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Speed-Magazin Sonderheft Sonderheft: Der Sachsenring ruft! (Vorschau)

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Liebe Motorsportfreunde,<br />

zum 16. Male in Folge gastiert der Motorrad<br />

Grand Prix auf unserem Traditionskurs. <strong>Der</strong><br />

WM-Lauf auf dem <strong>Sachsenring</strong> hat sich als feste<br />

Größe im Grand Prix Kalender etabliert.<br />

Seit 1998 ist der ADAC Sachsen als Streckenanteilseigner,<br />

Investor, Veranstalter (bis 2011)<br />

und nunmehr sportlicher Ausrichter intensiv in<br />

die Vorbereitung, Organisation und Durchführung<br />

des Megaevents eingebunden.<br />

Durch den Einsatz von ca. 500 geschulten<br />

Sportwarten sorgt der Regionalclub des ADAC<br />

für den reibungslosen Ablauf der Trainingsund<br />

Rennläufe zum Motorrad Grand Prix. Bis<br />

zu zwölf Stunden sind die ehrenamtlich arbeitenden<br />

Sportwarte täglich im Einsatz. Nicht<br />

gezählt dabei die zahlreichen Stunden der Vorund<br />

Nachbereitung der Großveranstaltung.<br />

Mit den 2013 durchgeführten Investitionen in die Streckensicherheit und die<br />

Parkplatzlogistik bekräftigt der ADAC Sachsen sein Bekenntnis zu unserem Traditionskurs.<br />

Durch die Anschaffung sogenannter Bales konnten die bisher genutzten<br />

witterungsanfälligen Strohballen als Sicherheitseinrichtungen ersetzt<br />

werden.<br />

Mehrere tausend witterungsunabhängige Parkplätze für Offizielle als auch Rennbesucher<br />

werden zum Motorrad Grand Prix durch die Investition des ADAC Sachsen<br />

in die Parkplatzlogistik zur Verfügung stehen.<br />

Diese Investitionen unterstreichen und bekräftigen den Anspruch des <strong>Sachsenring</strong>s<br />

als eine der modernsten und sichersten Rennstrecken weltweit.<br />

Im Namen des ADAC Sachsen wünsche ich Ihnen ein erlebnisreiches und unterhaltsames<br />

Rennwochenende am <strong>Sachsenring</strong>.<br />

Klaus Klötzner<br />

Vorstand Sport<br />

ADAC Sachsen<br />

Vorwort Klaus Klötzner


Foto: Ronny Lekl<br />

Die <strong>Sachsenring</strong>-Kolumne von<br />

SPORT1-Experte Alex Hofmann<br />

Kolumne Alex Hofmann<br />

Liebe <strong>Speed</strong>-Leser,<br />

die Vorfreude ist natürlich auch bei mir extrem groß. Das MotoGP-Rennen<br />

am <strong>Sachsenring</strong> ist das deutsche Highlight des Jahres und vor Ort<br />

ist immer die Hölle los. Das ist schon ein ganz spezielles Event, das fällt<br />

selbst jedem Spanier und Italiener auf. Freitagfrüh beim ersten Freien<br />

Training hast du auf der ganzen Welt nirgendwo sonst 20.000 Menschen<br />

auf den Tribünen. Was will man mehr?<br />

Auch in meiner Rennfahrer-Karriere hat es immer besonders Spaß gemacht,<br />

sich vor den ganzen Fans in Deutschland zu zeigen. Hier wurde<br />

schon immer versucht, das Rennen zu den Fans zu bringen und nicht<br />

umgekehrt. Ich bin das erste Mal 1995 hier gefahren. Damals waren<br />

stellenweise noch öffentliche Straßen dabei. Jedes Jahr wurde weiter<br />

gebaut und verbessert. Und mittlerweile haben wir eine sehr gute Rennstrecke,<br />

wenn auch eine der kürzesten und speziellsten im Kalender.<br />

Aber die Fans machen das alles wieder wett. Als Fahrer war es 1998 fast<br />

mein erster WM-Auftritt am <strong>Sachsenring</strong>. In dem Jahr wurde ich Europameister<br />

& Deutscher Meister und kam als Wildcard-Fahrer dorthin. Es<br />

lief so gut, dass ich Zwölfter in der Quali war und Zehnter im Rennen.<br />

Damit war ich plötzlich deutsches Aushängeschild. Davor bin ich noch<br />

nie vor mehr als 10.000 Zuschauern gefahren und auf einmal hatte ich<br />

120.000 im Rücken. Das war der Moment, den ich nie vergessen werde.<br />

Damals als 18-Jähriger war der Effekt natürlich entsprechend groß.<br />

Auch wenn beim <strong>Sachsenring</strong>-Wochenende viel Arbeit auf unser SPORT1-<br />

Team wartet, ist das unser Highlight – und auch das der TV-Zuschauer.<br />

Daher haben wir natürlich große Freude, den Fans das Geschehen besonders<br />

nahe zu bringen und werden dort wieder versuchen, alles zu<br />

geben – und noch mehr.<br />

Euer Alex


7. – 8. September 2013<br />

SACHSENRING<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

©HB- Werbung und Verlag GmbH & Co. KG, Chemnitz


Inhalt<br />

Seite 3 Grußwort Vorstand Sport ADAC Sachsen e.V. Klaus Klötzner<br />

Seite 4 Kolumne Alex Hofmann<br />

Seite 6 Inhaltsverzeichnis, Impressum<br />

Seite 7 Zeitplan<br />

Seite 8 TV-Übertragungstermine<br />

Seite 10 Das Hailwood-Triple 1963<br />

Seite 18 Faszination <strong>Sachsenring</strong><br />

Seite 22 Michael Bartholemy - Fakten lügen nicht<br />

Seite 26 <strong>Sachsenring</strong>: Rückblick 2012<br />

Seite 38 MotoGP: Starterfeld, Punktetabelle<br />

Seite 40 MotoGP: Autogrammkarten<br />

Seite 55 Motorsportarena Mülsen<br />

Seite 56 <strong>Der</strong> Ankerberg<br />

Seite 58 Moto2: Starterfeld<br />

Seite 59 Interview Dominique Aegerter<br />

Seite 60 Moto2: Punktetabelle<br />

Seite 62 Moto2: Autogrammkarten<br />

Seite 66 Interview Marcel Schrötter<br />

Seite 54 Moto3: Starterfeld, Punktetabelle<br />

Seite 58 Moto3: Autogrammkarten<br />

Seite 72 Sport1/Eddie Mielke<br />

Seite 76 Moto3: Starterliste, Punktetabelle<br />

Seite 80 Interview Dirk Heidolf, Jack Miller<br />

Seite 84 Moto3: Autogrammkarten<br />

Seite 89 SixDays of Enduro 2012: Rückblick<br />

Seite 94 Dank an unsere Presenter im <strong>Speed</strong> Motorradmagazin<br />

<strong>Speed</strong>-Verlag<br />

Messe & Marketing<br />

Birkenkampf & Hechtl GbR<br />

Hüttengrundstraße 1<br />

09337 Hohenstein-Ernstthal<br />

Verleger: André Birkenkampf und Rainer Hechtl<br />

Tel.: (0 37 23) 67 92 08 0<br />

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e-mail: speed@speed-verlag.de<br />

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Redaktionsmitarbeiter:<br />

Ralph Schwotzer, Toni Börner, Torsten Jähnig,<br />

André Birkenkampf, Rainer Hechtl, Peter Lange<br />

Ronny Lekl, Tobias Linke, Jörg Wießmann<br />

Druck: Limbacher Druck GmbH<br />

Nachdruck und gewerbliche Nutzung vom<br />

Verlag gestalteter Anzeigen, Texte und Fotos nur mit<br />

schriftlicher Genehmigung des Verlages. Für Druckfehler<br />

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Autogrammkarten und Hintergrungfotos:<br />

Jörg Wießmann, André Birkenkampf, Peter Lange,<br />

Ronny Lekl, Tobias Linke, Ozan Kutay<br />

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<strong>Der</strong> <strong>Sachsenring</strong> im Jahr 2013<br />

Freitag/Friday<br />

Samstag/Saturday<br />

Sonntag/Sunday<br />

ABO UNTER<br />

WWW.SPEED-VERLAG.DE


Informationen zur TV-Berichterstattung Deutschland GP auf dem <strong>Sachsenring</strong><br />

10. Juni 2013<br />

Gänsehaut-Feeling auf dem <strong>Sachsenring</strong>: SPORT1 zeigt über 16 Live-<br />

Stunden vom deutschen MotoGP-Highlight des Jahres<br />

Vom 12. bis zum 14. Juli wird Hohenstein-Ernstthal wieder zum Motorsport-<br />

Mekka: Die MotoGP ist zum Großen Preis von Deutschland am <strong>Sachsenring</strong><br />

zu Gast und versetzt damit traditionell eine ganze Region in<br />

Ausnahmezustand.<br />

SPORT1 berichtet vom Heimrennen der deutschen Motorrad-Piloten Stefan<br />

Bradl, Sandro Cortese, Jonas Folger & Co. in über 16 Live-Stunden im Free-<br />

TV. Los geht es am Freitag mit der Live-Übertragung der 1. und 2. Freien<br />

Trainings aller drei Klassen ab 9:00 Uhr und ab 13:00 Uhr. Am Samstag<br />

werden die Qualifyings aller Klassen ab 12:15 Uhr live gezeigt. Am<br />

Rennsonntag berichtet SPORT1 live ab 9:00 Uhr von den Warm Ups der<br />

Moto2 und MotoGP sowie von den Rennen aller drei Klassen. Den Abschluss<br />

des Renn-Wochenendes macht ab 21:00 Uhr eine Reportage über die<br />

Highlights auf und neben der Rennstrecke. Begleitet werden die<br />

Übertragungen von Kommentator Edgar Mielke, SPORT1-Experte Alex<br />

Hofmann und Moderator Eric Engesser.<br />

Das volle MotoGP-Paket gibt es zudem auf SPORT1+: <strong>Der</strong> Pay-TV-Sender<br />

überträgt das Spektakel am <strong>Sachsenring</strong> von der ersten bis zur letzten<br />

Radumdrehung live.<br />

<br />

Sendetermine MotoGP <strong>Sachsenring</strong> (Änderungen vorbehalten)<br />

SPORT1 12.07.2013 09:00 MotoGP Live - Training 1. Freies Training, Moto3, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 12.07.2013 09:50 MotoGP Live - Training 1. Freies Training, MotoGP, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 12.07.2013 10:50 MotoGP Live - Training 1. Freies Training, Moto2, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 12.07.2013 13:00 MotoGP Live - Training 2. Freies Training, Moto3, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 12.07.2013 14:00 MotoGP Live - Training 2. Freies Training, MotoGP, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 12.07.2013 15:00 MotoGP Live - Training 2. Freies Training, Moto2, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 13.07.2013 12:15 MotoGP Live - Qualifikation Moto3 <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 13.07.2013 14:00 MotoGP Live - Qualifikation MotoGP, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 13.07.2013 15:00 MotoGP Live - Qualifikation Moto2 <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 13.07.2013 13:25 MotoGP Live - Training 4. Freies Training, MotoGP, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 14.07.2013 09:00 MotoGP Live - Warm Up Moto2 <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 14.07.2013 09:35 MotoGP Live - Warm Up MotoGP, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 14.07.2013 10:05 MotoGP - Warm Up Moto3, <strong>Sachsenring</strong> EA<br />

SPORT1 14.07.2013 10:35 MotoGP Live - Rennen Moto3, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 14.07.2013 12:10 MotoGP Live - Rennen Moto2, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 14.07.2013 13:45 MotoGP Live - Rennen MotoGP, <strong>Sachsenring</strong> LIVE<br />

SPORT1 14.07.2013 21:00 MotoGP Reportage - <strong>Sachsenring</strong> 2013 Highlights <strong>Sachsenring</strong> EA


Parken direkt am<br />

Veranstaltungsgelände Text:<br />

Dirk Berger, Fotos: ADAC Sachsen<br />

Am 19. April dieses Jahres war<br />

Baustart für die nächste Großinvestition<br />

des ADAC Sachsen am<br />

<strong>Sachsenring</strong>. Durch die Errichtung<br />

von über 3.000 Stellplätzen<br />

neben dem AWG-Zentrallager<br />

durch den sächsischen Regionalclub<br />

des ADAC, werden nun<br />

auch im Umfeld des Traditionskurses<br />

weltmeisterliche Voraussetzungen<br />

für Offi zielle und Besucher<br />

geschaffen. „Damit setzt<br />

der ADAC Sachsen ein deutliches<br />

Zeichen für den Erhalt des<br />

<strong>Sachsenring</strong>s als international bedeutenden<br />

Motorsportstandort<br />

und wichtigen Wirtschaftsfaktor<br />

in Sachsen“, sagte Klaus Klötzner,<br />

Vorstandsmitglied für Sport<br />

des ADAC Sachsen, zum „ersten<br />

Spatenstich“. <strong>Der</strong> schlechte Zustand<br />

und die fehlende Anzahl der<br />

Parkfl ächen waren in den Vorjahren<br />

Kritikpunkte sowohl der Gäste<br />

als auch der Fahrer und Teams<br />

der einzelnen Rennserien gewesen.<br />

Zu den diesjährigen ADAC<br />

GT Masters Rennen vom 7.-9. Juni<br />

auf dem <strong>Sachsenring</strong> wurde der<br />

erste Teilbereich der Parkplätze<br />

bereits genutzt und erhöhte somit<br />

die Qualität der Infrastruktur der<br />

nichtpermanenten Rennstrecke<br />

erheblich. Unter Einbeziehung der<br />

ebenfalls durch den ADAC Sachsen<br />

geschaffenen Parkplätze P6<br />

und P10 verfügt der <strong>Sachsenring</strong><br />

nunmehr in unmittelbarer Rennstreckennähe<br />

über 4.000 Stellplätze,<br />

welche auch bei widrigen<br />

Witterungsbedingungen sicher<br />

befahren werden können. Zum eni<br />

Motorrad Grand Prix vom 12.-14.<br />

Juli wird dann die gesamte Parkfl<br />

äche fertiggestellt sein. Ein Teil<br />

der Fläche wird dann für die Offi -<br />

ziellen Gäste des Grand Prix genutzt<br />

und der<br />

Parkplatz mit<br />

der Bezeichnung<br />

„P11“,<br />

der ein Fassungsvermögen<br />

von bis zu<br />

2.000 Fahrzeugen hat, steht den<br />

Gästen zur Verfügung. Die Tickets<br />

für die Besucher werden direkt<br />

von der SRM - <strong>Sachsenring</strong>-Rennstrecken-Management<br />

GmbH<br />

(Tel. 03723 499911) vertrieben.<br />

Detlef Hastreiter, Vorstand für Finanzen ADAC Sachsen, Klaus Klötzner, Vorstand für Sport ADAC Sachsen,<br />

Bernd Gersdorf, Stellv. Landrat Landkreis Zwickau, Susann Wolf, Wolf Straßen- und Tiefbau


Was vor 50 Jahren (1963) auf dem<br />

<strong>Sachsenring</strong> geschah:<br />

Das sensationelle Triple des Mike Hailwood<br />

PROLOG – Eine Zeitreise in das Jahr 1963<br />

Text: Ralph Schwotzer Fotos: Mario Böttger, Archiv Peter Lange, Archiv <strong>Speed</strong>-Verlag, Ernst Gobsch, Werner Reiß, Ralph Schwotzer (privat)<br />

MV Agusta 500ccm<br />

4 Zylinder...<br />

10<br />

...das Arbeitsgerät von Mike Hailwood!!!<br />

Erinnern wir uns an Höhepunke des Jahres, aus politischer,<br />

kultureller und sportlicher Sicht, exakt zwei Jahre<br />

nach Errichtung der Berliner Mauer durch das SED-<br />

Regime. <strong>Der</strong> VI. Parteitag der SED legte Mitte Januar als<br />

Ziel den Kommunismus sowjetischer Prägung fest. Bundespräsident<br />

Lübke erklärt im Westen den 17. Juni zum<br />

nationalen Gedenktag, erinnernd an den Volksaufstand<br />

in Ost-Berlin 1953. Sprengstoff im Kalten Krieg. Damit<br />

nicht genug: US-Präsident John F. Kennedy schloss seine<br />

denkwürdige Rede in der geteilten Stadt Berlin mit den<br />

Worten: „Ich bin ein Berliner“. Am 22. November wurde<br />

Kennedy auf offener Strasse in Dallas/Texas erschossen.<br />

Bis zum heutigen Tag nicht restlos aufgeklärt!<br />

Im Mittelpunkt der Weltpolitik stand das Wettrüsten<br />

beider Systeme und die Eroberung des Weltalls. Mit<br />

Walentina Tereschkowa umrundete die erste Frau die<br />

Erde. Drei Tage war die Sowjetbürgerin mit Wostok 6<br />

im Weltraum. Erprobungsflüge durch Alexander Fedotow<br />

mit der Je-266 (MIG 25) trafen die USA ins Mark.<br />

<strong>Der</strong> neuste Abfangjäger der Sowjetunion erreichte Mach<br />

3, Maximalgeschwindigkeit über 3350 km/h in 24000 m<br />

Höhe. Da hatte die Bundeswehr mit der F 104 (Starfighter)<br />

ganz andere Probleme!<br />

Beinahe vergessen: Am 8. August wurde der Postzug<br />

von Glasgow nach London überfallen, umgerechnet 15<br />

Millionen € geraubt. Die Jugend bekam neue Klänge zu hören: „Sweets for my sweet“ von den Searchers sollte<br />

bald zu einem Klassiker werden. Im August startete ein gewisser Bob Dylan seine erste große Tournee durch<br />

die USA („Blowin` in The Wind“). Beatles oder Stones? Jeder traf seine Wahl oder auch nicht, denn da suchte<br />

eine Gitte ihren Kerl: „Ich will `nen Cowboy als Mann“. Ein Schlagersternchen war geboren, zumal das ZDF<br />

am 1. April auf Sendung gegangen war. Ach<br />

ja, und der gutaussehende Tony Curtis hatte<br />

die 18-jährige Christine Kaufmann geheiratet.<br />

Wichtige Filme waren „Das Haus in<br />

Montevideo“ von Curt Goetz, „Cleopatra“<br />

von Regisseur Josef L. Mankiewicz und<br />

der zweite 007-Agentenfilm mit dem vielsagenden<br />

Titel „Liebesgrüße aus Moskau“.<br />

Überstrahlt wurden diese durch Hitchcocks<br />

„Die Vögel“, am 28. März in den US-Kinos<br />

angelaufen. Gänsehaut pur! Neuen Lesestoff<br />

gabs auch, nämlich von Heinrich Böll „Ansichten<br />

eines Clowns“, Günter Grass „Hundejahre“<br />

und Christa Wolf „<strong>Der</strong> geteilte<br />

Himmel“. In in der DDR versuchte man sich<br />

einzurichten, gerade auf sportlichem Sektor,


denn man wollte internationale Anerkennung gerade dort erlangen.<br />

Die Vier-Schanzen-Tournee 1962/63 gewann allerdings nicht DDR- Nationalheld<br />

Helmut Recknagel, sondern dessen Widersacher, der elegante Toralf Engan aus<br />

Norwegen. Georg Thoma aus dem Schwarzwald siegte am Holmenkollen bei Oslo<br />

in der Nordischen Kombination. Die längste Friedensfahrt aller Zeiten (exakt 2568<br />

km) gewann der Klaus Ampler, Vollprofi Jacques Anquetil hingegen zum dritten<br />

Mal in Folge die Tour de France. Und noch immer war der DDR-Fußball bestenfalls<br />

drittklassig. Motor Jena sicherte sich mit einem 2:1 gegen Empor Rostock den<br />

Titel DDR- Fußballmeister 1963. Ganz anders bezahlt wurden da Spieler wie Suarez,<br />

Karl-Heinz Schnellinger, der in Italien spielte oder Pelè, vom französischen<br />

Präsidenten De Gaulle<br />

zum Ritter der Ehrenlegion<br />

ernannt. Da es noch eine gemeinsame Olympia-<br />

Mannschaft gab, strebte das DDR-System Erfolge in<br />

der Leichtathletik und im Schwimmen an. Die Medaillenaussichten<br />

für Tokio 1964 waren gut! Im Juli<br />

durchbrach der US-Star Donald Schollander erstmals<br />

die 2-Minuten-Schallmauer über 200 m Freistil<br />

(1:58,8 min.). ASK-Schwimmer Frank Wiegand<br />

aus Rostock suchte bald Anschluss: 2:01,8 min am<br />

06.09. in Leipzig. Einen Tag später pulverisierte in<br />

Louvain Gaston Roelants (Belgien) den 3000 m-<br />

Hindernisrekord: Mit 8:29,6 min. blieb er erstmals<br />

unter der 8:30-Minuten-Grenze. Doping? OK, der<br />

Roelants war ein leidenschaftlicher Raucher! Was<br />

machte der DDR-Nachwuchs? In Weimar (21.07.)<br />

glänzte der 18-jährige Jürgen Haase (SC Leipzig),<br />

1966 und 1969 Europameister über 10 000 m,<br />

mit 3:54,0 min. über 1500 m, die erst 1967 vom<br />

Spartakiadesieger Ullrich Obenauf (SC Karl-<br />

Marx-Stadt, 16 Jahre jung) geschlagen werden<br />

sollten (3:50,9 min.). Noch wichtiger: Vor dem<br />

Olympia-Fußball-Ausscheidungsspiel schaffte<br />

der B-Jugendliche Max Klauss (SC Karl-Marx-<br />

Stadt), gerade 16 Jahre geworden, unglaubliche<br />

7,32 Meter im Weitsprung.<br />

Klauss` Sternstunde sollte die EM 1971 werden:<br />

endlich Europameister! So, das war meine<br />

kleine Zeitreise – jetzt gehts zum <strong>Sachsenring</strong><br />

nach Hohenstein-Ernstthal.<br />

Das gesamte Verwirrspiel um Tarquinio Provini!!!<br />

11


WELTMEISTERSCHAFTSLAUF SACHSENRING 17. / 18. AUGUST 1963<br />

Brachte das Publikum mit der MZ RE bei den 250ern zum kochen.<br />

Mit der 350er MV Agusta startete Mike Hailwood im ersten Rennen.<br />

Gegen die 500er MV Agusta unter „Mike the Bike“<br />

sah Gilera keinen Stich!!!<br />

Einen durchaus hohen Stellenwert (in der DDR<br />

Planwirtschaft) hatte der „Große Preis der Deutschen<br />

Demokratischen Republik“ auf dem <strong>Sachsenring</strong>,<br />

erstmals 1961 als Weltmeisterschaftslauf<br />

für Motorräder ausgetragen. Zwei bewegte Jahre<br />

waren seither vergangen, auch für die Marke MZ<br />

aus Zschopau. <strong>Der</strong> erhoffte Weltmeistertitel wurde<br />

bislang verfehlt, die Aussichten für die Saison 1963<br />

waren alles andere als gut. Die Japaner hatten MZ<br />

eingeholt und überholt, begünstigt durch die Umstände<br />

der Flucht (1961 in Schweden) des MZ-Spitzenfahrers<br />

Ernst Degner. Man schwieg noch immer.<br />

Beide Seiten! Einige Rennveteranen meinen noch<br />

heute: „<strong>Der</strong> Ernst war ein Lump und hat uns mindestens<br />

drei Weltmeistertitel gekostet!“ Wie gesagt,<br />

es liegt an der Sichtweise der Dinge. Fakt ist, Degner<br />

hat wichtige Unterlagen geliefert - bezüglich<br />

des „Schnellsten Rennzweitakters der Welt“, nämlich<br />

der MZ. Seit 1962 stand das Einreiseverbot der<br />

DDR-Fahrer in die NATO-Länder. Auch eine Form<br />

des „Kalten Krieges“. Dann passierten Dinge im<br />

Vorfeld des <strong>Sachsenring</strong>-Rennens 1963, die so nicht<br />

geplant waren. Die Spitzenfahrer Enderlein, Fischer<br />

und Moses verunfallten (unverschuldet) bei einer<br />

Veranstaltung in Jugoslawien. Besonders Hans Fischer<br />

und Nachwuchstalent Wolfgang Moses ( MC<br />

Freital) traf es hart: Laufbahn beendet! MZ fehlten<br />

plötzlich die Spitzenfahrer aus den eigenen Reihen,<br />

denn internationale Stars waren kaum bereit, für<br />

Ostmark zu fahren, zudem ohne direkten Werksservice.<br />

Shepherd konnte ein Lied davon singen, er war<br />

Fahrer und Mechaniker gleichermaßen!<br />

Mit Werksunterstützung konnten zu jener Zeit, Alan<br />

Shepherd mal ausgeklammert, nur der talentierte<br />

Laszlo Szabo ( Ungarn) und der bereits 33-jährige<br />

Werner Musiol rechnen, der in Hohenstein-Ernstthal<br />

immer zu überzeugen vermochte. Ganz nüchtern<br />

betrachtet: 1963 hatte MZ kaum eine Sieg-Chance,<br />

denn die Suzukis beherrschten seit Saisonbeginn<br />

die Achtelliter-Klasse nach Belieben. <strong>Der</strong> verwegen<br />

fahrende Neuseeländer Hugh Anderson eilte von<br />

Sieg zu Sieg, mit Stallkollegen Perris, Schneider<br />

und 50ccm-Weltmeister Degner im Schlepptau. Aus<br />

verständlichen Gründen konnte Degner am <strong>Sachsenring</strong><br />

nicht fahren. Ausserdem war seine Zeit als<br />

Suzuki-Nummer 1-Fahrer bereits abgelaufen, denn<br />

Anderson war klar besser und auf dem Weg zur Doppelweltmeisterschaft 1963 (50ccm/125ccm), was Ernst<br />

sicherlich nicht schmeckte! Etwas besser gestaltete sich die bisherige Situation in der Klasse A bis 250ccm,<br />

denn die MZ RE 250 war leistungsmäßig noch immer Weltspitze, schneller als Redmans Viertakt-Vierzylinder-<br />

Werks-Honda, der allerdings nur Tabellenplatz 2 belegte. In Spanien und auf dem ultraschnellen Hockenheimring<br />

wurde Weltmeister Redman klar geschlagen vom unvergleichlichen Ex-Weltmeister Tarquinio Provini auf<br />

12


Mike Hailwood folgt den Anweisungen Bläk-Richters.<br />

<strong>Der</strong> durchtrainierte Hailwood bereitete sich immer<br />

gewissenhaft auf seinen jeweiligen Start vor.<br />

der Viertakt-Einzylinder-Moto Morini! Und wie sollte<br />

das Kaaden-Team diesem Mann begegnen? Hailwood<br />

- natürlich muss Mike Hailwood die 250ccm-Drehschieber-MZ<br />

RE fahren, wie 1962. Ob Conte Agusta den Superstar<br />

freigeben wird? Kaaden hat diesen Deal erneut<br />

geschafft, sehr gut. Hailwood auf der MZ! Da musste<br />

doch was zu machen sein! S.M.B. Hailwood war bereit<br />

für einen „Drei-Fronten-Krieg“ am <strong>Sachsenring</strong>. Einen<br />

Start auf der 125er MZ lehnte er allerdings dankend ab!<br />

Die Klasse B bis 350ccm war für den MV Agusta-Fahrer<br />

ungleich wichtiger, denn die untermotorisierte Vierzylinder<br />

hatte gegen die Werks-Honda (normalerweise)<br />

keine Erfolgsaussichten, und das seit 1962. Auch Geoff<br />

Duke, Teamchef der Scuderia Gilera, war gleicher Meinung<br />

und favorisierte die „Königsklasse“ für seine Fahrer<br />

Minter, Hartle und Read. Spannung pur!<br />

Am 17. August sollten sich die Ereignisse dann überschlagen.<br />

Für 13.00 Uhr ist der Start der Klasse B bis<br />

350ccm angekündigt. Vorausgegangen war eine regnerische<br />

Nacht von Freitag zu Samstag. Ein ähnlicher Vormittag<br />

sollte folgen, ein wolkenverhangener Renntag.<br />

Lange Gesichter unter der Zeltfraktion! Aber bald hatte<br />

sich das Wetter gebessert. Überraschenderweise stand<br />

Redman nicht auf der Pole, sondern Mike Hailwood auf<br />

der MV, gefolgt von Havel (Jawa), dem Sowjetrussen<br />

Nikolai Sewastianow auf CGKD (nachgebaute Jawa, die<br />

Wostok kam erst später) und gleichauf Luigi Taveri mit<br />

seinem Production-Racer aus dem Hause Honda (Viertakt-Zweizylinder<br />

mit 304ccm Hubraum!). Erst dann<br />

Redman auf der Vierzylinder. Stastnys Jawa wurde von<br />

Pavel Slavicek pilotiert, da sich der Vize-Weltmeister<br />

von 1961 bei einem unwichtigen Rennen verletzt hatte.<br />

Sehr schade!<br />

Mike war in Höchstform, dominierte das gesamte Rennen,<br />

fuhr in<br />

Runde 9 neuen<br />

Rekord mit<br />

165,3 km/h<br />

Durchschnitt.<br />

Jim Redman<br />

ohne Chance!<br />

Für Redman<br />

kam es noch<br />

schlimmer, er<br />

wurde vom<br />

kleinen Taveri<br />

(Schweiz) auf<br />

der Zweiylinder-Honda<br />

klar<br />

g e s c h l a g e n ,<br />

was schon überraschte.<br />

Nix<br />

Stallregie!<br />

13


Machte auf dem Production-Racer von Honda eine gute Figur:<br />

Luigi Taveri aus der Schweiz.<br />

Hugh Anderson (Suzuki) entzauberte im Jahr 1963 seinen<br />

Teamkollege Ernst Degner (Dillingen/Saarland).<br />

Ein unglaublicher Kämpfer: <strong>Der</strong>ek Minter auf der 500ccm Gilera.<br />

