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rhw management Lebensmittelrecht: Wer trägt die Verantwortung? (Vorschau)

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hw<br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

B 3437 E<br />

4<br />

April 2013<br />

50. Jahrgang<br />

www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Das Fachmagazin für Führungskräfte in der Hauswirtschaft<br />

c<br />

<strong>Lebensmittelrecht</strong><br />

<strong>Wer</strong> <strong>trägt</strong> <strong>die</strong><br />

<strong>Verantwortung</strong>?<br />

Wäsche im Altenheim<br />

Chemothermische<br />

Desinfektion<br />

Leistungswettbewerb<br />

Ein Mann gewinnt<br />

in Göppingen


[Die aktuelle CD]<br />

Schulen ohne Schranken<br />

Schulungen zur Weitergabe hauswirtschaftlichen Wissens erfordern bei Menschen mit geistigen Behinderungen<br />

und vergleichbarem Unterstützungsbedarf eine besondere Vorbereitung und didaktische Methoden.<br />

Diese CD-ROM beinhaltet ein Schulungskonzept, das in der Praxis bereits mehrfach erfolgreich<br />

erprobt worden ist.<br />

Die Autorin Dipl. oec. troh. (FH) Sabine Ebert, Jahrgang 1978, leitet <strong>die</strong> Abteilung Raumpflege im Fachbereich Hauswirtschaft<br />

der Johannes-Diakonie Mosbach. Sabine Ebert entwickelte für <strong>die</strong> Weitergabe von Wissen zu Reinigungs-, Hygiene-<br />

und Küchenfragen ein Schulungskonzept für Menschen mit Behinderungen in ihrer Einrichtung. Dieses Konzept<br />

fand in der Fachwelt bei Vorträgen auf diversen Tagungen bereits großen Anklang. Das Praktische an <strong>die</strong>ser CD-ROM-<br />

Veröffentlichung: Der Nutzer braucht nur das auszudrucken, was wirklich für <strong>die</strong> Schulung benötigt wird.<br />

Ergänzend sind <strong>die</strong> 50 wichtigsten Folien im Powerpoint-Format abgespeichert und somit sofort einsetzbar und aktualisierbar<br />

für <strong>die</strong> Schulung! Zusätzliche Anregung für Themen und Diskussionen bieten darüber hinaus<br />

<strong>die</strong> über 80 Fragen von <strong>rhw</strong>-Lesern aus allen Bereichen der Hauswirtschaft (wie Wäsche, Reinigung,<br />

Ernährung, Hygiene), <strong>die</strong> von einem kompetenten Expertenteam beantwortet wurden.<br />

Verlag Neuer Merkur · 22,90 Euro SBN 978-3-937346-76-2<br />

119 Seiten als PDF-Dokument, 50 Folien, 80 Fragen mit Antworten<br />

Jetzt bestellen:<br />

Telefon (0 79 53) 7 18 90 08 • E-Mail buchbestellung@fachbuchdirekt.de<br />

Versandkostenfrei über: www.fachbuchdirekt.de


Editorial<br />

Mann traut sich …<br />

Im Moment muss sich <strong>die</strong> traditionell<br />

weiblich geprägte Hauswirtschafts-Branche<br />

um eine Männerquote wohl keine<br />

Gedanken machen. Denn so deutlich wie<br />

in <strong>die</strong>sem Jahr sind <strong>die</strong> Männer in der Hauswirtschaft<br />

noch nicht in Erscheinung getreten.<br />

Ein paar Beispiele gefällig?<br />

u der zweite Vorsitzende des Berufsverbandes<br />

Hauswirtschaft ist Wolfgang<br />

Neises<br />

u der stellvertretende Vorsitzende des<br />

MdH ist Fachlehrer Martin Hartmann<br />

aus Göppingen<br />

u der stellvertretende Vorsitzende der<br />

BAG-HW ist Daniel Fuchs vom Volkssolidarität<br />

Bundesverband e.V.<br />

u der stellvertretende Vorsitzende im<br />

IVHW-Beirat ist Stefan Wahlen aus Koblenz.<br />

Als beim Bundesleistungswettbewerb<br />

vor wenigen Tagen in Göppingen ein Vertreter<br />

der Politik fast schon automatisch<br />

nur den Teilnehmerinnen für ihre Leistung<br />

dankte, da brandete von den 18 Landessiegerinnen<br />

eine Art beschützender Protestjubel<br />

auf, schließlich war ja mit David<br />

Rummeney auch ein Mann in ihren Reihen.<br />

Er sollte später am Abend dann sogar den<br />

Bundesleistungswettbewerb der Hauswirtschaft<br />

gewinnen – ein Novum in der<br />

fast 25-jährigen Geschichte des Wettbewerbes,<br />

der 2014 übrigens in Leipzig ausgerichtet<br />

wird. Wir berichten ab Seite 32.<br />

Ist <strong>die</strong> Zeit also reif für Männer in erster<br />

Reihe in der Hauswirtschaft? Es bleibt<br />

zu wünschen, dass <strong>die</strong> Herren mit ihren<br />

Ideen sich auch in <strong>die</strong> erste Reihe trauen,<br />

aber Stellvertreter zu sein ist ja schon mal<br />

ein Anfang.<br />

Jürgen Lewerenz von der Bildungswerkstatt<br />

Schwerin, der bei mancher Tagung<br />

mit seiner ruhigen Art, aber knallharten<br />

Fakten zur deutschen Ausbildung<br />

das Publikum fast schon schockierte, ist<br />

so ein Typ „für <strong>die</strong> erste Reihe“. Es ist schade,<br />

dass das Hauswirtschaft-Projekt „Jobstarter“,<br />

das er mit Leidenschaft verfolgt<br />

hat, nun nach sechs Jahren in Mecklenburg-<br />

Vorpommern ausgelaufen ist.<br />

Herzliche Grüße<br />

Für Sie durchgeblättert: <strong>rhw</strong> praxis 1/2013: „Textilien und Hygiene“<br />

Viele warten schon<br />

gespannt auf <strong>die</strong> neue<br />

Wäscheleitlinie, <strong>die</strong> im<br />

Mai 2013 erscheinen<br />

soll – wir durften in <strong>rhw</strong><br />

praxis einen Auszug<br />

veröffentlichen.<br />

<strong>rhw</strong> praxis feiert in <strong>die</strong>sem<br />

Jahr 10. Jubiläum.<br />

Infos zum Abo Seite 43.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4·2013 3


Inhalt<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4·2013<br />

Editorial 3<br />

Inhalt 4<br />

Wissen<br />

Thema des Monats 5<br />

Aktuelles 6<br />

Expertenforum<br />

Was hinter Trainee-Programmen<br />

für HWL’s steckt<br />

Ab Seite 14<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten 8<br />

Fachthema<br />

a<br />

a<br />

a<br />

„Generation S“ 10<br />

HWL-Trainees: fit für<br />

Führungsaufgaben 14<br />

Keine Chance für<br />

unangenehme Gerüche 18<br />

Chemothermische<br />

Wäschedesinfektion 26<br />

<strong>Lebensmittelrecht</strong>: <strong>Wer</strong> <strong>trägt</strong><br />

<strong>die</strong> <strong>Verantwortung</strong>? 30<br />

Berufsbildung<br />

Was man über Brandschutz<br />

wissen muss 21<br />

Report<br />

David Rummeney gewinnt! 32<br />

a<br />

So tagen wir in Zukunft! 36<br />

100 Jahre Hauswirtschaft:<br />

Wäscherei als Geschenk 39<br />

Marktplatz 34<br />

Service<br />

Impressum 41<br />

Stellenangebote/<strong>Vorschau</strong> 41<br />

Fortbildung 42<br />

Titelfotos: Quant GmbH, Robert Baumann<br />

Beilagenhinweis: Dieser Ausgabe liegen Beilagen bei<br />

zum 15. <strong>rhw</strong>-Symposium, zum 7. <strong>rhw</strong>-Erfolgstag und<br />

zum Buchprogramm des Verlags Neuer Merkur.<br />

Tabuthema Gerüche in Heimen:<br />

einfache Dinge beachten<br />

Ab Seite 18<br />

Desinfizierend Waschen – welche<br />

Stellschrauben sind wichtig?<br />

Ab Seite 26<br />

100 Jahre Fachakademie Triesdorf – und<br />

als Geschenk gab es eine neue Wäscherei<br />

Ab Seite 39<br />

Fotos Inhalt: GDA, Reinhard Wylegalla, Robert Baumann, Fachakademie Triesdorf<br />

4 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Thema des Monats<br />

Claudia Forster-Bard<br />

Die neue MdH-Vorsitzende<br />

im Steckbrief<br />

DR.SCHNELL für<br />

Ihre Gesundheit und<br />

unsere Umwelt.<br />

Claudia Forster-Bard wurde Ende<br />

Februar 2013 zur neuen Vorsitzenden<br />

des Bundesverbands hauswirtschaftlicher<br />

Berufe MdH e.V. für 2013<br />

bis 2016 gewählt. Wir trafen sie beim<br />

Bundesleistungswettbewerb der Hauswirtschaft<br />

in Göppingen (mehr ab Seite<br />

32) und stellen <strong>die</strong> Saarländerin im<br />

Steckbrief näher vor.<br />

c So sah meine Ausbildung/Studium<br />

und Fortbildung aus…<br />

d 1988 Abschluss zur Hauswirtschafterin,<br />

Ausbildung im Ökoweingut Sander/Rheinhessen<br />

1990 Abschluss zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin an der<br />

Fachschule für Hauswirtschaft, Boppard<br />

2007 – 2009 sonderpädagogische Zusatzausbildung berufsbegleitend<br />

2009 – 2011 Ausbildung zur HOT-Trainerin, Zertifikatskurs des<br />

deutschen Caritasverbandes, befähigt zum Einsatz in Familien in<br />

schwierigen Lebenssituationen, ebenfalls berufsbegleitend.<br />

c Beruflich habe ich Erfahrung in folgenden Einrichtungen gesammelt…<br />

d Nach der Familienphase habe ich zunächst in einem Stadtteilprojekt<br />

zur Qualifizierung von Frauen gearbeitet. In einem Café mit<br />

Mittagstisch konnten soziale und hauswirtschaftliche Kompetenzen<br />

erworben werden. Dann habe ich im SOS-Ausbildungs- und Beschäftigungszentrum<br />

Saarbrücken Hauswirtschafterinnen ausgebildet<br />

und in der Qualifizierung von AGH-Teilnehmern gearbeitet.<br />

c Heute arbeite ich hier…<br />

d Seit 2007 arbeite ich als Hauswirtschaftsleitung im Theresienheim.<br />

Das ist eine Einrichtung der Caritas: ein Zentrum der heilpädagogischen<br />

Kinder,- Jugend- und Familienhilfe in Saarbrücken. Dort bin<br />

ich für den Personaleinsatz und Personalentwicklung der hauswirtschaftlichen<br />

Mitarbeiter verantwortlich. Außerdem übe ich <strong>die</strong> Funktion<br />

der Hygienebeauftragten und der Sicherheitsbeauftragten aus.<br />

Besonders viel Freude macht mir der Einsatz im Bereich der Familienhilfe.<br />

Mit 15 Wochenstunden gebe ich Kurse im Haushaltstraining<br />

und Kochkurse für alleinerziehende Mütter und Väter.<br />

c Meine bisherigen Aufgaben beim MdH waren…<br />

d Seit 2007 stellvertretende Vorsitzende im Bundesverband hauswirtschaftlicher<br />

Berufe. Seit <strong>die</strong>ser Zeit vertrete ich den Bundesverband<br />

im Arbeitskreis Verbände des vzbv und im Fachausschuss hauswirtschaftliche<br />

Dienstleistungsbetriebe der dgh. Natürlich habe ich<br />

als Mitglied des Vorstandes an allen Delegiertenversammlungen und<br />

an den jährlich stattfindenden Bundesleistungswettbewerben teilgenommen.<br />

Seit 2012 leite ich den Vorstand kommissarisch als Vorsitzende,<br />

<strong>die</strong>se Aufgabe habe ich als große Herausforderung wahrgenommen<br />

und mich konsequenterweise zur Wahl der ersten Vorsitzenden zur<br />

Verfügung gestellt.<br />

Wir stellen aus: Halle 3, Stand 411<br />

Nürnberg, 09.-11.04.2013<br />

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<br />

Maßgeschneiderte Hygienelösungen<br />

und exzellenter Service<br />

www.dr-schnell.com<br />

Tel. +49/(0)89/35 06 08 0<br />

c Hauswirtschaft heißt für mich…<br />

d Mit fünf Bällen gleichzeitig jonglieren. t<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 5


Aktuelles<br />

Zuckerersatzstoff<br />

Stevia nicht gesünder als andere Süßungsalternativen<br />

Seit Dezember 2011 ist Steviolglycoside,<br />

umgangssprachlich Stevia abgekürzt,<br />

in der Europäischen Union als<br />

Süßungsmittel zugelassen. Gewonnen wird<br />

Stevia aus der Pflanze „Stevia rebaudiana“,<br />

dem sogenannten „Süß- oder Honigkraut“.<br />

Zweihundert- bis dreihundertfach süßer als<br />

Zucker und dabei praktisch energiefrei gilt<br />

es als gesunde, risikofreie Alternative zu Zucker:<br />

Es ist weder kariesfördernd, noch<br />

krebserregend oder erbgutschädigend und<br />

ohne Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit<br />

oder der Entwicklung des Ungeborenen.<br />

Doch das gilt nicht für Stevia allein, betont<br />

Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher<br />

der Deutschen Diabetes Gesellschaft<br />

(DDG). Auch andere Süßungsmittel,<br />

<strong>die</strong> statt Zucker verwendet werden, wie Acesulfam,<br />

Aspartam, Saccharin, Sucralose und<br />

Neotam, wurden von der amerikanischen<br />

Diabetesgesellschaft für unbedenklich<br />

erklärt. Somit ist Stevia<br />

für Diabetespatienten nicht besser<br />

oder schlechter als andere Zuckerersatzstoffe<br />

geeignet. Das hartnäckige Gerücht,<br />

dass Süßungsmittel oder Zucker<br />

süchtig machen können, entbehrt laut Fritsche<br />

jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.<br />

Nichtsdestotrotz gilt für alle Süßstoffe gleichermaßen,<br />

<strong>die</strong> empfohlene Tagesdosis<br />

nicht zu überschreiten. Lediglich in einem<br />

besonderen Fall sticht Stevia manch anderen<br />

Süßstoff aus: <strong>Wer</strong> an der sehr seltenen<br />

Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie<br />

leidet und zugleich aufgrund von Diabetes<br />

Süßstoffe benötigt, ver<strong>trägt</strong> <strong>die</strong> Aminosäure<br />

Phenylalanin nicht. Da aber etwa das Süßungsmittel<br />

Aspartam <strong>die</strong>se enthält, stellen<br />

phenylalanin-freie Zucker alternativen<br />

wie Stevia hier eine gute Wahl dar. t<br />

Fachhochschule Münster<br />

Prof. Dr. Anja<br />

Markant berufen<br />

Prävention<br />

Kampagne zur Reduzierung<br />

der Rückenbelastung<br />

an mich. Dein Rücken“, so<br />

steht es auf dem Notizzettel, der<br />

„Denk<br />

im Rahmen der gleichnamigen<br />

Präventionskampagne an <strong>die</strong> hohe Zahl der<br />

Rückenerkrankungen erinnern soll. Ziel der<br />

Mitte Januar 2013 gestarteten Initiative, <strong>die</strong><br />

von den Berufsgenossenschaften, Unfallkassen,<br />

der Sozialversicherung für Landwirtschaft,<br />

Forsten und Gartenbau sowie<br />

der Knappschaft getragen wird, ist es, <strong>die</strong><br />

Aufmerksamkeit auf übermäßige Rückenbelastung<br />

zu lenken. Schließlich gelten<br />

Muskel- und Skelett-Erkrankungen laut dem<br />

Bundesverband der Betriebskrankenkassen<br />

und ihrer fünf Landesverbände (BKK) als<br />

häufigste Ursache für Fehltage unter den<br />

Arbeitnehmern. Hiervon besonders stark<br />

betroffen sind Raum- und Hausratsreiniger,<br />

also auch Mitarbeiter des Reinigungs<strong>die</strong>nstes,<br />

sowie Helfer in der Krankenpflege<br />

und hauswirtschaftliche Betreuer. Die<br />

damit verbundenen Krankheitskosten und<br />

Produktionsausfälle gilt es zu vermeiden,<br />

indem durch Prävention und Gefährdungsbeurteilungen<br />

<strong>die</strong> Belastungen des Rückens<br />

im Arbeitsalltag verringert werden. Umfangreiche<br />

Broschüren, <strong>die</strong> speziell auf <strong>die</strong><br />

diversen Zielgruppen abgestimmt wurden,<br />

können auf der Homepage www.deinruecken.de<br />

heruntergeladen werden. t<br />

Mit ihrer Berufung an <strong>die</strong> Fachhochschule<br />

Münster im Februar 2013 erfüllt<br />

sich für Prof. Dr. Anja Markant<br />

der Wunsch, Lehre und Forschung zu verbinden.<br />

„Schon als Kind wollte ich Lehrerin<br />

werden, und während der Zeit an der Universität<br />

haben mich wissenschaftliche Fragen<br />

begeistert", berichtet <strong>die</strong> 45-Jährige.<br />

Nun lehrt sie am Fachbereich Oecotrophologie<br />

– Facility Management Ernährungsphysiologie<br />

und Ernährung des gesunden<br />

Menschen.<br />

Bevor Markant an <strong>die</strong> Fachhochschule<br />

Münster berufen wurde, arbeitete sie als internationale<br />

Produktmanagerin in der Fresenius<br />

Kabi Deutschland GmbH in Bad Homburg<br />

und war mehrere Jahre Lehrbeauftragte<br />

an der Fachhochschule Fulda. t<br />

Ernährungsbildung in der Schule<br />

aid-Ernährungsführerschein<br />

Mehr als 580.000 Kinder in Deutschland<br />

haben einen Führerschein –<br />

den Ernährungsführerschein. Dahinter<br />

verbirgt sich ein innovatives Unterrichtskonzept<br />

zur Ernährungsbildung. Genau<br />

fünf Jahre nach dem Start des bundesweiten<br />

Projekts hat sich der aid-Ernährungsführerschein<br />

als wichtiger Baustein<br />

zur Ernährungsbildung an deutschen<br />

Grundschulen etabliert. Unter dem Titel<br />

„Prüfung bestanden!“ hatten der aid info<strong>die</strong>nst<br />

e. V. und der Deutsche Landfrauenverband<br />

e.V. alle Akteure zur Konferenz am<br />

13. März 2013 ins Berliner Umweltforum<br />

eingeladen. Infos unter www.in-form.de/<br />

profiportal<br />

t<br />

Foto: M&S Fotodesign/Fotolia.com<br />

6 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


hw-Newsticker<br />

S+F Förderpreis: Die Bewerbungsphase<br />

für den Förderpreis für Innovatives<br />

Verpflegungs<strong>management</strong> 2013,<br />

mit dem besondere betriebliche oder<br />

wissenschaftliche Leistungen zur<br />

nachhaltigen und zukunftsfähigen Verpflegung<br />

ausgezeichnet werden, ist<br />

eröffnet. Teilnahmeberechtigt sind<br />

Personen aus der Verpflegungsbranche<br />

ebenso wie Schüler und Stu<strong>die</strong>rende.<br />

Mehr unter www.sundf-consulting.de.<br />

80 Jahre: Prof. Dr. Claus Leitzmann feierte<br />

am 6. Februar 2013 seinen runden<br />

Geburtstag. Leitzmann ist Wegbereiter<br />

der Ernährungsökologie und<br />

Vollwerternährung.<br />

Housekeeping 1: Am 29. April 2013 findet<br />

im Hotelkompetenzzentrum bei<br />

München <strong>die</strong> Tagung „Housekeeping<br />

Professional“ statt (Eintritt 199 Euro<br />

zzgl. MwSt, inkl. Abendgala). Es wird<br />

auch der „Housekeeping Manager<br />

2013“ gekürt. Anmeldung unter<br />

www.hotelkompetenzzentrum.de<br />

Housekeeping 2: Am 4. Juni 2013 richtet<br />

Gabriele Perklitsch in Salzburg den<br />

7. Housekeeping Fachtag aus (Eintritt<br />

332 Euro inkl. MwSt). Infos unter<br />

www.housekeepingkongress.at.<br />

Housekeeping 3: Die nächste „Housekeeping<br />

Convention“ mit über 300<br />

erwarteten Teilnehmern und 50 Ausstellern<br />

findet zweitägig am 22. und<br />

23. August 2013 in Ulm statt (Eintritt<br />

159 Euro zzgl. MwSt.). Infos unter<br />

www.housekeeping-office.de.<br />

Umzug: Das Reinigungsunternehmen<br />

Ecolab hat einen neuen Firmensitz für<br />

seine rund 500 Mitarbeiter: <strong>die</strong> Ecolab-Allee<br />

1 in Mohnheim (Nähe Leverkusen).<br />

Damit werden <strong>die</strong> Standorte<br />

in Düsseldorf, Düsseldorf-Flughafen<br />

und <strong>die</strong> frührer Firmenzentrale Hanau<br />

zusammengelegt.<br />

Douwe Egberts Professional nahm<br />

am 1. Februar 2013 seine Arbeit auf im<br />

Bereich Kaffeespezialitäten. Es tritt damit<br />

<strong>die</strong> Rechtsnachfolge der ehemaligen<br />

Firma Sara Lee Deutschland<br />

GmbH an.<br />

Demenz im Krankenhaus: Eine praxisnahe<br />

116-seitige Handreichung zum<br />

Thema „Menschen mit Demenz im<br />

Krankenhaus“ hat <strong>die</strong> DiAG entwickelt.<br />

Zu finden unter www.dip.de<br />

Neue Chefredakteure: Sowohl <strong>die</strong><br />

Zeitschrift GV-kompakt (mit Matthias<br />

Zschunke) als auch das Magazin Verpflegungs<strong>management</strong><br />

(mit Ralf Lang)<br />

haben jeweils seit Februar/März neue<br />

Leitungen der Redaktionen.<br />

Bundesverband hauswirtschaftlicher Berufe MdH e.V.<br />

Claudia Forster-Bard<br />

neue Vorsitzende<br />

Nürnberg<br />

Aktuelles<br />

Vom 22. bis 24. Februar 2013 wurde im<br />

Rahmen der Delegiertenversammlung<br />

der neue Vorstand des Bundesverbands<br />

hauswirtschaftlicher Berufe MdH e.V.<br />

ermittelt. Für <strong>die</strong> Amtszeit 2013-2016 wurde<br />

Claudia Forster-Bard (LV Saarland) als<br />

Vorsitzende in den Bundesvorstand gewählt<br />

(siehe auch Interview Seite 5). Ihre<br />

Stellvertretung übernimmt künftig Martin<br />

Hartmann vom LV Baden-Württemberg. Helga<br />

Zerb (ZV Hessen) ist fortan Schatzmeisterin.<br />

Des Weiteren wurden durch Nachwahl<br />

noch Inga Bohnenkamp (LV Schleswig-Holstein),<br />

Andrea Jenkel (LV Hessen) sowie Brigitte<br />

Weniger (LV Sachsen) aufgenommen.<br />

Darüber hinaus gehören kraft ihres Amtes<br />

<strong>die</strong> Vorsitzende des AK Berufliche Bildung,<br />

Anita Groh-Allgaier, <strong>die</strong> Vorsitzende des AK<br />

Junges Forum MdH, Nicole Rietz, und Ruth<br />

Waizenegger, Redaktionsleitung fundus,<br />

dem Vorstand an. Im Fokus des neu gewählten<br />

Vorstands wird <strong>die</strong> Kontaktpflege<br />

zu anderen hauswirtschaftlichen Berufsverbänden<br />

sowie <strong>die</strong> aktive Mitarbeit in der<br />

Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft<br />

(BAG HW) stehen.<br />

t<br />

Pflegebranche trifft sich im April<br />

auf der Messe ALTENPFLEGE<br />

Vom 9. bis 11. April 2013 steht Nürnberg<br />

ganz im Zeichen der professionellen<br />

Pflege und Hauswirtschaft: Die Fachmesse<br />

ALTENPFLEGE gibt einen Einblick in<br />

<strong>die</strong> neuesten Trends und Innovationen in<br />

Pflege, Therapie, Ernährung, Raumeinrichtung<br />

sowie IT. 600 Aussteller bieten einen<br />

umfassenden Marktüberblick und den erwarteten<br />

34.000 Besuchern ein Forum für<br />

fachliche Diskussion und Austausch. In<br />

sechs Hallen werden verschiedenste Produkte<br />

und Dienstleistungen vorgestellt.<br />

Das Forum Küche und Hauswirtschaft<br />

bietet an jedem Tag ein abwechslungsreiches<br />

Vortragsprogramm. Den Auftakt macht<br />

am ersten Messetag das Smooth Food Taste<br />

Festival, ein Live-Koch-Event mit Heimkoch<br />

Herbert Thill, auch Referent beim <strong>rhw</strong>-<br />

Erfolgstag am 16. Mai 2013 am Bodensee.<br />

Küchenmeister Herbert Thill zeigt mit anderen<br />

erfahrenen Heimköchen wie hochwertige<br />

Lebensmittel durch Schneiden, Mixen<br />

und Pürieren, Passieren oder Aufschäumen<br />

in eine geschmeidige Konsistenz<br />

gebracht und dekorativ angerichtet werden<br />

können. Messebesucher können am 9. April<br />

Kochshows der besonderen Art live im Forum<br />

Küche und Hauswirtschaft in Halle 5<br />

miterleben.<br />

Am zweiten Messetag, dem 10. April,<br />

dreht sich auf dem Forum alles um das Thema<br />

„Hauswirtschaft und Pflege – eine Kompetenzpartnerschaft“.<br />

„Ein gutes Zusammenspiel<br />

von Hauswirtschaft und Pflege<br />

kann wesentlich zur Optimierung der Qualität<br />

in der Versorgung, Betreuung und Pflege<br />

älterer Menschen beitragen“, weiß Judith<br />

Regler-Keitel vom Fortbildungszentrum<br />

Hauswirtschaft, Triesdorf, <strong>die</strong> das Programm<br />

in Zusammenarbeit mit den bayerischen Ministerien<br />

für Soziales und Landwirtschaft<br />

organisiert. Fachvorträge von Ausstellern<br />

zu Küche, Ernährung und Hauswirtschaft erwarten<br />

<strong>die</strong> Besucher im Forum am dritten<br />

Messetag. Weitere Informationen zum Forum<br />

Küche und Hauswirtschaft unter: www.<br />

altenpflege-messe.de/expertenforum t<br />

Weitere tagesaktuelle Meldungen finden Sie<br />

unter http://twitter.com/<strong>rhw</strong><strong>management</strong><br />

Auch der Verlag Neuer Merkur wird mit <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> in Nürnberg vertreten sein:<br />

Wir freuen uns, Sie in Halle 5 am Stand 156 begrüßen zu dürfen!<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4·2013 7


Expertenforum<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten<br />

Antwort von Peter Hützen<br />

Bei Schulungen<br />

höhere Bezahlung?<br />

c Ich arbeite als Hauswirtschaftsmeisterin<br />

in einer <strong>Wer</strong>kstatt für Behinderte. Dort<br />

bin ich für <strong>die</strong> Ausgabeküche und <strong>die</strong> Reinigung<br />

der Küche und der <strong>Wer</strong>kstatt verantwortlich.<br />

Leider werde ich nur als Reinigungskraft<br />

geführt und bezahlt. Dagegen<br />

möchte ich jetzt angehen. Ich erstelle alle<br />

Pläne und halte Schulungen für unsere Behinderten<br />

in der Küche und für ausgewählte<br />

Personengruppen. Nun soll ich auch Schulungen<br />

für das gesamte Personal halten.<br />

Die Begründungen sind immer <strong>die</strong>selben:<br />

Der Betrieb darf jemanden mit <strong>die</strong>ser Aufgabe<br />

beauftragen. Muss ich <strong>die</strong>se Aufgaben<br />

übernehmen? Ich habe keine Stellenbeschreibung<br />

(und werde wohl auch so<br />

schnell keine entsprechende erhalten), Entgeltgruppe<br />

und Tätigkeitsschlüssel entsprechen<br />

dem einer Reinigungskraft, <strong>die</strong><br />

angelernt werden muss. Ich wäre sehr froh,<br />

wenn Sie mir weiterhelfen könnten, da ich<br />

bislang bei meinen Recherchen keine Anhaltspunkte<br />

über <strong>die</strong> Rechtslage gefunden<br />

habe.<br />

d Welche Aufgaben und Tätigkeiten eine<br />

Arbeitnehmerin verpflichtet ist, auszuüben,<br />

richtet sich in erster Linie nach den im Arbeitsvertrag<br />

getroffenen Vereinbarungen.<br />

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber Inhalt,<br />

Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach<br />

billigem Ermessen bestimmen. Durch <strong>die</strong> Tätigkeits-<br />

bzw. Stellenbeschreibung im Arbeitsvertrag<br />

wird das Direktionsrecht jedoch<br />

eingeschränkt. Je konkreter <strong>die</strong> Tätigkeit im<br />

Arbeitsvertrag beschrieben ist, desto geringer<br />

ist <strong>die</strong> Möglichkeit, der Arbeitnehmerin<br />

auch andere Aufgaben zu übertragen.<br />

Wird beispielsweise im Arbeitsvertrag<br />

als Tätigkeit Reinigungskraft vereinbart, ist<br />

<strong>die</strong> Arbeitnehmerin verpflichtet, sämtliche<br />

im Zusammenhang mit der Gebäude- und<br />

Objektreinigung stehenden Tätigkeiten am<br />

Arbeitsort auszuüben. Von der Reinigungskraft<br />

kann jedoch nicht verlangt werden, als<br />

Hauswirtschaftsmeisterin zu arbeiten. Die<br />

Übertragung einer solchen höherwertigen,<br />

Tätigkeit müsste vereinbart und entsprechend<br />

vergütet werden.<br />

Antwort von Andreas Carl<br />

Ist gemeinsames<br />

Waschen ok?<br />

c Grüne Mikrofasertücher aus der Lehrküche<br />

und rote aus dem Sanitärbereich werden<br />

bei uns täglich zusammen bei 60 °C mit<br />

Desinfektionswaschmittel gewaschen. Ist<br />

das Desinfektionswaschmittel ausreichend,<br />

um <strong>die</strong> Tücher gemeinsam zu waschen oder<br />

müssen <strong>die</strong> Tücher getrennt gewaschen<br />

werden? In der Großküche wird <strong>die</strong> Küchenwäsche<br />

getrennt von anderen Reinigungstüchern<br />

gewaschen.<br />

d Das gemeinsame Waschen stellt kein<br />

Problem dar. Da <strong>die</strong> Tücher bei 60 °C mit Desinfektionswaschmittel<br />

gewaschen werden,<br />

sind <strong>die</strong>se im Ergebnis dann einwandfrei.<br />

Sie müssen „nur“ darauf achten, dass<br />

es in der Wäscherei nicht zu Kreuzkontaminationen<br />

kommt. Was nichts anders bedeutet,<br />

als dass Sie darauf achten müssen, dass<br />

<strong>die</strong> Tücher nach dem Waschprozess nicht<br />

mit den schmutzigen in irgendeiner Form in<br />

Verbindung kommen können. Das könnten<br />

unter anderem <strong>die</strong> Behälter, <strong>die</strong> Handschuhe,<br />

