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Matrix3000 Geheime unterirdische Regierungsstadt (Ausgabe 76) (Vorschau)

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ATRIX3000<br />

XMATRIX<br />

NEUES DENKEN<br />

X3000<br />

Das neue Image<br />

der Bilderberger<br />

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<strong>Geheime</strong><br />

Flucht aus<br />

Nordkorea<br />

Die<br />

Primzahl-<br />

Spirale<br />

<strong>unterirdische</strong><br />

<strong>Regierungsstadt</strong><br />

am Flughafen Denver<br />

Traubenkernextrakt -<br />

das Lebenselixier<br />

Weltkongress in Karlsruhe:<br />

Visionärinnen<br />

der neuen Zeit<br />

Die Giganten<br />

der Salomonen<br />

Nullpunktenergie<br />

trifft Alchemie


Der neue Zapper ist geboren<br />

Nur Zappen war gestern!!<br />

Die neue Zapper-Generation ist da.<br />

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durch Impulssetzung und Entladung in die Erde<br />

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Alan E. Baklayan, Sanftes Heilen mit harmonischen Schwingungen<br />

Ein wichtiges Grundlagenwerk des bekannten Heilpraktikers und<br />

Pioniers der Bioresonanz- und Frequenz therapie über Grundphilosophie,<br />

Methoden und Anwendungs möglich keiten des Zappers.<br />

Seit dem Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches im Jahr 2002<br />

gab es eine solche rasante Ent wicklung in der Zapper-Anwen dung, nicht<br />

zuletzt durch den Fortschritt der Technik, dass es für den interessierten<br />

Laien schwer ist, mit zu halten. Gerade deswegen ist dieses Buch ein<br />

umfassendes Grund lagen werk, das als Einführung in die Grundsätze der<br />

Anwendung des Diamond Shield Zappers IE unverzichtbar ist.


Editorial<br />

Franz Bludorf, Chefredakteur<br />

„Erschreckende Kombination aus Geheimhaltung und<br />

Macht“ titulierte sie das ZDF. Die Rede ist von den Bilderbergern,<br />

die gerade im Juni wieder tagten, diesmal im britischen<br />

Watford.<br />

Die Zeiten haben sich gewandelt. Die „einflussreichste<br />

Gruppe der Welt“, wie sie der britische Telegraph nennt,<br />

wird jetzt auch von den Medien des Mainstream wahrgenommen.<br />

Viele Jahre lang war der exklusive Zirkel eine<br />

Domäne unabhängiger Enthüllungsjournalisten und Verschwörungstheoretiker.<br />

Die seriöse Presse fasste das Thema<br />

nicht an, manche gehörten selbst zum inneren Kreis,<br />

und – ja, die meisten anderen wussten wohl nicht einmal,<br />

dass es die Bilderberger überhaupt gibt.<br />

Die Zeiten haben sich gewandelt. In Watford gab es erstmals<br />

in unmittelbarer Nähe des Tagungshotels ein Pressezentrum.<br />

Nicht dass die Bilderberger es gestattet hätten,<br />

aber sie konnten es nicht mehr verhindern. Sie ließen das<br />

Hotel mit einem eigens errichteten Zaun abschotten, mit<br />

strengen polizeilichen Einlasskontrollen, doch sie erkannten,<br />

dass sie ihren früheren Nimbus, im Hintergrund der<br />

Weltpolitik geheim zu operieren, nicht mehr aufrecht erhalten<br />

konnten.<br />

„Falls es sich bei der Bilderberg-Gruppe um keine Verschwörung<br />

handelt, imitiert sie eine solche durch ihr Verhalten<br />

doch bemerkenswert gut“, zitierte das ZDF einen<br />

britischen Journalisten. Doch die Zeiten haben sich gewandelt.<br />

Klassische Methoden der Geheimhaltung funktionieren<br />

nicht mehr, das wahre Gesicht der Bilderberger<br />

droht mehr und mehr publik zu werden. Also musste man<br />

handeln. Und zwar schnell. Die Lösung des Problems war<br />

so simpel wie genial. Wenn man etwas nicht mehr geheim<br />

halten kann, muss man dafür sorgen, dass das Interesse<br />

nachlässt.<br />

Keine Geheimnisse mehr. Das gilt insbesondere auch für<br />

die Kryptographie. Moderne Verschlüsselungstechniken<br />

arbeiten mit Primzahlen, und je tiefer die Wissenschaft<br />

in die Struktur dieser geheimnisvollen Zahlenmenge vordringt,<br />

desto weniger sicher sind Codierungstechniken und<br />

Zugangscodes. Wissenschaft, Militär und auch die Unterhaltungsindustrie<br />

reagieren bereits. Die einzig verbliebene<br />

sichere Verschlüsselungstechnik ist der Mensch selbst.<br />

Das „Password in uns“ wird bereits entwickelt. Medizinische<br />

Forschung und „Big Data“ standen auch auf der diesjährigen<br />

Agenda der Bilderberger. Wichtige Experten, u. a.<br />

von Microsoft und Google, waren unter den Teilnehmern.<br />

Es gibt schließlich nach wie vor Vieles, was man nur allzu<br />

gern vor den Augen der Öffentlichkeit verbergen möchte.<br />

Zum Beispiel wird am Flughafen Denver intensiv an Zufluchtsorten<br />

gebaut, wohin man wichtige Personen aus Militär<br />

und Politik in Sicherheit bringen kann, wenn – ja, wenn<br />

eigentlich was geschieht? Die Gefahr muss erheblich sein,<br />

nur man lässt uns darüber im Unklaren.<br />

Das ZDF hat recht – die Kombination aus Geheimhaltung<br />

und Macht ist erschreckend.<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 3


Inhalt<br />

29<br />

Die<br />

Giganten<br />

der<br />

Salomonen<br />

50<br />

Projekt „Mars One“<br />

Während die NASA sich noch rund 20 Jahre Zeit lassen will, beabsichtigt eine privat finanzierte<br />

Stiftung aus den Niederlanden, bereits zehn Jahre früher die ersten menschlichen Kolonisten<br />

zum Mars zu schicken. Die Technik – so die holländischen Weltraum-Enthusiasten – ist bereits<br />

vorhanden, es ist alles nur eine Frage des Geldes. Das Projekt ist aus vielerlei Gründen höchst<br />

umstritten. Es will sich über Selbstvermarktung im Reality-TV finanzieren – eine Art „Weltraum-Big-Brother“,<br />

und für die ersten Marsreisenden wird es eine Reise ohne Wiederkehr<br />

werden. Eine Rückkehr zur Erde ist nicht vorgesehen. Trotzdem – und das ist das Erstaunlichste<br />

– haben bereits fast 80.000 Menschen ihr Interesse angemeldet, die erste echte Pionierreise<br />

ins All mitmachen zu wollen. Jetzt aktuell in "Quantessenz".<br />

Bereits seit den Zeiten des<br />

zweiten Weltkrieges, als die<br />

Salomoneninsel Guadalcanal<br />

im Pazifik Schauplatz erbitterter<br />

Kämpfe zwischen Japanern<br />

und US-Truppen war,<br />

ist es bekannt geworden, dass<br />

auf den Inseln dieses abgelegenen<br />

Archipels möglicherweise<br />

eine versteckt lebende<br />

Population von Riesen beheimatet<br />

ist, die über vier Meter<br />

groß werden sollen. In unseren<br />

Tagen dringen Bergbaufirmen,<br />

die auf den Inseln Gold<br />

abbauen wollen, in die angeblichen<br />

Reviere der Giganten<br />

vor. Obwohl keine beweiskräftigen<br />

Berichte existieren, dass<br />

ein Weißer jemals einen der<br />

Riesen zu Gesicht bekommen<br />

hat, scheinen die Ingenieure<br />

dort auf erbitterten Widerstand<br />

zu stoßen.<br />

40<br />

Traubenkernextrakt –<br />

das Lebenselixier<br />

Schon seit langem ist bekannt, dass die Franzosen, die zu<br />

ihren Mahlzeiten häufig Rotwein trinken, gegen viele Krankheiten<br />

weniger anfällig sind als andere Europäer. Mittlerweile<br />

gibt es eine Unzahl von Studien, die beweisen, dass<br />

Rotwein, insbesondere aber die Kerne der roten Trauben,<br />

Inhaltsstoffe enthalten, die zu den stärksten bekannten Antioxidantien<br />

gehören. Damit werden Rotwein und der Extrakt<br />

aus den Traubenkernen zu einem wahren Lebenselixier – solange<br />

Pharmaindustrie und Gesetzgeber es zulassen…<br />

Inhalt<br />

Politik<br />

Grazyna Fosar<br />

Flucht aus Nordkorea<br />

Authentische Berichte von Flüchtlingen •<br />

Lebensumstände hinter dem letzten eisernen<br />

Vorhang der Welt 8<br />

Franz Bludorf<br />

Das neue Image der Bilderberger<br />

Rückkehr in den Hintergrund 14<br />

News 18<br />

<strong>Geheime</strong> <strong>unterirdische</strong><br />

<strong>Regierungsstadt</strong> am Flughafen<br />

Denver 20<br />

Wissen<br />

Axel Klitzke<br />

Die Primzahl-Spirale<br />

Die Schwingungsdimensionen<br />

des Lebens verstehen 22<br />

Quantessenz 28<br />

Klaus Deistung<br />

Warten auf die Annunaki<br />

Kommt ihr Planet Nibiru zurück? 30<br />

Gesundheit<br />

Michael Müller<br />

Nullpunktenergie trifft Alchemie<br />

Der Brückenschlag zwischen Schöpfung<br />

und Ihrem persönlichen Potential 36<br />

Maria Schwach<br />

Traubenkernextrakt<br />

Das Lebenselixier 40<br />

Diane 35<br />

EU Kommission erzwingt<br />

europaweite Zulassung eines<br />

umstrittenen Medikaments 45<br />

Roland Rottenfußer<br />

Selbstmitgefühl<br />

Wie wir uns von unnötiger Selbstverurteilung<br />

befreien und unser eigener<br />

bester Freund werden 46<br />

4<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


8<br />

Sie bilden eines der ältesten,<br />

bis heute ungelösten<br />

22<br />

Probleme der Mathematik<br />

– die Primzahlen. Die besten<br />

Wissenschaftler der letzten<br />

Jahrhunderte konnten bislang<br />

keine Gesetzmäßigkeiten<br />

erkennen, nach denen diese<br />

Zahlenmenge aufgebaut ist.<br />

Gleichzeitig spielen Primzahlen<br />

eine herausragende<br />

Rolle in der modernen Kryptographie.<br />

Immer wieder gibt<br />

es interessante Ansätze zur<br />

Untersuchung der Struktur<br />

der Primzahlen. Die Primzahl-<br />

Spirale ist eine der neuesten<br />

Theorien, und sie greift teilweise<br />

auf uraltes Menschheitswissen<br />

zurück. Ist die<br />

Lösung dieses seit über 2000<br />

Die Primzahl- Jahren unlösbaren Rätsels<br />

möglicherweise bereits untergegangenen<br />

Kulturen der Vorzeit<br />

bekannt<br />

Spirale<br />

gewesen?<br />

Flucht aus Nordkorea<br />

Inhalt<br />

Es ist der letzte eiserne Vorhang der Welt – die Grenze zwischen Nord- und Südkorea<br />

am 38. Breitengrad. Im Frühjahr 2013 geriet diese Region in den Brennpunkt der Öffentlichkeit,<br />

als eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Teilstaaten<br />

unmittelbar bevorzustehen schien. Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hat, bietet sich<br />

eine Gelegenheit, einmal über den Grenzzaun zu schauen. In Nordkorea, dem derzeit restriktivsten<br />

politischen System der Welt, herrschen Zustände, die an die dunkelsten Zeiten<br />

des Stalinismus erinnern. Flüchtlinge berichten über eine Atmosphäre der Angst im Lande,<br />

von öffentlichen Hinrichtungen, Umerziehungslagern und extremer Misswirtschaft.<br />

20<br />

<strong>Geheime</strong> <strong>unterirdische</strong><br />

<strong>Regierungsstadt</strong><br />

am Flughafen Denver<br />

Rund um den neuen Flughafen Denver entsteht derzeit<br />

eine gigantische Siedlung – „Airport City“. Zahlreiche<br />

Indizien weisen darauf hin, dass diese Stadt auch tief in<br />

den Untergrund hinein gebaut wird. Allem Anschein nach<br />

handelt es sich um eine Geheimstadt, die dazu dient, im<br />

Katastrophenfall Regierung und Verwaltung der USA im<br />

Untergrund komfortabel in Sicherheit bringen zu können<br />

und die ordnungsgemäße Fortführung der Regierungsgeschäfte<br />

zu sichern. Das US-Verteidigungsministerium<br />

hat sogar schon mit einer US-Airline ein Abkommen zur<br />

Evakuierung wichtiger Persönlichkeiten am Tag X abgeschlossen.<br />

Ein Insider berichtet.<br />

Wurzeln<br />

Thomas Ritter<br />

Die Giganten der Salomonen 50<br />

Kultur<br />

Roland Rottenfußer<br />

Jacques Brel –<br />

„Lieben bis es einen zerreißt“ 54<br />

Spiritualität<br />

Gabriele Quinque<br />

Herakles – Ein Held auf dem<br />

Rückweg in die Einheit 58<br />

Rubriken<br />

Editorial 3<br />

Bedenkliches 6<br />

Gedicht 7<br />

Buchempfehlungen 13<br />

Abo 35<br />

Buchbesprechungen 64<br />

Märchen 65<br />

<strong>Vorschau</strong> 66<br />

Impressum 66<br />

Victor Rollhausen<br />

Ethnomedizin, indigene Weisheit<br />

und Heilung der Erde<br />

Der spirituelle Rat der 13 Indigenen<br />

Großmütter in Deutschland 62<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 5


Bedenkliches<br />

Password:<br />

Aspirin<br />

Franz Bludorf<br />

Erinnern Sie sich an die allgemeine<br />

Entrüstung, als erste<br />

biometrische Merkmale auf<br />

Personalausweisen abgespeichert<br />

wurden? Als die ersten Iris- und Fingerabdruckscanner<br />

als Einlasskontrollen<br />

installiert wurden? Das alles<br />

war die gute alte Zeit.<br />

Der Mensch als eine Art Zubehörteil<br />

von Computernetzwerken, das erschien<br />

vielen erschreckend. Doch jetzt<br />

wird der Computer sogar - umgekehrt<br />

- zum Zubehörteil des Menschen.<br />

Die Kopplung Mensch-Maschine ist<br />

technisch möglich, auch ethische<br />

Tabus scheinen nicht mehr zu existieren,<br />

also sind dem Ideenreichtum<br />

der Industrie keine Grenzen gesetzt.<br />

Neuester Trend: Das Password zum<br />

Schlucken, eine Erfindung des Smartphone-Pioniers<br />

Motorola.<br />

Es geht ausnahmsweise nicht um den „Überwachungsstaat“<br />

oder die vielzitierten „terroristischen Bedrohungen“.<br />

Der Anlass ist um mehrere Nummern kleiner: In der heutigen<br />

Zeit sind Computer, die früher nur Experten zugänglich<br />

waren, in jedem Haushalt, ja in jeder Hosentasche vorhanden.<br />

Das erfordert nach Ansicht der Hersteller besondere<br />

Sicherheitsmaßnahmen, um auch den etwas einfacher<br />

strukturierten Zeitgenossen vor sich selbst zu schützen, der<br />

sich kein Password merken kann bzw. der immer nur den<br />

Geburtstag seiner Frau als Zugangscode benutzt, den dann<br />

jeder mittelmäßig begabte Hacker in fünf Minuten errät.<br />

Die Kommunikation Mensch-Maschine soll uns das Denken<br />

abnehmen. Man muss nur die Motorola-Pille schlucken (ist<br />

sie eigentlich blau?), und schon übernimmt „die Matrix“ die<br />

Kontrolle. Und so funktioniert es: Die Pille enthält einen<br />

Computerchip. Der erzeugt sich mit Hilfe der Magensäure<br />

auf galvanischem Weg Strom und<br />

sendet dann eine Frequenz aus, die<br />

auf ihrem Weg durch den Körper nach<br />

draußen in unverwechselbarer Weise<br />

verzerrt wird. Sobald das friedlich herumliegende<br />

Smartphone das Signal<br />

aufschnappt, erkennt es die „Stimme<br />

seines Herrn“ wieder und schaltet den<br />

Zugang frei. Kennwort: Aspirin!<br />

30 Tage soll die Wunderpille im<br />

menschlichen Magen durchhalten,<br />

dann muss man eine<br />

neue schlucken, sonst sind die Daten<br />

futsch! Es gibt keine Möglichkeit<br />

mehr, sich das Password irgendwo<br />

aufzuschreiben oder aus dem Internet<br />

über den „Password vergessen“-<br />

Button zu holen. Die Daten eines<br />

Menschen sind optimal gesichert,<br />

keine Frage, aber um den Preis der<br />

Entmündigung des Menschen, der nun seinen eigenen Zugangscode<br />

nicht mehr kennt. Keine Pille – keine Daten.<br />

Wem das zu gruselig ist, der kann sich den Chip auch<br />

als Pflaster auf die Haut kleben. Das kleine Daten-Tattoo<br />

greift dann über die Haut die Herzfrequenz ab oder sogar<br />

Gehirnwellen. Wiederum wird daraus ein unverwechselbares<br />

Frequenzmuster berechnet und zum Smartphone oder<br />

Computer gesendet, sobald man sich ihm nähert. Immerhin<br />

hat es dann keinen Zweck mehr, jemanden zu ermorden,<br />

um sich mit Hilfe seines herausgeschnittenen Auges oder<br />

Daumens irgendwo illegal Zugang zu verschaffen. Daten-<br />

Pille und Daten-Tattoo sorgen dafür, dass der Computer<br />

nur mit dem lebenden Menschen funktioniert. Doch funktioniert<br />

der lebende Mensch auch noch ohne den Computer?<br />

Oder übernehmen jetzt wirklich nach und nach die Maschinen<br />

die Kontrolle?<br />

Bildquelle: MC10<br />

6<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Gedicht<br />

"Die Schönheit war einmal zu Gast<br />

bei der Hässlichkeit.<br />

Da kam sie sich hässlich vor,<br />

weil sie ihr nicht helfen konnte,<br />

schön wie sie selbst zu sein."<br />

Doch man erzählt auch:<br />

"Die Hässlichkeit<br />

war zu Gast bei der Schönheit.<br />

Da fühlte sie sich so wohl,<br />

dass sie gar nicht mehr hässlich war."<br />

Beides werde ich glauben,<br />

wenn in allen Ländern<br />

der Hunger<br />

so oft bei der Sattheit zu Gast ist,<br />

dass es ihn nicht mehr gibt.<br />

Aber mich hat ein Kind gefragt:<br />

"Stillt dann die Sattheit<br />

dem Hunger den Hunger<br />

oder frisst sie ihn auf?"<br />

Erich Fried<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 7


Politik<br />

Flucht<br />

Grazyna Fosar<br />

aus Nordkorea<br />

Authentische Berichte von Flüchtlingen •<br />

Lebensumstände hinter dem letzten<br />

eisernen Vorhang der Welt<br />

8<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Politik<br />

... und dem kommunistischen Norden.<br />

Unterschiedliche Kleidung, gleicher Auftrag: Grenzsoldaten<br />

bewachen beiderseits des 38. Breitengrades<br />

... die Grenze zwischen dem kapitalistischen Süden<br />

Eine südkoreanische<br />

Soldatin schaut mit dem<br />

Fernrohr über die Grenze<br />

nach Nordkorea. Ins Bild<br />

eingeblendet sind einige<br />

bekannte Fluchtpunkte<br />

von Nord nach Süd.<br />

In den letzten Monaten rückte das<br />

kommunistische Nordkorea in den<br />

Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Der<br />

junge Diktator Kim Jong Un drohte<br />

den USA und Südkorea mit einem Nuklearkrieg.<br />

Die Gründe – gemeinsame<br />

Manöver der USA und Südkoreas –<br />

waren eher an den Haaren herbeigezogen.<br />

Interessanterweise hatten die<br />

Menschen in Südkorea in jenen dramatischen<br />

Tagen weniger Kriegsängste<br />

als der Rest der Welt. In ihren Augen<br />

ist Kim Jong Un nichts weiter als<br />

ein unreifer Lümmel, der nur ernst<br />

genommen werden will. Inzwischen<br />

hat Nordkorea seine Drohgebärden<br />

weitgehend beendet und die Raketenabschussrampen<br />

wieder abgebaut.<br />

Eine Gelegenheit, einmal einen Blick<br />

in die Welt nördlich des 38. Breitengrades<br />

zu werfen. Was spielt sich<br />

dort wirklich ab? Was ist nur amerikanische<br />

Propaganda, um sich einen<br />

weiteren „Feind“ zu schaffen? Augenzeugen<br />

berichten über Zustände in<br />

Nordkorea, die für uns in Europa tatsächlich<br />

nur schwer vorstellbar sind.<br />

Vor mir, in einem tiefen Sessel, sitzt<br />

ein junger Mann - Jeans, T-Shirt<br />

und … traurige Augen. Er ist nicht<br />

offen, und seine Sorglosigkeit wirkt<br />

gespielt. Er denkt intensiv über etwas<br />

nach und beobachtet mich diskret. Er<br />

ist freundlich und unsicher, etwas reserviert.<br />

Soll ich Deinen richtigen Namen<br />

benutzen? Nein, nenne mich nur<br />

W. K. Ich bin noch nicht bereit, mit meinem<br />

vollen Namen an die Öffentlichkeit<br />

zu gehen. Ich habe Angst.<br />

Es ist Dir gelungen, aus Nordkorea<br />

zu fliehen. Ist das sehr schwer?<br />

W.K.: Ja, seit 2011 ist die Kontrolle<br />

aller Bürger des Landes sehr streng.<br />

Es gibt regelmäßige Volkszählungen,<br />

um auf diese Weise festzustellen, wer<br />

nach Südkorea geflüchtet ist. Leider<br />

existiert auch ein Netz von Informatoren,<br />

also Menschen, die andere Menschen<br />

beobachten. Sie kommen sogar<br />

oft nach Hause und stellen Fragen: Wo<br />

ist Dein Bruder? Wo ist Deine Schwester?<br />

Alle haben Angst um die Familie,<br />

und deshalb sollte man, wenn man sich<br />

schon entscheidet zu fliehen, auch die<br />

ganze Familie mitnehmen.<br />

Fernsehen, wenn es Strom gibt<br />

Der junge Führer der Nordkoreas, Kim<br />

Jong II., ist in der Bevölkerung nicht<br />

so beliebt wie sein Großvater. Die Bevölkerung<br />

nennt ihn nur Kim Jong Un,<br />

nicht „Großer Führer“. Seit er an die<br />

Macht gekommen ist, wurde die Situation<br />

im Land noch schlimmer. Es gibt<br />

mehrere Quellen, die über das Leben<br />

in Nordkorea berichten. Dazu gehören<br />

konspirative Kreise, die in China arbeiten,<br />

manche Missionare, aber auch<br />

die Flüchtlinge selbst. Internationale<br />

Organisationen sammeln solche Berichte.<br />

Die Nordkoreaner wollen die<br />

Vereinigung. Sie wissen aber<br />

auch, dass im Süden keiner ein<br />

vereinigtes Korea will. In Nordkorea<br />

weiß man heute viel mehr über das<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 9


Politik<br />

Die Unterschiede im Lebensstandard<br />

zwischen Nord- und<br />

Südkorea sind nach wie vor<br />

immens. Während die Bevölkerung<br />

im Süden einen mit Europa<br />

vergleichbaren Lebensstandard<br />

hat, werden in staatlichen<br />

Erziehungseinrichtungen in<br />

Nordkorea Kinder auf die Parteilinie<br />

dressiert und trotzdem nur<br />

schlecht versorgt. Auf den Straßen<br />

der Hauptstadt vegetieren<br />

hungernde Kinder vor sich hin.<br />

Ein Ex-Geheimdienstler berichtet<br />

Kim Young-Cheol, ehemaliger Major der People’s Safety Agency in Nordkorea, war Chef des<br />

Inspektionsbüros, bevor ihm im Jahre 2008 die Flucht in den Süden gelang. Er berichtet über<br />

ein Regime des Terrors, in dem die „Bestrafungskultur“ einen hohen Stellenwert hat. Es gab<br />

Zeiten, in denen es wöchentlich eine öffentliche Hinrichtung gab. Fast jeder Nordkoreaner,<br />

so Kims Bericht, hat schon mindestens einmal eine miterlebt. Die Bevölkerung erfährt nicht,<br />

welches Verbrechens der Delinquent angeklagt war, damit ein allgemeines Klima der Angst<br />

entsteht, dass es im Prinzip jeden treffen könnte.<br />

Kinder, die staatliche Kindergärten besuchen, werden dort einer Gehirnwäsche unterzogen<br />

und erhalten dafür kaum etwas zu essen. Sie werden strenger Disziplin und Kontrolle<br />

unterworfen, müssen selbst Holz fällen und ihre Wäsche im Fluss waschen. Kinder, die aus<br />

derartigen Kindergärten flüchten, leben meist auf den Straßen der Städte. In den strengen<br />

Wintern erfrieren viele von ihnen.<br />

Die Überwachung in Nordkorea ist total und erfolgt weitgehend noch durch Agenten und<br />

Informanten, nicht durch elektronische Überwachungssysteme wie im Westen. Jeder Agent<br />

der People’s Safety Agency (PSA) und der National Security Agency (NSA) hat 200 Bürger zu<br />

überwachen. Das heißt, auf ca. 20 Millionen Nordkoreaner kommen rund 100.000 Geheimagenten.<br />

Jeder von ihnen beschäftigt noch bis zu 30 Informanten, so dass insgesamt 60 %<br />

der Bevölkerung Spitzeldienste leisten. Auf regelmäßig abgehaltenen „Selbst- und gegenseitigen<br />

Kritiktreffen“ müssen sich die Anwesenden selbst kritisieren für mangelnde Loyalität<br />

oder Kooperation mit dem System. gf<br />

Leben in Südkorea als früher. Natürlich<br />

gibt es Propaganda gegen die USA<br />

und den Süden, aber in den Grenzgebieten<br />

kann man manchmal das südkoreanische<br />

Fernsehen empfangen<br />

und etwas über die Welt erfahren.<br />

Auch das Hören auf verbotenen Radiofrequenzen<br />

ist oft möglich. Leute<br />

ziehen die Gardinen an den Fenstern<br />

zu und versuchen etwas besser die<br />

Situation in der Welt und im eigenen<br />

Land zu verstehen. So etwas ist nur<br />

möglich, wenn es Strom gibt, also ca.<br />

2 Stunden am Tag. Diese versteckte<br />

Bewegung ist noch relativ neu, es gibt<br />

sie erst seit ca. 15 Jahren.<br />

Mangel und Repression<br />

Das tägliche Leben ist in Nordkorea<br />

sehr schwer. Das größte Problem ist<br />

vor allem der ständige Mangel an Lebensmitteln.<br />

Früher gab es Talons<br />

für Lebensmittel, jetzt sind sie abgeschafft,<br />

und das bedeutet, jeder muss<br />

sich selbst um die tägliche Schüssel<br />

Reis kümmern. Die Leute sind auch<br />

müde von den Pflichten, die ihnen die<br />

Regierung ständig neu auferlegt. Es<br />

gibt keine Perspektiven. Kaum jemand<br />

glaubt wie früher, dass das Land ein<br />

selbständiges Paradies ist, was die<br />

Propaganda ständig den Menschen eingeredet<br />

hat. Im Jahre 2009 gab es eine<br />

Finanzreform, die eine unvorstellbare<br />

10<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Inflation brachte. Das Geld wurde im<br />

