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BoxSport WAHNSINN! Russen ködern Klitschko (Vorschau)

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Boxsport . Mai 2013

Nr. 5 . Mai 2013 . € 4,20 . spanien € 5,30 . Österreich € 4,85 . Schweiz sfr. 8,40

www.box-sport.de

89. Jahrgang 1882

sport

DAS MAGAZIN: alles Über PROFIS UND AMATEURE

Europameister Jürgen Brähmer

knockte Tony Averlant aus

Nach seinem Leberhaken-K.o.

So wird Brähmer wieder

Weltmeister

Skandal-Urteil

gegen Culcay

Wladimir Klitschko muss seine

WM-Titel in Moskau gegen

Alexander Povetkin

verteidigen.

Ersteigert

haben den

Kampf

Promoter

Hrunov und

Oligarch

Ryabinsky

WM-Kampf gegen Povetkin am 31. August in Moskau

Dirk Dzemski

Die neue Trainer-Rakete

WAhnsinn! Russen

ködern Klitschko

mit 17,2 Mio. Dollar

Arthur Abraham

7Arthur Abraham und Fritz Sdunek im Interview

EM-Vorschau: DBV erwartet zwei Medaillen

Alles über die U19-Jugend-Meisterschaften

Hanau nach dem Aufstieg: Greifen Velbert an 3

Hanau-Präsident Ulrich Bittner


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Hans Reski

Wegner: Sorgen mit den Paradepferden

Klitschko: Dollar-Regen aus Moskau

„Der Ruhm lässt keinen Menschen unberührt.

Er hat einige zerstört und andere verkrüppelt.“

Diesen Spruch eines unbekannten Amerikaners

liest Ulli Wegner an jedem zweiten Tag seinen Boxern

vor.

Der am 26. April 71 Jahre alte gewordene Boxtrainer

will sie warnen, die jungen Sportler, die schnell zu

Ruhm und Reichtum gekommen sind. Sicherlich schon

mehrmals haben seine Paradepferde Arthur Abraham

und Marco Huck diesen Spruch gehört. Vor allem sie

sollten laut Wegner dem Schicksal danken, denn sie

sind ohne große Ausbildung in den Sport-Olymp geschossen,

Weltmeister und Millionäre geworden. Ihrer

Schlagstärke und ihrer Raffinesse haben sie es zu verdanken,

aber auch ihrem eisenharten Trainer, der sie

immer wieder antrieb,

pushte und vor der Aufgabe

bewahrte.

Roland Bebak, Manager

von Felix Sturm und

bestimmt kein feuriger

Anhänger der rustikalen

Art des Altmeisters, sagte

mal: „Es ist nicht alles

gut, was Ulli macht, aber

er treibt wie kein anderer

seine Boxer nach vorn

und holt das letzte aus

ihnen heraus.“

Nach seinem Jubiläumsjahr

2012 mit einer grandiosen

Fete zu seinem

70. Geburtstag ist das Jahr 2013 bisher ein wahres

Seuchen-Jahr für Wegner. Die Paradepferde Huck

und Abraham laufen dem General aus der Spur. Dazu

kommen die Verletzungssorgen mit den Musterschülern

Hernandez und Helenius. Zwei weitere, nämlich

Britsch und Gutknecht, werden nach Wegners Meinung

von der Stallregie falsch eingeschätzt.

Aber Wegner, der alte Seemann, glaubt, dass er bald

wieder in ruhigeren Gewässern fahren kann. Solange

er die Pratzen noch halten kann, will er weitermachen.

Schließlich läuft sein Vertrag noch drei Jahre

und er ist überzeugt, dass er in dieser Zeit auch seine

Enfants terribles wieder auf den Boden der Tatsachen

zurückführen wird.

2013 war bisher für das gesamte deutsche Profiboxen

ein eher mageres Jahr. Die großen Kracher haben wir

bisher noch nicht erlebt. Das änderte sich schlagartig

am Dienstag, dem 23. April, als in Panama eine Bombe

platzte. Bei der Versteigerung der WBA für den WM-

Kampf von Wladimir Klitschko und Alexander Povetkin

legte der Russe Vlad Hrunov einen Umschlag im

Wert von 23,23 Millionen Dollar auf den Tisch. Das

bedeuten allein 17,2 Millionen für Wladimir, die ihm

als Superchampion zustehen.

Der dreifache Weltmeister muss sich langsam wie

Dagobert Duck fühlen, nachdem er schließlich schon

einige Millionen für den Kampf gegen Pianeta und

den Werbevertrag mit dem Jeans-Hersteller H.I.S einstecken

konnte.

Rätselraten herrscht in der Branche, wie die russischen

Oligarchen diesen Wahnsinns-Coup refinanzieren

wollen. Vielleicht haben sie einen Business-

Plan, vielleicht gönnen

sie sich auch nur eine

Box-Party zum Geburtstag,

die sie aus der Portokasse

bezahlen können.

Was für den deutschen

Boxfan am wichtigsten

ist: Welcher TV-Sender

überträgt den Fight? Ich

vermute, der Kampf wird

bei RTL zu sehen sein.

Bei der ARD glaubt man

nicht, dass es dafür die finanziellen

Möglichkeiten

gibt. Dies ließ der ARD-

Sportkoordinator Axel

Balkausky schon durchblicken.

Möglich ist aber auch, dass der Bezahlsender

Sky in dieses Geschäft einsteigt wie weiland beim Duell

der britischen Bösewichte Haye und Chisora. Dies

wird sich alles in den nächsten Wochen entscheiden.

Man sollte auf jeden Fall den 31. August schon mal

fürs Boxen „live aus Moskau“ reservieren.

Der nächste BoxSport erscheint wegen des WM-Fights

von Marco Huck gegen Ola Afolabi in Berlin und der

EM im olympischen Boxen in Minsk erst am 13. Juni

– dann allerdings als Doppelausgabe mit 84 Seiten.

Aber erstmal viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe.

BoxSport

3


INHALT

Namen, Nachrichten, Termine............................................. 6

Brähmer bereit für WM gegen Cleverly............................... 8

Skandal-Urteil bei Culcay-Kampf....................................... 10

Firat Arslan schon fit für WM-Kampf................................. 11

Siege für Kölling und Zeuge – Pleite für Dirks................... 12

Trainer Banks bei Klitschko eine Bank............................... 14

Marcos Nader ist Österreichs neuer Box-Held.................. 41

Ina Menzer: Abschied im Hockey-Stadion......................... 42

Ex-Playboy-Model keine Gegnerin für Cecilia Braekhus.... 43

Christina Hammer erobert die nächste Gewichtsklasse.... 44

Trotz Sieg: Andreas Sidon boxt weiter............................... 46

Wird Macao das neue Las Vegas?..................................... 48

23,23 Millionen Dollar für Klitschko-Povetkin................... 16

Weltmeister Cleverly zu clever für Krasniqi....................... 18

Dzemski die neue Trainer-Rakete....................................... 20

Steinforth: Aufstieg auch ohne großen TV-Sender ........... 23

Das große Interview mit Arthur Abraham.......................... 24

Endet mit Huck gegen Afolabi Wegners Seuchen-Jahr?... 27

Karo Murat kämpft gegen Box-Legende Hopkins.............. 28

Weltmeistermacher Fritz Sdunek redet Klartext................ 30

Die BoxSport-Weltrangliste............................................... 34

Wer gewinnt den Rückkampf: Kessler oder Froch?............ 36

Zeitgleich mit

dem Finale in

der Champions

League steigt am

25. Mai in London

auch ein wahrer

Box-Kracher: Das

Rematch der

beiden Weltmeister

Mikkel Kessler

(links) und Carl

Froch

Seite 36

Martinez vor dem K.o. – Erdei greift wieder an................. 38

Neuer Ausscheidungskampf für Felix Sturm...................... 39

Alle haben Angst vor Gennady Golovkin............................ 40

Olympiasieger Zou

Shiming ist der

erste Box-Held

Chinas. Er soll

nicht der einzige

bleiben. Die Profi-

Promoter drängen

in das riesige Reich,

Macao soll schon

bald das neue Las

Vegas werden

Seite 48

Der DBV rechnet bei der EM mit zwei Medaillen............... 50

World Series: Kasachstan und Ukraine im Finale ............. 52

2. Bundesliga: Seelze souveräner Meister........................ 54

2. Bundesliga: Hanau will jetzt Velbert angreifen.............. 56

U19-Meisterschaften: Perry der Held von Neckarsulm ..... 58

Ergebnisse und Termine..................................................... 60

Aus den Verbänden............................................................ 62

Abraham ehrte den MMA-Champion................................ 64

Lesen Sie nächsten Monat................................................ 66

4 BoxSport


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Namen Nachrichten

Boxen

Im fernsehen

Samstag, 04. Mai 2013, RTL, ca. 22.15 Uhr –

live aus Mannheim – IBF-WBO-WBA-WM

im Schwergewicht: Wladimir Klitschko vs.

Francesco Pianeta

Samstag, 08. Juni 2013, ARD, ca. 22.30 Uhr

– live aus Berlin - WBO-WM im Cruisergewicht:

Marco Huck vs. Ola Afolabi

Ein Prosit auf den 70. Geburtstag: Jürgen Blin stößt mit

seinem Sohn Frank an

Jürgen Blin: 70 Jahre

und kein bisschen müde

n Jürgen Blin rief und alle kamen.

Der frühere Europameister

im Schwergewicht feierte seinen

70. Geburtstag mit rund 100 Gästen

bei seinem Sohn Frank im

Hamburger Hofbräuhaus. Mit

dabei unter anderen Ex-Universum-Boss

Klaus-Peter Kohl. Seine

eigene Kneipe im Hamburger

Hauptbahnhof hat Blin dagegen

nicht mehr. „Sie wollten keinen

Rauch und keinen Alkohol-Geruch

mehr in der Passage“, sagt

Blin, der 40 Jahre lang hinterm

Tresen stand.

Der Ex-Profi treibt noch immer

täglich Sport – es ist ihm

anzusehen. „Ich jogge dreimal

die Woche zwischen sieben und

zehn Kilometer, mache regelmäßig

Treppenläufe. Ich fühle mich

gut in Schuss und habe auch fast

noch mein Kampfgewicht von

rund 85 Kilogramm“, erzählt

Blin. Der Hamburger erfreut sich

bester Gesundheit – im Gegensatz

zu seinem einst übermächtigen

Gegner. Sieben Runden

gegen Muhammad Ali am 26.

Dezember 1971 in Zürich hatten

Blin berühmt gemacht. Blin: „Es

war mein 43. Profikampf, und es

war der einzige Kampf in meiner

Karriere, bei dem ich vorher

wusste, dass ich null Chancen

habe. Nur wenn sich Ali selbst

umgehauen hätte oder über sei-

Mike Tyson kämpft für Jack Johnson

n Der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister

Mike Tyson

hat sich in einer Petition

an US-Präsident Barack Obama

gewandt. Tyson bittet Obama

darin um die Rehabilitierung

der Boxlegende Jack Johnson.

Johnson war zwischen 1908

und 1915 der erste dunkelhäutige

Boxweltmeister im Schwergewicht.

Aufgrund einer rassistisch

motivierten und juristisch

zweifelhaften Anklage war er

1913 zu einer Gefängnisstrafe

verurteilt worden. John Arthur

Johnson, genannt „Jack”, boxte

am 26. Dezember 1908 als erster

Schwarzer um die Weltmeisterschaft

im Schwergewicht gegen

den Kanadier Tommy Burns.

Johnsons eindeutiger Sieg wurde

seinerzeit von vielen weißen

Amerikanern als Schmach

empfunden. Doch Johnson verteidigte

seinen Titel 1910 auch

gegen den zuvor ungeschlagenen

Jim Jeffries, was in den USA

zu schweren Unruhen führte.

1913 wurde Johnson aufgrund

ne flinken Beine

gestolpert wäre,

hätte der Ringrichter

meinen

Arm heben

können. Ali traf

mich mit seiner

Rechten

am

Kinn. Das Ding

schlug ein wie

ein Blitz, die

Knie knickten

mir weg, das

war‘s.“

180.000

Mark „Schmerzensgeld“

bekam Blin damals.

Blin: „Die höchste Börse meiner

Karriere. Aber auch gegen Ali geboxt

zu haben, bleibt unvergesslich

und macht mich stolz. Ihn

aber heute so krank zu sehen,

tut mir sehr weh. Er vegetiert ja

nur noch dahin. Für mich wäre

das kein Leben.“

Airich gewinnt Box-

Turnier in Bulgarien

n Schwergewichtler Konstantin

Airich hat das Bigger‘s-Better-

Turnier von Bulgarien gewonnen.

Der Wahlhamburger setzte

Ex-Weltmeister

Mike Tyson

des „Man Acts” zu einem Jahr

Gefängnis verurteilt. Der „Man

Act” stellte es unter Strafe, mit

einer Frau über Bundesstaatsgrenzen

zu reisen, wenn dies

eine „unmoralische” Beziehung

sei. Als „unmoralisch” wurde

von der Jury Johnsons einvernehmliche

Beziehung mit der

weißen Lucille Cameron gewertet.

„Diese ungerechtfertigte

Verfolgung hat das Andenken

an Jack Johnson beschädigt”,

schrieb Tyson.

Roman Belaev (rechts) war zu stark für

den Argentinier Nelson Pilotti

sich in Varna in insgesamt drei

Kämpfen gegen die Konkurrenz

durch. Im Viertelfinale schlug

Airich den Rumänen Claudiu

George Dinu bereits in der ersten

Runde k.o. Auch der Pole

Wieslaw Kwasnieswki hielt im

Halbfinale nicht länger gegen

den Puncher aus Deutschland

durch. Im Finale schließlich

zeigte Airich, dass er nicht nur

hauen kann. Den Griechen Vlasis

Apostolakis punktete er über

drei Runden aus.

Belaev neuer Junioren-

Weltmeister der IBF

n Roman Belaev ist neuer IBF-

Junioren-Weltmeister im Weltergewicht.

Der Russe, der bei

8M Box-Promotion unter Vertrag

steht, gewann im Maritim-Hotel

Halle durch technischen K.o.

in der vierten Runde über den

Argentinier Nelson Pilotti. Belaev

setzte von Beginn an klare

Wirkungstreffer und bestimmte

das Tempo des Kampfes. In

der vierten Runde warf Pilottis

Trainer das Handtuch. Der elfte

Sieg im elften Kampf für Belaev,

der von Hans-Jürgen Witte trainiert

wird. „Der Kampf war eine

Härteprüfung und das Zünglein

an der Waage, um den Sprung

nach Übersee zu schaffen“,

sagte 8M-Box-Promotion-Chef

René Müller. „Es gibt bereits

konkrete Anfragen aus den

USA.“

Spiering macht Enad

Licina zum Wikinger

n Enad Licina geht unter die

Wikinger. Der Berliner Promoter

Winne Spiering will den

Frankfurter, der 2011 gegen

Weltmeister Steve Cunningham

verlor, zum neuen Aushänge-

6 BoxSport


Termine

Kohl und Kluch

einigten sich

Universum-

Gründer

Klaus-

Peter Kohl

n Überraschende Wende im

Streit zwischen Waldemar

Kluch, Geschäftsführer des insolventen

Profiboxstalls Universum,

und Firmengründer Klaus-

Peter Kohl, der das Geschäft im

Sommer 2011 an Kluch übergeben

hatte. Weil Kluch die ausstehende

Kaufsumme beglichen

hat, hat Kohls Rechtsanwalt

Peter Wulf die Zwangsversteigerung

des Universum-Trainingsgeländes

im Hamburger

Stadtteil Lohbrügge abgesagt.

„Wir sind uns bei der Summe

entgegengekommen. Nachdem

Herr Kluch das Geld überwiesen

hatte, haben wir die Zwangsversteigerung

zurückgenommen.

Ich bin froh, dass das Thema

endlich erledigt ist und ich meine

Ruhe habe“, sagte Kohl.

Der 68 Jahre alte Kaufmann

hatte die Zwangsversteigerung

angestrengt, weil er damit die

schild seines Wiking-Boxstalls

machen, für den früher auch

der ehemalige Mittelgewichts-

Weltmeister Sebastian Sylvester

kämpfte. „Enad ist ein feiner

Kerl, der in der Vergangenheit

viel Pech gehabt und nicht die

rechte Unterstützung erfahren

hat“, sagt Spiering. „Wir heben

ihn jetzt auf den Schild und machen

ihn zum Super-Wikinger.

Er hat das Zeug zum Weltmeister.

Wir werden ihm dabei helfen.“

Beim Weltverband IBF ist

Licina derzeit die Nummer vier

der Weltrangliste. Weltmeister

ist der deutsche Kubaner Yoan

Pablo Hernandez aus dem Sauerland-Stall.

ausstehende Kaufsumme von

rund 1,5 Millionen Euro eintreiben

wollte. Wie hoch die

Summe ist, die Kluch an Kohl

überwiesen hat, und woher das

Geld plötzlich stammt, wurde

nicht bekannt. Ob Kluch nun

auch über die finanziellen Mittel

verfügt, um die Außenstände

in Höhe von rund 4,1 Millionen

Euro zu begleichen, die zur

Insolvenz geführt hatten, ist

ebenso unklar. Kluch hatte zuletzt

mehrfach angekündigt, an

einer Lösung für den Neustart

zu arbeiten. Unter anderem soll

der von Kluchs Sohn Felix gemanagte

Cruisergewichtler Rachim

Chakhkiev am 22. Juni in

Moskau gegen den polnischen

WBC-Weltmeister Krzysztof

Wlodarczyk antreten. Kohl bekräftigte

dagegen einmal mehr,

mit dem Boxen nichts mehr zu

tun haben zu wollen.

Cunningham geht gegen

den Riesen Fury k.o.

n Box-Riese Tyson Fury hat auch

bei seinem US-Debüt Schwächen

offenbart. Der Schwergewichtler

bleibt aber weiter ungeschlagen

und den Klitschkos auf den Fersen.

Der 2,06 Meter große Brite

besiegte den früheren Cruisergewichts-Weltmeister

Steve Cunningham

(USA) in New York

durch K.o. in der siebten Runde.

Im zweiten Durchgang war Fury

selbst nach einem harten Treffer

zu Boden gegangen. Mehrfach

wirkte der Gigant gegen den

nicht gerade als harten Schläger

deutsche termine

04. Mai 2013, Mannheim (K2)

IBF-WBO-WBA-WM im Schwergewicht: Wladimir Klitschko vs. Francesco

Pianeta

WBO-WBF-WM im Supermittelgewicht: Zita Zatyko vs. Christina Hammer

11. Mai 2013, Karlsruhe (WGL)

Kampf im Schwergewicht: Timo Hoffmann vs. Alexander Petkovic

11. Mai 2013, Koblenz (FLP)

Kampf im Cruisergewicht mit Dennis Ronert

11. Mai 2013, Weißwasser (Pelk)

Kampf im Weltergewicht mit Matthias Pelk

11. Mai 2013, Berlin (Kety)

Kampf im Halbmittelgewicht mit Ronny Mittag

18. Mai 2013, Kassel (Rasuli)

Kampf im Leichtgewicht mit Osama Hadifi

01. Juni 2013, Essen (Shala)

GBC-WM im Superbantamgewicht mit Elina Tissen

01. Juni 2013, Offenbach (Schmidt)

Kampf im Schwergewicht: Fatih Yildiz vs. Juri Zizer

08. Juni 2013, Berlin (Sauerland)

WBO-WM im Cruisergewicht: Marco Huck vs. Ola Afolabi

internationale termine

04. Mai 2013, Las Vegas (USA)

WBC-WM im Weltergewicht: Floyd Mayweather Jr. vs. Robert Guerrero

WBC-WM im Federgewicht: Daniel Ponce De Leon vs. Abner Mares

17. Mai 2013, Moskau (Russland)

WBA-WM im Schwergewicht: Alexander Povetkin vs. Andrzej Wawrzyk

WBA-WM im Cruisergewicht: Denis Lebedev vs. Guillermo Jones

18. Mai 2013, Atlantic City (USA)

IBF-WM im Weltergewicht: Devon Alexander vs. Lee Purdy

18. Mai 2013, Cancun (Mexiko)

Kampf im Weltergewicht: Shane Mosley vs. Pablo Cesar Cano

25. Mai 2013, London (England)

WBA-IBF-WM im Supermittelgewicht: Mikkel Kessler vs. Carl Froch

08. Juni 2013, Montreal (Kanada)

WBC-WM im Halbschwergewicht: Chad Dawson vs. Adonis Stevenson

Kampf im Leichtgewicht: Yuriorkis Gamboa vs. Darley Perez

bekannten Cunningham angeschlagen.

Dann erdrückte Fury

seinen körperlich unterlegenen

Gegner aber förmlich.

Stiverne Herausforderer

von Vitali Klitschko

n Bermane Stiverne ist der

neue Pflichtherausforderer von

Vitali Klitschko. Der auf Haiti

geborene Kanadier gewann den

WBC-Ausscheidungskampf im

Schwergewicht gegen den Amerikaner

Chris Arreola in Ontario

im US-Bundesstaat Kalifornien

deutlich nach Punkten (118-109,

117-110, 117-110). Der 34 Jahre

alte Stiverne gewann bislang

23 von 25 Profikämpfen. Arreola

war bereits 2009 an Vitali

Klitschko gescheitert.

Rigondeaux neuer

Doppelweltmeister

n Guillermo Rigondeaux hat

den Superfight im Superbantamgewicht

gewonnen. Der

WBA-Champion aus Kuba entthronte

in der historischen Radio

City Music Hall von New

York WBO-Weltmeister Nonito

Donaire (Philippinen). Nach

zwölf überraschend ereignisarmen

Runden siegte der zweimalige

Oympiasieger Rigondeaux

einstimmig nach Punkten

(116-111, 115-112, 114-113).

Die von den Boxfans erwartete

Ringschlacht wurde das Duell

der beiden Ausnahmeboxer

nicht. Der unbesiegte Rigondeaux,

der nach der Flucht aus

seiner Heimat mittlerweile in

Miami lebt, feierte in seinem

erst zwölften Profikampf seinen

bislang größten Triumph.

Donaire, für viele Experten der

Boxer des Jahres 2012, verlor

dagegen zum zweiten Mal im

33. Kampf - und zum ersten Mal

seit zwölf Jahren.

Nick Klappert siegt

in Panama

n In der nach Box-Legende

Robert Duran benannten Box-

Arena von Panama-Stadt feierte

Nick Klappert seinen bislang

größten Sieg. Der Halbmittelgewichtler

aus Bad Saarow siegte

durch Disqualifikation in der

siebten Runde über den Kolumbianer

Edinson Garcia. Der 16.

Sieg im 17. Profikampf für den

30 Jahre alten Brandenburger.

BoxSport

7


Nach beeindruckendem Leberhak

Brähmer bereit für WM ge

Trainer Röwer sah seinen Schützling bei 80 Prozent

Könner: Jürgen Brähmer

(rechts) zeigte gegen

Tony Averlant, dass er

von seiner Boxkunst

noch nichts verlernt

hat – auch dank seiner

Meidbewegungen

Da war es auch schon wieder vorbei:

Jürgen Brähmer hat Tony Averlant mit

dem Leberhaken erwischt, der Franzose

wird ausgezählt

Dass er ein Mann ist, der

wenigstens in großen

Teilen sein Wort hält,

das konnte Jürgen Brähmer

in der Sporthalle Hamburg

beweisen. „Der Franzose kriegt

hier auf die Hose“, hatte der

Europameister im Halbschwergewicht

vor seiner Titelverteidigung

gegen Tony Averlant in

einem launigen Beitrag für die

ARD gereimt. Im übertragenen

Sinne stimmte das zwar, dennoch

war es gut, dass Brähmer

nach 2:36 Minuten der zweiten

Runde rund 30 Zentimeter höher

zielte als auf das Beinkleid seines

französischen Herausforderers.

Mit einem blitzsauberen,

fast ansatzlos geschlagenen linken

Haken auf die Leber knockte

der 34-Jährige seinen fünf Jahre

jüngeren Kontrahenten aus.

Zwar bemühte sich dessen Berater

Alessandro Ferrarini auf

der offiziellen Pressekonferenz,

den Treffer auf die Rippe zu verlegen,

die sogar möglicherweise

gebrochen sei. Doch wer die für

einen Leberhaken typische Zeitverzögerung

sah, mit der Averlant

in die Knie ging und auch

nicht mehr rechtzeitig aufstehen

konnte, weil der Schmerz zu heftig

war, der konnte nur den Hut

ziehen vor dieser Aktion Brähmers.

Knockouts durch Kopftreffer

kann jeder Boxer mit Glück

schaffen. Knockouts am Körper

schaffen nur Könner.

Nun wäre es sicherlich verkehrt,

aus nicht einmal zwei

Runden gegen einen durchschnittlich

begabten Boxer wie

Averlant, der im 28. Kampf bereits

die achte Niederlage einstecken

musste, zu viel herauslesen

zu wollen. Aber die Art und Weise,

wie Brähmer die 336 Sekunden

im Ring dominierte, wie agil

er sich bewegte, wie er fintierte,

konterte und sofort Druck ausübte,

all das darf durchaus Mut

machen für die Aufgaben, die vor

dem Ex-Weltmeister aus Schwerin

liegen, der im 42. Kampf den

40. Sieg feierte.

Klar ist: So schnell wie möglich

soll Brähmer seine nächste

8 BoxSport


en-K.o. gegen Averlant

gen Cleverly

seines Leistungsvermögens

Jürgen Brähmer bleibt

Europameister – bald will er

wieder als Weltmeister jubeln

WM-Chance bekommen. Die

WBO hat laut Chris Meyer, Geschäftsführer

von Brähmers neuem

Promoter Sauerland Event,

festgelegt, dass ihr walisischer

Weltmeister Nathan Cleverly

seinen Titel gegen Brähmer verteidigen

muss. Dieses Duell war

schon einmal angesetzt, im Mai

2011, als der Vater einer Tochter

noch für den Hamburger

Universum-Stall kämpfte. Damals

wäre Brähmer Titelverteidiger

gewesen, sagte den Kampf

aber wegen einer mysteriösen

Augenverletzung ab und verlor

den Gürtel deshalb kampflos.

In Wahrheit hatte er sich mit

Universum nicht

über die finanziellen

Modalitäten

einigen können.

Zwei Jahre

später scheint

Brähmer bereit

für die Herausforderung

Cleverly.

„Wir sind

noch nicht da,

wo wir sein wollen,

aber wir sind

auf einem guten

Weg. Ich denke,

dass ich mit dem

Ergebnis heute

durchaus zufrieden

sein darf“,

resümierte er.

Trainer Karsten

Röwer sieht seinen

Schützling

bei 80 Prozent seines Leistungsvermögens.

„Wir hätten gern

länger geboxt, aber der schnelle

Sieg wird ihm vor allem Selbstvertrauen

geben, und das ist

auch wichtig. Was mich gefreut

hat, ist die Tatsache, dass wir

heute keinen Killer oder Pitbull

im Ring gesehen haben, als den

viele Jürgen einschätzen. Heute

hat der Ästhet gewonnen. Viel

besser kann man einen Körperhaken

nicht schlagen.“

Promoter Kalle Sauerland

wollte seine Begeisterung über

den Mann, den er im vergangenen

Jahr aus dem vorzeitigen

Ruhestand verpflichtet hatte, gar

nicht verbergen: „Wenn das 80

Prozent waren, dann möchte ich

keinem Gegner wünschen, dass

Jürgen mal 100 Prozent abruft.

Ich fand seine Leistung sensationell,

er hatte den Kampf in

jeder Sekunde unter Kontrolle.

Das war genau

das Signal an Cleverly,

das wir gebraucht haben.“,

jubelte er.

Averlant, dessen

Vater und Ehefrau

nach dem Kampf

vor Aufregung

kollabierten,

aber schnell wieder

zu Kräften

kamen, zeigte

Sie wollen gemeinsam

auf den WM-Thron:

Promoter Kalle Sauerland,

Trainer Karsten Röwer,

Europameister Jürgen

Brähmer und Berater

Peter Hanraths (von links)

sich als fairer Verlierer. „Meine

Vorbereitung war exzellent,

umso enttäuschter bin ich über

meine Leistung. Jürgen hat seine

Chancen sofort genutzt und war

der klar bessere Mann“, sagte er.

Dieser bessere Mann wollte in

die Lobeshymnen nicht weiter

einstimmen. Vielmehr freute er

sich schon auf eine besondere

Siegprämie, die ihm sein Berater

Peter Hanraths versprochen hatte.

Gemeinsam mit ihm flog er

am Montag zum Halbfinalrückspiel

des FC Bayern München

in der Champions League beim

FC Barcelona. Bei seinen Boxern

war Hanraths schon immer ein

Mann, der sein Wort hält.

Schauspieler Ben Becker, hier mit

ARD-Moderatorin Mareile Höppner,

entwickelt sich immer mehr zum

Stammgast am Boxring – Becker

lässt kaum noch eine

Veranstaltung aus

Aus Hamburg

berichten

Björn Jensen,

Andreas Hardt und

Manfred Hönel

BoxSport

9


Jack Culcays erste Niederlage

Sauerländer und Sdunek

empört über Skandal-Urteil

Manager Klatten: „Wir wollen das Rematch so schnell wie möglich“

Es gibt Abende, an denen

man die Boxwelt im

Allgemeinen und einige

Punktrichter im Besonderen

nicht mehr verstehen

kann. Was den Belgier Philippe

Verbeke veranlasste, den Argentinier

Guido Nicolas Pitto in der

Nacht zum Sonntag in der Sporthalle

Hamburg im Kampf gegen

Jack Culcay 8:4 Runden im Vorteil

zu sehen, war schon fast unmöglich

zu begreifen. Aber als

Culcays Promoter Kalle Sauerland

erzählte, dass Verbeke von

den ersten sechs Durchgängen,

die Culcay dominiert hatte, vier

an den Südamerikaner gegeben

hatte, musste man ernsthaft am

Geisteszustand des Mannes aus

dem Land der 400 Biere bangen.

Entsprechende Worte musste er

sich noch am Ring von Sauerland

anhören.

Geschockt waren Culcay,

sein Trainer Fritz Sdunek und

sein Manager Moritz Klatten

auch noch eineinhalb Stunden

nach dem Kampf, als sie das Urteil

der drei Punktrichter kommentieren

sollten, die Pitto mit

2:1 (116:112, 115:113, 113:115)

im Vorteil gesehen hatten. „Ich

Promoter Kalle Sauerland (rechts) und

sein Bruder Nisse verstanden nach dem

Urteil die Welt nicht mehr – vor allem

aber empörte sie die hohe Wertung des

belgischen Punktrichters zugunsten des

argentinischen Herausforderers

habe wirklich kein Problem damit

zuzugeben, wenn ich verloren

habe. Aber diesen Kampf habe

ich nicht verloren. Ich kann es

nicht glauben und bin sehr enttäuscht“,

sagte der 26 Jahre alte

Halbmittelgewichtler,

der im

15. Profikampf

seine erste Niederlage

einstecken

musste.

Sdunek, der

die Betreuung

des Amateurweltmeisters

von 2009 erst

wenige Wochen

zuvor übernommen

hatte,

da Culcays bisheriger

Coach

Ismael Salas

aus Zeitgründen

absagen

musste, wurde deutlicher. „Ich

kann nicht mehr verstehen, wie

das Boxen heutzutage bewertet

wird. Es zählt nur noch die

Aktivität, auch wenn die Hälfte

der Schläge in die Luft geht, und

nicht mehr die klaren Treffer. Ein

Mann wie Graciano Rocchigiani,

der aus einer Doppeldeckung

heraus agiert hat, könnte heute

gar nicht mehr gewinnen. Vielleicht

muss ich mich in Zukunft

komplett umstellen und meine

Boxer anders einstellen“, sagte

er. Sdunek ist ein gebranntes

Kind, zuletzt verloren auch seine

Schützlinge Felix Sturm und

Zsolt Erdei Kämpfe, in denen sie

die klareren Treffer gesetzt, ihre

Gegner jedoch mehr geschlagen

hatten.

Kalle Sauerland musste sich

auch auf der Pressekonferenz

noch bremsen, um nicht ausfallend

zu werden. „Ich kann nicht

Jack Culcay (links) landete gegen Guido

Nicolas Pitto die klareren Treffer, der

Argentinier schlug dafür häufiger

verstehen, warum Jack der Sieg

genommen wurde. Für mich ist

das alles andere als fair“, zürnte

er. In einer Sache musste man

dem Juniorchef allerdings widersprechen.

Die „Superleistung“,

die er gesehen haben wollte, hatte

der 27-Jährige nicht gebracht.

Culcay zeigte zwar technisch

ansprechendes Boxen und war

der eindeutig höher veranlagte

Mann, versäumte es aber, aus

dieser Überlegenheit das nötige

Kapital zu schlagen. Er fand

gegen den unbequemen Argentinier,

der mit seinen langen Armen

immer wieder die Distanz

aufrechterhielt, nie die Stabilität

und die Lücke, einen seiner gefährlichen

Körperhaken ins Ziel

zu bringen. So konnte sich der

25 Jahre alte Herausforderer,

der im 19. Kampf den 18. Sieg

schaffte, immer wieder befreien

und seinerseits Aktionen star-

10 BoxSport


ten, die die Punktrichter letztlich

überzeugten.

„Der Kampf war viel härter,

als ich ihn erwartet hatte,

nachdem ich Jack auf Videos

gesehen hatte“, war Pittos recht

selbstbewusste Einschätzung.

Dass er an einem Cut an der

linken Augenbraue genäht werden

musste und noch auf der

Pressekonferenz aus der Nase

blutete, waren dagegen Zeichen

der Überlegenheit seines Gegners.

Berater Alessandro Ferrarini

gestand ein, „dass das Urteil

auch andersherum hätte ausfallen

können“. Man sei zu einem

Rückkampf bereit, wann immer

Sauerland diesen wolle.

Dass er ihn am liebsten sofort

will, daran ließ Culcay, dessen

Vater wegen eines Termins

in seiner Heimat Darmstadt

erstmals einen Profikampf seines

Sohnes verpasste, keinen

Gute Vorstellung nach nur vier Wochen Vorbereitung

Firat Arslan

konnte sich zehn

Runden lang

abarbeiten an

Varol Vekiloglu

Firat Arslan schon

fit für WM-Kampf

Guido Nicolas Pitto wird zum Sieger

erklärt, Jack Culcay muss es hilflos

mit ansehen

Zweifel. „Meinetwegen könnten

wir schon morgen wieder boxen“,

sagte er. Manager Klatten

sagte: „Wir wollen das Rematch

so schnell wie möglich, um zu

beweisen, dass es ein Fehlurteil

war.“ Und Kalle Sauerland sagte:

„Wir bauen weiter auf Jack,

er ist ein ganz wichtiger Teil

unserer Zukunftsstrategie, und

wir werden ihn auch weiter als

Lokalmatador in Hamburg aufbauen.“

Nach der Sommerpause

soll das vertraglich vereinbarte

Rematch ausgetragen werden.

Ob Sdunek dann noch in Culcays

Ecke sitzen wird, bleibt abzuwarten.

Die Zusammenarbeit

war bislang nur auf einen Kampf

ausgelegt, der Weltmeistercoach

muss nun sehen, ob er die Zeit

hat, Culcay dauerhaft zu trainieren.

„Ausschließen werde ich es

sicherlich nicht“, sagte er, „aber

Wunder kann ich auch nicht

vollbringen.“ Dazu braucht es

schon Punktrichter wie Philippe

Verbeke.

Vier Wochen hatte

Firat Arslan (42) zur

Vorbereitung auf sein

Debüt als Kämpfer

bei Sauerland. „Normalerweise

bereite ich mich zehn bis zwölf

Wochen auf einen Kampf vor“,

sagte der Cruisergewichtler aus

Süßen nach seiner erfolgreichen

Premiere für den Berliner Stall,

„deshalb bin ich sehr zufrieden.“

Für Trainer Dieter Wittmann

war die Leistung seines

Schützlings „grandios. Er hätte

heute schon um die WM boxen

können.“

Im fünften Kampf stieg Arslan

in Hamburg in den Ring.

Noch kein Hauptkämpfer, aber

immerhin ließ die ARD für die

Aufzeichnung des Fights schon

Sprecher Roman Röll in den Ring

klettern, auch die Nummerngirls

hielten ihre Rundenschilder

in die Luft. Klare Hinweise

auf das, was in Zukunft von Arslan

erwartet wird. Nämlich ein

TV-Boxer zu sein.

Gegner Varol Vekiloglu aus

Berlin war ein guter Test. Boxerisch

zwar limitiert, jemand, der

Arslan nicht wirklich gefährlich

werden konnte, aber zäh und

mit dem großen Willen, sich

anständig aus der Affäre zu ziehen.

„Der Junge war sehr stark,

er hat viel weggesteckt“, lobte

Ex-Weltmeister Arslan seinen

29 Jahre alten Gegner.

Der Kampf nahm den von

allen erwarteten Verlauf. Firat

Arslan marschierte hinter seiner

geschlossenen Doppeldeckung

nach vorne. Er stellte Vekiloglu

am Ring und schlug seine Aufwärtshaken.

Selbst getroffen

wurde er kaum. In der dritten

Runde brachte Arslan den Berliner

erstmals richtig mit seinen

Haken in Bedrängnis, das Gesicht

des Gegners rötete sich zusehends.

„Schnellerer Ansatz“

forderte Wittmann dennoch.

Nach einer explosiven Hakenserie

in der fünften Runde blutete

die Nase von Vekiloglu, der zuvor

vier von 25 Profikämpfen

verloren hatte.

Nach der siebten Runde

drehte sich Vekiloglu kurz seitlich

weg und schien etwas die

Kontrolle verloren zu haben.

