Fragmentierung, und damit kann

man auch die Unkenrufe der Desktop-Analysten

getrost ignorieren; zumindest

zieht das Fragmentierungsargument nicht.

Wenn also Linux nach so vielen Jahren

noch nicht den Desktopmarkt erobert hat,

muss das andere Gründe haben. Welche

das sind? Mein persönlicher Favorit ist Trägheit,

gerne verpackt in der alten Administratoren-Weisheit

„Never change a running

system“ (verändere kein funktionierendes/

laufendes System). Als Linux-Anwender

sind Sie und wir neugierig auf neue, andere,

bessere Software. Für die breite Masse der

PC-Benutzer gilt das aber nicht, die sagen:

„Never change a running system.“ Und irgendwie

„läuft“ Windows ja …

Wir wünschen Ihnen und uns viele anregende,

gern auch mal aufregende, Stunden

mit Linux – für die nächsten zehn

Jahre und darüber hinaus.

Infos

[1] http:// slashdot. org/ story/ 13/ 06/ 21/​

209202/ ( http://ezlx. de/ d3r1)

EasyLinux

03/2013

www.easylinux.de


Überblick

Inhalt

38

Programmieren

kann

jeder lernen, zum Beispiel

mit unseren

Schwerpunkt-Artikeln.

bilder selbst erstellen?

Dabei hilft Ihnen das

64Installations-DVD-Ab-

Suse Studio.

Aktuell

Editorial...........................................................................................3

DVD-Inhalt......................................................................................6

Nachrichten...................................................................................7

Leserbriefe...................................................................................10

Neue Software.............................................................................12

Webseiten....................................................................................25

Heft-DVD: Kubuntu 13.04............................................................26

Im April ist Ubuntu 13.04 erschienen und zeitgleich auch die

KDE-Variante namens Kubuntu. Sie können die Heft-DVD, die

Kubuntu 13.04 enthält, als Livesystem verwenden oder für eine

Installation auf Platte nutzen. Dieser Artikel zeigt, wie es geht.

Zehn Jahre EasyLinux................................................................34

Zehn Jahre EasyLinux: Mit Ausgabe 06/2003 ging es los, damals

noch im Monatsrhythmus. Das ist ein Grund zu feiern, und

auch ein Grund zurückzublicken. Was hat sich in den letzten

zehn Jahren geändert, was ist geblieben? Begleiten Sie uns auf

einer kleinen Zeitreise!

Programmieren

Programmieren für Einsteiger..................................................38

Programmierer haben Linux und die zahlreichen Linux-Anwendungen

entwickelt. Auch für Neulinge auf diesem Gebiet bietet

Linux zahlreiche Optionen – wie Sie hier einen Einstieg finden

können, verraten die Artikel unserer aktuellen Titelstrecke.

LibreOffice: Tabellen programmieren.....................................44

Die Tabellenkalkulation LibreOffice

Calc eignet sich besonders gut für

den Einstieg ins Programmieren,

denn wer schon mit Formeln in Tabellen

umgehen kann, hat bereits

den halben Weg zum Programmierer

zurückgelegt. Hier zeigen wir Ihnen

den Rest des Wegs.

Programmieren

Shell-Skripte................................................................................48

Wer regelmäßig mit der Shell arbeitet, der wird leicht zum Programmierer:

Schreiben Sie mehrere Shell-Befehle in eine Textdatei

und machen diese ausführbar, haben Sie schon Ihr erstes

Shell-Skript entwickelt. Die Shell bietet als Programmiersprache

aber noch viel mehr.

Basic-Entwicklungsumgebung PureBasic............................54

Die französische Softwareschmiede Fantaisie Software bietet

mit PureBasic eine Entwicklungsumgebung an, mit der Sie Programme

für Linux, Windows und OS X erstellen. Wir helfen bei

den ersten Programmierprojekten mit dem modernen BASIC-

Dialekt.

Homecomputer mit BASIC.........................................................58

Die Vorgänger der PCs waren die Homecomputer:

Mit 8-Bit-Prozessoren und um die 64 KByte

Arbeitsspeicher waren sie nicht besonders leistungsfähig

– sie hatten aber einen BASIC-

Interpreter eingebaut, was viele frühe

Computerbesitzer zum Programmieren

brachte.

Workshop

Virtuelle Maschinen mit Suse Studio erstellen.....................64

Virtualisierung ist sehr nützlich, um Linux-Versionen oder große

Softwarepakete zu testen. Andererseits ist es umständlich, virtuelle

Maschinen einzurichten. Suse Studio nimmt Ihnen diese

Aufgabe ab und baut per Webinterface fertige Festplatten-

Images nach Ihren Vorgaben.

LibreOffice-Farbpaletten...........................................................68

Jetzt wird‘s bunt – gefällt Ihnen die LibreOffice-Farbtabelle mit

den Standardfarben nicht, oder fehlt eine Nuance, dann mischen

Sie doch einfach selbst. Ihre Zusammenstellungen speichern

und verwalten Sie am besten in eigenen Farbpaletten.

4 www.easylinux.de

EasyLinux 03/2013


Inhalt

68

So viele Farben, doch

LibreOffice kennt nur

eine kleine Auswahl?

Ändern die Sie Palette!

110 ist

Enlightenment E17 ist

eine Alternative zu KDE

und Gnome, Erleuchtung

aber stark übertrieben.

Workshop

E-Books unter Linux lesen.........................................................70

Vielleser stöhnen im Urlaub wegen kiloweise Büchern, und

auch auf Geschäftsreisen mit der Bahn ist gedruckte Ware oft

lästig. E-Books verringern das Gepäck, denn ein Smartphone

oder gar ein Notebook haben die meisten ohnehin dabei. Auch

Linux ist E-Book-tauglich.

MobaXterm: X-Server für Windows.........................................74

Egal, ob Sie den Umstieg von Windows auf Linux erst planen,

während der Umstiegsphase noch in beiden Welten zu Hause

sind oder ohnehin abwechselnd unter Linux und Windows arbeiten

– ein X-Server für Windows wie z. B. MobaXterm leistet

gute Dienste.

Tipps & Tricks

Test

Rätselspiel Way to Go..............................................................114

In diesem unterhaltsamen Knobelspiel

müssen Sie drei putzige Wesen

zum Ausgang lotsen. Zahlreiche Hindernisse

liegen auf dem Weg, und

so ist der Arbeitsauftrag ganz schön

knifflig.

Guru-Training

C-Programme.............................................................................116

Die meisten Anwendungen, die für Linux verfügbar sind, haben

die Entwickler in C oder C++ programmiert. Das spielt für die

Installation eines fertigen Pakets keine Rolle, doch manchmal

müssen Sie in den Quelltext schauen: C-Kenntnisse helfen.

Besser arbeiten mit KDE............................................................78

Tipps und Tricks zu Gnome........................................................82

LibreOffice-Tipps.........................................................................88

Knoppix, Ubuntu, Mint................................................................94

Effizienter arbeiten mit Gimp..................................................100

Linux-Tipps.................................................................................102

Know-how für die Kommandozeile........................................106

Test

Enlightenment E17.....................................................................110

Die Desktopumgebung Enlightenment ist nicht nur leichtgewichtig

und schnell, sondern auch modisch schick – das sagen zumindest

die Entwickler. Doch gut aussehen alleine reicht nicht.

Service

Impressum 120

Hardware- und Bücherservice 121

Vorschau 122

E-Books lesen,

verwalten und

konvertieren Sie auch

bequem unter Linux:

ab Seite 70.

EasyLinux

03/2013

www.easylinux.de

5


Aktuell

Heft-DVD und Service Kit

Heft-DVD

10 Jahre EasyLinux

Zehn Jahre sind jetzt schon seit

dem Erscheinen des ersten EasyLinux-Heftes

ins Land gegangen

– Grund genug, unseren

treuen Lesern etwa Besonders

zu bieten: alle je erschienenen

Ausgaben auf einer DVD!

SMPlayer

Das multifunktionale Videoabspielprogramm

verwendet als Unterbau den beliebten

und weit verbreiteten MPlayer.

DigiKam

Das Bildverwaltungsprogramm gestaltet den

Zugriff auf Ihre Digitalkamera kinderleicht

und sorgt für Ordnung in der Fotosammlung.

DocFetcher

Die auf Java basierende Desktop-Suchmaschine

indiziert nicht nur Dokumente, sondern

auch Bilder und Audiodateien.

Ausserdem auf DVD:

• HTTrackQt: Site-Downloader • Tor-Browser: anonym surfen

• Dillo: schlanker Browser

• QjackCtl: GUI für Jack

MuseScore

Notationsprogramme sind im Open-Source-

Umfeld eher dünn gesät. Das unbestritten

beste davon ist MuseScore.

DVDStyler

Die Software erlaubt es Ihnen, einfach per

Drag & Drop professionell wirkende Menüs

für Ihre Film-DVD zu erstellen.

Opera

Opera steht nicht nur im Ruf, einer der

schnellsten Browser zu sein, sondern bringt

auch zahlreiche Zusatzfunktionen mit.

TreeLine

Hier kommt eine einfach zu bedienende

Datenbankanwendung, beispielsweise zum

Verwalten von CD-Sammlungen.

RawTherapee

RawTherapee liefert Linux-Anwendern

das perfekte Werkzeug zum Entwickeln

von RAW-Dateien.

• UPM: Passwortmanager

Service Kit

Das Service Kit enthält alle relevanten

Sicherheits- und Programmaktualisierungen

für OpenSuse 12.3 und Kubuntu

13.04 (jeweils 64 Bit) seit dem Erscheinungstag

der Distributionen. Ein Upgrade

älterer Versionen (beispielsweise von

OpenSuse 12.2 auf OpenSuse 12.3) ermöglicht

das Service Kit nicht.

Die auf dem Service Kit enthaltenen Pakete

stammen aus den Original-Downloadquellen

von Novell und Canonical.

Damit ist die Aktualisierung über die Service-Kit-DVD

identisch mit einem Onlineupdate.

Durch die zeitliche Differenz zwischen

dem Fertigstellen des Datenträgers

und dem Erscheinen des Heftes können

jedoch neue Updates auf den Servern der

Distributoren bereitstehen.

Kubuntu 13.04

Gewohnt pünktlich erschien im März Version

13.04 von Kubuntu mit dem Codenamen

„Raring Ringtail“. Wie bei allen

Ubuntu-Varianten dient auch hier der

Kernel 3.8.8 als Basis.

Den Windowmanager stellt KDE 4.10, als

Paketverwaltung kommt das inzwischen

recht brauchbare Muon in Version 2.0

zum Einsatz. Es erlaubt es jetzt auch,

Plasma-Widgets von Partnerseiten (KNew-

Stuff) zu installieren.

Zum Surfen im Web dient Rekonq 2.2.1.

Der Browser bietet unter anderem einen

neuen Inkognito- und Web-App-Modus.

Letzterer blendet die Bedienelemente

aus. Darüber hinaus verfügt der Browser

jetzt über eine Rechtschreibkorrektur und

die Möglichkeit, Tabs anzupinnen.

Das Malprogramm Krita benutzt nun eine

neue Bibliothek, die das Programm erheblich

schneller macht.

Neu dazugekommen ist das Musikprogramm

Tomahawk. Es legt seinen Schwerpunkt

auf den Austausch über Soziale

Medien. Die beliebte Officesuite Libre-

Office liegt in Version 4.0.1.2 bei.

Zum Anschluss von Smartphones

und Tablets unterstützt

die Distribution

jetzt das MTP-

Protokoll. Kubuntu

startet nun auch

auf Rechnern mit

UEFI Secure Boot.

(Thomas Leichtenstern/tle)

n

6 www.easylinux.de

EasyLinux 03/2013


News

Aktuell

Nachrichten

Internet Explorer spart Strom

Das Fraunhofer Institut in den USA hat

im Auftrag von Microsoft den Stromverbrauch

gemessen, den das Betrachten

von Webseiten verursacht – unter Windows

auf sechs Notebooks und vier Desktop-PCs

sowie mit drei verschiedenen

Browsern (Internet Explorer, Google

Chrome und Firefox). Dabei ist der Internet

Explorer als Sieger aus dem Vergleich

hervorgegangen [1].

TechWeekEurope hat den Bericht ausgewertet

[2] und festgestellt, dass ein Umstieg

auf den Internet Explorer dabei hilft,

Strom zu sparen, und zwar in

erstaunlichen Dimensionen:

„Sie müssten 20 Stunden im

Netz surfen, um die Menge an Energie

einzusparen, die für die Zubereitung einer

Tasse Tee nötig ist.“ Erst nach 1 000

Stunden habe man eine Kilowattstunde

Strom gespart. Laut Microsoft helfe das

der Umwelt.

Was Fraunhofer in der Studie vergessen

hat, ist eine Betrachtung des zusätzlichen

Stromverbrauchs, den desorientierte Windows-8-Anwender

erzeugen, während sie

versuchen, die auf dem

Desktop laufende Version

des Internet Explorers (statt der Kachelvariante)

zu starten. (Hans-Georg

Eßer/hge) n

[1] http:// download. microsoft. com/ download/ 7/ 2/ 0/ 7204

397B‐DF32‐4C97‐A86C‐C06F55000992/ FhCSE%20‐%20

The%20Impact%20of%20Internet%20Browsers%20

on%20Computer%20Energy%20Consumption. pdf

(http:// ezlx. de/ d3e20)

[2] http:// www. techweekeurope. co. uk/ news/ microsoftie‐browser‐energy‐power‐saving‐118619

(http:// ezlx. de/ d3e21)

Google Glass mit Linux

Auf der Entwicklerkonferenz „Google I/​O“

[1] zeigten Google-Mitarbeiter, wie man

Google Glass mit Linux bestückt. Google-

Entwickler spielen gern mit Technik: In

einem Vortrag demonstrierten Google-Angestellte,

wie man Google Glass rootet, um

anschließend eine Linux-Version darauf

zu installieren. In der konkreten Demonstration,

über die Engadget berichtet [2],

kam Ubuntu zum Einsatz.

Über adb (Android Debug Bridge) werden

dafür einige APK-Pakete auf das Gerät geschoben,

und es wird per Bluetooth mit

einem Keyboard und einem Trackpad verknüpft.

Dann wird mit einem neuen Boot-

Image der Root-Zugriff aktiviert. Über die

beiden Apps Android Terminal Emulator

Google

[3] und Complete Linux Installer [4] lässt

sich dann die bevorzugte Linux-Distribution

installieren.

Engadget hat Bilder von der Session; ein

Video findet sich auf Googles Entwicklerseiten

[5]. (Kristian Kißling/hge) n

[1] https:// developers. google. com/ events/ io/

(http:// ezlx. de/ d3e10)

[2] http:// www. engadget. com/ 2013/ 05/ 16/ google‐glassrooted‐and‐hacked‐to‐run‐ubuntu‐live‐at‐google‐i‐o/

(http:// ezlx. de/ d3e11)

[3] https:// play. google. com/ store/ apps/ details?​

id=jackpal. androidterm (http:// ezlx. de/ d3e12)

[4] https:// developers. google. com/ events/ io/ sessions/​

332704837 (http:// ezlx. de/ d3e13)

[5] https:// play. google. com/ store/ apps/ details? id=com.​

zpwebsites. linuxonandroid (http:// ezlx. de/ d3e14)

LinuxTag-Release

mit LXDE

Das Kanotix-Projekt hat zum LinuxTag

Ende Mai eine Sonderausgabe seines Live-

Systems veröffentlicht. Diese Version von

Kanotix Dragonfire verwendet KDE 4.8.4.

Als leichtgewichtige Alternative steht erstmals

LXDE mit Openbox oder Compiz sowie

mit dem Dateimanager PCManFM

1.1.0 zur Auswahl. Das System basiert auf

der jüngsten Debian-Version Wheezy,

nutzt den Kernel 3.9.2 von Ubuntu mit einigen

Patches und Grub 2.00.

Umfangreichere Anwendungen wie Libre-

Office 4.0.3.3, Wine 1.5.29 und Icedove

(Thunderbird) 10.0.2 sind den Kanotix-

Images mit KDE vorbehalten. Die LXDE-

Variante verwendet z. B. Sylpheed 3.2.0

als Mailprogramm. Daneben gehören der

Browser Iceweasel (Firefox) 21.0 und der

Instant Messenger Pidgin 2.10.7 zur Software-Ausstattung.

Die Live-Distribution

erkennt Grafikkarten von Nvidia und ATI/​

AMD und verwendet automatisch die passenden

3-D-Treiber der Hersteller.

ISO-Images für Kanotix Dragonfire Linux-

Tag 2013 gibt es für 32- und 64-Bit-Rechner

[1], wahlweise mit KDE, LXDE oder

beidem. (Mathias Huber/hge) n

[1] http:// www. kanotix. com/ Article255. html

(http:// ezlx. de/ d3e15)

EasyLinux

03/2013

www.easylinux.de

7


Aktuell

News

Logitech mit „Linux-kompatibel“-Label

Nach den Ankündigungen der Spieleplattform

Steam, Spiele auch auf Linux-Systemen

zu veröffentlichen, bekommt das freie

Betriebssystem jetzt auch von Seiten der

Hardwarehersteller Schützenhilfe: Beim

Maus- und Multimedia-Spezialisten Logitech

[1] haben die Entwickler jetzt im Onlineshop

die Produkte um ein Feature erweitert,

das vor allem Anhänger des freien

Mageia Linux 3

Das Mageia-Projekt [1] hat die dritte

Release seiner von Mandriva abgespaltenen

Community-Distribution

veröffentlicht. Mageia 3

verwendet Kernel 3.8.13, Kmod,

Systemd 195 sowie Grub 1 –

erstmals ist aber auch ein Grub-

2-Paket für Umstiegswillige im Angebot.

Der Paketmanager RPM ist in der

Versionsnummer 4.11 dabei.

Bei den Desktopumgebungen haben Mageia-Anwender

die Wahl zwischen KDE

4.10.2, Gnome 3.6, LXDE 0.5.5, Xfce 4.10,

Enlightenment E17 und Razor-qt 0.5.1. Unter

den Anwendungen finden sich Libre-

Office 4.0.3, Firefox und Thunderbird

Betriebssystems freuen wird: Logitech verspricht

als einer der ersten Hersteller im

Endkundenbereich überhaupt, einige seiner

Geräte seien „Linux-kompatibel“.

Logitech sagt im Grunde nicht mehr als:

„Diese Maus können Sie mit Linux, Windows

und dem Mac verwenden.“ Über

den Wert dieser Angaben diskutieren Fans

im Internet, denn gerade die Eingabegeräte

wie Mäuse und Keyboards erfüllten

seit Langem Standards, mit denen jedes

Linux-System problemlos und ohne Treiber

zurechtkomme. Dennoch betrachten

einige Blogger [2] das Auftauchen dieses

Eintrags als einen Meilenstein. (Markus

Feilner/hge)

n

[1] http:// www. logitech. com/ en‐us/ mice‐pointers/ mice

(http:// ezlx. de/ d3e16)

[2] http:// hothardware. com/ News/ Logitech‐Adds‐Linux‐

Compatible‐Option‐to‐Product‐Site‐Sign‐of‐Good‐

Things‐to‐Come/ (http:// ezlx. de/ d3e17)

17.0.6, VLC 2.0.6, Gimp 2.8.2 und

Ardour 3. Außerdem ist die Spieleplattform

Steam for Linux in

den Repositories erhältlich.

Weitere Details verraten die

Release Notes [2], die auch das

Upgrade von Mageia 2 behandeln.

Installations-Images in mehreren

Varianten stehen für 32- und

64-Bit-Systeme zum Download [3] bereit.

(Mathias Huber/hge) n

[1] http:// www. mageia. org/ (http:// ezlx. de/ d3e7)

[2] https:// wiki. mageia. org/ en/ Mageia_3_Release_

Notes (http:// ezlx. de/ d3e8)

[3] https:// www. mageia. org/ en/ downloads/

(http:// ezlx. de/ d3e9)

Linux Mint 15

Die auf Ubuntu

aufbauende Distribution

Linux

Mint [1] ist in

Version 15 mit

vielen Neuerungen

verfügbar. Die Basis

von Mint 15 mit

dem Codenamen Olivia bilden Kernel 3.8

und der Paketbestand von Ubuntu 13.04.

Der Chefentwickler Clement Lefebvre bezeichnet

die neue Mint-Version als die

„ehrgeizigste seit Projektbeginn“.

Für die grafische Anmeldung mit dem Mint

Display Manager (MDM) steht nun ein

neuer Begrüßungsbildschirm zur Verfügung,

dessen Aussehen sich in HTML definieren

lässt. Ebenfalls neu ist der Driver

Manager, der zur Auswahl proprietärer

Treiber dient, etwa für Grafikkarten oder

WLAN-Chips. Unter dem Namen Software

Sources finden Anwender ein neues Tool,

um Paketquellen zu verwalten.

Die Desktopumgebung Cinnamon trägt

die Versionsnummer 1.8 und bringt Verbesserungen

am Dateimanager Nemo, einen

eigenen Bildschirmschoner und

Desklets mit. Die Alternative Mate 1.6

verwendet nun aktuelle Bibliotheken, daneben

wurden der Dateimanager und die

Benachrichtigungen verbessert.

Weitere Informationen enthält das Dokument

„What’s new“ [2]. Der Blogeintrag

von Clement Lefebvre stellt Links zum

Download der ISO-Images [3] bereit. (Mathias

Huber/hge)

n

[1] http:// www. linuxmint. com/ (http:// ezlx. de/ d3e4)

[2] http:// www. linuxmint. com/ rel_olivia_whatsnew. php

(http:// ezlx. de/ d3e5)

[3] http:// blog. linuxmint. com/ ? p=2366

(http:// ezlx. de/ d3e6)

“Lisa

Autorennen durch die Rostocker Südstadt

Die Entwickler des Linux-Rennspiels SuperTuxKart

[1] haben es möglich gemacht,

OpenStreetMap-Daten für den Bau eigener

Rennstrecken zu verwenden. Ein erstes

Beispiel führt den rasenden Pinguin nach

Rostock.

Ein wenig Arbeit an den OpenStreetMap-

Daten und grundlegende Kenntnisse des

3-D-Programms Blender sollen ausreichen,

um eine eigene Area aus der echten

Welt in SuperTuxKart einzubauen.

Daneben benötigt der Rennstreckenentwickler

noch das SuperTuxKart Modelling

Addon for Blender, dessen Verwendung

ein How-to im OpenStreetMap-

Wiki [2] beschreibt.

Ein anderthalb Minuten langes Video [3]

zeigt eine kleine Tour durch die Rostocker

Südstadt. (Markus Feilner/hge) n

[1] http:// supertuxkart. sourceforge. net/

(http:// ezlx. de/ d3e1)

[2] http:// wiki. openstreetmap. org/ wiki/ Supertuxkart

(http:// ezlx. de/ d3e2)

[3] http:// vimeo. com/ 63076857 (http:// ezlx. de/ d3e3)

8 www.easylinux.de

EasyLinux 03/2013


News

Aktuell

CrossOver 12.2: Windows-Programme unter Linux

Die Firma CodeWeavers hat eine neue

Version ihrer verbesserten Variante des

Windows-Emulators Wine veröffentlicht:

CrossOver 12.2.0 ist seit Anfang Mai verfügbar

und bringt Verbesserungen beim

Einsatz von Microsoft Office 2007 unter

Linux [1] mit. Benutzer von Ubuntu 13.04

konnten vorherige Versionen von Cross-

Over nicht registrieren;

dieses Problem wurde

auch behoben.

CrossOver ist für Linux

und OS X erhältlich und

erlaubt auf beiden Betriebssystemen

den Einsatz

ausgewählter Windows-Programme,

ohne

dass dazu die Installation

eines Windows-Systems

in einer virtuellen Maschine

nötig ist. Was den

Support von Windows-

Anwendungen angeht,

hat sich CodeWeavers

auf Officeprogramme und

Spiele konzentriert.

CrossOver Linux kostet 51 Euro als Downloadversion

[2], lässt sich vor dem Kauf

aber auch 14 Tage lang gratis testen.

(Hans-Georg Eßer/hge)

n

[1] http:// www. codeweavers. com/ support/ forums/​

announce/ ? t=24;msg=144866 (http:// ezlx. de/ d3e18)

[2] http:// www. codeweavers. com/ store/

(http:// ezlx. de/ d3e19)

Newsticker

Nachtrag zu den UEFI-Artikeln: Unser

Leser Hans-Volkhard Gründler hat seine

eigenen Erfahrungen mit der Parallelinstallation

von Linux und Windows 8 auf

UEFI-Rechnern in einem ausführlichen

Bericht beschrieben. Sie finden ihn auf

der EasyLinux-Webseite unter dem folgenden

Link. (hge)

http://www.easylinux.de/2013/03/uefi/

Parted Magic 2013_06_15: Parted Magic,

eine Live-Distribution zum Bearbeiten

von Partitionen, ist in der aktualisierten

Version 2013_06_15 erhältlich. Die Entwickler

haben die Mount-Anwendung überarbeitet.

Sie aktualisiert den Status nun

automatisch und unterstützt den Device

Mapper sowie Smartphones, Kameras und

den E-Book-Reader Kindle. Das zentrale

Programm GParted erhielt einige Patches,

damit es sich zum Ändern der Größe von

NTFS-Partitionen mit kaputten Sektoren

eignet. (Mathias Huber/hge)

http://partedmagic.com/

EasyLinux

03/2013

www.easylinux.de

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Aktuell

Leserbriefe

Leserbriefe

64-Bit-Umstellung

[02/​2013, Editorial] Mit Bedauern habe

ich gelesen, dass in Zukunft OpenSuse

nicht mehr mit 32 Bit unterstützt wird,

sondern nur noch die 64-Bit-Version. Auf

diese Weise zwingen Sie mich und viele

andere Menschen, wenn sie weiterhin mit

OpenSuse arbeiten wollen, ihren noch gut

funktionierenden PC zu verschrotten,

ebenso meinen zehn Jahre alten Laptop,

der mit OpenSuse 12.2 und Xfce tadellos

läuft. Wir sind vertraut mit den Funktionen

von OpenSuse und haben das Betriebssystem

verinnerlicht und können

und wollen nicht verstehen, warum wir

uns jetzt noch auf ein anderes System umstellen

sollen. Gérard Bekhuis

EasyLinux: Eine echte Umstellung ist das

– was das Betriebssystem und desen Nutzung

angeht – ja nicht: Die 64-Bit-Versionen

sehen genauso aus und verhalten sich

auch genauso wie die 32-er. Was sich bei

EasyLinux ändert, ist die Unterstützung in

Form von Programmpaketen, Updates

und Installations-DVDs.

EasyLinux hat als Einsteigerzeitschrift das

primäre Ziel, Windows-Anwender zum

Umstieg auf Linux zu bewegen und dabei

zu helfen. Das sind in der Mehrheit Anwender,

die mit einem PC von Aldi, Lidl

oder einem der Technikmärkte arbeiten,

und darauf lässt sich ein 32-Bit-Linux

nicht mehr nutzen.

Sie können Ihr 32-Bit-Linux-System auch

weiter verwenden und trotzdem von den

Artikeln in EasyLinux profitieren. Die

Software, die wir auf DVD anbieten, müssen

Sie dann nur über das Internet nachinstallieren;

sie ist ja in den Repositories

enthalten. Es fällt also für 32-Bit-Anwender

nur die Servicefunktion der Heft-DVD

weg, die diese Downloads erspart.

Uns ist die Entscheidung auch nicht

leicht gefallen, weil uns klar war, dass

die Umstellung für einige Leser Nachteile

mit sich bringt. Aber wir können

unsere Hauptaufgabe nur erfüllen, wenn

wir die Änderungen in der PC-Welt berücksichtigen,

und auf den Datenträgern

ist leider nicht genug Platz, um alles in

32 und 64 Bit anzubieten. Dazu müssten

wir dem Heft vier DVDs beilegen und

die Zeitschrift noch teurer machen.

Wenn der Platz auf der Heft-DVD ausreicht,

werden wir auch in Zukunft gelegentlich

eine 32-Bit-Distribution (zusätzlich)

mit auf die DVD aufnehmen,

aber die Updates und Programmpakete

benötigen zu viel Platz.

Uns wäre es lieber, wenn alles geblieben

wäre, wie es war – aber Microsoft hat die

UEFI-/​Secure-Boot-Geschichte im PC-

Markt durchgedrückt, und jetzt müssen

wir mit der geänderten Situation umgehen.

(hge)

Dual Boot mit Platten-Switch

[02/​2013, Dual Boot] Mit Interesse habe

ich die Dual-Boot-Artikel gelesen und

verfolgt. Mir persönlich war das bisher

schon zu umständlich, Linux und Windows

über einen Bootmanager beim

Start auszuwählen: Bei jedem Update

(vor allem bei Windows) gab es immer

wieder Probleme, und jetzt kommt auch

noch UEFI dazu!

Bei meinem Rechner habe ich diese Probleme

durch einen ORICO HD-PW4101

(alternativ HD-PW6101) erschlagen. Damit

kann ich jetzt vier Festplatten individuell

ein- und ausschalten. So aktiviert

Taste 1 die Linux-Platte, Taste 2 die Windows-Platte

(jeweils eine SSD), Taste 3

eine Datenfestplatte und Taste 4 die

Backup-Platte. Damit sind die Systeme

absolut unabhängig voneinander, und

beim Wechsel auf ein anderes Betriebssystem

muss man nur den Rechner runterfahren

– so viel Zeit habe ich. Der Einbau

war problemlos, auch für einen Laien

wie mich.

Wilhelm Roth

Kartenleser

[02/​2013, Onlinebanking] Zu Moneyplex

gebe ich eine Erfahrung aus jahrelangem

Gebrauch weiter: Wir verwenden einen

Reiner-Kartenleser (aus Sicherheitsgründen),

dessen Treiber nach einem Moneyplex-Update

gesondert aktualisiert

werden muss. Dies gelingt nicht immer,

weil die Treiberentwicklung hinterherhinkt

und gewisse Linux-Grundkenntnisse

hilfreich sind. Dr. Wilfried Stengel

EasyLinux: Wir haben in Ausgabe 03/​

2009 die Einrichtung eines Kartenlesers

für Moneyplex beschrieben (http://​

​linux‐community.​de/​artikel/​18831)und

diesmal die PIN-/​TAN-Lösung bevorzugt,

weil diese eben keine Hardwareprobleme

verursachen kann. (hge)

n

10

www.easylinux.de

EasyLinux 03/2008 03/2013


Aktuell

Neue Software

Neue Software

Peter Kreußel

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme

in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig

vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden

Pakete und Installationshinweise.

DigiKam – Allroundsoftware für Kamerabesitzer

DigiKam gestaltet den Zugriff auf die Digitalkamera

kinderleicht, sorgt für Ordnung

in der Fotosammlung und bietet dazu noch

Bildbearbeitungsfunktionen. Damit versammelt

die praktische Software alle wichtigen

Grundwerkzeuge für Fotoliebhaber

unter einer einheitlichen Oberfläche.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Es gab einmal eine Zeit, da meldeten sich

noch viele Digitalkameras und Handys als

USB-Massenspeicher am Computer an. Jedes

Betriebssystem, das USB-Speicherkarten

lesen konnte, kam damit klar.

Diese Zeiten sind vorbei. Heute kommunizieren

die meisten Kameras über das Protokoll

PTP oder dessen Variante MTP, was

neben dem zweifelhaften Vorteil, dass der

Computer den Kameraverschluss auslösen

kann, eigentlich nur zusätzliche Probleme

verursacht. Ein direkter Zugriff auf das

Dateisystem des Geräts mit dem Dateimanager

ist jedenfalls nicht mehr möglich.

Für Anschluss sorgen

Zum Glück gibt es die Toolsammlung

gPhoto [1], die PTP- und MTP-Geräte unter

Linux zugänglich macht. Die Entwickler

bemühen sich, die Kameras der Hersteller

für Linux zu erschließen, die ihr eigenes

Süppchen kochen und meinen, mit

einem eilig zusammengeschusterten Windows-Programm

für den Kamerazugriff

seien ihre Kunden gut bedient. Alternativ

lassen sich die Fotos immer noch direkt

von der herausgenommenen Speicherkarte

auslesen; bequem ist das aber nicht.

gPhoto bringt ein Kommandozeilenprogramm

für den Zugriff auf die Kamera mit.

DigiKam [2] baut die externe Hardware-

Unterstützung zu einem komfortablen Fotomanagementsystem

mit grundlegenden

Bearbeitungsfunktionen aus. Nach dem

Start steht der erste Import von Bildern

aus der Kamera an. Im Test mit einer PTP-

Kompaktkamera (Nikon Coolpix L610)

brauchten wir dafür nur auf den Importieren-Button

in der Mitte der Symbolleiste

unter dem Menü zu klicken. Die Software

hat die am USB-Port angeschlossene Kamera

automatisch erkannt.

Die Bilder für das Herunterladen wählen

Sie in einer Thumbnail-Vorschau aus. Statt

die Fotos per Hand auszuwählen, dürfen

Sie auch alle seit dem letzten Herunterladen

auf der Speicherkarte hinzugekommenen

Aufnahmen übertragen. DigiKam

kennt den Übersichtsmodus und einen Bearbeitungsmodus.

Dazu kommt noch die

Leuchttisch-Ansicht (Abbildung 1), die

dazu dient, einige wenige Fotos miteinander

zu vergleichen.

Der Herausforderung, in einer großen Fotosammlung

das gewünschte Bild zu finden,

begegnet DigiKam mit mehreren Ordnungs-

und Gruppierungsfunktionen. Die

einfachste ist die wie ein Dateisystem in

Ordner und Unterordner gruppierbare Albenliste.

Beim Download fragt das Programm

nach dem Zielalbum. Nachträglich

lassen sich die Fotos noch per Drag & Drop

zwischen den Alben verschieben.

Außerdem dürfen Sie die Bilder mit Stichwörtern

auszeichnen. Bei Personenfotos

lassen sich nicht nur dem ganzen Bild,

sondern auch mehreren markierten Gesichtern

Namen zuweisen. Eine gesonderte

Personenansicht zeigt Vorschauicons

aller gekennzeichneten Gesichter, ein

Klick darauf öffnet das ganze Foto.

Menschliche Qualitäten

Ein besonderes Highlight ist die in Digi-

Kam eingebaute Gesichtserkennung, die

Die Redaktion meint

DigiKam kombiniert eine leicht zu bedienende

Oberfläche für das Übertragen von

Digitalkamerabildern auf den Computer

mit einer State-of-the-Art-Fotogalerie.

Hinzu kommen noch Bearbeitungsfunktionen,

die allerdings Profis oder ambitionierten

Laien nicht ausreichen dürften.

Abb. 1: DigiKams Leuchttisch hilft Ihnen dabei, schnell die richtigen Fotos zu finden.

12 EasyLinux 03/2013


Neue Software

Aktuell

Abb. 2: Angeblich soll die Ähnlichkeitssuche mit der Maus gezeichnete Formen in der

Fotosammlung wiederfinden. Allerdings fiel im Test entweder die Mausbedienung zu

grobmotorisch aus, oder der Algorithmus braucht noch etwas Feinschliff.

das lästige Markieren der Gesichter auf jedem

einzelnen Foto automatisiert. Dabei

rutscht zwar ab und zu ein unbelebtes Objekt

als menschliches Antlitz durch – die

fehlerhaft eingefügten Tags lassen sich

aber schnell wieder entfernen, und auch

das Zuweisen von Namen bei den korrekt

erkannten Gesichtern geht schnell von der

Hand.

Die Gesichtserkennung beschleunigt das

Auszeichnen einer umfangreichen Sammlung

erheblich. Sie enthält eine Funktion,

die neue Fotos bereits namentlich bekannten

Gesichtern zuordnet, die jedoch in der

Praxis kaum Treffer landet: Computer

können aus unterschiedlicher Perspektive

aufgenommene Gesichter noch immer

schwer identifizieren – zum Glück.

Neben einer kombinierten Suche nach

Stichwörtern, Exif-Tags und physischen

Eigenschaften der Bilddateien (Farbformat,

Größe und so weiter) kennt DigiKam

eine Ähnlichkeitssuche sowie eine auf mit

der Maus gezeichneten Skizzen basierende

Suche, die allerdings in der Praxis schwer

nachvollziehbare Ergebnisse liefert (Abbildung

2).

Enthält die Aufnahme GPS-Kordinaten,

ordnet das Programm die Bilder auf einer

Google-Earth-ähnlichen Kartenansicht

an. Die Koordinaten dürfen Sie auch

nachträglich von Hand eingeben – eine

anschauliche Art der Sortierung für Urlaubsfotos.

Für die Bildbearbeitung öffnet DigiKam

ein eigenes Fenster. Das Programm versucht

dabei erst gar nicht, mit Allzweckprogrammen

wie Gimp oder Photoshop

zu konkurrieren, sondern es beschränkt

sich auf Belichtungs-, Farb- und Perspektivkorrekturen.

Auch Schärfe-,

Rausch- und Weichzeichenfilter sind

vorhanden. Die Filter und Filterkombinationen

lassen sich mit der Stapelverarbeitungsfunktion

schnell auf mehrere

Bilder anwenden. n

Infos

[1] gPhoto: http:// www. gphoto. org/ proj/​

gphoto2/ (http:// ezlx. de/ d3k1)

[2] DigiKam: http:// www. digikam. org

(http:// ezlx. de/ d3k2)

Software auf DVD: DigiKam

Dillo – minimalistischer Webbrowser

Der einfach gehaltene Webbrowser Dillo

verblüfft mit einem kaum spürbaren RAM-

Verbrauch und außergewöhnlich schnellem

Seitenaufbau. Allerdings hat er Schwierigkeiten

mit komplexen Webseiten. Dank

seines schnellen Starts und des geringen

Ressourcenverbrauchs ist er dennoch zumindest

als Anzeigeprogramm für Dokumentationen

nicht zu verachten.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Egal, wie viel Speicher in Ihrem Rechner

verbaut ist, Firefox und Chrome nutzen

ihn – so könnte man aller Optimierungen

zum Trotz den Speicherverbrauch der verbreiteten

Webbrowser auf den Punkt bringen.

Der Winzling Dillo [1] markiert das

andere Ende des Spektrums: Unter

30 MByte genehmigte er sich im Test. Für

Firefox reicht kaum das Zehnfache.

Dillos Anforderung an die Ressourcen

stemmen dagegen selbst Rechner mit zweistelligem

Alter noch spielend. Allerdings

liefert das Programm passend dazu auch

die Optik typischer Linux-Programme aus

dem letzten Jahrtausend (Abbildung 3).

Mut zur Lücke

Wie Firefox öffnet er Links nach einem

Klick mit der mittleren Maustaste in einem

neuen Tab. Auch eine Bookmark-Funktion,

welche die Lesezeichen nach Kategorien

sortiert, ist bei dem minimalen Ressourcenverbrauch

gerade noch drin.

Die Liste der im Alltag schmerzlich vermissten

Funktionen ist jedoch lang: Flash

und JavaScript kennt der Minibrowser

nicht. Die zum Anmelden bei einer Webseite

benötigten Cookies akzeptiert Dillo

erst nach dem Bearbeiten einer Einstellungsdatei

im Textformat [2]. Die geöffneten

Seiten lassen sich nicht ausdrucken.

Dass es kein Add-on-Repository mit Tausenden

Erweiterungen wie bei Firefox gibt,

fällt da kaum mehr ins Gewicht.

Die größte Einschränkung ist jedoch, dass

Dillo viele Webseiten nicht richtig darstellt.

Er unterstützt nur einen Teil von

CSS 2 – einem Standard, der immerhin

schon seit 1998 fast unverändert für die

grafische Gestaltung von Internetseiten

zum Einsatz kommt.

Ab in die Nische!

Damit dürfte klar sein, dass kaum jemand

Dillo auf einem halbwegs aktuel-

EasyLinux

03/2013

13


Aktuell

Neue Software

Abb. 3: Der Browser Dillo stammt aus einer anderen Zeit. Das

spürt man nicht nur an der Optik, sondern auch an seiner eingeschränkten

Umsetzung neuerer Webtechniken.

Abb. 4: Allen Defiziten in der HTML-Darstellung zum Trotz blieben

die Seiten im Test dennoch wenigstens gut lesbar; für die

Nachrichtenlektüre reicht Dillo also aus.

len Computer als Standardbrowser nutzen

wird. Konsequenterweise wählen

ihn auch nur für alte Rechner optimierte,

kleinere Distributionen wie Damn Small

Linux [3] oder Puppy Linux [4] für diese

Rolle aus.

Allerdings gibt es Fälle, in denen man sich

einen Browser mit besonders geringen Anforderungen

wünscht: Vielleicht haben Sie

gerade vier oder fünf Fotos in Gimp geöffnet,

und es läuft ein Bearbeitungsschritt,

der mehrere Minuten dauert. Nun brauchen

Sie schnell die Gimp-Dokumentation.

Wenn Sie dazu [Alt-F2] drücken und dillo

gimp.org/docs/ eingeben, sind Sie deutlich

schneller am Ziel als mit Firefox. Außerdem

bleibt dann genug Arbeitsspeicher für

die Bildbearbeitung.

Die Redaktion meint

Einfache HTML-Dokumente wie typische

Handbuchseiten stellt Dillo problemfrei

dar. Die Zeit, die der Winzling für Start

und Anzeige der Seite braucht, liegt fast

unterhalb der Wahrnehmungsschwelle,

selbst wenn ein anderes Programm um

den Prozessor konkurriert. Eine Suchfunktion,

die das Navigieren in der Dokumentation

erleichtert, bringt der

Browser mit.

Konsequent reduziert

Am besten hat uns Dillo gefallen, wenn die

optisch altbackene Symbol- und Statusleiste

mit [Esc] ausgeblendet wird. Wie bei Firefox

holt [Strg-L] das Eingabefeld für URLs in den

Vordergrund. [Strg-B] öffnet die Bookmarkliste

direkt im Browserfenster.

Dillo gehört mit der Textverarbeitung Abiword

und der Desktopumgebung LXDE

zur einer Kategorie von Programmen, die

wenig Wert auf Komfort und optische

Gimmicks legen, dabei aber die wirklich

grundlegenden Funktionen bei einem Minimum

an Ressourcenverbrauch zur Verfügung

stellen.

Solche schlanken Alternativen abseits

vom Mainstream hat es unter Linux immer

gegeben und wird es sicher auch in

Zukunft geben. Das ist gut so, denn damit

bietet Linux auch denen aktiv betreute

Software, die sich keine aktuelle

Hardware leisten können oder wollen.

Auch Besitzern eines normal ausgestatteten

Rechners kommt Dillo wegen seines

blitzschnellen Starts, der verzögerungsfreien

Seitenanzeige und dem minimalen

RAM-Verbrauch wenigstens hin

und wieder gelegen. Wegen seiner eingeschränkten

Unterstützung der Webstandards

mag man ihn aber nur auf einfach

gestrickte Seiten loslassen.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die

Shortcuts fürs Vor- und Zurückblättern,

nämlich [,] und [.]. Auf einer englischen

Tastatur helfen die auf den gleichen Tasten

liegenden Zeichen [], sich

die Zuordnung zu merken, doch deutschen

Anwender nützt dies nichts. Auch

darauf, dass sich geöffnete Seiten nicht per

Tastatur-Shortcut, sondern nur mit einem

Rechtsklick auf einen freien Seitenbereich

als Lesezeichen hinzufügen lassen, muss

man erst einmal kommen.

Wenn man aber die wenigen Shortcuts

kennt und sich nicht daran stört, dass

Dillo schon die Seiten typischer Nachrichtenmagazine

verstümmelt, allerdings dennoch

lesbar anzeigt (Abbildung 4), dann

kann man sich an den schnellen und auch

zügig bedienbaren Browser auf dem Netbook

oder einem älteren PC durchaus gewöhnen.

n

Infos

[1] Dillo-Projektseite: http:// www. dillo. org/

(http:// ezlx. de/ d3k3)

[2] Cookies einschalten: http:// www. dillo.​

org/ FAQ. html# q8 (http:// ezlx. de/ d3k4)

[3] Damn Small Linux: http:// www.​

damnsmalllinux. org/ (http:// ezlx. de/ d3k5)

[4] Puppy Linux: http:// puppylinux. org/

(http:// ezlx. de/ d3k6)

Software auf DVD: Dillo

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Neue Software

Aktuell

DVDStyler: DVD-Authoring-Software

Die DVD ist immer noch die meistverbreitete

Form des Videodatenträgers. Mit DVD-

Styler erstellen Sie Silberscheiben für den

DVD-Spieler im Wohnzimmer größtenteils

per Drag & Drop.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Wer Videos aus dem Urlaub an weniger

computeraffine Freunde verschenken

möchte, brennt am besten eine standardkonforme

DVD, mit der auch gewöhnliche

Hardwareplayer etwas anfangen können.

Das Programm DVDStyler [1] erspart es

Ihnen, sich mit den komplizierten XML-

Steuerdateien des Linux-Standardtools zur

DVD-Erstellung, DVDAuthor [2], herumzuschlagen.

Mit ihm entstehen in wenigen

Schritten Videodatenträger mit einem optisch

ansprechenden Menü, das die enthaltenen

Clips startet.

Gut vorbereitet

Nach dem Start zeigt das Programm einen

Dialog, mit dem Sie entweder ein früheres

Projekt öffnen oder ein neues erstellen.

Für neue DVD-Projekte geben Sie ein Disklabel

ein (einen Text, den DVD-Abspielprogramme

beim Einlegen der Disk anzeigen).

Die Standardeinstellung für die

Diskgröße (DVD-5/​4,7 GByte) ist für gewöhnliche

Single-Layer-DVDs die richtige

Wahl. Verbleibt die Video-Bitrate auf Auto,

dann skaliert die Software die Videoclips

nicht, was die Rechenzeit stark verkürzt.

Im Feld Standardnachbefehl des Titels

wählen Sie, was nach dem Abspielen eines

Clips passieren soll: Entweder der

DVD-Player zeigt ein Menü, oder er spielt

das nächste Video ab.

Das Videoformat PAL ist das in Europa übliche.

Entscheiden Sie sich, ob Sie das klassische

4:3-Seitenverhältnis oder das Breitbildformat

16:9 bevorzugen. Von der Voreinstellung

Audioformat: AC3 48 khz sollten

Sie nur abweichen, wenn eines Ihrer Abspielgeräte

damit nicht zurechtkommt.

Nach dem Klick auf OK öffnen Sie im

Hauptfenster (Abbildung 5) den Reiter

Hintergründe und wählen ein Hintergrundbild

für die Menüs. Wenn Ihnen keines

der mitgelieferten Bilder zusagt, können

Sie nach einem Rechtsklick auf eines

der Menüs im Überblicksstreifen am unteren

Rand eine eigene Bitmap auswählen.

Fügen Sie nun mit Hilfe des grünen Pluszeichens

am oberen Rand die Videodateien

hinzu, die Sie auf die DVD brennen

möchten. Sie erscheinen als Symbole in

der Überblicksgalerie unten.

Reichhaltiges Menü

Das von DVDStyler angelegte Standardprojekt

bringt zwei Menüs mit. Das erste

enthält außer dem Disk-Titel, den Sie mit

einem Doppelklick bearbeiten, zwei

Menüeinträge: Alle abspielen startet die

Wiedergabe der ganzen DVD am Stück,

Titel auswählen springt dagegen zu Menü

2. Weitere Menüs fügen Sie nach einem

Rechtklick auf die Überblicksgalerie mit

Hinzufügen / Menü ein.

Wählen Sie nun Menü 2 unten im Fenster

aus. DVDStyler hat hier vier ellipsenförmige

Buttons vorangelegt, die Clip 1 bis 4

starten, falls Sie der DVD so viele Videoclips

hinzufügen. Löschen Sie also (wenn

nötig) überflüssige Buttons, oder ziehen

Sie aus dem Reiter Knöpfe weitere auf das

Menü. Hier gibt es auch Buttons in anderen

Formen, falls Ihnen die vorausgewählten

Ellipsen nicht zusagen.

Um neu eingefügten Buttons eine Funktion

zuzuweisen, öffnen Sie den Dialog Eigenschaften

mit einem Doppelklick auf

den Button. Die wichtigste Einstellung in

diesem Dialog ist in Abbildung 5 grün

hervorgehoben: Springe zu Titel X. Statt

eines Titels darf ein Button auch ein anderes

Menü ansteuern.

