26.02.2014 Aufrufe

stereoplay Die Überflieger der HIGH END 2012 (Vorschau)

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8 | <strong>2012</strong> <strong>Die</strong> technische Dimension von HiFi<br />

Deutschland 5,50 €<br />

Denon BDT 1713 UD<br />

Nobles HDMI-Laufwerk<br />

für alle Formate<br />

<strong>Die</strong> <strong>Überflieger</strong><br />

<strong>der</strong> <strong>HIGH</strong> <strong>END</strong> <strong>2012</strong><br />

6 Ausnahme-Lautsprecher im Test:<br />

Canton Reference Jubilée, Elac AM 180,<br />

KEF LS 50, PIO Sound Eagle,<br />

Opera Quinta, Sonus Faber Aida<br />

Räke Crescendo<br />

Plattenspieler mit<br />

Gleichlauf-Rekord<br />

Report<br />

Was bringt<br />

<strong>der</strong> Röhren-<br />

Tausch?<br />

Röhre überlegen<br />

Neue Messtechnik beweist: Octave-<br />

Monos toppen Transistor-Konkurrenz<br />

Rezensionen aus<br />

Pop, Oldies, Jazz,<br />

65Klassik<br />

<strong>stereoplay</strong> music<br />

Paul Simons<br />

Graceland-Jubiläum<br />

Referenzklang<br />

dank Oversampling<br />

EMM Labs MA1 setzt<br />

neue Wandler-Maßstäbe<br />

High End auf<br />

engstem Raum<br />

Cyrus Vollverstärker<br />

plus CD-Player<br />

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Schweden skr 77,00 - Slowakei € 7,45<br />

Norwegen NOK 78,00


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Stellen Sie sich vor, Sie könnten endlich Home Cinema Sound ohne<br />

Lautsprecher im ganzen Raum genießen. Eine Innovation von<br />

Bose ermöglicht jetzt raumfüllenden Klang –mit nur einem<br />

sichtbaren Lautsprecher, <strong>der</strong> unauffällig unter Ihrem Fernsehgerät<br />

Platz findet, und einem kabellosen, versteckt platzierbaren<br />

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Editorial<br />

nuVero11<br />

Holger Biermann<br />

Und die These<br />

stimmt doch ...<br />

Lange schien es fast so, als stocherten<br />

wir im Nebel. Eigentlich waren die<br />

<strong>stereoplay</strong>-Tester bei dem wahrlich<br />

anspruchsvollen Unterfangen, Verstärkerklang<br />

mit Messungen zu belegen, schon<br />

vor Jahren weit gekommen. Im Zuge<br />

<strong>der</strong> weiteren Verfeinerung und Konkretisierung<br />

türmten sich aber scheinbar<br />

unüberwindbare Schwierigkeiten auf. Der<br />

Durchbruch gelang, als Laborchef Peter<br />

Schüller akribisch begann, Verzerrungen<br />

bei variablen Pegeln, unterschiedlichsten<br />

Frequenzen und vor allem auch bei allen<br />

denkbaren Lastimpedanzen zu messen<br />

– siehe die April-Ausgabe.<br />

Nach zig Untersuchungen und Tausenden<br />

von Messungen bestätigte sich nicht<br />

nur die alte Erkenntnis, dass Verstärker<br />

am besten klingen, bei denen die Klirr-<br />

Oberwellen (k2, k3 ...) regelmäßig abfallen.<br />

Es stellte sich zudem heraus, dass die<br />

Wohlklingenden über Oberwellen verfügen,<br />

die zueinan<strong>der</strong> in einem weitgehend<br />

konstanten Verhältnis stehen – und zwar<br />

bei allen Parametern, die in <strong>der</strong> Praxis<br />

vorkommen können. Hohe Impedanzen<br />

eines Lautsprechers – bislang von <strong>der</strong><br />

gesamten Branche lässig betrachtet, weil<br />

<strong>der</strong> Verstärker dabei wenig arbeiten muss<br />

– können von Nachteil sein. Kräftemäßig<br />

bringen schwankende Impedanzen die<br />

meisten Amps noch nicht in Verlegenheit.<br />

Bei mediokren Vertretern gerät aber die<br />

Struktur <strong>der</strong> Oberwellen aus den Fugen<br />

– mit negativen und vernehmbaren Folgen<br />

für den Klang.<br />

Bislang konnten wir als Beleg für<br />

diese These nur vergleichsweise schwächliche<br />

Trioden-Röhrenverstärker (Unison<br />

Simply Italy und Ayon Vulcan II) anführen,<br />

so dass es in Messungen und Hörtest<br />

bei bescheidenen Pegeln blieb – was die<br />

Aussagekraft einschränkt. Nun ist mit <strong>der</strong><br />

Octave MRE 220 (Seite 56) eine End stufe<br />

am Markt, die a) die Richtigkeit <strong>der</strong> These<br />

unterstreicht, die b) überragend gut klingt<br />

und das c) auch an quasi jedem Lautsprecher<br />

und bei fast jedem Pegel. Mit <strong>der</strong><br />

MRE 220 ist Octave-Chef Andreas Hofmann<br />

nicht nur ein veritables Meisterstück<br />

gelungen, son<strong>der</strong>n auch eines, das ganz<br />

nebenbei unseren seit Jahren verfolgten<br />

Ansatz bestätigt: Guter Verstärkerklang<br />

ist eben doch messbar!<br />

Herzlichst Ihr<br />

„Standbox des Jahres“<br />

– das 3. Jahr in Folge<br />

Leserwahlgewinner bei Audio und Stereoplay<br />

Kategorie Standboxen bis 3000 €<br />

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Anthrazit, Perlweiß, Mocca<br />

nuVero 11: „Dürfte so schnell kaum zu toppen sein“ Stereoplay-Highlight<br />

4/09 · „Unter den ganz schlanken Lautsprechern<br />

klanglich einer <strong>der</strong> mächtigsten“ Klangtipp Referenzklasse<br />

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Fortschritt: Peter Schüllers neueste Diagramme belegen, dass eine Röhre ausgeglichener<br />

und damit musikalisch sauberer, schöner (oben) als ein Transistor-Amp arbeiten kann.<br />

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Inhalt<br />

Test & Technik<br />

Stereo-Kompaktlautsprecher<br />

014 Den muss man kaufen:<br />

Der bezaubernde Jubiläums-Monitor<br />

LS 50 von KEF<br />

Vollverstärker + CD-Player<br />

018 Miniaturisiertes High End:<br />

<strong>Die</strong> feine Kombi Cyrus 8a + CD 8 SE 2<br />

BD-Universal-Laufwerk<br />

022 Auf das Nötigste reduziert:<br />

Der klangstarke Denon BDT 1713 UD<br />

Standlautsprecher<br />

024 Zum 40. Geburtstag das Beste:<br />

Cantons grandiose Reference Jubilée<br />

Vollverstärker + Netzwerk-Player<br />

026 Symmetrisch noch brilanter:<br />

T+A Power Plant + Music Player<br />

CD-Player<br />

030 Einfach nur guter CD-Klang:<br />

Der schnörkellose NAD C 546 BEE<br />

Blu-ray-Recor<strong>der</strong><br />

032 Eierlegende Wollmilchsau:<br />

Samsung BD E 8909 mit Sat-Receiver<br />

Aktivbox<br />

036 Hochglanz-Finish + AMT-Hochtöner:<br />

<strong>Die</strong> Elac AM 180 setzt Glanzpunkte<br />

D/A-Wandler<br />

038 <strong>Die</strong>ser Wandler öffnet neue Welten:<br />

EMM Labs MA 1 mit neuem<br />

Oversampling-Verfahren<br />

Vollverstärker<br />

042 Röhren-Feingeist plus Transistor-Kraft:<br />

Der mächtige Vincent SV 800<br />

Standlautsprecher<br />

046 Mit italienischem Herz:<br />

<strong>Die</strong> Opera Quinta Mk 2 begeistert<br />

Standlautsprecher<br />

048 In vielen Bereichen das Maß <strong>der</strong> Dinge:<br />

Superbox Sonus Faber Aida<br />

Standlautsprecher<br />

052 Flächenstrahler können so gut sein:<br />

Bestes Beispiel: PIO Sound Eagle<br />

56<br />

32<br />

<strong>Die</strong> Besten ihrer Art<br />

<strong>Die</strong> neuen Octave-Monos brillieren auch im Messlabor.<br />

Mehr braucht man nicht<br />

Für TV und Aufnahme ist <strong>der</strong> Samsung 8909 perfekt.<br />

52<br />

Auf voller<br />

Fläche<br />

PIO Sound aus<br />

Holland bringt neuen<br />

Schwung in die<br />

Elektrostaten-Welt:<br />

<strong>Die</strong> neue Eagle ist ein<br />

Schallwandler zum<br />

Träumen.<br />

4<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


57<br />

Test & Technik<br />

8<br />

Das Super-<br />

Surround<br />

MDG stellt das neue<br />

8-Kanal-Verfahren<br />

2222+ vor.<br />

Alle Testgeräte<br />

alphabetisch<br />

Röhren-<br />

Tausch ...<br />

024 Canton Reference Jubilée<br />

018 Cyrus 8a<br />

018 Cyrus CD 8 SE 2<br />

022 Denon BDT 1713 UD<br />

036 Elac AM 180<br />

038 EMM Labs MA 1<br />

014 KEF LS 50<br />

030 NAD C 546 BEE<br />

056 Octave MRE 220<br />

046 Opera Quinta<br />

052 PIO Sound Eagle<br />

124 Transrotor Crescendo<br />

032 Samsung BD E 8909 S<br />

048 Sonus Faber Aida<br />

... lohnt sich oft.<br />

Auch bei <strong>der</strong> Octave<br />

MRE 220?<br />

120<br />

Rubriken<br />

Profi-Bass-<br />

Prozessor<br />

Der Anti-Mode 2.0<br />

von DSPeaker für<br />

nur 875 Euro.<br />

26<br />

Perfekt<br />

gereift<br />

T+A hat<br />

Power Plant und<br />

Music Player<br />

grandios<br />

überarbeitet.<br />

026 T+A Music Player balanced<br />

026 T+A Power Plant balanced<br />

042 Vincent SV 800<br />

003 Editorial<br />

116 Leser fragen,<br />

<strong>stereoplay</strong> antwortet<br />

130 Impressum<br />

138 <strong>Vorschau</strong><br />

Röhren-Endstufen<br />

056 Neue Referenz:<br />

<strong>Die</strong> Octave-Monos MRE 220<br />

Plattenspieler<br />

124 Überragende Messwerte:<br />

... und klangstark: Transrotor Crescendo<br />

Magazin<br />

008 News, Facts, Trends, Messereport:<br />

Fast-Absorber, PMC-Wandboxen,<br />

Impressionen <strong>der</strong> Classical:Next<br />

012 Vor 30 Jahren:<br />

Nakamichi TX 1000, JBL Paragon<br />

117 Leser-Briefe/Mails<br />

Ratgeber & Service<br />

057 Röhren-Austausch:<br />

<strong>Die</strong> Versuche mit <strong>der</strong> Octave MRE 220<br />

zeigen: Hier steckt verdammt viel drin ...<br />

116 Fachhändler-Vorführtermine:<br />

Hören Sie rein<br />

120 Subwoofer-Nachrüstung:<br />

Mit professioneller Software hin zum<br />

perfekten Woofer-Bass<br />

128 <strong>Die</strong> Rang & Namen-Liste:<br />

Über 1000 Geräte im Testvergleich<br />

<strong>stereoplay</strong> music<br />

110 Paul Simon: 25 Jahre Graceland<br />

102 - 114 Über 65 Rezensionen aus<br />

Pop, Oldies, Jazz und Klassik<br />

auf CD, DVD und Vinyl:<br />

Melody Gardot, Dexys, Smashing<br />

Pumpkins, Ultravox, Joe Jackson,<br />

Slash, Kaiser Chiefs, David Bowie,<br />

Paul McCartney, Cassandra Wilson ...<br />

ab<br />

104<br />

<strong>Die</strong> „Godmother Of<br />

Punk“ ist gereift –<br />

und einfach gut<br />

Patti Smith


Investieren Sie in bleibende Werte<br />

Unser Beitrag für Ihr ganz persönliches Hörvergnügen:<br />

Normalerweise würden wir Ihnen an dieser Stelle erklären, was<br />

den Klang unserer Serie 800 Diamond von Bowers & Wilkins<br />

so einzigartig macht. O<strong>der</strong> welche unserer innovativen<br />

Konstruktionsprinzipien und Technologien maßgeblich für ihre<br />

Qualität verantwortlich sind. Weil aber nur das reine Hörerlebnis<br />

den wahren Musikliebhaber begeistert, sollten Sie sich selbst<br />

vom originalgetreuen Klang unserer Serie 800 Diamond überzeugen.<br />

Ganz nach unserem Motto: Listen and you’ll see!<br />

Und wo könnten Sie dies besser tun als bei einem unserer<br />

76 ausgewählten und kompetenten Fachhandelspartner?<br />

805, 804, 802 Diamond<br />

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<strong>Die</strong>se autorisierten B&W-Fachhändler präsentieren Ihnen gerne die Vorzüge und den hochkarätigen Klang unserer Serie 800 Diamond:<br />

Radio Körner<br />

Könneritzstr. 13<br />

01067 Dresden<br />

Audiophonie<br />

Rentzelstr. 10<br />

20146 Hamburg<br />

Uni Hifi<br />

Am Dobben 23<br />

28203 Bremen<br />

Hifi-Special Wyrwas<br />

Humboldtstr. 23<br />

38106 Braunschweig<br />

Auditorium Münster<br />

Alter Steinweg 22-24<br />

48143 Münster<br />

Hifi Profis<br />

Rheinstr. 4<br />

55116 Mainz<br />

Hifi am Hallmarkt<br />

Oleariusstr. 4<br />

06108 Halle/Saale<br />

RAE-Akustik<br />

Dahlenburger Landstr. 72<br />

21337 Lüneburg<br />

Uni Hifi<br />

Königsworther Str. 8<br />

30167 Hannover<br />

Hifi-Referenz<br />

Steinstr. 31<br />

40210 Düsseldorf<br />

MSP<br />

Cäcilienstr. 48<br />

50667 Köln<br />

Klangstudio Pohl<br />

Mainzer Str. 73<br />

55294 Mainz/Bodenheim<br />

Röhlig Vision & Sound<br />

Äußere Schneeberger Str. 93<br />

08056 Zwickau<br />

Saturn Alexan<strong>der</strong>platz<br />

Alexan<strong>der</strong>platz 3<br />

10178 Berlin<br />

King Music<br />

Uhlandstr. 20-25<br />

10623 Berlin<br />

Saturn Europa-Center<br />

Tauentzienstr. 9<br />

10789 Berlin<br />

HiFi im Hinterhof<br />

Großbeerenstr. 65<br />

10963 Berlin<br />

Heuer Hifi-TV-Video<br />

Behmenstr. 6<br />

17033 Neubrandenburg<br />

Hifi Studio Bramfeld<br />

Bramfel<strong>der</strong> Chaussee 332<br />

22175 Hamburg<br />

Fidelity Acker & Buck<br />

Frohmestr. 5<br />

22457 Hamburg<br />

Projekt Akustik<br />

Tremskamp 51-51a<br />

23611 Bad Schwartau<br />

Audio Point<br />

Kornmarkt 3<br />

24837 Schleswig<br />

EP Coldewey<br />

Burgstr. 6<br />

26655 Westerstede<br />

Beckhoff<br />

Technik & Design<br />

Uhlandstr. 2<br />

33415 Verl<br />

Hört sich gut an<br />

Zimmerstr. 8<br />

33602 Bielefeld<br />

Maurer e.K.<br />

Fünffensterstr. 2a<br />

34117 Kassel<br />

Schäfer & Blank<br />

Sonnenstr. 1-3<br />

35390 Gießen<br />

Radio Ferner<br />

Neue Str. 22/23<br />

38100 Braunschweig<br />

Hifi-Audio<br />

Ulrike Schmidt<br />

Eulerstr. 50<br />

40477 Düsseldorf<br />

Hifi Studio 9<br />

Gewerbeschulstr. 21<br />

42289 Wuppertal<br />

RAE-Akustik<br />

Märkische Str. 125<br />

44141 Dortmund<br />

HiFi Center Liedmann<br />

Harpener Hellweg 22<br />

44805 Bochum<br />

Hifi Spezialist<br />

Werner Pawlak<br />

Schwarze Meer 12<br />

45127 Essen<br />

Saturn<br />

Maybachstr. 115<br />

50670 Köln<br />

Rheinklang<br />

Olpener Str. 955<br />

51109 Köln<br />

Klangpunkt<br />

Karlsgraben 35<br />

52064 Aachen<br />

Hifi Linzbach<br />

Adenauerallee 124<br />

53113 Bonn<br />

Hifi Kohr + Roensch<br />

Jüdemerstr. 28-32<br />

54290 Trier<br />

Schmitz Hifi-Video<br />

Emil-Schüller-Str. 37-39<br />

56068 Koblenz<br />

Musikhaus Geiermann<br />

Göbelstr. 12<br />

56727 Mayen<br />

Auditorium<br />

Feidikstr. 93<br />

59065 Hamm<br />

Raum-Ton-Kunst<br />

Neue Kräme 29<br />

60311 Frankfurt<br />

Hifi Profis<br />

Am Eschenheimer Tor 2<br />

60318 Frankfurt<br />

Hifi im Hinterhof<br />

Geleitsstraße 50<br />

63067 Offenbach


<strong>Die</strong> Serie 800 Diamond<br />

Hifi Dillity<br />

Würzburger Str. 33<br />

63739 Aschaffenburg<br />

Hifi Profis<br />

Grafenstr. 29<br />

64283 Darmstadt<br />

Hifi Profis<br />

Rheinstr. 29<br />

65185 Wiesbaden<br />

Expert Axel Ulmcke<br />

Talzentrum / Talstr. 38b<br />

66424 Homburg<br />

Phoenix Hifi-Studio<br />

Richard-Wagner-Str. 65<br />

67655 Kaiserslautern<br />

<strong>Die</strong> Media Profis<br />

N4, 21-23<br />

68161 Mannheim<br />

Expert Esch Heidelberg<br />

Sofienstr. 3<br />

69115 Heidelberg<br />

Studio 26<br />

Sophienstr. 26<br />

70178 Stuttgart<br />

Hifi und Wohnen<br />

Cheruskerstr. 6/1<br />

71101 Schönaich<br />

Akustik Studio Biegler<br />

Kanzleistr. 53<br />

72764 Reutlingen<br />

SG-Akustik<br />

Amalienstrasse 45<br />

76133 Karlsruhe<br />

Audio-Box<br />

Hauptstr. 87<br />

77855 Achern<br />

Hifimarket Esser<br />

Gauchstr. 17<br />

79098 Freiburg<br />

HEC-Store<br />

Kardinal-Döpfner-Str. 6<br />

80333 München<br />

Hifi Treffpunkt<br />

Albert-Roßhaupter-Str. 40<br />

81369 München<br />

Hifi Concept<br />

Wörthstr. 45<br />

81667 München<br />

M&K Hifi<br />

Neidenburgerstr. 6<br />

84030 Landshut<br />

High Fidelity Studio<br />

Dominikanergasse 7<br />

86150 Augsburg<br />

Blank Hifi<br />

Anton-Gies-Str.2<br />

88131 Lindau<br />

Hifi Kemper<br />

Neue Str. 50<br />

89073 Ulm<br />

Hifi Forum<br />

Breslauer Str. 29<br />

91083 Baiersdorf<br />

Klang Galerie<br />

Haidplatz 7<br />

93047 Regensburg<br />

Euronics XXL Schlegelmilch<br />

Godelstatt 8<br />

97437 Haßfurt<br />

Hifi Senf<br />

Oppenheimstr. 17<br />

99817 Eisenach<br />

Österreich:<br />

Downtown Hifi<br />

Praterstr. 1<br />

1020 Wien<br />

Audio Emotion<br />

Schwarzspanierstr. 11<br />

1090 Wien<br />

HeimkinoWelt<br />

Shopping City Süd,<br />

Top G264<br />

2334 Vösendorf-Süd<br />

Der Gross<br />

Landstr. 47<br />

4020 Linz-Donau<br />

Tonart Franz Stöger<br />

Freileiten 6<br />

4840 Vöcklabruck<br />

Cinema Audio<br />

und Videotechnik<br />

Ischlerbahnstr. 23a<br />

5301 Eugendorf<br />

Sound Gallery<br />

Innsbruck<br />

Pembaurstr. 14<br />

6020 Innsbruck<br />

Visions for you<br />

Kreil<br />

Rathausplatz 4<br />

6850 Dornbirn<br />

Hifi Team Czesany<br />

Am Fuße des<br />

Schloßberges 4<br />

8010 Graz<br />

Mehr zur Serie 800 Diamond auf:<br />

www.gute-anlage.de und<br />

www.bowers-wilkins.de


Magazin Neuheiten schon gehört<br />

Wie<strong>der</strong> gewählt<br />

Bella Figura<br />

Traditionsbewusst<br />

Kurt Hecker wurde erneut<br />

als Vorstandsvorsitzen<strong>der</strong><br />

<strong>der</strong> High End Society e.V.,<br />

des mit Abstand wichtigsten<br />

Verbands im deutschen High<br />

End, bestätigt. <strong>Die</strong> High End<br />

Society wählt ihre Vorstände<br />

für jeweils drei Jahre. Auch<br />

Wilfried Ehrenholz und Martin<br />

Klaassen amtieren wie<strong>der</strong> als<br />

Stellvertreter. Wir wünschen<br />

ein gutes Gelingen!<br />

Lautsprecher aus<br />

Aluminium-Druckguss<br />

Terra Mk III heißt <strong>der</strong><br />

Boxen-Zwerg, <strong>der</strong> mit einer<br />

30-Millimeter-Kalotte<br />

sowie 10-Zentimeter-<br />

Bass bestückt wurde und<br />

angeblich in 15 000 (!)<br />

Farben zu haben ist. Das<br />

Schmuckstück kostet<br />

2200 Euro pro Paar.<br />

Infos: 0 23 04 / 94 23 39 5<br />

o<strong>der</strong> www.audio-hi-fi.de<br />

<strong>stereoplay</strong> unterwegs<br />

4 mal hoch<br />

Das Label MDG ersann schon vor Jahren das<br />

ambitionierte 2+2+2-Aufnahmeverfahren.<br />

Nun kommt die verschärfte Version.<br />

Werner Dabringhaus, <strong>der</strong> sympathische Tonmeister<br />

des Musik-Labels Dabringhaus & Grimm, hatte die<br />

Eingebung, als Dolby Digital aufkam. Wenn schon so<br />

viele diskrete Kanäle zur Verfügung stehen, fragte er<br />

sich, warum sie dann nicht konsequent einsetzen?<br />

Also entwickelte er 2+2+2 – ein Aufnahmeverfahren,<br />

das auf den Subwoofer verzichtet, aber mit zwei<br />

eindeutig definierten Kanälen in <strong>der</strong> Höhe, also über<br />

den eigentlichen Hauptboxen agiert. Der Vorteil: Das<br />

Klangbild erreicht die dritte Dimension. Der Nachteil:<br />

Trotz wirklich überzeugenden Klangs konnte sich<br />

2+2+2 auf dem Markt nicht so recht durchsetzen.<br />

Dennoch hat Dabringhaus mittlerweile einen Fundus<br />

von über 150 Aufnahmen – eine beeindrucken<strong>der</strong> als<br />

die an<strong>der</strong>e. So gut jedenfalls, dass ihn die Idee<br />

immer weiter umtreibt. Da auf Blu-rays problemlos<br />

Tonmeister Werner Dabringhaus erläuterte dem fachkundigen<br />

Publikum sein neues Aufnahmeverfahren namens 2222+.<br />

acht Kanäle unterzubringen sind, war klar, was kommen<br />

musste. Auf <strong>der</strong> diesjährigen Classical:Next, <strong>der</strong> Messe für<br />

autonome Klassiklabels, die erstmals in München gastierte,<br />

erläuterte und demonstrierte Dabringhaus, was die<br />

mo<strong>der</strong>ne Technik bringen könnte: eine Erweiterung des<br />

2+2+2-Systems durch zwei weitere Kanäle oberhalb <strong>der</strong><br />

8<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


THE LIVING SERIES<br />

<strong>Die</strong> Cover-Absorber<br />

Raumakustik schön verkleidet<br />

Raumakustik-Profi Thomas Fast bringt Ihre Lieblingscovers an die Wand. Den<br />

Stoffbezug seiner hochwirksamen „Wall-Trapp-Absorber“ (Wirkbereich 300 bis<br />

4000 Hertz, Bautiefe 8 Zentimeter) bedruckt er mit LP-Motiven. Das sieht gut aus<br />

und nimmt Hallenergie aus dem Raum. Der Preis eines Walltraps von 1 x 1 Meter<br />

liegt bei 650 Euro. Info unter 0711 / 48 08 88 8 o<strong>der</strong> www.fastaudio.de<br />

Sofort einsatzbereit.<br />

Drahtlose Musikwie<strong>der</strong>gabe<br />

von PC/Mac und<br />

je<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Audioquelle.<br />

Wireless Sound in perfekter<br />

HiFi Qualität.<br />

<strong>Die</strong> Classical:Next in München gab ihre Premiere mit Erfolg<br />

und vielen Künstlern. Hier <strong>der</strong> Pianist Eldar Nebolsin.<br />

hinteren Lautsprecher. Das Verfahren heißt jetzt 2222+ und bringt noch<br />

mehr definierte Räumlichkeit in die Wie<strong>der</strong>gabe. Bislang scheiterte die<br />

Verbreitung des Verfahrens daran, dass gängige Mehrkanalverstärker<br />

nur sieben Kanäle plus einen im Frequenzgang beschnittenen Subwoofer-<br />

Kanal anbieten. Aber wer Dabringhaus kennt, weiß, dass <strong>der</strong> so schnell<br />

nicht aufstecken wird... Infos unter 0 52 31 / 93 89 0<br />

AUDIO PRO LIVING LV 3<br />

HIFIDIGITAL BEWERTUNG<br />

PREIS /LEISTUNG<br />

SEHR GUT<br />

AUDIOPRO-LIVING.DE


Magazin Neuheiten schon gehört<br />

Auf <strong>der</strong> Mauer ...<br />

Onwall-Boxen vom Studio-Profi PMC<br />

Jetzt auch Harman<br />

Erster Kopfhörer <strong>der</strong> US-Amerikaner<br />

Wenn PMC das Thema Onwall-Boxen angeht, darf man<br />

Obwohl sie mit AKG eine veritable Kopfhörer-Schmiede<br />

getrost Beson<strong>der</strong>es erwarten. Zum einen Transmissionline-Konstruktionen<br />

im Bass. Zum an<strong>der</strong>en hat jedes<br />

aufs eigene Label. Den On-Ear-Hörer gibt’s als klassische<br />

im Konzern haben, setzen die Harman-Strategen auch<br />

Modell zwei schaltbare Hochtöner – für den vertikalen<br />

Kabel- (200 Euro) o<strong>der</strong> Bluetooth-Ausführung (250 Euro).<br />

o<strong>der</strong> horizontalen Einsatz. <strong>Die</strong> Preise liegen zwischen<br />

Angesichts <strong>der</strong> Erfahrung des Konzerns darf man Großes<br />

2000 und 3000 Euro pro Paar. Infos: 0 20 54 / 93 85 79 3.<br />

erwarten. Infos: 0 71 31 / 48 00, www.harman.com<br />

_08J0C_Ultrasone_STP_08_CeCeRogers_4c.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);08. Jun <strong>2012</strong> 10:34:05<br />

(CeCe Rogers)<br />

THE headphone company<br />

Don Dexter Agency ©


<strong>HIGH</strong>RESAUDIO & Warner<br />

Genialer Coup <strong>der</strong> Download-Plattform<br />

<strong>HIGH</strong>RESAUDIO holt die Warner Music Group ins Boot<br />

beziehungsweise auf die Plattform. Auf www.highresaudio.com<br />

findet die qualitätsbewusste Hörerschaft eine<br />

einmalige Titelauswahl namhafter Stars in Studio-<br />

Masterqualität (24 Bit, 96 und 192 kHz) zum Download.<br />

In einer ersten Tranche stehen ab sofort Aufnahmen von<br />

Eric Clapton, R.E.M., Alanis Morissette, Eagles, America,<br />

Miles Davis, Joni Mitchell, Donald Fagen, Mark Knopfler,<br />

Seal, Steely Dan u.v.a. im Programm, das wächst und<br />

wächst und wächst ...<br />

Groß im Kleinen<br />

Kompaktanlage von Advance Acoustic<br />

CD-Laufwerk, FM-Tuner und satte Leistung: Das ist<br />

die eine Seite von EZY, <strong>der</strong> kleinen Komplettanlage<br />

<strong>der</strong> Franzosen. Netzwerk-Schnittstelle für Streaming,<br />

Bluetooth-Empfänger, USB-Eingang und zusätzliche<br />

Digitaleingänge die an<strong>der</strong>e. Das Alleskönner-Set<br />

becirct mit praller Ausstattung und fairem Preis –<br />

1000 Euro nämlich. Infos: 0511 / 79 04 0<br />

Erfolgsboxen, frisch getunt<br />

Auf Stein gebaut<br />

<strong>Die</strong> T 100 L Serie ist<br />

bei Expolinear in<br />

Berlin <strong>der</strong> Erfolgslautsprecher<br />

–<br />

weshalb er nun noch<br />

einmal gründlich<br />

überarbeitet wurde. <strong>Die</strong><br />

Spezialisten für Natursteingehäuse<br />

haben seit jeher<br />

auch ein Faible für Bändchen-<br />

Hoch töner. <strong>Die</strong> T 100 in <strong>der</strong><br />

Serie 3 (ab 2200 Euro)<br />

bekam ein neues Bändchen<br />

spendiert, was die Wie<strong>der</strong>gabe<br />

noch luftiger macht.<br />

Info: 030 / 8 73 94 54


Magazin<br />

Vor<br />

Vor 30 Jahren<br />

August 1982<br />

1982 wurden wellige LPs<br />

immer mehr zum Thema.<br />

Luxman hatte den Ansaug-<br />

Mechanismus im 555-Laufwerk<br />

eingebaut, die Zubehörindustrie<br />

bot Nachrüstsätze<br />

an, die sich dem <strong>stereoplay</strong>-<br />

Test stellen mussten.<br />

Sieger wurde <strong>der</strong> Phonogen<br />

Disc-Contact für 200 Mark –<br />

wegen hoher Effizienz und<br />

einfacher Bedienbarkeit.<br />

Immer zentriert<br />

Der aufwendigste aller Plattenspieler<br />

Der eigentlich auf Cassettenrecor<strong>der</strong><br />

abonnierte Hersteller<br />

Nakamichi setzte sich mit dem<br />

TX 1000 (Preis: 18 000 Mark) ein<br />

analoges Denkmal. Der 40-Kilo-<br />

Bolide bot nicht nur von Haus aus<br />

exzellente Gleichlaufwerte, er<br />

egalisierte dank doppeltem<br />

Plattenteller und trickreicher<br />

Elektronik Gleichlaufschwankungen,<br />

die durch unpräzise<br />

Zentrierungen <strong>der</strong> Platten entstanden.<br />

Dafür hatte Eddy Nakamichi<br />

einen zusätzlichen Messarm<br />

(inklusive Abtaster) und Prozessor<br />

in den TX 1000 einbauen lassen.<br />

<strong>Die</strong> Unwuchten wurden mit dem<br />

Arm erfasst, vom Prozessor<br />

analysiert und über zwei Motoren,<br />

die den oberen Teller entsprechend<br />

verschoben, korrigiert. Das<br />

Konzept, so <strong>stereoplay</strong> damals, war<br />

überlegen. Tester Harald Kuppek<br />

sprach vom „perfekten Laufwerk“.<br />

Zwei in eins<br />

JBLs einzigartiges Paragon-Klangmöbel<br />

Noch heute bekommt man Höchstpreise für ein Paragon. <strong>Die</strong> Hornbasierte<br />

Dreiwegekonstruktion (zwei 15-Zoll-Bässe plus Mittel- und<br />

Hochtonhörner) bringt linken und rechten Kanal in einem wun<strong>der</strong>schön<br />

geschwungenen, von Hand aufgebauten Holzkorpus zusammen. <strong>Die</strong><br />

Bässe kamen extrem knackig, die Höhen ein bisschen scharf. 20 000<br />

Mark kostete ein Paragon. Schon damals nicht billig. Aber schön ...<br />

Kraft aus Freude<br />

Mono-Endstufen von Denon und Yamaha für 11 000 Mark<br />

Der Aufwand war gewaltig: 167 Transistoren zählte Tester Joachim<br />

Reinert in <strong>der</strong> Yamaha BX-1. Und in <strong>der</strong> Denon POA-8000 waren es<br />

wohl nicht viel weniger. Japans Ingenieure strebten damals die Krone<br />

im High End an. Was ihnen nur fast gelang. Denn die amerikanische<br />

Stereo-Endstufe McIntosh 2255 gefiel den Testern doch noch etwas<br />

besser: Stimmen klangen mit ihr schöner.<br />

<strong>Die</strong> beson<strong>der</strong>e Platte<br />

Laurie An<strong>der</strong>son<br />

„Big Science“<br />

Warner Bros./WEA<br />

Klangqualität: gut<br />

Ein Meilenstein. Laurie An<strong>der</strong>son,<br />

die sich immer eher als Avantgarde-<br />

Künstlerin denn als Musikerin<br />

bezeichnete, hat hier ein Werk<br />

vorgelegt, das noch heute nachhallt.<br />

Mit Vocal-Synthesizer und allerlei<br />

Elektronik verän<strong>der</strong>te sie klassische<br />

Sounds zu einer Art Musik-Science-<br />

Fiction. Der <strong>stereoplay</strong>-Rezensent<br />

Uwe Egk jedenfalls war höchstbegeistert<br />

und unterstellte, dass<br />

An<strong>der</strong>son wohl nicht mehr lange ein<br />

Geheimtipp bliebe. Der Mann sollte<br />

Recht behalten.


Smarte Offensive<br />

70 Neuheiten von Boston, Denon, Marantz<br />

Eine Menge Holz, was <strong>der</strong> DM-Konzern (mit den<br />

angeschlossenen Marken Boston, Denon und<br />

Marantz) in diesem Jahr an Neuem aufbietet.<br />

Der europäischen Presse wurde diese Produktoffensive<br />

im sonnigen Valencia präsentiert – was<br />

das Ganze noch ein bisschen schöner machte.<br />

Und es gab einiges zu bestaunen: den neuen<br />

Denon-Receiver AVR 3313 o<strong>der</strong> die dritte Auflage<br />

<strong>der</strong> legendären 11er-Linie von Marantz. O<strong>der</strong> die<br />

neue M-Serie aus dem Hause Boston. Boston-<br />

Manager Rainer Finck (im Bild rechts mit Marantz-<br />

Botschafter Ken Ishiwata) erläuterte das neue,<br />

trickreiche Mechanik-Konzept <strong>der</strong> Gehäuse. Doch<br />

auch bei DM stehen die Zeichen auf smarten<br />

Lifestyle: Marantz Consolette o<strong>der</strong> Denon Cocoon<br />

stehen für sehr hübsches, Design-bewusstes<br />

Kompakt-HiFi in einer vielfältig vernetzten Welt.<br />

_08J1S_Magnat_Audio_08_HECO_Phalanx.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 95.00 mm);08. Jun <strong>2012</strong> 12:01:45<br />

270 mm<br />

238 mm<br />

PHALANX MICRO 200A<br />

<strong>Die</strong> kleine „Walze“ macht mächtig viel Power und das<br />

gleich mit drei 200 mm Alu-Membranen!<br />

Im ursprünglichen, altgriechischen Sinne beschreibt „Phalanx“<br />

eine Kampfformation o<strong>der</strong> eine Walze. Beide Interpretationen sind<br />

sehr zutreffend für diesen 300 Watt starken Aktiv-Subwoofer. Der<br />

Phalanx Micro 200A arbeitet mit einer Aktiv-Membran und zwei<br />

Passiv-Membranen, die als Langhub-Bassradiatoren ausgelegt<br />

sind und in einem geschlossenen Gehäuse den Job zweier<br />

Bassreflexrohre übernehmen. Das Ergebnis: viel Bass-Spaß bei<br />

extrem geringen Abmessungen...<br />

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.heco-audio.de.<br />

245 mm


Test & Technik Lautsprecher<br />

Über vier Metallstangen ist die edle Kunststoff-Front mit<br />

dem Hauptgehäuse verbunden. <strong>Die</strong> Front weist hinten<br />

durchgehende Längsrillen auf, die das Resonanzverhalten<br />

<strong>der</strong> Schallwand gleichmäßiger machen sollen.<br />

Das Versteifungskreuz aus einem hochdämpfenden<br />

Material hat in <strong>der</strong> Mitte exakte<br />

Ausfräsungen. Hier sind die Magneten des Uni-Q<br />

eingespannt und so zusätzlich beruhigt.<br />

<strong>Die</strong> Trompetenähnliche<br />

Bassreflex-Öffnung<br />

ging<br />

aus aufwendigen<br />

KEF-Forschungsreihen<br />

hervor und<br />

soll beson<strong>der</strong>s<br />

strömungsgünstig<br />

beziehungsweise<br />

effizient sein.<br />

Aus Platzgründen<br />

konsequent:<br />

Tiefmittel- und<br />

Hochton-Bereich<br />

<strong>der</strong> Weiche sitzen<br />

getrennt links und<br />

rechts auf den<br />

Gehäusewänden.<br />

Ein spezieller, relativ stark gepresster<br />

Schaumstoff min<strong>der</strong>t Hohlraumresonanzen und<br />

beruhigt die geschwungene Schallwand.<br />

14<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Klein, stark, überragend<br />

KEF feiert Geburtstag und schenkt <strong>der</strong> HiFi-Welt den mit Abstand<br />

bezauberndsten und besten Kompaktmonitor unter 1000 Euro.<br />

Eine lange Reihe wahrlich<br />

herausragen<strong>der</strong> Konstruktionen<br />

hat KEF in seiner jetzt<br />

50-jährigen Geschichte hervorgebracht,<br />

Früh entdeckten die<br />

Englän<strong>der</strong> (die seit 1994 unter<br />

dem Dach <strong>der</strong> Honkong-chinesischen<br />

Gold-Peak-Gruppe sitzen)<br />

die Vorzüge <strong>der</strong> koaxialen<br />

Mittelhochtöner, die sie wie<br />

kein zweiter Anbieter perfektionierten.<br />

Mit <strong>der</strong> traumhaften<br />

Lautsprecher-Skulptur Blade<br />

(Test in 1/12) vollzog sich<br />

<strong>der</strong> letzte Entwicklungsschub<br />

des koaxialen Uni-Q, dessen<br />

Membran nun stabilisierende<br />

Längsrillen aufweist und dessen<br />

Hochtöner auf eine filigrane<br />

Schallverteilerlinse arbeitet.<br />

<strong>Die</strong>ser neue Uni-Q und das<br />

nahende Jubiläum inspirierten<br />

das KEF-Entwickler-Team im<br />

britischen Maidstone zu einer<br />

reizvollen Idee. <strong>Die</strong> Ikone unter<br />

den Kompaktboxen <strong>der</strong> 60er<br />

und 70er Jahre war die legendäre<br />

LS 3/5a <strong>der</strong> BBC. Das mit<br />

Treibern und Weichen von KEF<br />

bestückte Kleinod war zum<br />

Einsatz in Übertragungswagen<br />

entwickelt worden, verzückte<br />

aber die gesamte HiFi-Welt und<br />

ist bis auf den heutigen Tag<br />

in puncto Natürlichkeit immer<br />

noch eine Ansage. Ihr wollte<br />

man nun zum KEF-Geburtstag<br />

einen würdigen Monitor folgen<br />

lassen: die LS 50.<br />

Basis des Vorhabens war die<br />

auch bei <strong>stereoplay</strong> erfolgreiche<br />

R 100 (Test 2/12), die KEF aber<br />

für dieses Son<strong>der</strong>modell in allen<br />

relevanten Bereichen noch einmal<br />

umfassend getunt hat.<br />

Schönes Geburtstagsgeschenk<br />

mit kupfergold<br />

schimmern<strong>der</strong> Uni-Q-<br />

Membran und akustisch<br />

vorteilhaft geschwungener<br />

Schallwand: KEF LS 50 für<br />

1000 Euro pro Paar.<br />

Nehmen wir nur die Schallwand.<br />

<strong>Die</strong> aus schwerem Kunststoff<br />

gegossene schwarz schimmernde<br />

Front ist so stark gewölbt,<br />

dass Kantenreflexionen<br />

nur wenig Angriffsfläche geboten<br />

wird. Der 5-Zoll-Breitbandkoax<br />

(im Gegensatz zur R 100<br />

kupfergolden eingefärbt) ist<br />

von hinten angeflanscht, so dass<br />

keinerlei Schrauben o<strong>der</strong> Befestigungen<br />

das Bild trüben. <strong>Die</strong><br />

Schallwand ist über Metallstangen<br />

an <strong>der</strong> Rückseite festgezurrt.<br />

Das gesamte Gehäuse<br />

wurde unter <strong>der</strong> Maßgabe<br />

geringer Vibrationsanfälligkeit<br />

entwickelt. Der Redaktion<br />

liegen Messprotokolle vor, wie<br />

man sich über Simulation und<br />

das Messen etlicher Modelle<br />

ans finale Gehäuse herangearbeitet<br />

hat. Da ging offenkundig<br />

eine Menge Zeit ins Land.<br />

Zweiter Entwicklungsschwerpunkt<br />

war die Reduzierung<br />

von Verzerrungen im<br />

Koax. <strong>Die</strong> Klirr-Messungen<br />

(Seite 16) sind für einen 12-Zentimeter-Bass<br />

aller Ehren wert.<br />

Wie auch <strong>der</strong> Maximalpegel<br />

von 96 Dezibel (bei 80 Hertz)<br />

und die untere Grenzfrequenz<br />

von 42 Hertz (-6 dB).<br />

Aber wie klingt das Jubiläums-Kunstwerk?<br />

Grandios.<br />

Gitarren-Virtuose Pat Metheny<br />

hat für „What’s It All About“<br />

den Simon & Garfunkel-<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 15


Test & Technik Lautsprecher<br />

2<br />

1<br />

<strong>Die</strong><br />

Membran<br />

des Tiefmitteltöners<br />

(1) besteht aus einem sehr steifen<br />

Magnesium/Alu-Mix. <strong>Die</strong> Schwingspule (2) ist – wie auch <strong>der</strong> Antrieb –<br />

gegenüber dem ursprünglichen Uni-Q <strong>der</strong> R 100 noch einmal optimiert.<br />

KEF LS 50<br />

1000 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: GP Acoustics, Lünen<br />

Telefon: 0231 / 98 60 32 0<br />

www.kef.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 20 x H: 30,2 x T: 27,8 cm<br />

Gewicht: 7,2 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend,<br />

Hörabstand ab 2 m, normal<br />

bedämpfte Räume bis 30 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

KEF LS 50 Anniversary Model Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

Klassiker „The Sound Of<br />

Silence“ neu eingespielt. Ein<br />

schönes Stück Musik – und<br />

klanglich ein Genuss mit vielen<br />

fein herausgeputzten Details:<br />

hier ein feiner Oberton, dort ein<br />

leises Kratzen auf dem Gitarrenkorpus.<br />

<strong>Die</strong> LS 50 zeigt<br />

alles. Auch dynamisch ist die<br />

Kleine eine Show: <strong>Die</strong> Gitarren-<br />

Anrisse explodierten förmlich,<br />

Bassdrum-Schläge kamen mit<br />

einer Wucht, die doch unmöglich<br />

aus so kleinen Gehäusen<br />

kommen konnte, o<strong>der</strong>?<br />

Doch. Sogar mit Bass-intensiver<br />

Elektronik-Musik à la<br />

Un<strong>der</strong>world o<strong>der</strong> Kru<strong>der</strong> &<br />

Dorfmeister verblüffte die KEF.<br />

Häufig erahnt man bei dieser<br />

Musik sofort, wie groß die angeschlossenen<br />

Lautsprecher<br />

sind, weil kleine Bässe schnell<br />

Zu allen Seiten gleich<br />

Abstrahlverhalten <strong>der</strong> LS 50<br />

verzerren und dann den Tiefbass-<strong>Die</strong>nst<br />

quittieren. <strong>Die</strong><br />

LS 50 aber klang trotz ihres nur<br />

zwölf Zentimeter messenden<br />

Tieftönerchens niemals klein.<br />

Als Vergleichspartner hatten<br />

wir zwei bestens beleumundete<br />

Vorgänger herangezogen: die<br />

KRF XQ 10 (Highlight aus dem<br />

Test in 7/08) und, klar, die<br />

LS 3/5a in einer Version aus den<br />

frühen 80er Jahren. <strong>Die</strong> XQ 10<br />

klang ebenfalls sehr dynamischaufgeräumt,<br />

aber auch etwas<br />

aufgesetzt-silbriger. Stimmen<br />

kamen daher weniger natürlich.<br />

Zudem hörte man bei <strong>der</strong> XQ<br />

10 – obwohl sie mit einem<br />

gleich großen Koax aufspielt<br />

– sofort, dass es sich hier um<br />

eine kleine Box handelt. Vor<br />

allem in <strong>der</strong> räumlichen Darstellung<br />

war die XQ <strong>der</strong> LS 50<br />

Für einen Monitor, <strong>der</strong> womöglich auch im Studio<br />

zum Einsatz kommen soll, ist ein gleichmäßiges<br />

Abstrahlverhalten über die Winkel günstig. Der neue<br />

Uni-Q arbeitet diesbezüglich fast schon rekordverdächtig<br />

linear; die Energiekurve (oben) verengt sich<br />

zu hohen Frequenzen hin gleichmäßig. <strong>Die</strong> Energieverteilung<br />

normaler Mehrwege-Konstruktionen<br />

ähnelt in <strong>der</strong> Regel eher zackigen Tannenbäumen.<br />

<strong>Die</strong> Frequenzgang-Kurve unten zeigt: Dank <strong>der</strong><br />

trickreichen Schallverteilerlinse vor dem Hochtöner<br />

<strong>der</strong> LS 50 ist auch die Linearität oberhalb 10 kHz<br />

überragend. Selbst bei einer Abweichung von<br />

30 Grad (blaue Kurve) nimmt <strong>der</strong> Pegel kaum ab.<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

klar unterlegen. Letztere positionierte<br />

die Instrumente und<br />

Stimmen so plastisch-realistisch<br />

in den Hörraum, dass es einem<br />

den Atem verschlug.<br />

Das konnte auch die alte<br />

LS 3/5a nicht. <strong>Die</strong> Boxen-Ikone<br />

punktet aber noch immer mit<br />

superber Natürlichkeit in den<br />

Stimmlagen und entspannter<br />

Musikalität. Dynamisch, von<br />

<strong>der</strong> Feinauflösung und <strong>der</strong><br />

exakten dreidimensionalen Abbildung<br />

her, spielt die LS 50<br />

jedoch in einer an<strong>der</strong>en Welt.<br />

Hier schließt sich <strong>der</strong> Kreis,<br />

denn mit ihren Fähigkeiten hat<br />

die Jubiläums-Box fraglos das<br />

Zeug, die LS 3/5a dieses Jahrzehnts<br />

zu werden: Mehr Spitzenklang<br />

ist für 1000 Euro <strong>der</strong>zeit<br />

nirgendwo zu bekommen.<br />

Holger Biermann■<br />

KEF LS 50 Anniversary Model<br />

Frequenzgang<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Absolut linear: die Energiekurve (oben) und<br />

<strong>der</strong> Frequenzgang im Mittelhochton.<br />

Ausgewogener Verlauf mit Hochton-<br />

Break-up-Frequenz von 40 kHz;<br />

unproblematischer Impedanzverlauf<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

Für eine Box dieser Größe gut – mit<br />

höheren Verzerrungen unter 400 Hz<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Benötigt für HiFi-gerechte Pegel<br />

Verstärker ab 90 Watt (4 Ohm)<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 46/42 Hz<br />

Maximalpegel 46-80/>80 Hz 95/96 dB<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

16 Ohm<br />

8 Ohm<br />

60 dB<br />

4 Ohm<br />

2 Ohm<br />

Impedanzverlauf<br />

50 dB<br />

1 Ohm<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

KEF LS 50 Anniversary ModelPegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

11 11 7 7 13<br />

Natürlichkeit<br />

Feinauflösung<br />

Grenzdynamik<br />

Klang 49<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 5<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Bezaubernde Jubiläums-Box<br />

mit Zweiwege-Koax neuester<br />

Generation und attraktivem<br />

Gehäuse. Sehr dynamische,<br />

ausgewogene Wie<strong>der</strong>gabe<br />

mit einer atemberaubenden<br />

Abbildungsstärke.<br />

Ausgesprochen g ünstig.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

gut – sehr gut<br />

Preis/Leistung<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

49 Punkte<br />

70 Punkte<br />

überragend<br />

16<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Test & Technik CD-Spieler / Verstärker Kombi<br />

