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STRASSENBAHN MAGAZIN Die letzten Tatras (Vorschau)

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Schleichender Abschied in Deutschland<br />

<strong>Die</strong> <strong>letzten</strong><br />

<strong>Tatras</strong><br />

Betriebe<br />

Fahrzeuge<br />

Geschichte<br />

█<br />

█<br />

█<br />

Aktuelle Einsätze<br />

Abstellungen<br />

Zukunft<br />

47 Bahnen für zwei Linien:<br />

Dortmunds NGT8 im Porträt<br />

Vor 30 Jahren: Kahlschlag<br />

bei der Münchner Trambahn<br />

In den <strong>letzten</strong> M8C auf der<br />

Linie 3 durch Bielefeld


<strong>Die</strong> schönsten<br />

Seiten der Bahn<br />

Das<br />

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Einsteigen, bitte …<br />

Wirklich einen Schritt weiter?<br />

Stimmen Sie ab<br />

<strong>Die</strong> Münchner Tagespresse thematisiert unlängst<br />

den Lärmpegel sowie andere Nebenwirkungen<br />

der starren Räder auf die Fahr -<br />

eigenschaften der Niederflurwagen eines<br />

Schweizer Herstellers – siehe auch Seite 82<br />

in <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 5/2013.<br />

An der Reaktion der Münchner Verkehrs -<br />

gesellschaft (MVG) auf die Kritik war vor<br />

allem eines auffällig: das Fehlen überzeugender<br />

Gegenargumente. Stattdessen spulte die<br />

Presseabteilung einmal mehr ihr Sprüchlein<br />

von der Fortschrittlichkeit und Bequemlichkeit<br />

der Niederflurtechnik ab.<br />

Doch ist die von vielen Betrieben angestrebte<br />

100-prozentige Niederflurigkeit von<br />

Stadt- und Straßenbahnen wirklich ein Garant<br />

für die Zufriedenheit aller Fahrgäste?<br />

Und ist das für die kommunalen Betriebe<br />

wirklich wichtiger als der Aufwand zur Anpassung<br />

von Weichenstraßen und die hohen<br />

Wie akzeptiert sind Straßenbahnwagen mit unterschiedlichen<br />

Fußbodenhöhen?<br />

• Es ist mir noch nicht aufgefallen, dass Stufen in Straßenbahnwagen<br />

jemand zum Ärgernis geworden sind<br />

• Ich habe schon mehrmals Fahrgäste schimpfen gehört bzw. ihren Unmut<br />

gespürt. Zu 100-prozentigen Niederflurwagen gibt es keine Alternative<br />

• <strong>Die</strong> Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse weniger Fahrgäste geht zu weit!<br />

Es ist wichtiger, dass die Wagen technisch einwandfrei funktionieren<br />

Stimmen Sie online ab: www.strassenbahn-magazin.de<br />

Instandhaltungskosten der als „Rumpel kisten“<br />

geschmähten Wagen. Es mehren sich die<br />

Stimmen, die das eindeutig verneinen. Dahinter<br />

verbirgt sich jedoch keineswegs der<br />

Wunsch nach der Rückkehr von Hochflurwagen<br />

mit mehreren Einstiegsstufen!<br />

Jede Familie mit Kinderwagen, jeder Gehbehinderte<br />

– ganz gleich ob mit Stock oder<br />

Rollstuhl – und leider sogar manches Bübchen,<br />

was zu faul ist, sich trotz Trockenheit<br />

auf sein mitgeführtes Fahrrad zu setzen, genießt<br />

es, fast niveaugleich ein- und aussteigen<br />

zu können. Daran will keiner rütteln.<br />

Aber ist es wirklich zwangsläufig notwendig,<br />

mit einem Kinderwagen vom Fahrer bis<br />

zur Heckscheibe durch einen mehrgliedrigen<br />

Gelenkwagen laufen zu können? Anders gefragt:<br />

Würde auch nur ein Fahrgast weniger<br />

mit Niederflurwagen fahren, wenn er gezwungen<br />

wäre, im Wageninneren eine –<br />

freilich unbedingt gut sichtbare – Stufe zu<br />

steigen?<br />

In Düsseldorfer NF6-Wagen spontan ein<br />

Dutzend Reisende nach der Zumutbarkeit<br />

der einen Stufe in Richtung<br />

Wagenende befragt, gab es<br />

kürzlich nicht ein Wort der<br />

Inakzeptanz.<br />

Und welche Erfahrungen<br />

haben Sie, liebe Leser, mit<br />

Stufen in Straßenbahnwagen<br />

gesammelt?<br />

Bremen am 7. April<br />

2013: Der Niederflurwagen<br />

3058 der BSAG<br />

hält am St.-Joseph-<br />

Stift – ohne große<br />

Mühe und Hilfe kann<br />

die Frau mit ihrem<br />

Kinderwagen einsteigen.<br />

Aber muss sie ihn<br />

wirklich vom Fahrer<br />

bis zum Heck durch<br />

das Fahrzeug durchschieben<br />

können?<br />

M. KOCHEMS<br />

André<br />

Marks<br />

Verantwortlicher<br />

Redakteur<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 5 | 2013<br />

3


Inhalt<br />

Inhalt<br />

TITEL<br />

<strong>Die</strong> <strong>letzten</strong> Tatra-Einsätze in Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30<br />

Betriebe<br />

Ringsherum statt Mittendurch. . . . . . . . . . . . . . 16<br />

Erfurts Straßenbahnnetz unterbrochen – Aufgrund von Bauarbeiten<br />

am Anger und an der Schlösserbrücke kann die Straßenbahn seit März<br />

nicht mehr durch das Zentrum der thüringischen Landeshauptstadt fahren.<br />

Es kommt zu umfangreichen Ersatz- und Umleitungsverkehren<br />

Im Flexity durch Strausberg . . . . . . . . . . . . . . . . . 20<br />

Neue Bombardier-Wagen beim Kleinbetrieb östlich von<br />

Berlin – Seit Frühjahr 2013 verfügt die Strausberger Eisenbahn GmbH<br />

(STE) nun über zwei Flexity Berlin. Damit zog eine neue Farbe, aber auch<br />

Reisequalität auf der markanten normalspurigen Strecke ein<br />

TITEL<br />

Noch große Stücke Straßenbahn . . . . . . . . . . . 22<br />

Bielefelds Linie 3 im Porträt – <strong>Die</strong> Verbindung von Babenhausen<br />

nach Stieghorst bietet fast alles, was eine moderne Straßenbahn bieten<br />

kann: Als Stadtbahn auf unabhängiger Trasse, in Stadtmitte im Tunnel und<br />

dazwischen immer wieder echte Straßenbahnabschnitte<br />

Per Pferdebahn ins Sanatorium. . . . . . . . . . . . . 28<br />

Auf 900-mm-Gleisen durch Masowien – Nach der Eröffnung der<br />

Museums-Pferdestraßenbahn in Döbeln 2007 konnte nun in Polen eine<br />

ähnliche Bahn fertiggestellt werden. Sie befindet sich in der Gemeinde<br />

Mrozy, knapp 60 Kilometer östlich von Warschau<br />

Fahrzeuge<br />

Schleichender Abschied . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30<br />

<strong>Die</strong> <strong>letzten</strong> <strong>Tatras</strong> in Deutschland – Moder nisierte T3D, T4D, KT4D,<br />

T6A2 und sogar drei KT8 – noch gibt es sie bei immerhin 21 Betrieben im<br />

Osten Deutschlands. Doch seit dem Jahr 2000 hat sich ihr Bestand drastisch<br />

reduziert – und dieser Prozess geht weiter …<br />

Durch die Mitte auch nach dem Krieg. . . . . 44<br />

<strong>Die</strong> Mitteleinstiegswagen der Berliner Straßenbahn nach<br />

1945 – Nach dem Zweiten Weltkrieg standen noch zahlreiche Wagen dieser<br />

Bauform für den Verkehr in der geteilten Stadt zur Verfügung. Aber auch<br />

die Umbauwagen TM 31 US und TM 31 U werden nun vorgestellt<br />

Hochflurig durch die Weinberge … . . . . . . . . 48<br />

Rhein-Haardtbahn-GT6-Zug im Planeinsatz – <strong>Die</strong> RNV GmbH<br />

setzt von Zeit zu Zeit den Tw 1017 mit dem passenden Gelenk-Bw 1057<br />

auf deren alter Stammstrecke nach Bad Dürkheim ein; für die Freunde<br />

dieser Hochflurwagen ein Genuss – aber nicht für alle Reisende<br />

TITEL<br />

Komplett: 47 Wagen für zwei Linien . . . . . . . 50<br />

Der NGT8 der Dortmunder Stadtwerke – Mit dem Stadtbahntunnel<br />

III kam 2007 eine neue Fahrzeuggeneration auf Dortmunds Gleise –<br />

erstmals in Niederflur- statt Hochflurbauweise. Nach Hochwasserschäden<br />

beim Hersteller und einem Unfall ist die Flotte seit März 2013 nun komplett<br />

4 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> FOTOEDITION Nr. 6<br />

12 Postkarten<br />

gratis auch für alle<br />

neuen Abonnenten<br />

Dortmunds »Niederflur-U-Bahnen« im Porträt 50<br />

Fast fabrikneu erklimmt der Esslinger Tw 13 mit Bw 37 im Sommer<br />

1958 auf der END-Strecke zwischen Esslingen und Nellingen den<br />

Zollberg<br />

WERKFOTO, SLG. A. REUTHER<br />

Im Jahr 2013 machen wir unseren Abonnenten ein ganz besonderes<br />

Geschenk: Mit jeder <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong>-<br />

Ausgabe des Jahrgangs liefern wir Ihnen ein faszinierendes,<br />

historisches Foto der interessantesten Fahrzeugtypen. <strong>Die</strong><br />

Bilder sind auf hochwertigem Chromolux-Karton gedruckt<br />

und können auch als Ansichtskarten verschickt werden.<br />

Tram- und Lokalbahn-Nostalgie pur in Kärnten 68<br />

Übrigens: Wer sich jetzt entschließt, das <strong>STRASSENBAHN</strong><br />

<strong>MAGAZIN</strong> künftig bequem nach Hause geschickt zu bekommen,<br />

erhält die komplette zwölfteilige Foto-Edition und<br />

spart gegenüber dem Heft-Einzelkauf im Handel bares Geld!<br />

Geschichte<br />

Großer Kahlschlag 1983. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60<br />

Einstellungswelle bei<br />

der Münchner Straßenbahn<br />

vor 30 Jahren –<br />

Am 28. Mai 1983 ging in<br />

Bayerns Landeshauptstadt<br />

die 3,3 km lange U1 in Betrieb.<br />

Zeitgleich endete der<br />

Betrieb auf drei Tramlinien<br />

mit ca. 10 km Länge – ein<br />

Etappenziel auf dem Weg<br />

zur Gesamteinstellung?<br />

Der älteste Postwagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66<br />

Restaurierung des Postwagens der Lockwitztalbahn abgeschlossen<br />

– Beim Straßenbahnmuseum Dresden e.V. wurde in den vergangenen<br />

Jahren der von der Strecke Niedersedlitz – Kreischa stammende<br />

Postbeiwagen 35 restauriert – ein Meterspurfahrzeug mit Superlativ<br />

Nostalgie total! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68<br />

Straßenbahnaktivitäten des Vereins „Nostalgiebahnen in<br />

Kärnten“ – In Österreichs südlichstem Bundesland hegt und pflegt ein<br />

Verein auch Straßenbahnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.<br />

Ein Teil von ihnen ist einsatzfähig – und deshalb gibt es große Pläne!<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

TITEL<br />

RUBRIKEN<br />

»Einsteigen, bitte ...« . . . . . . 3<br />

Bild des Monats . . . . . . . . . . 6<br />

Journal . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8<br />

Nächster Halt . . . . . . . . . . . . 27<br />

Einst & Jetzt . . . . . . . . . . . . . 58<br />

Fundstück des Monats . . . . . 73<br />

»Forum«, Impressum . . . . . . 78<br />

<strong>Vorschau</strong> . . . . . . . . . . . . . . . 82<br />

»Ende gut ...« . . . . . . . . . . . 82<br />

Das besondere Bild. . . . . . . . 83<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> im Modell<br />

Geheime Modelle? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />

Neuheitenreport 2013, letzter Teil: Nicht alle neuen Straßenbahnmodelle<br />

können von jedem Hobbyfreund gekauft werden. Immer<br />

mehr Neuheiten sind nur in einem einzigen Laden zu haben ...<br />

Titelmotiv<br />

Den <strong>Tatras</strong> in Deutschland<br />

widmet sich die Titelgeschichte.<br />

Im Bild ein<br />

modernisierter T4D am<br />

25. August 2011 in Leipzig<br />

R. GLEMBOTZKY<br />

5


Bild des Monats<br />

6<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Bild des Monats<br />

Bild des Monats<br />

Endlich gehören Schnee und Minusgrade nun der Vergangenheit an! Jetzt<br />

können die Straßenbahnfreunde wieder die Objekte ihres Interesses fotografieren<br />

oder filmen – ohne zu frieren. Auch nachts nicht, wenn es heißt, attraktive<br />

Szenen mit Stativ einzufangen. Das gelang Paul G. Liebhart am<br />

9. April 2013 in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz, wo er den<br />

Tw 009 auf dem Hauptplatz mit dem alten Dom, der Dreifaltigkeitssäule<br />

und dem alten Rathaus im Bild festhielt. Seit Umspurung der Pöstlingbergbahn<br />

von 1.000 auf 900 mm und ihrer Wiedereröffnung im Mai 2009 beginnt<br />

diese auf dem im Vordergrund sichtbaren Stumpfgleis als Linie 50 am<br />

Linzer Hauptplatz. Dadurch ist hier nun Mitten im Zentrum der Stadt der<br />

Umstieg zu den drei anderen Linzer Straßenbahnlinien möglich.<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

7


Meldungen aus Deutschland,<br />

aus der Industrie und aus aller Welt<br />

Viel Andrang herrschte bei der Eröffnung der „Mobilitätsdrehscheibe Mahndorf“. Im Hintergrund: Der Tunnel unter<br />

der Südumgehung Bremens von Dreye nach Sagehorn, der für die Tram aufgeweitet werden musste A. MAUSOLF (2)<br />

Bremen: Neuer Straßenbahn-, Bus- und S-Bahn-Verknüpfungspunkt in Mahndorf<br />

Ost-Verlängerung der Linie 1 vollendet<br />

ONLINE-UMFRAGE<br />

Große Reserven in der<br />

Lobbyarbeit für Trams!<br />

Im vergangenen Heft fragten wir Sie,<br />

ob die Öffentlichkeit von den Vorteilen<br />

eines Straßenbahnbetriebes überhaupt<br />

ausreichend informiert wird. Auslöser<br />

war das negative Ergebnis der Abstimmung<br />

zum Neubau einer Straßenbahn<br />

in Aachen.<br />

Lediglich 5,7 Prozent der an der Umfrage<br />

teilnehmenden Leser gaben an, dass<br />

nach ihren Beobachtungen alle Möglichkeiten<br />

genutzt werden, für das Verkehrsmittel<br />

Tram zu werben. Fast zwei<br />

Drittel der Votierenden (65,4 Prozent)<br />

waren hingegen der Meinung, dass in<br />

der Lobbyarbeit für Straßenbahnen große<br />

Reserven stecken. Der schienengebundene<br />

Personennahverkehr könnte<br />

noch viel mehr und deutlicher beworben<br />

werden. 28,9 Prozent der Umfragteilnehmer<br />

sind sowohl sehr gute als<br />

auch sehr schlechte Beispiele in der<br />

Bewerbung von Straßen- und Stadtbahnprojekten<br />

bekannt. SM<br />

Links und rechts der neuen Strecke war zwar noch weitestgehend Baustelle,<br />

doch der Eröffnungstermin konnte gehalten werden.<br />

Am 2. April fand die feierliche Eröffnung<br />

des neuen ÖPNV-Knotens am<br />

Bahnhof Mahndorf und des <strong>letzten</strong>,<br />

800 m langen Abschnitts der Linie 1<br />

von der provisorischen Endstelle Nußhorn<br />

hierher statt. <strong>Die</strong> neue Strecke<br />

schließt damit an die erst im März<br />

2012 eröffnete Strecke von Osterholz<br />

nach Nußhorn an. Beide Strecken waren<br />

von vornherein als Gemeinschaftsprojekt,<br />

mit dem weitere Großsiedlungen<br />

sowie ein Großeinkaufszentrum<br />

im Bremer Osten mit der Innenstadt<br />

und stadtauswärts mit dem Regio-S-<br />

Bahnhof Bremen-Mahndorf verbunden<br />

werden sollten, geplant. Neben der<br />

Bremer Straßenbahn AG (BSAG) war<br />

u.a. auch der Regionalbereich Nord<br />

„Station und Service“ der Deutschen<br />

Bahn AG am Gesamtprojekt beteiligt.<br />

<strong>Die</strong> Aufweitung des Tunnels unter<br />

der Umgehungsbahn Sagehorn –<br />

Dreye war die größte Einzelmaßnahme<br />

der neuen Strecke. Am Bahnhof<br />

Mahndorf können die Fahrgäste von<br />

Tram und Bus zur Regio-S-Bahn-Linie<br />

RS1 (Farge – Bremen Hauptbahnhof –<br />

Verden) umsteigen. Ab Dezember<br />

2013 sollen auch die Regionalexpress-<br />

Züge hier halten, womit viele Ziele im<br />

Osten Bremens für Fahrgäste aus Richtung<br />

Verden/Hannover künftig ohne<br />

einen Umweg über Bremens Hauptbahnhof<br />

erreichbar sind. Für die Fahrgäste<br />

sind 220 Park-&-Ride-, sowie<br />

200 Bike-&-Ride-Plätze eingerichtet,<br />

die Hälfte davon überdacht. <strong>Die</strong> Bahnstrecke<br />

nach Hannover verläuft mittig<br />

durch den Gesamtbereich der so<br />

genannten „Mobilitätsdrehscheibe<br />

8 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Deutschland<br />

Am auf die<br />

Eröffnung folgenden<br />

Wochenende<br />

wurde Tw 811<br />

erstmals nach<br />

seiner Grundüberholung<br />

eingesetzt –<br />

hier vor der<br />

Kulisse zweier<br />

Wohnhochhäuser<br />

im Bremer<br />

Osten<br />

M. BEITELSMANN<br />

Mahndorf“. Eine Bahnsteigbrücke, die<br />

mit Fahrstühlen ausgestattet ist, verbindet<br />

die Endstelle der Linie 1 mit<br />

den auf der anderen Seite der Eisenbahn<br />

befindlichen Bus-Endstellen. Drei<br />

Nachtlinien bedienen den neuen Endpunkt.<br />

Am ehemaligen Endpunkt Nußhorn<br />

wurde die provisorische Wendeschleife<br />

bereits wieder abgebaut.<br />

Technisch interessant ist der Einbau<br />

einer mit Erdwärme gespeisten Weichenheizung<br />

im Bereich der Endstelle.<br />

Der Gleiskörper des neuen Abschnitts<br />

ist weitestgehend als Rasengleis ausgeführt.<br />

Aufgrund der erforderlich gewesenen<br />

Eingriffe in den Naturraum<br />

werden u.a. 120 neue Bäume entlang<br />

der Strecke gepflanzt.<br />

Verspätete Eröffnung<br />

abgewendet<br />

Aufgrund des erneuten Wintereinbruchs<br />

wurde zeitweise eine verspätete<br />

Eröffnung befürchtet. Nun konnte<br />

der Terminplan zwar gehalten werden,<br />

allerdings waren begleitende Nebenarbeiten<br />

zum Eröffnungszeitpunkt noch<br />

nicht abgeschlossen. In der nachmittäglichen<br />

Hauptverkehrszeit wird nun<br />

auf der gesamten Strecke ein 7 ½-Minutentakt<br />

angeboten. In der morgendlichen<br />

Spitze verkehrt weiterhin von<br />

Tenever, auf der bereits 2012 eröffneten<br />

Neubaustrecke gelegen, zur Innenstadt<br />

die Expresslinie „1S“, die nur<br />

ausgewählte Haltestellen anfährt. <strong>Die</strong><br />

insgesamt knapp fünf km lange Neubaustrecke<br />

der Linie 1 von der Züricher<br />

Straße in Osterholz bis zum Mahndorfer<br />

Bahnhof kostete insgesamt 62 Mio.<br />

Euro, von denen 60 % aus Bundesmitteln,<br />

die restlichen 40 % von Land und<br />

Stadt Bremen getragen wurden.<br />

Während nun in Bremens Osten der<br />

Tramausbau beendet ist, sollen die Linien<br />

1 und 8 demnächst am südlichen<br />

Ende verlängert werden. Proteste von<br />

Anwohnern hatten hier in der Vergangenheit<br />

für Verzögerungen gesorgt.<br />

Zuvor soll der dritte Bauabschnitt der<br />

Linie 4 durch das niedersächsische Lilienthal<br />

bis nach Falkenberg eröffnet<br />

werden. Sofern alles glatt läuft, könnten<br />

dort schon im Herbst 2013 die ersten<br />

Bahnen fahren. Auch die dortige<br />

Endstelle soll als Umsteigeknoten,<br />

wenn auch ohne Eisenbahnanschluss,<br />

ausgebaut werden.<br />

Oldtimer- und Fast-Oldtimer-<br />

Einsätze<br />

Am auf die Eröffnung folgenden Sonnabend<br />

boten BSAG und Freunde der<br />

Bremer Straßenbahn (FdBS) Fahrten<br />

mit historischen Straßenbahnen auf<br />

dem neuen Linienabschnitt an. <strong>Die</strong> Wagen<br />

verkehrten zwischen dem Depot<br />

Kurt-Huber-Straße und Bahnhof Mahndorf.<br />

Zum ersten Mal nach einer Grundüberholung<br />

gelangte dabei u.a. der<br />

Großraumwagen 811 wieder zum Einsatz.<br />

Ansonsten waren der Kurzgelenk-<br />

Tw 446, der dreiachsige Gelenkwagen<br />

917 sowie die Zweiachser 134 und 701<br />

unterwegs. Am Eröffnungstag war Wagen<br />

446 der einzige historische Wagen,<br />

der im Einsatz stand. Neues gibt es derweil<br />

auch von den <strong>letzten</strong> beiden Wegmann-Hochflurzügen<br />

zu berichten:<br />

Nachdem beide bereits aus dem Fahrgastverkehr<br />

verabschiedet wurden, beschloss<br />

die BSAG nun jedoch aufgrund<br />

einer angespannten Situation beim Wagenpark<br />

zu prüfen, ob die beiden Züge<br />

für den Stadionverkehr eventuell kurzzeitig<br />

weiter eingesetzt werden können.<br />

Ein Ergebnis stand bei Redaktionsschluss<br />

noch aus.<br />

AMF<br />

Mülheim an der Ruhr/Essen<br />

Neue Lackierung<br />

<strong>Die</strong> Fahrzeuge der Essener Verkehrs-AG<br />

(EVAG) und der Mülheimer<br />

VerkehrsGesellschaft (MVG) erhalten<br />

derzeit nach und nach eine neue Lackierung<br />

im Farbton „Rapsgelb“.<br />

Nach offiziellen Angaben soll es sich<br />

bei der gemeinsamen Farbgebung um<br />

die Angleichung des „Corporate Designs“<br />

beider Verkehrsunternehmen<br />

und nicht um einen verbindlichen<br />

Farbton der Via handeln. Schließlich<br />

wird die Duisburger Verkehrsgesellschaft<br />

(DVG), die ebenfalls dem übergreifenden<br />

Unternehmensdach Via angehört,<br />

ihre Busse und Bahnen bis auf<br />

Weiteres rot/weiß lackieren. Ebenfalls<br />

„bis auf Weiteres“, so die Wortwahl<br />

eines Unternehmenssprechers, sollen<br />

die Teilbetriebe einen eigenständigen<br />

Außenauftritt behalten. Es bleibt also<br />

abzuwarten, ob eines Tages die Busse<br />

und Bahnen in allen drei Städten vielleicht<br />

in einer einheitlichen, vermutlich<br />

rapsgelben Lackierung unterwegs sein<br />

werden.<br />

PKR<br />

Tw 201 der Mülheimer Verkehrsgesellschaft trägt bereits den neuen Farbton,<br />

der derzeit auch bei den Essener Bahnen eingeführt wird M. KOCHEMS<br />

Düsseldorf<br />

<strong>Die</strong> Straßenbahnanbindung<br />

des Medienhafens wurde nun<br />

offiziell für den Dezember dieses<br />

Jahres festgelegt. Am 8. April<br />

haben die eigentlichen Bauarbeiten<br />

für die neue Strecke begonnen.<br />

<strong>Die</strong> Verlängerung der<br />

Linie 704 führt ab der Bilker Kirche,<br />

wo bereits 2010 ein Abzweig<br />

für die neue Linie entstand,<br />

zunächst über die Trasse<br />

der Linie 708. Auf Höhe der Haltestelle<br />

Franziusstraße zweigt<br />

die neue, 6,5 Mio. Euro teure<br />

Strecke zur Schleife Kesselstraße<br />

mit der Zwischenstation Speditionstraße<br />

ab.<br />

MBE<br />

Neckar-Alb<br />

<strong>Die</strong> Region Neckar-Alb plant<br />

unter Einbeziehung der vorhandenen<br />

Bahnstrecken ein Regionalstadtbahnsystem,<br />

wobei in<br />

Tübingen und Reutlingen neue<br />

Stadtstrecken entstehen sollen.<br />

Da das System aber nicht bis<br />

zum Auslaufen der GVFG-Fördermittel<br />

2019 verwirklicht werden<br />

kann, sollen zunächst die<br />

Ammertalbahn (Tübingen – Herrenberg)<br />

und die Ermstalbahn<br />

(Metzingen – Bad Urach) elektrifiziert<br />

werden. Der weitere Ausbau<br />

des Systems soll anschließend<br />

– unter den derzeit noch<br />

ungewissen Förderbedingungen<br />

– umgesetzt werden. PKR<br />

Heilbronn<br />

Obwohl die Gleisbauarbeiten<br />

für die Stadtbahn Nord durch die<br />

Witterung der <strong>letzten</strong> Monate<br />

behindert wurden, soll der Eröffnungstermin<br />

im Dezember gehalten<br />

werden. Neben den geplanten<br />

neuen Abstellgleisen<br />

westlich der Haltestelle Hauptbahnhof<br />

soll nun auch die ursprünglich<br />

in Böckingen vorgesehene<br />

Revisions- und Abstellhalle<br />

entstehen, wofür ein Änderungsverfahren<br />

zur Planfeststellung erforderlich<br />

ist. Mit der Stadtbahn<br />

Nord entsteht eine neue innerstädtische<br />

Stadtbahnstrecke, die<br />

in Neckarsulm an das Eisenbahnnetz<br />

anschließt. W. VÖGELE<br />

rz gemeldet kurz gemeldet kurz gemeldet kurz gemeldet kurz gemeldet kurz gemeldet kurz gemeldet<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

9


Aktuell<br />

Karlsruhe: An den 360 m langen Bahnsteigen des ICE-Bahnhofs Vaihingen (Enz) sehen selbst Stadtbahn-Doppeltraktionen (hier als S5 Bietigheim-Bissingen<br />

– Karlsruhe – Wörth) recht verloren aus. Ab 2016 werden hier aber voraussichtlich nur noch Vollbahn-Fahrzeuge halten<br />

P. KRAMMER<br />

Karlsruher Stadtbahn:<br />

Änderungen im<br />

Außenbereich<br />

Im Außenbereich des Karlsruher<br />

Stadtbahnnetzes, weitab der Stadtgrenzen<br />

der Fächerstadt, zeichnen sich<br />

eine Linienverkürzung und eine Verlängerung<br />

ab: <strong>Die</strong> S5 (Wörth – Karlsruhe<br />

Marktplatz – Bietigheim-Bissingen)<br />

könnte ab 2016 nur noch bis<br />

Pforzheim statt bis Bietigheim-Bissingen<br />

fahren. Der Hintergrund sind die<br />

anstehenden Ausschreibungen im<br />

regionalen Bahnverkehr in Baden-<br />

Württemberg, die eine neue Angebotskonzeption<br />

für die Residenzbahn<br />

(Stuttgart – Karlsruhe) vorsehen. Für<br />

die Teilstrecke Pforzheim – Bietigheim-<br />

Bissingen, wo sich derzeit Regionalzüge<br />

der DB mit der S5 zu einem Halbstunden-Takt<br />

ergänzen, sollen künftig<br />

ausschließlich Vollbahn-Fahrzeuge auf<br />

Regionalzug-Linien mit direkter Durchbindung<br />

nach Stuttgart fahren.<br />

Der S41 (Karlsruhe Tullastraße –<br />

Freudenstadt – Eutingen im Gäu) steht<br />

dagegen wahrscheinlich eine Verlängerung<br />

ins Haus. Vermutlich werden<br />

ab 2017 die gelben Züge von Eutingen<br />

im Gäu weiter entlang der Gäubahn<br />

nach Bondorf fahren. Der Hintergrund<br />

sind hier geplante Änderungen auf der<br />

Gäubahn, wonach der zweistündliche<br />

Regionalzug Stuttgart – Singen durch<br />

eine Art Kombination aus Fern- und<br />

Regionalzug ersetzt und bis Zürich<br />

durchgebunden werden soll. Dadurch<br />

wird in Eutingen der zweistündliche<br />

Anschluss zwischen Freudenstadt<br />

(Stadtbahn) und Stuttgart (Regionalzug)<br />

entfallen und muss nach Bondorf<br />

verlegt werden.<br />

PKR<br />

Krefeld<br />

Linie 043 wird am<br />

Hauptbahnhof gekappt<br />

Mit dem 9. Juni steht nun für die<br />

anvisierte Einstellung des Verkehrs auf<br />

dem Streckenastes der Linie 043 nach<br />

Tackheide (s. SM 4/2013) ein geplantes<br />

Datum fest. Eine Genehmigung der<br />

Bezirksregierung steht zwar noch aus,<br />

die Stadtwerke Krefeld (SWK) rechnen<br />

aber von der Zustimmung der Behörde.<br />

<strong>Die</strong> Linie 043 wird demnach nun<br />

am Hauptbahnhof gekappt, so dass<br />

der Stadtteil Stahldorf dann nur noch<br />

mit der Linie 042 erreichbar ist. Vor<br />

wenigen Wochen, Anfang März 2013,<br />

schloss die SWK diese Variante noch<br />

aus und bestätigte gegenüber dem<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong>, dass die<br />

Linie 043 künftig an der Oberschlesienstraße<br />

enden solle. Nach Tackheide<br />

fährt künftig die Buslinie 069.<br />

<strong>Die</strong> gut einen Kilometer lange Strecke<br />

zwischen Oberschlesienstraße und<br />

Tackheide soll aber vorerst betriebsfähig<br />

erhalten bleiben. <strong>Die</strong> Anlagen<br />

könnten zum Beispiel als Abstellfläche<br />

dienen, wenn umfangreiche Umbaumaßnahmen<br />

der Infraststruktur in der<br />

Innenstadt (voraussichtlich 2014) dazu<br />

führen, dass der Betriebshof temporär<br />

vom Netz abgeschnitten ist. CLÜ<br />

Cottbus<br />

Kundenzentrum<br />

erneuert<br />

Am 18. April hat Cottbusverkehr<br />

sein saniertes Kundenzentrum an der<br />

Haltestelle Stadtpromenade feierlich<br />

eingeweiht. Etwa 680.000 Euro hat<br />

Cottbusverkehr für den Umbau ausgegeben,<br />

damit sich Service und Modernität<br />

verbessern. Das Kundenzentrum<br />

an der Haltestelle Stadtpromenade<br />

wurde ganz gezielt umgebaut, da dies<br />

die Haltestelle mit den meisten Fahrgästen<br />

in Cottbus ist. Täglich steigen<br />

hier ca. 8000 Fahrgäste in die Straßenbahn<br />

ein bzw. um.<br />

Der in den 70er Jahren erbaute<br />

Komplex hat im Rahmen des Umbaus<br />

eine Rotunde in rot / weißem Design,<br />

den Hausfarben von Cottbusverkehr,<br />

erhalten.<br />

FHE<br />

Hamburger U-Bahn<br />

Lichterschau in<br />

U-Bahn-Haltestelle<br />

Seit dem 13. April gibt es sonnabends<br />

und sonntags zwischen 11 und<br />

18 Uhr eine Lichterschau im U-Bahnhof<br />

Hafencity Universität. Hamburgs<br />

neue U-Bahn-Linie in die Hafencity hat<br />

sich mit ihren kunstvoll gestalteten<br />

Haltestellen in kurzer Zeit zu einer Touristenattraktion<br />

entwickelt. <strong>Die</strong> Lichtschau<br />

wird mit klassischer Musik untermalt.<br />

Über dem Bahnsteig hängen<br />

Leuchtcontainer, die passend zur Musik<br />

ihre Farben wechseln. Von den Zwischenebenen<br />

der Haltestellen bietet<br />

sich dem Besucher ein Blick auf die<br />

zwölf imposanten Leuchtcontainer.<br />

Auszuge aus La forza del destino (Verdi),<br />

Toccata e fuga (Bach), Symphonie<br />

fantastique (Berlioz), Ungarischer Tanz<br />

(Brahms) und Contradanza (Vanessa<br />

My) werden für die Besucher und Fahrgäste<br />

illuminiert.<br />

LBR<br />

Mainz<br />

Straßenbahn soll in den<br />

Zollhafen fahren<br />

Im alten Mainzer Zollhafen soll ein<br />

neues Stadtquartier entstehen, das<br />

auch mit der Straßenbahn erschlossen<br />

werden soll. Das Gebiet grenzt direkt<br />

an den Betriebshof der Mainzer Verkehrsgesellschaft<br />

(MVG), sodass dessen<br />

Zulaufgleise künftig für den regulären<br />

Linienverkehr genutzt werden<br />

können. <strong>Die</strong> Bahnen würden am Bismarckplatz<br />

von der Strecke Richtung<br />

Finthen abzweigen und zunächst den<br />

eben genannten Abschnitt zum Betriebshof,<br />

der bis zur 1997 erfolgten<br />

Cottbus: Tw 140, der zweite generalsanierte KTNF6 (Langläufer), passiert<br />

an der Haltestelle Stadtpromenade das sanierte Kundenzentrum F. HEILMANN<br />

Hamburg: Von der Zwischenebene des U-Bahnhofs Hafencity Universität<br />

haben Besucher einen guten Blick auf die Lichterschau L. BRÜGGEMANN<br />

10 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Deutschland<br />

Einstellung der Strecke zur Ingelheimer<br />

Aue noch linienmäßig bedient<br />

wurde, bis zur Haltestelle Straßenbahnamt<br />

folgen. Nach dem Passieren<br />

dieser etwa 500 m langen Bestandsstrecke<br />

würde eine weitere 400 m lange<br />

Neubaustrecke folgen. Entlang der<br />

neuen Strecke sollen die Trams gemäß<br />

Vorentwurfsplanung die viel befahrene<br />

Rheinallee queren und im Anschluss<br />

in das Zollhafengebiet, dass<br />

derzeit neu entwickelt wird, fahren.<br />

<strong>Die</strong> aktuellen Planungen sehen eine<br />

als Häuserblockschleife angelegte<br />

Wendemöglichkeit vor.<br />

Wann die Strecke gebaut wird,<br />

hängt auch mit dem Entwicklungstempo<br />

des neu entstehenden Stadtquartiers<br />

zusammen. Obwohl noch<br />

keine Detailplanungen vorliegen,<br />

scheint die Realisierung der Strecke relativ<br />

sicher.<br />

PKR<br />

Dresden<br />

Museumsöffnung mit<br />

Höhepunkten<br />

2.500 Gäste waren gekommen, als<br />

der Verein Straßenbahnmuseum Dresden<br />

e.V. am 20. und 21. April in sein<br />

Domizil an der Trachenberger Straßen<br />

eingeladen hatte. Neben Sonderfahrten<br />

mit Bahnen und Bussen waren die<br />

Wiederinbetriebnahme des Gotha-<br />

Großraumzuges mit Tw 1734 und Bw<br />

2015 und die Präsentation des 105<br />

Jahre alten Postbeiwagen 35 der Lockwitztalbahn<br />

(siehe Seiten 66/67) die<br />

Höhepunkte der Veranstaltung. Letzterer<br />

wird nun neben der (Freital-)Deubener<br />

Güterbahn-Ellok und dem ebenfalls<br />

meterspurigen Tw 240 005 der<br />

Lockwitztalbahn präsentiert. Mit seiner<br />

postgelben Lackierung sticht der<br />

Neuling sofort ins Auge. <strong>Die</strong> Dresdner<br />

Verkehrsbetriebe bewarben die Veranstaltung<br />

in ihrem Fahrgastfernsehen<br />

„Tram-TV“ und trugen damit maßgeblich<br />

zum Erfolg bei. L. HABRECHT<br />

Stuttgart: Mit der Stadtbahnlinie U9, nahe der Haltestelle Schlachthof, fährt man direkt am ex-Baseler Säuli-<br />

Tram vorbei<br />

P. KRAMMER<br />

Stuttgart<br />

»Säuli-Tram« ist da<br />

Seit dem 5. April steht das ex-Baseler „Säuli-Tram“, ein<br />

mit einem großen Schweinekopf verzierter Beiwagen, vor<br />

dem alten Stuttgarter Schlachthof, in dem seit 2010 das<br />

Schweine-Museum untergebracht ist. Der B4-Anhänger -<br />

wagen war zuvor bei der Baselland-Transport im Einsatz,<br />

wo er zu Werbezwecken für die Basellandschaftlichen Kantonalbank<br />

seine außergewöhnliche Gestaltung als „Spar-<br />

Berliner Straßenbahn<br />

F6Z-Flexitys jetzt auch<br />

auf der M10<br />

Seit dem 8. April werden regelmäßig<br />

auch auf der Linie M10 die neuen<br />

Zweirichtungs-Flexitys (F6Z) eingesetzt.<br />

Von den 14 Umläufen der 7,8 Kilometer<br />

langen Linie M10, die tagsüber<br />

im Fünf-Minuten-Takt von der<br />

Warschauer Straße zum Nordbahnhof<br />

fährt, sind seither bis zu fünf mit F6Z<br />

besetzt. Wegen der kurzen Wendezeiten<br />

an beiden Endstellen, die jeweils<br />

über nur ein nutzbares Stumpfgleis<br />

verfügen, in Kombination mit derzeit<br />

noch recht langen Umrüstzeiten beim<br />

Fahrerstandwechsel, ist aktuell keine<br />

komplette Umstellung auf reinen Flexity-Betrieb<br />

möglich. Dass noch nicht<br />

genügend Fahrer für den neuen Fahrzeugtyp<br />

ausgebildet sind, kommt<br />

erschwerend hinzu. Eine Entlastung<br />

bringen die Wagen auf der hoch belasteten<br />

M10 aber jetzt schon – schließlich<br />

verfügen sie über etwa 20 Prozent<br />

mehr Plätze als die bislang eingesetzten<br />

GT6Z.<br />

Säuli“ erhielt. Ein Einsatz im Museumsverkehr auf den<br />

Stuttgarter Meterspurgleisen ist aber nicht geplant, was einerseits<br />

an der mangelnden Kompatibilität, aber auch an<br />

der schwierigen Vereinbarkeit mit den satzungsgemäßen<br />

Zielen des Museumsvereins Stuttgarter Historische Straßenbahnen<br />

(SHB) liegt. Schließlich hat das Säuli-Tram<br />

nichts mit der Stuttgarter Verkehrsgeschichte zu tun. PKR<br />

Bereits seit Dezember 2012 fahren<br />

die F6Z auf der M2 im Zweirichtungsbetrieb.<br />

Zuvor wurden sie nur auf Linien,<br />

die mit Wendeschleifen ausgestattet<br />

sind, eingesetzt. Neben den Linien<br />

M2 und M10 gibt es in Berlin seit dem<br />

3. Juni 2012 noch eine dritte Linie, die<br />

mit Zweirichtungswagen bedient werden<br />

muss. Seitdem wendet die Linie 18<br />

am S-Bahnhof Springpfuhl über ein<br />

neues, zwischen den Richtungsgleisen<br />

der Linie M8 verlegtes Stumpfgleis, womit<br />

sie vom Bahnhof Lichtenberg hierher<br />

eingekürzt werden konnte. BEKUS<br />

Mainz: <strong>Die</strong> Zulaufstrecke zum Betriebshof der Mainzer Straßenbahnen soll<br />

in einigen Jahren wieder Linienverkehr erhalten<br />

P. KRAMMER<br />

Berlin: Seit Anfang April sind fünf der 14 Umläufe der dicht getakteten Linie<br />