Nach dem Gong musste er

schwer pumpen. In der neunten

Runde verlor der Berliner

seinen Mundschutz und blutete

aus der Nase. Trotzdem raffte er

sich zu einem Schlussspurt auf

und zeigte seinerseits Offensivaktionen.

Am Ende war er aber

vor allem froh, über die Distanz

gekommen zu sein. Nach dem

Schlussgong fielen sich beide

Kämpfer lächelnd in die Arme.

Beide waren zufrieden, jeder

hatte das für ihn Mögliche geleistet.

98:92, 99:92 und 99:91

urteilten die Punktrichter.

Arslans Blick geht nun natürlich

voraus. Er ist der offizielle

Herausforderer des Siegers

des dritten Duells zwischen

Marco Huck und Ola Afolabi

um den WBO-Gürtel, das am 8.

Juni in Berlin steigt. Damit hat

Sauerland auch in dem nicht

ausgeschlossenen Fall einer

Niederlage von Huck noch ein

WM-Eisen im Feuer. „Ich drücke

Marco die Daumen, weil ich ein

Rematch möchte“, sagte Arslan.

Der Kampf kann im September

oder Oktober steigen. „Mein

Ziel ist es, wieder Weltmeister

zu werden“, erklärte der Veteran

und begründete damit seine

Unterschrift bei Sauerland: „Er

ist der einzige, der mich dahin

bringen kann.“

BoxSport

11


Kalle Sauerland mit seinen beiden Jungprofis zufrieden

Wieder Siege für Kölling und Zeuge

Promoter Kalle Sauerland

war zufrieden mit seinen

Perspektiv-Boxern.

Die Berliner Tyron Zeuge

und Enrico Kölling bestritten

weitere Prüfungen auf ihrem

Weg als Profis und sammelten

dabei wertvolle Erfahrungen

mit äußerst unangenehmen und

teilweise unsauberen Gegnern.

Im Halbschwergewicht setzte

sich Kölling über acht Runden

einstimmig nach Punkten gegen

Leo Tchoula (Kamerun)

durch. Im Supermittelgewicht

bezwang Zeuge ebenso einstimmig

über acht Runden den

US-Amerikaner Mike Guy. „Beide

haben ein gutes Zeichen für

die Zukunft gesetzt“, freute sich

Sauerland.

Olympiaboxer Kölling konnte

erneut nicht vorzeitig gewinnen.

Der 23-Jährige hatte zwar

stets die Kontrolle über seinen

Gegner, der von elf Kämpfen

immerhin neun gewinnen

ausschließlich lange Einzelschläge.

Tchoula machte einen

guten Job, war zäh und mutig,

Tyron Zeuge musste sich gegen Mike Guy mit einem Punktsieg begnügen

konnte, in ernsthafte Bedrängnis

brachte er ihn aber nie. Köl-

sich als guter Prüfstein für den

schlug auch zurück und erwies

ling verzichtete fast völlig auf derzeitigen Karriere-Zeitpunkt

den Jab, sondern brachte fast des Berliner Jungprofis. Offenbar

fehlt es Kölling jedoch noch

an Schlagkraft und Dynamik.

Auch der erst 20 Jahre alte

Zeuge hatte in seinem siebten

Profikampf eine schwierige

Aufgabe zu bewältigen. Gegner

Guy kämpfte unsauber, sprang

immer wieder mit dem Kopf voraus

in den Infight. Mehrmals

reagierte Zeuge sichtbar genervt.

„Es war ein anstrengender

Kampf“, sagte der Jungprofi

anschließend, „es war eklig, ich

musste sehr aufpassen.“ Spaß

habe es ihm trotzdem gemacht,

sagte er nach dem einstimmigen

Punktsieg über die längere Distanz:

„Es war immerhin mein

erster Acht-Runden-Kampf. Ich

bin zufrieden.“

Wie der Chef eben auch:

„Wir sind bei jungen deutschen

Boxern mit den beiden gut aufgestellt“,

sagte Kalle Sauerland.

Rätselraten um Sonnyboy Dirks

Konditionsmängel: In der zehnten Runde warf Trainer Ramin das Handtuch

Was war da los? Dustin

Dirks war mit Basecup

und lockerem

Laufstil in den Ring

gestürmt. Er wollte gegen den

Ukrainer Alexander Tscherwijak

(32) den WBA-Intercontititel

verteidigen. Doch was war das?

Dustin stand vom ersten Moment

des Kampfes gegen den Boxer

aus dem K2-Stall der Klitschko-

Brüder neben sich. Er versuchte,

sich hinter einer Doppeldeckung

zu verstecken und bekam in der

zweiten Runde dennoch einen

harten Schlag an den Kopf. Ringrichter

Ingo Barrabas rettete den

Berliner durch Zeitlupenzählen

vor dem schnellen Knockout. Es

half nicht. Dirks wirkte im Ring

wie ein Anfänger. Er fand zu

dem kleineren Ukrainer einfach

keine Einstellung. Dabei hatte

Dustins Manager Harald Lange

vor dem Fight noch frohlockt:

„Dustin hat jetzt 27 Kämpfe und

20 davon durch K.o. gewonnen.

Jetzt muss ein Titelkampf mindestens

um die Europameisterschaft

her.“ Der ist nun ziemlich

in die Ferne gerückt. Trainer Otto

Ramin warf in der zehnten Runde

sogar das Handtuch. Aus der

Traum. Ein wütender Promoter

Wilfried Sauerland schimpfte:

„Man kann einen Kampf verlieren.

Aber so nicht. Dustin hatte

ja bereits in der zweiten Runde

keine Kondition mehr. Der

kommt mir erst wieder in den

Ring, wenn er konditionell auf

der Höhe ist.“ Ein völlig ratloser

Trainer Otto Ramin bestätigte

seinen Arbeitgeber: „Dustin hat

große Konditionsmängel. Ich

weiß nicht, warum.“ Wer aber

soll es wissen, wenn nicht der

Trainer?

Selbst Startrainer Ulli Wegner

konnte sich keinen Reim auf

die Niederlage machen: „Wir

wussten alles über den Ukrainer.

Videos lagen vor. Er hat vor

zwei Jahren gegen Eduard Gutknecht

geboxt. Otto Ramin ist

ein erfahrener Trainer. Ich bin

völlig überrascht. Dustin gehört

bei uns zu den großen Hoffnungen.“

Die Hoffnung stirbt zum

Glück zuletzt.

Dustin Dirks hängt in den Seilen, schwer getroffen von

Alexander Tscherwijak

12 BoxSport


Nach dem Tod der Legende Emanuel Steward

Trainer Banks

Trainer-Legende Emanuel

Steward verstarb im

vergangenen Jahr im Alter

von 68 Jahren

bei Klitschko eine Bank

Wladimir: „Ich brauche Johnathon in erster Linie für die Strategie“

Ein Morgen im Camp

mit Wladimir Klitschko

beginnt für Johnathon

Banks immer gleich.

Wenn er die Trainingshalle betritt,

bekommt er von David

Williams einen Schokoriegel

überreicht. Williams ist seit acht

Jahren Camp-Manager bei den

Klitschkos, und er hat Wladimirs

Cheftrainer immer ein Snickers

mitgebracht. Bis zum 25. Oktober

2012 hieß dieser Cheftrainer

Emanuel Steward. Er starb im Alter

von 68 Jahren an Darmkrebs,

sein plötzliches Ableben schockte

die Boxwelt im Allgemeinen und

das Team Klitschko im Besonderen.

Doch sein Geist lebt weiter

im Trainingslager, sagen sie gern,

und Williams will manch alte

Gewohnheit im Gedenken an die

„Hall of Fame“-Trainerlegende

beibehalten. Deshalb bekommt

also jetzt Banks jeden Morgen

eine Schokoladenration.

Rundenpause beim WM-

Kampf gegen Mariusz

Wach in Hamburg:

Johnathon Banks,

Wladimir und Vitali

Klitschko (von links)

Hielten Hof im Trainingslager in Going: Weltmeister

Wladimir Klitschko und sein Trainer Johnathon Banks

Ob dem 30 Jahre alten US-

Amerikaner dieser Brauch gefällt

oder nicht, das ist schwer

herauszufinden. Banks ist kein

Mann der großen Worte oder

Emotionen, er sagt das, was gesagt

werden muss, „aber ich halte

keine langen Reden“. Aber er

ist jetzt der Cheftrainer, und so

spielt er eben mit, weil ihm alles,

was an seinen langjährigen

Mentor erinnert, heilig ist. Als

Steward starb und ein Ersatzmann

gesucht wurde, der drei

Wochen später zur Titelverteidigung

gegen den Polen Mariusz

Wach in Klitschkos Ecke stehen

konnte, fiel die Wahl auf Banks,

weil dieser nicht nur Stewards

Ziehsohn war, sondern auch

weil er Wladimir Klitschko seit

neun Jahren aus dem gemeinsamen

Training kannte. Doch

nicht wenige glaubten, dass der

Schwergewichtler aus Detroit lediglich

eine Interimslösung sein

konnte.

Banks selbst zweifelte jedoch

zu keiner Zeit daran, dass

ihm die Chance seines Lebens

geboten werden würde. Schon

als Teenager hatte er damit begonnen,

anderen Jugendlichen

sein erworbenes Boxwissen

weiterzugeben. „Ich habe schon

früh gedacht wie ein Trainer und

gehandelt wie ein Trainer“, sagt

er. Deshalb habe er die Wahl

Klitschkos auch als logisch empfunden,

„denn ich war derjenige,

der im Camp die meiste Zeit mit

ihm verbracht hat“. Dennoch gibt

er gern zu, dass er sich bisweilen

noch immer kneifen muss, um

zu realisieren, was ihm da gerade

widerfährt. „Es fühlt sich jeden

Tag unwirklich an, dass ich

jetzt den besten Schwergewichtler

der Welt trainieren darf. Es

gibt so viele Trainer, und sie alle

träumen davon, mal mit einem

Schwergewichts-Champion zu

arbeiten. Und ich darf das gleich

zum Einstieg in den Trainerjob

14 BoxSport


Früher stiegen sie zum Sparring gegeneinander in den Ring, heute hält

Johnathon Banks als Trainer Wladimir Klitschko die Pratzen

machen. Das ist doch verrückt“,

sagt er.

Wladimir Klitschko findet

das ganz und gar nicht verrückt.

Der 37-Jährige, der am 4. Mai in

Mannheim seine Titel nach Version

von WBA, IBF und WBO

gegen den Deutsch-Italiener

Francesco Pianeta vom Magdeburger

SES-Stall verteidigt, hat in

dem stillen US-Amerikaner das

gefunden, was er gesucht hat:

Einen Analytiker, der sich nicht

zum Bestimmer aufspielt, sondern

der ihm hilft, eine Strategie

zu entwickeln. „Ich hatte auch

mit Emanuel nicht das klassische

Trainer-Sportler-Verhältnis,

in dem der Coach sagt, was getan

werden muss. Ich habe mich immer

selbst trainiert und brauchte

Emanuel für die Strategie. Darin

war er ein Genie, und Johnathon

hat ähnliche Anlagen. Er überrascht

mich mit dem, was ihm

auffällt. Er hilft mir, die Kleinigkeiten

zu verbessern, die am Ende

den Unterschied ausmachen“,

sagt er.

„Johnathon hat die Gabe,

sehr analytisch zu denken. Er

sieht das große Ganze und gibt

Wladimir dadurch wichtige Impulse“,

sagt Klitschko-Manager

Bernd Bönte. Das höchste Lob

aber kommt von Wladimirs älterem

Bruder Vitali. Der sagte nach

dem Wach-Kampf: „Alle Fehler,

die ich gesehen habe und in den

Pausen ansprechen wollte, hatte

Johnathon auch gesehen und auf

den Punkt gebracht, ehe ich etwas

sagen konnte. Das hat mir

imponiert!“

Wladimir Klitschko ist

überzeugt davon, dass es sehr

schwierig ist, ihm noch etwas

beizubringen. Er meint das nicht

überheblich, sondern einfach

ehrlich, und Johnathon Banks

ist sich dessen bewusst. Deshalb

sieht er seine wichtigere Rolle

auch darin, dem Champion weiterhin

ein guter Freund zu sein.

„Einen neuen Trainer findet man

schnell, aber einen guten Freund

nicht“, sagt er. Banks kennt das

Sprichwort von den Augen als

Spiegel der Seele, das die Klitschkos

so gern benutzen. Er glaubt,

in Wladimirs Augen vor allem

Ehrlichkeit lesen zu können. „Er

sagt, was er denkt, er ist kein

Schauspieler. Deshalb verstehen

wir uns auch so gut“, sagt

er. Den Altersunterschied von

sieben Jahren sehen beide nicht

als Problem an. „Wir haben uns

als Kämpfer kennengelernt, deshalb

ist der gegenseitige Respekt

da, und nur darauf kommt es

an“, sagt Banks. Und Klitschko

bestätigt das. „Es geht nicht ums

Alter, sondern nur um Qualität,

und die hat Johnathon.“

Ein Thema gibt es jedoch,

das die beiden zwar schon oft in

ihren Köpfen bewegt haben, aber

dennoch lieber verdrängen. Theoretisch

könnte es passieren, dass

sie sich im Ring gegenübertreten

müssten. Banks hat seine Ambitionen,

Weltmeister im Schwergewicht

zu werden, noch nicht

aufgegeben. Am 22. Juni tritt er

in New York zum Rematch gegen

seinen Landsmann Seth Mitchell

an, den er im November ausgeknockt

hatte. Siegt er, könnte er

bald schon als Pflichtherausforderer

für einen der Klitschkos

gelistet werden. „Ein Kampf gegen

einen der Brüder ist für mich

derzeit nicht vorstellbar“, sagt

er, „eher sehe ich meine Chance,

wenn Vitali zurücktritt und der

WBC-Titel frei wird.“ Wladimir

Klitschko sagt: „Der Gedanke

Auch als Boxer steht Johnathon Banks kurz

vor einem WM-Kampf – am 22. Juni steigt das

Rematch gegen Seth Mitchell in New York

daran, dass Johnathon mein

Gegner sein könnte, ist sehr komisch.

Aktuell ist das für mich

nicht denkbar. Aber wir haben

schon öfters darüber gescherzt.“

Die Pläne, die die beiden

Freunde miteinander haben,

sind andere. Noch mindestens

dreieinhalb Jahre will Klitschko

boxen, sein Traum von einer

Teilnahme an den Olympischen

Sommerspielen 2016 in

Rio de Janeiro lebt, sofern der

Amateur-Weltverband AIBA die

Voraussetzungen für eine Starterlaubnis

für Profis schafft. In

dieser Zeit soll Johnathon Banks

ihm helfen, alle Herausforderungen

zu bestehen. Banks hat für

seine eigene aktive Karriere keinen

Zeitplan, er will gucken, was

noch geht, und dann den Weg

einschlagen, auf dem er jetzt die

ersten Schritte macht.

Ob er nicht in ein tiefes

Loch fallen wird, wenn Wladimir

Klitschko einst aufhört,

weil alles, was nach dem besten

Schwergewichtler der Welt

kommt, mindestens eine Klasse

tiefer einzustufen ist? Die Antwort,

die er darauf gibt, sagt

viel über den Menschen Johnathon

Banks aus. „Es ist egal, auf

welchem Level einer ist, den ich

trainiere. Ob Weltmeister oder

Anfänger, entscheidend ist nur,

auf welches Level ich ihn bringen

kann.“ Als Trainer könnte

er es weit bringen mit so einer

Einstellung.

BJÖRN JENSEN

BoxSport

15


Beide Sender haben nun noch

die Chance, mit den Moskauer

Veranstaltern ins Geschäft zu

kommen.

Das russische Gebot war für

beide Lager der Boxer eine absolute

Überraschung. Bernd Bönte

bezeichnete es als „absurd“. Lediglich

zwei Kämpfe der Boxgeschichte

wurden für noch mehr

Geld versteigert. 1991 ersteigerte

Promoter Dan Duva die WM im

Schwergewicht zwischen Evander

Holyfield und Pflichtherausforderer

Mike Tyson für 50,1

Millionen Dollar. Tyson verletzte

sich allerdings und musste wenig

später wegen Vergewaltigung ins

Gefängnis. Der Kampf kam erst

fünf Jahre später zustande. Und

1990 hatte Casino-Mogul Steve

Wynn für 32,1 Millionen Dollar

den WM-Kampf von Tyson-Bezwinger

Buster Douglas gegen

Holyfield ersteigert.

Christian Meyer, seit 17 Jahren

Geschäftsführer bei Sauerland,

hat ein solches Gebot noch

nie erlebt. Man kenne sich aus

bei Sauerland und der KMG,

und 23,23 Millionen Dollar, da

ist Meyer sicher, „kann aus dem

Markt heraus kein Mensch refinanzieren“.

Wahnsinns-

Versteigerung

Er drehte das

Millionen-Ding von

Panama: Vlad Hrunov

mit seinem früheren

Schützling Alexander

Povetkin

Ein Boxer beschäftigt

sich gemeinhin vor dem

nächsten nicht so gern

schon mit dem übernächsten

Kampf. Wenn dann

etwas schief geht, müsste er sich

ja vorwerfen, nicht seine ganze

Konzentration dem anstehenden

Duell gewidmet zu haben.

Schwergewichts-Weltmeister

Wladimir Klitschko war daher

nicht begeistert, dass die WBA

das „Purse Bid“ für das Duell

23,23

des ukrainischen

Superchampions

gegen den

russischen

Weltmeister

Alexander Povetkin

noch

vor seiner

freiwilligen

Titelverteidigung

am 4.

Mai in Mannheim

gegen

den Gelsenkirchener

Francesco Pianeta

und vor

dem nächsten

Kampf

Povetkins am

17. Mai in Moskau gegen den Polen

Andrzej Wawrzyk angesetzt

hatte. Als den 37-Jährigen dann

in seinem Trainingslager beim

Stanglwirt im österreichischen

Going die Nachricht vom Ausgang

des Bieterverfahrens erreichte,

konnte er sich ein Grinsen

allerdings nicht verkneifen.

Plötzlich hat er Aussicht auf die

Rekordbörse von 17,25 Millionen

Dollar (rund 13,25 Mio. Euro).

Für einen einzigen Kampf.

Millionen Doll

Russen sorgen für Se

Davon konnte auch Wladimir

Klitschko bislang nur träumen.

Alexander Povetkins ehemaliger

Manager Vlad Hrunov, inzwischen

als Promoter in Moskau

aktiv, hat die Rechte an dem

durchaus brisanten Duell für

23,23 Millionen US-Dollar (rund

17,84 Mio. Euro) ersteigert. 75

Prozent dieser Summe, so die

Regel, gehen als Börse an Klitschko.

25 Prozent, also noch immer

5,75 US-Dollar (4,42 Mio. Euro),

erhält Povetkin. Wenn Hrunov

den Kampf tatsächlich wie geplant

am 31. August in Moskau

auf die Beine gestellt bekommt.

Klitschko-Manager Bernd Bönte

hat bereits vorsorglich verlangt,

dass die Börsen vor dem Kampf

auf einem Notar-Anderkonto

hinterlegt werden. Dieser Forderung

muss der russische Veranstalter

nachkommen, sonst

könnte er sich ja im Nachhinein

als zahlungsunfähig erweisen.

Die Boxställe der beiden

Kämpfer hatten auch für das

Duell geboten: Klitschkos Firma

KMG mit Fernsehpartner RTL

im Rücken wollte 7,1 Millionen

Dollar zahlen, Povetkins Berliner

Sauerland-Stall, Partner der

ARD, gut eine Million weniger.

Er zieht die Fäden im Hintergrund: Baulöwe Andrei Ryabinsky mit Cruisergewichts-

Weltmeister Denis Lebedev, Don King und Ex-Weltmeister Guillermo Jones (von rechts)

16 BoxSport


ar für Klitschko-Povetkin

nsation – Allein 17,25 Millionen für Wladimir

Was also ist passiert? Haben

die Russen sich grandios verzockt?

Oder war ihnen ganz einfach

egal, wie hoch die üblichen

Preise sind und was die Konkurrenz

bieten würde? So, wie es

Madonna wahrscheinlich egal

ist, wenn sie ein Paar Schuhe für

1000 Dollar ersteht, obwohl sie

dasselbe Modell im Laden nebenan

auch für 300 bekommen

könnte. Christian Meyer weiß es

nicht. Was er weiß, ist: „Die Russen

zahlen manchmal Sachen,

nur weil sie sie haben wollen.“

Im Betriebswirtschaftsjargon sei

dann von „Liebhaberei“ anstatt

einer „Gewinnerzielungsabsicht“

die Rede. Wer in Deutschland

so wirtschaftet, etwa um

Steuern zu sparen, bekommt es

mit dem Finanzamt zu tun.

Vielleicht wollen die Moskauer

Veranstalter in diesem

Fall mit dem Duell der beiden

in Russland überaus bekannten

Amateur-Olympiasieger

(Klitschko 1996, Povetkin 2004)

schlicht Eindruck schinden, Geschäftspartner

begeistern, sich

am Markt bekanntmachen. Vielleicht

zahlen sie die 23 Millionen

Dollar aus der Portokasse ihrer

Werbeabteilung. „Wie willst du

Marketingeffekte bewerten?“,

sagt dazu Bönte.

Purse Bids sind ja im Boxen

nicht ungewöhnlich. Auch, dass

ein nicht mit den Kämpfern verbandelter

Promoter die Rechte

ersteigert, kommt vor. Zuletzt

hat der Amerikaner Don King

Sauerland beim Purse Bid zum

Duell Marco Huck gegen Ola

Afolabi überboten. Die Differenz

betrug allerdings nur eine halbe

und nicht 16 Millionen Dollar.

„King wollte mit diesem Kampf

Geld verdienen“, sagt Meyer,

„aber er hat sich verkalkuliert.“

Er fand keinen Fernsehpartner,

der bereit war, genug zu zahlen,

und verlor das Interesse an der

Ausrichtung des Duells. Inzwischen

sind die Rechte an den

Sauerland-Stall gefallen, der das

zweithöchste Gebot abgegeben

hatte (siehe Seite 27).

Don King kostete sein Fehler

150.000 Dollar. Denn: Damit

sich bei den Purse Bids niemand

ärgerliche Scherze erlaubt, muss

der Bieter zehn Prozent der gebotenen

Summe zur Versteigerung

mitbringen. Sollte er seine

Pläne nicht verwirklichen können,

ist er diese Summe los. Im

Fall des Duells Klitschko gegen

Am 31. August

soll Wladimir

Klitschkos

Gegner Alexander

Povetkin nicht

mehr nur aus

Pappe sein

Powetkin, erklärt Bönte, bedeute

das: „2,3 Millionen Dollar sind

weg, wenn der russische Veranstalter

das nicht hinbekommt.“

Für Meyer ein klares Indiz, dass

die Russen die 23 Millionen tatsächlich

haben: „Wer hinterlegt

denn 2,3 Millionen Dollar, wenn

er es nicht ernst meint?“

Zweimal war das Duell

Klitschko gegen Povetkin schon

angesetzt, 2008 und 2010. Beim

ersten Mal verletzte sich Povetkin

im Vorfeld. Beim zweiten Mal

kam er nicht zur obligatorischen

Pressekonferenz, woraufhin

ihm auf Drängen des Klitschko-

Lagers das Pflichtherausforderungsrecht

entzogen wurde.

Bei diesem dritten Anlauf, so

viel scheint sicher, werden Wladimir

Klitschko und Alexander

Povetkin zu den aktuellen Bedingungen

tunlichst vermeiden,

den Kampf noch einmal platzen

zu lassen.

Der Oligarch im Hintergrund

Ein Baulöwe aus Moskau

zahlt die große Box-Party

Vlad Hrunov hatte bei der Versteigerung

einen Scheck über 2,3 Millionen

Dollar im Gepäck – zehn Prozent

der gebotenen Summe müssen

beim Weltverband als Sicherheit hinterlegt

werden. „Der Scheck war von einer

amerikanischen Bank ausgestellt und nicht

von irgendeiner unseriösen russischen“, berichtete

Hagen Doering, der für den Sauerland-Stall

bei der Versteigerung vor Ort war.

Hrunov gab wenig später zu, dass er nur mit

der Hilfe von Andrei Ryabinsky eine derartige

Summe aufbieten konnte. Der reiche

Oligarch aus Moskau ist nicht nur Vizepräsident

des russischen Box-Verbandes, sondern

auch Hrunovs Geschäftspartner. Gemeinsam

veranstalten die beiden am 17. Mai die

WBA-WM im Cruisergewicht zwischen Hrunovs

Boxer Denis Lebedev und Don Kings

Guillermo Jones. Auch diesen Kampf hatte

Ryabinsky mit seinem Geld ersteigert.

Ryabinsky ist Vorstandsvorsitzender eines

russischen Bauprojektentwicklers und

macht weltweit gigantische Baugeschäfte.

„Wir zusammen haben diesen Traum erfüllt“,

sagte Hrunov über den Coup beim

Purse Bid von Panama. Und Hrunov ist

überzeugt, dass er und Ryabinsky trotz der

astronomischen Summe sogar noch Gewinn

machen. Hrunov: „Das ist ein faires Angebot

und gerechtfertigt, weil das Interesse an

diesem Kampf so groß ist. Ich bin mir sicher,

dass er die Kosten wieder einspielen wird

und sogar noch mehr. Wir waren es Alexander

Povetkin schuldig, dass er bestimmen

kann, wo der Kampf stattfindet.“

BoxSport

17


Cleverly zu clever

Trotz Niederlage: Steinforth stolz auf seinen tapferen Boxer

Tapfer gekämpft und

doch verloren – für

Robin Krasniqi ist der

Traum vom Weltmeister-Gürtel

im ersten Anlauf unerfüllt

geblieben. Der 26 Jahre

alte Münchner musste sich in

der Londoner Wembley Arena

im Kampf um die WBO-Krone

im Halbschwergewicht Titelverteidiger

Nathan Cleverly aus

Wales einstimmig nach Punkten

(109:119, 108:120, 108:120)

geschlagen geben. Aber weil

Krasniqi gegen Ausnahmetalent

Cleverly gut mithielt, ihn in der

siebten Runde sogar kurzzeitig

in Verlegenheit brachte, gab es

nach der ersten Enttäuschung

im Lager des Magdeburger SES-

Boxstalls schon wieder Aufbruchstimmung.

Promoter Ulf

Steinforth: „Wer Robin kennt,

der wird wissen, dass der Junge

nun weiter alles gibt, um sich seinen

Traum vom Weltmeistertitel

zu erfüllen. Und wir, das gesamte

SES-Team, glauben daran!“

Schließlich trainiert Krasniqi,

der eigentlich Haxhi Krasniqi

heißt und einst aus dem Kosovo

nach München übersiedelte, erst

seit drei Jahren in Magdeburg bei

SES-Coach Dirk Dzemski unter

professionellen Bedingungen.

Als Amateur war er kaum in den

Ring gestiegen und früh Profi

geworden. Krasniqi: „Natürlich

bin ich todtraurig, hatte mir so

viel vorgenommen und wollte

meinen Traum vom WM-Gürtel

in London gleich im ersten WM-

Kampf umsetzen. Aber ehrlich,

Nathan Cleverly war noch eine

,halbe Schuhgröße’ zu groß für

mich. Einfach abgezockter im

Ring. Trotz dieser Niederlage

habe ich unheimlich viele Erfahrungen

mitgenommen und werde

jetzt weiter hart an meinem

Traum arbeiten, den WM-Gürtel

zu erobern.“ Krasniqi musste die

dritte Niederlage in seinem 42.

Profikampf einstecken. Cleverly

dagegen blieb auch im 26. Fight

seiner Karriere ungeschlagen.

Trotz des deutlichen Punkturteils

präsentierte sich Krasniqi

in London als Gegner auf

Augenhöhe. Mit einer für das

Halbschwergewicht sehr hohen

Schlagfrequenz hatten sich

Cleverly und sein deutscher

Herausforderer ein spannendes

Duell geliefert. Die erste Hälfte

bestimmte der Waliser Cleverly

mit seinen schnellen Händen

und guten Kombinationen. Mit

hängenden Armen feuerte der

Titelverteidiger blitzschnelle

Hände aus der Hüfte zum Kopf

und Körper des Herausforderers

aus dem Magdeburger SES-

Weltmeister Nathan Cleverly

(rechts) stellt Robin Krasniqi in

der Ringecke und trifft ihn mit

der rechten Schlaghand

Robin Krasniqi trauert nach der

Urteilsverkündung der verpassten

Chance hinterher; Trainer Dirk Dzemski

und Promoter Ulf Steinforth versuchen

zu trösten

Team ab. Besonders oft und hart

ging er dabei mit seinem linken

Haken in Richtung Leber, was

Krasniqi erstaunlicherweise unbeeindruckt

wegsteckte. Auch

Gegendarstellung

In der Ausgabe Nr. 4 April

2013, 89. Jahrgang des Magazins

Boxsport wurden auf Seite

18 in dem Artikel „Rätselraten

um Kings Poker um Marco

Huck“ in Bezug auf meine Person

unrichtige Behauptungen

aufgestellt, die ich wie folgt

richtig stelle:

Unwahr ist, dass ich Geschäftsführer

von Ahmet Öners

Arena-Boxpromotion war.

Wahr ist, dass ich nie Geschäftsführer

von Ahmet Öners

Arena Boxpromotion war.

Unwahr ist, dass ich mit

Arena eine Insolvenz erlitten

habe.

Wahr ist, dass ich zu keinem

Zeitpunkt Geschäftsführer

einer insolventen Firma

war und dies auch heute nicht

bin.

Hamburg, den 02.04.2013

Malte Müller-Michaelis

***

Hinweis der Redaktion:

Ahmet Öner legt Wert auf die

Feststellung, dass seine Firma

Arena-Boxpromotion nie insolvent

war.

18 BoxSport


für Robin Krasniqi

Ein Duell auf hohem

Niveau: Nathan Cleverly

(rechts) punktet Robin

Krasniqi aus

der Jab Cleverlys traf beinahe

nach Belieben. Der Waliser lernte

einst bei seinem Landsmann

Joe Calzaghe, von dem er sich offenbar

die hohe Schlagfrequenz

abgeschaut hat. Calzaghe lobte

nach dem Kampf: „Von Nathan

kann noch sehr viel kommen. Er

hat unheimlich viel Potenzial.“

Erst als Cleverly von der

sechsten Runde an das Tempo

etwas herausnahm, konnte

auch Krasniqi mit harten Treffern

zum Kopf des Weltmeisters

durchkommen. Im letzten Drittel

setzte Krasniqi, nach Punkten

hoffnungslos zurückliegend, alles

auf eine Karte und versuchte

den entscheidenden Schlag ins

Ziel zu bringen. Doch Cleverly

hielt den Münchner mit seinen

langen Händen geschickt auf

Distanz und gewann am Ende

deutlich nach Punkten.

„Ich bin stolz auf Robin,

er hat tapfer gekämpft und nie

aufgegeben“, meinte Promoter

Steinforth dennoch. „Man hat

gesehen, dass Cleverly seinem

Namen alle Ehre gemacht hat.

Cleverly war einfach geschickter,

cooler in den Aktionen und

hat sich mit seiner Erfahrung

aus über zehn Titelkämpfen

im Ring sehr souverän als ungeschlagener

Weltmeister präsentiert.“

„Ich bin überrascht, dass er

über die Zeit gekommen ist. Ich

habe ihn früh mit der Rechten

getroffen und dachte, früher

oder später würde er fallen.

Aber Robin war zäh“, sagte

Weltmeister Cleverly, der schon

vor dem Duell mit Pflichtherausforderer

Krasniqi den nächsten

Gegner im Sinn hatte: Boxlegende

Bernard Hopkins. „Ich lerne

Stück für Stück immer noch dazu.

Aber ich glaube, ich bin bereit

für ihn“, sagte Cleverly. Der

Amerikaner Hopkins hält den

IBF-Gürtel und ist mit seinen

48 Jahren ältester aktiver Weltmeister

der Box-Geschichte.

Hopkins trifft zunächst jedoch

in einer Pflichtverteidigung am

27. Juli in den USA auf Karo

Murat aus dem Berliner Sauerlandstall

(siehe Seite 28).

SES-Talent

Dario Bredicean

Zwei Siege für

Schulz-Ami

Zwei Siege in einer Woche: SES-Youngster

Dario Bredicean feierte seine Profisiege zwei

und drei. Zuerst haute der von Axel Schulz

gemanagte und von Ulf Steinforth promotete

Amerikaner, der mittlerweile in Magdeburg

lebt und trainiert, in Berlin Emre Süre in einer

Runde um. Dann punktete der 19 Jahre alte

Supermittelgewichtler im Hallenser Maritim-

Hotel den Ungarn Gabor Zsalek über vier Runden aus. Für den

Youngster war der Fight ein echter Prüfstein. Der erfahrene

Ungar verstand es ganz gut, die Strategie des Schützlings von

Trainer und Ex-Profi Kai Kurzawa zu durchkreuzen. „Das war

ein harter Hund und eine wichtige Erfahrung für mich”, sagte

Bredicean und düste nach dem Sieg ab zum Heimaturlaub

nach Florida in die Sonne.

Skandalboxer

Dereck Chisora

Chisora haut

Gaucho um

Im Vorprogramm von Nathan Cleverly

schlug ein alter Bekannter erstmals nach

14 Monaten wieder mit britischer Box-

Lizenz zu: Skandalboxer Dereck Chisora. Im

Kampf gegen den argentinischen Gaucho

Hector Alfredo Avila gewann der 29-jährige

Schwergewichtler durch technischen K.o.

nach zwei Minuten und 49 Sekunden der neunten Runde.

Damit siegte der Brite, einst Herausforderer von Vitali

Klitschko um die WM-Krone, erstmals nach drei Niederlagen

in Folge wieder. Zuletzt hatte Chisora vorzeitig gegen

seinen Landsmann David Haye verloren, ausgestattet mit

luxemburgischer Lizenz. Außerdem haute der frühere WBO-

Cruisergewichts-Weltmeister Enzo Maccarinelli aus Wales in

London Carl Wild in der sechsten Runde um.

BoxSport

19


Dirk Dzemski

Schreihals: Dirk

Dzemski brüllt nach

dem Sieg mit Robert

Stieglitz über Arthur

Abraham seine Freude

heraus

Mit 40 Jahren

Strahlende Gesichter nach

dem Coup von Mageburg:

Weltmeister Robert Stieglitz

mit seinem Trainer Dirk

Dzemski

Die Trainer-Rakete am d

Den Tschechen Lukas Konecny führte Dirk Dzemski zum

Interims-WM-Titel im Halbmittelgewicht

Die Niederländerin Esther Schouten war

Weltmeisterin im Superbantamgewicht

Bam“. „Bambam.

„Bam“.

Trockene,

kurze Schläge

hallen durch das

SES-Gym im Magdeburger

Plattenbauviertel

Olvenstedt.

Immer und immer

wieder. Dazwischen

hört man es pusten

und schnaufen. Es

riecht förmlich nach

harter Arbeit. Cheftrainer

Dirk Dzemski

hat in diesen Tagen

alle Hände voll

zu tun. Und das im

wahrsten Sinne des

Wortes. Der 40-Jährige,

der als Chefcoach

beim Magdeburger

Boxstall für neun Athleten die

sportliche Verantwortung trägt,

tanzt durch den Ring. Dzemski

hält seine Pratzen hin. Rechts,

links, unten, links oben. Er

muss sichtlich dagegenhalten.

Die Adern an den Armen treten

bläulich hervor. In den Pausen

schüttelt er wiederholt die

Hände aus und atmet tief durch.

Dass ihn die Serien genauso

anstrengen wie SES-Youngster

Moritz Stahl, lässt er sich nicht

anmerken. Doch die Schweißperlen

auf der Stirn verraten

ihn. Dzemski, der bereits die

Trainingsrunden mit den WM-

Herausforderern Francesco

Pianeta und Robin Krasniqi in

den Knochen hat, muss in sich

hineinlächeln. Das Geräusch,

den der „Bumms“ des sachsenanhaltischen

Eigengewächses

beim Aufprall auf die Pratzen

erzeugt, ist (Zukunfts-)Musik

in den Ohren des Trainers: „Ich

habe noch nie jemanden gehabt,

der so hart und trocken

schlagen kann wie Moritz. Das

ist unfassbar. An dem Jungen

werden wir noch unsere wahre

Freude haben.“

Doch auch in der Gegenwart

hat der Ex-Weltmeister im

Mittelgewicht (NBA-Verband)

gut lachen. Zwar verlor Dzemski

gerade mit Robin Krasniqi

den WM-Kampf von London

gegen Champion Nathan Cleverly.

Aber zuvor war ihm ein

Paukenschlag gelungen, der die

Boxwelt zumindest in Deutschland

in ihren Grundfesten erschütterte.

Und der den erfolgsverwöhnten

Sauerland-Boxstall

schmerzhaft in der Magengrube

getroffen haben dürfte. Der

spektakuläre t.K.o-Sieg von

SES-Star Robert Stieglitz über

Arthur Abraham in Magdeburg

hat aus dem Jung-Trainer den

„Weltmeister-Trainer“ gemacht.

Dirk Dzemski ist aus dem lange

Zeit überdimensional groß

erscheinenden Schatten von

Trainer-Legende Ulli Wegner

herausgetreten. Das Rampenlicht

gehört auf einmal ihm.

Und er genoss es offensichtlich,

auch wenn der gebürtige Hallenser

im Nachhinein behaup-

20BoxSport


schon ein Weltmeister-Macher

Mit dem Slowenen Jan Zaveck holte Dirk

Dzemski in Südafrika den Weltmeistertitel

im Weltergewicht

eutschen Box-Himmel

tet: „Ich brauche das Rampenlicht

nicht, um glücklich zu sein

oder zu wissen, was ich kann.“

Außerdem gebühre der Lorbeer

nicht ihm allein. „Roberts Sieg

war eine echte Teamleistung.