Unter der Rubrik Aussehen weisen Sie

bildbasierten Buttons eine Bitmap oder

einen Videoclip zu; bei textbasierten

Buttons bearbeiten Sie stattdessen den

angezeigten Text. Auch Text-, Umriss-,

Die Redaktion meint

DVDStyler ist ein simpel gehaltenes Programm,

mit dem trotzdem professionell

wirkende DVDs mit Menüsteuerung gelingen.

Technisches Hintergrundwissen

über DVD-Menüs sind dafür nicht erforderlich.

Wer jedoch die im DVD-Standard

definierten Skriptbefehle kennt, der darf

sie in den Einstellungsdialogen für Buttons

von Hand eingeben.

Abb. 5: DVD-Menüs per Drag & Drop: Ziehen Sie Buttons von linken Fensterrand auf die

Menüfläche und weisen Sie ihnen im Einstellungsdialog, den ein Doppelklick auf den

platzierten Button öffnet, den Videoclip zu, den sie starten sollen.

EasyLinux

03/2013

15


Aktuell

Neue Software

Füllfarbe und Schattenwurf lassen sich

hier anpassen.

Heiße Scheibe

Nach dem Verlinken aller Clips und Menüs

mit den Buttons ist es Zeit, die DVD

zu brennen. Klicken Sie dazu auf das

orangefarbene DVD-Symbol in der Buttonleiste.

Im Dialog Brennen stellen Sie

zunächst sicher, dass für das temporäre

Verzeichnis ein Ordner mit ausreichend

freiem Speicherplatz ausgewählt ist. Das

ist dann der Fall, wenn DVDStyler den

Wert für Frei in Grün anzeigt.

Nach dem Einlegen eines Rohlings in den

Brenner klicken Sie auf Start. Wenn Sie

zunächst eine ISO-Datei erstellen möchten,

die Sie später z. B. mit K3b [3] brennen

können, wählen Sie statt Brennen die

Option ISO-Abbilddatei erstellen. n

Infos

[1] DVDStyler-Homepage:

http:// www. dvdstyler. org/

(http:// ezlx. de/ d3k7)

[2] DVDAuthor: http:// dvdauthor.​

sourceforge. net/ (http:// ezlx. de/ d3k8)

[3] K3b: http:// www. k3b. org/

(http:// ezlx. de/ d3k9)

Software auf DVD: DVDStyler

QjackCtl – grafisches Frontend für Jack

Die wenigsten Musiker schätzen es, vor

den Sessions auf der Konsole herumzutippen.

Daher starten Sie den leistungsfähigen

Soundserver Jack, der die unterschiedlichsten

Audioprogramme miteinander

verknüpft, mit Hilfe von QjackCtl.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Schon mehrfach wurde in den Softwarenews

in Artikeln über Audioprogramme

der Soundserver Jack erwähnt [1]. Musiker

schätzen ihn, weil er die unterschiedlichsten

Musikprogramme zu einem exakt

synchron spielenden Ensemble bündelt.

Er koordiniert das Zusammenspiel tonerzeugender

Synthesizer ebenso wie das

von Aufnahmeprogrammen, was Aufnahmesessions

mit mehren Durchgängen erleichtert.

Wen es bisher abgeschreckt hat, dass es

sich bei Jack um ein Konsolenprogramm

handelt, der sollte ihn über das grafische

Frontend QjackCtl (Abbildung 6) [2] starten.

Neben dem vereinfachten Start des

Soundservers bringt das Programm als Bonus

noch einen grafischen Editor für die

Abb. 6: QjackCtl startet das Kommandozeilenprogramm

Jack mit seinen vielen Optionen

einfach per Klick auf „Start“.

Verbindungen der Tonpuren der gestarteten

Audioprogramme mit.

Allerdings funktioniert Jack nur mit so genannter

Echtzeitpriorität richtig. Dann bevorzugt

ihn das Betriebssystem bei der Zuteilung

der Rechnerresourcen gegenüber anderen

Programmen. Das ist nötig, weil Jack

die Audiodaten in sehr kleinen Happen verarbeitet,

um Verzögerungen (Latenzen) zu

reduzieren, die das Klangbild stören.

Im Lieferzustand erlauben die Linux-Distributionen

nur root das Starten von Programmen

mit Echtzeitpriorität. Um Jack sinnvoll

zu nutzen, müssen Sie daher die Zeilen

benutzername ‐ rtprio 99

benutzername ‐ memlock unlimited

in die Datei /etc/​security/​limits.conf einfügen.

Da Sie auch dazu Root-Rechte benötigen,

starten Sie den Editor mit kdesu kate

oder gksu gedit.

Nach einer Neuanmeldung genügt es, in

QjackCtl den Start-Button zu drücken, und

der Audioserver steht allen Programmen

zur Verfügung, die Jack unterstützen. Im

Test haben wir QjackCtl genutzt, um den

Sequencer Rosegarden [3], das Aufnahmeprogramm

Ardour [3], ein E-Piano

sowie ein Mikrofon zu einem virtuellen

Studio zusammenzuschließen

(Abbildung 7).

Das zentrale Hilfsmittel ist dabei die

über den Button Verbinden erreichbare

Übersicht über alle angeschlossenen

MIDI- und Audiogeräte (Abbildung

7, Mitte). Bei den Einträgen kann es sich

um Hardware (Soundkarte, E-Piano) oder

die Ein- und Ausgänge von Audioprogrammen

handeln.

Die Audioprogramme haben sich selbständig

mit der Soundkarte verbunden. Lediglich

für das E-Piano fühlte sich keines der

Programme zuständig. Daher haben wir

den Eintrag CLP-170 (den Namen des E-

Pianos, rot hervorgehoben, links) auf rosegarden

/ 0-record-in (den MIDI-Eingang

des Sequencer-Programms, rechts) gezogen.

Damit zeichnete Rosegarden die Tastenschläge

des Klaviers auf.

Bei den Audiogeräten im linken Unterfenster

handelt es sich um Ausgänge, die ein

Signal aussenden, rechts stehen die Aufnahmegeräte,

die es aufzeichnen. Auch

unter den Aufnahmegeräten ist ein Eintrag

des Klaviers CLP-170 zu finden. Verknüpft

Die Redaktion meint

Das grafische Programm QjackCtl erspart

Musikern das Tippen auf der Konsole:

Es startet den Audioserver Jack

mit den unter Einstellungen gewählten

Optionen. Außerdem bietet es Start-,

Stopp- und Rückspulen-Buttons, die alle

verknüpften Programme koordinieren.

Schließlich wird es durch sein Verbindungsfenster

leichter, Audiohardware

und ‐Software miteinander zu verbinden.

Anzeige

16 EasyLinux 03/2013


Neue Software

Aktuell

man ihn per Drag & Drop mit dem General

MIDI Device des Sequencers Rosegarden,

spielt das E-Piano die Noten aus der Partitur

in diesem Programm.

QjackCtl nimmt Ihnen also eine Menge

lästigen Kleinkram beim Musizieren ab.

Einfach wird es dadurch allein noch

nicht: Programme wie Ardour enthalten

unzählige Funktionen, die es erst einmal

zu erkunden gilt. Man muss einiges

an Zeit investieren, aber dennoch kein

Profi sein, um mit freier Software [3]

Spaß an einem Aufnahmestudio auf

dem PC zu haben.

n

Infos

[1] Jack: http:// jackaudio. org/

(http:// ezlx. de/ d3k10)

[2] QjackCtl: http:// qjackctl. sourceforge. net/

(http:// ezlx. de/ d3k11)

[3] Audio-Programme mit Jack-Unter stützung:

Rosegarden: http:// www.​

rosegardenmusic. com/ (http:// ezlx. de/​

d3k12), Ardour: http:// ardour. org/ (http://​

ezlx. de/ d3k13), Hydrogen: http:// www.​

hydrogen‐music. org/ (http:// ezlx. de/​

d3k14), Qtractor: http:// qtractor.​

sourceforge. net/ (http:// ezlx. de/ d3k15)

Software auf DVD: QjackCtl

Abb. 7: Der mit Hilfe von QjackCtl konfigurierte Audioserver verbindet Hardware und

Software zu einem virtuellen Aufnahmestudio.

HTTraQt – Websites offline spiegeln

Wer viele verlinkte Webseiten auf der Festplatte

speichern möchte, der muss dazu

nicht ständig die Funktion „Speichern unter“

des Browsers bemühen, sondern kann

stattdessen HTTraQt benutzen, das zusammengehörige

Seiten automatisch anhand

der Verlinkungen aufspürt.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Vielleicht kennen Sie das Windows-Programm

HTTrack [1] noch aus der Zeit, bevor

schnelle Internetanschlüsse verbreitet

waren: Es spiegelt ganze Websites im lokalen

Dateisystem. Auch heute gibt es

noch Gründe, lokale Kopien von Webseiten

zu erstellen: Vielleicht wollen Sie einen

bestimmten Zustand konservieren

oder sind auch jetzt noch nicht mit ausreichend

Internetbandbreite versorgt. Manchmal

möchte man auch eine bestimmte

Webseite auf einem mobilen Gerät ohne

Internetverbindung mitnehmen.

Das ursprüngliche HTTrack-Programm

bringt unter Linux nur eine vom Browser

aus bedienbare, wenig ansprechende

Weboberfläche mit. Das alternative Frontend

HTTraQt (Abbildung 8) [2] sieht wesentlich

besser aus, ist bequemer zu bedienen

und fügt sich nahtlos in den KDE-

Desktop ein.

HTTraQt unterteilt das Anlegen eines

Downloadprojekts mit seiner Wizard-

Oberfläche in mehrere handliche Happen.

Im ersten Schritt nach dem Begrüßungsschirm

wählen Sie einen Projektnamen

und das Basisverzeichnis, in dem das Programm

die heruntergeladenen Dateien ablegen

soll. Die aktuelle Version hat an dieser

Stelle allerdings einen Bug und speichert

die Seiten immer unter My Web Sites

im Home-Verzeichnis.

Im nächsten Dialog geben Sie im einfachsten

Fall nur die Basisadresse der Website

ein, die Sie lokal spiegeln möchten. Der

Button URL hinzufügen öffnet ein Textfeld

für die Eingabe, Get from clipboard (ein

bei der Lokalisierung des Programms in 27

Sprachen übersehener Posten) übernimmt

die URL direkt aus der Zwischenablage.

Im nächsten Fenster tragen Sie ein,

wann der Download starten soll. Bei

langsamen Internetanschlüssen ist es

sinnvoll, ihn in eine Zeit zu verschieben,

zu der Sie nicht mehr am Computer sitzen.

Am Morgen darauf liegt die Website

dann für verzögerungsfreies Browsen

auf der Festplatte bereit.

Wenn Sie eine schon heruntergeladene

Website aktualisieren möchten, brauchen

Sie dazu nur im Listenfeld Projektname

im ersten Feld einen bereits vorhanden

Eintrag auszuwählen. Im nächsten

Schritt ist dann die Aktion Vorhande

Die Redaktion meint

Mit einer schnellen Internetverbindung

entfällt zwar der wichtigste Grund, Websites

auf der eigenen Festplatte zu spiegeln.

Ab und zu kann man ein Programm

für den automatisierten Download aber

auch heute noch gebrauchen. HTTraQt

portiert die Benutzeroberfläche des Windows-Programms

HTTrack nach Linux.

EasyLinux

03/2013

17


Aktuell

Neue Software

Kopie aktualisieren vorausgewählt.

Sei wählerisch!

Um genauer steuern zu können,

was HTTraQt herunterlädt,

muss man das Arbeitsprinzip

des Programms

kennen: Ausgehend von der

Start-URL prüft es alle gefundenen

Seiten auf enthaltene

Links. Diesen folgt es, und

das Spiel beginnt von Neuem.

Damit der Download innerhalb

einer vertretbaren Zeitspanne

endet, beachtet die

Software beim Verfolgen von

Links Regeln. Bei der Vorauswahl

von Automatische Web-

Site-Kopie im Feld Aktion folgt

die Software Links zum Beispiel nur, wenn

sie auf der gleichen Domain wie die Start-

URL liegen.

Falls Sie statt einer ganzen Website eine

oder mehrere Einzelseiten inklusive der

verlinkten Seiten herunterladen möchten,

wählen Sie zu allen Links verzweigen

als Aktion aus. Damit dann aber

nicht das ganze Internet auf Ihrer Festplatte

landet, sollten Sie unter Einstellungen

/ Begrenzungen eine Maximale

Abb. 8: Für den Download einer ganzen Website benötigt HTTraQt

nur eine Start-URL. Alle zugehörigen Seiten findet das Programm

selbständig über die Links auf den Seiten.

Suchtiefe ab der ersten Adresse einstellen.

Auch eine maximale Übertragungsrate

legen Sie in dieser Kategorie des

Einstellungsdialogs fest.

Typensache

Um die Downloadmenge zu begrenzen,

schließen Sie in den Scan rules (Scanregeln)

Dateien mit bestimmten Endungen

aus. Wählen Sie dazu einen Typ von Filterregeln,

zum Beispiel Dateityp, und erstellen

Sie Regeln, die die Dateiendungen

jpg, jpeg und png

ausschließen. Solche Regeln

fügen Sie mit einem Klick auf

- hinzu. Einschlussregeln, also

Ausnahmen für allgemeinere

Ausschlussregeln, erstellen

Sie mit dem +-Button.

Mit diesen Regeln können Sie

nicht nur Bilddateien blockieren,

auf die der allergrößte

Teil des Downloadvolumens

entfällt, sondern z. B. auch

alle Seiten, deren URL den

Pfadbestandteil /News/​ enthält

(Filterregel Pfadnahme

enthält). Ein Klick auf Help im

Einstellungsdialog öffnet die

Hilfeseite der HTTrack-Windows-Version,

dessen Dialoge

ein wenig anders aussehen. In der Regel

lassen sich die Entsprechungen aber leicht

identifizieren.

n

Infos

[1] HTTrack: http:// www. httrack. com/

(http:// ezlx. de/ d3k16)

[2] HTTraQt: http:// sourceforge. net/ projects/​

httraqt/ (http:// ezlx. de/ d3k17)

Software auf DVD: HTTraQt

DocFetcher – plattformübergreifende Desktop-Suchmaschine

Die Desktop-Suchmaschine DocFetcher hat

im Vergleich zum in KDE eingebauten Nepomuk

zwei Vorteile aufzuweisen: Sie indiziert

auch neuere Microsoft-Office-Dateien,

und sie funktioniert auch ohne ressourcenfressenden

Hintergrunddienst.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Ohne Suchmaschinen wäre das Internet

beinahe nutzlos, denn wie sollte man in

den Abermilliarden Dokumenten die gewünschte

Information finden? Auch wenn

die Zahl der Dokumente auf der heimischen

Festplatte ein paar Größenordnungen

kleiner ausfällt und der Computerbenutzer

in der Regel selbst die Verzeichnisstruktur

anlegt, ist es nur allzu menschlich,

hin und wieder den Überblick zu verlieren.

Darum integriert die KDE-Desktopumgebung

die Desktop-Suchmaschine Nepomuk,

die den Inhalt der Dateien in den

Heimatverzeichnissen der Nutzer durchforstet.

Stromfresser

Allerdings gerät der Einsatz von Nepomuk

schnell zur Ressourcenschlacht, wenn die

Zahl der Dateien in den überwachten Verzeichnissen

wächst. Der Hintergrunddienst

braucht dann viel Speicher. Außerdem

startet KDE mit aktiviertem Nepomuk

deutlich langsamer: Die Software prüft

beim Hochfahren alle Ordner auf Änderungen

seit dem letzten Abmelden. Viele

Benutzer deaktivieren den Indizierer daher

in den Systemeinstellungen. Auf Laptops

ist diese Optimierung wegen der Akkulaufzeit

fast ein Muss.

CPU-schonende Alternativen zur KDE-

Suchmaschine bieten Recoll [1] und Doc-

Fetcher (Abbildung 9) [2]. Letzteres Programm

zeichnet sich dadurch aus, dass es

die Dateiformate von Microsoft-Word-,

Excel- und Visio-Dateien kennt, und zwar

nicht nur die alten doc-Formate bis Word

2003, sondern auch die ab Office 2007 eingesetzten

OpenXML-Formate (docx, xlsx

oder pptx). Daher ist das Programm besonders

für Windows-Umsteiger zu empfehlen,

auch wenn die Entwickler die Microsoft-Office-Unterstützung

deswegen

eingebaut haben, weil das Java-Programm

auch unter Windows läuft. Es versteht

auch die Open-/​LibreOffice-Dateiformate

und lässt sich daher auf beiden Systemen

gleich gut nutzen.

Außerdem kennt es das RTF-Format, ein

klassisches Austauschformat für formatierten

Text, sowie Abiword-Dateien. Neben

den Officeformaten indiziert die Software

auch die Tags von JPG-, PNG- und

SVG-Grafikdateien sowie Musikdateien im

MP3- und Flac-Format. Auch PDF- und

simple Textdateien werden indiziert.

Bereit zum Auspacken

DocFetcher benötigt keine Installation:

Entpacken Sie einfach das Zip-Archiv und

starten Sie das Programm mit einem Klick

auf DocFetcher.sh.

Die Benutzeroberfläche ist schlicht gehalten:

Links oben entscheiden Sie, welche

18 EasyLinux 03/2013


Neue Software

Aktuell

Dateiformate die Suche erfasst. Im Unterfenster

Suchbereich darunter wählen Sie

die zu durchsuchenden Verzeichnisse,

für die Sie allerdings zuvor einen Index

erzeugen müssen. Das geschieht mit einem

Rechtsklick auf das Unterfenster

Suchbereich.

Da DocFetcher auf die auch im Unternehmensbereich

genutzte leistungsstarke

Suchmaschinen-Engine Lucene setzt, dauert

selbst das Indizieren von Ordnern mit

Tausenden von Dateien meist nur wenige

Minuten. Natürlich hängt die Geschwindigkeit

auch von Größe und Typ der enthaltenen

Dateien ab.

Zum Suchen geben Sie einfach ein Schlagwort

in das Textfeld neben dem Suchen-

Button ein. Sie dürfen auch mehrere Begriffe

mit OR und AND verknüpfen. Auch

die Verneinung NOT versteht das Programm,

um Dokumente mit bestimmten

Schlagwörtern auszuschließen. Wenn Sie

nach einer genauen Abfolge von Worten

suchen möchten, umschließen Sie diese

wie bei Google mit Anführungszeichen.

Das Fragezeichen steht für genau ein beliebiges

Zeichen, ein Stern (*) für eine

nicht festgelegte Anzahl unbekannter Zeichen

(inklusive 0 Zeichen).

Doch damit nicht genug: DocFetcher beherrscht

auch eine Suche nach ähnlichen

Schlagwörtern: Seite~ findet nicht nur

Vorkommen von „Seite“ sondern auch

von „Saite“. In der Praxis noch nützlicher

ist die Nachbarschaftssuche, mit der Sie

Begriffe finden, zwischen denen nicht

mehr als eine bestimmte Zahl anderer

Die Redaktion meint

DocFetcher ist die beste Desktop-Suchmaschine

für Anwender, auf deren Rechner

neuere Officedateien aus einer parallelen

Windows-Installation liegen.

Abb. 9: Die Desktop-Suchmaschine DocFetcher läuft unter Linux und Windows und

kommt auch mit den unter beiden Systemen gebräuchlichen Dateiformaten zurecht.

Wörter steht: schönes Leben ~2 trifft nur

zu, wenn maximal zwei Wörter zwischen

schönes und Leben stehen.

Auf dem Laufenden bleiben

Es gibt drei Verfahren, um die DocFetcher-

Schlagwortlisten aktuell zu halten: Am

einfachsten ist es, nach einem Rechtsklick

auf einen Eintrag im Unterfenster Suchbereich

/ aktualisieren auszuwählen. Alternativ

starten Sie auf der Kommandozeile

/Pfad/zum/DocFetcher‐Ordner/DocFetcher.

sh ‐ ‐ update‐indexes. Dieser Aufruf frischt

alle Indizes in einem Arbeitsschritt auf.

Nach dem Eintragen des Befehls in den

Aufgabenplaner der KDE-Systemeinstellungen

läuft er automatisch im festgelegten

Zeitabstand ab.

Schließlich liegt im Programmordner

noch das Kommandozeilenprogramm

docfetcher-daemon-linux, das alle indizierten

Verzeichnisse auf Änderungen

überwacht, solange es läuft. Sie können

es in den KDE-Systemeinstellungen unter

Starten und Beenden über Skript hinzufügen

automatisch bei jeder Anmeldung

starten lassen.

Allerdings hat diese automatische Verzeichnisüberwachung

im Test eine recht

hohe CPU-Last verursacht. Daher ist es

besser, die Schlagwortverzeichnisse regelmäßig

von Hand oder zeitgesteuert zu aktualisieren.

Der RAM-Verbrauch von Doc-

Fetcher ist im Vergleich zu Recoll ohnehin

hoch, doch das Programm läuft zum Glück

nur während der Suche.

n

Infos

1] Recoll: http:// www. lesbonscomptes. com/​

recoll/ (http:// ezlx. de/ d3m1)

[2] DocFetcher: http:// docfetcher.​

sourceforge. net/ (http:// ezlx. de/ d3m2)

Software auf DVD: DocFetcher

MuseScore – klassiktaugliches Notensatzprogramm

Musikliebhaber, die den Umstieg auf Linux

gewagt haben, werden Windows-Notensatzprogramme

wie Capella [1] vermissen.

Zum Glück läuft das freie Programm

MuseScore unter Linux und Windows und

ist inzwischen so weit ausgereift, dass es

klassische Partituren genauso gut meistert

wie Popmusik.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Man muss lange suchen, um ein freies,

grafisch zu bedienendes Linux-Notensatzprogramm

zu finden, das selbst den Anforderungen

klassischer Musiker gerecht

wird. Der Redaktion ist nur ein Programm

bekannt, das diese Anforderungen erfüllt:

MuseScore [2] (Abbildung 10).

Weder mit klassischen Trillern oder Vorschlagnoten

noch mit mehreren selbständigen

Stimmen in einem Notensystem ist

die Software überfordert. Auch Anhänger

moderner Musik kommen auf ihre Kosten:

Mit MuseScore lassen sich Liedtexte spielend

leicht eingeben. Außerdem beherrscht

das Programm die für Schlagzeug

übliche vereinfachte Notation mit nur einer

Notenlinie.

Kurzschrift

Kern des Programms ist ein ausgeklügeltes

Eingabesystem für die Computertastatur.

Dabei wählen Sie mit der rechten Hand

EasyLinux

03/2013

19


Aktuell

Neue Software

Abb. 10: Mit seinen einklappbaren Paletten am linken Fensterrand macht es MuseScore

jedem Recht: Fans alter Musik halten die vielen im 17. Jahrhundert üblichen Verzierungszeichen

griffbereit, der Heavy-Metal-Freak stattdessen Schlagzeugnotation.

Die Redaktion meint

Es gibt unter Linux kein besseres Notensatzprogramm:

MuseScore beherrscht

selbst die Feinheiten klassischer Partituren.

Dennoch bleibt seine Benutzeroberfläche

übersichtlich; nicht gebrauchte

Paletten blenden Sie mit einem Mausklick

aus.

auf dem Ziffernblock die Notendauer. Mit

der linken Hand geben Sie die Noten mit

Hilfe der Buchstabentasten [C], [D], [E],

[F] usw. ein.

Wie jeder Musiker weiß, gibt es mehrere

Oktavlagen eines Tons, aber nur ein [C]

auf der Computertastatur. MuseScore

wählt daher immer die Oktave, die dem

zuletzt eingegebenen Ton am nächsten

liegt. Damit trifft das Programm oft, aber

nicht immer den richtigen Ton. Das stört

aber nicht allzu sehr, denn mit [Strg] und

[Pfeil hoch] bzw. [Pfeil runter] lässt sich

die Note schnell in die gewünschte Oktavlage

verschieben.

Ähnlich leicht geht das Korrigieren einer

falschen Notendauer von der Hand: [W]

verdoppelt, [Q] halbiert den Notenwert.

[Pfeil rauf] und [Pfeil runter] verschieben

die Note einen Halbton nach oben oder

unten. Das ist besonders dann hilfreich,

wenn Sie Melodien nach Gehör eingeben.

Der eingebaute Synthesizer, der die Noten

unmittelbar nach der Eingabe kurz anspielt,

bietet dabei eine wertvolle Hilfestellung.

Mit ihm kann man auch ein ganzes

Stück zusammenhängend wiedergeben.

Der Synthesizer enthält die 128 Instrumente

des General-MIDI-Standards

(Klavier, Gitarre, Gesang und viele andere),

so dass sich der Klang der Noten

gut abschätzen lässt.

Schritt für Schritt

Trotz allem ist das Einspielen mit einem

an den Rechner angeschlossenen MIDI-

Keyboard immer noch deutlich schneller

als über die Computertastatur. Die meisten

Keyboards, die in einfachen Varianten

bereits für unter 50 Euro zu haben sind,

funktionieren als MIDI-over-USB-Gerät,

mit dem Linux und auch MuseScore problemlos

klarkommen.

Allerdings übernimmt MuseScore nur die

Tonhöhe vom Keyboard. Die Notendauer

müssen Sie wie bei der Tastatureingabe

über den Ziffernblock vorwählen (Einzelschritteingabe).

Das mag zunächst als

Nachteil erscheinen, doch die so genannte

Echtzeiteingabe, bei der die Software auch

den Notenwert aus der Dauer des Tastendrucks

erschließt, enttäuscht in der Praxis,

weil selbst geübte Keyboarder die Notendauer

dafür meist nicht exakt genug

einhalten können. Wichtig ist, dass Muse-

Score gleichzeitig angeschlagene Töne als

Akkord erkennt.

Statt den eingebauten Soundgenerator zu

nutzen, der ohne Konfiguration bereitsteht,

arbeitet die Software auch mit externen

Synthesizer-Programmen wie

FluidSynth [3] zusammen. Allerdings ist

und bleibt MuseScore ein Spezialist für

die optische Darstellung von Noten, nicht

für deren klangliche Wiedergabe.

Die technischen Voraussetzungen für eine

ausdrucksvolle Interpretation, wie sie die

dafür ausgelegten Sequencer mitbringen,

fehlen ihm. Schon darum ist es das beste,

beim out of the box funktionierenden eingebauten

Klangerzeuger zu bleiben, der zur

Kontrolle der eingegeben Noten ausreicht.

Die Anwahl von Einfügen / Text / Liedtext

startet die Texteingabe. Mit Bindestrichen

zwischen den Silben verteilen Sie

diese auf die Noten. Ein Unterstrich (_)

streckt eine Silbe per Bindebogen über

mehrere Noten.

Alle Sonderzeichen, egal ob Wiederholungszeichen,

Dynamikangaben oder klassische

Verzierungen, ziehen Sie aus einer Palette

am linken Fensterrand an die gewünschte

Stelle. Die per Drag & Drop platzierbaren

Elemente unterteilt das Programm in 20 Kategorien,

die sich unabhängig voneinander

ein- und ausklappen lassen.

Feinschliff

MuseScore gestattet ein differenziertes

Finetuning des Notenbildes. So lassen

sich die normalerweise automatisch sinnvoll

gewählten Notenabstände von Hand

modifizieren, auch Ausnahmen für den

Sprung von aufwärts zu abwärts gerichteten

Notenhälsen ab „H“ sind möglich.

Selbst der für lange Läufe auf dem Klavier

beim Sprung aus dem Bass- in das Diskantsystem

durchgezogene Achtelnotenbalken

lässt sich umsetzen.

MuseScore dokumentiert seine vielen

Funktionen verständlich auf Deutsch [4],

die zahlreichen Tastaturshortcuts können

Sie verändern. So dürfen deutsche Anwender

auch den international üblichen

Notennamen „B“ für die Tastatureingabe

durch das hierzulande übliche „H“ ersetzen.

Eingegebene Noten können Sie drucken

oder als PDF-Seiten und Bitmapgrafiken

exportieren.

n

Infos

[1] Capella: http:// www. capella. de/

(http:// ezlx. de/ d3m3)

[2] MuseScore: http:// musescore. org/

(http:// ezlx. de/ d3m4)

[3] FluidSynth: http://www. fluidsynth. org/

(http:// ezlx. de/ d3m5)

[4] Handbuch: http:// musescore. org/ de/​

handbuch (http:// ezlx. de/ d3m6)

Software auf DVD: MuseScore

20 EasyLinux 03/2013


Aktuell

Neue Software

SMPlayer – übersichtlicher, leistungsfähiger Videoplayer

MPlayer gilt als Urgestein unter den Linux-

Videoabspielprogrammen und hat bis

heute nichts von seiner Leistungsfähigkeit

eingebüßt. Allerdings sind die langen Kommandozeilenaufrufe

zur Steuerung nicht

jedermanns Sache. Da kommt ein handliches

grafisches Frontend wie SMPlayer gerade

recht, das alle wichtigen MPlayer-

Funktionen einfach zugänglich macht.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Der VLC-Player [1] ist vermutlich sowohl

unter Linux als auch unter Windows der

meistgenutzte Videoplayer. Das liegt sicher

daran, dass er fast alle Video- und

Kompressionsformate einschließlich DVDs

out of the box abspielt. Allerdings lässt

sich das Video bei diesem Programm im

Vollbildmodus nicht ohne Weiteres skalieren.

Filme im Extrabreitwandformat

möchte man aber heranzoomen. Mit

SMPlayer (Abbildung 11) [2], einem ausgefeilten

grafischen Frontend für MPlayer,

ändern Sie die Bildgröße dagegen ganz

leicht mit [E] und [W].

Leistungsstarker Allrounder

Der MPlayer-Unterbau steht für maximale

Kompatibilität mit einer Vielzahl von Videoformaten.

Die bewährte Videoplayer-

Engine ist außerdem dafür bekannt, aus

beschädigten oder nicht standardkonformen

Dateien das beste zu machen.

Das SMPlayer-Front-end bindet viele Features

des Kommandozeilenprogramms

MPlayer in seine grafische Oberfläche ein

und erspart Ihnen damit komplizierte Konsolenaufrufe.

So starten Sie die Wiedergabe

einer lokalen Datei, einer Internet-

Abb. 11: SMPlayer arbeitet als grafische Oberfläche des

bewährten kommandozeilengesteuerten Videoabspielprogramms

MPlayer.

URL oder sogar von einem Fernseh- oder

Satellitenempfänger bequem über das Öffnen-Menü.

Alternativ zu den Menüeinträgen

gibt es für diese Funktionen auch

Shortcut-Icons in der Leiste am oberen

Fensterrand.

Speicherbare Abspiellisten vereinfachen

die Wiedergabe mehrerer Dateien. Die Listen

lassen sich in zufälliger Reihenfolge

wiedergeben. Auch einen Ausschnitt einer

Datei wiederholt SMPlayer auf Wunsch.

Hektiker oder Langweiler?

Die Abspielgeschwindigkeit lässt sich in

Ein-, Vier- oder Zehn-Prozentschritten verändern.

Der Player streckt oder staucht

dabei den Audiotrack, verändert aber

nicht seine Tonhöhe wie beim Abspielen

eines Tonbandes mit falscher Geschwindigkeit.

Das ist angenehm, wenn ein Sprecher

allzu schnell oder langsam redet.

Im Menü Video lassen sich Rausch-,

Schärfe- oder Unschärfefilter zuschalten.

Der Deblocking-Filter mildert die Blöckchenbildung

bei stark komprimierten Videos.

Für in Halbbildern (interlaced) kodierte

Fernsehaufnahmen gibt es mehrere

Deinterlacing-Filter mit unterschiedlicher

Qualität und unterschiedlichen Anforderungen

an die CPU.

Helligkeit, Kontrast, Farbtönung und ‐intensität

sowie die Gammakurve lassen

sich mit dem Video-Equalizer ([Strg-E])

beeinflussen. Je nach eingestelltem Videoausgabetreiber

arbeitet der Equalizer hardwarebeschleunigt.

Wirkt sich ein Verschieben

der Regler nicht auf das Bild aus, aktivieren

Sie mit dem entsprechenden Kontrollkästchen

den Software-Equalizer, der

allerdings die CPU stärker belastet.

Den Videoausgabe-Treiber

wählen Sie nach einem

Klick auf das Schraubenschlüssel-Icon

unter der

Rubrik Allgemein / Video.

Der voreingestellte Treiber

xv sollte immer funktionieren.

Auf vielen Grafikkarten

läuft gl allerdings besonders

bei hochauflösenden

Videos schneller. Es

gibt eine speziell für langsamere

ATI-Karten optimierte

Option (gl schnell -

ATI-Karten). Auf Systemen

mit funktionierender Nvidia-3-D-Beschleunigung

bietet der Treiber vdpau mit Abstand die

beste Performance; allerdings bleiben dann

die Videofilter ohne Auswirkung.

Schmuck oder schlicht

In der Rubrik Oberfläche / Oberfläche

schalten Sie zwischen der schmucklosen

Standard-Oberfläche und der Skinnable

GUI um. Unter Oberfläche / Spulen legen

Sie fest, wie viele Sekunden ein Kleiner

Sprung ([Pfeil links] und [Pfeil rechts]),

ein Normaler Sprung ([Pfeil hoch] und

[Pfeil runter]) sowie ein Langer Sprung

([Bild auf] und [Bild ab]) umfasst. Diese

und alle weiteren Shortcuts passen Sie an.

Dabei können Sie der Tastatur viele Funktionen

zuweisen, die Sie standardmäßig

nur über das Menü erreichen.

Auch die Auswirkungen von Mausklicks

mit rechter und linker Taste sowie Mausrad

konfigurieren Sie. Dank des MPlayer-

Unterbaus kommt das Programm auch mit

DVD-Menüs klar. Für das Navigieren durch

die DVD gibt es außerdem im Programmfenster

ein eigenes Menü. Die Audiospur

und die Untertitelsprache wählen Sie bequem

über ein Drop-down-Listenfeld am

oberen Fensterrand aus.

Möchten Sie anstelle des GUIs mit den Buttons

nur das Video im Programmfenster sehen,

schalten Sie mit [Strg-C] den Kompaktmodus

ein und wieder aus. SMPlayer

merkt sich die Position und alle Einstellungen

für jede abgespielte Datei auch über

Neustarts des Programms hinweg. n

Infos

[1] VLC-Player: http:// www. videolan. org/ vlc/

(http:// ezlx. de/ d3m7)

[2] SMPlayer: http:// smplayer. sourceforge.​

net/ (http:// ezlx. de/ d3m8)

Software auf DVD: SMPlayer

Die Redaktion meint

SMPlayer erweitert MPlayer um eine übersichtliche

grafische Oberfläche, die praktisch

alle Funktionen der MPlayer-Engine

nutzbar macht. So entsteht ein zuverlässiges

und optisch ansprechendes Abspielprogramm

für fast alle denkbaren Videodateien

und Internet-Streams. Den

Erfahrungen der Redaktion nach ist

SMPlayer performanter als der VLC-Player

und daher besonders auf weniger leistungsfähigen

Mobilgeräten zu empfehlen.

22 EasyLinux 03/2013


Neue Software

Aktuell

TreeLine – einfache grafische Datenbank

Datenbank-Anwendungen wie LibreOffice

Base oder Microsoft Access sind kompliziert

zu bedienen, sie erfordern eine regelrechte

Programmierung. Wer schnell eine

Bücher- oder CD-Datenbank zusammenklicken

möchte, kommt mit dem simplen Programm

TreeLine schneller zum Ziel.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Datenbanken laufen seit den 60er-Jahren

auf den damals noch fabrikhallengroßen

Computern. Umso überraschender, dass

es gar nicht so leicht ist, ein auch für Laien

bedienbares und konfigurierbares grafisches

Programm zu finden, das Datensätze

intuitiv in eine Hierarchie aus Kategorien

und Unterkategorien einsortiert.

TreeLine (Abbildung 12) ist ein solches

Programm. Die Namenskomponente

„Tree“ rührt vom Verzeichnisbaum auf

der linken Seite des Programmfensters

her, wie ihn jeder aus dem Dateimanager

kennt. Treeline verwaltet über die Elemente

in der ein- und ausklappbaren

Baumstruktur aber nicht Ordner im Dateisystem,

sondern Datensätze mit einem frei

definierbaren Satz an Datenfeldern.

Universaldatenbank

Das Programm eignet sich damit als Datenbank

für Bücher, CDs, Filme, Ideen, also eigentlich

alles, was sich mit Worten und Bildern

beschreiben lässt. Für Ordnung sorgt

die hierarchische Struktur. Bei Büchern

könnte die erste Ordnerebene den Themenbereich

festlegen, die zweite den Autor, die

dritte dann die eigentlichen Bücher.

Da es für TreeLine keine mit dem Paketmanager

installierbaren Pakete gibt, müssen

Sie das Programm erst einmal von

Hand einrichten. Entpacken Sie dazu das

tar-Archiv von der Heft-DVD und rufen

Sie als Administrator das dort enthaltene

Installationsskript install.py auf.

Starten Sie das Programm dann, indem Sie

in ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster

(oder in ein Terminalfenster) den

Befehl treeline eingeben. Einen Startmenü-

Eintrag erhalten Sie, indem Sie die auf der

DVD enthaltene Datei Treeline.desktop als

Administrator nach /usr/​share/​applications

kopieren. Nach dem ersten Start enthält

das Ordnerteilfenster nur einen einzigen

Eintrag Main. Benennen Sie ihn für

das Bücherdatenbank-Beispiel mit einem

rechten Mausklick in Bücher um.

Typensache

Jede Datenbank in TreeLine besteht aus

mehreren Objekttypen. Für eine übersichtliche

Bücherdatenbank brauchen wir drei

davon: Themenbereich, Autor und Buch.

Das Dialogfeld dafür öffnen Sie per Klick

auf den Button mit den Nullen und Einsen

oder über den Menüpunkt Data / Configure

Datatypes.

Legen Sie im Reiter Type List erst die drei

Datentypen an, die Sie brauchen. Da sich

der bestehende Eintrag DEFAULT nicht löschen

lässt, benennen Sie ihn in Kategorie

um (Rename Type). Dann fügen Sie mit

New Type die Typen Autor und Buch ein.

Im nächsten Reiter Type Config lassen sich

jedem Datentyp ein einprägsames Symbol

(Change Icon) sowie ein Standard-Datentyp

beim Einfügen eines Kindknotens zuweisen.

Da wir die Hierarchie Kategorie – Autor –

Buch vorgesehen haben, sollte die Kategorie

den Default Child Type Autor erhalten,

Autor dagegen den Typ Buch. Dies ist nur

als Hilfestellung gedacht, TreeLine erzwingt

diese Reihenfolge nicht. Sie dürfen

also zusätzliche Untergliederungen einschieben

wie in Fiktion – Science Fiction –

Isaac Asimov – Einbruch der Nacht.

Bibliographie

Dann ist es Zeit, den Datentypen im Reiter

Field List Felder zuzuordnen. Wählen Sie

unter Data Type die Kategorie. Der Objekttyp

hat wie alle neu angelegten Typen nur

ein einziges Feld Name. Das reicht eigentlich,

doch eine Beschreibung für jede Kategorie

kann nicht schaden: Fügen Sie mit

New Field ein Feld Beschreibung hinzu.

Wählen Sie dann Autor als Data Type. Für

Autoren wollen wir außer dem Namen noch

das Geburtsjahr eintragen. Mit New Field erstellen

Sie ein passendes Feld. Ein Buch hat

keinen Namen, sondern einen Titel. Benennen

Sie darum das Feld Name für den Datentyp

Buch entsprechend um und fügen Sie

noch die Felder Inhalt, Erscheinungsjahr, Erscheinungsort

und Cover ein.

Nun wird es Zeit, die Änderungen mit Apply

(Anwenden) zwischenzuspeichern. Bei fast

allen Felder handelt es sich um einfache

Textfelder. Nur das Buchcover ist eine Bilddatei,

darum ändern Sie den Datentyp im

vorletzten Reiter Field Config. Dazu wählen

Sie zunächst Buch als Data Type und das

Field Cover. Dann brauchen Sie nur noch

den Field Type auf Picture zu setzen. n

Infos

[1] Treeline: http:// treeline. bellz. org/ (http://​

ezlx. de/ d3m9)

Software auf DVD: TreeLine

Die Redaktion meint

TreeLine ist ein einfaches, aber nützliches

Programm, mit dem Sie CDs, Bücher,

Filme oder Gedanken intuitiv in

eine Orderstruktur einsortieren. Eine

Schlagwortsuche gibt es zusätzlich für

den Fall, dass Sie einmal etwas trotz

säuberlicher Klassifizierung nicht finden.

Abb. 12: TreeLine ordnet Datensätze mit einfach zusammenklickbaren Feldern in eine

Baumstruktur ein. So katalogisieren Sie in Windeseile eigene Sammlungen.

EasyLinux

03/2013

23


Aktuell

Neue Software

Universal Password Manager – systemübergreifender Passwortmanager

Sich viele Passwörter zu merken, ist lästig.

Auch wenn man wirklich kritische Passwörter

am besten auf einem Zettel notiert

(und diesen sicher verwahrt), ist ein Passwortmanager,

der die Logindaten verschlüsselt

auf dem Rechner speichert, in

der Praxis der beste Kompromiss zwischen

Sicherheit und Bequemlichkeit.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰

Prinzipiell kann man ausreichend stark

verschlüsselte Passwörter sicher auf dem

Computer speichern: Nur wer das Masterpasswort

einer verschlüsselten Datei kennt,

bekommt die Einträge zu Gesicht. Es gibt

Verfahren [1], denen trotz vieler anders

lautenden Verschwörungstheorien selbst

das FBI machtlos gegenüber steht.

So viel zur Theorie. In der Praxis kann man

nie hundertprozentig sicher sein, ob sich

in das genutzte Programm nicht doch eine

Sicherheitslücke eingeschlichen hat. Wirklich

sensible Passwörter notiert man also

am besten auf einem sicher verwahrten

Zettel. Weniger wichtige Passwörter, die

man zudem oft braucht, sind durch den

Universal Password Manager (Abbildung

13) [2] zumindest verlässlicher geschützt,

als zum Beispiel versteckt in einer Bilddatei

mit unauffälligem Namen: Die Software

nutzt 128-Bit-AES-Verschlüsselung.

Die Redaktion meint

Hinter Schloss und Riegel

Nach allem, was bekannt ist, eröffnen

selbst die schnellsten heute verfügbaren

Rechner Angreifern keine realistische

Chance, die Verschlüsselung zu brechen –

sofern die Software keine Lücken aufweist,

die nicht direkt mit dem Verschlüsselungsverfahren

zusammenhängen.

Das Besondere an dem Java-Programm

Universal Password Manager ist, dass es

unter Linux, Windows und OS X läuft. Sogar

eine Android-Version ist verfügbar [3]:

Wer Passwörter auf einem mobilen Gerät

ablegen möchte, sollte das wenigstens verschlüsselt

tun. Alle Versionen der Software

nutzen das gleiche Dateiformat, so dass Sie

nur die Datenbankdatei zwischen den Geräten

übertragen müssen, um die Passwörter

dort verfügbar zu machen.

Es spricht nichts dagegen, die Passwortdatenbank

im internen Netz verfügbar zu machen.

Ob Sie tatsächlich so weit gehen

möchten, sie über einen HTTP-Server oder

Dropbox zu verteilen (so schlägt es die Dokumentation

vor [4]), entscheiden Sie

selbst. Jedenfalls kann die Android-Version

sie von dort auslesen, ohne auf einen Dropbox-Client

angewiesen zu sein. Im Programmarchiv

ist außerdem ein PHP-Skript

enthalten, das Passwortdateien auf einen

PHP-fähigen Webserver hochlädt.

Das GUI der Software übt sich in vornehmer

Zurückhaltung: Das Programmfenster

besteht aus einer Liste der Einträge der gerade

geöffneten Datenbank und Buttons für

die wichtigsten Programmfunktionen. Die

Passwörter lassen sich nicht in Kategorien

unterteilen; dafür gibt es ein Suchfeld.

Auf Knopfdruck

Alle Funktionen lassen sich über einen

Tastaturshortcut erreichen, den Sie den

zugehörigen Menüpunkten entnehmen.

Besonders hervorzuheben sind [Strg-U]

(Benutzernamen des in der Liste ausgewählten

Eintrags kopieren) und [Strg-P]

(Passwort kopieren). Mit beiden übertragen

Sie die Anmeldedaten komfortabel in

das Authentifizieren-Dialogfeld einer Webseite

oder eines Programms.

Da Sie sich das Passwort nicht merken

müssen, empfiehlt es sich, mit dem Generate-Button

eine zufällige Zeichenfolge zu

erzeugen: Die meisten Passwörter werden

nicht „geknackt“, sondern erraten, weil

sie auf deutschen oder englischen Wörtern

basieren. Auf Rechnern, auf die andere

Zugriff haben, sollten Sie die Zwischenablage

dafür allerdings nicht benutzen: Unter

KDE genügt es nicht einmal, das Passwort

durch Kopieren einen beliebigen Text

zu überschreiben, denn Klipper [5] hält

dort die letzten Werte verfügbar.

Beim Öffnen einer Passwortdatenbank

fragt das Programm nach, ob es diese beim

nächsten Start automatisch wiederherstellen

soll. In den über den Button mit dem

Schraubenschlüssel-Icon erreichbaren Einstellungsdialog

machen Sie diese Auswahl

rückgängig oder wählen eine andere Passwortdatei

aus. Hier lässt sich auch einstellen,

ob das Programm Passwörter beim

Eintippen verbirgt. Auch die Zeitspanne,

nach der der Passwortmanager die Passwortdatei

wieder verschließt, lässt sich

hier konfigurieren. (tle)

n

Infos

[1] AES-Verschlüsselung:

https:// de. wikipedia. org/ wiki/ Advanced_

Encryption_Standard

(http:// ezlx. de/ d3m10)

[2] Universal Password Manager:

http:// upm. sourceforge. net/

(http:// ezlx. de/ d3m11)

[3] Android-Version: https:// play. google.​

com/ store/ apps/ details? id=com. u17od.​

upm (http:// ezlx. de/ d3m13)

[4] Passwortdatenbank im Netz:

http:// upm. sourceforge. net/ database_

syncing. html (http:// ezlx. de/ d3m12)

[5] Klipper: http:// userbase. kde. org/ Klipper/​

de/ (http:// ezlx. de/ d3m14)

Auf DVD: Universal Password Manager

Der Universal Password Manager sichert

Passwörter mit einem bewährten Verschlüsselungsverfahren.

Mehr gibt es zu

dem schlicht gehaltenen Programm

kaum zu sagen – außer, dass sich Passwort

und Benutzername per Tastaturshortcut

komfortabel in die Zwischenablage

kopieren lassen und dass das

Programm dank Java auf den meisten

Betriebssystemen funktioniert.

Abb. 13: Der schlichte Universal Password Manager verschlüsselt Datensätze aus Benutzernamen,

Passwort, einer URL sowie einer Kurzbeschreibung und gibt sie neugierigen

Blicken erst nach Eingabe des Masterpassworts frei.

24 EasyLinux 03/2013


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Aktuell

Angeklickt

©Feng Yu, 123RF

Im Internet gibt es mehrere Milliarden Webseiten – auch Suchmaschinen helfen

nur bedingt, die berühmte Nadel im Heuhaufen zu finden. EasyLinux stellt in jeder

Ausgabe eine Sammlung besonders interessanter Websites vor. Sollten Sie

auch eine dieser Webperlen kennen, schicken Sie uns eine Mail an redaktion@

easylinux.de mit dem Betreff „Angeklickt“ und einer kurzen Beschreibung der

Seite. Bei Veröffentlichung Ihres Vorschlags erhalten Sie kostenlos das jeweils

aktuellste Starter Kit. (Thomas Leichtenstern/tle)

Mobil gemacht

Wer in der heutigen Zeit plant, eine eigene

Webseite zu erstellen, sollte auch

deren Kompatibilität mit Mobilgeräten

wie Tablets und Smartphones im Auge

behalten.

Hilfreich dabei ist das Webprojekt Screenfly.

Dort sehen Sie die Webseite so, wie

sie Besucher auf Mobilgeräten zu Gesicht

bekommen würden. Die Funktionalität innerhalb

der Seite bleibt dabei vollständig

erhalten. Aus dem oberen Menüfeld wählen

Sie das Gerät aus, dessen Darstellung

emuliert werden soll. Dazu stellt die Seite

etwa 30 vordefinierte Formate zur Auswahl

bereit – vom einfachen Motorola-

RAZR-Smartphone bis hin zum 24-Zoll-

Monitor. Darüber hinaus erlaubt die Seite

auch das Eingeben benutzerdefinierter

Bildschirmgrößen.