Ich hatte die Chance, Luigi Taveri diesbezüglich am<br />

07.07.2007 (zur 80 Jahre-Feier am <strong>Sachsenring</strong>) interviewen<br />

zu dürfen:<br />

R. S.: 1962 hattest Du spektakulär am <strong>Sachsenring</strong><br />

gewonnen, später Deinen ersten Titel. Alles Geschichte<br />

und bekannt. Näher beleuchten würde ich<br />

gern das Rennen der Klasse bis 350ccm. Ich spreche<br />

von 1963, als Du hinter Mike Hailwood (MV<br />

Agusta), jedoch direkt vor Deinem Teamkollegen<br />

Jim Redman Platz 2 belegen konntest. Und das auf<br />

der Production-Zweizylinder-304ccm Honda!<br />

L. T. (nachdenklich): Dazu kann ich gar nichts<br />

mehr sagen. Zeig` mir doch bitte einmal die Tabelle<br />

aus Eurem Buch. Hm, vielleicht wäre es besser,<br />

wenn Du den Redman dazu befragen würdest…<br />

Nur soviel zu meiner Honda: Ich hatte in Assen<br />

kein Problem, Hailwoods Vierzylinder-MV Agusta<br />

auf der Geraden zu halten. Das Ding ging richtig<br />

gut, die Leistung stimmte!<br />

Eine klare Aussage des Meisterfahrers aus dem<br />

Nachbarland.<br />

Es war Mike Hailwoods erster Streich!<br />

In der Nacht zum Rennsonntag hatten die Volkspolizisten<br />

viel Arbeit, mussten Ordnung schaffen, denn<br />

da gabs viele Randale an der Strecke und auf den<br />

Zeltplätzen. Vielleicht lags am erneuten Regen? „Alles<br />

unter Kontrolle!“ meldete bald Hauptwachtmeister<br />

Schütze. Oder war er nur Oberwachtmeister?<br />

10.00 Uhr. Start der Klasse bis 125ccm.<br />

Szabo auf MZ startet überraschend gut, doch die<br />

8-Gang-Suzuki unter Hugh Anderson liegt bereits<br />

nach einer Runde in Front, gefolgt von Bert Schneider<br />

(Suzuki), Taveri (Honda), Mike Duff auf MZ,<br />

Werner Musiol (MZ) und Redman (Honda). Für<br />

Frank Perris kam bereits das Aus. Schade. Für Szabo<br />

und Bischoff dann in Runde 3. Tja, hier war die<br />

Standfestigkeit der Motoren gefragt. Die kleinen<br />

Hondas (unter Taveri, Robb, Takahashi und Redman)<br />

litten unter Leistungsverlusten, die sich besonders<br />

in Hohenstein-Ernstthal dramatisch darstellten.<br />

Anderson zog das durch, zumal der Kollege Schnei-


der mit gebrochenem Kolbenring gerade noch das<br />

Ziel erreichen sollte. Zur Freude aller Besucher und<br />

MZ-Fans brachte Alan Shepherd (Großbritannien)<br />

seine MZ RE auf Platz 2! Kaaden strahlte. <strong>Der</strong> beste<br />

Clubfahrer, Jochen Leitert (MC Wismut Aue), legte<br />

ein tadelloses Rennen hin. Platz 10, allerdings vom<br />

Sieger überrundet, dicht hinter solchen Größen wie<br />

Redman, Takahashi und dem CZ-Mann Stanislav<br />

Malina (36 Jahre jung!). Allerdings kein WM-Punkt<br />

für den tapferen Mann aus Schneeberg, denn die Tabelle<br />

endete zu jener Zeit mit Platz 6. Hierfür gab<br />

es noch ein Pünktchen. Übrigens: 8 Punkte für den<br />

Sieger, dann 6 Punkte, 4 Punkte, 3…2…1!<br />

Das waren eben andere Zeiten!<br />

Gegen Mittag, nämlich 11.45 Uhr, dann Start für die<br />

Königsklasse, Klasse C bis 500ccm.<br />

Hailwood auf MV Agusta - wer sonst? Für den Tagessieg<br />

kam die Fraktion der Einzylinder- Privatfahrer<br />

natürlich nicht in Frage, weder Freund Shepherd auf<br />

der schnellen Matchless G 50 noch Mike Duff (Norton<br />

Manx) oder Jack Findlay aus Australien konnten<br />

Mike das Wasser reichen. Hailwoods Vierzylinder<br />

lief, je nach Übersetzung, bis zu 265 km/h. Aber da<br />

waren noch die ähnlich gebauten Vierzylinder aus<br />

Arcore (Baujahr 1957!), unter Regie des mehrfachen<br />

Weltmeisters Geoff Duke (Isle of Man), in Startreihe<br />

1 zu sehen. Man war der Meinung, diese betagten<br />

Maschinen seien in der Lage, selbst einen Mann wie<br />

Hailwood und dessen (kaum weiterentwickelte) MV<br />

Agusta 4-Zylinder regelmäßig zu schlagen. Besonders<br />

<strong>Der</strong>ek Minter, ein Kurzstreckenexperte, war<br />

davon überzeugt. Zeitweise war auch ein gewisser<br />

Phil Read mit Gilera 4 unterwegs, allerdings nicht<br />

sehr überzeugend! Minter hatte, neben Hailwood,<br />

noch ein ganz anderes Problem, nämlich John Hartle<br />

im gleichen Team. Ausserdem litt <strong>Der</strong>ek noch unter<br />

den Folgen eines schweren Sturzes zu Saisonbeginn.<br />

Minter fluchte, denn er wäre 1963 gerne Weltmeister<br />

geworden, auf der 500ccm-Vierzylinder-Gilera.<br />

Hailwood war aber der mental stärkere Fahrer, war<br />

mit seiner „alten Dogge“, so nannte der Mike sein<br />

Arbeitsgerät, geradezu verwachsen. Motorleistung<br />

ist eben nicht alles!<br />

Mike schwang sich locker auf seine MV, gab kräftig<br />

Gas, was John Hartle nervös machte. <strong>Der</strong> übermotivierte<br />

Hartle ging das Rennen zu schnell an, kollidierte<br />

mit einem Strohballen. Bereits zu diesem frühen<br />

Zeitpunkt war das Rennen für ihn gelaufen, die<br />

Gilera funktionierte nicht mehr 100%ig. Pech!<br />

Hailwood steigert das Tempo, Minter resignierte<br />

bald, seine köstlich klingende Gilera kommt knapp<br />

eine Minute nach der MV Agusta (deren Klänge hat<br />

man noch heute im Ohr, oder?) ins Ziel. Hailwood<br />

grinst! Dann ist auch schon Alan Shepherd einge-<br />

Zwei der besten Fahrer aller Zeiten:<br />

Mike Hailwood im Smaltalk mit Geoff Duke (Held der 50er Jahre)


Bitte ein Autogramm lieber Weltmeister - es können aber auch gern<br />

zwei oder drei sein!!! - Honda-Pilot Jim Redman mit Fan<br />

Japans erster Weltklassefahrer: der 23 jährige Kunimitsu Takahashi<br />

troffen. <strong>Der</strong> Union Jack weht an drei Masten. Ja, das<br />

war 1963 möglich! Weit und breit kein Sieger aus<br />

Spanien.<br />

Das war Hailwoods Streich Nummer 2!<br />

Weit über 200 000 Zuschauer warteten jetzt auf den<br />

Höhepunkt des Rennsonntages, nämlich auf die Kategorie<br />

der Klasse A bis 250ccm. Start gegen 13.00<br />

Uhr.<br />

Verzweifelt blätterten viele Besucher im dünnen<br />

Programmheft, suchten nach Tarquinio Provini und<br />

dessen Moto Morini. Vergeblich! <strong>Der</strong> „Stier von Bologna“<br />

war nicht da. Böse Zungen behaupteten später,<br />

der ADMV sei nicht an dessen Start interessiert<br />

gewesen. Man sprach gar von Machenschaften der<br />

Stasi oder das Startgeld sei zu gering ausgefallen.<br />

Alles Blödsinn. Natürlich wollte Tarquinio Provini<br />

auf dem <strong>Sachsenring</strong> starten (Platz 4 hätte gereicht,<br />

um am Ende Weltmeister zu werden!), aber es gab<br />

kein Durchkommen am Brenner, keine Genehmigung,<br />

durch Österreich zu fahren. Undurchsichtige<br />

Machenschaften! Natürlich fragt man sich noch heute,<br />

was wäre, wenn? „<strong>Der</strong> hätte Hailwood auf MZ<br />

geschlagen, ganz sicher!“ behaupteten danach Fachjournalisten<br />

aus Westeuropa. Sicherlich auch die Italiener,<br />

keine Frage. Was bleibt: Das ausgefüllte Meldeformular.<br />

Nun zum Rennen selbst. Mike Hailwood war lediglich<br />

auf Startplatz 9 zu finden. Er hatte mit Reifenproblemen,<br />

einem defekten Magneten und einem<br />

Kolbenklemmer an seiner MZ RE zu kämpfen gehabt.<br />

Die Nerven lagen blank. Kaaden wollte den<br />

Sieg. <strong>Der</strong> Entschluss, Musiols Motor Hailwood zu<br />

geben, sollte bald Früchte tragen. Es sollte für MZ<br />

der „Größte Sieg aller Zeiten“ werden, mit S.M.B.<br />

Hailwood im Sattel, dem Fahrgenie schlechthin!<br />

<strong>Der</strong> Start: Szabo geht ab wie Schmidts Katze, Hailwood<br />

mit Fahrfehler, dann übernimmt die dritte MZ<br />

RE (unter Alan Shepherd) die Führung. Danach fährt<br />

Hailwood wie der Teufel, Rhodesiens Weltmeister<br />

Jim Redman (Vierzylinder-Werks-Honda) hat nicht<br />

den Hauch einer Chance, Mike zu halten, der wiederum<br />

Shepherd gnadenlos verfolgt. Zum dritten Mal<br />

wird Hailwood bei dieser Veranstaltung siegen, auch<br />

wenn sich Alan Shepherd noch so sehr müht, gegen<br />

Hailwood ist an diesem Tag kein Kraut gewachsen.<br />

Hier bilden Fahrer und Maschine eine Einheit. Das<br />

<strong>Sachsenring</strong>volk ist nicht mehr zu bremsen, als der<br />

Millionärssohn aus England die kleine DDR beglückt.<br />

Man könnte meinen, die MZ RE 250ccm sein für den<br />

grandiosen Hailwood nur ein Spielzeug gewesen.<br />

Nur er und Gary Hocking (Rhodesien) machten das<br />

Arbeitsgerät, Made in DDR, zum „Überflieger“, alle<br />

anderen MZ-Fahrer waren bestenfalls guter Durchschnitt,<br />

auch später. 3:14, 8 min. benötige Hailwood<br />

16


für seine schnellste Runde. Die RE 250ccm leistete bestenfalls 48 PS im Jahr 1963, nahezu gleicher Wert wie<br />

Honda RC 163 (Vierzylinder), etwas weniger als die neue Yamaha RD 56 (anfangs ca. 52 PS), jedoch knapp 10<br />

PS mehr als Provinis Moto Morini. Da bleiben offene Fragen!<br />

3 Starts, 3 Siege. Eine einmalige Geschichte auf dem <strong>Sachsenring</strong>. Aber wie soll und muss man heute, nach exakt<br />

50 Jahren, die Leistungen eines Mike Hailwood einordnen? Fakt ist ja, gestandene Mannsbilder, also Kerle<br />

um die 50, tragen oft den Vornamen Mike, besonders jene, die in der Nähe des <strong>Sachsenring</strong>s aufgewachsen sind.<br />

Eben nicht ohne Grund! Duke, Surtees, Agostini, Sheene, Roberts, Spencer, Lawson, Doohan, Rossi, Stoner<br />

und Lorenzo in allen Ehren – Mike übertrumpft sie alle. Einen Ausnahmefahrer vom Schlage Mike Hailwoods<br />

wird es nie wieder geben! Mike zwang seine Gegner reihenweise zu Offenbarungseiden oder zur Preisgabe ihrer<br />

besten Fähigkeiten, und das im „Froschsitzstil“!<br />

Das für diejenigen, die 1963 dabei waren, aber auch für jene, die gerne dabei gewesen wären. Fazit: Auch 2014<br />

wird der <strong>Sachsenring</strong> wieder rufen!<br />

OFFIZIELLE ERGEBNISSE:<br />

Klasse 4 bis 125ccm (14 Runden = 122,23 km) Am Start 39, im Ziel 23 Fahrer<br />

1. Anderson (Neuseeland) Suzuki 48:55,7 min. = 149,89 km/h<br />

2. Shepherd (England) MZ RE 50:44,7 min.<br />

3. Schneider (Österreich) Suzuki 50:45,6 min.<br />

Klasse A bis 250ccm (15 Runden = 130,96 km) Am Start 24, im Ziel 15 Fahrer<br />

1. Hailwood (England) MZ RE 49:40,4 min. = 158,19 km/h<br />

2. Shepherd (England) MZ RE 49:55,1 min.<br />

3. Redman (Rhodesien) Honda 50:45,7 min.<br />

Klasse B bis 350ccm (16 Runden = 139,70 km) Am Start 19, im Ziel 14 Fahrer<br />

1. Hailwood (England) MV Agusta 52:19,2 min. = 160,20 km/h<br />

2. Taveri (Schweiz) Honda 53:02,6 min.<br />

3. Redman (Rhodesien) Honda 53:13,3 min.<br />

Klasse C bis 500ccm (17 Runden = 148,43 km) Am Start 20, im Ziel 10 Fahrer<br />

1. Hailwood (England) MV Agusta 53:38,4 min. = 166,02 km/h<br />

2. Minter (England) Gilera 54:33,6 min.<br />

3. Shepherd (England) Matchless 56:03,3 min.<br />

Schnellste Runde: Mike Hailwood, MV 500ccm, 3:06,5 min = 168,53 km/h<br />

1957–2013 – 56 Jahre ADMV<br />

<strong>Der</strong> CLASSIC CUP –<br />

lebendiger Sport mit historischer Technik<br />

Wir laden ein!<br />

030 6576 2930


Foto: André Birkenkampf<br />

Faszination <strong>Sachsenring</strong><br />

Faszination Motorrad Grand Prix <strong>Sachsenring</strong><br />

Text: Torsten Jähnig<br />

Von Agostini bis Apfelstrudel, von Rubatto bis Rundenrekord und von<br />

Zwafink bis Zwischenfall oder die Suche nach dem Mythos „<strong>Sachsenring</strong>“.<br />

Volle Tribünen, begeisterte Menschen, emotionale Teilnahme am Geschehen, schönes Wetter,<br />

das waren meine persönlichen Gründe, in den 90er Jahren einen Grand Prix in Jerez de la Frontera<br />

zu besuchen. Die Motorradweltmeisterschaft auf deutschem Boden bedeutete für mich Ärger<br />

mit der Polizei wegen unserer Auspuffanlagen, Regen, überteuertes Bier, angeblich zu viel Lärm<br />

und am Rennsonntag nicht mehr als 50.000 Zuschauer.<br />

Bis 1991 kamen die Zuschauer noch zahlreich zu ihren Sitzen im badischen Motodrom von Hockenheim.<br />

In den darauffolgenden Jahren erfolgte ein mehr oder weniger erfolgreicher Versuch,<br />

die Motorradweltmeisterschaft auf ein wirtschaftlich solides Fundament zu stellen. Es wurde eine<br />

Firma gegründet, in der auch Formel 1-Boss Bernie Ecclestone mitwirkte, und in die Organisation<br />

der WM-Läufe integriert. Wenn ich mich richtig erinnere, erhöhten sich die Eintrittspreise innerhalb<br />

eines Jahres um teilweise 300% gegenüber dem Vorjahr.<br />

Das Ergebnis dieser Idee ist bekannt, wenig Zuschauer, keine Gewinne, schlechte Laune. Die Ehrenrunde<br />

des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl auf dem Rücksitz von Toni Mang blieb zwar<br />

in Erinnerung, aber änderte nichts am Zuschauerinteresse. Anschließend erfolgten noch ein paar<br />

jämmerliche Versuche des ADAC, mit Ex-Rennfahrer Martin Wimmer an der Spitze der Organisatoren,<br />

den deutschen Motorrad-Grand Prix am sonnenverwöhnten Nürburgring zu veranstalten.<br />

1997 wurden dort 40.000 Besucher an drei Tagen gezählt, wie viel davon wirklich zahlende Gäste<br />

waren, lässt sich heute nicht mehr ergründen.<br />

Die Zeit schien gekommen, für den traditionellen,<br />

eigentlichen deutschen Motorrad-<br />

Grand Prix, unseren <strong>Sachsenring</strong>. Im Anschluss<br />

an diese einleitenden Zeilen, wollen<br />

wir versuchen, der Sache auf den Grund zu<br />

gehen. Warum ist das Interesse am <strong>Sachsenring</strong><br />

ungebrochen hoch? Warum sind,<br />

trotz Veranstalter-Hick-Hack die Besucherzahlen<br />

recht stabil? Warum sehen selbst<br />

manche ausländische Aktive im <strong>Sachsenring</strong>rennen,<br />

einen der Saisonhöhepunkte?<br />

Warum fühlt man sich in Sachsen wohl?<br />

Foto: Jörg Wießmann<br />

Fot: Peter Lange<br />

Foto: André Birkenkampf<br />

Foto: André Birkenkampf<br />

18


Günther Zwafink, 58 Jahre, begnadeter<br />

Techniker, mit seinem Bruder Gerd Heinz in<br />

den 80er und 90er Jahren selbst Teameigentümer.<br />

Das Team Zwafink verfehlte 1990 nur<br />

ganz knapp den WM- Titel mit Stefan Prein<br />

und 1992 mit Ralf Waldmann in der Klasse<br />

bis 125ccm. Ein Mann mit Erfahrung und<br />

vielfältigen Erlebnissen in diesem Geschäft.<br />

Ich befragte ihn zum Thema „Mythos <strong>Sachsenring</strong>“<br />

und erhielt verblüffende Antworten.<br />

Auf meine Frage, wie sich der „Mythos <strong>Sachsenring</strong>“<br />

aus seiner Sicht erklärt, antwortete<br />

er wie folgt. Ich möchte hier versuchen, seine<br />

Worte ungefiltert und fast wörtlich wiederzugeben:<br />

Günther Zwafink: „Tja, was soll ich sagen,<br />

Günter Zwafink & Mario Rubatto, hier im Gespräch mit dem<br />

Förderer und Unterstützer von Garry McCoy, dem so früh<br />

verstorbenen Barry Sheene in Eastern Creek 1995.<br />

wo soll ich anfangen? Ich habe fast alle Rennstrecken auf diesem Globus, auf denen jemals ein<br />

WM-Rennen stattgefunden hat, besucht. Ich habe Erfolge und schwere Niederlagen erlebt, ich<br />

habe die schönen und die schlechten Seiten unseres Sports am eigenen Leib erfahren. In meinen<br />

Erinnerungen stecken so viele Geschichten oder Zwischenfälle, die sich im Verlauf meines „Vollgas-Lebens“<br />

ereigneten, sie würde hier den Rahmen sprengen. Um den Bezug zum <strong>Sachsenring</strong><br />

herstellen zu können, damit meine Worte nicht lächerlich erscheinen, hier nur einige Wenige.<br />

Vielleicht hat der ein oder andere Leser schon einmal in einem spanischen, italienischen oder<br />

brasilianischen Mittelklassehotel übernachtet? Hygiene? In Sachsen wäre so was unmöglich! War<br />

jemand mal in Brasilien, mit teurer Uhr am Handgelenk und Teamkleidung am Körper, in Rio am<br />

Abend in einem Restaurant? Ich habe Teammitglieder in Unterhosen zurückkommen sehen und<br />

starke Männer erlebt, die am Strand von fünf hübschen Brasilianerinnen ausgeraubt und „lahmgelegt“<br />

wurden. In Sachsen nie passiert!<br />

Ich erinnere mich an eine Taxifahrt mit einem Freund in einer europäischen Großstadt, die ich<br />

jetzt hier nicht nennen möchte, als der Taxifahrer das Gefährt nicht mal in die Nähe des angegebenen<br />

Hotels brachte, sondern in Seitenstraßen abbog, in denen merkwürdige Gestalten auf uns<br />

warteten und der beherzte Sprung aus dem Auto wahrscheinlich nicht nur unser Geld rettete. In<br />

Sachsen undenkbar!<br />

Vielleicht sind es die Kleinigkeiten, die den <strong>Sachsenring</strong> so ausgesprochen sympathisch erscheinen<br />

lassen. Als ich in einem Hotel in Glauchau, nachts um halb zwei,<br />

eigentlich glaubte ich die Antwort zu kennen, einen Apfelstrudel mit<br />

Vanillesoße und eine Tasse Kaffee bestellte, die hübsche Bedienung<br />

wortlos in der Küche verschwand, um später mit den gewünschten<br />

Produkten zurückzukehren oder die Hilfsbereitschaft der sächsischen<br />

Polizei in Meerane, die uns kurzerhand bis zum Ring eskortierte, weil<br />

Teammitglieder verschlafen hatten. Ich kann es ihnen nicht sagen<br />

warum, aber es haben sich mehrere positive Erinnerungen mit dem<br />

<strong>Sachsenring</strong> in meinem Kopf verknüpft .“<br />

Mein Erstaunen über die für mich kuriosen Worte von Günther Zwafink,<br />

äußernd, fragte ich:<br />

„Das sind wirklich ihre Gedanken zum Thema „<strong>Sachsenring</strong>?“<br />

Er antwortete: „Ja, fragen sie doch mal meinen Freund Mario Rubatto,<br />

der hat noch ganz andere Einzelheiten zu berichten.“ In diesem Moment<br />

fiel mir etwas ein. Ganz schwach glaubte ich mich zu erinnern,<br />

Rundenrekord am alten <strong>Sachsenring</strong> hält doch auch ein Rubatto. Gesucht<br />

und gefunden: Rundenrekordhalter auf dem alten <strong>Sachsenring</strong><br />

Peter Rubatto mit 189.22 km/h im Schnitt! So ein wenig hat es was<br />

von „Bray Hill“ oder „Rhencullen“, um nur einige der gefürchtetsten<br />

Stellen des „ Mountain Circuits“ auf der Isle of Man zu nennen. Wer<br />

auf dem alten Ring sein Leben riskiert hat, der interessiert mich definitiv.<br />

Seite 30, Programmheft vom <strong>Sachsenring</strong>rennen 1990, Klasse<br />

Superbike, Startnummer 1: Peter Rubatto, Startnummer 2 : Mario<br />

Rubatto, sein Bruder!<br />

Den rief ich an. Gerne beantwortet auch er die Fragen der „<strong>Speed</strong>“<br />

