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rhw management Technik und Co.: So klappt's mit der Fortbildung (Vorschau)

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hw

rationelle hauswirtschaft

management

B 3437 E

9

September 2013

50. Jahrgang

www.rhw-management.de

Das Fachmagazin für Führungskräfte in der Hauswirtschaft

c

Technik und Co.

So klappt’s mit

der Fortbildung

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Neues rhw-Buch

Reinigungsmanagement

M. Feulner im Interview

„Cure und Care“

als neuer Ansatz


[Das aktuelle Buch]

Irina Pericin Häflige

Reinigungsmanagement

Handbuch zur Gestaltung von Reinigungsdienstleistungen

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Reinigungsmanagement

Wie wird Sauberkeit wahrgenommen? Was braucht es, damit wir uns in einem Gebäude wohlfühlen und produktiv

sein können? Wie kann die so kosten- und personalintensive Gebäudereinigung optimal und nachhaltig organisiert

werden?

Auf diese Fragen gibt Irina Pericin Häfliger mittels Management-Methoden Antworten. Sie verbindet in diesem Buch

betriebswirtschaftliches Managementwissen mit praktischem Fach- und Erfahrungswissen der Gebäudereinigung. Sie

regt dadurch zur eigenständigen Organisation und innovativen Weiterentwicklung der Dienstleistung Reinigung an.

1307025 Foto: © imagebos - Fotolia

Irina Pericin Häfliger

Reinigungsmanagement

Verlag Neuer Merkur • ISBN 978-3-937346-90-8

1. Auflage 2013 • 49,90 Euro

zirka 470 Seiten • gebunden

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Telefon (0 79 53) 718 90 08 • E-Mail buchbestellung@fachbuchdirekt.de

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Editorial

In diesem Monat:

Neue Wege in der dgh

Am 19. September 2013 wird in Mainz

der neue Vorstand der Deutschen Gesellschaft

für Hauswirtschaft gewählt.

Der 2013 verstorbenen Vorsitzenden

Prof. Alrun Niehage folgend hat Martina

Feulner in den letzten Monaten kommissarisch

deren Amt übernommen. Nun

wird sich die wohl bestvernetzte Frau der

Hauswirtschaft aus der Vorstandsarbeit der

dgh zurückziehen.

Martina Feulner nicht

mehr im Vorstand

Nicht nur, weil es die Satzung der dgh

offiziell verlangt, die einmal sogar für sie

geändert wurde, damit sie noch mal vier

Jahre länger bleiben konnte. Nein, sie

möchte ganz bewusst Raum schaffen für

Veränderungen – nach rund zwölf Jahren

als stellvertretende Vorsitzende. Mitglied

in der dgh ist Martina Feulner übrigens

schon vor 34 Jahren geworden als Ökotrophologie-Studentin

in Gießen im Jahre

1979 …

Allein die erreichten Erfolge von Martina

Feulner der letzten Jahre aufzuzählen,

die sie zusammen mit anderen Berufskollegen/innen

der Hauswirtschaft angestoßen

und zu Ende geführt hat, würde vermutlich

Seiten füllen. Versuchen wir trotzdem,

einige wichtige Projekte aufzuzählen,

wenn auch garantiert unvollständig:

u die Neuordnung der Ausbildung zur

Hauswirtschafter/in

u die Neuordnung der Weiterbildung zur

Meisterprüfung

u Gründung und erste Vorsitzende der

BAG-HW (1999)

u das HOT Organisationstraining der Caritas

u Ausbildungsgänge für „Präsenzkräfte“

u den Deutschen Qualifikationsrahmen

(DQR)

u die Veröffentlichung „Den Alltag leben“

u die „Frankfurter Gespräche“ ins Leben

gerufen

u die Veröffentlichung „Wenn in sozialen

Einrichtungen gekocht wird“

u ganz aktuell das Curriculum „Qualifizierung

für haushaltsbezogene Dienstleistungen“,

das am 17. September

2013 an der Uni Gießen genauer vorgestellt

wird.

Natürlich wird Martina Feulner auch weiterhin

für die Deutsche Gesellschaft für

Hauswirtschaft Aufgaben übernehmen, sagte

sie mir im Gespräch. Vor allem in der Berufsbildung,

wo sie gerade die nächsten

Frankfurter Gespräche organisiert oder auch

beim Thema Betreuung und Versorgung in

sozialen Einrichtungen werden wir also weiterhin

von ihr hören, wenn auch nicht mehr

in der Rolle als Vorstandsmitglied.

Für diese rhw-management-Ausgabe

sprachen wir mit ihr über die Chancen des

im Juli 2013 präsentierten Cure-und-Care-

Ansatzes, bei dem die Hauswirtschaft fest

verankert ist. Mehr dazu ab Seite 19.

Prof. Gerd Naumann wird

neuer Vorsitzender

Für die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft

wird nach seiner Wahl am 19.

September 2013 Prof. Dr. Gerd Naumann

aus Hannover die Geschicke als neuer Vorsitzender

leiten. Der emeritierte Professor

für Lebensmitteltechnologie am Institut für

Lebensmittelwissenschaft und Ökotrophologie

an der Leibniz-Universität Hannover

ist im Sommer 2013 in den Ruhestand

getreten und konnte sich in der Zwischenzeit

auf sein Amt vorbereiten. Denn

bereits seit 2009 gehörte Naumann zum

Vorstand der dgh.

Eine Herausforderung wird sicherlich

sein, wie mit dem absehbaren Verschwinden

der Haushaltstechnik (und teilweise

Haushaltswissenschaft) an den Universitäten

umgegangen werden soll. Denn die

wenigen noch existierenden Professurstellen

werden nicht mehr besetzt. Auf der

anderen Seite boomen die Ökotrophologie-Angebote

der Fachhochschulen, wenn

diese sich neben der „Ernährungswissenschaft“

zusätzlich mit dem Begriff „Versorgungsmanagement

umgeben, also das

Thema Haushaltswissenschaft schlicht umbenennen.

Zu diesem Thema sprechen wir

in Kürze auch mit der Vorstandsvorsitzenden

des Verbandes der Ökotrophologen VDOe.

Berghaus Freiburg soll entstehen

Martina Feulner, die vor einigen Jahren

in Freiburg auch noch eine Demenz-WG gegründet

hat, kann sich nun mit viel Kraft einem

weiteren neuen Projekt widmen: Auf

dem 1.200 Meter hohen Berg Schauinsland

wird ein leerstehendes ehemaliges Hotel

zum Seminar- und Erholungshaus „Berghaus

Freiburg“ umgebaut (www.berghausfreiburg.de).

Zwischen dem Antrag auf Baugenehmigung,

Bankgesprächen sowie Fördergeldzuschüssen

erstellt Martina Feulner

gerade den Wirtschaftsplan für den Millionenumbau

mit 30 Gesellschaftern. Ein

weiteres Projekt nimmt seinen Lauf… Die

Eröffnung ist für 2015 geplant.

Herzliche Grüße

Ihr

rhw management 9·2013 3


Inhalt

rhw management 9·2013

Editorial 3

Inhalt 4

Thema des Monats

Mehr Lebensmittelklarheit 5

Aktuelles 6

Inklusion als gelebtes Konzept in der Johannes-Diakonie

Mosbach Ab Seite 10

a

a

Expertenforum

Die rhw-Experten 8

Fachthema

„Inklusion ist zu unserem

Alltag geworden“ 10

Steckbrief Bodenbelag, Teil 1 15

Multireligiöse

Schulverpflegung 16

Cure und Care

„Wir werden klar gesehen“ 19

Berufsbildung

Dann klappt’s auch mit

der Fortbildung… 21

Multireligiöse Schulverpflegung – was ist zu

beachten? Ab Seite 16

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Management

Der geheime Code

der Zeugnissprache 30

Marktplatz

CMS-Spezial 32

Report

Fachpraktikerin für

Hauswirtschaft 27

Mehr Speisenvielfalt mit

ausgefeilter Logistik 34

Service

Impressum 29

Einordnung der neuen

„Wäscheleitlinie“ 38

Termine 40

Neuerscheinung:

„Reinigungsmanagement“ 41

Vorschau/Kleinanzeigen/

Stellenangebote 42

Neue Speisenlogistik in einem Krefelder

Altenheim Ab Seite 34

Fachpraktikerin für Hauswirtschaft – ein Besuch

im Annastift Hannover Ab Seite 27

Fotos: Johannes-Diakonie Mosbach, Robert Baumann, Annastift Berufsbildungswerk Hannover, Hupfer

Titelfotos: contrastwerkstatt/Fotolia.com, dgh

Beilagenhinweis: Dieser Ausgabe liegen Beilagen bei

der vnm-Akademie sowie das Buchprogramm des

Verlags Neuer Merkur.

4 rhw management 9 · 2013


Thema des Monats

Mehr Lebensmittelklarheit

Das Projekt Lebensmittelklarheit der Verbraucherzentralen und

des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zieht zum

zweiten Jahr des Bestehens eine positive Bilanz. Auf dem Onlineportal

lebensmittelklarheit.de können Verbraucher auf Produkte

hinweisen, von deren Aufmachung und Kennzeichnung

sie sich getäuscht fühlen.

Mehr als 7.300 Produktmeldungen

sind bislang eingegangen, rund

3.700 Anfragen wurden an das Expertenforum

gestellt. „Der Erfolg von Lebensmittelklarheit

zeigt: Verbrauchertäuschung

ist kein Einzelfall. Der politische

Handlungsdruck ist hoch“, sagt Gerd Billen,

Vorstand des vzbv. Viele Verbraucher

fühlen sich durch Begriffe und Bilder auf

Verpackungen getäuscht, wie etwa durch

Abbildungen von Zutaten, die nur in geringer

Menge enthalten sind. Auch die unklare

Kennzeichnung von Zusatzstoffen, Aromen

und regionalen Produkten wird als Problem

genannt. Jeder dritte Anbieter hat reagiert

und die Aufmachung seines Produkts angepasst.

Gerd Billen: „Es ist gut, dass einzelne

Unternehmen reagieren, aber das

reicht nicht. Wir brauchen verbindliche Vorgaben

für alle.“

Lebensmittelklarheit fordert mehr

Transparenz durch eindeutige und verständliche

Informationen auf Produkten.

Das bedeutet im Einzelnen:

u Verkehrsbezeichnung auf der Vorderseite

platzieren: Eine klare Beschreibung

des Lebensmittels gehört auf die

Schauseite der Verpackung.

u Kein Versteckspiel bei Zutaten: Zutatenlisten

gehören auf alle Verpackungen.

Die bisherigen Ausnahmen wie bei

Milchprodukten und alkoholischen Getränken

sind zu beseitigen.

u Was gezeigt wird, muss enthalten sein:

Die Abbildungen auf Lebensmittelverpackungen

müssen der Wirklichkeit

entsprechen, auf den Einsatz von Aromen

muss auf der Schauseite hingewiesen

werden. Zudem muss der Anteil

aller Zutaten, die in Wort oder Bild

hervorgehoben sind, angegeben sein.

u Ursprung und Herkunft nicht verschleiern:

Angaben wie „hergestellt für

…“ geben keine aussagekräftigen Hinweise

bezüglich Hersteller und Ursprung

der Rohstoffe. t RED

CMS BERLIN 2013

24.-27.09.2013

Halle 4.2

Stand 100+122


Aktuelles

Bayern

Aus für Lehrgänge Hauswirtschaft

Die Philipp-Melanchthon-Schule des

Diakonischen Werkes in Würzburg

muss nach 30 Jahren wegen Zuschussstreichungen

den einjährigen

„Grundlehrgang Hauswirtschaft“ schließen.

Dieses Schuljahr war mit sechs Wochen

Praktikum ausgestattet und sollte jungen

Menschen ohne Hauptschulabschluss als

berufliche Orientierung dienen. Die Ausbildungskosten

übernahm bisher das Bayerische

Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung.

Bereits vor drei Jahren erhielten

die Philipp-Melanchthon-Schule und

zwei weitere Schulen per Post vom Sozialministerium

den Hinweis darauf, dass die

Förderung wegen der Haushaltskonsolidierung

gestrichen werde.

Deutschlands bester Nachwuchs-Hotelier 2013

„Dabei ist der Kurs zuletzt erfolgreich

gewesen, Teilnehmermangel gab es jedenfalls

nicht“, so Schulleiterin Ulrike Wiesen-

Dold gegenüber rhw management. Demnach

gelang es vier von 15 Schülern des

Grundlehrgangs, direkt vom Praktikumsbetrieb

eine Ausbildungsstelle zu erhalten.

Weitere neun Schüler erhielten eine Zusage

für ein Jahrespraktikum. Das ist die Voraussetzung

für die Aufnahme in eine Berufsfachschule.

Das Diakonische Werk hat

dann seit 2011 noch zwei Jahre lang allein

diesen Lehrgang finanziert und überbrückt,

in der Hoffnung, weitere Unterstützer zu finden.

„Dies ist leider nicht gelungen, obwohl

wir versucht haben, den Lehrgang noch praxisnäher

zu gestalten“, so Wiesen-Dold. t

HBL Angela Michaela Herold

belegt ersten Platz

Die Hauswirtschaftliche

Betriebsleiterin

Angela Michaela Herold

ist Gewinnerin des

„Deutschen Hotelnachwuchs-Preises

2013“. Der

Award für junge Führungskräfte

in der Hotellerie wurde

in diesem Jahr zum zweiten

Mal von der Zeitung

AHGZ (Verlagsgruppe Deutscher

Fachverlag) und der

Hoteldirektorenvereinigung

Deutschland vergeben. Mit

der Auszeichnung werden

die außergewöhnlichen

Leistungen und das vorbildliche

Führungsverhalten

der 29-Jährigen gewürdigt.

Angela Michaela Herold

hat in der Sonnenalp Ofterschwang

seit Herbst 2010

die Hauswirtschaftsleitung

inne. Das umfasst in dem

Allgäuer Luxusresort die

Abteilungen Housekeeping,

Wäscherei, Floristik und Näherei

mit insgesamt etwa

100 Mitarbeitern. Zuvor arbeitete

die 29-Jährige unter

anderem als Leitende Hausdame

im Hotel Maximilian, Bad Griesbach.

Wer mehr wissen möchte: rhw management

porträtierte Angela Herold in Ausgabe

10/2012 in der Titelgeschichte. t

rhw-Newsticker

Eine Neuauflage für „Wenn in sozialen Einrichtungen

gekocht wird“ ist frühestens für

2015 geplant. Allerdings erscheint zirka im

Januar 2014 ein Band mit Ergänzungen als

Printausgabe und zum Download.

Laktose: 80 Prozent der Käufer von laktosefreien

Lebensmitteln haben gar keine

Milchzuckerunverträglichkeit, hat die GfK

Nürnberg herausgefunden. Der Grund: Es

scheint ein Lifestyle-Trend zu sein. „Frei von

Laktose“ klingt für diese Kunden ziemlich

gesund. Also greifen sie zu – mit dem Gefühl,

ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Dass

diese Produkte für sie überflüssig sind, wissen

die meisten von ihnen nicht.

VDMA: Markus Asch, Alfred Kärcher GmbH

& Co. KG, Winnenden, wurde bei der Mitgliederversammlung

des VDMA Anfang Juni

2013 im Amt als Vorstandsvorsitzender bestätigt.

KlimaTeller: Die LZ-Catering GmbH weitet

ab sofort das KlimaTeller-Angebot auf ganz

Deutschland aus. Jeden Mittwoch gibt es

für bis zu 26.000 Lufthanseaten klimafreundliche

Hauptmahlzeiten, wie beispielsweise

Hühnchen, Pute und Fisch oder

vegetarische Speisen. Das Projekt Klima-

Teller wurde im Juni 2011 vom gemeinnützigen

Verein Greenflux e.V. ins Leben gerufen.

Ziel des Projekts ist es, über den Zusammenhang

von Ernährung und Klimawandel

aufzuklären und aktiv das Klima zu

schützen.

SingLiesel: Das Verlagshaus Röser hat eine

Mitsing- und Erlebnisbuchreihe für demenzkranke

Menschen auf den Markt gebracht:

die SingLiesel. Dabei wird an das

musikalische Gedächtnis angeknüpft, das

auch bei fortschreitender Demenz- oder

Alzheimer-Erkrankung weitestgehend erhalten

bleibt. Über einen integrierten

Soundchip kann jedes Lied angehört werden.

Weitere Informationen unter www.

singliesel.de.

Bonusaktion: Die Aktion „Auftanken“ von

Miele dauert noch bis zum 31. Oktober

2013. Für alle Frontladegeräte – das Modell

G 8066 und den Gläserspüler PG 8067 –

werden 200 Euro zurückgezahlt, die Erstattung

für den Haubentankgeschirrspüler

G 8072 beträgt 500 Euro. Die Rückerstattung

erfolgt nach dem Kauf durch die Miele

Vertriebsgesellschaft Deutschland. Weitere

Informationen unter www.miele-professional.de/auftanken.

Auszeichnung: Dussmann Service ist zum

„Besten Catering-Unternehmen (Betriebsrestaurants)

2013“ gewählt worden. Das

ergab eine Kundenbefragung bei 228 Unternehmensentscheidern,

die das Deutsche

Institut für Servicequalität (DISQ) im Auftrag

von „Markt und Mittelstand“ durchgeführt

hat.

Weitere tagesaktuelle Meldungen finden Sie

unter http://twitter.com/rhwmanagement

6 rhw management 9·2013


Aktuelles

Beschluss gefasst

Überarbeitete Pflegenoten gelten ab Januar 2014

Foto: AHGZ/HDV - Thomas Granitzny – massmedia

Jedes der 11.600 Pflegeheime in Deutschland

muss sich einmal im Jahr einer Qualitätsprüfung

stellen. Die kritisierten

„Pflegenoten“ für die stationäre Altenpflege

(genauer Begriff: Pflegetransparenzkriterien)

wurden nach vier mündlichen Verhandlungsrunden

2013 von der Schiedsstelle

nun abschließend überarbeitet und

werden in Kürze offiziell veröffentlicht.

Über den Prüfbereich 4 zum Thema

„Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und

Hygiene“ wurde dabei auch verhandelt.

„Hier wird jedoch wenig geändert. Die Kriterien

bleiben alle erhalten, beim Kriterium

59 wird eine Konkretisierung eingefügt“,

sagte Herbert Mauel, Geschäftsführer,

vom Bundesverband privater Anbieter

sozialer Dienste e.V. (bpa) gegenüber rhw

management. Er war beim Schiedsverfahren

dabei.

Neu ist unter anderem, dass die Stichprobe

künftig aus drei Bewohnern pro Pflegestufe

(also neun insgesamt) gebildet

wird, bisher sind es zehn Prozent zufällig

Änderung beim PfleWoqG

ausgewählte Bewohner. Die Änderung der

Stichprobenbildung führt dazu, dass sich

die Zahl der im Rahmen der Qualitätsprüfungen

in Pflegeheimen zu begutachtenden

Personen von rund 85.000 Personen

pro Jahr auf rund 105.000 pro Jahr erhöht,

berechnete der GKV-Spitzenverband. Außerdem

soll die Dokumentationslast gesenkt

werden, indem stattdessen lieber

Bald Klinikhygiene-Ansprüche

in bayerischen Heimen?

Kürzlich ist in Bayern das sogenannte

„Gesetz zur Änderung des Pflege-

Wohnqualitätsgesetzes“ (PfleWoqG)

verabschiedet worden. Es erweitert das

bisherige PfleWoqG-Gesetz zu Vorschriften

in Heimen und Behinderteneinrichtungen.

Ein Passus sorgt für Anspannung

unter den Betreibern, denn bisher obliegt

es deren Ermessen, nach welchen Kriterien

die Hygienemaßnahmen in Heimen

durchgeführt werden müssen. Die Leitlinie

„Wenn in sozialen Einrichtungen gekocht

wird“ gilt hierfür beispielsweise als

Richtschnur.

Doch zu Artikel 25 wurde nun Absatz 4

neu eingefügt:

(4) Das Staatsministerium für Umwelt

und Gesundheit wird ermächtigt, durch

Rechtsverordnung im Einvernehmen mit

dem Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung,

Familie und Frauen hygienerechtliche

Bestimmungen für Wohnformen

des Art. 2 Abs. 1 zu schaffen, die einen ausreichenden

und dem Konzept der stationären

Einrichtung angepassten Schutz der

Bewohnerinnen und Bewohner vor Infektionen

sowie die Einhaltung der für ihren

Aufgabenbereich einschlägigen Anforderungen

der Hygiene durch die Beschäftigten

gewährleisten.

Branchenkenner befürchten, dass mit

dieser zu schaffenden „Rechtsverordnung

zu hygienerechtlichen Bestimmungen“

über das Ziel hinausgeschossen werden

könnte und für Heime und Behindertenhilfe

in Bayern ähnliche Vorgaben herauskommen

wie für Kliniken.

Rückblick: Der Heimbereich wurde beim

novellierten Infektionsschutzgesetz von

2011 bewusst bundesweit ausgeschlossen,

was alle Landesverordnungen (MedHygV),

die daraufhin in 16 Bundesländern erlassen

wurden, auch berücksichtigten (Link:

http://goo.gl/fPokxg). Bayern hatte allerdings

schon vor 2011 den Heimbereich in

einer eigenen Verordnung eingeschlossen

und musste damals zurückrudern. Nun

scheint also der zweite Versuch über das

PfleWoqG zu folgen. Es bleibt abzuwarten,

was die Bayerischen Gesundheits- und Sozialministerien

in den nächsten Monaten

hierzu veröffentlichen.

t

vertiefend nachgefragt wird beim Personal

als weitere Nachweisebene. Die Note „Ungenügend“

wird nicht eingeführt, berichtet

das Magazin Altenheim zudem in Ausgabe

8/2013.

Die Änderung der Pflegetransparenzvereinbarungen

tritt zum 1. Januar 2014 in

Kraft. „Die Schiedsstelle wird nun den kompletten

Text festsetzen, damit keine unterschiedlichen

Fassungen in Umlauf geraten.

Die Datei werden Ihre Leser dann beim

MDS, beim GKV-Spitzenverband und auch

bei den Trägerverbänden finden. Auch wir

stellen die Datei ins Netz“, so Herbert Mauel

vom bpa.

t

Neues Gesetz in Kraft

Hausangestellte

besser geschützt

Hausangestellte sind in Zukunft besser

vor schlechten Arbeitsbedingungen

und Ausbeutung geschützt.

Nach Bundesregierung und Bundestag

stimmte auch der Bundesrat dem Gesetz

zur menschenwürdigen Arbeit für Hausangestellte

zu. Das Gesetz trat im September

2013 in Kraft. Ausgangspunkt dafür war die

Konvention über menschenwürdige Arbeit

für Hausangestellte der International Labour

Organization (ILO). Diese Arbeitsnorm

soll sicherstellen, dass Hausangestellte die

gleichen Arbeitsrechte genießen wie andere

Arbeitnehmer – etwa in Bezug auf Arbeitszeiten,

Urlaub, Sozialversicherung und

das Recht auf gewerkschaftliche Vertretung.

Deutschland ist unter den ersten

zehn Ländern, die das 2011 beschlossene

Übereinkommen ratifizieren, berichtet die

Konferenz Weltkirche.

t

rhw management 9·2013 7


Expertenforum

Die rhw-Experten

Antwort von Christine Klöber

Unreine Seite

c Ich arbeite in einem Wohnheim für

Menschen mit geistiger Behinderung. Dort

leite ich die hauseigene Wäscherei. Diese

ist schon sehr alt und verfügt nicht über

eine reine und unreine Seite, die räumlich

getrennt ist. Es ist im Gespräch, dass ich

Deckbetten, Kopfkissen und Lagerungskissen

von einem Altersheim auch bei uns

waschen soll. Zählt diese Wäsche nicht

schon zur Krankenhauswäsche?

d Ganz häufig verfügen „in die Jahre gekommene“

Einrichtungen bzw. Abteilungen

wie wohl die Wäscherei bei Ihnen, nicht über

eine moderne Trennung. Im Behindertenbereich

ist das auch all die Jahre seitens der

Ordnungsbehörden nicht infrage gestellt

worden. Da Sie nun aus einer anderen Einrichtung

Großteile aufbereiten sollen, wäre

es schon wünschenswert, wenn dies unter

gesicherten Bedingungen geschieht. Nun

sind diese angedachten Teile nicht die hygienesensibelsten.

Andererseits werden Ihre

Maschinen auch nicht mehr die Jüngsten

sein, so dass das Waschergebnis generell in

Frage zu stellen sein dürfte? Ist dem so?