Verhältnis 100 zu 1 ausgetauscht, und<br />

viele Menschen haben ihre ganzen Ersparnisse<br />

verloren. Das gesamte Wirtschaftssystem<br />

funktioniert nicht mehr.<br />

Richtig arbeiten nur die Betriebe, die<br />

für die Verteidigung oder die Funktion<br />

der chemischen Industrie wichtig sind.<br />

Oft geben Chinesen den Betrieben Aufträge<br />

für die Produktion, weil das für<br />

China billiger ist. Die Koreaner arbeiten<br />

dann illegal, d. h. schwarz, und bekommen<br />

von den Chinesen dafür etwas<br />

Reis oder auch etwas Geld. Mit der Zeit<br />

kam es auch zu steigendem Handel mit<br />

Drogen, mit den Resten der Maschinen<br />

aus den Fabriken, oder auch schlichtweg<br />

zu Raub. Der Handel wird auf den<br />

Basaren und Märkten betrieben. Jeder<br />

verkauft, was nur möglich ist. Korruption<br />

ist überall, und vor allem die Beamten<br />

nehmen Geld, sobald sie nur<br />

etwas für die Leute tun sollen.<br />

Eine Frau darf in Nordkorea nicht<br />

Fahrrad fahren, es gehört sich<br />

nicht. Da aber Busse und Züge<br />

nicht so oft fahren und für Benzin<br />

kaum jemand Geld hat, um mit dem<br />

Auto zu fahren - fahren die Frauen<br />

natürlich trotzdem mit dem Fahrrad.<br />

Wenn sie erwischt werden, geben sie<br />

dem Polizisten Schmiergeld,<br />

und er lässt sie frei.<br />

Ich fragte W. K.: Gibt es<br />

in Nordkorea heute noch<br />

Arbeitslager?<br />

W.K.: Früher gab es<br />

sechs. Jetzt soll es sieben<br />

politische Lager geben,<br />

habe ich gehört. Sie<br />

befinden sich in den Gebirgsregionen.<br />

Es gibt dort<br />

Kohle, Kupfer und Blei.<br />

Die Gefangenen arbeiten<br />

in der Förderung. In<br />

solchen Lagern findet ein<br />

Massensterben statt, von<br />

Hunger und zu schwerer<br />

Arbeit und Krankheiten.<br />

In Nordkorea gibt es auch<br />

sogenannte Zentren für<br />

Reedukation und Zwangsarbeit.<br />

Hierher kommen<br />

Menschen mit kleineren<br />

Verurteilungen für Bagatellverstöße<br />

gegen das Gesetz.<br />

Im Übergangslager<br />

dagegen sitzen meistens<br />

Menschen, die bei einem<br />

Fluchtversuch festgenommen<br />

wurden. In den letzten<br />

Citizens‘ Alliance for North Korean Human Rights<br />

Die Citizens‘ Alliance for North Korean Human Rights ist eine private Nichtregierungsorganisation<br />

(NGO), die am 4. Mai 1996 gegründet wurde. Die Gründungsmitglieder verständigten sich<br />

auf die folgenden fünf Prinzipien:<br />

- Die Mitgliedschaft basiert auf der gemeinsamen Überzeugung, dass die Nordkoreaner einen<br />

Anspruch auf die fundamentalen Freiheiten und Menschenrechte haben, die in der Universal<br />

Declaration of Human Rights niedergelegt sind, unabhängig von ihrer politischen Überzeugung.<br />

- Die Mitglieder sollen sich nach ihren Möglichkeiten um Finanzierung, Wissenserwerb und<br />

andere individuelle Aufgaben bemühen.<br />

- Anstrengungen werden unternommen zum Zweck der Ausbildung der jüngeren Generation,<br />

so dass die Arbeit der Bewegung weitergeht.<br />

- Bei der internationalen Öffentlichkeit soll das Bewusstsein geweckt werden, die Bewegung<br />

und ihre Ziele zu unterstützen, um die Menschenrechtssituation in Nordkorea zu verbessern.<br />

- Die Mitglieder sollen über die Zustände sprechen, sich um die Linderung von Leid bemühen<br />

und das Leben von Nordkoreanern retten.<br />

Gründer und Vorsitzender der Organisation ist Reverend Benjamin H. Yoon. gf<br />

Jahren kamen nach Südkorea ca. 2000<br />

Flüchtlinge aus dem Norden.<br />

Wie bist Du aus Nordkorea geflohen?<br />

W.K.: Es gibt unterschiedliche Methoden.<br />

Alles hängt davon ab, ob man<br />

Beziehungen in China hat oder Bekannte,<br />

die einem Flüchtling helfen.<br />

Man kann sich einen sogenannten<br />

Broker mieten, der dafür verantwortlich<br />

ist, die Menschen über die Grenze<br />

zu bringen.<br />

Ein anderer Weg ist es, die Wachposten<br />

an der Grenze zu bestechen und<br />

dann in der Nacht einen der beiden<br />

Grenzflüsse zu China zu überqueren.<br />

Umerziehungs- und Arbeitslager<br />

sind in Nordkorea bis heute an<br />

der Tagesordnung. Viele Insassen<br />

sterben durch Hunger,<br />

Krankheit und Misshandlungen.<br />

Das sind der Tumen und der Jalu. Ich<br />

wählte zusammen mit meinem Bruder<br />

den Jalu.<br />

Eine Frau kostet so viel wie eine Kuh<br />

Viele der koreanischen Flüchtlinge<br />

werden auf der chinesischen Seite<br />

verhaftet und zurück nach Korea geschickt,<br />

sie landen dann in den Lagern.<br />

Besonders schlimm ist das Schicksal<br />

der Frauen, wenn sie auf der Flucht erwischt<br />

werden: Sie werden von Verbrechern<br />

an chinesische Bauern verkauft.<br />

Die Transaktion ist einfach: Eine Frau<br />

kostet so viel wie eine Kuh. Sie muss<br />

dann Kinder zur Welt bringen und auf<br />

der Farm helfen, d.h. körperlich<br />

schwer arbeiten. Viele Frauen, die<br />

in die Hände der Verbrecher fallen,<br />

landen aber auch später im Bordell.<br />

Das neue Leben in Südkorea<br />

Wer Glück hat und es bis nach Südkorea<br />

schafft, auf den wartet allerdings<br />

auch kein Paradies. Die<br />

Flüchtlinge sind trotzdem zufrieden<br />

mit dem, was sie hier bekommen.<br />

Vor allem, wie sie sagen - sie len endlich keine Angst mehr. Die<br />

füh-<br />

Regierung in Seoul unterstützt im<br />

Rahmen ihrer Möglichkeiten die<br />

Menschen aus dem Norden. Sie<br />

bekommen finanzielle Hilfen für<br />

eine Wohnung, Sozialhilfe und<br />

die Möglichkeit einer Schulung<br />

oder Umschulung, um einen Beruf<br />

ausüben zu können und bald<br />

selbst eine Arbeit zu haben. Sie<br />

bekommen viele Vergünstigungen<br />

bei der Arbeitssuche oder<br />

der Suche nach einem Studienplatz.<br />

In Südkorea spielen private<br />

Beziehungen und Connections<br />

eine wichtige Rolle.<br />

Politik<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 11


Politik<br />

Die Menschen, die<br />

man kennt, sind die<br />

Freunde, mit denen<br />

man zur Schule ging<br />

oder mit denen man<br />

studiert hat, die lädt<br />

man ein, wenn sie<br />

Positionen haben, die<br />

im Leben helfen können.<br />

Die Menschen<br />

aus dem Norden haben<br />

diese Beziehungen<br />

nicht. Das macht<br />

ihr Leben schwieriger.<br />

Die Bekanntschaften<br />

fehlen.<br />

Auch ihre Erlebnisse im Leben und die<br />

unterschiedlichen Lebensbedingungen<br />

bilden eine Art Mauer. Die Menschen<br />

aus dem Süden können oft die aus dem<br />

Norden nicht verstehen.<br />

Die Teilung Koreas<br />

Die ostasiatische Halbinsel Korea war bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein<br />

unabhängiges Königreich, bis das Land 1910 von Japan annektiert wurde.<br />

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges kam es zur Spaltung, da der Norden<br />

nach der Befreiung von der japanischen Herrschaft von der Sowjetarmee<br />

und der Süden von US-Truppen besetzt wurde. Die Grenzlinie verlief<br />

wie heute am 38. Breitengrad. Eine Vereinigung der beiden Besatzungszonen<br />

zu einem einheitlichen Staat gelang auch mit Hilfe der Vereinten<br />

Nationen nicht. Eine solche Wiedervereinigung wurde seit jeher eher vom<br />

kommunistischen Nordkorea als vom kapitalistischen Südkorea angestrebt.<br />

1950 kam es sogar zu einer militärischen Intervention des Nordens<br />

in Südkorea, um dies mit militärischen Mitteln zu erzwingen. Die Truppen<br />

des Südens wurden von der US-Army massiv unterstützt, was durch UN-<br />

Resolutionen abgedeckt war. Der Norden hingegen erhielt Militärhilfe von<br />

der gerade neu gegründeten Volksrepublik China. Nach drei Jahren wurde<br />

der Koreakrieg durch ein Waffenstillstandsabkommen beendet, das die<br />

Machtverhältnisse auf der Halbinsel so beließ, wie sie waren. gf<br />

Leider haben viele Menschen in<br />

Südkorea auch Vorurteile gegen die<br />

Menschen aus dem Norden. Besonders<br />

die ältere Generation, die den<br />

Koreakrieg noch nicht vergessen<br />

hat. Es fällt schwer, einen objektiven<br />

Bericht über<br />

Süd- und Nordkorea<br />

zu schreiben.<br />

Wir alle kennen die<br />

Thematik aus den<br />

westlichen Medien<br />

und aus den Erzählungen,<br />

die von den<br />

Flüchtlingen kommen.<br />

Die bombastischen<br />

Bilder, die<br />

uns manchmal aus<br />

Nordkorea erreichen,<br />

mit den großen<br />

Städten und<br />

den „glücklichen,<br />

lächelnden Kindern“ sind natürlich<br />

auch nicht echt.<br />

Alles spricht auch in diesem Fall<br />

dafür: „Die Wahrheit ist da draußen“.<br />

▀<br />

K O R E A<br />

Der Großraum rund um<br />

Seoul gehört zu den<br />

größten Ballungsräumen<br />

der Welt. Wolkenkratzer<br />

großer multinationaler<br />

Konzerne wie Samsung<br />

beherrschen das Stadtbild.<br />

H E U T E<br />

Südkoreas Präsidentin<br />

Park Geun<br />

Hye gibt sich gern<br />

folkloristisch.<br />

Südkorea – offizieller Name Republik Korea – gehört zu den fünf<br />

sogenannten Tigerstaaten und ist damit eines der wirtschaftsstärksten<br />

Länder Ostasiens. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt entspricht derzeit<br />

dem eines durchschnittlichen EU-Staates. Das war nicht immer so. Nach<br />

dem Koreakrieg war die industrielle Infrastruktur weitgehend zerstört,<br />

wodurch Südkorea zu einem armen Agrarstaat auf dem Niveau eines Entwicklungslandes<br />

wurde. Das politische System war jahrzehntelang von<br />

autokratisch regierenden und korrupten Potentaten sowie von Militärdiktaturen<br />

geprägt. Erst Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts kam<br />

es zu wirklichen demokratischen Reformen. Seit den sechziger Jahren<br />

kam es zu einer wirtschaftlichen Entwicklung mit explosiven Ausmaßen.<br />

Südkorea ist heute ein international bedeutender Produzent von Unterhaltungselektronik,<br />

Autos und anderen Konsumgütern. Weltweit operierende<br />

Großkonzerne wie Samsung haben hier ihren Firmensitz. Der<br />

Großraum um die Hauptstadt Seoul ist mit über 23 Millionen Einwohnern<br />

der (nach Tokio) zweitgrößte Ballungsraum der Welt. Die demokratischen<br />

Strukturen können sicher nicht mit europäischen Maßstäben gemessen<br />

werden, die Korruption ist nach wie vor hoch. Doch der Lebensstandard<br />

der Bevölkerung ist stark angestiegen, die Lebenserwartung liegt bei<br />

über 75 Jahren und damit über dem europäischen Durchschnitt.<br />

Nordkorea – offizieller Name Demokratische Volksrepublik Korea<br />

– ist einer der letzten noch bestehenden kommunistischen Staaten<br />

und gilt derzeit als das politisch restriktivste System der Welt.<br />

Gleichzeitig wird die Staatsführung seit den Zeiten von Staatsgründer<br />

Kim Il Sung wie in einer Erbmonarchie stets vom Vater an den Sohn<br />

weitergereicht. Nach dem Tode von Kim Jong Il, dem Sohn von Kim Il<br />

Sung, regiert seit 2011 dessen erst 30jähriger Sohn Kim Jong Un das<br />

Land. Unter seiner selbstherrlichen Ägide haben sich die politischen<br />

Verhältnisse im Land erheblich verschlechtert. Nordkorea steckt immense<br />

Geldsummen in das Militär sowie in die Entwicklung von Militärtechnologie,<br />

wodurch das ansonsten bettelarme Land sogar in den<br />

Besitz von Atomwaffen geriet und damit eine von weltweit nur neun<br />

offiziell bestätigten Nuklearmächten ist – neben den Großmächten<br />

USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China sowie Indien,<br />

Pakistan und Israel. Die politischen Verhältnisse im Land sind unvorstellbar,<br />

wenn man den Berichten von Flüchtlingen glauben darf. An<br />

der Grenze nach Südkorea herrscht Schießbefehl. Öffentliche Hinrichtungen,<br />

Zwangsarbeits- und Umerziehungslager sind an der Tagesordnung.<br />

Die Versorgung der Bevölkerung, selbst mit elementaren<br />

Gütern des täglichen Bedarfs, gilt als katastrophal. gf<br />

12 MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013<br />

In Nordkorea sind<br />

nur die chemische<br />

und die militärische<br />

Industrie noch einigermaßen<br />

funktionsfähig.<br />

Nordkoreas Diktator<br />

Kim Jong Un regiert<br />

sein Land mit<br />

eiserner Härte und<br />

selbstherrlicher<br />

Willkür.


MATRIX3000<br />

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Politik<br />

D a s n e u e I m a g e<br />

der Bilderberger<br />

Rückkehr in den Hintergrund<br />

Franz Bludorf<br />

Eine der ersten konkreten und<br />

zuverlässigen Informationen<br />

über die Existenz der Bilderberger<br />

verdankten wir keinem Geringeren<br />

als einem Bilderberger selbst –<br />

Henry Kissinger (<strong>Matrix3000</strong> Band 25,<br />

Januar/Februar 2005).<br />

Die Redaktion <strong>Matrix3000</strong> gehört<br />

zu den wenigen Presseorganen, die<br />

tatsächlich ein offizielles Bilderberg-<br />

Dokument über die Agendas der<br />

Konferenzen über fast 50 Jahre in<br />

Besitz hat. Es liest sich fast wie ein<br />

Geschichtsbuch der neueren Weltgeschichte.<br />

Wer immer sich mit den<br />

Bilderberg-Treffen beschäftigte, der<br />

wusste: Dort geschieht etwas Bedeutendes.<br />

In diesem Jahr schauten alle, die<br />

sich für die Bilderberg-Konferenzen<br />

interessieren, nach Watford am Rande<br />

von London. Hier trafen sich die<br />

diesjährigen Teilnehmer des Treffens<br />

vom 6.-9. Juni im luxuriösen Grove<br />

Hotel. Aber mit einer wichtigen Veränderung.<br />

Umarme einen Bilderberger!<br />

Die Briten sind immer für einen leicht<br />

skurrilen Akzent gut, egal was sie veranstalten.<br />

Man hat das in diesem Jahr<br />

hervorragend benutzt. Die Bilderberger<br />

hatten Gesellschaft bekommen –<br />

von „Bilderburgern“.<br />

Am Rande der Tagung wurde nämlich<br />

diesmal ein bunter Jahrmarkt<br />

veranstaltet, das „Bilderberg Fringe<br />

Festival“. Offizielles Motto der Veranstalter<br />

– eine Plattform für „bewusste<br />

Bürger“ aus aller Welt, um am Rande<br />

des Grove Hotels zusammenzukommen<br />

und „die globalen Powerbrokers<br />

positiv zu beeinflussen, die richtigen<br />

Entscheidungen für unsere Zukunft zu<br />

treffen“. Vor allem aber auch, um eine<br />

riesige Party zu feiern.<br />

Hierzu wurden Musiker, Poeten,<br />

Redner, Performance-Künstler,<br />

Seminarveranstalter und wer<br />

sonst immer etwas zum Besten geben<br />

wollte, eingeladen. Man bezeichnete<br />

die Veranstaltung als „eine historische<br />

Chance für Freiheit und Demokratie“.<br />

14<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Politik<br />

Während der exklusive Zirkel der Bilderberger im<br />

noblen Grove Hotel tagt...<br />

...feiern Bilderberg-Touristen am Rande der Veranstaltung<br />

ein spirituelles Happening.<br />

Was in Form ernsthafter politischer<br />

Proteste vor vier Jahren in Griechenland<br />

begann, dann später von der<br />

„Occupy Bilderberg“-Gruppe übernommen<br />

wurde, mutierte jetzt zu einem<br />

esoterisch-naiven Happy-Hippie-<br />

Happening. Zum Programm gehörten<br />

neben künstlerischen und zumindest<br />

noch ansatzweise politischen Beiträgen<br />

auch eher absurde Darbietungen<br />

wie "Umarme einen Bilderberger".<br />

Hierfür würde sich natürlich Philipp<br />

Rösler besonders gut eignen, nur war<br />

der leider nicht eingeladen. Zum Programm<br />

gehörte auch die Aufführung<br />

eines eigens für die Veranstaltung<br />

komponierten „Bilderberg-Songs“<br />

mit dem Titel „One Big Corporation“.<br />

Von bekannten Bilderbergern wurden<br />

lebensgroße Pappkameraden<br />

aufgestellt, mit denen sich der eingefleischte<br />

Verschwörungs-Fan dann<br />

fotografieren lassen konnte. Für das<br />

leibliche Wohl sorgten unter anderem<br />

gegrillte „Bilderburger“. Selbst ernannte<br />

Heiler wollten versuchen, energetisch<br />

positive Botschaften zu den<br />

Konferenzteilnehmern ins benachbarte<br />

Grove-Hotel zu schicken. Die<br />

ganze Veranstaltung erinnerte eher<br />

an Woodstock als an Watford!<br />

Neues Image, alte Taktik<br />

Gegen positive Gedanken, Spaß und<br />

Parties ist natürlich im Grunde nichts<br />

einzuwenden. Die Gruppenenergie in<br />

Wer sind die Bilderberger?<br />

Die Bilderberger sind ein exklusiver Zirkel<br />

von Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft,<br />

die sich mit wechselnder Teilnehmerliste<br />

einmal jährlich im <strong>Geheime</strong>n treffen.<br />

Der Ort des Treffens wird in der Regel erst in<br />

letzter Sekunde bekanntgegeben und vor der<br />

Öffentlichkeit hermetisch abgeschirmt. Eine<br />

breite und umfassende Berichterstattung<br />

über die Konferenzen in Presse und Medien<br />

gibt es nicht.<br />

Die Gründung der Bilderberg-Gruppe geht<br />

auf eine Idee des polnischen Politikaktivisten<br />

Józef Retinger zurück, der kurz nach dem<br />

zweiten Weltkrieg einen regelmäßigen „unverbindlichen“<br />

Gedankenaustausch zwischen<br />

den Staaten Westeuropas und den USA befürwortete.<br />

Auf seine Initiative hin lud Prinz<br />

Bernhard der Niederlande im Jahre 1954<br />

erstmals eine Reihe ausgewählter Vertreter<br />

in das exklusive Hotel Bilderberg bei Den<br />

Haag ein, was der Gruppe fortan ihren Namen<br />

gab.<br />

Die Bilderberg-Gruppe unterliegt weder einer<br />

politischen Kontrolle, noch werden ihre<br />

Aktivitäten von der Presse in nennenswertem<br />

Umfang öffentlich gemacht. Ein innerer Kreis<br />

ständiger Mitglieder, zu denen Ex-Politikgrößen<br />

wie Henry Kissinger, David Rockefeller<br />

oder die frühere niederländische Königin<br />

Beatrix gehören, sowie das jährlich tagende<br />

Steering Committee wählen die jeweiligen<br />

Teilnehmer des jährlichen Treffens je nach<br />

dem aktuellen (bzw. aktuell bevorstehenden)<br />

politischen Geschehen aus. Die Inhalte der<br />

angeblich privaten und rein informellen Gespräche<br />

werden niemals protokolliert oder<br />

publiziert.<br />

Es wird seit langem vermutet, die Bilderberger<br />

seien ein fernab jeder parlamentarischen<br />

Kontrolle im Hintergrund operierender Geheimzirkel,<br />

in dem die wichtigen Entwicklungen<br />

der Weltpolitik vorbestimmt und gelenkt<br />

werden. Nachträglich veröffentlichte Kurzbeschreibungen<br />

der Agendas der jährlichen<br />

Treffen belegen, dass sehr häufig Themen<br />

auf der Tagesordnung standen, die tatsächlich<br />

im Verlauf eines oder weniger Jahre auf<br />

der politischen Bühne umgesetzt wurden,<br />

etwa die Gründung der EU oder die Wiedervereinigung<br />

Deutschlands. Ebenso häufig<br />

werden bislang unbekannte Politiker zu<br />

den Treffen eingeladen, die dann nur wenig<br />

später in ihren Ländern zu Amt und Würden<br />

kommen. Hierzu gehören z. B. Bill Clinton,<br />

Mario Monti, Angela Merkel u. v. a.<br />

der Form, wie sie in Watford ohne<br />

Zweifel erzeugt wurde, war allerdings<br />

so inkohärent, dass sie mit einiger<br />

Sicherheit nutzlos verpulverte. Ohne<br />

jemandem zu schaden, aber auch<br />

ohne nennenswerten Nutzen. Ausgenutzt<br />

wurde allerdings die Naivität<br />

der Teilnehmer dieses Festivals. Mit<br />

Hilfe einer derartigen Veranstaltung<br />

Band Band <strong>76</strong>75 Juli Mai / August / Juni 2013 MATRIX 15<br />

3000


Politik<br />

Im Garten des Grove Hotel<br />

in Watford ist eine Skulptur<br />

eines menschlichen Skeletts<br />

ausgestellt.<br />

Was hinter verschlossenen<br />

Türen diskutiert wurde<br />

Die Agenda der Bilderberg-Konferenz 2013<br />

Rechtzeitig zum Beginn der Bilderberg-<br />

Konferenz in Watford kam die Redaktion<br />

<strong>Matrix3000</strong> in Besitz der offiziellen Agenda<br />

der diesjährigen Tagung sowie der Teilnehmerliste<br />

(siehe Seite 17).<br />

Zu den Hauptthemen der Tagung gehörten,<br />

wie auch in den letzten Jahren schon,<br />

die Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Schuldenpolitik<br />

in den USA und Europa. Dementsprechend<br />

waren überproportional viele<br />

Finanz- und Wirtschaftsminister vertreten,<br />

aus den EU-Staaten Dänemark, Finnland,<br />

Österreich, Polen, Schweden und Spanien<br />

sowie aus der Türkei. Die USA repräsentierte<br />

Obamas Ex-Finanzminister Timothy<br />

Geithner. Interessanterweise waren es mit<br />

Ausnahme Spaniens keine Minister aus<br />

bekannten Krisenstaaten. Neben der US-<br />

Außenpolitik und EU-spezifischen Fragen<br />

waren der Mittlere Osten und Afrika weitere<br />

Schwerpunktthemen. Vieles klingt allgemein<br />

und unpräzise – man deckt nicht alle<br />

Karten auf -, zwei Themenbereiche jedoch<br />

sind für die Bilderberger eher ungewöhnlich:<br />

Die medizinische Forschung sowie die<br />

Herausforderungen des Computerzeitalters,<br />

hierbei insbesondere die Themen „Big<br />

Data“ (Datenbanken und Datensammelwut),<br />

Online-Ausbildung und Cyber-Kriegführung.<br />

Hier scheint sich etwas anzubahnen.<br />

Auffallend auf der Teilnehmerliste war die<br />

außergewöhnlich starke Repräsentanz<br />

der skandinavischen Länder, insbesondere<br />

Schwedens. Von dort war neben Regierungsvertretern<br />

wie Außenminister Carl<br />

Bildt und Finanzminister Anders Borg auch<br />

der neugewählte Hoffnungsträger der oppositionellen<br />

Sozialdemokraten, Stefan Löfven,<br />

eingeladen. Ist das jahrzehntelang als<br />

vorbildlicher Sozialstaat bekannte Land so<br />

etwas wie eine „Kontrollgruppe“ hinsichtlich<br />

der berüchtigten EU-Stabilitäts- und<br />

Sozialpolitik? Schweden wurde zuletzt – obwohl<br />

nicht pleite - von schweren sozialen<br />

Unruhen erschüttert, wie man sie in dieser<br />

Vehemenz bislang eher aus den Pariser Vorstädten<br />

oder aus Berlin-Kreuzberg kannte.<br />

Für die derzeit zunehmende Verarmung und<br />

Isolierung ganzer Bevölkerungsschichten in<br />

Schweden wird allgemein die von der konservativen<br />

Regierung praktizierte verfehlte<br />

soziale Kahlschlagpolitik nach deutschem<br />

Vorbild verantwortlich gemacht. Die Anwesenheit<br />

von Polens Finanzminister Jacek<br />

Rostowski dagegen wird als Indiz dafür<br />

gesehen, dass das Land wohl bald – gegen<br />

einige Widerstände aus Polen - in die Eurozone<br />

gedrängt werden soll.<br />

16<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013<br />

sollte offenbar in der Öffentlichkeit<br />

eine Neubewertung der Bilderberg-<br />

Konferenzen erreicht werden. Galten<br />

sie in früheren Jahren noch als zwar<br />

geheime, aber doch politisch-seriöse<br />

Treffen, auf denen wichtige Entscheidungen<br />

getroffen wurden, so<br />

wird der Name der Bilderberg Meetings<br />

von nun an schon für immer<br />

mit dieser peinlichen Rahmenveranstaltung<br />

verknüpft werden. Der<br />

Sinneswandel ist schon atemberaubend.<br />

Sah man in den Treffen früher<br />

noch finstere Verschwörungen von<br />

Leuten, die unsere Welt unter sich<br />

aufteilen wollten (wobei die Gruppe<br />

oft übertrieben dämonisiert wurde),<br />

so läuft das Ganze jetzt also unter<br />

dem Motto „Sternstunde der Demokratie“.<br />

In den letzten Jahren haben viele<br />

gute Autoren und Journalisten<br />

begonnen, sich mit der Bilderberg-Thematik<br />

zu beschäftigen, die<br />

man nicht so einfach in die Schublade<br />

der Verschwörungstheoretiker<br />

schieben konnte. Selbst in der Mainstream-Presse<br />

wurde zumindest ab<br />

und zu schon auf den Termin der<br />

Veranstaltung hingewiesen. Alles<br />

umsonst?<br />

Wozu brauchen die Bilderberger<br />

ein neues Image, das ans Lächerliche<br />

grenzt? Die Gründe sind sowohl<br />

taktischer als auch psycho-logischer<br />

Natur. Wenn Menschen auf<br />

die Macht schauen, bilden sie sich<br />

ihre Meinung aufgrund von äußeren<br />

Eindrücken.<br />

Die äußeren Eindrücke sind<br />

natürlich nicht objektiv, aber<br />

das generelle Vorhandensein<br />

von Eindrücken bleibt eine objektive<br />

Tatsache. Polemik mit äußeren<br />

Eindrücken ist kontraproduktiv und<br />

schwer zu vermitteln. Im Fall der<br />

Macht ist solche Polemik manchmal<br />

sogar tödlich, selbst wenn sie<br />

das Recht hat zu vermuten, dass<br />

die Summe der äußeren Eindrücke<br />

überhaupt kein gerechtes Urteil bildet.<br />

Macht, die unbeliebt ist, kann<br />

lange Zeit überdauern. Macht, die<br />

lächerlich gemacht und verachtet<br />

wird, muss untergehen.<br />

Und wie sieht dieser „Untergang“<br />

in der Praxis aus? Man verschwindet<br />

aus der seriösen Berichterstattung<br />

der Presse und Medien und hat so<br />

ideale Bedingungen geschaffen,<br />

um wieder ungestört und vor allem<br />

auch unbeobachtet weiterarbeiten<br />

zu können.<br />

Mit einem soliden und guten U-<br />

Boot kann man eben hervorragend<br />

abtauchen. Insbesondere wenn es<br />

rosa angepinselt wurde. 1 ▀<br />

1 In der berühmten Hollywood-Komödie „Unternehmen<br />

Petticoat“ mit Cary Grant und Tony Curtis konnte sich eine<br />

U-Boot-Besatzung während des zweiten Weltkrieges unbeschadet<br />

durch die feindlichen Linien schlagen, nachdem<br />

man es rosa angestrichen hatte.