EasyLinux meint:

Für Webentwickler mit Weitblick ist die

Site ein beinahe unentbehrliches Werkzeug,

um Webseiten auf verschiedene

Darstellungsgrößen hin zu optimieren. n

Infos

Web: https:// quirktools. com/ screenfly/

Sprache: Englisch

Thema: Webentwicklung

Sicher suchen

Nach den neuesten Enthüllungen rund

um PRISM und die NSA fragen sich viele

Anwender, wie sie der Datensammelwut

der Behörden entgehen können.

Ein erster Ansatz dafür ist die anonymisierende

Suchmaschine Ixquick. Im Gegensatz

zu Google und Bing speichert

die Seite weder die IP-Adresse noch den

Suchverlauf. Rückschlüsse auf Ihre Person

zu ziehen wird damit unmöglich.

Bei der Suche durchforstet Ixquick mehrere

Quellen – welche das genau sind,

ist allerdings nicht ersichtlich. Um auch

beim Besuch der gewünschten Seite anonym

zu bleiben, bietet das Projekt zu

jedem Treffer einen Link an, der sie

über einen Proxyserver lädt, so dass

Ihre IP-Adresse nicht im Log des Seitenbetreibers

erscheint.

EasyLinux meint:

Wer darauf Wert legt, im Internet nicht

mehr Spuren als nötig zu hinterlassen, findet

in Ixquick eine hervorragende Möglichkeit,

seine Privatsphäre zu schützen. n

Infos

Web: https:// ixquick. com/ deu/

Sprache: Deutsch

Thema: Suchmaschine

Übersetzen de luxe

Nicht zuletzt durch das Internet ist Englisch

zur Weltsprache geworden, an der

kaum noch jemand vorbeikommt. Wer

die Sprache nicht oder nur ansatzweise

beherrscht, dem helfen Seiten wie Leo

oder der Google Translator.

Allerdings eignen sich diese in erster Linie

zum Übersetzen einzelner Wörter, und sie

lassen den Zusammenhang in Sätzen

nicht erkennen. Hier verfolgt das Projekt

Linguee einen anderen Ansatz: Neben der

eigentlichen Übersetzung zeigt die Webseite

Übersetzungsbeispiele fremder Quellen,

die den Zusammenhang der Sätze

besser verdeutlichen als es die Wort-für-

Wort-Übersetzung vermag. Derzeit bietet

die Seite Übersetzungen vom und ins Englische

sowie vom Deutschen ins Französische,

Spanische und Portugiesische.

EasyLinux meint:

Linguee ist ein Übersetzer der Extraklasse.

Der Webservice kombiniert Wörterbücher

mit einer Suchmaschine und durchforstet

das Netz nach zweisprachigen Sätzen. n

Infos

Web: http:// www. linguee. de/

Sprache: Deutsch

Thema: Texte übersetzen

EasyLinux

03/2013

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Aktuell

Heft-DVD: Kubuntu 13.04

Kubuntu 13.04 von der Heft-DVD installieren

Ubuntu + K

Hans-Georg Eßer,

Kristian Kißling

Im April ist Ubuntu 13.04 erschienen

und zeitgleich auch die

KDE-Variante namens Kubuntu.

Sie können die Heft-DVD, die Kubuntu

13.04 enthält, als Live-System

verwenden oder für eine Installation

auf Platte nutzen. Dieser

Artikel zeigt, wie es geht.

Auf der Webseite DistroWatch [1]

steht Ubuntu zwar nur noch auf

Platz 2 (hinter Linux Mint), bleibt

damit aber eine der weltweit beliebtesten

Linux-Distributionen. Ubuntu und und

der KDE-Ableger Kubuntu sind im April in

Version 13.04 erschienen. Auf der Heft-

DVD dieser Ausgabe finden Sie die 64-Bit-

Variante von Kubuntu 13.04 und in diesem

Artikel die passende Installationsbeschreibung.

Die Version auf der DVD ist

sowohl für klassische PC mit BIOS als

auch für die neuen UEFI-Rechner mit

Windows 8 geeignet. Falls Sie einen älteren

Rechner verwenden, der nicht mit

64-bittigen Linux-Versionen kompatibel

ist, laden Sie ein 32-Bit-Installations-

Image herunter; mehr dazu weiter unten.

Schritt für Schritt

Kubuntu zu installieren, ist nicht schwer.

Am einfachsten ist ein Upgrade von Kubuntu

12.10 auf die neue Version (siehe

Kasten Kubuntu aktualisieren), aber auch

für eine Neuinstallation genügen ein paar

Mausklicks, falls Sie ausschließlich Kubuntu

auf den Rechner spielen wollen.

Das geht zwar auch völlig ohne Vorwissen,

doch gerade Einsteiger sollten diesen

Artikel lesen, um die Schritte der Installation

besser zu verstehen – vor allem,

wenn es um komplexere Installationsszenarien

geht.

Zunächst beschreiben wir die Schritte, die

vor Ihnen liegen, in einer kurzen Übersicht.

Die Schritte 1 und 2 fallen weg,

wenn Sie unsere Heft-DVD verwenden,

den Schritt 3 brauchen Sie nur, wenn Sie

Windows parallel verwenden wollen.

Sie laden ein Kubuntu-Image als ISO-

1

Datei für Ihre Rechnerarchitektur herunter

(oder verwenden die Heft-DVD).

Kubuntu aktualisieren

Nutzen Sie bereits Kubuntu 12.10, müssen

Sie die Version 13.04 nicht neu installieren,

sondern können auf diese aktualisieren.

Das klappt gewöhnlich problemlos,

dennoch sollten Sie für den Fall

der Fälle Ihre wichtigsten Daten im Vorfeld

sichern. Stellen Sie außerdem sicher,

dass Ihr Rechner am Stromnetz hängt und

ins Internet kommt, da Kubuntu beim Aktualisieren

Daten aus dem Internet lädt.

Öffnen Sie dann das K-Menü, geben Sie

als Suchbegriff muon ein und rufen Sie

den Treffer Muon-Aktualisierungsverwaltung

auf. Hier spielen Sie zunächst über

Aktualisierungen installieren und Eingabe

Ihres Passworts alle verfügbaren Updates

für Kubuntu 12.10 ein – das ist noch nicht

der Upgradeschritt, sondern nur

eine Vorbereitung. Wenn diese

Arbeit abgeschlossen ist (und

das Programm anzeigt, dass alle

Pakete aktuell sind), starten Sie

den Rechner neu und rufen ein

zweites Mal die Aktualisierungsverwaltung

auf. Oben sehen Sie

im Programmfenster den Hinweis

Eine neue Version von Kubuntu

ist verfügbar. Klicken Sie

rechts davon auf die Schaltfläche

Aktualisieren. Nach Eingabe

des Passworts beginnt der Upgradeprozess

(Abbildung 1), der

abhängig von der Internetanbindung

relativ viel Zeit benötigt.

Abb. 1: Verwenden Sie schon Kubuntu 12.10, können

Sie über Muon auf Version 13.04 umsteigen.

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EasyLinux 03/2013


Heft-DVD: Kubuntu 13.04

Aktuell

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Der Download ist vor allem dann nötig,

wenn Sie eine 32-Bit-Version von Kubuntu

benötigen: Die Heft-DVD setzt

eine 64-Bit-CPU voraus.

Sie installieren die ISO-Datei auf einen

USB-Stick oder schreiben das Image auf

eine DVD.

Wollen Sie Kubuntu neben Windows

installieren, booten Sie Windows und

bereiten eine Partition für Kubuntu vor.

Dieser Schritt fällt weg, wenn Ihr Rechner

bereits eine freie Partition hat oder

Sie Kubuntu als einziges Betriebssystem

installieren wollen.

Sie booten den Kubuntu-Live-Desktop

von der DVD oder dem USB-Stick und

testen ihn zunächst, ohne etwas am

vorhandenen System zu verändern.

Gefällt Ihnen der Desktop, installieren

Sie Kubuntu über einen Doppelklick

auf das Installationssymbol auf dem

Desktop. Ein grafischer Installer begleitet

Sie dann durch den Prozess, am

Ende starten Sie den Rechner neu.

Hardware

Wir empfehlen Kubuntu für Systeme ab

1 GByte RAM, und Sie sollten mindestens

8 GByte Speicherplatz einkalkulieren,

denn Sie wollen ja auch mit dem System

arbeiten und regelmäßig Updates und verschiedene

Software installieren.

Nutzen Sie einen älteren Rechner, sollten

Sie sich Lubuntu 13.04 anschauen, das

beim Installieren fast genau dieselben

Schritte erfordert wie Kubuntu 13.04, aber

auch auf wesentlich schwachbrüstigeren

Rechnern gut läuft. Für moderne Maschinen

ist aber KDE die erste Wahl: Es bringt

den hübscheren Desktop sowie zahlreiche

nette und praktische Spielereien mit.

Schritte 1 und 2: Image-Frage

Das 928 MByte große Kubuntu-Image (für

64-Bit-CPUs) enthält alle Pakete sowie die

Installationsroutine. Im Image verpackt

schlummert unter anderem das Dateisystem,

das der Installer dann auf eine leere

Partition entpackt.

Da das aktuelle Kubuntu-Image nicht mehr

auf eine CD passt, Sie allerdings ein Installationsmedium

benötigen, bleiben als die

zwei naheliegenden Alternativen DVDs

und USB-Sticks übrig. Hat Ihr Rechner ein

DVD-Laufwerk, können Sie Kubuntu 13.04

von unserer Heft-DVD installieren. Bei einigen

älteren Rechnern ist das sogar ein

Muss, da diese nicht von USB-Sticks booten

– das können Sie im BIOS überprüfen.

Abb. 2: Unter Windows brennen Sie ein

ISO-Image direkt aus dem Explorer heraus

auf eine DVD.

Abb. 3: Das Windows-Programm LiLi

sieht schräg aus, erweist sich aber als

praktisch, um ISO-Dateien auf USB-

Sticks zu spielen.

Wir beschreiben zunächst die Medienerstellung

für Windows-7-Nutzer.

Wollen oder können Sie die Heft-DVD

nicht nutzen, laden Sie ein ISO-Image

vom Kubuntu-Server [2] herunter. Um es

auf eine DVD zu schreiben, rufen Sie den

Windows Explorer auf und navigieren in

den Ordner mit der Abbilddatei. Klicken

Sie diese mit der rechten Maustaste an

und wählen Sie Datenträgerabbild brennen,

wobei Sie zuvor eine beschreibbare

DVD in den DVD-Brenner legen sollten.

Ein Fenster (Abbildung 2) zeigt nun den

vermeintlichen DVD-Brenner in einem

Aufklappmenü an, den Sie auswechseln,

falls es sich um das falsche Laufwerk handelt.

Über einen Klick auf Brennen starten

Sie den kompletten Vorgang, per Kreuzchen

können Sie zudem den Datenträger

nach dem Brennen überprüfen. Wenn Sie

bereits mit Linux arbeiten, können Sie

auch dort das Image auf eine DVD brennen

(siehe nächster Abschnitt).

Wollen Sie Kubuntu hingegen auf einen

USB-Stick spielen, laden Sie unter Windows

den Linux Live USB Creator (LiLi)

herunter [3]. Sie stecken einen USB-Stick

an den Rechner, der mindestens 4 GByte

Speicherplatz mitbringt, und klicken dann

doppelt auf die exe-Datei von LiLi. Wählen

Sie eine passende Sprache und installieren

Sie das Programm. Nach dem Start

stoßen Sie auf eine halbtransparente

Oberfläche (Abbildung 3): Ganz oben

(Schritt 1) wählen Sie den USB-Stick aus,

in Schritt 2 das ISO-Image von Kubuntu,

in Schritt 3 lassen Sie noch etwas Speicherplatz

für das Live-System (was bei

der Kubuntu-Installation aber nicht funktionierte).

Wählen Sie in Schritt 4 die

Möglichkeit, den Stick mit FAT32 zu formatieren,

löscht das die Daten auf dem

Stick, macht diesen aber auch für Windows-Rechner

beschreibbar. Ein Klick auf

den Blitz startet den Schreibvorgang.

ISO-Datei unter Kubuntu

Nutzen Sie bereits Kubuntu oder Ubuntu

12.10, rufen Sie das Programm Startmedienersteller

auf, das ähnlich wie LiLi

funktioniert: Im oberen Bereich suchen

Sie das ISO-Image aus, im unteren formatieren

Sie den Datenträger, was alle vorherigen

Daten vom USB-Stick löscht. Über

Startmedium erstellen schreiben Sie das

Abbild auf den USB-Stick.

Um unter Kubuntu eine DVD zu beschreiben,

verwenden Sie hingegen das vorinstallierte

Brennprogramm K3b. Sie legen

eine leere DVD in das Laufwerk, halten

das ISO-Image bereit und starten den

Brennvorgang dann über Extras / ISO-Abbild

brennen – der restliche Ablauf ist

selbsterklärend. Egal, ob Sie Kubuntu,

Windows oder ein anderes Betriebssystem

verwenden: Am Ende sollte sich ein bootbares

Image von Kubuntu 13.04 auf Ihrem

USB-Stick oder auf der DVD befinden. Damit

haben Sie bereits die ersten zwei der

insgesamt fünf Schritte bewältigt.

Schritt 3: Windows neben Kubuntu

Schritt Nummer 3 muss Sie nur dann interessieren,

wenn Sie Kubuntu neben einem

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03/2013

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Aktuell

Heft-DVD: Kubuntu 13.04

Abb. 4: Die Windows-Partition verkleinern

Sie aus Windows heraus. Dabei hilft

das Programm „Festplattenpartitionen

erstellen und partitionieren“.

vorhandenen Windows-System installieren

wollen – das zeigen wir wieder am

Beispiel von Windows 7. Sie brauchen

den Schritt nicht zu gehen, wenn Sie

l Kubuntu 13.04 komplett auf eine (leere

oder volle) Festplatte installieren

möchten,

l bereits über eine vorhandene, leere

Partition verfügen,

l Windows gerade frisch installiert haben

oder

l Kubuntu nur testen wollen, ohne es zu

installieren

Wir raten davon ab, Kubuntu vor Windows

zu installieren, da es schwierig ist,

Windows nachträglich auf die Festplatte

zu hieven. Einen Artikel zur Parallelinstallation

von Windows und zwei Linux-

Distributionen (z. B. Kubuntu und Open-

Suse) finden Sie in der Ausgabe 04/​2012

[4], und spezielle Installationshinweise zu

UEFI-Rechnern mit Windows 8 haben wir

im letzten Heft vorgestellt [5].

Da Windows seine Dateien gern über die

gesamte Festplatte verteilt, booten Sie es

und fragmentieren es zunächst. Dieser

Vorgang versammelt zerstreute

Dateifragmente in

einem zusammenhängenden

Bereich und erlaubt es

Ihnen, einen Teil der Windows-Platte

für andere

Zwecke zu nutzen. Sie defragmentieren

Windows 7,

indem Sie das Startmenü

aufrufen, in die Zeile Programme/​Dateien

durchsuchen

den Begriff defrag eingeben

und dann auf Defragmentierung

klicken. Unter

Windows XP und Vista

funktioniert das analog

oder indem Sie im Startmenü

Start / Alle Programme

/ Zubehör / Systemprogramme /

Defragmentierung wählen. Nach diesem

Vorgang, der oft eine Weile dauert, startet

beim Hochfahren von Windows das Programm

Chkdsk („check disk“). Das überprüft

die Partition aufgrund der Verkleinerung

routinemäßig auf Schäden und bootet

den Rechner dann neu – erst jetzt fährt

Windows wie gewohnt hoch.

Den freigeschaufelten Platz verwandeln

Sie nun in eine eigene Partition. Wieder

auf dem Desktop gelandet, geben Sie dazu

in die untere Zeile des Startmenüs fest ein

und klicken auf den Eintrag Festplattenpartitionen

erstellen und partitionieren.

Alternativ rufen Sie im Startmenü Systemsteuerung

/ System und Wartung / Verwaltung

/ Festplattenpartitionen erstellen

und formatieren auf.

Markieren Sie im unteren Bereich die

Windows-Partition, die Sie defragmentiert

haben und nun verkleinern wollen. Klicken

Sie mit der rechten Maustaste darauf

Abb. 6: Über „Start Kubuntu“ im Bootmenü gelangen Sie zu diesem Fenster, in dem Sie

die Sprache auswählen und probeweise den KDE-Desktop im Live-Modus starten.

Abb. 5: Bootet Ihr Rechner wie gewünscht von DVD

oder USB-Stick, sollte dieses Bootmenü erscheinen –

oder Kubuntu direkt booten.

und wählen Sie den Punkt Volume verkleinern

aus dem Kontextmenü. Passen Sie

den Wert in der Zeile Zu verkleinernder

Speicherplatz in Megabyte an Ihre Bedürfnisse

an und wählen Sie dann Verkleinern

(Abbildung 4). Anschließend booten Sie

Windows neu, was wieder Chkdsk auf

den Plan ruft.

Schritt 4: Test mit Live-System

Vor der Kubuntu-Installation ist es sinnvoll,

die Linux-Version als Live-System zu

testen: Sie erkennen dann, ob Kubuntu

Ihre Hardware komplett unterstützt; achten

Sie hier u. a. auf die Grafikdarstellung

und den Internetzugang, etwa via WLAN.

Kubuntu schreibt beim Start als Live-System

keine Daten auf die Festplatte, weshalb

Ihr Rechner nach dem Ausschalten

so funktioniert wie zuvor.

Um den Live-Modus zu starten, legen Sie

die DVD ein oder stecken den USB-Stick

an einen passenden Port. Dann schalten

Sie den Rechner ein und warten, ob das

Bootmenü von Kubuntu erscheint (Abbildung

5) – im Test erschien es nur, wenn

wir beim Booten [Esc] gedrückt hielten;

andernfalls bootete Kubuntu direkt von

der DVD, was auch in Ordnung ist.

Startet trotz Kubuntu-DVD oder ‐Stick direkt

das auf Platte installierte Windows,

müssen Sie im BIOS (oder in den UEFI-

Einstellungen) die Bootreihenfolge korrigieren.

Dazu drücken Sie direkt nach

dem Einschalten des Rechners einmal

oder mehrmals eine spezielle Taste –

häufig [Esc], [Entf], [F2], [F9] oder [F12].

Hilft das nicht weiter, blättern Sie im

Handbuch zum Rechner nach oder suchen

online nach einem PDF-Handbuch,

das zu Ihrem PC passt.

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EasyLinux 03/2013


Heft-DVD: Kubuntu 13.04

Aktuell

Einmal im BIOS oder UEFI-Setup, suchen

Sie nach den Optionen, über die Sie die

Reihenfolge der Bootmedien ändern.

Meist zeigt das BIOS auch die Tasten an,

über die Sie Optionen auswählen und verändern.

Stoßen Sie auf die Liste der Bootmedien,

schieben Sie das DVD-Laufwerk

oder den USB-Stick an die oberste Stelle

und verlassen das BIOS, wobei Sie die

Einstellungen speichern.

Im Bootmenü warten nun mehrere Optionen

auf Sie: Üblicherweise wählen Sie

Start Kubuntu, um die Distribution erstmal

zu testen, bevor Sie zur Installation

schreiten. In diesem Fall landen Sie bei

einer Abfrage (Abbildung 6), über die

Sie die Sprache Deutsch für Kubuntu einstellen,

um die Distribution dann auszuprobieren

oder zu installieren. Wählen

Sie Ersteres, landen Sie auf dem KDE-

Desktop und haben nun die Möglichkeit,

sich diesen in aller Ruhe anzuschauen

Abb. 8: Beim Anlegen einer neuen Partition

wählen Sie Größe, Dateisystem und

Mount Point aus.

und seine Features zu testen. Beachten

Sie, dass KDE im Live-Modus träger reagiert

als die installierte Version. Gefällt

Ihnen, was Sie sehen, stellen Sie per Kabel

oder WLAN eine Internetverbindung

her und installieren Kubuntu 13.04 über

einen Mausklick auf das Desktop-Icon Install

Kubuntu 13.04.

Abb. 9: Nach dem Partitionieren hat die Platte drei neue Linux-Partitionen.

Abb. 7: Kubuntus Installer bemerkt zwar die freie Partition, kommt aber nicht auf die

Idee, das Linux-System dort zu installieren. Also greifen Sie selbst ein.

Schritt 5: Finale

Der grafische Installer lässt Sie erst eine

Sprache auswählen und prüft im nächsten

Schritt, ob Ihr Rechner am Internet hängt,

mit Strom versorgt wird und genügend

freien Platz für die Installation mitbringt.

Zusätzlich können Sie noch zwei Kreuzchen

bei Software von Drittanbietern installieren

und Aktualisierungen während

der Installation herunterladen setzen. Ersteres

sorgt dafür, dass Kubuntu auch einige

grundlegende Multimedia-Codecs installiert,

die es Ihnen erlauben, Filme zu

schauen (auch im Flash-Format), MP3-

Dateien abzuspielen und Audio-CDs zu

brennen. Die zweite Option lädt während

der Installation automatisch die Updates

herunter, ohne sie aber zu installieren;

das legen Sie in einem Extraschritt fest.

Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass

Kubuntu während der Installation einen

Mix aus Deutsch und Englisch präsentiert.

Im Vergleich zur Version 12.10 sind hier

viele Dialoge nicht übersetzt worden, der

Desktop spricht aber Deutsch.

Es folgt der spannendste Teil der Installation

– das Partitionieren. Die angebotenen

LVM-Optionen können Sie ignorieren und

stoßen dann meist auf eines der folgenden

Szenarien:

l Läuft bereits ein Windows auf dem

Rechner, dessen Festplatte Sie – wie

im Abschnitt Schritt 3 – Windows neben

Kubuntu beschrieben – vorbereitet

haben, klicken Sie auf Manuell, um

Kubuntu 13.04 in die leere Partition zu

installieren.

l Haben Sie Windows noch nicht defragmentiert

und eine Partition freigeschaufelt,

schlägt der Installer lediglich

vor, Windows durch Kubuntu zu ersetzen.

Möchten Sie das nicht, müssen

Sie die Windows-Platte, wie in Schritt

3 beschrieben, vorbereiten.

l Läuft bereits ein anderes Linux-System

auf dem Gerät, möchte Kubuntu eher

etwas von dessen Ressourcen abknapsen

und schlägt vor, die Linux-Partition

zu verkleinern. Ein schwarzer

Schieberegler hilft Ihnen dabei, das zu

erledigen.

l Brauchen Sie hingegen kein weiteres

System auf der Festplatte, wählen Sie

die Option Geführt – vollständige Festplatte

verwenden und weisen Kubuntu

13.04 so den kompletten Platz zu; das

ist die einfachste Lösung.

Um Kubuntu neben ein präpariertes Windows

installieren, wählen Sie nun Manuell

und dann Weiter – leider kommt auch

der Installer von Kubuntu 13.04 noch

nicht auf die Idee, die freigeschaufelte

Partition für eine Installation vorzuschlagen.

Im neuen Fenster taucht nun neben

ein oder zwei Windows-Partitionen auch

der freie Speicherplatz auf, den Sie nutzen

wollen (Abbildung 7). Klicken Sie auf

diesen, erscheint ein kleines Fenster, über

das Sie einstellen, wie Sie die Partition

einteilen wollen (siehe Kasten Festplattenschemata).

Sie brauchen mindestens eine Root-Partition

(Mount Point ist /), auf der Kubuntu

sämtliche Verzeichnisse, Programme, Bibliotheken

und Logdateien ablädt. Wir

spendieren dieser Partition im Beispiel

4 000 MByte (Abbildung 8), verwenden

Ext4 als Dateisystem (Use as Ext4-Journaling-Dateisystem)

und setzen den Mount

Point auf das oberste Wurzelverzeichnis

(/). Ein Klick auf OK richtet die Partition

ein. Auf den Swap-Bereich und die separate

Home-Partition können Sie im Prinzip

auch verzichten – beide bringen jedoch

Vorteile mit (Abbildung 9). Läuft

der Arbeitsspeicher über, springt die

Swap-Partition in die Bresche – was das

System jedoch langsamer macht. Um sie

einzurichten, legen Sie über Add im Freien

Speicherplatz eine neue Partition an und

weisen bei New partition size Platz von

der Größe Ihres Arbeitsspeichers zu. Als

Dateisystem (Use as) suchen Sie Auslagerungsspeicher

(Swap) aus.

Die Home-Partition hängt Kubuntu nach

dem Start in das Verzeichnis /home ein.

EasyLinux

03/2013

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Aktuell

Heft-DVD: Kubuntu 13.04

Abb. 10: Nach der erfolgreichen Installation von Kubuntu 13.04

neben Windows sollte der Bootloader beide Systeme anzeigen.

Abb. 11: Über die Aktualisierungsverwaltung können Sie Ihr Kubuntu-System

immer aktuell halten.

Sie enthält die Nutzerdaten sämtlicher

Anwender (meist gibt es ja nur einen Benutzer),

etwa Musik, Filme, Fotos und

Dokumente. Der Vorteil: Wechseln Sie

einmal das Linux-System oder fährt Linux

nicht mehr hoch, installieren Sie

eine neue Linux-Version in die Root-Partition

(/) und hängen dann die alte

Home-Partition in das neue Verzeichnis

/home ein – mitsamt allen bisherigen Benutzerdaten.

Wählen Sie für das Verzeichnis einfach

den restlichen Speicherplatz, als Dateisystem

das Ext4-Journaling-Dateisystem und

als Mount Point tragen Sie /home ein.

Nach einem Klick auf OK kontrollieren Sie

Ihre getroffenen Entscheidungen noch

einmal und schauen im unteren Bereich,

ob Kubuntus Installer den Bootloader für

Festplattenschemata

Linux benennt Festplatten nach einem

festen Schema: /dev/​sda adressiert

die erste erkannte Festplatte, /dev/​

sda1 bis /dev/​sda4 bei „klassischen“

Partitionstabellen die vier primären

Partitionen darauf. Bei /dev/​sda5 handelt

es sich um die erste logische Partition,

die sich innerhalb einer erweiterten

Partition befindet. Windows belegt

meist die erste und zweite primäre Partition,

also /dev/​sda1 und /dev/​sda2.

Stecken Sie nun einen USB-Stick oder

eine externe Festplatte in den USB-

Slot, erhalten diese Geräte die Bezeichnung

/dev/​sdb; ansonsten folgt alles

dem obigen Schema. Über den Kommandozeilenbefehl

sudo fdisk ‐l erhalten

Sie eine Übersicht der verfügbaren

beide Systeme auf die richtige Festplatte

schreiben will – meist /dev/​sda, aber es

gibt ja Ausnahmen. Über Jetzt installieren

beginnen Sie mit der Installation.

Während der Installer nun im Hintergrund

beginnt, das Kubuntu-System zu

installieren, möchte er noch ein paar Sachen

von Ihnen wissen. Sie geben die

Zeitzone und Region an, in der Sie leben,

wählen das deutsche Tastaturlayout

aus und geben dann Informationen zu

einem Benutzer an, den Kubuntu als

Standardanwender einrichtet. Um die Sicherheit

für Ihr System zu erhöhen, können

Sie das Home-Verzeichnis verschlüsseln

(Meine persönlichen Dateien verschlüsseln).

Melden Sie sich dann von

einer Desktopsitzung ab, können unbefugte

Dritte nicht auf die Daten in Ihrem

Festplatten und USB-Speicher sowie

der darauf befindlichen Partitionen und

Dateisysteme.

UEFI-Rechner verwenden ein alternatives,

GPT (GUID Partition Table) genanntes

Partitionierungsschema, bei dem es

keiner erweiterten und logischen Partitionen

gibt. Dort wird einfach durchnummeriert

(sda1, sda2 usw.). Um die Partitionstabelle

der Platte sda anzuzeigen,

verwenden Sie hier das Kommando

sudo gdisk ‐l /dev/sda.

Unabhängig von der Art der Partitionstabelle

funktioniert immer der Aufruf

cat /proc/partitions, der allerdings

eine weniger informative Ausgabe produziert.

Home-Verzeichnis zugreifen. Brauchen

Sie all das nicht, wählen Sie Automatische

Anmeldung.

Nun beginnt die Installation, die etwas

dauert und Sie mit einer Diashow erfreut,

in der Kubuntu die Highlights präsentiert.

Am Ende starten Sie den Rechner neu. Betreiben

Sie parallel ein Windows, sollte

das Bootmenü Einträge für beide Betriebssysteme

anzeigen (Abbildung 10), wobei

es Kubuntu seit langer Zeit unbeirrt als

Ubuntu bezeichnet.

Zeit für Updates

Landen Sie nun auf dem neuen Desktop,

empfehlen wir, zunächst alle Aktualisierungen

und Patches einzuspielen. Rufen

Sie dazu über Anwendungen / System /

Aktualisierungsverwaltung die Muon-Aktualisierungsverwaltung

auf, laden Sie die

Updates herunter und spielen Sie sie ein

(Abbildung 11). (hge)

n

Infos

[1] DistroWatch: http:// distrowatch. com/

(http:// ezlx. de/ d3o1)

[2] Kubuntu-Download:

http:// www. kubuntu. org/ getkubuntu

(http:// ezlx. de/ d3o2)

[3] LiLi für Windows: http:// www.​

linuxliveusb. com/ en/ download

(http:// ezlx. de/ d3o3)

[4] Parallelinstallation von Windows und 2x

Linux: Hans-Georg Eßer, „Multi-Boot“,

EasyLinux 04/​2012, S. 62 ff.

[5] Installation auf UEFI-PCs: Hans-Georg

Eßer, „Dual-Boot mit Windows 8“,

EasyLinux 02/​2013, S. 34 ff.

Software auf DVD: Kubuntu 13.04 (64 Bit)

30 www.easylinux.de

EasyLinux 03/2013


Aktuell

10 Jahre EasyLinux

DeVIce, Fotolia

EasyLinux feiert Jubiläum

Zehn Jahre EasyLinux

Hans-Georg Eßer

Mit Ausgabe 06/​2003 ging es los, damals noch im Monatsrhythmus. Das ist ein Grund zu feiern,

und auch ein Grund zurückzublicken. Was hat sich in den letzten zehn Jahren geändert,

was ist geblieben? Begleiten Sie uns auf einer kleinen Zeitreise!

Man merkt ja gar nicht, wie die

Zeit vergeht – diesen klassischen

Satz haben Sie bestimmt

schon oft gehört, und so abgedroschen er

auch klingt: Er stimmt. Vor einigen Monaten

ist mir aufgefallen, dass EasyLinux im

Juni zehn Jahre alt geworden ist. Zehn

Jahre, in denen mich das Heft begleitet

hat (oder ich das Heft), und ich möchte

die Gelegenheit nutzen, einmal persönlich

Bilanz über die vergangenen zehn Jahre

zu ziehen.

Die Planungen für EasyLinux hatten 2002

begonnen: Der Verlag hatte ja bereits

2000 als Ergänzung zum Linux-Magazin

die neue Zeitschrift LinuxUser auf den

Markt gebracht, und diese deckte alle

Anwenderthemen für Einsteiger und fortgeschrittene

Linux-Benutzer ab. Doch

wir hatten bemerkt, dass viele Leser mit

den Artikeln im LinuxUser nicht zurechtkamen,

weil dafür zu viel Vorwissen nötig

war. 2002 war zudem wieder eines

der Jahre, in denen es hieß: Jetzt macht

Linux auf dem Desktop den großen

Sprung. Also entwickelten wir ein neues

Konzept für eine Einsteigerzeitschrift.

Name: EasyLinux, Startauflage: 100 000

Exemplare, ein Monatsheft, das richtig

groß werden sollte.

Noch vor der Erstausgabe ging es mit zwei

Sonderheften los: den EasyLinux Starter

Kits 1 (Abbildung 1) und 2 mit aktuellen

Linux-Distributionen (Red Hat Linux 8.0

und SuSE Linux 8.1).

Abb. 1: Die erste Zeitschrift mit dem Namen

EasyLinux“ war das Starter Kit

Nummer 1 mit Red Hat Linux 8.0. Sie ist

Anfang 2003 erschienen.

Das Titelthema der Erstausgabe 06/​2003

hieß „Neue Linux-Software“, und es ging

in den Schwerpunktartikeln darum, wie

man Software installiert. Das Heft hatte

100 Seiten, keine Datenträger und kostete

nur 3,50 Euro – bei einer erwarteten großen

verkauften Auflage waren niedrige

Preise möglich. In der euphorischen Linux-Aufbruchstimmung

hatten wir den

Markt aber nicht richtig eingeschätzt, und

so blieben wir auf den meisten gedruckten

Heften sitzen.

Nach zwei Jahren stellten wir das Konzept

um: EasyLinux hatte jetzt eine Heft-

DVD und eine Heft-CD, mit Ausgabe

06/​2005 gab es also erstmals die bis heute

beibehaltenen Updates. Davor hatten wir

speziell für EasyLinux zusammengestellte

Pakete über den Downloadbereich unserer

Webseite angeboten; schauen Sie mal

rein [1], da finden Sie noch die alten

Downloads.

LaTeX

Kurz nach der Gründung von EasyLinux

hatten wir ein ehrgeiziges Projekt: Wir

wollten den Layoutprozess auf LaTeX [2]

umstellen. Wer LaTeX kennt, weiß, dass

dieses Programm zwar exzellent gesetzte

34 www.easylinux.de

EasyLinux 03/2013


10 Jahre EasyLinux Aktuell

Bücher erzeugen kann, aber kein Desktop-Publishing-Programm

ist; so kann es

z. B. keinen Text um frei geformte Objekte

umfließen lassen. (Wenn Sie LaTeX nicht

kennen: Die Aussprache ist „Latech“,

nicht „Latex“, denn der letzte Buchstabe

ist ein griechisches Chi und kein X.)

Unsere Idee war, mit einem reduzierten

Layout, das nur wenige Anordnungen von

Bildern auf den Seiten zulässt, den kompletten

Herstellungsprozess mit freier

Software zu erledigen – denn klassisch

verwenden alle Zeitschriften eines der

zwei großen kommerziellen Programme

Adobe InDesign oder QuarkXPress.

Ansatzweise hat das auch funktioniert;

ein LaTeX-Entwickler hatte uns eine hübsche

Dokumentvorlage gebastelt, die Seiten

in einem ähnlichen Layout erzeugte,

wie wir es 2003 im Heft verwendeten (Abbildung

2). Aber bei Software-Entwicklungsprojekten

gilt der Satz: „Für die letzten

10 % braucht man 90 % der Entwicklungszeit.“

Und so wurde die Arbeit leider

nie fertig, obwohl mir persönlich das Projekt

sehr am Herzen lag: Mit inzwischen

20 Jahren LaTeX-Erfahrung wusste ich

schon damals, dass LaTeX wunderschönen

Schriftsatz beherrscht.

Außerdem hätten wir damit die technischen

Probleme lösen können, die Quark-

XPress und InDesign verursachen: Jede

neue Version verwendet ein Dateiformat,

das zu früheren Versionen inkompatibel

ist, so dass man schon nach ein paar Jahren

alte Artikel nicht mehr öffnen kann

(oder die alte Programmversion weiter

verwenden muss – so machen wir es),

während sich auch 20 oder 30 Jahre La-

TeX-Dateien problemlos mit aktuellen

Softwareversionen verarbeiten lassen.

Vom Monats- zum Quartalsheft

Zu Ausgabe 08/​2006 haben wir die Häufigkeit

geändert, mit der EasyLinux erscheint:

Seitdem gibt es nur noch alle drei

Monate eine neue Ausgabe. Dieser Schritt

war nötig, weil sich für das Monatsheft

am Kiosk nicht mehr genug Käufer fanden,

und in vielen Verlagen betrachtet

man eine solche Reduzierung der Hefte

pro Jahr als Anfang vom Ende. Aber seit

der Umstellung sind fast sieben Jahre vergangen,

und ein Ende von EasyLinux ist

zum Glück nicht in Sicht (Abbildung 3).

Mit der Umstellung war auch der Abschied

von einem veralteten Datenträger

Abb. 3: Die EasyLinux-Jahrgänge 2003 bis 2012 passen in sechs Stehsammler.

Abb. 2: Unser LaTeX-Projekt war schon recht weit fortgeschritten: Rechts die Eingabedatei

im LaTeX-Format, links die damit erzeugte PDF-Datei. Das damalige EasyLinux-

Layout (siehe auch Abbildung 6) war schon recht gut umgesetzt.

verbunden: Bis Heft 07/​2006 lagen dem

Heft eine DVD und eine CD bei, im Quartalsheft

haben wir Ihnen stattdessen immer

zwei DVDs angeboten, denn die Zahl

der Leser, die kein DVD-Laufwerk hatten,

war ausreichend gesunken.

Der nächste Schritt bei den Datenträgern

dürfte die Einführung einer Heft-Blu-ray-

Disk sein, aber im Moment ist das noch

nicht interessant: Die meisten Rechner

haben kein Blu-ray-Laufwerk, und die

Kosten für die Produktion einer Blu-ray-

Disk sind noch viel zu hoch. Aber das galt

anfangs genauso für DVDs.

Was ist eine Diskette?

2003 hatten PCs ein Diskettenlaufwerk,

Punkt. Heute gucken junge Informatikstudenten

mich schräg an, wenn ich in einer

Vorlesung von Disketten erzähle. DVD-

Laufwerke waren hingegen 2003 noch rar,

und wurden – wenn überhaupt – nur als

Leselaufwerk eingebaut: Viele PCs hatten

einen CD-Brenner und ein rein lesendes

DVD-Laufwerk. Heute ist der DVD-Brenner

Standard.

Mit dem Wegfall der Diskettenlaufwerke

ist auch eine spezielle Sorte von Linux-

Versionen verschwunden: Es gibt die kleinen

Rettungsdisketten mit einem minimalen

Linux-System und den allernötigsten

Reparaturtools nicht mehr, denn man

kann ja problemlos von CD/​DVD oder

USB-Stick booten und auch gleich noch

eine grafische Oberfläche integrieren. Das

ist sicher komfortabler als früher, aber es

ist auch schade, dass sich niemand mehr

die Mühe macht, ein funktionierendes

EasyLinux

03/2013

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Aktuell

10 Jahre EasyLinux

System so zusammenzuschrumpfen, dass

es auf ein oder zwei Disketten passt. Ein

Klassiker aus der Jahrtausendwende war

Tom’s Root Boot Disk, und deren letzte

Überarbeitung (Version 2.0.103) war im

Mai 2002 erschienen [3,4].

Short-URLs

Mit Ausgabe 04/​2010 haben wir einen eigenen

Short-URL-Service gestartet – damit

Sie mehrzeilige Monster-Webadressen

nicht von Hand abtippen müssen, basteln

wir zu jeder Adresse ergänzend eine

Short-URL in der Form ezlx.de/​d3s1, und

alle URLs einer EasyLinux-Ausgabe erreichen

Sie noch kürzer unter ezlx.de/​d3 (für

dieses Heft). Zuständig für die Erzeugung

der Short-URLs ist das kleine, selbst entwickelte

Python-Programm mySSUS [5],

das Sie auch selbst verwenden dürfen,

wenn Sie es brauchen können. Überhaupt

gibt es in der Redaktion viel selbst geschriebenen

Code, und ein Großteil davon

ist schon zehn Jahre oder länger im Einsatz.

Einen Überblick gibt der Kasten Unser

Code – damals wie heute.

Von ISDN zu DSL

Internet über ISDN war 2003 ein wichtiges

Thema, denn entweder klappte die

Einrichtung der Internetverbindung über

ISDN direkt und problemlos, oder sie war

dank inkompatibler Hardware umöglich

zu bewerkstelligen. Ein Artikel aus dem

2003 erschienenen Starter Kit 3 empfahl

dazu: „Nehmen Sie eine PCI-Steckkarte,

Unser Code – damals wie heute

Die Redaktionen von EasyLinux und unseren

Schwesterzeitschriften (u. a. Linux-

User und Linux-Magazin) setzen viel selbst

entwickelte Software ein, was den Produktionsprozess

in unserem Verlag einzigartig

macht. Ein paar Beispiele:

Satzfertig bzw. kurz sf heißt ein Programm,

das EasyLinux seit Heft 08/​2003

verwendet, das bei den Kollegen vom Linux-Magazin

aber schon Mitte 2001 im

Einsatz war. Es ist ein Perl-Skript, das

Textdateien (unsere Artikel) mit einfachen

Auszeichnungen wie kursiv und

fett oder @ZT:Zwischentitel und

@L:Lauftext in zwei Formate konvertieren

kann: in eine Eingabedatei für das Layout

und eine HTML-Datei, welche später auf

der Archiv-DVD landet. Daneben erzeugt

es noch Statistiken, warnt bei Auszeichnungs-

und sogar Stilfehlern, konvertiert

zum Artikel gehörende Bilder und hat noch

Abb. 4: Satzfertig („sf“) hat viele Features

und muss sich damit nicht vor ausgewachsenen

Unix-Tools verstecken.

Abb. 5: Die Oberfläche von Xfig ist ein

wenig angestaubt, aber gelernt ist

eben gelernt.

allerlei weitere Features, die wir meist

nicht verwenden. Die Hilfeseite zu sf sehen

Sie in Abbildung 4.

Das Zope: Der Name ist eigentlich Unsinn;

Zope [6] ist ein Content Management System,

und unser hausinternes und selbst

entwickeltes Redaktionssystem basiert

auf Zope. Darum hat sich irgendwie der

Name „Das Zope“ eingebürgert. Redakteure

fragen einander: „Hast Du das im

Zope eingetragen?“ Und jeder weiß, was

gemeint ist. Vermutlich liegt es daran, dass

man deutlich schneller „Zope“ als „Redaktionssystem“

sagen kann. Dieser Artikel

hat im Zope übrigens die Artikel-ID 29788.

Merken Sie sich die Zahl: In Ausgabe 03/​

2023 werden wir sie abfragen.

abr steht für Abrechnung und ist eine Mischung

von Python- und Shell-Skripten,

die über den Webserver auf unsere Artikel-

und Autorendatenbank zugreifen.

Wenn ein neues Heft erschienen ist, benutzen

wir dieses Tool, um damit die Autorenabrechnungen

zu erzeugen – es liest

aus dem Zope (siehe oben) die Metadaten

der Artikel, berechnet Honorarsummen

und erstellt eine LaTeX-Datei. LaTeX

[2] ist ein beliebtes Textsatzsystem, und

es generiert aus der LaTeX-Datei schließlich

eine PDF-Datei mit individuellen Anschreiben

für jeden Autor, die ausgedruckt,

unterschrieben und in die Buchhaltung

geschickt wird. Das ist also eine Art

Serienbrief, nur komplett automatisch.

Am Ende jeder EasyLinux-Produktion gebe

ich ein Kommando der Form abr EL 2013

03 ein und drucke die PDF-Datei, die dabei

entsteht – fertig. abr ist seit 2001 im

Einsatz.

mySSUS, kurz für „my Simple Short URL

Service“ [5], besteht aus zwei Teilen: Ein

Skript mkshurl.py („make short URL“)

sucht alle URLs in einem Artikel und ergänzt

diese um eine Kurz-URL der Form

ezlx.de/​d3s1; in d3s1 steht d für 2013, 3

für Heft 03, s für den Artikel mit der „Nummer“

s und 1 für den ersten Link in diesem

Artikel. Das Skript erzeugt außerdem

eine Zuordnungstabelle. Nach Ende der

Produktion kopieren wir die Tabellen mit

einem einfachen cat-Kommando in eine

Datei und laden diese auf den Webserver

hoch. Dort liegt der zweite Teil von myS-

SUS, ein kleiner Webserver, der auf Basis

der vom Besucher verwendeten Kurz-URL

die richtige Zuordnungstabelle findet und

dann zur gewünschten Webadresse weiterleitet.

Das Tool nutzt im Verlag nur

EasyLinux, und zwar seit 2010.

Kein eigenes Tool, aber ein Klassiker im

EasyLinux-Redaktionsprozess ist Xfig [7]:

Mit dem Tool erstellen wir den Seitenplan

seit 2003, und davor beim LinuxUser, seit

2000. Die Oberfläche von Xfig und den

aktuellen Seitenplan sehen Sie in Abbildung

5. Das Programm ist nicht bei allen

Kollegen gern gesehen.

Manche Eigenentwicklung ist mit den Jahren

irrelevant geworden, aber die hier genannten

Programme (außer mySSUS) begleiten

EasyLinux seit den Anfängen der

Zeitschrift; über die Jahre sind die Tools

gewachsen und an veränderte Bedingungen

angepasst worden.

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EasyLinux 03/2013


10 Jahre EasyLinux Aktuell

wenn Sie den Zugang über ISDN problemlos

einrichten möchten. Diese stellen Interrupt-

und E/​A-Adressen selbständig

ein, so dass Sie weder in die Dokumentation

schauen noch den Rechner aufschrauben

müssen, um die Werte von der

Platine abzulesen, wie es bei älteren ISA-

Karten oft der Fall ist.“ (Abbildung 6).

Die zunehmende Verbreitung von DSL

(und der damit verbundene Rückgang von

ISDN) war eine frohe Botschaft für Easy-

Linux-Leser und ‐Redakteure, denn DSL-

(und auch Kabel-Internet-)Anbieter stellen

ihren Kunden in der Regel einen Router

zur Verfügung, der die Einwahl übernimmt

und dann über WLAN oder mit einem

Netzwerkkabel Zugriff erlaubt.

Probleme, ins Netz zu gehen, gibt es heute

immer noch: Nicht jeder WLAN- oder

UMTS-Stick ist Linux-kompatibel, und für

manche in Notebooks verbauten WLAN-

Chips benötigt man eine Firmware-Datei,

die erst mühsam aus dem Windows-Treiber

herauszuoperieren ist. Insgesamt ist

der Anschluss ans Netz in den letzten

zehn Jahren aber stressfreier geworden.

Pakete aus Repositories

Den vielleicht größten Schub Richtung Einsteigerfreundlichkeit

hat Linux durch die

Einführung von Software-Repositories und

Paketverwaltungstools mit automatischer

Auflösung von Abhängigkeiten in allen

Abb. 7: Treffer bei Rpmseek.com: Die Suche

nach dem Paket „d4x“ lieferte 2003

viele Treffer, darunter auch Pakete für

Suse und Mandrake Linux.

Abb. 6: Ein Artikel aus dem Starter Kit 3 erklärt, wie man via ISDN ins Internet kommt.

wichtigen Distributionen gemacht. Das gab

es zwar schon früher, aber nur für Debian

und die für Einsteiger damals empfohlenen

Linuxe waren alle RPM-basiert.

In Ausgabe 05/​2006 haben wir in Easy-

Linux erstmals Repository-basierte Tools

vorgestellt, die mit RPM-Paketen arbeiteten

[8] – das waren apt4rpm (für Suse Linux)

und urpmi (für Mandrake Linux).

Bis dahin hieß es immer: „Wo finde ich

das Paket?“ Und darum gab es in der Startausgabe

06/​2003 einen Artikel, der verschiedene

RPM-Suchmaschinen vorstellte

[9]: Auf Seiten wie Rpmseek.com, Rpmfind.net

und Freshrpms.net konnte man

Paket- oder Dateinamen eingeben und erhielt

dann eine Liste mit Downloadquellen

dieser Pakete oder Dateien für verschiedene

Distributionsversionen (Abbildung

7). Diese Suchmaschinen sind teilweise

auch heute noch in Betrieb, werden

aber dank vieler gut gepflegter Repositories

im Normalfall nicht benötigt.

Gestern, heute, morgen

Wenn Sie noch mehr Zeit mit Erinnerungen

an alte Linux-Zeiten verbringen möchten,

lade ich Sie dazu ein, sich die 52 Minuten

lange Aufzeichnung meiner Keynote auf

dem Augsburger Linux-Infotag vom März

dieses Jahres anzusehen [10], darin blicke

ich noch in die Zeit vor 2003 zurück.