Da hat ein Rädchen ins andere

gegriffen – und genau das ist

unser Erfolgsgeheimnis.“

Und doch! Dass der im Hinkampf

nach Punkten unterlegene

Stieglitz den Spieß umdrehen

konnte, dass die Revanche

geglückt und der WBO-Titel

zurück nach Magdeburg geholt

wurde, ist sehr wohl auch ein

Verdienst des Cheftrainers. Der

Sie beharkten sich vor dem

Kampf, hinterher vertrugen

sie sich wieder: Dirk Dzemski

und Ulli Wegner

Mit Spaß bei der Arbeit: Dirk Dzemski mit seinen Boxern Jan Zaveck,

Robert Stieglitz, Denis Simcic und Robin Krasniqi (v.r.) im Trainingslager

wurde wenige Tage vorher noch

vom gegnerischen Lager belächelt,

als er von einer „coolen

Taktik“ und einem „geilen Plan“

sprach, mit dem man Abraham,

den Weltmeister auf Zeit, überlisten

wolle. Das Lachen ist ihnen –

wie man heute weiß – gründlich

vergangen. Von Genie-Streich

und taktischer Glanzleistung

Dzemskis war hinterher die

Rede. Und der vor Stolz fast

platzende SES-Promoter Ulf Steinforth

lobte seinen sportlichen

Leiter über den grünen Klee:

„Robert war perfekt eingestellt.

Was Dirk da geleistet hat, war der

pure Wahnsinn. Aber so, wie ich

immer an Robert geglaubt habe,

habe ich auch an Dirk und seine

Fähigkeiten als Trainer geglaubt.

Er ist ein Guter!“

Dabei war Dzemski dem

alten und neuen Weltmeister

einst nicht gut genug. Aus den

anfänglichen Problemen mit seinem

heute besten Pferd im Stall

macht der Trainer kein Geheimnis.

Denn Stieglitz war nach dem

Rauswurf von SES-Trainer Werner

Kirsch 2007 der Einzige, bei

dem Nachfolger Dzemski nicht

erste Wahl war. Sondern Torsten

Schmitz. Erst als dieser quasi

über Nacht SES verließ und bei

Sauerland anheuerte, änderte

der Champion seine Meinung.

Dzemski: „Es hat ein wenig gedauert,

bis wir uns zusammengerauft

haben. Aber heute funken

wir auf einer Wellenlänge.“

Wie perfekt das Team inzwischen

harmoniert, zeigt das

Beispiel Abraham. Den sonst

so schlagstarken „King“ Arthur

zur Aufgabe gezwungen zu haben,

das betrachteten viele Box-

Fans, aber auch einige Experten

als „das Meisterstück“ von Dirk

Dzemski als Trainer. Doch der

wiegelt bescheiden ab: „Das

hat vielleicht die Öffentlichkeit

so gesehen, weil ich das erste

Mal so richtig im Fokus stand.

Aber ich habe davor ja schon

einige andere zu Weltmeistern

gemacht: Jan Zaveck zum Beispiel,

oder auch Lukas Konecny

und Esther Schouten.“

Dass der einstige Amateur

(240 Kämpfe/190 Siege) und im

Jahr 2000 ins Magdeburger Profilager

gewechselte Boxer überhaupt

die Rollen getauscht hat,

„war mehr Zufall als geplant gewesen“,

blickt Dzemski auf seine

Anfänge als Trainer zurück.

Der Görziger hat zwar sämtliche

Stufen der DDR-Boxsportschule

durchlaufen, noch 1990 die B-

Lizenz als Amateurtrainer erworben

– und sie bis heute alle

zwei Jahre neu verlängern lassen.

Doch die Nachfolger von

Werner Kirsch als Cheftrainer der

SES-Profis trat er eigentlich nur

an, „weil ich zur rechten Zeit am

rechten Ort war“. Trainerfuchs

Kirsch, der Dzemski 2002 als

ersten Magdeburger Berufsbo-

BoxSport

21


Der NBA-

Weltmeister im

Mittelgewicht

Dirk Dzemski

jubelt 2002

nach seinem

Sieg über John

Tshabalala

Den Südafrikaner Tshabala besiegte

Dzemski in Magdeburg einstimmig

nach Punkten

xer zu Weltmeisterehren führte,

war im März 2007 von Steinforth

aufs Altenteil abgeschoben worden.

Vorausgegangen war der

Entlassung die t.K.o.-Niederlage

von Stieglitz im Kampf um den

vakanten IBF-Titel gegen Alejandro

Berrio (Kolumbien). „Ich

hatte meine damalige Verletzungszeit

sinnvoll genutzt und

Werner als Co-Trainer zur Seite

gestanden. Und auf einmal sollte

‚Kirsche‘ weg, und Ulf kam zu

mir und sagte: Du übernimmst

das Ruder.“

Das tat der zweifache Familienvater.

Mit viel Eifer, Ehrgeiz

und großer Motivation. Aber ohne

jeglichen Vertrag. Und das ist,

man mag es kaum glauben, auch

heute noch der Fall. „Es gibt keine

schriftlichen Vereinbarungen

mit Ulf. Das brauche ich nicht.

Das brauchen wir beide nicht.

Uns reicht ein Handschlag.“

Beide würden sich blind verstehen,

versichert er, und SES

sei mehr Familienbetrieb als ein

wirtschaftliches Unternehmen.

„Unsere Basis ist grenzenloses

Vertrauen und gegenseitige

Achtung. Das unterscheidet die

Zusammenarbeit mit Ulf ja auch

so angenehm von den schwarzen

Schafen in dem Geschäft“,

beteuert Dzemski, der mit seiner

Ehefrau Anja und den Söhnen

Marlon (10) und Tom (16) in

Görzig bei Halle lebt und dort ein

Sonnenstudio sowie ein Transportunternehmen

betreibt. Als

selbständiger Unternehmer beziehe

er kein festes Gehalt von

SES. „Ich stelle Ulf Rechnungen

aus. Das hat bis jetzt immer

wunderbar funktioniert. Und

wenn er eines Tages mit meiner

Arbeit nicht mehr zufrieden ist,

dann ist das halt so und ich muss

gehen.“

Von seinen drei Standbeinen

ist das des Box-Trainers das

Am Tag nach dem

WM-Triumph mit

Robert Stieglitz

führte Dirk

Dzemski seinen

Sohn Tom zum

Landesmeistertitel

von Sachsen-Anhalt

„sicherste und stärkste“. Das

Rüstzeug für den Trainerjob hat

sich der gelernte KfZ-Mechaniker

mehr oder weniger durch

„learning by doing“ erworben.

„Natürlich habe ich mich mit

Trainingslehre, -methodik oder

Leistungsdiagnostik beschäftigt.

Aber ich bin keiner, der stundenlang

über Trainingsplänen

brütet. Oder Tag und Nacht Bücher

liest und studiert. Vieles

mache ich aus dem Bauch heraus.

Ich glaube, ich bin ein guter

Beobachter, reagiere aus der

Situation heraus. Und ich klaue

mir sozusagen viel mit den Augen,

schaue mir von den guten

Trainern das Beste ab.“ Ein super

Lehrmeister sei Werner Kirsch

gewesen. „Von ihm habe ich sehr

viel gelernt. Und auch von Fritz

Sdunek halte ich viel. Er ist in

vielem mein Vorbild. Vor allem,

was den Umgang mit den Athleten

betrifft und seine Ansprache

während der Ringpause.

Zudem kam Dzemski, der es

für „äußerst bedenklich“ hält,

dass sich „jeder im Profilager

Trainer schimpfen kann, der

die entsprechende Lizenz vom

BDB gekauft hat“, natürlich der

reiche Fundus an Erfahrungen

entgegen, den er in seiner aktiven

Laufbahn gesammelt hat.

Dass er das Box-ABC zu DDR-

Zeiten bei den Amateuren gelernt

hat und sich in der Kinderund

Jugendsportschule in Halle

buchstäblich durch- und nach

oben boxen musste, sei für die

berufliche Karriere „Gold wert“

gewesen. „Klar gehen heute

viele den direkten Weg zu den

Profis, aber für mich sind diese

Erfahrungen bei den Amateuren

unbezahlbar“, so Dzemski, den

es freut, dass seine beiden Jungs

in seine Fußstapfen treten. „Ich

befördere das, solange ich nicht

ihr Trainer bin.“

Und als solcher habe er trotz

der ersten durchschlagenden

Erfolge „natürlich noch längst

nicht ausgelernt. Ich bin ja erst

40 und stehe immer noch am

Anfang meiner Karriere und

lerne jeden Tag etwas dazu“,

betont Dirk Dzemski, der sich

als „durchaus kritikfähig“ bezeichnet

und sich deshalb auch

nicht schwer damit tut, Fehler

einzugestehen. Und so räumt er

ein, „den wohl bisher größten“

ausgerechnet bei seinem Musterschüler

gemacht zu haben:

„Dass ich Robert überhaupt im

August letzten Jahres gegen

Abraham habe boxen lassen,

konnte ich mir lange selbst nicht

verzeihen. Unter den gegebenen

Umständen, mit der verletzten

Schlaghand und dem ganzen

privaten Stress, den er wegen

der Scheidung hatte, das konnte

eigentlich gar nicht gutgehen.“

Die ungeschminkte Wahrheit

musste er sich unter anderem

auch von seinem Vater

Dittmar anhören. Der war und

ist nicht nur Ansprechpartner

Nummer eins, sondern auch

als Kritiker stets willkommen.

„Schließlich war er ja auch

mein Trainer der ersten Stunde.“

Ohnehin bezeichnet sich Dirk

Dzemski, der eigenen Aussagen

zufolge „Hummeln im Hintern

hat und für den Relaxen Stress

bedeutet, als Teamplayer. „Anders

würde es meiner Meinung

auch gar nicht funktionieren.

Der Trainingsprozess ist ein

Geben und Nehmen. Und das

nicht nur zwischen Trainer und

Athlet, sondern auch zwischen

mir, dem Promoter, Mentalcoach

und unserer medizinischen Betreuern.

Und ganz ehrlich, ohne

meine Co-Trainer Kai Kurzawa

und René Friese wäre ich aufgeschmissen.

Alleine könnte ich

den Berg von Arbeit gar nicht

stemmen. Deswegen bekommen

nach solchen Erfolgen wie dem

von Robert auch alle immer ein

Stück vom großen Kuchen ab.“

Janette Beck

22 BoxSport


Ulf Steinforth

SES-Chef

Ulf Steinforth

Ulf Steinforth ist dieser

Tage ständig auf Achse.

Nach dem Kampf

seines Boxers Jan Zaveck

in New York düste er zu

Robin Krasniqis WM-Kampf

nach London, dann

stand auch schon der

Kampf um die Krone

im Schwergewicht

zwischen seinem Boxer

Francesco Pianeta

und Superchampion

Wladimir Klitschko in

Mannheim an. Zwischendrin

kümmert

sich der Unternehmer

um seine Geschäfte

im heimischen Magdeburg.

Steinforth hat

mit seinem SES-Stall

einen erstaunlichen

Aufstieg hingelegt.

Obwohl er in Sport1

lediglich einen Spartensender

als TV-Partner

hat, während die

Konkurrenz vor einem

Millionenpublikum im

Programm von ARD

und RTL boxt. Steinforth:

„Wir haben gute

Boxer, deshalb konnten

wir auch schon mit

Robert Stieglitz in der

ARD und mit Francesco

Pianeta bei RTL boxen.

Wir sind breit aufgestellt

und veranstalten

in verschiedenen Ländern.

Dort erhalten wir natürlich

auch Fernsehgelder. HBO hat für

den Kampf in New York mit unserem

Jan Zaveck gut bezahlt.“

Promoter Steinforth arbeitet

quasi nach dem Kuckucks-Prinzip

und legt seine Eier in fremde

Nester, lässt sie dort ausbrüten

und kassiert ab. „Der Vergleich

ist gar nicht schlecht. Obwohl

man das auch negativ verstehen

kann, denke ich da positiv“, sagt

der Magdeburger. „Wir arbeiten

fleißig und nutzen die Möglichkeiten,

die uns im Profiboxen in

Aufstieg – auch ohne

großen TV-Sender

Magdeburger Box-Promoter arbeitet

nach dem Kuckucks-Prinzip

Deutschland auch ohne großen

TV-Vertrag geboten werden.“

Acht Kampfabende planen

Steinforth und Sport1 im Boxjahr

Juni 2013 bis Juni 2014.

Den Anfang macht Junioren-

Weltmeister Dominic Bösel Anfang

Juni in seiner Heimatstadt

Freyburg an der Unstrut. Steinforth:

„Wenn er boxt, folgen ihm

immer große Fangruppen bis

zu 300 Personen. Diesen treuen

Fans wollen wir einmal entgegenkommen

und vor ihrer Haustür

veranstalten. Da zum Profiboxen

auch ein bisschen Show

gehört, wollen wir in der großen

Halle der Rotkäppchen-Sektkellerei

boxen. Unterstützung

erhoffen wir uns von Dominics

Mutter, die bei Rotkäppchen im

Vorstand ist.“ Unter der Marke

„Team Deutschland“ will Steinforth

seine jungen Boxer künftig

in den Ring schicken. Dazu

zählt neben dem Bösel, dem Koblenzer

Dennis Ronert und dem

Hallenser Moritz Stahl künftig

auch der unbesiegte Schwergewichtler

Michael Wallisch, den

Steinforth gerade unter Vertrag

genommen hat.

Steinforths Boxer Nummer

eins bleibt aber Robert Stieglitz.

Der Magdeburger holte sich gerade

die WM-Krone von Arthur

Abraham wieder zurück. Der

entthronte „King Arthur“ möchte

sofort ein drittes Mal gegen

Stieglitz boxen. Steinforth aber

hat andere Pläne. Der Promoter:

„Im Grunde habe ich nichts gegen

einen dritten Kampf Stieglitz

gegen Abraham. Doch jetzt

wird Robert erst einmal zwei

freiwillige Titelverteidigungen

austragen. Wir müssen auch

Geld verdienen. Ob dann ein

Francesco Pianeta (rechts) quälte sich gemeinsam mit Robin Krasniqi im Trainingslager an der Ostsee für seinen WM-Kampf gegen Wladimir

Klitschko am 4. Mai in Mannheim

Duell mit Abraham folgt, wird

davon abhängen, wie Arthur

die nächsten Kämpfe gestaltet.

Er muss beweisen, dass er auf

dem Weltmeister-Level wieder

konkurrenzfähig ist.“ Abrahams

Trainer Ulli Wegner würde gerne

seinen Boxer Dominik Britsch

auf Stieglitz hetzen – der Ringfuchs

ist überzeugt davon, dass

Britsch gewinnt. „Das ist lächerlich“,

sagt Steinforth. „Davon

höre ich zum ersten Mal. Britsch

gehört gar nicht in diese Liga.“

MANFRED HÖNEL

BoxSport 23


Das

sport

INTERVIEW

Hans Reski und Arne Leyenberg

mit Arthur Abraham

Seine Fans haben ihn nicht fallen gelassen. Einen Monat

nach der überraschenden Niederlage gegen Robert

Stieglitz schrieb sich Arthur Abraham bei der Kölner Fitness-Messe

FIBO am Stand von Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller

Olimp mehr als drei Stunden lang die Finger

wund – sein erster öffentlicher Auftritt nach dem Verlust

des WM-Gürtels. Anschließend sprach Arthur Abraham im

BoxSport-Interview über die Gründe seiner Niederlage und

seine Zukunftspläne.

Arthur

Abraham

(rechts) im Gespräch mit

den BoxSport-Redakteuren Hans Reski

(links) und Arne Leyenberg

• Beim Abbruch dachte ich, der Kampf würde „No Contest“ gewertet

• Ich will die Revanche so schnell wie möglich

Nichts ging mehr: Wegen dieses zugeschwollenen Auges wurde Arthur

• Wenn ich noch einmal verliere, höre ich auf

Abraham im Rematch mit Robert Stieglitz aus dem Kampf genommen

Die Niederlage gegen Stieglitz war w

BoxSport: Wie sehr haben

Sie sich nach der Niederlage

gegen Robert Stieglitz geärgert –

auch über sich selbst?

Abraham: Natürlich habe

ich mich geärgert. Das ist ganz

normal, wenn ich verliere. Aber

mein Auge ist mir viel wichtiger.

Gefragt wie eh und je: Arthur Abraham bei seiner Autogrammstunde auf der Kölner

Fitness-Messe FIBO

BoxSport: Sind Sie mit der

falschen Taktik in den Kampf

gegangen?

Abraham: Falsch würde ich

nicht sagen. Stieglitz hat sehr

schnell angefangen. Aber ich

war ganz entspannt und habe

mir gesagt: lass ihn so schnell

anfangen, später wird er automatisch

müde. Oder wir stellen

ihn ruhig. Dass mein Auge zuschwillt,

ist mir eben noch nie

passiert.

BoxSport: Wann und wie

ist die Verletzung an Ihrem Auge

denn entstanden?

Abraham: Ich habe in der

zweiten Runde einen Schlag mit

der Rechten abbekommen. Ich

habe gleich gemerkt, irgendetwas

ist in mein Auge gekommen

– wahrscheinlich der Daumen.

Ich habe sofort geklammert.

Aber durch das Adrenalin im

Körper habe ich nicht gespürt,

dass das Auge zugeschwollen

ist.

BoxSport: Ab wann konnten

Sie auf dem linken Auge

nichts mehr sehen?

Abraham: Ich habe das

nicht gemerkt. Ich dachte, ich

sehe mit beiden Augen.

BoxSport: Fanden Sie den

Abbruch vor der vierten Runde

in Ordnung?

Abraham: Ich hätte weitergeboxt,

weil ich es nicht gespürt

habe. Aber wenn der Doktor und

der Trainer sagen, es sei gefährlich,

ist es besser aufzuhören.

BoxSport: Viele haben sich

nach dem Kampf gewundert,

dass jemand, der einst zehn

Runden lang mit doppelt gebrochenem

Kiefer geboxt hat, wegen

eines geschwollenen Auges aufhören

muss.

Abraham: Mich hat das

auch nicht erschrocken. Aber

Trainer und Doktor haben den

Kampf gestoppt. Das Augenlicht

ist schon sehr wichtig.

BoxSport: Sie haben aber

auch keine Anstalten gemacht,

weiterboxen zu wollen.

Abraham: Was soll ich denn

machen? Schreien?

BoxSport: Manuel Charr ist

nach dem Abbruch gegen Vitali

Klitschko in Moskau beispielsweise

durch den Ring getobt und

wollte unbedingt weiterboxen.

Abraham: Der Doktor hat

zu mir gesagt, dein Auge ist zu,

so kann ich dich nicht boxen lassen.

Was soll ich machen?

BoxSport: Wenn der Ringarzt

und Ihr Trainer also nicht

abgebrochen hätten, hätten sie

weitergeboxt?

Abraham: Zu hundert Prozent.

Allerdings hatte ich auch

gedacht, wenn der Kampf aufgrund

einer Verletzung bis zur

vierten Runde abgebrochen

wird, wird er als „No Contest“

gewertet. Im Nachhinein sind

alle schlauer.

BoxSport: Glauben Sie

auch, dass Ihr Trainer anders

24 BoxSport


entschieden hätte, wäre der Vorfall

mit dem Kieferbruch nicht

gewesen? Er wurde ja stark dafür

kritisiert, damals den Kampf

nicht abgebrochen zu haben.

Abraham: Ich glaube

schon.

BoxSport: Sind Sie überzeugt

davon, dass Sie Stieglitz

noch besiegt hätten, wäre der

Kampf nicht abgebrochen worden?

Abraham: Viele haben gegen

mich stark angefangen – später

dann lagen sie am Boden. Ich

lasse alle so schnell anfangen,

das stört mich nicht. Ich fange

ganz ruhig und entspannt an.

BoxSport: Aber in früheren

Kämpfen haben Sie trotz Ihrer

abwartenden Haltung in der

Doppeldeckung auch eigene Attacken

gestartet. Die kamen dieses

Mal gegen Stieglitz nicht.

Abraham: Die waren dieses

Mal auch da. Zwischendurch

habe ich schon geschlagen. Ich

habe gespürt, dass er ein paar

harte Treffer kassiert hat. Er hat

dann gleich geklammert.

BoxSport: Aber die anderen

Gegner haben nicht so viel getroffen

wie Stieglitz.

Abraham: Ich habe keine

harten Treffer bekommen, muss

ich ehrlich sagen.

BoxSport: Hatten Sie Stieglitz

so mutig und so offensiv erwartet?

Abraham: Wir wussten,

dass er offensiv anfangen und

sein Tempo gehen würde.

Denn er ist ein Tempoboxer, er

schlägt nicht hart, sondern viel.

Das war für mich keine Überraschung.

Mich hat nur überrascht,

dass mein Auge zuging.

Eigentlich haben wir doch gar

nicht geboxt. Drei Runden – das

ist doch kein Boxkampf! Die

Leute tun so, als hätte er mich

zwölf Runden lang verprügelt

und dominiert. Auf einmal ist er

ein Held. Ein Kampf fängt doch

ab der sechsten Runde erst an.

In unserem ersten Kampf habe

ich ihn zwölf Runden lang vernichtet.

Das war Boxen. Ist das

alles so schnell vergessen? Das

war ein Unglück für mich. Vergleichbar

mit einer Reifenpanne

bei der Formel 1. Das passiert.

Es ist traurig für mich.

BoxSport: Viele Experten

sahen Sie nach dem Kampf aber

schon am Ende. Weil Sie die

ersten drei Runden eigentlich

gar nichts gemacht haben. Ihr

Trainer hat gesagt, bei den Amateuren

wären Sie wegen Passivität

aus dem Kampf genommen

worden.

Abraham: Die wichtigen

Dinge habe ich zwischendrin

schon gemacht.

BoxSport: Diese Niederlage

nagt also nicht an Ihrem Selbstbewusstsein?

Abraham: Hundertprozentig

nicht. Das war nur ein Unfall.

ie eine Reifenpanne in der Formel 1

BoxSport: Wie soll dieser

Unfall nun repariert werden?

Abraham: Am besten ganz

schnell.

BoxSport: Stieglitz-Manager

Ulf Steinforth sagt aber, Sie

müssten erst einmal unter Beweis

stellen, dass Sie noch ein

würdiger Herausforderer um die

WM-Krone sind.

Abraham: Das werde ich

beweisen, wenn wir zum dritten

Mal boxen.

BoxSport: Möchten Sie direkt

wieder gegen Stieglitz boxen,

oder zuerst einen Aufbaukampf

machen?

Abraham: Das ist mir egal.

Am liebsten würde ich sofort

wieder gegen Stieglitz boxen.

Die deutschen Boxfans wollen

den Kampf sehen. Das ist der

entscheidende, im Moment steht

es 1:1. Aber daran glaube ich

nicht. Stieglitz wird sicherlich

noch eine freiwillige Titelverteidigung

machen. Aber das ist

Relaunch von box-sport.de

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Typische Szenen aus den beiden Stieglitz-Kämpfen: Beim ersten Duell in der

Berliner O2-World boxte Arthur Abraham viel offensiver und punktete den

Techniker Stieglitz aus (Bild oben). Beim Rückkampf in Magdeburg allerdings

verharrte Abraham nur in der Doppeldeckung, während Robert Stieglitz auf ihn

einprügelte (Bild unten)

kein Problem. Wir müssen nicht

sofort boxen. Wir boxen dann,

wenn es Sinn macht.

BoxSport: Die Niederlage

hat Sie viel Geld gekostet, oder?

Abraham: Sehr viel Geld.

Aufbaukämpfe bringen viel weniger

Geld als eine WM. Aber ich

mache das alles wieder gut. Ich

sorge dafür, dass das Geld, das

wir verloren haben, wieder zurückkommt.

BoxSport: Eigentlich wollten

Sie nach einem Sieg über

Stieglitz ja die Revanchen gegen

Ihre anderen Bezwinger Andre

Ward und Carl Froch angehen.

Abraham: Das ist jetzt alles

aufgeschoben.

BoxSport: Schaffen Sie das

in Ihrem Boxerleben denn überhaupt

noch?

Abraham: Ich bin doch erst

33 Jahre alt. Schauen Sie sich Vitali

Klitschko an, der ist 41. Warum

soll ich das nicht schaffen?

BoxSport: Es kommt immer

wieder der Vorwurf auf, Sie seien

nicht mehr hungrig genug. Deshalb

passierten die Niederlagen.

Abraham: Ich lebe für meinen

Sport. Ich tue alles dafür. Ich

bin hungrig genug.

BoxSport: Es gibt aber Menschen,

die behaupten, Sie hätten

nebenbei 100 Berufe.

Abraham: Das ist nur der

Trainer. Wenn ich mich über seine

Frisur lustig mache, dann behauptet

er, ich sei Frisör. Wenn

ich über das Essen schimpfe,

meint er ich sei Koch. So ist der

Trainer. Er macht Spaß.

BoxSport: Wie enttäuscht

war der Trainer nach der Niederlage

gegen Stieglitz?

Abraham: Enttäuscht und

sauer sind wir alle. Der Trainer,

ich, das Management. Wer freut

sich über eine Niederlage? Aber

es ist ein Unfall passiert. Man

darf nicht so tun, als hätte Stieglitz

zwölf Runden lang eine Box-

Demonstration abgeliefert.

BoxSport: Glauben Sie, dass

der Sauerland-Stall immer weiter

zu Ihnen hält? Was passiert,

wenn Sie noch einmal verlieren?

Abraham: Wenn ich noch

einmal verliere, dann ist es natürlich

aus. Hundertprozentig.

Aber ich habe, wie gesagt, nicht

boxerisch verloren. Es ist ein

Unfall passiert. Ich konnte nicht

mehr weitermachen.

BoxSport: Die Niederlage

gegen Stieglitz beurteilen Sie

also anders als die gegen Ward

und Froch?

Abraham: Das waren richtige

Niederlagen, die ich selbstverständlich

auch akzeptiere.

Ich habe in diesen Kämpfen sehr

schlecht geboxt und daraus gelernt.

BoxSport: War die Teilnahme

am Super-Six-Turnier rückblickend

ein Fehler?

Abraham: Das Turnier kam

zu früh. Ich hatte zu wenig Erfahrung,

ich hätte taktisch anders

boxen müssen.

BoxSport: Wie stark ist

Stieglitz im Vergleich zu den

anderen Supermittelgewichts-

Weltmeistern Ward, Froch und

Mikkel Kessler?

Abraham: Er ist deutlich

schwächer. Stieglitz ist nicht

stark. Der beste ist Ward. Er ist

technisch gut, und dazu noch

sehr unsauber. Dann kommt

Kessler, der Froch jetzt wieder

schlagen wird.

BoxSport: Glauben Sie, dass

Ihr Promoter Sauerland auch

deswegen an Ihnen festhält, weil

Sie derzeit der einzige große Quotenbringer

in seinem Stall sind?

Abraham: Nein, wir haben

auch andere Boxer im Stall, die

eine gute Quote bringen, vielleicht

eine halbe Million oder

eine Million weniger als ich.

Ich bin nicht der einzige. Sauerland

hat gute Jungs mit Perspektive.

BoxSport: Marco Huck hätte

sich beinahe ins Abseits manövriert,

zumindest hat er den ganzen

Terminkalender Ihres Boxstalls

durcheinandergebracht.

Abraham: Marco ist alt genug.

Er weiß, was er macht, da

darf man sich nicht einmischen.

BoxSport: Hat Ihr Trainingsgefährte

Karo Murat eine Chance

gegen Bernard Hopkins?

Abraham: Auf jeden Fall.

Hopkins hat viel Erfahrung, aber

er wird Murat ganz sicher unterschätzen.

Karo kann sehr gefährlich

werden, wenn er kämpft. Er

ist sehr stark.

BoxSport: Wie beurteilen

Sie die allgemeine Entwicklung

im deutschen Boxen?

Abraham: Momentan ist sie

nicht so gut. Früher, zu Zeiten

von Maske, Michalczewski, Rocchigiani,

Ottke, Beyer, Schulz

gab es richtig gutes Boxen. Heute

ist es nicht mehr so.

BoxSport: Haben Sie immer

noch Interesse an einem Kampf

gegen Felix Sturm?

Abraham: Sehr großes Interesse.

Von mir aus jederzeit.

BoxSport: Wenn im Boxen

alles schief läuft für Sie, was

machen Sie dann?

Abraham: Ich kann von

heute auf morgen aufhören. Ich

habe während meiner Karriere

genug getan für die Zukunft.

Aber ich liebe meinen Sport. Ich

liebe es, mich zu quälen, ich liebe

die Boxwelt. Geld kommt von

alleine. Sport ist mein Leben.

Das ist kein Beruf.

BoxSport: Aber was machen

Sie, wenn Sie nicht mehr boxen?

Abraham: Das weiß ich

nicht. Das wird sehr schwer.

BoxSport: Gibt es nichts,

das Ihnen Spaß macht und auch

noch Geld bringt?

Abraham: Nein. Nur Boxen.

Ich habe meine Fluglinie, eine

Immobilienfirma. Aber das läuft

automatisch, ich habe Angestellte,

die sich darum kümmern, ich

schaue einmal im Monat auf die

Zahlen. Das ist keine Beschäftigung

wie Boxen, nicht das, was

ich suche im Leben. Boxen ist etwas

Besonderes: Du quälst dich,

du hast Ziele, du schwitzt, du

blutest, nachts denkst du an den

Kampf, morgens, mittags.

BoxSport: Wie lange wollen

Sie noch boxen, wenn es optimal

läuft?

Abraham: Bis Ende 35. Ich

habe einen Dreijahresvertrag bei

Sauerland. Wenn der zu Ende

geht, ist Schluss. Dann reicht es

auch.

26 BoxSport


Huck-Afolabi steigt jetzt am 8. Juni in Berlin

Endet dann

auch Wegners

Seuchenjahr?

Ein Erfolgsgespann nicht

ohne Reibereien: Ulli

Wegner und Weltmeister

Marco Huck

Viel Pech mit Hernandez, Helenius und Gutknecht

Da schluckte Weltmeister

Marco Huck. „Komm

her, hol deine Klamotten

und flieg nach England“,

wetterte Trainer Ulli Wegner

am Telefon. „Trainer, so war

das nicht gemeint“, stammelte

Huck. Wegner war sauer, weil

sich der Champion nicht nur

mit David Hayes Trainer Adam

Booth ablichten ließ, sondern

auch etwas von Trainerwechsel

gefaselt hatte. Jetzt hat sich

der Sturm längst wieder gelegt.

Marco unterschrieb einen neuen

Vertrag bis 2014 beim Sauerland-

Stall „und trainiert für den Titelkampf

gegen Ola Afolabi wie

ein Teufel“, grinst Wegner. Das

dritte Duell mit dem Briten Afolabi

– einmal siegte Huck knapp

nach Punkten, ein Kampf endete

unentschieden – steigt nun

am 8. Juni in der Berliner Max-

Schmeling-Halle. Sauerland

Zum dritten Mal stehen sie

sich gegenüber: Marco Huck

und sein Herausforderer

Ola Afolabi

veranstaltet, obwohl Don King

den WBO-WM-Kampf im Cruisergewicht

eigentlich ersteigert

hatte. Der berüchtigte Promoter

hatte beim „Purse Bid“ in Miami

überraschend 1,5 Millionen Dollar

geboten und damit Sauerland

und Afolabis Promoter K2 ausgestochen.

Aber King hätte den

Fight spätestens 90 Tage nach

der Versteigerung veranstalten

müssen. Ursprünglich hatte er

die Austragung für den 11. Mai in

Hannover angekündigt und bereits

eine Promoter-Lizenz beim

Bund Deutscher Berufsboxer beantragt.

Weil King jedoch keinen

deutschen Fernsehsender fand,

der den Kampf übertragen und

somit finanzieren wollte, gab er

ihn zurück.

„Als Trainer musst du einmal

ein Machtwort sprechen

und auf den Tisch hauen, sonst

verlierst du schnell den Respekt“,

begründet Wegner seine

konsequente Haltung im Fall

Huck. Der 71-Jährige will schon

Kumpel sein. „Aber wenn dich

die Boxer loben, was du für

ein netter Kerl beim Training

bist, dann machst du kaum

Weltmeister aus ihnen. Leistungssport

ist hart, daran lässt

sich nichts ändern“, verliert

der Star-Trainer klare Worte.

Wegner gibt unumwunden zu:

„Arthur Abrahams Niederlage

gegen Robert Stieglitz war die

schwerste sportliche Niederlage

meines Lebens. Ich bin

nicht an Niederlagen gewöhnt,

deshalb kaue ich immer noch

daran.“ Damit Arthur gar nicht

auf dumme Gedanken kommt,

verriet „General“ Wegner: „Ich

fühle mich noch fit, halte das

Pratzentraining weiterhin gut

durch. Ich habe deshalb locker

bis 2015 unterschrieben.“

Dabei gesteht der Box-Lehrer

ohne Umschweife: „Arthur

ist ein reicher Mann geworden.

Dadurch lässt er sich jetzt etwas

schwerer trainieren.“ Ulli Wegner

trägt aus diesem Grund den

Spruch eines unbekannten Amerikaners

in der Brieftasche. Fast

jeden zweiten Tag liest er diesen

Spruch seinen Boxern vor: „Der

Ruhm lässt keinen Menschen

unberührt. Er hat einige zerstört

und einige verkrüppelt.“ Der

Meistermacher mahnt: „Also

immer schön auf dem Teppich

bleiben, dann schnappst du

auch im Siegrausch nicht über.“

Wegner will mit Abraham unbedingt

das dritte Duell gegen

Stieglitz: „Ich denke mal, SES-

Manager Ulf Steinforth ist so fair

und bietet uns die Chance. Wir

boxen auch gern wieder in Magdeburg.

In der alten Boxstadt

verfügen die Fans über richtig

gutes Fachwissen. Da macht ein

Boxabend Spaß.“

Für Wegner ist dieses 2013

ein Seuchenjahr. Yoan Pablo

Hernandez hat sich zum zweiten

Mal die Hand gebrochen, Robert

Helenius zog sich eine Sehnenverletzung

an der rechten

Schlaghand zu. Dazu kommt der

so unglücklich verlorene Kampf

von Europameister Eduard Gutknecht

gegen Jürgen Brähmer.

Doch Wegner schwört: „Wir

geben nicht auf. Die Verletzten

müssen sich auskurieren. Dominik

Britsch und Gutknecht sind

Spitze im Training. Das wird sich

bald auch im Ring niederschlagen.

Ich bin fest überzeugt, die

beiden Jungs bringen es noch zu

Titeln.“ MANFRED HÖNEL

BoxSport 27


Trainer Wegner: „Eine größere Chance kann ein Sportler nic

Karo Murat boxt gege

Legende Hopkins um

Der Kampf soll am 27. Juli in New York steigen

Die Nachricht kam mitten

in der Nacht. Aus Amerika.

Und sie sorgte im

zuletzt vom Pech verfolgten

Sauerland-Stall für neue

Motivation. Einer der Ihren darf

gegen eine lebende Box-Legende

kämpfen. Karo Murat aus Kitzingen

bei Würzburg fordert am 27.

Juli in New York City Rekord-

Champion Bernard Hopkins

heraus. „Eine größere Chance

kann ein Sportler in seinem Leben

gar nicht bekommen“, sagte

Murats Trainer Ulli Wegner, als

ihn die Nachricht aus Übersee

beim Frühstück erreichte. Murat

selbst jubelte: „Meine Freude

war riesig, als ich davon erfahren

habe. Ich habe dadurch einen

riesigen Motivationsschub

erhalten.“

Nach dem überraschenden

Verlust des WM-Titels von Arthur

Abraham, dem Hickhack

um Cruisergewichts-Champion

Marco Huck und den Verletzungen

von Weltmeister Yoan

Pablo Hernandez und Schwergewichts-Talent

Robert Helenius

schöpft der Sauerland-Stall

neue Hoffnung. Der frühere

Sauerland-Boxer Axel Schulz

wurde mit seinem Kampf gegen

Box-Legende George Foreman

Den spanischen Ex-

Weltmeister Gabriel

Campillo konnte

Karo Murat (links)

einmal nach Punkten

besiegen, das

zweite Duell endete

unentschieden

1995 in Las Vegas über Nacht ein

Volksheld in Deutschland. Wegner:

„Karo muss einen tollen

Kampf machen. Dann ist er im

Gespräch.“ 1995 war Foreman

der älteste Weltmeister der Box-

Geschichte. Nun ist es Hopkins –

der 48-Jährige stellte mit seinem

Punktsieg über IBF-Halbschwergewichts-Champion

Tavoris

Cloud im März einen neuen Altersrekord

auf. „Hopkins hat in

diesem Kampf bewiesen, dass

er noch nicht zum ‚alten Eisen’

gehört“, weiß Murat. Wie einst

Schulz hat auch Murat gegen

den 19 Jahre älteren Amerikaner

nur eine Außenseiterchance.

„Aber die muss er nutzen“, fordert

Trainer Wegner.

Nach der Enttäuschung mit

Abraham freut auch Wegner

sich auf die Herausforderung

Hopkins: „Karo, aber auch mir,

konnte nichts Besseres passieren

als dieser Kampf.“ Die richtige

Taktik, um den Ringfuchs zu

besiegen, trage er schon seit Jahren

mit sich herum, sagt Wegner.

Schließlich wollte er schon vor

neun Jahren mit seinem einstigen

Lieblingsschüler Sven Ottke

gegen Hopkins boxen. Wegner:

„Damit wollten wir ein Stadion

füllen. Aber dann ist Sven leider

in Magdeburg zurückgetreten.“

Mit fast zehn Jahren Verspätung

findet der Kampf nun doch noch

statt.

