26.02.2014 Aufrufe

gwf Wasser/Abwasser Wasser Berlin International 2013 (Vorschau)

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

4/<strong>2013</strong><br />

Jahrgang 154<br />

DIV Deutscher Industrieverlag GmbH<br />

www.<strong>gwf</strong>-wasser-abwasser.de<br />

ISSN 0016-3651<br />

B 5399<br />

Halle 3.2 – Stand-Nr: 209<br />

Qualität auf den ersten Blick!<br />

Serie 19<br />

Elektroschweißfittings<br />

Serie 18<br />

LightFit<br />

RepaFlex<br />

<strong>Wasser</strong>zählerschacht<br />

Ventil-Anbohrarmatur


INFORMATION & KOMMUNIKATION<br />

GASFACHLICHE &<br />

WASSERFACHLICHE<br />

AUSSPRACHETAGUNG<br />

l www.gat-dvgw.de · www.wat-dvgw.de<br />

JETZT<br />

VORMERKEN!<br />

30. September bis 1. Oktober<br />

wat <strong>2013</strong><br />

1. bis 2. Oktober<br />

gat <strong>2013</strong><br />

DVGW-Mitgliederversammlung<br />

in Nürnberg<br />

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />

30. September<br />

Mit den kostenfreien Newslettern „watNews“ und<br />

„gatNews“ sind Sie immer auf dem aktuellen Stand.<br />

Jetzt abonnieren!<br />

gatNews<br />

www.gat-dvgw.de/<br />

no_cache/infos/newsletter<br />

watNews<br />

www.wat-dvgw.de/<br />

no_cache/infos/newsletter


STANDPUNKT<br />

Sehr geehrte Leserinnen,<br />

sehr geehrte Leser,<br />

Mehr <strong>Wasser</strong> geht nicht – das ist unser<br />

Leitgedanke. WASSER BERLIN INTER-<br />

NATIONAL ist eine der wenigen<br />

Fachmessen auf der Welt, die sich ausschließlich<br />

auf das Thema <strong>Wasser</strong> mit all seinen<br />

Facetten konzentriert. WASSER BERLIN<br />

INTERNA TIONAL umfasst die Fachmesse und<br />

den Kongress. Die Fachmesse ist eine Leistungsschau<br />

der nationalen und internationalen<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft.<br />

Unsere Zukunftsaufgaben sind gewaltig.<br />

Die Antworten auf Herausforderungen wie<br />

Klimawandel, Bevölkerungswachstum oder<br />

demographischer Wandel heißen innovative<br />

Technologien und Erfahrungsaustausch. Für<br />

beides bietet WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

eine ideale Plattform. Um diesem Anspruch zu<br />

genügen, haben wir unsere Veranstaltung<br />

konzeptionell weiterentwickelt und verfolgen<br />

mit ihr einen 360-Grad-Ansatz, der alle Stufen<br />

der Wertschöpfungskette in der <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

abbildet.<br />

Wir denken nicht in einzelnen Segmenten,<br />

sondern ganzheitlich und orientieren uns<br />

dabei am <strong>Wasser</strong>kreislauf. Dadurch findet<br />

jeder Besucher genau die Angebote, die er<br />

sucht und die ihn interessieren. Dieser Konzeptansatz<br />

erbringt eine hohe Zielgruppendicht<br />

und unterscheidet uns vom Wettbewerb.<br />

Ein wichtiger neuer Bestandteil von WAS-<br />

SER BERLIN INTERNATIONAL sind dabei sechs<br />

Kompetenz-Zentren, die zu ausgesuchten<br />

Themenschwerpunkten („Bildung und Forschung“,<br />

„Industriewasser“, „Innovation“, „IT in<br />

der <strong>Wasser</strong>wirtschaft“, „Leitungsbau“, „Brunnenbau<br />

und Bohrtechnik“) eingerichtet werden.<br />

Als eigenständige Bereiche haben sie die<br />

Aufgabe, gezielt Aussteller und Fachbesucher<br />

themenspezifisch zusammenzuführen und<br />

die Schlüsselthemen der Messe hervorzuheben.<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL ist – wie<br />

der Name schon sagt – eine Fachmesse mit<br />

einer starken internationalen Ausrichtung. Bei<br />

der letzten Veranstaltung im Jahr 2011 kamen<br />

ein Drittel der Aussteller und Fachbesucher<br />

aus dem Ausland. In diesem Jahr liegt ein<br />

besonderer Akzent auf den Ländern der arabischen<br />

Region. ACWUA, der Verband arabischer<br />

<strong>Wasser</strong>unternehmen aus 17 Ländern<br />

mit Sitz im Amman, ist offizieller Partner der<br />

Veranstaltung. Im Rahmen der Zusammenarbeit<br />

gibt es ein Arabisches Forum, das sich mit<br />

der <strong>Wasser</strong>wirtschaft in der Region auseinandersetzt<br />

und Kooperationsmöglichkeiten<br />

aufzeigt.<br />

Auf eine Veranstaltung im Rahmen von<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL möchte ich<br />

Sie an dieser Stelle besonders aufmerksam<br />

machen. Am 25. und 26. April <strong>2013</strong> findet<br />

unter dem Titel „Regenwasserbewirtschaftung<br />

– Stormwater Management“ ein anderthalbtägiges<br />

Fachsymposium zum nachhaltigen<br />

Umgang mit Regenwasser statt. Ich<br />

freue mich besonders, dass die <strong>gwf</strong>-<br />

<strong>Wasser</strong>|<strong>Abwasser</strong> in Kooperation mit dem<br />

Beuth-Verlag und dem Bund der Ingenieure<br />

für <strong>Wasser</strong>wirtschaft, Abfallwirtschaft und<br />

Kulturbau e.V. (BWK) dieses Fachsymposium<br />

initiiert hat und durchführt. Vorgestellt wird<br />

der aktuelle Stand dezentraler Lösungen für<br />

eine moderne, nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung.<br />

Hochkarätige internationale<br />

Fachleute der Siedlungswasserwirtschaft<br />

sowie der Stadt- und Landschaftsplanung<br />

geben einen umfassenden Überblick über<br />

den Stand von Forschung und Technik. Abgerundet<br />

wird die Veranstaltung durch eine<br />

Exkursion zu einem <strong>Berlin</strong>er Wohngebiet mit<br />

dezentraler Regenwasserbewirtschaftung.<br />

Ich lade Sie herzlich ein, sich vom 23. bis<br />

26. April in <strong>Berlin</strong> einen Überblick über die<br />

neuesten Technologien zu verschaffen und<br />

sich mit Ihren Geschäftspartnern auszutauschen.<br />

Cornelia Wolff von der Sahl<br />

Project Manager<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 365


INHALT<br />

Abkopplungsgrad<br />

0<br />

10<br />

20<br />

30<br />

40<br />

50<br />

70<br />

80<br />

In einem Kurzzeit-Pilotversuch wurde das Potenzial der unterirdischen<br />

Enteisenung mit Infiltrationswässern unterschiedlicher Beschaffenheit<br />

untersucht. Ab Seite 466<br />

Eine Umstellung auf das Prinzip der dezentralen<br />

Regenwasserbewirtschaftung kann zur Lösung oder<br />

Minderung von niederschlagbedingten Problemen<br />

beitragen. Dazu ist eine Erfassung des Umstellungs potenzials<br />

und der Art der Bewirtschaftungsmaßnahmen erforderlich.<br />

Ab Seite 474<br />

Fachberichte<br />

<strong>Wasser</strong>versorgung<br />

466 U. Rößner u. a.<br />

Potenzial der unterirdischen<br />

Enteisenung bei Verwendung von<br />

verschiedenem Infiltrationswasser<br />

Potential of Subterranean Iron Removal Using<br />

Different Infiltration Water<br />

Netzwerk Wissen<br />

Aktuelles aus Bildung und Wissenschaft,<br />

Forschung und Entwicklung<br />

410 <strong>Wasser</strong>forschung und -lehre an der<br />

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf<br />

Fokus<br />

Regenwasserbewirtschaftung<br />

474 F. Sieker<br />

Regenwasserbewirtschaftung in<br />

Deutschland – Bestandsaufnahme<br />

und Ausblick<br />

Stormwater Management in Germany – Present<br />

Situation and Perspectives<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung<br />

486 Ch. Keysers u. a.<br />

Weitergehende Spurenstoffelimination<br />

mittels dynamischer Rezirkulation<br />

auf der Kläranlage Schwerte<br />

Elimination of Micropollutants by Dynamic<br />

Recirculation at Schwerte Wastewater<br />

Treatment Plant<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

376 <strong>Wasser</strong>wirtschaft aus aller Welt trifft sich<br />

seit 50 Jahren in <strong>Berlin</strong><br />

380 Rückblick und Ausblick –<br />

50 Jahre WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

386 Endress+Hauser liefert Komplettmessstellen<br />

für die <strong>Wasser</strong>aufbereitung<br />

389 Der hohen Qualität des <strong>Wasser</strong>s verpflichtet<br />

– Innovative Produkte von Huber<br />

392 Leistungssteigerung bei bestehenden und<br />

neu hergestellten Horizontalfilterbrunnen<br />

396 Bekaplast Aqua-Lining 400 saniert<br />

Trinkwasserspeicher<br />

397 Produkte mit Pfiff – Neues von Hydro-<br />

Elektrik<br />

April <strong>2013</strong><br />

366 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


INHALT<br />

▲ Im Fokus: WASSER BERLIN INTERNATIONAL <strong>2013</strong> – Vier Tage rund um das Thema „<strong>Wasser</strong>“.<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft aus aller Welt trifft sich seit 50 Jahren in <strong>Berlin</strong>. Ab Seite 376<br />

◀ Bauass. Dipl.-Ing. Otto Schaaf, Vorstand der Stadtentwässerungs betriebe Köln, AöR, und<br />

Präsident der Deutschen Vereinigung für <strong>Wasser</strong>wirtschaft, <strong>Abwasser</strong> und Abfall, DWA, im Interview.<br />

Ab Seite 370<br />

399 Rohrsysteme aus glasfaserverstärktem<br />

Kunststoff<br />

400 Neuer Stauraumkanal aus GFK-Rohren für<br />

das Technische Zentrum Heiterblick<br />

402 Innovative <strong>Wasser</strong>leckortung per Korrelator<br />

mit Touchscreen<br />

403 Gewässerschutz mit NeutraRent<br />

404 <strong>Wasser</strong>normpumpen-Baureihe Etanorm<br />

405 Der passende Zähler für jede Gelegenheit –<br />

Lösungen für die <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

406 Neuheiten für den Leitungsbau –<br />

Innovationen für zukunftssichere<br />

Ver- und Entsorgungsnetze<br />

408 Virtuelle <strong>Wasser</strong>netze<br />

409 Qualitätssicherung bei der<br />

Datenübernahme<br />

Nachrichten<br />

Branche<br />

430 <strong>Wasser</strong>menge in Deutschland stabil<br />

431 Oldenburger Rohrleitungsforum im<br />

Zeichen des Klimawandels<br />

434 Qualität im Fokus – 8. Erfahrungsaustausch<br />

der Auftraggeber und Auftragnehmer in<br />

Baden-Württemberg<br />

436 <strong>Wasser</strong> <strong>2013</strong> – <strong>Wasser</strong>chemiker wollen<br />

kostbares Gut bewahren<br />

438 Pflanzliche Inhaltsstoffe und Biotoxine<br />

439 Bewässerung für die Landwirtschaft soll<br />

effizienter werden<br />

440 Drohender <strong>Wasser</strong>mangel: Experten sehen<br />

Lösungen vor allem in der Landwirtschaft<br />

442 Sicherstellung der Trinkwasserhygiene in<br />

Gebäuden – Richtlinie des Monats April:<br />

VDI/DVGW 6023 sichert die Qualität von<br />

Trinkwasser-Installationen<br />

443 Überwachung des Drogenkonsums in der<br />

EU – Homburger Toxikologen an neuem<br />

Verbundprojekt beteiligt<br />

444 Kläranlagen: Kleine Kunststoffkugeln können<br />

Keime künftig „knacken“ – DBU fördert<br />

Untersuchungen zur biologischen<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung in Osnabrück mit<br />

126 000 Euro<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 367


INHALT<br />

▲ Bewässerung für die Landwirtschaft soll effizienter werden.<br />

Ab Seite 439<br />

◀ Netzwerk Wissen: <strong>Wasser</strong>forschung und -lehre an der Hochschule<br />

Weihenstephan-Triesdorf. Ab Seite 411<br />

Veranstaltungen<br />

445 Methoden und Trends in der <strong>Wasser</strong>behandlung:<br />

Spurenstoffe –<br />

DECHEMA-Fortbildungstag<br />

446 10. DVGW-Betriebssicherheitstage<br />

BEST <strong>2013</strong><br />

447 Zwölfte DWA-Regenwassertage in Freiburg<br />

448 Tiere im Trinkwasser – Was ist (zu)viel? –<br />

Fachtreffen an der Universität in<br />

Landau/Pfalz<br />

449 Ringvorlesung im Studiengang Energieund<br />

<strong>Wasser</strong>management – Hochschule<br />

Ruhr West<br />

Recht und Regelwerk<br />

450 DVGW-Regelwerk <strong>Wasser</strong><br />

451 DVGW-Regelwerk Gas/<strong>Wasser</strong><br />

452 DWA: Aufruf zur Mitarbeit –<br />

Hochwasservorsorge – Auditoren gesucht!<br />

452 Neue DWA-Merkblätter erschienen<br />

454 Gründung eines ISO Technischen Komitees<br />

– „Water re-use“ (Wiederverwendung von<br />

<strong>Wasser</strong>)<br />

Praxis<br />

494 Sohlengleiche Anschlusssituation perfekt<br />

gemeistert<br />

496 Kanal wieder fit für Jahrzehnte –<br />

Close-Fit Sanierung am Attersee, Österreich<br />

Produkte und Verfahren<br />

498 DRAINMAX Tunnel von INTEWA erhalten als<br />

erste Rigolen-Tunnel in Deutschland die<br />

DIBt®-Zulassung<br />

499 Drucktransmitter und Drucksensoren<br />

aus korrosionsfestem Titan<br />

500 drainSTON protect – Ökopflaster mit<br />

Bauartzulassung<br />

500 Königsweg für die Liner-Einbindung –<br />

DIBT erteilt Zulassung für Harz8 RP 20<br />

502 EKOMAT vertritt FCI (USA) exklusiv in<br />

Deutschland<br />

April <strong>2013</strong><br />

368 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


INHALT<br />

Mit dem Rohrim-Rohr-<br />

Verfahren<br />

können<br />

Druck- und<br />

Freispiegelleitungen<br />

unterschiedlicher<br />

Nennweiten<br />

und Längen<br />

kosteneffektiv<br />

und<br />

zeitsparend<br />

saniert werden.<br />

Ab Seite 496<br />

Information<br />

473, 485, 493 Buchbesprechungen<br />

503 Impressum<br />

504 Termine<br />

Sonderausgabe nach Seite 456<br />

<strong>Wasser</strong>Stoff 03/13<br />

Recht und Steuern<br />

9–16 Recht und Steuern im Gas- und <strong>Wasser</strong>fach,<br />

Ausgabe 3/4, <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong> – <strong>Wasser</strong> | <strong>Abwasser</strong> Mai <strong>2013</strong><br />

Erscheinungstermin: 15.05.<strong>2013</strong><br />

Anzeigenschluss: 19.04.<strong>2013</strong><br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 369


INTERVIEW<br />

Ganzheitlicher Ansatz<br />

<strong>Abwasser</strong>beseitigung und Straßenentwässerung, Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge sowie Gewässerunterhaltung<br />

und Gewässerausbau sind die drei großen Aufgabenfelder der Stadtentwässerung Köln, AöR<br />

(StEB). Bauass. Dipl.-Ing. Otto Schaaf, Vorstand der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR, und Präsident der<br />

Deutschen Vereinigung für <strong>Wasser</strong>wirtschaft, <strong>Abwasser</strong> und Abfall, DWA, erklärt im Gespräch mit Christine<br />

Ziegler, wie bürgernahe kommunale Daseinsvorsorge im Verbund mit Ökonomie und Ökologie in der Millionenstadt<br />

Köln umgesetzt wird.<br />

<strong>gwf</strong>: In Köln hat die Stadtentwässerung<br />

eine lange Tradition. Eine Kanalisation<br />

gab es hier ja wohl schon zur<br />

Römerzeit?<br />

Schaaf: Ganz recht, Köln war römische<br />

Garnisonsstadt und besaß<br />

bereits vor über 2000 Jahren eine<br />

Trinkwasserversorgung und ein<br />

Ableitungssystem für <strong>Abwasser</strong>, das<br />

heute noch in rudimentärer Form zu<br />

besichtigen ist. Im Laufe der Zeit<br />

gerieten die römischen Anlagen<br />

allerdings in Vergessenheit. Erst<br />

Ende des 19. Jahrhunderts wurde<br />

eine neuzeitliche Stadtentwässerung<br />

angelegt, nach und nach die<br />

Kanalisierung der Altstadt und der<br />

Vororte vorangetrieben, im Jahr<br />

1905 das erste mechanische Klärwerk<br />

in Köln-Niehl in Betrieb<br />

genommen. Weitere wichtige Etappen<br />

waren dann beispielweise das<br />

Großklärwerk Köln-Stammheim, das<br />

Anfang der fünfziger Jahre an den<br />

Start ging, die Einführung der biologischen<br />

<strong>Abwasser</strong>reinigung in den<br />

Siebzigern oder die Nährstoffelimination<br />

Ende der achtziger Jahre.<br />

<strong>gwf</strong>: Die Stadtentwässerungsbetriebe<br />

Köln wurden aber erst vor rund<br />

einem Jahrzehnt gegründet?<br />

Schaaf: Ja, wir bestehen seit dem<br />

Jahr 2001 als Anstalt des öffentlichen<br />

Rechts, was aus meiner Sicht<br />

für Aufgaben der Daseinsvorsorge<br />

ein ideales Modell ist. Ideal einmal<br />

deshalb, weil wir den öffentlichen<br />

Auftrag komplett selbst übernehmen<br />

können – ohne übergeordnete<br />

verantwortliche Stelle bei der Stadtverwaltung.<br />

Der zweite Vorteil ist,<br />

dass wir unsere Aufgaben wahrnehmen<br />

können, ohne dadurch eine<br />

Steuerpflicht auszulösen. Das wirkt<br />

sich vor allem positiv für unsere<br />

Gebührenzahler aus, die im Falle<br />

einer Besteuerung mit bis zu 15 Prozent<br />

höheren Gebühren zu rechnen<br />

hätten, ohne jedoch mehr Leistung<br />

dafür zu bekommen. Ein weiterer,<br />

dritter Vorteil besteht darin, dass wir<br />

ein hundertprozentig kommunales<br />

Unternehmen sind, das heißt, die<br />

Kontrolle über uns wird durch einen<br />

Verwaltungsrat ausgeübt, der sich<br />

aus Ratsmitgliedern zusammensetzt.<br />

Also ich meine, es ist von großem<br />

Vorteil, wenn ein gewähltes<br />

Aufsichtsorgan diese Kontrollaufgabe<br />

innehat.<br />

Bauass. Dipl.-Ing. Otto Schaaf,<br />

Vorstand der Stadtentwässerungsbetriebe<br />

Köln, AöR, und Präsident<br />

der Deutschen Vereinigung für<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft, <strong>Abwasser</strong> und<br />

Abfall, DWA.<br />

<strong>gwf</strong>: Welche Aufgaben übernehmen<br />

die StEB neben der <strong>Abwasser</strong>reinigung?<br />

Schaaf: Die Stadtentwässerungsbetriebe<br />

haben drei Hauptaufgaben.<br />

Die größte Aufgabe ist sicherlich die<br />

<strong>Abwasser</strong>beseitigung mit ihrem<br />

ganzen aus der langjährigen Entwicklung<br />

entstandenen Umfeld. Die<br />

zweite Aufgabe lautet: Gewässerunterhaltung,<br />

Gewässerausbau, Ge -<br />

wässerentwicklung. Hierbei sind<br />

wir für alle Bäche im Stadtgebiet<br />

zuständig – nicht aber für den<br />

Rhein, der als Bundeswasserstraße<br />

der direkten Verantwortung des<br />

Bundes unterliegt. Die dritte Aufgabe<br />

besteht im Hochwasserschutz<br />

und in der Hochwasservorsorge für<br />

das Stadtgebiet von Köln.<br />

Die Stadt Köln war in den neunziger<br />

Jahren ja bekanntermaßen<br />

sehr stark von Hochwassern betroffen.<br />

Anlass genug, um ein sehr<br />

umfangreiches Investitionsprogramm<br />

zum Hochwasserschutz mit<br />

einem Volumen von rund 430 Millionen<br />

Euro aufzulegen. Zu den zahlreichen<br />

Maßnahmen gehörte beispielsweise<br />

die Errichtung von<br />

Hochwasserpumpwerken, damit<br />

die ordnungsgemäße Entwässerung<br />

der Stadt auch im Hochwasserfall<br />

sichergestellt ist. Schieber<br />

wurden eingebaut, um die Entlastungen<br />

aus der Mischkanalisation<br />

vom Hochwasser des Rheins zu entkoppeln.<br />

Wir haben Retentionsräume<br />

geschaffen, etwa den im<br />

Kölner Süden, in Porz-Langel, mit<br />

einem Fassungsvermögen von<br />

knapp 5 Millionen Kubikmetern.<br />

Zurzeit treffen wir Vorbereitungen<br />

für einen Retentionsraum im linksrheinischen<br />

Norden, in Worringen,<br />

mit einem Volumen von bis zu 30<br />

Millionen Kubikmetern. Mit solchen<br />

Maßnahmen zeigen wir natürlich<br />

auch, dass wir nicht nur Ansprüche<br />

an die Oberlieger stellen, sondern<br />

April <strong>2013</strong><br />

370 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


INTERVIEW<br />

selbstverständlich im Sinne einer<br />

Solidargemeinschaft auch bereit<br />

sind, etwas für die Unterlieger zu<br />

unternehmen.<br />

Für uns gilt, diese drei Aufgaben<br />

nicht nur ordnungsrechtlich sondern<br />

auch ganz praktisch unter<br />

einen Hut zu bringen. Einerseits<br />

wollen wir die Anforderungen der<br />

<strong>Wasser</strong>rahmenrichtlinie erfüllen –<br />

Stichwort guter Zustand – mit<br />

Bachläufen und Uferlandschaften,<br />

die wir einer naturnahen Entwicklung<br />

überlassen, und andererseits<br />

wollen wir die Freizeitbedürfnisse<br />

der Bürger befriedigen, indem wir<br />

Gewässer für eine urbane Nutzung<br />

gestalten.<br />

<strong>gwf</strong>: Welchen Stellenwert hat der<br />

Grundwasserschutz im Kölner Stadtgebiet?<br />

Schaaf: In Köln sind 46 Prozent der<br />

Stadtfläche als <strong>Wasser</strong>schutzzonen<br />

ausgewiesen. Das ist ein recht hoher<br />

Anteil. Damit verbunden sind natürlich<br />

besondere Anforderungen an<br />

den Grundwasserschutz. Und damit<br />

sind wir direkt beim Thema Dichtheitsprüfung<br />

privater Grundstücksleitungen.<br />

Ich persönlich stehe auf<br />

dem Standpunkt, dass der Vorsorgegrundsatz<br />

im Gewässerschutz<br />

nicht teilbar ist. Das heißt, wir tun<br />

gut daran, die Dichtigkeit der privaten<br />

Leitungen zu fordern und den<br />

Bürgern durch entsprechende Beratungen<br />

zu unterstützen – nur so<br />

lässt sich ein ganzheitlicher Ansatz<br />

verfolgen.<br />

Daten zur StEB Köln<br />

liegen, sollten nicht völlig von der<br />

Prüfung freigestellt werden, sondern<br />

verbindlich in die Pflicht<br />

genommen werden – gerne innerhalb<br />

großzügiger Fristen.<br />

Leider haben wir durch die politischen<br />

Manöver in der Vergangenheit<br />

bei der Bevölkerung erheblich<br />

an Akzeptanz verloren. Ich meine<br />

sogar, dass die Politik insgesamt<br />

erheblich an Akzeptanz verloren<br />

hat. Schließlich hatten wir im Stadtrat<br />

bereits einen einstimmigen<br />

Beschluss für ein Programm mit<br />

dem Schwerpunkt <strong>Wasser</strong>schutzzonen<br />

gefasst. Daraus waren auch<br />

schon Fristensatzungen mit verkürzten<br />

Fristen in <strong>Wasser</strong>schutzzonen<br />

entstanden. Dann alles einfach<br />

zurückzunehmen und den<br />

Menschen zu sagen, dass es nicht so<br />

gemeint war, ist nicht wirklich zielführend.<br />

Mit solchen Botschaften<br />

werden wir künftig nur noch sehr<br />

schwer Vertrauen schaffen können<br />

und das ist äußerst bedauerlich.<br />

<strong>gwf</strong>: Solche Projekte brauchen wirklich<br />

eine klare Linie – vor allem auch<br />

gegenüber der Öffentlichkeit. Wie<br />

gehen die StEB vor, um mit derartigen<br />

Herausforderungen wirkungsvoll um -<br />

zugehen?<br />

Schaaf: Wir haben uns natürlich<br />

längst gefragt, wie wir unseren<br />

Betrieb für die Zukunft richtig aufstellen<br />

müssen. Schließlich arbeiten<br />

wir in einem ziemlich kapitalintensiven<br />

Bereich. Investitionen müssen<br />

sich über die Gebühren refinanzieren<br />

lassen. Entscheidungen, die wir<br />

heute treffen, zeigen noch in vielen<br />

Jahren und Jahrzehnten ihre Folgen.<br />

Dabei gilt es, eine ganze Reihe<br />

von Einflussfaktoren zu berücksichtigen.<br />

Deshalb haben wir schon vor<br />

drei Jahren ein Perspektivkonzept<br />

2020 aufgestellt, um für die zu<br />

erwartenden klimatischen, gesellschaftlichen<br />

und politischen Entwicklungen,<br />

zumindest für einen<br />

überschaubaren Zeithorizont von<br />

10 Jahren, entsprechende Maßnahmen<br />

und Anpassungsstrategien<br />

parat zu haben.<br />

▶▶<br />

<strong>gwf</strong>: Ein brisantes Thema gerade<br />

auch in Ihrem Bundesland …?<br />

Schaaf: In Nordrhein-Westfalen hat<br />

das Thema in der Vergangenheit zu<br />

nicht unerheblichen politischen<br />

Diskussionen geführt. Nach dem<br />

aktuellen Landtagsbeschluss wird<br />

nun zwar eine verbindliche Frist für<br />

Prüfungen innerhalb der <strong>Wasser</strong>schutzzonen<br />

bleiben, außerhalb<br />

davon zumindest für abwasserkritische<br />

Betriebe. Insofern ist sicher<br />

Schlimmeres verhütet worden. Aber<br />

auch Hausbesitzer, deren Grundstücke<br />

nicht in <strong>Wasser</strong>schutzgebieten<br />

• Die Reinigungskapazität liegt in Köln bei insgesamt rund zwei Millionen Einwohnerwerten.<br />

• Das Klärwerk Stammheim – nicht nur die größte Anlage Kölns, sondern auch entlang<br />

des Rheins – übernimmt davon über 1,5 Millionen Einwohnerwerte.<br />

• Fast die gesamte Entwässerung Kölns – rund 94 Prozent – erfolgt historisch bedingt<br />

über ein Mischsystem.<br />

• Das Kanalnetz mit rund 58000 eingebauten Kanalschächten weist eine Gesamtlänge<br />

von annähernd 2400 Kilometern auf. Hinzu kommen 162 Pumpanlagen, 1136 Hochwasser-<br />

und Betriebsschieber, 184 Regenbecken und -rückhaltekanäle.<br />

• Eine Besonderheit: in Köln gibt es einen sehr hohen Anteil von <strong>Wasser</strong>schutzzonen<br />

im Stadtgebiet, 46 Prozent der Stadtfläche bestehen aus <strong>Wasser</strong>schutzzonen.<br />

• Der Umsatz der Stadtentwässerungsbetriebe liegt bei rund 210 Millionen Euro im<br />

Jahr. Die Investitionen betragen jährlich etwa 60–70 Millionen Euro.<br />

• Die StEB beschäftigen rund 650 Mitarbeiter.<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 371


INTERVIEW<br />

Wichtige Fragen sind in diesem<br />

Zusammenhang: Wie wird sich die<br />

Gesellschaft in ihrer Anzahl und<br />

Altersstruktur verändern? Welche<br />

Auswirkungen wird der demografische<br />

Wandel auf den Trinkwasserverbrauch<br />

haben oder auf den<br />

Flächenbedarf, auf die Flächenverfügbarkeit<br />

für Wohn- und Gewerbebauten?<br />

Wie gehen wir mit knapper<br />

werdenden Rohstoffen und Ressourcen<br />

um? Welche technischen,<br />

wirtschaftlichen oder rechtlichen<br />

Anstöße sind für unser Fach zu<br />

erwarten? Dann das Thema Klimawandel:<br />

Für die <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

hat dieses Themenfeld fundamentale<br />

Bedeutung, beispielweise,<br />

wenn wir über die Auswirkungen<br />

von extremen Wetterereignissen<br />

auf die Infrastruktur nachdenken<br />

oder über die Folgen von Trockenperioden<br />

auf Gewässer und Grundwasserspeicher.<br />

<strong>gwf</strong>: Sicher gehört auch die Energiewende<br />

in Ihre Planungsszenarien?<br />

Schaaf: Sehr richtig. Energie steht<br />

ganz vorn auf unserer Agenda, sind<br />

die Stadtentwässerungsbetriebe<br />

doch mit rund 52 Millionen kWh pro<br />

Jahr Stromgroßverbraucher in Köln.<br />

Wir haben ein Programm mit einer<br />

Investitionssumme von 180 Millionen<br />

Euro aufgelegt, um in den<br />

nächsten acht Jahren unsere Anlagen<br />

und Maschinen auf den neuesten<br />

Stand der Technik zu bringen.<br />

Dabei geht es nicht allein um den<br />

Austausch alter Aggregate sondern<br />

im Wesentlichen um die verfahrenstechnische<br />

Optimierung – einmal<br />

um die Energieeffizienz zu steigern<br />

und den CO 2 -Ausstoß zu minimieren,<br />

zum anderen aber auch um die<br />

Wirtschaftlichkeit des Energieeinsatzes<br />

zu erhöhen.<br />

Neben dem Einsatz sparsamer<br />

Technik ist zudem das Ziel, verstärkt<br />

auf regenerative Energiequellen zu<br />

setzen und letztendlich eine autarke<br />

Energieversorgung für alle Unternehmensbereiche<br />

der StEB anzustreben.<br />

Das lässt sich nicht allein mit<br />

den Stoffen, die in einer Kläranlage<br />

anfallen, erreichen. Da mit könnten<br />

wir bis zu 70 Prozent unseres Stromverbrauchs<br />

selbst ab decken. Die fehlenden<br />

30 Prozent müssten beispielweise<br />

mit Windenergie oder durch<br />

Co-Fermentation erzeugt werden.<br />

Die Vergärung zusätzlicher Stoffe ist<br />

aus meiner Sicht sinnvoll, da wir die<br />

Infrastruktur dafür haben und die<br />

Faultürme unserer Anlagen meist<br />

nicht vollständig ausgelastet sind.<br />

Mit hocheffizienten Blockheizkraftwerken<br />

können wir mit dem Faulgas<br />

nicht nur unseren eigenen Strom<br />

erzeugen, sondern auch die<br />

Abwärme nutzen. Bei einem gemeinsamen<br />

Energie-Projekt mit Rheinenergie<br />

versorgen wir beispielweise<br />

eine Siedlung mit 1700 Wohnungen<br />

und 100 Einfamilienhäusern mit<br />

Heizwärme.<br />

Allerdings hege ich durchaus<br />

Bedenken, wenn Landwirte außer<br />

rein landwirtschaftlichen Produkten<br />

alle möglichen sonstigen Materialien<br />

zur Biogaserzeugung nutzen,<br />

nur weil das eine ganz hübsche<br />

zusätzliche Einnahmequelle ist. Hier<br />

findet keine gezielte Kontrolle<br />

weder der Reststoffausträge noch<br />

der <strong>Abwasser</strong>austräge statt und das<br />

halte ich umweltpolitisch für sehr<br />

bedenklich. Wir müssen aufmerksam<br />

darauf achten – da spreche ich<br />

jetzt auch aus Sicht der DWA – welche<br />

Auswirkungen die verstärkte<br />

Düngung beim Energiepflanzenanbau<br />

insbesondere auf Gewässer<br />

und Grundwasser hat. Es lassen sich<br />

bereits jetzt erhöhte Nitratbelastungen<br />

des Grundwassers in Ge -<br />

bieten mit ausgedehnten Maiskulturen<br />

zur Biogasgewinnung<br />

feststellen.<br />

<strong>gwf</strong>: Wenn es um Belastungen in<br />

Gewässern geht, werden oftmals<br />

reflexartig die Klärwerke in die Pflicht<br />

genommen. Zu Recht?<br />

Schaaf: Die sogenannten ubiquitären<br />

Stoffe gelangen nicht nur aus<br />

dem <strong>Abwasser</strong>pfad ins Gewässer,<br />

sondern stammen zu einem<br />

wesentlichen Anteil auch aus Industrie<br />

und Landwirtschaft oder aus<br />

biogenen Belastungen der Gewässer<br />

selbst. Um diese Stoffe aus den<br />

Gewässern herauszubekommen,<br />

wird die bisherige Option auf reine<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung nicht ausreichen.<br />

Dazu ist ein ganzheitlicher<br />

Ansatz notwendig. Wir müssen<br />

untersuchen, an welchen Stellen<br />

Stoffe überhaupt in Verkehr<br />

gebracht werden. Warum gibt es<br />

keine klaren Auflagen, bestimmte<br />

Stoffbelastungen erst gar nicht entstehen<br />

zu lassen? Das betrifft die<br />

Chemikalienpolitik, hier und in<br />

Europa; das betrifft natürlich auch<br />

die Gesundheitspolitik, etwa bei<br />

den Arzneimittelzulassungen. Wichtig<br />

ist auch, die Verbraucher zu<br />

informieren, indem man beispielsweise<br />

Kosmetika mit gewässerbelastenden<br />

Inhaltsstoffen entsprechend<br />

kennzeichnet.<br />

Uns wird eine spannende Diskussion<br />

bevorstehen, in der wir herausfinden<br />

müssen, welche Stoffe in<br />

welcher Konzentration ein Risikopotenzial<br />

bergen und um welchen<br />

Anteil wir diese Stoffe überhaupt<br />

sinnvoll reduzieren können oder<br />

sogar müssen, ohne dabei andere<br />

Probleme hervorzuholen. Diese Diskussion<br />

möchte ich als Vorstand der<br />

Stadtentwässerungsbetriebe und<br />

besonders als DWA-Präsident eng<br />

April <strong>2013</strong><br />

372 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


INTERVIEW<br />

begleiten. Denn als Fachverband<br />

wollen wir die notwendigen Informationen<br />

zur Verfügung stellen,<br />

damit abgewogene Entscheidungen<br />

getroffen werden können.<br />

<strong>gwf</strong>: Wie wichtig ist bei diesen Prozessen<br />

die Verbandsarbeit, etwa die der<br />

DWA?<br />

Schaaf: Die DWA ist eine technischwissenschaftliche<br />

Vereinigung.<br />

Offen für alle Berufsgruppen und<br />

Institu tionen ist sie Plattform für<br />

den fachlichen Meinungsaustausch.<br />

Der findet in verschiedenen<br />

Foren, aber auch in unseren Fachgremien<br />

statt. Dort treffen sich<br />

regelmäßig rund 2500 Fachleute,<br />

um an der Weiterentwicklung des<br />

technischen Regelwerkes zu arbeiten<br />

– und zwar ehrenamtlich. Ich<br />

bin froh und auch ein wenig stolz<br />

darauf, dass so viele Leute bereit<br />

sind mitzumachen. Dieses Netzwerk<br />

ist für die berufliche Praxis<br />

enorm wichtig, weil hier das Wissen<br />

des <strong>Wasser</strong>fachs transportiert wird.<br />

Außerdem versuchen wir in sogenannten<br />

Koordinierungsgruppen<br />

die vielfältigen Informationen aus<br />

mehreren 100 Gremien auf Themen<br />

wie Hochwasser, Energie, etc.<br />

zu fokussieren, um die Arbeiten<br />

besser aufeinander abzustimmen.<br />

Als Ansprechpartner der Politik:<br />

Wir betreiben zwar keine Lobbyarbeit,<br />

dennoch treten wir mit unserer<br />

fachlichen Meinung auch gezielt an<br />

die Politik heran, etwa mit dem<br />

DWA-Politikmemorandum, in dem<br />

wir klare Positionen zur Umweltpolitik<br />

beziehen.<br />

In Sachen Fort- und Weiterbildung<br />

bieten wir eine ganze Reihe<br />

spezifischer Kurse und Seminare an.<br />

Darüber hinaus richten wir Bundestagungen<br />

und einige weitere große<br />

Veranstaltungen aus und treten als<br />

Partner der großen <strong>Wasser</strong>messen<br />

wie der IFAT oder der WASSER<br />

BERLIN auf. Zudem haben wir im<br />

internationalen Bereich Kooperationen<br />

beispielsweise mit der EWA, der<br />

European Water Association, und<br />

der IWA, der <strong>International</strong> Water<br />

Association, aber auch gute Verbindungen<br />

zu Ländern in Osteuropa<br />

oder im arabischen Raum.<br />

<strong>gwf</strong>: Welches Projekt, welche Idee<br />

liegt Ihnen eigentlich besonders am<br />

Herzen?<br />

Schaaf: Hier vielleicht ein kleines<br />

Plädoyer für die <strong>Wasser</strong>rahmenrichtlinie:<br />

Aufgrund ihrer fach- und<br />

grenzübergreifenden Betrachtungsweise<br />

ist die <strong>Wasser</strong>rahmenrichtlinie<br />

allseits akzeptiert und anerkannt.<br />

Ich denke, mit einem solchen<br />

Modell können wir auch in vielen<br />

anderen Bereichen der Umweltpolitik<br />

arbeiten. Ähnliche, ja gleiche<br />

Wege gehen wir ja auch mit der<br />

Hochwasser-Management-Richtlinie.<br />

Die WRRL ist ein gutes Instrument,<br />

mit dem wir ein Gesamtsystem<br />

optimieren und gleichzeitig<br />

den Aufwand minimieren können.<br />

Dieser Ansatz gefällt mir richtig gut<br />

und deswegen wollen wir auch<br />

weiter daran arbeiten, um diese<br />

ganzheitliche Betrachtungsweise<br />

auch auf andere Fragestellungen<br />

übertragen zu können.<br />

Zuverlässigkeit ...<br />

... schafft Vertrauen<br />

Ihr Partner bei<br />

der Bewertung der<br />

■ Fachkunde<br />

■ technischen<br />

Leistungsfähigkeit<br />

■ technischen<br />

Zuverlässigkeit<br />

der ausführenden<br />

Unternehmen<br />

neutral – fair –<br />

zuverlässig<br />

Gütesicherung Kanalbau<br />

steht für eine objektive<br />

Bewertung nach einheitlichem<br />

Maßstab<br />

Gütesicherung Kanalbau RAL-GZ 961<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 373


SYMPOSIUM 25. und 26. April <strong>2013</strong><br />

Regenwasserbewirtschaftung:<br />

Stormwater Management<br />

auf der WASSER BERLIN INTERNATIONAL <strong>2013</strong><br />

TOP-THEMA<br />

IN BERLIN:<br />

Nachhaltiger<br />

Umgang mit<br />

Regenwasser<br />

In Kooperation mit dem Beuth-Verlag und dem Bund<br />

der Ingenieure für <strong>Wasser</strong>wirtschaft, Abfallwirtschaft<br />

und Kulturbau e.V. (BWK) veranstaltet die technischwissenschaftliche<br />

Fachzeitschrift <strong>gwf</strong>-<br />

<strong>Wasser</strong>|<strong>Abwasser</strong> am 25. und 26. April<br />

<strong>2013</strong> ein Symposium zum nachhaltigen<br />

Umgang mit Regenwasser im Rahmen der<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL. Hochkarätige<br />

Referenten werden zum Stand der<br />

Forschung, über die aktuelle Gesetzeslage<br />

sowie über Projekte im In- und Ausland<br />

berichten. Auf einer Fachexkursion zur<br />

Rummelsburger Bucht im Osten <strong>Berlin</strong>s<br />

lassen sich Grundlagen und Ausführung<br />

dezentraler Regenwasserbewirtschaftung<br />

aus der Nähe in Augenschein<br />

nehmen.<br />

Anmeldung bei:<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Sandra Jerat<br />

jerat@messe-berlin.de<br />

Tel.: +49 (0)30 / 3038-2341<br />

Fax: +49 (0)30 / 3038-2079<br />

Anmeldung für die Exkursion/<br />

Abendveranstaltung bei:<br />

DIN-Akademie<br />

Sarah Mareike Sternheim<br />

sarah_mareike.sternheim@beuth.de<br />

Tel.: +49 (0)30 / 2601-2868<br />

Fax: +49 (0)30 / 2601-42868<br />

Die Kosten für die Exkursion betragen<br />

25,00 EUR inkl. Bus-Shuttle zur Rummelsburger<br />

Bucht.


Eine Veranstaltung von<br />

Unsere Themen und Referenten:<br />

Donnerstag, 25. April <strong>2013</strong>, Vormittags Exkursion<br />

13:00 Uhr Begrüßung, Dr.-Ing. Heiko Sieker,<br />

Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH, <strong>Berlin</strong><br />

13:35 Uhr Bestandsaufnahme und Ausblick für<br />

die Regenwasserbewirtschaftung<br />

Prof. Dr. Friedhelm Sieker,<br />

Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH, <strong>Berlin</strong><br />

14:05 Uhr Regenwasserbewirtschaftung in den<br />

Niederlanden<br />

Dr. Govert Geldof, Ingenieurbüro Geldof, Niederlande<br />

14:35 Uhr Stromwater Management in Scotland<br />

Brian D‘Arcy, Environmental Consultant, Scotland<br />

15:05 Uhr Regenwassermanagement in <strong>Berlin</strong><br />

Matthias Rehfeld-Klein, Senatsverwaltung für<br />

Stadtentwicklung und Umwelt, <strong>Berlin</strong><br />

15:30 Uhr Pause<br />

16:00 Uhr Regenwassermanagement bei<br />

großflächigen Gewerbe- und<br />

Logistikansiedlungen<br />

Dr. Mathias Kaiser, KaiserIngenieure, Dortmund<br />

16:30 Uhr Regenwassermanagement –<br />

Erfahrungen aus der Emscherregion<br />

Michael Becker, Abt.-Ltr. <strong>Wasser</strong>wirtschaft,<br />

Emschergenossenschaft/Lippeverband<br />

17:00 Uhr Zusammenfassung der Vorträge<br />

Dr.-Ing. Heiko Sieker,<br />

Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH, <strong>Berlin</strong><br />

17:15 Uhr Firmenpräsentationen<br />

17:45 Uhr Übergang zum Get-Together/Messehalle<br />

Ca. 21:00 Uhr Ende Get-Together<br />

Freitag, 26. April <strong>2013</strong><br />

9:00 Uhr Begrüßung, Dr.-Ing. Heiko Sieker,<br />

Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH, <strong>Berlin</strong><br />

09:15 Uhr Aktuelle Entwicklungen im technischen<br />

Regelwerk für Regenwetterabflüsse<br />

Prof. Dr. Theo Schmitt, TU Kaiserslautern, DWA<br />

09:45 Uhr Immissionsorientierte Misch- und Niederschlagswasserbehandlung<br />

nach BWK-<br />

M3/M7: Erfahrungen und Perspektiven<br />

aus einem Jahrzehnt Anwendungspraxis<br />

Prof. Dr. Dietrich Borchardt, TU Dresden, Department<br />

Aquatische Ökosystemanalyse und Management,<br />

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ<br />

10:15 Uhr Regenwassernutzung – nationale und<br />

internationale Normung<br />

Prof. Dr.-Ing. Martin Oldenburg, Hochschule Ostwestfalen-Lippe,<br />

FB Umweltingenieurwesen und<br />

Angewandte Informatik<br />

10:45 Uhr Pause<br />

11:15 Uhr Bauaufsichtliche Zulassungen von<br />

dezentralen Niederschlagswasserbehandlungsanlagen<br />

Prof. Dr.-Ing. habil. Antje Welker,<br />

FH Frankfurt, FG Siedlungswasserwirtschaft<br />

11:45 Uhr Zukunftsaufgabe Multicodierung: urbane<br />

Stadträume und Flächen für die Regenwasserbewirtschaftung<br />

– Herausforderungen,<br />

Stolpersteine und Strategien<br />

Prof. Dr. Carlo W. Becker, bgmr Landschaftsarchitekten<br />

<strong>Berlin</strong>/Leipzig / BTU Cottbus<br />

12:15 Uhr Podiumsdiskussion<br />

12:45 Uhr Ende des Symposiums<br />

WEITERE PROGRAMMPUNKTE Unternehmenspräsentationen, Podiumsdiskussionen,<br />

Abendveranstaltung und Exkursion „Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung im<br />

Wohngebiet Rummelsburger Bucht in <strong>Berlin</strong>“


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL <strong>2013</strong>:<br />

Vier Tage rund um das Thema „<strong>Wasser</strong>“<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft aus aller Welt trifft sich seit 50 Jahren in <strong>Berlin</strong><br />

Die <strong>Wasser</strong>wirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die Schlüsselthemen sind Klimawandel, Bevölkerungswachstum,<br />

demografischer Wandel und Energieeffizienz. Um diese Herausforderungen zu meistern,<br />

müssen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und öffentliche Verwaltung eng zusammenarbeiten. Viele Fragen<br />

sind nur grenzüberschreitend zu lösen und unterstreichen den internationalen Aspekt dieser Aufgaben. Eine<br />

zentrale Rolle spielen dabei innovative Technologien und der gegenseitige Erfahrungsaustausch.<br />

© Messe <strong>Berlin</strong><br />

Für beides hat WASSER BERLIN<br />

INTERNATIONAL eine ideale<br />

Plattform geschaffen. 1963 in <strong>Berlin</strong><br />

ge startet, findet die Veranstaltung<br />

in diesem Jahr vom 23. bis 26. April<br />

in <strong>Berlin</strong> statt – und das zum 15. Mal.<br />

Erwartet werden rund 30 000 Fachbesucher,<br />

die sich bei 600 Ausstellern<br />

auf über 40 000 Quadratmetern<br />

Hallenfläche über neueste Entwicklungen<br />

– darunter viele Weltneuheiten<br />

– informieren wollen. Entsprechend<br />

breit ist das Themenspektrum.<br />

Es umfasst alle Stufen der<br />

Wertschöpfungskette und reicht<br />

von den Bereichen Trinkwassergewinnung<br />

und <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

über den Rohrleitungsbau bis zur<br />

<strong>Wasser</strong>entsorgung und <strong>Abwasser</strong>aufbereitung.<br />

Besondere Beachtung<br />

finden dabei auch Komponenten<br />

und IT-Lösungen, die zur Steuerung<br />

moderner Anlagen immer<br />

wichtiger werden. Darüber hinaus<br />

wurden die Segmente der klassischen<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft erstmals<br />

um die besonderen Anforderungen<br />

wasserintensiver Gewerbe- und<br />

Industriebetriebe ergänzt. Die Veranstaltung<br />

gilt in der Branche als<br />

Leitmesse, die sich in einem<br />

360-Grad-Ansatz ausschließlich auf<br />

das Thema „<strong>Wasser</strong>“ konzentriert.<br />

Und das in diesem Jahr mit einer<br />

wichtigen Neuerung. Zu ausgesuchten<br />

Themenschwerpunkten<br />

wurden sechs Kompetenz-Zentren<br />

eingerichtet. Als eigenständige<br />

Bereiche haben sie die Aufgabe,<br />

gezielt Aussteller und Fachbesucher<br />

themenspezifisch zusammenzuführen<br />

und die Schlüsselthemen der<br />

Messe hervorzuheben. Im Einzelnen<br />

handelt es sich dabei um das Kompetenz-Zentrum<br />

„Bildung und Forschung“<br />

(Halle 3.2), auf dem der<br />

Austausch über wissenschaftliche<br />

Er kenntnisse und neue technologische<br />

Entwicklungen im Mittelpunkt<br />

steht. Das Kompetenz-Zentrum<br />

„In dustriewasser“ (Halle 3.2) zeigt die<br />

Bedeutung von <strong>Wasser</strong> in den Prozessabläufen<br />

der verschiedenen<br />

Branchen und beschreibt neue,<br />

zukunftsträchtige Geschäftsfelder.<br />

Im Kompetenz-Zentrum „Innovation“<br />

(Halle 2.2) berichten junge aufstrebende<br />

Unternehmen über ihre<br />

neuesten Entwicklungen. Große IT-<br />

Unternehmen und Dienstleister<br />

treffen sich im Kompetenz-Zentrum<br />

„IT in der <strong>Wasser</strong>wirtschaft“ (Halle<br />

4.2), um Perspektiven in Anwen-<br />

April <strong>2013</strong><br />

376 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

dungsgebieten wie dem Messwesen<br />

oder der elektronischen Datenverarbeitung<br />

zu diskutieren. Und im<br />

Kompetenz-Zentrum „Leitungsbau“<br />

(Halle 1.2) werden Weiterentwicklungen,<br />

die vom konventionellen<br />

Leitungsbau über das grabenlose<br />

Bauen bis zum Mikrotunnelbau und<br />

zur Kanalsanierung reichen, vorgestellt.<br />

In dem Kompetenz-Zentrum<br />

„Brunnenbau und Bohrtechnik“<br />

(Halle 4.2) geht es um Innovationen<br />

im Bereich der <strong>Wasser</strong>gewinnung<br />

bis hin zur Geothermie.<br />

Kongress, Foren und<br />

Symposien<br />

Begleitet wird die Fachmesse traditionell<br />

von einem Fachkongress.<br />

Unter dem Titel „Innovative Konzepte,<br />

Maßnahmen und Technologien<br />

einer zukunftsweisenden<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft“ wird er vom Verein<br />

<strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong> e.V. organisiert.<br />

Dabei dreht sich in vier Diskussionsforen<br />

alles um den Kreislauf des<br />

<strong>Wasser</strong>s – vom flächendeckenden<br />

Gewässerschutz bis hin zur Behandlung<br />

des <strong>Abwasser</strong>s. Hinzu kommt<br />

ein breitgefächertes Fachprogramm,<br />

das unterschiedlichste Aspekte der<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft gezielt vertieft.<br />