Was werden uns die nächsten zehn Jahre

bringen? Praktisch alle Prognosen, die es

in den letzten Jahren über die Entwicklung

von Linux gab, lagen daneben. Darum

möchte ich den Rückblick ausnahmsweise

mit einem Satz beenden, der ansonsten

in EasyLinux-Artikeln strikt verboten

ist, weil er eine grässliche und zu

oft verwendete Floskel ist: „Das bleibt abzuwarten.“

(hge)

n

Infos

[1] EasyLinux-Downloadbereich:

http:// easylinux. de/ Download

(http:// ezlx. de/ d3s7)

[2] LaTeX: http:// www. latex‐project. org/

(http:// ezlx. de/ d3s5)

[3] Tom’s Root Boot Disk (tomsrtbt): http://​

www. toms. net/ rb/ (http:// ezlx. de/ d3s1)

[4] tomsrtbt-Download: http:// www. ibiblio.​

org/ pub/ Linux/ system/ recovery/

(http:// ezlx. de/ d3s2)

[5] mySSUS: http:// hgesser. de/ software/​

myssus/ (http:// ezlx. de/ d3s3)

[6] Zope: http:// www. zope. org/

(http:// ezlx. de/ d3s4)

[7] Xfig: http:// de. wikipedia. org/ wiki/ Xfig

(http:// ezlx. de/ d3s6)

[8] Paketverwaltungsartikel: Marcel

Hilzinger, „Flinke Paketverwalter“,

EasyLinux 05/​2006, S. 54 ff.,

http:// www. easylinux. de/ 2006/ 05/​

052‐paket‐manager/ (http:// ezlx. de/ d3s9)

[9] Artikel zu RPM-Suchmaschinen: Hans-

Georg Eßer, „Software suchen und

finden“, EasyLinux 06/​2003, S. 14 ff.,

http:// www. easylinux. de/ 2003/ 06/​

014‐finden/ (http:// ezlx. de/ d3s10)

[10] Keynote Linux-Infotag 2013: Hans-Georg

Eßer, „Linux und Linux-Einsteiger“,

23.03.2013, http:// hgesser. de/ talks/​

luga2013. html (http:// ezlx. de/ d3s8)

EasyLinux

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Titel

Programmieren

lassedesignen, Fotolia

Programmieren für Einsteiger

PRINT "Hallo Welt"

Hans-Georg Eßer

Wenn Sie schon über 40 sind, haben

Sie vielleicht Ihre ersten

Computerschritte auf einem

Homecomputer wie dem populären Commodore

C64, einem Schneider CPC oder

einem Atari-Gerät gemacht. Was diese

Rechner von modernen PCs unterscheidet,

ist (neben der uralten Hardware mit

wenig Arbeitsspeicher und Kassettenoder

Diskettenlaufwerken statt Festplatten)

vor allem die fest integrierte Programmiersprache

BASIC [1]. Da man mit den

Homecomputern nicht viel anfangen

konnte, außer Spiele von Datenträgern

Programmierer haben Linux und die zahlreichen

Linux-Anwendungen entwickelt. Auch für Neulinge

auf diesem Gebiet bietet Linux zahlreiche Optionen –

wie Sie hier einen Einstieg finden können, verraten

die Artikel unserer aktuellen Titelstrecke.

nachzuladen, haben sich viele Besitzer

dieser Kisten auch an der Programmierung

in BASIC versucht. Gehören Sie zu

dieser Gruppe, dann sagen Ihnen vielleicht

die Zeilen

10 PRINT "Hallo Welt"

20 GOTO 10

auf Anhieb etwas: Sie stellen ein minimales

BASIC-Programm dar, das in einer

Endlosschleife immer wieder „Hallo Welt“

auf den Bildschirm schreibt, wenn man

diese Zeilen und dann den Befehl RUN

eingibt (Abbildung 1).

Sind Sie unter 35, ist es wahrscheinlicher,

dass Sie die ersten Erfahrungen bereits

mit einem PC gesammelt haben: mit

MS-DOS oder einer Windows-Version.

Auf diesen Rechnern wurde anfangs auch

noch ein BASIC-Interpreter mitgeliefert,

aber der Computer startete nicht im

BASIC-Modus.

Programmieren lernen

Mit unseren Schwerpunktartikeln wollen

wir ein wenig von der Begeisterung vermitteln,

die Sie empfinden können, wenn

Sie Programme nicht nur verwenden, sondern

selbst erstellen. Es gibt viele Gründe,

eigene Programme oder Skripte zu schreiben,

z. B. die Möglichkeit, regelmäßig wiederkehrende

Aufgaben damit zu automatisieren

und zu erleichtern, aber noch wichtiger

als den praktischen Nutzen finden

wir den Spaßfaktor: Programmieren hat

oft etwas von „Frickelei“, wenn das eigene

Programm nicht auf Anhieb tut, was es

soll, und wenn es schließlich doch gelingt,

verschafft das dem Entwickler ein Erfolgserlebnis

– wie bei Künstlern, die ein neues

Werk geschaffen haben. Nicht umsonst

heißt ein berühmtes Lehrbuch in der Informatik

„The Art of Computer Programming“

(„Die Kunst der Computerprogrammierung“)

[2] (Abbildung 2). Dessen Lektüre

würden wir zwar nur (angehenden)

Informatikern empfehlen, aber der Titel

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EasyLinux 03/2013


Programmieren

Titel

drückt schön aus, dass Programmieren

eine Kunstform

ist, die man kultivieren kann

und in der man sich durch regelmäßiges

Üben verbessert

und zum Meister wird.

Doch zunächst geht es an die

Grundlagen: Was bedeutet

Programmieren eigentlich? Die

Kernidee ist, dass ein Programm

dem Computer sagt,

was er tun soll. Als Programmierer

legen Sie das selbst fest.

Dabei können Sie sich Programme

wie Kochrezepte oder

auch die aus EasyLinux bekannten

Schritt-für-Schritt-Anleitungen

vorstellen: In der einfachsten

Form eines Programms legen Sie nur eine

Reihenfolge fest, in welcher der Computer

bestimmte Schritte bearbeiten soll. Etwas

komplizierter wird es, wenn Sie noch so

genannte Schleifen („tu dies solange, bis

ein bestimmtes Ziel erreicht ist“) und Fallunterscheidungen

(„wenn der Wert kleiner

als 100 ist, dann verdopple ihn – andernfalls

setze ihn auf 1“) einbauen: Damit

kann das Programm auf unterschiedliche

Situationen geeignet reagieren.

Die Prinzipien, die für das Programmieren

gelten, sind nicht sonderlich schwer zu

verstehen. Dass sich nicht jeder PC-Besitzer

damit beschäftigt, liegt unter anderem

daran, dass es zahlreiche komplett unterschiedliche

Programmiersprachen gibt: So

wie Sie Englisch und Französisch erst lernen

müssen, um mit einem Engländer

oder Franzosen zu sprechen, so müssen

Sie sich auch zunächst in den „Wortschatz“

und die „Grammatik“ einer Programmiersprache

einarbeiten, damit der

Computer versteht, was Sie von ihm wollen.

Bei ersten Versuchen zeigt sich dann

die recht begrenzte Intelligenz der Technik:

Schon leichte Fehler bei der Wortwahl

bemängelt das System als „Syntaxfehler“

und verweigert die Zusammenarbeit.

Es braucht also für die ersten Schritte

etwas mehr Sorgfalt als beim Englischoder

Französischsprechen, wo Ihr Gesprächspartner

mit Nachsicht reagiert,

wenn Sie ein unregelmäßiges Verb falsch

verwenden.

Abb. 1: Ein Programm auf dem C64 gibt fünfmal „HALLO EASY-

LINUX“ aus – das ist schon komplexer als das erste Beispiel.

Programmier-Grundlagen

Alle Programmiersprachen verwenden

spezielle Befehle, mit denen Sie festlegen,

was passieren soll. Im Beispiel am Anfang

des Artikels tauchten z. B. die BASIC-Befehle

PRINT und GOTO auf: Der PRINT-

Befehl sorgt dafür, dass der Rechner Text

ausgibt, und der GOTO-Befehl fordert

dazu auf, die Programmausführung an einer

anderen Stelle fortzusetzen – das ist

vergleichbar mit einer Aussage wie „Kehren

Sie zurück zu Schritt 3“ in einer längeren

Schritt-für-Schritt-Anleitung, bei der

einige Aufgabenteile mehrfach zu erledigen

sind.

Wenn Sie mehrere Befehle zu einem Programm

zusammensetzen, werden diese

später in derselben Reihenfolge ausgeführt,

in der sie im Programm erscheinen. Schreiben

Sie z. B.

PRINT "HALLO"

PRINT "WELT"

dann erzeugen Sie damit die Ausgabe

„HALLO WELT“ (und nicht etwa „WELT

HALLO“). Programmierer nennen so etwas

eine Sequenz (Abfolge, Reihenfolge).

Viele Shell-Skripte unter Linux

bestehen aus solchen

(einfachen) Sequenzen. Sie

bündeln also mehrere Befehle

in einem Skript und

ersparen dem Anwender

damit, die enthaltenen

Kommandos einzeln (nacheinander)

einzugeben.

Fallunterscheidung

Doch allein mit Sequenzen

ist nicht viel Land zu gewinnen.

Damit Programme

wirklich nützlich sind,

kommen weitere Elemente

ins Spiel, darunter die Fallunterscheidung

(Abbildung

3) und die Schleife.

Der folgende BASIC-ähnliche

Beispielcode sorgt dafür,

dass ein interaktives Programm

erst das Alter des Anwenders

abfragt und dann entscheidet,

ob es duzt oder siezt:

PRINT "Bitte Alter eingeben:"

INPUT alter

IF alter < 18 THEN

PRINT "Wie heißt Du?"

ELSE

PRINT "Wie heißen Sie?"

END IF

INPUT name

PRINT "Hallo ", name

Hier sind alter und name so

genannte Variablen: Das Wort

kommt von „variabel“ (veränderlich),

und Sie können solche Variablen in Programmen

benutzen, wenn Sie flexibel

mit unterschiedlichen Werten umgehen

wollen. Im Beispiel liest das Kommando

INPUT einen Wert über die Tastatur ein

und legt ihn dann in der angegebenen

Variable ab. Später greifen Sie durch

Nennen des Variablennamens erneut auf

den Inhalt zu.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in den

Befehlen IF (wenn, falls), THEN (dann)

und ELSE (andernfalls): Wenn das obige

Programm läuft und der Anwender die

Frage nach dem Alter mit einer Zahl beantwortet,

die kleiner als 18 ist, dann ist

der Test alter < 18 wahr, und das Programm

führt die Befehle aus, die zwischen

THEN und ELSE stehen. Wird hingegen

ein Wert eingegeben, der größer

oder gleich 18 ist, kommt stattdessen der

Block zwischen ELSE und END IF an die

Abb. 2: „The Art of Computer Programming“ ist ein

mehrbändiger Wälzer, den Donald E. Knuth als Lehrbuch

für Informatikstudenten geschrieben hat.

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Titel

Programmieren

Reihe. Entsprechend stellt das

Programm die Frage nach

dem Namen in der Du- oder

Sie-Form.

Diese Möglichkeit der Fallunterscheidung

bietet jede Programmiersprache,

nur sehen

die nötigen Befehle (hier IF,

THEN, ELSE und END IF) in

jeder Sprache ein wenig anders

aus. Das Prinzip müssen

Sie aber nur einmal verstehen,

dann können Sie es in

allen Programmiersprachen

nutzen, indem Sie einfach

nachschlagen, wie man dort

eine Fallunterscheidung formuliert.

Schleifen

Genauso läuft es mit den

Schleifen: Sie dienen dazu, bestimmte

Befehle mehrfach auszuführen

und mit dieser Wiederholung abzubrechen,

wenn ein bestimmer Zustand erreicht

wurde. Eine simple Passwortabfrage,

bei der das Programm erst weiterarbeitet,

wenn der Anwender das korrekte

Passwort eingegeben hat, könnte (wieder

im BASIC-Dialekt) wie folgt aussehen:

passwort = ""

WHILE passwort "secret"

PRINT "Bitte Passwort eingeben: "

INPUT passwort

END WHILE

PRINT "Korrektes Passwort, danke."

...

Hier steht für den Test auf Ungleichheit.

Der Code bewirkt, dass immer wieder

die Aufforderung „Bitte Passwort eingeben:“

erscheint und das Programm (mit

INPUT) Text einliest. Das geht solange

weiter, bis der Anwender das gesuchte

Passwort (secret)

X * X eingibt. Der zu wiederholende

Codeblock

steht zwi-

10 * 10 = 100

11 * 11 = 121 schen den Schlüsselworten

WHILE

12 * 12 = 144

13 * 13 = 169 (solange, inklusive

14 * 14 = 196 der zu testenden Bedingung)

und END

15 * 15 = 225

16 * 16 = 256 WHILE (Ende der

17 * 17 = 289 While-Schleife). Die

18 * 18 = 324 Schleife testet in

19 * 19 = 361 diesem Beispiel die

20 * 20 = 400 Bedingung immer

am Anfang; es gibt

lightwise, 123RF

Abb. 3: Bei einer Fallunterscheidung geht das Programm unterschiedliche

Wege – abhängig davon, ob eine bestimmte Bedingung

erfüllt ist oder nicht. Diese Bedingung legen Sie selbst fest.

aber auch Schleifen, die erst am Ende eines

Durchgangs testen (also die Befehle

im Inneren der Schleife mindestens einmal

ausführen). In BASIC sieht die alternative

Schleife wie folgt aus:

REPEAT

PRINT "Bitte Passwort eingeben: "

INPUT passwort

UNTIL passwort = "secret"

mit den Befehlen REPEAT (wiederhole)

und UNTIL (bis, solange bis) oder auch

DO

PRINT "Bitte Passwort eingeben: "

INPUT passwort

WHILE passwort "secret"

mit den Befehlen DO (tue das folgende)

und WHILE (solange). Egal, welche konkrete

Syntax nötig ist – Sie erkennen diese

zweite Variante einer Schleife daran, dass

der Test auf Wiederholung der Schleife

hier stets am Ende steht.

Ist Ihnen aufgefallen, dass das obere Beispiel

auf Gleichheit testet, während das

untere auf Ungleichheit testet? Wie in der

normalen Sprache gibt es auch beim Programmieren

oft mehrere Möglichkeiten,

um dieselbe Sache auszudrücken. Im

Deutschen entsprechen die beiden Beispielprogramme

den Sätzen „Frage das

Passwort ab, bis der Benutzer secret eingibt“

und „Frage das Passwort ab, solange

der Benutzer nicht secret eingibt“.

Schließlich gibt es in den meisten Sprachen

noch die so genannte Zählschleife:

Sie verwendet eine Variable, weist ihr

nacheinander mehrere Werte

zu und führt für jeden Wert

die Befehle im Inneren der

Schleife aus. Der folgende

BASIC-Code gibt z. B. alle Zahlen

zwischen 10 und 20 und

deren Quadratzahlen (10*10,

11*11 usw.) aus:

FOR wert = 10 TO 20

PRINT wert, "*", wert, "=", U

wert*wert

NEXT wert

Das Progamm erzeugt die Ausgabe

im Kasten X * X.

Funktionen und Prozeduren

Das letzte Element, das für

einfache Programme wichtig

ist, ist die Zerlegung einer

Aufgabe in Teilaufgaben. Die

Idee dazu ist schnell erklärt,

betrachten Sie dazu den folgenden

Pseudo-BASIC-Code:

PRINT "Berechne 3 + 4"

INPUT eingabe

summe = 3+4

IF eingabe = summe THEN

PRINT "Richtig"

ELSE

PRINT "Falsch"

END IF

PRINT "Berechne 5 + 2"

INPUT eingabe

summe = 5+2

IF eingabe = summe THEN

PRINT "Richtig"

ELSE

PRINT "Falsch"

END IF

Was passiert hier? Das Programm stellt

dem Anwender mehrere einfache Rechenaufgaben

und überprüft das Ergebnis. Offensichtlich

passiert dabei immer dasselbe,

nur mit anderen Zahlen. Das geht

auch einfacher:

PROCEDURE mathetest (x, y)

PRINT "Berechne", x, "+", y

INPUT eingabe

summe = x+y

IF eingabe = summe THEN

PRINT "Richtig"

ELSE

PRINT "Falsch"

END IF

END PROCEDURE

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EasyLinux 03/2013


Programmieren

Titel

mathetest (3, 4)

mathetest (5, 2)

In diesem Programm haben wir alle einheitlichen

Schritte in eine Prozedur gepackt

(andere Programmiersprachen verwenden

dafür den Begriff Funktion).

Das, was sich ändern kann, definieren

wir dabei als so genannte Parameter und

vergeben dafür Parameternamen (x und

y). Im eigentlichen Hauptprogramm legen

wir fest, dass die Befehle aus der

Prozedur mathetest zweimal ausgeführt

werden – einmal mit x=3 und y=4 und

im zweiten Durchlauf mit x=5 und y=2.

Die Reihenfolge ist wichtig, x muss der

erste Parameter sein, y der zweite (auch

wenn das für dieses Beispiel der Summenberechnung

egal ist).

Je öfter Sie eine solche Prozedur benutzen,

desto mehr Platz sparen Sie beim

Eingeben des Programms. Prozeduren

(oder Funktionen) dürfen auch selbst

weitere Prozeduren benutzen. Der Fachausdruck

für das Benutzen einer Prozedur

oder Funktion heißt Aufruf: Programmierer

sagen, sie rufen eine Prozedur

auf.

Parameter können Sie innerhalb der

Prozedur wie Variablen nutzen, im Beispielprogramm

ist summe eine Variable,

und x und y sind Parameter. Der Unterschied

ist, dass die Variablen nicht mit

einem bestimmten Wert vorbelegt sind,

während die Parameter beim Aufruf einen

Wert erhalten (eben den, den Sie im

Aufrufbefehl angeben).

Für den Anfang genug

Wenn Sie die Prinzipien von Sequenz,

Fallunterscheidung und Schleife verstanden

haben, beherrschen Sie schon die

wichtigsten Regeln der universellen Programmiergrammatik


was jetzt noch fehlt, ist

das Vokabular, um sinnvolle

„Geschichten“ (also

längere Programme) erzählen

zu können. Und

dieses Vokabular verschaffen

wir Ihnen in

den folgenden Artikeln.

l Los geht es mit „Makros

in LibreOffice“:

Ab Seite 44 geben

wir eine kurze Einführung

in die Programmiersprache

LibreOffice Basic, mit

der Sie zum Beispiel

in Calc-Tabellen automatische

Berechnungen

erledigen

können, die zu komplex sind, als

dass eine einfache Calc-Formel ausreichen

würde.

l Für alle Benutzer, die gerne mit

der Shell arbeiten, verrät der Artikel

„Shell-Skripte“ ab Seite 48, wie

Sie Bash-Befehle zu leistungsfähigen

Shell-Programmen zusammensetzen.

l Mehr zur Programmiersprache BASIC

folgt im Artikel ab Seite 54: In diesem

stellen wir Ihnen die BASIC-Entwicklungsumgebung

PureBasic vor, mit

der Sie BASIC-Programme schreiben

können, die unter Linux, Windows

und OS X laufen.

l Die unter Linux am häufigsten zu

findende Programmiersprache ist

C; so ist unter anderem der Linux-

Kernel selbst (überwiegend) in C

geschrieben. Für eine Einführung in

C bietet ein EasyLinux-Artikel nicht

genug Platz, aber wir können Ihnen

helfen, C-Quellcode-Dateien zumin-

Abb. 4: C-Programme sind für Einsteiger zunächst unverständlich.

Zum C-Entwickler können wir Sie nicht machen,

aber ein paar Tipps zum Umgang mit C-Dateien helfen.

dest ansatzweise zu verstehen (Abbildung

4) und diese mit einem C-

Compiler zu übersetzen – damit sind

Sie dann in der Lage, Programme zu

installieren, die nur im C-Quellcode

erhältlich sind. Das bietet der Artikel

ab Seite 116.

l Zum Abschluss gehen wir zurück in die

80er-Jahre und stellen Emulatoren für

Homecomputer vor, die Sie in BASIC

programmieren können (ab Seite 58).

Das hat keinen praktischen Nutzen,

macht aber Spaß – wie hoffentlich auch

unsere anderen Vorschläge für den Einstieg

ins Programmieren. (hge) n

Infos

[1] Wikipedia z. B.SIC: http:// de. wikipedia.​

org/ wiki/ BASIC (http:// ezlx. de/ d3d1)

[2] Donald E. Knuth, „The Art of Computer

Programming“, http:// de. wikipedia. org/​

wiki/ The_Art_of_Computer_

Programming (http:// ezlx. de/ d3d2)

EasyLinux

03/2013

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41


Titel

LibreOffice Basic

Basic-Skripte in LibreOffice Calc

Tabellen programmieren

Hans-Georg Eßer

Die Tabellenkalkulation LibreOffice Calc eignet sich besonders gut für den Einstieg ins Programmieren,

denn wer schon mit Formeln in Tabellen umgehen kann, hat bereits den halben

Weg zum Programmierer zurückgelegt. Hier zeigen wir Ihnen den Rest des Wegs.

Manche Anwender verwenden

Calc (oder Excel unter Windows)

nur dazu, Text und Zahlen

in einem praktischen Zeilen- und Spaltenschema

einzugeben – das ist aber nicht

Sinn und Zweck einer Tabellenkalkulation

(und eine Tabelle im Textprogramm Writer

würde die Aufgabe genauso gut erfüllen).

Der Name „Kalkulation“ sagt es

schon: Dieses Programm kann rechnen,

und zwar mit den Daten, die Sie in die Tabellenfelder

eintragen.

Das einfachste Beispiel, mit dem sich

Calc-Benutzer oft zuerst vertraut machen,

ist die Summenberechnung. Wenn Sie die

Felder A1 bis A5 mit fünf Zahlen (z. B.

Euro-Beträgen) gefüllt haben und nun die

Summe dieser fünf Zahlen herausfinden

möchten, gibt es zwei Wege:

l Sie markieren einfach die fünf Zellen

mit der Maus – in der Statusleiste

zeigt Calc dann den Hinweis Summe

= an.

l Soll die Summe auch in der Tabelle

(dauerhaft) auftauchen, verwenden

Sie dazu eine Summenformel: Sie

springen z. B. ins Feld A7 und geben

darin =SUMME(A1:A5) ein.

Sobald Sie [Eingabe] drücken, ersetzt

Calc die Formel durch das Ergebnis

der Berechnung. Springen Sie wieder

in das Feld mit der Formel zurück,

steht dort weiterhin der ausgerechnete

Wert, aber in der Eingabezeile (unterhalb

der Symbolleiste) erscheint die

verwendete Formel.

Was hat das mit Programmieren zu tun?

Auf den ersten Blick wenig, aber SUMME

ist eine Funktion, die Calc Ihnen zur Verfügung

stellt. Es gibt neben SUMME noch

zahlreiche weitere eingebaute Funktionen,

etwa MITTELWERT für die Durchschnittsberechnung

oder MAX und MIN,

um den größten bzw. kleinsten Wert (Maximum

und Minimum) einer Reihe von

Zahlen zu bestimmen.

Ergänzend zu den eingebauten Funktionen

wie SUMME können Sie auch eigene

Funktionen programmieren und dann in

der Tabelle benutzen. Interessiert Sie z. B.

der Mittelwert von Maximum und Minimum,

dann könnten Sie mit Hilfe der eingebauten

Funktionen

=(MAX(A1:A5)+MIN(A1:A5)) / 2

schreiben. Brauchen Sie diese Berechnung

häufiger in Ihrer Tabelle, ist es lästig, diesen

langen Ausdruck immer wieder einzugeben,

zumal vielleicht die Anzahl der

Werte abweicht, so dass Sie die Formel

nicht einfach von Zelle zu

Zelle kopieren können. Alternativ

basteln Sie sich eine

eigene Funktion MeinWert.

Rufen Sie den ein wenig versteckten

Menüeintrag Extras

/ Makros / Makros verwalten

/ LibreOffice Basic auf – es

öffnet sich dann ein neues

Fenster (Abbildung 1), das

daniilantiq, 123RF

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LibreOffice Basic

Titel

links in einer Baumstruktur

auch Ihr aktuelles Dokument

anzeigt (im Beispiel: easylinux01.ods).

Der Eintrag Meine

Makros sollte einen Untereintrag

Standard haben, und darunter

finden Sie Module1. Im

rechten Bereich steht unter

Vorhandene Makros in Module1

nur Main: Klicken Sie

auf diesen Eintrag und dann

auf Bearbeiten.

Der Dialog verschwindet, und

stattdessen erscheint ein Editorfenster,

in dem Sie programmieren

können (Abbildung 2). Zunächst

stehen dort nur ein Kommentar und eine

leere Prozedur namens Main.

Wechseln Sie in dieses Fenster und springen

Sie im rechten Editorbereich ans

Ende. Fügen Sie dort eine Leerzeile und

dann den Code aus Listing 1 ein. Das ist

noch nicht die Lösung, sondern ein Teil

des Wegs dorthin: Wenn Sie nun in die

Tabelle zurück wechseln und in eine freie

Zelle die Formel

=MeinWert(A1:A5)

eingeben, erscheint darin ein Text, der

aus den fünf Zellinhalten (von A1 bis A5)

besteht; die Werte sind darin durch Leerzeichen

voneinander getrennt. Der Sinn

dieses ersten Listings ist, dass Sie erkennen,

wie Sie auf die Zellen zugreifen können,

die Sie über die Formel =MeinWert

(A1:A5) an die Funktion übergeben.

Da die BASIC-Funktion nicht wissen

kann, wie viele Zellen zu bearbeiten

sind, nutzt sie die Funktionen LBound

(Lower Bound) und UBound (Upper

Bound), die für einen rechteckigen Bereich

jeweils den kleinsten und größten

Zeilen- oder Spalten-Index zurück geben:

Wenn das zweite Argument 1 ist,

geht es um Zeilen, falls es 2 ist, arbeitet

es mit Spalten.

Damit die Funktion alle Zelleninhalte

auswerten kann, verwendet sie eine geschachtelte

Schleife: Die äußere Schleife

läuft über alle Zeilennummern, die innere

über alle Spaltennummern, und der

Zugriff auf die Zellen ist dann über

Zellen (Zeile, Spalte) möglich – Zellen

hat die MeinWert-Funktion als Argument

erhalten.

Wichtig ist hier zu verstehen, dass Sie

zwar in der Tabelle die Formel =Mein

Wert(A1:A5) verwenden können, dass

aber A1:A5 nicht das Argument ist, das

Abb. 1: Aus Calc heraus rufen Sie die Verwaltung der Makros

auf. Über „Bearbeiten“ aktivieren Sie den Editor.

die Funktion erhält. Auf dem Weg von der

Tabelle in die Funktion wird A1:A5 in ein

zweidimensionales Array umgewandelt,

dessen Elemente die Funktion über die Indizes

(Zeile, Spalte) anspricht.

BASIC-Funktionen in LibreOffice geben

einen Wert immer durch eine Zuweisung

zurück, im Beispiel MeinWert = Ausgabe.

Was wie das Setzen einer Variable aussieht,

ist tatsächlich die Festlegung des

Rückgabewerts; Sie erkennen das nur daran,

dass hier der Name der Funktion verwendet

wird.

Maximum und Minimum

Zurück zur Aufgabenstellung:

Das Ziel war, in der Tabelle anstelle

von

=(MAX(A1:A5)+MIN(A1:A5)) / 2

die Formel

=MeinWert(A1:A5)

verwenden zu können. In Listing

1 sind im Prinzip schon

die wichtigsten Features enthalten,

um das zu erreichen

– nämlich der Zugriff auf alle

Zellen. Auf den ersten Blick

könnte man hoffen, dass die

Aufgabe viel leichter ist:

Wenn Sie in die MeinWert-

Funktion nur MeinWert =

(Max(Zellen)+Min(Zellen))/

2 schreiben, funktioniert das

nicht: Es gibt im BASIC keine

Max- und Min-Funktionen,

also müssen wir deren Funktionalität

nachbauen.

Die Lösung der Aufgabe sehen

Sie in Listing 2. Das Kernstück bildet auch

hier die geschachtelte Schleife, die Sie

schon aus Listing 1 kennen. Innerhalb der

Schleife berechnet die Funktion nun das

Maximum und das Minimum. Das funktioniert

so:

l Vor der Schleife ermittelt die Funktion

die Indizes der ersten betroffenen Zelle

und speichert diese in den Variablen

StartX und StartY.

l Über Zellen (StartX, StartY) liest sie

den Wert in der ersten Zelle aus und

Listing 1

Function MeinWert (Zellen)

Ausgabe = ""

For Zeile = LBound(Zellen, 1) To UBound(Zellen, 1)

For Spalte = LBound(Zellen, 2) To UBound(Zellen, 2)

Ausgabe = Ausgabe + Str( Zellen(Zeile, Spalte) )

Next

Next

MeinWert = Ausgabe

End Function

Abb. 2: Im Editor können Sie Funktionen und Prozeduren eingeben, die Sie dann in

Calc-Tabellen zusammen mit den Standardfunktionen von Calc nutzen.

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03/2013

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45


Titel

LibreOffice Basic

speichert ihn sowohl in

Max als auch Min – das

sind die provisorischen

Maximums- und Minimumswerte.

l In der Schleife vergleicht

die Funktion nun nacheinander

alle Zelleninhalte

mit den jeweils aktuellen

Werten von Max und Min.

Ist der neue Wert größer

bzw. kleiner, wird Max

oder Min aktualisiert.

l Nach der Schleife enthalten

Max und Min wirklich

den größten und den

kleinsten Wert; damit

kann die Funktion über

MeinWert = (Max+Min)/2 das Ergebnis

berechnen und zurückgeben.

In der Tabelle steht noch der alte Wert

(den die Funktion MeinWert in der Fassung

aus Listing 1 berechnet hat). Um

den Wert zu aktualisieren, können Sie

überraschenderweise nicht den Menüpunkt

Extras / Zellinhalte / Neuberechnen

oder [F9] verwenden – es gibt stattdessen

zwei Möglichkeiten, wie Sie Calc

mitteilen können, die Funktion neu aufzurufen:

l Der leichteste Weg ist, eine der Zellen,

die an der Berechnung beteiligt sind,

zu markieren und dann mit [Strg-C]

und [Strg-V] ihren Inhalt erst in die

Zwischenablage zu kopieren und

dann direkt wieder an derselben Position

einzufügen. Das ist eine

sinnlose Aktion, die aber

schnell erledigt ist und den

gewünschten Nebeneffekt

hat, dass der Funktionswert

neu berechnet wird.

l Alternativ klicken Sie in die

Zelle, in der die Formel steht,

drücken [F2] und „bearbeiten“

die Formel, indem Sie

ein Leerzeichen einfügen

und wieder löschen. Auch

das führt zum gewünschten

Ergebnis.

Sprachelemente

Die zwei Beispiele enthalten

schon vier wichtige Elemente

von Programmiersprachen:

l Die Arbeit mit Variablen: In

LibreOffice Basic können Sie

Variablen einfach einführen,

indem Sie damit arbeiten – es

Abb. 3: Diese Version der Funktion „MeinWert“ deklariert die

verwendeten Variablen mit „Dim“.

ist nicht nötig, sie vorab zu deklarieren.

In größeren Programmierprojekten

ist das aber sinnvoll und darum

auch möglich. In Abbildung 3 sehen

Sie eine Variante der Funktion, in der

die verwendeten Variablen vorab mit

dem Befehl Dim deklariert werden;

der klassische BASIC-Befehl heißt

Dim, weil er früher nur dazu verwendet

wurde, Arrays zu erstellen – dabei

musste man die Anzahl der Einträge

des Arrays angeben, also seine Dimension

festlegen.

l Schleifen: Das Programm enthält

zwei For-Schleifen, die einfache

Zählschleifen sind. Es gibt noch weitere

Schleifen, z. B. While- und For-

Each-Schleifen.

Listing 2

Function MeinWert (Zellen)

StartX = LBound (Zellen, 1)

StartY = LBound (Zellen, 2)

Min = Zellen (StartX, StartY)

Max = Min

For Zeile = LBound(Zellen, 1) To UBound(Zellen, 1)

For Spalte = LBound(Zellen, 2) To UBound(Zellen, 2)

If Zellen (Zeile, Spalte) < Min Then

Min = Zellen (Zeile, Spalte)

End If

If Zellen (Zeile, Spalte) > Max Then

Max = Zellen (Zeile, Spalte)

End If

Next

Next

' Jetzt stehen in Min und Max die Extremwerte

MeinWert = (Max + Min) / 2

End Function

l Fallunterscheidung: Über die

Schlüsselworte If, Then, Else

und End If prüfen Sie eine

Bedingung und legen fest,

was in den beiden möglichen

Fällen passiert. Ein Beispiel

mit Else ist bisher nicht vorgekommen

– im Listing in

Abbildung 3 haben wir darum

einen (sinnlosen) Else-

Fall hinzugefügt, damit Sie

die Syntax erkennen.

l Funktionsaufrufe: Die Funktion

MeinWert ruft zwei weitere

Funktionen auf: LBound

und UBound. Genauso wird

es auch aussehen, wenn Sie

weitere Funktionen schreiben,

die einander aufrufen können.

Prozeduren

Anders als Funktionen definieren Sie

Prozeduren über das Schlüsselwort Sub.

Diese sind eher geeignet, um z. B. auf

Tastendruck Aufgaben automatisch auszuführen.

Auch wenn Sie den Makrorekorder

verwenden, entstehen solche

Prozeduren.

Als kleines Beispiel zeigen wir Ihnen eine

Prozedur, welche nur die Zelle C7 untersucht

und eine kleine Dialogbox öffnet, in

der sie mitteilt, ob die Zelle eine Zahl, einen

Text oder eine Formel enthält.

Um auf das erste Tabellenblatt zuzugreifen,

benötigen Sie den Code

Blatt = thisComponent.getSheets.getByIndeU

x(0)

(thisComponent ist das geöffnete Dokument,

und über getSheets.getByIndex(0)

sprechen Sie das erste Tabellenblatt an:

Die Nummerierung beginnt bei 0.) Danach

enthält die Variable Blatt den Verweis

auf das erste Tabellenblatt. Jetzt sind

Sie fast am Ziel: Einzelne Zellen in diesem

Blatt sprechen Sie über getCellByPosition()

an und müssen zwei Argumente (Spalte

und Zeile) verwenden. Die Nummerierung

der Spalten und Zeilen beginnt auch

hier intern bei 0 – Vorsicht: Calc beginnt

in der normalen Tabellenansicht mit Zeile

1 und Spalte A; die Zelle C7 wird also in

LibreOffice-Basic-Notation zu (2,6) –

dritte Spalte, siebte Zeile. Sie erreichen

diese Beispielzelle über

Zelle = Blatt.getCellByPosition(2,6)

Auf den Inhalt dieser Zelle können Sie

nun mit drei unterschiedlichen, so ge-

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LibreOffice Basic

Titel

nannten Objektfunktionen zugreifen,

abhängig vom Datemtyp:

l getValue() gibt einen Zahlenwert

des Zellinhalts zurück – egal, ob die

Zelle eine Zahl oder eine Formel enthält:

im Fall einer Formel berechnet

Basic diese und gibt das Ergebnis zurück.

Wenn die Zelle Text enthält, ist

der Rückgabewert 0.

l getString() gibt den Text zurück, der

in der Tabelle steht. Das ist der Wert,

den Sie in der normalen Tabellenansicht

sehen können, egal ob dem ein

Wert, eine Formel oder wirklich einfacher

Text zugrundeliegt.

l getFormula() schließlich gibt bei einer

Formelzelle die enthaltene Formel zurück.

Steht in der Zelle keine Formel,

ist der Rückgabewert derselbe String,

den auch getString() zurückgeben

würde.

Um herauszufinden, von welchem Typ

eine Zelle ist (Wert, Text, Formel), verwenden

Sie die Funktion getType(), die

vier mögliche Rückgabewerte hat: 0 (leere

Zelle), 1 (Wert), 2 (Text) und 3 (Formel).

Die Beispielzelle C7 könnten Sie also wie

folgt auswerten:

t = Zelle.getType()

Select Case t

Case 0

print "C7 ist leer"

Case 1

print "C7 enthält Wert " + Zelle.getVU

alue()

Case 2

print "C7 enthält Text " + Zelle.getSU

tring()

Case 3

print "C7 enthält FormelU

" + Zelle.getFormula() + " U

mit Wert " + Zelle.getValue()

Case Else

print "Fehler"

End Select

Anstelle mehrerer If-Then-

Blöcke haben wir hier den

Befehl Select verwendet: Er

vergleicht die Variable t mit

den Werten 0, 1, 2 und 3 und

gibt dann passende Informationen

aus. Der letzte Fall

(Case Else) sollte nicht auftreten,

deswegen gibt das

Programm in dem Fall eine

Fehlermeldung aus. Abbildung

4 zeigt die komplette

Prozedur.

Abb. 4: Eine Prozedur, die eine bestimmte Zelle untersucht, ist schnell geschrieben.

Prozedur ausführen

Wenn Sie nun zur Tabellenansicht zurückschalten,

können Sie das Makro Main

ausführen: Tragen Sie zunächst etwas in

Zelle C7 ein, damit das Makro passendes

Futter findet. Dann rufen Sie den Menüpunkt

Extras / Makros / Makro ausführen

auf. Wenn jetzt eine Fehlermeldung über

eine fehlende Java-Laufzeitumgebung

auftaucht, klicken Sie diese einfach weg;

sie ist nicht wichtig.

Es erscheint der Dialog Makro-Selektor,

in dem Sie links unter Bibliothek zunächst

die Baumstruktur unter Meine

Makros vollständig öffnen, bis Sie (wie

in der Abbildung) den Unterpunkt Meine

Makros / Standard / Module1 sehen

können. Klicken Sie dann auf den Eintrag

Module1, erscheint rechts unter

Name des Makros eine Liste aller von

Ihnen erstellten Makros – im Beispiel

also nur das Makro Main. Markieren Sie

es und klicken Sie auf Ausführen. Dann

schließt sich das Dialogfenster, und das

Abb. 5: Makros aufzurufen ist umständlich. Erzeugen Sie dafür

einfach neue Menüpunkte.

Makro startet. Es präsentiert eine Infobox

mit der gewünschten Beschreibung

von Zelle C7.

Der Weg über den Makro-Selektor ist allerdings

sehr umständlich – einfacher ist

es, wenn Sie einen Menüeintrag dafür

anlegen oder eine Tastenkombination

vergeben, die das Makro aufruft. Klicken

Sie ins Calc-Fenster und rufen Sie den

Menüpunkt Extras / Anpassen auf. Es

öffnet sich ein neues Fenster, das die

Menüstruktur von Calc anzeigt. Unter

LibreOffice Calc Menüs wählen Sie Extras

aus und klicken dann rechts auf

Hinzufügen. Ein weiteres Fenster erscheint

(Abbildung 5). Scrollen Sie hier

die linke Liste (Bereich) ganz nach unten

und klappen Sie den Eintag LibreOffice

Makros auf, so dass Sie den schon bekannten

Punkt Meine Makros / Standard

/ Module1 sehen. Klicken Sie auf Module1;

rechts stehen dann wieder Ihre

selbst erstellten Makros. Wählen Sie das

Makro Main aus und klicken Sie auf Hinzufügen

und Schließen.

Bei den Menüeinträgen im Anpassen-Fenster

ist ein neuer

Punkt Main hinzugekommen.

Da der Name nicht sehr ausdrucksstark

ist, ändern Sie ihn:

Wählen Sie aus dem Dropdown-Menü

Ändern den Eintrag

Umbenennen aus und geben Sie

im sich öffnenden Dialog einen

sinnvollen Text ein, z. B. Testmakro

ausführen. Dann schließen

Sie den Anpassen-Dialog

mit einem Klick auf OK – jetzt

sollten Sie den neuen Menüpunkt

Extras / Testmakro ausführen

im Calc-Menü finden,

und damit lässt sich schon komfortabler

arbeiten. (hge) n

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47


Titel

Shell-Skripte

Bash-Skripte sind Programme

Programme in der Shell

Hans-Georg Eßer

Wer regelmäßig mit der Shell arbeitet, wird leicht zum Programmierer: Schreiben Sie mehrere

Shell-Befehle in eine Textdatei und machen diese ausführbar, haben Sie schon Ihr erstes

Shell-Skript entwickelt. Die Shell bietet als Programmiersprache aber noch viel mehr.

Viele Shell-Skripte enthalten einfach

nur diverse Befehle, die nacheinander

laufen sollen. Ein Beispiel

dafür ist das Skript in Listing 1: Rufen

Sie es nach dem Anstöpseln einer Digitalkamera

(oder dem Einstecken einer

Speicherkarte) auf, erzeugt es automatisch

einen neuen Unterordner mit einem

Namen der Form 2013-06-30 und verschiebt

alle Bilder von der Karte in diesen

Ordner. Schauen wir uns das Listing Zeile

für Zeile an:

#!/bin/bash

Die erste Zeile enthält gar keinen Befehl,

sondern einen Kommentar; hinter #! steht

der Pfad zur Shell (Bash), und damit sagen

Sie dem System, dass die Bash das Skript

ausführen soll. Diese Zeile sollten Sie an

den Anfang jeder Skriptdatei stellen.

CAMERA=/media/camera/DCIM/100XYZAB

Die folgende Zeile definiert eine Variable

CAMERA und weist ihr den Wert /media/

camera/DCIM zu. Wenn Sie das Skript mit

Ihrer eigenen Kamera ausprobieren möchten,

müssen Sie diesen Pfad anpassen.

Nach dem Anschließen der Kamera wird

diese eingebunden. Unterhalb von /media/

finden Sie dann einen neuen Ordner,

der meist eine Kurzbezeichnung Ihres Kameramodells

oder der Herstellers als Namen

trägt. Auf der obersten Ebene des Kameradateisystems

gibt es einen Ordner

DCIM, der ein weiteres Unterverzeichnis

enthält – im Beispiel 100XYZAB; bei Ihnen

wird es anders heißen. Setzen Sie den

korrekten Pfad in der obigen Zeile ein,

wenn Sie das Skript testen möchten.

ZIEL=$HOME/Pictures/Import

Ähnlich wie CAMERA den Ort speichert,

in dem die Bilder auf der Kamera liegen,

ist auch ZIEL eine Variable, in die Sie das

Verzeichnis eintragen, in welches das

Skript die Bilder kopieren soll. In diesem

Beispiel gehen wir davon aus, dass es in

Ihrem Home-Verzeichnis (das sich über

$HOME ansprechen lässt) einen Ordner

Pictures gibt – und darin einen Unterordner

Import. Falls das nicht der Fall ist, ist

es auch nicht tragisch, denn der übernächste

Befehl wird diese Verzeichnisse

erzeugen.

DATE=$( date +%Y‐%m‐%d )

Dieses Kommando ist komplexer. Schauen

wir zunächst in die Klammern: Dort steht

das Kommando date +%Y‐%m‐%d. Ohne

Argumente gibt date das aktuelle Datum

und die Uhrzeit aus. Mit den Angaben hinter

dem Pluszeichen definieren Sie ein Format

– %Y‐%m‐%d sorgt dafür, dass die

Ausgabe im Format 2011-09-30 erfolgt.

Würden Sie also in der Shell direkt date

+%Y‐%m‐%d eingeben, würde das Tool

das aktuelle Datum im Format 2011-09-30

ausgeben. Die Konstruktion $( ... ) nimmt

nun die Ausgabe dieses Befehls und macht

daraus ein Argument. Am Anfang steht ja

noch der Zuweisungsbefehl DATE=. Das

gesamte Kommando schreibt also in die

Variable DATE das aktuelle Datum.

mkdir ‐p $ZIEL/$DATE

Jetzt wird ein neuer Ordner erstellt – der

Pfad setzt sich aus $ZIEL, dem Verzeichnistrenner

/ und $DATE zusammen. Beachten

Ivan Mikhaylov, 123RF

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Shell-Skripte

Titel

Sie hier, dass Sie beim Setzen

einer Variable den Namen ohne

Dollarzeichen benutzen, beim

Zugriff auf den Inhalt hingegen

ein Dollarzeichen voranstellen

müssen. Wenn $HOME z. B.

den Wert /home/user hat, ergibt

sich über die Definitionen von

ZIEL und DATE ein Befehl der

Form mkdir ‐p /home/user/Pictures/Import/2011‐09‐30.

Die

Option ‐p für das mkdir-Kommando

sorgt dafür, dass eventuell

fehlende Verzeichnisse

„auf dem Weg“ (also .../Pictures/Import

und .../Pictures)

gleich mit erzeugt werden, so

dass dieses Kommando nicht

fehlschlagen kann.

mv ‐v $CAMERA/* $ZIEL/$DATE/

Das vorvorletzte Kommando

verschiebt dann alle Dateien im

Bilderordner der Kamera in den Bilderordner

auf Ihrer Festplatte; die Option ‐v sorgt

dafür, dass mv die Namen aller verschobenen

Dateien auf der Konsole ausgibt, damit

Sie den Fortschritt verfolgen können.

sync

echo Bilder kopiert.

Mit sync sorgen Sie schließlich dafür, dass

Sie nach Ausführen des Skripts die Kamera

einfach abstöpseln können, ohne

Datenverlust zu riskieren. Zum Schluss

gibt es noch eine Statusmeldung. Damit

Sie das Skript verwenden können, speichern

Sie es (z. B. als copycam.sh in Ihrem

Home-Verzeichnis) und machen es

mit chmod a+x copycam.sh ausführbar.

Dann können Sie es später mit ~/copycam.sh

aufrufen. Wenn Sie die Datei (mit

Root-Rechten) in das Verzeichnis /usr/​local/​bin/​kopieren,

können Sie die Pfadangabe

auch weglassen, also in der Shell

einfach copycam.sh eingeben.

Wenn Sie ein Shell-Skript im Editor bearbeiten,

kommen Sie übrigens in der Regel

in den Genuss von Syntax-Highlighting,

der Editor hebt Schlüsselwörter, Klammern

und Variablennamen farbig hervor. Das

funktioniert z. B. in KDEs Editor Kate (Abbildung

1) und im Konsoleneditor vi.

Abb. 1: KDEs Editor Kate erkennt Shell-Skripte und aktiviert

beim Bearbeiten das Syntax-Highlighting.

Bash als Programmiersprache

Richtige Programmiersprachen können

aber mehr, als nur einfache Befehlssequenzen

abzuarbeiten. In der Einführung zum

Programmieren ab Seite 38 haben Sie Fallunterscheidungen

(If-Then-Else-Konstruktionen),

Schleifen (mit dem Spezialfall der

Zählschleife) sowie Prozeduren bzw.

Funktionen kennengelernt. All das gibt es

auch in der Shell. Fallunterscheidungen

haben in der Shell die folgende Syntax:

if Bedingung

then Befehle

else Befehle

fi

Die Befehlsworte sind also if, then, else

und fi (eine rückwärts geschriebene Form

von if, die das Ende der Fallunterscheidung

anzeigt). Der Else-Fall muss nicht

vorhanden sein. Das folgende Beispielskript

exist prüft, ob eine Datei existiert:

#!/bin/bash

if test "$1" = ""

then echo "$0: mit Dateinamen aufrufen!";U

exit

fi

if test ‐e $1

then echo $1 existiert

else echo $1 existiert nicht

fi

Der erste Test prüft mit dem in die Shell

eingebauten Kommando test, ob das Skript

überhaupt mit einem Argument aufgerufen

wurde ($1 ist das erste Argument; wenn es

das nicht gibt, ist $1 ein leerer String). Ist

kein Argument vorhanden, bricht das Programm

mit exit ab. Das funktioniert, weil

das Skript in einer „Sub-Shell“, also einem

eigenen Shell-Prozess läuft.

Zum Then-Fall gehören also

zwei Kommandos, die hier mit

einem Semikolon voneinander

getrennt sind – Sie können sie

alternativ auch in mehrere Zeilen

des Programms schreiben.

Oft stehen auch then und else

alleine in jeweils einer Zeile,

und die Kommandos für die

beiden Fälle folgen darunter.

Eine üblichere (wenn auch weniger

kompakte Schreibweise)

der ersten Fallunterscheidung

ist damit die folgende:

if test "$1" = ""

then

echo "$0: mit Dateinamen aufU

rufen!"

exit

fi

Ein direkter Vergleich mit if

"$1" = "" ist übrigens nicht

möglich: Die Bedingung in einer Fallunterscheidung

muss immer ein Kommando

sein, dessen Rückgabewert die Shell dann

prüft. Zum Beispiel gibt es die beiden Programme

true und false, die beide keine

sichtbare Funktion haben, aber die Rückgabewerte

0 und 1 produzieren:

$ true; echo $?

0

$ false; echo $?

1

$ if true; then echo Ja; else echo Nein; fi

Ja

Zurück zum exist-Skript: Der zweite Test

ruft test ‐e $1 auf. Wenn Sie in die Dokumentation

zu test schauen (das geht mit

help test, weil test ein Shell-Builtin, also

ein fest in die Shell eingebautes Kommando

ist), sehen Sie, dass das Kommando

über ‐e dateiname prüft, ob eine

bestimmte Datei vorhanden ist.