Ein Jahr lang hat Karo Murat,

der 1983 unter seinem richtigen

Namen Karapet Muratjan als Angehöriger

der armenischen Minderheit

im Irak geboren wurde

und über Armenien mit seinen

Eltern und Geschwistern nach

Franken floh, auf seine Titelchance

gewartet. So lange ist der

frühere Europameister im Supermittelgewicht

Pflichtherausforderer

der IBF. Das Duell gegen

Champion Cloud war bereits vor

Monaten in Puerto Rico geplant.

Doch dann ließ Murat Altmeister

Hopkins gegen Bezahlung, das

branchenübliche sogenannte

„Step-aside-Money“, den Vortritt.

Alles richtig gemacht: Denn

nun bekommt er auch noch den

bekannteren und lukrativeren

Gegner vor die Fäuste.

„Das ist ein Glück für uns.

Dabei hatte ich nicht damit gerechnet,

dass Hopkins gegen

Cloud gewinnt“, sagt Hagen Doering,

Sportdirektor des Sauerland-Stalls.

Die Berliner gingen

davon aus, dass Hopkins den

WM-Gürtel lieber niederlegen

als gegen den in den USA völlig

unbekannten Murat boxen

würde. Schließlich bleibt dem

Box-Oldie nicht mehr viel Zeit

für große Zahltage – denn mit

50 will er nach eigenen Angaben

nicht mehr im Ring stehen. Zunächst

sah es auch ganz danach

aus: Hopkins fragte offiziell bei

der IBF an, die Pflichtverteidigung

gegen Murat aufschieben

zu können. Doch dann besann

er sich eines Besseren. „Um den

WM-Kampf gegen Cloud zu bekommen,

musste ich garantieren,

danach gegen Murat zu boxen“,

erzählte Hopkins. „Jetzt,

wo ich den Titel gewonnen habe,

kann ich mich nicht einfach hinstellen

und sagen, ich boxe ihn

doch nicht. Dann würde mir die

IBF den Titel abnehmen. Murat

hat lange auf seine Chance gewartet.

Ich werde jetzt meine

Pflicht erfüllen und ihn aus dem

Weg räumen. Danach mache ich

die Superfights.“

Hopkins schwebt ein Titelvereinigungskampf

gegen den

Waliser Nathan Cleverly vor,

der seinen WBO-Gürtel gerade

in London gegen den Münchner

Robin Krasniqi verteidigte. Cleverly

ist bislang der einzige Boxer,

der Murat schlagen konnte.

2010 wurde der Sauerland-Boxer

in Birmingham gegen den Waliser

in der zehnten Runde aus

dem Kampf genommen. Bis auf

ein Unentschieden gegen Ex-

Weltmeister Gabriel Campillo

aus Spanien konnte Murat alle

übrigen 25 Profikämpfe gewinnen.

„Karo ist sehr vielseitig und

hat unheimliche Willensqualitäten“,

sagt Wegner. „Jetzt muss er

sich eine unheimliche Kondition

erarbeiten. Die braucht er gegen

Hopkins. Die nächsten Monate

werden hart für Karo. Härter, als er

sich das vorstellen kann. Ich nehme

keine Rücksicht.“ „Ich werde

alles tun, um für diesen Fight

28 BoxSport


ht bekommen“

n die

WM

Keine Angst vor Box-Legende

Hopkins: Karo Murat und

Trainer Ulli Wegner geben sich

angriffslustig

in Top-Form zu sein. Ich werde

Hopkins weh tun.“, kündigt Murat

an. Trainer Wegner will nach

Ottke, Abraham, Huck, Markus

Beyer und der Norwegerin Cecilia

Braekhus mit Murat seinen

sechsten Weltmeister hervorbringen.

„Ich habe mit meinen Boxern

schon viele Außenseiterchancen

genutzt“, sagt Wegner, „aber auch

schon mit Top-Favoriten verloren. Das ist

nicht so oft passiert, aber das letzte Mal ist leider

noch gar nicht so lange her.“ Am 27. Juli

gibt es die Chance zur Wieder-

gut-

machung.

ARNE

LEYENBERG

Bernard Hopkins ist der älteste

Weltmeister der Box-Geschichte. Mit

48 Jahren hält der ehemalige Sträfling

aus Philadelphia den IBF-Titel im

Halbschwergewicht

BoxSport 29


Das

sport

INTERVIEW

Björn jensen mit Fritz Sdunek

Am 18. April feierte Fritz Sdunek seinen 66. Geburtstag. Nun wäre es

vermessen zu sagen, dass sein Leben erst mit 66 Jahren anfängt, wie

es Udo Jürgens in einem seiner Welthits sang. Dafür hat der Mecklenburger

in seiner langen Karriere zu viel erlebt. An Ruhestand ist bei

Sdunek jedoch auch nicht zu denken. Gerade kürzlich übernahm der

Weltmeistertrainer mit Jack Culcay wieder einen der großen deutschen

Hoffnungsträger. Was er sich davon verspricht, was er von seinen

anderen Schützlingen erwartet und wie er die Entwicklung des

Boxens in Deutschland und der Welt einschätzt, darüber sprach er im

Interview mit dem BoxSport.

• Jack Culcay kann es

noch sehr weit bringen

• Noch keine Entscheidung

über Vitalis Zukunft

• Felix Sturm kann auch

Golovkin schlagen

• Doping im Boxsport ist

kreuzgefährlich

• Huck verliert den dritten

Kampf gegen Afolabi

BoxSport: Herr Sdunek, Sie

sind seit Ihrer Trennung von Universum

im Jahr 2010 nun schon

seit gut drei Jahren Ihr eigener

Herr. Was hat sich in dieser Zeit

am meisten verändert?

Fritz Sdunek: Zunächst einmal

muss ich klarstellen, dass

ich schon immer mein eigener

Herr war. Ich hatte auch zu meiner

Zeit bei Universum keinen

Vertrag mit der Firma, sondern

nur mit meinen Boxern. Der Unterschied

ist jedoch, dass ich mir

heute aussuchen kann, wann,

bekomme viele Anfragen

von Boxern, die mit mir

arbeiten möchten. Aber

ich kann und will nicht alle

annehmen. Mir gefällt

auch, dass ich nicht mehr

das komplette Programm

anbieten muss, sondern

die meisten Boxer, mit

denen ich jetzt arbeite,

mich nur für die spezifische

Vorbereitung und die

Arbeit in der Ecke haben

wollen. Die haben meist

eigene Athletik- und Er-

Weltmeistermacher

Fritz Sdunek: Auch

mit 66 Jahren noch

gut im Geschäft

Der alte

wo und mit wem ich arbeiten

möchte. Das macht mir riesigen

Spaß, es ist ein freieres Arbeiten

als früher.

BoxSport: Würden Sie sagen,

dass Sie jetzt Ihren Traum

leben, dass Sie jetzt so arbeiten,

wie Sie es sich immer gewünscht

haben?

Sdunek: Ich würde sagen,

dass es mein Traumjob ist, aber

die ersten Jahre bei Universum

waren genauso ein Traum, das

möchte ich nicht missen. Zum

Ende hin wurde es zwar unerfreulich,

dennoch werde ich die

Zeit dort niemals vergessen.

BoxSport: Sie hatten sich

von Universum auch deswegen

getrennt, weil Sie aus gesundheitlichen

Gründen kürzer treten

wollten. Hand aufs Herz: Ist

Ihnen das gelungen?

Sdunek: Ich denke schon.

Ich mache zwar immer noch

mehr, als ich eigentlich wollte.

Aber ich habe gelernt,

auch mal Nein zu sagen. Ich

nährungscoaches. Mir gefällt

diese Art des Arbeitens, weil

ich das tun kann, was mir am

besten liegt.

BoxSport: Ihr neuester

Schützling ist Jack Culcay. Wie

kam es zu der Zusammenarbeit?

Sdunek: Jacks bisheriger

Trainer Ismail Salas hatte nicht

mehr die Zeit, mehrere Wochen

vor dem Kampf nach Hamburg

zu kommen. Da hat Jacks Manager

Moritz Klatten bei mir

angefragt. Ich hatte gerade Zeit,

weil ich keinen anderen meiner

Jungs vorbereiten musste, deshalb

habe ich zugesagt. Es ist

erst einmal nur für den Kampfabend

in Hamburg gewesen. Jetzt

müssen wir schauen, ob und wie

wir weitermachen.

BoxSport: So kommen Sie

auf Ihre alten Tage sogar noch

dazu, auf Sauerland-Kampfabenden

bei einem Sauerland-Boxer

in der Ecke zu sitzen. Ist das

nicht ein komisches Gefühl für

einen ehemaligen Universum-

Cheftrainer?

Sdunek: Ach was, überhaupt

nicht. So ist das Geschäft, heute

hier, morgen dort. Außerdem

war das nichts Neues für mich,

ich hatte das ja schon erlebt, als

die Klitschkos nach ihrer Trennung

von Universum kurzzeitig

mit Sauerland gearbeitet haben.

Das ist wirklich überhaupt kein

Problem für mich.

BoxSport: Wie ist denn Ihr

Eindruck von Jack Culcay? Ist er

so stark, wie Sauerland ihn sich

wünscht und früher auch Universum

ihn gesehen hat?

Sdunek: Jack ist trotz der

Niederlage gegen den Argentinier

Pitto, die für mich keine war,

ein großes Talent. Er ist sehr ehrgeizig,

hat alle Anlagen, um es

weit zu bringen. Vor allem will er

ständig dazulernen und ist sehr

offen für Anregungen. Meine

Aufgabe war es ja nicht, seinen

Stil zu verändern, sondern zu

verfeinern. Ich denke, er kann

seine Führhand noch viel besser

einsetzen, die ist eine Waffe,

die er noch zu selten nutzt. Und

der Leichtsinn im Infight, dass

er da die Deckung fallen lässt,

den muss er abstellen. In der

Distanz ist das völlig okay, aber

am Mann ist es gefährlich. Er hat

das alles aber sehr gut angenommen.

Deswegen sage ich: Es wäre

schon reizvoll, weiter mit ihm

zu arbeiten.

BoxSport: Ihre klare Nummer

eins, das haben Sie immer

betont, ist Vitali Klitschko. Die

Frage ist: Wann müssen Sie sich

eine neue Nummer eins suchen?

Wann hört er auf?

Sdunek: Diese Frage kann

ich nicht beantworten, und zwar

aus einem einfachen Grund: Vitali

hat sie selbst noch nicht beantwortet.

Er trainiert jeden Tag

für sich, er fühlt sich fit. Aber er

kann immer noch nicht absehen,

ob ihm sein politisches Amt die

Zeit für ein wochenlanges Trainingscamp

lässt. Deshalb ist die

30BoxSport


Entscheidung, ob und wann er

noch einmal kämpft, nicht gefallen.

BoxSport: Wie lange kann

ein Spitzensportler in Vitalis Alter

pausieren, bevor eine Rückkehr

zur Gefahr für die Gesundheit

wird?

Sdunek: Gerade Vitali hat

doch bewiesen, dass ihm lange

Pausen eher gut tun. Ich glaube,

dass er bis zu zwei Jahre ohne

Kampf gut überstehen könnte.

Aber natürlich wird es schwieriger,

je länger die Pause ist, denn

umso länger müsste die Vorbereitung

sein, und wenn Vitali

eins nicht hat, dann ist es Zeit.

Aber warten wir es ab. Ich bin

genauso gespannt wie alle Fans,

wie er sich entscheidet.

BoxSport: Ihr zweiter Topmann

ist Felix Sturm, der zuletzt

eine schwierige Phase durchstehen

musste. Warum glauben Sie,

dass er den Weg an die Weltspitze

noch einmal schaffen wird?

Sdunek: Weil er den Ehrgeiz

und das Zeug dazu hat. Wir müssen

und werden einiges in der

Trainingsarbeit umstellen, damit

er wieder das umsetzt, was ihn

früher stark gemacht hat. Aber

ich bin fest davon überzeugt,

dass er wieder Weltmeister

wird.

Sdunek: Unsinn, sonst wäre

ich nicht mehr bei ihm. Wir haben

die Gründe dafür analysiert

und die Ursachen entdeckt, aber

das bleibt unter uns. Felix nimmt

das, was ich sage, an. Er konzentriert

sich wieder mehr auf den

Sport, hat sein Team professionalisiert

und kümmert sich nicht

mehr um alles selbst.

BoxSport: Seine Schelte für

die Weltverbände, die ihm angeblich

Böses wollen, war dennoch

unglücklich.

Sdunek: Ja, das stimmt. Fakt

ist, dass die Kontakte zu den Verbänden

besser werden müssen,

damit Urteile wie die, die es zuletzt

gab, sich nicht wiederholen.

Aber das weiß Felix.

BoxSport: Glauben Sie auch

an diese Verschwörung?

Sdunek: Ich würde es nicht

Verschwörung nennen. Was ich

beobachte, ist ein Trend dahin,

die Aktivität wesentlich höher

zu bewerten als die klaren Treffer.

Nehmen wir den letzten

Kampf gegen Soliman. Der war

zwar wesentlich aktiver, hat

mehr geschlagen, aber auch

viel auf die Deckung gehauen.

Felix hatte meines Erachtens

die klareren Treffer. Trotzdem

haben die Punktrichter ihn hinten

gesehen. Daraus muss er

In Jack Culcay hat

Fritz Sdunek gerade

erst wieder ein

hoffnungsvolles

Talent übernommen

er seine Schnelligkeit einsetzt,

dann kann ihn keiner schlagen.

Auch Gennady Golovkin nicht.

BoxSport: Diesen Kampf

würden viele Boxfans gern sehen.

Es gibt aber viele, die zweifeln,

dass Sturm dazu bereit ist.

Sdunek: Auch das ist Unsinn,

ich habe mit Felix darüber

gesprochen, und er würde ihn

auf jeden Fall boxen. Ich kenne

Gennady gut, er ist ein starker

Mann, aber er hat auch Schwächen.

Allerdings braucht Felix

ein oder zwei Aufbaukämpfe,

um sich für Golovkin vorzubereiten.

BoxSport: Ist es denn richtig,

dass er im Mittelgewicht

im Boxen kreuzgefährlich ist,

weil es dem Sportler ermöglicht,

nach schweren Treffern weiterzumachen

und immer noch Gas

zu geben, obwohl es gesundheitsgefährdend

ist. Das ist in

meinen Augen eine große Gefahr,

deshalb halte ich Doping im

Boxen für absolut kontraproduktiv.

Abgesehen davon, dass ich

Betrug grundsätzlich ablehne.

BoxSport: Wird denn in

Deutschland ausreichend getestet?

Es gibt einige, die mehr unangemeldete

Trainingskontrollen

fordern.

Sdunek: Ich glaube, dass in

Deutschland viel getan wird, um

Doping einzudämmen. Was mich

BoxSport: In seinen letzten

Kämpfen wirkte er nicht fit, er

hat zu sehr abgebaut und konnte

seine Stärken nicht mehr zur

Geltung bringen. Er steht zu viel

und schlägt zu wenig. Das haben

Sie schon mehrfach moniert, geändert

hat sich nichts. Ist er untrainierbar?

Fritz Sduneks Nummer eins: Aber

boxt Schwergewichts-Weltmeister

Vitali Klitschko überhaupt weiter?

lernen.

BoxSport: Was?

Sdunek: Dass er wieder

zwölf Runden lang heiß ist und

den Kampf diktiert. Er muss

nicht zwölf Runden powern,

aber er muss immer bereit sein,

sich dem Kampf zu entziehen

und dann zu kontern. Wenn

Fritz redet Klartext

bleibt? Zuletzt wirkte es so, als

sei das Gewichtmachen das, was

ihm seine Kraft für den Kampf

raubt.

Sdunek: Daran werden wir

arbeiten. Felix ist ein sehr guter

Mittelgewichtler, und bevor

er an einen Aufstieg ins Supermittelgewicht

denkt, soll er erst

einmal wieder die Nummer eins

in seiner ursprünglichen Klasse

werden. Wenn er jetzt hochgeht,

sieht das so aus, als würde

er flüchten. Und das hat er nun

wirklich nicht nötig.

BoxSport: Sie sprachen Solimans

Dopingvergehen an. Dieser

Fall und auch der des letzten

Gegners von Wladimir Klitschko,

Mariusz Wach, der ebenfalls gedopt

war, haben die Diskussion

neu befeuert, ob das Boxen ein

Dopingproblem hat. Sie standen

immer auf dem Standpunkt,

dass Doping im Boxen nichts

nutzt.

Sdunek: Das ist nicht ganz

richtig. Ich glaube, dass Doping

stört ist vielmehr, dass weltweit

nicht einheitlich getestet wird.

Dass in den USA beispielsweise

nicht nach Wettkämpfen getestet

wird, ist Unsinn, denn dann

kann man Substanzen, die während

eines Kampfes verabreicht

werden, nicht finden. Wenn

überall so getestet würde wie in

Deutschland, dann hätten Doper

keine großen Chancen mehr.

BoxSport: Eine neue Chance

soll Ihr Halbschwergewichtler

Zsolt Erdei bekommen, der am

30. März in Monte Carlo gegen

den Russen Denis Gratchev seine

erste Niederlage einstecken

musste. Er ist auch schon fast 39

Jahre alt. Was hat er noch für eine

Perspektive?

Sdunek: Ich bin absolut

sicher, dass er noch einmal

Weltmeister wird, ich halte ihn

weiterhin für einen der besten

Halbschwergewichtler der Welt.

Die Leistung gegen Gratchev war

sensationell, wenn man weiß,

dass er mit angebrochener Rip-

BoxSport

31


pe gekämpft hat. Vor dem Kampf

hat er eine Spritze gegen die

Schmerzen bekommen, damit er

überhaupt durchatmen konnte.

Wir waren in großer Sorge, aber

wie er sich durchgebissen hat,

das kann nur ein echter Champion.

Die meisten Beobachter hatten

ihn als Sieger gesehen, aber

auch da wurde wieder die Aktivität

höher bewertet als die Treffer.

Die Fürstenfamilie war aber so

begeistert von ihm, dass sie ihn

wiedersehen wollen. Zsolt wird

auf jeden Fall weitermachen.

BoxSport: Dann haben Sie

mit Alexander Alekseev und

Ola Afolabi noch zwei Cruisergewichtler,

die Weltmeister werden

wollen. Was ist von denen zu erwarten?

Sdunek: Bei Alekseev bin ich

behilflich, damit er in Bewegung

bleibt. Was die Planung

seiner Kämpfe angeht, ist

sein Promoter Erol Ceylan

zuständig, da hänge ich

mich nicht rein. Was

ich von ihm halte, weiß

jeder: Technisch ist er

Weltklasse, und ich hoffe

sehr, dass der Kampf mit

Yoan Pablo Hernandez

bald kommt. Was Ola angeht,

bin ich mir sicher,

dass er Marco Huck im

dritten Kampf schlagen

wird. Ein erneutes Fehlurteil

kann sich Sauerland

nicht mehr leisten.

Und Ola hatte schon im

letzten Kampf bewiesen,

dass er Huck schlagen

kann. Wer in Deutschland

ein Unentschieden gegen

einen Weltmeister bekommt,

der kann sicher sein, dass er den

Kampf eigentlich gewonnen hat.

BoxSport: Herr Sdunek,

das Boxen ist in einer Phase des

Wandels. Der Amateur-Weltverband

AIBA versucht, durch die

Installation einer eigenen Profiserie

den bestehenden Profiweltverbänden

das Wasser abzugraben.

Wie stehen Sie zu diesen

Plänen?

Sdunek: Ich glaube weiterhin,

dass die Abwanderung

von starken Amateuren zu den

Profis nie ganz gestoppt werden

kann. Aber wenn ein Sportler

die Alternative hat, seine gesamte

Karriere unter einem Dach zu

absolvieren, halte ich das für eine

gute Option. Wichtig ist, dass

der Athlet abgesichert ist. Ich

kann noch nicht durchschauen,

wie die Finanzierung des AIBA-

Projekts aussieht. Aber wenn die

Organisation stimmt, dann halte

ich das für einen guten Weg.

Schon zweimal gab es dieses Duell, am 8. Juni kommt es zum dritten Kampf: Fritz Sdunek und Ola Afolabi

Ich finde auch die Idee, mit der

World Series eine Mischform aus

Amateur- und Profiboxen anzubieten,

durchaus gut. Das ist ein

interessanter Einstieg für die, die

Profi werden wollen.

BoxSport: Wird es in zehn

Jahren in Deutschland noch das

klassische System geben, in dem

Promoter einen kompletten Stall

betreiben und es TV-Sender gibt,

die das finanzieren, oder geht

die Entwicklung in Richtung des

RTL-Modells, nur auf einzelne

Topstars zu setzen, oder wie Sky

nur einzelne Topkämpfe zu finanzieren?

Sdunek: Ich kann die öffentlich-rechtlichen

Sender nur warnen,

aus einer Sportart wie dem

Boxen komplett auszusteigen.

Boxen fasziniert nach wie vor die

Menschen, der Kampf Mann ge-

wollen Marco Huck und Ulli Wegner entthronen (von links)

gen Mann ist etwas, das die Leute

sehen wollen. Deshalb hoffe ich

sehr, dass das bestehende System

nicht komplett zerschlagen wird,

weil wir Promoter brauchen, die

die großen TV-Verträge haben,

das Geld aber in die Förderung

der Boxer reinvestieren. Die Promoter

wiederum müssen sehen,

dass sie systematisch aufbauen,

um den Sendern etwas bieten zu

können. Nur so wird es gehen.

BoxSport: In Deutschland

scheint das Profiboxen auf dem

absteigenden Ast zu sein. Welche

Nationen werden in der Zukunft

dominieren?

Sdunek: Ich sehe keinen

Trend, welche Nation das sein

könnte. Noch immer kommen

viele starke Boxer aus den ehemaligen

Sowjetrepubliken, aber

die starten in so vielen Ländern,

dass da kein Trend zu sehen ist.

Generell glaube ich, dass Asien

auch im Boxen ein Wachstumsmarkt

ist, nicht nur, weil der

AIBA-Präsident und seine Geldgeber

aus Asien kommen. Das

Potenzial dort ist riesig, einige

große Promoter drängen beispielsweise

nach China oder Indien.

Aber wie lange das dauert,

bis sich dort Großes entwickelt,

kann ich nicht abschätzen.

BoxSport: Dann blicken Sie

doch bitte auf die deutsche Szene.

Gibt es einen Sportler, dem

Sie für 2013 eine Überraschung

zutrauen?

Sdunek: Ich glaube, dass sich

in diesem Jahr alle die bestätigen

werden, die sowieso schon vorne

stehen. Robert Stieglitz wird

sich stabilisieren, ich glaube, er

würde einen dritten Kampf gegen

Arthur Abraham gewinnen.

Einen Mann, der das Potenzial

hat, weiter oben anzugreifen,

sehe ich nicht, außer Jack Culcay

vielleicht, aber der ist ja auch

keine Überraschung mehr.

BoxSport: Was ist mit Marco

Huck? Oder Robert Woge?

Sdunek: Huck halte ich für

überschätzt, vor allem überschätzt

er selbst sich sehr. Woge

ist boxerisch zu schwach.

BoxSport: Und Jürgen Brähmer?

Kann er noch einmal Weltmeister

werden?

Sdunek: Ich fürchte, dass

er es nicht packt, dazu hat er in

den vergangenen Kämpfen zu

viele Schwächen gezeigt. Aber

Mit Felix Sturm erlebte Fritz Sdunek Höhen und

Tiefen – aber noch hat er den Ex-Weltmeister

nicht abgeschrieben

ich wünsche ihm, dass er es

schafft, und ich wünsche es vor

allem seinem Trainer Karsten

Röwer.

BoxSport: Röwer ist einer

derjenigen, die mal in Ulli Wegners

und Ihre Fußstapfen treten

könnte. Sehen Sie noch jemanden?

Sdunek: Dirk

Dzemski hat das Zeug

zu einem Spitzentrainer.

Und man sollte

auch Torsten Schmitz

nie unterschätzen,

der macht auch einen

guten Job.

BoxSport: Und in

der Deutschen liebsten

Gewichtsklasse,

dem Schwergewicht?

Ist da jemand, der

den Klitschkos wenigstens

einen spannenden

Kampf auf

Augenhöhe liefern

kann?

Sdunek: Was ich

bislang von Kubrat

Pulev gesehen habe,

gefällt mir sehr gut, er boxt

sehr geradlinig. Das könnte einer

werden. Natürlich ist auch

Denis Boytsov zu nennen, wenn

er wieder richtig in Form kommt.

Und man sollte auch Francesco

Pianeta nicht unterschätzen, der

ist hungrig und selbstbewusst.

Dennoch glaube ich, dass an

die Klitschkos niemand herankommt.

BoxSport: Glauben Sie, dass

die Deutschen angesichts des

Monopols der Brüder auch mal

anderen Gewichtsklassen eine

Chance geben?

Sdunek: Natürlich, man hat

das doch bei Dariusz Michalczewski,

Sven Ottke oder Henry

Maske gesehen. Wenn die

Leistung stimmt und die Vermarktung

gut ist, dann sind die

Deutschen begeisterungsfähig.

Und ich glaube, es werden immer

wieder ein paar gute Leute

nachkommen. Dann kommt es

nur darauf an, sie zu entdecken

und populär zu machen.

32 BoxSport


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Die Weltrangliste des

Durch die konkurrierenden Weltverbände

WBA, WBC, IBF und WBO gibt es im Boxen

mittlerweile vier Weltmeister pro Gewichtsklasse,

teilweise sogar fünf: Denn

mittelgewicht

Superchamp: Sergio Martinez (Argentinien) WBC

01. Gennady Golovkin (Kasachstan) WBA

02. Daniel Geale (Australien) IBF

03. Felix Sturm (Deutschland)

04. Peter Quillin (USA) WBO

05. Julio Cesar Chavez Jr. (Mexiko)

06. Dmitry Pirog (Russland)

07. Martin Murray (England)

08. Matthew Macklin (Irland)

09. Anthony Mundine(Australien)

10. Lukas Konecny (Tschechien)

Canelo Mania in Mexiko! Saul Alvarez, in seinem Heimatland besser bekannt als Canelo, ist auf dem besten

Weg, Julio Cesar Chavez als Boxheld zu beerben. In San Antonio besiegte der 22-Jährige den US-Amerikaner

Austin Trout einstimmig nach Punkten (118-109, 116-112, 115-112) und sicherte zu seinem WBC-Weltmeistertitel

im Halbmittelgewicht auch noch Trouts WBA-Gürtel. Nun hat Canelo sein nächstes Opfer im Visier: Floyd

Mayweather. Der derzeit beste Boxer der Welt muss aber zunächst am 4. Mai gegen Robert Guerrero bestehen.

halbmittelgewicht

Superchamp: Floyd Mayweather Jr. (USA) WBA-Super

01. Saul Alvarez (Mexiko) WBC, WBA

02. Austin Trout (USA)

03. Miguel Cotto (Puerto Rico)

04. Zaurbek Baysangurov (Russland) WBO

05. Ishe Smith (USA) IBF

06. Erislandy Lara (Kuba)

07. Cornelius Bundrage (USA)

08. Vanes Martirosyan (Armenien)

09. James Kirkland (USA)

10. Carlos Molina (Mexiko)

Schwergewicht

Superchamp: W. Klitschko (Ukraine) WBA-Super, IBF, WBO

01. Vitali Klitschko (Ukraine) WBC

02. David Haye (England)

03. Alexander Povetkin (Russland) WBA

04. Kubrat Pulev (Bulgarien)

05. Robert Helenius (Finnland)

06. Tomasz Adamek (Polen)

07. Denis Boytsov (Russland)

08. Tyson Fury (England)

09. Tony Thompson (USA)

10. Odlanier Solis (Kuba)

leichtSchwergewicht (Cruiser)

Superchamp: Yoan P. Hernandez (Deutschland) IBF

01. Marco Huck (Deutschland) WBO

02. Denis Lebedev (Russland) WBA

03. Ola Afolabi (England)

04. Krzysztof Wlodarczyk (Polen) WBC

05. Troy Ross (Kanada)

06. Firat Arslan (Deutschland)

07. Mateusz Masternak (Polen)

08. Antonio Tarver (USA)

09. Lateef Kayode (Nigeria)

10. Rakhim Chakhkiev (Russland)

HalbSchwergewicht

Superchamp: Chad Dawson (USA) WBC

01. Bernard Hopkins (USA) IBF

02. Nathan Cleverly (Wales) WBO

03. Tavoris Cloud (USA)

04. Beibut Shumenov (Kasachstan) WBA

05. Jean Pascal (Kanada)

06. Jürgen Brähmer (Deutschland)

07. Lucian Bute (Kanada)

08. Tony Bellew (England)

09. Robin Krasniqi (Deutschland)

10. Eduard Gutknecht (Deutschland)

supermittelgewicht

Superchamp: Andre Ward (USA) WBA-Super

01. Carl Froch (England) IBF

02. Mikkel Kessler (Dänemark) WBA

03. Robert Stieglitz (Deutschland) WBO

04. Arthur Abraham (Deutschland)

05. Thomas Oosthuizen (Südafrika)

06. George Groves (England)

07. Adonis Stevenson (Kanada)

08. James DeGale (England)

09. Edwin Rodriguez (USA)

10. Marco Antonio Rubio (Mexiko)

weltergewicht

Superchamp: Floyd Mayweather Jr. (USA) WBC

01. Juan Manuel Marquez (Mexiko)

02. Timothy Bradley (USA) WBO

03. Manny Pacquiao (Philippinen)

04. Robert Guerrero (USA)

05. Kell Brook (England)

06. Paulie Malignaggi (USA) WBA

07. Devon Alexander (USA) IBF

08. Keith Thurman (USA)

09. Victor Ortiz (USA)

10. Andre Berto (USA)

halbweltergewicht

Superchamp: Danny Garcia WBC, WBA-Super

01. Juan Manuel Marquez (Mexiko) WBO

02. Lucas Martin Matthysse (Argentinien)

03. Lamont Peterson (USA) IBF

04. Amir Khan (England)

05. Khabib Allakhverdiev (Russland) WBA

06. Zab Judah (USA)

07. Brandon Rios (USA)

08. Denis Shafikov (Russland)

09. Mike Alvarado (USA)

10. Ruslan Provodnikov (Russland)

34 BoxSport

Die top-ten


BOXSPORT

die WBA vergibt an Titelträger mit mehr

als einem Gürtel auch noch den WBA-Super-Titel.

Wer soll da noch den Überblick

behalten? Die Redaktionen von BoxSport

und der amerikanischen Box-Bibel „The

Ring" natürlich. Wir sagen Ihnen, wer der

Superchampion in jeder Gewichtsklasse

ist und wer „nur" die Nummer 10.

Stand: April 2013

leichtgewicht

Superchamp: Adrien Broner (USA) WBC

01. Ricky Burns (Schottland) WBO

02. Miguel Vazquez (Mexiko) IBF

03. Richard Abril (Kuba) WBA

04. Antonio DeMarco (Mexiko)

05. Sharif Bogere (Uganda)

06. Gavin Rees (Wales)

07. Raymundo Beltran (Mexiko)

08. Daniel Estrada (Mexiko)

09. Kevin Mitchell (England)

10. John Molina (USA)

superbantamgewicht

Superchamp: Guillermo Rigondeaux (Kuba) WBA, WBO

01. Abner Mares (Mexiko)

02. Nonito Donaire (Philippinen)

03. Jonathan Romero (Kolumbien) IBF

04. Victor Terrazas (Mexiko) WBC

05. Jeffrey Mathebula (Südafrika)

06. Alexander Bakhtin (Russland)

07. Carl Frampton (England)

08. Tomoki Kameda (Japan)

09. Hozumi Hasegawa (Japan)

10. Vic Darchinyan (Armenien)

bantamgewicht

Superchamp: Shinsuke Yamanaka (Japan) WBC

01. Anselmo Moreno (Panama) WBA-Super

02. Leo Santa Cruz (Mexiko)

03. Koki Kameda (Japan) WBA

04. Paulus Ambunda (Namibia) WBO

05. Malcolm Tunacao (Philippinen)

06. Hugo Ruiz (Mexiko)

07. Pungluang Sor Singyu (Thailand)

08. Julio Ceja (Mexiko)

09. Ryosuke Iwasa (Japan)

10. Jamie McDonnell (England)

superfedergewicht

Superchamp: Yuriorkis Gamboa (Kuba)

01. Takashi Uchiyama (Japan) WBA

02. Argenis Mendez (Dom. Republik) IBF

03. Roman Martinez (Puerto Rico) WBO

04. Juan Carlos Salgado (Mexiko)

05. Diego Magdaleno (Mexiko)

06. Takashi Miura (Japan) WBC

07. Juan Carlos Burgos (Mexiko)

08. Takahiro Ao (Japan)

09. Devis Boschiero (Italien)

10. Sipho Taliwe (Südafrika)

federgewicht

Superchamp: Chris John (Indonesien) WBA-Super

01. Miguel Garcia (USA) WBO

02. Evgeny Gradovich (Russland) IBF

03. Daniel Ponce De Leon (Mexiko) WBC

04. Orlando Salido (Mexiko)

05. Juan Manuel Lopez (Puerto Rico)

06. Jhonny Gonzalez (Mexiko)

07. Billy Dib (Australien)

08. Nicholas Walters (Jamaika) WBA

09. Javier Fortuna (Dom. Republik)

10. Orlando Cruz (Puerto Rico)

superfliegengewicht

Superchamp: Omar Andres Narvaez (Argentinien) WBO

01. Juan Carlos Sanchez (Mexiko) IBF

02. Kohei Kono (Japan) WBA

03. Tepparith Singwancha (Thailand)

04. Yota Sato (Japan) WBC

05. Suryan Sor Rungvisai (Thailand)

06. Carlos Cuadras (Mexiko)

07. Ryo Akaho (Japan)

08. Rodel Mayol (Philippinen)

09. Oleydong Sithsamerchai (Thailand)

10. Rodrigo Guerrero (Mexiko)

fliegengewicht

Superchamp: Moruti Mthalane (Südafrika) IBF

01. Juan F. Estrada (Mexiko) WBO, WBA-Super

02. Brian Viloria (USA)

03. Akira Yaegashi (Japan) WBC

04. Toshyaki Igarashi (Japan)

05. Hernan Marquez (Mexiko)

06. Sonny Boy Jaro (Philippinnen)

07. Milan Melindo (Philippinen)

08. Rocky Fuentes (Philippinen)

09. Juan Carlos Reveco (Argentinien) WBA

10. Edgar Sosa (Mexiko)

Die Gewichtsklassen:

Schwergewicht über 90,720 kg, Cruisergewicht (- 90,720 kg) auch Leichtschwergewicht. Halbschwer (- 79,378

kg), Supermittel (- 76,203 kg), Mittelgewicht (- 72,574 kg), Superwelter (- 69,853 kg) auch Junior- oder Halbmittelgewicht.

Weltergewicht (- 66,678 kg) Halbwelter (63,503 kg). die Klasse wird auch Juniorwelter- oder Superleichtgewicht

genannt. Leichtgewicht (-61,235 kg), Superfeder (- 58,967 kg), Feder (- 57,153 kg), Superbantam

(- 55,338 kg), Bantam (- 53,524 kg), Superfliegen (- 52, 163 kg), Fliegengewicht (- 50,802 kg), Halbfliegen

(- 48,988 kg) auch Juniorfliegengewicht. Strohgewicht (- 47,628 kg) auch Minifliegengewicht.

Die Abkürzungen WBA, WBC, WBO und IBF hinter den Namen bezeichnen die Weltmeistertitel der jeweiligen Verbände.

Der Wikinger aus Mexiko ist neuer Weltmeister im

Superbantamgewicht. Victor Terrazas, Kampfname

Wikinger, siegte in Mexiko-Stadt knapp nach Punkten

über Ex-Weltmeister Cristian Mijares und sicherte sich

den vakanten WBC-Titel. Der 30 Jahre alte Terrazas

feierte in seinem 40. Profikampf den 37. Sieg – seinen

größten.

halbfliegengewicht

Superchamp: Roman Gonzalez (Nica.) WBA-Super

01. Adrien Hernandez (Mexiko) WBC

02. Donnie Nietes (Philippinen) WBO

03. Ulises Solis (Mexiko)

04. Johnriel Casimero (Philippinen) IBF

05. Kazuto Ioka (Japan) WBA

06. Masayuki Kuroda (Japan)

07. Kompayak Porpramook (Thailand)

08. Ryoichi Taguchi (Japan)

09. Alberto Rossel (Peru)

10. Juan Palacios (Nicaragua)

mini-fliegengewicht

Superchamp: Mario Rodriguez (Mexiko) IBF

01. Moises Fuentes (Mexiko) WBO

02. Raul Garcia (Mexiko)

03. Denver Cuello (Philippinen)

04. Wanheng Menayothin (Thailand)

05. Xiong Zhao Zhong (China) WBC

06. Akira Yaegashi (Japan)

07. Ryo Miyazaki (Japan) WBA

08. Hekkie Budler (Südafrika)

09. Carlos Buitrago (Nicaragua)

10. Nkosinathi Joyi (Südafrika)

BoxSport 35


Die Revanche von z

Wer siegt diesmal: Der Viking Warrior oder die Cobra?

Sie haben eine Schlacht angekündigt

und sie werden Wort halten. Es

wird Krieg geben. Denn Carl Froch

und Mikkel Kessler können gar

nicht anders. Weder der „Viking Warrior“,

der Wikinger-Krieger aus Kopenhagen, noch

die giftige Cobra aus Nottingham gehen einer

ordentlichen Tracht Prügel aus dem Weg.

„Zwei wahre Krieger“, sagt Kalle Sauerland,

gemeinsam mit Eddie Hearn Veranstalter des

Titelvereinigungskampfes im Supermittelgewicht

am 25. Mai in London. Das Motto des

Superfights: „Warriors‘ Call“ – „Der Ruf des

Kriegers“.

Den haben nicht nur die beiden Weltmeister

gehört, sondern auch die Boxfans.