Redaktion.<br />

„Herr Rubatto, was empfindet man als Bruder des Rundenrekordhalters<br />

auf dem <strong>Sachsenring</strong>? Die Frage müsste eigentlich richtig heißen,<br />

sind sie neidisch auf ihren<br />

„berühmten“ Bruder? Mario Rubatto: „Neidisch? Unsinn, ich war<br />

Fot: Archiv Günter Zwfink<br />

Faszination <strong>Sachsenring</strong><br />

19


Faszination <strong>Sachsenring</strong><br />

Mario Rubatto (links), Günter Zwafink (rechts im Bild)<br />

Er kam sah und siegte NICHT, Garry McCoy (Bildmitte) stellte aber die Zwafink-Honda<br />

gleich beim ersten Rennen in Eastern Creek / Australien 1995 in<br />

Startreihe eins. Später im Rennen schoss er den 125ccm Weltmeister Dirk<br />

Raudies ab, vereitelte so einen sicheren Sieg des Deutschen.<br />

Günter Zwafink wünschte sich dieses Bild hier zu<br />

veröffentlichen. Es zeigt einen seiner besten<br />

Grand Prix Mechaniker, seinen Freund Ralf Wagner<br />

der bei einem tragischen Unfall ums Leben kam.<br />

O-Ton Günter Zwafink: „Ohne ihn an meiner Seite,<br />

hätte es so manchen Erfolg nicht gegeben.<br />

Ralf, wir vermissen dich.“<br />

Fot: Archiv Günter Zwfink<br />

Fot: Archiv Günter Zwfink<br />

schneller damals! Nein, das war jetzt nur<br />

Spaß. Ich freue mich natürlich, dass der<br />

Name Rubatto fest mit dem <strong>Sachsenring</strong><br />

verbunden ist, für immer und ewig. Ich<br />

erinnere mich noch genau an diese geile<br />

Strecke, was für richtige Männer! Aber<br />

der Name Rubatto steht nicht nur für<br />

den Rekord am alten Ring sondern auch<br />

für den ersten Grand Prix-Sieg am neuen<br />

<strong>Sachsenring</strong> 1998! Ich war damals als<br />

Teamchef in der Motorradweltmeisterschaft<br />

tätig und unser Team hat mit dem<br />

japanischen Rennfahrer Tomomi Manako<br />

das 125ccm-Rennen beim Grand Prix<br />

von Deutschland gewonnen, woran ich<br />

mich sehr gerne erinnere. Das war mein<br />

persönlich größter emotionaler Moment<br />

am <strong>Sachsenring</strong>, einige Leser werden<br />

sich sicherlich erinnern. Mit diesen emotionalen<br />

Erinnerungen verbinde ich einen Traum, ich<br />

würde gerne nochmal, mit einem deutschen Fahrer<br />

einen Sieg als Teamchef erringen. In diesem Jahr<br />

betreue ich erneut Max Neukirchner, ein sächsisches<br />

Talent, in der Superbike-Weltmeisterschaft.<br />

1990 fuhr sein Vater, Lothar Neukirchner schon im<br />

damaligen HB-Team hier am <strong>Sachsenring</strong>. Es ist nicht<br />

immer leicht, Rennsport auf hohem, professionellem<br />

Niveau zu betreiben. Man benötigt nicht nur gute<br />

Sponsoren und einen schnellen Fahrer, sondern auch<br />

Erfahrung, psychologisches Geschick und Glück. Von<br />

letzterem hatten wir auf dem alten Ring, Gott sei<br />

Dank, genug.“ Wird sich der Name „ Rubatto „ noch<br />

ein drittes Mal am <strong>Sachsenring</strong> „einbrennen“?<br />

Nach diesen Worten einiger „Urgesteine des deutschen<br />

Motorradsports“ seien mir sicherlich auch einige<br />

persönliche Worte erlaubt. Schade ist, dass nicht<br />

wenigsten der Rundenrekord auf dem alten Ring in<br />

ostdeutsche Hand gelangte. Auch wenn jetzt wieder<br />

einige ewig Gestrige schreien, ja ich wünschte Roland<br />

Rentsch, Frank Wendler, Berndt Dörffeld, Johannes<br />

Kehrer, Lothar Neukirchner oder Dirk Kaduk hätten<br />

diesen Triumph errungen, um nur einige, stellvertretend<br />

für viele andere, zu nennen. Das waren unsere<br />

Helden des Ostens, die auf unterlegenem Material,<br />

auf Janos Drapals gebrauchten Sicks, ihr Leben<br />

auf dem alten Kurs riskierten, nur um am Ende eine<br />

„Goldene Ananas“ zu erhalten. Falsch, meistens war<br />

es ein Blumenstrauß, ein Kühlschrank und ein feuchter<br />

Händedruck.<br />

Jeder hat seine eigenen, emotionalen<br />

Erinnerungen. Bei mir sind es Strohballen,<br />

der typische Duft von Rennbenzin<br />

und Hochsitze! Für die jüngeren Leser sicherlich<br />

ein Novum. Früher könnte man<br />

Rennmotorräder noch nach dem Geruch<br />

von normalen Straßenmotorrädern unterscheiden<br />

und Bier getrunken wurde standesgemäß<br />

auf dem höchsten, selbstgebauten<br />

Hochsitz direkt an der Strecke.<br />

Es war einfacher, direkt vom Hochsitz ins<br />

Krankenhaus zu kommen, als die deutsche<br />

Nationalhymne am <strong>Sachsenring</strong> zu<br />

hören. Die älteren Leser wissen was ich<br />

meine.<br />

<strong>Sachsenring</strong> bedeutete für mich, mit Pro-<br />

20


Foto: Jörg Wießmann<br />

Fot: Peter Lange<br />

grammheften winkende Menschen, legendäre<br />

„Live-Schaltungen“ zwischen Jochen<br />

Eisold und Hartmut Wagner, auf Stehleitern<br />

sitzende, Rundenzähltabellen ausfüllende<br />

„Opas“! Ich wette 50 Euro, dass<br />

sich ein noch lebender Einwohner von Hohenstein<br />

Ernstthal findet, der mir sagen<br />

kann, wer beim <strong>Sachsenring</strong>rennen 1989,<br />

in Runde 8, am Queckenberg den 11. Platz<br />

einnahm. Wenn ich Die Wette gewinnen<br />

sollte, lade ich ihn persönlich am Samstagabend<br />

zu einem Bier ein. Anruf in der<br />

Redaktion genügt. <strong>Der</strong> letzte Satz gehört<br />

den absoluten „<strong>Sachsenring</strong>- Insidern“!<br />

<strong>Der</strong> „Marlboro- Mann“, saß bei uns nie auf<br />

einem Pferd, sondern trug eine Jeans, über<br />

ihr eine kurze Hose ... und lag meistens<br />

betrunken im Schlamm! Oder?<br />

Ja was? Früher fuhr ich anfänglich mit dem<br />

Zug nach Hohenstein, später mit dem Motorrad<br />

und heute mit dem Auto. Früher<br />

konnte der Alkohol nicht „hart“ genug sein,<br />

heute trinke ich alkoholfreies Bier . Früher<br />

war es fast das einzige Motorradrennen im<br />

Jahr, das „live“ zu verfolgen war, heute 17<br />

Rennen. Früher schliefen wir im Zelt, heute<br />

im Hotel .<br />

Die Zeiten ändern sich, aber eines wird<br />

sich nie ändern.<br />

<strong>Der</strong> Mythos <strong>Sachsenring</strong>!<br />

<strong>Sachsenring</strong> forever!!!!<br />

Faszination <strong>Sachsenring</strong><br />

<strong>Der</strong> Stollberger Max Neukirchner (oben), seit diesem Jahr<br />

mit einer Ducati in der Superbike-WM unterwegs, wird<br />

sicher seinen Heim Grand Prix am <strong>Sachsenring</strong><br />

schmerzlich vermissen. Umso mehr ruhen die Hoffnungen<br />

auf Stefan Bradl, der sich mit seiner LCR Honda<br />

auch 2013 vor heimischem Publikum von seiner besten<br />

Seite zeigen möchte.<br />

21


Michael Bartholemy - Fakten lügen nicht!<br />

Vom belgischen Dachdecker zum MotoGP-Top-Manager,<br />

ein Lebenstraum zwischen Bol‘Dor, Kawasaki und<br />

MarcVdS!<br />

Text: Torsten Jähnig<br />

Redaktioneller Auftrag war, einen Bericht zu schreiben<br />

über das große Engagement von Marc van der Straten,<br />

dem Eigentümer des von Michael Bartholemy so erfolgreich<br />

geführten MarcVdS Racing Teams. Doch um dem<br />

Leser diesen besonderen Menschen näher bringen zu<br />

können, müssen wir etwas weiter ausholen.<br />

Wir schrieben das Jahr 2008, ich hatte gerade den letzten<br />

Grand Prix des Jahres im spanischen Valencia besucht,<br />

mich in die Vorbereitungen des Weihnachtsfestes<br />

gestürzt, da erreichte mich der Anruf eines Freundes.<br />

„Hast du schon gelesen, hast du schon gehört? Kawasaki<br />

steigt mit sofortiger Wirkung aus der MotoGP aus!“<br />

Ich dachte, das sei ein Witz. MotoGP ohne Kawasaki,<br />

also noch zwei Bikes weniger? Fast eine ähnliche Situation<br />

wie Anfang der 90er Jahre? Nur noch 15 Fahrer am<br />

Start? Also, selbst wenn mein Hund mitfahren würde,<br />

bekäme er einen WM-Punkt? Niemals! Ich griff zum Telefon<br />

und versuchte den damaligen Competition-Manager<br />

des Kawasaki-Rennstalls mit Sitz in Heerlen/Niederlande<br />

zu erreichen. Es gelang mir nicht. Endlich, nach<br />

mehreren erfolglosen Versuchen, konnte ich im Januar<br />

2009 ein Gespräch mit Michael Bartholemy führen. Er bestätigte<br />

mir die Information, Kawasaki Motors Racing B.V.<br />

zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der MotoGP zurück.<br />

Als Grund wurde die Finanzkrise, ausgelöst durch die Lehmann<br />

Brothers-Pleite in den USA, genannt. Nicht nur Michael<br />

war am Boden zerstört!<br />

Im Verlauf des Jahres 2009 sahen wir dann noch einen<br />

kurzen Auftritt eines schwarzen Motorrades namens „Hayate“,<br />

gesteuert von Marco Melandri. Eine heimliche Kawasaki,<br />

ein Wolf im Schafspelz. Ein paar Monate später,<br />

genau gesagt Ende Oktober 2009, erzählte mir der umtriebige<br />

belgische Manager, er habe einen neuen Sponsor<br />

für ein ganz neues Team in der Motorradweltmeisterschaft<br />

gefunden und er wäre 2010 zurück. Ein Team mit zwei Fahrern<br />

sowie der dazugehörigen Infrastruktur. Infrastruktur<br />

bedeutet, Teamtrucks, Boxenausstattungen, Hospitality,<br />

Angestellte! Ich dachte: „ EIN neuer Sponsor?<br />

Zwei Fahrer? Finanzkrise? Neues Team? Träum weiter Michael!“<br />

Um so überraschter war ich, als pünktlich zum ersten<br />

Alles richtig gemacht - Marc van der Straten und<br />

Michael Bartholemy feiern in Le Mans 2013<br />

mit Scott Redding den ersten Sieg des Teams.<br />

Rennen im Jahr 2010 eine Einladung in meinem Briefkasten landete. Eine Einladung zur Präsentation<br />

seines neuen Teams, dem MarcVdS- Racing Team! Zuverlässig - und in letzter Zeit sogar<br />

sehr erfolgreich - führt er seit 2010 Fahrer in die Erfolgsspur, wie auch die Siege von Scott Redding<br />

beim Grand Prix von Le Mans und in Mugello in diesem Jahr zeigen. Wie ich hörte, werden<br />

alle Fahrer, die in Le Mans auf dem Podest standen von Marc van der Straten und Michael Bartholemy<br />

unterstützt.<br />

Obwohl man ihm noch im Jahr 2009, sogar in der einschlägigen Fachliteratur auf mehreren Seiten,<br />

versuchte, völlige Unfähigkeit zu bescheinigen, ist er heute stärker denn je zurück, in der<br />

Welt der schnellen Motorräder! Als Paar, mit seinem Sponsor und fast schon väterlichen Freund,<br />

Marc van der Straten. Marc van der Straten, ein belgischer, milliardenschwerer Motorsportfanatiker,<br />

ermöglichte diese sportliche Erfolgsgeschichte. Jetzt werden einige Leser denken, ach schon<br />

wieder so ein reicher Spinner, der mit seinem Geld protzt.<br />

Falsch! Es gab Situationen, da habe ich mich gefragt: „ War das jetzt wirklich die Frau vom Chef,<br />

die mir in Mugello die Banane als Proviant in Hand gedrückt hat, mit den Worten: „Gute Heimfahrt,<br />

kommen sie gesund an!“? War das der „Reiche Spinner“, der mir beim Abendessen am<br />

Buffet den Vortritt ließ? Ich bin froh, dass Marc van der Straten kein Fußballfan ist. Dann hätte<br />

er wahrscheinlich eine eigene Loge in der Allianz-Arena München und er hätte nicht mir, sondern<br />

Franz Beckenbauer den Vortritt am Buffet gelassen.<br />

Einiger Leser beneiden Michael Bartholemy sicherlich um seinen interessanten Managerjob. Wer<br />

Foto: André Birkenkampf<br />

Foto: André Birkenkampf<br />

22


Foto: Ronny Lekl<br />

schafft es schon, Leidenschaft und Beruf zu vereinen?<br />

Doch Vorsicht! Moto2 mit 17 Rennen, Endurance World Championship im Auftrag von BMW, CEV<br />

Buckler - die spanische Meisterschaft, mit dem belgischen Talent Livio Loi und die französische<br />

Superbikemeisterschaft, ebenfalls im Auftrag von BMW! Kalender holen, Termine eintragen,<br />

Staunen!!! <strong>Der</strong> Mann ist nie bei seiner Familie, der ist verrückt !<br />

Gott sei Dank verfügt Michael Bartholemy über ein solides, privates Umfeld. Ohne eine starke<br />

Frau im Rücken wäre dieser Job nicht erfolgreich zu bewältigen. Michael Bartholemy lebt Mit einer<br />

solchen starken Frau und vier Kindern im belgischen Eupen.<br />

Wenn ich jetzt noch die geplanten, motorsportlichen Aktivitäten für die nächsten Jahre einbeziehe.....<br />

Bleibt nur zu hoffen, dass die Partnerschaft zwischen Michael Bartholemy und Marc van der<br />

Straten noch viele Jahre besteht. Wie schwer es ist, einen zuverlässigen, pünktlich zahlenden<br />

Sponsor im Motorsport zu finden muss hier nicht erwähnt werden.<br />

Man kann in allen Fachzeitschriften lesen oder es von vielen Teamchefs hören, Sponsoren sind<br />

seit der Finanzkrise oder dem Tabakwerbeverbot Mangelware. Vielleicht ist aber auch die Person,<br />

Michael Bartholemy, für diesen sportlich, finanziellen Glücksgriff ursächlich.<br />

Ich kann mich nicht erinnern jemals von einem unsauber gebrochenen Vertrag, wie sonst im<br />

Motorsport manchmal üblich, oder von unseriösem Verhalten im MotoGP Fahrerlager, ihn betreffend,<br />

gehört zu haben. Eine Medaille hat immer zwei Seiten, auch für einen Sponsor. Schnell<br />

hat man sein Geld ins falsche Team investiert. Die belgische Verbindung gehört da eher zu den<br />

gewinnbringenden Varianten, sportlich wie finanziell.<br />

Marc van der Straten, nicht nur Sie waren ein Glücksgriff für unseren Sport!<br />

Interview: André Birkenkampf<br />

Interview mit Michael Bartholemy -<br />

Teamchef Marc VdS Racing Team -<br />

nach dem ersten Grand Prix Sieg in Le Mans<br />

Michael, herzlichen Glückwunsch zum ersten und zum zweiten Platz hier in Le Mans.<br />

Hättest du das vor dem Wochenende denn so erwartet?<br />

Wir wussten, dass Scott Redding hier ein gutes Resultat einfahren kann, die Strecke liegt ihm<br />

ganz gut, wir waren von Anfang an immer dabei. Für mich war Austin so eine kleine Enttäuschung,<br />

wo wir zeitmässig immer gut dabei waren und uns im Rennen dann ein Reifen eingegangen<br />

ist. Es war jetzt an der Zeit, dass er gewinnt. Er hat der Welt damit gezeigt, dass er<br />

einer ist, der auch siegen kann. Dazu Mika Kallio auf dem zweiten Platz - besser geht’s nicht. Im<br />

Endeffekt hatten wir sogar drei VdS-Motoren<br />

im Parc Ferme, wir stellen ja auch dem Xavier<br />

Simeon das Motorrad. Scott erster in der<br />

Meisterschaft, Mika dritter - so ein Resultat zu<br />

toppen, ist schwer.<br />

Foto: André Birkenkampf<br />

Mit Livio Loi hat man seit 2013 ein neues Talent<br />

in der Moto3 am Start.<br />

Harte und professionelle Arbeit der erfahrenen<br />

Mechanikercrew garantieren den Erfolg des Teams.<br />

Foto: André Birkenkampf<br />

Michael Bartholemy - Fakten lügen nicht!<br />

23


Michael Bartholemy - Fakten lügen nicht!<br />

Foto: André Birkenkampf<br />

Ihr seid schon viele Jahre konstant mit den Fahrern Redding und Kallio unterwegs.<br />

Denkst du, dass dies der Schlüssel zum Erfolg ist?<br />

Konstanz und Stabilität ist schon sehr wichtig für ein Team, man muss nicht jedes Jahr umbauen<br />

und neu organisieren. Sicherlich ist immer ein wenig Feintuning nötig. 2010, im ersten Jahr<br />

in der Moto2 lief es super, dann kamen ein schwieriges Jahr 2011, seitdem wir 2012 auf Kalex<br />

gewechselt sind, läuft es eigentlich top.<br />

Marc VDS hat eines der größten Moto2-Teams hier im Fahrerlager, ihr habt mit Marc<br />

van der Straaten einen Sponsor, der den Motorsport lebt. Was habt ihr für ein Verhältnis<br />

zueinander?<br />

Mittlerweile haben wir natürlich auch ein sehr privates offenes Verhältnis, besprechen im Prinzip<br />

alles direkt miteinander - Planungen, Strategien. Wir haben mit Marc noch einen Vertrag bis<br />

2017 für die Moto2 und Moto3, es kommen aber schon Gespräche über die MotoGP auf - mal<br />

sehen. Marc ist der Besitzer des Teams, mit ihm geht alles, ohne ihn wäre unser Weg bis hierhin<br />

nicht möglich gewesen.<br />

Wie sieht es denn in Richtung MotoGP konkret aus?<br />

Wir verhandeln sehr intensiv. Scott Redding müsste ein Top-Motorrad bekommen, eigentlich<br />

wäre es perfekt, wenn wir das selbst finanzieren könnten.<br />

Es wird gemunkelt, es gibt eine Connection Marc VDS-Bartholemy-Suzuki?<br />

Es gab letztes Jahr Gespräche, jetzt ist es aber von Suzuki-Seite ein wenig still geworden. Es<br />

wäre natürlich top, für ein Werk ein Team auf die Beine zu stellen.<br />

Habt Ihr euch für diese Saison vorgenommen, den Weltmeister zu stellen?<br />

Wir wissen, was die Jungs können. Die Top-Drei muss für Scott drin sein, Mika wollen wir unter<br />

den ersten fünf sehen.<br />

Was sind denn die Ziele in der Moto3 mit Livio Loi?<br />

Er soll lernen. Die Strecken, den GP-Zirkus, das muss er erst alles mal kennenlernen. Natürlich<br />

erwartet man im Stillen immer ein wenig mehr. Hier ein Punkt, da ein Punkt, das sollte schon<br />

sein. Livio hat viel Talent, das ganze Moto3-Projekt braucht aber noch viel Arbeit. Wir sehen das<br />

gelassen und lassen uns im ersten Jahr jetzt nicht verrückt machen.<br />

Ihr seid eine Team, das mit den Fahrern grundsätzlich sehr geduldig ist. Strategie?<br />

Dauernde Wechselei bringt viel Instabilität. Natürlich sollte man wechseln, wenn man sich sicher<br />

ist, dass die Resultate nicht kommen können oder man sich nicht versteht. Ich bin jemand, der<br />

schon was von Rennsport versteht, ich mach das ja nicht nur zum Spaß. Meiner Meinung nach ist<br />

diese Strategie und die Konstellation bis jetzt schon ziemlich perfekt gewesen.<br />

Michael, Danke für das Gespräch. Euch weiterhin viel Erfolg und am Ende der Saison<br />

vielleicht sogar den Titel.<br />

Ich danke, wir sehen uns spätestens am <strong>Sachsenring</strong>!<br />

Foto: André Birkenkampf<br />

Foto: André Birkenkampf<br />

24


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Das war der <strong>Sachsenring</strong> 2012<br />

Rückblick <strong>Sachsenring</strong> 2012<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Text: Toni Börner<br />

Endlich ein deutscher Heimsieg.<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Stefan Bradl und Vater Helmut tauschten am Donnerstag ihre Maschinen, danach ging es mit Vollgas über die Start- Ziel- Gerade.<br />

<strong>Der</strong> <strong>Sachsenring</strong>, er lebt weiter. Im ersten Jahr mit der SRM GmbH als neuem Veranstalter mussten<br />

einige Dinge verändert werden, andere blieben wie gewohnt, neue Probleme kamen hinzu.<br />

Die Fans aber - 2012 gab es keinen neuen Zuschauerrekord - hatten dank des Wetters zwar<br />

einiges auszustehen, erlebten aber auch grandiosen Rennsport.<br />

<strong>Der</strong> Wetter-Gott schien 2012 erneut nicht auf der Seite des <strong>Sachsenring</strong>s zu stehen. Nachdem<br />

es in den ersten zehn Jahren seit der Rückkehr des Grand Prix nach Hohenstein-Ernstthal kaum<br />

Regen bei den Rennen gegeben hatte, sind Niederschläge seit dem Jubiläum fest an der Tagesordnung.<br />

Und das sorgte auch im letzten Jahr für einiges Chaos. Selbst der so berühmte und<br />

beliebte Ankerberg erreichte nicht den „Füllstand“ wie in den Jahren zuvor. Bereits am Donnerstag<br />

versanken der Zeltplatz und die Party-Meile im roten Schlamm. Besser wurde das das ganze<br />

Wochenende über nicht mehr. <strong>Der</strong> Parkplatz für Teams, Mechaniker, Fahrer und Presse am Zentrallager<br />

sah ähnlich aus. Bereits Samstagvormittag ging dort nichts mehr. Teilweise mussten<br />

die Autos sogar auf den Parkplatz drauf geschleppt werden – nicht nur runter. Am Sonntag dann<br />

wurden P1 und P2 sogar ganz gesperrt. Als Abhilfe war für das nächste Jahr der Bereich unterhalb<br />

der Sachsenkurve anvisiert worden. Obwohl die Genehmigung bereits vorliegt, gibt es dort<br />

aber noch keinen Parkplatz. Dafür entstand im letztjährigen „Katastrophengebiet“ am Zentrallager<br />

eine befestigte Parkfläche, die in diesem Bereich erhebliche Entlastung schafft.<br />

Donnerstag, 5. Juli 2012<br />

85 Jahre <strong>Sachsenring</strong> sollten im Rahmen des Grand Prix gefeiert werden, dafür brachte man<br />

allerhand Oldtimer-Rennmaschinen an die Strecke. Am meisten Aufmerksamkeit zog dabei die<br />

HB-Honda von Ex-Vizeweltmeister Helmut Bradl auf sich, die auf der Start-Ziel-Geraden direkt<br />

neben der aktuellen MotoGP-Honda des amtierenden Moto2-Weltmeisters Stefan Bradl geparkt<br />

wurde. Vater und Sohn drehten zu diesem Anlass sogar ein paar Meter auf der Start-Geraden.<br />

Einmal mehr gab es am Donnerstag den beliebten Pitwalk, die offene Boxengasse für die Fans.<br />

Aber die erlebten eine Enttäuschung. „<strong>Der</strong> einzige, der draußen war, um Autogramme zu schreiben,<br />

war Colin Edwards. Das ist eine Frechheit“, hörte man von einem Pitwalk-Teilnehmer sagen,<br />

der immerhin 30 Euro für das Ticket extra auf den Tresen<br />

gelegt hatte. Auch Poster und Autogrammkarten<br />

wurden nur noch spärlich verteilt. Selbst am Rennwochenende<br />

selbst lagen vor den riesigen Team-Hospitalities<br />

kaum noch solche begehrten Sammlerstücke aus.<br />

Die Hospitalities selbst aber werden immer größer. Ein<br />

Lachnummer!!! Colin Edwards war der einzige Fahrer,<br />

der sich zum Pitwalk am Donnerstag die Ehre gab.<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Wettrüsten, das mittlerweile von den CR-Teams gewonnen<br />

wird. Kein Wunder, dass der Platz im Fahrerlager<br />

immer enger wird.<br />

Freuen durften sich die Fans aber trotzdem: Die deutschen<br />

Piloten aller Klassen hatten extra Autogrammstunden<br />

organisiert. Gerade im Fall Stefan Bradl, an<br />

dem das Medieninteresse an diesem Wochenende beim<br />

ersten Heim-Grand-Prix als MotoGP-Fahrer natürlich<br />

immens war, eine gute Entscheidung. So konnte der<br />

Zahlinger auf die Organisation seines LCR-Teams ver-<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

26


trauen und fand eine gute Mischung zwischen Medienterminen, Fanbetreuung und Entspannung.<br />

Doch auch Sandro Cortese, Jonas Folger, Marcel Schrötter, Luca Grünwald, Toni Finsterbusch und<br />

Max Neukirchner waren gefragte Stars beim fachkundigen Publikum am <strong>Sachsenring</strong>.<br />

Freitag, 6. Juli 2012<br />

Moto3: Vinales vorn<br />

Die erste Bestzeit des Deutschland-Grand Prix 2012 ging an den Tschechen Jakub Kornfeil. <strong>Der</strong><br />

FTR-Honda-Pilot knatterte im ersten freien Training der Moto3-Klasse um 18 Tausendstelsekunden<br />

schneller um den <strong>Sachsenring</strong> als der Vorjahressieger Hector Faubel. Luis Salom und Miguel<br />

Oliveira rundeten im ersten Training die Top Vier ab.<br />

Am Nachmittag sollte es noch warm sein - aber eben auch schwül. Die Moto3-Fahrer kamen<br />

noch im Trockenen „rum“. Die Bestzeit ging am Freitag an den Spanier Maverick Vinales, der<br />

gegenüber dem Vormittag noch rund eine Sekunde finden konnte. Im ersten Training war er<br />

noch wild von seiner FTR Honda geflogen, das Bike war komplett zerstört. „Wir sind heute trotz<br />

des Sturzes happy“, resümierte er am Abend, „denn wir konnten am Nachmittag zeigen, dass<br />

wir schnell sind. Ich mag diese Strecke, denn sie ist technisch sehr anspruchsvoll, du musst hart<br />

arbeiten - gerade, wenn es im Rennen dann auf gebrauchte Reifen zugeht.“ <strong>Der</strong> Sturz habe ihm<br />

aber nichts getan, lediglich über einen Schlag auf die Rippen beklagte sich der Spanier. „Aber<br />

ich denke, dass das nicht weiter gefährlich ist. Ich bin in der schnellen Sektion mit einem Lowsider<br />

abgestiegen.“ Vinales hat dabei gewusst, dass das dort immer wieder passiert - die erste<br />

Rechtskurve zur Sachsenkurve runter. Aber heute ist eben dran gewesen. „<strong>Der</strong> Reifen war kalt<br />

und es war erst die vierte Runde. Aber das wichtigste ist, dass wir zurückschlagen konnten.“ Mit<br />

dem schlechteren Wetter, das sich über das Wochenende weiter einstellen sollte, verlor Vinales<br />

die Möglichkeit des Zurückschlagens aber wieder.<br />

In der Freitags-Kombination holte Sandro Cortese den achten Platz, Toni Finsterbusch wurde 15.<br />

Marcel Schrötter, der am <strong>Sachsenring</strong> verkündete, sein letztes Rennen für Mahindra zu fahren,<br />

holte in der Tageskombination Platz 17, sein Kumpel Jonas Folger wurde 24. Für Wildcard-Pilot<br />

Luca Grünwald gab es nach einem technischen Defekt am Vormittag noch eine Zeitverbesserung<br />

von über einer halben Sekunde und Platz 25. Kevin Hanus lag am Freitag auf Rang 33.<br />

MotoGP: 1 mal trocken, 1 mal nass<br />

Die MotoGP konnte sich am Freitag mit sämtlichen möglichen Streckenbedingungen<br />

vertraut machen. Im ersten Training am Vormittag war es<br />

trocken, nach der Mittagspause gab es Regen, der gegen Ende der Session<br />

aber wieder nachließ.<br />

Sowohl im Nassen, wie auch im Trockenen machte Dani Pedrosa aus dem<br />

Repsol-Honda Werksteam klar, warum er seit 2001, als er in die Weltmeisterschaft<br />

einstieg, schon sechs Mal auf dem <strong>Sachsenring</strong> gewonnen hat.<br />

Er holte sich in beiden Freitagssessions die Bestzeit. „Das Wochenende<br />

hat für uns ziemlich gut angefangen“, strahlte der Spanier. „Ich habe<br />

mich sowohl im Trockenen als auch im Nassen wohl gefühlt. Aber wir<br />

haben heute nur die Hälfte unseres Planes geschafft. Wir wollten die<br />

Foto: Jörg Wießmann<br />

Foto: Jörg Wießmann<br />

Casey Stoner bestritt 2012 seinen letzten <strong>Sachsenring</strong> Grand Prix.<br />

Im Rennen kämpfte er mit seinem Teamkollege Pedrosa um den Sieg, bevor<br />

er kurz vor Schluß in der Sachsenkurve ins Kiesbett rauschte. Danach fand<br />

er keine guten Worte für die Streckenposten, die ihn angeblich nicht schnell<br />

genug auf die Strecke zurückschoben, um Bradl dadurch ein besseres<br />

Endergebnis zu ermöglichen.<br />

Rückblick <strong>Sachsenring</strong> 2012<br />

27


Rückblick <strong>Sachsenring</strong> 2012<br />

Foto: Jörg Wießmann<br />

Foto: Ronny Lekl.<br />

Stefan Bradl wurde am Freitag erst in letzter Sekunde von Dani Pedrosa von Platz eins verdrängt<br />

und anschließend von den Fans dementsprechend gefeiert.<br />

harten Hinterreifen am Nachmittag testen, denn in der Theorie sollte diese Mischung hier besser<br />

funktionieren, wo man lange in Linksschräglage fährt. Mit den weichen Reifen rutscht das Bike<br />

zu sehr. Trotzdem war es auch gut, dass wir das Motorrad auch in einer nassen Session testen<br />

konnten, denn das Wetter scheint sehr instabil zu sein.“<br />

Beinahe wäre Stefan Bradl im nassen zweiten Training schon eine kleine Sensation gelungen:<br />

<strong>Der</strong> Zahlinger wurde erst kurz vor Ende der Session von Pedrosa von Platz eins verdrängt. Die<br />

Fans feierten den LCR-Piloten trotzdem frenetisch. „Aufgrund der wechselhaften Wetterbedingungen<br />

war es ein verrückter erster Tag“, resümierte er am Abend. „In der Früh hatten wir<br />

Sonnenschein, die Streckentemperatur war hervorragend, doch am Nachmittag war das Wetter<br />

ziemlich wechselhaft und es gab immer wieder Regen. Unter solchen Bedingungen ist es schwierig,<br />

das richtige Set-Up zu finden, doch am Ende haben wir einige kleine Veränderungen gemacht<br />

und diese haben mir geholfen, unter nassen Streckenbedingungen ein besseres Gefühl zu haben.<br />