Listing 1: kopieren

#!/bin/bash

CAMERA=/media/camera/DCIM/100XYZAB

ZIEL=$HOME/Pictures/Import

DATE=$( date +%Y‐%m‐%d )

mkdir $ZIEL/$DATE

mv ‐v $CAMERA/* $ZIEL/$DATE/

sync

echo Bilder kopiert.

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49


Titel

Shell-Skripte

Um eine Syntax zu erlauben,

die stärker an normale Programmiersprachen

erinnert,

können Sie statt des Schlüsselworts

test auch öffnende und

schließende eckige Klammern

verwenden, z. B. so:

if [ "$1" = "" ]

Beachten Sie dabei, dass die

Klammern zu den übrigen

Komponenten der Zeile mit einem

Leerzeichen Abstand halten

müssen; der Ausdruck

if ["$1" = ""]

enthält also zwei Syntaxfehler. Für andere

Shells als die Bash gibt es sogar ein Programm

/bin/[, welches genauso arbeitet.

Sie könnten damit auch den merkwürdigen

Ausdruck

if /bin/[ "$1" = "" ]

verwenden, wenn Sie die Leser Ihrer

Skripte irritieren möchten. Kombinieren

Sie die Klammerschreibweise und das Aufteilen

auf mehrere Zeilen, entsteht hübscher

Code, der intuitiv zu verstehen ist:

if [ "$1" = "" ]

then

echo "$0: mit Dateinamen aufrufen!"

exit

fi

(Haben Sie $0 bemerkt? Darüber können

Sie den Namen der Skript-Datei herausfinden.)

Wollen Sie mehr als zwei Fälle prüfen,

können Sie ein weiteres Schlüsselwort

verwenden: elif steht für „else if“,

ein Beispiel:

if [ "$1" = "a" ]

then echo "a"

elif [ "$1" = "b" ]

then echo "b"

elif [ "$1" = "c" ]

then echo "c"

else echo "Weder a noch b noch c"

fi

Case-Befehl

Für mehrere Tests, die alle den Inhalt derselben

Variable prüfen, können Sie auch

den case-Befehl nutzen, der diese Aktionen

übersichtlicher macht:

case "$1" in

"a")

echo "a" ;;

Abb. 2: Das Skript „minipics.sh“ erzeugt maximal 100 x 100 Pixel

große Vorschaubilder.

"b")

echo "b" ;;

*)

echo "Weder a noch b" ;;

esac

Hinter jedem Fall steht eine schließende

Klammer; dann folgen einer oder mehrere

Befehle, und der Code für einen Fall muss

mit doppelten Semikola (;;) enden. Der

gesamte case-Ausdruck endet mit esac,

was wieder (wie bei if … fi eine Rückwärtsschreibung

von case ist.

For-Schleife

Die Bash kennt keine klassische Zählschleife,

die eine Variable von einem Anfangs-

zu einem Endwert hochzählt. Stattdessen

gibt es etwas, das in anderen Sprachen

als For-Each-Schleife bezeichnet

wird. So können Sie z. B. schreiben:

for entry in *

do

if [ ! ‐e $entry ]

then echo "$entry gibt es nicht"

continue

fi

if [ ‐f $entry ]

then echo "Datei $entry"

fi

if [ ‐d $entry ]

then echo "Verzeichnis $entry"

fi

done

Das Sternchen ist das normale Wildcard-

Zeichen; in der Schleife nimmt die Variable

$entry nacheinander alle Namen von

Dateien und Verzeichnissen im aktuellen

Ordner an.

Die For-Schleife beenden Sie mit done.

Neu in diesem Beispiel ist auch das Ausrufezeichen:

Es kehrt den Wahrheitswert

eines Tests um. Einen Test auf Ungleichheit

zweier Variablen können

Sie also z. B. als [ ! "$x" =

"$y" ] schreiben – allerdings

gibt es dafür auch die lesbarere

Form [ "$x" != "$y" ].

Ein Klassiker der Bash-Skripte

(auch hier in EasyLinux häufig

gezeigt) ist das Konvertieren

von Bildern, etwa in zusätzliche

Vorschaubilder. Wollen

Sie beispielsweise eine Fotogalerie

erstellen, werden Sie

meist auch kleine Versionen

der Bilder benötigen. Sie können

dazu einfach einen Vierzeiler

(minipics.sh) schreiben:

#!/bin/bash

for Bild in *.jpg; do

Mini=$( basename $Bild .jpg )_s.jpg

echo Erzeuge Vorschaubild für $Bild

convert "$Bild" ‐resize 100x100 "$Mini"

done

In der Schleife erhält die Variable Bild

nacheinander die Namen aller JPG-Dateien

(mit Endung .jpg) und führt für jede

dieser Dateien die Befehle im Inneren der

Schleife aus. Zunächst wird der Name für

die Vorschaudatei bestimmt: Hier nutzt

das Skript die $(...)$-Konstruktion, die Sie

bereits im ersten Skript gesehen haben.

Innerhalb der Klammern entfernt der Befehl

basename $Bild .jpg vom Ursprungsdateinamen

die Endung (aus foto1.jpg

wird also foto1), an das Ergebnis wird _s.

jpg angehängt (so dass im Beispiel foto1_s.

jpg entsteht. Diesen Namen speichert der

Befehl in der Variablen Mini.

Schließlich erledigt das Tool convert (aus

dem ImageMagick-Paket, das Sie eventuell

nachinstallieren müssen) die Umwandlung.

Es verwendet die Variablen Bild und

Mini, in denen die Namen der Quell- und

Zieldateien stehen, und sorgt über die Option

‐resize 100x100 dafür, dass die neue

Datei Abmessungen hat, die 100 x 100 Pixel

nicht überschreiten; die Seitenverhältnisse

bleiben dabei erhalten: Ein Bild der

Größe 600 x 400 Pixel wird darum auf

100 x 67 Pixel verkleinert. Abbildung 2

zeigt, wie das Skript arbeitet.

Zählschleife

Über einen kleinen Trick können Sie auch

eine Zählschleife programmieren. Zwar

gibt es keine spezielle Syntax für das

Hochzählen, aber dafür können Sie das

Programm seq verwenden, das eine Sequenz

aus Zahlen generiert:

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Shell-Skripte

Titel

$ seq 5 7

5

6

7

Über die schon zweimal gesehene

$(...)-Konstruktion können Sie diese Zahlenwerte

in einen anderen Befehl integrieren.

Um in einer Variablen $i von 1 bis

100 zu zählen, schreiben Sie:

for i in $(seq 1 100)

do

...

done

Das Programm seq können Sie auch mit drei

Argumenten aufrufen; das mittlere steht

dann für die Veränderung, die in jedem

Schritt stattfindet – normal wird immer 1

addiert. Dieser mittlere Wert darf auch negativ

sein, was aber voraussetzt, dass der

Anfangswert größer als der Endwert ist:

$ echo $( seq 20 ‐3 0 )

20 17 14 11 8 5 2

Wie Sie an diesem Beispiel sehen, wird

der Endwert eventuell nicht erreicht; nach

2 wäre der nächste Wert ‐1, der ist aber

zu klein, darum taucht er nicht mehr in

der Ausgabe auf.

While-Schleife

Als letzte Schleife erwähnen wir die

While-Schleife, sie hat diese Syntax:

while Bedingung

do

Befehle

done

Sie führt die Befehle im Inneren aus, solange

die Bedingung erfüllt ist – sie prüft

dabei immer am Anfang. Sie können leicht

ein interaktives Skript erstellen, das Eingaben

von der Tastatur liest und abbricht,

wenn Sie z. B. exit eingeben:

read x

while [ "$x" != "exit" ]

do

echo Eingabe war $x

read x

done

Es verwendet das Kommando read, das

einen oder mehrere Variablennamen als

Argumente akzeptiert. Geben Sie (wie

oben) nur einen Namen an, landet die

ganze eingegebene Zeile in der Variable.

Wenn Sie mehrere Variablen angeben,

zerlegt read Ihre Eingabe in Teile und

Abb. 3: Die Webseite SHELLdorado bietet unter anderem eine umfassende Linksammlung

zu Shell-Skripten und zeigt viele Tipps und Tricks.

weist diese den Variablen zu. (Trennzeichen

sind das Leer- und das Tabulatorzeichen.)

Wenn es in diesem Fall mehr Teile

als Variablen gibt, landet der Rest in der

letzten Variable.

Funktionen

Zum Abschluss stellen wir noch Shell-interne

Funktionen vor: Diese können Sie

einfach in einer C-ähnlichen Syntax definieren

und dann direkt in der Shell oder

in einem Skript verwenden.

Anders als in normalen Programmiersprachen

erhalten Funktionsargumente keine

Namen, sondern werden über ihre Aufrufposition

angesprochen; das funktioniert

wie beim Aufruf eines Shell-Skripts:

function addiere {

echo Berechne $1 plus $2

ergebnis=$(( $1 + $2 ))

echo Summe ist $ergebnis

}

Die Funktion können Sie mit zwei Argumenten

aufrufen, z. B. addiere 5 20, und

Sie erhalten dann diese Ausgabe:

Berechne 5 plus 20

Summe ist 25

Bei der Gelegenheit haben Sie auch gleich

gesehen, wie Sie in der Shell rechnen können;

Sie packen dazu den mathematischen

Ausdruck einfach in $((...)). Es gibt

hier nur Integer-Werte, Sie können also

keine Zahlen mit Nachkommastellen verwenden.

Auch bei der Berechnung von

Brüchen (mit /) entstehen immer ganze

Werte, die Shell führt eine Division mit

Rest durch:

$ echo $(( 5/3 )), $(( 6/3 ))

1, 2

Hilfe im Netz

Um das Rad nicht mehrfach neu zu erfinden,

können Sie im Internet auf Suche

nach Skripten für bestimmte Aufgaben gehen:

Viele Anwender veröffentlichen ihre

Skriptlösungen, und es fördert das Verständnis,

wenn Sie ein solches Skript herunterladen

und nachvollziehen, was es

tut. Eine Sammlung von Skripten und

Links zu anderen Webseiten über Skripte

finden Sie auf der SHELLdorado-Seite [1]

(Abbildung 3).

Darüber hinaus hat der Verlag Galileo Computing

eine vollständige HTML-Version des

Buchs „Shell-Programmierung“ von Jürgen

Wolf ins Netz gestellt [2], die gedruckte Version

hat 780 Seiten, so dass ausreichend

Lektüre für Ihre Ausbildung zum Shell-Programmierer

vorhanden ist. (hge) n

Infos

[1] SHELLdorado: http:// www. shelldorado.​

com/ (http:// ezlx. de/ d3u1)

[2] Jürgen Wolf, „Shell-Programmierung.

Einführung, Praxis, Referenz“, http://​

openbook. galileocomputing. de/ shell_

programmierung/ (http:// ezlx. de/ d3u2)

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Titel

PureBasic

PureBasic: Software für Linux, Windows und OS X entwickeln

Reines BASIC

Hans-Georg Eßer

Die französische Softwareschmiede Fantaisie Software bietet mit

PureBasic eine Entwicklungsumgebung an, mit der Sie Programme

für Linux, Windows und OS X erstellen. Wir helfen bei

den ersten Projekten mit dem modernen BASIC-Dialekt.

BASIC ist ein Urgestein unter den

Programmiersprachen und darum

auch heute noch beliebt: Das sieht

man z. B. daran, dass die Skriptsprache in

LibreOffice auch ein BASIC-Dialekt ist.

Für Linux gibt es verschiedene BASIC-

Versionen, die meist als freie Software erhältich

sind – unter anderem den Compiler

FreeBASIC [5] und die Entwicklungsumgebung

Gambas [6].

Als integrierte Entwicklungsumgebung

bietet PureBasic [1] den Vorteil, dass

alle fürs Programmieren wichtigen

Funktionen unter einem Dach versammelt

sind: Über die Projektverwaltung

erzeugen Sie neue Projektdateien, geben

diese – unterstützt durch Syntax-Highlighting

und Hilfestellungen zu Standardfunktionen

– im Editorbereich ein

und übersetzen und starten Ihr Programm

auf Knopfdruck. Auch ein Debugger

für die Fehlersuche ist dabei.

Wenn Sie bereits unter Windows programmiert

haben, wird Ihnen dieser Ansatz

vertraut sein; Microsofts Entwicklungsumgebung

Visual Studio arbeitet

auch so und unterstützt dabei zahlreiche

Sprachen, u. a. Visual Basic, einen Verwandten

von PureBasic.

Eine kostenlose Testversion, die nur in

der Länge der Programmquelltexte beschränkt

ist, findet sich im Downloadbereich

des Herstellers; die Vollversion kostet

79 Euro – dafür gibt es eine lebenslange

Lizenz: Fantaisie Software verspricht,

dass jeder Käufer dauerhaft alle

neuen Versionen gratis erhält, sogar für

neue Plattformen.

Laden Sie von der PureBasic-Webseite die

Demoversion [2] herunter; Sie haben dort

die Wahl zwischen einer 32-Bit- und einer

64-Bit-Variante. Wir gehen im Folgenden

davon aus, dass Sie die 64-Bit-Version testen

möchten.

Demoversion installieren und starten

Die heruntergeladene Datei purebasicdemo_x64.tgz

liegt nun im Ordner Downloads.

Starten Sie den Dateimanager Dolphin,

wechseln Sie in den Ordner Downloads,

klicken Sie die neue Datei mit der

rechten Maustaste an und wählen Sie aus

dem Kontextmenü Entpacken / Archiv

hierher auspacken – dadurch entsteht ein

neues Verzeichnis purebasic-demo, in dessen

Unterordner compilers Sie hineinwechseln.

Hier finden Sie eine Datei purebasic,

die Sie anklicken: Dann startet das

Programm und zeigt das in drei Bereiche

unterteilte Fenster der Entwicklungsumgebung

an (Abbildung 1).

Abb. 1: Das Programmfenster von PureBasic ist dreigeteilt; links oben geben Sie Ihren

BASIC-Code ein, unten erscheinen Meldungen des Compilers.

Erste Schritte

Links oben geben Sie den Programmcode

ein, darunter erscheinen Informationsund

Fehlermeldungen des Compilers,

wenn Sie das Programm übersetzen und

starten. Der rechte Bereich ist konfigurierbar,

hier können Sie verschiedene Dinge

einblenden, z. B. eine Übersicht aller Prozeduren,

die Sie geschrieben haben.

Wir zeigen Ihnen hier nur Konsolenanwendungen,

denn diese sind in PureBasic

besonders schnell geschrieben. Für Interaktionen

mit dem Benutzer bietet die

Sprache u. a. die Befehle Print (Textausgabe),

PrintN (mit Zeilenumbruch) und

Input (Eingabe). Um Programme zu entwickeln,

die in der Shell laufen, müssen

Sie zunächst eine Einstellung ändern,

denn standardmäßig will PureBasic eine

grafische Anwendung erzeugen. Rufen Sie

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PureBasic

Titel

den Menüpunkt Compiler / Compiler-Optionen

auf und wählen Sie unter Executable

Format die Variante Console aus. Jetzt

ist PureBasic bereit für Ihre ersten einfachen

Programme.

Geben Sie im leeren Editorbereich die folgenden

drei Zeilen ein:

OpenConsole()

PrintN ("Hallo Welt")

a$ = Input()

Dann drücken Sie [F5], um das Programm

zu kompilieren und zu starten. Es öffnet

sich ein Terminalfenster, in dem „Hallo

Welt“ erscheint: Drücken Sie dort die Eingabetaste,

um das Fenster zu schließen

(und die Programmausführung zu beenden).

Sollte sich kein Fenster öffnen, verwendet

PureBasic das Terminal, in dem

Sie die Entwicklungsumgebung gestartet

haben. Übrigens: Wenn Ihnen die Schrift

im Editorbereich zu klein ist, lesen Sie im

Kasten Editor-Schriftart nach, wie Sie

Schriftart und ‐größe anpassen.

Um die BASIC-Datei zu speichern, drücken

Sie [Strg-S]: Dann öffnet sich ein Dateiauswahldialog.

Sie können einen Programmnamen

ohne Dateiendung wählen

(z. B. helloworld); PureBasic hängt dann

automatisch die Endung .pb an diesen Namen

an. Es ist hilfreich, für die Programmentwicklung

ein eigenes Verzeichnis anzulegen,

z. B. einen Ordner PureBasic in

Ihrem Home-Verzeichnis.

Editor-Schriftart

In der Voreinstellung verwendet der

Pure Basic-Editor eine relativ kleine

Schrift. Vor allem auf Notebooks mit

hoch auflösendem Display und auf großen

Desktopdisplays über 20 Zoll ist

diese nur schwer lesbar. Über die Optionen

können Sie die

Schrift wechseln. Rufen

Sie dazu den Menüpunkt

Datei / Einstellungen auf

und wechseln Sie im Einstellungsfenster

links

zum Punkt Editor / Bearbeiten

(Abbildung 2).

Sie sehen rechts verschiedene

Optionen für

den Editor, hier interessiert

uns der oberste

Punkt Zeichensatz. Klicken

Sie diese Schaltfläche

an, erscheint ein

Auswahlfenster für die

Wollen Sie das Programm

nicht nur testen, sondern

eine ausführbare Datei erstellen,

rufen Sie den Menüpunkt

Compiler / Executable

erstellen auf und wählen im

Dateiauswahldialog einen

Ort und Namen. Sie können

denselben Ordner wie für

den Quellcode verwenden

und auch als Name im Beispiel

wieder helloworld angeben

– diesmal hängt Pure-

Basic keine Endung an.

Das so generierte Programm

können Sie nun in einem

Terminalfenster starten, es

arbeitet unabhängig von der

Entwicklungsumgebung

und benötigt auch keine

speziellen Bibliotheken, so

dass Sie es sogar auf andere

Linux-Rechner kopieren

und dort starten können.

Die Quellcode-Dateien sind übrigens normale

Textdateien (mit UTF-8-Kodierung),

die Sie bei Bedarf auch in anderen Editoren

anschauen oder bearbeiten können:

Wenn Sie eine solche pb-Datei im KDE-

Editor Kate öffnen, aktiviert dieser sogar

das Syntax-Highlighting, weil er das Dateiformat

kennt (Abbildung 3).

Das kleine Beispielprogramm enthielt

schon zwei wichtige Komponenten von

Schrift. Sie können die Standardschrift

(Fixed Misc) beibehalten und nur die

Schriftgröße ändern, z. B. von 10 auf

13, oder gleich eine andere Schrift auswählen.

Gut lesbar ist z. B. die Schrift

DejaVu Sans Mono in Schriftgröße 12.

Abb. 2: In den Einstellungen ändern Sie die Schrift,

mit welcher der Editor den Quellcode anzeigt.

Abb. 3: Der KDE-Editor Kate erkennt das Dateiformat

der PureBasic-Quellcodedateien.

Anwendungen: Ein- und Ausgabe mit den

Befehlen Input und PrintN.

Eingabe und Ausgabe

Den Input-Befehl am Ende haben wir nur

eingebaut, damit sich das Programmfenster

nicht direkt wieder schließt: Input()

liest Ihre Eingabe von der Tastatur, und

diese ist erst abgeschlossen, wenn Sie

[Eingabe] drücken. Was Sie eingetippt haben,

landet in der Stringvariable a$, die

das kleine Beispielprogramm aber nicht

mehr auswertet. Wenn Sie eine ausführbare

Datei erstellen, benötigen Sie den abschließenden

Input-Befehl nicht.

Sinnvoller wird Input verwendet, um ein

Programm interaktiv zu machen: Es kann

dem Anwender damit Fragen stellen und

die eingelesenen Daten auswerten und

weiter verarbeiten. PrintN ist eine Variante

des klassischen BASIC-Befehls Print

(den es in PureBasic auch gibt): Während

Print den übergebenen Text auf die Konsole

schreibt, hängt PrintN noch einen

Zeilenumbruch an.

Projekt: Mini-Shell

PureBasic bringt etliche eingebaute Funktionen

mit, über die Sie z. B. auf Dateien

zugreifen und andere Programme starten

können. Im Rahmen dieses einführenden

Artikels können wir nur eine kleine Auswahl

der Sprachfeatures vorstellen (und

damit hoffentlich Lust auf mehr machen);

wir beschränken uns hier auf die Befehle,

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03/2013

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55


Titel

PureBasic

die Sie brauchen, um eine kleine Shell

(wie die Bash) zu entwickeln. Shells arbeiten

im Wesentlichen wie folgt:

l In einer Endlosschleife zeigen sie einen

Shell-Prompt an, in der Bash sehen Sie

z. B. immer Benutzer- und Rechnername,

das aktuelle Verzeichnis und ein

Dollar- ($) oder Raute-Zeichen (#).

Dahinter geben Sie einen Befehl ein.

l Die Shell muss dann einen neuen Prozess

erzeugen, in dem das gewünschte

Programm startet. Außerdem wartet sie,

bis das neue Programm beendet wurde.

l Danach springt die Shell an den Anfang

der Endlosschleife zurück, und es

erscheint wieder der Shell-Prompt.

In PureBasic gibt es für Endlosschleifen

die Befehle Repeat (wiederhole) und For-

Ever („ewig“): Alles, was Sie zwischen

diese beiden Befehle packen, wird dauerhaft

wiederholt. Um aus einer solchen

Schleife „ausbrechen“ zu können, steht

der Befehl Break zur Verfügung. Die Mini-

Shell soll sich bei Eingabe von exit beenden

(wie es auch die Bash tut); dafür benötigen

wir eine Fallunterscheidung.

PureBasic unterstützt die klassische If-

Then-Else-Konstruktion (siehe Artikel

Print „Hallo Welt“ ab Seite 38) mit folgender

Syntax:

If Bedingung

; Befehle

Else

; Befehle

EndIf

Den Else-Teil können Sie auch weglassen

und hinter den Befehlen direkt EndIf

schreiben. Das Semikolon ist in PureBasic

das Zeichen, das Kommentare einleitet.

Ein erster Ansatz für das Shell-Programm

sieht damit wie folgt aus:

Repeat

Print ("EasyShell: ")

eingabe$ = Input()

If eingabe$ = "exit"

Break ; Ende

EndIf

; Programm ausführen

ForEver

Abb. 4: Die Mini-Shell funktioniert: Mit wenigen Befehlen bilden Sie bereits die elementaren

Funktionen einer echten Shell nach.

Wenn Sie diesen Code eingeben und vor

der ersten Zeile den für Terminalanwendungen

zwingenden Befehl OpenConsole()

ergänzen, können Sie das Programm bereits

übersetzen und starten. Es liest so lange

neue Befehle ein, bis Sie exit eingeben.

Was noch fehlt, ist der Start der Programme.

Dafür stellt PureBasic das Kommando

RunProgram zur Verfügung. Sie

könnten einfach den Befehl RunProgram

(eingabe$) ergänzen; allerdings würde die

Mini-Shell dann nicht auf das Ende der

Programmausführung warten. RunProgram

ist eine Funktion, die auch einen Rückgabewert

hat: Den können Sie sich merken

und in anderen PureBasic-Funktionen verwenden.

Die korrekte Lösung für den Programmstart

sieht folgendermaßen aus:

p = RunProgram (eingabe$, "", "", #PB_ProgU

ram_Open)

WaitProgram (p)

CloseProgram (p)

Der Aufruf von RunProgram ist hier etwas

komplexer. Wenn Sie in der PureBasic-

Dokumentation nachschlagen, finden Sie

heraus, dass Sie beim Programmstart die

Option #PB_Program_Open verwenden

müssen: Die sorgt dafür, dass die Mini-

Shell das gestartete Programm beobachten

kann. Um auf das Ende des Programms

zu warten, benutzen Sie dann

den Befehl WaitProgram(p).

Er braucht p als Argument,

denn Sie können mit RunProgram

beliebig viele Programme

starten und müssen

WaitProgram mitteilen, auf

welches davon Sie warten

möchten. Schließlich müssen

Sie noch CloseProgram(p)

aufrufen, um der Shell zu sagen,

dass Sie das beendete

Programm nicht weiter beobachten

wollen.

Bauen Sie diese drei Befehle

anstelle des Kommentars einen aus.

Abb. 5: Wenn der

Editor Befehle vorschlägt,

wählen Sie

(; Programm ausführen) in das Programm

ein, dann funktioniert es schon: Sie können

die Mini-Shell mit [F5] kompilieren

und starten und dann in Ihrem Shell-Programm

z. B. ls oder ps eingeben. Ein Problem

entsteht, wenn Sie ein falsches Kommando

eingeben: Dann ist der Aufruf

RunProgram (eingabe$, ...) nicht erfolgreich,

und WaitProgram(p) führt zu einer

Fehlermeldung, weil p nicht für ein gestartetes

Programm steht (sondern den

Fehlercode 0 enthält). Das Problem können

Sie vermeiden, indem Sie mit

IsProgram(p) testen, ob der Aufruf von

RunProgram erfolgreich war:

If IsProgram (p)

WaitProgram (p)

CloseProgram (p)

EndIf

Eine weitere Fehlfunktion Ihrer Mini-Shell

entdecken Sie, wenn Sie in der Shell gar

nichts eingeben und nur [Eingabe] drücken

– dann schlägt schon der Aufruf von

RunProgram fehl und verursacht

einen Abbruch. Also

müssen Sie noch den Fall einer

leeren Eingabe abfangen.

Dazu können Sie den Pure-

Basic-Befehl Continue verwenden:

Der führt in allen

Schleifen dazu, dass die restlichen

Befehle innerhalb der

Schleife übersprungen werden

und es direkt mit dem

nächsten Schleifendurchlauf

weitergeht. Wie das funktioniert,

sehen Sie am leichtesten

am folgenden Beispiel,

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PureBasic

Titel

das eine klassische BASIC-

Zählschleife mit den Schlüsselwörtern

For und Next verwendet:

Sie zählt eine Variable von

1 bis 8 hoch und führt für jede

der Zahlen die Befehle zwischen

For und Next aus:

For i = 1 To 8

If i = 5

Continue

EndIf

Print (Str(i) + ",")

Next

Ohne die Fallunterscheidung

würde dieser Code 1,2,3,4,5,

6,7,8, ausgeben. Mit den zusätzlichen

Befehlen prüft das

Programm, ob i den Wert 5

hat: Wenn ja, dann sorgt Continue dafür,

dass die restlichen Befehle in diesem

Durchlauf übersprungen werden – also

auch der Print-Befehl. Dadurch ist das

Endergebnis 1,2,3,4,6,7,8, (ohne die „5“).

Hätten Sie in diesem Beispiel statt Continue

den Befehl Break verwendet, wäre die Ausgabe

noch kürzer gewesen (nur 1,2,3,4,).

Continue ändert also nur das Verhalten eines

Schleifendurchlaufs, während Break

eine Schleife komplett abbricht.

Für die Mini-Shell brauchen Sie nach der

Eingabe mit Input darum diese Befehle:

If eingabe$ = ""

Continue

EndIf

Wenn Sie das alles zusammenbauen, entsteht

Code, der zunächst prüft, ob die Eingabe

leer ist. Dann prüft er, ob die Eingabe

exit ist. Wenn auch das nicht der Fall

ist, wird der jeweilige Befehl ausgeführt.

Das kann man in PureBasic schöner machen,

denn es gibt die Befehle Select (Auswahl)

und Case, mit denen sich verschiedene

Fälle behandeln lassen.

Select-Befehl

Sie können Select auch verwenden, um

neben exit noch weitere interne Kommandos

zu unterstützen. Die Tests auf leere

Eingabe, exit und ein neues Kommando

ver, das Versionsinformationen über die

Mini-Shell ausgeben soll, könnten mit Select

wie folgt aussehen:

Select eingabe$

Case ""

Continue

Case "exit"

Abb. 6: Die Onlinehilfe hält zu allen PureBasic-Befehlen eine Referenz

bereit – und zwar in deutscher Sprache.

Break

Case "ver"

PrintN ("EasyLinux Mini‐Shell 1.0")

Default

; Programm starten

EndSelect

(Der Eintrag Default steht in der Select-

Konstruktion für alle sonstigen Fälle.) Insgesamt

entsteht auf diese Weise das Mini-

Shell-Programm in Abbildung 4. Besonders

nützlich ist es nicht: Es verarbeitet

nur Befehle, die aus einem einzelnen

Kommando bestehen – sobald Sie z. B.

versuchen, ls ‐l einzugeben, erzeugt das

eine Fehlermeldung, denn die Mini-Shell

versucht, ein Programm mit dem Namen

ls ‐l zu starten. Was hier also noch fehlt,

ist die Zerlegung der Eingabe in einen Befehl

und seine Argumente. Das wäre nun

der Ausgangspunkt für Ihre ersten eigenen

Experimente; dazu ein Tipp: Schauen

Sie sich die Beschreibung des Befehls

StringField an.

Cleveres Syntax-Highlighting

Bei der Eingabe (oder beim Betrachten

der Screenshots) ist Ihnen sicher aufgefallen,

dass der PureBasic-Editor Schlüsselworte

wie Repeat und Case durch fette

Schrift und eine andere Farbe hervorhebt.

Das Programm bietet hier aber noch

mehr: Springen Sie z. B. mit dem Cursor

auf den Befehl Repeat am Programmanfang,

dann wird dieser unterstrichen –

und gleichzeitig auch der „schließende“

ForEver-Befehl. Der Editor erkennt also

Anfang und Ende von Blöcken. In diesem

Beispiel markiert er außerdem die Befehle

Continue und Break, die in der Schleife

auftauchen, weil beide das

Verhalten dieser Schleife beeinflussen.

Das ist ein nützliches

Feature, vor allem dann,

wenn Sie mehrere Schleifen

ineinander schachteln.

Auch bei der Eingabe des Programms

kommt Ihnen der Editor

entgegen: Er erkennt Anfänge

von PureBasic-Befehlen

und bietet automatisch Vervollständigungen

an (Abbildung

5). Sie wählen dann mit

den Cursortasten den richtigen

Treffer aus und übernehmen

ihn mit [Tab].

Sobald der Cursor in einem

PureBasic-Befehl steht, blendet

das Programm unten eine

Kurzhilfe zum Kommando ein. Reicht Ihnen

das nicht aus, drücken Sie [F1]: Dann

öffnet sich die Onlinehilfe und zeigt die

ausführliche deutschsprachige Beschreibung

des Befehls an (Abbildung 6).

Mehr Informationen

Wenn Sie über ausreichende Englischkenntnisse

verfügen, um sich die Lektüre

eines BASIC-Buchs in dieser Sprache zuzutrauen,

finden Sie auf der PureArea-

Webseite ein 350 Seiten starkes PureBasic-Buch

zum Gratisdownload [3]. Es behandelt

zwar die ältere Version 4.0, ist

aber trotzdem eine nützliche Informationsquelle.

Es gibt auch eine unvollständige

Übersetzung ins Deutsche [4].

Richtig interessant wird PureBasic, wenn

Sie damit grafische Anwendungen entwickeln;

es sind sogar alle nötigen Features

vorhanden, um kleinere Spiele zu

programmieren. Das erfordert aber eine

ausführlichere Beschäftigung mit der

Sprache. (hge)

n

Infos

[1] PureBasic: http:// www. purebasic. com/

(http:// ezlx. de/ d3t1)

[2] Demoversion: http:// www. purebasic.​

com/ download. php (http:// ezlx. de/ d3t2)

[3] PureBasic-Buch: http:// www. purearea.​

net/ pb/ download/ PureBasicBook. pdf

(http:// ezlx. de/ d3t3)

[4] Deutsches PureBasic-Buch:

http:// purearea. net/ pb/ download/​

PureBasicBuch. pdf (http:// ezlx. de/ d3t4)

[5] FreeBASIC: http:// www. freebasic. net/

(http:// ezlx. de/ d3t5)

[6] Gambas: http:// gambas. sourceforge. net/

(http:// ezlx. de/ d3t6)

EasyLinux

03/2013

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57


Titel

Homecomputer

Klassiker aus den 80ern wiederbeleben

Homecomputer mit BASIC

Hans-Georg Eßer

Die Vorgänger der PCs waren die Homecomputer: Mit 8-Bit-CPUs und

64 KByte Arbeitsspeicher waren sie nicht besonders leistungsfähig

– sie hatten aber einen BASIC-Interpreter eingebaut, was

viele frühe Computerbesitzer zum Programmieren brachte.

In einigen Kellern verstauben sie, obwohl

bei ihrem Anblick Sammlerherzen

höher schlagen und der Oldtimer-Experte

die Schätzchen in eine Vitrine stellen

würde: Die Rede ist von Homecomputern

aus den 80er-Jahren – und damit von den

ersten Geräten, welche die privaten Haushalte

eroberten und mehr als eine Partie

Pong boten. Ernsthaft benutzen wollen

heute nur noch wenige Anwender einen

solchen Rechner; wer ihn in funktionsfähiger

Form besitzt und einschaltet, merkt

schnell, dass die Homecomputer mit heutigen

PCs wenig gemeinsam haben. Die

Bildschirmauflösung ist niedrig (einige Geräte

können wegen zu weniger Pixel nur

40 Zeichen pro Zeile darstellen), der Prozessor

schnarchend langsam (typisch:

1 MHz), und Arbeitsspeichergrößen zwischen

32 und 128 KByte sowie Kassetten

und kleine Disketten als Datenträger machen

deutlich, dass man hier nicht viel

Leistung erwarten darf.

Praktisch alle Homecomputer starten einen

im ROM eingebauten BASIC-Interpreter

und sind direkt nach dem Einschalten

betriebsbereit: Sie warten dann darauf,

dass der Nutzer beginnt, ein BASIC-Programm

einzutippen (oder von Kassette/​

Diskette nachzuladen). Für den spielerischen

Einstieg in die BASIC-Programmierung

reicht das aus, und erste einfache

Programme sind schnell erstellt.

Die alten Geräte tauchen immer wieder in

Ebay-Auktionen auf, doch auch wer kein

solches Technikschätzchen besitzt, kann

über einen Emulator in den Genuss der

8-Bit-Welt kommen. Wir stellen in diesem

Artikel Emulatoren für zwei Geräte vor,

die in den 80er-Jahren populär waren,

und helfen bei den ersten Schritten mit

dem eingebauten BASIC.

Commodore C64

Der erfolgreichste Homecomputer war

der Commodore C64 [1] (Abbildung 1):

Der Name weist darauf hin, dass dieser

Rechner mit 64 KByte Speicher ausgestattet

war (es gab auch einen Nachfolger namens

C128 mit doppeltem RAM), und die

meisten Computerspiele wurden in den

80ern zunächst für den C64 entwickelt

und dann eventuell auf andere Homecomputer

portiert. Insofern war der C64

Mainstream.

Für den C64 gibt es

Emulatoren für Windows,

Linux, OS X und sogar Mobilbetriebssysteme.

Von den unter Linux verfügbaren

Programmen haben wir uns

VICE [2] und Frodo [3] angesehen. VICE

betrachten viele Nutzer als den besten

C64-Emulator; im Test hatten wir allerdings

Probleme mit der Tastaturbelegung.

Es waren nicht alle fürs Programmieren

nötigen Buchstaben erreichbar. Außerdem

fehlen bei den VICE-Paketen für Linux

die ROM-Dateien des C64, ohne die

er nicht funktioniert. Sie können diese

zwar nachträglich herunterladen (siehe

Kästen zur Installation), aber das macht

die Ersteinrichtung umständlicher.

Frodo funktionierte sofort, lief allerdings

etwas langsamer als VICE. Da wir keine

Frodo-Pakete für Ubuntu finden konnten,

haben wir noch eine weitere Alternative

gesucht und diese in CCS64 [6] gefunden:

Das ist ein alter C64-Emulator für MS-

DOS, den Sie mit Hilfe von dosbox (einem

DOS-Emulator für Linux) starten.

Hinweise zur Installation finden Sie in

den Kästen Installation unter OpenSuse

und Installation unter Ubuntu für die beiden

Distributionen. Wenn Sie den emulierten

C64 starten, erscheint seine Einschaltmeldung

in weißer Schrift auf dem

typischen blauen Hintergrund; Blau war

bei Homecomputern sehr beliebt.

Schneider CPC

Vom Schneider CPC (Colour Personal

Computer) [4] gibt es drei Varianten: Die

CPCs 464 und 664 mit 64 KByte RAM

und den CPC 6128 mit 128 KByte RAM.

Binagel, Fotolia

Abb. 1: Der Commodore C64 wird von seinen

Fans liebevoll „Brotkasten“ genannt.

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EasyLinux 03/2013


Homecomputer

Titel

Die erste Zahl (4 oder 6) steht für den

fest eingebauten Datenträger: Der älteste

CPC hat ein Kassettenlaufwerk für klassische

Audiokassetten, während die beiden

Modelle mit der 6 am Anfang ein

3-Zoll-Diskettenlaufwerk besitzen. Das

ist kein Schreibfehler: Es sind wirklich

3-Zoll- und nicht die bei PCs üblichen

3,5-Zoll-Disketten.

Das BASIC im Schneider CPC ist leistungsfähiger

und auch schneller als die Variante

im C64, außerdem können die CPCs

mit Diskettenlaufwerk ein echtes Betriebssystem

booten: CP/​M erinnert von der Bedienung

stark an MS-DOS, und es waren

einige Programme aus der MS-DOS-Welt

auch für CP/​M verfügbar, z. B. der Pascal-

Compiler Turbo Pascal und die Textverarbeitung

WordStar.

Auch für den CPC gibt es viele Emulatoren,

wir haben für diesen Artikel das Programm

CPCemu [5] verwendet (Abbildung

4), für dessen Installation Sie wieder

die Anleitungen in den Kästen Installation

unter OpenSuse und Installation unter

Ubuntu nutzen können.

Installation unter OpenSuse

Abb. 2: Geschafft: Der C64 läuft, und der Cursor blinkt.

Tasten

Bevor Sie mit dem Programmieren loslegen,

sollten Sie sich mit der Tastaturbelegung

Ihres emulierten Homecomputers

vertraut machen – die Buchstaben und

Zahlen erreichen Sie alle wie gewohnt (je

nach Emulator sind eventuell Y und Z vertauscht),

aber die Sonderzeichen liegen

meist auf ungewohnten Positionen. Drücken

Sie einfach im laufenden Emulator

probeweise alle Tasten und merken Sie

sich, welche Zeichen erscheinen – vor allem

=, +, -, ; und : werden Sie gelegentlich

brauchen.

Original-BASIC

Die klassischen BASIC-Interpreter der

Homecomputer kennen keine Funktionen

oder Prozeduren – BASIC-Varianten mit

solchen Features wurden erst Jahre später

entwickelt. Es gibt im ursprünglichen BA-

SIC zwei Möglichkeiten, Sprünge im Programm

durchzuführen:

l Verzweigungen mit GOTO, dabei geben

Sie ein Ziel an, an dem der Interpreter

die Programmausführung fortsetzt.

l Unterprogrammaufrufe mit GOSUB,

das ist ein Vorläufer von Funktionen

oder Prozeduren: Sie können damit in

ein Unterprogramm springen und mit

RETURN zur aufrufenden Position zurück

kehren. Allerdings ist keine Parameterübergabe

möglich.

Erschwerend kommt bei den alten BASICs

noch hinzu, dass sie keine Label kennen,

mit denen man Sprungzielen einen Namen

geben kann – stattdessen erhält jede

Programmcodezeile eine Zeilennummer.

Der Interpreter springt dann bei der Abarbeitung

jeweils von einer Zeile zur Zeile

mit der nächst größeren Zahl.

Auch gibt es keinen Quelltexteditor: Sie

erstellen eine Programmzeile, indem Sie

zunächst die Zeilennummer und dann

den Befehl (oder mehrere Befehle) eingeben.

Mit [Eingabe] landet die neue Codezeile

im Programm. Um sich einen Überblick

über das bestehende Programm zu

verschaffen, verwenden Sie das Kommando

LIST.

Die folgenden Beispiele funktionieren auf

dem C64 und auch auf dem Schneider

CPC. Wir starten zunächst mit „Hallo

Welt“ – in der fortgeschrittenen Variante,

welche diesen Text in einer Endlosschleife

immer wieder ausgibt:

OpenSuse-Anwender müssen zunächst

eine spezielle Paketquelle (ein Repository)

einrichten, die nur Emulatoren enthält.

Das geht am schnellsten auf der

Kommandozeile: Öffnen Sie mit [Alt-F2]

und Eingabe von konsole ein Terminalfenster

und geben Sie darin das folgende

Kommando ein:

sudo zypper ar http://download.opensuse.oU

rg/repositories/Emulators/openSUSE_12.3/EU

mulators.repo

(Anwender von OpenSuse 12.2 oder einer

älteren Version passen die Versionsnummer

in der Adresse an, also z. B.

…/​openSUSE_12.2/​… statt …/​open-

SUSE_12.3/​…)

Für die Installation der Emulatoren verwenden

Sie dann eines oder mehrere

der folgenden Kommandos:

l VICE: sudo zypper in vice

l Frodo: sudo zypper in Frodo

l CPCemu: sudo zypper in cpcemu

Für VICE benötigen Sie anschließend

noch die ROM-Dateien; die Installationsanleitung

dazu ist von der Distribution

unabhängig – Sie finden sie im Kasten

ROMs für VICE.

Nach der Installation starten Sie die

Emulatoren, indem Sie mit [Alt-F2] ein

Schnellstartfenster öffnen und darin

x64 (für den C64-Emulator VICE), Frodo

(für Frodo) oder cpcemu (für den CPC

6128) eingeben.

10 REM HALLO‐WELT‐PROGRAMM

20 PRINT "HALLO WELT ";

30 GOTO 20

Die erste Programmzeile (Zeile 10) stellt

nur einen Kommentar dar. In vielen BA-

SIC-Dialekten (z. B. auf dem Schneider

CPC) können Sie statt REM auch einen

Apostroph verwenden. Zeile 20 ruft den

fest eingebauten Befehl PRINT auf und

gibt HALLO WELT und ein Leerzeichen

aus – das Semikolon am Befehlsende steht

dafür, dass kein Zeilenumbruch erfolgt. In

Zeile 30 fordert schließlich der Befehl

GOTO 20 den Interpreter auf, zu Zeile 20

zurückzuspringen und diese erneut auszuführen.

Um das Programm zu starten,

geben Sie (ohne Zeilennummer) den Be-

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03/2013

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59


Titel

Homecomputer

fehl RUN ein. Sie brechen es wieder ab,

indem Sie einmal (C64) bzw. zweimal

(CPC) [Esc] drücken.

Variablen, Ein- und Ausgabe

BASIC-Programme speichern Zahlen und

Text in Variablen; die klassischen BASIC-

Interpreter verwenden für jede Variable

einen einfachen Buchstaben (A, B usw.).

Wenn die Variable Text enthalten soll, ist

sie eine String-Variable und erhält am

Ende ein Dollarzeichen als Kennzeichnung

(A$, B$ usw.).

Mit Variablen können Sie rechnen, z. B.

gibt dieses Programm die Summe 30 aus:

10 A = 10

20 B = 20

30 C = A + B

40 PRINT "SUMME "; C

Der PRINT-Befehl akzeptiert mehrere Argumente,

die durch ein Semikolon getrennt

werden – es erscheint dann alles in

einer Zeile. Soll das Programm über die

Tastatur eine Eingabe einlesen, benutzen

Sie den Befehl INPUT:

10 PRINT "DEIN NAME: "

20 INPUT A$

30 PRINT "DEIN ALTER: "

40 INPUT B

50 PRINT "NAME: "; A$; " ‐ ALTER: "; B

Unterprogramme

Wollen Sie eine Subroutine (ein Unterprogramm)

aufrufen, können Sie den Befehl

GOSUB verwenden. Das folgende Beispiel

zeigt, wie Sie eine einfache Additionsfunktion

schreiben können:

100 A=10 : B=20 : GOSUB 200

110 PRINT A; "+"; B; "="; C

120 PRINT "GIB A EIN: "; : INPUT A

130 PRINT "GIB B EIN: "; : INPUT B

140 GOSUB 200

150 PRINT A; "+"; B; "="; C

160 END

200 REM ADDIERER

210 C = A + B

220 RETURN

Der Doppelpunkt, der hier mehrfach auftaucht,

ist ein Befehlstrenner: Damit können

Sie mehrere Befehle in eine einzelne

Zeile packen. Über den Befehl END in

Zeile 160 wird das Programm beendet –

wenn dieser Befehl fehlt, setzt der Interpreter

die Ausführung in der folgenden

Zeile fort. Das ist hier aber nicht gewünscht,

denn in Zeile 200 beginnt das

Unterprogramm, das die Summe berechnet:

Es soll nur über GOSUB angesprungen

werden.

Eine echte Parameterübergabe (wie in

modernen Programmiersprachen) ist nicht

möglich. Sie können diese nur simulieren,

indem Sie Variablen vor dem Aufruf des

Unterprogramms mit passenden Werten

füllen und in der Subroutine darauf zugreifen.

Für die Rückgabe des Ergebnisses

wählen Sie denselben Weg. Im Beispielprogramm

sind A und B die Parameter,

und C ist der Rückgabewert. In modernen

BASIC-Dialekten würde das Programm

stattdessen wie folgt aussehen:

A=10 : B=20 : C = add (A, B)

PRINT A; "+"; B; "="; C

PRINT "GIB A EIN: "; : INPUT A

PRINT "GIB B EIN: "; : INPUT B

C = add (A, B)

PRINT A; "+"; B; "="; C

REM ADDIERER

FUNCTION add (x,y)

RETURN x+y

END FUNCTION

Installation unter ubuntu

Den C64-Emulator VICE finden Sie unter

Kubuntu im Multiverse-Repository, das zunächst

nicht eingebunden ist. Das ändern

Sie wie folgt:

Starten Sie über Anwendungen / System

/ Paketverwaltung (Muon-Paketverwaltung)

die Paketverwaltung und wählen Sie

darin den Menüpunkt Einstellungen / Configure

Software Sources aus; Sie müssen

danach Ihr Passwort eingeben.

Im Fenster Software-Paketquellen (Abbildung

3) prüfen Sie, dass bis auf den Eintrag

Quelltext alle Häkchen gesetzt sind,

und klicken dann auf Schließen.

Verlassen Sie dann die Paketverwaltung

und starten Sie diese erneut.

Jetzt können Sie die Suchfunktion

über das Eingabefeld rechts

oben verwenden: Geben Sie als

Suchbegriff C64 ein, wählen Sie

unter den Treffern den Eintrag

Commodore 64 aus und klicken

Sie auf Installieren. Danach müssen

Sie noch die ROM-Dateien

installieren; die Installationsanleitung

dazu ist von der Distribution

unabhängig – Sie finden sie

Abb. 3: In Ubuntus Paketverwaltung aktivieren Sie alle Repositories

(mit Ausnahme der „Quelltext“-Quelle).

im Kasten ROMs für VICE. Sie starten

VICE anschließend, indem Sie mit [Alt-F2]

ein Schnellstartfenster öffnen und darin

x64 eingeben.

Frodo ist nicht als Ubuntu-Paket verfügbar;

Sie können aber den für DOS entwickelten

Emulator CCS64 verwenden. Installieren

Sie zunächst über die Paketverwaltung

das Paket dosbox und laden Sie

dann das CCS64-Paket (CCS64DOS.ZIP)

von der Downloadseite [7] herunter. Entpacken

Sie das ZIP-Archiv – es enthält

eine Datei ccs64.exe. Wechseln Sie im

Dateimanager in den Ordner mit der Datei

und klicken Sie diese an – im Dialog Öffnen

mit, der dann erscheint, geben Sie

dosbox ein und drücken [Eingabe]. Dann

startet der C64; die ROMs sind hier bereits

enthalten.

Für den Schneider CPC gibt es auf der

CPCemu-Projektseite [5] ein Archiv cpcemu-linux-x86-1.7.tar.gz,

das Sie herunterladen

und unter Ubuntu nutzen können.

Es ist für 32-Bit-Linux-Versionen gedacht:

Wenn Sie eine solche verwenden, können

Sie das Paket einfach entpacken, in das

neu erstellte Unterverzeichnis cpcemu-1.7

wechseln und die darin enthaltene Programmdatei

cpc6128 anklicken.

Arbeiten Sie mit einer 64-Bit-Version von

Ubuntu oder Kubuntu, installieren

Sie vorher noch über die Paketverwaltung

das Paket ia32-

libs – es enthält Bibliotheken,

die Ubuntu für die Verwendung

von 32-Bit-Programmen braucht.