<strong>die</strong> Kleidung, das Bullauge usw. sein.<br />

Antwort von Dr. Dieter Bödeker<br />

Ohne Einmalhandschuhe<br />

– ist das zu<br />

verantworten?<br />

c Als Hauswirtschaftsleitung in einem<br />

ambulanten (privaten) Pflege<strong>die</strong>nst mit zirka<br />

500 Klienten, davon 160 mit hauswirtschaftlicher<br />

Versorgung, stehe ich momentan<br />

vor dem Problem, dass <strong>die</strong> Geschäftsführung<br />

– entgegen meinen hygienischen<br />

Bedenken – beschlossen hat, dass<br />

<strong>die</strong> Haushaltshilfen, <strong>die</strong> bei unseren Klienten<br />

zu Hause <strong>die</strong> Reinigung und Wäscheversorgung<br />

durchführen, in Zukunft keine<br />

Einmalhandschuhe mehr verwenden dürfen,<br />

sondern Haushaltshandschuhe gestellt<br />

bekommen. Da aber sehr viele Klienten<br />

auch inkontinent sind, hatte ich im Vorfeld<br />

meine Bedenken geäußert. Konkret habe<br />

ich mich gegen <strong>die</strong> Haushaltshandschuhe<br />

ausgesprochen, da ich der Meinung bin,<br />

<strong>die</strong>se können nicht hygienisch sauber gehalten<br />

werden mit den Reinigungsmitteln,<br />

<strong>die</strong> bei den Klienten vorhanden sind, wenn<br />

denn überhaupt welche vorhanden sind!<br />

Gleichzeitig darf ich den Haushaltshilfen<br />

nur noch alle drei Monate (!) Hautpflegemittel<br />

(100 ml) und Desinfektionsmittel (150<br />

ml) aushändigen.<br />

Das <strong>rhw</strong>-Expertenteam für Ihre Fragen<br />

Karin Beuting-Lampe<br />

Organisationsberaterin<br />

und Fortbildungsreferentin<br />

Dr. Dieter Bödeker<br />

Andreas Carl<br />

Berater für<br />

Hauswirtschaft<br />

und Reinigung<br />

Peter Hützen<br />

M. Christine Klöber<br />

Beraterin zu Wäsche-<br />

Management und<br />

Wirtschaft<br />

Ralf Klöber<br />

Sascha Kühnau<br />

Berater für Ernährung,<br />

Hygiene und Qualitäts<strong>management</strong><br />

Hygieneberater,<br />

Wedemark<br />

Fachanwalt für<br />

Arbeitsrecht,<br />

Bird&Bird, Düsseldorf<br />

Berater für<br />

Groß küchen und<br />

Kundenorientierung<br />

Sie erreichen das <strong>rhw</strong>-Expertenteam unter: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de<br />

Bitte beachten Sie: Unsere <strong>rhw</strong>-Experten helfen Ihnen bei der Interpretation der aktuellen Gesetzesvorschriften, geben damit aber keine rechtliche Beratung.<br />

8 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Expertenforum<br />

Ist das mit den Hygienerichtlinien vereinbar?<br />

Stimmt es, dass bei mindestens 50<br />

Prozent inkontinenten Klienten <strong>die</strong> Krankenhaushygienerichtlinien<br />

anzusetzen<br />

sind? Wo finde ich <strong>die</strong> entsprechenden Verordnungen?<br />

d Es ist allgemein üblich, dass bei Tätigkeiten,<br />

bei denen mit einer Kontamination<br />

durch Fäkalkeime zu rechnen ist, Schutzkleidung<br />

zu tragen ist. Zur Schutzkleidung<br />

gehören in <strong>die</strong>sem Fall Schutzkittel und geeignete<br />

Handschuhe.<br />

Die von Ihnen beschriebenen Tätigkeiten<br />

sind gemäß der für den genannten Arbeitsbereich<br />

verbindlichen Biostoffverordnung<br />

und der TRBA 250 (zuletzt geändert im<br />

April 2012) der Schutzstufe 2 zuzuordnen.<br />

Für <strong>die</strong>se Schutzstufe gilt: Der Arbeitgeber<br />

hat <strong>die</strong> erforderliche Schutzkleidung und<br />

sonstige persönliche Schutzausrüstungen,<br />

insbesondere dünnwandige, flüssigkeitsdichte,<br />

allergenarme Handschuhe in ausreichender<br />

Stückzahl zur Verfügung zu stellen.<br />

<strong>Wer</strong>den sogenannte Haushaltshandschuhe<br />

eingesetzt, muss sichergestellt sein, dass<br />

<strong>die</strong>se beständig gegenüber den eingesetzten<br />

Desinfektionsmitteln sind. Bei der Wäscheentsorgung<br />

müssen in jedem Fall Desinfektionsmittel<br />

eingesetzt werden. Händedesinfektionsmittel<br />

müssen immer (!) in ausreichender<br />

Menge zur Verfügung gestellt werden.<br />

150 ml für einen Zeitraum von drei Monaten<br />

sind auf keinen Fall ausreichend. Die<br />

von Ihnen angesprochene „50-Prozent-Regelung“<br />

kenne ich persönlich nicht.<br />

Antwort von Sascha Kühnau<br />

Risiko-Analyse<br />

im Küchenbereich<br />

c Zum Aufbau einer Risiko-Analyse für<br />

den Küchenbereich benötige ich dringend<br />

Informationen. Gibt es speziell zu <strong>die</strong>sem<br />

Thema Fortbildungen oder gute Literatur?<br />

d Grundsätzlich muss zwischen Risikoanalyse<br />

und Prozessanalyse unterschieden<br />

werden. In Anlehnung an den Artikel 1 der<br />

Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene<br />

ist ein integriertes Lebensmittelhygienekonzept<br />

vom Lebensmittelunternehmer<br />

gefordert, das sich aus<br />

HACCP und guter Herstellungspraxis zusammen<br />

setzt.<br />

Um für <strong>die</strong>ses Lebensmittelhygienekonzept<br />

einen begründeten Maßstab zu haben,<br />

sollte eine Risikoanalyse durchgeführt werden.<br />

Als Ergebnis kann benannt werden, wie<br />

streng <strong>die</strong> Anforderungen an das Lebensmittelhygienekonzept<br />

sein müssen.<br />

Einige Kriterien sind:<br />

u Portionszahl<br />

u Zeit zwischen Zubereitung und Verzehr<br />

u eingesetzte Lebensmittel<br />

u vorhandene Geräte<br />

u bauliche Ausstattung<br />

u Breite des Angebots<br />

u<br />

Immunstärke der versorgten Personen.<br />

Daraus kann dann selbstbestimmt entschieden<br />

werden, wie streng <strong>die</strong> Regelungen<br />

der Lebensmittelhygiene ausgelegt werden.<br />

Als Orientierung können dabei <strong>die</strong> jeweiligen<br />

Branchenleitlinien <strong>die</strong>nen. Das sind im Küchenbereich:<br />

u Leitlinie „Wenn in sozialen Einrichtungen<br />

gekocht wird“<br />

u DEHOGA-Leitlinie<br />

u DIN 10508 über Temperaturen im Lebensmittelhygienebereich<br />

und 10506 zur Lebensmittelhygiene<br />

Gemeinschaftsverpflegung.<br />

Wenn das Risiko erfasst ist, kann auf <strong>die</strong>ser<br />

Grundlage <strong>die</strong> Prozessanalyse gemacht<br />

werden, um <strong>die</strong> Kontrollpunkte und kritischen<br />

Kontrollpunkte festzulegen. Für <strong>die</strong>se werden<br />

verbindliche Handlungsvorgaben für <strong>die</strong> berufliche<br />

Praxis selbstbestimmt erarbeitet.<br />

Als Literatur kann ich besonders <strong>die</strong> Leitlinie<br />

„Wenn in sozialen Einrichtungen gekocht<br />

wird“ empfehlen, mit der auch ich in<br />

meiner Beratungspraxis meist arbeite.<br />

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Fachthema<br />

„Generation S“<br />

Der Anteil an übergewichtigen und adipösen Kindern in Deutschland<br />

ist nach wie vor sehr hoch. Dafür ist eine ganze Reihe von<br />

Einflussfaktoren verantwortlich – der letztendlich das Übergewicht<br />

auslösende Mechanismus aber ist das Ungleichgewicht von<br />

Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch. Hierbei spielt <strong>die</strong> sitzende<br />

Lebensweise eine bedeutende Rolle, denn sie hat erheblichen<br />

Einfluss auf <strong>die</strong> Entstehung des kindlichen Übergewichts.<br />

Sehr lange und relativ einseitig wurde<br />

für das Ungleichgewicht von Kalorienaufnahme<br />

und -verbrauch <strong>die</strong> Kalorienaufnahme<br />

verantwortlich gemacht.<br />

Es finden sich aber keine belastbaren Daten,<br />

<strong>die</strong> <strong>die</strong>s rechtfertigen. Im Gegensatz<br />

dazu gibt es aber viele Belege für den Rückgang<br />

der körperlichen Aktivität – besonders<br />

bei Kindern und Jugendlichen. Eine<br />

bedeutende Rolle spielt dabei <strong>die</strong> Verdrängung<br />

aktiver Zeit durch Sitzzeit. Dies<br />

hat erhebliche Auswirkungen auf <strong>die</strong> Gesundheit<br />

und auf <strong>die</strong> Energiebilanz. Verschärft<br />

wird <strong>die</strong> Situation durch den Anstieg<br />

der Zeit, <strong>die</strong> vor TV- und Computerbildschirmen<br />

zugebracht wird. Der sitzende<br />

Lebensstil stellt einen wichtigen Ansatzpunkt<br />

dar, wenn es darum geht, den<br />

Anteil der übergewichtigen und adipösen<br />

Kinder zu reduzieren.<br />

Ausgangssituation und<br />

Rahmenbedingungen<br />

Es sind nur etwa 200 Kinder und Jugendliche<br />

pro Jahr, bei denen <strong>die</strong> Diagnose<br />

neu gestellt wird. Doch <strong>die</strong> Krankheit,<br />

an der sie leiden, ist ungewöhnlich und<br />

deshalb alarmierend. Sie leiden an Diabetes<br />

Mellitus Typ 2, dem sogenannten Altersdiabetes,<br />

also einer Krankheit, von der<br />

über acht Prozent aller Bundesbürger betroffen<br />

sind, <strong>die</strong> in der Regel aber erst im<br />

hohen Alter auftritt. Diese ungewöhnliche<br />

Entwicklung ist <strong>die</strong> Konsequenz eines<br />

nach wie vor steigenden Anteils an übergewichtigen<br />

und adipösen Kindern in<br />

Deutschland.<br />

Es sieht auch nicht danach aus, dass<br />

sich <strong>die</strong> Befunde der im Jahr 2006 erstmalig<br />

durchgeführten KIGGS-Stu<strong>die</strong> grundlegend<br />

verändert haben. Auch <strong>die</strong> letzten<br />

bundesdeutschen Einschulungsdaten zeigen<br />

allenfalls ein Abflachen der Kurve. So<br />

sind in Deutschland zwischen zehn und 15<br />

Prozent der Schulkinder übergewichtig,<br />

vier bis acht Prozent sind adipös. Der Anstieg<br />

der Adipositashäufigkeit fällt zeitlich<br />

mit der Einschulung zusammen und gibt<br />

damit erste Hinweise auf mögliche Ursachen.<br />

In der weltweit angelegten Stu<strong>die</strong> „Health<br />

Behaviour in School-aged Children“<br />

(HBSC) der Weltgesundheitsorganisation<br />

(WHO) findet sich für <strong>die</strong> Schulkinder in<br />

den beteiligten Industrieländern keine Entwarnung.<br />

Die Autoren stellen fest, dass <strong>die</strong><br />

Prävalenz von Übergewicht bei der Jugend<br />

Foto: iStockphoto.com/lisafx<br />

10 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Fachthema<br />

in allen untersuchten Ländern hoch blieb.<br />

Für <strong>die</strong>se Entwicklung wird eine Fülle von<br />

möglichen Einflussfaktoren beschrieben.<br />

Dabei reicht das Spektrum von spezifischen<br />

Variablen, wie zum Beispiel dem<br />

Schlafverhalten über <strong>die</strong> Ernährung im frühen<br />

Kindesalter bis hin zum Geburtsgewicht.<br />

Für <strong>die</strong> weiteren Überlegungen soll<br />

aber der Fokus auf den letztendlich <strong>die</strong><br />

Übergewichtsentstehung auslösenden Mechanismus<br />

gerichtet werden. Die gemeinsame<br />

Endstrecke aller Faktoren ist das Ungleichgewicht<br />

zwischen der Kalorienaufnahme<br />

und dem Kalorienverbrauch. Neben<br />

den genannten Aspekten wird <strong>die</strong>ses Verhältnis<br />

beeinflusst von:<br />

u sozioökonomischen Faktoren (zum Beispiel<br />

Schichtzugehörigkeit, Bildung<br />

und Einkommen der Eltern)<br />

u Adipositas fördernden Umgebungen<br />

(Wohnsituation, Me<strong>die</strong>nkonsum, ständige<br />

Verfügbarkeit von energiedichter<br />

Nahrung)<br />

u psychosozialen und kognitiven Einflussfaktoren.<br />

Auch das Übergewicht bei Kindern und<br />

Jugendlichen ist immer <strong>die</strong> Folge eines Ungleichgewichts<br />

von Kalorienaufnahme und<br />

Kalorienverbrauch, wobei hier noch <strong>die</strong> für<br />

Wachstum und Reifung notwendige „Energie“<br />

berücksichtigt werden muss. Vor <strong>die</strong>sem<br />

Hintergrund ist zu klären, ob <strong>die</strong>ses<br />

Missverhältnis durch <strong>die</strong> verstärkte Energieaufnahme,<br />

den reduzierten Energieverbrauch<br />

oder eine Kombination aus beiden<br />

Möglichkeiten erzeugt wird.<br />

Zur Entstehung des Übergewichts<br />

Berücksichtigt man <strong>die</strong> Zahl der Interventionen<br />

und den Stellenwert innerhalb<br />

der öffentlichen Diskussion, so scheint in<br />

der Gesellschaft mehrheitlich <strong>die</strong> erhöhte<br />

Energieaufnahme („Super Size Me“) verantwortlich<br />

gemacht zu werden. Es fehlen<br />

zwar belastbare und valide Daten sowohl<br />

zur Energieaufnahme als auch zum Energieverbrauch,<br />

aber es finden sich zahlreiche<br />

Indizien, <strong>die</strong> für einen deutlichen Rückgang<br />

des Energieverbrauchs, insbesondere<br />

durch den Rückgang der körperlichen<br />

Aktivität sprechen.<br />

In einer Übersichtsarbeit zu den Ursachen<br />

der Adipositas stellen Weinsier et al.<br />

fest, dass <strong>die</strong> gegenläufigen Trends von<br />

sinkender Energiezufuhr und ansteigendem<br />

Körpergewicht nahelegen, dass <strong>die</strong><br />

körperliche Bewegung der wichtigste Faktor<br />

sein kann, durch den sich der Prävalenzanstieg<br />

von Übergewicht erklärt. Auch<br />

in der Nationalen Verzehrsstu<strong>die</strong> II (NVS II)<br />

liegen <strong>die</strong> <strong>Wer</strong>te für „<strong>die</strong> Energiezufuhr im<br />

Normbereich für geringe körperliche Aktivität“.<br />

Aus in Australien erhobenen Daten<br />

schlussfolgerten <strong>die</strong> Autoren, dass der<br />

Hauptfaktor, der zur Übergewichts-/Adipositasepidemie<br />

bei<strong>trägt</strong>, das zunehmende<br />

Sitzen in der Bevölkerung sein muss, da<br />

ein genereller Anstieg bei der Energiezufuhr<br />

nicht ermittelt werden konnte. Erstmalig<br />

wird hier das „zu lange Sitzen“ als<br />

ein wichtiger Faktor erwähnt.<br />

Der Rückgang der körperlichen Aktivität<br />

trifft nach US-amerikanischen Daten besonders<br />

für Kinder und Jugendliche zu: Die<br />

National Health and Nutrition Examination<br />

Survey (NHANES) ermittelte in den Jahren<br />

von 1971 bis 1994 einen geringen Unterschied<br />

bei der mittleren, dem Alter angepassten<br />

Energiezufuhr bei Jungen, während<br />

in <strong>die</strong>sem Zeitraum von rund 20 Jahren<br />

eine starke Zunahme bei kindlichem<br />

Übergewicht zu verzeichnen war. Dagegen<br />

zeigen insbesondere <strong>die</strong> verfügbaren Daten<br />

zur körperlichen Aktivität, dass <strong>die</strong>se<br />

rückläufig ist. Das trifft beispielsweise auch<br />

auf <strong>die</strong> australische Bevölkerung zu, weshalb<br />

Wissenschaftler fordern, dass im Bereich<br />

Public Health viel mehr getan werden<br />

müsse.<br />

Körperliche Aktivität sinkt,<br />

Bildschirmzeiten steigen<br />

Eine besondere Rolle für <strong>die</strong> Energiebilanz<br />

spielt der Schulweg. Ein immer geringerer<br />

Anteil der Schüler hat einen „aktiven<br />

Schulweg“, das heißt, legt ihn zu Fuß<br />

oder mit dem Fahrrad zurück. Daten aus<br />

den USA zeigen, dass <strong>die</strong> rückläufige Zahl<br />

der Schüler mit einem aktiven Schulweg<br />

zu einem besorgniserregenden Verlust an<br />

körperlicher Bewegung führt. Auch in anderen<br />

Ländern wie zum Beispiel Australien<br />

findet sich ein signifikanter Rückgang körperlicher<br />

Aktivität. Die entscheidende Frage<br />

ist deshalb, ob wir auf dem Schulweg<br />

Kalorien verbrennen oder <strong>die</strong> letzten fossilen<br />

Brennstoffe verheizen. Auch aus<br />

Großbritannien liegen vergleichbare Daten<br />

vor. Aus Deutschland finden sich dazu weder<br />

Stu<strong>die</strong>n noch gibt es eine umfassende<br />

Gesundheitsberichterstattung. Insgesamt<br />

zeigen sich jedoch ausreichende Befunde<br />

für einen deutlichen Rückgang des Gesamtumfangs<br />

der körperlichen Aktivität bei<br />

einer zumindest stabilen bis leicht reduzierten<br />

Energieaufnahme.<br />

Im gleichen Maße wie sich <strong>die</strong> Bewegungszeiten<br />

mit moderater bis starker körperlicher<br />

Aktivität reduzieren, erhöhen sich<br />

gegenläufig <strong>die</strong> Bildschirmzeiten, das<br />

heißt, <strong>die</strong> Freizeit, <strong>die</strong> sitzend vor dem TV-<br />

Gerät oder dem Computer zugebracht wird.<br />

Die Rolle von TV und Computer im Leben<br />

der Kinder und Jugendlichen wird immer<br />

bedeutsamer. Im Kontext mit der steigenden<br />

Prävalenz von Übergewicht und Adipositas<br />

ergibt sich daher das folgende Bild:<br />

u Der Energieverbrauch durch körperliche<br />

Bewegung geht zurück.<br />

u Dies kommt auch in einer reduzierten<br />

körperlichen Leistungsfähigkeit zum<br />

Ausdruck.<br />

u Sitzen, <strong>die</strong> „Aktivität“, <strong>die</strong> nach dem<br />

Schlaf den geringsten Energieverbrauch<br />

aufweist, nimmt einen immer<br />

größeren Teil des Tages ein.<br />

u Die nahrungsinduzierte Energieaufnahme<br />

ist eher rückläufig und liegt keinesfalls<br />

über den jeweiligen Empfehlungen<br />

der Fachgesellschaften.<br />

Förderung von sportlichen<br />

Aktivitäten reicht nicht<br />

Ein wesentlicher Schlüssel zur Bewältigung<br />

des Übergewichtsproblems liegt<br />

deshalb in der Umkehr des immer geringeren<br />

Energieverbrauchs durch körperliche<br />

Aktivität. Bisherige Strategien konzentrierten<br />

sich vorwiegend auf <strong>die</strong> Förderung<br />

von sportlichen Aktivitäten, was allerdings<br />

wenig Erfolg hat:<br />

u Die Erhöhung der körperlichen Aktivität<br />

allein über den Bereich des Sports<br />

scheint nicht ausreichend zu sein.<br />

u Sportunterricht kann <strong>die</strong>sen Bewegungsmangel<br />

nicht kompensieren, da<br />

es sowohl zu wenig Sportstunden gibt<br />

als auch <strong>die</strong> Bewegungsumfänge innerhalb<br />

der Sportstunden zu gering<br />

sind.<br />

u Im System der Gesundheitsförderung<br />

sind keine Strukturen zu finden, <strong>die</strong><br />

Kinder und Jugendliche langfristig an<br />

körperliche Aktivitäten „binden“.<br />

Zur Kompensation scheint es deshalb<br />

notwendig, nicht nur <strong>die</strong> Aktivitätszeit zu<br />

erhöhen, sondern auch <strong>die</strong> langen Phasen<br />

der hohen Inaktivität, nämlich des Sitzens,<br />

zu reduzieren. Daraus ergeben sich folgende<br />

Ziele:<br />

1 Erhöhung des Umfangs der körperlichen<br />

Aktivität im Alltag von Kindern<br />

und Jugendlichen.<br />

2 Reduzierung der Zeit, <strong>die</strong> sitzend mit<br />

extrem geringem Energieverbrauch zugebracht<br />

wird.<br />

Sitzender Lebensstil bei<br />

Kindern und Jugendlichen<br />

Die gesellschaftlich bedingten Veränderungen<br />

des Lebensstils in den letzten<br />

Jahren brachten eine dramatische Erhöhung<br />

der Sitzzeiten mit sich. Der Mensch<br />

sitzt auf dem Wege zu und von der Arbeit<br />

sowie zu und vom Kindergarten und der<br />

Schule, am Arbeitsplatz und in der Schule,<br />

während der Mahlzeiten, in der Freizeit<br />

vor dem Bildschirm von TV und Computer.<br />

Das „Biosystem“ Mensch ist orthopädisch<br />

keineswegs für das Sitzen konstru-<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 11


Fachthema<br />

iert. Da Sitzen aber durch einen sehr niedrigen<br />

Energieverbrauch gekennzeichnet ist,<br />

wird es deshalb vom aufrecht gehenden<br />

Homo Erectus gerne genutzt. Die energetischen<br />

Kosten liegen bei etwa dem einfachen<br />

Grundumsatz (siehe auch Erläuterungen<br />

im folgenden Kasten).<br />

MET: Die Verrechnungseinheit<br />

des Energieverbrauchs<br />

durch körperliche Aktivität<br />

Ein MET (Metabolic Equivalent of<br />

Task) entspricht einem Kalorienverbrauch<br />

von 1 kcal je Kilogramm Körpergewicht<br />

pro Stunde und damit in<br />

etwa dem Ruheumsatz des Körpers<br />

beim Sitzen. Mit Hilfe <strong>die</strong>ser individuellen<br />

Verrrechnungsäquivalente<br />

lassen sich alle Arten von körperlicher<br />

Aktivität einordnen. Während <strong>die</strong><br />

(Nicht-)Aktivität Schlaf bei 0,9 MET<br />

liegt, verdoppelt sich der Grundumsatz<br />

schon durch Stehen auf 2 MET.<br />

Forciertes Gehen – „Walking“ – liegt<br />

bereits bei vier bis fünf MET, Jogging<br />

mit 15 km/h bei zwölf MET. Allein<br />

schon durch den Wechsel ins Stehen<br />

verdoppelt sich im Vergleich zum Sitzen<br />

der Kalorienverbrauch. Es liegen<br />

zu allen möglichen Arten von körperlicher<br />

Aktivität genaue Angaben zur<br />

Berechnung der metabolischen Einheiten<br />

vor.<br />

Abbildung 1 rechts zeigt verbreitete Aktivitäten<br />

und <strong>die</strong> dazugehörigen METs. Ein<br />

MET entspricht dem Umsatz von 3,5 ml<br />

Sauerstoff pro Kilogramm Körpergewicht<br />

pro Minute bei Männern und 3,15 ml pro<br />

Kilogramm Körpergewicht pro Minute bei<br />

Frauen. Eine andere Definition bezeichnet<br />

als ein MET einen Kalorienverbrauch von<br />

4,2 kJ (1 kcal) je Kilogramm Körpergewicht<br />

pro Stunde, beides entspricht in etwa dem<br />

Ruheumsatz des Körpers.<br />

Die unter anderem auch von der WHO<br />

geforderten 30 Minuten körperlicher Aktivität<br />

pro Tag beziehen sich auf sogenannte<br />

moderate körperliche Aktivität (moderate<br />

activities), <strong>die</strong>se haben einen Energieverbrauch<br />

von drei bis sechs MET, <strong>die</strong><br />

genannten intensiven Aktivitäten (vigorous<br />

activities) liegen über sechs MET. Dabei<br />

stellt ein wöchentlicher Umfang von etwa<br />

zehn Stunden Walking oder drei Stunden<br />

Jogging bereits das Wirkungsoptimum dar.<br />

Hierbei handelt es sich um Durchschnittswerte<br />

mit einer hohen individuellen und sicherlich<br />

auch einer krankheitsspezifischen<br />

Varianz.<br />

Epidemiologie des Sitzens<br />

In der Geschichte der Menschheit gab<br />

es noch keine Phase, in der <strong>die</strong> Menschen<br />

so viel Zeit sitzend zubrachten. Es gibt zwar<br />

erhebliche individuelle Unterschiede, aber<br />

durchschnittlich findet sich <strong>die</strong> folgende<br />

Verteilung während der Wachzeiten (siehe<br />

Abbildung 2 Seite 13):<br />

Im Jahr 2010 zeigte eine Untersuchung<br />

erstmalig <strong>die</strong> Relation zwischen Sitzzeit,<br />

körperlicher Aktivität und erhöhtem Versterberisiko.<br />

Dies führte in der „New York<br />

Times“ zu der Schlagzeile „Is Sitting a Lethal<br />

Activity?“ („Ist Sitzen eine tödliche Aktivität?“).<br />

In der Tat zeigen <strong>die</strong> Befunde für<br />

<strong>die</strong> Menschen, <strong>die</strong> mehr als sechs Stunden<br />

am Tag sitzen, eine um 40 Prozent erhöhte<br />

Todesrate für Frauen und eine um 20 Prozent<br />

erhöhte Todesrate für Männer.<br />

Die gesundheitlichen Folgen des sitzenden<br />

Lebensstils sind mit denen der körperlichen<br />

Inaktivität vergleichbar:<br />

u Sitzen ist nach dem Schlaf <strong>die</strong> Aktivität<br />

mit dem geringsten Energieverbrauch.<br />

Die unmittelbare Folge eines<br />

sitzenden Lebensstils ist <strong>die</strong> ungünstige<br />

Veränderung der Energiebilanz, <strong>die</strong><br />

bei gleichbleibender Energieaufnahme<br />

zu einem Energieüberschuss führt, der<br />

als Fett abgespeichert wird.<br />

u „Use it or lose it“, <strong>die</strong>s gilt für nahezu<br />

alle Körperfunktionen. Im Sitzen wird<br />

besonders unsere posturale Muskulatur<br />

– also <strong>die</strong> für <strong>die</strong> aufrechte Körperhaltung<br />

zuständige – nicht genutzt; Abbau<br />

und muskuläre Dysbalancen sind<br />

<strong>die</strong> Folge.<br />

u Ebenfalls gestört wird <strong>die</strong> durch muskuläre<br />

Aktion ausgelöste Entzündungshemmung.<br />

u Sitzen führt zur Entgleisung<br />

einer Reihe<br />

von metabolischen<br />

Vorgängen, <strong>die</strong> zum<br />

Beispiel für den Glukosetransport<br />

in <strong>die</strong><br />

Muskelzelle sorgen.<br />

u Besonders sensibel<br />

reagiert der Knochenstoffwechsel<br />

auf zu langes Sitzen,<br />

da <strong>die</strong>ser auf den<br />

beständigen Reiz<br />

des aufrechten Ganges<br />

angewiesen ist.<br />

u Dadurch werden Bewegungsmangeler-<br />

krankungen begünstigt,<br />

zu denen<br />

kardiovaskuläre Erkrankungen,<br />

Diabetes<br />

Typ 2 und Krebserkrankungen<br />

zählen.<br />

Sitzen und Übergewicht<br />

Die Kinder- und Jugendzeit wird im Allgemeinen<br />

als <strong>die</strong> körperlich aktivste Lebensphase<br />

angesehen. Veränderungen in<br />

<strong>die</strong>sem Zeitabschnitt können nicht ohne<br />

Folgen bleiben. So zeigt eine aktuelle Untersuchung<br />

von 20.000 Kindern und Jugendlichen<br />

im Alter von 4 bis 18 Jahren aus<br />

fünf Ländern, bei denen Bewegungsmessungen<br />

mit Accelerometern erfasst wurden,<br />

dass <strong>die</strong> durchschnittliche Bewegungszeit<br />

bei zirka 30 Minuten pro Tag moderater<br />

bis anstrengender Aktivität lag und<br />

<strong>die</strong> Zeit, <strong>die</strong> sitzend verbracht wurde, 354<br />