Prinzipiell ist es so, dass Wäsche (egal

welche) aus einer Altenhilfeeinrichtung zu

Wäsche des Gesundheitswesens zählt, damit

sind die Empfehlungen des Robert Koch-

Instituts (4.4.3) anzuwenden.

Sie sollten sich daher selbst die Frage

beantworten, ob Ihre Rahmenbedingungen

es hergeben, dass Fremdwäsche hygienisch

aufbereitet werden kann und die Räumlichkeiten

und internen Prozesse einer Kontrolle

Ihrer Ordnungsbehörden standhalten würden.

Vielleicht ist die Anfrage aber auch ein

guter Anknüpfungspunkt, um in der Wäscherei

Veränderungen zu verwirklichen.

Antwort von Peter Hützen

Bonussystem

zur Motivation

c In meinem Hauswirtschaftsteam arbeiten

acht Reinigungskräfte mit unterschied -

lichen Stundenzahlen, eine Küchenkraft

und eine Wäschereikraft. Wir haben ein

Haupthaus mit angeschlossenem Werkbereich

und zwei Wohngruppen.

Alle Mitarbeiter müssen flexibel sein

und im Bedarfsfall auch kurzfristig einspringen.

Aus meiner Erfahrung als HWL

heraus, fallen Mitarbeiter immer wieder in

ihre Betriebsblindheit zurück. Manche füllen

keine Reinigungspläne aus, andere bereiten

ihren Arbeitsplatz nicht für den Kollegen

vor, alles wiederkehrende Probleme.

In den vergangenen Jahren habe ich viel

mit Er- und Abmahnungen gearbeitet, die

Ämter führen zudem regelmäßige Kontrollen

durch.

Seit Längerem habe ich die Idee, mit

einem Bonussystem in der Hauswirtschaft

zu arbeiten. Jeder Mitarbeiter bekommt

sein Gehalt ganz normal weiter, aber Mitarbeiter,

die besonders gut und sauber ihren

Arbeitsplatz hinterlassen, bekommen

einen Bonus. Dadurch möchte ich Anreize

schaffen. Unser Geschäftsführer findet die

Idee zwar nicht schlecht, jedoch arbeiten

bei uns mehrere Berufsgruppen zusammen.

Hauswirtschaft, Hausmeister, Verwaltung

und Pädagogen. Ich möchte dieses

System nur in meiner Abteilung einführen,

da wir sichtbare Arbeit leisten. Wie

könnte ich mein System umsetzen? Bei uns

hat auch der Betriebsrat immer ein Wörtchen

mitzureden.

d Ohne Belohnung läuft gar nichts. Unser

Verhalten ändern wir nur, wenn damit Belohnungen

verbunden sind, sagt der Hirnund

Verhaltensforscher Gerhard Roth. Bonuszahlungen

sind daher ein bewährtes Mittel

zur Motivation der Mitarbeiter. Arbeitgeber

gewähren oftmals neben dem laufenden

(Grund-)Gehalt zusätzliche Leistungen,

mit denen besondere Arbeitsleistungen

oder Erfolge prämiert werden.

Zur Mitarbeitermotivation bewährt haben

sich insbesondere Zielvereinbarungen,

in denen gemeinsam Ziele festgelegt werden,

die erreicht werden sollen. Vereinbart

werden können sowohl individuelle Ziele

(etwa die ordnungsgemäße und lückenlose

Ausfüllung der Reinigungspläne) oder

kollektive Ziele (etwa die Zertifizierung des

Betriebs, die Einführung und Einhaltung von

Hygienestandards oder beanstandungsfreie

Kontrollen der Behörden). Zielvereinbarungen

sollten stets schriftlich unter konkreter

Nennung der in welchem Zeitraum wie zu

erreichenden Ziele und der bei Zielerreichung

gewährten Leistungen abgeschlossen

werden. Es müssen nicht immer finanzielle

Leistungen sein. Neben Sonderzahlungen

kommen zusätzliche Urlaubs- oder

Freizeittage ebenso in Betracht wie Sachprämien,

zum Beispiel Gutscheine oder Reisen.

Das rhw-Expertenteam für Ihre Fragen

Karin Beuting-Lampe

Organisationsberaterin

und Fortbildungsreferentin

Dr. Dieter Bödeker

Andreas Carl

Berater für

Hauswirtschaft

und Reinigung

Peter Hützen

M. Christine Klöber

Beraterin zu Wäsche-

Management und

Wirtschaft

Ralf Klöber

Sascha Kühnau

Berater für Ernährung,

Hygiene und Qualitätsmanagement

Hygieneberater,

Wedemark

Fachanwalt für

Arbeitsrecht,

Bird&Bird, Düsseldorf

Berater für

Groß küchen und

Kundenorientierung

Sie erreichen das rhw-Expertenteam unter: rhw.redaktion@vnmonline.de

Bitte beachten Sie: Unsere rhw-Experten helfen Ihnen bei der Interpretation der aktuellen Gesetzesvorschriften, geben damit aber keine rechtliche Beratung.

8 rhw management 9 · 2013


Expertenforum

Besteht ein Betriebsrat oder eine Mitarbeitervertretung,

ist die Einführung eines Bonussystems mitbestimmungspflichtig.

Das heißt, dass mit der Arbeitnehmervertretung eine

Betriebs- oder Dienstvereinbarung als Rahmen und rechtliche

Grundlage für das Bonussystem und etwaige individuelle Zielvereinbarungen

abzuschließen ist. Die Betriebs- oder Dienstvereinbarung

bietet andererseits aber auch den Vorteil, den

Kreis der Berechtigten von vornherein gemeinsam festzulegen

bzw. zu begrenzen und die Bonusregelungen für alle verbindlich

einzuführen. Von einem klar und verständlich formulierten

Bonussystem profitieren beide Seiten, Mitarbeiter wie

Unternehmen.

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Pssst, weitersagen: Das neue

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Antwort von Dr. Dieter Bödeker

Reinigungsmittel

richtig lagern

c Der Grundriss unserer Lehrküche ist L-förmig. Fünf Kochzeilen

befinden sich in einer Reihe an der langen Seite des

Ls, an der kurzen Seite ist eine Arbeitsfläche mit Unterschränken,

die eher als Abstellfläche genutzt wird; gegenüber

befindet sich mit zirka vier Meter Abstand ein großer

Wandschrank. In diesem Wandschrank werden Besen,

Schrubber, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Geschirr-,

Spül- und Mikrofasertücher aufbewahrt.

Bei der Begehung wurde nun die Arbeitssicherheit beanstandet:

Reinigungsmittel dürften nicht dort aufgehoben

werden, wo Lebensmittel zubereitet werden.

Der Schrank befindet sich jedoch außerhalb der Zubereitung

und ist mit einer Tür abgeschlossen. Der Vorrat und

die Zubereitung befinden sich im anderen Teil der Lehrküche.

Weder der Arbeitssicherheitsbeauftragte noch ich konnten

eine Gesetzesstelle finden, die dies begründet. Wie können

wir unsere Reinigungsmittel zukünftig richtig lagern?

d In der EU-VO 852/2004 Abs. 10 findet sich in Kapitel I „Allgemeine

Vorschriften für Betriebsstätten, in denen mit

Lebensmitteln umgegangen wird“ die Forderung: „Reinigungsund

Desinfektionsmittel dürfen nicht in Bereichen gelagert

werden, in denen mit Lebensmitteln umgegangen wird“.

Diese Forderung trägt dem Grundsatz Rechnung, dass

Lebensmittel „nicht der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung

ausgesetzt werden dürfen“. Wenn Reinigungsmittel oder

Reinigungsutensilien im Küchenbereich aufbewahrt werden

(beispielsweise in offenen Regalen oder auf Ablagen), ist das

ein Anlass für Beanstandungen.

In vielen Fällen wird es als ausreichend angesehen, wenn

die Reinigungsmittel in einem geschlossenen Schrank aufbewahrt

werden. In Ihrem Fall wäre demnach zu klären, ob

der Wandschrank, in dem die Reinigungs- und Desinfektionsmittel

aufbewahrt werden, zum Bereich gehört, in dem

mit Lebensmitteln umgegangen wird oder ob von der Lagerungsstätte

potenziell keine Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung

der Lebensmittel ausgeht.

Zur Wäscherei: Gemäß Arbeitsstättenverordnung hat „der

Arbeitgeber (…) dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten so eingerichtet

und betrieben werden, dass von ihnen keine Gefährdungen

für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten

ausgehen“. In welcher Menge Sie in der Wäscherei

Desinfektionsmittel lagern dürfen, hängt also davon ab,

ob von diesen Mitteln potenziell eine Gefährdung ausgehen

kann.

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Fachthema

„Inklusion ist zu unserem

Alltag geworden“

Ingrid Führing bei einer Ansprache zur Eröffnung

des Begegnungszentrums fideljo

Inklusion ist seit einiger Zeit das beherrschende Thema in der

sozialen Arbeit und löste einen radikalen Paradigmenwechsel

aus: weg von Komplexeinrichtungen und dezentraler Versorgung,

hin zur Sozialraumorientierung und zur Assistenz. Wie

kann es gelingen, Inklusion auch bei hauswirtschaftlichen Managementprozessen

in ein gelebtes Konzept zu transferieren?

Mit dieser Frage beschäftigte sich Ingrid Führing in ihrer Masterarbeit,

die sie im Rahmen ihres Studiums Diakoniemanagement

anfertigte.

Das Thema der Arbeit „Inklusion und

Normatives Management in hauswirtschaftlichen

Prozessen – am Beispiel

der Entwicklung des Begegnungszentrums

in der Johannes-Diakonie Mosbach“

klingt eher trocken. Der praktische

Output ist jedoch höchst lebendig: Das

neue, moderne Begegnungszentrum namens

fideljo ist zu einem beliebten kulinarischen

und kulturellen Treffpunkt für

Menschen mit und ohne Behinderungen

geworden. Ein Gespräch mit Ingrid Führing.

c Frau Führing, Sie sind Leiterin des

Zentralbereichs Hauswirtschaft in der Johannes-Diakonie

Mosbach. Dies ist eine

Position mit breitem Aufgabenspektrum

und hoher Verantwortung (siehe Kasten).

Berufsbegleitend haben Sie Diakoniemanagement

an der Hochschule Wuppertal/Bethel

studiert. Wie ist es dazu gekommen?

d Von der Ausbildung her bin ich staatlich

geprüfte Ökotrophologin und habe nebenberuflich

ein Studium der Betriebswirtschaftslehre

an einer Akademie für Unternehmensführung

absolviert. Hinzu kamen

umfassende Weiterbildungen im Bereich

Qualitätsmanagement sowie Organisation

und Unternehmensentwicklung. Seit

2001 bin ich in der Johannes-Diakonie Mosbach

beschäftigt, in dieser Zeit hat sich

mein Verantwortungsbereich stark verändert.

Zunächst war ich als Leiterin des Fachbereichs

Hauswirtschaft tätig, dann hat

sich dieser Bereich nach und nach erweitert.

Anfang 2011 kam es zu einer Veränderung

der Organisationsstruktur in der Johannes-Diakonie

Mosbach. In diesem Zusammenhang

ist die Hauswirtschaft Mitglied

im Leitungskreis geworden, wurde

also als Bereich direkt dem Vorstand zugeordnet.

Das bedeutet eine klare Aufwertung

dieses Bereichs.

Ich war nun also Mitglied im Leitungskreis

und es war mein Wunsch, über meinen

eigenen Tellerrand zu schauen und in

dieser Runde Beiträge zu leisten, die über

mein Fachgebiet hinausgehen. Ich wollte

mich also für meine neue Tätigkeit rüsten.

Mein Arbeitgeber hat die Idee mit dem berufsbegleitenden

Studium sehr befürwortet.

Der zweieinhalbjährige Studiengang

ist ausgerichtet auf integratives Management

und Ziel ist zu lernen, normativ, strategisch

und operativ zu leiten.

c In Ihrer Masterarbeit im Rahmen des

Studiums haben Sie sich als Projekt mit

der Entwicklung des Begegnungszentrums

in der Johannes-Diakonie Mosbach

beschäftigt. Fehlte so ein Zentrum bisher?

d Tatsache war, dass der Vorstand ausdrücklich

den Wunsch hatte, die alten wenig

genutzten Anstaltsspeisesäle umzu-

Fotos: Johannes-Diakonie Mosbach

10 rhw management 9 · 2013


Fachthema

gestalten und attraktiver zu machen. Dazu

musste ein Konzept her. Das war für meine

Masterarbeit natürlich ein optimales Thema,

um verschiedene Disziplinen zu verknüpfen,

deshalb habe ich gleich zugegriffen.

c Was war generell das Ziel Ihrer Masterarbeit?

d Einmal ging es darum, einen Beitrag

zur Zukunftsfähigkeit der Diakonie zu leisten,

und zwar aktiv durch die Hauswirtschaft.

Durch die Umsetzung von Inklusion

in hauswirtschaftlichen Prozessen sollte

ein Beitrag zum werteorientierten Handeln

geleistet werden und es sollte ein Weg

aufgezeigt werden, wie man normative Inklusionsziele

über die Ableitung konkreter

Ziele und Maßnahmen erfolgreich in die

hauswirtschaftliche Praxis umsetzen kann.

Wichtige Vorgaben waren dabei Kundenzufriedenheit,

Mitarbeiterorientierung,

Nachhaltigkeit, Ökonomie sowie Prozessoptimierung.

Eingedeckter Gastronomie-Bereich

c Können Sie das Prinzip der Inklusion

in wenigen Sätzen beschreiben?

d Der Begriff Inklusion kommt vom lateinischen

„inclusio“ und wird übersetzt

mit „Einschluss“ und „Dazugehörigkeit“.

Inklusion taucht in vielen Wissenschaften

auf. In der Pädagogik definiert Hinz Inklusion

als „allgemeinpädagogischen Ansatz,

der auf der Basis von Bürgerrechten argumentiert,

sich gegen jegliche gesellschaftliche

Marginalisierung wendet und somit

allen Menschen das gleiche volle Recht auf

individuelle Entwicklung und soziale Teilhabe

ungeachtet ihrer persönlichen Unterstützungsbedürfnisse

zugesichert sehen

will“.

Aktuelle Aussagen zur Inklusion gibt es

von der Bundesarbeitsgemeinschaft der

freien Wohlfahrtspflege. Demnach bedeutet

Inklusion, dass jeder Mensch, unabhängig

von seinen persönlichen Eigenschaften

und individuellen Fähigkeiten, ethnischer

und sozialer Herkunft, Geschlecht

und Alter vollständig und gleichberechtigt

an allen gesellschaftlichen Prozessen teilhaben

und diese mitgestalten kann. Der Inklusionsbegriff

wird hier also sehr übergreifend

gesehen und nicht nur auf Menschen

mit Behinderungen bezogen.

Wichtig ist, Inklusion muss auch in den

Köpfen der Menschen passieren, nicht nur

am Bau, beispielsweise durch barrierefreie

Zugänge. Grundsätzlich gilt: Verändern

muss sich nicht der Mensch, der Unterstützungsbedarf

hat, verändern muss sich

die Gesellschaft! Heute wird häufig versucht,

Menschen mit Behinderungen anzupassen,

aber es geht darum, dass die

Gesellschaft diese Behinderungen akzeptiert.

Stattfinden muss eine „Enthinderung“

der Gesellschaft, damit Menschen trotz ihrer

Behinderung gleichberechtigt und

selbstbestimmt an ihr teilhaben können.

c Warum ist Inklusion in heutigen Behinderteneinrichtungen

nur schwer umzusetzen?

d Man arbeitet ja ganz stark daran. Es

passiert zunehmend, dass Inklusion durch

unterschiedliche Aktionen und Institutionen

gefördert wird, beispielsweise mit Aufklärungskampagnen

und Projekten von Gemeinden,

Arbeitsagenturen, der Kirche

oder Diakonie. Allerdings ist heute immer

noch sehr viel Exklusion anzutreffen, nicht

nur im Bereich der Behindertenarbeit, auch

beispielsweise in der Seniorenarbeit.

Aber es gibt einen Paradigmenwechsel.

So sind Heime am Ortsrand nicht mehr

angesagt, wichtig ist, das soziale Umfeld

zu erhalten. Gefragt sind Assistenzmöglichkeiten

und normale kulturelle Angebote.

Arbeitsplätze in Werkstätten sind eigentlich

separierende Arbeitsplätze. Sie

sind aus der Idee heraus geboren, überhaupt

Arbeitsplätze für Behinderte zu

schaffen, das war ja auch in Ordnung. Aber


Fachthema

heute passt dieser Ansatz nicht mehr zum

Gedanken der Inklusion.

Es gibt auch so etwas wie eine ökonomische

Exklusion, wenn zum Beispiel Leistungen

der Eingliederungshilfe unter Ausschluss

der betroffenen Personen von Leistungsträgern

und Leistungserbringern verhandelt

werden.

Eigentlich verrückt ist auch, dass Inklusion

scheinbar nur nach vorangegangener

Exklusion möglich ist. Denn wer Mittel

der Eingliederungshilfe beziehen will,

muss vorher erst nachweisen, dass er eine

Behinderung hat. Ohne diesen Nachweis

werden Mittel zur Unterstützung der gleichberechtigten

Teilhabe am gesellschaftlichen

Leben nicht gewährt.

Aber die Gesellschaft muss auch bereit

sein, sich auf Inklusion einzulassen. Sie

muss wieder lernen, dass Menschen mit

Behinderung mitten unter ihr leben und

eben nicht am Ortsrand. Und die Gesellschaft

muss diese Menschen eben nicht

nur akzeptieren, sondern als Bereicherung

erkennen.

Einrichtungen sind oft sehr aktiv, zum

Beispiel was regionale Wohnkonzepte angeht,

aber oftmals ist die Umsetzung vor

Ort gar nicht so einfach, weil die Menschen,

die dort leben, noch nicht bereit sind für

Großer Verantwortungsbereich

solche Konzepte. Daher müssen solche

Prozesse sorgfältig begleitet werden.

Gastronomie-Leiterin Silke Schubert (links)

und die Leiterin des Zentralbereichs Hauswirtschaft

Ingrid Führing

Unsere Interviewpartnerin Ingrid

Führing ist Leiterin des Zentralbereichs

Hauswirtschaft in der Johannes-Diakonie

Mosbach. Zu ihrem

Verantwortungsbereich zählt

einmal die Verpflegung mit unter

anderem zwei großen Zentralküchen,

in denen 2.300 Mittagessen

sowie 1.500 Frühstück und

Abendessen produziert werden.

Außerdem verantwortet sie die

Wäscherei mit sechs Tonnen Wäsche

pro Tag plus weiteren Textildienstleistungen.

Der dritte Bereich

sind die Raumpflegedienstleistungen

für sämtliche Einrichtungen

der Johannes-Diakonie Mosbach in Baden-Württemberg. Hier hat sie bei

den zwei großen Standorten in Mosbach und Schwarzach Personal- und Budgetverantwortung,

bei den Standorten in den Regionen überwiegend eine Beratungsfunktion.

Ein weiterer Aufgabenbereich von Ingrid Führung ist das Lager- und Bestellwesen

für Hauswirtschaftsbedarf, Pflegeartikel und Büromaterial sowie die

zentrale Warenannahme an beiden großen Standorten.

Der Aufgabenbereich splittet sich einmal auf in das Erbringen von Dienstleistungen

und zum anderen in das stark zunehmende Angebot von Beratungsleistungen.

Durch die Regionalisierung werden nicht mehr so viele Versorgungsleistungen

durch die Hauswirtschaft selbst erbracht, dafür müssen Mitarbeiter und auch Bewohner

zunehmend zu hauswirtschaftlichen Themen geschult werden. Rund 160

Mitarbeiter (125 volle Stellen) sind dem Zentralbereich Hauswirtschaft dienstrechtlich

zugeordnet und stehen unter Ingrid Führings Leitung.

Café-Bar mit Produkten aus fairem Handel

c Warum eignen sich hauswirtschaftliche

Prozesse zur Förderung von Inklusion

besonders gut?

d Das liegt daran, dass Hauswirtschaft

ganz nah am Lebensalltag jedes Menschen

ist, das hat die Wissenschaft mittlerweile

erkannt. Hauswirtschaft ist wichtiger Bestandteil

von Normalität im Alltag. Das wird

zum Beispiel auch in der Arbeit mit alten

Menschen zunehmend genutzt. Von Lübke

stellte 2010 den Zusammenhang zwischen

Essen und Trinken und Inklusion direkt

her: „Ein exemplarisches Beispiel für

die Möglichkeiten und die Bedeutung des

Zusammenlebens in Vielfalt und damit geradezu

ein Leitbild für Inklusion stellt die

Tischgemeinschaft dar: Das Zusammensitzen

Verschiedener an einem gemeinsamen

Tisch, verbunden durch das gemeinsame

Genießen des gleichen Essens und

Trinkens, durch vielfältige Kommunikation

untereinander, durch alle mögliche Aufmerksamkeit

füreinander und gegenseitige

Hilfeleistung inklusive.“

Ein wichtiger Punkt ist außerdem das

Thema inklusive Arbeit in der Hauswirtschaft.

Die allgemeine Entwicklung am Arbeitsmarkt

geht dahin, dass die Anforderungen

an die Beschäftigten immer höher

werden. Selbst einfachste Tätigkeiten werden

durch eine vielfach durchgeführte Zusammenfassung

immer komplexer. Das

heißt, es gibt kaum noch einfache Tätigkeiten.

Gleichzeitig werden Arbeitskräfte

gesucht, gerade auch für hauswirtschaftliche

Dienstleistungsangebote. Diese Konstellation

bietet echte Chancen für die

Hauswirtschaft, inklusive Arbeitsplätze zu

schaffen.

Hauswirtschaft besteht aus unterschiedlichen

Fachgebieten mit ganz verschiedenen

Anforderungen von einfachen

Aufgaben bis zu komplexen Managementtätigkeiten,

von Tätigkeiten im Hintergrund

bis zu Tätigkeiten mit stetigem Kundenkontakt,

von leichten bis zu körperlich

schweren Arbeiten. Diese Vielfalt bietet

ausgezeichnete Möglichkeiten, Menschen

mit Behinderungen einzusetzen.

Allerdings sollte man hier aufpassen,

nicht in die Vergangenheit zurückzufallen.

Es geht nicht darum, behinderte Menschen

12 rhw management 9 · 2013


Fachthema

zum Kartoffelschälen in einen separaten

Schälkeller zu setzen, sondern Tätigkeiten

flexibel zuschneiden auf den jeweiligen

Menschen und seine persönlichen Fähigkeiten.

Das geht jedoch nur, wenn die hauswirtschaftliche

Leitung bereit ist, die normativen

Kriterien in den Vordergrund zu

stellen und Prozesse immer wieder auf

ethische und nachhaltige Prinzipien zu prüfen.

Hauswirtschaft hat außerdem einen

ganzheitlichen Ansatz, das hat man so in

einer Werkstatt nicht, dort wird oftmals

kleinteilig gearbeitet. Man sieht selten das

Endprodukt der eigenen Arbeit. In der

Hauswirtschaft besteht häufig direkter

Kontakt zum Empfänger der Leistung mit

entsprechendem Feedback. Durch die unmittelbare

Anerkennung können sich Stolz

und Freude an der Arbeit entwickeln.

Andreas Mayer (Mitarbeiter im Service) bedient an der Kasse

c Im praktischen Teil Ihrer Masterarbeit

entwerfen Sie ein Konzept für ein Begegnungszentrum,

wie hat sich dieses in der

Realität entwickelt?

d Das Zentrum ist vor einem Jahr eröffnet

worden. Aus den alten Anstaltsspeisesälen

ist ein modernes Begegnungszentrum

auf 1.500 Quadratmetern im mediterranen

Stil mit den Bereichen Kultur, Kulinarisches

und Konferenzen geworden. Geboten

wird Event-Gastronomie an sieben

Tagen in der Woche. Es gibt preiswerte Mittagsmenüs,

Salat am Buffet, frische Pizza

und Pasta am Abend sowie eine Café-Bar

mit Spezialitäten aus fair gehandeltem Kaffee,

Eis, Kuchen, Waffeln und Crêpes. Besondere

Aktionen wie Brunch-Angebote,

Gänse-Essen oder ein Frühstück für Unternehmer

werden rege genutzt. Wir richten

auch viele Hochzeiten und Familienfeiern

Besuchen Sie uns

auf der

CMS Berlin Halle 3.2

Stand 216

rhw management 9 · 2013 13


Fachthema

aus, weil der Event-Bereich sehr gelungen

ist. Es finden Kleinkunstveranstaltungen

wie Comedy und Lesungen statt. Es gab

eine gut besuchte Disco für Senioren und

ein Public Viewing auf Großleinwand während

der Fußball-Europameisterschaft.