Offizielle Teilnehmerliste<br />

Politik<br />

Bilderberg Meeting 2013<br />

in Watford, England, 6.6.-9.6. 2013<br />

Vorsitzender (Chairman):<br />

FRA Henri de Castries, AXA Group<br />

DEU Paul M. Achleitner, Deutsche Bank AG<br />

DEU Josef Ackermann, Zurich Insurance Group Ltd<br />

GBR Marcus Agius, Barclays plc<br />

GBR Helen Alexander, UBM plc<br />

USA Roger C. Altman, Evercore Partners<br />

FIN Matti Apunen, Director, Finnish Business and<br />

Policy Forum EVA<br />

USA Susan Athey, Professor of Economics, Stanford<br />

Graduate School of Business<br />

TUR Asli Aydıntasbas, Columnist, Milliyet Newspaper<br />

TUR Ali Babacan, Deputy Prime Minister for Economic<br />

and Financial Affairs<br />

GBR Edward M. Balls, Shadow Chancellor of the Exchequer<br />

PRT Francisco Balsemão, Pinto Chairman and CEO,<br />

IMPRESA<br />

FRA Nicholas Barré, Managing Editor, Les Echos<br />

INT José Manuel Durão Barroso, President European<br />

Commission<br />

FRA Nicholas Baverez, Gibson, Dunn & Crutcher LLP<br />

FRA Olivier de Bavinchove, Commander, Eurocorps<br />

GBR Sir John Bell, Regius Professor of Medicine,<br />

University of Oxford<br />

ITA Franco Bernabè, Telecom Italia S.p.A.<br />

USA Jeff Bezos, Amazon.com<br />

SWE Carl Bildt, Minister for Foreign Affairs<br />

SWE Anders Borg, Minister for Finance<br />

NLD Jean-François van Boxmeer, Heineken N.V.<br />

NOR Svein Richard Brandtzæg, Norsk Hydro ASA<br />

AUT Oscar Bronner, Publisher, Der Standard Medienwelt<br />

GBR Peter Carrington, Former Honorary Chairman,<br />

Bilderberg Meetings<br />

ESP Juan Luis Cebrián, Grupo PRISA<br />

CAN W. Edmund Clark, TD Bank Group<br />

GBR Kenneth Clarke, Member of Parliament<br />

DNK Bjarne Corydon, Minister of Finance<br />

GBR Sherard Cowper-Coles, BAE Systems plc<br />

ITA Enrico Tomaso Cucchiani, Intesa Sanpaolo SpA<br />

BEL Etienne Davignon, Minister of State; Former<br />

Chairman, Bilderberg Meetings<br />

GBR Ian Davis, McKinsey & Company<br />

NLD Robert H. Dijkgraaf, Institute for Advanced Study<br />

TUR Haluk Dinçer, Sabancı Holding A.S.<br />

GBR Robert Dudley, BP plc<br />

USA Nicholas N. Eberstadt, American Enterprise Institute<br />

NOR Espen Barth Eide, Minister of Foreign Affairs<br />

SWE Börje Ekholm, Investor AB<br />

DEU Thomas Enders, EADS<br />

USA J. Michael Evans, Goldman Sachs & Co.<br />

DNK Ulrik Federspiel, Haldor Topsøe A/S<br />

USA Martin S. Feldstein, Professor of Economics,<br />

Harvard University<br />

FRA Francois Fillon, Former Prime Minister<br />

USA Mark C. Fishman, Novartis Institutes for BioMedical<br />

Research<br />

GBR Douglas J. Flint, HSBC Holdings plc<br />

IRL Paul Gallagher, Senior Counsel<br />

USA Timothy F. Geithner, Former Secretary of the Treasury<br />

USA Michael Gfoeller, Political Consultant<br />

USA Donald E. Graham, The Washington Post Company<br />

DEU Ulrich Grillo, Grillo-Werke AG<br />

ITA Lilli Gruber, Journalist – Anchorwoman, La 7 TV<br />

ESP Luis de Guindos, Minister of Economy and Competitiveness<br />

GBR Stuart Gulliver, HSBC Holdings plc<br />

CHE Felix Gutzwiller, Member of the Swiss Council of<br />

States<br />

NLD Victor Halberstadt, Professor of Economics,<br />

Leiden University; Former Honorary Secretary General<br />

of Bilderberg Meetings<br />

FIN Olli Heinonen, Senior Fellow, Belfer Center for<br />

Science and International Affairs, Harvard Kennedy<br />

School of Government<br />

GBR Simon Henry, Royal Dutch Shell plc<br />

FRA Paul Hermelin, Capgemini Group<br />

ESP Pablo Isla, Inditex Group<br />

USA Kenneth M. Jacobs, Lazard<br />

USA James A. Johnson, Johnson Capital Partners<br />

CHE Thomas J. Jordan, Swiss National Bank<br />

USA Vernon E. Jordan, Jr., Lazard Freres & Co. LLC<br />

USA Robert D. Kaplan, Chief Geopolitical Analyst,<br />

Stratfor<br />

USA Alex Karp, Palantir Technologies<br />

GBR John Kerr, Independent Member, House of<br />

Lords<br />

USA Henry A. Kissinger, Chairman, Kissinger Associates,<br />

Inc.<br />

USA Klaus Kleinfeld, Alcoa<br />

NLD Klaas H.W. Knot, De Nederlandsche Bank<br />

TUR Mustafa V. Koç, Koç Holding A.S.<br />

DEU Roland Koch, Bilfinger SE<br />

USA Henry R. Kravis, Kohlberg Kravis Roberts & Co.<br />

USA Marie-Josée Kravis, Hudson Institute<br />

CHE Andre Kudelski, Kudelski Group<br />

GRC Ulysses Kyriacopoulos, S&B Industrial Minerals<br />

S.A.<br />

INT Christine Lagarde, International Monetary Fund<br />

DEU Kurt J. Lauk, Chairman of the Economic Council<br />

to the CDU, Berlin<br />

USA Lawrence Lessig, Roy L. Furman Professor of<br />

Law and Leadership, Harvard Law School<br />

BEL Thomas Leysen, KBC Group<br />

DEU Christian Lindner, Party Leader, Free Democratic<br />

Party (FDP NRW)<br />

SWE Stefan Löfven, Party Leader, Social Democratic<br />

Party (SAP)<br />

DEU Peter Löscher, Siemens AG<br />

GBR Peter Mandelson, Global Counsel; Lazard International<br />

USA Jessica T. Mathews, Carnegie Endowment for<br />

International Peace<br />

CAN Frank McKenna, Brookfield Asset Management<br />

GBR John Micklethwait, Editor-in-Chief, The Economist<br />

FRA Thierry de Montbrial, French Institute for International<br />

Relations<br />

ITA Mario Monti, Former Prime Minister<br />

USA Craig J. Mundie, Microsoft Corporation<br />

ITA Alberto Nagel, Mediobanca<br />

NLD Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Beatrix der<br />

Niederlande<br />

USA Andrew Y. Ng, Coursera<br />

FIN Jorma Ollila, Royal Dutch Shell, plc<br />

GBR David Omand, King’s College London<br />

GBR George Osborne, Chancellor of the Exchequer<br />

USA Emanuele Ottolenghi, Foundation for Defense of<br />

Democracies<br />

TUR Soli Özel, Kadir Has University<br />

GRC Alexis Papahelas, Kathimerini Newspaper<br />

TUR afak Pavey, Member of Parliament (CHP)<br />

FRA Valerie Pécresse, Member of Parliament (UMP)<br />

USA Richard N. Perle, American Enterprise Institute<br />

USA David H. Petraeus, General, U.S. Army (Retired)<br />

PRT Paulo Portas, Minister of State and Foreign Affairs<br />

CAN J. Robert S. Prichard, Torys LLP<br />

INT Viviane Reding, Vice President and Commissioner<br />

for Justice, Fundamental Rights and Citizenship,<br />

European Commission<br />

CAN Heather M. Reisman, Indigo Books & Music Inc.<br />

FRA Helene Rey, London Business School<br />

GBR Simon Robertson, Robertson Robey Associates<br />

LLP<br />

ITA Gianfelice Rocca, Techint Group<br />

POL Jacek Rostowski, Minister of Finance and Deputy<br />

Prime Minister<br />

USA Robert E. Rubin, Council on Foreign Relations<br />

NLD Mark Rutte, Prime Minister<br />

AUT Andreas Schieder, State Secretary of Finance<br />

USA Eric E. Schmidt, Google Inc.<br />

AUT Rudolf Scholten, Oesterreichische Kontrollbank<br />

AG<br />

PRT António José Seguro, Secretary General, Socialist<br />

Party<br />

FRA Jean-Dominique Senard, Michelin Group<br />

NOR Kristin Skogen Lund, Confederation of Norwegian<br />

Enterprise<br />

USA Anne-Marie Slaughter, Princeton University<br />

IRL Peter D. Sutherland, Goldman Sachs International<br />

GBR Martin Taylor, Syngenta AG<br />

INT Tidjane Thiam, Prudential plc<br />

USA Peter A. Thiel, Thiel Capital<br />

USA Craig B. Thompson, Memorial Sloan-Kettering<br />

Cancer Center<br />

DNK Jakob Haldor Topsøe, AMBROX Capital A/S<br />

FIN Jutta Urpilainen, Minister of Finance<br />

CHE Daniel L. Vasella, Novartis AG<br />

GBR Peter R. Voser, Royal Dutch Shell plc<br />

CAN Brad Wall, Premier of Saskatchewan<br />

SWE Jacob Wallenberg, Investor AB<br />

USA Kevin Warsh, Stanford University<br />

CAN Galen G. Weston, Loblaw Companies Limited<br />

GBR Baroness Shirley Williams of Crosby, Member,<br />

House of Lords<br />

GBR Martin H. Wolf, The Financial Times<br />

USA James D. Wolfensohn, Wolfensohn and Company<br />

GBR David Wright, Barclays plc<br />

INT Robert Bruce Zoellick, Peterson Institute for International<br />

Economics<br />

Quelle: Bilderberg Meetings, Leiden (Niederlande)<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 17


News<br />

Die Krise mästet die Bürger<br />

Es ist seit langem bekannt, dass kalorienreiche<br />

Lebensmittel in Phasen<br />

von schlechter Laune oder Unruhe<br />

als Trost wirken können. Neueste<br />

Untersuchungen zeigen, dass solches<br />

Essverhalten auch die „ökonomische<br />

Unruhe“ lindern kann.<br />

Menschen fangen an zu essen,<br />

wenn sie sich um den Zustand der<br />

Wirtschaft Sorgen machen. Schon<br />

allein eine Einbindung eines Plakats<br />

mit Begriffen wie „Schwierigkeiten,<br />

Kämpfe um ein gutes<br />

Leben“ usw. verursacht, dass Versuchspersonen<br />

nach kalorienreichen<br />

Lebensmitteln greifen.<br />

Das würde aber bedeuten, dass<br />

Strategien gegen das Übergewicht<br />

im Rahmen der allgemeinen<br />

Gesundheitsfürsorge zur Zeit keine<br />

Chance haben. Vernünftiger wäre es,<br />

den Menschen ein Gefühl der Kontrolle<br />

über das eigene Leben zu geben<br />

und auch über das, was sie essen.<br />

Gallup International hat 50.000 Respondenten<br />

aus 56 Ländern<br />

befragt, was das drängendste<br />

Problem im Jahre 2013 ist. Die<br />

Bewohner armer Länder befürchten<br />

am meisten gesellschaftliche<br />

Unruhen. Die Bürger<br />

der wohlhabenderen Länder dagegen<br />

sind eher über wirtschaftliche<br />

Turbulenzen besorgt, die<br />

ihren Lebensstandard bedrohen<br />

könnten. Von zehn Nationen, in<br />

denen die Ängste über ökonomische<br />

Perspektiven am meisten<br />

verbreitet sind, liegen neun in<br />

Europa. Die größten Pessimisten<br />

findet man unter den Spaniern,<br />

Tschechen und Italienern.<br />

Anstieg der Polizeigewalt in<br />

Deutschland<br />

Gewalttätige Übergriffe von Polizisten<br />

auf unbescholtene Bürger, insbesondere<br />

ausländischer Herkunft,<br />

sind in Deutschland mittlerweile an<br />

der Tagesordnung. So wurde im Oktober<br />

2012 in Frankfurt am Main ein<br />

Diplom-Ingenieur und Familienvater<br />

afrikanischer Abstammung auf<br />

dem Heimweg von Polizisten krankenhausreif<br />

geprügelt. Der Mann<br />

erlitt eine Gehirnerschütterung sowie<br />

Prellungen an Rippen, Knie und<br />

Hüften. Sein einziges „Verbrechen“<br />

war es, dass er zufällig seinen Personalausweis<br />

nicht dabei hatte. Später<br />

schlugen die Polizisten auch seine<br />

Verlobte in der gemeinsamen Wohnung<br />

bewusstlos, als sie ohne Durchsuchungsbefehl<br />

gewaltsam eindrangen,<br />

um den Ausweis des Mannes zu<br />

beschlagnahmen.<br />

Dies ist kein Einzelfall. In Halle wurde<br />

eine junge Russin von vier Bundespolizisten<br />

gewaltsam aus dem ICE<br />

München-Berlin gezerrt und dabei<br />

misshandelt. Anlass des brutalen<br />

Einsatzes: Die Frau besaß nur einen<br />

russischen Reisepass, keinen<br />

deutschen Personalausweis, weshalb<br />

sie ihre Adresse nicht mit Hilfe<br />

eines amtlichen Dokuments nachweisen<br />

konnte. Der Zugbegleiter<br />

hatte daraufhin ihr im Internet legal<br />

erworbenes Ticket für ungültig<br />

erklärt. Nachdem die junge Frau<br />

sich geweigert hatte, den Fahrpreis<br />

noch einmal zu bezahlen, rief der<br />

Schaffner die Polizei, die sie mit<br />

äußerst brutaler Gewalt aus dem<br />

Zug warf. Ein zufällig im gleichen<br />

Zug mitfahrender Spiegel-Journalist<br />

konnte den gesamten Vorfall mit seiner<br />

Handykamera dokumentieren.<br />

Das Video kann im Internet angesehen<br />

werden (www.spiegel.de/spiegel/<br />

spiegelblog/bahnkundin-ohne-deutschen-pass-von-polizei-abgefuehrta-894980.html).<br />

Die Deutsche Bahn<br />

hat daraufhin der jungen Frau in einem<br />

Schreiben „ihr Bedauern“ für<br />

die „unangenehme Situation“ ausgedrückt.<br />

Den Polizisten hingegen<br />

drohten keinerlei Konsequenzen. Im<br />

Gegenteil – die Staatsanwaltschaft<br />

leitete sogar ein Ermittlungsverfahren<br />

wegen Hausfriedensbruchs gegen<br />

die junge Russin ein, das allerdings<br />

inzwischen eingestellt wurde.<br />

Es ist nur wenig bekannt, dass Polizeibeamte<br />

und andere Repräsentanten<br />

der Staatsgewalt, z. B. Gerichtsvollzieher,<br />

im Fall gewaltsamer und<br />

menschenrechtswidriger Übergriffe<br />

in Deutschland praktisch niemals<br />

Konsequenzen zu befürchten haben,<br />

da es gesetzlich geregelt ist, dass der<br />

Staat für derartige Rechtsverletzungen<br />

gar nicht oder zumindest nur in<br />

sehr eingeschränkter Form haftet.<br />

Schadenersatz- oder Schmerzensgeldforderungen<br />

sind daher, anders<br />

als z. B. in den USA, nach Aussage<br />

von Fachanwälten vor deutschen Gerichten<br />

de facto nicht durchsetzbar.<br />

Nach deutschem Recht gelten Beamte<br />

und andere Staatsbedienstete immer<br />

noch als Personen „mit erhöhter<br />

Glaubwürdigkeit“, so wie zu Kaiser<br />

Wilhelms Zeiten, so dass es in der<br />

Regel ausreicht, wenn Polizeibeamte<br />

sich gegenseitig entlasten, um sie<br />

straffrei ausgehen zu lassen. Bereits<br />

im Vorfeld von Gerichtsverhandlungen<br />

ist es bekannt, dass Staatsanwaltschaften<br />

und Polizeibehörden<br />

Hand in Hand arbeiten und einander<br />

gegenseitig decken, indem in derartigen<br />

Fällen bewusst schlampig<br />

gearbeitet wird, Zeugen nicht angehört,<br />

Hinweise ignoriert und Ermittlungen<br />

behindert werden, so<br />

die Aussage von Alexander Bosch<br />

von Amnesty International. Wenn<br />

ein Polizeibeamter nicht länger<br />

bereit ist, bei diesen Machenschaften<br />

mitzuwirken, und sich<br />

für eine korrekte Aufklärung von<br />

Polizeiübergriffen einsetzt, wird<br />

er in der Regel durch den Gruppenzwang<br />

diszipliniert, so Bosch<br />

weiter. Polizisten, die bereit wären,<br />

gegen ihre Kollegen auszusagen,<br />

würden massiv gemobbt<br />

oder sogar Todesdrohungen ausgesetzt.<br />

18<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Jorgo Chatzimarkakis<br />