Time out<br />

<strong>Die</strong> Verstärker- und CD-Spieler-Neuheiten von Cyrus sehen aus wie<br />

ihre Vorgänger von einst. Wahrscheinlich tönen sie auch ähnlich.<br />

Das Verrückte daran: Was schon lange gut aussieht und gut klingt,<br />

wird möglicherweise erst jetzt so richtig mo<strong>der</strong>n.<br />

18<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Gestandene High En<strong>der</strong><br />

denken einfach in größeren<br />

Zeiträumen. „Cyrus, das<br />

hieß mal Mission Cyrus, ach<br />

ja.“ Vielleicht erinnern sie sich:<br />

Mit einer Vor- und Endstufe,<br />

<strong>der</strong>en Front in voller Gesamtheit<br />

aus Alu-Druckguss-Lettern<br />

<strong>der</strong> Marke bestand, lieferte<br />

<strong>der</strong> damalige Chefentwickler<br />

Henry Azima einen ganz großen<br />

Coup (776/777, <strong>stereoplay</strong><br />

3/1983). <strong>Die</strong> 7000-Mark-Kombi<br />

war zukunftsweisend, denn<br />

schon damals standen inzwischen<br />

höchst bewährte Errungenschaften<br />

wie überbordende<br />

Akku-Versorgung, knapp bemessene<br />

Strom-Gegenkopplung<br />

und ein harmonisches Klirrspektrum<br />

im Vor<strong>der</strong>grund.<br />

„Auch haben wollen“, riefen<br />

nun weniger reiche Fans im<br />

Chor. Darauf reagierte Azima<br />

mit <strong>der</strong> Konstruktion eines kleinen,<br />

aber feinen Vollverstärkers,<br />

<strong>der</strong> in einer etwas schlichteren<br />

Alu-Panzerschale seine Bleibe<br />

fand. Und ganz egal, ob <strong>der</strong><br />

schwedische Feinmechanik-<br />

Spezialist Hasselblad ein<br />

Magnesium-Gehäuse zulieferte<br />

o<strong>der</strong> neuerdings Husqvarna<br />

eines aus Alu: <strong>Die</strong> Idee, das gesamte<br />

Gehäuse als homogenen<br />

Wärmeleiter auszubilden und<br />

als Kühlkörper einzusetzen,<br />

erscheint auch heute noch<br />

höchst vernünftig.<br />

Davon unberührt hat die<br />

Gieß- und Feilfinesse beim neuen<br />

Cyrus 8a für 1600 Euro einen<br />

Gipfel erreicht. <strong>Die</strong> immer dünner<br />

gepresste und geriebene<br />

Schale fühlt sich schon fast wie<br />

Balsaholz an. Auch setzen die<br />

jüngeren Ingenieure im nördlich<br />

von London gelegenen HiFi-<br />

Städtchen Huntington nicht<br />

mehr bloß auf möglichst<br />

schlichte Elektronik.<br />

Ganz im Gegenteil. <strong>Die</strong><br />

kleinflächige Rückseite des 8a<br />

erscheint geradezu gespickt<br />

voll: mit sechs Hochpegeleingängen,<br />

<strong>der</strong>en Cinch-<br />

Buchsen so eng<br />

stehen, dass Son<strong>der</strong>stecker<br />

nicht infrage<br />

kommen. Gleich<br />

zwei Pre-Outs sowie ein Ausund<br />

Eingang für den Remote-<br />

Verbund mussten auch noch in<br />

die Reihe passen. Hinzu kommt<br />

ein Zone-2-Out, <strong>der</strong> zunächst<br />

den Kommentar „Was soll denn<br />

das“ hervorrief – und dann im<br />

Folgenden Anerkennung. Damit<br />

kann <strong>der</strong> 8a nämlich beliebige<br />

Eingangssignale – unabhängig<br />

von den im Hauptraum gehörten<br />

– an einen Zweitverstärker im<br />

Separée weiterreichen.<br />

<strong>Die</strong> doppelt vorhandenen<br />

Boxenklemmen polarisieren die<br />

Geister. Am Cyrus 8a gibt es<br />

immer noch inverse Bananenbuchsen,<br />

so dass <strong>der</strong> Besitzer<br />

zwangsläufig mit den beigelegten<br />

Schraubadaptern herumfummeln<br />

muss. <strong>Die</strong> einen mögen<br />

<strong>der</strong>gleichen als nett-versnobten<br />

Gag empfinden. Im<br />

Zeitalter von WBT- und ähnlichen<br />

Klemmen sehen an<strong>der</strong>e<br />

darin einen Anachronismus.<br />

Der Blick auf die Aussparungen<br />

unterhalb <strong>der</strong> Buchsen<br />

und auf die Optionsliste lässt<br />

Freude aufkommen. Für mo<strong>der</strong>ate<br />

250 Euro gibt es eine<br />

Zusatz-Steckplatine mit zwei<br />

koaxialen und zwei optischen<br />

Digitaleingängen sowie einer<br />

USB-Buchse (siehe Seite 20).<br />

<strong>Die</strong>se Elektronik entschlüsselt<br />

fröhlich Digitalsignale mit 24<br />

Bit Dynamik sowie einem Takt<br />

von 192 Kilohertz und kommuniziert<br />

gerne mit dem PC.<br />

Mit Steinzeit-Schaltern und<br />

-Relais lässt sich solch ein<br />

Mikrokosmos nicht verwalten.<br />

Cyrus setzte vielmehr platzsparende<br />

Auflöt-Switch-ICs ein.<br />

<strong>Die</strong> Lautstärke wird ebenfalls<br />

elektronisch geregelt<br />

– kratzfest und mit dem<br />

Vorteil, dass eine<br />

Dezibel-Balkenanzeige<br />

Cyrus CD 8 SE 2<br />

Beim CD-Spieler<br />

bildet das Druckgussgehäuse<br />

einen selten<br />

stabilen Rahmen für das<br />

ohnehin robuste Laufwerk. <strong>Die</strong><br />

von Cyrus selbst kreierte Lese-<br />

Elektronik kommt auch auf Schlagloch-CD-Pit-Pfaden<br />

gut zurecht.<br />

Cyrus 8a<br />

In die Alu-Schale des<br />

britischen Vollverstärkers<br />

passen ein strammer, 350 Watt<br />

fester Ringkern-Trafo, ein<br />

Standby-Kollege sowie zwei<br />

gediegene 10 000-Mikrofarad-Elkos von<br />

Elna hinein. Bei Bedarf noch dazu eine<br />

Digital/Analog-Wandler-Option.<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 19


Test & Technik CD-Spieler / Verstärker Kombi<br />

angesteuert werden kann. <strong>Die</strong><br />

ICs ermöglichen nebenbei, die<br />

Empfindlichkeit <strong>der</strong> einzelnen<br />

Eingänge auf bestimmte Werte<br />

voreinzustellen. Auch darf <strong>der</strong><br />

Besitzer die diversen Musiklieferanten<br />

mit selbst einprogrammierten<br />

Namen taufen.<br />

Den Argwohn, dass so emsige<br />

Elektronik über die Versorgungsleitungen<br />

sauigeln könnte,<br />

zerstreuen die Englän<strong>der</strong> durch<br />

ein Multinetzteil mit vielfältiger<br />

Elko-Filterung sowie Stabilisierung.<br />

Wer ganz sicher gehen will,<br />

findet an <strong>der</strong> Rückseite des<br />

Amps eine Buchse vor, die<br />

einem Zusatznetzteil (PSX-R,<br />

680 Euro) Anschluss bietet.<br />

<strong>Die</strong>ses Teil versorgt die Eingangskreise<br />

auf separate Weise;<br />

dann herrscht endgültig Ruhe<br />

im Schiff.<br />

<strong>Die</strong> aus Einzeltransistoren<br />

komponierten weiteren Verstärkerkreise<br />

kommen in diesem<br />

Fall umso besser mit dem Einbau-Netzteil<br />

zu Streich. Zahlreiche<br />

Entkoppel- und Strom-<br />

quellen-Unterstützungshalb-<br />

leiter verraten auch hier den<br />

ambitionierten Aufbau. In einer<br />

raffinierten Konstellation bügeln<br />

die Treiber- und Endtransistoren<br />

gegenseitig Krümmungen ihrer<br />

Arbeits-Kennlinien aus (P- und<br />

N- sowie N- und P-Typen auf<br />

<strong>der</strong> Gegentaktseite). Mit dem<br />

Erfolg, dass <strong>der</strong> 8a auf die rabiat<br />

wirkende, aber energiezehrende<br />

Strom-Gegenkopplungsschleife<br />

verzichten und<br />

sich mit <strong>der</strong> sparsameren<br />

Spannungs-Korrekturvariante<br />

begnügen kann.<br />

Auch <strong>der</strong> Player (oben)<br />

besitzt einen Anschluss<br />

für das Zusatznetzteil<br />

PSX-R. Während <strong>der</strong><br />

Amp mit einem<br />

Klanggewinn profitierte,<br />

brachte die Extraversorgung<br />

hier nichts.<br />

<strong>Die</strong> DAC-Option für den Cyrus 8a<br />

Kontaktfreudig<br />

Nicht nur die Vergoldung <strong>der</strong><br />

koaxialen Cinch-Digitaleingänge,<br />

auch <strong>der</strong> Rest <strong>der</strong> DAC-<br />

Einsteckplatine für den Cyrus<br />

8a sieht lecker aus. So etwa<br />

die zahlreichen kleinen Elkos<br />

im Metallgehäuse, die Versorgungsspannungen<br />

säubern.<br />

O<strong>der</strong> <strong>der</strong> Digital/Analog-Wandler<br />

PCM 1791 A von Texas<br />

Instruments, <strong>der</strong> einen Mehrfach-Wandler<br />

und eine Doppel-<br />

Analogstufe für den symmetrischen<br />

Ausgang beinhaltet<br />

und <strong>der</strong> durch Differentialanordnung<br />

dem theoretischen<br />

digitalen Dynamikbereich von<br />

24 Bit (144 Dezibel!) relativ nahe<br />

kommen kann.<br />

Für die saubere Umsetzung<br />

sind jitterarme Digitalsignale<br />

nötig. Mit einem Quarzoszillator<br />

und einer „Phased Locked<br />

Loop“ genannten Regel schleife<br />

versucht <strong>der</strong> Receiver-Baustein<br />

AK 4113, die hoch gesteckten<br />

Erwartungen zu erfüllen. Ganz<br />

nebenbei erledigt <strong>der</strong> Asaki-<br />

Kasei-Baustein für die zwei<br />

koaxialen und die zwei optischen<br />

Digital-Inputs den Job<br />

<strong>der</strong> Eingangswahl.<br />

USB-Signale stellen an<strong>der</strong>e<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen; für diese produziert<br />

ein PCM 2707 (mit <strong>der</strong><br />

Hilfe eines weiteren Quarzes)<br />

aus Datenpaketen einen kontinuierlich<br />

fließenden Strom aus<br />

S/P-DIF-Bitworten, mit dem<br />

<strong>der</strong> eingebaute Digital/Analog-<br />

Wandler o<strong>der</strong>, im Cyrus-Fall,<br />

<strong>der</strong> benachbarte PCM 1791 A<br />

etwas anfangen kann. <strong>Die</strong><br />

schlechte Nachricht: Der 2707<br />

kann nur 48 Kilohertz. <strong>Die</strong> gute:<br />

<strong>Die</strong> Platine klingt einwandfrei.<br />

1<br />

Beherbergt unter an<strong>der</strong>em<br />

den D/A-Wandler PCM 1791<br />

A von Texas Instruments (1):<br />

250-Euro-DAC-Option für<br />

den Cyrus 8a, die auch via<br />

USB kommunizieren kann.<br />

20<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Im Hörraum reifte <strong>der</strong> 8a<br />

bald zum umsichtigen Musik-<br />

„Gartengestalter“ heran. Markige<br />

Bässe mit schön gemaserter<br />

Rinde, bunte, fruchtige Mitten<br />

sowie warme, luftige Höhen<br />

wiesen ihn sogar bald als einen<br />

Meister seines Faches aus.<br />

Nach Anschluss des PSX-R<br />

besann sich <strong>der</strong> Cyrus auf noch<br />

mehr Bodenständigkeit und<br />

Ruhe; ein Punkte-Plus wäre<br />

allerdings zu viel verlangt.<br />

Ob mit o<strong>der</strong> ohne PSX: Bei<br />

<strong>der</strong> CD „The Lost And Found“<br />

(Obliq Sound) servierte <strong>der</strong> 8a<br />

Gretchen Parlatos Stimme extra<br />

weiblich und die E-Piano-Tontrauben<br />

beson<strong>der</strong>s appetitlich<br />

rund. Damit wurde er sogar dem<br />

Creek Destiny 2 gefährlich, mithin<br />

einem äußerst vergleichsbewährten<br />

Verstärker (Test in<br />

11/10, <strong>stereoplay</strong> Highlight,<br />

1980 Euro, 52 Punkte).<br />

Auf den ersten Eindruck<br />

erschienen Stimme und Läufe<br />

beim Creek dünner, sie hingen<br />

eher am Faden, während <strong>der</strong><br />

Cyrus zielgerichteter zu Werke<br />

<strong>stereoplay</strong> Know-how<br />

Komplement!<br />

ging. Nach längerem Hören holte<br />

<strong>der</strong> teurere Destiny jedoch<br />

auf. Er hauchte den Stimmen<br />

doch mehr Leben ein und <strong>der</strong><br />

Begleitung mehr Drive. Um den<br />

sturzmusikalischen Sugden A<br />

21a Series 2 (Test in 5/12, 1950<br />

Euro, 51 Punkte) zu kippen,<br />

reichte es auch nicht ganz.<br />

Mit 50 Punkten darf <strong>der</strong> Cyrus<br />

aber letztlich sehr stolz und<br />

zufrieden s ein.<br />

Ähnliches gilt für den CD 8<br />

SE 2, <strong>der</strong> wie sein Verstärker-<br />

Bru<strong>der</strong> zur wuchtig-runden,<br />

stets angenehmen Darstellung<br />

neigte. Nur sensibelste Player<br />

übertrafen ihn in puncto Feinzeichnung<br />

und Aura. Der<br />

Edel-Wandler PCM 1738 von<br />

Burr-Brown und die Profi-ICs<br />

OPA 2227 im Analogfilter und<br />

OPA 2134 im Ausgang taten<br />

ihre Schuldigkeit.<br />

Zudem lässt sich <strong>der</strong> CD 8<br />

SE 2 mit seinem praktischen<br />

Einschubschlitz prima bedienen.<br />

Auf zeitlose Schönheit bedachtes<br />

HiFi-Herz – was willst<br />

du mehr? Johannes Maier ■<br />

Für die Ausgangsschaltung des Cyrus-Amps haben sich<br />

die Techniker einen kleinen Zungenbrecher ausgedacht:<br />

Sie arbeitet mit Komplementär-Darlingtons in Gegentakt-<br />

Komplementäranordnung. Sie hat den Vorteil, dass sich<br />

vor allem bei höheren Strömen <strong>der</strong> Arbeitspunkt thermisch<br />

selbst stabilisiert und dass Kennlinienfehler <strong>der</strong> einzelnen<br />

Halbleiter sich besser ausgleichen.<br />

Cyrus 8a<br />

1600 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Sun Audio, München<br />

Telefon: 089 / 47 94 43<br />

www.sunaudio.de<br />

www.cyrusaudio.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 21,5 x H: 7,5 x T: 36,5 cm<br />

Gewicht: 5,9 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

-3dB<br />

-6dB<br />

-9dB<br />

-12dB<br />

-15dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Sehr ausgewogen, breitbandig und<br />

extrem laststabil<br />

Klirr-Analyse (k2 bis k5 vs. Leistung)<br />

0dBV<br />

-20dBV<br />

-40dBV<br />

-60dBV<br />

-80dBV<br />

-100dBV<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

Schön gleichmäßig steigende Klirrkomponenten<br />

mit nur leicht divergierendem<br />

Lastwechselverhalten<br />

<strong>stereoplay</strong> Leistungsprofil<br />

Recht hohes und sehr stabiles<br />

Musikleistungsniveau bis 161 Watt<br />

an 2 Ohm<br />

Sinusleistung 1 kHz, k = 1 %<br />

an 8/4 Ω<br />

78/122 W<br />

Rauschabstand (rel. 10V) 99 dB<br />

Phono MM/MC –<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 0,7/19 W<br />

Bewertung<br />

Klang 50<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Zeitlos schicker, mit mo<strong>der</strong>nen<br />

Son<strong>der</strong>features à la „Zone 2“<br />

gesegneter Vollverstärker, <strong>der</strong><br />

trotz seiner gedrungenen Gestalt<br />

akustisch nichts anbrennen<br />

lassen will. Bässe kommen<br />

kernig-konturiert, die Höhen<br />

klingen luftig und fein.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

gut - sehr gut<br />

Preis/Leistung<br />

50 Punkte<br />

73 Punkte<br />

sehr gut<br />

Cyrus CD 8 SE 2<br />

1600 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Sun Audio, München<br />

Telefon: 089 / 47 94 43<br />

www.sunaudio.de<br />

www.cyrusaudio.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 21,5 x H: 7,5 x T: 36,5 cm<br />

Gewicht: 3,5 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Ausgewogen<br />

Klirrspektrum<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Sehr geringer Klirr mit klanggünstig<br />

schnell abfallendem Spektrum<br />

Jitterspektrum<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Extrem geringer Jitter (140ps)<br />

Fehlerkorrekturvermögen<br />

Infospurfehler:<br />

bis 0,9 mm<br />

Oberflächenfehler: bis 2 mm<br />

Rauschabstand<br />

111 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 7,7/9 W<br />

Bewertung<br />

Klang CD 59<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

In puncto Ausstattung klassisch<br />

ausgelegter CD-Player mit<br />

ambitionierter Bestückung <strong>der</strong><br />

Filter- und analogen Ausgangsstufen.<br />

Klingt unten herum sehr<br />

dynamisch, zupackend und<br />

in den Höhen außerordentlich<br />

durchsichtig und sauber.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenkl.<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

Preis/Leistung<br />

59 Punkte<br />

84 Punkte<br />

gut<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 21


Test & Technik Blu-ray Player<br />

Blu-ray für Audiophile<br />

Der neue BD-Player von Denon bietet sehr viel, aber kaum Anschlüsse.<br />

Teurer Nepp für 500 Euro o<strong>der</strong> wahres High End für wenig Geld?<br />

Der DBT 1713 UD ist nicht<br />

<strong>der</strong> erste Blu-ray-Player<br />

von Denon, dem die analogen<br />

Videoausgänge fehlen. Vorgänger<br />

war <strong>der</strong> DVD 2500 BT für<br />

1000 Euro (Test 9/08). Er hatte<br />

noch weniger Anschlüsse, klang<br />

toll, navigierte aber arg langsam<br />

und nervte mit seinem Kühlventilator.<br />

Das aktuelle Modell<br />

hat eine leicht geringere Bauhöhe,<br />

kostet die Hälfte, gewinnt<br />

dafür aber analoge Cinch-Ausgänge.<br />

Der Rest bleibt so minimalistisch<br />

wie das Urmodell.<br />

Analoge Videoausgänge sind<br />

wie<strong>der</strong> tabu. Selbstverständlich<br />

bringt <strong>der</strong> 1713 aber alle Annehmlichkeiten<br />

aktueller gängiger<br />

Denon-Blu-ray-Player<br />

mit. Das „UD“ im Namen steht<br />

für Universal Disk; deshalb<br />

spielt das Laufwerk neben<br />

<strong>der</strong> Plicht mit CD, DVD und<br />

Blu-ray Disc, auch in 3D, sogar<br />

hochauflösende Musik: SACD<br />

und DVD-Audio.<br />

Auch an Netzwerkfähigkeiten<br />

mangelt es dem Denon<br />

nicht. Der integrierte Client<br />

meistert hochauflösende Musik<br />

und Video, egal ob von <strong>der</strong><br />

USB-Buchse o<strong>der</strong> einem Speicherstick,<br />

von einer Festplatte,<br />

die sogar NTFS-formatiert sein<br />

darf, o<strong>der</strong> vom lokalen Netzwerk<br />

mittels Mediaserver.<br />

Internetstreaming an Bord<br />

Bisherige Denon-Spieler spielten<br />

Filme direkt aus dem Internet<br />

nur von Youtube. Das macht<br />

<strong>der</strong> DBT 1713 UD ebenfalls –<br />

und bei vielen Clips sogar in<br />

überraschend guter Qualität.<br />

Nun aber haben die Entwickler<br />

die Onlinevideotheken „Vudu“<br />

und „Netflix“ gleich eingebaut.<br />

Was zunächst verlockend klingt,<br />

bringt hiesige Nutzer <strong>der</strong>zeit<br />

nicht weit, denn sie werden von<br />

den <strong>Die</strong>nsten mit <strong>der</strong> Information<br />

begrüßt, dass ihr Angebot<br />

in diesem Land (noch) nicht zur<br />

Verfügung stünde. Immerhin:<br />

<strong>Die</strong> Briten können Netzflix nutzen.<br />

Tipp: Wer jetzt Filme direkt<br />

in den Blu-ray-Player gestreamt<br />

mieten möchte, kann in Deutschland<br />

„Videociety.de“ nutzen.<br />

<strong>Die</strong> Anbieter schicken eine Bluray<br />

mit <strong>der</strong> Software zu, diese<br />

einlegen – und schon kann’s<br />

losgehen. <strong>Die</strong> Filme kommen<br />

in guter HD-Qualität (720P),<br />

selbst 3D ist im Angebot, für<br />

guten Ton gibt es Dolby Digital<br />

5.1. Das geht übrigens nicht nur<br />

auf dem Denon-Player, son<strong>der</strong>n<br />

mit jedem BD-Live-fähigen<br />

Gerät.<br />

Der Streamer im 1713 spielt<br />

die gängigsten Formate von<br />

MP3 bis 192-kHz-FLAC, Letzteres,<br />

obwohl nicht spezifiziert,<br />

sogar in Surround. <strong>Die</strong> Navigation<br />

<strong>der</strong> Auswahlmenüs verläuft<br />

Zukunftsmusik: In den Genuss <strong>der</strong> weltgrößten Onlinevideothek mit<br />

HD-Filmen kommen in Europa bislang nur die Englän<strong>der</strong>.<br />

22<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


zügig. Nicht bei allen Testdateien<br />

waren Metadaten und<br />

Coverabbildungen zu sehen.<br />

<strong>Die</strong> Darstellung auf dem Bildschirm<br />

ist übersichtlich, aber<br />

etwas schmucklos. Beim Abspielen<br />

von CD o<strong>der</strong> SACD erscheint<br />

sogar nur das Firmenlogo,<br />

es sei denn, man blendet<br />

manuell die Infoleiste ein.<br />

Der Blu-ray-Transport 1713 UD wirkt robust und ist<br />

edel gefertigt. FLAC, WAV sowie Blu-ray Discs spielt<br />

er mit Auflösungen von bis zu 192 kHz mit 24 Bit und<br />

5.1 Surround.<br />

Übersichtlich: Der Spieler verzichtet komplett auf<br />

analoge Videoausgänge. <strong>Die</strong> analogen Stereo-Cinch-<br />

Outputs klingen für einen Blu-ray-Player mehr als<br />

ordentlich.<br />

Maximierter Minimalismus<br />

Mit <strong>der</strong> Denon Remote App<br />

lässt sich <strong>der</strong> Player vom iPad/<br />

iPod/iPhone nur dann kontrollieren,<br />

wenn ein Denon-AV-<br />

Verstärker gleicher Baureihe<br />

die Befehle umsetzt und per<br />

CEC-Or<strong>der</strong> via HDMI an das<br />

Laufwerk weiterleitet. Wer einen<br />

an<strong>der</strong>en Verstärker nutzt,<br />

dem bleibt nur die neu gestaltete<br />

Fernbedienung. <strong>Die</strong> liegt<br />

fe<strong>der</strong>leicht in <strong>der</strong> Hand und<br />

wirkt aufgeräumt.<br />

Für einen aktuellen 500-<br />

Euro-Player bietet Denon eine<br />

Menge Blech mit exzellenter<br />

Verarbeitung. Ein Blick in das<br />

Innere bestätigte den Testern<br />

den robusten äußeren Eindruck.<br />

Das ließ auf gute Klangergebnisse<br />

hoffen. <strong>Die</strong> lieferte <strong>der</strong><br />

DBT 1713 UD auch prompt.<br />

Musikalisch sprühte <strong>der</strong> Denon<br />

vor Spielfreude und Dynamik,<br />

wo es die Aufnahme hergab –<br />

egal, welche Quelle die Tester<br />

gerade nutzten. Gut, ein Hauch<br />

mehr Hochtonauflösung am<br />

analogen Cinch-Ausgang wäre<br />

noch toll gewesen.<br />

Am Bild gab es ohnehin<br />

nichts auszusetzen. <strong>Die</strong> Deco<strong>der</strong>,<br />

<strong>der</strong> De-Interlacer und<br />

<strong>der</strong> Scaler des eingesetzten<br />

MediaTech-Chipsatzes arbeiteten<br />

quasi perfekt.<br />

Was ist <strong>der</strong> Denon-Transport<br />

nun: Nepp o<strong>der</strong> Schnäppchen-<br />

High-End? Schnäppchen!<br />

Raphael Vogt ■<br />

<strong>Die</strong> neu<br />

gestaltete<br />

Fernbedienung<br />

ist fe<strong>der</strong>leicht<br />

und vermeidet<br />

lange Menü-<br />

Navigation<br />

durch viele<br />

Direkttasten.<br />

Denon DBT 1713 UD<br />

500 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Denon, Nettetal<br />

Telefon: 0 21 57 / 12 08 0<br />

www.denon.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 34 x H: 10,8 x T: 29,5 cm<br />

Gewicht: 4,9 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

18dB<br />

15dB<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Stets sehr ausgewogen<br />

Klirrspektrum DVD 96/24<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Sehr geringer Klirr mit klanggünstig<br />

schnell abfallendem Spektrum<br />

Jitterspektrum CD<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Sehr geringer Jitter (173ps)<br />

Rauschabstand (A-bew.) 103 dB<br />

Ausgangswi<strong>der</strong>stand 209 Ω<br />

Fehlerkorrekturvermögen<br />

Infoschicht CD/DVD/BD 0,4/4,5/3,4 mm<br />

Oberfläche CD/DVD 0,4/4,5 mm<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 0,2/10 W<br />

Bewertung<br />

Klang Analog Stereo / Analog Multi / HDMI 47/–/64<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Bild Player HD/SD 16/9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

■ Maximale Punktzahl bei DVD-Playern<br />

Üppig mit Features ausgestatteter<br />

Universal-BD-Player mit<br />

wenig Anschlüssen (HDMI, Stereo<br />

analog). Spielt 3D, DVD-A,<br />

SACD. Guter Streaming-Client.<br />

Zeigt angenehme Spielfreude.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Angenehm: Der Streaming-Client wirkt schlicht, navigiert aber schnell.<br />

<strong>Die</strong> klaren, großen Schriften sind auch aus <strong>der</strong> Distanz lesbar.<br />

Klang Analog Stereo / Analog Multi / HDMI<br />

Absolute Spitzenklasse 47/–/64<br />

Gesamturteil<br />

überragend<br />

106 Punkte<br />

Preis/Leistung überragend<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 23


Test & Technik Lautsprecher<br />

Der Kenner<br />

genießt<br />

Zum 40-jährigen Firmenjubiläum<br />

legt Canton ein<br />

limitiertes Son<strong>der</strong>modell<br />

auf. <strong>Die</strong> Reference Jubilée<br />

hat es in sich.<br />

Ein Vierteljahrhun<strong>der</strong>t Erfahrung<br />

würde man dem<br />

weithin bekannten Boxenhersteller<br />

Canton intuitiv gewiss<br />

zubilligen, doch tatsächlich sind<br />

es erheblich mehr. Denn bereits<br />

im Oktober 1972 nahm Canton<br />

seinen Betrieb auf und katapultierte<br />

sich innerhalb weniger<br />

Jahre auf die vor<strong>der</strong>en Plätze<br />

<strong>der</strong> Verkaufshitlisten.<br />

Dass <strong>der</strong> Aufstieg so zügig<br />

vonstatten ging, lag am Talent<br />

<strong>der</strong> Grün<strong>der</strong>, die ihr Handwerk<br />

bei Herstellern wie Braun o<strong>der</strong><br />

Heco gelernt hatten. Der Firmensitz<br />

lag damals wie heute<br />

im beschaulichen Nie<strong>der</strong>lauken<br />

im Taunus bei Frankfurt, wo<br />

auch Teile <strong>der</strong> Fertigung angesiedelt<br />

sind.<br />

Feste soll man bekanntlich<br />

feiern, wie sie fallen, und die<br />

Canton-Entschei<strong>der</strong> haben sich<br />

zum 40. Geburtstag etwas Beson<strong>der</strong>es<br />

ausgedacht. Frei nach<br />

dem Motto „<strong>Die</strong> Geschenke bekommen<br />

die Kunden“ fertigen<br />

die Hessen ein auf 100 Paar<br />

limitiertes Son<strong>der</strong>modell mit<br />

Namen Reference Jubilée.<br />

<strong>Die</strong> Box ist ein Mix <strong>der</strong> beiden<br />

Reference-Typen 3.2 und<br />

2.2, angereichert mit einigen<br />

Beson<strong>der</strong>heiten höherpreisiger<br />

Modelle. Von <strong>der</strong> 3.2 stammen<br />

die hochaktuellen Chassis und<br />

die ungefähren Abmessungen,<br />

von <strong>der</strong> größeren 2.2 die Gestaltung<br />

des Schichtholzgehäuses<br />

mit stabilitätsför<strong>der</strong>nden<br />

Einzügen im oberen Bereich.<br />

Hinzu kommen beson<strong>der</strong>s<br />

strompotente Weichenbauteile<br />

auf drei Platinen und eine minimal<br />

an<strong>der</strong>e Abstimmung <strong>der</strong><br />

Filter im Hinblick auf Zeitrichtigkeit<br />

und Klangvolumen. Von<br />

den Topmodellen 2.2 und 1.2<br />

stammt die Möglichkeit zur<br />

tonalen Anpassung über Steckbrücken<br />

im Bereich des Terminals.<br />

<strong>Die</strong> 3.2 muss ohne dieses<br />

Feature klarkommen.<br />

Extras zum Geburtstag<br />

Allein <strong>der</strong> Jubiläumsbox vorbehalten<br />

bleibt ein spezielles<br />

Typenschild mit eingravierter<br />

Seriennummer an <strong>der</strong> Rückseite.<br />

Auch die Aluminium-<br />

Zierblenden über den Körben<br />

<strong>der</strong> Chassis sind exklusiv –<br />

durch sie hebt sich die Jubilée<br />

von den gewöhnlichen Reference-Modellen<br />

ab. <strong>Die</strong> Box<br />

ist in schwarzen o<strong>der</strong> weißen<br />

Klavierlack gekleidet, standesgemäß<br />

erstklassig fein und<br />

ebenmäßig ausgeführt.<br />

24<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


<strong>Die</strong> Preisgestaltung ist gemessen<br />

am Herstellungsaufwand<br />

sehr attraktiv. <strong>Die</strong> Jubilée<br />

kostet nur 1000 Euro mehr als<br />

die einfacher ausgestattete 3.2<br />

und unterbietet die als Maßstab<br />

besser geeignete 2.2 um volle<br />

6000 Euro.<br />

<strong>Die</strong> Treiber <strong>der</strong> Jubilée sind<br />

die konstruktiv aufwendigsten,<br />

die das weitgespannte Canton-<br />

Portfolio zu bieten hat. <strong>Die</strong><br />

Membranen aus Aluminium<br />

respektive Alu-Keramik in <strong>der</strong><br />

Hochtonkalotte wurden auf<br />

höchste Signaltreue und bestes<br />

Rundstrahlverhalten gezüchtet.<br />

<strong>Die</strong> Box reagiert damit weniger<br />

auf Feinheiten bei <strong>der</strong> Aufstellung<br />

o<strong>der</strong> individuelle Eigenschaften<br />

des Raumes.<br />

Warm, satt, geschmeidig<br />

<strong>Die</strong> Schwingsysteme hat Canton<br />

extrem verzerrungsarm ausgelegt.<br />

Sie übertragen feine wie<br />

grobe Lautstärkeabstufungen<br />

ohne Verdeckung und mit gleich<br />

bleibenden Klangfarben. <strong>Die</strong><br />

hochgradig signaltreuen Weichenbauteile,<br />

welche die Weiche<br />

ein volles Kilogramm schwerer<br />

machen, lassen die Qualität <strong>der</strong><br />

Treiber noch deutlicher zur<br />

Geltung k ommen.<br />

Das Resultat heißt: Faszination<br />

auf <strong>der</strong> ganzen Linie. <strong>Die</strong><br />

Geburtstagsbox klingt nicht nur<br />

bei zivilen Pegeln überaus<br />

detailreich, körperhaft und<br />

völlig untechnisch; sie schafft<br />

dies auch, wenn es deftiger zur<br />

Sache geht o<strong>der</strong> wenn sehr viele<br />

einzelne Klangbausteine gleichzeitig<br />

um die Aufmerksamkeit<br />

des Hörers buhlen.<br />

Der amerikanische Songwriter<br />

Amos Lee elektrisiert<br />

sein Publikum auf dem Album<br />

„Last Days At The Lodge“ mit<br />

Lie<strong>der</strong>n im Spannungsfeld zwischen<br />

Blues, Soul und Rock.<br />

Lees schmachtende Stimme,<br />

dazu Schlagzeug, Orgel und<br />

Gitarre – mehr braucht es nicht,<br />

um Fans des Genres (und nicht<br />

nur diese) restlos zu begeistern.<br />

<strong>Die</strong> Jubilée geht die ständig<br />

wechselnden Tempi klaglos mit,<br />

lässt nichts ineinan<strong>der</strong>laufen<br />

und tönt auch dann gelassen<br />

und kraftvoll, wenn sich Lees<br />

Stimme fast überschlägt.<br />

Trotz überragen<strong>der</strong> Spielfreude<br />

bleibt <strong>der</strong> Klangeindruck<br />

stets satt und gediegen. In <strong>der</strong><br />

Klasse bis 10 000 Euro schafft<br />

das <strong>der</strong>zeit so ausgeprägt keine<br />

an<strong>der</strong>e Box. Daher die klare<br />

Prognose: Bei diesem Klang-<br />

Preis-Verhältnis werden die 100<br />

Paar bald ausverkauft sein. Danke<br />

Canton, für diese sensationell<br />

gute Box. Und alles Gute<br />

für die nächsten 40 Jahre.<br />

Wolfram Eifert ■<br />

Zwei sogenannte Ortsfilter<br />

im Bereich des Terminals<br />

gestatten subtile Justagen<br />

<strong>der</strong> tonalen Balance durch<br />

einfaches Umstecken. <strong>Die</strong><br />

eingravierte Seriennummer<br />

macht die Son<strong>der</strong>edition<br />

zum Sammlerstück.<br />

Canton Reference Jubilée<br />

9000 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Canton, Weilrod, Nie<strong>der</strong>lauken<br />

Telefon: 0 60 83 / 28 70<br />

www.canton.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 29,5 x H: 115 x T: 42 cm<br />

Gewicht: 50 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend,<br />

Hörabstand ab 2,5 m, unterschiedlich<br />

bedämpfte Räume ab 30 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

Leichte Bassbetonung, sonst sehr<br />

ausgewogen mit tadellosem Abstrahlverhalten;<br />

Impedanzmin. 3,2 Ω<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

Sehr geringer Klirr, auch im Tiefbass<br />

ohne Kompression<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Benötigt für HiFi-gerechte Pegel nur<br />

rund 25 Watt Leistung (an 4 Ohm)<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 37/31 Hz<br />

Maximalpegel 37-80/>80 Hz 113/111 dB<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

Canton Reference Jubilee Limited Frequenzgang<br />

Edition<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

16 Ohm<br />

8 Ohm<br />

60 dB<br />

4 Ohm<br />

2 Ohm<br />

Impedanzverlauf<br />

50 dB<br />

1 Ohm<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Canton Reference Jubilee Limited Pegel- & Edition Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Natürlichkeit<br />

13 13 12 12 12<br />

Feinauflösung<br />

Grenzdynamik<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

Klang 62<br />

<strong>Die</strong> Konustreiber verfügen über doppelt<br />

gefaltete Gummisicken, die sehr große<br />

Bewegungen zulassen und dennoch die<br />

Schwingsysteme zuverlässig abfe<strong>der</strong>n.<br />

<strong>Die</strong> Magnetsysteme mit Doppelringen<br />

sind auf hohe Signaltreue getrimmt.<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 6<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Limitiertes Son<strong>der</strong>modell aus<br />

Anlass des 40. Geburtstags<br />

von Canton. Mit höherwertigen<br />

Weichenbauteilen und an<strong>der</strong>en<br />

Feinheiten erzielt die Jubilée<br />

einen wun<strong>der</strong>bar satten und<br />

kultivierten Klangeindruck bei<br />

herausragen<strong>der</strong> Spielfreude.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 62 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

86 Punkte<br />

Preis/Leistung überragend<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 25


Test & Technik Player / Verstärker-Kombi


Ein Fall für zwei<br />

Vielseitiger Netzwerkspieler trifft leistungsfähigen Vollverstärker:<br />

Mit diesem Rezept segelt die neue Kombi aus <strong>der</strong> E-Serie von<br />

T+A voll auf Erfolgskurs.<br />

Eigentlich sind die Komponenten<br />

aus <strong>der</strong> E-Linie<br />

<strong>der</strong> Herfor<strong>der</strong> HiFi-Manufaktur<br />

T+A als günstigere Alternative<br />

zur angestammten R-Serie<br />

gedacht – doch selbst kritischen<br />

Betrachtern erschließt sich<br />

nicht, wo denn hier gespart wurde.<br />

Naturgemäß gelingt das am<br />

ehesten in materialintensiven<br />

Bereichen wie beim Gehäuse.<br />

Tatsächlich gibt es hier Unterschiede:<br />

Während sich die R-<br />

Serie Ganzmetall-Konstrukte<br />

aus dickwandigen Alu-Profilen<br />

gönnt, verwenden die E-Komponenten<br />

Seitenteile aus resonanzdämpfendem<br />

Kunststoff:<br />

Sie nehmen Alu-Front und<br />

-Deckel sowie die geschickt geformten<br />

Boden- und Rückwandprofile<br />

quasi in die Zange.<br />

Man mag darüber streiten,<br />

ob diese Reduktion ein echter<br />

Nachteil ist, sorgt doch <strong>der</strong> clevere<br />

Aufbau für relativ leichte,<br />

dennoch bombenfeste und zudem<br />

akustisch beruhigte Gehäuse.<br />

Auch hinsichtlich Optik<br />

und Verarbeitung stehen die E-<br />

den teureren R-Behausungen<br />

keinesfalls nach: Ihre sanft<br />

gerundeten Alu-Fronten bilden<br />

mit den kontrastierenden Seitenteilen<br />

eine harmonische<br />

Einheit – dezent, gleichzeitig<br />

repräsentativ.<br />

<strong>Die</strong> Rolle des Zuspielers<br />

übernimmt <strong>der</strong> 2890 Euro teure<br />

Music Player balanced, <strong>der</strong><br />

zuerst mal durch seine enorme<br />

Programmvielfalt besticht: CD,<br />

Netzwerk-Ren<strong>der</strong>ing, Internetund<br />

FM-Radio, D/A-Wandler-<br />

Betrieb für externe Quellen,<br />

iPod-Wie<strong>der</strong>gabe inklusive<br />

Steuerung, schließlich auch das<br />

Abspielen von Speichermedien<br />

wie USB-Stick o<strong>der</strong> Festplatte<br />

– kaum eine Quelle, aus <strong>der</strong> es<br />

beim Music Player nicht sprudeln<br />

könnte. Einzige, durchaus<br />

verzeihliche Ausnahme: D/A-<br />

Wandler-Betrieb am USB-<br />

Ausgang eines Computers<br />

sieht er nicht vor – dafür ist<br />

schließlich <strong>der</strong> Netzwerk-<br />

Modus zuständig.<br />

T+A war einer <strong>der</strong> ersten<br />

HiFi-Hersteller überhaupt, <strong>der</strong><br />

sich intensiv mit dem Thema<br />

Netzwerk-Wie<strong>der</strong>gabe auseinan<strong>der</strong>gesetzt<br />

hat. <strong>Die</strong>ses Knowhow<br />

kommt dem Music Player<br />

balanced nun voll zugute, was<br />

sich schon bei <strong>der</strong> Bedienung<br />

zeigt. Trotz <strong>der</strong> gebotenen<br />

Funktionsvielfalt lässt sich <strong>der</strong><br />

T+A auch am Gerät selbst ohne<br />

Studium <strong>der</strong> Anleitung intuitiv<br />

steuern. In sinnvolle Funktionsblöcke<br />

gruppierte Tipptasten<br />

mit spürbarem Druckpunkt umrahmen<br />

ein großes, gestochen<br />

scharfes Fluoreszenz-Display,<br />

das sich auch aus größerer Entfernung<br />

gut ablesen lässt.<br />

Fernbedienung via Tasten<br />

o<strong>der</strong> Touchpanel<br />

Für die Geräte-Navigation vom<br />

Hörplatz aus ist die mitgelieferte<br />

Infrarot-Fernbedienung FM<br />

100 zuständig, die sich gleichermaßen<br />

aufgeräumt präsentiert.<br />

Wer’s noch komfortabler haben<br />

will, wählt die optionale FD 100<br />

(siehe Kasten auf <strong>der</strong> folgenden<br />

Seite). Doch auch die Touchpanel-Freunde<br />

kommen beim<br />

E-Gespann auf ihre Kosten:<br />

Alsbald verfügbar sind Remote-<br />

Apps für iPad, iPhone und<br />

Android, an die T+A <strong>der</strong>zeit<br />

letzte Hand anlegt.<br />

Vor allem für die Besitzer<br />

von Aktivlautsprechern sehr<br />

reizvoll ist die Möglichkeit,<br />

den Music Player balanced<br />

mit einem optional erhältlichen<br />

Lautstärkesteller-Modul zu<br />

bestücken o<strong>der</strong> nachzurüsten.<br />

Vielseitige Programm quelle<br />

und digitaler Preamp schlüpfen<br />

so unter ein Dach. Dank elektronisch<br />

symmetrierter XLR-<br />

Ausgänge dürfen die Kleinsignalkabel<br />

zu Aktivboxen<br />

o<strong>der</strong> Leistungsendstufen sogar<br />

störungsfrei etliche Meter ausfallen<br />

– daher rührt <strong>der</strong> Namenszusatz<br />

„balanced“. Er verweist<br />

aber auch auf die beson<strong>der</strong>e<br />

Konfiguration <strong>der</strong> D/A-Wandler-Sektion,<br />

die pro Kanal jeweils<br />

mit einem zweikanali gen<br />

Wandlerchip in sogenannter<br />

Differentialschaltung arbeitet.<br />

Der Vorteil: Verzerrungsprodukte<br />

werden geringer, während<br />

die Dynamik um drei Dezibel<br />

zunimmt.<br />

Der Vollverstärker Power<br />

Plant setzt das „balanced“-<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 27


Test & Technik Player / Verstärker-Kombi<br />

Hocheffiziente analoge Schaltverstärker-Technik<br />

beim Power Plant (links) erspart großvolumige Kühlkörper<br />

– Vorteil: geringeres Gewicht, reduzierte Kosten und ein<br />

aufgeräumter Innenaufbau. Der Music Player (unten)<br />

steht dem in nichts nach. So findet selbst das robuste<br />

CD-Laufwerk noch genügend Platz. Das Streaming-<br />

Board stammt vom Spezialisten Audivo.<br />

Schaltungskonzept bis hin<br />

zum Lautstärkesteller fort. <strong>Die</strong><br />

Leistungsendstufen arbeiten<br />

jedoch nicht in symmetrischer<br />

Brücken-, son<strong>der</strong>n in <strong>der</strong> nach<br />

T+A-Auffassung vorteilhafteren,<br />

klassischen Single-Ended-<br />

Bauweise. Bei den Ausgangsstufen<br />

setzten die Westfalen<br />

dann ganz mo<strong>der</strong>n auf ein selbst<br />

entwickeltes Schaltverstärker-<br />

Konzept, das hohe Leistungsfähigkeit<br />

und hervorragenden<br />

Wirkungsgrad mit kompakter<br />

Bauweise verbindet.<br />

Von hellem Klang, den man<br />

Schaltverstärkern häufig zuschreibt,<br />

war beim Power Plant<br />

im Hörtest absolut nichts zu<br />

spüren. Eher schlägt er sich auf<br />

die dunkler timbrierende Seite.<br />

Aber nicht so, dass er ein<br />

Mäntelchen um alles hüllt – im<br />

Gegenteil: Wieselflink lässt er<br />

Gitarrenläufe wie bei „For Les<br />

Paul“ auf Lee Ritenours genialer<br />

CD „6 String Theory“ laufen<br />

und macht insgesamt ordentlich<br />

Tempo – von Langsamkeit<br />

keine Spur. Imposant auch die<br />

dynamische Kraft, mit welcher<br />

<strong>der</strong> Power Plant zu Werke geht:<br />

So ließ er bei „Am I Wrong“<br />

von <strong>der</strong> gleichen CD die Bass<br />

Drum und den E-Bass mächtig<br />

pulsen, vergaß aber nicht, die<br />

freche Blues Harp randscharf<br />

durchzuzeichnen, während Keb<br />

Mo und Taj Mahal beinahe<br />

spürbar nur wenige Zentimeter<br />

vom Mikrofon entfernt standen.<br />

Im Vergleich mit dem Creek<br />

Destiny 2 (52 Punkte, Test in<br />

11/10) spielte <strong>der</strong> T+A ein wenig<br />

mehr über die Außenflügel<br />

und machte unten herum etwas<br />

dickere Backen. Er empfahl<br />

sich daher auch als perfekte<br />

Ergänzung für eher hell timbrierende<br />

Lautsprecher.<br />

Mit seinem kräftig-vollreifen,<br />

durchsichtigen und atmosphärisch<br />

detailreichen Klang<br />

verwöhnte <strong>der</strong> Music Player<br />

balanced die Tester – ganz gleich,<br />

ob CD- o<strong>der</strong> Netzwerk-Wie<strong>der</strong>gabe.<br />

Dabei bevorzugten die<br />

Redakteure das kurze, impulsoptimierte<br />

Oversamp ling-Filter<br />

(Position 2), das speziell bei komprimierter<br />

Musik transparenter und<br />

präziser tönte.<br />

Bleibt noch zu sagen: Eigentlich<br />

als Pärchen gedacht, sind Power<br />

Plant und Music Player auf jeden<br />

Fall auch einzeln für Fremdkombinierer<br />

ungemein verlockend.<br />

Jürgen Schrö<strong>der</strong> ■<br />

Komfortabel: Funk-Fernbedienung FD 100<br />

Leinen los<br />

<strong>Die</strong> optionale FD 100 (590 Euro) verbindet sich über eine separate<br />

Antenne mit dem Music Player. Von dort aus werden die Steuerbefehle<br />

via E-Link-Schnittstelle an an<strong>der</strong>e Geräte, zum Beispiel den<br />

Power Plant, weitergeleitet. So hört die ganze Kette auf die FD-100-<br />

Kommandos. Ebenfalls optional erhältlich sind Funk-Schnittstellenmodule<br />

zum Nachrüsten vorhandener T+A-Komponenten.<br />

Stets voll im Bilde: Das Display <strong>der</strong><br />

bidirektional arbeitenden FD 100 erlaubt<br />

auch am Hörplatz ein komfortables<br />

Durchsuchen <strong>der</strong> Medien-Bibliothek.<br />

Damit gelingt die Steuerung des<br />

Music Player mindestens so einfach wie<br />

mit den alsbald erhältlichen Apps.<br />

28<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


T+A Music Player bal.<br />

2890 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: T+A Elektroakustik<br />

Telefon: 0 52 21 / 76 76 0<br />

www.taelektroakustik.de<br />

–<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 44 x H: 12 x T: 39 cm<br />

Gewicht: 10 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

15dB<br />

15dB<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

Stets sehr ausgewogen und maximal<br />

breitbandig<br />

Klirrspektrum Cinch<br />

0dBV<br />

-20dBV<br />

-40dBV<br />

-60dBV<br />

-80dBV<br />

-100dBV<br />

T+A Power Plant bal.<br />

1990 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: T+A Elektroakustik<br />

Telefon: 0 52 21 / 76 76 0<br />

www.taelektroakustik.de<br />

–<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 44 x H: 12 x T: 39 cm<br />

Gewicht: 13 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

-3dB<br />

-6dB<br />

-9dB<br />

-12dB<br />

-15dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Nur geringer Schaltverstärker-Filtereinfluss,<br />

optimale Last: 4 bis 8 Ohm<br />

Klirr-Analyse (k2 bis k5 vs. Leistung)<br />

0dBV<br />

-20dBV<br />

-40dBV<br />

-60dBV<br />

-80dBV<br />

-100dBV<br />

DALI EPICON<br />

- Eine neue Ära hat begonnen!<br />

Erleben Sie die Leichtigkeit, entdecken Sie Transparenz und<br />

Auflösung und lassen Sie sich von exzellenter Klangwie<strong>der</strong>gabe<br />

tragen. <strong>Die</strong> DALI EPICON verzaubert Ihre Sinne sowohl beim<br />

Hören als auch beim Sehen.<br />

Neueste Technik, feinste Materialien und Liebe zum Detail werden<br />

Sie beflügeln, Ihre bisherige Referenz neu zu definieren.<br />

0dB 10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

Sehr geringer Klirr mit günstig abfallendem<br />

Spektrum, kaum Rauschen<br />

Jitterspektrum<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Jitterkomponenten in Messton-Nähe<br />

etwas höher (stets leicht über 500ps)<br />

Rauschabst. RCA/XLR 115/117 dB<br />

Ausgangswid. RCA/XLR 23/45 Ω<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 1,8/15 W<br />

Bewertung<br />

Klang 66/66/65<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Hervorragend ausgestatteter<br />

CD- und Netzwerk-Spieler, <strong>der</strong><br />

enorme Formatvielfalt bietet,<br />

zuverlässig streamt und super<br />

klingt. Lässt sich mit optionalem<br />

Lautstärkesteller-Modul zum<br />

Digital-Preamp ausbauen.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Abs. Spitzenkl.<br />

Gesamturteil<br />

überragend<br />

Preis/Leistung<br />

66/66/65 Punkte<br />

94 Punkte<br />

sehr gut<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

Nahezu perfekt verlaufende und<br />

abgestufte Klirrkomponenten ohne<br />

Lastwechselabhängigkeit<br />

<strong>stereoplay</strong> Leistungsprofil<br />

8 Ω<br />

6 Ω<br />

4 Ω<br />

3 Ω<br />

2 Ω<br />

0 20w 100w 500w 1000w<br />

Sehr hohes und stabiles Musikleistungsangebot<br />

bis zu<br />

2 mal 400 Watt an 2 Ohm<br />

Sinusleistung 1 kHz, k = 1 %<br />

an 8/4 Ω<br />

121/198 W<br />

Rauschabstand Line 105 dB<br />

Phono MM/MC –<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 1,8/15 W<br />

Bewertung<br />

Klang 51<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Gut ausgestatteter analoger<br />

Vollverstärker, <strong>der</strong> dank<br />

Class-D-Schaltendstufen hohe<br />

Leistungsreserven bei vergleichsweise<br />

geringem Gewicht<br />

bietet. Klingt voll, lebendig und<br />

sehr dynamisch.<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

gut - sehr gut<br />

Preis/Leistung<br />

158W<br />

200W<br />

267W<br />

320W<br />

400W<br />

51 Punkte<br />

77 Punkte<br />

sehr gut<br />

facebook.com/DALI.loudspeakers<br />

“<strong>Die</strong> neue Messlatte in <strong>der</strong><br />

10.000-Euro-Klasse (EPICON 6<br />

in STEREO 07/12)”<br />

Sie finden die EPICON Serie nur bei ausgewählten und engagierten Stützpunktpartnern:<br />

Audio Forum HiFi-Studios GmbH, Nestorstraße 56 (Ecke Kurfürstendamm 150),10709 Berlin • Triangle<br />

Trading Enterprise eKfr., Gardeschützenweg 86, 12203 Berlin • Hifi Studio am Hofweg Juergen Boesch<br />