Zum Konferenzbereich gehören vier

Konferenzräume mit moderner Medientechnik,

eine Kulturarena mit 200 Sitzplätzen

und auch die Johanneskirche auf dem

Gelände kann genutzt werden und bietet

Platz für 500 Personen. Man kann sagen,

dass das Konferenzangebot in der Region

konkurrenzlos ist. In einem Lädchen werden

außerdem Eigenprodukte wie selbstgepresster

Apfelsaft oder Holzarbeiten, Geschenke

und Drogerieartikel verkauft.

In jeder Hinsicht wurde auf Barrierefreiheit

geachtet, natürlich auf baulicher

Seite, aber auch andere Barrieren wurden

bewältigt. So gibt es eine visualisierte Speise-

und Getränkekarte und in der Eistheke

werden Eissorten wie Erdbeere mit dem

Bild der Frucht ausgezeichnet. Außerdem

sind die Zutaten in der Pizza- und Pasta -

station auf Augenhöhe angerichtet für

Menschen im Rollstuhl.

Insgesamt sind die Angebote im Begegnungszentrum

inhaltlich so ausgerichtet,

dass Menschen mit und ohne Behinderung

daran teilnehmen können. Denn

wir wollen erreichen, dass Inklusion keine

Einbahnstraße bleibt, sondern wollen offen

sein für alle.

c Und wie wirkt sich Inklusion auf die

Mitarbeiterperspektive aus?

d Wir können sagen, wir arbeiten inklusiv.

Wir beschäftigen Menschen mit und

ohne Behinderung und in unterstützter Beschäftigung,

wir haben Praktikanten und

Das fideljo-Team bekommt eine Auszeichnung

für Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit

bieten Arbeitserprobungen für Bewerber

an, die durch den Integrationsfachdienst

an uns vermittelt werden. Auch die Einarbeitung

ist inklusiv, das bedeutet, es besteht

immer die Möglichkeit, nachzufragen

oder ein Stündchen dranzuhängen für detaillierte

Erklärungen. Es werden viele Fortbildungen

angeboten für Mitarbeiter, in denen

sie lernen, wie sie sich im Umgang mit

Menschen mit Behinderungen am besten

verhalten und wie sie diese fördern können.

Arbeitsanleitungen sind bebildert und

in leichter Sprache gehalten.

Eine absolute Besonderheit ist unser

Team, das ist wirklich das Highlight. Wir

haben mit Silke Schubert eine tolle Leiterin

der Gastronomie, die vorher schon bei

der Johannes-Diakonie Mosbach beschäftigt

war und sich nun weiterentwickeln

konnte. Sie hat das, was ich theoretisch erarbeitet

habe, perfekt praktisch umgesetzt.

Außerdem haben wir einen exzellenten

Event-Manager, Herbert Bender, der bereits

als Mitglied des Projektteams unser erstes

Kulturprogramm entwickelt hat. Das Team

hat kürzlich schon eine Auszeichnung für

Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit bekommen.

c Also können Sie sagen, dass das Prinzip

der Inklusion verwirklicht werden

konnte?

d Ja, absolut. Das Konzept des Begegnungszentrums

wird so gut angenommen,

das hat alle unsere Erwartungen übertroffen.

Wir haben ganz viele externe Gäste

aus Politik, aus der Industrie und aus Unternehmen,

aber auch unsere Bewohner

kommen sehr gerne dank des tollen Teams.

Wir beschäftigen bis zu sieben Menschen

mit Beeinträchtigungen und das läuft gut.

Wir berücksichtigen soziale und ökologische

Kriterien, Corporate Social Responsibility

wird sehr groß geschrieben. Inklusion

wird hier verwirklicht, Inklusion ist zu

unserem Alltag geworden.

c Vielen Dank für das interessante Gespräch!

t Interview: Alexandra Höß

Johannes-Diakonie Mosbach

Die Pizza (auch der Teig) wird komplett

selbstgemacht

Die Johannes-Diakonie Mosbach wurde 1880 gegründet und ist damit eine der ältesten

Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Süddeutschland. Heute

werden an verschiedenen Standorten in Baden 3.100 Menschen mit Behinderungen

und vergleichbarem Unterstützungsbedarf betreut, gefördert, begleitet, gepflegt

und behandelt. Je nach Erfordernis wird die Betreuungs- und Förderarbeit von rund

2.500 Mitarbeitern stationär, teilstationär oder ambulant geleistet. Die Entfaltung

von Selbstbestimmung und Eigenkompetenz und das Miteinander von Menschen

mit und ohne Behinderung stehen dabei im Vordergrund. Derzeit befindet sich das

Unternehmen in einem noch nie da gewesenen Umbruch. Wandelnde Herausforderungen

wie zum Beispiel die Umsetzung der im Jahr 2009 in Kraft getretenen

UN-Behindertenrechtskonvention führen dazu, dass stationäre Plätze abgebaut,

dezentrale, gemeindeintegrierte und herkunftsnahe Strukturen aufgebaut werden.

Zugleich werden die fachlichen Grundlagen erneuert, um dem umfassenden Recht

auf Teilhabe für Menschen mit Behinderungen gerecht zu werden. Inklusion zu

fördern ist Aufgabe des Normativen Managements. Daher hat der Vorstand der

Johannes-Diakonie Mosbach die Verankerung der Inklusion in der Unternehmensstrategie

veranlasst. Die Leitungen der Geschäfts- und Zentralbereiche tragen nun

die Verantwortung für die Umsetzung in die Geschäftsprozesse.

14 rhw management 9 · 2013


Neue rhw-Serie

Steckbrief Bodenbelag

Marmor

Teil 1

Herstellung

Marmorbeläge sind industriell aus rohen Gesteinsblöcken gesägt und werden maschinell

geschliffen. Nach der Herstellung kann die Oberfläche matt bis hochglänzend sein.

Besondere Kennzeichen

Marmor ist empfindlich gegenüber Säure und Alkalien mit einem pH-Wert von über 10.

Außerdem ist Marmor kratzempfindlich.

Daran erkenne ich Marmor

Marmor ist immer hell – mit einer typischen Maserung. An einer verdeckten Stelle mit etwas

Sanitärreiniger den Säuretest durchführen: Wenn es schäumt (sieht aus wie Spucke)

und reagiert, dann ist es Marmor.

Eignung

Geeignet für hochwertige Bäder, Empfangsräume, Theater und Museen.

Richtige Reinigung

In der Unterhaltsreinigung im zweistufigen Wischverfahren bzw. einer Scheuersaugmaschine

in Verbindung mit einem LongLife-Pad oder Mikrofaser-Pad. Das Reinigungsmittel

sollte pH-neutral sein oder auf Alkoholbasis. Bei starker mechanischer Abnutzung empfiehlt es sich, den Boden zu kristallisieren

(siehe auch rhw management 5/2013).

Häufigste Fehler

1

Verätzungen durch Säure (Sanitärreiniger, Obstsäfte, Wein oder Cola) sowie Verkratzungen durch mangelhafte Pflege bzw. mechanischer

Überbeanspruchung.

Experten-Tipp

Marmorböden bestechen durch ihre natürliche und hochwertige Optik. Um dieses Erscheinungsbild möglichst lange zu erhalten,

benötigen Marmorböden eine regelmäßige Reinigung. Um die Oberfläche optimal zu schützen, empfiehlt es sich, den Boden zu

kristallisieren. Dadurch wird die Oberfläche sehr hoch verdichtet und somit unempfindlicher gegen Verschmutzungen.

PVC

Hintergrundbild: Eky Chan/Fotolia.com

Herstellung

PVC (Polyvinylchlorid) wird unter Beimengen von Pigmenten, Füllstoffen, Weichmachern

und Stabilisatoren industriell hergestellt.

Besondere Kennzeichen

Weitestgehend beständig gegen Alkalien, Säuren sowie mechanische Beanspruchung.

Daran erkenne ich PVC

Nadeltest durchführen: Eine Nadel oder Büroklammer mit einem Feuerzeug heiß machen

und an einer unauffälligen Stelle in den Belag stechen. Beim Herausziehen der Nadel

entsteht ein deutlicher Krater mit einer Wulstbildung. Die Nadel zieht Fäden und es

tritt ein starker Brandgeruch auf.

Eignung

Alle öffentlichen Bereiche mit starker Nutzung und Frequentierung der Räume wie beispielsweise

Klassenzimmer, Bewohnerzimmer, Verwaltungsgebäude etc.

Richtige Reinigung

In der Unterhaltsreinigung optimal im zweistufigen Nasswischverfahren bzw. mit einer

Scheuersaugmaschine. Bei Verwendung einer Wischpflege kann ein leichter Glanzeffekt erzielt werden.

Häufigste Fehler

2

Bei PVC-Bodenbelägen gibt es nur sehr selten spezifische Schadensbilder. Bei der Verwendung von Ultra-High-Speed-Maschinen

ist auf die richtige Pad-Wahl zu achten (zum Beispiel Blue Ice Pad). Bitte Vorsicht bei der Verwendung von Lösemitteln!

Experten-Tipp

PVC-Bodenbeläge sind sehr pflegeleicht. Aber auch dieser Boden benötigt eine regelmäßige Reinigung. Es empfiehlt sich, dem

Belag eine Opferschicht durch den Auftrag einer Versiegelung bzw. eines Pflegefilms zu geben. Die trockene Pflegefilmsanierung

ist hier eine zeitgemäße Anwendungstechnik im Vergleich zur klassischen Grundreinigung.

Weitere Informationen

Beratung: Uwe Richter, Fachwirt für Reinigungs- und Hygienemanagement, Schulungsleiter/Anwendungstechniker bei Numatic International.

Wir empfehlen zur Vertiefung des Themas die rhw-DVD „Bodenreinigung für Profis“ und die Seminarreihe „Reinigung

hoch 4“ im Herbst 2013. Die Serie „Steckbrief Bodenbelag“ wird fortgesetzt.

rhw management 9 · 2013 15


Fachthema

Multireligiöse

Schulverpflegung

In vier Ausgaben der Zeitschrift

rhw management 2013 wurden

Ernährungsvorschriften für

den Islam, das Judentum, das

Christentum und den Hinduismus

vorgestellt. In diesem Beitrag

wird darauf eingegangen,

welche Auswirkungen die Vorschriften

auf die Gemeinschaftsverpflegung

haben, beispielhaft

für Mittagsmahlzeiten

an Schulen. Die Erkenntnisse

beruhen auf dem seit Beginn

2012 bearbeiteten Projekt „Inklusion

durch Schulverpflegung“

des WABE-Zentrums der

Hochschule Osnabrück.

Beim Thema Inklusion in der Ganztagesverpflegung

an Schulen sind nach

pädagogischer und aktueller politischer

Begriffsauffassung auch Menschen

mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit

in ein Verpflegungskonzept einzuschließen.

Zu dieser „sozialen Inklusion“

gehört, dass Schülerinnen und Schüler wissen,

ob und gegebenenfalls wie ihr Mittagessen

in Übereinstimmung mit den Speisevorschriften

ihrer jeweiligen Religion hergestellt

wurde, was sich auch in der Deklaration

des Speisenangebots ausdrückt.

Fleischspeisen als

größter Unterschied

Die größten Unterschiede zwischen den

Speisevorschriften der drei Religionen Islam,

Judentum und Hinduismus gibt es bei

Fleischspeisen (siehe Tabelle Seite 17).

Außerdem haben Speisevorschriften Auswirkungen

auf die Arbeit in der Küche (zum

Beispiel Trennung bei Lagerung und Einsatz

von Rohstoffen, Zubereitung, Kochgeschirr

und Ausgabe sowie bei der Reinigung). Eine

Umsetzung aller Speisevorschriften ist zwar

grundsätzlich möglich, aufgrund des hohen

Aufwandes in einer Schulverpflegung aber

kaum durchführbar. Es empfiehlt sich deshalb

in Absprache mit Eltern und Schülern

zu klären, welche Vorschriften tatsächlich

unverzichtbar und wo Kompromisse möglich

sind.

Denn kaum ein Verpflegungsanbieter

kann sowohl einen jüdischen als auch einen

brahmanischen 1 Koch beschäftigen, wie

es bei strenger Auslegung der entsprechenden

Ernährungsvorschriften für die

glaubensgerechte Zubereitung erforderlich

wäre. Deshalb ist es sinnvoll, mit den örtlichen

Glaubensgemeinschaften zusammenzuarbeiten

und eine Vertrauensbasis aufzubauen,

zumal die Auslegung der Vorschriften

variieren kann. Ein offener Erfahrungsaustausch

interner und externer am

Thema Schulverpflegung beteiligter Menschen,

beispielsweise im Rahmen eines runden

Tisches oder eines Mensa-Beirates, ermöglicht

einen Austausch unterschiedlicher

Erwartungen und Möglichkeiten. Missverständnisse

können somit vermieden und

gegebenenfalls Vorurteile abgebaut sowie

unnötiger Aufwand gespart werden. Dies

gilt insbesondere für das Verständnis, dass

eine Gemeinschaftsverpflegung anderen

rechtlichen und organisatorischen Regeln

unterliegt als eine Nahrungszubereitung im

privaten, häuslichen Bereich und deshalb

nicht gleich sein kann.

Umsetzung religionsadäquater

Schulverpflegung

1 Hindu, der der höchsten Kaste angehört

Je nach Verpflegungssystem unterscheiden

sich die Maßnahmen, die zur Umsetzung

religiöser Speisevorschriften notwendig

sind. Wird beispielsweise mit einer

Warmverpflegung gearbeitet, müssen in der

Schule wenige Anpassungen in der Küche

vorgenommen werden. Wenn selbst gekocht

wird, sind weitergehende Vorkehrungen

(zum Beispiel für Lagerung, Geschirrnutzung

und -kreislauf) nötig. Umgekehrt gilt, dass

ein Lieferant umfangreicher geprüft werden

muss, wenn die Verantwortung für die Einhaltung

der religiösen Speisevorschriften

überwiegend durch diesen übernommen

wird.

Schon beim Einkauf aufpassen

Bereits beim Einkauf werden die Weichen

gestellt für die Akzeptanz der Speisen.

Rohwaren müssen – entsprechend den in

den Schulen selbst getroffenen Regelungen

– den religiösen Kriterien genügen, da sonst

die daraus hergestellten Speisen nicht mehr

gemäß den spezifischen religiösen Grundsätzen

angeboten werden dürfen. Der Aufwand

im Einkauf wird deshalb anfangs deutlich

steigen, bis geeignete Produkte gefunden

sind. Es ist empfehlenswert, bei Unklarheiten

religiöse Autoritäten vor Ort wie

beispielsweise den Rabbiner oder Iman um

Rat zu fragen, da sie meist lokale bzw. regionale

glaubensgerechte Angebote im

Food- und Nonfood-Bereich kennen, eventuell

auch für den Bezug größerer Mengen.

Grundsätzlich gilt, dass schon bei der

Anlieferung sichergestellt werden muss,

dass Waren, die nicht für alle Religionen ak-

16 rhw management 9 · 2013


Fachthema

Speisevorschriften verschiedener Religionen im Vergleich

Fleisch

Islam Judentum Hinduismus

Schwein nein nein selten (Kastenlose)

Rind ja, wenn halal, teilweise auch

akzeptiert, wenn koscher

ja, wenn koscher nein

Geflügel ja, wenn halal, teilweise auch

ja, wenn koscher teilweise (niedrige Kasten)

akzeptiert, wenn koscher

Fisch ja ja, wenn Schuppen und Flossen vorhanden teilweise (niedrige Kasten)

Gelatine nur halal nur koscher (bei fleischigen Speisen) überwiegend nicht akzeptiert

Sonstige Lebensmittel

Hühnereier ja ja, wenn Prüfung auf Blutspuren negativ teils verzehrt, teils nicht

Milchprodukte ja, wenn halal (keine Aromen auf

alkoholischer Basis, kein Lab von nicht

halal geschlachteten Kälbern usw.)

Lebensmittel auf Pflanzenbasis ja (wenn nicht toxisch oder

berauschend)

ja, wenn koscher, nur in milchigen Speisen ja (ggf. Meiden von Produkten mit

Gelatine sowie Lab)

ja meiden ggf. Zwiebelgewächse und teils

Pilze, Gläubige lehnen ggf. den Verzehr

von Honig ab

Alkohol nein ja, wenn koscher (wichtig bei Wein) nein

Außerdem zu beachten

Abweichungen an Feiertagen (Auswahl

nach Bedeutung der Auswirkungen

auf die Ernährung)

Küchenplanung kein Kontakt zu Produkten, die vom

Schwein stammen oder Alkohol

enthalten, räumliche Trennung sinnvoll

Ramadan – Fastenzeit Pessach –nur ungesäurte Produkte,

Verboteiniger Nahrungsmittel wie

Hülsenfrüchtemöglich

Räumliche Trennung von koscherem und

nicht koscherem Bereich

innerhalb der Küche für koschere Speisen

Trennung von milchigen, fleischigen und

parvedigen (neutralen) Bereichen, jeweils

mit eigenen Küchengeräten

kein Kontakt mit nicht den Vorschriften

entsprechenden Lebensmitteln oder mit

als unrein eingestuften Kochutensilien

bevorzugt Kochgeschirr aus Metall

verwenden

Reinigungsmittel kein Ethanol, keine tierischen Fette als

Ausgangsstoff (sofern nicht halal)

keine tierischen Fette als Ausgangsstoff

(sofern nicht koscher, zusätzlich Trennung

milchig – fleischig beachten)

eigenes Geschirr für koschere Speisen,

getrennt nach milchigen und fleischigen

Lebensmitteln

Besonderheiten Beteiligung eines Juden bzw. Überwachung

der Speisenherstellung erforderlich

keine Vorgabe, bei vegetarischer Kost

Reinigungsmittel ohne tierische Fette

als Ausgangsstoff bevorzugen

Einweggeschirr oder Geschirr aus Metall

eher akzeptiert als Keramikgeschirr

Abweichende Speisevorschriften je

nach Kastenzugehörigkeit

der Koch sollte idealerweise der Kaste

der Brahmanen angehören

rhw management 9 · 2013 17


Fachthema

zeptabel sind, getrennt von den übrigen Waren

gehandhabt werden. Dies gilt auch für

alle weiteren Prozesse wie Lagerung, Herstellung,

Aufbereitung und Ausgabe von Lebensmitteln

und Speisen. Natürlich können

nicht eigene Lagerräume für alle berücksichtigten

Religionen geschaffen werden.

Hier sind Kompromiss-Lösungen gefragt,

nachdem ohnehin davon auszugehen ist,

dass alle Speisen nur abgedeckt gekühlt

bzw. eingefroren werden. Zum Beispiel könnten

alle nur für Christen/Atheisten geeigneten

Speisen wie Schweinefleisch in einem

geschlossenen Behältnis im unteren Regalfach

eines Kühlraums gelagert werden – so

würden andere Speisen selbst dann nicht

„unrein“, wenn etwas auslaufen sollte.

Küche anders organisieren

Es ist im Rahmen des religiösen Inklusionsansatzes

empfehlenswert, die Abläufe

in der Küche so zu organisieren, dass in

der Hauptküche ausschließlich für alle Religionen

akzeptable Speisen hergestellt werden.

Die zusätzlich angebotenen Speisen,

die nicht für alle geeignet sind, sollten jeweils

in einem gesonderten Bereich produziert

werden, so dass eine Vermischung ausgeschlossen

werden kann.

Besonders bei der Herstellung von Speisen

sind die religiösen Vorschriften zu berücksichtigen.

So müssen beispielsweise

Eier, die für Speisen gemäß den jüdischen

Vorschriften verwendet werden sollen, stets

auf Blutspuren untersucht und gegebenenfalls

verworfen werden. Im Hauptbereich der

Küche müssen alle Vorschriften der in der

Küche berücksichtigten Religionen zugleich

eingehalten werden, in getrennten Bereichen

nur diejenigen, die für die jeweilige Religion

relevant sind.

Auch Reiniger ohne Alkohol

Erste Fachmesse für islamkonforme Produkte

Die Messe Stuttgart plant die erste Fachmesse für islamkonforme

Produkte und Dienstleistungen im

deutschsprachigen Raum. Die Premiere findet vom

25. bis 27. Mai 2014 in der Halle C2 im Internationalen

Congresscenter Stuttgart (ICS) statt. Die „HA-

LAL EXPO STUTTGART“ richtet sich in erster Linie

an alle Anbieter rund um die islamgemäße Herstellung

von Produkten aus den Bereichen Nahrungsmittel

und Getränke. Der Begriff „Halal“ bezeichnet

alle Dinge und Handlungen, die nach islamischem Recht erlaubt oder zulässig sind.

Zu den Ausstellern der neuen Messeplattform zählen außerdem Non-Food-Produzenten,

beispielsweise aus den Branchen Pharmazie und Kosmetik. Zielgruppe der

Fachmesse sind Fachbesucher aus dem Groß- und Einzelhandel, Gastronomen, Caterer,

Großverbraucher, Kaufhäuser, muslimische und deutsche Supermärkte, Produzenten,

Importeure und Dienstleister.

„Mit rund fünf Millionen potenziellen muslimischen Konsumenten in den D-A-CH-

Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz birgt der Markt für Halal-Produkte

enorme Wachstumspotenziale“, meint Ulrich Kromer, Sprecher der Geschäftsführung

der Messe Stuttgart. Derzeit gibt es hierzulande rund 400 halal-orientierte

Unternehmen, europaweit sind über 4.000 islamkonforme Produkte auf dem Markt.

Mehr Informationen unter http://halal-expo.de

Bei der Reinigung empfiehlt es sich auf

Mittel auszuweichen, die weder Alkohol

(Ethanol) noch Bestandteile enthalten, die

auf tierischen Ausgangsstoffen beruhen.

Wenn diese Mittel in der gesamten Küche

verwendet werden, ist ausgeschlossen, dass

aufgrund einer Verwechslung ein Teil der

Küche aus religiöser Sicht unrein wird.

Bei allen Schultypen ist es wichtig, Ausgabepersonal

und die beim Mittagessen betreuenden

Personen zu schulen, so dass sie

als Ansprechpartner vor Ort Fragen zu religionsrelevanten

Inhaltsstoffen der angebotenen

Speisen beantworten können. Eine

zielgruppengerechte und eindeutige (Voll-)

Deklaration des Speisenangebots dient hierbei

dem Verständnis und als Entscheidungshilfe.

In Grundschulen könnten die

Speisen eventuell zusätzlich durch ein Symbol

gekennzeichnet werden. Beispielsweise

könnte ein durchgestrichenes Schwein

verdeutlichen, dass ein Gericht frei von

Schweinefleisch und Gelatine ist.

Teil eines schulischen Gesamtkonzepts

Die Berücksichtigung verschiedener religiöser

Speisevorschriften bietet die Chance

für Schülerinnen und Schüler, sich praktisch

mit Inklusion, unterschiedlichen (Ernährungs-)Kulturen

und religiösen Themen

zu beschäftigen und sich mit Ähnlichkeiten

und Unterschieden in der täglichen Lebensführung

auseinanderzusetzen. Dieser

praktische Zugang kann durch eine unterrichtliche

Behandlung des Themas (zum Beispiel

im Religions- oder Sachunterricht) oder

im Rahmen von Projekten unterstützt werden.

Themenwochen in der Schulverpflegung

mit Spezialitäten aus Ländern, die

durch eine bestimmte Religion geprägt sind,

fördern das Interesse an neuen Geschmackserlebnissen

und neuen Speisen,

und ganz nebenbei lernt man etwas über

Speisevorschriften anderer Kulturen. Bei

entsprechender pädagogischer Begleitung

werden Toleranz und soziale Kompetenz

beim Umgang mit kulturell und religiös bedingten

Unterschieden gefördert.

Ab Herbst 2013 werden im WABE-Zentrum

der Hochschule Osnabrück Schulungen

zum Thema „Inklusion durch Schulverpflegung“

für Interessierte angeboten. Nähere

Informationen finden sich auf der

Homepage www.wabe-zentrum.de.

t Johanna-Elisabeth Giesenkamp,

Prof. Dr. Elisabeth Leicht-Eckardt

Hochschule Osnabrück

Mehr zum Thema

Dieses Beitragsthema ist

in einer längeren Fassung

auch in der aktuellen rhw

praxis 2/2013 erschienen.

Das Magazin (Preis: 16,50

Euro) kann portofrei als

Einzelheft bestellt werden unter

www.fachbuchdirekt.de.