Ein Highlight ist dabei das Symposium<br />

Regenwasserbewirtschaftung,<br />

das von der technisch-wissenschaftlichen<br />

Fachzeitschrift <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong><br />

| <strong>Abwasser</strong> in Kooperation mit<br />

dem Beuth-Verlag und dem Bund<br />

der Ingenieure für <strong>Wasser</strong>wirtschaft,<br />

Abfallwirtschaft und Kulturbau e.V.<br />

(BWK) organisiert wird.<br />

Im Mittelpunkt stehen Umweltund<br />

Gewässerschutz sowie vorbeugende<br />

Maßnahmen gegen Hochwasserereignisse.<br />

Hierzu referieren<br />

anerkannte Experten auf dem<br />

Gebiet der Siedlungswasserwirtschaft<br />

und der Stadt- und Landschaftsplanung<br />

über den richtigen<br />

Umgang mit Niederschlägen. An -<br />

schauliche Beispiele aus der Praxis<br />

verdeutlichen, wie die gewonnenen<br />

Erkenntnisse in die DIN-Normung<br />

und in das technische Regelwerk<br />

einfließen. Darüber hinaus findet<br />

am 24. April das 8. <strong>International</strong>e<br />

Leitungsbausymposium statt. Als<br />

führende Veranstaltung ihrer Art<br />

behandelt sie die Themen „Netzmanagement<br />

und Instandhaltung“<br />

sowie „Herausforderungen an Netze<br />

im Zuge der Energiewende“. Der<br />

Bezug zur Praxis wird einen Tag später,<br />

am 25. April, auf der Schaustelle<br />

WASSER BERLIN INTERNA TIONAL hergestellt.<br />

Diese Veranstaltung – in<br />

der Fachwelt bislang bekannt als<br />

„Baustellentag“ – stellt Rohrleitungsbauverfahren<br />

sowie Verfahren<br />

der Trinkwasserversorgung und<br />

<strong>Abwasser</strong>reinigung vor. Die Teilnehmer<br />

erleben vor Ort, wie moderne<br />

und innovative Verfahren und Bauvorhaben<br />

in der Praxis umgesetzt<br />

werden. Mit innovativen Bauverfahren<br />

befasst sich auch die erste NO<br />

DIG BERLIN. Sie besteht aus einem<br />

Kongress mit Ausstellung und informiert<br />

über die Anwendung grabenloser<br />

Technologien. DVGW und<br />

figawa führen gemeinsam das Brunnenbausymposium<br />

durch, auf dem<br />

neueste Entwicklungen, wie beispielsweise<br />

die Grundwassergefährdung<br />

durch Fracking, diskutiert werden.<br />

Einen ganz anderen Schwerpunkt<br />

setzt die <strong>International</strong>e<br />

Ozonvereinigung. Im Rahmen des<br />

Symposiums werden die Ergebnisse<br />

aus aktuellen Forschungsprojekten<br />

vorgestellt. Einen besonderen<br />

Schwerpunkt bildet dabei die Reduzierung<br />

von Schadstoffen im Oberflächengewässer,<br />

Trinkwasser und<br />

<strong>Abwasser</strong> durch den Einsatz von<br />

Ozon. Weitere Veranstaltungen zu<br />

aktuellen Branchenentwicklungen<br />

runden das Themenspektrum ab.<br />

Starke <strong>International</strong>ität<br />

Dass die <strong>Berlin</strong>er <strong>Wasser</strong>fachmesse<br />

einen starken internationalen Charakter<br />

hat, wird durch die einzelnen<br />

Veranstaltungen unterstrichen. In<br />

diesem Jahr liegt ein besonderer<br />

Akzent auf den Ländern der arabischen<br />

Region. Der Anlass: ACWUA,<br />

der Verband arabischer <strong>Wasser</strong>unternehmen<br />

aus 17 Ländern mit Sitz in<br />

Amman, ist offizieller Partner der<br />

Veranstaltung. Im Rahmen der<br />

Zusammenarbeit gibt es ein arabisches<br />

Forum, das sich mit der <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

in der Region befasst<br />

und eine interessante Diskussionsplattform<br />

zu brandaktuellen Themen<br />

im Nahen Osten bietet. Beste Voraussetzungen,<br />

um Geschäfts potenziale<br />

auszuloten, da in der Region ein großer<br />

Bedarf am Ausbau einer leistungsfähigen<br />

<strong>Wasser</strong> infrastruktur<br />

besteht. Darüber hinaus können täglich<br />

kostenlos die internationalen<br />

Länderforen in den Hallen der Fachmesse<br />

besucht werden. Von der<br />

Deutschen Verei nigung für <strong>Wasser</strong>wirtschaft,<br />

<strong>Abwasser</strong> und Abfall e.V.<br />

(DWA), in Kooperation mit German<br />

Water Part nership veranstaltet, dreht<br />

sich hier alles um ausgesuchte internationale<br />

<strong>Wasser</strong>märkte, deren<br />

Probleme und das Aufzeigen von<br />

Lösungsansätzen. „Ein Slogan von<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

lautet: Mehr <strong>Wasser</strong> geht nicht. Und<br />

dieser Slogan ist Programm. Ich bin<br />

überzeugt, dass nicht nur jeder Messeteilnehmer<br />

genau das findet, was<br />

er sucht, sondern auch wichtige<br />

Anregungen für seine Arbeit mitnehmen<br />

kann“, bringt Cornelia Wolff<br />

von der Sahl, die verantwortliche<br />

Projektleiterin, den Anspruch der<br />

Veranstaltung auf den Punkt.<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 377


NewYork<br />

London<br />

Casino<br />

FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Hallenübersicht<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

23. - 26. April <strong>2013</strong><br />

Messe <strong>Berlin</strong><br />

WASSER BERLIN<br />

INTERNATIONAL <strong>2013</strong><br />

Paris<br />

<strong>Berlin</strong><br />

Eingang Süd<br />

Fertigstellung Ende <strong>2013</strong><br />

Stand: 24.01.<strong>2013</strong><br />

Änderungen vorbehalten<br />

Rohrleitungsbau, Kompetenz-Zentrum Leitungsbau<br />

NO DIG BERLIN<br />

<strong>Wasser</strong>ver- & -entsorgung, <strong>Wasser</strong>aufbereitung<br />

Verbände, Kompetenz-Zentrum Innovation<br />

Rohre (Kunststoff, Guss, Steinzeug, Stahl, Beton)<br />

Verbände, <strong>International</strong>es Forum<br />

Kompetenz-Zentrum Bildung & Forschung<br />

Kompetenz-Zentrum Industriewasser<br />

Armaturen, Brunnenbau, Pumpen, Geothermie, Verbände<br />

Kompetenz-Zentrum Brunnenbau und Bohrtechnik<br />

Mess-, Regel- und Analysetechnik<br />

Kompetenz-Zentrum IT in der <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

WASsERLEBEN Publikumsausstellung<br />

Kongress und Fachsymposien<br />

Fachbesucherregistrierung<br />

Kongressregistrierung<br />

Freigelände<br />

Messeleitung, Presse<br />

Young Water Professionals Lounge<br />

Offizieller Partner ACWUA<br />

(Arab Countries Water Utilities<br />

Association)<br />

Messe <strong>Berlin</strong> GmbH · Messedamm 22 ·14055 <strong>Berlin</strong> · Germany<br />

Telefon + 49(0)30 / 3038-2148 · Fax +49(0)30 / 3038-2079<br />

www.wasser-berlin.de · wasser@messe-berlin.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

378 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Offizieller Partner<br />

www.wasser-berlin.de/BigPicture


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Rückblick und Ausblick<br />

50 Jahre WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Arnd Böhme<br />

Vom 23. bis 26. April <strong>2013</strong> findet die „WASSER BERLIN INTERNATIONAL – Fachmesse und Kongress <strong>Wasser</strong><br />

und <strong>Abwasser</strong>“ auf dem Messegelände in <strong>Berlin</strong> statt. Die Messe <strong>Berlin</strong> richtet die Veranstaltung seit dem Start<br />

vor 50 Jahren nunmehr bereits zum 15. Mal aus.<br />

Die WASSER BERLIN INTERNA-<br />

TIONAL feiert Jubiläum. Vor<br />

50 Jahren fand der Branchentreff<br />

zum ersten Mal im Westen der<br />

geteilten Stadt <strong>Berlin</strong> statt.<br />

Nach dem Mauerbau im Jahr<br />

1961 war es ein besonderes Anliegen<br />

der Politik gewesen, attraktive<br />

Kongress- und Messeveranstaltungen<br />

nach <strong>Berlin</strong> zu holen. Auf Anregung<br />

von Prof. Heinrich Preß,<br />

damals Ordinarius für <strong>Wasser</strong>bau<br />

und <strong>Wasser</strong>wirtschaft an der Technischen<br />

Universität <strong>Berlin</strong>, wurde<br />

also der erste Kongress mit Ausstellung<br />

– WASSER BERLIN – ins Leben<br />

gerufen.<br />

Als Schirmherr eröffnete der<br />

damalige Bundespräsident Heinrich<br />

Lübke die zweiwöchige Veranstaltung<br />

am 22. Mai 1963. Lübke hatte<br />

sich damals persönlich dafür eingesetzt,<br />

dass die Veranstaltung in <strong>Berlin</strong><br />

und nicht in Wies baden durchgeführt<br />

wurde.<br />

Träger der Veranstaltung waren<br />

fünf Bundesministerien, ihre nachgeschalteten<br />

Bundesanstalten so -<br />

wie alle Bundesländer, des Weiteren<br />

23 mit dem Fach verbundene In -<br />

stitutionen und Verbände, darunter<br />

unter anderen ATV (jetzt DWA), BDI,<br />

DVGW, DVWK, FIGAWA und VKU.<br />

Neben dem Fachkongress, der<br />

vorrangig Themen des Gewässerausbaus,<br />

der Reinhaltung der<br />

Gewässer, der <strong>Abwasser</strong>behandlung<br />

und der <strong>Wasser</strong>kraftnutzung behandelte,<br />

wurde ein ideelles Ausstellungsprogramm<br />

ausgerichtet, an<br />

dem sich Ministerien und Institutionen<br />

sowie 166 Firmen beteiligten.<br />

Gründung des Vereins<br />

Kongress und Ausstellung<br />

<strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong><br />

Auf Veranlassung der Bundesländer<br />

und des Bundes gründeten die<br />

Fachverbände am 3. März 1965 in<br />

Freiburg im Breisgau den Verein<br />

„Kongress und Ausstellung <strong>Wasser</strong><br />

<strong>Berlin</strong>“. Folgender Beschluss wurde<br />

gefasst: „Der Verein hat die Aufgabe,<br />

alle vier Jahre einen deutschen<br />

<strong>Wasser</strong>kongress in <strong>Berlin</strong> zu veranstalten,<br />

der dem Erfahrungsaustausch<br />

der <strong>Wasser</strong>wirtschaftler aller<br />

Fachsparten dienen wird. Der Kongress<br />

soll gleichzeitig mit einer<br />

Fachausstellung verbunden sein,<br />

auf der die der <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

dienende Industrie ihre Erzeugnisse<br />

vorstellen soll“. Die Fachverbände<br />

wurden Mitglieder. Bund und<br />

Länder dagegen nicht. Allerdings<br />

behielten sich diese einen entsprechenden<br />

Einfluss auf die Finanzierung<br />

vor, die schließlich je zur Hälfte<br />

von Bund und Ländern geleistet<br />

wurde.<br />

In der Satzung wurde außerdem<br />

geregelt, dass der jeweils für den<br />

Umweltschutz zuständige Senator<br />

in <strong>Berlin</strong> Vorsitzender des Vereins<br />

sein sollte. Seit dem Jahr 2003 wird<br />

der Vorsitzende nunmehr aus der<br />

Mitte des Vorstandes gewählt. Derzeit<br />

hat Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender<br />

der <strong>Berlin</strong>er <strong>Wasser</strong>betriebe,<br />

dieses Amt inne. Im Vorstand<br />

und in den Fachgremien des Vereins,<br />

in denen sich Fachleute aus<br />

den Mitgliedsinstitutionen engagieren,<br />

besteht die Hauptaufgabe<br />

darin, das Fachkongressprogramm<br />

zu erstellen.<br />

WASSER BERLIN 1973: Dr.-Ing. Heinz Tessendorff, <strong>Berlin</strong>er <strong>Wasser</strong>betriebe;<br />

Bundesinnenminister Gerhart Baum; Dir. Horst-Ludwig Stein,<br />

Hauptgeschäftsführer AMK-<strong>Berlin</strong>; Arnd Böhme, Geschäftsführer<br />

FIGAWA; ein Vertreter der LAWA; Dir. Mosler, Eternit (v.r.n.l.).<br />

Der zweite Kongress mit<br />

Ausstellung <strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong><br />

im Mai 1968<br />

Im Mai 1968 eröffnete die damalige<br />

Bundesministerin für Gesundheitswesen,<br />

Käte Strobel, die zweite<br />

WASSER BERLIN unter dem Gene-<br />

April <strong>2013</strong><br />

380 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

ralthema „<strong>Wasser</strong> im Dienste des<br />

Menschen“. Prof. Siegfried Balke,<br />

Bundesminister für Atomenergie<br />

und <strong>Wasser</strong>wirtschaft (so etwas gab<br />

es damals!) hielt einen Festvortrag<br />

„Über die Bedeutung des <strong>Wasser</strong>s<br />

in der modernen Industriegesellschaft“.<br />

Eine Reihe industrieller Aussteller<br />

begleitete den Kongress.<br />

Die dritte WASSER BERLIN<br />

im Mai 1973<br />

Schirmherr der dritten WASSER<br />

BERLIN war der damals amtierende<br />

Bundespräsident Gustav Heinemann.<br />

Hans Dietrich Genscher, Bundesminister<br />

des Inneren, hielt die<br />

Eröffnungsrede zum Thema „<strong>Wasser</strong>wirtschaftspolitik<br />

der Bundesrepublik<br />

Deutschland“. Über „Das<br />

<strong>Wasser</strong> in der Umweltpolitik der<br />

Euro päischen Gemeinschaft“ sprach<br />

EG-Vizepräsident Carlo Scarasica-<br />

Mugnozza. Auch beim Kongressprogramm<br />

wurde über die bundesrepublikanischen<br />

Grenzen geblickt:<br />

mit dem Themenblock „<strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

in Entwicklungsländern“. Zum<br />

ersten Mal waren auch ausländische<br />

Aussteller auf der Messe vertreten.<br />

Erstmals beteiligte sich der<br />

DVGW an der WASSER BERLIN und<br />

veranstaltete hier seine 27. <strong>Wasser</strong>fachliche<br />

Aussprachetagung. Die<br />

begleitende Ausstellung fand im<br />

Verbund mit der damaligen „Deutschen<br />

Industrieausstellung“ statt,<br />

die gleichermaßen unter dem<br />

Leitthema „<strong>Wasser</strong>“ stand. Weitere<br />

Premiere: Die FIGAWA (Bundesvereinigung<br />

der Firmen im Gas- und<br />

<strong>Wasser</strong>fach) und der Rohrleitungsbauverband<br />

RBV organisierten den<br />

ersten Gemeinschaftstand für die<br />

von ihnen vertretenen Firmen.<br />

Laufe der Zeit dazu, dass immer<br />

mehr Vereinsmitglieder zusätzliche,<br />

eigene Veranstaltungen um den<br />

Kongress herum ansiedelten.<br />

Der DVGW/BGW war wieder mit<br />

der „<strong>Wasser</strong>fachlichen Aussprachetagung<br />

(wat)“ vertreten, außerdem<br />

die Fachgruppe <strong>Wasser</strong>chemie und<br />

die Frontinus-Gesellschaft mit einem<br />

Symposium über die „histo rische<br />

Entwicklung der <strong>Wasser</strong>versorgung“.<br />

Der FIGAWA war es gelungen, zum<br />

ersten Mal ein „Interna tionales Symposium<br />

Ozon und <strong>Wasser</strong>“ der <strong>International</strong>en<br />

Ozon Association (IOA)<br />

für <strong>Berlin</strong> zu gewinnen.<br />

Die fünfte WASSER BERLIN<br />

im Jahr 1981<br />

Im 1979 neu eröffneten <strong>International</strong>en<br />

Congress Centrum (ICC)<br />

gelang der WASSER BERLLIN endgültig<br />

der internationale Durchbruch.<br />

Die Veranstaltung wurde von<br />

Staatssekretär im Bundesministerium<br />

des Inneren, Günter Hartkopf,<br />

eröffnet. Zum dritten Mal in Folge<br />

war der DVGW/BGW wieder mit der<br />

wat vertreten. Der DELIWA-Verein<br />

e.V. beging hier gleichzeitig mit<br />

seiner 34. Haupttagung sein 75-jähriges<br />

Bestehen. Unter den Fachveranstaltungen<br />

herausragend war der<br />

zum ersten Mal in Deutschland<br />

durchgeführte 5. Ozon-Weltkongress<br />

der IOA, einer im Jahr 1970 in<br />

Washington gegründeten Organisation.<br />

Referenten aus den USA, Asien<br />

und Europa fanden ein interessiertes<br />

Publikum. Da die Deutsche<br />

Industrieausstellung nicht mehr in<br />

<strong>Berlin</strong> stattfand, hatte die <strong>Berlin</strong>er<br />

Messe mit dem Beirat der WASSER<br />

BERLIN für Ersatz gesorgt. So fand<br />

Programm der Eröffnungsfeier<br />

am 30. März 1981.<br />

zum ersten Mal die „1. Inter nationale<br />

Fachmesse <strong>Wasser</strong>versorgung“<br />

unter der ideellen Trägerschaft<br />

der FIGAWA und der <strong>International</strong><br />

Water Supply Association<br />

(IWSA) statt.<br />

Das Jahr 1981 war auch das Geburtsjahr<br />

der ideellen Fachschau zur<br />

WASSER BERLIN. Unter dem Motto<br />

„Unser <strong>Wasser</strong>, unsere Zukunft“<br />

beteiligten sich schon vor über drei<br />

Jahrzehnten 30 Institutionen an der<br />

Veranstaltung – unter anderem die<br />

Stiftung „Jugend forscht“.<br />

Die beteiligten Industrieverbände<br />

im Jahr 1981 waren:<br />

##<br />

Beratungsstelle für Stahlverwendung<br />

##<br />

Bundesverband der Deutschen<br />

Industrie<br />

##<br />

Fachgemeinschaft gusseiserne<br />

Rohre<br />

▶▶<br />

Die vierte WASSER BERLIN<br />

im Mai 1977<br />

Die Abstände zwischen den Veranstaltungen<br />

wurden kürzer: Die<br />

WASSER BERLIN ging nun im Vier-<br />

Jahres-Rhythmus an den Start. Im<br />

Mai 1977 stand das Branchentreffen<br />

unter dem Motto „<strong>Wasser</strong> ist Lebensstoff<br />

– <strong>Wasser</strong> ist überall“. Das attraktive<br />

Kongressprogramm führte im<br />

FIGAWA<br />

Gemeinschaftsstand<br />

auf der<br />

WASSER<br />

BERLIN 1973.<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 381


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Plakat und<br />

Eintrittskarte<br />

zur fünften<br />

WASSER<br />

BERLIN.<br />

##<br />

Hauptverband der Deutschen<br />

Bauindustrie<br />

##<br />

der Kunststoffrohrverein<br />

##<br />

der Verband der Chemischen<br />

Industrie<br />

##<br />

der Verband Deutscher<br />

Maschinen- und Anlagenbau<br />

##<br />

der Zentralverband der<br />

Elektrotechnischen Industrie<br />

Die beteiligten Fachverbände im<br />

Jahr 1981 waren:<br />

##<br />

DVGW/BGW<br />

##<br />

Fachgruppe <strong>Wasser</strong>chemie<br />

##<br />

Österreichische Vereinigung<br />

für das Gas- und <strong>Wasser</strong>fach<br />

(ÖVGW)<br />

##<br />

Schweizerischer Verein von<br />

Gas- und <strong>Wasser</strong>fachmännern<br />

(SVGW)<br />

##<br />

DVGW, FIGAWA und RBV mit<br />

einem gemeinsamen Informationsstand<br />

Die Kombination aus Fachkongress<br />

und Fachmesse wurde zum „Markennzeichen“<br />

der WASSER BERLIN,<br />

dies prägt sie bis heute gegenüber<br />

anderen Fachmessen. Die Teilnehmer<br />

am Kongress sind gleichzeitig<br />

auch Messebesucher, was den Ausstellern<br />

zugutekommt.<br />

Billet für die IFW ´85 –<br />

nterna tionale Messe<br />

<strong>Wasser</strong>versorgung.<br />

Die sechste WASSER BERLIN<br />

im Jahr 1985<br />

Zielkonflikte in der <strong>Wasser</strong>nutzung<br />

wurden im internationalen Rahmen<br />

dargestellt. Unter dem Dach von<br />

WASSER BERLIN fanden wieder<br />

zahlreiche Veranstaltungen statt:<br />

Die wat zum Thema <strong>Wasser</strong>verteilung,<br />

das <strong>International</strong>e Ozon-Symposium<br />

der IOA, IWSA Fachkonferenzen,<br />

zum ersten Mal ein Rohrleitungsbauforum<br />

des RBV, ein<br />

Talsperrenforum des Nationalen<br />

Komitees der <strong>International</strong>en Kommission<br />

für große Talsperren in<br />

Deutschland (DNK) und ein Bewässerungsforum.<br />

Die siebte WASSER BERLIN<br />

im April 1989<br />

Qualitätsziele und Instrumente zur<br />

Pflege und Bewirtschaftung von<br />

Gewässern und öffentlicher <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

wurden in verschiedenen<br />

Themengruppen vorgestellt.<br />

Die Ergebnisse wurden im Oktober<br />

1990 zusammengefasst und unter<br />

der Überschrift „Boden- und Grundwasserschutz“,<br />

„Schutz der Oberflächengewässer“<br />

und „öffentliche<br />

<strong>Wasser</strong>versorgung“ herausgegeben.<br />

Wie bereits im Jahr 1985 standen<br />

zahlreiche Veranstaltungen<br />

auf dem Programm: wat (DVGW/<br />

BGW), Ozon-Symposium, IWSA-<br />

Konferenzen, Rohrleitungsbau-<br />

Symposium, DELIWA-Ausbildungs-<br />

Symposium, Deutsches Talsperren-<br />

Symposium, BWK-Bewässerungs-<br />

Symposium.<br />

Die gleichzeitig stattfindende<br />

„3. <strong>International</strong>e Fachmesse <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

(IFW)“ und die Info-<br />

Schau „Wir und das <strong>Wasser</strong>“ fanden<br />

ein vielköpfiges internationales<br />

Fachpublikum, was den Erfolg des<br />

Konzeptes einer Kombination aus<br />

Fachkongress und Fachmesse<br />

bestätigte.<br />

Bereits im Jahr 1989 warf die ein<br />

Jahr später vollzogene deutsche<br />

Einheit ihre Schatten voraus: Die<br />

„Kammer der Technik“ stellte als<br />

Technisch-wissenschaftlicher Verein<br />

der DDR einen Antrag auf Aufnahme<br />

in den Verein WASSER BER-<br />

LIN. Trotz der Vorbehalte einiger<br />

politischer Vertreter gegenüber<br />

einem DDR-Verein in einer westdeutschen<br />

Vereinigung wurde dem<br />

Antrag stattgegeben. Somit hatten<br />

Verein und Messe nunmehr die Aufgabe,<br />

die folgende WASSER BERLIN<br />

als gesamtdeutsche Veranstaltung<br />

vorzubereiten.<br />

Die achte WASSER BERLIN<br />

im April 1993<br />

Die Veranstaltung im Jahr 1993<br />

stand nach den gewaltigen politischen<br />

Änderungen ganz im Zeichen<br />

der geöffneten Grenzen. Die Stadt<br />

<strong>Berlin</strong> gewann ihre zentrale Bedeutung<br />

in Europa als Mittlerin zwischen<br />

Ost und West wieder. Ganz folgerichtig<br />

war daher das Motto des Kongresses<br />

„<strong>Wasser</strong>wirtschaft am Beispiel<br />

der Flussgebiete Rhein, Donau,<br />

Elbe und Oder“. Denn zum ersten<br />

Mal war eine ungehinderte grenzüberschreitende<br />

Betrachtungsweise<br />

auf die ökologischen und ökonomischen<br />

Verhältnisse in allen europäischen<br />

Flussgebieten möglich.<br />

Die nunmehr in Gesamtdeutschland<br />

wiedervereinten Fachorganisationen<br />

beteiligen sich mit ihren<br />

Fachtagungen: DVGW/BGW mit der<br />

wat, IWSA mit einer 4-tägigen Konferenz,<br />

die IOA mit dem <strong>International</strong>en<br />

Ozonsymposium, der RBV<br />

April <strong>2013</strong><br />

382 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

startete mit einem „<strong>International</strong>en<br />

Rohrleitungsbau-Symposium“, welches<br />

durch einen von den <strong>Berlin</strong>er<br />

<strong>Wasser</strong>betrieben, dem DVGW und<br />

dem RBV veranstalteten „Baustellentag“<br />

ergänzt wurde und bei den<br />

Praktikern großen Anklang fand. Die<br />

Öffnung der Grenzen brachte für die<br />

„<strong>International</strong>e Fachmesse für <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

und Gewässerschutz<br />

(IFW)“ einen gewaltigen Ausstellerund<br />

Besucherschub. Besonders für<br />

Besucher aus Mitteldeutschland<br />

und Osteuropa zeigte sich <strong>Berlin</strong> als<br />

attraktiver Messeplatz.<br />

Die neunte WASSER BERLIN<br />

im April 1997<br />

Nun war <strong>Berlin</strong> wieder als deutsche<br />

Hauptstadt Gastgeber. In vier<br />

Schwerpunktthemen – <strong>Wasser</strong>politik<br />

in Europa, <strong>Wasser</strong>management,<br />

Gewässerentwicklung und <strong>Wasser</strong>technologie<br />

– zeigten internationale<br />

Referenten auf der WASSER<br />

BERLIN den Stand des Wissens auf.<br />

DVGW/BGW mit der wat waren<br />

wie auch die IOA mit dem <strong>International</strong>en<br />

Ozon-Symposium vertreten.<br />

War das 1. <strong>International</strong>e<br />

Rohrleitungsbau-Symposium 1993<br />

dem Schwerpunkt <strong>Abwasser</strong>ableitung<br />

gewidmet, so lautete diesmal<br />

das Motto „Kostengünstige und<br />

umweltfreundliche Verfahren zur<br />

Herstellung und Sanierung von<br />

Rohrleitungen“. Der wieder viel<br />

beachtete „Baustellentag“ griff mit<br />

interessanten Baustellen in <strong>Berlin</strong><br />

dieses Thema zudem auf. Welche<br />

Anforderungen das grenzenlose<br />

Europa an die <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

stellt, stand im Fokus der „Industriemesse<br />

<strong>Wasser</strong> (IFW)“. Mit einem<br />

neuen Messangebot parallel zur<br />

IFW, der „<strong>International</strong>en Fachmesse<br />

Gas (IFG)“, knüpfte der Messeplatz<br />

<strong>Berlin</strong> an eine alte Tradition an.<br />

Denn schon im Jahr 1929 fand unter<br />

dem Funkturm die seinerzeit vielbeachtete<br />

„Deutsche Ausstellung Gas<br />

und <strong>Wasser</strong> 1929“ statt.<br />

In den 1990er-Jahren strichen<br />

Bund und Länder die Finanzierung<br />

des Vereins und somit auch die<br />

finanzielle Unterstützung der Kongressveranstaltung.<br />

Diese Aufgabe<br />

übernahm nun die Messe <strong>Berlin</strong>.<br />

Das erfolgreiche Konzept, zur Messe<br />

einen Fachkongress anzubieten, um<br />

auch für die Aussteller interessante<br />

Kongress-Besucher zu mobilisieren,<br />

blieb erhalten.<br />

Ab diesem Jahr wurde der Veranstaltungsrhythmus<br />

auf drei Jahre<br />

verkürzt.<br />

Die zehnte WASSER BERLIN<br />

im Oktober 2000<br />

Die zehnte Veranstaltung fand wieder<br />

im Verbund mit IFW und IFG<br />

statt. Schwerpunkthemen des Kongresses<br />

waren: „<strong>Wasser</strong>politik in<br />

Europa, nachhaltige Entwicklung<br />

der <strong>Wasser</strong>wirtschaft, Fragen der<br />

Liberalisierung und Privatisierung“.<br />

Der damalige Executive Director,<br />

UNEP, Umweltprogramm der Ver-<br />

▶▶<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 383<br />

Eröffnung<br />

WASSER<br />

BERLIN 1993.<br />

DVGW/<br />

FIGAWA-<br />

Gemeinschaftsstand<br />

1993.<br />

WASSER BERLIN 1993: Friedrich-Carl von Hof,<br />

Präsident der FIGAWA; Dr. Günter Hartkopf, Staatssekretär<br />

im Bundesinnenministerium des Innern,<br />

Bonn; Arnd Böhme, Geschäftsführer FIGAWA,<br />

Hauptgeschäftsführer RBV; Dr.-Ing. Heinz Tessendorf,<br />

IWSA Präsident; Volker von Hassemer,<br />

Umwelt senator <strong>Berlin</strong>; Prof. Dr. Manfred Busche,<br />

Vorstandsvorsitzender Messe <strong>Berlin</strong> (v.l.n.r.).


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

WASSER BERLIN 2000: Links im Vordergrund Arnd<br />

Böhme; rechts daneben unter anderem Dr.-Ing.<br />

Thomas Wagner, Präsident der FIGAWA und<br />

Prof. Dr. Hermann H. Hahn, DWA Präsident.<br />

IWA <strong>Berlin</strong><br />

World Water<br />

Congress 2001,<br />

Bundespräsident<br />

Johannes Rau<br />

(Dritter von<br />

links); Senator<br />

e. h. Peter<br />

Scherer,<br />

Kongresspräsident.<br />

einten Nationen, Nairobi, Prof. Dr.<br />

Klaus Töpfer, eröffnete die WASSER<br />

BERLIN 2000 mit einem Festvortrag<br />

zum Thema: „Nachhaltigkeit in der<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft – eine globale<br />

Überlebensaufgabe“.<br />

Die <strong>International</strong> Water Association<br />

IWA war wieder mit Fachkonferenzen<br />

vertreten. Zum ersten Mal<br />

führte die <strong>International</strong> Ozone Association<br />

(IOA) gemeinsam mit der<br />

<strong>International</strong> Ultra-Violet Association<br />

(IUVA) ein Symposium mit dem<br />

Titel „Ozone and also on UV related<br />

Ozone Technologies“ durch. Neu<br />

war auch ein „Workshop über die<br />

Auswahl von Materialien in Kontakt<br />

mit Trinkwasser“ des Europäischen<br />

Normen Komitees CEN/TC 164 in<br />

Verbindung mit EUREAU der „Vereinigung<br />

der europäischen <strong>Wasser</strong><br />

Ver- und <strong>Abwasser</strong>entsorgungsverbände.<br />

Die IFW 2000 wurde auch<br />

stark von ausländischen Gästen<br />

frequentiert, ebenso die Info-Schau<br />

„<strong>Wasser</strong> ist Zukunft“. Parallel zur IFG<br />

fand im Jahr 2000 die Gasfachliche<br />

Aussprachetagung des DVGW/BGW<br />

statt. Immer mehr wird die WASSER<br />

BERLIN auch von Fachorganisationen<br />

genutzt, um eigene parallele<br />

Veranstaltungen durchzuführen. So<br />

veranstalteten FIGAWA/RBV ihre<br />

Jahrestagung bereits seit den<br />

1980er-Jahren in <strong>Berlin</strong>. Im Jahr<br />

2000 trafen sich zudem Politiker aus<br />

Bund und Ländern zur 55. Umweltministerkonferenz.<br />

Das internationale Ansehen der<br />

WASSER BERLIN war denn auch<br />

Anlass für die Internatonal Water<br />

Association (IWA), ihren 2. Welt-<br />

<strong>Wasser</strong>-Kongress unter dem Titel<br />

„Efficient Water Management –<br />

Making it Happen“ im Oktober 2001<br />

in <strong>Berlin</strong> abzuhalten. Eröffnet wurde<br />

dieses internationale <strong>Wasser</strong>großereignis<br />

vom damaligen Bundesprä<br />

sidenten Johannes Rau.<br />

Die elfte WASSER BERLIN<br />

im April 2003<br />

Die WASSER BERLIN stand im<br />

40. Jahr ihres Bestehens unter<br />

dem Motto „Jahr des Süßwassers“,<br />

welches die UNESCO für das Jahr<br />

2003 ausgegeben hatte. Eröffnet<br />

wurde die Veranstaltung mit einer<br />

Rede des Staatssekretärs im Bundesministerium<br />

für Wirtschaft und<br />

Arbeit im Rahmen eines abendlichen<br />

festlichen Dinners.<br />

Partner waren wieder die IOA<br />

mit dem Ozone-Symposium.<br />

DVGW/ATV-DVWK/<strong>Berlin</strong>er <strong>Wasser</strong>betriebe/BEWAG/GASAG/RBV<br />

veranstalteten<br />

das 4. Rohrleitungsbau-<br />

Symposium „Strategie der Netzinstandhaltung<br />

in Europa“ mit<br />

Baustellentag. Aktuelle Themen für<br />

Brunnenbauer wurden auf den von<br />

FIGAWA und DVGW veranstalteten<br />

3. Brunnenbautagen geboten.<br />

Die nunmehr benannte „Fachmesse<br />

für <strong>Wasser</strong> und <strong>Abwasser</strong>“<br />

fand zum ersten Mal in den neuen<br />

Messehallen mit dem großzügig<br />

gestalteten Messeeingang Süd statt<br />

und war wieder einmal Treffpunkt<br />

für Fachbesucher aus dem In- und<br />

Ausland. Für viele dieser Fachbesucher<br />

ergaben sich Synergieeffekte<br />

durch die parallel stattfindende<br />

Messe IFG mit verschiedenen Fachkonferenzen<br />

zum Thema.<br />

Das besonders große Interesse<br />

von Besuchern aus Osteuropa an<br />

den Veranstaltungen Gas und <strong>Wasser</strong><br />

in <strong>Berlin</strong> sowie die Erweiterung<br />

der Europäischen Union auf weitere<br />

osteuropäische Länder veranlasste<br />

die Messe <strong>Berlin</strong>, im September<br />

2004 eine „Gas + <strong>Wasser</strong> Spezial“<br />

anzubieten. Fast alle wasserfachlichen<br />

Verbände aus Osteuropa<br />

waren mit Informationsständen auf<br />

dieser Messe vertreten.<br />

Die zwölfte WASSER BERLIN<br />

im April 2006<br />

Der Kongress hatte unter anderem<br />

das Thema „Integriertes <strong>Wasser</strong>ressourcenmanagement<br />

in Afrika,<br />

Asien und Lateinamerika“ sowie<br />

ein WaBoLu-Seminar „Trinkwasserversorgung<br />

und Trinkwasserverord-<br />

April <strong>2013</strong><br />

384 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

nung aus hygienischer Sicht“ im<br />

Programm. DVGW/BGW führten<br />

wieder ihre wat durch, IOA ein<br />

Symposium „Ozon und UV – Nachhaltige<br />

Wirkung für Industrie und<br />

Umwelt“. DVGW und FIGAWA veranstalteten<br />

die 4. „Brunnenbautage“.<br />

Zum ersten Mal waren die DWA mit<br />

einem „<strong>Wasser</strong>wirtschaftlichen Kongress“<br />

sowie die Deutsche Meerwasserentsalzungsgesellschaft<br />

(DME) mit ihrer Jahrestagung vertreten.<br />

Parallel fanden IFW und IFG<br />

unter einer von Wirtschaftsthemen<br />

geprägten Überschrift statt: „Suche<br />

nach Wegen zu einer langfristig<br />

sicheren und wettbewerbsintensiveren<br />

Versorgungswirtschaft bei<br />

anhaltenden strukturellen Marktveränderungen“.<br />

Zum Thema Gas stand eine<br />

Reihe von Fachforen, veranstaltet<br />

von DVGW, FIGAWA, VDDW, DWA<br />

und PTB, auf dem Plan. Auch beim<br />

5. <strong>International</strong>en Leitungsbauforum<br />

stand das Thema Gas auf der<br />

Agenda mit Fahrt zu verschiedenen<br />

Baustellen der GASAG auf dem<br />

Baustellentag.<br />

Zur ideellen Trägerschaft der<br />

Fachmessen von IWA und FIGAWA<br />

zählt nun auch der DVGW.<br />

Die 13. WASSER BERLIN im<br />

April 2009<br />

Eröffnet wurden Fachmesse und<br />

Kongress vom amtierenden Bundesminister<br />

für Umwelt, Naturschutz<br />

und Reaktorsicherheit Sigmar<br />

Gabriel und der stellvertretenden<br />

Ministerpräsidentin Bulgariens,<br />

Dr. Megelena Plugtschieva, da Bulgarien<br />

im Jahr 2009 Partnerland der<br />

Fachmesse war.<br />

Besondere Bedeutung kam in<br />

diesem Jahr den Partnerveranstaltungen<br />

zu. Technik, Politik und<br />

Preise standen im Vordergrund der<br />

wat des DVGW/bdew. Zum ersten<br />

Mal hatten sich IWA und IOA zur<br />

5. IWA „Specialist Conference/<br />

10. IOA-<strong>Berlin</strong> Conference „Oxidation<br />

Technologies for Water and<br />

Wastewater Treament (AOP 5)“<br />

zusammengefunden. An dieser von<br />

Messe <strong>Berlin</strong>, IOA, TU <strong>Berlin</strong> und<br />

CUTEC-Institut Goslar organisierten<br />

Veranstaltung nahmen allein<br />

275 Fachleute aus 40 Ländern teil.<br />

Die FIGAWA brachte die eigenständige<br />

Veranstaltung „geofora“ für<br />

Brunnenbau und Bohrtechnik ein.<br />

Das 6. <strong>International</strong>e Leitungsbausymposium<br />

mit anschließendem<br />

Baustellentag verbuchte eine<br />

Rekordbeteiligung. Die wieder gut<br />

besuchte Fachmesse <strong>Wasser</strong> wurde<br />

für die Fachbesucher durch eine<br />

Reihe von Länder- und Ausstellerforen<br />

direkt in den Messehallen<br />

bereichert. Dafür zeichneten die<br />

Fachverbände DWA, DVGW, bdew,<br />

GTZ, VBI und German Water Partnership<br />

verantwortlich. Positiv für die<br />

Messe wirkten sich auch die Stände<br />

der Verbände aus. So hatten sich die<br />

Leitungsbauverbände GSTT, DCA,<br />

RSV, RBV, Gütegemeinschaft Leitungsbau<br />

zu einer gemeinsamen<br />

Präsentation zusammengefunden.<br />

Reges Besucherinteresse, vor allem<br />

bei Schülern und Jugendlichen fand<br />

die Infoschau „WASsERLEBEN“. Mit<br />

dieser instruktiven Schau zeigen<br />

sich vor allen Dingen die Bemühungen<br />

des Vereins und der Messe, sich<br />

auf der WASSER BERLIN für nachhaltige<br />

Bildung im <strong>Wasser</strong>fach zu<br />

engagieren. WASsERLEBEN wurde<br />

inzwischen mit dem Preis der<br />

UNESCO zur Weltdekade für nachhaltige<br />

Bildung ausgezeichnet.<br />

Die 14. WASSER BERLIN im<br />

Mai 2011<br />

Unter dem Namen „wat + WASSER<br />

BERLIN INTERNATIONAL 2011“<br />

präsentierte der Verein <strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong><br />

e. V. einen neuen Fachkongress der<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft. Zu dieser Gesamtveranstaltung,<br />

die den bisherigen<br />

Fachkongress und die Partnerveranstaltungen<br />

ersetzte, sollte ein komprimiertes,<br />

an den Interessen der<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft orientiertes Informationszentrum<br />

mit thematisch<br />

gegliederten Tagesprogrammen<br />

entstehen. Dazu hatten sich folgende<br />

Vereinsmitglieder zusammengefunden:<br />

bdew, <strong>Berlin</strong>er<strong>Wasser</strong>betriebe,<br />

BWK, DVGW, DWA,<br />

FIGAWA, GermanPartnership, GSTT,<br />

IAWR, IWA, Kompetenzzentrum <strong>Wasser</strong><br />

<strong>Berlin</strong>, rbv, VKU. Der Kongress<br />

war auf fünf Tage angelegt und<br />

in folgende Themenblöcke unterteilt:<br />

Klimawandel, <strong>Wasser</strong>aufbereitung,<br />

Gewässerschutz, Industrieforum<br />

Bohrtechnik und Brunnenbau,<br />

Trinkwasserinstallation –<br />

An forderungen und Ergebnisse,<br />

<strong>International</strong>e Herausforderungen,<br />

Geothermie-Rahmenbedingungen-<br />

Praxis, Industrieforum <strong>Wasser</strong>versorgung,<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung, Industrieforum<br />

Leitungsbau, Be trieb und<br />

Unterhalt von <strong>Abwasser</strong>kanälen und<br />

-Leitungen, Energie aus <strong>Wasser</strong>/<br />

<strong>Abwasser</strong>, Betrieb und Instandhaltung<br />

von Netzen, <strong>International</strong>e<br />

Herausforderungen – Praxisbeispiele<br />

aus Ver- und Entsorgung.<br />

DVGW/bdew verzichteten auf eine<br />

eigene Veranstaltung wat und<br />

brachten diese in den Fachkongress<br />

ein. Das Gleiche galt für figawa und<br />

rbv, die ebenfalls auf ihre eigenständigen<br />

Veranstaltungen verzichteten.<br />

Lediglich der Baustellentag<br />

blieb eine eigene Einrichtung. In der<br />

nun im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden<br />

Fachmesse bewährten<br />

sich die in die Messe integrierten<br />

Länderforen.<br />

Die 15. WASSER BERLIN<br />

vom 23. bis 26. April <strong>2013</strong><br />

Im Jubliläumsjahr laden nun der<br />

Verein <strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong> e.V. und die<br />

Messe <strong>Berlin</strong> zum 15. Mal alle wasserwirtschaftlich<br />

Interessierten aus<br />

dem In- und Ausland zum neu konzipierten<br />

Kongress und zur neu konzipierten<br />

Fachmesse ein. Im Kongressbereich<br />

greift man wieder auf<br />

das bis 2006 bewährte Konzept von<br />

Fachkongress und Fachsymposien<br />

sowie Länderforen direkt in der<br />

Messe zurück, um die Erfolgsstory<br />

von WASSER BERLIN fortzusetzen.<br />

Literatur<br />

Schulz, H.: 30 Jahre WASSER BERLIN. Ein<br />

historischer Rückblick. Weiterbearbeitung.<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 385


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Der Weg zum sauberen Trinkwasser<br />

Endress+Hauser liefert Komplettmessstellen für die <strong>Wasser</strong>aufbereitung<br />

Christian Gutknecht, Branchenmanager Umwelt, Endress+Hauser Weil am Rhein<br />

Verfahrensschritte in der Trinkwasseraufbereitung.<br />

<strong>Wasser</strong> ist ein kostbares Gut,<br />

das ist allseits bekannt. Es ist<br />

nicht nur kostbar, sondern auch<br />

Lebensmittel Nr. 1 und kann durch<br />

nichts auf der Welt ersetzt werden.<br />

Es ist kostbarer als Öl und Gold und<br />

wird leider in manchen Ländern<br />

zunehmend knapper. Es gibt sogar<br />

Länder, in denen <strong>Wasser</strong> heiß<br />

umkämpft und Ausgangspunkt vieler<br />

Auseinandersetzungen ist.<br />

In Deutschland gibt es etwa<br />

6000 <strong>Wasser</strong>versorgungsunternehmen,<br />

die dafür verantwortlich sind<br />

,unseren täglichen Bedarf an Trinkwasser<br />

zu decken. Als Rohwasser<br />

wird in der Regel zu 74 % Grundund<br />

Quellwasser verwendet, zu<br />

21 % Fluss-, See- oder Talsperrenwasser<br />

und zu 5 % Uferfiltrat.<br />

Endress+Hauser hat sich in dem<br />

Zusammenhang auf die Automatisierung<br />

von <strong>Wasser</strong>werken und<br />

Kläranlagen spezialisiert und liefert<br />

dazu alle wesentlichen Produkte,<br />

Dienstleistungen und Automatisierungslösungen<br />

rund um den <strong>Wasser</strong>aufbereitungsprozess.<br />

Am Beispiel einer Trinkwasseraufbereitungsanlage<br />

soll anschaulich<br />

gezeigt werden, welche Bedeutung<br />

die jeweiligen Messverfahren<br />

und -prinzipien in den einzelnen<br />

Verfahrensstufen besitzen.<br />

Aufbereitungsverfahren<br />

Der erste Schritt ist die Bestimmung<br />

des Aufbereitungsverfahrens. Die<br />

Wahl hängt hierbei sehr stark von<br />

der Rohwasserqualität ab. Dabei gilt<br />

es die unterschiedlichen Herkunftsbereiche<br />

wie Grundwasser, Quellwasser,<br />

See- oder Talsperrenwasser<br />

sowie Flusswasser zu berücksichtigen.<br />

Sinn und Zweck der Aufbereitung<br />

ist es, gelöste Stoffe wie z. B.<br />

Pflanzennährstoffe, insbesondere<br />

Nitrat und Phosphat, schwer abbaubare<br />

organische Stoffe (z. B. Perfluortenside<br />

(PFT), Medikamentenrückstände,<br />

Komplexbildner, halogenierte<br />

Kohlenwasserstoffe, Pestizide),<br />

leicht abbaubare organische<br />

Stoffe, Schwermetalle, Salze sowie<br />

Säuren mittels geeigneter Verfahren<br />

aus dem <strong>Wasser</strong> zu entfernen. Die<br />

Trinkwasserverordnung sorgt dafür,<br />

dass hier entsprechende Grenzwerte<br />

von den Betreibern eingehalten<br />

werden müssen.<br />

Aber auch Partikel (Minerale,<br />

Bakterien, Algen, Plankton etc.) sind<br />

im Trinkwasser aus hygienischen<br />

Gründen unerwünscht, da diese<br />

zum einen potenzielle Krankheitserreger,<br />

Nährstofflieferanten aber<br />

auch unerwünschte Mikroorganismen<br />

sein können. Ebenso können<br />

sie zur vermehrten Bildung von Desinfektionsnebenprodukten<br />

führen.<br />

Daher werden im Trinkwasser<br />

Trübungswerte < 0,1 FNU (Formacin<br />

Nephelometric Units) angestrebt.<br />

Der in der Trinkwasserverordnung<br />

angegebene Grenzwert von 1,0<br />

FNU ist bei mikrobiologisch gefährdeten<br />

Rohwässern kein Maßstab für<br />

eine ausreichende Partikelelimination.<br />

Für die Überwachung der Trübung<br />

werden genormte, wartungsarme<br />

Messsonden eingesetzt, welche<br />

rund um die Uhr Messwerte<br />

liefern und unser <strong>Wasser</strong> auf Partikel<br />

überwachen (z. B. Turbimax CUE21).<br />

Verfahrensablauf<br />

Trinkwasseraufbereitung<br />

Rohwasserentnahme: Für die De -<br />

ckung des <strong>Wasser</strong>bedarfs einer <strong>Wasser</strong>versorgungsanlage<br />

muss ein<br />

nach Menge und Beschaffenheit<br />

geeignetes <strong>Wasser</strong>vorkommen vorhanden<br />

sein. Für die Trinkwasseraufbereitung<br />

ist Grundwasser in der<br />

Regel hygienisch am besten geeignet.<br />

Die Entnahmemenge darf<br />

jedoch langfristig die natürliche<br />

Grundwasser-Neubildung nicht<br />

überfordern. Die Wahl der <strong>Wasser</strong>-<br />

April <strong>2013</strong><br />

386 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

Fließbild einer<br />

Trinkwasseraufbereitungsanlage.<br />

gewinnung berücksichtigt die<br />

Aspekte beste <strong>Wasser</strong>beschaffenheit,<br />

bester Schutz, Trinkwassergewinnung<br />

ohne oder mit möglichst<br />

einfacher Aufbereitung.<br />

Um beispielsweise die Füllstände<br />

in den jeweiligen Brunnen überwachen<br />

zu können, haben sich an<br />

dieser Stelle hydrostatische Druckaufnehmer<br />

(Waterpilot FMX167/21)<br />

etabliert, diese arbeiten wartungsarm<br />

und langzeitstabil. Da Brunnen<br />

bis zu 200 m tief sein können, gibt<br />

es die Druckaufnehmer mit flexiblen<br />

Kabellängen mit mehreren hundert<br />

Metern Länge. Um die Rohwasserentnahme<br />

darüber hinaus zu<br />

überwachen, werden die Rohwassermengen<br />

kontinuierlich erfasst.<br />

Dies geschieht mittels Magnetisch-<br />

Induktiver Durchflussmessgeräte,<br />

kurz MID (Typ Promag W), die sich<br />

durch eine sehr hohe Genauigkeit<br />

auszeichnen (0,2–0,5 % Genauigkeit)<br />

und zudem nahezu wartungsfrei<br />

arbeiten. Druckmessgeräte<br />

(Cerabar M) in den Rohrleitungen<br />

sorgen dafür, dass Rohrleitungsbrüche<br />

schnell erkannt werden und das<br />

<strong>Wasser</strong> nicht durch Fremdstoffe<br />

kontaminiert wird.<br />

Darüber hinaus wird das Rohwasser<br />

je nach Herkunftsbereich im<br />

Zulauf zum <strong>Wasser</strong>werk bereits mittels<br />

mechanischer Verfahren (Re-<br />

chen, Sedimentation, Siebung) vorgereinigt<br />

und auf diverse chemischphysikalische<br />

Parameter wie beispielsweise<br />

pH, Leitfähigkeit, SAK,<br />

Nitrat, Eisen, Mangan und Trübung<br />

überprüft. Der neue Multiparameter-Messumformer<br />

Liquiline CM448<br />

besitzt die Möglichkeit, bis zu acht<br />

unterschiedliche Analyse-Sonden<br />

aufzunehmen und die Parameter<br />

auf Grenzwerte hin zu überwachen.<br />

Gasaustausch<br />

Nach der Vorreinigung erfolgt in der<br />

Regel ein Gasaustausch mittels<br />

Belüftung, um unerwünschte Gase<br />

(Kohlensäure) und andere flüchtige<br />

geruchs- und geschmacksbildende<br />

Stoffe (z. B. Schwefelwasserstoff,<br />

Methan) aus dem <strong>Wasser</strong> zu entfernen.<br />

Die Belüftung dient neben der<br />

Anreicherung mit Sauerstoff auch<br />

der Oxidation von Fe 2+ und Mn 2+ um<br />

diese Stoffe später mittels diverser<br />

Filtrationsverfahren (z. B. Langsambzw.<br />

Schnellfiltration) zu entfernen.<br />

Um das <strong>Wasser</strong> kontinuierlich auf<br />

Eisen und Mangan untersuchen zu<br />

können, werden oftmals kolorimetrische<br />

Analyseverfahren (Stamolys<br />

CA71FE/MN) eingesetzt. Diese besitzen<br />

den Vorteil, dass sie sich selbständig<br />

kalibrieren und reinigen,<br />

sodass eine Wartung der Geräte<br />

keinen größeren Aufwand darstellt.<br />

Nach Gasaustausch und Belüftung<br />

erfolgt die Oxidation des <strong>Wasser</strong>s.<br />

Viele <strong>Wasser</strong>werke setzen heutzutage<br />

Ozon als Oxidationsmittel<br />

ein aufgrund seiner starken Wirkung<br />

auf Bakterien, Viren sowie organische<br />

und anorganische <strong>Wasser</strong>inhaltsstoffe.<br />

Zur Entfernung bzw.<br />

Veränderung organischer Stoffe<br />

kommen vielfach auch Kombinationen<br />

mit UV oder H 2 O 2 zum Einsatz.<br />

Um im <strong>Wasser</strong> immer noch verbleibende<br />

Schwebstoffe, teilweise<br />

aber auch gelöste Stoffe zu entfernen,<br />

werden in der <strong>Wasser</strong>aufbereitung<br />

Fällungs- und Flockungsmittel<br />

eingesetzt. Unter Fällung (z. B. mittels<br />

Polymeren) versteht man die<br />

Überführung eines im <strong>Wasser</strong> gelösten<br />

Stoffes in eine unlösliche partikuläre<br />

Form mittels chemischer<br />

Reaktion. Bei der Flockung (z. B. mittels<br />

Aluminium- bzw. Eisensalze<br />

▶▶<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 387


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Mehrkanalmessumformer CM44x zur Anbindung<br />