M10 mit Zweirichtungsflexitys bestückt<br />

B. KUSSMAGK<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 5 | 2013<br />

11


Aktuell<br />

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Ihre Prämie<br />

Hamburg: <strong>Die</strong> neue Monorail, die zur Internationalen Gartenbauausstellung gebaut wurde, soll bereits im Oktober<br />

wieder demontiert werden<br />

J. PERBANDT<br />

Noch mehr Auswahl unter<br />

www.strassenbahnmagazin.de/abo<br />

Hamburg Monorail<br />

Neue Strecke zur<br />

Gartenbauausstellung<br />

Am 26. April wurde in Hamburg die<br />

Internationale Gartenbauausstellung<br />

IGS zusammen mit einer neuen Monorail,<br />

die bis zu sechs Meter über dem<br />

rund 100 Hektar großen Ausstellungsgelände<br />

verläuft, eröffnet. Der eingleisige<br />

Rundkurs erstreckt sich über 3,4<br />

km. An drei Haltestellen können die<br />

Fahrgäste die Züge verlassen. Der<br />

Fahrpreis beträgt 7,50 Euro und fällt<br />

zusätzlich zum Eintrittspreis von 21<br />

Euro an. An der Haltestelle Nord befindet<br />

sich eine dreispurige Abstellanlage<br />

zum Zwischenparken der nicht benötigten<br />

Züge. Über einen Schiebebalken<br />

werden die Züge eingespurt. Da eine<br />

Werkstatt nicht vorhanden ist, werden<br />

Wartungsarbeiten im Freien durchgeführt.<br />

Für den Betrieb stehen acht voll<br />

verglaste Züge mit je elf Waggons zur<br />

Verfügung. <strong>Die</strong> Züge fassen je bis zu<br />

66 Personen. <strong>Die</strong> Bahn wird über eine<br />

Stromschiene mit 600V Gleichspannung<br />

versorgt und fährt mit maximal<br />

16 km/h über das Gelände. Während<br />

des Ausstellungszeitraumes kann die<br />

Zugfolge auf einen Drei-Minutentakt<br />

verdichtet werden, so dass rund 2000<br />

Fahrgäste stündlich befördert werden.<br />

<strong>Die</strong> Errichtung der Strecke, sowie deren<br />

Betrieb, erfolgt durch Intamin<br />

Bahntechnik und Betriebsgesellschaft,<br />

die bereits von anderen Monorail-Projekten<br />

bekannt ist. Nach dem Veranstaltungsende<br />

am 13.Oktober wird die<br />

Strecke wieder demontiert. JEP<br />

Essen<br />

Baurecht für Krupp -<br />

gürtel-Straßenbahn<br />

Mitte April hat die Bezirksregierung<br />

Düsseldorf den Planfeststellungsbescheid<br />

zum Bau einer Straßenbahntrasse<br />

in der Frohnhauser Straße von<br />

der Einmündung des Berthold-Beitz-<br />

Boulevard (auch Kruppgürtel genannt)<br />

zur Haltestelle Alfred-Krupp-Schule<br />

erlassen. Damit ist die neue Trasse der<br />

Linie 109 zwischen den Haltestellen<br />

ThyssenKrupp und Alfred-Krupp-Schule<br />

wieder ein Stück näher gerückt.<br />

Sobald der Bescheid bestandskräftig<br />

ist, will die Essener Verkehrs-AG<br />

(EVAG) mit dem Bau der Verbindung<br />

beginnen. Im neu angelegten Berthold-Beitz-Boulevard<br />

selbst, einem<br />

Straßenzug im ehemaligen Krupp-<br />

Werksgelände, liegen zum Teil schon<br />

seit Jahren Gleise auf dem dafür freigehaltenen<br />

Mittelstreifen. <strong>Die</strong> neue Linienführung<br />

soll den Knoten Helenenstraße<br />

entlasten, die Fahrzeiten der<br />

Linie 109 verkürzen und zudem einen<br />

Linienkurs einsparen. Weiterhin ist die<br />

Verlegung der Linie 101 in den Kruppgürtel<br />

sowie anschließend eine oberirdische<br />

Heranführung an den Hauptbahnhof<br />

geplant, wofür es derzeit<br />

aber keinen verlässlichen Zeitplan<br />

gibt.<br />

MBE<br />

Industrie<br />

Bombardier<br />

RNV-Variobahnen<br />

werden ausgeliefert<br />

<strong>Die</strong> vierte Serie der Rhein-Neckar-<br />

Variobahnen (Bombardier-Typ 6MGT-<br />

LDZ) wird seit Anfang Januar ausgeliefert.<br />

Es handelt sich um die Wagen<br />

4151 bis 4162. Sie sind baugleich mit<br />

ihren Vorgängern 4143 bis 4150. Damit<br />

verfügen auch die neuesten Exemplare<br />

über Mitrac Energy-Saver, mit<br />

denen sie kurze oberleitungsfreie Abschnitte<br />

befahren können. Tw 4151<br />

kam recht schnell auf der Linie 5, der<br />

ehemaligen OEG Rundlinie Weinheim-<br />

Mannheim-Heidelberg, die im Überlandbereich<br />

nach wie vor als Eisenbahn<br />

konzessioniert ist, zum Einsatz.<br />

Drei Wagen fahren in Heidelberg,<br />

hauptsächlich auf der 24. <strong>Die</strong> nächsten<br />

beiden Neulinge, Tw 4155 und<br />

4156, sind nach diversen Fahrschulfahrten<br />

jetzt auf der Linie 2 in Mannheim<br />

unterwegs. Als bislang letzter<br />

wurde Tw 4157 in Betrieb genommen.<br />

Er kam ab dem 16. April auf der Linie<br />

4, die von Bad Dürkheim über Mannheim<br />

nach Heddesheim ebenfalls abschnittsweise<br />

über konzessionierte Eisenbahnstrecken<br />

fährt, zum Einsatz.<br />

Während die Fahrer mit den Fahreigenschaften<br />

zufrieden zu sein scheinen,<br />

macht die recht gering bemessene<br />

Anzahl der Türen (drei pro<br />

Wagenseite) gerade beim Einsatz im<br />

Stadtbereich Probleme beim Fahrgastwechsel.<br />

HSC<br />

Essen: Bald fährt die Linie 109 über den Kruppgürtel statt über die Helmholtzstraße<br />

(im Bild) nach Frohnhausen<br />

P. KRAMMER<br />

Bombardier: <strong>Die</strong> neue RNV-Variobahn 4155 ist seit Kurzem in Mannheim<br />

auf der Linie 2, hier in der Schleife Feudenheim, im Einsatz H. SCHULZ<br />

12 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Deutschland · Industrie · Weltweit<br />

Siemens<br />

Inspiro-Auslieferung<br />

kommt in die Gänge<br />

Anfang 2011 bestellte die Metro<br />

Warschau beim Fahrzeughersteller<br />

Siemens Mobility 35 sechsteilige Inspiro-Metrogarnituren.<br />

<strong>Die</strong> ersten zehn<br />

werden vollständig in Wien gefertigt,<br />

die Endmontage der restlichen Garnituren<br />

erfolgt durch den polnischen<br />

Konsortialpartner Newag in Nowy<br />

Sacz, welcher regelmäßig mit Rohbaukästen<br />

beliefert wird.<br />

Der erste Inspiro-Serienzug für die<br />

Metro Warschau befindet sich inzwischen<br />

in der polnischen Hauptstadt<br />

und wird vor Ort laufend zu Präsen -<br />

tationen und Schulungen herangezogen.<br />

<strong>Die</strong> zweite Garnitur wurde am<br />

11. April 2013 anlässlich einer Endprüfung<br />

im Prüfcenter Wegberg-Wildenrath<br />

via Passau nach Deutschland<br />

überstellt.<br />

RWY<br />

Stadler<br />

DT 8.12-Auslieferung<br />

geht weiter<br />

<strong>Die</strong> neuen<br />

Niederflur-<br />

Triebwagen<br />

läuten bei<br />

der Frauenfeld-Wil-Bahn<br />

einen Generationenwechsel<br />

ein<br />

J. LÜTHARD<br />

Stadler<br />

Neue Züge für die »FW« und »SZU«<br />

tigt, weil die Eröffnung der verlängerten<br />

Linie U 12 bis Stuttgart-Hallschlag<br />

den Bedarf an Wagen erhöht. HJK<br />

Ausland<br />

Österreich: Attergaubahn<br />

Pressburger Trieb -<br />

wagen restauriert<br />

Das Traditionsunternehmen Stern &<br />

Hafferl Verkehr feierte am 19. April die<br />

100. Jubiläen der Attergaubahn und<br />

Der zweite Wagen und erste Serienwagen<br />

3503/04 des neuen Fahrzeugtyps<br />

DT 8.12 traf am 28. März in<br />

Stuttgart ein und hat bereits Probefahrten<br />

absolviert. Sobald der dritte<br />

Wagen 3505/06 eintrifft, werden die<br />

beiden Serienfahrzeuge in die Prüfung<br />

der Doppeltraktion gehen, während<br />

Wagen 3501 mit dem gleichen Tieflader<br />

nach Berlin zurückkehrt, damit er<br />

dort vollends den Serienwagen angeglichen<br />

wird. <strong>Die</strong> Stuttgarter Straßenbahnen<br />

AG (SSB) arbeitet darauf hin,<br />

dass ab Juli oder August die ersten<br />

Fahrgasteinsätze möglich sein werden.<br />

<strong>Die</strong> Fahrerschulung läuft bereits. Im<br />

Planbetrieb werden die ersten der<br />

neuen Wagen ab 14. September benöder<br />

Attersee-Schifffahrt. Einen Höhepunkt<br />

stellte die Präsentation des über<br />

den Winter einer Hauptrevision unterzogenen<br />

Triebwagen ET 20104 dar.<br />

Dabei wurden die Stirnfronten optisch<br />

rückgebaut in den Zustand vor seiner<br />

Inbetriebnahme im Attergau. Der<br />

Triebwagen wurde 1941 von der PO-<br />

HÉV (zu deutsch „Elektrische Lokaleisenbahngesellschaft<br />

Pressburg – Landesgrenze“)<br />

übernommen, wo er mit<br />

der Bezeichnung Cmg 1612 (Ganz &<br />

Co, Baujahr 1913) auf der Pressburger<br />

Am 27. März konnte die Frauenfeld-Wil-Bahn (FW) ihren<br />

ersten von fünf bei Stadler im Juni 2011 bestellten Triebzügen<br />

in Wil vom Rollschemel abladen. Erstmals erhält die<br />

Bahn klimatisierte Züge mit einen Niederfluranteil (> 60 %)<br />

und 1. Klasse. Als Besonderheit ist zwischen den Scheinwerfern<br />

eine Kamera installiert, deren Aufzeichnungen nach<br />

Kollisionen zur Beweissicherung dienen. Inklusive Streckenanpassungen<br />

in den Haltestellenbereichen und im Depot<br />

Wil, wo Dachzugangsstege, Putzgruben und die Waschanlage<br />

angepasst werden mussten, wurden 35 Mio. CHF (28.5<br />

Mio. Euro) investiert.<br />

Etwa zwei Wochen später und 40 km weiter empfing das<br />

Bahnunternehmen Sihltal – Zürich – Uetliberg Bahn (SZU)<br />

am 9. April in ihrer Werkstätte in Zürich-Giesshübel den ersten<br />

von sechs neuen Niederflur-Triebzügen. <strong>Die</strong> Triebwagen<br />

sollen primär auf der Uetlibergbahn (Gleichstrom) eingesetzt<br />

werden, können durch ihre Ausführung als Zwei-System-Fahrzeuge<br />

aber auch auf Sihltalbahn (Wechselstrom)<br />

fahren. Beide Bahnen nutzen auf dem Abschnitt Zürich HB –<br />

Giesshübel teilweise dieselben Geleise, weshalb die Fahrleitung<br />

der Uetlibergbahn um 1,3 m seitlich verschoben montiert<br />

ist. Der Stromabnehmer der neuen Zweisystem-Bahnen<br />

kann deshalb seitlich verschoben werden! Eingesetzt werden<br />

die Fahrzeuge auf der Uetlibergbahn zur Kapazitätssteigerung<br />

und ersetzen lediglich die zwei Be 8/8 von 1978.<br />

<strong>Die</strong> Züge kommen ab Juni 2013 in den Betrieb.<br />

Während die FW als meterspurige Lokalbahn eine Querverbindung<br />

zwischen den beiden unter anderem von der<br />

Züricher S-Bahn angefahrenen Bahnhöfen Frauenfeld und<br />

Wil darstellt, verbindet die Uetlibergbahn als steilste Normalspureisenbahn<br />

Europas Zürich mit seinem Hausberg –<br />

dem Uetliberg.<br />

JLÜ<br />

Stadtstrecke der Lokalbahn Wien –<br />

Pressburg (Bratislava) im Einsatz war.<br />

Der Triebwagen ET 20104 bildete gemeinsam<br />

mit den Beiwagen EB 20220<br />

(ex Triebwagen 2 der Lokalbahn Unterach<br />

– See bzw. Triebwagen 6 der<br />

Straßenbahn Gmunden) und EB 20222<br />

(ex Beiwagen 1 der Straßenbahn Linz-<br />

Ebelsberg – St. Florian) den Festzug.<br />

Nachdem sich die Anmietung eines<br />

Niederflur-TW von den Innsbrucker<br />

Verkehrsbetrieben (IVB) mehrfach verzögerte<br />

– der Grund war eine Rollkur<br />

Siemens: Der zweite Inspiro für Warschau passiert während einer Überstellungsfahrt<br />

am 11. April den Bahnhof Klein-Schwechat R. WYHNAL<br />

Stadler: Auf der Uetlibergbahn lösen die neuen Zweisystem-Tw (links) ab<br />

Juni 2013 zwei Be 8/8 (rechts) von 1978 ab<br />

J. LÜTHARD<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

13


Aktuell<br />

schweren Ausbauprogramm der thailändischen<br />

Regierung für den öffentlichen<br />

Verkehr. Derzeit wird das Netz<br />

der MRT um 91 km erweitert. Neben<br />

der Verlängerung der vorhandenen Linie<br />

werden zwei neue Linien gebaut.<br />

Auch das SkyTrain-Netz, das aus zwei<br />

Linien besteht, wurde bereits Anfang<br />

2013 erweitert und soll bis zum Jahresende<br />

nochmals verlängert werden.<br />

Damit gehen bzw. gingen 2013 insgesamt<br />

5,3 km neue Strecke mit vier<br />

neuen Haltestellen in Betrieb. Zudem<br />

liefert Siemens für die dort vorhandenen<br />

35 SkyTrain-Züge zusätzliche Mittelwagen,<br />

die bei Siemens-Austria gebaut<br />

werden. Während die MRT-Linie<br />

unterirdisch geführt wird, fährt der<br />

Skytrain als Hochbahn. Obwohl der<br />

Betrieb beider Metro-Systeme den<br />

gleichen technischen Parametern unterliegt,<br />

gibt es keine Gleisverbindung<br />

zwischen den beiden Bahnen. JEP<br />

Graz: <strong>Die</strong> ex-Wiener E 1 -Tw, hier Wagen 293 (ex Wien 4706) auf der Hauptbrücke, wurden im April offiziell aus<br />

dem Linienbetrieb verabschiedet<br />

H. LUTTENBERGER<br />

Österreich: Graz<br />

Abschied von den »Wienern«<br />

Durch die laufende Ablieferung der neuen Variobahnen<br />

wurden die ex-Wiener E 1 -Tw in Graz entbehrlich. Am 14.<br />

April wurde mit einer Sonderfahrt Abschied von den „Wienern“<br />

genommen. <strong>Die</strong> drei Fahrzeuge wurden 2007 von<br />

den Wiener Linien, wo sie zuvor ausgemustert wurden,<br />

sowie ein unfallbedingter Fahrzeugmehrbedarf<br />

bei den IVB – hat sich<br />

Stern & Hafferl von dem anvisierten<br />

Verleih-Geschäft zurückgezogen. Denn<br />

für die Attergaubahn und die StadtRegioTram<br />

Gmunden wurden elf mindestens<br />

zu 70 %-niederflurige Triebwagen<br />

ausgeschrieben, die bereits 2015 eintreffen<br />

sollen. <strong>Die</strong> knapp 14 km lange<br />

Attergaubahn verbindet Vöcklamarkt,<br />

auf der Bahnstrecke Linz – Salzburg<br />

gelegen, als meterspurige Lokalbahn<br />

mit Attersee.<br />

ROS<br />

Thailand: Bangkok<br />

MRT und SkyTrain auf<br />

Expansionskurs<br />

<strong>Die</strong> Bangkoker Schnellbahnsysteme<br />

MRT und SkyTrain sollen massiv ausgebaut<br />

werden. Beide profitieren von<br />

einem rund 100 Milliarden Euro<br />

übernommen. Aufgrund der seinerzeit erfolgten Eröffnungen<br />

der Straßenbahnstrecken ins Peterstal, zum Murpark<br />

und nach Puntigam herrschte akuter Wagenmangel, der<br />

durch die Gebrauchtfahrzeuge aus der Bundeshauptstadt<br />

behoben werden konnte.<br />

HLU<br />

Dominikanische Republik:<br />

Santo Domingo<br />

Zweite Metro-Linie<br />

eröffnet<br />

Am 1. April wurde knapp vier Jahre<br />

nach Inbetriebnahme der ersten Metro-Linie<br />

(Nord-Süd) nun eine zweite<br />

eröffnet. <strong>Die</strong>se verläuft gänzlich unterirdisch<br />

in Ost-West-Richtung durch die<br />

Stadt und kreuzt die L1 an der Station<br />

Juan Pablo Duarte. <strong>Die</strong> 10,3 km lange<br />

Strecke mit 14 U-Bahnhöfen folgt<br />

weitgehend dem Design der ersten,<br />

mit dem Know-how der Metro von<br />

Madrid errichteten Strecke. Eingesetzt<br />

werden Drei-Wagen-Züge vom Alstom-Typ<br />

Metropolis, wie sie auch in<br />

Barcelona unterwegs sind. RSC<br />

Österreich: Linz<br />

Linie 3 wird nach Traun<br />

verlängert<br />

Ab Mitte 2015 soll die Linie 3 von Leonding-Doblerholz<br />

weiter bis zur PlusCity,<br />

einem Einkaufszentrum in Pasching<br />

führen. Ab Frühjahr 2016 soll dann das<br />

Schloss der Stadt Traun erreicht werden.<br />

Anders als bisher wird die 4,4 km lange<br />

Neubaustrecke mit acht Haltestellen<br />

nicht mehr von den Linz AG Linien errichtet,<br />

sondern vom Land Oberöster-<br />

Attergaubahn: ET 20104, bildete gemeinsam mit den Beiwagen EB 20220 +<br />

20222 den Festzug zum 100. Jubiläum R. SCHREMPF<br />

Bangkok: Ein von Siemens gebauter SkyTrain-Zug erreicht die am 15. Februar<br />

eröffnete Station Talat Phlu<br />

J. PERBANDT<br />

14 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Weltweit<br />

reich (OÖ) selbst, das hierfür das Eisenbahninfrastruktur-Unternehmen<br />

„Schiene<br />

OÖ GmbH“ gründete. Baubeginn ist<br />

im Frühjahr 2014.<br />

Mit der Inbetriebnahme der „Stadt-<br />

RegioTram Traun“ wird der schon jetzt<br />

bis Doblerholz gefahrene 7,5-Minuten-Takt<br />

bis zur PlusCity erweitert.<br />

Weiter nach Traun wird nur jeder zweite<br />

Wagen der Linie 3 (15-Minuten-<br />

Takt) verkehren. Bei der Haltestelle<br />

Trauner Kreuzung entsteht ein ÖV-<br />

Knotenpunkt, wohin auch die Obus-Linie<br />

43 verlängert wird.<br />

<strong>Die</strong> Gesamtkosten werden rund 70<br />

Mio. Euro betragen, wovon die Gemeinden<br />

Leonding, Pasching und<br />

Traun 20 Prozent tragen. Der um zwei<br />

Wagen höhere Wagenauslauf wird aus<br />

dem Reservebestand abgedeckt, sodass<br />

keine Neufahrzeuge beschafft<br />

werden müssen.<br />

ROS<br />

Schweiz: Zürich<br />

Kurz- und mittelfristige<br />

Netzumstellungen<br />

Am stadtseitigen Endpunkt der neuen Linie W, Union Station, entsteht derezit ein neuer Fern- und S-Bahnhof<br />

sowie ein unterirdischer Busbahnhof<br />

R. SCHWANDL<br />

USA: Salt Lake City/Denver<br />

Neue Stadtbahn- Strecken im Westen<br />

Im April wurden im tiefen Westen der USA zwei bestehende<br />

Stadtbahnnetze wesentlich vergrößert: Seit dem 14.<br />

April verkehrt die Green Line in Salt Lake City, Utah, statt<br />

wie bisher zum Bahnhof Salt Lake Central nun auf einer 9,4<br />

km langen Neubaustrecke zum Flughafen und bedient dabei<br />

fünf Zwischenstationen. Der neue Ast zweigt westlich<br />

der Innenstadt am ehemaligen Bahnhof der Union Pacific<br />

von der Blue Line ab, überquert die Regionalbahn ‘FrontRunner’<br />

nach Ogden auf einer neu errichteten Straßenbrücke,<br />

wo ein direkter Umsteigepunkt North Temple<br />

Bridge/Guadalupe gebaut wurde. Wie die Red Line wird die<br />

Green Line ausschließlich mit 70%-Niederflurfahrzeugen<br />

vom Typ S70 von Siemens betrieben. Noch in diesem Jahr<br />

soll eine 5,7 km lange Südverlängerung der Blue Line von<br />

Sandy nach Draper folgen, womit das Stadtbahn-Netz eine<br />

Gesamtlänge von 71,4 km erreichen wird.<br />

letzt zu Unmut bei den betroffenen<br />

Fahrgästen geführt, die ihre traditionelle<br />

Direktverbindung zum Hauptbahnhof<br />

nicht missen wollen. Derzeit<br />

sieht es so aus, dass die Linie 17 nun<br />

doch langfristig erhalten bleibt, wobei<br />

sie auf die Stoßzeiten reduziert und<br />

bis zum Hardturm eingekürzt werden<br />

soll. Am anderen Linienende soll sie<br />

dagegen bereits ab dem nächsten Jahr<br />

im Berufsverkehr vom Hauptbahnhof<br />

zum Albisgütli verlängert werden und<br />

hier die Linie 13 verstärken. Auch im<br />

Obusnetz stehen 2014 Änderungen<br />

an: <strong>Die</strong> Linien 72 und 33, die gemeinsam<br />

die Hardbrücke überqueren, sol-<br />

In Denver, Colorado, wurde am 26. April die West Rail<br />

Line in Betrieb genommen. Als Linie W fährt sie vom zukünftigen<br />

ÖPNV-Knoten Union Station am nördlichen<br />

Rand der Innenstadt erst auf bestehender Strecke (Linien<br />

C und E) bis Aurora West Campus, wo sie ihre 19,4 km<br />

lange Neubaustrecke mit 11 Stationen erreicht. <strong>Die</strong>se folgt<br />

anfangs teilweise einer ehemaligen ‘Interurban’-Strecke<br />

nach Lakewood und erreicht nach einem Schlenker zum<br />

Federal Center das Jefferson County Government Center<br />

in Golden. Der Abschnitt ab Federal Center wurde vorerst<br />

nur eingleisig ausgebaut. In Denver werden auch weiterhin<br />

nur hochflurige Siemens-Wagen vom Typ SD100/160<br />

eingesetzt. Neben mehreren Stadtbahnverlängerungen<br />

sind in Denver derzeit auch drei von Union Station ausgehende<br />

elektrische S-Bahn-Linien im Bau, u.a. zum Flughafen<br />

(2016).<br />

RSC<br />

Mit 95 zu 22 Stimmen entschied<br />

der Zürcher Gemeinderat den städtischen<br />

Anteil der Finanzierung der neuen<br />

Tramstrecke vom Hardplatz zum<br />

Escher-Wyss-Platz via Hardbrücke beizusteuern.<br />

Eine Eröffnung der Querverbindung<br />

ist 2017 geplant. <strong>Die</strong> Strecke<br />

soll ins Liniennetz eingebunden<br />

werden, in dem der Außenast zum<br />

Werdhölzli an die Linie 8 angegliedert<br />

und somit ab Escher-Wyss-Platz via<br />

Hardplatz statt via Hauptbahnhof in<br />

die Innenstadt geführt wird. Seit Ende<br />

2011, als das Tram Zürich West eröffnet<br />

wurde, wird die Werdhölzli-Strecke<br />

von einer neuen Linie 17 (Hauptbahnhof<br />

–Werdhölzli) bedient, die eigentlich<br />

mit der Verlängerung der Linie 8<br />

wieder entfallen sollte. Das hatte zulen<br />

die Linienäste tauschen, sodass die<br />

33 künftig vom Bahnhof Tiefenbrunnen<br />

zum Triemli und die 72 vom<br />

Milchbuck nach Morgental fährt. Im<br />

Berufsverkehr sollen beide Linien von<br />

einer neuen Obuslinie 71 (Albisrieder<br />

Platz – Rosengartenstraße) verstärkt<br />

werden.<br />

PKR<br />

Linz: Ab Mitte 2015 fährt die Linie 3 (hier an der Remise Leonding) weiter<br />

bis zur PlusCity in Pasching und ab 2016 dann bis Traun R. SCHREMPF<br />

Zürich: <strong>Die</strong> 2011 eingeführte Linie 17, hier am Sihlquai, sollte eigentlich<br />

2016 wieder entfallen – nun bleibt sie als HVZ-Linie erhalten P. KRAMMER<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

15


Betriebe<br />

<strong>Die</strong> so genannte<br />

Schlösserbrücke<br />

über<br />

einen Nebenfluss<br />

der Gera<br />

wurde 1862<br />

erreichtet.<br />

1965 letzt -<br />

malig umgebaut,<br />

muss sie<br />

nun saniert<br />

werden. Am<br />

5. März 2013<br />

überquerte zuvor<br />

der Tw 624<br />

das Bauwerk<br />

Der Gleisrückbau wurde unverzüglich am 11. März 2013 begonnen, am 16. März präsentiert sich die Schlösserbrücke<br />

bereits komplett ohne Gleise. <strong>Die</strong> ältesten Teile dieses Bauwerkes wurden 1862 errichtet<br />

ALLE FOTOS: HEIKO FELLNER<br />

Ringsherum statt<br />

Mittendurch<br />

Erfurts Straßenbahnnetz unterbrochen Aufgrund von Bauarbeiten am Anger und an der<br />

Schlösserbrücke kann die Straßenbahn seit März 2013 in der thüringischen Landeshauptstadt nicht<br />

mehr durch das Stadtzentrum fahren. Es kommt zu umfangreichen Ersatz- und Umleitungsverkehren<br />

Am 11. März 2013 wurde mit der<br />

größten Baumaßnahmen im Erfurter<br />

Straßenbahnnetz seit Jahrzehnten<br />

begonnen. Dauerten Sperrungen<br />

im Innenstadtbereich bisher meist nicht<br />

mehr als zehn Tage, so steht der Streckenabschnitt<br />

Anger – Domplatz jetzt für acht<br />

Monate nicht mehr zur Verfügung. Frühestens<br />

Ende Oktober rollt wieder eine Straßenbahn<br />

über diesen Streckenabschnitt.<br />

<strong>Die</strong> Strecke vom Anger zum Domplatz<br />

hat ihren ganz besonderen Reiz, vorbei an<br />

Geschäften und Cafés und dem Fischmarkt,<br />

Vor dem Erfurter Rathaus haben an der Haltestelle<br />

Fischmarkt seit Mitte März die Bagger<br />

das Sagen. Aufgrund eines Einspruchs einer<br />

Baufirma wurden die Arbeiten eine Woche<br />

später begonnen<br />

16 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Erfurt<br />

ist es die zweitwichtigste Erfurter Strecke<br />

(nach jener vom Hauptbahnhof durch die<br />

Bahnhofstraße zum Anger).<br />

Über 36.000 Fahrgäste fahren hier täglich<br />

mit den Linien 3, 4 und 6 vom Domplatz<br />

zum Anger bzw. umgekehrt, so dass ursprünglich<br />

auch gar keine Vollsperrung geplant<br />

war: Bereits für den Sommer 2012<br />

war ein Baubeginn unter Beibehaltung des<br />

Straßenbahnbetriebes vorgesehen. Eingleisig<br />

sollten zwei Linien im Abschnitt vom<br />

Domplatz zum Anger verkehren, der Stadt<br />

Erfurt war diese Variante „fahren und bauen“<br />

jedoch zu teuer und favorisierte recht<br />

schnell eine Vollsperrung.<br />

Ersatzbuslinien und Fahrzeitverlängerungen<br />

Ersatzbuslinien seit 11. März 2013<br />

Linie Laufweg Takt Mo-Fr Sa So<br />

R Anger – Theater – Domplatz – Andreaskirche/Webergasse –<br />

Boyneburgufer – Anger 10’ 15’ –<br />

S Hauptbahnhof – Kaffeetrichter – Steigerstraße 15’ 15’ 15’<br />

Ausgewählte Fahrzeitverlängerungen<br />

Haltestelle Ziel-Haltestelle Zeit alt [min] Zeit neu [min] Fahrzeitmehrung [min]<br />

Universität Hauptbahnhof 12 24 + 12<br />

Baumerstraße Hauptbahnhof 10 26 + 16<br />

Bergstraße Hauptbahnhof 9 27 + 18<br />

Sanierung für 7,1 Millionen Euro<br />

Der Grund für die Baumaßnahme liegt<br />

maßgeblich in der Schlösserbrücke, die den<br />

Breitstrom, einen Arm des Flusses Gera,<br />

überspannt. Das aus drei Tragwerksteilen<br />

bestehende Bauwerk aus den Jahren 1862,<br />

1948 und 1965 entspricht nicht mehr den<br />

heutigen Anforderungen. Parallel dazu sollen<br />

auch die Schlösserstraße und der Fischmarkt<br />

komplex saniert werden. <strong>Die</strong> neue<br />

Haltestelle Fischmarkt/Rathaus wird nach<br />

dem Umbau erstmals barrierefrei sein, zumindest<br />

auf einer Länge von 25 Metern. <strong>Die</strong><br />

Gesamtkosten der Baumaßnahme werden<br />

auf 7,1 Mio. Euro beziffert, wovon gleichwohl<br />

2,3 Mio. Euro von der Europäischen<br />

Union getragen werden, 3,3 Mio. Euro von<br />

der Stadt Erfurt und weitere Teile von der<br />

Erfurter Verkehrs-AG sowie dem Freistaat<br />

Thüringen.<br />

Bereits im September 2012 wurden Einwohner<br />

und Fahrgäste über alternative<br />

Fahrtmöglichkeiten zwischen Domplatz<br />

und Anger befragt. Das Ergebnis spiegelt<br />

sich maßgeblich im derzeitigen Liniennetz<br />

mit fünf Straßenbahn-Linien und zwei Ersatzbuslinien<br />

wider. <strong>Die</strong> Linie 1 (Europa-<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

17


Betriebe<br />

<strong>Die</strong> Stadtrundfahren beginnen während der Baumaßnahme an der Betriebshaltestelle Lange<br />

Brücke/Eichenstraße. Am 16. März warten bereits zahlreiche Touristen auf 178+274<br />

Der historische Verkehr während der Bauarbeiten<br />

Auch die Erfurt-Tour mit dem historischen Gotha-<br />

Wagen G4 Nr. 178 muss durch die Streckensperrung<br />

anders als sonst durchgeführt werden. Da<br />

die Wendeschleife Domplatz durch die Linie 6 belegt<br />

ist, startet die Stadtrundfahrt an der Betriebshaltestelle<br />

Lange Brücke/Eichenstraße. <strong>Die</strong><br />

Fahrt startet von dort aus vorbei an der ega zur<br />

Schleife Messe, zurück über Domplatz und vorbei<br />

an der Erfurter Universität durch das Rieth und<br />

über Magdeburger Allee schließlich zum Anger.<br />

Nach einem kleinen Abstecher vorbei an der Erfurter<br />

Thüringenhalle endet die Fahrt schließlich<br />

an der Haltestellte Stadtmuseum/Kaisersaal. Von<br />

dort fährt der Stadtrundfahrtwagen ohne Fahrgäste<br />

zum Betriebshof Magdeburger Allee um<br />

schließlich nach einer kurzen Pause von dort wieder<br />

zur Starthaltestelle Lange Brücke/Eichenstraße<br />

zu fahren.<br />

Bei hohen Anmeldezahlen kommt zusätzlich<br />

der Beiwagen 274 zum Einsatz, zusätzlich steht<br />

auch der Tatra-Wagen 512 zur Verfügung.<br />

Abfahrten:<br />

Mai bis Oktober, Donnerstag bis Samstag:<br />

11, 14, 16 Uhr, Sonntag 11 und 14 Uhr<br />

1. bis 24. November, Samstag + Sonntag:<br />

11 und 14 Uhr HEIKO FELLNER<br />

Seit Mitte März verkehrt die Linie 3 als Ersatz für die Linie 1 vom Europaplatz über die Magdeburger<br />

Allee zum Anger und weiter wie gewohnt zum Urbicher Kreuz. Am 16. März 2013 biegt<br />

Triebwagen 632 am Anger in die Bahnhofstraße ein<br />

<strong>Die</strong> Umleitungs- und Ersatzverkehre im Überblick<br />

GRAFIK: S. PASCHINSKY<br />

platz – Thüringenhalle) entfällt komplett,<br />

die restlichen Linien verkehren wie folgt:<br />

2 Europaplatz – P+R Messe<br />

3 Europaplatz – Magdeburger Allee –<br />

Urbicher Kreuz<br />

4 Ringelberg – Bindersleben<br />

5 Zoopark – Magdeburger Allee –<br />

Thüringenhalle<br />

6 Domplatz – Magdeburger Allee –<br />

Wiesenhügel<br />

Zwei Ersatzbuslinien<br />

Als Schienenersatzverkehr werden zwei Linien<br />

bedient: Linie R im Einrichtungsverkehr<br />

Domplatz – Anger – Domplatz und eine Linie<br />

S vom Hauptbahnhof zur Steigerstraße<br />

aufgrund des Fehlens einer Straßenbahnlinie<br />

und ausgeschöpften Kapazität mit drei Linien<br />

in der Magdeburger Allee bzw. Johannesstraße.<br />

Auch wenn die Linie 2 von der Sperrung<br />

nicht betroffen ist, verkehrt diese ab<br />

dem Sparkassen-Finanzzentrum über den<br />

Domplatz zum Europaplatz. Von hier verkehrt<br />

die Linie 4 von Bindersleben kommend<br />

weiter über Anger zum Ringelberg und stellt<br />

so für zahlreiche Berufsschüler die Direktverbindung<br />

vom Anger zu den Berufsschulen<br />

am Hauptfriedhof dar. Als Ersatz verkehrt<br />

die Linie 6 ab Hauptbahnhof zum Wiesenhügel.<br />

Für Fahrgäste vom Anger zum Domplatz<br />

wird die SEV-Linie R angeboten, die<br />

18 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Erfurt<br />

<strong>Die</strong> neue barrierefreie Haltestelle Fischmarkt/Rathaus wird geringfügig vom Platz in Richtung Schlösserstraße verschoben. Am 5. März 2013<br />

hatten es Rollstuhlfahrer ohne Hilfe noch schwer, in die Niederflurwagen zu gelangen<br />

montags bis samstags als Ringlinie über<br />

Neues Theater, Andreaskirche und Juri-Gagarin-Ring<br />

führt. Verkehrt die Linie R nicht,<br />

werden die Linien 2 und 4 mit Umsteigen an<br />

der Haltestelle Sparkassen-Finanzzentrum<br />

empfohlen. <strong>Die</strong>se Variante bietet sich ebenso<br />

für Fahrgäste an, die nicht den Domplatz als<br />

direktes Ziel haben.<br />

Umsteigefrei zum Domplatz<br />

Als einzige Straßenbahn-Direktverbindung<br />

verkehrt schließlich die Linie 6 vom Anger<br />

über das Rieth zum Domplatz. Das stellt<br />

auch die einzige umsteigefreie Verbindung<br />

von der Nordhäuser Straße beziehungsweise<br />

Universität und Klinikum zum Hauptbahnhof<br />

dar. <strong>Die</strong> Fahrtzeit verlängert sich<br />

allerdings um mindestens das Doppelte und<br />

alle anderen Varianten stellen keinen adäquaten<br />

Ersatz dar.<br />

Noch im Februar war der Beginn der<br />

Bauarbeiten und damit der Liniennetzänderungen<br />

aufgrund etwaiger Einsprüche von<br />

Baufirmen unklar, der ursprünglich Anfangstermin<br />

– der 4. März – musste allerdings<br />

auf den 11. März verschoben werden<br />

und so startete die EVAG am 4. März ihre<br />

Informationskampagne.<br />

Nach nur wenigen Tagen waren 25.000<br />

Informationsblätter vergriffen. Schließlich<br />

begannen die Bauarbeiten bei Minusgraden<br />

Neu ist durch die Bauarbeiten in der Erfurter Innenstadt die Linie 2 in der Nordhäuser Straße:<br />

Triebwagen 643 und 712 sind am 24. März 2013 vom Europaplatz zur ega/Messe unterwegs<br />

und viel Schnee, die Erfurter zeigten auch<br />

viel Verständnis für alle Unannehmlichkeiten<br />

und geänderten Fahrtwegen oder längeren<br />

Fahrzeiten. Aufgrund des langen Winters<br />

bleibt allerdings abzuwarten, ob der<br />

ohnehin straffe Zeitplan gehalten werden<br />

kann und bereits Ende Oktober die Straßenbahn<br />

wieder vom Anger zum Domplatz<br />

verkehren kann. <strong>Die</strong> EVAG hat indes bereits<br />

angekündigt, sich zum Ende der Bauarbeiten<br />

für das entgegengebrachte Verständnis<br />

zu bedanken.<br />

HEIKO FELLNER<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

19


Betriebe<br />

Bereits am 13. März war<br />

der Tw 0041 bei ersten<br />

Probefahrten auf der<br />

Strausberger Eisenbahn<br />

anzutreffen. Dabei folgte<br />

er dem an diesem Tag im<br />

Linienverkehr eingesetzten<br />

KT8D5, den an der<br />

Garzauer Straße ein<br />

Künstler verewigt hat<br />

S. SCHRADER<br />

Im Flexity durch Strausberg<br />

Neue Bombardier-Wagen beim Kleinbetrieb östlich<br />

von Berlin Seit Frühjahr 2013 verfügt die Strausberger<br />

Eisenbahn GmbH (STE) nun über zwei Flexity Berlin.<br />

Damit zog eine neue Farbe, aber auch Reisequalität auf<br />

der markanten normalspurigen Strecke ein<br />

Für die Gäste der offiziellen Vorstellung rückte<br />

man Tw 0041 am 21. März im Depotgebäude<br />

ins rechte Licht ...<br />

B. KUSSMAGK<br />

Der Betrieb ist einer der kleinsten Straßenbahnbetriebe<br />

weltweit. Nun sind<br />

bei der Strausberger Eisenbahn<br />

GmbH (STE) im Februar und März<br />

zwei neue Wagen eingetroffen. Bei den beiden<br />

Flexity Berlin handelt es sich um die ersten<br />

neuen Triebwagen, die das kleine Unternehmen<br />

seit knapp 90 Jahren bezieht. Solche Aktionen<br />

sind in Strausberg derzeit Programm.<br />

Einerseits wird der zwar sehr kleine, aber immerhin<br />

bisher fünf Wagen umfassende Fahrzeugpark<br />

im Betrieb nun durch Neubauwagen<br />

dominiert, andererseits wurden in den<br />

vergangenen Jahren bereits die sechs Kilometer<br />

lange Strecke und der Betriebshof saniert.<br />

Außerdem ließ das Unternehmen – seit 2006<br />

vollständig als Straßenbahnbetrieb konzessioniert<br />

– alle Haltestellen erneuern, was zum<br />

aufpolierten Ortsbild längs der Trasse passt.<br />

<strong>Die</strong> alten Wartehallen blieben bei diesen Arbeiten<br />

erhalten, während das heutige Kundenzentrum<br />

an der Endstelle Lustgarten als<br />

recht attraktiver Neubau entstand. Kenner<br />

der Straßenbahnszene beurteilen das als großartige<br />

Leistung in Zeiten knapper Kassen.<br />

<strong>Die</strong> neuen Flexity<br />

Bestellt worden waren beide Flexity Berlin<br />

am 5. September 2011. Sie sind zu den in<br />

Berlin eingesetzten Wagen identisch, womit<br />

in Strausberg nun der typische Gelbton einzog.<br />

Der in der Nacht vom 26. auf den 27.<br />

20 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Strausberg<br />

Technische Daten der Flexity<br />

• identisch mit Flexity Berlin GT6-08 ZR<br />

• sechsachsig und fünfmodular<br />

Gewicht: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39,1 Tonnen<br />

Länge:. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30,8 Meter<br />

Breite: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,4 Meter<br />

Motorleistung: . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 x 50 kW<br />