Wenn der Emulator läuft, wählen

Sie zunächst die Sprache aus.

Es erscheint dann ein Begrüßungsbildschirm,

den Sie mit

[Eingabe] verlassen. Dann startet

der CPC.

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Homecomputer

Titel

Fallunterscheidung

Um verschiedene Situationen zu unterscheiden,

kennt BASIC die Befehle IF

(falls) und THEN (dann); in einigen Varianten

der Sprache kommt noch das

Schlüsselwort ELSE (andernfalls) hinzu.

Der folgende Programmcode liest beispielsweise.

mit INPUT eine Zahl ein und

entscheidet dann, ob sie kleiner als 100 ist

oder nicht:

10 PRINT "GIB WERT EIN: ";

20 INPUT X

30 IF X < 100 THEN PRINT "KLEINER ALS 100"

40 IF X >= 100 THEN PRINT "GROESSER ODER U

GLEICH 100"

Variablennamen wie X dürfen übrigens

nicht beliebige Längen haben; für maximale

Kompatibilität verwenden Sie nur

Namen mit Länge 1 (also einzelne Buchstaben).

Der C64 akzeptiert längere Namen,

unterscheidet aber nur die ersten

zwei Buchstaben: X und XY sind dort verschiedene

Variablen, aber XY und XYZ

sind es nicht. Beim Schneider CPC dürfen

die Variablennamen bis zu 40 Zeichen

lang sein.

ROMs für VICE

VICE emuliert nur die Hardware eines

C64 – für den Betrieb brauchen Sie aber

auch die Software, die beim echten C64

in einem ROM-Baustein steckt. Die benötigten

Dateien sind in der Windows-

Version von VICE schon enthalten; bei

den Linux-Paketen fehlen sie.

Laden Sie das Windows-Programmpaket

WinVICE-2.4-x86.zip von der VICE-Projekt-Homepage

[2] herunter und entpacken

Sie es mit dem Dateimanager.

Wechseln Sie dann in den neuen Unterordner

WinVICE-2.4-x86.

Öffnen Sie ein zweites Dateimanagerfenster

und erzeugen Sie in Ihrem

Home-Verzeichnis einen Ordner .vice.

Nun kopieren Sie aus dem WinVICE-Ordner

alle Verzeichnisse, deren Namen

nur Großbuchstaben und Zahlen enthalten

(C64, C128, DRIVES usw.) in das

neue Verzeichnis .vice.

Danach starten Sie den C64 über [Alt-

F2] und Eingabe von x64 (mit „x“, nicht

mit „c“) in das Schnellstartfenster.

Schleifen

Eine einfache Schleife haben Sie schon

gesehen: Mit GOTO können Sie jederzeit

zu einer früheren Stelle im Code zurückspringen

und so immer

wieder dieselben Befehle

ausführen. Beliebter ist

aber die so genannte Zählschleife:

Sie verwendet

eine Variable, die nacheinander

verschiedene Werte

annimmt. Das folgende

Beispiel gibt alle ungeraden

Zahlen zwischen 1

und 9 aus:

10 FOR I = 1 TO 9 STEP 2

20 PRINT I,

30 NEXT I

Die Variable I erhält in Zeile

10 zunächst den Wert 1,

dann wird dieser in Zeile 20 ausgegeben,

und durch den Befehl NEXT I in Zeile 30

geht es zurück zum Anfang der Schleife.

Normal würde eine FOR-Schleife nun den

Wert um 1 erhöhen, aber durch das

Schlüsselwort STEP addiert der Interpreter

stattdessen immer 2 – der Wert von I im

nächsten Durchlauf ist also 3, danach 5, 7

und schließlich 9. Wenn der Endwert erreicht

ist, bricht die Schleife ab (Abbildung

5).

Schleifen können Sie auch schachteln und

wie folgt zum Beispiel eine kleine Multiplikationstabelle

(das kleine Einmaleins)

ausgeben:

10 FOR I = 1 TO 10

20 FOR J = 1 TO 10

30 PRINT I; " x "; J; " = "; I*J

40 NEXT J

50 NEXT I

Beachten Sie, dass hier in Zeile 40 zunächst

die innere Schleife beendet wird

(FOR J … NEXT J) und dann in Zeile 50

die äußere Schleife (FOR I … NEXT I). Bei

den meisten BASIC-Dialekten können Sie

im NEXT-Befehl auch auf den Namen der

Variable verzichten.

Fazit

BASIC hat zwar heute nicht

mehr dieselbe Bedeutung

wie in den 1980er-Jahren,

eignet sich aber noch immer

für kleinere Programmierprojekte

– nicht nur

auf den hier vorgestellten

Emulatoren, sondern auch

(mit moderneren BASIC-

Versionen) direkt auf dem

PC, wie der PureBasic-Artikel

dieser Ausgabe ab Seite

Abb. 4: Das Programm CPCemu kann alle drei Versionen

des Schneider CPC emulieren.

54 zeigt. Für weitere Schritte mit den

Homecomputer-BASICs können Sie Handbücher

im Internet studieren: Die Seite

Homecomputermuseum.de bietet Einführungen

in die BASIC-Befehle diverser

Homecomputer [8]. (hge)

n

Infos

[1] C64 bei Wikipedia: http:// de. wikipedia.​

org/ wiki/ C64 (http:// ezlx. de/ d3n1)

[2] VICE: http:// sourceforge. net/ projects/​

vice‐emu/ (http:// ezlx. de/ d3n2)

[3] Frodo: http:// frodo. cebix. net/

(http:// ezlx. de/ d3n3)

[4] Schneider CPC bei Wikipedia:

http:// de. wikipedia. org/ wiki/ Amstrad_

CPC (http:// ezlx. de/ d3n4)

[5] CPCemu: http:// www. cpc‐emu. org/

(http:// ezlx. de/ d3n5)

[6] CCS64: http:// www. ccs64. com/

(http:// ezlx. de/ d3n6)

[7] CCS64-Download:

http:// csdb. dk/ release/ download. php?​

id=113536 (http:// ezlx. de/ d3n7)

[8] BASIC-Handbücher:

http:// www. homecomputermuseum. de/​

doku/ man_de. htm (http:// ezlx. de/ d3n8)

Abb. 5: Mit einer „FOR“-Schleife wiederholen Sie

gleichartige Berechnungen mit verschiedenen Werten.

EasyLinux

03/2013

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61


Workshop

Suse Studio

Kirill Zdorov, 123RF

Virtuelle Maschinen mit Suse Studio erstellen

Bildhaft schön

Martin Loschwitz Virtualisierung ist sehr nützlich, um Linux-Versionen

oder große Softwarepakete zu testen. Andererseits ist

es umständlich, virtuelle Maschinen einzurichten –

Suse Studio nimmt Ihnen diese Aufgabe ab und baut

Provider den Kunden oft fertige Betriebssystem-Images

an, die diese dann per

Mausklick einfach auswählen können.

Flugs entsteht so eine neue VM. Um die

virtuellen Abbilder für Cloud-Installationen

schnell bauen zu können, hat Suse

das Suse Studio [1] entwickelt – und als

Nebenprodukt steht diese Webanwendung

nun kostenlos für alle Anwender zur

Verfügung.

In diesem Artikel stellen wir die wichtigsten

Funktionen vor und zeigen, wie Sie

über das Studio bei Bedarf auch zu einem

Rettungs-USB-Stick oder einem bootbaren

Live-System kommen.

Den eigenen Linux-PC konfigurieren

viele Anwender sehr individuell

– oft vergehen viele Stunden,

bis das System an die eigenen Bedürfnisse

angepasst ist. Wenn erstmal alles so läuft

wie gewünscht, ist die Hemmschwelle

hoch, größere Updates einzuspielen oder

neue Funktionen auszuprobieren. Virtuelle

Maschinen (VMs) bieten hier einen

Ausweg: Darin installieren Sie einfach eines

oder mehrere zusätzliche Linux-Systeme,

in denen Sie dann nach Belieben

Dinge ausprobieren können. Geht in einer

VM mal etwas schief, ist das nicht so tragisch,

weil das Hostsystem (also die Installation

auf dem Rechner, nicht die in

der VM) nicht betroffen ist.

In Form von VMware und VirtualBox stehen

für Linux zwei Lösungen für Virtualisierung

zur Verfügung, die mit einer ansprechenden

Oberfläche daherkommen

und leicht zu bedienen sind. Das Aufsetzen

einer VM ist im Grunde die normale

fertige Festplatten-Images nach Ihren Vorgaben.

Linux-Installation, die allerdings viel Zeit

verschlingt: Vom Booten des Installationsmediums

bis zum fertigen System vergeht

schnell eine halbe Stunde, und dann fehlen

noch die umfassenden Updates, die

sich frisch installierte Systeme direkt nach

dem ersten Start gerne genehmigen.

Abhilfe aus der Cloud

Abhilfe für dieses Problem kommt von

Suse. Das Nürnberger Unternehmen

feilt seit einiger Zeit

heftig an seiner Cloud-Strategie

für Geschäftskunden. In

typischen Cloud-Installationen

spielt Virtualisierung ebenfalls

eine große Rolle: Kunden erhalten

die Möglichkeit, auf

Servern des Anbieters bei Bedarf

schnell virtuelle Maschinen

zu starten. Weil die Einstiegshürde

so gering wie möglich

sein soll, bieten Cloud-

Voraussetzungen

Zunächst eine kurze Anmerkung zur Virtualisierung:

Damit Sie die mit Suse Studio

erzeugten Images nutzen können, benötigen

Sie auf Ihrem PC, dem Hostsystem, ein

Virtualisierungsprogramm. Für Linux stehen

gleich mehrere Vertreter dieser Art zur

Verfügung, darunter der VMware Player

[2] und VirtualBox [3], mit dem sich ein älterer

Artikel [4] schon ausgiebig beschäftigt

hat. Suse Studio beherrscht derzeit nur

den Export der virtuellen Platten in das

VMware-eigene VMDK-Format. Weil Vir-

Abb. 1: Über das Suse-Studio-Betaprogramm nutzen

Sie Features, die Suse noch nicht für fertig hält.

64 www.easylinux.de

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Suse Studio

Workshop

tualBox aber VMDK-Dateien importieren

kann, haben Sie die freie Wahl zwischen

den beiden Tools.

Registrierung

Um Suse Studio zu nutzen, müssen Sie einen

Account für den Dienst haben. Die

gute Nachricht ist: Der Dienst unterstützt

viele verschiedene Zugangsarten von anderen

Diensten. Wenn Sie einen Account

bei Google besitzen, können Sie diesen

ebenso benutzen wie ein bereits vorhandenes

Twitter- oder Facebook-Konto.

Auch jeder Dienst mit Anbindung an das

OpenID-System [5] ist kompatibel. Die

Chancen stehen also gut, dass Sie bereits

über einen Zugang bei einem der diversen

Dienste verfügen. In diesem Fall wählen

Sie beim Login in Suse Studio nur den

passenden Dienst aus, der Rest geschieht

automatisch.

Müssen Sie doch manuell einen eigenen

Studio-Zugang anlegen, ist das auch kein

Problem und schnell erledigt. Nach dem

ersten Login präsentiert sich das Studio

mit der Startseite.

Ein paar Hinweise zur Orientierung: Weil

Suse Studio eben nicht nur VM-Images,

sondern auch Abbilder für Live-CDs oder

USB-Sticks erzeugen kann, heißen die

Images nicht Image, sondern Appliance.

Die Liste der Private Appliances ist nach

dem ersten Login leer.

Studio-Einstellungen

Werfen Sie einen kurzen Blick auf den

Dialog, über den Sie im Studio die persönlichen

Einstellungen verändern:

Wenn Sie oben rechts auf Ihren Namen

klicken, gelangen Sie automatisch dorthin.

Neben wirklich persönlichen Einstellungen

haben Sie hier die Möglichkeit,

am Betaprogramm von Suse Studio

teilzunehmen – damit haben Sie oft Zugriff

auf Studio-Features, die dessen Entwickler

noch nicht als reif genug für den

Einsatz im Produktionsumfeld betrachten

(Abbildung 1).

Über den Punkt Linked sign-in accounts

(Verknüpfte Anmeldekonten) können Sie

außerdem weitere Zugänge im Netz mit

Suse Studio verbinden. So stellen Sie sicher,

dass Sie sich über mehrere Wege

am Studio anmelden können und Ihre

Einstellungen auch erhalten bleiben,

Abb. 3: Beim Erstellen des Images geht es darum, das richtige Format für die Ausgabe

festzulegen. VMDK-Images für Virtualisierung, aber auch USB-Sticks und bootbare

CDs/​DVDs sind mit Suse Studio möglich.

Abb. 2: Nach dem ersten Login in Suse Studio zeigt die Plattform alle Basissysteme an,

aus denen Sie eine Appliance bauen können.

wenn Sie auf den zur Anmeldung genutzten

Account keinen Zugriff mehr haben.

Die erste Appliance

Wenn noch keine Appliances vorhanden

sind, dann zeigt das Suse Studio Ihnen

wie beschrieben automatisch den Dialog,

über den Sie neue anlegen können. Die

Seite wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich;

die folgenden Informationen

helfen beim Verständnis der einzelnen

Punkte.

Sie haben zunächst die Wahl zwischen

drei Linux-Distributionen (Abbildung 2).

Suse ist ja nicht nur aktiv an der Entwicklung

von OpenSuse beteiligt, das Unternehmen

bietet auch auf OpenSuse basierte

Systeme für den Firmeneinsatz, die so genannten

Enterprise-Distributionen, an.

Diese sind mit einigen Zusatzfunktionen

ausgestattet: Wer z. B. den Suse Linux

Enterprise Server (SLES) direkt nach dem

Erscheinen einer neuen Major-Version installiert,

kann sicher davon ausgehen,

dass Suse das System fünf Jahre lang mit

Updates versorgt. Für klassische Desktopanwender

sind die Enterprise-Distributionen

aber weniger interessant, so dass Sie

die zweite und die dritte Unterkategorie

(SLES 10 und SLES 11) ignorieren können.

Für normale Zwecke ist die erste Kategorie

interessant, mit der Sie Appliances

mit OpenSuse 12.3 bauen.

Hier gibt es fünf Appliance-Typen:

l Die JeOS-Version („Just enough OS“,

deutsch: „gerade genug Betriebssystem“)

ist ein absolutes Grundsystem

ohne Zusatzsoftware. Hier gibt es wirk-

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03/2013

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65


Workshop

Suse Studio

Abb. 4: Im Einrichtungsdialog passen Sie viele Details der Appliance-Konfiguration an,

z. B. die Sprache und das Tastaturlayout.

lich nur den Teil eines OpenSuse-Systems,

der zum Booten notwendig ist.

Eine grafische Oberfläche fehlt ebenso

wie sämtliche Programme, die für den

Elementarbetrieb nicht nötig sind.

l Die Server-Variante umfasst das Grundsystem

und diverse Tools, die für den

Betrieb eines Servers nötig sind. Auch

hier fehlt ein grafischer Desktop.

l GNOME-Desktop und KDE-Desktop

sind die interessanten Einträge für

Endanwender. Wählen Sie einen dieser

Typen als Basis aus, enthält die

fertige Appliance einen KDE- oder

Gnome-Desktop.

l Falls Sie die Betafeatures aktiviert haben,

sehen Sie zudem den Punkt Import,

der sich ebenfalls an Enterprise-

Kunden richtet.

Ob Sie eine KDE- oder eine Gnome-Appliance

bauen möchten, hängt ganz von Ihrem

persönlichen Geschmack ab – beide

funktionieren gleich gut. So kommen Sie

zu Ihrem fertigen Image:

Entscheiden Sie sich für KDE oder

1

Gnome und wählen Sie den entsprechenden

Eintrag aus.

Glossar

DHCP: Das Dynamic Host Configuration

Protocol legt fest, wie in einem Netzwerk

automatisch IP-Adressen vergeben werden.

Wenn Sie einen DHCP-Server betreiben,

ist keine separate Netzwerkkonfiguration

der einzelnen PCs nötig. DSL-Router

wie die FritzBox enthalten einen

DHCP-Server.

Wählen Sie weiter unten bei Select your

2

Architecture (Architektur auswählen)

die Architektur Ihres Systems aus. i386

erzeugt eine 32-Bit-Variante und ist die

sicherere Wahl, weil 32-Bit-Appliances

auch auf 64-Bit-Systemen funktionieren.

Auf aktuellen Rechnern können

Sie aber eine 64-Bit-Appliance verwenden.

(VMware und VirtualBox können

nur ein 64-Bit-System in der VM booten,

wenn auf dem echten Rechner

auch ein 64-Bit-Linux läuft.)

Tragen Sie unten einen Namen für das

3

Image ein, im Beispiel Martin’s KDE 4

desktop. Klicken Sie schließlich auf

Create Appliance (Appliance erzeugen).

Sie gelangen zu einem Konfigurationsdialog,

in dem Sie detailliert die Eigen-

4

schaften des Systems bestimmen können

– dazu später mehr. Die Standardwerte,

die Suse Studio vorschlägt, sind

sinnvoll. Klicken Sie oben rechts auf

Build (Bauen) (Abbildung 3).

Wählen Sie als Appliance-Format VMware

/ VirtualBox aus und klicken Sie auf

5

Build. Dann heißt es warten: Das Studio

baut im Hintergrund das Image und zeigt

Ihnen schließlich den Downloadlink an;

laden Sie die Datei herunter.

Importieren Sie die Appliance in Vir-

6

tualBox über Datei / Appliance importieren

und starten Sie die neue VM.

Image-Optionen

Bereits ein Standard-Image im Suse Studio

zu bauen, ist beeindruckend, weil der gesamte

Vorgang im Vergleich zur manuellen

OpenSuse-Installation sehr leicht und

intuitiv vonstatten geht. Wenn Sie sich

nicht mit den Standardeinstellungen zufrieden

geben möchten, bietet Studio Ihnen

die Möglichkeit, umfangreiche Veränderungen

am Image vorzunehmen, die

dann in der fertigen Appliance bereits integriert

sind. Nach der Auswahl des Systems

gelangen Sie unmittelbar in den dafür

zuständigen Dialog.

Unter dem Menüpunkt Software können

Sie z. B. zusätzliche Software zum Bestandteil

Ihrer Appliance machen. Dabei

können Sie aus von Studio vorgeschlagenen

Paketsammlungen wählen, oder Sie

geben eigene Pakete an. Sollten Sie Zusatzsoftware

aus dem Repository (der Paketquelle)

eines Drittanbieters als Teil des

Images wünschen, geht auch das – vorausgesetzt,

das Repository ist kompatibel.

Der Link Add repositories (Repositories

hinzufügen) oben führt zunächst zur Auswahlseite

für inoffizielle Suse-Repositories;

oben rechts findet sich der Link Import

new Repositories (Neue Repositories

importieren), über den Sie beliebige Paketquellen

eintragen.

Via Configuration können Sie verschiedene

Details der Appliance-Konfiguration

festlegen (Abbildung 4). Das Standardpasswort

für den Administrator root heißt

Rettungs-USB-Stick und Live-CDs

Suse Studio erlaubt deutlich mehr als

das Erzeugen von VMs. So bauen Sie

sich bei Bedarf in kürzester Zeit auch

einen USB-Stick für die Rettung einer

anderen Linux-Installation oder eine

Live-DVD für Testzwecke. Das funktioniert

im Grunde wie das vormals beschriebene

Bauen eines „normalen“

Images; am Ende des Vorgangs wählen

Sie als Zielformat aber USB-Stick /

Hard Disk Image (für USB-Sticks) oder

Live-CD / DVD (für Live-Systeme) aus.

Sie erhalten dann eine Image-Datei,

die Sie z. B. mit UNetbootin [6] auf einen

USB-Stick schreiben oder mit K3b

auf eine CD/​DVD brennen und booten

können.

Der USB-Stick enthält dann eine vollständige

OpenSuse-Umgebung; auf

der DVD landet ein komplettes Live-

System mit nach Ihren Vorgaben vorinstallierter

Software.

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Suse Studio

Workshop

z. B. linux, über General (Allgemein) ändern

Sie es. Wenn Ihr Image ab Werk einen

zusätzlichen normalen Benutzeraccount

haben soll, tragen Sie diesen

ebenfalls hier ein.

Die Netzwerkkonfiguration Ihrer Appliance

regeln Sie übrigens auch über das

General-Menü. Der Standardwert sorgt

dafür, dass Ihr virtuelles System beim

Booten per DHCP nach einer IP-Adresse

fragt. Möchten Sie die Appliance stattdessen

mit einer festen IP-Adresse ausstatten,

geht das genau hier.

Im selben Dialog können Sie festlegen,

dass das Image eine deutsche Tastenbelegung

verwendet und auch als Standardsprache

Deutsch nutzt. Ob das System

eine Firewall verwenden soll, entscheiden

Sie ebenfalls an dieser Stelle.

Es würde den Rahmen des Artikels sprengen,

sämtliche Parameter genau zu erläutern,

die Sie in Suse Studio für Ihre neue

Appliance festlegen können. Sehen Sie sich

in den einzelnen Menüs ruhig ein wenig

um – wenn etwas schiefgeht, können Sie

die Appliance jederzeit neu erstellen und

mit der Standardkonfiguration beginnen.

Appliances teilen

Ihre selbst gebaute Appliance ist in der

Standardeinstellung privat und für andere

Studio-Nutzer nicht sichtbar. Über den

Menüpunkt Share (Teilen) oben rechts geben

Sie das Abbild auf Wunsch zur Nutzung

durch andere Anwender frei. Ganz

oben über Gallery finden Sie Images, die

andere erstellt und öffentlich gemacht haben,

hier finden sich einige Appliances,

die vielleicht auch für Sie interessant sind

– ein Blick schadet nicht.

Tolles Tool!

Suse Studio ist ein beeindruckendes

Werkzeug und hilft dabei, schnell an ein

lauffähiges Suse-System zu kommen.

Trotzdem hat die Umgebung noch einige

Schwachstellen: Eine davon ist, dass die

Studio-Website aktuell nur in englischer

Sprache zur Verfügung steht. Dem Vernehmen

nach arbeitet Suse allerdings bereits

an der Internationalisierung der

Plattform. Was ebenfalls noch fehlt, ist

die Möglichkeit, VMs mit anderen Linux-

Distributionen zu bauen – Studio ist derzeit

nur für Suse gedacht. Wer Ubuntu

bevorzugt, hat also Pech. Wenn es den

Studio-Entwicklern gelingt, das Projekt –

womöglich in Kooperation mit anderen

Distributoren – auch auf andere Systeme

umzustellen, wäre Suse Studio das perfekte

Allroundwerkzeug für Betriebssystem-Installationen.

(hge)

n

Infos

[1] Suse Studio: http:// www. susestudio.​

com/ (http:// ezlx. de/ d3g5)

[2] VMware Player: http:// www. vmware.​

com/ de/ products/ desktop_virtualization/​

player/ overview (http:// ezlx. de/ d3g1)

[3] VirtualBox: http:// www. virtualbox. org/

(http:// ezlx. de/ d3g2)

[4] VirtualBox-Artikel: Thomas

Leichtenstern, „System im System“,

EasyLinux 01/​2011, S. 43 ff., http:// www.​

linux‐community. de/ artikel/ 22378

(http:// ezlx. de/ d3g3)

[5] OpenID: http:// www. openid. net/

(http:// ezlx. de/ d3g4)

[6] UNetbootin-Artikel: Kristian Kißling,

„Boot i(h)n!“, LinuxUser 07/​2009, S.

89 ff., http:// www. linux‐community. de/​

artikel/ 17580 (http:// ezlx. de/ d3g6)


Workshop

LibreOffice-Farbpaletten

Michael Travers, 123rf.com

Eigene Farbpaletten erstellen

Farbrausch

Franz Böhm

Jetzt wird's bunt – gefällt Ihnen die LibreOffice-Farbtabelle

mit den Standardfarben nicht oder fehlt eine Nuance, dann

mischen Sie doch einfach selbst. Ihre Zusammenstellungen

speichern und verwalten Sie in eigenen Farbpaletten.

LibreOffice nutzt in der Voreinstellung

die Farbpalette namens standard.

Welche Nuancen dort definiert

sind, erfahren Sie über den Einrichtungsdialog.

Diesen erreichen Sie aus jedem

Modul der Bürosuite heraus über

Extras / Optionen / LibreOffice / Farben.

Über die Schaltfläche Hinzufügen definieren

Sie eine neue Farbe, und über Bearbeiten

öffnen Sie einen Farbauswahl-

Dialog, in dem Sie Farbton, Sättigung,

Helligkeit sowie ein Farbmodell (RGB

oder CMYK) einstellen. Beachten Sie,

dass Änderungen an der Standard-Farbtabelle

dauerhaft sind, da LibreOffice

diese automatisch speichert. Sie sollten

hier daher nur neue Farben hinzufügen,

nicht aber die Standardfarben verändern

oder löschen.

Über die Programmeinstellungen erreichen

Sie nur die Standardpalette. Eine

neue Tabelle können Sie so nicht erstellen

und später auch nicht auf selbst angelegte

Sammlungen zugreifen. Um eigene Farben

und Paletten zu erzeugen, gehen Sie

also am besten anders vor. Dazu erstellen

Sie zunächst ein neues Zeichenobjekt. Aktivieren

Sie die Symbolleiste Zeichnen,

zum Beispiel über das Menü Ansicht oder

per Klick auf der Icon Zeichenfunktionen

anzeigen und ziehen Sie mit dem Werkzeug

Standardformen ein beliebiges Objekt

auf. Danach klicken Sie mit der rechten

Maustaste darauf und wählen Fläche.

Im folgenden Dialog wechseln Sie zum

Register Farben (Abbildung 1).

Hier haben Sie Zugriff auf die aktive Tabelle,

normalerweise standard. Über die

Schaltfläche mit dem Ordnersymbol öffnen

Sie einen Auswahldialog und laden

eine andere Palette (Abbildung 2 ). Paletten

sind XML-Dateien mit der Endung .soc

und liegen im Home-Verzeichnis der Nutzer

im versteckten Ordner ~/​.config/​

libreoffice/​3/​user/​config. Nutzen Sie bereits

die neue LibreOffice-Version 4, ersetzen

Sie im Programmpfad die 3 durch eine

4. Unter den angebotenen Paletten finden

Sie auch die Tabelle standard.soc.

Die eigene Mischung

Farben aus einer geladenen Palette aktivieren

Sie entweder per Klick in ein Farb-

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EasyLinux 03/2013


LibreOffice-Farbpaletten

Workshop

feld der Tabelle oder über das Drop-down-

Menü Farbe. Den Namen der ausgewählten

Farbe erfahren Sie über das obere Feld

oder per Tooltip, wenn Sie mit der Maus

über eines der bunten Rechtecke fahren.

Über den rechten Bereich des Dialogs

komponieren Sie Ihre eigenen Farbtöne.

Dazu wählen Sie links zuerst einen aus,

der Ihrer Vorstellung am nächsten kommt.

Die beiden bunten Rechtecke rechts zeigen

diese nun an.

Suchen Sie aus dem Drop-down-Menü

unter den Rechtecken nun das gewünschte

Farbmodell aus. Bei RGB stellen

Sie für jede der drei Farben Rot, Grün

und Blau Werte zwischen 0 (Schwarz)

und 255 (Weiß) ein. Entscheiden Sie sich

für CMYK, erscheinen in den Feldern prozentuale

Anteile für Cyanblau, Magenta,

Geld und Schwarz. Hier sind Werte von

0 % (Weiß) bis 100 % (Schwarz) möglich.

Alle Änderungen sehen Sie sofort im

unteren Farbfeld.

Eine weitere Möglichkeit, eine neue Farbe

zu erstellen, bietet die Schaltfläche Bearbeiten.

Sie öffnet den Dialog Farbauswahl.

Der untere Balken zeigt die ausgewählte

Farbe aus der Palette. Mit der Maus können

Sie nun im Balken rechts eine neue

Nuance und dann mittig eine Schattierung

aussuchen. Die linke Hälfte des Balkens

zeigt eine Vorschau an. Im rechten Bereich

können Sie gezielt Werte für RGB

und CMYK anpassen. Zusätzlich beeinflussen

Sie hier den Farbton (H = „Hue“),

die Sättigung (S = „Saturation“) und Helligkeit

(B = „Brightness“). Ein Klick auf

OK schließt diesen Dialog.

Beimischen und radieren

Bevor Sie eine neue Farbe in LibreOffice

einsetzen können, speichern Sie sie. Sie

haben die Wahl zwischen Hinzufügen

und Ändern. Letzteres überschreibt die

in der Tabelle aktivierte Farbe. An dieser

Stelle noch einmal die Warnung: Einen

solchen Vorgang können Sie nicht rückgängig

machen. Daher ist es besser, über

Hinzufügen die Tabelle zu ergänzen. Vergeben

Sie einen eigenen Namen und bestätigen

Sie über OK, taucht die neue

Farbe am Ende der Tabelle als neues

Kästchen auf.

Haben Sie eine ganze Sammlung eigener

Farben gemischt, können Sie diese auch

Abb. 2: Per Klick auf das Ordnersymbol laden Sie eine andere Farbpalette.

Abb. 1: Öffnen Sie den Dialog „Fläche“ und wechseln Sie dort auf den Reiter „Farbe“.

Hier speichern und laden Sie Farbtabellen.

als eigene Palette abspeichern. Dazu klicken

auf das kleine Symbol Farbtabelle

speichern, das sich rechts neben dem

Icon zum Öffnen von Tabellen befindet.

Geben Sie der Palette einen Namen; die

Endung .soc übernehmen Sie. Eine solche

Tabelle können Sie sogar an andere

Benutzer weitergeben, die Sie wie oben

gezeigt laden.

Benötigen Sie einen Farbton nicht länger,

wählen Sie ihn links in der Tabelle

aus und klicken dann auf die Schaltfläche

Löschen. Nachdem Sie die Sicherheitsabfrage

bestätigt haben verschwindet

die Farbe unwiederbringlich aus der

Tabelle. (hej)

n

Glossar

RGB/​CMYK: In der Dreifarbentheorie

kann man fast alle Farben durch Mischen

der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau

nachbilden. Ähnlich funktioniert der RGB-

Farbraum, der Farben über ihren Rotanteil

R, den Grünanteil G und den Blauanteil

B beschreibt. Da es darum geht,

diese Farben zu addieren, spricht man

von einem additiven Farbraum. Das

CMYK-Farbmodell ist hingegen ein subtraktives

Modell und bildet die technische

Grundlage für den modernen Vierfarbdruck.

CMYK steht für die drei Farbbestandteile

Cyan, Magenta, Yellow und

den Schwarzanteil Key (als Farbtiefe).

RGB- und CMYK-Farbräume sind geräteabhängig

und benötigen daher ein Profil,

um Farbtöne exakt zu beschreiben.

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03/2013

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69


Workshop

E-Books

E-Books unter Linux lesen

Bibliothek auf dem PC

Hans-Georg Eßer,

Frank Wieduwilt

Vielleser stöhnen im Urlaub wegen kiloweise Büchern, und auch

auf Geschäftsreisen mit der Bahn ist gedruckte Ware oft lästig.

E-Books verringern das Gepäck, denn ein Smartphone oder gar

ein Notebook haben die meisten ohnehin dabei. Auch Linux ist

E-Book-tauglich.

E-Books werden immer beliebter, der

Onlinehändler Amazon macht inzwischen

einen Großteil seines Umsatzes

mit den elektronischen Büchern,

die weder Lagerplatz belegen noch Versandkosten

verursachen. Neben Amazons

Kindle-Shop gibt es mit Apples iBookstore

und weiteren Onlinehändlern inzwischen

viel Auswahl beim Einkauf, doch leider

kocht dort jeder Anbieter sein eigenes

Süppchen und setzt auf eigene Dateiformate

sowie eigene Geräte fürs Lesen und

den bequemen Shopzugriff.

Neben den kostenpflichtigen Büchern bietet

das Internet, z. B. auf der Webseite

vom Project Gutenberg [1], eine große

Auswahl an Literatur, die wegen abgelaufener

Urheberrechte frei (und legal) verfügbar

ist. Dazu kommen Gratisangebote

von Verlagen, die z. B. ältere Auflagen

von Fachbüchern oder größere Leseproben

zum Download anbieten –

mal im HTML-Format, mal als

PDF-Datei.

Wie Sie E-Books auf Ihrem Linux-PC

verwalten und lesen

können, verrät dieser Artikel.

Amazon/Kindle

Das größte Angebot an E-Books

hat der Buchhändler Amazon:

Waren die Bücher anfangs nur

auf den Amazon-eigenen E-

Book-Readern (Kindle) lesbar,

gibt es inzwischen Leseprogramme

für Windows, OS X

(Apple) und Mobilgeräte mit

iOS oder Android – aber nicht

für Linux-Desktops. Linux-Anwender

können trotzdem auf

via Amazon erworbene E-Books zugreifen,

und das auf gleich zwei Wegen:

l Der Kindle Cloud Reader [2] erlaubt

den Zugriff über den Webbrowser.

Wenn Sie die Seite aufrufen, melden

Sie sich mit Ihren Amazon-Zugangsdaten

an und können dann die gekauften

Bücher direkt im Browser lesen. Das

ist im Prinzip genauso komfortabel wie

mit den Reader-Programmen für Windows

und OS X (Abbildung 1).

l Die Alternative ist, die Windows-Version

des Kindle Readers unter Linux

zu installieren. Das setzt Wine voraus;

mehr dazu weiter unten.

Der vielleicht größte Vorteil von Kindle-E-

Books ist die Möglichkeit, Bücher auf

mehreren Geräten lesen und über das Internet

den Lesefortschritt synchronisieren

zu können (Whispersync). Das bedeutet:

Sie fangen z. B. auf dem Linux-PC an, ein

Abb. 1: Der Kindle Cloud Reader von Amazon ist eine Webanwendung,

mit der Sie Amazon-E-Books direkt im Browser lesen.

Buch zu lesen, und wenn

Sie unterwegs auf dem Android-

oder Apple-Smartphone

den Kindle starten, springt das Programm

im Buch direkt zur Stelle, an der

Sie daheim aufgehört haben zu lesen.

Utemov, Fotolia

Kindle Reader installieren

Im Folgenden beschreiben wir kurz die

nötigen Schritte, um das Windows-Programm

unter Linux zu nutzen:

Installieren Sie zunächst den Windows-

1

Emulator Wine. OpenSuse-Anwender suchen

über die Paketverwaltung das Paket

wine und spielen es ein; Ubuntu- und

Kubuntu-Anwender müssen zunächst

ein Repository für Wine konfigurieren

(siehe Kasten Wine 1.6 für Ubuntu).

Laden Sie dann von Amazons Downloadseite

[3] die Windows-Anwendung

2

herunter. Sie landet als KindleForPCinstaller.exe

im Downloads-

Ordner Ihres Home-Verzeichnisses.

Öffnen Sie den Ordner

3

Downloads im Dateimanager

und klicken Sie die Datei

KindleForPC-installer.exe

an. Da Wine mit der Dateiendung

.exe verknüpft ist,

startet das Installationsprogramm

automatisch über

Wine. Das dauert einen Moment,

wenn Sie Wine gerade

frisch installiert haben.

Im Test erschien bei der

Wine-Einrichtung unter Kubuntu

eine Fehlermeldung

(zu einem fehlenden Paket

gecko) – diese ließ sich aber

70 www.easylinux.de

EasyLinux 03/2013


E-Books

Workshop

Abb. 2: Ist der Kindle Reader einmal installiert, greifen Sie damit

auf alle bei Amazon gekauften E-Books zu.

Abb. 3: Bücher aus dem Amazone-Store sind mit DRM geschützt

und lassen sich in Calibre nicht lesen.

problemlos wegklicken, und die Einrichtung

ging danach weiter.

Der Kindle-Installer stellt keine Fragen,

4

sondern richtet sofort den Kindle Reader

ein und beendet sich dann. Nach einigen

Sekunden startet automatisch der

Reader und fragt Ihre Amazon-Zugangsdaten

ab. Wenn Sie diese eingegeben

haben, erscheinen die Bücher aus Ihrer

Kindle-Bibliothek (Abbildung 2), und

Sie können loslegen.

Bücher, die Sie in der Bibliothek doppelt

anklicken, lädt der Kindle Reader herunter

und öffnet sie. Die Bücher bleiben dauerhaft

auf Ihrem Rechner gespeichert: Sie

Wine 1.6 für Ubuntu

Die mit Ubuntu/​Kubuntu 13.04 ausgelieferte

Wine-Version 1.4 ist nicht aktuell

genug, um den Kindle Reader zu verwenden.

Darum müssen Sie zunächst

ein spezielles Repository einrichten,

über das Sie eine neuere Wine-Version

erhalten. Öffnen Sie über [Alt-F2] und

Eingabe von konsole in das Schnellstartfenster

(oder über das Menü) ein

Terminalfenster. Darin geben Sie dann

den folgenden Befehl ein:

sudo apt‐add‐repository ppa:ubuntu‐wine/ppa

Es erscheint ein Hinweis, den Sie mit

[Eingabe] bestätigen. Danach aktualisieren

Sie die Repository-Informationen:

sudo apt‐get update

Schließlich spielen Sie Wine mit diesem

Kommando ein:

sudo apt‐get install wine1.6

Danach geht es mit der Installation des

Kindle Readers weiter.

finden sie im neuen Ordner My Kindle

Content in Ihrem Home-Verzeichnis, allerdings

kann nur der Kindle-Reader die dort

im azw-Format abgelegten, DRM-geschützten

Dateien verarbeiten (siehe Kasten

Kindle-DRM).

Im Test stürzte der mit Wine emulierte

Kindle Reader unter Linux beim Herunterladen

einiger Buchdateien reproduzierbar

ab – wenn Ihnen das auch passiert, können

Sie für die problematischen Bücher

auf den Cloud Reader ausweichen.

Kindle-DRM

Wenn Sie E-Books aus dem Ordner My

Kindle Content (oder direkt von einem

echten Kindle) in Calibre importieren,

tauchen diese zwar mit Coverbild und allen

Metadaten in der Liste auf, beim Öffnen

erscheint aber nur eine Fehlermeldung,

laut der das Buch DRM-geschützt

ist (Abbildung 3).

Im Blog von Apprentice Alf gibt es ein Calibre-Plug-in,

das in der Lage ist, Kindle-E-

Books vom DRM-Schutz zu befreien – danach

kann man die Dateien in Calibre wie

alle anderen E-Books lesen, konvertieren

und auf andere Geräte kopieren, auf denen

ein E-Book-Reader installiert ist. Die

Apple/iBooks

Apple bietet mit der iOS-App iBooks und

seit diesem Juni über ein passendes Desktopprogramm

für OS X einen alternativen

Zugang zu kommerziellen Büchern. Allerdings

ist bisher weder für Windows noch

für Linux oder Android eine Möglichkeit

verfügbar, diese E-Books auf Geräten außerhalb

des Apple-Kosmos zu lesen – darum

sollten Sie, selbst wenn Sie einen

Mac besitzen, auf den Kauf von Büchern

im iBookstore verzichten.

Es gibt zwar (für Windows und OS X) ein

Tool, das den DRM-Schutz in iBooks-Büchern

aufheben kann, aber der Aufwand

lohnt sich nicht, zumal der Kindle Reader

auch für alle iOS-Geräte verfügbar ist.

Offene E-Books

Jenseits der kommerziellen Anbieter haben

E-Books keinen DRM-Schutz, und sie

stehen oft in allerlei Formaten zur Verfügung.

Populär sind hier vor allem EPUB

(Electronic Publication) und MOBI (das

Format des Mobipocket Readers). Manche

Bücher sind auch als reine Textdateien

oder HTML-Dateien verfügbar. Einige Verlage

bieten auch den Kauf von (nicht

DRM-geschützten) PDF-Dateien an, die

Anleitung von Apprentice Alf [4] ist allerdings

sehr komplex und erfordert u. a.

das Einrichten von Wine sowie diversen

Windows-Programmen in Wine. Wer parallel

mit Windows arbeitet, kommt hier

schneller zum Ziel, wenn er die Windows-

Version von Calibre verwendet.

Da außerdem in Deutschland die rechtliche

Situation unklar ist, was Anleitungen

zum Brechen von DRM angeht, verzichten

wir hier auf eine Beschreibung.

Es hat für Kindle-Bücher auch nur einen

eingeschränkten Nutzen, das DRM auszuhebeln,

da es für alle Plattformen den

Kindle Reader gibt.

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03/2013

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71


Workshop

E-Books

Abb. 4: Das KDE-Programm Kchmviewer zeigt unter Linux

CHM-Dateien an.

Abb. 5: Sobald Sie Bücher in die Calibre-Bibliothek aufnehmen, erscheinen

sie in der Liste; rechts sehen Sie Titelbild und Metadaten.

sich zwar auf Smartphones nicht so gut

lesen lassen, dafür aber am PC die volle

optische Qualität des gedruckten Buchs

bieten. Schließlich findet man gelegentlich

auch E-Books im Windows-Hilfe-Format

(erkennbar an der Endung .chm). Für

viele dieser Formate gibt es spezialisierte

Viewer, etwa den Kchmviewer [5] für das

CHM-Format (Abbildung 4), den Sie unter

OpenSuse und Ubuntu/​Kubuntu über

die Paketverwaltung nachinstallieren können.

Für PDF- und Textdateien ist offensichtlich

keine Programminstallation notwendig,

und die Formate EPUB und MOBI

können Sie mit FBReader [6] lesen, wenn

Sie das Programmpaket fbreader installieren.

Doch es gibt zu diesen Einzelanwendungen

eine interessante Alternative, die

mit vielen Formaten klarkommt und diese

auch ineinander konvertieren kann.

Calibre

Calibre [7] ist das beste Linux-Programm,

um die lokale E-Book-Sammlung zu verwalten,

Bücher zu lesen und in andere

Formate umzuwandeln. Die Installation

ist leicht, denn Calibre findet sich bei

OpenSuse und Ubuntu/​Kubuntu in den

Standard-Repositories: In der Paketverwaltung

suchen Sie nach Calibre; wenn

Sie die Kommandozeile bevorzugen, führt

der Befehl sudo zypper in calibre (Open-

Suse) bzw. sudo apt‐get install calibre

(Ubuntu) zum Ziel.

Beim ersten Programmstart stellt Calibre

ein paar Fragen, u. a. zu eventuell vorhandenen

E-Book-Readern. Das Programmfenster

hat kein Menü (Abbildung 5); alle

Funktionen erreichen Sie über Tastenkürzel

und Schaltflächen, die sich auf verschiedene

Werkzeugleisten verteilen.

Die Symbole mit dem darunter stehenden

Text nehmen anfangs so viel Platz weg,

dass ein Teil der Icons (unter anderem jenes,

das zu den Programmeinstellungen

führt) nur sichtbar wird, wenn Sie die

Leiste am rechten Rand anklicken. In den

Einstellungen schalten Sie dann unter Erscheinungsbild

/ Benutzeroberfläche die

Anzeige der Texte ab sowie von der Symbolgröße

mittel auf klein um – danach

passen auch bei einem kleineren Desktop

alle Icons in die Werkzeugleiste. Was die

einzelnen Symbole bewirken, können Sie

auch ohne die Texte erfahren, indem Sie

einfach den Mauszeiger über ein Symbol

bewegen und kurz abwarten, bis das Programm

eine Erklärung einblendet.

Unter der Werkzeugleiste findet sich ein

Textfeld, in das Sie einen Begriff eingeben,

nach dem Calibre das Archiv durchsucht.

Die Suche unterscheidet bei den

Begriffen nicht zwischen Groß- und Kleinbuchstaben.

Mehrere Suchworte verknüpfen

Sie mit and oder or. Für die Suche in

bestimmten Feldern der Metadaten stellen

Sie den Feldnamen auf Englisch vor den

Suchbegriff: Der Ausdruck author:"John

Conroe" durchsucht das Feld Autor nach

dem Namen John Conroe. Beim Zusammenstellen

der Suchausdrücke hilft ein

Dialog, den Sie durch Klicken auf die

Schaltfläche mit dem Fernglas (links von

der Suchbegriffzeile) erreichen.

Den größten Teil des Programmfensters

nimmt die Bücherliste ein. Hier finden Sie

Informationen über die vorhandenen E-

Abb. 6: Die Metadaten eines E-Books bearbeiten Sie in einem übersichtlichen Dialog.

72 www.easylinux.de

EasyLinux 03/2013


E-Books

Workshop

Books übersichtlich in einer

Liste. Um die Bücher zu sortieren,

klicken Sie auf den Spaltenkopf

einer Spalte. Im Kontextmenü

jedes Listeneintrags finden

sich unter Ähnliche Bücher Optionen,

um nur die Bücher eines

Autors, E-Books der gleichen

Reihe oder Bücher mit denselben

Schlagworten anzuzeigen.

In der Statuszeile am unteren

Bildschirmrand finden sich Informationen

zum ausgewählten

Buch und rechts unten drei große

Symbole. Das Symbol mit dem

Pfeil öffnet die Ansicht der Coverbilder,

das Symbol mit dem

Etikett zeigt die Schlagworte und

weitere Kriterien, nach denen die

Bücher sortiert sind, und das

Symbol mit dem Buch blendet

Buchdetails ein oder aus.

E-Books verwalten

Um in Calibre Bücher hinzuzufügen,

ziehen Sie die Dateien aus

einem Dateimanager in die Liste oder wählen

das Symbol mit dem Buch und dem

Pluszeichen aus der Werkzeugleiste und

verwenden den Dateiauswahldialog. Das

Programm liest die Dateien ein und versucht,

Metadaten aus diesen zu gewinnen,

um die Bücher in der Liste zu sortieren.

Falls Metadaten fehlen oder Ihnen falsch

erscheinen, korrigieren Sie diese, indem

Sie ein Buch auswählen und auf das Informationssymbol

(Metadaten bearbeiten)

klicken. Es erscheint ein Dialog, in dem

Sie die Informationen über dieses E-Book

anpassen (Abbildung 6).

Links im Dialog finden Sie eine Reihe von

Textfeldern, in denen Sie Informationen

zu Autor, Titel und ISBN eingeben. Sie

können das Buch auch bewerten. Die Listen

Autor, Herausgeber, Etiketten und Reihen

enthalten Daten zu bereits eingegebenen

Büchern. Falls Sie schon einmal Informationen

in dieses Feld eingetippt haben,

schlägt Calibre bei der Dateneingabe

passende Ergänzungen vor. Die Schaltfläche

Metadaten Herunterladen (im Bearbeitungsdialog)

startet eine Suche im

Web. Falls Calibre im Netz Informationen

über das Buch findet, trägt es die Metadaten

in die entsprechenden Felder ein.

Abb. 7: Calibre schlägt Wörter nach und erklärt sie.

E-Books lesen

Um den eingebauten E-Book-Reader zu

starten, wählen Sie eines der digitalen Bücher

aus der Liste im Hauptfenster aus

und klicken in der Werkzeugleiste auf

Vorschau oder drücken [V]. Wenn das E-

Book in mehreren Formaten vorliegt, können

Sie statt [V] auch [Alt-V] drücken:

Dann erscheint ein Dialog, in dem Sie das

Ausgabeformat auswählen.

Falls Sie ein Wort innerhalb eines englischsprachigen

Textes nicht kennen, erreichen

Sie über das Kontextmenü innerhalb

des Textes den Befehl Im Wörterbuch

nachschlagen. Calibre präsentiert Ihnen

die Bedeutung des Wortes (Abbildung 7).

Calibre und Dateiformate

Calibre importiert zwar problemlos alle

üblichen Formate, in denen E-Books vorliegen,

kann diese aber nicht unbedingt

auch darstellen. Das gilt z. B. für das

CHM-Format, das ursprünglich für Windows-Hilfe-Dateien

entwickelt wurde,

heute aber auch oft für E-Books verwendet

wird. CHM-Dateien kann Calibre allerdings

konvertieren. Wir hatten im Test die

besten Erfolge, wenn wir CHM-Dateien in

EPUB-Dateien umwandelten: Diese ließen

sich anschließend sehr gut mit dem in Calibre

integrierten E-Book-Viewer lesen.

Deutlich schlechter waren die Ergebnisse

beim Konvertieren ins MOBI-Format.

PDF-Dateien zeigt Calibre nicht im eigenen

Viewer an, sondern startet dazu den

unter Linux installierten PDF-Viewer.