Minuten, also nahezu sechs Stunden, betrug.<br />

Für <strong>die</strong> Altersgruppe der Vorschulkinder<br />

(drei bis fünf Jahre) zeigte <strong>die</strong> Untersuchung<br />

von Dolinsky et al. eine durchschnittliche<br />

Aktivitätszeit von 14,9 Minuten<br />

pro Tag, <strong>die</strong> durchschnittliche tägliche<br />

Sitzzeit lag bei mehr als sechs Stunden.<br />

Bereits in der Vorschule sind <strong>die</strong> Sitzzeiten<br />

mindestens ebenso lang wie bei älteren<br />

Kindern. Doch gravierender ist, dass das<br />

Verhältnis von „Aktivzeit zu Sitzzeit“ bei<br />

<strong>die</strong>ser Altersgruppe bei eins zu 24 liegt,<br />

während es bei den älteren Kindern eins<br />

zu sechs be<strong>trägt</strong>!<br />

Eine aktuell noch laufende Stu<strong>die</strong> ist<br />

das auf europäischer Ebene durchgeführte<br />

HELENA Projekt (Healthy Lifestyle in<br />

Europe by Nutrition in Adolescence). Erste<br />

Befunde zeigen:<br />

u Die durchschnittliche Sitzzeit be<strong>trägt</strong><br />

9,1 Stunden pro Tag und entspricht damit<br />

71 Prozent der aufgezeichneten Zeit<br />

(Wachzeit).<br />

u Es findet sich eine signifikant schlech-<br />

Abbildung 1: Verschiedene Arten von körperlicher<br />

Aktivität und <strong>die</strong> entsprechenden METs<br />

12 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Fachthema<br />

tere kardiorespiratorische Fitness,<br />

wenn Kinder und Jugendliche mehr als<br />

70 Prozent ihrer Wachzeit sitzend zubringen.<br />

u Die durchschnittliche Aktivitätszeit be<strong>trägt</strong><br />

65 Minuten pro Tag (moderat über<br />

drei MET und anstrengend über sechs<br />

MET).<br />

u Mehr als ein Drittel der Stichprobe sitzt<br />

jeden Tag länger als zwei Stunden vor<br />

dem TV-Gerät, an Wochenenden steigt<br />

<strong>die</strong>ser Anteil auf zwei Drittel.<br />

Obwohl noch keine längsschnittlichen<br />

Vergleichsdaten vorliegen, gibt der Zusammenhang<br />

zwischen dem Rückgang der<br />

körperlichen Aktivität und dem Fitnesszustand<br />

einerseits und verlängerten Sitzzeiten<br />

anderseits berechtigten Anlass zu Sorge.<br />

Allein durch <strong>die</strong> Erhöhung der Sitzzeiten<br />

verändert sich <strong>die</strong> Energiebilanz gravierend.<br />

Sitzen, ein Kollateralschaden<br />

des Me<strong>die</strong>nkonsums?<br />

Abbildung 2: Durchschnittliche<br />

Verteilung der Wachzeiten<br />

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren<br />

auf <strong>die</strong> Sitzzeiten ist <strong>die</strong> „Bildschirmzeit“<br />

vor dem Fernsehgerät und dem Computer.<br />

In einer umfangreichen Metaanalyse von<br />

173 relevanten Stu<strong>die</strong>n fanden Nunez et al.<br />

in 83 Prozent der Arbeiten negative gesundheitliche<br />

Auswirkungen. Bereits im<br />

Jahr 1996 konnte gezeigt werden, dass mit<br />

jeder zusätzlichen wöchentlichen Stunde<br />

TV-Konsum <strong>die</strong> Adipositasprävalenz um<br />

zwei Prozent ansteigt. Auch Mendoza et al.<br />

zeigen mit ihren Untersuchungen, in welch<br />

hohem Maße Me<strong>die</strong>nnutzung bereits das<br />

Leben von Kindern im Alter von zwei bis<br />

fünf Jahren bestimmt und das Risiko, übergewichtig<br />

zu werden, erhöht. Es liegen<br />

zwar aus Deutschland keine Zahlen vor, jedoch<br />

gibt es wenig Anlass, an der Übertragbarkeit<br />

der US-Daten auf deutsche Verhältnisse<br />

zu zweifeln. Mit dem Vordringen<br />

von Smartphones und Tablet-Computern<br />

ist mit einer weiteren Verschärfung <strong>die</strong>ser<br />

Situation zu rechnen.<br />

Lösungsansätze<br />

Zahlreiche westliche Nationen haben<br />

zur Förderung der Bewegungsaktivitäten in<br />

der Bevölkerung entsprechende Leitlinien<br />

formuliert. Diese sind auch dazu geeignet,<br />

dass Thema des sitzenden Lebensstils zu<br />

adressieren. So fordern <strong>die</strong> offiziellen Leitlinien<br />

in den USA ein Minimum von 150 Minuten<br />

moderater bis anstrengender körperlicher<br />

Aktivität pro Woche. Für Kinder<br />

wird <strong>die</strong>se Empfehlung auf 60 Minuten Aktivität<br />

pro Tag erweitert. Der sitzende Lebensstil<br />

stellt einen wichtigen Ansatzpunkt<br />

dar, wenn es darum geht, den Anteil der<br />

übergewichtigen und adipösen Kinder zu<br />

reduzieren. Als erste Schritte sind sinnvoll:<br />

Mehr Aufklärung über <strong>die</strong> negativen Folgen<br />

Wichtige Adressaten sind hierfür <strong>die</strong><br />

Eltern, <strong>die</strong> Erzieher und Lehrer. Die Bedeutung<br />

des Bewegungsmangels muss auch<br />

über <strong>die</strong> Kinderärzte kommuniziert werden<br />

und zum Beispiel zum Gegenstand der Vorsorgeuntersuchungen<br />

gemacht werden.<br />

Weiterhin sind <strong>die</strong> kommunikative Expertise<br />

und Macht der Me<strong>die</strong>n vonnöten, <strong>die</strong><br />

sowohl ein Bewusstsein für <strong>die</strong> Problematik<br />

schaffen als auch praktikable Lösungswege<br />

aufzeigen sollten.<br />

Veränderung der Infrastruktur<br />

Angesichts der beschriebenen Befunde<br />

müssen auch <strong>die</strong> Rahmenbedingungen<br />

in Schulen und Kindergärten auf den Prüfstand<br />

gestellt werden. Schule muss nicht<br />

immer im Sitzen stattfinden, auch der<br />

„Stuhlkreis“ im Kindergarten sollte überdacht<br />

werden. Das Konzept der bewegten<br />

Schule muss überarbeitet und belebt werden.<br />

Reduzierung der Bildschirmzeiten<br />

Es ist schwierig, Bildschirmzeiten zu reduzieren,<br />

solange das, was auf dem Bildschirm<br />

passiert, viel spannender ist, als<br />

das, was „draußen“ stattfindet. Einfacher<br />

ist es noch bei den Vorschulkindern. Eltern<br />

müssen den Zugang zu TV und Computer limitieren.<br />

Einfache Regel: Kein Kind unter zehn<br />

Jahren hat ein TV-Gerät im Kinderzimmer.<br />

Ferner müssen Lebenswelten bewegungsfreundlicher<br />

gestaltet und entsprechende<br />

Angebote geschaffen werden. <strong>Wer</strong> hat<br />

schon Lust, Fahrrad zu fahren, wenn er aus<br />

Sicht der Verkehrsplaner an letzter Stelle<br />

rangiert.<br />

„Aktive“ Wege zum Kindergarten und zur<br />

Schule<br />

Es gibt bereits bewährte Ansätze, <strong>die</strong><br />

einen sicheren und aktiven Weg zum Kindergarten<br />

und zur Schule gewährleisten.<br />

Ein Beispiel ist der „Walking Bus“ für<br />

Grundschüler. Hier mangelt es vor allem<br />

noch an der Umsetzung, wofür Anreize geschaffen<br />

werden müssen.<br />

Sitzunterbrechungen in der Schule<br />

Wenn sich Sitzen nicht vermeiden lässt,<br />

so ist es notwendig, für entsprechende Unterbrechungen<br />

zu sorgen: Jede Unterrichtsstunde<br />

sollte durch mindestens ein<br />

Bewegungselement unterbrochen werden.<br />

Die Bedeutung der Thematik liegt auf der<br />

Hand. Interventionen sind dringend zu<br />

empfehlen.<br />

t Prof. Dr. Gerhard Huber<br />

Kontakt<br />

Hinweise zu Materialien und weiterführender<br />

Literatur beim Verfasser<br />

Prof. Dr. Gerhard Huber, Institut für<br />

Sport und Sportwissenschaft der Universität<br />

Heidelberg.<br />

Prof. Dr. Gerhard Huber<br />

Institut für Sport und Sportwissenschaft<br />

der Universität Heidelberg<br />

Im Neuenheimer Feld 700<br />

69120 Heidelberg<br />

E-Mail: gerhard.huber@issw.uni-heidelberg.de<br />

Quelle: „LCI Moderne Ernährung heute“<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 13


Fachthema<br />

HWL-Trainees: fit für<br />

Führungsaufgaben<br />

Stephanie Beneke (links) und<br />

Anne Westfehling durchlaufen<br />

gerade das Trainee-Programm<br />

zur Hauswirtschaftsleitung<br />

Trainee-Programme zum Berufseinstieg gibt es bei großen Unternehmen<br />

schon lange. Relativ neu sind <strong>die</strong>se Programme jedoch<br />

in der Altenhilfe und auch im Berufsfeld Hauswirtschaftsleitung.<br />

Seit rund 30 Jahren ist in Deutschland<br />

der Berufseinstieg über ein Trainee-<br />

Programm möglich. Waren <strong>die</strong> Programme<br />

zunächst auf Banken beschränkt,<br />

gibt es sie heute in fast allen Berufsbereichen.<br />

Und waren ursprünglich nur Hochschulabsolventen<br />

<strong>die</strong> Zielgruppe, kann man<br />

heute in einigen Branchen auch nach einer<br />

Erstausbildung in ein Trainee-Programm einsteigen.<br />

Vor allem größere Firmen bilden mit<br />

dem sogenannten Management-Traineeship<br />

ihre späteren Führungskräfte aus. Als Trainee<br />

durchläuft man hier verschiedene Abteilungen<br />

und wird in Rhetorik, Führungskompetenz<br />

etc. geschult. Es gibt jedoch<br />

auch Programme für Fach-Trainees. Diese<br />

bilden spezialisierter aus. Durch <strong>die</strong> Fixierung<br />

auf einen bestimmten Bereich oder<br />

eine Abteilung im Unternehmen erhält der<br />

Trainee eine fachlich fun<strong>die</strong>rte Ausbildung.<br />

Eine dritte Möglichkeit sind projektbezogene<br />

Trainee-Programme, bei der an verschiedenen<br />

Projekten mitgearbeitet wird<br />

und auch unterschiedliche Abteilungen<br />

durchlaufen werden.<br />

Investition in spätere Führungskräfte<br />

Ein Trainee-Programm dauert üblicherweise<br />

zwischen einem und drei Jahren – je<br />

nach Ausrichtung – und kann generell in drei<br />

Antje Schulz, ebenfalls Trainee, hat in<br />

ihrer Projektarbeit <strong>die</strong> Wäschever -<br />

sorgung genauer unersucht<br />

Phasen eingeteilt werden: <strong>die</strong> Einführungs-,<br />

<strong>die</strong> Qualifizierungs- und <strong>die</strong> Spezialisierungsphase.<br />

Das Programm lässt dem Trainee<br />

Zeit, seine Stärken und Schwächen aus-<br />

Fotos: GDA, Hannover<br />

14 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Fachthema<br />

Zur Info<br />

Die Gemeinschaft Deutsche Altenhilfe (GDA) betreibt acht Wohnstifte in Deutschland<br />

mit angeschlossenen Wohnpflegebereichen (Pflegestationen), eine Seniorenwohnanlage<br />

für betreutes Wohnen und ein Pflegeheim. Die Hauptverwaltung<br />

sitzt in Hannover, Gesellschafter sind der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband<br />

Gesamtverband, der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen, der Paritätische<br />

Wohlfahrtsverband Landesverband Hessen und der paritätische Landesverband<br />

Rheinland-Pfalz/Saarland.<br />

Rund 2.600 Bewohner werden von 1.500 Mitarbeitern betreut. Geboten werden soll<br />

seniorengerechtes Wohnen auf hohem Niveau mit Hotelcharakter. In den Wohnstiften<br />

leben <strong>die</strong> Senioren in eigenen Appartements, <strong>die</strong> individuell eingerichtet<br />

sind. Die Bewohner können unter einer Reihe von Service- und Veranstaltungsangeboten<br />

wählen.<br />

Das Unternehmen engagiert sich bei der Nachwuchsförderung und bildet zurzeit 80<br />

Frauen und Männer in folgenden Berufen aus: Altenpfleger/-in, Koch/Köchin, Hauswirtschafter/in,<br />

Restaurantfachmann/-frau bzw. Fachkraft im Gastgewerbe, Kauffrau/-mann<br />

im Gesundheitswesen, Anlagemechaniker/in für Sanitär-, Heizungsund<br />

Klimatechnik bzw. Elektroniker/in für Gebäude- und Infrastruktursysteme.<br />

Weitere Infos: www.gda.de<br />

zuloten und sich auszuprobieren. Es gibt zwar<br />

oft das Vorurteil, dass es sich eigentlich nur<br />

um ein langes Praktikum handelt, auch ist<br />

eine Übernahme nach Abschluss des Programms<br />

nicht garantiert. Aber <strong>die</strong> Unternehmen<br />

investieren oft viel Geld in <strong>die</strong> Ausbildung<br />

ihrer Trainees und grundsätzlich ist es<br />

das Ziel, <strong>die</strong>se zu gewinnbringenden Mitarbeitern<br />

des Unternehmens auszubilden.<br />

Auch in der Altenhilfe finden sich mittlerweile<br />

einige Trainee-Programme für angehende<br />

Führungskräfte. Die Kursana Residenzen<br />

GmbH bietet beispielsweise eine<br />

18-monatige Ausbildung zur Heimleitung<br />

an. „Der Weg zur Heimleitung ist mit unserem<br />

Trainee-Programm kurz und attraktiv.<br />

Kreative und engagierte Trainees der Altenpflege<br />

finden bei Kursana vielseitige Einsatzmöglichkeiten<br />

und können dabei schnell<br />

<strong>Verantwortung</strong> übernehmen“, heißt es in<br />

der Programm-Beschreibung. Voraussetzung<br />

für <strong>die</strong> Teilnahme ist ein abgeschlossenes<br />

Studium sowie eine Berufsausbildung<br />

mit Berufserfahrung.<br />

In Zeiten von Fachkräftemangel wird es<br />

auch immer wichtiger, Führungskräfte aus<br />

den eigenen Reihen heranzuziehen. Neue<br />

Wege geht dazu das Pflegeteam Wendtland<br />

aus Rheinbach bei Bonn. Hier wurde ein Trainee-Programm<br />

für das mittlere Management<br />

entwickelt. Das selbst entwickelte Förderprogramm<br />

ist auf zwölf bis 18 Monate ausgerichtet.<br />

Ziel ist, Pflegefachkräfte aus den<br />

eigenen Reihen an ihrem Arbeitsplatz fit zu<br />

machen für neue Aufgaben als PDL.<br />

Neu: Trainees in der Altenhilfe<br />

Qualifizierte Nachwuchskräfte praxisnah<br />

auf <strong>die</strong> Übernahme von Führungsaufgaben<br />

vorzubereiten, ist auch Ziel der ver-<br />

„Einarbeiten in Leitungspositionen“<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> sprach über <strong>die</strong> Ausrichtung und Ziele <strong>die</strong>ses<br />

Programms mit Christian Pinkert, dem Leiter Servicebereiche<br />

bei der GDA.<br />

c Herr Pinkert, welche verschiedenen<br />

Trainee-Programme gibt es bei der GDA<br />

und wie viele Trainees sind derzeit im<br />

Einsatz?<br />

d Es gibt bei der GDA Trainee-Programme<br />

für Einrichtungsleiter, Hauswirtschaftsleiter<br />

und Pflege<strong>die</strong>nstleiter.<br />

Geplant ist auch ein Programm für Küchenleiter,<br />

das ist aber bisher noch nicht<br />

gestartet. Insgesamt sechs Trainees sind<br />

derzeit im Einsatz.<br />

c Seit wann gibt es das Trainee-Programm<br />

Hauswirtschaftsleitung?<br />

d Seit zwei Jahren, da hat unsere erste<br />

Trainee-Teilnehmerin mit ihrem Programm<br />

angefangen. Im November letzten<br />

Jahres haben wir dann zwei neue<br />

HWL-Trainees eingestellt.<br />

c Warum haben Sie sich dafür entschieden,<br />

ein solches Programm zu starten?<br />

d Die GDA hat sich dafür entschieden,<br />

weil man Personen mit einer entsprechenden<br />

Qualifikation auf dem Markt<br />

nicht findet. Außerdem kann mit <strong>die</strong>sem<br />

Programm eine sichere Einarbeitung in<br />

Leitungspositionen gewährleistet werden.<br />

c Aber es gibt doch den Beruf Hauswirtschaftsleiterin<br />

mit entsprechender<br />

Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt?<br />

d Bei den Häusern der GDA befinden<br />

wir uns in einem Spagat zwischen einem<br />

ziemlich anspruchsvollen Hotel und einem<br />

Zuhause für unsere Bewohner. Wir<br />

wollen einen qualitativ hochwertigen<br />

Service bieten, wollen <strong>die</strong> Unterhaltsreinigung<br />

vernünftig umsetzen und haben<br />

umfangreiche Qualitäts<strong>management</strong>und<br />

Hygiene-Vorgaben. Für <strong>die</strong>se anspruchsvollen<br />

Aufgaben im Bereich<br />

Hauswirtschaftsleitung haben wir auf<br />

dem Markt niemanden gefunden. Entweder<br />

sind <strong>die</strong> Personen mit entsprechender<br />

Qualifikation schon alle irgendwo<br />

unter Vertrag oder sie haben Schwellenängste.<br />

Vielleicht sind HWL eher an<br />

kleine Häuser gewöhnt und haben Probleme<br />

mit unseren relativ großen Einheiten.<br />

Die meisten, <strong>die</strong> wir in <strong>die</strong>sen Positionen<br />

haben, waren vorher im Hotelbereich.<br />

Außerdem gestaltet sich mit Hilfe des<br />

Trainee-Programms <strong>die</strong> Einarbeitung<br />

leichter, als wenn man <strong>die</strong> Leute von heute<br />

auf morgen einfach ins kalte Wasser<br />

wirft.<br />

c Konnten Sie sich an ähnlichen Programmen<br />

für HWL orientieren?<br />

d Nein, das Trainee-Programm haben<br />

wir komplett neu zusammengestellt und<br />

uns daran orientiert, was <strong>die</strong> Leute bei uns<br />

lernen sollen. Entsprechende Programmbestandteile<br />

haben wir aus der Aufgabenbeschreibung<br />

für HWL abgeleitet.<br />

c Welche Qualifikationen/Voraussetzungen<br />

brauchen <strong>die</strong> Trainee-Teilnehmerinnen?<br />

d Hier gibt es keine festen Vorgaben,<br />

das ist unterschiedlich. Zwei Trainees,<br />

<strong>die</strong> bei uns angefangen haben, haben<br />

Ökotrophologie stu<strong>die</strong>rt, eine andere<br />

kommt aus dem Restaurantfach. In der<br />

Stellenanzeige für das Trainee-Programm<br />

wurde <strong>die</strong>s folgendermaßen formuliert:<br />

16 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Fachthema<br />

schiedenen Trainee-Programme der Gemeinschaft<br />

Deutsche Altenhilfe GmbH (GDA)<br />

mit Hauptsitz in Hannover (Infos siehe Kasten<br />

Seite 16). Eine Besonderheit ist hier das<br />

bisher einzigartige zweijährige Trainee-Programm<br />

Hauswirtschaftsleitung. Wir begleiteten<br />

Antje Schultz.<br />

HWL statt Labor<br />

Seit knapp zwei Jahren ist Antje Schulz<br />

<strong>die</strong> erste Teilnehmerin des Trainee-Programms<br />

Hauswirtschaftsleitung bei der<br />

GDA. Zuvor hatte sie an der Martin-Luther-<br />

Universität Halle-Wittenberg Ernährungswissenschaften<br />

stu<strong>die</strong>rt und nach dem Studium<br />

einige Zeit in der Forschung zum Thema<br />

Pflanzenschutz gearbeitet. „Da ich während<br />

des Studiums im Verkauf gearbeitet<br />

habe und <strong>die</strong>s nach dem Studium wegfiel,<br />

wurde mir der Job im Labor irgendwann zu<br />

‚einsam‘. Mir fehlte der Austausch mit anderen.<br />

So schaute ich mich nach Alternativen<br />

um und bin zur GDA gekommen.“ Sie<br />

hatte sich auf eine Stelle in einem anderen<br />

Bereich beworben und wurde dann gefragt,<br />

ob sie sich auch ein Trainee-Programm im<br />

Bereich Hauswirtschaft vorstellen könnte.<br />

Dieses Programm besteht aus einem<br />

operativen und einem administrativen Teil.<br />

Das heißt, dass sie sowohl „an der Front“<br />

mitarbeitet als auch in <strong>die</strong> Verwaltungs- und<br />

Organisationsaufgaben eingearbeitet wird.<br />

„Daher habe ich am Anfang des Programms<br />

zum Beispiel einige Wochen selbst<br />

in der Reinigung gearbeitet. So bekommt<br />

man ein viel besseres Gefühl für seine Mitarbeiter<br />

und weiß sehr wohl zu schätzen,<br />

was sie tagtäglich leisten“, erzählt Antje<br />

Schulz. Weitere Bereiche, in denen sie operativ<br />

tätig war, sind zum Beispiel <strong>die</strong> Küche,<br />

das Café, der Kiosk, <strong>die</strong> Wäscherei und auch<br />

an <strong>die</strong> Hauswirtschaft angrenzende Bereiche<br />

wie Kultur und Pflege wurden ihr eröffnet.<br />

Wäscheversorgung mit neuer Struktur<br />

Zum Trainee-Programm gehört weiterhin<br />

eine Projektarbeit. „Und da das Thema<br />

Wäsche im Allgemeinen eher stiefmütterlich<br />

behandelt wird, war es ein Anliegen, in<br />

unseren Häusern das Ganze einmal aufzurollen,<br />

zu analysieren sowie Optimierungen<br />

zu finden und umzusetzen“, erklärt Antje<br />

Schulz. Sie fand es schwierig, im Bereich<br />

Wäsche überhaupt an Informationen zu<br />

kommen, selbst in der Fachliteratur fand sie<br />

nur wenig dazu. „Der Stellenwert <strong>die</strong>ses Bereichs<br />

ist häufig gering.“<br />

Bleibt noch an Antje Schulz <strong>die</strong> Frage,<br />

wie es bei ihr persönlich weitergeht nach<br />

Ende ihrer Trainee-Zeit? „Nach Beendigung<br />

meiner Trainee-Zeit werde ich mit der Geschäftsführung<br />

der GDA das Gespräch suchen,<br />

um meine weiteren Einsatzmöglichkeiten<br />

zu eruieren. Soweit gegebenenfalls<br />

nicht sofort der Einsatz als HWL in einem<br />

Wohnstift oder Pflegehaus meines Trägers<br />

möglich ist, so ist <strong>die</strong>s aber mittelfristig mein<br />

Ziel, aber auch das der GDA.“ Schließlich<br />

sei <strong>die</strong> GDA ein expan<strong>die</strong>rendes Unternehmen<br />

und somit sieht Antje Schulz dort gute<br />

Möglichkeiten für Mitarbeiter, <strong>die</strong> entsprechende<br />

Trainee-Programme durchlaufen haben.<br />

t Alexandra Höß<br />

Mehr zum Thema<br />

Wie Antje Schulz Verbesserungen<br />

im Wäschebereich<br />

konkret angegangen ist, das<br />

ist in der aktuellen <strong>rhw</strong> praxis<br />

1/2013 nachzulesen.<br />

„Sie haben Ökotrophologie stu<strong>die</strong>rt, sind<br />

Hotelbetriebswirt, HWL, Hauswirtschafter<br />

oder haben erste Erfahrungen mit Hotel-/<br />

Gastronomie oder vergleichbaren<br />

Dienstleistungen gesammelt. Das Trainee-Programm<br />

wird auf Ihre Vorkenntnisse<br />

individuell abgestimmt.“<br />

Meine eigene Philosophie ist, <strong>die</strong> Trainees<br />

müssen mit Menschen klar kommen,<br />

müssen Interesse an ihrem Job haben,<br />

müssen lernen, Probleme zu erkennen<br />

und zu lösen. Außerdem ist das Thema<br />

Hygiene bei uns sehr wichtig und es<br />

gibt ein umfangreiches administratives<br />

System.<br />

c Hauswirtschaftsleiterinnen haben<br />

Sie auf dem Markt nicht gefunden, aber<br />

für das Trainee-Programm Hauswirtschaftsleitung<br />

gab es dann genügend<br />

Bewerber?<br />

d Wir haben für das Trainee-Programm<br />

Stellenanzeigen über das Internet, zum<br />

Beispiel über StepStone, geschaltet und<br />

da kamen relativ viele Bewerbungen.<br />

c Wie ist das Trainee-Programm aufgebaut?<br />

d Das erste Jahr ist sehr praktisch angelegt,<br />

<strong>die</strong> Trainees arbeiten in allen Bereichen<br />

mit wie zum Beispiel Service, Unterhaltsreinigung,<br />

Küche, Wohnbereichsküche,<br />

Veranstaltungsservice oder auch<br />

im Kulturbereich. Im zweiten Jahr werden<br />

sie dann stückweise an <strong>die</strong> administrativen<br />

Tätigkeiten herangeführt. Dazu gehören<br />

zum Beispiel Einsatzplanung, Kalkulation,<br />

Wäschekontrolle, Personalplanung,<br />

Schnittstellen<strong>management</strong> zu anderen<br />

Abteilungen, Durchführung von<br />

Schulungen, Reklamationsbearbeitung,<br />

Führen von Personalgesprächen und<br />

Teamsitzungen. Die Trainees gehen dabei<br />

durch alle Häuser der GDA, lernen also<br />

alle Einrichtungen kennen. Ihre fachliche<br />

Anleiterin ist dabei <strong>die</strong> Hauswirtschaftsleiterin,<br />

<strong>die</strong> es in allen Häusern gibt.<br />

c Und was ist das Ziel des Programms?<br />

d Fachkräftemangel gibt es mittlerweile<br />

in allen Bereichen, mit <strong>die</strong>sen Programmen<br />

wollen wir unseren eigenen<br />

Nachwuchs heranziehen.<br />

Das Ziel ist ganz klar, dass <strong>die</strong> Trainees<br />

als HWL oder als stellvertretende HWL<br />

bei uns einsteigen können. Und das<br />

klappt bisher auch so wie wir uns das vorgestellt<br />

haben.<br />

Christian-Pinkert, Leiter Servicebereiche<br />

bei der GDA<br />

c Gibt es eine Abschlussprüfung?<br />

d Nein, eine Prüfung gibt es nicht. Die<br />

Trainees sollen am Schluss eine Projektarbeit<br />

schreiben. Wir suchen dazu gemeinsam<br />

ein Thema aus, wie zum Beispiel<br />

<strong>die</strong> Optimierung der Wäscheversorgung,<br />

mit der sich unsere erste Trainee<br />

HWL beschäftigt hat. Ein weiteres<br />

Projekt ist zum Beispiel, das Schulungssystem<br />

für Servicemitarbeiter zu überarbeiten.<br />

Die Ergebnisse <strong>die</strong>ser Projektarbeiten<br />

sollen dann für alle Häuser genutzt<br />

werden können – das ist zumindest<br />

der Plan. Die Projektarbeit wird also nicht<br />

bewertet, sondern soll als eine Art Nachschlagewerk<br />

<strong>die</strong>nen.<br />

c<br />

Vielen Dank für das Interview!<br />

t Interview: Alexandra Höß<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 17