Stell Dir vor, es gibt Krieg und alle gehen hin:

Die 16.000 Zuschauer fassende O2 Arena im

Süden Londons war nur Stunden nach Ankündigung

des Duells um die WM-Kronen

der IBF und WBA ausverkauft – 10.000 Tickets

waren bereits nach 25 Minuten weg.

Allein 5000 Dänen sollen die Reise auf die

Insel auf sich nehmen. Sie haben schließlich

das erste Duell noch in bester Erinnerung –

eine tolle Ringschlacht mit dem besseren Ende

für ihren Helden. Kessler fügte Froch 2010

in Herning die erste Niederlage zu. Der Däne

aus dem Sauerland-Stall siegte knapp nach

Punkten. Weil er den Sieg das entscheidende

Bisschen mehr wollte als Froch.

Seitdem jedoch feierte der Brite große

Siege: über die Ex-Weltmeister Arthur Abraham

und Glen Johnson; den zuvor unbesiegten

kanadischen Champion Lucian Bute

überrollte er förmlich. Lediglich im Amerikaner

Andre Ward fand Froch im Finale des

Super-Six-Turniers von Atlantic City seinen

Meister.

Frochs Vorgänger als Boxheld auf der

Insel glaubt an eine erfolgreiche Revanche.

Ausgerechnet Joe Calzaghe, Froch bislang

in gegenseitiger Abneigung verbunden,

sprach dem 35 Jahre alten Engländer Mut

zu. „Froch wird es dieses Mal schaffen“, sagte

Calzaghe, der Kessler 2010 die erste Niederlage

zugefügt hatte. „Er altert besser als

Kessler. Mikkel ist nicht mehr so beweglich

Nur Worte der Anerkennung. Froch: „Wenn

ich mich nachts schlafen lege, denke ich

noch immer über die Niederlage gegen Mikkel

nach. Ich denke darüber nach, weil er mir

meinen Titel weggenommen und meine Karriere

einen Knick abbekommen hat. Ich habe

mich seitdem rehabilitiert. Aber das war eine

bittere Pille, die ich schlucken musste, und

ich muss das jetzt richtigstellen. Mikkel ist

ein ehrenhafter Mann, und ich danke ihm

dafür, dass er für diesen epischen Kampf herüberkommt.

Dieses Mal wird es ein anderes

Ende geben, und zwar eines, das dem Dänen

Bereits im April 2010 lieferten sich Mikkel Kessler und Carl Froch in Herning in Dänemark eine tolle

Ringschlacht. Nach zwölf mitreißenden Runden gewann Kessler einstimmig nach Punkten und fügte dem

damaligen WBC-Weltmeister Froch die erste Niederlage im 27. Profikampf zu. Nach dem Kampf waren sich

alle einig: Es muss eine Revanche geben, dieses Mal in England. Am 25. Mai ist es soweit

wie früher, er steht ziemlich plattfüßig

da. Das kommt Froch entgegen. Carl

hat Probleme mit beweglichen Boxern

wie Ward. Aber wenn sie zum offenen

Schlagabtausch vor ihm stehen, ist er

schwer zu schlagen.“

„Solche Kämpfe braucht der Boxsport!”,

sagt Kalle Sauerland. „Das

erste Duell ist in die Geschichtsbücher

eingegangen. Ein echter Klassiker, der

beste Kampf aller Zeiten auf dänischem

Boden. Und das Rematch verspricht,

noch besser zu werden. Mikkel und

Carl sind zwei der besten Boxer aller

Zeiten, zwei zukünftige Hall-of-Famer,

und sie werden im Ring alles geben. ”

Kessler und Froch selbst verweigern

sich vor ihrem Rematch dem branchenüblichen

Ballyhoo. Kein schlechtes

Wort verlieren sie über ihren Gegner.

nicht gefallen wird.“ Kessler dagegen meint:

„Ich hatte Froch ein Rematch zugesagt und

stehe zu meinem Wort. Wir sind uns beide

sehr ähnlich. Carl ist ein großer Champion

und hat schon überall auf der Welt gegen die

Besten geboxt, genau wie ich. Bei unserem

ersten Duell haben wir uns auf Biegen und

Brechen bekämpft. Dieses Mal wird es genauso

sein. Ich werde ganz Dänemark stolz

machen. Meine Mutter ist Engländerin, ich

habe also auch etwas britisches Blut in mir.

Wenn man meinen dänischen Kampfgeist,

meine Power und meine Fähigkeiten dazunimmt,

weiß man, dass Froch in großen

Schwierigkeiten stecken wird. Der ,Viking

Warrior’ ist bereit für den Krieg und die

,Cobra’ wird verlieren.” Da haben es Zwei

nicht nötig, demütig aufzutreten. Denn jeder

weiß, was sie können. Einen Krieg anzetteln.

Am 25. Mai bricht er wieder aus.

36 BoxSport


wei großen Kriegern

Wenn sie ihre WM-

Gürtel am 25. Mai

in die 02 Arena von

London tragen, wird

die Halle randvoll sein:

Mikkel Kessler (links)

und Carl Froch

Mikkel Kessler

WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht

Carl Froch

IBF-Weltmeister im Supermittelgewicht

• Kampfname: Viking Warrior

• Geboren am: 01. März 1979

• Alter: 34

• Größe: 1,85 Meter

• Reichweite: 188 Zentimeter

• Auslage: normal

• Geburtsort: Kopenhagen, Dänemark

• Wohnort: Kopenhagen, Dänemark

• Familienstand: ledig

• Kampfrekord als Amateur: 47 Kämpfe, 44 Siege, 3

Niederlagen

• Erfolge als Amateur:

• Junioren-Europameister 1996

• Dänischer Junioren-Meister 1996, 1997

• Kampfrekord als Profi: 48 Kämpfe, 46 Siege (35 K.o.‘s), 2

Niederlagen

• Geboxte Runden als Profi: 258

• K.o.-Quote: 72,92 Prozent

• Erfolge als Profi:

• WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht seit 2012, 2008-

2009, 2004-2007

• WBC-Weltmeister im Supermittelgewicht 2010, 2006-2007

• WBO-Europameister im Supermittelgewicht 2011

• Kampfname: Cobra

• Geboren am: 02. Juli 1977

• Alter: 35

• Größe: 1,85 Meter

• Reichweite: 191 Zentimeter

• Auslage: normal

• Geburtsort: Nottingham,

Großbritannien

• Wohnort: Nottingham, Großbritannien

• Familienstand: ledig, ein Sohn

• Kampfrekord als Amateur: 96 Kämpfe, 88 Siege, 8

Niederlagen

• Erfolge als Amateur:

• Bronzemedaillengewinner im Mittelgewicht der WM 2001

• Britischer Meister im Mittelgewicht 1999 und 2001

• Kampfrekord als Profi: 32 Kämpfe, 30 Siege (22 K.o.‘s), 2

Niederlagen

• Geboxte Runden als Profi: 219

• K.o.-Quote: 68,75 Prozent

• Erfolge als Profi:

• IBF-Weltmeister im Supermittelgewicht seit 2012

• WBC-Weltmeister im Supermittelgewicht 2010-2011, 2008-

2010

• Britischer Meister im Supermittelgewicht 2004-2007, 2003

• Commonwealth-Champion im Supermittelgewicht 2004-

2006

BoxSport 37


Martinez knapp am K.o. vorbei

Murray machte dem Weltmeister aus Argentinien das Leben schwer

Mühevoller Sieg für

Sergio Martinez. Bei

seinem Heimkampf

vor 50.000 Zuschauern

im Jose-Amalfitani-Fußballstadion

von Buenos Aires,

in dem sonst der argentinische

Erstligist Vélez Sársfield seine

Heimspiele austrägt, konnte

der Mittelgewichts-König nicht

glänzen. Dabei wollte er seinen

Landsleuten, die seine Kämpfe

aus den USA sonst nur vor

dem Fernseher sehen können,

doch eine große Show bieten.

Aber dafür hatte er sich im Briten

Martin Murray, der schon

Felix Sturm das Leben schwer

gemacht und dem damaligen

Weltmeister im Dezember 2011

in Mannheim ein Unentschieden

abgetrotzt hatte, den falschen

Gegner ausgesucht.

Der Puncher aus Argentinien

musste gegen Murray nicht

nur über die volle Distanz von

zwölf Runden gehen – er konnte

auch von Glück reden, mit

einem einstimmigen Punktsieg

(115-112, 115-112, 115-

Martin Murray (rechts) lieferte WBC-Champion

Sergio Martinez einen großen Kampf

112) davongekommen zu sein.

Schließlich war WBC-Weltmeister

Martinez in der siebten

Runde zu Boden gegangen und

drei Durchgänge später noch

einmal. Beim Niederschlag in

der zehnten Runde allerdings

entschied Ringrichter Massimo

Barrovecchio auf einen Ausrutscher

– ein Fehler, der Murray

vielleicht den Sieg kostete.

Aber wer wollte es dem

Italiener Barrovecchio verdenken?

Vor pechschwarzem

Nachthimmel boxten Martinez

und Murray, den ganzen Tag

über hatte es wie aus Kübeln

geregnet, schwere Windböen

zogen über das Stadion. Der

Kampf stand kurz vor der Absage,

der Beginn war mehrfach

in der vergeblichen Hoffnung

auf Trockenheit hinausgezögert

worden.

Erdei greift noch einmal an

Von Niederlage gegen Gratchev nicht entmutigt

Er hätte gern auf diese Erfahrung

verzichtet. Aber

da Zsolt Erdei schon immer

ein Mensch war, der

das Positive sieht und die Chancen,

die ihm das Leben bietet,

hat er die erste Niederlage in seiner

Karriere als Profiboxer längst

abgehakt. „Ich habe das Beste

geleistet, was möglich war“,

sagt der ehemalige Hauptkämpfer

des Hamburger Universum-

Stalls, „und deshalb kann ich

mit mir zufrieden sein.“

Man muss die Umstände kennen,

unter denen der 38 Jahre alte

Halbschwergewichtler am 30.

März in Monte Carlo gegen den

Russen Denis Gratchev in den

Ring stieg, um diese Aussage zu

verstehen. Im Sparring hatte der

ehemalige Weltmeister sich eine

Rippe angebrochen. Der Kampf

war nur möglich, weil er sich

die Schmerzen wegspritzen ließ.

„Ich konnte die Rechte nicht

wie gewohnt einsetzen, weil ich

meine Rippen nicht ungedeckt

lassen durfte. Und ich konnte

nicht tief durchatmen und hatte

deshalb Probleme mit der

Sauerstoffversorgung“, sagt er.

Dennoch sei eine Absage nicht

infrage gekommen, schließlich

sollte der Sieger des Duells die

Chance auf einen WM-Ausscheidungskampf

bekommen.

Erdei versuchte, durch cleveres

taktisches Verhalten und

den Einsatz seiner Schnelligkeit

den Kampf an sich zu reißen,

was ihm nach Meinung vieler

Experten am Ring auch gelang.

Gratchev schlug zwar wesentlich

mehr, traf aber nicht so präzise

wie der Ungar. „Nach acht

Runden waren alle der Meinung,

dass der Kampf ausgeglichen

war“, sagt Erdeis Trainer

Fritz Sdunek, der kein

Verständnis dafür hatte,

dass nach zehn Runden

Gratchev durch Mehrheitsentscheid

gewann. „Zsolt

hat in meinen Augen die

letzten beiden Runden klar

dominiert, die Zuschauer

hatten es auch so gesehen“,

sagt Sdunek.

Erdeis US-Promoter

Lou DiBella, bei dem er

nach seiner Trennung von

Universum im Sommer

2010 angeheuert hatte, deutete

an, dass der Ungar möglicherweise

schon am 13. Juli erneut

im Fürstentum boxen könne.

„Ich würde mich darüber freuen,

denn nach der Leistung bin ich

sicher, dass ich immer noch zu

den Besten in meiner Gewichtsklasse

zähle“, sagt Erdei.

Ex-Weltmeister

Zsolt Erdei könnte

schon bald wieder in

Monaco zuschlagen

Trainer Sdunek sieht es genauso.

„Ich sehe keinen Grund

dafür, warum Zsolt jetzt aufhören

sollte. Seine Fitness, seine

Reflexe und seine Einstellung

sind tadellos. Wenn er die Chance

bekommt, wird er noch einmal

Weltmeister werden“, sagt

er.

38BoxSport


Die IBF hat

entschieden

Felix Sturm

bekommt seine zweite Chance

Sam Soliman hat sich

selbst überführt. Nach

seiner positiven Dopingprobe

aus dem

WM-Ausscheidungskampf

gegen Felix Sturm testete der

Australier alles, was er in der

Kampfvorbereitung zu sich genommen

hatte. Und siehe da: er

wurde fündig. Das Nahrungsergänzungsmittel

„Black Bombs“,

mit dem sich der Sportler nach

eigenen Angaben regelmäßig

einen Energy-Drink aus Koffein

zur besseren Fettverbrennung

angerührt hatte, enthielt das verbotene

Amphetamin Oxilofrine.

Soliman, in Düsseldorf gegen

Sturm Sieger nach Punkten, hält

sich für unschuldig, weil ihm sowohl

Verkäufer als auch Hersteller

versichert hätten, das Pulver

enthalte keine verbotenen Substanzen.

„Hat aber lange gedauert,

bis das Team von Soliman

eine Ausrede gefunden hat! Und

dann noch so eine dumme....“,

frotzelte Sturm, als er von der

Nachricht aus Australien hörte.

„Lächerlich. Gott sei Dank hat

es jetzt endlich ein Ende mit der

ganzen Lügerei.“

Denn Soliman wird um eine

Strafe nicht herumkommen.

Der Bund Deutscher Berufsboxer

(BDB) will den 39-Jährigen

für neun Monate sperren –

nur für neun Monate,

weil BDB-Präsident

beschäftigt, die durchfechten

sollen, dass

Thomas Pütz

Oxilofrine in den

dem Australier

Statuten des

glaubt, das Amphetamin

Weltverbands

un-

nicht explizit

wissentlich eigenommen

verboten ist,

zu

haben. Zudem

wird Pütz den

Sieg über Sturm

wie in solchen Fällen

steht für Sturms

Manager Roland

Bebak fest: „Soliman

war gedopt.

Punkt. Aus.“ Auch

üblich in „No

IBF-Mann Tucker sagt:

Contest“ umwandeln. Predrag Radosevic „Alle illegalen Substanzen

„Wir werden der Entscheidung

des BDB folgen. Wenn Soliman

gesperrt wird und der Kampf als

No Contest geführt wird, dann

sind bei uns verboten.

Sturm wird einen neuen Ausscheidungskampf

bekommen.“

Der soll am 6. Juli in der

auch bei uns“, sagt Lindsey Tucker,

Dortmunder Westfallenhalle

Wettkampf-Chef des Welt-

verbands IBF. Obwohl Soliman

in Australien, Deutschland und

den USA ein Heer von Anwälten

steigen. Aber auch die Event-

Arena am Nürburgring ist als

Austragungsort noch nicht aus

dem Rennen. Möglicher Gegner

Felix Sturm ist bereits wieder

im Training für den zweiten IBF-

Ausscheidungskampf

Sturms ist Predrag Radosevic.

Der Montenegriner,

nach

Soliman derzeit

der höchstplatzierte

Boxer

in der IBF-

Weltrangliste,

ist noch unbesiegt,

aber eben

auch ungeprüft.

Sturms Fernsehpartner

Sat.1 hält dem

Kölner, der vor Soliman

gegen den australischen IBF-

Weltmeister Daniel Geale verloren

hatte, weiter die Treue.

„Die stehen fest zu uns“, sagt

Bebak.

Während der Boxer Sturm

auf die Entscheidung der IBF

wartete, wurde der Promoter

Sturm aktiv. Für seinen Boxstall

verpflichtete Sturm das

Kölner Boxtalent

Konni Konrad. Der

27 Jahre alte frühere

Junioren-

Weltmeister

verlor bislang

in 19 Kämpfen

lediglich gegen

den späteren

Weltmeister Denis

Inkin aus Russland.

Konrad soll in

Konni Konrad Dortmund gegen den

Kolumbianer Edison Miranda

kämpfen, der Arthur Abraham

2006 beim Blutkampf von Wetzlar

den doppelten Kieferbruch

zugefügt hatte. Auch Interims-

Weltmeisterin Susi Kentikian

soll am am 6. Juli in Sturms Vorprogramm

wieder boxen.

ARNE LEYENBERG

BoxSport 39


Manager Loeffler: „Es ist leichter, für die Klitschkos einen Gegner zu finden“

Alle haben

Weltmeister

Gennady

Golovkin und

sein Manager

Tom Loeffler

Angst vor

K.o.-König

Golovkin

Sieg vor den

Augen von

Fürst Albert

Was macht man, wenn

man seinen Wunschgegner

nicht vor die

Fäuste bekommt?

Ganz einfach: Man boxt einen

ehemaligen Rivalen, mit dem

dieser sich einst schwergetan

hat, und versucht zu glänzen.

Um der Welt zu zeigen: Seht her,

ich bin besser. Deshalb nimmt

sich Mittelgewichts-Weltmeister

Gennady Golovkin am 29. Juni

in New York den Iren Matthew

Macklin vor. Gegen den hatte

Felix Sturm im Juni 2011 in

Köln knapp und umstritten nach

Punkten gewonnen. Damals war

Golovkin der Pflichtherausforderer

von WBA-Superchampion

Sturm. Dieses Duell kam aber

nie zustande.

Heute haben sich die Vorzeichen

geändert. Der Kasache mit

Wohnsitz Stuttgart ist mittlerweile

der Titelträger der WBA,

der Kölner Sturm muss sich eine

WM-Chance erst wieder erarbeiten.

Oder aber auf Golovkins Angebot

eingehen. Denn der erneuerte

nach seiner

Titelvereidigung

gegen den

Japaner Nobuhiro

Ishida seine Offerte

an Sturm: „Mein großer

Wunsch bleibt es, wieder

einmal in Deutschland zu

boxen. Am liebsten gegen Felix

Sturm. Er darf Kampfort und Datum

bestimmen. Ich boxe auch

auf seinem TV-Sender Sat.1.

Die Börse teilen wir uns gerecht

50:50. Ich trage jetzt seinen WM-

Gürtel. Ob er den nicht wieder

haben möchte?“

Im noblen Monaco hatte sich

Golovkin vor den Augen des

sportbegeisterten Fürsten Albert

nicht lange mit Ishida aufhalten

wollen. Der Japaner hatte die

WM-Chance gegen Golovkin

sportlich nicht verdient – aber

immerhin hatte er zuvor gegen

die Weltmeister Paul Williams

und Dmitry Pirog jeweils nur

nach Punkten verloren. Golovkin

dagegen haute dem japanischen

Eisenschädel in der dritten

Fürst

Albert

von

Monaco war

begeistert von

Gennady Golovkins

WM-Sieg

Runde derart eine Kombination

an den Schädel, dass der zu Boden

ging und ausgezählt wurde.

Ein weiterer spektakulärer Sieg

für Golovkin, der, ausgestattet

mit einem lukrativen Vertrag des

amerikanischen TV-Riesen HBO,

auf dem besten Wege ist, in den

USA ein Star zu werden.

Golovkin hatte sich mit dem

limitierten Ishida als Gegner begnügen

müssen, weil kein anderer

Herausforderer gegen den

Puncher aus Kasachstan habe

antreten wollen, erzählt Manager

Tom Loeffler. Loeffler vertritt

in den USA die Interessen

der Klitschkos, er kümmert sich

um die Boxer aus dem K2-Stall

der Ukrainer. „Es ist leichter, für

die Klitschkos Gegner zu finden,

als für Golovkin“, sagt Loeffler.

„Denn im Schwergewicht führt

kein Weg an den Klitschkos

vorbei. Aber im Mittelgewicht

haben die Leute die Wahl. Sie

können auch gegen Sergio Martinez

(WBC-Weltmeister), Daniel

Geale (IBF) oder Peter Quillin

(WBO) um die Krone boxen.“

Loeffler kann den Vorwurf,

den auch Felix Sturm in der

Vergangenheit immer wieder

vorbrachte, Golovkin habe noch

keine großen Namen geboxt,

verstehen. Er und Gennady

seien daran jedoch unschuldig.

Loeffler: „Sie können mir jeden

guten Mittelgewichtler nennen.

Jede Wette, dass der Gennady

an irgendeinem Punkt schon aus

dem Weg gegangen ist. Sturm

hat die Titelvereinigung gegen

Geale gemacht, um nicht gegen

Gennady zu boxen. Und Geale

hat danach freiwillig den WBA-

Titel niedergelegt.“

Vielleicht aber muss Golovkin

bald gegen einen bekannten

Namen boxen. Die Nummer

eins der WBA-Weltrangliste ist

der Engländer Martin Murray,

der gerade in Argentinien gegen

Martinez um die WM-Krone gekämpft

hat. Danach wartet ein

gewisser Felix Sturm auf Weltmeister

Golovkin.

40BoxSport


Marcos Nader nach

Sieg über Santos

Marcos Nader, der erste EU-Champion aus Österreich

Österreich hat einen

neuen Box-Helden

In Wien kamen auch Teper und Graf zu Siegen

Im vierten Anlauf hat es doch

noch geklappt, Roberto Santos

zu schlagen. Zweimal war

Dominik Britsch am Spanier

gescheitert, auch Marcos Nader

boxte zunächst nur unentschieden

gegen Santos. Im Rückkampf

entthronte der Österreicher den

EU-Champion im Mittelgewicht

nun – der Titel ist endlich im Berliner

Sauerland-Stall. Sauerland-

Schreck Santos musste sich im

Multiversum Schwechat, nahe

des Wiener Flughafens, vor 1800

begeisterten Zuschauern Lokalmatador

Nader einstimmig nach

Punkten geschlagen geben (112-

116, 112-116, 113:115).

Der erste EU-Champion aus

Österreich soll nun einen neuen

Box-Boom in der Alpenrepublik

auslösen. „Er bringt alles mit,

um der neue österreichische Box-

Held zu werden“, sagt Reporter-

Legende Sigi Bergmann, der den

Kampf für das österreichische

Fernsehen kommentierte. Der

75-jährige Bergmann berichtete

von 20 Olympischen Spielen

und mehr als 3000 Boxkämpfen.

Der Journalist ist begeistert vom

nun in 18 Kämpfen unbesiegten

Nader, der vor 23 Jahren auf der

Balearen-Insel Ibiza geboren wurde,

ehe er mit seinen Eltern nach

Wien übersiedelte. Bergmann:

„Nader ist nicht nur sportlich auf

der Höhe, sondern weiß sich auch

in den Medien richtig darzustellen.

Ich sehe ihn auf dem richtigen

Weg. Ich denke an die Zeiten eines

Hans Orsolics zurück. Dieser

ist auch noch den jüngeren Boxsport-Begeisterten

in Österreich

ein Begriff. Im Vergleich zu Nader

war er ein ganz anderer Typ Boxer,

ein knallharter Puncher. Marcos

ist hingegen ein feiner Techniker,

der gleichwohl ein großes Kämpferherz

besitzt. Ich hoffe, dass er

Im Schwergewicht punktete Erkan

Teper (rechts) den Usbeken Timur

Musafarov aus

ähnlich populär wie einst Orsolics

werden kann. Das Rüstzeug dazu

hat er jedenfalls.“

Schon beim ersten Aufeinandertreffen

mit Santos im November

hatten die Experten am Ring

Nader als Sieger gesehen. Dieses

Mal lief es auch auf den Zetteln

der Punktrichter besser für den

Lokalmatador. „Die ersten Runden

habe ich gut in den Griff bekommen,

zum Ende wurde es dann

aber noch mal eng“, sagte Nader.

Nach Vorteilen in den ersten beiden

Durchgängen für den 31 Jahre

alten Titelverteidiger kam Nader

in der dritten Runde auf.

Vom Publikum lautstark angetrieben,

zog der Österreicher

das Tempo an und traf mit linken

Haken und Führhänden. In der

sechsten Runde kassierte Nader

allerdings ein paar linke Hände

des inzwischen häufiger im Vorwärtsgang

agierenden Titelverteidigers,

teilte aber auch kräftig

aus. Im siebten Durchgang

deckte Nader den „Tiger von Benidorm“

an den Ringseilen sogar

mit einem Schlaghagel ein und

baute seine Führung aus. Roberto

Santos wurde danach noch

druckvoller. Doch Nader hielt

dagegen und erkämpfte sich im

zehnten Durchgang wieder deutliche

Vorteile.

In der elften Runde steckte

der Österreicher einen krachenden

linken Haken weg. Santos

marschierte in den letzten drei

Minuten konsequent nach vorn,

um das Blatt noch zu wenden.

Doch der von Otto Ramin trainierte

Mittelgewichtler brachte

den Sieg – auch wenn er dabei

Marcos Nader

(rechts) musste

verbissen kämpfen

für seinen

einstimmigen

Punktsieg

ganz schön ins Wanken kam –

verdient nach Hause.

„Wie Marcos Nader mit dem

Druck vor heimischer Kulisse umgegangen

ist, der auf ihm lastete,

das war schon beeindruckend“,

sagte Sauerland-Geschäftsführer

Frederick Ness.

Im Vorprogramm feierte der

Stuttgarter Cruisergewichtler

David Graf den zehnten Sieg im

zehnten Profikampf. Den Ungarn

Jozsef Nagy schickte Graf in der

zweiten Runde auf die Bretter.

Erkan Teper musste dagegen

härter um den Sieg kämpfen. Der

Schwergewichtler aus Ahlen gewann

knapp über acht Runden

nach Punkten gegen Timur Musafarov.

Der Usbeke aus Essen

verlor in seinem siebten Profikampf

zum ersten Mal. Teper, der

sein Debüt auf einer Sauerland-

Veranstaltung gab, siegte mit

2:1-Richterstimmen: der zehnte

Sieg im zehnten Kampf.

BoxSport 41


Ina Menzer

Box-Abschied im

Hockey-Stadion

Schlägerbraut:

Ina Menzer nimmt

am 24. August im

Hockey-Stadion von

Mönchengladbach

Abschied aus dem

Boxring

Letzter WM-Kampf am 24. August

mit Live-Musik in Mönchengladbach

Der 24. August 2013 soll

ein Datum werden, das

Ina Menzer in ihrem

Leben nicht mehr vergisst.

An jenem Sonnabend wird

sich die 32 Jahre alte Profiboxerin

einen großen sportlichen

Traum erfüllen und erstmals in

ihrer Heimatstadt Mönchengladbach

in den Ring steigen. Der

32. Profikampf soll allerdings

gleichzeitig ihr letzter sein. „Ich

kann es nicht fassen, dass mein

Traum tatsächlich wahr wird.

Das ist der beste Abschluss der

Karriere, den ich mir wünschen

kann“, sagt Menzer, die ihre Pläne

auf einer Pressekonferenz in

Mönchengladbach vorstellte.

Im Juli 2010 hatte Menzer,

die als Zehnjährige aus Kasachstan

nach Mönchengladbach

übergesiedelt war und 2004 in

Hamburg ihre Profikarriere gestartet

hatte, ihre drei WM-Titel

im Federgewicht an die Kanadierin

Jeannine Garside verloren.

Kurz darauf war der TV-Vertrag

ihres damaligen Promoters Universum

mit dem ZDF abgelaufen.

Seitdem hat Menzer nur vier

Aufbaukämpfe bestritten. Ihren

Vertrag mit Universum hatte sie

im vergangenen Jahr gekündigt,

in diesem Mai wäre er sowieso

ausgelaufen. Nun ist sie selbstständige

Unternehmerin und

kann ihren Abschiedskampf in

Eigenregie planen. „Ich bin mit

Universum im Guten auseinandergegangen

und erwarte deshalb

keinerlei rechtliche Probleme“,

sagt sie.

Mit im Team sind ihr Mann

Denis Moos, ihre PR-Managerin

Frauke Constantin und der frühere

Universum-Mediendirektor

Steffen Soltau. Schauplatz des

Kampfabends soll der Warsteiner

Hockey Park werden.

Dessen Geschäftsführer, der

frühere Hockey-Nationalspieler

Michael Hilgers, steht seit Jahren

mit Menzer in Kontakt und

hatte schon mehrfach wegen

eines Kampfes angefragt. Allerdings

hatte das ZDF wegen

der unsicheren Situation bei

Open-Air-Events dies stets abgelehnt.

Ob ihr Abschiedskampf

live im TV zu sehen sein wird,

ist noch unklar, Verhandlungen

laufen. Auch die Gegnerin

steht noch nicht fest, drei

Kandidatinnen stehen zur Wahl.

„Es wird auf jeden Fall ein WM-

Kampf“, sagt Menzer. Die erhoffte

Revanche gegen Garside,

die ihr ihre einzige Niederlage

zufügte, kommt allerdings nicht

zu Stande. Die Kanadierin ist

mittlerweile Mutter und hat ihre

Karriere beendet.

Weil sie in Mönchengladbach

sehr beliebt ist, will Ina Menzer

am 24. August „ein Programm für

die ganze Familie“ anbieten. So

soll es zwei Amateurboxkämpfe

geben, eine Kickbox-WM, zudem

auch ein Livekonzert, für

das mit mehreren Bands verhandelt

wird. Nach dem Kampf

wird es eine Abschiedsparty mit

professionellem DJ geben. „Unsere

Idee ist, keinen

klassischen Boxabend

zu machen, sondern

eine Veranstaltung, zu

der auch Frauen und

Jugendliche kommen

mögen. Wir hoffen auf

8000 Zuschauer“, sagt

Menzer.

Die 1,65 Meter große

Athletin wird sich

auf den letzten Profikampf

ihres Lebens

wieder mit Michael

Timm vorbereiten. Ihr

ehemaliger Trainer, der

Universum im vergangenen

Sommer verlassen

hatte und nun am Bundesstützpunkt

Schwerin mit den

olympischen Boxern arbeitet, hat

seine Bereitschaft bereits signalisiert.

„Das freut mich besonders,

denn er kennt mich am besten“,

sagt Menzer. Ihr Lebensmittelpunkt

nach der Karriere soll auf

jeden Fall Hamburg bleiben.

Das Projekt „Eventboxen“, das

sie hier ins Leben gerufen hat,

will sie dann weiter ausbauen.

Zunächst jedoch denkt sie nur

an das Datum, das sie niemals

vergessen wird.

BJÖRN JENSEN

Ein Heimspiel als Abschied: Die doppelte Ina Menzer

42BoxSport


In Norwegen ist Profiboxen

verboten – das skandinavische

Land befindet sich damit

in guter Gesellschaft mit

Nordkorea, dem Iran, Kuba und

Island. So trägt Cecilia Braekhus,

die norwegische Weltmeisterin

aus dem Berliner Sauerland-Stall,

ihre Heimkämpfe in Dänemark

aus. Näher kommt sie ihrem Heimatland

nicht. Ob ihr Sieg über

das frühere Playboy-Model Mia

St. John in Frederikshavn da eine

gute Werbung für das Profiboxen

war? Die 45-jährige Ex-Weltmeisterin

war vom ersten Gong an völlig

überfordert. Braekhus überrannte

sie förmlich. Bereits in

der zweiten Runde setzte die von

Georg Bramowski bestens eingestellte

Boxerin ihre Kontrahentin

unter großen Druck und deckte

sie mit ganzen Schlagserien ein.

St. John wurde in die Ecke gedrängt

und musste schwere Treffer

nehmen. In der dritten Runde

machte Braekhus dort weiter, wo

sie in der zweiten aufgehört hatte

und feuerte harte Kombinationen

Rumms, da schlägt es ein bei Mia St. John (links); gegen

Weltmeisterin Cecilia Braekhus war sie chancenlos

Ex-Playboy-Model keine

Gegnerin für die First Lady

Sauerland-Pole Masternak weiter auf dem Weg zu einem WM-Kampf

ab. Nach einer Minute und 38 Sekunden

des Durchgangs nahm

der Ringrichter die amerikanische

Herausforderin aus dem

Kampf. Für Braekhus war es der

22. Sieg im 22. Kampf.

Die früher von Don King gemanagte

Herausforderin hatte einen

ganz schwachen Eindruck in

Dänemark hinterlassen. „Sie war

schwächer, als ich dachte“, sagte

auch Cecilia Breakhus, die ihre

Weltmeistertitel der WBA, WBC

und WBO im Weltergewicht verteidigte.

„Wir haben uns von dem

Status und dem großen Namen

Mia St. John wohl etwas blenden

lassen.“

Braekhus wollte eigentlich

unbedingt die Amerikanerin Holly

Holm vor die Fäuste bekommen

– die Weltmeisterin im Halbweltergewicht

kündigte jedoch gerade

ihren Rücktritt an. Braekhus:

„Ich bin sehr enttäuscht. Es ist

eine Schande, dass dieser Kampf

nicht zustande kommt. Aber es

ist nicht mein Fehler.“ Am 15.

Mateusz Masternak (links)

feierte gegen Sean Corbin

den 30. Sieg im 30. Kampf

Juni veranstaltet Nisse Sauerland

die nächste „Nordic Fight Night“

im dänischen Arhus. Dann vielleicht

wieder mit „First Lady“

Cecilia. Braekhus: „Dann aber

auf jeden Fall mit einer besseren

Gegnerin.“

Auf dem Weg zu einem WM-

Kampf im Cruisergewicht sicherte

sich der Pole Mateusz Masternak

in Frederikshavn den WBC-

Silver-International-Titel. Der

Europameister feierte gegen Sean

Corbin aus Guyana den 30. Sieg

im 30. Kampf. Masternak schickte

Corbin in der achten Runde zu

Boden und dann noch einmal in

der neunten. Als Masternak weitere

wuchtige Schläge landete,

brach der Ringrichter den Kampf

nach einer Minute und einer Sekunde

der neunten Runde ab.

Großer Erfolg auch für Erik

Skoglund: Der Schützling von

Trainer Karsten Röwer wurde

in Frederikshavn neuer WBC-

Junioren-Weltmeister. Gegen

Luke Blackledge, der letztes Jahr

den früheren dänischen Helden

Mads Larsen geschlagen hatte,

setzte sich Skoglund in einem

spannenden Kampf nach Punkten

durch. 97-93, 96-94 und 96-

95 lautete das einstimmige Urteil

der Punktrichter zugunsten des

Schweden.

BoxSport43


Weil der Frau mit dem

Hammer im Mittelgewicht

die Gegnerinnen

ausgehen,

will sie die nächste Gewichtsklasse

erobern. Am 4. Mai in

Mannheim fordert die 22-jährige

Christina Hammer im Rahmen

der Schwergewichts-WM

zwischen Wladimir Klitschko

und Francesco Pianeta die ungeschlagene

WBF-Supermittelgewichts-Weltmeisterin

Zita

Zatyko aus Ungarn heraus.

Zudem steht die vakante Krone

der WBO auf dem Spiel. Hammer:

„Ich will Weltmeisterin

aller Klassen werden. Diesen

Titel beanspruche ich für mich.

Ich werde allen zeigen, wo der

Hammer hängt.“ Die zehn Jahre

ältere Zita Zatyko ist aber

nicht von Pappe – sie gewann

von ihren fünfzehn Kämpfen elf

durch K.o.

Mit dem Boxen hatte Christina

Hammer als 15-Jährige

beim BC-Eschwege begonnen.

Die Frau mi

Christina will jetzt auch im Su

Ihr heutiger Trainer Dimitry

Kirnos sah das Talent auf einem

Amateur-Turnier in Dortmund

und war begeistert. Wenig später

saß der Profitrainer mit ihren

Eltern Irina und Viktor an

einem Tisch. Er versprach den

beiden, die Tochter innerhalb

von zwei Jahren ganz nach

oben zu führen. Kurz darauf

zog Hammer von Eschwege zu

ihm nach Dortmund.

Hammer boxte sich nicht

an die Weltspitze, sie erstürmte

sie. Ihre ersten drei Kämpfe

bestritt sie in nur drei Monaten,

zwei davon gewann die damals

19-Jährige vorzeitig. Anfang

2010 unterschrieb sie einen

Vertrag beim SES-Boxstall.

Im Oktober 2010 nahm

sie Teresa Perozzi den WBO-

Titel ab. Es war ihr achter

Kampf und der erste, in dem

sie zehn Runden boxte.

Drei Monate später stieß

sie Diana Kiss vom WBF-

Thron. Nach der siebten Runde

hatte Kiss genug und

gab den Kampf auf.

Seitdem dominiert

Hammer das Mittelgewicht

wie ein Formel-1-Pilot, der das

Starterfeld überrundet.

Christina Hammer trainiert

im Box-Leistungszentrum im

Signal-Iduna-Park, wo Borussia

Dortmund um Bundesliga-

Punkte kämpft. In den Katakomben

unterhalb der gigantischen

Südtribüne, auf der Samstag für

Samstag die besonders treuen

Fans stehen, befinden sich die

Trainingsräume. Hier bereitet

Die Weltmeisterin in Aktion: In ihrem elften

Profikampf verteidigte Christina Hammer (links)

ihre Weltmeistertitel im Mittelgewicht nach

Punkten gegen die Amerikanerin Vashon Living

sie sich auf ihren Titelkampf

am 4. Mai in Mannheim vor.

Montags bis samstags stehen

täglich zwei Einheiten auf dem

Trainingsplan, sonntags ist

frei.

Im Sparring gibt Kirnos

lautstark Anweisungen, denn

er ist schwer zufriedenzustellen.

Der 76-Jährige zeigt in den

Pausen seiner Boxerin jeden

noch so kleinen Fehler auf,

Schwitzen für den Erfolg:

Christina Hammer bereitet sich

auf den WM-Kampf am 4. Mai in

Mannheim vor

Die Weltmeisterin mit ihrem Trainer und ihrer

Sparringspartnerin Sara Schnell Dimitry Kirnos

44BoxSport


t dem Hammer

permittelgewicht Weltmeisterin werden

„denn er will aus ihr eine

Königin machen“, wie er

sagt „und eine Königin ist

technisch brillant“. Hammer

beobachtet den Russen aufmerksam

und saugt mit ihren

Augen alles auf – wie ein

Schwamm. Sie braucht seine

Kritik als Ansporn, um noch

besser zu werden.