Quellen und

Literaturhinweise

t Deutsche Gesellschaft für Ernährung

e.V. (Hrsg.): DGE-Qualitätsstandards

für die Schulverpflegung,

3. Auflage, Bonn, September 2011

t Giesenkamp, J.-E., Leicht-Eckardt,

E., Nachtwey, T.: Inklusion durch

Schulverpflegung. Wie die Berücksichtigung

religiöser und ernährungsspezifischer

Aspekte zur sozialen

Inklusion im schulischen Alltag

beitragen kann, LIT-Verlag, Berlin

2013

t Leicht-Eckardt, E., Straka, D.: Ernährungsbildung

und Schulverpflegung

Band 1: Grundlagen, Strategien,

Projekte,

Band 2: Umsetzung, Rezepte, Umschau

Zeitschriftenverlag, Sulzbach/Ts

2011

t Noam Hertig (Hrsg.): Was isSt Religion?

Rezepte – Traditionen – Rituale

– Tabus. Werd Verlag, Zürich 2012

18 rhw management 9 · 2013


Fachthema

CURE und CARE:

„Wir werden klar gesehen“

Im Juli 2013 veröffentlichte die Arbeitsgruppe „Pflege und Teilhabe“

Eckpunkte zu einem neuen Ansatz für Pflege und Teilhabe.

Fest verankert ist darin die Hauswirtschaft. Wir sprachen

mit Martina Feulner, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für

Hauswirtschaft (dgh), über die Chancen und welche Berufsbilder

hierfür am besten passen.

Cure und Care – so lauten die Schlüsselbegriffe

der aktuellen Strukturreform.

Die beiden Begriffe sind klar zu

unterscheiden und bilden das Herzstück

der „Arbeitsgruppe zur Strukturreform Pflege

und Teilhabe“, die von der Robert-

Bosch-Stiftung gefördert wird.

Leistungsrecht

neu ordnen

Cure bedeutet medizinische, pflegerische

und therapeutische Maßnahmen.

Care beinhaltet alle Formen der Sorge und

Betreuung, die für den Lebensalltag erforderlich

sind. Hier wird auch die Hauswirtschaft

eingeordnet. Durch die Reform soll

nun das Leistungsrecht neu geordnet werden:

Demnach werden Cure-Leistungen der

gesetzlichen Krankenversicherung zugeordnet,

Care-Leistungen der Pflegeversicherung

und der Eingliederungshilfe. Für

die Finanzierung gilt: Cure-Leistungen unterliegen

wie bisher dem Sachleistungsprinzip

mit Vollfinanzierung. Für Leistungen

im Care-Bereich dagegen muss das

Prinzip abgeschafft werden. Stattdessen

sollen die Leistungen individuell und flexibel

eingesetzt werden.

Um das Reformpaket zu verwirklichen,

werden neue Maßnahmen vorgeschlagen.

So muss das Interesse der gesetzlichen

Krankenversicherung an Prävention und

Rehabilitation auf die stationäre Pflege

ausgedehnt werden. Hierdurch soll unter

anderem bürokratischer Abgrenzungsaufwand

entfallen.

Persönliches Budget

auch für die Pflege

Wichtig ist auch, dass Ansprüche auf

Leistungen in sogenannte Geldbudgets

umgewandelt werden. Das persönliche

Budget, das in der Behindertenhilfe etabliert

ist, soll nun auch für Leistungen der

Pflegeversicherung geöffnet werden.

Durch eine gemeinsame Servicestelle

Pflege und Teilhabe kann das Informationsangebot

der bisherigen Pflegestützpunkte

gefördert werden. Auch eine übergreifende

Assessment-Agentur auf Landesebene

soll für eine verbesserte Beratungsinfrastruktur

sorgen. Wir fragten nach

bei Martina Feulner von der Deutschen Gesellschaft

für Hauswirtschaft.

Was heißt hier

Cure & Care?

Als CURE werden medizinische, pflegerische

und therapeutische Maßnahmen

verstanden, die von professionellen

Akteuren im Gesundheitswesen

zur Prävention, Kuration, Rehabilitation

und Palliation geleistet

und verantwortet werden.

Zu CARE zählen alle Formen der Sorge

und Versorgung, die für den Lebensalltag

erforderlich sind – personenbezogene

Leistungen zur unterstützenden

Alltagsgestaltung, hauswirtschaftlichen

Basisversorgung,

Grundpflege und Förderung der sozialen

Teilhabe.

Martina Feulner ist bis zur Wahl des neuen

Vorstands am 20. September 2013

kommissarische Vorsitzende der dgh

c Versuche, die Pflege zu reformieren,

gab es ja schon viele – was sind die neuen

Kerngedanken bei Cure und Care?

d Die bisherigen Reformen blieben bei

der Finanzierung allein durch die Pflegeversicherung

stehen. Prof. Thomas Klie

geht mit der Arbeitsgruppe diesmal zwei

Schritte zurück, sieht das Ganze breiter

und geht über die bisherigen Grenzen hinaus.

Momentan gilt ja: Es gibt Pflegekräfte

und ein bisschen Leistung „drumherum“,

wie beispielsweise Hauswirtschaft,

was bisher nicht näher beschrieben

wurde.

Doch durch die Unterteilung in Cure/

Pflege und Care/Teilhabe wird erstmals der

Mix von Familien, Heimen, Gemeinwesen

berücksichtigt und auch Lösungen für ältere

Menschen mit Behinderung mitgeliefert.

c Ist Cure und Care also eine Art persönliches

Budget in der Altenhilfe?

d Genau, so kann man den Ansatz beschreiben,

zumindest für den Care-Bereich.

Das bisherige Sachleistungsprinzip soll

entfallen und durch ein Budget ersetzt werden.

Der ältere Mensch soll selbst frei wählen

können, welche Leistung er wünscht.

Ein Beispiel: So ist es derzeit finanziell

nicht möglich, dass ein Bewohner mit Sozialhilfe

in einer ambulanten Wohngemeinschaft

lebt. Denn er wird vom Pflegerecht

her so behandelt, als würde er privat

wohnen, dabei werden in der ambulanten

Wohngemeinschaft viele Dienstleistungen

zur Tagesstruktur angeboten. Doch diese

muss ein Bewohner weitgehend privat finanzieren.

Derzeit werden ambulante oder

stationäre Leistungen finanziert, aber kaum

die zahlreicher werdenden Wohnformen

dazwischen. Neu ist auch, dass die Hilfen

im direkten Lebensumfeld der alten Menschen

in den Blick genommen werden. Hier

setzt die Reform an.

rhw management 9 · 2013 19


Fachthema

c Einflüsse auf das jetzige Konzept hatten

ja auch Praxisbeispiele – was beispielsweise

wurde daraus gelernt?

d In der Praxis gibt es schon viele gute

Ansätze, wie beispielsweise das Konzept,

über das Corinna Unglert von der Vinzenz

von Paul gGmbH auf dem 15. rhw-Symposium

referiert hat. Das von ihr vorgestellte

Haus- und Wohngemeinschaftskonzept mit

Alltagsbegleitung und hauswirtschaftlicher

Versorgung direkt im Wohnbereich zeigt

sehr deutlich den neuen Ansatz. Ein gelungenes

Beispiel ist hier auch das Quartierskonzept

der Bremer Heimstiftung. Oder Beispiele

aus der Nachbarschaftshilfe in Baden-Württemberg.

Wir haben da schon eine

ganze Menge an Anregungen aus der Hauswirtschaft-Branche

beisammen, die zusammengeführt

werden müssen.

c Wie wird der Stellenwert der Hauswirtschaft

berücksichtigt?

d Das Wichtigste für uns ist, sie wird ausdrücklich

benannt! Hauswirtschaft wird einerseits

als Basisversorgung gesehen. Und

daneben steht die Alltagsgestaltung. In der

Hauswirtschaft sehen wir längst beides zusammen

und haben dazu die „Hauswirtschaftliche

Betreuung“ als Handlungskonzept

entwickelt.

c Was versprechen Sie sich persönlich

davon für die Branche?

d Positiv ist: Wir werden als Beruf zunächst

wieder klar gesehen. So langsam

wird deutlich, was die Hauswirtschaft alles

kann, und mein Wunsch ist, dass sie dann

auch in der Gesetzgebung auftaucht. Doch

wir können uns nicht zurücklehnen. Momentan

werden ja in vielen Bundesländern

die Heimgesetze angepasst. In Ländern wie

Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-

Holstein oder Bremen konnte dabei auch

die Position der Hauswirtschaft gestärkt

werden. Ursula Schukraft hat beispielsweise

bis Mitte August eine Stellungnahme

für den Landtag in Baden-Württemberg

erarbeitet. Sicherlich wird Prof. Klie mit seinen

neuen Vorschlägen auch auf die Landesheimgesetze

einwirken können.

c Welche Berufsbilder bedingt diese

neue Art des Denkens?

d Ich würde hier unterscheiden zwischen

angelernten Kräften durch Schulungen, das

sind zum Beispiel angelernte Alltagsbegleiterinnen

und hauswirtschaftliche Präsenzkräfte.

Hinzu kommen Hauswirtschafter/in

und Fachhauswirtschafter/in,

wobei letztere natürlich ideal ausgebildet

sind für diese Belange. Hinzu kommt dann

noch ein neues Berufsbild mit „Pilotfunktion“,

das die ganzen Abläufe managt. Das

könnten dann HBL und Meisterinnen übernehmen.

Das Cure-und-Care-Modell, in dem die Hauswirtschaft fest verankert ist. Abbildung

entnommen aus der Kurzfassung „Eckpunkte Strukturreform PFLEGE und TEILHABE“

der Arbeitsgruppe zur Strukturreform Pflege und Teilhabe, die von der Robert-Bosch-

Stiftung gefördert wird.

c Wie sieht es denn derzeit in der Praxis

aus?

d Während im stationären Bereich Hauswirtschafter/innen

durchaus die Menschen

umfangreich betreuen – wir können dies in

den ersten Ergebnissen einer Erhebung zu

Stellenprofilen von Hauswirtschafter/innen

sehen, ist ambulant doch eher festzustellen,

dass hier die angelernten Kräfte dominieren.

Aber das ist in Ordnung, wir können

nicht alles auf einmal ändern.

c Ist die Ausbildung denn schon gut genug?

d Die Hauswirtschaft hat eigentlich gute

Grundlagen in der Verordnung zur Hauswirtschafter/in,

doch bin ich nicht immer sicher,

wie das dann gelehrt und gelebt wird.

Das hängt sicher von der jeweiligen Schule

ab. Hauswirtschafterin als Beruf ist nicht allein

die Lösung, denn benachbarte Felder

wie Grundpflege oder Betreuung müssen

wir uns erst noch erarbeiten, da passen wir

manchmal noch nicht so richtig rein.

c Sie haben ja selbst eine Demenz-WG

in Freiburg gegründet – decken sich diese

Erfahrungen mit dem, was jetzt vorgeschlagen

wurde?

d Ja, wir haben vor zehn Jahren eine Demenz-WG

in Freiburg gegründet und damit

den Care-und-Cure-Ansatz schon mit Leben

erfüllt. Wir würden auch liebend gerne eine

Hauswirtschafterin einstellen, doch die einzige,

die sich beworben hat, meinte, dass

es nichts für sie sei. Es gibt einfach zu wenige

Hauswirtschafterinnen!

c Warum sollte die Politik diesem Vorhaben

zustimmen? Denn mehr Leistung

für das gleiche Geld ist ja nicht zu erwarten?

d Das nicht, es geht ja auch um Qualität.

Momentan laufen ja in der Pflege alle Fäden

zusammen, sie möchte einerseits immer

mehr in Richtung anspruchsvolle Versorgung

gehen, aber auch die Betreuung

abdecken. Dieser Spagat ist aber auf Dauer

qualitativ nicht möglich. Deshalb würde

sich auch die Einteilung in Cure und Care

so gut durchsetzen, weil es einleuchtend

ist.

c

Vielen Dank für das Gespräch!

t Interview: Robert Baumann

Text: CHauk/RoB

Weitere Infos und

Seminar zum Thema

Projektbegleitende Informationen

und den Bericht der Arbeitsgruppe um

Prof. Dr. Thomas Klie finden Sie auf

www.agp-freiburg.de.

Auch bei den Frankfurter Gesprächen

der Hauswirtschaft am 22. November

2013 wird „Cure und Care“ im Mittelpunkt

stehen.

Empfehlenswert ist auch das neue

rhw-Seminar „Was heißt Hauswirtschaftliche

Betreuung? Erfolgsbeispiele

und Einstiegshilfen“ mit Martina

Feulner am 17. Oktober 2013 in

München, wo das Cure-und-Care-Modell

berücksichtigt wird. www.vnmakademie.de

20 rhw management 9 · 2013


Berufsbildung

Dann klappt’s auch

mit der Fortbildung

Fotos: Robert Baumann

Herbstzeit ist Fortbildungszeit. Die Wochen, in denen die Mitarbeiter

aus dem Sommerurlaub zurück sind und die Weihnachtshektik

noch weit weg ist, nutzen viele Einrichtungen, um

die jährlichen Pflichtschulungen im Haus durchzuführen oder

durchführen zu lassen. Damit dabei nicht nur inhaltlich, sondern

auch technisch alles glatt geht und der erwünschte Lernerfolg

auch wirklich eintritt, gilt es, vorab einige Details zu klären.

Bevor Sie Ihre Schulung planen, sollten

Sie Ihren abteilungsspezifischen

Dienstplan und die hauseigene

Raumbelegungsplanung mit zu Rate ziehen.

Beliebte Schulungstage sind Dienstag,

Mittwoch und Donnerstag, da an diesen

Tagen die wenigsten Mitarbeiter frei haben.

Allerdings ist an diesen Tagen auch

besonders viel Hektik in der Einrichtung

und die Wahrscheinlichkeit, dass etwas

Dringendes dazwischenkommt, das eine

geplante Schulung ins Wanken bringen

kann, am größten.

Einladung, Schulungsmaterial,

Handouts

Die Einladung für die Schulung sollten

Sie mindestens vier Wochen vor der Veranstaltung

aushängen bzw. den Mitarbeitern

persönlich aushändigen.

Machen Sie bereits in der Einladung

deutlich, ob es sich bei der geplanten Schulung

um eine Pflichtveranstaltung oder um

eine freiwillige Teilnahme handelt und ob

die Schulung als Arbeitszeit gilt oder nicht.

Bereiten Sie das Schulungsmaterial

mindestens einen Tag im Voraus vor und

deponieren Sie es so, dass es nicht aus Versehen

von jemandem „aufgeräumt“ wird –

wenn Sie beispielsweise für eine Schulung

über die richtige Handhabung von Desinfektionsmitteln

die entsprechenden Flaschen

auf einem Wagen bereitstellen, sollten

Sie diesen als „Schulungsmaterial“

kennzeichnen, damit ihn nicht ein Mitarbeiter

in der Hetze des Tages mitnimmt.

Kopien für die Handouts, Arbeitsmaterialien

und Teilnehmerliste bereiten Sie am

besten auch mindestens am Vortag vor,

denn nach „Murphys Gesetz“ geht der Kopierer

garantiert am Schulungstag kaputt

oder er ist von jemand anderem belegt.

Geeignete Räumlichkeiten

Belegen Sie rechtzeitig den gewünschten

Raum und informieren Sie alle,

die Ihnen diesen Raum „streitig“ machen

könnten! Bedenken Sie auch, dass Sie Veranstaltungen

verschieben, verlegen oder

gar ausfallen lassen müssen, zum Beispiel,

wenn Sie eine Schulung im Hausrestaurant

durchführen wollen. Informieren Sie dann

auch rechtzeitig die Bewohner der Einrichtung.

Besorgen Sie sich ein „Bitte nicht

stören“-Schild für Ihre Fortbildungen!

Kümmern Sie sich am Tag vor der geplanten

Schulung darum, dass der Raum

ausreichend bestuhlt, die gewünschte Anzahl

an Tischen vorhanden ist und der

Raum gereinigt wurde. Wann wurde der

Raum zum letzten Mal benutzt? In den Wintermonaten

müssen Sie gegebenenfalls am

Vortag bereits heizen, damit Ihre Mitarbeiter

bei der Schulung nicht frieren.

Ist der Raum groß genug für alle Teilnehmer?

Haben Sie als Referentin genug

Platz, um Ihre Unterlagen abzulegen und

sich bewegen zu können? Stehen Ihnen

vielleicht Pflanzenkübel oder Garderobenständer

im Weg?

Klären Sie vor der Schulung auch, ob

Störungen von außen womöglich Ihren

Schulungserfolg zunichtemachen könnten.

Bau- und Bohrlärm, klappernde Speisewagen,

lärmende Kühlaggregate und Ähn-

rhw management 9·2013 21


Dossier: Fortbildungen

liches sind kurzzeitig zu ertragen, langfristig

werden sie die Konzentration der Teilnehmer

(und der Referentin) massiv beeinträchtigen.

Besonders ärgerliche (und für Referentinnen

schweißtreibende) Patzer passieren,

wenn notwendige Medien nicht vorhanden

sind oder diese nicht funktionieren.

Vermeiden Sie dies, indem Sie vorab

klären:

u Ist ein Flipchartständer vorhanden, ist

er stabil, funktioniert die Aufhängung

des Blocks, ist ausreichend Papier darauf?

u Ist ein Overheadprojektor vorhanden,

funktioniert er, ist eine Ersatzlampe für

den „Fall der Fälle“ im Haus, ist das

Stromkabel lang genug?

u Ist die Projektionsfläche groß genug

und an der richtigen Stelle?

u Wenn Sie etwas auf die Folie zeichnen

möchten: Haben Sie ausreichend abwischbare

Stifte in den Farben, die Sie

brauchen? Funktionieren diese Stifte?

u Falls Beamer und Laptop zum Einsatz

kommen sollen: Sind für jedes der Geräte

Stromanschlüsse vorhanden, sind

diese Anschlüsse an der richtigen Stelle

bzw. sind ausreichend lange Verlängerungskabel

vorhanden?

u Steht ein Moderationskoffer zur Verfügung

mit Kärtchen, Pin-Nägeln, Klebeband,

ausreichend (funktionierenden)

Stiften für alle Teilnehmer?

u Ist eine Pinnwand vorhanden, ist sie

stabil, haben Sie Packpapier, um die

Wand zu bespannen?

Die richtige Bestuhlung

Je nachdem, wie viele Teilnehmer an einer

Fortbildung teilnehmen und je nach

Thema und Schulungskonzept eignen sich

unterschiedliche Arten der Bestuhlung.

Theaterbestuhlung

Von einer Theaterbestuhlung spricht

man, wenn die Stühle für die Teilnehmer in

Reihen hintereinander aufgestellt werden.

Damit alle gut sehen können, sollten die

Stühle der unterschiedlichen Reihen „auf

Lücke“ stehen.

Diese Art der Bestuhlung eignet sich

für Vorträge, die „frontal“ gehalten werden.

Der Vorteil der Theaterbestuhlung

liegt in der Menge der Personen, die Sie

hier auf relativ geringer Fläche unterbringen

können. Ungeeignet ist diese Art der

Bestuhlung allerdings für Diskussionen

und für die Kommunikation zwischen den

Teilnehmern bzw. zwischen Referenten und

Teilnehmern und für Gruppenarbeiten. Ein

weiterer Nachteil dieser Bestuhlungsart ist,

Faustregel: Sie benötigen pro Teilnehmer an einer Fortbildung etwa zwei Quadratmeter

Fläche (hier das Beispiel Parlamentarische Bestuhlung)

dass die Teilnehmer keine Möglichkeit haben,

sich während der Fortbildung bzw. des

Vortrags Notizen zu machen.

Wenn in Ihrer Einrichtung lediglich ein

großer Saal mit Theaterbestuhlung für Fortbildungen

zur Verfügung steht, sollten Sie

nicht den Fehler machen und mit 15 Personen

die vorderen Reihen dieser Bestuhlung

belegen. Die Teilnehmer werden sich

in dem großen Saal verloren vorkommen.

Trennen Sie lieber einen Teil des Saals zum

Beispiel mit Raumteilern, Pinnwänden oder

großen Pflanzen optisch ab und wählen Sie

eine der nachfolgend beschriebenen Bestuhlungsarten.

Parlamentarische Bestuhlung

Diese Art der Bestuhlung werden Sie

sicher noch aus Ihrer Schulzeit kennen: Die

Teilnehmer sitzen in der Regel zu zweit an

Tischen, die in Reihen stehen und alle in

dieselbe Richtung ausgerichtet sind. Ihnen

gegenüber befindet sich der Tisch der Referentin.

Die Parlamentarische Bestuhlung eignet

sich für den Frontalunterricht, die Teilnehmer

können hier mitschreiben oder

schriftliche Aufgaben lösen. Der Platzbedarf

ist deutlich höher als bei der Theaterbestuhlung,

die Kommunikationsmöglichkeiten

sind aber ebenso eingeschränkt.

Gruppenarbeiten sind im Grunde genommen

nur dann möglich, wenn sich die Teilnehmer

der ersten Reihe mit ihren Stühlen

zu den Tischen der zweiten Reihe hin umdrehen

etc. Für Diskussionen eignet sich

diese Bestuhlungsart nicht, da sich die in

Reihen sitzenden Teilnehmer kaum sehen

können.

U-Form

Die ideale Bestuhlung für Seminare

und Schulungen, in denen viel kommuniziert

wird und gemeinsam etwas erarbeitet

werden soll, ist die U-Form mit Stühlen

und Tischen. Die Teilnehmer können sich

sehen und die Referentin kann alle Teilnehmer

gleichzeitig im Blick behalten, da

niemand durch seinen „Vordermann“ verdeckt

wird.

Der Referentin ermöglicht die U-Form

einen engen Kontakt mit den Teilnehmern,

sie kann sich bewegen und so immer wieder

auf einzelne Teilnehmer zugehen (zum

Beispiel, um sie darauf aufmerksam zu machen,

dass sie durch Nebengespräche stören).

Der Nachteil dieser Bestuhlungsart

ist der hohe Platzbedarf.

Bankettbestuhlung

Sitzt man gemeinsam in einem Stuhlkreis

oder um einen (im Idealfall runden)

Tisch, spricht man von einer Bankettbestuhlung.

Sie eignet sich für einen kleinen

Teilnehmerkreis (bis zirka zehn Personen),

für das gemeinsame Erarbeiten von Sachverhalten,

für Diskussionen, Projektarbeit

und Teamgespräche.

Ihre Stärke liegt in der Möglichkeit, gezielt

mit der gesamten Gruppe zu kommunizieren.

Ihre Schwäche liegt darin, dass

eine Projektion nicht möglich ist, da dabei

immer einige Teilnehmer schlecht sehen

können oder sich umdrehen müssen.

Die Welt der Medien

Um Seminarinhalte zu visualisieren,

stehen Ihnen verschiedenste Medien zur

Verfügung. Welche Sie nutzen, hängt von

den Schulungsthemen, Ihrer Technikbegeisterung,

von den Platzverhältnissen in

Ihrem Schulungsraum und natürlich vom

Budget ab.

Flipchart

Flipcharts gehören heute zur Grundausstattung

jedes Seminarraums. Sie se-

22 rhw management 9 · 2013


Dossier: Fortbildungen

hen aus wie ein überdimensionaler Notizblock

und funktionieren auch so: Während

des Seminars werden die aufgehängten

Flipchartblätter mit dicken Filzstiften beschrieben,

an der Perforation abgetrennt

und an eine Pinnwand gehängt (oder an

die Wand geklebt) oder einfach nach hinten

geblättert.

Viele Referentinnen bereiten Flipchartseiten

auch bereits vor dem Seminar

vor und hängen sie auf. Damit auch alles

passt, sind die Flipchartblöcke heute in

Größe und Lochung standardisiert.

Es gibt wandmontierte Flipchartständer

(sie haben den Nachteil, dass man sie

nicht zur Bearbeitung heranziehen kann),

Flipchartständer auf drei Beinen und solche

mit Rollen. Je nach Ausführung kostet

ein Ständer zwischen 70 und 150 Euro.

Enorme Preisunterschiede bestehen beim

Flipchartpapier: vom Billigangebot (fünf

Euro für einen Block mit 20 Blatt) bis zur

Deluxe-Ausführung (32 Euro für 20 Blatt)

ist alles möglich. Dabei spielt die Frage, ob

das Papier liniert, kariert oder einfach weiß

ist, keine Rolle, wohl aber die Papierstärke.

80 g/m 2 sollten es schon sein, sonst ist das

Papier zu dünn.

Sparen Sie nicht am falschen Ende: Billig-Flipchartpapier

ist häufig sehr dünn,

schlecht oder gar nicht perforiert und reißt

oder knittert schnell.

Metaplanwand

An Metaplan- oder Moderationswänden

können Sie Moderationskärtchen, Flipchartblätter,

Fotos oder Ähnliches anpinnen.