Höchstgeschwindigkeit:. . . . . . . . . . . . . 70 km/h<br />

Kapazität: . . . . . . . . 52 Sitz- und 132 Stehplätze<br />

(bei 4 Personen/m 2 )<br />

Februar aus Bautzen angelieferte Tw 0041<br />

war bereits im März häufig für Probefahrten<br />

im Einsatz. Seine offizielle Vorstellung<br />

fand am 21. März 2013 vor viel örtlicher<br />

Polit-Prominenz im Betriebshof statt. Am<br />

folgenden Tag ging Tw 0041 in den Plandienst,<br />

der am 23. März eingetroffene Tw<br />

0042 folgte kurz danach diesem Beispiel.<br />

Der Einsatz<br />

Während bei der STE an Wochenenden nur<br />

ein Wagen im 40-Minuten-Takt unterwegs<br />

ist, wird von Montag bis Freitag mit zwei<br />

Umläufen im 20-Minuten-Takt gefahren,<br />

die an der einzigen Ausweiche Hegermühle<br />

kreuzen. Werktäglich werden dann ca.<br />

4.000 Fahrgäste befördert.<br />

Der aktuelle Fahrplan sieht von Montag<br />

bis Freitag jeweils einen Kurs mit einem der<br />

beiden Flexitys vor, häufig verkehren allerdings<br />

beide Kurse mit Flexitys. Eine generelle<br />

Bedienung mit Flexitys kann nicht immer<br />

garantiert werden, da es auch einmal<br />

möglich sein kann, dass eines der beiden<br />

Fahrzeuge zu Wartungs- oder Reparaturarbeiten<br />

im Betriebshof bleiben muss. Dann<br />

übernimmt einer der bisher im Schwerpunkt<br />

auf der STE eingesetzten drei KT8D5<br />

(Tw 21, 22 und 23, CKD, Baujahre 1989–<br />

1990, bis 1995 Kosice/Kaschau) die Leistungen.<br />

Davon soll Tw 22 langfristig in<br />

Strausberg verbleiben, für die übrigen zwei<br />

ist eine Abgabe nach Prag im Gespräch. Außerdem<br />

ist noch der T6C5-Triebwagen 30<br />

(CKD, Baujahr 1998, bis 2003 CKD Prag,<br />

ex New Orleans) vorhanden.<br />

Täglicher Niederflurkomfort<br />

Im Schülerverkehr wurde bisher häufig ein<br />

Umlauf mit zwei Tatra-Wagen geführt. Bis<br />

2004 kam ein Reko-Triebwagen als zusätzlicher<br />

Wagen zur Verstärkung zum Einsatz,<br />

dann übernahm im Bedarfsfall der Tw 30<br />

diesen Einsatz. Auf ihn würde man auch<br />

heute im Bedarfsfalle zurückgreifen. Das<br />

Haupteinsatzgebiet des Tw 30 waren in den<br />

vergangenen Jahren vor allem aber die<br />

Abendstunden und die Wochenenden. Das<br />

entfällt nun, da den Fahrgästen rund um die<br />

Uhr Niederflurkomfort geboten werden<br />

soll.<br />

B. KUSSMAGK/A. MARKS<br />

Der neue Tw 0041 am 21. März auf Jungfernfahrt durch Strausberg. Sein Schwesterfahrzeug<br />

ist ebenfalls im typischen Gelb der Flexity Berlin lackiert<br />

B. KUSSMAGK<br />

Der KT8D5 Nr. 23 hat am 2. März 2013 die Haltestelle Lustgarten verlassen und folgt nun der<br />

August-Bebel-Straße. Nur der baugleiche Tw Nr. 22 soll langfristig in Strausberg bleiben<br />

Winterlich ging es noch am 13. März 2013 zu, als der KT8D5 Nr. 23 durch den Stadtwald brauste.<br />

An dem Tw hat die Prager Straßenbahn Interesse geäußert S. SCHRADER (2)<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

21


Betriebe<br />

Noch große Stücke<br />

Straßenbahn<br />

Bielefelds Linie 3 im Porträt <strong>Die</strong> Verbindung von Babenhausen<br />

nach Stieghorst bietet fast alles, was eine moderne Straßenbahn bieten<br />

kann: Als Stadtbahn auf unabhängiger Trasse, in Stadtmitte im Tunnel<br />

und dazwischen immer wieder echte Straßenbahnabschnitte<br />

Von Sieker kommend hat der von Tw 538 geführte<br />

Zug den auf eigener Trasse geführten<br />

Süd-Ost-Abschnitt nach Stieghorst erreicht.<br />

Nach Unterquerung einer Ausfallstraße wird er<br />

gleich die Haltestelle der im Hintergrund sichtbaren<br />

Lutherkirche erreichen<br />

S. VOCKRODT<br />

22 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Bielefeld<br />

Willkommen in der Stadt, die es<br />

angeblich nicht geben soll! Dafür<br />

gibt es hier ein reges Leben<br />

und für den Straßenbahnfreund<br />

ist Bielefeld allemal interessanter als Münster,<br />

von wo aus die Gerüchte der „Bielefeld-<br />

Verschwörung“ dereinst gestreut wurden …<br />

Bielefelds Stadtbahn bietet dem Freund<br />

moderne Fahrzeuge auf neuen und trotz<br />

stadtbahnmäßiger Trassierung interessanten<br />

Strecken. Sie bietet aber auch klassisch enge<br />

Straßenbahnstrecken in baulich abwechslungsreicher<br />

Umgebung. Und neben Stuttgart<br />

und Hannover ist Bielefeld das heute<br />

einzige komplett hochflurig betriebene<br />

Stadtbahnsystem in Deutschland. Im Gegensatz<br />

zu Stuttgart behielt Bielefeld aber<br />

die Meterspur bei und zeigt, dass auch auf<br />

schmaler Spur ein sehr leistungsfähiger und<br />

erfolgreicher Stadtbahnbetrieb möglich ist.<br />

Linien nach Alter gestaffelt<br />

Vier Linien bedienen heute das Bielefelder<br />

Stadtbahnnetz und es ist ein interessanter<br />

Fakt, dass die Liniennummern auch das Alter<br />

der jeweiligen Strecken widerspiegeln. So<br />

entstanden die zentralen Äste der Linien 1<br />

und 2 – sieht man vom Stadtbahntunnel ab<br />

– bereits vor dem Ersten Weltkrieg, die Linie<br />

3 wurde ab 1928 eingeführt und die Linie 4<br />

ist die jüngste Bielefelder Linie und die erste,<br />

die vollständig als Stadtbahnlinie mit komplett<br />

eigener Trasse und Hochbahnsteigen<br />

an allen Haltestellen betrieben wird.<br />

Doch uns zieht es heute zur Linie 3, Babenhausen<br />

Süd – Stieghorst. <strong>Die</strong> Linie ist zwischen<br />

1928 und 1996 entstanden, als sie ihre<br />

heute Linienführung erhielt. Sie war die erste<br />

von Anbeginn an zweigleisig ausgebaute Straßenbahnlinie<br />

Bielefelds. Jahrzehntelang bediente<br />

sie nur den zentralen Teil Oststraße –<br />

Lange Straße, erst ab Mitte der 1960er-Jahre<br />

folgten die Verlängerung im Osten, zunächst<br />

bis Sieker Mitte (damals Otto-Brenner-Straße)<br />

mit Anschluss an den neuen Betriebshof, dann<br />

1996 nach Stieghorst und Nordwesten, von<br />

der Langen Straße zunächst bis zur Voltmannstraße<br />

und dann 1980 zur heutigen<br />

Endstelle Babenhausen Süd, die eine der ersten<br />

bereits für den Stadtbahnbetrieb vorbereitete<br />

Endstelle der Bielefelder Stadtbahn ist.<br />

<strong>Die</strong> Trasse durch Stieghorst verläuft völlig straßenunabhängig. <strong>Die</strong> verschiedenen Wegkreuzungen<br />

sind schrankengesichert, oft verläuft die Strecke direkt längs der Grundstücksgrenzen<br />

Der Straßenübergang der Dürkopp-Werke dürfte das meistfotografierte Straßenbahnmotiv<br />

Bielefelds sein. <strong>Die</strong> Züge der Linie 3 unterqueren ihn jede Stunde zwölf Mal S. VOCKRODT (2)<br />

Daten & Fakten: Linie 3<br />

Linienfarbe: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . gelb<br />

Führung: . . Babenhausen Süd – Lange Straße –<br />

Hauptbahnhof – Jahnplatz – Rathaus –<br />

Oststraße – Sieker Mitte – Stieghorst<br />

Fahrzeit: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Minuten<br />

Takt: . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Minuten (tagsüber)<br />

Abends und am Wochenende: . . . . . . . . 15 Min.<br />

(teilweise als Linie 10)<br />

Fahrzeuge: . . . . . . M8C, M8D in Doppeltraktion<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

23


Betriebe<br />

LINKS <strong>Die</strong> Station<br />

Hauptbahnhof wird<br />

von allen vier Stadtbahnlinien<br />

angefahren.<br />

Auf der Fahrt<br />

nach Stieghorst hat<br />

der M8C-Triebwagen<br />

hier etwa ein<br />

Drittel des Weges<br />

geschafft<br />

P. KRAMMER (3)<br />

RECHTS Von Babenhausen<br />

Süd kommend,<br />

legen die<br />

Züge der Linie 3 an<br />

der Voltmannstraße<br />

ihren ersten Halt ein<br />

Am Bielefelder Hauptbahnhof ist der Zugang<br />

zum Tiefbahnhof der Stadtbahn recht futuristisch<br />

überdacht<br />

L. BRÜGGEMANN<br />

Von der Sparrenburg hat man einen guten<br />

Blick auf die Bielfelder Innenstadt, die für die<br />

von Norden kommenden Stadtbahnen bis<br />

kurz vor das Rathaus untertunnelt ist. Im Vordergrund<br />

steht die Neustädter Marienkirche<br />

Schon 1980 entstanden hier die heute benützten<br />

Hochbahnsteige, an der in Fahrtrichtung<br />

linken Seite, da in den ersten Jahren<br />

noch Düwag-Einrichtungszüge hier<br />

wendeten. Noch eine Besonderheit zeichnet<br />

die Bielefelder Stadtbahn aus: Hier haben<br />

sich (wie im Südwesten des Landes auch)<br />

die Linienfarben gehalten. <strong>Die</strong> Linie 3 ist<br />

auch die „Gelbe“. Sind die Zielfilme der alten<br />

M8C, die derzeit durch neue Vamos abgelöst<br />

werden, noch auf gelbem Grund ausgeführt,<br />

wird bei den – nicht sehr gut<br />

lesbaren – Matrixanzeigen der jüngeren<br />

Fahrzeuge nur noch die Liniennummer farbig<br />

unterlegt, das Gelb geht hier auch ein<br />

wenig ins Orange.<br />

Daten & Fakten: MoBiel<br />

moBiel GmbH<br />

Otto-Brenner-Straße 242 · 33604 Bielefeld<br />

www.mobiel.de<br />

Spurweite. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.000 mm<br />

Linien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4<br />

Streckenlänge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35,6 km<br />

Fahrzeuge:. . . . . . . . . . . . 90 Tw (alle hochflurig)<br />

5 Mittelwagen<br />

Betriebshöfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1<br />

<strong>Die</strong> Endstelle Babenhausen Süd ist als<br />

große Wendeschleife mit innen liegendem<br />

Parkplatz angelegt. Ankunft- und Abfahrtbahnsteig<br />

sind getrennt, die Wendezeit ist<br />

recht knapp bemessen. Der ankommende<br />

Zug hält am Ankunftshochbahnsteig, die<br />

Fahrgäste steigen aus, dann durchfährt das<br />

M8C-Doppel die Schleife und hält erneut<br />

am Abfahrtbahnsteig. Nach wenigen Minuten<br />

Aufenthalt setzt sich der Zug Richtung<br />

Stieghorst in Bewegung. Der Grund<br />

für die kurze Wendezeit ist einfach: Das<br />

letzte Streckenstück der „3“ ist eingleisig<br />

Hinter dem Rathaus zweigt die „3“ in die A.-<br />

Schröder-Straße ab. Der Zug aus Stieghorst<br />

biegt nun zur stark frequentierten Haltestelle<br />

Rathaus ein, bevor er in den Innenstadttunnel<br />

einfährt<br />

S. VOCKRODT<br />

und liegt in klassischer Überlandbauweise<br />

am linken Fahrbahnrand der vierspurigen<br />

Ausfallstraße. Nun erreicht der Zug die<br />

ebenfalls neben der Straße liegende Haltestelle<br />

Voltmannstraße, die noch ebenerdig<br />

ausgeführt ist. Bis hierher wurde die Tram<br />

1957 verlängert, damals allerdings hatten<br />

die Linien 2 und 3 die Nordäste getauscht.<br />

Ab hier ist die Trasse durchgehend zweigleisig,<br />

der Zug wechselt nun in die Straßenmitte.<br />

Nun verkehrt die „3“ prinzipiell auf eigenem,<br />

wenn auch eingepflasterten Gleiskörper,<br />

denn die Trasse ist durch Farbmarkierungen<br />

von den Fahrbahnen abgetrennt.<br />

Hier fährt die „3“ durch eine typische Vor-<br />

24 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Bielefeld<br />

Der Bielefelder Wasserturm ist vor allem unter<br />

Modelleisenbahnern im ganzen Land bekannt.<br />

Per Straßenbahn kann er jedoch nicht mit der<br />

Linie 3, sondern mit der 2 von der Haltestelle<br />

„Stadtheider Straße“ erreicht werden A. LÜTKE<br />

Der Endpunkt der Linie 3 in Stieghorst ist als doppelgleisige Stumpfendstelle mit vorgelagertem<br />

doppelten Gleiswechsel und breitem Mittelbahnsteig ausgeführt<br />

P. KRAMMER<br />

stadtgegend an einer Ausfallstraße. Recht<br />

junge Bäume am Straßenrand sollen für etwas<br />

Abwechslung sorgen. Über die Haltestellen<br />

Koblenzer Straße und Lange Straße<br />

– letztere eine klassische ampelgesicherte<br />

Straßenbahnhaltestelle mit notwendiger<br />

Überquerung einer Fahrbahn – erreicht der<br />

Zug die Haltestelle Auf der Hufe, hinter der<br />

die Linie 3 im dunklen Untergrund verschwindet.<br />

Im Tunnel durchs Zentrum<br />

<strong>Die</strong>se Haltestelle ist (wie die Koblenzer<br />

Straße auch) mit einem recht schmalen Mit -<br />

telbahnsteig in Hochbauweise versehen.<br />

Stadtauswärts fahrende Züge tauchen unmittelbar<br />

vor der Haltestelle aus dem<br />

Untergrund auf, stadteinwärts fahrende<br />

Bahnen haben noch über 100 Meter oberirdische<br />

Fahrt vor sich, bevor sie ebenfalls<br />

im Untergrund verschwinden. Nun folgen<br />

vier unterirdische Haltestellen, die beiden<br />

zentralen Haltestellen Hauptbahnhof und<br />

Jahnplatz bedienen alle vier Bielefelder<br />

Linien. Hier sind die Bahnsteige immer gut<br />

besetzt, wer umsteigen will, tut dies am<br />

besten am Jahnplatz, da hier alle vier Linien<br />

an denselben Bahnsteigkanten halten.<br />

Hinterm Jahnplatz taucht die Stadtbahn<br />

aus dem Tunnel auf und erreicht die ebenfalls<br />

stark frequentierte Haltestelle Rathaus,<br />

im Gegensatz zu den Mittelbahnsteigen der<br />

Tunnelstationen liegen hier Seitenbahnsteige,<br />

die bei starkem Andrang doch recht<br />

schmal wirken. Während Linie 4 hier endet<br />

und die Linien 1 und 2 noch gemeinsam<br />

weiter hinauf zur Haltestelle Landgericht<br />

fahren, biegt die „3“ unmittelbar hinter der<br />

Haltestelle Rathaus ab in die Nikolaus-Dürkop-Straße.<br />

<strong>Die</strong>se enge Straße wird erst seit<br />

1986 von der „3“ befahren, als im Zuge der<br />

Vorarbeiten für den Stadtbahnbetrieb auch<br />

die Linie 3 wieder über den Jahnplatz geführt<br />

wurde. Hier liegt auch eines der meistfotografierten<br />

Straßenbahnmotive Bielefelds:<br />

<strong>Die</strong> Unterführung der Tram unter der<br />

Verbindungsbrücke zwischen zwei früheren<br />

Dürkop-Werkhallen.<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

25


Betriebe<br />

Am nördlichen Ende der Linie 3 in<br />

Babenhausen Süd wartet der Tw 535<br />

auf die Abfahrt nach Stieghorst. <strong>Die</strong><br />

Hochbahnsteige für die Ankunft und<br />

Abfahrt sind hier getrennt in die Wendeschleife<br />

integriert<br />

P. KRAMMER<br />

Ab der Haltestelle August-Schroeder-<br />

Straße fährt die „3“ auf ihrem ältesten Streckenstück<br />

Richtung Oststraße. <strong>Die</strong> Straßen<br />

bieten nur Platz für zwei Fahrbahnen mit<br />

Tram, dicht gedrängte Stadthäuser und enge<br />

Bogenradien verlangsamen die Fahrt. Hinter<br />

der Haltestelle Ravensberger Straße<br />

biegt die Bahn wieder scharf nach Osten ab,<br />

nun nimmt die Umgebung den Charakter<br />

einer mondänen Vorstadt aus wilhelminischer<br />

Zeit an. Große, zum Teil repräsentative<br />

Villen säumen die Straße, an der Haltestelle<br />

Krankenhaus Ost ist derzeit noch<br />

kein Hochbahnsteig installiert, dafür hat<br />

man vor einigen Jahren die Tram hier in die<br />

Richtungsfahrbahnen verlegt um längere<br />

Wartezeiten zu vermeiden.<br />

Noch immer als klassische Straßenbahn<br />

geht es über die Oststraße, an der die Linie<br />

1928 begann, weiter nach Sieker. Vor der<br />

Station Sieker Mitte – bis 1996 Endhaltestelle<br />

– biegt die Bahn um 90 Grad nach<br />

rechts von der Straße ab. Hinter der Haltestelle<br />

zeigt das 1970 in Betrieb genommene<br />

Betriebsgleis zum Betriebshof Sieker ab.<br />

Hierdurch werden aufwändige Leerfahrten<br />

zum Ein- und Ausrücken drastisch verkürzt.<br />

Von Babenhausen Süd wird die Linie 3 eingleisig zur Haltestelle Voltmannstraße geführt, die<br />

über ein Ausweichgleis verfügt<br />

C. LÜCKER<br />

Als Stadtbahn nach Stieghorst<br />

Nun unterquert die Linie 3 eine stark befahrene<br />

Bundesstraße und biegt auf ihr<br />

jüngstes Streckenstück ein. Der rund drei<br />

Kilometer lange Abschnitt nach Stieghorst<br />

ist 1996 eröffnet worden und vollständig<br />

straßenunabhängig trassiert. Über die Haltestellen<br />

Lutherkirche mit einem kleinen<br />

Park fährt der Zug jetzt zwischen Gärten<br />

und Lärmschutzwänden hindurch Richtung<br />

Südosten. <strong>Die</strong> Haltestellen sind mit Seitenbahnsteigen<br />

ausgerüstet, die Straßenkreuzungen<br />

mit Halbschranken gesichert. An einigen<br />

Stellen ist die Trasse so eng an die<br />

Grundstücke herangerückt, dass kein Platz<br />

für einen Fuß- oder Radweg längs der Trasse<br />

bleibt.<br />

Hinter dem Halt Elpke beginnt der Neubaustadtteil<br />

Stieghorst. Über die Haltestelle<br />

Gesamtschule wird der Endpunkt Stieghorst<br />

Zentrum erreicht. <strong>Die</strong> doppelgleisige<br />

Stumpfendstelle mit vorgelagertem doppelten<br />

Gleiswechsel und breitem Mittelbahnsteig<br />

erinnert an vergleichbare Endstellen in<br />

Hannover oder Stuttgart. Sie hat echten<br />

Stadtbahnstandard, während die Seiten-<br />

bahnsteige der anderen Haltestellen manchmal<br />

doch etwas schmal wirken.<br />

Von hier aus soll die Linie 3 bald um 2,35<br />

Kilometer nach Hillegossen verlängert werden.<br />

<strong>Die</strong> ebenfalls im Konzept „Stadtbahn<br />

2030“ angedachte Verlängerung am Nordende<br />

von Babenhausen Süd nach Theesen<br />

wurde Anfang 2013 wegen mangelnder<br />

Wirtschaftlichkeit aufgegeben.<br />

Wie die Linie 1 kann die Linie 3 noch<br />

nicht von den 2,65 Meter breiten Vamos befahren<br />

werden. Auch hat sie noch zahlreiche<br />

nicht mit Hochbahnsteigen versehene Haltestellen,<br />

woran sich auf mittlere Sucht auch<br />

wenig ändern dürfte. STEFAN VOCKRODT<br />

26 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Nächster Halt: …<br />

Zwischen Basel und Riehen befindet sich auf schweizerischem Gebiet in Riehen die Station Fondation Beyeler. Am 18. April 2011 wird sie von<br />

Tw 311 bedient. <strong>Die</strong>ser Combino der Basler Verkehrsbetriebe war am 11. Oktober 2001 auf den Namen „Berlin“ getauft worden J. SCHRAMM<br />

Nächster Halt:<br />

Fondation Beyeler<br />

Was sich so Französisch anhört, liegt im<br />

Nordwesten der Schweiz, keine fünf Kilometer<br />

von der deutschen Grenze entfernt.<br />

Aber der Reihe nach: Verlässt man heute Basel<br />

mit der Tramlinie 6 über den Badischen<br />

Bahnhof stadtauswärts, so endet die Großstadt<br />

ziemlich abrupt hinter der Wendeanlage<br />

Eglisee. Von nun an säumen Kleingärten<br />

die Straße, gegenüber grasen Kühe auf saftigen<br />

Wiesen und aus der Ferne grüßen stolze<br />

Landhäuser. Nur ein kurzes Stück, dann<br />

wird die Gemeinde Riehen erreicht.<br />

Bereits 1899 stand fest, dass eine Tramlinie<br />

von Basel nach Riehen gebaut werden sollte.<br />

Am 7. August 1908 war es endlich so weit.<br />

<strong>Die</strong> Strecke endete zunächst im Kern von<br />

Riehen. 1914 wurde die Linie bis nach „Riehen<br />

Grenze“ vor den Toren Lörrachs verlängert.<br />

Nach dem Ersten Weltkrieg erreichte<br />

sie auch Lörrach, doch dieser grenzüberschreitende<br />

Verkehr wurde 1967 eingestellt.<br />

Wenige hundert Meter nördlich der Haltestelle<br />

„Riehen Dorf“ entstand eine kleine<br />

Wendeschleife mit sehr engem Radius. Kurz<br />

zuvor befindet sich heute die Station „Fondation<br />

Beyeler“. Benannt ist sie nach einer<br />

Stiftung (frz. „Fondation“) des Ehepaares<br />

Beyeler. Hildy und Ernst Beyeler hatten über<br />

Jahrzehnte Kunstwerke der „Klassischen<br />

Moderne“ zusammengetragen und diese<br />

später in eine Stiftung eingebracht. Ein Domizil<br />

erhielt diese Kunstsammlung 1997<br />

eben in Riehen, wo ein Museum entstand,<br />

das wegen seiner Architektur, seiner Einbindung<br />

in die umgebende Landschaft und der<br />

Präsentation der ausgestellten Werke heute<br />

als eines der schönsten der Welt gilt.<br />

Zur Eröffnung einer großen Monet-Ausstellung<br />

am 28. März 2002 wurde unmittelbar<br />

vor dem Eingang die Haltestelle „Fondation<br />

Beyeler“ eingerichtet; zu diesem<br />

Anlass wurden auch zwei Tramzüge der BVB<br />

mit Kunstmotiven versehen.<br />

<strong>Die</strong> Haltestelle überlebte das Ende der<br />

Monet-Ausstellung und wird bis heute von<br />

den Combinos der Linie 6 bedient. Aber<br />

auch für Menschen, die weniger kunstbegeistert<br />

sind, lohnt sich ein kleiner Spaziergang<br />

durch Riehen mit seinen vielen kleinen Geschäften.<br />

JÖRN SCHRAMM<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

27


Betriebe<br />

Bei der offiziellen Eröffnung am 10. August 2012 ist die Endstelle am Sanatorium erreicht.<br />

Im Jahr 2011 warben ein Gleisstück und eine Tafel für den Wiederaufbau (rechts)<br />

Per Pferdebahn<br />

ins Sanatorium<br />

Auf 900-mm-Gleisen durch Masowien Nach der Eröffnung der Museums-Pferdestraßenbahn<br />

in Döbeln 2007 konnte nun in Polen eine ähnliche Bahn fertiggestellt werden. Sie befindet sich in<br />

der Gemeinde Mrozy, knapp 60 Kilometer östlich von Warschau<br />

Seit Mai 2012 ist in der polnischen<br />

Wojewodschaft Masowien eine neue<br />

Pferdestraßenbahn als Museumsstrecke<br />

in Betrieb. Am 10. August<br />

2012 wurde sie in der etwa 8.700 Einwohner<br />

zählenden Gemeinde Mrozy nun auch<br />

offiziell eröffnet.<br />

<strong>Die</strong> Geschichte der Pferdestraßenbahn ist<br />

recht ungewöhnlich: Um 1900 grassierte in<br />

Warschau wie auch in anderen Großstädten<br />

die Tuberkulose. Einige Ärzte und Sponsoren<br />

in Russisch-Polen suchten einen Platz<br />

für ein Lungensanatorium, der gute klimatische<br />

Bedingungen bot, andererseits aber<br />

nicht allzu weit von Warschau entfernt und<br />

günstig erreichbar sein sollte. <strong>Die</strong>ser Platz<br />

fand sich in einem Waldgebiet zwischen<br />

dem Bahnhof Mrozy und dem Ortsteil Rudka.<br />

Im Jahre 1902 begann der Bau des Sanatoriums,<br />

und für den Transport der Baumaterialien<br />

vom Bahnhof legte man eine<br />

schmalspurige Bahn in einer Spurweite von<br />

900 mm an. <strong>Die</strong>se Spurweite besaß auch die<br />

frühere Pferdestraßenbahn in Krakau, damals<br />

Bestandteil der k.u.k.-Monarchie.<br />

Bis 1967 in Betrieb<br />

Als am 29. November 1908 das Sanatorium<br />

eröffnet wurde, nutzte man die Pferdestraßenbahn<br />

für die Beförderung der Patienten,<br />

Besucher und Beschäftigten. Daneben wurde<br />

aber auch Kohle zum Kesselhaus des Sanatoriums<br />

transportiert. <strong>Die</strong> Bahn war etwa 2 km<br />

lang. Mit kurzen Unterbrechungen in den<br />

Kriegsjahren war die Strecke bis 1967 in Betrieb<br />

– und zwar immer mit Pferden als Antriebskraft.<br />

Damit war sie neben Douglas auf<br />

der Isle of Man und Konya in Ungarn eine<br />

der drei <strong>letzten</strong> Pferdestraßenbahnen Europas<br />

mit regulärem Betrieb. <strong>Die</strong> Bahn fuhr nach<br />

Bedarf bis zu sechs Mal am Tag, abgestimmt<br />

auf den Fahrplan der Eisenbahnzüge.<br />

Im Laufe der Zeit gab es verschiedene<br />

Wagen, von der einfachen Lore mit Sitzbank<br />

über Sommerwagen bis hin zu geschlossenen<br />

Wagen. Nach der Einstellung<br />

der Bahn wurde der letzte vorhandene Wagen<br />

dem Warschauer Eisenbahnmuseum<br />

übergeben. Seit vielen Jahren ist er im Freigelände<br />

der 1986 eröffneten Außenstelle in<br />

Sochaczew zu besichtigen.<br />

28 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Polen: Mrozy<br />

Pferdestraßenbahn Mrozy<br />

Länge: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,8 km<br />

Ziel:. . . . . . . . . . . . . . . Sanatorium im OT Rudka<br />

Spurweite:. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 900 mm<br />

Fahrtage bis Ende Oktober 2012:<br />

Sa:. . . . . . . . . . 15 bis 19 Uhr<br />

So:. . . . . . . . . . 12 bis 19 Uhr<br />

Takt: . . . . . . . . . ca. stündlich<br />

(bei mindestens 5 zahlenden Fahrgästen)<br />

Fahrpreise: . . . . . . . . . . . . 5 Zloty je Einzelfahrt<br />

Kinder bis 12 Jahre 3 Zloty<br />

Hin- und Rückfahrt das Doppelte<br />

Mrozy ist etwa im Stundentakt mit der Masowischen<br />

Eisenbahn auf der Strecke von Warschau<br />

nach Siedlce bzw. Luków erreichbar.<br />

Der bis 1967 eingesetzte letzte originale Wagen der Pferdestraßenbahn Mrozy befindet sich<br />

seit vielen Jahren in der Außenstelle Sochaczew des Warschauer Eisenbahnmuseums<br />

Der Pferdebahnwagen an der Endstelle in der Nähe des Bahnhofs bei<br />

den ersten öffentlichen Fahrten Ende Oktober 2011 FOTOS: N. KUSCHINSKI<br />

<strong>Die</strong> 1,8 Kilometer lange Pferdebahnstrecke mit 900 mm Spurweite<br />

führt vom Bahnhof nach Südosten bis zum Sanatorium N. KUSCHINSKI<br />

Das Gleis wurde entfernt, und einige<br />

Schienenstücke fanden in den Gartenan -<br />

lagen des Ortes als Zaunpfähle Verwendung.<br />

<strong>Die</strong> Verbindung zwischen Sanatorium<br />

und dem Bahnhof von Mrozy übernahm ein<br />

Kleinbus, und heute gibt es mehrere Busverbindungen<br />

am Tag.<br />

Der Wiederaufbau<br />

Während der 100-Jahr-Feier des Sanatoriums<br />

entstand 2008 die Idee der Wiederbelebung<br />

der Pferdestraßenbahn als Touristenattraktion.<br />

<strong>Die</strong> Planungen und vor allem<br />

die Beschaffung der finanziellen Mittel waren<br />

jedoch kompliziert. Auch mit der Naturschutzbehörde<br />

standen Verhandlungen<br />

an, durchquert die Strecke doch ein Naturschutzgebiet.<br />

So war zunächst nicht viel mehr zu sehen<br />

als eine Art Denkmal am geplanten Endpunkt<br />

der Touristenstrecke am Sportsta dion<br />

in der Nähe des Bahnhofs, das aus einem<br />

kurzen Gleisstück und einem Foto der Pferdebahn,<br />

wie sie bis 1967 fuhr, besteht. Mitte<br />

2011 stand dann die Finanzierung fest.<br />

Der größte Teil der Kosten wurde von<br />

Fonds zur Strukturentwicklung ländlicher<br />

Regionen übernommen, so dass nur ein<br />

kleiner Teil von der Gemeinde kofinanziert<br />

werden musste. Nun ging es erstaunlich<br />

schnell voran: Der Bau der Strecke und<br />

eines neuen Wagens nach dem Vorbild des<br />

im Museum Sochaczew stehenden originalen<br />

Wagens wurden ausgeschrieben. Im August<br />

begann der Streckenbau, wobei Holzschwellen<br />

und neue Schienen des Profils<br />

H70 verwendet wurden. Bereits Anfang<br />

Oktober 2011 begannen erste Probefahrten.<br />

<strong>Die</strong> Strecke ist 1.750 Meter lang und damit<br />

etwas kürzer als die ursprüngliche Strecke.<br />

Der Endpunkt am Bahnhof liegt etwa<br />

130 Meter vom Bahnhof entfernt, und der<br />

Endpunkt am Sanatorium liegt vor dem<br />

Eingangstor. Früher führten die Gleise in<br />

das Sanatorium hinein, wo auch der (später<br />

abgebrannte) Wagenschuppen stand.<br />

Offizielle Eröffnung 2012<br />

Vom 28. bis zum 30. Oktober 2011 fanden<br />

die ersten angekündigten öffentlichen Fahrten<br />

statt. Damit war das Versprechen eingelöst,<br />

die Bahn noch 2011 zu eröffnen. Trotz<br />

der kurzfristigen Bekanntgabe fanden sich<br />

mehrere hundert Besucher ein, die die Gelegenheit<br />

der kostenlosen Mitfahrt nutzten.<br />

Unter die Einheimischen hatten sich auch<br />

Straßenbahnfreunde aus Warschau und<br />

dem Ausland gemischt. Bei den meisten<br />

Fahrten wurde allerdings die Steilstrecke<br />

nahe dem Bahnhof noch ausgelassen, da<br />

Pferd und Kutscher hierfür noch Erfahrungen<br />

sammeln mussten.<br />

Der reguläre Betrieb wurde im Mai 2012<br />

aufgenommen. Anfangs fuhr die Pferdestraßenbahn<br />

bei ausreichender Nachfrage<br />

jeweils freitags sowie sonnabends und sonntags,<br />

später nur noch sonnabends und sonntags.<br />

<strong>Die</strong> Abfahrtsstelle in der Nähe des<br />

Bahnhofs befand sich anfangs allerdings<br />

noch nicht im Endzustand. Deshalb lud die<br />

Gemeindeverwaltung erst nach der Neugestaltung<br />

des anliegenden Parkes „Piotra Starosty“<br />

am 10. August 2012 zur offiziellen<br />

Eröffnung ein. Im Oktober endete der Fahrbetrieb.<br />

<strong>Die</strong> neue Saison sollte ursprünglich bereits<br />

zu Ostern beginnen. <strong>Die</strong>s wurde aufgrund<br />

des langen Winters auf den Mai verschoben.<br />

Betrieb findet 2013 ausschließlich<br />

an Wochenenden statt.<br />

An der Abfahrtsstelle sind in der Zukunft<br />

ein Wagenschuppen, ein Info-Zentrum sowie<br />

eine gastronomische Einrichtung geplant,<br />

denn der Wagen steht bis jetzt im<br />

Freien. Dabei wird er durch eine Videokamera<br />

überwacht und ist mit einem Vorhängeschloss<br />

gesichert. NORBERT KUSCHINSKI<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

29


Fahrzeuge<br />

30 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


<strong>Tatras</strong><br />

Schleichender<br />

Abschied<br />

<strong>Die</strong> <strong>letzten</strong> <strong>Tatras</strong> in Deutschland Moder nisierte T3D, T4D, KT4D,<br />

T6A2 und sogar drei KT8 – noch gibt es sie bei immerhin 21 Betrieben<br />

in Deutschlands östlichen Bundesländern. Doch seit dem Jahr 2000 hat sich<br />

ihr Bestand drastisch reduziert – und dieser Prozess geht rasant weiter …<br />

Begegnung in Leipzigs R.-Breitscheid-Straße am 19. Juli 2006: Von<br />

den Wagen ist heute nur noch der als „Gläserner Leipziger“ genutzte<br />

Tw 1700 vorhanden. Der von Tw 1900 geführte nur teilmodernisierte<br />

T4D-Großzug wurde 2009 verschrottet, der Bw 807 vom Typ B6A2<br />

schied mit den T6A2-Triebwagen 2007 aus dem Liniendienst aus und<br />

wurde 2011 verschrottet<br />

S. REIMANN<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

31


Fahrzeuge<br />

Gleich drei KT4DM der BVG fotografierte Michael Kochems am 7. März 2011 am Hackeschen Markt in Berlin. Der Bestand der mit 6000er-Betriebsnummern<br />

versehenen Kurzgelenkwagen wird Jahr für Jahr geringer<br />

triebsfähige Fahrzeuge noch als E-Wagen<br />

genutzt werden. In Halle (Saale) liegen<br />

die Einsätze von <strong>Tatras</strong> im Liniendienst<br />

wortwörtlich in den „<strong>letzten</strong> Zügen“. <strong>Die</strong><br />

Verkehrsbetriebe in Erfurt und Rostock<br />

drängen ebenfalls auf eine baldige Verabschiedung<br />

ihrer <strong>Tatras</strong> aus dem Plandienst.<br />

In Städten wie z. B. Cottbus, Görlitz und<br />

Zwickau richten sich die Werkstätten hingegen<br />

derzeit auf einen Weiterbetrieb der<br />

<strong>Tatras</strong> bis weit in die 2020er-Jahre hinein<br />

ein! Der folgende Beitrag stellt die Entwicklung<br />

des Tatrabestandes seit der Jahrtausendwende<br />

vor und zeigt die aktuelle Situation<br />

sowie die Zukunftsaussichten der<br />

<strong>Tatras</strong> in 14 der insgesamt 21 Städte alphabetisch<br />

geordnet auf. Teil 2 geht auf Plauen<br />

bis Zwickau ein.<br />

<strong>Die</strong> Überhöhung des Gleisbogens bei der Haltestelle Nossener Straße in Berlin-Hellersdorf verleiht<br />

der Fahrt von Tw 6147 und 6165 am 24. Juli 2012 beeindruckende Dynamik J. BECKER<br />

Was im Westen der Republik die<br />

klassischen Gelenk-Düwag, das<br />

sind im Osten Deutschlands die<br />

Tatrawagen: Kultfahrzeuge, die<br />

das Bild zahlreicher Betriebe und Städte<br />

über viele Jahre geprägt haben.<br />

In Städten wie Schwerin, Magdeburg und<br />

Dresden gehören reguläre Planeinsätze von<br />

Tatrawagen heute schon der Vergangenheit<br />

an. Moderne Niederflurwagen haben sie<br />

hier bereits verdrängt, auch wenn in den<br />

beiden Städten am Elbufer weiterhin be-<br />

Berlin<br />

Im März 1976 traf mit dem Fahrzeug<br />

219 002 vom Typ KT4D der erste Tatra-<br />

Triebwagen in Berlin ein. Ab Herbst 1977<br />

folgten danach mehrere Hundert dieser<br />

Kurzgelenkwagen. Der letzte nicht modernisierte<br />

Tatrazug (Tw 9121 + 9111) fuhr am<br />

25. April 1998 auf der Linie 8E. Seitdem befinden<br />

sich für den Liniendienst durchweg<br />

nur noch zwischen 1993 bis 1997 modernisierte<br />

Wagen im Bestand der BVG. Im Jahr<br />

2000 hatten sie ihren Zenit in der Bundeshauptstadt<br />

jedoch schon erreicht – ihr Bestand<br />

ist seitdem rückläufig.<br />

Da es auch in diesem Jahr verschiedene<br />

Abgaben von Tatrawagen gegeben hat und<br />

gerade gibt, sind präzise Angaben zum Berliner<br />

Bestand in Kurzform problematisch,<br />

vor allem in Hinblick auf ihren Unterhaltungszustand.<br />

Folgende Zahlen geben den<br />

Stand Mitte April wieder, demnach waren<br />

in Berlin folgende <strong>Tatras</strong> im Einsatz bzw.<br />

vorhanden:<br />

• KT4D (im Nummernkreis 6001 bis<br />

6173): 163 Wagen im Einsatz plus sieben<br />

abgestellte<br />

• KT4Dt (im Nummernkreis 7001 bis<br />

7087): acht Wagen im Einsatz plus 27 abgestellte<br />

32 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


<strong>Tatras</strong><br />

Tatraeinsatz in Berlin 4/2013<br />

KT4D: Tw 6001 bis 6010, 6012, 6013, 6015 bis<br />

6066, 6068 bis 6110, 6112 bis 6123, 6125 bis<br />

6155, 6157, 6159, 6160, 6162, 6163 sowie<br />

6165 bis 6173<br />

KT4Dt: Tw 7002, 7003, 7005, 7008, 7016,<br />

7057, 7058 sowie 7087<br />

Gerade die Zahl der eingesetzten KT4Dt<br />

(mit Thyristorsteuerung) reduzierte sich im<br />

April mehrfach, bei Erscheinen dieser Ausgabe<br />

dürften obige Auflistungen bereits wieder<br />

inaktuell sein.<br />

Während auf den Linien M1, M2, M10<br />

und 12 im Raum Pankow/Prenzlauer Berg<br />

bereits seit Jahren die Niederflurwagen dominieren,<br />

ging der Einsatz der <strong>Tatras</strong> zwischenzeitlich<br />

auch auf den Linien M4 und<br />

M5 sowie im Südosten zurück, wo sie bisher<br />

noch in großer Zahl anzutreffen waren.<br />

Recht zahlreich sind sie derzeit an Werktagen<br />

noch auf den Linien M6, M8, M13,<br />

M17 und 50 anzutreffen. Typenrein verkehren<br />

noch immer die Linien 21, 37, 61<br />

und 67 sowie sonnabends die 16.<br />

Brandenburg (Havel)<br />

Bei den Verkehrsbetrieben Brandenburg an<br />

der Havel (VBBr) gibt es zwar seit 1995<br />

schon die ersten Niederflurwagen vom Typ<br />

MGT6D (Siemens/Düwag), aber man richtet<br />

sich derzeit darauf ein, die vorhandenen<br />

meterspurigen <strong>Tatras</strong> langfristig weiter zu<br />

betreiben. Alle Hauptuntersuchungen werden<br />

mit großer Gründlichkeit ausgeführt,<br />

um einen Einsatz bis weit ins neue Jahrzehnt<br />

garantieren zu können.<br />

Von den 16 zwischen 1979 und 1983<br />

nach Brandenburg gelieferten KT4D sind<br />

derzeit noch vier technisch im Ursprungszustand<br />

erhalten. Davon zwei als Reserve<br />

abgestellt. Ein fünfter solcher Wagen, der<br />

1997 aus Cottbus übernommene Tw 154,<br />

dient als Abschlepp- und Winterdienstwagen.<br />

Komplett im Regelbestand sind die<br />

zehn ab 1998 mit einen Niederflurteil versehenen<br />

und damit zu KTNF6 umgebauten<br />

Wagen (Tw 170, 172, 176 bis 178 und 181<br />

bis 185). <strong>Die</strong> <strong>Tatras</strong> kommen auf allen drei<br />