von bis zu acht Analyse-Sensoren.<br />

pH- und Trübungs-Messung im <strong>Wasser</strong>werk zur<br />

Rohwasserüberwachung.<br />

Anlage zur Aufbereitung von Trinkwasser.<br />

oder auch Kalk) werden feinstsuspendierte<br />

oder kolloidal gelöste<br />

Stoffe durch Zugabe dieser Salze in<br />

eine abscheidbare Form überführt.<br />

Die Flocken, die sich dabei ausbilden,<br />

werden dann über die anschließende<br />

Filtration aus dem <strong>Wasser</strong><br />

entfernt. Dieser Prozess wird vielfach<br />

mit Trübungsmesseinrichtungen<br />

überwacht.<br />

Filtration und Entkeimung<br />

Bei der Filtration werden heutzutage<br />

neben der Langsamfiltration<br />

in offenen Becken zunehmend<br />

Schnellfilter (Druckfilter) eingesetzt.<br />

Diese nehmen weniger Raum in<br />

Anspruch und es können größere<br />

Schichthöhen verbunden mit einer<br />

höheren Reinigungsleistung realisiert<br />

werden. Zudem zeichnen sie<br />

sich durch höhere Filtergeschwindigkeiten<br />

sowie längere Laufzeiten<br />

(Betriebszeiten) aus. Um die Wirkungsweise<br />

sowie Rückspülzyklen<br />

dieser Filter überwachen zu können,<br />

werden in der Regel Trübungsmessungen<br />

(Turbimax CUE21) bzw.<br />

Differenzdruckmessungen (Deltabar<br />

M PMD55) eingesetzt. Somit ist<br />

garantiert, dass die Filter regelmäßig<br />

zurück gespült werden und<br />

dadurch die Reinigungsleistung<br />

erhalten bleibt.<br />

Nach der Filtration erfolgt in der<br />

Regel, vor allem bei der Aufbereitung<br />

von Oberflächenwasser, eine<br />

Entkeimung mit einem geeigneten<br />

Desinfektionsmittel. Gemäß Trinkwasserverordnung<br />

sind hier folgende<br />

Zusätze zulässig:<br />

##<br />

Chlor und Chlorverbindungen<br />

##<br />

Chlordioxid<br />

##<br />

Ozon<br />

##<br />

UV-Bestrahlung<br />

Eine vielfach gebräuchliche Me -<br />

thode ist die Entkeimung mittels<br />

Chlor, da sowohl der apparative<br />

Aufwand als auch die Betriebskosten<br />

relativ gering sind. Ein weiterer<br />

Vorteil ist die gegebene Depotwirkung,<br />

die eine Wiederverkeimung<br />

im Verteilungsnetz verhindert. Die<br />

Chlorung mit Chlordioxid ist zwar<br />

aufwendiger hinsichtlich der Gerätschaften<br />

und Bedienung, bietet<br />

jedoch den Vorteil, dass dabei keine<br />

giftigen Chlorphenole oder Chloramine<br />

bzw. kancerogene Inhaltsstoffe<br />

durch Reaktion mit organischen<br />

Inhaltsstoffen entstehen.<br />

Für beide Anwendungen liefert<br />

Endress+Hauser amperometrische<br />

Sonden, die kontinuierlich und sehr<br />

genau die genannten Konzentrationen<br />

erfassen (Chloromax CCS142D<br />

mit Memosens-Technologie und<br />

Liquisys CCM253 bzw. Liquiline<br />

CM44X).<br />

Endkontrolle und Verteilung<br />

Bevor das aufbereitete Trinkwasser<br />

das <strong>Wasser</strong>werk verlässt und an die<br />

Haushalte und Industrien verteilt<br />

wird, müssen gemäß der Trinkwasser-Verordnung<br />

nochmals diverse<br />

Parameter geprüft werden, für die<br />

es auch entsprechende Grenzwerte<br />

gibt.<br />

Hierzu zählen chemisch-physikalische<br />

Parameter, wie z. B. pH-<br />

Wert, Leitfähigkeit, Trübung, Eisen,<br />

Mangan und viele andere wie auch<br />

mikrobiologische Untersuchungen,<br />

die in der Regel im Labor durchgeführt<br />

werden.<br />

Für die Online-Parameter bietet<br />

Endress+Hauser spezielle Analyse-<br />

Tafeln mit allen erforderlichen Parametern,<br />

sodass eine kontinuierliche<br />

und sichere Überwachung des<br />

Trinkwassers gewährleistet ist.<br />

Fazit<br />

In der Trinkwasseraufbereitung<br />

kommen vielfältige mechanische<br />

sowie chemisch-physikalische Aufbereitungsverfahren<br />

zum Einsatz.<br />

Um diese Verfahren optimal überwachen<br />

und ggf. zu optimieren,<br />

stellt Endress+Hauser alle wichtigen<br />

Messgrößen zur Verfügung. Aber<br />

auch für die Bereiche Instandhaltung<br />

und Life Cycle Management<br />

liefert Endress+Hauser auf die<br />

Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene<br />

Konzepte. Nur so kann<br />

zukünftig eine hohe gleichbleibende<br />

Qualität des <strong>Wasser</strong>s gewährleistet<br />

werden.<br />

Kontakt:<br />

Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG,<br />

Sabine Benecke,<br />

D-79576 Weil am Rhein,<br />

Tel. (07621) 975-410,<br />

Fax (07621) 975-20410,<br />

E-Mail: sabine.benecke@de.endress.com,<br />

www.de.endress.com<br />

HALLE 6.2 / STAND 109<br />

April <strong>2013</strong><br />

388 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

Der hohen Qualität des <strong>Wasser</strong>s verpflichtet<br />

Prof. Dr. Franz Bischof, HUBER SE<br />

In Deutschland wurde Hervorragendes<br />

geleistet, um die hohe<br />

Qualität unseres kostbaren Trinkwassers<br />

herbeizuführen und seit<br />

vielen Jahren sicherzustellen. Auch<br />

die HUBER SE liefert seit vielen Jahrzehnten<br />

mit der hohen Qualität seiner<br />

Produkte und Lösungen einen<br />

wichtigen Beitrag für diese gesellschaftlich<br />

überaus wichtige Aufgabenstellung.<br />

Vorsorge schließt aber<br />

auch die Behandlung des <strong>Abwasser</strong>s<br />

mit ein und nur die Erfüllung<br />

gesetzlicher Vorgaben schafft die<br />

Voraussetzungen, Schaden von<br />

Oberflächen- und Grundwasser<br />

fernzuhalten. Dabei vergisst das<br />

Unternehmen auch nicht die neuen<br />

gesellschaftlichen Herausforderungen,<br />

die sich durch den Klimawandel<br />

weltweit ergeben. Der energie-<br />

und ressourceneffiziente Einsatz<br />

der Produkte sowie auch die<br />

Rückgewinnung von Energie aus<br />

dem <strong>Abwasser</strong> dominieren seit<br />

Langem die Produktpalette der<br />

Firma. Innovative Produkte in diesem<br />

Zusammenhang zeigt HUBER<br />

auf der diesjährigen Messe in <strong>Berlin</strong>.<br />

technische Details berichtet werden,<br />

aber lassen Sie sich überraschen<br />

von den technischen Innovationen,<br />

mit denen sich die weiterentwickelte<br />

Sicherheitstür TT2 und<br />

die mit Hydraulik ausgestattete<br />

Schachtabdeckung SD10 präsentieren.<br />

Sieben, Waschen und Entwässern<br />

– ohne geht’s nicht<br />

in der <strong>Abwasser</strong>behandlung<br />

Feststoffe aller Art aus dem <strong>Abwasser</strong><br />

zu entfernen, gehört zu den<br />

grundlegenden Aufgaben und stellt<br />

den ersten Schritt der <strong>Abwasser</strong>behandlung<br />

dar. Auf diesem Gebiet<br />

hat HUBER in den letzten Jahrzehnten<br />

Maßstäbe gesetzt und immer<br />

wieder aufs Neue mit innovativen<br />

Produkten für Aufsehen gesorgt.<br />

Alles aus einer Hand bzw. in diesem<br />

Fall: alle notwendigen Schritte in<br />

nur einem Produkt vereint. Dies<br />

betrifft Rechen, Rechengutbehandlung,<br />

Sandfang, Fettabscheidung<br />

und Sandklassierung, die gleichzeitig<br />

sowohl kompakt wie auch<br />

betriebssicher in der ROTAMAT®<br />

Kompaktanlage Ro 5 zusammengefasst<br />

sind und modellhaft auf der<br />

Messe gezeigt wird. Bester Feststoffrückhalt<br />

durch unsere ROTA-<br />

MAT®-Technologie; gezielte Fettseparation<br />

aus dem <strong>Abwasser</strong> durch<br />

eine gleichmäßige Belüftung; absolute<br />

Korrosionsbeständigkeit durch<br />

passivierten Edelstahl, geruchslose<br />

Betriebsweise und reduzierte Entsorgungskosten<br />

aufgrund eines<br />

hohen Entwässerungsgrades sind<br />

nur einige der Eigenschaften, mit<br />

denen die Ro5 gleichzeitig den<br />

Stand der Technik wie auch die<br />

Zukunft einer modernen <strong>Abwasser</strong>behandlung<br />

darstellt.<br />

Seien es Algen, die die Gewässergüte<br />

nachteilig beeinflussen,<br />

oder Faserstoffe und Haare, selbst<br />

Trübstoffe im Ablauf einer Kläranlage;<br />

kein Problem für HUBER, um<br />

mit dem richtigen Produkt eine<br />

▶▶<br />

Edelstahl – nur das Beste<br />

ist gut genug für die<br />

Gewährleistung einer<br />

sicheren <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

Oftmals unscheinbar und von der<br />

Bevölkerung kaum wahrgenommen,<br />

befinden sich viele Brunnen<br />

und <strong>Wasser</strong>behälter an zahlreichen<br />

Stellen in Deutschland. Man mag<br />

sich erst gar nicht vorstellen, was<br />

passieren könnte, sollten solche<br />

Objekte Angriffspunkte terroristischer<br />

Anschläge sein. 100 %ige<br />

Sicherheit wird man nur schwer<br />

erreichen können; den technisch<br />

besten und unter Sicherheitsgedanken<br />

optimalen Sicherheitsstandard<br />

allerdings kann HUBER mit seinen<br />

Sicherheitstüren und Schachtabdecken<br />

liefern. Verständlicherweise<br />

kann an dieser Stelle nicht über<br />

Acht RoDisc ® Scheibenfilter Maschinen wurden auf der neuen Anlage im russischen Sochi<br />

installiert.<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 389


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Die installierte<br />

ROTAMAT ®<br />

Kompaktanlage<br />

Ro 5 HD der<br />

Stadtgemeinde<br />

Fischamend.<br />

korrosionsbeständiger Materialien<br />

sind das Ergebnis einiger Eigenschaften,<br />

die zu dem Produkt RoWin<br />

geführt haben und welches als<br />

Modell ausgestellt wird. Aber nicht<br />

nur die Heizkosten lassen sich mit<br />

diesem Produkt, welches im HUBER<br />

ThermWin ® Verfahren Verwendung<br />

findet, vermeiden; im Sommer kann<br />

das den Wärmetauscher überströmende<br />

<strong>Abwasser</strong> für einen angenehmen<br />

Kühleffekt im Gebäude<br />

sorgen.<br />

sichere und wirtschaftliche Entfernung<br />

zu ermöglichen. Die RoMem<br />

Liquid, als Modell ausgestellt, steigert<br />

die Betriebsstabilität moderner<br />

Membranbelebungsanlagen und<br />

kann darüber hinaus aufgrund einer<br />

großen Siebfläche mit geringstmöglichem<br />

energetischen Aufwand<br />

beispielsweise Algen aus Oberflächenwasser<br />

und feine Trübstoffe<br />

aus <strong>Abwasser</strong> von Kommunen und<br />

Industrie entfernen.<br />

Siebenmal kleiner als der Durchmesser<br />

eines menschlichen Haars<br />

ist die Sieböffnung der RoDisc ® , mit<br />

der das Unternehmen ein Produkt<br />

im Freispiegelverfahren – und somit<br />

fast ohne Energieeinsatz – entwickelt<br />

hat, welches sich bei der Vorfiltration<br />

zur Trinkwassergewinnung,<br />

der Entfernung von Trübstoffen bei<br />

Desinfektionsverfahren mit UV-<br />

Licht, der Brauchwasseraufbereitung<br />

in der Industrie und der Entfernung<br />

nicht in Nachklärbecken<br />

abgesetzter Schlammflocken bestens<br />

eignet. Ein einzelnes Segment<br />

dieser modular aufgebauten Siebanlage,<br />

die sogar dazu beitragen<br />

kann, <strong>Abwasser</strong>gebühren einzusparen,<br />

ist während der Messe in Originalgröße<br />

dargestellt.<br />

Nutzung regenerativer Energien,<br />

dürfte in vielen Fällen das <strong>Abwasser</strong><br />

vergessen werden. Dieses verfügt<br />

jedoch über ein großes Wärmepotenzial,<br />

das zumeist noch ungenutzt<br />

im Untergrund verschwindet. Will<br />

man dieses wirtschaftlich erschließen,<br />

stellt ein erforderlicher Wärmetauscher<br />

eine Reihe von schwierigen<br />

Anforderungen an Ingenieure<br />

und Konstrukteure, die es zu erfüllen<br />

gilt. Im Wettbewerbsvergleich<br />

deutlich höhere Wärmeübertragungsleistungen,<br />

die Eigenschaft<br />

der Selbstreinigung und Einsatz<br />

Wenn dünne Membranen<br />

Großes leisten<br />

Seit Langem bewährt und technisch<br />

kontinuierlich optimiert, stellt das<br />

vollständig in Deutschland produzierte<br />

HUBER VRM ® -Verfahren nach<br />

wie vor das einzige weltweit wirtschaftliche<br />

Membranverfahren für<br />

die biologische <strong>Abwasser</strong>reinigung<br />

dar, in welchem die Membranmodule<br />

um eine Spülluftwelle rotieren.<br />

Damit ist eine hohe Filtrationsleistung<br />

bei minimalem Energieaufwand<br />

sichergestellt, der sich durch<br />

die reduzierte Einblastiefe gegenüber<br />

anderen Verfahren begründet.<br />

Gereinigtes <strong>Abwasser</strong> wird mit diesem<br />

Verfahren zu einem Wertstoff,<br />

da keimfrei und weitestgehend von<br />

Schadstoffen reduziert. Auch wenn<br />

Denn <strong>Abwasser</strong> schickt<br />

keine Rechnung …<br />

Geht es um die Beheizung von<br />

Wohngebäuden und dabei um die<br />

Hier ist die RoMem Liquid im Gerinne installiert. Ebenso kann sie im<br />

Freien mit Abdeckung und wärmegedämmter Siebgutleitung installiert<br />

werden.<br />

April <strong>2013</strong><br />

390 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

zwischenzeitlich die Vorteile von MBR-Verfahren hinlänglich<br />

bekannt sind, soll trotzdem die kompakte Bauweise,<br />

der Verzicht auf konven tionelle Nachklärbecken<br />

sowie die Möglichkeit der modularen Erweiterung bei<br />

Zunahme der Ausbaugröße bei steigenden Bevölkerungszahlen,<br />

die in vielen Ländern außerhalb Europas<br />

vorhanden sind, erwähnt werden. Und nicht nur in diesen<br />

Ländern erlangt die Wiederverwendung von gereinigtem<br />

<strong>Abwasser</strong> für vielfältige Zwecke immer mehr<br />

Bedeutung. Ein voll funktionierendes Modell dieses<br />

modernen und innovativen <strong>Abwasser</strong>reinigungsverfahrens<br />

wird auf der Messe ausgestellt sein.<br />

Pressen – damit aus Schlamm was Gutes wird<br />

Inzwischen rückt auch Klärschlamm immer mehr in den<br />

Mittelpunkt energetischer Konzepte, wenn es darum<br />

geht, Energie aus den organischen Feststoffen des<br />

<strong>Abwasser</strong>s nicht nur in Form von Biogas zu produzieren.<br />

Eine Entfernung des umgebenden <strong>Wasser</strong>s stellt somit<br />

die erste Behandlungsstufe für nachfolgende Trocknung<br />

und Verbrennung dar und bereits hier entscheiden<br />

der Energieeinsatz und Betriebsmittelaufwand über<br />

die ökologische und ökonomische Effizienz weiterer<br />

Behandlungsschritte. So verschiedenartig die Zusammensetzung<br />

des <strong>Abwasser</strong>s, so unterschiedlich verhalten<br />

sich Schlämme bei ihrer mechanischen Entwässerung.<br />

Es erfordert daher langjährige Erfahrung, um ausgereifte<br />

Produkte mit langer Lebensdauer und geringem<br />

Energie- und Chemikalieneinsatz zu entwickeln, die sich<br />

den hohen Anforderungen aufgrund der Schlammeigenschaften<br />

stellen können. Basierend auf der seit<br />

langem im Markt erfolgreichen und den Klärschlammexperten<br />

bekannten HUBER Schneckenpresse RoS 3Q<br />

entstand die Weiterwicklung RoS 3Q 620, die unter Beibehaltung<br />

bewährter Eigenschaften zusätzlich der<br />

Anforderung nach einem vereinfachten Wartungskonzept<br />

in optimaler Weise gerecht und während der Messe<br />

gezeigt wird. Zusätzlich drei Siebzonen mit unterschiedlichen<br />

Siebweiten, stufenlos pneumatisch einstellbarer<br />

Presskonus und viele weitere Vorteile gegenüber<br />

anderen Produkten ermöglichen die Entwässerung aller<br />

Arten von Schlämmen, wie sie bei kommunalem Ab -<br />

wasser, industriellen Prozessen und der <strong>Wasser</strong>aufbereitung<br />

anfallen.<br />

Nutzen Sie die Chance, zahlreiche HUBER-Produkte<br />

und Lösungen für „Heute und Morgen“ live zu sehen<br />

und mit den Spezialisten zu diskutieren.<br />

Kontakt:<br />

HUBER SE, Franziska Schierl,<br />

Industriepark Erasbach A1, D-92334 Berching,<br />

Tel. (08462) 201-382, Fax (08462) 201-389,<br />

E-Mail: sf@huber.de, www.huber.de<br />

Interaktiv zu den Messstellen<br />

und Sensoren in der Kläranlage:<br />

www.vega.com/abwasser<br />

Klare Messwerte.<br />

Klares <strong>Wasser</strong>.<br />

Ganz klar VEGA.<br />

Mit VEGA-Sensoren sind Sie auf dem<br />

neuesten Stand der Technik.<br />

Seit Jahrzehnten entwickelt und produziert VEGA<br />

robuste Füllstand- und Drucksensoren speziell für den<br />

Einsatz in der <strong>Abwasser</strong>aufbereitung. VEGA-Sensoren<br />

liefern präzise Messdaten als Basis für die automatische<br />

Steuerung der verschiedenen Prozessstufen – für einen<br />

zuverlässigen Betrieb der Kläranlage.<br />

www.vega.com/abwasser<br />

Telefon: +49 7836 50-500<br />

E-Mail: abwasser@vega.com<br />

HALLE 2.2 / STAND 300<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 391


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Leistungssteigerung bei bestehenden und<br />

neu hergestellten Horizontalfilterbrunnen<br />

Für die Gewinnung von Grundwasser zur Trinkwasserversorgung, zur industriellen Nutzung oder zur Flurabstandsregulierung<br />

sind zwei wesentliche Fassungsarten gebräuchlich. Neben dem Vertikalfilterbrunnen<br />

wird von vielen <strong>Wasser</strong>versorgern auch der Horizontalfilterbrunnen genutzt. Letzterer ist in seiner Herstellung<br />

im Vergleich zum Vertikalfilterbrunnen sehr kostenintensiv. Um eine dauerhafte bestmögliche Betriebsführung<br />

horizontaler <strong>Wasser</strong>gewinnungsanlagen zu gewährleisten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.<br />

Zum einen ist wichtig, im Bauprozess eine bestmögliche Anbindung der Filterstränge an die anstehenden<br />

geolo gischen Verhältnisse herzustellen. Zum anderen erfordert die natürliche Alterung der Filterstränge effiziente<br />

Regenerierverfahren. In diesem Kontext ergeben sich vielfältige Aufgabenstellungen; kreative Lösungen<br />

sind gefragt.<br />

Systematische<br />

Darstellung<br />

eines Horizontalfilterbrunnens.<br />

Horizontalfilterbrunnen<br />

Horizontalfilterbrunnen sind Grundwasserfassungen<br />

mit großer Leistung,<br />

bei denen das <strong>Wasser</strong> dem<br />

Aquifer mittels unterirdisch angelegten<br />

horizontalen Fassungssträngen<br />

entnommen und einem<br />

Sammelschacht zugeleitet wird.<br />

Von dort gelangt es mittels Pumpen<br />

in die Aufbereitung oder direkt ins<br />

Versorgungsnetz.<br />

Horizontalfilterbrunnen sind vor<br />

allem von Bedeutung für Versorgungsbetriebe<br />

mit großem <strong>Wasser</strong>bedarf,<br />

in der Regel ab etwa<br />

500 m³/h pro Fassung. Derartige<br />

Entnahmemengen können durch<br />

andere Fassungsverfahren (Mehrbrunnenanlagen,<br />

Großfilterbrunnen<br />

etc.) nur unter Inkaufnahme<br />

eines großen Platzbedarfs und<br />

komplizierter Steuerungen erzielt<br />

werden.<br />

Für den Bau von Horizontalfilterbrunnen<br />

sind folgende hydro -<br />

geologische Voraussetzungen von<br />

Bedeutung:<br />

##<br />

Vorhandensein eines gut<br />

durchlässigen Lockergesteins-<br />

Grundwasserleiters<br />

##<br />

brunnenbautaugliche<br />

Granulometrie im näheren<br />

Einzugsbereich, Grob- und<br />

Feinstfraktionen nur untergeordnet<br />

vorhanden<br />

##<br />

Hauptzufluss in Tiefen bis<br />

höchstens 35–40 m<br />

Horizontalfilterbrunnen werden heute<br />

weltweit nach drei unterschiedlichen<br />

Verfahren erstellt<br />

##<br />

Ranney: Direktvortrieb eines<br />

grob gelochten Filterrohrs<br />

##<br />

Fehlmann: Vortrieb eines Bohrrohrs,<br />

Einbau eines geeigneten<br />

Filterrohrs und Rückzug des<br />

Bohrrohrs<br />

##<br />

Kiesmantel (Preussag): wie<br />

Fehlmann, aber zusätzlich mit<br />

eingespültem Filterkiesmantel<br />

Nicht nur der eigentliche Brunnenbau,<br />

sondern auch die Strangentwicklung<br />

zum Zeitpunkt des Neubaus<br />

sowie der Service (Regenerierung/nachträgliche<br />

Entwicklung)<br />

stellen besondere Herausforderungen<br />

an alle Verantwortlichen (Planer,<br />

Brunnenbauer und Serviceunternehmen).<br />

In den ersten Jahrzehnten<br />

des Horizontalbrunnenbaus<br />

wurde der Strangentwicklung nur<br />

wenig Bedeutung beigemessen; die<br />

Stränge wurden in der Regel ohne<br />

Berücksichtigung der unterschiedlichen<br />

Granulometrie im Aquifer<br />

während einer relativ kurzen Zeitspanne<br />

überpumpt. Viele ältere<br />

Fassungen wurden also nie richtig<br />

entwickelt.<br />

Strangbearbeitung<br />

im gelenzten Zustand oder<br />

mit Tauchern<br />

Grundsätzlich existieren zwei Möglichkeiten,<br />

an horizontalen Filtersträngen<br />

zu arbeiten. Zum einen<br />

kann der Brunnenschacht bei<br />

geschlossenen Schiebern leer<br />

gepumpt werden („lenzen“).<br />

Anschließend können die notwendigen<br />

Arbeiten (u. a. TV-Analyse,<br />

Regenerierarbeiten) über ein geeignetes<br />

Schleusensystem vorgenommen<br />

werden. Dieses Vorgehen hat<br />

aus Sicht der Autoren mehrere<br />

Nachteile. Wesentlicher Nachteil ist,<br />

dass über das vorhandene Schleu-<br />

April <strong>2013</strong><br />

392 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

sensystem nur sehr limitiert die für<br />

eine effiziente Bearbeitung der Filterstränge<br />

notwendige Technik installiert<br />

und vorgetrieben werden<br />

kann. Darüber hinaus erzeugt der<br />

geleerte Schacht ein Druckgefälle,<br />

welches im zu bearbeitenden Filterstrang<br />

aufgrund unterschiedlicher<br />

gegebener <strong>Wasser</strong>wegsamkeiten<br />

zu lokalen mechanischen<br />

Verformungen des Ausbaus führen<br />

kann. Neben diesen fachlichen<br />

Aspekten sind die Arbeitsbedingungen<br />

für die Mitarbeiter auf Dauer<br />

suboptimal.<br />

Um eine bestmögliche Bearbeitung<br />

der Filterstränge zu gewährleisten,<br />

ist aus Sicht der Autoren der<br />

Einsatz einer erfahrenen Tauchercrew<br />

in Zusammenarbeit mit den<br />

Serviceexperten unerlässlich. Da<br />

dies in manchen Fällen im Vergleich<br />

zur Arbeit im gelenzten Brunnen<br />

kostenintensiver ist, scheuen einige<br />

Brunnenbetreiber diese Option. An<br />

dieser Stelle empfiehlt es sich, den<br />

Fokus auf eine Kosten-Nutzen-Analyse<br />

ausschließlich im Sinne der<br />

angestrebten Zielerreichung und<br />

der Nachhaltigkeit der Maßnahmen<br />

zu richten.<br />

Einen Sonderfall stellen Arbeiten<br />

an Filtersträngen von Horizontalfilterbrunnen<br />

in Trockenaufstellung<br />

dar.<br />

Für den Service an den Filtersträngen sollten erfahrene Taucher eingesetzt werden.<br />

Innovative<br />

Strangentwicklung und<br />

Regenerierung<br />

Um einen optimalen Zufluss des<br />

Grundwassers zu den einzelnen Filtersträngen<br />

zu gewährleisten, ist es<br />

notwendig, das vorhandene Dargebot<br />

unter Nutzung der standortspezifischen<br />

hydraulischen Möglichkeiten<br />

zu fassen. Im Wesentlichen geht<br />

es hierbei um die Gestaltung des<br />

Grundwasser-„Eintritts“-Verhaltens<br />

im filterstrangnahen Raum.<br />

In diesen, für den Förderbetrieb<br />

der Fassung wichtigen Regionen,<br />

müssen bestmögliche Bedingungen<br />

geschaffen werden, um zum<br />

einen den Eintrittswiderstand so<br />

gering wie möglich ausfallen lassen<br />

und zum anderen die sandfreie Förderung<br />

des Grundwassers zu<br />

gewährleisten. Diese Anforderungen<br />

gelten unabhängig von den<br />

oben genannten möglichen Bauformen<br />

von Horizontalfilterbrunnen.<br />

Beim Kiesmantel-Verfahren muss<br />

die eingespülte Kiesschüttung von<br />

unerwünschten Feststoffen (u. a.<br />

Unterkorn) gereinigt und darüber<br />

hinaus ein harmonischer Übergang<br />

zur anstehenden Geologie hergestellt<br />

werden. In den Bauarten „Ranney“<br />

und „Fehlmann“ besteht die<br />

Aufgabe darin, aus den gegebenen<br />

geologischen Verhältnissen ein<br />

natürliches Stützkorngerüst um die<br />

Filterstränge zu entwickeln.<br />

Bis vor wenigen Jahren waren<br />

sowohl die technischen Möglichkeiten,<br />

aber auch die Ausführungsoptionen<br />

zur Aktivierung von horizontalen<br />

Strängen sehr limitiert.<br />

In jüngster Vergangenheit wurden<br />

jedoch Lösungen entwickelt,<br />

welche es ermöglichen, eine optimale<br />

Anbindung der Horizontalstränge<br />

an ihre Umgebung mit<br />

oben beschriebener Zielerreichung<br />

zu realisieren. Die technologischen<br />

Varianten können sowohl beim<br />

Neubau horizontaler Grundwasserfassungen,<br />

aber auch als nachträgliche<br />

Strangentwicklung im Verlauf<br />

von Regeneriermaßnahmen umgesetzt<br />

werden.<br />

Hochleistungsentsandung<br />

am Horizontalfilterbrunnen<br />

Die Durchführung einer Hochleistungsentsandung<br />

am Horizontalfilterbrunnen<br />

basiert im Wesentlichen<br />

auf dem Einsatz von pneumatisch<br />

induzierten, dichtungswirksamen<br />

Kolbenkammersystemen bei simultaner<br />

Mobilisierung der Umgebung<br />

mittels geeigneter Impulseinträge.<br />

Prozessimmanent ist die kontinuierliche<br />

Feststoffentnahme über eine<br />

gekammerte Unterwassermotorpumpe.<br />

Eine solche abschnittsweise<br />

Bearbeitung der Filterstrecke be -<br />

wirkt den tiefenwirksamen Austrag<br />

an leistungsmindernden Feststoffen<br />

und Feinsanden aus der Kiesschüttung<br />

und den Aufbau eines<br />

Stützkorngerüstes. Während der<br />

Arbeiten werden die ausgetragenen<br />

Feststoffraten kontinuierlich<br />

gemessen, bewertet und dokumentiert.<br />

Als abschnittsbezogenes Ab -<br />

bruch kriterium gilt i. d. R. das Er reichen<br />

einer sogenannten Plateauphase<br />

während der Feststoffmessung.<br />

Zur Kontrolle des Ar beitsfortschrittes<br />

werden nach Beendigung<br />

der Arbeiten zur Hochleistungsentsandung<br />

Einzelstrangpumpversuche<br />

sowie TV-Analysen,<br />

im speziellen Fall ggf. auch Flowmeter-Messungen<br />

durchgeführt.<br />

▶▶<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 393


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Neue<br />

technische<br />

Möglichkeiten<br />

erlauben es,<br />

die Horizontalstränge<br />

optimal an<br />

ihre Umgebung<br />

anzubinden.<br />

Unterschiedliche Aufgabenstellungen<br />

erfordern eine differenzierte<br />

Planung und bedarfsgerechte Realisierung.<br />

Neubau<br />

Horizontalfilterbrunnen<br />

Schachen/Weinfelden<br />

(Schweiz) , Baujahr 2010/11<br />

Die neue Hochleistungsfassung<br />

Schachen der Stadtwerke Weinfelden<br />

mit einer Brunnenkapazität<br />

von rund 1500 m³/h wurde in<br />

einem ausgesprochen heterogenen,<br />

durch die Ablagerungsverhältnisse<br />

des Talflusses geprägten<br />

Grundwasserleiter erstellt. Der<br />

Brunnen ist rund 30 m tief und<br />

weist insgesamt 16 Fassungsstränge<br />

auf vier Horizonten auf. Der<br />

durch eine große Anzahl Sondierungen<br />

als ausgesprochen komplex<br />

erkannte Schichtaufbau im<br />

Fassungsgebiet hatte zur Folge,<br />

dass bereits in der Ausschreibung<br />

zwei wichtige technische Vorgaben<br />

formuliert wurden:<br />

##<br />

Fassungsstränge mit Kiesmantel<br />

oder gleichwertiger Ausrüstung<br />

##<br />

Brunnenentwicklung mittels<br />

Hochleistungsentsandung, den<br />

tatsächlich vorgefundenen<br />

Untergrundverhältnissen<br />

bestmöglich angepasst<br />

Der Brunnen Schachen gilt mittlerweile<br />

als leistungsfähigste Trinkwasserfassung<br />

in Alpennähe. Die detaillierte<br />

Planung der Filter- und Kiesschüttungsdimensionen<br />

erlaubte<br />

eine sehr intensive Brunnenentwicklung<br />

durch eine Hochleistungsentsandung.<br />

Die spezifische Brunnenleistung<br />

konnte im Vergleich<br />

zum unbearbeiteten Zustand beim<br />

Zwischenpumpversuch um rund<br />

50 % angehoben werden.<br />

Nachentsandung<br />

Horizontalfilterbrunnen<br />

San Gian, St. Moritz<br />

(Schweiz), Baujahr 1971/72<br />

Der vor 40 Jahren in den Talalluvionen<br />

des Inns erstellte, mit Kunststoff-Lamellenfiltern<br />

ausgebaute<br />

Fehlmann-Brunnen versorgt den<br />

Nobelkurort mit Trinkwasser, bei<br />

einer maximalen Entnahme von<br />

rund 500 m 3 /h. In den letzten Jahren<br />

wurde eine Abnahme der spezifischen<br />

Brunnenleistung festgestellt.<br />

Eine eingehende Zustandsanalyse<br />

zeigte, dass der Brunnen<br />

gar nie effizient entsandet worden<br />

war und dass sich wegen des ausgesprochen<br />

weichen <strong>Wasser</strong>s<br />

große Mengen von Rostpartikeln<br />

in den Filterschlitzen und der<br />

umgebenden Formation abgelagert<br />

hatten.<br />

Der Brunnen San Gian wurde mit<br />

einer speziell auf seine Filterdimension<br />

und -bauart zugeschnittenen<br />

Einrichtung unter Einsatz eines Kolbenkammersystems<br />

bei simultaner<br />

Mobilisierung der Umgebung mittels<br />

geeigneter Impulseinträge<br />

erfolgreich nachentsandet. Die Leistung<br />

konnte praktisch auf die Neubauleistung<br />

angehoben werden.<br />

Bei Filtersträngen mit nachlassender Förderleistung<br />

können <strong>Wasser</strong>wegsamkeiten durch Entsandung signifikant<br />

erhöht werden.<br />

Auch bei älteren Horizontalfilterbrunnen lässt sich die Ergiebigkeit<br />

durch Hochleistungsentsandung verbessern.<br />

April <strong>2013</strong><br />

394 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

Nachentsandung,<br />

Horizontalfilterbrunnen<br />

BH02, WW Petersaue, Stadtwerke<br />

Mainz, Baujahr 1958<br />

Veranlassung der durchzuführenden<br />

Maßnahmen war ein am Brunnen<br />

deutlich auftretender Leistungsverlust.<br />

Aus vorhandenen<br />

Altaufzeichnungen wurde ersichtlich,<br />

dass der Brunnen zur Zeit des<br />

Neubaus im Jahr 1958 mit rund<br />

400 m³/h betrieben werden konnte.<br />

Demgegenüber lag die vor der<br />

Maßnahme im Jahr 2012 angetroffene<br />

durchschnittliche Fördererleistung<br />

aus acht Filtersträngen bei<br />

nur noch 10 % dieser ursprünglichen<br />

Leistung.<br />

Im Zuge der Hochleistungsentsandung<br />

konnten in der Summe<br />

3,4 m³ Feststoffe in der strangnahen<br />

Umgebung mobilisiert und entfernt<br />

werden, was zu einer signifikanten<br />

Erhöhung der <strong>Wasser</strong>wegsamkeiten<br />

führte. Die spezifische<br />

Ergiebigkeit konnte von<br />

45 (m³/h)/m auf 161 (m³/h)/m<br />

erhöht werden. Vor und nach der<br />

Maßnahme realisierte Flowmetermessungen<br />

bestätigten eindrucksvoll<br />

die erzielte Aktivierung der Filterstränge,<br />

verbunden mit einer<br />

sehr guten Anbindung letzterer an<br />

den Grundwasserleiter.<br />

Zusammenfassung<br />

Horizontalfilterbrunnen waren und<br />

sind extrem wertvolle <strong>Wasser</strong>fassungen.<br />

Um einen wirtschaftlichen<br />

Betrieb zu gewährleisten, sind zielführende<br />

Aktivitäten sowohl im Neubauprozess,<br />

in der Prävention und<br />

im Service erforderlich. Im Zentrum<br />

des Interesses steht hierbei die bestmögliche<br />

Anbindung der horizontalen<br />

Filterstränge an ihre geologische<br />

Umgebung. Dies kann sehr gut<br />

durch Prozesse der Hochleistungsentsandung<br />

realisiert werden.<br />

Die praktischen Erfahrungen der<br />

Autoren an vielen Projekten in den<br />

vergangenen drei Jahren zeigen,<br />

dass auch eine nachträgliche Aktivierung<br />

an zum Teil über 50 Jahre<br />

alten Horizontalfilterbrunnen möglich<br />

ist.<br />

Kontakt:<br />

Raeto M. Conrad, Dipl.-Ing. ETH, Konsulent für <strong>Wasser</strong> und Boden,<br />

Bannstrasse 7, CH-8158 Regensberg, Tel. +41 44 853 02 57,<br />

E-Mail: raeto.conrad@bluewin.ch<br />

Dipl.-Hydr. Andreas Wicklein,<br />

pigadi GmbH,<br />

Leykestraße 11–13, D-12053 <strong>Berlin</strong>, Tel. (030) 74 75 74 77,<br />

E-Mail: andreas.wicklein@pigadi.com, www.pigadi.com<br />

HALLE 2.2 / STAND 322<br />

Abschließend wird darauf hingewiesen,<br />

dass in einem folgenden<br />

Beitrag in dieser Fachzeitschrift<br />

über Veranlassungen, Planung, Herausforderungen,<br />

Ablauf und Ergebnisse<br />

unterschiedlichster Maßnahmen<br />

an Horizontalfilterbrunnen<br />

ausführlich berichtet wird.<br />

Weiter, schneller, präziser:<br />

HYDRUS misst smarter.<br />

Der HYDRUS Ultraschallzähler sorgt für eine präzise Verbrauchsmessung<br />

- und eine vollautomatische Auslesung.<br />

Das integrierte Funkmodul und die einfache Installation per<br />

Plug & Play machen HYDRUS zum perfekten Messgerät für<br />

Systemtechnik und Smart Metering. Dank der Ultraschall-<br />

Technologie misst er präzise und langzeitstabil. Für eine effiziente<br />

<strong>Wasser</strong>nutzung und einen langfristig wirtschaftlichen<br />

Betrieb.<br />

HYDRUS – der smarte Ultraschall-<strong>Wasser</strong>zähler.<br />

Weitere Informationen unter: www.diehl-metering.com<br />

Besuchen Sie uns auf der <strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong>: Halle 6.2 / Stand 204<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 395


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Bekaplast Aqua-Lining 400 saniert<br />

Trinkwasserspeicher<br />

Mit BEKA PLAST Aqua Lining sanierter Trinkwasserbehälter.<br />

Auf der Messe stellt erstmals<br />

STEULER-KCH ein Kunststoff-<br />

Abdichtungssystem für den Neubau<br />

und die Sanierung von Trinkwasserspeichern<br />

vor. Dazu entwickelte<br />

das Unternehmen das<br />

Auskleidungssystem Bekaplast<br />

Aqua-Lining 400, dessen Werkstoff<br />

für den Einsatz mit Trinkwasser<br />

zugelassen ist: Das System besteht<br />

aus Platten mit den Abmessungen<br />

4000 mal 2000 mal vier Millimetern<br />

oder Rollenware aus Polyethylen<br />

hoher Dichte (PE-HD). Sie verfügen<br />

auf ihrer Rückseite über 400 konische<br />

Ankernoppen pro Quadratmeter.<br />

Die sorgen für die kraftschlüssige<br />

und unlösbare Verbindung<br />

von Untergrund und den<br />

PE-HD-Platten. Bei der Sanierung<br />

garantieren auf die Altauskleidung<br />

aufgedübelte Einschubleisten den<br />

sicheren Halt. Dieses vergleichsweise<br />

schnelle und flexible Einbringen<br />

der Auskleidung spart viel Zeit<br />

und damit Kosten.<br />

Bekaplast Aqua-Lining 400 lässt<br />

sich an jede Behältergeometrie<br />

anpassen. Auch Durchdringungen<br />

und Sonderlösungen sowie Vorkonfektionierungen<br />

sind kein Problem.<br />

Alle Stoßkanten erhalten eine flüssigkeitsdichte<br />

Schweißnaht. Mittels<br />

Funkeninduktor lässt sich die Dichtigkeit<br />

sicher nachweisen. Das System<br />

ist auf Leckagen hin überwachbar.<br />

Es ist für Temperaturschwankungen<br />

im Behälter von bis zu 20 °C<br />

geeignet.<br />

STEULER-KCH hat seit mehr als<br />

50 Jahren Erfahrungen mit thermoplastischen<br />

Auskleidungen der<br />

Marke Bekaplast. Daraus entstand<br />

Bekaplast Aqua-Lining 400 in seiner<br />

blauen Farbe. Das Unternehmen<br />

unterstützt auf Wunsch die komplette<br />

Planung und Bauausführung<br />

sowie auch den Einbau mit eigenen<br />

Monteuren.<br />

Kontakt:<br />

Steuler Services GmbH & Co. KG,<br />

Manfred Merl-Wolters,<br />

Georg-Steuler-Straße,<br />

D-56203 Höhr-Grenzhausen,<br />

Tel. (02624) 13-220,<br />

E-Mail: m.merl@steuler.de,<br />

www.steuler.de<br />

Halle 2.2 / Stand 302<br />

Neubau eines Trinkwasserbehälters mit BEKAPLAST<br />

Aqua Lining.<br />

STEULER KCH Aqualining Main.<br />

April <strong>2013</strong><br />

396 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

Produkte mit Pfiff<br />

Die HydroGroup präsentiert auf<br />

der Messe eine Menge an interessanten<br />

Produkten. Neuentwicklungen<br />

bei den HydroSystemTanks<br />

lassen die Realisierung immer größerer<br />

Speicheranlagen mit Volumen<br />

bis zu 15 000 m³ oder mehr<br />

zu. Op timierte Verfahrenstechniken<br />

und eine weitgehende Automatisierung<br />

von zentralen Enthärtungsanlagen<br />

(Nanofiltration/Um-<br />

kehrosmose, Schnellentkarbonisierung<br />

oder Kombination der Techniken)<br />

ermöglichen Lösungen für<br />

nahezu jeden Leistungsbereich.<br />

Erweiterte An wendungsbereiche<br />

eröffnet das neue HG-MFO-Verfahren<br />

(DBPa) zur weitgehend chemiefreien<br />

Aufbereitung stark belasteter<br />

Wässer. Mit Containeranlagen<br />

lässt sich die für jeden Einzelfall<br />

bestmögliche Membranverfahrenstechnik<br />

finden. Verfahren mit<br />

Ozon oder die sogenannten AOP-<br />

Prozesse (Advanced Oxidation<br />

Process) können in vielen Fällen<br />

die entsprechenden Spurenstoffe<br />

abbauen. Die Prozesswasseraufbereitung<br />

für industrielle Anwendungen<br />

umfasst Anlagen zum<br />

Ionenaustausch (Enthärtung und<br />

Ent salzung), zur Aufbereitung von<br />

Kesselspeisewasser und zur Filtration.<br />

Die Lösungen für die Automation<br />

und Prozessleittechnik be -<br />

rücksichtigen speziell die Anforderungen<br />

wassertech nischer Systeme.<br />

Kontakt:<br />

Hydro-Elektrik GmbH,<br />

Angelestraße 48/50,<br />

D-88214 Ravensburg<br />

Tel. (0751) 6009-0,<br />

E-Mail: sales@hydrogroup.de,<br />

www.hydrogroup.de<br />

HALLE 4.2 / STAND 100<br />

HydroGroup-<br />

Messestand<br />

<strong>2013</strong>.<br />

5. Europäische Rohrleitungstage <strong>2013</strong><br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft im Spannungsfeld von Kostendruck und Qualitätssicherung<br />

ATTRAKTIV - Die Kosten<br />

Die Europäischen Rohrleitungstage sind auch <strong>2013</strong> für Besucher kostenlos zugänglich.<br />

PRAKTISCH - Die Vorführungen<br />

Fachmesse und Kongress werden von praktischen Vorführungen begleitet,<br />

die den Einsatz der gezeigten Produkte und Services an Ort und Stelle demonstrieren.<br />

AKTUELL - Die Vorträge<br />

Namhafte Branchenfachleute und Vertreter der Wissenschaft informieren über<br />

Herausforderungen und neueste Lösungen in der Trinkwasserversorgung,<br />

im Hochwasserschutz und der <strong>Abwasser</strong>entsorgung.<br />

MEHR INFO und ANMELDUNG unter www.europeanpipelinecenter.eu<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 397


<strong>Wasser</strong>recht mit Tiefgang<br />

Handbuch des<br />

Deutschen <strong>Wasser</strong>rechts<br />

Neues Recht des Bundes<br />

und der Länder<br />

Loseblatt-Textsammlung<br />

und Kommentare<br />

Inklusive kostenlosem<br />

Zugang zu<br />

UMWELTdigital<br />

Herausgegeben von<br />

Prof. Dr. iur. Heinrich Frhr. von Lersner,<br />

Dr. iur. Konrad Berendes und<br />

Prof. Dr. iur. Michael Reinhardt<br />

Begründet von Prof. Dr. iur. Alexander Wüsthoff<br />

und Prof. Dr.-Ing. E. h. Walther Kumpf<br />

Loseblattwerk, 16.341 Seiten in 8 Ordnern,<br />

€ (D) 268,–, ca. 10 Ergänzungslieferungen<br />

pro Jahr, ISBN 978-3-503-00011-1<br />

Neben den einschlägigen Vorschriften – und solchen,<br />

die schwer zugänglich sind – bietet Ihnen das Handbuch<br />

fundierte Kommentierungen zu wichtigen, insbesondere<br />

bundesweit geltenden Gesetzen, z. B. zum<br />

O <strong>Wasser</strong>haushaltsgesetz (schon in neuer Fassung),<br />

O <strong>Abwasser</strong>abgabengesetz,<br />

O Bundeswasserstraßengesetz.<br />

Seit Inkrafttreten des WHG ist für die Praxis insbesondere<br />

die Entwicklung der Rechtslage in den Ländern von<br />

Relevanz. Infolge der noch jungen Instrumente des<br />

verfassungsrechtlichen Abweichungsrechts benötigen<br />

Sie verlässliche Informationen über den jeweils aktuellen<br />

Rechtsstand – das vorliegende Werk bietet Ihnen mit<br />

seiner Entscheidungssammlung genau diese.<br />

So urteilt die Fachwelt:<br />

»Das „Handbuch des Deutschen <strong>Wasser</strong>rechts“ bildet für die<br />

Fachwelt seit Jahrzehnten eine kompetente Informationsquelle<br />

für alle Belange des <strong>Wasser</strong>rechts. (...) Mit den Ergänzungslieferungen<br />

darf in Bezug auf das „Handbuch des Deutschen<br />

<strong>Wasser</strong>rechts“ das Kriterium „bekannt und bewährt“ uneingeschränkt<br />

gelten.«<br />

wassertriebwerk, 4/2012<br />

Kostenfrei aus dem deutschen Festnetz<br />

bestellen: 0800 25 00 850<br />

Weitere Informationen:<br />

www.ESV.info/978-3-503-00011-1<br />

Bestellungen bitte an den Buchhandel oder: Erich Schmidt Verlag GmbH & Co. KG · Genthiner Str. 30 G · 10785 <strong>Berlin</strong><br />

Tel. (030) 25 00 85-228 · Fax (030) 25 00 85-275 · ESV@ESVmedien.de · www.ESV.info


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

Rohrsysteme aus glasfaserverstärktem Kunststoff<br />

Längst ist die Messe keine reine<br />

<strong>Wasser</strong>messe mehr, sondern<br />

stellt auch weitere Themen wie<br />

Hochwasserschutz, Meerwasserentsalzung,<br />

Geothermie und grabenloses<br />

Bauen in den Mittelpunkt. Die<br />

grabenlose Bauweise ist seit Jahrzehnten<br />

eine umweltschonende<br />

und wirtschaftliche Alternative bei<br />

der Installation und der Sanierung<br />

von unterirdischen Ver- und Entsorgungsleitungen.<br />

Messebegleitend<br />

findet zu diesem Thema die NO DIG<br />

<strong>Berlin</strong> <strong>2013</strong> statt. In der Halle 2.1 am<br />

Eingang Süd wird die dazugehörige<br />

Ausstellung zu finden sein. Gelegenheit,<br />

um sich mit Fachleuten der<br />

Branche auszutauschen.<br />

In derselben Halle wird HOBAS<br />

als Hersteller von hochwertigen<br />

Rohrsystemen aus glasfaserverstärktem<br />

Kunststoff zu finden sein.<br />

Diese Produkte finden in vielen Projekten<br />

der grabenlosen Installation<br />

Anwendung. Dabei spielen vor allem die Themen Vortrieb<br />

und Sanierung eine große Rolle. Diese sind top<br />

aktuell und nehmen wegen der ständig wachsenden<br />

Bautätigkeiten in Ballungsgebieten und der Sanierungsbedürftigkeit<br />

von Altkanälen weiter an Bedeutung zu.<br />

Außerdem werden Faktoren wie z. B. die Vermeidung<br />

von Umweltbelastungen, Lärm, Behinderungen durch<br />

Sperrungen und letztendlich die damit verbundenen<br />

Kosten immer gewichtiger. Am HOBAS Stand wird es die<br />

Möglichkeit geben, sich über die Vorteile der grabenlosen<br />

Bauweise im Vergleich zur offenen Verlegung z. B.<br />

hinsichtlich der CO 2 -Bilanz sowie neueste Trends des<br />

Marktes informieren zu können. Als Highlights werden<br />

ein Vortriebsrohr mit einem Außendurchmesser von<br />

3600 mm und ein Sonderprofil 3190 x 2584 mm, welches<br />

mittels Relining in der Kanalsanierung eingesetzt<br />

wird, zu sehen sein.<br />

Trinkwasserbehälter<br />

In bewährter Wiedemanntechnik sanieren wir jedes Jahr nahezu<br />

100 Trinkwasserbehälter, seit 1947, Jahr für Jahr.<br />

Von der Zustandsanalyse, Beratung und Ausarbeitung des<br />

Sanierungs kon zeptes bis zur fix und fertigen Ausführung.<br />

Abdichtung<br />

Betoninstandsetzung<br />

Rissinjektion<br />

Stahlkorrosionsschutz<br />

Statische Verstärkung -CFK-Lamellen-<br />

Vergelung<br />

Spritzbeton / Spritzmörtel<br />

Mineralische Beschichtung<br />

Unsere Fachleuchte sind für Sie da, rufen Sie an!<br />

W 316-1<br />

Kontakt:<br />

HOBAS Rohre GmbH,<br />

Wilfried Sieweke,<br />

Gewerbepark 1/Hellfeld,<br />

D-17034 Neubrandenburg,<br />

Tel. (0395) 4528-0,<br />

Fax (0395) 4528-100,<br />

E-Mail: wilfried.sieweke@hobas.com<br />

www.hobas.de<br />

HALLE 1.2 / STAND 415<br />

Zentrale<br />

65189 Wiesbaden<br />

Weidenbornstr. 7-9<br />

Tel. 0611/7908-0<br />

Fax 0611/761185<br />

Niederlassung<br />

01159 Dresden<br />

Ebertplatz 7-9<br />

Tel. 0651/42441-0<br />

Fax 0351/42441-11<br />

Wiedemann<br />

Instandsetzung und Schutz von Betonbauwerken<br />

Besuchen Sie uns im Internet:<br />

www.wiedemann-gmbh.com<br />

Zertifiziert nach<br />

DIN EN ISO 9001:2008<br />

seit 1947<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 399


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Neuer Stauraumkanal aus GFK-Rohren für das<br />