GmbH, Hofweg 11, 22085 Hamburg • Hi-Fi-Studio “Hört-sich-gut-an” GmbH, Hermann-Weigmann-Straße<br />

12-16, 24114 Kiel • Studio45, Breitenweg 57-59, 28195 Bremen • HiFi Studio Gärtner, Ehlenbrucher<br />

Straße 6, 32791 Lage /Kachtenhausen • Hifi Gärber, Abtstor 7-9, 36037 Fulda • Hifi Referenz Hans<br />

Weiß GmbH, Steinstraße 31, 40210 Düsseldorf • Hi-Fi Center Liedmann, Harpener Hellweg 22A, 44805<br />

Bochum • AURA HIFI Seiffert und Bonsiepen GbR, Rüttenschei<strong>der</strong> Str. 168-170, 45131 Essen • AUDITORIUM<br />

GmbH, Alter Steinweg 22 – 24, 48143 Münster • Hifi Atelier Köln, Bonner Str. 262 & 264, 50968 Köln •<br />

Elektrowelt Weyrauch, Linnicher Straße 64, 50933 Köln • Hifi-Circle GmbH, Lievelingsweg 106,<br />

53119 Bonn • HiFi 2000 Günther e.K., Freudenberger Straße 20, 57072 Siegen • AUDITORIUM GmbH,<br />

Feidikstrasse 93, 59065 Hamm • Loftsound Tonstudio, Kantstrasse 20, 59755 Arnsberg-Neheim • Hör<br />

An, See Str. 20 A, 63741 Aschaffenburg • MT HiFi Tonstudio GmbH, Q4, 12-16, 68161 Mannheim •<br />

KellerGruppe, Gottlieb-Daimler-Str. 37, 71711 Murr • Puls Hifi und Wohnen, Hunnsgasse 6, 79588<br />

Lörrach/Efringen • MW-Audio Hifi Studio,Tumblinger Str. 30 Rückgebäude, 80337 München • Hifi auf dem<br />

Bauernhof, Äußere Kemptener Straße 3, 87452 Altusried • Fränkischer Lautsprechervertrieb (FLSV), Innere<br />

Löwenstrasse 6, 96047 Bamberg<br />

Kontakt: DALI GmbH, Tel: 0731 1411 68610, kontakt@dali.dk | www.dali-speakers.com


Test & Technik CD-Player<br />

Musik ist Trumpf<br />

CD-Spieler aus <strong>der</strong> C-54er Reihe von NAD waren schon immer beson<strong>der</strong>s<br />

klangstarke Favoritenkiller. Das will <strong>der</strong> C 546 BEE einmal mehr beweisen.<br />

Kann man im Zeitalter von<br />

Streaming Audio guten<br />

Gewissens noch einen CD-<br />

Player kaufen? Einen wie den<br />

NAD C 546 BEE schon – denn<br />

<strong>der</strong> spielt nicht nur klassische<br />

sowie MP3- und WMA-kodierte<br />

Silberlinge ab, er kann über<br />

seinen frontseitigen USB-<br />

Anschluss auch Musikfiles von<br />

externen Speichermedien wie<br />

USB-Sticks o<strong>der</strong> SD-Karten mit<br />

Datenraten von bis zu 384 kbit/s<br />

wie<strong>der</strong>geben.<br />

Natürlich ist <strong>der</strong> 560 Euro<br />

teure C 546 BEE zunächst mal<br />

für die kompromisslose Wie<strong>der</strong>gabe<br />

von CDs gedacht – entsprechend<br />

hoch auch <strong>der</strong> schaltungstechnische<br />

Aufwand, den<br />

NAD-Mastermind Björn Erik<br />

Edvardsen hier einfließen ließ.<br />

Materiell äußert sich das zum<br />

Beispiel in dem robusten Laufwerk<br />

und dem üppigen Netzteil<br />

mit Ringkerntrafo sowie in für<br />

Digital- und Analogteil völlig<br />

getrennten Regelkreisen. Weniger<br />

spektakulär in <strong>der</strong> Optik,<br />

dafür umso nachhaltiger im<br />

Messlabor zeigt sich das Leitungsweg-optimierte<br />

Platinenlayout:<br />

Mit einem vorbildlich<br />

geringen Jitterwert von 217 Pikosekunden<br />

profitiert <strong>der</strong> C 546<br />

deutlich von den in den letzten<br />

Jahren zu diesem Thema<br />

gewonnenen Erkenntnissen.<br />

Beispielsweise beherbergt er<br />

den 24-Bit-D/A-Wandler von<br />

Wolfson kopfüber unter <strong>der</strong> Platine,<br />

was ungewöhnlich kurze<br />

Leitungswege zum internen<br />

Systemtaktgeber erlaubt. <strong>Die</strong><br />

beiden kräftigen Doppel-Operationsverstärker<br />

OPA 2134 von<br />

Burr-Brown für Tiefpassfilter<br />

und Ausgangsstufe beweisen,<br />

dass die NAD’ler sehr genau<br />

wissen, was gut ist. Liebe zum<br />

Detail zeigt sich ebenso beim<br />

koaxialen Digitalausgang, <strong>der</strong><br />

über einen entkoppelnden<br />

Impulsübertrager v erfügt.<br />

Der C 546 betreibt zwar keinen<br />

Ausstattungsfetischismus,<br />

Der jitterarme,<br />

koaxiale Digitalausgang<br />

besitzt<br />

einen speziellen<br />

Impulsübertrager.<br />

30<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


doch alles, was den Umgang<br />

mit ihm angenehm gestaltet, ist<br />

vorhanden. Über das Jogwheel<br />

lassen sich selbst vollgestopfte<br />

USB-Sticks im Handumdrehen<br />

nach Wunschtiteln durch suchen.<br />

Einmal kurz gedrückt – und<br />

schon spielt die Musik.<br />

Der C 546 im Hörtest<br />

Bereits bei den ersten Tönen im<br />

Hörraum zeigte sich <strong>der</strong> C 546<br />

von seiner besten Seite. Musikalischer<br />

Fluss, tonale Balance,<br />

Dynamik – alles war wun<strong>der</strong>bar<br />

ausbalanciert. Sehr schön die<br />

warmen, keineswegs zu dick<br />

aufgetragenen Klangfarben.<br />

Das Unwort „Digitalklang“<br />

kommt beim C 546 BEE mit<br />

Sicherheit nicht auf. Zudem gelang<br />

es dem NAD, angenehme<br />

Klangfülle mit dynamisch-agilem<br />

Auftritt und ungehemmter<br />

Spielfreude zu paaren.<br />

Im Klangvergleich hatte <strong>der</strong><br />

<strong>Überflieger</strong> Marantz CD 6004<br />

(54 Punkte, Test in Heft 12/11)<br />

mit dem NAD denn auch seine<br />

liebe Not: Zwar überzeugte er<br />

durch sauberes, aufgeräumtes<br />

Spiel, er wirkte gegenüber dem<br />

546 jedoch etwas technischer,<br />

kantiger und feindynamisch<br />

weniger differenziert. Deutlich<br />

zu hören war das beispiels weise<br />

bei Conga-Schlägen: Während<br />

sich <strong>der</strong> Marantz mehr auf<br />

das „Klick“ beim Auftreffen<br />

<strong>der</strong> Finger konzentrierte, ließ<br />

<strong>der</strong> NAD das Instrument mit<br />

plastischeren Klangfarben und<br />

atmendem Raum lebendiger<br />

erscheinen.<br />

Der Einzige, <strong>der</strong> dem Höhenflug<br />

des C 546 BEE Einhalt<br />

gebot, war sein größerer Bru<strong>der</strong><br />

– <strong>der</strong> 900 Euro teure C 565 BEE<br />

(57 Punkte, Test in Heft 12/11).<br />

Es erstaunt nicht, das die beiden<br />

im Wesentlichen die gleiche<br />

klangliche Richtung einschlugen<br />

– nur spielte <strong>der</strong> Große<br />

in dichten, komplexen Gesangspassagen<br />

in den mittleren Lagen<br />

noch eine Spur freier, plastischer<br />

und stellte das Ganze auf<br />

einen noch soli<strong>der</strong>en Unterbau.<br />

Jedoch lag ihm <strong>der</strong> C 546 erstaunlich<br />

dicht auf den Fersen.<br />

So votierten die Tester bei ihm<br />

einstimmig für 56 Klangpunkte.<br />

Ein tolles Ergebnis für den<br />

sympathischen Briten – ein<br />

klares Highlight.<br />

Jürgen Schrö<strong>der</strong> ■<br />

NAD C 546 BEE<br />

560 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Dynaudio, Rosengarten<br />

Telefon: 0 41 08 / 41 80 0<br />

www.dynaudio.de<br />

www.nadelectronics.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 44 x H: 9 x T: 31 cm<br />

Gewicht: 6,5 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Sehr ausgewogen mit wählbaren<br />

Digitalfiltern<br />

Klirrspektrum<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Geringer Klirr mit weniger zügig abklingenden<br />

höheren Komponenten<br />

Jitterspektrum<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Geringer Jitter (217ps)<br />

Fehlerkorrekturvermögen<br />

Infospurfehler:<br />

bis 1,1 mm<br />

Oberflächenfehler: bis 2,4 mm<br />

Rauschabstand<br />

110 dB<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 0,5/8,5 W<br />

Bewertung<br />

Klang CD 56<br />

Der Front-USB-Eingang akzeptiert Musikfiles<br />

mit Datenraten von bis zu 384 kbit/s.<br />

Über die mitgelieferte<br />

Fernbedienung lassen<br />

sich auch sekundäre<br />

Funktionen steuern –<br />

etwa das dimmbare<br />

Display o<strong>der</strong> das<br />

umschaltbare<br />

Ausgangsfilter.<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Einfach zu bedienen<strong>der</strong>, solide<br />

verarbeiteter CD-Spieler mit<br />

USB-Eingang für Speichersticks.<br />

Klingt hervorragend<br />

ausgewogen, agil und musikalisch<br />

angenehm, ohne objektive<br />

Kriterien zu vernachlässigen.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 56 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

gut - sehr gut<br />

79 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

sehr gut<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 31


Test & Technik Blu-ray Recor<strong>der</strong><br />

Dezent und elegant: Das großzügige Matrixdisplay dient nicht nur als reine Anzeige. Es verbirgt auch eine<br />

Reihe von Sensortasten, ähnlich eines Touchscreens, die es je nach Funktion grafisch symbolisiert.<br />

Der Familien-Kombi<br />

Ist das neue Samsung-Kompaktgerät aus HD-Sat-Receiver, Festplattenrecor<strong>der</strong>,<br />

3D-Blu-ray-Player und Internetportal eine eierlegende Wollmilchsau?<br />

Samsung gehört neben<br />

Panasonic und den koreanischen<br />

Nachbarn LG zu den<br />

wenigen Herstellern, die praktisch<br />

alle digitalen Quellen in<br />

ein Gerät packen. Das hat verschiedene<br />

Vor- und Nachteile.<br />

Zu Letzteren zählt gewiss die<br />

Abgeschlossenheit eines solchen<br />

Systems – und dass man<br />

kaum eine einzelne Quelle<br />

tauschen o<strong>der</strong> erneuern kann.<br />

Auf <strong>der</strong> Haben-Seite bietet<br />

die Verbindung eine einheitliche<br />

Bedienung, kompakte Bauform,<br />

wenig Platzbedarf und geringere<br />

Anschaffungskosten als für<br />

vergleichbare Einzelgeräte.<br />

Was hat Samsung alles in das<br />

kompakte Gehäuse gepresst?<br />

Zunächst besitzt <strong>der</strong> BD E 8909<br />

S zwei DVB-S2-Satellitenempfänger<br />

mit zwei seitlichen CI+-<br />

Kartenschächten für Sky- und<br />

HD+-Bezahlfernsehen. Komfortfunktionen,<br />

die Samsung<br />

aus den Tunern <strong>der</strong> Fernseher<br />

entleihen konnte, dürfen auch<br />

nicht fehlen. So zeigen die Sen<strong>der</strong><br />

sowohl schnöden Videotext<br />

als auch das hochmo<strong>der</strong>ne<br />

HbbTV, das Internetdienste<br />

mit dem laufenden Sen<strong>der</strong> verknüpft<br />

und so beispielsweise<br />

direkten Zugriff auf die Mediatheken<br />

<strong>der</strong> öffentlich-rechtlichen<br />

Programme ermöglicht.<br />

Obendrauf packten die Entwickler<br />

eine stolze, 1 Terabyte<br />

fassende Festplatte zur Aufnahme<br />

von Sendungen (PVR). <strong>Die</strong><br />

Aufzeichnungen lagern als rohe<br />

Bitströme, spielen also verlustfrei,<br />

Bit für Bit identisch mit<br />

<strong>der</strong> Livesendung wie<strong>der</strong> ab. Der<br />

Speicher reicht je nach Datenrate<br />

des Sen<strong>der</strong>s für eine bis 400<br />

Stunden Aufzeichnung.<br />

Dann steckt ein mo<strong>der</strong>ner<br />

Blu-ray-Player im BD E 8909<br />

S – mit allen Fähigkeiten, die<br />

solch ein Laufwerk heute mit<br />

sich bringt. Es spielt CD, DVD<br />

und Blu-ray und erlaubt sogar,<br />

die Musik von CDs als MP3 auf<br />

die Festplatte zu rippen; dann<br />

muss man gern Gehörtes nicht<br />

immer aus dem Regal fischen.<br />

Wenn man eine CD einlegt,<br />

sucht <strong>der</strong> Player im Internet<br />

nach den Titeln und zeigt diese<br />

als Klartext bei <strong>der</strong> Navigation<br />

durch die Scheibe. So weit, so<br />

gut. <strong>Die</strong> gerippten Daten aber<br />

besitzen nur Standardnamen,<br />

die Daten <strong>der</strong> CD-Datenbank<br />

übernimmt <strong>der</strong> Samsung nicht.<br />

Schade.<br />

Was das Laufwerk wirklich<br />

drauf hat, ist Geschwindigkeit.<br />

Egal, welche Art von Scheibe<br />

<strong>der</strong> User einlegt, nach rund zehn<br />

32<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Samsung BD E 8909 S:<br />

650 Euro<br />

DVB-S2<br />

S<br />

1000 GB<br />

Kombigerät aus Twin- HD-Sat-<br />

Receiver mit großer Festplatte und<br />

3D-Blu-ray-Player. Viele Internet-<br />

Programme, Netzwerk-Streaming.<br />

Sekunden spielt das Ganze –<br />

selbst eine Blu-ray mit komplizierten<br />

Menüs. Überhaupt<br />

scheinen den Koreaner selbst<br />

große Java-Programme von<br />

gewissen Blu-rays nicht zu<br />

bremsen; auch größere Datenpakete<br />

von BD Live erscheinen<br />

überraschend zügig auf dem<br />

Schirm.<br />

Souveränes Muskelspiel<br />

An<strong>der</strong>e komplexe Funktionen<br />

arbeiten ebenfalls schnell und<br />

problemlos, vom Bild-im-Bild<br />

in allen Formaten bis zum Dekodieren<br />

von DTS HD Master<br />

Audio mit ungebremsten 192<br />

Kilohertz bei 24 Bit und maximal<br />

7.1 Kanälen. Das stemmt<br />

<strong>der</strong> Prozessor des hauseigenen<br />

Deco<strong>der</strong>chips, ohne aus <strong>der</strong><br />

Puste zu kommen. Auch das<br />

Videosignal-Processing machte<br />

im Test eine gute Figur und<br />

zeigte, wie bei Samsung üblich,<br />

ein sehr auf Schärfe getrimmtes,<br />

nicht aber überzogenes Bild.<br />

Der De-Interlacer, <strong>der</strong> sich um<br />

die im Halbbildverfahren eintreffenden<br />

Bil<strong>der</strong> von DVD,<br />

Blu-ray-Disc, Sat-Empfänger<br />

und allen an<strong>der</strong>en Quellen kümmert,<br />

machte seine Sache ganz<br />

vorzüglich. Damit vor allem<br />

laufende TV-Sendungen ohne<br />

häufiges Zeilengeflacker dargestellt<br />

werden, bleibt er lieber<br />

länger im Videomodus (Interpolation)<br />

und rastet erst stabil<br />

in den Filmmode ein, wenn er<br />

den progressiven Inhalt sicher<br />

erkennt. Vorbildlich scharf und<br />

knackig gelingt auch das Hochskalieren<br />

<strong>der</strong> Farbinformation<br />

(Chroma Upsampling), die vom<br />

Sen<strong>der</strong> und aktuellen Disks nur<br />

mit einem Viertel <strong>der</strong> Auflösung<br />

ankommt. <strong>Die</strong>se Maßnahme<br />

verstärkt den Eindruck scharfer<br />

Bil<strong>der</strong>. Auch die aalglatte Diagonalinterpolation<br />

hat ihren<br />

Anteil daran, die Treppchen-<br />

Artefakte bei <strong>der</strong> Pixelvermehrung,<br />

etwa von DVDs, zu verhin<strong>der</strong>n.<br />

Das Ganze funktioniert<br />

so gut, dass man bei gut gemasterten<br />

DVDs o<strong>der</strong> TV-Sen<strong>der</strong>n<br />

mit guter Datenrate erst auf den<br />

zweiten Blick erkennt, dass es<br />

sich nicht um High-Definition-<br />

Bil<strong>der</strong> handelt.<br />

Schließlich birgt das Kompaktgerät<br />

so ziemlich alles, was<br />

man heute zum Thema Netzwerk<br />

und Internet bezüglich<br />

Fernsehen, Video und Audio<br />

kennt. Das beginnt mit einem<br />

einfachen Webbrowser und endet<br />

mit Samsungs App-basiertem<br />

Serviceportal „Smart Hub“,<br />

nebst Cloud-Service Allshare<br />

Play zum familiären Tausch<br />

von Fotos et cetera. Wer<br />

Flexibel: Der doppelte Antennenanschluss dient für zwei Kabel und simultanen Doppelempfang, alternativ<br />

für eine Antennenleitung plus die Möglichkeit, das Signal an den Fernseher durchzuleiten.<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 33


Test & Technik Blu-ray Recor<strong>der</strong><br />

Ausstattung<br />

Allgemein<br />

max. Auflösung HDMI<br />

Deco<strong>der</strong> Dolby TrueHD / DTS HD Master<br />

Deco<strong>der</strong> DD/DTS<br />

FLAC/AAC Lossless<br />

Bildparameter vorgegeben/einstellbar<br />

Kopfhörerausgang/regelbar<br />

Wie<strong>der</strong>gabespeicher<br />

HDMI-Steuerung<br />

Einlesezeit CD/DVD/BD (in Sekunden)<br />

Progressive Scan<br />

Zeitlupe/Zeitraffer<br />

Fernbedienung auch für TV/lernfähig<br />

NTSC/PAL-Wandlung<br />

Recor<strong>der</strong>/Player<br />

Aufnahmeformate:<br />

BD-RE/-R<br />

DVD-R/-RW/+R/+RW/-RAM<br />

beschreibt zweilagige BD/DVD<br />

Wie<strong>der</strong>gabeformate:<br />

BD-Video/-RE/R<br />

BD BonusView/Live/3D<br />

DVD-R/-RW/+R/+RW/-RAM<br />

CD/-R/-RW<br />

Festplatte/Kapazität<br />

Audio-Wie<strong>der</strong>gabe:<br />

MP3/WMA/AAC/DVD-A/SACD<br />

Video-Wie<strong>der</strong>gabe:<br />

AVCHD/DivX/JPEG<br />

Fernsehtuner<br />

Analog<br />

DVB-T/DVB-S/S2 (HDTV)<br />

CAM-Slot<br />

elektronischer Programmführer<br />

Videotext<br />

Eingänge<br />

Scart/(S-Video)/(RGB)<br />

Komponenten/S-Video/Cinch<br />

Ausgänge<br />

Komponenten/S-Video/Cinch/Scart<br />

HDMI / Version<br />

Digitalausgänge koax./opt.<br />

Analogausgang Stereo/5.1/7.1<br />

Sonstige Anschlüsse<br />

DV (IEEEE1394)<br />

SD/CF/MMC<br />

USB/Ethernet<br />

W-LAN<br />

Firmware-Update via Internet<br />

DLNA Server/Client<br />

Samsung<br />

BD E 8909 S<br />

1024p/24, 3D<br />

• / •<br />

• / •<br />

• / –<br />

• / •<br />

–<br />

–<br />

•<br />

10/8/12<br />

•<br />

– / •<br />

• / •<br />

–<br />

– / –<br />

– / – / – / – / –<br />

– / –<br />

• / • / •<br />

• / • / •<br />

• / • / • / • / –<br />

• / • / •<br />

• / 1000 GB<br />

• / • / • / – / –<br />

• / • / •<br />

–<br />

– / • / •<br />

• (2)<br />

•<br />

•<br />

– / – / –<br />

– / – / –<br />

– / – / • / –<br />

• / 1.4a<br />

– / •<br />

• / – / –<br />

–<br />

– / – / –<br />

2 / •<br />

•<br />

•<br />

• / •<br />

sich völlig dem Vernetzen verschreiben<br />

möchte, <strong>der</strong> nutze<br />

auch Samsungs Smartphones<br />

o<strong>der</strong> Tablets; damit lassen sich<br />

direkt Daten austauschen und<br />

mit dem nächsten großen Firmware-Update<br />

auch Fernsehprogramme<br />

zum Beispiel in die<br />

Küche o<strong>der</strong> das Schlafzimmer<br />

mitnehmen. Den Smart Hub<br />

selbst kann man sich mit Apps<br />

so zusammenstellen, wie man<br />

es gerne möchte – Apps für<br />

Enter- und Infotainment gibt es<br />

en masse, Nachrichten, Wetter,<br />

Zeitungen, Spiele für Groß und<br />

Klein – es ist für jeden ein<br />

Angebot da bei.<br />

Smart Hub: alles vernetzt<br />

Solch eine Masse an Funktionen<br />

will auch noch bedient sein. Das<br />

haben die koreanischen Ergonomen<br />

vergleichsweise gut<br />

gelöst. Obwohl die mitgelieferte<br />

Systemfernbedienung auch<br />

noch Fernseher kontrollieren<br />

kann, kommt sie mit sehr wenigen<br />

Tasten aus. Viele Direkttasten<br />

erlauben im Alltag eine<br />

beinahe menülose Handhabung<br />

von Musik- und Filmwie<strong>der</strong>gabe<br />

sowie allem, was mit TV zu<br />

tun hat. <strong>Die</strong> Taste „Home“ führt<br />

in das Auswahlmenü für Quellen<br />

und Einstellungen – und die<br />

Smart-Hub-Taste direkt zum<br />

Internetportal mit allen installierten<br />

Apps.<br />

<strong>Die</strong> Ersteinrichtung erwies<br />

sich ebenfalls als vorbildlich<br />

und war dank fertig konfigurierter<br />

Sen<strong>der</strong>liste für den Astra<br />

19,2° in wenigen Minuten erledigt<br />

– mit allem Drum und<br />

Dran, von <strong>der</strong> Wahl <strong>der</strong> Sprache<br />

bis zum automatischen Einstellen<br />

<strong>der</strong> Uhr.<br />

Wenig audiophil gab sich <strong>der</strong><br />

Streaming-Client. Er fraß zwar<br />

so gut wie alle HD-Videoformate.<br />

Aber in puncto Audio<br />

begrenzte <strong>der</strong> Player den Ausgang<br />

stets auf 44,1 o<strong>der</strong> 48 kHz,<br />

selbst wenn die Tester höher<br />

auflösende Dateien zuspielten.<br />

Auch wer es audiophil leise<br />

mag, könnte sich am Samsung-<br />

Alleskönner stören: Kühlventilator,<br />

Festplatte und Blu-ray-<br />

Laufwerk addieren sich je nach<br />

Betriebszustand zu einem sehr<br />

Den Samsung-Entwicklern<br />

gelang ein übersichtliches<br />

Layout. Eine minimale Zahl an<br />

Tasten, beinahe ohne Doppelbelegung,<br />

erlaubt eine flotte<br />

Handhabung des komplexen<br />

Geräts. Geschickt belegte<br />

Direkttasten kürzen sonst<br />

nötige Menüstrukturen<br />

praxisgerecht ab, wie die Tester<br />

nach ein paar Tagen Alltagsbetrieb<br />

resümieren können.<br />

34<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


www.teufel.de<br />

1<br />

Samsung BD E 8909 S<br />

650 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Samsung, Schwalbach<br />

Telefon: 01805 / 72 67 86 4<br />

www.samsung.com/de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 43 x H: 6 x T: 30 cm<br />

Gewicht: 3,3 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

18dB<br />

15dB<br />

2<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Stets sehr ausgewogen<br />

Klirrspektrum DVD 96/24<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

wohl hörbaren Arbeitsgeräusch.<br />

In Anbetracht <strong>der</strong> kompakten<br />

Bauweise und <strong>der</strong> Menge an<br />

beteiligter Mechanik hält sich<br />

<strong>der</strong> Grundpegel allerdings in<br />

Grenzen, zumal das Geräusch<br />

psychoakustisch unauffällig ist.<br />

Dennoch, lautlos geht an<strong>der</strong>s.<br />

Ungeachtet dessen: Das<br />

Klangergebnis von CD, DVD<br />

und Blu-ray Disc via HDMI<br />

jedenfalls gefiel den Testern<br />

ausgesprochen gut. Selbst<br />

komplexeste akustische Ereignisse<br />

wie „Blast Live“ von den<br />

Red Hot Chili Peppers mit drei<br />

Dudelsäcken, drei Blechbläsern<br />

und drei Drummern sortierte<br />

<strong>der</strong> Samsung-Player konturenscharf<br />

auseinan<strong>der</strong>. Er wirkte<br />

hier tonal ausgewogen und<br />

spielfreudig. Das schaffte <strong>der</strong><br />

Analogausgang erwartungsgemäß<br />

nicht mehr, er tönte<br />

aber angenehm unspektakulär,<br />

unaufdringlich.<br />

Mit dem BD E 8909 S kreierte<br />

Samsung eine Universalquelle,<br />

die vor allem als aufnahmefähiger<br />

HD-Sat-Receiver<br />

und Blu-ray-Player eine gute<br />

Figur macht. Raphael Vogt ■<br />

Das Hauptmenü (1)<br />

dient als Startrampe<br />

zu den<br />

verschiedenen<br />

integrierten Quellen<br />

und Funktionen.<br />

Mit zumeist<br />

kostenlosen Apps<br />

lässt sich das<br />

Internetportal<br />

Smart Hub (2)<br />

gestalten und<br />

flexibel erweitern.<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Sehr geringer Klirr mit günstig<br />

abfallendem Spektrum<br />

Jitterspektrum CD<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Recht geringer Jitter (307ps)<br />

Rauschabstand (A-bew.) 96 dB<br />

Ausgangswi<strong>der</strong>stand 440 Ω<br />

Fehlerkorrekturvermögen<br />

Infoschicht CD/DVD/BD 2,9/2,3/3,5 mm<br />

Oberfläche CD/DVD 3/4,5 mm<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 0,8/20 W<br />

Bewertung<br />

Klang Analog Stereo / Analog Multi / HDMI 45/–/64<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Bild Tuner HD/SD 16/9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Bild Player HD/SD 16/9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

■ Maximale Punktzahl bei DVD-Playern<br />

Gelungenes Kombigerät aus<br />

Dualtuner-HD-Sat-Empfänger<br />

mit Festplattenrecor<strong>der</strong> und<br />

3D-Blu-ray-Player. Streaming-<br />

Client mit Internetportal. Super<br />

Bildqualität, guter HDMI-Klang.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang Analog Stereo / Analog Multi / HDMI<br />

Absolute Spitzenklasse 45/–/64<br />

Gesamturteil<br />

überragend<br />

105 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

sehr gut<br />

Thorsten Reuber<br />

Geschäftsführer bei Teufel<br />

Raumfeld HiFi-Streaming<br />

<strong>Die</strong> innovativen „Raumfeld by Teufel“<br />

Audio-Streaming-Systeme kombinieren<br />

herausragende Klangeigenschaften und<br />

riesige Musikvielfalt mit einfacher Bedienbarkeit.<br />

Genießen Sie Ihre digitale Lieblingsmusik<br />

und Internet-Musikdienste im ganzen<br />

Haus: kabellos, unkompliziert, in höchster<br />

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über Ihre vorhandene HiFi-Anlage.<br />

<strong>Die</strong> Teufel Vorteile:<br />

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8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 35<br />

... macht glücklich


Test & Technik Lautsprecher<br />

Tuning ab Werk<br />

Boxenspezialist Elac stellt seiner legendären AM 150 die deutlich aufwendigere<br />

AM 180 zur Seite. <strong>stereoplay</strong> konnte die beiden Modelle bereits vergleichen.<br />

Ein Raunen ging durch die<br />

Audio-Welt, als Elac die<br />

AM 150 präsentierte. Kann man<br />

für unter 600 Euro ein Paar<br />

Aktivboxen auf die Beine stellen,<br />

mit kräftigen Endstufen,<br />

digitalen und analogen Eingängen,<br />

Ortsfiltern, Schutzschaltungen<br />

sowie seriösen Chassis?<br />

Eine Box, die richtig erwachsen<br />

klingt?<br />

Wir <strong>stereoplay</strong>-Tester waren<br />

tatsächlich hellauf begeistert,<br />

nachzulesen in Ausgabe 9/11.<br />

Auch die Reaktionen <strong>der</strong> Netzgemeinde<br />

fielen sehr positiv,<br />

teilweise gar euphorisch aus.<br />

Zumal sich inzwischen herumgesprochen<br />

hat, dass Boxen<br />

dieser Art bei kurzen Hörentfernungen<br />

eine HiFi-Anlage<br />

preiswert ersetzen können.<br />

Schöner und besser<br />

Audiophile wissen allerdings<br />

auch, dass sich mit einem gesteigerten<br />

Herstellungsaufwand<br />

praktisch jedes Klangergebnis<br />

verfeinern lässt. Genau diesen<br />

Schritt unternimmt Elac und<br />

stellt seinem Stückzahlrenner<br />

ein höherwertiges Schwestermodell<br />

vom Typ AM 180 an die<br />

Seite, allerdings zum doppelten<br />

Preis. <strong>Die</strong> Abmessungen <strong>der</strong><br />

Geschwister sind identisch,<br />

was einen Vergleich geradezu<br />

herausfor<strong>der</strong>t.<br />

<strong>Die</strong> Differenzierung beginnt<br />

bei Optik und Oberflächen.<br />

Während sich das Einsteigermodell<br />

mit Mattlack begnügen<br />

muss, erstrahlt die Edelversion<br />

in noblem Hochglanzlack, <strong>der</strong><br />

wahlweise schwarz o<strong>der</strong> weiß<br />

ausgeführt wird. <strong>Die</strong> Blende,<br />

die die beiden Chassis umgibt<br />

und für eine glattflächige Schallwand<br />

sorgt, ist bei <strong>der</strong> AM 180<br />

dunkler gehalten und wirkt so<br />

eindeutig schicker.<br />

<strong>Die</strong> Nobelversion bietet die<br />

gleichen äußerst sinnvollen<br />

Ortsfilter zur Anpassung des<br />

Klangcharakters an die räumliche<br />

Umgebung wie die AM<br />

150. Beide Modelle sind im<br />

Tiefbass elektronisch entzerrt<br />

und gegen eine Überlastung<br />

durch klangschonend arbeitende<br />

Limiter geschützt.<br />

<strong>Die</strong>se Features markieren<br />

einen deutlichen Vorzug gegenüber<br />

Passivboxen, die bei ähn-<br />

36<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


<strong>Die</strong> Elektronik ruht<br />

in einer vom übrigen<br />

Gehäuse getrennten<br />

Kammer, wo ihr das<br />

Treiben <strong>der</strong> Chassis<br />

nichts anhaben kann.<br />

Netzteil und Endstufen<br />

sind bei <strong>der</strong> AM 180<br />

etwas stärker als beim<br />

Schwestermodell.<br />

Elac AM 180<br />

1200 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Elac Electroacustic, Kiel<br />

Telefon: 0431 / 64 77 40<br />

www.elac.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 19,5 x H: 29 x T: 28 cm<br />

Gewicht: 7,8 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend o<strong>der</strong><br />

wandnah, unterschiedlich bedämpfte<br />

Räume bis 25 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

<strong>Die</strong> Ortsfilter werden<br />

über kleine Schalter<br />

rechts unterhalb <strong>der</strong><br />

Kühlkörper gesteuert.<br />

<strong>Die</strong> Basstiefe lässt<br />

sich begrenzen, wenn<br />

höhere Pegel gefahren<br />

werden. Symmetrische<br />

Eingänge erfreuen die<br />

Studioanwen<strong>der</strong>.<br />

Sehr ausgewogen mit minimalem<br />

Höhenanstieg und gutem Abstrahlverhalten<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

Elac AM 180<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Recht geringer Klirr, oberhalb von 95 dB<br />

Schalldruck spricht Schutzschaltung an<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Entfällt, da Aktiv-Lautsprecher<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 59/50 Hz<br />

Maximalpegel 59-80/>80 Hz 97/97 dB<br />

lichem Gehäusevolumen längst<br />

keinen so tiefen Bass erreichen<br />

und kaum Schutz gegen Übersteuerung<br />

bieten.<br />

Praxisgerechte Filter<br />

<strong>Die</strong> an <strong>der</strong> Rückseite montierten<br />

Elektronik-Abteile sind äußerlich<br />

nahezu gleich. Doch die<br />

AM 180 verfügt über ein<br />

stärkeres Netzteil, etwas mehr<br />

Verstärkerleistung und einen<br />

zusätzlichen Digital-Eingang<br />

im TOS-Link-Format.<br />

<strong>Die</strong> wichtigsten Än<strong>der</strong>ungen<br />

betreffen die Chassis. Der vergleichsweise<br />

schlichte Kevlar-<br />

Membrankonus <strong>der</strong> AM 150<br />

wich einer Sandwich-Ausführung,<br />

die hochstabiles Aluminium<br />

und dämpfenden Zellstoff<br />

kombiniert.<br />

Hochtonseitig setzt die AM<br />

180 auf den für die höherwertigen<br />

Elac-Boxen typischen<br />

JET-Strahler, <strong>der</strong> in Fachkreisen<br />

einen hervorragenden Ruf<br />

genießt. Er nutzt eine gefaltete<br />

Folienmembran in einer kompakten<br />

Kammer und gilt als<br />

beson<strong>der</strong>s hochauflösend und<br />

dynamikstark. <strong>Die</strong> AM 150 trägt<br />

einen deutlich kostengünstigeren<br />

Kalottenhochtöner.<br />

Bei den Standardmessungen<br />

nehmen sich die Geschwister<br />

nicht viel. Beide liefern vorbildlich<br />

lineare Schalldruckkurven,<br />

wobei jene <strong>der</strong> AM 180 zu den<br />

Höhen hin etwas ansteigt.<br />

Beide sind im Tiefbass bis nahe<br />

50 Hertz „voll da“ und stemmen<br />

ohne übermäßige Verzerrungen<br />

Pegel bis zu 97 Dezibel.<br />

Subjektiv sind die Schalldruckreserven<br />

bei<strong>der</strong> Boxen<br />

riesig, mit leichten Vorteilen für<br />

die AM 180, die bei energischem<br />

Einsatz länger die Übersicht<br />

wahrt und lustvoller klingt<br />

als die dann etwas zur Enge tendierende<br />

Schwester. Beide gewinnen<br />

noch mal an Dynamik,<br />

wenn mit wandnaher Aufstellung<br />

das zugehörige Filter <strong>der</strong><br />

Bassanhebung entgegenwirkt.<br />

Ansonsten ist die AM 180<br />

bei aller Ähnlichkeit klar die<br />

bessere Box. Sie löst noch feiner<br />

auf, klingt strukturierter und<br />

bringt die Hörer dichter ans Geschehen.<br />

So zeigt die AM 180,<br />

was bei kleinen Boxen machbar<br />

ist, wenn das liebe Geld nicht<br />

die erste Geige spielt.<br />

Wolfram Eifert ■<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

Natürlichkeit<br />

10 11 9 9 11<br />

Feinauflösung<br />

Grenzdynamik<br />

Klang 50<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Kompakter Aktivmonitor mit<br />

wertigen Hochglanzgehäusen<br />

und hochgezüchteten Chassis.<br />

Digitale und analoge Eingänge,<br />

Ortsfilter und Limiter. Neutraler<br />

und betont lebhafter Klang mit<br />

bester Feinzeichnung. Für die<br />

Größe sehr souveräner Bass.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

gut - sehr gut<br />

Preis/Leistung<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

50 Punkte<br />

75 Punkte<br />

sehr gut<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 37


Test & Technik D/A Wandler<br />

HIER<br />

SPIELT<br />

Field Programmable Gate Array:<br />

FPGAs lassen sich Anwen<strong>der</strong>gerecht<br />

programmieren – hier<br />

steckt das Meitner-Know-how.<br />

D/A-Wandler: Pro Kanal<br />

beschäftigt <strong>der</strong> MA 1 vier<br />

separate Pulse-D/A-Wandler<br />

im Doppel-Differential-Modus.<br />

DIE MUSIK<br />

Der MA 1 von EMM Labs klingt schon<br />

mit CD-Auflösung einfach phänomenal.<br />

Genau zwei Jahrzehnte ist<br />

es her, dass <strong>der</strong> Kanadier<br />

Ed Meitner <strong>der</strong> Redaktion<br />

<strong>stereoplay</strong> einen Besuch abstattete.<br />

Anlass war die Vorstellung<br />

seines IDAT-(„Intelligent Digital<br />

Audio Translator“-)Digital/<br />

Analog-Wandlers, <strong>der</strong> ein damals<br />

noch weitgehend unbekanntes<br />

Ziel verfolgte – nämlich<br />

digitales Taktzittern (Jitter) für<br />

guten Klang möglichst effektiv<br />

zu unterbinden. Schon damals<br />

war Meitner wegen seines<br />

digitalen Know-hows in Profikreisen<br />

ein gefragter Spezialist.<br />

So entwickelte und baute er<br />

einige Jahre später im Auftrag<br />

von Philips und Sony die Referenz-A/D-<br />

und -D/A-Wandler<br />

für das DSD-Verfahren. Das ist<br />

kein Zufall, gehört Meitner<br />

doch zu den konsequentesten<br />

Verfechtern <strong>der</strong> 1-Bit-Technik:<br />

38<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


USB-Controller-Baustein: Der<br />

MA 1 wickelt den Datentransfer<br />

über die USB-Schnittstelle<br />

im asynchronen Modus ab.<br />

Er ist <strong>der</strong> Auffassung, dass sich<br />

mit ultraschnellen Entscheidungen,<br />

ob das aktuelle Sample<br />

größer o<strong>der</strong> kleiner ist als <strong>der</strong><br />

vorherige Wert, die ursprüngliche<br />

Kurvenform des Signals<br />

noch immer am genauesten<br />

darstellen lässt. Drum rechnen<br />

Meitners teure EMM-Labs-<br />

Profi-D/A-Wandler sogar übliche<br />

Multibit-PCM-Digitalsignale<br />

zunächst mal in<br />

entsprechend viele 1-Bit-Signale<br />

um, was allerdings ein<br />

spezielles Oversampling-Verfahren<br />

verlangt.<br />

Mit dem 6900 Euro teuren<br />

MA 1 will Ed Meitner die<br />

Vorzüge von Jitter-Minimierung<br />

und 1-Bit-Wandlung nun auch<br />

den HiFi-Fans mit weltlichem<br />

Budget zugänglich machen. Der<br />

MA 1 stellt die erste Komponente<br />

aus <strong>der</strong> „Meitner“-Linie<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 39


Test & Technik D/A Wandler<br />

dar – ein passendes CD-Laufwerk<br />

ist bereits in Arbeit. Technisch<br />

orientiert sich <strong>der</strong> MA 1<br />

nahezu vollständig am deutlich<br />

teureren EMM Labs DAC 2+.<br />

Nur beim Materialeinsatz für<br />

die Mechanik zeigt er sich kompromissbereit.<br />

So erspart er sich<br />

die ultrateuren Leiterplatten aus<br />

Keramik, und sein Aluminium-<br />

Gehäuse fällt nicht ganz so<br />

dickwandig aus.<br />

Zur Jitter-Reduktion nutzt<br />

<strong>der</strong> MA 1 Schaltung namens<br />

MFAST (Meitner Frequency<br />

Acquisition Technology). Dabei<br />

benutzt die Zeitbasis nicht wie<br />

üblich ein Schwingquartz mit<br />

fester Frequenz, vielmehr wird<br />

diese extrem präzise von einem<br />

eigenen DSP gesteuert. Der<br />

wie<strong>der</strong>um bezieht sich in seiner<br />

Tracking-Arbeit auf die bei <strong>der</strong><br />

Analyse des Eingangssignals<br />

ermittelte Taktfrequenz. Vorteil:<br />

Da die DSP-Zeitbasis den Steuertakt<br />

auch für die D/A-Wandler-Bausteine<br />

im MA 1 vorgibt,<br />

kommen die Audiodaten dort<br />

„just in time“ an. Ebenso interessant<br />

ist das zweite Technik-<br />

Alles aus eigener Hand: Statt auf Wandlerelektronik von <strong>der</strong> Stange<br />

setzt <strong>der</strong> MA 1 auf Meitner-exklusive Schaltungstechnik.<br />

Highlight des MA 1 namens<br />

„Meitner Digital Audio Translator“<br />

(siehe Kasten auf <strong>der</strong><br />

rechten Seite).<br />

Häufig fallen die Hörtest-<br />

Unterschiede zwischen guten<br />

D/A-Wandlern <strong>der</strong>art gering<br />

aus, dass man sie kaum in Worte<br />

fassen kann, ohne zu übertreiben.<br />

An<strong>der</strong>s beim Meitner<br />

MA 1. Der klang von <strong>der</strong> ersten<br />

Sekunde an so unverschämt gut,<br />

dass die Tester ihm umgehend<br />

die D/A-Wandler-Referenz <strong>der</strong><br />

Redaktion, den Weiss DAC 202<br />

(69 Punkte, Test 9/11), als Vergleichsmaßstab<br />

zur Seite stellten.<br />

Via S/P-DIF-Digitaleingang<br />

angesteuert, ließ <strong>der</strong> MA 1 mit<br />

unglaublicher Energie und Bestimmtheit<br />

den Drummer Will<br />

Kennedy das swingende „For<br />

Les Paul“ von Lee Ritenours<br />

CD „6 String Theory“ vorantreiben.<br />

Der Kanadier setzte<br />

dabei neue Maßstäbe in Sachen<br />

Dynamik und musikalisches<br />

Engagement. Auch hinsichtlich<br />

Der MA 1 klingt atemberaubend lebendig<br />

und zieht auf bisher nicht gekannte Weise<br />

unmittelbar in die Musik.<br />

Durchzeichnung und Luftigkeit<br />

reichte <strong>der</strong> Weiss DAC 202<br />

an den Meitner nicht heran. So<br />

verlor Robert Crays Stimme in<br />

„Give Me One Reason“ spürbar<br />

an Kantenschärfe, und das<br />

Klangbild geriet insgesamt<br />

stumpfer.<br />

Welch nachhaltige Wirkung<br />

solche Unterschiede auf das<br />

subjektive musikalische Empfinden<br />

haben, offenbarte sich<br />

an folgendem Beispiel: Beim<br />

Abspielen des Titels „68“ <strong>der</strong><br />

genannten Ritenour-CD dachte<br />

sich <strong>der</strong> Autor ein wenig gelangweilt:<br />

„Na ja, da haben die Herren<br />

Steve Lukather, Neil Schon und<br />

Slash jetzt auch mal ein bisschen<br />

auf Jeff Beck gemacht.“ Wie faszinierend<br />

diese Musik wirklich<br />

ist, enthüllte dann erst <strong>der</strong> Meitner-Wandler,<br />

<strong>der</strong> in den recht<br />

bombastisch gemischten Track<br />

überraschend viel Durchsichtigkeit<br />

brachte.<br />

Unglaublich, welches Klangpotenzial<br />

<strong>der</strong> MA 1 selbst aus<br />

einfachen CDs rausholte: Das war<br />

Adrenalin pur.<br />

Mit Hi-Res-Material vom<br />

Computer via Firewire blühte <strong>der</strong><br />

Weiss dann aber noch mal richtig<br />

auf. Und <strong>der</strong> Meitner erteilte all<br />

denjenigen eine Lehrstunde, die<br />

USB als klanglich schlechtere<br />

Alternative abtun: „Rich Woman“<br />

von Robert Plant & Alison Krauss<br />

trieb <strong>der</strong> MA 1 noch energischer<br />

voran. Er klang dabei <strong>der</strong>maßen<br />

farbig, dass man jeden Titel unbedingt<br />

zu Ende hören wollte, um<br />

zu erfahren, was da noch alles<br />

kommt. Unglaublich, wie mächtig<br />

zum Beispiel die Bassdrum<br />

in „Please Read The Letter“ ausschwang.<br />

Mit dem MA 1 bekommt die<br />

Floskel „Klingt musikalisch“ eine<br />

völlig neue Bedeutung.<br />

Jürgen Schrö<strong>der</strong><br />

EMM Labs Meitner MA 1<br />

6900 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audio Components, HH<br />

Telefon: 040 / 27 85 86 0<br />

www.audio-components.de<br />

www.emmlabs.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 43,5 x H: 9,2 x T: 40 cm<br />

Gewicht: 7,5 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

15dB<br />

15dB<br />

12dB<br />

9dB<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB 10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Stets sehr ausgewogen und<br />

breitbandig<br />

Klirrspektrum 96/24<br />

-30dB<br />

-50dB<br />

-70dB<br />

-90dB<br />

-110dB<br />

-130dB<br />

-150dB<br />

20Hz 200Hz 2kHz 20kHz<br />

Sehr niedriger Klirr, hauptsächlich<br />

nur die gutmütige Komponente k 3<br />

Jitterspektrum<br />

-80dB<br />

-90dB<br />

-100dB<br />

-110dB<br />

-120dB<br />

-130dB<br />

-3500Hz 11025Hz +3500Hz<br />

Extrem niedriger Jitter via USB<br />

Jitter S/P-DIF / USB 166/145 ps<br />

Rauschabstand<br />

118 dB<br />

Ausgangswid. RCA/XLR 1340/298 Ω<br />

Verbrauch Standby/Betrieb 2,5/26 W<br />

Bewertung<br />

Klang 192/96/44,1 70/69/68<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Auch via USB voll Hi-Res-tauglicher<br />

D/A-Wandler mit praxisgerechter<br />

Ausstattung und phänomenalen<br />

Klangeigenschaften,<br />

die auch bei 44,1-kHz-Kost voll<br />

zum Tragen kommen. Highlight<br />

und neue Wandler-Referenz.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenkl.<br />

Gesamturteil<br />

überragend<br />

Preis/Leistung<br />

70 Punkte<br />

97 Punkte<br />

sehr gut<br />

40<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


So arbeitet MDAT (Meitner Digital Audio Translator)<br />

Zunächst erfährt das Audiosignal ein Oversampling auf<br />

5,6 Megahertz, um das Quantisierungsrauschen breitbandig<br />

zu verteilen (Noise Shaping). Zudem nutzt das MDAT-Filter<br />

nicht wie üblich digital abgespeicherte, feste Koeffizienten.<br />

Herkömmliches Oversampling<br />

Vielmehr untersuchen sogenannte Transienten-Detektoren<br />

das Signal auf <strong>der</strong> Pegel- und Frequenzebene, um DSPgesteuert<br />

aus einer riesigen Bibliothek die für den Moment<br />

perfekt passenden Filterkoeffizienten bereitzustellen.<br />

MDAT<br />

Wie<strong>der</strong>gabe eines Nadelimpulses (Diracstoß): Oversampling mit<br />

FIR-Filtern erzeugt sichtbares Vor- und Nachschwingen.<br />

Herkömmliches Oversampling<br />

Das gleiche Signal wie<strong>der</strong>gegeben mit MDAT: Per DSP ans Signal<br />

angepasste Filtertypen reduzieren Vor- und Nachschwingen deutlich.<br />

MDAT<br />

Auch bei Rechteck-Signalen zeigt sich mit gängigem Oversampling<br />

ein deutlich sichtbares „Ringing“.<br />

In MDAT-Wie<strong>der</strong>gabe verläuft das Dach bei Rechteckschwingungen<br />

nahezu linear und mit deutlich geringeren Verformungen.<br />

08KDL_musicline_stp_08.pdf;S: 1;Format:(213.00 x 92.00 mm);15. Jun <strong>2012</strong> 10:13:47<br />

2<br />

Naim nicht im Versand erhältlich<br />

<strong>Die</strong> neue Version des preisgekrönten All-in-one-Players<br />

von Naim bietet jetzt noch mehr Leistung, noch mehr<br />

Klang.<br />

UPnP-Streaming mit bis zu 24 Bit/192 kHz<br />

vTuner-Webradio<br />

UKW/DAB-Tuner<br />

Analog- und Digitaleingänge<br />

Vollverstärker mit 2 x 70 Watt Leistung<br />

Bedienung optional über App<br />

www.music-line.biz · Tel. 04105 77050


Test & Technik Verstärker<br />

Schlicht und<br />

ergreifend<br />

Der Name Vincent steht<br />

für opulente Edel-Verstärker zum<br />

mo<strong>der</strong>aten Kurs. Der SV 800 strebt<br />

jetzt höchste Weihen an.<br />

Respekt for<strong>der</strong>t <strong>der</strong> neue<br />

SV 800 von Vincent<br />

schon bei <strong>der</strong> ersten Begegnung.<br />

Auf seinen schallgedämpften<br />

Füßen lasten<br />

nicht weniger als 26,5 Kilo.<br />

<strong>Die</strong> fingerdicke Frontpanzerung<br />

wird von einer ebenso<br />

massiven, oben herum schön<br />

geschwungenen zweiten Alu-<br />

Platte geschützt. Und die<br />

großflächigen Kühlprofile an<br />

den Seiten gemahnen daran,<br />

dass <strong>der</strong> SV 800 auch Leistung<br />

umsetzen kann.<br />

Es ist aber nicht nur die<br />

Größe, son<strong>der</strong>n auch die Technik,<br />

mit <strong>der</strong> dieser 4000-Euro-<br />

Verstärker beeindruckt. Auf<br />

den überragenden Vorzug des<br />

SV 800 weist die Gravur<br />

„Class A“ hin, die eines <strong>der</strong><br />

Knöpfchen auf <strong>der</strong> Metallfrontplatte<br />

schmückt. Wenn<br />

man dort drückt, schwingt<br />

sich dieser Vincent nicht zu<br />

irgendeiner Prospekt-Trickserei<br />

auf, son<strong>der</strong>n zu einer<br />

echten Großtat.<br />

Er erhöht den Ruhestrom<br />

seiner kapitalen Endtransistoren<br />

(insgesamt 16<br />

15-Ampère-Typen von Toshiba)<br />

bis über die maximal<br />

mögliche Auslenkung <strong>der</strong><br />

Musiksignale hinaus. Dabei<br />

verbrät er zwar viel Energie<br />

als Abwärme, an<strong>der</strong>erseits<br />

42<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Fast zwei Drittel des Innenraums beansprucht das Netzteil, das mit einem abgeschirmten<br />