Linien der Stadt gleichermaßen häufig zum<br />

Einsatz.<br />

Im Jahr 2002 übernahmen die VBBr aus<br />

Gera zwei 1986 gebaute KT4D. Wurde der<br />

ehemalige Tw 329 bis 2006 als Werkstattwagen<br />

Nr. 129 genutzt und danach verschrottet,<br />

so ereilte den ehemaligen Tw 330<br />

dieses Schicksal als Nr. 130 im Jahr 2009.<br />

Chemnitz<br />

In Sachsens drittgrößter Stadt gab es im<br />

Jahr 2000 noch zahlreiche nicht modernisierte<br />

Großraumwagen vom Typ T3D. Sie<br />

In Brandenburg an der Havel stehen zehn mit einem Niederflurmittel versehene KTNF6 im Plandienst,<br />

hier Tw 185 am 30. September 2010 am Nikolaiplatz<br />

B. KUSSMAGK<br />

Zwar traditionell lackiert, aber um regulär in<br />

Chemnitz im Liniendienst genutzte modernisierte<br />

T3D handelt es sich bei den Tw 519 +<br />

509 (Foto vom 18. Oktober 2012). <strong>Die</strong> übliche<br />

Chemnitzer Farbgebung tragen hingegen die<br />

Tw 525 + 526, hier am 20. September 2012<br />

am Falkeplatz M. BERGELT (2)<br />

schieden jedoch kurze Zeit später aus und<br />

wurden verkauft oder verschrottet. Von den<br />

35 modernisierten T3D-M befinden sich<br />

aktuell noch 22 im Unterhaltungsbestand,<br />

die übrigen sind in Adelsberg abgestellt, einige<br />

seit Sommer 2004.<br />

<strong>Die</strong> modernisierten Beiwagen schieden im<br />

Juni 2010 aus dem Plandienst aus, sie sind<br />

im genannten Betriebshof noch abgestellt<br />

vorhanden.<br />

Bei den noch eingesetzten Fahrzeugen<br />

handelt es sich um 1988 gebaute Wagen, die<br />

1993/94 im heutigen Bombardierwerk Bautzen<br />

modernisiert worden sind. Sie werden in<br />

Doppeltraktion auf den Linien 1, 4 und 5<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

33


Fahrzeuge<br />

Auch 26 Cottbuser KT4D haben in den 1990er-Jahren ein niederfluriges<br />

Mittelteil erhalten. Der so als KTNF6 genutzte Tw 109 ist am 1. Mai<br />

2012 zwischen Vetschauer und Tranitzer Straße unterwegs J. BECKER<br />

Cottbus unterzieht derzeit die KTNF6 gründlichen Hauptuntersuchungen,<br />

bei denen die Wagen weiter modernisiert werden. <strong>Die</strong>se „Langläufer“<br />

erhalten im Inneren beispielsweise Matrixanzeigen M. KEUCHEL<br />

In Dresden sind noch 18 modernisiert T4D vorhanden. Sie kommen jedoch ausschließlich für<br />

Sonderverkehre oder als Verstärker zum Einsatz<br />

M. SPERL<br />

An der Verabschiedung der Dresdner <strong>Tatras</strong> aus dem regulären Liniendienst nahm die Bevölkerung<br />

am 29. Mai 2010 äußerst regen Anteil<br />

I. KÖHLER<br />

der CVAG eingesetzt, bei Bedarf auch auf<br />

den Linien 2 und 6. <strong>Die</strong> mit niederflurigen<br />

Variobahnen bedienten Kurse sind im Fahrplan<br />

speziell gekennzeichnet. Sonntags verkehren<br />

regulär keine <strong>Tatras</strong>. Dann setzt das<br />

Unternehmen ausschließlich Variobahnen<br />

ein, von denen 24 Wagen im Bestand der<br />

CVAG und sechs in dem der Citybahn sind.<br />

Problematisch für die Verkehrs-AG ist die<br />

Ausführung der T3D-M als Einrichtungswagen.<br />

Für baustellenbedingte Einsätze<br />

wurden deshalb die Tw 507/517 und 509/<br />

519 als Zweirichtungszüge adaptiert, im<br />

Heck-an-Heck-Betrieb ist jedoch aufgrund<br />

der einseitigen Türen nur der jeweils führende<br />

Wagen für Fahrgäste freigegeben.<br />

Deshalb greift die CVAG auf diese Lösung<br />

nur im Notfall zurück.<br />

Im Zusammenhang mit dem Chemnitzer<br />

Modell – siehe <strong>STRASSENBAHN</strong> MAGA-<br />

ZIN 3/2013 – sollen ab 2014 moderne Hybridfahrzeuge<br />

in der Stadt am Fuße des Erzgebirges<br />

eintreffen. Doch zur Ablösung der<br />

<strong>Tatras</strong> sollen in den nächsten Jahren parallel<br />

„richtige“ Stadtbahnfahrzeuge beschafft<br />

werden. Wann sie eintreffen, steht noch<br />

nicht fest, so dass die Chemnitzer <strong>Tatras</strong> mit<br />

ihrem typischen Äußeren einschließlich Lackierung<br />

in den nächsten zwei, drei Jahren<br />

auf jedem Fall noch zum Alltagsbild der<br />

Stadt gehören werden.<br />

Cottbus<br />

<strong>Die</strong> Cottbusverkehr GmbH hat von 1996 bis<br />

1998 insgesamt 26 meterspurige KT4D um<br />

ein Niederflurmittelteil ergänzt. Mit diesen zu<br />

KTNF6 umgebauten <strong>Tatras</strong> bot Cottbus ab<br />

Anfang 2004 jeden Kurs mit mindestens einem<br />

niederflurigen Einstieg an. Von den zehn<br />

im Jahr 2001 noch vorhandenen KT4D wurden<br />

neun verkauft. Tw 65 blieb zum Arbeitswagen<br />

umgebaut erhalten und wird heute<br />

vorwiegend im Winterdienst eingesetzt.<br />

Von den 26 KTNF6 wurden bis 2011 drei<br />

nach Schöneiche (Tw 139, 142 und 171) sowie<br />

Tw 172 nach Szeged verkauft und Tw<br />

144 nach einem Unfall 2011 verschrottet.<br />

Nachdem eine 2009 erwogene teilweise<br />

34 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


<strong>Tatras</strong><br />

Da die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) über keine Tatra-Beiwagen mehr verfügen, kommen die verbliebenen T4DM meist in Dreifachtraktion<br />

um Einsatz. Am 19. August 2012 führte 224 218 einen solchen Zug als Linie 4E über die Grunaer Straße nach Laubegast<br />

M. SPERL<br />

bzw. komplette Einstellung des Straßenbahnbetriebes<br />

in der südbrandenburgischen<br />

Stadt derzeit nicht weiterverfolgt wird, hat<br />

sich die Cottbusverkehr GmbH nun darauf<br />

eingestellt, von den vorhandenen 21 <strong>Tatras</strong><br />

mit Niederflurmittelteil 15 Wagen langfristig<br />

weiter zu verwenden.<br />

Am 19. April 2012 stellte das Unternehmen<br />

den ersten für eine Laufzeit von weiteren 16<br />

Jahren ertüchtigten „Langläufer“ der Öffentlichkeit<br />

vor (Tw 135), zum 30. Januar 2013<br />

folgte mit Tw 140 der zweite auf diese Weise<br />

für die Zukunft fit gemachte Wagen. Er ist seit<br />

Ende März 2013 im Fahrgastbetrieb.<br />

Bei den gründlichen Arbeiten werden Teile<br />

des Wagenkastens sandgestrahlt und der<br />

Innenraum modernisiert. Dazu gehören vergrößerte<br />

Flächen für Kinderwagen und<br />

Rollstühle sowie eine moderne Fahrgastinformation<br />

mit farbigen Matrixanzeigen und<br />

Flachbildschirmen.<br />

Gegenwärtig ist der Tw 143 als dritter in<br />

Arbeit, er soll voraussichtlich im dritten<br />

Quartal 2013 fertiggestellt werden. Für den<br />

täglichen Verkehr werden in Cottbus gegenwärtig<br />

wochentags 16 <strong>Tatras</strong> genutzt.<br />

In Erfurt gibt es nur noch sechs KT4DM, die im Liniendienst aushelfen. Der ehemalige Tw 430<br />

dient hingegen zum Schmieren der Kurven und als Fahrleitungsbeobachtungswagen D. LINSER<br />

Dresden<br />

Nach dem Ende der Zweiachser fuhren in<br />

Sachsens Landeshauptstadt in den 1990er-<br />

Jahren bis zum Eintreffen der ersten<br />

NGT6DD ausschließlich Tatra-T4D/B4D sowie<br />

die beiden T6/B6A2-Großzüge. Ab Sommer<br />

1991 wurden 181 der T4D und 65 B4D<br />

in eigener Werkstatt modernisiert. Davon erhielten<br />

ab 1994 insgesamt 150 Tw – darunter<br />

55 zu fahrerkabinenlosen Beitriebwagen umgebaute<br />

TB4D – eine TV8-Thyristorsteuerung.<br />

Kleinere Modernisierungen fanden<br />

auch an den für das Betriebsleitsystem in die<br />

Serie 224.5 umgezeichneten T4D-MI statt.<br />

Mit fortschreitender Auslieferung der<br />

Niederflurwagen verzichteten die DVB ab<br />

dem Jahr 2000 zunächst auf die T4D im Ursprungszustand,<br />

auf die Einzelgänger T6/<br />

B6A2 sowie auf die unmodernisierten Beiwagen.<br />

Ende 2002 rollten auch die <strong>letzten</strong><br />

T4D-MI aufs Abstellgleis. Nach Ankunft<br />

der 45 m langen Niederflurwagen des Typs<br />

NGTD12DD wurden bis Spätsommer 2005<br />

ebenso die <strong>letzten</strong> modernisierten Beiwagen<br />

entbehrlich. Im Spätherbst 2009 endete<br />

schließlich der reguläre Einsatz der Tatrawagen<br />

in Dresden, die zuletzt noch als Doppeltraktion<br />

auf Linie 8 fuhren.<br />

<strong>Die</strong> verbliebenen 18 Wagen, von denen<br />

nur ein gutes Dutzend tatsächlich betriebsfähig<br />

ist, kommen seitdem häufig in Sonderdiensten<br />

z. B. als „Studentenshuttle“, bei<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

35


Fahrzeuge<br />

<strong>Die</strong> über die Stadtgrenze von Frankfurt (Oder) weit nach Südwesten hinauslaufende Linie 4 nach Markendorf gehört zu den Besonderheiten<br />

der SVF. <strong>Die</strong> vorhandenen KT4DM gehören hier – wie auf allen anderen Linien – noch zum Alltag (Foto vom 14. April 2012)<br />

D. LINSER<br />

<strong>Die</strong> Tw 495 + 459 gehören zu den ca. ein halbes Dutzend KT4D, die in Erfurt noch für Reservezwecke<br />

zur Verfügung stehen. Sie verkehren meist in Doppeltraktion<br />

R. GLEMBOTZKY<br />

Messen, Konzerten oder Fußballspielen<br />

zum Einsatz. Dafür werden seit Herbst<br />

2009 auch kapazitätsstarke Dreifachtraktionen<br />

gebildet. <strong>Die</strong> in den vergangenen<br />

Monaten an den <strong>Tatras</strong> ausgeführten Untersuchungen<br />

lassen einen Einsatz bis über<br />

das Jahr 2015 hinaus zu.<br />

Erfurt<br />

Von den 156 zwischen 1975 und 1990 nach<br />

Erfurt gelieferten KT4D befinden sich derzeit<br />

noch 14 in Thüringens Landeshauptstadt.<br />

Davon sind jedoch nur die zwischen 1993<br />

und 1998 modernisierten Tw 405, 450, 495,<br />

518, 519 und 520 (Baujahre 1975 bis 1987)<br />

aktuell noch als Reservewagen im Einsatzbestand,<br />

die Tw 401, 508, 509, 521, 522,<br />

523, 528 und 530 sind hingegen abgestellt.<br />

Allerdings schwankte in den vergangenen<br />

Monaten/Jahren dieses Verhältnis von abgestellten<br />

und im Liniendienst genutzten<br />

Wagen sehr häufig – waren schon einmal lediglich<br />

noch fünf <strong>Tatras</strong> im Einsatz, so waren<br />

es kurze Zeit später wieder sieben.<br />

<strong>Die</strong> <strong>Tatras</strong> bedienen vor allem noch Kurse<br />

auf den Linien 2, 5 und 6. Voraussichtlich<br />

bis Mitte nächsten Jahres soll der letzte<br />

KT4DM aus dem Liniendienst ausgeschieden<br />

sein.<br />

Frankfurt (Oder)<br />

Im Bestand der Stadtverkehrsgesellschaft<br />

Frankfurt (Oder) mbH (SVF) befanden sich<br />

nach der 1997 erfolgten Zerlegung der nicht<br />

modernisierten KT4D-Tw 230 bis 233 (der<br />

seit 1995 abgestellte Tw 234 wurde 2002<br />

nach Prag verkauft) im Jahr 2000 für den regulären<br />

Verkehr insgesamt 29 in den 1990er-<br />

Jahren modernisierte KT4D (Tw 201 bis<br />

229) sowie acht Niederflurgelenktriebwagen<br />

des Typs GT6M von MAN/AEG.<br />

Von den KT4DM befinden sich aktuell<br />

noch 17 im Unterhaltungsbestand, ein 18.<br />

Wagen – Tw 206 – ist sein einem Unfall abgestellt.<br />

<strong>Die</strong> Tw 201 bis 204, 207, 211, 213,<br />

214, 216 und 227 waren 2005/06 verschrottet<br />

worden.<br />

Seit 2011 befindet sich ein aus Berlin<br />

stammender Tatrawagen vom Typ T6A2M<br />

(CKD 1988) als Arbeitswagen 501 im Bestand.<br />

Dabei handelt es sich um das einzige<br />

meterspurige Fahrzeug seines Typs in<br />

Deutschland. Es wird an der Oder seit 2012<br />

als Schleif- und Schmierwagen, Fahrleitungsbeobachtungs-<br />

sowie Schlepp- und<br />

Schiebewagen genutzt.<br />

Für den regulären Verkehr werden in<br />

Frankfurt wochentags zehn KT4DM genutzt,<br />

an Samstagen drei, sonntags regulär<br />

36 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


<strong>Tatras</strong><br />

Der Geraer Verkehrsbetrieb verfügt sowohl über mit Mittelflurmittelwagen zu KTNF8 umgebaute als auch über – natürlich modernisierte – KT4D<br />

in ihrer ursprünglichen Ausführung als Kurzgelenkwagen. Beide Typen verkehren oft in Doppeltraktion, so auch am 27. August 2012 R. GLEMBOTZKY<br />

gar keiner. Sie kommen auf allen fünf Linien<br />

der SVF gleichermaßen häufig zum Einsatz<br />

– seit Mitte Juni 2012 jedoch baustellenbedingt<br />

stets jeweils nur als Solowagen.<br />

Es ist vorgesehen, sich von den <strong>Tatras</strong><br />

mittelfristig ab ca. 2015 zu trennen – abhängig<br />

vom Zugang neuer Wagen, was derzeit<br />

im Gespräch ist und vorbereitet wird.<br />

Gera<br />

Von den 61 zwischen 1978 und 1992 ab<br />

Werk nach Gera gelieferten meterspurigen<br />

KT4D und von den vier aus anderen Städten<br />

übernommenen baugleichen Exemplaren<br />

befanden sich im Jahr 2000 noch 56, wenngleich<br />

teils schon zu KTNF8 umgebaut, im<br />

Bestand der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH<br />

(GVB). <strong>Die</strong> Anzahl der im Jahr 2000 unterschiedlich<br />

umfangreich modernisierten<br />

KT4D hat sich seitdem stark dezimiert:<br />

Gelangte der Tw 319 im Jahr 2001 ins<br />

lettische Liepaja/Libau, so wurde der mit einer<br />

Choppersteuerung ausgerüstete Tw<br />

362 nach einem Unfall 2002 verschrottet.<br />

Im selben Jahr gab der GVB die Tw 329<br />

und 330 nach Brandenburg (Havel) ab,<br />

zwei Jahre später den Fahrschulwagen 105<br />

(ehemaliger Tw 311 ) nach Liberec/Reichenberg.<br />

Im Jahr 2004 kamen außerdem<br />

die aufgrund von Fahrplanoptimierungen<br />

nicht mehr benötigten KT4DM-Tw 322,<br />

325, 326 und 328 nach Tallinn/Reval. Nach<br />

der Ankunft von neu gebauten NGT8 gab<br />

der GVB im Jahr 2008 die Tw 321, 331 bis<br />

340 ins ukrainische Lwiw/Lemberg ab. Andere<br />

KT4DM(-C) werden inzwischen für<br />

Arbeitswagenzwecke genutzt.<br />

Damit sind für den Linienbetrieb aktuell<br />

noch 24 durch den Einbau einer Choppersteuerung<br />

zu KT4DM-C umgebaute <strong>Tatras</strong><br />

im Bestand. <strong>Die</strong>se unterteilen sich in die 14<br />

zwischen 1981 und 1983 gebauten Tw 303,<br />

304 II , 305 bis 310, 311 II , 312 bis 316 sowie<br />

in die zehn jeweils 1990 gebauten Tw 354<br />

bis 361, 362 II und 363. Davon sind allerdings<br />

die Tw 354 und 358 als Ersatzteilspender<br />

abgestellt, so dass sich im Unterhaltungsbestand<br />

des GVB aktuell derzeit 22<br />

KT4DM-C befinden.<br />

<strong>Die</strong> drei noch vorhandenen KT4DM –<br />

ohne Choppersteuerungen – sind allesamt<br />

abgestellt. Es handelt sich um den in den<br />

vergangenen Jahren als Kindergartenstraßenbahn<br />

genutzten Tw 346, den 2012 noch<br />

als Winterdienstwagen genutzten Tw 302<br />

sowie um den Tw 347 II .<br />

Durch den Einbau eines niederflurigen<br />

Mittelteils in KT4D entstanden für den<br />

GVB zwischen 1998 und 2003 insgesamt<br />

sechs KTNF8. <strong>Die</strong> unverändert als Tw 348<br />

bis 353 geführten Wagen – spätestens seit<br />

ihrem Umbau mit Choppersteuerungen versehen<br />

– werden alle im Liniendienst genutzt.<br />

Ergänzt wird der einschließlich der Museums-<br />

und Arbeitswagen in Summe heute<br />

37 Wagen umfassende Tatrabestand seit<br />

2006 durch von Alstom gebaute NGT8G.<br />

Bis zum Jahr 2008 waren zwölf Wagen ausgeliefert<br />

(Tw 201 bis 212). Im Linieneinsatz<br />

befinden sich die in Gera vorhandenen Ta-<br />

Gera: Arbeits-/Sonderwagen<br />

Als Arbeits- und Sonderwagen hat der GVB<br />

mehrere andere <strong>Tatras</strong> im Bestand:<br />

• Tw 104 – ein T4DMC (Baujahr 1984) als<br />

Schleifwagen mit zwei Stromabnehmern zur<br />

Oberleitungsenteisung, 2004 aus Dresden<br />

übernommen, dort zuletzt 224 212<br />

• Tw 106 – ein ZT4D (Baujahr 1981) als oberleitungsunabhängiger<br />

Hilfswagen (ex T4D<br />

222 168 in Dresden)<br />

• Tw 301 – ein KT4DM (Baujahr 1978) seit<br />

2012 als Winterdienstwagen<br />

• Tw 320 – ein originaler KT4D (Baujahr 1983)<br />

seit 2008 für Sonderverkehre und den Winterdienst<br />

• Bw 152 – ein im Auftrag der GVB aus einem<br />

1978 gebauten B4D entstandener vierachsiger<br />

Bewässerungswagen (bis 2005 als B4D-<br />

MS 274 065 in Dresden)<br />

trawagen regulär nur noch auf der Linie 3.<br />

Bis zum 26. April 2013 waren werktags für<br />

den Fünf-Minuten-Takt 22 Wagen (sechs<br />

KT4D in Doppeltraktion sowie je fünf<br />

KTNF8 mit einem KT4D) genutzt worden.<br />

<strong>Die</strong>ser Fahrplan bekommt voraussichtlich<br />

ab September wieder Gültigkeit. Bis dahin<br />

gilt baustellenbedingt ein Plan, für den<br />

werktags 20 <strong>Tatras</strong> ausreichen, an Sonnabenden<br />

acht (ab September wieder zehn).<br />

Sonntags kommen regulär keine <strong>Tatras</strong> zum<br />

Einsatz.<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

37


Fahrzeuge<br />

Für 2015 und 2018 ist die Ankunft neuer<br />

Niederflurwagen im Gespräch. Treffen diese<br />

wie vorgesehen ein, so endet der reguläre<br />

Tatraeinsatz in Gera noch vor 2020.<br />

Görlitz<br />

Von den 19 im Jahre 2000 bei der Verkehrsgesellschaft<br />

Görlitz GmbH vorhandenen<br />

KT4D-C (Tw 301 bis 319) befinden<br />

sich derzeit noch 15 im Unterhaltungsbestand.<br />

<strong>Die</strong> Tw 304 und 307 wurden 2010<br />

verschrottet, die Tw 303 und 315 sind abgestellt.<br />

Bei den jeweils 1988 gebauten Tw 312 bis<br />

316 handelte es sich bis 1992 um Erfurter<br />

Wagen, die Tw 317 bis 319 (jeweils Baujahr<br />

1979) kamen 1998 aus Cottbus in die Neißestadt.<br />

Der 1983 gebaute Tw 301 erhielt<br />

1999 kurzzeitig eine Klimaanlage, wie die<br />

übrigen heute eingesetzten Wagen wurde er<br />

zuvor in den 1990er-Jahren modernisiert.<br />

Vier der im Unterhaltungsbestand befindlichen<br />

KT4D-C sind für einen Heck-an-<br />

Heck-Betrieb geeignet.<br />

Für den regulären Betrieb auf den beiden<br />

in Görlitz noch betriebenen Linien (2 und 3)<br />

werden wochentags neun Wagen benötigt.<br />

Dann verkehren auf der Linie 3 an Schultagen<br />

drei Doppeltraktionen sowie drei solo<br />

verkehrende Wagen auf der Linie 2.<br />

Samstags gibt es bis nach dem Mittag<br />

einen 20-Minuten-Takt mit sechs Solofahrzeugen,<br />

im nachmittäglichen 30-Minuten-<br />

Takt genügen vier <strong>Tatras</strong>. Sonntags verkehren<br />

auf den beiden Linien je zwei Umläufe,<br />

wofür vier Wagen eingesetzt werden.<br />

<strong>Die</strong> seit vielen Jahren ausschließlich mit<br />

den hochflurigen KT4D-C arbeitende Verkehrsgesellschaft<br />

plant, auch in die Zukunft<br />

nicht auf die Tatrawagen zu verzichten.<br />

In Görlitz kommen unverändert ausschließlich <strong>Tatras</strong> zum Einsatz. Von den 15 noch vorhandenen<br />

KT4DM kommen werktags neun zum Einsatz, hier der 1995 modernisierte Tw 305 D. KRAMER<br />

In Gotha sind neben in blau-gelb lackierten Wagen auch KT4DM in ihrer Erfurter Farbgebung<br />

unterwegs. Tw 315 war am 30. September 2012 auf der Linie 1 eingesetzt<br />

R. GLEMBOTZKY<br />

Gotha<br />

Bei der Thüringerwaldbahn und Straßenbahn<br />

Gotha (TWSB) befinden sich aktuell<br />

18 <strong>Tatras</strong> vom Typ KT4D im Unterhaltungsbestand<br />

– die Tw 301 bis 317 sowie<br />

Tw 319.<br />

Wurden die Tw 301 bis 306 in den Jahren<br />

1981/82 direkt für Gotha gebaut, so kamen<br />

im Jahr 2001 sechs (Tw 307 bis 312) sowie<br />

2006 sechs weitere 1990 gebaute Wagen<br />

dieses Typs aus Erfurt nach Gotha (Tw 313<br />

bis 317 und 319). Nachdem der Tw 310<br />

nach einem Unfall 2006 verschrottet wurde,<br />

nahm im Jahr 2008 der aus Erfurt übernommene<br />

Tw 537 mit Choppersteuerung<br />

seinen Platz als Tw 310 II ein.<br />

Aktuell wird der Tw 309 modernisiert.<br />

Dabei erhält er u. a. eine Choppersteuerung<br />

und Neulackierung.<br />

<strong>Die</strong> übrigen Tw kommen regulär auf den<br />

Linien 1, 2, 4 sowie als Ein- und Ausrückfahrt<br />

auf der Linie 3 zum Einsatz. Den Pendelverkehr<br />

vom Gleisdreieck zum Bahnhof<br />

Waltershausen übernehmen die mit einem<br />

38 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


<strong>Tatras</strong><br />

In Halle (Saale) kommen derzeit noch aus modernisierten T4D-Wagen gebildete Großzüge zum Einsatz. Am 27. März 2012 fährt ein solcher durch<br />

das Centrum der Stadt, was zu den vielen Vorteilen der Halleschen Straßenbahn zählt C. LÜCKER (2)<br />

zweiten Führerstand versehenen Tw 316<br />

und 317 als Linie 6.<br />

Halle (Saale)<br />

Im Unterhaltungsbestand der Halleschen<br />

Verkehrs-AG (HAVAG) befinden sich derzeit<br />

noch 20 T4D-C sowie elf B4D-C. Für<br />

den werktäglichen Einsatz werden allerdings<br />

nur sieben Großzüge benötigt, für die<br />

entsprechend 14 Trieb- und sieben Beiwagen<br />

genutzt werden. An Wochenenden und<br />

Feiertagen bleiben die Hochflurfahrzeuge<br />

im Betriebshof.<br />

Aktuell sind die Großzüge auf der Kombi-<br />

Linie 1/2 und während der innerstädtischen<br />

Baustellenphasen auch auf der Linie 3 unterwegs.<br />

Auf allen anderen Linien kommen<br />

aufgrund der momentanen Bauarbeiten nur<br />

die als Zweirichtungswagen ausgeführten<br />

Niederflurwagen der HAVAG zum Einsatz.<br />

<strong>Die</strong> Tatra-Wagen werden aber auch für Sonderverkehr<br />

z.B. als Einsatzwagen bei Fußballspielen<br />

noch betriebsfähig vorgehalten.<br />

Das offizielle Einsatzende der T4D-C/<br />

B4D-C wird am 1. Juni 2013 zum Tag der<br />

offenen Tür bei der HAVAG eingeleitet.<br />

Dann werden die ersten Niederflurfahrzeuge<br />

vom Typ MGTK-2 für den Fahrgasteinsatz<br />

freigegeben. Sind alle zwölf neuen Niederflurwagen<br />

in Betrieb, wird ein Großteil<br />

der Tatra-Wagen außer Betrieb gesetzt und<br />

zur Veräußerung angeboten. Dazu wird eine<br />

europaweite Ausschreibung stattfinden. Wo<br />

die Fahrzeuge nach ihrem Verkauf eingesetzt<br />

werden, steht heute noch nicht fest.<br />

Mit den <strong>Tatras</strong> geht es in Halle jedoch bergab: Ihr offizielles Einsatzende wird am 1. Juni dieses<br />

Jahres eingeleitet. Niederflurwagen vom Typ MGTK-2 machen sie entbehrlich<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

39


Fahrzeuge<br />

Im Bereich der Leipziger Moritzbastei war im Juli 2012 diese Doppeltraktion auf dem Weg zum Roßplatz. <strong>Die</strong> beiden modernisierten T4D sind an<br />

diesem Tag auf der Linie 11E im Einsatz, es führt Tw 2138<br />

T. LAAKE<br />

<strong>Die</strong> bereits veräußerten Tatra-Züge sind z.B.<br />

nach Kaliningrad/Königsberg, Pjatigorsk im<br />

Nordkaukasus sowie nach Rumänien und<br />

Bulgarien gekommen.<br />

Ein bis zwei Züge werden zunächst dennoch<br />

in Halle verbleiben und für den Einsatz<br />

bei Sonderfahrten und zur Ergänzung<br />

des Schülerverkehrs vorgehalten. Vielleicht<br />

findet man zukünftig auch ein Fahrzeug bei<br />

den Historischen Straßenbahnfreunden in<br />

Halle (Saale) wieder.<br />

Jena<br />

Auch die Universitätsstadt Jena verfügt seit<br />

kurzem erstmals über einen Tatrawagen! Es<br />

handelt sich um den mit zwei Führerständen<br />

versehenen Tw 435 aus Erfurt, am 7.<br />

Januar dieses Jahres traf dieses 1978 gebaute<br />

Fahrzeug vom Typ KT4DM in Jena<br />

ein. Es wird nun zum Arbeitswagen umgebaut<br />

und soll als Winterdienst- oder Abschleppwagen<br />

verwendet werden.<br />

Leipzig<br />

Bei der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH<br />

(LVB) unterlag der Tatrabestand in den vergangenen<br />

13 Jahren drastischen Veränderungen.<br />

Waren im Jahr 2000 noch insgesamt<br />

325 Großraumtriebwagen vom Typ T4D in<br />

Der aus Erfurt stammende Tw 435 ist der erste Tatra-Wagen beim Jenaer Nahverkehr. Er wird<br />

seit Anfang 2013 im Betriebshof Burgau zum ATw umgebaut<br />

R. KÄSTNER<br />

unterschiedlichen Modernisierungsstufen<br />

vorhanden, so sind es aktuell noch 131.<br />

Bis 2006 ausgeschieden sind z.B. die 130<br />

damals noch weitestgehend im Originalzustand<br />

befindlichen Triebwagen. In den vergangenen<br />

Jahren ist aber auch der Bestand<br />

an teils aufwändig modernisierten T4D-M1<br />

und M2 gesunken – siehe Tabelle. <strong>Die</strong> vorhandenen<br />

Tatra unterscheiden die LVB intern<br />

in verschiedene Typen: T4D-M1 in Typ<br />

33a, 33c, 33h und 33i sowie die T4D-M2 in<br />

den LVB-Typ 33c. <strong>Die</strong> im Bestand befindlichen<br />

Großraumbeiwagen werden als LVB-<br />

Typ 65c und 65d geführt.<br />

Neben den für den Liniendienst vorgehaltenen<br />

Wagen gibt es z.B. drei T4D-M für Stadtrundfahrten<br />

mit einem Beiwagen als „Gläserne<br />

Leipziger“. Gegenwärtig erhalten viele<br />

40 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


<strong>Tatras</strong><br />

Sowohl 27 der seit Ende 2007 nicht mehr eingesetzten Leipziger T6A2 als auch ihre Beiwagen wurden 2011 in Heiterblick verschrottet. Unter ihnen<br />

war auch der 1989 gebaute Tw 1007, der 1993 – wie alle Leipiger T6A2 – teilmodernisiert worden war<br />

SLG. SM<br />

Tatrabestand in Leipzig<br />

2000 2006 2007 2008 2010 2013<br />

Triebwagen<br />

T4D nicht mod. 130 30 – – – –<br />

T4D–M1 97 95 95 95 95 89<br />

T4D–M2 70 70 70 70 49 42<br />

T6 28 28 28 – – –<br />

Summen: 325 223 193 165 144 131<br />

Beiwagen<br />

B4D nicht mod. 49 18 – – – –<br />

B4D–M 45 44 44 44 28 4<br />

B6 14 14 14 – – –<br />

Summen: 108 76 58 44 28 4<br />

• letzter Einsatztag nicht modernisierter T4D am 21.07.2006<br />

• letzter Einsatztag T6/B6 am 30.11.2007<br />

• nicht mitgezählt sind die zwei „gläsernen“ Tw und der „gläserne“ Bw, die seit 2002 zum<br />

Sonderwagenbestand gehören<br />

Da der Stadt Leipzig das Geld für neue Niederflurwagen fehlt, bleiben<br />

die <strong>Tatras</strong> bis in die 2020er-Jahre, hier Tw 2163 im Mai 2007 am Fosthaus<br />

Raschwitz<br />

T. LAAKE<br />

<strong>Tatras</strong> aus dem Liniendienst aufwändige<br />

Hauptuntersuchungen. Ziel ist es, sie für einen<br />

Einsatz bis in die 2020er Jahre zu ertüchtigen.<br />

Magdeburg<br />

<strong>Die</strong> Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH<br />

(MVB) gehört zu den Gesellschaften, bei<br />

denen der reguläre Tatraeinsatz offiziell<br />

schon beendet worden ist. Hieß es im Oktober<br />

2012, den Großraumwagen vom Typ<br />

T4DM adé zu sagen, so verabschiedeten die<br />

MVB am 27. Januar dieses Jahres auch die<br />

T6A2M aus dem Planeinsatz.<br />

Abgestellt im Betriebsbahnhof Nord befinden<br />

sich aktuell noch 21 Triebwagen des<br />

Typs T4DM sowie acht Großraumbeiwagen<br />

(Bw 2127 bis 2141) der Baujahre 1982<br />

bis 1987. <strong>Die</strong> zwischen 1976 und 1986 gebauten<br />

Triebwagen tragen Betriebsnummern<br />

zwischen 1167 und 1274.<br />

Seit 2000 sind schon insgesamt 41 modernisierte<br />

und sogar mehrere Anfang des<br />

Jahrtausends noch vorhandene unmodernisierte<br />

T4D sowie mehrere Dutzend Beiwagen<br />

nach Rumänien und in verschiedene<br />

Nachfolgestaaten der Sowjetunion abgegeben<br />

worden. <strong>Die</strong> elf im Jahr 2000 noch vor-<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

41


Fahrzeuge<br />

Trotz offizieller Verabschiedung im Januar dieses Jahres – die T6A2 sind in Magdeburg noch nicht entbehrlich! Am 17. April 2013 lichtete Ditmar<br />

Pauke die Doppeltraktion Tw 1280/1281 auf Linie 8 am Opernhaus ab<br />

Martin Junge fotografierte in Magdeburg hingegen am 27. März 2013 an der Haltestelle<br />

Leiterstraße dieses T6A2-Pärchen auf der Linie 10 vor dem Hundertwasserhaus<br />

handenen T6A2M mit den Betriebsnummern<br />

1275 bis 1285 – alle 1989 gebaut – befinden<br />

sich bis heute in Magdeburg. Davon<br />

hatten im Frühjahr dieses Jahres noch die<br />

Tw 1279 bis 1283 Fristen. So war bis Ende<br />

März z. B. die T6-Doppeltraktion Tw 1282<br />

+ 1283 häufig auf der Linie 10 anzutreffen.<br />

Im April war das T6-Pärchen Tw 1280 +<br />

1281 fast täglich auf dieser Strecke unterwegs,<br />

vereinzelt aber auch auf der Linie 8.<br />

Auch der Früh- und Nachmittagsverstärker<br />

auf der Linie 5/6 wurde in den vergangenen<br />

Monaten bei Ausfall eines NGT wiederholt<br />

mit <strong>Tatras</strong> vom Typ T6A2M abgewickelt.<br />

Um die vorhandenen Wagen am Laufen zu<br />

halten, wurden dem Tw 1275 im April verschiedene<br />

Teile entnommen, um damit andere<br />

Wagen weiterverwenden zu können. So<br />

erhalten derzeit die Tw 1282 und 1283 eine<br />

Aufarbeitung. Auch in Zukunft dürfte damit<br />

mindestens ein T6-Zug anzutreffen sein.<br />

Neue Hauptuntersuchungen für <strong>Tatras</strong><br />

Für eventuelle Fußballeinsätze bleiben zwei<br />

originale Magdeburger B6-Tatrabeiwagen<br />

im Unterhaltungsbestand, d. h., man könnte<br />

dann immer zwei T6-Großzüge auf Strecke<br />

schicken.<br />

Aus Berlin trafen 2009 elf aufwändiger<br />

modernisierte Beiwagen vom Tatratyp<br />

B6A2M in Magdeburg ein. Hier von der<br />

MVG als Bw 2201 bis 2211 geführt, kommen<br />

sie bis auf den noch nicht in Betrieb genommenen<br />

Bw 2203 bereits hinter den<br />

NGT 1301 bis 1310 zum Einsatz.<br />

Im Bestand befinden sich außerdem T4D-<br />

Arbeits- und -Winterdienstwagen sowie der<br />

historische T4D-Großzug. Letzterer ist aus<br />

dem 1968 gebauten Tw 1001, dem Tw<br />

1120 von 1975 sowie dem Bw 2002 von<br />

1969 gebildet. Abgestellt zählt außerdem<br />

der T4D 1072 von 1971 zum Museumsbestand.<br />

ANDRÉ MARKS<br />

wird fortgesetzt; Teil 2 geht auf den<br />

Tatrabetrieb in Plauen, Potsdam,<br />

Rostock, Schöneiche, Schwerin, Strausberg<br />

und Zwickau ein<br />

42 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


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Fahrzeuge<br />

Beim Tw 3802 handelt es<br />

sich um den einzigen erhaltenen<br />

Wagen vom Typ TM 34<br />

(Nr. 3801 bis 3850), hier<br />

2001 in Niederschönhausen<br />

K.-H. GEWANDT<br />

Durch die Mitte<br />

auch nach dem Krieg<br />

<strong>Die</strong> Mitteleinstiegswagen der Berliner Straßenbahn nach 1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg<br />

standen noch zahlreiche Wagen dieser Bauform für den Verkehr in der geteilten Stadt zur Verfügung.<br />

Aber auch die Umbauwagen TM 31 US und TM 31 U werden nun vorgestellt<br />

Bei Kriegsende im Mai 1945 waren<br />

von den insgesamt 310 zwischen<br />

1926 und 1929 für die Berliner Straßenbahn<br />

gebauten Triebwagen mit<br />

Mitteleinstieg 83 Wagen als Totalschaden<br />

abzuschreiben. Den größten Anteil dabei<br />

hatte die Reihe TM 36 mit 56 Wagen, während<br />

nur 22 Wagen TM 33 und fünf Wagen<br />

TM 34 als Totalverlust anzusehen waren.<br />

Der verbliebene Bestand war jedoch meist<br />

ebenfalls mehr oder weniger beschädigt und<br />

musste mühselig und vielfach unter Materialmangel<br />

wieder behelfsmäßig betriebsfähig<br />

gemacht werden.<br />

Bei der politisch bedingten Trennung der<br />

BVG-Verwaltung Jahre im 1949 wurde der<br />

Wagenbestand zwischen beiden aufgeteilt.<br />

Das bedeutete, dass die Fahrzeuge jeweils in<br />

Ost oder West auf jenen Betriebshöfen verblieben,<br />

denen sie gerade zugeteilt waren. So<br />

verfügte die BVG-Verwaltung in West-Berlin<br />

über einen Bestand von 25 Wagen TM<br />

33; 22 Wagen TM 34 und 98 TM 36. Ihre<br />

Schäden konnten hier recht schnell beseitigt<br />

waren. Sie boten nun wieder das gewohnte<br />

Aussehen und wurden nur wenig<br />

verändert, dazu gehörte ab 1948 der Ersatz<br />

des Stangenstromabnehmers durch einen<br />

Scherenbügel.<br />

Erste Nachkriegs-Modernisierungen<br />

Eine Änderung der BO Strab bedingte in späteren<br />

Jahren den Einbau von Frischstrom-<br />

Schienenbremsen, Rückspiegeln für den<br />

Fahrer und doppelte beleuchtete Rücklichtlampen<br />

ab 1959. <strong>Die</strong> Wagen TM 34 wurden<br />

seit 1966 abgestellt, während die TM 33 und<br />

TM 36 bis zur Einstellung des Betriebes in<br />

West-Berlin im Oktober 1967 als letzte Typenreihe<br />

im Einsatz waren.<br />

Bei der BVG Ost verblieben insgesamt 71<br />

Wagen dieser drei Typenreihen, davon handelte<br />

es sich um neun TM 33 sowie um 22<br />

TM 34. Von der Reihe TM 36 waren 40 Wagen<br />

vorhanden. <strong>Die</strong> Fahrzeuge wurden hier<br />

bei insgesamt fünf Waggonfabriken in der<br />

SBZ/DDR aufgearbeitet. <strong>Die</strong>se Aufarbeitung<br />

erstreckte sich auf den Ausbau der Zugsteuerungen<br />

bei den TM 33 und 36, die nun<br />

nicht mehr im Verbund, sondern nur noch<br />

im Beiwagenbetrieb eingesetzt werden konnten.<br />

Teilweise erhielten sie neue Fahrschalter<br />

StNFB 1 oder ältere der Bauart FB 3. Verändert<br />

wurde die Sitzplatzanordnung und<br />

die neun TM 33 erhielten ebenfalls vorn<br />

rechts eine zusätzliche, einteilige Schiebetür.<br />

Alle drei Typenreihen boten in Ost-Berlin<br />

nach den Umbauarbeiten ein fast einheit -<br />

liches, aber manchmal etwas schäbiges<br />

Erscheinungsbild. Bei beiden Betriebsteilen<br />

44 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Berliner Mitteleinstiegswagen<br />