Sie sind in der Regel 150 × 120 cm

groß und insgesamt knapp zwei Meter

hoch. Es gibt sie – wie die Flipcharts – in

verschiedenen Ausführungen: Mit und

ohne Rollen, wandmontiert oder freistehend,

manchmal auch mit einer Metalloder

Kunststoffrückseite als Magnettafel

oder Whiteboard.

Bespannt mit Packpapier bieten Metaplanwände

eine große Visualisierungsfläche.

Die Seiten können entweder vorbereitet

zur Schulung mitgebracht werden

oder während des Seminars entstehen.

Moderationswände sind – je nach Ausführung

– für etwa 150 bis 500 Euro zu haben.

Verwenden Sie für das Anpinnen von

Kärtchen oder Plakaten an der Moderationswand

niemals herkömmliche Stecknadeln!

Sie sind zu lang, durchstechen die

Wand und können, wenn Sie die Rückseite

der Wand einsetzen, zu üblen Verletzungen

führen.

Auch Reißzwecken sind ungeeignet:

Sie nach Gebrauch zu entfernen, hat schon

so manchem manikürten Fingernagel den

Garaus gemacht.

Moderationskoffer

Ohne Moderationsmaterial nutzt die

beste Wand nichts. Dieses Material findet

Platz in einem Moderationskoffer. Nägelchen,

Moderationskarten in verschiedenen

Farben und Formen, dicke und dünne Filzschreiber,

Klebeband, Schere, Klebepunkte,

alles, was das Herz der Referentin begehrt,

ist hier zu finden.

Sie können Moderationskoffer komplett

mit Inhalt im Set kaufen oder die Inhaltsstücke

einzeln. Abzuraten ist von

selbstklebenden Kärtchen: Sie halten meist

nicht einen ganzen Tag durch, so dass dann

doch wieder die Pin-Nägelchen gefragt

sind. Auch Packpapier mit Klebeoberfläche

ist nicht jedermanns Sache, es fühlt sich

unangenehm an und ruiniert jeden Filzschreiber

auf Dauer.

Mit etwas Geschick kann man sich seinen

Moderationskoffer übrigens selbst

bauen. Im Baumarkt gibt es immer wieder

preisgünstige Alu- oder Kunststoff- Werkzeugkoffer,

die man zu diesem Zweck umfunktionieren

kann.

Overheadprojektor

Wer bei einer Schulung Folien einsetzen

möchte, braucht einen Overheadprojektor

(Tageslichtprojektor) und eine entsprechende

Projektionsfläche. Hierzu kann

eine Leinwand, aber auch eine glatte, weiße

Wand dienen.

Achten Sie beim Aufstellen des Overheadprojektors

auf folgende Maße:

u Abstand zwischen Fußboden und unterem

Bildrand: 90 bis 125 cm

u Mindestabstand zwischen Projektionsfläche

und Teilnehmer: Projektionsbreite

× 1,5

u

maximaler Abstand zwischen Projektionsfläche

und Teilnehmer: Projektionshöhe

× 6.

Wenn Sie Folien für einen Vortrag oder

eine Schulung selbst herstellen wollen,

können Sie diese entweder von Hand beschriften,

mit einem Tintenstrahl- oder Laserdrucker

ausdrucken oder kopieren.

Dabei ist es fundamental wichtig, dass

Sie die jeweils geeignete Folie verwenden!

Folien für Tintenstrahl-Drucker können

nicht mit wasserlöslichen Stiften von Hand

beschriftet werden, da sie beschichtet sind

und sich die Beschriftung mit der Hand

schnell wieder verwischt.

Die Tinte eines Tintenstrahldruckers

hält nicht auf einer Folie für Laserdrucker.

Folien für Tintenstrahldrucker sind

nicht hitzebeständig und können Ihnen den

Laserdrucker oder den Kopierer zerstören,

da sie beim Druck- oder Kopiervorgang

schmelzen und das Gerät innen verkleben.

Der große Vorteil von Präsentationsfolien

ist, dass Sie diese immer wieder zeigen

können – wenn Sie sie richtig „pflegen“.

Will heißen, wenn Sie sie nach jeder

Präsentation wieder in der richtigen Reihenfolge

ablegen (eine Nummerierung ist

hier hilfreich!) und jeweils ein Zwischenblatt

zwischen zwei Folien legen, damit sie

nicht zusammenkleben und der Druck beschädigt

wird.

Auch bei Overheadprojektoren sind

Preisunterschiede an der Tagesordnung:

Zwischen 160 und 450 Euro müssen Sie investieren,

eine Ersatzlampe kostet 15 bis

30 Euro.

Beamer

Wer immer wieder unterschiedliche Seminare

hält oder bestehende Seminarinhalte

auf den jeweiligen Teilnehmerkreis

anpassen möchte, ohne ständig neue Folien

auszudrucken, kommt um die Anschaffung

eines Beamers, der die im PC

oder Notebook erarbeitete Präsentation (in

der Regel erstellt mit Powerpoint) vergrößert

und an die Projektionswand wirft, nicht

herum.

Hier hat sich in den letzten zehn Jahren

viel verändert: Die Geräte werden immer

leistungsstärker, kostengünstiger und kleiner.

Festinstallierte Deckenbeamer gehören

in Schulungszentren und Tagungshäusern

heute zum Standard, ihre Nutzung

muss man als externer Veranstalter in der

Regel teuer bezahlen: 40 bis 100 Euro pro

Tag sind keine Seltenheit. Gegenüber einem

mobilen Tischgerät bieten sie den Vorteil,

dass niemand über das Kabel stolpern

kann, der Referentin mehr Platz für ihre Unterlagen

bleibt und sie nicht in den Beamerstrahl

schauen muss.

Beamer unterscheiden sich hauptsächlich

in ihrer Lichtstärke. Lichtschwache

Geräte machen eine Verdunkelung des

Schulungsraumes notwendig – mit allen

Nachteilen, die sich für Teilnehmer und Referentin

daraus ergeben.

Für einen Raum zwischen 20 und 60

Quadratmeter Größe benötigen Sie ein Gerät

mit einer Leuchtstärke von mindestens

2.500 ANSI-Lumen.

Neben reinen Präsentationen können

Sie über einen Beamer auch Filme oder

Übertragungen aus dem Internet zeigen

und außer einem Notebook auch noch andere

Geräte wie zum Beispiel Lautsprecher

anschließen. Doch Vorsicht! In dieser Flexibilität

liegt manchmal auch die Tücke!

Nicht bei allen Geräten ist automatisch eine

Kompatibilität gegeben. Ausprobieren ist

zwingend notwendig!

Für Schulungszwecke ausreichend lichtstarke

Beamer bekommen Sie mittlerweile

bereits ab 500 bis 600 Euro. Alles, was

billiger ist, ist meist zu schwach. Nach oben

hin sind den Preisen keine Grenzen gesetzt.

rhw management 9 · 2013 23


Berufsbildung

Ist die Beamerlampe kaputt, wird es

teuer: Je nach Typ kann eine Lampe 130 bis

300 Euro kosten.

Digitale Whiteboards

Ein digitales (oder interaktives) Whiteboard

ist eine elektronische Tafel, die an

einen PC angeschlossen werden kann und

diesen mit all seinen Funktionen für die

Teilnehmer sichtbar macht. Das Bild wird

in der Regel über einen Beamer projiziert.

Das Steuern des PCs erfolgt nun – im Gegensatz

zur „normalen“ Beamerprojektion

– nicht über den PC selbst, sondern über

die Tafel, und zwar, je nach Modell, per Fingerdruck

oder mit einem kabellosen Stift.

Die Vorgehensweise ähnelt der Arbeit mit

der Maus. Mit dem Stift oder dem Finger

kann auch auf das Whiteboard direkt geschrieben

werden.

Der Vorteil dieser Arbeitsweise besteht

darin, dass alles, was am interaktiven

Whiteboard erarbeitet wird, später ausgedruckt

und an die Teilnehmer verteilt werden

kann. So kann man beispielsweise Besprechungsergebnisse

festhalten und ohne

lästiges Protokollschreiben gleich an die

Besprechungsteilnehmer verteilen.

Auch ein Versand der Daten per E-Mail,

ein Speichern im PC oder eine Weiterverarbeitung

mit gängigen Softwareprodukten

(zum Beispiel Word, Excel) ist möglich.

Einige Hersteller bieten für den Fall des

Ausfalls der Software oder der Technik

(zum Beispiel bei einem Defekt der Beamerlampe)

die Möglichkeit, das White -

board als normale Schreibtafel zu verwenden.

Hierfür sind allerdings spezielle (herstellerbezogene)

Stifte erforderlich. Die Reinigung

des so genutzten Whiteboards ist

nicht ganz unproblematisch, es können Flecken

entstehen, die später, wenn die Technik

wieder funktioniert, die Beamerprojektion

stören.

Interaktive Whiteboards werden an der

Wand festinstalliert oder auf rollbaren Unterkonstruktionen

befestigt.

Die moderne Technik hat ihren Preis:

Ein „nacktes“ Board zur Wandmontage

kostet inklusive der Grund-Software, aber

ohne Zubehör, ohne Beamer und ohne

Montage rund 1.500 Euro.

Getränke und Verpflegung

Kaltgetränke, zumindest Mineralwasser,

gehören heute zum Standard bei jeder

Schulung. Auch Kaffee und Tee kommen

meist gut an. Solange sich Ihre Schulungen

zeitlich im Rahmen von einer halben

Stunde bis einer Stunde bewegen, ist dies

ausreichend.

Bei längeren Veranstaltungen sollten

Sie auch Kekse anbieten, gegebenenfalls

Natürlich ist bei einer Fortbildung die Technik

wichtig – doch auch das Essen (hier ein

vorbildliches Dessertbüffet im Kardinal

Wendel Haus München) spielt eine Rolle.

Nicht zuletzt deshalb wird das 16. rhw-Symposium

am 22.Mai 2014 wieder im Kardinal

Wendel Haus München stattfinden.

auch belegte Brötchen oder Obst. Sehen

Sie für Tagesseminare auch eine warme

Mittagsverpflegung vor. Der Schulungsraum

selbst ist ein denkbar schlechter

Raum für das gemeinsame Mittagessen.

Wer seinen Teller zwischen den Seminarunterlagen

und seinen Notizen balancieren

muss und den ganzen Tag im selben

Raum sitzt, wird spätestens am frühen

Nachmittag mit der Konzentration zu kämpfen

haben. Am besten ist es, wenn die

Gruppe gemeinsam zu Mittag essen kann,

eventuell in einem gesonderten Raum oder

an einem gesonderten Tisch im Hausrestaurant.

Sparen Sie nicht an Getränken und Verpflegung,

denn daran werden Ihre Mitarbeiter

die Wertschätzung, die Sie ihnen entgegenbringen,

messen.

Zeitplanung beachten

In den vorliegenden Schulungsunterlagen

finden Sie auf dem Deckblatt jeweils

einen Hinweis zum voraussichtlichen Zeitbedarf

für die Schulung. Diese Zeiten beziehen

sich auf die Schulung selbst.

Achten Sie darauf, dass Sie selbst stets

mindestens eine Viertelstunde, bevor die

Veranstaltung beginnt, vor Ort mit allen

Vorbereitungen fertig sind.

Die Zeit unmittelbar vor einer Schulung

versuchen viele Mitarbeiter dafür zu nutzen,

Dienstplanänderungen, Urlaubsplanungen

oder sonstige „unaufschiebbare“

Probleme mit Ihnen zu besprechen. Sind

Sie dann noch nicht mit Ihren Vorbereitungen

fertig, kann es schnell passieren, dass

man hektisch wird und entweder den Mitarbeiter

barscher als notwendig „abserviert“

oder ein Detail vergisst und nachher

in der Schulung „dumm dasteht“ oder

nicht pünktlich beginnen kann.

Dasselbe gilt für die Viertelstunde nach

der Schulung – legen Sie sich also Ihre Folgetermine

nicht zu knapp!

Kalkulieren Sie für eine einstündige

Schulung oder Belehrung eine Viertelstunde

als Puffer ein. Sie können nicht immer

damit rechnen, dass alle Teilnehmer

pünktlich zur Schulung kommen und von

Anfang an konzentriert bei der Sache sind.

Oft müssen die Mitarbeiter ein bisschen

„warmlaufen“, bevor sie vollständig aufnahmefähig

sind. Es wäre doch schade,

wenn dies dazu führte, dass Sie wegen dieser

anfänglichen Verzögerungen anschließend

durch das Programm hetzen müssen,

um pünktlich fertig zu sein.

Nach der Schulung ist

vor der Schulung

u

Um den Erfolg einer Schulung, Belehrung

oder Unterweisung zu sichern, sollten

Sie nach der Durchführung mit dem

Mitarbeiter gemeinsam eine Bewertung

vornehmen.

Schauen Sie sich dazu insbesondere

folgende Punkte an:

u War das Thema für den Arbeitsalltag

der Teilnehmer relevant oder handelte

es sich um eine Zusatzinformation?

u Waren die Seminarunterlagen verständlich?

Sind noch weitere Informationen,

die nicht im Handout enthalten

sind, notwendig?

u Lassen sich die Inhalte der Schulung

im betrieblichen Alltag umsetzen?

u Hat der Mitarbeiter die Möglichkeit, seine

Erfahrungen mit Kolleginnen und

Kollegen auszutauschen?

u War der zeitliche Umfang der Schulung

angemessen?

u Hat die Schulung die Erwartungen der

Teilnehmer erfüllt?

u Haben die Teilnehmer die Schulungsinhalte

verstanden?

Können sie diese in ihrem Alltag sofort

umsetzen oder benötigen sie noch

„Übungszeit“?

Protokollieren Sie die Ergebnisse und

nutzen Sie sie für die weitere Mitarbeiterförderung,

denn nicht nach jedem Seminar

ist der sofortige Nutzen fassbar, und der

Mitarbeiter benötigt selbstverständlich

Zeit, das Erlernte anzuwenden.

u Carola Reiner

www.ccr-unternehmensberatung.de

24 rhw management 9 · 2013


Nächsten Monat ist es soweit!

West

Süd

11. Oktober 2013 Haus der Technik Essen (direkt am Hbf)

11. rhw-Hygieneforum

25. Oktober 2013 GENO-Haus Stuttgart (nähe Hbf)

9.00 Uhr

Einlass, Besuch der Aussteller

9.50 Uhr

Begrüßung

Robert Baumann, rhw-Chefredakteur, Moderation

10.00 Uhr

Risikoanalyse und betriebliche Eigenkontrolle in Küchen

– wirklich an alles gedacht?

Prof. Dr. med. vet. habil. Ulrike Kleiner, Professorin für Haushaltshygiene,

Hochschule Anhalt (FH), Standort Bernburg

11.00 Uhr

Fehlerquellen bei der Anwendung von Desinfektions- und

Reinigungsmitteln

Dr. Birgit Ross, Universitätsklinikum Essen, Krankenhaushygiene

(Referentin in Essen)

Stephanie-Anna Hüper, Stephanie Stöckle GmbH, Trainerin

für Reinigungs- und Hygienetechnik, Heidenheim (Referentin

in Stuttgart)

13.10 Uhr

Selbstbestimmung der Bewohner versus Hygienekonzept

im Heim – inklusive Haftungsrecht

Dr. med. vet. Dieter Bödeker, Veterinärmediziner und

Hygieneberater, Wedemark

14.00 Uhr

Die neue Wäscheleitlinie 2013 – wie verbindlich ist sie

für meine Einrichtung?

Dr. Inge Maier-Ruppert, Fortbildung und Beratung sozialer

Einrichtungen, Lappersdorf, Mitautorin der Leitlinie

15.30 Uhr

Expertensprechstunde – Ihre Fragen an die Referenten

16.00 Uhr

Ursächliche Geruchsbeseitigung bei Oberflächen und

Textilien

Dipl.-oec.troph. (FH) Sascha Kühnau, EOQ Quality Systems

Auditor, Journalist und Koch für alle Fälle

17.00 Uhr

Ende der Veranstaltung

Foto links: de.academic.ru / Foto rechts: Stuttgart Marketing GmbH

Die Referenten (v.l.n.r.):

Ulrike Kleiner, Birgit

Ross, Stephanie-Anna

Hüper, Dieter Bödeker,

Inge Maier-Ruppert,

Sascha Kühnau

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.rhw-hygieneforum.de


ANMELDEFAX AN (0 89) 31 89 05 38

JA, ich/wir melde/n mich/uns zum 11. rhw-Hygieneforum an:

H

Freitag, 11. 10. 2013 in Essen

H

Freitag, 25. 10. 2013 in Stuttgart

___________________________________________________________________________________

Einrichtung / Firma (NUR WENN RECHNUNGSADRESSE)

___________________________________________________________________________________

rhw-Abonummer/Mitgliedsnummer

NUTZEN SIE

UNSEREN FRÜH-

BUCHERRABATT!

___________________________________________________________________________________

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E-Mail

Rechnungsadresse:

___________________________________________________________________________________

Straße

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PLZ/Ort

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Telefon/Fax

TEILNAHMEGEBÜHR/

FRÜHBUCHERRABATT:

109,– Euro Vorzugspreis für Abonnenten

von rhw / rhw praxis oder Mitglieder

im Berufsverband Hauswirtschaft

(98,10 Euro bei Anmeldung

bis 13. September 2013)

129,– Euro für Sonstige

(116,10 Euro bei Anmeldung

bis 13. September 2013)

Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt.;

inkl. Tagungsverpflegung

___________________________________________________________________________________

Datum/Unterschrift

Mit meiner Unterschrift erkenne ich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB, siehe rechts) für

diese Veranstaltung an.

H Ich benötige Hotelempfehlungen.

Eine ausführliche Wegbeschreibung erhalte ich nach der Anmeldung.

Rahmenprogramm Essen

H Ich möchte am Besuch der Christo-Ausstellung am 10. Oktober 2013 ab 16.45

Uhr in Oberhausen teilnehmen (Näheres siehe www.rhw-hygieneforum.de).

Eintritt ca. 6,– Euro.

H Ich möchte am 10. Oktober ab 18.30 Uhr beim Get-together im „Brauhaus

Zeche Jacobi“ am CENTRO Oberhausen teilnehmen (Selbstzahler)

Rahmenprogramm Stuttgart

H Ich möchte am 24. Oktober 2013 ab 19.00 Uhr beim Get-together im Restaurant

„Marktstüble“ teilnehmen (Selbstzahler).

Aussteller (Stand August 2013):

AGB FÜR DIESEN ANLASS:

Anmeldungen können nur schriftlich (Post, Fax,

E-Mail) erfolgen und werden vom Veranstalter bestätigt.

Rechtzeitig vor der Veranstaltung erhalten

Sie die Rechnung, die per Überweisung zu zahlen

ist. Die Barzahlung am Tag der Veranstaltung ist

nicht möglich.

Stornierungen müssen schriftlich erfolgen und

werden vom Veranstalter bestätigt. Bei Stornierungen,

die bis 27. 09. 2013 (für Stuttgart: 11. 10.

2013) eingehen, wird eine Bearbeitungsgebühr von

25,– Euro zzgl. MwSt. erhoben. Für Stornierungen,

die nach dem 27. 09. 2013 (für Stuttgart: 11. 10.

2013) eingehen, werden 50% der Teilnahmegebühren

berechnet. Wenn Sie ohne vorherige Stornierung

nicht teilnehmen oder nach dem 04. 10.

2013 (für Stuttgart: 18. 10. 2013) stornieren, wird

die volle Teilnahmegebühr berechnet. Sie können

jedoch jederzeit eine Ersatzperson schicken.

Der Veranstalter behält sich das Recht vor, die Veranstaltungen

aus dringenden Gründen abzusagen.

Veranstalter/Anschrift

Verlag Neuer Merkur GmbH, vnm-Akademie,

Paul-Gerhardt-Allee 46, 81245 München,

Tel.: (0 89) 31 89 05-54.

E-Mail: akademie@vnmonline.de


Report

Fachpraktikerin für

Hauswirtschaft

„Wir haben mit ihr zusammen probiert, wo wir Alexandra bei uns einsetzen

können“, erklärt die Ergotherapeutin Laura Hackenbroich (rechts) im Gespräch

mit Alexandra J. (Mitte) und Bettina Kopp, Fachgruppenleiterin der

Ausbildung Gastronomie und Hauswirtschaft im Annastift

Fotos: Annastift Berufsbildungswerk

Alexandra, Julia und Juliane sind drei junge Frauen. Ihre Gemeinsamkeiten:

Sie gehören zum ersten Jahrgang der neuen

Ausbildung „Fachpraktikerin für Hauswirtschaft“ (früher Hauswirtschaftshelfer/in)

und sie haben eine Behinderung. Deshalb

haben sie sich für eine Ausbildung im Annastift Berufsbildungswerk

in Hannover entschieden.

Manchmal sieht man einen Essenswagen

auf sich zukommen und

weiß gar nicht so recht, wodurch er

sich bewegt. Denn er rollt normalerweise

nicht automatisch durch die Etagen des Seniorenzentrums

Am Herzberg in Peine. Doch

dann hört man eine Stimme, die „Achtung,

bitte“ ruft, und kurz darauf taucht Alexandra

J. hinter dem Gefährt auf. Die junge Frau

teilt das Mittagessen für die Bewohner aus,

und sie macht sich akustisch bemerkbar,

weil man sie mit ihren 1,33 Meter Körpergröße

hinter dem Wagen eben nicht sieht.

„Oft laufe ich auch rückwärts, dann ziehe

ich ihn“, erläutert die 21-Jährige. Sie macht

im Annastift Berufsbildungswerk in Hannover

eine Ausbildung zur Fachpraktikerin für

Hauswirtschaft. Als Partnerbetrieb für das

dritte Ausbildungsjahr suchte sie sich das

Seniorenzentrum aus.

Voller Einsatz – auch mit Handicap

„Wir haben mit ihr zusammen probiert,

wo wir sie bei uns einsetzen können“, erklärt

die Ergotherapeutin Laura Hackenbroich.

„Die Arbeit in der Küche kam wegen

der Höhe der Kochstellen nicht in Frage.

Aber die Essensausgabe schon. Das klappt

prima. Auch meine Arbeit unterstützt sie so

fantastisch, als hätte sie schon ausgelernt.“

Sie hilft nämlich beim Ausdauer-, Kraft- und

Koordinationstraining ebenso wie beim Bingo

und bei Sing- und Tanzspielen. Ein besonders

wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit

ist auch, dass sie mit den Bewohnern redet –

ganz alltägliche Gespräche. Wie geht es jemandem

heute, hat er Sorgen, oder braucht

er etwas? Dabei hat sie eindeutig einen Enkelbonus,

meint Laura Hackenbroich. Die

älteren Leute mögen sie und öffnen ihr ihr

Herz, und oft gelingt es ihr, sie zu Aktivitäten

zu animieren. Auch dabei zeigt Alexandra

Enthusiasmus und eine Menge Begabung.

Viele müssen für den Spiele-Nachmittag

nicht nur überzeugt, sondern auch

dorthin begleitet werden. „Na, probieren

Sie es doch mal, es wird Ihnen guttun“, redet

Alexandra ihnen zu. Sie muss natürlich

die Prinzipien bedenken, die die Ergotherapeutin

ihr mit auf den Weg gegeben hat:

Selbstständigkeit und Unterstützung beim

Gehen sind Priorität. Erst wenn das nicht

mehr klappt, hat der Rollstuhl seinen Einsatz.

Alexandra entpuppt sich oft als klei-

rhw management 9 · 2013 27


Report

Fachpraktiker/in

für Hauswirtschaft

Dieses Berufsbild gibt es seit 2010.

Es ging aus der Hauswirtschaftshelferin

hervor, hat aber höhere Ansprüche,

vor allem beim Rechnen, bei den

Prüfungsinhalten und bei den Anforderungen

in der Praxis. So müssen die

Auszubildenden sich im dritten Ausbildungsjahr

auf Fachgebiete spezialisieren,

in denen sie auch geprüft

werden. Das können Verpflegung und

Service, Hausreinigung und Service

oder Wäsche und Service sein. Die

Prüfungen finden im Betrieb statt.

Beispiel Paracelsus Klinik in Langenhagen bei Hannover: Sonja Vierks, Hauswirtschaftsleitung

(Mitte) hatte zunächst für ihre Schützlinge Juliane K. (links) und Julia S. (rechts)

Schnupperwochen in der Küche und in der Hauswirtschaft vereinbart

nes Energiebündel und hat schon gelernt,

auch mal einen Gang zurückzuschalten.

Aber fest steht: Verpflegung und Service –

das ist ihr Ding.