Technische Zentrum Heiterblick<br />

Der Stauraumkanal DN 3000, der<br />

im Auftrag der Leipziger Verkehrsbetriebe<br />

(LVB) GmbH auf dem<br />

Gelände der bishe rigen LVB-Hauptwerkstatt<br />

im Stadtteil Heiterblick<br />

verlegt worden ist, ist 370 m lang.<br />

Die Tiefbaumaßnahme ist Bestandteil<br />

eines umfangreichen Projektes,<br />

bei dem das alte Industriegelände<br />

im Nordosten von Leipzig, wo seit<br />

über 80 Jahren Straßenbahnen in -<br />

stand gesetzt werden, grundlegend<br />

umgebaut wird. In einem ersten<br />

Bauabschnitt wird die neue Hauptwerkstatt<br />

für die gesamte LVB-Straßenbahnflotte<br />

und im Folgeabschnitt<br />

eine Betriebswerkstatt sowie<br />

eine Abstellhalle für 180 Betriebseinheiten<br />

errichtet. In dem neuen<br />

Stauraumkanal soll das anfallende<br />

Regenwasser zukünftig gesammelt<br />

und kontrolliert in das öffentliche<br />

Kanalnetz eingeleitet werden. Bei<br />

der Ausführung hat sich der Auftraggeber<br />

für den Einsatz eines<br />

Rohrsystems aus glasfaserverstärktem<br />

Kunststoff (GFK) von der<br />

AMITECH Germany GmbH entschieden.<br />

Ausschlaggebend für die Wahl<br />

der im Werk Mochau gefertigten<br />

FLOWTITE GFK-Wickelrohre waren<br />

neben den hervorragenden materialtechnischen<br />

Werkstoffeigenschaften<br />

insbesondere die sehr kurzen<br />

Liefer- und Verlegezeiten, die<br />

wesentlich zum reibungslosen und<br />

fristgerechten Einbau beitrugen.<br />

Im April 2012 begannen mit der<br />

Grundsteinlegung die Bauarbeiten<br />

auf dem LVB-Gelände in Leipzig-<br />

Heiterblick. „Die Umsetzung des<br />

anspruchsvollen Projektes soll dazu<br />

beitragen, die Leistungsfähigkeit<br />

des öffentlichen Personennahverkehrs<br />

zu steigern“, wirft Projektmanager<br />

Frank-Uwe Neubert von den<br />

Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB)<br />

GmbH einen Blick in die Zukunft. „In<br />

erster Linie wird das Technische<br />

Zentrum als Standort für den technischen<br />

Service die Wartung und<br />

Rund 370 m lang ist der neue Stauraumkanal aus FLOWTITE<br />

GFK­ Rohren DN 3000. Alle Abbildungen: © AMITECH Germany GmbH<br />

Instandhaltung sowie die Reparatur<br />

und Generaluntersuchung<br />

der modernen Niederflur-Straßenbahnen<br />

übernehmen.“ Im ersten<br />

Bauabschnitt entsteht auf dem<br />

etwa 16,5 ha großen Gelände die<br />

neue Hauptwerkstatt. Gleichzeitig<br />

werden nach den Vorgaben der<br />

Lindschulte + Kloppe Ingenieurgesellschaft<br />

mbH – zuständig für die<br />

Planung Verkehr und Infrastruktur –<br />

3800 m Gleise und Fahrleitungen<br />

verlegt und Leitungen für Strom,<br />

<strong>Wasser</strong>, <strong>Abwasser</strong> und Gas gebaut.<br />

„Die neuen Werkstätten und An -<br />

lagen wurden unter besonderer<br />

Berücksichtigung von energieeffizienten<br />

Gesichtspunkten geplant und<br />

entsprechen modernen Umweltstandards“,<br />

betont Neubert und verweist<br />

dabei auf die umwelt- und<br />

ressourcenschonende Realisierung<br />

eines Konzeptes, das ganz gezielt<br />

auf Nachhaltigkeit setzt.<br />

Geordnet gesammelt und<br />

zwischengelagert<br />

Das gilt auch für den Umgang mit<br />

dem auf dem Gelände anfallenden<br />

Niederschlagswasser. Aufgrund der<br />

eingeschränkten Versickerungs-<br />

und Ableitungsmöglichkeiten muss<br />

das Oberflächenwasser geordnet<br />

gesammelt und zwischengespeichert<br />

werden, um dann kontrolliert<br />

in das öffentliche Kanalnetz eingespeist<br />

zu werden. Zur Ausführung<br />

kam eine Anlage, bei der das<br />

gesammelte Regenwasser über ein<br />

Absatzbecken geleitet wird, in dem<br />

sich die mitgeführten Feststoffe<br />

absetzen. Danach gelangt das <strong>Wasser</strong><br />

in einen Stauraumkanal, wo es<br />

mittels einer Pumpe gedrosselt dem<br />

öffentlichen Kanal zugeführt wird.<br />

Der Stauraumkanal DN 3000, der<br />

von der EUROVIA Verkehrsbau<br />

Union GmbH eingebaut wurde, ist<br />

rund 370 m lang und verfügt über<br />

ein Fassungsvermögen von circa<br />

2700 m 3 . „Seine Länge und Dimensionierung<br />

wurden im Wesentlichen<br />

von zwei Faktoren bestimmt“,<br />

erklärt Neubert. „Das war auf der<br />

einen Seite die Größe der künftig<br />

versiegelten Flächen und die daraus<br />

abzuleitende Menge an Oberflächenwasser.<br />

Auf der anderen Seite<br />

stand für den Bau des Stauraumkanals<br />

nur ein begrenzter Platz<br />

innerhalb des Baufeldes zur Verfügung.“<br />

April <strong>2013</strong><br />

400 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

Wartungsaufwand minimiert<br />

Bei der Auswahl eines geeigneten<br />

Werkstoffes hat sich der Auftraggeber<br />

für glasfaserverstärkte Kunststoffrohre<br />

entschieden. Zum Einsatz<br />

kamen FLOWTITE GFK-Wickelrohre,<br />

deren Produktion in (fast) jeder<br />

beliebigen Länge und in Nennweiten<br />

von bis zu 3000 mm möglich ist.<br />

Sie verfügen über vielfältige materialtechnische<br />

und verlegetechnische<br />

Vorteile. „Das geringe Gewicht der<br />

Wickelrohre – sie wiegen lediglich<br />

ein Viertel bzw. ein Zehntel von vergleichbaren<br />

Rohren aus Grauguss<br />

oder Beton – trägt entscheidend<br />

dazu bei, dass die Transportkosten<br />

überschaubar bleiben und dass die<br />

Rohre an der Einbaustelle einfach<br />

und flexibel zu handhaben sind“,<br />

erklärt Helmut Jersch, als Vertreter<br />

der AMITECH Germany GmbH verantwortlich<br />

für den Vertrieb in Sachsen.<br />

Dies sorgt zudem für eine Minimierung<br />

der Verlegekosten und auf<br />

den Einsatz eines Krans kann meist<br />

verzichtet werden.<br />

Auch mit weiteren Werkstoffeigenschaften<br />

können die FLOW-<br />

TITE Wickelrohre überzeugen. „Der<br />

Einsatz der REKA-Kupplung stellt<br />

die Dichtigkeit des gesamten Systems<br />

sicher und die glatten porenfreien<br />

Innenoberflächen der Rohre<br />

sorgen für eine hervorragende<br />

Hydraulik, unterstützen die angestrebte<br />

Selbstreinigung und minimieren<br />

den Wartungsaufwand“, so<br />

Jersch weiter.<br />

Der Neubau des Stauraumkanals<br />

konnte zur Zufriedenheit aller Baupartner<br />

abgeschlossen werden. Der<br />

Umstand, dass die erforderlichen<br />

Bauteile in kürzester Zeit produziert<br />

und geliefert werden konnten, trug<br />

dabei ebenso zu einem reibungslosen<br />

und erfolgreichen Abschluss<br />

der Tiefbaumaßnahme bei wie die<br />

Qualität der gelieferten Produkte.<br />

Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt<br />

beim Neubau des Technischen<br />

Zentrums Heiterblick sollen<br />

im 1. Quartal 2014 abgeschlossen<br />

sein.<br />

Kontakt:<br />

Amitech Germany GmbH,<br />

Am Fuchsloch 19,<br />

D-04720 Mochau OT Grossteinbach,<br />

Tel. (03431) 7182-0,<br />

Fax (03431) 70 23 24,<br />

E-Mail: info@amitech-germany.de,<br />

www.amitech-germany.de<br />

HALLE 1.2 / STAND 208k<br />

Vorteile an der Einbaustelle: Das vergleichsweise<br />

geringe Gewicht der Wickelrohre trägt entscheidend<br />

dazu bei, dass die Transportkosten überschaubar<br />

bleiben und dass die Rohre an der Einbaustelle<br />

einfach und flexibel zu handhaben sind.<br />

Zukunftsweisendes Konzept: In dem neuen<br />

Stauraumkanal soll das anfallende Regenwasser<br />

gesammelt und kontrolliert in das öffentliche<br />

Kanalnetz eingeleitet werden.<br />

Für eine sichere Trinkwasserversorgung<br />

Hausanschlussarmaturen aus bleifreiem Silicium-Messing<br />

Bleifreies Silicium-Messing:<br />

. erfüllt die Vorgaben der TrinkwV 2001,<br />

insbesondere des Minimierungsgebotes<br />

. hohe Entzinkungs- und Korrosionsbeständigkeit<br />

. schont knappe Rohstoffressourcen<br />

Besuchen Sie uns:<br />

Halle A4.2<br />

Stand 315<br />

EWE-ARMATUREN<br />

Telefon: +49 531 37005-0 . www.ewe-armaturen.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 401


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Innovative <strong>Wasser</strong>leckortung per Korrelator<br />

mit Touchscreen<br />

Eingabe der Rohrdaten am TochME.<br />

Funksender mit integrierten Mikrofonen und<br />

TouchME Bedieneinheit.<br />

Für die <strong>Wasser</strong>lecksuche gibt es<br />

unterschiedlichste Möglichkeiten,<br />

das entsprechende Leck zu finden.<br />

Ein neues Kompaktsystem zur<br />

Leckageortung, basierend auf der<br />

Korrelation von Leckgeräuschen<br />

bietet die Firma Esders aus Haselünne.<br />

Das Eureka3 System besteht aus<br />

einer zentralen Bedieneinheit mit<br />

großem Touchscreen, zwei Funksendern<br />

mit integrierten Mikrofonen,<br />

einem Kopfhörer sowie dem<br />

Netzteil. Alle Teile werden in einem<br />

robusten Transportkoffer mit eingebautem<br />

Ladegerät sicher transportiert.<br />

Im Vergleich zur Vorgängerversion<br />

bietet das System Eureka3 eine<br />

speziell für den rauhen Außeneinsatz<br />

entwickelte Plattform für die<br />

Software – das TouchME.<br />

„Der entscheidende Vorteil ist<br />

die einfache Bedienung – es bedarf<br />

keiner großen Erklärungen und<br />

Schulungen“, so Bernd Esders. Die<br />

großen Tasten werden auf dem<br />

TouchME Bildschirm dargestellt und<br />

lassen eine Bedienung sogar mit<br />

Handschuhen zu. Das hoch auflösende<br />

Farbdisplay mit sich automatisch<br />

anpassender Hintergrundbeleuchtung<br />

ist unter allen Wetterbedingungen<br />

brillant ablesbar. Die<br />

notwendigen Daten für Länge der<br />

Rohrleitung sowie Material und<br />

Durchmesser können bildlich unterstützt<br />

eingegeben werden und die<br />

Berechnung der Leckposition er -<br />

folgt vollautomatisch. Dafür werden<br />

wirkungsvolle Algorithmen aus vielen<br />

Jahren Erfahrung in Verbindung<br />

mit neuesten Signalprozessoren<br />

verwendet.<br />

Die Funksender mit eingebauten<br />

Mikrofonen können ohne störende<br />

und verschleißträchtige Kabelverbindungen<br />

wie gewohnt an den<br />

Kontaktpunkten zur Leitung angesetzt<br />

werden. Der Funksender lässt<br />

sich auf zwei wählbare Funkleistungen<br />

einstellen: eine hohe Funkleistung<br />

für sehr große Funkdistanzen<br />

oder eine verminderte Funkleistung<br />

zum Sparen von Akkukapazität. Die<br />

Funksender übertragen die Geräusche<br />

mit hoher Qualität zum<br />

TouchME.<br />

„Diese Daten werden im<br />

TouchME umgehend analysiert und<br />

die Leckposition angezeigt. Parallel<br />

dazu werden sie im Gerätespeicher<br />

abgelegt und können – wie die<br />

Messergebnisse und Kommentare –<br />

ebenfalls über einen USB-Stick an<br />

den PC übertragen werden“, erklärt<br />

Clemens Fentker, Produktmanager<br />

bei Esders.<br />

In besonders heiklen Fällen ist<br />

eine zusätzliche Analyse am PC<br />

somit möglich. Die von den<br />

Korrelierenden Geräuschloggern<br />

Enigma bekannte, effektive Enigma-<br />

Software ist kompatibel und ist in<br />

jedem System enthalten. „So lässt<br />

sich auch der im TouchME integrierte<br />

GPS-Empfänger weiter nutzen.<br />

Dieser speichert nämlich die<br />

Leckpositonsdaten auf Knopfdruck<br />

und ermöglicht die Darstellung auf<br />

Kartenmaterial auf dem PC.“<br />

Ungenauigkeiten bei der Korrelation<br />

entstehen meist durch lokale<br />

Besonderheiten der Schallgeschwindigkeiten<br />

des Rohres. Diese Ungenauigkeiten<br />

können beim Eureka3<br />

effektiv mit einer Korrekturmöglichkeit<br />

bis auf Null reduziert werden.<br />

Optional kann das System durch<br />

externe Mikrofone erweitert werden,<br />

sodass auch ein Einsatz an<br />

engen und unzugänglichen Stellen<br />

sichergestellt werden kann. Ebenfalls<br />

sind Hydrofone für die besonders<br />

empfindliche Leckortung bei<br />

nichtmetallischen Leitungen mit<br />

dem System Eureka3 verfügbar.<br />

Kontakt:<br />

Esders GmbH,<br />

Hammer-Tannen-Straße 26–28,<br />

D-49740 Haselünne,<br />

Tel. (05961) 95650,<br />

Fax (05961) 956515,<br />

E-Mail: info@esders.de,<br />

www.esders.de<br />

HALLE 6.2 / STAND 214<br />

April <strong>2013</strong><br />

402 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


NOGGERATH<br />

KLR KETTENUMLAUFRECHEN<br />

––––––<br />

ROBUSTER GROB- UND FEINRECHEN ZUR INDUSTRIELLEN UND<br />

KOMMUNALEN ABWASSER REINIGUNG ZUM EINBAU IM GERINNE<br />

ODER ZUR OBER IRDISCHEN AUF STELLUNG IM BEHÄLTER.<br />

• Gerinnebreiten 500 – 2000 mm<br />

• Gerinnetiefen 400 – 4000 mm<br />

• Spaltweiten 3 – 100 mm, bei 3 – 6 mm mit einzeln<br />

tauschbaren Harkenlamellen<br />

• Fertigungsgenauigkeit durch Laserkant-Technologie<br />

• Störungsfreier Betrieb durch Harken elemente<br />

im schwenkbaren Kettenkasten<br />

––––––<br />

BILFINGER PASSAVANT WATER TECHNOLOGIES<br />

Business Unit NOGGERATH<br />

www.water.bilfinger.com<br />

Feldstraße 2 · 31708 Ahnsen<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Passavant-Geiger heißt jetzt<br />

Bilfinger Passavant<br />

Water Technologies<br />

FOKUS<br />

BWT 13-065 anz_<strong>gwf</strong>_4-<strong>2013</strong>_210x103_rz.indd 1 21.03.13 14:13<br />

Gewässerschutz mit NeutraRent<br />

Die mobile Abscheideranlage NeutraRent von Mall steht einsatz- und<br />

abrufbereit zur Verfügung und kann bei Notfalleinsätzen bundesweit<br />

geliefert oder abgeholt werden. © Mall GmbH<br />

Mit der Abscheideranlage NeutraRent<br />

hat Abscheider-Spezialist<br />

Mall nun auch eine Anlage für<br />

zeitlich begrenzte Einsatzzwecke<br />

und Notfalleinsätze im Programm.<br />

Der mobile Leichtflüssigkeitsabscheider<br />

kann in kürzester Zeit bundesweit<br />

zum Einsatz kommen und<br />

verhindert drohende Gewässerverunreinigungen<br />

nach Ölunfällen<br />

oder Havarien bzw. dient bei Grundwassersanierungen<br />

und Baustellenentwässerungen<br />

als Übergangslösung.<br />

NeutraRent besteht aus einem<br />

vorgeschalteten Schlammfang mit<br />

einem Volumen von 2500 Litern,<br />

einem Abscheider Klasse I NeutraSteel<br />

aus Edelstahl mit allgemeiner<br />

bauaufsichtlicher Zulassung, einer<br />

Probenahmeeinrichtung und einer<br />

Warnanlage mit Blinkleuchte und<br />

Summer. Die gesamte Anlage passt<br />

auf eine Palette, sodass sie<br />

anschlussfertig auf einem Anhänger<br />

transportiert werden und vor Ort<br />

mit einem entsprechenden Hubgerät<br />

abgeladen und aufgestellt werden<br />

kann. Rohrleitungsmaterial für<br />

den Zu- und Ablauf, Verlängerungskabel,<br />

Wartungsset und Betriebsbuch<br />

befinden sich in einem<br />

abschließbaren Staufach. Zu Beginn<br />

des Einsatzes erhält der Mieter eine<br />

detaillierte Einweisung in die Funktionsweise<br />

des Abscheiders und das<br />

Führen des Betriebstagebuchs.<br />

Kontakt:<br />

Mall GmbH, Umweltsysteme,<br />

Hüfinger Straße 39–45, D-78166 Donaueschingen,<br />

Tel. (0771) 8005-0, Fax (0771) 8005-100,<br />

E-Mail: info@mall.info, www.mall.info<br />

HALLE 2.2 / STAND 125<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 403


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

<strong>Wasser</strong>normpumpen-Baureihe Etanorm<br />

Höhepunkt des Pumpen- und<br />

Armaturenherstellers KSB auf<br />

der Messe in <strong>Berlin</strong> ist die jüngste<br />

Generation der seit 1936 ununterbrochen<br />

produzierten <strong>Wasser</strong>normpumpen-Baureihe<br />

Etanorm. Die<br />

neue Ausführung umfasst 43<br />

Baugrößen, die mit 2- oder 4-poligen<br />

Motoren angetrieben werden.<br />

Zusätzliche Einheiten erweitern das<br />

vorhandene Raster und erlauben so<br />

eine noch bessere Abstimmung der<br />

Pumpengröße auf den sparsamsten<br />

Betriebspunkt. Bei ihrer Einwicklung<br />

arbeiteten die KSB-Ingenieure in -<br />

Die jüngste Ausführung der<br />

Baureihe Etanorm umfasst<br />

43 Baugrößen.<br />

© KSB Aktiengesellschaft, Frankenthal<br />

tensiv mit der CFD-Technik genannten<br />

computergestützten Strömungssimulation<br />

(Computational<br />

Fluid Dynamics). Mit deren Hilfe<br />

optimierten sie die hydraulischen<br />

Konturen.<br />

Als Vertreter der Unterwasser-<br />

Motorpumpenbaureihe wird die<br />

UPA-150-C auf der Messe zu sehen<br />

sein. Sie ist für den Einsatz in der<br />

<strong>Wasser</strong>versorgung, Bewässerung,<br />

Grundwasserabsenkung und Druckerhöhung<br />

sowie im Brandschutz<br />

vorgesehen. Die strömungsgünstige<br />

Hydraulik verleiht den Aggregaten<br />

hohe Wirkungsgrade. Das sorgt für<br />

niedrige Betriebskosten während<br />

der gesamten Lebensdauer. Die<br />

maximale Förderhöhe liegt bei 570<br />

Metern, die größte Fördermenge<br />

beträgt 79 000 Liter in der Stunde. Je<br />

nach Motorauslegung kann die<br />

Temperatur des zu fördernden<br />

Mediums bis zu 50 °C betragen. Die<br />

Pumpe ist standardmäßig komplett<br />

aus hochwertigem, nicht rostendem<br />

Edelstahl hergestellt. Für aggressive<br />

Flüssigkeiten ist eine besonders<br />

hochwertige CrNiMo-Stahl-Ausführung<br />

lieferbar.<br />

Mit ihren ausgefeilten Hydrauliken<br />

erfüllen sowohl die neue Etanorm<br />

als auch die UPA-150-C heute<br />

schon die EU-Anforderungen (ErP-<br />

Richtlinie) der Durchführungsverordnung<br />

547/2012/EU für <strong>Wasser</strong>pumpen,<br />

die 2015 in Kraft treten.<br />

Einen weiteren Höhepunkt in<br />

Sachen „Sparsamkeit“ stellt der von<br />

KSB entwickelte und auf der Messe<br />

präsentierte SuPremE-Motor dar.<br />

Mit seinem Synchron-Reluktanzprinzip<br />

steht dem Anwender eine<br />

Technologie zur Verfügung, mit der<br />

sich auch zukünftige Anforderungen<br />

an sparsame Antriebe von<br />

Pumpen erfüllen lassen. Die Motoren<br />

haben mindestens 15 % weniger<br />

Verlustleistung, als nach der Effizienzklasse<br />

IE3 in der Verordnung<br />

EG640/2009 ab 2015 bzw. ab 2017<br />

vorgeschrieben ist. Damit erreichen<br />

sie schon heute das Effizienzniveau<br />

IE4 der IEC/CD 60034-30 Ed. 2. Im<br />

Unterschied zu konventionellen<br />

Hocheffizienzmotoren benötigt<br />

man keine Magnetwerkstoffe, deren<br />

Gewinnung in den Ursprungsländern<br />

eine große Umweltbelastung<br />

darstellt.<br />

Auch die Überwachungseinheit<br />

für Pumpen, PumpMeter, wird zu<br />

sehen sein. Das Produkt ist weltweit<br />

bereits in über 10 000 Einheiten im<br />

Einsatz und hilft Anwendern herauszufinden,<br />

ob ihre Pumpe effizient<br />

und kostensparend arbeitet.<br />

Der deutsche Hersteller zeigt<br />

auch Ausschnitte seines großen<br />

Armaturenprogamms für die <strong>Wasser</strong>wirtschaft,<br />

so z. B. Sisto-Membranventile<br />

mit Trinkwasserzulassung.<br />

Ihre Gehäuse sind aus poliertem<br />

Edelstahl, totraumfrei und<br />

selbstentleerend. In der Regel<br />

erfolgt ihre Bedienung über einfachwirkende,<br />

pneumatische Kolbenantriebe.<br />

Kontakt:<br />

KSB Aktiengesellschaft,<br />

Johann-Klein-Straße 9,<br />

D-67227 Frankenthal,<br />

Tel. (06233) 860, Fax (06233) 863401,<br />

E-Mail: info@ksb.com,<br />

www.ksb.com<br />

HALLE 4.2 / STAND 203<br />

<strong>Wasser</strong>aufbereitung GmbH<br />

Grasstraße 11 • 45356 Essen<br />

Telefon (02 01) 8 61 48-60<br />

Telefax (02 01) 8 61 48-48<br />

www.aquadosil.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

404 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Der passende Zähler für jede<br />

Gelegenheit<br />

Itron zeigt auf der <strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong><br />

sein breites Portfolio an Lösungen<br />

für die <strong>Wasser</strong>versorgung, das beinhaltet<br />

<strong>Wasser</strong>zähler für alle Anwendungsfelder.<br />

Das Unternehmen präsentiert<br />

z. B. den Großwasserzähler<br />

SharpFlow, einen batteriebetriebenen<br />

magnetisch-induktiven <strong>Wasser</strong>zähler.<br />

Der statische Zähler hat eine<br />

Batterielebensdauer von 15 Jahren<br />

und überzeugt mit seiner wartungsfreien<br />

Technologie sowie seiner sehr<br />

hohen Messgenauigkeit. Der me -<br />

chanische Großwasserzähler Flostar<br />

M wird ebenfalls auf der Messe zu<br />

sehen sein. Der Flostar M ist in den<br />

Größen DN 50-150 mm verfügbar,<br />

übertrifft die hohen Anforderungen<br />

der metrologischen Klasse C und<br />

erreicht Dynamikwerte von bis zu<br />

R630 nach MID – er verbindet also<br />

niedrige Anlaufwerte mit hoher<br />

Überlastsicherheit.<br />

Das Unternehmen stellt erstmalig<br />

auch seinen neuen Ultraschallhauswasserzähler<br />

vor. Der große<br />

Vorteil des statischen Zählers: Er hat<br />

keine Verschleißteile und ist unempfindlich<br />

gegenüber <strong>Wasser</strong>verunreinigungen.<br />

Daneben wird unter<br />

anderem mit dem Aquadis+ auch<br />

ein mechanischer Zähler ausgestellt.<br />

Mit seiner langzeitstabilen<br />

Messgenauigkeit leistet der Ringkolbenzähler<br />

einen wichtigen Beitrag<br />

zum Schutz von Investitionen<br />

bei Versorgungsunternehmen. Er<br />

hilft, Mängel am Leitungssystem<br />

FOKUS<br />

frühzeitig zu erkennen, und minimiert<br />

damit Reparaturkosten sowie<br />

Ressourcenverlust.<br />

Eines haben alle <strong>Wasser</strong>zähler<br />

von Itron gemeinsam: Sie sind<br />

heute schon kompatibel mit den<br />

Anforderungen von morgen, da sie<br />

alle dank der integrierten Cyble-<br />

Schnittstelle an verschiedenste<br />

Kommunikationssysteme angeschlossen<br />

werden können. Die Zähler<br />

sind sowohl auf mobile Datenerfassung<br />

via Walk-By Funksystem<br />

ausgelegt, als auch auf die stationäre<br />

Lösung EverBlu. EverBlu erfasst<br />

die Daten mehrerer Zähler in einer<br />

zentralen Einheit, von wo aus sie<br />

dann abgerufen werden.<br />

Mit dem WaterMind Analyzer<br />

bietet Itron eine intelligente Lösung<br />

zur Auswertung von Messdaten.<br />

Der WaterMind Analyzer bereitet<br />

bereits an der Messstelle die Daten<br />

auf und liefert damit nicht nur simple<br />

Rohdaten an das Backoffice.<br />

Dank der kontinuierlichen Kontrolle<br />

der <strong>Wasser</strong>zähler werden auch Fehler<br />

schneller entdeckt. Per SMS<br />

informiert der WaterMind Analyzer<br />

Wartungstechniker, wenn Probleme<br />

auftreten. Um Ressourcen zu<br />

sparen, können Versorger die<br />

Datenauswertung seit Kurzem auch<br />

als Managed Service von Itron<br />

beziehen. Dabei werden die Daten<br />

im TÜViT-geprüften Itron Rechenzentrum<br />

verarbeitet und sind per<br />

Web-Interface zugänglich.<br />

FRIALEN ® XL<br />

Sichere<br />

Verbindungstechnik<br />

im großen Stil.<br />

Keilmuffen KM-XL<br />

d 1000 – d 1200<br />

Baustellengerechte<br />

Lösungen in XL<br />

T-Stücke<br />

d 250 – d 315<br />

Winkel 90°<br />

d 250 – d 315<br />

Umfassendes Produkt- und<br />

Serviceangebot zur optimalen<br />

und schnellen Verbindung von<br />

Großrohrleitungen aus PE-HD<br />

Stutzenschellen Stutzenschellen SA-XL SA-XL<br />

d 315/225 d 315/225 – d 1000/160 – d 1000/160<br />

Reparatursättel RS-XL<br />

d 250 – d 1000<br />

Reparatursättel RS-XL<br />

d 250 – d 1000<br />

Kontakt:<br />

Itron, Inc.,<br />

Silke Schmahl,<br />

Communications<br />

Manager Germany,<br />

Tel. (04361) 625 158,<br />

E-Mail:<br />

Silke.Schmahl@<br />

itron.com,<br />

www.itron.com<br />

HALLE 6.2 /<br />

STAND 20<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 405<br />

info-frialen@friatec.de · www.frialen-xl.de


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Neuheiten für den Leitungsbau<br />

Sauberes <strong>Wasser</strong> und eine sichere <strong>Wasser</strong>versorgung – für Endverbraucher in Deutschland eine scheinbare<br />

Selbstverständlichkeit. Doch dahinter steckt viel mehr, denn <strong>Wasser</strong>versorger und <strong>Abwasser</strong>entsorger sind<br />

Unternehmen, die im Sinne des Bürgers wirtschaftlich und nachhaltig handeln müssen. Und wer effizient und<br />

wirtschaftlich plant, benötigt dafür die richtigen Instrumente. Die Barthauer Software GmbH zeigt auf der<br />

diesjährigen <strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong> Innovationen für zukunftssichere Ver- und Entsorgungsnetze.<br />

BaSYS Asset Management.<br />

Asset Management<br />

Was viele noch nicht wissen: BaSYS,<br />

das innovative Informationssystem<br />

der Barthauer Software GmbH, stellt<br />

auch ein umfassendes Werkzeug<br />

der Projektsteuerung im Asset<br />

Management dar. Dazu zählen Aufgaben<br />

der Verwaltung aller Infrastrukturobjekte<br />

des Anlagevermögens,<br />

sowie die Vermögensbewertung,<br />

Kostenermittlung, die<br />

automatisierte Anlagenerzeugung<br />

aus Stammdaten, die Dokumentation<br />

und die integrierte Betriebsund<br />

Wartungsplanung von <strong>Wasser</strong> -<br />

und <strong>Abwasser</strong>anlagen. BaSYS<br />

ermöglicht damit eine umfassende<br />

Sicht auf alle Assets im Unternehmen<br />

und gibt darüber hinaus seinen<br />

Anwendern Tools zur Hand, um<br />

das Asset Portfolio von Ver- und Entsorgungsnetzen<br />

strategisch und<br />

operativ zu lenken. Vor allem im<br />

operativen Produktlebenszyklus<br />

von „infrastrukturellen Assets“ kann<br />

dadurch ein hoher Mehrwert er -<br />

reicht werden. Dazu gehören die<br />

Sicherung der technischen Verfügbarkeit<br />

und die Minimierung von<br />

Schwachstellen, Reduzierung der<br />

Betriebskosten und Wertmaximierung<br />

der eingesetzten Anlagegüter.<br />

Sanierungskonzept-<br />

Assistent<br />

Der neue Sanierungskonzept-Assistent<br />

bietet Arbeitserleichterung bei<br />

der Sanierungsplanung. Die regelbasierte<br />

Erstellung passender Sa -<br />

nierungskonzepte ermöglicht Zeitersparnisse<br />

bei der Vorbereitung<br />

der anschließenden Sanierungsmaßnahmen.<br />

Dabei lässt der Assistent die<br />

Wahl aus mehreren Alternativen zu,<br />

wie z. B. Reparatur, Renovierung<br />

und Erneuerung, und bestimmt<br />

näherungsweise Art, Anzahl und<br />

Kosten der geeigneten Sanierungsmaßnahmen.<br />

Einen ersten Prototyp<br />

des Sanierungskonzept-Assistenten<br />

stellt BARTHAUER auf der WASSER<br />

BERLIN <strong>International</strong> vor.<br />

In Kombination mit der dynamischen<br />

Kostenvergleichsrechnung<br />

unterstützt der Sanierungskonzept-<br />

Assistent eine vorausschauende<br />

und wirtschaftliche Sanierungsplanung<br />

von <strong>Abwasser</strong>anlagen und<br />

eine effiziente Bewirtschaftung. Im<br />

Rahmen des Kompetenz-Zentrums<br />

IT in der <strong>Wasser</strong>wirtschaft (Halle 4.2/<br />

Stand 421) können Interessierte auf<br />

der <strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong> täglich einen<br />

tiefergehenden Vortrag der Barthauer<br />

Software GmbH zu diesem<br />

Thema hören.<br />

GeoDS<br />

Mit GeoDS, dem Geo-Objekt Design<br />

Studio, stellt BARTHAUER eine neuartige<br />

Software vor, mit deren Hilfe<br />

individuelle Geo-Objekte und universell<br />

einsetzbare Fachschalen zur<br />

Neuentwicklung oder Erweiterung<br />

von Netzinformationssystemen oder<br />

Katastern erschaffen werden können.<br />

Bei der Entwicklung von<br />

GeoDS wurde großer Wert auf die<br />

Integration des weltweit einzigartigen<br />

Multiplattform-Konzepts von<br />

BARTHAUER gelegt. Die mit GeoDS<br />

erschaffenen Objekte und Fachschalen<br />

sind universell und plattform<br />

unabhängig mit allen marktführenden<br />

GIS und CAD-Systemen<br />

einsetzbar. Diese Eigenschaft hebt<br />

GeoDS deutlich von anderen im<br />

Markt befindlichen Produkten ab,<br />

u ermöglicht den Nutzern Kostenoptimierung<br />

und bietet äußerst<br />

hohe Flexibilität durch die freie<br />

Wahlmöglichkeit von zum Einsatzzweck<br />

passenden GIS oder CAD-<br />

Systemen.<br />

Eine Besonderheit von GeoDS ist<br />

die Möglichkeit, vordefinierte Re -<br />

geln und Vorgaben für Arbeitsabläufe<br />

aus der umfangreichen Bibliothek<br />

der BARTHAUER Business-<br />

Logik mit einbinden zu können. So<br />

können den Geo-Objekten bereits<br />

April <strong>2013</strong><br />

406 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

Anzeige ED Allg_Layout 1 08.03.13 07:11 Seite 1<br />

Sanierungs planung und Wirtschaftlichkeitsanalyse.<br />

bei der Erstellung Eigenschaften<br />

zugewiesen werden, die für ge -<br />

plante oder wiederkehrende Verwaltungsvorgänge<br />

und Betriebsaufgaben<br />

benötigt werden.<br />

GeoDS kann beispielsweise zur<br />

Entwicklung von Grabenkataster,<br />

Gewässerkataster, Kleinkläranlagenkataster<br />

oder einer Bauhof-Verwaltung<br />

eingesetzt werden. Weitere<br />

beispielhafte Möglichkeiten sind<br />

der Aufbau von Katastern und Wartungsplänen<br />

für Grünflächen, Mo -<br />

bilfunkmasten, Papierkörben, Photovoltaik-<br />

und Solarthermie-Anlagen,<br />

Straßenbeleuchtungen, Straßensinkkästen,<br />

Stromtankstellen,<br />

Windkraftanlagen und viele mehr.<br />

Auskunft.compact<br />

Die Auskunft wächst zusammen –<br />

BARTHAUER stellt mit dem GeoInfo-<br />

DESK im neuen Produktpaket Auskunft.compact<br />

ein neues Produkt<br />

für die integrierte Netzauskunft für<br />

alle Sparten vor.<br />

GeoInfoDESK ist ein kompakter<br />

Auskunftsarbeitsplatz, der die<br />

schnelle, detaillierte und fachübergreifende<br />

Netzauskunft ermöglicht.<br />

Dabei kann der Anwender die Netzelemente<br />

aus Sparten wie Kanal,<br />

<strong>Wasser</strong>, Gas, Kabel, Glasfaser oder<br />

benutzerdefinierte Kataster direkt<br />

in den Netzplänen und Katasterkarten<br />

grafisch über den integrierten<br />

Netznavigator anzeigen und intuitiv<br />

auswählen. Gleichzeitig können die<br />

umfangreichen Filtermöglichkeiten<br />

der parallel angezeigten formularbasierten<br />

Arena-Oberfläche genutzt<br />

werden.<br />

Als Teil einer neuen Software-<br />

Generation, die mit dem neuen<br />

Geo-Objekt Design Studio GeoDS<br />

erstellt wurde, kann GeoInfoDESK<br />

problemlos um weitere mit GeoDS<br />

erstellte Objekte und Fachschalen<br />

erweitert werden.<br />

GeoInfoDESK bietet den Nutzern<br />

Möglichkeiten zur Kosteneinsparung,<br />

da für die Visualisierung vorhandener<br />

Netzdaten und Erstellung<br />

thematischer Karten keine zusätzlichen<br />

Lizenzen von GIS oder CAD-<br />

Systemen benötigt werden. Die<br />

BARTHAUER Experten freuen sich<br />

darauf, diese und weitere Themen<br />

anschaulich zu erläutern. Die Barthauer<br />

Software GmbH präsentiert<br />

sich in diesem Jahr auf den Gemeinschaftsständen<br />

bluefacts – Partner<br />

der <strong>Wasser</strong>wirtschaft (Halle 2.2/<br />

Stand 119) und der DWA (Halle 3.2/<br />

Stand 313).<br />

Kontakt:<br />

Barthauer Software GmbH,<br />

Pillaustraße 1a, D-38126 Braunschweig,<br />

Tel. (0531) 23533-0, Fax (0531) 23533-99,<br />

E-Mail: info@barthauer.de,<br />

www.barthauer.de<br />

HALLE 4.2 / STAND 421<br />

HALLE 2.2 / STAND 119<br />

HALLE 3.2 / STAND 313<br />

Mit Edelstahl<br />

perfekt<br />

ausgerüstet...<br />

... für <strong>Wasser</strong>versorgung,<br />

<strong>Abwasser</strong>entsorgung und<br />

Biogaserzeugung<br />

Wir liefern höchstwertige Produkte<br />

aus Edelstahl für die verschiedensten<br />

Anwendungsbereiche.<br />

Unsere Produkte sind:<br />

➤ korrosionssicher<br />

➤ dauerhaft<br />

➤ wirtschaftlich<br />

➤ sicher für Mensch und Umwelt<br />

Besuchen Sie uns auf der Messe<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL vom<br />

23.–26.04. in Halle 2.2, Stand 300<br />

info@huber.de<br />

www.huber.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 407<br />

WASTE WATER Solutions


FOKUS<br />

WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

Virtuelle <strong>Wasser</strong>netze<br />

Das US-amerikanische Unternehmen<br />

Bentley verfolgt das Ziel,<br />

Architekten, Ingenieuren, Geoinformatikern,<br />

Bauträgern und Anlagenbetreibern<br />

umfassende Softwarelösungen<br />

für den gesamten Lebenszyklus<br />

von Infrastrukturen an die<br />

Hand zu geben. Bentley will Nutzer<br />

in die Lage versetzen, Datenmodelle<br />

durch integrierte Projekte für<br />

hochgradig leistungsstarke, intelligente<br />

Infrastrukturen einzusetzen.<br />

Auf der Messe präsentiert das<br />

Unternehmen seine Lösung für den<br />

Entwurf und die Verwaltung von<br />

<strong>Wasser</strong>netzen. Die integrierte<br />

Lösung enthält eine vollständige<br />

Palette von Funktionen, die gezielt<br />

für die Anforderungen von Anlagenbesitzern<br />

und -betreibern sowie<br />

Ingenieuren entwickelt wurden.<br />

Enthalten sind leistungsstarke Funktionen<br />

in den Bereichen Kartenerstellung<br />

und Datenverwaltung,<br />

Informationsaustausch und Teamarbeit,<br />

hydraulische Simulation und<br />

Analyse, Entwurfs- und Ausführungsunterlagen,<br />

Bauleitung und<br />

Inspektion sowie Betrieb und<br />

Instandhaltung.<br />

Mit einer Umgebung für die Kartierung,<br />

die Modellierung und den<br />

technischen Entwurf erfüllt die Softwarelösung<br />

Anforderungen von<br />

Infrastrukturspezialisten über den<br />

gesamten Lebenszyklus von <strong>Wasser</strong>infrastrukturen<br />

– vom Entwurf über<br />

die Konstruktion bis hin zum<br />

Betrieb. Das Paket enthält Werkzeuge<br />

für die intelligente Planung,<br />

die Betriebsmodellierung sowie<br />

Entscheidungshilfen für eine zuverlässige<br />

Erneuerung von Infrastrukturen<br />

und erleichtert so den <strong>Wasser</strong>experten<br />

in den Ver- und Entsorgungsunternehmen<br />

den Betrieb<br />

und die Verwaltung der Netze mit<br />

der erforderlichen Effizienz, Zuverlässigkeit<br />

und Nachhaltigkeit.<br />

Bentley stellt Anwendern ein<br />

umfassendes Paket kompatibler<br />

Lösungen zur Verfügung, die einen<br />

Zugriff auf Oracle Spatial-, Esri Arc-<br />

GIS- und DGN-Daten ermöglichen,<br />

die in einem relationalen Datenbankverwaltungssystem<br />

(RDBMS)<br />

gespeichert sind. Darüber hinaus<br />

lassen sich mit diesen Lösungen<br />

AutoCAD- oder ArcGIS-Daten bearbeiten,<br />

die direkt aus Produkten für<br />

die Hydraulikmodellierung extrahiert<br />

werden. Die Interoperabilität<br />

von Bentley-Produkten mit den von<br />

den Nutzern bereits verwendeten<br />

Technologien (einschließlich Arc-<br />

GIS, AutoCAD und MicroStation)<br />

verlängert die Wertschöpfungskette<br />

gängiger Technologien und<br />

erhöht die Schulungsrentabilität.<br />

Betreiber von <strong>Wasser</strong>- und<br />

<strong>Abwasser</strong>systemen, darunter B.<br />

ADP-Aguas de Tras os Montes, Consorci<br />

d’Aigues de Tarragona, der Versorgungsbetrieb<br />

der slowenischen<br />

Stadt Maribor, der <strong>Wasser</strong>versorgungs-<br />

und <strong>Abwasser</strong>betrieb der<br />

polnischen Stadt Warschau, das britische<br />

Unternehmen United Utilities<br />

Water, Abu Dhabi Distribution Company<br />

(ADDC) und Sharjah Electricity<br />

Water Authority (SEWA), vertrauen<br />

jeden Tag auf Produkte von Bentley.<br />

Bentley wurde im Jahr 1984<br />

gegründet und ist zu einem Unternehmen<br />

mit nahezu 3000 Mitarbeitern<br />

in über 50 Ländern angewachsen,<br />

das einen Jahresumsatz von<br />

über 500 Mio. US-Dollar erwirtschaftet.<br />

Seit 2003 hat das Unternehmen<br />

mehr als 1 Mrd. US-Dollar<br />

in Forschung, Entwicklung und<br />

Übernahmen investiert.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.bentley.com/WTR<br />

HALLE 4.2 / STAND 420<br />

April <strong>2013</strong><br />

408 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


WASSER BERLIN INTERNATIONAL<br />

FOKUS<br />

Qualitätssicherung<br />

bei der Datenübernahme<br />

Eine qualifizierte Zustandsbewertung der<br />

Netze erfordert die Nutzung aller zur Verfügung<br />

stehenden Daten. Grundlage für die<br />

Datenhaltung im GIS ist das 2010 erschienene<br />

DVGW Arbeitsblatt GW 120 „Netzdokumentation<br />

in Versorgungsunternehmen“. Die hier<br />

geforderten, umfangreichen Daten ermöglichen<br />

bereits eine differenzierte Betrachtung<br />

des Netzes.<br />

Tatsächlich muss in vielen Fällen davon<br />

ausgegangen werden, dass Detaildaten<br />

unvollständig sind und einer Prüfung und<br />

Aufbereitung bedürfen, bevor sie als Grundlage<br />

für automatisierte Bewertungsverfahren<br />

genutzt werden können. Oftmals sind Daten<br />

aus anderen Datenquellen wie Excel, SAP<br />

u. s. w. zu ergänzen. OptNet® stellt dem<br />

Anwender umfangreiche Werkzeuge zur<br />

Datenaufbereitung zur Verfügung. Für die<br />

Zusammenführung mehrerer Datenquellen in<br />

eine gemeinsame Datenbank existieren leistungsfähige<br />

Lösungen, die im Rahmen der<br />

Datenersterfassung durch das OptNet-Team<br />

so konfi guriert werden, dass sie bei Folgebewertungen<br />

„auf Knopfdruck“ genutzt werden<br />

können. Ein Modul für die direkte Anbindung<br />

an SAP-PM befindet sich derzeit in der Zertifizierungsphase.<br />

Um sicherzustellen, dass unabhängig vom<br />

Bearbeiter gleiche Qualitätsstandards erreicht<br />

werden, ist eine dokumentierbare Bewertung<br />

der Datenqualität vor und nach der Bearbeitung<br />

notwendig. Mit dem neuen Werkzeug<br />

zur Qualitätssicherung, das OptNet-Wartungskunden<br />

ab sofort kostenlos zur Verfügung<br />

steht (Microsoft Access ab Version 2007<br />

können STANET und OptNet-Netze untersucht<br />

und die vorgefundenen Daten analysiert<br />

werden. Unvollständig ausgefüllte<br />

Datenspalten, Werte außerhalb sinnvoller<br />

Grenzen und auch widersprüch liche Angaben<br />

können so ausgewertet werden. Einfache<br />

Datenprüfungen können Anwender leicht<br />

selbst konfigurieren. Für komplexe Fragestellungen,<br />

wie z. B. einen Vergleich der Rohrtypeinträge<br />

in der Leitungsdatei mit der<br />

Rohrtyp tabelle, stehen fortgeschrittene<br />

Abfragemöglichkeiten zur Verfügung, die ggf.<br />

vom OptNet-Team angepasst werden.<br />

Autor:<br />

Dipl.-Ing. (FH) Mike Beck,<br />

Fichtner Water & Transportation GmbH,<br />

Uhlandstraße 7–8,<br />

D-10623 <strong>Berlin</strong>,<br />

Tel. (030) 609 765-41,<br />

E-Mail: mike.beck@fwt.fichtner.de,<br />

www.optnet.de<br />

HALLE 2.2 / STAND 119<br />

Mit uns die<br />

Zukunft<br />

erleben!<br />

<strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong><br />

<strong>2013</strong><br />

iPERL - bahnbrechende<br />

Innovation, der Smart<br />

Water Grid Endpunkt<br />

...die Zukunft<br />

beginnt, jetzt!<br />

Ausschnitt<br />

Prüfbericht.<br />

Sensus GmbH Ludwigshafen<br />

Industriestraße 16, 67063 Ludwigshafen<br />

Sensus GmbH Hannover<br />

Meineckestraße 10, 30880 Laatzen<br />

Tel.: 0621 / 6904-1113<br />

info.de@sensus.com<br />

www.sensus.com<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 409


ePaper mit<br />

80% Rabatt<br />

fü r Studenten<br />

Das führende Fachorgan<br />

für <strong>Wasser</strong> und <strong>Abwasser</strong>.<br />

Für Studenten als ePaper<br />

jetzt nur € 70,-.<br />

Die Fachpublikation informiert regelmäßig und<br />

wissenschaftlich fundiert ü ber die technischen<br />

und wirtschaftlichen Belange der <strong>Wasser</strong>bewirtschaftung<br />

und <strong>Abwasser</strong>behandlung.<br />

Jedes zweite Heft mit Sonderteil<br />

R+S Recht und Steuern im Gas- und <strong>Wasser</strong>fach<br />

Extra<br />

günstig!<br />

Einfach das passende Bezugsangebot<br />

wählen und gratis testen!<br />

· Als Heft das gedruckte, zeitlos-klassische Fachmagazin<br />

· Als ePaper das moderne, digitale Informationsmedium<br />

für Computer, Tablet-PC oder Smartphone<br />

<strong>gwf</strong> <strong>Wasser</strong>/<strong>Abwasser</strong> erscheint in : DIV Deutscher Industrieverlag GmbH, Arnulfstraße 124, 80636 Mü nchen<br />

www.<strong>gwf</strong>-wasser-abwasser.de<br />

Sofortanforderung per Fax: +49 (0) 931 / 4170-492 oder als Brief einsenden oder QR-Code scannen<br />

Ja, ich möchte das Fachmagazin <strong>gwf</strong> <strong>Wasser</strong>/<strong>Abwasser</strong> zweimal gratis testen. Nur wenn ich<br />

ü berzeugt bin und nicht innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der zweiten Ausgabe schriftlich<br />

absage, bekomme ich <strong>gwf</strong> <strong>Wasser</strong>/<strong>Abwasser</strong> fü r zunächst ein Jahr (12 Ausgaben) zum Sonderpreis<br />

fü r Studenten (gegen Nachweis)<br />

□ als ePaper (PDF) fü r nur € 70,-<br />

□ als Heft fü r € 175,-<br />

zzgl. Versand (Deutschland: € 30,-/Ausland: € 35,-)<br />

Bitte geben Sie eine aktuelle E-Mail-Adresse an, wenn Sie <strong>gwf</strong> <strong>Wasser</strong>/<strong>Abwasser</strong> als ePaper<br />

beziehen wollen.<br />

Firma/Institution<br />

Vorname/Name des Empfängers<br />

Straße/Postfach, Nr.<br />

Antwort<br />

Leserservice <strong>gwf</strong><br />

Postfach 91 61<br />

97091 Würzburg<br />

Land, PLZ, Ort<br />

Telefon<br />

E-Mail<br />

Branche/Wirtschaftszweig<br />

Widerrufsrecht: Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B. Brief, Fax, E-Mail) oder<br />

durch Rücksendung der Sache widerrufen. Die Frist beginnt nach Erhalt dieser Belehrung in Textform. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die Datum, Unterschrift<br />

XFGWFW<strong>2013</strong><br />

rechtzeitige Absendung des Widerrufs oder der Sache an Leserservice <strong>gwf</strong>, Franz-Horn-Str. 2, 97082 Wü rzburg<br />

Nutzung personenbezogener Daten: Für die Auftragsabwicklung und zur Pfl ege der laufenden Kommunikation werden personenbezogene Daten erfasst, gespeichert und verarbeitet. Mit dieser Anforderung erkläre ich mich damit einverstanden, dass ich von<br />

DIV Deutscher Industrieverlag oder vom Vulkan-Verlag □ per Post, □ per Telefon, □ per Telefax, □ per E-Mail, □ nicht über interessante Fachangebote informiert und beworben werde. Diese Erklärung kann ich mit Wirkung für die Zukunft jederzeit widerrufen.<br />

✘<br />

Telefax


<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong>|<strong>Abwasser</strong><br />

NETZWERK WISSEN<br />

Aktuelles aus Bildung und Wissenschaft,<br />

Forschung und Entwicklung<br />

© Hochschule Weihenstephan-Triesdorf<br />

<strong>Wasser</strong>forschung und -lehre an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf<br />

##<br />

Das Studium am Puls der Zeit: Interview mit Professor Dr.-Ing. Frank Kolb und<br />

Professor Dr.-Ing. Oliver Christ<br />

##<br />

Spannend, vielseitig, sinnvoll – und krisensicher:<br />

Der neue Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie an der HSWT<br />

##<br />

Studium + vertiefte Praxis = dual: die heutige Bedeutung des dualen Studiums<br />

##<br />

Ausbildung vom Acker bis in die Steckdose: die HSWT und ihr Studienangebot<br />

##<br />

<strong>Abwasser</strong> als Wertstoff:<br />

Bericht über die Abschlussexkursion 2012 des Studiengangs <strong>Wasser</strong>technologie<br />

##<br />

Bayerischer Energiepreis 2012<br />

##<br />

Exkursion in den zukünftigen Auwald: externe Lehrveranstaltung am praktischen Beispiel<br />

##<br />

Der Triesdorfer Umwelttag 2012<br />

Forschungs-Vorhaben und Ergebnisse<br />

##<br />

Dissertation: Stickstoffelimination aus Schlammwasser


NETZWERK WISSEN Porträt<br />

Der Schutz der drei Grundelemente des Lebens<br />

muss Vorrang haben<br />

Professor Dr.-Ing. Frank Kolb und Professor Dr.-Ing. Oliver Christ<br />

über ein Studium am Puls der Zeit<br />

Mit dem neuen Bachelor-Studiengang „<strong>Wasser</strong>techologie“ deckt die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf<br />

(HSWT) nun auch das Wissensspektrum der <strong>Wasser</strong>versorgung und <strong>Abwasser</strong>verwertung ab. Mit <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong>|<br />

<strong>Abwasser</strong> sprachen Professor Dr.-Ing. Frank Kolb und Professor Dr.-Ing. Oliver Christ über Herausforderungen,<br />

Perspektiven, eigene Alleinstellungsmerkmale und warum es so wichtig ist, das öffentliche Bewusstsein für die<br />

Thematik zu schärfen.<br />

Zur Person<br />

Professor<br />

Dr.-Ing.<br />

Frank Kolb.<br />

© Frank Kolb<br />

<strong>gwf</strong>: Sehr geehrter Herr Professor<br />

Kolb, sehr geehrter Herr Professor<br />

Christ. Zum Wintersemester 2009/<br />

2010 haben Sie den neuen Bachelor-<br />

Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie an<br />

der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf<br />

gestartet. Wie kamen Sie zu<br />

dieser Idee?<br />

Prof. Kolb: Die Hochschule hat ihre<br />

Ausrichtung im Bereich der grünen<br />

Technologien mit einem Schwerpunkt<br />

im landwirtschaftlichen und<br />

pflanzenbaulichen Bereich. Da die<br />

Landwirtschaft global betrachtet<br />

der größte <strong>Wasser</strong>nutzer ist, war es<br />

nur eine Frage der Zeit, sich mit den<br />

<strong>Wasser</strong>technologien zu beschäftigen.<br />

In Triesdorf wird der gesamte<br />

Bereich der <strong>Wasser</strong>versorgung und<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung sowohl im<br />

nationalen als auch im internationalen<br />

Vergleich abgebildet und die<br />

übergeordneten Zusammenhänge<br />

mit den Klimaveränderungen der<br />

letzten Jahrzehnte dargestellt.<br />

Prof. Christ: In den letzten Jahren<br />

ist die Relevanz des Themas „<strong>Wasser</strong>“<br />

deutlich in den Fokus von Politik,<br />

Medien und Öffentlichkeit getreten,<br />

da die Weltwirtschaft im hohen<br />

Prof. Dr.-Ing. Frank Kolb<br />

1984 Abitur<br />

1988 Diplomvorprüfung Maschinenbau/Verfahrenstechnik<br />

1990 Diplomprüfung Verfahrenstechnik<br />

1996 Promotion zum Dr.-Ing.<br />

Seit 2010 Professor für <strong>Wasser</strong>technologie<br />

Studentische Ausbildung in den Bereichen:<br />

• Mechanische Verfahrenstechnik und Industrieabwasserreinigung<br />

• Technische Strömungslehre und <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

• <strong>Wasser</strong>aufbereitung und Prozesssimulation<br />

Forschungs- und Entwicklungsarbeiten:<br />

• Optimierung von Biogasanlagen<br />

• Membrangebundene mikrobielle Methanisierung<br />

• Phytogene Bewässerungssteuerung<br />

• Schadstoffelimination an Aktivkohle<br />

Maße von der Verfügbarkeit von<br />

<strong>Wasser</strong> in ausreichender Menge<br />

und guter Qualität abhängig ist.<br />

Gleichzeitig wird <strong>Abwasser</strong> immer<br />

mehr als Wertstoff zur Erzeugung<br />

von Energie und Nährstoffen<br />

genutzt, was hervorragend ins Portfolio<br />

einer „grünen“ Hochschule wie<br />

der unseren passt, die sich im<br />

Schwerpunkt mit Land- und Forstwirtschaft,<br />

Umwelt und Ernährung<br />

beschäftigt.<br />

Parallel dazu steigt aber auch<br />

der Bedarf an qualifizierten Fachkräften<br />

in allen <strong>Wasser</strong>- und <strong>Abwasser</strong><br />

assoziierten Bereichen. Allerdings<br />

verzeichnen wir schon heute<br />

ein Defizit an <strong>Wasser</strong>spezialisten,<br />

was von Unternehmern, Planern<br />

und der Verwaltung gleichermaßen<br />

beklagt wird. Dies ist nicht nur dem<br />

demografischen Wandel geschuldet<br />

sondern auch den heute so populären<br />

Studiengängen aus dem Bereich<br />

der erneuerbaren Energien, die in<br />

„Konkurrenz“ um die besten Köpfe<br />

stehen.<br />

Leider wird übersehen, dass es<br />

gerade in der <strong>Abwasser</strong>technik seit<br />

vielen Jahrzehnten gang und gäbe<br />

ist, erneuerbare Energien aus<br />

<strong>Abwasser</strong> zu erzeugen – und die<br />

Verfahren hierzu werden von der<br />

Nutzung der <strong>Abwasser</strong>wärme bis<br />

hin zur mikrobiellen Brennstoffzelle<br />

immer komplexer.<br />

Kontakt und weitere Informationen:<br />

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Fakultät Umweltingenieurwesen<br />