Zu Teil 1 in Heft 4/2013<br />

Im Teil 1 dieses Beitrages im <strong>STRASSENBAHN</strong> MA-<br />

GAZIN 4/2013 ist es zu einigen Ungenauigkeiten<br />

in den Bildunterschriften gekommen. So ist auf<br />

den Seiten 60/61 kein reiner TM36-Zug, sondern<br />

ein „Mischzug“ aus TM33 (Tw 3339) und einem<br />

TM36 zu sehen. Auf den Seiten 65 und 66 sind hingegen<br />

jeweils im Bild oben stets TM36-Wagen abgebildet.<br />

Als farbige Zeichnung ist auf Seite 62 natürlich der<br />

Typ TEM 26, nicht MEM zu finden.<br />

Fließtext auf Seite 66, linke Spalte, dritter Absatz:<br />

TM33 haben vorne rechts vor 1945 nie eine einflüglige<br />

Einstiegstür erhalten, sondern TM34.<br />

Zum auf Seite 62 in der Tabelle aufgelisteten Verbleib<br />

der einzelnen Wagen gibt es ebenfalls Korrekturbedarf.<br />

So waren von den TM 34 nicht sechs,<br />

sondern fünf Wagen als Kriegsverlust abzuschreiben.<br />

In Ost- und Westberlin verblieben jeweils 22<br />

Wagen dieses Typs, während der 50. TM 34 schon<br />

1942 zum „Apfelsinchen“ umgebaut worden war.<br />

Bei den 100 TM 31 U fehlt der Verbleib eines<br />

Wagens – er ist zu den nach der Zonenbildung in<br />

Westberlin genutzten Fahrzeugen zu addieren,<br />

deren Anzahl damit nicht 46, sondern 47 betrug.<br />

MANFRED POETHKE/AM<br />

Der Tw 3678 vom Typ TM 31 war in den 1950er-Jahren in einen Unfall verwickelt. Während er<br />

dabei „nur“ entgleiste, kippte der Bw 209 an der Ecke Turm-/Rathenower Straße sogar um<br />

wurde der Umbau auf Scherenstromabnehmer<br />

vorgenommen. Ab 1963 wurden insgesamt<br />

41 Wagen ausgemustert. Buchmäßig<br />

wurde ein großer Teil von ihnen zu Reko-Wagen<br />

„umgebaut“, aber fünf Wagen hielt man<br />

noch einige Zeit aus betriebstechnischen<br />

Gründen für den Liniendienst vor. Ab Anfang<br />

1971 wurden auch sie nicht mehr benötigt.<br />

22 Wagen richtete man zu Arbeitswagen her,<br />

einige von ihnen erhielten für besondere Einsätze<br />

Scharfenberg-Kupplungen.<br />

Bis heute erhaltene Wagen<br />

In beiden Teilen der Stadt wurden insgesamt<br />

13 Wagen aller drei Typen vor der Verschrottung<br />

ausgenommen, von denen heute<br />

noch elf erhalten sind – siehe Tabelle. <strong>Die</strong><br />

BVG in West-Berlin ließ insgesamt neun<br />

Triebwagen nicht verschrotten. Daran hatte<br />

nicht zuletzt der damalige BVG-Betriebsingenieur<br />

Wolfgang von Linstow große Verdienste.<br />

So entkamen je zwei Wagen TM 33<br />

bzw. TM 34 sowie fünf TM 36 in Westberlin<br />

(zunächst) dem Schneidbrenner. Der Tw<br />

3325 ziert das ehemalige LHB-Werksmuseum<br />

in Salzgitter, Tw 3344 fuhr einige Jahre auf<br />

dem Hochbahnviadukt in der Bülowstraße<br />

bis 1991 im Museumsbetrieb, heute ist er abgestellt.<br />

Zwei TM 34 (Tw 3813 und 3824)<br />

Offiziell als „Umbauten“ alter Berolina-Triebwagen entstand 1931/32 die Triebwagenserie<br />

TM 31 U. Der Tw 3649 war 1962 am Händelplatz auf der Linie 44 im Einsatz SLG. K.-H. GEWANDT (2)<br />

Der TM 33-Tw 3344 wurde ab 1978 für mehrere<br />

Jahre auf der damals stillgelegten Hochbahnstrecke<br />

im Zuge der Bülowstraße als<br />

Touristenattraktion eingesetzt, hier am 7. Februar<br />

1982<br />

K.-H. GEWANDT<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

45


Fahrzeuge<br />

Durch Umbauten entstanden ab 1936 immerhin 194 Triebwagen des Typs TM 36. Sie trugen die<br />

Wagennummern 3401 bis 3594. Sieben dieser Tw blieben weltweit erhalten<br />

Um ein Einzelstück handelte es sich beim Tw 3600. Unter Verwendung verschiedener Kleinteile<br />

eines 1899 gebauten „Berolina“ entstand er 1931 offiziell als „Umbauwagen“ (TM 31 US)<br />

Unter Verwendung von „Berolina“-Einzelteilen entstanden <strong>letzten</strong>dlich exakt 100 „Umbau -<br />

wagen“ des Typs TM 31 U. Davon blieb keiner erhalten K.-H. GEWANDT (3)<br />

wurden an zwei Kindergärten in Charlottenburg<br />

und Wilmersdorf abgegeben, fristeten<br />

dort aber ein eher trauriges Dasein und sind<br />

heute längst zerlegt. Lediglich die beiden<br />

Fahrschalter des 3824 fanden jedoch private<br />

Liebhaber und schmücken heute deren Heim.<br />

Der Tw 3412 (TM 36) fährt im Museum<br />

Kennebunkport (USA), während sich die Tw<br />

3487 und 3495 heute im Museum Schönberger<br />

Strand bei Kiel befinden. Der letztere<br />

steht dort nach langer Zeit des Verfalls<br />

kurz vor der fahrfähigen Wiederherrichtung.<br />

Denkmal auf Garagendach<br />

Der Wagen 3566 gehört – als letzter am 3.<br />

Oktober 1967 in West-Berlin verkehrender<br />

Wagen – zum Bestand des Deutschen Technik-Museums<br />

Berlin, während der Tw 3587<br />

im Jahre 1967 an einen Privatmann verkauft<br />

wurde, der ihn auf einem Garagendach untergebracht<br />

hat. Er ist heute an der früheren<br />

Endstelle der Linie 96 an der Machnower<br />

Schleuse als technisches Denkmal<br />

aufgestellt. Aufgrund fehlender Finanzmittel<br />

wies er lange Zeit einen hohen Verfallsgrad<br />

auf, inzwischen wird er jedoch äußerlich<br />

aufgearbeitet und soll Mitte Mai 2013<br />

fertiggestellt sein.<br />

In Ost-Berlin hatte sich zu DDR-Zeiten in<br />

den 1960er-Jahren eine Gruppe sehr rühriger<br />

und interessierter Straßenbahnfreunde<br />

zusammengefunden, historische Wagen zu<br />

erhalten und zu restaurieren. Aus dem Bestand<br />

der ausgemusterten Mitteleinstiegs-<br />

Arbeitswagen wurden insgesamt drei Fahrzeuge<br />

übernommen. Der Wagen TM 33, ex<br />

Arbeits-Tw A10 II , ex 721 009, erhielt seine<br />

Original-Nummer 3337 zurück und wurde<br />

1981 wieder einsatzfähig hergerichtet. Er gehört<br />

zur Sammlung der historischen Berliner<br />

Straßenbahnen und wird ebenso wie der TM<br />

34-Wagen 3802, ex Arbeits-Tw A9 II , ex<br />

721 008, der schon ein Jahr zuvor im Zustand<br />

von 1934 unter seiner Ursprungsnum -<br />

mer einsatzfähig war, vom Denkmalpflege-<br />

Verein Nahverkehr Berlin e.V. betreut.<br />

Der Wagen 3493 (TM 36), ex Arbeits-Tw<br />

A2 III , ex 721 002, wurde in den Zustand von<br />

etwa 1952 versetzt, also ohne die Starkstromkabel<br />

der Zugsteuerung. Weiter wurde<br />

von diesem Typ der Tw 3434 im Jahre<br />

1991 nach Amsterdam verkauft. Das Vorhaben,<br />

eines Tages einen funktionstüchtigen<br />

Mitteleinstiegzug vorzustellen zu können, ist<br />

bis heute nicht aufgegeben worden.<br />

<strong>Die</strong> »Umbauwagen« TM 31 U<br />

In die Abstellzeit der Schützenwagen – siehe<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 4/13 Seite<br />

60ff. – fällt die Entwicklung einer interessanten<br />

Serie von Mitteleinstiegs-Triebwagen,<br />

die man in gewisser Hinsicht als Vorläufer<br />

der „Reko-Praxis“ bei den BVB im Ost-Berlin<br />

späterer Zeit bezeichnen könnte, weil<br />

auch hier schon aus buchungstechnischen<br />

46 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Berliner Mitteleinstiegswagen<br />

Gründen Neubaufahrzeuge unter Verwendung<br />

von Ausrüstungsteilen alter Fahrzeuge<br />

als Umbauten deklariert worden waren.<br />

Nur Einzelteile von »Berolina«<br />

Um 1930 verfügte die BVG noch über eine<br />

große Anzahl zweiachsiger Altwagen des<br />

Typs „Berolina“, die aus dem Bestand ihrer<br />

Vorgängerbetriebe aus der Zeit der Jahrhundertwende<br />

stammten und technisch veraltet<br />

waren. Unter Verwendung von deren<br />

Motoren und Schaltgeräten entstanden bei<br />

der NAG (Nationale Automobil-Gesellschaft)<br />

in Berlin-Oberschöneweide eine Serie<br />

von 100 Mitteleinstieg-Triebwagen, auch<br />

hier mit eisernem Wagenkasten und Unterzug,<br />

die sich eng an Aussehen und Inneneinrichtung<br />

der Schützenwagen anlehnten. Auch<br />

die Konzeption mit seitlichem Fahrschalter<br />

und Sitzfahrer war gleich, lediglich die Sitzplatzanordnung<br />

Längs-/Quersitze mit 32<br />

Sitz- und 32 Stehplätzen war anders. Bei der<br />

elektrischen Ausrüstung wurden die Bero -<br />

lina-Fahrschalter FB 3 und deren Motore (je<br />

2 x USL 253) wiederverwendet. Das bedingte<br />

eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der<br />

Wagen bezüglich Geschwindigkeit und Behängung<br />

mit Beiwagen.<br />

Vorausgegangen war die Entwicklung eines<br />

Probewagens (Tw 3300, später 3600 =<br />

TM 31 US), der sich in Kleinigkeiten von der<br />

Serienausführung unterschied. <strong>Die</strong> im Aussehen<br />

ausgereifteren Serienwagen, zunächst<br />

mit der Typenbezeichnung U 3 m und später<br />

TM 31 U erhielten die Nummern 3601<br />

bis 3700. <strong>Die</strong> Wagen 3604 und 3605 erhielten<br />

zeitweise Einrichtungen für Zugsteuerung,<br />

zusammen mit einem dazwischen laufenden<br />

vierachsigen Beiwagen vom Typ<br />

BDM 26. Mit ihnen wurden über einen längeren<br />

Zeitraum später aufgegebene Versuchsfahrten<br />

unternommen.<br />

Kein TM 31 U erhalten<br />

Den Krieg hatten von diesem Bautyp 17<br />

Triebwagen nicht überlebt und waren als Totalverlust<br />

zu verbuchen. Der BVG in West-<br />

Berlin verblieben bei der Verwaltungsaufteilung<br />

im Jahre 1949 47 Wagen, die ab 1949<br />

wie auch die TM 33, TM 34 und TM 36 mit<br />

Schienenbremsen ausgerüstet wurden und an<br />

den Stirnfronten je zwei beleuchtete Schlusslampen<br />

sowie Fahrerrückspiegel erhielten.<br />

Sie gehörten zu den ersten Wagen mit eisernem<br />

Wagenkasten, die unter den Schneidbrenner<br />

kamen. Anfang 1966 verschwanden<br />

sie aus dem West-Berliner Straßenbild.<br />

<strong>Die</strong> 36 bei der Ost-BVG verbliebenen Wagen<br />

dieser Baureihe wurden nach und nach<br />

unter den gleichen Kriterien wie die anderen<br />

Mitteleinstiegwagen modernisiert. Auch sie<br />

erhielten ebenfalls vorn rechts beim Fahrer<br />

je eine zusätzliche Einstiegtür. Ab 1966 wurden<br />

sie in das Reko-Programm einbezogen.<br />

KARL-HEINZ GEWANDT<br />

Mitte der 1970er-Jahre waren die Tw 3487 und 3495 in Hamburg-Bahrenfeld zu finden. 1976<br />

kamen sie zum Schönberger Strand, wo ein Tw nun einsatzfähig gemacht wird K.-H. GEWANDT (2)<br />

Der Tw 3493 (TM 36) wurde in den 1970er-Jahren von der BVG Ost in den Zustand der 1950er-<br />

Jahre zurückversetzt. Er gehört zur Sammlung der historischen Berliner Straßenbahnen<br />

Erhaltene Berliner Mitteleinstiegswagen<br />

Tw 3325 TM 33 Exponat im LHB-Museum Salzgitter (heute ALSTOM) 1<br />

Tw 3337 TM 33 betriebsfähig, Slg. der historischen Berliner Straßenbahnen, ex A10 II , ex 721 009 2<br />

Tw 3344 TM 33 Slg. der historischen Berliner Straßenbahnen – abgestellt in Niederschönhausen 2<br />

Tw 3412 TM 36 Museum Kennebunkport (USA)<br />

Tw 3434 TM 36 1991 an Museumstramlinie Amsterdam (RETM), ex A19 II , ex 721 018<br />

Tw 3487 TM 36 Museum Schönberger Strand<br />

Tw 3493 TM 36 betriebsfähig, Slg. der historischen Berliner Straßenbahnen, ex A2 III , ex 721 002 2<br />

Tw 3495 TM 36 Museum Schönberger Strand<br />

Tw 3566 TM 36 Deutsches Technik-Museum Berlin<br />

Tw 3587 TM 36 technisches Denkmal an der Machnower Schleuse<br />

Tw 3802 TM 34 betriebsfähig, Slg. der historischen Berliner Straßenbahnen, ex A 9 II , ex 721 008 2<br />

(Tw 3813 TM 34 Kindergarten Charlottenburg – vor 1990 zerlegt)<br />

(Tw 3824 TM 34 Kindergarten Wilmersdorf – vor 1990 zerlegt)<br />

1<br />

es handelt sich um ein regulär für die Öffentlichkeit nicht zugängliches Firmenmuseum<br />

2<br />

betreut durch Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin e.V., Tw im Straßenbahnbetriebshof Niederschönhausen<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

47


Fahrzeuge<br />

Mitte März ließ auch im Raum Ludwigshafen der Durchbruch des Frühlings noch auf sich warten – überall fanden<br />

sich noch Schneereste, als der mittägliche Zug aus 1018 und 1058 aus der Station Ellerstadt Ost ausfährt<br />

Hochflurig durch<br />

die Weinberge …<br />

Rhein-Haardtbahn-Gelenkzug<br />

im Planeinsatz <strong>Die</strong> RNV<br />

GmbH setzt von Zeit zu Zeit den<br />

Tw 1017 mit dem passenden<br />

Gelenk-Bw 1057 auf deren alter<br />

Stammstrecke nach Bad Dürkheim<br />

ein; für die Freunde dieser<br />

Hochflurwagen ein Genuss –<br />

aber nicht für alle Reisende<br />

Bei Mangel an einsatzfähigen Niederflurwagen<br />

setzt die Rhein-Neckar-Verkehr<br />

GmbH (RNV) seit einiger<br />

Zeit immer wieder einmal den<br />

von der Rhein-Haardtbahn (RHB) stammenden<br />

Triebwagen auf deren Stammstrecke<br />

von Bad Dürkheim nach Ludwigshafen<br />

in einem Umlauf ein. Es handelt sich dabei<br />

um den sechsachsigen Gelenktriebwagen<br />

1017 mit seinem charakteristischen Gelenkbeiwagen<br />

1057.<br />

Wenn auf den Zug zurückgegriffen wird,<br />

dann führt er morgens von Bad Dürkheim<br />

Bahnhof (Abfahrt 7.14 Uhr) nach Ludwigshafen-Oppau<br />

(Ankunft 8.08 Uhr). Anschließend<br />

wird in den Mannheimer Betriebshof<br />

Möhlstraße eingerückt und dort<br />

die vormittägliche Pause verbracht. Ungefähr<br />

12.25 Uhr fährt die Garnitur dann leer<br />

über Mannheim Hbf wieder nach Oppau,<br />

von wo anschließend 13.07 Uhr planmäßig<br />

zurück nach Bad Dürkheim gefahren wird.<br />

Nachdem die Endstelle am Bad Dürkheimer<br />

Bahnhof 14.04 Uhr erreicht wurde, wendet<br />

der Zug und rückt bis zum nächsten Morgen<br />

in den Betriebshof Bad Dürkheim ein.<br />

Mit eingleisiger Ortsdurchfahrt<br />

Auf der Fahrplanseite des Verkehrsverbundes<br />

Rhein-Neckar (VRN) kann dieser Umlauf<br />

unter der Liniennummer „4X“, als gesonderte<br />

Expresslinie zur regulären Linie 4<br />

Heddesheim – Mannheim – Ludwigshafen<br />

– Bad Dürkheim, eingesehen werden. <strong>Die</strong><br />

Bahnen halten dabei nicht an allen Haltestellen<br />

der Linie 4. <strong>Die</strong> Höhepunkte der abwechslungsreichen<br />

Fahrt liegen sicherlich<br />

OBEN RECHTS <strong>Die</strong> Arbeit ist getan – die<br />

Garnitur rückt aus Richtung Bad<br />

Dürkheim Bahnhof kommend in Kürze<br />

in den Betriebshof ein<br />

ALLE FOTOS: M. KOCHEMS<br />

RECHTS Oft fotografiert ist die<br />

eingleisige Ortsdurchfahrt in<br />

Ellerstadt, durch die sich auch<br />

der Hochflurzug mehrmals pro<br />

Tag schlängelt<br />

nach Verlassen des Ludwigshafener Stadtgebiets<br />

sowie generell auch im Gegensatz<br />

zwischen der Industriekulisse der riesigen<br />

BASF-Werke im Norden Ludwigshafens<br />

und der Überlandfahrt westlich von Oggersheim.<br />

Sehr bekannt und bei Fotografen<br />

sehr beliebt ist dort die eingleisige Ortsdurchfahrt<br />

in Ellerstadt. Sehr markant ist<br />

außerdem die Fahrt durch die ausgedehnten<br />

Weinanbaugebiete vor Bad Dürkheim, wo<br />

zwar mit Gönnheim und Friedelsheim auch<br />

noch zwei Stationen angefahren werden, die<br />

jedoch weit außerhalb der gleichnamigen<br />

Ortschaften liegen. MICHAEL KOCHEMS<br />

48 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


RNV-Gelenkzug 1017/1057<br />

49


Fahrzeuge<br />

Dem Anfang 2010 nach Dortmund gelieferten<br />

Tw 36 der DSW21 begegnete Fred Teppe<br />

im Mai 2011 am Borsigplatz<br />

Endlich komplett:<br />

47 Wagen für zwei Linien<br />

Der NGT8 der Dortmunder Stadtwerke Mit dem Stadtbahntunnel III kam 2007 eine neue<br />

Fahrzeuggeneration auf Dortmunds Gleise – erstmals in Niederflur- statt Hochflurbauweise. Nach<br />

Hochwasserschäden beim Hersteller und einem Unfall ist die Flotte seit März 2013 nun komplett<br />

50 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Dortmund: NGT8<br />

<strong>Die</strong> Aufnahme des ersten in Bautzen von Bombardier Transportation für Dortmund gebauten<br />

NGT8 entstand im Mai 2008 an der Ausfahrt vom Betriebshof Dorstfeld<br />

F. TEPPE<br />

Am 27. April 2008, dem Eröffnungstag der Linie U43, entstand im Bereich der Haltestelle „Am<br />

Zehnthof“ diese Aufnahme des Tw 2 – schon ohne Fahrgäste: der NGT8 war defekt B. ZANDER<br />

Nachdem die Stadtbahntunnel I (Linien<br />

U41, 45, 47, 49) und II (U42,<br />

46) bereits geraume Zeit in Betrieb<br />

waren, stand Anfang des Jahrtausends<br />

die Vollendung des Tunnels III für die<br />

U43 und 44 an. Da bei diesen beiden Linien<br />

Streckenverläufe im Straßenplanum liegen<br />

und gleichzeitig eine Abkehr von Streckenkürzungen<br />

vollzogen wurde, stellte sich die<br />

Frage nach dem einzusetzenden Fahrzeugmaterial<br />

neu. Galt bislang der Vorsatz, mit<br />

Hochflurwagen des Typs „B“ einen niveaugleichen<br />

Einstieg zu schaffen, so war klar,<br />

dass die Errichtung von Hochbahnsteigen an<br />

der zukünftigen Linien U43 und U44 selbst<br />

mit ausgeklügelten Baumaßen außerhalb der<br />

Tunnel nicht überall möglich sein würde. Zudem<br />

stand mittlerweile eine weiterentwickelte<br />

Technologie in Bezug auf Niederflurfahrzeugen<br />

bzw. Mittelflurwagen zur Verfügung.<br />

Grundlegender Gedanken bedurfte es mit<br />

Blick auf die bereits fertigen unterirdischen<br />

Stadtbahnhöfe Reinoldikirche und Kampstraße.<br />

Hier waren zu Bauzeiten der Tunnel<br />

I und II bereits Hochbahnsteige erstellt worden,<br />

da es sich hierbei um Kreuzungsbauwerke<br />

handelt. Ansonsten waren alle weiteren<br />

Entscheidungen zum Bau der beiden<br />

Linien als wesentlich flexibeler anzusehen.<br />

Für eine andere – neue, Fahrzeuggeneration<br />

sprachen viele Faktoren, die auch eine<br />

Zweiteilung des Netzes rechtfertigten.<br />

Mit einer Fahrzeugbreite von nur 2,40<br />

Metern gegenüber den 2,65 Metern der B-<br />

Wagen war es problemlos möglich, die vorhandenen,<br />

teilweise eingleisigen Außenstrecken<br />

zu erhalten – also eine Kappung in<br />

Brackel bzw. Dorstfeld zu vermeiden. Ebenso<br />

konnte die Strecke zur Westfalenhütte<br />

weiterbetrieben werden. Auch dort stiegen<br />

bereits vor dem Eintreffen neuer Wagen die<br />

Fahrgastzahlen deutlich. Damit war der Erhalt<br />

aller drei Streckenäste gegeben.<br />

Der Neubeschaffung eines 2,40 Meter<br />

breiten Wagentyps erschien als sehr sinnvoll.<br />

Auf der Weststrecke zwischen der Haltestelle<br />

Poth in Dorstfeld und Marten verläuft die<br />

Gleistrasse eingleisig mit Ausweiche in Mittellage<br />

einer Straße. Hier hätten breitere<br />

Wagen immense Probleme mit entgegenkommenden<br />

oder parallel fahrenden Lkw<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

51


Fahrzeuge<br />

<strong>Die</strong> NGT8 der DSW21 gehören zur Flexity Classic-Familie. Sie basieren auf den von Bombardier<br />

Transportation für Frankfurt (Main) entwickelten Fahrzeugen dieses Typs. Sehr gut sichtbar<br />

ist auf der grob bemaßten Typenskizze die Anordnung der Drehgestelle BOMBARDIER TRANSPORTATION<br />

<strong>Die</strong> Flexity Classic bieten einen 70-%-Niederfluranteil. <strong>Die</strong> für Dortmund gebauten 47 Wagen<br />

wirken im Inneren hell und freundlich, die Sitzbezüge passen zu den Unternehmensfarben<br />

Der Arbeitsplatz der Fahrer ist im NGT8 übersichtlich gestaltet. Ein zusätzlicher Monitor überträgt<br />

dem Fahrer das Geschehen aus den Einstiegsbereichen F. TEPPE (3)<br />

Technische Daten<br />

Flexity Classic – Typ Dortmund<br />

Bauart . . . . . . . . . . . . . . . . . achtachsiger 70 %-<br />

„Niederflurzweirichtungswagen“<br />

Typ. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . NGT8<br />

Radsatzfolge . . . . . . . . . . . . . . . Bo’ + 2’ 2’+Bo’<br />

Spurweite. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.435 mm<br />

maximale Geschwindigkeit . . . . . . . . . . 70 km/h<br />

Beschleunigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,2 m/s 2<br />

Bremsverzögerung . . . . . . . . . . . . . > 1,2 m/sec 2<br />

Notbremsung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,73 m/sec 2<br />

Netzspannung . . . . . . . . Gleichstrom 750/600 V<br />

Fahrzeuglänge über Kupplung . . . . . 31.000 mm<br />

Wagenkastenlänge<br />

über Prallelement. . . . . . . . . . . . . . . 30.040 mm<br />

Wagenkastenbreite über Blech . . . . . 2.400 mm<br />

Wagenkastenhöhe über SO . . . . . . . . 3.540 mm<br />

Drehgestellachsabstand . . . . . . . . . . . 1.800 mm<br />

Fußbodenhöhe<br />

über SO . . . . . . . . . . . . 400 mm (70 %)/620 mm<br />

Fahrzeugmasse. . . . . . . . . . . . . . . . . . 41.700 kg<br />

Sitzplätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 + 7<br />

Stehplätze (4 Personen/m 2 ) . . . . . . . . . . . . . 114<br />

Raddurchmesser neu/abgenutzt. . . 600/520 mm<br />

Antrieb. . . . . . . . . . . . . vier 105-kW-Drehstrom-<br />

Asynchronmotoren<br />

verursacht. Ähnliches gilt auch für die Oststrecke<br />

zwischen Schleife Brackel und Wickede<br />

Bahnhof mit den eingleisigen, in Seitenlage<br />

befindlichen, Streckenführungen.<br />

Allenfalls die heutige U44 zur Westfalenhütte<br />

wäre einfacher umzustellen gewesen.<br />

Zu alledem kam, dass die Erstellung barrierefreier<br />

Einstiege unter Nutzung eines<br />

Mittelflurwagens deutlich einfacher und<br />

schneller realisierbarer wurde. Auf den langen<br />

eingleisigen, oftmals in Seitenlage befindlichen<br />

Gleisverläufen kann daher auch<br />

keineswegs immer ein durchgehender Bahnsteig,<br />

gleich in welcher Höhe, erstellt werden,<br />

sind doch Hauseinfahrten und andere<br />

Querungen zu beachten. Eine brauchbare<br />

52 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Dortmund: NGT8<br />

Der im August 2009 nach Dortmund gekommene Tw 28 ist am 2. September 2011 in Doppeltraktion mit einem Schwesterwagen auf der Linie<br />

U43 unterwegs. In Asseln haben die beiden NGT8 die Haltestelle Am Hagedorn erreicht F. TEPPE (3)<br />

Zur Bildung einer NGT8-Doppeltraktion müssen vom Personal die Abdeckschürzen<br />

per Hand hochgeklappt werden. <strong>Die</strong> Scharfenbergkupplungen<br />

sind gefedert<br />

Im Januar 2010 gab es im Betriebshof Dorstfeld diese Parade Dortmunder<br />

Wagen: der aus einem N8 entstandene ATw 902, der GT8 Nr.<br />

13, der NGT8 Nr. 33 sowie rechts im Depot der Lenkdreiachser 279<br />

Alternative stellen hierzu nur teilerhöhte<br />

Haltestellenbereiche dar. Grundlage ist natürlich,<br />

dass stets die gleiche Tür eines Zuges<br />

einen barrierefreien Zugang darstellt.<br />

Hierzu wurde die vordere Tür ausgewählt.<br />

An Haltestellen mit eben solcher Einschränkung<br />

gegenüber einem langen, durchgehenden<br />

Bahnsteig wurde nur der Bereich<br />

der Vordertür erhöht ausgebaut, was zumeist<br />

recht problemlos zwischen zwei<br />

Hauszufahrten Platz findet. Unter Berücksichtung<br />

solcher Vorgaben konnte man sich<br />

auf einen Mittelflurwagen einigen, nicht jedoch<br />

auf einen Niederflurwagen. Hier ließen<br />

sich die bereits fertigen Stadtbahnhöfe<br />

Reinoldikirche und Kampstraße nicht anpassen,<br />

da dies erhebliche bis unmögliche<br />

Eingriffe in die Bausubstanz und deren Statik<br />

verursacht hätte. Unter Berücksichtigung<br />

dieses Umstandes kam es endgültig zur Ausschreibung<br />

und Bestellung eines Mittelflurwagens.<br />

In den beiden unterirdischen Bahnhöfen<br />

(an der Reinoldikirche liegt der<br />

Bahnsteig der Linien U43 und U44 über den<br />

Bahnsteigen der Linien U42 und U46; an<br />

der Kampstraße liegt der Bahnsteig der<br />

U43/U44 in der untersten Ebene unter den<br />

Linien U41, U45, U47 und U49) mussten<br />

die bereits erstellten Hochbahnsteige angepasst<br />

werden, sei es durch Senkung derer<br />

Bauhöhe und/oder durch Unterfütterung<br />

der Gleise, so dass der Wagenboden sich der<br />

vorhandenen Bahnsteigkante entgegen bewegte.<br />

Eine Option, die ebenso sinnvoll, wie<br />

vertretbar war.<br />

<strong>Die</strong> Ausschreibung der neuen Wagen<br />

Einige Vorgaben an die neuen Wagen waren<br />

unumstößlich: Es musste sich um ein mehrfachtraktionsfähiges<br />

Fahrzeug mit einer<br />

Breite von maximal 2,40 Meter handeln. Es<br />

musste ein Zweirichtungswagen sein, da die<br />

Endstellen keine Wendeschleifen aufweisen,<br />

zudem waren Türen auf beiden Wagenseiten<br />

notwendig, da bereits mittig zwischen<br />

den Gleisen liegende Bahnsteige im Tunnel<br />

vorhanden waren. <strong>Die</strong> „Neuen“ mussten<br />

während der Übergangszeit gemeinsam mit<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

53


Fahrzeuge<br />

In der Dortmunder Innenstadt ist die Linie U43 unterirdisch geführt. Am 10. Mai 2012 entstand in der Haltestelle Westentor diese Aufnahme<br />

des zu diesem Zeitpunkt drei Jahre eingesetzten Tw 19. Er war Mitte Januar 2009 in <strong>Die</strong>nst gestellt worden<br />

P. KRAMMER<br />

<strong>Die</strong> Ankunft des oben abgebildeten Tw 19 in Dortmund hielt Fred<br />

Teppe am 17. Januar 2009 vor dem Betriebshof Dorstfeld noch auf<br />

dem Tieflader in der Huckarder Allee im Bild fest<br />

F. TEPPE<br />

Kuriose Anlieferung<br />

In die Rubrik „Kuriositäten“ fällt die Anlieferung des Triebwagen 19.<br />

Der mit dem NGT8 als Schwertransport verkehrende Tieflader schaffte<br />

es am Freitag, dem 9. Januar 2009, nicht, den Betriebshof Dorstfeld bis<br />

6 Uhr morgens zu erreichen. <strong>Die</strong> Polizei verwehrte dem Tieflader daraufhin<br />

die Weiterfahrt, doch um eine Sondergenehmigung zum Zurücklegen<br />

der <strong>letzten</strong> Meter kümmerte sich anschließend jedoch scheinbar<br />

niemand!<br />

So blieb der Tieflader wenige Hundert Meter vor seinem Ziel stehen<br />

und verbrachte das Wochenende mit seinem Ladegut bei Eis und<br />

Schnee auf einer abgelegenen Vorstadtstraße in Dortmund. Erst in der<br />

Nacht vom nächsten Montag zum <strong>Die</strong>nstag erreichte der Tw 19 dann<br />

seine neue Heimat.<br />

BZ<br />

Für Transporte<br />

werden die NGT8<br />

im Bereich der<br />

Drehgestelle auf die<br />

Tieflader geschnallt.<br />

<strong>Die</strong> dafür geöffneten<br />

Verkleidungsklappen<br />

lassen<br />

einen Blick auf diese<br />

sonst verdeckten<br />

Baugruppen zu<br />

B. ZANDER<br />

den vorhandenen Stadtbahnwagen N8C<br />

einsetzbar sein, was wiederum voraussetzte,<br />

dass sie sowohl noch unter 600 Volt als<br />

auch nach dem Ausscheiden der N8C unter<br />

750 Volt verkehren konnten. Eine weitere<br />

Vorgabe war das Vorhandensein einer Klimaanlage,<br />

einer abgeschlossenen Fahrerkabine<br />

und – ganz wesentlich – es sollte ein<br />

Drehgestellfahrzeug mit Stahlaufbau werden.<br />

Auch sollten klassische Antriebe zum<br />

Einbau kommen, weshalb ein Wagen mit<br />

nur ca. 70 Prozent Mittelflur infrage kam.<br />

Da bei Niederflur-/Mittelflurfahrzeugen<br />

die Verwendung eines Jakobdrehgestells<br />

bautechnisch weitestgehend ausscheidet,<br />

wurden die Laufdrehgestelle unter den Mittelwagen<br />

verlegt, wodurch bei ähnlicher<br />

Hüllkurve gleichzeitig eine größere Fahrzeuglänge<br />

mit höherer Kapazität ermöglicht<br />

54 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Dortmund: NGT8<br />

Im Vorfeld des Betriebshofes Dortmund-Dorstfeld hielt Fred Teppe am 25. April 2009 die Begegnung des auf der Linie U44 eingesetzten Triebwagen<br />

18 (links) und des an diesem Tag auf der U43 verkehrenden Triebwagen 3 (Baujahr 2007) fest<br />

wird. Somit „ruhen“ die außenliegenden<br />

Fahrzeugteile mittels Gelenkkonstruktion<br />

auf dem Mittelwagen.<br />

Erfahrungen mit Nieder- bzw. Mittelflurwagen<br />

gab es nun bei anderen Betrieben<br />

schon. Ein ähnlicher Wagen, der in die engere<br />

Wahl kam, verkehrte bereits in Frankfurt<br />

am Main (Typ S). Im Rahmen der Ausschreibungen<br />

bekam Bombardier den<br />

Zuschlag zum Bau von 47 Flexity Classic<br />

mit der Option auf weitere fünf Wagen. Gebaut<br />

wurden die Wagen bei Bombardier in<br />

Bautzen.<br />

Der lange Weg zum neuen Fahrzeug<br />

Nach überdurchschnittlich langen Verhandlungen<br />

wurden im Dezember 2005 der<br />

Vertrag zwischen Bombardier und den<br />

DSW21 unterzeichnet. <strong>Die</strong> 47 Wagen sollten<br />

rund 108 Mio. Euro kosten, jedoch mit<br />

Gleitwertklausel, die steigende Zuliefererkosten<br />

weiter gibt. Somit haben die DSW<br />

mit rund 120 Mio. Euro gerechnet. Der Einsatz<br />

sollte ab 2008 erfolgen. Der letzte Wagen<br />

wurde in 2010 erwartet. Im Mai 2007<br />

wurde im Werk Bautzen der erste Wagenkasten<br />

mit seinen Fahrwerken vereint, der<br />

erste Wagen war somit hergestellt. Am 20.<br />

August 2007 wurde in Bautzen der erste<br />

NGT8 von den Mitarbeitern der DSW21<br />

abgenommen. Am 28. September 2007 traf<br />

dann der erste NGT8 (Wagen 1) in Ermangelung<br />

eines Gleisanschlusses auf einem<br />

Straßentieflader in Dortmund ein.<br />

Neben Einstellfahrten, Schulungsfahrten<br />

und Abnahme durch die Aufsichtsbehörde<br />

standen nun reichlich Arbeiten an. Getestet<br />

Anlieferung der NGT8<br />

1. . . . . . . . . 28.09.2007<br />

2. . . . . . . . . 31.10.2007<br />

3. . . . . . . . . 07.11.2007<br />

4. . . . . . . . . 18.12.2007<br />

5. . . . . . . . . 04.01.2008<br />

6. . . . . . . . . 06.02.2008<br />

7. . . . . . . . . 27.02.2008<br />

8. . . . . . . . . 14.03.2008<br />

9. . . . . . . . . 09.04.2008<br />

10. . . . . . . . 06.05.2008<br />

11. . . . . . . . 29.05.2008<br />

12. . . . . . . . 19.06.2008<br />

13. . . . . . . . 11.07.2008<br />

14. . . . . . . . 15.08.2008<br />

15. . . . . . . . 10.09.2008<br />

16. . . . . . . . 30.09.2008<br />

17. . . . . . . . 23.10.2008<br />

18. . . . . . . . 26.11.2008<br />

19. . . . . . . . 12.01.2009<br />

20. . . . . . . . 16.01.2009<br />

nach Unfall an Bombardier<br />

➔ Flutopfer<br />

Baut zen, i.E. März 2013<br />

21. . . . . . . . 13.02.2009<br />

22. . . . . . . . 05.03.2009<br />

23. . . . . . . . 27.03.2009<br />

wurde unter 750 Volt in der Betriebspause<br />

der Tunnel I und II, wobei sich zeigte, dass<br />

der Schalter für die Umschaltung zwischen<br />

den unterschiedlichen Betriebsspannungen<br />

recht träge war, was zu Schäden führte, so<br />

dass später nur unter gleicher Voltzahl getestet<br />

wurde. Neben Regenwassereinbrüchen<br />

ins Wageninnere und in die Technik<br />

durch schlecht geschützte Kabeldurchführungen<br />

kamen reichlich „Kinderkrankheiten“<br />

zum Vorschein.<br />

Am 19. April 2008 wurde der Bevölkerung<br />

im Bahnhof Reinoldikirche der Wagen<br />

5 vorgestellt. Der Ersteinsatz erfolgte am<br />

Sonntag, den 27. April 2008, mit der Inbetriebnahme<br />

des West-Ost-Tunnels, da vorher<br />

ein Einsatz nicht möglich war – im Straßenbahnbereich<br />

der Innenstadt gab es<br />

aufgrund der Gleisführung zu viele Möglichkeiten<br />

zu einer Wagenberührung. Deshalb<br />

ist bisher kein NGT8 auf den Linien<br />

24. . . . . . . . 22.04.2009<br />

25. . . . . . . . 15.05.2009<br />

26. . . . . . . . 12.06.2009<br />

27. . . . . . . . 06.07.2009<br />

28. . . . . . . . 13.08.2009<br />

29. . . . . . . . 27.08.2009<br />

30. . . . . . . . 18.09.2009<br />

31. . . . . . . . 16.10.2009<br />

32. . . . . . . . 11.11.2009<br />

33. . . . . . . . 03.12.2009<br />

34. . . . . . . . 06.01.2010<br />

35. . . . . . . . 22.01.2010<br />

36. . . . . . . . 17.02.2010<br />

37. . . . . . . . 10.03.2010<br />

38. . . . . . . . 08.04.2010<br />

39. . . . . . . . 29.04.2010<br />

40. . . . . . . . 20.05.2010<br />

41. . . . . . . . 16.06.2010<br />

42. . . . . . . . 08.07.2010<br />

43 . . Flutopfer Bautzen,<br />

geliefert 2012<br />

44. . . . . . . . 25.10.2010<br />

45. . . . . . . . 08.12.2010<br />

46. . . . . . . . 10.03.2011<br />

47 . . Flutopfer Bautzen,<br />

geliefert 2012<br />

403 und/oder 404 im Einsatz gewesen. Mit<br />

Inbetriebnahme der U43 und U44 am 27.<br />

April 2008 kamen die ersten NGT8 in den<br />

Linienverkehr. Wie bei Neuwagen üblich –<br />

mit den Kinderkrankheiten der Technik, so<br />

dass bereits am ersten Tag etliche Ausfälle<br />

zu verzeichnen waren.<br />

Der Alltagseinsatz beginnt<br />

Eine häufige Störung waren Bügel- und<br />

Fahrleitungsschäden, da diese nicht optimal<br />

zueinander passten. Für den Fahrgast gab es<br />

ebenfalls etliche Punkte, die sich als nicht<br />

optimal darstellten. Neben sich extrem spät<br />

und langsam öffnenden Türen störte – und<br />

stört immer noch – die Sitzplatzbreite.<br />

Zudem stellen sich die NGT8 als wahre<br />

Lärmverursacher dar. Mehrere Anwohner<br />

entlang der befahrenen Strecken beschwerten<br />

sich. Um den zahlreichen Beschwerden<br />

sowie einem verstärkten Verschleiß entge-<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

55


Fahrzeuge<br />

<strong>Die</strong> Ortsausfahrt Dorstfeld im Juli 2010 mit dem zu diesem Zeitpunkt erst zwei Monate alten Tw 40. <strong>Die</strong> „Kinderkrankheiten“ an den für Dortmund<br />

gebauten NGT8 hatte das Bombardierwerk Bautzen zu diesem Zeitpunkt bereits weitestgehend beseitigt<br />