Fachthema<br />

Keine Chance für<br />

unangenehme Gerüche<br />

Unangenehme Gerüche können das Wohlbefinden von Bewohnern,<br />

aber auch <strong>die</strong> Motivation des Pflegeteams empfindlich<br />

beeinträchtigen. Kennt und vermeidet man ihre Ursachen,<br />

muss es gar nicht so weit kommen. Deshalb ziehen im Kursana<br />

Domizil Markkleeberg bei Leipzig das Pflege- und das Hauswirtschaftsteam<br />

am gleichen Strang.<br />

Zwölf Uhr mittags im Speiseraum: Die<br />

Bewohner sitzen erwartungsvoll an<br />

den Tischen, nur der Platz von Frau<br />

Lehmann (Name durch <strong>die</strong> Redaktion geändert)<br />

ist noch leer. Eine Pflegekraft geht<br />

in das Zimmer der Bewohnerin, um sie zur<br />

Mittagsmahlzeit abzuholen. Die 82-jährige<br />

Dame steht gerade im Bad und wäscht<br />

eine Bluse. „Frau Lehmann ist dement. Weil<br />

ihr Kurzzeitgedächtnis stark eingeschränkt<br />

ist, kann sie <strong>die</strong> Gegenwart nicht mehr<br />

wahrnehmen. Im Langzeitgedächtnis sind<br />

aber ähnlich wie auf einer Festplatte viele<br />

ihrer Lebensgewohnheiten gespeichert“,<br />

erklärt Pflege<strong>die</strong>nstleiterin Heidrun Schneider.<br />

Deshalb lässt <strong>die</strong> Pflegekraft <strong>die</strong> Seniorin<br />

gewähren.<br />

Am besten gleich reagieren<br />

Erst nachdem <strong>die</strong>se <strong>die</strong> tropfnasse Bluse<br />

auf den Heizkörper gehängt hat, wird<br />

sie in den Speisesaal geführt. Die Pflegekraft<br />

informiert nun Manuela Liebert, dass<br />

Frau Lehmanns Bluse gewaschen werden<br />

muss. Die Hauswirtschaftsleiterin von<br />

Dussmann Service geht diskret in das Zimmer,<br />

nimmt <strong>die</strong> Bluse von der Heizung ab<br />

und bringt sie in einem verschlossenen<br />

Plastikbeutel in <strong>die</strong> Hauswäscherei. „Wenn<br />

Frau Lehmann nach der Mahlzeit wieder ihr<br />

Zimmer betritt, hat sie längst vergessen,<br />

dass sie zuvor gewaschen hatte“, so Heidrun<br />

Schneider. Die Bluse wird indessen<br />

noch am gleichen Nachmittag zusammen<br />

mit Textilien mit gleichen Pflegeansprüchen<br />

gewaschen. „Auf <strong>die</strong>se Weise verhindern<br />

wir, dass sich hässliche Stockflecke und<br />

unangenehme Gerüche bilden“, unterstreicht<br />

Manuela Liebert.<br />

Viele Menschen – viele Gerüche<br />

Wo viele Menschen zusammenleben,<br />

gibt es auch viele Faktoren, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Verbreitung<br />

unangenehmer Gerüche begünstigen<br />

können. Im Kursana Domizil Markkleeberg<br />

wurde <strong>die</strong>ser Gefahr durch <strong>die</strong><br />

Entwicklung einfacher, aber wirksamer Präventionsmaßnahmen<br />

von Anfang an der<br />

Kampf angesagt. Das Haus vor den Toren<br />

Leipzigs erfüllt <strong>die</strong> Anforderungen der Pflegestufen<br />

0 bis III und will seit vier Jahren<br />

114 betagten Menschen einen angenehmen<br />

und erlebnisreichen Lebensabend bieten.<br />

Neben behaglich eingerichteten Bewohnerzimmern<br />

gibt es eine „gute Stube“<br />

mit historischem Inventar, ein Restaurant,<br />

Tagesräume sowie viele weitere Einrichtungen<br />

für Geselligkeit und Therapie. Die<br />

pflegerische Betreuung wird durch examinierte<br />

Fachkräfte von Kursana wahrgenommen,<br />

für <strong>die</strong> Hauswirtschaft einschließlich<br />

Speisenzubereitung sowie Reinigung<br />

und Hausmeisterservice sind<br />

Stamm-Mitarbeiter der Dussmann Service<br />

Deutschland GmbH verantwortlich<br />

Verzahnung der Hauswirtschaft<br />

mit der Pflege<br />

Im Laufe des Tages verschmutzte Bewohnerkleidung<br />

bringt Manuela Liebert sofort<br />

in einem verschlossenen Beutel in<br />

<strong>die</strong> Hauswäscherei. Dort wird sie mit der<br />

nächstmöglichen Charge gewaschen.<br />

„Durch <strong>die</strong> enge Verzahnung beider<br />

Teams ist eine exzellente Kommunikation<br />

gewährleistet“, versichern Uwe Ebert, Direktor<br />

des Kursana Domizil Markkleeberg,<br />

und Tilo Krause, Gebäudereinigermeister<br />

und Bereichsleiter Gebäudereinigung der<br />

Dussmann Service Deutschland GmbH. Einmal<br />

im Monat treffen sich alle Dienstleister<br />

und Wohnbereichsleiter zu Teambesprechungen,<br />

Dann werden auf gleicher<br />

Augenhöhe Dokumentationen ausgewertet,<br />

Fehlerquellen analysiert und Verbesserungsvorschläge<br />

diskutiert. „Durch <strong>die</strong><br />

gute interdisziplinäre Zusammenarbeit ist<br />

es uns unter anderem gelungen, <strong>die</strong> Entwicklung<br />

unangenehmer Gerüche zu vermeiden“,<br />

unterstreicht Heidrun Schneider.<br />

Dabei nimmt <strong>die</strong> professionelle Wäschepflege<br />

einen wichtigen Stellenwert ein:<br />

„Wenn getragene Textilien längere Zeit liegen<br />

bleiben, verursachen darin verbliebene<br />

Körperflüssigkeiten und Bakterien Gerüche“,<br />

bringt es Heidrun Schneider auf<br />

den Punkt. Die Kunst der Vermeidung liegt<br />

darin, <strong>die</strong> Garderobe jeden Morgen einzusammeln<br />

und sofort in <strong>die</strong> Wäscherei zu<br />

bringen. Ganz so einfach ist das in der Praxis<br />

allerdings nicht. Die Pflege<strong>die</strong>nstleiterin:<br />

„Jeder Bewohner darf bestimmen, welches<br />

Kleidungsstück er wie lange tragen<br />

möchte.“ Da aber manche Senioren in ihrer<br />

Wahrnehmung eingeschränkt sind und<br />

das individuelle Sauberkeitsbedürfnis nicht<br />

immer objektiven Kriterien entspricht, leisten<br />

<strong>die</strong> Pflegenden gegebenenfalls mit Fingerspitzengefühl<br />

und Diplomatie Orientierungshilfe.<br />

„Im Rahmen der personenorientierten<br />

Bezugspflege entsteht ein Vertrauensverhältnis,<br />

das für betagte, in ihrer<br />

Alltagskompetenz eingeschränkte Menschen<br />

sehr hilfreich ist“, erklärt <strong>die</strong> Pflege<strong>die</strong>nstleiterin.<br />

Fotos: Reinhard Wylegalla<br />

18 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Fachthema<br />

B 40 Schnelldesinfektion<br />

FLÄCHEN-<br />

DESINFEKTION<br />

Granulat-Hochkonzentrate<br />

für <strong>die</strong> Dosierung<br />

Nach Pflegeetiketten vorsortiert, werden<br />

<strong>die</strong> Teile in verschließbare Wäschesäcke gelegt,<br />

<strong>die</strong> sich je nach Wohnbereich farblich voneinander<br />

unterscheiden. Wird im Laufe des Tages<br />

aufgrund eines Malheurs ein Garderobenteil<br />

besonders stark verschmutzt, bringen es<br />

<strong>die</strong> Pflegenden sofort in <strong>die</strong> Wäscherei und versäumen<br />

nicht, <strong>die</strong> Mitarbeiterinnen zu informieren.<br />

Ähnlich werden <strong>die</strong> hauseigenen Inkontinenzunterlagen<br />

und Flachwäsche behandelt,<br />

<strong>die</strong> ebenfalls in der im Zwei-Schicht-Betrieb<br />

besetzten Hauswäscherei gepflegt werden.<br />

„Je nach individuellem Bedarf der Bewohner<br />

wird <strong>die</strong> Bettwäsche in zweiwöchigen<br />

Abständen bis täglich gewechselt“, so Heidrun<br />

Schneider.<br />

In der Wäscherei wurden mit der Einführung<br />

innovativer Granulat-Hochkonzentrate<br />

auch <strong>die</strong> Prozesse neu programmiert. „Um den<br />

CO2-Footprint zu reduzieren, ließen wir ein neues<br />

Dosiersystem installieren“, berichtet Tilo<br />

Krause. Dieses System stimmt <strong>die</strong> Dosierung<br />

der Waschchemie exakt auf das zertifizierte<br />

Waschprogramm ab. Die Hauswirtschafterinnen<br />

sind zufrieden: „Sogar bei der Bewohnergarderobe<br />

erreichen wir mit desinfizierenden<br />

Waschprogrammen sehr gute Ergebnisse“, so<br />

Der Plastiksack mit Klemmverschluss lässt<br />

keine Gerüche entweichen und ist deshalb<br />

gut geeignet für <strong>die</strong> Entsorgung stark<br />

riechender Abfälle wie zum Beispiel<br />

Inkontinenzhilfsmittel<br />

Hübsche Dekorationen in den allgemein zugänglichen<br />

Bereichen verbreiten eine heitere<br />

Atmosphäre und tragen somit zum Wohlbefinden<br />

der Bewohner bei<br />

Manuela Liebert. Auch sind sie und ihre Kolleginnen<br />

froh, dass das Befüllen der Dosieranlage<br />

nun kinderleicht ist, weil <strong>die</strong> Gebinde mit<br />

den Granulat-Hochkonzentraten nur noch einen<br />

Bruchteil der früher verwendeten Flaschen<br />

mit flüssiger Waschchemie wiegen.<br />

Nasszellen und Pflegebäder<br />

Ein nicht minder sensibler Bereich sind <strong>die</strong><br />

Nasszellen der Bewohner, <strong>die</strong> Pflegebäder sowie<br />

<strong>die</strong> Toiletten in den allgemein zugänglichen<br />

Bereichen. Deshalb werden jeden Morgen <strong>die</strong><br />

Böden, Wandfliesen und Sanitärobjekte durch<br />

das Reinigungsteam desinfizierend gereinigt.<br />

Ab mittags kontrolliert das Pflegeteam engmaschig<br />

sowohl <strong>die</strong> Bäder der Bewohner als<br />

auch <strong>die</strong> Besuchertoiletten.<br />

„Durch <strong>die</strong> Bezugspflege bedingt kennen<br />

unsere Pflegekräfte gut <strong>die</strong> individuellen Gewohnheiten<br />

der Senioren“, erklärt <strong>die</strong> Pflege<strong>die</strong>nstleiterin.<br />

Bei mobilen älteren Menschen<br />

sei <strong>die</strong> Verschmutzungsgefahr natürlich höher<br />

als bei bettlägerigen Bewohnern, <strong>die</strong> ihr Bad in<br />

der Regel gar nicht mehr benutzen. Im Fall des<br />

Falles erfolge umgehend eine Nachreinigung.<br />

Bei hoher Besucherfrequenz wie zum Beispiel<br />

auf Hausfesten ist indessen das Reinigungsteam<br />

von Dussmann Service über <strong>die</strong> sonst übliche<br />

Arbeitszeit hinaus präsent.<br />

Engmaschige Kontrolle in<br />

den Bewohnerzimmern<br />

Manche Senioren, insbesondere demente<br />

Bewohner, entwickeln zuweilen eine ausgesprochene<br />

Sammelleidenschaft. Eigentlich eine<br />

ganz harmlose „Marotte“, sofern es nicht um<br />

Lebensmittel oder gar gefährliche Gegenstän-<br />

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<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 19<br />

Perfekter Schutz mit System<br />

Hygienesystem


Fachthema<br />

de geht. Heidrun Schneider erinnert sich<br />

an eine alte Dame, <strong>die</strong> für ihr Leben gern<br />

saure Gurken aß. „Jedes Mal, wenn der<br />

Sohn sie besuchte, brachte er ein Glas mit<br />

den begehrten Köstlichkeiten mit“, berichtet<br />

<strong>die</strong> Pflege<strong>die</strong>nstleiterin. Mehr als<br />

<strong>die</strong> Bewohnerin verzehren konnte. Die angebrochenen<br />

Gläser stellte sie in den<br />

Schrank und vergaß sie. „Wir baten den<br />

Sohn, künftig keine Lebensmittel mehr mitzubringen“,<br />

so Heidrun Schneider. Zum<br />

Glück sei er einsichtig gewesen.<br />

Gute gemeinte Geschenke<br />

mit Folgen …<br />

Tilo Krause: „Dank professioneller Pflege<br />

können textile Bodenbeläge auch trotz<br />

starker Belastung eine lange Lebensdauer<br />

haben“<br />

Leider seien aber nicht alle Angehörigen<br />

so verständnisvoll. Viele würden aus<br />

gut gemeinter Absicht ein süßes Präsent<br />

mitbringen, das der Bewohner dann im<br />

Schrank verwahre und vergesse. „Unsere<br />

Schwestern und Pfleger kennen ihre ‚Pappenheimer‘<br />

und wissen, welche Zimmer regelmäßig<br />

auf Lebensmittel kontrolliert werden<br />

müssen“, sagt <strong>die</strong> Pflege<strong>die</strong>nstleiterin.<br />

Ein schmaler Grat zwischen dem Respekt<br />

vor persönlichem Eigentum und hygienischen<br />

Notwendigkeiten: „Die Kontrollen<br />

erfolgen nur in Abwesenheit der Bewohner,<br />

damit sie nicht den Eindruck haben,<br />

ihnen solle etwas weggenommen werden.<br />

Das Einbehalten von Lebensmitteln<br />

oder gefährlichen Gegenständen wird aber<br />

dokumentiert und im Team besprochen“,<br />

unterstreicht Heidrun Schneider.<br />

Abfallentsorgung<br />

Ein weiteres wichtiges Thema ist <strong>die</strong><br />

Abfallentsorgung. Die allermeisten Bewohner<br />

benötigen bei der Morgentoilette<br />

Assistenz. Deswegen ist hier <strong>die</strong> Gefahr,<br />

dass Abfälle Gerüche verbreiten können,<br />

denkbar gering, zumal ja Kosmetika und<br />

ihre Verpackungen eher angenehm duften.<br />

Anders <strong>die</strong> Inkontinenzhilfsmittel der vergangenen<br />

Nacht. Um Geruchsentwicklungen<br />

zu vermeiden, werden sie während der<br />

morgendlichen Grundpflege sofort in Plastiksäcke<br />

mit Klemmverschluss entsorgt.<br />

Wird im Laufe des Tages eine frische Inkontinenzversorgung<br />

notwendig, entsorgen<br />

<strong>die</strong> Pflegenden <strong>die</strong> benutzte Windel<br />

oder Vorlage im geschlossenen Beutel in<br />

den dafür vorgesehenen Container.<br />

Auch <strong>die</strong> Abfallbehälter in den Bewohnerzimmern<br />

müssen engmaschig überprüft<br />

werden. „Eine Abfalltrennung ist leider<br />

nicht möglich. Entsorgt ein Bewohner den<br />

Rest einer saftigen Birne in seinen Abfalleimer<br />

– und das vielleicht noch bei sommerlicher<br />

Hitze –, dauert es nicht lange, bis<br />

es zu riechen beginnt“, beschreibt Heidrun<br />

Schneider eine ganz typische Situation.<br />

Nehmen <strong>die</strong> Pflegenden beim Betreten eines<br />

Zimmers einen unangenehmen Geruch<br />

wahr, informieren sie eine Hauswirtschafterin,<br />

damit sie <strong>die</strong> „Corpora Delicti“ umgehend<br />

entsorgt. Der Speiseraum wird<br />

zweimal täglich nach den Mahlzeiten gereinigt.<br />

Küchenabfälle und Speisereste entsorgt<br />

das Küchenteam umgehend in eine<br />

ReFood-Tonne, wo <strong>die</strong> Reste dann zu Düngemitteln<br />

oder zur Stromgewinnung verarbeitet<br />

werden.<br />

Hauskontrolle mit<br />

„unbefangener Spürnase“<br />

Pflege<strong>die</strong>nstleiterin Heidrun Schneider<br />

kontrolliert jeden Morgen mit „unbefangener<br />

Spürnase“ das Haus auf Gerüche<br />

Die Ausstattung von Senioreneinrichtungen<br />

mit Teppichboden wird kontrovers<br />

diskutiert. Kursana macht damit indessen<br />

beste Erfahrungen. „Die Ware wird zweifelsohne<br />

durch Rollstühle, Speisentransportwagen<br />

und viele andere Einflüsse stark<br />

strapaziert“, räumt Tilo Krause ein. Bei regelmäßiger<br />

professioneller Pflege habe sie<br />

aber trotz starker Belastungen eine lange<br />

Lebensdauer. „Unbestritten ist, dass textile<br />

Bodenbeläge wohnlicher wirken und<br />

<strong>die</strong> Räumlichkeiten erheblich aufwerten“,<br />

unterstreicht der Gebäudereinigermeister.<br />

Im Kursana Domizil Markkleeberg sind<br />

selbst nach vier Jahren keinerlei Verschleißspuren<br />

zu erkennen.<br />

Möglich macht <strong>die</strong>s der tägliche Einsatz<br />

eines Teppichreinigungsautomaten,<br />

der auch durch Frauen relativ leicht zu handeln<br />

ist. „Mit <strong>die</strong>ser Maschine können wir<br />

ohne Detachur aus Teppichen und Polstern<br />

durch verschüttete Getränke oder Soßen<br />

verursachte Flecke schnell entfernen“, so<br />

Tilo Krause. Wenn auch eher selten, so<br />

<strong>trägt</strong> schließlich auch das stets einsatzbereite<br />

Hausmeisterteam zur Geruchsvermeidung<br />

bei. Etwa falls ein Bewohner sich<br />

übergeben muss und dabei <strong>die</strong> Tapete in<br />

Mitleidenschaft gezogen wird. Dann reguliert<br />

ein Mitarbeiter mit handwerklichem<br />

Know-how sofort den Schaden und lässt<br />

unangenehmen Gerüchen keine Chance.<br />

Bewohner essen –<br />

Wohnbereiche quergelüftet<br />

Weil aber auch <strong>die</strong> regelmäßige Zufuhr<br />

von frischer Luft das Klima im Haus verbessert,<br />

werden <strong>die</strong> Wohnbereiche während<br />

jeder Mahlzeit quergelüftet. Allen Mitarbeitern<br />

ist indessen bewusst, dass auf<br />

Dauer ein gewisser Gewöhnungseffekt eintreten<br />

kann, der <strong>die</strong> Wahrnehmung von<br />

Auffälligkeiten trübt. „Niemand ist gegen<br />

<strong>die</strong> berühmt-berüchtigte Betriebsblindheit<br />

immun“, weiß Heidrun Schneider. Deshalb<br />

geht <strong>die</strong> Pflege<strong>die</strong>nstleiterin jeden Morgen<br />

vor Dienstantritt durch das ganze Haus, um<br />

mit „unbefangener Spürnase“ sämtliche<br />

Bereiche auf Gerüche zu überprüfen und<br />

gegebenenfalls <strong>die</strong> Ursachen dafür beseitigen<br />

zu lassen.<br />

Ein Tipp der <strong>rhw</strong>-Redaktion: Das Thema<br />

„Markteinblick: Gerüche und deren Beseitigung“<br />

wird auch beim <strong>die</strong>sjährigen <strong>rhw</strong>-<br />

Hygieneforum Thema sein; in Essen am<br />

11.Oktober 2013 und in Stuttgart am 25. Oktober<br />

2013. t Reinhard Wylegalla<br />

20 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Berufsbildung<br />

Was man über Brandschutz<br />

wissen muss<br />

Jährlich kommen in Deutschland zirka 800 Menschen bei Bränden<br />

ums Leben, <strong>die</strong> Mehrheit davon in Privathaushalten. Die<br />

gesetzlichen Vorschriften zur Installation von Rauchmeldern bestehen<br />

in vielen Ländern schon lange, während sie in Deutschland<br />

erst in den letzten Jahren Gestalt angenommen haben.<br />

Noch ist vielen Menschen <strong>die</strong> große Gefahr nicht bewusst, <strong>die</strong><br />

von Bränden ausgeht.<br />

In vielen Einrichtungen gehört das Thema<br />

Brandschutz zumindest teilweise in den<br />

Wirkungsbereich der Hauswirtschaft. So<br />

ist das auch bei Birgit Ernst, Diplom-Betriebswirtin<br />

(FH), Leitung Hauswirtschaft &<br />

Technik in den Südbayerischen Wohn- und<br />

<strong>Wer</strong>kstätten gGmbH, München (siehe Interview<br />

auf Seite 23).<br />

Rund 200.000 Brände gibt es in<br />

Deutschland pro Jahr. Die meisten Menschen<br />

sind der Meinung, dass <strong>die</strong>s aus Fahrlässigkeit<br />

geschieht. Doch sehr oft sind unvorhersehbare<br />

technische Defekte <strong>die</strong> Auslöser.<br />

Der Großteil der Brände entwickelt<br />

sich zwischen 19.00 Uhr und 7.00 Uhr. Und<br />

<strong>die</strong> meisten Menschen, <strong>die</strong> in Bränden umgekommen<br />

sind, starben zwischen 23.00<br />

Uhr und 7.00 Uhr.<br />

Im Schlaf überrascht<br />

Mit dem Thema „Brand“ mag sich niemand<br />

gern beschäftigen. Zu furchtbar ist<br />

der Gedanke, das eigene Haus, <strong>die</strong> eigene<br />

Wohnung oder <strong>die</strong> Einrichtung, in der man<br />

arbeitet, stünde in Flammen. Also vertrauen<br />

<strong>die</strong> meisten Menschen darauf, dass sie<br />

verschont bleiben oder im Unglücksfall<br />

rechtzeitig flüchten bzw. um Hilfe rufen können.<br />

Viele haben <strong>die</strong> Vorstellung, mindestens<br />

zehn Minuten Zeit zu haben, um ein<br />

paar Sachen packen und das Haus verlassen<br />

zu können. Die Wahrheit ist: Erfahrungsgemäß<br />

bleiben zur Flucht aus der<br />

Wohnung gerade vier Minuten. Eine Rauchvergiftung<br />

kann sogar schon nach zwei Minuten<br />

tödlich sein, warnt <strong>die</strong> Feuerwehr. Au-<br />

Brand in<br />

Behindertenwerkstatt<br />

Ende November des vergangenen<br />

Jahres sind bei einem Feuer in einer<br />

badischen Behindertenwerkstatt 14<br />

Menschen ums Leben gekommen.<br />

Als Brandursache muss von menschlichem<br />

Versagen ausgegangen werden:<br />

Eine Betreuerin soll den Knopf<br />

eines Gasofens auf- statt zugedreht<br />

haben. Sie wollte <strong>die</strong>sen Ofen lediglich<br />

für einen Einsatz auf einem Weihnachtsmarkt<br />

testen. So ein Fehler<br />

könne immer wieder passieren, so<br />

<strong>die</strong> Einschätzung von Experten, weil<br />

<strong>die</strong> Gewinde an Gasöfen genau entgegengesetzt<br />

funktionieren wie beispielsweise<br />

an Wasserhähnen. Gasflasche<br />

und Ofen seien in <strong>die</strong>sem<br />

speziellen Fall nicht mehr verbunden<br />

gewesen, so dass ungehindert Propangas<br />

ausströmen konnte. Ein technischer<br />

Defekt könne Zeitungsberichten<br />

zufolge ausgeschlossen werden.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4·2013 21


Dossier: Haustechnik<br />

ßerdem sei bei starkem Rauch <strong>die</strong> Sicht behindert,<br />

so dass man sich selbst in der vertrauten<br />

Umgebung nicht mehr zurechtfindet.<br />

Auch <strong>die</strong> Überzeugung, dass Nachbarn<br />

oder gar <strong>die</strong> eigenen Haustiere rechtzeitig<br />

vor den Flammen warnen würden, hat schon<br />

manchen Menschen in höchste Gefahr gebracht.<br />

Das gilt vor allem nachts, wenn auch<br />

der Nachbar schläft und das Haustier sich<br />

nicht mit im Schlafzimmer aufhält, sondern<br />

im Körbchen im Flur schläft oder im Käfig<br />

oder Zwinger sitzt.<br />

Rauchmelder: lebensrettendes<br />

Frühwarnsystem<br />

Brandgefahren bestehen in jedem Haushalt,<br />

ausgehend von elektrischen Geräten,<br />

Zigaretten, Kerzen usw. Feuerwehren empfehlen<br />

<strong>die</strong> Installation von Rauchmeldern,<br />

vor allem in Kinder- und Schlafzimmern.<br />

Warum Rauch- und nicht Flammenmelder?<br />

Weil fast alle Menschen, nämlich 95<br />

Prozent, <strong>die</strong> in einem Brand umgekommen<br />

sind, nicht verbrannt, sondern<br />

durch den Rauch, der<br />

sich während der<br />

Schwelbrandphase<br />

entwickelt, vergiftet<br />

worden sind. Eine<br />

Rauchvergiftung entsteht<br />

durch <strong>die</strong> geruchlosen<br />

Gase Kohlenmonoxid<br />

und Kohlendioxid.<br />

Schon wenige<br />

Atemzüge, <strong>die</strong> Kohlenmonoxid<br />

in <strong>die</strong> Lunge holen, sind tödlich.<br />

Während ein Mensch schläft, nimmt er<br />

keine Gerüche wahr. Zwar stört unangenehmer<br />

oder intensiver Geruch (wie zum<br />

Beispiel der von Maiglöckchen) den Tiefschlaf,<br />

aber er weckt nicht auf.<br />

Rauchmelder senden ein unüberhörbares<br />

Signal aus und können so Menschenleben<br />

retten. Der Alarmton erreicht 85 Dezibel.<br />

Zur Orientierung: Gemäß Lärmschutzverordnung<br />

ist ab 85 Dezibel das Tragen eines<br />

Gehörschutzes zwingend erforderlich.<br />

„Aufzug im Brandfall nicht benutzen“ – wirklich?<br />

Die fast überall an Aufzügen<br />

angebrachte Warnung<br />

„Aufzug im Brandfall<br />

nicht benutzen“ müsse<br />

infrage gestellt werden,<br />

so Thomas Lipphardt,<br />

Manager für technische<br />

Regelwerke bei<br />

der deutschen Tochterfirma<br />

des finnischen Unternehmens<br />

Kone (Kassel)<br />

auf dem „Baurecht &<br />

Brandschutz Symposium“<br />

von Bureau Veritas<br />

im März 2012. Denn nach<br />

heutigem Verständnis<br />

könnten Aufzüge so konstruiert<br />

oder nachgerüstet<br />

werden, dass sie „mit Betriebsverlängerung im Brandfall“ eingestuft werden oder<br />

sogar als „Evakuierungsaufzug“ genutzt und letztlich als Feuerwehraufzug <strong>die</strong>nen<br />

können. Allerdings, so der Experte, seien <strong>die</strong> Brandschutzvorschriften Aufzüge betreffend<br />

bedauerlicherweise „von Land zu Land, von Stadt zu Stadt und sogar in Abhängigkeit<br />

von der Art des Gebäudes“ unterschiedlich.<br />

Für eine „Betriebsverlängerung im Brandfall“ müssen <strong>die</strong> Aufzugsschächte „möglichst<br />

mit Überdruck beaufschlagt“ werden, damit das Feuer nicht eindringen kann.<br />

Alle Be<strong>die</strong>nungsknöpfe müssen auch für Kinder erreichbar sein, <strong>die</strong> „Evakuierungsaufzüge“<br />

müssen so steuerbar sein, dass sie „eine Brandfläche durchfahren“ können<br />

und müssen so konstruiert sein, dass sie auch Rollstuhlfahrer sowie Menschen mit<br />

eingeschränkter Bewegung aufnehmen können.<br />

Es gäbe noch viele weitere Anforderungen, doch – so bemängelte der Referent – bei<br />