News<br />

Prominenter FDP-Politiker<br />

will in Griechenland<br />

kandidieren<br />

Jorgo Chatzimarkakis, FDP-<br />

Abgeordneter im Europaparlament,<br />

erwägt, bei der<br />

Europawahl 2014 für Griechenland<br />

anzutreten , da er<br />

nicht länger bereit ist, die<br />

Zustände in Deutschland<br />

politisch mitzutragen. Der<br />

Politiker, der als Sohn eines<br />

griechischen Arbeiters<br />

in Duisburg geboren wurde,<br />

plant die Gründung einer<br />

eigenen politischen Bewegung.<br />

Aber auch etablierte Parteien in<br />

Griechenland wie die Demokratische<br />

Linke (Dimar) haben ihr Interesse an<br />

einer Kandidatur des FDP-<br />

Abgeordneten bekundet. Bereits<br />

seit längerer Zeit war<br />

Chatzimarkakis öffentlich<br />

auf Distanz zur Euro-Politik<br />

der Bundesregierung gegangen.<br />

Er kritisierte, dass<br />

durch diese Politik kleinere<br />

Länder der Eurozone „rücksichtslos<br />

überrollt“ würden,<br />

im Widerspruch zum ursprünglichen<br />

europäischen<br />

Gedanken, wie er z. B. auch<br />

von früheren FDP-Größen<br />

wie dem Ex-Außenminister<br />

Hans-Dietrich Genscher<br />

vertreten worden sei.<br />

Idyllisches Steuer-Schlupfloch zwischen England und<br />

Frankreich: Die Kanalinsel Jersey (Foto: imago)<br />

Schlupfloch für die Superreichen<br />

Sie wirken wie ein Relikt aus längst<br />

vergangener Zeit: Die Kanalinseln<br />

Guernsey, Jersey, Alderney und Sark<br />

im Ärmelkanal. Kurz vor der französischen<br />

Küste gelegen, gehören<br />

sie zwar nominell zu Großbritannien,<br />

allerdings nicht als integraler<br />

Bestandteil des Vereinigten Königreichs,<br />

sondern lediglich als britischer<br />

Kronbesitz. Die Inseln sind<br />

daher auch kein Teil der EU. Regiert<br />

werden sie nach mittelalterlichem<br />

Vorbild von königlichen Statthaltern,<br />

auf Jersey z. B. von einem Landvogt<br />

(Bailiff). Das Inselparlament hat nur<br />

begrenzte Vollmachten, in Streitfragen<br />

hat der Kronrat in London das<br />

letzte Wort.<br />

Was wie ein etwas skurriler Anachronismus<br />

mit typisch britischem Charme<br />

und leicht französischem Flair<br />

wirkt, hat sich in Wahrheit zu einem<br />

der wichtigsten Steuerschlupflöcher<br />

für Superreiche in Europa entwickelt.<br />

Die Fußgängerzonen von Jersey werden<br />

beherrscht von Banken aus aller<br />

Welt. Das Steuersystem bevorzugt finanzkräftige<br />

ausländische Zuwanderer,<br />

die kaum nennenswerte Abgaben<br />

zu leisten haben. Mehr als 80 Prozent<br />

der Steuerlast der Insel müssen von<br />

der arbeitenden Bevölkerung aufgebracht<br />

werden. Während<br />

die reichen Inselbewohner<br />

sich in ihren europaweit<br />

wohl einmaligen Privilegien<br />

sonnen, greift in den Arbeitervierteln<br />

der Insel die<br />

Arbeitslosigkeit um sich.<br />

Dass sich an diesen Zuständen<br />

bislang nichts geändert<br />

hat, liegt auch an dem ausgeprägt<br />

ungerechten Wahlsystem.<br />

Die Wahlkreise für<br />

das Inselparlament sind<br />

so zugeschnitten, dass in<br />

den reichen Wohnvierteln<br />

ein Abgeordneter auf 1.500<br />

Bewohner kommt. In den Arbeitervierteln<br />

der Hauptstadt St. Helier<br />

dagegen vertritt ein Parlamentarier<br />

über 19.000 Einwohner. Damit ist der<br />

Geldadel im Parlament extrem überrepräsentiert,<br />

und er sorgt dafür,<br />

dass alles so bleibt, wie es ist. Zudem<br />

stellen die bei Parlamentswahlen gewählten<br />

Abgeordneten nur einen Teil<br />

der Parlamentarier. Zusätzlich stehen<br />

12 Senatoren und 12 Constables,<br />

die die Gemeindebezirke vertreten,<br />

automatisch Sitze im Parlament zu.<br />

Sie stellen damit fast die Hälfte der<br />

Abgeordneten.<br />

Bei einem Referendum im April 2013<br />

konnten sich die Anhänger einer<br />

vollständigen Demokratisierung des<br />

veralteten Parlamentssystems nicht<br />

durchsetzen, so bleibt z. B. die privilegierte<br />

Stellung der „Constables“<br />

(Gemeindevertreter) im Vergleich zu<br />

den gewählten „Deputies“ erhalten.<br />

Jassir<br />

Arafat<br />

Wurde Jassir Arafat vergiftet?<br />

Wissenschaftler aus drei Ländern<br />

haben jetzt die sterblichen Überreste<br />

des 2004 verstorbenen Palästinenserführers<br />

Jassir Arafat untersucht.<br />

Zu diesem Zweck wurde<br />

sein Leichnam im November 2012<br />

in Ramallah exhumiert. Forensiker<br />

aus der Schweiz, Russland und<br />

Frankreich entnahmen einige Gewebeproben,<br />

um festzustellen, ob<br />

Arafat möglicherweise mit Hilfe von<br />

radioaktivem Polonium 210 vergiftet<br />

worden ist. Auf diese Weise war auch<br />

2006 der russische Ex-KGB-Agent<br />

und Regimekritiker Alexander Litwinenko<br />

in London ermordet worden.<br />

Die seit dem Tode des Palästinenserführers<br />

nie ganz verstummten Gerüchte<br />

um einen möglichen Mordanschlag<br />

erhielten neue Nahrung, als<br />

im Sommer 2011 Schweizer Experten<br />

an Arafats Kleidung Spuren von<br />

Polonium 210 entdeckten.<br />

Auch die sterblichen Überreste des<br />

Literatur-Nobelpreisträgers Pablo<br />

Neruda wurden jetzt exhumiert.<br />

Gerichtsmediziner wollen herausfinden,<br />

ob der prominente Freund<br />

des 1973 ermordeten chilenischen<br />

Präsidenten Salvador Allende einem<br />

Mordanschlag durch die Militärjunta<br />

von General Augusto Pinochet zum<br />

Opfer gefallen ist.<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 19


News<br />

<strong>Geheime</strong><br />

<strong>unterirdische</strong><br />

<strong>Regierungsstadt</strong><br />

fen Denver gibt es jedoch Bereiche,<br />

die auch vor dem Flughafenpersonal<br />

abgeschirmt sind. Umfangreiche<br />

Verbots- und Hinweistafeln machen<br />

deutlich, welche Bereiche nur für<br />

Personen mit Sondergenehmigung<br />

zugänglich sind. Das System der Bezeichnung<br />

der einzelnen Levels des<br />

Flughafens ist bewusst verwirrend<br />

angelegt, so dass es für den Uneingeweihten<br />

nicht leicht ist, sich zu orientieren<br />

und seine aktuelle Position zu<br />

bestimmen, insbesondere, ob er sich<br />

noch oberhalb oder schon unterhalb<br />

der Erdoberfläche befindet. Im Bereich<br />

der United Airlines wurden vor<br />

einiger Zeit einige <strong>unterirdische</strong> Anla-<br />

am Flughafen Denver<br />

Der Denver International Airport<br />

(DIA) ist flächenmäßig der größte<br />

der Vereinigten Staaten (und<br />

der zweitgrößte der Welt). Seit einiger<br />

Zeit sind in der Umgebung des Flughafens<br />

massive Baumaßnahmen im Gange.<br />

„Airport City“ soll Geschäftsgebäude,<br />

Hotels, interessanterweise aber<br />

auch industrielle Agraranlagen sowie<br />

Installationen zur Lagerung großer<br />

Mengen von Lebensmitteln umfassen.<br />

In der Bevölkerung wird seit langem<br />

darüber spekuliert, dass sich die Baumaßnahmen<br />

auch auf den Untergrund<br />

erstrecken. Man vermutet unter dem<br />

Flughafengelände eine <strong>unterirdische</strong><br />

Stadt, die im Rahmen des COG-Projekts<br />

(Continuity of Government – Fortführung<br />

der Regierungsgeschäfte im<br />

Katastrophenfall) genutzt werden<br />

soll.<br />

In jüngster Zeit haben diese Gerüchte<br />

neue Nahrung erhalten durch<br />

seltsame Aktivitäten rund um den<br />

Flughafen sowie durch einige sichtbare<br />

Indizien auf dem Gelände. Ein namentlich<br />

nicht genannter Whistleblower<br />

hat dazu konkretere Angaben<br />

gemacht, die auch dem Flughafenpersonal<br />

bislang unbekannt waren.<br />

Es ist sicher kein ungewöhnlicher<br />

Anblick, auf Flughäfen Türen zu sehen,<br />

zu denen ein normaler Fluggast<br />

keinen Zugang hat. Auf dem Flugha-<br />

20<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


News<br />

Verbotstafeln und<br />

Eingangstüren mit geheimen<br />

Codeangaben am<br />

Flughafen Denver, die<br />

auf Bereiche hinweisen,<br />

die auch Flughafenpersonal<br />

versperrt sind. Die<br />

Tür mit der Aufschrift „T-<br />

47 M“ führt für Uneingeweihte<br />

ins Nirgendwo.<br />

gen wegen einer angeblichen „biologischen<br />

Bedrohung“ unter „Quarantäne“<br />

gestellt und sind seither auch<br />

für autorisiertes Personal nicht mehr<br />

zugänglich. Unter anderem soll eine<br />

Tür mit der Aufschrift „T-47 M“ auf<br />

Level 4 in den Untergrund führen,<br />

zumindest sofern man den richtigen<br />

Zugangscode hat. Ein normaler Flughafenmitarbeiter,<br />

dem es einmal gelungen<br />

war, durch diese Tür zu gehen,<br />

berichtete, sie führe ins Nirgendwo.<br />

Weder eine Treppe noch ein Lift befinde<br />

sich dahinter. Offenbar hatten<br />

sich die weiteren Zugänge ins Innere<br />

der Anlage für ihn nicht geöffnet.<br />

Bestimmte Bereiche des Flughafens<br />

können auch durch ein „Lock down“<br />

hermetisch abgeriegelt werden.<br />

Der Whistleblower berichtet auch,<br />

auf einer nahegelegenen Deponie<br />

sei eine große Menge seltsamer Abfälle<br />

verklappt worden, wogegen die<br />

US-Flugsicherheitsbehörde Protest<br />

eingelegt haben soll mit dem Hinweis,<br />

sie könnten eine Gefährdung<br />

für Menschen darstellen und die ordnungsgemäße<br />

Funktion des Flughafenradars<br />

stören, indem sie falsche<br />

Radarreflexe erzeugten. Niemand<br />

weiß, was da wirklich deponiert wurde,<br />

zumal das Material mittlerweile<br />

durch normalen Müll zugeschüttet<br />

wurde.<br />

Dokumente, die mit Hilfe<br />

des Freedom of Information<br />

Act freigegeben wurden,<br />

beweisen, dass die Fluggesellschaft<br />

United Airlines in ein „Air<br />

Transportation Program“ des<br />

Pentagon involviert ist. Danach<br />

hat United Airlines die Verpflichtung,<br />

auf Anforderung des Verteidigungsministeriums<br />

wichtige<br />

Persönlichkeiten wie Senatoren,<br />

Kongressabgeordnete oder Chefs<br />

wichtiger Behörden nach Denver<br />

zu fliegen. Der freigegebene Report<br />

soll 94 Seiten umfasst haben,<br />

die allerdings zum größten Teil<br />

geschwärzt waren. ▀<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 21


Wissen<br />

Axel Klitzke<br />

Die Prim<br />

Spirale<br />

Die Schwingungsdimensionen des Lebens verstehen<br />

Abbildung 1: Die archimedische<br />

Spirale<br />

Rund um den Erdball findet man bei vielen Urvölkern den Symbolismus<br />

einer Spirale, die offensichtlich bereits in frühester Zeit<br />

eine besondere Bedeutung und Anziehungskraft besaß. Heute<br />

wissen wir, dass Wirbel, also spiralförmig fortlaufende Bewegungen,<br />

in der Natur überhaupt nicht wegzudenken sind. Besonders<br />

auffallend sind Wirbelstürme, die eine ungeheure Kraft entfalten<br />

können, bis hin zu spiralförmigen Galaxien wie die Milchstraße.<br />

Selbst auf dem Mars wurde durch die NASA eine spiralförmige<br />

Wolkenbildung fotografiert.<br />

Abbildung 2: Prähistorische<br />

Spiralen aus<br />

Newgrange in England<br />

Die archimedische Spirale<br />

Dies stellt die einfachste Form einer<br />

Spirale dar, denn sie entsteht, wenn<br />

bei einer Drehbewegung der Radius<br />

proportional zum Drehwinkel wächst.<br />

Als Formel kann man diesen Zusammenhang<br />

wie folgt ausdrücken:<br />

, wobei a eine frei ge-<br />

wählte konstante Größe ist (a stimmt den Abstand von Spiralseg-<br />

bement<br />

zu Spiralsegment) und ϕ als<br />

Variable den fortschreitenden Winkel<br />

angibt. Darüber hinaus haben Mathematiker<br />

vielfältige Formen von Spiralen<br />

entwickelt, die in unterschiedlichen<br />

Wissenschaftsbereichen oder<br />

bei physikalischen Prozessen ihre<br />

Berechtigung haben.<br />

In diesem Artikel soll auf die einfachste<br />

Form der Spirale zurückgegriffen<br />

werden. Zusätzlich werden<br />

durch den Zentralpunkt der Spirale<br />

drei Achsen symmetrisch eingezeichnet,<br />

wodurch eine sechsgeteilte Spirale<br />

entsteht.<br />

Beziffert man fortlaufend die<br />

Schnittpunkte der Spirale mit diesen<br />

drei Achsen beginnend mit „0“ in der<br />

Mitte, ergibt sich Abbildung 3.<br />

22 MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Wissen<br />

zahl-<br />

Abbildung 3: die<br />

sechsgeteilte<br />

Spirale<br />

Tabelle 1: Das Sieb des<br />

Eratosthenes I<br />

Tabelle 2: das Sieb des<br />

Eratosthenes II<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 23


Wissen<br />

Tabelle 3: abgewandelte<br />

Form des Siebs des<br />

Eratosthenes<br />

Tabelle 4: Die geordnete<br />

Menge aller Zahlen<br />

auf den Achsabschnitten<br />

0-A und 0-E<br />

Nicht die Verteilung der Primzahlen<br />

selbst ist das Entscheidende,<br />

sondern die Eliminierung der<br />

Produkte von Primzahlen aus der<br />

Gesamtmenge.<br />

Die Primzahlen können hinsichtlich<br />

ihrer Verteilung keiner Ordnung<br />

unterliegen!<br />

Tabelle 5: Kreuztabelle<br />

aller Produkte von<br />

Primzahlen<br />

24<br />

Bereits 1992 thematisierte<br />

Hollywood die Bedeutung der<br />

Primzahlen für die Kryptographie.<br />

Im Film "Sneakers" ist ein Team<br />

von Privatdetektiven (v. l. n. r.: River<br />

Phoenix, Robert Redford, Dan<br />

Aykroyd, Sidney Poitier) einem<br />

Codebrecher auf der Spur.<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013<br />

Tabelle 6:<br />

Überprüfung, ob<br />

eine vorgegebene<br />

Zahl eine<br />

Primzahl ist


Wissen<br />

In dieser Grafik wurden die Zahlen<br />

farblich hinterlegt, denn erst<br />

dadurch wird ein System erkannt,<br />

welches sonst nicht gleich auf Anhieb<br />

zu verstehen ist. Die blau hinterlegten<br />

Achsabschnitte 0-A und 0-E, die mit<br />

der Ziffer „1“ bzw. „5“ beginnen, beinhalten<br />

im weiteren Fortgang sämtliche<br />

Primzahlen und ihre Produkte.<br />

Die rot hinterlegten Achsabschnitte<br />

0-B und 0-D, die mit der Ziffer „2“ und<br />

„4“ eingeleitet werden, enthalten alle<br />

durch Zwei teilbaren Zahlen, die nicht<br />

gleichzeitig durch Drei teilbar sind.<br />

Die gelb markierte Achse enthält<br />

schließlich alle durch Drei teilbaren<br />

Zahlen, deren erste Ziffer die „3“ bildet.<br />

Auf diese Art und Weise können<br />

drei Zahlenmengen abgeleitet werden.<br />

Über diese Einteilung schrieb bereits<br />

Dr. Peter Plichta in seinem Buch<br />

„das Primzahlkreuz“.<br />

Nun ist bekannt, dass sich die<br />

Menschheit nachweislich seit mehr<br />

als 2000 Jahren mit der Verteilung<br />

der Primzahlen beschäftigt hat und<br />

nach einer verborgenen Ordnung der<br />

Primzahlen sucht.<br />

Das Sieb des Eratosthenes<br />

Von dem griechischen Gelehrten Eratosthenes<br />

von Kyrene (~273 bis 194 v.<br />

Chr), der im Auftrag der ägyptischen<br />

Könige aus der Dynastie der Ptolomäer<br />

die Bibliothek von Alexandria<br />

leitete, ist ein mathematischer Algorithmus<br />

überliefert, der als „Sieb<br />

des Eratosthenes“ bekannt wurde.<br />

Ziel dieses Verfahrens war es, aus<br />

einer vorgegebenen Zahlenmenge<br />

jene Zahlen zu eliminieren, die keine<br />

Primzahlen sind. Auf diese Weise<br />

konnte er bestimmen, welche Zahlen<br />

eindeutig Primzahlen sind.<br />

Üblicherweise wird nach dieser<br />

Methode eine Tabelle mit zehn Spalten<br />

erarbeitet (siehe Tabelle 1, hier<br />

mit einer beispielhaften Zahlenmenge<br />

bis zur Größe 110), in der zuerst alle<br />

durch 2 teilbare (gelb) und anschließend<br />

alle durch 5 teilbare Zahlen<br />

(blau) eliminiert werden, wodurch die<br />

Zahlen in den bunten Feldern gestrichen<br />

werden müssen. Übrig bleiben<br />

nur noch ungerade Zahlen in den<br />

Spalten 1,3 7, und 9.<br />

In einem nächsten Schritt werden<br />

jene Zahlen gesucht, die durch 3<br />

und 7 teilbar sind und die Felder<br />

gleichfalls farblich markiert. Da keine<br />

der verbliebenen Zahlen durch eine<br />

höhere Primzahl geteilt werden kann,<br />

enthält die nun entstandene Tabelle<br />

2 lediglich Primzahlen, wobei die „1“<br />

gleichfalls als Primzahl definiert wird,<br />

da sie nur durch sich selbst teilbar ist.<br />

Es ist offensichtlich, dass dieses<br />

Verfahren zwar zum Ziel führt, aber<br />

allein deswegen schon umständlich<br />

ist, weil von Anfang an mit allen natürlichen<br />

Zahlen gearbeitet werden<br />

muss. In der sechsgeteilten Spirale<br />

gibt es, bedingt durch deren Konstruktion,<br />

bereits auf natürlichem<br />

Wege eine Vorauswahl, so dass die<br />

Menge der zu prüfenden Zahlen sich<br />

auf ein Drittel reduziert.<br />

Drückt man auf mathematischem<br />

Wege in dieser Spirale aus, wo sich<br />

Primzahlen und ihre Produkte befinden,<br />

so können wir das formelmäßig<br />

wie folgt darstellen:<br />

auf dem rechten Achsabschnitt 0-A:<br />

auf dem linken Achsabschnitt 0-E :<br />

Es ist offensichtlich, dass sich in beiden<br />

Zahlenreihen zwangsweise Produkte<br />

von Primzahlen ergeben müssen, wie<br />

zum Beispiel 5 * 5 = 25 oder 5 * 7 = 35.<br />

Die sich aus diesen Formen ergebenden<br />

Teilergebnisse lassen sich auf anderem<br />

Wege relativ leicht in einer sechsgeteilten<br />

Tabelle extrahieren, wo sich<br />

ausschließlich in der ersten und fünften<br />

Spalte die Primzahlen und ihre Produkte<br />

wiederfinden (Tabelle 3).<br />

Werden die beiden Spalten 1 und 5<br />

miteinander „verschmolzen“ (wie in Tabelle<br />

4 gezeigt), ergibt sich die um 2/3<br />

reduzierte Zahlenmenge als Ausgangspunkt<br />

für das Finden der Primzahlen,<br />

in der aus Gründen der Logik zur Entstehung<br />

der Tabelle die „1“ nicht eliminiert<br />

wird (ebenso die 2 und die 3, Anm.<br />

d. Red.).<br />

Um die Produkte aus der Gesamtmenge<br />

der Primzahlen und ihrer Produkte<br />

zu eliminieren, ist es folglich nur<br />

notwendig, die in Tabelle 4 gezeigte<br />

Folge mit Hilfe einer Kreuztabelle untereinander<br />

zu multiplizieren und sämtliche<br />

sich ergebenden Produkte aus der<br />

Gesamtmenge zu entfernen. In dieser<br />

Kreuztabelle entwickeln sich zwangsweise<br />

beiderseitig der mittleren, schrägen<br />

Achse die Teilergebnisse spiegelbildlich.<br />

(Tabelle 5)<br />

Schlussfolgerung aus diesen bis<br />

hierhin vorgestellten Erkenntnissen:<br />

Nicht die Verteilung der<br />

Primzahlen selbst ist das Entscheidende,<br />

um deren innere Ordnung zu<br />

erkennen, sondern die Eliminierung<br />

der Produkte von Primzahlen aus der<br />

oben genannten Gesamtmenge aller<br />

Primzahlen und ihrer Produkte, die<br />

aus Bild 3 abzuleiten sind!<br />

Das heißt aber auch, dass die Primzahlen<br />

hinsichtlich ihrer Verteilung<br />

keiner Ordnung unterliegen können!<br />

Diese hier vorgestellte Systematik<br />

lässt aber auch die Möglichkeit zu<br />

festzustellen, ob eine beliebige Zahl<br />

eine Primzahl ist oder nicht. Dass<br />

hierzu ein Computerprogramm erforderlich<br />

ist versteht sich von selbst.<br />

Bei einem derartigen Programm<br />

muss eine vorgegebene Zahl X in zwei<br />

Durchläufen durch jene Werte dividiert<br />

werden, die sich aus den Formeln<br />

für 6 * n - 1 und 6 * n + 1 ergeben.<br />

In Tabelle 6 sind in der ersten und<br />

dritten Spalte die Primzahlen und ihre<br />

Produkte aufgeführt, während in der<br />

ersten Zeile (gelb) die beiden zu prüfenden<br />

Zahlen (als Beispiele 55 und<br />

61) eingetragen sind. Die zweite und<br />

letzte Spalte zeigen die Teilergebnisse<br />

für den Quotienten aus der ersten<br />

Zeile, geteilt durch die geordnete<br />

Zahlenfolge der Primzahlen und ihrer<br />

Produkte. Ergibt diese die Division bei<br />

allen n ausschließlich den ganzzahligen<br />

Quotienten mit dem Wert 1 und<br />

keinen höheren ganzzahligen Quotienten,<br />

ist es eine Primzahl, in allen<br />

anderen Fällen ist es keine Primzahl.<br />

Da die Zahl 55 ganzzahlig durch<br />

11, 5 und 1 teilbar ist, kann es keine<br />

Primzahl sein, während die 61 ausschließlich<br />

durch sich selbst teilbar<br />

ist und demzufolge eine Primzahl sein<br />

muss. Mit diesen Ausführungen soll<br />

gezeigt werden, dass eine neue Sichtweise<br />

das Verständnis zur Ordnung<br />

der Primzahlen deutlich erweitert und<br />

es möglich ist, auf diese Weise unendlich<br />

viele Primzahlen zu finden.<br />

Das Primzahlkreuz von Peter Plichta<br />

In der sechsgeteilten Spirale sind<br />

auch noch Prinzipien des Dezimalsystems<br />

verborgen. Diesbezüglich gibt<br />

es eine Parallele zu den von Dr. Peter<br />

Plichta entdeckten Zusammenhängen<br />

in einem durch zwölf Achsen (<br />

= 24 Strahlen) geteilten System von<br />

Kreisen. Bei seinem System werden,<br />

beginnend im inneren Kreis, die Zahlen<br />

von 1-24 im rechten Uhrzeigersinn<br />

eingetragen, so dass die Zahl 24<br />

auf der senkrechten Achse oben den<br />

Abschluss bildet. In den nach außen<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 25