Für den absolut barrierefreien Zugang in die<br />

NGT8 entstanden in Dortmund mehrere „Haltestellen-Podeste“,<br />

so auch an der Endstelle<br />

der U44 in Marten, wo im September 2011<br />

gerade Tw 16 hält F. TEPPE (2)<br />

genzuwirken, begann man Teflonscheiben<br />

in die Fahrwerke einzusetzen, um den Federweg<br />

zu verändern, was an den deutlich<br />

sichtbaren hellen Scheiben unter den Federn<br />

erkennbar ist.<br />

Pleiten, Pech und Pannen<br />

Am 14. Mai 2008 veröffentlichte die Lokalpresse,<br />

dass die DSW nicht viel Freude<br />

an den neuen Wagen haben, zumal wenige<br />

Tage zuvor im Tunnel ein Schwelbrand wegen<br />

eines „wundgescheuerten“ Kabels einen<br />

Wagen stillgelegt hatte, woraufhin die<br />

NGT8 erst einmal abgestellt wurden. Im<br />

Dezember verkündet der Vorstand in der<br />

Lokalpresse, dass die neuen Wagen „rund<br />

laufen“. Gleichzeitig wurden permanent die<br />

Schienen geschliffen, damit den Anwohnerklagen<br />

gegen den Lärm ein Teil der Grundlagen<br />

genommen wurde.<br />

Ein heißer Sommer 2010 „erlegte“ etlicher<br />

Wagen. Neben mangelnder Qualität<br />

machte sich in den NGT8 auch mangelnde<br />

Zu den wenigen mit Werbung versehenen<br />

Fahrzeugen der DSW21 gehört der 2008 gebaute<br />

Triebwagen 11. Damit war der NGT8<br />

bereits mehrfach im <strong>STRASSENBAHN</strong> MAGA-<br />

ZIN zu finden<br />

M. KOCHEMS<br />

56 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Dortmund: NGT8<br />

Eine Ellok aus Brandenburg und zwei NGT8 aus Bautzen (vorn Tw 17) ließen sich am 17. September 2009 am Haltepunkt Dortmund-Wickede<br />

gemeinsam fotografieren. Für die Erprobung der Ellok ließ sich die Reichsbahn einst mehrere Jahre Zeit, eher der Serienbau startete ... F. TEPPE<br />

Kommentar aus Fahrgastsicht<br />

Für den Fahrgast gibt es mehrere Punkte, die sich<br />

beim NGT8 als nicht optimal darstellen. Selbst<br />

schmalhüftige Personen können auf den Doppelsitzen<br />

nebeneinander nur bedingt angenehm<br />

Platz nehmen, Personen mit sportlichen Schulterbreiten<br />

haben gar keine Chance. Hier haben viele<br />

Fahrgäste eigene Abhilfe gefunden; man setzt<br />

sich auf den Gangplatz, denn kaum einer wird<br />

sich dann zwischen Fenster und belegten Gangplatz<br />

quetschen.<br />

<strong>Die</strong> Klimatisierung der Wagen ist sehr gut, aber<br />

die Luftschächte verlaufen als Auswölbung auf<br />

den Stegen zwischen den Fenstern und engen die<br />

Sitzplatzbreite nochmals ein. Ärgerlich sind bis<br />

heute Fahrzeugausfälle bei knappem Bestand, mit<br />

der Folge, dass statt Doppeltraktionen häufig Solowagen<br />

zum Einsatz kamen und kommen, was in<br />

Stabilität bemerkbar. Ein langsam entgleister<br />

Wagen mit einem verkanteten Drehgestelle<br />

ließ erheblichen Verzug am Wagen erkennen<br />

– und ein Auffahrunfall mit mäßiger<br />

Geschwindigkeit in einer Gleisschleife ließ<br />

den betroffen Wagen zum wirtschaftlichen<br />

Totalschaden werden.<br />

Nach längerer Standzeit wurde der Wagen<br />

20 nach Bautzen geschickt, da er vor<br />

Ort nicht wiederherzustellen war, und man<br />

scheinbar beim Hersteller selbst Erkenntnisse<br />

sammeln wollte. Beim Hochwasser im<br />

Februar 2011 erlitt er wie die damals noch<br />

den vergangenen Jahren regelmäßig zu Unmut<br />

unter den Fahrgästen führte und immer noch führt.<br />

Zudem stellen sich die NGT8 als wahre Lärmverursacher<br />

dar, dem mit permanentem Schienenschleifen<br />

versucht wird entgegenzuwirken. Selbst<br />

den Kommentator verleitete das zu einem Leserbrief<br />

in der Lokalpresse, der Anlehnung an eine<br />

ehemalige Kindersendung im Fernsehen den Titel<br />

trug „Ene mene Miste, da kommt ’ne Rappelkiste“<br />

(siehe auch SM 05/2012, S.13, zum Thema Graz).<br />

Um den zahlreichen Beschwerden der Nutzer<br />

und Anlieger sowie einem verstärkten Verschleiß<br />

entgegenzuwirken, begann man Teflonscheiben in<br />

die Fahrwerke einzusetzen, um den Federweg zu<br />

verändern, was an den deutlich sichtbaren hellen<br />

Scheiben unter den Federn erkennbar ist.<br />

BERND ZANDER<br />

im Bau befindlichen Tw 43 und 47 großen<br />

Schaden. Währen letztere beiden Tw im<br />

November 2012 in Dortmund eintrafen,<br />

kehrte Tw 20 im März fast völlig neugebaut<br />

Ende März 2013 zurück.<br />

Als ein Kleintransporter frontal einen<br />

NGT8 traf, bohrte sich eine eingeklappte<br />

Kupplung durch den Boden des Fahrerstandes.<br />

Auch andere Unfälle zeigten an den<br />

Wagen deutlich größere Folgen, als bei Bahnen<br />

älterer Bauart. Allein die seitens des<br />

Herstellers garantierte Verfügbarkeit der<br />

Wagen scheint recht gut eingehalten zu wer-<br />

den, allerdings ist/war Bombardier auch im<br />

hiesigen Betriebshof vor Ort vertreten.<br />

Resümee nach fünf Jahren Einsatz<br />

Auch fünf Jahre nach der Erstinbetriebnahme<br />

kommt es wiederholt zu Fahrzeugausfällen,<br />

mit der Folge, dass statt Doppeltraktionen<br />

häufig Solowagen zum Einsatz<br />

kommen, was dann sehr wohl zu Unmut<br />

unter den Fahrgästen führt.<br />

<strong>Die</strong> noch vorhandenen Vorgängerfahrzeuge<br />

vom Typ N8C sind alle an Danzig abgegeben<br />

worden. <strong>Die</strong> NGT8 müssen die Fahrten<br />

auf der U43 und U44 längst allein<br />

bestreiten. Neben der geforderten Barrierefreiheit,<br />

die noch lange nicht erreicht ist, verkehren<br />

auch weiterhin Solowagen, wo Doppeltraktionen<br />

fahren sollten. Hier scheinen<br />

die Optionswagen, die nie gezogen wurden,<br />

zu fehlen. <strong>Die</strong> Politik fordert weitere umgerüstete<br />

Haltestellen, nur das notwendige<br />

„Kleingeld“ wird dafür nicht bereitgestellt.<br />

Der Fahrgast schätzt an heißen Sommertagen<br />

die Klimaanlage, ärgert sich aber nach<br />

wie vor sehr über die Sitzplatzbreite. Hier haben<br />

viele Fahrgäste eigene Abhilfe gefunden;<br />

man setzt sich auf den Gangplatz, denn kaum<br />

einer wird sich dann zwischen Fenster und<br />

belegten Gangplatz quetschen. Ob diese Wagen<br />

je das Alter ihrer Vorgängertypen erreichen,<br />

muss sich erst noch zeigen – denn auch<br />

im Wageninneren schreitet das Rappeln von<br />

nicht mehr ganz festsitzenden Kunststoffteilen,<br />

Sitzflächen usw. deutlich wahrnehmbar<br />

voran. BERND ZANDER/FRED TEPPE<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

57


Geschichte<br />

58 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Düsseldorf<br />

Einst&Jetzt<br />

<strong>Die</strong> ursprüngliche Oberkasseler Brücke wurde als erste<br />

feste Düsseldorfer Rheinbrücke für den Individualverkehr<br />

zwischen 1896 und 1898 durch die Rheinische<br />

Bahngesellschaft AG erbaut. Sie diente nicht nur<br />

als Rheinquerung für die neue elektrische Kleinbahn<br />

Düsseldorf – Krefeld (heutige U76), sondern auch generell<br />

zum Anschluss der neuen linksrheinischen<br />

Stadtteile.<br />

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke zerstört,<br />

1948 ging eine kastenförmige Behelfsbrücke in<br />

<strong>Die</strong>nst. <strong>Die</strong>ses Provisorium wurde trotz seiner geringen<br />

Kapazität – es gab nur eine Fahrspur pro Richtung,<br />

die sich ÖPNV und Individualverkehr teilen<br />

mussten – bis zur provisorischen Inbetriebnahme der<br />

neuen Konstruktion 1974 genutzt. Nach Abriss der<br />

Behelfsbrücke wurde die neue Brücke im April 1976<br />

in einer viel beachteten Aktion in seine heutige Lage<br />

verschoben.<br />

Als 1973 die historische Aufnahme entstand, war<br />

die im Hintergrund sichtbare neue Brückenkonstruktion<br />

bereits zu einem großen Teil fertiggestellt und der<br />

ehemalige Neusser Triebwagen verlässt auf der Linie<br />

E5 gerade die alte Brücke. Der Aufnahmezeitpunkt<br />

liegt wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte. Damals<br />

fuhren neben der Linie 5 und ihrer Verstärkerlinie<br />

außerdem die Straßenbahnlinien 10 und 15 sowie die<br />

Fernlinie K über die Brücke.<br />

40 Jahre später – auf der Aufnahme vom 18. März<br />

2013 – rollen nur noch Stadtbahnzüge über die neue<br />

Oberkasseler Brücke. Das ist auf ihr nun schon wieder<br />

fast ein Vierteljahrhundert üblich – seitdem am 6. August<br />

1988 der Verkehr durch den neuen Innenstadttunnel<br />

aufgenommen wurde. Aktuell führen die Linien<br />

U70, U74, U75, U76 und U77 über die Brücke.<br />

TEXT UND NEUE AUFNAHME: MICHAEL KOCHEMS<br />

HISTORISCHE AUFNAHME: OLAF GÜTTLER<br />

59


Geschichte<br />

Großer Kahlschlag 1983<br />

Vor 30 Jahren: Einstellungswelle bei der Münchner Straßenbahn Am 28. Mai 1983 ging<br />

in Bayerns Landeshauptstadt die 3,3 km lange U1 in Betrieb. Zeitgleich endete der Betrieb auf drei<br />

Tramlinien mit ca. 10 km Länge – ein Etappenziel auf dem Weg zur geplanten Gesamteinstellung?<br />

Der Samstag, 28. Mai 1983, gilt als<br />

ein schwarzer Tag in der Geschichte<br />

der Münchner Trambahn. Damals<br />

eröffneten die Verkehrsbetriebe<br />

die nur 3,3 Kilometer lange U1 zwischen<br />

Hauptbahnhof und Rotkreuzplatz und stellten<br />

gleichzeitig drei Straßenbahnlinien mit<br />

rund zehn Kilometer Strecke ein:<br />

• die letzte Linie mit einziffriger Nummer,<br />

die „Vierer“ (Maximiliansplatz – Hanauer<br />

Straße)<br />

• die 17 auf kompletter Länge zwischen<br />

dem Wettersteinplatz in Obergiesing und<br />

dem Romanplatz in Nymphenburg (inklusive<br />

der Zirkus-Krone-Schleife)<br />

• die 21 (Maximiliansplatz – Amalienburgstraße)<br />

Auch die innerstädtische Wendeschleife am<br />

Maximiliansplatz mit der Zulaufstrecke ab<br />

Lenbachplatz wurde aufgegeben. Damit<br />

dünnte sich das Trambahnnetz vor allem im<br />

Nordwesten der Stadt deutlich aus: Weder<br />

durch die Arnulfstraße noch durch die<br />

Nymphenburger Straße fuhren noch Trambahnen<br />

und auch der Stadtteil Gern verlor<br />

seine Straßenbahn.<br />

Eine kurzzeitig in Erwägung gezogene Bedienung<br />

des Südabschnittes der 17 durch die<br />

Linie 15 verwarfen die Verkehrsbetriebe wegen<br />

zu hoher Kosten und der anstehenden<br />

Sanierung der Wittelsbacherbrücke bald<br />

wieder. Erwähnt sei noch, dass mit dem 28.<br />

Mai 1983 auch der letzte Vertreter aus der<br />

Serie der M3-Treibwagen (Baujahre 1953–<br />

55) aus dem Betrieb genommen wurde.<br />

Rotstift auch im Vormonat<br />

Bereits im April 1983 war die 16 im Abschnitt<br />

Harras – Lorettoplatz der neu eröffneten<br />

IGA-U-Bahn (U6-Verlängerung vom<br />

Harras nach Holzapfelkreuth) zum Opfer<br />

gefallen, da sie kein eigenes Quellaufkommen<br />

mehr aufwies. Außerdem hatte der<br />

Werkausschuss des Stadtrats am 7. Dezember<br />

1982 – entgegen ursprünglicher Zusagen<br />

– mehrheitlich beschlossen, aus finanziellen<br />

Gründen den Straßenbahnbetrieb<br />

auf dem Streckenabschnitt Effnerplatz –<br />

Cosimapark, der wegen des Baus der U4<br />

seit Mai 1980 im Schienenersatzverkehr betrieben<br />

wurde, nicht wieder aufzunehmen.<br />

Erneut hatte damit der Bau des U-Bahn-<br />

Netzes seit 1971 einen gravierenden Eingriff<br />

ins traditionelle Trambahnnetz nach sich<br />

gezogen. Liegen doch in der Nymphenburger<br />

Straße die Ursprünge der Münchner<br />

Trambahn. Nächst der heutigen U-Bahn-<br />

Station Maillingerstraße befand sich der<br />

Endpunkt der 1876 eröffneten Pferdebahn<br />

Promenadeplatz – Stadtgrenze.<br />

Auch Münchens einzige Dampftrambahn<br />

vom Stiglmaierplatz zum Volksgarten in<br />

Nymphenburg ruckelte dereinst durch diese<br />

60 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


München<br />

Bei der Stadtratswahl 1984 warb die SPD für die Beibehaltung der Tram und gewann; die Linie<br />

17 – hier am Wettersteinplatz – hatte ihre Existenz 1983 schon verloren P. SCHRICKER<br />

Entwicklung Trambahn München 1973– 1983<br />

LINKS Als Tw 2459<br />

am 18. Juli 1978 auf<br />

Linie 2 die Kreuzung<br />

Bayerstraße/Paul-<br />

Heyse-Straße passierte,<br />

war im Stadtrat<br />

bereits die<br />

Stilllegung des<br />

Straßenbahnnetzes<br />

im Gespräch<br />

B. KUSSMAGK<br />

1973 1975 1980 1983<br />

Streckenlänge km 112,1 109,9 100,1 83,8<br />

Gleislänge km 255,1 275,4 235,7 190<br />

davon Betriebsgleise km 9,4 9,4 6 4,6<br />

Linienlänge km 202,6 187,6 149,3 127,9<br />

Linienanzahl 18 18 14 11<br />

Treibwagen (betriebsfähig) 278 296 218 199<br />

Beiwagen (betriebsfähig) 278 254 212 181<br />

Wagenkilometer in Tsd. 17.934 17.296 13.633 10.371<br />

(Bezug 1974)<br />

Ausfallstraße. Bereits der Bau der U1 hatte<br />

Abweichungen von der ursprünglichen Linienführung<br />

durch Umleitungsstrecken bedingt.<br />

<strong>Die</strong> Linien 4 und 21 hatten seit 1978<br />

statt des direkten Wegs ab Stiglmaierplatz<br />

einen zeitaufwendigen und bogenreichen<br />

Umweg über die Dachauer Straße, die Joseph-Ruederer-Straße<br />

am steilen Maßmann-<br />

„Bergl“ und die Sandstraße zu nehmen. Kurz<br />

vor dem Rotkreuzplatz mussten beide Linien<br />

seit 1979 zudem rechts in die Landshuter<br />

Allee einbiegen, um nach guten 100 Metern<br />

links in die enge Leonrodstraße einzuschwenken,<br />

über die sie den zentralen Platz<br />

Neuhausens erreichten. Zwischen September<br />

1979 und 1980 befand sich dort eine provisorische<br />

Wendeschleife, da die Außenäste<br />

beider Linien baustellenbedingt mit Schienenersatzverkehr<br />

bedient wurden.<br />

Streichkonzert nach 1983<br />

<strong>Die</strong> letzte Trambahn, die auf der traditionellen<br />

Strecke durch die Maxvorstadt und<br />

Neuhausen verkehrte, war der kurz vor<br />

zwei Uhr am 29. Mai 1983 von der Haunauer<br />

Straße her einrückende M5-Wagen<br />

2505 mit Beiwagen 3504 der Linie 12.<br />

<strong>Die</strong> Mehrheit der Münchner lehnte die Abschaffung der Trambahn ab. Ob auch diese Passanten<br />

der „Vierer“ nachtrauern? Haltestelle Neuhausen am 27. Mai 1983<br />

P. SCHRICKER<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

61


Geschichte<br />

Ende nach knapp 107 Jahren – am 28. Mai 1983 fuhren letztmals Straßenbahnen in der Nymphenburger Straße. M4-Wagen 2443 verlässt die<br />

Umfahrung der damaligen U-Bahn-Baustelle am U-Bahnhof Maillingerstraße<br />

P. SCHRICKER<br />

Schon 1980 sollte der große Kahlschlag im Netz erfolgen (siehe linke Skizze), Bürgerproteste erreichten ein gemäßigtes Streichkonzert (rechte<br />

Skizze). So blieb die Linie 12 sogar mit neuer Linienführung erhalten – und die 25 fuhr weiterhin zur Innenstadt<br />

SLG. P. SCHRICKER<br />

Den Westast der ehemaligen 21 vom Rotkreuzplatz<br />

über den Romanplatz zur Amalienburgstraße<br />

bediente hinfort die bisher in<br />

Neuhausen endende 12er als U-Bahn-Zubringer.<br />

Besonders umstritten war die Einstellung<br />

der Linie 17. Als Grund gaben die<br />

Verkehrsbetriebe aus, dass die Strecke in der<br />

Arnulfstraße parallel zur neuen U-Bahn verlaufe<br />

und daher überflüssig sei, wobei die<br />

Entfernung der 17 zur U1 in diesem Abschnitt<br />

jedoch mindestens einen Kilometer<br />

betrug und man den Fahrgästen zu den einzelnen<br />

Haltestellen der U-Bahn ordentliche<br />

Fußmärsche zumutete.<br />

Ersatz durch Omnibus richteten die Verkehrsbetriebe<br />

nur zwischen Romanplatz<br />

und Donnersbergerstraße sowie zwischen<br />

Hauptbahnhof und Wettersteinplatz ein.<br />

Doch 1983 markierte aber keineswegs<br />

den Schlusspunkt des Rückzugs der Weiß-<br />

Blauen aus dem Stadtbild. 1984 endete der<br />

Linienbetrieb zwischen Martin-Greif-Straße<br />

und Messeplatz (Linie 14), die Wiesn-<br />

Schleife zur Bedienung des Oktoberfests<br />

war im Oktober 1983 letztmals befahren<br />

worden. 1991 und 1993 fielen schließlich<br />

noch die modernen stadtbahnähnlichen<br />

Neubaustrecken aus den 1960er-Jahren<br />

nach Fürstenried West und zum Harthof<br />

und ins Hasenbergl nach U-Bahn-Eröffnungen<br />

weg. Damit war die Phase der Streckeneinstellungen<br />

zum Ende gekommen.<br />

Ringen um die Tram<br />

Vor 30 Jahren schien also das Todesurteil<br />

über die „Weiß-Blaue“ gefällt. In mehreren<br />

Beschlüssen hatten sich die damalige politische<br />

Mehrheit der CSU im Werkausschuss<br />

und im Stadtrat sowie Oberbürgermeister<br />

Erich Kiesl (CSU) für die Abschaffung der<br />

Trambahn ausgesprochen und damit eine<br />

Entwicklung zum Abschluss bringen wol-<br />

62 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


München<br />

Vergleich: Preis pro Platz (1980)<br />

Stadt Wagentyp Preis pro Platz<br />

Nürnberg N6 11.880 DM<br />

Dortmund M8 10.714 DM<br />

München U-Bahn A2 8.621 DM<br />

Gelenkbus 2.806 DM<br />

Wagenbestand 1982<br />

Typ Tw/Bw Anzahl Tw Anzahl Bw Baujahre<br />

M3/m3 7 20 1953/55<br />

M4/m4 96 98 1956/59<br />

M5/m5 74 45 1963/65<br />

P/p 42 40 1967/69<br />

Summe 219 203<br />

len, die sich bereits seit Ende 1960er-Jahre<br />

angebahnt hatte.<br />

<strong>Die</strong> große Stilllegungswelle vor 30 Jahren<br />

mag Anlass sein, noch einmal einen Blick in<br />

die Archive und auf die verkehrspolitische<br />

Diskussion jener Zeit zu werfen. Wie der öffentliche<br />

Oberflächenverkehr in Zukunft<br />

gestaltet werden sollte, war nicht nur in<br />

München um 1980 ein gewichtiges verkehrspolitisches<br />

Thema. Am 13. November 1979<br />

diskutierten die Stadtratsvertreter im Werkausschuss<br />

– wie schon mehrfach seit Mitte<br />

der 1960er-Jahre – die Zukunft ihrer Tram.<br />

Das mittelfristige U-Bahn-Ausbauprogramm<br />

bis 1985 sah vor, das am stärksten belastete<br />

Gebiet der Innenstadt innerhalb der Stadtautobahn<br />

Mittlerer Ring durch unterirdische<br />

Schnellbahnen zu entlasten.<br />

Dort wirkte sich die hohe Konzentration<br />

des Individualverkehrs zudem besonders<br />

nachteilig auf den öffentlichen Oberflächenverkehr<br />

aus. Der vorhandene Straßenraum<br />

ließ eine Verlegung von Trambahngleisen<br />

auf abgeschirmte Trassen kaum zu. Mit der<br />

Realisierung der U-Bahn-Pläne verloren die<br />

radial verlaufenden Straßenbahnlinien ihre<br />

Funktion, sofern sie parallel zu den neuen<br />

U-Bahnen verliefen, wurden sie aufgegeben.<br />

Mai 1983 – graue Zeiten für die Weiß-Blaue. Ein M4-Zug verschwindet aus Obergiesing kommend<br />

am Holzkirchner Bahnhof gleich in der Paul-Heyse-Unterführung<br />

18. Juli 1978 – scheinbar noch eine heile Straßenbahnwelt vor dem Hauptbahnhof, wo M5-Tw<br />

2525 auf der Linie 19 die U-Bahn-Baustelle passiert B. KUSSMAGK<br />

Auch zahlreiche Bürgereingaben konnten die Einstellung des Südabschnitts der 17 nicht verhindern.<br />

Am Beethovenplatz hält heute statt der Tram eine Metrobuslinie P. SCHRICKER (2)<br />

Straßenbahn nur noch Vorläufer?<br />

Im Beschluss vom 13. November 1979<br />

heißt es: „<strong>Die</strong> Straßenbahn hat primär die<br />

Funktion eines Vorläufers der Schnellbahn,<br />

bei Zwischenstadien des U-Bahnbaus die eines<br />

Hauptzubringers zur Schnellbahn (verlängerter<br />

Arm der U-Bahn), während der<br />

Bus die Funktion des Zubringerverkehrs zur<br />

Schnellbahn und die Tangentialverbindungen<br />

übernimmt. Infolge des U-Bahnbaues<br />

konnten bisher durch konsequente Beibehaltung<br />

der o. a. Grundsätze etwa so viele<br />

Straßenbahnwagen freigesetzt werden, wie<br />

dies dem Abgang aufgrund der technischen<br />

Lebensdauer der Fahrzeuge entsprach. <strong>Die</strong>s<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

63


Geschichte<br />

<strong>Die</strong> Linienführung der 17 war seit 1967 unattraktiv, da sie nur den Rand der Innenstadt berührte. Der M4-Wagen 2481 biegt am 27. Mai 1983<br />

gerade aus der „Giftröhre“ Paul-Heyse-Unterführung in die Arnulfstraße ein<br />

Verwendete Quellen<br />

Stadtarchiv München: Protokolle der Werk aus -<br />

schuss-Sitzungen des Stadtrats (1979 bis 1983)<br />

Statistisches Handbuch der Stadt München 1985<br />

ist eine wesentliche Voraussetzung für die<br />

Wirtschaftlichkeit des etwa 1992 bis 1994<br />

auslaufenden Straßenbahnbetriebes.“ Es ist<br />

jedoch festzuhalten, dass dies noch keine<br />

endgültige Festlegung über die Form des so<br />

genannten Sekundärnetzes war – für eine<br />

Beibehaltung der Straßenbahn bestand noch<br />

eine kleine Chance.<br />

Deshalb reiste im Mai 1980 eine Delegation<br />

des Werkausschusses und der Verkehrsbetriebe<br />

nach Nürnberg, Essen, Dortmund<br />

und Hannover, um auszuloten, ob ein moderner<br />

Straßenbahnbetrieb eine Alternative<br />

zu dem Beschluss vom 13. November 1979<br />

sein könnte. In den genannten Städten besichtigte<br />

man die Wagentypen N6, M8, N8<br />

und Stadtbahnwagen, Betriebsanlagen,<br />

Leit stellen und nahm unternehmenspolitische<br />

Informationen entgegen.<br />

Hässliche Endstation mit P-Wagen: 1983 wurde die Strecke Harras – Lorettoplatz stillgelegt,<br />

1984 als Linie 26 wiederbelebt und 1993 endgültig aufgelassen P. SCHRICKER (2)<br />

Vergleich mit U-Bahn-Wagen<br />

Das Ergebnis der Reisen präsentierte man<br />

dem Münchner Stadtrat: „<strong>Die</strong> technischen<br />

Lösungen für den Einsatz neuer Straßenbahnwagen<br />

in München liegen vor. <strong>Die</strong><br />

An schaffungspreise liegen im Bereich von U-<br />

Bahn-Wagen, ohne deren Fassungsvermögen,<br />

Geschwindigkeit und Leistungs fä hig keit erreichen<br />

zu können und zu erheblich höherem<br />

Preis als bei in Fassungsvermögen, Geschwindigkeit<br />

und Leistungsvermögen vergleichbaren<br />

Bussen.“ (siehe Kasten „Vergleich“)<br />

Das Fazit dieser Gegenüberstellung lautete<br />

kaum verwunderlich: kein Abgehen vom<br />

Beschluss vom 13. November 1979, „eine<br />

Erprobung von neuen Fahrzeugen ist demnach<br />

erst nach Festlegung der weiteren Zukunft<br />

des Sekundärnetzes näherzutreten.“<br />

Im Klartext bedeutete das, allfällige Vorzüge<br />

eines modernen Straßenbahnbetriebs<br />

sollten gar nicht offenkundig werden, sie<br />

hätten die informell längst gefällte Entscheidung<br />

gegen die Tram revidieren können.<br />

Kahlschlag 1 – Beschluss von 1980<br />

Nächster Schritt dazu sollte die Ausgestaltung<br />

des „Anpassungsnetzes 1980“ auf der<br />

Oberfläche nach der Eröffnung der U2 (Neuperlach<br />

– Scheidplatz) im Oktober 1980 sein.<br />

<strong>Die</strong> Verkehrsbetriebe legten verschiedene Va-<br />

64 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


München<br />

<strong>Die</strong> Linie 12 gehörte zu den Linien, die auch nach 1983 noch im Betrieb waren. M5-Tw 2514 verlässt am 22. Dezember 1984 die Endstation Harthof.<br />

Neun Jahre später fiel diese Neubaustrecke der U-Bahn zum Opfer<br />

B. KUSSMAGK<br />

<strong>Die</strong> Linien 17 und 21 verschwanden im Mai 1983 von der Bildfläche, beide erlebten ein Comeback.<br />

<strong>Die</strong> 17 wendet seit 1996 wieder an der Amalienburgstraße<br />

P. SCHRICKER<br />

rianten vor – siehe Abbildungen. Den oben<br />

genannten Grundsätzen folgend waren die<br />

Strecken durch die Augustenstraße (Linie 7<br />

Schwanseestraße – Hauptbahnhof – Nordbad<br />

– Petuelring und Linie 12 Sendlinger<br />

Tor – Hauptbahnhof – Hohenzollernplatz –<br />

Scheidplatz – Harthof) sowie vom Ostbahnhof<br />

in die Trabantenstadt Neuperlach (Linie<br />

24, Neubaustrecke im Abschnitt Michaelibad<br />

– Neuperlach) einzustellen. Erwähnt sei<br />

noch, dass fast alle einstelligen Liniennummern,<br />

die grundsätzlich den U-Bahn-Linien<br />

vorbehalten sind, verschwanden, nämlich<br />

die Linien 1 (Steinhausen – Moosach), 2<br />

(Harras – Sendlinger Tor) und 7.<br />

Außerdem sah die umfangreichste Still -<br />

legungsvariante vom März 1979 (siehe Abbildung)<br />

auch noch vor, die Strecken Nordbad<br />

– Petuelring (L 7) und Holzkirchner<br />

Bahnhof – Wettersteinplatz (L 17) wegen<br />

Nähe zur neuen U-Bahn zu streichen. Im<br />

Abschnitt Haidenauplatz – Grillparzerstraße<br />

sollte der Linienbetrieb aufgelassen werden<br />

(L 4).<br />

Schließlich rang sich der Werkausschuss<br />

1980 zu einem gemäßigten Streichkonzert<br />

durch (Entwurf des MVV vom 3. Dezember<br />

1979), wohl auch, weil aus der Bürgerschaft<br />

der Tram eine große Sympathiewelle entgegenschlug.<br />

<strong>Die</strong> 17er blieb auf voller Streckenlänge<br />

erhalten, zumal die Fahrten vom<br />

Holzkirchner Bahnhof zur Wendeschleife<br />

an der Bayernhalle zu aufwendig erschienen.<br />

Der Weiterbestand sowohl der Linie 17<br />

als auch der Betrieb von 15 und 25 in der<br />

Frauenhoferstraße sowie der neuen 18 zum<br />

Petuelring sah man als „Grenzfälle von Parallelführung<br />

zur U-Bahn“, die später zu<br />

überprüfen seien. Ja sogar auf der seit 1970<br />

nur noch als Betriebsgleis bestehenden Strecke<br />

Hohenzollernplatz – Rotkreuzplatz<br />

(ehemals Linie 22) führten die Stadtwerke<br />

wieder Linienbetrieb ein – mit der Linie 12,<br />

die nun vom Harthof kommend ab Hohenzollernplatz<br />

bis Neuhausen verkehrte.<br />

<strong>Die</strong> Entscheidung 1982<br />

Damit war keine Kehrtwende der Verkehrspolitik<br />

eingeleitet, wie die bald einsetzenden<br />

Planungen für das Anpassungsnetz 1983<br />

zeigten, die den Werkausschuss das ganze<br />

Jahr 1982 über beschäftigten. Sie endeten<br />

mit den zu Beginn beschriebenen radikalen<br />

Betriebseinstellungen. Das, was die Stadtwerke<br />

1980 schon angedacht hatten, setzten<br />

sie jetzt in die Tat um. wird fortgesetzt<br />

PETER SCHRICKER<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

65


Geschichte<br />

Bei der Gottfried Lindner AG in Ammendorf (1950 in Halle/Saale eingemeindet) entstand im Jahr 1908 diese Werkaufnahme des Postbei wagens<br />

35 der meterspurigen Lockwitztalbahn SLG. <strong>STRASSENBAHN</strong>MUSEUM DRESDEN E.V.<br />

Der älteste Postwagen<br />

Restaurierung des Postwagens der Lockwitztalbahn abgeschlossen Beim Straßenbahnmuseum<br />

Dresden e.V. wurde in den vergangenen Jahren der von der Strecke Niedersedlitz – Kreischa<br />

stammende Postbeiwagen 35 restauriert – ein Meterspurfahrzeug mit Superlativ<br />

Der stadtspurige Dresdner Tw 979 holt im Jahr 1949 den damals noch rot lackierten Postbeiwagen<br />

auf der Werkstattlore von Niedersedlitz in den Betriebshof Trachenberge SLG. ARCHIV DVB AG<br />

Am 20./21. April 2013 öffnete der<br />

Verein Straßenbahnmuseum Dresden<br />

e.V. im Betriebshof Trachenberge<br />

die Tore des historischen<br />

Depots – dabei präsentierten die Vereinsmitglieder<br />

erstmals ein ganz besonderes<br />

Fahr zeug im alten Glanz: den von der meterspurigen<br />

Lockwitztalbahn stammenden<br />

zweiachsigen Postbeiwagen 35.<br />

Entstanden war das Fahrzeug 1908 in der<br />

Waggonfabrik Gottfried Lindner in Ammendorf<br />

direkt für die Strecke Niedersedlitz<br />

– Kreischa vor den Toren der sächsischen<br />

Residenz- und Landeshauptstadt. Anfangs<br />

mit einer postgelben Lackierung versehen,<br />

trug es ab 1934 das Rot der Reichspost.<br />

Während einer Hauptuntersuchung im<br />

Jahre 1949 erhielt der Zweiachser einen<br />

Anstrich in Hellelfenbein, das geflügelte<br />

Dresd ner Stadtwappen sowie den Schriftzug<br />

66 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Dresden<br />

Der Postbeiwagen 35<br />

Länge über Puffer:. . . . . . . . . . . . . . . . . . 4,50 m<br />

Wagenlänge: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3,90 m<br />

Wagenkastenlänge:. . . . . . . . . . . . . . . . . 2,80 m<br />

Achstand: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,60 m<br />

Raddurchmesser:. . . . . . . . . . . . . . . . . . 785 mm<br />

Höhe über SO: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,60 m<br />

Breite Wagenkasten: . . . . . . . . . . . . . . . . 2,00 m<br />

Gesamtbreite Wagen: . . . . . . . . . . . . . . . 2,10 m<br />

„KWU Dresden Verkehrsbetriebe“, womit<br />

der im selben Jahr erfolgten Gründung des<br />

„Kommunalwirtschaftsunternehmens der<br />

Stadt Dresden“ (KWU) Rechnung getragen<br />

worden war. Ab 1949 führte der kleine Beiwagen<br />

zugleich die neue Fahrzeugnummer<br />

3522. Während der KWU-Schriftzug bereits<br />

nach dem 1. April 1951 wieder entfernt<br />

wurde, blieb das geflügelte Dresdner Stadtwappen<br />

als Logo der Verkehrsbetriebe bis<br />

zum Einsatzende des Zweiachsers im Sommer<br />

1960 erhalten.<br />

Anfang der 1960er-Jahre erwarb ein privater<br />

Interessent den Aufbau und nutzte ihn<br />

als Hühnerschuppen.<br />

<strong>Die</strong> Rettung<br />

1990 kaufte der Dresdner Straßenbahnfreund<br />

Reinhard Wobst den zur Ruine verfallenen<br />

Wagenkasten und brachte ihn auf<br />

sein Privatgrundstück. Dort begann er in<br />

aufwendiger und mühevoller Kleinarbeit<br />

mit der Restaurierung des völlig desolaten<br />

Wagens im Zustand von 1908.<br />

Aus Platzgründen suchte er ab 2010 nach<br />

einem neuen Eigentümer für das Fahrzeug.<br />

Nach einem Besuch der Ausstellung des<br />

Dresdner Straßenbahnmuseums bot er den<br />

Postwagen im Dezember 2011 dem Verein<br />

Straßenbahnmuseum Dresden e.V. zum Kauf<br />

an. Sein Wunsch war es, den Wagen in den<br />

Lackierzustand von 1908 mit dem Postgelb<br />

der Kaiserlichen Post zu versetzen. Der Verein<br />

ging auf diesen Vorschlag ein und erwarb<br />

das Fahrzeug. Am 6. Juli 2012 wurde der<br />

Wagen in die Hallen neben dem Betriebshof<br />

Trachenberge der DVB AG auf der Gemarkung<br />

von Dresden-Pieschen überführt.<br />

Anlässlich der Dresdner Museumssommernacht<br />

2012 präsentierte der Verein den<br />

Wagen am 14. Juli erstmals der Öffentlichkeit,<br />

allerdings noch ohne seine endgültige<br />

Lackierung. Sein Postgelb erhielt der Aufbau<br />

erst bis zum 8. Dezember 2012 zurück.<br />

Der zweite postgelbe Lack …<br />

Nach intensiven Recherchen stellten die Mitglieder<br />

des Vereins jedoch fest, dass das Äußere<br />

zu diesem Zeitpunkt noch nicht exakt<br />

dem Originalzustand entsprach. Daraufhin<br />

wurden alle Zierleisten wieder entfernt und<br />

Der fertiggestellte Postbeiwagen am dritten Aprilwochenende im Straßenbahnmuseum<br />

Dresden. Am Fahrgestell fehlen noch die Schutzbretter<br />

A. MARKS<br />

OBEN „Bürgerarbeiter“ trugen Anfang 2013<br />

den Decklack auf<br />

H. FRENZEL<br />

RECHTS OBEN Der Postbeiwagen als Hühnerstall<br />

1990 vor seiner Bergung<br />

RECHTS Auf einem Dresdner Grundstück begann<br />

in den 1990er-Jahren die Restaurierung<br />

des Unikates R. WOBST (2)<br />

nach penibel ausgewerteten Originalfotos<br />

neu angebracht und alles nochmals lackiert.<br />

Im Frühjahr begann die Anpassung und<br />

Montage der beiden Radsätze, Achslager<br />

und Wagenkastenfedern. Alle diese Arbeiten<br />

einschließlich der Lackierung führten Mitarbeiter<br />

einer „Bürgerarbeit“-Maßnahme<br />

unter der Regie des Straßenbahnmuseums<br />

durch. <strong>Die</strong> Wagenbeschriftung – einschließlich<br />

der Herstellung des Wappens der Kaiserlichen<br />

Post – übernahmen hingegen die<br />

Vereinsmitglieder. Vom Ergebnis waren alle<br />

Besucher am 20./21. April sehr angetan –<br />

seitdem kann der Postbeiwagen im Straßenbahnmuseum<br />

Dresden wirklich nahezu<br />

im Originalzustand von 1908 bewundert<br />

werden.<br />

HOLGER FRENZEL/AM<br />

<strong>Die</strong> nächsten Führungen im Museum finden<br />

am 4. Mai, 1. Juni, 3. August und 7.<br />

September jeweils von 10 bis 16 Uhr statt.<br />

Freie Besichtigungen sind im Rahmen der<br />

Dresdner Museumsnacht am 13. Juli von<br />

17.30 Uhr bis 1 Uhr nachts möglich.<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

67


Geschichte<br />

Nostalgie total!<br />

Straßenbahnaktivitäten des Vereins „Nostalgiebahnen in Kärnten“ In Österreichs südlichstem<br />

Bundesland hegt und pflegt ein Verein auch Straßenbahnfahrzeuge aus Österreich, Deutschland<br />

und der Schweiz. Ein Teil von ihnen ist einsatzfähig – und deshalb gibt es große Pläne!<br />

<strong>Die</strong> Dampftramwaylok „Adele“ von der<br />

Budapester Lokalbahn und der Bw 152<br />

von den Wiener Lokalbahnen fahren auf<br />

der museumseigenen „Fernstrecke“ von<br />

Weizelsdorf nach Ferlach<br />

A. GERINGER<br />

Ihm hängt der Nimbus an, die vielfältigsten<br />

Museumsaktivitäten in ganz<br />

Europa vorweisen zu können – der Verein<br />

„Nostalgiebahnen in Kärnten“.<br />

1990 aus dem Verein „Kärntner Museumsbahnen“<br />

hervorgegangen, ist er heute der<br />

Betreiber von sieben Museumsbetrieben! Einen<br />

Schwerpunkt der Vereinstätigkeit stellt<br />

dabei der Erhalt und Betrieb von Straßenbahnfahrzeugen<br />

dar. <strong>Die</strong>se gehörten auch in<br />

Kärnten einst zum Alltag:<br />

1891 errichteten private Financiers Klagenfurt<br />

eine meterspurige Pferdetramway.<br />

Nach Übernahme durch die Stadt folgte 1911<br />

die „Elektrische“. Es entstand ein kleines<br />

Netz mit rund 10 km Streckenlänge und vier<br />

Linien zum Bahnhof, nach Annabichl, zum<br />

Kreuzbergl und zum Strandbad am Wörthersee.<br />

Ab dem Jahr 1944 wurde die Straßenbahn<br />

schrittweise zunächst auf Obusund<br />

später auf Autobusbetrieb umgestellt.<br />

1954 erlag der Gemeinderat der automobilen<br />

Propaganda und entschied die Einstellung der<br />

„altmodischen“ Straßenbahn. Schon wenige<br />

Wochen später ersetzten Autobusse die Straßenbahn<br />

auf der populären Linie S, welche<br />

die Verbindung der Innenstadt mit dem Wörthersee<br />

herstellte. Am 16. April 1963 wurde<br />

der Straßenbahn- wie auch der Obusbetrieb<br />

mit der <strong>letzten</strong> Fahrt zwischen Heiligengeist<br />

Platz und Hauptbahnhof eingestellt.<br />

Ein Ende ist ein Anfang!<br />

Das Ende der Straßenbahn in Klagenfurt<br />

bildete zugleich den Grundstein für eine<br />

große Sammlung historischer Fahrzeuge.<br />

Schon 1958 (!) konnte der vielerorts engagierte<br />

Dipl.-Ing. Gerhard Mayr (2009 verstorben)<br />

für ein künftiges österreichisches<br />

Museum den 1891 gebauten offenen Sommerbeiwagen<br />

109 retten. Nach einer umfangreichen<br />

Restaurierung wurde der Wagen<br />

noch für Sonderfahrten und für die<br />

Abschiedsfahrt nach Annabichl eingesetzt.<br />

Von den einst 52 Straßenbahnwagen Klagenfurts<br />

wurden 19 Exemplare nicht gleich<br />

verschrottet, sondern auf Spielplätzen aufgestellt.<br />

Acht davon konnten ab 1969, zum<br />

Teil in desolatem Zustand, von Idealisten<br />

erworben und somit gerettet werden. Der<br />

neu gegründete Verein „Kärntner Museumsbahnen“<br />

nahm sich die Erhaltung technischer<br />

Kulturgüter aus möglichst vielen<br />

Bereichen zum Ziel: die Führung von<br />

Dampfzügen auf ÖBB-Gleisen, die museale<br />

Erhaltung der Gurktalbahn und meterspuriger<br />

Straßenbahnwagen.<br />

68 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Österreich: Kärnten<br />