Im Mittelgewicht wollte

Christina Hammer gegen Tori

Nelson boxen. Sie ist die einzige

Boxerin unter den besten

vier der Weltrangliste, gegen

die Hammer noch nicht gewonnen

hat. Aber aus dem

Kampf wird nichts, denn Nelson

geht ihr aus dem Weg.

Auch SES-Manager Ulf Steinforth

sah, dass Christina

sportlich in einer Sackgasse

steckte und schickt seine

Boxerin nun los, die nächste

Gewichtsklasse zu erobern.

Das ganz große Geld

ließe sich allerdings nur in

den USA verdienen. Amerika

würde Christina Hammer

lieben, denn mit dem ersten

Gong setzt sie alles auf Sieg,

gnadenlos und ohne Furcht,

genau, was das US-Publikum

von einer harten Boxerin erwartet.

Wie es nach ihrer Karriere

weitergehen soll, weiß

Christina Hammer jetzt

schon. Die 22-Jährige hat

2012 ein Studium der Sportwissenschaften

begonnen,

denn sie würde gerne für

einen der großen Verbände

arbeiten, wenn einmal mit

dem Boxen Schluss ist.

WOLFGANG WYCISK

Auch beim Foto-Shooting für ein Magdeburger

Autohaus machte die Weltmeisterin Christina

Hammer eine gute Figur





























Carl-Zeiss-Straße 38-40


24568 Kaltenkirchen


Fon: +49-41 91-99 66 0

Fax: +49-41 91-99 66 33



BoxSport45


Nach dem „schönen A

Sidon boxt jetzt doch

Heirat in Las Vegas und Prozess gegen den BDB gewonnen

Während die Zuschauer

den Ring

stürmten und sich

mit dem Sieger fotografieren

ließen, sprach Markus

Beyer unten auf seinem Platz

in der ersten Reihe aus, was offensichtlich

war: „Das wäre ein

schöner Abschied heute.“ Den

Abgang des früheren Boxweltmeisters

aus dem Ring vor fünf

Jahren hatte eine Verletzung

erzwungen – Andreas Sidon

möge es doch jetzt bitte besser

machen, so sein Wunsch. Augenblicke

zuvor hatte der 50

Jahre alte Sidon in seiner Heimatstadt

Gießen den Kanadier

Sheldon Hinton in der dritten

Runde k.o. geschlagen. Damit

war die Revanche perfekt: 2009

war Sidon gegen den zehn Jahre

jüngeren Hinton in Edmonton

in ebenjener dritten Runde aus

dem Kampf genommen worden.

„Wie konnte ich nur gegen den

Andreas Sidon (rechts) nimmt Maß, gleich schlägt es bei Sheldon

Hinton ein

In Las Vegas heiratete

Andreas Sidon seine 13

Jahre jüngere Freundin

Nathalie. Die Deutsche

lebt in der Zockerstadt

verlieren?“, fragte sich nicht nur

Sidon nach dem einseitigen Duell.

Schon am Ende der ersten

Runde war Hinton nach einer

Rechten an die Schläfe zu Boden

gegangen – nach einem weiteren

Niederschlag im dritten Durchgang

zählte ihn Ringrichter

Heinrich Mühmert aus.

„Besser kann man nicht aufhören“,

sagte auch Ulli Wegner.

Der Trainer, der Beyer, Sven Ottke,

Arthur Abraham und Marco

Huck zu Weltmeistern machte,

war extra mit dem Auto aus Berlin

angereist, um Sidon „die letzte

Ehre zu erweisen. Ich hoffe, dass

er das Boxen jetzt den Jüngeren

überlässt.“ Als Wegner noch in

Köln seine Champions formte,

diente Sidon dort als Sparringspartner

für Wegners Schwergewichtler

Timo Hoffmann und

Cengiz Koc. Wegner: „Ich habe

große Hochachtung davor, wie

Sidon trotz der Schicksalsschläge

sein Leben gestaltet und

wie er seine Kinder aufgezogen

hat.“ Sidon hatte nicht nur seine

Eltern, sondern später auch

seine Lebensgefährtin bei Autounfällen

verloren, seitdem ist

er alleinerziehender Vater dreier

Kinder. „Ich ziehe den Hut vor

ihm“, sagte auch Ex-Weltmeister

Beyer. „Er ist immer in Form

geblieben. Aber jetzt sollte er so

langsam etwas anderes machen.

Mit 50 noch zu boxen ist grenzwertig.

Irgendwann tut er sich

selbst keinen Gefallen mehr.“

Andreas Sidon dagegen

wollte die Bühne, die er sich als

Veranstalter selbst bereitet hatte,

nicht zum Rücktritt nutzen. „Solche

Gegner wie Hinton kann ich

immer noch boxen. Ich bin noch

fit.“ Der Kanadier hatte noch im

Ring einen dritten Kampf eingefordert.

„Es steht jetzt schließlich

1:1 zwischen uns“, meinte

Hinton.

Als Veranstalter hatte Sidon

seinen Gegner aus Kanada eingeflogen,

ihn in den Tagen vor

dem Kampf mit dem Familienkombi

vom Frankfurter Flughafen

abgeholt und in einem Gie-

46BoxSport


schied“ –

weiter!

Die dritte Runde:

Sheldon Hinton

am Boden,

Andreas Sidon

obenauf

ßener Hotel einquartiert – alles

auf eigene Kosten. Weil rund 800

Zuschauer in die Hessenhallen

kamen, dürfte Sidon sogar einen

kleinen finanziellen Gewinn gemacht

haben.

Nach dem Sieg düste Sidon

nach Las Vegas und heiratete

dort seine Freundin Nathalie, eine

Deutsche, die in der Zockermetropole

in der Wüste Nevadas

lebt. Am 6. Juli will Sidon in

Kentucky gegen den Amerikaner

Larry Donald boxen.

In Las Vegas erfuhr Sidon

auch von seinem vielleicht wichtigsten

Sieg. Vor dem Bundesgerichtshof

in Karlsruhe gewann

er die Klage gegen den Bund

Deutscher Berufsboxer (BDB),

der ihm 2007 nach seiner K.o.-

Niederlage in der ersten Runde

gegen Odlanier Solis wegen gesundheitlicher

Bedenken die

Lizenz entzogen hatte. Seitdem

steigt Sidon ausgestattet mit lettischer

Boxlizenz in den Ring.

„Nach unserer Lesart ist damit

festgestellt, dass Sidon noch

eine Lizenz hat“, sagte Sidons

Anwalt, Elmar Schuhmacher

nach der Bekanntgabe des Urteils.

„Damit ist auch der Weg

frei für Schadensersatzansprüche

wegen der ausgefallenen

Kämpfe und sonstiger entgangener

Einnahmen.“ Die juristischen

Details sind vertrackt:

Nachdem zwischenzeitlich der

Berufungsausschuss des Verbands

die Entscheidung über

den Lizenzentzug wieder aufgehoben

hatte, wollte der BDB

vor Gericht feststellen lassen,

dass die Lizenz zu Recht entzogen

worden sei. Das lehnte der

BGH nun in letzter Instanz ab.

Die Box-Familie zu Gast in Gießen: Ex-Weltmeister

Markus Beyer, Sauerland-Trainer Georg Bramowski,

Andreas Sidon, Ulli Wegner und Walter Knieps, der

Chef von Paffen Sport (von links)

„Wir sehen den Schadensersatzansprüchen

ganz gelassen

entgegen“, sagt BDB-Präsident

Thomas Pütz. „Dafür sind wir ja

schließlich versichert.“

Nun will Sidon ganz offiziell

mit Lizenz weiterboxen. Dem

Gießener war schließlich auch

der Auftritt von Mark de Mori

in seinem Rahmenprogramm

nicht entgangen. Der Australier

dürfte als Nummer 15 der WBA-

Weltrangliste jederzeit um den

Titel im Schwergewicht gegen

Weltmeister Wladimir Klitschko

kämpfen. Der von Don King

gemanagte de Mori wollte seine

Hochzeitsreise durch Deutschland

mit einem Sieg im Boxring

krönen. Während die frisch Angetraute

alles aus der ersten Reihe

mit der Kamera für das Familienalbum

festhielt, tat sich de

Mori vier Runden lang schwer

mit seinem Gegner Jonathan

Pasi. Dann gab der Euskirchener

wegen einer Schulterverletzung

auf. De Mori, und das

offenbart die ganze Misere des

Schwergewichtsboxens, hätte

in Gießen womöglich sogar gegen

Sidon verloren. „Ich trainiere

alleine für mich zu Hause in

der Garage“, erzählte de Mori.

„Ich möchte jetzt in Deutschland

bleiben und von den Besten

lernen.“ Im kommenden

Jahr will er um die WM-Krone

kämpfen.

Innerhalb der Familie Sidon

ist man sich trotz des Siegs über

Hinton uneins, ob der Vater weiterboxen

soll oder nicht. Sohn

Albano rät schon lange zum

Aufhören, Tochter Saskia dagegen

will die Entscheidung ganz

dem Vater überlassen: „Er ist ja

schließlich alt genug.“

ARNE LEYENBERG

BoxSport 47


Macao auf den Spuren von Las Vegas

Im gigantischen Venetian-Casino von Macao sollen künftig die großen

Boxkämpfe stattfinden

Autor Arne

Leyenberg im

Venetian

in Macao

Promoter Bob

Arum will den

chinesischen Markt

erobern

Box-Promoter Ar

Beim Debüt von Olympiasieger Shiming guckten 300 Milli

Man könnte sich glatt

in Las Vegas wähnen.

Die Sonne strahlt erbarmungslos

vom

Himmel, auf dem gigantischen

See vor dem Venetian-Casino

fahren Gondoliere ihre wohlhabenden

Gäste umher und singen

ihr falsches Italienisch, die

goldene Fassade des luxuriösen

Wynn glänzt weithin sichtbar,

das MGM wirbt mit seinem

wohlbekannten Löwen – und

die Plakate an den Straßenecken

machen Werbung für Weltklasseboxen

am Samstagabend.

Willkommen in China, willkommen

in Macao!

Während die frühere portugiesische

Kolonie Las Vegas

längst als weltweite Zockerstadt

Nummer eins den Rang abgelaufen

hat, kommt jetzt auch

noch der Boxsport in die chine-

sische Sonderverwaltungszone.

Promoter Bob Arum brachte

gerade seine Boxer nach Macao.

Der 81-Jährige will China

erobern. „Macao wird das neue

Las Vegas“, schwärmt Arum.

Brian Viloria verlor bei Arums

Veranstaltung überraschend

seine WBA- und WBO-Titel im

Fliegengewicht nach Punkten

an Juan Francisco Estrada, Roman

Martinez verteidigte seinen

WBO-Gürtel im Superfedergewicht

knapp nach Punkten gegen

Diego Magdaleno.

Aber eigentlich ging es in der

15.000 Zuschauer fassenden Cotai-Arena

des gigantischen Venetian-Casinos

nur um einen: um

einen Profidebütanten. Um Zou

Shiming, der in China bereits ein

Star und Nationalheld ist, bevor

er überhaupt einmal als Profi

zugeschlagen hat. Shiming,

zweimaliger Olympiasieger und

dreimaliger Weltmeister im Fliegengewicht,

ist der erste Boxheld

des riesigen Reiches.

Arum, der schon immer ein

Gespür für das schnelle Geld

und große Deals hatte, macht

Shiming zum Profi, um sich einen

neuen Markt zu erschließen.

Er träumt davon, den 1,3 Milliarden

Chinesen den Boxsport näherzubringen

– und umgekehrt

an die hart verdienten Renminbi

der rasant wachsenden neuen

kaufkräftigen Mittelschicht zu

kommen. „Eine neue Ära des Boxens

beginnt“, frohlockte Arum

nach dem gelungenen Einstand

Zimings. Im Fliegengewicht hatte

der kleine Chinese den Mexikaner

Eleaza Valenzuela klar

nach Punkten besiegt. Und 300

Millionen Chinesen sahen den

Kampf im chinesischen Staatsfernsehen

CCTV. Eine Traum-

Einschaltquote für einen amerikanischen

Veranstalter, dessen

Kämpfe im Bezahlfernsehen

48BoxSport


In London wurde der

kleine Chinese Zou

Shiming zum zweiten

Mal Olympiasieger im

Fliegengewicht (Bild

ganz links).

In Macao feierte er mit

einem Punktsieg über

den Mexikaner Eleaza

Valenzuela sein Profidebüt

(Bild oben).

Shiming trainiert mittlerweile

bei Star-Trainer Freddie Roach

in Los Angeles

um will China erobern

onen zu – Auch das fünfte Duell Pacquiao-Marquez soll in Macao stattfinden

normalerweise keine Million

Zuschauer einschalten. „China

ist ein fantastischer Markt“, jubelte

Arum deshalb. „Bei so vielen

Einwohnern gibt es nicht nur

eine gigantische Anzahl möglicher

Boxfans, sondern sicherlich

auch unheimlich viele Talente.

China wird bald der Markt Nummer

eins für Boxen.“

Das hat auch Ricky Hatton

erkannt. Der ehemalige Weltmeister

und heutige Promoter

aus Manchester zog im vergangenen

Dezember eine Boxveranstaltung

im Hafen von Hongkong

auf. Hatton hat einen Ableger

seiner Promotion in Asien

gegründet, der künftig weitere

Box-Events in China aufziehen

soll. Die Millionen-Metropole

Hongkong liegt direkt gegenüber

von Macao an der Südküste des

riesigen Reichs – von hier fahren

die Zocker per Schnellboot in

einer Stunde in die Casinos der

Spielerstadt. Und wohl künftig

auch die Boxfans.

Das große Talent Shiming

startet nach einer langen Amateurkarriere

erst mit 31 Jahren

das Abenteuer Profiboxen.

Schließlich ist das Berufsboxen

im kommunistischen China, das

sich erst allmählich dem Kapitalismus

öffnet, bislang nicht eben

hoch angesehen gewesen. Unter

Staatsgründer Mao war es sogar

ganz verboten – weil zu westlich

und zu gewalttätig. Davon

ist heute nichts mehr zu spüren.

Shiming haben sie im Venetian,

das größer ist als das identische

Vorbild in Las Vegas, eigens ein

Gym gebaut. Mit Star-Trainer

Freddie Roach, bei dem Shiming

sonst in Los Angeles trainiert,

bereitete sich der kleine Chinese

dort auf sein großes Debüt in der

Heimat vor.

„Er lernt sehr schnell. Bei

seiner Erfahrung kann er schon

bald um einen WM-Titel kämpfen“,

sagt Roach. Davon ist

auch Arum überzeugt: „Das ist

wie bei den Kubanern, die aus

ihrem Land abgehauen und

dann Profis geworden sind. Sie

konnten wegen ihrer Amateur-

Ausbildung schon nach sieben,

acht Profikämpfen um die Weltmeisterschaft

boxen.“

Auch Shiming will

nicht unnötig Zeit

verschwenden. Er hat

schließlich eine Mission:

„Boxen in China

wächst sehr schnell.

Ich will meinen Teil

dazu beitragen.“

Ende des Jahres

will Arum nach Macao

zurückkehren –

mit einem Mega-Fight

im Gepäck. Die fünfte

Auflage des Duells

Manny Pacquiao gegen

Juan Manuel Marquez

soll in Macao statt in Las

Vegas steigen. „Manny will, dass

der Kampf hier in Macao stattfindet,

also arbeiten wir daran“,

sagte Arum. Die Casinos, Zocker

und Boxfans sind schließlich

schon da. Fehlen eigentlich nur

noch die großen Kämpfe.

ARNE LEYENBERG

Im Dezember lieferten sich Juan Manuel Marquez

(links) und Manny Pacquiao eine mitreißende

Ringschlacht. Pacquiao ging in der sechsten Runde

schwer k.o. Die fünfte Auflage soll nun in Macao in

China steigen

BoxSport 49


Das EM-Trainingslager im italien

Die DBV-Radgruppe: Philipp Gruner, Kevin Künzel, Emir

Ahmatovic, DBV-Cheftrainer Michael Bastian und Serge

Michel (von links)

Spaß auf dem Rad: Erik Pfeifer (links)

und Kevin Künzel

Der DBV rechnet mit zw

Härtel und Pfeifer gelten als Mitfavoriten

Diese Europameisterschaften

mögen nicht

der ultimative Saisonhöhepunkt

sein, markieren

aber ein sporthistorisches

Datum: Am 1. Juni beginnen

die kontinentalen Titelkämpfe

im weißrussischen Minsk. Und

dort boxt die männliche Elite

des Amateurboxens, darunter

ein kompletter deutscher Kader,

zumindest auf internationalem

Parkett zum letzten Mal mit

Kopfschutz.

Bei den Weltmeisterschaften

im Oktober in Kasachstan als

dem diesjährigen Glanzlicht sollen

die Teilnehmer erstmals bei

einem Turnier des Weltverbandes

AIBA ohne den seit seiner

Einführung umstrittenen Helm

in den Ring steigen. Ohne Kopfpolster

zu punchen, das kennen

die Kämpfer der semiprofessionellen

Weltboxliga World Series

of Boxing (WSB) schon seit 2010.

Für die anderen ist es Neuland.

Doch viele von ihnen stellen sich

im Training bereits darauf ein.

„Diese beginnende Umstellung

auf das Boxen oben ohne

könnte schon bei den EM Auswirkungen

auf das Verhalten im

Ring haben“, meint Jens Bussweiler

vom Institut für Angewandte

Trainingswissenschaften

(IAT). „Es bleibt abzuwarten,

in welchem Umfang das in

Minsk zu beobachten sein wird

und wie die Punktrichter damit

umgehen“, erklärt der Leipziger

Sportwissenschaftler.

Ackern für die Europameisterschaft: Das DBV-Team beim Strandlauf in Italien

Bussweiler hat im Dienst des

Deutschen Boxsport-Verbandes

(DBV) das Grundlagentraining

des zehnköpfigen EM-Aufgebots

und seiner ebenso vielen Ersatzleute

im italienischen Sabaudia

begleitet. Sein Fazit: „Das jetzige

Team ist sehr fit und motiviert.“

Diese Analyse bestätigt DBV-

Cheftrainer Dr. Michael Bastian:

„Alle haben guten Einsatz

gezeigt. Es ist in Sabaudia sehr

gut gelaufen.“ Für beide bleibt

trotz der spürbar optimistischen

Grundstimmung die Frage spannend,

wie sich die gute Form im

EM-Ring umsetzen lässt.

Mit Expertentipps hielt

sich Bussweiler jedenfalls zurück:

„Da wäre ich vorsichtig.

Es gibt bei diesen EM zu viele

Unwägbarkeiten: Es ist allein im

Superschwergewicht völlig unklar,

wen Russland ins Rennen

schickt, auch weil im Oktober

die WM anstehen und das AIBA-

Profiboxen vielleicht früher als

geplant losgeht.“

Klar ist dagegen, wer zu den

voraussichtlichen EM-Startern

mit dem Bundesadler auf der

Trikotbrust zählt: Nominiert

wurde, wer beim jüngsten Chemiepokalturnier

in Halle an

der Saale geglänzt hatte. Und

einigen von ihnen ist auch eine

EM-Medaille zuzutrauen. So

zeigte sich „Fliege“ Ronny Beblik,

der WM-Dritte von 2009,

zuletzt wieder in ebenso guter

Form wie der junge deutsche

Leichtgewichtsmeister Kastriot

Sopa, der auch in der World

Series Spitzenleute schlagen

konnte.

50BoxSport


ischen Sabaudia

Sowohl in Halle als auch

im deutschen WSB-Team der

„German Eagles“ hat sich nach

Ansicht des Trainerstabs der

halbschwere Serge Michel ebenso

als EM-tauglich gezeigt. Als

Olympiafünfter zählt vor allem

Mittelgewichtler Stefan Härtel

zum Kreis der EM-Favoriten. Mit

etwas Glück sollte der Berliner

Chemiepokalsieger und WSB-

Fighter sogar ins EM-Finale einziehen

können. Dies gilt auch für

Cheftrainer Bastian im Gespräch

mit dem BoxSport. Übrigens:

Weitere DBV-Asse wie Kölns

Leichtgewichtler Artur Bril, der

wegen seines Abiturs weiterhin

pausiert, sollen sich bei den

deutschen Meisterschaften Ende

August noch für die WM im

Herbst empfehlen können.

Für die EM-Starter geht

es nach Sabaudia und dem

Training an den Bundesstützpunkten

mit der sogenannten

den WM-Dritten Erik Pfeifer, der Unmittelbaren Wettkampfzwar

bei Olympia enttäuscht,

aber in der WSB vieles wieder

gut gemacht hatte.

Vorbereitung (UWV) ab 14.

Mai in der Sportschule Hennef

in die heiße Phase vor dem EM-

„Eine Medaille für Pfeifer ist Start am 1. Juni: Nach einem

ei Medaillen

Die schweren Jungs vor dem Bad im Meer: Philipp Gruner, Erik Pfeifer,

Serge Michel, Florian Schulz und Emir Ahmatovic (von links)

als Zielvorstellung realistisch.

Pfeifer hat sehr gut trainiert,

seine Handverletzung ist auskuriert,

und er weiß als künftiger

Profiboxer mit AIBA-Vertrag, um

was es geht.“ So schätzt Bastian

den superschweren Hoffnungsträger

ein. Aufgrund seiner Leistung

bei den U22-EM in Kaliningrad

darf man aber auch Weltergewichtler

Arayk Marutjan

Medaillenchancen einräumen.

Dagegen dürften international

noch unbeschriebene Blätter

im DBV-Team wie Sergej Neumann,

Omar El Hag und auch

Emir Ahmatovic wohl vor allem

Erfahrungen sammeln. Unterm

Strich gilt: „Zwei Medaillen plus

x sind ein realistisches Ziel, wobei

ich mich bezüglich der Farbe

des Edelmetalls nicht aus dem

Fenster lehnen möchte“, sagt

ersten Block mit Kraft- und

Ausdauertraining sowie spezieller

Athletik geht es dann im

zweiten um bedingtes Sparring

und internationale Trainingswettkämpfe

unter Turnierbedingungen.

Dazu werden auch

wieder Gäste aus den Niederlanden,

Dänemark, Schweden,

Tschechien und Österreich erwartet.

Doch auch der ein oder

andere Ersatzmann im DBV-

Aufgebot und eventuell der

superschwere Florian Schulz,

Dritter der U19-Weltmeisterschaften

von 2012, könnte in

Hennef zum Einsatz kommen.

Noch offen ist die Teilnahme

von russischen Athleten aus

der zweiten und dritten Reihe

dieser europäischen Box-

Macht neben der Ukraine.

Peter Jaschke

Die EM-Tipps von

Halbfliegen:

1. David Ayrapetyan oder Belik Galanov (Russland)

2. Patrick Barnes (Irland)

3. Saiman Alizada (Aserbaidschan)

4. Ferhat Pehlivan (Türkei)

Fliegen:

1. Andrew Selby (Wales)

2. Misha Aloyan (Russland)

3. Michael Conlan (Irland)

4. Ronny Beblik (Deutschland)

oder Vinzenco Picardi (Italien)

Bantam:

1. Dmitry Polyanski (Russland)

2. Veaceslav Gojan (Moldawien)

3. John Joe Nevin (Irland)

4. Detelin Dalakliew (Bulgarien)

Leicht:

1. Vasyl Lomachenko (Ukraine)

2. Evaldas Petrauskas (Litauen)

3. Kastriot Sopa (Deutschland)

4. Fatih Keles (Türkei)

Halbwelter:

1. Denis Berynchik (Ukraine)

2. Gayabatulla Gadzhialieyev (Aserbaidschan)

3. Ramond Moylette (Irland)

4. Thomas Lee Stalker (England)

Welter:

1. Taras Shelestyuk (Ukraine)

3. Freddie Evans (Wales)

3. Andre Zamkovoy (Russland)

4. Mahamed Nurudzinau (Weißrussland)

oder Arayk Marutjan (Deutschland)

Mittel:

1. Ievgen Kythrov (Ukraine)

2. Stefan Härtel (Deutschland)

3. Adem Kilicci (Türkei)

4. Darren O´Neill (Irland)

Halbschwer:

1. Egor Mekhontsev (Russland)

2. Oleksandr Gvodzyk (Ukraine)

3. Serge Michel (Deutschland)

4. Joe Ward (Irland)

Schwer:

1. Oleksandr Osyk (Ukraine)

2. Artur Beterbiev (Russland)

3. Teymur Mammadov (Aserbaidschan)

4. Siarhei Karneyeu (Weißrussland)

Superschwer:

1. Anthony Joshua (England)

2. Magomed Omarov (Russland)

3. Erik Pfeifer (Deutschland)

4. Magomedrasul Medzhidov (Aserbaidschan)

Das EM-Aufgebot

Gewichtskl. 1. Besetzung 2. Besetzung

49 Kg Sergej NEUMANN Dejan CAJIC

52 Kg Ronny BEBLIK Hamza TOUBA

56 Kg Omar EL HAG Denis MAKAROV

60 Kg Kastriot SOPA Robert HARUTYUNYAN

64 Kg Artem HARUTYUNYAN Eugen BURHARD

69 Kg Arayk MARUTJAN Vjaceslaw KERBER

75 Kg Stefan HÄRTEL Xhek PASKALI

81 Kg Serge MICHEL Kevin KÜNZEL

91 Kg Emir AHMATOVIC Artur MANN

91+ Kg Erik PFEIFER Philipp GRUNER

BoxSport

51


Kasachstan winkt eine Million Dollar

Der große Favorit auf den Titel in der World Series: Die Staffel der Astana Arlans aus Kasachstan

Im Finale großer Favorit gegen die Ukraine

Das Traumfinale der

World Series of Boxing

steht: Die Boxer aus Kasachstan

und der Ukraine

stehen im Endkampf um den

Titel in der Amateur-Weltserie

WSB. Dabei haben die Astana

Arlans den Vorteil gegenüber

den Otamans aus der Ukraine.

Denn das Finale findet am 10.

und 11. Mai in Astana in Kasachstan

statt.

Der enorme finanzielle Aufwand,

den Kasachstan betreibt,

um im Boxen ganz nach oben

zu kommen, trägt nun offenbar

Früchte. Souverän marschierte

die WSB-Staffel aus Astana bis

ins Finale durch. Das findet an

zwei Abenden hintereinander

im Radstadion Sarjarka Velodrome

in der Hauptstadt des riesigen

Reiches statt. Gerade lässt

Kasachstan für 33 Millionen

Dollar die erste Box-Akademie

des Internationalen Amateurbox-Verbandes

AIBA in Almaty

bauen. Dort findet im Oktober

auch die Weltmeisterschaft der

Amateurboxer statt. Um den kasachischen

Siegeszug im Boxen

zu komplettieren fehlt also nur

noch der Triumph in der World

Series.

Dass die in der Gruppenphase

noch so souveränen Ukrainer

überhaupt das WSB-Finale erreicht

haben, grenzt dabei allerdings

an ein kleines Wunder.

Denn den Hinkampf gegen Titelverteidiger

Italien hatten die

Osteuropäer noch klar mit 1:4

verloren. Die Italiener standen

schon mit einem Bein im Finale.

Dann aber drehten die Ukrainer

im Rückkampf eine Woche später

richtig auf. 5:0 fegten sie den

Titelverteidiger aus dem Ring –

das reichte, um doch noch ins

Finale einzuziehen.

Den Punkt im Auftaktduell

im Bantamgewicht hatten die

Italiener kampflos herschenken

müssen. Daniele Limone konnte

gegen Mykola Butsenko gar

nicht erst antreten. Im Leichtgewicht

punktete der ukrainische

Superstar Vasyle Lomachenko

den Italiener Domenico Valentino

ganz souverän aus. Auch

Dmytro Mytrofanov, Oleksandr

Gvozdyk und Rostyslav Arkhypenko

feierten deutliche Punktsiege.

Der Titelverteidiger war

gestürzt.

Die Staffel aus Kasachstan

dagegen musste nicht so lange

um den Finaleinzug bangen.

Denn schon den Hinkampf in

Mexiko hatten die Asiaten mit

3:2 für sich entschieden. Die

Guerreros hatten aus ihrem

Halbfinale ein Open-Air-Event

in Mexiko-Stadt gemacht. Mitten

auf dem zentralen Platz der

Millionen-Metropole, dem El Zucalo,

war der Boxring aufgebaut,

die mexikanischen Boxer wurden

von ihren begeisterten Fans

nach vorne gepeitscht. Doch es

nutzte nichts, der Favorit setzte

sich knapp durch. Den Rückkampf

in Almaty dann machten

die Arlans zu einer ganz klaren

Angelegenheit. Mit 5:0 schickten

sie die Lateinamerikaner auf

die lange Heimreise.

Das deutsche Team war bei

seiner zweiten Teilnahme an

der World Series erneut in der

Vorrunde ausgeschieden. Dabei

blieben die „German Eagles“

auswärts sieglos und verloren

unter anderen bei Finalteilnehmer

Kasachstan mit 1:4.

In der dritten Auflage der

WSB, die in der Vorrunde zwölf

Mannschaften in zwei Gruppen

umfasste, geht es um ein Preisgeld

von einer Million Dollar.

Gekämpft wird in fünf Gewichtsklassen

(Bantam-, Leicht-, Mittel-,

Halbschwer-, Schwergewicht).

Anders als im Amateur-

Wettkampfsystem, in dem dreimal

drei Minuten geboxt wird,

beträgt die Kampfzeit in der

WSB fünfmal drei Minuten.

Der Star der Ukraine: Olympiasieger und Weltmeister Vasyl Lomachenko (links)

punktete den Italiener Domenico Valentino aus

52 BoxSport


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2.

BUNDESLIGA

Das beste Team der Zweiten Bundesliga:

Der BSK Hannover-Seelze feiert die Meisterschaft

Seelze Meister – Mattheis

„Aber der Aufstieg hängt noch am lieben Geld“

Die BSK-Boxer

lassen ihren

Trainer und

Manager Arthur

Mattheis

hochleben

Feiern erlaubt – aber nur in

Maßen. Arthur Mattheis,

Trainer des BSK Hannover-

Seelze, ließ seinen Boxern

nach dem 15:7-Sieg über Hanse

Wismar und der souveränen Zweitliga-Meisterschaft

freien Lauf. Überglücklich

und stolz stürmten sie den

Ring und feierten ausgelassen mit

ihren Fans den Titelgewinn. Dann

aber bat Mattheis die BSK-Athleten

schon wieder zum Training. Schließlich

steht am 11. Mai schon wieder

ein Vergleichskampf gegen eine niederländische

Boxstaffel an. Und danach

fällt die Entscheidung, ob Seelze

tatsächlich den Gang in die Eliteliga

antritt. „Natürlich möchten wir

aufsteigen“, erklärt Mattheis. „Aber

es hängt mal wieder am lieben Geld.

Wir werden uns jetzt mit unseren

Sponsoren zusammensetzen und

schauen, was machbar ist.“

Souveräner als die Niedersachsen

kann man eine Saison nicht

beenden. Sieben Siege sprangen in

acht Begegnungen gegen Wismar

heraus und ein Unentschieden.

„Der Abend war ein voller Erfolg“,

strahlte Mattheis. „Wir hatten ein

Wahnsinnspublikum, das eine super

Stimmung gemacht hat. Und

unsere Truppe hat in jedem Kampf

gezeigt, dass wir den Titel wirklich

verdient haben.“ Insgesamt mussten

die Seelzer in dieser Zweitligasaison

nur zwei Niederlage einstecken

– eine davon am vorletzten

Kampftag in Hanau. „Die Saison

war nicht einfach, die Konkurrenz

war stark“, sagte Mattheis. „Aber

wir haben seine sehr gute Mannschaft,

die sehr gut funktioniert

hat.“ „Seelze war in dieser Saison

die qualitativ bessere Mannschaft“,

erkannte auch Hanaus Präsident Ulrich

Bittner an.

Gleich zu Beginn des finalen

Seelzer Heimkampfes gegen Wismar

sahen die Zuschauer Boxen auf hohem

Niveau. In der Gewichtsklasse

bis 52 Kilogramm begegneten sich

54BoxSport


Ali Kiydin eilt für Seelze von Sieg zu Sieg; auch der

Wismarer Christian Lewandowski (rechts) hatte keine

Chance gegen

den Türken

Hanau machte

es spannend

Serge Neumann und Tom Tran Diese Gewissheit gab Besir

auf Augenhöhe, doch konnte Ay (bis 69 kg) im Kampf gegen

den stabil boxenden Kevin

Neumann sich mit flinken Beinen

und schnell geschlagenen Knütter noch einmal reichlich

Kombinationen einen knappen Motivation. Dank seines frechen,

schnellen Boxstils konnte

Punktevorsprung herausboxen.

Noch deutlicher konnte sich das Seelzer Eigengewächs einen

Neumanns Teamkollege Nver 17:12-Punktsieg feiern.

Chilingaryan gegen Reso Toprack Einen technisch sehr hochwertigen

Kampf lieferten sich

behaupten. Chilingaryan setzte

seinen Gegner von Anfang an in der Gewichtsklasse bis 75 kg

unter Druck und schlug zahlreiche

Serien. In der letzten Runde Gasselbach. Doch im Verlauf der

Seelzes Jakob Deines und Viktor

wurde der Wismarer schließlich Begegnung erwies sich Deines

aufgrund einer Verletzung vom als der bessere Boxer und stellte

insbesondere in der Schluss-

Unparteiischen aus dem Kampf

genommen. Zu diesem Zeitpunkt

lag Chilingaryan bereits Beweis. Das 31:14-Endergebnis

runde seine Überlegenheit unter

mit 27:10-Punkten vorne. machte das mehr als deutlich.

Nach einer längeren Pause Eine wahre Schlacht bekamen

die Zuschauer bei der

war Sergej Dudinski (bis 60 kg)

wieder im Einsatz für den BSK. Begegnung zwischen Arthur

im 7. Himmel

In der Klasse bis 75 Kilogramm punktete Jakob

Deines (rechts) den Wismarer Viktor Gasselbach

aus

Mit Arbian Zefay stand er einem

ebenbürtigen Gegner gegenüber.

Dennoch schaffte Dudinski

es, sich auf den Zetteln der

Punktrichter einen Vorsprung

zu erkämpfen. Vor allem in der

Schlussrunde drehte er noch

einmal auf und baute seinen

Vorsprung zu einem 16:9-Endergebnis

aus.

Da der BT Hanse Wismar

die Gewichtsklasse bis 64 kg

nicht besetzen konnte, hatten

die Gastgeber vom BSK Seelze

zu diesem Zeitpunkt bereits den

Gesamtsieg und somit die Meisterschaft

sicher.

Reis (bis 81 kg) und Tony

Witzke geboten. Zwar dominierte

Reis zu Beginn

noch mit harten, klaren

Treffern, doch zeigte sein

Kontrahent viel Kampfgeist.

Insbesondere im

Schlussdurchgang wurde

es für den Seelzer, der zudem

zwei Punktabzüge

wegen Haltens hinnehmen

musste, recht eng, da

er mit Konditionsschwächen zu

kämpfen hatte, während Witzke

noch einmal einen Endspurt

hinlegte. Am Ende trennten sich

die beiden Athleten mit einem

gerechten Unentschieden.

Den letzten Kampf des

Abends bestritt der „Seelzer Tyson“

Ali Kiydin gegen Dennis

Lewandowski. Trotz Klammerns

konnte der BSK-Schwergewichtimmer

wieder harte Treffer

landen. In der zweiten Runde

wurde die Unterlegenheit Lewandowskis

nach zwei Niederschlägen

derart deutlich, dass

seine Ecke das Handtuch warf.

Am vorletzten Kampftag

hätte dem BSK

Seelze schon einen

Unentschieden gereicht

– den Niedersachsen wäre

die Zweitliga-Meisterschaft

nicht mehr zu nehmen gewesen.

Der Boxring Hanau allerdings,

zu diesem Zeitpunkt zum Siegen

verdammt, um überhaupt noch

eine Chance auf den Aufstieg zu

haben, wuchs über sich hinaus.

13:11 siegten die Hessen – und

machten die 2. Bundesliga bis

zum letzten Kampftag spannend.

Im ersten Kampf des Abends

unterlag Serge Neumann (bis

52 kg) deutlich mit 6:16 seinem

Kontrahenten Hamza Touba.

Knapper war es in der Gewichtsklasse

bis 56 kg: Erik Sokolov besiegte

Seelzes Nver Chilingaryan

17:15. Unter seinen Möglichkeiten

boxte Howik Barsegjan (bis

60 kg). Dem schnellfüßigen Hafid

Bouji unterlag er nach Punkten.

Den ersten Zähler für den

BSK holte Angelo Welp (bis

64 kg) gegen Stipan Prtenjaca.

Vjaceslaw Spomer (bis 69 kg)

unterlag dagegen Rinat Karimov.

Mehr Erfolg hatte Jakob Deines

(bis 75 kg) gegen Alex Danilov.

In der Gewichtsklasse bis 81 kg

wurde Artur Reis gegen Igor Teziev

disqualifiziert. Nach dieser

Niederlage hatten die Seelzer

keine Möglichkeit mehr, als Sieger

oder zumindest mit einem

Remis nach Hause zu fahren.

ERGEBNISSE

Ergebnisse vom 20.04.

BSK Seelze - BT Hanse Wismar

Ergebnisse vom 06.04.