Leider konnten wir unser Bike aufgrund des Wetters nicht für trockene Streckenverhältnisse<br />

abstimmen, doch wir sind sowohl für Regen, als auch für trocken gut gerüstet. <strong>Der</strong> zweite Platz<br />

ist echt toll, und es ist ein gutes Gefühl für mein Team und mich, doch wir bleiben auch weiter<br />

konzentriert.“<br />

Moto2: Nur der Vormittag war brauchbar<br />

Bei der mittleren Grand Prix-Klasse war nur der Vormittag, als es noch trocken war, der aussagekräftige<br />

Ergebnisse lieferte. Da holte sich der Spanier Pol Espargaro die Bestzeit. Favorit Marc<br />

Marquez stürzte in der bergab-rechts-Kurve hinter dem Fahrerlager und presste die Suter zu<br />

Schrottwert. Die Session war beendet und er musste sich mit Rang zwei begnügen - allerdings<br />

nur 48 Tausendstelsekunden hinter Espargaro.<br />

Am Nachmittag war dann das Training nach wenigen Minuten gelaufen. Pol Espargaro knallte auf<br />

halbwegs trockener Fahrbahn noch eine 1:28,258 Minuten-Zeit auf den Asphalt, dann begann es<br />

wieder stärker zu regnen. Die meisten Piloten blieben deswegen in der Box. Rang zwei ging an<br />

den Schweizer Dominique Aegerter. <strong>Der</strong> Suter-Pilot verlor allerdings schon rund 1,4 Sekunden<br />

auf Espargaro.<br />

Die am Freitag noch gefahrenen Zeiten waren wertlos - was sich auch daran zeigt, dass Roberto<br />

Rolfo und Ricard Cardus die Ränge drei und vier belegten.<br />

Samstag, 7. Juli 2012<br />

Moto3: Pole für Cortese - im Regen<br />

Sandro Cortese presste am Samstag eine Pole Position heraus, die sich gewaschen hatte. <strong>Der</strong><br />

Berkheimer griff kurz vor Schluss des Qualifyings - das komplett verregnet war - an und donnerte<br />

an die Spitze. Er distanzierte sich vom Rest der Welt um 1,485 Sekunden. Teamkollege<br />

Danny Kent sorgte für eine Red Bull KTM Ajo-Doppelführung.<br />

Adrian Martin und Jack Miller sollten im Regen die erste Startreihe komplettieren. Jonas Folger<br />

war im Nassen einmal mehr stark und holte Rang acht. Toni Finsterbusch und Luca Grünwald<br />

schlugen sich mit den Startplätzen 15 und 16 ebenfalls achtbar. Kevin Hanus (28.) und Marcel<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

28<br />

Die beiden Monster Tech3-Piloten Andrea Dovizioso und<br />

Cal Crutchlow im Tiefflug Richtung Karthalle.<br />

Dominique Aegerter geht am <strong>Sachsenring</strong><br />

immer besonders motoviert zu Werke.<br />

Sandro Cortes<br />

heimis


Schrötter (30) blieben dagegen hinter den Erwartungen zurück.<br />

Wer mit dem sächsischen Regen überhaupt nicht klar kam, war Maverick Vinales. <strong>Der</strong> Spanier<br />

holte im Nassen nur den 24. Platz - mit 3,6 Sekunden Rückstand auf Sandro Cortese. „Wir wissen<br />

nicht, was passiert ist“, seufzte der wohl schärfste WM-Konkurrent Corteses. „Nicht einmal ich<br />

verstehe es. Im Qualifying konnte ich nicht gut in die Kurven fahren, gerade die Linkskurven, und<br />

ich bin nur gerutscht. Es wurde von Runde zu Runde schlimmer.“ Vinales hoffte für den Sonntag<br />

noch auf besseres Wetter. „Aber ich werde mich wohl darauf konzentrieren müssen, mein<br />

eigenes Rennen zu fahren. Die Bedingungen werden uns diktieren, ob wir zeitig attackieren oder<br />

warten müssen. In jedem Falle brauche ich einen guten Start.“<br />

Ähnlich wie Vinales erging es dem jungen, talentierten Rookie aus Italien, Romano Fenati. <strong>Der</strong><br />

Sieger von Jerez kam mit dem Regen ebenfalls nicht klar, schaffte nicht einmal die Qualifikations-Zeit.<br />

Als Letzter verlor der FTR-Honda-Pilot über acht Sekunden auf Corteses Bestzeit. Da<br />

er aber in den anderen Trainings gezeigt hatte, dass er die Pace für die Spitze hat, durfte er am<br />

Rennen teilnehmen.<br />

MotoGP - Ein Samstag zum Vergessen<br />

Das dritte freie Training der MotoGP am Samstagmorgen war schon eines zum Vergessen. Die<br />

Piste war weder richtig nass, noch richtig trocken. Immer wieder nieselte es. Die meisten Piloten<br />

blieben in der Box. Jorge Lorenzo, Cal Crutchlow und Casey Stoner fuhren überhaupt keine gezeitete<br />

Runde, Aleix Espargaro, Colin Edwards und Stefan Bradl zeigten sich den Fans wenigstens<br />

kurz.<br />

Dieses FT3 warf auch die scherzhafte Frage auf: Warum muss man Millionen in Prototypen investieren?<br />

Denn am Ende der Session hieß der Trainingsschnellste Michele Pirro - auf einer FTR mit<br />

von Ten Kate getuntem Honda CBR 1000 RR-Motor. <strong>Der</strong> Italiener brummte seinem Landsmann<br />

Mattia Pasini - auf einer ART mit Aprilia RSV4-Motor - fast eine Sekunde auf. Bester Prototypen-<br />

Pilot wurde Nicky Hayden - mit 2,4 Sekunden Rückstand auf die CRT ganz vorn. Aber klar, bei<br />

diesen Witterungsbedingungen waren die Zeiten dieses Trainings auch nicht repräsentativ.<br />

Was sich jeder Rennfahrer zumindest vom Grund her wünscht, sollte dann am Samstagnachmittag<br />

eintreten: Es herrschten eindeutige Bedingungen. Zwar waren diese nicht trocken, sondern<br />

extrem verregnet, aber wenigstens eindeutig.<br />

Und so purzelten gegen Ende der Session die Rundenzeiten immer weiter. Die Fahrer schöpften<br />

immer mehr Vertrauen zu ihren Reifen, ihren Bikes und der Strecke. Und fast hätte es die Sensation<br />

schlechthin gegeben: bis wenige Minuten vor Ende der Session führte Bradl das Feld an,<br />

konnte sogar eine Attacke der Gegner kontern.<br />

Trotzdem, letztendlich „nur“ Rang sechs für den Deutschen. Die Pole Position ging an Casey Stoner<br />

- vor Ben Spies, der ein so dringend gebrauchtes Lebenszeichen setzte. <strong>Der</strong> US-Amerikaner<br />

weiß ganz genau, dass er dieses Jahr um seinen Platz im Werksteam fährt - Andrea Dovizioso<br />

und Cal Crutchlow aus dem Tech3-Satelliten-Team haben einen Blick auf seinen Sattel geworfen.<br />

Und Crutchlow setzte sich mit Rang vier hinter Dani Pedrosa auch in diesem Qualifying wieder<br />

gut in Szene. Jorge Lorenzo wurde schließlich vor Stefan Bradl Fünfter, Nicky Hayden, Dovizioso,<br />

Valentino Rossi und Aleix Espargaro belegten in der nassen Qualifikation die Ränge sieben bis<br />

zehn.<br />

Für den Australier, den amtierenden Weltmeister Casey Stoner, wurde es die vierte Pole Position<br />

des Jahres. „Es war eigentlich eine sehr schwere Session“, so der Repsol Honda-Werkspilot.<br />

„Wir sind gut gestartet und dann auf das Nummer-eins-Motorrad mit einem komplett anderen<br />

Setup gewechselt. Das hat sich viel besser angefühlt. In der ersten Runde konnte ich bereits die<br />

beste Zeit erreichen, die ich auf meinem zweiten Motorrad gefahren hatte. Dann gab leider in<br />

der zweiten Runde der Motor seinen Geist auf. Wir wissen nicht genau, was passiert ist. Es war<br />

irgendwas elektrisches oder wie, als hätten wir Wasser rein bekommen.“ Das alles habe ihn und<br />

sein Team zwar etwas zurückgeworfen, aber man hat schließlich das zweite Bike erneut vorbereitet.<br />

„Dann hat es wieder stark geregnet und wir wussten, dass wir bei diesen Bedingungen keine<br />

bessere Zeit mehr erzielen würden“, so der spätere Pole-Setter weiter. „Wir entschieden, auf<br />

später zu warten, denn wir wussten, dass wir uns keine Hoffnungen machen brauchten, wenn die<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Foto: Peter Lange<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Rückblick <strong>Sachsenring</strong> 2012<br />

ese feiert seinen Sieg vor<br />

ischem Publikum.<br />

Andrea Iannone verabschiedet sich<br />

aus dem Rennen.<br />

Wetterkapriolen vom feinsten - der Start zur Moto3<br />

musste wegen Unwetter verschoben werden.<br />

29


Bedingungen nicht wenig ein klein<br />

wenig besser wurden. Glücklicherweise<br />

wurden sie es. Es endete mit<br />

einem wirklich guten Tag für uns<br />

und wir werden morgen sehen,<br />

wozu wir in der Lage sind.“<br />

Bradl zeigte sich mit dem sechsten<br />

Rang zwar zufrieden, aber<br />

vom Regen etwas überrascht. Tatsächlich<br />

hatten die Wetterberichte<br />

zwar Niederschlag angekündigt,<br />

aber eigentlich erst für den späten<br />

Abend, als die Trainings hätten gelaufen<br />

sein sollen. Doch es kam<br />

anders. „Wir haben heute nicht<br />

erwartet, ein nasses Qualifying zu<br />

haben, doch am Ende gab es sehr<br />

viel Regen“, resümierte der Honda-Pilot. „Trotzdem ist es uns gelungen, unser<br />

Tempo beizubehalten. Wir haben während des gesamten Qualifyings einen<br />

guten Job gemacht und das ist sowohl für mich, als auch mein Team<br />

ein gutes Zeichen. Mit den kleinen Abstimmungsänderungen, welche wir gemacht<br />

haben, konnte ich mich schnell an die Streckenbedingungen anpassen.“<br />

Das sei letztendlich auch für die guten Rundenzeiten ausschlaggebend<br />

gewesen, so Bradl weiter. Als am Ende die Strecke immer trockener wurde -<br />

eigentlich schwamm der <strong>Sachsenring</strong> noch davon, aber zumindest<br />

kam nur noch wenig Regen nach, startete Bradl noch eine<br />

Attacke. „Ich wurde in meiner letzten Runde allerdings von<br />

langsameren Fahrern aufgehalten“, schielte er auf CRT-Fahrer<br />

wie Danilo Petrucci, der ihm ausgerechnet vor der schnellen<br />

bergab-rechts-Kurve vor die Maschine fuhr. „Ich bin ein wenig<br />

enttäuscht, da wir die Möglichkeit hatten, aus der ersten<br />

Reihe zu starten. Aber trotzdem war es ein sehr positives<br />

Qualifying, ich freue mich über das Resultat.“<br />

Vergebene Liebesmüh für Alvaro Bautista. <strong>Der</strong> San Carlo<br />

Honda Gresini-Pilot holte sich auf der Prototypen-Honda<br />

den elften Startplatz hinter Valentino Rossi auf Ducati und<br />

Aleix Espargaro, wusste da aber schon, dass ihm das wenig<br />

nützen würde. Als Bestrafung für seine Aktion nach dem<br />

Start in Assen, als er mit Landsmann Jorge Lorenzo<br />

kollidiert war und beide stürzten, musste Bautista am<br />

<strong>Sachsenring</strong> von ganz hinten losfahren. Im Endeffekt<br />

bedeutete das eine Rückversetzung um zehn Startplätze.<br />

„Es gab heute Nachmittag keinen Grund, einer<br />

schnellen Runde nachzujagen“, so der Spanier.<br />

„Wir haben uns daher einfach auf unser Nass-Setup<br />

konzentriert. Die Streckenbedingungen waren sehr<br />

kompliziert, gerade in den zwei mittleren Sektoren.<br />

Hoffentlich bekommen wir ein trockenes Warmup,<br />

sodass wir uns auf das Rennen vorbereiten können.<br />

Ich werde ganz hinten losfahren, daher muss ich am<br />

Start ruhig bleiben und dann während des Rennens versuchen,<br />

so viele Positionen wie möglich gut zu machen. Im Moment ist es<br />

unmöglich, Vorhersagen zu machen.“<br />

Moto2: Pole für Marquez<br />

Dass Marc Marquez schnell ist, ist keine<br />

Überraschung. Und so holte sich<br />

der Team CatalunyaCaixa Repsol-Pilot<br />

auf seiner Suter-Moto2-Maschine auch<br />

am <strong>Sachsenring</strong> die Pole Position. Dabei<br />

störte den Spanier nicht einmal<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Markus Reiterberger erklärte den Wildcard-Einsatz<br />

auf der MZ als Wochenende zum vergessen.<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Alvaro Bautista fuhr im Qualifying auf Startplatz elf,<br />

musste jedoch wegen des Vorfalls zwischen ihm und<br />

Jorge Lorenzo in Assen von ganz hinten starten.<br />

der Regen. Er presste eine Bestzeit<br />

von 1:34,503 Minuten heraus und war<br />

damit um 45 Tausendstelsekunden<br />

schneller als Ex-Weltmeister Julian Simon.


Marc Marquez holte sich am Samstag<br />

die Pole und am Sonntag den Sieg.<br />

Max Neukirchner konnte machen was er wollte,<br />

er kam einfach nicht auf brauchbare Zeiten.<br />

„Wir wussten, dass wir Anfang<br />

der Session bei der<br />

Pace keine Kompromisse<br />

eingehen konnten, doch am<br />

Ende ging uns die Zeit aus“,<br />

so der amtierende Vizeweltmeister<br />

Marquez, der sich<br />

am <strong>Sachsenring</strong> die sechste<br />

von acht möglichen Pole Positions<br />

sicherte. Wir hatten<br />

erwartet, dass gegen Ende<br />

der Session weniger Wasser<br />

auf der Strecke sein würde,<br />

um auf Bestzeitjagd zu gehen.<br />

Im letzten Stint gab ich einfach alles. Ich habe mich halbwegs<br />

sicher gefühlt, auch wenn man im Regen niemals komplettes Vertrauen<br />

haben kann. Mein Ziel war es, in die erste Reihe zu kommen<br />

- oder zumindest so nahe wie möglich ran. Denn mit all den engen<br />

Abständen bist du schnell weit hinten. Ich habe mein Ziel erreicht<br />

und für morgen haben wir ein gutes Setup - sowohl fürs Trockene,<br />

als auch fürs Nasse.“<br />

Die erste Reihe wurde hinter Simon durch Mika Kallio und Xavier<br />

Simeon komplettiert, Rang fünf ging an Gino Rea. Damit belegten<br />

die Ränge drei, vier, fünf<br />

ein Finne, ein Belgier und<br />

ein Brite - drei Nationen,<br />

die augenscheinlich gut mit<br />

nassen Bedingungen klar<br />

kommen. Thomas Lüthi holte<br />

den sechsten Startplatz<br />

vor einem Australier, den<br />

man unter diesen Umständen<br />

schon dort vorn erwartet<br />

hatte: QMMF Racing Pilot<br />

Anthony West verlor im Nassen<br />

nur 0,6 Sekunden auf<br />

die Bestzeit.<br />

Max Neukirchner kam auch beim Heimrennen in Sachsen nicht in<br />

Fahrt. <strong>Der</strong> Kiefer Racing-Pilot kam im Qualifying nicht über den 22.<br />

Startplatz hinaus. „Als es noch komplett nass war hatte ich ein gutes<br />

Feeling, aber je mehr die Strecke abtrocknete, umso mehr verlor<br />

ich den Grip am Hinterrad“, klagte der Stollberger Kalex-Pilot. „Sobald<br />

ich ans Gas bin, hat das Hinterrad durchgedreht und es war<br />

ein paarmal knapp daran, dass ich gestürzt wäre. Selbst auf der<br />

Geraden, als das Motorrad komplett aufrecht stand, drehte mein<br />

Hinterrad durch. Es war echt schade, dass ich deshalb zehn Minuten<br />

früher abbrechen musste, schnelle Runden zu fahren.“ Schön, dass<br />

es für Ihn dieses Jahr in der World-Superbike-WM mit der Ducati<br />

1199 Panigale besser läuft.<br />

Ex-IDM-Supersport-Champion Damian Cudlin holte sich bei seinem<br />

Einsatz auf der Bimota den 23. Startplatz, klagte aber über mangelnde<br />

Leistung und ein schlechtes Fahrwerk. Gemeinsam mit seinem<br />

mitgebrachten Mechaniker Lars Sänger, versuchte der Australier<br />

aber noch das Beste herauszuholen. Im Jahr 2013 hat er wieder<br />

einen Platz an der Sonne gebucht: Führender in der IDM-Superbike.<br />

Wildcard-Pilot Kevin Wahr holte auf der IAMT den 29. Rang der<br />

Startaufstellung. Als Ersatz für den verletzten Alexander Lundh war<br />

Markus Reiterberger für MZ Racing auf die Honda gestiegen. <strong>Der</strong><br />

Deutsche Superstock 1000-Pilot verlor rund zwei Zehntel auf Wahr<br />

landete auf Rang 30.<br />

Sonntag, 8. Juli 2012<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

LORENZO<br />

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09/2010<br />

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Moto2: Sieg für Marquez<br />

Marc Marquez erkämpfte sich am Sonntag seinen dritten <strong>Sachsenring</strong>-Sieg<br />

in Folge. Nach dem 125ccm-Triumph aus 2010 und dem


Rückblick <strong>Sachsenring</strong> 2012<br />

32<br />

für viele Deutsche schmerzhaften Sieg über Stefan Bradl aus dem Jahr 2011, konnte das spanische<br />

Ausnahmetalent 2012 wieder die Weltelite der Moto2-Klasse deklassieren.<br />

In der Anfangsphase hatte Marquez - wie immer in den Moto2-Rennen - schwer zu kämpfen.<br />

Nach Halbzeit kristallisierte sich aber eine Dreiergruppe heraus, die noch um den Sieg fahren<br />

konnte: Marquez, Kallio und Alex de Angelis.<br />

Als Marquez sich schließlich einen kleinen, aber gesunden Vorsprung herausfahren konnte, war<br />

Andrea Iannone schon lange gestürzt. <strong>Der</strong> Italiener hatte zu Beginn des Rennens noch Ambitionen<br />

auf den Sieg gehabt, rutschte aber in der Startkurve der elften Runde aus.<br />

Marquez löste sich schließlich und auch de Angelis konnte an Kallio vorbeigehen. Doch der Finne<br />

zeigte endlich auch wieder den Biss, der ihm 2005 und 2006 auf der 125ccm-KTM zum Vizeweltmeistertitel<br />

verholfen hatte. <strong>Der</strong> zwölffache Grand Prix-Sieger rang de Angelis nieder. Letzterer<br />

versuchte es in der letzten Runde in der Queckenberg-Kurve zwar noch einmal mit der Brechstange,<br />

aber Kallio konnte die Linie besser halten und den Konkurrenten ausbeschleunigen.<br />

Marquez gewann mit zwei Sekunden Vorsprung. „Ich wusste, dass ich stark starten musste“, so<br />

der WM-Führende. „Iannone und Espargaro kamen von weiter hinten und ich konnte früh den<br />

Unterschied ausmachen. Mit den neuen Reifen fühlte ich mich aber nicht wohl. Das Gefühl wurde<br />

erst besser, als der Grip nachließ. Aber dann bekam ich hinten Probleme.“ In den Kurven sei dann<br />

auf einmal Chattering aufgetreten und so habe er seine eigene Pace nicht mehr halten können,<br />

sagte Marquez. „Ich denke, dass ich ein intelligentes Rennen gefahren bin, denn als ich sah, dass<br />

Iannone näher kommt, wollte ich mich zurückfallen lassen, um meine Reifen zu schonen. Als<br />

ich dann seinen Sturz auf den TV-Wänden sah, wollte ich nur noch konzentriert bleiben. Es war<br />

schwer, das ganze Rennen mit nur so einem knappen Vorsprung zu managen, aber es ging gut<br />

und ich konnte später mit abgenutzten Reifen eine Lücke herausfahren.“<br />

Für Kallio war es das zweite Moto2-Podest nach Valencia im Jahr zuvor, sein 35. GP-Podium überhaupt.<br />

„Ich war ziemlich zuversichtlich, dass ich hier um das Podium würde kämpfen können“, so<br />

der ehemalige MotoGP-Pilot. „Das Motorrad hat in allen Sessions und bei allen Witterungsbedingungen<br />

gut funktioniert. Ich kam vom Start weg gut zurecht und konnte mich in der ersten Kurve<br />

aus allem raus halten. Dann musste ich nur noch in das Rennen finden und meinen Rhythmus<br />

suchen. Ich konnte die meiste Zeit des Rennens die Zeiten von Marquez mitgehen, aber in den<br />

letzten sechs Runden ging mir der Grip etwas ein und er konnte sich absetzen. Dann kam auch<br />

Alex de Angelis ran und vorbei, aber ich wollte ihn auf keinen Fall meinen zweiten Platz abgeben.“<br />

Kallio habe den Kampf mit den beiden ganz vorn sehr genossen, betonte er noch einmal.<br />

„Klar bin ich happy, dass ich heute mein erstes Podest der Saison eingefahren habe. Ich möchte<br />

meinem Team ein großes ‚Dankeschön’ sagen, es hat hart gearbeitet, um mir dieses Wochenende<br />

so ein konkurrenzfähiges Motorrad hinzustellen.“<br />

<strong>Der</strong> Schweizer Thomas Lüthi hat in Sachsen den Start zwar komplett verhauen, konnte anschließend<br />

aber ein starkes Rennen zeigen. Platz fünf - hinter Titelkonkurrent Pol Espargaro - musste<br />

wohl eher Schadensbegrenzung bezeichnet werden, denn der Eidgenosse kann mehr. „Die Anfangsphase<br />

des Rennens hat mich ein paar Plätze gekostet“, schilderte der Interwetten-Pilot. „Am<br />

Start ist das Vorderrad gestiegen, deshalb konnte ich nicht früh genug voll beschleunigen. Im ersten<br />

Eck habe ich meine Lücke gesehen, wollte mich schon einreihen, dann ist Dominique Aegerter<br />

ziemlich krass auf den Curbs innen reingefahren, es wurde eng und ich musste aufmachen,<br />

sonst hätte es geknallt.“ „Das war ein bisschen schade, denn das hat nach dem mittelprächtigen<br />

Start noch einmal ein zwei Plätze gekostet“, so Lüthi weiter. „Danach hatte ich etwas Probleme,<br />

den Rhythmus zu finden.<br />

Ich hatte am Anfang auch<br />

nicht diesen Extra-Grip am<br />

Hinterrad und hatte das<br />

Gefühl, ein bisschen ausgeliefert<br />

zu sein. Doch später<br />

gings immer besser, ich<br />

konnte aufholen, überholen<br />

und war zum Schluss einer<br />

der Schnellsten im ganzen<br />

Feld. Wenn das Rennen noch<br />

eine Runde länger gedauert<br />

hätte, wäre der vierte Platz<br />

möglich gewesen. Trotz<br />

allem können wir nach dem<br />

schwierigen Wochenende<br />

eine positive Bilanz ziehen.“<br />

Mit Rang zehn holte Lüthis<br />

eidgenössischer Landsmann<br />

Dominique Aegerter wieder<br />

ein achtbares Resultat, doch<br />

Letzte Runde in der Moto2 am <strong>Sachsenring</strong> 2012 - Marc Marquez<br />

gewinnt vor Mika Kallio und Alex De Angelis.<br />

Foto: Ronny Lekl


der Suter-Pilot aus dem Technomag-CIP-Team hatte sich mehr ausgerechnet. Max Neukirchner<br />

sah als 19. – für die Saison 2012 musste man da fast sagen „immerhin“ - das Ziel. Zufrieden waren<br />

damit aber weder seine Fans, sein Teamchef, noch er selbst. „Ich bin definitiv nicht zufrieden<br />

und muss mich bei meinen Fans entschuldigen“, so der Stollberger. „Ich hatte mir bei meinem<br />

Heimrennen mehr erwartet. Auch wenn es vielleicht von außen nicht so aussieht, aber ich habe<br />

alles gegeben. Mir fehlte jedes Gefühl zum Motorrad, deshalb konnte ich leider keine Punkte mitnehmen,<br />

wie ursprünglich geplant. Jetzt arbeiten wir für das nächste Rennen kommende Woche<br />

in Mugello, denn an irgendwas muss es ja liegen, dass ich nicht zurechtkomme.“<br />

Kevin Wahr holte als Wildcard-Fahrer Platz 24. „Das war mal was ganz anderes“, so der IDM Supersport-Pilot.<br />

„In meinem ganzen Leben war ich noch nie so nervös wie jetzt vor dem Rennen.<br />

Auch weil ich wusste, dass wir noch nicht perfekt dastehen. Wir hatten zu wenig Training, der<br />

Regen, ich konnte das Motorrad einfach nicht so abstimmen wie ich es gerne hätte. Ich habe<br />

mich zwar wohlgefühlt, aber die Pace war noch nicht da. Ich denke, ich weiß woran es liegt und<br />

es wäre super wenn ich noch mal die Chance bekommen würde, zu zeigen was dann mit etwas<br />

mehr Erfahrung möglich ist.“<br />

MotoGP: Pedrosa bewahrt die Nerven und siegt<br />

Es war ein teaminternes Duell der Repsol-Honda-Mannschaft. Vom Start weg hatte keiner der<br />

restlichen MotoGP-Piloten eine Antwort auf Dani Pedrosa und Casey Stoner parat. Doch keiner<br />

der beiden ergriff die Flucht, es blieb bis zum Ende spannend. Es gab - für diese Verhältnisse<br />

- doch einige Überholmanöver zu bestaunen. Insgesamt zwei Mal wechselte die Führung zwischen<br />

Pedrosa (Runde 2 und Runde 19) und Stoner. Doch am Ende wartete ein Finale, mit dem<br />

keiner gerechnet hatte. In der letzten Runde war Stoner zunächst etwas aus der Schlagdistanz<br />

zu Pedrosa gefallen, arbeitete sich aber wieder an das Hinterrad des Teamkollegen heran. Die<br />

Zuschauer rechneten mit einer der allseits beliebten Attacken in der Queckenberg-Kurve zur<br />

Start-Ziel-Geraden. Aber so weit kam es gar nicht. Eingangs der Sachsenkurve rutschte Stoner<br />

das Vorderrad weg und Pedrosa brauchte nicht einmal mehr Kampflinie zu fahren.<br />

„Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg“, sagte „Mr. <strong>Sachsenring</strong>“ Dani Pedrosa im Anschluss an<br />

das Rennen. „Wir haben es endlich geschafft“, jubelte er. <strong>Der</strong> Triumph in Deutschland war Pedrosas<br />

erster Sieg in der Saison 2012, die bis dahin schon keine schlechte war: Lediglich in Le Mans<br />

wurde er Vierter, ansonsten stand der Spanier immer auf dem Podest. „Es ist nicht nur für mich<br />

großartig, sondern auch für alle im Team, die niemals aufgegeben haben, für meine Familie und<br />

die Fans, die mich die ganze Zeit unterstützt haben, als wir zweite und dritte Plätze geholt haben,<br />

aber den Sieg immer knapp verpassten. Die Podeste, die wir diese Saison hatten, waren sehr<br />

wichtig, aber ich wollte meinem Team unbedingt einen Sieg geben und der ist heute auf einer<br />

Strecke gekommen, die ich schon immer mochte. Es war trotzdem richtig hart. Casey fuhr ein<br />

ausgezeichnetes Rennen und hat mich am Ende sehr unter Druck gesetzt. Aber ich wusste, dass<br />

ich die Pace habe und dass wir beide bis zur letzten Kurve um den Sieg zu kämpfen hätten.“<br />