Gigant-Netztrafo und je acht Speicher-Elkos für den rechten und linken Kanal arbeitet.<br />

<strong>Die</strong> Eingangsröhren werden von verlustarmen Folien-Kondensatoren flankiert.<br />

wuseln die Schwingungen nun<br />

ausschließlich im optimalen<br />

Kennlinien-Bereich wie geschmiert<br />

auf und ab. Und weil<br />

das beim SV 800 in gewissen<br />

Grenzen schon im Normal-<br />

Modus gilt, züchteten die<br />

Entwickler die Transistor-<br />

Ausgangsstufen gleich so hoch,<br />

dass sie sich eine Gegenkopplungs-Korrekturschleife<br />

schenken konnten. Damit<br />

erzielten sie neben Klirrarmut<br />

eine breitbandig konstante<br />

Ausgangsimpedanz. Erhöhte<br />

Immunität gegenüber Boxen-<br />

Rückwirkungen gab es dann<br />

als willkommenen Nachschlag<br />

oben drauf.<br />

Klingt überzeugend, funktioniert<br />

aber nur bei absolut<br />

wackelfreien Versorgungsspannungen.<br />

Deswegen bekam <strong>der</strong><br />

SV 800 einen gewaltigen Netztrafo<br />

– und mit vier von <strong>der</strong><br />

japanischen Firma Elna bezogenen<br />

10 000-Mikrofarad-Elkos<br />

pro Kanal eine praktisch nicht<br />

auszusaugende Energie-Speicherbank.<br />

Von diesem Planungsstadium<br />

an waren die Spardeiche<br />

offenbar gebrochen, und die<br />

Vincentiner langten in die<br />

Vollen. Sogar die Verstärkerzüge<br />

wurden komplett doppelt<br />

ausgelegt – weil sich damit die<br />

Einstreufestigkeit einer symmetrischen<br />

Leitung über den Verstärker<br />

hinweg fortsetzen lässt.<br />

Und weil sich an den Ausgängen<br />

mit zwei heißen Polen nicht<br />

nur die doppelte, son<strong>der</strong>n rechnerisch<br />

die vierfache Leistung<br />

ergibt (doppelter Spannungshub<br />

gleich doppelter Strom und 2 x<br />

2 gleich 4 x so viel Watt).<br />

Wie bei gewissen, viel, viel<br />

teureren Referenzverstärkern<br />

mussten nun noch Röhreneingangsstufen<br />

her, im Falle des<br />

symmetrischen SV 800 nicht<br />

weniger als vier Stück – jede<br />

höchst standesgemäß mit einer<br />

Doppeltriode ECC 83 bestückt.<br />

Darauf folgt eine ECC 82 in<br />

einer „Shunt Regulated Push<br />

Pull“-Schaltung. Bei geringem<br />

Klirr vermag diese schon etwas<br />

Dampf zu erzeugen, um die<br />

Ausgangs-Transistormeute anzusteuern<br />

– selbstredend nicht<br />

über irgendwelche Potenzialtrenner,<br />

son<strong>der</strong>n über teure<br />

Wima-Folienkondensatoren.<br />

Nur logisch erscheint es, dass<br />

<strong>der</strong> SV 800 seine fünf Line-<br />

Eingänge mit Relais aufschaltet<br />

und die Lautstärke über ein<br />

präzises Alps-Poti kontrolliert.<br />

Doch wegen des symmetrischen<br />

Aufbaus kommt es zu einem<br />

Paradox. Im Gegensatz zu den<br />

meisten an<strong>der</strong>en Amps gilt es<br />

bei ihm, den XLR-Anschluss<br />

als den normalen anzuerkennen.<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 43


Test & Technik Verstärker<br />

XLR-In steuert<br />

die Doppel-<br />

Allerdings werden die Cinch-<br />

Signale nicht durch ein IC, son<strong>der</strong>n<br />

durch einen hochwürdigen<br />

Junction-Feldeffekt-Transistor<br />

via Drain- und Source-Out auf<br />

zweipolig transformiert.<br />

Im Hörtest klang <strong>der</strong> SV 800<br />

schlicht fantastisch – bei diesem<br />

o<strong>der</strong> jenem Anschluss und auch<br />

schon ohne Class A. „Mit“ kam<br />

es auf das Musikmaterial an.<br />

Bei einigen CDs brachte Class<br />

A fast nichts, bei an<strong>der</strong>en lag<br />

– während <strong>der</strong> Raum deutlich<br />

an Tiefe gewann – mehr Spannung<br />

in <strong>der</strong> Luft.<br />

Das soll nicht heißen, dass<br />

<strong>der</strong> schwere Vincent, mit dem<br />

Ayre-Player CX 7e (Test 8/11)<br />

Technik im Detail<br />

und den Arbeitsboxen Sonics<br />

Allegra verbunden, <strong>der</strong> Musikwie<strong>der</strong>gabe<br />

größere Eigenmächtigkeiten<br />

gestattete. Ein E-Bass<br />

durfte rumoren und aufbegehren,<br />

wie er wollte. Doch er verlor<br />

nicht im Mindesten Kontur<br />

und entkam nie den strengen<br />

Zügeln des SV 800.<br />

„Danke“, schienen Ulita<br />

Knaus o<strong>der</strong> Vienna Teng dem<br />

Vincent zu bedeuten. Kein<br />

Gramm zu viel Gewicht, keine<br />

Spur von falscher Schminke,<br />

keinerlei Hysterie-Gefahr oben<br />

heraus: Der Vincent verdiente<br />

sich schon dickes Lob, indem<br />

er Stimmen nur sauber und<br />

naturbelassen übe rtrug.<br />

Verstärkerzüge<br />

am direktesten an:<br />

SV 800 mit fünf<br />

Cinch-Line-<br />

Nebeneingängen.<br />

Nie zu scharf, wenn Geigen<br />

jubilierten, rund-perlend und<br />

glockenklar in Piano-Features,<br />

Schlagzeug stets punktgenau<br />

und doch mit aller Wucht: So<br />

sammelte <strong>der</strong> SV 800 eifrigen<br />

Applaus und Zuspruch ein.<br />

Dann zogen die Tester den<br />

Pathos Logos (Test 12/05,<br />

56 Punkte) aus dem Vergleichsregal.<br />

Dessen Prosecco-Prickeln<br />

in den Höhen ließ <strong>der</strong> geerdete<br />

Vincent vermissen. Er verzichtete<br />

auch auf den Extraglanz,<br />

den <strong>der</strong> Italiener versprühte.<br />

Wer mehr Wert auf die Festigkeit<br />

des Fundaments legt, wird<br />

den SV 800 bevorzugen.<br />

Johannes Maier ■<br />

Vincent SV 800<br />

4000 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Sintron, Iffezheim<br />

Telefon: 0 72 29 / 18 29 98<br />

www.sintron-audio.de<br />

www.vincent-tac.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 43 x H: 19,2 x T: 43 cm<br />

Gewicht: 26,5 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

-3dB<br />

-6dB<br />

-9dB<br />

-12dB<br />

-15dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Sehr ausgewogen mit geringerem<br />

Pegelverlust an nie<strong>der</strong>ohmiger Last<br />

Klirr-Analyse (k2 bis k5 vs. Leistung)<br />

0dBV<br />

-20dBV<br />

-40dBV<br />

-60dBV<br />

-80dBV<br />

-100dBV<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

In Class A schön gleichmäßig<br />

verlaufende Klirrkomponenten mit<br />

perfektem Lastwechselverhalten<br />

<strong>stereoplay</strong> Leistungsprofil<br />

Hohes Musikleistungsniveau bis<br />

242 Watt an 2 Ohm, an komplexer<br />

Last etwas weniger<br />

Sinusleistung 1 kHz, k = 1 %<br />

an 8/4 Ω<br />

119/177 W<br />

Rauschabstand Line 99 dB<br />

Phono MM/MC –<br />

Verbrauch Class A/AB 280/145 W<br />

Aus 4 mach 2<br />

Donnerwetter – was für ein Aufwand,<br />

denkt <strong>der</strong> Techniker, wenn er den<br />

Schaltplan des Vincent SV 800 liest.<br />

Was er dabei auf den ersten Blick als<br />

rechts und links missdeutete, erweist<br />

sich – hoppla – von A bis Z und bis<br />

zum Ausgang in Brückenschaltung<br />

als ein komplett doppelter, perfekt<br />

symmetrisch ausgelegter Einzelkanal.<br />

Im Prinzip arbeiten im SV 800 also<br />

vier komplett eigenständige Röhrenvorstufen.<br />

Darauf folgen erzkräftige<br />

Transistorstufen. <strong>Die</strong>se vermehren<br />

weniger die Spannungshübe,<br />

son<strong>der</strong>n liefern im Bedarfsfall<br />

gewaltige Ströme.<br />

Röhreneingangsstufe des Vincent SV 800 - das<br />

Diagramm zeigt nur den linken Kanal!<br />

Bewertung<br />

Klang 55<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Schön, schwer und mit<br />

mo<strong>der</strong>nster Hybrid-Technik –<br />

dieser Devise folgte Vincent<br />

bei <strong>der</strong> Konstruktion. Nach<br />

dem Umschalten auf Class A<br />

offenbart <strong>der</strong> SV 800 absolut<br />

ruhige, plastische Zeichnung<br />

und vollendete Neutralität.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Spitzenklasse<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

Preis/Leistung<br />

55 Punkte<br />

82 Punkte<br />

sehr gut<br />

44<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Endlich wie<strong>der</strong> da:<br />

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Test & Technik Lautsprecher<br />

Nordeuropäer und Italiener<br />

sind bekanntlich nicht immer<br />

einer Meinung beim Thema<br />

Sparen. Unstrittig ist, dass<br />

die Erfin<strong>der</strong> <strong>der</strong> Pasta viel von<br />

Ästhetik verstehen. Sie können<br />

mit Hölzern und an<strong>der</strong>en feinen<br />

Werkstoffen umgehen wie kaum<br />

eine an<strong>der</strong>e Nation auf dem<br />

Kontinent.<br />

Eleganz und Wertigkeit <strong>der</strong><br />

neuen Quinta Mk 2 von Opera<br />

lassen in <strong>der</strong> Tat aufhorchen.<br />

Sie gefällt mit sanften, teilweise<br />

kaum merklichen Radien und<br />

einer Liebe zum Detail, die über<br />

jeden Zweifel erhaben ist.<br />

Maximal 4000 Euro in den<br />

beiden aufwendigsten Ausführungen<br />

soll das Ganze kosten,<br />

paarweise versteht sich. Dann<br />

sind die Seiten in glanzstarken<br />

schwarzen o<strong>der</strong> weißen<br />

Klavierlack gekleidet, während<br />

Schallwand und Rücken fein<br />

genarbtes Le<strong>der</strong> tragen.<br />

So elegant wie das Design,<br />

so ambitioniert ist die Technik.<br />

Eine Rolle mag dabei spielen,<br />

dass Opera eng mit dem Elek-<br />

46<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Vom schönen Klang<br />

Aus Italien kommt ein im doppelten Sinne attraktiver<br />

Schallwandler zu uns. <strong>Die</strong> neue Quinta von Opera sieht<br />

nicht nur wun<strong>der</strong>schön aus, sie klingt auch so.<br />

Opera Quinta Mk 2<br />

3700 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: TAD Audiovertrieb, Frasdorf<br />

Telefon: 0 80 52 / 95 73 27 3<br />

www.operaloudspeakers.com<br />

www.tad-audiovertrieb.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 24,5 x H: 110 x T: 43 cm<br />

Gewicht: 51 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend,<br />

Hörabstand ab 2,5 m, normal<br />

bedämpfte Räume bis 35 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

Opera Quinta<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

tronik-Hersteller Unison verbandelt<br />

ist, dessen Verstärker<br />

Kultstatus genießen.<br />

So verwun<strong>der</strong>t es nicht, dass<br />

die Box ein gutmütiges Lastverhalten<br />

zeigt. Der Impedanzverlauf<br />

schwankt nur maßvoll,<br />

die 4-Ohm-Schwelle wird nie<br />

unterschritten. Beides kommt<br />

elektrisch zart besaiteten Verstärkern<br />

sehr entgegen.<br />

Dass die Quinta mit gut 83<br />

Dezibel aus 2 Volt zu den Leisen<br />

im Lande zählt, ist konzeptionell<br />

bedingt. <strong>Die</strong> Entwickler<br />

wollten we<strong>der</strong> auf satten Tiefbass<br />

verzichten – was eine<br />

höhe re Watt-Ausbeute ermöglicht<br />

hätte – noch an<strong>der</strong>weitig<br />

Kompromisse eingehen.<br />

Das formvollendete Gehäuse<br />

ist <strong>der</strong> besseren Impulsverarbeitung<br />

wegen vollständig<br />

geschlossen. Gegenüber einer<br />

Bassreflexbox gehen dadurch<br />

etwa 2 Dezibel Schalldruck verloren;<br />

nicht dramatisch viel.<br />

<strong>Die</strong> beiden Tieftöner mit<br />

hochfesten Alumembranen können<br />

auf 40 Liter Nettovolumen<br />

zugreifen. Das Gehäuse ist sorgsam<br />

bedämpft, was sich auch<br />

beim Gewicht nie<strong>der</strong>schlägt,<br />

das über 50 Kilogramm liegt.<br />

Um die mittleren Tonlagen<br />

kümmert sich ein dritter Konustreiber<br />

mit separater Ansteuerung.<br />

Seine vom restlichen<br />

Gehäuse getrennte Kammer ist<br />

mit einem pyramidenförmigen<br />

Dämpfungselement ausgekleidet,<br />

das Störenergie beson<strong>der</strong>s<br />

konsequent absorbiert.<br />

Chassis von Scan Speak<br />

<strong>Die</strong> Chassis stammen von dem<br />

dänischen Nobelhersteller Scan-<br />

Speak. <strong>Die</strong> Magnetsysteme sind<br />

im Hinblick auf Symmetrieverzerrungen<br />

beson<strong>der</strong>s aufwendig<br />

gestaltet, <strong>der</strong> Kalottenhochtöner<br />

geriet langhubiger als bei Treibern<br />

dieser Bauart üblich.<br />

Tatsächlich ist die Opera<br />

trotz ihrer puristischen Auslegung<br />

kein Kind von Traurigkeit<br />

– ganz im Gegenteil. Sie klingt<br />

fast schon erschreckend selbstverständlich,<br />

wirkt einerseits<br />

total sanft und stressarm, vergisst<br />

aber jede Zurückhaltung,<br />

wenn dies musikalisch angemessen<br />

erscheint.<br />

Das vorwiegend akustisch<br />

instrumentierte „Cold Hard<br />

Town“ von Allan Taylor kam<br />

über die Opera <strong>der</strong>art klangfarbenintensiv<br />

und gefühlvoll,<br />

dass Assoziationen an Ausnahmeboxen<br />

wach wurden, etwa<br />

die Vescova von Isophon o<strong>der</strong><br />

bestimmte Magico-Modelle, die<br />

ein Vielfaches kosten.<br />

Falls jemand glaubt, melancholische<br />

Lie<strong>der</strong> besäßen keine<br />

Dynamik, wird ihn die Opera<br />

eines Besseren belehren. Wahnsinn,<br />

wie sie rotzfrech Gitarrenriffs<br />

hervorhob und nebenbei<br />

noch eine leise im Hintergrund<br />

spielende Bouzouki darstellte.<br />

Da passt alles: Dynamik, Tonalität<br />

und erst recht Timing.<br />

Boxen bauen können unsere<br />

italienischen Freunde bei Opera<br />

offensichtlich hervorragend.<br />

Sehr genau rechnen auch, sonst<br />

wäre die neue Quinta nicht so<br />

ungeheuer preiswert.<br />

Wolfram Eifert ■<br />

Schallwand, Kopfteil und<br />

Rückseite sind bei allen<br />

Ausführungen mit Le<strong>der</strong><br />

bezogen. Im hinteren<br />

Bereich steht die Box auf<br />

einer stählernen Traverse,<br />

vorne werden die Spikes<br />

direkt in die Bodenplatte<br />

geschraubt.<br />

Leichte Mittenbetonung, sonst sehr<br />

ausgewogen mit tadellosem Abstrahlverhalten;<br />

Impedanzmin. 4,2 Ω<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

Geringer Klirr, nur im Tiefbass deutlich<br />

steigend; kaum Kompression<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Benötigt für HiFi-gerechte Pegel<br />

rund 45 Watt (4 Ohm)<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 47/39 Hz<br />

Maximalpegel 47-80/>80 Hz 102/106 dB<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

16 Ohm<br />

8 Ohm<br />

60 dB<br />

4 Ohm<br />

2 Ohm<br />

Impedanzverlauf<br />

50 dB<br />

1 Ohm<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Opera Quinta<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Natürlichkeit<br />

12 13 10 11 11<br />

Feinauflösung<br />

Grenzdynamik<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

Klang 57<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 5<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Klassenuntypisch aufwendig<br />

gestaltete Dreiwege-Standbox<br />

mit edelsten Oberflächen und<br />

geschlossenem Gehäuse. Mit<br />

mo<strong>der</strong>nster Technik wird hier<br />

ein ebenso aufgeräumtes wie<br />

temperamentvolles Klangbild<br />

geboten. Akute Suchtgefahr!<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 57 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

gut - sehr gut 79 Punkte<br />

Preis/Leistung überragend<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 47


Test & Technik Lautsprecher<br />

Auf <strong>der</strong> diesjährigen <strong>HIGH</strong><br />

<strong>END</strong> waren sie eines <strong>der</strong><br />

akustischen Highlights: <strong>Die</strong><br />

neuen Sonus-Faber-Flaggschiffe<br />

Aida, die an den<br />

Class-A-Monos von Dan<br />

D’Agostino geradezu betörend<br />

schön und natürlich aufspielten,<br />

begeisterten jeden,<br />

<strong>der</strong> sie hören konnte. Aber<br />

was ist solch eine Momentaufnahme<br />

auf einer lauten<br />

Messe wert? Würde die Aida<br />

auch im <strong>stereoplay</strong>-Hörraum<br />

zu ähnlich großer Form auflaufen?<br />

Sie tat es und übertraf<br />

alle unsere Erwartungen.<br />

Ein kurzer Rückblick. <strong>Die</strong><br />

italienische Lautsprecher-<br />

Manufaktur Sonus Faber ist<br />

seit ihrem Bestehen etwas<br />

Beson<strong>der</strong>es. <strong>Die</strong> Gehäuse<br />

sind stets eine faszinierende<br />

Mixtur aus organischen<br />

Formen, edlen Hölzern und<br />

echtem Le<strong>der</strong>, <strong>der</strong> Klang<br />

gerät immer angenehmnatürlich.<br />

Doch das war den<br />

Italienern irgendwann nicht<br />

mehr genug. Mit dem über<br />

300 Kilo schweren und<br />

160 000 Euro teuren Technologie<br />

träger „The Sonus<br />

Faber“ aus dem Jahr 2010<br />

(von dem es nur 30 Paar gab)<br />

erfand sich die Marke quasi<br />

neu. Zumindest akustisch:<br />

<strong>Die</strong> eleganten Bodenplatten<br />

sind aus Alu. Hier residiert<br />

<strong>der</strong> 12-Zoll-Subwoofer-Bass.<br />

48<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Madame<br />

Timbre<br />

<strong>Die</strong> Aida hat die Form einer<br />

Laute und läuft nach hinten zu.<br />

<strong>Die</strong> aufgesetzten Mehrschicht-<br />

Seitenteile beruhigen den<br />

eigentlichen Korpus zusätzlich.<br />

So sonor, so schön und natürlich klingt kein<br />

an<strong>der</strong>er Schallwandler auf <strong>der</strong> Welt. Mit <strong>der</strong><br />

Sonus Faber Aida wird das Hören zum Traum.<br />

mit selbst entwickelten Chassis,<br />

üppigen Tieftönern, einem<br />

schlau durchdachten, Vibrations-hemmenden<br />

Mechanikkonzept<br />

sowie einer variablen<br />

Dipol-Charakteristik.<br />

Sehr viel eleganter<br />

Wer je die Gelegenheit hatte,<br />

die „The Sonus Faber“ zu<br />

sehen und zu hören, wird bei<br />

<strong>der</strong> Aida die große technische<br />

Übereinstimmung und die<br />

gleiche handwerkliche Perfektion<br />

feststellen. <strong>Die</strong> formvollendeten<br />

Gehäuse sind<br />

zum Nie<strong>der</strong>knien schön<br />

gemacht und geben selbst<br />

bei extremen Pegeln keinen<br />

ungewollten Mucks von sich;<br />

aufgelegte Hände spüren,<br />

wenn überhaupt, nur ganz<br />

zarte Vibrationen. Das Konzept<br />

aus geschwungener Form<br />

(keine parallelen Wände) plus<br />

doppelter Seitenwand plus<br />

innerem Dämpfungs system<br />

scheint hier voll aufzugehen.<br />

Aber die Aida ist sehr viel<br />

eleganter als die wuchtige<br />

Vorgängerin: <strong>Die</strong> „The Sonus<br />

Faber“ hat einen reichlich<br />

dick auftragenden 15-Zoll-<br />

Bass an <strong>der</strong> Seite sitzen, die<br />

Aida versteckt ihren 12-Zöller<br />

geschmackvoll dezent auf <strong>der</strong><br />

Unterseite.<br />

Geringe Verzerrungen<br />

Im Rahmen des „The Sonus<br />

Faber“-Projekts begannen die<br />

Italiener, die Chassis selbst<br />

zu entwickeln. <strong>Die</strong> Hoch-,<br />

Mittel- und Tieftöner werden<br />

zwar allesamt bei den Spezialisten<br />

von Scan-Speak in<br />

Dänemark gefertigt, doch die<br />

Ideen kommen überwiegend<br />

vom Sonus-Faber-Team.<br />

Chefentwickler Paolo Tezzon<br />

gab sich in einem Gespräch<br />

begeistert, wie wenig die<br />

neuen Chassis klirren.<br />

<strong>Die</strong> Messungen <strong>der</strong> TESTfactory<br />

machen Tezzons Freude<br />

verständlich. Im klangrelevanten<br />

Mittenbereich verzerrt<br />

die Aida mit Ausnahme<br />

einer kleinen Resonanz um<br />

1900 Hertz gar nicht. Selbst<br />

im Bass, wo die Verzerrungen<br />

prinzipbedingt stark ansteigen,<br />

sind nur bei sehr hohen<br />

Pegeln Klirrwerte zu erkennen.<br />

Dass die Aida verzerrungsfreie<br />

109 Dezibel<br />

<strong>Die</strong> Front ist mit echtem<br />

Le<strong>der</strong> überzogen; die Chassis<br />

werden von hinten eingefügt.<br />

Der Downfire-Subwoofer<br />

misst stattliche 32 Zentimeter<br />

und arbeitet unter 50 Hertz.<br />

Hinten sitzen ergänzende<br />

Tiefmittel- und Hochtöner.<br />

Der Klang wird räumlicher.<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 49


Test & Technik Lautsprecher<br />

4<br />

1<br />

3<br />

1 Das steife Aida-Gehäuse<br />

aus geschwungenem<br />

Mehrschichtholz ist in fünf<br />

Kammern aufgeteilt: die<br />

größte (über die ganze<br />

Bauhöhe) für den Sub-<br />

Bass, zwei für die Front-<br />

Bässe, eine für die vor<strong>der</strong>e<br />

und eine für die hintere<br />

Mittelhochtoneinheit.<br />

2 Jedes <strong>der</strong> fünf Konus-<br />

Systeme ist über eine<br />

Bassreflex-Öffnung<br />

belüftet.<br />

3 Mittel- und Hochtöner<br />

sitzen auf einem Dämpfungs-Element,<br />

das von<br />

<strong>der</strong> Schallwand und damit<br />

von den Vibrationen <strong>der</strong><br />

Tieftöner entkoppelt ist.<br />

Schalldruck in den Wohnraum<br />

pusten kann, ist ebenfalls ein<br />

Verdienst <strong>der</strong> neuen verzerrungsarmen<br />

Tieftöner – und<br />

natürlich <strong>der</strong> stattlichen Membranfläche.<br />

Mit dem 12-Zöller<br />

im Boden und den zwei 8-Zöllern<br />

auf <strong>der</strong> Front ist die Aida<br />

für jede Art von Bassattacke<br />

gerüstet.<br />

Das machte sie schon beim<br />

ersten Ton unmissverständlich<br />

klar. Der Stones-Klassiker<br />

„Gimme Shelter“, von Patti<br />

Smith in „Twelve“ grandios neu<br />

aufgenommen, beginnt mit satten<br />

Schlägen einer Bassdrum.<br />

<strong>Die</strong> <strong>stereoplay</strong>-Arbeitsreferenz<br />

Wilson Audio Sophia ist im<br />

4 Zwei große, hocheffiziente<br />

Dämpfer, über eine Stange<br />

miteinan<strong>der</strong> verbunden,<br />

eliminieren aufkommende<br />

Vibrationen am Gehäuse-<br />

Skelett.<br />

Auch bei den Weichen kommt nur<br />

2<br />

das Beste und Feinste zum Einsatz.<br />

Etwa die nicht Mikrofonie-anfälligen<br />

RXF-Kondensatoren von Mundorf.<br />

Anpassung an den Raum<br />

4<br />

Der variable Dipol-Charakter <strong>der</strong> Aida<br />

Für eine bessere Einbindung in<br />

die Akustik <strong>der</strong> unterschiedlichen<br />

Räume, in <strong>der</strong> eine Aida stehen<br />

wird, haben ihre Entwickler eine<br />

zusätzliche Mittelhochtoneinheit<br />

auf <strong>der</strong> schmalen Rückseite<br />

eingebaut. <strong>Die</strong>se ist in Pegel und<br />

Frequenz einstellbar. In Schalterstellung<br />

„0“ strahlt die Einheit<br />

hörbaren Pegel nur zwischen 300<br />

und 1000 Hertz ab, in Schalterstellung<br />

„4“ läuft sie weit über<br />

20 Kilohertz. Mit diesen Zusatz-<br />

Chassis kann <strong>der</strong> Hörer die Hallanteile<br />

im Raum beeinflussen.<br />

Heißt: Je mehr Pegel hier hinten<br />

abgestrahlt wird, desto größer<br />

und opulenter gerät die Raumwie<strong>der</strong>gabe.<br />

Das ist reizvoll, aber<br />

nicht immer die beste Einstellung.<br />

Denn mit mehr Hallanteilen<br />

wächst nicht nur die Größe <strong>der</strong><br />

Klangbil<strong>der</strong>, son<strong>der</strong>n auch die<br />

Unschärfe in <strong>der</strong> Abbildung. Im<br />

fast idealen <strong>stereoplay</strong>-Hörraum<br />

war die Sache jedenfalls schnell<br />

klar: bester Klang bei Schalterstellung<br />

„0“.<br />

50<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


„In <strong>der</strong> Aida konnten wir alles umsetzen, was wir für<br />

die The Sonus Faber für gut und richtig erkannten.“<br />

Bass sicher kein Kind von Traurigkeit,<br />

aber im Vergleich zur<br />

Aida gab sie sich fast etwas<br />

karg. <strong>Die</strong> Sonus Faber brachte<br />

die Hiebe mit viel mehr Saft<br />

und Kraft, letztendlich auch mit<br />

mehr Tiefgang und Schwärze.<br />

Der Aufnahmeraum war über<br />

die Wilson spürbar kleiner. <strong>Die</strong><br />

imposante Abbildungsgröße<br />

(die auch in <strong>der</strong> Höhe sehr fein<br />

differenziert war) ist dabei keineswegs<br />

nur dem Dipol-Charakter<br />

<strong>der</strong> Aida (siehe unten)<br />

geschuldet; auch ein beson<strong>der</strong>s<br />

tief reichen<strong>der</strong> und satter Bass<br />

sorgte psychoakustisch für den<br />

Eindruck von mehr Tiefe.<br />

Und für einen wun<strong>der</strong>baren<br />

Wohlfühl-Faktor. Vor allem<br />

Stimmen waren ein Traum.<br />

Chöre wie das Sächsische Vocalensemble<br />

hatten eine Kraft,<br />

die bei allen Anwesenden Gänsehaut<br />

erzeugte. Selbst die oft<br />

übersteuerten, klangharten Aufnahmen<br />

von „Le Mystère des<br />

Voix Bulgares“, eines Chors,<br />

<strong>der</strong> in den 1980er Jahren bulgarische<br />

Volkslie<strong>der</strong> populär<br />

machte, klang mit <strong>der</strong> Sonus<br />

Faber so prachtvoll, wie man es<br />

sich immer gewünscht hat.<br />

Im Gegensatz zu den meisten<br />

mo<strong>der</strong>nen Top-Schallwandlern<br />

fällt <strong>der</strong> Frequenzgang <strong>der</strong> Aida<br />

ab 10 Kilohertz sanft ab. Das<br />

unterstützt den eher natürlichdezenten<br />

Klangcharakter <strong>der</strong><br />

Box. Ein Auflösungswun<strong>der</strong><br />

wie die <strong>stereoplay</strong>-Referenz<br />

Isophon RC 11 o<strong>der</strong> die Magico<br />

Q5 ist die Aida deshalb nicht<br />

– und soll es nach Aussage ihrer<br />

geistigen Väter gar nicht sein.<br />

Aber sie ist auch keine<br />

Schönfärberin, son<strong>der</strong>n eine<br />

absolut natürlich und neutral<br />

klingende Abhör-Autorität.<br />

Und auch das ist die Aida:<br />

<strong>Die</strong> Unterschiede zwischen den<br />

angeschlossenen Endstufen<br />

Ayre MR-X, Octave MRE 220,<br />

T+A S 10 arbeitete sie besser<br />

und genauer heraus als je<strong>der</strong><br />

an<strong>der</strong>e Schallwandler zuvor –<br />

auch weil sie selbst im Timbre<br />

tiefer Männerstimmen noch fein<br />

abgestufte, unterschiedliche<br />

Färbungen darstellen kann.<br />

So ergab sich dann einer<br />

jener raren Momente, in denen<br />

vier Leute im <strong>stereoplay</strong>-Hörraum<br />

saßen und hörten, und<br />

keiner äußerte das übliche<br />

„Könnte nicht hier ein wenig<br />

mehr o<strong>der</strong> dort ein bisschen<br />

weniger...?“ Ab und an stand<br />

einer <strong>der</strong> Kollegen auf und<br />

wechselte die Musik. Alle<br />

Stücke wurden durchgehört. Es<br />

war <strong>der</strong> pure Genuss. Mehr<br />

Worte müssen zu diesem Lautsprecher<br />

nicht gesagt werden.<br />

Holger Biermann ■<br />

Sonus Faber Aida<br />

90 000 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audio Reference, Hamburg<br />

Telefon: 040 / 53 32 03 59<br />

www.audio-reference.de<br />

www.sonus-faber.co<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 48,2 x H: 172,5 x T: 78 cm<br />

Gewicht: 165 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend,<br />

Hörabstand ab 2,5 m, normal<br />

bedämpfte Räume ab 30 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

Sehr ausgewogen mit sanft abfallenden<br />

Höhen ab 10 kHz; verträglicher,<br />

linearer Impedanzverlauf um 4 Ohm<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

Über den gesamten Bereich wenig Klirr<br />

– außer <strong>der</strong> kleinen Spitze bei 1 kHz<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Benötigt für HiFi-gerechte Pegel nur<br />

knapp 30 Watt Leistung (4 Ohm)<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 38/32 Hz<br />

Maximalpegel 38-80/>80 Hz je 109 dB<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

Sonus Faber Aida<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

16 Ohm<br />

8 Ohm<br />

60 dB<br />

4 Ohm<br />

2 Ohm<br />

Impedanzverlauf<br />

50 dB<br />

1 Ohm<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Sonus Faber Aida<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

15 13 14 13 14<br />

Natürlichkeit<br />

Feinauflösung<br />

Grenzdynamik<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

Klang 69<br />

Sonus Faber Sonus Aida ückseitig)<br />

Faber (R Aida ückseitig)<br />

(R Frequenzgang Frequenzgang<br />

0 dB 100 dB<br />

Front axial Front axial Back D0 Back D0 D1 Back D4D1 Back D4<br />

0 dB 90 dB<br />

0 dB 80 dB<br />

0 dB 70 dB<br />

0 dB 60 dB<br />

0 dB 50 dB<br />

10 Hz 10 Hz 100 Hz 100 Hz 1 kHz 1 kHz 10 kHz 40 10 kH kHz 40 kH<br />

Der Mess-Schrieb zeigt den Pegel <strong>der</strong> nach hinten<br />

abgestrahlten Hochtonenergie: lila = Depth 0. Bei<br />

maximal (D4, orange Kurve) ist er fast so hoch wie vorn.<br />

Der<br />

Pegelsteller<br />

Depth<br />

ermöglicht<br />

eine vierstufige<br />

Raum anpassung.<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 5<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Ein Lautsprecher-Traum, wie er<br />

im Buche steht: optisch, haptisch,<br />

klanglich. <strong>Die</strong> Aida klingt<br />

natürlich-sonor und nach großer<br />

Bühne. Kein Schallwandler <strong>der</strong><br />

letzten Jahre hat so uneingeschränkt<br />

alle <strong>stereoplay</strong>-<br />

Kollegen begeistert. Meisterlich!<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 69 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

überragend<br />

93 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

highendig<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 51


Test & Technik Lautsprecher<br />

52<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Purismus in reinster Form<br />

Große Elektrostaten können im Idealfall alle Tonhöhen klangrichtig verarbeiten.<br />

Dem Eagle von Newcomer PIO Sound gelingt dies ausnehmend gut.<br />

Treiber und Frequenzweichen<br />

sind die zentralen<br />

Bauteile eines Schallwandlers.<br />

Letztere sorgen mit Kondensatoren,<br />

Drosselspulen und<br />

Wi<strong>der</strong>ständen dafür, dass alle<br />

Chassis nur jene Frequenzen<br />

erhalten, die sie ihrer Auslegung<br />

entsprechend klangtreu verarbeiten<br />

können.<br />

Lei<strong>der</strong> erzeugen die meisten<br />

Filter Nebenwirkungen wie<br />

etwa Phasendrehungen, die <strong>der</strong><br />

Feindynamik abträglich sind.<br />

Größtenteils frei von dieser<br />

Problematik sind nur gänzlich<br />

ungefilterte Breitbandsysteme<br />

o<strong>der</strong> Mehrwege-Lösungen mit<br />

genauestens aufeinan<strong>der</strong> abgestimmten<br />

Bauteilen.<br />

Der neue Eagle von PIO<br />

Sound ist solch ein Ausnahmewandler.<br />

Er verfügt über zwei<br />

verschieden große elektrostatische<br />

Strahler in einem gemeinsamen<br />

Rahmen. <strong>Die</strong> Ansteuerung<br />

übernehmen zweigweise<br />

getrennte Versorgungseinheiten<br />

mit ausgesuchten Bauteilen, die<br />

im Sockelbereich versteckt sind.<br />

Der Hörer soll von <strong>der</strong> penibel<br />

ausgetüftelten Separierung<br />

nichts mitbekommen und einen<br />

Klang von höchster Geschlossenheit<br />

erleben.<br />

Der Eagle ist zwar mannshoch,<br />

aber nur 3,5 Zentimeter<br />

tief, die optische Wirkung daher<br />

um Welten filigraner als die<br />

herkömmlicher Boxen. Nennenswert<br />

in die Tiefe ragt bloß<br />

<strong>der</strong> formschöne Sockel, <strong>der</strong> die<br />

nötige Standsicherheit herstellt<br />

und die Anschlussklemmen<br />

geschickt versteckt. Abgestrahlt<br />

wird in klassischer Dipol-<br />

Manier, mit gleicher Intensität<br />

nach vorne wie hinten. Da <strong>der</strong><br />

„Adler“ kein volumenbehaftetes<br />

Gehäuse braucht, gibt es auch<br />

keine Probleme mit stehenden<br />

Wellen o<strong>der</strong> resonierenden<br />

Wänden.<br />

Beste Verarbeitung<br />

Der gesamte Aufbau unter Einsatz<br />

von reichlich Stahl und<br />

Aluminium wirkt auffallend<br />

solide und wertig. Was nicht<br />

selbstverständlich ist, denn<br />

die weit gespannten Rahmen<br />

großer Elektrostaten sind eine<br />

mechanische Herausfor<strong>der</strong>ung,<br />

die PIO Sound offensichtlich<br />

sehr gut beherrscht.<br />

<strong>Die</strong> standardisierte Messung<br />

im reflexionsarmen Raum (siehe<br />

Tabelle) attestiert dem Eagle<br />

kräftige Bässe, die verlustfrei<br />

bis etwa 52 Hertz hinunterreichen,<br />

vergleichbar den Werten<br />

mittelgroßer Standboxen<br />

konventioneller Machart. Opulente<br />

25 Kilohertz werden am<br />

an<strong>der</strong>en Ende <strong>der</strong> Skala erreicht,<br />

mehr als das menschliche Gehör<br />

verarbeiten kann.<br />

Weniger positiv sind die<br />

92 Dezibel Maximallautstärke;<br />

hier leisten klassische Mehrwege-Boxen<br />

in <strong>der</strong> Regel mehr.<br />

Anwen<strong>der</strong> sollten daher vor<br />

dem Kauf klären, ob sich<br />

die Limitierung mit ihren<br />

Hörgewohnheiten in Einklang<br />

bringen lässt o<strong>der</strong> nicht.<br />

Falls es knapp wird, bietet<br />

sich <strong>der</strong> 40 Zentimeter kleinere<br />

Falcon von PIO an – ihn konnte<br />

<strong>stereoplay</strong> bereits in Ausgabe<br />

5/12 testen. Das Bru<strong>der</strong>modell<br />

tönt nicht ganz so fein, bietet<br />

<strong>Die</strong> Lautsprecherklemmen und <strong>der</strong> Eingang für die Spannungsversorgung<br />

liegen verdeckt, so dass im Regelfall keine Stecker sichtbar sind.<br />

aber dank Hybridbauweise<br />

(zwei zusätzliche Tieftöner<br />

im Sockel) speziell bei tiefen<br />

Frequenzen fast 10 Dezibel<br />

mehr Headroom und dürfte<br />

daher für Pegel-Junkies die<br />

bessere Alternative sein.<br />

Einige konstruktive Details<br />

sind durch Patente geschützt,<br />

an<strong>der</strong>e wie<strong>der</strong>um so naheliegend,<br />

dass man sich fragt,<br />

53


Test & Technik Lautsprecher<br />

warum an<strong>der</strong>e Hersteller nicht<br />

ähnlich vorgehen. Das Elektrostaten-Element<br />

ist vom Rahmen<br />

aufwendig entkoppelt, so dass<br />

hier keinerlei Schwingungen<br />

übertragen werden. Membrannah<br />

angebrachte Fließwi<strong>der</strong>stände<br />

saugen Verzerrungen an<br />

Ort und Stelle auf, wirken wie<br />

ein akustisches Sieb.<br />

Run<strong>der</strong> und voller Klang<br />

<strong>Die</strong> dank einer speziellen Beschichtung<br />

leitfähige Membran<br />

enthält zur Stabilisierung Kohlefasern,<br />

die so fein ausfallen,<br />

dass sie mit bloßem Auge nicht<br />

zu sehen sind. Der Hersteller<br />

spricht von einer deutlichen<br />

Reduktion <strong>der</strong> bewegten Masse<br />

gegenüber früher gebräuchlichen<br />

Werkstoffen, bei gleichzeitig<br />

höherer Beweglichkeit<br />

und Stabilität.<br />

Elektrostaten reagieren durch<br />

ihre geringe Empfindlichkeit<br />

und die stark schwankende<br />

Impedanz generell sensibler als<br />

konventionelle Boxen auf die<br />

Eigenschaften des treibenden<br />

Verstärkers. Hörversuche mit<br />

preiswerten Röhren-Amps wurden<br />

schnell wie<strong>der</strong> beendet,<br />

denn die Klangreinheit, die bei<br />

Interview<br />

Drei Fragen an Karl-Heinz Fink<br />

<strong>Die</strong> Elektronik setzt auf klangschonende Ansteuerung. Ein separates<br />

Steckernetzteil übernimmt die Spannungsversorgung.<br />

dieser Bauart zu den wichtigsten<br />

Kaufgründen zählt, war hinter<br />

synthetisch wirkenden Höhen<br />

und dynamischen Limitierungen<br />

meist nur zu erahnen.<br />

<strong>Die</strong>se Unpässlichkeiten verschwanden,<br />

sobald halbwegs<br />

laststabile Verstärker ans Ru<strong>der</strong><br />

kamen. So angesteuert, schien<br />

<strong>der</strong> Eagle wie ausgewechselt<br />

und entfaltete eine ganzheitliche<br />

Autorität, wie sie Direktstrahler<br />

nur in den seltensten Fällen<br />

zuwege bringe n.<br />

Trotz dieser Unaufgeregtheit<br />

war <strong>der</strong> Klangcharakter extrem<br />

facettenreich. Obwohl keinerlei<br />

Druck auf den Ohren entstand,<br />

<strong>stereoplay</strong>: Ihr Ingenieurbüro Fink<br />

Audio-Consulting war an <strong>der</strong> Entwicklung<br />

<strong>der</strong> neuen PIO-Strahler<br />

beteiligt. Welche Aufgaben lagen<br />

in Ihrer Hand?<br />

Fink: Wir haben uns vorrangig<br />

um die Messtechnik und die<br />

klangliche Abstimmung gekümmert.<br />

<strong>Die</strong> technische Basis<br />

kommt von PIO Sound.<br />

Können Sie uns erklären, warum<br />

die neuen Systeme um so vieles<br />

besser klingen als die Vorgänger,<br />

die unter dem Label Final vermarktet<br />

wurden?<br />

Fink: Da sind einige Faktoren<br />

im Spiel. <strong>Die</strong> Fertigung auf den<br />

neuen Maschinen ist deutlich<br />

präziser. <strong>Die</strong> Fließwi<strong>der</strong>stände<br />

bringen dramatisch weniger<br />

Klirr und mehr Dynamik.<br />

Sie haben an unzähligen Lautsprecher-Projekten<br />

mitgewirkt.<br />

Können Sie sich privat mit<br />

Elektrostaten anfreunden?<br />

Fink (lacht): Sehr gut sogar. Bei<br />

mir zu Hause steht zurzeit <strong>der</strong><br />

kleine PIO Sound Falcon.<br />

besaßen Männerstimmen, Bratschen<br />

o<strong>der</strong> Gitarren eine überragende<br />

Klangfülle. Alle Frequenzbereiche<br />

schienen zeitlich<br />

perfekt eingebunden, die Homogenität<br />

grenzenlos.<br />

Während viele Elektrostaten<br />

nur einen winzigen Sweetspot<br />

ausleuchten, war die Hörzone<br />

des Eagle kaum kleiner als<br />

gewohnt. Mein Anspieltipp: die<br />

Ballade „Poet Wind“ aus dem<br />

gleichnamigen Album von<br />

David Munyon. Klingt <strong>der</strong>art<br />

samtig und gefühlvoll, dass man<br />

die Technik drumherum augenblicklich<br />

vergisst.<br />

Wolfram Eifert ■<br />

Karl-Heinz Fink arbeitet<br />

als Freelancer. Adresse:<br />

www.fink-audio.com<br />

PIO Sound Eagle<br />

8000 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Audio Reference<br />

Telefon: 040 / 53 32 03 59<br />

www.audio-reference.de<br />

www.piosound.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 36 x H: 177 x T: 3,5 cm<br />

Gewicht: 32 kg<br />

Aufstellungstipp: frei stehend mit<br />

deutlichem Abstand zur Rückwand,<br />

Hörabstand ab 2,5 m, Räume bis 35 m²<br />

Messwerte<br />

Frequenzgang & Impedanzverlauf<br />

Frequenzgang variiert in <strong>der</strong> Vertikalen<br />

deutlich (hier 1,5 m), insgesamt<br />

jedoch noch ausgewogen<br />

Pegel- & Klirrverlauf 85-100 dB SPL<br />

110 dB<br />

100 dB<br />

Bewertung<br />

14<br />

10<br />

6<br />

2<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

PIO Sound Eagle<br />

Geringe Verzerrungen; nur unter<br />

100 Hz steigt <strong>der</strong> Klirr steil an<br />

<strong>stereoplay</strong> Bedarfsprofil<br />

Benötigt als Dipol für HiFi-gerechte<br />

Lautstärke rund 70 Watt (4 Ohm)<br />

Untere Grenzfreq. -3/-6 dB 52/48 Hz<br />

Maximalpegel 52-80/>80 Hz 93/102 dB<br />

Natürlichkeit<br />

Feinauflösung<br />

Klang 60<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 7<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 5<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 8<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Mannshoher, optisch auffallend<br />

attraktiver Vollbereichswandler.<br />

Elektrostatischer Antrieb trifft<br />

auf ausgeklügelte Technik mit<br />

vielen neuen Detaillösungen.<br />

Herrlich detailreicher, dabei<br />

stets geschmeidiger Klang von<br />

überragen<strong>der</strong> Rundheit.<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenklasse 60 Punkte<br />

Gesamturteil<br />

sehr gut<br />

80 Punkte<br />

Preis/Leistung<br />

80 dB 85 dB 90 dB 95 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Grenzdynamik<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

14 13 7 12 14<br />

Bassqualität<br />

Abbildung<br />

sehr gut<br />

54<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Technik im Detail<br />

Was Dipole so beson<strong>der</strong>s macht<br />

Der praktische Umgang mit Dipolstrahlern<br />

ist kein Hexenwerk. Durch die offene<br />

Bauweise fließt die Schallenergie je zur<br />

Hälfte nach vorne und hinten, kaum aber<br />

zu den Seiten. Das Richtdiagramm hat<br />

von oben gesehen die Form einer Acht.<br />

<strong>Die</strong> hinteren Anteile werden vom Raum<br />

zurückgeworfen, ähnlich wie in einem<br />

Konzertsaal. <strong>Die</strong>se Reflexionen dürfen<br />

keinesfalls zu früh am Ohr eintreffen,<br />

sprich: Es ist ein gewisser Mindestabstand<br />

zu den Rückwänden erfor<strong>der</strong>lich,<br />

<strong>der</strong> je nach Raumgröße und Hörabstand<br />

1,20 Meter nicht unterschreiten sollte.<br />

<strong>Die</strong> große Ausdehnung in <strong>der</strong> Vertikalen<br />

sorgt für ein annähernd zylin<strong>der</strong>förmiges<br />

Schallfeld. Zimmerdecken und Fußböden<br />

erhalten weniger Energie als bei herkömmlichen<br />

Boxen. Der Direktschall ist<br />

anteilig stärker vertreten, das Klangbild<br />

bei gleicher Hörentfernung lebhafter und<br />

dynamischer. Mit wachsen<strong>der</strong> Entfernung<br />

fällt die Lautstärke weniger deutlich ab<br />

als bei kleinflächigen Schallquellen. Imposante<br />

Flächenstrahler wie <strong>der</strong> Eagle sind<br />

daher ideal zur Überbrückung größerer<br />

Hör distanzen.<br />

Das Lastverhalten (siehe Impedanz in <strong>der</strong><br />

Tabelle links) zeigt die für Elektrostaten<br />

typischen Eigenschaften mit verstärkerfreundlich<br />

hohen Impedanzwerten bei<br />

tiefen und mittleren Frequenzen. Bei<br />

knapp 15 kHz fällt die Kurve auf 1,2 Ohm.<br />

Da in den Höhen bloß geringe Ströme<br />

fließen, wird deshalb nur sehr selten die<br />

Schutzschaltung ansprechen, doch<br />

könnten wenig laststabile Verstärker zu<br />

erhöhtem Klirr und/o<strong>der</strong> schwächlichen<br />

Höhen neigen. Der Eagle ist leiser als<br />

konventionelle Boxen o<strong>der</strong> Elektrostaten<br />

in Hybridbauweise. Röhrenverstärker sind<br />

daher keine idealen Spielpartner.<br />

20 Hz 200 Hz 2 kHz 20 kHz<br />

Im Hörraum zeigt sich <strong>der</strong> Eagle ausgewogen<br />

mit zu den Höhen leicht steigendem Verlauf.<br />

PIO Sound Eagle (Winkel, in 1m öhe) H Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 30*seitl.r 60*seitl.r 90*seitl.r<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kH<br />

90 Grad seitlich zur Hauptachse (graue Kurve)<br />

fällt Dipol-typisch <strong>der</strong> Schalldruck stark ab.<br />

_08JUC_Bose_STP_08_12_1_2Seite.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);13. Jun <strong>2012</strong> 11:29:32<br />

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Test & Technik Verstärker<br />

aus. So ungefähr wie eine<br />

Kreuzung aus Melkmaschine<br />

und Rhode & Schwarz.<br />

Nur begrenzt für Voodoo-<br />

Fans geeignet ist auch das<br />

Intro <strong>der</strong> Anleitung, das dem<br />

Leser weniger seligen Glauben<br />

als eine Portion Sachverstand<br />

abverlangt. Auf diesen<br />

Seiten erklärt die Firma aus<br />

Karlsbad im Nordschwarzwald,<br />

wie sich durch galvanische<br />

Verkopplung Brummschleifen<br />

einschleichen, wie<br />

sich diese Unbill vermeiden<br />

lässt und warum in den Eingängen<br />

<strong>der</strong> MR 220 hochsymmetrische<br />

Instrumentations-<br />

Schwarzwald-Gipfel<br />

<strong>Die</strong> neuen Monos von Octave<br />

können f antastisch v erstärken.<br />

Ja, sie zeigen, was mit Röhren-<br />

Technik <strong>der</strong>zeit möglich ist.<br />

Warum auch nicht? Ein<br />

bisschen Hokuspokus<br />

gehört zu High End wie das<br />

Shamballa-Armbändchen<br />

zum Hochleistungssport. Man<br />

stelle sich nur vor, wie ein<br />

Klangmagier mit verzückter<br />

Miene eine Kontakt-Tinktur<br />

anrührt.<br />

Aber Vorsicht, beim Blick<br />

auf die Mono-Endverstärker<br />

MRE 220 von Octave könnte<br />

den Schamanen <strong>der</strong> Spaß vergehen.<br />

Denn diese Amps sehen<br />

mit ihren fein-gebürstet<br />

planen, leicht zu reinigenden<br />

Alu-Platten geradezu gnadenlos<br />

nüchtern und technisch<br />

56<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Technik im Detail<br />

<strong>Die</strong> da o<strong>der</strong> die da<br />

Was klingt besser: die Röhren x von Hersteller y o<strong>der</strong><br />

doch die Bestückung z? Seit vielen Jahren gehen die<br />

Tester diesen Fragen nach – zuletzt in dem aktuellen<br />

High-End-Son<strong>der</strong>heft „AUDIOphile“. Dort können wir<br />

konkret für den Ausgang des Octave-Vollverstärkers<br />

V 70 (<strong>stereoplay</strong> 9/10) die 6550 von Svetlana Electronic<br />

Devices empfehlen. Bei den Netzteil-stärkeren Monoblöcken<br />

MRE 220 ergibt sich ein an<strong>der</strong>es Bild. Hier<br />

klangen die beson<strong>der</strong>s wattstarken Tung Sol KT 120 <strong>der</strong><br />