Steingruberstraße 2, 91746 Weidenbach-Triesdorf, Tel. (09826) 654-233, E-Mail: frank.kolb@hswt.de<br />

<strong>gwf</strong>: Der Studiengang läuft jetzt drei<br />

Jahre. Wie ist die bisherige Resonanz?<br />

Prof. Kolb: Für einen neuen Studiengang<br />

ist es heute wichtig, ein<br />

April <strong>2013</strong><br />

412 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Porträt NETZWERK WISSEN<br />

öffentliches Bewusstsein zu schaffen.<br />

Da wir gerade die ersten<br />

Studienab gänger/innen der <strong>Wasser</strong>technologie<br />

in die <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

entlassen, sind die bisherigen<br />

Ergebnisse zufriedenstellend. Wir<br />

sind jedoch dabei, unsere Bemühungen<br />

permanent zu verstärken,<br />

um den Bekanntheitsgrad sowohl<br />

des Studienganges <strong>Wasser</strong>technologie<br />

als auch des Standortes Triesdorf<br />

in der „wasserwirtschaftlichen<br />

Welt“ zu erhöhen.<br />

Prof. Christ: Der Studiengang läuft<br />

aktuell sogar schon seit 3,5 Jahren,<br />

sodass uns in diesem Semester die<br />

ersten Absolventen in das Berufsleben<br />

verlassen haben. Wie bereits<br />

ausgeführt, steht die <strong>Wasser</strong>technologie<br />

im Wettbewerb mit anderen<br />

umwelt- und energietechnisch<br />

orientierten Studiengängen.<br />

Aufgrund unserer internationalen<br />

und praxisorientierten Ausbildungsstrategie,<br />

die sich konsequent<br />

auf das Thema <strong>Wasser</strong> mit<br />

allen berührten Fachdisziplinen wie<br />

Ge sundheit, Boden, Energie oder<br />

Ökologie konzentriert, sind wir uns<br />

sicher, dass der Studiengang noch<br />

stärker als bisher in das Bewusstsein<br />

der Studieninteressenten treten<br />

wird, die sich im Berufsleben für die<br />

Belange von Menschen und Umwelt<br />

engagieren wollen.<br />

Zur Person<br />

Professor Dr.-Ing. Oliver Christ<br />

1985 Abitur<br />

1992 Diplom-Ingenieur Univ., Diplomarbeitsthema:<br />

„Kinetik der biologischen Phosphorelimination“<br />

1998 Promotion zum Dr.-Ing. mit der Arbeit zum Thema<br />

„Leistungscharakteristik der ein- und zweistufigen<br />

thermophilen und mesophilen Vergärung von<br />

Bioabfällen“<br />

Seit 2010 Professor für <strong>Wasser</strong>technologie<br />

Studentische Ausbildung in den Bereichen<br />

• Siedlungswasserwirtschaft<br />

• Bautechnik und Baumanagement<br />

• <strong>Wasser</strong>bau und <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in den Bereichen<br />

• Dezentrale <strong>Abwasser</strong>- und Schlammbehandlung<br />

• Energiegewinnung aus <strong>Abwasser</strong> und Reststoffen<br />

• Neuartige Sanitärsysteme zum <strong>Wasser</strong>-, Energie- und Nährstoffrecycling<br />

• Wärmerückgewinnung aus <strong>Abwasser</strong><br />

Kontakt und weitere Informationen:<br />

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Fakultät Umweltingenieurwesen<br />

Steingruberstraße 2, 91746 Weidenbach-Triesdorf, Tel. (09826) 654-229, E-Mail: oliver.christ@hswt.de<br />

<strong>gwf</strong>: Die Brisanz des Themas wird<br />

auch an anderen Hochschulen<br />

erkannt – wie unterscheidet sich Ihre<br />

Herangehensweise von der anderer<br />

Hochschulen? Was zeichnet Sie<br />

besonders aus?<br />

Prof. Kolb: An der Hochschule<br />

Weihenstephan-Triesdorf wählen wir<br />

einen ganz heitlichen Ansatz, der<br />

sich insbesondere dadurch auszeichnet,<br />

dass dieser Studiengang<br />

nicht aus einer Fakultät für Bauingenieurwesen,<br />

sondern aus dem<br />

Um weltingenieurwesen hervorgegangen<br />

ist. Die heutige <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

benötigt aufgrund der komplexen<br />

Wechselwirkungen der Um -<br />

weltkompartimente <strong>Wasser</strong> – Luft<br />

– Boden grundlegende Kenntnisse<br />

in den klassischen Natur wis senschaften,<br />

um diese in die angewandten<br />

Wissenschaften zu übertragen<br />

und letztendlich Lösungen<br />

zu entwickeln. Unseren Studierenden<br />

wird in den ersten vier Semestern<br />

genau diese Breite mit der notwendigen<br />

Tiefe in den naturwissenschaftlichen<br />

Fächern vermittelt. In<br />

den anschließenden Schwerpunktsemestern<br />

erarbeiten sie sich das<br />

Detailwissen für die <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

und -wiederverwertung.<br />

Das Alleinstellungsmerkmal<br />

dieses Studiengangs ist die symbiotische<br />

Kombination der Verfahrenstechnik<br />

und der Siedlungswasserwirt<br />

schaft. Diesen beiden Eckpfeilern<br />

werden die anderen Lehrinhalte<br />

wie beispielsweise Chemie, Mikrobiologie,<br />

Physik zur Abrundung<br />

eines/er <strong>Wasser</strong> technologen/ien<br />

zugeordnet. Diese Symbiose stellt<br />

sicher, dass unsere Hochschulabgänger/innen<br />

auch zukünftigen<br />

Herausforderungen in ihren Aufgaben<br />

feldern gewachsen sind.<br />

Prof. Christ: Der Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie<br />

an unserer Hochschule<br />

ist konsequent auf das<br />

Thema <strong>Wasser</strong> ausgerichtet. Dies ist<br />

einzigartig in der deutschen Hochschullandschaft.<br />

Aufgaben unserer Absolventen<br />

sind die Entwicklung von nachhaltigen<br />

Strategien, resilienten Konzepten<br />

und funktionstüchtigen<br />

Anlagen vor dem Hintergrund neuester<br />

wissenschaftlich-technischer<br />

Erkenntnisse für die <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

und speziell für die Siedlungswasserwirtschaft.<br />

Dazu ist ein<br />

auf das Thema <strong>Wasser</strong> angepasstes<br />

Wissen in den Bereichen Ökologie,<br />

Verfahrens-, Bau- und Biotechnik<br />

sowie Gesundheit, Boden, Luft,<br />

Klima, Landwirtschaft und Energie<br />

aber auch Management-, Wirtschafts-<br />

und Sozialkompetenz<br />

erforderlich.<br />

Diese Kompetenzen werden bei<br />

uns auf den Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie<br />

zugeschnitten, ohne<br />

Professor<br />

Dr.-Ing. Oliver<br />

Christ.<br />

© Oliver Christ<br />

▶▶<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 413


NETZWERK WISSEN Porträt<br />

die wenig relevanten Bereiche zu<br />

vertiefen, die beispielsweise ein<br />

Studierender der Bau-, Verfahrensoder<br />

Umwelttechnik an anderen<br />

Hochschulen üblicherweise belegen<br />

muss. Dies kann – je nach Interessenslage<br />

des/der Studierenden –<br />

in einem anschließenden Master-<br />

Studiengang erfolgen.<br />

Kein unnötiger Ballast<br />

Für uns ist es wichtig, unnötigen<br />

Ballast bei den Lehrinhalten zu<br />

vermeiden, dabei aber relevante<br />

Berührungspunkte mit den anderen<br />

Fachdisziplinen aufzuzeigen. Wir<br />

bilden kompetente Ingenieurinnen<br />

und Ingenieure für den <strong>Wasser</strong>sektor<br />

aus. So überlassen wir beispielsweise<br />

die Entwicklung von effizienten<br />

Motoren oder die Konstruktion<br />

von Eisenbahnbrücken den Kollegen<br />

anderer Hochschulen und kümmern<br />

uns lieber um die Gewässergüte<br />

oder die Nährstoff- und Energiegewinnung<br />

aus <strong>Abwasser</strong>.<br />

<strong>gwf</strong>: Das Studium ist dual angelegt,<br />

also mit dem Schwerpunkt auf Praxis<br />

und möglichst nahe Zusammenarbeit<br />

mit den Unternehmen. Weswegen<br />

meinen Sie, ist dies so wichtig?<br />

Prof. Christ: Unser Ziel ist es, unsere<br />

Absolventen wissenschaftlich fundiert<br />

aber dennoch praxisnah auszubilden,<br />

damit sie die Herausforderungen<br />

im Berufsleben optimal<br />

meistern.<br />

Trotz aller Praxisnähe können die<br />

Lehrveranstaltungen aber nicht die<br />

konkrete Projektarbeit in Unternehmen<br />

ersetzen. Hier machen wir das<br />

Angebot eines Studiums mit vertiefter<br />

Praxis, sodass unsere Studierenden<br />

während Semesterferien, Praxissemester<br />

und beim Anfertigen<br />

der Bachelorarbeit in unterschiedlichsten<br />

Unternehmen der <strong>Wasser</strong>branche<br />

– vom Ingenieurbüro bis zu<br />

Herstellern – mitarbeiten.<br />

Neben dem Vorteil eines monatlichen<br />

Gehalts über das gesamte Studium<br />

ab dem 2. Semester können die<br />

Studierenden die Inhalte der Lehrveranstaltungen<br />

unmittelbar praktisch<br />

anwenden und gewinnen gleichzeitig<br />

wertvolle Berufserfahrungen und<br />

persönliche Kontakte. Indem jeder<br />

Praxisabschnitt in einem anderen, inund<br />

ausländischen Büro oder Unternehmen<br />

stattfindet, können die Studierenden<br />

zunächst „ausprobieren“<br />

welcher Bereich ihnen besonders<br />

liegt – Enttäuschung kommt so erst<br />

gar nicht auf.<br />

Die Unternehmen hingegen lernen<br />

die Studierenden gut kennen<br />

und arbeiten gleichzeitig aktiv am<br />

Fachkräftemangel, der ja bereits<br />

angesprochen wurde.<br />

„Täglich sterben heute noch rund 4000 Kinder in Schwellen- und Entwicklungsländern<br />

an den Folgen einer mangelhaften bzw. fehlenden Sanitärversorgung. Das ist nicht<br />

hinnehmbar!“ © Gerd Altmann/Pixelio<br />

Wir meinen, dass hier eine Winwin-Situation<br />

für die Studierenden,<br />

die Betriebe aber auch für uns als<br />

Hochschule gegeben ist, da die Studierenden<br />

somit hochmotiviert zu<br />

uns kommen.<br />

Prof. Kolb: Ein Studium bzw. ein<br />

Studiengang kann kein Selbstzweck<br />

sein. Wir bilden zukünftige Ingenieure/innen<br />

aus, die mit Fachkompetenz<br />

ihre Aufgaben erfüllen sollen.<br />

Um dies zu erreichen, müssen wir<br />

am „Puls der Zeit“, also bei den Unternehmen<br />

präsent sein. Dies war mit<br />

ein Grund, den Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie<br />

auch als dualen Studiengang<br />

auf zubauen.<br />

Rückgewinnung statt<br />

Elimination<br />

<strong>gwf</strong>: Worin genau sehen Sie die Entwicklungspotenziale<br />

der <strong>Wasser</strong>technologie?<br />

Prof. Christ: Im Bereich der <strong>Abwasser</strong>technik<br />

befinden wir uns in<br />

einem Umbruch. <strong>Abwasser</strong> sollte<br />

heute nicht mehr entsorgt sondern<br />

verwertet werden. Beispielsweise<br />

hat sich als paradox herausgestellt,<br />

die endliche aber essentielle Ressource<br />

Phosphor aus dem <strong>Abwasser</strong><br />

zu „eliminieren“. Heute gehen<br />

wir dazu über, Phosphor zurückzugewinnen,<br />

was zu veränderten<br />

Konzepten und Verfahren in der<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung führt. Hierzu<br />

bieten die sogenannten „neuartigen<br />

Sanitärsysteme“ (NASS) vielfältige<br />

Ansätze, die jedoch eine Verhaltensänderung<br />

der Nutzer be -<br />

dingen, indem die einzelnen<br />

Stoffströme des <strong>Abwasser</strong>s bereits<br />

am Ort der Entstehung separiert<br />

werden.<br />

Weiterhin setzt sich immer mehr<br />

die Erkenntnis durch, dass zur<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung nicht nur<br />

Energie benötigt wird, sondern dass<br />

diese aus <strong>Abwasser</strong> auch gewonnen<br />

werden kann. Beispielsweise kann<br />

hier ein Projekt zur Nutzung der<br />

Wärme im <strong>Abwasser</strong> zu Beheizung<br />

einer Wohnsiedlung für mehr als<br />

100 Bewohner im niederbayerischen<br />

Straubing genannt werden.<br />

Dieses von mir mitverantwortete<br />

April <strong>2013</strong><br />

414 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Porträt NETZWERK WISSEN<br />

„Für uns als Bürger ist es selbstverständlich, <strong>Wasser</strong> zu jeder Zeit und in jeder Menge zu verwenden.“ © Michael Grabscheit/Pixelio<br />

Projekt, erhielt den 1. Platz des<br />

„Bayerischen Energiepreises 2012“ in<br />

der Kategorie „Energiekonzepte und<br />

Initiativen“ (siehe Bericht Seite 426).<br />

Aktuell sind wir in der <strong>Wasser</strong>technologie<br />

mit der umwelt- und<br />

klimagerechten Klärschlammbehandlung<br />

sowie mit der Elimination<br />

von Mikroschadstoffen befasst.<br />

Ebenso werden uns künftig auch<br />

Nanopartikel im <strong>Abwasser</strong> – und<br />

damit in der Umwelt – beschäftigen.<br />

Aktiv auch gegen<br />

Hungerprobleme<br />

Neben den High-Tech-Verfahren ist<br />

aber auch die Schaffung einer sanitären<br />

Grundversorgung für rund<br />

2,5 Mrd. Menschen auf der Erde eine<br />

große Herausforderung für uns.<br />

Täglich sterben heute noch rund<br />

4000 inder in Schwellen- und Entwicklungsländern<br />

an den Folgen<br />

einer mangelhaften bzw. fehlenden<br />

Sanitärversorgung. Das ist nicht<br />

hinnehmbar!<br />

Hier sind Lösungen gefragt, die<br />

neben dem Gesundheits- und<br />

Umweltschutz auch aktiv die Hungerprobleme<br />

bekämpfen. Neuere<br />

Ansätze bietet hierbei die sogenannte<br />

Terra-Preta-Sanitation, mit<br />

der aus Fäkalien und Zusatzstoffen<br />

eine äußerst fruchtbare und wasserspeichernde<br />

Schwarzerde gewonnen<br />

werden kann.<br />

Prof. Kolb: Durch den klimatischen<br />

und demografischen Wandel stellen<br />

wir grundlegende Ver änderungen<br />

fest. National sind beispielsweise die<br />

vorhandenen <strong>Wasser</strong> ver tei lungs -<br />

systeme in vielen Fällen, besonders<br />

im ländlichen Raum, über dimensioniert,<br />

wodurch es für die Versorgungsunternehmen<br />

schwieriger<br />

wird, die bisherige <strong>Wasser</strong>qualität<br />

sicherzustellen. Besonders der de -<br />

mo grafische Wandel wird wesentliche<br />

Auswirkungen auf die <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

in Deutschland haben.<br />

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes<br />

sprechen eine deutliche<br />

Sprache, da bis zum Jahr 2060 die<br />

Bevölkerung gegenüber dem aktuellen<br />

Stand um etwa 20 % abnehmen<br />

wird. Dieser Trend wird durch<br />

die Abwanderungstendenzen der<br />

jüngeren Generation aus den neuen<br />

in die alten Bundesländer verstärkt<br />

und es entwickelt sich eine Versorgungskonzentration<br />

unserer Bevölkerung<br />

mit Trinkwasser in den Ballungszentren<br />

der großen Städte.<br />

Wenn wir insgesamt die Lebensqualität<br />

in unserem Land erhalten wollen,<br />

müssen wir uns schon heute mit<br />

neuen Versorgungs netzstrukturen<br />

für Trinkwasser auseinandersetzen.<br />

In vielen Gebieten wird sich die<br />

Frage stellen, ob wir eine zentrale<br />

Löschwasserversorgung aus dem<br />

Trinkwassernetz decken wollen oder<br />

ob nicht verstärkt auf dezentrale<br />

Lösungen zurückgegriffen werden<br />

soll. Um diese Problematik zielgerichtet<br />

lösen zu können, müssen wir<br />

heute ein Bewusstsein in der Bevölkerung<br />

schaffen, dass die vor uns<br />

liegenden Aufgaben in der <strong>Wasser</strong>infrastruktur<br />

nur gemeinsam mit<br />

kreativen Innovationen und einem<br />

ausreichenden Investitionswillen<br />

der öffentlichen und privaten Hände<br />

zu erreichen sind.<br />

Aufgrund der zu erwartenden<br />

zukünftigen Entwicklungen und<br />

damit einhergehend der Frage<br />

nach einem angemessenen <strong>Wasser</strong>preis,<br />

sollte die aktuelle Diskussion<br />

über die Privatisierung der <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

ergebnisoffen geführt<br />

werden. Die zurzeit bestehende<br />

<strong>Wasser</strong>infrastruktur und die flächendeckende<br />

Verteilung der<br />

<strong>Wasser</strong> versorgungsunternehmen<br />

lassen individuelle bürgernahe<br />

Lösungen mit moderaten Preisanpassungen<br />

erwarten, so wie sie in<br />

der Vergangenheit durch geführt<br />

worden sind.<br />

Sicherung des<br />

Lebensmittels Nr. 1<br />

<strong>International</strong> müssen wir besonders<br />

in den sich entwickelnden Ländern<br />

den Schutz der Rohwasserressourcen<br />

verbessern. Die globalen Handelsverflechtungen<br />

führen dazu,<br />

dass unsere Lebensmittel zunehmend<br />

in Regionen mit akuter<br />

<strong>Wasser</strong>knappheit erzeugt werden.<br />

Diese Länder haben sehr oft nur<br />

eingeschränkte Möglichkeiten,<br />

einen angemessenen Preis für ihre<br />

landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu<br />

erzielen, sodass durch die Steigerung<br />

der Produktionsmenge eine<br />

▶▶<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 415


NETZWERK WISSEN Porträt<br />

ausreichende finanzielle Basis<br />

geschaffen wird. Hierfür werden<br />

wichtige Rohwasserressourcen in<br />

Anspruch genommen, deren nachhaltige<br />

Bewirtschaftung nicht<br />

gegeben ist. Somit kommt es immer<br />

wieder zu einer Überlastung der<br />

Grund wasser leiter und der Oberflächengewässer.<br />

Besonders wenn<br />

mehrere Anrainer staaten an einem<br />

Oberflächengewässer benachteiligt<br />

werden, drohen ernsthafte Konflikte<br />

um die Ressource <strong>Wasser</strong>.<br />

Virtuelles <strong>Wasser</strong><br />

Das Konzept des virtuellen <strong>Wasser</strong>s<br />

gibt uns hier Mittel an die Hand, den<br />

<strong>Wasser</strong> verbrauch für ein Erzeugnis<br />

überaus plastisch darzustellen. Im<br />

Sprachgebrauch führt die Bezeichnung<br />

„virtuell“ sehr leicht zu<br />

der Überzeugung, dass dieser<br />

<strong>Wasser</strong>ge brauch keine physikalischen<br />

Auswirkungen auf die jeweiligen<br />

<strong>Wasser</strong>haushalte hat, dem müssen<br />

wir entgegenwirken. Wir sollten<br />

auch im <strong>Wasser</strong>bereich von unseren<br />

nationalen Vorstellungen abrücken<br />

und die begrenzte Ressource <strong>Wasser</strong><br />

global betrachten. Besonders in<br />

der Landwirtschaft sollten die regionalen<br />

Erzeugnisse im Vordergrund<br />

stehen, damit wir unsere virtuelle<br />

<strong>Wasser</strong>bilanz positiv beeinflussen<br />

können. Dies zeigt, wie wichtig die<br />

<strong>Wasser</strong>technologie zukünftig für<br />

die Sicherung der ausreichenden<br />

Menge und Qualität des Lebensmittels<br />

Nr. 1 ist. Ein anderes Aufgabenfeld<br />

besonders im internationalen<br />

Bereich stellt die Ent wicklung von<br />

problemorientierten Lösungen im<br />

Bereich der Produktentwicklung<br />

dar. Damit wir für diese Märkte<br />

einen Wissenstransfer aufbauen<br />

können, benötigen wir als Hochschule<br />

den Marktzugang über global<br />

agierende Unternehmen. In<br />

vielen Teil bereichen bauen die<br />

Hochschulen auf der Grundlagenforschung<br />

der Universitäten auf, um<br />

aus diesen Erkenntnissen marktreife<br />

Lösungen zu entwickeln. Dieses<br />

praxisnahe Ent wicklungspotenzial<br />

und die eigenen Forschungspotenziale<br />

können die Unternehmen nutzen,<br />

um ihre Produkte weiterzuentwickeln<br />

und sich Lösungskonzepte<br />

für spezielle Aufgabenstellungen<br />

erarbeiten zu lassen.<br />

<strong>gwf</strong>: Wie sehen Sie die Zukunft der<br />

Energie- und <strong>Wasser</strong>wirtschaft und<br />

was muss sich tun, damit die Thematik<br />

und ihre Probleme stärker<br />

ins Bewusstsein der Öffentlichkeit<br />

rücken?<br />

Prof. Kolb: Durch die gute Infrastruktur<br />

und die hohe Qualität<br />

unseres Trinkwassers ist es für uns<br />

als Bürger selbstverständlich, dieses<br />

Gut zu jeder Zeit und in jeder<br />

Menge verwenden zu können. Etwa<br />

1 Mrd. Menschen haben diesen<br />

Zugang nicht und es bedarf hoher<br />

Anstrengungen, um dieses Grundrecht<br />

auf gutes Trinkwasser zu<br />

gewährleisten.<br />

Auch die weltweit schnell wachsenden Megacities wie Shanghai stellen die zuverlässige <strong>Wasser</strong>versorgung immer mehr auf die<br />

Probe. © Ralf Hanke/Pixelio<br />

April <strong>2013</strong><br />

416 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Porträt NETZWERK WISSEN<br />

In der <strong>Wasser</strong>verteilung haben<br />

wir noch Potenziale, um Energie<br />

einzusparen oder zurückzugewinnen.<br />

Wir müssen Energieanalysen<br />

für die gesamte <strong>Wasser</strong>ver sorgung<br />

entwickeln. Erst diese Analysen<br />

machen deutlich, wo in der <strong>Wasser</strong>ver<br />

sorgung die heimlichen oder<br />

offensichtlichen, aber geduldeten<br />

„Energiefresser“ liegen.<br />

Eine andere zum Teil nicht direkt<br />

ersichtliche Verknüpfung zwischen<br />

der Energie- und <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

besteht im Bereich der erneuerbaren<br />

Energien auf Basis von nachwachsenden<br />

Rohstoffen. In vielen<br />

ländlichen Gebieten, die eine starke<br />

Aus richtung auf einige wenige Energiepflanzen<br />

haben, können wir<br />

höhere Schadstoff belastungen, wie<br />

Nitrate, im Rohwasser feststellen.<br />

Damit diese Schadstoffe nicht mit<br />

einem erhöhten Reinigungsaufwand<br />

durch die <strong>Wasser</strong>versorgungsunternehmen<br />

entfernt werden müssen,<br />

bedarf es einer verbesserten<br />

Zusammenarbeit zwischen den Versorgungsunternehmen<br />

und den<br />

beteiligten Energie-(Land-)wirten.<br />

Ein weiterer Anknüpfungspunkt<br />

besteht in der <strong>Wasser</strong>kraft. Besonders<br />

die südlichen Bundesländer<br />

Bayern und Baden-Württemberg<br />

haben noch Potenziale im Bereich<br />

der umweltfreundlichen <strong>Wasser</strong>kraftnutzung.<br />

Dort haben sich aber<br />

in den letzten Jahren zwei nahezu<br />

unversöhnliche Fronten zwischen<br />

Befürwortern und Gegnern aufgebaut.<br />

Hier sind die Hochschulen mit<br />

der <strong>Wasser</strong>wirtschaft gefordert,<br />

zusätzliche Konzepte zu erarbeiten,<br />

um die <strong>Wasser</strong>kraft so weit wie<br />

ökologisch sinnvoll unter ökonomisch<br />

vertretbaren Randbedingungen<br />

aus zubauen. Diese Ent wicklungs<br />

konzepte, sind wiederum<br />

Aufgabengebiet von <strong>Wasser</strong> technologen/innen<br />

und können als<br />

eigenständige Produkte global vermarktet<br />

werden.<br />

Prof. Christ: Wir müssen uns klar<br />

machen, dass wir vor einer Vielzahl<br />

von Problemen stehen, die direkt<br />

oder indirekt die <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

beeinflussen. Hier seien genannt:<br />

Der Klimawandel, der kaum<br />

gestoppt werden kann: Wir müssen<br />

dessen Folgen abschätzen und diesen<br />

dann begegnen. Beispielsweise<br />

stoßen durch längere regenfreie<br />

Perioden und gleichzeitig intensiveren<br />

Starkniederschlägen unsere<br />

Mischwasserkanäle betrieblich an<br />

ihre Grenzen was die Kanalreinigung<br />

und die Überflutungssicherheit<br />

betrifft.<br />

Drohende Sisyphus-Arbeit<br />

Hier müssen angepasste Konzepte<br />

für die Niederschlagswasserbehandlung<br />

und -versickerung sowie<br />

die Umnutzung bestehender Kanäle<br />

gefunden werden. Der Hochwasserschutz<br />

wird eine noch höhere<br />

Bedeutung erhalten, da sich das<br />

HW-Abflussregime zunehmend verändert,<br />

sodass Schäden vorgebeugt<br />

werden muss.<br />

Der demografische Wandel stellt<br />

uns vor die Herausforderung, einerseits<br />

mit starken Bevölkerungsrückgängen<br />

leben zu müssen und<br />

dabei die vorhandene <strong>Wasser</strong>- und<br />

<strong>Abwasser</strong>infrastruktur weiterhin<br />

bezahlbar betreiben zu können.<br />

Andererseits haben wir es weltweit<br />

mit schnell wachsenden Städten zu<br />

tun, in denen ein konventionelles<br />

<strong>Abwasser</strong>system aus Kanal und<br />

Kläranlage kaum realisierbar und<br />

auch nicht sinnvoll ist. Hier müssen<br />

die Finanzmittel in die Behandlung<br />

und Aufbereitung von <strong>Abwasser</strong><br />

investiert werden und nicht in den<br />

Bau von Kanälen, was vielfach einer<br />

Sisyphus-Arbeit gleich kommt.<br />

Die Verknappung von Ressourcen<br />

wie Trinkwasser, Nährstoffe,<br />

Erdöl und -gas: Hierzu sind kreislauf<br />

orientierte und ressourcenökonomische<br />

Konzepte für die Siedlungswasserwirtschaft<br />

einzusetzen:<br />

##<br />

Trinkwasser ist zu kostbar, um es<br />

nach dem Gebrauch in die Meere<br />

zu leiten: Hier sind Aufbereitungs-<br />

und Wiederverwertungskonzepte<br />

nötig sowie ein achtsamer<br />

und sparsamer Umgang<br />

durch geeignete Bewässerungstechnologien<br />

im Bereich der<br />

Landwirtschaft.<br />

##<br />

<strong>Abwasser</strong> enthält zu viele wertvolle<br />

Nährstoffe: Hier sind die<br />

technischen und organisatorischen<br />

Möglichkeiten auszuschöpfen,<br />

um die Nährstoffe für<br />

die Landwirtschaft nutzbar zu<br />

machen.<br />

##<br />

Der chemisch gebundene sowie<br />

der thermische Energiegehalt im<br />

<strong>Abwasser</strong> ist zu hoch, um diesen<br />

nicht zu verwerten: Bei der<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung muss verstärkt<br />

ein sparsamer Umgang<br />

mit Energie gepflegt werden,<br />

alle Effizienzmaßnahmen müssen<br />

ausgeschöpft werden.<br />

Durch den Anbau von nachwachsenden<br />

Rohstoffen sowie einer<br />

intensiven Landwirtschaft wird<br />

massiv die Humusschicht beeinträchtigt:<br />

Zum Erhalt einer gesunden<br />

Humusschicht kann die <strong>Abwasser</strong>technik<br />

einen Beitrag leisten, da<br />

hier organische Stoffe behandelt<br />

werden, die zu Humus statt zu wertlosem<br />

Klärschlamm umgewandelt<br />

werden.<br />

Wir müssen in der Öffentlichkeit<br />

verstärkt aufzeigen, dass die drei<br />

Elemente <strong>Wasser</strong>, Boden und Luft<br />

essentiell für Mensch und Umwelt<br />

sind, somit besonders schützenswert<br />

und durch nichts zu ersetzen.<br />

Der Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie<br />

beschäftigt sich definitionsgemäß<br />

besonders mit dem Element<br />

<strong>Wasser</strong>. Dennoch nehmen in dem<br />

Studium auch die anderen beiden<br />

Elemente einen großen Raum ein.<br />

Das Thema Energie hingegen<br />

ist Mittel zum Zweck und wird im<br />

Studium auch als solches behandelt.<br />

Viel wichtiger ist zu zeigen,<br />

dass der Schutz der drei Grundelemente<br />

des Lebens Vorrang haben<br />

muss und wir vor gewaltigen Aufgaben<br />

stehen, zu deren Lösung<br />

qualifizierte und engagierte Ingenieurinnen<br />

und Ingenieure ge -<br />

braucht werden.<br />

Egal ob im In- oder Ausland, ob<br />

Industrienation, sich entwickelnde<br />

Länder oder Entwicklungsländer,<br />

die Aufgaben der <strong>Wasser</strong>technologie<br />

sind immer gleich und den-<br />

▶▶<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 417


NETZWERK WISSEN Porträt<br />

noch vielseitig: mit angepassten<br />

Mitteln Gesundheit, Umwelt und<br />

Ressourcen zu schützen. Wie die<br />

Wege dazu aussehen können, zeigt<br />

der Studiengang.<br />

<strong>gwf</strong>: Auf welche neuen Herausforderungen<br />

werden sich Ihre Absolventen<br />

in den kommenden Jahrzehnten einstellen<br />

müssen?<br />

Prof. Kolb: Der Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie<br />

ist von Beginn an<br />

mit inter nationalen Inhalten versehen<br />

worden, damit sich unsere<br />

Absolventen in einem globalen<br />

Umfeld behaupten können. Eine<br />

wesentliche Aufgabe der <strong>Wasser</strong>technologie<br />

wird darin liegen, das<br />

Auseinanderdriften zwischen den<br />

verfügbaren <strong>Wasser</strong>ressourcen und<br />

dem notwendigen <strong>Wasser</strong>bedarf<br />

zu verringern bzw. abzubauen.<br />

Dazu müssen neue Bewässerungsstrategien<br />

entwickelt werden, die<br />

stärker an die pflanzlichen Bedürfnisse<br />

angepasst sind. Viele Systeme<br />

in der Be wässerungstechnik besitzen<br />

eine geringe Effizienz in Bezug<br />

auf die eingesetzte <strong>Wasser</strong>menge.<br />

Punktgenaue Dosierung<br />

Hier benötigen wir in Zusammenarbeit<br />

mit den Kollegen aus der<br />

Landwirtschaft die Entwicklung<br />

von phytogen gesteuerten Bewässerungssystemen,<br />

die eine punktgenaue<br />

Dosierung von <strong>Wasser</strong> mit<br />

der jeweiligen Quantität wie auch<br />

Qualität ermöglichen. Bei der Qualität<br />

muss für die Bewässerung<br />

auch das „Water reuse“ zum Beispiel<br />

aus gering belasteten Kläranlagenabläufen<br />

weiter untersucht<br />

werden. Bei einer Unterflurbewässerung<br />

lassen sich die möglichen<br />

Keimbelastungen im Boden reduzieren,<br />

sodass diese <strong>Wasser</strong>ressourcen<br />

nicht grundsätzlich auszuschließen<br />

sind.<br />

Im Bereich der industriellen Prozesswassernutzung<br />

wird die <strong>Wasser</strong>technologie<br />

weiter daran arbeiten<br />

müssen, dass das <strong>Wasser</strong>recycling<br />

stetig ausgebaut wird. Viele<br />

Unternehmen haben erkannt, dass<br />

die <strong>Wasser</strong>wiederverwertung für<br />

ein grünes Image unerlässlich ist.<br />

Sowohl die nationale, als auch die<br />

internationale Prosperität steht und<br />

fällt mit der Qualität und Verfügbarkeit<br />

der äußerst begrenzten Ressource<br />

<strong>Wasser</strong>. Wir sehen dies an<br />

den aktuellen Anstrengungen in<br />

China im <strong>Wasser</strong>sektor. Dies immer<br />

wieder zu verdeutlichen und alle<br />

Anstrengungen zu unternehmen,<br />

um diese Ressource für nachfolgende<br />

Generationen zu bewahren,<br />

ist die stets gegenw ärtige Aufgabe<br />

der <strong>Wasser</strong>technologie.<br />

Prof. Christ: Das Ingenieurwesen<br />

im <strong>Wasser</strong>sektor wird sicher deutlich<br />

vielfältiger und damit auch<br />

anspruchsvoller. Für den Bereich der<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung gab es bislang<br />

nur das Konzept der Ableitung<br />

durch Kanäle mit der Elimination<br />

von Kohlenstoff, Stickstoff und<br />

Phosphor in der Kläranlage. Ein solches<br />

Konzept greift heute deutlich<br />

zu kurz. Vielmehr haben wir es mit<br />

vielen einzelnen Verfahrenstechniken<br />

zu tun, die projektspezifisch<br />

zu einem intelligenten Konzept zu<br />

verknüpfen sind.<br />

Auch wenn ein großer Teil der<br />

Arbeit noch bei uns in Deutschland<br />

gemacht werden muss – man denke<br />

nur an die Kanalsanierung, die<br />

Ertüchtigung von Kläranlagen, den<br />

Hochwasserschutz – werden viele<br />

Absolventen sicher auch im Ausland<br />

tätig sein, da dort die großen<br />

Zukunftsmärkte liegen.<br />

Schließlich wäre es auch schade,<br />

wenn unsere gut ausgebildeten<br />

Absolventen der <strong>Wasser</strong>technologie<br />

nur in Deutschland arbeiten<br />

und der Welt ihr Können vorenthalten<br />

bliebe.<br />

<strong>gwf</strong>: Herr Professor Kolb, Herr Professor<br />

Christ, vielen Dank für das<br />

Gespräch.<br />

part of it! Be part of it! Be part of it! Be part of<br />

NETZWERK WISSEN<br />

Universitäten und Hochschulen stellen sich vor:<br />

Studiengänge und Studienorte rund ums <strong>Wasser</strong>fach<br />

im Porträt – in der technisch-wissenschaftlichen<br />

Fachzeitschrift <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong>|<strong>Abwasser</strong><br />

Kontakt zur Redaktion:<br />

E-Mail: ziegler@ di-verlag.de<br />

EAZ Netzwerk 2.indd 1 3.9.2012 15:24:16<br />

April <strong>2013</strong><br />

418 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Porträt NETZWERK WISSEN<br />

Das Klärwerk Köhlbrandhöft in Hamburg. © Bernd Sterzl/Pixelio<br />

Spannend, vielseitig, sinnvoll – und krisensicher<br />

Der neue Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie an der HSWT<br />

Der Versorgung mit Trinkwasser und der Wiederverwertung von Abwässern wird in Wirtschaft und Politik schon<br />

lange eine hohe Priorität eingeräumt. Auch weltweit hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass <strong>Wasser</strong> als das<br />

wichtigste Lebensmittel und als wertvoller Produktionsfaktor nicht unbegrenzt zu Verfügung steht. Deshalb werden<br />

die aus reichende Versorgung, der richtige Umgang mit <strong>Wasser</strong> sowie die Wiederverwertung und Aufbereitung von<br />

Abwässern immer drängender. Im Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie bildet die Hochschule Weihenstephan­ Triesdorf<br />

daher Fachkräfte aus, die einen Beitrag zur Lösung der anstehenden Probleme leisten können – und das auch weltweit.<br />

<strong>Wasser</strong> ist selbst im deutschen,<br />

humiden Klima eine begrenzte<br />

Ressource. So bereiten etwa in Nordbayern<br />

Trockenjahre erheb liche Probleme<br />

bei der Grund wasser neubildung:<br />

In den vergangenen Jahren<br />

kam es hier regional zu deutlichen<br />

Defiziten. Diese Tendenz dürfte sich<br />

durch den gegenwärtigen Klimawandel<br />

noch verschärfen.<br />

Viel dringender sind die Probleme<br />

der <strong>Wasser</strong>versorgung und<br />

<strong>Abwasser</strong>behandlung in den meisten<br />

Schwellen- und Entwicklungsländern.<br />

<strong>Wasser</strong>knappheit ist ein<br />

globales Problem: Weltweit haben<br />

etwa 880 Mio. Menschen keinen<br />

Zugang zu Trinkwasser oder verfügen<br />

über keine <strong>Abwasser</strong>behandlung.<br />

Ein besonderes Problem sind<br />

die weltweit entstehenden Megacities.<br />

Denn sie fordern spezielle Versorgungs-<br />

und Wiederverwertungssysteme.<br />

In vielen Ländern kann<br />

Trinkwasser nur noch mit sehr großem<br />

(und teurem) technischen<br />

Aufwand hergestellt werden, nicht<br />

selten durch Aufbereitung von<br />

<strong>Abwasser</strong>.<br />

Für die Landwirtschaft wird mit<br />

einem Anteil von 70 % weltweit<br />

schon heute deutlich mehr <strong>Wasser</strong><br />

entnommen als für alle anderen<br />

menschlichen Nutzungen. Bald ist<br />

mit einem weiter steigenden Bedarf<br />

zu rechnen, vor allem in Entwicklungsländern,<br />

wo die Nahrungsmittelerzeugung<br />

mit dem Bevölkerungswachstum<br />

Schritt halten muss.<br />

Ein hoch konzentriertes<br />

Angebot<br />

Das Thema <strong>Wasser</strong> ist bislang in<br />

einer Reihe unterschiedlicher Fachrichtungen<br />

vertreten. So erfolgt<br />

eine Spezialisierung auf Siedlungswasserwirtschaft<br />

im Bauingenieurwesen;<br />

<strong>Wasser</strong>chemie und die instrumentelle<br />

Analytik finden sich im<br />

Angebot von Chemiestudiengängen;<br />

Trinkwasser- und <strong>Abwasser</strong>behandlung<br />

in Studiengängen<br />

der Verfahrenstechnik und der<br />

Umwelttechnik; der Themenkomplex<br />

Oberflächengewässer in<br />

Hy drologiestudiengängen und das<br />

Thema Grundwasser in Geologiestudiengängen.<br />

Ein konzentriertes Angebot, das<br />

sich dem Thema <strong>Wasser</strong> in seiner<br />

ganzen Bandbreite widmet, ist<br />

nicht vorhanden. Hier setzt das<br />

Konzept der Fakultät Umweltingenieurwesen<br />

an. Aus dem laufenden<br />

Studienangebot kann auf<br />

Kompetenzen in den Bereichen der<br />

▶▶<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 419


NETZWERK WISSEN Porträt<br />

Der Bachelor-Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie im Überblick<br />

• Bezeichnung des Studiengangs:<br />

<strong>Wasser</strong>technologie<br />

• Abschlussgrad:<br />

Bachelor of Engineering<br />

• Regelstudienzeit:<br />

7 Semester<br />

• Semesterwochenstunden: 136<br />

• ECTS-Punkte:<br />

210 gesamt; 30 pro Semester<br />

• Gewichtung der Bachelor-Thesis:<br />

15 CP inkl. Bachelor-Seminar<br />

• Lage des praktischen Semesters:<br />

5. Semester<br />

• Zugangs- und Zulassungsvoraussetzungen: Kein Vorpraktikum<br />

Im verfahrenstechnischen<br />

Labor der<br />

Hochschule<br />

können die<br />

Studierenden<br />

grundlegende<br />

Versuche<br />

durchführen,<br />

wie hier etwa<br />

an der Füllkörperkolonne.<br />

© Hochschule<br />

Weihenstephan-<br />

Triesdorf<br />

naturwissenschaftlich-technischen<br />

Grundlagen, aber auch auf fachspezifische<br />

Kompetenzen wie beispielsweise<br />

instrumentelle Analytik,<br />

Mikrobiologie, Gewässerkunde,<br />

Hydrogeologie und<br />

Verfahrenstechnik aufgebaut werden.<br />

Fach liche Ergänzungen werden<br />

vor allem im Bereich des Bauingenieurwesens<br />

gebraucht.<br />

Maßgabe des neuen Studiengangs<br />

ist eine praxisnahe Ausbildung<br />

von Ingenieuren und Ingenieurinnen,<br />

die in der Lage sind,<br />

das breite Aufgabenspektrum abzudecken.<br />

Besonderes Augenmerk<br />

wird auf eine internationale Ausrichtung<br />

gelegt, mit Berücksich tigung<br />

der Anforderungen in Schwellen-<br />

und Entwicklungsländern.<br />

Das Konzept<br />

Das Studium der <strong>Wasser</strong>technologie<br />

zeichnet sich aus durch eine praxisbezogene<br />

Ausbildung in den<br />

naturwissenschaftlichen und technischen<br />

Fächern, die für den Themenkomplex<br />

<strong>Wasser</strong> wichtig sind.<br />

Ergänzt werden sie durch rechtsund<br />

wirtschaftswissenschaftliche<br />

Fachgebiete.<br />

Vermittelt wird das Wissen in<br />

Seminaren, Vorlesungen und Vorträgen,<br />

vertieft durch einen hohen<br />

Anteil an Übungen, Praktika, Seminaren<br />

und Projektstudien. Die ersten<br />

zwei Semester vermitteln<br />

mathematisch-naturwissenschaftliche<br />

und erste ingenieurwissenschaftliche<br />

Grundlagen. In zwei<br />

Wahlpflichtmodule können die Studierenden<br />

sich je nach Neigung<br />

Kenntnisse in Sprachen, Schlüsselqualifikationen<br />

oder ausgewählten<br />

technischen Fächern aneignen. Die<br />

Sprachenausbildung hat dabei<br />

einen besonderen Stellenwert.<br />

Das dritte und vierte Semester<br />

legen den Schwerpunkt auf ingenieurwissenschaftliche<br />

Kernfächer,<br />

die durch wirtschaftliche und rechtliche<br />

Grundlagen ergänzt werden.<br />

Die Studierenden haben im zweiten<br />

Studienjahr ebenfalls über vier<br />

Wahlpflichtmodule eine individuelle<br />

Gestaltungsmöglichkeit ihres<br />

Studienablaufs. Im vierten Semester<br />

ist zudem eine Projektarbeit vorgesehen,<br />

die an ein ingenieurmäßiges<br />

Arbeiten heranführt.<br />

Im fünften Semester wird das<br />

Betriebspraktikum durchgeführt. Es<br />

ist als Praxisprojekt konzipiert und<br />

soll das selbständige wissenschaftliche<br />

Arbeiten fördern.<br />

Das Profilstudium (sechstes und<br />

siebtes Semester) ist geprägt durch<br />

die Möglichkeit, sich entweder im<br />

Bereich der <strong>Wasser</strong>versorgung oder<br />

der <strong>Abwasser</strong>behandlung zu spezialisieren.<br />

Die <strong>Wasser</strong>versorgung umfasst<br />

dabei die Bereitstellung von Trinkund<br />

Brauchwasser sowie <strong>Wasser</strong> für<br />

die landwirtschaftliche Produktion.<br />

Projektstudien und die Abfassung der<br />

Bachelorarbeit vervollständigen den<br />

letzten Studienabschnitt. Der Schwerpunkt<br />

<strong>Abwasser</strong>technik umfasst die<br />

Bemessung, Planung und Simulation<br />

von Anlagen zur <strong>Abwasser</strong>ableitung<br />

und <strong>Abwasser</strong>behandlung mit -verwertung,<br />

sowie die Erstellung eines<br />

Bauentwurfs unter Berücksichtigung<br />

der HOAI. Zudem sind auch hier eine<br />

Projektstudie und die Bachelorarbeit<br />

Bestandteile des Studiums.<br />

Zum Wohl von Mensch<br />

und Natur<br />

Mit dem Studiengang <strong>Wasser</strong>technologie<br />

stellen sich Studierende der<br />

Herausforderung, <strong>Wasser</strong>ressourcen<br />

April <strong>2013</strong><br />

420 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Porträt NETZWERK WISSEN<br />

zum Wohle von Mensch und Natur<br />

nachhaltig zu schützen. Der Beruf<br />

des <strong>Wasser</strong>technologen als Ingenieur<br />

für <strong>Wasser</strong>versorgung, <strong>Abwasser</strong>behandlung,<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

und <strong>Wasser</strong>bau aber auch für Energieeffizienz,<br />

Energiegewinnung,<br />

Bewässerung, Landwirtschaft und<br />

Gesundheitsvorsorge ist nicht nur<br />

spannend, vielseitig und sinnvoll,<br />

sondern auch wirtschaftlich erfolgversprechend<br />

und krisensicher.<br />

Aus diesen Einsatzgebieten können<br />

die Studierenden später wählen:<br />

##<br />

Ingenieur- und Beratungsbüros<br />

##<br />

Maschinen- und<br />

Anlagenhersteller<br />

##<br />

Ministerien und Verwaltung<br />

##<br />

Forschungs- und<br />

Entwicklungseinrichtungen<br />

##<br />

Verbände, Kommunen und<br />

Betreiber<br />

##<br />

Entwicklungshilfe organisationen<br />

##<br />

Banken und Versicherungen<br />

##<br />

Vertriebs- und Handelsfirmen<br />

Um ihre berufliche Zukunft müssen<br />

sich die Absolventinnen und Absolventen<br />

der HSWT keine Sorgen<br />

machen. Denn die auf den Klimawandel<br />

zurückzuführende weltweite<br />

„<strong>Wasser</strong>-Krise“ wird weiter zunehmen.<br />

Entsprechend wächst der<br />

Bedarf an Fachkräften im <strong>Wasser</strong>sektor.<br />

Dieser kann aber bereits heute<br />

weder in Deutschland noch in<br />

Europa oder weltweit qualifiziert<br />

gedeckt werden. Ebenso werden die<br />

Aufgaben des Ingenieurs komplexer,<br />

da nicht mehr nur die immer aufwändiger<br />

werdende Reinigung und<br />

Aufbereitung von <strong>Wasser</strong> im Vordergrund<br />

steht, sondern vielmehr auch<br />

der effiziente Umgang mit Trink- und<br />

Brauchwasser sowie die Nutzbarmachung<br />

der im Ab wasser enthaltenen<br />

Ressourcen wie Energie und Nährstoffe.<br />

über Kooperationsmöglichkeiten<br />

zwischen dem Fachgebiet „Siedlungswasserbau“<br />

der HSWT und<br />

der HTI Gienger, unterzeichneten<br />

Präsident Heiler und HTI-Geschäftsführer<br />

Herrmann im Dezember<br />

2012 den gemeinsamen Vertrag für<br />

den Studiengang „<strong>Wasser</strong>technologie<br />

Dual“. So bietet die Hochschule<br />

den Studierenden ab dem Sommersemester<br />

<strong>2013</strong> die Option des<br />

Studiums mit vertiefter Praxis.<br />

Die HTI Gienger KG ist ein Handelshaus<br />

für <strong>Wasser</strong>- und Energie-<br />

Infrastrukturanlagen und bildet mit<br />

seinen Partnerunternehmen aus<br />

Planung, Bau, Entwicklung und Vertrieb<br />

nahezu das vollständige<br />

Berufsbild für <strong>Wasser</strong>technologen<br />

ab. So sind die Studierenden nicht<br />

auf einen Bereich fixiert, sondern<br />

können unterschiedliche Arbeitsgebiete<br />

kennenlernen und wertvolle<br />

Kontakte für das Berufsleben<br />

knüpfen. Weitere kooperierende<br />

Unternehmen, die das Dualkonzept<br />

der HSWT unterstützen, finden sich<br />

unter: www.hswt.de/info/dual/<br />

bachelor/wt/kooperationspartner<br />

Weitere Informationen:<br />

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf,<br />

Fakultät Umweltingenieurwesen,<br />

Steingruberstraße 2,<br />

91746 Weidenbach-Triesdorf,<br />

Tel. (09826) 654-0,<br />

E-Mail: ut@hswt.de,<br />

www.hswt.de/fh/fakultaet/ut.html<br />

Das Studium <strong>Wasser</strong>technologie an der HSWT in Kombination<br />

mit der berufsorientierten Praxisphase bietet folgende Vorteile:<br />

• Die Absolventinnen und Absolventen starten optimal vorbereitet in Beruf und<br />

Karriere – dank der im Studium geknüpften, wertvollen Unternehmensnetzwerke.<br />

• Planung, Vertrieb, Entwicklungshilfe, Forschung, Verwaltung? Hier können die<br />

Studierenden erst einmal ausprobieren, was ihnen gefällt.<br />

• Ihr Wissen aus Vorlesungen und Übungen setzen die Studierenden direkt in die<br />

Praxis um – so macht Lernen und Arbeiten gleich viel mehr Spaß.<br />

• Fast ein Jahr Berufserfahrung in der <strong>Wasser</strong>technologie sammeln hier die Studierenden<br />

schon während des Studiums, parallel zur Regelstudienzeit von sieben<br />

Se mestern.<br />

• Hier werden die Studierenden finanziell unabhängig. Denn bereits ab der Praxisphase<br />

zum Ende des 2. Fachsemesters erhalten die Studierenden ein monatliches<br />

Einkommen während der gesamten Regelstudiendauer. Während der Praxisphasen<br />

können Sie sich voll auf Ihre Aufgaben in den Betrieben konzentrieren – während der<br />

Vor lesungszeit auf Ihr Studium.<br />

Kooperation zwischen<br />

Wirtschaft und Hochschule<br />

Wie die meisten erfolgreichen Unternehmen<br />

im <strong>Wasser</strong>sektor muss auch<br />

die Firma HTI Gienger KG aus Markt<br />

Schwaben dem Fachkräftemangel<br />

begegnen. Nach ersten Gesprächen<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 421


NETZWERK WISSEN Porträt<br />

Studium + vertiefte Praxis = dual<br />

Die heutige Bedeutung des dualen Studiums<br />

Beim Studium mit vertiefter Praxis<br />

– wie dem Bachelorstudiengang<br />

<strong>Wasser</strong>technologie – absolvieren<br />

die Studierenden in den vorlesungsfreien<br />

Zeiten und im Praxissemester<br />

praktische Tätigkeiten in einer<br />

Kooperationsfirma der Hochschule.<br />

Hier wird kein zweiter Berufsabschluss<br />

erworben, sondern die<br />

Verbindung zu den Unternehmen<br />

durch intensive Praxisphasen verstärkt.<br />

Zudem schreibt der Studierende<br />

die Bachelorarbeit im Rahmen<br />

von betriebsspezifischen Fragestellungen<br />

und Projekten im jeweiligen<br />

Kooperationsunternehmen.<br />

Trotz aller Praxisnähe können<br />

und sollen die Lehrveranstaltungen<br />

natürlich nicht die konkrete Projektarbeit<br />

in Unternehmen ersetzen,<br />

wenn die Absolventinnen und<br />

Absolventen sofort startklar für den<br />

Einstieg ins Berufsleben sein möchten.<br />

Die HSWT bietet gemeinsam<br />

mit attraktiven Partnern aus der<br />

Wirtschaft leistungsbereiten Studierenden<br />

ein duales Studienangebot.<br />

Die dualen Studierenden erweitern<br />

ihren Erfahrungshorizont während<br />

der vorlesungsfreien Zeiten, im Praxissemester<br />

und beim Anfertigen<br />

der Bachelorarbeit. Die Kooperationspartner<br />

der Hochschule bilden<br />

das vollständige Berufsfeld für <strong>Wasser</strong>technologen<br />

vom Planer und<br />

Berater über den Maschinen- und<br />

Anlagenhersteller bis hin zur Bauausführung<br />

ab. Und das im In- und<br />

auf Wunsch auch im Ausland.<br />

Weitere Informationen:<br />

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf,<br />

Fakultät Umweltingenieurwesen,<br />

Steingruberstraße 2,<br />

91746 Weidenbach-Triesdorf,<br />

Tel. (09826) 654-0,<br />

E-Mail: ut@hswt.de,<br />

www.hswt.de/fh/fakultaet/ut.html<br />

April <strong>2013</strong><br />

422 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Porträt NETZWERK WISSEN<br />