„Ich habe versucht hart zu bremsen, alle Türen zu schließen und den Sieg mitzunehmen“, so<br />

Pedrosa weiter. „Letztendlich ist es ein großartiges Gefühl und sicher gibt uns das für die nächsten<br />

Rennen viel Motivation. Es ist auch gut für die Meisterschaft, aber wir werden uns jetzt nicht<br />

ausruhen. Ein Sieg war dieses Jahr nicht einfach, für keinen von uns, darum müssen wir weiter<br />

Druck machen.“ Casey Stoner stürzte in der vorletzten Kurve der letzten Runde. „Ich bin ziemlich<br />

enttäuscht“, sagte der Australier. „Ich hatte Sieg oder Kiesbett schon für die letzte Kurve geplant,<br />

aber nicht für diese“, meinte er zum Crash in der Sachsenkurve. „Ich war auf dem Motorrad<br />

glücklich und fühlte, dass ich ein<br />

paar Zehntel mehr als Dani hatte. Ich<br />

war zuversichtlich, dass ich ihn wieder<br />

schnappen könnte. In der letzten<br />

Runde machte ich eingangs der ersten<br />

Kurve einen Fehler und musste<br />

Seriensieger am <strong>Sachsenring</strong>!!! Daniel Pedrosa gewinnt<br />

die MotoGP vor Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso.<br />

Foto: Tobias Linke<br />

ein wenig weit gehen - mehr als ich<br />

wollte. Aber ich bekam Dani genau da<br />

hin, wo ich ihn wollte, als ich mein Manöver<br />

für die letzte Kurve plante. Als<br />

ich mich ein wenig mehr rein hängte,<br />

rutschte mir aber das Vorderrad weg.<br />

Ich hatte die Bremse schon losgelassen,<br />

es passierte nicht in einer harten<br />

Bremszone. Sobald ich die Bremse los<br />

ließ, so schätze ich, war das Gewicht<br />

vom Vorderrad weg und ich stürzte.<br />

Ich bin frustriert, denn mir wurde es<br />

nicht erlaubt, das Bike aufzuheben<br />

und eine paar Punkte zu holen. Das<br />

Motorrad war noch perfekt, aber die<br />

Rückblick <strong>Sachsenring</strong> 2012<br />

33


Foto: Ronny Lekl<br />

Foto: Jörg Wießmann<br />

Foto: Ronny Lekl<br />

Ausgefeilte Technik in den Boxen - Nicky Hayden belegte im Rennen Platz zehn und sein Teamkollege Valentino Rossi wurde Sechster.<br />

Marshalls haben mich weggeschoben. Es war unser erster Rennsturz, unser eigener Fehler, zum ersten<br />

Mal seit einer sehr langen Zeit, darum bin ich klar enttäuscht. Aber wir wussten, dass wir die Pace haben.<br />

Wenn wir diesen Schwung für den Rest der Saison mitnehmen können, dann brauchen wir uns<br />

um die Meisterschaft keine Sorgen machen.“ Dass es dann doch anders kam, wissen wir heute. Casey<br />

Stoner musste sich mit knapp hundert Punkten Rückstand auf den Champion 2012, Jorge Lorenzo, am<br />

Schluss als WM-Dritter verabschieden.<br />

<strong>Der</strong> eigentlich chancenlose Jorge Lorenzo konnte im Deutschland-Grand-Prix den unerwarteten zweiten<br />

Platz erben. Nach seinem Sturz in Assen, der die WM wieder „auf Null gesetzt“ hatte, war nun sein<br />

größter Konkurrent, Casey Stoner, zu Boden gegangen und hatte keine Punkte mitnehmen können.<br />

„Nun, die Dinge können sich in nur einem Rennen komplett ändern“, fasste es der Spanier zusammen.<br />

„In Holland hatten wir 25 Punkte Vorsprung und plötzlich deren Null, einen Motor weniger. Wir waren<br />

sehr enttäuscht. Heute hatten wir dann mit Caseys unglücklichem Sturz etwas Glück.“ Doch natürlich<br />

wünscht sich einer vom Kaliber Lorenzos nicht, durch Pech der Gegner Vorteile zu erlangen. „Ich wäre<br />

heute auch mit dem dritten Rang zufrieden gewesen“, so der Weltmeister von 2010. „Heute waren das<br />

Motorrad und der Hinterreifen nicht so gut. Das Rennen war sehr hart. Ich hätte es bevorzugt, wenn<br />

ich in Assen und Casey hier nicht gestürzt wären, aber so ist der Rennsport manchmal. Wir hatten das<br />

ganze Wochenende über immer wieder Probleme mit dem wechselhaften Wetter, darum müssen wir mit<br />

dem Resultat zufrieden sein.“<br />

Ebenfalls zufrieden mit seinem „Erbe“ durch Stoners Sturz war Andrea Dovizioso. <strong>Der</strong> Italiener aus dem<br />

Tech 3 Yamaha-Kundenteam hatte einmal mehr den zweiten Werksfahrer Ben Spies bügeln können.<br />

Die beiden standen fast bis zum Schluss im Infight, bei dem der US-Amerikaner den Kürzeren zog. Cal<br />

Crutchlow hatte sich schon früher durch ein zu ambitioniertes Bremsmanöver am Ende der Start-Ziel-<br />

Geraden aus diesem Kampf verabschiedet. <strong>Der</strong> Brite räuberte durch das Kiesbett und musste von hinten<br />

wieder neu angreifen.<br />

Hinter Spies sah Stefan Bradl als Fünfter das Ziel. Dabei war der Deutsche lange Zeit unter Druck von<br />

Rossi, Bautista, Crutchlow, Barbera und Hayden. Diese sechs Piloten trennten im Ziel gerade einmal eine<br />

gute Sekunde. Doch Bradl konnte zum ersten Mal im Trockenen den fünften Platz nach Hause bringen,<br />

nachdem ihm ein solches Ergebnis in Le Mans bereits im Regen geglückt war. <strong>Der</strong> Zahlinger fightete auf<br />

der letzten Rille und zeigte einen wahnsinnigen Biss. Am Eingang der letzten Kurve presste sich Bautista<br />

noch an ihm und Rossi vorbei, war aber zu schnell und musste weit gehen „Es war von Anfang an ein<br />

hartes Rennen, weil ich die ganze Zeit kämpfen musste, um die Lücke zwischen der Gruppe hinter mir<br />

groß zu halten“, resümierte der amtierende Moto2-Weltmeister. „Ich hatte heute wieder einen guten<br />

Start und das ist sehr positiv, denn danach konnte ich den Yamaha-Fahrern folgen. Aber ich habe gespürt,<br />

dass meine Geschwindigkeit in den Kurven nicht ausreichend war und unser Grip auf der linken<br />

Seite nicht sehr gut war. Bereits nach drei oder vier Runden haben die Reifen bereits durchgedreht. Das<br />

hat mir einige Schwierigkeiten bereitet, weil ich nicht im Stande war, meine Gegner zur Mitte des Rennens<br />

zu attackieren und daher musste ich sie ziehen lassen.“<br />

Und dann nahte auch noch Gefahr von hinten. „Von diesem Moment an musste ich die Gruppe an Fahrern<br />

hinter mir bis zur Flagge im Zaum halten, das war nicht sehr einfach“, so Bradl weiter. „Ich musste<br />

alles geben um Rossi, Hayden und Barbera in den letzten drei Runden hinter mir zu lassen. Ich bin sehr<br />

glücklich über dieses Ergebnis, vor allem weil es mir gelungen ist, dieses Trio hinter mir zu halten. Dieser<br />

fünfte Platz ist für mich, meine Familie, das Team und mein Heimpublikum ein fantastisches Resultat!“<br />

Hinter Bradl klassierten sich Rossi, Bautista, Crutchlow, Barbera und Hayden. Randy de Puniet feierte<br />

mit Rang elf erneut Punkte und wurde bester CRT-Pilot. Colin Edwards, Aleix Espargaro, Yonny Hernandez<br />

und James Ellison erhielten ebenfalls noch Punkte.


Foto: Tobias Linke<br />

Lange Zeit haben die Fans auf einen deutschen Sieg warten<br />

müssen. Sandro Cortese erfüllte den Wunsch der Zuschauer<br />

und gewann die Moto3 vor Alex Masbou und Luis Salom.<br />

Moto3: Cortese bricht Heim-Sieg-Fluch<br />

<strong>Der</strong> Berkheimer Sandro Cortese hat es tatsächlich<br />

geschafft: <strong>Der</strong> Fluch mit den Heimsiegen<br />

der deutschen Piloten ist gebrochen.<br />

Am <strong>Sachsenring</strong> gewann der KTM-Pilot im<br />

Regenrennen auf abtrocknender Piste und<br />

verzückte die fast 100.000 Fans, die trotz<br />

der widrigen Bedingungen ausgeharrt hatten.<br />

Wegen des Formel 1-Rennens in Silverstone<br />

war der Zeitplan geändert worden:<br />

Die Moto2 machte den Anfang, gefolgt von<br />

der MotoGP und der Moto3. Damit konnte<br />

man wahrlich sagen: Das Beste kommt zum<br />

Schluss. Corteses Sieg beim Heim-Grand<br />

Prix war der erste eines Deutschen seit Ralf<br />

Waldmann 1996 auf dem Nürburgring. <strong>Der</strong><br />

letzte <strong>Sachsenring</strong>-WM-Erfolg eines Deutschen<br />

lag sogar noch länger zurück: 1971<br />

gewann der westdeutsche Dieter Braun den<br />

Großen Preis der DDR in der 250ccm-Klasse.<br />

Die Geschichte mit den an der Strecke nicht funktionierenden Lautsprechern und den DDR-<br />

Bürgern, die die West-Hymne mitsangen, ist hinlänglich bekannt.<br />

Cortese wartete in diesem Rennen zunächst ab. Am Anfang war die Piste komplett nass, doch als<br />

die Sonne herauskam, sollte es nicht lange dauern, ehe die Ideallinie trocken war. <strong>Der</strong> KTM-Pilot<br />

war in den ersten Runden von der Pole Position aus bis ans Ende der Top Ten zurückgefallen,<br />

doch dann griff er an. <strong>Der</strong> Vormarsch begann zur Halbzeit des Rennens und endete schließlich<br />

mit dem Sieg. „Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl vor den heimischen Fans zu gewinnen“,<br />

freute sich der Berkheimer. „Das war aber natürlich auch für KTM und das Team ein wichtiger<br />

Sieg. Vor dem Rennen wusste ich, dass ich unter diesen Umständen schnell sein würde. Ich habe<br />

mir selbst immer wieder gesagt: geh es locker an, solange das Wetter noch schlecht ist. Denn<br />

da ist es am einfachsten, Fehler zu machen. Ich hatte Erfolg mit meiner Taktik, fand einen guten<br />

Rhythmus und habe gewonnen.“<br />

Teamchef Aki Ajo zeigte sich mehr als zufrieden: „Es war großartig, ein solch intelligentes Rennen<br />

zu verfolgen. Sandro ist ruhig geblieben und seine Erfahrung hat sich bezahlt gemacht. Es<br />

war so viel Wasser auf der Strecke. Ich habe mich mit der Rennleitung unterhalten, als wir das<br />

erste Mal in der Startaufstellung standen. Sie haben uns zurück an die Boxen geschickt und den<br />

Start verschoben. Wir wussten, dass sich das Wetter während des Rennens ändern würde und<br />

ich habe an ein gutes Rennen geglaubt, solange wir nur die Anfangsphase im Griff haben würden.“<br />

Und das hatte Sandro Cortese.<br />

Seit 2005 ist Alexis Masbou fester Bestandteil der kleinen Grand Prix-Klasse, aber erst die schwierigen<br />

Bedingungen auf dem <strong>Sachsenring</strong> sollten dem Franzosen sein erstes Podest bescheren. Er<br />

lieferte sich gerade in der Schlussphase noch einen harten Fight mit Cortese, steckte dann aber<br />

angesichts seines ersten Podestes etwas zurück und überquerte die Ziellinie rund eine halbe Sekunde<br />

hinter dem Berkheimer als Zweiter. Rang drei ging an den Spanier Luis Salom.<br />

Ein überragendes Rennen zeigte der amtierende IDM125-Meister Jack Miller aus Australien. <strong>Der</strong><br />

Honda-Pilot konnte sogar Führungskilometer sammeln, verpasste das Podest als Vierter um nur<br />

wenige Tausendstel aber denkbar knapp. Auf Platz fünf lief Efren Vazquez ein.<br />

Gar nicht genug loben konnte man die Leistung des Deutschen Wildcard-Piloten Luca Grünwald<br />

aus dem Freudenberg Racing Team. <strong>Der</strong> Waldkraiburger steigerte sich über das ganze Wochenende<br />

hinweg stetig und hielt am Ende mit der absoluten Weltspitze mit. Grünwald holte sich den<br />

achten Rang, nur ganz knapp hinter Vorjahressieger Hector Faubel und Zulfahmi Khairuddin.<br />

„<strong>Der</strong> Start war ganz in Ordnung, aber in den ersten Kurven haben mich die anderen in den ganz<br />

nassen Bereich raus geschoben“, so der ehemalige deutsche Meister im Anschluss. „Dadurch<br />

habe ich wieder ein paar Plätze verloren. Ich habe mir dann aber so acht bis zehn Runden Zeit<br />

gelassen und als die Sonne wieder rauskam war ja klar, dass es wieder abtrocknen würde. Nach<br />

10 Runden habe ich dann mal richtig Staub gemacht und die Gruppe vor mir eingeholt. Dann<br />

habe ich vom Faubel noch mal eine mitbekommen, musste wieder etwas raus fahren und habe<br />

etwas verloren. In der letzten Runde dachte ich, es sei erst die vorletzte. Ich hatte mir gerade<br />

den Khairuddin und den Faubel noch mal zurecht gelegt, als schon abgewunken wurde. Aber egal<br />

– Achter ist auch echt super!“<br />

Toni Finsterbusch holte mir Rang elf zum zweiten Mal in einer Woche Punkte, Kevin Hanus wurde<br />

mit einer Runde Rückstand Vorletzter. Marcel Schrötter stürzte, bei Jonas Folger gab einmal<br />

mehr die Ioda ihren Geist auf.<br />

<strong>Der</strong> <strong>Sachsenring</strong> 2012 – schlammig, spannend, nass und am Ende mit einem großartigen Sandro<br />

Cortese auf dem Podium, wenn der GP 2013 ähnlich verläuft sind sicher alle zufrieden.<br />

Let´s go Boys!<br />

Rückblick <strong>Sachsenring</strong> 2012<br />

35


www.sachsenring-circuit.com<br />

Foto: Thorsten Horn


Kompetenz im<br />

Motorsport


Starterfeld MotoGP<br />

Startnummer Name Nation Team Bike<br />

4 Andrea Dovizioso ITA Ducati Team Ducati<br />

5 Colin Edwards USA NGM Mobile Forward Racing FTR<br />

6 Stefan Bradl GER LCR Honda MotoGP Honda<br />

7 Hiroshi Aoyama JAP Avinita Blusens FTR<br />

8 Hector Barbera SPA Avinita Blusens FTR<br />

9 Danilo Petrucci ITA Came IodaRacing Project Ioda<br />

11 Ben Spies USA Ignite Pramac Racing Ducati<br />

14 Randy De Puniet FRA Power Electronics Aspar ART<br />

17 Karel Abraham CZE Cardion AB Motoracing ART<br />

19 Alvaro Bautista SPA Go&Fun Honda Gresini Honda<br />

26 Dani Pedrosa SPA Repsol Honda Team Honda<br />

29 Andrea Iannone ITA Energy T.I. Pramac Racing Ducati<br />

35 Cal Crutchlow GBR Monster Yamaha Tech 3 Yamaha<br />

38 Bradley Smith GBR Monster Yamaha Tech 3 Yamaha<br />

41 Aleix Espargaro SPA Power Electronics Aspar ART<br />

46 Valentino Rossi ITA Yamaha Factory Racing Yamaha<br />

51 Michele Pirro ITA Ignite Pramac Racing Ducati<br />

52 Lukas Pesek CZE Came IodaRacing Project Ioda<br />

67 Bryan Staring AUS Go&Fun Honda Gresini FTR<br />

68 Yonny Hernandez COL Paul Bird Motorsport ART<br />

69 Nicky Hayden USA Ducati Team Ducati<br />

70 Michael Laverty GBR Paul Bird Motorsport PBM<br />

71 Claudio Corti ITA NGM Mobile Forward Racing FTR<br />

93 Marc Marquez SPA Repsol Honda Team Honda<br />

99 Jorge Lorenzo SPA Yamaha Factory Racing Yamaha<br />

1199 Panigale R.<br />

Die Rennstrecke lässt grüßen.<br />

RIKOWSKI ZWEIRADTECHNIK<br />

Pullach 4a . 83059 Kolbermoor . Tel. 0 80 61 / 36 448<br />

www.ducati-rikowski.de<br />

38


1. Losail<br />

2. Austin<br />

3. Jerez<br />

4. Le Mans<br />

5. Mugello<br />

6. Barcelona<br />

Zwischenstand<br />

7. Assen<br />

8. <strong>Sachsenring</strong><br />

9. Laguna Seca<br />

4 Andrea Dovizioso 9 9 8 13 11 9 59<br />

5 Colin Edwards 1 2 7 10<br />

6 Stefan Bradl 11 6 13 11 41<br />

7 Hiroshi Aoyama 1 1<br />

8 Hector Barbera 3 4 6 13<br />

9 Danilo Petrucci 2 2 4 5 13<br />

11 Ben Spies 6 3 9<br />

14 Randy De Puniet 4 2 5 11<br />

17 Karel Abraham 1 1 2<br />

19 Alvaro Bautista 10 8 10 10 38<br />

26 Dani Pedrosa 13 20 25 25 20 20 123<br />

29 Andrea Iannone 7 6 5 3 21<br />

35 Cal Crutchlow 11 13 11 20 16 71<br />

38 Bradley Smith 4 6 7 7 10 34<br />

41 Aleix Espargaro 5 5 7 3 8 8 36<br />

46 Valentino Rossi 20 10 13 4 13 60<br />

51 Michele Pirro 5 8 9 6 28<br />

52 Lukas Pesek 0<br />

67 Bryan Staring 2 2<br />

68 Yonny Hernandez 2 1 3 6<br />

69 Nicky Hayden 8 7 9 11 10 45<br />

70 Michael Laverty 3 3<br />

71 Claudio Corti 4 4<br />

93 Marc Marquez 16 25 20 16 16 93<br />

99 Jorge Lorenzo 25 16 16 9 25 25 116<br />

4 Andrea Dovizioso<br />

5 Colin Edwards<br />

6 Stefan Bradl<br />

8 Hiroshi Aoyama<br />

8 Hector Barbera<br />

9 Danilo Petrucci<br />

11 Ben Spies<br />

14 Randy De Puniet<br />

17 Karel Abraham<br />

19 Alvaro Bautista<br />

26 Dani Pedrosa<br />

35 Cal Crutchlow<br />

38 Bradley Smith<br />

10. Indianapolis<br />

11. Brünn<br />

12. Silverstone<br />

13. Misano<br />

14. Aragon<br />

15. Sepang<br />

16. Philip Island<br />

17. Motegi<br />

18. Valencia<br />

Gesamtpunkte<br />

Punktestand MotoGP<br />

41 Aleix Espargaro<br />

46 Valentino Rossi<br />

51 Michele Pirro<br />

52 Lukas Pesek<br />

54 Mattia Pasini<br />

67 Bryan Staring<br />

68 Yonny Hernandez<br />

69 Nicky Hayden<br />

70 Michael Laverty<br />

71 Claudio Corti<br />

93 Marc Marquez<br />

99 Jorge Lorenzo<br />

39


Yamaha Factory Racing<br />

Name: Jorge Lorenzo<br />

Startnummer: 99<br />

Geburtstag: 04.05.1987<br />

40<br />

Name: Valentino Rossi<br />

Startnummer: 46<br />

Geburtstag: 16.02.1979


Name: Dani Pedrosa<br />

Startnummer: 26<br />

Geburtstag: 29.09.1985<br />

Repsol Honda Team<br />

Name: Marc Marquez<br />

Startnummer: 93<br />

Geburtstag: 17.02.1993<br />

41


Ducati Team<br />

Name: Andrea Dovizioso<br />

Startnummer: 04<br />

Geburtstag: 23.03.1986<br />

42<br />

Name: Nicky Hayden<br />

Startnummer: 69<br />

Geburtstag: 30.07.1981


Pramac Racing Team<br />

Name: Ben Spies<br />

Startnummer: 11<br />

Geburtstag: 11.07.1984<br />

44<br />

Name: Andrea Iannone<br />

Startnummer: 29<br />

Geburtstag: 09.08.1989


Name: Michele Pirro<br />

Startnummer: 51<br />

Geburtstag: 05.07.1986<br />

Name: Stefan Bradl<br />

Startnummer: 6<br />

Geburtstag: 29.11.1989<br />

Pramac Racing Team LCR Honda MotoGP<br />

45


Monster Yamaha Tech 3<br />

Name: Cal Crutchlow<br />

Startnummer: 35<br />

Geburtstag: 29.10.1985<br />

46<br />

Name: Bradley Smith<br />

Startnummer: 38<br />

Geburtstag: 28.11.1990


Name: Alvaro Bautista<br />

Startnummer: 19<br />

Geburtstag: 21.11.1984<br />

GO & FUN Honda Gresini<br />

Name: Bryan Staring<br />

Startnummer: 67<br />

Geburtstag: 01.06.1987<br />

47


NGM Mobile Forward Racing<br />

48<br />

Name: Colin Edwards<br />

Startnummer: 5<br />

Geburtstag: 27.02.1974<br />

Name: CLaudio Corti<br />

Startnummer: 71<br />

Geburtstag: 25.06.1987


Name: Aleix Espargaro<br />

Startnummer: 41<br />

Geburtstag: 30.07.1989<br />

Power Electronics Aspar<br />

Name: Randy de Puniet<br />

Startnummer: 14<br />

Geburtstag: 14.02.1981<br />

49


Came IodaRacing Project<br />

Name: Danilo Petrucci<br />

Startnummer: 9<br />

Geburtstag: 24.10.1990<br />

50<br />

Name: Lukas Pesek<br />

Startnummer: 52<br />

Geburtstag: 22.11.1985


SICHERHEIT wird am <strong>Sachsenring</strong><br />

GROSS geschrieben Text: Dirk Berger, Fotos: Thorsten Horn<br />

Die Einhaltung der aktuellen<br />

Regularien und Sicherheitsbestimmungen<br />

der nationalen und<br />

internationalen Motorsportvereinigungen<br />

wie z. B. DMSB, FIM<br />

und FIA, sind Voraussetzung für<br />

die professionelle Umsetzung<br />

aller Motorsportveranstaltungen.<br />

Aus diesem Grund schulen<br />

der ADAC Sachsen und seine<br />

Ortsclubs mehrmals im Jahr<br />

das gesamte sportliche Organisationsteam,<br />

vom Streckenposten<br />

bis zum Rennleiter.<br />

Seit Jahren tragen die meist ehrenamtlichen<br />

Helfer durch Ihren<br />

aufopferungsvollen Einsatz zum<br />

Gelingen der Motorrad WM, des<br />

ADAC GT Masters oder der<br />

SUPERBIKE*IDM auf dem <strong>Sachsenring</strong><br />

bei. Ein weiterer Aspekt<br />

ist der Einsatz der regionalen Feuerwehren<br />

und des DRK. Die ortsansässigen<br />

Kreisverbände übernehmen<br />

bei den Veranstaltungen<br />

auf dem <strong>Sachsenring</strong> in der sportlichen<br />

Durchführung als auch bei<br />

der Zuschauerbetreuung die medizinische<br />

Absicherung.<br />

Gleichzeitig sind Investitionen in<br />

die Streckensicherheit ein weiterer<br />

Baustein zum bestmöglichen<br />

Schutz der Motorsportler. So<br />

wurden vom ADAC Sachsen in<br />

2013 sogenannte Bales mit einer<br />

Gesamtlänge von ca. 700 m für<br />

einen sechsstelligen Betrag angeschafft.<br />

Diese hochmodernen<br />

jeweils 2,20 m langen Module ersetzen<br />

die witterungsanfälligen<br />

Strohballen und schützen vor<br />

Kollisionen mit den Leitplanken.<br />

Die Besatzung der Race Control<br />

zu den ADAC GT Masters<br />

Im Hintergrund die neuen Bales<br />

zur Sport- und Classicveranstaltung<br />

Streckenposten beseitigen eine Ölspur zur IDM<br />

51


Avintia Blusens<br />

Name: Hiroshi Aoyama<br />

Startnummer: 7<br />

Geburtstag: 25.10.1981<br />

52<br />

Name: Hector Barbera<br />

Startnummer: 8<br />

Geburtstag: 02.11.1986


Name: Yonny Hernandez<br />

Startnummer: 68<br />

Geburtstag: 25.07.1988<br />

Paul Bird Motorsport<br />

Name: Michael Laverty<br />

Startnummer: 70<br />

Geburtstag: 07.06.1981<br />

53


Cardion AB Motoracing<br />

Name: Karel Abraham<br />

Startnummer: 17<br />

Geburtstag: 02.01.1990


Motorsportarena Mülsen<br />

Eine Region im Wandel<br />

Text: Dirk Berger, Fotos: ADAC/Archiv, Fotolia, Planungsbüro<br />

Unsere jahrhundertelang durch<br />

den Bergbau geprägte Region<br />

steht seit vielen Jahren vor der<br />

Herausforderung, den Strukturwandel<br />

zeitgemäß umzusetzen.<br />

An vielen Standorten wurde dies<br />

schon erfolgreich praktiziert bzw.<br />

wird daran gearbeitet. Die Ansiedlung<br />

von VW in Mosel oder<br />

die Sanierung der ehemaligen<br />

Wismut-Aufbereitungsanlage in<br />

Crossen zur Muldenaue stellen<br />

dies eindrucksvoll unter Beweis.<br />

Für die Nachnutzung der Kiesgrube<br />

Niedermülsen wurde nun<br />

ein innovatives Konzept entwickelt.<br />

Das geplante multifunktionale<br />

Motorsportzentrum bietet<br />

hervorragende Perspektiven für<br />

die Region, wie z. B. Synergien<br />

und Partnerschaften mit Industrie<br />

und Wissenschaft sowie Nachwuchsförderung<br />

für den Motorsport<br />

bis hin zur Nutzung für<br />

Verkehrserziehung und Freizeitaktivitäten<br />

der Jugend.<br />

Das gesamte Areal wird gemäß<br />

dem Flächennutzungsplan landschaftlich<br />

mit einem begrünten<br />

Schutzwall als Geländeobergrenze<br />

harmonisch integriert, sodass<br />

keine Beeinträchtigungen für die<br />

Anlieger zu erwarten sind.<br />

Nicht zuletzt kommen als weitere<br />

Aspekte eine verbesserte Infrastruktur,<br />

die Möglichkeiten der<br />

Tourismusbranche und die Schaffung<br />

von Arbeitsplätzen hinzu, die<br />

einen Mehrwert für unsere regionalen<br />

Unternehmer aus Gastronomie,<br />

Handel usw. darstellen.<br />

Nach derzeitigem Stand ist die<br />

Nutzung der ersten Flächen für<br />

2014 geplant.<br />

Bildung und Freizeit<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Regionale Wertschöpfung<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Motorsport<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Nutzung*<br />

Technische Daten*<br />

Nutzung*<br />

Technische Daten*<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Indoor-Kart-Halle mit<br />

Bistro, Sanitärbereich<br />

und Außenfahrstrecke<br />

Kletterwand<br />

Halfpipe<br />

* Planungsstand vor Genehmigungsverfahren<br />

<br />

sandgeschlämmte Schotterdecke, Asphaltumfahrung<br />

Größe: ca. 2.000 bis 11.000 m² je nach Bedarf<br />

Mehrfachnutzung gleichzeitig möglich<br />

<br />

Abmessungen: 100 x 50 x 8 m<br />

<br />

<br />

<br />

Abmessungen: ca. 50 m²<br />

Höhe: bis 8 m<br />

unterschiedliche Schwierigkeitsgrade<br />

Größe: ca. 600 m²<br />

verschiedene Rampen, Flats, Miniramps für Skater,<br />

<br />

Strecke<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Regenrückhalte- und<br />