Wissen<br />

Abbildung 4: Das Primzahlkreuz von<br />

Dr. Peter Plichta<br />

Tabelle 7: Die Ausbreitung des Dezimalsystems<br />

in der sechsgeteilten Spirale<br />

sich entwickelnden Kreisen werden<br />

die Zahlen fortlaufend eingetragen,<br />

so dass sich auf der senkrechten<br />

Achse nach oben Vielfache von 24<br />

befinden. Auf den kreuzartig angeordneten<br />

Achsen befinden sich hierbei<br />

sämtliche Primzahlen und ihre<br />

Produkte.<br />

In seinem Buch zeigt er auf, dass<br />

die Summe der ersten 10 ungeraden<br />

Zahlen, welche sich auf dem ersten<br />

Kreis befinden, exakt 100 beträgt:<br />

1+3+5+7+9+11+13+15+17+19 =100<br />

Die Summe der ungeraden Zahlen<br />

auf dem zweiten Kreis führt zu 300, auf<br />

dem dritten zu 500 und schließlich auf<br />

dem zehnten Kreis 1.900. Das heißt, in<br />

dieser Entwicklung ist das 100fache der<br />

erstgenannten zehn ungeraden Zahlen<br />

als Teilsumme zu finden, deren Gesamtbetrag<br />

zu 10.000 führt! Damit bewies<br />

Plichta, dass sich in diesem System<br />

auf verborgene Weise das Dezimalsystem<br />

ausbreitet. Überraschend ist,<br />

dass sich in<br />

der sechsg<br />

e t e i l t e n<br />

S p i r a l e<br />

gleichfalls<br />

die Ausbreitung<br />

des<br />

Dezimalsystems nachweisen und sogar<br />

darüber hinaus noch weitere Überraschungen<br />

entdecken lassen! Dabei ist<br />

jedoch zu berücksichtigen, dass bei dem<br />

Übergang von einem Spiralsegment<br />

zum nächsten keine deutliche Trennung<br />

erfolgt wie bei den Kreisen. Das Besondere<br />

ist, dass das erste Spiralsegment<br />

bei der Zahl 6 endet, das nächste aber<br />

mit der gleichen Zahl beginnt. Schließlich<br />

wurde erkannt, dass stets an diesen<br />

Stellen die vorhandene Zahl hälftig zum<br />

vorhergehenden und hälftig zum nachfolgenden<br />

Spiralsegment gerechnet<br />

werden muss.<br />

Das Dezimalsystem und die Zahl 666<br />

Tabellarisch dargestellt ergeben sich<br />

auf den Spiralsegmenten die in Tabelle<br />

7 dargestellten Teilsummen.<br />

In diesem System ist auf den ersten<br />

Blick nicht gleich erkennbar, dass hier<br />

die gleichen Prinzipien verborgen sind<br />

wie in dem Primzahlkreuz von Plichta.<br />

Erst die Division durch die Summe der<br />

Zahlen des ersten Spiralsegmentes offenbart<br />

die gleiche Folge der ungeraden<br />

Zahlen, die im weiteren Fortgang die<br />

Prinzipien des Dezimalsystems enthüllen.<br />

Bei weiteren Untersuchungen wurde<br />

festgestellt, dass dieser Effekt bei einer<br />

beliebigen Anzahl von Achsen gleichfalls<br />

eintritt. Daraus lässt sich ableiten,<br />

dass zumindest mathematisch betrachtet<br />

das Dezimalsystem eine absolute<br />

Vorrangstellung einnimmt.<br />

Da die oben gezeigte Spirale drei<br />

Zahlenmengen enthält, lohnt es sich,<br />

eine analoge Betrachtung für jede einzelne<br />

Zahlenmenge anzustellen. Erstaunlich<br />

ist, dass der gleiche Effekt der<br />

dezimalen Ausbreitung auch für jede<br />

einzelne Zahlenmenge festzustellen ist.<br />

Logisch ist, dass die Zahlenmengen<br />

"Die Zahlenmenge ist so gewaltig,<br />

dass alle Computer der Welt sie<br />

nicht auflisten könnten." Szenenbild<br />

aus dem Film "Sneakers". Der<br />

Mathematiker Gunter Janek (Donal<br />

Logue) hat ein primzahlbasiertes<br />

Verfahren zum Knacken von Geheimcodes<br />

entwickelt.<br />

26 MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Wissen<br />

der 1 und der 2 nach einem Spiralumlauf<br />

weder den Anfang noch das Ende<br />

des Umlaufs markieren, sondern sich<br />

innerhalb dieses Umlaufs befinden.<br />

Folglich gehen alle Zahlen auf diesen<br />

Achsen mit ihrem vollen Betrag in die<br />

Rechnung ein.<br />

Wie bereits erklärt, werden bei der<br />

Zahlenmenge der 3 alle Zahlen hälftig<br />

angerechnet, die sich an dem Übergang<br />

von Spiralsegment zu Spiralsegment<br />

befinden. Das führt nachfolgend zu einem<br />

Effekt, in dem die Ziffer 6 deutlich<br />

in Erscheinung tritt.<br />

Summenwerte bei einem Spiralumlauf:<br />

• 1: 1+5 = 6<br />

• 2: 2+4 = 6<br />

• 3: 3 + 6/2<br />

Summenwerte bei 10 Spiralumläufen:<br />

• 1: 1+5+7+11+13+17+19+23+25+29+31<br />

+35+37+41+43+47+49+53+55+59 = 600<br />

• 2: 2+4+8+10+14+16+20+22+26+28+32<br />

+34+38+40+44+46+50+52+56+58 = 600<br />

• 3: 3+6+9+12+15+18+21+24+27+30+33<br />

+36+39+42+45+48+51+54+57+60/2 = 600<br />

Im weiteren Fortschritt führen sie bei<br />

den drei Zahlenmengen zu folgenden<br />

Teilergebnissen:<br />

System zu finden, in dem sich in einem<br />

dreidimensionalen Koordinatensystem<br />

die Spiralen an den Schnittpunkten<br />

der Achsen kreuzten. Um die<br />

daraus entstehende Form plastisch<br />

darzustellen, wurde auf der Basis eines<br />

Modells ein größeres Objekt angefertigt,<br />

welches als „Kunstobjekt“<br />

realisiert wurde.<br />

Das dreidimensionals Spiralsystem<br />

In diesem System befindet sich an<br />

den Kreuzungspunkten der horizontalen<br />

Ebene symbolhaft die Spiralfunktion,<br />

die aus den Primzahlen und<br />

ihren Produkten untereinander abgeleitet<br />

wurde. Folglich entstanden die<br />

beiden im rechten Winkel zueinander<br />

stehenden senkrechten Spiralen aus<br />

den beiden abgeleiteten Funktionen<br />

der anderen Zahlenmengen.<br />

Bei dem fertigen dreidi-<br />

Abbildung 5: das dreidimensionale<br />

Spiralensystem<br />

Das dreidimensionale<br />

Modell der<br />

Primzahlspirale besitzt<br />

eine energetische<br />

Wirkung!<br />

Was wir hier sehen, ist, dass drei<br />

Mal die 6 in Erscheinung tritt<br />

und damit eine Verbindung zu<br />

der „ominösen“ Zahl 666 hergestellt<br />

werden kann. In meinem Buch „Die<br />

Ordnung der Schöpfung“ bin ich auf<br />

diese Thematik im Detail eingegangen.<br />

Es lässt sich nachfolgend auch<br />

erklären, warum Symbolismen einen<br />

doppelten Charakter haben und folglich<br />

das Prinzip 6-6-6 sowohl im positiven<br />

wie auch im negativen Sinn seine<br />

Ausprägung findet.<br />

Bereits vor einigen Jahren hatte<br />

ich die Idee, dass es möglich sein<br />

müsste, dieses System der sechsgeteilten<br />

Spirale in das Dreidimensionale<br />

zu transformieren. Dazu musste<br />

jeder Zahlenmenge eine eigene<br />

mathematische Funktion zugeordnet<br />

werden, die eine dreidimensionale<br />

Verknüpfung ermöglichen sollte. Es<br />

gelang schließlich ein homogenes<br />

mensionalen Modell wurde<br />

überraschenderweise festgestellt,<br />

dass es eine starke<br />

energetische Wirkung besitzt!<br />

Nähert man sich mit geöffneten<br />

Handflächen in Richtung<br />

zu diesem Spiralsystem, verspürt<br />

man, wie ein feiner energetischer<br />

Strom in den Körper<br />

fließt, der je nach individuellen<br />

Voraussetzungen unterschiedlich<br />

stark wahrgenommen wird. In diesem<br />

Modell sind die Grundlagen einer dritten<br />

Schwingungsdimension zu finden.<br />

Kosmisch betrachtet ist es nicht entscheidend,<br />

eine Dimension nur nach<br />

toten Linien und der Zeit zu beurteilen,<br />

denn „tote geometrische“ Linien<br />

erzeugen noch kein Leben. Vielmehr<br />

ist es wichtig danach zu suchen, wie<br />

Schwingungen entstanden sind, denn<br />

im Kosmos gibt es nichts, was nicht<br />

schwingt.<br />

Die Zeit ist und bleibt eine Eigenschaft<br />

und ist niemals eine<br />

eigenständige Dimension, auch<br />

wenn sie in der offiziellen Wissenschaft<br />

als eine Dimension betrachtet<br />

wird. Leider wird der Begriff „Dimension“<br />

in vielfältiger Weise benutzt,<br />

so dass es nicht immer leicht ist zu<br />

unterscheiden, wovon die Rede ist.<br />

In meinem Buch wird der Begriff<br />

„Schwingungsdimension“ eingeführt,<br />

der auf einem mit Schwingungen<br />

überlagerten Achsensystem beruht.<br />

Dadurch ist es möglich, höhere<br />

Schwingungsdimensionen erstmals<br />

zu verstehen und sogar in grafischer<br />

Darstellung bildhaft zum Ausdruck zu<br />

bringen. ▀<br />

Hinweise und Kritiken zu diesem Artikel können an<br />

den Autor gerichtet werden über die Internetseite<br />

www.hores.org.<br />

Axel Klitzke ist Diplom-Ingenieur und Hochbau-<br />

Ingenieur. Er beschäftigt<br />

sich seit Jahren mit altem<br />

Geheimwissen und vielen<br />

grenzwissenschaftlichen<br />

Themen. Er ist Autor mehrerer<br />

Bücher, u.a. Pyramiden:<br />

Wissensträger aus Stein<br />

und Die kosmische 6. Sein<br />

neuestes Buch Die Ordnung der Schöpfung versucht<br />

auf unkonventionelle Weise, dem Leser die<br />

Strategien der Schöpfung und Begriffe wie z. B.<br />

den der Schwingungsdimension nahezubringen (s.<br />

Buchempfehlungsliste)<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 27


Quantessenz<br />

Wiederbelebung eines<br />

ausgestorbenen Frosches<br />

Bis vor kurzem war die Wiederbelebung<br />

einer ausgestorbenen Gattung<br />

noch eine Domäne der SciFi. Ab jetzt<br />

ist es Realität. Wissenschaftler in Australien<br />

haben einen lebenden Embryo<br />

eines Frosches der Gattung Rheobatrachus<br />

silus erzeugt. Der letzte Vertreter<br />

dieser Art ist vor rund 30 Jahren<br />

ausgestorben. Das Experiment wurde<br />

von der Gruppe von Prof. Mike Archer,<br />

University of New South Wales, durchgeführt.<br />

Zuerst wurden aus dem noch vorhandenen<br />

Gewebe des ausgestorbenen<br />

Frosches einzelne Zellen isoliert.<br />

Denen entnahm man dann Zellkerne<br />

mit DNA. Diese wiederum wurden auf<br />

Eizellen eines Frosches der Gattung<br />

Mixophyes fasciolatus übertragen. Am<br />

schwersten war die Übertragung des<br />

toten Zellkernes in die lebende Eizelle.<br />

Es ging darum, diese Zelle nicht zu<br />

beschädigen, damit sie nicht abstarb.<br />

Das Experiment gelang zwar, aber<br />

nach ca. 36 Stunden hörten die Embryonen<br />

auf, sich weiter zu entwikkeln.<br />

Prof. Michael Mahony von der<br />

University of Newcastle sagt, dass die<br />

Wissenschaftler zurzeit hauptsächlich<br />

an dem Problem arbeiten, wie man<br />

erwachsene Frösche aus den Embryonen<br />

züchten kann.<br />

Erstaunlich, dass man in diesem Gebiet<br />

die Forschungserkenntnisse der<br />

Wellengenetik aus Moskau nicht be-<br />

Rheobatrachus silus, der südliche Magenbrüterfrosch,<br />

war im südlichen Queensland<br />

heimisch. Die Art wurde erst 1972 entdeckt<br />

und erstmals wissenschaftlich beschrieben.<br />

Schon seit 1979 konnte der Frosch in freier<br />

Wildbahn nicht mehr beobachtet werden.<br />

Das letzte Exemplar in Gefangenschaft<br />

starb 1984. Jetzt gelang es, aus erhaltenem<br />

Zellmaterial Embryonen dieser Froschart<br />

zu klonen.<br />

rücksichtigt. Über die dortigen Arbeiten<br />

von Prof. Garjajev haben Grazyna<br />

Fosar und Franz Bludorf ausführlich<br />

in ihrem Buch „Der Geist hat keine<br />

Firewall“ berichtet.<br />

Prof. Mahony sagt, das Hauptziel aller<br />

dieser Arbeiten sei nicht die Züchtung<br />

längst ausgestorbener Arten, sondern<br />

vor allem eine neue Methode zur Rettung<br />

jetzt noch lebender Tiere, deren<br />

Bestand in der Existenz bedroht ist.<br />

Man will ihr genetisches Material aufbewahren<br />

können, um sie später der<br />

Natur zurückzugeben.<br />

Der Mensch hat den Tieren mit der<br />

Entwicklung seiner Zivilisation gefährliche<br />

Lebensbedingungen verschafft.<br />

Jetzt sucht er nach künstlichen Methoden,<br />

um die wunderbare Welt der<br />

Tiere zu retten. Ein Fortschritt, aber<br />

traurig ist es schon.<br />

Schmackhafte Worte<br />

und bunte Musik<br />

Kinder bis zum vierten Lebensmonat<br />

haben die Fähigkeit alle, danach geht<br />

sie den meisten von uns verloren –<br />

Synästhesie, eine seltsame Vernetzung<br />

im Gehirn, die es einem Menschen<br />

erlaubt, Eindrücke auf mehreren<br />

Sinnesebenen simultan zu empfangen.<br />

Für einen Synästhetiker können<br />

Worte eine bestimmte Farbe haben,<br />

oder das Hören von Musik wird innerlich<br />

mit einer Geschmacksqualität<br />

verbunden. Rund 65 Varianten synästhetischer<br />

Wahrnehmung sind bis heute<br />

bekannt. Diejenigen Menschen, bei<br />

denen die Fähigkeit über das Säuglingsalter<br />

hinaus erhalten bleibt, sind sich<br />

oft der Tatsache gar nicht bewusst,<br />

dass sie die Welt anders – reichhaltiger<br />

– wahrnehmen als die meisten<br />

ihrer Mitmenschen. Studien zufolge<br />

tritt Synästhesie besonders häufig bei<br />

Hochbegabten auf, und bei vielen ist<br />

die Empfindlichkeit der Sinnesorgane<br />

besonders hoch. Daher leiden Synästhetiker<br />

häufig unter der Reizüberflutung<br />

der heutigen Zeit. Doch die meisten<br />

empfinden ihre Fähigkeit eher als<br />

eine Gabe, nicht als Belastung. Dass<br />

alle Kinder in den ersten vier Lebensmonaten<br />

Synästhetiker sind, wie man<br />

Wie das Blut altert<br />

Unser Blut altert genauso wie alle anderen<br />

Organe und das Körpergewebe.<br />

Im Laufe dieses Prozesses verändern<br />

sich die Proportionen der Bestandteile<br />

im Blut. Das gilt auch für die weißen<br />

Blutkörperchen, die unter anderem für<br />

unsere immunologischen Reaktionen<br />

verantwortlich sind.<br />

Bei jungen Menschen sind die Proportionen<br />

zwischen den Typen der weißen<br />

Blutkörperchen – den B- und T-Lymphozyten<br />

und den myeloiden Zellen –<br />

fast konstant und genau festgelegt. Bei<br />

älteren Menschen sinkt die Zahl der B-<br />

und T-Lymphozyten, während die Zahl<br />

der myeloiden Zellen steigt. Und gerade<br />

in diesen Zellen entwickelt sich bei<br />

älteren Personen oft Leukämie.<br />

In der letzten Zeit haben schwedische<br />

Wissenschaftler aus Lund bewiesen,<br />

dass man die ungünstigen Proportionen<br />

bei den weißen Blutkörperchen<br />

umkehren kann. Zu diesem Zweck soll<br />

es notwendig sein, die Stammzellen<br />

im Knochenmark umzuprogrammieren,<br />

also gerade dort, wo das Blut produziert<br />

wird.<br />

Es ist möglich, dass man mit dieser<br />

Methode einen erfolgreichen Weg<br />

zur Behandlung und Heilung der<br />

Leukämie finden wird. Ein Elixier der<br />

ewigen Jugend ist es aber nicht. Die<br />

Verjüngung der weißen Blutkörperchen<br />

verursacht eine Aktivierung des<br />

Immunsystems und beeinflusst positiv<br />

eine gute Form des ganzen Körpers –<br />

hat aber nicht die Macht, auch andere<br />

Gewebezellen jünger zu machen.<br />

Professor David Bryder, der Leiter der<br />

Forschungsgruppe, die sich mit diesem<br />

Thema beschäftigt, ist der Meinung,<br />

dass die berichteten Resultate<br />

eine immens große Bedeutung für die<br />

Medizin haben werden. Ein gesundes<br />

Immunsystem, das fit und stark ist,<br />

trägt dazu bei, dass wir uns länger<br />

jung und aktiv fühlen.<br />

heute annimmt, hängt damit zusammen,<br />

dass die einzelnen Gehirnzentren<br />

in dieser frühen Lebensphase noch<br />

nicht ausreichend ausdifferenziert sind<br />

und daher auf Sinnesreize meist noch<br />

gemeinsam reagieren. Weshalb diese<br />

Fähigkeit bei manchen Menschen trotz<br />

ansonsten normaler Gehirnentwicklung<br />

erhalten bleibt, ist noch ungeklärt.<br />

Vielleicht bildet sich bei ihnen im Zuge<br />

der Entwicklung ein besonders reichhaltiges<br />

neuronales Netzwerk heraus.<br />

Es wäre aber auch möglich, dass die<br />

Synästhesie andere Ursachen hat und<br />

sich die reichhaltigere Vernetzung der<br />

Neuronen erst sekundär aufgrund des<br />

Vorhandenseins dieser Fähigkeit entwickelt.<br />

(Bild: The Independent)<br />

28<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Quantessenz<br />

Projekt<br />

Mars One<br />

Pionierreise ohne Rückfahrkarte<br />

Die NASA hält sich mit ihren ehrgeizigen Weltraumplänen<br />

eher noch zurück – aus finanziellen Gründen.<br />

Private Initiativen dagegen zeigen, dass Flüge<br />

ins All, auch über die unmittelbare Umgebung der Erde<br />

hinaus, zumindest technisch auf dem heutigen Wissensstand<br />

bereits machbar sind. Bei Mars One handelt es sich<br />

um eine privat finanzierte niederländische Stiftung, die<br />

bis zum Jahr 2023, also in nur zehn Jahren, eine erste<br />

Gruppe von Siedlern zum Mars bringen will. Man muss<br />

kein Millionär sein, um sich für diese Reise registrieren<br />

zu lassen. Die Stiftung ist nicht profitorientiert, und die<br />

Registrierungsgebühr beträgt je nach Heimatland des<br />

Bewerbers zwischen 5 und 73 Dollar. Aber es wird eine<br />

Reise ohne Rückfahrkarte sein. Nach Auskunft der Organisatoren<br />

von Mars One wäre ein Mensch nach der langen<br />

Reise zum Mars und wieder zurück nicht mehr in der<br />

Lage, körperlich mit den Schwerkraftverhältnissen auf<br />

der Erde klarzukommen. Die geringere Anziehungskraft<br />

des Mars hingegen wäre für ihn erträglich. Es soll auch<br />

der Sinn der Sache sein, eine erste menschliche Kolonie<br />

von Siedlern auf dem Mars aufzubauen, ähnlich wie vor<br />

400 Jahren die Pilgerväter die neue Welt in Amerika eroberten,<br />

und die Siedler müssen bereit sein, den Rest ihres<br />

Lebens auf dem Mars zu verbringen. Die Marssiedler<br />

sollen in kugelförmigen Appartements wohnen und sich<br />

mit Hilfe von Gewächshäusern selbst mit Nahrung versorgen<br />

können.<br />

Rund 78.000 Bewerber sollen sich schon für die<br />

Reise ohne Rückfahrkarte gemeldet haben. Noch<br />

ist es unklar, ob das höchst umstrittene Projekt je<br />

realisiert wird. Für die erheblichen Kosten in Höhe von<br />

rund 6 Milliarden Dollar sucht die Stiftung noch nach<br />

Geldquellen. Der größte Teil der finanziellen Mittel soll<br />

durch Vermarktung des Siedlungsprojekts – vom Training<br />

auf der Erde bis zum Mars-Alltag – in Live-Reality-<br />

Shows im Fernsehen aufgebracht werden. Es soll aber<br />

kein neues „Big Brother“ auf dem Mars daraus werden,<br />

sondern die wissenschaftlichen Aspekte der Mission<br />

sollen bei der Berichterstattung im Vordergrund stehen.<br />

Eile ist geboten, denn bereits 2016 soll das erste<br />

Versorgungsschiff zum Mars starten, um notwendige<br />

Ausrüstung, zum Beispiel Solarpanels, zum roten<br />

Planeten zu bringen. Weitere unbemannte Missionen<br />

sollen die ersten Wohneinheiten, Überlebensmodule<br />

usw. auf dem Mars absetzen. 2023 sollen dann nach<br />

einjährigem Flug die ersten vier Siedler eintreffen.<br />

Nachfolgend sollen jedes Jahr vier weitere Menschen<br />

die Kolonie verstärken. Es können also keinesfalls alle<br />

Bewerber zum Mars fliegen. Die Kandidaten sollen im<br />

Rahmen der TV-Shows per Zuschauervotum bestimmt<br />

werden.<br />

Es bleibt zu hoffen, dass die Zuschauer auf der Erde<br />

nicht mit Google-Brillen ausgestattet sein müssen, um<br />

die Übertragung überhaupt wahrnehmen zu können…<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 29


Wissen<br />

Warten auf die<br />

Anunnaki<br />

Kommt ihr Planet Nibiru zurück?<br />

Klaus Deistung<br />

Rekonstruktion der Zikkurat von<br />

Uruk (Sumer, heute Irak)<br />

30<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Wissen<br />

Auch wenn alle einer Meinung sind,<br />

können alle Unrecht haben<br />

Bertrand Russell (1872-1970)<br />

Den Planeten Nibiru haben uns<br />

die Sumerer überliefert – im<br />

babylonischen Enuma Elisch<br />

werden er und „seine Aufgaben“ als<br />

Marduk erläutert.<br />

Nibiru ist gut 350 AE (astronomische<br />

Einheiten, Anm. d. Red.) von uns<br />

entfernt und braucht noch knapp 900<br />

Jahre, um wieder in Erdnähe zu kommen.<br />

Die Voraussetzung dazu ist, dass<br />

seine Umlaufzeit um die Sonne nicht<br />

mehr 3600, sondern seit wenigen Zyklen<br />

durch eine Bahnänderung auf<br />

3450 Jahre gesunken sein soll, Tafel 1.<br />

Der Autor Zecharia Sitchin vermutet,<br />

dass ein Mond Nibirus vor ca.<br />

13.000 Jahren seinen Planeten verlassen<br />

hat und von Uranus eingefangen<br />

wurde, woraus sich auch die reduzierte<br />

Umlaufzeit ableiten ließe. Es bleiben<br />

Fragen offen. Der nun reduzierte Nibiru-Mond<br />

könnte der heutige Uranus-<br />

Mond Miranda sein.<br />

Im Bild 1 habe ich den interessierenden<br />

Bereich des Zodiakats (Tierkreises)<br />

mit Nibiru angegeben.<br />

Der besseren Systematik wegen<br />

habe ich für alle Tierkreise (Kreisel<br />

Erde, Bild 2) die<br />

gleiche Zeit - für<br />

12x 30° = 360° -<br />

angesetzt, die<br />

Summe der Jahre<br />

für eine Runde<br />

beträgt 25.920 Jahre. Da man für jedes<br />

Sternbild auch unterschiedliche<br />

Durchlaufzeiten angeben kann, glauben<br />

einige heute schon im Wassermann-Zeitalter<br />

zu leben.<br />

Hinweis: Der Sphinx als Löwe auf dem<br />

Gizeh-Plateau kennzeichnet die Bauzeit<br />

des Pyramidenplateaus vor rund<br />

12.500 Jahren!<br />

Der mesopotamisch-sumerische<br />

Bereich<br />

Seit Jahrhunderten graben und finden<br />

(Hobby-) Archäologen Artefakte unserer<br />

Vorfahren aus mehr als 5 Jahrtausenden<br />

im mesopotamischen Bereich.<br />

Sie werden gesäubert, geordnet, verglichen...<br />

und in vielen Fällen der Öffentlichkeit<br />

bekannt gemacht – oder<br />

auch nicht - siehe verschiedene Bücher<br />

zum Thema „Verbotene Archäologie“.<br />

So stößt man erst im Nachhinein<br />

auf eine Sprache, deren Volk schon in<br />

der Versenkung der Geschichte verschwunden<br />

war: Sumer. Wenn es nach<br />

der Schulwissenschaft ginge – so mein<br />

Eindruck – dann wäre es<br />

wohl besser dort (noch) geblieben,<br />

denn sie will nichts<br />

akzeptieren und arbeitet<br />

administrativ massiv dagegen!<br />

1872 gelang dem Banknotenstempelschneider<br />

G. Smith (1840<br />

– 18<strong>76</strong>), der sich die Übersetzung<br />

der Keilschriften<br />

zum Hobby gemacht<br />

hatte, vor einem wissenschaftlichen<br />

Gremium der<br />

Durchbruch. Er fand und übersetzte<br />

den Anfang der Sintflutgeschichte auf<br />

einer Tafel aus der Bibliothek des Königs<br />

Assurbanipal (um 689 – 626 b. C.)<br />

aus Ninive. Bei einer folgenden Ausgrabungsreise<br />

fand er sogar das von<br />

der Tafel fehlende Stück. Die Kirche<br />

stand – wie auch in der Vergangenheit<br />

– mit einer Drohung da: er dürfe<br />

keine Schrift veröffentlichen, die älter<br />

als die Bibel sei! (woher wusste „die<br />

Kirche“ das?).<br />

In der Zwischenzeit wurde auch<br />

eine vollständig erhaltene Keilschrifttafel<br />

zu Nibiru veröffentlicht (http://<br />

de.wikipedia.org/wiki/Nibiru)<br />

Bewertung der<br />

Keilschrifttafelinhalte<br />

Die in Mesopotamien gefundenen Keilschrifttafeln<br />

zählen über 100.000 Stück,<br />

davon ordnet man Sumer über 70.000<br />

zu. Der amerikanische Sumerologe<br />

Prof. S. N. Kramer (1897 - 1990) hat<br />

sich über die in verschiedenen Museen<br />

der Welt verteilten Keilschriften eine<br />

Systematik erarbeitet, um die (auch<br />

teilweise zerbrochenen) Tafeln sowohl<br />

Tafel 1: Umlaufzeit des Nibiru und<br />

Zeitpunkte im Asteroidengürtel<br />

Bild 1: Interessierender Bereich<br />

des Zodiakat mit Nibiru<br />

Bild 2: Einblick in den Kreisel Erde<br />

Bild 3: Widdersphingen im<br />

Karnak-Tempel<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 31


Wissen<br />

Tafel 2: König Anu und seine Kinder<br />

Bild 5: Die kreisähnliche Ellipsenbahn des Neptun<br />

im Vergleich zu Nibirus Ellipse und Halleyschem<br />

Kometen, Zahlen in AE, linearer Maßstab<br />

physisch als auch inhaltlich zusammenzuführen.<br />

Er hat selber viele Texte<br />

übersetzt und dabei auch Tätigkeiten<br />

der sumerischen (Dingir/Anunnaki-)<br />

Götter in Übersetzungen in seinem<br />

Buch „Die Geschichte beginnt mit Sumer“<br />

beschrieben.<br />

Ob Sumer, Ägypten, Griechenland...<br />

die Göttergeschichten gleichen sich,<br />

ihre Namen und Taten sind landestypisch<br />

angepasst.<br />

Die Götter haben eine Familie, sie<br />

sind nicht irgendwelche Geister – sie<br />

waren physisch auf der Erde, empirisch<br />

fassbare Entitäten - z. B. Außerirdische<br />

vom Nibiru. Die Verantwortlichen<br />

haben Namen: König (so alt ist<br />

der Begriff schon) Anu vom Nibiru,<br />

seine Kinder und Kindeskinder. Tafel<br />

2 zeigt eine einfache Übersicht zur Familie.<br />

Sie waren bis zu vier Jahrhunderttausende<br />

lang auf der Erde<br />

und sollen den Homo sapiens<br />

vor über 300.000 Jahren nach 1. Mose<br />

1,26 geschaffen haben. Diese Personen<br />

und ihre Kinder und Kindeskinder<br />

waren die Dingir (Entscheidungsträger<br />

aus Flugkörpern/Gebieter mit<br />

Fluggeräten), Anunnaki-Götter (die,<br />

die vom Himmel kamen – vom Nibiru).<br />

Die Sumerologen haben sich per Konvention<br />

angewöhnt, diese Begriffe als<br />

Gott oder Götter zu übersetzen.<br />

Damit haben sie der Wissenschaft<br />

„dankenswerterweise“<br />

die Möglichkeit<br />

genommen, diese<br />

Worte erklären zu<br />

müssen!<br />

Die Anunnaki<br />

hab<br />

e n<br />

einen<br />

Teil ihres Wissens<br />

an die Sumerer<br />

weitergegeben.<br />

Die Sumerer haben<br />

uns das hinterlassen:<br />

Das, was wir<br />

wissen, haben wir<br />

von den Anunnaki!<br />

Nibiru – woher?<br />

Nibiru ist nach den<br />

Autoren Hurley<br />

und Shara ein Einzelplanet<br />

(es gibt<br />

auch Einzelsonnen).<br />

Er kam nach Ansicht von Zecharia<br />

Sitchin unserem Sonnensystem vor<br />

4.000.000.000, (4 Mrd.) Jahren zu nahe<br />

und wurde angezogen und integriert.<br />

Er bog retrograd (gegenläufig zu allen<br />

Planeten – Merkur bis Neptun) in<br />

unser Sonnensystem ein und vollzog<br />

verschiedene Veränderungen, die das<br />

System im Endergebnis stabilisierten.<br />

Der Nibiru ist seitdem ein Planet in<br />

unserem Sonnensystem – Bild 5.<br />

Im sumerischen Rollsiegel VA 243<br />

(zu sehen im Vorderasiatischen Museum<br />

Berlin) ist Nibiru mit angegeben,<br />

Bildauszug Bild 6. Auch historisch ist<br />

die Größe der Planeten im etwa logarithmischen<br />

Maßstab angegeben.<br />

Nibiru taucht dort an der Stelle<br />

des Asteroidengürtels auf<br />

(sein Perihel, sonnennächster<br />

Punkt), wo einst Tiamat kreiste.<br />

In diesem Bereich fand die<br />

Himmelschlacht statt (siehe<br />

Deistung, Himmelsschlacht,<br />

Anm. d.<br />

Red. <strong>Matrix3000</strong><br />

berichtete<br />

Band 64,<br />

J u l i / A u -<br />

g u s t<br />

2011).<br />

D i e<br />

in<br />

H i m -<br />

melskörper<br />

sind in<br />

dekadisch logarithmischer<br />

Größe gezeichnet.<br />

Durch Bildvergrößerung<br />

aus dem Rollsiegel VA<br />

243 in den cm-Bereich habe ich<br />

die Größe der dargestellten Himmelskörper<br />

bestimmt. Die natürliche<br />

Größe wurde ebenfalls aufgelistet.<br />

Beide Skalen habe ich durch Faktoren<br />

auf vergleichbare Zahlen geführt und<br />

von diesen den natürlichen Logarithmus<br />

berechnet. Bild 7 gibt jetzt das<br />

Ergebnis an.<br />

Da im Original der Planet Pluto<br />

größer als der Mond dargestellt<br />

wurde, habe ich das<br />

mit der roten Linie korrigiert – die<br />

Verhältnisse passen nun sehr gut<br />

zusammen. Der Künstler war wohl<br />

der Meinung, dass ein Planet größer<br />

als ein Mond sein muss. Die Verhältnisse<br />

der anderen Himmelskörper<br />

hat er relativ genau getroffen – er<br />

wusste wohl mehr, als wir ihm heute<br />

zutrauen!<br />

Da hat selbst der bekannte Sitchin-Kritiker<br />

Prof. Dr. Heiser kapituliert!<br />

Er hatte noch die Darstellung<br />

der Sonnenstrahlen kritisiert. Sieht<br />

man sich aber die Bilder zur Sonnenkorona<br />

an, lässt sich auch das<br />

nachvollziehen. Das wäre neben<br />

der Pluto-Mond-Größe<br />

eine zweite „Eigenwilligkeit“<br />

des Künstlers.<br />

Katastrophenplanet?<br />

S e i t<br />

2003<br />

behaupten<br />

Katastrophenautoren,<br />

Nibiru/Planet<br />

X jedes<br />

Jahr zu sehen – aber<br />

bestimmt sollte er 2012<br />

kommen! 2003 sollte er sogar<br />

schon die Pole vertauschen:<br />

Polwende. Das Internet und manche<br />

Bücher sind voll davon. Warum<br />

2012? Da war der Maya-Kalender „zu<br />

Ende“ – und das war ein Grund. Der<br />

Autor T. Zelikovics behauptet sogar:<br />

„Warum wurde dieser Zeitpunkt von<br />

den Mayas als etwas derartig Ungewöhnliches<br />

angesehen, dass sie<br />

es als Abschluss ihres Kalendersystems<br />

wählten?“ Hierzu ist zu sagen:<br />

Der Abschluss des Kalenders ergibt<br />

sich aus dem System. Auch unser<br />

Kalender ist alle 100, 1000 Jahre mit<br />

einem Zyklus zu Ende. Bei der Umstellung<br />

auf unser Jahr 2000 wurden<br />

große Probleme prognostiziert.<br />

32<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Wissen<br />

Dabei beziehen sich fast alle Autoren<br />

mehr oder weniger auf<br />

Herrn Sitchin – haben jedoch<br />

nicht wirklich recherchiert, und verstanden<br />

haben sie eigentlich keine Zusammenhänge,<br />

wollten sie wohl auch<br />

nicht. Nur - hätten sie richtig recherchiert<br />

– wäre die Katastrophe ausgefallen<br />

und viel Unsinn wäre nicht geschrieben<br />

worden!<br />

Je näher das Jahr 2012 kam, um<br />

so ruhiger wurden die Katastrophenautoren.<br />

Nach<br />

ihren Aussagen<br />

hätte ja Nibiru<br />

schon zu<br />

s e h e n<br />

s e i n<br />

dass der Homo sapiens tatsächlich<br />

so alt ist. Prof. Pääbo schrieb: „Die<br />

Alleinstellungsmerkmale<br />

der Spezies Homo sapiens<br />

all die genetischen<br />

Einzigar-<br />

sozusagen,<br />

Bild 6: Die 12<br />

Mitglieder unseres<br />

Sonnensystems<br />

müssen<br />

– war er aber<br />

nicht, konnte er gar<br />

nicht, s. Bild 5!<br />

Ein spezieller Fall: Drei Autoren<br />

(van der Worp, Masters und Manning)<br />

haben ein Buch geschrieben, um die<br />

Menschen auf die Katastrophe mit<br />

Nibiru 2012 „vorzubereiten“ und ihr<br />

Überleben zu organisieren. Fachlich:<br />

astronomisch, mathematisch, handwerklich...<br />

ist dort nichts richtig, an den<br />

Haaren herbeigezogen und gewinnt<br />

durch Wiederholung keine Glaubwürdigkeit.<br />

Sie „sahen“ Nibiru sogar 2012<br />

als zweite Sonne, was natürlich auch<br />

nicht geht. Er erscheint max. 1/3 größer<br />

als Mars (oder halb so groß wie die<br />

Venus) aber röter als Mars!<br />

Nibiru – ein Nichts?<br />

Als Sitchin sein Buch „Der zwölfte<br />

Planet“ 19<strong>76</strong> veröffentlichte, fand<br />

das Buch zwar viele Leser – aber<br />

auch mächtige Gegner. Warum? Sehr<br />

schnell war klar, dass Besucher vom<br />

Planeten Nibiru über lange Zeit auf<br />

der Erde waren und das Leben entscheidend<br />

beeinflussten, indem sie<br />

den Homo Sapiens – also uns - vor<br />

über 300.000 Jahren aus dem Homo<br />

erectus schufen (1. Mose 1,26). Die<br />

Wissenschaft konnte jetzt beweisen,<br />

tigkeiten,<br />

die sich<br />

in den vergangenen 300.000 Jahren<br />

in unserem Genom fixiert haben.“<br />

Natürlich gab es keinen Bezug zu<br />

Sumer! Bis 2010/11 galten allgemein<br />

200.000 Jahre für das Alter des<br />

Homo sapiens als gesichert.<br />

Das wirft natürlich auch neue<br />

Fragen für die Religion auf. Die<br />

Wissenschaft müsste sich neu<br />

positionieren – aber sie blieb dabei:<br />

Wir sind allein im All! Demzufolge<br />

mussten alle Kommentare und Beiträge<br />

wissenschaftskonform bleiben.<br />

Dazu hieß es in einer dpa-Meldung<br />

schon im August 1993: „Planet X war<br />

nur eine Fata Morgana“.<br />

Im Beitrag von Ute Kehse in Astronomie<br />

News heißt es ganz modern<br />

und aktuell: „Bye, bye, Planet X!“<br />

Der US-Astronom David Nesvorný<br />

„glaubt“... „womöglich“... „könnte“...<br />

„wahrscheinlich“... „hält es durchaus<br />

für möglich“, dass sich der Rauswurf<br />

eines neptungroßen Planeten aus<br />

unserem Sonnensystem „tatsächlich<br />

so abgespielt hat, wie in seiner Simulation.“<br />

Das Ergebnis einer Simulation<br />

ist immer davon abhängig, was<br />

man an Daten eingibt – und so<br />

kann man auch das als Ergebnis erhalten,<br />

was man möchte, der Freiheitsgrad<br />

ist hier sehr groß. Dass<br />

es auch möglich wäre, dass ein nep-<br />

Bild 7: Vergleich der Proportionalität:<br />

Realität und VA 243<br />

Bild 8: Nibiru-Bahn im Asteroiden-Gürtel<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 33