BT Hanse Wismar - Weimarer

15:07 Z: 850

BV 13:10 Z: 550

52 Kg: Serge Neumann (BSK) - 19:17 PS ü.

52 Kg: Tom Tran (BTH) - WO-S. ü. (WBV)

56 Kg: Dias Kuzembaew (WBV) - 17:07 PS

Tom Tran (BTH)

ü. Reso Toprak (BTH)

56 Kg: Nver Chilingaryan (BSK) - RSCI_S. 60 Kg: Amed Eminovic (WBV) - 17:07 PS ü.

3.R ü. Reso Toprak (BTH)

Chatschik Abramov (BTH)

60 Kg: Sergej Dudinski (BSK) - 16:09 PS ü.

Alban Zefay (BTH)

64 Kg: Clemens Busse (BTH) - 12:08 PS ü.

Christian Henze (WBV)

64 Kg: Angelo Welp (BSK) - WO-S. ü. 69 Kg: Bilal Sayed (BTH) - 22:10 PS ü. Dennis

Sochannyj (WBV)

(BTH)

75 Kg: Viktor Gasselbach (BTH) - 15:08 PS

69 Kg: Besir Ay (BSK) - 17:12 PS ü. Kevin

ü. Tobias Funke (WBV)

Knütter (BTH)

81 Kg: Ibo Bazuew (BTH) - 16:12 PS ü. Ivan

75 Kg: Jakob Deines (BSK) - 31:14 PS ü. Bitjakov (WBV)

Viktor Gasselbach (BTH)

81 Kg: Artur Reis (BSK) - 26:16 remis g.

Tony Witzke (BTH)

+81Kg: Ali Kiydin (BSK) - Aufg.-S. 2.R.ü.

Christian Lewandowski (BTH)

+81Kg: Artur Mann (WBV) - 23:13 PS ü.

Christian Lewandowski (BTH)

BR Hanau - BSK Seelze 13:11

Z: 3000

52 Kg: Hamza Touba (BRH) - 16:06 PS ü.

Serge Neumann (BSK)

BR Hanau - BC Chemnitz 15:09

56 Kg: Erik Sokolov (BRH) - 17:15 PS ü.

Z: 600

Nver Chilingaryan (BSK)

52 Kg: Hamza Touba (BRH) - PS ü. Steven.

Maleika (BCC)

60 Kg: Hafid Bouji (BRH) - 14:11 PS ü. Howik

Barsegjan (BSK)

56 Kg: Raman Sharafa (BCC) - PS ü. Erik 64 Kg: Angelo Welp (BSK) - 19:14 PS ü.

Sokolov (BRH)

Stipan Prtenjaca (BRH)

69 Kg: Rinat Karimov (BRH) - 14:06 PS ü.

60 Kg: Hafid Bouji (BRH) - PS ü. Hagen

Vjaceslaw Spomer (BSK)

Borofka (BCC)

75 Kg: Jakob. Deines (BSK) - 17:08 PS ü.

64 Kg: L. Klinuku (BRH) - PS ü. Jan Ualikhanov

Alex Danilov (BRH)

(BCC)

69 Kg: Rinat Karimov (BRH) - PS ü. Chris

81 Kg: Igor Teziev (BRH) - Disqu.-S. 2.R. ü.

Artur Reis (BSK)

Förster (BCC)

+81Kg: Ali Kiydin (BSK) - 20:13 PS ü. Can

75 Kg: Asnaur Magomedov (BRH) - PS ü.

Patir (BRH)

Robin Zipper (BCC)

Abschlusstabelle:

81 Kg: Igor Teziev (BRH) - Aufg.-S. 3.R.ü.

1. BSK Seelze 8 106:79 12-4

2. BR Hanau 8 98:91 9-7

Sven Dahl (BCC)

3. BC Chemnitz 8 90:96 8-8

+81Kg: Max Keller (BRH) - PS ü. Frank Leib 4. BT Hanse Wismar 8 89:96 7-9

(BCC)

5. BV Weimar 8 83:104 4-12

BoxSport 55


Riesenjubel in Hanau na

Asnaur Magomedov (links) punktete im

Mittelgewicht den Chemnitzer Robin Zipper aus

Ein Präsident

außer Rand und

Band: Ulrich

Bittner bejubelt

mit seinen

Boxern den

Aufstieg

Bittner:

Jetzt greifen wir

Draußen auf dem See

sorgte die frische Brise

für Bewegung auf

der Wasseroberfläche,

drinnen im Festzelt am Hanauer

Birkensee wurde die Welle

gemacht. Ein Transparent dokumentierte,

was es zu feiern galt:

„1. Liga – wir sind dabei.“ Wir,

das ist der Boxring Hanau, der

nach zwei Jahren in der zweiten

Bundesliga kommende Saison in

der ersten Bundesliga angreifen

will. Wir, das ist in erster Linie

sein Präsident Wolfgang Bittner,

der Serienmeister Velberter

BC in der Stunde des Aufstiegs

den Kampf um den Titel angekündigt

hat. „So wie Borussia

Dortmund zum Herausforderer

des FC Bayern wurde“, wählte

Bittner eine Parallele aus der

Welt des Fußballs. „Wir wollen

Velberts Gegenpol werden, das

tut der Bundesliga gut.“

Wie dort üblich, streiften

sich die Hanauer Boxer nach dem

15:9 über den BC Chemnitz T-

Shirts über, die per Inschrift von

der 1. Liga kündeten. Im Falle einer

Niederlage, so Bittner, „hätte

ich nicht mehr weitergemacht“.

Er dreht halt liebend gern am

großen Rad. „Wir wollten und

wir mussten aufsteigen“, sieht

er sich und seinen

Klub am Etappenziel. Für Bittner

ist es ein Schönheitsfehler, als

Tabellenzweiter hinter der Staffel

von BSK Seelze nur „Vizemeister“

geworden zu sein. Trotz der

starken Leistung schenkte Bittner

seinen Boxern in der Stunde

des Triumphs reinen Wein ein:

„So schön und gut die Truppe ist,

sie ist nicht ausreichend für die

1. Liga. Wir brauchen eine neue

Mannschaft.“ Mit einer Fußnote:

Fliegengewichtler Hamza

Touba und Weltergewichtler Rinat

Karimov gelten als gesetzt,

werden auch künftig zum Team

zählen. Ebenfalls der ehemalige

Weltklasse-Amateur René Weller

als „unser Aushängeschild“, wie

Bittner nicht müde wird zu betonen.

Eventuell wird Bittner ein

zweites Hanauer Team in einer

unteren Liga starten lassen als

„Unterbau für die erste Mannschaft.“

Die Konkurrenz kann sich

auf einen umtriebigen Mann gefasst

machen, der seinen Worten

Taten folgen zu lassen pflegt. Ein

Macher, der an den Kampfabenden

via Mikrophon wahlweise

den Conférencier oder Anheizer

gibt, die Musik bestimmt, die

Fotografen dirigiert, Honneurs

macht, um keinen noch so ausgefallenen

Einfall verlegen ist,

Hallen mit 3000 Zuschauern

füllt. Mit Vizepräsident Norbert

Schmalfuß, einem Golflehrer,

hat er einen wohltemperierten

Mitstreiter an seiner Seite, der

zum Korrektiv des impulsiven

Bittner taugt. Am letzten Kampftag

wich dieser am Samstag in

ein Festzelt am „Privat-See des

Wassersport-Clubs Birkensee“

aus, weil die angestammte August-Schärttner-Halle

durch die

deutsche Cheerleading-Meisterschaft

besetzt war. „Wir haben

das Boxen im Amateursport neu

definiert“, bilanzierte Bittner vor

vollem Haus bei der „Schlager-

Fight-Night“, übertragen vom

„Deutschen Musik-Fernsehen“.

Bittner ist kein Leisetreter.

Da gehört Klappern

zum Handwerk.

„Wir werden

eine absolute

Top-Mannschaft

aufbieten, in der

ersten Liga ein

Wort mitreden“,

nimmt der Hanauer

Aufsteiger

den deutschen

Serienmeister aus

Velbert ins Visier.

Entsprechende Vorverträge

mit Spitzenboxern seien schon

unterschrieben. Bittner: „Wir

werden uns mit erfahrenen Erstligaboxern

und vielleicht noch

einem Knaller aus dem Ausland

verstärken.“

Bittner findet es wunderbar,

dass mit der neuen Saison auf

den Kopfschutz für die Amateurboxer

verzichtet wird: „Unsere

Athleten bekommen endlich ein

für die Zuschauer erkennbares

Gesicht.“ Gesichter kommen

und gehen. In Hanau ist der Präsident

die prägende Figur. „Das

letzte Wort ist noch nicht gesprochen“,

sagt Ulrich Bittner gerne.

Der Spruch taugt als Anspielung

auf den Ausgang der Bundesliga-

Saison 2013/2014.

HANS-JOACHIM LEYENBERG

Glückwünsche von der Präsidenten-Gattin:

Frau Bittner gratuliert den Hanauer

Boxern um Trainer René Weller

56BoxSport


ch dem Aufstiegs-Sieg über Chemnitz

Der Staffelkapitän ganz

souverän: Hamza Touba (links)

holte gegen Steven Maleika den

ersten Sieg für Hanau

Velbert an!

Fußball-Trainer Dragoslav

Stepanovic gratuliert Asnaur

Magomedov zum Sieg: Box-Trainer

Emil Freihaut (2. von links) und

Kickers-Offenbach-Legende

Hermann Nuber freuen sich mit

Der Boxring Hanau bedankt sich bei allen Teams der 1. und 2. Bundesliga,

dem Deutschen Boxsport-Verband, allen Zuschauern und Medienvertretern

für die tolle Unterstützung und die Glückwünsche zum Aufstieg!

BoxSport

57


DM der U19: Sechs Titel für Baden-Württemberg

Perry der

Melvin Perry (links) bezwang in einem hochklassigen Kampf seinen bayerischen

Finalgegner Igor Kolomentschikow

Held von

Neckarsulm

Aber auch Baryshnik imponierte

Großer Erfolg für den

Boxverband Baden-

Württemberg: Sechs

Gold- und vier Bronzemedaillen

sorgten bei den allseits

hochgelobten 65. Deutschen

Jugend-Meisterschaften für den

Titel „Bester Landesverband“.

Obendrein wurde mit dem überragenden

halbschweren Melvin

Perry ein Lokalmatador der örtlichen

Sport-Union unter den

neuen U19-Champions zum

besten Techniker gekürt.

Unter dem ohrenbetäubenden

Jubel der rund 800

Zuschauer hatte Perry seinem

bayerischen Finalgegner Igor

Kolomentschikow kaum eine

Chance gelassen. Doch obwohl

auch Nachwuchsbundestrainer

Hansi Birka in der Neckarsulmer

Ballei viele ähnlich niveauvolle

Kämpfe beobachtet

hatte, so lautete sein Bilanz am

Ende: „Bis zu den Europameis-

Wladislaw Baryshnik (rechts) bewies

gegen Farukh Tursunov, dass er Dampf

in den Fäusten hat

terschaften im August ist noch

einiges zu tun.“

Neben dem Neckarsulmer

Perry, dem Vize-Weltmeister

der Junioren von 2011, hat Birka

auch den neuen Schweriner

Schwergewichtsmeister Albon

Pervizaj auf der Rechnung für

Rotterdam: „Es wird sehr schwer

werden, aber ein oder zwei Medaillen

könnten bei der EM drin

sein“, meint Birka. Beim Brandenburg-Cup

im Juni soll sich

endgültig zeigen, wer außerdem

EM-tauglich ist.

Nicht nur im Halbweltergewicht

hat Birka nämlich die

Qual der Wahl: In Neckarsulm

schlug Niedersachsens Agon

Gashi (Lohne) in einem weiteren

hochklassigen Finalkampf

überraschend den leicht favorisierten

Titelverteidiger Sahan

Aybay (Oberhausen). Im Halbfliegen

zähle neben dem Finalsieger

Christos Chereakis (Ludwigsburg)

auch der im Halbfinale

ausgeschiedene Friedrich

Kiel (Gronau) noch zu den Hoffnungsträgern.

Im Mittelgewicht

gebe es zwar Talente wie den

Schwäbisch Gmünder Atanasios

Kazakis, aber ebenso „noch viel

Arbeit“, wie Birka erklärt.

Noch sichtbar vorhandene

konditionelle Mängel sollen bei

einem U19-Lehrgang mit Alfred

Seger in München abgestellt,

fehlende internationale Erfahrung

bei einem Turnier im Ausland

gesammelt werden. Ziel

ist es, möglichst eine komplette

EM-Mannschaft zu stellen.

Sein weiteres Augenmerk

hat Birka auf die jüngeren U19-

Jahrgänge der 1996 geborenen

Boxer gerichtet: Aus diesem

Kreis sollen Teilnehmer der

Olympischen Spiele der Jugend

2014 erwachsen. Weltergewichtler

Artur Krischanowski, Vize-

Europameister der Junioren von

2012 aus Bayern, hat Birka in Neckarsulm

„sehr gut gefallen“.

Als ganz heißer Jugendolympia-Kandidat

erwies sich

im DM-Finale von Neckarsulm

aber ebenso der EM-Dritte Wladislaw

Baryshnik. Den Sieg des

16-jährigen Leichtgewichtlers

aus dem baden-württembergischen

Backnang gegen den Berliner

Farukh Tursunov erklärte

die Jury nicht ohne Grund zum

besten Kampf des Turniers.

Baryshnik wandelt mit seinem

Mordsbums in den Fäusten auf

den Spuren seines Verbandskameraden

Kastriot Sopa (Neckargartach),

des amtierenden

deutschen Männermeisters und

Weltligakämpfers der German

Eagles.

„Baden-Württemberg ist so

stark, weil der Verband auf eigene

Rechnung eine internationale

Förderung betreibt. Diese

Erfahrung merkst du den Jungs

an“, erklärte Birka. „Wir haben

durchweg gute Kämpfe gesehen,

auch wenn nicht jede Gewichtsklasse

gleich stark war“, sagte

Chefbundestrainer Dr. Michael

Bastian und fügte hinzu: „Dass

der gastgebende Landesverband

allein sechs Athleten ins Finale

gebracht hat, zeigt, welche gute

Nachwuchsarbeit in Baden-

Württemberg geleistet wird.“

„Hochzufrieden“ zeigte sich

der Vater des sportlichen Erfolgs,

Baden-Württembergs Landestrainer

Oliver Vlcek, zugleich

sportlicher Leiter des Bundesstützpunkts

Heidelberg: „Alle

Jungs haben bei dieser DM einen

Entwicklungsschritt gemacht.

Unser Gesamtkonzept stimmt

einfach.“ Verbandspräsident

Jürgen Wiedemann sieht angesichts

der zehn Medaillenträger

gar einen „historischen Erfolg“

für Baden-Württemberg, das

als Landesverband ja erst 2011

durch eine Fusion aus Württemberg

und Baden entstanden war.

Bei der Jugend-DM im Vorjahr

war man Vierter geworden, hinter

dem damaligen Sieger Nordrhein-Westfalen,

Mecklenburg-

Vorpommern und Berlin.

„Überglücklich“ äußerte sich

Tony La Rocca, der Heimtrainer

der beiden Titelträger Melvin

Perry und Simon Brocilo (Superschwer,

beide Neckarsulm):

58BoxSport


Simon habe den wesentlich erfahreneren

Wormser Yunus Sen

gekonnt zermürbt, und Melvin

sei und bleibe einfach ein exzellenter

Techniker. Übrigens war

Melvin Perrys Vater 1994 Dritter

der deutschen Männermeisterschaften.

Apropos Väter: Mit Neckarsulms

Oberbürgermeister Joachim

Scholz war der Sohn von

Lothar Scholz, einem Box-Urgestein

von Germania Stuttgart,

einer der Finalgäste, darunter

auch Deutschlands WM-Dritter

Erik Pfeifer samt Familie aus

Heidelberg. Starker Südwesten:

Während die Stuttgarter Germanen

einst den Olympiadritten

Vitali Tajbert hervor gebracht

hatten, erlernte bei der Neckarsulmer

Sport-Union bis 2006 der

heutige Sauerland-Profi Dominik

Britsch das Box-ABC.

Peter Jaschke

49 Kg: 7 Teilnehmer

Hagen Hamel Agon Hamburg -21:16 PS ü.

Ali Wahab PSV Frankfurt/M

Christos Chereakis MBC Ludwigsburg

-Aufg.-S. 3.R.ü. Mirco Best TG Worms

Friedrich Kiel BSV Gronau -21:07 PS ü. Lorenzo

Ruddies ESG Halle/Saale

Hagen Hamel Agon Hamburg -16:12 PS ü.

Denis Weber UBV Schwedt

Christos Chereakis MBC Ludwigsburg

-15:12 PS ü. Friedrich Kiel BSV Gronau

Christos Chereakis MBC Ludwigsburg

-12:07 PS ü. Hagen Hamel Agon Hamburg

52 Kg: 4 Teilnehmer

Stephan Nikitin BR Schwenningen -15:13

PS ü. Chris-Paul Krüger BC Frankfurt/O

Dominik Hirsch LV Niedersachsen -21:15

PS ü. Berkan Merdivan BC Erle

Stephan Nikitin BR Schwenningen -18:11

PS ü. Dominik Hirsch LV Niedersachsen

56 Kg: 6 Teilnehmer

Andrej Degalcev Bushido Delmenhorst

-15:06 PS ü. Ali Rashid SG Blankenburg

Murat Yildirim Berliner TSC -20:14 PS ü.

Dior Gainullin VfL Neckargartach

Alexander Kvaktusin Hattinger BSV -14:06

PS ü. Slavojub Cajic CP Ravensburg

Murat Yildirim Berliner TSC -12:06 PS ü.

Andrej Deglacev Bushido Delmenhorst

Murat Yildirim Berliner TSC -15:08 PS ü.

Alexander Kvaktusin Hattinger BSV

60 Kg: 13 Teilnehmer

German Steinle Gold Blau Stuttgart -18:13

PS ü. Yasim Kocer BC Tiger Salzgitter

Nenand Stancic TV Fischbeck -21:16 PS ü.

Harun Aktas-Beyer Mühlheim

Joserf Coskunoglu BC Bielefeld -30:16 PS

ü. Oswald Buchmiller Neuwied

Wladislaw Baryshnik KSC Backnang -26:11

PS ü. Rudi Kafli BC Straubing

Cihan Ince Traktor Schwerin -16:12 PS ü.

Tony Kloß SV BW Könnern

Farukh Tursunov Berliner TSC -+15:15 PS

ü.Abdulsamet Ekici TG Hanau

German Steinle Gold Blau Stuttgart -27:24

PS ü. Batu Coskun Motor Babelsberg

Nenand Stancic TV Fischbeck -16:11 PS ü.

Joserf Coskunoglu BC Bielefeld

Wladislaw Baryshnik KSC Backnang -21:10

PS ü. Cihan Ince Traktor Schwerin

Die zehn Finalsieger von Neckarsulm, vordere Reihe von links: Chereakis, Nikitin, Yildirim, Baryshnik und Gashi;

hintere Reihe von links: Landestrainer Oliver Vlcek, Krischanowski, Kazakis, Perry, Pervizay und Brocilo

Farukh Tursunov Berliner TSC -RSC-S.

2.R.ü. German Steinle Gold Blau Stuttgart

Wladislaw Baryshnik KSC Backnang -20:14

PS ü. Nenand Stancic TV Fischbeck

Wladislaw Baryshnik KSC Backnang -18:13

PS ü. Farukh Tursunov Berliner TSC

64 Kg: 14 Teilnehmer

Sebastian Wirtz ABC Oberursel -27:08 PS ü.

Jonny Perdomo BR Atlas Leipzig

Sahan Aybay BC Oberhausen -22:12 PS ü.

Jonas Grohmann ABC Freyburg

Brian Hellwig Preußen Frankfurt/O -21:13

PS ü. Daniel Judt BC Frankenthal

Ivan Kischenko BR Schwenningen -16:13

PS ü. Erem Aggül Berliner TSC

Agon Gashi BW Lohne -18:05 PS ü. Kevin

Dieker Wittener BC

Mert Dural BC Fürstenfeldbruck -11:09 PS

ü. Dennis Steinborn 1.SSV Saalfeld

Wladimir Frühsorger SC 06 Colonia Köln

-26:12 PS ü. Daniel Kornmeier BSV Freiburg

Sahan Aybay BC Oberhausen -27:19 PS ü.

Sebastian Wirtz ABC Oberursel

Brian Hellwig Preußen Frankfurt/O 23:08 PS

ü. Ivan Kischenko BR Schwenningen

Agon Gashi BW Lohne -15:03 PS ü. Mert

Dural BC Fürstenfeldbruck

Sahan Aybay BC Oberhausen -18:15 PS ü.

Wladimir Frühsorger Colonia Köln

Agon Gashi BW Lohne -14:12 PS ü. Brian

Hellwig Preußen Frrankfurt/O

Agon Gashi BW Lohne -12:08 PS ü. Sahan

Aybay BC Oberhausen

69 Kg: 11 Teilnehmer

John Weller SC Spremberg -26:15 PS ü.

Tristan Kock SV Mutzschen

Daniel Hofmann TV Bad Mergentheim

-19:16 PS ü. Tom Kurpchereit BR Demmin

Cem Korkmaz BC Wesel -21:09 PS ü. Amon

Kornmeier BSV Freiburg

Issa Charif ESC Leinefelde -Aufg.-S. 2.R. ü.

Apti Sulimanov ESG Halle

Hasan Özer BSK Seelze -17:15 PS ü. Nathanael

Lukoki SC Colonia Köln

Artur Krischanowski BC Kaufbeuren -25:05

PS ü. John Weller SC Spremberg

Cem Korkmaz BC Wesel -16:11 PS ü. Daniel

Hofmann Bad Mergentheim

Hasan Özer BSK Seelze -21:10 PS ü. Issa

alle ERGEBNISSE

Charif ESC Leinefelde

Artur Krischanowski BC Kaufbeuren -14:08

PS ü. Cem Korkmaz BC Wesel

Artur Krischanowski BC Kaufbeuren -17:11

PS ü. Hasan Özer BSK Seelze

75 Kg: 11 Teilnehmer

Taron Hanesjan BSK Seelze -RSCI-S. 3.R. ü.

Max Gryzik ABV Wellesweiler

Atanasios Kazakis DABC Schw. Gmünd

-19:08 PS ü. Christoph Graefer SV Halle

Thomas Ens TSV Erbach -Aufg.-S. 2.R. ü.

Dominik Freitag RW Koblenz

Marcel Ciss BC Haan Augsburg -21:13 PS .

Metin Kaynak BC Kamp-Lintfort

Meriton Rexhepi TH Eilbeck -18:17 PS ü.

Dimitar Tilev BC Bielefeld

Taron Hanesjan BSK Seelze -12:07 PS ü.

Benjamin Lühr PSV Bergen

Atanasios Kazakis DABC Schw. Gmünd

-15:12 PS ü. Thomas Ens TSV Erbach

Meriton Rexhepi TH Eilbeck -15:11 PS ü.

Marcel Ciss BC Haan Augsburg

Atanasios Kazakis DABC Schw. Gmünd

-15:13 PS ü. Taron Hanesian BSK Seelze

Atanasios Kazakis DABC Schw. Gmünd

-17:10 PS ü. Meriton Rexhepi TV Eilbeck

81 Kg: 7 Teilnehmer

Melvin Perry SU Neckarsulm -25:07 PS ü.

Mucahit Ögdü BC Dinslaken

Daniel Lokstein BC Wetzlar -Aufg.-S. 1.R. ü.

Roman Kurz BC Bielefeld

Igor Kolomentschikow BC Haan Augsburg

-20:11 PS ü. Alexander Pilz PTSV Aachen

Melvin Perry SU Neckarsulm -19:10 PS ü.

Omakel Padmann FLEXX Isenbüttel

Igor Kolomentschikow BC Haan Augsburg

-RSC-S. 3.R.ü. Daniel Lokstein BC Wetzlar

Melvin Perry SU Neckarsulm -27:12 PS ü.

Igor Kolomentschikow Haan Augsburg

91 Kg: 3 Teilnehmer

Dominik Thiemke SV Lichtenberg 47 -26:08

PS ü. Orkun Tuncer SU Neckarsulm

Albon Pervizej BC Traktor Schwerin -WO-S.

ü. Orkun Tuncer SU Neckarsulm

Albon Pervizej BC Traktor Schwerin -22:11

PS ü. Dominik Thiemke SV Lichtenberg

+91 Kg: 4 Teilnehmer

Yanus Sen TG Worms -14:11 PS ü. Onur Sen

BC Wangen

Simon Brocilo SU Neckarsulm -16:09 PS ü.

David Gogilaschwili Eintracht Berlin

Simon Brocilo SU Neckarsulm -21:09 PS ü.

Yanus Sen TG Worms

Bester Landesverband Baden/Württemberg

6 Deutsche Meister

Bester Verein SU Neckarsulm 2 Deutsche

Meister

Bester Techniker Melvin Perry SU Neckarsulm

Bester Kampf des Finales Wlasislaw

Baryshnik (KSC Backnang) - Farukh Tursunov

(Berlin)

Medaillenspiegel

Rang: Team: Gold: Silber: Bronze: Gesamt:

01 Baden/Württemberg 6 - 4 10

02 Niedersachsen 1 2 3 6

03 Berlin 1 2 1 4

04 Bayern 1 1 1 3

05 Mecklenburg/Vorp: 1 - - 1

06 Nordrhein/Westf. - 2 4 6

07 Hamburg - 2 1 3

08 Südwest - 1 - 1

09 Brandenburg - - 3 3

10 Rheinland - - 1 1

10 Thüringen - - 1 1

Total 10 10 19 39

BoxSport 59


ALLE KÄMPFE -- alle sieger -- ALLE

BAYERN

Schwäbische Meisterschaft in

Königsbrunn

Halbfinale, Kadetten, B: Erdle (BC

Haan Augsburg) PS über Becker

(Königsbrunn);

Männer, HS (A): Göttmann (Leipheim)

RSC-S.3.R. über Lichtner

(Haan); Lutzenberger (Haan) Aufg.-

S.2.R. über Semin (Neu-Ulm);

Finale, Schüler, Pap. 32: Sürücü

(Königsbrunn) PS über Kelemci

(Königsbrunn); Pap. 38: Grubinka

(Kaufbeuren) PS über Bleibinhaus

(Immenstadt); Kadetten, Pap. 44:

Hardok (Haan) PS über Malkevik

(Kaufbeuren); Pap. 46: Nikoforov

(PSV Augsburg) PS über Aratemur

(Haan); B: Kurchak (KC

Memmingen) Aufg.-S.3.R. (Verl.)

über Erdle (Haan); Junioren, Pap.

42: Sidorec (Neu-Ulm) PS über

Witt (Haan); F (A): Weber (Haan)

PS über Melnyk (Haan); F (B):

Ulusoy (KC Memmingen) PS über

Faizi Shadab (Immenstadt); HW:

Faizi Sohrab (Immenstadt) PS über

Galstian (Kempten); HM: Flehman

(Haan) PS über Cukur (Shogun

Memmingen); Jugend, B (weibl.):

Fuhrmann (KC Memmingen) PS

über Budäus (Neu-Ulm); HW:

Grosjan (Haan) RSC-S.2.R. über

Karpov (Königsbrunn); W: Reo (Königsbrunn)

Aufg.-S.3.R. über Basaran

(Shogun); Männer/Frauen, L

(weibl.): Waldbüsser (Neu-Ulm)

PS über Schütz (TV Kempten); W

(A): Kiselev (TV Kempten) PS über

Benz (Haan); W (B): Ritscher (Neu-

Ulm) PS über Erbek (Shogun); M

(A): Bana (KC Memmingen) PS

über Husain (TV Kempten); M (B):

Hein (Haan) PS über Dornhäuser

(Lindenberg); HS (A): Hardok (Haan)

PS über Reinhard (Haan); HS

(B): Mohamad (Schwaben Augsburg)

ÜS über Stahl (BR Iller Senden);

S (A): Göttmann (Leipheim)

w.o. (Verl.) über Lutzenberger

(Haan); S (B): Schwarz (Shogun)

RSC-S.2.R. über Grünauer (PSV);

SSchwer: Uz (KC Memmingen) PS

über Thamm (Königsbrunn).

Pokal bester Techniker: Weber Andreas,

1. BC Haan Augsburg

Pokal erfolgreichster Verein: 1. BC

Haan Augsburg

Mannschaftsvergleich SC Bavaria

Landshut - SC Colonia Köln 8:12

Junioren, HW: Shala Florit (L) PS

über Ertas (K); Männer/Frauen, F:

Plank (K) PS über Siller (L); HW: Bril

(K) PS über Golpira (L); M: Flamur

(L) ue. Herrmann (K); M: Gutkowski

(L) ue. Maleklo (K); M: Radovan (K)

PS über Cukur (L); M: Moray (K) PS

über Biscombe (L); M: Harun (K) PS

über Hackinger (L); S: Gorst (L) PS

über Keller (K); S: Husovic (L)

Ostbayerische Meisterschaft in

Regensburg

Schüler, Pap. 30: Kiseler (Landau)

Aufg.-S.2.R. über Bock (Boxfit Regensburg);

Pap. 40: Beyze (Cham)

PS über Jusopov (Pfarrkirchen);

HFl: Gorst (Pocking) PS über Hohenthanner

(Köfering); Fl: Habler

Samuel (Cham) PS über Meinhard

(Köfering); HW: Becker (Boxfit) PS

über Malterer Christoph (Straubing);

Kadetten, Pap. 42: Bondarenko

Dennis (Pocking) PS über Murselji

(Landshut); HFl: Mühlbauer (KKV

Regensburg) PS über Frank (Boxfit);

Junioren, W: Scherer (Burglengenfeld)

PS über Bondarenko Andreas

(Pocking); M (A): Shala Florit

(Landshut) PS über Wasischew

(Pocking); M (B): Ehsani (Amberg)

PS über Malterer Tobias (Straubing);

Jugend, B (weibl.): Eller

(Boxfit) PS über Siller (Landshut);

M: Schlögl (Weiding) PS über Ziegler

(Sulzbach-Rosenberg); Männer/Frauen,

HW: Demmy (Boxfit)

PS über Prochorov (Jahn Regensburg);

W (weibl.): Schmieder (KKV)

Aufg.-S.2.R. über Häusler (Boxfit);

M (A): Mehmeti (Straubing) RSC-

S.1.R. über Wiest (KKV); M (B):

Biscombe (Landshut) PS über Minarik

(Weiding); M (C): Weiz (Jahn)

Aufg.-S.2.R. über Eder (Pfarrkirchen);

HS: Gutkowski (Landshut)

PS über Schinabeck (Weiding); S

(A): Hezer (Jahn) Aufg.-S.1.R. über

Lekiqi (Pfarrkirchen); S (B): Kramer

(Sulzbach) RSC-S.1.R. über Nascimento

(Pfarrkirchen); SSchwer:

Damisch (Simbach) PS über Mukhachov

(Burglengenfeld).

PS über Malenko (K).

Mannschaftsvergleich BC Landau

- BC Sulzbach-Rosenberg 10:10

Junioren, W: Dykun (S) RSC-S.2.R.

über Tichonow (L); Jugend, M:

Vascenko (L) PS über Schlögl (S);

Schwer: Pohl (S) PS über Miehling

(L); SSchwer: Shala (L) PS über

Angles (S); Männer/Frauen, B

(weibl): Slobodjanikov (L) PS über

Loichinger (S); W: Horn (S) PS

über Sinani (S); M: Biscombe (L)

PS über Krieger (S); M: Wiest (S)

PS über Schinabeck (L); SSchwer:

Kramer (S) RSC-S.2.R. über Kurz

(L); SSchwer: Damisch (L) PS über

Ntegirmentsi (S).

NORDRHEIN-WESTFALEN

Westdeutsche Meisterschaft U19

in Übach Palenberg (Halbfinale)

52Kg, Berkan Merivan, BC Erle,

Aufgabesieger 3. Rd. über Elvin Sulimnovski,

BF Bottrop; 60Kg, Josef

Coskunoglu BC Bielefeld, über

Muhammed Aksala, BF Bottrop;

64Kg, Jamal Temur, BR Hilden, PS

über Luigi Hamidovic, FK Köln Kalk;

69Kg, Jurik Babajan, BC Bielefeld,

PS über Emre Yavuz, Bayer Leverkusen;

69Kg, Nathan Lokoki, Colonia

06, PS über Anthony Larbi, BV

Soest; 75Kg, Anil Saglam, BC Erle,

PS über Paul Martin, BR Essen;

75Kg, Eduard Ganemann, TV Paderborn,

PS über Sean Coleman,

BC Lengerich; 75Kg, Metin Kaynak,

Kamp-Lintfort, PS über Zaki

El-Fahri, Unser Fritz; 81Kg, Roman

Kurz, BC Bielefeld, PS über Alexander

Pilz, PTSV Aachen.

Westdeutsche Meisterschaft U19

in Übach Palenberg (Finale)

51Kg, (Frauen) Selin Kormaz, Wesler

BC, PS über Lucia Langer, BSK

Ahlen; 52Kg, Berkan Merdivan,

BC Erle, PS über Tarik Ibraim, BC

Münster; 56Kg, Alexander Kvaktusin,

Hattinger BSV, PS über Zülfikar

Güler, BF Bottrop; 60Kg (int),

Temur Temur, BR Hilden, PS über

Elias Ben Seddik, Colonia 06;

60Kg, Harun Aktas-Beier, BC Mülheim,

PS über Josef Coskunoglu,

BC Bielefeld; 64Kg (int), Hamlet

Babajan, BC Bielefeld, PS über Jamal

Temur, BR Hilden; 64Kg, Kevin

Dieker, Wittener BC, PS über Murat

Ertas, Bayer Leverkusen; 69Kg

(int), Jurik Babajan, BC Bielefeld,

PS über Mohammed Bölükbas,

Sportwerk Düsseldorf; 69Kg, Cem

Korkmaz, Weseler BC, PS über

Nathan Lokoki, Colonia 06; 75Kg

(int), Anil Saglam, BC Erle, PS über

Eduard Ganemann, TV Paderborn;

75Kg, Metin Kaynak, Kamp Lintfort,

PS über Artur Patt, Bayer Leverkusen;

81Kg Mücahit Ögdü, BuS Dinslaken,

PS über Robert Kurz, BC

Bielefeld; 91Kg (int), Emre Birekul,

Köln Kalk, PS über Mirlind, Hasaj,

ATV Bad Honnef.

EUREGIONAAL Boksgala in

Maastricht

50Kg/Fr. Heleen Hellinga, Verbon,

PS über Michelle Heyens, Boksteam

Vargas; 57Kg/Fr. Gina Hofman,

SCM Maastricht, PS über

Josefoen Groot, Boksteam Vargas;

60Kg/Ju. Jan Vroomen, Heerlen,

OW geg. Asadual Alizada, BC Aachen

; 60Kg/Fr. Mirthe Velders,

Boksteam Vargas PS über Denise

Maes, Verheagen; 60Kg/Fr. Michaela

Helmesova, SCM Maastricht

PS über Agnes Fortuna, BC Köln;

69Kg/Ju. Mark Dufornee, QS Tilborg,

PS über Mohammed Djan,

DBM; 69Kg/Ma. Lars Koevoets,

Verheagen PS über Mehdi Laouji,

Verbon; 69Kg/Ma. Narek Manukjan,

SCM Maastricht, unent. geg.

Freek Theunisse, Limburgia; 81Kg/

Ma. Dominic Hoogendijk, Ver. Benthuizen,

PS über Timo Rost, SG

Kaarst; 60Kg/Ma. Umat Aydin, QS

Tilburg, PS über Narek Antonian,

SCM Maastricht; 75Kg/Ma. Alaige

Camara, NABA, PS über Mohammed

Khaloua, Leverkusen; 75Kg/

Ma. Farid Yousif, Leverkusen, PS

über Samad Benrane, Verheagen;

81kg/Ma. Frank van Boxtel, QS Tilburg,

RSC-I Rd. 3 über Ali Akceylan,

BR Düren; 75Kg.Ma. Soufian Touba,

SG Kaarst, PS über Thomas

Heijens, SCM Maastricht ; 91Kg/

Ma. Ricardo Snijders, Heerlen,

RSC-H Rd. 2 über Daan Colberts,

Verheagen; +91Kg/Ma. Max Pilz,

PTSV Aachen, PS über Hannes

Terlinde, SCM Maastricht.

Landesmeisterschaften der

Junioren in Kamp-Lintfort

57Kg nat. Ibragim Gunaev, BC Minden,

PS über Marvin-Peter Kurth,

SSV Bornheim; 44Kg nat. Salah

Ibrahim, BC Münster, PS über Kevin

Stein, Telekom Münster; 46Kg

int. Jamal Magomedov, FK Düren,

PS über Ibragim Arsenov BC Gütersloh;

50Kg int. Konstantin Hellwich,

TuS Gerresheim, RSC Rd.2

über Miktad Teke, Bonner BC; 50Kg

nat. Daniel Berger, BC Gahmen, PS

über Louis Abeltah, Telekom Münster;

52Kg nat. Abdulhakim Salim-

Yeslim, PS über Ozan Ulucan,

Bayer Leverkusen; 54Kg int. Bilal

Yamaldelen, FK Köln Kalk, PS über

Drilon Musafi, Bayer Leverkusen;

54Kg nat. Iljas Asanov, SV Brackwede,

PS über Youssef Fares, TuS

Gerresheim; 57Kg int. Steward

Nasrat, BR Essen, Aufgabesieger

Rd. 1 über Hüseyin Tunc, Dortmund

BC 20/50; 60Kg int. Tayfun Kardas,

BC Bielefeld, RSC Rd. 3 über Daniel

Albrecht, TV Vreden; 60Kg nat.

Ibrahim Lawand, SSV Bornheim,

PS über Kai Rempel, BC Güterloh;

63Kg nat. Alexander Kupreenko,

BF Bottrop, PS über Rene Kubicki,

BSV Mengende; 66Kg nat. Oliver

Ginkel, FK MG PS über Jonathan

Zumbe, Colonia 06; 75Kg int. Suleym

Hankarov, BC Kohlscheid, PS

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 01. Juni 2013

60 BoxSport


KÄMPFE -- alle sieger -- ALLE KÄMPFE

über Alexander Golon, Wittener BC;

+80Kg int. Tim Sauerbach, Weseler

BC, PS über Emre Fidan, BC Berg.