Originalbestückung am feinsten und ausgeglichensten.<br />

Erstmals können Messungen <strong>der</strong>lei Finessen belegen!<br />

SED 6550 „Winged C“<br />

Im Diagramm<br />

„Impedanz- und<br />

frequenzabhängiger<br />

Klirrverlauf“ (erklärt<br />

in Heft 4/12) leistet<br />

sich die 6550, die<br />

auf dem MRE 220<br />

arbeitet, Schlenker.<br />

verstärker des Typs INA134<br />

zum Einsatz kommen, <strong>der</strong>en<br />

Minus-Anschluss bei koaxialer<br />

Ansteuerung nicht direkt, son<strong>der</strong>n<br />

via 22-Ohm-Wi<strong>der</strong>stand<br />

an Gehäusemasse liegt.<br />

Wem beim Zweibein-XLR-<br />

Anschluss die bereits sehr hohe<br />

Gleichtaktunterdrückung <strong>der</strong><br />

Studio-ICs nicht reicht, darf die<br />

MRE 220 statt für 16 500 für<br />

17 000 Euro bestellen. Ein kleiner<br />

Octave-Eingangsübertrager<br />

erhöht die galvanische Trennung<br />

auf quasi unendlich und<br />

den Abstand zu potenziellen<br />

Einstreustörungen breitbandig<br />

auf über 80 Dezibel. Sapperlot,<br />

dass man so ausgefuchst wickeln<br />

kann. Der Techniker verneigt<br />

sich und murmelt etwas<br />

von Weltrekord.<br />

Damit nicht geug. Denn am<br />

an<strong>der</strong>en Ende des Verstärkers<br />

arbeitet ein physisch wie technisch<br />

noch größeres Trafo-<br />

Wun<strong>der</strong>werk. Nicht nur, dass<br />

Octave sich wohl als einziger<br />

Hersteller die sauguten und sauteuren<br />

Schweizer Übertrager-<br />

Eisenbleche mit Philbert-Schnitt<br />

und die damit verbundene Mühsal<br />

des Zurechtbiegens leistet<br />

(während ein EI-Kern einfach<br />

zusammengeschoben wird). Es<br />

musste diesmal auch eine neue<br />

Tung Sol KT 120<br />

An<strong>der</strong>s die KT 120:<br />

<strong>Die</strong> günstige<br />

Harmonischen-<br />

Abstufung bleibt<br />

selbst bei extremen<br />

Impedanzsprüngen<br />

stets erhalten.<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 57


Test & Technik Verstärker<br />

Technik im Detail<br />

Unten wie oben, links wie rechts<br />

Wickeltechnik sein. Und zwar<br />

eine, bei <strong>der</strong> nur die halbe Lage<br />

des Wickels einen Draht bestimmter<br />

Stärke bekommt und<br />

die an<strong>der</strong>e Hälfte einen an<strong>der</strong>en.<br />

Schicht für Schicht entsteht<br />

so ein quasi über kreuz<br />

verschachtelter Trafo, <strong>der</strong> mit<br />

einer um Größenordnungen<br />

besseren Symmetrie aufwarten<br />

kann. „Hmm“, darf Octave-<br />

Chef Andreas Hofmann da<br />

spitzbübisch grinsen: „Wir<br />

brauchen das, weil man<br />

nur mit höherer Symmetrie<br />

bessere Gegentaktverstärker<br />

bauen kann.“<br />

Das Prinzip des Doppelnetzteils,<br />

das die Hochspannung<br />

extra sicher in zwei Hälften<br />

aufbereitet und mit Siemens-Epcos-Elkos<br />

speichert,<br />

kennen <strong>stereoplay</strong>-Leser von<br />

an<strong>der</strong>en Octave-Modellen. <strong>Die</strong><br />

6SN7 im Eingang <strong>der</strong> MR 220,<br />

die zweistufige Treiberanordnung<br />

mit Gegentaktpendant<br />

(Kasten unten, mit 2 x ECC<br />

82) und gleich vier KT 120<br />

im Ausgang: <strong>Die</strong> weitere<br />

Bestückung deutet auf Qualität<br />

hin – wie auf Nachschub.<br />

Und was für einen: Das<br />

Messlabor ermittelte einen<br />

für Röhrenverstärker sensationellen<br />

Wert von 170 Watt<br />

pro Block. Und ein bei verschiedensten<br />

Frequenzen und<br />

Lasten wun<strong>der</strong>bar konstantharmonisches<br />

– noch viel sensationelleres<br />

– Klirrverhalten.<br />

Vorausgesetzt, die erste und die<br />

zweite Oberwelle stören nicht,<br />

zeigen die Messungen, dass<br />

ein MR 220 sauberer als ein<br />

Transistor-Amp agiert!<br />

Der <strong>stereoplay</strong>-Logistikchef<br />

Kristian Rimar täuschte sich<br />

nicht, als er die Octaves in <strong>der</strong><br />

Kette mit <strong>der</strong> AVM PA 8 (Test<br />

5/12) und den Sonics Allegra<br />

(Test 5/08) sogar sauberer als<br />

die MX-R von Ayre wahrnahm.<br />

Den Einwand, dass die Transistor-Referenzmonos<br />

um ein<br />

Fitzelchen feiner zeichnen,<br />

mochte er nicht gelten lassen.<br />

Recht so: <strong>Die</strong> Amerikaner diversifizierten<br />

zwar Hintergrundgeigen<br />

auch örtlich besser, doch<br />

Um im Gegentakt angeordnete Endröhren (2 x 2 KT<br />

120 in den MR 220) mit den Sorum- und An<strong>der</strong>srum-<br />

Signalen anzusteuern, braucht es einen Phasensplitter.<br />

Weil bei den gängigen Ausführungen jede Seite<br />

ein störendes Eigenleben führt, steuert <strong>der</strong> Octave-<br />

Monoblock die positive Seite geradeaus und die<br />

negative mit eigenständiger Doppeltrioden-Stufe an.<br />

Eine kurze Gegenkopplungsschleife hält jene dazu an,<br />

winkelversetzt, aber sonst haarscharf zu folgen.<br />

Neben den wenigen sichtbaren Kontaktpunkten fassen Dutzende<br />

weitere die Anschlüsse <strong>der</strong> komplexen Wicklung zusammen:<br />

Octave-Monoblock mit neuartigem Ausgangstrafo (rechts oben).<br />

die MR 220 konterten mit mehr<br />

Klangsubstanz bei den Instrumenten:<br />

mit einer rosshaarigeren<br />

Wi<strong>der</strong>spenstigkeit beim<br />

Anstrich, mit mehr Korpus,<br />

mehr Firnis und mehr Luftigkeit.<br />

<strong>Die</strong> Halbleiterei flutschte<br />

dagegen scheinbar über einiges<br />

hinweg, so als wäre zu viel Öl<br />

in ihr Getriebe gekommen.<br />

Üblicherweise kommt nun<br />

<strong>der</strong> Knackbass als Pro-Transistor-Argument.<br />

In diesem Falle<br />

schwierig! Denn die MR 220<br />

hielten dagegen – mit einem<br />

Bass, <strong>der</strong> sich in Farbe, Gestalt<br />

und Elan wohl kaum übertreffen<br />

lässt. Es sei denn, ein Verstärker<br />

könnte wirklich zaubern.<br />

Johannes Maier■<br />

Octave MRE 220<br />

16 500 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Octave, Karlsbad<br />

Telefon: 0 72 48 / 32 78<br />

www.octave.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 48,5 x H: 20 x T: 36 cm<br />

Gewicht: 28 kg<br />

Messwerte<br />

Frequenzgänge<br />

6dB<br />

3dB<br />

0dB<br />

-3dB<br />

-6dB<br />

-9dB<br />

-12dB<br />

-15dB<br />

10Hz 100Hz 1kHz 10kHz 100kHz<br />

Sehr ausgewogen und breitbandig<br />

mit relativ geringer Lastabhängigkeit<br />

Klirr-Analyse (k2 bis k5 vs. Leistung)<br />

0dBV<br />

-20dBV<br />

-40dBV<br />

-60dBV<br />

-80dBV<br />

-100dBV<br />

-120dBV<br />

0,01W 0,1W 1W 10W 100W 1kW<br />

Im weiten Bereich günstig verlaufende<br />

und abgestufte Klirrkomponenten,<br />

k2 und k3 dominieren<br />

<strong>stereoplay</strong> Leistungsprofil<br />

Leistungsstarke Röhrenendstufe<br />

mit bis zu 193 Watt Musikleistung<br />

an 4 Ohm<br />

Sinusleistung 1 kHz, k = 3 %<br />

an 8/4 Ω<br />

140/176 W<br />

Rauschabst. Line (rel. 10V) 101 dB<br />

Phono MM/MC –<br />

Verbrauch Standby/Betrieb –/183 W<br />

Bewertung<br />

Klang 63<br />

0 10 20 30 40 50 60 70<br />

Messwerte 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Praxis 9<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Wertigkeit 10<br />

■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■<br />

Mit den MRE 220 liefert Octave<br />

„richtige“ Verstärker. Richtig<br />

bedeutet, dass sie jede Box zu<br />

orchestralen Großtaten anstiften<br />

können o<strong>der</strong> auch zu infernalischer<br />

Fetzigkeit. Und dies<br />

auf feinstem Röhren-Niveau:<br />

Hut ab vor <strong>der</strong> neuen Referenz!<br />

<strong>stereoplay</strong> Testurteil<br />

Klang<br />

Absolute Spitzenkl.<br />

Gesamturteil<br />

überragend<br />

Preis/Leistung<br />

63 Punkte<br />

91 Punkte<br />

überragend<br />

58<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Musik Pop<br />

WELTMUSIK/CROONER/POP<br />

AUDIOPHILE CD<br />

Waldemar Bastos<br />

Classics Of My Soul<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGDETAILS:<br />

Räumlichkeit:<br />

Bass:<br />

Transparenz:<br />

Im Kongo geboren. In Angola aufgewachsen. Vor<br />

dem Bürgerkrieg nach Portugal geflüchtet. In<br />

Deutschland gelandet. In Brasilien eine neue Heimat<br />

gefunden. In Nordamerika von Arto Lindsay<br />

und David Byrne „entdeckt“. <strong>Die</strong> Lebensgeschichte<br />

von Gitarrist und Sänger Waldemar Bastos<br />

ist bewegt und klingt in seinen bewegenden<br />

Lie<strong>der</strong>n auf „Classics Of My Soul“ immer wie<strong>der</strong><br />

durch – inhaltlich wie musikalisch. Was seine<br />

intimen Weisen zu seelenreichen Klassikern macht,<br />

ist aber seine Fähigkeit, die zugrundeliegenden<br />

Melancholien und Mythen in einen hinreißenden<br />

Appell für Vergebung und (musikalische) Völkerverständigung<br />

zu verwandeln.<br />

Denn natürlich wurzeln die Lie<strong>der</strong> in den Geschichten<br />

von mystischen Figuren wie „Teresa<br />

Enja / Soulfood (59:57) www.waldemarbastos.com<br />

Melancholien für Millionen<br />

Ana“, einer Frau, die jahrhun<strong>der</strong>tealtes Urahnenwissen<br />

im Schatten eines Mulembeira-Baumes<br />

verkündete. O<strong>der</strong> wie „Tata ku Matadi“ in den<br />

Erfahrungen von Kaffeeplantagen-Sklaven in Angola.<br />

Letzteres ist aber nur ein gutes Beispiel dafür,<br />

wie es Bastos gelingt, Schwermut und Selbstreferenzialität<br />

aufzubrechen. Im wahrsten Sinne:<br />

Als Klage zur Gitarre beginnend, transportiert<br />

<strong>der</strong> Song dank Tempiwechseln sowie gedämpften<br />

Bläser- und Orgel-Sounds ein vorsichtiges Gefühl<br />

des Aufbruchs – es sind nicht die Rhythmen,<br />

son<strong>der</strong>n die Melodien Afrikas, die Bastos‘ Songs<br />

beflügeln und vorantreiben.<br />

Seine angolanische Herkunft erzählt aber eben<br />

ohnehin nur seine halbe Lebensgeschichte – wie<br />

auch dieses Albums: Solo-Akustik-Stück wie „Pôr<br />

Einmal um die ganze<br />

Welt: Waldemar Bastos.<br />

do Sol“ erinnern an die großen Bossa-Brasilianer<br />

<strong>der</strong> 60er-Jahre. <strong>Die</strong> mächtigen Arrangements<br />

– bei vier Songs ist das London Symphony Orchestra<br />

mit von <strong>der</strong> Partie – verorten die Songs<br />

fast im Kontext europäischer Chansoniers. Denn<br />

egal, in welchem Soundgewand sich die vollmundig<br />

und warm produzierten Songs auch präsentieren:<br />

Bastos singt mit einer überwältigenden Inbrunst,<br />

die stets aus <strong>der</strong> Tiefe des wun<strong>der</strong>bar ausgeleuchteten<br />

Raumes zu kommen scheint. Auch<br />

auf diese Weise spiegelt „Classics Of My Soul“<br />

eben nicht afrikanische Klischees wi<strong>der</strong>, son<strong>der</strong>n<br />

zeigt den Angolaner als bewegten und bewegenden<br />

Welt-(Musik-)Bürger.<br />

Von Angola aus in die ganze Welt: ein Album <strong>der</strong><br />

musikalischen Völkerverständigung.<br />

Rolf Schnei<strong>der</strong><br />

ROCK Slash Apocalyptic Love POP/WELTMUSIK/JAZZ Melody Gardot<br />

Der erste Bandeindruck täuscht: Slash (mit Hut) macht keinen Dark Wave.<br />

The Absence<br />

Für dieses Album, das drei Jahre nach ihrem Durchbruch<br />

mit „My One And Only Thrill“ erscheint, ist<br />

Jazz-Sängerin Melody Gardot um die halbe Welt gereist.<br />

Sie hat länger in Portugal und Frankreich gelebt,<br />

Marokko und Argentinien besucht. Auf „The<br />

Absence“ finden sich daher auch vielfältigste Einflüsse<br />

aus allen Ecken <strong>der</strong> Erde: Ihr entspannter Barjazz<br />

klingt mal nach Chanson, mal nach brasilianischem<br />

Bossanova, mal nach traditioneller afrikani-<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

scher Musik – aber immer nach Melody Gardot.<br />

Klang:<br />

Das Sommer-Album einer Weltbürgerin.<br />

Decca / Universal (57:31, auch als LP) www.melodygardot.com<br />

AS<br />

Tausche Lemmy, Kid Rock und Iggy Pop gegen<br />

Myles Kennedy (Ex-Creed, Alter Bridge): Im Gegensatz<br />

zu seinem selbst betitelten Solodebüt lobt<br />

Gitarrist Slash jetzt wie<strong>der</strong> die Vorzüge einer festen<br />

Bandbesetzung – und eines festen Frontmannes.<br />

Vorteil dieser Entscheidung: Sein zweites Werk unter<br />

eigenem Namen ist schnörkelloser, kompromissloser<br />

Rock aus einem Guss. Nachteil: auf Albumlänge<br />

wirkt „Apocalyptic Love“ oft gleichförmig.<br />

Musik:<br />

Wie man‘s macht, macht man‘s verkehrt? Nein, Slash<br />

Klang:<br />

liefert ein solides Testosteron-Rock-Album ab.<br />

Roadrunner / Warner (61:19, auch als CD + DVD) www.slashonline.com NT<br />

SOUL/POP<br />

Dexys<br />

One Day I‘m Going To Soar<br />

Kevin Rowland, <strong>der</strong> Zitteraal des keltischen Soul<br />

(„Come On Eileen“), ist 27 Jahre nach Auflösung<br />

seiner bahnbrechenden Soul-Wave-Band Dexys<br />

Midnight Runners zurück auf dem Parkett. Heute<br />

singt <strong>der</strong> bald 60 Jahre alte Brite mit tieferer,<br />

aber unverkennbarer Stimme gereifte Souldramen,<br />

die von Frank Sinatras Song-Zyklus „A Man<br />

Alone“ und Marvin Gayes Scheidungs-Werk<br />

„Here, My Dear“ inspiriert wurden.<br />

Musik:<br />

Feines Comeback, das bewegend und angenehm<br />

Klang:<br />

aus <strong>der</strong> Zeit gefallen klingt.<br />

Buback / Indigo (56:38, auch als 2 LP) www.dexys.info<br />

EL<br />

102<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


DANCE<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Totally Enormous Extinct Dinosaurs<br />

Trouble<br />

Unbequemer Name, den Orlando Higginbottom<br />

für seine elektronische Tanzmusik gewählt hat. Wer<br />

jedoch den Song „Garden“ hört, weiß Bescheid –<br />

die gefällige Melodie, die man aus <strong>der</strong> Werbung<br />

eines Handyanbieters kennt. <strong>Die</strong>sen Bekanntheitsschub<br />

nimmt Orlando natürlich gerne mit, nötig<br />

hätte er ihn indes nicht. Denn das übrige Material<br />

ist musikalisch deutlich dunkler, elektronischer<br />

und auf eine anspruchsvolle Art komplexer.<br />

„Trouble“ ist ein Beweis dafür, dass elektronische<br />

Dance-Sounds auch anspruchsvoll sein können.<br />

Polydor / Universal (63:40, auch als LP) www.totallyenormousextinctdinosaurs.com KT<br />

SONGWRITER/POP Sophie B. Hawkins The Crossing<br />

Ging vielleicht schon durch<br />

San Francisco in zerrissenen<br />

Jeans: Songwriterin Sophie B.<br />

Hawkins.<br />

ENTERTAINMENT<br />

Glenn Frey<br />

After Hours<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Eagles-Sänger Glenn Frey huldigt auf seinem ersten<br />

Soloritt seit 1995 <strong>der</strong> Prä-Rock’n’Roll-Ära.<br />

Auch wenn sich bei seinem Cover-Album ein paar<br />

Kompositionen von Zeitgenossen eingeschlichen<br />

haben – Brian Wilsons „Caroline No“ o<strong>der</strong> Randy<br />

Newmans „Same Girl“ – Frey intoniert mit<br />

Samtstimme vor allem Songs aus den 40-ern. Zu<br />

Piano und Streichern klingt das zwar edel und gefällig,<br />

aber auch ziemlich kantenlos.<br />

Kein Sinatra: Glenn Freys Solo-Ausflug wirkt blutarm<br />

und langweilig.<br />

Concord / Universal (48:36, auch als Deluxe Edition) www.glennfreyonline.com EL<br />

Vor zwei Dekaden kam <strong>der</strong> Pop-Hörer um Sophie<br />

B. Hawkins’ „Damn I Wish I Was Your Lover“ nicht<br />

herum. „Right Beside You“ war ihr zweiter Hit.<br />

Danach wurde eher es still um die Songwriterin<br />

aus New York. Nach acht Jahren Studiopause veröffentlicht<br />

Hawkins mit „The Crossing“ nun aber<br />

ein selbst produziertes und intimes Werk, das fragile<br />

und überbordende Momente souverän vereint<br />

– und auf dem auch eine neu eingespielte Version<br />

Musik:<br />

ihres größten Hits nicht fehlen darf.<br />

Klang:<br />

Hawkins‘ bislang reifstes Werk.<br />

Trumpet Swan / in-akustik (69:00, auch als LP) www.sophiebhawkins.com CA<br />

ELEKTRO-POP Sébastien Tellier My God Is Blue<br />

INDIE/FOLK<br />

Glen Hansard<br />

Rhythm And Repose<br />

Seit seinem Mitwirken im Indie-Film „Once“ im<br />

Jahr 2006 ist Glen Hansard, ursprünglich Frontmann<br />

<strong>der</strong> irischen Band The Frames, weltberühmt.<br />

Schließlich konnte er für den Filmsong „Falling<br />

Slowly“ einen Grammy und einen Oscar entgegennehmen.<br />

Auf seinem Solodebüt „Rhythm And Repose“<br />

orientiert sich Hansard am Sound <strong>der</strong> 70-er,<br />

klingt mal nach Cat Stevens, mal nach Fleetwood<br />

Mac. Ein perfekt produziertes, sehr persönliches<br />

Musik:<br />

Album voll kleiner, oft trauriger Geschichten.<br />

Klang:<br />

Berückend emotionale Popsongs.<br />

Anti / Indigo (46:49, auch als LP) www.glenhansardmusic.com<br />

AS<br />

FOTOS: Enja / Soulfood, Travis Shinn / Roadrunner, Mathieu Tonetti / Record Makers, Alan Marcer / Trumpet Swan<br />

Amen, ich sage Euch ...<br />

Sébastien Tellier hat einen<br />

Hang zu Erlösergesten – und<br />

einen positiven Knall.<br />

Seit seinem schrägen Auftritt beim European Song<br />

Contest 2008 mit dem Discohit „Divine“ ist Sébastien<br />

Tellier einem breiteren Publikum bekannt.<br />

„My God Is Blue“ heißt nun das vierte Album des<br />

Franzosen, das er unter das Vorzeichen einer spirituellen<br />

Suche nach <strong>der</strong> Wahrheit gestellt hat. Produziert<br />

hat Mr Flash vom Ed-Banger-Team, neben<br />

den gewohnten Midtempo-Elektrostücken gibt<br />

es auch wie<strong>der</strong> ein paar Nummern für den Club.<br />

Musik:<br />

Französischer Elektro-Pop à la carte: Tellier, wie man<br />

Klang:<br />

ihn kennt und wie ihn viele schätzen.<br />

Record Makers / Alive (46:36, auch als LP) www.recordmakers.com<br />

AS<br />

THRASH METAL<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Kreator<br />

Kreators neues Album ist wie ein mit Blumen geschmückter<br />

Schraubstock: Packendes Gitarrenriff-<br />

Gewitter und schöne Melodien, die einen nicht<br />

mehr loslassen. Über all dem thront nach wie vor<br />

Mille Petrozzas krächzen<strong>der</strong> Sprechgesang. Im Gegensatz<br />

zum etwas dünn produzierten Vorgänger<br />

„Hordes Of Chaos“ knallt „Phantom Antichrist“<br />

so druckvoll aus den Boxen, dass die Nachbarn<br />

auch noch was davon haben werden.<br />

Technisch präziser Thrash Metal, <strong>der</strong> so ziemlich<br />

alles richtig macht.<br />

Nuclear Blast / Warner (45:18, auch als LP) www.kreator-terrorzone.de<br />

ALTERNATIVE ROCK<br />

Smashing Pumpkins<br />

Phantom Antichrist<br />

Unwissende werden Billy Corgans Bandvehikel mittlerweile<br />

zu den belanglosen alten Rockkapellen zählen.<br />

Aber wer die Band verfolgt hat, weiß, dass <strong>der</strong><br />

Frontmann immer innovativ und kreativ war. Ob es<br />

<strong>der</strong> Song-Zyklus „Teargarden by Kaleidoscope“ (zu<br />

dem auch „Oceania“ gehört), Gratis-Veröffentlichungen<br />

o<strong>der</strong> rege Online-Aktivitäten waren: <strong>Die</strong><br />

Smashing Pumpkins sind noch am Puls <strong>der</strong> Zeit –<br />

mit Gitarrenwänden, Psychedelic und Folkrock und<br />

Musik:<br />

eben immer wie<strong>der</strong> mit Billy Corgan.<br />

Klang:<br />

Corgan verdient mehr als eine Chance.<br />

Martha‘s Music / EMI (60:06, auch als LP) www.smashingpumpkins.com KT<br />

BH<br />

Oceania<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 103


Musik Pop<br />

ROCK Patti Smith Banga<br />

Auf Motivsuche? Patti Smith.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

„Godmother Of Punk“ – ein Titel, mit dem man<br />

erstmal umzugehen lernen muss. Aber Patti Smith<br />

hat dieser Stempel wohl nie gestört, die 65-Jährige<br />

ist immer ihren eigenen Weg gegangen. Beeinflusst<br />

durch das bunte künstlerische Treiben <strong>der</strong> Punk-,<br />

Beat-Poetry- und Kunstszene im New York <strong>der</strong> 70er-<br />

Jahre, schaffte sich Smith eine musikalische Nische,<br />

mit Punk-Attitüde, Schriftsteller-Elan und einem<br />

zarten Anstrich <strong>der</strong> Kunstfertigkeit.<br />

Ihr neues Album „Banga“ ist bei aller Provokationslust<br />

dann doch eher ein Ruhepol geworden. Gemeinsam<br />

mit Gitarrist Lenny Kaye, Bassist Tony Shanahan, Tom Verlaine, ihrem<br />

Sohn Jackson und ihrer Tochter Jesse Paris bezog sie das sagenumwobene<br />

Electric Lady Tonstudio (Jimi Hendrix, Stones). Statt magischer Gitarrensoli<br />

kamen eher bedächtig rockende, manchmal gar Richtung Folk tendierende<br />

Songs heraus. So wie „Amerigo”, eine melodische Ouvertüre, die Amerigo<br />

Vespuccis Reise in die Neue Welt thematisiert, die Erinnerungsballade für<br />

Amy Winehouse („This Is The Girl”) o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Geburtstagssong für ihren Bekannten<br />

Johnny Depp („Nine”). Ja, Johnny Depp. Es ist wohl auch die Souveränität<br />

des Alters, wenn es sie weiterhin nicht kümmert, was an<strong>der</strong>e von ihr<br />

halten. Auch wenn das meditativ dahinwabernde Klangkunstwerk „Constantine’s<br />

Dream” etwas zu viel <strong>der</strong> Egal-Haltung manifestiert, scheint Smith mittlerweile<br />

etwas mil<strong>der</strong> gestimmt. Aus ihren Klängen spricht Versöhnung, aus den<br />

Texten zuweilen unverhüllter Mitteilungsdrang. Vielleicht ist sie nicht mehr<br />

die göttliche Punk-, aber immer noch die gute Songwriting-Mutter.<br />

Ein ruhiges, wenn auch nicht immer leises Alterswerk.<br />

Columbia / Sony (63:12, auch als LP) www.pattismith.net<br />

KT<br />

DEUTSCH-PUNK<br />

POP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Slime<br />

Ultravox<br />

Capitol / EMI (52:47) www.ultravox.org.uk<br />

Sich fügen heißt lügen<br />

„Punk‘s not dead“? Verdammt richtig! Nach fast<br />

zwei Dekaden Ruhepause meldet sich Hamburgs<br />

einflussreichste Punkband Slime mit „Sich fügen<br />

heißt lügen“ aus <strong>der</strong> Versenkung zurück. Zwar<br />

schon leicht angegraut, aber dafür nicht leiser geworden,<br />

toben sich die Veteranen durch 13 – teils<br />

vom anarchistischen Lyriker Erich Mühe gedichtete<br />

– Songs und halten den Mittelfinger weiterhin<br />

gegen das System hoch.<br />

Musik:<br />

Deutschpunk mit wahrem Ohrwurm-Charakter, <strong>der</strong><br />

Klang:<br />

sich keinen musikalischen Trends fügt.<br />

People Like You / EMI (46:11, auch als LP, Limited Edition) www.slime.de BH<br />

Brilliant<br />

Nein, „Brilliant“ ist kein zweites „Vienna“ geworden.<br />

Aber hat das auch nur ein Ultravox-Fan erwartet?<br />

Wohl kaum. Und ja: <strong>Die</strong>ses Comeback<br />

funktioniert. Weil Midge Ure immer noch eine <strong>der</strong><br />

schönsten Stimmen <strong>der</strong> Popmusik hat. Weil die<br />

Band den Spagat zwischen (nicht ewig) gestrigem<br />

Pathos-Synthie-Rock und mo<strong>der</strong>nem Klangbild<br />

schafft. Und weil Hymnen wie „Let It Lie“ einfach<br />

unwi<strong>der</strong>stehliche Pop-Ohrwürmer sind.<br />

Nicht brillant, aber auch nicht peinlich: Ultravox<br />

gelingt ein Comeback mit Mehrwert.<br />

INDIE-ROCK Maximo Park The National Health<br />

Nächste Haltestelle Maximo Park: Auf ihrer<br />

Reise kommen die Indie-Rocker immer wie<strong>der</strong><br />

nur bei sich selbst an.<br />

RS<br />

COUNTRY/BLUEGRASS Jerry Douglas<br />

Traveler<br />

Jerry Douglas gilt als einer <strong>der</strong> versiertesten Dobro-<br />

Player überhaupt. Legenden wie Clapton, Paul Simon<br />

und Elvis Costello vertrauen blind seinem Können,<br />

13 Grammys darf Douglas sein Eigen nennen.<br />

Kein Wun<strong>der</strong>, dass jene Kollegen, aber auch Tasten-<br />

Wizard Dr. John, Drummer-Gott Omar Hakim o<strong>der</strong><br />

Mumford & Sons Spalier stehen, wenn Douglas Lust<br />

auf ein Cover-Album hat, das sowohl Klassiker („The<br />

Boxer“, „On A Monday“) als auch den eigenen Back-<br />

Musik:<br />

Katalog in neu generierten Dobro-Twang taucht.<br />

Klang:<br />

Douglas feiert die Dobro – und sich selbst.<br />

Membran / Sony (45:12) www.jerrydouglas.com<br />

CA<br />

ELEKTRO-FOLK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Sebastian Lind<br />

Columbia / Sony (48:47) www.sebastianlind.com<br />

I Will Follow<br />

Mit klassischen Singer/Songwritern will <strong>der</strong> Däne<br />

Sebastian Lind ungern gleichgesetzt werden. Dafür<br />

hat er wohl auch zu viele elektronische Klangerzeuger,<br />

die seine wehmütigen, aber niemals kitschigen<br />

Gesänge und die zart gezupfte Konzertgitarre<br />

auf „I Will Follow“ unterfüttern. Dazu leise<br />

Beats und kreative Klangteppiche. Auf „Unseen“<br />

wagt er es dann doch, verhallte E-Gitarre<br />

und spärlicher Gesang treffen ins Herz.<br />

Eine ruhige, folkige Platte voller elektronischer Überraschungen.<br />

KT<br />

Nein, die nationale Gesundheit ist auch nach <strong>der</strong><br />

Anhörung nicht wirklich in Gefahr. Aber irgendwie<br />

mussten Maximo Park ihrem vierten und von Gil<br />

Norton (Foo Fighters) produzierten Album „The<br />

National Health“ eine Richtung geben. Eine, die<br />

glauben macht, die einst so romantischen Indierock-<br />

Postpunks aus Newcastle hätten sich verän<strong>der</strong>t. Doch<br />

das haben sie kaum – auch weil <strong>der</strong> enorme Wie<strong>der</strong>erkennungswert<br />

von Paul Smiths Stimme jedes mögliche<br />

Soundexperiment unterminiert.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Ein gutes Album – aber nur für Maximo-Park-Fans.<br />

Vertigo / Universal (40:22, auch als LP) www.maximopark.com<br />

FS<br />

104<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


FOLK Mary Chapin Carpenter Ashes And Roses<br />

Öffnet ihre Fenster<br />

weit: Mary Chapin<br />

Carpenter.<br />

NOISE-ROCK<br />

Japandroids<br />

Celebration Rock<br />

Alkohol. Durchwachte Nächte. Rockmusik. Aus <strong>der</strong><br />

wildromantischen Vorstellung, sich mit Gitarre und<br />

Schlagzeug allein eine Unschuld bewahren zu können,<br />

entsteht bei den Japandroids erneut Großes.<br />

Auch weil Brian King und Dave Prowse in den Songs<br />

ihres zweiten Albums „Celebration Rock“ sich das<br />

begeisterte Live-Publikum gleich mit dazu denken<br />

– und sich selbst und ihren Noise-Rock mit reichlich<br />

„Oh-oh-oh“-Backgroundchören feiern.<br />

Musik:<br />

Heute Indie-Club, morgen Stadion-Sprechchöre?<br />

Klang:<br />

Das Noise-Rock-Duo bewahrt sich seine Naivität.<br />

Polyvinyl / Cargo (35:10, auch als LP) www.japandroids.com<br />

SW<br />

FOTOS: Steven Sebring / Sony, Vertigo / Universal, Beggars / Indigo, Concord / Universal<br />

Auf ihrem neuen Album „Ashes And Roses“ widmet<br />

sich die Grammy-prämierte Country- und<br />

Folk-Legende Mary Chapin Carpenter dem Thema<br />

Verlust. Nach mehreren schweren Lebensjahren,<br />

die von Krankheit, Scheidung und dem Verlust<br />

eines Elternteils gezeichnet waren, stimmt sie<br />

eher traurige Töne an, schafft durch ihr Songwriting<br />

und die lyrischen Texte aber doch eine harmonische<br />

und hoffnungsvolle Atmosphäre.<br />

Musik:<br />

Trauerarbeit in Songform: ein wun<strong>der</strong>schönes, (be-)<br />

Klang:<br />

ruhige(nde)s Folk-Album.<br />

Concord / Universal (58:13) www.marychapincarpenter.com<br />

AS<br />

JAZZ/FUNK/REGGAE<br />

INDIE-POP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Reptar<br />

Body Faucet<br />

Was beginnt wie ein weiteres überflüssiges Indie-<br />

Afro-Beat-Album, driftet ab in Richtung jubilieren<strong>der</strong>,<br />

teils euphorischer Indie-Pop. <strong>Die</strong> Talking<br />

Heads im Sonnenblumenfeld. Eine Party mit Prince<br />

im Metropolitan Museum. Das gut frisierte Musical<br />

„Grease“, aufgeführt von Animal Collective.<br />

Von Letzteren haben sich Reptar für ihr Debüt<br />

auch den Produzenten, Ben Allen, geliehen. Alles<br />

noch sehr juvenil, fast schon naiv, aber gerade deswegen:<br />

absolut mitreißend.<br />

Euphorisches und tanzbares Afro-Pop-Debüt!<br />

Lucky Number / Cooperative Music (56:44, auch als LP) www.reptarmusic.com TM<br />

CHANSON-POP<br />

Mo‘ Horizons<br />

Fredda<br />

Coming Home<br />

Jazzanova, Boozoo Bajou und Nouvelle Vague durften<br />

schon für das Berliner Label Stereo Deluxe<br />

musikalische Homecoming-Gefühle kompilieren.<br />

Jetzt präsentieren die Hannoveraner Latin-Beats-<br />

Bauer Mo‘Horizons ihr Mixtape aus dieser Reihe.<br />

Zwar mit den üblichen verdächtigen Genres wie<br />

Jazz, Funk, Bossa, Reggae, Gospel und Soul, aber<br />

mit durchaus überraschenden (Paul Weller!) und<br />

raren (Clay Hammond) Gastkomponisten.<br />

Musik:<br />

Wun<strong>der</strong>bar kompilierte Groove-Compilation aus dem<br />

Klang:<br />

Hause Mo‘Horizons.<br />

Embassy Of Music / Warner (73:39, auch als LP) www.stereodeluxe.com TM<br />

L’ancolie<br />

Was ist es nur, dass frankophile Musik stets etwas<br />

Galant-Niedliches an sich hat? Jedenfalls kann<br />

auch die Pariser Sängerin Fredda diesen Charme<br />

nicht abschütteln, obwohl sie sich doch deutlich<br />

von an<strong>der</strong>en aktuellen weiblich-französischen Exportschlagern<br />

unterscheidet. Hier dominieren Kontrabass,<br />

Gitarre, Besenschlagzeug und ein mittig<br />

platzierter Gesang, den Fredda mit melancholischklarem<br />

Timbre ganz wun<strong>der</strong>bar umsetzt.<br />

Musik:<br />

Klassischer Chanson-Pop, <strong>der</strong> nicht mit seinen Konventionen<br />

bricht. Muss er aber auch nicht.<br />

Klang:<br />

Le Pop Musik / Groove Attack (38:08) www.lepop.de<br />

KT<br />

PROG-ROCK<br />

Was Rush auf einem Album an Musik herzaubern,<br />

reicht bei an<strong>der</strong>en Bands für eine komplette Diskografie.<br />

„Clockwork Angels“ steht in Sachen Vielseitigkeit<br />

ihren Genre-Klassikern „2112“ und<br />

„Moving Pictures“ in nichts nach: Stimmige Drum-<br />

Arrangements, hypnotische Bassläufe und harmonische<br />

Gitarrenklänge verschmelzen zu einer progressiven<br />

Rock-Oper, die thematisch in ein Steampunk-Universum<br />

eingebettet wird.<br />

Musik:<br />

Erst in einem Rutsch durchgehört, entfaltet sich die<br />

Klang:<br />

wahre Größe des Konzeptalbums.<br />

Roadrunner / Warner (66:01, auch als LP) www.rush.com<br />

BH<br />

EXPERTENTIPP<br />

STEFAN<br />

WEBER<br />

MUSIKREDAKTEUR<br />

Bunte überdrehte<br />

Hippie-Kommune?<br />

Edward Sharpe & The<br />

Magnetic Zeros üben<br />

sich in Zurückhaltung.<br />

FOLK-ROCK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Rush<br />

Edward Sharpe & The Magnetic Zeros<br />

Clockwork Angels<br />

Here<br />

Man könnte sich Alex Ebert auch als klassische Ein-<br />

Mann-Kapelle vorstellen. Mit dem Fuß aufstampfend,<br />

die Klampfe in <strong>der</strong> Hand, eine riesige Basstrommel<br />

auf dem Rücken. Dazu Vollbart, Zottel-<br />

Frisur und <strong>der</strong> oft von ihm entblößte Oberkörper:<br />

Der Frontmann von Edward Sharpe & The Magnetic<br />

Zeros wäre eine Schau in je<strong>der</strong> Fußgängerzone.<br />

In seiner Band schart Ebert aber zehn – und oft<br />

mehr – Jünger um sich, die mal einen Folk-Sitz-,<br />

mal einen Gospel-Singkreis bilden. Insofern erstaunt<br />

an „Here“ vor allem eine Tatsache: Das zweite Album<br />

des US-Folk-Kollektivs wirkt – trotz aller Bil<strong>der</strong> – nie überzeichnet.<br />

Gut: In stampfenden Folkrock-Songs wie „I Don‘t Wanna Pray“ scheinen<br />

Ebert und Co-Sängerin Jade Castrinos geradewegs eine Polonaise durch Paul<br />

und Linda McCartneys Farm anzuführen – mit dem Rest <strong>der</strong> fröhlichen Truppe<br />

als Jugband. Aber das Kollektiv setzt nicht auf euphorische Arcade-Fire-<br />

Überwältigungseffekte, die sich aus <strong>der</strong> schieren Masse von Bandmitglie<strong>der</strong>n<br />

und gespielten Instrumenten (Orgeln, Akkordeon, Hörner, gar ein Didgeridoo)<br />

ergeben könnten. „Here“ begeistert mit detailreichen, aber sorgfältig inszenierten<br />

Songs, die schon mal Dylan zitieren dürfen („All Wash Out“ erinnert<br />

an „It‘s All Over Now, Baby Blue“). Das Album besänftigt so mit mehrstimmigen<br />

Chören, mit leicht psychedelischem Folkrock, dass sich Vorzeige-<br />

Hippie-Troubadour Devendra Banhart <strong>der</strong> Truppe problemlos anschließen<br />

könnte. Und wenn Ebert einen Song wie „Dear Believer“ nur zur Akustikgitarre<br />

singen würde, die Fußgängerzone würde andächtig lauschen.<br />

Eine bunte Truppe, die sich nicht zu Schau stellt, ein wun<strong>der</strong>schönes Album.<br />

Beggars / Indigo (37:38, auch als LP) www.edwardsharpeandthemagneticzeros.com SW<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 105


Musik Pop<br />

INDIE-POP Fiona Apple The Idler Wheel Is Wiser ...<br />

Musik als ungewöhnliche<br />

Großaufnahme<br />

des Lebens:<br />

Fiona Apple.<br />

Mit ihrem neuen Werk „The Idler Wheel ...“ (ein<br />

Titel aus 23 Wörtern) macht Fiona Apple es den<br />

Fans nicht leicht. Obwohl das Album sauber abgemischt<br />

wurde, begleiten Türenknarzen, Herzschlag<br />

und Dosengeklapper die Stimme <strong>der</strong> Songwriterin.<br />

Harmonien wirft sie über Bord, konventionellen<br />

Hörgewohnheiten verweigert sie sich. Doch nach<br />

mehreren Durchläufen entwickelt „The Idler Wheel<br />

...“ seinen eigenen Charme.<br />

Musik:<br />

Unangepasster Pop, <strong>der</strong> beinahe anstrengend ist,<br />

Klang:<br />

aber auch seltsam schön.<br />

Epic / Sony Music (42:56, auch als Deluxe Edition) www.fiona-apple.com NH<br />

AMBIENT/ELEKTRO<br />

Liars<br />

WIXIW<br />

Atmosphärisch sollte es klingen, sehnsüchtig,<br />

schwebend: Als Angus Andrew, Aaron Hempfhill<br />

und Julian Gross sich an die Produktion des neuen<br />

Liars-Albums „WIXIW“ machten, hatte das<br />

Trio aus New York klare soundästhetische Ziele.<br />

Tatsächlich gelang es ihnen, aus ihren Laptops,<br />

Synthesizern und Drums einen kunstvollen Mix<br />

aus Sounds und Samples zu drücken, <strong>der</strong> die gewünschte<br />

Stimmung wie<strong>der</strong>gibt.<br />

Musik:<br />

Manchmal abstrakt, manchmal aber auch näher am<br />

Klang:<br />

Dancefloor als von den Liars bisher gewohnt.<br />

Mute / GoodToGo (43:05, auch als LP) www.liarsliarsliars.com<br />

EB<br />

ELEKTRO-POP<br />

AMERICANA/COUNTRY Giant Giant Sand<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Fire / Cargo (70:02, auch als LP) www.howegelb.com<br />

POP-PUNK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Ladyhawke<br />

Columbia / Sony (42:42) www.theoffspring.com<br />

Tucson<br />

Ein Mann begibt sich in den Südwesten <strong>der</strong> USA<br />

und erlebt dort allerlei Abenteuer. <strong>Die</strong> klassische<br />

Roadtrip-Story, vertont von Howe Gelb persönlich.<br />

Der Americana-Apologet pimpte dafür seine Hausband<br />

Giant Sand auf: Verstärkt durch Gastmusiker<br />

heißt sie nun Giant Giant Sand, <strong>der</strong> Sound auf dem<br />

konzeptionell erzählten „Tucson“ ist noch ausschweifen<strong>der</strong><br />

als bisher: Man kann förmlich die Kaffeefel<strong>der</strong><br />

riechen, die sich im Sonnenlicht im Wüstensand<br />

und neben Kakteen-Stacheln behaupten müssen.<br />

Eine Country-Rock-Oper <strong>der</strong> Extraklasse.<br />

The Offspring<br />

Anxiety<br />

Gitarrenriffs und catchy Refrains: Auf ihrem zweiten<br />

Album als Ladyhawke klingt die Neuseelän<strong>der</strong>in<br />

Philippa „Pip“ Brown deutlich rockiger als<br />

auf dem Synthie-Pop-Vorgänger, <strong>der</strong> ihr unter an<strong>der</strong>em<br />

in England Erfolg beschert hatte. Irgendwo<br />

zwischen Garbage, No Doubt und 80er-Jahre-<br />

Poprock bewegt sich <strong>der</strong> Sound von „Anxiety“,<br />

den wie<strong>der</strong> <strong>der</strong> Erfolgsproduzent Pascal Gabriel<br />

(Dido, Kylie Minogue) mitzuverantworten hat.<br />

Musik:<br />

Leicht angeschrägter Girl-Poprock mit ein paar<br />

Klang:<br />

Radiohits.<br />

Island / Universal (36:09, auch als LP) www.ladyhawkemusic.com<br />

AS<br />

The Offspring standen Mitte <strong>der</strong> 90-er Jahre für<br />

schnellen, melodischen und qualitativ hochwertigen<br />

kalifornischen Skate-Punk. Davon ist auf „Days Go<br />

By“ wenig übrig, die Band setzt voll auf radiokompatible<br />

Ohrwürmer. Nur zwei Songs erinnern an<br />

„die gute alte Zeit“. Das klingt nach einer Floskel.<br />

Aber wenn früher nicht alles besser gewesen sein<br />

soll: Warum covert sich die Band mit „Dirty Magic“<br />

vom 20 Jahre alten „Ignition“ dann selbst?<br />

Zu viele Lückenfüller und kein stringentes Konzept:<br />

Ein gelungenes Comeback sieht an<strong>der</strong>s aus.<br />

CA<br />

Days Go By<br />

BH<br />

FOLK<br />

Marissa Nadler<br />

The Sister<br />

<strong>Die</strong>s ist nun schon das fünfte Album von Marissa<br />

Nadler, mit dem sie die Erziehung in einem Künstlerhaushalt<br />

aufzuarbeiten versucht. Eine Selbsttherapie<br />

ist „The Sister“ zwar nicht, aber weil Mutter<br />

und Bru<strong>der</strong> nun mal Künstler sind, liegt <strong>der</strong><br />

Anspruch hier scheinbar etwas höher. Eine hauchzart-sanfte<br />

Stimme, verwaschene Geräusche und<br />

gezupfte Gitarren ergeben acht sehr traurige, aber<br />

durchaus mitreißende Lie<strong>der</strong>.<br />

Musik:<br />

Verträumter und melancholischer Songwriter-Folk,<br />

Klang:<br />

<strong>der</strong> niemals belanglos wirkt.<br />

Box Of Cedar / Cargo (33:18, auch als LP) www.marissanadler.com<br />

KT<br />

ROCK/POP/JAZZ Joe Jackson The Duke<br />

Fürst <strong>der</strong> Finsternis? Joe<br />

Jacksons Duke-Ellington-<br />

Interpretationen geraten<br />

eher farbenfroh.<br />

ART-POP<br />

Dirty Projectors<br />

Swing Lo Magellan<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Mit Bandlea<strong>der</strong> David Longstreth kommt niemals<br />

Langeweile auf. Schon auf den vorhergehenden<br />

Alben glich kaum ein Song dem an<strong>der</strong>en: Afrikanische<br />

Gitarrenklänge trafen auf manische Chöre,<br />

Hardcore-Gitarren und opulente Orchestrierungen.<br />

Ein bisschen von all dem ist auch auf „Swing<br />

Lo Magellan“ zu hören, statt großer Gesten sind<br />

hier aber eher die dissonanten Momente <strong>der</strong> Stachel<br />

im Fleisch des Popsongs.<br />

Fabelhaft o<strong>der</strong> schmerzhaft bemüht? Hier liegen<br />

Genie und Wahnsinn nah beieinan<strong>der</strong>.<br />

Domino / GoodToGo (41:57, auch als LP) www.dirtyprojectors.net<br />

KT<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Ein Ausdruck <strong>der</strong> Verehrung – ohne falsche Ehrfurcht:<br />

So definierte Joe Jackson selbst das Ziel seines<br />

Ellington-Tributes „The Duke“. Und dass dieser<br />

wendige, nie um einen stilistischen Schlenker<br />

verlegene Traumtänzer vor <strong>der</strong> Größe <strong>der</strong> Jazz-Legende<br />

erstarrt, war auch nicht zu erwarten. Und<br />

ohne Bläser, dafür mit reichlich Raum für eigene<br />

Lesarten und eigenartige Stilmixe (Easy Listening,<br />

Funk, Elektronik) gelingt Jacksons Unterfangen.<br />

Manchmal etwas gefällig im Sound, aber mutig und<br />

spannend in <strong>der</strong> eigenen Interpretation.<br />

earMusic / edel (47:38, auch als LP) www.joejackson.com<br />

RS<br />

106<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


VINYL<br />

GLAMROCK<br />

David Bowie<br />

„Ziggy Stardust“ wird 40. In Zeiten übergroßer<br />

Deluxe-Versionen und Boxsets eigentlich<br />

ein willkommener Anlass für eine<br />

umfangreiche Neuauflage des Glamrock-Klassikers.<br />

Im Hause Bowie (o<strong>der</strong><br />

EMI?) entschied man sich jedoch, die<br />

Geschichte dieses Meilensteins in <strong>der</strong><br />

kurzen Originalfassung zu erzählen. So<br />

erscheint „Ziggy Stardust“ „nur“ als einfache<br />

CD ohne zusätzliche Tracks – und<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

als audiophiles 180g-Vinyl samt Bonus-<br />

EMI / EMI (38:33, auch als CD) www.davidbowie.com<br />

Audio-DVD. Letztere ist da wohl definitiv<br />

vorzuziehen. Dennoch: Richtig schlau<br />

wird man aus dieser Veröffentlichungspolitik<br />

nicht.<br />

Sicher ist: Das erneut remasterte Album<br />

bügelt Fehler vorheriger Neuauflagen<br />

aus, klingt nun auch auf Vinyl besser und<br />

originalgetreuer denn je. Und gerade in<br />

diesem Format macht die Beschränkung<br />

auf die elf Titel von „Ziggy Stardust“,<br />

diese Einheit von elf makellosen Songs<br />

The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spi<strong>der</strong>s From Mars<br />

ja durchaus Sinn. Warum die ebenfalls<br />

feine Audio-DVD (mit PCM 2.0-, DTS<br />

5.1- und DD 5.1-Mixen) aber auch nur<br />

vier zusätzliche Bonustracks liefert („Velvet<br />

Goldmine“, aber kein „Amsterdam“),<br />

bleibt ein Geheimnis. Ein bisschen mehr<br />

Aufwand und Anerkennung hätte „Ziggy<br />

Stardust“ zu seinem 40. Geburtstag<br />

schon verdient gehabt.<br />

Feine Vinyl-Auflage samt DVD-Bonus –<br />

trotzdem zu wenig für Ziggys Jubiläum.<br />

SW<br />

WELTMUSIK<br />

Touré & Diabaté<br />

In The Heart Of The Moon<br />

<strong>Die</strong> Kollegen <strong>der</strong> AUDIO schwärmten schon 2005<br />

bei <strong>der</strong> Ersterscheinung von „<strong>der</strong> schönsten Musik<br />

<strong>der</strong> Welt“. <strong>Die</strong> 180g-Vinyl-Neuauflage von „In<br />