Zusammenarbeit zwischen

Berufsbildungswerk und Betrieb

„Alexandra war von Anfang an eine unserer

guten Auszubildenden“, lobt Bettina

Kopp, Fachgruppenleiterin der Ausbildung

Gastronomie und Hauswirtschaft im Annastift,

„deshalb war sie im zweiten Ausbildungsjahr

in unserer Außenstelle Café Clara

in einem Altenheim mitten in Hannover

eingesetzt. Die Torten hat sie übrigens auf

einer extra niedrigen Arbeitsplatte gefertigt.“

Auch zeichnete sie sich hier bereits

Alexandra präsentiert Torten, die sie auf

einer extra niedrigen Arbeitsplatte gefertigt

hat

durch ihre unkomplizierte Kommunikation

mit älteren Menschen aus. Dabei musste sie

einen schweren Schicksalsschlag verkraften.

Kurz vor ihrer Zwischenprüfung verstarb

ihre Mutter. Trotzdem legte sie mit einer

„Zwei“ die beste Note in ihrer Ausbildungsgruppe

hin. „Ich bin eine Kämpfernatur“,

sagt die 21-Jährige von sich selbst,

und ich sehe auch das Positive im Leben“.

Dabei hilft ihr Humor. „Im Freizeitpark bin

ich sogar mal als Kind durchgekommen, keiner

wollte einen Ausweis sehen“, berichtet

sie augenzwinkernd. Natürlich gehört zur

Kooperation, dass Bettina Kopp und Laura

Hackenbroich sich oft austauschen, so dass

Alex, wie sie gern genannt wird, optimal gefördert

wird. Vor allem aber ist sie im Seniorenheim

„Am Herzberg“ nicht das kleinwüchsige

Mädchen mit Behinderung, sondern

eine sehr gute Auszubildende und zukünftige

Fachkraft, der Respekt und Akzeptanz

entgegengebracht wird. Eine echte Integration!

Reinigung macht Spaß

Ebenso gut läuft es auch in der Paracelsus

Klinik in Langenhagen bei Hannover.

Hier hatte Bettina Kopp mit Sonja Vierks,

Hauswirtschaftsleitung, zunächst für ihre

Schützlinge Juliane K. und Julia S. Schnupperwochen

in der Küche und in der Hauswirtschaft

vereinbart. Beide zeigten schnell

ihre Vorliebe für die Aufgabengebiete Reinigung

und Service. So war klar, dass sie ihr

fachpraktisches drittes Ausbildungsjahr unter

der Anleitung von Sonja Vierks absolvieren.

Und das sieht normalerweise so aus:

Morgens reinigen sie die Eingangshalle mit

den Besuchertoiletten. Hier kann die 21-Jährige

Juliane, die eine Lernbehinderung hat,

schon zur Höchstform auflaufen, denn sie

liebt die Bohnermaschine. Danach folgt die

Reinigung der Büroräume in den Verwaltungsgängen.

Staubsaugen, Müll entsorgen,

Reinigung der Waschbecken und Geschirr

wegräumen sind die Aufgaben. Die

großen Müllsäcke transportieren sie mit

dem Aufzug. Doch Vorsicht! Hier gibt es Regeln.

Die Patienten haben immer Vorrang,

im Zweifel muss der Müll auf seine Entsorgung

warten. Auch Zwischenfälle haben Vorrang.

Wenn auf einer Station mal eben eine

schnelle Reinigung gefordert ist, wird die

tägliche Routinearbeit unterbrochen.

Umgang mit Menschen

und Maschinen

Einmal in der Woche ist Wäschetag. „Da

bewegen wir 500 kg Wäsche“, erläutert Julia.

Wobei das nicht heißt, dass die 23-Jährige

sie waschen muss. Das erledigt ein Serviceunternehmen;

doch die Wäschestücke

müssen entgegengenommen, sortiert und

verteilt werden. Damit auch der Umgang mit

der Waschmaschine in der Ausbildung nicht

zu kurz kommt, sorgen Juliane und Julia von

Zeit zu Zeit für frisch gewaschene Gardinen.

Was gefällt ihnen eigentlich bei ihrer Tätigkeit?

„Man ist hier richtig im Arbeitsleben

mit dabei und selbst für etwas verantwortlich,

zum Beispiel für die Reinigung von Zimmern“,

freut sich Julia. „Eine gute Arbeitsatmosphäre

und abwechslungsreich“, ergänzt

Juliane.

Worin die Abwechslung besteht, erläutert

die Hauswirtschaftsleiterin. Da gibt es

zunächst die große Dekoration in der Empfangshalle,

die von der Abteilung Hauswirtschaft

betreut wird und oft wechselt.

„Aber in einem Krankenhaus gibt es noch

ganz andere Dinge, nämlich den Umgang

mit sterbenden Menschen. Natürlich müssen

wir deren Zimmer auch reinigen.“ Das

ist noch nicht alles. Juliane hat auch schon

28 rhw management 9 · 2013


Das Fachmagazin für Führungs-

in der Hauswirtschaft

rhw

rationelle hauswirtschaft

kräfte

management

Impressum

Report

Herausgeberin: Beatrix Bierschenck

Redaktionsdirektorin: Dr. Angelika Schaller

Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich),

Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonline.de

Redaktion: Dorothea Kammerer,

Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonline.de,

E-Mail: rhw.redaktion@vnmonline.de, Internet: www.rhw-management.de

Redaktionsbeirat:

Ursula Bolhuis, Martina Feulner, Prof. Elke Huth, Dr. Renate Kappel,

M. Christine Klöber, Sascha Kühnau, Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser,

Elke Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Margarete Sobotka,

Prof. Dr. Margot Steinel, Ute Krützmann

Layout: Joachim Ullmer

Anzeigen:

Verlags-, Vertriebs- und Anzeigenleitung:

Elke Zimmermann, E-Mail: elke.zimmermann@vnmonline.de

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Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 33 a vom 1. Oktober 2012

Marketingleitung: Burkhard P. Bierschenck

ABONNENTEN- UND KUNDENSERVICE:

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rhw management erscheint monatlich.

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einer entsprechenden Bescheinigung 48,00 Euro/96,00 SFr.

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Die Euro-Preise beinhalten die Versandkosten für Deutschland und Österreich,

die SFr-Preise die Versandkosten für die Schweiz. Bei Versand ins übrige Ausland

werden die Porto-Mehrkosten berechnet.

Die Abo dauer beträgt ein Jahr. Das Abo verlängert sich automatisch um ein weiteres

Jahr, wenn es nicht zwei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird.

Rabatte für Sammelabonnements auf Anfrage.

SCHULEN, KLASSEN, LEHRER:

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(Zugleich Anschrift aller Verantwort lichen)

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HypoVereinsbank München 27 38 775, (BLZ 700 202 70)

Gerichtsstand: München

Juliane K. (rechts) und Julia S. zeigten schnell ihre Vorliebe für die

Aufgabengebiete Reinigung und Service, aber auch für Dekorationen

die Leichenhalle gesäubert. Aus Pietätsgründen waren die Kühlfächer

in dieser Zeit leer. Dann sind da noch die Operationssäle, die beide Auszubildende

kennengelernt haben. Eine gründliche und sorgfältige Reinigung

ist oberstes Gebot, aber wegen der vielen Ecken und Kanten

nicht so einfach. Diese halten aber die beiden jungen Frauen nicht vom

pflichtbewussten Vorgehen ab.

Teil des Dienstplans

„Sie sind einfach eine Riesenhilfe“, betont Sonja Vierks, „ich kann

sie allein losschicken und mich auf sie verlassen“. Daher stehen sie

auch ganz regulär im Dienstplan und haben an jedem zweiten Wochenende

Dienst. „Es werden auch komplexe Arbeitsgänge erlernt“,

erläutert Bettina Kopp, „zum Beispiel Grundreinigung eines PVC-Bodens

und Unterhaltsreinigung eines Apartments“. Darüber hinaus haben

die beiden schon eine Menge Wissen über korrekte hauswirtschaftliche

Vorgehensweisen im Kopf. Denn auf die Frage, wie man ein

Fenster korrekt behandelt, erläutert Julia wie aus der Pistole geschossen

die einzelnen Schritte von erstens „Arbeitsmittel bereitstellen“ bis

viertens „Glas reinigen“. Perfekt ist also auch bei dieser Kooperation

nicht nur die Zusammenarbeit, sondern auch der Lerneffekt! t RED

Das Annastift Berufsbildungswerk

Das Annastift Berufsbildungswerk in Hannover bietet Erstausbildungen

für junge Menschen mit Behinderung an. Das können Körper-,

Lern-, psychische und Mehrfachbehinderungen sein. 38 Berufe

werden aktuell ausgebildet. Im Bereich Hauswirtschaft und

Gastronomie sind das: Fachpraktiker/in Küche, Fachkraft im Gastgewerbe,

Fachpraktiker/in Hauswirtschaft und Hauswirtschafter/in.

Die Ausbildung im Annastift ist außerbetrieblich. Deshalb

legt die Leitung großen Wert auf die Kooperation mit Betrieben.

Aus diesem Grund sind Auszubildende in der „Verzahnten Ausbildung

mit Betrieben“ bis zu einem Jahr in einem Unternehmen

und lernen so an drei Tagen pro Woche unmittelbar und direkt die

betriebliche Praxis kennen. An einem Tag haben sie Berufsschule

und einen Tag sind sie grundsätzlich im Berufsbildungswerk.

Denn sie nehmen weiterhin an allen unterstützenden Maßnahmen

des Berufsbildungswerks teil, zum Beispiel Förderunterricht,

psychologische und ärztliche Betreuung sowie sozialpädagogische

Förderung. Im Fall der Fachpraktiker für Hauswirtschaft erfolgt

die Verzahnung im dritten Ausbildungsjahr. Weitere Informationen

unter www.annastift-berufsbildungswerk.de.

rhw management 9 · 2013 29


Management

Der geheime Code

der Zeugnissprache

… stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“ – Erscheint ein Arbeitszeugnis

auf den ersten Blick gut bis sehr gut, kann ein

freundlich klingendes Lob jedoch genau das Gegenteil bedeuten.

Der Grund: Negatives wird in Arbeitszeugnissen nicht offen

genannt, sondern meist geschickt in positive Worte verpackt.

Hier hilft unser normales Sprachverständnis nicht weiter. Teil 1

unseres Beitrages zeigt anhand von Beispielen die gängigen

Formulierungen und Regeln der Zeugnissprache auf. So können

Sie Arbeitszeugnisse richtig beurteilen, aber auch beim Ausstellen

eines Zeugnisses sprachliche Fehler vermeiden.

Häufig wird in punkto Zeugnissprache

sogar von einem Geheimcode gesprochen.

Natürlich ist diese im eigentlichen

Sinne nicht geheim, aber sie hat

ihre Tücken. So sind Jahr für Jahr Streitigkeiten

um Arbeitszeugnisse, vor allem um

darin enthaltene Formulierungen, Anlass für

Tausende von Gerichtsverfahren.

Das Erstellen, aber auch das Deuten von

Arbeitszeugnissen ist ein Thema, das bei Arbeitgebern

wie Arbeitnehmern für Verunsicherung

sorgt. Dabei hat dies – je nachdem,

ob aus Arbeitgeber- oder Arbeitnehmersicht

betrachtet – ganz unterschiedliche Bedeutung.

Visitenkarte und Türöffner

Für den Arbeitnehmer ist das Zeugnis

berufliche Standortbestimmung in Bezug

auf Art und Dauer der bisher ausgeübten

Tätigkeiten. Gleichzeitig gibt es Auskunft

darüber, wie Leistung und Verhalten vom

bisherigen Arbeitgeber bewertet und wertgeschätzt

wurden. So kommt ein Arbeitszeugnis

einer Visitenkarte oder einem Türöffner

gleich, wenn es um die Bewerbung

um einen neuen Arbeitsplatz geht. Das Arbeitszeugnis

ist also ein wichtiges Dokument

für das berufliche Weiterkommen. Besonders

dann, wenn mehrere Bewerbungen

vorliegen, steigen mit einem guten, überzeugenden

Arbeitszeugnis die Chancen, in

der ersten Runde im Bewerbungsverfahren

zu punkten und zum Vorstellungsgespräch

eingeladen zu werden.

Der erste Eindruck zählt

Für einen potenziellen neuen Arbeitgeber

wiederum ist das Arbeitszeugnis eine

wichtige Informationsquelle. Schließlich

kennt er den Bewerber nicht, muss sich aber

dennoch schnell und so genau wie möglich

ein Bild von diesem machen, ob er als neuer

Mitarbeiter infrage kommen könnte oder

nicht.

Wer sich in der Zeugnissprache auskennt,

wird rasch erkennen, was frühere

Chefs von dem Bewerber tatsächlich halten

– zum Beispiel anhand von schmeichelhaft

klingenden Umschreibungen, besonderer

Betonung von Selbstverständlichkeiten

oder auch einfach durch Weglassen

von wichtigen Zeugnispassagen.

Das Arbeitszeugnis ist somit ein Dokument,

mit dem ein Arbeitgeber durch eine

entsprechend positive Beurteilung das weitere

berufliche Fortkommen eines bewährten

Mitarbeiters enorm unterstützen kann.

Ebenso gut kann er aber auch mit diskret

verpackten Hinweisen einen potenziellen

neuen Arbeitgeber vor möglichen „Mängeln“

und Schwächen warnen.

Auf das „Wie“ kommt es an!

Nicht jede gut klingende Formulierung

ist auch so gemeint. Im Arbeitszeugnis

kommt es daher sehr darauf an, wie eine

Beurteilung ausgedrückt wird. Das hat zur

Folge, dass viele Formulierungen, die wir in

unserer Alltagssprache als absolut positiv

einschätzen würden, in der Sprache der Arbeitszeugnisse

ein absolutes „No-Go“ sein

können. Wer denkt schon zum Beispiel,

dass die Bewertung „Frau X erledigte ihre

Aufgaben im Allgemeinen sorgfältig und genau“

gerade einmal der Note 5 (= mangelhaft)

entspricht? Erst mit dem Wortlaut wie

„Sie erledigte ihre Aufgaben stets selbstständig

mit äußerster Sorgfalt und größter

Genauigkeit“ wird bescheinigt, dass die Arbeitsweise

von Frau X sehr gut war und die

Note 1 verdient.

Schon dieses Beispiel zeigt, dass bei

Fehlern in der Wortwahl oder in Formulierungen

– wenn auch unbeabsichtigt – eine

als positiv gedachte Beurteilung einem Arbeitnehmer

zum Nachteil ausgelegt werden

kann. So führen Unkenntnis in der

Zeugnissprache bei Arbeitszeugnissen unter

Umständen zu eklatanten Missverständnissen

und Fehleinschätzungen, die

dann mehr schaden als nützen.

Verpflichtet zu „Wahrheit“

und „Wohlwollen“

Aber warum wird Nachteiliges mit

scheinbar schmeichelnden Formulierungen

umschrieben? Der Grund liegt in der Rechtsprechung:

Arbeitszeugnisse müssen

„wahr“ und „wohlwollend“ sein! Zum einen

muss der Inhalt natürlich zutreffend

sein, zum anderen darf ein Zeugnis einem

Arbeitnehmer sein weiteres berufliches

Fortkommen aber nicht auf unnötige Weise

erschweren. Danach soll, wie es im Juristendeutsch

heißt, ein Arbeitszeugnis vom

verständigen Wohlwollen für den Arbeitnehmer

getragen sein. Oberste Pflicht jedoch

ist, sich an die Wahrheit zu halten. Ein

Zeugnis muss ein wahrheitsgemäßes und

vollständiges Bild über die bisherige Tätigkeit

vermitteln und alle dafür wichtigen Tatsachen

und Beurteilungen enthalten. Auch

Nachteiliges muss mit aufgeführt werden.

Vorausgesetzt, dies ist für die Gesamtbeurteilung

von Bedeutung. Wird etwa aus

Kulanz ein unrichtiges Zeugnis ausgestellt,

kann der bisherige Arbeitgeber im Fall des

Falles sogar Schadensersatzansprüche riskieren.

Im Zweifelsfall hat die Wahrheit zwar

immer Vorrang, doch aus der Wahrheits-

Foto: klickerminth/Fotolia.com

30 rhw management 9 · 2013


Management

pflicht einerseits und der Wohlwollenspflicht

andererseits ergibt sich ein Widerspruch.

Dieser hat dazu geführt, dass in Arbeitszeugnissen

in der Regel nur noch positiv

formuliert wird, selbst wenn es um Negatives

geht. Entsprechend müssen dann

aber die wirklich positiven Leistungen betont

gelobt werden, damit diese als solche

auch zu erkennen sind.

Wichtige Zeugnis-Techniken

Die Leistungs- und Verhaltensnote

Die Leistungsbeurteilung, wobei Fachkenntnisse, Engagement, Motivation, Belastbarkeit,

Organisationstalent, Zuverlässigkeit, Auffassungsgabe, Arbeitsergebnisse

und eine ganze Reihe weiterer positiver Eigenschaften bewertet werden, mündet in

eine Gesamt-Leistungsnote. Dafür hat sich eine feste, allgemeingültige Notenskala

eingebürgert, mit der die Zufriedenheit mit der Leistung zum Ausdruck gebracht

wird. Die Formulierungen könnten zum Beispiel folgenden Wortlaut haben.

Er/Sie erledigte alle seine/ihre Aufgaben …

t … stets zu unserer vollsten Zufriedenheit (= sehr gut, Note 1)

t … stets zu unserer vollen Zufriedenheit (= gut, Note 2)

t … zu unserer vollen Zufriedenheit (= befriedigend, Note 3)

t … zu unserer Zufriedenheit ( = ausreichend, Note 4)

t … im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit (= mangelhaft, Note 5)

Neben dem Wörtchen „stets“ sind auch Zusätze, wie „immer“, „jederzeit“ oder „in

jeder Hinsicht“ ein sicheres Indiz für eine gute Beurteilung.

Neben einer Note für die Arbeitsleistung gibt es auch eine Note für das Verhalten

gegenüber allen wichtigen Personengruppen, mit denen der Arbeitnehmer zu tun

hatte.

Mehr davon unter www.rhw-management.de auf der Startseite.

Es hat sich also eine Art geheime Zeugnissprache

entwickelt, um eine wahrheitsgetreue,

aber zugleich wohlwollende Beurteilung

abzugeben. Um Unzulänglichkeiten

zum Ausdruck zu bringen, können Zeugnisaussteller

zu ganz unterschiedlichen Stilmitteln

greifen, wie folgende Beispiele zeigen:

Einer Abwertung gleich kommt eine Anhäufung

von Passivformulierungen, wie

zum Beispiel „Er/Sie wurde eingesetzt/beschäftigt/angewiesen“,

„Ihm/ Ihr wurde

übertragen“, „Er/ Sie hatte … zu erledigen“.

Besser sind deshalb immer Aktivformulierungen

wie „Er war tätig/verantwortlich für“

oder „ Sie beschäftigte sich/erledigte …“

usw.

Sehr gern bedienen sich Zeugnisersteller

der Technik des „beredten Schweigens“.

Hierbei werden übliche Bestandteile

von Formulierungen oder auch des Zeugnisses

einfach weggelassen. Steht anstelle

der gängigen Formulierung „Sein/Ihr Verhalten

zu Vorgesetzten und Kollegen war

stets vorbildlich“ nur geschrieben „Sein/Ihr

Verhalten zu Kollegen war stets vorbildlich“

deutet das Nichterwähnen des Vorgesetzten

auf Probleme mit der Chefin bzw. dem

Chef hin.

Verlässt ein Mitarbeiter ein Unternehmen/Einrichtung

„auf eigenen Wunsch“

ohne Angabe von Gründen, weckt das den

Verdacht, er sei lediglich einer Kündigung

zuvor gekommen. Fehlen in einem Zeugnis

in der Schlussformel Worte des Dankes und

Bedauerns sowie gute Wünsche für die Zukunft,

stellt dies eine vorherige gute Beurteilung

wieder in Frage. Alles „im grünen Bereich“

ist dagegen zum Beispiel bei dem

Wortlaut: „Frau X verlässt uns auf eigenen

Wunsch, um sich selbstständig zu machen.

Wir bedauern ihr Ausscheiden außerordentlich

und danken ihr für die stets sehr

gute Zusammenarbeit. Wir wünschen Frau X

für ihre berufliche und private Zukunft alles

Gute und weiterhin viel Erfolg.“

Ein Ausdruck der Bewertung kann auch

die Umstellung in der üblichen Reihenfolge

sein. So bescheinigt ein sehr gutes Verhalten

die Formulierung „Sein Verhalten zu

Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei“.

Nur noch befriedigend dagegen

ist das Verhalten beim Wortlaut „Sein Verhalten

gegenüber Kollegen und Vorgesetzten

war einwandfrei.“ Die Nennung der Vorgesetzten

an der zweiten Stelle ist ein Indiz

dafür, dass sich der Arbeitnehmer mit

seinen Kollegen besser verstanden hat.

Grundsätzlich wird im Arbeitszeugnis

stets das Wichtige zuerst genannt. Wird diese

Reihenfolge bei der Aufgabenbeschreibung

umgekehrt und sind die weniger wichtigen

vor den wichtigen Aufgaben aufgezählt,

stellt dies die Arbeitsleistung in Frage.

Offenbar ist von der Leistungsfähigkeit

auch nicht gerade das Beste zu halten,

wenn entgegen dem gängigen Gliederungsschema

die Beurteilung des sozialen

Verhaltens vor der Leistungsbeurteilung

aufgeführt wird.

Als Mittel der Kritik dienen in Arbeitszeugnissen

außerdem das Überbetonen von

Selbstverständlichkeiten („An Frau X schätzten

wir ihre Pünktlichkeit, auf die wir uns

stets verlassen konnten. Zu allen Terminen

erschien sie immer rechtzeitig.“), der Einsatz

von Ironie und Übertreibungen („Wir

bedanken uns für die Zusammenarbeit und

wünschen für die Zukunft nur alles erdenklich

Gute) oder versteckte Andeutungen wie

zum Beispiel „Wir wünschen ihr für die Zukunft

in einem anderen Unternehmen viel

Erfolg“ oder „…auch Erfolg“, was so viel

heißt, dass im bisherigen Unternehmen der

Erfolg wohl ausgeblieben ist.

Im normalen Sprachgebrauch unverfänglich,

sind Verneinungen in der Zeugnissprache

negativ zu verstehen, wie zum

Beispiel „Sein Verhalten war ohne Tadel“

oder „Sie war nie unpünktlich…“ Gute Beurteilungen

lauten dagegen „Sein Verhalten

war stets einwandfrei“, „Sie war stets

pünktlich“. Die Aussage „Herr X trug nicht

unwesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg

Mehr

im Netz

rhw-management.de

unseres Unternehmens bei“ bedeutet genau

das Gegenteil.

Auch Einschränkungen und Andeutungen

lassen an der Qualität der Leistung

zweifeln. Die Feststellung „Frau X hat die

Aufgaben, die wir ihr übertrugen, stets zu

unserer Zufriedenheit erfüllt“ bedeutet,

dass ihr nur bestimmte Aufgaben aufgetragen

werden konnten. „Herr X hat sich im

Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt“

heißt, dass seine Fähigkeiten begrenzt waren.

Die Aussage „Frau X hat alle ihre Aufgaben

ordnungsgemäß erledigt“ bescheinigt,

dass Frau X eine Bürokratin ist, allerdings

ohne Eigeninitiative. Der Hinweis „Sie

hat gewissenhaft gearbeitet“ gibt zu verstehen,

dass sie nichts geleistet hat.

Auslegungsspielraum bietet auch folgende

Beurteilung: „Frau X erledigte die ihr

übertragenen Aufgaben mit der ihr eigenen

Sorgfalt und Genauigkeit“. Klingt zunächst

gut, doch man weiß nicht, ob sie sorgfältig

war oder ganz und gar nicht – diese Beurteilung

entspricht der Note „mangelhaft“.

Und schließlich werden Leistungen, die zu

wünschen übrig lassen, freundlich mit „Bemühen“

umschrieben, wie zum Beispiel „Er

bemühte sich im Allgemeinen um sorgfältige,

genaue Arbeit“, „Sie war um eine zuverlässige

Arbeitsweise bemüht“, „Er war

bemüht, den üblichen Arbeitsanfall zu bewältigen“

oder auch „Sie war stets bemüht,

unseren Anforderungen gerecht zu werden.“

Ein Zeugnis muss aber nicht nur inhaltlich

zutreffend, sondern auch die Anforderungen

an die äußere Form müssen erfüllt

sein. Zudem dürfen manche Informationen

überhaupt nicht aufgeführt sein. Mehr dazu

lesen Sie in der nächsten rhw-Ausgabe.

t Susanne Ahrndt

rhw management 9 · 2013 31


Marktplatz

CMS-Spezial

Hersteller: Columbus

Name: Bioneem-Staubbeutel Vlies

Produkt: Staubbeutel

Um für Allergiker eine Reinigung von Textilien ermöglichen zu können, bietet Columbus das Produkt

Bioneem-Staubbeutel Vlies für die Staubsauger ST 7 und ST 11 für den antiallergischen Einsatz.