Gladbach.

ABCC Apeldoorn – Boxring Hilden

11:7

52Kg, Jun. Hendrik van der Vaart,

Apeldoorn, PS über Ali Cem Koc,

Hilden; 69Kg, Man. Xhavier Köhlen,

Apeldoorn, PS über Fulvio Menone,

Hilden; 81Kg, Man. Florian Kluge,

Hilden, Unentschieden gegen Gijs

Onstenk, Apeldoorn; 75Kg, Man.

Gianluca Taccia, Hilden, PS über

Remco Hofstede, Apeldoorn; 75Kg,

Man. Ahmet Calik, Apeldoorn, PS

über Shahin Mohammadi, Hilden;

69Kg, Man. Wouter Djokic, Apeldoorn,

PS über Dimitry Zazdravnykh,

Hilden; 64Kg, Man. Vitaly

Gavurov, Hilden,Unentschieden

gegen Malke Buyukaya, Apeldoorn;

75Kg, Man. Arthur Gerzen, Hilden,

PS über Elaige Camara, Apeldoorn;

81Kg, Man. Marco Oelze, Hilden

Unentschieden gegen Ben Tingen,

Apeldoorn.

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Landesjugendmeisterschaften

in Elmshorn

LM-Halbfinale: Kad.: -54 kg: Sinkinov,

Niko (ACE Elmshorn) 14:12-

PS ü. Eckey, Derek (Marne); Jun.:

-70 kg: Schmidt, Felix (Eckernförde)

5:14-PN gegen Uzuev, Akbulat

(ACE).

LM-Finale: Schüler: -36,5 kg: Lieske,

Erik (Ma.) 16:7-PS ü. Barts, Daniel

(Geesthacht); Kad.: -38,5 kg:

Schulz, Antony (Raisdorf) 7:9-PN

gegen Ismail, Hiwa (Plön); -44,5 kg:

Levinski, Pavel (Brunsbüttel) RSC-

S. 2. R. ü. Ognjuk, Dennis (PSV Heide);

-54 kg: Sinkinov, Niko (ACE)

12:14-PN gegen Müller, Bjarne

(Ma.); Jun.: -44 kg: Vartanov, Henry

(Pl.) 15:8-PS ü. Weih, Dominik

(Ma.); -60 kg: Akram, Jonas (Gaarden)

6:10-PN gegen Sükmen, Metin

(ACE); -63 kg: Wojczak, Tom-Willy

(Ma.) 12:5-PS ü. Ahmed, Yasin (Pl.);

-70 kg: Uzuev, Akbulat (ACE) 10:12-

PN gegen Nasarjan, Vardges (Ma.);

Jugend: -60 kg: Zakir, Hussein (Pl.)

14:16-PN gegen Semmou, Kasim

(Pl.); -69 kg: Al Saadi, Ahmet (Kaltenkirchen)

15:21-PN gegen Daschyan,

Samvel (Rendsburg);-75 kg:

Schwichtenberg, Jan-Ole (Kadg.

Heide) 13:30-PN gegen Gordasch,

Alexander (PSV Heide).

„Youngster-Cup“-Halbfinale:

Jun.: -63 kg: Djafa, Endrit (Eck.)

RSC-S. 2. R. ü. Hajuzade, Rowschan

(Schleswig); -75 kg/1: Oyuzyani,

Jawid (Pl.) Aufg.-S. 2. R.

ü. Voss, Kevin (Kadg.), Steinweg,

Eike (Pl.) 10:11-PN gegen Özdemir,

Volkan (ACE).

„Youngster-Cup“-Finale: Kad.:

-44,5 kg: Kunz, Philipp (PSV H.)

16:20-PN gegen Godje, Achrat

(Eck.); -56 kg: Ucak, Ferhat (Eck.)

12:13-PN gegen Tatscharyan,

Misak (RD); -59 kg: Ibragimov,

Imali (Pl.) 5:4-PS ü. Kober, Alexander

(BC Itzehoe); -62 kg: Balalaev,

Mark (Geesth.) 10:13-PN gegen

Dahlke, Pascal (SgG Lübeck); -68

kg: Gajensky, Dennis (Pl.) 29:9-

PS ü. Lindner, Alexander (PSV

Kiel); Jun.: -75 kg/2 Hölting, Lukas

(Kadg. H.) 14:11-PS ü. Manykian,

Azat (PSV H.); -75 kg/1: Özdemir,

Volkan (ACE) Aufg.-N. 2. R. gegen

Oyuzyani, Jawid (Pl.); Jgd.: -56 kg:

Haldari, Ali (Pl.) 9:13-PN gegen Yildiz,

Serhat (Itz.); -69 kg: Martynovych,

Yavgeniy (Geesth.) 8:11-PN

gegen Wöhl, Kevin (Kadg.); -75 kg:

Martinovic, Antonio (Pl.) 12:4-PS ü.

Bernstein, Brian (Gaa.).

Rahmenkämpfe: Jun.: -54 kg: Paul

Guschakowski (PSV H.) 3:14-PN

gegen Demirel, Müslim (Pl.); -57

kg: Ersoy, Murat (ACE) Aufg.-N. 1.

R. gegen Musaev, Ali (Pl.); wElite:

-69 kg: Szarko, Patrycja (Gaa.)

18:16-PS ü. Quintern, Sarah (Eck.);

Elite: -75 kg: Jakuschenko, Bogdan

(Eck.) 9:10-PN gegen Fousekis,

Evangelos (Kadg.).

SÜDWEST

1. Christian-Regenauer-

Gedächtnispokal des

AV 03 Speyer

Männer: Halbweltergewicht:

Michele Lo Curto (AV 03 Speyer)

Punktsieger über Michael Citverer

(ASC Dudweiler); Welter: Alberto

Arlindo (Karlsruher SC) PS über

Marcel Zahn (BC Schwetzingen);

Halbschwer: Timo Glessmann

(AC Weinheim) PS über David Harutjunian

(BR Limburg), Dimitri Wasiltschuk

(BC Schwetzingen) PS

über Michael Seitz (1. FC Kaiserslautern);

Schwer: Eugen Frank (BC

Mingolsheim-Kronau) - Christian

Müller (BC Schwetzingen) unentschieden;

Superschwer: Enver

Kaya (BC Schifferstadt) PS über

Johann Frank (BC Mingolsheim-

Kronau); Jugend (U 19): Mittel:

Waldemar Drozd (AV 03 Speyer) -

Jan-Gero Michel (BR Limburg) unentschieden,

Saleh Barmani (AV 03

Speyer) PS über Alexander Lorch

(ASC Dudweiler); Halbschwer:

Andreas Ort (AV 03 Speyer) PS

über Emmanuele Adu Frimpong (1.

FC Kaiserslautern), Thomas Ens

(BV Erbach) PS über Dardan Tahiri

(ASV Landau); Schwer: Armed Osmani

(1. FC Kaiserslautern) PS über

Moritz Hierold (TuS Niederkirchen);

Kadetten (U 15): Papier: Hakan

Cabucak (1. BC Neustadt) PS über

John Gerhauser (VT Frankenthal);

Bantam: Jessy Sell (VT Frankenthal)

PS über Richard Rossbach

(AV 03 Speyer).; Welter: Ozan Cabucak

(1. BC Neustadt) PS über Kai

Schneider (Karlsruher SC);

Frauen: Feder: Sarah-Isabell

Häusler (1. BC Speyer) PS über

Anna-Katharina Blanche (BR Limburg);

Welter: Anna Mayer (AC

Weinheim) Aufgabesiegerin 1. Runde

über Kathrin Rippel (ASC Dudweiler);

Juniorinnen (U 17): Leicht:

Noemi Lo Curto (AV 03 Speyer) PS

über Madeleine Mohrhardt (Karlsruher

SC).

Christian-Regenauer-Wanderpokal

für erfolgreichsten Verein: AV

03 Speyer, 2. 1. BC Neustadt, 3. AC

Weinheim.

BAYERN

Oberbayerische Meisterschaft

2013

n Samstag/Sonntag, 04./05. Mai

2013, 15:00/11:00 Uhr, Sporthalle

Säbener Straße, 81547 München.

Mannschaftsvergleich

BC Straubing - Landesauswahl

Hamburg

n Sonntag, 05. Mai 2013, 10:00

Uhr, Festzelt Frühlingsfest, 94467

Deggendorf.

NIEDERSACHSEN

Boxring 46 Kirchweyhe

n Samstag, 04. Mai 2013, 16:00

Uhr, Turnhalle der Grundschule Leeste,

Boxveranstaltung.

TERMINKALENDER DER AMATEURE

NORDRHEIN-WESTFALEN

NABV-Meisterschaften

n Samstag, 04. Mai 2013, 16:00

Uhr, NABV Männer Vorrunde, Boxhalle

der Faustkämpfer MG, Am Ringerberg

11, 41068 Mönchengladbach.

n Samstag, 11. Mai 2013, 16:00

Uhr, NABV Männer (Halbfinale)

ENNI-Sportpark, Am Sportzentrum

47445 Moers.

n Samstag, 18. Mai 2013, 16:00

Uhr, NABV Männer (Finale), Stadtwerke

Hilden Arena, Grünstrasse 4,

40723 Hilden.

MABV-Meisterschaften

n Samstag, 04. Mai 2013, 17:00

Uhr, MABV Männer/Frauen 1.

Halbfinale, Mehrzweckhalle Gymnasium,

Dr.-Ruben-Straße, 41836

Hückelhoven.

n Sonntag, 05. Mai 2013, 11:00

Uhr, MABV Männer/Frauen 2. Halbfinale,

Kultur- und Medienzentrum,

Steinstr. 15, 50259 Pulheim.

WABV-Meisterschaften

n Sonntag, 05. Mai 2013, 15:00

Uhr, WABV Männer/Frauen Finale,

Sporthalle Ernst-Barlach-Schule,

Graf-Kanitz-Str., 32049 Herford.

Kevelaer

n Sonntag, 12. Mai 2013, Offene

Stadtmeisterschaft der Stadt Kevelaer,

Festzelt, 47623 Kevelaer

Stadtmitte.

WBC-Duisburg

n Sonntag, 12. Mai 2013, 13:00

Uhr, Boxveranstaltung des WBC-

Duisburg, Dreifachturnhalle Duisburg-Walsum,

Beckersloh 13,

47179 Duisburg.

TuS Gerresheim

n Samstag, 25. Mai 2013, 16:00

Uhr, Boxveranstaltung, Boxhalle

d. TuS Gerresheim, Heyestr. 61,

40625 Düsseldorf.

NRW-Meisterschaften

n Samstag, 25. Mai 2013, NRW

Kadetten/Schüler (Vorrunde), in

Gronau.

n Sonntag, 26. Mai 2013, NRW Kadetten/Schüler

(Finale), in Gronau.

Duisburg

n Samstag, 25. Mai 2013, 10:00

Uhr, Mitgliederversammlung des

Boxsport- Verbandes NRW, Sportschule

Wedau, Friedrich Alfred Str.

15, 47055 Duisburg.

BoxSport

61


AUS DEN VERBÄNDEN

BREMEN

Amtliche Mitteilung

Der Sportverein Tura Bremen

ist nicht Mitglied in unserem

Landesverband und damit

auch nicht im Deutschen Boxsport-Verband

existent. Gleiches

trifft für die Vereine: Polizei-SV

Bremen, Flamingo Gym

Bremen, SAV Bremen-Vegesack

zu. Boxsportler/innen, die dem

niedersächsischen Box-Club

Verden angehören, sollen unter

dem Namen Tura Bremen

an Meisterschaften teilgenommen

haben bzw. sollen sogar

im Trikot von Tura Bremen,

statt Verden, im Ring aufgetreten,

vorgestellt worden sein.

Wir bitten den DBSV darauf zu

achten, dass sich solche Vorgänge

in Zukunft nicht mehr

ergeben.

gez. Albert Fahlbusch, Präsident

BrABV

HESSEN

Mannschaftsmeisterschaft

bleibt spannend

Bei der zweiten Veranstaltung

der Hessischen Mannschaftsmeisterschaft

2013 in

Aschaffenburg präsentierten

sich die Gastgeber bärenstark.

Vedat Saritag und Ruslan Hoffmann

(beide Männerklasse)

gewannen ihre Kämpfe nach

Punkten. Ebenfalls als Sieger

verließen die Lokalmatadoren

Nick Bajdullaev (Kadetten),

Oleg Bajdullaev (Jugend), Celine

Manthey (Juniorinnen)

und Alex Trupp (Jugend) den

Ring. Bei einem Ausscheidungskampf

zur Deutschen

Männermeisterschaft konnte

sich der Marburger Waldemar

Adler nach gutem Kampf gegen

den hoch motivierten Arwid

Schneider (Limburg) verdient

nach Punkten durchsetzen.

Anschließend wurden als beste

Kämpfer Ruslan Hoffmann

und Rafal Cisczewski ausgezeichnet.

Viktor Vitulin erhielt

den Pokal für den besten Nachwuchsboxer,

bester Techniker

wurde Waldemar Adler. In

der Gesamtwertung bleibt es

spannend, die derzeit besten

hessischen Boxteams, Aschaffenburg-Leider

und Marburg,

liegen punktgleich an der Tabellenspitze.

Dahinter lauern

Nordend Offenbach, Box Gym

Kesselstadt, der letztjährige

Sieger PSV Frankfurt und die

starken Wölfersheimer.

MECKLENBURG-VORPOMMERN

Heinz Lepczyk gestorben

In Heinz Lepczyk ist einer der

bekanntesten und erfolgreichsten

Wismarer Boxsportler nach

schwerer Krankheit im Alter von

73 Jahren verstorben. Lepczyk

war 1963 vom ASK Vorwärts

Kühlungsborn zur Ligastaffel

der SG Dynamo Wismar gewechselt.

Achtmal gewann er

in begeisternden Finalkämpfen

den Titel „Meister des Bezirkes

Rostock“ im Schwergewicht. In

insgesamt 125 Kämpfen stand

Lepczyk mit vielen nationalen

Meistern im Ring, unter anderem

mehrfach in Polen und der

Tschechoslowakei. Unvergessen

der Kampf 1964 im Halbfinale

der Einzelmeisterschaft, als er

dem EM-Dritten vom SC Traktor

Schwerin, Karl Degenhardt,

einen großen Kampf lieferte, nur

nach Punkten unterlag und die

Bronzedemaille für die Hansestadt

erkämpfte. Lepczyk gehörte

im gleichen Jahr zur Wismarer

Ligastaffel, die unter ihrem Trainer

Fiete von Thien den Aufstieg

in die 1. DBV-Liga schaffte.

NIEDERSACHSEN

„Heini“ Hamann verstorben

Nach

langer

schwerer

Krankheit

ist „Heini“

Heinrich

Hamann

im Alter

von 77

Jahren gestorben.

„Heini“ Heinrich

Hamann

Von 1948 bis ins Jahr 1965 absolvierte

er 178 Kämpfe für den

VfB Oldenburg. Seine Kampfbilanz

mit 154 Siegen sucht heute

noch ihresgleichen. Bereits 1959

übernahm Hamann das Amt

des Trainers im VfB und füllte

dieses Ehrenamt bis 2007 aus.

Große Namen wie z.B. Andreas

Schnieders gehörten zu seinen

Schützlingen. Heini war stets

mit seinem Fachwissen gefragt

und stand immer zur Verfügung,

wenn er gebraucht wurde.

Als Jugendwart des damaligen

NABV und heutigen NBSV begleitete

er vielen Jugendliche,

die teilweise heute noch aktiv

sind. Heinrich Hamann erhielt

viele hohe Auszeichnungen,

u.a. das Bundesverdienstkreuz

und blieb seinem Boxsport bis

zuletzt verbunden.

Boxring Kirchweyhe gegen

Rassismus und Gewalt

Der Boxring 46 Kirchweyhe will

mit einer Boxveranstaltung ein

Zeichen gegen Rassismus und

Gewalt setzen. Kirchweyhe war

zuletzt bundesweit in den Schlagzeilen,

weil dort ein Jugendlicher

zu Tode geprügelt worden war.

„Die schrecklichen Ereignisse

der letzten Zeit, in der ein junger

Mensch zu Tode gekommen ist,

wurden auch im BR46 thematisiert“,

erklärte der 1. Vorsitzende

des Klubs, Rüdiger Förster.

„Die Trainer sprachen mit ihren

Schützlingen, um sie auch für unseren

Sport zu sensibilisieren. Wir

sehen uns als seriöse Sportart, in

der der Respekt vor dem Gegner

eine große Rolle spielt. Junge

Leute wollen ihre Kräfte messen,

sollen sie auch, aber bei uns. Bei

uns gibt es das nicht, wenn einer

schon besiegt ist, noch feige

nachzutreten.“ Der Eintritt zur

Kirchweyher Boxveranstaltung

am 4. Mai in der Turnhalle der

Grundschule Leeste ist frei.

NORDRHEIN-WESTFALEN

Neue Oberliga startet

im September

Nun ist es amtlich: Von September

an wird es in Nordrhein-

Westfalen wieder Oberliga-Boxen

geben. Anfang April klärten

die teilnehmenden Teams letzte

Details. Eine faustdicke Überraschung

gibt es auch. Die als stark

eingeschätzte Kampfgemeinschaft

Leverkusen/Köln wird

in der Saison 2013 nicht an den

Start gehen. Sie wird durch das

niederländische Windmill Team

ersetzt. Neben den Niederländern

starten die folgenden Mannschaften:

Boxteam Nordrhein,

MBR Hamm, Kampfgemeinschaft

„Unser Fritz/Marl-Hüls“,

sowie der Bonner BC. Düsseldorf

und der Boxring Hilden bilden

ebenfalls ein Team. Man hat sich

darauf verständigt, dass Boxer,

die in der 1. oder 2. Liga antreten,

in der Oberliga nicht starten

dürfen. Los geht es am 14.

September. Dann hat das Team

Nordrhein die Niederländer zu

Gast und die KG „Unser Fritz/

Marl-Hüls“ trifft auf Düsseldorf/

Hilden. Alle Termine im Internet

auf www.boxnrw.de.

Westfalen räumen bei

Landesmeisterschaft ab

Der NRW-Jugendwart Josef

Gottfried war sichtlich zufrieden

mit den Leistungen der Junioren

bei der Landesmeisterschaft in

Kamp-Lintfort. Gottfried ist sich

sicher, dass seine Boxer auch bei

der Titelvergabe bei der deutschen

Meisterschaft vorn mit

dabei sein werden. Einer dieser

Athleten ist Konstantin Hellwich

vom TuS Gerresheim. In der Gewichtsklasse

bis 50 Kg besiegte

er den Bonner Miktad Teke durch

Abbruch in der zweiten Runde.

Auch Alexander Kupreenko

hat das Ticket für die deutsche

Meisterschaft gelöst. Der 15-jährige

Bottroper ging drei Runden

lang Vollgas gegen Rene Kubicki

aus Mengede und gewann

im Halbwelter nach Punkten.

Der erfolgreichste Boxbezirk in

NRW wurde Westfalen mit sechs

Titeln, vor dem Mittelrhein mit

fünf und dem Niederrhein mit

vier Titeln.

Drei NRW-Boxer

siegen in Mastricht

Verbissener Kampf im Schwergewicht:

Max Pilz (links) muss sich nach

Fehlurteil in Mastricht Lokalmatador

Haanes Terlinde geschlagen geben

Organisator Frank Rademakers

war froh, dass er nicht jedem seiner

Gäste bei der „EUREGION-

AAL Boksgala“ die Hand schütteln

musste. Der Chef des SCM

Maastricht hätte sonst das Ende

der Gala wahrscheinlich nicht

mitbekommen. Über 1200 Zuschauer

waren in die „De Geuselt

Sporthalle“ gekommen, um bei

einem wahren Boxspektakel dabei

zu sein. 16 Amateurkämpfe

standen auf dem Programm, davon

acht mit NRW-Beteiligung.

Timo Rost zeigte im Halbschwer-

Der Kaarster Mittelgewichtler Soufian

Touba besiegte Thomas Heijens vom

SCM Maastricht

62 BoxSport


gewicht gegen Dominic Hoogendijk

aus Benthuizen eine tolle erste

Runde. Danach war der Kaarster

völlig von der Rolle und verlor

den Kampf. Es sah ein wenig wie

David gegen Goliath aus, als in

der Königsklasse der hochaufgeschossene

Max Pilz und der gedrungene

Lokalmatador Haanes

Terlinde im Ring standen. Nach

der Urteilsverkündung schnappte

sich Haanes den Siegerpokal,

und gratulierte damit Max zum

Sieg. Eine tolle Geste des fairen

Sportsmanns aus Maastricht.

Stadt Düsseldorf

ehrt Renate Eßer

Für herausragende Dienste um

den Sport ist

Renate Eßer

mit der goldenen

Ehrennadel

der

Renate Eßer wurde

von der Stadt

Düsseldorf mit der

goldenen Ehrennadel

ausgezeichnet

Stadt Düsseldorfer

ausgezeichnet

worden.

Mit großem

Engagement

vertritt Frau

Eßer die Interessen

der Boxer im Sportausschuss.

Darüber hinaus führt sie

als Geschäftsführerin die Geschicke

des rührigen Fördervereins

Düsseldorfer-Box-Vereine. Das

ist aber längst nicht alles. Als Geschäftsführerin

ist sie die rechte

Hand von NABV-Präsident Erich

Dreke, auf Boxveranstaltungen

ist sie als Punktrichterin im Einsatz

und in ihrem Verein, dem

Sportring Garath, ist sie seit fast

30 Jahren Kassiererin.

Bärbel und Uwe Ottehenning

ausgezeichnet

Auf dem NABV-Verbandstag gab

es gleich zwei Ehrungen. Präsident

Erich Dreke überreichte

Bärbel Ottehenning die Ehrennadel

des DBV in Gold. Für ihren

Ehemann Uwe gab es die silberne

Verdienstehrennadel des

DBV. Damit würdigte Dreke die

langjährige Tätigkeit der beiden

im Boxsport. Die Ottehennings

verantworten als Vorstandsmitglieder

die Geschicke des Kreises

Rhein-Ruhr-Wupper. Zudem

sind sie mit dem Boxring Hilden

erfolgreich. Auch hier sind sie im

Vorstand aktiv.

Boxring Hilden verliert

in Apeldoorn

Auf einer Boxveranstaltung zu

seinem 50. Geburtstag besiegte

Der Hildener Halbschwergewichtler

Florian Kluge (links) holte in Apeldoorn

gegen Gijs Onstenk ein Unentschieden

der Niederländische ABCC Apeldoorn

den Boxring Hilden mit

11:7. Trotz der Niederlage war

Hildens Coach Uwe Ottehenning

zufrieden mit den Leistungen

seiner Boxer, denn die befürchtete

Riesenklatsche blieb aus.

Mit seinem Unentschieden holte

Halbschwergewichtler Florian

Kluge gegen Gijs Onstenk den

ersten Punkt für den Boxring. Gianluca

Taccias Punktsieg gegen

Remco Hofstede war einstimmig.

Arthur Gerzen zeigte gegen

den Holländer Elaige Camara eine

hervorragende Leistung und

siegte nach Punkten. In einem

technisch brillanten Kampf boxte

Vitali Gavurov gegen Malke

Buyukaya. Jedes anderes Urteil

als unentschieden wäre dem

Kampfverlauf nicht gerecht geworden,

denn wenn der Hildener

angriff, konterte Buyukaya. Griff

Buyukaya an, konterte Gavurov.

SAARLAND

Einstimmigkeit in

der Box-Union

In der Hermann-Neuberger-

Sportschule in Saarbrücken

fand derDelegiertentag der Saarländischen

Box-Union statt. Alle

zehn saarländischen Vereine

waren anwesend und hatten 35

Delegierte benannt. Zunächst

gedachte man Albert Karb (SV

09 Fraulautern), der 1957 der

1. saarländische deutsche (Junioren-)

Meister wurde und im

Alter von 72 Jahren verstorben

war. Stolz präsentierte Präsident

Neu in Sarah Ali (Neunkirchen),

Mirco Martin (Elversberg) und

Max Gryzek (Neunkirchen) die

Erst-, Zweit- und Drittplatzierten

der deutschen Meisterschaften

2012. Die Vorstandswahlen verliefen

allesamt einstimmig. Neu

in den Vorstand gewählt wurde

Roland Henzel (Homburg), der

das vakante Amt des Schriftführers

übernimmt. In den Vorstand

zurückgekehrt ist der ehemalige

Präsident und Kampfrichterobmann

Bernd Roth (Völklingen),

der wieder zum KO gewählt

wurden. Bei den anderen Positionen

erfolgte die einstimmige

Wiederwahl. Wiedergewählt

wurden auch nach 26 (!) Jahren

Schatzmeisterin Helma Schäfer

(Dudweiler) und Sportwart

Gerd Riedel (Saarlouis). Weiterhin

im Amt bleiben Präsident

Karl Heinz Neu, Vizepräsident

D. Michael Arndt (beide Wellesweiler)

und Jugendwart David

Kühn (Homburg).

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Nord-Titel für

Elmshorner Sinkinov

Die in Dorf Mecklenburg bei

Wismar ausgetragene norddeutsche

Meisterschaft der Schüler,

Kadetten, Junioren und Jugend

brachte die Boxer aus Schleswig-

Holstein und Mecklenburg-Vorpommern

zusammen. Vom AC

Einigkeit Elmshorn (ACE) standen

Semih und Eda Öztürk, Niko

Sinkinov und Metin Sükmen

bereit. Semih Öztürk blieb von

vornherein ohne Gegner und

nimmt nun als Nordbester an

den deutschen Meisterschaften

teil. Niko Sinkinov (12) trat wegen

der verpatzten Landesmeisterschaft

eine Gewichtsklasse

tiefer an. Dort setzte er sich

gegen den bisher ungeschlagenen

Greifswalder Dennis Korth

Die erfolgreichen Elmshorner Boxer bei

der norddeutschen Meisterschaft in Dorf

Mecklenburg: Eda Öztürk, ACE-Trainer Zekeriye

Yücel, Niko Sinkinov und Metin Sükmen (von

links)

in besserer Form als zuletzt in

Elmshorn nach Punkten durch.

Metin Sükmen (15) reiste umsonst

an. Sein vorgesehener Gegner

war nicht zur Stelle, womit

Sükmen kampflos zum Meister

gekürt wurde. Eda Öztürk (15)

war dagegen froh, mit der Stralsunderin

Dominique Görlich

eine Gegnerin gefunden zu haben.

„Eda boxte im Vergleich zu

ihren letzten Kämpfen variabler

und besser, allerdings war die

Gegnerin noch einen Tick besser

und siegte verdient“, berichtete

ACE-Trainer Zekeriye Yücel.

SÜDWEST

Bundestrainer staunte

über Südwest-Meister

Die Ersatzveranstaltung für die

vom Deutschen Boxsport-Verband

(DBV) abgeschafften überregionalen

Gruppentitelkämpfe

geriet zum Volltreffer. „Ich bin

begeistert“, urteilte Bundestrainer

Roland Kubath über die erste

internationale Nachwuchs-Südwestmeisterschaft

der Landesverbände

Südwest, Baden-Württemberg

und Hessen beim 1. BC

Speyer. Kubath, im Olympiazentrum

Rhein-Neckar auch regionaler

Sichtungstrainer, staunte

vor allem über eines: Nämlich,

dass der von internen Querelen

gestresste Südwestdeutsche

Amateur-Box-Verband (SWABV)

in den Altersklassen Jugend (U

19), Junioren (U 17) und Kadetten

(U 15) Anschluss an die

Nachbarverbände hält. Obwohl

die meisten Nachwuchsboxer

aus Baden-Württemberg und

Hessen weitaus mehr Kampferfahrung

haben, gingen sieben

Titel an den SWABV.

Gelungene Premiere

des Regenauer-Pokals

Besser hätte die Premiere des

Christian-Regenauer-Gedächtnispokals

für den AV 03 Speyer

nicht verlaufen können: 17 überwiegend

passable

Boxduelle, fünf Siege

der sieben Speyerer

Teilnehmer, immerhin

120 Zuschauer im

Athletenheim und zudem

bleibt die Wandertrophäe

für den

erfolgreichsten Verein

zumindest ein Jahr

beim Veranstalter. Zufrieden

wie AV-Abteilungsleiter

Hans Diehl

und Trainer Robert

Sotnikov äußerte sich

auch Bundestrainer

Roland Kubath: „Da war recht

Ordentliches dabei.“ Er meinte

damit nicht nur die Junioren-Nationalboxerin

Noemi Lo Curto.

Mangels „passender“ Gegnerin

erneut nicht im Feder-, sondern

im (schwereren) Leichtgewicht,

bot die 16-Jährige mit der Karlsruherin

Madeleine Mohrhardt

ein geradezu knallhartes, auch

technisch gutes Gefecht, das die

Speyerer „Sportlerin des Jahres

2012“ nach Punkten gewann.

Den Vereins-Wanderpokal zum

Andenken an ihren Vater überreichte

Jasmin Regenauer.

BoxSport

63


Im Würgegriff: Stefan Hoss

besiegt Robert Westermann

Abraham ehrte den

MMA-Champion

Arthur Abraham war

begeistert. „Toll, was

diese Sportler leisten“,

sagte der ehemalige

Box-Weltmeister, der in Dormagen

zum ersten Mal eine Veranstaltung

im Mixed Martial Arts

Ex-Weltmeister Arthur Abraham

legte Djamil Chan den Gürtel um

(MMA), den

kombinierten Kampfkünsten,

besucht hatte. Abraham legte

Djamil Chan den Siegergürtel

um – Chan hatte sich bei der 9.

Auflage der Veranstaltungsreihe

„Respect.FC“ den Titel im

Weltergewicht gesichert. Der

Niederländer hatte seinen Gegner

David Zawada durch K.o.

in der ersten Runde

besiegt. Nicht durch

einen klassischen

K.o.-Schlag, mit dem

Abraham im Boxring

seine Gegner bezwingt,

sondern mit

Kniestößen. Denn

beim MMA werden

die Kampfsportelemente

aus dem Boxen,

Kickboxen und

Ringen miteinander

kombiniert.

Auch im Hauptkampf

des Abends

siegte Marcin Naruszczka

dank seiner

Kniestöße. In

der zweiten Runde

musste Nicolas Penzer

im Duell um den

vakanten Respect-

Mittelgewichtstitel

aus dem Kampf genommen

werden.

In einem mitreißenden

Gefecht im

Bantamgewicht krönte sich Stefan

Hoss zum neuen Champion.

Nach zwei ausgeglichenen

Runden gegen Robert Westermann

gewann Hoss im dritten

Durchgang die Oberhand. Westermann

musste schließlich den

Kampf aufgeben – er steckte aussichtslos

im Würgegriff seines

Gegners, dem sogenannten Rear

Naked Choke. Der Ritterschlag

folgte für den neuen Titelträger

jedoch erst nach dem Sieg.

Kampfsportlegende Wanderlei

Silva, der am Nachmittag im

benachbarten Köln gemeinsam

mit Arthur Abraham am Stand

des Nahrungsergänzungsmittel-

Herstellers Olimp Autogramme

geschrieben hatte, legte Hoss

den Respect-Gürtel um die schmale

Taille. Der Brasilianer Silva,

dank seiner spektakulären

Knockouts in den Veranstaltungsreihen

Pride in Japan und

Ultimate Fighting Championship

(UFC) in den USA ein Star

der Branche, war eigens aus Las

Vegas eingeflogen worden.

Im Federgewicht musste der

neue Champion über die Runden

gehen. Und sah nach dem

einstimmigen Punktsieg schwer

gezeichnet aus. Max Coga aus

dem Frankfurter Gym „MMA

Spirit“ und der Niederländer

Duane van Helvoirt setzten

sich vier Runden lang zu. Coga

Bernd Czabaun von Hauptsponsor Olimp

mit Halbschwergewichts-Champion

Stephan Pütz

musste sich mit einem Sieg nach

Punkten zufrieden geben – ihm

wird es Recht gewesen sein.

Im Halbschwergewicht setzte

Stephan Pütz abermals das

Knie erfolgreich ein – die Taktik

des Abends funktionierte auch

gegen Alexander Neufang. Nach

drei Minuten und 21 Sekunden

war Neufang k.o. und Pütz der

neue Champion.

Am 28. September steigt die

Jubiläums-Auflage Respect 10 in

Wuppertal.

Weitere Informationen:

www.respectfc.de

Kampfsport-Legende Wanderlei

Silva ehrte Stefan Hoss

64BoxSport


Lesen Sie in der nächsten Ausgabe

24 Runden lang haben

sich Marco Huck (rechts)

und Ola Afolabi bereits

geprügelt. Wer von

beiden nun wirklich der

Bessere ist, wissen wir

immer noch nicht. Am

8. Juni stehen weitere

zwölf Runden zwischen

Weltmeister Huck und

Fritz Sduneks Boxer

Afolabi an. Vielleicht

fällt ja einer mal um…

Nächster

Erscheinungstermin ist

für Abonnenten

der 13. Juni,

ab dem 15. Juni

im Handel

Achtung: große

Doppelausgabe

Auf Stefan Härtel

ruhen die Hoffnungen

der deutschen

Amateurboxer. Der

Mittelgewichtler aus

Berlin soll bei der

Europameisterschaft in

Minsk eine Medaille für

den DBV holen

Huck-Afolabi Teil III

Einmal boxten sie unentschieden, einmal siegte

Marco Huck knapp nach Punkten. Am 8. Juni trifft der

Cruisergewichts-Champion erneut auf Herausforderer

Ola Afolabi. Gibt es dieses Mal einen klaren Sieger?

Die Klitschkos

Vor ihrem Megakampf von Moskau müssen Wladimir

Klitschko und Alexander Povetkin ihre Herausforderer

Francesco Pianeta und Andrzej Wawrzyk aus dem Weg

räumen. Und Vitali Klitschko fällt die Entscheidung, ob

er überhaupt weiterboxt.

Felix Sturm

Der Ex-Weltmeister im Interview: Wie er sich wieder

an die Spitze kämpfen will, welche Pläne er mit seinem

Herausgeber und Chefredakteur: Hans Reski (0221-2587-260/261/334)

Redaktion: Arne Leyenberg

Ständige Mitarbeiter: Tobias Drews, Manfred Hönel, Peter Jaschke, Björn

Jensen, Bertram Job, Matthias Kerber, Hans-Joachim Leyenberg, Jörg Lubrich,

Alexander Mazur, Gunnar Meinhardt, Susanne Rohlfing, Hartmut Scherzer,

Wolfgang Wycisk

Fotos in dieser Ausgabe: ap, Bastian, Bittner, dpa, Frevert, H.I.S, Mausolf,

Metelmann, Marianne Müller, Olimp, Sauerland Event, SES, Sidon, WBC, Wende,

WSB

Layout: Katharina Büchner, Michael Rosenstein, Bernd Schulte zur Wissen

Internet: www.sportverlag.de

E-Mail der Redaktion: boxsport@sportverlag.de

Verlag: DSV Deutscher Sportverlag GmbH, Friesenplatz 16, 50672 Köln

Tel.: (0221) 2587-0, Fax: (0221) 2587-200

Verlagsleitung: Lutz Bandte

Vertriebsleitung: Tobias Weidmann

Boxstall hat.

IMPRESSUM

Internationales Boxen

Alles über den Superfight von London, Mikkel Kessler

gegen Carl Froch, sowie die Titelverteidigungen von

Floyd Mayweather und Denis Lebedev.

Die Europameisterschaft von Minsk

Ausführliche Berichte und Analysen von der

Europameisterschaft der Amateure in Minsk. Wie

haben sich die deutschen Boxer auf dem Weg zu

Olympia in Rio geschlagen?

Die AIBA-Pläne

Was der Weltverband mit seiner Profisparte vorhat.

Dazu alles über das Finale in der World Series.

Anzeigenverwaltung: Nele Niebaum. Tel. (0221) 2587-261.

E-Mail: boxsport@sportverlag.de.

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 10 vom 1.1.2012.

Abonnement: DSV Deutscher Sportverlag GmbH, Friesenplatz 11, 50672 Köln,

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Druck: Dierichs Druck + Media GmbH & Co KG, Frankfurter Str. 168, 34121 Kassel

BOXSPORT erscheint monatlich, Einzelpreis: € 4,20. Jahresabonnementpreis

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des berechneten Zeitraums dem Abonnement-Vertrieb schriftlich bekannt zu

geben. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche

Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses

Verbot fällt insbesondere auch die Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in

elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. Der Verlag haftet

nicht für unverlangt eingesandte Manuskripte, Unterlagen und Fotos.

66 BoxSport


Marcos Nader, Dustin Dirks, Kubrat Pulev, Harald Lange und Boris Töppe (von links)

Halle

Frankfurt

„Boxen statt Gewalt“

breitet sich aus

Eintracht Berlin breitet sich aus. Im Mai konnten wir mit Unterstützung von

Boris Töppe, WoWi-Geschäftsführer, bereits den fünften Jahrestag vom SC

Eintracht in Frankfurt/Oder feiern. Die Zweigstelle unseres SC Eintracht Berlin

wird immer stärker. Die Sauerland-Profis Kubrat Pulev und Marcos Nader

bereicherten die Frankfurter Geburtstagsfeier mit einer Autogrammstunde.

Wann und wo kann man sich anmelden?

Anmeldung für alle Altersklassen jeweils Montag bis Freitag 15–19 Uhr

in der Robert-Havemann-Straße 7.

Auch der SC Eintracht Berlin wartet auf weitere Boxer in Berlin-Marzahn,

Eisenacher Straße 123 und Berlin-Hohenschönhausen, Wustrower Straße 26

(Halle 3). Telefon mobil: 0178-600 5555

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