Wissen<br />

Seele<br />

Im Anfang war der Geist<br />

„Wo die Seele ist,<br />

da ist Gott.“<br />

Meister Eckhart<br />

S<br />

ie ist jenseits unserer<br />

Vorstellungskraft und<br />

verbunden mit dem<br />

lebendigen Körper – die<br />

Seele ist das Ur-Mysterium<br />

unseres Seins. Doch was<br />

existiert, sollte genährt und<br />

so mit Energie erfüllt werden.<br />

Sind also Meditation,<br />

Gebet und Liebe… Nahrung<br />

für die Seele?<br />

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tungroßer Planet in ein Sonnensystem eindringt<br />

– wird nicht in Erwägung gezogen! Im<br />

Blog beim Spektrum-Verlag wurde mir geantwortet:<br />

„Um mögliche Verwirrung bei neu hinzugekommenen<br />

Lesern zu vermeiden: Das Gerede<br />

von einem großen zehnten Planeten wie<br />

bei diesem Nibiru-Unsinn entbehrt jeglicher<br />

wissenschaftlichen Grundlage; die Existenz<br />

eines solchen Planeten wird von Astronomen<br />

und Himmelsmechanikern ausgeschlossen.“<br />

Der Blogger hatte meinen Kommentar gelöscht<br />

– da dann der Bezug fehlte - seinen Hinweis<br />

auch.<br />

Im Science-Blog heißt es wissenschaftskonform:<br />

„Warum es Planet X nicht geben<br />

kann.“ Der Autor schreibt u.<br />

a.: „Ein<br />

Planet auf<br />

so einer exzentrischen Bahn, wie sie Planet X<br />

haben müsste, kann also in unserem Sonnensystem<br />

nicht existieren!“ s. Bild 5 - oder „darf“<br />

es (noch) nicht?<br />

Zu Nibiru schreibt Dr. Freistetter: „...gehen<br />

wir der Einfachheit halber mal davon aus,<br />

dass der sonnennächste Punkt seiner Bahn auf<br />

Höhe der Erde liegt.“ Das ist falsch – er liegt im<br />

Asteroidengürtel, s. Bild 8.<br />

In seinen Ausführungen geht Freistetter<br />

immer von der Annahme aus, die die Katastrophenautoren<br />

vorsahen: Nibiru löst auf<br />

der Erde 2012 Katastrophen aus. Dazu zeigt<br />

er sogar ein Diagramm, wie der fiktive Planet<br />

X im Dezember 2012 mit der Erde zusammenstößt.<br />

Hier stellt er etwas dar, was die<br />

Katastrophenautoren so nicht schrieben, sie<br />

gingen von einer teilweisen zerstörerischen<br />

Gravitation aus – und nicht von einer direkten<br />

Kollision!<br />

Der Autor nennt zwar sein Buch „2012 –<br />

keine Panik“ - doch was ist das: „Eines Tages,<br />

wenn sich Nibiru vollbesetzt mit wütenden<br />

Außerirdischen wieder der Erde nähert, dann<br />

werden wir erneut versklavt werden und in die<br />

Goldbergwerke geschickt, glaubt Sitchin.“ Eine<br />

Unterstellung, vgl. Eingangszitat!<br />

Dr. Freistetter schreibt weiter: „Die Begründungen<br />

einiger Weltuntergangspropheten<br />

werden mit der Zeit immer absurder.“<br />

Dem stimme ich zu und kann hinzufügen – die<br />

Ablehnungen Nibirus durch die Schulwissenschaft<br />

werden es auch!<br />

(Anm. d. Red.: Die Redaktion <strong>Matrix3000</strong> hat sich nicht<br />

an der unsachlichen Diskussion über das Jahr 2012<br />

beteiligt. Wir hatten in diesem Datum weder eine<br />

Revolution noch Evolutionsschritte für die Menschheit<br />

gesehen. Nun ist 2012 glücklicherweise vorbei, die<br />

Katastrophenpropheten und ihre Anhänger wurden<br />

enttäuscht, und die Bewusstseinssprungsspezialisten<br />

haben nur einen Sprung gemacht – in die<br />

Portemonnaies der Leser, die für ihre Publikationen<br />

Geld ausgegeben hatten)<br />

Fazit<br />

Nibiru wird in einer vollständig erhaltenen<br />

Keilschrifttafel überliefert. Hier genannte Zahlen/Angaben<br />

zu Nibiru bleiben solange veränderbar,<br />

bis die Wissenschaft konkretere Werte<br />

ermittelt hat, wenn sie denn mal anfängt.<br />

Gründliche Forschungsergebnisse haben bisher<br />

die Überlieferungen stets gestützt! ▀<br />

Klaus Deistung ist Diplom-Ingenieur der<br />

Nachrichtentechnik. Er arbeitete<br />

u.a. an der Technischen Hochschule<br />

Wismar, am Zentrum für Energie- und<br />

Umwelttechnik sowie am Institut für<br />

Oberflächen- und Dünschttechnik.<br />

Klaus Deistung ist Autor zahlreicher<br />

Fachpublikationen sowie von Artikeln<br />

zu grenzwissenschaftlichen Themen.<br />

Literatur<br />

Sitchin, Z.: Apokalypse. Kopp, Rottenburg 2007<br />

ZDF „Terra X: Fahndung nach König Gilgamesch“, Sendung am<br />

06.01.08<br />

Kramer, S. N.: Die Geschichte beginnt mit Sumer. Büchergilde<br />

Gutenberg, Frankfurt/M 1959<br />

Hurley, Jaarod R.; Shara, Michael, M.: Planeten als Einzelgänger.<br />

Spektrum der Wissenschaft 02/2003, S. 38-45<br />

Sitchin, Z.: Der zwölfte Planet. Kopp, Rottenburg 2003<br />

Paul, G.: Der Irrläufer aus dem Asteroidengürtel. FAZ.NET, Artikel<br />

vom 04.03.2009<br />

Deistung, K.: Himmelsschlacht. Argo, Marktoberdorf 2011<br />

Deistung, K.: Der große Orientalist – Für und wider Zecharia Sitchin.<br />

Magazin 2000plus, 2011/22/305 Spezial, S. 46 - 53<br />

Zelikovics, T.: Zeitenwende 2012. Hans-Nietsch, Emmendingen<br />

van der Worp, J.; Masters, M.; Manning, J.: Das Planet X Survival-<br />

Handbuch für 2012 und danach. Mosquito, Potsdam 2008<br />

Anhäuser. M.: Homo sapiens im Spiegel des Neandertalers. Beitrag<br />

vom 10. September 2010<br />

Ute Kehse, U.: Bye, bye, Planet X! Astronomie NEWS, vom 15.11.2011<br />

Deistung,K.: GIANT IMPACT... Matrix Band 64, S. 32-37<br />

Deistung, K.: Planet X (Nibiru) wird wissenschaftlich abgelehnt.<br />

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Gesundheit<br />

Nullpunktenergie<br />

trifft Alchemie<br />

Der Brückenschlag zwischen Schöpfung<br />

und Ihrem persönlichen Potential<br />

Michael Müller<br />

36 MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Gesundheit<br />

… Stellen Sie sich vor, Sie erfahren,<br />

dass Sie alle Ihre Probleme, sowohl<br />

gesundheitlicher als auch psychologischer<br />

Art, in einem überschaubaren<br />

Zeitraum mit einem vertretbaren Kostenaufwand<br />

loswerden und dass Sie<br />

Ihr volles Potenzial entfalten könnten.<br />

Wahrscheinlich hätten Sie Zweifel. Zu<br />

viel haben sie schon probiert, zu viel<br />

Geld haben Sie in der Vergangenheit<br />

in diesem Bereich investiert, und gebracht<br />

hat es Ihnen (fast) nichts. Sie<br />

würden vermutlich abwinken...<br />

Wir trafen Dipl. Ing. Udo Sperlich<br />

letztes Jahr auf der Grenzenlosmesse<br />

in Hofheim. Dort ist<br />

er seit vielen Jahren einer der Aussteller.<br />

Er ist der Entwickler der Nullpunktenergieprodukte<br />

der Firma ad<br />

fontes Nullpunktenergie GmbH. Sein<br />

Anliegen, er nennt es seine „Mission“,<br />

ist es, mit Hilfe seiner Produkte<br />

so viele Menschen wie möglich in ihr<br />

volles Potenzial zu bringen. Bei der<br />

Anwendung seines „ad fontes spezial“<br />

geschieht Entwicklung.<br />

In seinen Vorträgen schildert er<br />

anschaulich, wie sich um jede Art von<br />

Antennen zum Empfang von Rundfunk,<br />

Fernsehen, Telefon oder bei industriellen<br />

Anwendungen elektromagnetische<br />

Felder der empfangenen Frequenz<br />

aufbauen. Diese sind relativ leicht zu<br />

messen. Durch seine hohe Sensibilität<br />

erkannte er schon sehr früh, dass<br />

Menschen, ähnlich der elektromagnetischen<br />

Felder rund um Antennen, energetische<br />

Felder um sich herum aufbauen.<br />

Diese Felder sind leider nicht<br />

zu messen, aber durch Menschen mit<br />

besonderen Begabungen zu erkennen<br />

und sowohl qualitativ als auch quantitativ<br />

zu erfassen. [Der Autor bezieht<br />

sich hier auf die feinstofflichen Felder<br />

der menschlichen Aura. Daneben besitzt<br />

der menschliche Körper auch ein<br />

klassisch-physikalisches elektromagnetisches<br />

Feld, das selbstverständ-<br />

lich auch gemessen werden kann.<br />

Anm. d. Red.]<br />

Seine fast zehnjährige Forschungsarbeit<br />

vor Gründung des Unternehmens<br />

begann mit der Entdeckung,<br />

dass Menschen, die in der Nähe des<br />

Äquators leben, ein acht bis zwölf<br />

Meter großes Energiefeld um sich<br />

herum haben, während wir Mitteleuropäer<br />

es nur auf zehn bis<br />

dreißig Zentimeter (!) bringen.<br />

Die Erkenntnis, dass wir hier in<br />

Mitteleuropa in einer permanenten<br />

Mangelsituation leben, den<br />

Mangel aber fast niemals wahrnehmen,<br />

da wir von Geburt an daran „gewöhnt“<br />

sind, war für ihn ein Schock,<br />

der die Entwicklung seiner Produkte<br />

auslöste.<br />

Man weiß seit längerem (u. a.<br />

durch die Erkenntnisse von<br />

Pjotr Garjajev und Fritz-Albert<br />

Popp, Anm. d. Red.), dass die menschliche<br />

DNA aufgrund ihrer Spiralform<br />

und der Größe des Moleküls eine<br />

elektromagnetische Antenne ist. Udo<br />

Sperlich entdeckte, dass sie auch die<br />

uns umgebende Nullpunktenergie<br />

empfangen kann. Mit der empfangenen<br />

Nullpunktenergie (Lebensenergie)<br />

wird die Erbinformation energetisch<br />

versorgt. Da jede unserer Zellen ein<br />

energetisches Feld aufbaut, entsteht<br />

auf diese Weise die Aura des Menschen.<br />

Sperlich begann langkettige Moleküle<br />

zu entwickeln, die unserer DNA<br />

vom Aussehen her ähnlich sind. Das<br />

war der Beginn der erfolgreichen,<br />

nunmehr sechzehnjährigen Geschichte<br />

der Nullpunktenergieprodukte,<br />

insbesondere des „ad fontes spezial“<br />

(afs).<br />

Das „afs“ ist ein flüssiges Hochenergie-<br />

und Lichtsystem, das in der<br />

Lage ist, die Aura eines Menschen auf<br />

über 100 Meter Radius zu vergrößern.<br />

Die Anwendung geschieht auf der<br />

Grundlage des Bell‘schen Theorems.<br />

Das hat etwas mit Quantenphysik zu<br />

tun und besagt, dass ein System, wie<br />

es der Mensch ist, in sich ein Ganzes<br />

bildet. Entfernt man etwas aus diesem<br />

System, so bleiben beide Teile in einer<br />

ständigen Kommunikation miteinander.<br />

Es wird ein Tropfen Blut, vorzugsweise<br />

aus der Fingerkuppe, in<br />

das afs-Fläschchen getan. Dieses<br />

Blut beginnt einen „Dialog“ mit<br />

„seinem“ Menschen, und „berichtet“<br />

von der vielen Energie und dem Licht,<br />

in dem es sich befindet. Aus diesen<br />

Informationen leitet das System der<br />

Person, aus der das Blut stammt, eine<br />

etwa dreimonatige Reinigungsprozedur<br />

ab. Als Folge davon vergrößert sich<br />

das Energiefeld der Person signifikant.<br />

Nun müsste man meinen, dass ab<br />

diesem Zeitpunkt sich die Lebensumstände<br />

der anwendenden Person dramatisch<br />

ändern. Genau das tun sie aber<br />

nicht automatisch. Nichts geschieht<br />

ohne das ausdrückliche Wollen des<br />

Anwendenden. Dazu ein Beispiel: Eine<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 37


Gesundheit<br />

Kopf-<br />

schmerz-<br />

t a b l e t t e<br />

engt die Entscheidungsfreiheit<br />

des Menschen so lange<br />

ein, wie sie sich in seinem Körper<br />

befindet. Er kann die Wirkung, auch<br />

wenn er es will, nicht abstellen. Das<br />

extrem vergrößerte Energiefeld des<br />

Menschen ist zunächst also nur da<br />

und versorgt den Träger mit zusätzlicher<br />

Energie, wo immer er sie benötigt.<br />

Sie verstärkt das Denken, Fühlen<br />

und Wollen. Gleichzeitig erreicht der<br />

Mensch ganz automatisch sein volles<br />

Potenzial (darüber später mehr).<br />

Das volle Potenzial eines Menschen<br />

ist energieabhängig und wird über<br />

die Größe des die Person umgebenen<br />

Energiefeldes ausgelöst. Das volle<br />

Potenzial ist ein Geburtsrecht des<br />

Menschen und kann von jedem als<br />

eine Option in seinem Leben erreicht<br />

werden. Unglücklicherweise ist das<br />

uns umgebende Energiefeld in Mitteleuropa<br />

zu seiner Entfaltung zu klein.<br />

Im körperlichen Bereich werden<br />

überall wo nötig Heilungsprozesse<br />

beschleunigt. Alle Arten von Therapien,<br />

von den stofflichsten bis hin zu den<br />

nonverbalen geistigen, werden unterstützt.<br />

Die Energie und vor allem der<br />

erhöhte Lichtanteil im Körper verbessern<br />

die Zellkommunikation und<br />

damit insgesamt die Gesundheit. Das<br />

Immunsystem, das zu einem großen<br />

Teil von der Lebensenergie gespeist<br />

wird,<br />

verstärkt<br />

sich. Dadurch<br />

w e r d e n<br />

die vor allen Dingen durch die dunkle<br />

Jahreszeit hervorgerufenen Erkältungskrankheiten<br />

auf ein Minimum<br />

reduziert oder bleiben ganz aus. Depressionen,<br />

die überwiegend im Winter<br />

auftreten, entfallen.<br />

Besonders hervorzuheben ist<br />

die potenzielle Gesundung des<br />

psychischen Bereichs. Und hier<br />

wieder speziell die Möglichkeit, Blokkaden<br />

in kürzester Zeit zu finden und<br />

aufzulösen. Blockaden sind komprimierte<br />

Gefühle, die irgendwann einmal<br />

im Leben durch nicht zu bewältigende<br />

Lebensereignisse gebildet<br />

wurden und sich nun mit schöner<br />

Regelmäßigkeit bemerkbar machen,<br />

um uns daran zu erinnern, dass dieses<br />

Gefühl endlich einmal erlebt werden<br />

will. Das ist sehr unangenehm<br />

und langwierig und wird aus diesen<br />

Gründen am liebsten verdrängt. Ist<br />

der Verdrängungsmechanismus stark<br />

und wird über viele Dekaden aufrechterhalten,<br />

geht das verdrängte Gefühl<br />

ins Körperliche. Dort müssen wir uns<br />

dann damit als Schmerzen oder Behinderungen<br />

auseinandersetzen.<br />

Das Erleben von starken Gefühlen,<br />

egal ob wir sie als positiv oder negativ<br />

empfinden, kostet bis zu dreihundert<br />

Mal mehr Lebensenergie als Denken.<br />

Diese steht uns gewöhnlich hier<br />

in Mitteleuropa nicht zur Verführung.<br />

Dadurch erleben viele Menschen das<br />

Auflösen<br />

ihrer Blockaden<br />

als langfristige, ihr<br />

Leben blockierende Behinderung.<br />

In solchen Fällen<br />

hilft ein großes Energiefeld,<br />

das ja einen enormen Energievorrat<br />

darstellt, das Erleben der eingekapselten<br />

Gefühle auf ein absolutes<br />

zeitliches Minimum herabzusetzen.<br />

Das Auflösen von Blockaden, und jeder<br />

hat viele davon, hilft uns dann, im<br />

Alter frei von Schmerzen und Behinderungen<br />

zu sein.<br />

Die durch das „afs“ initiierte vermehrte<br />

Energie hat, wenn wir<br />

das wollen, wenn das eines unser<br />

Ziele ist, unglaubliche Auswirkungen<br />

auf unsere Lebensqualität und<br />

letztlich auf unsere Entwicklung.<br />

Der zuständige Verantwortliche in<br />

Ihrem Leben sind einzig und allein Sie<br />

selber. ▀<br />

NLG (siehe Anzeige auf Seite 48) hat der<br />

Redaktion zugesagt, dass sie die AdFontes<br />

Produkte dem Handel zur Verfügung stellt.<br />

Insofern können unsere LeserInnen diese<br />

über alle Händler von Gesundheitsprodukten<br />

beziehen, falls dieser sie nicht vorrätig<br />

hat, kann jeder Händler sie über den<br />

Multigroßhandel NLG beziehen.<br />

NLG kann auch den Kontakt zu dem<br />

Erfinder, Herrn Sperlich, herstellen, nicht<br />

zuletzt wegen der Kosten, vor allem aber<br />

auch, um weitere Hintergrundinformationen<br />

zu bekommen.


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Gesundheit<br />

O P C<br />

– d a s S u p e r - A n t i o x i d a n s f ü r<br />

g e s u n d e B l u t g e f ä ß e<br />

Vor rund 50 Jahren machte der Franzose Jacques Masquelier eine Zufallsentdeckung, die<br />

weitreichende Folgen für die Prophylaxe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben sollte.<br />

Er entdeckte OPC, ein Super-Antioxidans, an dem er den Rest seines Lebens forschte. Zahlreiche<br />

Studien untermauern inzwischen das Lebenswerk des französischen Professors.<br />

[Quelle: Naturmednet.de]<br />

Traubenkernextrakt<br />

das Lebenselixier<br />

Maria<br />

Schwach<br />

40<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Gesundheit<br />

Robert Franz, gebürtiger Rumäne,<br />

lebt in der Nähe von Würzburg und<br />

ist, aufgrund seiner Hilfsbereitschaft<br />

und Menschenliebe, als ein Verfechter<br />

der Gesundheit mittlerweile sehr<br />

bekannt.<br />

Sein Anliegen ist es „OPC” – welches<br />

bei rund 90 Krankheiten helfen kann<br />

- bekannt zu machen. Seit einigen<br />

Jahren informiert der Gesundheitsexperte<br />

die Menschen darüber, wie<br />

sie gesund werden und auch bleiben<br />

können, ohne auf pharmazeutische<br />

Medikamente angewiesen zu sein.<br />

„Naturheilmittel gibt es genügend,<br />

die die chemischen Medikamente ersetzen<br />

können!”, sagt Robert Franz.<br />

Was ist dieses OPC denn eigentlich,<br />

dem Robert Franz sich so verschrieben<br />

hat? Ein Natur- und Wundermittel<br />

für so richtige Naturburschen,<br />

wie er einer ist? Barfuß seit vielen<br />

Jahren, mit einem Aussehen, als<br />

wäre ein wilder Mann aus dem Urwald<br />

entsprungen, voller Kraft und<br />

Lebenslust?<br />

Dadurch, dass es nicht als Medizin<br />

anerkannt ist, haben die Menschen<br />

die Chance, es als Nahrungsmittelergänzung<br />

zu kaufen. In Vorträgen steht<br />

der „OPC Franz” den Interessenten<br />

jederzeit mit Rat und Tat zur Seite,<br />

vielen Menschen hat er durch sein<br />

Wissen und die Empfehlung, OPC zu<br />

sich zu nehmen, schon geholfen. Hinweis:<br />

Robert Franz erhält keinerlei<br />

Geld oder sonstige Entlohnung für<br />

seine unermüdliche Promotion für<br />

OPC, Vitamin C oder die Mineralien.<br />

Er tut es aus reiner Überzeugung<br />

und Menschenliebe – und auch diese<br />

Hilfestellung macht er jederzeit und<br />

ebenfalls unentgeltlich!<br />

oxidantien. Das Antioxidans verfügt<br />

über einen starken Gefäßschutz. Es<br />

wurde bereits in den 50er Jahren von<br />

dem französichen Professor Jacques<br />

Masquelier entdeck Das Wissen um<br />

die wundervolle Eigenschaft bei der<br />

Stärkung der Blut- und Lymphgefäße<br />

verdanken wir ihm. Flavanol unterstützt<br />

den Kollagenaufbau im Körper.<br />

Ein anderer Ausdruck für OPC ist Vitamin<br />

P. Das P steht hier für Permeabilität,<br />

was Durchlässigkeit heißt.<br />

Rutin ist gleichfalls ein Bioflavonoid<br />

und wurde auch als Vitamin P bezeichnet<br />

Aber OPC ist gegenüber dem Bioflavonoid<br />

Rutin, das ebenfalls Gefäßschutz<br />

gibt, aber nicht vom Körper<br />

aufgenommen wird, durch die biologische<br />

Verfügbarkeit, die Aufnahme<br />

durch den Organismus, zu 100 % ausgezeichnet<br />

Außer in Rotwein oder in Traubenkernen<br />

(Traubenkernextrakt und<br />

OPC werden in Zwischenzeit oft in einem<br />

Atemzug genannt) finden wir das<br />

Vitamin P in fast allen Baumrinden,<br />

Wurzeln und in vielen Blättern. Buchweizen<br />

hat sehr viel (Rutin) Vitamin P.<br />

OPC kann man aber auch aus Ananas<br />

und vor allem aus den reifen Erdnusskernen<br />

gewinnen, hier insbesondere<br />

aus dem roten Häutchen, dem<br />

bei der Erdnuss oft als Abfallprodukt<br />

keine sonstigen wertvollen Eigenschaften<br />

zugeschrieben wurden.<br />

Das OPC, das wir im Handel bekommen<br />

– ist reiner Traubenkernextrakt<br />

– und für Robert<br />

Franz das Lebenselixier schlechthin.<br />

Seines Wissens und seiner Überzeugung<br />

nach hebt dieses reine Naturmittel<br />

die persönliche Lebensqualität<br />

stark an. Wie positiv OPC auf den<br />

Körper wirkt, lebt Robert Franz selbst<br />

vor. Seit über 8 Jahren trägt er keine<br />

Schuhe mehr und hat seither noch<br />

keine einzige Erkältung erlitten – geschweige<br />

denn eine andere Krankheit.<br />

Er sprüht vor Energie und ist<br />

die Gesundheit in Person! Im Internet<br />

können Sie seinen Vortrag hören unter<br />

http://www.opcfranz.de/serviceinfovideo.html<br />

Was ist OPC ? OPC ist ein Extrakt<br />

aus den roten Weintraubenkernen. In<br />

Kapselform kann man es täglich zu<br />

sich nehmen und „man tankt täglich<br />

die Sonne und die volle Kraft eines<br />

kleinen Weinbergs!“. Dass in Traubenkernen<br />

so viel Gesundheitspower<br />

steckt, wurde bereits vor 60 Jahren<br />

entdeckt – aber dankenswerterweise<br />

bis heute von der Medizin (der Pharmaindustrie)<br />

weitestgehend ignoriert,<br />

wie Robert Franz nicht aufhört zu betonen.<br />

„Würde jeder OPC zu sich nehmen,<br />

käme es zu riesigen Umsatzverlusten<br />

für die Pharmaindustrie“, so<br />

Franz. Die andere Seite der Medaille:<br />

DIE ANTIOXIDATIVE WIRKUNG<br />

VON OPC IST RUND 18 MAL<br />

STÄRKER ALS DIE VON<br />

VITAMIN C!<br />

OPC (Oligomere Pro Cyanidine)<br />

ist ein Flavanol und somit ein<br />

Verwandter der Bioflavonoide.<br />

Es gehört zu den stärksten Anti-<br />

OPC nimmt der Körper schnell<br />

und gut auf. Die Aufnahme über<br />

Mund und Magenschleimhäute<br />

erfolgt innerhalb von Minuten, von wo<br />

es über das Blut in alle Körperzellen<br />

transportiert wird. Es ist so klein, die<br />

Molekülgröße ist vergleichbar mit<br />

dem Vitamin C, dass es die Blut- Hirnschranke<br />

leicht überwindet, was viele<br />

andere Wirkstoffe nicht können.<br />

Bereits nach 45 Minuten hat der<br />

Mensch die Höchstwerte messbar im<br />

Körper, und nach weiteren drei Stunden<br />

ist der OPC-Gehalt noch mit 33%<br />

meßbar. Die Wirkungen sind enorm,<br />

bereits nach einem Tag hat sich die<br />

Widerstandsfähigkeit der Blutgefäße<br />

verdoppelt<br />

OPC bietet, vergleichbar mit Resveratol,<br />

einen besonderen Schutz gegen<br />

vorzeitiges Altern, ein Degenerationsprozess,<br />

der gerade durch viele<br />

O P C - B i o l o g i s c h e W i r k u n g<br />

Die Hauptwirkung der OPC oder ihrer Metaboliten liegt in ihrer antioxidativen<br />