Der Campus<br />

der HSWT in<br />

Triesdorf.<br />

© Hochschule<br />

Weihenstephan-<br />

Triesdorf<br />

Ausbildung vom Acker bis in die Steckdose<br />

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und ihr Studienangebot<br />

Grün. Innovativ. Praxisnah. Das ist die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). In den Jahren seit ihrer<br />

Gründung 1971 hat sich die HSWT ein einmaliges Profil geschaffen: Kaum eine andere Hochschule bietet ein<br />

vergleichbares Fächerspektrum, das sich so klar und konsequent auf die sogenannten grünen Fächer richtet.<br />

Die Studiengänge bieten – singulär<br />

in Bayern – all das, was im<br />

weitesten Sinn mit Natur, Ernährung<br />

und Umwelt zu tun hat. Das Spektrum<br />

reicht von der naturwissenschaftlichen<br />

bis zur künstlerischen<br />

Auseinandersetzung, von HighTech<br />

bis LandArt, vom Molekül über den<br />

Baum bis hin zum Landschaftsraum.<br />

Markenzeichen und Erfolgsrezept<br />

der Hochschule ist eine Ausbildung,<br />

die durch unmittelbaren<br />

Praxisbezug und fundierte wissenschaftliche<br />

Grundlagen ge kennzeichnet<br />

ist. Es ist Teil der Philosophie,<br />

die Studierenden für den<br />

Arbeitsmarkt auszubilden und somit<br />

auch der Nachfrage aus Industrie<br />

und Wirtschaft zu begegnen.<br />

Die Hochschule Weihenstephan-<br />

Triesdorf ist in die beiden Abteilungen<br />

Weihenstephan und Triesdorf<br />

gegliedert, die insgesamt<br />

sieben Fakultäten umfassen. Das<br />

Studienangebot setzt sich zum<br />

Sommer semester 2012 aus 19 Ba -<br />

chelor-Stu diengängen, neun dualen<br />

Studienangeboten, drei <strong>International</strong>en<br />

Masterstudiengängen sowie<br />

sechs Masterstudiengängen, teils in<br />

Kooperation, zusammen. Das<br />

Fächerangebot realisiert dabei ein in<br />

sich geschlossenes fachliches<br />

Cluster, das sich auf wesentliche<br />

Lebensbereiche des Menschen<br />

bezieht. Es beginnt mit der landwirtschaftlichen<br />

Grundstoffproduktion,<br />

schließt die Verarbeitung tierischer<br />

Erzeugnisse ein, deckt relevante Fragen<br />

der Ernährung und Versorgung<br />

ab, berücksichtigt Anforderungen<br />

der Umwelt und reicht bis hin zur<br />

Entwicklung ländlicher und städtischer<br />

Räume. Somit gewährleistet<br />

die Hochschule Weihenstephan-<br />

Triesdorf nunmehr eine Ausbildung<br />

über die gesamte Wertschöpfungskette<br />

hinweg – vom Acker bis auf<br />

Die HSWT in Zahlen<br />

• 5494 Studierende (1.673 Studienanfänger/<br />

7210 Bewerbungen im WS 2012/13)<br />

• 3715 Studierende in Weihenstephan<br />

• 1779 Studierende in Triesdorf<br />

• 140 Professorinnen und Professoren<br />

• 7 Fakultäten, davon 2 in Triesdorf<br />

• 300 Studierende pro Jahr aus dem Ausland<br />

• 75 Kooperationen mit ausländischen<br />

Hochschulen<br />

▶▶<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 423


NETZWERK WISSEN Porträt<br />

Die Studiengänge in Triesdorf<br />

##<br />

Agrartechnik<br />

##<br />

Agrartechnik Dual<br />

##<br />

Energiemanagement und<br />

Energietechnik (Master)<br />

##<br />

Ernährung und Versorgungsmanagement<br />

(Bachelor)<br />

##<br />

<strong>International</strong>er Masterstudiengang<br />

Agrarmanagement (Master)<br />

##<br />

Landwirtschaft (Bachelor)<br />

##<br />

Landwirtschaft Dual<br />

##<br />

Lebensmittelmanagement (Bachelor)<br />

##<br />

Lebensmittelmanagement Dual<br />

##<br />

Regionalmanagement (Master)<br />

##<br />

Technologie Erneuerbarer Energien<br />

(Bachelor)<br />

##<br />

Umweltsicherung (Bachelor)<br />

##<br />

<strong>Wasser</strong>technologie (Bachelor)<br />

##<br />

<strong>Wasser</strong>technologie Dual<br />

Die Studiengänge in Weihenstephan<br />

##<br />

Agrarmanagement (Master)<br />

##<br />

Bioprozessinformatik (Bachelor)<br />

##<br />

Bioprozessinformatik Dual<br />

##<br />

Biotechnologie (Bachelor)<br />

##<br />

Biotechnologie/ Bioingenieurwesen<br />

(Master)<br />

##<br />

Brau- und Getränketechnologie<br />

(Bachelor)<br />

##<br />

Brau- und Getränketechnologie Dual<br />

##<br />

Forstingenieurwesen (Bachelor)<br />

##<br />

Gartenbau (Bachelor)<br />

##<br />

Gartenbau Dual<br />

##<br />

<strong>International</strong> Management of Forest<br />

Industries (Master)<br />

##<br />

<strong>International</strong> Master of Landscape<br />

Architecture (Master)<br />

##<br />

Landschaftsarchitektur (Bachelor)<br />

##<br />

Landschaftsbau und -Management<br />

(Bachelor)<br />

##<br />

Landschaftsbau und -Management<br />

Dual<br />

##<br />

Landschaftsbau (Master)<br />

##<br />

Landwirtschaft (Bachelor)<br />

##<br />

Landwirtschaft Dual<br />

##<br />

Lebensmitteltechnologie (Bachelor)<br />

##<br />

Management erneuerbarer Energien<br />

(Bachelor)<br />

##<br />

Nachwachsende Rohstoffe (Master)<br />

##<br />

Nachwachsende Rohstoffe (Bachelor<br />

– ab WS <strong>2013</strong>/14)<br />

##<br />

Wirtschaftsingenieurwesen<br />

Agrarmarketing und Management<br />

(Bachelor)<br />

Interessierte bewerben sich bitte ab Anfang Mai bis spätestens 15. Juli, am besten online.<br />

Alle wichtigen Informationen dazu stehen im Netz unter www.hswt.de/info/bewerbung<br />

Das bietet die Hochschule<br />

Weihenstephan-Triesdorf<br />

• Ein praxisnahes Studium mit breit gefächertem<br />

Basiswissen, kombiniert mit einer Vertiefung in<br />

Schwerpunkten.<br />

• Einen akademischen Abschluss als „Bachelor<br />

of Engineering“ mit ausgezeichneten Berufsperspektiven,<br />

in nur 7 Semestern Regelstudienzeit.<br />

• Fremdsprachen mit Zertifikat und eine Reihe<br />

anderer sogenannter Softskills.<br />

• Zusatzqualifikationen als Betriebsbeauftragte/r<br />

für Gewässerschutz.<br />

• Auslandssemester an Partnerhochschulen oder<br />

ein Praktikum im Ausland.<br />

den Tisch beziehungsweise vom<br />

Acker bis in die Steckdose.<br />

Via Doppeldiplomstudium, Studien-<br />

und Praktikumsaufenthalten<br />

sowie gelebten Kooperationen mit<br />

75 Bildungseinrichtungen in aller<br />

Welt wird dieser Bildungsauftrag<br />

international erfüllt.<br />

Weitere Informationen:<br />

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf,<br />

Fakultät Umweltingenieurwesen,<br />

Steingruberstraße 2,<br />

91746 Weidenbach-Triesdorf,<br />

Tel. (09826) 654-0,<br />

E-Mail: ut@hswt.de,<br />

www.hswt.de/fh/fakultaet/ut.html<br />

Was Studierende mitbringen sollten:<br />

• Die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife<br />

oder Fachhochschulreife oder eine entsprechende<br />

berufliche Qualifikation (ohne<br />

schulische Hochschulzugangsberechtigung)<br />

• Lern- und Leistungsbereitschaft<br />

• Motivation und fachliche Neugier<br />

• Teamgeist<br />

Auch die Klärschlammbehandlung, wie hier in den Faultürmen der<br />

Kläranlage Hamburg, ist wesentlicher Bestandteil des Studiums.<br />

© Hochschule Weihenstephan-Triesdorf<br />

April <strong>2013</strong><br />

424 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Aktuell NETZWERK WISSEN<br />

<strong>Abwasser</strong> als Wertstoff<br />

Abschlussexkursion 2012 des Studiengangs <strong>Wasser</strong>technologie<br />

Die erste Abschlussexkursion des Studiengangs <strong>Wasser</strong>technologie seit seiner Einführung führte die Studierenden<br />

vergangenes Jahr unter der fachlichen Betreuung von Prof. Dr.-Ing. Christ und Prof. Dr.-Ing. Kolb in den<br />

Norden Deutschlands. Die fünftägige Studienfahrt stand im Zeichen des innovativen Umgangs mit der<br />

Ressource <strong>Wasser</strong>.<br />

Erstes Ziel war eine der größten<br />

und modernsten Kläranlagen<br />

Deutschlands: Hamburgs Klärwerk<br />

Köhlbrandhöft. Die Anlage besticht<br />

nicht nur durch ihre Größe von<br />

2,9 Mio. Einwohnerwerten, sondern<br />

vielmehr durch ihr durchdachtes<br />

Energiekonzept und arbeitet seit<br />

2011 energieautark. Den Studierenden<br />

wurde vor Ort verdeutlicht,<br />

durch welche Maßnahmen in den<br />

letzten Jahren dieses Ziel erreicht<br />

werden konnte.<br />

Hamburg <strong>Wasser</strong> stellte den Studierenden<br />

in der Bildungsstätte Gut<br />

Karlshöhe das abwasserwirtschaftliche<br />

Konzept Hamburg Water Cycle<br />

vor. <strong>Abwasser</strong> wird hier nicht als<br />

Abfallprodukt sondern als Wertstoff<br />

betrachtet, aus dem sowohl Energie<br />

als auch Nährstoffe gewonnen werden<br />

können. Ziel ist es, die Stoffkreisläufe<br />

im direkten Wohnumfeld<br />

zu schließen. Dies geschieht durch<br />

die Auftrennung der Stoffströme in<br />

Regen-, Grau- und Schwarzwasser<br />

und deren getrennte Behandlung.<br />

Die Verwirklichung des Ganzen<br />

erlebten die Studierenden direkt in<br />

der Bildungsstätte, die über ein neuartiges<br />

Entwässerungssystem verfügt.<br />

Vakuumtoiletten wie im ICE<br />

sorgen nämlich dafür, dass Fäkalien<br />

nahezu unverdünnt als Schwarzwasser<br />

in einer Biogasanlage zu<br />

Energie und Dünger umgewandelt<br />

werden. Grauwasser, also Waschwasser,<br />

wird über eine Pflanzenkläranlage<br />

gereinigt und das Regenwasser<br />

Versickerungsflächen zugeführt.<br />

Auch das Institut für <strong>Abwasser</strong>wirtschaft<br />

und Gewässerschutz der<br />

Technischen Universität Hamburg-<br />

Harburg beschäftigt sich intensiv<br />

Bei ihrer Abschluss exkursion besichtigten die Studie renden des<br />

Studiengangs <strong>Wasser</strong>technologie unter anderem das Hamburger<br />

Klärwerk Köhlbrandhöft. © Hochschule Weihenstephan-Triesdorf<br />

mit der Teilstrombehandlung. Institutsleiter<br />

Prof. Dr.-Ing. Ralf Otterpohl<br />

vermittelte den Studierenden<br />

einen Einblick in die Forschungsaktivitäten<br />

des Instituts. Schwerpunkt<br />

seiner Präsentation war das Konzept<br />

Terra Preta Sanitation (TPS).<br />

Inspiriert von den fruchtbaren,<br />

anthropogenen Böden des Amazonasbeckens,<br />

genannt Terra Preta,<br />

stellt das Konzept einen integrierten<br />

Ansatz zur Lösung einiger der<br />

wichtigsten Probleme der Menschheit<br />

dar, wie schlechte oder fehlende<br />

Sanitäreinrichtungen, Bodenerosion<br />

und Nahrungsmangel. Mit<br />

diesem Thema wird sich auch das<br />

Fachgebiet Siedlungswasserbau der<br />

HSWT in Zukunft intensiver auseinandersetzen.<br />

Unser herzlicher Dank gilt insbesondere<br />

Dr. Franziska Meinzinger,<br />

Niels-Peter Bertram und Arnold<br />

Schäfer von Hamburg <strong>Wasser</strong> sowie<br />

Prof. Dr. Ralf Otterpohl und Dr.<br />

Joachim Behrendt von der TU Hamburg-Harburg.<br />

<br />

Sascha Koch, HSWT<br />

Der Hamburger<br />

Hafen.<br />

© Hochschule<br />

Weihenstephan-<br />

Triesdorf<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 425


NETZWERK WISSEN Aktuell<br />

Bayerischer Energiepreis 2012<br />

Professor Dr.-Ing. Oliver Christ gehört zum Gewinnerteam<br />

Am 18. Oktober 2012 verlieh<br />

Staatsminister Martin Zeil in<br />

Nürnberg den Bayerischen Energiepreis<br />

2012. Insgesamt 167 Unternehmen<br />

und Institutionen hatten<br />

sich darum beworben. In der Kategorie<br />

„Energiekonzepte und Initiativen“<br />

gewann das Projekt „Heizen<br />

mit Wärme aus <strong>Abwasser</strong>“ den<br />

1. Platz. Dem Gewinnerteam, bestehend<br />

aus dem Ingenieurbüro GFM,<br />

der Stadt Straubing und dem<br />

Maschinenausrüster Huber SE,<br />

gehört auch Prof. Dr.-Ing. Oliver<br />

Christ vom Fachgebiet Siedlungswasserbau<br />

der HSWT an.<br />

Professor Christ war Leiter des<br />

Projekts beim Münchner Ingenieurbüro<br />

GFM bevor er an die Hochschule<br />

wechselte. Er hat gemeinsam<br />

mit der Stadt Straubing die Idee<br />

entwickelt und umgesetzt, die im<br />

<strong>Abwasser</strong> enthaltene Wärme einer<br />

energetischen Verwertung zuzuführen.<br />

Dies geschieht durch den Wärmeentzug<br />

aus dem <strong>Abwasser</strong> im<br />

Kanal über einen Wärmetauscher.<br />

Eine Wärmepumpe erhöht das Temperaturniveau<br />

der entzogenen<br />

Wärme und beheizt damit 102<br />

Wohneinheiten im Straubinger<br />

Stadtgebiet. So werden gegenüber<br />

einer konventionellen Brennwert-<br />

Heizung jährlich rund 350 000 kWh<br />

Erdgas eingespart. Diese Technik<br />

gilt als weitaus effizienter als die<br />

Wärmegewinnung über Erdwärme<br />

oder Grundwasser.<br />

Weitere Informationen gibt es unter:<br />

http://bayern-innovativ.de/<br />

energiepreis2012<br />

Exkursion in den zukünftigen Auwald<br />

Externe Lehrveranstaltung am praktischen Beispiel<br />

Im Rahmen des Vorlesungsmoduls <strong>Wasser</strong>recht und Verwaltung versammelten sich am 20. Juni 2012 das<br />

3. und 4. Semester des Studiengangs <strong>Wasser</strong>technologie zur Exkursion: Gemeinsam mit Professor Frank Kolb<br />

und dem Lehrbeauftragten Herrn Dipl.-Ing. Müller vom <strong>Wasser</strong>wirtschaftsamt Weißenburg-Gunzenhausen<br />

besuchten die Studierenden den Hochbehälter Krottenbach des Zweckverbandes <strong>Wasser</strong>versorgung Fränkischer<br />

Wirtschaftsraum (WFW). Auf der Baustelle der Westtangente in Weißenburg sowie an dem Renaturierungsprojekt<br />

veranstalteten sie eine externe Lehrveranstaltung an der mittleren Altmühl. Der Student<br />

Tobias Harloff berichtet.<br />

Das <strong>Wasser</strong> des Hochbehälters<br />

stammt aus 12 m Tiefe und je<br />

sechs 35 m langen horizontalen Filtersträngen<br />

und ist nicht belastet.<br />

Es kann mit geringen Aufbereitungsaufwand<br />

(Belüftung und<br />

Studieren in freier Natur: Studierende besichtigen Renaturierungsprojekte an der Altmühl.<br />

© Tobias Harloff<br />

Quarzsandfiltration) mit symmetrischen<br />

doppelgelagerten Pumpen<br />

über zwei Hochbehälter nach<br />

Krottenbach gepumpt werden. Der<br />

WFW besitzt die Bewilligung,<br />

63 m³/s zu fördern, wobei nur die<br />

Hälfte der Förderleistung beansprucht<br />

wird, da der durchschnittliche<br />

<strong>Wasser</strong>verbrauch seit 1973<br />

rückläufig ist.<br />

Nach einer Führung durch die<br />

Anlage und einem Blick in den<br />

60 000 m³ fassenden Hochbehälter<br />

wurde noch zu einer Diskussion<br />

geladen. Dabei sprachen wir über<br />

die allgemeinen Probleme der <strong>Wasser</strong>versorger,<br />

wie zum Beispiel den<br />

Privatisierungswillen der EU oder<br />

das Verhalten gegenüber den Landwirten,<br />

die in den <strong>Wasser</strong>schutzzonen<br />

ihrer Äcker bestellen.<br />

April <strong>2013</strong><br />

426 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Aktuell NETZWERK WISSEN<br />

Nach einer kurzen Mittagspause<br />

betraten wir die Baustelle der<br />

Weißenburger Westtangente. Dort<br />

wurden die wasserrechtlichen Be -<br />

lange thematisiert, die bei dem Bau<br />

dieser Straße greifen. Zu beachten<br />

ist, dass die Tangente über den<br />

Fluss Schwä bische Rezat muss, ein<br />

Überschwemmungsgebiet durchquert<br />

wird, drei Regenrückhaltebecken<br />

mit angeschlossenen Niederschlagswasserbehandlungsanlagen,<br />

die nicht im Überschwemmungsgebiet<br />

liegen dürfen, gebaut<br />

werden müssen und für die Bauphase<br />

der Grundwasserspiegel<br />

abgesenkt werden muss.<br />

Die schwäbische Rezat muss<br />

während der Bauphase für ein HQ1<br />

durchgängig sein und die spätere<br />

Brücke, die über den Fluss reicht,<br />

wird so ausgelegt, dass der Hochwasserabfluss<br />

nicht nachteilig<br />

beeinflusst wird. Die Regenrückhaltebecken<br />

dürfen nicht im Überschwemmungsgebiet<br />

liegen und<br />

dort dürfen auch keine Baustoffe<br />

gelagert werden, da dies ein wasserwirtschaftlich<br />

sensibler Bereich<br />

ist. Außerdem müssen funktionsgleiche<br />

Reten tionsräume für die<br />

verlorengegangenen Überschwemmungsgebiete<br />

geschaffen werden.<br />

Am Ende brachte uns Herr Müller<br />

nochmal anhand der Renaturierung<br />

der mittleren Altmühl das<br />

Planfeststellungsverfahren näher.<br />

Vor Ort zeigte er uns, wie ein solches<br />

Verfahren abzulaufen hat und<br />

welche wasserbaulichen Maßnahmen<br />

an der Altmühl vorgenommen<br />

wurden. Noch vorhandene Altarme<br />

wurden wieder an das Gewässer<br />

angeschlossen und einzelne Bereiche<br />

so angelegt, dass in einigen<br />

Jahren ein Auwald entstehen kann.<br />

Tobias Harloff<br />

Der Hochbehälter Krottenbach,<br />

mit einem Füllvolumen von<br />

60 000 m³: Mit drei Horizontalfilterbrunnen<br />

in der<br />

Lechmündung werden circa<br />

1,3 Mio. Menschen in acht<br />

fränkischen Landkreisen im<br />

Großraum Nürnberg über eine<br />

100 km lange Leitung und dem<br />

Hochbehälter Krottenbach mit<br />

Trinkwasser versorgt.<br />

© Tobias Harloff ▶<br />

Die Altmühl. © Norbert Leipold/Pixelio<br />

Der Triesdorfer Umwelttag 2012<br />

Den Triesdorfer Umwelttag 2012<br />

nutzten viele Fachleute als<br />

Diskussionsplattform zu den Themen<br />

Trinkwasserversorgung und<br />

Prozesswasserbehandlung. Dabei<br />

zeigte sich, wie wichtig die Zusammenarbeit<br />

zwischen Landwirten<br />

und <strong>Wasser</strong>versorgungsunternehmen<br />

ist und wie bestimmte Stoffgruppen<br />

durch die richtige Auswahl<br />

von Zwischenfruchtfolgen phytogen<br />

gebunden werden können.<br />

Die Rohwasseraufbereitung<br />

sollte im Sinne des Verbrauchers mit<br />

optimierten Verfahren erfolgen, die<br />

ein stabiles Reinigungsergebnis mit<br />

minimalen Aufbereitungskosten<br />

ermöglichen. Durch die Novellierung<br />

der TrinkwV ist erstmals verbindlich<br />

ein Grenzwert für Uran<br />

festgelegt worden. Es konnte dargelegt<br />

werden, wie die nierenschädigende<br />

Wirkung aufgrund der chemischen<br />

Toxizität von Uran mithilfe<br />

der richtigen Verfahrenswahl vollständig<br />

aus dem Rohwasser beseitigt<br />

werden kann. Ein interessanter<br />

Einblick wurde auch in die notwendigen<br />

Hygienevorschriften und<br />

Rehabilitationsverfahren für bestehende<br />

Rohrnetze gegeben.<br />

Die regen und zum Teil kontroversen<br />

Diskussionen am Umwelttag<br />

zeigten, wie wichtig die Entscheidung<br />

der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf<br />

zur Einführung des<br />

Die Themen Trinkwasserversorgung<br />

und Prozesswasserbehandlung<br />

standen im Mittelpunkt<br />

des Triesdorfer Umwelttags<br />

2012. © Kathrin Frischemeyer/Pixelio ▶<br />

Studiengangs<br />

gewesen ist.<br />

<strong>Wasser</strong>technologie<br />

Weitere Informationen:<br />

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf,<br />

Fakultät Umweltingenieurwesen,<br />

Steingruberstraße 2, 91746 Weidenbach-Triesdorf,<br />

Tel. (098 6) 654-0, E-Mail: ut@hswt.de,<br />

www.hswt.de/fh/fakultaet/ut.html<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 427


NETZWERK WISSEN Dissertation<br />

Stickstoffelimination aus Schlammwasser<br />

Kurzfassung der Dissertation<br />

Von Tobias Morck<br />

Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Institut für <strong>Wasser</strong> und Gewässerentwicklung (IWG)<br />

Referent: em. Prof. Dr.-Ing. E.h. Hermann H. Hahn, Ph.D., Institut für <strong>Wasser</strong> und Gewässerentwicklung,<br />

Bereich Siedlungswasserwirtschaft und <strong>Wasser</strong>gütewirtschaft, Karlsruher Institut für Technologie<br />

Korreferent: Prof. Dr. rer. nat. habil. Josef Winter, Institut für Ingenieurbiologie und Biotechnologie des<br />

<strong>Abwasser</strong>s<br />

Die stoffverändernden Prozessschritte<br />

der Schlammbehandlung<br />

bewirken umfangreiche Nährstofffreisetzungen.<br />

In einem mehrstufigen<br />

Abbauprozess werden<br />

während der Schlammstabili sierung<br />

bis zu 50 % des organischen Stickstoffs<br />

als Ammonium freigesetzt.<br />

Die Rückführung der Schlammwässer<br />

in den Hauptstrom der Kläranlage<br />

bewirkt eine Stickstoffrückbelastung,<br />

die etwa 1,5 g N/(EW d)<br />

bzw. 15–25 % bezogen auf den<br />

Gesamtstickstoff im Zulauf zur biologischen<br />

Stufe beträgt. So entstehen<br />

ungünstige Auswirkungen<br />

auf den Betriebsmittelbedarf, den<br />

Schlammanfall und die Kreislaufführung.<br />

Aus verfahrenstechnischen aber<br />

auch wirtschaftlichen Gründen<br />

schätzen Betreiber von weitgehend<br />

ausgelasteten Kläranlagen eine<br />

separate Behandlung der Schlammwässer<br />

im Teilstrom vermehrt als<br />

sinnvolle Alternative zu einer Anlagenerweiterung<br />

bzw. einer Zugabe<br />

externer Kohlenstoffträger und/<br />

oder erhöhten Kreislaufführung ein.<br />

In den letzten zehn bis 20 Jahren<br />

hat die getrennte Schlammwasserbehandlung<br />

zur Entlastung der<br />

Belebungsstufe eine breite Be -<br />

deutung in der Praxis erfahren.<br />

Eine großtechnische Umsetzung<br />

erfolgt mit teils unterschiedlichen<br />

Erfolgen in Prozessvarianten der<br />

biologischen und physikalischen<br />

Schlammwasserbehandlung. Die<br />

biologischen Verfahren haben<br />

gemein, dass Ammonium-Stickstoff<br />

zu molekularem Stickstoff oxidiert<br />

wird, der dann zu großen Teilen als<br />

Luftstickstoff in die Atmosphäre<br />

entweicht. Für eine zielgerichtete<br />

Rückgewinnung steht dieser Stickstoff<br />

somit nicht zur Verfügung. Bei<br />

der Schlammwasserbehandlung<br />

wird eine Stickstoffrückgewinnung<br />

nur in den Luft- und Dampfstrippanlagen<br />

zur physikalischen Ammoniumausschleusung<br />

erreicht, wobei<br />

teilweise sehr hohe Energie- und<br />

Betriebsmittelbedarfe anfallen. Vor<br />

diesem Hintergrund stellen vor<br />

allem neuartige Verfahren, die<br />

neben einer Stickstoffentfernung<br />

auch eine Rückgewinnung des<br />

Stickstoffs bewirken, eine wesentliche<br />

Fortentwicklung der separaten<br />

Schlammwasserbehandlung dar.<br />

Zu diesem Thema hat Tobias<br />

Morck am Institut für <strong>Wasser</strong> und<br />

Gewässerentwicklung (IWG) des<br />

Karlsruher Instituts für Technologie<br />

(KIT) seine Dissertation „Stickstoffelimination<br />

aus Schlammwasser<br />

mittels Ionenaustausch und Elektrodialyse“<br />

angefertigt. Im Rahmen<br />

dieser Arbeit wird eine neuartige<br />

Verfahrenstechnik zur Stickstoffreduktion<br />

im Teilstrom erprobt, um<br />

das Rückgewinnungspotenzial von<br />

Stickstoff aus Schlammwasser zu<br />

nutzen. Die Verfahrenstechnik<br />

besteht aus einer Hybridlösung aus<br />

Ionenaustausch und Elektrodialyse.<br />

In einem ersten Schritt werden<br />

die Ammoniumionen zunächst von<br />

einem natürlichen Zeolith der<br />

Kombination Phillipsit/Chabasit<br />

(PC-Zeolith) sorbiert. Nach Erreichen<br />

der Aufnahmekapazität wird<br />

der Austauscher im elektrischen<br />

Feld elektrodialytisch regeneriert.<br />

Die rückgetauschten Ammoniumionen<br />

werden als Ammoniumsulfat<br />

in einer Konzentratlösung angereichert.<br />

Die Untersuchungen befassen<br />

sich zunächst mit der detaillierten<br />

Beschreibung des Sorptionsverhaltens<br />

von Ammonium an PC-Zeolith.<br />

Im Einzelstoffsystem werden<br />

nahezu alle möglichen Austauschplätze<br />

mit Ammonium belegt. Die<br />

ermittelten maximalen Beladungen<br />

mit Ammonium betragen dabei<br />

150–160 meq/100 g. Mithilfe einer<br />

dimensionslosen Isothermenanpassung<br />

nach Langmuir konnte nachgewiesen<br />

werden, dass ein für die<br />

Sorption günstiges Gleichgewicht<br />

vorliegt. In Anwesenheit von Konkurrenzkationen<br />

erfährt Ammonium<br />

durch Kalium eine stärkere<br />

Konkurrenz als durch Natrium, Calcium<br />

und Magnesium. Zusätzlich<br />

zeigt die Bestimmung pH-abhängiger<br />

Beladungswerte von Ammonium<br />

an PC-Zeolith, dass die Ionenaustauschreaktion<br />

bevorzugt im<br />

neutralen pH-Wertbereich abläuft.<br />

Mit zunehmender Komplexität<br />

der <strong>Abwasser</strong>zusammensetzung<br />

verändert sich das Sorptionsverhalten<br />

von Ammonium an PC-Zeolith.<br />

Im Mehrstoffsystem Schlammwasser<br />

ist mit steigender Kationenstärke<br />

in der flüssigen Phase ein<br />

Rückgang der Ammoniumaufnahme<br />

von PC-Zeolith zu beobachten.<br />

Mit einer Partikelgrößenfraktion<br />

< 63 µm werden Beladungswerte<br />

von 76,2–87,4 meq/100 g<br />

erzielt.<br />

April <strong>2013</strong><br />

428 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Dissertation NETZWERK WISSEN<br />

Bei der Sorption im Festbett<br />

kann für das Durchbruchsverhalten<br />

eine Abhängigkeit bezüglich der<br />

Sorbenskorngröße und des Volumenstroms<br />

nachgewiesen werden.<br />

Im Festbett wird mit kleinerem Partikeldurchmesser<br />

bzw. geringerem<br />

Volumenstrom eine höhere Belegung<br />

mit Ammonium erzielt. Im<br />

Verlauf des Filterexperiments mit<br />

filtriertem Schlammwasser wird<br />

beobachtet, dass zunächst sorbierte<br />

Kaliumkationen durch Ammoniumkationen<br />

verdrängt werden. Ammonium<br />

kann dadurch aufgrund seines<br />

äquivalenten Überschusses als das<br />

von PC-Zeolith bevorzugtere Ion<br />

identifiziert werden. Somit kann mit<br />

dem verwendeten Zeolith der Kombination<br />

Phillipsit/Chabasit eine<br />

effektive und selektive Elimination<br />

des Ammoniums aus der betrachteten<br />

<strong>Abwasser</strong>matrix Schlammwasser<br />

erreicht werden.<br />

Bei der elektrodialytischen Regeneration<br />

erfolgt die Regenerierung<br />

des PC-Zeolithen durch Ionenaustausch<br />

im elektrischen Feld. In einem<br />

modifizierten Elektrodialysemodul<br />

wird die elektrodialytische Regeneration<br />

in diskontinuierlicher Be -<br />

triebsweise durchgeführt. Der Transport<br />

des elektrischen Stroms erfolgt<br />

durch die feuchte Schüttung in der<br />

Ionenaustauscherkammer. Dabei<br />

können verschiedene Einflussfaktoren<br />

auf den Regenerationserfolg<br />

ausgemacht werden: (I) Eine höhere<br />

Stromdichte führt zu höheren<br />

Natriumüberschüssen in der Flüssigphase<br />

der Ionenaustauscherkammer.<br />

Damit steigt der Regenerationsgrad.<br />

(II) Befinden sich kleinere Sorbenskörner<br />

in der Ionenaustauscherkammer,<br />

steigt die Anfangsbeladung zu<br />

Beginn der elektrodialytischen Regeneration.<br />

Mit der Anfangsbeladung<br />

steigt die überführte Masse an<br />

Ammonium in den Konzentratkreislauf;<br />

zusätzlich sinkt der spezifische<br />

Energiebedarf. (III) Über das<br />

Schlammwasser werden neben<br />

Ammonium weitere Kationen in das<br />

System eingebracht. Dadurch steigt<br />

der Regenerationsgrad etwas langsamer<br />

und die erzielten Stromausbeuten<br />

sind etwas geringer.<br />

Die im halbtechnischen Versuch<br />

produzierte Ammoniumsulfatlösung<br />

könnte einer stofflichen Verwertung<br />

zugeführt werden. Nach<br />

den Vorgaben der Düngemittelverordnung<br />

würde die Produktlösung<br />

eine Deklaration als Bodenhilfsstoff<br />

erhalten. Eine Kennzeichnungspflicht<br />

für Nebenbestandteile fällt<br />

nicht an. Im Rahmen der erzielten<br />

Verfahrensperformance wird damit<br />

eine abwasserfreie Regenerationstechnik<br />

realisiert.<br />

Stickstoffelimination aus Schlammwasser mittels<br />

Ionenaustausch und Elektrodialyse,<br />

Dissertation von Tobias Morck.<br />

Erschienen als Band 140 der Schriftenreihe SWW,<br />

Institut für <strong>Wasser</strong> und Gewässerentwicklung,<br />

Bereich Siedlungswasserwirtschaft und<br />

<strong>Wasser</strong>gütewirtschaft, Karlsruher Institut für<br />

Technologie (KIT), ISBN: 978-3-9813069-3-4,<br />

Tel. (0721) 608-42457, Fax (0721) 607-44729,<br />

E-Mail: irmtraud.kaupa@kit.edu<br />

INTERNATIONAL VDI CONFERENCE <strong>2013</strong><br />

SEWAGE SLUDGE TREATMENT<br />

Renown speakers will present their results on the following topics:<br />

• Current developments in sewage sludge treatment across Europe<br />

• European framework, sewage sludge potentials and agricultural usage<br />

• Overview on conditioning, dewatering and drying technologies<br />

• Efcient energy recovery from sewage sludge<br />

• Phosphorus recovery from waste water, sludge and ashes<br />

OFFICIAL PARTNERS<br />

Date and venue:<br />

June 18–19, <strong>2013</strong><br />

Strasbourg, France<br />

Chairman:<br />

Prof. Reiner Numrich, University of<br />

Paderborn, Germany<br />

An event organized by VDI Wissensforum GmbH<br />

www.vdi.de/sewagesludge<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 429


NACHRICHTEN<br />

Branche<br />

<strong>Wasser</strong>menge in Deutschland stabil<br />

Die erneuerbaren <strong>Wasser</strong>vorräte in Deutschland haben sich in den letzten sechs Jahrzehnten kaum verändert.<br />

Dies zeigt ein Vergleich der langjährigen Beobachtungsreihen, wobei sich die Jahre 2002 als besonders wasserreich<br />

und 2003 als wasserarm erwiesen.<br />

Zeitraum 1990–2010 der Größe<br />

nach, so wird die besondere Stellung<br />

des wasserreichen Hochwasserjahres<br />

2002 (Elbe- und Donauhochwasser<br />

im August 2002, Rheinhochwasser<br />

Januar/Februar und<br />

Dezember 2002) und des Trockenjahres<br />

2003 deutlich. Die erneuerbaren<br />

<strong>Wasser</strong>ressourcen des Jahres<br />

2010 entsprechen dem vieljährigen<br />

Durchschnittswert. In der Periode<br />

2001–2010 wurde dieser Durchschnittswert<br />

in sechs von zehn Jahren<br />

nicht erreicht.<br />

Kontakt:<br />

Peter Krahe,<br />

Bundesanstalt für Gewässerkunde,<br />

Am Mainzer Tor 1, D-56068 Koblenz,<br />

Tel. (0261) 1306 5234,<br />

Fax (0261) 1306 5611,<br />

E-Mail: krahe@bafg.de, www.bafg.de<br />

Die erneuerbaren <strong>Wasser</strong>vorräte<br />

bilden sich innerhalb des natürlichen<br />

<strong>Wasser</strong>kreislaufs über dem<br />

Bundesgebiet, hinzu kommen die<br />

Zuflüsse aus den ausländischen<br />

Flussgebietsanteilen. In der Bilanz<br />

werden die Niederschlags- und<br />

Zuflussdaten auf der einen Seite<br />

den Verdunstungs-, Verbrauchsund<br />

Abflussdaten auf der anderen<br />

Seite gegenübergestellt.<br />

Bereits im Rahmen der Arbeiten<br />

zum „Hydrologischen Atlas von<br />

Deutschland“ erfolgte eine systematische<br />

Erhebung der <strong>Wasser</strong>vorräte<br />

für die dreißigjährige Periode 1961–<br />

1990 durch die BfG. Diese sogenannte<br />

Standardnormalperiode wird<br />

von der Weltorganisation für Meteorologie<br />

(WMO) für Vergleichszwecke<br />

empfohlen. Für die Jahre ab 1990<br />

werden die jährlich erneuerbaren<br />

<strong>Wasser</strong>ressourcen von der BfG mit<br />

einer erweiterten Methode ermittelt.<br />

Die Summe der Zuflüsse aus den<br />

ausländischen Flussgebietsanteilen<br />

der Stromgebiete von Donau, Rhein<br />

und Elbe erreichten zusammen mit<br />

den innerhalb des Bundesgebiets<br />

gebildeten <strong>Wasser</strong>vorräten in der<br />

Standardnormalperiode den höchsten<br />

Wert (188 Mrd. m³/a). Davon<br />

wurden 62 % auf dem Gebiet<br />

Deutschlands gebildet (interner<br />

<strong>Wasser</strong>vorrat), 38 % strömten aus<br />

dem Ausland zu (externer <strong>Wasser</strong>vorrat).<br />

Die <strong>Wasser</strong>vorräte in den<br />

dreißigjährigen Perioden 1951–<br />

1980 bzw. 1971–2000 lagen im Vergleich<br />

zur Standardnormalperiode<br />

auf einem leicht niedrigeren Niveau<br />

(~ –3 %). Der Wert der aktuellen<br />

Normalperiode 1981–2010 entspricht<br />

mit 184 Mrd. m³/a nahezu<br />

dem Mittel des gesamten Zeitraumes<br />

1951–2010 (183 Mrd. m³/a).<br />

Ordnet man die jährlichen<br />

erneuerbaren <strong>Wasser</strong>vorräte für den<br />

April <strong>2013</strong><br />

430 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Branche<br />

NACHRICHTEN<br />

Oldenburger Rohrleitungsforum im Zeichen<br />

des Klimawandels<br />

Unsere Infrastruktur scheint gerüstet<br />

Es war die mittlerweile 27. Neuauflage<br />

des Oldenburger Rohrleitungsforums<br />

und es war so, wie<br />

es immer war: interessant, kurzweilig,<br />

spannend, aufregend, traditionsgeladen<br />

und – zumindest für<br />

die Teilnehmer, Aussteller und Besucher<br />

– perfekt und mit norddeutschem<br />

Charme organisiert. Und hieran<br />

hat mit Sicherheit nicht nur das<br />

köstlich schmeckende Gemüse aus<br />

der Familie der Kreuzblütengewächse<br />

seinen Anteil, das am ersten<br />

Abend des zweitägigen Fachforums<br />

auf dem legendären „Ollnburger<br />

Gröönkohlabend“ in der Kongresshalle<br />

der Weser-Ems-Halle serviert<br />

wurde: Das, was das iro-Team in<br />

jedem Jahr Anfang Februar auf dem<br />

Gelände und in den Räumen der<br />

Fachhochschule in Oldenburg an<br />

der Ofener Straße auf die Beine<br />

stellt, ist der Tradition der Kultveranstaltung<br />

würdig. Das war auch die<br />

einhellige Meinung der Festredner<br />

bei der Eröffnung, die die Arbeit von<br />

Mitarbeitern und studentischen<br />

Hilfskräften mehrfach lobten. Der<br />

Rest war dann praktisch ein Selbstläufer:<br />

Rohrleitungen im Zeichen<br />

des Klimawandels lautete das Motto<br />

der diesjährigen Veranstaltung.<br />

Über die verschiedenen Facetten<br />

dieser spannungsreichen Thematik<br />

konnten sich die Teilnehmer am<br />

Oldenburger Rohrleitungsforum in<br />

sechs parallelen Vortragsreihen und<br />

auf der begleitenden Fachausstellung<br />

umfassend informieren. Insgesamt<br />

nahmen rund 3000 Personen<br />

und 330 Aussteller am Forum teil.<br />

Was hat der Klimawandel für<br />

Auswirkungen auf unsere unterirdische<br />

Infrastruktur, insbesondere<br />

die Rohrleitungen? Mit dieser und<br />

anderen Fragestellungen haben<br />

sich Referenten, Moderatoren und<br />

Zuhörer auf dem Forum ausführlich<br />

auseinandergesetzt. Und das mit<br />

Oldenburgs Oberbürgermeister Prof. Dr. Gerd Schwandner, der Präsident<br />

der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth,<br />

Dr. habil. Elmar Schreiber und Prof. Dipl.-Ing. Thomas Wegener,<br />

Vorstandsmitglied des Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule<br />

Oldenburg e.V. und Geschäftsführer der iro GmbH Oldenburg<br />

bei der Forumseröffnung (v.li.). Alle Abbildungen: © iro<br />

Erfolg: Wenn auch nicht alle Fragen<br />

abschließend geklärt werden konnten,<br />

so gab es doch erste Antworten<br />

und interessante Impulse. Wie in<br />

jedem Jahr wurde viel diskutiert<br />

und gefachsimpelt – in den Vortragsblöcken,<br />

auf der Pressekonferenz,<br />

bei der Diskussion im Cafe, auf<br />

den Gängen der Fachhochschule<br />

und den Ständen der ausstellenden<br />

▶▶<br />

Was hat der Klimawandel für Auswirkungen auf unsere unterirdische Infrastruktur,<br />

ins besondere die Rohrleitungen? Mit dieser und anderen Fragestellungen haben sich<br />

Gastredner, Referenten, Moderatoren und Zuhörer auf dem Forum ausführlich<br />

auseinandergesetzt.<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 431


NACHRICHTEN<br />

Branche<br />

Jeder m 2 Ausstellungsfläche<br />

ausgenutzt:<br />

Dichtes<br />

Gedränge<br />

herrschte wie<br />

in jedem Jahr<br />

auf den Fluren<br />

der Fachhochschule<br />

…<br />

... ebenso wie auf dem Freigelände.<br />

Unternehmen und Verbände. Auch<br />

das macht den Reiz der Oldenburger<br />

Veranstaltung aus, macht sie<br />

spannend und sorgt für ihren einzigartigen<br />

Charakter – und das seit<br />

nunmehr 27 Jahren. Das hob auch<br />

der Präsident der Jade Hochschule<br />

Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth,<br />

Dr. habil. Elmar Schreiber, in seiner<br />

Ansprache im Rahmen der von<br />

Prof. Dipl.-Ing. Thomas Wegener,<br />

Vorstandsmitglied des Instituts für<br />

Rohrleitungsbau an der Fachhochschule<br />

Oldenburg e.V. und Ge -<br />

schäftsführer der iro GmbH Oldenburg,<br />

moderierten Eröffnungsveranstaltung<br />

hervor.<br />

Einzigartige Veranstaltung<br />

Er warf einen Blick zurück auf die<br />

Entwicklung des Fachforums, das<br />

im Januar 1987 ins Leben gerufen<br />

wurde. In einem Hörsaal der Fachhochschule<br />

Oldenburg gab es<br />

damals zwei Tage lang Vorträge<br />

zum Thema „Kunststoffrohre im<br />

Bauwesen“. „12 Referenten und<br />

10 Fachfirmen bildeten den Rahmen<br />

der Veranstaltung, zu der rund<br />

100 Teilnehmer kamen“, berichtete<br />

Schreiber. Im nächsten Jahr sollte<br />

sich die Teilnehmerzahl schon verdoppeln,<br />

nach nur 10 Jahren hatte<br />

sich die Anzahl der Beteiligten am<br />

Oldenburger Rohrleitungsforum<br />

verzehnfacht. Und heute? „Sowohl<br />

die Reputation und Anzahl der Referenten<br />

als auch die Zahl der ausstellenden<br />

Firmen und der Teilnehmer<br />

aus dem In- und Ausland sind Beleg<br />

dafür, welchen Stellenwert das<br />

Oldenburger Rohrleitungsforum<br />

heute genießt“, so der Redner weiter,<br />

der dem Veranstalter bescheinigte,<br />

den Wert und die Bedeutung<br />

der unterirdischen Infrastruktur<br />

erkannt zu haben. Das habe maßgeblich<br />

dazu beigetragen, dass sich<br />

diese einzigartige Plattform für die<br />

Kommunikation von Wissenschaft,<br />

Wirtschaft, Industrie und Handwerk<br />

entwickeln konnte.<br />

Zukunftsfähige Lösungen<br />

Nach den Grußworten von Hochschule,<br />

Politik und Verbänden – zu<br />

den Rednern zählten neben Dr.<br />

Schreiber und dem Oldenburger<br />

Oberbürgermeister Prof. Dr. Gerd<br />

Schwandner die Präsidentin des<br />

Rohrleitungsbauverbandes e. V.<br />

Dipl.-Volksw. Gudrun Lohr-Kapfer<br />

sowie Dr. Friedrich Hetzel, Abteilungsleiter<br />

<strong>Wasser</strong>- und Abfallwirtschaft<br />

der DWA e. V. – machten Dr.<br />

Heinrich Ries vom Climate Service<br />

Center Hamburg und Dr. Christian<br />

Jacobs vom Niedersächsischen<br />

Ministerium für Umwelt, Energie<br />

und Klimaschutz in Hannover deutlich,<br />

dass der Klimawandel durchaus<br />

Einfluss auf unsere unterirdische<br />

Infrastruktur hat. Während Ries die<br />

neuesten Klimaprognosen für<br />

Deutschland und Europa vorstellte,<br />

ging Jacobs in seinem Vortrag auf<br />

niedersächsische Strategien für die<br />

Anpassung an den Klimawandel<br />

ein. Das Wetter schlägt zunehmend<br />

Kapriolen, auch in unseren Breiten.<br />

Jahreszeiten scheinen sich zu verschieben:<br />

Im Winter scheint die<br />

Sonne und im Sommer ist es oft<br />

kühl und regnerisch – so zumindest<br />

die individuelle Wahrnehmung vieler<br />

Menschen. Und wenn es regnet,<br />

dann handelt es sich oft um die viel<br />

zitierte Sintflut, wobei Fachleute<br />

von Starkregenereignissen sprechen.<br />

Hieraus ergeben sich Folgen<br />

für die Planung, den Bau, den<br />

Betrieb oder die Sanierung von<br />

Rohrleitungen. Dass sich die Industrie,<br />

aber insbesondere auch Kommunen<br />

und Netzbetreiber hierauf<br />

eingestellt haben und vielfach<br />

schon zukunftsweisende Konzepte<br />

und Lösungen in den Schubladen<br />

haben, gehörte auch zu den positiven<br />

Botschaften in Oldenburg.<br />

Bekannte Institutionen wie HAM-<br />

BURG WASSER, die hanse<strong>Wasser</strong><br />

Bremen GmbH oder auch der<br />

OOWV Oldenburgisch-Ostfrie sische<br />

April <strong>2013</strong><br />

432 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Branche<br />

NACHRICHTEN<br />

<strong>Wasser</strong>verband stehen dabei stellvertretend<br />

für viele andere Netzbetreiber,<br />

die sich seit Jahren den<br />

Herausforderungen stellen. Bei der<br />

Umsetzung aktueller Projekte setzen<br />

sie dabei auf moderne Technologien,<br />

gleichzeitig aber auch auf<br />

eine offene Kommunikation, mit der<br />

die betroffenen Bürger umfassend<br />

aufgeklärt und informiert werden.<br />

Dauerhafte Diskussion<br />

„Das ist mit Sicherheit ein guter<br />

Ansatz“, meint auch Hausherr Thomas<br />

Wegener, für den das Thema<br />

allerdings bei Weitem noch nicht<br />

abgeschlossen ist. „Aus dem Klimawandel,<br />

der unmittelbar Einfluss auf<br />

Parameter wie Temperaturen, Niederschläge<br />

oder Sonnenscheindauer<br />

hat, ergeben sich erhebliche<br />

Folgen für die unterirdische Infrastruktur,<br />

die für die <strong>Wasser</strong>- und<br />

Energieversorgung sowie die Regenund<br />

Schmutzwasserbesei tigung<br />

verantwortlich ist“, sieht sich Wegener<br />

im Schulterschluss mit den Teilnehmern<br />

am Oldenburger Rohrleitungsforum.<br />

Dass es sich hierbei<br />

nicht um einen momen tanen,<br />

zeitlich begrenzten Prozess handelt,<br />

sondern um eine dynamische Entwicklung,<br />

aus der noch jede Menge<br />

Arbeit für die Netzbetreiber erwachsen<br />

wird, macht die Angelegenheit<br />

nur umso spannender. Deshalb<br />

werden sich auch weiterhin Fragen<br />

ergeben. Und mögliche Antworten<br />

– mit Sicherheit auf dem 28. Oldenburger<br />

Rohrleitungsforum im<br />

nächsten Jahr.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.iro-online.de<br />

Viega Geopress-Anbohrarmatur:<br />

schnell, sicher, wirtschaftlich.<br />

Viega. Eine Idee besser! Endlich eine Anbohrarmatur, die Ihnen witterungsunabhängiges Arbeiten ermöglicht. Die Geopress-Anbohrarmatur für<br />

Gas- und <strong>Wasser</strong>-Hausanschlüsse lässt sich dank der Viega Presstechnik ebenso schnell wie sicher verarbeiten und dank Traceability Code zurückverfolgen.<br />

Mehr Informationen: Technische Beratung Telefon +49 2722 61-1100 · www.viega.de<br />