Infrastruktur-Veränderungen an und in Gebäuden kämen „in 70 Prozent der Fälle“<br />

<strong>die</strong> Betreiber den Anforderungen nach einer Modernisierung ihrer Aufzüge nicht nach.<br />

Quelle: I.G.T. Informationsgesellschaft Technik mbH, München, Online-Portal: www.sicherheit.info<br />

In Häusern mit mehreren<br />

Stockwerken sollten <strong>die</strong><br />

Rauchmelder im Flur auf<br />

den Etagen montiert<br />

werden. Wichtig sind<br />

auch Rauchmelder im<br />

Keller. In Küche und<br />

Bad macht es wenig<br />

Sinn, <strong>die</strong> Geräte zu installieren,<br />

weil dort durch<br />

Koch- und Wasserdämpfe<br />

Fehlalarme ausgelöst werden<br />

könnten.<br />

Man unterscheidet zwischen Rauchmeldern<br />

mit Batterie und solchen mit Netzanschluss.<br />

Zum nachträglichen Einbau sind<br />

Rauchmelder mit Batterie gut geeignet.<br />

Lässt <strong>die</strong> Stärke der Batterie nach, sendet<br />

der Rauchmelder 30 Tage lang alle 60 Sekunden<br />

ein Warnsignal in Form eines kurzen<br />

Tons. So bleibt genug Zeit für den Ersatz<br />

der Batterie. Im Allgemeinen hält <strong>die</strong><br />

Batterie zwischen ein und drei Jahren, je<br />

nach Batterietyp und Häufigkeit der Probealarme,<br />

<strong>die</strong> man regelmäßig durchführen<br />

sollte.<br />

Auch Rauchmelder mit Netzanschluss<br />

melden eine schwache Notstrombatterie<br />

rechtzeitig. Eine nachträgliche Montage in<br />

Gebäuden ist schwierig, da der Anschluss<br />

an <strong>die</strong> Stromversorgung Voraussetzung für<br />

den Betrieb ist. Bei Neubauten und Renovierungen<br />

sollte jedoch bereits in der Planung<br />

an derartige Rauchmelder gedacht<br />

werden. Gerade in größeren Häusern ist es<br />

sinnvoll, <strong>die</strong> Rauchmelder miteinander zu<br />

vernetzen, so dass ein Kellerbrand auch<br />

von den in den Wohnbereichen installierten<br />

Geräten gemeldet wird.<br />

Für hörgeschädigte Personen gibt es<br />

spezielle Rauchmelder, <strong>die</strong> beispielsweise<br />

durch Blitz-Lampen oder vibrierende Funkempfänger<br />

auf <strong>die</strong> Gefahr aufmerksam machen.<br />

Rauchmelder unter der Lupe<br />

Die Prüfer der Stiftung Warentest haben<br />

vergangenes Jahr 16 Rauchmelder hinsichtlich<br />

Zuverlässigkeit, Lautstärke, Handhabung<br />

und einiger weiterer Kriterien beurteilt<br />

(Ergebnisse in Heft 1/2013). Nur jedes<br />

zweite Gerät erhielt ein „Gut“. Ein Melder<br />

erwies sich als zu leise und bekam ein<br />

„Mangelhaft“.<br />

Testsieger waren Rauchmelder mit<br />

Langzeitbatterie. Sie enthalten eine Lithiumzelle,<br />

<strong>die</strong> im Normalfall so viel Kapazität<br />

besitzt, um den Melder für zehn Jahre funktionsbereit<br />

zu halten. Nach <strong>die</strong>sem Zeitraum<br />

haben <strong>die</strong> Geräte ohnehin ausge<strong>die</strong>nt<br />

und müssen durch neue ersetzt werden.<br />

Die guten Rauchmelder mit Langzeitbatterie,<br />

<strong>die</strong> in den Test einbezogen wor-<br />

Fotos: Vladislav Gajic/Fotolia.com, fotodrachene/Fotolia.com, sasel77/Fotolia.com<br />

22 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Dossier: Haustechnik<br />

den sind, kosten zwischen 27 und 35 Euro.<br />

Rauchmelder mit einfachen Alkalinebatterien<br />

sind für zehn bis 13 Euro zu haben. Hier<br />

muss man natürlich einen Batteriewechsel<br />

einkalkulieren. Auch solche Geräte schnitten<br />

nicht schlecht ab im Test. Fünf Exemplare<br />

wurden geprüft, zwei bekamen <strong>die</strong><br />

Note „gut“, drei gingen mit „befriedigend“<br />

aus dem Rennen.<br />

Stiftung Warentest nahm sich aber<br />

auch <strong>die</strong> über Funk vernetzbaren Rauchmelder<br />

vor und schickte schon mal ein Lob<br />

voraus: „Je größer das Haus und je mehr<br />

Zwischentüren das Alarmsignal dämpfen,<br />

desto sinnvoller sind Funkmelder. Deren<br />

Prinzip: Registriert ein Melder verdächtigen<br />

Rauch, funkt er <strong>die</strong>s an <strong>die</strong> anderen<br />

Melder und alle alarmieren gemeinsam. Im<br />

Praxistest konnte selbst eine Stahlbetondecke<br />

<strong>die</strong> Kommunikation nicht blockieren.“<br />

Ein exemplarisch geprüftes Funkmeldersystem<br />

schnitt mit der Note „gut“ ab.<br />

Ein anderes Gerät war allerdings „mangelhaft“,<br />

weil <strong>die</strong> Lautstärke des Alarmtons<br />

zu schwach war.<br />

Rauchmelder in vielen<br />

Bundesländern Pflicht<br />

Inzwischen fordern viele Landesbauordnungen<br />

„Rauchwarnmelder“ in Wohnungen,<br />

und zwar in der Regel in Schlaf- und<br />

Kinderzimmern sowie in Fluren, <strong>die</strong> als<br />

Fluchtweg <strong>die</strong>nen. Für <strong>die</strong> Pflicht des Nachrüstens<br />

gelten zum Teil noch Übergangsfristen.<br />

Und so ist <strong>die</strong> Einbaupflicht derzeit in<br />

den Bundesländern geregelt:<br />

t Berlin, Sachsen und Brandenburg:<br />

noch keine Rauchwarnmelderpflicht für private<br />

Wohnungen.<br />

t Baden-Württemberg und Nordrhein-<br />

Westfalen: Gesetzgebung zur Einführung<br />

der Rauchmelderpflicht ist in Vorbereitung.<br />

t Saarland: Die Rauchmelderpflicht gilt<br />

für alle Neubauten und Umbauten, <strong>die</strong> nach<br />

dem 18. Februar 2004 erstellt wurden.<br />

t Thüringen: Die Rauchmelderpflicht gilt<br />

für Neubauten und genehmigungspflichtige<br />

Umbauten seit 2008.<br />

t Bayern: Die Rauchmelderpflicht gilt für<br />

Neubauten, genehmigungspflichtige Umbauten<br />

sowie Bestandsbauten ab 1.1.2013,<br />

und zwar in Schlaf- und Kinderzimmern sowie<br />

Fluren, <strong>die</strong> als Rettungswege <strong>die</strong>nen.<br />

Die Frist für <strong>die</strong> Nachrüstung von Bestandsbauten<br />

endet im Dezember 2017.<br />

Ähnliche Vorschriften haben <strong>die</strong> übrigen<br />

Bundesländer, sie unterscheiden sich allerdings<br />

hinsichtlich der gesetzten Fristen für<br />

<strong>die</strong> Nachrüstung. Die Frist für <strong>die</strong> Nachrüstung<br />

von Bestandsbauten endet(e) im<br />

t Bremen: Dezember 2015<br />

t Hamburg: Dezember 2010<br />

t Hessen: Dezember 2014<br />

t<br />

Mecklenburg-Vorpommern:<br />

Dezember 2009<br />

t Niedersachsen: Dezember 2015<br />

t Rheinland-Pfalz: Juli 2012<br />

t Sachsen-Anhalt: Dezember 2015<br />

t Schleswig-Holstein: Dezember 2010<br />

Die meisten Bundesländer haben sich<br />

für folgenden Zusatz entschieden: „Der aktuelle<br />

Bewohner/Mieter des Hauses oder<br />

der Wohnung ist zuständig für <strong>die</strong> Wartung<br />

der installierten Rauchmelder, es sei denn,<br />

der Eigentümer übernimmt <strong>die</strong>se Verpflichtung<br />

selbst.“ t Dorothea Kammerer<br />

Interview<br />

„Es gibt immer wieder<br />

Besprechungsbedarf“<br />

Auch Hauswirtschafter/innen müssen über<br />

technische Fakten der Haussicherheit Bescheid<br />

wissen. Noch mehr Kenntnisse hat Birgit Ernst,<br />

Diplom-Betriebswirtin (FH), Leitung Hauswirtschaft<br />

& Technik in den Südbayerischen Wohnund<br />

<strong>Wer</strong>kstätten gGmbH, München. Sie machte<br />

eine Ausbildung zur hauswirtschaftlichen<br />

Betriebsleiterin, hat dann ein Studium der Betriebswirtschaft<br />

an einer Fachhochschule absolviert<br />

und anschließend noch den Master in<br />

Facility Management abgelegt. Sie hat Berufserfahrung<br />

in einem Tagungshaus in Stuttgart<br />

gesammelt, aber auch als Nanny für zwei kleine<br />

Mädchen einer kanadischen Familie, und sie<br />

war in einer Einrichtung für Suchtkranke im<br />

Schwarzwald, wo sie sich im Bereich Arbeitstherapie<br />

um <strong>die</strong> hauswirtschaftlichen Belange<br />

gekümmert hat. Seit neun Jahren ist Birgit Ernst<br />

nun bei den Wohn- und <strong>Wer</strong>kstätten in München.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> hat mit ihr gesprochen.<br />

c Sie sind auch für <strong>die</strong> Sicherheit in Ihrer<br />

Einrichtung zuständig. Wie sehen Sie<br />

<strong>die</strong> Katastrophe, <strong>die</strong> sich vergangenen<br />

November in Titisee-Neustadt ereignet<br />

hat? Bei einem Brand in einer Behindertenwerkstatt<br />

waren 14 Menschen ums Leben<br />

gekommen.<br />

d Ich habe <strong>die</strong> Nachrichten verfolgt,<br />

kann aber nichts zu den Ursachen sagen.<br />

Als Einrichtung muss man <strong>die</strong> Brandschutz-Maßnahmen<br />

mit der örtlichen<br />

Brand- und Baudirektion abstimmen. Die<br />

gibt vor, was man einbauen muss. Es gibt<br />

Melder, <strong>die</strong> direkt mit der Feuerwehr verbunden<br />

sind.<br />

c Wie haben Sie das in Ihrer Einrichtung<br />

geregelt?<br />

d Wir haben nur eine Brandmeldezentrale,<br />

aber noch keine Rauchmelder. Das<br />

ändert sich jetzt aber in einem Stockwerk,<br />

weil es umgebaut wird. Hier wurden<br />

Rauchmelder installiert, <strong>die</strong> an <strong>die</strong> Brandmeldezentrale<br />

angeschlossen sind.<br />

c Was macht man in den Stockwerken,<br />

in denen es keine Rauchmelder gibt?<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4·2013 23


Berufsbildung<br />

d Das kommt immer auf das Haus an und<br />

auf das Verhalten der Bewohner, ob sie beispielsweise<br />

Kerzen anzünden. Natürlich<br />

gibt es auch <strong>die</strong> Möglichkeit, dass <strong>die</strong><br />

Hausleitung so etwas untersagt. Für Kerzen<br />

gibt es Alternativen wie etwa LED-betriebene<br />

Leuchten, <strong>die</strong> den Kerzenkörper<br />

erleuchten und sogar naturgetreues Flackern<br />

imitieren können.<br />

c Was geschieht, wenn ein Kurzschluss<br />

einen Brand auslöst?<br />

d Da sind wir über <strong>die</strong> elektrischen Fehlerstromschutzschalter,<br />

also <strong>die</strong> FI-Schalter,<br />

abgesichert. Bei einem Kurzschluss<br />

wird <strong>die</strong> Sicherung ausgelöst und der<br />

Strom unterbrochen. Die Rauchschutztüren<br />

schließen sich automatisch. Das Auslösen<br />

der Feuermelder muss per Hand gemacht<br />

werden. Die Feuerwehr wird über<br />

<strong>die</strong> Brandmeldezentrale alarmiert bzw.<br />

durch <strong>die</strong> Wahl des Notrufs 112.<br />

c Wie steht es um <strong>die</strong> Sicherheit der Aufzüge?<br />

d Es gibt eindeutige Regelungen für <strong>die</strong><br />

Sicherheit bei Aufzügen, unter anderem<br />

durch <strong>die</strong> Richtlinie 95/16/EG der Europäischen<br />

Union. Sie ist in Deutschland<br />

durch <strong>die</strong> Aufzugsverordnung in das nationale<br />

Recht umgesetzt worden. Es existieren<br />

strenge Auflagen hinsichtlich Wartung<br />

und Pflege von Aufzügen. Nicht nur<br />

bei einer Renovierung, sondern regelmäßig<br />

spätestens alle zwei Jahre muss ein Aufzug<br />

durch eine zugelassene Überwachungsstelle<br />

überprüft werden. Weil zwischen<br />

zwei Hauptprüfungen immer auch<br />

noch eine Zwischenprüfung erforderlich ist,<br />

kann man in der Praxis von einem jährlichen<br />

Prüfzyklus ausgehen. Viele Menschen<br />

fürchten den Absturz eines Aufzuges. Doch<br />

er wird auf jeden Fall verhindert, selbst<br />

wenn alle Tragseile einmal reißen sollten.<br />

Jeder Aufzug hat eine Absturzsicherung,<br />

<strong>die</strong> unabhängig von der gesamten anderen<br />

Technik wirkt.<br />

c Kommen wir zu einem anderen Ihrer<br />

Einsatzgebiete, zur Küche. Welche Aufgaben<br />

haben Sie hier?<br />

d Natürlich gibt es immer wieder Besprechungsbedarf<br />

rund um den Speiseplan<br />

oder auch mal um personelle Fragen oder<br />

Veränderungen. Und selbstverständlich bestehen<br />

auch ab und zu Fragen zu baulichen<br />

Themen. Auch wenn nicht neu gebaut wird,<br />

ist <strong>die</strong>s ja wichtig, denn es geht um den<br />

Unterhalt. Die Geräte, <strong>die</strong> verwendet werden,<br />

müssen in Stand gehalten, gewartet<br />

oder repariert werden. Wenn ein Gerät so<br />

defekt ist, dass es wirtschaftlich keinen<br />

Sinn macht, es zu reparieren, muss über<br />

eine Neuanschaffung nachgedacht werden.<br />

In den südbayerischen Wohn- und <strong>Wer</strong>kstätten in München werden Menschen mit<br />

Sehbehinderungen betreut. Haustechnik und Brandschutz spielen deshalb eine besondere<br />

Rolle.<br />

Bei all <strong>die</strong>sen Themen ist es wichtig, dass<br />

man <strong>die</strong> gesetzlichen Vorschriften einhält.<br />

Zum Beispiel, dass Waschbecken mit Sensoren<br />

eingebaut werden.<br />

c Können Sie ein aktuelles Beispiel aus<br />

dem Bereich Küche nennen?<br />

d Wir haben vor zwei oder drei Jahren einen<br />

neuen, zusätzlichen Konvektomat gebraucht,<br />

weil sich <strong>die</strong> Anzahl der Essen, <strong>die</strong><br />

zubereitet werden sollten, verändert hat.<br />

Wir hatten mehr Bewohner bekommen. Ein<br />

weiterer Grund war aber auch der, dass wir<br />

ein etwas anderes Essensangebot erstellen<br />

wollten. Wir können jetzt viel mehr<br />

selbst machen und mehr auf Regionalität<br />

und Saisonalität achten. Also weniger Convenience-Produkte!<br />

c Was war der Auslöser, um <strong>die</strong>se neuen<br />

Wege einzuschlagen? Einer der zahlreichen<br />

Lebensmittel-Skandale?<br />

d Nein, wir hatten in der gesamten Einrichtung<br />

den Wunsch, mehr Speisen selbst<br />

zuzubereiten und mehr auf <strong>die</strong> Bedürfnisse<br />

der Bewohner eingehen zu können. Wir<br />

hatten im Haus einen Arbeitskreis, der sich<br />

mit dem Thema Essen beschäftigt hat. Und<br />

daraus haben sich <strong>die</strong> Gedanken dann so<br />

langsam entwickelt. Unsere 115 Bewohner<br />

nehmen ihre Mittags-Mahlzeiten von Montag<br />

bis Freitag im Casino ein. Frühstück und<br />

Abendessen werden in den Wohngruppen<br />

zubereitet. Am Wochenende versorgen sich<br />

<strong>die</strong> Wohngruppen selbst.<br />

c Welche aktuellen Entscheidungen haben<br />

Sie im Bereich Reinigung zu treffen?<br />

d Derzeit geht es um <strong>die</strong> Anschaffung einer<br />

Reinigungsmaschine. Letzte Woche<br />

hatten wir jemanden hier zur Beratung. Es<br />

wurden <strong>die</strong> Flächen und Böden begutachtet.<br />

Besonderheiten in unserer Einrichtung:<br />

Wir haben sehr viel Linoleumboden. Unter<br />

unseren mehrfach Behinderten sind viele<br />

Rollstuhlfahrer und Leute, <strong>die</strong> mit einem<br />

Gehwagen unterwegs sind, was <strong>die</strong> Böden<br />

sehr stark beansprucht. Eine weitere Besonderheit<br />

in unserem Haus: Da wir sehbehinderte<br />

und blinde Bewohner haben,<br />

gibt es verschiedene Dinge, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Orientierung<br />

erleichtern. Dazu gehören beispielsweise<br />

Leitlinien, <strong>die</strong> an der Wand angebracht<br />

sind. Und wir arbeiten viel mit Farben<br />

und starken Kontrasten, so dass Bewohner,<br />

<strong>die</strong> noch einen Rest ihrer Sehkraft<br />

haben, sich orientieren können.<br />

c Ist auch <strong>die</strong> Beschichtung des Bodens<br />

wichtig?<br />

d Auf jeden Fall! Wir dürfen keine Hochglanz-Beschichtungen<br />

machen, weil <strong>die</strong><br />

spiegeln und dann können sich unsere Bewohner<br />

nicht mehr orientieren.<br />

c Wie handhaben Sie <strong>die</strong> Wäsche? Haben<br />

Sie eine Wäscherei im Haus?<br />

d Flachwäsche und Handtücher sind outgesourct.<br />

Die Privatwäsche wird im Haus<br />

gewaschen. Die Bewohner, <strong>die</strong> dazu in der<br />

Lage sind, kümmern sich in den einzelnen<br />

Gruppen selbst um ihre Wäsche. Jede<br />

Wohngruppe hat eine Waschmaschine und<br />

einen Trockner. In unserer Einrichtung leben<br />

Menschen mit einem sehr breiten Spektrum<br />

an Behinderungen. Manche sind recht<br />

fit, andere brauchen ein wenig Unterstützung<br />

und wieder andere sind in fast allen<br />

Bereichen auf Hilfe angewiesen. So weit<br />

wie möglich soll aber jeder Bewohner angeleitet<br />

werden, selbstbestimmt zu leben.<br />

Dazu kommen LPF-Trainer ins Haus. LPF<br />

steht für „Lebenspraktische Fertigkeiten“.<br />

c Frau Ernst, wir bedanken uns für das<br />

interessante Gespräch!<br />

t Interview: Dorothea Kammerer<br />

Foto: Südbayerischen Wohn- und <strong>Wer</strong>kstätten gGmbH, München<br />

24 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4·2013


A K A D E M I E<br />

S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />

Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />

„Gemeinschaftsverpflegung nach DIN“ – Die neue DIN 10506 umsetzen<br />

Zielgruppe:<br />

Küchenleitungen, Hauswirtschaftsleitungen, Köch/innen aus Einrichtungen<br />

der Gemeinschaftsverpflegung<br />

Inhalte:<br />

Im Frühjahr 2012 wurde <strong>die</strong> überarbeitete DIN 10506 Lebensmittel<br />

– Gemeinschaftsverpflegung veröffentlicht. Sie wurde auf <strong>die</strong> Vorgaben<br />

der EU-Hygieneverordnungen und ihrer deutschen Umsetzungen<br />

angepasst und hat zum Ziel, <strong>die</strong> Einhaltung von hygienisch<br />

einwandfreien Bedingungen beim Umgang mit Lebensmitteln in der<br />

Gemeinschaftsverpflegung zu erleichtern. Gleichzeitig kann sie als<br />

Hygiene-Richtschnur beim Lebensmittelangebot bei Kirchen- oder<br />

Vereinsfesten herangezogen werden.<br />

In <strong>die</strong>sem Tagesseminar wird geklärt, ob <strong>die</strong> neue DIN <strong>die</strong>sem<br />

selbstgestellten Anspruch gerecht wird oder ob sie eine weitere<br />

„lästige Vorgabe“ im Reigen der lebensmittelhygienerechtlichen<br />

Vorschriften, Normen und Richtlinien darstellt.<br />

Die Teilnehmer/innen erhalten einen Überblick über das aktuelle<br />

deutsche und europäische Lebensmittelhygienerecht und erarbeiten<br />

sich anhand einer Checkliste <strong>die</strong> wichtigsten Inhalte der neuen DIN.<br />

Dabei können sie überprüfen, ob ihr Verpflegungskonzept den DIN-<br />

Vorgaben entspricht und Ansatzpunkte zur Veränderung finden.<br />

Termine, Orte und Zeiten:<br />

09. April 2013 in Reutlingen<br />

11. April 2013 in München<br />

19. April 2013 in Würzburg<br />

03. Mai 2013 in Burgdorf/Hannover<br />

28. Juni 2013 in Köln<br />

04. Juli 2013 in Freiberg (Sachsen)<br />

jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />

Gebühr:<br />

Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e. V.: 159,– Euro,<br />

sonst 179,– Euro. Alle Preise zzgl. MwSt.<br />

Referentin:<br />

Carola Reiner<br />

Anmeldecoupon per Fax (0 89) 318905-38 oder online unter www.vnm-akademie.de<br />

Foto: Lucky Dragon/Fotolia.com<br />

Anmeldung/Rücktritt: Nach Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen eine Eingangsbestätigung<br />

mit allen nötigen Informationen. Zur Begleichung der Seminargebühr<br />

erhalten Sie spätestens zum Anmeldeschlusstermin eine Rechnung, <strong>die</strong><br />

gleichzeitig als An melde- bestätigung <strong>die</strong>nt. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss<br />

Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir <strong>die</strong> gesamte Gebühr in Rechnung<br />

stellen. Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss, müssen wir<br />

30,– Euro Bearbeitungsgebühr erheben.<br />

Ihr Vorteil: Sie können in beiden Fällen eine Ersatzperson als Vertretung schicken.<br />

Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt., Tagungsunterlagen, -getränken, Kaffeepausen<br />

und Mittagessen, sofern nicht anders angegeben.<br />

Anmeldung<br />

Hiermit melde ich mich ver bindlich<br />

zum Seminar „Gemeinschaftsverpflegung<br />

nach DIN“ an<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Mitgliedsnummer:<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Abonummer<br />

Rechnungsadresse:<br />

Anmeldeschluss: jeweils 14 Tage vorher, sofern nicht anders angegeben.<br />

Absage: Der Veranstalter Verlag Neuer Merkur GmbH behält sich das Recht vor,<br />

<strong>die</strong> Seminare aus wichtigem Grund abzusagen. Änderungen und Irrtümer sowie<br />

Preisänderungen vorbehalten.<br />

Ansprechpartner:<br />

Ulrich Bartel, Telefon: (0 89) 31 89 05-54, Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />

Coupon ausschneiden, ggf. kopieren und einsenden an:<br />

Verlag Neuer Merkur GmbH, vnm-Akademie,<br />

Postfach 60 06 62, 81206 München<br />

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.Meine Kundennummer:<br />

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.<br />

Meine Mitgliedsnummer<br />

✃<br />

❍ 09. April 2013<br />

in Reutlingen<br />

❍ 11. April 2013<br />

in München<br />

❍ 19. April 2013<br />

in Würzburg<br />

❍ 03. Mai 2013<br />

in Burgdorf/Hannover<br />

❍ 28. Juni 2013<br />

in Köln<br />

❍ 04. Juli 2013<br />

in Freiberg (Sachsen)<br />

Name/Vorname<br />

Berufliche Funktion<br />

Straße/Nr.<br />

E-Mail<br />

Telefon/Fax<br />

PLZ/Ort<br />

Datum/Unterschrift<br />

Mit meiner Unterschrift erkenne ich <strong>die</strong> genannten Bedingungen zu Anmeldung und Rücktritt an.<br />

■ Ja, ich bin damit einverstanden, dass Sie mich ggf. per E-Mail oder Telefon über weitere Verlagsangebote informieren.<br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong>


Fachthema<br />

Chemothermische<br />

Wäschedesinfektion<br />

Wie im Artikel „Zwischen Normalität und Hygienesicherheit“<br />

in <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 1/2013 detailliert ausgeführt wurde, muss<br />

vor der Wäscheversorgung in einer Risikoanalyse erfasst werden,<br />

welches Hygienerisiko bei dem jeweils gegebenen Kundenklientel<br />

gegeben ist. Die Gefährdung der Infektionsübertragung<br />

ist vor allem von der Immunstärke der Kunden abhängig.<br />

Wenn <strong>die</strong> Entkeimung der Textilien durch das normale<br />

Wäschewaschen nicht mehr ausreicht, gilt es <strong>die</strong> Wäsche desinfizierend<br />

aufzubereiten. Die ist ein hoher Anspruch, der nur bei<br />

Einhaltung aller Parameter erfüllt werden kann.<br />

Infektiöse Wäsche liegt nach der BGR<br />

500 nur aus Seuchenstationen von Krankenhäusern<br />

vor. Wäsche aus solchen<br />

Spezialstationen kann dann höchst infektiöse,<br />

extrem tödliche Keime beinhalten,<br />

so dass wesentlich strengere Anforderungen<br />

im Wäschekreislauf erfüllt werden müssen,<br />

um eine Gefährdung der Mitarbeiterinnen<br />

zu verhindern. Es gibt nur eine kleine<br />

Anzahl von Krankenhauswäschereien,<br />

<strong>die</strong> solche Wäsche aufbereiten müssen. Die<br />

dann notwendigen Hygieneregelungen sollen<br />

an <strong>die</strong>ser Stelle nicht behandelt werden.<br />

Aus der Sicht des Arbeitsschutzes definiert<br />

<strong>die</strong> BGR 500 Wäsche von Pflegeund<br />

Krankenbereichen von Heimen als<br />

Krankenhauswäsche. Sie ist als infektionsverdächtig<br />

definiert. Das gilt auch,<br />

wenn in einer Einrichtung gerade eine Grippe-<br />

oder Durchfallwelle herrscht oder Bewohner<br />

mit multiresistenten Keimen besiedelt<br />

sind. Heimwäsche aus Bereichen,<br />

wo Menschen gepflegt oder versorgt werden,<br />

ist desinfizierend zu waschen.<br />

Es heißt unter 3.9 der BGR 500: „…Für<br />

<strong>die</strong> Behandlung von infektionsverdächtiger<br />

Wäsche wird <strong>die</strong>s zum Beispiel erreicht,<br />

wenn Durchlaufwaschmaschinen<br />

verwendet werden und der Desinfektionsvorgang<br />

bereits vor Beginn der Spülphase<br />

beendet ist. Das für <strong>die</strong> Wäscherei<br />

jeweils zweckmäßigste Anwendungsverfahren,<br />

zum Beispiel thermische Desinfektion,<br />

chemothermische Desinfektion,<br />

ist unter Berücksichtigung der örtlichen<br />

Verhältnisse in Zusammenarbeit mit dem<br />

Krankenhaushygieniker festzulegen.“ Damit<br />

sind schon <strong>die</strong> wesentlichen Parameter<br />

benannt.<br />

Ziel des desinfizierenden Waschens<br />

Ziel des desinfizierenden Waschens ist,<br />

dass keine Infektionen durch <strong>die</strong> Wäsche<br />

weiterverbreitet werden. Um <strong>die</strong>s zu erreichen,<br />

müssen <strong>die</strong> eingesetzten Verfahren<br />

nachweislich wirksam sein. Um <strong>die</strong>s nachzuweisen,<br />

ist es möglich, sich vom Hersteller<br />

zwei unabhängige Gutachten über <strong>die</strong><br />

Wirksamkeit des jeweiligen Verfahrens mit<br />

den Rahmenbedingungen in Kopie geben zu<br />

lassen.<br />

Alternativ kann belegt werden, dass <strong>die</strong><br />

Verfahren nach einer Europäischen Norm<br />

(EN) erfolgreich geprüft wurden. Verfügt das<br />

Waschverfahren über eine VAH-Listung (Verbund<br />

angewandter Hygiene, früher DGHM<br />

Liste – Deutsche Gesellschaft für Hygiene<br />

und Mikrobiologie), so ist <strong>die</strong> Wirksamkeit<br />

in Prävention und Bekämpfung nachgewiesen<br />

worden. Dabei ist zu beachten, dass der<br />

Listungsprozess teilweise längere Zeit in Anspruch<br />

nimmt und mit wesentlichen Kosten<br />

für <strong>die</strong> Hersteller verbunden ist. Das ist bei<br />

neuen Produkten zu erkennen, wenn sie als<br />

„zur Listung nach VAH angemeldet“ deklariert<br />

sind.<br />

Gelistete Verfahren<br />

nicht vorgeschrieben<br />

Gesetzlich ist es nicht verpflichtend vorgeschrieben,<br />

gelistete oder geprüfte Verfahren<br />

zu nutzen. Im Rahmen der Sorgfalts-<br />

Fotos: Christeyns GmbH, Ecolab Deutschland GmbH, Kreussler & Co GmbH, Dr. Schnell Chemie GmbH, Sascha Kühnau, Robert Baumann<br />