Versickerungsbecken<br />

Wirtschaftsweg<br />

Straßen innerhalb<br />

der Anlage<br />

<br />

Umgebendes Gelände:<br />

Streckenlänge: ca. 400 bis 1.775 m<br />

Befestigung: Asphaltbelag<br />

Breite: ca. 8 - 12 m<br />

Start- und Zielgerade: ca. 250 m lang<br />

bei Bedarf Mehrfachnutzung möglich<br />

Größe: ca. 2.500 bis 3.000 m²<br />

Niederschlagswasserversickerung im anstehenden<br />

Kieshorizont mit vorgeschaltetem Absetzbecken<br />

<br />

Kontrolle und Bewirtschaftung<br />

<br />

Befestigung: Asphalt<br />

<br />

Begrünter Sicht- und Schutzwall bzw.<br />

<br />

<br />

55


Text: Torsten Jähnig<br />

Fotos: Markus Pfeifer<br />

<strong>Der</strong> Ankerberg<br />

Ein Yachthafen für Motorradverrückte!<br />

Eine Liebeserklärung an einen der berüchtigtsten Zeltplätze in der Grand Prix Saison<br />

Faszination Ankerberg<br />

<strong>Der</strong> Ankerberg, für 345 Tage im Jahr eine verträumte Wiese zwischen dem Stadtgebiet Hohenstein-<br />

Ernstthal und Oberlungwitz. Die restlichen zwanzig Monde des Jahres mutiert der Berg vom LPG-genutzten<br />

Acker zur größten Partymeile Ostdeutschlands, zum Campingplatz der Grand Prix-Besucher.<br />

Für manche ist es das Camping-Mekka, für andere die Hölle. Jährlich strömen Tausende Fans schon<br />

eine Woche vor Beginn des Rennens zu IHREM Platz auf dem Areal. Es verwundert eigentlich schon,<br />

dass noch kein großer Reiseveranstalter den Ankerberg in sein Programm für Pauschalurlauber aufgenommen<br />

hat. Nach Angaben der Organisatoren vor Ort verbringen manche Besucher hier ihren<br />

Jahresurlaub!<br />

Nun gut, der Ankerberg ist sicherlich kein Ort für Entspannungsübungen und Poolgeflüster, aber einer<br />

der eindrucksvollsten Orte für eine Übernachtung in Rennstreckennähe.<br />

Ein Riesenrad, Bier- und Bratwurstbuden, Souvenirstände, Zelte soweit das Auge reicht - das gibt‘s<br />

fast überall auf der Welt, aber diese einmalige Flair gibt es nur bei uns in Sachsen. Selten kommen<br />

so viele verrückte Grand Prix-Freunde zu einem Grand Prix. Alle sind glücklich, eine Woche lang nicht<br />

schlafen zu können, es sei denn, man hat genug sächsisches Bier getankt, alle sind glücklich durch<br />

den Schlamm waten zu dürfen, alle sind glücklich am Sonntagabend von einem Traktor abgeschleppt<br />

zu werden, alle sind glücklich einmal im Jahr Bikes, Bier & Busen ungestraft vereinen zu dürfen.<br />

Die Ehefrau eines Freundes hat mich mal gebeten: „Uns würde das interessieren, zeigst du uns mal<br />

den Ankerberg? Bringst du uns hin?“ Gefragt - getan! Wir verteilten Gummistiefel, besorgten uns<br />

ein geländegängiges Fahrzeug und starteten die Ostdeutsche Safari. Gummistiefel? Für alle „Nicht-<br />

Ankerberger-oder-solche-die-es-werden-wollen“, da man den Gewittersturm am Grand Prix Wochenende<br />

schon als traditionell einstufen könnte, sollte man wissen, dass sich der teilweise in Hanglage<br />

befindliche Campingplatz alljährlich in eine Schlammwüste verwandeln kann. Was er eben auch kurz<br />

vor unserer Safari tat. Was in dem Aufsatz „Mein schönstes Ferienerlebnis“ dann alles drinstand,<br />

kann ich nicht sagen, aber ich kann euch sagen was ich alles Lustiges gesehen habe. Ich beschränke<br />

mich hier auf die Erlebnisse bis FSK 14. <strong>Der</strong> „Aufstieg“ zum Berg stand unter dem guten Stern<br />

deutscher Automobilkunst, er gelang mit Vierradantrieb problemlos, freiwillig aussteigen wollte zu<br />

diesem Zeitpunkt schon niemand mehr. Ich konnte ein Grinsen nicht verbergen. Am direkten Eingang<br />

begrüßte uns ein Stummer, aufblasbarer Körper aus einem Versandhauskatalog für erotische<br />

Hilfsmittel, ich hoffe ich habe mich gewählt genug ausgedrückt. Die Damen im Auto verstummten<br />

jedenfalls plötzlich.<br />

Egal, es war der geilste Abend den ich in meinem Leben in Gummistiefeln erlebt habe. Lustige,<br />

gutgebaute, verrückte Biker, geile Musik und ein unbeschreibliches „Ambiente“. Vollausgestattete<br />

Campingdörfer, mit Sofa, Sessel und TV, Fassbier, Grill und stabilen Zelten, die auch dem Unwetter<br />

standhielten. Manche haben bestimmt einen Tag für den Aufbau ihrer Wagenburg benötigt. Einfach<br />

nur hammerhart. Ab einem gewissen Alkoholspiegel hat es auch die Damen nicht mehr gestört, dass<br />

ihnen der Matsch bis an die Knie reichte. Kein Wunder bei diesen Attraktionen: Coca- Cola Party Tower,<br />

Riesenbierzelt, spontaner Striptease einer jungen Frau (den fanden wir Männer am besten), eine<br />

Schlammrutschbahn bis runter zum Goldbach, verschiedene Bands und natürlich sächsisches Bier.<br />

Um vier Uhr hatte ich alle sicher im Hotel „abgeliefert“, Welche Szenen sich nach dem Verschwinden<br />

in den einzelnen Hotelzimmern abspielten, entzieht sich meiner Kenntnis, nur die erste Frage am<br />

nächsten Tag übertraf alle meine Erwartungen: „Machen wir das bitte nächstes Jahr nochmal?“ im<br />

ersten Moment war ich schockiert, aber dann…<br />

Hohenstein-Ernstthal! <strong>Sachsenring</strong>! Ankerberg! In der Reihenfolge, nicht anders!<br />

Du hast keine Chance - nutze sie!<br />

56


10.-13.07.2013<br />

Engel in Zivil * Sapid Steel<br />

Ebony Wall * RMC<br />

Three 4 Hundred * K2 - Czech it<br />

DJ Mangelsdorff DJ Twix * * Muzik DJ Twix Lovers * Muzic * Lovers iMaHu *& iMaHu DaSch & DaSch * DJ SONIC * DJ SONIK<br />

Coyote Ugly PROMO DOSMAS<br />

weitere Infos unter<br />

www.camping-ankerberg.de<br />

www.facebook.de/ankerberg-festival<br />

„Schöfferhofer Power Tower<br />

mit Stephan Mangelsdorff“


Startfeld Moto2 <strong>Sachsenring</strong> 2013<br />

Startnummer Name Nation Team Bike<br />

3 Simone Corsi ITA NGM Mobile Racing <strong>Speed</strong> Up<br />

4 Randy Krummenacher SWI Technomag careXpert Suter<br />

5 Johann Zarco FRA Came Ioda Racing Suter<br />

7 Doni Tata Pradita IND Federal Oil Gresini Moto2 Suter<br />

9 Kyle Smith GBR Blusens Avinita Kalex<br />

11 Sandro Cortese GER Dynavolt Intact GP Kalex<br />

12 Thomas Lüthi SWI Interwetten Paddock Suter<br />

14 Ratthapark Wilairot THA Thai Honda PTT Gresini Moto2 Suter<br />

15 Alex De Angelis RSM NGM Mobile Forward Racing <strong>Speed</strong> Up<br />

17 Alberto Moncayo SPA Arginano & Gines Racing <strong>Speed</strong> Up<br />

18 Nicolas Terol SPA Mapfre Aspar Team Moto2 Suter<br />

19 Xavier Simeon BEL Desguaces La Torre Maptaq Kalex<br />

23 Marcel Schrötter GER Desguaces La Torre SAG Kalex<br />

24 Toni Elias SPA Blusens Avinita Kalex<br />

30 Takaaki Nakagami JPN Italtrans Racing Team Kalex<br />

36 Mika Kallio FIN Marc VDS Racing Team Kalex<br />

40 Pol Espargaro SPA Tuenti HP 40 Pons Kalex<br />

44 Steven Odendaal RSA Arginano & Gines Racing <strong>Speed</strong> Up<br />

45 Scott Redding GBR Marc VDS Racing Team Kalex<br />

49 Axel Pons SPA Tuenti HP 40 Pons Kalex<br />

52 Danny Kent GBR Tech 3 Tech 3<br />

54 Mattia Pasini ITA NGM Nobile Racing <strong>Speed</strong> Up<br />

60 Julian Simon SPA Italtrans Racing Team Kalex<br />

63 Mike Di Meglio FRA Jir Moto2 Motobi<br />

72 Yuki Takahashi JPN Idemitsu Honda Team Asia Moriwaki<br />

77 Dominique Aegerter SWI Technomag careXpert Suter<br />

80 Esteve Rabat SPA Tuenti HP 40 Pons Kalex<br />

81 Jordi Torres SPA Mapfre Aspar Team Moto2 Suter<br />

88 Ricard Cardus SPA NGM Mobile Forward Racing <strong>Speed</strong> Up<br />

95 Anthony West AUS QMMF Racing Team <strong>Speed</strong> Up<br />

96 Louis Rossi FRA Tech 3 Tech 3<br />

97 Rafid Topan Sucipto IND QMMF Racing Team <strong>Speed</strong> Up


Interview: André Birkenkampf<br />

Fotos: Ronny Lekl, Tobias Linke<br />

Dominique Aegerter gehört 2013 zweilsohne zu den Spitzenpiloten in<br />

der Moto2. Zum Grand Prix am <strong>Sachsenring</strong> erwarten ihn Jahr für Jahr<br />

zahlreiche Fans, die ihm über die Tage die Daumen drücken. <strong>Speed</strong><br />

srach im Vorfeld mit dem sympathischen Schweizer.<br />

Domi, was fällt Dir denn zum <strong>Sachsenring</strong> ein?<br />

Das Rennen dort ist schon bald, ich freue mich riesig, dort zu fahren.<br />

Welche Chancen rechnest Du Dir denn beim Grand Prix von<br />

Deutschland aus?<br />

Mein Ziel ist, in die Top Fünf zu fahren. Es wäre natürlich cool, die Fans<br />

mit einem Platz auf dem Podium zu überraschen.<br />

Wie liegt Dir der Kus denn?<br />

<strong>Der</strong> <strong>Sachsenring</strong> ist eine schwierige Rennstrecke – sehr gut gemacht,<br />

aber sehr anspruchsvoll. Ich bin schon oft in der IDM dort gefahren und<br />

werde natürlich zum GP mein Bestes geben.<br />

Du bist zwar kein Deutscher, hast hier an <strong>Sachsenring</strong> aber<br />

wahnsinnig viele Fans. Ein bisschen Heim-Grand-Prix-Feeling?<br />

Nun gut, kein Deutscher - aber ich spreche wenigstens Deutsch. Klar<br />

bekommt man mit, dass viele Fans da sind und dass es jedes Jahr mehr<br />

werden. Wenn man aus der Boxengasse kommt, sind zwar keine 500<br />

da, wie beim Valentino Rossi, aber fünf, zehn und sogar mal zwanzig<br />

sind immer da, die gern ein Autogramm oder ein Foto haben wollen,<br />

das macht natürlich richtig Spaß. Außerdem sieht man am <strong>Sachsenring</strong><br />

auch immer viele Schweizer Fahnen wehen.<br />

Du fährst mit Deinem Landsmann Randy Krummenacher im<br />

Team. Die Swiss-Connection. Habt ihr auch eine Wand in der<br />

Box, wie früher mal Valentino Rossi?<br />

Nein nein, natürlich nicht. Wir verstehen uns sehr gut, kennen uns ja<br />

auch schon sehr lange. Wenn wir weiter zusammen arbeiten dürfen,<br />

werden wir beide uns noch weiter verbessern und auch gegenseitig pushen,<br />

so dass wir irgendwann mal zusammen in den Top-Fünf stehen.<br />

Sind eure Maschinen identisch oder gibt es einen<br />

Nummer-Eins-Fahrer?<br />

Am Anfang der Saison in Katar hatten wir genau gleiche<br />

Bikes. Wenn es jetzt neue Teile zu Testen gibt, bekommt<br />

die erst einmal der, der in der Gesamtwertung vorne liegt.<br />

Bis jetzt hat es aber nicht wirklich viel Neues gegeben,<br />

also fahren wir immer noch sehr identische Maschinen.<br />

<strong>Der</strong> Motor ist sowieso nicht zugänglich, der Rahmen ist<br />

gleich, also kann auch kein Riesenunterschied sein.<br />

Dieses Jahr kämpfst Du fast immer um das Podest.<br />

Ist die Luft dort oben dünner?<br />

Ja klar, Du musst dort viel mehr Risiken eingehen. Es<br />

muss einfach alles stimmen, es reicht nicht , einfach 100<br />

Prozent zu fahren, Du musst da drüber hinausgehen. Die<br />

Abstimmung muss passen, der Kopf muss frei sein, Du<br />

musst fit sein – nur wenn das alles stimmt, kann ich auf<br />

das Podest fahren. Ich bin in dieser Saison schon drei mal<br />

Vierter geworden. Vierter ist sicher ein gutes Resultat, es<br />

ist sicher aber ein noch besseres Gefühl, wenn man unter<br />

die Top-Drei fährt.<br />

Für die Fans sah es immer so aus, als fehle nur noch<br />

ein kleines Quäntchen Glück für ganz oben. Können<br />

Dir die Fans da irgendwie helfen?<br />

Sie könnten mal das Stückchen Glück vorbeibringen. Nein, Spaß beiseite. Es ist sicher immer cool,<br />

wenn man merkt, dass man unterstützt wird, wenn man die 77 irgendwo aufblitzen sieht oder eine<br />

Fahne, das unterstützt natürlich schon und spornt an, richtig Vollgas zu geben.<br />

Domi, welches Ergebnis peilst Du denn dieses Jahr in der WM an?<br />

Mein Ziel ist immer, unter die besten Fünf zu kommen. Dreimal hab ich das bis jetzt erreicht, zweimal<br />

verpasst. Wenn ich die Saison weiter so durchziehen kann, finde ich mich sicher am Ende unter den<br />

ersten Fünf, auch wenn das Klassement ziemlich eng ist, damit wäre ich schon zufrieden. Aber es<br />

wird auf jeden Fall noch eine harte Saison werden, die ist ja auch noch ganz schön lang.<br />

Domi, danke für das Gespräch. Wir wünschen der Swiss-Connection alles Gute am <strong>Sachsenring</strong><br />

und würden uns sehr freuen, einen von Euch auf dem Podium zu sehen.<br />

Danke, das wäre natürlich Super!<br />

Interview Dominique Aegerter<br />

59


Punktetabelle Moto2 Saison 2013<br />

1. Losail<br />

2. Austin<br />

3. Jerez<br />

4. Le Mans<br />

5. Mugello<br />

6. Barcelona<br />

Zwischenstand<br />

3 Simone Corsi 9 2 4 9 6 30<br />

4 Randy Krummenacher 5 1 10 16<br />

5 Johann Zarco 4 10 3 11 16 9 53<br />

7 Doni Tata Pradita<br />

9 Kyle Smith<br />

11 Sandro Cortese 3 2 5<br />

12 Thomas Lüthi 5 7 16 28<br />

14 Ratthapark Wilairot<br />

15 Alex De Angelis 8 7 1 6 8 30<br />

17 Alberto Moncayo<br />

18 Nicolas Terol 2 25 11 20 58<br />

19 Xavier Simeon 6 3 10 16 35<br />

23 Marcel Schrötter 3 4 6 2 4 19<br />

24 Toni Elias 1 6 7 5 19<br />

30 Takaaki Nakagami 16 13 11 40<br />

36 Mika Kallio 11 16 20 11 7 65<br />

40 Pol Espargaro 25 16 13 25 79<br />

44 Steven Odendaal<br />

45 Scott Redding 20 11 20 25 25 13 114<br />

49 Axel Pons 2 2<br />

52 Danny Kent 3 3<br />

54 Mattia Pasini 8 10 5 23<br />

60 Julian Simon 10 8 1 19<br />

63 Mike Di Meglio 5 9 4 18<br />

72 Yuki Takahashi<br />

77 Dominique Aegerter 13 13 8 13 6 8 61<br />

80 Esteve Rabat 7 20 25 3 20 75<br />

81 Jordi Torres 5 2 9 10 26<br />

88 Ricard Cardus 1 1<br />

95 Anthony West 9 4 7 30<br />

96 Louis Rossi 1 1<br />

97 Rafid Topan Sucipto<br />

7. Assen<br />

8. <strong>Sachsenring</strong><br />

9. Indianapolis<br />

60


3 Simone Corsi<br />

4 Randy Krummenacher<br />

5 Johann Zarco<br />

7 Doni Tata Pradita<br />

9 Kyle Smith<br />

11 Sandro Cortese<br />

12 Thomas Lüthi<br />

14 Ratthapark Wilairot<br />

15 Alex De Angelis<br />

17 Alberto Moncayo<br />

18 Nicolas Terol<br />

19 Xavier Simeon<br />

23 Marcel Schrötter<br />

24 Toni Elias<br />

30 Takaaki Nakagami<br />

36 Mika Kallio<br />

40 Pol Espargaro<br />

44 Steven Odendaal<br />

45 Scott Redding<br />

49 Axel Pons<br />

52 Danny Kent<br />

54 Mattria Pasini<br />

60 Julian Simon<br />

63 Mike Di Meglio<br />

72 Yuki Takahashi<br />

77 Dominique Aegerter<br />

80 Esteve Rabat<br />

81 Jordi Torres<br />

88 Ricard Cardus<br />

95 Anthony West<br />

96 Louis Rossi<br />

97 Rafid Topan Sucipto<br />

10. Brünn<br />

11. Silverstone<br />

12. Misano<br />

13. Aragon<br />

14. Sepang<br />

15. Philip Island<br />

16. Motegi<br />

17. Valencia<br />

Gesamtpunkte<br />

Punktetabelle Moto2 Saison 2013<br />

61


Name: Simone Corsi<br />

Startnummer: 3<br />

Team: NGM Mobile Racing<br />

Geburtstag: 24.04.1987<br />

Name: Randy Krummenacher<br />

Startnummer: 4<br />

Team: Technomag carXpert<br />

Geburtstag: 24.02.1990<br />

Name: Johann Zarco<br />

Startnummer: 5<br />

Team: Came IodaRacing Project<br />

Geburtstag: 16.07.1990<br />

62<br />

Name: Doni Tata Pradita<br />

Startnummer: 7<br />

Team: Federal Oil Gresini<br />

Geburtstag: 21.01.1990


Name: Gino Rea<br />

Startnummer: 8<br />

Team: Gino Rea Race Team<br />

Geburtstag: 18.09.1989<br />

Name: Kyle Smith<br />

Startnummer: 9<br />

Team: Blusens Avintia<br />

Geburtstag: 16.09.1991<br />

Name: Sandro Cortese<br />

Startnummer: 11<br />

Team: Dynavolt Intact GP<br />

Geburtstag: 06.09.1986<br />

Name: Thomas Luthi<br />

Startnummer: 12<br />

Team: Interwetten-Paddock<br />

Geburtstag: 06.09.1986<br />

63


Name: Ratthapark Wilairot<br />

Startnummer: 14<br />

Team: Thai Honda PTT Gresini<br />

Geburtstag: 14.04.1988<br />

Name: Alex De Angelis<br />

Startnummer: 15<br />

Team: NGM Mobile Forward Racing<br />

Geburtstag: 26.02.1984<br />

Outdoor Sport Competence<br />

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Name: Alberto Moncayo<br />

Startnummer: 17<br />

Team: Arginano & Gines Racing<br />

Geburtstag: 23.07.1991<br />

Name: Nicolas Terol<br />

Startnummer: 18<br />

Team: Mapfre Aspar Team<br />

Geburtstag: 27.09.1988<br />

Name: Xavier Simeon<br />

Startnummer: 19<br />

Team: Desguaces La Torre Maptaq<br />

Geburtstag: 31.08.1989<br />

Name: Marcel Schrötter<br />

Startnummer: 23<br />

Team: Desguaces La Torre SAG<br />

Geburtstag: 02.01.1993<br />

65


Interview: André Birkenkampf<br />

Fotos: Ronny Lekl<br />

Interview Marcel Schrötter<br />

66<br />

Marcel, was fällt Dir zum Thema <strong>Sachsenring</strong> ein?<br />

Dort sind immer sehr viele Fans, die Stimmung auf den Tribünen<br />

ist gigantisch. <strong>Der</strong> <strong>Sachsenring</strong> ist eine meiner Lieblingsstrecken<br />

im Rennkalender, mir liegt der Kurs.<br />

Welche Chancen rechnest Du Dir beim Grand Prix von<br />

Deutschland aus?<br />

Hier ist jeder deutsche Fahrern natürlich immer besonders motiviert.<br />

Ich kenne den <strong>Sachsenring</strong> ja schon aus der IDM ganz gut,<br />

war hier eigentlich immer erfolgreich. Trotzdem sollten die Fans<br />

nicht gleich ein Podium erwarten. Obwohl ich in Mugello den 3.<br />

Startplatz erreichen konnte, ist das sicher noch nicht die Zone, die<br />

zur Zeit dauerhaft zu erreichen ist. Ich gebe alles, wozu das reicht,<br />

wird sich zeigen.<br />

Liegt dir der Kurs? Schaffst du es aufs Podest?<br />

Wie schon erwähnt, ich fahr sehr gerne hier. Natürlich ist es immer<br />

mein Ziel, nicht nur hier am <strong>Sachsenring</strong>, so gut wie möglich<br />

abzuschließen. Ein Podestplatz wäre schön, aber dazu braucht es<br />

etwas Glück.<br />

Marcel, nach dem Mahindra-Desaster im letzten Jahr schneiden sich die Mahindra-Maschinen<br />

in diesem Jahr einige Scheiben vom Punktekuchen ab. Ärgerst du dich ein wenig,<br />

nicht dabei sein zu können?<br />

Nein, eigentlich nicht. Ich bin froh, ein so gutes Team gefunden zu haben und fühle mich in dieser<br />

Truppe auch sehr wohl. Dass Mahindra jetzt so weit vorn mitfährt, hätte vor der Saison wohl keiner<br />

erwartet, aber die haben gut gearbeitet. Mein Ziel war immer die Moto2, da bin ich jetzt ja auch<br />

gelandet.<br />

Die letzten Rennen im Jahr 2012 konntest du schon mal die Moto2 Maschinen „ testen „,<br />

im gleichen Team, in dem du jetzt die Weltmeisterschaft bestreitest. Warum läuft es in<br />

diesem Jahr so viel besser? Was macht den Unterschied, Marcel Schrötter oder Kalex?<br />

Ich denke, beides in Kombination ergibt die passende Mischung. Von Anfang an in einem Team zu<br />

arbeiten, ist natürlich schon was anderes als mitten in der Saison einzusteigen.<br />

In den Wintermonaten hörten wir von den Wirren um Marcel Schrötter. Manche Fachzeitschriften<br />

faselten schon vom Ende der Laufbahn. Hast du kein Management? Wer<br />

kümmert sich um deine geschäftlichen Dinge, deine Zukunft?<br />

Natürlich war das eine schwierige Zeit für mich. Durch die ganzen Probleme in den Wintermonaten<br />

konnte ich mich zunächst gar nicht so recht auf meine Hauptaufgaben konzentrieren. Mein neuer<br />

Manager Michael Kories hat mich jedoch in dieser Situation sehr stark unterstützt und mir den Einsatz<br />

für die Saison 2013 mit ermöglicht, wofür ich mich recht herzlich bedanken möchte.<br />

Warum ist für einen Profisportler, in einem Profi-Team kein Geld für die Reisekosten zu<br />

bekommen? Es ist doch lächerlich, dass du dein Auto verkaufen wolltest um die Rennen<br />

bestreiten zu können!<br />

Im Motorradrennsport bringen die Fahrer immer Sponsorengeld mit in die Teams. Das aufzutreiben,<br />

ist nicht immer leicht. Viel Geld aus der Industrie fliest in andere Sportarten. Mir ist es in der<br />

kurzen Zeit nicht gelungen, genügend Sponsoren zu finden, da muss ich dann halt daran denken,<br />

alles einzusetzen, was ich habe. Wenn es sein muß, dann auch den Erlös aus einem Autoverkauf.<br />

Dazu bin ich auch bereit.<br />

Wann fährst du MotoGP? Das ist doch dein Ziel?<br />

Logisch. Das hängt aber von vielen Faktoren ab. Gesundheit, die sportlich Entwicklung, das Geld,<br />

eine riesige Portion Glück - da muss schon alles passen, um in die MotoGP zu kommen. Mein Fokus<br />

liegt jetzt aber erst mal auf der Moto2. Ohne hier Spitzenresultate einzufahren, brauch ich eh über<br />

nichts anderes nachzudenken.<br />

Formuliere doch mal einen Traum,<br />

vielleicht lesen ja auch ein paar einflussreiche<br />

Teamchefs unsere Zeitung.<br />

Ich glaube, dass ein Sportler nur dann<br />

dauerhaft erfolgreich sein kann, wenn er<br />

sich ausschließlich auf seinen Sport konzentrieren<br />

kann. Dazu muss das Umfeld<br />

ruhig, gesichert und professionell arbeiten<br />

können, die Aufgaben- und Arbeitsteilung<br />

muss stimmen, Vertrauen muss da sein.<br />

So was zeichnet Siegermannschaften aus<br />

- da will ich hin.<br />

Marcel - Danke. Gib Gas auf dem <strong>Sachsenring</strong>,<br />

wir freuen uns auf Dich!<br />

Danke Euch, ich gebe mein Bestes und<br />

freue mich auf das tolle Wochenende am<br />

<strong>Sachsenring</strong>.