Die TÜV-geprüften Staubbeutel von Columbus sind mit dem Wirkstoff Bioneem vorbehandelt. Dieser

natürliche Wirkstoff mit repellierender Wirkung ist wie eine „unsichtbare Barriere“. Der aufgesaugte

Milbenkot und weitere mikroskopisch kleinen Allergene werden im Staubbeutel gebunden. Die gefilterte

Abluft ist hygienisch rein.

I www.columbus-clean.com

Hersteller: Ecover Professional

Name: Multi Daily, Multi Forte,

Multi Spray, San Daily, Swan WC Daily

Produkt: Reinigungsprodukte

Ecover Professional hat neue Reinigungsprodukte auf den Markt gebracht:

Multi Daily (hochkonzentrierter Innen- und Fußbodenreiniger

für den täglichen Gebrauch), Multi Forte (hochkonzentrierter Fußboden-

und Innenreiniger für den periodischen Gebrauch), Multi Spray (Glasund

Universalreiniger), San Daily (hochkonzentrierter Sanitärreiniger für

den täglichen Gebrauch) und Swan WC Daily (WC-Reiniger für den täglichen

Gebrauch). Die fünf Ecover Professional-Produkte haben die Cradle to

CradleCM Silber-Zertifizierung erhalten. Das geprüfte Rating-System dient

zur Beurteilung und Verbesserung von Produkten und basiert auf fünf Kategorien:

Sicherheit und Gesundheit, Wiederverwertung, erneuerbare Energien,

Schonung der Wasserressourcen, soziale Gerechtigkeit.

I www.ecover-professional.com

Hersteller: Orochemie

Produkt: Hygieneprodukte für Reinigungswagen

In Einrichtungen des Gesundheitswesens ist der Reinigungswagen ein

wichtiger Bestandteil des hausinternen Hygienemanagements. Auf der

CMS stellt der Desinfektions- und Reinigungsmittelhersteller Orochemie

Hygieneprodukte für Reinigungswagen vor. Dabei dreht es sich unter anderem

um die Fragen: Was sollte auf dem Wagen unbedingt zur Verfügung

stehen? Was darf auf keinen Fall darauf mitgeführt werden? Inwiefern können

Infektionen in medizinischen Einrichtungen mit Hilfe des Reinigungswagens

übertragen werden?

Zur Bestückung des Reinigungswagens bietet Orochemie Produkte für

die Unterhaltsreinigung und Routinedesinfektion, Spezialreiniger für besondere

Aufgaben sowie umweltverträgliche Präparate mit dem Ecolabel.

I www.orochemie.de

Hersteller: Miele Professional

Name: Mopstar

Produkt: Waschmaschinen

Die neuen Waschmaschinen von Miele mit dem Namen Mopstar

bieten je nach Größe Platz für 6,5 bis 13 Kilogramm Mopps

oder Wischtücher – und rüsten diese auch gebrauchsfertig

mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln aus. Die neuen Waschmaschinen

lassen sich nicht nur einfach bedienen, sie sorgen auch

für besonders saubere Wischbezüge. Das Miele-Vorentwässerungsverfahren

schleudert vor Beginn des Waschprozesses groben

Schmutz und verunreinigtes Wasser aus den Mopps, so dass während

der Hauptwäsche mehr Frischwasser einströmen kann.

I www.miele.de

32 rhw management 9 · 2013


CMS-Spezial

Marktplatz

Hersteller: Nilfisk

Name: Nilfisk VL500

Produkt: Nass-/Trockensauger

Leistungsstark und individuell – die neue Nass-/Trockensauger-Serie

VL500 des Rellinger Reinigungsexperten

Nilfisk. Das jüngste Mitglied der Produktfamilie

ist in acht Varianten erhältlich; die Unterschiede

liegen beispielsweise im ein- bzw. zweimotorigen Antrieb

oder dem Behältervolumen von 35, 55 sowie 75 Litern.

Die Systeme sind für anspruchsvolle Reinigungsaufgaben

in Hotels, Schulen, Ausstellungs- und Konferenzzentren,

Industrie- und Handwerksbetrieben sowie öffentlichen

Gebäuden und Behörden geeignet.

I www.nilfisk.de

Hersteller: Hako

Name: Multicar

Produkt: Transporter

Um die internen Strukturen zu vereinfachen, hat Hako eine neue Produktmarke

eingeführt: Innerhalb des Segments Kommunaltechnik gibt es nun

neben der Dachmarke Citymaster die neue Marke Multicar. Unter dieser

Gruppierung läuft beispielsweise auch der neue Geräteträger und Transporter,

das Multicar M31, der in diesem Frühjahr in den Markt eingeführt wurde.

I www.hako.com

Hersteller: Kärcher

Name: Scheuersaugmaschine BR 35/12 C

Produkt: Gebäudereinigungsmaschine

Die neue Scheuersaugmaschine BR 35/12 C von Kärcher

bietet eine besonders komfortable Bedienung

bei der Reinigung. Die wendige Maschine kann auch

beim Rückwärtsfahren reinigen; dafür wird der Bürstenkopf

mit dem neuartigen Lenkrad entsprechend gedreht.

Der wartungsfreie Lithium-Ionen-Akku macht die Maschine

leicht und handlich.

Die Neuheit von Kärcher ist auch für den Purus Award

2013 nominiert.

I www.kärcher.de

Hersteller: Schneidereit

Name: 360-Grad-Lösung

Produkt: Full-Service-Konzept für Gebäudereinigung

Geschäftsführer

Uwe Rütjes

Der Spezialist für die Problemlösung Waschen im Gewerbe

stellt seine neuen 360-Grad-Lösungen für Gebäudereiniger,

Altenheime oder Krankenhäuser vor.

Neben der Bereitstellung von Maschinen, Materialien und

Hilfsmitteln beinhaltet der Service Leistungen wie Planung, Logistik,

Hygiene, Handling oder Finanzierung. Auf der CMS informiert

Schneidereit detailliert über dieses Angebot. Sei es

in Fragen der Objektanalyse, der Einweisung und Schulung

der Bedienung, der RKI-Richtlinien-konformen Umsetzung im

Objekt, des werktäglichen 24-Stunden-Services oder der Finanzierung

von Maschinen über die gesamte Laufzeit.

I www.schneidereit.com

rhw management 9 · 2013 33


Report

Mehr Speisenvielfalt mit

ausgefeilter Logistik

Etwas mehr Kühlkette oder lieber weniger Personalkosten? Im

Altenheim ein häufiger Spagat, den das Altenheim Pauly-Stiftung

in Krefeld konsequent anpackte und auflöste. Claudia Esser-Linsen

leitet hier die Küche und stellte die Speisenlogistik

neu auf. „Das spart nun erheblich Zeit und die durchgehende

Kühlung klappt auch“, sagt sie. Die Krefelder Einrichtung ist damit

Vorbild für viele andere Häuser.

Dass heute im Altenheim Pauly-Stiftung

der Personalaufwand für die

Mittagsausgabe und die Abendportionierung

um jährlich rund 40.000 Euro reduziert

ist, stand nie als Zielvorgabe im

Raum. „Es ist ein schöner Nebeneffekt, dass

wir im Team nun Zeit für andere wichtige

Aufgaben haben. Unser Ansatz war: Wir

wollten einfach besser werden“, sagt Clau-

Tüftelten eine neue Speisenlogistik für das Altenheim Pauly-Stiftung aus

(von li.): Michael Meuter (Hupfer), Claudia Esser-Linsen (Küchenleitung),

Peter Klapheck (Heimleitung)

Küchenmitarbeiterin Eva Glomb bereitet ab 13.30 Uhr das

Abendbrot vor, das bis abends hygienisch und frisch in gekühlten

Tablett-Transportwagen bleibt. Pfiffig: Als Streichunterlage

dient eine nicht benötigte Kältespeicherplatte des

Tablett-Transportswagens. So bleiben die Zutaten beim Brotschmieren

gut gekühlt.

Fotos: Hupfer

Küchenchefin

Claudia Esser-

Linsen

bestückt die

Tabletttransportwagen.

Dank passiver

Kühlung

klappt die

vorgezogene

Abendverteilung.

34 rhw management 9 · 2013


Report

dia Esser-Linsen, die zunächst als hauswirtschaftliche

Hilfe auf den Stationen begann,

diverse Fortbildungen besuchte und

seit fünf Jahren die Küche leitet. „Das Schieben

von schweren Speisenwagen, nicht familientaugliche

Arbeitseinsatzpläne, die

Krux mit der Kühlkette – das wollten wir abstellen“,

so die langjährige Küchenleiterin

des Krefelder Altenheims, das mitten im

Zentrum der niederrheinischen Großstadt

liegt.

Über zwölf Monate hinweg tüftelte sie

gemeinsam mit Michael Meuter, Fachberater

von Hupfer, an den Prozessen in Küche

und Ausgabe. Zunächst holte sie den Fachmann

vom Logistik-Anbieter aus Coesfeld

eigentlich nur mit ins Boot, um eine ergonomische

Alternative für den schwer beweglichen

Speisentransportwagen zur Ausgabe

des Mittagessens in den Wohnbereichen

und im Speisesaal zu finden.

Doch dann begann eine längere gemeinsame

Wegstrecke, auf der sich durch

neue Techniken viele Chancen auf weitergehende

Optimierungen eröffneten: ein

günstigerer Personaleinsatzplan, eine vorgezogene

Abendverteilung, eine lückenlose

Kühlkette, kräftesparendes Arbeiten,

mehr Ruhe im Ablauf, gerade dann, wenn

jemand plötzlich erkrankt, dazu eine Zeitersparnis

von täglich sieben Personalstunden

und last but not least: die Erweiterung

des abendlichen Speisenplans um nach DIN

10 508 kühlpflichtige Speisen, etwa Salate

oder Desserts.

„Meiner Einschätzung nach realisieren

im Gegensatz zum Krankenhausbereich derzeit

nur sehr wenige Heime die lückenlose

Kühlkette, wahrscheinlich weniger als ein

Drittel, je nach Region“, so Michael Meuter.

Insofern nimmt das Altenheim Pauly-Stiftung

eine vorbildliche Rolle ein. „In vielen

Heimen stehen ja oft auch andere drängende

Probleme im Vordergrund, so dass

solche Aspekte erst optimiert werden, wenn

das Gesamtpaket Küche angepackt wird.“

Stellschraube 1:

Mittags Kräfte schonen

Bis 2011 versorgten die Küchenmitarbeiter

mittags die 116 Bewohner per

Schöpfsystem aus einem großen, im Leerzustand

schon weit über 150 Kilogramm

schweren Speisenausgabewagen. „Ein

Brummer, der zum Herumfahren ungeeignet

war, schon gar nicht auf unseren lan-

Krefelder Örtlichkeiten wie Ostwall, Kirchplatz oder Ponzelar sind

Namenspatron für Wohnbereiche und ihre jeweiligen Logistikhelfer,

wie hier die Tellerstapler im Vorraum zur Spülküche

Das Altenheim liegt mitten im Krefelder Zentrum und hat einen idyllischen

Innenhof, hier mit Blick auf die Terrassentür zur Cafeteria

Vorgezogene Abendverteilung: Auch Eiersalat kann dank

der passiv gekühlten Tablett-Transportwagen ohne Hygienerisiko

angeboten werden

Passive Kälte: Kältespeicherplatten, in der Mitte im

Tabletttransportwagen eingeschoben, halten Getränke,

Desserts und Salate lange kühl

rhw management 9 · 2013 35


Report

Eva Glomb (li.) und Claudia Esser-Linsen überzeugen sich regelmäßig von vorschriftsmäßigen

Temperaturen und prüfen die Optik der Speisen für die vorgezogene Abendverteilung

gen, teils verwinkelten Gängen oder der

Rampe“, so Esser-Linsen. Zwei Mitarbeiterinnen

waren notwendig, um den schweren

Wagen zu bewegen. Die Folge: Während

der Ausgabezeit von bis zu 90 Minuten

war die Küche unbesetzt. Reinigungsarbeiten

in der Küche blieben erst mal liegen.

Das ist alles passé: „Wir haben uns

nach Testläufen vor Ort für kleinere und ergonomisch

optimierte Modelle mit spezieller

Rollenausstattung und Zentralfeststeller

von Hupfer entschieden. Diese Geräte

sind von einer Person zu bewegen“,

begründet Esser-Linsen ihre Entscheidung.

Um die Verteilwege erheblich zu verkürzen,

wird heute jeder Wohnbereich von einem

Wagen angefahren. „Für die Kapazität bei

Speisentransportwagen gilt die Faustformel:

Für 25 Bewohner genügt ein 2er-Bain-

Marie-Wagen, bei 50 Bewohnern je Station

empfehlen wir ein 3er-Modell“, erläutert

Michael Meuter. „Das passt gut zur erforderlichen

Vielfalt im Heimbereich mit zwei

Menüs sowie passierter bzw. gewürfelter

Kost.“ Der Wagen bleibt nun zur Mittagszeit

auf der Station und fährt nicht mehr

weiter. Zur Freude der Senioren: „Jetzt können

wir einen Nachschlag bieten und individuell

portionieren“, so Claudia Esser-Linsen.

Kleiner Nebeneffekt: Das reduziert

Reste und ermöglicht einen passgenaueren

Wareneinsatz.

Mit Umstellung auf die ergonomischen

Wagen änderte sich auch eine der Aufgaben

an der Schnittstelle Pflege-Küche: Die

Küche verteilt das Essen nur noch für Senioren,

die in der Cafeteria Platz nehmen.

Hingegen holen die Pflegemitarbeiter die

Speisentransportwagen für die drei Wohnbereiche,

um dort Essen auszugeben.

Stellschraube 2:

Vorgezogene Abendverteilung

Ergonomisch, keine 200 Kilogramm mehr schwer und gut beweglich: Eva Glomb kann

nun die neuen, kleineren Wagen allein und problemlos die Rampe hochfahren

Ein Detail, das vor

ungewollten Zusammenstößen

mit entgegenkommenden

Rollstuhlfahrern

auf der

Rampe schützt:

der Zentralfeststeller.

Mit einer Fußbewegung

steht

der Wagen.

Der zuvor kompliziert getaktete Personaleinsatzplan

ließ sich mit der Anschaffung

von kühlbaren Tablett-Transportwagen

weiter vereinfachen: Die Küche konnte

nun die vorgezogene Abendverteilung realisieren.

„Zuvor mussten wir ja zeitnah zur

Ausgabe alle Kaltkomponenten vorbereiten,

so dass wir bisher zwei Personalpläne

hatten: einen für das Mittagessen und einen

für das Abendessen. Das war nicht immer

einfach: Wer kommt zwei Stunden nach

der Frühschicht um 16 Uhr noch mal wieder

für nur zwei Stunden, wer bleibt eventuell

länger und akzeptiert eine Schicht mit deutlich

mehr als acht Stunden? Und was tun

bei plötzlichem Krankheitsfall?“, beschreibt

Claudia Esser-Linsen die damalige ungünstige

Situation, die immer wieder zu

Engpässen bzw. Überstunden führte.

Auch die Kompromisse – oder besser

Krücken – in Sachen Hygiene sind Vergan-

36 rhw management 9 · 2013


Report

Idyllisch mitten in Krefeld: Blick über die

Kräuter- und Blumenanlage der Terrasse

Alten- und Pflegeheim Pauly-Stiftung, Krefeld

u Träger: Katholische Pfarrgemeinde Papst Johannes XXIII.

u Bewohner: 116

u Küchenleitung: Claudia Esser-Linsen

u Heimleitung/Pflegedienstleistung: Peter Klapheck, Angelika Jochems

u Mitarbeiter Küche: 8 (3 Vollzeit, 4 Teilzeit, 1 geringfügig Beschäftigte)

u Mitarbeiter gesamt: 125 (davon Pflege: 65, Hauswirtschaft: 36)

u Speisenangebot: täglich zwei Menüs, zusätzlich passierte Variante, inklusive

vegetarische Komponenten im zweiten Menü.

u Speisenverteilsystem: Schöpfsystem in insgesamt vier Wohnbereichen und im

Speiserestaurant.

u Speisenverteiltechnik: Speisentransportwagen mit zwei Bain-Marie-Fächern,

einem Kälte- und einem Neutralfach, Tablett-Transportwagen mit passiver Kühlung

für die vorgezogene Abendverteilung; Tellerstapler.

u Maßnahmen Logistikoptimierung: Umstellung zur Mittagsausgabe auf ergonomische

und kleinere Speisentransportwagen, bedienbar von einer Person;

Personalaufwand um vier Stunden pro Tag reduziert.

u Einführung einer lückenlosen Kühlkette im Hinblick auf die Realisierung der

vorgezogenen Abendverteilung; Personalaufwand um drei Stunden pro Tag reduziert.

Umstellung auf ergonomische, passiv gekühlte Tabletttransportwagen

für je 2 × 20 Tabletts, transportierbar von einer Person.

u Anpassung der Personaleinsatzpläne (durchgehende Arbeitszeiten für eine

Person, Abbau von Überstunden, Neuorganisation Abholung und Verteilung

der Speisen an den Schnittstellen Hauswirtschaft, Küche und Pflege).

Im Innenhof des Altenheims: Wasserspiel,

Kräutergarten und Terrasse mit Eingang

zur Cafeteria, die als Speisesaal dient

genheit: Früher betrug die Standzeit des

ungekühlten Abendessens schon mal 60

bis 90 Minuten. „Butter und Käse sind bei

warmen Außentemperaturen nahezu geschmolzen,

so dass wir Kollegen der Pflege

baten, die Lebensmittel im Wohnbereich

kühlzustellen. Aber das funktionierte nicht

immer.“

Abendbrote werden

mittags portioniert

Heute beginnt die kalte Küche mit dem

Schmieren der Brote gegen 13.30 Uhr, portioniert

direkt in den Tabletttransportwagen

hinein, gegen 15.30 Uhr ist dann alles

bereit zur Abholung und Feierabend. „Wir

sparen hier durch die vorgezogene Abendverteilung

täglich etwa drei Personalstunden

ein“, rechnet Claudia Esser-Linsen vor.

Zusammen mit der halben Stelle, die die

optimierte Mittagsausgabe spart, stehen

nun täglich rund sieben Stunden für andere

Aufgaben zur Verfügung.

Dank gekühlter Tablett-Transportwagen

lassen sich heute alle nach DIN 10 508 kühlpflichtigen

Lebensmittel wie Salate und

Peter Deselaers, Koch im Altenheim Pauly-Stiftung,

bietet aus dem neuen Speisentransportwagen

von Hupfer täglich

zwei verschiedene Menüs. Ein Tellerstapler

ist integriert, dazu ein Kältefach für

Desserts und Salate.

Desserts servieren. So etwa der bei den Bewohnern

heißgeliebte Eiersalat, günstig vor

allem für Personen mit Kauproblemen, Demente

und Hochbetagte, die tendenziell

eher zu wenig Kalorien aufnehmen. „Seniorenheime

werden von den Behörden als

Einrichtungen mit besonders empfindlichen

Gästen eingestuft, insofern empfehlen wir

hier stets eine lückenlose Kühlkette. Und

zwar auf Basis von Techniken, die die empfohlenen

produktspezifischen Kühllagertemperaturen,

meist bis zu sieben Grad Celsius,

garantieren können“, so Michael Meuter.

Claudia Esser-Linsen wählte für den

Tabletttransport eine passive Kühlung, um

so unabhängig von der Steckdose zu sein.

Michael Meuter empfiehlt dieses System

vor allem für kurze Verteilzeiten: „Mit dem

Einschieben der 2,7 Kilogramm schweren

Kältespeicherplatten setzt der Kühleffekt

sofort ein.“ Bei hochsommerlichen Außentemperaturen

nutzt Claudia Esser-Linsen

alle drei Kühlelemente. Das hält die Temperaturen

auch dann, wenn die Wagen später

von der Pflege noch einmal für rund 15

Minuten zum Nachlegen der Medikamente

geöffnet werden. Bei normalen Temperaturen

genügt ein Kühlakku.

Von den Bewohnern kamen anfangs einzelne

Rückfragen: „Kaltes Brot oder kalter

Käse schmecken nicht so gut“, gibt Esser-

Linsen zu bedenken. „Wir haben daraufhin

den gesundheitlichen Hintergrund erläutert,

die Pflege nimmt einige Lebensmittel etwas

eher aus dem Wagen und heute ist es akzeptiert.“

Denn das war der Küchenleiterin

von Anfang an wichtig: „Hygiene gehört zur

Systemqualität mit dazu. Und das klappt

nun dank der Umstellung gemeinsam mit

Hupfer perfekt.“ Mittlerweile hat Claudia Esser-Linsen

schon wieder neue Veränderungen

im Blick: Fingerfood, mehr Vegetarisches

und weitere Schnittstellenoptimierungen

stehen an.

t PM/RED

rhw management 9 · 2013 37


Service

Einordnung der neuen

„Wäscheleitlinie“

Die Wäscheleitlinie „Wäschepflege in sozialen Einrichtungen“

vom Lambertus Verlag Freiburg ist eine der interessantesten

Neuerscheinungen des Sommers. Wir geben Ihnen Einblicke in

das Buch und baten die Autorinnen, zu präzisieren, wie die Leitlinie

rechtlich einzuordnen ist.

in sozialen Einrichtungen“

versus „Wenn in

„Wäschepflege

sozialen Einrichtungen gekocht

wird“: Beide Veröffentlichungen werden

in ihrem Untertitel als Leitlinien bezeichnet,

wobei dieses Wort jeweils anderes

bedeutet. „Wenn in sozialen Einrichtungen

gekocht wird“ konnte als Leitlinie

für eine gute Hygienepraxis in der Lebensmittelverarbeitung

von den Länderministerien

anerkannt

werden, weil es die

für die Anerkennung

notwendigen Gesetzesgrundlagen

gibt:

die Lebensmittelhygiene-Verordnung,

die EU-Verordnung und eine Regelung zur

Erarbeitung und Anerkennung einer Leitlinie

aufbauend auf der Lebensmittelgesetzgebung.

Sie bietet damit für die Einrichtungen

wie auch für die Aufsichtsbehörden

Rechtssicherheit.

Für die Wäschepflege gibt es Vergleichbares

nicht. Aussagen zur Organisation

der Wäschepflege und der notwendigen

Hygienesicherheit müssen aus unterschiedlichen

Rechtsvorschriften zusammengetragen

werden: Infektionsschutzgesetz,

Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsgesetze,

Berufsgenossenschaftliche

Vorschriften und Vorgaben der Landes-Gesundheitsämter,

des Robert Koch-Instituts

etc. Viele soziale Einrichtungen, in denen

Wäsche gewaschen wird oder die für verschmutzte

Wäsche eine Regelung brauchen,

werden in diesen Texten oft nicht ge-

Ob Sortierung, Gefahrensymbole oder Grundausstattung mit

Wäsche: Zahlreiche Tabellen und Übersichten erleichtern den

Durchblick. Das 155-seitige Buch im A-4-Format können Sie für

19,90 Euro portofrei bestellen u. a. auf www.fachbuchdirekt.de.

Tipp: Hier wird auch das neue 480-seitige rhw-Buch

„Reinigungsmanagement“ (49,90 Euro) angeboten.

Abbildungen mit freundlicher Genehmigung des Lambertus Verlags, Freiburg

38 rhw management 9 · 2013


Service

Leserbrief: „Mehr Rechtssicherheit ist nicht zu machen!“

„Wie immer lese ich die neue rhw management

gleich, wenn sie auf meinen Schreibtisch

kommt. Ich habe mich sehr gefreut,

dass darin unsere neue Wäscheleitlinie an

mehreren Stellen benannt wird, ich denke

auch, dass damit eine gute Hilfestellung für

soziale Einrichtungen geschrieben wurde.

Leider, und das haben Sie sicher schon bemerkt,

ist sie mit verschiedenen Titeln versehen.

Das liegt daran, dass es bis zum

Schluss mit dem Verlag Diskussionen gab

um den besten Titel und dass die Leitlinie

im Vorfeld anders genannt wurde. Jetzt heißt

sie Wäschepflege in sozialen Einrichtungen

und nicht Wäscheversorgung in sozialen Einrichtungen,

was den Inhalt der Leitlinie auch

am besten trifft.