Zahlreiche Tram-Wagen wurden noch gerade<br />

zu jener Zeit sichergestellt, als viele<br />

Verkehrsbetriebe die <strong>letzten</strong> Holzkasten-<br />

Wagen durch modernere Fahrzeuge ersetzten.<br />

So hatten sich bis 1975 bereits 40<br />

Tram- und Lokalbahnwagen aus dem Inund<br />

Ausland angesammelt. <strong>Die</strong>se sollten<br />

aber nicht als verfallende Schaustücke, sondern<br />

fahrfähig der Öffentlichkeit gezeigt<br />

werden. Es entstand die Idee, eine Museumstramway<br />

zu errichten. <strong>Die</strong> Stadt Klagenfurt<br />

stellte nach einigem Zögern am<br />

Lendkanal (künstliche Wasserstrecke vom<br />

Wörthersee ins Stadtzentrum) eine Trasse<br />

für die Strecke und eine Fläche für eine Remise<br />

bereit.<br />

Museumstramway im<br />

Naturschutzgebiet<br />

Auf einem ehemaligen Güterweg wurden<br />

1976 eine rund 750 Meter lange Strecke<br />

und eine viergleisige Abstellanlage für einen<br />

Teil der Fahrzeugsammlung errichtet, die<br />

später noch überdacht wurde. Da die Errichtung<br />

einer Fahrleitung in dem sehr sensiblen<br />

Naturschutzgebiet unmöglich war,<br />

entschieden sich die Initiatoren für einen<br />

Pferdetrambetrieb.<br />

Mangels ausreichender Lagerflächen wurden<br />

1978 zwölf deutsche und Schweizer<br />

Tram-Wagen an das „Deutsche Straßenbahn-Museum<br />

Hannover“ abgegeben. Nach<br />

Der Akku-Triebwagen 25 und der Hallerbahn-Beiwagen 121 der Lendcanaltramway stehen am<br />

13. August 2005 an der Endstation „Im Moos“ R. SCHREMPF<br />

dessen Konkurs wurden die meisten Fahrzeuge<br />

verschrottet, der Birseckbahn-Triebwagen<br />

9 kam jedoch nach Österreich zurück<br />

und wartet im Historama in Ferlach auf seine<br />

Aufarbeitung.<br />

Heute finden Gäste am Ausgangspunkt<br />

der Lendcanaltramway (südlich des Strandbades)<br />

in einem Beiwagen der Tiroler Stubaitalbahn<br />

ein „Tramwaybuffet“ vor, welches<br />

von Vereinsmitgliedern betrieben wird.<br />

Am anderen Streckenende „Im Moos“ ist<br />

ebenfalls in einem Stubaitalbahn-Beiwagen<br />

eine Ausstellung über die Besonderheiten<br />

der Natur in diesem Gebiet zu sehen.<br />

Da der reine Pferdebetrieb sich recht aufwendig<br />

gestaltete, wurde die ehemals regelspurige<br />

Benzin-Draisine der 1976 eingestellten<br />

Straßenbahn St. Pölten in einen<br />

Akkutriebwagen umgebaut und optisch einer<br />

Dampftramwaylok nachempfunden.<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

69


Geschichte<br />

Der Bonner Tw 437 im Einsatz auf der Histotram.<br />

<strong>Die</strong> von der END stammenden Gittermasten<br />

und Bogenausleger verstärken den<br />

Charme einer Überlandstraßenbahn<br />

A. GERINGER<br />

Streckenführung der geplanten Seetramway vom Wörthersee-Strandbad über die Schiffsanlegestelle<br />

und einer neuen Remise (Depot) zur Modellstadt Minimundus in Klagenfurt NBIK<br />

Mit diesem als Nr. 25 geführten Fahrzeug<br />

wird der Regelbetrieb bewältigt. Als Beiwagen<br />

dienen vornehmlich solche der 1974<br />

eingestellten Innsbrucker Hallerbahn (Nr.<br />

121, 123) sowie Sommerwagen der Klagenfurter<br />

Straßenbahn (Nr. 109, 111). Am<br />

Remisengelände sind noch weitere 15 Straßenbahnwagen<br />

unter Dach abgestellt.<br />

In einem naheliegenden Gebäude eines<br />

stillgelegten Rundfunksenders ist eine umfangreiche<br />

Fotodokumentation über alle öffentlichen<br />

Verkehrsmittel Klagenfurts zu<br />

sehen. <strong>Die</strong>se Ausstellung ist an den Betriebstagen<br />

der Lendcanaltramway für Fahrgäste<br />

gratis zu besichtigen, die Tramway-<br />

Fahrkarte gilt als Kombikarte. Weitere<br />

Öffnungszeiten ergeben sich im Rahmen<br />

von Nostalgie-Rundfahrten mit Oldtimerbussen.<br />

20 Jahre Historama<br />

Als weitere Attraktion richteten die „Nostalgiebahnen<br />

in Kärnten“ (NBiK) 1993 in<br />

Ferlach in einer ehemaligen Fabrikhalle der<br />

Kärntnerische Eisen- und Stahlwerke ein<br />

Museum für Technik und Verkehr ein, das<br />

HISTOrische PanoRAMA („Historama“).<br />

Auf über 2.200 m² Hallenfläche bietet sich<br />

den Besuchern eine Vielzahl an interessanten<br />

und spannenden Einblicken in die Kulturgeschichte<br />

der Technik. Das Angebot<br />

reicht von Kutschen, Autos, Lkw, Feuerwehrwagen<br />

und Dampfwalzen über Motorroller<br />

und Fahrräder bis zu Flugzeugen.<br />

Auch der Sektor Straßenbahn ist mit zahlreichen<br />

Exponaten vertreten: Tw 2 der 1954<br />

eingestellten Straßenbahn Ybbs, Sommer-<br />

Triebwagen III der Pöstlingbergbahn, Bw<br />

60, 101 und 112 aus Klagenfurt sowie aus<br />

Basel der Tw 203 mit Bw 1320. Ausgestellt<br />

sind zudem viele Ausrüstungsgegenstände<br />

und Utensilien, etwa Fahrleitungs-Wandrosetten<br />

und Haltestellen-Schilder verschiedener<br />

Tram-Betriebe.<br />

Zu besonderen Anlässen kommt im Außengelände<br />

der Kapfenberger Obus 10 (mit<br />

einem Aggregat-Anhänger zur Stromerzeugung)<br />

und eine kleine Feldbahn zum Einsatz.<br />

Auf der vereinseigenen Museumsbahn<br />

Weizelsdorf – Ferlach (6 km Normalspur)<br />

verkehren im Sommer an Wochenenden<br />

Dampfzüge im Zweieinhalb-Stunden-Takt.<br />

Zur Verbindung des Bahnhofes Ferlach mit<br />

dem Historama wurde ab 1992 ein Pendelverkehr<br />

mit Oldtimer-Autobussen eingerichtet.<br />

Schon bald stieß diese Busverbindung<br />

an die Kapazitätsgrenze – wenn ein<br />

Zug mit 300 Fahrgästen angekommen war,<br />

70 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Österreich: Kärnten<br />

Begegnung der<br />

Dampftramwaylok<br />

„Adele“ und der<br />

früheren Siemens-<br />

Werklok 1 im Bahnhof<br />

Ferlach<br />

A. GERINGER<br />

Blick in das Historama mit ausgestellten Basler, Klagenfurter und Innsbrucker<br />

Wagen, über denen ein Flugzeug hängt<br />

R. SCHREMPF<br />

Auf der „Histotram“ kreuzen sich am 21. August 2011 der aus Bonn<br />

stammende Vierachser und der Stern & Hafferl-Zweiachser A. GERINGER<br />

mussten bis zu drei Oldtimerbusse mehrfach<br />

pendeln, was zu Wartezeiten für die Fahrgäste<br />

führte. Andererseits gab es im Verein<br />

den langjährigen Wunsch nach einer eigenen<br />

Tramstrecke mit Fahrleitungsbetrieb.<br />

Neue Attraktion – die Histotram<br />

Da von der eigenen Strecke Ferlach – Weizelsdorf<br />

abzweigend eine ehemalige Anschlussbahn<br />

ins Werksgelände direkt zum<br />

Historama schon bestand, kam es zur Idee,<br />

diese zu elektrifizieren. Für erste Probefahrten<br />

wurden zwei aus Wien übernommene<br />

Arbeits-Triebwagen (BH 6382 und 6383)<br />

mit einem Güterwagen gekuppelt, auf den<br />

ein mitgeführtes Aggregat die Stromversorgung<br />

herstellte. 2006 begannen die Bauarbeiten<br />

symbolisch mit dem Setzen des ersten<br />

Mastes. In den folgenden fünf Jahren wurden<br />

von den Vereinsmitgliedern 75 Maste<br />

gesetzt, die Ausleger montiert, der Fahrdraht<br />

gespannt und die Schienenverbinder für die<br />

Rückleitung angebracht. Für die Stromversorgung<br />

wurde eine Gleichrichterstation für<br />

600 Volt Fahrdrahtspannung errichtet.<br />

Ein besonders spannendes Thema stellen<br />

die aufgestellten Fahrleitungsmasten dar, die<br />

verschiedene Bauarten veranschaulichen: So<br />

kam es zur Aufstellung von Betonmasten<br />

der ehemaligen Obusbetriebe in Klagenfurt<br />

und Kapfenberg, von Rohrmasten aus 1911<br />

von den Straßenbahnen in Klagenfurt und<br />

St. Pölten wie auch von Holzmasten auf Betonfüßen.<br />

<strong>Die</strong> Mehrzahl der Maste stammen<br />

jedoch von der 1978 eingestellten<br />

Überlandstraßenbahn Esslingen – Nellingen<br />

– Denkendorf (END), die 1996 in einer<br />

Großaktion abgebaut wurden. Alle diese<br />

Maste wurden auf Fußplatten geschweißt,<br />

sandgestrahlt und dreifach lackiert. In Verbindung<br />

mit den alten Bogenauslegern, aber<br />

auch der elastischen Bauart nach Schweizer<br />

Vorbild haben sie einen neuen Zweck erhalten<br />

und passen perfekt ins Ambiente der<br />

Nostalgie-Tramway.<br />

Mittlerweile wurden auch zahlreiche normalspurige<br />

Straßenbahnwagen beschafft:<br />

Aus Wien die Typen M, BH, GP und aus<br />

Graz Zweiachser der Reihe 200. Von Stern<br />

& Hafferl wurde der Elektrotriebwagen<br />

20113 (Baujahr 1912, ex ET 22104 der<br />

Linzer Lokalbahn) erworben und via Amsterdam<br />

kam der Bonner Düwag-Vierachser<br />

437 nach Kärnten.<br />

In der Regel kommen der Bonner und der<br />

Stern & Hafferl-Triebwagen zum Einsatz,<br />

letzterer wird fallweise als „Eilkurs“ bei den<br />

Dampfzügen mitgeführt. <strong>Die</strong> übrigen Tramwagen<br />

sind noch zu adaptieren, etwa mit<br />

breiteren Radreifen auszustatten. Denn die<br />

1,6 km lange Anschlussbahn ist als Eisenbahnstrecke<br />

konzipiert, da sie als Zufahrt<br />

zur museumseigenen „Kärntner Museums-<br />

Werkstätte“ dient und der Verein bedarfsweise<br />

Güterverkehr für diverse Betriebe<br />

durchführt.<br />

Tram mit Dampfzug-Anschluss<br />

<strong>Die</strong> Histotram verkehrt im Anschlussverkehr<br />

an die Dampfzüge. Neben dem elektrischen<br />

Tramwaybetrieb, zu deren betriebsfähigen<br />

Fahrzeuge auch die 1929<br />

gebaute Berliner Siemens-Werklok 1 (zuletzt<br />

Fritschmühle Wels) zählt, gibt es noch eine<br />

Besonderheit: <strong>Die</strong> Dampftramwaylok Ade-<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

71


Geschichte<br />

Im Sommer 2001<br />

erreichen die zwei<br />

Wiener Arbeitstriebwagen<br />

der Reihe<br />

BH anlässlich einer<br />

Probefahrt den<br />

Bahnhof Ferlach<br />

R. SCHREMPF<br />

le aus 1888 (ex Lok 5 der Budapester Lokalbahn)<br />

fährt zu angekündigten Terminen<br />

Dampftramwayzüge auf der Histotram und<br />

auch auf der museumseigenen „Fernstrecke“<br />

nach Weizelsdorf.<br />

<strong>Die</strong> Oldtimer-Autobuslinie als Verbindung<br />

zwischen dem Bahnhof Ferlach und<br />

dem Historama besteht weiterhin, aber mit<br />

geändertem Fahrplan und neuer Route.<br />

Dem Fahrgast und Besucher bietet sich neben<br />

dem Museumsbesuch das Mitfahrerlebnis<br />

in Dampfzug, Nostalgie-Tram und -Bus.<br />

Seetramway zwischen Minimundus<br />

und Wörthersee<br />

Seit fast 15 Jahren bemüht sich der Verein<br />

in Klagenfurt, eine weitere Museumstramway<br />

zu errichten. Unter dem Namen<br />

„Seetramway“ soll ein Teilstück der 1954<br />

eingestellten Seelinie der Städtischen Straßenbahn<br />

neu erstehen. Neben dem Wunsch<br />

nach einer meterspurigen Museumstramway<br />

mit längerer Fahrtstrecke besteht hier<br />

ein echtes Verkehrsbedürfnis, und zwar als<br />

Verbindung zwischen der Schiffsanlegestelle<br />

und der bei Touristen beliebten Modellstadt<br />

„Minimundus“, die alljährlich in der<br />

Sommersaison ca. 250.000 Besucher zählt.<br />

Von hier führt die geplante 2,1 km lange<br />

Strecke Richtung Norden am Planetarium<br />

und Reptilienzoo vorbei, um dann einen<br />

Bogen Richtung Westen zu beschreiben.<br />

Weiter entlang der ÖBB-Strecke und unter<br />

der Autobahnauffahrt hindurch wird die<br />

von der Stadt reservierte Fläche für eine Remisenanlage<br />

passiert.<br />

Maximal könnten hier eines Tages, in vier<br />

Hallen auf sechs Gleisen mit je 100 m, bis<br />

zu 70 Museumsfahrzeuge Platz finden. <strong>Die</strong><br />

Strecke führt anschließend beim Stockschießplatz<br />

und dem Hotel Plattenwirt vorbei,<br />

ehe das Seeufer erreicht wird, wo die<br />

Schiffsanlegestelle der Wörtherseeflotte gelegen<br />

ist. Mit diesen Schiffen fahren jährlich<br />

ca. 220.000 Fahrgäste, von denen ein großer<br />

Teil Minimundus – derzeit im Fußmarsch<br />

durch den Europapark – besucht.<br />

<strong>Die</strong> Strecke soll weiter parallel zum Seeufer<br />

Richtung Süden verlaufen und zwischen<br />

Strandbad und Campingplatz den Endpunkt<br />

erreichen. Wenige Schritte und der<br />

Lendkanal trennen dann die beiden Museumstramway-Strecken.<br />

Schon 1996 wurde<br />

vom Klagenfurter Gemeinderat der Grundsatzbeschluss<br />

für den Bau der Seetramway<br />

gefasst, 2008 abermals. Ein erstes Stück<br />

Gleis mit einem ausgestellten Straßenbahnwagen<br />

stellte im Herbst 2008 den Start zur<br />

Realisierung des Projekts „Seetramway“<br />

dar. Doch neben vielen rechtlichen und<br />

technischen Fragen scheiterte die Umsetzung<br />

bislang am doch enormen Investitionsvolumen<br />

von über fünf Millionen Euro.<br />

<strong>Die</strong> Realisierung der Seetramway wird<br />

noch Geduld erfordern. <strong>Die</strong> Planung ist abgeschlossen,<br />

die Trasse reserviert, weshalb<br />

die „Wartezeit“ für vorbereitende Maßnahmen<br />

wie etwa die Fahrzeugrestaurierung genützt<br />

wird. Für den Betrieb der Seetramway<br />

Betriebstage & Öffnungszeiten<br />

Betriebstage der Lendcanaltramway:<br />

• Jeden Samstag und Sonntag<br />

vom 6. Juli bis 1. September 2013<br />

Öffnungszeiten des Historama:<br />

• Täglich außer Montag vom 6. Juli bis 8. September<br />

2013 sowie an den Sonntagen 15.<br />

und 22. September 2013.<br />

Betriebszeiten der Histotram:<br />

• Jeden Samstag und Sonntag vom 6. Juli bis<br />

zum 8. September 2013 sowie an den Sonntagen<br />

15. und 22. September 2013<br />

• Tipp: Oldtimerfest „Nostalgie Total“ am 1.<br />

September 2013<br />

• Weitere Informationen siehe:<br />

www.nostalgiebahn.at<br />

sind bereits bzw. werden betriebsfähig aufgearbeitet:<br />

der Tw 10 und die Bw 60, 101,<br />

109 und 111 der Klagenfurter Straßenbahn;<br />

der Innsbrucker Tw 21 und Bw 122; die<br />

Pöstlingbergbahn-Tw III und XIV; der Stern<br />

& Hafferl-ET 26107 (ex Rheinbahn Düsseldorf<br />

118); aus Jena Tw 117 und Bw 166;<br />

aus Heidelberg Tw 62; Tw 200 und Bw<br />

1225 aus Basel.<br />

Insgesamt sind über 60 Meterspurfahrzeuge<br />

in Kärnten vorhanden, darunter auch<br />

Fahrzeuge aus Gmunden, Zagreb und Zürich.<br />

Weiteres sind für den Bau viele benötigte<br />

Materialien bereits vorhanden: Fahrleitungsmaste,<br />

Ausleger, Fahrdraht,<br />

Schienen, Weichen und Gleichrichterstationen.<br />

Als nächster Schritt soll eine erste Halle<br />

der Remise für 15 Fahrzeuge errichtet<br />

werden, das Baurechtsverfahren läuft.<br />

Eigene Museumswerkstätte<br />

Weitere Aktivitäten des Vereins NBiK mit<br />

seinen insgesamt ca. 90 aktiven Mitgliedern<br />

umfassen Nostalgie-Sonderfahrten mit Oldtimerbussen<br />

und Schienenfahrzeugen auf<br />

ÖBB-Strecken sowie nach Triest (Italien)<br />

und Laibach (Slowenien). Letztere sind im<br />

Museumsheizhaus in St. Veit an der Glan<br />

beheimatet. Seit 2000 betreiben die NBiK<br />

mit Nostalgieschiffen einen Charterverkehr<br />

und öffentliche Themenfahrten auf dem<br />

Wörthersee.<br />

Als Ergänzung zu allen Betrieben wurde in<br />

Ferlach eine Werkstattanlage geschaffen, in<br />

der historische Fahrzeuge aller Art sachkundig<br />

aufgearbeitet und repariert werden. Da<br />

das Wissen um die „alte Technik“ nicht verloren<br />

gehen darf und auch die Maschinen für<br />

die Herstellung von Ersatzteilen immer rarer<br />

werden, ist diese Werkstätte für den Verein<br />

von immenser Bedeutung. Fallweise werden<br />

auch „Fremdaufträge“ abgearbeitet, so wurden<br />

schon Fahrzeuge des Grazer Tramwaymuseums<br />

restauriert. ROBERT SCHREMPF<br />

72 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Fundstück des Monats<br />

FOLGE 4<br />

Liberec<br />

»Boveraclub«<br />

Im sächsischen Freiberg fanden Straßenbahnfreunde im September 2010 diesen meterspurigen T2D. Der zuletzt<br />

in Jena als Tw 144 eingesetzte Zweiachser befindet sich heute in Liberec/Reichenberg<br />

H. MAI<br />

Ein »tschechischer Gothaer«<br />

Seit Oktober 2010 befindet sich beim „Boveraclub“ im nordböhmischen Liberec (Reichenberg) ein<br />

ganz beson deres Fahrzeug. Bei seinem Anblick fragen sich nicht nur deutsche Straßenbahnfreunde:<br />

Was sucht ein „Gothaer“ in der Tschechischen Republik?<br />

Der zuletzt in Jena eingesetzte Tw 144 sieht von außen aus wie ein<br />

normaler zweiachsiger „Gothaer“ – doch bei diesem Fahrzeug handelt<br />

es sich um einen Vertreter der in Prag von CKD in Lizenz gebauten<br />

Wagen des Typs T2D!<br />

Seit vielen Jahren bestand der Wunsch des „Boveraclubs“ in Liberec,<br />

einen solchen T2D für die Sammlung zu gewinnen. Damit<br />

sollte das kurze, aber markante Kapitel der Straßenbahnproduktion<br />

in Prag-Smichov dokumentiert werden, stellten diese nur für<br />

DDR-Meterspurbetriebe gebauten 233 Wagen doch eine technologische<br />

Besonderheit im Produktionsprogramm von CKD dar. Fündig<br />

wurde der Verein <strong>letzten</strong>dlich 2010 im sächsischen Freiberg –<br />

aber wie kam er dorthin?<br />

Den 1968 unter der Fabrik-Nr. 156966 gebauten T2D lieferte<br />

CKD nach Halle (Saale). Dort wurde er unter der Nr. 812 bis 1973<br />

eingesetzt. Danach kam er nach Gera, wo er die typische orange/<br />

elfenbeinfarbene Lackierung und die Nr. 177 erhielt. Nach der Ankunft<br />

von neuen KT4D wurde er 1987 nicht mehr benötigt und so<br />

verkaufte ihn der Geraer Verkehrsbetrieb nach Jena. Dort erhielt der<br />

Tw zunächst die Nr. 114 und ab 1993 die Nr. 144. Mit dieser war<br />

er noch bis 1998 im Einsatz. Danach gelangte der Zweiachser ins<br />

sächsische Freiberg. Der Käufer wollte den Wagen in einer Diskothek<br />

als Bar verwenden. Doch dieser Plan zerschlug sich. Danach<br />

war geplant, den T2D als Verkaufsstätte für die Freiberger Porzellanmanufaktur<br />

zu nutzen. Doch dieses Vorhaben scheiterte ebenfalls.<br />

So fristete der Tw viele Jahre unter freiem Himmel und verfiel<br />

zusehends.<br />

Im September 2010 entdeckte den T2D ein Mitglied des „Bovaraclubs“.<br />

Nach kurzen Verhandlungen mit dem Grundstücksverwalter<br />

konnte der Wagen übernommen und mit einem Kran auf einen<br />

Schwerlasttransport verladen werden. Seit 15. Oktober 2010<br />

steht der Wagen trocken und geschützt in einer ausschließlich Mitgliedern<br />

des Vereins zugänglichen Halle. Es ist vorgesehen, ihn auf<br />

1.435 mm umzuspuren und in Liberec einzusetzen. Dazu soll er im<br />

Zustand als Geraer Tw 177 restauriert werden. HELGE MAI<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

73


■ Miniatur-Nahverkehr: Anlagen, Fahrzeuge, Tipps und Neuheiten<br />

<strong>Die</strong> Nürnberger<br />

Modelltram-<br />

Neuheiten. Teil 4<br />

Hier hat‘s gekracht und die Portram hängt auch schon bedrohlich durch. <strong>Die</strong> kleine Szene haben wir auf der Unitram-Anlage von Kato gesehen<br />

Geheime Modelle?<br />

Spielwarenmesse 2013 ■ Nicht alle Neuheiten können auch von jedem Hobbyfreund<br />

gekauft werden. Immer mehr Modelle sind nur in einem einzigen Laden zu bekommen<br />

Kurz vor der Jahresmitte,<br />

wenn die ersten Novitäten<br />

und Varianten bereits zur<br />

Auslieferung kommen, vollenden<br />

wir unseren Neuheitenbericht.<br />

Nach der letztjährigen Vakanz stellte<br />

Paul Sassen von Skiptram aus den<br />

Niederlanden heuer wieder zwei<br />

Neuheiten vor, natürlich nach Vorbildern<br />

seines Heimatlandes. Den eleganten<br />

Den Haager Vierachser von<br />

1949 haben wir im <strong>letzten</strong> SM bereits<br />

im Bild präsentiert. Der Aufbau wird<br />

wie der Bodenrahmen und die Drehgestellblenden<br />

in klassischer Resinbauweise<br />

nach Urmodell gegossen,<br />

der Antrieb besteht aus modifizierten<br />

Komponenten des Wiener C-Wagenmodells<br />

von Halling. <strong>Die</strong> zweite Neuheit<br />

hat die 1965 in Zusammenarbeit<br />

zwischen Werkspoor und Düwag<br />

für Rotterdam gebauten sechsachsigen<br />

Gelenkwagen 251-274 zum<br />

Vorbild. <strong>Die</strong>se Wagen entsprechen<br />

weitgehend den klassischen Düwag-<br />

Sechsachsern, allerdings verfügt das<br />

zweite Wagenteil über keine Mitteltüre<br />

und der Antrieb erfolgte über<br />

klassische Tatzlagermotoren. Das<br />

Skiptram-Modell wird in Kleinserie<br />

von Halling in Wien produziert, es<br />

soll später auch noch die achtach-<br />

74 strassenbahn magazin 6|2013


Spielwarenmesse 2013<br />

Auf dem Souvenirmodell<br />

des Wiener Gelenkwagens Typ E<br />

basiert dieses Messemuster der Rotterdamer Lizenznachbauten<br />

des weit verbreiteten Düwag-Sechsachsers, das<br />

Paul Sassen in Nürnberg präsentierte. Das endgültige Modell wird<br />

von Halling produziert und in allen Punkten dem Original entsprechen<br />

sige Variante folgen. Freunde des<br />

Hamburger Nahverkehrs werden<br />

auch in diesem Jahr von Stadt im<br />

Modell reichlich bedacht. Besonders<br />

hervorzuheben ist hier das Modell<br />

des V6E-Triebwagens, das ebenfalls<br />

in Zusammenarbeit mit VK-Modelle<br />

entsteht, wie der U-Bahntriebwagen<br />

DT5. Beide Modelle wird es in H0 mit<br />

Antrieb geben, während der V6E für<br />

N-Spur nur als unlackiertes Gehäuse<br />

gezeigt wurde, das im immer mehr<br />

verbreiteten 3-D-Druck produziert<br />

wird. <strong>Die</strong> Motorisierung wird dem<br />

versierten Bastler überlassen, angesichts<br />

der Zierlichkeit des Modells ein<br />

recht schwieriges Unterfangen.<br />

Modelle nach Hamburger Vorbildern<br />

angekündigt: Hervorzuheben sind<br />

hier der Mercedes-Benz O305 nach<br />

Hochbahn- und PVG-Vorbild sowie<br />

Varianten des Citaro-Busses MB<br />

O530 und des MAN Lion’sCity als<br />

dreitüriger Solo- und Gelenkwagen.<br />

Ebenfalls neu ist der Van Hool A330<br />

mit Heckwerbung für ein Hamburger<br />

Theater. Weitere Neuheiten sind das<br />

Hotelhochhaus, das in H0 stattliche<br />

80 Zentimeter Höhe erreicht, aber<br />

auch für N lieferbar sein<br />

wird. Großstädtische<br />

Ausmaße weist auch<br />

das ebenfalls für beide<br />

Baugrößen angebotene Kaufhaus<br />

nach historischem Hamburger Vorbild<br />

auf. Sehr interessant wirkt auch<br />

das Schulgebäude aus den 1960er-<br />

Jahren. In Lasercut-Technik werden<br />

zwei U-Bahn-Eingänge und verschiedene<br />

andere Ausstattungsteile<br />

produziert.<br />

U-Bahnen zum Jubiläum<br />

Auf einem motorisierten Industriefahrwerk<br />

basiert dagegen das N-<br />

Modell der Hamburger S-Bahn-Triebwagen<br />

ET 171. Das Gehäuse wird<br />

hierbei aus Kunststoff gegossen.<br />

Da es sich, wie auch beim ebenfalls<br />

angekündigten Modell des Nahverkehrstriebwagens<br />

VTA der AKN um<br />

ein Kleinserienmodell handelt, erfolgt<br />

die Fertigung nur bei ausreichendem<br />

Bestelleingang. Das H0-Pendant des<br />

AKN-Triebwagens soll dagegen im<br />

ersten Halbjahr 2013 ausgeliefert<br />

werden – im Laufe des Jahres folgt<br />

die S-Bahn ET 472/473. In Planung<br />

sind Modelle des ET 474 und 474.3.<br />

<strong>Die</strong> U-Bahn-Triebwagen DT2 bzw.<br />

DT2E wurden zwar nur als unfertige<br />

Muster gezeigt, ein gemischter Zug<br />

aus beiden Varianten ist aber als einmalige<br />

Sonderserie fürs Hochbahn-<br />

Jubiläum angekündigt. Auch auf<br />

dem Bussektor sind etliche neue H0-<br />

Unschwer erkennbar ist die Herkunft des Hallenser Fahrschulwagens als Umbau aus einem Linienfahrzeug des<br />

Typs Tatra T4D. Auch Herrmann & Partner nutzte für sein H0-Trammodell dieses Basisfahrzeug<br />

Wie die bereits vorgestellten Modelle der Henschel-Trolleybusse HS 160 OSL und HS 160 OSL-G stammt auch<br />

dieses H0-Resinmodell eines niederländischen Den-Oudsten-Busses vom tschechischen Hersteller HB. Irrtümlich<br />

hatten wir die Busmodelle einem Hersteller namens „NB“ zugeschrieben, den es aber gar nicht gibt<br />

strassenbahn magazin 6|2013


aßenbahn im Modell<br />

Anzeige<br />

VDVA-<br />

TAGUNG 2013<br />

■ Unsere diesjährige Tagung findet<br />

vom 3. bis 11. August in Graz und<br />

Zagreb statt mit einigen Höhepunkten:<br />

• Vortagung „Tour de Styria“, GKB<br />

und „Stainzer Flascherlzug“. Höllenthalbahn<br />

Payerbach-Hirschwang,<br />

Schneebergbahn (Dampfzug).<br />

• „Straßenbahn“-Programm, Lokalbahn<br />

Mixnitz – St. Erhard. Nostalgiebahnen<br />

in Kärnten mit Museum für<br />

Technik und Verkehr in Klagenfurt,<br />

Landcanaltramway am Wörthersee,<br />

Fahr mit historischen Schiff, Besuch<br />

des Historama, Fahrt mit historischen<br />

Fahrzeugen auf der Museumsstrecke.<br />

Sonderfahrt mit historischer Tram und<br />

Besuch des Tramway Museums in Graz.<br />

• Nachtagung in Zagreb (Kroatien),<br />

Sonderfahrt mit historischem Tramzug,<br />

Betriebsbesichtigung. Tagesausflug<br />

nach Osijek, Besichtigung und Sonderfahrt<br />

(angefragt). Rückfahrt nach Graz.<br />

DER VDVA<br />

STELLT SICH VOR<br />

■ Der Verband Deutscher Verkehrs-<br />

Amateure wurde 1956 gegründet, um<br />

den Straßenbahn- und Nahverkehrs-<br />

Vereinen „ein Dach“ zu bieten. <strong>Die</strong><br />

jährliche Tagung mit überregionalem<br />

Erfahrungsaustausch und ausgewählten<br />

Nahverkehrs-Exkursionen entwickelte<br />

sich schnell zum Hauptzweck des VDVA.<br />

GÄSTE WILLKOMMEN<br />

■ Wen unser Tagungsprogramm interessiert,<br />

kann auch als Nicht-Mitglied<br />

daran teilnehmen. Bitte fordern Sie<br />

die kompletten Tagungsunterlagen<br />

umgehend an. Anmeldeschluss ist der<br />

10. Juni, Frühbucherrabatt noch bis<br />

25. Mai (bei Zahlung bis 15. Juni).<br />

ab ~ 120 €<br />

„Schnupper“-Angebot<br />

■ 6. bis 8. August 2013: Drei Tage<br />

„Straßenbahn-Programm“ in der<br />

Steiermark und Kärnten inkl. Transfer.<br />

Verband Deutscher<br />

Verkehrs-Amateure<br />

Programmanforderung<br />

per E-Mail: info@vdva.de<br />

Otwin Krause<br />

Wiesenstraße 6, 90765 Fürth<br />

Besuchen Sie unsere Website<br />

www.vdva.de<br />

Hier sehen wir die türlose Seite des Kasseler Credé-Verbandswagens in Einrichtungsversion, den Herrmann &<br />

Partner neben der Ausführung in Beige auch in dieser creme-roten Lackierung herausbringt olga bandelowa (7)<br />

Swedtram-Chef Hans Josefson zeigte<br />

den bereits im Bild vorgestellten<br />

Osloer Hawa-Triebwagen in Spur 0.<br />

Der Triebwagen 149 ist als Museumswagen<br />

erhalten. Als Wiederauflage<br />

erscheint in H0 und 0 der Nürnberger<br />

Großraumzug Serie 200/1500.<br />

<strong>Die</strong>ser Zug ist alternativ mit Hallingoder<br />

SB-Antrieb erhältlich, sodass<br />

die Fahreigenschaften heutige Ansprüche<br />

erfüllen. Einige dieser Züge<br />

gelangten nach Ende ihres planmäßigen<br />

Einsatzes in die Türkei und in die<br />

polnische Partnerstadt Krakau. Ein<br />

Zug wird weiterhin als Museumsgarnitur<br />

in Nürnberg eingesetzt.<br />

Vieles noch in Planung<br />

Viel vorgenommen hat sich Thomas<br />

Hänsel von THS zum zehnten Jubiläum<br />

seiner Firma. Allein vier verschiedene<br />

Straßenbahnen nach Remscheider<br />

Vorbild sollen nach ausreichendem<br />

Bestelleingang erscheinen,<br />

neben einem Schörling-Schleifwagen<br />

von 1949 sind dies der Düwag-Niederflurwagen<br />

von 1942, der Aufbauwagen<br />

von 1951 und die Neuauflage<br />

des Westwaggon-Gelenkwagens, der<br />

auch in Darmstädter Ausführung geplant<br />

ist. Passend zu diesem wird es<br />

den Rathgeber-Verbandsbeiwagen<br />

geben. <strong>Die</strong> kompletten Verbandszüge<br />

(Trieb- und Beiwagen) sind<br />

außerdem nach Darmstädter, Regensburger<br />

und Würzburger Vorbild<br />

geplant. In Essener und Wuppertaler<br />

Ausführung will THS die Düwag-<br />

„Sänfte“ herausbringen. Dank VK-<br />

Modelle ist der lange geplante Metrobus<br />

MAN 750 nach Remscheider<br />

Vorbild endlich lieferbar, außerdem<br />

sollen der Henschel HS 160 USL bzw.<br />

USL-G erscheinen. Als Umbausatz für<br />

ein Lkw-Modell des Magirus S3500<br />

ist ein Turmwagenaufbau geplant.<br />

Überschaubare Ausmaße hat das<br />

Straßenbahndepot Naumburg/Saale,<br />

was so manchem Modellstraßenbahner<br />

entgegenkommt.<br />

Ein Füllhorn an Neuigkeiten präsentierte<br />

wieder einmal VK-Modelle. Es<br />

sind vor allem Varianten der Obusse<br />

Solaris Trollino 12 und Trollino 18.<br />

Ganz neu ist das H0-Modell des Niederflur-Stadtbusses<br />

Van Hool A330.<br />

In Deutschland fuhren die Busse des<br />

belgischen Herstellers unter anderem<br />

in Göttingen und Hamburg. Dem<br />

Vorbildtrend folgend, bringt VK-Modelle<br />

verschiedene<br />

Der SB-Antrieb für den Nürnberger Großraumwagen von Swedtram ist<br />

auch zur nachträglichen Motorisierung anderer H0-Vierachser geeignet<br />

Hybridbusse heraus. Das sind zum<br />

einen der Solaris U18 nach Dresdener,<br />

Leipziger, Frankfurter und<br />

anderen Vorbildern, zum anderen<br />

ganz neu die „SwissHybrid“-Busse<br />

des Schweizer Herstellers Hess, die<br />

zuerst in der Ausführung des Stadtverkehrs<br />

Lübeck erscheinen. <strong>Die</strong> Variante<br />

als „SwissTrolley“ erscheint<br />

anfangs in der viertürigen Variante<br />

Bislang nur als Zeichnung existiert der aus einem Ex-Remscheider Westwaggon-Gelenkwagen und einem Rathgeber-Verbandsbeiwagen<br />

bestehende Darmstädter Zug. THS produziert ihn in H0 bei genügendem Interesse<br />

76 strassenbahn magazin 6|2013


Spielwarenmesse 2013<br />

Fesch sieht die Neuauflage des Nürnberger Großraumzuges aus, die Swedtram-Chef Hans Josefson mit nach<br />

Nürnberg brachte. Das H0-Modell gibt es wahlweise mit Antrieben von Halling oder SB (siehe andere Seite)<br />

mit einfacher Vordertüre als Stadtbus<br />

Winterthur und der VBZ Zürich, die<br />

dreitürige Ausführung mit doppelter<br />

Vordertüre wird exklusiv für einen<br />

Händler in Arnheimer Lackierung<br />

und für das Obusmuseum Solingen<br />

im Dekor des Betriebes der Klingenstadt<br />

produziert. Der Hybrid- und der<br />

Obus unterscheiden sich vor allem<br />

durch die Dachgestaltung, außerdem<br />

sind beim Hybridbus die Räder der<br />

hinteren Achsen von durchgehenden<br />

Seitenschürzen verdeckt.<br />

Varianten nur für Händler<br />

In drei verschiedenen Formvarianten<br />

erscheint der Büssing-Ludewig-<br />

Anderthalbdecker. Nach dem Basismodell<br />

folgt eine Version mit neuer<br />

Frontspinne und ab sofort auch mit<br />

komplett verglasten Falttüren. Es erscheinen<br />

zuerst der Dreitürer in Bonner<br />

und Hagener Ausführung und für<br />

einen Händler der Hannoveraner Bus<br />

ohne Tür am Heck in neutraler Ausführung<br />

oder mit zwei verschiedenen<br />

Reklamen. Sowohl der Anderthalbdecker<br />

wie auch der MAN-Metrobus<br />

Anzeigen<br />

werden für einen anderen Händler in<br />

verschiedenen Versionen der ASEAG<br />

Aachen produziert. In nicht weniger<br />

als 15 weiteren Varianten, zum Teil<br />

als Händler- oder Kundenmodelle,<br />

erscheint der Metrobus im Laufe des<br />

Jahres. Dank der weiten Verbreitung<br />

des Vorbilds ist hier wohl noch einiges<br />

zu erwarten. <strong>Die</strong> interessierten<br />

Kunden werden aber nach den Bezugsmöglichkeiten<br />

dieser „Geheimmodelle“<br />

oft mühsam suchen müssen,<br />

da viele dieser Händlervarianten<br />

meist nur lokal und ohne entsprechende<br />

Bekanntmachung verkauft<br />

werden. <strong>Die</strong> Reihe des MAN/Göppel-<br />

Neueste Variante des Gelenkbusses Solaris U18 ist dieser Wagen der FER<br />

Rimini/Bologna (oben). Das VK-Modell besticht durch exzellente Detaillierung<br />

und Bedruckung, was auch auf den MAN-Metrobus 750 HO V11<br />

zutrifft, der in dieser Ausführung im Stadtverkehr Lindau/Bregenz lief<br />

Bei uns finden Sie sowohl<br />

skandinavische wie auch viele<br />

deutsche Trammodelle – alte<br />

und moderne Fahrzeuge aus<br />

Bremen, Nürnberg, Köln, Bonn,<br />

Essen, Kassel oder Stuttgart.<br />

Unsere H0- und 0-Modelle gibt<br />

es fertig oder als Bausatz. Sie<br />

sind mit allen Details ausgerüstet<br />

und verfügen über perfekt<br />

wirkende Fahrwerke.<br />

45 Minuten Arbeitsaufwand<br />

Arbeitaufwand 90 Minuten<br />

Tramfreunde<br />

aufgepasst!<br />

Midibusses NM 223.2 wird auch um<br />

zwölf unterschiedliche H0-Varianten<br />

erweitert. Zu allen genannten Bussen<br />

erscheinen im Laufe des Jahres<br />

die entsprechenden Radsätze als Zurüstteile.<br />

Keinen neuen Bus, dafür aber eine<br />

große Zahl an Pkw und Lkw nach<br />

neueren oder klassischen Vorbildern<br />

bringt Wiking heraus, hervorheben<br />

wollen wir hier den formneuen<br />

Renault R4, den BMW 2002 in der<br />

Ursprungsausführung, das Cabrio<br />

auf Basis des VW New Beetle, bei<br />

den Lastwagen den Magirus Sirius<br />

in zahlreichen Varianten und bei den<br />

Modellen nach aktuellen Vorbildern<br />

einen DHL-Wechselkoffer-Hängerzug<br />

auf MAN-TGX-Basis. Schon einige<br />

Zeit in limitierter H0-Auflage lieferbar<br />

ist der Budapester Straßenbahnzug<br />

Typ UV von Wumm.<br />

Damit endet die diesjährige Vorstellung<br />

aller fürs Hobby Modellstraßenbahn<br />

relevanten Neuheiten. In acht<br />

Monaten ist die wieder Messe.<br />

Ihre Arbeit<br />

gewinnt<br />

■ Haben Sie auch eine Tramanlage<br />

oder ein Modell gebaut? Dann<br />

bringen Sie den Bau- oder Gleisplan<br />

zu Papier, machen ein paar scharfe<br />

Fotos und schrei ben Sie uns einige<br />

Zeilen dazu. <strong>Die</strong> besten Arbeiten<br />

werden hier veröffentlicht und mit<br />

einem Freiabonnement für zwölf<br />

Ausgaben des <strong>STRASSENBAHN</strong><br />

<strong>MAGAZIN</strong> ausgezeichnet! Senden<br />

Sie ihren Vorschlag an: STRAS-<br />

SENBAHN <strong>MAGAZIN</strong>, „Ihre<br />

Arbeit gewinnt“, Postfach<br />

40 02 09, D-80702 München.<br />

Fax +4 6317111223<br />

oder +4631211200<br />

BERTHOLD DIETRICH-VANDONINCK<br />

Bitte besuchen Sie<br />

unsere Website<br />

oder schreiben Sie<br />

uns für mehr Infos<br />

www.swedtram.se<br />

swedtram@swipnet.se<br />

strassenbahn magazin 6|2013 77


Ihre Seiten: Ergänzungen, Anmerkungen, Kritik und Anregung<br />

0 89 – 13 06 99-720<br />

ö 0 89 – 13 06 99-700<br />

: redaktion@geramond.de<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong><br />