Wirkung. Das bisher stärkste beschriebene OPC-Antioxidant ist 18,4 mal so<br />

stark wie Vitamin C und 50 mal so stark wie Vitamin E. OPC sind möglicherweise<br />

Katalysatoren, die die positiven Wirkungen von Vitamin A, C und E verstärken<br />

können. Sie passieren auch die Blut-Hirn-Schranke und können somit<br />

möglicherweise Hirngewebe vor oxidativem Stress schützen. Hinzu kommt<br />

eine Verlangsamung der Zelloxidation, Thrombozytenaggregationshemmung<br />

(„Blutverdünnung”), Senkung des LDL-Cholesterins, Blutdrucksenkung, Vasodilatation<br />

(Gefäßerweiterung) und eine entzündungshemmende Wirkung.<br />

[Quelle: Chemie.de]<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 41


Gesundheit<br />

Stunden Bildschirmarbeit, wenig<br />

Bewegung und falsche Ernährung<br />

zu einer richtigen Zivilisationskrankheit<br />

wurde. Es hilft gegen Herz und<br />

Kreislauferkrankungen, erhöht die<br />

Denkfähigkeit und hat überraschende<br />

Erfolge bei Sehschwächen. Die Konzentrationsfähigkeit<br />

steigt an, und es<br />

hilft auch, einen gestörten Hormonhaushalt<br />

wieder zu ordnen. Selbst bei<br />

Zahnfleischbluten und Zahnhalskaries<br />

hilft OPC, denn es remineralisiert<br />

den Zahn laut einer neuen Studie.<br />

(Quelle: MW Dental)<br />

OPC kann die Gesundheit auf vielfältige<br />

Weise unterstützen. Normalerweise<br />

ist eine so breite Anwendung<br />

eines einzigen Stoffes eher ein Hinweis<br />

darauf, dass dieser nicht besonders<br />

wirkungsvoll ist. Im Fall von OPC<br />

gibt es allerdings eine sehr plausible<br />

Erklärung dafür, dass es bei den<br />

unterschiedlichsten Erkrankungen<br />

so erfolgreich eingesetzt werden<br />

kann. Diese Erkrankungen haben<br />

nämlich alle die gleiche Ursache:<br />

Einen übermäßigen Angriff der<br />

sog. „freien Radikale“ auf den Körper.<br />

Da diese freien Radikale überall<br />

aktiv sind, greifen sie alle Zellen<br />

an, insbesondere die Fettanteile der<br />

Zellmembranen. Diese Sauerstoffangriffe<br />

auf unsere Körperzellen lassen<br />

uns allmählich „ranzig“ werden: Unser<br />

Immunsystem kann die Angriffe<br />

nicht mehr abwehren und wir entwikkeln<br />

Krankheiten an den unterschiedlichsten<br />

Stellen und in den unterschiedlichsten<br />

Formen.<br />

Dass Robert Franz inzwischen<br />

nicht mehr alleine mit seiner<br />

Überzeugung dasteht, zeigt<br />

eine Welle von inzwischen anerkannten<br />

Studien und aufsehenerregenden<br />

Veröffentlichungen.<br />

Weltweit sterben jährlich fast eine<br />

halbe Million Menschen an den Folgen<br />

von Kopf-Hals-Karzinomen, also<br />

bösartigen (malignen) Tumoren mit<br />

einem Ursprung im Kopf-Hals-Bereich.<br />

In einer aktuellen Studie zeigen<br />

US-Forscher nun, dass Traubenkernextrakt<br />

die karzinogenen Zellen absterben<br />

lässt, während die gesunden<br />

Zellen unbeeinträchtigt bleiben.<br />

„Es handelt sich um einen wirklich<br />

dramatischen Effekt“, zeigt sich Dr.<br />

Rajesh Agarwal vom Cancer Center<br />

der University of Colorado, Professor<br />

an der Skaggs School of Pharmaceutical<br />

Sciences, von den Ergebnissen<br />

der Tests an Zellkulturen und Mäusen<br />

fasziniert. Dieser Effekt basiere<br />

in großen Teilen auf der Fähigkeit gesunder<br />

Zellen, Schäden auszusitzen<br />

und zu beheben. Ihre Studie haben<br />

die Forscher aktuell im Fachjournal<br />

„Carcinogenesis“ veröffentlicht.<br />

Traubenkernextrakt -<br />

Selbstmordbefehl an Leukämiezellen<br />

Ein Extrakt aus Traubenkernen kann<br />

Leukämiezellen dazu bringen, sich<br />

selbst zu zerstören. Das haben US-<br />

Wissenschaftler in Labortests herausgefunden.<br />

[Quelle: Focus Online]<br />

VERSUCHE AN MÄUSEN<br />

ERGABEN, DASS BESTAND-<br />

TEILE DER KERNE ZELL-<br />

WACHSTUMSHEMMENDE<br />

PROTEINE IN TUMOREN<br />

FREISETZEN<br />

[Quelle: Der Standard]<br />

„Krebs-<br />

zellen sind<br />

schnell wachsende Zellen“, erläutert<br />

Agarwal weiter. „Doch nicht nur das,<br />

sie sind zwangsläufig schnell wachsende<br />

Zellen. Liegen Bedingungen<br />

vor, unter denen sie nicht wachsen<br />

können, so sterben sie ab.<br />

Genau solche Bedingungen<br />

werden offenbar vom Traubenkernextrakt<br />

erzeugt. In ihrer<br />

Studie zeigen die Wissenschaftler,<br />

dass Traubenkernextrakt sowohl<br />

die DNA der Krebszellen durch eine<br />

Erhöhung reaktiver Sauerstoffarten<br />

schädigt als auch die Wege, durch die<br />

die Krebszelle diese Schäden normalerweise<br />

wieder behebt, stoppt. An<br />

den Versuchstieren selbst wurden jedoch<br />

keinerlei toxische Auswirkungen<br />

gefunden. Das Extrakt tötet also nur<br />

die Krebszellen, ohne gesunde Zellen<br />

zu schädigen. „Krebszellen haben<br />

eine Vielzahl von Schwachpunkten<br />

und sind sehr verletzlich, wenn man<br />

eben diese Schwachpunkte angreift.<br />

Dies gilt jedoch nicht für gesunde Zellen“,<br />

so Agarwal. In einem nächsten<br />

Schritt peilen die Wissenschaftler des<br />

Agarwal Lab nun klinische Tests mit<br />

Traubenkernextrakt an, um daraus<br />

Therapien zur Behandlung von Kopf-<br />

Hals-Karzinomen zu entwickeln, die<br />

sich bislang einer erfolgreichen Behandlung<br />

widersetzt haben.<br />

Dass es nicht immer die Pharmariesen<br />

sein müssen, die an solchen<br />

Erkenntnissen verdienen, zeigt das<br />

Beispiel der Lauffener Weingärtnergenossenschaft.<br />

Sie nutzen einen Inhaltsstoff der<br />

Schwarzrieslingtraubenkerne zur<br />

Herstellung von OPC-Produkten<br />

wie z.B. Weinkosmetik, Traubenkernöl<br />

oder gar Kaffee. Sie sind<br />

absolut davon überzeugt: Die gesundheitsfördernde<br />

Wirkung dieses<br />

Stoffes reduziert nachweislich<br />

die Bildung von „freien Radikalen“<br />

im Körper.<br />

Wird OPC immer aus Traubenkernextrakt<br />

gewonnen? Bei weitem<br />

nicht.<br />

Die rote Haut der Erdnusskerne,<br />

Pinienrinde, die Blätter von Ginko Biloba,<br />

Weißdorn, Mistel und nicht zuletzt<br />

der australische Teebaum enthalten<br />

ebenfalls OPC.<br />

Worauf sollten wir beim Kauf<br />

von Traubekernextraxt / OPC<br />

achten? Die Preise hierfür<br />

klaffen gewaltig auseinander und die<br />

Menge des OPC und des Traubenkernextraktes<br />

je Kapsel auch.<br />

Ob Sie reines OPC kaufen wollen<br />

oder reinen Traubenkernextraxt, der<br />

viel OPC enthält – mag jeder selber<br />

entscheiden. OPC verstärkt die Wirkung<br />

der Vitamine um ein Vielfaches,<br />

darum ist es vorteilhaft, beides zu<br />

sich zu nehmen.<br />

T r a u b e n k e r n e x t r a k t -<br />

S e l b s t m o r d b e f e h l a n L e u k ä m i e z e l l e n<br />

Forscher konnten in Labortests nachweisen, dass ein Extrakt aus Traubenkernen<br />

Leukämiezellen in den Selbstmord treibt. [Quelle: oe24.at]<br />

Ein Extrakt aus Traubenkernen kann Leukämiezellen dazu bringen, sich selbst zu zerstören.<br />

Das haben US-Wissenschaftler in Labortests herausgefunden.<br />

[Quelle: Focus Online]<br />

42<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Gesundheit<br />

Antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften<br />

sowie Wachstumshemmung von Krebszellen<br />

Neben antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften<br />

wurde bei OPC auch eine dosisabhängige Wachstumshemmung<br />

von Dickdarmkrebszellen beobachtet. OPC sind möglicherweise<br />

Katalysatoren, die die positiven Wirkungen von Vitamin A, C und E<br />

verstärken können.<br />

[Quelle: Wikipedia]<br />

A l z h e i m e r :<br />

T r a u b e n k e r n e s c h ü t z e n<br />

v o r P l a q u e s<br />

Bestimmte Stoffe in Traubenkernextrakt sollen die Entstehung von Alzheimer hinauszögern<br />

oder sogar vor der Erkrankung schützen. [Quelle: FOCUS Online]<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000<br />

43


Gesundheit<br />

T r a u b e n k e r n - E x t r a k t<br />

b e s c h l e u n i g t W u n d h e i l u n g<br />

Ein Extrakt von Traubenkernen verbessert die Wundheilung. Dies erfolgt<br />

auf zwei Wegen: Es unterstützt den Körper in der Produktion einer Substanz<br />

zur Regenerierung beschädigter Blutgefäße und es erhöht den Anteil<br />

freier Radikale im Wundbereich. Freie Radikale wiederum beseitigen<br />

pathogene Bakterien von der Wunde. Dies sind die Ergebnisse zweier Versuche<br />

der Ohio State University über die Wirkung von Traubenkern-Extrakt<br />

bei Mäuse- und menschlichen Hautzellen. [Quelle: Innovations-Report.de]<br />

Die Alternative: Vitaminreiche<br />

Ernährung, in Rohkostform<br />

gegessen, wohl<br />

wissend, dass in unserem<br />

heutigen Apfel wesentlich<br />

weniger Vitamine sind als<br />

noch vor 20 Jahren.<br />

Biokost ist hier allein<br />

deswegen schon wichtig,<br />

weil Sie dann die Schale des<br />

Obstes in der Regel mitessen<br />

können, und genau dort<br />

finden Sie dann die Vitamine,<br />

die Sie brauchen.<br />

Ach ja, und nach dem Artikel<br />

sollten wir uns überlegen,<br />

ob wir noch diese<br />

kastrierten Trauben essen<br />

sollten, ohne Kerne – oder<br />

ob wir auf die verzüchteten<br />

- lieber verzichten!<br />

Sind es doch grade die<br />

Traubenkerne...<br />

Wenn wir die ganzen<br />

Einschübe lesen, all diese<br />

Zitate aus wissenschaftlichen<br />

Studien und Publikationen,<br />

so ist für mich<br />

absehbar, wann die Pharmaindustrie<br />

und ihre Lobby<br />

es schafft, dass OPC nur<br />

noch als Medikament gehandelt<br />

werden darf, EUweit<br />

so standardisiert, bis<br />

die Wirkung gegen neutral<br />

verläuft – ein erster Schritt<br />

zuvor dürfte dann ein Gesetz<br />

sein, dass Trauben<br />

generell nur noch kernlos<br />

in den Handel gebracht<br />

werden dürfen.<br />

Ein Schelm, der Böses<br />

dabei denkt.<br />

Dass das<br />

aber nur ein Alptraum<br />

ist und bleibt, darauf<br />

wollen wir mit einem<br />

Gläschen Rotwein<br />

anstoßen. Jenem<br />

Gläschen, dem es<br />

die Südfranzosen<br />

mit verdanken,<br />

trotz fettigem Essen<br />

wesentlich seltener<br />

an Herz- Kreislauferkrankungen<br />

zu sterben als wir<br />

anderen Westeuropäer.<br />

Darüber sollten wir einmal<br />

nachdenken. Und vielleicht<br />

denken wir dann auch an<br />

die Sätze die in jeder heiligen<br />

Messe gesprochen<br />

werden bei der Wandlung.<br />

„Dies ist mein Blut, das für<br />

euch vergossen wurde“,<br />

und dabei trinkt der Priester<br />

einen guten Schluck lebensverlängernden<br />

Rotwein. ▀<br />

An dieser Stelle bleibt uns von der<br />

Redaktion Matrix 3000 nur eins: unserem<br />

wilden Rebellen, Menschenfreund und<br />

Naturburschen Robert Franz zu danken<br />

– für seinen unermüdlichen Einsatz zur<br />

weiteren Verbreitung um das Wissen,<br />

welch wundersame Kraft uns von unserem<br />

Schöpfer in unsere Nahrung hineingelegt<br />

wurde.<br />

Ein letzter persönlicher Einschub: Für mich<br />

gab es beim Redigieren des Artikels nicht<br />

nur viel Informationen zu sammeln, es hat<br />

auch ein weiteres kleines Geschenk für mich<br />

gehabt:<br />

Ich erinnerte mich z.B. an die eigenartige<br />

Gewohnheit meiner Oma, die abends immer<br />

ein rohes Ei in ein Glas Rotwein schlug, um<br />

es dann zu trinken. Bis zu diesem Artikel<br />

hatte ich nie verstanden, warum sie das tat.<br />

OPC gibt es von vielen Herstellern. Vor<br />

der Einnahme von OPC - und auch<br />

vor Vitamin C-Tabletten - sollte<br />

man unbedingt eine Tasse<br />

Wasser trinken. (Wasser, nicht<br />

Flüssigkeit, also nicht Kaffee,<br />

nicht Limonade, Cola usw.)<br />

TRAUBENKERN-EXTRAKT<br />

SENKT BLUTDRUCK<br />

DER HEILSAMEN WIRKUNG<br />

VON WEINTRAUBEN SIND US-<br />

FORSCHER AUF DER SPUR:<br />

BEI EINER STUDIE KONNTEN<br />

SIE EINE BLUTDRUCK-<br />

SENKENDE WIRKUNG VON<br />

TRAUBENKERN-EXTRAKT<br />

NACHWEISEN.<br />

[Quelle: ORF.at]