Name: Toni Elias<br />

Startnummer: 24<br />

Team: Blusens Avintia<br />

Geburtstag: 26.03.1983<br />

Name: Takaaki Nakagami<br />

Startnummer: 30<br />

Team: Italtrans Racing Team<br />

Geburtstag: 09.02.1992<br />

Name: Rafid Topan Sucipto<br />

Startnummer: 97<br />

Team: QMMF Racing Team<br />

Geburtstag: 24.08.1994


Name: Mika Kallio<br />

Startnummer: 36<br />

Team: Marc VDS Racing Team<br />

Geburtstag: 08.11.1982<br />

Name: Pol Espargaro<br />

Startnummer: 40<br />

Team: Tuenti HP 40<br />

Geburtstag: 10.06.1991<br />

Name: Steven Odendaal<br />

Startnummer: 44<br />

Team: Arginano & Gines Racing<br />

Geburtstag: 02.03.1993<br />

68<br />

Name: Scott Redding<br />

Startnummer: 45<br />

Team: Marc VDS Racing Team<br />

Geburtstag: 04.01.1993


Name: Axel Pons<br />

Startnummer: 49<br />

Team: Tuenti HP 40<br />

Geburtstag: 09.04.1991<br />

Name: Danny Kent<br />

Startnummer: 52<br />

Team: Tech3<br />

Geburtstag: 25.11.1993<br />

Name: Mattia Pasini<br />

Startnummer: 54<br />

Team: NGM mobile Racing<br />

Geburtstag: 13.08.1985<br />

Name: Julian Simon<br />

Startnummer: 60<br />

Team: Italtrans Racing Team<br />

Geburtstag: 03.04.1987<br />

69


Name: Mike Di Meglio<br />

Startnummer: 63<br />

Team: JiR Moto2<br />

Geburtstag: 17.01.1988<br />

Name: Yuki Takahashi<br />

Startnummer: 72<br />

Team: IDEMITSU Honda Team Asia<br />

Geburtstag: 12.07.1984<br />

Name: Dominique Aegerter<br />

Startnummer: 77<br />

Team: Technomag carXpert<br />

Geburtstag: 30.09.1990<br />

70<br />

Name: Esteve Rabat<br />

Startnummer: 80<br />

Team: Tuenti HP 40<br />

Geburtstag: 25.05.1989


Name: Jordi Torres<br />

Startnummer: 81<br />

Team: Mapfre Aspar Team Moto2<br />

Geburtstag: 27.08.1987<br />

Name: Ricard Cardus<br />

Startnummer: 88<br />

Team: NGM Mobile Forward Racing<br />

Geburtstag: 18.03.1988<br />

Name: Anthony West<br />

Startnummer: 95<br />

Team: QMMF Racing Team<br />

Geburtstag: 17.07.1981<br />

Name: Louis Rossi<br />

Startnummer: 96<br />

Team: Tech3<br />

Geburtstag: 23.06.1989<br />

71


Text und Interview: Torsten Jähnig<br />

Fotos: Sport1 / Ozan Kutay<br />

Das wäre Eddie nie passiert! Hoch lebe SPORT1?<br />

Eddie Mielke ganz persönlich<br />

72<br />

Eine liebevolle „Abrechnung“ mit den MotoGP -TV-Kommentatoren<br />

oder wie aus Mick Doohan Peter Doohan wurde.<br />

Bevor wir uns hier einige kritische Anmerkungen zur Arbeit unserer Kollegen des Fernsehfunks erlauben,<br />

müssen wir grundsätzlich einige Fragen stellen und/oder sie beantworten helfen.<br />

Finden wir es gut, dass es einen deutschen Sender gibt, der MotoGP fast immer live im Free-TV<br />

überträgt und wollen wir, dass es dabei bleibt? Ist es uns bewusst, dass der Fußballtalk „Doppelpass“<br />

deutlich mehr Menschen vor den TV-Geräten mobilisiert, als die MotoGP-Rennen? Wenn sie alle Fragen<br />

eindeutig mit „Ja“ beantwortet haben, dann lesen sie jetzt bitte aufmerksam weiter.<br />

Die neuen Medien, Facebook, Twitter oder das Internet an sich – Fluch oder Segen? Und was hat diese<br />

ganze Fragerei eigentlich mit dem Motorradrennsport zu tun?<br />

Wir in der <strong>Speed</strong>-Redaktion haben natürlich auch bemerkt, dass es zunehmend kritische bis teilweise<br />

absolut unsachliche, manchmal sogar beleidigende Statements, die Übertragungszeiten der MotoGP-<br />

Trainings sowie der sonntäglichen Rennen betreffend, im Internet zu geben scheint.<br />

Wir haben uns die Mühe gemacht, zu ergründen, welche Kritikpunkte als konstruktiv einzuschätzen<br />

sind und welche in die Rubrik „Geschwätz“ gehören.<br />

Beginnen wir bei den Übertragungszeiten. In der Tat, als die Übertragungsrechte noch bei „Eurosport“<br />

lagen, wurde etwas mehr „live“ gesendet. Etwas mehr vom wichtigen, nämlich den sonntäglichen<br />

Rennen. Das erste freie Training am Freitag und auch am Samstagmorgen – Fehlanzeige! Bei SPORT1<br />

ist man bereit, auch schon am Freitag alles zu übertragen. Also die Gesamtsendezeit betreffend,<br />

kommen wir jetzt eigentlich besser weg. Ja, ich weiß ... Moto3 und Moto2, die Rennen sind nicht<br />

immer „Live“, nun ja… In Spanien und Italien sind sie immer „live“ im TV zu sehen, da sitzen aber<br />

auch Millionen vor dem Schirm! Zudem gibt es die MotoGP ab der nächsten Saison in Italien und<br />

Großbritannien nur im Pay-TV zu sehen. Und nun? Alex Hofmann in spanischer Sprache kommentieren<br />

lassen? Womit wir jetzt endlich beim wichtigsten Teil unseres Beitrags angekommen wären, beim<br />

Kommentatoren-Team von SPORT1: Edgar Mielke & Alex Hofmann. Doch bevor ich mir überhaupt<br />

erlaube, ihre Arbeit zu kommentieren, drehen wir die Uhren um zwanzig Jahre zurück.<br />

Mai 1990. Eine angesehene motorsportliche Fachzeitschrift titelte damals: „ Heinrich, mir graut vor<br />

dir!“ <strong>Der</strong> damalige Kommentator (Name der Redaktion bekannt) der Motorrad-WM-Übertragungen<br />

hatte wohl eine mit nichts zu überbietende Stilblütensammlung live über den Sender gejagt, so dass<br />

sich ein hartgesottener Journalist genötigt sah, diese „Aphorismensammlung“ am darauffolgenden<br />

Dienstag zu veröffentlichen (Zeitschrift liegt der Redaktion im Original vor). Hier nun, zur Erheiterung<br />

unserer Leser, eine Auswahl.<br />

<strong>Der</strong> Herr kommentierte wie folgt: „Schauen wir, wer in der ersten Kurve nach dem Start die beste<br />

Startposition erreicht hat.“ - toll, wer später bremst ist länger schnell.<br />

Über den damaligen Grand Prix Piloten Stefan Prein referierte er so: „Stefan Prein fährt erst seit drei<br />

Jahren Rennen!“, Stefan begann 1983 und war schon 1985 GP-Fünfter. Jetzt wird‘s ja erst richtig lustig,<br />

mir stellen sich die Nackenhaare auf. Aus Doriano Romboni wurde „Romsoni“, aus Mick Doohan<br />

wurde Peter Doohan, aus Stefan Prein ein „Wuppertaler“. Ich kann so schnell gar nicht Stöhnen, wie<br />

der Mann Blödsinn erzählt. Als „Romsoni“ im Rennen die Führung übernahm, hatte er die Pole-Position<br />

inne, obwohl es die nur im Training gibt. In der ersten Runde des Rennens waren 60000 Zuschauer<br />

vor Ort, in der elften Runde 140000. Bei Adi Stadtler und Dirk Raudies verwechselte er die Startnummern<br />

mit dem Ergebnis, Stadtler sei 11. und Raudies 16. geworden. Zu guter Letzt der Hammer, Rolf<br />

Biland & Kurt Waltisberg seien seit 17(!) Jahren ein Paar! Oh Gott, ob diese geballte Ladung Unfähigkeit<br />

wusste, dass beide verheiratet sind und es vorher einen Ken Williams gab?<br />

Eddie, wo bist du? Komm, hilf mir! Vielleicht ist hier der Moment gekommen, jemanden zu Wort<br />

kommen zu lassen, der es am besten einschätzen kann: Kommentator Edgar Mielke, die Stimme der<br />

MotoGP von SPORT1.<br />

Eddie, kennst du Heiner Butz ?<br />

Nein, ich kenne Heiner Butz nicht!<br />

Ist keine Bildungslücke Eddie, der Rennfahrer Heiner Butz wurde frei erfunden und am<br />

20. Mai 1990 auf der Ergebnisliste im 500er Rennen auf Platz 15 geführt. Kennst du die<br />

oben erwähnte Reportage deines Kollegen, auf die sich der Artikel von Günter Wiesinger<br />

bezieht? Deine Meinung dazu? Wer, wenn nicht du, darf ihn kritisieren?<br />

„Ich kenne die Reportage und kenne auch den Kollegen. Aber es liegt mir fern, ihn zu kritisieren.<br />

Damals gab es keine Dorna (Vermarktungsgesellschaft der MotoGP, Anm. d. Redaktion), die sich um<br />

Senderechte und die Auswahl besonders geeigneter, regionaler Sender kümmerte. Ein Sportreporter<br />

war ein Sportreporter! Hatte ein deutscher Fahrer Chancen auf den Sieg, wurde man abkommandiert<br />

und ging auf Sendung. Tat man das ohne Hintergrundwissen, war obige Reportage das Ergebnis.<br />

Trotzdem, kein Vorwurf an den Kollegen. 1991 erhielt ich von der ARD meine ersten Aufträge in<br />

meinem Traumjob, damals als Radioreporter. Helmut G. Müller war mein Vorbild und später mein Ausbilder<br />

beim Fernsehfunk. Ihm wäre sowas nie passiert. Wenn man als Sprecher „On Air“ drückt, egal<br />

ob Fußball, Formel 1, MotoGP oder Synchronschwimmen, ist man ohne Insider-Wissen verloren.“


Eddie, du verfügst unbestritten über ein umfangreiches Fachwissen zum Thema MotoGP,<br />

du hast sehr gute Kontakte in der Szene, kennst viele Fahrer persönlich, du lebst MotoGP!<br />

Warum kommt es bei den Zuschauern manchmal nicht an? Zumindest könnte dieser Eindruck<br />

entstehen, wenn man manche Leserbriefe sichtet.<br />

„Ich habe keine Ahnung, wie jemand, der mir zuhört, auf die Idee kommt, ich hätte keine Ahnung.<br />

Schönes Wortspiel! Aber mal im Ernst: Ich lasse mich gerne kritisieren, aber dann bitte konstruktiv.<br />

Ich arbeite hier in meinem Traumberuf. Ich wollte immer Reporter in einer Motorsportredaktion werden<br />

und habe Angebote anderer Sender abgelehnt, um ‚meinen‘ Sport kommentieren zu können.<br />

Zum besseren Verständnis: Bei Fußball-Übertragungen habe ich weitaus mehr verdient! Ich habe<br />

bekanntlich ein sehr ‚dickes Fell‘, aber es kränkt mich ungemein, wenn ich bei meinem Heim-Grand-<br />

Prix am <strong>Sachsenring</strong> – ja, es ist auch mein HeimGP – einen Galgen sehe, an dem eine Puppe mit<br />

dem Namen ‚Eddie‘ hängt. Manche mögen es lustig finden, ich finde es einfach niveaulos. Das Feedback<br />

der Größen aus der MotoGP-Welt wie Valentino Rossi, Jorge Lorenzo oder Stefan Bradl ist ein<br />

willkommener Ausgleich. Vielleicht sollte ich hier die Gelegenheit nutzen, SPORT1 danke zu sagen<br />

– oder glaubt jemand, dass es eine Alternative für die Übertragung der MotoGP in Deutschland gibt?<br />

Welcher Sender würde täglich zwischen drei und sechs Stunden „Live“ Motorradsport senden? ARD?<br />

ZDF? RTL? SPORT1 ist ‚Gold‘ für den Motorradsport.“<br />

Mit welchen Erwartungen hast du im Jahr 2009 den Job bei SPORT1 angenommen? Wenn<br />

ich mich richtig erinnere, hast du doch damals die MotoGP Rennen bei RTL noch gemeinsam<br />

mit Katja Pönsgen kommentiert.<br />

Mit große Erwartungen. Bisher haben sich auch alle erfüllt, im Gegensatz zu meinem vorherigen<br />

Arbeitgeber. Ja, Katja war für die Zeit bei RTL meine Kollegin. Sie ist eine sehr nette und hübsche Erscheinung,<br />

ist aber nach meiner Einschätzung hinter der Verkleidung eines Motorrades besser aufgehoben<br />

als hinter einem Mikrofon. Mein jetziger ‚Partner‘, Alex Hofmann hat für die TV-Berichterstattung<br />

eine Begabung: In kürzester Zeit hat er sich ein perfektes Verhalten vor der Kamera angeeignet<br />

– auch ohne Helm. Über seine Fremdsprachenkenntnisse müssen wir nicht mehr reden, oder? Alex<br />

ist mein Freund, ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Das SPORT1-MotoGP Übertragungsteam überhaupt:<br />

Aufnahmeleiterin Barbara Petzinger, Filmemacher Stefan Bohlen, Sendeleiter Thomas Kraus,<br />

die Techniker – alle finden die MotoGP geil. Andere Sender haben vielleicht mehr Geld – wir haben<br />

Teamspirit! Ich kann mich an einen Sendeleiter erinnern, der sich schon um 9:30 Uhr beschwert hat,<br />

dass die Motorräder zu laut sind.<br />

Bist du auch der Meinung, dass viele TV-Zuschauer ihren berechtigten Frust, wegen der<br />

manchmal fehlenden „Live“ - Übertragung von Moto2 und Moto3 am Rennsonntag, am<br />

Kommentator auslassen? Nutze die Chance, erkläre den Lesern, warum sie am Sonntag<br />

erst nach dem „Gänsebraten“ dran sind.<br />

„Ich stehe zu meiner Aussage, dass es noch nie ein geileres Format der Moto GP in Deutschland<br />

gegeben hat als in diesem Jahr auf SPORT1. Wir haben eine eigene Regie, eigene Kameras, Kommentatoren<br />

vor Ort. Bitte meine Kollegen von Eurosport fragen, aus welchem Studio sie über die<br />

Superbike-WM berichten. Ich behaupte sogar, dass einige unserer deutschen Helden des Jahres 2013<br />

eventuell nicht mehr fahren würden, wenn SPORT1 nicht bei der Sponsorensuche behilflich gewesen<br />

wäre. Das aktuellste Beispiel ist Marcel Schrötter. Marcel wollte seinen privaten PKW verkaufen, um<br />

die Reisekosten finanzieren zu können. SPORT1 berichtete und vermittelte einen Sponsor. Ab sofort<br />

übernimmt ein Reisebüro alle Reisekosten des Moto2- Piloten.<br />

Eddie Mielke ganz persönlich<br />

von vielen Fahrern und Insidern für sein Wissen geschätzt -<br />

Eddie Mielke im Gespräch mit MotoGP Superstar Valentino Rossi<br />

73


Eddie Mielke ganz persönlich<br />

Eddie Mielke mit seinem Kollege Alex Hofmann in der Kommentatorenkabine<br />

Nicht nur Fun, sondern auch Knochenjob!!!<br />

Nachdem der „Meister“ höchstpersönlich gesprochen hat, weiß ich gar nicht so richtig, ob ich jetzt<br />

noch „draufhauen“ darf. Ich glaube fast, dass ich mich grundsätzlich den Worten von Eddie anschließen<br />

muss, obwohl ich es anfangs gar nicht wollte.<br />

Nachdem ich das Interview mit Eddie im „Kasten“ hatte, begann eine kontroverse Debatte in der<br />

Redaktion – bis 1:00 Uhr nachts. Welten prallten aufeinander! Was erwartet ein Zuschauer und<br />

Fan der MotoGP von der Übertragung der Rennen? Welche Eigenschaften sollte ein Berichterstatter<br />

mitbringen und bis zu welchem Punkt sind wir bereit, individuelles Entertainment, wie von Eddie<br />

praktiziert, zu „ertragen“? Nach einem letzten, klärenden Gespräch am Morgen, waren wir uns einig.<br />

Ja, wir wollen eine charakteristische, deutsche Stimme der MotoGP, „The German Voice of MotoGP“!<br />

Wenn man mir einen besseren Kommentator nennt, kann man ja darüber nachdenken. Es möge jetzt<br />

bitte keiner auf die Idee kommen, die Namen der Reporter vom „umgefallenen Tor“ während einer<br />

Fußballreportage in die Liste der möglichen Kandidaten aufzunehmen. Das „Gesabber“ höre ich mir<br />

nicht an, auch wenn sie einen Ehrenpreis am Ende des Jahres für diese Leistung erhalten haben. Man<br />

kann ja Eddies Stimme mögen oder auch nicht, aber ihr Entertainment-Qualitäten abzusprechen,<br />

wäre Frevel. Ich finde die Mischung ist gar nicht so schlecht, Alex der Ex-Rennfahrer, der von allen<br />

Piloten besonders respektiert wird und somit an die neuesten Infos kommt, das Sprachgenie – ich<br />

sitze immer ehrfürchtig vor dem TV und denke an mein „Babydeckenenglisch“ – und der Entertainer<br />

Edgar Mielke. Quasi könnte man sagen: Die Schöne und das … ! Nee, das sage ich jetzt nicht, sonst<br />

bin ich wieder der Dumme.<br />

Eddie, die letzten Worte richten wir an dich persönlich. Ein großer deutscher Denker, hat mal von sich<br />

selbst behauptet: „Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit!“ (kleine Textaufgabe für Sportreporter),<br />

etwas Ähnliches gilt für dich: Du bist kein Kommentator, du bist die MotoGP! Nur einen Gefallen bist<br />

du uns schuldig: SCHREI NICHT SO AM SONNTAG!<br />

74<br />

Die Truppe von Sport1 garantiert umfassende Berichterstattung - für die Sendezeiten sind Sie nicht verantwortlich!!!


Motorsport Highlights 2013<br />

in Sachsen<br />

Internationales ADAC Autocross Cunewalde<br />

29. / 30.06.2013 EM<br />

eni Motorrad Grand Prix Deutschland<br />

12. – 14.07.2013 WM<br />

Int. ADAC Supermoto Harz-Ring<br />

03. / 04.08.2013 DM<br />

8. Int. ADAC Motorbootrennen Kriebstein<br />

03. / 04.08.2013 WM<br />

Int. 17. ADAC Motocross Thurm<br />

24. / 25.08.2013 DM<br />

SUPERBIKE*IDM am <strong>Sachsenring</strong><br />

07. / 08.09.2013 DM<br />

ADAC MX Masters Jauer<br />

14. / 15.09.2013 ADAC MX Masters<br />

18. ADAC Mini Bike Cup Rennen am <strong>Sachsenring</strong><br />

14. / 15.09.2013 ADAC Cup<br />

51. Internationales Frohburger ADAC Dreieckrennen<br />

21. / 22.09.2013 IRRC<br />

ADAC Autocross Offroad Arena Matschenberg<br />

28. / 29.09.2013 DM<br />

Int. ADAC Enduro Rund um Zschopau<br />

12.10.2013 DM<br />

18. Int. ADAC Supermoto Großenhain<br />

12. / 13.10.2013 DM<br />

www.facebook.com/Sachsenmotorsport<br />

75


Startfeld Moto3 <strong>Sachsenring</strong> 2013<br />

76<br />

Startnummer Name Nation Team Bike<br />

3 Matteo Ferrari ITA Ongetta-Centro Seta FTR Honda<br />

4 Francesco Bagnaia ITA San Carlo Team Italia FTR Honda<br />

5 Romano Fenati ITA San Carlo Team Italia FTR Honda<br />

7 Efren Vazquez SPA Mahindra Racing Mahindra<br />

8 Jack Miller AUS Caretta Technology-RTG FTR Honda<br />

9 Toni Finsterbusch GER Kiefer Racing Kalex KTM<br />

10 Alexis Masbou FRA Ongetta-Rivacold FTR Honda<br />

11 Livio Loi BEL Marc VDS Racing Team Kalex KTM<br />

12 Alex Marquez SPA Estrella Galicia 0,0 KTM<br />

17 John McPhee GBR Caretta Technology-RTG FTR Honda<br />

19 Alessandro Tonucci ITA La Fonte Tascaracing Honda<br />

22 Ana Carrasco SPA Team Calvo KTM<br />

23 Niccolo Antonelli ITA Go&Fun Gresini Moto3 FTR Honda<br />

25 Maverick Vinales SPA Team Calvo KTM<br />

29 Hyuga Watanabe JAP La Fonte Tascaracing Honda<br />

31 Niklas Ajo FIN Avant Tecno KTM<br />

32 Isaac Vinales SPA Bimbo-Ongetta-Centro Seta FTR Honda<br />

39 Luis Salom SPA Red Bull KTM Ajo KTM<br />

41 Brad Binder RSA Ambrogio Racing Suter Honda<br />

42 Alex Rins SPA Estrella Galicia 0,0 KTM<br />

44 Miguel Oliveira POR Mahindra Racing Mahindra<br />

53 Jasper Iwema NED RW Racing GP Kalex KTM<br />

57 Eric Granado BRA Mapfre Aspar Team Moto3 Kalex KTM<br />

58 Juan Guevara SPA CIP Moto3 TSR Honda<br />

61 Arthur Sissis AUS Red Bull KTM Ajo KTM<br />

63 Zulfahmi Khairuddin MAL Red-Bull KTM Ajo KTM<br />

65 Phillipp Oettl GER Tec Interwetten Moto3 Kalex KTM<br />

66 Florian Alt GER Kiefer Racing Kalex KTM<br />

77 Lorenzo Baldassarri ITA Go&Fun Gresini Moto3 FTR Honda<br />

84 Jakub Kornfeil CZE Redox RW Racing GP Kalex KTM<br />

89 Alan Techer FRA CIP Moto3 TSR-Honda<br />

94 Jonas Folger GER Mapfre Aspar Team Moto3 Kalex KTM<br />

99 Danny Webb GBR Ambrogio Racing Suter Honda<br />

Partner des Teams<br />

penz13.com<br />

T-Shirt limited Edition vorn:<br />

Rico Penzkofer,<br />

Cameron Donald<br />

hinten: Streckenverlauf TT<br />

incl. coolem Penz13<br />

TT-Sticker nur 24,95 Euro!!<br />

Begrenzte Auflage,<br />

Grössen S bis XXXL<br />

Wir sind auf dem <strong>Sachsenring</strong><br />

an den bekannten Plätzen<br />

mit drei Ständen vertreten:<br />

an der Goldbachstraße,<br />

am alten Start/Zielturm, am<br />

Eingang von der B180 - Ihr<br />

werdet uns finden!<br />

Wenn nicht:<br />

micksmodelhouse.de<br />

Das Team von penz13.com<br />

v. l. Steven Michels, Herve<br />

Ganter, Steve Mercer,<br />

Rico Penzkofer zusammen<br />

mit Armin Riedel, Chef von<br />

Micks Model House. oben:<br />

Wheelie Conny


OFFICIAL SUPPLIER<br />

Moto2 & Moto3<br />

JACK MILLER<br />

PHILIPP ÖTTL<br />

JOHN MCPHEE<br />

FLORIAN ALT<br />

Toni Finsterbusch<br />

RANDY KRUMMENACHER<br />

DOMINIQUE AEGERTER


Punktetabelle Moto3 Saison 2013<br />

1. Losail<br />

2. Austin<br />

3. Jerez<br />

4. Le Mans<br />

5. Mugello<br />

5. Barcelona<br />

Zwischenstand<br />

6. Assen<br />

7.<strong>Sachsenring</strong><br />

8. Indianapolis<br />

9. Brünn<br />

3 Matteo Ferrari<br />

4 Francesco Bagnaia<br />

5 Romano Fenati 1 7 9 1 18<br />

7 Efren Vazquez 6 2 8 11 27<br />

8 Jack Miller 10 4 6 9 29<br />

9 Toni Finsterbusch<br />

10 Alexis Masbou 2 8 6 7 4 8 35<br />

11 Livio Loi 1 1<br />

12 Alex Marquez 13 11 11 13 48<br />

17 John McPhee 5 5 10<br />

19 Alessandro Tonucci 2 2<br />

22 Ana Carrasco<br />

23 Niccolo Antonelli 9 9<br />

25 Maverick Vinales 20 20 25 25 16 16 122<br />

29 Hyuga Watanabe<br />

31 Niklas Ajo 7 1 10 8 26<br />

32 Isaac Vinales 3 6 3 5 17<br />

39 Luis Salom 25 16 20 16 25 25 127<br />

41 Brad Binder 4 7 13 8 2 4 38<br />

42 Alex Rins 16 25 20 20 20 101<br />

44 Miguel Oliveira 9 11 13 10 43<br />

53 Jasper Iwema 3 2 1 6<br />

57 Eric Granado 7 7<br />

58 Juan Guevara<br />

61 Arthur Sissis 8 4 4 3 6 25<br />

63 Zulfahmi Khairuddin 10 9 9 5 7 40<br />

65 Philipp Oettl 1 1<br />

66 Florian Alt<br />

77 Lorenzo Baldassarri<br />

84 Jakub Kornfeil 6 11 10 27<br />

89 Alan Techer 3 3<br />

94 Jonas Folger 11 13 16 13 10 63<br />

99 Danny Webb 5 5 3 2 15<br />

78 ABO UNTER WWW.


3 Matteo Ferrari<br />

4 Francesco Bagnaia<br />

5 Romano Fenati<br />

7 Efren Vazquez<br />

8 Jack Miller<br />

9 Toni Finsterbusch<br />

10 Alexis Masbou<br />

11 Livio Loi<br />

12 Alex Marquez<br />

17 John McPhee<br />

19 Alessandro Tonucci<br />

22 Ana Carrasco<br />

23 Niccolo Antonelli<br />

25 Maverick Vinales<br />

29 Hyuga Watanabe<br />

31 Niklas Ajo<br />

32 Isaac Vinales<br />

39 Luis Salom<br />

41 Brad Binder<br />

42 Alex Rins<br />

44 Miguel Oliveira<br />

53 Jasper Iwema<br />

57 Eric Granado<br />

58 Juan Guevara<br />

61 Arthur Sissis<br />

63 Zulfahmi Khairuddin<br />

65 Philipp Oettl<br />

66 Florian Alt<br />

77 Lorenzo Baldassarri<br />

84 Jakub Kornfeil<br />

89 Alan Techer<br />

94 Jonas Folger<br />

99 Danny Webb<br />

11. Silverstone<br />

12. Misano<br />

13. Aragon<br />

14. Sepang<br />

15. Philip Island<br />

.SPEED-VERLAG.DE<br />

16. Motegio<br />

17.Valencia<br />

Gesamtpunkte<br />

Punktetabelle Moto2 Saison 2013<br />

79


80<br />

Dirk, der Heim Grand Prix am <strong>Sachsenring</strong> steht ins Haus. Was erwartest<br />

Du von Deinen Fahrern?<br />

Erst einmal wollen wir noch die zwei Rennen in Barcelona und Assen bis zum<br />

<strong>Sachsenring</strong> auf dem derzeitigen Leistungslevel über die Bühne bringen. Zum<br />

<strong>Sachsenring</strong>, da hoffe ich, dass von aussen nicht ganz so viel Druck auf das<br />

Team zukommt. Wir wissen, was es heisst, Druck und Erwartungen ausgesetzt<br />

zu sein, besonders, weil es zur Zeit eben so gut läuft. Wenn wir ein ähnliches<br />

Resultat einfahren, wie es Jack Miller im vorigen Jahr gelang (Anm.: 4. Platz<br />

Moto3), wäre das schon schön – obwohl das sicher schwer wird.<br />

<strong>Der</strong> Saisonstart war für euch nicht ganz einfach, am Anfang lief es<br />

nicht so ganz gut. Warum jetzt? Was habt ihr denn an den Maschinen<br />

verändert, was mit den Fahrern gemacht?<br />

Fangen wir mal bei den Fahrern an, das ist einfacher. Wir sind mit zwei „No-<br />

Name-Fahrern“ gestartet, die im Prinzip in den letzten zwei Jahren kaum was<br />

zeigen konnten. Wir als Team sind natürlich schon darauf aus, solchen Fahrern<br />

eine Perspektive zu bieten und sie eben aufzubauen. Das ist kein Hexenwerk.<br />

Man muss sich nur ab und zu mal an die Rennstrecke stellen und schauen, wie<br />

sich wer auf dem Motorrad benimmt. Da kann man dann doch schon relativ<br />

schnell erkennen, ob ein gewisses Talent vorhanden ist oder nicht. Ich denke,<br />

dass unsere Wahl mit John McPhee und Jack Miller richtig war. Beide sind jung,<br />

hoch motiviert und haben den nötigen Biss und den Willen, auf der Piste was zu erreichen. Deswegen<br />

scheuten wir uns auch nicht, nach dem Weggang von Sandro Cortese letztes Jahr mit Louis Rossi neu zu<br />

beginnen - das war genau so ein Neuling - der hielt sich lange Zeit auf einem sehr guten vierten Gesamtrang.<br />

An Jack Miller sieht man am besten, dass wir die Jungs so weit motivieren können, dass sie selbst in<br />

den Trainings über sich hinauswachsen und die schnellsten KTMs nicht zu fürchten brauchen. Im Rennen ist<br />

das dann schon schwieriger. Die KTM ist leistungsmässig einfach überlegen. Die Motoren sind verplombt,<br />

man darf daran nichts machen, deswegen tun wir uns in diesem Bereich eben schwer. Alles andere haben<br />

wir im Griff, schieben auch immer wieder Neues nach. Für Barcelona sind einige Änderungen geplant, für<br />