26 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Fachthema<br />

pflicht ist es jedoch empfehlenswert, um im<br />

Haftungsfall nachzuweisen, dass ein wirksames<br />

Verfahren zur Wäschedesinfektion<br />

benutzt wurde.<br />

Herrscht im hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieb<br />

eine epidemisch verlaufende<br />

Infektion, so kann das jeweils zuständige<br />

Gesundheitsamt eine Entseuchung<br />

anordnen. Nur in <strong>die</strong>sem Fall dürfen ausschließlich<br />

RKI-gelistete Verfahren eingesetzt<br />

werden. Diese Liste ist mit ihren Nachträgen<br />

unter der Internetseite des Robert<br />

Koch-Instituts (www.RKI.de) jederzeit einsehbar.<br />

Diese Verfahren sind für extreme<br />

Desinfektionsbedarfe geprüft. Die Dosiervorschriften<br />

liegen teilweise um das Dreifache<br />

höher als <strong>die</strong> Dosiervorschriften für <strong>die</strong><br />

VAH-Listung. Für <strong>die</strong> standardmäßige prophylaktische<br />

Desinfektion sind sie unnötig<br />

faserbeanspruchend und kostenintensiv. In<br />

der Praxis gibt es immer wieder Waschmittelvertreter,<br />

<strong>die</strong> aus Gründen der Umsatzsteigerung<br />

behaupten, dass <strong>die</strong> meist wesentlich<br />

höheren Dosiervorschriften nach<br />

RKI-Listung für den normalen Arbeitsalltag<br />

notwendig wären.<br />

Welche Art der Desinfektion?<br />

Soll desinfizierend gewaschen werden,<br />

muss grundsätzlich zwischen thermischer<br />

und chemothermischer Wäschedesinfektion<br />

unterschieden werden.<br />

Bei der thermischen Desinfektion muss<br />

ein Flottenverhältnis von 1:4 bis 1:5 gegeben<br />

sein. Das heißt, auf ein Kilogramm Wäsche<br />

kommen vier bis fünf kg Waschwasser während<br />

der Arbeitsphase. Die Desinfektionstemperatur<br />

von 85 Grad Celsius muss 15 Minuten<br />

oder <strong>die</strong> von 90 Grad Celsius muss<br />

zehn Minuten gehalten werden. In <strong>die</strong>sem<br />

Fall wird der Wirkungsbereich von AB abgedeckt.<br />

A steht für <strong>die</strong> Abtötung von Bakterien<br />

und Pilzen, der Wirkungsbereich B inaktiviert<br />

auch Viren.<br />

Die Einhaltung der Parameter der thermischen<br />

Desinfektion ist in Haushaltswaschmaschinen<br />

üblicherweise nicht möglich.<br />

Denn meist wird weder das Flottenverhältnis<br />

noch <strong>die</strong> Einwirkzeit durch <strong>die</strong> Programme<br />

ermöglicht. Selbst bei gewerblichen<br />

Waschmaschinen sind <strong>die</strong> Desinfektionswaschprogramme<br />

oft bei Auslieferung nicht<br />

eingerichtet und/oder freigeschaltet. Das<br />

gilt es zu prüfen und gegebenenfalls durch<br />

<strong>die</strong> Servicetechniker einrichten zu lassen.<br />

Bei Neuanschaffungen sollte <strong>die</strong>s unbedingt<br />

schon im Kaufvertrag vereinbart sein, um<br />

nachträgliche Zusatzkosten zu vermeiden.<br />

Thermisch ist am sichersten, aber…<br />

Die thermische Wäschedesinfektion ist<br />

aus hygienischer Sicht das sicherste und wirkungsvollste<br />

Verfahren. Nachteilig ist jedoch<br />

<strong>die</strong> große thermische Belastung der Fasern.<br />

Gerade aktuelle Fasermischungen halten selten<br />

einer solchen Belastung stand. Gleichzeitig<br />

sind der Energiebedarf und der Zeitverbrauch<br />

wesentlich höher.<br />

Aus <strong>die</strong>sem Grund ist <strong>die</strong> chemothermische<br />

Desinfektion von Wäsche berechtigter<br />

Weise das vorherrschende Verfahren. Die<br />

chemothermische Desinfektion hat jedoch<br />

noch mehr Parameter, <strong>die</strong> es einzuhalten gilt.<br />

Einerseits sind es das Flottenverhältnis, <strong>die</strong><br />

Wirktemperatur und <strong>die</strong> Einwirkzeit, andererseits<br />

muss zusätzlich <strong>die</strong> Dosierung der<br />

desinfizierenden Waschmittel eingehalten<br />

werden.<br />

Alle Verfahrensparameter sind auf den<br />

Verpackungen enthalten. Oft sind sie jedoch<br />

schwer zu finden, denn <strong>die</strong> Dosiervorschrift<br />

für das desinfizierende Waschen<br />

ist oft anders als <strong>die</strong> Vorschrift für das optisch<br />

saubere Waschen. Außerdem bezieht<br />

sich <strong>die</strong> Dosiervorschrift für das desinfizierende<br />

Waschen meist auf Gramm Waschmittel<br />

pro Liter Waschflotte. Denn nur so<br />

kann <strong>die</strong> Konzentration des Wirkstoffs an<br />

der Faser unabhängig von Wasserhärte und<br />

Verschmutzungsgrad sichergestellt werden.<br />

Maschinenbezogene<br />

Dosierbecher nutzen<br />

Die Dosiervorschrift für das optisch saubere<br />

Waschen ist meist angegeben in Milliliter<br />

Waschmittel pro Kilogramm Waschgut.<br />

Dabei hängt <strong>die</strong> Dosierung haushaltsüblich<br />

ab von der Wasserhärte und dem<br />

Verschmutzungsgrad der Wäsche. In der<br />

Praxis bedeutet <strong>die</strong>s, dass pro Maschine<br />

zwei Dosierungen berechnet werden müssen.<br />

Die jeweils höhere Dosierung muss<br />

dann verwendet werden. Aus <strong>die</strong>sem Grund<br />

ist es <strong>die</strong> <strong>Verantwortung</strong> der hauswirtschaftlichen<br />

Fachkräfte, <strong>die</strong> manuellen Dosiervorschriften<br />

für <strong>die</strong> oft ungelernten Wäscherei-Mitarbeiterinnen<br />

zu erarbeiten. Verfügt<br />

<strong>die</strong> Wäscherei über Maschinen verschiedener<br />

Größe, sollten unbedingt maschinenbezogene,<br />

klar gekennzeichnete<br />

Dosierbecher verwendet werden.<br />

Dosieranlagen haben viele Vorteile<br />

Um <strong>die</strong>ser Dosier-Unsicherheit zu entgehen<br />

und den Umgang mit den hoch konzentrierten<br />

Gefahrstoffen in den Wasch-<br />

Bei den meisten der heute angebotenen Waschmitteln ist längst auch eine Desinfektion bei 40 Grad Celsius möglich<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 27


Fachthema<br />

mitteln zu vermeiden, sollten soweit möglich<br />

Dosieranlagen verwendet werden. Diese<br />

werden vom Servicetechniker auf <strong>die</strong> jeweiligen<br />

Waschprogramme genau abgestimmt.<br />

Meist laufen <strong>die</strong>se Dosieranlagen<br />

dann mit einem Sortiment an Flüssigwaschmitteln.<br />

Einige namhafte Waschmittelhersteller<br />

offerieren, <strong>die</strong> Dosieranlagen<br />

kostenfrei bereitzustellen und einzurichten,<br />

wenn eine kontinuierliche Waschmittelmenge<br />

abgenommen wird. Daneben gibt<br />

es auch Miet-, Leasing- oder Kaufoptionen<br />

bei den Pumpen. Grundsätzlich sollte <strong>die</strong><br />

Einstellung der Pumpen durch <strong>die</strong> Techniker<br />

des Waschmittellieferanten erfolgen,<br />

um Fehler bei der Einstellung der Dosiermengen<br />

je Waschverfahren und Maschine<br />

zu vermeiden und Diskussionen über <strong>die</strong><br />

Ursache zwischen Waschmittel- und Waschmaschinen<strong>die</strong>nstleister<br />

bei Fehlfunktionen<br />

zu vermeiden. Auch sollte grundsätzlich mit<br />

detaillierten Einstellungs- und Wartungsprotokollen<br />

<strong>die</strong> korrekte Dosierung durch<br />

<strong>die</strong> Techniker mit den eingestellten Parametern<br />

belegt werden.<br />

Zwei Arten von Pumpen<br />

Bei den Pumpen gibt es grundsätzlich<br />

zwei wesentliche Arten: Schlauchquetschpumpen<br />

und Membranpumpen. Membranpumpen<br />

sind selbst in Laborbereichen im<br />

Einsatz und sehr dosiergenau, dabei jedoch<br />

noch preisintensiver. Schlauchquetschpumpen<br />

sind sehr einfach im Aufbau. Sie<br />

müssen kontinuierlich gewartet werden,<br />

damit <strong>die</strong> mechanisch belasteten Schläuche<br />

rechtzeitig ausgetauscht werden,<br />

bevor es zu Undichtheiten kommt. In den<br />

letzten zehn Jahren kam es bei Schlauchquetschpumpen<br />

zu wesentlichen Qualitätsverbesserungen<br />

bei den Materialien, so<br />

dass <strong>die</strong> Fehlerhäufigkeiten wesentlich abnahmen.<br />

Schlauchquetschpumpen sind zumeist<br />

preisgünstiger.<br />

Manchmal braucht man eine Lupe<br />

Die Waschtemperaturen sind ein weiterer<br />

Aspekt, der besonders beachtet werden<br />

muss. Viele desinfizierende Waschmittel<br />

können ein optisch sauberes Waschergebnis<br />

in allen Temperaturbereichen von<br />

20 bis 95 Grad Celsius erreichen. Die geprüfte<br />

Desinfektion ist jedoch bei den meisten<br />

Waschmitteln erst bei eingehaltener<br />

Einwirkzeit bei 60 Grad Celsius erreicht. Das<br />

heißt, wenn mit einem solchen Waschmittel<br />

bei 40 Grad Celsius gewaschen wird, ist<br />

<strong>die</strong> Wäsche zwar sauber, aber nicht sicher<br />

desinfiziert.<br />

Bei notwendiger Wäschedesinfektion<br />

gilt es zu beachten, bei welcher Temperatur<br />

und Einwirkzeit <strong>die</strong> Desinfektion gesichert<br />

ist. Dies ist auf den Verpackungen oft<br />

im Lupenformat deklariert.<br />

Desinfektion bei 40 Grad<br />

immer öfter möglich<br />

Dosieranlagen haben verschiedene Vorteile, wie Arbeitssicherheit,<br />

Dosiersicherheit und einen geringeren Verbrauch<br />

Inzwischen verfügen immer mehr<br />

Waschmittelhersteller auch über wirksame<br />

desinfizierende Waschverfahren im Temperaturbereich<br />

von 40 Grad Celsius. Die Firmen<br />

Ecolab und Kreussler haben sogar geprüfte<br />

Desinfektionswaschverfahren für den<br />

20- bzw. 30-Grad-Celsius-Bereich, so dass<br />

selbst Wollwäsche desinfizierend aufbereitet<br />

werden kann.<br />

Der desinfizierende Wascherfolg hängt<br />

von der Einhaltung der Einwirkzeit ab. Denn<br />

nur bei eingehaltener kontinuierlicher Wirktemperatur,<br />

kann <strong>die</strong> Waschchemie <strong>die</strong><br />

Krankheitserreger sicher abtöten. Das ist<br />

ein Parameter, der in Haushaltswaschmaschinen<br />

auch nicht realisiert werden kann.<br />

Bei gewerblichen Waschmaschinen<br />

ist genau zu<br />

prüfen, ob beim Waschverfahren<br />

<strong>die</strong> Wirktemperatur<br />

kontinuierlich<br />

gewährleistet wird.<br />

Neben den Waschmaschinenherstellern<br />

haben sich auch einige<br />

Waschmittelhersteller<br />

als Dienstleister im<br />

Markt positioniert. Sie<br />

unterstützen <strong>die</strong> hauswirtschaftlichen<br />

Dienstleistungsbetriebe<br />

bei der<br />

fachlich korrekten Verfahrensführung.<br />

Sie sollten<br />

jedoch spüren, dass<br />

ein Know-how in Sachen<br />

Fehler in der Praxis<br />

In der Praxis konnten unter anderem<br />

folgende Fehleinstellungen gefunden<br />

werden:<br />

u Deklaration als „desinfizierendes<br />

Waschverfahren“ bei 40 Grad Celsius<br />

trotz nachgewiesener Wirksamkeit<br />

des Mittels erst ab 60<br />

Grad Celsius.<br />

u Einsatz der Dosierung nach RKI-Listung<br />

für <strong>die</strong> Alltagswäsche, ohne<br />

dass eine Entseuchung durch das<br />

Gesundheitsamt angeordnet war.<br />

u Einsatz preisintensiverer desinfizierender<br />

Waschmittel für den 40<br />

Grad-Celsius-Bereich bei Waschprogrammen<br />

mit einer Waschtemperatur<br />

von 60 Grad Celsius.<br />

u Auslieferung der neuen Waschmaschine<br />

mit Desinfektionsprogramm,<br />

das nicht <strong>die</strong> Parameter des eingesetzten<br />

Waschmittels erfüllt.<br />

Wäschepflege im Hause<br />

vorhanden ist, um umsatzsteigernde<br />

Fehleinstellungen<br />

zu vermeiden (siehe Kasten<br />

oben).<br />

Und <strong>die</strong> Kosten?<br />

Ohne fun<strong>die</strong>rtes hauswirtschaftliches<br />

Wissen im Wäschereibereich ist eine sichere<br />

Wäschedesinfektion nur zufällig leistbar.<br />

Neben den Anforderungen an <strong>die</strong> chemothermische<br />

Desinfektion sind unbedingt<br />

auch Parameter wie der klassisch optische<br />

Wascherfolg, Faserschonung und geringe<br />

Dosiermenge je kg Wäsche wichtige Entscheidungskriterien.<br />

Oft sind Produkte pro<br />

Kilogramm Waschmittel billig, im Vergleich<br />

Kilogramm Waschmittel je Kilogramm Wäsche<br />

jedoch wesentlich teurer als preisintensivere<br />

Markenprodukte.<br />

t Sascha Kühnau<br />

Einige Hersteller von desinfizierenden<br />

Waschmitteln<br />

u BÜFA Reinigungssysteme,<br />

www.buefa.de<br />

u BurnusHychem GmbH,<br />

www.burnushychem.com<br />

u Christeyns GmbH,<br />

www.christeyns.com<br />

u Dr. Schnell Chemie GmbH,<br />

www.dr-schnell.de<br />

u Ecolab Deutschland GmbH,<br />

www.ecolab.com<br />

u Johannes Kiehl KG,<br />

www.kiehl-group.com<br />

u Kreussler & Co GmbH,<br />

www.kreussler.com<br />

28 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Arbeitsrecht 4<br />

a Durchführung von Bewerbungsverfahren und Einstellung von<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach dem Allgemeinen<br />

Gleichbehandlungsgesetz (AGG)<br />

Worauf muss bei Stellenanzeigen geachtet werden? Wie wird eine Annonce<br />

diskriminierungsfrei formuliert? Müssen Bewerbungen anonymisiert<br />

werden? Welche Fragen sind im Bewerbungsgespräch erlaubt?<br />

Welche verboten? Wie sollten Absagen formuliert werden? Worauf<br />

muss datenschutzrechtlich beim Umgang mit Bewerberunterlagen geachtet<br />

werden?<br />

a Befristung von Dienst- und Arbeitsverhältnissen<br />

Die Grundsätze und gesetzlichen Voraussetzungen für eine wirksame<br />

Befristung von Dienst- und Arbeitsverhältnissen werden anhand praktischer<br />

Fälle und Beispiele erläutert. Die Zulässigkeit von Befristungen<br />

nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz werden ebenso erörtert wie<br />

<strong>die</strong> einzuhaltenden Formalien. Lernen Sie Tipps und Kniffe zur Vertragsgestaltung<br />

kennen und <strong>die</strong> Fallstricke in der Praxis vermeiden.<br />

a Arbeitszeit- und Urlaubsrecht<br />

Der Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit wird für Mitarbeiter immer<br />

wichtiger. Dies erfordert eine flexible Handhabung von Arbeits- und Einsatzzeiten<br />

durch den Arbeitgeber. Für eine optimale Handhabung des<br />

Zeit<strong>management</strong>s im Unternehmen wird der rechtliche Rahmen anhand<br />

von Praxisbeispielen und neuer Rechtsprechung dargestellt und erläutert.<br />

n 4 Themen n 4 Workshops n 1 Anwalt n 1 Tag<br />

a Kündigung von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen<br />

Rechtssicher kündigen und kostenträchtige Fehler vermeiden. Betriebsbedingte<br />

Personalanpassungen müssen ebenso gründlich vorbereitet<br />

und rechtlich abgesichert werden wie krankheits- oder ver haltensbedingte<br />

Kündigungen. Anhand praktischer Fälle werden <strong>die</strong> Grundlagen<br />

des Kündigungsschutzrechts und <strong>die</strong> zu beachtenden formalen und<br />

inhaltlichen Anforderungen an rechtswirksame Kündigungen erläutert<br />

und Alternativen zur Kündigung aufgezeigt.<br />

Termin:<br />

14. Mai 2013, im Maternushaus in Köln, 10 bis 16 Uhr.<br />

Gebühr:<br />

Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e. V.: 159,– Euro, sonst<br />

179,– Euro. Preise zuzüglich MwSt., inkl. Tagungsunterlagen<br />

und -verpflegung<br />

Referent:<br />

RA Peter Hützen, Fachanwalt für Arbeitsrecht,<br />

Kanzlei Bird & Bird, Düsseldorf<br />

„Wäsche- und Garderobenpflege für den gehobenen Privathaushalt“ in München<br />

Jeder anspruchsvolle Privathaushalt verfügt über eine große Zahl<br />

hochwertiger Sommer- und Winterkleidung. Durch <strong>die</strong> korrekte Reinigung<br />

und Pflege sowie das Instandhalten der Garderobe kann<br />

<strong>die</strong>se geschont werden. Trageeigenschaften, Langlebigkeit und<br />

Aussehen können damit positiv beeinflusst werden. Schuhpflege<br />

ist ein weiterer Punkt zur perfekten Garderobe.<br />

Falt- und Legetechniken sowie <strong>die</strong> dazugehörige Schrankordnung<br />

runden das Thema ab. Dieses Seminar zeigt Ihnen letztlich, wie Sie<br />

mit modernster Technik in einem anspruchsvollen Privathaushalt Wäsche<br />

und Garderobe richtig pflegen und aufbewahren.<br />

Inhalte:<br />

1 Pflege von Oberbekleidung<br />

• Materialkunde: Wolle, Schurwolle, Kaschmir<br />

• Gerätekunde: Waschmaschine, Trockner, Dampfbügeleisen<br />

• Aufdämpfen/Auffrischen u. Kontrolle: Anzüge, Kostüme, Pullover<br />

& Co, Hüte<br />

2 Schrank- und Schubladenordnung<br />

• Was gehört wohin?<br />

• Legetechniken<br />

Anmeldung<br />

Hiermit melde ich mich<br />

verbindlich an zum Seminar:<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Mitgliedsnummer:<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Abonummer<br />

Rechnungsadresse:<br />

3 Kleiderbügel<br />

• Arten und Verwendung<br />

4 Koffer packen<br />

5 Fleckentfernung<br />

6 Mottenschutz<br />

7 Ausbesserungsarbeiten<br />

8 Schuhpflege<br />

• Materialkunde, Pflege, Reinigung, Putzutensilien, Aufbewahrung<br />

und Lagerung<br />

Termin: 17. Mai 2013 in München, 9 bis 17 Uhr.<br />

Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong><br />

<strong>management</strong> oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im<br />

Berufsverband Hauswirtschaft e.V. 159,– Euro,<br />

sonst sonst 179,– Euro. Preise zuzüglich MwSt.,<br />

inkl. Tagungsunterlagen und -verpflegung<br />

Referentin: Ursula Bolhuis, Hauswirtschaftliche<br />

Betriebsleiterin, Diplom-Ökotrophologin<br />

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.Meine Kundennummer:<br />

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.<br />

Meine Mitgliedsnummer<br />

✃<br />

y Arbeitsrecht hoch 4<br />

y Wäsche- und<br />

Garderobenpflege<br />

Name/Vorname<br />

Berufliche Funktion<br />

E-Mail<br />

Telefon/Fax<br />

Straße/Nr.<br />

PLZ/Ort<br />

Datum/Unterschrift<br />

Mit meiner Unterschrift erkenne ich <strong>die</strong> genannten Bedingungen zu Anmeldung und Rücktritt an.<br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

■ Ja, ich bin damit einverstanden, dass Sie mich ggf. per E-Mail oder Telefon über weitere Verlagsangebote informieren.


Fachthema<br />

<strong>Lebensmittelrecht</strong>: <strong>Wer</strong><br />

<strong>trägt</strong> <strong>die</strong> <strong>Verantwortung</strong>?<br />

Kommt es in Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen zu einem<br />

lebensmittelhygienischen Ausbruchsgeschehen, ist <strong>die</strong> erste Phase<br />

der Krise oftmals von hektischer Ursachenermittlung dominiert.<br />

Die dann oft zahlreich anwesenden Experten aus Kommune,<br />

Land und Bund wollen gemeinsam mit dem Betreiber<br />

schnell <strong>die</strong> Gefahr für <strong>die</strong> Bewohner, Kunden und Mitarbeiter<br />

eingrenzen.<br />

Nachdem <strong>die</strong> Ursache eingegrenzt ist,<br />

folgt <strong>die</strong> zweite Phase. Diese ist dann<br />

oft der Frage nach der Schadensbegrenzung<br />

und der Kommunikation nach außen<br />

gewidmet. Hat man das Gefühl, das<br />

„Gröbste überstanden“ zu haben, ereilt einen<br />

in der Regel <strong>die</strong> dritte Phase mit der<br />

Feststellung, dass ein entsprechendes Ausbruchsgeschehen<br />

auch eine rechtliche bzw.<br />

haftungsrechtliche Dimension hat. Dies erfolgt<br />

oft in Form eines Schreibens der zuständigen<br />

Staatsanwaltschaft.<br />

Kommt ein Konsument aufgrund eines<br />

gesundheitsschädlichen Lebensmittels aus<br />

einer Gemeinschaftsverpflegung zu Schaden,<br />

wirft <strong>die</strong>s verschiedene Haftungsfragen<br />

auf. Auch stellt sich <strong>die</strong> wichtige Frage,<br />

wer sich in einem Ordnungswidrigkeitenoder<br />

Strafverfahren verantworten muss.<br />

<strong>Wer</strong> ist „Lebensmittelunternehmer“?<br />

Diese Konsequenzen muss der Verantwortliche<br />

stets selbst tragen. Das sind zum<br />

Beispiel Bußgelder oder Geldstrafen, Haftstrafen,<br />

aber auch Eintragungen im Strafoder<br />

Gewerbezentralregister. Es existiert<br />

eine klare gesetzliche Regelung, wonach<br />

stets der so genannte Lebensmittelunternehmer<br />

<strong>die</strong> <strong>Verantwortung</strong> für <strong>die</strong> Sicherheit<br />

eines Lebensmittels <strong>trägt</strong>.<br />

Lebensmittelunternehmer sind <strong>die</strong>jenigen<br />

„Personen, <strong>die</strong> dafür verantwortlich<br />

sind, dass <strong>die</strong> Anforderungen des <strong>Lebensmittelrecht</strong>s<br />

in dem ihrer Kontrolle unterstehenden<br />

Lebensmittelunternehmen erfüllt<br />

werden. Verantwortlicher Lebensmittelunternehmer<br />

ist damit regelmäßig das<br />

oberste Kontrollorgan eines Unternehmens,<br />

zum Beispiel <strong>die</strong> Heimleitung. Sind weitere<br />

Leitungsebenen vorhanden, sind <strong>die</strong>se<br />

in der Regel zumindest mitverantwortlich.<br />

Allerdings ist <strong>die</strong>s der Heimleitung und<br />

der gegebenenfalls vorhandenen weiteren<br />

Leitungsebene (der Leitung der Unternehmensgruppe)<br />

häufig nicht bewusst. Denn<br />

<strong>die</strong> Verpflegung der Gäste wird häufig als<br />

„Unterstützungsleistung“ wahrgenommen.<br />

Hier ist ein Umdenken gefordert, zumal <strong>die</strong><br />

Lebensmittelüberwachung mittlerweile<br />

auch den großen Bereich der Gemeinschaftsverpflegung<br />

entdeckt hat.<br />

Reicht das Deligieren?<br />

Sofern ein <strong>Verantwortung</strong>sbewusstsein<br />

besteht, beruhigen sich <strong>die</strong> Betroffenen<br />

dahingehend, dass <strong>die</strong> <strong>Verantwortung</strong> an<br />

den Küchenchef oder an eine Zwischenposition<br />

wirksam delegiert ist. Ob <strong>die</strong>s<br />

wirklich der Fall ist, hängt unter anderem<br />

vom Aufbau der Führungsstrukturen und<br />

der Organisation der fachlichen Kontrolle<br />

innerhalb des Unternehmens ab.<br />

Die negativen Wirkungen von Eintragungen<br />

im Straf- oder Gewerbezentralregister<br />

sind vielen Betroffenen unbekannt.<br />

Diese Eintragungen stellen <strong>die</strong> Geeignetheit<br />

und Zuverlässigkeit des Betroffenen<br />

zur Ausübung seiner weiteren beruflichen<br />

Tätigkeit als Lebensmittelunternehmer (im<br />

oben genannten Umfang!) grundsätzlich in<br />

Frage.<br />

Bußgelder vermeiden hilft doppelt<br />

Analog zum sogenannten Verkehrssünderregister<br />

in Flensburg werden einem<br />

lebensmittelrechtlichen „Rowdy“ im Wiederholungsfall<br />

Voreintragungen strafverschärfend<br />

zur Last gelegt. Im Einzelfall<br />

kann sogar <strong>die</strong> weitere Ausübung des Berufes<br />

untersagt werden.<br />

Aus <strong>die</strong>sem Grunde empfiehlt es sich,<br />

auch geringere, aber eintragungspflichtige<br />

Bußgelder (mehr als 200 Euro) zu vermeiden<br />

und gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen.<br />

Auch <strong>die</strong> Veröffentlichungen<br />

Der Autor, Armin Wolf, ist Referent beim<br />

<strong>die</strong>sjährigen 15. <strong>rhw</strong>-Symposium am 21.<br />

Juni 2013 auf der Festung in Würzburg<br />

zum Thema „Die gläserne Einrichtung:<br />

Qualitäts- und Kundenkontrolle von<br />

außen“<br />

nach § 40 LFGB (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände-<br />

und Futtermittelgesetzbuch),<br />

bei der <strong>die</strong> zuständigen Behörden verpflichtet<br />

sind, Informationen zu veröffentlichen,<br />

wenn <strong>die</strong> Verhängung eines Bußgeldes<br />

von mindestens 350 Euro zu erwarten<br />

ist, sollte hier betrachtet werden.<br />

In der nahen Vergangenheit wurden <strong>die</strong><br />

Auswirkungen <strong>die</strong>ses Paragraphen – nämlich<br />

Veröffentlichungen von Verstößen im<br />

Internet – ausgiebig diskutiert.<br />

Entlastung durch Sorgfaltspflicht<br />

Jedoch kann sich der verantwortliche<br />

Lebensmittelunternehmer bei einem Zwischenfall<br />

nur entlasten, indem er nachweist,<br />

dass er seinen Sorgfaltspflichten hinreichend<br />

nachgekommen ist. Zu <strong>die</strong>sen<br />

Sorgfaltspflichten gehört eine geeignete<br />

Organisation der Mitarbeiter und Arbeitsabläufe,<br />

aber auch <strong>die</strong> regelmäßige - zumindest<br />

stichprobenartige – Kontrolle der<br />

Prozesse und Arbeitsergebnisse. Die erforderlichen<br />

Kontrollmaßnahmen betreffen<br />

den hygienischen Status der Küchenräume<br />

und -ausstattung (Umfeld), aber<br />

auch der angelieferten Rohstoffe und produzierten<br />

Lebensmittel.<br />

30 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


„Stand der Technik“ ist wichtig<br />

Auf der Grundlage einer gesetzlich geforderten<br />

(Verordnung (EU) 852/2004) Gefahrenanalyse<br />

mit Risikobewertung und einem<br />

Eigenkontrollkonzept nach HACCP-<br />

Prinzipien sollten <strong>die</strong> Prozesse mit einem<br />

Höchstmaß an Sicherheit gestaltet werden.<br />

Hier liegt oft ein Risiko für Küchenleiter,<br />

<strong>die</strong> auf teilweise veraltetes Wissen zurückgreifen.<br />

Es ist heute nicht mehr nur gesetzlich<br />

vorgeschrieben, dass HACCP-Konzepte<br />

auf Gefahrenanalysen mit Risikobewertung<br />

beruhen, sondern es ist „Stand<br />

der Technik“ und unabdingbar.<br />

Dafür ist es erforderlich, dass der Verantwortliche<br />

den Lebensmittel-Warenfluss<br />

und alle darumherum stattfindenden Prozesse<br />

im Unternehmen inklusive aller Gefahren<br />

und Risiken wirklich kennt und dementsprechend<br />

steuern/lenken kann.<br />

Erst dann bietet ein Eigenkontrollsystem<br />

nach HACCP-Prinzipien hinreichend Sicherheit.<br />

Dieses Eigenkontrollsystem kann<br />

im optimalen Zusammenwirken mit weiteren<br />

organisatorischen Maßnahmen zu einem<br />

praxisorientierten Führungswerkzeug<br />

werden.<br />

Regelmäßige Schulung<br />

Fachthema<br />

Unabdingbar ist auch in der Gemeinschaftsverpflegung<br />

<strong>die</strong> regelmäßige Schulung<br />

aller Mitarbeiter, <strong>die</strong> mit Lebensmitteln<br />

umgehen, wozu der Lebensmittelunternehmer<br />

gesetzlich verpflichtet ist. Dazu<br />

ist es wichtig, dass Schulungen auf Grundlage<br />

der VO (EU) 852/2004 nicht mit „einfachen“<br />

Reinigungs- oder Hygieneschulungen<br />

verwechselt werden. So fordert <strong>die</strong><br />

Verordnung explizit folgende Inhalte:<br />

1 Eigenschaften und Zusammensetzung<br />

des jeweiligen Lebensmittels<br />

2 Hygienische Anforderungen an <strong>die</strong> Herstellung<br />

und Verarbeitung des jeweiligen<br />

Lebensmittels<br />

3 <strong>Lebensmittelrecht</strong><br />

4 Warenkontrolle, Haltbarkeitsprüfung<br />

und Kennzeichnung<br />

5 Betriebliche Eigenkontrollen und Rückverfolgbarkeit<br />

6 Havarieplan, Krisen<strong>management</strong><br />

7 Hygienische Behandlung des jeweiligen<br />

Lebensmittels<br />

8 Anforderungen an Kühlung und Lagerung<br />

des jeweiligen Lebensmittels<br />

9 Vermeidung der nachteiligen Beeinflussung<br />

des jeweiligen Lebensmittels<br />

beim Umgang mit Lebensmittelabfällen,<br />

ungenießbaren Nebenerzeugnissen<br />

und anderen Abfällen<br />

: Reinigung und Desinfektion<br />

Nur auf der Grundlage geeigneter Maßnahmen<br />

kann der Lebensmittelunternehmer,<br />

also auch <strong>die</strong> Leitungsebene, lebensmittelrechtliche<br />

<strong>Verantwortung</strong> auf Mitarbeiter<br />

delegieren. Erfolgt <strong>die</strong>se Delegation<br />

wirksam, verlagert sich <strong>die</strong> <strong>Verantwortung</strong><br />