Postfach 40 02 09 · 80702 München<br />

Zu „Das Chemnitzer Modell“<br />

(SM 3/2013)<br />

Hohe Kosten beachten<br />

In diesem ausführlichen Beitrag werden<br />

gleich mehrere Dinge deutlich: der<br />

Umbau des Netzes, der Einsatz von Zweisystemfahrzeugen<br />

auf einer Pilotstrecke<br />

sowie die Modernisierung des Chemnitzer<br />

Hauptbahnhofes einschließlich des<br />

Straßenbahnanschlusses parallel zu den<br />

Gleisen der DB Netz AG.<br />

Alle diese Dinge tragen wesentlich zur<br />

Verbesserung des ÖPNV in Chemnitz bei,<br />

wobei insbesondere der Mischbetrieb auf<br />

den DB-Gleisen eine Sonderstellung einnimmt<br />

und für mich bemerkenswert ist.<br />

NACH REDAKTIONSSCHLUSS<br />

EINGEGANGEN<br />

Doch bei den einzelnen Maßnahmen<br />

ergeben sich natürlich immens hoch wirkende<br />

Investitionssummen, deren Armortisation<br />

vermutlich Jahrzehnte in Anspruch<br />

nehmen dürfte!<br />

Uwe Schlüter, Hildesheim<br />

Zu verschiedenen Beiträgen im<br />

SM 3/2013<br />

Lob und Tadel<br />

Das Bild des Monats aus Nürnberg<br />

zeigt doch eines: Wenn man die Liniennummer<br />

mit „Pappschild“-Aufstellung<br />

ergänzen muss, damit der Fahrgast sie<br />

überhaupt erkennen kann (tut Basel übrigens<br />

auch), dann ist der Sinn neuzeit-<br />

licher Beschriftungsverfahren in Frage<br />

zu stellen.<br />

Danke für die älteren Fotos, als es in<br />

Rheingönheim (Seite 69) noch aussah<br />

wie zur gleichen Zeit in Liebertwolkwitz.<br />

Gern mehr davon!<br />

Im Leserbrief zu den Osteuropa-Abgaben<br />

wurde erneut vergessen, dass sich<br />

auch Magdeburg von T4D/B4D im Originalzustand<br />

„erleichtert“ hat.<br />

Wenn wir nach der Berechtigung fragen,<br />

Wagen auszusondern und zu verschrotten,<br />

dann sind die jetzt dem<br />

Materialkreislauf zuzuführenden Warschauer<br />

immerhin alt (und womöglich<br />

auch verbraucht) genug dafür. Es hingegen<br />

den Linzer Zehnachsern anzutun,<br />

war Frevel – Meterspurachsen hätten<br />

die Wagen anderswo noch nutzbar gemacht.<br />

Auch sich von den Bochumer M-<br />

/N-Wagen bzw. den Duisburger Grazern<br />

zu lösen, kommt – insbesondere zustandshalber<br />

– entschieden zu früh!<br />

Peter Söffner, Leipzig<br />

Zu „Neue Bahnen braucht das<br />

Land“ (SM 4/2013)<br />

Gute Darstellung<br />

Vielen Dank für diesen sehr ausführlichen<br />

Artikel über die neuesten Fahrzeugentwicklungen<br />

in verschiedenen deutschen<br />

Großstädten. Ob Flexity, Tramlink,<br />

Vamos, Variobahnen oder andere Typen<br />

– sie werden alle ausführlich beschrieben.<br />

Mit Spannung warte ich nun natürlich<br />

auf weitere Informationen zum TW<br />

3000 der Üstra Hannover.<br />

Uwe Schlüter, Hildesheim<br />

Fehler in Typen-Kürzel<br />

Zur auf Seite 37 abgebildeten Tabelle<br />

über die seit 1989 von deutschen Betrieben<br />

bestellten Niederflurwagen möchte<br />

ich korrigieren, dass es sich bei den<br />

Dresdner Niederflurstraßenbahnen um<br />

die Typen NGT6-DD, NGT8-DD (keine<br />

Drehgestelle, sondern feste Fahrwerke)<br />

sowie Classic NGTD8-DD und Classic<br />

NGTD12-DD (mit Drehgestellen) handelt.<br />

Benjamin Rannig, Dresden<br />

Zu „Mitten rein in die Stadt“<br />

(SM 4/2013)<br />

Gern mehr Zeichnungen<br />

<strong>Die</strong> Mitteleinstiegswagen der Berliner<br />

Straßenbahn sind ein sehr interessantes<br />

Kapitel, welches in dieser Ausgabe des<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> wie immer<br />

sehr ausführlich und gut behandelt worden<br />

ist.<br />

<strong>Die</strong> Zeichnungen sowie das Fotomaterial<br />

zu diesem Beitrag können sich ebenfalls<br />

sehen lassen. Weiter so bei allen<br />

Themen – und gern mit noch mehr Zeichnungen.<br />

Uwe Schlüter, Hildesheim<br />

Wie in alten Zeiten: Tw 40 begegnet am 10. März 2013 an der Unterführung<br />

Herbeder Straße in Witten einer V60<br />

J. GRÜNEBAUM<br />

Historisches Treffen<br />

Im Rahmen des 30. Jubiläums der Eisenbahnfreunde Witten kam es am Sonntag,<br />

dem 10. März 2013, zu einem historischen Zusammentreffen zweier Verkehrsmittel<br />

in Witten. Noch bis vor wenigen Jahren waren Begegnungen der Bogestra-<br />

Triebwagen des Typs GT6 und einer V 60 nichts Außergewöhnliches. <strong>Die</strong> beliebten<br />

Düwag-Straßenbahntriebwagen sind nun schon seit längerem von den Gleisen der<br />

Meterspur im Raum Bochum/Gelsenkirchen verschwunden, während auch heute<br />

noch ab und zu eine ehemalige Bundesbahn-V60 bei der Deutschen Bahn in Form<br />

einer Lokomotive der Baureihe 363 im Rangierdienst beobachtet werden kann. Zum<br />

Treffen ganz im Stil der 1980er-Jahre kam es am 10. März jedoch mit der V 60 615<br />

der Museumseisenbahn Hamm und dem Tw 40 der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft<br />

der Bogestra.<br />

Jens Grünebaum, Witten<br />

Seitenansicht der 1933/34 entstandenen Mitteleinstiegswagen vom Typ<br />

TM 33 – eine Schnittansicht dieser Umbauwagen von oben gab es im<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 4/2013 auf Seite 64<br />

K.-H. GEWANDT<br />

78 <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013


Termine<br />

19. Mai, Bochum: Zwischen 11 und 17 Uhr fährt der<br />

»Muse umsExpress« der VhAG Bogestra mit historischen<br />

Straßenbahnen als Zu brin ger vom Hbf Bochum, Bstg. Linie<br />

308/318, zum Bahnhof Bo.-Dahl hausen, wo in den<br />

Pendel-Schienenbus zum Eisenbahnmuseum umgestiegen<br />

werden kann. Nähere Infos: www.vhag-bogestra.de<br />

19./20. Mai, Sehnde-Wehmingen: Straßenbahn selbst<br />

fahren im Hannoverschen Straßenbahn-Museum, Hohenfelser<br />

Straße 16, 31319 Sehnde, geöffnet von 11–17<br />

Uhr, Gelegenheit, unter Anleitung eines HSM-Fahrlehrers<br />

selbst eine Straßenbahn zu fahren, Kosten: 15 EUR, siehe<br />

www.tram-museum.de<br />

25./26. Mai, Chemnitz: Tage der offenen Tür und die<br />

Museumsnacht im CVAG-Omnibusbetriebshof, Werner-<br />

Seelenbinder-Str. 13. Im Rahmen der 10. internationalen<br />

Modell-Straßenbahn-Ausstellung werden mehr als 20<br />

Modellstraßenbahnanlagen präsentiert. Geöffnet ist am<br />

Sonnabend von mittags 13 Uhr bis 1 Uhr nachts sowie<br />

am Sonntag von 12 bis 16 Uhr. Zeitgleich hat jeweils das<br />

Straßenbahnmuseum Chemnitz, Zwickauer Str. 164,<br />

geöffnet. Zu den Miniatur-Trams gibt es Auskünfte über<br />

kleinestrassenbahn2013@web.de, zum Museum über<br />

das Straßenbahnmuseum Chemnitz, strassenbahnchemnitz.de,<br />

claudia.mann@strassenbahn-chemnitz.de.<br />

25./26. Mai, Sehnde-Wehmingen: Modell-Truck-Treffen<br />

im Hannoverschen Straßenbahn-Museum, Hohenfelser<br />

Straße 16, 31319 Sehnde, geöffnet von 11–17 Uhr,<br />

zusätzlich Straßenbahn selbst fahren, Kosten: 15 EUR,<br />

weitere Informationen unter www.tram-museum.de<br />

oder vorstand@tram-museum.de<br />

26. Mai, München: MVG-Museum von 11 bis 17 Uhr<br />

geöffnet, Ständlerstraße 20, 81549 München<br />

1. Juni, Essen/Gelsenkirchen: <strong>Die</strong> historischen Straßenbahnen<br />

der VhAG EVAG, BOGESTRA und MVG fahren<br />

im Stundentakt zwischen Essen-Holsterhausen und<br />

Gelsenkirchen Hbf, zwischen Essen Hbf und Zeche Zollverein<br />

sogar alle 30 Minuten. Zustieg mit einem gültigen<br />

VRR-Ticket. Infos: www.vhag-bogestra.de<br />

1. Juni, Meißen/Döbeln: Sonderfahrt mit einem historischen<br />

Omnibus von Leipzig nach Meißen (u. a. mit<br />

Besichtigung der Güterlok der ehemaligen Meißner Straßenbahn)<br />

und zur Pferdebahn Döbeln. Details: www.diebimmel.de<br />

oder per E-Mail von g-wranik@t-online.de<br />

1. Juni, Augsburg: Rundfahrt mit Gt8 Tw 806, organisiert<br />

von den Freunden der Augsburger Straßenbahn e.V.<br />

und den Verkehrsbetrieben. Start ist am Königsplatz<br />

(Bahnst. „H“ der Linie 2 Richtung Stadttheater) um<br />

13.05, 14.05 und 15.05 Uhr. <strong>Die</strong> Fahrt dauert ca. 40 Minuten<br />

und kostet 3 EUR für Erwachsene und 1,50 EUR<br />

für Kinder. Mitglieder anderer Nahverkehrsfreunde sind<br />

frei. Bitte beim Fahrbegleiter melden<br />

1. Juni, Berlin: Führungen durch den Betriebshof Niederschönhausen<br />

und die Sammlung historischer Straßenbahnen<br />

und Busse, <strong>Die</strong>tzgenstraße 100 (Haltestelle<br />

Nordend, Straßenbahnlinie M1, Buslinien 107 und 124),<br />

stündlich von 10 bis 15 Uhr; Eintritt: Erwachsene 2,–<br />

Euro, Kinder (6–14 Jahre) 1 Euro; weitere Infos unter<br />

www.dvn-berlin.de<br />

2., 9., 16., 23. und 30. Juni, Stuttgart: Jeden Sonntag<br />

verkehren die Straßenbahn-Oldtimerlinien 21 und 23<br />

zwischen Straßenbahnwelt Stuttgart und Hauptbahnhof<br />

bzw. Ruhbank (Fernsehturm). Info: www.strassenbahnwelt.com<br />

oder www.shb-ev.info. Infolge größerer Baumaßnahmen<br />

heißt es im Juli 2013 für voraussichtlich<br />

zwei Jahre Abschied nehmen von der Oldtimerlinie 23.<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong> 6 | 2013<br />

Ob Tag der offenen Tür, Sonderfahrt oder Sym posium:<br />

Veröffentlichen Sie Ihren Termin hier kostenlos.<br />

Fax (0 89) 13 06 99-700 · E-Mail: redaktion@geramond.de<br />

Ein Ersatzkonzept mit historischen Omnibussen befindet<br />

sich in Arbeit, zur Umstellung ist eine größere Publikumsveranstaltung<br />

geplant<br />

6. Juni, Augsburg: Rundfahrt mit KSW, organisiert von<br />

den Freunden der Augsburger Straßenbahn e.V. und den<br />

Verkehrsbetrieben. Start ist am Königsplatz (Bahnst. „H“<br />

der Linie 2 Richtung Stadttheater) um 13.05, 14.05 und<br />

15.05 Uhr. <strong>Die</strong> Fahrt dauert ca. 40 Minuten und kostet<br />

3 EUR für Erwachsene und 1,50 EUR für Kinder. Mitglieder<br />

anderer Nahverkehrsfreunde sind frei. Bitte beim<br />

Fahrbegleiter melden<br />

8. Juni, Liberec: Sonderfahrten anlässlich der Museumsnacht<br />

in der Stadt von 19 bis 24 Uhr zwischen Lidove<br />

Sady und Viadukt mit den Straßenbahnwagen 6MT<br />

117 und T2R 17, Veranstalter: Bovaraclub Liberec,<br />

www.boveraclub.czechtrams.com<br />

9./23. Juni, München: MVG-Museum von 11 bis 17<br />

Uhr geöffnet, Ständlerstraße 20, 81549 München<br />

9. Juni, Berlin: Themenfahrten mit historischen Straßenbahnen,<br />

ab Alexanderplatz/Dircksenstraße um 11 Uhr<br />

und 14 Uhr: Rundfahrten zu einigen im Regelbetrieb nur<br />

selten befahrenen Gleisschleifen im Nordosten der Stadt;<br />

Dauer: ca. 2,5 Stunden; Fahrpreise: Erwachsene 6 EUR,<br />

Kinder (6–14 Jahre) 3 EUR; Fahrscheine in den Wagen<br />

erhältlich, keine Platzreservierung; weitere Infos unter<br />

www.dvn-berlin.de<br />

15. Juni, Cottbus: Anlässlich des Jubiläums „110 Jahre<br />

Cottbuser Straßenbahn“ findet von 11 bis 17 Uhr auf<br />

dem Betriebshof Schmellwitz ein „Hoffest“ statt. Begonnen<br />

wird der Tag mit einem Straßenbahncorso ab 10 Uhr<br />

durch die Stadt. Nähere Infos: www.cottbusverkehr.de<br />

15. Juni, Bochum: »Werkstattfahrt«. In Zusammenarbeit<br />

mit dem Eisenbahn museum Bochum werden an diesem<br />

Tag zwei Bahn-Werkstätten besichtigt: der<br />

Bogestra-Betriebshof Engelsburg und das historische<br />

Bahnbetriebswerk in Dahl hausen. Beide Standorte werden<br />

per Straßenbahn und Schienenbus miteinander verbunden.<br />

Infos unter 02 34 – 49 25 16 oder unter<br />

www.vhag-bogestra.de<br />

30. Juni, Sehnde-Wehmingen: Straßenbahn selbst<br />

fahren im Hannoverschen Straßenbahn-Museum, Hohenfelser<br />

Straße 16, 31319 Sehnde, geöffnet von 11–17<br />

Uhr, Gelegenheit, unter Anleitung eines HSM-Fahrlehrers<br />

selbst eine Straßenbahn zu fahren, Kosten: 15 EUR, siehe<br />

www.tram-museum.de<br />

5./6. Juli: Liberec: Sonderfahrten mit historischen Straßenbahnwagen,<br />

Veranstalter: Bovaraclub Liberec<br />

14./28. Juli, München: MVG-Museum von 11 bis 17<br />

Uhr geöffnet, Ständlerstraße 20, 81549 München<br />

28. Juli, Sehnde-Wehmingen: Straßenbahn selbst fahren<br />

im Hannoverschen Straßenbahn-Museum, Hohenfelser<br />

Straße 16, 31319 Sehnde, geöffnet von 11–17 Uhr,<br />

Gelegenheit, unter Anleitung eines HSM-Fahrlehrers<br />

selbst eine Straßenbahn zu fahren, Kosten: 15 EUR, siehe<br />

www.tram-museum.de<br />

3. August, Augsburg: Rundfahrt mit KSW, organisiert<br />

von den Freunden der Augsburger Straßenbahn e.V. und<br />

den Verkehrsbetrieben. Start ist am Königsplatz (Bahnst.<br />

„H“ der Linie 2 Richtung Stadttheater) um 13.05, 14.05<br />

und 15.05 Uhr <strong>Die</strong> Fahrt dauert ca. 40 Minuten und kostet<br />

3 EUR für Erwachsene und 1,50 EUR für Kinder. Mitglieder<br />

anderer Nahverkehrsfreunde sind frei. Bitte beim<br />

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Literatur · Händlerverzeichnis · Impressum<br />

Nummer 284 • 6/2013 • Juni • 44. Jahrgang<br />

Durch Freiburg: Klein, aber oho!<br />

Seit Anfang dieses Jahres liegt vom Freiburger EK-Verlag<br />

aus der Reihe „stadtverkehr-Bildarchiv“ der zweite Band<br />

vor. Hatte sich Band 1 dem Busverkehr gewidmet, so kommen<br />

nun die Freunde des Trambetriebes auf ihre Kosten.<br />

Denn der um den Untertitel „Mit der Freiburger Verkehrs<br />

AG durch die Breisgaumetropole“ ergänzte Buchname<br />

„<strong>Die</strong> Freiburger Straßenbahn heute“ ist Programm!<br />

Gemeinsam mit drei anderen Fotografen laden die beiden<br />

Hauptautoren zu einer imaginären Rundfahrt durch<br />

die liebenswerte Stadt in Südbaden ein. Zuvor führen sie<br />

in die Entwicklung des Netzes seit 1901 sowie in den<br />

heute im Liniendienst genutzten Wagenpark ein. Unterstützt<br />

durch eine Tabelle erhält der Leser somit einen guten<br />

Überblick, welche GT4 und GT8 von Düwag sowie<br />

Siemens-Combino er aktuell in Freiburg antrifft.<br />

<strong>Die</strong> folgenden fotografischen Streckenporträts der vier betriebenen<br />

Linien (1, 2, 3 und 5) sind ein Augenschmaus! Als<br />

Redakteure haben die beiden Freiburger Autoren sich selbst<br />

sowie den anderen Bildgebern harte Bandagen angelegt –<br />

doch das Ergebnis kann sich sehen lassen! Neben den das<br />

Buch dominierenden erstklassigen Standardaufnahmen der<br />

Wagen schräg von vorn bei vollem Tageslicht findet der Leser<br />

tolle Dämmerungsaufnahmen sowie sogar ein faszinierendes<br />

Motiv bei Schneeregen (Seite 43).<br />

Eine unverzichtbare Bereicherung und Auflockerung stellt<br />

für den Rezensenten die Vorstellung der Arbeits- sowie Museumswagen<br />

der VAG dar. Wie bereits die im Liniendienst genutzten<br />

Fahrzeuge werden sie mit allen wichtigen Angaben<br />

vollständig aufgelistet, womit das Buch sogar als Nachschlagwerk<br />

empfohlen werden kann.<br />

Wer ein noch eingeschweißtes Exemplar des Buches in der<br />

Hand hält, möge sich also nicht davon irritieren lassen, dass<br />

der stabile Pappeinband fast ebenso stark wie die 96 Innenseiten<br />

ausgefallen ist. Schon beim ersten Durchblättern wird<br />

klar, dass das Buch durchaus knapp 20 EUR wert ist. Denn die<br />

Autoren haben es sich nicht nehmen lassen, ihre prachtvollen<br />

Aufnahmen mit ausführlichen und damit aussagestarken Texten<br />

zu versehen. Obwohl mit dem Titel natürlich ein Bildband<br />

vorliegt, so weist er dennoch einen extrem hohen Informationsgehalt<br />

auf. An dieser Stelle sei ein Manko des Buches angesprochen:<br />

<strong>Die</strong> für den Haupttext und die Bildtexte gewählten<br />

Schriften ähneln sich zu stark! Es fällt auf Mischseiten<br />

schwer, beide zu unterscheiden; auch wirken die grau unterlegten<br />

Tabellen mit Rahmen eher wie Todesanzeigen.<br />

Doch solche Details können an dem positiven Gesamteindruck<br />

des Büchleins kaum kratzen. Der kleine Bildband macht<br />

einfach nur Lust, den Betrieb am Fuße des Schwarzwaldes zu<br />

besuchen und dort selbst die Kamera auszupacken ...<br />

A. MARKS<br />

Norman Kampmann, Christian Wolf: <strong>Die</strong> Freiburger<br />

Straßenbahn heute, 96 Seiten, A5 quer, mit ca. 100 Farbaufnahmen,<br />

EK-Verlag Freiburg 2013,<br />

ISBN 978–3-88255–499-1, Preis 19,80 Euro<br />

www.strassenbahn-magazin.de<br />

Redaktionsanschrift:<br />

<strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong><br />

Postfach 40 02 09 · D-80702 München<br />

Tel. + 49 (0) 89.13 06 99.720<br />

Fax + 49 (0) 89.13 06 99.700<br />

redaktion@strassenbahn-magazin.de<br />

Verantw. Redakteur:<br />

André Marks, andre.marks@geramond.de<br />

Redaktion:<br />

Michael Krische (Redaktionsleitung),<br />

Thomas Hanna-Daoud, Martin Weltner<br />

Redaktion Journal/aktuelle Meldungen:<br />

Philipp Krammer,<br />

philipp.krammer@geramond.de<br />

Redaktion Straßenbahn im Modell:<br />

Jens-Olaf Griese-Bande low,<br />

jobandelow@geramond.de<br />

Redaktionsteam:<br />

Berthold <strong>Die</strong>trich-Vandoninck, Wolfgang Kaiser,<br />

Michael Kochems, Bernhard Kuß magk,<br />

Ronald Glembotzky, Dr. Martin Pabst,<br />

Axel Reuther, Robert Schrempf, Michael Sperl<br />

Redaktionsassistenz: Brigitte Stuiber<br />

ABO –HOTLINE<br />

Leserservice, GeraMond-Programm<br />

Verlag:<br />

Betriebe<br />

Fahrzeuge<br />

Geschichte<br />

Tel. 0180 – 532 16 17 (14 ct/min.)<br />

Fax 0180 – 532 16 20 (14 ct/min.)<br />

leserservice@strassenbahn-magazin.de<br />

Gesamtanzeigenleitung:<br />

Helmut Kramer<br />

Tel. + 49 (0) 89.13 06 99.270<br />

helmut.kramer@verlagshaus.de<br />

Anz.-leitung <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong>:<br />

Helmut Gassner<br />

Tel. + 49 (0) 89.13 06 99.520<br />

helmut.gassner@verlagshaus.de<br />

Anzeigendispo <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong>:<br />

Tel. + 49 (0) 89.13 06 99.130<br />

anzeigen@verlagshaus.de<br />

www.verlagshaus-media.de<br />

Es gilt Anzeigenpreisliste Nr. 23 vom 1.1.2013<br />

Layout: Axel Ladleif<br />

Litho: Cromika, Verona<br />

Druck: Stürtz GmbH, Würzburg<br />

In diesen Fachgeschäften erhalten Sie das <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong><br />

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Postleitzahlgebiet 0<br />

Thalia-Buchhandlung, 02625 Bautzen,<br />

Kornmarkt 7 · Fachbuchhandlung<br />

Hermann Sack, 04107 Leipzig,<br />

Harkortstr. 7<br />

Postleitzahlgebiet 1<br />

Schweitzer Sortiment, 10117 Berlin,<br />

Französische Str. 13/14 · Loko Motive<br />

Fachbuchhandlung, 10777 Berlin,<br />

Regensburger Str. 25 · Modellbahnen<br />

& Spielwaren Michael Turberg, 10789<br />

Berlin, Lietzenburger Str. 51 · Buchhandlung<br />

Flügelrad, 10963 Berlin,<br />

Stresemannstr. 107 · Modellbahn-<br />

Pietsch, 12105 Berlin, Prühßstr. 34<br />

Postleitzahlgebiet 2<br />

Roland Modellbahnstudio,<br />

28217 Bremen, Wartburgstr. 59<br />

Postleitzahlgebiet 3<br />

Buchhandlung Decius, 30159 Hannover,<br />

Marktstr. 52 · Train & Play, 30159<br />

Hannover, Breite Str. 7 · Pfankuch<br />

Buch, 38023 Braunschweig, Postfach<br />

3360 · Pfankuch Buch, Kleine Burg<br />

10, 38100 Braunschweig<br />

Postleitzahlgebiet 4<br />

Menzels Lokschuppen, 40217 Düsseldorf,<br />

Friedrichstr. 6 · Goethe-Buchhandlung,<br />

40549 Düsseldorf, Will -<br />

stätterstr. 15 · Modellbahnladen Hilden,<br />

Hofstr. 12, 40723 Hilden · Fach -<br />

buchhandlung Jürgen Donat, 47058<br />

Duis burg, Ottilienplatz 6<br />

Postleitzahlgebiet 5<br />

Technische Spielwaren Karin Lindenberg,<br />

50676 Köln, Blaubach 6-8 ·<br />

Modellbahn-Center Hünerbein, 52062<br />

Aachen, Augustinergasse 14 · Mayersche<br />

Buchhandlung, 52064 Aachen,<br />

Matthiashofstr. 28-30 · Buchhandlung<br />

Karl Kersting, 58095 Hagen, Berg -<br />

str. 78<br />

Postleitzahlgebiet 6<br />

Kerst & Schweitzer, 60486 Frankfurt,<br />

Solmsstr. 75<br />

Postleitzahlgebiet 7<br />

Stuttgarter Eisenbahn-u.Verkehrsparadies,<br />

70176 Stuttgart, Leuschnerstr. 35<br />

· Buchhandlung Wilhelm Messerschmidt,<br />

70193 Stuttgart, Schwabstr.<br />

96 · Buchhandlung Albert Müller,<br />

70597 Stutt gart, Epplestr. 19C · Eisen -<br />

bahn-Treffpunkt Schweickhardt,<br />

71334 Waiblingen, Biegelwiesenstr.<br />

31 · Osiandersche Buch handlung,<br />

72072 Tübingen, Unter dem Holz 25 ·<br />

Buch verkauf Alfred Junginger, 73312<br />

Geis lingen, Karlstr. 14 · Service rund<br />

ums Buch Uwe Mumm, 75180 Pforzheim,<br />

Hirsauer Str. 122 · Modellbahnen<br />

Mössner, 79261 Gutach, Landstr.<br />

16 A<br />

Postleitzahlgebiet 8<br />

Fachbuchzentrum & Antiquariat Stiletto,<br />

80634 München, Schulstr. 19 ·<br />

Augsburger Lok schuppen, 86199<br />

Augsburg, Gögginger Str. 110 · Verlag<br />

Benedikt Bickel, 86529 Schroben -<br />

hausen, Ingolstädter Str. 54<br />

Postleitzahlgebiet 9<br />

Buchhandlung Jakob, 90402 Nürnberg,<br />

Hefners platz 8 · Modellbahnvertrieb<br />

Gisela Scholz, 90451 Nürnberg,<br />

Nördlinger Str. 13 · Modell spielwaren<br />

Helmut Sigmund, 90478 Nürnberg,<br />

Schweiggerstr. 5 · Buchhandlung<br />

Rupprecht, 92648 Vohenstrauß, Zum<br />

Beckenkeller 2 · Fried rich Pustet & .,<br />

94032 Passau, Nibe lun gen platz 1 ·<br />

Schöningh Buchhandlung & ., 97070<br />

Würz burg, Franziskanerplatz 4<br />

Österreich<br />

Buchhandlung Herder, 1010 Wien,<br />

Wollzeile 33 · Modellbau Pospischil,<br />

1020 Wien, Novaragasse 47 · Technische<br />

Fachbuch handlung, 1040 Wien,<br />

Wiedner Hauptstr. 13 · Leporello – die<br />

Buchhandlung, 1090 Wien, Liechtensteinstr.<br />

17 · Buchhandlung Morawa,<br />

1140 Wien, Hackinger Str. 52 · Buchhandlung<br />

J. Heyn, 9020 Klagenfurt,<br />

Kramergasse 2-4<br />

Belgien<br />

Musée du Transport Urbain Bruxellois,<br />

1090 Brüssel, Boulevard de Smet de<br />

Naeyer 423/1<br />

Tschechien<br />

Rezek Pragomodel, 110 00 Praha 1<br />

Klimentska 32<br />

Dänemark<br />

Peter Andersens Forlag, 2640 Hede -<br />

husene, Brandvaenget 60<br />

Spanien<br />

Librimport, 8027 Barcelona, Ciudad<br />

de Elche 5<br />

Großbritannien<br />

ABOUT, GU46 6LJ, Yateley,<br />

4 Borderside<br />

Niederlande<br />

van Stockum Boekverkopers, 2512 GV,<br />

Den Haag, Westeinde 57 · Norsk<br />

Modell jernbane AS, 6815 ES, Arnheim,<br />

Kluizeweg 474<br />

GeraMond Verlag GmbH,<br />

Infanteriestraße 11a, 80797 München<br />

Geschäftsführung:<br />

Clemens Hahn, Carsten Leininger<br />

Herstellungsleitung:<br />

Sandra Kho<br />

Vertrieb Zeitschriften:<br />

Dr. Regine Hahn<br />

Vertrieb/Auslieferung Handel:<br />

MZV, Unterschleißheim<br />

Im selben Verlag erscheinen außerdem:<br />

Preise: Einzelheft Euro 8,50 (D), Euro 9,50 (A),<br />

sFr. 15,90 (CH), bei Einzelversand zzgl. Porto;<br />

Jahresabopreis (12 Hefte) Euro 91,80 (incl. MwSt.,<br />

im Ausland zzgl. Versandkosten)<br />

Erscheinen und Bezug: <strong>STRASSENBAHN</strong> <strong>MAGAZIN</strong><br />

erscheint monatlich. Sie erhalten die Reihe in Deutsch -<br />

land, in Österreich und in der Schweiz im Bahnhofs buch -<br />

handel, an gut sortierten Zeitschriftenki os ken, im Fachbuchhandel<br />

sowie direkt beim Verlag.<br />

© 2013 by GeraMond Verlag. <strong>Die</strong> Zeitschrift und alle ihre<br />

enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich<br />

geschützt. Durch Annahme eines Manu skripts erwirbt<br />

der Verlag das aus schließ liche Recht zur Ver öffentlichung.<br />

Für unverlangt ein gesandte Fotos wird keine Haftung<br />

übernommen. Gerichtsstand ist München.<br />

Ver antwortlich für den redaktionellen Inhalt: André Marks;<br />

verantwortlich für Anzeigen: Helmut Kramer, beide Infanteriestr.<br />

11a, 80797 München.<br />

ISSN 0340-7071 • 10815<br />

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<strong>Vorschau</strong><br />

Liebe Leser,<br />

Sie haben<br />

Freunde, die<br />

sich ebenso<br />

für die<br />

Straßenbahn<br />

mit all Ihren<br />

Facetten begeistern<br />

wie Sie? Dann empfehlen<br />

Sie uns doch weiter! Ich freue mich<br />

über jeden neuen Leser<br />

TOPTHEMA »Tour de Ruhr« mit der Tram<br />

Trotz Schrumpfung und „U-Bahn-Wahn“ hat die Straßenbahn im Großraum Rhein-Ruhr immer noch ihren Reiz – und<br />

nach wie vor fährt sie auf Deutschlands größtem zusammenhängeden Straßenbahnschienennetz. Begeben Sie sich mit<br />

uns auf eine Reise von St. Tönis nach Heven Dorf. Erleben Sie dabei sechs Betriebe, zwei Spurweiten, unterirdische und<br />

aufgeständerte Strecken, „Oldies“ aus den 1970er-Jahren und brandneue Niederflurwagen sowie viel Revieratmosphäre<br />

– von Zechenanlagen und „Ruhrbarock“ aus Kaisers Zeiten bis hin zu hypermodernen Zweckbauten.<br />

Von Taucha bis Knautkleeberg<br />

durch Leipzig<br />

Mit der Liniennetzreform 2001 entstand in Leipzig eine neue<br />

Linie 3. Von der Endstellenschleife in Taucha im Nordosten<br />

der Messestadt führte sie zum Leipziger Hauptbahnhof und<br />

von dort weiter nach Süden – westlich der neu entstandenen<br />

Seenlandschaft. Das Porträt dieser äußerst abwechslungs -<br />

reichen Strecke stellt die Besonderheiten der Linie vor, auf<br />

der sich Leoliner und Tatrawagen den <strong>Die</strong>nst teilen.<br />

Mit 110,7 Promille<br />

durch Neunkirchen<br />

Weitere Themen der kommenden Ausgabe<br />

Ausgerechnet ein immens hoher Promillewert sicherte lange<br />

Zeit den Arbeitsplatz der Straßenbahnfahrer in Neunkirchen!<br />

Doch die Rede ist natürlich nicht vom Alkohol, sondern<br />

vom Steigungsabschnitt der Straßenbahn auf der<br />

Hüttenbergstraße. Auf ca. 300 Meter Länge bewältigte die<br />

1907 eröffnete Tram eine Steigung von 110,7 Promille.<br />

1978 endete die Straßenbahnherrlichkeit – ein Blick zurück.<br />

K. OEHLERT-SCHELLBERG<br />

Tramorte: Der Rheinsprung<br />

in Basel im Jahr 1980<br />

Basel, das ist heute eine Stadt der Wissenschaft und der<br />

Kultur, der Messen und Kongresse und – last but not least –<br />

der Industrie. Entsprechend gibt es viele modern geprägte<br />

Viertel, aber auch die historische Altstadt. Einen unvergleichbaren<br />

Blick aus dem Gestern auf die pulsierende<br />

Gegenwart bietet die schmale Gasse Rheinsprung am<br />

Münsterberg. <strong>Die</strong>sen Bereich prägt seit mehr als 100 Jahren<br />

auch die Basler Straßenbahn – Andreas Mausolf stellt seine<br />

Blicke auf Tram und Gasse aus dem Jahr 1980 vor.<br />

Exportwagen aus Wien<br />

Nicht nur gebrauchte Düwag- und Tatra-Wagen aus<br />

Deutschland waren in den vergangenen Jahren bei den<br />

Straßenbahnbetrieben in Osteuropa willkommene Fahr -<br />

zeuge – auch aus Wien wurde nicht mehr benötigte Wagen<br />

an Betriebe ins Ausland verkauft. Weltenbummler Wolfgang<br />

Kaiser ist den Fahrzeugen aus seiner Heimatstadt hinterher<br />

gereist und stellt sie an ihren neuen Einsatzorten vor.<br />

M. KOCHEMS<br />

A. MAUSOLF<br />

André Marks,<br />

verantwortlicher Redakteur<br />

Ende gut …?<br />

Haltestelle für<br />

einen Tag<br />

Es war kein vorgezogener Aprilscherz,<br />

dass die Stadtbahnhaltestelle<br />

„SSB-Zentrum“ am 28. März für<br />

einen einzigen Tag in „Klaus-<strong>Die</strong>ter-<br />

Lohrmann-Weg“ umbenannt und<br />

umbeschildert wurde. Dabei gibt es<br />

weit und breit weder einen Weg<br />

noch eine Straße dieses Namens.<br />

Des Rätsels Lösung: An besagtem<br />

Tag ging bei den Stuttgarter Straßenbahnen<br />

eine Ära zu Ende:<br />

Klaus-<strong>Die</strong>ter-Lohrmann, Unternehmensbereichsleiter<br />

Betrieb, ging<br />

nach 35-jähriger Betriebszugehörigkeit<br />

in den Ruhestand. <strong>Die</strong> von Kollegen<br />

und Mitarbeitern als Aufmerksamkeit<br />

gedachte Aktion erforderte<br />

einen richtiggehenden Verwaltungsakt.<br />

Schließlich bedarf eine solche<br />

Namensänderung der Zustimmung<br />

der Aufsichtsbehörde, in diesem Fall<br />

des Regierungspräsidiums Stuttgart.<br />

Seit 1987 hatte Lohrmann den<br />

größten Bereich des Unternehmens<br />

verantwortet, der unter anderem<br />

den Fahrdienst samt den Betriebshöfen,<br />

die Betriebssteuerung mit<br />

der Betriebsleitstelle, die Fahrschule,<br />

den Prüfdienst und die für Fahrplangestaltung<br />

und Fahrgastinformation<br />

zuständigen <strong>Die</strong>nststellen umfasst.<br />

Seit 2000 hatte der studierte Bauingenieur<br />

außerdem als oberster Betriebsleiter<br />

über die Sicherheit im<br />

Fahrbetrieb zu wachen. <strong>Die</strong> Über -<br />

raschung konnte übrigens nur gelingen,<br />

weil es für Lohrmann eine<br />

Selbstverständlichkeit war, beruflich<br />

wie privat öffentliche Verkehrsmittel<br />

zu benutzen …<br />

J. DAUR<br />

DAS <strong>STRASSENBAHN</strong>-<strong>MAGAZIN</strong> 7/2013 erscheint am 21. Juni 2013<br />

82<br />

… oder schon 2 Tage früher mit bis zu 36 % Preisvorteil und Geschenk-Prämie! Jetzt sichern unter www.strassenbahn-magazin.de<br />

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Ihrer Wahl:<br />

z.B. DVD »Trams<br />

im Wirtschafts -<br />

wunderland«


Das besondere Bild<br />

Das besondere Bild<br />

Im Herbst 1972<br />

fährt in Budapest<br />

dieser Triebwagen<br />

über die Freiheitsbrücke.<br />

Was war<br />

wohl der Grund<br />

für seine Bekränzung?<br />

Der letzte<br />

Arbeitstag oder ein<br />

Jubiläum des Fahrers?<br />

Wir wissen es<br />

nicht, aber es war<br />

sicher ein Glücksfall,<br />

diesen Zug vor<br />

die Linse zu bekommen.<br />

Das abgebildete<br />

Fahrzeug stammt<br />

aus einer der vielen<br />

Umbauserien von<br />

Altwagen, mit denen<br />

sich die Verkehrsbetriebe<br />

infolge<br />

Geldmangels<br />

lange Jahre behelfen<br />

mussten. Der<br />

fotografierte Wagen<br />

1546 wurde<br />

mit einem Stahlkasten<br />

erneuert.<br />

<strong>Die</strong> Autos der Marken<br />

Wolga und<br />

Lada waren typisch<br />

für diese Epoche,<br />

als es noch kaum<br />

Staus auf den Straßen<br />

gab.<br />

Das besondere Bild<br />

TEXT & FOTO:<br />

NICOLÁS MÜLLER


Exklusiv und gratis<br />

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die Fotoedition »<strong>Die</strong> schönsten Straßenbahnen«<br />

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»<strong>Die</strong> schönsten Straßenbahnen«. <strong>Die</strong> Karten –<br />

zum Sammeln, zum Aufhängen oder Weiterverschicken<br />

– sind aus hochwertigem Chromokarton,<br />

12 x 17 cm groß und erscheinen in limitierter Auflage.<br />

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7/2013<br />

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