Was mich ein wenig geärgert hat, ist Ihr Vorwort,

in dem Sie bemerken, dass die Leitlinie

nicht von allen zuständigen Behörden anerkannt ist. Das haben wir im Vorfeld

versucht und festgestellt, dass es keine Behörde gibt, die stellvertretend diese

Leitlinie begutachten könnte. Selbst das Robert Koch-Institut, das wir angefragt

haben, hat uns auf die Kommission zur Krankenhaushygiene und Infektionsprävention

verwiesen. Da wir uns aber entschieden haben, nicht für den Bereich Krankenhaus

zu schreiben, gibt es keine entsprechende Behörde, die hier tätig werden

könnte.

Aus diesem Grund hat eine Juristin des Diakonischen Werks die rechtlichen Rahmenbedingungen

beschrieben und wir haben die Inhalte mit einer Expertenkommission

der Hohenstein Institute besprochen. Mehr Rechtssicherheit war unserer

Meinung nach auf diesem Feld nicht zu machen.“

Ursula Schukraft, Diakonie Württemberg, ist Mitautorin der neuen Wäscheleitlinie

„Wäschepflege in sozialen Einrichtungen“

nannt. Für Krankenhäuser gibt es einheitliche

Vorgaben, so dass krankenhausähnliche

Einrichtungen sich dort wiederfinden.

Kindergärten, andere Kinder- und Jugendeinrichtungen,

Einrichtungen für Menschen

mit Behinderung, auch Altenhilfeeinrichtungen

haben Fragen zur sicheren Wäschepflege,

die sie in den Rechtsvorschriften

nicht beantwortet finden.

Die Veröffentlichung „Wäschepflege in

sozialen Einrichtungen“ versucht, diese

Fragen zu beantworten und Argumentationshilfen

zu geben für die Gespräche mit

dem örtlichen Gesundheits- und Gewerbeaufsichtsamt.

Die hauswirtschaftlichen Expertinnen

aus verschiedenen Bundesländern und unterschiedlichen

Bereichen haben diese

„Wäscheleitlinie“ geschrieben, juristischen

Rat eingeholt, sich mit Hygieneexperten

ausgetauscht, mit Wäscherei-Experten gesprochen

und vieles mehr, um fundierte

und praktikable Vorschläge zu beschreiben.

„Wäschepflege in sozialen Einrichtungen“

beschränkt sich nicht auf die Gewährleistung

der Hygienesicherheit und

sollte nicht darauf verkürzt werden. Auch

die Bedeutung von persönlicher Kleidung

und Textilien hat ihren Platz, wie die Einbeziehung

der Bewohner und Bewohnerinnen

in die Tätigkeiten im Rahmen des

Wäschekreislaufes. Ebenso müssen der

Bedarf an Schrankraum und andere Themen

im Umfeld der Wäscheversorgung in

sozialen Einrichtungen berücksichtigt werden.

t Dr. Inge Maier-Ruppert, Referentin

beim 11. rhw-Hygieneforum am

11. Oktober in Essen und 25. Oktober

in Stuttgart, Mitautorin der neuen

Wäscheleitlinie

Das passt: rhw-Seminare und Vorträge zur Wäscheleitline

Nicht nur beim diesjährigen rhw-Hygieneforum am 11. Oktober in Essen und am 25.

Oktober in Stuttgart steht die Leitlinie (mit der Referentin Dr. Inge Maier-Ruppert)

im Mittelpunkt.

Die ersten Anmeldungen sind auch schon für die passenden rhw-Seminare im Dezember

2013 mit Carola Reiner eingetroffen:

09. Dezember 2013 in München

10. Dezember 2013 in Würzburg

11. Dezember 2013 in Köln

12. Dezember 2013 in Burgdorf bei Hannover

13. Dezember 2013 in Frankfurt am Main

Anmeldung (maximal 16 Teilnehmer pro Seminar) unter www.vnm-akademie.de

oder auf dem beiliegenden Flyer in dieser rhw management.

rhw management 9 · 2013 39


Termine

Buch „Reinigungsmanagement

Autorentreff auf

der CMS 2013

Fürstenfeldbruck

10. S&F-Jubliäums-

Symposium

Das neue Buch „Reinigungsmanagement“ erscheint pünktlich

zur größten europäischen Reinigungsmesse des Jahres

2013, der CMS in Berlin. Sie können die Autorin Irina Pericin

Häfliger auf der CMS in Berlin im etwa halbstündigen Gespräch

mit rhw-Chefredakteur Robert Baumann treffen. Wo? Am Stand

des Berufsverbandes Hauswirtschaft e.V. in Halle 3.2/216:

u Donnerstag, 26. September 2013 15.30 Uhr

u und am Freitag, 27. September 2013 um 11.00 Uhr.

Auch für Getränke wird gesorgt sein.

t

Jubiläum: In diesem Jahr findet das S&F- Symposium zum zehnten

Mal statt. Am 17. und 18. Oktober 2013 erwarten Sie in Fürstenfeldbruck

bei München wieder interessante Vorträge, Diskussionen

und Gespräche sowie die Abendveranstaltung mit Musik

und kulinarischen Leckerbissen in der alten Tenne. Das Motto

in diesem Jahr: „Transparenz, Neue Medien und Vision 2023“. Zudem

wird der S&F-Förderpreis verliehen sowie am Abend der „GV-

Manager des Jahres“ gekürt. Anmeldung unter www.sundfconsultig.de

t

Online-Training

Wirtschaftsbezogene

Qualifikationen für Meister

Wer heute sein Weiterbildungsvorhaben umsetzen möchte,

ist oft auf berufsbegleitende Seminare mit geringen

Präsenzphasen angewiesen. Das Gastronomische Bildungszentrum

(GBZ) der Industrie- und Handelskammer Koblenz

(IHK) hat diesen Trend erkannt und bietet für die Meisterprüfung

ein Blended-Learning-Konzept an. Dieser Methodenmix verknüpft

ein Web-Based-Training (WBT) mit Präsenzeinheiten und ist in großen

Teilen an keinen bestimmten Veranstaltungsort gebunden.

Die Themen Volks- und Betriebswirtschaft, Unternehmensführung,

Recht und Steuern sowie Rechnungswesen können im

Selbststudium durch entsprechendes Online-Training vertieft werden.

Am 28.10.2013 startet der Lehrgang „Wirtschaftsbezogene

Qualifikationen“ nach diesem Konzept, den beispielsweise Köche

als ersten Baustein brauchen, die eine Meisterprüfung anstreben

oder wenn man Fachwirt werden möchte.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.gbz-koblenz.de

oder telefonisch: (02 61) 3 04 89-14.

t

Kompass Fernlernen

Prüfung auch

auf Nordseeinseln

Kompass führt ab diesem Jahr für hauswirtschaftliche Mitarbeiter

auf den Nordseeinseln die Prüfungen in den Fernlehrgängen

direkt auf den Inseln durch. Somit können Teilnehmer,

für die eine Prüfung auf dem Festland nur schwer möglich ist,

ihren Fernlehrgang direkt auf der Insel abschließen. Es können alle

vier angebotenen Fernlehrgangsthemen belegt werden. Die Fernlehrgänge

werden in der belegungsarmen Zeit im Winter angeboten.

„Es gibt keine Mindestteilnehmerzahl pro Insel, Carola Reiner

oder ich kommen auch, wenn sich nur ein Prüfling pro Insel anmeldet“,

sagte Karin Beuting-Lampe und ergänzt: „Ich habe meine

berufliche Karriere 1973 auf Borkum begonnen und deshalb Bezug

zur Nordsee.“ Beginn ist am 15. Oktober 2013. Die Prüfungen

werden in der dritten Märzwoche 2014 abgenommen. Kontakt unter

beuting-lampe@kompass-wesel.de oder Tel. (02 81) 82 82 9. t

Mülheimer Fachtagung

„Stress lass nach!“

Gesundheitsmanagement und demografischer Wandel sind

die Themen der diesjährigen Mülheimer Fachtagung Hauswirtschaft

in der „Wolfsburg – Katholische Akademie“ in

Mülheim an der Ruhr. Eingeladen als Referenten am 24. und 25.

September sind unter anderem der Berater Hartmut Genz-Bideau,

die Vorsitzende des Berufsverbandes Hauswirtschaft e.V. Ute

Krützmann und Prof. Dr. Margarete Sobotka. Informationen unter

Telefon (02 08) 99 91 90 oder www.die-wolfsburg.de t

Rückblick

7. HouseKeeping Fachtag

in Salzburg

Zum nunmehr siebten Mal standen beim HouseKeeping Fachtag

am 4. Juni 2013 in Salzburg die Hausdamen, auch „Executive

Housekeeper“ genannt, im Mittelpunkt des Interesses.

Das diesjährige Motto: „Wissen stärkt, Wissen motiviert“ wurde

von Referenten und in Diskussionsrunden von verschiedenen

Seiten her beleuchtet. Inhaltlich waren die Themen auf den großen

Verantwortungsbereich der rund 70 teilnehmenden Hausdamen,

Etagenkräfte, Reinigungsfachkräfte und Wäschebetreuerinnen

abgestimmt.

In der Diskussionsrunde wurde ein Konsens gefunden: Es gibt

sehr viel Verunsicherung aufgrund der Vielzahl an Zertifikaten.

Die besten Produkte nützen nichts, wenn die Anwender nicht geschult

werden. Nächster Termin: 3. Juni 2014.

t

Foto: GAMAPE

40 rhw management 9 · 2013


Neuerscheinung:

„Reinigungsmanagement

Service

Pünktlich zur Reinigungsmesse CMS vom 24. bis 27. September

2013 in Berlin erscheint im Verlag Neuer Merkur nach über drei

Jahren Vorbereitung das 480-seitige Buch „Reinigungsmanagement

von Irina Pericin Häfliger. Die Autorin ist Dozentin an der

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Zürich (ZHAW). Wir

baten Wissenschaftler und Praktiker um eine erste Einschätzung.

Wie wird Sauberkeit

wahrgenommen? Was

braucht es, damit wir

uns in einem Gebäude wohlfühlen

und produktiv sein können?

Wie kann die so kostenund

personalintensive Gebäudereinigung

optimal und nachhaltig

organisiert werden?

Auf diese und weitere Fragen

gibt Irina Pericin Häfliger mittels

Management-Methoden Antworten.

Sie verbindet in dem neuen Buch

„Reinigungsmanagement“ geschickt betriebswirtschaftliches

Managementwissen

mit praktischem Fach- und Erfahrungswissen

der Gebäudereinigung. Sie regt dadurch

zur eigenständigen Organisation und

innovativen Weiterentwicklung der Dienstleistung

Reinigung an.

Checklisten und Arbeitshilfen

Kaptitelübersicht

Im ersten Teil des Buches lädt die Autorin

zu einer Auseinandersetzung mit dem

Grundverständnis von Reinigungsdienstleistungen

ein. Im zweiten Teil präsentiert

sie Praxishilfen für Reinigungsorganisationen

an Hand eines eigenen Managementmodells.

Die Symbolik des zentralen Planungsrades

betont das zirkuläre, wiederkehrende

Element des Reinigungsmanagements.

Das Nachschlagewerk vereint

rund 200 konkrete Beispiele in Abbildungen,

Checklisten und Tabellen.

Von der Zielsetzung, der Planung, der

Kalkulation und Implementierung über die

Umsetzung bis zur Kontrolle werden im

zweiten Teil alle wichtigen Phasen der Reinigungsdienstleistung

beschrieben. Beispiele

wie das Hamburger Modell für die

Krankenhausreinigung, Leistungswerte für

Büroräume oder die Hotelzimmerreinigung

vermitteln den notwendigen Praxisbezug.

Ob Ausschreibung oder Personaleinsatzplanung

– alle wichtigen

Themen im Management

von Reinigungsleistungen

werden ausführlich behandelt.

Interessant ist dabei

für den Leser, dass Regelungen

und Richtlinien in

Deutschland, der Schweiz

und Österreich nebeneinander

dargestellt werden.

Diese Kapitel erwarten die Leser/innen:

Teil 1 – Einführung in das Management

von Reinigungsdienstleistungen

1 Grundverständnis für Reinigungsdienstleistungen

2 Ziele und Aufgaben der Reinigung

3 Reinigungsleistungen als Dienstleistungen

4 Rechtliche Vorgaben für das Erbringen

von Reinigungsleistungen

5 Organisations- und Managementlehre

für Reinigungsdienste

6 Nachhaltiges Reinigungsmanagement

7 Ganzheitliches Managementmodell für

Reinigungsdienstleistungen

Teil 2 – Managen von Reinigungsdienstleistungen

1 Situation erfassen

2 Ziele setzen

3 Konzept entwerfen

4 Kalkulieren und entscheiden

5 Implementierung planen

6 Umsetzen und Ausführen

7 Kontrollieren und Rückmelden

8 Verbessern und Fortführen

Hinzu kommen etwa 70 Seiten Anhang

mit Checklisten, Richtlinien und rechtlichen

Grundlagen.

t RED

Erste Rezensionen

„Fachbücher im Bereich Reinigungsmanagement

sind selten. Die wenigen

auf dem Markt verfügbaren Bücher

sind im Bereich der Hochschulausbildung

kaum einsetzbar, da es an wissenschaftlichen

Hintergründen teilweise

mangelt. Das neue Buch ‚Reinigungsmanagement

von Irina Pericin

Häfliger kann ich nach intensiver Studie

besonders empfehlen. In der

Hochschullandschaft gibt es bis jetzt

nichts Vergleichbares. Das Buch eignet

sich durch die breite Anlage der

Organisation und Managementlehre

im Besonderen für den Einsatz in den

Studiengängen Facility Management,

Lebensmittel- und Hygienetechnik.“

(Prof. Dr. rer. nat. Gerhard Winter,

Hochschule Albstadt-Sigmaringen)

„Den Anspruch einer ganzheitlichen

Betrachtung von Reinigungsdienstleistungen

hat Pericin Häfliger mit

dem vorliegenden Buch definitiv erfüllt.

Sie legt ein umfangreiches Instrumentarium

für eine professionelle

Reinigungsorganisation vor, die

Lernenden hilft, sich in diesen Arbeitsbereich

einzuarbeiten und Praktiker

unterstützt, wenn eine Ausschreibung

ansteht oder das Qualitätsmanagement

verbessert werden

soll. Viele praktische Beispiele runden

die Ausführungen ab. (Dr. Barbara

Hohmann Beck, Vizedirektorin, Alterszentren

der Stadt Zürich; Christina

Hohmann-Schaub, Berufsverband

Hauswirtschaft e.V.)

Jetzt das Buch bestellen

Irina Pericin Häfliger: „Reinigungsmanagement“,

Hardcover mit rund

200 Abbildungen und 480 Seiten, Verlag

Neuer Merkur GmbH, 2013, ISBN:

978-3-937346-90-8, Preis: 49,90

Euro, portofrei zu bestellen unter

www.fachbuch-direkt.de.

rhw management 9 · 2013 41


Stellenangebote

Service

Free-From-Lebensmittel

Gelungener Auftakt

der Fachmesse

Mit etwa 1.000 Besuchern, 118 Ausstellern aus mehr als

15 Ländern ist die Premiere der neuen Fachmesse „Free

From Food“ ein Erfolg. Glutenunverträglichkeit, Laktoseintoleranz

oder bewusste Entscheidung für einen gesunden

Lebensstil: Free-From-Produkte sind in aller Munde. Darüber

konnten sich Führungskräfte und Einkäufer aus dem Lebensmitteleinzelhandel,

dem Reformhaus- und Naturkostbereich,

der Gastronomie sowie dem Außer-Haus-Markt auf der

neuen Fachmesse für Free-From-Lebensmittel Anfang Juni in

Freiburg zwei Tage lang intensiv austauschen.

t

Hauswirtschafterin

Interessanter großer Geschäftshaushalt in Ffm mit kleiner

Familie sucht eine nette und erfahrene Mitarbeiterin (NR) als

Führungsperson mit guten Kochkenntnissen.

Wir leben in einem gepflegten Umfeld und bieten eine Vollzeitstelle

mit weiteren Kollegen an.

Wohnungssuche und gute Bezahlung als Gegenleistung.

Referenzen erwünscht.

mail@b-hennig.de, mobil: 01 72/6 92 41 03

Fortbildung

k mpass

Fernlehrgänge

Präsenz- und

Fernlernen

Qualitätsmanagement in der Hauswirtschaft

Hygienebeauftragte/r für die Hauswirtschaft

in sozialen Einrichtungen

Kostenrechnung und Controlling für die Hauswirtschaft

Hauswirtschaftliche Fachkraft für Ernährung

in sozialen Einrichtungen

Prüfungsorte: Wesel, Stuttgart, Leipzig, Hamburg

Informationen unter: Telefon. 0281 82829

www.kompass-wesel.de www.fernlehrgang-hauswirtschaft.de

In Kooperation mit dem

Deu

Zert

Deutsche Zertifizierung

DIN ISO 29990:2010

QUALITÄTSGEPRÜFTER

BILDUNGSDIENSTLEISTER

Sie ziehen um? Beachten Sie bitte, dass der Postnachsende

an trag NICHT für Zeitschriften und Zeit un gen gilt.

Bitte informieren Sie also bei Umzug direkt unseren Abo-Vertrieb.

Bitte wenden Sie sich an: Leserservice, Verlag Neuer Merkur,

65341 Eltville, Tel.: (0 61 23) 9 23 82 30

Leserbrief

Reinigung von

Holzfußböden

Nach Aussage von Uwe Büttner in rhw management 5/2013

sollen geölte oder gewachste Holzfußböden nur nebelfeucht

gereinigt werden. Für Böden in wenig beanspruchten

Räumen ist das sicher ausreichend. Doch was ist in

Räumen, in denen die Böden stark beansprucht werden, z. B.

in Eingangsbereichen oder Küchen? Die Oberfläche hat sehr feine

Rillen und nimmt in diesen sehr viel Schmutz auf. Nur durch

eine Mindestmenge Wasser kann der Schmutz aus den Rillen

„gespült“ werden. Zur Reinigung empfiehlt Herr Büttner einen

Allzweckreiniger. Dieser hat aber die Eigenschaft, entfettend zu

wirken, was zur Folge hat, dass der Boden durch eine Spezialbehandlung

wieder regeneriert werden muss.

Meiner Erfahrung nach sind für die Reinigung der oben genannten

Holzfußböden drei Dinge zu beachten:

Es muss mit zwei Eimern parallel gearbeitet werden, der erste

mit dem Reinigungsmittel und der zweite zum Ausspülen des

Mopps. Das Reinigungsmittel muss eine rückfettende Substanz

enthalten. Entweder ein Öl oder eine Seife. Es darf kein stehendes

Wasser auf der Oberfläche zurückbleiben, immer mit einem

entsprechenden Mopp nachtrocknen.t Ursula Bolhuis

Vorschau auf die Oktober-Ausgabe 2013

Umzug mit 63 Pflegebedürftigen

Als der Neubau des Seniorenzentrums St. Engelbert in Brilon

fertiggestellt war, hieß es für 63 Bewohner: Umzug! Diese Mammutaufgabe

liegt nun ein paar Wochen zurück. Zeit, um Bilanz zu

ziehen und eventuell der einen oder anderen Einrichtung Tipps

zu geben. rhw management sprach mit Annette Thamm, ehemals

Vorsitzende des Berufsverbandes Hauswirtschaft, heute

Einrichtungsleitung für den Caritasverband Brilon.

Anzeigenschluss: 6. September 2013

Redaktionsschluss: 6. September 2013

42 rhw management 9 · 2013


hw-Intensivseminar mit Dr. med. vet. Dieter Bödeker

Weiterbildung zum/zur

Hygienebeauftragten

Referent: Dr.med.vet.DieterBödeker,freiberuflichtätigerHygieneberaterfürAlten-undPflegeheimesowiefürambulantePflegedienste

Seminarziel: DasSeminarrichtetsichanFachkräfteausdenBereichenderstationärenundambulantenAltenpflegesowieGemeinschaftseinrichtungennach§33und§36Infektionsschutzgesetz(IfSG).

MitderBenennungeines/einerHygienebeauftragtenkommendiegenanntenEinrichtungenihrerVerpflichtungzurEigenverantwortlichkeitundEigenkontrollenach,dieihnendurchdieaktuelleGesetzgebung(SGB,IfSG,PQSG,LMHV)zugeteiltwordenist.

NachAbschlussderVeranstaltungerhaltendieTeilnehmer/inneneinZertifikat,dasalsNachweisdererlangtenKenntnisse

zudenSchulungsinhaltendient.FürdieEinrichtungendokumentiertesdiefachgerechteWahrnehmungIhrergesetzlich

festgeschriebenenPflichten.

Inhalte: Aufgabeneines/einerHygienebeauftragtenm RechtlicheGrundlagen(z.B. AnforderungendesIfSGanGemein-

schaftseinrichtungen)m PrüfungendurchdasGesundheitsamtunddenMDK,BeispielefürBeanstandungenm Elemente

einesHygieneplans,UmsetzungsproblemeundAnpassungvonHygienemaßnahmenPersonal-,Lebensmittel-undWäschehygienem

GrundzügederMikrobiologiem Gefahrenanalyse(z.B.HACCP)m MaßnahmenbeiProblemkeimenm MRSA/

ORSAundLegionellenm Impfschutz,Hautschutzplanm VerfahrenzurReinigungundDesinfektion,Sterilisationm Umgang

mit Desinfektionsmitteln und mögliche Gefahren m Risikoeliminierung und -minimierung m Abfallentsorgung

m SchnittstelleKüche–Pflege

Methoden: Vortrag,Diskussion,Beispielbearbeitung

28. Oktober bis 1. November 2013 in Hannover,

Mo 11.00 – ca.17.30 Uhr, Di – Do 9.00 – ca. 17.30 Uhr, Fr 9.00 – 16.00 Uhr

Seminargebühr (rhw-Abonnenten sparen 175,– Euro):

Vorzugspreisfürrhw-undrhw-praxis-AbonnentensowieMitgliederimBerufsverbandHauswirtschafte.V.675,–Euro,

sonst849,–Euro.Preisezzgl.19%MwSt.,inkl.Tagungsunterlagen,Tagungsgetränke,KaffeepausenundeinMittagessenproTag.

Teilnehmerzahl: Begrenztaufmax.16Teilnehmer

Teilnahmebedingungen: GleichnachdemErhaltIhrerAnmeldungsendenwirIhneneineEingangsbestätigungmitallennötigenInformationen.ZurBegleichungderSeminargebührerhaltenSiezumAnmeldeschlusstermineineRechnung,diegleichzeitigalsAnmeldebestätigungdient.

WennSienachdemAnmeldeschlussIhreTeilnahmestornieren,müssenwirdiegesamteGebührinRechnungstellen.StornierenSieIhreTeilnahme

vordemAnmeldeschluss,müssenwir30,–EuroBearbeitungsgebührerheben.IhrVorteil:SiekönneninbeidenFälleneineErsatzpersonalsVertretung

schicken.Absage:DerVeranstalterbehältsichdasRechtvor,dieSeminareauswichtigemGrundabzusagen.

Ihr Ansprechpartner: UlrichBartel,Telefon:(089)318905-54,Fax:(089)318905-38

ÄnderungenundIrrtümervorbehalten.

Anmeldung

Hiermit melde ich mich

ver bindlich zum Seminar an

Hygienebeauftragte/r

❍ 28. 10. bis 1. 11. 2013

Coupon ausschneiden, ggf.

kopieren und einsenden an:

Verlag Neuer Merkur GmbH,

Postfach 60 06 62,

81206 München

oder per Fax senden an:

(0 89) 318905-53

■ Ich bin rhw management-/rhw-praxis-Abonnent/-in. ■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.

Meine Abonummer:

Meine Mitgliedsnummer:

Name/Vorname

E-Mail

Berufliche Funktion

Telefon/Fax

Straße/Nr.

PLZ/Ort

VerlagNeuerMerkur

Datum/Unterschrift

Mit meiner Unterschrift erkenne ich die oben genannten Teilnahmebedingungen an.

0905135F


Foto: jola58/Fotolia.com

Karin Sagner · Claude Monet – Einladung nach Giverny

Bookspot ArtEdition · ISBN 978-3-937357-73-7

132 Seiten · gebunden · 19,95 Euro [D]

Claude Monets Garten in Giverny und seine Umgebung stellen die

Inspirationsquelle für seine Landschaftsbilder dar. Diese machten ihn

zu einem der wichtigsten Maler des Impressionismus. Unterhaltsam

und informativ verbindet die Monet-Expertin Dr. Karin Sagner Leben

und Schaffen des Künstlers und gewährt Einblick in seine letzte Schaffensphase.

Die Bildbetrachtungen werden durch Briefauszüge und

Rezepte des Malers sowie Fotografien von Haus und Garten ergänzt,

die zu einem eigenen Giverny-Besuch einladen.

www.bookspot.de

ArtEdition

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