Gas-<br />

Hausanschluss<br />

<strong>Wasser</strong>-<br />

Hausanschluss<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 433


NACHRICHTEN<br />

Branche<br />

Qualität im Fokus<br />

8. Erfahrungsaustausch der Auftraggeber und Auftragnehmer in Baden-Württemberg<br />

Am 29. Januar <strong>2013</strong> fand in<br />

Baden-Württemberg der 8. Er -<br />

fahrungsaustausch der Fachkollegen<br />

aus Entwässerungsbetrieben,<br />

Ingenieurbüros sowie Bauunternehmen<br />

mit RAL-Gütezeichen<br />

Kanalbau statt. Bei der Veranstaltung<br />

im Stuttgarter Haus der Wirtschaft<br />

lag der Fokus auf dem Austausch<br />

zur Qualität bei „Herstellung<br />

und Instandhaltung von <strong>Abwasser</strong>leitungen<br />

und -kanälen“. Maßnahmen<br />

zur fachgerechten Bauausführung<br />

und Fehlervermeidung standen<br />

im Mittelpunkt der Berichte der<br />

vom RAL-Güteausschuss beauftragten<br />

Prüfingenieure.<br />

Gelegenheit zum Austausch<br />

Mit der RAL-Gütesicherung verfolgen<br />

die Mitglieder der Gütegemeinschaft<br />

das gemeinsame Ziel, Qualitätsstandards<br />

bei Planung, Ausschreibung,<br />

Bau und Sanierung von<br />

<strong>Abwasser</strong>leitungen und -kanälen zu<br />

verbessern. Zu diesem Zweck wurde<br />

die Gütegemeinschaft gemeinsam<br />

von Auftraggebern und Auftragnehmern<br />

gegründet. Zur Praxis der<br />

Vergabe und Bauausführung bietet<br />

die Gütegemeinschaft seit Jahren<br />

regelmäßige Erfahrungsaustausche<br />

an. Einerseits als Diskussionsforen<br />

für die stetige Weiterentwicklung<br />

der Gütesicherung im Sinne der<br />

Gut besucht: Entscheidungsträger und Bauüberwacher<br />

aus Tiefbauämtern und aus Bauunternehmen<br />

mit RAL-Gütezeichen Kanalbau trafen sich im „Haus<br />

der Wirtschaft“ zum Erfahrungsaustausch.<br />

Referenten im Haus der Wirtschaft: Dr.-Ing. Marco Künster (Geschäftsführer<br />

Güteschutz Kanalbau), Dipl.-Ing. Andreas Keck und Dipl.-Ing.<br />

Dieter Walter (vom RAL-Güteausschuss beauftragte Prüfingenieure).<br />

Mitglieder und andererseits als<br />

Plattform für den kontinuierlichen<br />

Austausch der Beteiligten zum<br />

Thema „Qualität und Qualifikation“.<br />

Schwerpunkt des Programms ist der<br />

Austausch von Erfahrungen zur<br />

fachgerechten Bauausführung und<br />

Fehlervermeidung.<br />

Qualität und Funktion von<br />

<strong>Abwasser</strong>leitungen und -kanälen<br />

werden bestimmt durch die Bauausführung<br />

auf Grundlage einer<br />

fachgerechten Ausschreibung und<br />

Bauüberwachung. Ausführende<br />

Unternehmen belegen ihre Qualifikation<br />

mit einem Gütezeichen zu<br />

einer oder mehreren Beurteilungsgruppen<br />

in den Bereichen Offener<br />

Kanalbau (AK3, AK2, AK1), Vortrieb<br />

(VP, VM, VMD, VO, VOD), Sanierung<br />

(S), Inspektion (I), Reinigung (R) und<br />

Dichtheitsprüfung (D). Firmen, die<br />

diesen Nachweis führen, erfüllen<br />

die von Auftraggebern, Ingenieurbüros<br />

und Auftragnehmern ge -<br />

meinsam definierten Anforderungen<br />

an die Bieter-Qualifikation „RAL-<br />

GZ 961“. In der Veranstaltung in<br />

Stuttgart wurden strukturiert nach<br />

Ausführungsbereichen regional<br />

wichtige Themen von den Referenten<br />

der Gütegemeinschaft angesprochen;<br />

dabei hatten die Teilnehmer<br />

Gelegenheit, sich bei für sie<br />

besonders wichtigen Themen in die<br />

Diskussion einzuschalten.<br />

Win-win-Situation<br />

Das Ziel, die Qualität zu verbessern,<br />

verfolgt die Gütegemeinschaft ne -<br />

ben der Gütesicherung durch technische<br />

Information und Förderung<br />

des Austausches zwischen den<br />

Beteiligten, etwa mit der Organisation<br />

von Veranstaltungen wie der in<br />

Stuttgart. Insbesondere haben die<br />

Veranstaltungen den Anspruch, die<br />

Diskussion zwischen Auftraggebern,<br />

Planern und Auftraggebern<br />

zum Thema Qualität und Qualifikation<br />

in Gang zu halten. Gleichzeitig<br />

werden die Mitglieder der Gütegemeinschaft<br />

über die Aktivitäten der<br />

Gütegemeinschaft informiert und<br />

Anregungen der Beteiligten zur<br />

Gütesicherung und zur Arbeit der<br />

Gütegemeinschaft gesammelt –<br />

eine Vorgehensweise, von der alle<br />

gleichermaßen profitieren.<br />

Im Auftrag der Mitglieder – zu<br />

denen derzeit unter anderem fast<br />

800 Auftraggeber und Ingenieurbüros<br />

gehören – wirbt die Gütegemeinschaft<br />

dafür, dass bei der Vergabe<br />

die Bieter-Qualifikation<br />

berücksichtigt wird und so Grundlagen<br />

für Qualität und fairen Wettbewerb<br />

geschaffen werden. Was für<br />

April <strong>2013</strong><br />

434 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Branche<br />

NACHRICHTEN<br />

die Ausführung zum Standard<br />

gehört, sollte auch auf Seiten der<br />

Ausschreibung und Bauüberwachung<br />

selbstverständlich sein –<br />

auch hierüber wurde in Stuttgart<br />

gesprochen. Es ist anspruchsvolle<br />

Aufgabe der Planer, dafür Sorge zu<br />

tragen, dass geeignete Verfahren<br />

vor Ort nach den Regeln der Technik<br />

eingesetzt werden. Zur Realisierung<br />

einer technisch und wirtschaftlich<br />

erfolgreichen Maßnahme ist deshalb<br />

auch bei der Vergabe von Leistungen<br />

der Ausschreibung und<br />

Bauüberwachung die diesbezügliche<br />

Erfahrung und Fachkunde zu<br />

berücksichtigen. Deshalb ist es konsequent,<br />

dass auch ausschreibende<br />

und bauüberwachende Stellen ihre<br />

Qualifikation nachweisen – eine<br />

sinnvolle Sache nach Meinung der<br />

Vielzahl der Teilnehmer.<br />

Ausschreibung und<br />

Bauüberwachung<br />

Folgerichtig hat der Güteausschuss<br />

der Gütegemeinschaft Kanalbau –<br />

als zentrales Organ zur Verwirklichung<br />

des Gütesicherungsgedankens<br />

– auf Initiative der Mitgliederversammlung<br />

sukzessive Gütezeichen<br />

für die fachtechnische Eignung<br />

von Organisationen geschaffen,<br />

die mit der Ausschreibung und<br />

Bauüberwachung von Maßnahmen<br />

beauftragt sind. Konsequent wurde<br />

die Ingenieurleistung im Bereich<br />

Ausschreibung (A) und Bauüberwachung<br />

(B) im offenen Kanalbau (AK),<br />

bei grabenlosem Einbau (V) und der<br />

grabenlosen Sanierung (S) von Ab -<br />

wasserleitungen und -kanälen als<br />

Beurteilungsgruppen ABAK, ABV<br />

und ABS in die Güte- und Prüfbestimmungen<br />

aufgenommen. Auftraggeber<br />

und Ingenieurbüros<br />

dokumentieren damit Erfahrung<br />

und Zuverlässigkeit der Organisation<br />

und des eingesetzten Personals.<br />

Auch hierüber wurde in Stuttgart<br />

diskutiert.<br />

Informationen zu allen<br />

Themen<br />

Weitere Informationen enthält die<br />

Broschüre „Gütegesicherte Ausschreibung<br />

und Bauüberwachung“.<br />

Diese Broschüre haben die Teilnehmer<br />

des Erfahrungsaustauschs<br />

zusammen mit den Broschüren<br />

„Güte- und Prüfbestimmungen<br />

RAL-GZ 961“, „Technische Regeln im<br />

Kanalbau“ sowie Beispielen zu den<br />

„Leitfäden für die Eigenüberwachung“<br />

erhalten. Die Leitfäden<br />

der Gütegemeinschaft dienen den<br />

Anwendern als Hilfsmittel zur Dokumentation<br />

der Eigenüberwachung<br />

im Rahmen der „Ausschreibung und<br />

Bauüberwachung“ oder für Maßnahmen<br />

des offenen Kanalbaus,<br />

Vortriebs, Inspektion, Reinigung<br />

oder Dichtheitsprüfung. Diese Leitfäden<br />

wurden im Bereich der Ausschreibung<br />

und Bauüberwachung<br />

von der Gütegemeinschaft gemeinsam<br />

mit Vertretern der Ingenieurbüros<br />

erarbeitet. Den Anwendern<br />

helfen diese, alle relevanten Randbedingungen<br />

einer Maßnahme systematisch<br />

zu berücksichtigen.<br />

Mehrwert der Gütesicherung<br />

Die Leitfäden stehen zum kostenlosen<br />

Download unter www.kanalbau.com<br />

zur Verfügung. In einem<br />

nur für Gütezeicheninhaber zu -<br />

gänglichen „Login-Bereich“ können<br />

die verschiedenen Dokumente<br />

auch als online bearbeitbare Version<br />

heruntergeladen werden. Der<br />

Login-Bereich ist ein Beispiel für das<br />

Dienstleistungspaket Gütesicherung<br />

Kanalbau. Die Gütegemeinschaft<br />

ergänzt diesen Bereich stetig,<br />

um den Nutzen der Gütesicherung<br />

für die Anwender zu erweitern.<br />

Gütezeicheninhaber können nun<br />

unter anderem Übersichten über<br />

den Stand der firmen internen Weiterbildung<br />

einzelner Mitarbeiter<br />

oder des ganzen Unternehmens<br />

abrufen oder individuelle Projektlisten<br />

zur detaillierten Darstellung<br />

der Erfahrung des Unternehmens<br />

erstellen.<br />

Der Erfahrungsaustausch in<br />

Stuttgart machte deutlich: Es ist<br />

Sache des Auftraggebers, seinen<br />

Anspruch an Qualität und Qualifikation<br />

zu definieren, durchzusetzen<br />

und so für die Nachhaltigkeit der<br />

Willkommene Diskussionsplattform: Auch die<br />

Pausen nutzen die Teilnehmer zum angeregten<br />

Erfahrungsaustausch.<br />

getätigten Investitionen zu sorgen.<br />

In der Praxis ist die Entwicklung zu<br />

einer verbesserten Ausführungsqualität<br />

insbesondere in einem<br />

gemeinsamen Prozess zwischen<br />

Auftraggeber und Auftragnehmer<br />

Erfolg versprechend. Gütesicherung<br />

Kanalbau unterstützt diesen Prozess.<br />

Die konsequente Eignungsprüfung<br />

ist dabei von entscheidender<br />

Bedeutung. Unternehmen, die<br />

den Eignungsanforderungen nicht<br />

genügen, werden von der Vergabe<br />

konsequent ausgeschlossen. Das ist<br />

die Voraussetzung für fairen Wettbewerb<br />

und nur so haben Unternehmen<br />

auf Dauer die Chance, Aufträge<br />

in der erwarteten Qualität<br />

anzubieten.<br />

Die Praxis zeigt – auch das ein<br />

Fazit in Stuttgart – dass die RAL-<br />

Gütesicherung zu den gewünschten<br />

Ergebnissen führt, wenn sie von<br />

den Beteiligten gemeinsam getragen<br />

und gelebt wird.<br />

Weitere Erfahrungsaustausche<br />

sind in diesem Jahr in Mecklenburg-<br />

Vorpommern, Sachsen-Anhalt,<br />

Sachsen, Schleswig-Holstein und<br />

Hamburg sowie in Rheinland-Pfalz<br />

und im Saarland geplant.<br />

Kontakt:<br />

RAL-Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau,<br />

Postfach 13 69,<br />

D-53583 Bad Honnef,<br />

Tel. (02224) 9384-0, Fax (02224) 9384-84,<br />

E-Mail: info@kanalbau.com,<br />

www.kanalbau.com<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 435


NACHRICHTEN<br />

Branche<br />

<strong>Wasser</strong> <strong>2013</strong> – <strong>Wasser</strong>chemiker wollen kostbares<br />

Gut bewahren<br />

Mit einem öffentlichen Abendvortrag über das UNESCO Weltkulturerbe Oberharzer <strong>Wasser</strong>wirtschaft und<br />

einem Programmschwerpunkt zur Qualität von Trinkwasser aus Talsperren geht die Jahrestagung der <strong>Wasser</strong>chemischen<br />

Gesellschaft ganz bewusst auch auf spezifische Fragestellungen vor Ort, am diesjährigen Tagungsort<br />

Goslar, ein. Vom 6. bis 8. Mai behandelt die „<strong>Wasser</strong> <strong>2013</strong>“ vor allem aber Themen zur <strong>Wasser</strong>aufbereitung<br />

und -analytik, zum Gewässerschutz (u. a. „Fracking“), zur <strong>Abwasser</strong>behandlung und befasst sich mit Sedimenten,<br />

Kolloiden und Spurenstoffen. Zur Eröffnung der Tagung werden verdiente Wissenschaftler geehrt und<br />

Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet.<br />

Die <strong>Wasser</strong>chemische Gesellschaft,<br />

eine Fachgruppe in der<br />

Gesellschaft Deutscher Chemiker<br />

(GDCh), er nennt ihren ehemaligen<br />

Vorsitzenden, Professor Dr. Martin<br />

Jekel, Lehrstuhlinhaber für <strong>Wasser</strong>reinhaltung<br />

an der Technischen Universität<br />

<strong>Berlin</strong>, zum Ehrenvorsitzenden.<br />

Sie zeichnet damit Jekels Verdienste<br />

um eine erfolgreiche<br />

Förderung des qualifizierten Nachwuchses<br />

im <strong>Wasser</strong>fach sowie seine<br />

Verdienste um die <strong>Wasser</strong>chemische<br />

Gesellschaft aus. Zum Ehrenmitglied<br />

wird Professor Dr. Eckhard<br />

Worch, Institut für <strong>Wasser</strong>chemie<br />

der Technischen Universität Dresden,<br />

ernannt. Diese Auszeichnung<br />

vergibt die seit 1926 bestehende<br />

und rund 950 Mitglieder umfassende<br />

<strong>Wasser</strong>chemische Gesellschaft<br />

zum sechsten Mal und<br />

würdigt damit die Verdienste ihres<br />

ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden,<br />

die er sich insbesondere<br />

um das Schrifttum der <strong>Wasser</strong>chemischen<br />

Gesellschaft erworben hat.<br />

Die Ehrennadel, sie wurde seit 1981<br />

32 Mal vergeben, erhält in diesem<br />

Jahr Dr. Hinrich Woldmann, Buxtehude.<br />

Seit 1968 Fachgruppenmitglied,<br />

hat er als Rechnungsprüfer<br />

und in Programmausschüssen über<br />

viele Jahre die Arbeit der <strong>Wasser</strong>chemischen<br />

Gesellschaft maßgeblich<br />

unterstützt.<br />

Ausgezeichneter Nachwuchs<br />

Dr. Walter Kölle, der 1971 als erster<br />

Wissenschaftler mit dem Fachgruppenpreis<br />

der <strong>Wasser</strong>chemischen<br />

Gesellschaft ausgezeichnet wurde,<br />

richtete 2010 bei der GDCh eine<br />

Stiftung ein, um den wissenschaftlichen<br />

Nachwuchs in der <strong>Wasser</strong>chemie<br />

zu fördern. In diesem Jahr<br />

werden zum dritten Mal Preisgelder<br />

aus der Walter-Kölle-Stiftung vergeben:<br />

Der ehemalige Fachgruppenpreis,<br />

jetzt Preis der <strong>Wasser</strong>chemischen<br />

Gesellschaft, ist mit 3000 Euro<br />

dotiert und geht an PD Dr. Martin<br />

Elsner, Institut für Grundwasserökologie,<br />

Deutsches Forschungszentrum<br />

für Gesundheit und Umwelt,<br />

Neuherberg. Der Promotionspreis<br />

auf dem Gebiet der <strong>Wasser</strong>chemie,<br />

ebenfalls gefördert von der Walter-<br />

Kölle-Stiftung und dotiert mit 1500<br />

Euro, wird in diesem Jahr zweimal<br />

vergeben und geht an Dr. Carsten<br />

Prasse, Bundesanstalt für Gewässerkunde,<br />

Koblenz, und an Dr. Marco<br />

Scheurer, Technologiezentrum <strong>Wasser</strong><br />

des Deutschen Vereins des<br />

Gas- und <strong>Wasser</strong>faches (DVGW),<br />

Karlsruhe.<br />

Elsner erhält die Auszeichnung<br />

für seine umfassenden Arbeiten,<br />

mit denen er das Verständnis über<br />

das Verhalten organischer Schadstoffe<br />

in der Umwelt maßgeblich<br />

erweitern konnte. Zur Aufklärung<br />

der Transformation organischer<br />

Schadstoffe in wässrigen Systemen<br />

wandte er isotopengeochemische<br />

Methoden an. Seine Forschungsergebnisse<br />

auf dem Gebiet der Isotopenmassenspektrometrie<br />

und der<br />

mechanistischen Erklärung der Isotopenfraktionierung<br />

bei Transformationen<br />

organischer Schadstoffe<br />

wurden international viel beachtet<br />

und haben der wasserchemischen<br />

Forschung wichtige neue Impulse<br />

gegeben. Prasse erhält den Promotionspreis<br />

für seine Doktorarbeit<br />

„Analysis, Occurence and Fate of<br />

Antiviral Drugs in the Aquatic Environment“,<br />

also für seine interdisziplinären<br />

Untersuchungsansätze zur<br />

Aufklärung des Verhaltens von Antivirenmitteln<br />

im <strong>Wasser</strong>kreislauf.<br />

Scheurer wird für seine Doktorarbeit<br />

„Artificial sweeteners, studies<br />

of their environmental fate, drinking<br />

water relevance, use as anthropogenic<br />

markers and ozonation<br />

products“ ausgezeichnet. In seinem<br />

Preisträgervortrag spricht er über<br />

„Vier Jahre künstliche Süßstoffe in<br />

der <strong>Wasser</strong>analytik – Überblick und<br />

Nutzen für das <strong>Wasser</strong>fach“.<br />

Die <strong>Wasser</strong>-Tagungen bieten<br />

stets auch die Plattform für die Vergabe<br />

des Willy-Hager-Preises der<br />

Willy-Hager-Stiftung. Er ist mit 6000<br />

Euro dotiert, die sich der Preisträger<br />

und das Institut teilen, an dem die<br />

preiswürdige Arbeit durchgeführt<br />

wurde. In diesem Jahr erhält Dr.-Ing.<br />

Thomas Riethmann die Auszeichnung<br />

für seine Dissertation über<br />

Untersuchungen zur Sorption von<br />

Quecksilber aus Verbrennungsabgasen<br />

und Nebenprodukten in Entschwefelungsanlagen,<br />

die er am<br />

Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik,<br />

Universität Stuttgart,<br />

durchgeführt hat.<br />

Herausgegriffen: Forschung<br />

zu Radikalen, Nanopartikeln<br />

und Fracking<br />

Am Institut für Instrumentelle Analytik<br />

der Universität Duisburg-Essen<br />

befasst sich Holger Lutze mit Sulfatradikalen<br />

als einer möglichen Alternative<br />

zur oxidativen <strong>Wasser</strong>be-<br />

April <strong>2013</strong><br />

436 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Branche<br />

NACHRICHTEN<br />

handlung mit Hydroxylradikalen,<br />

die als hoch reaktive Spezies in<br />

erweiterten Oxidationsprozessen<br />

zur Beseitigung von Schadstoffen<br />

erzeugt werden. Sulfatradikale lassen<br />

sich durch Photolyse leicht aus<br />

Peroxodisulfat-Anionen gewinnen<br />

und könnten möglicherweise selektiver<br />

wirken. In seinem Beitrag diskutiert<br />

er den Einfluss von Chlorid<br />

auf sulfatradikal-basierte Prozesse.<br />

Mit dem Verhalten von Titandioxid-Nanopartikeln<br />

bei der Trinkwasseraufbereitung<br />

befasst sich<br />

Dipl.-Ing. Martin Tröster. Sie finden<br />

Anwendung in verschiedenen Konsum-<br />

und Industrieprodukten, beispielsweise<br />

in Sonnencremes oder<br />

Pigmenten, und bei industriellen<br />

Prozessen, beispielsweise als Oxidationsmittel<br />

unter Ausnutzung ihrer<br />

photokatalytischen Eigenschaften.<br />

In die aquatische Umwelt können<br />

sie u.a. durch Ablaufwasser von Fassaden<br />

oder durch Einleitungen aus<br />

Kläranlagen eingetragen werden.<br />

Das Auftreten von nanopartikulärem<br />

Titandioxid, dessen Stabilität,<br />

Verhalten und Auswirkungen auf<br />

die aquatische Umwelt sind daher<br />

Gegenstand aktueller Forschung.<br />

Primäre Titandioxid-Partikel liegen<br />

typischerweise in einem Größenbereich<br />

von fünf bis 50 Nanometern<br />

vor. In wässrigen Suspensionen neigen<br />

die primären Partikel dazu,<br />

Aggregate zu bilden, die ein bis<br />

zwei Größenordnungen über denen<br />

der Primärpartikel liegen. Die Größe<br />

der Aggregate beeinflusst deren<br />

Entfernbarkeit aus wässrigen Systemen<br />

und hängt stark von <strong>Wasser</strong>eigenschaften<br />

wie pH-Wert, Temperatur<br />

oder Salzgehalt ab. Aus dem<br />

Rohwasser für die Trinkwasserversorgung,<br />

also in einer geeigneten<br />

Stufe der Trinkwasseraufbereitung,<br />

müssen die metalloxidischen Nanopartikel<br />

entfernt werden, das gilt<br />

umso mehr, falls nanopartikuläres<br />

Titandioxid auch als Photokatalysator<br />

in der <strong>Wasser</strong>aufbereitung zum<br />

Einsatz kommen sollte. Ob die Verfahren<br />

der Mikro- und Ultrafiltration<br />

die Nanopartikel ausreichend gut<br />

abscheiden und zurückhalten, wird<br />

u.a. am DVGW-Technologiezentrum<br />

<strong>Wasser</strong> in Karlsruhe mit ausgeklügelten<br />

analytisch-chemischen Me -<br />

thoden untersucht.<br />

Hydraulic Fracturing, kurz Fracking,<br />

stellt neue Herausforderungen<br />

an die wasserchemische Forschung<br />

dar. Bei diesem Prozess, der<br />

vor allem der Gewinnung von<br />

unkonventionellem Erdgas, beispielsweise<br />

in Schiefergesteinen,<br />

dient, ist eine Reihe von Chemikalien<br />

nötig, die über die Fracking-<br />

Flüssigkeiten in die Bohrlöcher injiziert<br />

werden. Ihr Anteil beträgt<br />

meist 0,1 bis 2 %, kann aber auch<br />

deutlich darüber hinausgehen. Die<br />

Chemikalien können ins Grundwasser<br />

oder durch ungeeignete Aufbereitung<br />

und Entsorgung auch in<br />

Oberflächengewässer gelangen.<br />

Daher sind die verwendeten Additivtypen,<br />

wann sie während des Prozesses<br />

zu welchem Zweck und in<br />

welchen Mengen eingesetzt werden,<br />

Verbreitungspfade und das<br />

Risikopotenzial Ziel laufender Forschungsarbeiten,<br />

wie sie z. B. am<br />

Institut für Grundwasserökologie in<br />

Neuherberg, durchgeführt werden.<br />

Feldstudien in Kooperation mit der<br />

Duke University, North Carolina,<br />

sollen zu einer Risikoabschätzung<br />

von Grundwasserkontamina tionen<br />

durch Methan und mit Fracking<br />

assoziierten flüchtigen organischen<br />

Substanzen beitragen. In Laborexperimenten<br />

soll das Verhalten<br />

ausgewählter organischer Substanzen<br />

unter hohem Druck in Gegenwart<br />

von gasführendem Ge stein<br />

analysiert werden. Die Arbeitsgruppe<br />

aus Neuherberg plädiert<br />

dafür, die Forschungsaktivitäten in<br />

Deutschland im Zusammenhang<br />

mit Hydraulic Fracturing zu koordinieren<br />

und abzustimmen. Ein Schritt<br />

dazu wird die anstehende Gründung<br />

eines entsprechenden Ar beitskreises<br />

in der <strong>Wasser</strong>chemischen<br />

Gesellschaft sein, der in enger<br />

Kooperation mit der Fachgruppe<br />

Hydrogeologie in der Deutschen<br />

Geologischen Gesellschaft demnächst<br />

seine Arbeit aufnehmen soll<br />

und von Martin Elsner geleitet wird,<br />

der zu Fracking-Chemikalien auch<br />

in Goslar vorträgt.<br />

Kontakt:<br />

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.,<br />

Dr. Renate Hoer,<br />

Öffentlichkeitsarbeit,<br />

Tel. (069) 7917-493,<br />

Fax (069) 49 69 7917-1493,<br />

E-Mail: pr@gdch.de,<br />

www.gdch.de<br />

Vollbiologische<br />

Kleinkläranlagen<br />

• solid-clAir ® Quick energy+<br />

Die Stromspar-Kleinkläranlage<br />

• solid-clAir ® Quick<br />

Das SBR-Komplettsystem im<br />

Polyethylen Behälter<br />

• solid-clAir ® Clip<br />

Der Nachrüstsatz für Mehrkammergruben<br />

aus Beton<br />

Jetzt auch<br />

Wirbel-Schwebebett!<br />

Solid Clair Watersystems<br />

GmbH & Co. KG<br />

Heinrich-Hertz-Straße 28 · 07552 Gera<br />

info@solidclair.de · www.solidclair.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 437


NACHRICHTEN<br />

Branche<br />

Pflanzliche Inhaltsstoffe und Biotoxine<br />

Lebensmittelchemiker diskutierten in <strong>Berlin</strong><br />

Info<br />

Mitglieder des Regionalverbands<br />

Nordost der Lebensmittelchemischen<br />

Gesellschaft, Fachgruppe<br />

der Gesellschaft Deutscher<br />

Chemiker, trafen sich am 14. März<br />

diesen Jahres. Bei der Arbeitstagung<br />

im Landeslabor <strong>Berlin</strong>-Brandenburg<br />

standen vor allem pflanzliche<br />

Inhaltsstoffe und Biotoxine auf<br />

der Themenliste.<br />

Am Landeslabor wie auch bei<br />

der Bundesanstalt für Materialforschung<br />

und -prüfung (BAM), wo die<br />

Vortragende Katrin Kittler tätig ist,<br />

befasst man sich derzeit unter anderem<br />

mit der Gesundheitsgefährdung<br />

durch Cyanotoxine. Diese<br />

Stoffe werden von einigen Cyanobakterien,<br />

besser bekannt als Blaualgen,<br />

gebildet. Das Cyanotoxin<br />

Cylindrospermopsin (CYN) wird für<br />

eine Reihe von Vergiftungsfällen bei<br />

Mensch und Tier verantwortlich<br />

gemacht. Daher wird die Ausbreitung<br />

von Cyanobakterien in Binnengewässern<br />

mit Besorgnis betrachtet,<br />

denn solche Vergiftungen können<br />

durch Schlucken von größeren<br />

Mengen kontaminierten <strong>Wasser</strong>s<br />

auftreten. Es wird aber auch vermutet,<br />

dass eine Aufnahme über<br />

pflanzliche Nahrung möglich ist,<br />

wenn die Anbauflächen für Gemüse<br />

mit kontaminiertem <strong>Wasser</strong> bewässert<br />

wurden.<br />

Dieser Fragestellung geht man<br />

bei der BAM nach, wozu man selektivere<br />

und vor allem sensitive Analysenverfahren<br />

entwickeln muss. Kittler<br />

präsentierte Ergebnisse aus<br />

verschiedenen Pflanzenbewässerungsexperimenten.<br />

Diese zeigen,<br />

dass es möglich ist, das CYN über<br />

Nutzpflanzen in die Nahrungskette<br />

von Mensch und Tier gelangen<br />

kann. Bei den Experimenten wurden<br />

die Wurzelzonen von Grünkohl<br />

und Blattsenf bewässert.<br />

Derartige Forschungsarbeiten<br />

werden am Landeslabor nicht<br />

durchgeführt. Hier kümmert man<br />

sich um vorsorgliche und anlassbezogene<br />

Untersuchungen der<br />

Ba degewässer, in die auch das Cyanotoxin<br />

Microcystin einbezogen ist.<br />

Dieses kann beim Menschen<br />

Schleimhautreizungen bis hin zu<br />

allergischen Reaktionen auslösen<br />

und zeigt bei Aufnahme größerer<br />

Mengen auch leberschädigende<br />

Effekte. Eine entsprechende Überwachung<br />

der Gewässer ist damit<br />

von großer Bedeutung.<br />

Weitere Informationen zur<br />

Lebensmittel chemischen Gesellschaft<br />

und den Regionaltagungen <strong>2013</strong> unter:<br />

www.gdch.de/lchg<br />

Die Tagungen der Regionalverbände der Lebensmittelchemischen<br />

Gesellschaft, der größten Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher<br />

Chemiker (GDCh), sollen Lebens mittelchemiker auf den neuesten<br />

Stand des Wissens bringen und den Gedankenaustausch fördern. Die<br />

GDCh gehört mit rund 30 000 Mitgliedern zu den größten<br />

chemiewissenschaft lichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen<br />

und Sektionen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft<br />

mit über 2800 Mitgliedern. Diese veranstaltet alljährlich den<br />

Deutschen Lebensmittelchemikertag – in diesem Jahr vom 16. bis<br />

18. September in Braunschweig.<br />

April <strong>2013</strong><br />

438 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Branche<br />

NACHRICHTEN<br />

Bewässerung für die Landwirtschaft soll<br />

effizienter werden<br />

Forscher des Lehrstuhls für Polymerwerkstoffe der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)<br />

wollen in einer Kooperation mit dem fränkischen Unternehmen Maincor AG Tröpfchenbewässerungssysteme<br />

entwickeln, die schonender mit der Ressource <strong>Wasser</strong> umgehen – bei höherer Leistungsfähigkeit und geringeren<br />

Kosten. Bis zu 50 % Kosteneinsparungen könnten etwa durch die geänderte Konstruktion des Systems aus<br />

Rohr und Tropfer erzielt werden. Bereits im Sommer 2014 soll ein Schlauch-Prototyp vorliegen. Das Projekt<br />

wird vom Bundesministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit 587 000 Euro über<br />

eine Laufzeit von 24 Monaten gefördert.<br />

Auf kaum etwas ist die Landwirtschaft<br />

so sehr angewiesen wie<br />

auf die Ressource <strong>Wasser</strong>. Das gilt<br />

für Deutschland, ungleich mehr<br />

aber für andere Teile der Erde, in<br />

denen <strong>Wasser</strong> knapper ist als hierzulande.<br />

Die sogenannte Tröpfchenbewässerung<br />

– eine Methode, bei<br />

der einzelne <strong>Wasser</strong>tropfen durch<br />

kleine Löcher in einem Schlauchbzw.<br />

Rohrsystem ins Erdreich<br />

sickern – hat sich als besonders<br />

effektiv und ressourcenschonend<br />

erwiesen: Das spart gegenüber<br />

anderen Bewässerungssystemen<br />

kostbares <strong>Wasser</strong> um den Faktor 10<br />

bis 40. Allerdings scheitert ein flächendeckender<br />

Einsatz bislang an<br />

verschiedenen Hürden: Die Systeme<br />

sind, bedingt durch den hohen<br />

Materialkostenanteil am Preis, sehr<br />

teuer. Außerdem verstopfen die<br />

kleinen Austrittslöcher leicht durch<br />

Schwebepartikel oder Algenbildung.<br />

Dem möchten die FAU-Forscher<br />

um Prof. Dr. habil. Dirk W.<br />

Schubert und Dr. Joachim Kaschta<br />

am Lehrstuhl für Polymerwerkstoffe<br />

in Kooperation mit der Maincor AG,<br />

einem fränkischen Maschinenbauer<br />

und Rohrproduzenten, Abhilfe<br />

schaffen. Im Rahmen des Projektes<br />

„Hochgeschwindigkeitssystem zur<br />

kostengünstigen und flexiblen Produktion<br />

von Tropfbewässerungsrohren<br />

aus polymeren Werkstoffen“<br />

nehmen sie die verschiedenen Stellschrauben<br />

unter die Lupe, an denen<br />

sich für eine kostengünstige und<br />

effizientere Bewässerung drehen<br />

lässt.<br />

Ganz oben auf der Agenda steht<br />

der effiziente Umgang mit dem<br />

Kunststoff, aus dem das Rohr und<br />

der Tropfer bestehen. So wollen die<br />

Forscher durch eine von 0,9 Millimeter<br />

auf 0,2 Millimeter verminderte<br />

Wandstärke und einen Ersatz der<br />

massenbehafteten Rundtropfer<br />

durch massearme Flachtropfer bis<br />

zu 80 % Material einsparen. Die<br />

zweite Herausforderung ist die hohe<br />

Prozessgeschwindigkeit, die mit 200<br />

Metern pro Minute doppelt so<br />

schnell ist wie in bisherigen Anlagen.<br />

Beides ist nur mit einer neuen<br />

Maschinenkonzeption und mit optimierten<br />

Materialien zu realisieren,<br />

die die Wissenschaftler im Spek trum<br />

der Polyethylenwerkstoffe suchen.<br />

Zum Beispiel gilt es, Prozessinstabilitäten<br />

zu vermeiden, die bei den<br />

hohen Geschwindigkeiten zu rauen<br />

Oberflächen führen. Und: Die gute<br />

Verschweißung von Tropfer und<br />

Rohr in weniger als 0,3 Sekunden<br />

bei einer Anzahl von elf zugeführten<br />

Tropfern pro Sekunde muss sichergestellt<br />

sein. Die Änderung der Konstruktion<br />

setzt auch um fangreiche<br />

Entwicklungen auf Seiten des<br />

Maschinenbauers voraus.<br />

Die neuartigen Flachtropfer<br />

selbst enthalten ebenfalls eine maßgebliche<br />

Innovation: Die bisher in<br />

die Tropfer integrierten Filtersiebe<br />

verstopfen im Laufe der Nutzung<br />

schnell; die Schläuche müssen entweder<br />

aufwändig gereinigt oder<br />

sogar ersetzt werden. Bewegliche,<br />

lamellenartige und speziell ge -<br />

formte Siebstrukturen sollen ein<br />

Abschwemmen der störenden Verstopfungen<br />

im laufenden Betrieb<br />

ermöglichen. Die Folge: eine um<br />

100 % erhöhte Lebensdauer und<br />

eine bessere Bewässerungsqualität.<br />

FAU-Forscher: Bewässerung in der Landwirtschaft soll effizienter<br />

werden. © FAU<br />

▶▶<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 439


NACHRICHTEN<br />

Branche<br />

Ist die Grundlagenforschung abgeschlossen,<br />

wollen die Wissenschaftler<br />

um Prof. Dr. habil. Schubert und<br />

Dr. Kaschta ihre Ergebnisse in der<br />

Praxis demonstrieren: an einer prototypischen<br />

Maschine, im Labor<br />

sowie in zwei Feldversuchen im<br />

Gewächshaus und einem Freilandversuch<br />

mit verschiedenen Kulturen.<br />

Schon 2014 soll beim Industriepartner<br />

Maincor eine Schlauchfertigung<br />

aufgebaut werden.<br />

Ende Februar erhielten die Forscher<br />

den Förderungsbescheid in<br />

<strong>Berlin</strong> aus der Hand von Ilse Aigner,<br />

Bundesministerin für Ernährung,<br />

Landwirtschaft und Verbraucherschutz.<br />

Kontakt:<br />

Dr. Joachim Kaschta,<br />

Tel. (09131) 85-27606,<br />

E-Mail: jochen.Kaschta@ww.uni-erlangen.de<br />

Kontakt:<br />

Universität Erlangen-Nürnberg,<br />

Kommunikation und Presse,<br />

Schlossplatz 4,<br />

D-91054 Erlangen,<br />

Tel. (09131) 85-70215,<br />

Fax (09131) 85-70220,<br />

E-Mail: presse@fau.de,<br />

www.fau.de<br />

Drohender <strong>Wasser</strong>mangel: Experten sehen<br />

Lösungen vor allem in der Landwirtschaft<br />

Anlässlich des Weltwassertags (22. März <strong>2013</strong>) veröffentlichte die Universität<br />

Hohenheim eine Expertenliste zum Thema „<strong>Wasser</strong>-Management“<br />

Bis zum Jahr 2050 könnten 2,3 Milliarden Menschen mehr als heute unter extremem <strong>Wasser</strong>mangel leiden, so<br />

die Schätzung des OECD-Umweltausblicks. <strong>Wasser</strong>forscher identifizieren vor allem die Landwirtschaft als entscheidende<br />

Stellschraube, um eine globale <strong>Wasser</strong>krise abzuwenden – denn hier werden aktuell 70 % des verfügbaren<br />

Trinkwassers benötigt. Wissenschaftler der Universität Hohenheim bearbeiten das Thema „<strong>Wasser</strong>management<br />

in der Landwirtschaft“ in besonderer Breite: von sparsamen Bewässerungstechniken bis hin zum<br />

Kampf gegen Korruption beim Zugang zu Bewässerungssystemen. Die anlässlich des Weltwassertags am<br />

22. März <strong>2013</strong> veröffentlichte Expertenliste gibt einen Überblick über aktuelle Forschungsaktivitäten.<br />

Wachsende<br />

Weltbevölkerung,<br />

steigender Industrialisierungsgrad<br />

und Lebensstandard, Klimawandel,<br />

Umweltverschmutzung,<br />

Missmanagement, Korruption: Die<br />

Probleme, die schon heute in einigen<br />

Regionen zu <strong>Wasser</strong>mangel<br />

führen, werden sich nicht nur verschärfen,<br />

sondern zeitgleich auch<br />

an Komplexität zunehmen.<br />

Hintergrund: Weltwassertag<br />

Um eine globale <strong>Wasser</strong>krise zu<br />

vermeiden, ist die Suche nach Strategien<br />

für ein nachhaltiges <strong>Wasser</strong>management<br />

drängender denn je.<br />

Dies gilt insbesondere für den<br />

Bereich Landwirtschaft in Entwicklungs-<br />

und Schwellenländern, in<br />

dem sich viele der Probleme in<br />

besonders dramatischer Weise auswirken<br />

und überlagern.<br />

Der Weltwassertag wird seit 1993 jedes Jahr am 22. März begangen. Er ist ein Ergebnis<br />

der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro.<br />

Der diesjährige Weltwassertag steht unter dem Motto „<strong>Wasser</strong> und Zusammenarbeit“,<br />

welches zugleich Thema des Weltwasserjahres <strong>2013</strong> ist. Die Hauptverantwortung für<br />

den Weltwassertag <strong>2013</strong> trägt die UNESCO.<br />

Der Weltwassertag soll in der breiten Öffentlichkeit und in der Politik auf die Bedeutung<br />

des <strong>Wasser</strong>s als Lebensgrundlage der Menschheit aufmerksam machen. Ein „Jahr des<br />

<strong>Wasser</strong>s“ hatten die Vereinten Nationen erstmals 2003 ausgerufen. Am 23. Dezember<br />

2003 hat die 58. UN-Generalversammlung den Zeitraum 2005 bis 2015 zur „Weltdekade<br />

des <strong>Wasser</strong>s“ erklärt.<br />

Expertise mit Tradition<br />

„<strong>Wasser</strong> ist eines der großen Themen<br />

des 21. Jahrhunderts. Dabei<br />

geht es nicht nur um <strong>Wasser</strong>mangel<br />

sondern auch um sinkende <strong>Wasser</strong>qualitätsstandards.<br />

Der Forschung<br />

kommt bei der Findung möglicher<br />

Lösungen eine entscheidende Rolle<br />

zu“, attestiert Prof. Dr. Jochen Weiss,<br />

Prorektor für Forschung der Universität<br />

Hohenheim.<br />

„Zur Bearbeitung dieses Themas<br />

ist ein multidisziplinärer Ansatz notwendig,<br />

der in Hohenheim bereits<br />

seit Langem praktiziert wird. Mit<br />

unseren ausgewiesenen Forschern,<br />

die zahlreiche Projekte in diesem<br />

Bereich bearbeiten, kann die Universität<br />

Hohenheim einen wichtigen<br />

wissenschaftlichen, gesellschaftlichen<br />

und sozioökonomischen<br />

Beitrag leisten. Wir beabsichtigen,<br />

dies in enger Zusammenarbeit<br />

mit anderen regionalen,<br />

April <strong>2013</strong><br />

440 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Branche<br />

NACHRICHTEN<br />

nationalen und internationalen Forschungsinstitutionen<br />

zu tun.“<br />

Eine zentrale Institution für die<br />

interdisziplinäre <strong>Wasser</strong>-Forschung<br />

an der Universität Hohenheim<br />

ist das Tropenzentrum. Es<br />

fördert und koordiniert seit<br />

30 Jahren Forschung, Lehre und<br />

Politikberatung in den entwicklungs-<br />

und tropenbezogenen<br />

Themen der Agrar-, Umweltund<br />

Ernährungswissenschaften<br />

der drei Fakultäten der Universität<br />

Hohenheim. Dazu arbeiten zehn<br />

international ausgerichtete Professuren<br />

mit weiteren rund<br />

100 Mitgliedern zusammen. Das<br />

Tropenzentrum agiert in einem<br />

Partnernetzwerk mit weltweit<br />

85 Universitäten und Forschungseinrichtungen<br />

und in enger Zu -<br />

sammenarbeit mit den internationalen<br />

Agrarforschungszentren der<br />

Consultative Group on <strong>International</strong><br />

Agricultural Research (CGIAR).<br />

Internet: www.troz.de<br />

Überregionale Vernetzung und<br />

Grundlagenforschung über <strong>Wasser</strong>kreisläufe<br />

und <strong>Wasser</strong>qualität<br />

sind außerdem das Ziel des Kompetenzzentrums<br />

Water & Earth System<br />

Science Research Center (WESS)<br />

mit Sitz am Helmholtz-Umweltforschungszentrum<br />

in Leipzig. Kooperationspartner<br />

sind die Universitäten<br />

Hohenheim, Stuttgart und<br />

Tübingen.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.uni-hohenheim.de/expertenlisten<br />

Der <strong>Wasser</strong>mangel<br />

in<br />

manchen<br />

Regionen wird<br />

sich auch in<br />

Zukunft<br />

verschärfen.<br />

© Kurt Michel/<br />

pixelio.de<br />

Überirdisch<br />

vielseitig.<br />

+++ WASSER BERLIN +++<br />

23.-26. April <strong>2013</strong><br />

Halle 6.2 | Stand G212<br />

Gut, zum Mond fliegt er nicht. Aber für alles Mess-, Regel- und Dosierbare ist der neue Bürkert multi-<br />

CELL Multichannel Transmitter/Controller, Typ 8619 die richtige Wahl. Denn mit der neuen Signaleingangskarte<br />

hebt der 8619 richtig ab: Neben den zwei zusätzlichen digitalen Eingängen für Durchfluss-<br />

Sensoren kann über zwei analoge Eingänge nahezu jedes am Markt erhältliche Messgerät angeschlossen<br />

werden. Das macht Sie flexibler, erweitert den Einsatzbereich auch bei Anwendungen, an die Sie jetzt<br />

vielleicht noch nicht gedacht haben und unterstützt Sie immer genau so, wie Sie es gerade brauchen.<br />

Mehr davon? Rufen Sie uns an: +49 (0) 7940/10-91 111 oder besuchen Sie www.buerkert.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 441


NACHRICHTEN<br />

Branche<br />

Sicherstellung der Trinkwasserhygiene in Gebäuden<br />

Richtlinie des Monats April: VDI/DVGW 6023 sichert die Qualität<br />

von Trinkwasser-Installationen<br />

Trinkwasserhygiene in Gebäuden<br />

hat einen großen Einfluss auf die<br />

Gesundheit der Bewohner. Jedes<br />

Jahr erkranken nach Schätzungen<br />

des Umweltbundesamts allein in<br />

Deutschland rund 30 000 Menschen<br />

an einer Lungenentzündung, die<br />

durch Legionellen hervorgerufen<br />

wird. Infektionsquellen sind häufig<br />

Trinkwasser-Installationen, die falsch<br />

geplant, ausgeführt oder betrieben<br />

werden. Wie die Qualität des Trinkwassers<br />

bis hin zur letzten Entnahmestelle<br />

gesichert werden kann, zeigt<br />

die neue Richtlinie VDI/DVGW 6023.<br />

Entscheidend ist: <strong>Wasser</strong> muss<br />

fließen und die entsprechende Temperatur<br />

haben. Kaltes <strong>Wasser</strong> muss<br />

kalt, d. h. unter 25 °C bleiben, das<br />

Heißwassersystem darf nirgends<br />

kälter als 55 °C sein. Bei <strong>Wasser</strong>, das<br />

länger als 72 Stunden in einer Trinkwasser-Installation<br />

stagniert, kann<br />

nicht mehr von einem hygienisch<br />

einwandfreien Zustand ausgegangen<br />

werden. Schlimmer noch:<br />

Längere und wiederholte Stagnation<br />

in Leitungsteilen kann zu einer<br />

Verkeimung der gesamten Trinkwasser-Installation<br />

führen, die aufwändige<br />

Sanierungsmaßnahmen<br />

erforderlich macht. Eine Desinfektion<br />

einer einmal verkeimten Trink-<br />

Neue Richtlinie VDI/DVGW 6023<br />

hilft bei der Sicherstellung der<br />

Trinkwasserhygiene in Gebäuden.<br />

© VDI<br />

wasser-Installation zeigt zumeist<br />

keinen nachhaltigen Erfolg, weil die<br />

Ursache der Verkeimung im Layout<br />

der Anlage oder im nicht bestimmungsgemäßen<br />

Betrieb zu suchen<br />

ist. Die Verantwortung trägt der<br />

Betreiber im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht.<br />

Er muss seine Installation<br />

und deren Schwachstellen<br />

kennen und sicherstellen, dass<br />

keine Gefahr für die Nutzer entsteht.<br />

Die Bedeutung der Trinkwasser-<br />

Installation für gesundes Wohnen<br />

und Arbeiten verlangt eine Verständigung<br />

unter allen für Planung,<br />

Erstellung, Betrieb und Instandhaltung<br />

verantwortlichen Partnern<br />

– vom Hersteller über den Großund<br />

Einzelhandel bis hin zum Fachhandwerker<br />

und vom Gebäudeeigner<br />

oder -vermieter bis hin zum<br />

individuellen Mieter. Damit alle<br />

Beteiligten die nötigen Kenntnisse<br />

haben, legt die Richtlinie VDI/<br />

DVGW 6023 eine Schulung fest, in<br />

der zielgruppengerecht den Planern,<br />

Errichtern und Betreibern das<br />

Thema „Trinkwasserhygiene“ nahe<br />

gebracht wird. Die Richtlinie gilt für<br />

alle Trinkwasser-Installationen auf<br />

Grundstücken und in Gebäuden<br />

sowie für ähnliche Anlagen, z. B. auf<br />

Schiffen und gibt Hinweise für die<br />

Planung, Errichtung, Inbetriebnahme,<br />

Nutzung, Betriebsweise<br />

und Instandhaltung aller Trinkwasser-Installationen.<br />

Herausgeber der Richtlinie VDI/<br />

DVGW 6023 „Hygiene in Trinkwasser-Installationen;<br />

Anforderungen<br />

an Planung, Ausführung, Betrieb<br />

und Instandhaltung“ ist die VDI-<br />

Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik<br />

(GBG) in Kooperation mit<br />

dem Deutschen Verein des Gas- und<br />

<strong>Wasser</strong>faches (DVGW). Die Richtlinie<br />

ist in deutsch/englischer Sprache<br />

zum Preis von Euro 122,70 beim<br />

Beuth Verlag in <strong>Berlin</strong>, Tel. (030)<br />

2601-2260, erhältlich. Onlinebestellungen<br />

sind möglich unter www.<br />

vdi.de/6023 oder www.beuth.de<br />

Abdichtungsprodukte für Rohrdurchführungen<br />

Expandierende Verpressharze<br />

System 208 Basis Polyurethan (PUR)<br />

■<br />

System 308 Basis Epoxidharz (EP)<br />

■<br />

Der Hausanschluß ist gas- und druckwasserdicht sicher verschlossen<br />

und erfüllt höchste Anforderungen an die Auszugssicherheit<br />

Werksfoto: Büttig Koblenz<br />

®<br />

Büttig GmbH<br />

56070 Koblenz<br />

Carl-Mand-Straße 9<br />

Tel. (02 61) 9 84 29-0<br />

Fax (02 61) 9 84 29-50<br />

mail: info@buettig.de<br />

www.buettig.de<br />

Vollständige Funktionalität unter<br />

WINDOWS, Projektverwaltung,<br />

Hintergrundbilder (DXF, BMP, TIF, etc.),<br />

Datenübernahme (ODBC, SQL), Online-<br />

Hilfe, umfangreiche GIS-/CAD-<br />

Schnittstellen, Online-Karten aus Internet.<br />

Gas, <strong>Wasser</strong>,<br />

Fernwärme, <strong>Abwasser</strong>,<br />

Dampf, Strom<br />

Stationäre und dynamische Simulation,<br />

Topologieprüfung (Teilnetze),<br />

Abnahmeverteilung aus der Jahresverbrauchsabrechnung,<br />

Mischung von<br />

Inhaltsstoffen, Verbrauchsprognose,<br />

Feuerlöschmengen, Fernwärme mit<br />

Schwachlast und Kondensation,<br />

Durchmesseroptimierung, Höheninterpolation,<br />

Speicherung von<br />

Rechenfällen<br />

I NGE N I E U R B Ü R O FIS C H E R — U H R I G<br />

WÜRTTEMBERGALLEE 27 14052 BERLIN<br />

TELEFON: 030 — 300 993 90 FAX: 030 — 30 82 42 12<br />

INTERNET: WWW.STAFU.DE<br />

April <strong>2013</strong><br />

442 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Branche<br />

NACHRICHTEN<br />

Überwachung des Drogenkonsums<br />

in der EU<br />

Homburger Toxikologen an neuem Verbundprojekt beteiligt<br />

Das Ausmaß des Drogenkonsums durch <strong>Abwasser</strong>-Epidemiologie zu überwachen<br />

– dies ist das Ziel eines neuen Forschungsverbundes namens<br />

„SEWPROF“, der von der Europäischen Union in den nächsten drei Jahren mit<br />

über 4 Millionen Euro gefördert wird. Davon gehen ab März 300000 Euro an die<br />

Abteilung für Experimentelle und Klinische Toxikologie in Homburg. Neben der<br />

Universität des Saarlandes sind weitere euro päische Hochschulen sowie<br />

Forschungseinrichtungen und Unternehmen beteiligt.<br />

EVERZIT ®<br />

Filtermaterialien für die<br />

<strong>Wasser</strong>aufbereitung<br />

Trinkwasseraufbereitung<br />

EVERZIT ® N in Einschicht- oder<br />

Mehrschichtfiltern zur Partikelfiltration,<br />

Enteisenung und Entmanganung<br />

EVERZIT ® Mn für die katalytische<br />

Entmanganung<br />

EVERZIT ® Dol und EVERZIT ® Carbonat<br />

für die Entsäuerung<br />

An einem neuartigen Überwachungssystem,<br />

welches das Ausmaß des<br />

Konsums von alten und neuen Missbrauchsdrogen<br />

innerhalb der europäischen<br />

Union mittels <strong>Abwasser</strong>analyse<br />

registriert, arbeitet ein neuer EU-weiter<br />

Forschungsverbund im Projekt „SEWPROF“.<br />

Die Abkürzung steht für „A new paradigm<br />

in drug use and human health risk<br />

assessment: Sewage profiling at the<br />

community level“. Ziel der beteiligten<br />

Wissenschaftler ist es, eine Art Landkarte<br />

des Drogenkonsums für bestimmte<br />

Regionen Europas zu erstellen und damit<br />

einen Beitrag zur Überwachung und<br />

Wahrung der öffent lichen Gesundheit zu<br />

leisten. „Die Analyse des <strong>Abwasser</strong>s<br />

geschieht hauptsächlich durch den<br />

Nachweis von Abbauprodukten der konsumierten<br />

Substanzen, die über Urin<br />

und Fäkalien in das <strong>Abwasser</strong> gelangen“,<br />

erläutert Prof. Hans H. Maurer, dessen<br />

Abteilung für Experimentelle und Klinische<br />

Toxikologie der Medizinischen<br />

Fakultät und des Uniklinikums an dem<br />

EU-Projekt beteiligt ist. Das innovative<br />

Vorhaben könne darüber hinaus auch als<br />

Frühwarnsystem für den Ausbruch von<br />

Krankheiten eingesetzt werden. Dazu<br />

würden spezielle Biomarker im <strong>Abwasser</strong><br />

gesucht und nachgewiesen.<br />

Die Forschungen an der Saar-Uni<br />

leitet Maurers Mitarbeiter Dr. Markus R.<br />

Meyer. Mittels modernster Massenspektrometrie<br />

suchen er und sein Team nach<br />

Markern, die eindeutig auf den Konsum<br />

be stimmter Substanzen hinweisen.<br />

„Diese Marker können Stoffwechselprodukte<br />

der Drogen im Urin des Menschen<br />

sein oder die daraus durch Mikroorganismen<br />

umgewandelten Endprodukte“,<br />

erklärt Meyer. Um geeignete Marker aufzuspüren,<br />

wollen die Homburger Toxikologen<br />

entsprechende Modelle entwickeln<br />

und Studien mit Mikroorganismen<br />

aus den <strong>Wasser</strong>proben der<br />

Projektpartner durchführen.<br />

„SEWPROF“ ist Bestandteil der Marie<br />

Curie-Maßnahme „Initial Training Networks<br />

– ITN“ im Spezifischen Programm<br />

Menschen des 7. EU-Rahmenprogramms<br />

für Forschung und technologische Entwicklung.<br />

Neben der Universität des<br />

Saarlandes sind Universitäten aus England,<br />

Belgien, Holland, Spanien, Norwegen<br />

und Dänemark an dem Projekt<br />

beteiligt sowie weitere Partner aus<br />

Norwegen, Italien, Schweiz, England,<br />

Spanien und Portugal.<br />

Link zum Projekt:<br />

http://sewprof-itn.eu/<br />

Kontakt:<br />

Dr. Markus R. Meyer, Abteilung für Experimentelle<br />

und Klinische Toxikologie<br />

(Prof. Dr. Dr. h.c. Hans H. Maurer),<br />

Tel. (06841) 1626430,<br />

E-Mail: Markus.Meyer@uniklinikum-saarland.de<br />

Meerwasserentsalzung<br />

EVERZIT ® N zur Vorfiltration des<br />

Rohwassers. Als inertes Filtermaterial gibt<br />

EVERZIT ® N keine Kieselsäure an das<br />

<strong>Wasser</strong> ab und verringert das Scaling der<br />

Umkehrosmosemembranen.<br />

<strong>Abwasser</strong>aufbereitung<br />

EVERZIT ® N in der Flockungsfiltration,<br />

3. Reinigungsstufe zur Entfernung von<br />

Phosphat und Trübstoffen<br />

EVERSORB, granulierte Aktivkohle in der<br />

4. Reinigungsstufe zur Adsorption von<br />

organischen Inhaltsstoffen<br />

Schwimmbadwasseraufbereitung<br />

EVERZIT ® Spezial PLUS zur Reduzierung<br />

des gebundenen Chlors, THM und AOX<br />

Umweltschutz<br />

EVERZIT ® RW zur Filtration von Regenabflusswässern,<br />

Adsorption von Kupfer<br />

und Nickel<br />

Industriewasseraufbereitung<br />

Betriebs- und Kühlwasserkreisläufe,<br />

Brauereien, Papierfabriken,<br />

Waschstraßen, etc.<br />

Besuchen Sie uns auf der<br />

<strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong> <strong>2013</strong> vom 23.-26.04.,<br />