auf den entsprechenden untergeordneten<br />

Mitarbeiter.<br />

Wichtig ist bei der Delegation, dass der<br />

mit den Aufgaben betraute Mitarbeiter <strong>die</strong>sen<br />

Aufgaben fachlich gewachsen, also<br />

kompetent ist. Darüber hinaus muss der<br />

Mitarbeiter auch <strong>die</strong> Möglichkeit haben, in<br />

seinem Wirkungskreis <strong>die</strong> erforderlichen<br />

Entscheidungen und Maßnahmen selbst<br />

zu treffen. Auch bei wirksamer Delegation<br />

lebensmittelrechtlicher Verantwortlichkeit<br />

ist der Lebensmittelunternehmer stets dahingehend<br />

„restverantwortlich“, dass er<br />

sich im Wege geeigneter Kontrollmechanismen<br />

von der Funktionsfähigkeit seiner<br />

Organisation persönlich überzeugt.<br />

Abschließend kann dem verantwortlichen<br />

Personenkreis nur dringend geraten<br />

werden, sich mit der wichtigen Thematik<br />

eigener lebensmittelrechtlicher <strong>Verantwortung</strong><br />

auseinanderzusetzen und <strong>die</strong> erforderlichen<br />

Vorkehrungen zu treffen.<br />

t Armin Wolf, Quant GmbH<br />

Fortbildungsfrühjahr<br />

Armin Wolf ist einer von<br />

sieben Referenten<br />

beim <strong>die</strong>sjährigen <strong>rhw</strong>-<br />

Symposium am 21. Juni<br />

2013 in Würzburg. Hier<br />

werden am Nachmittag erstmals<br />

Projektinseln und moderierte Arbeitsgruppen<br />

gebildet. So wird neben<br />

dem Lernen und Vernetzen auch <strong>die</strong><br />

Motivation aller Teilnehmer gefördert.<br />

Besonders spannend sind <strong>die</strong> Ergebnisse<br />

der Bayerischen Verbleibstu<strong>die</strong>,<br />

<strong>die</strong> in wenigen Wochen vorliegen sollen.<br />

Sie bilden einen Baustein für <strong>die</strong><br />

Diskussion rund um das Thema Personal<br />

auf der Festung in Würzburg.<br />

Anmeldung mit beiligendem Flyer<br />

oder unter www.<strong>rhw</strong>-symposium.de<br />

Immer wieder: Herbert<br />

Thill. Kaum von der Altenpflege-Messe<br />

zurück<br />

(s. S. 7), wird er in<br />

kleinerem Kreis beim<br />

<strong>rhw</strong>-Erfolgstag „Smoothfood und Verpflegung<br />

im Heim“ aufkochen. Man<br />

muss es einfach erlebt haben, wie er<br />

anatomisches Fachwissen und Kochkünste<br />

zu Smoothfood verbindet. Probieren<br />

ist beim <strong>rhw</strong>-Erfolgstag am 16.<br />

Mai 2013 auf Schloss Liebenau/Friedrichshafen<br />

ausdrücklich erlaubt!<br />

Anmeldung mit beiligendem Flyer<br />

oder unter www.<strong>rhw</strong>-erfolgstag.de<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 31<br />

1303011<br />

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Neu im Buchsortiment!<br />

Die eBook-Edition<br />

Lesen auf Tablet,<br />

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„Verlag Neuer Merkur“


Report<br />

David Rummeney gewinnt!<br />

Das gab es in dem fast seit einem Vierteljahrhundert bestehenden Wettbewerb noch nicht: Am<br />

9. März 2013 gewann in Göppingen erstmals ein Mann den Bundesleistungswettbewerb der<br />

Hauswirtschaft. David Rummeney absolviert seine Ausbildung im Johanna-Kirchner-Haus der<br />

AWO in Saarbrücken.<br />

Samstag, 9. März 2013, 18.55 Uhr: David Rummeney (Saarland) ist der<br />

erste Mann, der den Bundesleistungswettbewerb gewinnt. Neben ihm:<br />

Stu<strong>die</strong>ndirektorin Anita Groh-Allgaier, Göppingen.<br />

Der Jury entgeht<br />

nichts in<br />

den zwei Stunden<br />

Teamwettbewerb<br />

Mit dem Bundesleistungswettbewerb 2012 in Koblenz wurde eingeführt, dass eine der<br />

Aufgaben im Vierer-Team erledigt werden muss – zuvor kochte jede/r für sich<br />

Im Bild unten: Stefanie Drill aus Rheinland-Pfalz,<br />

Gewinnerin des Sonderpreises<br />

David Rommeney im Wettbewerb – das<br />

Team wurde erst am Nachmittag des Vortages<br />

ausgelost<br />

Für <strong>die</strong> Aufgabe<br />

hat jedes der fünf<br />

Teams zwei Stunden<br />

Zeit, um <strong>die</strong><br />

Waren aus einem<br />

definierten Warenkorb<br />

optimal zuzubereiten<br />

Fotos: Robert Baumann<br />

32 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Report<br />

Und so entstanden für <strong>die</strong> vorgegebene „Lesenacht“<br />

kreative Ideen wie Piratensegler, Traubentaucher oder<br />

auch ein Gurken-Krokodil (Bild)<br />

Die Verleihung der Preise fand, umrahmt von Chorgesang und sieben Reden,<br />

im Foyer der Gewerblichen Justus-von-Liebig-Schule in Göppingen<br />

statt. 2014 wird Leipzig ausrichten.<br />

Eine Fachtagung mit rund 80 Teilnehmern und dem Who is Who der Hauswirtschaftsbranche rundete den Wettbewerb ab<br />

(wir berichten über <strong>die</strong> Tagung in der kommenden <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 5/2013)<br />

von links nach rechts:<br />

2. Platz,<br />

Vanessa Schiller<br />

(Baden-Württemberg),<br />

1. Platz, David<br />

Rummeney (Saarland),<br />

3. Platz, Dorothea<br />

Kitzeder (Bayern)<br />

Die Platzierungen beim Bundesleistungswettbewerb<br />

der Hauswirtschaft<br />

2013 in Göppingen<br />

1. Platz: David Rummeney (Saarland)<br />

2. Platz: Vanessa Schiller<br />

(Baden-Württemberg)<br />

3. Platz: Dorothea Kitzeder (Bayern)<br />

Europa-Preis (mit Praktikum in der<br />

Schweiz): David Rummeney (Saarland)<br />

Sonderpreise für besondere Leistungen:<br />

Stefanie Drill und Anja Wiest<br />

Sonderpreis für das beste Team:<br />

Laura Gutjahr, Laura Bußhaus, Jennifer<br />

Günther und David Rummeney<br />

Am Rande der Tagung wurde Ruth Waizenegger<br />

nach acht Jahren als Vorsitzende<br />

der LAG Hauswirtschaft Baden-Württemberg<br />

von Beate Imhof-Gildein (Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e.V. ) verabschiedet<br />

Mehr Fotos im Netz auf<br />

www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 33


Marktplatz<br />

Neue Rubrik<br />

Hersteller: Miele Professional<br />

Name: H2O-Trockner<br />

Produkt: Wäschetrockner<br />

Energieeffizienz hat für viele Verbraucher mittlerweile Priorität.<br />

Auch <strong>die</strong> neuen H2O-Tockner von Miele sind darauf<br />

angelegt, <strong>die</strong> Energiekosten zu senken. Eingesetzt werden<br />

können <strong>die</strong> Trockner, deren Trommelvolumen von 325 bis<br />

800 Litern reicht, überall dort, wo Heißwasser erzeugt wird.<br />

Denn sie arbeiten nach dem Prinzip, dass heißes Wasser innerhalb<br />

des Trockners ein spezielles Heizregister durchströmt,<br />

in dem <strong>die</strong> Prozessluft zur Trocknung der Wäsche erhitzt wird.<br />

Das abgekühlte Wasser wird im Anschluss wieder in den Wasserkreislauf<br />

zurückgeführt. Das Heißwasser kann dabei beispielsweise<br />

durch Solarthermie, Fernwärme oder Restwärme<br />

aus der Wäscherei gewonnen worden sein. Handelt es sich bei<br />

der Wärmequelle um ein Blockheizkraftwerk, dann arbeiten<br />

<strong>die</strong> H2O-Trockner laut Hersteller fast zum Nulltarif.<br />

I www.miele-professional.de<br />

Hersteller: Franz Mensch GmbH<br />

Name: Hygrogrip<br />

Produkt: Einweg-Spritzbeutel<br />

Um schnell und punktgenau arbeiten zu können,<br />

sind insbesondere im Gastgewerbe präzise<br />

Arbeitshilfen unerlässlich. Eben<strong>die</strong>s verspricht<br />

der neue Einweg-Spritzbeutel Hygrogrip.<br />

Durch eine mehrschichtige Spezialfolie ist er sehr<br />

griffig, so dass der Spritzbeutel auch bei nassen<br />

oder fettigen Händen nicht entgleitet. Glatte Innenseiten<br />

machen das Befüllen einfach. Der Spritzbeutel<br />

ist mit und ohne Tülle einsetzbar und wird<br />

nach der Verwendung entsorgt.<br />

I www.franz-mensch.de<br />

Hersteller: Como Fashion<br />

Name: Como Trend Kollektion 2013<br />

Produkt: Fachbekleidungs-Katalog<br />

Um Mitarbeiter aus sämtlichen Arbeitsbereichen<br />

einkleiden zu können,<br />

sind oftmals mehrere Gänge in<br />

den entsprechenden Fachhandel nötig. Mit<br />

seinem neuen Gesamtkatalog, der im Januar<br />

2013 erschienen ist, bietet Como Fashion<br />

gebündelt <strong>die</strong> in Gastronomie und<br />

Hotellerie benötigten Sortimente und erleichtert<br />

so den Outfit-Kauf aus einer Hand.<br />

Leicht handhabbare und übersichtliche Rubriken<br />

gliedern den 260 Seiten starken Katalog,<br />

der Fachbekleidung für Gastronomie,<br />

Gesundheits- und Wellnessmarkt sowie<br />

Handel, Handwerk und Industrie führt.<br />

Durch <strong>die</strong> Zusammenführung der verschiedenen<br />

Kollektionen, <strong>die</strong> allesamt den<br />

aktuellen Modetrends verpflichtet sind, soll<br />

<strong>die</strong> Anschaffung einer einheitlichen Berufskleidung<br />

vereinfacht werden.<br />

I www.comofashion.de<br />

Hersteller: altro<br />

Name: Easyclean Maxis Pur Technologie<br />

Produkt: Sicherheitsbodenbelag<br />

Um <strong>die</strong> Rutschsicherheit eines Bodenbelags<br />

langfristig zu erhalten,<br />

hat altro einen neuen Sicherheitsbelag<br />

entwickelt, der in <strong>die</strong> 2- und 2,5-mm-<br />

Bodenbeläge direkt eingearbeitet wird. Dadurch<br />

soll <strong>die</strong> Schmutzaufnahme nachhaltig<br />

verringert, <strong>die</strong> Widerstandsfähigkeit –<br />

etwa gegen Flecken und Chemikalien – gesichert<br />

und der Reinigungsaufwand minimiert<br />

werden. Auch <strong>die</strong> langfristigen Instandhaltungskosten<br />

werden durch den<br />

geringeren Verbrauch von Wasser, Energie<br />

und Reinigungschemikalien gesenkt. Die<br />

Pur-Technologie durchwirkt <strong>die</strong> gesamte<br />

Belagsdicke, wodurch auch für Farbbeständigkeit<br />

des Belags gesorgt wird.<br />

I www.altro.de<br />

34 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013


Marktplatz<br />

Hersteller: Blanco Professional und Hilcona<br />

Name: Pasta-Point<br />

Produkt: Front-Cooking-Konzept<br />

Weniger als eine Minute für das Zaubern frischer Pasta-Gerichte? Der<br />

Pasta-Point, ein neues Front-Cooking-Konzept, für das sich <strong>die</strong> Unternehmen<br />

Blanco Professional und Hilcona zusammengeschlossen<br />

haben, soll <strong>die</strong>s Wirklichkeit werden lassen. Hinter Pasta Point verbirgt<br />

sich das Frontcooking-System Blanco Cook kombiniert mit der Pasta von<br />

Hilcona. Es bietet drei definierte Varianten, <strong>die</strong> sowohl bei Großveranstaltungen<br />

als auch à la carte umsetzbar sind. Das Augenmerk liegt bei <strong>die</strong>sem Front-<br />

Cooking-Konzept auf frischen Pasta-Gerichten als Bestandteil gesunder Ernährung<br />

und der Kommunikation zum Gast. Auch der Fokus auf definierte Prozessabläufe und Kalkulationssicherheit ist für <strong>die</strong> Hersteller ein<br />

schlagkräftiges Argument, dass Pasta Point ein verkaufsförderndes Front-Cooking-Konzept ist.<br />

I www.blanco-germany.com<br />

Hersteller: Henkel<br />

Name: Henkel Expertline<br />

Produkt: Wasch- und Reinigungsmittel<br />

Mit seiner Produktlinie Expertline nimmt Henkel seit<br />

rund einem halben Jahr auch Großverbraucher in Hotels,<br />

Restaurants, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen<br />

in den Blick. Das Sortiment von Wasch- und Reinigungsmitteln<br />

ist dabei speziell an <strong>die</strong> Anforderungen in der<br />

gewerblichen Anwendung angepasst. Die Technologien und<br />

Rezepturen, <strong>die</strong> speziell für den professionellen Gebrauch<br />

entwickelt wurden, zielen auf Ergiebigkeit und hohe Wirksamkeit.<br />

Nur so lässt sich der Produkt- und Stromverbrauch<br />

reduzieren, während gleichzeitig eine sparsame Dosierung<br />

<strong>die</strong> Lebensdauer von Anlagen und Geräten erhöht. Zur Produktlinie<br />

gehören unter anderem <strong>die</strong> Persil Universal- und<br />

Color-Waschpulver sowie das Persil Desinfektions-Vollwaschmittel,<br />

das sich durch hohe Effizienz mit bakterizider<br />

und viruzider Wirkung auszeichnet. Höchsten Glanz selbst in<br />

Kurzspülgängen verspricht dagegen der Somat Maschinen-<br />

Spülreiniger für gewerbliche Spülmaschinen.<br />

I www.henkel.de<br />

Hersteller: Verlag Neuer Merkur<br />

Name: Bodenreinigung für Profis<br />

Produkt: Interview-Lehrfilm<br />

Hersteller: Debic<br />

Name: Valess Burger<br />

Produkt: Vegetarischer Burger<br />

Der Coffee to go hat sich längst vom schnellen Getränk im stressigen<br />

Alltag zum Accessoire gemausert. Und auch der Bedarf<br />

an schnell verfügbarem Essen steigt zusehends. Angesichts<br />

der steigenden Beliebtheit vegetarischer Kost hat Debic für <strong>die</strong> Großküche<br />

<strong>die</strong> Produktlinie Valess entworfen, zu der neuerdings auch Burger<br />

zählen. Die fleischfreien Valess Produkte werden aus Milch gewonnen<br />

und dann mit Pflanzenfasern versetzt, <strong>die</strong> ihnen eine fleischartige<br />

Struktur verleihen. Als herzhafter Snack für Zwischendrin kann<br />

der Valess Burger als vegetarische Fast-Food-Alternative in verschiedensten<br />

Varianten zubereitet werden, zum Beispiel in der Variante<br />

Italia mit Ciabatta-Brot, Rucola, Zucchini, Tomaten und Mozzarella.<br />

Die Burger sind auch in Sachen Verpackungsgröße und Lagerung<br />

in der Tiefkühlung den Bedürfnissen der Gastronomie angepasst.<br />

I www.debic.com<br />

Was ist entscheidend beim Kauf eines Staubsaugers? Welcher Mopp passt zu den<br />

Anforderungen in meiner Einrichtung? Und was ist bei den Wasch- und Folgekosten<br />

oder dem <strong>Wer</strong>terhalt der Reinigungsutensilien und -geräte zu beachten?<br />

Diesen und vielen weiteren Fragen von <strong>rhw</strong>-Chefredakteur Robert Baumann stellt sich<br />

Uwe Richter, seit über 20 Jahren Schulungsleiter bei Numatic International. In Interviewform<br />

gibt er Antwort auf über 30 Fragen zum Thema Bodenreinigung, so dass <strong>die</strong><br />

Zuschauer bestens vorbereitet sind für <strong>die</strong> tägliche Arbeit. Der rund 40-minütige Film ist<br />

aber auch für anstehende Messebesuche oder für Unterweisungen des Reinigungspersonals<br />

sehr geeignet. Erscheint am 22. April 2013.<br />

I www.fachbuchdirekt.de<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 35


Report<br />

So tagen wir in Zukunft!<br />

Event-Doktor Günter Mainka: „Bitte bleiben Sie beim Vortrag in der Mitte der Bühne<br />

im Lichtkegel stehen, damit der Funke überspringt.“<br />

Die Deutschen sind nach den USA Weltmeister im Bereich Tagungen.<br />

Durchschnittlich besucht jeder Deutsche mehr als vier Tagungen<br />

oder Kongresse pro Jahr. Es gibt in Deutschland aktuell<br />

6.614 Tagungsbetriebe, <strong>die</strong> Säle für mindestens 100 Teilnehmer<br />

aufweisen. Obwohl der Markt wächst, kann in Bezug auf Nachhaltigkeit<br />

und Tagungskonzepten noch viel getan werden.<br />

Die Mobilität der Deutschen ändert<br />

sich, das Auto ist längst nicht mehr<br />

das Statussymbol, das es einmal<br />

war. Und das hat auch Auswirkungen auf<br />

den Tagungsmarkt. Matthias Schultze vom<br />

Cologne Convention Bureau zum Beispiel<br />

fährt kein Auto mehr, Dr. Peter Zimmer von<br />

Green Globe ebenfalls nicht und auch Dr.<br />

Markus Große Ophoff, Hochschule Osnabrück,<br />

schätzt <strong>die</strong> effektive Arbeitszeit, <strong>die</strong><br />

er bei Bahnfahrten hat.<br />

Alle drei waren als Referenten eingeladen<br />

auf dem „mice+business travel market“<br />

Ende Februar 2013 in München. Die<br />

drei Experten diskutierten mit Gabriele<br />

Schulze vom Deutschen Fachverlag über<br />

Nachhaltigkeit im Tagungswesen und wie<br />

sich <strong>die</strong> Tagungshäuser auf <strong>die</strong> veränderte<br />

Mobilität einstellen können.<br />

Rund 32 Milliarden Umsatz<br />

mit Tagungen<br />

Matthias Schultze vom Cologne Convention<br />

Bureau (CCB) stellte zunächst Ergebnisse<br />

einer Umfrage über den Event-<br />

Markt in Deutschland vor: „Nach den Ergebnissen<br />

des Meeting & Event-Barometers<br />

2012 hat <strong>die</strong> deutsche MICE-Branche<br />

(MICE = Meetings, Incentives, Conventions,<br />

Events) das Jahr 2011 mit einem Rekordergebnis<br />

abgeschlossen. 2,72 Millionen<br />

Veranstaltungen in Deutschland wurden<br />

von 338 Millionen Teilnehmern besucht.<br />

Im Vergleich zum Vorjahr stieg <strong>die</strong><br />

Zahl der Besucher um 4,5 Prozent“ (siehe<br />

auch Tabelle 1). 86 Prozent der befragten<br />

Veranstaltungsplaner sind davon überzeugt,<br />

dass <strong>die</strong> Bedeutung von „Green<br />

„Was glauben Sie, wieviel Spaß es bei einem<br />

Kongress-Dinner macht, mit ihrem Gegenüber<br />

durch einen 60 Zentimeter hohen<br />

Kerzenleuchter zu sprechen.“<br />

Meetings“ in den nächsten Jahren gleich<br />

bleibt oder sogar zunimmt. Doch was gehört<br />

alles dazu?<br />

Triviale Dinge werden<br />

vergessen<br />

„Früher war der eigene Führerschein<br />

für 18-Jährige ein wichtiges Ziel, doch <strong>die</strong><br />

heute 18-Jährigen wollen lieber ein iPad als<br />

ein Auto. Bei Autos ist höchstens das Teilen<br />

ein Thema und nicht kaufen“, beobachtet<br />

Dr. Peter Zimmer. Die zukünftigen<br />

Teilnehmer reisen also verstärkt mit öffentlichen<br />

Verkehrsmitteln an.<br />

„Wenn ich dann aber sehe, wie schlecht<br />

und ungenau viele Tagungsbetriebe ihre<br />

Anfahrtsbeschreibungen für den öffentlichen<br />

Nahverkehr gestalten, dann muss ich<br />

sagen: Hausaufgaben nicht gemacht“, so<br />

Dr. Markus Große Ophoff, Lehrbeauftragter<br />

an der Fachhochschule Osnabrück im<br />

Bereich Veranstaltungs<strong>management</strong>. „Dabei<br />

könnten Sie doch ganz einfach ihre eigenen<br />

Mitarbeiter bitten, den Arbeitsweg<br />

aufzuschreiben, denn der ist in der Praxis<br />

bestens erprobt. Optimal wäre es dann natürlich,<br />

wenn <strong>die</strong> Anfahrt mit den öffentlichen<br />

Verkehrsmitteln im Tagungspreis eingeschlossen<br />

ist und <strong>die</strong> Wege gut ausgeschildert<br />

sind.“<br />

Fotos: Robert Baumann<br />

36 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4·2013


Report<br />

Mit <strong>die</strong>sem mobilen Abstimmungsgerät<br />

können <strong>die</strong> Zuschauer beteiligt werden –<br />

das Ergebnis wird nach 20 Sekunden<br />

Entscheidungszeit angezeigt<br />

Wenn nicht jetzt, wann dann?<br />

wirklich beim Besucher hängenbleibt“, so<br />

Looser.<br />

Meeting Architecture umfasst <strong>die</strong> folgenden<br />

drei Bereiche:<br />

u Motivation<br />

u Interaktion/Netzwerken<br />

u Lernen.<br />

Vegetarisch kochen muss<br />

man können<br />

Ein zweites verborgenes Potenzial für<br />

Tagungsbetriebe ist das Thema Verpflegung:<br />

„Wir haben in unserem Zentrum für<br />

Umweltkommunikation schon immer zwei<br />

Gerichte angeboten, ein klassisches mit<br />

Fleisch und ein vollwertiges, vegetarisches<br />

Gericht. Es hat zugegebenermaßen ein<br />

paar Jahre gedauert, doch heute ist der Anteil<br />

der vegetarischen Vollwertgerichte von<br />

zehn Prozent auf 50 Prozent angestiegen.<br />

Die Teilnehmer nutzen inzwischen gerne<br />

<strong>die</strong> Gelegenheit, ein leckeres und gesundes<br />

Essen zu probieren, das sie sich zu<br />

Hause wohl nicht kochen würden“, so Dr.<br />

Große Ophoff.<br />

Die Umsetzung scheitere in Deutschland<br />

aber oft daran, dass viele Köche gar<br />

nicht in der Lage sind (ohne Convenience-<br />

Produkte) vegetarisch zu kochen. „Das Thema<br />

ist längst noch nicht in den Köpfen der<br />

Köche angekommen.“ Auch dass bisher<br />

erst weniger als ein Prozent der Caterer biozertifiziert<br />

sind, lässt noch viel Spielraum<br />

für <strong>die</strong> deutschen Tagungshäuser, sich zu<br />

profilieren, bestätigte Dr. Peter Zimmer.<br />

Kongresse werden grün<br />

Alle drei Referenten gaben den etwa<br />

100 Zuhörern zum Thema Nachhaltigkeit<br />

einige praktische Anstöße, unter anderem<br />

Zimmerkarten aus Holz einzusetzen, LED-<br />

Scheinwerfer statt der klassischen Beleuchtung<br />

zu nutzen oder wieder verwertbare<br />

Teppichmosaike statt Wegwerfteppiche<br />

auf der Bühne zu verwenden.<br />

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt<br />

(www.dbu.de) bietet Seminare zum Thema<br />

Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche<br />

an. Außerdem gibt es eine Green-Meeting-Website<br />

unter www.my-green-meeting.de,<br />

<strong>die</strong> Green-Globe-Zertifizierung<br />

(www.greenglobe.com), einen Nachhaltigkeitskodex,<br />

<strong>die</strong> DIN-ISO-Norm 2012 und jedes<br />

Jahr <strong>die</strong> Green-Meeting-Konferenz<br />

(www.greenmeetings-und-events.de).<br />

„Sie kommen in den nächsten zehn bis<br />

20 Jahren ohnehin nicht drum herum, sich<br />

mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen.<br />

Es stellt sich also nur <strong>die</strong> Frage,<br />

wann Sie etwas tun müssen. Und wenn<br />

nicht jetzt, wann dann?“, fragte Dr. Große<br />

Ophoff. Hotelketten wie Klima-Hotels,<br />

Scandic, Accor oder auch Mövenpick haben<br />

längst verinnerlicht, dass Nachhaltigkeit<br />

und Zertifizierung kein Feigenblatt<br />

sind. Und laut einer aktuellen Umfrage sind<br />

70 Prozent der Kunden bereit, für ein nachhaltig<br />

wirtschaftendes Tagungshotel einen<br />

Aufpreis zu zahlen.<br />

Meeting Architecture<br />

Soviel zu den Tagungsorten, doch was<br />

ist mit den Inhalten? Wie werden wir in Zukunft<br />

tagen? Polo Looser von MCI aus der<br />

Schweiz organisiert seit vielen Jahren zum<br />

Teil sehr große Events mit über 1.500 Teilnehmern.<br />

Er folgt den Orientierungslinien<br />

der „Meeting Architecture“ und plä<strong>die</strong>rt<br />

dafür, das Publikum viel stärker einzubinden.<br />

„Es geht beim Erfolg einer Tagung<br />

nicht um den Input, sondern darum, was<br />

Kennen Sie „Pecha Kucha“?<br />

Sehr viele Veranstalter (durchaus auch<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong>) konzentrieren sich noch<br />

stark auf <strong>die</strong> Vermittlung des Wissens. Dabei<br />

werden gerne Motivation und Interaktion<br />

vernachlässigt. Looser regt an, bei<br />

Meetings andere Dinge auszutesten, <strong>die</strong><br />

er selbst schon erfolgreich umgesetzt hat:<br />

u Mal alles umdrehen: Drei Minuten Vortrag<br />

und 40 Minuten Gespräch mit dem<br />

Experten.<br />

u Eine Tagung ohne Powerpoint (hat<br />

erfolgreich funktioniert vor 1.700 Teilnehmern<br />

eines Versicherungskonzerns).<br />

u Die 2003 in Japan entwickelte Methode<br />

„Pecha Kucha“: ein Beitrag dauert<br />

genau 6:40 Minuten und alle 20 Sekunden<br />

muss eine der maximal 20 Vortragsfolien<br />

wechseln. Die Vorteile <strong>die</strong>ser<br />

Technik liegen in der kurzweiligen,<br />

prägnanten Präsentation mit rigiden<br />

Zeitvorgaben. So sollen von vornherein<br />

langatmige Vorträge und <strong>die</strong> damit verbundene<br />

Ermüdung der Zuhörenden verhindert<br />

werden (www.pechakucha.org).<br />

10 Tipps, sich bei Tagungen vom Wettbewerb<br />

abzugrenzen<br />

u Die Technik der Teilnehmer (wie Laptops, Smartphones an Ladestationen) besser<br />

vor Diebstahl schützen.<br />

u Strom und Internet-Empfang überall anbieten. Die Nutzung des mobilen Internets<br />

steht erst am Anfang.<br />

u Arbeit & Freizeit-Zonen: Aufhebung der Trennung von Arbeits- und Pausenbereichen,<br />