Generell konvertieren Sie in Calibre

ein E-Book, indem Sie es in

der Liste markieren. (Sie können

auch mehrere Titel markieren,

wenn Sie mehr als ein Buch in

ein anderes Format umwandeln

wollen.) Dann klicken Sie mit

der rechten Maustaste einen der

markierten Einträge an und

wählen aus dem Kontextmenü

den Eintrag Bücher konvertieren

/ Einzeln konvertieren aus. Es

erscheint ein Fenster, in dem Sie

auf der rechten Seite das Zielformat

auswählen und die Felder

mit den Metadaten überarbeiten

können – nach einem Klick auf

OK beginnt die Konvertierung

im Hintergrund.

Fazit

Wer in erster Linie E-Books aus

dem Amazon-Store lesen

möchte, ist unter Linux mit dem

Cloud Reader oder mit Wine

und der Windows-Version des

Kindle Readers am besten bedient, denn

beide synchronisieren den Lesefortschritt

mit anderen Geräten, wie echten Kindles

oder Smartphones und Tablets mit der

Kindle-App. Lesen Sie auch E-Books in

anderen Formaten und aus anderen Quellen,

brauchen Sie eine Alternative. Hier

ist Calibre der interessanteste Kandidat,

denn das Programm eignet sich gleichermaßen

zum Verwalten, Lesen und Konvertieren

von E-Books. Die Bedienung ist

mangels Menü zunächst ungewohnt;

wichtige Programmfunktionen findet man

aber schnell. (hge)

n

Infos

[1] Project Gutenberg: http:// www.​

gutenberg. org/ (http:// ezlx. de/ d3q7)

[2] Kindle Cloud Reader: https:// read.​

amazon. com/ (http:// ezlx. de/ d3q1)

[3] Kindle Reader für Windows:

http:// www. amazon. de/ gp/ kindle/ pc/​

download (http:// ezlx. de/ d3q2)

[4] DRM Removal Tools for eBooks:

http:// apprenticealf. wordpress. com/​

2012/ 09/ 10/ drm‐removal‐tools‐for‐

ebooks/ (http:// ezlx. de/ d3q3)

[5] Kchmviewer: http:// www. ulduzsoft. com/​

linux/ kchmviewer/ (http:// ezlx. de/ d3q4)

[6] FBReader-Webseite:

http:// fbreader. org/ (http:// ezlx. de/ d3q5)

[7] Calibre: http:// calibre‐ebook. com

(http:// ezlx. de/ d3q6)

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03/2013

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73


Workshop

MobaXterm

X-Server und Shell-Tools für Windows

Schweizermesser

für Weltenbummler

Thomas Drilling

Egal, ob Sie den Umstieg von Windows auf Linux erst planen,

während der Umstiegsphase noch in beiden Welten zu Hause sind oder ohnehin

abwechselnd unter Linux und Windows arbeiten, ein X-Server für Windows

wie z. B. MobaXterm leistet gute Dienste.

Der Umstieg auf Linux schließt auch

bei perfekt konfiguriertem Desktop

erste Kontakte mit der Linux-Shell

und elementaren Kommandozeilenbefehlen

ein. In einem älteren Artikel haben wir

GOW (GNU on Windows) vorgestellt, mit

dem Sie unter Windows vorab mit Linux-

Befehlen experimentieren können [1]. Einen

ähnlichen Zweck erfüllt Cygwin [2],

eine Programmsammlung, die wichtige Linux-Tools

unter Windows bereitstellt. Eine

der interessantesten Cygwin-Portierungen

ist Cygwin/​X, ein X-Server, den auch das

Tool MobaXterm [3] nutzt.

Der auch als Portable-Variante verfügbare

X-Server für Windows ermöglicht es unter

anderem, Windows-PCs mit mächtigen

Linux-Kommandozeilentools zu verwalten.

MobaXterm stellt damit zum Beispiel

Linux-Administratoren, die gelegentlich

auch Windows-Rechner pflegen, eine vertraute

Umgebung zur Verfügung. Auch

potenzielle Linux-Einsteiger profitieren

von dem mächtigen Werkzeug, weil sie

sich so auf ihrem Windows-Rechner gefahrlos

mit den Möglichkeiten der Linux-

Shell und mit den wichtigsten Tools vertraut

machen können.

Darüber hinaus stecken unter der schicken

Oberfläche von MobaXterm zahlreiche

nützliche Remote-Tools, von denen

Sie beim Umstieg profitieren, und dank

der eingebauten Plug-in-Architektur gibt

es viele nützliche Erweiterungen.

MobaXterm installieren

MobaXterm bietet wesentlich mehr als

eine Linux-Shell und die unter Linux üblichen

Shell-Tools für Windows:

Die einfach installierbare msi-

Datei enthält einen vollständigen

integrierten X-Server, ein

Tab-fähiges Terminal mit Unix-/​

Linux-Kommandos (ls, cd, cat,

sed, grep, awk, rsync, wget usw.) und

darüber hinaus einen Session-Manager,

der alle wichtigen Unix-Tools für den Zugriff

auf entfernte Rechner (SSH, RDP,

VNC, FTP/​SFTP und weitere) unter Windows

zur Verfügung stellt.

Die aktuelle zum kostenlosen Download

angebotene Personal Edition 6.3 [4] unterstützt

im Gegensatz zur Professional

Edition (49 Euro) lediglich kein individuelles

Branding, bietet keinen Zugriff auf

die Plug-in-Entwicklung und erlaubt kein

Ändern von Standardoptionen. Außerdem

ist die Anzahl einer Reihe von Ressourcen

– so sichert die Personal Edition nur maximal

zwölf Sitzungen – begrenzt. Das

sind Features, auf die Heimanwender problemlos

verzichten können. Weitere Einzelheiten

zu den unterschiedlichen Versionen

verrät die Downloadseite [5], die

eine msi-Installer-Datei, eine Portable-

Version als ZIP-Archiv und einen Link [6]

auf eine große Anzahl optionaler Plug-ins

zur Verfügung stellt.

Christian Delbert, 123RF

Abb. 1: Die Startseite von MobaXterm mit dem zentralen Terminalmodus.

Erste Schritte

Beim Aufruf von MobaXterm startet das

Tool im zentralen Arbeitsbereich eine Terminalsitzung

und weist darauf hin, dass

Ihre Windows-Laufwerke in einer Moba-

Xterm-Sitzung über den Ordner /drives er-

74 www.easylinux.de

EasyLinux 03/2013


MobaXterm

Workshop

Abb. 2: Hier konfigurieren Sie MobaXterm als SSH-Client – dazu

gehört auch der komfortable SFTP-Browser.

Abb. 3: MobaXterm können Sie dank Skins auch optisch konfigurieren

und z. B. einen OS-X-Look aktivieren.

reichbar sind (Abbildung 1). Die Oberfläche

stellt neben dem Terminalfenster –

MobaXterm unterstützt auch Tabs – eine

Werkzeugleiste, eine Menüleiste und eine

Sidebar zur Verfügung, in der Sie ebenfalls

mit Hilfe von Reitern zwischen Session-Management,

Tools und Makros umschalten

können. Allerdings bieten Sidebar,

Menüleiste und Werkzeugleiste mehr

oder weniger die gleichen Funktionen an,

das heißt, sämtliche Programme im Reiter

Tools der Sidebar finden sich auch im

Menü Tools.

Sie können MobaXterm über den Menüpunkt

Settings / Configuration konfigurieren.

Die Einstellungen zum Terminalmodus

(z. B. Zeichensatz und Schriftgröße)

finden Sie im Reiter Terminal.

MobaXterm lässt sich übrigens auch als

SSH-Client verwenden, ähnlich wie das

beliebte Tool PuTTY. Die zugehörigen

Konfigurationseinstellungen finden Sie

im Reiter SSH (Abbildung 2). Hier können

Sie z. B. den grafischen SFTP-Browser

aktivieren, der ein komfortables und

Windows-Explorer-ähnliches Navigieren

auf einem entfernten Linux-Rechner (mit

aktiviertem SSH-Server) erlaubt.

Darüber hinaus stehen im Reiter Display

(Abbildung 3) ganz oben mit den Pfeil-

Navigationssymbolen eine Reihe von Skins

für die Oberfläche zur Verfügung, darunter

auch einen Mac-Style (Snow Leopard).

Kommandomodus

Zu den einfachsten Übungen von Moba-

Xterm gehören die Linux-Shell-Kommandos,

unter denen die klassischen Dateioperationen

(cp, mv) und das Navigieren

im Windows-Dateisystem mit Hilfe

von Unix-Kommandos wie ls und cd am

nützlichsten sind (Abbildung 4).

Mit fortschreitendem Kenntnisstand im

Umgang mit der Bash-Shell oder gar der

Shell-Programmierung werden für Sie

auch Tools wie cat, sed, awk oder grep

und deren Kombination durch Pipes von

Interesse sein.

Abb. 4: Im Terminal verhält sich das Tool wie eine Linux-Shell.

Fernzugriff

Neben der Möglichkeit, sich mit Moba-

Xterm auf dem Windows-Desktop mit einer

Linux-ähnlichen Shell-Umgebung und

beliebten Tools vertraut zu machen, ohne

dazu eine virtuelle Maschine mit einer

Abb. 5: Der SFTP-Browser lässt Sie im Dateisystem eines Linux-PCs navigieren.

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03/2013

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75


Workshop

MobaXterm

Abb. 6: SSH arbeitet zur Erhöhung der Sicherheit standardmäßig mit Host-Zertifikaten.

vollständigen Linux-Distribution einrichten

zu müssen, können Sie MobaXterm

auch als Schweizermesser für diverse

Fernzugriffe betrachten. Das ist hilfreich,

wenn Sie einen Windows- und einen Linux-PC

gemeinsam im Netz betreiben.

SSH ist dank Verschlüsselung eines der sichersten

und wegen der eingebauten

Kompression auch sehr performanten

Fernzugriffsverfahren. Auf dem Linux-PC

muss dazu nur ein SSH-Server laufen. Wie

Sie den starten können, steht im Kasten

SSH-Server.

MobaXterm nutzen Sie dann als SSH-

Client. Der Vorteil gegenüber dem sehr

SSH-Server

Alle Linux-Distribution installieren automatisch

einen SSH-Client. Die meisten

Distributionen – darunter auch Ubuntu

und OpenSuse – richten aber aus Sicherheitsgründen

den SSH-Server nicht

automatisch ein. Unter Ubuntu können

Sie das mit dem Kommando

sudo apt‐get install openssh‐server

auf der Kommandozeile nachholen; Sie

müssen dann Ihr Passwort eingeben.

Bei OpenSuse stecken Server und

Client in gleichen Paket openssh, das

Sie am schnellsten mit

sudo zypper in openssh

installieren. (Hier ist dann die Eingabe

des Root-Passworts nötig, das bei einer

Standardinstallation mit Ihrem eigenen

Passwort identisch ist.) Beim Installieren

des OpenSSH-Servers wird

auch der Dienst sshd gestartet und

permanent in die Systemstart-Konfiguration

aufgenommen.

populären Windows-SSH-Client PuTTY

ist, dass sich MobaXterm genau wie der

SSH-Client unter Linux verhält. Sie können

daher im Gegensatz zu PuTTY sämtliche

SSH-Befehle in einer Shell absetzen.

Das ist hilfreich, wenn Sie etwa im Internet

verfügbare How-tos oder Dokumentationen

nachvollziehen wollen. Zudem

kann MobaXterm auch sehr komfortabel

sein: Haben Sie etwa die Option Automatically

switch sidebar view to graphical

SSH-Browser gesetzt (Abbildung 2), blendet

MobaXterm in der Sidebar automatisch

den grafischen SFTP-Dateimanager

ein, der die Verzeichnisse auf dem entfernten

Rechner anzeigt.

MobaXterm und SSH

Sie können von Ihrem Windows-Rechner

aus im Dateibestand des Linux-Rechners

navigieren, ohne dass Sie dazu auf dem

Linux-Rechner Samba oder einen FTP-

Server einrichten müssen. Läuft auf dem

Linux-PC ein SSH-Server, bauen Sie durch

Eingeben des folgenden Befehls im MobaXterm-Terminalfenster

eine Verbindung

zu diesem auf:

ssh ‐l benutzername IP‐Adresse‐Rechner

Ist zudem die Option SSH-Agent aktiviert,

kümmert sich ein Hilfsprogramm bei der

nächsten Anmeldung am gleichen Server

selbst um die Authentifizierung und behält

das Passwort eine Weile im Speicher,

so dass Sie ab der zweiten Verbindung

kein Passwort mehr eingeben müssen, solange

Sie den Client nicht herunter gefahren

haben (Abbildung 5).

Da SSH als Sicherheitsmaßnahme so genannte

Host-Keys (oder Host-Zertifikate)

verwendet, zeigt der Client beim jeweils

ersten Verbindungsaufbau mit einem bisher

unbekannten SSH-Server den von diesem

automatisch übermittelten Host-Key

an und signalisiert durch die Ausgabe permanently

added 'IP-Adresse' (RSA) to the

list of known host (dt.: IP-Adresse dauerhaft

zur Liste der bekannten Rechner hinzugefügt),

dass er diesen nicht kennt und

ihn daher seiner Datei known_hosts im Unterverzeichnis

.ssh im Home-Verzeichnis

hinzufügt (Abbildung 6). Das bedeutet,

dass Sie entscheiden müssen, ob Sie diesem

Server vertrauen und glauben, dass er

derjenige Server ist, für den er sich ausgibt.

Das ist im lokalen Netz kein Problem, weil

es ja Ihr eigener Linux-PC ist, aber bei einer

Verbindung über das Internet könnte

ein Angreifer die Verbindung kapern. Um

auf Nummer sicher zu gehen, können Sie

sich vorher vom jeweiligen Administrator

Abb. 7: Rollentausch: MobaXterm kann auch mit einem Mausklick in die Rolle eines

Web- oder FTP-Servers schlüpfen.

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EasyLinux 03/2013


MobaXterm

Workshop

System- und Officetools, wie den Moba-

TextEditor und den Bildbetrachter Moba-

PictureViewer, sowie im Bereich Network

unter anderem das Werkzeug List open

network ports, mit dem Sie schnell die offenen

Ports des Rechners aufspüren (Abbildung

9).

Fazit

MobaXterm ist nicht nur ein X-Server für

Windows, sondern hat sich zu einem

Schweizermesser für alle Anwender entwickelt,

die Windows- und Linux-Rechner

im lokalen Netz verwenden und regelmäßig

in beiden Welten zu Hause

sind. Zwar könnten Sie vergleichbare

Features auch mit Cygwin oder GOW,

PuTTY und PSFtp (PuTTY SFTP) erzielen,

MobaXterm überzeugt mit seiner

hübschen Oberfläche und der Tatsache,

dass alle wichtigen Werkzeuge unter einer

gemeinsamen Haube stecken. (hge)n

Abb. 8: Ganz nebenbei können Sie mit MobaXterm auch den Softwarebestand Ihres

Windows-Rechners ermitteln und das Tool zur Inventarisierung einsetzen.

des entfernten Servers den Fingerprint des

Host-Keys besorgen und mit dem des übermittelten

Keys vergleichen.

Das versteckte Verzeichnis /home/​username/​.ssh

ist übrigens bei allen Linux-

Versionen standardmäßig dasjenige, indem

SSH nutzerbezogene Konfigurationsdateien

speichert, etwa die Datei knows_

host mit den bekannten RSA-Host-Zertifikaten

der kontaktierten Server. Nun befinden

Sie sich aber auf einem Windows-

Rechner. Ein Vorteil von MobaXterm, gegenüber

PuTTY, ist, dass Sie tatsächlich

mit diesem Verzeichnis und den unter Linux

üblichen Pfad- und Dateinamen arbeiten

können: Der Ordner /home in der

MobaXterm-Umgebung ist mit dem Windows-Verzeichnis

C:\Users\username\Documents\MobaXterm\home

verknüpft.

7). Damit nutzen Sie Ihren Windows-

Rechner als Server und können z. B. einen

Linux-PC als Client verwenden.

Ein Klick auf List installed software im Bereich

System zeigt die aktuell installierten

Programme an; List Hardware Devices liefert

eine Übersicht der vorhandenen Partitionen,

Netzwerkgeräte usw. Ferner finden

Sie unter Tools im Bereich Terminal-

Games eine Reihe von Spielen zum Zeitvertreib,

im Bereich Office einige nützliche

Infos

[1] GOW-Artikel: Hans-Georg Eßer, „Linux-

Shell für Windows“, EasyLinux 01/​2012,

S. 60 ff., http://www. linux‐community.​

de/ artikel/ 25120 (http:// ezlx. de/ d3i1)

[2] Cygwin: http:// www. cygwin. com/

(http:// ezlx. de/ d3i2)

[3] MobaXterm: http:// mobaxterm. mobatek.​

net/ (http:// ezlx. de/ d3i3)

[4] MobaXterm Personal Edition:

http:// mobaxterm. mobatek. net/​

download. html (http:// ezlx. de/ d3i4)

[5] Download: http:// mobaxterm. mobatek.​

net/ download‐home‐edition. html

(http:// ezlx. de/ d3i5)

[6] MobaXterm-Plug-ins:

http:// mobaxterm. mobatek. net/ plugins.​

html (http:// ezlx. de/ d3i6)

Was noch geht

Darüber hinaus stehen Ihnen in der Seitenleiste

im Abschnitt Tools oder wahlweise

im Menü Tools im Abschnitt Network

weitere nützliche Werkzeuge zur

Verfügung. So lässt sich etwa mit Servers

(TFTP, FTP, HTTP) im Handumdrehen ein

eigener FTP- oder HTTP-Server in der MobaXterm-Umgebung

starten (Abbildung

Abb. 9: Sogar als Sicherheits-Checker leistet MobaXterm gute Dienste.

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Tipps & Tricks

KDE-Tipps

KDE-Tipps

Besser arbeiten mit KDE

Thomas Drilling

Mit der KDE-Version 4.10 hat der Plasma-Desktop eine beachtliche Reife erreicht.

Trotz des im Vergleich zu Gnome ohnehin schon riesigen Funktionsumfangs denken

sich die Entwickler immer noch das eine oder andere neue nützliche Feature aus.

Versteckte Menüleiste

01

oder OS-X-Stil

KDE unterstützt seit einiger

Zeit einen Modus, der wie bei

OS X oder Unity die Menüleiste

der aktuellen KDE-Anwendung

wahlweise fix am oberen Bildschirmrand

anzeigt oder bei

Annäherung mit der Maus einblendet.

Das Standardverhalten

ist aber, dass jede Menüleiste

Teil ihres Anwendungsfensters

ist, wie man es auch

von Windows kennt.

Der Mac-Modus hat offenbar

viele Anhänger, und nachdem

Ubuntu diese Funktion vor einiger Zeit in

Unity eingeführt hat, haben auch die KDE-

Entwickler nachgezogen. Ab KDE 4.10 –

der momentane Standard in OpenSuse

12.3, Kubuntu 12.10 und höher – können

Sie die Funktion globales Menü in den

Systemeinstellungen aktivieren, sofern die

Bibliothek appmenu-qt installiert ist. Klicken

Sie dazu in den KDE-Systemeinstellungen

im Bereich Allgemeines Erscheinungsbild

und Verhalten auf Erscheinungsbild

von Anwendungen und wechseln

Sie zum Reiter Feineinstellungen

Abb. 1: Die Menüleisten von KDE-Fenstern können Sie verstecken

oder einheitlich am oberen Bildschirmrand positionieren.

(Abbildung 1). Hier können Sie unten im

Auswahlmenü bei Menüleistenstil neben

dem bisherigen Standard In Anwendung

auch Menüleiste am oberen Bildschirm

oder Titelleistenknopf auswählen.

Nach einem Klick auf Anwenden haben

echte KDE-Anwendungen keine Menüleiste

mehr im Anwendungsfenster; stattdessen

klappt die Menüleiste vom oberen

Bildschirmrand herunter, sobald Sie sich

mit der Maus annähern (Abbildung 2).

Das klappt auch problemlos im Multi-Monitor-Betrieb,

sofern Sie das Standard-

Theme Oxygen verwenden,

was sich unter KDE ohnehin

empfiehlt. Bei der Auswahl Titelleistenknopf

verbirgt sich

die gesamte Menüstruktur wie

bei Chrome hinter einem

Knopf in der Fensterleiste.

Nepomuk: Neues beim

02

KDE-Indizierer

Bei KDE dient die Metadaten-

Engine Nepomuk nicht nur als

schlichte Desktop-Suchmaschine,

sondern wird von den

KDE-Machern als „Informationsframework

für den semantischen,

sozialen Desktop“ bezeichnet.

Dessen Verwendung erschloss sich

Einsteigern in der Vergangenheit oft

nicht, und ganz fehlerfrei arbeitete die

Funktion auch nie, vom Ressourcenverbrauch

ganz zu schweigen.

Das hat sich mit KDE 4.10 grundlegend

geändert. Die Anwendung basiert nicht

mehr auf dem ehemaligen Indizierer

Strigi, sondern besitzt einen vollständig

neu geschriebenen Dienst, der Dateien

viel schneller indiziert und dazu zweistufig

vorgeht: Zuerst trägt er lediglich grundlegende

Daten, wie Dateinamen oder

MIME-Typen, in den Index ein. Erst in

einem zweiten Schritt und nur

dann, wenn es die verfügbaren

Ressourcen zulassen, zieht Nepomuk

weitere Informationen aus den Dateien.

Außerdem können Sie den neuen

Indizierer auf bestimmte Dateitypen beschränken.

Über URLs der Form tags:/​

können Sie jetzt in jedem KDE-Programm

nach Schlagworten suchen.

Geben Sie in der KickOff-Suchleiste oder

in dem mit [Alt-F2] erreichbaren Schnellstartfenster

„Nepo“ ein, zeigt Ihnen KDE

alle neuen Nepomuk-Tools. Das sind ne-

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KDE-Tipps

Tipps & Tricks

Abb. 2: Auch KDE kennt eine „versteckte Menüleiste“ im Stil von Unity und OS X. Die spart Platz in den einzelnen Fenstern.

Abb. 3: Die Nepomuk-Datenbank zu sichern,

ist sinnvoll, wenn Sie viel Zeit in

die Pflege Ihres Index’ investiert haben.

ben der eigentlichen Desktopsuche auch

die drei Werkzeuge Nepomuk-Sicherung,

Nepomuk-Bereinigung und Steuerung der

Nepomuk-Datei-Indizierung.

03 Nepomuk

konfigurieren

Wenn Sie Steuerung der Nepomuk-Datei-Indizierung

anklicken,

passiert auf den ersten

Blick nichts. Bei genauerem

Hinsehen fügt diese Funktion

dem Systemabschnitt der KDE-

Kontrollleiste ein Nepomuk-

Icon hinzu, das sichtbar wird,

wenn Sie auf das kleine Dreieck

ganz rechts im Systemabschnitt

klicken. Der neue Eintrag

heißt Datei-Indizierung für

die Desktopsuche. Ein Klick

darauf offenbart, wie viele Dateien

indiziert wurden und ob

der Indizierer aktiv ist. Mit einem

Klick auf Datei-Indizierung

aussetzen schicken Sie

den Indizierer in die Pause, etwa wenn

Sie im Hintergrund umfangreiche Datenmengen

kopieren. Mehr zu Nepomuk liefern

die KDE-Tipps der letzten Ausgabe.

Nepomuk: Daten aus dem

04

Index sichern

Unter KDE 4.10 können Sie mit der Anwendung

Nepomuk-Sicherung auf komfortable

Weise Ihren Nepomuk-Index sichern.

Vor allem wenn Sie den semantischen

Suchdienst intensiv nutzen und sich vielleicht

sogar die Mühe einer individuellen

Verschlagwortung gemacht haben, ist das

ein wichtiges Feature. Bei der standardmäßig

vorausgewählten Option Sicherung

können Sie nach einem Klick auf Weiter

Abb. 4: Ohne Umwege können Sie jetzt den Inhalt eines

„konsole“-Fensters ausdrucken.

das Zielverzeichnis und einen Dateinamen

wählen (Abbildung 3), und schon geht es

los. Für die Gegenrichtung (Zurückspielen)

müssen Sie die entsprechende Option auf

der Startseite des Nepomuk-Sicherungsassistenten

entsprechend umstellen.

Terminal druckt und

05

wird überwacht

Mit KDE 4.10 haben zwei nützliche

kleine Funktionen zurück in die Terminalanwendung

konsole gefunden, die es

zu KDE-3-Zeiten schon einmal gab: So

können Sie mit der Konsole jetzt den aktuellen

Fensterinhalt ausdrucken und

den Zeilenabstand (und nicht mehr nur

die Schriftgröße) anpassen.

Die Funktion Bildschirm drucken

findet sich im Datei-Menü

(Abbildung 4). Nützlich ist

auch Ansicht / Auf Inaktivität

überwachen, beispielsweise

wenn Sie mehrere konsole-

Fenster gleichzeitig geöffnet

haben. Die Funktion weist mit

einer Meldung im Kontrollabschnitt

auf inaktive Terminalsitzungen

hin, die Sie dann bei

Bedarf schließen können.

Besser zoomen

06

mit Okular

Der KDE-Dokumentenbetrachter

Okular hat bei der letzten

KDE-Generalüberholung eine

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Tipps & Tricks

KDE-Tipps

Abb. 5: Der PDF-Betrachter Okular hat einen schnellen und speichersparenden Zoom.

neue Zoomfunktion erhalten (Abbildung

5). Dank der speziellen Technik „Tiled

Rendering“ können Sie jetzt schneller in

eine PDF-Datei hineinzoomen und brauchen

nebenbei auch weniger Hauptspeicher

fürs Zoomen. Die Funktion erreichen

Sie über Extras / Lupe oder mit dem Shortcut

[Strg-2]. Zum stufenlosen Reinzoomen

benutzen Sie die rechte Maustaste, zum

Rauszoomen die linke.

Videowand als

07

KWin-Skript

Der KDE-Fenstermanager KWin unterstützt

seit Version 4.10 auch Skripte. Klicken

Sie z. B. in den KDE-Systemeinstellungen

in Bereich Erscheinungsbild und

Verhalten der Arbeitsfläche auf das Modul

Fensterverhalten, finden Sie

im Navigationsbereich links

an dritter Position die Rubrik

KWin-Skripte (Abbildung 6)

und als einziges der bei allen

gängigen Distributionen mitgeliefertes

Beispiel das Skript

Video-Wand. Wenn Sie dieses

durch Setzen des Häkchens

und einen Klick auf

Anwenden aktivieren, verteilt

ein KDE-konformer Videoplayer

wie Dragon Player im Vollbildmodus

die Ausgabe bei mehreren angeschlossenen

Monitoren auf die gesamte Monitorfläche.

Abb. 6: Den Fenstermanager KWin können Sie jetzt auch über

Skripte steuern. Ein Beispiel liefert KDE 4.10 mit.

Skript für Fenster-

08

Durchlässigkeit

Da KDE 4.10 jetzt schon eine ganze Weile

verfügbar und in allen aktuellen Distributionen

der Standard ist, werden Sie mit einem

Klick auf Neues Skript holen auf einige

weitere interessante KWin-Skripte

stoßen. Vom KWin-Entwickler Martin

Gräßlin selbst stammt zum Beispiel das

Skript Opacity Menü, mit dem Sie dem

Fenstermenü ([Alt-F3]) einen neuen Eintrag

Erweiterungen / Window Opacity

spendieren, über den Sie die Durchlässigkeit

des gewählten Fensters individuell

einstellen (Abbildung 7).

Neue Dolphin-Tricks

09

für KDE 4.10

In der KDE-Version 4.10 sind auch eine

Reihe eher unspektakuläre, aber dennoch

nützliche Funktionen in den Dateimanager

eingeflossen. Sie können zum Beispiel

in der aktuellen Dolphin-Version die Symbolgröße

der Orte in der Seitenleiste verändern.

Sie müssen dazu nur mit rechts

auf das gewünschte Icon klicken und den

neuen Kontextmenü-Eintrag Symbolgröße

auswählen (Abbildung 8).

KDE-Menü-Editor passt

10

das Startmenü an

Würden Sie gerne Anordnung und Bezeichnung

der im KDE- oder KickOff-

Menü vorhandenen Anwendungen beeinflussen?

Neben dem Deinstallieren nicht

benötigter Anwendungen steht dazu seit

eh und je der KDE-Menü-Editor zur Verfügung.

Sie können den Menü-Editor durch

Eingabe von kmenueditor in der Konsole

oder in ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster

öffnen oder im KickOff-Suchfeld

kmenu eintippen.

Mit dem Tool durchsuchen Sie dann die

Baumstruktur der Programme und passen

die Verknüpfungen nach Ihren Vorstellungen

an. Haben Sie eine Anwendung links

im Navigationsbereich gefunden und markiert,

können Sie rechts im Reiter Allgemein

den Namen im Startmenü, das Icon,

die angezeigte Beschreibung, einen Kommentar

und den eigentlichen Befehl zum

Starten des Programms überarbeiten (Abbildung

9). Letzteres bietet sich z. B. an,

wenn Sie eine Anwendung mit bestimmten

oder anderen als den Standardparametern

starten möchten.

Direkt darunter können Sie durch Setzen

von Häkchen bestimmen, ob die Anwendung

im Systemabschnitt der Kontrollleiste

angezeigt wird und ob beim Starten

der Anwendung eine Rückmeldung

erfolgen soll.

Neues Programm ins

11

Startmenü aufnehmen

Zum Eintragen einer neuen

Anwendung rufen Sie im

KDE-Menü-Editor (siehe vorheriger

Tipp) den Menüpunkt

Datei / neues Element auf, geben

im folgenden Dialog

Name des Elementes den ge-

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KDE-Tipps

Tipps & Tricks

Abb. 8: Die Symbolgröße für die Orte in

der Seitenleiste können Sie verändern.

Abb. 7: Das KWin-Skript „Opacity Menu“ macht Fenster durchscheinend.

wünschten Namen ein und klicken auf

OK, womit Sie im noch leeren Eingabebereich

landen.

Beginnen Sie damit, den Befehl für den

Start der Anwendung unter Befehl einzutragen.

Die übrigen Informationen können

Sie nach Wunsch ergänzen. Mit einem

Klick auf das leere Quadrat rechts oben

neben dem Namen der Menü-Verknüpfung

können Sie ein Icon wählen. Geben

Sie dazu im Dialog Symbol wählen bei Suchen

den exakten Namen des Programms

ein, finden Sie leicht heraus, ob es für die

Anwendung bereits ein Symbol gibt, und

können dieses verwenden.

Zurück auf Start: Fehler in den

12

Einstellungen korrigieren

Falls ein KDE-Programm, das bisher einwandfrei

funktionierte, plötzlich ein

merkwürdiges Verhalten zeigt, könnte

das an Einstellungen liegen, die Sie geändert

haben. KDE speichert persönliche

Einstellungen im versteckten Unterverzeichnis

.kde des Home-Verzeichnisses.

Haben Sie den Verdacht, dass das bei Ihnen

der Fall ist, können Sie das betreffende

Programm versuchsweise mit Standardeinstellungen

starten.

Statt für Tests einen neuen Benutzer mit

leerem .kde-Verzeichnis anzulegen, können

Sie Folgendes tun: Geben Sie in einem

Terminalfenster dieses Kommando ein:

mkdir ~/kde‐temp && export KDEHOME=~/kde-U

temp

Damit erzeugen Sie ein temporäres Verzeichnis

für benutzerspezifische Anwendungsdaten

und Einstellungen. Jetzt können

Sie im gleichen Terminalfenster das

gewünschte KDE-Programm starten. Da

dieses keine Einstellungsdatei vorfindet,

legt es eine neue im Verzeichnis kde-temp

an. Sollte das Programm jetzt einwandfrei

starten und funktionieren, können Sie davon

ausgehen, dass etwaige Probleme tatsächlich

mit den Einstellungen zusammenhängen

und durch Vergleich der beiden

Einstellungsdateien (der neuen Datei

mit den Standardeinstellungen und ihrer

alten Datei mit den eigenen Anpassungen)

auf Fehlersuche gehen. Haben Sie den

Fehler gefunden, oder genügt es Ihnen,

mit der neuen Standardkonfiguration zu

arbeiten, benennen Sie die defekte Konfigurationsdatei

um, so dass die Anwendung

sie auch beim nächsten regulären

Start nicht mehr finden kann. (hge) n

Abb. 9: Im KDE-Menü-Editor ändern Sie die Programmeinträge im Startmenü.

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Tipps & Tricks

Gnome-Tipps

Tipps und Tricks zu Gnome

Gnome-Tipps

Heike Jurzik Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung

für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig

Nützliches und Praktisches für die alternative grafische

Oberfläche vor.

Distributionen installieren Sie das Werkzeug

über das gleichnamige Paket alacarte.

Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung

zeigt, wie Sie einen Starter für den

Evolution-Kalender anlegen:

Rufen Sie den Menüeditor über einen

1

Schnellstarter ([Alt-F2]) oder Terminal

über den Befehl alacarte auf. Alternativ

suchen Sie danach über die Aktivitäten.

In der linken Ansicht sehen Sie die einzelnen

Abteilungen, die Sie auch über

2

Aktivitäten / Anwendungen und da auf

der rechten Seite finden: Barrierefreiheit,

Bildung, Büro, Entwicklung, Grafik,

Internet und so weiter.

01 Evolution-Module

gezielt starten

Der Personal Information Manager der

Gnome-Desktopumgebung heißt Evolution

[1]. Das Programm vereint E-Mail-

Client und Newsreader, Adressbücher,

Kalender, eine Aufgaben- und Notizverwaltung

unter einer Oberfläche. Über einen

Klick auf eine Schaltfläche in der linken

Seitenleiste, das Menü Ansicht / Fenster

oder die Tastenkombinationen [Strg-1]

bis [Strg-5] schalten Sie zwischen den einzelnen

Modulen um (Abbildung 1).

Möchten Sie direkt beim Programmstart

zum Kalender oder vielleicht zum Mailprogramm

springen, können Sie das über

die Aufrufoption ‐c oder in ihrer Langform

‐ ‐ component erledigen. Den Befehl tippen

Sie entweder in ein Terminalfenster oder

in den mit [Alt-F2] geöffneten Schnellstarter

hinter dem Kommando evolution ein.

Direkt dahinter geben Sie den Namen der

gewünschten Komponente an, zum Beispiel

so:

evolution ‐c calendar

Evolution versteht außer calendar für den

Kalender noch mail (Mailclient), contacts

(Adressbuch), tasks (Aufgaben) und memos

(Notizen).

Starter für Evolution-

02

Module anlegen

Um die einzelnen Komponenten per

Mausklick aufrufen zu können und nicht

jedes Mal den Befehl in ein Schnellstartoder

Terminalfenster eintippen zu müssen,

erstellen Sie einen oder mehrere Programmstarter

für die Anwendungen, die

Sie dann einfach über die Aktivitäten erreichen.

Am einfachsten geht das mit dem

Menüeditor Alacarte, den Sie gegenebenfalls

über den Paketmanager nachrüsten.

Auf allen von EasyLinux unterstützten

3

Der Starter für Evolution befindet sich

in der Kategorie Büro. Wenn Sie links

diesen Punkt auswählen, erscheinen

rechts die einzelnen Einträge. Den vorhandenen

Starter Evolution-E-Mail und

‐Kalender betrachten Sie per Klick auf

Eigenschaften.

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Gnome-Tipps

Tipps & Tricks

Über die Schaltfläche Neuer Eintrag erstellen

Sie nun einen weiteren Menü-

4

punkt. Im folgenden Dialogfenster dürfen

Sie aus dem Drop-down-Menü Typ aussuchen,

ob es sich um eine Anwendung

oder eine Anwendung, die im Terminal

läuft, handelt. Wählen Sie Ersteres.

Danach tragen Sie einen Namen ein.

5

Tipp: Nennen Sie den Starter Evolution

(Kalender), so sortiert er sich direkt neben

dem anderen Evolution-Eintrag

ein, denn Gnome ordnet die Programmstarter

alphabetisch an.

Bei Befehl tragen Sie das in Tipp 01 gezeigte

Kommando evolution ‐c calendar

6

ein. Das Feld Kommentar dürfen Sie

frei lassen. Über die Schaltfläche Schließen

beenden Sie die Einrichtung.

Abb. 1: Die einzelnen Evolution-Module erreichen Sie über die Seitenleiste, das Menü

„Ansicht“ oder ein Tastaturkürzel.

Beenden Sie danach Alacarte. Der neue

Schnellstarter erscheint nun auch über

Aktivitäten / Anwendungen. Von dort

können Sie das Symbol auch mit gedrückt

gehaltener linker Maus ins Dash ziehen

und als Starter verankern (Abbildung 2).

Einfache Zeiterfassung

03

mit Hamster

„Wann und wie viel habe ich eigentlich

gearbeitet?“ Solche Fragen stellen sich

nicht nur Freiberufler. Wer gerne aufzeichnen

möchte, wie viele Stunden er

Abb. 2: Die neu erstellten Programmstarter für die Evolution-Module bewegen Sie per

Drag & Drop ins Dash und verankern sie dort.

Abb. 3: Im Hauptfenster (links) starten Sie die Zeiterfassung mit Hamster; die Übersicht zeigt eine Zusammenfassung der Woche.

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83


Tipps & Tricks

Gnome-Tipps

Abb. 4: Bereits aufgezeichnete Tätigkeiten dürfen Sie jederzeit

anpassen, um beispielsweise die Dauer zu verändern, neue

Schlagworte oder eine Beschreibung hinzuzufügen.

Abb. 5: Über die Webseite Gnome Extensions rüsten Sie auf allen

von EasyLinux unterstützten Distributionen das Hamster-

Applet fürs Panel nach.

mit etwas am Rechner zugebracht hat, der

kann unter Gnome zur mitgelieferten Zeiterfassung

namens Hamster [2] greifen. Sie

starten das Tool über die Aktivitäten und

Eingabe von zeit. Öffnen Sie die Zeiterfassung,

wie Hamster hier heißt.

Ins Feld Neue Tätigkeit starten tippen Sie

einfach eine Beschreibung, was Sie gerade

tun, und über Erfassung starten

geht’s los. Ein Klick auf Übersicht anzeigen

ruft ein weiteres Hamster-Fenster auf

den Schirm, in dem Sie nicht nur sehen,

was Sie aktuell aufzeichnen, sondern

auch, was Sie an den vergangenen Tagen

der Woche gearbeitet haben (Abbildung

3). Erfassung anhalten im Hauptfenster

stoppt den Mitschnitt.

Wenn Sie ins Feld Neue Tätigkeit starten

mit der Maus klicken, klappt eine Liste

Abb. 6: Das Applet vervollständigt automatisch

Ihre Eingaben, so dass Sie wiederkehrende

Aufgaben nicht jedes Mal

von Neuem eintippen müssen.

mit vorgefertigten und eigenen Einträgen

auf, so dass Sie regelmäßige Arbeiten

nicht immer wieder neu eingeben müssen.

Über Bearbeiten / Einstellungen erreichen

Sie auf dem Reiter Kategorien

und Schlagworte die Liste. Was die Entwickler

bei Arbeit und Tag für Tag eingetragen

haben, passen Sie schnell an eigene

Wünsche an.

Im Übersichtsfenster bringt Sie das Symbol

mit dem Haus immer zur aktuellen

Woche; mit den Pfeiltasten blättern Sie

vor und zurück. Über das Drop-down-

Menü daneben schalten Sie um und zeigen

nur den Tag oder den ganzen Monat

an. Das Suchfeld bietet eine einfache

Filtermöglichkeit. Tippen Sie hier einfach

den gesuchten Begriff ein. Großund

Kleinschreibung beachtet Hamster

nicht. Sie dürfen neben Tätigkeiten auch

nach Kategorien und Schlagworten suchen.

Klicken Sie doppelt auf einen Tag

oder einen Eintrag, öffnet sich ein kleines

Dialogfenster, in dem Sie bereits

aufgezeichnete Dinge anpassen können

(Abbildung 4).

04 Hamster-Indicator

fürs Panel

Besonders komfortabel gestaltet sich das

Arbeiten mit Hamster, wenn Sie die Zeiterfassung

bequem über das Panel erreichen

können und nicht jedes Mal das Programmfenster

in den Vordergrund bringen

müssen. Eine Erweiterung namens Project

Hamster Extension sorgt dafür, dass der

Hamster sich am oberen Desktoprand

wohlfühlt. Um diese einzuspielen, öffnen

Sie einen Webbrowser Ihrer Wahl und besuchen

die Adresse unter [3]. Sie erfahren

direkt, ob die Gnome Shell Extension

kompatibel zu Ihrer Gnome-Version ist.

Erhalten Sie grünes Licht, ziehen Sie den

kleinen Schieberegler oben links von off

auf on. Bestätigen Sie, dass Sie die Erweiterung

wirklich installieren möchten (Abbildung

5), und nach kurzer Zeit sehen

Sie im Panel das Hamster-Applet.

Es zeigt den Schriftzug No activity („keine

Tätigkeit“) an, wenn Sie gerade nichts

aufzeichnen. Klicken Sie mit der linken

Maustaste darauf, dürfen Sie ins Feld

What are you doing? („Was tun Sie gerade?“)

etwas eintragen. Sobald Sie [Eingabe]

drücken, startet Hamster die Aufzeichnung.

Praktisch: Bereits bekannte

Tätigkeiten und Schlagworte verfolständigt

das Applet automatisch (Abbildung

6). Direkt darunter zeigt das Fenster an,

was Sie am aktuellen Tag bereits geleistet

haben (Todays activities, „heutige Tätigkeiten“).

Ein Klick auf Show Overview

blendet das Übersichtsfenster ein, Stop

Tracking beendet den Mitschnitt, und Add

Earlier Activity öffnet den Bearbeitungsdialog

aus Abbildung 4. Tracking Settings

ganz am unteren Ende blendet schließlich

die Hamster-Einstellungen ein.

Hamster: Export und

05

Backup der Daten

Hamster sichert seine Daten in einer Datenbank

im Home-Verzeichnis der Benutzer.

Es handelt sich dabei um eine

SQLite-Datenbank, wie das Kommando

file verrät:

84 www.easylinux.de

EasyLinux 03/2013


Gnome-Tipps

Tipps & Tricks

Abb. 7: Die Webseite mit dem Hamster-Bericht selbst stellt

Umlaute korrekt dar; beim Export gehen sie aber kaputt.

Abb. 8: Auch auf dem Gnome-Desktop können Sie das KDE-Brennprogramm

K3b starten, wenn Sie ein leeres Medium einlegen.

$ file .local/share/hamster‐applet/hamsterU

.db

.local/share/hamster‐applet/hamster.db: SU

QLite 3.x database

Die Datenbankdatei können Sie problemlos

auf einen anderen Rechner mit Gnome-

Desktop und Hamster-Installation transportieren

und dort wiederum im Verzeichnis

.local/​share/​hamster-applet ablegen.

Das klappte im Test sogar mit einer laufenden

Erfassung einer Tätigkeit. Haben

Sie auf dem anderen Rechner ebenfalls

die Hamster-Zeiterfassung genutzt, sollten

Sie darauf achten, eine bestehende Datenbank

nicht zu überschreiben.

Weniger gut sieht es mit den Exportmöglichkeiten

aus. Im Übersichtsfenster

öffnen Sie über das Menü Übersicht /

Bericht speichern einen Dateiauswahldialog

und erstellen in der Voreinstellung

eine HTML-Datei vom aktuellen

Tag, von der Woche oder dem Monat –

je nachdem, was Sie in der Hamster-

Übersicht gerade betrachten. Die HTML-

Datei ist gut lesbar und ordentlich strukturiert.

Probleme bereitet allerdings das

Skript, das die Daten aus der SQLite-Datenbank

extrahiert, denn es kann keine

deutschen Umlaute und Sonderzeichen

darstellen (Abbildung 7).

Über das Drop-down-Menü im Dateiauswahldialog

können Sie statt HTML auch

ein anderes Format aussuchen. Im Test

erzeugte Hamster eine lesbare XML-Datei,

versagte allerdings beim iCal-Kalender.

Die gespeicherte Datei enthält lediglich

zwei Zeilen ohne Inhalt aus der

Hamster-Datenbank.

06 Standard-Brenn-

programm einstellen

Früher kümmerte sich der Dateimanager

Nautilus um die Wechseldatenträger-Verwaltung;

inzwischen ist das alles in die

Gnome-Systemeinstellungen ausgelagert.

Diese öffnen Sie beispielsweise per Klick

auf Ihren Benutzernamen rechts oben im

Panel. Doppelklicken Sie ganz unten im

Bereich System das Symbol Details. Wählen

Sie dann aus der linken Seitenleiste

die Abteilung Wechselmedien aus. Rechts

sehen Sie, welche Aktionen für CD-Audio,

DVD-Video, Musikwiedergabe, Fotos und

Software definiert sind. Hier taucht weder

eine leere CD noch DVD auf. Solche Datenträger

finden Sie, wenn Sie auf Andere

Medien klicken.

Im oberen Drop-down-Menü Typ sind

zahlreiche Medienarten gelistet, unter

anderem Leere Blu-ray-Disc, Leere CD,

Leere DVD und Leere HD-DVD. Wählen

Sie einen Eintrag aus und klicken Sie auf

das Ausklappmenü Aktion. An oberster

Stelle ist der in den Dateimanager integrierte

CD/​DVD-Ersteller aufgeführt (siehe

dazu auch den folgenden Tipp). Über

Andere Anwendung klappen Sie einen

Dialog aus, in dem Sie Ihr Lieblings-

Brennprogramm aussuchen. Die Liste ist

alphabetisch sortiert. Per Klick auf Auswählen

übernehmen Sie die Einstellung

(Abbildung 8).

Nautilus: Brennordner im

07

Dateimanager öffnen

In früheren Gnome-Versionen konnten

Sie über das Menü Gehe zu den in den

Dateimanager integrierten CD/​DVD-Ersteller

erreichen. Es handelt sich um ein

spezielles Nautilus-Fenster, in das Sie

einfach per Drag & Drop Daten hineinziehen

können. Dann definieren Sie im Feld

Name die Datenträgerbezeichnung, und

Abb. 9: Der CD/​DVD-Ersteller in Nautilus ist nur aus den Menüs verschwunden. Über

Eingabe von „burn:/​“ in der Adresszeile erreichen Sie das Werkzeug nach wie vor.

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85


Tipps & Tricks

Gnome-Tipps

Abb. 10: Bleibt der Menüeintrag „Drucken“ grau und fragt Evince auch nicht nach einem Kennwort, schauen Sie in den Einstellungen

des Dokumentenbetrachters nach und hebeln die Beschränkungen aus.

über Auf CD/​DVD schreiben starten Sie

den Brennvorgang oder erstellen eine

Abbilddatei. Während der Menüeintrag

selbst verschwunden ist, hat Nautilus

das Brennen nicht verlernt. Drücken Sie

einfach die Tastenkombination [Strg-L]

und tippen Sie in die Adresszeile burn:/

ein, um den CD/​DVD-Ersteller zu öffnen

(Abbildung 9).

Evince: Druckbeschränkung

08

für PDFs aushebeln

Einige PDF-Dokumente sind passwortgeschützt,

und manchmal hat der Ersteller

sogar dafür gesorgt, dass Sie ein Kennwort

eintippen müssen, wenn Sie das

gute Stück zu Papier bringen möchten.

Passwortgeschützte Dokumente öffnet

Evince klaglos und bietet im Authentisierungs-Dialog

an, das Kennwort sofort zu

vergessen, sich innerhalb der Sitzung daran

zu erinnern oder es dauerhaft in den

Schlüsselbund aufzunehmen. Die Abfrage

funktioniert allerdings nicht bei

PDFs, die ein weiteres Passwort benötigen,

um sie ausdrucken zu dürfen. Im

Menü Datei bleibt der Punkt Drucken

einfach ausgegraut.

Die Gnome-Entwickler haben sich etwas

anderes ausgedacht und eine versteckte

Einstellung für den Dokumentenbetrachter

untergebracht. Dazu benötigen Sie

den Konfigurationseditor dconf-editor,

den Sie im gleichnamigen Paket bei

OpenSuse beziehungsweise im Paket

dconf-tools auf Ubuntu-Systemen finden.

Sie starten das Programm über Eingabe

von dconf‐editor in ein Schnellstart- oder

Terminalfenster.

Wechseln Sie dann in der linken Seitenleiste

in die Abteilung org / gnome /

evince und setzen Sie rechts bei overriderestrictions

ein Häkchen (Abbildung 10).

Damit bringen Sie Evince dazu, die Beschränkungen

für den Ausdruck grundsätzlich

zu ignorieren. Das betrifft einerseits

die Kennwortabfrage und andererseits

auch das vollständige Verbot zum

Drucken.