Halle 2.2, Stand 100!<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 443<br />

EVERS e.K.<br />

<strong>Wasser</strong>technik und<br />

Anthrazitveredelung<br />

Rheiner Straße 14a<br />

48496 Hopsten<br />

Telefon: + 49 (0) 54 58 / 93 07 - 0<br />

Telefax: + 49 (0) 54 58 / 93 07 - 40<br />

eMail: info@evers.de<br />

www.evers.de


NACHRICHTEN<br />

Branche<br />

Kläranlagen: Kleine Kunststoffkugeln können<br />

Keime künftig „knacken“<br />

DBU fördert Untersuchungen zur biologischen <strong>Abwasser</strong>behandlung<br />

in Osnabrück mit 126 000 Euro<br />

Sauberes <strong>Wasser</strong> ist wertvoll.<br />

Moderne Kläranlagen befreien<br />

Abwässer biologisch und mit speziellen<br />

Membranen von Bakterien<br />

und Viren. Damit diese feinen Filter<br />

nicht verstopfen, müssen sie regelmäßig<br />

chemisch gereinigt werden.<br />

Der Hochschule Osnabrück und der<br />

Wiesbadener Firma Microdyn-Nadir<br />

ist es mithilfe der Deutschen Bundesstiftung<br />

Umwelt (DBU) gelungen,<br />

ein umweltfreundliches Reinigungsverfahren<br />

an der Kläranlage<br />

Eversburg der Stadtwerke Osnabrück<br />

zu entwickeln. „In einem Testlauf<br />

der ersten Projektphase haben<br />

wir Verbesserungspotenziale er -<br />

kannt und die Anlage umgebaut.<br />

Um die Verbesserungen marktreif<br />

zu machen, müssen sie nun erneut<br />

in der Praxis geprüft werden“, sagte<br />

Dr. Ulrich Meyer-Blumenroth,<br />

Geschäftsführer von Microdyn-<br />

Nadir. Für die neuen Untersuchungen<br />

übergab DBU-Generalsekretär<br />

Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde Prof.<br />

Frank Peter Helmus und Prof. Sandra<br />

Rosenberger von der Hochschule<br />

Osnabrück sowie Meyer-Blumenroth<br />

das Förderschreiben über<br />

126 000 Euro.<br />

Ein umweltfreundliches Reinigungsverfahren entwickelte die<br />

Hochschule Osnabrück zusammen mit der Wiesbadener Firma<br />

Microdyn-Nadir an der Kläranlage Eversburg der Stadtwerke<br />

Osnabrück. © Hochschule Osnabrück<br />

Chance <strong>Abwasser</strong>markt Polen<br />

Gut eingeführtes polnisches Unternehmen<br />

im Bereich <strong>Abwasser</strong>technik mit Schweizer<br />

Mutterhaus aufgrund Nachfolgeregelung zu<br />

verkaufen. Bitte mit Kontaktdaten und<br />

Motivation melden unter<br />

abwassermarktpolen@bluewin.ch.<br />

„Die nebeneinander angeordneten<br />

Membranen übernehmen im<br />

gesamten Prozess der <strong>Abwasser</strong>behandlung<br />

eine wichtige Aufgabe.<br />

Damit die Filter nicht verschmutzen,<br />

haben wir in unserer Versuchsanlage<br />

auf dem Gelände der Kläranlage<br />

Eversburg der Stadtwerke<br />

Osnabrück eine Technik entwickelt,<br />

die mit weniger Chemikalien funktioniert:<br />

Wir setzen kleine Kunststoffkugeln<br />

ein, die unter Luftzufuhr<br />

gegen die Membranen gewirbelt<br />

werden und sie so von Schmutz<br />

befreien“, sagte Helmus. In ersten<br />

Untersuchungen sei nachgewiesen<br />

worden, dass das neue Verfahren zu<br />

einer wirkungsvollen Reinigung der<br />

Filter führe. Es seien aber auch<br />

einige Verbesserungspotenziale<br />

ausgemacht worden.<br />

Die Anlage sei daraufhin entsprechend<br />

umgebaut und optimiert<br />

worden, sagte Meyer-Blumenroth.<br />

Um den ständigen Anforderungen<br />

gerecht zu werden, seien neue<br />

Membranen entwickelt worden.<br />

Bevor die Verbesserungen aber in<br />

den Markt eingeführt werden können,<br />

sollen sie noch einmal in der<br />

Kläranlage Eversburg getestet werden.<br />

Untersucht werde nun unter<br />

anderem die Lebensdauer der Membranen,<br />

um einen langfristigen Einsatz<br />

gewährleisten zu können. Parallel<br />

zu den Untersuchungen solle ein<br />

wirksames Betriebskonzept für den<br />

kommerziellen Einsatz erstellt werden.<br />

Brickwedde: „Das Optimieren<br />

und Testen dieses vielversprechenden,<br />

umweltfreundlichen Reinigungsverfahrens<br />

ist ein wichtiger<br />

Schritt, um es bei der <strong>Abwasser</strong>behandlung<br />

noch erfolgreicher ganzjährig<br />

anwenden zu können.“<br />

Weitere Informationen:<br />

www.dbu.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

444 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Veranstaltungen<br />

NACHRICHTEN<br />

Methoden und Trends in<br />

der <strong>Wasser</strong>behandlung:<br />

Spurenstoffe<br />

Fortbildungstag, 11. Juni <strong>2013</strong>,<br />

DECHEMA-Haus, Frankfurt am Main<br />

Aktuell gewinnt die Beseitigung pharmazeutischer<br />

und indus trieller Spurenstoffe zunehmend an<br />

Bedeutung. Entsprechend sind die Forschungs- und<br />

Entwicklungs aktivitäten in diesem Bereich sehr hoch.<br />

Im Rahmen eines DECHEMA-Fortbildungstags informieren<br />

Spe zialisten aus Industrie, Behörden, Hochschulen<br />

und Instituten über Vorkommen, Umweltrelevanz und<br />

Nachweis von Spurenstoffen sowie über aktuelle Entwicklungen<br />

und innovative Lösungsansätze zu deren<br />

Beseitigung. Dabei stehen praxisnahe Fragestellungen<br />

im Mittelpunkt. Der Fortbildungstag wendet sich an<br />

Hersteller und Anwender von <strong>Wasser</strong>behandlungssystemen,<br />

an <strong>Wasser</strong>versorger sowie an Be hörden und Hochschulen.<br />

Informationen/Kontakt:<br />

DECHEMA-Forschungsinstitut,<br />

Weiterbildung,<br />

Postfach 17 03 52, D-60077 Frankfurt am Main,<br />

Tel. (069) 7564-253/202, Fax (069) 7564-414,<br />

E-Mail: gruss@dechema.de, http://dechema-dfi.de/kurse<br />

FILTRATIONSKOMPETENZ FÜR<br />

WASSERAUFBEREITUNG<br />

WASSER BERLIN, HALLE 2.2, STAND 304<br />

Reduktion von Mikrobiologie und hohe Durchflussleistung<br />

bei gleichzeitigem Erhalt lebenswichtiger Mineralien<br />

und geschmacksbildender Stoffe: Wir sind der Spezialist<br />

für innovative Lösungen im Bereich der <strong>Wasser</strong>filtration<br />

und -aufbereitung. Unkomplizierte Kombinationen aus unseren<br />

Beutel-, Siebkorb-, Automatik- und Membranfiltern<br />

garantieren flexible <strong>Wasser</strong>filtrationslösungen für eine Vielzahl<br />

von Anwendungen. Von der Partikelfiltration bis zur<br />

Feinstfiltration können unterschiedlichste Trenngrenzen<br />

und Volumenströme abgedeckt werden.<br />

www.mahle-industry.com<br />

© Klicker/pixelio.de<br />

Industry<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 445


NACHRICHTEN<br />

Veranstaltungen<br />

10. DVGW-Betriebssicherheitstage BEST <strong>2013</strong><br />

Die diesjährigen 10. Betriebssicherheitstage<br />

finden am 26. und<br />

27. Juni <strong>2013</strong> im Gas-<strong>Wasser</strong>-Zentrum<br />

(GWZ) in Bonn statt. Durch die<br />

positive Resonanz auf das neue Veranstaltungskonzept<br />

des letzten Jahres<br />

wird das thematische Grundgerüst<br />

der Veranstaltung beibehalten.<br />

Die Veranstaltung ist deshalb er -<br />

neut in die vier Kompetenzbe reiche<br />

##<br />

Anlagensicherheit,<br />

##<br />

Arbeitsmedizin und<br />

betrieb liches<br />

Gesundheitsmanagement,<br />

##<br />

Betriebssicherheit,<br />

##<br />

Arbeitsschutz<br />

gegliedert.<br />

Ziel der Veranstaltung ist es, den<br />

verantwortlichen Fach- und Führungskräften,<br />

Betriebsingenieuren,<br />

Sicherheitskräften in den Unternehmen<br />

und Betriebsärzten die für ihr<br />

Tagesgeschäft relevanten Informationen<br />

in den oben aufgeführten<br />

Kompetenzbereichen durch Beiträge<br />

mit Praxisbezug zu vermitteln.<br />

So thematisieren die Vorträge im<br />

Block „Anlagensicherheit“ die Be -<br />

wertung von Risiken bei technischen<br />

Anlagen sowie polizeiliche<br />

Reaktionsmechanismen im Fall von<br />

Großschadenslagen und Katastrophenfällen.<br />

Im arbeitsmedizinischen Vortragsblock<br />

werden die neuen<br />

Herausforderungen an den Arbeitsund<br />

Gesundheitsschutz bedingt<br />

durch die dynamischen Entwicklungen<br />

in der Arbeitswelt und die<br />

zunehmenden Ansprüche einer<br />

modernen Gesellschaft vor dem<br />

Hintergrund des demografischen<br />

Wandels berücksichtigt.<br />

Bei dem thematischen Kompetenzbereich<br />

„Betriebssicherheit“<br />

werden die Konsequenzen der<br />

neuen Betriebssicherheitsverordnung<br />

dargestellt sowie der sichere<br />

Betrieb von Leitungen größer 5 bar<br />

bewertet, unter Berücksichtigung<br />

der Novellierung der G 466-1 „Gasleitungen<br />

aus Stahlrohren für einen<br />

Betriebsdruck größer als 5 bar –<br />

Instandhaltung“.<br />

Abschließend wird in dem Themenblock<br />

„Arbeitsschutz“ neben<br />

einer Sicherheitskulturanalyse als<br />

Instrument zur Verbesserung der<br />

gelebten Praxis auch die neue<br />

Gefahrstoffverordnung thematisiert.<br />

Im Folgenden sind die Themen<br />

der 4 Vortragsblöcke aufgeführt:<br />

Mittwoch, 26. Juni <strong>2013</strong><br />

I. Block: Anlagensicherheit<br />

##<br />

Risikomanagement –<br />

Einführung in Bewertung von<br />

Risiken bei technischen Anlagen<br />

##<br />

Deterministik und Probabilistik –<br />

Zusätzliche probabilistische<br />

Risikobewertungen im Rahmen<br />

der Genehmigungsplanung für<br />

ein Pipelineprojekt in<br />

Deutschland<br />

##<br />

Polizeiliche Reaktionsmechanismen<br />

im Fall von<br />

Groß schadenslagen und<br />

Katastrophenfällen<br />

II. Block: Arbeitsmedizin<br />

und betriebliches Gesundheitsmanagement<br />

(BGM)<br />

##<br />

Demografischer Wandel und<br />

Krankheitslast – was bedeutet<br />

das für Unternehmen?<br />

##<br />

„pro:fit! – das Gesundheitsmanagement<br />

der RheinEnergie AG“<br />

##<br />

Psychische Belastungen am<br />

Arbeitsplatz: Achtsamkeit zur<br />

Erkennung, Vermeidung und im<br />

Umgang mit gefährdeten<br />

Kollegen und Mitarbeitern<br />

Donnerstag, 27. Juni <strong>2013</strong><br />

III. Block: Betriebssicherheit<br />

##<br />

Betriebssicherheitstechnische<br />

Anforderungen an Biogasanlagen<br />

##<br />

Bewertung des sicheren<br />

Betriebs nach DVGW G 466-1 –<br />

Maßnahmen zur Sicherung der<br />

Leitungsintegrität<br />

##<br />

Novelle der Betriebssicherheitsverordnung<br />

und ihre Auswirkungen<br />

auf technische Anlagen<br />

IV. Block: Arbeitsschutz<br />

##<br />

Die Sicherheitskulturanalyse als<br />

ein Instrument zur Verbesserung<br />

der gelebten Arbeitssicherheit<br />

##<br />

Steigerung der Präventionsarbeit<br />

im Technischen und<br />

Verwaltungsbereich bei der<br />

Open Grid Europe GmbH<br />

##<br />

Vom Gefahrstoffverzeichnis zur<br />

Gefährdungsbeurteilung –<br />

Beispiele aus der Praxis<br />

Weitere Informationen und Anmeldung:<br />

DVGW-Hauptgeschäftsführung,<br />

Ludmilla Asarow,<br />

Tel. (0228) 9188-601,<br />

E-Mail: asarow@dvgw.de<br />

www.wassertermine.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

446 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Veranstaltungen<br />

NACHRICHTEN<br />

Zwölfte DWA-Regenwassertage<br />

in Freiburg<br />

Experten geben Überblick zum Umgang<br />

mit Regenwasser<br />

Die Entwicklungen und der derzeitige<br />

Stand im Umgang mit<br />

Regenwasser sind die zentralen<br />

Themen der zwölften Regenwassertage,<br />

zu denen die Deutsche Vereinigung<br />

für <strong>Wasser</strong>wirtschaft,<br />

<strong>Abwasser</strong> und Abfall e. V. (DWA)<br />

Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft,<br />

Verbänden und Kommunen<br />

für den 10. und 11. Juni <strong>2013</strong> nach<br />

Freiburg.<br />

Themenschwerpunkte<br />

der Tagung<br />

Die Tagung der Entwässerungsexperten<br />

beleuchtet in mehreren Vorträgen<br />

unter anderem die Themen<br />

Management, Behandlung und Entsorgung<br />

von Regenwasser. Ein<br />

besonderes Augenmerk legt die<br />

Veranstaltung auf die Behandlung<br />

der Abflüsse von Straßen- sowie<br />

belasteten Abwässern und die Reinigung<br />

von Verkehrsflächen. Ein<br />

weiterer Schwerpunkt befasst sich<br />

mit der kommunalen Überflutungsvorsorge.<br />

Hier wird unter anderem<br />

der Frage nachgegangen, wie sturzflutgefährdete<br />

Bereiche im urbanen<br />

Raum ermittelt und Risiken abgeschätzt<br />

werden können.<br />

Die DWA-Regenwassertage gelten<br />

als wichtiges Fachforum für den<br />

Umgang mit Niederschlägen im<br />

deutschsprachigen Raum. Sie werden<br />

regelmäßig von weit über<br />

100 Teilnehmern besucht und<br />

durchgängig gut bewertet.<br />

Fachausstellung<br />

und Anmeldung<br />

Parallel zur Tagung präsentieren<br />

ausstellende Firmen die von ihnen<br />

angebotenen Techniken und Verfahren.<br />

Informationen/Anmeldung:<br />

Sarah Heimann, Tel. (02242) 872-192,<br />

E-Mail: heimann@dwa.de, www.dwa.de<br />

Alles fließt.<br />

FLUXUS ® misst.<br />

Eingriffsfrei.<br />

Eingriffsfreie Durchflussmessung<br />

mit<br />

Clamp-On-Ultraschalltechnik<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Einfache Nachrüstung ohne<br />

Rohrarbeiten<br />

und Versorgungsunterbrechung<br />

Für alle Rohrmaterialien und<br />

Nennweiten - von DN6 bis DN6000<br />

Exakte bidirektionale Messung<br />

mit hoher Messdynamik<br />

<strong>Wasser</strong>dichte Sensoren (IP68),<br />

geeignet für den direkten Erdeinbau<br />

Zuverlässige Messung auch bei<br />

hohem Feststoffanteil<br />

durch NoiseTrek-Modus<br />

Ideal zur Netzüberwachung<br />

und Leckagendetektion<br />

© Paul-Georg Meister/pixelio.de<br />

Besuchen Sie uns auf der <strong>Wasser</strong> <strong>Berlin</strong><br />

Stand: 106, Halle 6.2<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 447<br />

www.flexim.com


NACHRICHTEN<br />

Veranstaltungen<br />

Tiere im Trinkwasser – Was ist (zu)viel?<br />

Fachtreffen am 5. Juni <strong>2013</strong> an der Universität in Landau/Pfalz<br />

Auf der Veranstaltung sollen die Zusammenhänge zwischen der Ökologie des Netzes und seinen Bewohnern<br />

verdeutlicht werden. Wo herrschen welche Bedingungen? Wie erfolgt der Eintrag der Tiere und wie verteilen sie<br />

sich im Netz? Wie verläuft die zeitliche Entwicklung der Populationen? Das Systemverständnis ist der<br />

Schlüssel zu erfolgreichen Gegenmaßnahmen und einem nachhaltigen Qualitätsmanagement. An konkreten<br />

Beispielen wird diskutiert, wie die Besiedlung von Trinkwassernetzen erfasst, interpretiert und bewertet<br />

werden kann, und wie man davon angepasste Maßnahmen ableitet. Noch immer kaum zu beantworten ist<br />

allerdings die entscheidende Frage „Was ist viel?“. Frage ist, ob sich Orientierungswerte zur Bewertung der<br />

Besiedlung von Trinkwassernetzen formulieren lassen oder nicht?<br />

Nur selten treten Probleme durch<br />

eine Massenentwicklung von Oberflächenbewohnern<br />

in Trinkwasserleitungen,<br />

wie durch die gemeine<br />

<strong>Wasser</strong>assel (Asellus aquaticus), auf.<br />

Die Regel ist dagegen das Vorkommen<br />

echter Grundwassertiere in<br />

geringen Dichten, die mit dem Rohwasser<br />

eingetragen werden, sich im<br />

Versorgungssystem etablieren, aber<br />

völlig harmlos sind.<br />

In Medienberichten der zurückliegenden<br />

Jahre wurden jedoch die<br />

Zusammenhänge des Auftretens<br />

von Tieren im Trinkwasser oft verzerrt<br />

und als negatives Gütekriterium<br />

für die Trinkwasserqualität dargestellt.<br />

Grundwasserökologische<br />

Kenntnisse in der <strong>Wasser</strong>versorgung<br />

werden deswegen zunehmend<br />

nachgefragt.<br />

Dies gilt insbesondere auch für<br />

den kompetenten Umgang mit der<br />

kritischen Öffentlichkeit.<br />

Um aktuelle Ergebnisse aus Forschung<br />

und Praxis verständlich und<br />

auf höchstem fachlichem Niveau zu<br />

präsentieren und ganz spezielle Fragestellungen<br />

zu diskutieren, wird<br />

das „Landauer Fachtreffen“ in<br />

zunächst zweijährigem Rhythmus<br />

angeboten.<br />

© Claudia Hautumm/ pixelio.de<br />

Das Auftreten von Tieren in Trinkwasseraufbereitungs-<br />

und Versorgungsanlagen<br />

ist eines der<br />

ältesten Phänomene seit Bestehen<br />

der Trinkwasserversorgung. Ihr Vorkommen<br />

ist normal und kann<br />

kaum verhindert werden. Allerdings<br />

müssen ihre Dichten und Artenzusammensetzung<br />

regelmäßig kontrolliert<br />

werden. Die Tiere geben uns<br />

wichtige Informationen über die<br />

Trinkwasseranlagen und Gewinnungsgebiete.<br />

Damit sind sie ein<br />

hervorragendes Werkzeug für die<br />

Qualitätssicherung in der Trinkwasserversorgung.<br />

Zielgruppe<br />

Diskretion gehört dazu. Deshalb<br />

richtet sich die Veranstaltung ausschließlich<br />

an Vertreter von <strong>Wasser</strong>versorgungsunternehmen<br />

und an<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

von Fachbehörden und Fachverbänden<br />

aus dem Bereich der <strong>Wasser</strong>wirtschaft.<br />

Weitere Informationen:<br />

http://www.grundwasseroekologie.de/<br />

wp-content/uploads/ig303365_<br />

Fld.Tiere-im-Trinkw.pdf<br />

April <strong>2013</strong><br />

448 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


Veranstaltungen<br />

NACHRICHTEN<br />

Ringvorlesung im Studiengang Energieund<br />

<strong>Wasser</strong>management<br />

Jeden Dienstag und an etlichen<br />

Donnerstagen bieten die HRW<br />

(Hochschule Ruhr West), Mülheim<br />

an der Ruhr, und der Studiengang<br />

Energie- und <strong>Wasser</strong>management<br />

zum Sommersemester <strong>2013</strong> erstmals<br />

eine sogenannte Ringvorlesung<br />

an. Experten aus der Energie-<br />

und <strong>Wasser</strong>wirtschaft geben in<br />

23 Fachvorträgen ihr Wissen zum<br />

Besten und ergänzen das Studium<br />

durch anwendungsbezogene Themen<br />

und Beispiele aus der Praxis.<br />

Die Vorlesungen stehen jedoch<br />

nicht nur den HRW-Studierenden<br />

aller Fachrichtungen offen, Schülerinnen<br />

und Schüler sowie Studieninteressierte<br />

sind ebenfalls zum<br />

Reinschnuppern eingeladen und<br />

können sich vom Studium an der<br />

HRW hautnah ein Bild machen.<br />

„Ein Studium an der HRW und<br />

der Studiengang Energie- und<br />

<strong>Wasser</strong>management zeichnen sich<br />

durch einen hohen Anwendungsbezug<br />

und eine gesunde Mischung<br />

aus Theorie und Praxis aus“, er -<br />

läutert Prof. Dr. Mark Oelmann, Studiengangsleiter<br />

und Professor mit<br />

Lehrgebiet <strong>Wasser</strong>- und Energieökonomik<br />

an der HRW. „Mit unserer<br />

Ringvorlesung, die wir in diesem<br />

Semester erstmals anbieten, ermöglichen<br />

wir es Studierenden einen<br />

tieferen Einblick in verschiedene<br />

Fachthemen zu erhalten. Die be -<br />

triebswirtschaftlichen Grundlagenthemen<br />

werden auf die Energieund<br />

<strong>Wasser</strong>praxis heruntergebrochen.<br />

So verstehen die Studierenden<br />

zum einen, weswegen sie zuvor<br />

etwas haben lernen müssen und<br />

welche Fragestellungen in der Praxis<br />

tatsächlich relevant sind. Zum<br />

anderen stellen sie fest, für welches<br />

Berufsbild ihr Herz schlägt. Mit der<br />

Entscheidung für entsprechende<br />

Wahlmodule, ein entsprechendes<br />

Blockpraktikum sowie Bachelorarbeitsthema<br />

feilen sie an ihrem<br />

persönlichen Profil. Darüber hinaus<br />

möchten wir bei Unternehmen und<br />

Studieninteressierten für unseren<br />

Studiengang werben und auch für<br />

die duale Variante, die im kommenden<br />

Jahr starten soll“, erklärt Prof.<br />

Oelmann weiter.<br />

Die jetzt beginnende Vortragsreihe<br />

behandelt eine große Bandbreite<br />

verschiedener, praxisrelevanter<br />

Themen wie Kostensenkung<br />

bei Energie- und <strong>Wasser</strong>versorgern,<br />

Risikomanagement am Beispiel der<br />

Stromerzeugung oder Gashandelund<br />

Gasvertrieb in Deutschland.<br />

Der am weitesten anreisende Referent<br />

kommt aus Nairobi und wird<br />

zum Thema der <strong>Wasser</strong>marktregulierung<br />

in Afrika berichten.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.hochschule-ruhr-west.de<br />

Die einfachste und sicherste Art<br />

Rohre zu trennen<br />

Weniger Aushub | Zugang von einer Seite | Reduziert den Kraftaufwand | Kein Rückschlag<br />

PowerGrit Methode<br />

Sie sind herzlich eingeladen, uns auf der WASSER BERLIN<br />

zu besuchen Halle 3.2/Stand 207<br />

Alte Methode<br />

Wenn Sie eine Vorführung oder Beratung vor Ort wünschen, kontaktieren Sie uns bitte unter:<br />

Fachberater: Ron Gotthardt Tel: 0172.3018111, rong@icsbestway.com<br />

Videos und Informationen: PowerGrit.com


RECHT UND REGELWERK<br />

Regelwerk <strong>Wasser</strong><br />

W 570-1 P: Armaturen für die Trinkwasser-Installation –<br />

Teil 1: Anforderungen und Prüfungen für Gebäudearmaturen<br />

Die Technische Prüfgrundlage<br />

W 570-1 dient als Grundlage für<br />

die Zertifizierung von Armaturen,<br />

die in der Trinkwasser-Installation<br />

innerhalb von Gebäuden eingesetzt<br />

werden. Sie beschreibt Anforderungen<br />

und Prüfungen für sämtliche<br />

Armaturen, die in den Normenreihen<br />

DIN 1988 „Technische Regeln<br />

für Trinkwasser-Installationen (TRWI)“<br />

und DIN EN 806 erfasst werden, mit<br />

Ausnahme von Entnahmearmaturen,<br />

welche in anderen DVGW Prüfgrundlagen<br />

berücksichtigt werden.<br />

Die formulierten Anforderungen<br />

und Prüfungen basieren durchgehend<br />

auf europäischen Produktnormen,<br />

wie DIN EN 1213 für<br />

Absperrarmaturen aus Kupferlegierungen,<br />

DIN EN 1567 für Druckminderer<br />

und Druckmindererkombinationen,<br />

DIN EN 13828 für handbetätigte<br />

Kugelhähne aus Kupferlegierungen<br />

und nichtrostenden<br />

Stählen sowie weiteren europäischen<br />

und nationalen Ergänzungsnormen.<br />

Neben den hygienischen Anforderungen<br />

an die verwendeten<br />

Werkstoffe und der Definition von<br />

Eigen- und Fremdüberwachungsverfahren<br />

enthält W 570-1 nationale<br />

produktspezifische Zusatzanforderungen,<br />

die sich aus Aspekten der<br />

Hygiene, des Gesundheitsschutzes<br />

und der Sicherheit ergeben. Dazu<br />

zählen unter anderem Schallschutzanforderungen,<br />

die Gebrauchstauglichkeit<br />

bei hohen Temperaturen<br />

(65 °C), die Selbsthemmung gegen<br />

ungewolltes Öffnen bei Absperrarmaturen<br />

und der <strong>Wasser</strong>austausch<br />

bei handbetätigten Kugelhähnen.<br />

Neben klassischen Absperrventilen<br />

werden in der vorliegenden<br />

Technischen Prüfgrundlage auch<br />

Sonderbauformen, wie handbetätigte<br />

Kolbenschieber und Membranarmaturen<br />

sowie Kombinationen<br />

aus Absperrventilen und Rückflussverhinderern<br />

berücksichtigt.<br />

Weitere Armaturenkombinationen<br />

werden künftig in der Technischen<br />

Prüfgrundlage W 570-3 behandelt.<br />

Preis:<br />

€ 29,87 für Mitglieder;<br />

€ 39,82 für Nichtmitglieder.<br />

W 623 A: Dosieranlagen für Desinfektions- bzw. Oxidationsmittel –<br />

Dosieranlagen für Chlor und Hypochlorite<br />

Das Arbeitsblatt W 623 „Dosieranlagen<br />

für Desinfektions- bzw.<br />

Oxidationsmittel „Dosieranlagen für<br />

Chlor und Hypochlorite“ gilt für<br />

Dosieranlagen in <strong>Wasser</strong>werken in<br />

Bezug auf die Dosiermittel Chlor,<br />

hypochlorige Säure, Natriumhypochlorit<br />

und Calciumhypochlorit. Es<br />

finden die besonderen Bedingungen<br />

und praktischen Erfahrungen in<br />

<strong>Wasser</strong>werken Berücksichtigung.<br />

Die jetzige Überarbeitung war erforderlich,<br />

um eine Anpassung an die<br />

aktuelle Ausgabe des DVGW-<br />

Arbeitsblatt W 229 „Verfahren zur<br />

Desinfektion von Trinkwasser mit<br />

Chlor und Hypochloriten“ vorzunehmen.<br />

W 623 stellt eine Hilfe für Anwender<br />

bezüglich der Gestaltung und<br />

des Betriebs von Chloranlagen dar<br />

und legt zudem entsprechende<br />

Anforderungen fest.<br />

Wesentliche Inhalte des Arbeitsblattes<br />

sind:<br />

##<br />

Grundsätzliches zu Dosiermitteln<br />

Chlorgas, hypochlorige<br />

Säure, Natriumhypochlorit,<br />

Calciumhypochlorit<br />

##<br />

Transport, ggf. (elektrolytische)<br />

Herstellung vor Ort, Lagerung<br />

der Dosiermittel<br />

##<br />

Konstruktive Gestaltung und<br />

Betrieb der Dosieranlagen<br />

##<br />

Gefahrenbeseitigung bei<br />

Chlorgasausbruch<br />

W 623 wurde vom DVGW-Projektkreis<br />

„Maschinelle Einrichtungen in<br />

Aufbereitungsanlagen“ im Technischen<br />

Komitee „Anlagentechnik“<br />

erarbeitet.<br />

Preis:<br />

€ 17,27 für Mitglieder;<br />

€ 39,82 für Nichtmitglieder.<br />

Bezugsquelle:<br />

wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft<br />

Gas und <strong>Wasser</strong> mbH,<br />

Josef-Wirmer-Straße 3,<br />

D-53123 Bonn,<br />

Tel. (0228) 9191-40,<br />

Fax (0228) 9191-499,<br />

www.wvgw.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

450 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


RECHT UND REGELWERK<br />

Regelwerk Gas/<strong>Wasser</strong><br />

GW 101 A: Qualifikationsanforderungen<br />

an Sachverständige für den Korrosionsschutz –<br />

Passiver und kathodischer Korrosionsschutz (KKS)<br />

3/<strong>2013</strong><br />

Das Technische Komitee G-TK-1-<br />

10 Außenkorrosion hat die Erarbeitung<br />

des DVGW-Arbeitsblattes<br />

GW 101 Qualifikationsanforderungen<br />

an Sachverständige für den<br />

Korrosionsschutz – Passiver und<br />

kathodischer Korrosionsschutz<br />

(KKS) abgeschlossen.<br />

Das vorliegende Arbeitsblatt<br />

beschreibt die Qualifikationsanforderungen<br />

an Sachverständige für<br />

den Korrosionsschutz im Bereich<br />

der Gas- und <strong>Wasser</strong>versorgung.<br />

Insbesondere im Bereich Gasversorgung<br />

für die Errichtung und den<br />

Betrieb von Gasrohrleitungen über<br />

16 bar Betriebsdruck ist der Sachverständige<br />

für den Korrosionsschutz<br />

erforderlich. Die Gesamtabnahme<br />

einer in Betrieb zu nehmenden<br />

Anlage obliegt dem dafür<br />

zuständigen Sachverständigen<br />

nach DVGW-Arbeitsblattes G 100<br />

Qualifikationsanforderungen an<br />

Sachverständige der Gasversorgung.<br />

Die dazu notwendige Beurteilung<br />

und Dokumentation der<br />

Wirksamkeit des Korrosionsschutzes<br />

einer solchen Anlage ist durch<br />

einen Sachverständigen nach<br />

DVGW-Arbeitsblatt GW 101 zu<br />

erbringen. Das Arbeitsblatt dient<br />

somit als Ergänzung des DVGW-<br />

Arbeitsblattes G 100 einschließlich<br />

der dort aufgeführten Fachgebiete,<br />

bzw. technischen Anlagen, bezüglich<br />

des Korrosionsschutzes.<br />

Das Arbeitsblatt deckt zusätzlich<br />

die Anforderungen an Sachverständige<br />

des Korrosionsschutzes ab,<br />

welche im Rahmen der folgenden<br />

DVGW-Regelwerke erforderlich<br />

sind:<br />

##<br />

Prüfung der baulichen Voraussetzungen<br />

für die Anwendung<br />

des kathodischen Korrosionsschutzes<br />

von Gashochdruckleitungen<br />

im Zuge der Errichtungsplanung<br />

gemäß DVGW-Arbeitsblätter<br />

G 463, G 462 und GW 12<br />

##<br />

erstmalige Beurteilung der Wirksamkeit<br />

des kathodischen Korrosionsschutzes<br />

von Gashochdruckleitungen<br />

gemäß DVGW-<br />

Arbeitsblätter G 466-1 und<br />

GW 10<br />

##<br />

Prüfung der baulichen Voraussetzungen<br />

für die Anwendung<br />

des kathodischen Korrosionsschutzes<br />

von komplexen Anlagen<br />

nach DIN EN 14505 im Zuge<br />

der Errichtungsplanung gemäß<br />

DVGW-Arbeitsblatt G 497<br />

##<br />

erstmalige Beurteilung der Wirksamkeit<br />

des kathodischen Korrosionsschutzes<br />

von komplexen<br />

Anlagen nach DIN EN 14505<br />

gemäß DVGW-Arbeitsblatt G 497<br />

Weiterhin werden beispielhaft Aufgabenbereiche<br />

eines Korrosionsschutz-Sachverständigen<br />

gemäß<br />

diesem Arbeitsblatt aufgeführt, bei<br />

denen er herangezogen werden<br />

kann.<br />

Der Weißdruck ist im März <strong>2013</strong><br />

erschienen.<br />

Preis:<br />

€ 17,27 für Mitglieder;<br />

€ 23,03 für Nichtmitglieder.<br />

Bezugsquelle:<br />

wvgw Wirtschafts- und<br />

Verlagsgesellschaft Gas und <strong>Wasser</strong> mbH,<br />

Josef-Wirmer-Straße 3,<br />

D-53123 Bonn,<br />

Tel. (0228) 9191-40,<br />

Fax (0228) 9191-499,<br />

www.wvgw.de<br />

<strong>Wasser</strong><br />

Analytik<br />

Komplettlösungen<br />

für alle Routinetests<br />

in der <strong>Wasser</strong>analytik<br />

■ Industriewasser Test Kits<br />

■ Kolorimetrische und<br />

titrimetrische Schnelltests<br />

■ Photometrie<br />

■ Elektrochemische Messgeräte<br />

■ Trübungsmessung<br />

■ BSB / CSB<br />

Geräte und Reagenzien für<br />

■ Trinkwasser<br />

■ <strong>Abwasser</strong><br />

■ Industrielles Prozesswasser<br />

■ Kühl-/Kesselwasser<br />

AQUALYTIC ®<br />

Schleefstraße 12<br />

44287 Dortmund<br />

Tel. (+49)231/94510-755<br />

Fax (+49)231/94510-750<br />

www.aqualytic.de<br />

verkauf@aqualytic.de<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 451<br />

anzeige_iwkit_hoch_56x250_de.indd 1 22.03.13 09:54


RECHT UND REGELWERK<br />

Aufruf zur Mitarbeit<br />

Hochwasservorsorge – Auditoren gesucht!<br />

Die Deutsche Vereinigung für<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft, <strong>Abwasser</strong> und<br />

Abfall e.V. (DWA) sucht Auditorinnen<br />

und Auditoren, die sich in der<br />

kommunalen Hochwasservorsorge<br />

für die DWA engagieren wollen.<br />

Hochwasserschutz setzt das Wissen<br />

um Risiken und Handlungsfelder<br />

voraus. Mit dem Merkblatt<br />

DWA-M 551 „Audit Hochwasser –<br />

wie gut sind wir vorbereitet“ hat die<br />

DWA ein Instrument entwickelt, mit<br />

dem der Status der kommunalen<br />

Hochwasservorsorge bestimmt und<br />

öffentlichkeitswirksam diskutiert<br />

werden kann. Das Audit ist Teil<br />

der Umsetzung der „Europäischen<br />

Richtlinie 2007/60/EG über die<br />

Bewertung und das Management<br />

von Hochwasserrisiken“ und soll<br />

Kommunen dabei unterstützen,<br />

ihre Erfolge im Hochwasserschutz<br />

darzustellen, Defizite zu erkennen<br />

und geeignete Vorsorgemaßnahmen<br />

zu entwickeln.<br />

Das Audit wird von jeweils zwei<br />

Auditorinnen bzw. Auditoren an<br />

zwei aufeinander folgenden Tagen<br />

bei der zu auditierenden Kommune<br />

abgenommen. Das Ergebnis wird in<br />

einer sogenannten Hochwasservorsorge-Ampel<br />

festgehalten, mit der<br />

der aktuelle Status der Hochwasservorsorge<br />

in der Kommune für alle<br />

Beteiligten nachvollziehbar visualisiert<br />

wird.<br />

Voraussetzung für die Auditorentätigkeit<br />

sind einschlägige Erfahrungen<br />

in der Vorbereitung und<br />

Durchführung von Hochwasservorsorgemaßnahmen.<br />

Wegen der fachund<br />

zuständigkeitsübergreifenden<br />

Aufgaben ist der Aufruf nicht auf<br />

Ingenieurdisziplinen beschränkt.<br />

Vertreterinnen und Vertreter von<br />

Hochschulen und Verwaltung sollten<br />

das Auditorenteam ergänzen.<br />

Die Abnahme eines Audits wird von<br />

der DWA mit einer Aufwandsentschädigung<br />

vergütet.<br />

Interessierte können sich mit einem kurzen<br />

Lebenslauf bewerben:<br />

DWA-Bundesgeschäftsstelle,<br />

Theodor-Heuss-Allee 17,<br />

D-53773 Hennef,<br />

E-Mail: barion@dwa.de<br />

Neue DWA-Merkblätter erschienen<br />

Merkblatt DWA-M 162: Bäume, unterirdische Leitungen und Kanäle<br />

Bäume und unterirdische Verund<br />

Entsorgungsanlagen tragen<br />

auf unterschiedliche Weise maßgeblich<br />

zur Steigerung bzw. zum<br />

Erhalt der Lebensqualität bei. Die<br />

Ziele müssen jeweils im Einzelfall in<br />

Einklang gebracht werden. Praxiserfahrungen<br />

und aktuelle Forschungsergebnisse<br />

erforderten die<br />

Überarbeitung von zum Thema<br />

bereits existierenden textgleichen<br />

Veröffentlichungen (ATV-H 162/<br />

DVGW GW 125 (H)/FGSV Nr. 939).<br />

Die Normen DIN 1998 „Unterbringung<br />

von Leitungen und Anlagen<br />

in öffentlichen Flächen“ und<br />

DIN 18920 „Vegetationstechnik im<br />

Landschaftsbau – Schutz von Bäumen,<br />

Pflanzenbeständen und Vegetationsflächen<br />

bei Baumaßnahmen“<br />

stellen hohe Anforderungen an die<br />

Vereinbarkeit von Planung und Bau<br />

unterirdischer Leitungen und<br />

Kanäle sowie den Schutz von<br />

Bäumen. Gerade in den beengten<br />

Bereichen von Verkehrsflächen in<br />

Siedlungsgebieten lassen sich die<br />

Forderungen, zum Beispiel nach<br />

Mindestabständen und gleichermaßen<br />

ausreichendem Raum für<br />

Bäume sowie unterirdische Leitungen<br />

und Kanäle, häufig nicht vereinbaren.<br />

Um dennoch mögliche Wege zur<br />

gemeinsamen Nutzung des Raums<br />

durch Bäume sowie unterirdische<br />

Leitungen und Kanäle zu verdeutlichen,<br />

wurden im Merkblatt die<br />

Zusammenhänge zwischen Trassen<br />

und Wurzelwachstum kompakt dargestellt<br />

und Empfehlungen für Planung,<br />

Bau, Betrieb, Unterhalt<br />

(Instandhaltung) und Sanierung<br />

gegeben.<br />

Das Merkblatt richtet sich an<br />

Netzbetreiber, Grünflächen- und<br />

Forstverwaltungen, Straßenbaulastträger,<br />

Kommunalverwaltungen,<br />

Garten- und Landschaftsbaubetriebe,<br />

Tiefbauunternehmen sowie<br />

allgemein an Bauingenieure, Landschaftsarchitekten,<br />

Planer und<br />

Sachverständige. Es wurde von<br />

mehreren Verbänden (DWA, DVGW,<br />

FGSV, FLL, FNN, GSTT, GALK) der<br />

Fachrichtungen Ver- und Entsorgungstechnik,<br />

Tiefbau, Landschaftsentwicklung,<br />

Landschaftsbau, Biologie<br />

und Grünflächenplanung<br />

gemeinsam erarbeitet.<br />

Wesentliches Ziel der Zusammenarbeit<br />

war, Hintergründe, Problemstellungen<br />

und Lösungsansätze<br />

so aufzuarbeiten, dass sie von<br />

verschiedenen Fachrichtungen ge -<br />

meinsam getragen werden können.<br />

Information:<br />

Februar <strong>2013</strong>, 25 Seiten,<br />

ISBN 978-3-942964-78-4,<br />

Ladenpreis: 37,00 Euro,<br />

fördernde DWA-Mitglieder: 29,60 Euro.<br />

April <strong>2013</strong><br />

452 <strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong>


RECHT UND REGELWERK<br />

Merkblatt DWA-M 205: Desinfektion von biologisch gereinigtem <strong>Abwasser</strong><br />

Das Merkblatt DWA-M 205<br />

berücksichtigt, dass mittlerweile<br />

bei einer Reihe von kommunalen<br />

Kläranlagen mit Ausbaugrößen<br />

von rund 100 bis 1 000 000 EW<br />

Anlagen zur Desinfektion des Kläranlagenablaufs<br />

nachgerüstet wurden.<br />

Es liegen somit belastbare<br />

Erfahrungen aus der Praxis hinsichtlich<br />

Planung, Bau und Betrieb von<br />

<strong>Abwasser</strong>desinfektionsanlagen vor.<br />

<strong>Abwasser</strong> enthält Krankheitserreger<br />

aus dem Verdauungstrakt von<br />

Menschen und Tieren, die bei der<br />

herkömmlichen <strong>Abwasser</strong>reinigung<br />

ohne gezielte Desinfektion etwa um<br />

den Faktor 10 bis 100 verringert<br />

werden. Eine weitergehende Be -<br />

handlung mit dem Ziel, vorgegebene<br />

Konzentrationen definierter<br />

Mikroorganismen sicher zu unterschreiten,<br />

ist derzeit wasserrechtlich<br />

nicht als Stand der Technik verankert.<br />

Treibende Kraft für eine gezielte<br />

Desinfektion auf Kläranlagen war<br />

bisher im Regelfall die Verbesserung<br />

der hygienischen Qualität von<br />

Gewässern, die für Freizeitzwecke<br />

genutzt werden oder mit einer<br />

Trinkwassergewinnung in Verbindung<br />

stehen. Weitere Anwendungsbereiche<br />

ergeben sich bei der Aufbereitung<br />

von Teilströmen zu<br />

Betriebswasser. Wichtigstes Anwendungsgebiet<br />

der <strong>Abwasser</strong>desinfektion<br />

in Ländern mit <strong>Wasser</strong>mangel<br />

ist die Aufbereitung des kommunalen<br />

<strong>Abwasser</strong>s zur Wiederverwendung<br />

z. B. zu Bewässerungszwecken.<br />

Dieses Merkblatt, das jetzt in<br />

dritter, überarbeiteter Auflage vorliegt,<br />

soll die notwendigen Grundlagen<br />

und fachlichen Informationen<br />

mit den Möglichkeiten und Grenzen<br />

für Entscheidungen über den Einsatz<br />

der <strong>Abwasser</strong>desinfektion und<br />

die zugehörigen Desinfektionstechniken<br />

für biologisch gereinigtes<br />

<strong>Abwasser</strong> liefern.<br />

Das Merkblatt gibt Hinweise zu<br />

Auswahl, Planung, Bau und Betrieb<br />

von Anlagen, die der Desinfektion<br />

von kommunalem <strong>Abwasser</strong> nach<br />

biologischer Behandlung dienen.<br />

Die Deutsche Vereinigung für<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft, <strong>Abwasser</strong> und<br />

Abfall e.V. (DWA) setzt sich intensiv<br />

für die Entwicklung einer sicheren<br />

und nachhaltigen <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

ein. Als politisch und wirtschaftlich<br />

unabhängige Organisation arbeitet<br />

sie fachlich auf den Gebieten <strong>Wasser</strong>wirtschaft,<br />

<strong>Abwasser</strong>, Abfall und<br />

Bodenschutz.<br />

In Europa ist die DWA die mitgliederstärkste<br />

Vereinigung auf diesem<br />

Gebiet und nimmt durch ihre<br />

fachliche Kompetenz bezüglich<br />

Regelsetzung, Bildung und Information<br />

der Öffentlichkeit eine besondere<br />

Stellung ein. Die rund 14 000<br />

Mitglieder repräsentieren die Fachleute<br />

und Führungskräfte aus Kommunen,<br />

Hochschulen, Ingenieurbüros,<br />

Behörden und Unternehmen.<br />

Information:<br />

März <strong>2013</strong>, 39 Seiten,<br />

ISBN 978-3-942964-82-1,<br />

Ladenpreis: 46,00 Euro,<br />

fördernde DWA-Mitglieder: 36,80 Euro.<br />

Merkblatt DWA-M 611: Fluss und Landschaft – Ökologische Entwicklungskonzepte<br />

Mit dem Merkblatt DWA-M 611<br />

„Fluss und Landschaft – Ökologische<br />

Entwicklungskonzepte“<br />

hat die DWA einen unveränderten<br />

Nachdruck des gleichnamigen<br />

DVWK-Merkblatts M 240 von 1996<br />

vorgelegt. Das Merkblatt bietet eine<br />

wertvolle Hilfe bei der wasserwirtschaftlichen<br />

Planung, bei der Beurteilung<br />

der fachlichen Zusammenhänge<br />

und ihrer konkreten Umsetzung<br />

am Gewässer und stellt auch<br />

für die derzeitigen, neueren Aufgaben<br />

der <strong>Wasser</strong>wirtschaft eine<br />

wesentliche Arbeitsgrundlage dar.<br />

Voraussetzung für nachhaltige<br />

Entwicklungsmaßnahmen an Fließgewässern<br />

sind Kenntnisse über<br />

ihre naturräumlich bedingten Selbstreinigungskräfte<br />

und über die stofflichen<br />

Einflussgrößen einschließlich<br />

aller Einträge im kommunalen und<br />

landwirtschaftlichen Bereich. Ferner<br />

sind zur Einschätzung erfolgversprechender<br />

Sanierungsmaßnahmen<br />

die natur- und landschaftstypischen<br />

Gegeben heiten und die<br />

DIN EN ISO<br />

9001:2008<br />

SEE 1239<br />

April <strong>2013</strong><br />

<strong>gwf</strong>-<strong>Wasser</strong> <strong>Abwasser</strong> 453


RECHT UND REGELWERK<br />

gewässerspezi fischen Biozönosen<br />

zu berücksich tigen. Das Merkblatt<br />

fasst die Ergebnisse des durch das<br />

Bundesministerium für Bildung,<br />

Wissenschaft, Forschung und Technologie<br />

(BMBF) geförderte Verbundforschungsvorhaben<br />

„Modellhafte<br />

Er arbeitung ökologisch<br />

begründeter Sanierungskonzepte<br />

für kleine Fließgewässer“ zusammen<br />

und stellt sie mit weiteren Erkenntnissen<br />

zur ökologischen Entwicklung<br />

von Fließgewässern nach<br />

einem ganzheitlichen Ansatz als<br />

vernetztes Konzept für Fluss und<br />

Landschaft dar.<br />

Das Merkblatt verfolgt das Ziel,<br />

den Mitarbeitern in Planungsbüros<br />

und den Aufsichtsführenden in<br />

Behörden ein Instrumentarium an<br />

die Hand zu geben, anhand dessen<br />

die Umsetzung ökologisch begründeter<br />

Entwicklungsmaßnahmen an<br />

kleinen Fließgewässern verwirklicht<br />

werden kann.<br />

Die Deutsche Vereinigung für<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft, <strong>Abwasser</strong> und<br />

Abfall e. V. (DWA) setzt sich intensiv<br />

für die Entwicklung einer sicheren<br />

und nachhaltigen <strong>Wasser</strong>wirtschaft<br />

ein. Als politisch und wirtschaftlich<br />

unabhängige Organisation arbeitet<br />

sie fachlich auf den Gebieten <strong>Wasser</strong>wirtschaft,<br />

<strong>Abwasser</strong>, Abfall und<br />

Bodenschutz.<br />

In Europa ist die DWA die mitgliederstärkste<br />

Vereinigung auf diesem<br />

Gebiet und nimmt durch ihre<br />

fachliche Kompetenz bezüglich<br />

Regelsetzung, Bildung und Information<br />

der Öffentlichkeit eine besondere<br />

Stellung ein. Die rund 14 000<br />

Mitglieder repräsentieren die Fachleute<br />

und Führungskräfte aus Kommunen,<br />

Hochschulen, Ingenieurbüros,<br />

Behörden und Unternehmen.<br />

Information:<br />

Februar <strong>2013</strong>, 271 Seiten,<br />

ISBN 978-3-941089-28-0,<br />

Ladenpreis: 98,00 Euro,<br />

fördernde DWA-Mitglieder: 78,40 Euro.<br />

Herausgeber und Vertrieb:<br />

DWA Deutsche Vereinigung für<br />

<strong>Wasser</strong>wirtschaft,<br />

<strong>Abwasser</strong> und Abfall e.V.,<br />

Theodor-Heuss-Allee 17,<br />

D-53773 Hennef,<br />

Tel. (02242) 872-333,<br />

Fax (02242) 872-100,<br />

E-Mail: info@dwa.de,<br />

DWA-Shop: www.dwa.de/shop<br />

Gründung eines ISO Technischen Komitees –<br />

„Water re-use“ (Wiederverwendung von <strong>Wasser</strong>)<br />

Info<br />

Die global ansteigende Notwendigkeit,<br />

gebrauchtes <strong>Wasser</strong><br />

(<strong>Abwasser</strong>) erneut zu verwenden,<br />

stellt für die Ausarbeitung von weltweit<br />

geltenden internationalen Normen<br />

eine neue Normungsbasis dar.<br />

Entsprechend beantragten die<br />

nationalen Normungsinstitute aus<br />

Japan, China und Israel im Rahmen<br />

der Initiative „Water access and use“<br />

des ISO-Rates die Aufnahme des<br />

neuen Arbeitsgebietes „Water reuse“<br />

in die internationale Normung.<br />

Die deutsche Meinungsbildung zu diesem internationalen<br />

Normungsthema findet in einem nationalen<br />

Gremium statt, zu dem alle interessierten<br />

Kreise eingeladen sind. Für weitere Informationen<br />

zur Normungsarbeit siehe www.din.de<br />

Die Notwendigkeit der Normung<br />

wurde von den Antragstellern mit<br />

Bedenken hinsichtlich gesundheitlicher,<br />

ökologischer und gesellschaftlicher<br />

Auswirkungen bei der<br />

Verwendung von behandeltem<br />

<strong>Abwasser</strong> begründet. In Folge sind<br />

laut Normungsantrag hohe Anforderungen<br />

und Leistungsparameter<br />

für Anlagen zur Aufbereitung des<br />

gebrauchten <strong>Wasser</strong>s zu definieren<br />

und festzulegen.<br />

Die <strong>International</strong>e Normung<br />

unterstützt somit eine nachhaltige<br />

Entwicklung auf dem Gebiet der<br />

Verwendung von behandeltem<br />

<strong>Abwasser</strong> und Regenwasser.<br />

Es ist vorgesehen, in einem neu<br />

zu gründenden internationalen<br />