<strong>die</strong> Teilnehmer wollen/müssen in den Pausen auch mal in Ruhe berufliche<br />

Mails checken.<br />

u Mehr Platz für informelle Meetings geben.<br />

u Unterschiedliches Mobiliar von Lounge bis Parlament nutzen und Mischformen<br />

für <strong>die</strong> Veranstaltungsräume anbieten.<br />

u Das Tagungshotel/<strong>die</strong> Kongresshalle wird immer stärker selbst Dienstleister<br />

für Tagungsqualität (Ablauf- und Technikberatung, Referenten-Empfehlungen,<br />

Teilnehmer- und Einlass<strong>management</strong>).<br />

u Kooperation mit Dienstleistern, <strong>die</strong> hybride Veranstaltungen durchführen können,<br />

wie zum Beispiel eine digitale Schnitzeljagd durch den Tagungsort.<br />

u Ein Catering, das Gesundheit ausstrahlt.<br />

u „Grüne Produkte“, Menschlichkeit, Herz zeigen.<br />

u Tagungen werden 2013 im Schnitt 30 Minuten kürzer.<br />

(Quelle: Stu<strong>die</strong> von HSMA und Maritz aus 2012, vorgestellt auf dem Deutschen Hotelkongress in Berlin 2013,<br />

sowie Vorträge Messe „mice + business travel market“, München 2013)<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 37


Report<br />

u Kongressgericht: Das Publikum im Saal<br />

wird geteilt in Pro- und Kontra-Gruppen<br />

und ein „Gericht“ auf der Bühne<br />

entscheidet über das Ergebnis. Erfolgreich<br />

ausprobiert wurde es auf der<br />

Fresh-Conference in Kopenhagen<br />

(www.thefreshconference.com)<br />

„Meetings müssen das Herz der Besucher<br />

erreichen“, sagte Polo Looser. Und<br />

wieviel Interaktion statt Präsentation sollte<br />

nun stattfinden? Looser lächelte bei der<br />

Frage und sagte: „Bei Umfragen wünschen<br />

sich <strong>die</strong> Beteiligten oft bis zu 70 Prozent<br />

Interaktion. Doch meist pendelt es sich<br />

dann bei 50 Prozent ein, denn selbst zu<br />

denken strengt schon an, es bleibt aber<br />

viel hängen.“<br />

Tipps vom Event-Doktor …<br />

Günter Mainka, Geschäftsführer von<br />

Twilight Events, trat in einer optischen Mischung<br />

aus James Bond und Mediziner zur<br />

„OP am offenen Event“ an. Von den Me<strong>die</strong>n<br />

erhielt er den Beinamen „Event-Doktor“.<br />

Die häufigsten Fehler einer Veranstaltung<br />

standen höchst kurzweilig im Mittelpunkt<br />

seiner Inszenierung. Er empfahl unter anderem:<br />

u Ein kleines Warm-up als bewegender<br />

Auftakt für jede Tagung.<br />

u Stets einen <strong>Vorschau</strong>monitor rechts am<br />

Boden aufstellen, so dass <strong>die</strong> Referenten<br />

nicht auf <strong>die</strong> Folien, sondern ins Publikum<br />

schauen.<br />

u Kopfbügel-Mikrofone (Headsets) sind<br />

für gleichmäßigen Klang viel besser geeignet<br />

als Ansteck- oder Lavalier-Mikrofone<br />

oder gar Hand-Mikrofone. Für<br />

den möglichen Ausfall der Frequenzen<br />

aber auch noch ein kabelgebundenes<br />

Mikrofon bereithalten.<br />

u Über kleine Jingles akustisch einen Hinweis<br />

darauf geben, dass Handys ausgeschaltet<br />

werden sollten.<br />

Der Veranstaltungsmarkt in Deutschland<br />

Anzahl<br />

Veranstaltungen 2.720.000 + 1 % K<br />

Teilnehmer 338.000.000 + 4 % K<br />

Kongress- und<br />

1.588 + 2 % K<br />

Veranstaltungszentren<br />

Tagungs-Hotels 3.268 + 3 % K<br />

Event-Locations 1.758 + 4 % K<br />

u Geben Sie den Personen nach einem<br />

Vortrag mindestens zehn Sekunden<br />

Zeit, um alles „sacken zu lassen“, bevor<br />

weiter moderiert wird.<br />

u Stets einen Blumenstrauß oder eine<br />

Flasche Champagner im Hintergrund<br />

bereit halten, man weiß ja nie, wer beispielsweise<br />

Geburtstag hat.<br />

Veränderungen gegenüber<br />

dem Vorjahr<br />

Quelle: Meeting- und Event-Barometer 2012, EITW<br />

Die internationale Bedeutung der deutschen Tagungs- und<br />

Kongress-Branche<br />

Top Ten der Länder<br />

USA<br />

Deutschland<br />

Spanien<br />

Großbritannien<br />

Frankreich<br />

Italien<br />

Brasilien<br />

China<br />

Niederlande<br />

Österreich<br />

Top Ten der Städte<br />

Wien<br />

Paris<br />

Barcelona<br />

Berlin<br />

Singapur<br />

Madrid<br />

London<br />

Amsterdam<br />

Istanbul<br />

Peking<br />

Quelle: International Congress & Convention Association (ICCA), 2011, Kongresse gehören zum MICE-Sektor (Meetings,<br />

Incentives, Conventions, Events) der Tourismuswirtschaft<br />

u Bei LED-Streiflichtern an Wänden für<br />

<strong>die</strong> Abendbeleuchtung am besten <strong>die</strong><br />

Farben Orange-Rot verwenden, alles<br />

andere wirkt auf Dauer ungemütlich.<br />

u Wenn Duft, dann nur Orange verwenden.<br />

Den Duft mögen <strong>die</strong> meisten, alle<br />

anderen Düfte erinnern zu oft an Sanitärartikel.<br />

u Dramaturgie: der erste Redner sollte<br />

gut sein, der zweite ok, nach der Mittagspause<br />

einen Infotainer und am<br />

Ende einen „absoluten Reißer für <strong>die</strong><br />

Motivation“.<br />

u Für eine effektvolle Bühnenbeleuchtung<br />

sind Hazer-Geräte deutlich besser<br />

geeignet als Nebelmaschinen. Hazer<br />

(englisch für „Dunst“) unterstützen<br />

viel subtiler Lichteffekte als Nebelmaschinen,<br />

<strong>die</strong> eine Lichtinszenierung sogar<br />

zerstören können. Zudem arbeiten<br />

Hazer fast geräuschlos.<br />

Diskutierten über Nachhaltigkeit in der Kongressbranche (v.l.n.r.): Matthias Schultze<br />

vom Cologne Convention Bureau (CCB), Dr. Peter Zimmer von Green Globe und Dr. Markus<br />

Große Ophoff von der Fachhochschule Osnabrück<br />

„Egal, was Sie bei Veranstaltungen tun,<br />

haben Sie Mut und Durchhaltevermögen“,<br />

so Günter Mainka, der seine Zuhörer nach<br />

der Hälfte seines Vortrages mit einer Runde<br />

Prosecco für alle erfrischte.<br />

t Robert Baumann<br />

38 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4·2013


100 Jahre Hauswirtschaft:<br />

Wäscherei als Geschenk<br />

Report<br />

Ein besonderes Geschenk im<br />

<strong>Wer</strong>t von über einer halben<br />

Million Euro erhielt <strong>die</strong> Fachakademie<br />

Triesdorf zu ihrem<br />

100. Geburtstag: Am 22. Februar<br />

2013 wurde das nach Entwürfen<br />

des Architekten Andreas<br />

Konopatzki umgebaute Gebäude<br />

für Wäscherei- und Reinigungstechnik<br />

an der Fachakademie<br />

Triesdorf eingeweiht.<br />

Fotos: Fachakademie Triesdorf (1), Robert Baumann (5)<br />

In dem Nebengebäude befand sich zuvor<br />

ein Wohnheim für <strong>die</strong> Stu<strong>die</strong>renden.<br />

Jetzt blitzen hier nach dem 650.000 Euro<br />

teuren Umbau in zwei Stockwerken auf<br />

über 500 Quadratmetern professionelle<br />

Waschmaschinen und <strong>die</strong> neuesten Reinigungsmaschinen<br />

verschiedener Marken<br />

wie Miele, Electrolux, Veit, Kärcher, Dr.<br />

Schnell oder Numatic.<br />

Fünf Jahre Planung mit<br />

den Stu<strong>die</strong>renden<br />

Der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (l.) und Alexander Küßwetter,<br />

Stellvertreter des Bezirkstagspräsidenten von Mittelfranken, eröffneten <strong>die</strong> 650.000<br />

Euro teure Wäscherei im Februar 2013. Sie wurde zu zwei Dritteln vom Bezirk Mittelfranken<br />

und zu einem Drittel vom Landwirtschaftsministerium finanziert.<br />

Vorher mussten <strong>die</strong> Stu<strong>die</strong>renden zum<br />

Thema Wäsche noch an Haushaltsmaschinen<br />

lernen. „Doch das war auf Dauer kein<br />

Zustand“, sagte Fachlehrerin Margit<br />

Strauß, <strong>die</strong> zusammen mit Landwirtschaftsamtsrätin<br />

Christa Fleischmann <strong>die</strong><br />

<strong>Verantwortung</strong> für das Großprojekt übernommen<br />

hat. Fünf Jahre lang haben neben<br />

den beiden Lehrerinnen auch Stu<strong>die</strong>rende<br />

bei der Planung der Wäscherei mitgeholfen.<br />

„Wir mussten beispielsweise berücksichtigen,<br />

dass <strong>die</strong> Trockner in der Wäscherei<br />

nicht für unnötige Stromspitzen<br />

sorgen, wenn parallel im Schloss zum Mittag<br />

für 120 Personen <strong>die</strong> Kombidämpfer<br />

laufen“, so Strauß. Deshalb werden <strong>die</strong><br />

neuen Wäschetrockner mit Gas betrieben.<br />

Eine Stu<strong>die</strong>renden-Gruppe besuchte<br />

sogar extra <strong>die</strong> Messe Texcare International<br />

in Frankfurt am Main, um passende Berufskleidung<br />

für <strong>die</strong> Fachakademie auszuwählen.<br />

Am Ende<br />

entschieden sich<br />

nach einem langen<br />

Messetag<br />

Über 100 Ehrengäste folgten der Einladung ins Weiße Schloss,<br />

auch Martina Schäfer (kleines Foto rechts), Vorsitzende der<br />

BAG-HW. Schäfers drei Nichten absolvierten in Triesdorf ihre HBL-<br />

Ausbildung – Hauswirtschaft liegt hier offenbar in der Familie.<br />

Diese Berufsbekleidung suchten<br />

sich <strong>die</strong> Stu<strong>die</strong>renden mit den<br />

Lehrkräften persönlich auf der<br />

Messe Texcare in Frankfurt am<br />

Main aus<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 39


Report<br />

Seite als Raumtrennung einer Wäscherei<br />

gestaltet. Und so befindet sich im Raum<br />

mit der großen Durchlade-Maschine neben<br />

einer Beistellmaschine auch eine Kabine<br />

mit blauen Mänteln für <strong>die</strong> Personalschleuse.<br />

„Das ist meine eigene Wäsche“<br />

Drei Generationen, eine Familie, und alle lernten Hauswirtschaft an der Akademie in<br />

Triesdorf (v. l. n. r.): Liesl Kistner (90 Jahre, Abschluss 1947), Gudrun Dornberger (60<br />

Jahre, Abschluss 1975) und Ute Dornberger (24 Jahre, Abschluss 2010, sie arbeitet<br />

heute als HBL in einem Seniorenheim in Würzburg)<br />

alle für einen Kasack mit Hose in den Farben<br />

der Fachakademie: Rot, Anthrazit,<br />

Schwarz und Weiß (Foto Seite 39).<br />

Planspiel mit Magneten<br />

Mit einem Planspiel, bestehend aus<br />

dem Architekturplan und maßstabgetreuen<br />

Maschinen, konnten nicht nur <strong>die</strong> Raummaße,<br />

sondern auch mögliche Bewegungsund<br />

Arbeitsabläufe gut nachgestellt werden.<br />

Margit Strauß hatte <strong>die</strong>se Idee des<br />

Planspiels von ihrer Grundausbildung als<br />

Heilerziehungspflegerin noch im Kopf.<br />

Und so funktioniert es: Die kleinen Figuren<br />

und Maschinen wurden auf Magnete<br />

aufgeklebt, <strong>die</strong> sich auf einem Metallblech<br />

mit dem aufgeklebten Bauplan gut<br />

verschieben ließen.<br />

„Nun haben wir drei Gruppen gebeten,<br />

<strong>die</strong> optimale Raumaufteilung vorzuschlagen<br />

und zu präsentieren. Dann haben wir<br />

<strong>die</strong> jeweils besten Ideen aus allen Gruppen<br />

zusammen in einer vierten Variante vereint“,<br />

so Margit Strauß. Von den Stu<strong>die</strong>renden<br />

kam unter anderem der Vorschlag,<br />

konsequent eine Personalschleuse einzurichten,<br />

wenn man <strong>die</strong> reine und unreine<br />

Seit Anfang des Jahres bis zur offiziellen<br />

Eröffnung am 22. Februar 2013 wurden<br />

<strong>die</strong> Geräte und Waschprogramme auch mit<br />

privater Wäsche der Stu<strong>die</strong>renden getestet.<br />

Vielen war nicht wohl dabei, ihren Lieblingspullover<br />

den riesigen Trommeln anzuvertrauen.<br />

„Da habe ich gesagt: Behaltet<br />

euch <strong>die</strong>se Gefühl der Angst, denn das<br />

ist das, was <strong>die</strong> Bewohner denken, wenn<br />

sie euch im Heim ihre Wäsche anvertrauen!“,<br />

so Strauß.<br />

Zukünftig werden in dem neuen Wäschezentrum<br />

<strong>die</strong> Berufskleidung der Lehrund<br />

Betriebsküche, Tischwäsche, Reinigungstücher<br />

und Wischbezüge gewaschen.<br />

Neben der Handdosierung wurde auch ein<br />

Waschmittel-Dosiersystem auf einem Rollwagen<br />

eingebaut, um den jungen Nachwuchskräften<br />

von allen Seiten sichtbar <strong>die</strong><br />

Vorzüge erläutern zu können.<br />

Gutes Raumklima dank<br />

Drehschrank-Finisher<br />

Ein Stolz der Triesdorfer ist der „Drehschrank-Finisher“.<br />

Bei üblichen Bügelau-<br />

Die Geschichte von Triesdorf<br />

Tyrolfesbach, Trewesdorf, Trifesdorf, Triebsdorf, Triesesdorf<br />

und schließlich Triesdorf: Die als Tochterkirche der um 850<br />

von fränkischen Siedlern gegründeten Pfarrei Ornau entstandene<br />

Siedlung war unter vielen Namen bekannt. <strong>Wer</strong> ihren<br />

heutigen Namen – Triesdorf, ein Ortsteil der mittelfränkischen<br />

Marktgemeinde Weidenbach – hört, denkt an landund<br />

hauswirtschaftliche Bildung. Bis es soweit war, hatte<br />

Triesdorf allerdings einen weiten Weg zurückzulegen.<br />

Besonders Carl Wilhelm Friedrich, der von 1723 bis 1757 als<br />

absolutistischer Herrscher regierte, verhalf Triesdorf zu einem<br />

Aufschwung: Die gesamte Hofgesellschaft nutzte es als<br />

Refugium in den Sommermonaten; daher waren neben den<br />

Schlossgebäuden auch zahlreiche Nebengebäude für Höflinge,<br />

Dienerschaft und Gutsarbeiter sowie Einrichtungen für<br />

Militär, Gendarmerie und Post vorhanden. Da Carl Wilhelm<br />

Friedrich mit seiner Sommerresidenz seinem Vorbild, Ludwig<br />

XIV. mit Versailles, in nichts nachstehen wollte, ließ er umfassende<br />

Baumaßnahmen durchführen.<br />

Nach einem längeren preußischen und einem kürzeren französischen<br />

Intermezzo ging das Land 1806 an das Königreich<br />

Bayern über. Markgraf Carl Friedrich war überzeugt von der<br />

Lehre der Physiokraten: den Wohlstand des Landes auf der<br />

Grundlage einer produktionsfähigen Landwirtschaft aufzubauen.<br />

Daher schenkte er – und nach ihm sein Sohn – der Förderung<br />

des Agrarwesens besondere Aufmerksamkeit. Bald<br />

entstand der Plan, dem königlichen Staatsgut eine landwirtschaftliche<br />

Bildungsanstalt beizufügen.<br />

Als „Königliche Kreisackerbauschule“ wurde sie schließlich<br />

1848 im Weißen Schloss, der ehemaligen Residenz der Markgrafen<br />

von Brandenburg-Ansbach, eingerichtet. Heute ist das<br />

Weiße Schloss Sitz der Fachakademie für Ernährungs- und<br />

Versorgungs<strong>management</strong>, <strong>die</strong> vor 100 Jahren als „Landwirtschaftliche<br />

Kreishaushaltungsschule“ gegründet wurde. Damit<br />

war der Grundstein für ein Zentrum verschiedener Einrichtungen<br />

der Bereiche Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft<br />

gelegt, für das der Name Triesdorf heute deutschlandweit<br />

steht. Zum modernen Bildungszentrum zählen derzeit:<br />

u <strong>die</strong> Hochschule Weihenstephan-Triesdorf,<br />

u <strong>die</strong> Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule,<br />

u <strong>die</strong> Staatliche Fachakademie für Landwirtschaft,<br />

u <strong>die</strong> höhere Landbauschule,<br />

u <strong>die</strong> Staatliche Technikerschule für Agrarwirtschaft,<br />

u ein Fortbildungszentrum für Land- und Hauswirtschaft,<br />

u das Staatliche Berufliche Schulzentrum Ansbach,<br />

u <strong>die</strong> Tierhaltungsschule sowie<br />

u <strong>die</strong> Landmaschinenschule.<br />

(Quellen: Wikipedia, Präsentation der Hochschule Triesdorf, mit Dank an den Vizepräsidenten<br />

der Hochschule Prof. Dr. Rudolf Huth und Prodekanin Prof. Dr. Mirjam Jaquemouth)<br />

t Martina Kliem<br />

40 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4·2013


Das Fachmagazin für Führungs-<br />

in der Hauswirtschaft<br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

kräfte<br />

<strong>management</strong><br />

Impressum<br />

Report<br />

Herausgeberin: Beatrix Bierschenck<br />

Redaktionsdirektorin: Dr. Angelika Schaller<br />

Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich),<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonline.de<br />

Redaktion: Dorothea Kammerer,<br />

Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonline.de,<br />

E-Mail: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de, Internet: www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Redaktionsbeirat:<br />

Susanne Ahrndt, Claudia Dirschauer, Martina Feulner, Prof. Elke Huth, Dr. Renate<br />

Kappel, M. Christine Klöber, Sascha Kühnau, Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser,<br />

Elke Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Margarete Sobotka,<br />

Prof. Dr. Margot Steinel, Ute Krützmann<br />

Layout: Joachim Ullmer<br />

Anzeigen:<br />

Verlags-, Vertriebs- und Anzeigenleitung:<br />

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Tel.: (0 89) 31 89 05-76, Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />

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Tel.: (0 89) 31 89 05-75<br />

Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 33 a vom 1. Oktober 2012<br />

Marketingleitung: Burkhard P. Bierschenck<br />

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Für Referendare, Studenten, Schüler und Azubis gegen Einsendung<br />

einer entsprechenden Bescheinigung 48,00 Euro/96,00 SFr.<br />

Einzelheft 11,50 Euro/23,00 SFr.<br />

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<strong>die</strong> SFr-Preise <strong>die</strong> Versandkosten für <strong>die</strong> Schweiz. Bei Versand ins übrige Ausland<br />

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Jahr, wenn es nicht zwei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird.<br />

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ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Alle in <strong>die</strong>ser Veröffentlichung enthaltenen<br />

Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt<br />

und von ihnen und dem Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Gleichwohl sind<br />

inhaltliche Fehler nicht vollständig auszuschließen. Daher erfolgen alle Angaben ohne<br />

jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages oder der Autoren. Sie garantieren<br />

oder haften nicht für etwaige inhaltliche Unrichtigkeiten (Produkthaftungsausschluss).<br />

© Copyright by Verlag Neuer Merkur GmbH<br />

Verlagskonten:<br />

HypoVereinsbank München 207 888, (BLZ 700 202 70)<br />

Postbank München 389 80-806, (BLZ 700 100 80)<br />

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HypoVereinsbank München 27 38 775, (BLZ 700 202 70)<br />

Gerichtsstand: München<br />

Per Planspiel zum Ziel: mit Hilfe von Magneten und Skizzen<br />

konnten Arbeitsabläufe für <strong>die</strong> zukünftige Wäscherei passgenau<br />

dargestellt werden<br />

Neuer Name und Lehrplan seit 2012<br />

Seit 2012/2013 werden an der Fachakademie Triesdorf erstmals<br />

„Betriebswirte für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong>“<br />

ausgebildet. Der Name Hauswirtschaft bzw. Hauswirtschaftliche/-r<br />

Betriebsleiter/-in verschwand 2012 als Berufsbezeichnung<br />

bei allen Fachakademien in Bayern.<br />

Der Lehrplan wurde überarbeit und durch weitere betriebswirtschaftliche<br />

Inhalte ergänzt. Neu hinzugekommen sind <strong>die</strong><br />

Fächer „Marketing und Kundenservice“ sowie „Existenzgründung<br />

und Diversifizierung“. Das schulintegrierte Praktikum wurde<br />

auf sechs Monate ausgedehnt. Im dritten Schuljahr werden<br />

Vertiefungsbereiche, so genannte Wahlqualifikationen, eingeführt.<br />

Angeboten werden „Gemeinschaftsverpflegung und Veranstaltungs<strong>management</strong>“<br />

sowie „Objektreinigung und Wäscheversorgung“.<br />

In der Betriebsküche werden täglich 120 Essen<br />

produziert, im dritten Schuljahr werden <strong>die</strong> erlernten Kenntnisse<br />

auch in der Mensa der Hochschule Triesdorf mit täglich<br />

800 Essen angewendet. www.fak-td.bayern.de<br />

tomaten entweicht der benötigte Dampf in den Raum, hier jedoch<br />

wird er bereits im Schrank abgesaugt und nach draußen geleitet. Ein<br />

Kleidungsstück mit Mischgewebe wird so in etwa 45 Sekunden auf<br />

der Puppe im geschlossenen Schrank dampfgebügelt.<br />

Die gesamte linke Seite des Gebäudes ist bewusst so gehalten wie<br />

es der späteren beruflichen Praxis entsprechen könnte. Gegenüber befinden<br />

sich drei Dampfstationen, an denen <strong>die</strong> Stu<strong>die</strong>renden das Wäschefinish<br />

auch handwerklich lernen sollen, außerdem eine Patch-Station<br />

für <strong>die</strong> Kennzeichnung von Textilien und <strong>die</strong> neuen Reinigungsräume<br />

mit zahlreichen Arbeitsutensilien. t Robert Baumann<br />

<strong>Vorschau</strong> auf <strong>die</strong> Mai-Ausgabe 2013<br />

Fokus Bodenreinigung<br />

Wir besuchen zusammen mit zwei Reinigungsexperten den<br />

Deutschordenstift in Köln auf einer „Bodenexkursion“ und sind<br />

u. a. bei der Kristallisation des Altar-Bodens dabei. Selbst für gestandene<br />

Profis ist das eine Herausforderung.<br />

Redaktionsschluss: 4. April 2013 Anzeigenschluss: 8. April 2013<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 4 · 2013 41


Stellenangebote<br />

Bethel im Norden<br />

Als Referent/in für <strong>die</strong> Geschäftsführung suchen wir zum<br />

01. 07. 2013 eine/n<br />

Hauswirtschaftsmeister/in<br />

oder Ökotrophologe/in<br />

Ihre Aufgaben:<br />

• Beratung der Leitungs- und Führungskräfte,<br />

• Optimierung der Organisation und Prozesse in der<br />

Hauswirtschaft (Schwerpunkt Altenhilfe),<br />

• Konzipierung und Beratung im Hinblick auf bauliche<br />

Maßnahmen,<br />

• Mitarbeit bei Ausschreibungen von hauswirtschaftlichen<br />

Leistungen,<br />

• Aufgaben im Qualitäts<strong>management</strong> und in der Hygiene,<br />

• Dienstsitz Hannover mit wechselnden Einsatzorten im<br />

Unternehmensbereich Bethel im Norden<br />

Ihr Profil:<br />

• Langjährige Leitungserfahrung in der Hauswirtschaft,<br />

• Kommunikativ, teamfähig und verantwortungsbewusst<br />

• Analysefähigkeit für Prozesse und Strukturen<br />

• Maßnahmenplanungen und Umsetzungsstärke<br />

• Gute EDV Kenntnisse<br />

Wir bieten:<br />

• gute Entwicklungsmöglichkeiten und eine den Anforderungen<br />

entsprechende Vergütung sowie eine zusätzliche<br />

Altersversorgung<br />

• interessante Beratungs- und Steuerungsaufgaben rund<br />

um den Bereich Hauswirtschaft<br />

Für erste unverbindliche Auskünfte steht Ihnen Herr Sundermann<br />

unter der Telefonnummer 0511 5109 100 zur Verfügung.<br />

Die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche wird erwartet.<br />

Wir begrüßen <strong>die</strong> Bewerbungen von Schwerbehinderten.<br />

Ihre Bewerbung richten Sie bitte mit den üblichen Unterlagen<br />

bis zum 15. 04. 2013 an <strong>die</strong> unten aufgeführte Adresse.<br />

v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel<br />

Bethel im Norden<br />

Personal & Bildung<br />

v.-Lepel-Str. 27<br />

27259 Freistatt<br />

www.bethel-im-norden.de<br />

Fortbildung<br />

k mpass<br />

Fernlehrgänge<br />

Präsenz- und<br />

Fernlernen<br />

Qualitäts<strong>management</strong> in der Hauswirtschaft<br />

Hygienebeauftragte/r für <strong>die</strong> Hauswirtschaft<br />

in sozialen Einrichtungen<br />

Kostenrechnung und Controlling für <strong>die</strong> Hauswirtschaft<br />

Hauswirtschaftliche Fachkraft für Ernährung<br />

in sozialen Einrichtungen<br />

Prüfungsorte: Wesel, Stuttgart, Leipzig, Hamburg<br />

Informationen unter: Telefon. 0281 82829<br />

www.kompass-wesel.de www.fernlehrgang-hauswirtschaft.de<br />

In Kooperation mit dem<br />

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Deutsche Zertifizierung<br />

DIN ISO 29990:2010<br />

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BILDUNGSDIENSTLEISTER<br />

Hauswirtschafterin<br />

Interessanter großer, gepflegter Geschäftshaushalt in Ffm mit<br />

kleiner Familie sucht erfahrene Mitarbeiterin als Führungsperson<br />

mit guten Koch kennt nissen. NR. Referenzen erwünscht.<br />

mail@b-hennig.de, Mobil: 01 72/6 92 41 03<br />

Service<br />

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an trag NICHT für Zeitschriften und Zeit un gen gilt.<br />

Bitte informieren Sie also bei Umzug direkt unseren Abo-Vertrieb.<br />

Bitte wenden Sie sich an: Leserservice, Verlag Neuer Merkur,<br />

65341 Eltville, Tel.: (0 61 23) 9 23 82 30


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Nicht schlank und trotzdem glücklich? Für viele sind persönliches Wohlempfinden und soziale<br />

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gleichermaßen zu Wort kommen.<br />

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14,80 Euro | ISBN 978-3-941717-07-7 | 144 Seiten | gebunden | 1. Auflage November 2012<br />

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