Assen auch und dann hoffen wir, dass der neue Motor von Honda bis zum <strong>Sachsenring</strong> da ist, damit wir<br />

dann ein Motorrad da stehen haben, wie wir es eigentlich am Anfang der Saison schon gerne gehabt hätten.<br />

Bis zum <strong>Sachsenring</strong> planen wir schon noch einige Veränderungen, die natürlich ins Geld gehen und<br />

uns auch personell voll fordern. Am <strong>Sachsenring</strong> wollen wir dann endlich das perfekte Motorrad haben. Von<br />

unseren Fahrern kommt immer wieder das gleiche Feedback: Das Bike ist Spitze, das Fahrwerk ist klasse,<br />

es fehlt einfach an der Motorleistung. Und daran können wir selbst leider nichts ändern. Es ist verboten,<br />

die Verplombung zu öffnen, und das ist auch gut so. Ansonsten würde das Ganze in einem unendlichen<br />

Tuning enden.<br />

Dirk, gib uns doch mal einen kleinen Abriss über den Werdegang des Racing Team Germany.<br />

Als für mich 2007 feststand, dass ich meine Fahrerkarriere beenden werde, haben wir ein kleines Team<br />

gegründet und einfach mal mit dem Toni Wirsing 2008 in der Europameisterschaft angefangen, ein paar<br />

Wildcard-Rennen in anderen Serien gefahren. 2009 sind wir dann schon in die WM eingestiegen, mit einem<br />

Fahrer in der 125er und einem in der 250er Klasse. Das war Chesaux und nach einem Rennunfall Aoyama<br />

bei den 250ern und mit Iwema bei den 125ern. Gerade Aoyama ist dann permanent in die Punkte gefahren,<br />

so Platz zehn bis fünfzehn. Das war für unsere damaligen Verhältnisse und für ein neues WM-Team schon<br />

sehr gut. So hat sich das Ganze sukzessive aufgebaut. 2010 haben wir dann von der DORNA zwei Plätze in


der 125er und einen in der Moto2 bekommen. Fahrer war dort Arne Tode, der Mitte des Jahres leider durch<br />

Watanabe und ganz zum Schluss durch Morales ersetzt werden musste. In der 125er-Klasse starteten wir<br />

mit Koyama und Kornfeil, hatten eine tolle Saison und dadurch natürlich auch der DORNA gezeigt, zu was<br />

wir fähig sind, wir waren das beste Privatteam. So ging das 2011 weiter, mit Sandro Cortese, bisher sicher<br />

die schönste Saison. Wir haben seinen ersten WM-Sieg überhaupt zusammen eingefahren, sind mit ein<br />

Pech Gesamt-Vierter geworden. Ein wenig mehr Glück und der dritte Platz oder sogar die Vizemeisterschaft<br />

wären drin gewesen. Mit Louis Rossi fuhren wir 2012 im Grossen und Ganzen eine sehr erfolgreiche Saison,<br />

obwohl er zwischendrin nach einigen Stürzen schon ein wenig gestrauchelt ist, sind wir zum Schluss doch<br />

noch mal ganz schön gekommen. In der Saison 2013 kann man jetzt schon sehen, dass wir wieder einen<br />

guten Job machen, Man darf nicht vergessen, dass wir als kleines privates Team mit knapp der Hälfte des<br />

Geldes auskommen müssen, das den Werksteams zur Verfügung steht. Das motiviert immer wieder.<br />

Deine drei Mitgesellschafter, Dr. Uwe Fischer, Bernd Keller und Frank Beierlein, waren die von<br />

Anfang an dabei?<br />

Als wir 2007 die Racing Team Germany GmbH gegründet haben, war ich Hauptgesellschafter, Rolf Uhlig,<br />

Frank Beierlein und Bernd Keller noch dabei, später haben wir ein wenig umstrukturiert. Hautgesellschafter<br />

sind nun ich und Bernd Keller, zusammen mit Frank Beierlein und Dr. Fischer. Herr Uhlig ist ausgeschieden,<br />

nachdem sich seine Enkel Toni Wirsing mehr in Richtung Viertakter orientierte.<br />

Wie muss man sich den die Zusammenarbeit der vier Gesellschafter vorstellen? Gibt es eine<br />

Hierarchie? Wer bestimmt denn was?<br />

Eine Hierarchie gibt es bei uns nicht. Wir arbeiten als Team zusammen. Ob grosse oder kleine Entscheidungen<br />

zu treffen sind – wir setzen oder telefonieren uns zusammen und entscheiden gemeinsam, tauschen<br />

Fakten und Informationen aus. Ich zum Beispiel denke immer noch emotional mehr wie ein Fahrer,<br />

da ist es natürlich gut, wenn man Leute im Hintergrund hat, die die Situation von der wirtschaftlichen Seite<br />

etwas nüchterner betrachten können, einfach auch mal ein paar Sachen hinterfragen. Im Prinzip bereite<br />

ich die organisatorischen Angelegenheiten, das Projekt vor, ich habe mir dazu ein ganz gutes Netzwerk<br />

aufgebaut, dann setzen wir uns zusammen, sprechen das Ganze durch, beleuchten alle Punkte, setzen<br />

unsere Grenzen bessern nach. Die eigene Meinung dazu kund zu tun, ist sehr wichtig und verschiedene<br />

Meinungen zu hören sehr konstruktiv.<br />

Dirk, noch ein paar Worte an unsere Leser und die riesige Fangemeinde am <strong>Sachsenring</strong>?<br />

Es ist jedes Jahr schön, wie ihr als Fans uns bei Sturm, Regen, Hagel und Sonnenschein da draussen die<br />

Treue haltet. Es ist sicher eine wirtschaftlich harte und schwere Zeit, man sieht das an den überall rückläufigen<br />

Zuschauerzahlen. Gerade deswegen ist es wichtig, dass ihr dem <strong>Sachsenring</strong> auch weiterhin die<br />

Treue haltet und so der Welt und der DORNA zeigt, dass dies hier ein Klasse-Event ist, das es verdient,<br />

auch in Zukunft stattzufinden.<br />

Dirk, Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!!<br />

Interview Jack Miller, Moto3-Fahrer des Racing Team Germany<br />

Jack, Du bist nach einer verkorksten Saison 2012 jetzt<br />

im Racing Team Germany gelandet. Wie wohl fühlst Du<br />

Dich da?<br />

Es ist schön hier. Das Motorrad ist gut, ich kann hier so arbeiten,<br />

wie ich will. Wir arbeiten viel an der <strong>Speed</strong>, in den Kurven<br />

ist sie gut, sonst fehlt ein wenig. Aber wir machen grosse<br />

Fortschritte im Team, ich auch als Fahrer, ich bin noch nie so<br />

gut gewesen, wie jetzt. Ich hoffe, es geht so weiter.<br />

Was sind denn Deine Ziele hier beim Heim-Grand-Prix<br />

am <strong>Sachsenring</strong>? Motiviert Dich das zusätzlich?<br />

Ich will natürlich einen besonders guten Job abliefern, gerade<br />

hier, vor all den Fans und den Sponsoren. Ich mag die Strecke<br />

sehr gerne, das ist für mich was Besonderes. Die Leute sind<br />

toll, die Atmosphäre ein der besten in der ganzen Saison. Ich<br />

kann es kaum erwarten, auf dem <strong>Sachsenring</strong> zu fahren und<br />

erfolgreich zu sein. Letztes Jahr hatte ich hier mein bestes<br />

Saisonergebnis und ich hoffe, es dieses Jahr noch ein wenig<br />

besser zu machen.<br />

Wir auch! Was sind denn Deine weiteren Ziele in dieser<br />

Saison?<br />

Ich will mich unbedingt weiterentwickeln. Noch können wir<br />

nicht rausgehen und sagen: Wir gewinnen dieses Rennen!<br />

Wir wollen konstant in die Top-Five. Aber wir machen viele<br />

kleine Schritte, beim Motorrad genauso wie beim Fahrer, so<br />

dass wir sagen können, ok, Platz Fünf muss eigentlich drin<br />

sein, vielleicht sogar noch ein wenig mehr.<br />

Noch ein Wort an die Fans?<br />

Glaubt uns, wir machen für euch den bestmöglichen Job<br />

überhaupt und hoffen, dass ihr ein wenig stolz auf uns seid.<br />

81


Name: Matteo Ferrari<br />

Startnummer: 3<br />

Team: Ongetta-Centro Seta<br />

Geburtstag: 12.02.1997<br />

Name: Francesco Bagnaia<br />

Startnummer: 4<br />

Team: San Carlo Team Italia<br />

Geburtstag: 14.01.1997<br />

Name: Romano Fenati<br />

Startnummer: 5<br />

Team: San Carlo Team Italia<br />

Geburtstag: 15.01.1996<br />

Name: Efren Vazquez<br />

Startnummer: 7<br />

Team: Mahindra Racing<br />

Geburtstag: 02.09.1986<br />

Name: Jack Miller<br />

Startnummer: 8<br />

Team: Caretta Technology RTG<br />

Geburtstag: 18.01.1995<br />

Name: Toni Finsterbusch<br />

Startnummer: 9<br />

Team: Kiefer Racing<br />

Geburtstag: 14.06.1993<br />

Name: Alexis Masbou<br />

Startnummer: 10<br />

Team: Ongetta Rivacold<br />

Geburtstag: 02.06.1987<br />

Name: Livio Loi<br />

Startnummer: 11<br />

Team: Marc VDS Racing Team<br />

Geburtstag: 27.04.1997


Name: Alex Marquez<br />

Startnummer: 12<br />

Team: Estrella Galicia 0,0<br />

Geburtstag: 23.04.1996<br />

Name: John McPhee<br />

Startnummer: 17<br />

Team: Caretta Technology RTG<br />

Geburtstag: 14.07.1994<br />

Name: Alessandro Tonucci<br />

Startnummer: 19<br />

Team: La Fonte Tascaracing<br />

Geburtstag: 23.04.1993<br />

Name: Ana Carrasco<br />

Startnummer: 22<br />

Team: Team Calvo<br />

Geburtstag: 10.03.1997<br />

Name: Niccolo Antonelli<br />

Startnummer: 23<br />

Team: GO&FUN Gresini Moto3<br />

Geburtstag: 23.02.1996<br />

Name: Maverick Vinales<br />

Startnummer: 25<br />

Team: Team Calvo<br />

Geburtstag: 12.01.1995<br />

Name: Hyuga Watanabe<br />

Startnummer: 29<br />

Team: La Fonte Tascaracing<br />

Geburtstag: 23.08.1994<br />

Name: Niklas Ajo<br />

Startnummer: 31<br />

Team: Avant Tecno<br />

Geburtstag: 10.07.1994<br />

85


Name: Isaac Vinales<br />

Startnummer: 32<br />

Team: Ongetta-Centro Seta<br />

Geburtstag: 06.11.1993<br />

Name: Luis Salom<br />

Startnummer: 39<br />

Team: Red Bull KTM Ajo<br />

Geburtstag: 07.08.1991<br />

Name: Brad Binder<br />

Startnummer: 41<br />

Team: Ambrogio Racing<br />

Geburtstag: 11.08.1995<br />

Name: Alex Rins<br />

Startnummer: 42<br />

Team: Estrella Galicia 0,0<br />

Geburtstag: 08.12.1995<br />

Name: Miguel Oliveira<br />

Startnummer: 44<br />

Team: Mahindra Racing<br />

Geburtstag: 04.01.1995<br />

Name: Jasper Iwema<br />

Startnummer: 53<br />

Team: RW Racing GP<br />

Geburtstag: 15.11.1989<br />

Name: Eric Granado<br />

Startnummer: 57<br />

Team: Mapfre Aspar Team Moto3<br />

Geburtstag: 10.06.1996<br />

Name: Juan Francisco Guevara<br />

Startnummer: 57<br />

Team: CIP Moto3<br />

Geburtstag: 19.08.1995


Name: Arthur Sissis<br />

Startnummer: 61<br />

Team: Red Bull KTM Ajo<br />

Geburtstag: 19.06.1995<br />

Name: Zulfahmi Khairuddin<br />

Startnummer: 63<br />

Team: Red Bull KTM Ajo<br />

Geburtstag: 20.10.1991<br />

Name: Philipp Öttl<br />

Startnummer: 65<br />

Team: Tec Interwetten Moto3 Racing<br />

Geburtstag: 03.05.1996<br />

Name: Florian Alt<br />

Startnummer: 66<br />

Team: Kiefer Racing<br />

Geburtstag: 30.04.1996<br />

Carbonteile<br />

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Name: Jakub Kornfeil<br />

Startnummer: 84<br />

Team: Rodex RW Racing GP<br />

Geburtstag: 08.04.1993<br />

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Name: Lorenzo Baldassarri<br />

Startnummer: 77<br />

Team: GO&FUN Gresini Moto3<br />

Geburtstag: 06.11.1996<br />

Tel. 089 / 613 38 93<br />

www.gpr-germany.de<br />

87


International Six Days of Enduro<br />

September 2012<br />

Deutsche Frauen auf Platz 3, Männer auf Platz 9<br />

Die Arbeitsgeräte der Fahrer in Reih und Glied in der Boxengasse.<br />

Schon die Eröffnung der Six Days am <strong>Sachsenring</strong> und im Erzgebirge vom 24. bis zum 29.September<br />

2012 war ein Highlight für die Fans. Insgesamt 36 Länder mit 133 Teams (24 World Trophy<br />

Teams, 19 Junior World Trophy Teams, 7 Women’s Trophy Teams, 79 Club Teams und 4 individual<br />

Riders) und insgesamt 480 Fahrern traten an. Die Deutschen Dennis Schröter, Edward Hübner,<br />

Marco Neubert, Christian Weiß, <strong>Der</strong>rick Görner und Marcus Kehr waren die Piloten, die in der<br />

obersten Kategorie für Deutschland starteten. <strong>Der</strong> Kampf um die FIM World Trophy wird in drei<br />

verschiedenen Klassen ausgetragen:<br />

Enduro1 (E1): 100 – 125 ccm 2 Takt oder 175 – 250 ccm 4 Takt<br />

Enduro2 (E2): 175 – 250 ccm 2 Takt oder 290 – 450 ccm 4 Takt<br />

Enduro3 (E3): 290 – 500 ccm 2 Takt oder 475 – 650 ccm 4 Takt<br />

Heike Petrick, Nina Oppenländer und Sabrina Kauke hießen die deutschen Starterinnen bei den<br />

Frauen. Dazu gesellten sich Bruno Wächtler, Davide von Zitzewitz, Nick Emmerich und Arne Weidemann<br />

bei den Junioren. Ergänzt wurde die deutsche Mannschaft außerdem von zehn Club Teams<br />

mit je drei Fahrern unter der Schirmherrschaft des DMSB, ADAC, MSC Freier Grund/DMV, ADMV<br />

und KTM Deutschland. Die Favoritenrolle fiel den Franzosen zu, sie wurden dem am Ende auch<br />

gerecht. An den ersten beiden Tagen führte die Strecke rund um Stollberg, Auerbach und Zwönitz,<br />

also mitten durchs Erzgebirge. Schon<br />

hier wurde klar, dass die Veranstaltung<br />

mit den Sonderprüfungen in Erlbach,<br />

Thalheim und Zwönitz zu einem vollen<br />

Erfolg werden sollte.<br />

Tag 1: Nach dem ersten Tag führten in<br />

E1 mit Antoine Meo, E2 mit Pierre-Alexandre<br />

Renet und in E3 mit Christophe<br />

Nambotin drei französische Fahrer Zudem<br />

waren es drei französische Spezialisten,<br />

die die drei Sonderprüfungen<br />

des Tages für sich entschieden. 1 und<br />

3 gewann Aubert, Special Test 3 ging<br />

an Renet und 4,5,6 an Meo. Für eine<br />

Überraschung sorgten die Piloten aus<br />

Down Under, die den zweiten Platz einnahmen<br />

- vor Finnland. Das deutsche<br />

Team war gleich am ersten Tag vom<br />

Pech verfolgt. Edward Hübner plagten Probleme mit der Elektronik an seiner Yamaha und Christian<br />

Weiß stürzte, damit war mit Platz 14 nach dem ersten Tag kein Spitzenergebnis mehr zu erwarten.<br />

Bester Deutscher war Marcus Kehr auf Platz 11 in der E3 und Platz Fünf in der Sonderprüfung<br />

3. Besser erging es der Damenmannschaft. Heike Petricks hervorragenden dritten Platz, Nina<br />

Oppenländers Rang 8 und Sabrina Kaukes 14. Platz sicherten hinter den Französinnen und den<br />

Australierinnen Rang drei. Das Juniorteam landete auf dem elften Gesamtrang. Den besten Start<br />

erwischten hier die Italiener, gefolgt von den Briten auf Platz zwei.<br />

Tag 2: Den zweiten Tag bestimmten mit Meo, Renet und Nambotin erneut die Franzosen in der<br />

Einzelwertung und bauten ihren Vorsprung mit Thain, Fünfter in E1 und Aubert, Zweiter in E2,<br />

in der Gesamtwertung weiter<br />

aus. In den Sonderprüfungen<br />

dominierte der Australier<br />

Toby Price, der sich 1,<br />

5 und 6 sicherte, 2 gewann<br />

Nambotin, 3 Aubert und 4<br />

Renet. Deutschland verbesserte<br />

sich auf Platz elf. Bester<br />

Fahrer war erneut der<br />

Flöhaer Marcus Kehr auf<br />

KTM. Die Damen hielten hinter<br />

Frankreich und Australien<br />

den dritten Rang. Oppenländer<br />

fiel aus, doch Heike Bruno Wächtler und Eddi Hübner sorgten für Stimmung an der Strecke.<br />

Das waren die Six Days 2012<br />

89


Das waren die Six Days 2012<br />

90<br />

Petrick und Sabrina Kauke holten die Kohlen<br />

aus dem Feuer. In der Junior Trophy ging es<br />

bei den Deutschen mit Platz 9 um zwei Ränge<br />

nach vorn. Mann des Tages war Davide von<br />

Zitzewitz, was aber die Leistung der anderen<br />

drei Jungspunde Bruno Wächtler, Nick Emmerich<br />

und Arne Weidemann keinesfalls schmälern<br />

sollte. Die Führung übernahmen damit<br />

die Briten vor den Franzosen und den Amerikanern.<br />

Australien fiel auf Platz vier zurück.<br />

Rund um Zschopau hieß die Königsetappe der<br />

diesjährigen Sechstagefahrt, mit den Sonderprüfungen<br />

in Erlbach, Venusberg, Börnichen<br />

und Zschopau. Das Streckenlayout ließ für die<br />

Fans keine Wünsche offen, eine einmaliges Erlebnis.<br />

Tag 3: In der Einzelwertung waren mit Meo,<br />

Renet, Aubert und Nambotin die ersten vier<br />

Plätze belegt. Streichzeit der Franzosen an<br />

Guillaume - Achter in E3 - WAHNSINN!!! Mit<br />

Juha Salminen schied wohl einer der bekanntesten<br />

Piloten im Tross der Six Days aus.<br />

Nachdem der Finne schon einen Tag zuvor mit<br />

Problemen an der Elektronik seiner Maschine<br />

zu kämpfen hatte, stellten sich nun neue am<br />

Motor ein. Die erste Sonderprüfung des Tages<br />

gewann der Australier Daniel Milner, bevor mit<br />

Mathias Bellino erneut ein Franzose, diesmal<br />

einer der Junioren, in Special Test 2 zuschlug.<br />

Renet sicherte sich 3 und der Spanier Bernardez<br />

4, gefolgt von Marcus Kehr, Rückstand nur<br />

0,94 Sekunden. 5, 6 und 7 Meo, 8 der Finne<br />

Eero Remes. Deutschland verbesserte<br />

sich in der Nationenwertung auf<br />

Platz zehn. Vorn setzte sich Frankreich<br />

mit einem Vorsprung von 18:39,92<br />

Minuten vor Verfolger Australien und<br />

Italien weiter ab. Bei den Damen fuhr<br />

Heike Petrick an diesem Tag hinter der<br />

Französin Ludivine Puy die zweitbeste<br />

Zeit. In der Addition der Gesamtzeiten<br />

machte Deutschland damit 2 Minuten<br />

auf Australien gut. Die Französinnen<br />

hatten da schon knapp vierzig Minuten<br />

Vorsprung. In der Junior-Trophy büßten<br />

die Briten ihren Vorsprung von 38 Sekunden<br />

ein und verloren somit auch die<br />

Gesamtführung an die Franzosen. Auf<br />

dem Vormarsch aber auch das deutsche<br />

Quartett. Mit einer Top-Mannschaftsleistung<br />

und sicherten sich damit den vorläufigen<br />

achten Rang.<br />

Tag 4: Nach drei Tagen Trockenheit<br />

hatte über Nacht Regen eingesetzt.<br />

Doch auch jetzt ließen sich die Franzosen<br />

nicht die Butter vom Brot nehmen.<br />

Bestzeit in E1 an Meo vor Remes (FIN)<br />

und Thain (FRA), E2 an Aubert vor Salvini<br />

(ITA) und Duvall (USA), E3 und Tagesbestzeit<br />

an Nambotin vor Ljunggren<br />

(SWE) und einem stark auftrumpfenden<br />

Marcus Kehr, der damit in der E3-Gesamtwertung<br />

auf Platz vier vorrückte.<br />

In den Sonderprüfungen waren es lediglich<br />

Ljunggren und Mullins (USA),<br />

die den Jungs aus Frankreich an diesem<br />

Tag in die Quere kamen. Zweiter bleibt<br />

Australien mit nunmehr schon 32 Minu-


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Das waren die Six Days 2012<br />

92<br />

ten Rückstand, Dritter Italien vor den<br />

Finnen auf Platz vier. Spanien fällt einen<br />

Platz zurück auf fünf, Schweden um einen<br />

nach vorn auf sechs, die Amerikaner<br />

büßen weiter Boden ein und fallen<br />

von fünf auf sieben. Die deutsche Trophy-Truppe<br />

rückt unterdessen mit Platz<br />

neun in den einstelligen Bereich vor.<br />

Teambestzeit an Marcus Kehr vor Eddi<br />

Hübner, <strong>Der</strong>rick Görner, Dennis Schröter<br />

und Christian Weiß. Streichzeit Marco<br />

Neubert. In der Zeitenliste zeigt sich<br />

ein Rückstand von nur gut drei Minuten<br />

auf die achtplatzierten Tschechen aber<br />

auch nur ein hauchdünner Vorsprung<br />

auf Verfolger Schweden (30 Sek). In der<br />

Women’s Trophy zogen die Damen an<br />

Australien auf Platz zwei vorbei. Heike<br />

Die Erstplatzierten aller Trophy-Klassen auf einem Bild.<br />

Petrick zeigte mit der zweitbesten Zeit<br />

des Tages, was in ihr steckt. Die französischen Damen konnten sich an der Spitze weiter absetzen.<br />

In der Junior Trophy ging es für Deutschland einen Platz nach hinten, wieder auf neun. An der<br />

Spitze war es zwischen den Franzosen, die am Ende des Tages mit hauchdünnem Vorsprung von<br />

25 Sekunden vor den Briten und gut zwei Minuten vor den Amerikanern ankamen, richtig eng. Die<br />

Tagesbestzeit ging mit 1:05.26,87 Stunden an den Amerikaner Thaddeus Duvall. Zum Vergleich:<br />

der beste Deutsche Davide von Zitzewitz fuhr eine Zeit von 1:10.17,11 Stunden.<br />

Tag 5: Das gewohnte Bild. Antoine Meo war Schnellster in der E1-Wertung, gefolgt von Milner<br />

und Remes. Bester Deutscher Hübner auf Rang 11. E2 gewann Renet, vor Landsmann Aubert und<br />

dem Amerikaner Mullins. Bester Deutscher Neubert auf Position 21. In E3 fuhr Marcus Kehr hinter<br />

Christophe Nambotin auf einen umjubelten zweiten Platz, gefolgt vom Finnen Eero Remes. Die<br />

acht gefahrenen Sonderprüfungen entschieden in der Reihenfolge Brown (USA), Nambotin (FRA),<br />

Mullins (USA), Milner (AUS), Meo (FRA) und erneut Nambotin, Meo und Milner für sich. Nichts<br />

Neues von der Damenfront. Frankreich stellt mit Puy erneut die Schnellste des Tages und zieht<br />

in der Teamwertung weiter davon. Dahinter Deutschland vor Australien. Für die Junioren ging es<br />

am vorletzten Tag nochmals einen Platz nach hinten. Schweden übernahm mit Albin Elowson,<br />

Oliver Nelson und Lars Lofgren den neunten Platz der Deutschen, bei denen erneut von Zitzewitz<br />

die schnellste Zeit erzielte und sich damit fürs Finale in die schnellste Gruppe qualifizierte. An der<br />

Spitze Frankreich vor Großbritannien und den USA.<br />

Tag 6: Das Finale mit Supermoto-Charakteristik<br />

Mehr als 20.000 Zuschauer verfolgten das Finale der SixDays am <strong>Sachsenring</strong> und der Tag hielt<br />

was er versprach, denn diesmal waren auch die Fahrkünste auf Asphalt gefragt. <strong>Der</strong> Anteil Asphalt<br />

– Gelände war lag bei der 1,8 Kilometer langen Runde bei etwa 50:50. Die Regularien waren folgende:<br />

Pro Rennen gingen maximal 30 Teilnehmer an den Start, die entsprechend den gefahrenen<br />

Zeiten und Klassen vom Vortag geordnet wurden. Die besten Fahrer starteten am Schluß.<br />

Tag 6: Ab 10.00 h begannen Clubfahrer, danach folgten die Damen und im Anschluss die Tropy-Enduro-Klassen.<br />

Deutschland konnte sich hier mit Ralf Scheidhauer, Stefan Geyer in der Clubwertung<br />

und mit Davide von Zitzewitz in der E2-Klasse über drei Laufsiege freuen. Edward Hübner (E1)<br />

wurde in seiner Gruppe Zweiter, mit der insgesamt fünftbesten Zeit des Tages. Die erreichte auch<br />

<strong>Der</strong>rick Görner in der E3. Junior Bruno Wächtler (E1) erging es nicht so gut. Er musste mit seiner<br />

KTM recht unsanft zu Boden. Unter Schmerzen hob er die Maschine auf und fuhr sein Rennen zu<br />

Ende. Marcus Kehr, der 16. in der Tageswertung wurde, verlor den vierten Platz in der Gesamtwertung<br />

noch an Aigar Leok aus Estland. Am Ende stand für die deutsche Trophy-Mannschaft der<br />

neunte Gesamtrang und für die Junioren der zehnte. Jubel hingegen bei den deutschen Damen.<br />

Heike Petrick und Sabrina Kauke fuhren ein cleveres letztes Rennen und hielten sich aus allen<br />

Scharmützeln raus. Jubel über Platz zwei hinter Australien. Die großen Abräumer jedoch waren<br />

die Franzosen. In allen drei Gesamt- und Einzelwertungen standen sie ganz oben auf dem Treppchen.<br />

Titelverteidiger Finnland schaffte es gerademal auf Platz fünf, wobei der Ausfall von Juha<br />

Salminen sicherlich schwer ins Gewicht fiel. Nicht weniger enttäuscht zeigten sich die Spanier mit<br />

Platz sechs. Für eine Überraschung hingegen sorgten die Australier und Engländer. Verwiesen die<br />

Jungs aus Down Under in der World Trophy<br />

den Mitfavoriten Italien auf Platz drei, so<br />

schafften es die Damen hinter Deutschland<br />

ebenfalls aufs Treppchen. Die Junioren aus<br />

England feierten vor den USA Platz zwei.<br />

Eine rundum gelungene Veranstaltung ging<br />

am 29. September 2012 bei strahlendem<br />

Sonnenschein zu Ende – der <strong>Sachsenring</strong><br />

hatte sich auch bei der „Schlamm-Fraktion“<br />

seinen Platz erobert.


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