The Heart Of The Moon“, <strong>der</strong> ersten Zusammenarbeit<br />

von Wüsten-Blues-Gitarrengott Ali Farka<br />

Touré und Kora-Legende Toumani Diabaté, katapultiert<br />

diesen mo<strong>der</strong>nen Weltmusik-Klassiker nun<br />

in neue audiophile Sphären: Transparenter, raum-<br />

KLANGTIPP und herzergreifen<strong>der</strong> klang diese zarte, aber intensive<br />

Musik aus Westafrika noch nie.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Ein mo<strong>der</strong>ner Klassiker traditioneller Weltmusik.<br />

World Circuit / Harmonia Mundi (54:39) www.worldcircuit.co.uk<br />

RS<br />

KUNSTLIED/POP<br />

Phantom Ghost<br />

Pardon My English<br />

Zwischen Kunst und komplett gaga: Auf ihrem<br />

fünften Album als Phantom Ghost (jetzt ohne<br />

Schrägstrich) schreiten Dirk von Lowtzow und<br />

Thies Mynther weiter würdig voran in Richtung<br />

Kunstlied, Kammerpop und Musical-Kitsch. Was<br />

einst als Elektroprojekt begann, könnte nun eigentümlicher<br />

nicht sein. „Pardon My English“ ist ein<br />

ernsthafter Spaß, ein großes Rätsel, eine nervliche<br />

Herausfor<strong>der</strong>ung und klingt wie nichts, was man<br />

Musik:<br />

jemals auf Platte gebannt gehört hat.<br />

Klang:<br />

Schrägschöner Kunstlied-Pathospop, ein Erlebnis.<br />

Dial / Rough Trade (37:01, auch als CD) www.dial-rec.de<br />

AS<br />

BLU-RAY / DVD<br />

POP The Beatles Yellow Submarine<br />

Jetzt gestochen scharf,<br />

ungebrochen lustig:<br />

<strong>Die</strong> Beatles und ihr<br />

„Yellow Submarine“.<br />

FOTOS: Lionel Deluy / Sony, Frank Veronsky / earMusic, EMI / Subafilms Ltd.<br />

POP<br />

Tonformat: 2.0, DD 5.1, DTS 5.1<br />

Sprache: D, E, I<br />

Untertitel: D, E, I<br />

Extras: Audiokommentar,<br />

Making Of, Interviews,<br />

Bil<strong>der</strong>galerie<br />

Musik:<br />

Ton:<br />

Bild:<br />

EMI / EMI (89:00, auch als BD) www.thebeatles.com<br />

Tonformat: 2.0, DD 5.1, DTS 5.1<br />

Sprache: E<br />

Untertitel: -<br />

Extras: -<br />

Musik:<br />

Ton:<br />

Bild:<br />

Eagle Vision / edel (124:00, auch als DVD) www.simplyred.com<br />

Simply Red Live At Montreux 2003<br />

Bei <strong>der</strong> Restaurierung von Klassikern<br />

kann man viel falsch machen.<br />

Hier lief aber alles richtig: „Yellow<br />

Submarine“, <strong>der</strong> Kult-Zeichentrickfilm<br />

von und mit The Beatles, erstrahlt<br />

in einer nie zuvor gesehenen<br />

Bildqualität. Der Sound wurde remastered<br />

und räumlich perfekt abgemischt.<br />

Bei so viel Liebe zum Detail<br />

gerät die skurrile Geschichte<br />

des Films fast schon in den Hintergrund.<br />

Pepperland wird von <strong>der</strong> Armee <strong>der</strong><br />

bösen Blaumiesen bedroht, und es<br />

gibt nur eine Rettung für die friedlichen<br />

Bewohner des Pfefferlandes:<br />

John, George, Ringo und Paul. Mit<br />

ihren Song-Evergreens im Gepäck<br />

Als 2010 Simply Red ihre Auflösung<br />

bekannt gaben, hinterließen<br />

sie eine trauernde Fan-Gemeinde.<br />

Nun kann man sich die britische<br />

Schmuse-Soul-Pop-Band ins heimische<br />

Wohnzimmer holen. „Live<br />

At Montreux 2003“ dokumentiert<br />

ihren Auftritt vor einer ausverkauften<br />

Halle, bei <strong>der</strong> ihre großen Klassiker<br />

zum Besten gegeben wurden.<br />

„Money‘s Too Tight To Mention“,<br />

und „Lost Weekend“ dürfen da<br />

ebenso wenig fehlen wie „Holding<br />

Back The Years“ und „Fake“. Doch<br />

damit nicht genug: Zudem wurden<br />

als Bonus-Songs weitere sieben Lie<strong>der</strong><br />

von Simply Reds 2010-er Montreux-Jazzfestival-Auftritt<br />

auf die<br />

und in ihrem gelben U-Boot tauchend,<br />

machen sich die Liverpooler<br />

Jungs auf den Weg. Einen Audiokommentar<br />

mit den Machern<br />

des Films gibt es als tolles und exklusives<br />

Extra oben drauf.<br />

Zu keiner Minute sieht o<strong>der</strong> hört man<br />

dem Material an, dass es bereits 45<br />

Jahre alt ist.<br />

Niels Tenhagen<br />

Scheibe raufgepackt. Darunter befindet<br />

sich auch <strong>der</strong> Song „If You<br />

Don‘t Know Me By Now“ (Harold<br />

Melvins & The Blue Notes), <strong>der</strong><br />

Mick Hucknall und Simply Red<br />

erst groß gemacht hat.<br />

Ein Rundum-Sorglos-Paket für alle<br />

Pop-Fans und ein gelungenes Abschiedsgeschenk<br />

<strong>der</strong> Band.<br />

Niels Tenhagen<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 107


Musik Oldies<br />

WELTMUSIK/POP Paul Simon Gracelandxx<br />

CD DES MONATS<br />

Nur eine Randfigur? Bei einem Auftritt in „Saturday Night<br />

Live“ überließ Paul Simon (rechts) seinen<br />

südafrikanischen Mitmusikern die Bühne.<br />

Pop und Politik unter afrikanischem Himmel<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Legacy / Sony (68:02, auch als CD, LP, Boxset) www.paulsimon.com<br />

Es war eines <strong>der</strong> prägenden Alben <strong>der</strong> 80er-Jahre: Paul<br />

Simons Synthese von Pop und südafrikanischer Musik auf<br />

„Graceland“ gab <strong>der</strong> Musikwelt einen Impuls, <strong>der</strong> bis heute<br />

nachschwingt. Nicht umsonst beziehen sich junge Bands wie<br />

zuletzt Vampire Weekend und Foals immer wie<strong>der</strong> auf das<br />

Album. Nun erscheint „Graceland“ in diversen „25th<br />

Anniversary“-Editionen.<br />

Alle Neuauflagen enthalten dabei das neu remasterte Originalalbum<br />

sowie einige bisher unveröffentlichte frühe Versionen<br />

und Demos auf CD. Noch interessanter ist jedoch die<br />

DVD: <strong>Die</strong> neue Doku „Un<strong>der</strong> African Skies“ von Regisseur<br />

Joe Berlinger (Metallicas „Some Kind Of Monster“) begleitet<br />

Simon bei den Vorbereitungen zum Reunion-Konzert von<br />

„Graceland“ mit seinen alten südafrikanischen Weggefährten<br />

in Johannesburg und wirft dabei einen faszinierenden Blick<br />

auf die Entstehungsgeschichte dieses Meisterwerks. Sie zeigt<br />

nicht nur in Rückblenden die fruchtbar-fröhliche Stimmung<br />

im Aufnahmestudio und die enge Verbindung zwischen<br />

Simon und den afrikanischen Musikern wie Ladysmith Black<br />

Mambazo, sie rekapituliert auch eine bis heute andauernde<br />

Kontroverse. Schließlich hatte sich Paul Simon mit den Aufnahmen<br />

über den internationalen Kultur-Boykott hinweggesetzt,<br />

auf den sich Künstler aus aller Welt geeinigt hatten, um<br />

ein Zeichen gegen das Apartheid-Regime zu setzen. <strong>Die</strong> Anfeindungen,<br />

denen sich Simon und seine Mitmusiker ausgesetzt<br />

sahen, stehen auf <strong>der</strong> einen Seite, auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en <strong>der</strong><br />

beispiellose Erfolg <strong>der</strong> Platte sowie <strong>der</strong> „Graceland“-Welttournee<br />

und ihre kulturverbindende Wirkung. Spannend!<br />

Welthits wie „Boy In The Bubble“, „Graceland“, „You Can Call<br />

Me Al“ und ihre Entstehung – fein aufbereitet!<br />

Andrea Schmidt<br />

BRIT-POP/-ROCK Kaiser Chiefs Souvenir: The Singles 2004-<strong>2012</strong><br />

A Walk In The Park: <strong>Die</strong> Kaiser Chiefs beim Sonntagsspaziergang,<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Polydor / Universal (58:45) www.kaiserchiefs.com<br />

Das „Souvenir“ als Andenken? Doch schon ein Gedenken,<br />

an eine Band die ihre besten Zeitn hinter<br />

sich hat? Nach den riesigen Chart-Erfolgen <strong>der</strong> ersten<br />

beiden Alben (mit Hits wie „Ruby“ und „I Predict<br />

A Riot“) flachte die Begeisterung für die Kaiser<br />

Chiefs merklich ab. „Souvenir“ kompiliert die<br />

Hits <strong>der</strong> Britpopper aus Leeds – und ist immerhin<br />

ein Plädoyer für die Kaiser Chiefs als tolle Singles-<br />

Band. Denn auch neuere Songs wie „Man On Mars“<br />

sind erinnerungswürdige Ohrwürmer.<br />

Einer <strong>der</strong> besten Britpop-Bands <strong>der</strong> Nullerjahre.<br />

SW<br />

COUNTRY-POP<br />

Lee Hazlewood<br />

The LHI Years<br />

Das Cover verdeckt die barbusigen Schönheiten<br />

und ihre Schnauzbärte halb, Beweis für die Exzentrik<br />

Lee Hazlewoods ist das Foto allemal. So zog<br />

er Ende <strong>der</strong> 60-er-Jahre – kurz nach seinen Erfolgen<br />

mit Nancy Sinatra – nach Stockholm und gründete<br />

mit „LHI“ sein eigenes Label. „Singles,<br />

Nudes & Backsides (1968-71)“ zeigt den Charme<br />

dieser unkommerziellen Aufnahmen: Zur Hälfte<br />

Johnny Cash, zur Hälfte Leonard Cohen gibt<br />

Musik:<br />

Hazlewood hier den altersweisen Grantler.<br />

Klang:<br />

Grandiose Fundstücke des Pop-Exzentrikers.<br />

Light In The Attic / Cargo (52:59, auch als LP) www.lightintheattic.net<br />

NT<br />

PROGROCK<br />

Emerson, Lake And Palmer<br />

Tarkus<br />

<strong>Die</strong> Olympischen Spiele in London – so viel ist jetzt<br />

schon klar – werden auch zur Leistungsschau des<br />

Mutterlandes <strong>der</strong> Popmusik: Im Rahmen <strong>der</strong> sportlichen<br />

Wettkämpfe werden viele Künstler (Blur, New<br />

Or<strong>der</strong>, Paul McCartney) auftreten. Kein Wun<strong>der</strong>,<br />

dass auch Sony auf den Olympiazug aufspringt und<br />

unter dem Namen „London Rocks!“ ohnehin preisgünstig<br />

erhältliche Alben von Alison Moyet, den<br />

Lightning Seeds, aber auch „Tarkus“ von Emerson,<br />

Musik:<br />

Lake And Palmer für etwa acht Euro anbietet.<br />

Klang:<br />

Netter Marketing-Gag ohne Mehrwert.<br />

Legacy / Sony (38:40) www.emersonlakeandpalmer.com<br />

RS<br />

FOTOS: Isiah Wyner / Sony, Danny North / Universal, Linda McCartney / Paul McCartney<br />

108<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


ROCK/POP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

ROCK/POP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Paul And Linda McCartney<br />

Diverse<br />

Sony / Sony (69:19 / 143:58 / 75:14) www.sonymusic.de<br />

Ram<br />

Er hatte ein Imageproblem: Lange Jahre galt Paul<br />

McCartney als <strong>der</strong> „nette“ Beatle. Dann war er<br />

plötzlich <strong>der</strong> Durchtriebene, <strong>der</strong> die Band eigenmächtig<br />

auflöste und noch vor dem finalen Fab-<br />

Four-Schlag „Let It Be“ eilig sein Solo-Debüt veröffentlichte.<br />

Für seine ersten beiden Solo-LPs erntete<br />

Paul McCartney deswegen auch viele ätzende<br />

Kritiken. Dabei ist gerade „Ram“ (1971), das<br />

nun in diversen Editionen neu aufgelegt wird, sicher<br />

eines <strong>der</strong> besten McCartney-Soloalben.<br />

Aufgenommen in den USA, in herrlich beiläufiger Lo-Fi-Ästhetik, macht<br />

McCartney hier das, was man nur ihm verzeihen kann. Großen Nonsens<br />

nämlich, weltentrückten Kitsch und zur Kunst erhobene Nichtigkeiten.<br />

Man hört ihn und Gattin Linda über das Landleben singen, über langhaarige<br />

Mädchen, dreibeinige Hunde (die verbliebenen Beatles?), über die Wiesen<br />

und die Fel<strong>der</strong>. Musikalisch streckt sich das Album in alle Richtungen.<br />

Es gibt fabelhaft geknödelten Blues („Monkberry Moon Delight“), gediegenes<br />

Country-Geplänkel und geradlinigen Rock. Das Titelstück und das<br />

darauffolgende „Dear Boy“ entfalten überwältigend schöne Folk-Harmonien.<br />

McCartneys Vielseitigkeit zeigt nun vor allem das teure Deluxe-Boxset.<br />

Neben einem 112-seitigen Buch, DVD, Textzettel-Reproduktionen und<br />

zwei Vinyls gibt‘s das seinerzeit unter Pseudonym veröffentlichte<br />

„Thrillington“-Album. Darauf finden sich Big-Band-Varianten <strong>der</strong> „Ram“-<br />

Songs, die bislang äußerst schwer zu bekommen waren.<br />

Seinerzeit zu Unrecht verkannt: „Ram“ ist vielleicht nicht das beste, aber<br />

sicher das schönste McCartney-Solowerk.<br />

Concord / Universal (43:15, auch als LP, 2 CD, Boxset) www.paulmccartney.com NT<br />

Alben für die Ewigkeit<br />

Und die nächste Marketing-Idee: Mit den<br />

„Alben für die Ewigkeit“ präsentiert Sony<br />

(vermeintliche) Meilensteine <strong>der</strong> Pop- und<br />

Rockmusik, „die den Test of Time mit Bravour<br />

bestanden haben“ (so die Presseinfo).<br />

Mit solchen Behauptungen sollte man aber<br />

natürlich vorsichtig sein: So wird etwa – bei<br />

aller Wertschätzung des Musikers – Peter<br />

Maffays neues Live-Album „Tattoos Live“<br />

(<strong>2012</strong>) gleich in die neue Klassiker-Reihe<br />

eingeordnet. Viele <strong>der</strong> weiteren Live-Mitschnitte,<br />

die nun zunächst den Anfang <strong>der</strong><br />

Reihe bilden dürfen, sind zumindest über<br />

solche „Zeit“-Kritik aber erhaben.<br />

Wobei: In Sachen „MTV Unplugged“ (1995)<br />

können die Dylanologen sicher Einwände<br />

vorbringen: Wäre nicht „Before The Flood“<br />

die bessere Wahl in Sachen Live-Album gewesen?<br />

Ist sein Vortrag von vielen ohnehin<br />

im Original unverstärkten Klassikern („The<br />

Times They Are A-Changin‘) nicht zu gefällig?<br />

Sagen wir es vermittelnd so: nicht das<br />

essenziellste aller Dylan-Alben.<br />

Ähnliche Mäkel lassen sich auch bei <strong>der</strong><br />

Doppel-CD „Live In New York City“ (2001)<br />

von Bruce Springsteen feststellen. Seine damalige<br />

Reunion-Feier mit <strong>der</strong> E Street Band<br />

war sicherlich von enormer Spielfreude geprägt,<br />

Fan-Favourites rückten an die Stelle<br />

von großen Hits. Dass <strong>der</strong> Mitschnitt aber<br />

nicht die komplette damalige Show abbildete,<br />

enttäuscht damals wie heute.<br />

Auch über die Auswahl von „Aloha From<br />

Hawaii Via Satellite“ (1973) darf man streiten.<br />

Klar: Elvis‘ Energie machte den Live-<br />

Mitschnitt seines TV-Konzertes zu einem<br />

Megaseller. Aber ziehen nicht auch Fans des<br />

Kings das 68er-Comeback-Special vor?<br />

Bei <strong>der</strong> Auswahl ist noch Luft nach oben, <strong>der</strong><br />

Preis ist dafür niedrig angesetzt: <strong>Die</strong>se „Alben<br />

für die Ewigkeit“ gibt‘s für unter zehn Euro.<br />

NT<br />

REGGAE<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

EMI / EMI (388:56) www.petertosh.com<br />

SONGWRITER<br />

Lobgesang auf das einfache<br />

Landleben: Paul McCartney<br />

und Ehefrau Linda züchteten<br />

Anfang <strong>der</strong> 70er-Jahre<br />

Schafe in Schottland.<br />

Peter Tosh 1978-1987<br />

Er war Gründungsmitglied <strong>der</strong> Wailers, eine Roots-<br />

Reggae-Legende und in Jamaika ein Superstar –<br />

und dennoch stand Peter Tosh natürlich immer im<br />

Schatten seines Bandkollegen Bob Marley. Und das<br />

nicht ganz zu Unrecht, wie die lei<strong>der</strong> nicht komplette<br />

– seine ersten beiden Columbia-Alben fehlen<br />

– 6-CD-Werkschau zeigt. Denn nur auf „Mama<br />

Africa“ (1983) schaffte es Tosh durchgängig,<br />

mit seinen Songs nicht nur politische, son<strong>der</strong>n auch<br />

musikalische Sprengkraft zu entwickeln.<br />

Trotz schwanken<strong>der</strong> Qualität eine gute Werkschau.<br />

Carole King<br />

„Beautiful“, „It‘s Too Late“, „You‘ve Got A Friend“:<br />

Carole King wird oft nur mit den Soft-Pop-Evergreens<br />

ihres Albums „Tapestry“ (1971) gleichgesetzt.<br />

„The Legendary Demos“ erinnert nun daran,<br />

dass sich King und ihr Ehemann Gerry Goffin bereits<br />

zuvor mit Songs für die Monkees o<strong>der</strong> die Everly<br />

Brothers einen Namen machten. Und ihre eigene<br />

Version von „(You Make Me Feel Like) A Natural<br />

Woman“ ist sogar fast noch tiefgehen<strong>der</strong> als die<br />

Musik:<br />

populäre Interpretation von Aretha Franklin.<br />

Klang:<br />

Faszinierendes Plädoyer für die Songwriterin King.<br />

Concord / Universal (39:34, auch als LP) www.caroleking.com<br />

RS<br />

AUSTRO-POP/ROCK<br />

Peter Schleicher<br />

RS<br />

The Legendary Demos<br />

Hart auf Hart / Durch die Wand<br />

Wolfgang Ambros hatte es mit grandiosen Dylan-<br />

Versionen gerade vorgemacht, sein Ex-Organist<br />

Peter Schleicher machte weiter: Auf Wunsch seiner<br />

damaligen Plattenfirma nahm <strong>der</strong> Wiener 1979/1982<br />

zwei Alben mit Stones-Covern auf. Bear Family sei<br />

Dank sind diese raren – und bei Ebay hochpreisig<br />

gehandelten – Platten nun erstmals auf einer CD<br />

erhältlich. Und bei <strong>der</strong>ben, frei Schnauze übertragenen<br />

Songs wie <strong>der</strong> „Beisl Hur“‘ („Honky Tonk<br />

Musik:<br />

Woman“) wird Schleichers ganzes Talent deutlich.<br />

Klang:<br />

Vergessene Perlen des sogenannten „Austro-Pop“.<br />

Bear Family / Bear Family (72:54) www.bear-family.com<br />

SW<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 109


Musik Klassik<br />

Debussy selbst hat es immer<br />

wie<strong>der</strong> betont: Er sei<br />

beileibe kein Impressionist,<br />

das sei „bloß ein Schlagwort<br />

für Idioten“, um seinesgleichen<br />

zu diffamieren. Es half nichts: Das<br />

Attribut „Impressionismus“ hängt<br />

ihm und seiner Musik immer<br />

noch an und verführt seine Interpreten<br />

dazu, die „musikalische<br />

Mathematik“, als die Debussy<br />

selbst seine Kompositionskunst<br />

charakterisiert hat, in klanglichen<br />

Mischmasch zu verwandeln. <strong>Die</strong><br />

Pianisten treten hemmungslos ins<br />

rechte Pedal ihres Flügels, damit<br />

die Töne ebenso verschwimmen<br />

wie die Farben auf Renoirs Mädchenporträts<br />

o<strong>der</strong> den berühmten<br />

Seerosen-Bil<strong>der</strong>n von Monet.<br />

<strong>Die</strong> Dirigenten verwischen sämtliche<br />

Linien und Konturen bis<br />

zur Unkenntlichkeit eines zähflüssigen<br />

Klangbreis, die Sänger<br />

tendieren zu einem manieristischen<br />

Hauchen mit gespitzten<br />

Lippen, das sie für Fin-de-siècle-<br />

Feinsinn halten.<br />

Wie wenig das mit Debussys<br />

Musik tatsächlich zu tun hat,<br />

zeigt nun eine exquisite Edition<br />

historischer Aufnahmen auf drei<br />

CDs, die zum 150. Geburtstag<br />

des Franzosen (am 22. August)<br />

bei aeon erschienen ist. Zusammengestellt<br />

wurde sie von Jean-<br />

Michel Nectoux im Kontext <strong>der</strong><br />

großen, von ihm kuratierten Ausstellung<br />

„Debussy – La Musique<br />

et les arts“, die erst in <strong>der</strong> Pariser<br />

Orangerie zu sehen war und<br />

jetzt im Bridgestone Museum of<br />

Art in Tokio. Debussys eigene<br />

Aufnahmen, die Stimmen von<br />

Mary Garden, Ninon Vallin o<strong>der</strong><br />

Jane Bathori, das Klavierspiel von<br />

Ricardo Viñes o<strong>der</strong> Marcelle<br />

Ausdruck<br />

statt<br />

Meyer und die frühen Orchester-Aufnahmen<br />

unter Georges<br />

Truc o<strong>der</strong> Piero Coppola zeigen<br />

ein Klangbild, das alle Impressionismus-Klischees<br />

gründlich wi<strong>der</strong>legt:<br />

kühle Transparenz,<br />

scharfe harmonische Reibungen,<br />

deutlich konturierte melodische<br />

Linien. Und über allem die clarté<br />

– die quasi cartesianische „Klarheit“,<br />

in <strong>der</strong> Debussy den Grundzug<br />

<strong>der</strong> französischen Musik sah.<br />

Das erinnert sehr viel mehr an<br />

Eindruck<br />

Klarheit und deutliche Konturen: Historische Aufnahmen,<br />

die zum 150. Geburtstag von Claude<br />

Debussy wie<strong>der</strong> aufgelegt wurden, brechen mit<br />

dem Klischee vom „Impressionisten“. Michael<br />

Stegemann berichtet.<br />

japanische Farbholzschnitte als<br />

an pointillistische Gemälde, ist<br />

sehr viel mehr Ausdruck statt<br />

Eindruck, Ex- statt Impressionismus.<br />

Und vor allem zeigt es,<br />

dass und warum Debussy einer<br />

<strong>der</strong> wichtigsten Wegbereiter <strong>der</strong><br />

musikalischen Mo<strong>der</strong>ne war, und<br />

kein pretiöser l’art-pour-l’art-Ästhet.<br />

Gerade in den Aufnahmen <strong>der</strong><br />

Klavierwerke zeigt sich, wie hartnäckig<br />

sich das Missverständnis<br />

vom „Impressionisten“ Debussy<br />

hält: <strong>Die</strong> wie<strong>der</strong>veröffentlichten<br />

Einspielungen von Robert Casadesus,<br />

Paul Crossley, Philippe Entremont<br />

(alle drei Sony), Samson<br />

François (EMI) o<strong>der</strong> Pascal Rogé<br />

(Onyx) haben allesamt ihre<br />

Schwächen – jenseits des typisch<br />

französischen Klangsinns, dem<br />

sie verpflichtet sind: einem jeu<br />

perlé, das die Töne aneinan<strong>der</strong>reiht<br />

wie Perlen auf einer Schnur.<br />

<strong>Die</strong> Referenz-Aufnahme ist und<br />

bleibt mit weitem Abstand die von<br />

Michel Béroff, die Mitte <strong>der</strong><br />

1990er-Jahre für das Label Denon<br />

entstanden ist.<br />

Bei den Orchesterwerken sind<br />

es vor allem die frühen Aufnahmen<br />

von Pierre Boulez, die den<br />

richtigen Weg beschreiten: Debussy<br />

aus dem Blickwinkel des 20.<br />

Jahrhun<strong>der</strong>ts, als „Neue Musik“.<br />

Sie sind ebenso in <strong>der</strong> großen Debussy-Edition<br />

<strong>der</strong> Sony enthalten<br />

wie Boulez‘ (immer noch beeindruckende)<br />

Produktion von „Pelléas<br />

et Mélisande“ von 1970, mit<br />

George Shirley, Elisabeth Sö<strong>der</strong>ström<br />

und Donald McIntyre. Vergleicht<br />

man diese Aufnahme allerdings<br />

mit den Auszügen unter<br />

Coppola (1927) o<strong>der</strong> Truc (1928),<br />

die in <strong>der</strong> aeon-Edition zu finden<br />

sind, erweist sich auch Boulez als<br />

Quasi-„Impressionist“.<br />

So bieten die verschiedenen<br />

CD-Editionen zum 150. Debussy-Geburtstag<br />

zwar ein erfreulich<br />

weit gefächertes Bild,<br />

das aber doch immer wie<strong>der</strong> jenem<br />

„Schlagwort für Idioten“<br />

folgt, gegen das sich <strong>der</strong> Komponist<br />

zeit seines Lebens vergeblich<br />

gewehrt hat. Also noch einmal:<br />

Claude Debussy ist kein<br />

„Impressionist“!<br />

CD-Tipps<br />

Claude Debussy<br />

Album Debussy. Le compositeur et ses interprètes<br />

3 CDs aeon / Note 1 1215 (226 Min.)<br />

The Claude Debussy Collection<br />

18 CDs Sony 88691931792<br />

Samson François spielt Debussy<br />

3 CDs EMI 638754 2 (229 Min.)<br />

Pascal Rogé spielt Debussy<br />

5 CDs Onyx (Codaex) 4095 (356 Min.)<br />

Michel Béroff: The Debussy Piano Collection<br />

5 CDs Denon CDCO-44347-51<br />

FOTOS: STP-Archiv<br />

110<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


KLAVIER<br />

AUDIOPHILE SACD<br />

Chandos 10724 (69:18)<br />

KLAVIER<br />

SINFONIK<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGDETAILS:<br />

Räumlichkeit:<br />

Bass:<br />

Transparenz:<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Hänssler Classic 93.290 (72:40)<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Chandos 5102(2) (2 SACDs, 146:26,)<br />

Sergej Rachmaninoff: Moments musicaux op.16; Études-tableaux op.33; Corelli-Variationen op. 42 Xiayin Wang (2010/11)<br />

Erst im vergangenen Jahr sorgte Xiayin Wang in ihrer<br />

Wahlheimat USA für einiges Aufsehen. Sie spielte<br />

die verflixt schwierigen, mit Jazz durchtränkten,<br />

und eben typisch amerikanischen Klavierparaphrasen<br />

von Gershwin-Songs aus <strong>der</strong> Fe<strong>der</strong> des 2010 verstorbenen<br />

Megavirtuosen Earl<br />

Wild neu ein. Wang gelang eine<br />

wirklich kongeniale, aufbrausend<br />

virtuose und zugleich lyrisch fließende<br />

und stilsichere Interpretation,<br />

vor <strong>der</strong> selbst einheimische<br />

Kritiker erstaunt den Hut zogen<br />

(siehe <strong>stereoplay</strong> 2/2011).<br />

Jetzt hat die in Shanghai ausgebildete,<br />

seit 15 Jahren in New York<br />

lebende Pianistin ihr erstes Rachmaninoff-Album<br />

veröffentlicht. Sie<br />

würdigt damit erneut einen Lieblingskomponisten<br />

Earl Wilds und<br />

untermauert zugleich eindrucksvoll<br />

ihren Anspruch, quasi nahtlos<br />

an Amerikas Virtuosentradition anzuknüpfen.<br />

Denn auch Rachmaninoffs<br />

hohe technische Hürden<br />

meistert sie mit einer Souveränität<br />

und einer Mühelosigkeit, die den eigentlichen lyrischen<br />

und erzählerischen Kern seiner raffinierten<br />

Miniaturen kantabel und beredt nach vorne treten lassen.<br />

Und zwar so, als sei die in Atmosphäre gehüllte<br />

Melodie, <strong>der</strong> instrumentale Gesang, sein Hauptanliegen<br />

und alle Virtuosität nur Mittel.<br />

Der Kölner Pianist Michael Korstick<br />

hat in den letzten Jahren vor allem als<br />

absolut kompromissloser Beethoven-<br />

Interpret großes Ansehen erworben.<br />

Seine beson<strong>der</strong>e Affinität zur französischen<br />

Klaviermusik ist weniger bekannt,<br />

wurde aber zuletzt durch seine<br />

nicht weniger profilierte Einspielung<br />

des Klavierwerks von Charles Koechlin<br />

eindrucksvoll untermauert. Jetzt<br />

hat Korstick das Klavierwerk Debussys<br />

in Angriff genommen und in Folge<br />

1 den ersten Band <strong>der</strong> „Préludes“<br />

mit <strong>der</strong> praktisch unbekannten Klavierfassung<br />

des Balletts „Khamma“<br />

Claude Debussy: Orchesterwerke Royal Scottish National Orchestra, Stéphane Denève (2011/12)<br />

<strong>Die</strong> Schotten streben in die Unabhängigkeit?<br />

Von wegen. Sie suchen den<br />

Anschluss an Frankreich! Zumindest,<br />

sofern man den Tönen des Royal Scottish<br />

National Orchestra Glauben<br />

schenkt. Da werden Farben und Rhythmen,<br />

modale Melodik und subtile Valeurs<br />

<strong>der</strong>maßen frankophon nuanciert,<br />

dass jedes Vorurteil à la „Dudelsack-<br />

Debussy“ peinlich wird: So fein leuchten<br />

die klaren und charakteristischen<br />

Holzbläser, glänzen die Streicher mit<br />

sanfter Fülle ohne Plüsch, fügt sich<br />

das Blech, das sich auch mal britischopulent<br />

gibt, was dem dynamischen<br />

Melancholie und Virtuosität<br />

Pianist, Komponist, Dirigent: Sergej<br />

Rachmaninoff (1873-1943).<br />

Auch ihre Auswahl zeigt Kompetenz und Geschmack:<br />

Sowohl die frühen „Moments Musicaux“ op.16 als auch<br />

die ersten „Études tableaux“ op.33 und vor allem die<br />

späten „Corelli“-Variationen sind Schlüsselwerke, aber<br />

keine ausgelaugten „Hits“. So zieht Xiayin Wang in gut<br />

einer Stunde einen wun<strong>der</strong>baren,<br />

großen Bogen <strong>der</strong> ständigen Verwandlungen<br />

über Rachmaninoffs<br />

Klavierwerk und fokussiert dieses<br />

vielfältige Wechselspiel melancholischer<br />

Stimmungen in den 22-teiligen<br />

„Corelli“-Variationen, mit denen<br />

Rachmaninoff bereits 1931 sein<br />

Solowerk abschloss. Bisher war Earl<br />

Wilds trockene Version von 1991<br />

mein Favorit unter den wenigen Einspielungen<br />

des Werks, doch Xiayin<br />

Wang erweist sich auch hier als hochsensible<br />

Lyrikerin, die Wilds asketischen<br />

Ansatz kreativ weiterdenkt: In<br />

einer aufregenden Kombination aus<br />

Intuition und Logik, aus Energie<br />

und Eleganz, aus Magie und Klarheit<br />

beschwört sie die hohe kompositorische<br />

Qualität und das innere<br />

Drama dieses bis heute unterschätzten Meisterwerks und<br />

verleiht ihm endlich eine würdige Klanggestalt.<br />

Eine Einspielung mit Referenz-Status, die durch den exzellenten<br />

Stereo-Sound nachhaltig unterstützt wird, weil<br />

sie Wangs Steinway in einer Halbdistanz belässt – mit weitgefächerter<br />

Dynamik und natürlicher Räumlichkeit.<br />

Attila Csampai<br />

Claude Debussy: Klavierwerke Vol. 1 Michael Korstick, Klavier (2011)<br />

kombiniert. Jener Musik, die 1912,<br />

also zwischen den beiden Préludes-<br />

Zyklen entstand, und <strong>der</strong>en Aufführung<br />

Debussy nicht mehr erlebte.<br />

Trotz namhafter Konkurenz bei den<br />

„Préludes“ – man denke nur an Michelangeli,<br />

Gulda o<strong>der</strong> Zimerman –<br />

gelingt es Korstick auch hier, unverwechselbar<br />

klare, kernige Profile herauszuarbeiten.<br />

Sie geben dem hohen<br />

innovativen Potenzial dieses Schlüsselwerks<br />

<strong>der</strong> Mo<strong>der</strong>ne, also seinem<br />

neuartigen „Realismus“, den Vorzug<br />

gegenüber allem verschwommenen<br />

Impressionismus. Vor allem in den belebten<br />

Stücken zeichnet er scharf<br />

fokussierte Charaktere ohne Sfumato,<br />

während er in den ruhigeren noch<br />

genügend Raum lässt für Debussys<br />

atmosphärischen Zauber.<br />

In „Khamma“, <strong>der</strong> 20-minütigen<br />

„Légende dansée“ und <strong>der</strong> eigentlichen<br />

Entdeckung dieses Albums, aber<br />

gibt Korstick ein beeindruckendes<br />

Zeugnis seiner orchestralen Virtuosität<br />

und seiner großen episch-dramatischen<br />

Erzählkraft.<br />

Ein vielversprechen<strong>der</strong> Auftakt in einem<br />

schön durchgezeichneten akustischen<br />

Ambiente.<br />

Attila Csampai<br />

Spektrum von Debussys reicher Palette<br />

aber nur zugute kommt.<br />

Stéphane Denève, scheiden<strong>der</strong> französischer<br />

Chef des RSNO und jetzt<br />

bei den Stuttgarter SWR-Sinfonikern<br />

im Amt, kostet jenen Reichtum mit<br />

überlegener Sensibilität aus (übrigens<br />

auch in Raritäten wie dem melancholischen<br />

Weltkriegsstück „Berceuse heroique“).<br />

„La Mer“ lässt er nicht nur<br />

glitzern und wogen, son<strong>der</strong>n auch<br />

gischten und tosen, „Jeux“ befreit er<br />

vom Klischee körperloser Klänge zu<br />

exquisiter Sinnlichkeit. Es ist beileibe<br />

kein Leisetreter-Debussy, den Denève<br />

feiert, wohl aber ein Debussy auch<br />

<strong>der</strong> unendlich leisen Intensitäten: Bei<br />

aller Dynamik gelingen Pianissimi von<br />

einer mikroskopisch zarten und lichten<br />

Klarheit, wie man sie nur selten<br />

hört. Gelegentlich (vor allem in den<br />

„Images“) tendiert die Schönheit des<br />

Augenblicks zwar zur Einzelbelichtung.<br />

Dann fehlt auch ein Quäntchen<br />

an elektrisieren<strong>der</strong> Verve à la Monteux<br />

o<strong>der</strong> Munch.<br />

Jenseits einiger mauer Momente erspürt<br />

Denève kongenial die energetische<br />

Spannung von prägnanter Rhythmik und<br />

Raffinement <strong>der</strong> Timbres.<br />

Martin Mezger<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 111


Musik Klassik<br />

Voigts Kolumne<br />

Zur Vorbereitung auf die Bayreuth-Premiere:<br />

<strong>Die</strong> wichtigen Aufnahmen von Wagners „Hollän<strong>der</strong>“.<br />

Am 25. Juli ist es so weit: Weltweit wird<br />

aus Bayreuth die Festspiel-Premiere<br />

übertragen. <strong>Die</strong>smal ist es eine Neuinszenierung<br />

von Wagners „Hollän<strong>der</strong>“,<br />

<strong>der</strong> zuletzt 2006 auf dem Grünen Hügel<br />

zu sehen war. Mit Christian Thielemann<br />

am Pult und dem russischen Bassbariton<br />

Evgeny Nikitin verspricht die<br />

Premiere musikalisch Außergewöhnliches.<br />

Thielemann gilt seit Jahren als <strong>der</strong><br />

weltweit führende Wagner-Dirigent, und<br />

Evgeny Nikitin hat sich als Amfortas in<br />

den „Parsifal“-Aufführungen unter Valery<br />

Gergiev und Marek Janowski in die<br />

Nachfolge des legendären George London<br />

gesungen. <strong>Die</strong>ser war einst auch <strong>der</strong><br />

gefeierte Hollän<strong>der</strong> in Bayreuth, 1959<br />

in <strong>der</strong> Inszenierung des Wagner-Enkels<br />

Wieland. Lei<strong>der</strong> gibt es den Mitschnitt<br />

dieser Aufführung nach wie vor nicht<br />

„offiziell“ in <strong>der</strong> Bayreuth-Serie von Orfeo,<br />

son<strong>der</strong>n nur in halblegalen Veröffentlichungen.<br />

Dabei war die Premierenbesetzung<br />

mit George London und Leonie<br />

Rysanek (Senta) eine aufregende<br />

Konstellation, mit <strong>der</strong> ein neues Kapitel<br />

in <strong>der</strong> Aufführungsgeschichte des Werkes<br />

begann, nicht nur in Bayreuth, son-<br />

<strong>der</strong>n auch an <strong>der</strong> Met<br />

und an <strong>der</strong> Wiener Staatsoper.<br />

Glücklicherweise<br />

konnten die beiden im<br />

Folgejahr ihre Portraits<br />

in <strong>der</strong> Studio-Aufnahme<br />

unter Antal Dorati<br />

verewigen, die nach wie<br />

vor als maßstäblich gilt,<br />

zumal Dorati im Stu-<br />

dio mehr „Sturm und<br />

Drang“ entfacht als Wolfgang<br />

Sawallisch im Bayreuther<br />

Graben (Decca, 2<br />

CDs). Als Alternative kommen zwei<br />

Bayreuth-Dokumente in Betracht: die<br />

1961er-Aufnahme unter Sawallisch, die<br />

den Belcanto-Hollän<strong>der</strong> von Franz Crass,<br />

die blutjunge Anja Silja als Senta und<br />

die prägnante Charakterstudie von Josef<br />

Greindl als Daland bietet (Philips, 2<br />

CDs) und die 1955er-Variante mit dem<br />

wun<strong>der</strong>baren Hermann Uhde in <strong>der</strong> Titelrolle<br />

unter <strong>der</strong> dramatisch-vitalen Lei-<br />

tung von Joseph Keilberth<br />

(Testament, 2 CDs).<br />

Bei den Studio-Aufnahmen<br />

unter Franz Konwitschny<br />

(Eterna 1960; Berlin Classics,<br />

2 CDs) und Otto perer (EMI 1968)<br />

Klem-<br />

muss man bezüglich<br />

<strong>der</strong> Hauptrol-<br />

lensänger<br />

zwar<br />

Kompromisse machen,<br />

doch sind beide<br />

Einspielungen von einer<br />

atmosphärischen<br />

Dichte, die man bei allen<br />

späteren Produktionen misst. Außerdem ist bei Konwitschny se-<br />

vernior<br />

die absolute Luxus-Ausgabe des<br />

Steuermanns zu bewun<strong>der</strong>n: Fritz<br />

Wun<strong>der</strong>lich.<br />

VOKAL<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Deutsche Harmonia Mundi / Sony 88697959972 (72:33)<br />

Johann Joseph Fux: Kaiserrequiem Musica Fiata, La Capella Ducale, Roland Wilson (2009)<br />

Der Tod muss bekanntlich ein Wiener<br />

sein, doch im barocken Wiener Kaiserrequiem<br />

von Johann Joseph Fux kommt<br />

er ohne landläufiges Sentiment daher.<br />

We<strong>der</strong> stimmt <strong>der</strong> Hofkomponist ein<br />

Dauerlamento an, noch huldigt er im<br />

Imperialstil schierem Funebralpomp.<br />

Vielmehr wird alles Subjektiv-Emotionale<br />

durch kontrapunktische Strenge<br />

gefiltert: ein Zeugnis, dass die Trauer<br />

weniger dem Menschen als seiner<br />

staatstragenden Rolle gilt, die vom Tod<br />

freilich aller Klang-Insignien <strong>der</strong> Macht<br />

entkleidet wird. Prunkende Größe<br />

weicht – zumal in <strong>der</strong> kammermusikalisch<br />

kleinen und feinen Besetzung von<br />

Roland Wilsons Einspielung – meditieren<strong>der</strong><br />

Verinnerlichung, und doch<br />

zieht das Opus keinen monoton-monochromen<br />

Trauerrand.<br />

Gerade <strong>der</strong> kleingliedrigen Vertonung<br />

des liturgischen Texts gewinnt Fux eine<br />

Fülle farbiger Nuancen zwischen<br />

Licht und Schatten ab, vom Posaunensolo<br />

im „Tuba mirum“ über finstere<br />

Höllenpfuhl-Harmonik bis zu<br />

lichten Paradiesesahnungen. Daraus<br />

resultiert eine elysische Schönheit,<br />

welche <strong>der</strong> Musik ihr eigentümliches<br />

Gepräge gibt und von Wilsons Ensembles<br />

in mil<strong>der</strong> Sensibilität erfühlt<br />

wird. In jedem Moment, auch im eigenständigen<br />

„Miserere“, das Anflüge<br />

von Virtuosität ins Spiel bringt,<br />

und in zwei Kirchensonaten mit ihrer<br />

polyphonen Feinmotorik wirkt die<br />

Interpretation im besten Sinne beherrscht:<br />

technisch souverän, stoisch<br />

im Gestus, gleichwohl empfindsam,<br />

aber ohne Larmoyanz.<br />

<strong>Die</strong> klare und lineare Zeichnung <strong>der</strong><br />

Einzelstimmen fügt sich jenseits von<br />

Forcierung und Manierismus in den ruhigen,<br />

edlen Fluss dieser wohlgefügten<br />

musikalischen Trauerarbeit.<br />

Martin Mezger<br />

SINFONIK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGTIPP<br />

Naxos 8.572607 (68:54)<br />

Robert Fuchs: Serenaden Nr. 3 – 5 Kölner Kammerorchester, Christian Ludwig (2009-10)<br />

Heutzutage ist Robert Fuchs vorrangig<br />

als Lehrer von Zemlinsky,<br />

Schreker o<strong>der</strong> Gustav Mahler bekannt.<br />

Zu seinen Lebzeiten wurde<br />

er als Komponist von keinem Geringeren<br />

als Brahms geschätzt und<br />

von seinem Schüler Sibelius als<br />

„professionell bis in seine Fingerspitzen“<br />

bezeichnet.<br />

Zwar wirkt die Musik des Österreichers<br />

verglichen mit <strong>der</strong> seiner Schüler<br />

weniger avanciert, doch waren<br />

seine Serenaden <strong>der</strong>art beliebt, dass<br />

sie ihm den Spitznamen Serenaden-<br />

Fuchs einbrachten. Nun hat Christian<br />

Ludwig mit dem Kölner Kammerorchester<br />

die zweite Fuchs-CD<br />

aufgenommen und damit die erste<br />

Gesamteinspielung seiner Serenaden<br />

abgeschlossen.<br />

Der junge Dirigent präsentiert die<br />

kammermusikalisch angelegten Werke<br />

in feiner Transparenz und klanglicher<br />

Raffinesse. In <strong>der</strong> dritten Serenade<br />

kommt die Empfindsamkeit<br />

<strong>der</strong> Romanze ebenso zu ihrem Recht<br />

wie <strong>der</strong> feinsinnige Humor im Menuetto.<br />

<strong>Die</strong> kultivierte Leidenschaft<br />

des Andante sostenuto (Serenade<br />

Nr. 4) lässt Ludwig mit <strong>der</strong> lichten<br />

Leichtigkeit des Allegretto grazioso<br />

kontrastieren. Höhepunkt <strong>der</strong> Aufnahme<br />

ist jedoch die Serenade Nr.<br />

5, in <strong>der</strong> sich Fuchs mit mehrfach<br />

geteilten Streichern <strong>der</strong> Klangwelt<br />

Bruckners und Mahlers annähert,<br />

aber auch Johann Strauß zitiert.<br />

Ein fesselndes und charmantes Panorama<br />

vergangener k. u. k. Herrlichkeit,<br />

das Christian Ludwig und das<br />

Kammerorchester Köln mit intelligenter<br />

Motivarbeit und geschmeidiger<br />

Eleganz vor dem Zuhörer ausbreiten.<br />

<strong>Die</strong> lange fällige Ehrenrettung eines<br />

verkannten Komponisten.<br />

Miquel Cabruja<br />

112<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


SINFONIK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGTIPP<br />

EMI 9 52969 2 (82:10)<br />

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 9 (mit rekonstruiertem Finale) Berliner Philharmoniker, Simon Rattle (<strong>2012</strong>)<br />

Zweite „Unvollendete“ o<strong>der</strong> ein an<strong>der</strong>er<br />

Fall „Lulu“? <strong>Die</strong> Sachlage ist so<br />

eindeutig, wie die gängige Aufführungspraxis<br />

im Wi<strong>der</strong>spruch zu ihr<br />

steht. Zum Finale seiner neunten Sinfonie,<br />

das er nicht mehr fertigstellen<br />

konnte, hinterließ Anton Bruckner<br />

über 200 Notenblätter – Skizzen, aber<br />

auch viele komplette Partiturbögen.<br />

Zusammen ergeben sie ein klares Bild<br />

<strong>der</strong> Satzgestalt, die somit ebenso rekonstruierbar<br />

ist wie <strong>der</strong> dritte Akt von<br />

Alban Bergs Oper. <strong>Die</strong> Musikologen<br />

Nicola Samale, Giuseppe Mazzuca,<br />

Benjamin-Gunnar Cohrs und John<br />

Alan Phillips haben das Material in<br />

Form gebracht. Ihr Ergebnis klingt so<br />

plausibel, dass eigentlich kein Interpret<br />

mehr daran (und an <strong>der</strong> Intention<br />

des Komponisten) vorbei kann.<br />

In <strong>der</strong> triumphalen, nach dem Modell<br />

<strong>der</strong> achten Sinfonie rekonstruierten<br />

Themenrekapitulation am Ende<br />

gipfelt denn auch Simon Rattles Einspielung.<br />

Gleichzeitig achtet <strong>der</strong> Dirigent<br />

auf Balance, bindet das Blech<br />

in den transparenten, bestens abgebildeten<br />

Gesamtklang ein, öffnet das<br />

Ohr für polyphone Strukturen. Lei<strong>der</strong><br />

wanken im Kopfsatz etwas die<br />

Temporelationen. Zu Micky-Maushaft<br />

beschleunigt etwa das Accelerando<br />

vor <strong>der</strong> Reprise und nimmt dadurch<br />

dem einbrechenden Hauptthema<br />

die Wucht, zu gedehnt führt dann<br />

das Ritardando zum zweiten Thema.<br />

Schlüssiger wirkt das Adagio, wo Rattle<br />

nicht nur die rhythmischen Webmuster<br />

<strong>der</strong> Steigerungswelle zum katastrophisch<br />

dissonanten Höhepunkt<br />

luzid verknüpft.<br />

So wird Bruckner befreit vom Ruf des<br />

Grobmotorikers, vor allem aber ein<br />

überzeugendes Plädoyer für die Neunte<br />

in vollständiger Gestalt abgelegt.<br />

Martin Mezger<br />

VOKAL<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGTIPP<br />

harmonia mundi 807553 (SACD, 75:12)<br />

Arvo Pärt: Creator Spiritus Bowers-Broadbent, Theatre Of Voices, Ars Nova Copenhagen, NYYD Quartet, Hillier (<strong>2012</strong>)<br />