Gnome-Terminal: Blättern ohne

09

Bildlaufleiste

Haben Sie im Gnome-Terminal ein Profil

eingestellt, das auf die Scrollleiste am

rechten Fensterrand verzichtet, können

Sie dennoch zurückblättern und vergangene

Programmausganen einsehen. Nutzen

Sie dazu einfach die Tastatur: Der

Shortcut [Umschalt-Bild auf] blättert

seitenweise nach oben, [Umschalt-Bild

ab] nach unten. Ganz an den Anfang

geht es mit [Umschalt-Pos1], ganz nach

unten mit [Umschalt-Ende]. Auch seitenweise

dürfen Sie hoch- und runterscrollen.

Verwenden Sie dazu die Tastenkombinationen

[Strg-Umschalt] und

die Pfeiltasten. Übrigens funktionieren

die Shortcuts [Umschalt-Bild auf] und

[Umschalt-Bild ab] auch auf den virtuellen

Konsolen, die Sie über [Strg-Alt-F1]

bis [Strg-Alt-F6] erreichen. Die anderen

beiden Kombinationen sind dem Gnome-

Terminal vorbehalten.

Zusammenarbeit Nautilus

10

und Gnome-Terminal

Der Dateimanager und die Terminalanwendung

der Desktopumgebung arbeiten

Hand in Hand. Eine der Interaktionsmöglichkeiten

betrifft das Drag & Drop von

Dateien und Ordnern aus Nautilus heraus:

Ziehen Sie ein Symbol mit gedrückt gehaltener

linker Maustaste auf ein Gnome-

Terminal und lassen los, zeigt das Terminal

den vollen Pfad an. Ziehen Sie also

beispielsweise den Ordner Bilder aus Ihrem

Home-Verzeichnis ins Terminal, erscheint

dort hinter dem Prompt '/​home/​

benutzer/​Bilder' in einfachen Anführungszeichen.

(hge)

n

Infos

[1] Evolution-Webseite:

http:// projects. gnome. org/ evolution/

(http:// ezlx. de/ d3f1)

[2] Blog zum Project Hamster:

http:// projecthamster. wordpress. com/

(http:// ezlx. de/ d3f2)

[3] Project Hamster Extension:

https:// extensions. gnome. org/ extension/​

425/ project‐hamster‐extension/

(http:// ezlx. de/ d3f3)

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Tipps & Tricks

LibreOffice

LibreOffice-Tipps

Besser arbeiten

mit LibreOffice

Franz Böhm

Die LibreOffice-Tipps verraten unter anderem, wie Sie Makros mit Schaltflächen und Shortcuts

erstellen, Zellen abhängig von den Werten einfärben, Symbole zu den Leisten hinzufügen und

austauschen. Außerdem zeigen wir, wie Sie mit Matrixformeln ganze Zellbereiche berechnen.

Writer: Zwischenablage ohne

01

Formatierung einfügen

Wenn Sie Text aus Webseiten kopieren

und in Writer über [Strg-V] beziehungsweise

Bearbeiten / Einfügen einbinden,

übernimmt LibreOffice sämtliche Formatierungen

und Formatvorlagen. Ist das

nicht gewünscht, und Sie möchten lediglich

den reinen Text einfügen, so wählen

Sie stattdessen Bearbeiten / Inhalte einfügen

(Tastenkombination [Umschalt-Strg-

V]) und im folgenden Dialogfenster die

Option Unformatierter Text. Kopieren Sie

häufig etwas im Browser, ist dieser Weg

recht umständlich. Schneller geht’s mit einem

kleinem Makro. Der folgende Tipp

zeigt, wie Sie ein solches Makro erstellen.

Writer: Ein eigenes Makro

02

erstellen

Öffnen Sie über das Menü Extras / Makros

/ Makros verwalten / LibreOffice Basic den

Dialog zur Makroverwaltung. Gehen Sie

in der linken Baumansicht zur Abteilung

Meine Makros / Standard und klicken Sie

auf Neu. Im folgenden Dialogfenster löschen

Sie den bereits vorgegebenen Text

und fügen dann das Makro aus Listing 1

ein (Abbildung 1). Drücken Sie [Strg-S]

zum Speichern und schließen Sie das Eingabefenster.

Kopieren Sie nun Text im Browser und

testen das neue Makro über Extras / Makros

/ Makro ausführen und wählen Sie

im folgenden Dialog Ihr Makro aus Meine

Makros / Standard aus. Hat alles geklappt,

und ist der Inhalt der Zwischenablage

ohne Formatierungen und Formatvorlagen

im Dokument gelandet, lesen Sie in

den nächsten beiden Tipps, wie Sie eine

Schaltfläche und eine Tastenkombination

für das neue Makro erstellen.

4

5

6

Writer: Eine Schaltfläche

03

für das Makro hinzufügen

Der Weg über das Menü ist lang, daher

zeigen wir nun Schritt für Schritt, wie Sie

in die Symbolleiste Standard eine Schaltfläche

für das Makro einbauen.

Öffnen Sie über Ansicht / Symbolleisten

1

/ Anpassen den Dialog zum Bearbeiten

von Menüs, Tastenkombinationen und

Symbolleisten. Gehen Sie zum dritten

Reiter namens Symbolleisten.

Wählen Sie im Drop-down-Menü Symbolleiste

die Leiste aus, welche die neue

2

Schaltfläche beherbergen soll. In unserem

Beispiel haben wir uns für Standard

entschieden.

Klicken Sie rechts auf Hinzufügen, und

3

der Dialog Befehle hinzufügen öffnet

sich. Navigieren Sie links im Feld Bereich

über LibreOffice Makros zu Ihrem

Makro (Meine Makros / Standard / Module1)

und markieren Sie rechts den

Eintrag OhneFormat.

Klicken Sie rechts oben auf Hinzufügen

und dann Schließen. Der neue Eintrag

OhneFormat befindet sich nun bereits in

der Symbolleiste – allerdings ohne Icon,

sondern als einfacher Textbaustein.

Über die beiden Pfeile rechts neben dem

Feld bewegen Sie die neue Schaltfläche

an die gewünschte Stelle. Außerdem

weisen Sie ihr über Ändern / Symbol

austauschen ein Icon zu (Abbildung 2).

Ein Klick auf OK schließt die Einrichtung

ab. Das neue Icon ist sofort einsatzbereit.

Writer: Eine Tastenkombination

04

für das Makro

Noch flinker erreichen Sie Ihr eigenes

Makro, wenn Sie ihm einen Tastaturshort-

Abb. 1: LibreOffice bietet einen eigenen Editor zum Erstellen von Makros an. Syntaxhighlighting

hebt die Schlüsselworte hervor.

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LibreOffice

Tipps & Tricks

cut zuweisen. Sie sollten dabei

darauf achten, dass Sie kein

Kürzel vergeben, was bereits

eine andere Funktion aufruft.

Dazu öffnen Sie wieder den

Dialog Anpassen über das

Menü Ansicht / Symbolleisten

und wechseln zum Reiter Tastatur.

Im oberen Bereich sehen

Sie alle in LibreOffice verfügbaren

Kürzel und erfahren

auch, ob diese bereits eine

Funktion erfüllen.

Gehen Sie unten im Fenster in

der Abteilung Funktionen / Bereich

über LibreOffice Makros /

user / Standard / Module1 zu

Ihrem Makro und markieren

Sie rechts daneben im Feld

Funktion dann den Eintrag OhneFormat.

Suchen Sie dann

oben eine Kombination aus, die noch nicht

belegt ist, klicken Sie diese mit der linken

Maustaste an und bestätigen die Wahl über

Ändern. Rechts unten im Feld Tasten erscheint

das neue Kürzel nun, und Sie können

die Aktion über OK beenden.

Abb. 3: [Alt-F11] öffnet die LibreOffice-Makroverwaltung.

Abb. 2: Über diesen Dialog weisen Sie Schaltflächen Symbole zu.

Calc: Makro durch

05

„WENN()“-Formel starten

Hin und wieder wäre es nützlich, ein Makro

über eine Tabellenformel in Calc aufrufen

zu können. So sorgt die folgende

Formel beispielsweise dafür, dass das Makro

StarteKontrolle in Aktion tritt, wenn

der Wert in Zelle A2 größer oder gleich 5

ist. Andernfalls schreibt Calc ein Ausrufezeichen

in die Formelzelle:

=WENN(A2>=5;STARTEKONTROLLE();"!")

Bei dem Makro StarteKontrolle handelt es

sich um eine benutzerdefinierte Basic-

Funktion. Sie setzen hier eine Function-

Prozedur anstelle einer

Sub-Prozedur ein, da

eine Tabellenformel immer

ein Ergebnis liefern

muss. Was als Resultat

der benutzerdefinierten

Funktion genau erscheint,

bestimmen Sie

selbst. Es könnte beispielsweise

ein Text wie

Auftrag erledigt, eine

Zahl oder auch ein Wahrheitswert

sein.

Eine Function-Prozedur kann

genau wie eine Sub-Prozedur

beliebige Aktionen ausführen.

Wenn Sie bereits ein Makro in

Form einer Sub-Prozedur erstellt

haben, das Calc über

eine WENN()-Formel ausführen

soll, dann können Sie den

Makro-Quellcode direkt in die

Function-Prozedur kopieren.

Alternativ fügen Sie dort eine

Zeile mit dem Namen der

Sub-Prozedur ein, um diese

aus der Funktion heraus aufzurufen.

Angenommen, Sie haben bereits

ein Makro (eine Sub-

Prozedur) mit dem Namen

Kontrolle erstellt, das als Ergebnis

ein Meldungsfenster

mit der Nachricht Auftrag erledigt

anzeigt, dann könnte dies wie

folgt aussehen:

Sub Kontrolle()

MsgBox "Auftrag erledigt"

End Sub

Damit Calc das Makro nun als Ergebnis

einer WENN()-Formel aufruft, legen Sie

eine zusätzliche Basic-Funktion an. Öffnen

Sie die Makroverwaltung über Extras

/ Makros / Makros verwalten / LibreOffice

Basic oder über [Alt-F11]. Ihr eigenes Makro

namens Kontrolle sollte sich in der

Abteilung Meine Makros befinden. Mit einem

Klick auf Bearbeiten öffnen Sie den

Editor (Abbildung 3).

Schreiben Sie nun unter den existierenden

Code eine Funktion, die das Makro Kontrolle

aufruft und als Ergebnis den Text

Wert erreicht zurückgibt:

Public Function StarteKontrolle() As String

Kontrolle

StarteKontrolle = "Wert erreicht"

End Function

Listing 1: Zwischenablage ohne Formatierung

Sub OhneFormat

Dim document as object

Dim dispatcher as object

Document = ThisComponent.CurrentController.Frame

Dispatcher = createUnoService("com.sun.star.frame.DispatchHelper")

Dim args1(0) as new com.sun.star.beans.PropertyValue

args1(0).Name = "SelectedFormat"

args1(0).Value = 1

Dispatcher.executeDispatch(document, ".uno:ClipboardFormatItems", "", 0, args1())

End sub

Die erste Zeile enthält den Funktionsnamen

StarteKontrolle und den Datentyp,

den die Funktion zurückgibt. In unserem

Beispiel ist das eine Zeichenfolge

(As String). Die zweite Zeile ruft das

vorhandene Makro Kontrolle über seinen

Namen auf. Danach bestimmen Sie

das Funktionsergebnis, indem Sie dem

Funktionsnamen StarteKontrolle den gewünschten

Wert übergeben (hier die

Zeichenfolge Wert erreicht. Abbildung 4

zeigt die Sub-Prozedur, gefolgt von der

Function-Prozedur. Klicken Sie auf die

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89


Tipps & Tricks

LibreOffice

Speichern-Schaltfläche, um

das neue Makro StarteKontrolle

in Ihre Sammlung aufzunehmen.

In Ihren Tabellen können Sie

StarteKontrolle nun wie jede

andere Calc-Funktion einsetzen.

Schreiben Sie die oben

gezeigte WENN()-Formel in

eine Zelle (nicht A2) und geben

Sie in A2 dann einen Zahlenwert

ein. Ist dieser größer

oder gleich 5, erscheint das

Meldungsfenster mit der Nachricht

Auftrag erledigt, und in

der Formelzelle steht nun Wert

erreicht (Abbildung 5). Vergessen Sie

nicht das leere Klammernpaar nach dem

Funktionsnamen. Es ist zwingend erforderlich,

denn sonst würde Calc STARTE-

KONTROLLE als Bereichsnamen und nicht

als Funktion interpretieren.

Calc: Zellen

06

gezielt einfärben

Wenn Sie einzelne Tabellenzellen

farblich

hervorheben, erleichtert

das die Kontrolle.

So können Sie beispielsweise

alle Zellen

grün hinterlegen, die

den Wert 0 enthalten.

Leerzeilen und andere

Einträge soll Calc ignorieren.

Dazu öffnen

Sie über Druck auf

[F11] zunächst den Dialog für die Formatvorlagen.

Ein Rechtsklick ins Fenster

und Neu öffnet ein Dialogfenster, in dem

Sie die Vorlage erstellen. Nennen Sie

diese beispielsweise Grün und definieren

Sie auf dem Reiter Hintergrund einen

grünen Hintergrund.

Danach klicken Sie in eine Zelle und

wählen Format / Bedingte Formatierung

/ Bedingung. Aus dem ersten Dropdown-Menü

suchen Sie den Eintrag Formel

ist aus. Ins Feld dahinter schreiben

Sie Folgendes:

UND(NICHT(ISTLEER(A1));A1=0)

Darunter suchen Sie aus dem Aufklappmenü

neben Vorlage Ihre selbst erstellte

Formatvorlage namens Grün aus und

bestätigen über OK. Calc färbt die Zelle

nun grün ein, wenn sie nicht leer ist und

der Wert 0 beträgt. Nur wenn beide Voraussetzungen

erfüllt sind, wendet die

Abb. 4: So sieht das fertige Makro „StarteKontrolle“ aus.

Abb. 5: Das Fenster meldet „Auftrag

erledigt“, wenn der Wert in

A2 größer oder gleich 5 ist.

Tabellenkalkulation die Formatvorlage

auf die Zelle an.

Neues „Drucken“-Symbol

07

für die Symbolleiste

Ein Klick auf das Icon mit dem Drucker

in der Symbolleiste öffnet nicht etwa einen

Dialog, in dem Sie

das Gerät, das Seitenlayout

und andere Optionen

festlegen, sondern

schickt das Dokument

ohne weitere

Nachfrage an den

Standarddrucker. Ein

Fenster, in dem Sie

weitere Einstellungen

vornehmen können,

erhalten Sie hingegen

über Datei / Drucken

oder die Tastenkombination

[Strg-P]. Wenn Sie gerne ein Symbol

hätten, das nicht sofort alles zu Papier

bringt, sondern dieselben Konfigurationsmöglichkeiten

bietet,

dann fügen Sie einfach eines

zur Leiste hinzu:

Öffnen Sie über Ansicht

1

/ Symbolleisten / Anpassen

einen Dialog zur

Konfiguration der Symbolleisten.

Im Dropdown-Menü

oben ist die

Symbolleiste Standard

bereits ausgewählt.

Klicken Sie auf die

2

Schaltfläche Hinzufügen.

Im neuen Dialogfenster

wählen Sie aus der linken

Liste (Bereich) den

Eintrag Dokumente,

dann rechts den Eintrag

Drucken (Abbildung 6).

Ein Klick auf Hinzufügen

3

übernimmt die ausgewählte

Schaltfläche in die Symbolleiste

sowie in die Liste Befehle

im Bereich Symbolleisteninhalt

des vorigen Dialogs

Anpassen.

Dort können Sie das Icon

4

noch mit den Pfeiltasten

oder per Drag & Drop mit

der Maus an die gewünschte

Stelle verschieben.

Über Schließen und OK beenden

Sie die Einrichtung. Die

Einstellungen gelten übrigens

nicht automatisch für alle

LibreOffice-Module. Haben Sie die

Leiste in Writer angepasst, und möchten

Sie das neue Symbol auch in Calc

nutzen, dann wiederholen Sie die

Schritte. Der nächste Tipp zeigt, wie Sie

dem neuen Symbol einen anderen Look

verpassen.

Schaltflächen für

08

Symbole verändern

Wenn Sie wie im vorigen Tipp gezeigt

ein neues Drucken-Symbol zur Leiste

hinzugefügt haben, dann sieht dies in der

Voreinstellung genauso aus wie das alte

Icon, das Dateien ohne weitere Nachfrage

an den Standarddrucker schickt.

Damit Sie die beiden Symbole besser

voneinander unterscheiden können, weisen

Sie einem von beiden eine andere

Schaltfläche zu. Öffnen Sie wieder über

Ansicht / Symbolleisten / Anpassen den

Dialog zur Leisteneinrichtung. Im Dropdown-Menü

Symbolleisteninhalt sollte

wieder Standard stehen.

Abb. 6: Ein neues Symbol fügen Sie mit wenigen Mausklicks

zu den Symbolleisten hinzu.

90 www.easylinux.de

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LibreOffice

Tipps & Tricks

Wechseln Sie im Feld Befehle

zu Ihrem neu hinzugefügten

Symbol und klicken Sie rechts

auf Ändern / Symbol austauschen.

Im nächsten Dialog

finden Sie viele verschiedene

Icons, aus denen Sie etwas

Passendes aussuchen können

(Abbildung 7). Ist nichts dabei,

können Sie optional über

Importieren ein eigenes Bildchen

in die Sammlung aufnehmen.

Nach einem Klick

auf OK hat die Schaltfläche

bereits den neuen Look.

Aussehen der

09

Symbolleisten

Ob die Symbolleisten die bunten

Icons, zusätzlich Text neben

den Schaltflächen oder

sogar nur die Beschriftungen anzeigen,

bestimmen Sie ebenfalls im Dialog Ansicht

/ Symbolleisten / Anpassen. Klicken

Sie auf die Schaltfläche Symbolleiste. Dort

finden Sie unten die drei Optionen Nur

Symbole, Nur Text oder Symbole & Text.

Abb. 7: Über „Ändern / Symbol austauschen“ weisen Sie den

Schaltflächen der Symbolleisten ein anderes Icon zu.

10

Writer: Mehrere Absätze

gleichzeitig formatieren

LibreOffice besitzt eine praktische Funktion,

mit der Sie vielen Absätzen per

Mausklick dieselbe Formatvorlage zuweisen.

Rufen Sie über Format /

Formatvorlagen oder über [F11]

den Dialog Formatvorlagen auf.

Wählen Sie nun eine Vorlage

aus, die Sie zuweisen möchten.

Danach klicken Sie rechts oben

auf das kleine Icon, das den so

genannten Gießkannenmodus

aktiviert (Abbildung 8). Der

Mauszeiger verändert sich nun

und sieht wie eine kleine Kanne

aus. Klicken Sie damit einmal

in jeden Absatz, den Sie formatieren

möchten. Nach Abschluss

der Arbeiten drücken Sie [Esc]

oder klicken erneut auf das

Gießkannensymbol, um den

Modus zu verlassen.

Writer: Absatzvorlagen

11

für folgenden Abschnitt

Mit einem kleinen Trick und ohne Umweg

über den Dialog Formatvorlagen weisen

Sie in Writer die Vorlage des aktuellen

Absatzes dem nachfolgenden und umgekehrt

zu. Damit der nachfolgende Abschnitt

dieselbe Formatvorlage erhält, ge-


Tipps & Tricks

LibreOffice

hen Sie ans Ende des ersten Absatzes und

drücken so oft die Taste [Entf], bis der

nachfolgende Abschnitt nach oben rückt

und mit dem aktuellen verschmilzt. Die

Formatvorlage passt Writer automatisch

an. Drücken Sie nun [Eingabe], fügen Sie

wieder einen Absatz ein, das Format

bleibt aber dasselbe.

Writer: Standardvorlage des

12

Dokuments wechseln

Angenommen, Sie haben in Writer einen

Text auf Grundlage der Formatvorlage

Standard geschrieben. Nun möchten

Sie im ganzen Dokument von Standard

zur Vorlage Textkörper, alle anderen

Formatierungen und Vorlagen jedoch

beibehalten. Am schnellsten geht

das über Bearbeiten / Suchen & Ersetzen

([Strg-Alt-F]). Klappen Sie zunächst per

Klick auf Mehr Optionen den Dialog aus

und setzen Sie dann ein Häkchen bei

Suche nach Vorlagen (Abbildung 9).

Im oberen Bereich stellen Sie im Dropdown-Menü

Suchen nach auf Standard,

und im Aufklappmenü darunter Ersetzen

durch wählen Sie die Formatvorlage Textkörper.

Ein Klick auf die Schaltfläche Ersetze

alle tauscht im gesamten Dokument

die Formatvorlage Standard gegen Textkörper

aus. Ein Klick auf Ersetzen hingegen

geht schrittweise vor. Über die Schaltfläche

Schließen beenden Sie die Aktion.

Calc: Das Alter von

13

Personen ermitteln

Sie möchten bei einer statistischen Aufbereitung

der Vereinszahlen ermitteln, welche

Altersgruppen vertreten sind. Mit ein

paar Formeln bringen Sie Calc dazu, bei

der Auswertung zu

helfen (Abbildung

10). Los geht’s mit der

Berechnung des Alters

der einzelnen Mitglieder.

Im Beispiel enthält

die Spalte A die Nachnamen,

die Spalte B

die Vornamen und C

das Geburtsdatum. Die

Spalte D zeigt für jedes

Mitglied an, wie alt es

ist. Dabei hilft eine

Formel. Für die dritte

Reihe lautet diese so:

=JAHRE(C3;HEUTE();0)

In D3 erscheint somit als Ergebnis 50. Passen

Sie für die Zellen D4, D5, D6 und so

weiter die Formel entsprechend an, so dass

sie jeweils das Alter für C4, C5, C6 und so

weiter berechnet. Die Formel liefert mit der

Funktion Jahre(Ausgangsdatum, Enddatum,

Art) das genaue Alter einer Person. Besonders

wichtig dabei ist der dritte Parameter

Art. Im Beispiel haben wir die 0 gewählt; sie

weist der Funktion die Jahresberechnung in

Intervallen zu, das heißt, die Jahre laufen

von Geburtstag zu Geburtstag.

Calc: Die Altersgruppen

14

eines Vereins ermitteln

In einem nächsten Schritt können Sie die

Personen nun in Altersgruppen einteilen.

In unserem Beispiel möchten wir wissen,

wie viele Mitglieder jeweils bis 20, 30, 40,

50, 60 und 70 Jahre alt sind. Das Ganze

findet in der Spalte F statt. Schreiben Sie

zuerst in die Zellen F3 bis F8 einfach nur

die Zahlen 20, 30, 40, 50, 60 und 70. Jetzt

formatieren Sie die Zahlen mit einem benutzerdefinierten

Format. Markieren Sie

mit einem Klick auf F die ganze Spalte,

klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf

und entscheiden sich für Zellen formatieren.

Auf dem ersten Reiter Zahlen wählen

Sie Benutzerdefiniert aus dem Feld

Abb. 8: Mit dem Gießkannenmodus

bringen Sie bequem Absätze

per Mausklick ins gleiche Format.

Kategorie und tragen

unten ins Feld Format-

Code Folgendes ein:

"bis "0" Jahre"

In den Zellen F3 bis F8

steht jetzt jeweils der

Text bis 20 Jahre, bis 30

Jahre und so weiter.

Mit einer Matrixformel

bringen Sie Calc nun

dazu, Werte in einem

gesamten Zellbereich

gleichzeitig zu berechnen.

Markieren Sie den Bereich zwischen

G3 und G8, indem Sie in die Zelle G3 klicken

und mit gedrückt gehaltener Umschalttaste

auf G8 klicken. In die Rechenleiste

oben schreiben Sie nun die Formel,

die Sie auch in Abbildung 10 sehen:

=HÄUFIGKEIT(D3:D22;F3:F8)

Schließen Sie den Vorgang mit der Tastenkombination

[Strg-Umschalt-Eingabe] ab.

Als Ergebnis sehen Sie die Anzahl der Mitglieder

in den jeweiligen Altersgruppen.

Die Zuordnung der einzelnen Personen

zu den Altersstufen findet mit der Funktion

HÄUFIGKEIT(Daten; Klassen) statt.

Der Parameter Daten umfasst die auszuwertenden

Zellen, also D3 bis D22 mit

dem Alter der Mitglieder. (Ist Ihre Liste

länger, passen Sie den Wert gegebenenfalls

an.) Der Parameter Klassen umfasst

den Wertebereich der Altersstufen, als F3

bis F8. Die Tastenkombination [Strg-Umschalt-Eingabe]

beendet die Matrixformel

und sorgt dafür, dass Calc die Ergebnisse

sofort in den Zellen G3 bis G8 ausgibt.

Beachten Sie, dass Sie die umgebenden

geschweiften Klammern in der Rechenleiste

nicht selbst hinzufügen, sondern

wirklich nur die Formel eintragen. Die

Klammern setzt die Tabellenkalkulation

selbst, da sie am Shortcut [Strg-Umschalt-Eingabe]

erkennt, dass eine Matrixformel

vorliegt. (hej)

n

Abb. 9: Über „Suchen & Ersetzen“ tauschen

Sie auch Formatvorlagen im Dokument

aus.

Abb. 10: Calc berechnet für Sie, in welchen Altersgruppen die Vereinsmitglieder sind.

92 www.easylinux.de

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Tipps & Tricks

Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Tipps und Tricks zu Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Ubuntu, Linux Mint

und Knoppix

Heike Jurzik

Ubuntu, Linux Mint und Knoppix basieren auf der Distribution

Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche den

Umgang mit diesen Systemen erleichtern.

“Lisa”

Ubuntu: Administratorrechte

01

wiederherstellen

Ein unbedachter Klick in den Systemeinstellungen,

einmal nicht richtig hingeschaut,

und schon ist es passiert: Sie haben

aus Versehen dem einzigen Account

auf dem System die Administratorrechte

entzogen und von Systemverwalter auf

Standard gewechselt (Abbildung 1). Das

Konto root ist bei allen Ubuntu-Derivaten

in der Voreinstellung deaktiviert – wie erlangen

Sie nun bei Bedarf Administratorrechte?

Eine Möglichkeit ist, von einer

Live-CD/​DVD zu booten, es geht aber

auch ohne ein solches Medium. Die folgende

Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt,

wie Sie das Problem lösen:

Starten Sie den Rechner neu. Halten Sie

1

[Umschalt] gedrückt, um das Menü des

Bootmanagers Grub anzuzeigen. Blättern

Sie zum Eintrag Erweiterte Optionen

für Ubuntu und drücken Sie [Eingabe].

Sie sehen nun zwei Möglichkeiten,

Ubuntu zu starten. Wählen Sie den

Wiederherstellungsmodus und drücken

Sie erneut die Eingabetaste.

Im nächsten Dialog haben Sie unter anderem

die Möglichkeit, den

2

Bootvorgang

fortzusetzen, kaputte Pakete oder

Dateisysteme zu reparieren, den Bootloader

selbst zu aktualisieren und auch

eine Root-Shell zu starten. Blättern Sie

bis zum Eintrag root und drücken Sie

[Eingabe].

Hängen Sie die Root-Partition des Systems

mit dem folgenden Kommando so

3

ein, dass Sie lesen und schreiben dürfen:

mount ‐o rw,remount /

Dass alles geklappt hat, sehen Sie, wenn

Sie anschließend einfach nur mount ohne

weitere Optionen eintippen [1]. Die Root-

Partition (erkennbar am Schrägstrich /)

taucht ganz oben auf und sollte in Klammern

den Eintrag rw (read = lesen, write

= schreiben) haben.

Nun bearbeiten Sie die Datei /etc/​group

4

mit einem Texteditor Ihrer Wahl. Dazu

bieten alle Linux-Systeme ein spezielles

Programm namens vigr. Wenn Sie einfach

nur den Befehl vigr eingeben, startet

in der Voreinstellung der Texteditor

vi bzw. vim. Falls Sie besser mit Nano

zurechtkommen, geben Sie dieses Kommando

ein:

export EDITOR=nano; vigr

Drücken Sie [Strg-W] und tippen Sie

5

sudo ein, um nach der Zeile zu suchen,

Abb. 1: Ein Klick macht aus Ihrem Account ein Standardkonto ohne Root-Rechte.

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Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Tipps & Tricks

Abb. 2: Das Werkzeug zur Software-Aktualisierung ist in

Ubuntu 13.04 übersichtlicher geworden.

welche die Mitglieder für die Gruppe

sudo definiert. Sehen Sie hier beispielsweise

einen solchen Eintrag, dann hat

die Gruppe derzeit keine Mitglieder, da

Sie ja vorher den Benutzer zum Standardbenutzer

ohne Adminrechte gemacht

hatten:

sudo:x:27:

Schreiben Sie den Namen des Benutzerkontos

einfach hinter den letzten

6

Doppelpunkt. Heißt der Account beispielsweise

huhn, sollte hier nun Folgendes

stehen:

Tippen Sie als Nächstes vigr ‐s. Die

8

Definition des Texteditors über die

Variable EDITOR müssen Sie nicht

wiederholen; die Einstellung gilt in

der laufenden Shell noch. Auch in

dieser Datei suchen Sie nach sudo

und tragen den Benutzernamen dahinter

ein, so dass hier

nun Folgendes steht:

sudo:*::huhn

usermod ‐a ‐G sudo huhn

Nach dem Speichern können

Sie mit dem Shortcut

[Strg-D] die Root-Shell verlassen

und dann über den

Eintrag resume – Startvorgang

normal fortsetzen den

Rechner booten. Der Benutzer

sollte nun wieder über

die Rechte des Systemverwalters

verfügen.

Schneller als mit dem Editor

geht es übrigens, wenn

Sie das Kommando usermod

verwenden: Um Ihren

Account wieder in die

Gruppe aufzunehmen, ersetzen

Sie die Schritte 4 bis

8 einfach durch folgendes

Kommando:

Im Aufruf ersetzen Sie huhn wiederum

durch Ihren Benutzernamen. Danach

verlassen Sie die Root-Shell und booten

den Rechner neu.

Ubuntu: Software-Aktualisierungen

02

auf einen Blick

Ab der neuen Ubuntu-Release 13.04 (Raring

Ringtail) bieten die Software-Aktualisierungen

mehr Komfort. Ein Dialog fasst

Glossar

vigr: Das Kommando vigr hilft bei der Bearbeitung

der beiden Dateien /etc/​group

(verwaltet die Gruppen) und /etc/​gshadow

(verwaltet Gruppenpasswörter). vigr

sollten Sie wenn möglich einem einfachen

Texteditor vorziehen, da das Werkzeug

die Datei während der Bearbeitung

sperrt und nach dem Speichern die Syntax

auf Fehler überprüft.

nun Updates in Gruppen zusammen und

sortiert beispielsweise nach Sicherheitsaktualisierungen,

Ubuntu-Kern und Andere

Aktualisierungen. Über einen Klick auf

den kleinen Pfeil klappen Sie eine Gruppe

aus und sehen, was in der jeweiligen Kategorie

an neuen Paketen wartet. Ebenfalls

gut gefällt, dass auf der rechten Seite

nun gut sichtbar ist, wie groß die einzelnen

Pakete sind. Am unteren Rand sehen

Sie außerdem, wie viele Daten insgesamt

während des Updates auf die Platte wandern

(Abbildung 2).

Ubuntu: Virtuelle Arbeitsflächen

03

aktivieren

In der Voreinstellung sind die virtuellen

Desktops bei Unity deaktiviert. Alles findet

auf einer einzigen Arbeitsfläche statt.

Wenn Sie Ihre Programmfenster lieber auf

mehrere Desktops verteilen, schalten Sie

das Feature einfach ein. Öffnen Sie per

Klick auf das Icon mit dem Schrauben-

sudo:x:27:huhn

Mit der Tastenkombination [Strg-O]

7

speichern Sie die Änderungen, und mit

[Strg-X] verlassen Sie den Texteditor.

Das Programm meldet danach auf der

Standardausgabe, dass Sie auch die Datei

/etc/​gshadow anpassen sollten:

Abb. 3: Die virtuellen Arbeitsflächen müssen Sie bei Ubuntu 13.04 explizit aktivieren.

Sie verstecken sich in den Systemeinstellungen unter „Darstellung / Verhalten“.

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95


Tipps & Tricks

Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Schreibtische sind möglich. Es ist nicht

nötig, die Änderungen anzuwenden

oder zu speichern; sie sind sofort aktiv

(Abbildung 4).

Abb. 4: Über den Einstellungs-Manager CompizConfig erhöhen Sie die Anzahl der virtuellen

Desktops. Auf bis zu 36 Arbeitsflächen haben Ihre Anwendungen Platz.

schlüssel im Dash die Systemeinstellungen.

Alternativ klicken Sie ganz rechts

oben im Panel auf das Zahnrad.

Öffnen Sie aus der obersten Kategorie

(Persönlich) die Konfiguration zur Darstellung

und wechseln Sie auf den zweiten

Reiter namens Verhalten. Setzen Sie ein

Häkchen bei Arbeitsflächen aktivieren, erscheint

im Starter ein transparentes Icon,

das vier virtuelle Desktops anzeigt. Per

Mausklick auf dieses oder über die Tastenkombination

[Windows-S] blenden Sie

die Exposé-Darstellung ein und können

dann mit der Maus oder den Cursortasten

zu einem anderen Desktop wechseln (Abbildung

3). Wenn Sie lieber per Tastatur

durch die virtuellen Schreibtische blättern

möchten, dann geht das über [Strg-Alt-

Pfeil rechts], [Strg-Alt-Pfeil links], [Strg-

Alt-Pfeil hoch] und [Strg-Alt-Pfeil runter].

Ubuntu: Anzahl virtueller

04

Desktops erhöhen

Nutzen Sie das im vorigen Tipp vorgestellte

Feature und möchten Sie mehr als

vier Schreibtische nutzen, bemühen Sie

den CompizConfig-Einstellungs-Manager.

Diesen rüsten Sie zunächst nach, indem

Sie im Software-Center das Paket compizconfig-settings-manager

installieren. Sie

starten das Werkzeug danach über das

Dash oder ein Terminalfenster und Eingabe

von ccsm.

Auf der rechten Seite wechseln Sie ganz

oben in der Abteilung Allgemein zum

Punkt Allgemeine Optionen und dort

zum Reiter Desktop-Größe. Hier können

Sie die vertikale und horizontale Größe

in der Exposé-Ansicht einstellen. Ganz

unten tragen Sie die Anzahl der virtuellen

Arbeitsflächen ein. Bis zu 36 solcher

Linux Mint: Workspaces

05

in Cinnamon

Auch der Cinnamon-Desktop von Linux

Mint bietet virtuelle Arbeitsflächen an. Sie

erreichen diese über die Tastatur mit

[Strg-Alt-Pfeil rechts] und [Strg-Alt-Pfeil

links]. Die Kombination [Strg-Alt-Pfeil

hoch] blendet alle Desktops in einer Exposé-Ansicht

(Übersichtsmodus genannt)

ein. In dieser fügen Sie auch neue Arbeitsflächen

hinzu. Ein Klick auf das Pluszeichen

am rechten Rand reicht aus. Der virtuelle

Desktop bleibt so lange da, bis Sie

ihn über den Schließenknopf aus der Liste

entfernen – selbst nach einem Reboot sind

die Workspaces noch genau so, wie Sie

diese verlassen haben.

Seit Linux Mint 14 Nadia mit Cinnamon

1.6 können Sie den einzelnen Arbeitsflächen

außerdem Namen geben (Abbildung

5). Dazu klicken Sie in der Exposé-

Ansicht einfach ins Feld unter der Miniaturansicht

des Desktops und geben eine

Bezeichnung ein. Der Name taucht anschließend

nicht nur in der Exposé-Ansicht

auf, sondern auch beim schnellen

Desktopwechsel über die Tastatur. So behalten

Sie immer die Orientierung und

wissen, wo Sie gerade arbeiten.

Gefällt es Ihnen nicht, dass die Arbeitsflächen

wie in Abbildung 5 in einer langen

Reihe erscheinen, sondern möchten Sie

diese lieber in einem Raster anordnen,

öffnen Sie aus dem Startmenü unten links

die Cinnamon-Settings und wechseln in

den Bereich Arbeitsflächen. Setzen Sie ein

Häkchen in die Checkbox Übersichtsanzeige

als Raster darstellen, und Cinnamons

Exposé präsentiert die Desktops in einem

Gitternetz (Abbildung 6).

Abb. 5: Seit Cinnamon 1.6 können Sie den virtuellen Desktops Namen zuweisen. Diese sehen Sie unter anderem in der Exposé-Ansicht.

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Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Tipps & Tricks

Abb. 6: Wenn Sie das übersichtlicher finden, können Sie die virtuellen Desktops im

Übersichtsmodus als Raster anordnen.

Mint, Ubuntu und Knoppix:

06

„sudo“-Zeitsperre

(K)Ubuntu, Mint und Knoppix haben außer

ihrer Verwandtschaft mit Debian eine

weitere Gemeinsamkeit: All diese Distributionen

deaktivieren den Root-Account

und geben in der Voreinstellung dem zuerst

eingerichteten Konto Administratorrechte

über das Programm sudo [2].

Möchte ein Nutzer eine Anwendung mit

Root-Rechten starten, stellt er dem Programmaufruf

den Befehl sudo voran und

authentifiziert sich auf Aufforderung mit

dem eigenen Kennwort. Um etwa auf der

Kommandozeile ein Paket zu installieren,

tippen Sie Folgendes:

$ sudo apt‐get install paketname

[sudo] password für huhn:

Folgt kurz darauf das zweite sudo-Kommando,

erfolgt keine Passwortabfrage.

Erst nach einer gewissen Zeit fragt das

Programm wieder nach. In der Voreinstellung

sind dafür 15 Minuten vorgesehen,

so lange „merkt“ sich sudo, dass der Benutzer

sich erfolgreich authentifiziert hat.

Erscheint Ihnen das zu kurz oder zu lang,

lesen Sie in der folgenden Schritt-für-

Schritt-Anleitung nach, wie Sie den sudo-

Timeout verändern:

Öffnen Sie ein Terminalfenster und geben

Sie den folgenden Befehl

1

ein:

export EDITOR=nano; sudo visudo

Auf Aufforderung geben Sie Ihr Passwort

ein. Genau wie der Befehl vigr

(siehe Tipp 01), sorgt visudo dafür,

2

dass die sudo-Einrichtungsdatei /etc/​sudoers

während der Bearbeitung gesperrt

ist, und überprüft nach dem Speichern

die Datei auf Syntaxfehler.

Im oberen Bereich der Datei sehen Sie

schon einige Standardeinstellungen, die

jeweils durch das Schlüsselwort Defaults

eingeleitet werden. Fügen Sie

eine neue Zeile hinzu, um die Zeitdauer

auf 5 Minuten zu begrenzen:

Defaults timestamp_timeout = 5

Sie können die Zeitsperre auch verlängern

und anstelle von 5 etwa 25 Minu-

3

ten einstellen. Tragen Sie 0 ein, fragt

sudo jedesmal nach einem Kennwort,

und wenn Sie die Abfrage komplett unterbinden

möchten, verwenden Sie einen

negativen Wert, zum Beispiel -1.

Drücken Sie [Strg-X] und bestätigen Sie

4

das Speichern der Änderungen. Wenn

Sie alles richtig gemacht haben, erhalten

Sie keine weiteren Meldungen.

Haben Sie sich irgendwo vertippt, dann

fragt visudo nach:

What now?

Geben Sie ein Fragezeichen

ein, verrät das Programm,

welche Optionen Sie nun haben

(Abbildung 7). Über e

wechseln Sie zurück zum Editor

und korrigieren den Fehler,

über x beenden Sie visudo,

ohne die Änderungen

an /etc/​sudoers zu speichern,

und mit Q beenden Sie das

Programm und speichern die fehlerhaften

Einträge – wovor das Kommando

ausdrücklich warnt.

Mint, Ubuntu und Knoppix:

07

Passwort für „sudo“ erzwingen

Wenn Sie wie im vorigen Tipp gezeigt mit

einem negativen Wert dafür sorgen, dass

sudo ein eingegebenes Passwort niemals

vergisst, und das Programm Sie nach einem

erfolgreichen Versuch nicht wieder

nach dem Passwort fragt, können Sie

trotzdem von Hand eine erneute Kennworteingabe

erzwingen. Der Schalter für

sudo ist ‐k:

$ sudo mkdir /media/scratch

[sudo] password for huhn:

(Passworteingabe)

$ sudo cp 1.mp3 /media/scratch

(kein Passwort)

$ sudo apt‐get install rhythmbox

(kein Passwort)

$ sudo ‐k

$ sudo apt‐get update

[sudo] password for huhn:

(Passworteingabe)

Linux Mint: Neue Themes

08

für Cinnamon

In der Voreinstellung liefert der Cinnamon-Desktop

nur einen einzigen Look

aus – das Cinnamon-Theme. Möchten Sie

die Arbeitsfläche in ein neues Gewand

tauchen, ist das in wenigen Schritten erledigt:

Öffnen Sie aus dem Hauptmenü den

1

Konfigurationsdialog über Cinnamon-

Settings und wechseln Sie in den Bereich

Themen.

Klicken Sie unten im Fenster auf den

2

Link Neue Themen herunterladen.

Der Standardbrowser startet und

zeigt die Webseite mit zahlreichen

Themes [3] an.

Entscheiden Sie sich für einen hübschen

Look, folgen Sie dem Link

3

und

Abb. 7: Das Programm „visudo“ zum Bearbeiten der

„sudo“-Einstellungen überprüft die Konfigurationsdatei

auf Fehler.

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97


Tipps & Tricks

Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Abb. 8: Neue Themes für Cinnamon installieren Sie im Handumdrehen. Um das Hintergrundbild kümmern Sie sich meist separat.

4

5

6

7

8

laden Sie das angebotene Zip-Archiv

herunter.

Öffnen Sie den Dateimanager Nemo,

zum Beispiel per Klick auf das Ordnersymbol

in der Kontrollleiste. Sie erreichen

das Programm auch über das

Hauptmenü und den Eintrag Dateien.

Wechseln Sie in den Ordner mit dem

herunterladenen Zip-Archiv und klicken

Sie es doppelt an, um den Archiv-

Verwalter Engrampa auf den Plan zu

rufen und die Datei zu entpacken.

Im Dateimanager Nemo aktivieren Sie

dann über [Strg-H] die Anzeige versteckter

Dateien und Verzeichnisse

(solche, die mit einem Punkt beginnen)

und erstellen in Ihrem Home-Verzeichnis

über Datei / Neuen Ordner anlegen

([Umschalt-Strg-N]) einen Ordner namens

.themes, sofern dieser noch nicht

existiert.

Wechseln Sie ins Verzeichnis .themes

und ziehen Sie mit gedrückter linker

Maustaste den entpackten Ordner aus

Engrampa ins Nemo-Fenster hinein,

um das Verzeichnis mit den Themes-

Dateien dorthin zu bewegen.

Im Dialogfenster zu den Cinnamon-

Einstellungen sollten Sie den neuen

Look nun unter Themen finden. Per

Doppelklick auf den Eintrag aktivieren

Sie das Theme (Abbildung 8).

Beachten Sie, dass viele Themes keine

Hintergrundbilder mitbringen und einrichten;

die Screenshots auf der Webseite

sind daher irreführend. Im Einstellungsdialog

finden Sie unter Hintergründe

einige tolle Desktoptapeten.

Noch mehr tolle Bilder sowie weitere

Themes liefert darüber hinaus die Webseite

unter [4].

Linux Mint: Adressfeld

09

im Dateimanager

Cinnamons Dateimanager Nemo ist ein

Fork des Gnome-Programms Nautilus,

konkret eine Abspaltung der Version

3.4. Daher sind viele Features und Funktionen

genauso. Beispielsweise blenden

Sie über Ansicht / Ort oder die Tastenkombination

[Strg-L] die Adressleiste

ein und können dort über die Tastatur

zu den Verzeichnissen navigieren.

Wenn Sie diese Ansicht dauerhaft einschalten

möchten, dann hilft der Blick

in die Nemo-Konfiguration (Bearbeiten /

Einstellungen) nicht weiter.

Das Feature versteckt sich in den Cinnamon-Settings,

die Sie aus dem Hauptmenü

heraus aufrufen. Wechseln Sie in den Bereich

Themen und dort zum Reiter Andere

Eintellungen. Aktivieren Sie die Checkbox

Immer Adressfeld in Nemo verwenden, um

die Adressleiste ständig einzublenden.

Alternativ bemühen Sie den Konfigurationseditor

DConf (Hauptmenü / dconf

Editor) und wechseln in der linken

Leiste in den Bereich org / nemo / preferences.

Scrollen Sie im rechten Bereich

ein wenig nach unten und setzen Sie ein

Häkchen beim Schlüssel show-locationentry.

(hge)

n

Infos

[1] Artikel zu mount: Heike Jurzik und Hans-

Georg Eßer, „Bergsteiger – Dateisysteme

mounten“, EasyLinux 06/​2004,

S. 80 ff., http:// www. easylinux. de/ 2004/​

06/ 080‐guru‐mount/ (http:// ezlx. de/ d3c1)

[2] Guru-Training zu su und sudo:

Heike Jurzik, „Doppelgänger“,

EasyLinux 11/​2004, S. 77 ff.,

http:// www. easylinux. de/ 2004/ 11/​

077‐guru‐sudo/ (http:// ezlx. de/ d3c2)

[3] Themes für den Cinnamon-Desktop:

http:// cinnamon‐spices. linuxmint. com/​

themes (http:// ezlx. de/ d3c3)

[4] Artwork für Linux Mint:

http:// linuxmint‐art. org/

(http:// ezlx. de/ d3c4)

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Tipps & Tricks

Gimp

Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp

Effizienter arbeiten

mit Gimp

Unsere Tipps bringen Ihnen

Gimp-Funktionen und ‐Arbeitstechniken

näher. Diesmal zeigen wir,

wie Sie Objekte mit Fell oder Haaren freistellen, den Bildausschnitt ändern,

Farben gezielt anpassen und die Maßeinheit der Lineale überprüfen.

Claudia Meindl

Objekte mit Fell

01

und Haaren freistellen

Menschen- und Tierhaare mit Gimp freizustellen,

ist im wahrsten Sinne des Wortes

eine haarige Angelegenheit. In unserem

Tipp erfahren Sie, wie Sie mit Hilfe

des Kanalmixers und dem Farbwertedialog

ein relativ genaues Ergebnis erzielen.

Öffnen Sie das Bild mit dem freizustellenden

Motiv über das Menü oder die Tasten-

1

kombination [Strg-O]. Erstellen Sie ein Duplikat

der Hintergrundebene über Ebene /

Ebene duplizieren im Bildmenü. Im Ebenenstapel

befindet sich die Bildkopie an

oberster Stelle. Die Hintergrundebene blenden

Sie über das Auge-Symbol aus.

Um sicherzustellen, dass Sie mit dem eben

2

erzeugten Ebenenduplikat arbeiten, aktivieren

Sie mit der Maus die oberste Ebene.

Doppelklicken Sie auf den Namen, benennen

Sie die Ebene in Monochrom um und

bestätigen Sie dies mit [Eingabe].

Nun kommt der Kanalmixer zum Einsatz.

Diesen öffnen Sie über Farben /

3

Komponenten / Kanalmixer im Bildmenü

(Abbildung 1). Aktivieren Sie die

Checkbox Monochrom und klicken Sie

auf OK, um das Bild in Graustufen umzuwandeln.

Jetzt sollte klar sein, warum

wir hier mit einer Kopie arbeiten: Die

Farbe des Originalbildes benötigen wir

für spätere Arbeitsschritte, um das Endergebnis

wieder koloriert auszugeben.

Rufen Sie noch einmal den Dialog Kanalmixer

auf. Dazu können Sie die Tas-

4

tenkombination [Umschalt-Strg-F] verwenden,

die den zuletzt verwendeten

Filterdialog öffnet. Als Nächstes arbeiten

Sie einen starken Schwarz-Weiß-Kontrast

zwischen dem „haarigen“ Objekt und

dem Hintergrund aus. Mit den Reglern

für die Kanäle Rot, Grün und Blau sorgen

Sie dafür, dass sich das Hauptobjekt wie

in Abbildung 1 möglichst stark vom Hintergrund

abhebt. Das Endergebnis sollte

ein relativ helles, fast weißes Hauptobjekt

auf einem möglichst dunklen Hintergrund

zeigen. Er erscheint nach diesem