Als Estland noch zur Sowjetunion gehörte,<br />

opponierte Arvo Pärt mit religiös<br />

geprägten Kompositionen gegen<br />

den staatlich diktierten Atheismus<br />

<strong>der</strong> UdSSR. Auch in den jüngsten<br />

Werken des heute 76-jährigen<br />

Esten geht es immer wie<strong>der</strong> um<br />

christliche Glaubensinhalte.<br />

Unter <strong>der</strong> künstlerischen Leitung<br />

des Pärt-Kenners Paul Hillier interpretieren<br />

die Vokalensembles „Theatre<br />

Of Voices“ und „Ars Nova<br />

Copenhagen“ zusammen mit dem<br />

NYYD Quartet instrumentale und<br />

vokale Kammermusikwerke Pärts,<br />

die zwischen 1963 und 2008 entstanden.<br />

Makellos intonierend und<br />

absolut textverständlich leisten die<br />

Sänger Großartiges.<br />

Egal, ob sie sich mit Anrufungen <strong>der</strong><br />

Gottesmutter („Most Holy Mother<br />

of God“), Psalmen („Peace upon<br />

you, Jerusalem“) o<strong>der</strong> frühchristlichen<br />

Schutzgebeten („The Deer’s<br />

Cry“) auseinan<strong>der</strong>setzen, schwerelose<br />

Klanggewölbe bauen („Morning<br />

Star“) o<strong>der</strong> geheimnisvoll<br />

leuchtende Harmonien aufsteigen<br />

lassen („Ein Wallfahrtslied“). Das<br />

NYYD Quartet versenkt sich meditativ<br />

in die kurzen Kompositionen<br />

für Quartett („Psalom“, „Solfeggio“)<br />

und lässt den Streicherklang im „Stabat<br />

mater“ subtil mit den Stimmen<br />

des Theatre of Voices verschmelzen.<br />

Nicht nur in diesem Werk, das schon<br />

wegen seiner Länge den inhaltlichen<br />

Schwerpunkt <strong>der</strong> CD bildet, lassen<br />

sich die Musiker ganz auf die transzendente<br />

Weltsicht des Komponisten<br />

ein.<br />

Auch klanglich hervorragende Aufnahmen,<br />

die dem Mysterium nahe<br />

kommen, vom dem Pärts Musik beharrlich<br />

kündet.<br />

Miquel Cabruja<br />

KLASSIK-DVDs<br />

OPER<br />

Jules Massenet: Cendrillon<br />

DiDonato, Coote, Gutiérrez,<br />

Lafont, Podle u. a., Royal<br />

Opera Chorus, Orchestra of the<br />

Royal Opera House, de Billy;<br />

Regie: Pelly (2011)<br />

Typ: DVD<br />

Tonformat: DD 2.0, DTS 5.1<br />

Sprache: F<br />

Untertitel: F, D, E, ES, IT<br />

Extras: Interviews<br />

Kunst:<br />

Ton:<br />

Bild:<br />

Virgin 60250995 (2 DVDs, 148 Min. + 40 Min. Bonus)<br />

KLAVIER<br />

KLANGTIPP<br />

KLANGTIPP<br />

Sony 88697907209 (6 DVDs, 516 Min.)<br />

Vladimir Horowitz – The Video Collection<br />

–<br />

Typ: DVD<br />

Tonformat: 2.0 PCM Stereo<br />

Sprache: E<br />

Untertitel: D, F<br />

Extras: –<br />

Kunst:<br />

Ton:<br />

Bild:<br />

Um Massenets viel zu selten gespielte Oper<br />

„Cendrillon“ auf die Bühne zu bringen, schlägt<br />

Laurent Pelly ein Märchenbuch auf und lässt alte<br />

Buchillustrationen lebendig werden. Das ist<br />

intelligent, wird <strong>der</strong> Handlung in jedem Punkt<br />

gerecht und lässt Spielraum für witzige Personenregie,<br />

zauberhafte Effekte und große Theatermomente.<br />

Als Aschenputtel zeigt Joyce DiDonato,<br />

die auf ihrem Album DivaDivo noch den<br />

Prinzen gesungen hatte, ein berührend empfindsames<br />

und technisch exquisites Portrait <strong>der</strong> Titelrolle.<br />

Als Prince Charmant steht ihr erfreulicherweise<br />

kein Tenor, son<strong>der</strong>n Alice Coote zur<br />

Seite. <strong>Die</strong> herausragende Mezzosopranistin spielt<br />

Drei Jahre nach den 70 CDs <strong>der</strong> „Complete<br />

Original Jacket Collection“, nun also „The Video<br />

Collection“ auf sechs DVDs: <strong>Die</strong> Konzerte<br />

aus London (1982), Moskau (1986) und<br />

Wien (1987), Mozarts A-Dur-Konzert KV 488<br />

mit Carlo Maria Giulini (1987) und die beiden<br />

Film-Porträts The Last Romantic und A<br />

Reminiscence: Sie alle zeigen, dass Vladimir<br />

Horowitz (1903–1989) wirklich einer <strong>der</strong> größten<br />

Pianisten aller Zeiten war. <strong>Die</strong> Farben und<br />

Schattierungen, die er seinem Flügel entlockt,<br />

sind einzigartig und umso faszinieren<strong>der</strong>, wenn<br />

man sein Spiel sieht: die flache Hand, die so<br />

leicht und scheinbar mühelos über die Tasten<br />

den jungen Königssohn nicht nur überzeugend,<br />

son<strong>der</strong>n liefert auch einen glänzenden Beweis für<br />

die Richtigkeit von Massenets Entscheidung, den<br />

Prinzen als Hosenrolle anzulegen. <strong>Die</strong> Schluss-<br />

Szene im 3. Akt, in <strong>der</strong> das Liebespaar mit <strong>der</strong><br />

Fee (brillant: Eglise Gutiérrez) ein herrliches Terzett<br />

intoniert, ist dramatischer Höhepunkt und<br />

musikalisch eine wirkliche Delikatesse. Geradezu<br />

entzückend ist die böse Stiefmutter von Ewa<br />

Podleś – was für ein Tiefenregister!<br />

Bertrand de Billy bringt die Partitur mit ihren mannigfaltigen<br />

Bezügen und delikaten Farben förmlich<br />

zum Leuchten. <strong>Die</strong>se „Cendrillon“ ist szenisch wie<br />

musikalisch die Referenz.<br />

Miquel Cabruja<br />

springt und gleitet, die souveräne Virtuosität,<br />

die introvertierte Konzentration. Keiner hat<br />

Scarlatti, Schumann, Chopin, Rachmaninow<br />

und Skrjabin je wie<strong>der</strong> so gespielt! <strong>Die</strong> Selbstinszenierung<br />

als liebenswert-charmanter Schelm,<br />

die Horowitz in den beiden Porträts vorführt,<br />

schlägt jedes Mal in tiefe Ernsthaftigkeit um,<br />

sobald er sich ans Klavier setzt. Und die legendären<br />

Einwürfe seiner Frau Wanda – <strong>der</strong> Tochter<br />

Toscaninis – zeigen wie<strong>der</strong> ein an<strong>der</strong>es Bild,<br />

das unter <strong>der</strong> polierten Oberfläche so manche<br />

Risse und Kratzer erkennen lässt.<br />

<strong>Die</strong> ultimative DVD-Sammlung für alle Horowitz-<br />

Fans.<br />

Michael Stegemann<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 113


Musik Jazz<br />

POST-JAZZ<br />

AUDIOPHILE CD<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGDETAILS:<br />

Räumlichkeit:<br />

Ausgewogenheit:<br />

Transparenz:<br />

Jazz? Fusion?<br />

HipHop? Christian<br />

Scott dehnt die<br />

Grenzen des Jazz<br />

weit aus.<br />

Concord / Universal (119:19) www.christianscott.tv<br />

Christian Scott<br />

Christian aTunde Adjuah<br />

Ausgedehnte<br />

Grenzen<br />

Beherzt schlägt <strong>der</strong> Trompeter Christian<br />

Scott, 29, die Brücke von den<br />

nervösen Rhythmen des HipHop zu<br />

so ziemlich allem, was im Jazz <strong>der</strong><br />

letzten 50 Jahre wichtig war. Das haben<br />

schon viele unternommen – aber<br />

so virtuos und selbstverständlich wie<br />

auf seinem Doppelalbum „Christian<br />

aTunde Adjuah“ ist die Fusion <strong>der</strong><br />

Elemente nur selten gelungen.<br />

„Stretch Music“ nennt er dies, und<br />

tatsächlich ist <strong>der</strong> Rahmen einzelner<br />

Jazzstile zu eng für die 23 Nummern.<br />

<strong>Die</strong> Tontechnik leistete dabei ganze<br />

Arbeit: Was lupenrein und klar gehört,<br />

ist präzise dargestellt, und was<br />

trashig wirken soll, ist nach allen Regeln<br />

<strong>der</strong> Kunst ins Klangpanorama<br />

gebettet. Ein Hauch von Free Jazz<br />

liegt unter den kräftig geschmetterten<br />

Trompetentönen im einleitenden<br />

„Farima Aisha Rokero 400“, bevor<br />

harte Gitarrenriffs Punk- und<br />

Noise-Elemente einstreuen und sich<br />

<strong>der</strong> Gitarrist Matthew Stevens an die<br />

Tonwolken von John McLaughlins<br />

Mahavishnu Orchestra erinnert.<br />

„Who They Wish I Was“ entführt in<br />

eine Soundwelt zwischen Psychedelic<br />

und Garagen-Jazz, wobei Christian<br />

Scotts Ton nun an den Dämpferklang<br />

des Trompeters Miles<br />

Davis erinnert. Im bunten Stückereigen<br />

geht es so weiter: Gelegentlich<br />

durch Gastmusiker unterstützt,<br />

schöpft dieses Quintett aus<br />

dem Vollen und braut daraus<br />

einen eigenen Zaubertrank, <strong>der</strong><br />

ähnlich wie einst Miles Davis‘ Album<br />

„Bitches Brew“ süchtig machen<br />

könnte. Mit einem Unterschied:<br />

Damals trugen eine gesellschaftliche<br />

Revolte und Aufbruchsstimmung<br />

die Musik. Heute muss<br />

sie sich ihr Publikum via Facebook<br />

erobern. Auch hierin ist Christian<br />

Scott ein Meister.<br />

Eine beeindruckende Synthese mit<br />

unglaublicher Power.<br />

Werner Stiefele<br />

LOUNGE JAZZ<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANGTIPP<br />

Triband<br />

<strong>Die</strong> Triband löst sich auf. Angeblich, denn fast jede<br />

große Band feierte nach <strong>der</strong> Abschiedstournee das<br />

Comeback. <strong>Die</strong> Triband, spezialisiert auf den Crossover<br />

von Jazz und Pop, verabschiedet sich mit neun<br />

eleganten Songs, auf denen – wie immer – die kühl<br />

getrimmte Stimme von Sandie Wollasch dominiert.<br />

Ein Streichquartett bereichert die coolen Lounge-<br />

Klänge des live auf Schloss Elmau eingespielten<br />

Zwitters, dessen Arrangements Jazzfans und dessen<br />

Songstrukturen Popfans ansprechen werden.<br />

Songs mit dem Touch des Lounge-Jazz.<br />

Contemplate Music / edel (52:54) www.triband-music.de<br />

AKUSTIK-JAZZ<br />

Daniel Prandl<br />

Where Did All The Love Go<br />

Daniel Prandl lässt aufhorchen. Nicht weil Saxofon<br />

(Wolfgang Fuhr), Kontrabass (Axel Kühn) und<br />

Schlagzeug (Kristof Körner) eine ungewöhnliche<br />

Umgebung für einen Pianisten wären. Son<strong>der</strong>n weil<br />

die vier Spaß am polyrhythmischen Spiel haben, an<br />

tragfähigen Melodien, an wechselnden Klangfarben,<br />

an Verzögerung, Beschleunigung, Ausdünnen und<br />

Verdichten. So erzählt jede Instrumentalnummer eine<br />

kleine Ton-Geschichte, die sich – als Randnotiz<br />

KLANGTIPP<br />

Musik:<br />

– auch auf eine literarische Vorlage bezieht.<br />

Klang:<br />

Akustikjazz voller Finessen.<br />

Jazz‘n‘Arts / in-akustik (60:06) www.danielprandl.de<br />

WS<br />

ETHNO-JAZZ<br />

Samuel Yirga<br />

WS<br />

Fables & Fiction<br />

Guzo<br />

Ethno-Jazz o<strong>der</strong> Ethio-Jazz? In diesem Fall ist<br />

beides richtig. Samuel Yirga ist Äthiopier und fesselt<br />

auf „Guzo“ den Rest <strong>der</strong> Welt mit Roots Music<br />

seiner Heimat, kraftvollen Soul- und Funk-Anklängen<br />

sowie introspektiven Klavier-Fantasien.<br />

Mächtige Chöre und eine vitale Band setzen die<br />

Ideen des hochbegabten Twen kongenial um, die<br />

Piano-Soli, in denen Keith Jarretts Einfluss durchscheint,<br />

sind schlicht wun<strong>der</strong>schön geraten (vor<br />

Musik:<br />

allem „Drop Me There“).<br />

Klang:<br />

Soul- und Jazz-Rauchzeichen aus Afrika.<br />

Real World / EMI (63:10) www.realworldrecords.com/artists/samuel-yirga MI<br />

AKUSTIK-JAZZ<br />

Jack DeJohnette<br />

Sound Travels<br />

Jack DeJohnette ist 70. Dass er zu den weltbesten<br />

Schlagzeugern gehört, hat er längst bewiesen, und<br />

dass er auch als Pianist eine gute Figur macht, ist<br />

ebenfalls bekannt. Deshalb kann er locker an Flügel<br />

und Drumset aufspielen. In drei <strong>der</strong> neun Stücke<br />

singen Bobby McFerrin, Bruce Hornsby und Esperanza<br />

Spalding für den Altstar. Eine heitere Platte<br />

wollte er machen, sagt Jack DeJohnette. Das ist ihm<br />

KLANGTIPP mit einer Mischung aus Salsa, Calypso, Straight<br />

Musik:<br />

Ahead Jazz und Popsongs geglückt.<br />

Klang:<br />

Entertainment vom Feinsten.<br />

Membran / Sony (46:16) www.jackdejohnette.com<br />

WS<br />

VOCAL JAZZ<br />

Cassandra Wilson<br />

Another Country<br />

Treibende Kraft war <strong>der</strong> Gitarrist Fabrizio Sotti.<br />

Er kannte Cassandra Wilson schon von früheren<br />

Produktionen und lud die Sängerin kurzerhand<br />

nach Florenz ein. Dort residierte sie in einem Altstadtappartement<br />

und war so entspannt, dass sie<br />

sich in den sich anschließenden Aufnahmen wun<strong>der</strong>bar<br />

in die Musik zurücklehnte. So ist „Another<br />

Country“ Jazz-Song-Blues im akustischen<br />

KLANGTIPP Setting mit Mississippi-Flair – und zugleich einer<br />

Prise Mediterranem.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Perfekt für den Sommer.<br />

Blue Note / EMI (48:13) www.emimusic.de/cassandra_wilson<br />

RD<br />

PIANO-JAZZ<br />

Bojan Z<br />

Soul Shelter<br />

Journalisten schreiben gerne von „zupacken“, wenn<br />

sie beson<strong>der</strong>s laute Bands charakterisieren wollen.<br />

Im übertragenen Sinne passt die Vokabel aber auch<br />

zu Bojan Zulfikarpašic. Denn <strong>der</strong> Pianist aus Belgrad<br />

langt in seinen Fazioli in einer Weise zu, dass<br />

man für Momente vergisst, es mit einem Kult-<br />

Instrument des Feinklangs zu tun zu haben. Auf<br />

„Soul Shelter“ erzählt er solistisch sehr persönliche<br />

Geschichten voll Pathos und Rücknahme, die trotz<br />

Musik:<br />

Romantik immer ein wenig herb wirken.<br />

Klang:<br />

Ein im besten Sinne zupackendes Album.<br />

Emarcy / Universal (52:26) www.bojanz.com<br />

RD<br />

FOTO: Kiel Adrian Scott / Universal<br />

114<br />

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<strong>stereoplay</strong> erscheint im Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH, Richard-<br />

Reitzner-Allee 2, 85540 Haar, Handelsregister München, HRB 154289<br />

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künftig per E-Mail und telefonisch über interessante Vorteilsangebote informiert.<br />

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GRATIS!<br />

WK 2022 M08


Service Lesebriefe/Termine<br />

Fachhändler-Vorführungen: Hören Sie rein<br />

Berlin, 6.7. - 3.8.:<br />

PhonoPhono, 10961 Berlin,<br />

informiert immer freitags<br />

(Bergmannstraße 17, 17 bis 19 Uhr)<br />

schwerpunktmäßig über analoge<br />

Klangkultur. <strong>Die</strong> Themen <strong>der</strong><br />

kommenden Veranstaltungen.<br />

6. Juli: Mo<strong>der</strong>ne Plattenspieler aus<br />

verschiedenen Preisklassen im<br />

Direktvergleich.<br />

13.7.: Preiswerte HiFi-Technik –<br />

woran erkennt man gute Geräte, wie<br />

stellen Käufer komplette, sehr gut<br />

klingende HiFi-Anlagen zusammen?<br />

Der Veranstalter zeigt an praktischen<br />

Beispielen, wie gut Einsteiger-Anlagen<br />

heutzutage klingen können.<br />

27.7.: Tonabnehmer im Vergleich –<br />

wie klingt ein preiswertes MM-<br />

System, welchen Einfluss hat <strong>der</strong><br />

Nadelschliff, welcher Tonabnehmer<br />

passt zu welchem Plattenspieler?<br />

3. August: High End für Kenner und<br />

Genießer – hochwertige Plattenspieler<br />

namhafter Hersteller im direkten<br />

Vergleich. www.phonophono.de<br />

Karlsruhe, 7.7.:<br />

SG Akustik, 76133 Karlsruhe,<br />

lädt zum Karlsruher Analog-Forum.<br />

Themen sind unter an<strong>der</strong>en das<br />

Digitalisieren von Schallplatten<br />

sowie Vergleiche unterschiedlicher<br />

Tonabnehmer und Laufwerkskonzepte.<br />

Um rechtzeitige Anmeldung<br />

wird gebeten. Telefon: 0721 /<br />

941 45 80. www.sg-akustik.de<br />

Berlin, 14. + 27.7.:<br />

Radio Ferner, 38100 Braunschweig,<br />

erwartet im Rahmen seiner<br />

Veranstaltungsreihe „Im Fokus“<br />

(jeweils am zweiten Samstag des<br />

Monats) die dänische Firma Gryphon<br />

und den Schweizer Lautsprecherspezialisten<br />

Piega. Hermann Noch<br />

vom deutschen Vertriebspartner T.A.D.<br />

stellt diese beiden Marken und ihre<br />

Neuheiten vor. <strong>Die</strong> Vorführungen<br />

beginnen jeweils um 11, 14 und 16<br />

Uhr. <strong>Die</strong> zweite Event-Reihe „<strong>Die</strong><br />

kleine Hörprobe“ (jeden letzten<br />

Freitag im Monat von 18 bis 20 Uhr)<br />

widmet sich am 27.7. den Herstellern<br />

Primare und Sonus Faber. Anmeldung<br />

erbeten unter 0531 / 49 48 7 o<strong>der</strong><br />

verkauf@radio-ferner.com;<br />

www.radio-ferner.com<br />

Nürnberg, 17.7. – 28.7.:<br />

Luna Audio Lounge, 90471 Nürnberg.<br />

Weil <strong>der</strong> neue Eigentümer <strong>der</strong><br />

Geschäftsimmobilie eine an<strong>der</strong>e<br />

Nutzung vorsieht, steht ein Umzug an.<br />

Deshalb lädt die Lounge in <strong>der</strong><br />

Breslauer Straße 406 quasi zur<br />

Mithilfe beim Umzug, sprich: zum<br />

Räumungsverkauf ein – mit deftigen<br />

Nachlässen für Lautsprecher,<br />

Elektronik und Surround. <strong>Die</strong> neuen<br />

Räume im Euckenweg 17, 90471<br />

Nürnberg (Telefon 0911 / 43 10 72 7<br />

sollen bis Anfang September bezogen<br />

werden. www.luna-audio.de<br />

Backes&Müller<br />

Stuttgart, 20. + 21.7.:<br />

Graf HiFi, 70182 Stuttgart,<br />

will unter dem Motto „Drahtlos für<br />

Fortgeschrittene“ am 20.7. von 16 bis<br />

19 und am 21.7. von 10 bis 20 Uhr<br />

zeigen, dass mo<strong>der</strong>ne Wireless-<br />

Systeme prima klingen können. Dazu<br />

führen Torsten Graf und seine<br />

Mitarbeiter des Geschäfts in <strong>der</strong><br />

Charlottenstraße die neuen Funk-<br />

Lautsprecher XEO von Dynaudio vor.<br />

Zu sehen und zu hören gibt es auch<br />

den Sennheiser RS 220 – den<br />

womöglich besten Wireless-Kopfhörer<br />

<strong>der</strong> Welt. Der Umgang mit Airplay-<br />

Gerätschaften und Streamen im<br />

ganzen Haus stehen ebenfalls auf<br />

dem Programm. www.hifitreffpunkt.de<br />

Reutlingen, 27. + 28.7:<br />

Sound @ Home, 72764 Reutlingen,<br />

wird eine Station <strong>der</strong> „Private<br />

<strong>2012</strong><br />

August<br />

4<br />

Edition“-Tournee des Lautsprecherherstellers<br />

ATC sein. Walter Strehl will<br />

die hochkarätigen Aktivboxen so<br />

richtig von <strong>der</strong> Leine lassen. Wer kann<br />

und mag, sucht sich gleich das<br />

passende Gehäusefinish raus.<br />

www.sound@home.de<br />

Kornwestheim, 4.8.:<br />

Workshop mit Backes & Müller-Aktivboxen<br />

im B & M-Servicecenter-Süd.<br />

Bitte bei <strong>der</strong> Anmeldung gleich<br />

Musikwünsche anbringen:<br />

0 71 54 / 44 14 o<strong>der</strong> info@<br />

service-sued-backesmueller.de<br />

www.<strong>stereoplay</strong>.de<br />

Auf unserer Website finden Sie jede<br />

Menge Ratgeber und ein Forum, das<br />

Sie herzlich zum Diskutieren einlädt.<br />

Im Reutlinger Sound@Home will es Werner Strehl von ATC mal richtig krachen lassen. Eine Vorführung,<br />

die man sich nicht entgehen lassen sollte.<br />

Thorsten Graf demonstriert die<br />

Vorzüge von Wireless-High-End.<br />

116 8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


leserbriefe@<strong>stereoplay</strong>.de<br />

Das Kreuz mit dem L<br />

Knuth.Zensen@gritzmann-architekten.de<br />

Ich betreibe den Röhrenverstärker Magnat RV 2<br />

an den Lautsprechern R 500 von KEF. Welcher<br />

Anschluss ist besser, 8 o<strong>der</strong> 4 Ohm? Mein<br />

Eindruck ist, dass <strong>der</strong> 8-Ohm-Ausgang besser<br />

klingt hinsichtlich Auflösung und Räumlichkeit.<br />

O<strong>der</strong> ist das nur Einbildung?<br />

Ich höre vorwiegend bei geringen bis mittleren<br />

Lautstärken, Raumgröße 24 Quadratmeter,<br />

L-Form. Um 100 Hertz habe ich einen Einbruch<br />

festgestellt. Liegen die Ursachen bei den<br />

Raummoden, o<strong>der</strong> ist diese Lautsprecher/<br />

Verstärker-Kombination ungünstig?<br />

<strong>stereoplay</strong> <strong>Die</strong> 4- und 8-Ohm-Boxenanschlüsse<br />

des Magnat muss man wie auch bei an<strong>der</strong>en<br />

<strong>der</strong>artigen Verstärkern als Alternative betrachten,<br />

die zum Ausprobieren einlädt. Da die Verhältnisse<br />

<strong>der</strong> Röhren-, Ausgangsübertrager- und <strong>der</strong><br />

frequenzabhängigen Boxenimpedanz nicht klar<br />

definierbar sind, gibt es keine technisch<br />

begründbare eindeutige Empfehlung für den<br />

einen o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Anschluss. Benutzen Sie also<br />

am besten weiterhin die 8-Ohm-Klemmen, auch<br />

wenn sie aus schwer zu durchschauenden<br />

Gründen besser klingen.<br />

<strong>Die</strong> Standboxen R 500 von KEF weisen um 100<br />

Hertz keinerlei Frequenzgang-Einbruch auf. <strong>Die</strong><br />

partielle Auslöschung kommt also tatsächlich<br />

durch ungünstige Raummoden, durch stehende<br />

Wellen zustande. In dem speziellen Fall des<br />

L-förmigen Raums kann Ihnen lei<strong>der</strong> auch unser<br />

ansonsten recht aussagekräftiger Rechenservice<br />

nicht helfen (www.<strong>stereoplay</strong>.de/rrs). Unter<br />

Umständen führt aber geduldiges Boxen-<br />

Verschieben, also wie<strong>der</strong>um Ausprobieren,<br />

zu einer Verbesserung.<br />

WAV, WAV<br />

Bernd Klabunde <br />

1) Welche <strong>der</strong> von Ihnen bisher getesteten und<br />

noch aktuellen CD-Player bis zur Preisklasse von<br />

rund 800 Euro können auch auf CD gebrannte<br />

WAV-Dateien wie<strong>der</strong>geben?<br />

2) In einem früheren Heft hatten Sie den Test<br />

einer Vorstufe von Adam Audio angekündigt.<br />

Kommt <strong>der</strong> noch?<br />

3) Es gibt ein paar Tuner im HiFi-Bereich, die<br />

auch DAB+ wie<strong>der</strong>geben können (Marantz NA<br />

7004, Cambridge 650 T und an<strong>der</strong>e). Warum<br />

werden diese Tuner nicht getestet? Stirbt<br />

diese Gerätespezies o<strong>der</strong> gar DAB+ aus, o<strong>der</strong><br />

interessiert es die meisten Leser nicht? Ich wäre<br />

an so einem Test interessiert – auch wegen<br />

konkreter Kaufabsicht.<br />

<strong>stereoplay</strong> <strong>Die</strong> Frage 1) läuft ja eher auf das<br />

von Ihnen verwendete Brennprogramm hinaus.<br />

WAV-Musikdaten sind genau gleich strukturiert<br />

wie die PCM-Signale auf CDs. Sie besitzen<br />

gewissermaßen nur unterschiedliche Adress-<br />

Etiketten, neudeutsch Container genannt.<br />

Windows Media Player o<strong>der</strong> iTunes stellen beim<br />

CD-Brennen gewissermaßen automatisch<br />

Audio-gerechte Platten her.<br />

Zu Frage 2): Wir hatten die Vorstufe von Adam<br />

Audio schon da, dann hat sich <strong>der</strong> Hersteller<br />

entschieden, eine noch weitere Verbesserung zu<br />

versuchen. Insofern können wir die Adam also<br />

erst zu einem späteren Zeitpunkt für einen Test<br />

einplanen.<br />

Zu Frage 3): <strong>stereoplay</strong> hat sich jahrzehntelang<br />

äußerst intensiv um hohe Radio-Musikqualität<br />

bemüht. <strong>Die</strong> zuständigen Tester standen auch bei<br />

<strong>der</strong> Entscheidung für das datenreiche DVB-S-<br />

Übertragungsverfahren und bei <strong>der</strong> Installation<br />

des ARD-Radiotranspon<strong>der</strong>s auf Astra in<br />

vor<strong>der</strong>ster Reihe. <strong>Die</strong> Klangidealisten haben<br />

dafür dann auch die – was Radioverhältnisse<br />

betrifft – großzügige Datenrate von 320 Kilobit/s<br />

und im Dolby-Surround-Fall sogar noch eine<br />

höhere erkämpft. Für den Empfang braucht es<br />

nur einen Antennen-Zugang und einen<br />

(mittlerweile extrem preisgünstigen) DVB-<br />

Receiver.<br />

DAB mit seiner deutlich geringeren Datenrate<br />

beurteilt <strong>stereoplay</strong> schon seit seinem<br />

Grundsatz-Artikel „DABraut sich was zusammen“<br />

von 1991 äußerst skeptisch. In <strong>der</strong> Tat<br />

wurden die pessimistischen Vorahnungen<br />

übererfüllt. DAB+ mit abermals und auf unter<br />

MP3-Niveau reduzierter Datenrate ist schlicht<br />

und ergreifend nicht mehr HiFi-gerecht. Es fällt<br />

also – für die Beurteilung von Kleinradios,<br />

Telefonen, Handys und <strong>der</strong>gleichen haben wir<br />

Schwestermagazine – tatsächlich aus unserem<br />

Themenrahmen heraus.<br />

So o<strong>der</strong> so kann es nicht unsere Aufgabe sein,<br />

die Radioanbieter – beziehungsweise eine<br />

Fraktion davon – darin zu untersützen, sich von<br />

HiFi-Übertragungsqualität zu verabschieden.<br />

made in Germany<br />

Dual steht nach wie vor für höchste Qualität,<br />

lange Lebensdauer und kundenorientierter<br />

Service. Aus diesem gutem Grunde hat Dual<br />

sich etwas neues ausgedacht:<br />

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<strong>stereoplay</strong> freut sich auf Ihre Fragen, Kommentare, Erfahrungsberichte und Fotos. Zwecks leichterer<br />

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<strong>stereoplay</strong> erscheint im Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH,<br />

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WK 2020 E08


Test & Technik Raumakustik-Prozessor<br />

Kraft <strong>der</strong> zwei Kerne<br />

Bass-Entzerrungsspezialist DSPeaker stellt mit dem Anti-Mode<br />

2.0 Dual Core seinen ersten echten High-End-Prozessor vor.<br />

Professionelle Hardware und die Feature-Liste klingen<br />

verlockend nach Universal-Bass-Werkzeug.<br />

Statusanzeige Hauptmenü Einstellungen<br />

Nach dem Einschalten des Anti-Mode 2.0<br />

erscheint die Statusanzeige. Groß sieht man<br />

den Eingang, Analog, und den Ausgang, in<br />

diesem Falle Digital. <strong>Die</strong> Symbolreihe zeigt<br />

die aktive Auflösung <strong>der</strong> eingesetzten Filter.<br />

Das klar geglie<strong>der</strong>te Hauptmenü startet<br />

die Kalibrierung o<strong>der</strong> beschränkt sich auf<br />

Punkt-Raumeinmessung. Hinzu kommen<br />

hier die Speicherverwaltung, Profile A bis D,<br />

und <strong>der</strong> Zugang zu allen Parametern.<br />

Klare Symbole führen zu den Einstellungen.<br />

Im Beispiel angewählt ist die Konfiguration<br />

für Hoch- und Tiefpassfilter. Weiter im Bild:<br />

Zielfrequenzkurve (Hauskurve), Subsonic, Tilt<br />

und parametrische Filter.<br />

120 8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Guter Bass im typischen<br />

Wohnraum? Eine schwierige<br />

Aufgabe, liegen doch die<br />

Wandabstände im Bereich <strong>der</strong><br />

Wellenlängen <strong>der</strong> Tieftonfrequenzen.<br />

So bäumen sich stets<br />

Überhöhungen auf, und Auslöschungen<br />

sind nicht weniger<br />

störend.<br />

Als Voraussetzung für ausgewogene<br />

Wie<strong>der</strong>gabe gelten<br />

gute Akustik und eine korrekte<br />

Aufstellung von Boxen o<strong>der</strong><br />

Subwoofer. Trotzdem bleiben<br />

stets Restprobleme, die sich<br />

sehr gut mittels elektronischer<br />

Entzerrung lösen lassen. Lei<strong>der</strong><br />

ist die Tieftonentzerrung im<br />

Raum eine <strong>der</strong>art heikle Angelegenheit,<br />

dass sich lange selbst<br />

die bewährten Einmesscomputer<br />

wie Audyssey nicht daran<br />

wagten. Der finnische Spezialist<br />

DSPeaker nun baut seit Jahren<br />

hervorragende kleine, digitale<br />

Entzerrer für Subwoofer, die<br />

vor allem in <strong>der</strong> Heimkinoszene<br />

bekannt sind. Den Anti-Mode<br />

8033 S stellte <strong>stereoplay</strong> im<br />

März vor. Wie fast alle Anti-<br />

Mode-Entzerrer ließ sich jener<br />

verblüffend einfach handhaben:<br />

Mikro an Hörposition, Einmessung<br />

starten, fertig. Alles an<strong>der</strong>e<br />

funktionierte zuverlässig und<br />

automatisch. Toll.<br />

Nun aber bringen die Nordmänner<br />

eine völlig frei konfigurierbare<br />

Maschine mit unendlichen<br />

Features. Anti-Mode 2.0<br />

Dual Core heißt das an Studiogeräte<br />

erinnernde Produkt – <strong>der</strong><br />

Name soll daran erinnern, dass<br />

hier erstmals ein Signalprozessorchip<br />

mit zwei Rechenkernen<br />

zum Einsatz kommt. Der Anti-<br />

Mode 2.0 erlaubt wie<strong>der</strong> eine<br />

komplett automatische Einmessung<br />

des Bassfrequenzgangs,<br />

aber eben auch eine manuelle<br />

Nacharbeit und erstaunlich viele<br />

Varianten des Feintunings: vom<br />

parametrischen Equalizer über<br />

dosierbare Subsonic-Filter bis<br />

zur Laufzeitkorrektur. Und: Das<br />

Einsatzgebiet ist nicht mehr<br />

auf Subwoofer beschränkt. Der<br />

Arbeitsbereich liegt zwischen<br />

16 Hertz und 20 Kilohertz. Damit<br />

lassen sich erstmals auch<br />

Vollbereichslautsprecher an den<br />

Raum anpassen.<br />

Zwei Kanäle verarbeitet <strong>der</strong><br />

DSPeaker. Man kann diese für<br />

Stereo verwenden, von Stereo<br />

auf einen o<strong>der</strong> zwei Subwoofer<br />

mischen und umgekehrt, etwa<br />

von einem Woofer-Ausgang des<br />

AV-Verstärkers auf zwei Woofer.<br />

Dank zweier Delays für eine<br />

Laufzeitkorrektur mit 0,1 Millisekunden<br />

Präzision lassen<br />

Mit dem Anti-Mode 2.0 Dual Core bringt <strong>der</strong> finnische Spezialist DSPeaker seinen<br />

ersten High-End-Prozessor auf den Markt. Das „Dual Core“ deutet den Einsatz zweier<br />

DSPs VS8053 IceDragon an.<br />

Konfiguration Ergebnis Manuelle Justage<br />

Vier Grundkonfigurationen beherrscht <strong>der</strong><br />

DSpeaker: Stereo für normale Lautsprecher,<br />

einzelne Subwoofer, Stereo-Subwoofer (Bild)<br />

sowie Doppel-Mono-Subwoofer. Letztere<br />

Einstellung ist auch für Arrays gedacht.<br />

In fünf Durchgängen misst und korrigiert <strong>der</strong><br />

Anti-Mode 2.0 die Frequenzgänge. <strong>Die</strong> rote<br />

Kurve zeigt die erste Messung, die schwarze<br />

das korrigierte Ergebnis. <strong>Die</strong> Kurven kann<br />

man per USB-Kabel in den PC exportieren.<br />

Wer manuell Hand anlegen möchte, dem<br />

stehen eine ganze Batterie von Filtern und<br />

Korrekturen zur Verfügung. Immerhin sechs<br />

parametrische Equalizer lassen sich<br />

hertzgenau positionieren und dosieren.<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 121


Test & Technik Raumakustik-Prozessor<br />

sich selbst Aufbauten wie ein<br />

Double-Bass-Array ansteuern.<br />

Das Einzige, was man vermisst:<br />

ein vollständiges Bassmanagement,<br />

um beispielsweise aus<br />

Stereo ein 2.1-Signal mit Subwoofer<br />

zu gewinnen. Dazu<br />

müsste <strong>der</strong> Anti-Mode mehr als<br />

zwei Kanäle verarbeiten können,<br />

was nicht <strong>der</strong> Fall ist.<br />

Einfach: vollautomatische<br />

Einmessung <strong>der</strong> Korrektur<br />

In <strong>der</strong> Praxis darf man die analogen<br />

und digitalen Anschlüsse<br />

in beliebiger Kombination verwenden.<br />

Eine relativ winzige,<br />

aber noch handliche Fernbedienung<br />

manövriert das grafische<br />

und Deutsch sprechende Menü<br />

auf dem LCD-Display, das nur<br />

etwa die Größe einer Briefmarke<br />

besitzt, aber kristallklar<br />

abzulesen ist. Für Freunde des<br />

Heimkinos lässt sich das Display<br />

dunkel tasten, damit es beim<br />

Filmschauen nicht stört.<br />

Wer nun schnell und einfach<br />

zu einem Ergebnis kommen<br />

möchte, <strong>der</strong> kann gleich das<br />

mitgelieferte Messmikrofon an<br />

<strong>der</strong> Hörposition aufstellen und<br />

per Menü den Punkt „Kalibrierung“<br />

auswählen. Bleibt man<br />

bei das Vorauswahl „typisch“,<br />

fragt <strong>der</strong> Finne nach <strong>der</strong> Konfiguration.<br />

Zur Auswahl stehen<br />

Vollbereichs-Stereo, 0.1 mit<br />

einem Subwoofer, 0.1 mit zwei<br />

Woofern, <strong>der</strong>en Laufzeit auch<br />

gemessen und egalisiert wird,<br />

sowie 0.2 Stereo-Bass mit zwei<br />

Subwoofern.<br />

Dann erscheint ein Pegelsteller<br />

mit einer Anzeige, ob<br />

dem Mikrofon <strong>der</strong> Pegel des<br />

Testtons genügt. Hat man diesen<br />

bis auf Anzeige „OK“ hochgedreht,<br />

kann man mit <strong>der</strong><br />

Messung beginnen. Wenn zwei<br />

Bässe angeschlossen sind, startet<br />

das System mit einzelnen<br />

Impulsen erst im einen, dann<br />

im an<strong>der</strong>en Subwoofer zur Feststellung<br />

<strong>der</strong> Laufzeit. Anschließend<br />

läuft fünfmal ein sehr<br />

langsamer Gleitsinus durch,<br />

dessen Messungen gleich gemittelt<br />

werden. Das Ganze dauert<br />

gut zehn Minuten. Nun zeigt<br />

das Display den ursprünglichen<br />

und den korrigierten Frequenzgang<br />

im Bereich bis 200 Hertz<br />

an. Ist man mit dem Ergebnis<br />

einverstanden – und das waren<br />

die Tester bei praktisch jedem<br />

Versuch –, dann startet eine<br />

Bestätigung mit <strong>der</strong> „OK“-Taste<br />

die Entzerrung des Ausgangs.<br />

Das Hörergebnis nach diesem<br />

ersten, einfachen Versuch:<br />

vielversprechend ausgewogen,<br />

tief und satt. Ein wenig Impulsivität<br />

fehlte <strong>der</strong> ganzen Sache<br />

vielleicht noch. Aber so einen<br />

gleichförmigen Bass hatten die<br />

Tester selten im Hörraum erlebt.<br />

Also ging es ans Feintrimmen<br />

mit <strong>der</strong> Vielzahl <strong>der</strong> Funktionen,<br />

welche die Software bietet. Vier<br />

Richtig messen<br />

Ein Stativ nutzen<br />

„Wer viel misst, misst viel Mist“, sagt eine alte Ingenieursweisheit.<br />

Das gilt erst recht in <strong>der</strong> Akustik. Auch beim<br />

DSPeaker-Prozessor kommt nur eine gute Korrektur heraus,<br />

wenn das einfache, aber sensible Mikrofon exakt ausgerichtet<br />

und vor allem gut entkoppelt ist vom vibrierenden<br />

Geschehen. <strong>Die</strong> schlichte Kapsel wird effektiv per Lötung<br />

und Schrumpfschlauch am langen Kabel befestigt. Da<br />

bietet sich für die Aufstellung ein Galgenstativ mit Mikrofonklammer<br />

an. Ein <strong>der</strong>artiger Stän<strong>der</strong> mit Galgen steht<br />

so stabil wie wirksam entkoppelt auf dem Boden und lässt<br />

die Positionierung des Mikrofons extrem flexibel zu. Solch<br />

ein Stativ zum Messen lohnt sich. Einfache Universalstative<br />

sind im Musikalien handel bereits ab zehn (!) Euro zu kaufen,<br />

die Klammer kostet um fünf Euro.<br />

Rein/Raus – Analog/Digital<br />

Alle Anschlussarten sind kombinierbar<br />

DSPeaker hat bei <strong>der</strong> Neuentwicklung<br />

<strong>der</strong> Hardware wirklich<br />

an alle Anwen<strong>der</strong> gedacht. Als<br />

Ein- und Ausgänge dienen je<br />

zwei XLR- und Cinch-Buchsen<br />

plus ein Paar optische S/P-DIF-<br />

Anschlüsse. Lediglich für USB<br />

steht ausschließlich ein Eingang<br />

bereit. <strong>Die</strong>ser versteht Musik<br />

im gängigen Class1-Protokoll.<br />

Einziger Wermutstropfen: Der<br />

Anti-Mode 2.0 arbeitet bis<br />

maximal 48 Kilohertz Samplingfrequenz.<br />

Was heutzutage erst<br />

einmal wenig highendig klingt,<br />

ist insbeson<strong>der</strong>e für die Anwendung<br />

bei Subwoofern weit mehr<br />

als ausreichend und entspricht<br />

beispielsweise für 100 Hertz<br />

bereits einem 240-fachen<br />

Oversampling.<br />

<strong>Die</strong> 48 Kilohertz sind durchaus<br />

auch angemessen, wenn man<br />

Vollbereichslautsprecher mit<br />

dem Anti-Mode 2.0 entzerren<br />

möchte. Hier werden typischerweise<br />

Fehler beseitigt, die mehr<br />

Einfluss haben als eine Erweiterung<br />

des Frequenz bereichs<br />

in den Ultraschall.<br />

Super: Analoge und digitale,<br />

symmetrische und unsymmetrische<br />

Anschlüsse lassen sich<br />

gemischt verwenden und mittels<br />

Balance-Regler zueinan<strong>der</strong><br />

genau anpassen.<br />

122 8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Mehrfach messen<br />

Ausgewogenere Resultate<br />

Man sollte sich nie mit einer Messung begnügen – schon<br />

um sicher zu gehen, dass beim ersten Mal nichts schief<br />

gelaufen ist. Auch verschiedene Grundeinstellungen und<br />

Vorgaben führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Überdies<br />

kann die Korrektur auf Basis einer einzigen Messung recht<br />

harsch ausfallen o<strong>der</strong> nur für einen Platz gelten.<br />

Der DSPeaker Anti-Mode 2.0 bietet mehrere kombinierbare<br />

Hilfsmittel. Am besten probiert man verschiedene Voreinstellungen<br />

mit den vier Profilen (A bis D). <strong>Die</strong>se speichern<br />

alles ab, was man bei angewähltem Profil misst o<strong>der</strong> einstellt,<br />

und sie lassen sich direkt, ohne Menü, via Fernbedienung<br />

aufrufen und vergleichen. Praktisch: Öffnet man einen<br />

frischen Speicher, werden alle aktuellen Werte dort übernommen;<br />

wun<strong>der</strong>bar kann man damit Stück für Stück die<br />

Fort- o<strong>der</strong> Rückschritte beobachten.<br />

Ein weiteres Feature ist das Hinzufügen geringer gewichteter<br />

Messungen für die Korrektur, um eventuell zu aggressive<br />

Korrekturen zu glätten. <strong>Die</strong> automatische Regelung kann<br />

zusätzlich eingeschränkt werden. Mit bis zu sieben Messungen<br />

lässt sich die erste auf dem Haupthörplatz ergänzen.<br />

Was in verschiedenen Profilen gespeichert ist, kann man<br />

etwa umschalten zwischen Alleine-Hören und dem Modus<br />

für eine ganze Sitzgruppe.<br />

Klangprofile kann man direkt<br />

abrufen. Zielfrequenzgänge für<br />

die Kalibrierung, die DSPeaker<br />

„Hauskurven“ nennt, lassen sich<br />

vorgeben sowie feingestuft einstellen.<br />

Um die Subwoofer vor<br />

den extremsten Frequenzen zu<br />

schützen, schalteten die Tester<br />

das Subsonic-Filter ein und<br />

stellten es auf 15 Hertz. Mit<br />

„Kippkurven“ lassen sich<br />

weiträumige X-Curve-artige<br />

Korrekturen bestimmen; und<br />

schließlich gibt es sechs frei<br />

einstellbare parametrische Filter,<br />

die auch sehr steilflankige<br />

Korrekturen und extreme Dämpfungen<br />

zulassen.<br />

Hoch- und Tiefpass-Filter<br />

dürfen nicht fehlen. Auch die<br />

automatische Einmessung lässt<br />

sich im großen Maßstab beeinflussen.<br />

Man kann ihre Wirkung<br />

zu hohen Frequenzen hin auf<br />

80 bis 500 Hertz begrenzen, je<br />

nachdem, wie weit <strong>der</strong> Subwoofer<br />

arbeitet o<strong>der</strong> wie breitbandig<br />

bis in den unteren Mitteltonbereich<br />

bei <strong>der</strong> Entzerrung vollwertiger<br />

Lautsprecher korrigiert<br />

werden soll.<br />

Einstellung bis ins Detail<br />

Nach etlichen Versuchen mit<br />

verschiedenen Konfigurationen<br />

(einer o<strong>der</strong> zwei Subwoofer)<br />

können die Tester zufrieden<br />

resümieren: Der Anti-Mode 2.0<br />

klingt super, die Handhabung<br />

gelingt trotz des winzigen Displays<br />

leicht und übersichtlich.<br />

<strong>Die</strong> Automatik in ihren verschiedenen<br />

Einstellungen liefert<br />

zuverlässig reproduzierbare<br />

Ergebnisse und jeweils eine<br />

hervorragende Grundlage für<br />

weiteres Tuning.<br />

Mit zwei Subwoofern irritierte<br />

bei vollautomatischem<br />

Kalibrieren zunächst das von<br />

<strong>der</strong> Automatik eingestellte<br />

unterschiedliche Delay, obwohl<br />

beide Bässe doch gleich weit<br />

vom Hörplatz entfernt standen.<br />

<strong>Die</strong>se Differenz aber braucht<br />

die Automatik zum Ausmitteln<br />

des Frequenzgangs. Wenn die<br />

Tester den Laufzeitausgleich<br />

manuell auf Null stellten und<br />

kalibrierten, verblieb durch<br />

Auslöschungen eine Senke zwischen<br />

33 und 45 Hertz. Jetzt<br />

klang <strong>der</strong> Bass impulsiver und<br />

knackiger, ließ aber ein wenig<br />

Homogenität vermissen.<br />

Dank <strong>der</strong> auf ein Hertz genau<br />

justierbaren Hoch- und Tiefpassfilter<br />

und <strong>der</strong> Entzerrungsoptionen<br />

kann man mit dieser<br />

Maschine jeden Subwoofer in<br />

seinen Möglichkeiten ausreizen<br />

und dabei auch noch geschmackliche<br />

Präferenzen berücksichtigen.<br />

HiFi- und Heimkino-Fans,<br />

die Spaß am Tunen und Experimentieren<br />

haben und ihre<br />

Lautsprecher o<strong>der</strong> Subwoofer<br />

entzerren möchten, erwerben<br />

mit dem DSPeaker Anti-Mode<br />

2.0 Dual Core das sprichwörtliche<br />

Schweizer Taschenmesser<br />

zur Klangoptimierung.<br />

Raphael Vogt ■<br />

DSPeaker Anti-Mode<br />

2.0 Dual Core<br />

875 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: AK SoundServices<br />

Telefon: 0 60 71 / 30 36 10<br />

www.ak-soundservices.de<br />

www.dspeaker.com<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 23,5 x H: 5,3 x T: 14 cm<br />

Gewicht: 1,1 kg<br />

Extrem flexibler Raumakustik-<br />

Prozessor für Subwoofer und<br />

Lautsprecher. Automatische<br />

Einmessung und manuelle<br />

Korrekturen. Exzellente Klangresultate<br />

bei richtigem Einsatz.<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 123


Test & Technik Lautsprecher<br />

Plattenspieler<br />

Um Ihre Fantasie ein wenig<br />

zu befeuern: Wenn Sie die<br />

aktuelle <strong>stereoplay</strong>-Ausgabe<br />

127 Mal übereinan<strong>der</strong> stapeln,<br />

dann kommen Sie auf das Gewicht<br />

des neuen Plattenspielers<br />

aus dem Hause Transrotor.<br />

So ungefähr. Recht genau sind<br />

es 35 Kilogramm, die man dem<br />

„Crescendo“ aber nicht ansieht.<br />

Das liegt vor allem am eleganten<br />

Design. Das Foto auf dieser Doppelseite<br />

kann es nur andeuten. Wo<br />

sonst „Trans rotor“ draufstand,<br />

waren auch optisch schwere<br />

Kämpfer drin. Der Crescendo<br />

spielt in einer an<strong>der</strong>en Liga als<br />

beispielsweise „Fat Bob“ – <strong>der</strong><br />

Superseller und das geheime Erkennungszeichen<br />

von Transrotor:<br />

Bob ist <strong>der</strong> Inbegriff eines Masselaufwerks,<br />

klassisch bis zum<br />

Klischee, ein Spartaner – links<br />

<strong>der</strong> Motor, dann <strong>der</strong> Riemen, ein<br />

alles dominieren<strong>der</strong> „Teller“, <strong>der</strong><br />

nur in Anführungszeichen so genannt<br />

werden kann, rechts davon<br />

dann meist ein Arm in 9 Zoll.<br />

Der Neuling tickt an<strong>der</strong>s.<br />

Sein Motor? Unsichtbar. Transrotor<br />

hat ihn in die Basiskonstruktion<br />

unter dem Teller integriert<br />

– aber nach bewährten<br />

Prinzipien nicht mit dem Gehäuse<br />

selbst gekoppelt, son<strong>der</strong>n<br />

minutiös in eine Aussparung<br />

gesenkt.<br />

Der Teller? Rotiert mit seinen<br />

neuneinhalb Kilo auf einer<br />

elastischen Magnetkupplung –<br />

Raubtier<br />

mit Charme<br />

Elegant und gefährlich für die Konkurrenz:<br />

Transrotor lehrt mit dem neuen „Crescendo“<br />

die Leichtgewichte das Fürchten.<br />

124 8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


kurz TMD genannt (siehe<br />

Kasten auf Seite 126). Das Armboard<br />

erinnert in seiner Flexibilität<br />

an ein Schweizer Klappmesser:<br />

Der stolze Besitzer<br />

kann es frei in verschiedenen<br />

Winkeln zum Plattenteller fixieren<br />

– für einen Tonarm in 9 o<strong>der</strong><br />

12 Zoll. Der mächtige Ausleger<br />

hat dem Crescendo seinen<br />

Namen gegeben. Wer sich in die<br />

Vogelperspektive aufschwingt,<br />

nimmt es am schnellsten wahr:<br />

Das Laufwerk ähnelt konstruktiv<br />

einem großen, liegenden,<br />

nach rechts offenen „V“<br />

– dem musikalischen Zeichen<br />

für „lauter werden“, einem<br />

Crescendo in <strong>der</strong> Notation einer<br />

Partitur.<br />

Alte und neue Spielregeln<br />

Also was ist <strong>der</strong> Crescendo nun?<br />

Ein echter Transrotor o<strong>der</strong> ein<br />

Design-Schönling? Falsche Frage.<br />

Vor allem ist er eine sehr<br />

geschickte Mischung aus alten<br />

und neuen Werten.<br />

Das legt die Interpretation<br />

nahe: Bei Transrotor wird <strong>der</strong> Generationenwechsel<br />

geprobt. Im<br />

Bergischen Land teilt sich Meister<br />

Jochen Räke die Amtsgeschäfte<br />

mit Sohn Dirk, langsame Staffelholzübergabe.<br />

Der Firmengrün<strong>der</strong><br />

bleibt seiner Rolle als Mastermind<br />

treu, muss sich aber nicht mehr<br />

unbedingt in jede Nie<strong>der</strong>ung des<br />

Alltagsgeschäfts begeben.<br />

Was Räke Junior wie Senior<br />

im Falle des Crescendo-<br />

Nero o bianco? Schwarz o<strong>der</strong><br />

weiß? Transrotor baut sein<br />

Crescendo-Laufwerk in einer<br />

Sandwich-Konstruktion auf:<br />

eine zentrale Aluminiumschicht,<br />

umschlossen von zwei Acryloberflächen,<br />

die auch weiß<br />

ausfallen können.<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 125


Test & Technik Plattenspieler<br />

Laufwerks über alle Maße vereint:<br />

Beide votieren für einen<br />

12-Zoll-Tonarm. Wer partout<br />

auf einem 9-Zöller besteht, <strong>der</strong><br />

muss umbauen o<strong>der</strong> kann für<br />

den Kleinen ein zweites Armboard<br />

auf eine <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en<br />

Standsäulen setzen (geht extra,<br />

für 790 Euro).<br />

Was vielleicht nicht alle<br />

wissen: Transrotor ist Generalimporteur<br />

für die britischen<br />

SME-Tonarme, sitzt also an <strong>der</strong><br />

Quelle und kann umso leichter<br />

für einen 12-Zoll-Arm plädieren<br />

sowie ihn auch preislich<br />

verführerisch anbieten. Konkret<br />

haben die Briten für Transrotor<br />

das Modell 5012 verfeinert, das<br />

nur rund ein Viertel teurer ist<br />

als die drei Zoll kleinere<br />

5009-Version.<br />

Am Geld sollten die Basisentscheidungen<br />

also weit weniger<br />

scheitern als an philosophischen<br />

Grabenkämpfen. Ein<br />

Neunzöller kann mit <strong>der</strong> geringeren<br />

Masse punkten, in <strong>der</strong><br />

Regel auch mit <strong>der</strong> geringeren<br />

Anfälligkeit für Resonanzen;<br />

<strong>der</strong> Zwölfer lockt vor allem<br />

durch die besseren Werte beim<br />

Spurwinkelfehler. Schon das<br />

Wort lässt die Nackenhaare aufstehen.<br />

Handelt es sich hier nur<br />

um ein Denkkonstrukt, den<br />

Horror einiger Eingeweihter?<br />

Natürlich nicht. Aber dazu wurden<br />

schon zahllose Buch- und<br />

Blog-Seiten vollgeschrieben.<br />

Geschnitten wird eine LP<br />

immer mit einem Stichel auf<br />

tangentialer Achse, aber abgetastet<br />

in den meisten Fällen nontangential.<br />

Lassen wir hier bewusst<br />

Themen wie Überhang,<br />

Kröpfung und Nulldurchgänge<br />

unter den Tisch fallen – banal<br />

gilt: Je weiter die Lagerachse<br />

des Tonarms entfernt ist, je höher<br />

die effektive Tonarmlänge,<br />

desto geringer die Fehler bei<br />

<strong>der</strong> Abtastung.<br />

Clever durchkomponiert<br />

Hört man das? Natürlich. Fast<br />

immer im letzen Satz von<br />

Beethovens fünftem Klavierkonzert,<br />

wenn sich <strong>der</strong> Tonabnehmer<br />

in die Flankenseite <strong>der</strong><br />

Rillenmodulation presst – dann<br />

wird aus dem Flügel ein krächzen<strong>der</strong><br />

Stahlkoloss. Ein guter<br />

12-Zöller ist einem 9-Zöller<br />

immer überlegen – in <strong>der</strong> höchsten<br />

Liga. Und <strong>der</strong> Transrotor<br />

5012, geformt aus Magnesium,<br />

im Inneren mit Silberverkabelung,<br />

spielt in eben dieser<br />

Champions League.<br />

Wie überhaupt die gesamte<br />

Crescendo-Kreation sehr clever<br />

durchkonstruiert wirkt. An <strong>der</strong><br />

Spitze mit einem bei Goldring<br />

entstandenen MC-System, für<br />

Transrotor selektiert und als<br />

„Merlo Reference“ mit dem<br />

Schriftzug <strong>der</strong> Edelmarke aus<br />

Nordrhein-Westfalen versehen.<br />

<strong>Die</strong> Preispyramide <strong>der</strong> Einzelkompo<br />

nenten stimmt: das System<br />

für 960 Euro, <strong>der</strong> Tonarm<br />

für 2600 Euro, das Laufwerk<br />

inklusive „Konstant Studio“-<br />

Netzteil für 4700 Euro – das<br />

fühlt sich in <strong>der</strong> Staffelung und<br />

auf dem Papier sehr gut an.<br />

Und wie steht’s mit <strong>der</strong><br />

musikalischen Wirklichkeit? Im<br />

<strong>stereoplay</strong>-Hörraum faszinierte<br />

am stärksten diese maximale<br />

Chance auf Kontrast – entstan-<br />

Interview Dirk Räke<br />

Muss es wirklich ein wenig länger sein?<br />

<strong>stereoplay</strong>: Das Crescendo-<br />

Laufwerk ist sicherlich<br />

ebenso mit einem 9-Zoll-Tonarm<br />

denkbar – aber ist das<br />

auch erstrebenswert?<br />

Dirk Räke: Das Laufwerk<br />

spielt natürlich auch mit<br />

einem 9-Zöller hervorragend<br />

– aber wie immer in<br />

<strong>der</strong> High-End-Welt kann<br />

man überall noch etwas<br />

ein bisschen besser<br />

machen …<br />

Worin besteht für Sie<br />

persönlich die Faszination<br />

eines 12-Zöllers?<br />

In <strong>der</strong> verzerrungsfreien<br />

Wie<strong>der</strong>gabe aller Bereiche<br />

<strong>der</strong> Schallplatte.<br />

<strong>Die</strong> Basis beziehen Sie von<br />

guten Freunden aus England<br />

– was unterscheidet das<br />

SME-Urmodell vom Transrotor<br />

5012?<br />

Der 5012 basiert auf dem<br />

312, hat aber das Tonarmrohr<br />

vom SME V 12‘‘, also<br />

das aus Magnesium, ein<br />

abnehmbares Headshell<br />

und die hochwertige<br />

Silberverkabelung.<br />

Ist <strong>der</strong> berüchtigte Spurwinkelfehler<br />

nur ein fiktives<br />

Schreckgespenst, o<strong>der</strong><br />

haben Sie schon einmal<br />

Bekanntschaft mit ihm<br />

gemacht?<br />

Beson<strong>der</strong>s bei impulsstarker<br />

Musik auf den<br />

inneren Bereichen <strong>der</strong><br />

Schallplatte machen sich<br />

die Vorteile des längeren<br />

Tonarms bemerkbar.<br />

Dann ist ein kleiner 9-Zöller<br />

also ein tendenziell „böser“<br />

Klangaufbereiter?<br />

Ein 9-Zoll-Arm erfüllt alle<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen, mit dem<br />

12-Zöller ist es aber<br />

eben noch ein bisschen<br />

besser.<br />

126 8/12 <strong>stereoplay</strong>.de


Das TMD-Lager:<br />

Elastisch, magnetisch<br />

Eigentlich sollte dieses<br />

ureigenste Know-how in<br />

einem Tresor verschlossen<br />

liegen. Trotzdem bekamen<br />

wir eine Skizze des<br />

„Transrotor Magnet Drive“<br />

– kurz TMD – übermittelt.<br />

<strong>Die</strong> Idee ist bestechend<br />

offensichtlich, die technische<br />

Umsetzung eine<br />

Heidenarbeit: Um „Flutter“,<br />

leichte Ungenauigkeiten <strong>der</strong><br />

den aus Laufruhe, multipliziert<br />

mit <strong>der</strong> puren physischen Wucht<br />

eines schweren Masselaufwerks<br />

plus 12-Zoll-Präzision. Das<br />

verhalf vor allem akustischen<br />

Instrumenten zu mehr Körperinformation,<br />

mehr Kubikzentimetern<br />

in <strong>der</strong> Feindefinition.<br />

Ganz offensichtlich wird in<br />

diesen Aufnahmen: Karajan<br />

kann man für vieles kritisieren<br />

– seine Sibelius-Interpretationen<br />

sind Monolithen im LP-<br />

Katalog, an denen auch heutige<br />

Schwarz/Silber-Vergleich<br />

Gleiches Tempo?<br />

Ein neuer Trend <strong>der</strong> Plattenindustrie<br />

hat beim Test geholfen:<br />

Wer heute eine Neueinspielung<br />

auf 180 Gramm<br />

Vinyl or<strong>der</strong>t, bekommt oft<br />

die CD als Gastgeschenk,<br />

als digitalen „blinden Passagier“<br />

im LP-Cover mitgeliefert.<br />

Ideales Beispiel:<br />

das neueste Studioalbum<br />

von Tom Waits, „Bad As Me“<br />

(Anti/Indigo). Das hat<br />

Charme, Nutzwert, aber<br />

eben auch ein irritierendes<br />

Moment. Im Hörraum legten<br />

wir eine Stroboskopscheibe<br />

auf den Teller des Transrotor<br />

Drehzahl, fernzuhalten, ist<br />

<strong>der</strong> untere Teil des Lagers<br />

nicht starr, son<strong>der</strong>n über<br />

eine leicht elastische<br />

Magnetkupplung mit dem<br />

Teller verbunden. Kommt es<br />

wirklich zu einer winzigen<br />

Störung in <strong>der</strong> Drehzahl,<br />

wird diese durch die<br />

Magnetkupplung und die<br />

hohe Schwungmasse des<br />

Plattentellers abgefangen.<br />

<strong>Die</strong> Messergebnisse aus<br />

<strong>der</strong> TESTfactory (siehe<br />

rechts) klatschen Beifall.<br />

Dirigenten nicht vorbeikommen.<br />

<strong>Die</strong> Aufnahme <strong>der</strong> fünften<br />

Sinfonie von 1965 gibt es für<br />

kleinstes Geld auf jedem dritten<br />

Ramschtisch als Midprice-<br />

Nachpressung: relativ dünnes<br />

Vinyl <strong>der</strong> Deutschen Grammophon,<br />

das auf schlechten Plattenspielern<br />

immer eine Spur zu<br />

nervig, zu undefiniert klingt.<br />

Der Crescendo zeigte, wie viel<br />

Klangkunst tatsächlich in den<br />

beiden Rillen steckt. Im dritten<br />

Satz jagt Karajan die Berliner<br />

Crescendo und erkannten:<br />

perfekte 33 1/3 Umdrehungen.<br />

Doch warum wirkt<br />

<strong>der</strong> gleiche Track auf LP so<br />

deutlich schneller als vom<br />

CD-Player nebenan? Ein<br />

simultaner Start von LP und<br />

CD zeigte: gleiche Tonhöhe,<br />

auf den Sekundenbruchteil<br />

<strong>der</strong> gleiche Schluss akkord.<br />

Also ein rein subjektiver<br />

Eindruck? Es lag wohl an <strong>der</strong><br />

höheren Informationsdichte<br />

<strong>der</strong> LP. Schlagzeug, Bass,<br />

Atmung, Auftakt: Alles vermittelte<br />

mehr Drive, mehr<br />

Drang – fast ein an<strong>der</strong>es<br />

Philharmoniker in ein Allegro<br />

molto, wild und doch höchst<br />

strukturiert, alles in einem<br />

gehobenen Mezzopiano, unter<br />

dem es aber brodelt, in dem die<br />

Kesselpauke plötzlich die Tiefe<br />

des Raums aufreißt.<br />

An überanalytischen Plattenspielern<br />

flirrt es überhell, bis<br />

man das Insektenspray herausholen<br />

möchte. Der neue Transrotor<br />

stellte das fein tarierte<br />

Klangbild auf den Boden, gab<br />

den Violinen ihren Körper zurück<br />

sowie <strong>der</strong> Pauke die Gefährlichkeit.<br />

Und da war immer<br />

noch Luft nach oben, die kleinen<br />

wie großen dynamischen<br />

Ausbrüche hatten diesen schönen<br />

Turboeffekt <strong>der</strong> geschmeidigen<br />

Souveränität – gefährlich,<br />

ein Potenzial zwischen guter<br />

Freund und Raubtier.<br />

Gefährlich aber auch in<br />

einem an<strong>der</strong>en Sinn: <strong>Die</strong> Crescendo-Kombination<br />

markiert<br />

bis auf Weiteres die Spitze in<br />

<strong>der</strong> Spitzenklasse. Und wird<br />

fortan wie ein Zerberus in <strong>der</strong><br />

<strong>stereoplay</strong>-Bestenliste über jeden<br />

anklopfenden Konkurrenten<br />

wachen. Andreas Günther ■<br />

Auch Tom Waits legt bei<br />

seinem neuen Album <strong>der</strong><br />

schwarzen eine silberne<br />

Scheibe bei.<br />

Stück im Vergleich zur CD-<br />

Spur. So schön die Idee des<br />

Doppelpacks ist – in <strong>der</strong><br />

High-End-Klasse wird die<br />

CD auch als historischer,<br />

überkommener Tonträger<br />

bloßgestellt.<br />

Transrotor Crescendo<br />

TMD, TR 5012, Merlo Reference<br />

8260 Euro (Herstellerangabe)<br />

Vertrieb: Räke Hifi/Vertrieb GmbH,<br />

Bergisch Gladbach<br />

Telefon: 0 22 02 / 31 04 6<br />

www.transrotor.de<br />

Auslandsvertretungen siehe Internet<br />

Maße: B: 51 x H: 22 x T: 39 cm<br />

Gewicht: 35 kg<br />

Messwerte<br />

Gleichlaufton-Spektrum<br />

10dB<br />

0dB<br />

-10dB<br />

-20dB<br />

-30dB<br />

-40dB<br />

-50dB<br />

20Hz 100Hz 1kHz 10kHz 50kHz<br />

Vorbildlich schlanker Messton, frei<br />

von größeren Störungen im Spektrum<br />

Gleichlaufschwankungen vs. Zeit<br />

1%<br />

0,3%<br />

0,1%<br />

0,03%<br />

0,01%<br />

0 Sekunden 30<br />

Hervorragen<strong>der</strong> Gleichlauf mit<br />

geringster Schwankungsbreite<br />

Rumpel-Spektrum<br />

-20 dB<br />

-40 dB<br />

-60 dB<br />

-80 dB<br />

-100 dB<br />

-120 dB<br />

5Hz 10Hz 50Hz 100Hz 500Hz<br />

Bestwerte bei den Störkomponenten:<br />

kein Peak, keine Auffälligkeit<br />

Gleichlauf, bewertet ±0,05 %<br />

Solldrehzahl


Service Bestenliste<br />

Rang und Namen<br />

Der ultimative Einkaufsführer von <strong>stereoplay</strong>: über 1000 Testergebnisse im Vergleich.<br />

<strong>Die</strong> jeweiligen Einstufungen und<br />

Preise gelten für die Geräteversion,<br />

die zum Testdatum verfügbar war.<br />

<strong>Die</strong> aktuelle Rang & Namen-Liste<br />

reicht in <strong>der</strong> Regel über drei Jahre<br />

zurück. Alle Geräte ab 1978 (!)<br />

finden Sie in <strong>der</strong> Mega-Rang & Namen-Liste,<br />

die Sie bei weka@<br />

burdadirect.de. o<strong>der</strong> per Fax: 0781<br />

/ 6394549 auf Papier o<strong>der</strong> CD<br />

(18,95 Euro beziehen können. Bitte<br />

geben Sie gleich Ihre Bankverbindung<br />

an. Dort können Sie auch<br />

vergriffene Hefte o<strong>der</strong> Kopien von<br />

Tests nachbestellen. Eine<br />

Umrechnungs tabelle für einstige<br />

Listen ohne Punkte erhalten Sie<br />

unter leserbriefe@<strong>stereoplay</strong>.de.<br />

So lesen Sie die Liste<br />

<strong>Die</strong> linke Punktezahl verrät Ihnen die pure Klangqualität<br />

des Geräts. <strong>Die</strong> rechte, unterlegte Punktezahl zeigt<br />

(ab 7/02) das Gesamtergebnis und erfasst so auch die<br />

Kriterien Messwerte, Praxistauglichkeit, Wertigkeit und<br />

gegebenenfalls Bildqualität.<br />

<strong>Die</strong> Klangpunkte sind innerhalb von Gattungen<br />

kompatibel. So können Sie Stereo-Verstärker und den<br />

Stereo-Ton von AV-Receivern vergleichen. O<strong>der</strong><br />

verschiedene Boxenarten. O<strong>der</strong> CD- mit MP3-Playern!<br />

Geräte, die ein überragendes<br />

Preis/Leistungs-Verhältnis sowie solide Verarbeitung<br />

und praxistaugliche Bedienung bieten, bekommen den<br />

Ehren titel <strong>stereoplay</strong> Highlight (blaues Emblem ).<br />

Komponenten, mit denen die Redakteure beson<strong>der</strong>s<br />

gern arbeiten, erhalten den Ehrentitel Favorit <strong>der</strong><br />

Redaktion (roter Würfel ■).<br />

<strong>Die</strong> Aufteilung<br />

Lautsprecher: Darunter fallen auch<br />

Subwoofer, Surround-Sets und alle Arten<br />

von Kopfhörern.<br />

Verstärker: Unterteilt in Stereo- und AV,<br />

aber auch nach Prinzip: Transistor,<br />

Röhren und Digitalverstärker.<br />

Digital-Quellen: Alle Spielarten von<br />

Playern: MP3, CD, SACD, Netzwerk, DVD,<br />

Blu-ray. Tuner. Recor<strong>der</strong>. Digitalwandler.<br />

Komplettanlagen: CD- und DVD-<br />

Systeme mit und ohne Lautsprecher.<br />

Phono: Schallplatten spieler, Tonabnehmer,<br />

Phonovorstufen.<br />

Zubehör: Lautsprecherkabel (fertig und<br />

als Meterware), Cinchverbindungen.<br />

Ratgeber: Übersicht von Tipps & Tricks.<br />

Lautsprecher<br />

In kleinen Zimmern können Kompaktboxen<br />

besser als Standlautsprecher sein, in<br />

großen Räumen sind Hörner oft die beste<br />

Wahl. Im Bild die Magico V 3, die in normal<br />

großen Räumen mit ihrem völlig natürlichen<br />

Klang kaum zu toppen ist.<br />

Stand-Lautsprecher<br />

Absolute Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Preis<br />

▼<br />

Isophon Berlina RC 11 70 92 150000 1/12<br />

Focal Grande Utopia EM (A) 69 95 130000 6/09<br />

Magico M 5 (A) 69 91 110000 5/10<br />

Magico Q 5 (A) 69 91 70000 5/11<br />

Sonus Faber Aida (A) 69 93 90000 8/12<br />

Ascendo System M-S S.E. (A) 68 91 60000 1/12<br />

TAD Reference One (A) 68 93 70000 10/10<br />

Dynaudio Consequence Ultimate Edition (A) 68 88 48000 11/09<br />

Isosphon Tofana (A) 68 88 44000 8/10<br />

Vivid Audio Giya G 2 (A) 68 91 38000 5/12<br />

Wilson Audio Sasha W/P (A) 68 89 30000 11/11<br />

■ KEF Blade (A) 67 90 25000 1/12<br />

Sonus Faber Amati Futura (A) 67 82 26900 7/11<br />

T + A Solitaire CWT 2000 (A) 67 91 30000 8/11<br />

B&W 800 Diamond (A) 66 89 22000 1/11<br />

Isosphon Berlina RC 7 (A) 66 88 24500 12/10<br />

Tannoy Kingdom Royal (A) 66 87 42000 1/11<br />

T + A Solitaire CWT 1000 (A) 66 86 24000 7/12<br />

Triangle Magellan Concerto 2 (A) 66 87 27000 7/120<br />

Wilson Audio Sophia 3 (A) 66 88 20000 5/12<br />

Sonus Faber Elipsa Stradivari (A) 65 88 20000 9/10<br />

Magico V 2 (A) 65 86 20000 10/09<br />

Blumenhofer Genuin FS 1 (A) 64 84 35000 1/09<br />

B&W 802 Diamond (A) 64 87 14000 5/10<br />

Canton Reference 1.2 DC (A) 64 88 20000 9/09<br />

Fischer & Fischer SN 770 (A) 64 83 25000 5/12<br />

JBL K 2 S 9900 (A) 64 87 39800 1/11<br />

■ KEF Reference 207/2 (A) 64 88 20000 5/08<br />

Piega Coax 90.2 (A) 64 86 16000 5/12<br />

Piega Master One (A) 64 83 30000 9/09<br />

ATC SCM 50 P SL Tower (A) 63 82 10400 4/11<br />

ASW Magadis (A) 63 86 17000 3/09<br />

Cabasse Pacific 3 SA (teilaktiv, A) 63 86 12000 6/11<br />

Elac FS 509 VX JET (A) 63 85 14000 3/12<br />

● Isophon Cassiano D (A) 63 84 17000 1/06<br />

Heft<br />

Klipsch Palladium P 39 F (A) 63 84 16000 3/08<br />

Piega Coax 70.2 (A) 63 85 12000 12/11<br />

Quadral Titan VIII (A) 63 85 11000 10/11<br />

Tannoy Westminster SE (A, B) 63 80 28000 7/07<br />

● Thiel CS 3.7 (A) 63 84 13800 1/08<br />

● Cabasse Riga/Santorin 30 (A) 62 87 10000 6/10<br />

B&W 803 Diamond (A,) 62 82 9000 4/12<br />

Canton Reference Jubilee (A) 62 86 9000 8/12<br />

Focal Electra 1038 BE II (A) 62 84 9200 4/10<br />

Progessive Audio Elise II (A) 62 82 9400 6/12<br />

Triangle Magellan Cello 2 62 81 9000 2/12<br />

B&W 804 Diamond (A) 61 82 7000 7/10<br />

Dynaudio Focus 380 (A) 61 80 6200 10/11<br />

GammuT M'inenT 5 (A) 61 81 9500 8/10<br />

Isophon Vescova (A) 61 83 8000 8/08<br />

■ Naim Ovator S 600 (A) 61 82 7800 3/10<br />

Phonar Credo Reference (A) 61 82 9000 11/11<br />

Tannoy Yorkminster (A) 61 80 13800 3/08<br />

ASW Chelys (A) 60 82 9000 4/10<br />

Burmester B 30 (A) 60 82 9000 4/10<br />

Canton Reference 5.2 DC (A) 60 82 6000 9/11<br />

Dynaudio Focus 360 60 79 5500 2/09<br />

■ Epos Encore 50 (A) 60 82 5900 3/10<br />

Finite Elemente Modul XP (A) 60 82 8700 5/10<br />

KEF Reference 203/2 (A) 60 83 7000 4/07<br />

Klipsch Palladium P 37 F (A) 60 82 8000 6/10<br />

Monitor Audio PL 300 (A) 60 82 7900 4/10<br />

Paradigm S8 (A) 60 82 7200 7/11<br />

Quadral Aurum Vulkan VIII (A) 60 81 6500 9/10<br />

Sonus Faber Cremona M (A) 60 81 8000 12/07<br />

KEF R 900 (A) 59 80 3600 11/11<br />

Linn Majik Isobarik (A, B, teilakt. 60 Punkte) 59 79 4200 9/11<br />

Naim Ovator S 400 (B) 59 81 4200 6/11<br />

ASW Genius 510 (A) 59 81 5500 12/11<br />

Thiel CS 2.4 SE (A) 59 79 8800 4/10<br />

Blumenhofer Genuin FS 3 (A, B) 58 78 8900 4/10<br />

Canton Vento 890.2 DC (A) 58 78 3200 2/12<br />

Dynaudio Focus 340 (A) 58 76 4900 10/11<br />

Klipsch La Scala Anniversary (A) 58 72 8000 4/06<br />

Magnat Quantum 1009 (A) 58 79 4000 1/09<br />

Nubert nuVero 14 (A) 58 81 3880 10/08<br />

PSB Synchrony One 58 49 4000 4/11<br />

Sonus Faber Liuto (A) 58 80 4000 11/09<br />

Tannoy DC 10 T (A) 58 77 5500 6/09<br />

Audium Comp 8 (A) 57 77 4500 6/12<br />

Burmester B 20 (A) 57 73 5000 11/09<br />

Blumenhofer Big Fun 17 (A,B) 57 77 5500 6/12<br />

Cabasse Iroise 3 (A) 57 78 3800 11/09<br />

Chario Ursa Major (A) 57 77 7200 7/10<br />

Dynaudio Focus 260 (A) 57 75 3400 10/11<br />

Expolinear S. 2-60/TW 1 57 76 6500 6/12<br />

Opera Quinta Mk 2 (A) 57 79 3700 8/12<br />

ProAc Response D 28 (A) 57 77 4800 11/09<br />

Spendor ST (A, B) 57 76 8000 4/10<br />

PMC Twenty 23 (A) 56 74 2660 4/12<br />

ADAM Audio Pencil Mk 3 (A) 56 76 3600 11/09<br />

Cabasse Egea 3 (A) 56 75 3000 5/09<br />

Canton Karat 790.2 (A) 56 77 2500 11/10<br />

Heco Celan GT 902 (A) 56 78 2200 10/11<br />

● Klipsch Cornwall III (A) 56 72 4000 3/08<br />

Magnat Quantum 807 (A) 56 77 2600 8/11<br />

Magnat Quantum 1005 (A) 56 77 2800 8/09<br />

Monitor Audio GX 300 56 76 3880 3/12<br />

Nubert nuVero 11 (A) 56 78 2690 5/09<br />

PSB Imagine T 2 (A) 56 77 3000 2/12<br />

Quadral Orkan VIII (A) 56 77 2800 1/10<br />

Revox G Prestige (A, B) 56 74 3000 5/11<br />

Swans M 6 (A) 56 77 4500 11/09<br />

Tannoy DC 8 T (A) 56 77 4500 11/09<br />

Teufel Ultima 800 Mk 2 (A) 56 77 3000 2/12<br />

Dali Fazon 5 (A) 56 76 3000 12/11<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Audium Comp 7 (A) 55 73 3000 10/10<br />

B&W CM 9 (A) 55 74 2500 3/09<br />

B&W CM 8 (A) 55 75 1800 3/11<br />

Dynaudio Excite X 32 (A) 55 75 2050 3/11<br />

Canton Vento 870.2 (A) 55 76 2000 7/12<br />

Canton Chrono SL 590.2 DC(A) 55 74 2000 10/11<br />

● ■ Heco Celan GT 702 (A) 55 77 1600 3/12<br />

● ■ Isophon Corvara (A) 55 76 3000 4/05<br />

KEF Q 900 (A) 55 74 1600 1/11<br />

● Kudos Cardea C 2 (A,B) 55 73 2900 2/12<br />

T+A KS 300 (A) 55 73 2500 5/10<br />

Triangle Genèse Quartet (A) 55 73 2600 3/08<br />

Vienna Acoustics Mozart Grand SE (A) 55 74 2860 5/11<br />

ASW Genius 310 (A) 54 76 2200 6/11<br />

Cabasse Majorca MC 40 (A) 54 73 1900 7/12<br />

Canton Karat 770.2 DC (A) 54 74 2000 3/11<br />

● ■ Dynavox Impuls III (B) 54 71 1400 1/12<br />

Elac FS 189 (A) 54 74 2000 10/11<br />

KEF R 500 (A) 54 74 1800 3/12<br />

■ KEF Q 700 (A) 54 72 1400 1/11<br />

Magnat Quantum 805 (A) 54 75 2000 7/12<br />

PMC OB 1i (A) 54 73 4300 11/09<br />

Sonus Faber Toy Tower (A) 54 72 1700 5/09<br />

Audium Comp 5 (A) 53 71 2000 4/08<br />

Cervin Vega XLS 215 (A) 53 67 1400 5/11<br />

Preis<br />

Heft<br />

128 8/12 <strong>stereoplay</strong>.de<br />

= <strong>stereoplay</strong> Highlight | Rote Schrift = <strong>stereoplay</strong> Referenz | ■ = Favorit <strong>der</strong> Redaktion<br />

● = An diesen Boxen klingen Röhrenverstärker beson<strong>der</strong>s gut


Dynaudio DM 3/7 (A) 53 70 1450 11/10<br />

JBL Studio 590 (A) 54 72 2200 7/12<br />

Klipsch RF 63 (A) 53 70 2200 6/08<br />

Magnat Quantum 705 (A) 53 72 1400 3/08<br />

Nubert nuLine 102 (A) 53 74 1450 3/08<br />

PSB Imagine T (A) 53 73 2000 7/12<br />

Quadral Platinum M 4 (A) 53 72 1400 12/09<br />

Dali Ikon 7 Mk 2 (A) 52 69 1800 3/11<br />

German Maestro Linea S F-One (A, B) 52 70 1400 9/09<br />

Heco Aleva 500 (A) 52 74 1200 9/08<br />

Heco Celan XT 501 (A) 52 73 1400 12/09<br />

Klipsch Heresy III (B, E) 52 69 2100 5/11<br />

Neat Motive 1 (B) 52 71 1950 7/12<br />

Elac FS 187 (A) 51 70 1340 12/09<br />

Monitor Audio Silver RX 6 (A) 51 72 1030 2/10<br />

Nubert nuBox 681 (A) 51 71 980 2/10<br />

Dali Lektor 8 (A) 50 67 1340 12/09<br />

Jamo S 608 (A) 50 69 1000 2/10<br />

KEF Q 500 (A) 50 68 1000 1/11<br />

Audio Physic Yara II Evo (A) 49 68 1000 2/10<br />

Canton GLE 490.2 (A) 49 68 800 12/10<br />

Canton Chrono 507 DC (A) 48 65 1000 11/07<br />

PSB Image T 5 (A) 48 68 1000 2/10<br />

Heco Music Colors 200 (A) 47 67 1000 5/12<br />

Elac FS 58.2 (A) 47 64 700 2/11<br />

B&W 684 (A) 46 62 1000 11/07<br />

Canton GLE 470.2 (A) 46 64 700 12/10<br />

Elac FS 68 (A) 46 62 800 11/07<br />

Heco Aleva 400 (A) 46 66 1000 11/07<br />

Monitor Audio Bronze BX 5 (A) 46 63 700 2/11<br />

Tannoy Revolution Signature DC 4 T (A) 46 62 1200 3/08<br />

Teufel T 500 (A) 45 62 700 2/11<br />

Klipsch RF 42 II (A) 44 59 650 2/11<br />

Magnat Quantum 557 (A) 44 59 700 2/11<br />

Wharfedale 10.6 (A) 43 60 760 2/11<br />

Obere Mittelklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Nubert nuBox 481 (A) 39 57 500 4/07<br />

Wharfedale Diamond 9.5 (A) 37 53 550 4/07<br />

Kompakt-Lautsprecher<br />

Absolute Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Preis<br />

Preis<br />

Heft<br />

▼<br />

Magico Mini II (C; Preis inkl. Stän<strong>der</strong>) 63 84 37000 8/09<br />

Sonus Faber Guarneri Evolution (C; Preis inkl. Stän<strong>der</strong>) 61 83 15000 12/11<br />

Kiso Acoustic HB 1 (C, D) 59 78 13800 3/10<br />

● Wilson Audio Duette (C, D) 59 82 12750 7/06<br />

GamuT El Superiores 3 (C; Preis inkl. Stän<strong>der</strong>) 58 78 15200 8/09<br />

Revel Ultima Gem 2 (C, D, E) 58 82 9800 2/09<br />

Vienna Acoustics Der Kuss (C; Preis inkl. Stän<strong>der</strong>) 58 78 12000 8/09<br />

Focal Diablo Utopia (C) 57 77 8000 12/08<br />

B&W 805 Diamond (C) 57 76 4500 12/11<br />

Lindemann BL 10 (C, D; Preis inkl. Stän<strong>der</strong>) 57 76 7000 6/11<br />

Sonus Faber Guarneri Memento (C) 57 76 10000 2/09<br />

Focal Electra 1008 BE II (C) 56 76 3500 1/11<br />

KEF Reference 201/2 (C) 56 79 5000 7/07<br />

Neat Ultimatum XLS (C) 56 75 5800 6/11<br />

Phonar Credo Primus (C) 56 78 4000 11/11<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Burmester B 10 (C) 55 75 3400 1/12<br />

B&W Prestige Monitor 1 (C) 55 73 2500 9/11<br />

JBL Studio 4429 (D) 55 72 6000 2/12<br />

Thiel Power Point 1.2 (E, auch Decke/Boden) 54 73 3200 2/09<br />

Thiel SCS 4 (C) 54 73 2400 7/08<br />

Opera Callas (C) 53 73 3500 10/08<br />

Klipsch Palladium P 17 B (C, D) 52 72 4000 11/08<br />

Sonus Faber Auditor Elipsa (D!) 52 72 3700 4/08<br />

Sonus Faber Cremona Auditor M (C) 52 72 3700 2/08<br />

Dynaudio Focus 160 (C) 51 69 2000 10/11<br />

● Harbeth HL Compact 7 ES 3 (C) 50 66 2700 2/08<br />

KEF LS 50 (C, D) 49 70 1000 8/12<br />

Harbeth P3 ESR SE (C) 49 65 1750 12/11<br />

Linn Majik 109 (C, D, E) 47 64 1200 2/09<br />

Dynaudio Contour S R (D, E) 46 64 2000 2/09<br />

Elac BS 244 (C, D) 46 66 1340 2/08<br />

KEF R 100 (C) 46 66 800 2/12<br />

Piega AP 3 (D, E) 46 64 1600 2/09<br />

Nubert nuVero 3 (C) 46 68 1090 4/11<br />

Vienna Acoustics Waltz Grand (D, E) 46 64 1400 2/09<br />

Canton Chrono SL 530 (C) 44 62 800 3/10<br />

Dali Ikon On Wall (D, E) 44 60 800 2/09<br />

Dynaudio DM 2/7 (C) 44 65 650 4/10<br />

Epos M 12i (D) 44 61 800 4/09<br />

KEF Q 300 (C) 44 62 600 1/11<br />

Canton GLE 430.2 (C) 43 60 400 12/10<br />

Dynaudio DM 2/6 (C, D) 43 64 575 4/10<br />

Neat Iota (D) 43 61 820 5/12<br />

PSB Imagine Mini (C) 43 62 800 12/11<br />

Preis<br />

Heft<br />

Heft<br />

System Audio SA 705 (D, E) 43 59 770 2/09<br />

KEF Q 100 (C) 42 60 500 1/11<br />

Heco Music Colors (D) 42 57 400 9/10<br />

Canton GLE 420.2 (C, D) 40 56 360 12/10<br />

Nubert nuBox 381 (C) 40 58 380 2/07<br />

Obere Mittelklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Canton GLE 410.2 (E) 38 54 320 12/10<br />

Dali Lektor 1 (D) 33 47 340 1/09<br />

Dipol- & Radialstrahler ▼<br />

Dipol-Strahler werfen den Schall nach vorn und hinten und<br />

brauchen deshalb viel Abstand zur Rückwand. Radialstrahler (RS,<br />

kugelförmige Abstrahlung) brauchen auch viel Abstand zur Seite.<br />

Absolute Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

German Physiks PQS 302 (A)/(RS) 68 93 44000 9/10<br />

Martin Logan CLX (A) mit 2x Woofer Descent i 66 34400 5/09<br />

■ Martin Logan Summit X (Aktivbass!) (A) 64 86 16800 5/09<br />

Martin Logan CLX (A) 63 82 28000 1/09<br />

Martin Logan Montis (A) 62 83 12000 3/12<br />

Duevel Sirius (A, B)/(RS) 61 84 20000 1/10<br />

German Physiks Unicorn MK II (A)/(RS)) 61 82 12200 6/11<br />

Martin Logan Ethos (A) 61 88 8000 11/10<br />

■ Quad ESL 2905 (A) 61 79 9000 3/06<br />

Magnepan MG 20.1 (A) 60 75 17250 9/04<br />

Martin Logan Vantage (A) 60 80 6800 6/06<br />

German Physiks Limited 11 (A) 60 78 8900 2/11<br />

PIOSound Eagle (A) 68 80 8000 8/12<br />

German Physiks PQS 100+ (C; Preis inkl. Stän<strong>der</strong>) 59 76 9000 12/11<br />

Jamo Reference 907 (A) 59 79 8000 2/11<br />

MBL 101 E (A)/(RS) 59 80 37800 11/03<br />

PIO Sound Falcon (A) 59 80 4500 5/12<br />

Duevel Bella Luna Diamante (A, B)/(RS) 58 79 7000 9/10<br />

Magnepan Magneplanar 1.7 (A) 58 76 3000 9/10<br />

Martin Logan ElectroMotion (A) 58 75 3000 9/11<br />

Martin Logan Vista (A) 58 78 4800 6/07<br />

Audio Exclusiv P 3.1 (A) 57 74 7800 2/11<br />

MBL 126 (A)/(RS) 57 77 8000 9/10<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Parrot Zikmu (A; aktiv! WLAN, Bluetooth, iPod-Dock!) 31 51 1300 12/09<br />

Aktive Subwoofer<br />

Preis<br />

Preis<br />

Preis<br />

Heft<br />

Heft<br />

Heft<br />

▼<br />

Separate Basslautsprecher mit eingebauten Verstärkern. Der Bass<br />

eines Subwoofers mit z. B. 40 Punkten entspricht bei richtiger<br />

Einstellung dem Bass einer Vollbereichsbox mit 40 Punkten.<br />

Absolute Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Velodyne DD 1812 (autom. Raumanpassung) 67 97 14000 7/05<br />

■ B&W DB 1 (autom. Raumanpassung) 66 97 4250 4/11<br />

Paradigm Sub 1 65 92 6500 12/11<br />

Martin Logan Descent i 65 91 3750 7/10<br />

Paradigm Studio Sub 15 (auto. Raumanpassung) 64 92 3200 4/11<br />

Velodyne DD 12 Plus (auto. Raumanpassung) 64 94 4000 7/11<br />

Velodyne SPL 1200 Ultra (auto. Raumanpassung) 62 89 2100 4/11<br />

Canton SUB 850 R 61 87 2400 9/11<br />

Chario Hercules 61 83 2200 7/10<br />

Klipsch SW 311 61 84 1900 4/11<br />

Klipsch RT 12 D (auto. Raumanpassung) 61 84 2000 3/07<br />

Paradigm Reference Seismic 110 60 81 1550 7/10<br />

Teufel M 9500 SW THX Ultra 2 60 82 1600 8/09<br />

XTZ SubAmp 1 DSP + 99 W 12.18 P 60 86 1120 5/12<br />

Nubert AW 1300 DSP 58 84 1185 8/11<br />

KEF XQ 60b 57 77 1200 7/10<br />

Nubert nuVero AW 13 DSP 57 82 1360 5/12<br />

Triangle Meteor 0.5 57 79 1050 7/10<br />

ADAM Audio S 260 MK 3 56 77 1000 7/10<br />

Martin Logan Dynamo 700 (drahtlos +175,-) 56 80 790 1/10<br />

Velodyne SPL 800 Ultra 56 80 1450 8/09<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Canton SUB 12 55 74 800 5/11<br />

Klipsch RW 12 D 55 76 800 8/09<br />

Teufel M 6200 THX Select 55 74 600 7/10<br />

Velodyne CHT 12 Q 55 79 900 8/09<br />

Velodyne MicroVee 55 78 900 2/08<br />

B&W ASW 610 54 72 600 8/09<br />

Boston Acoustic RPS 1000 54 72 900 7/10<br />

Heco Metas XT Sub 251 A 54 73 600 7/10<br />

JBL ES 250 PW (drahtlose Signalübertragung!) 54 74 550 8/09<br />

KEF Q 400 B 54 72 600 1/11<br />

Klipsch RW 10 D 54 75 600 10/08<br />

Nubert AW 991 54 76 600 12/07<br />

Velodyne CHT 12 R 54 76 800 12/07<br />

Magnat Quantum 630 A 53 71 500 10/08<br />

Velodyne EQ MAX 8 (auto. Raumanpassung) 53 75 540 5/12<br />

B&W ASW 608 52 70 450 10/08<br />

Preis<br />

Preis<br />

Heft<br />

Heft<br />

Nubert AW 560 52 74 506 7/06<br />

Canton Sub 8 51 68 800 12/10<br />

Elac MicroSub (Playeranschluss, Bluetooth!) 51 72 900 1/10<br />

Nubert AW 441 Black & Black 51 72 370 8/09<br />

Tannoy TS 1201 51 70 750 7/10<br />

Velodyne Impact Mini 51 68 650 7/10<br />

Canton AS F 75 SC (zum Aufhängen o. Legen) 50 68 400 1/10<br />

Empfehlenswerter digitaler Bass-Equalizer Velodyne SMS 1: 10/05.<br />

Aufstellungstipps (in Klammern)<br />

A = Standbox freistehend, im Idealfall<br />

mindestens 70 cm fern von je<strong>der</strong> Wand.<br />

B = Standbox direkt vor <strong>der</strong> Rückwand,<br />

mindestens 70 cm zur Seitenwand.<br />

C = auf stabilem Stän<strong>der</strong> freistehend,<br />

mindestens 50 cm fern je<strong>der</strong> Wand.<br />

D = auf Stän<strong>der</strong> direkt vor <strong>der</strong> Rückwand,<br />

o<strong>der</strong> in stabilem Regal.<br />

E = an <strong>der</strong> Wand hängend/Einbau.<br />

Detaillierte Raumeignungs-Hinweise<br />

finden Sie im jeweiligen Test.<br />

8/12 <strong>stereoplay</strong>.de 129


Service Bestenliste<br />

Lautsprecher, vollaktiv<br />

<strong>Die</strong>se Lautsprecher haben alle Endstufen bereits eingebaut.<br />

Ihre Einstellmöglichkeiten sind viel größer als bei Passivboxen,<br />

ihr Preis/Leistungs-Verhältnis ist in <strong>der</strong> Regel weit besser.<br />

Absolute Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Preis<br />

▼<br />

Backes & Müller BM Line 50 (A) 68 92 108000 3/11<br />

Cabasse L'Océan (A) 68 97 80000 4/12<br />

Cabasse La Sphère (A) 68 95 120000 1/07<br />

ME Geithain ME 800 K (A, B) 67 95 40000 1/10<br />

Backes & Müller BM Line 25 (A, B) 66 91 39000 1/09<br />

Linn Komri Aktiv + Chakra 4200 66 91 76600 2/07<br />

Backes & Müller Line 30 (A, B) 65 88 52000 9/11<br />

ADAM Tensor Beta (A) 64 89 23400 11/07<br />

ATC SCM 100 A SL Tower FF (A) 64 81 16500 8/10<br />

Martion Orgon (Horn) 64 89 40000 1/05<br />

ATC SCM 50 A SL Tower FF (A) 62 81 14500 4/11<br />

Linn Klimax 320 A (C, D, Kompaktbox) 62 88 22500 2/11<br />

Manger MSMs 1 (A, B) 62 84 13200 3/12<br />

Genelec 8260 A (C, D; Studiomonitor) 61 87 8460 7/11<br />

Linn Majik Isobarik + 2 x Majik 4100 (A, B) 61 84 11200 9/11<br />

Manger MSMc 1 (C, D; Studiomonitor) 60 82 9680 10/10<br />

Backes & Müller Prime 6 (A, B) 59 80 7500 11/10<br />

Backes & Müller BM 2 S (A, B) 59 83 8000 11/08<br />

ME Geithain RL 940 (A, B) 59 80 5300 4/09<br />

Bang & Olufsen BeoLab 9 (A, B) 58 79 7250 5/07<br />

ADAM Tensor Epsilon (A, B) 57 79 5400 4/09<br />

Backes & Müller BM 2 (A, B) 57 80 5000 4/09<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

JBL LSR 4328 P PAK (digital, Einmessautomat.) 55 80 1675 1/10<br />

Genelec 8040 A (C, D; Studiomonitor) 53 77 1820 10/09<br />

Dynaudio Focus 110 A (C, D; Studiomonitor) 52 77 1800 10/09<br />

Dynaudio XEO 3 (C, D; drahtlose Signalübertragung!)) 50 70 1365 6/12<br />

Elac AM 180 (D; E) 50 75 1200 8/12<br />

Klein + Hummel O 110 (C, D; Studiomonitor) 50 73 1780 10/09<br />

KS Digital Coax C 5 Tiny (C, D; Studiomonitor) 50 71 1190 10/09<br />

ADAM A7X (C, D; Studiomonitor) 49 70 1060 8/10<br />

Focal CMS 50 (C, D; Studiomonitor) 49 73 1070 8/10<br />

JBL LSR 6325 P (D) 49 74 1100 8/08<br />

JBL LSR 2328 P (C, D; Studiomonitor) 48 68 970 10/09<br />

Nubert nuPro A 20 (C, D) 48 71 570 9/11<br />

Dynaudio MC 15 (D) 47 69 1000 8/08<br />

Elac AM 150 (C, D) 46 69 520 9/11<br />

Quad 12 L Studio Active (D) 46 67 1200 8/08<br />

ADAM ARTist 3 (D) 45 67 700 9/11<br />

Audio Pro LV 2 (A,B; drahtlose Funkboxen!) 45 69 1700 4/12<br />

Genelec 6010 A (D; Schreibtisch-Studiomonitor) 44 65 600 10/09<br />

Teufel Raumfeld Speaker M (C, D; Netzwerkfähig!) 43 66 600 9/11<br />

JBL LSR 2325 P (C, D; Studiomonitor) 43 63 520 6/10<br />

Audio Pro LV 2 (C, D; drahtlose Funkboxen!) 42 63 700 6/10<br />

PC-Boxensets (bis knapp 20 cm Größe) ▼<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

B&W MM 1 42 61 500 6/10<br />

B&O BeoLab 4 41 58 1120 2/07<br />

Preis<br />

Preis<br />

Heft<br />

Heft<br />

Heft<br />

Obere Mittelklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Teufel Motiv 2 38 58 280 2/07<br />

Bose Companion 5 (mit 40-Punkte Surroundeffekt!) 35 58 450 2/07<br />

Klipsch ProMedia GMX A 2.1 35 50 250 2/07<br />

Logitech Z 10 30 50 140 2/07<br />

JBL Spyro 27 41 130 2/07<br />

Creative GigaWorks T 20 26 39 100 2/07<br />

JBL On Tour Plus 25 42 130 2/07<br />

Surround-Lautsprechersets<br />

Absolute Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Preis<br />

Preis<br />

Heft<br />

▼<br />

Canton Ref. 5.2 / Ref. 55.2 / 2 x Sub 850 R 66 91 20800 9/11<br />

B&W 803 S, HTM 3, 805 S, ASW 825 63 86 13960 10/05<br />

Dynaudio Focus 260 / 210 C / 160 62 83 6600 10/11<br />

Teufel System 8 THX Ultra 2 62 84 3500 8/10<br />

KEF Q 300 B / Q 600 C / Q 800 DS/ Q 400 B 60 79 2700 1/11<br />

Jamo D 500 / SUB 650 59 81 2400 5/11<br />

KEF XQ 10 / PSW 2500 59 82 3600 7/08<br />

Nubert nuBox 681, CS 411, DS 301, AW 991 59 80 2740 3/09<br />

Canton Chrono 509 DC, 505, 502, AS 525 SC 57 74 3130 3/09<br />

Elac BS 243 / Sub 111.2 ESP 57 80 2850 7/08<br />

Mordaunt Short Mezzo 1 / Mezzo 9 57 78 2250 7/08<br />

Teufel System 5 THX Select 2 57 76 1600 6/09<br />

Heco Metas 300, Center 2, Sub 30 A 56 77 1830 3/07<br />

Klipsch RF 82, RC 62, RB 61, RW 12d 56 73 3220 3/09<br />

Teufel System 6 Cinema 5.1 56 76 1395 3/07<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Nubert nuLine WS 10, AW 560 55 75 1750 3/07<br />

Teufel Theater 5 (eingebaute Aktivsubwoofer!) 55 73 1500 10/06<br />

B&W 686 (5x) mit Subwoofer ASW 608 54 73 1600 5/08<br />

KEF iQ 1, iQ 2c, HTB 2 54 71 1650 9/06<br />

Nubert nuLook LS 2, AW 1 54 76 1940 7/07<br />

Dali Concept 1, Cpt. Center, Cpt. Sub 51 66 1300 9/06<br />

Magnat Quantum 607, 613 C, 603 51 68 1450 10/07<br />

Nubert nuBox 101, AW 441 48 70 1000 9/09<br />

Teufel Concept M 38 53 295 12/05<br />

Surround-Design-Boxensets ▼<br />

Elegante Platzspar-Lautsprecher, ideal zu Flachbildschirmen.<br />

Absolute Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Nubert nuVero 5 / ASW 1000 60 84 3840 8/10<br />

Teufel Theater LT 6 THX Select 58 79 3300 3/09<br />

■ KEF KHT 9000, PSW 2500 57 76 5100 6/04<br />

B&W XT 4, XT C, XT 2, PV 1 56 76 5800 3/06<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Elac 301.2/Sub 2030 54 76 1950 7/11<br />

Dali Motif LCR , Basis 100 54 74 2750 6/08<br />

KEF Fivetwoeleven, HTB 2 (Surr. aus nur 2 Boxen!) 53 75 2600 1/07<br />

Dali Fazon 5.1 52 72 2000 11/09<br />

KEF T 305 52 73 1800 7/11<br />

JBL CS 1500 51 70 1550 9/09<br />

Cabasse System Xi 50 65 2300 6/04<br />

Preis<br />

Preis<br />

Preis<br />

Heft<br />

Heft<br />

Heft<br />

Heft<br />

Canton Movie CD 205 50 68 1500 9/06<br />

Bose Acoustimass 15 Series III 49 66 1900 9/09<br />

Teufel LT3 Power Edition 48 68 900 7/11<br />

Tannoy Arena 47 67 1800 9/06<br />

KEF KHT 8005 (Surround aus nur 4 Boxen inkl. Woofer) 46 62 1300 4/10<br />

Teufel Motiv 10 45 60 1200 10/08<br />

Obere Mittelklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Teufel Concept P 38 54 375 5/06<br />

Unsichtbare Unterputz-Lautsprecher AmbienTech AmbienTone: 2/08.<br />

Surround-Beamer & Virtualizer ▼<br />

Surroundboxensets aus maximal 3 Einzelbausteinen, ohne echte<br />

Rearspeaker. <strong>Die</strong> Rearkanäle entstehen durch Wandreflexionen<br />

(Beamer) o<strong>der</strong> elektronische Vorentzerrung (Virtualizer). Verstärker<br />

eingebaut – einfach digitale und analoge Tonquellen anstöpseln.<br />

Spitzenklasse<br />

Surr./Stereo<br />

Klang<br />

Punkte<br />

B&W Panorama (1-Box Virtualizer inkl. Subwoofer) 42/34 65 2000 5/09<br />

Canton DM 90.2 (Virtualizer; Subwoofer eingebaut) 41/40 59 1350 6/12<br />

Yamaha YSP 5100 (Beamer, ohne Subwoofer) 41/35 65 1500 2/10<br />

Yamaha YSP 4000 (Beamer, ohne Subwoofer) 40/33 63 1300 1/08<br />

Obere Mittelklasse<br />

Klang<br />

Punkte<br />

Yamaha YSP 3000 (Beamer, ohne Subwoofer) 39/32 61 950 11/08<br />

Canton DM 2 (Virtualizer; 2 Boxen + Subwoofer) 38/38 59 1100 1/08<br />

Canton DM 70 (Virtualizer; Subwoofer eingebaut) 38/38 58 1000 11/08<br />

Marantz Cinemarium 7001 ES (Virtualizer; o. Woofer) 35/33 54 1000 11/08<br />

Kopfhörer, nach außen offene Bauweise<br />

Spitzenklasse<br />

Klang<br />