Diane 35<br />

Gesundheit<br />

EU Kommission<br />

erzwingt europaweite<br />

Zulassung eines<br />

umstrittenen<br />

Medikaments<br />

Länder, die das Mittel<br />

verboten hatten,<br />

müssen es nun wieder<br />

einführen<br />

Der Dank der Firma Bayer Leverkusen<br />

ist der EU Kommission<br />

sicher. Diane 35, ein Medikament,<br />

welches als Anti-Baby-Mittel,<br />

aber auch gegen Akne verschrieben<br />

wird, war in einigen Staaten verboten<br />

worden. Das Bayer-Präparat war seit<br />

Anfang des Jahres nun auch in Frankreich<br />

verboten, wegen möglicher, tödlicher<br />

Nebenwirkungen.<br />

Diane 35 sowie Nachahmermittel<br />

durften nur noch bis April 2013 vertrieben<br />

werden. So der Beschluss der<br />

französischen Arzneimittelaufsichtsbehörde<br />

ANSM. Hintergrund der Entscheidung<br />

sei der Schutz möglicherweise<br />

gefährdeter Patienten. "Es gibt<br />

zahlreiche andere Therapiemöglichkeiten",<br />

sagte ANSM-Chef Dominique<br />

Maraninchi. Diane 35 sei deshalb aus<br />

therapeutischer Sicht nicht notwendig.<br />

In den letzten Jahren sollen einige<br />

Todesfälle auf die Einnahme des Medikaments<br />

zurückgegangen sein. Die<br />

Betroffenen starben demnach an den<br />

Folgen von Venenthrombosen. Neben<br />

den Todesfällen wurden in weit über<br />

100 weiteren Fällen nach Angaben<br />

der ANSM nicht-tödliche Blutgerinnsel<br />

in Venen oder Arterien registriert.<br />

Anfang des Jahres hatte die Aufsichtsbehörde<br />

die Ärzte in Frankreich<br />

aufgerufen, Diane 35 nicht mehr als<br />

Verhütungsmittel zu verschreiben.<br />

Das Medikament war in Frankreich<br />

seit den achtziger Jahren als Mittel<br />

gegen Akne zugelassen. Weil es wegen<br />

der enthaltenen Hormone eine<br />

verhütende Wirkung hat, wurde es<br />

aber auch als Anti-Baby-Pille eingenommen<br />

- in Frankreich laut ANSM<br />

von 315.000 Frauen. Weltweit ist Diane<br />

35 in 135 Ländern zugelassen.<br />

Mehr als 100<br />

Patienten starben<br />

nach der Einnahme<br />

von Diane 35 an<br />

Venenthrombosen.<br />

Nun reagierte ein sogenanntes<br />

„unabhängiges“ Expertengremium<br />

der europäischen Arzneimittelbehörde<br />

EMA. Das zuständige<br />

Gremium (PRAC) nahm das Mittel<br />

in Schutz: „Der Nutzen für bestimmte<br />

Patienten sei höher als das Risiko, an<br />

einer Thrombose zu erkranken.“<br />

Wie sehr auch Menschen unter<br />

Akne leiden - ein Nutzen gegen diese<br />

Beschwerde soll höher einzustufen<br />

sein als die Gefahr, eine Thrombose<br />

zu bekommen, die tödlich enden<br />

kann? Mit diesem Votum im Rücken<br />

ist es nicht verwunderlich, dass der<br />

CMDH (ein weiterer EU-Ausschuss)<br />

die Rechte des Pharmamultis wiederherstellte.<br />

Sein Beschluss bedeutet, dass das<br />

Mittel innerhalb der nächsten 30 Tage<br />

in allen EU-Ländern wieder zugelassen<br />

werden muss.<br />

Welche Interessen wohl hier im<br />

Vordergrund standen? Es gilt<br />

nochmals darauf hinzuweisen,<br />

dass es sich hierbei um ein Mittel<br />

von vielen gegen Akne handelt und<br />

nicht um das einzige Mittel gegen eine<br />

lebensbedrohende Krankheit.<br />

Man kann ja in der Einschätzung,<br />

wie gefährlich ein Mittel ist und ob es<br />

mehr nutzt als schadet, uneinig sein<br />

– insbesondere wenn verschiedene<br />

sogenannte Expertenkommissionen<br />

ihre mehr oder weniger unabhängige<br />

Meinung abgeben, u.U. unter Beteiligung<br />

einer Lobbyistengruppe, aber<br />

wenn die Arzneimittelaufsichtbehörde<br />

Frankreichs ein Verbot erwirkt,<br />

um die Bewohner Frankreichs zu<br />

schützen, so ist es doch einmal mehr<br />

ein Zeichen von Entmündigung, wenn<br />

ein souveräner Staat nicht mehr seine<br />

eigenen Behördenempfehlungen<br />

umsetzen darf in nationale Gesetze,<br />

sondern die Erlasse eines EU-Ausschusses<br />

über nationales Recht stellen<br />

muss. ▀<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 45


Gesundheit<br />

„Liebe deinen Nächsten wie dich<br />

selbst“? Besser nicht! So wenig Liebe<br />

können wir unseren Mitmenschen<br />

kaum zumuten. Viele nörgeln ständig<br />

an sich herum und verurteilen sich<br />

ohne jedes Mitgefühl. Übertriebene<br />

Selbstkritik ist gesellschaftlich hoch<br />

angesehen, weil sie suggeriert, der<br />

Betreffende arbeite hart, um aus sich<br />

einen besseren Menschen zu machen.<br />

In Wahrheit führt sie zu Minderwertigkeitsgefühlen<br />

und einer negativen<br />

Ausstrahlung, von der auch andere<br />

Menschen betroffen sind. Wenn wir<br />

uns nur mit so viel Nachsicht behandeln<br />

würden wie einen guten Freund,<br />

wäre viel gewonnen. Wer sich selbst<br />

milde beurteilt, ist auch für andere ein<br />

angenehmer Zeitgenosse.<br />

Warum Selbstmitgefühl? Wir<br />

sollten zuerst fragen: Warum<br />

eigentlich nicht? Was ist an uns<br />

selbst so schlimm, dass wir uns etwas<br />

vorenthalten, was wir anderen gern zugestehen?<br />

Ich rede hier natürlich von<br />

einer kultivierten Gesellschaft, in der<br />

Menschen Mitgefühl als erstrebenswert<br />

betrachten. Nächstenliebe – das<br />

lesen wir gerade auch in der Ratgeber-<br />

Literatur – setzt die Fähigkeit voraus,<br />

sich auch selbst zu lieben. In den Sprüchen<br />

Salomos steht: „Ein barmherziger<br />

Mensch nützt auch sich selbst, aber<br />

ein Herzloser schneidet sich ins eigene<br />

Fleisch.“ Worauf warten wir also noch?<br />

Als vages Ziel wird Liebe zu sich<br />

selbst gelegentlich benannt. Was es genau<br />

bedeutet, wie wir es erlangen und<br />

pflegen können, darüber schweigen jedoch<br />

die meisten Quellen. Christopher<br />

Germer hat mit „Der achtsame Weg zur<br />

Selbstliebe“ ein umfassendes Handbuch<br />

geschrieben, in dem das Thema<br />

von allen Seiten beleuchtet wird. Was<br />

bedeutet Selbstmitgefühl? „Wenn wir<br />

uns so um uns selbst kümmern, wie<br />

wir es bei einem geliebten Menschen<br />

tun würden“, erklärt Germer. „Selbstmitgefühl<br />

besänftigt und tröstet das<br />

Gemüt wie ein liebevoller Freund, der<br />

bereit ist, sich unsere Probleme anzuhören,<br />

ohne Ratschläge zu geben.“<br />

Es besteht kein sinnvoller Grund,<br />

uns selbst anders zu behandeln<br />

als Menschen, die uns nahe stehen.<br />

Kommen wir z.B. an einen Unfallort<br />

mit mehreren Verletzten, so helfen<br />

wir sinnvoller Weise dem, der am meisten<br />

leidet. Ist dies unklar, kümmern<br />

wir uns am besten zuerst um den, der<br />

uns am nächsten ist. Manchmal können<br />

wir auch selbst dieser „Nächste“ sein.<br />

Bei körperlichen Problemen fällt es uns<br />

vielfach leichter, das Richtige zu tun als<br />

bei seelischen. Der „ganze Kerl“, die<br />

„starke Frau“ jammert bei psychischen<br />

Leiden nicht; er oder sie hält durch.<br />

Dabei ist eine solche Haltung weder<br />

logisch noch menschlich: „Wenn Sie<br />

sich in den Finger schneiden, werden<br />

Sie die Wunde säubern und verbinden<br />

und so die Heilung unterstützen. Das<br />

ist natürliches Selbstmitgefühl. Aber<br />

wo bleibt dieses Selbstmitgefühl, wenn<br />

unser emotionales Wohlergehen auf<br />

dem Spiel steht?“ (Germer)<br />

Selbstmitgefühl ist kein Egoismus<br />

Selbstmitgefühl ist als Begriff relativ<br />

neu. Die Selbstmitgefühls-Forschung<br />

knüpft allerdings an die zunehmende<br />

Beschäftigung der akademischen<br />

Psychologie mit Achtsamkeit an. Kristin<br />

Neff, Psychologin an der Universität<br />

von Austin, Texas, gilt als Mutter<br />

der modernen Forschung zum Thema.<br />

Sie beschäftigte sich seit den späten<br />

90ern mit der Verbindung zwischen<br />

westlicher Psychologie und zentralen<br />

buddhistischen Werten. Neff entwarf<br />

eine Skala mit sechs Kategorien (z.B.<br />

Freundlichkeit zu sich selbst), um<br />

Schlüsselelemente des Selbstmitgefühls<br />

zu messen. In Zusammenarbeit<br />

mit Christopher Germer entwickelte sie<br />

außerdem ein 8-wöchiges Praxisprogramm<br />

für Anwender.<br />

Wenn wir verstehen wollen, was<br />

uns daran hindert, liebevoll mit<br />

uns selbst umzugehen, müssen<br />

wir zunächst einige innere und äußere<br />

Gegner des Selbstmitgefühls identifizieren.<br />

Zunächst ist da das schlechte<br />

Image des Begriffs „Selbstmitleid“. Der<br />

Selbstmitleidige gilt als jammernder<br />

Hypochonder. Ebenso negativ besetzt<br />

sind „Selbstverliebtheit“ und „Eigenliebe“.<br />

Auch die „Selbstgerechtigkeit“<br />

steht nicht hoch im Kurs – so als wäre<br />

es besser, sich selbst ungerecht zu<br />

behandeln. Mit all diesen „Schimpfworten“<br />

sind Übertreibungen von Phänomenen<br />

gemeint, die an und für sich<br />

Teil einer gesunden Psyche sind. Jeder<br />

Mensch neigt dazu, von sich ein positives<br />

Bild zu pflegen und für sein eigenes<br />

Wohl zu sorgen.<br />

Gern wird gesunde Selbstliebe auch<br />

als „Egoismus“ gebrandmarkt. Laut<br />

Christopher Germer fühlen sich viele<br />

Menschen schuldig, wenn sie sich<br />

über etwas beklagen. „Es gibt so viele<br />

Menschen, denen es schlechter geht<br />

als mir!“ Natürlich gibt es die. Aber<br />

wenn wir es uns verbieten, negative<br />

Emotionen wie Schmerz und Traurigkeit<br />

auszudrücken, ist den Bürgerkriegsopfern<br />

in Syrien nicht geholfen.<br />

Erst recht ist Selbstmitgefühl keine<br />

Aufforderung, andere Menschen mit<br />

weniger Mitgefühl zu behandeln. Im<br />

Gegenteil: Selbstmitgefühl erleichtert<br />

das „Fremdmitgefühl“. Denn wer sich<br />

verhärtet, wird auch hart gegen andere<br />

sein; wer dagegen Achtsamkeit und<br />

Sensibilität in sich kultiviert hat, lässt<br />

sie auch anderen zugutekommen.<br />

Der fragwürdige Nutzen<br />

der Selbstkritik<br />

Sicher gibt es Menschen, die es sich „zu<br />

leicht“ machen. Mindestens so oft begegne<br />

ich aber solchen, die es sich entsetzlich<br />

schwer machen. Sie verurteilen<br />

sich gnadenlos für jede Kleinigkeit.<br />

„Ich bin ein Idiot“, sagt jemand, wenn er<br />

seine Brille verlegt hat. Selbstverurteilung<br />

kann zur Gewohnheit werden und<br />

auf Kindheitserfahrungen zurückgehen<br />

– wenn jemand z.B. von seinen Eltern<br />

ständig kritisiert und wenig gewürdigt<br />

wurde. Vielfach wird Kritik in manipulativer<br />

Absicht geübt. „Du bist nicht<br />

gut genug“ bedeutet: „Streng dich (für<br />

mich) mehr an“. Im Berufsleben gibt es<br />

Chefs, die sich ihre Zufriedenheit niemals<br />

anmerken lassen würden. Selbst<br />

in Liebesbeziehungen kann übertriebene<br />

Kritik Teil eines Machtspiels sein.<br />

Kritik stimuliert die Angst, verlassen zu<br />

werden, und wer Angst hat, fügt sich<br />

eher.<br />

Oberflächlich gesehen, hat Selbstverurteilung<br />

auch für uns selbst<br />

manche Vorteile: Wer sich selbst<br />

kritisiert, kommt vielleicht der Kritik<br />

durch andere zuvor. Selbstkritik kann<br />

„Fishing for Compliments“ sein. Wer<br />

sich als „Trottel“ beschimpft, erhält<br />

vielleicht die ersehnte, gnädige Antwort:<br />

„So schlimm bist du nun auch<br />

wieder nicht“. Selbstverurteilung kann<br />

auch eine Demutsgeste sein, um Kämpfe<br />

zu vermeiden, die wir vermeintlich<br />

nicht gewinnen können. Aber diesem<br />

„Krankheitsgewinn“ stehen erhebliche<br />

Vorteile eines milden Umgangs mit<br />

sich gegenüber. Selbstmitfühlende haben<br />

im Vergleich zu anderen Menschen<br />

weniger Angst, zu scheitern oder abgelehnt<br />

zu werden. Sie sind relativ unabhängig<br />

von Fremdbewertungen: „Wenn<br />

mich sonst keiner versteht, verstehe<br />

ich mich immerhin selbst“. Übertriebene<br />

Scham kann auch auf mangelnder<br />

46<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Gesundheit<br />

Achtsamkeit ist der Anfang<br />

Als Psychotherapeut setzt Christopher<br />

Germer der üblichen defizitorientierten<br />

Therapie, die sich die „Reparatur“ von<br />

Störungen zum Ziel gemacht hat, eine<br />

„akzeptanzbasierte“ Behandlung gegenüber.<br />

Germer, der viel Erfahrung in<br />

buddhistischer Meditation hat, sieht in<br />

Selbstmitgefühl zugleich eine spezielle<br />

Form von Achtsamkeit. Große Teile des<br />

Buches „Der achtsame Weg zur Selbstliebe“<br />

befassen sich damit, die grund-<br />

Einsicht in die Ursachen der eigenen<br />

Situation beruhen. Wir ärgern uns vielleicht<br />

über einen Leistungsabfall und<br />

sehen nicht, wie unerbittlich wir (vielleicht<br />

beruflich bedingt) über Jahre<br />

Raubbau mit unseren Kräften betrieben<br />

haben. Nach Christopher Germer<br />

ist alles, was geschieht, „Resultat eines<br />

komplexen Gefüges von Ursachen“,<br />

nicht ausschließlich die Folge<br />

eigener Fehler. Unvermeidlich bringt<br />

das Leben auch Leiden mit sich. Dies<br />

ist nach Germer kein „Hinweis auf eine<br />

persönliche Schwäche“, sondern auf<br />

die „Realität unseres Menschseins“.<br />

Simone Weil sagte daher auch: „Mitgefühl,<br />

das wir auf uns selbst richten, ist<br />

Demut“.<br />

Den Widerstand aufgeben!<br />

Was sollen wir also tun, um die wohltuende<br />

Kraft des Selbstmitgefühls<br />

in uns zu stärken? Nach Christopher<br />

Germer kommt es vor allem darauf<br />

an, den Widerstand aufzugeben.<br />

„Leiden ist das Resultat unseres derstands gegen den Schmerz.“ Zu<br />

akzeptieren, was ist, lindert jede Art<br />

Wivon<br />

Schmerz. „Um glücklich zu sein,<br />

müssen wir auch Ja zum Unglücklich-<br />

sein sagen“. Ein paar einfache Beispiele<br />

können dies verdeutlichen: Wenn wir<br />

dazu neigen, zu erröten, verschlimmert<br />

sich das Problem, solange wir uns über<br />

uns selbst aufregen. Denken wir dage-<br />

gen „Na und? Dann werde ich halt rot“,<br />

kann sich das Problem abschwächen.<br />

Auch wer Einschlafstörungen hat, tut<br />

gut daran, den Widerstand dagegen<br />

Liebe deinen Nächsten<br />

wie dich selbst?<br />

Besser nicht. So wenig<br />

Liebe können wir<br />

unseren Mitmenschen<br />

kaum zumuten.<br />

xxxxx xxxxxxxx xxxx xxxxxx<br />

xxxxxxxx xxxxxxxxxxx<br />

Selbstmitgefühl<br />

Wie wir uns von unnötiger Selbstverurteilung befreien und unser<br />

eigener bester Freund werden.<br />

aufzugeben und sich mit dem Wachsein<br />

abzufinden. Dann kann es sein,<br />

dass der Schlaf spontan eintritt.<br />

Selbstunzufriedenheit führt dazu,<br />

dass wir uns ständig diversen<br />

Umerziehungsmaßnahmen unterwerfen.<br />

Ist ein hoch gestecktes Ziel<br />

erreicht, taucht nach einiger Zeit wieder<br />

Unzufriedenheit auf – und ein neues<br />

Ziel. So geht es bis Ultimo weiter. Die<br />

Absicht ist, auf diese Weise „Persönlichkeitswachstum“<br />

zu generieren und<br />

unser Leistungsvermögen immer höher<br />

zu schrauben. In Wahrheit laufen<br />

wir der Perfektion hinterher wie der<br />

Esel der Mohrrübe. Es ist daher nicht<br />

nur gnädiger, sondern auch vernünftig,<br />

sich selbst einen Fehlerfreibetrag zuzugestehen.<br />

Solange unser „Versagen“<br />

im Rahmen des Erwartbaren und Gewöhnlichen<br />

bleibt, ist dies kein Grund<br />

zu Selbstverurteilung.<br />

Roland Rottenfußer<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 47


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legenden Fähigkeiten der Achtsamkeit<br />

zu erlernen. Das bedeutet zunächst,<br />

genau in sich hineinzuspüren und zu<br />

registrieren: „Wie geht es mir gerade<br />

jetzt?“ Diese Gefühle (körperlich oder<br />

emotional) sollten nach Möglichkeit<br />

nicht bewertet werden. Wir beobachten<br />

unsere Reaktionen und Erfahrungen<br />

aus der Perspektive des freundlichen<br />

Zeugen.<br />

Die bloße Wahrnehmung dessen,<br />

was ist, hat schon etwas Erlösendes.<br />

Der Wahrnehmende befreit<br />

sich dadurch aus seiner übermäßigen<br />

Identifikation mit dem, der leidet. Wir<br />

können z.B. mitten in einem mühsamen<br />

Arbeitsprozess innehalten und bemerken:<br />

„Aha, ich bin ziemlich müde und<br />

lustlos im Moment. Meine Rückenmuskulatur<br />

ist angespannt. Ich komme mir<br />

der Arbeit nicht weiter.“ Daran kann<br />

sich ein „Rattenschwanz“ weiterer negativer<br />

Gefühle knüpfen. Es kann z.B.<br />

sein, dass wir Angst haben, gegenüber<br />

Auftraggebern als Versager dazustehen.<br />

Wir befürchten, krank zu werden<br />

und damit dauerhaft nicht mehr „funktionstüchtig“<br />

zu sein. Wenn wir einfach<br />

urteilslos mit diesen Gefühlen anwesend<br />

sind, kann es sein, dass Linderung<br />

eintritt – und ein liebevolles Verständnis<br />

für uns selbst. Wir können nun im<br />

nächsten Schritt die Gründe für unseren<br />

Zustand suchen. Bei Erschöpfung<br />

können sie durchaus ehrenwert sein.<br />

Wir haben uns z.B. über Jahre sehr für<br />

unser Kind engagiert und deshalb selten<br />

länger als sechs Stunden geschlafen.<br />

Diese Erkenntnis entspannt uns<br />

zunächst und macht uns bewusst, dass<br />

wir es verdienen, glücklich zu sein. Im<br />

nächsten Schritt können wir dann überlegen,<br />

wie wir das schaffen.<br />

Ein Kurs in Selbstmitgefühl<br />

Das Buch „Der achtsame Weg zur<br />

Selbstliebe“ enthält auch viele konkrete<br />

Vorschläge. Manche davon sind auch<br />

als „Erste Hilfe“ tauglich.<br />

• Wir sprechen immer wieder – mit<br />

oder ohne konkreten Anlass – Mantras,<br />

die der Selbsttröstung dienen. Es müssen<br />

keine Sanskrit-Formeln sein, auch<br />

selbstformulierte Sätze wirken. Z.B.<br />

„Auch das geht vorbei“.<br />

• Wenn wir das Gefühl haben, versagt<br />

zu haben, überlegen wir „Was<br />

würde die beste Freundin/der beste<br />

Kritik stimuliert die<br />

Angst, verlassen zu<br />

werden, und wer<br />

Angst hat,<br />

fügt sich eher.<br />

Freund dazu sagen?“<br />

Alternativ: Jesus, Buddha<br />

oder ein Vorbild, das wir verehren.<br />

Oft kommen wir dadurch<br />

in Kontakt zu unseren „höheren“ Bewusstseinsanteilen.<br />

• Wir zählen, wie oft wir uns – z.B.<br />

innerhalb einer Stunde – selbst verurteilen.<br />

Dadurch wird uns diese negative<br />

Denkgewohnheit bewusst, und wir können<br />

gegensteuern.<br />

• Unnötige Härten sollten wir aus unserem<br />

Leben entfernen. Der unbequeme<br />

Stuhl, die zu engen Schuhe, das Ehrenamt,<br />

das uns auslaugt und dabei wenig<br />

bringt, Verwandtenbesuche, die wir nur<br />

aus Pflichtgefühl abstatten … Manchmal<br />

glauben wir, solche Härten auf uns nehmen<br />

zu müssen, weil wir nicht gelernt<br />

haben, gut für uns zu sorgen.<br />

• Positive Gefühle stärken. Wir können<br />

z.B. die Dankbarkeit als Lebenshaltung<br />

kultivieren und uns immer wieder<br />

fragen: Was habe ich heute Gutes<br />

und Angenehmes erlebt? Was habe ich<br />

heute getan, wofür ich eigentlich eine<br />

Belohnung verdient hätte?<br />

Durch Ausprobieren im Alltag treten<br />

wir dann in einen Prozess ein,<br />

der nicht nur uns selbst, sondern<br />

auch unserer Umgebung gut tun wird.<br />

Denn entgegen dem Klischee ist der<br />

(im guten Sinn) „Selbstverliebte“ ein<br />

sehr angenehmer Zeitgenosse. Seine<br />

liebevolle Freundlichkeit, an sich selbst<br />

erprobt, breitet sich in immer weiteren<br />

Kreisen aus. Sie erfasst Familie, Freunde,<br />

Kollegen und schließlich die ganze<br />

Schöpfung. „Die Wesen alle: Glück<br />

erfüll’ ihr Herz!“, sagte der Buddha.<br />

Ohnehin ist Selbstmitgefühl das beste<br />

Training für die Liebe. Wer nicht lernt,<br />

auch Unvollkommenes zu lieben, der<br />

hat nie geliebt. ▀<br />

Buchtipp: Christopher Germer: Der achtsame<br />

Weg zur Selbstliebe. Wie man sich von<br />

destruktiven Gedanken und Gefühlen befreit.<br />

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Wurzeln<br />

Die<br />

Giganten<br />

der<br />

Salomonen<br />

Thomas Ritter<br />

50<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Wurzeln<br />

Marius Boirayon, einem ehemaligen<br />

australischen Piloten,<br />

der inzwischen auf den<br />

Salomoninseln lebt, verdanken wir<br />

Informationen über seltsame Geschöpfe,<br />

welche den Archipel bevölkern<br />

sollen. Dabei handelt es sich um<br />

menschenähnliche Wesen von gigantischem<br />

Wuchs. Auch auf Guadalcanal,<br />

der größten Salomoninsel, sind<br />

sie in einem nahezu 1.000 Quadratkilometer<br />

großen<br />

Gebiet westlich<br />

des Mount Popomanaseu<br />

zu Hause.<br />

Hier sollen sie<br />

im Innern der von<br />

tropischem Regenwald<br />

bedeckten<br />

Berge hausen.<br />

Die Einwohner<br />

der Insel glauben,<br />

dass dort ein<br />

weit verzweigtes<br />

System gewaltiger<br />

<strong>unterirdische</strong>r<br />

Tunnel und Kavernen<br />

besteht, welches<br />

das Refugium<br />

der merkwürdigen<br />

Riesen darstellt. Sie sollen sich auf<br />

diese Weise von einem Ende der Insel<br />

zum anderen fortbewegen können,<br />

ohne auch nur einmal ans Tageslicht<br />

zu müssen. Die Tunnel und <strong>unterirdische</strong>n<br />

Siedlungen sind von einem<br />

angenehm hellen Licht erleuchtet,<br />

dessen Ursprung aber nicht erkennbar<br />

ist. Dies berichteten jedenfalls<br />

Einwohner, die von den Riesen zunächst<br />

entführt, später aber wieder<br />

freigelassen worden waren.<br />

Am Berg Tatuva befindet sich einer<br />

der Eingänge zu diesem Höhlensystem.<br />

Wer den Giganten der Salomonen<br />

persönlich gegenübertreten will,<br />

sollte einige Zeit in den kleinen Dörfern<br />

am Fuße des Berges verbringen.<br />

Doch auch in anderen Gegenden von<br />

Guadalcanal werden die Riesen häufig<br />

beobachtet.<br />

Am Berg Tatuva befindet sich einer der<br />

Eingänge zu diesem Höhlensystem ...<br />

Ein Ort, den die Zeit vergessen hat<br />

Es gibt mehrere Arten von ihnen. Die<br />

größeren, welche anscheinend den<br />

Hauptbestandteil der Population stellen,<br />

messen mindestens drei Meter,<br />

doch es gibt Augenzeugen, die von<br />

weitaus höher gewachsenen Exemplaren<br />

berichten. Die Riesen haben<br />

langes braunes oder rötliches Haar,<br />

dichte, wulstige Brauen über roten,<br />

hervorstehenden Augen, flache Nasen<br />

und einen breiten Mund. Offensichtlich<br />

sind die größeren der Giganten<br />

auch am stärksten behaart.<br />

Eine kleinere Art, die aber immer<br />

noch bei weitem größer<br />

gewachsen ist als ein durchschnittlicher<br />

Mitteleuropäer, lebt vor<br />

allem in den tropischen Wäldern der<br />

Insel. Diese Wesen sind bei den Einwohnern<br />

Guadalcanals äußerst unbeliebt,<br />

denn man sagt ihnen nach,<br />

dass sie Menschenfrauen entführen,<br />

um sich mit ihnen zu paaren. Deshalb<br />

veranstalten die Insulaner bis heute<br />

regelrechte Jagden auf die Waldmenschen.<br />

Das Wissen um die Giganten<br />

ist auf den Salomonen Allgemeingut.<br />

Doch die wissenschaftliche Bedeutung<br />

der Existenz dieser Wesen<br />

wird offenbar unterschätzt. Vielleicht<br />

hängt dies mit der Mentalität der Einwohner<br />

zusammen – nicht umsonst<br />

heißt es von dem Archipel, er sei ein<br />

„Ort, den die Zeit vergessen hat“.<br />

Lang und schwer<br />

Guadalcanal verfügt über reiche<br />

Goldvorkommen, die von Europäern<br />

bereits vor einigen hundert Jahren<br />

entdeckt wurden. Seit einigen Jahren<br />

ist die Ross Mining Company der<br />

größte Förderer des gelben Metalls.<br />

Sie eröffnete 1998 im Nordosten der<br />

Insel eine neue Mine bei Gold Ridge,<br />

einer Gegend, die an das Gebiet der<br />

Giganten grenzt. Dabei kamen schwere<br />

Bagger, Bulldozer und Planierraupen<br />

zum Einsatz. Ausgerechnet hier<br />

sollte sich zeigen, dass die Riesen ein<br />

ausgeprägtes Revierverhalten haben.<br />

Einer der Bulldozer musste aufgrund<br />

eines Defektes repariert werden. Um<br />

die Maschine schneller zum Camp zu<br />

bringen, wurde der Stahlschild des<br />

Bulldozers am Einsatzort zurückgelassen.<br />

Als er am nächsten Morgen<br />

wieder an dem über Nacht instand<br />

gesetzten Fahrzeug montiert werden<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 51


Wurzeln<br />

Felsformationen im Pazifik<br />

vor der Küste der Salomonen<br />

sollte, war der Schild verschwunden.<br />

Dies sorgte<br />

für große Verwunderung<br />

unter den Minenarbeitern,<br />

denn schließlich wog<br />

das vermisste Teil mehr<br />

als 10 Tonnen. Bei der<br />

Suche nach dem Schild<br />

fanden die Arbeiter gigantische<br />

Fußabdrücke von<br />

90 cm Länge. Der Schild<br />

wurde schließlich auch<br />

gefunden. Er lag einige<br />

hundert Meter von der<br />

Stelle entfernt, an der ihn<br />

die Schlosser abmontiert<br />

hatten. Allerdings gab es<br />

in seiner Umgebung keinerlei<br />

Fußabdrücke. Es<br />

sieht so aus, als hätten<br />

einer oder mehrere der<br />

Giganten den Schild trotz<br />

seines enormen Gewichtes<br />

einfach dorthin geworfen.<br />

Moo-Moo und der<br />

Premierminister<br />

Zwei ernstzunehmende<br />

Zeugen, der ehemalige<br />

Premier der Salomonen<br />

und sein Innenminister,<br />

berichteten Marius<br />

Boirayon ebenfalls von<br />

einer Begegnung mit den<br />

Giganten in diesem Areal.<br />

Bei einer Inspektionsfahrt<br />

war ihr Geländewagen<br />

nahe der Goldmine<br />

aufgrund des nassen,<br />

schlüpfrigen Untergrundes<br />

von der Straße abgekommen<br />

und im Schlamm<br />

stecken geblieben. Als<br />

die beiden Männer mit<br />

Hilfskräften zurückkehrten,<br />

um den Wagen zu<br />

bergen, fanden sie ihn zu<br />

Angebliche Siedlungsgebiete<br />

der<br />

Riesen auf Guadalcanal<br />

erholen konnten, verschwanden die<br />

ihrer größten Verwunderung wieder Riesen im dichten Busch.<br />

auf der Straße vor. Was sie allerdings Auf Guadalcanal und der Nachbarinsel<br />

Malaita soll es Hunderte<br />

in Panik versetzte, waren die beiden<br />

Wesen, die das Fahrzeug auf die Straße<br />

zurückgehievt hatten. Neben dem fakte der Giganten befinden. Ezekiel<br />

Geländewagen standen zwei Alebua, ehemaliger Premierminister<br />

von Höhlen geben, in denen sich Art-<br />

von mehr als 4,60 Meter Körpergröße. der Salomonen, weiß von einer Begräbnishöhle<br />

im Osten Guadalcanals<br />

Sie hinterließen Fußspuren von 0,90<br />

Gigantensein, bis 1,20 Metern Länge. Noch bevor<br />

zu berichten, in der er als Kind ein<br />

jedoch<br />

Gigantenrelle sich die Männer von ihrem Schreck<br />

perfekt erhaltenes Riesenskelett von<br />

Unterschiede.<br />

52 MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013<br />

4,90 Metern Länge fand.<br />

Die Giganten bewohnen offenbar<br />

alle größeren Inseln<br />

des salomonischen Archipels,<br />

auf denen sie unter<br />

verschiedenen Namen bekannt<br />

sind. Eine allgemein<br />

verwendete Bezeichnung<br />

für die „großen Menschen“<br />

lautet Moo-Moo (sprich<br />

Muh-Muh).<br />

Choiseul ist eine Insel<br />

von 300 km Länge<br />

und 80 km Breite<br />

am westlichen Ende der<br />

Salomonen. Hier leben<br />

mindestens ebenso viele<br />

Riesen wie auf dem weitaus<br />

größeren Guadalcanal.<br />

Betrachtet man eine Karte<br />

der Insel, so fällt auf, dass<br />

sich im Innern von Choiseul<br />

keinerlei menschliche Ansiedlungen<br />

befinden. Dafür<br />

gibt es gute Gründe. Die<br />

Giganten verteidigen ihr<br />

Territorium. Das mussten<br />

auch japanische Soldaten<br />

im zweiten Weltkrieg erfahren.<br />

Die Konfrontation<br />

mit den Riesen führte zum<br />

vorzeitigen Rückzug der<br />

ansonsten kampferprobten<br />

Truppen, so dass die Amerikaner<br />

im Gegensatz zu<br />

ihren Erwartungen bei der<br />

Landung am Roten Strand<br />

auf keinerlei gegnerischen<br />

Widerstand mehr stießen.<br />

Santa Isabel hat zwei<br />

verschiedene Orte, an denen<br />

die Riesen zu Hause<br />

sind. Diese befinden sich<br />

im Norden und Nordosten<br />

der Insel. Jeder Einwohner<br />

dort weiß den Weg zu diesen<br />

Orten.<br />

Spuren einer untergegangenen<br />

Hochkultur<br />

Auf Malaita, der Nachbarinsel Guadalcanals,<br />

werden viele Geschichten<br />

über die „Ramo“ erzählt. So nennt<br />

man die Riesen hier. Sie sollen von<br />

der gleichen Art wie auf Guadalcanal<br />

sein, jedoch gibt es wohl auch kulturelle<br />

Unterschiede. Malaita birgt zu-


dem die Relikte einer untergegangenen<br />

Hochkultur. Der Berg Mala wird<br />

von einer perfekt gebauten Großsteinmauer<br />

umschlossen, welche an die<br />

präinkaischen Bauten Südamerikas<br />

erinnert. Ein spiralförmiger Pfad führt<br />

auf den Berg und endet an einer planierten<br />

Fläche auf dem Gipfel, welche<br />

von einer weiteren Großsteinmauer<br />

umgeben ist. Im Zentrum der Anlage<br />

befindet sich ein Monolith, der an einen<br />

„Altar“ denken lässt. Die Bedeutung<br />

des Bauwerkes wurde noch nicht<br />

erforscht. Etliche hundert Meter von<br />

dieser Anlage liegt eine Grabstätte,<br />

die von einem perfekt geschnittenen<br />

Steinblock mit den Abmaßen 5,50 m<br />

x 1,80 m x 0,30 m bedeckt ist. In die<br />

steinerne Platte sind Zeichen einer<br />

unbekannten Schrift gemeißelt. Nach<br />

den Berichten der Einheimischen soll<br />

hier ein bedeutender „Ramo“ begraben<br />

liegen.<br />

Auf Kwaio erheben sich Obelisken<br />

mit hieroglyphenartigen<br />

Inschriften aus dem Dschungel.<br />

In Kwara’ae im Norden Kwaios befindet<br />

sich eine riesige Nekropole. Hier<br />

sind Hunderte Skelette der Giganten<br />

im Dschungel verstreut. Die Einheimischen<br />

nutzen die Überreste der Riesen<br />

sogar für Bauzwecke. Eine Hütte<br />

im benachbarten Dorf hat als einen<br />

Hauptstützpfeiler einen Knochen, der<br />

nahezu 2,5 Meter lang ist.<br />

Überlieferungen und Geschichten<br />

von den Giganten gehören auf den<br />

Salomonen zur Folklore. Doch woher<br />

mögen die Riesen einst gekommen<br />

sein? Möglicherweise handelt es sich<br />

um eine hominoide Rasse ähnlich<br />

den Neandertalern. Vielleicht sind die<br />

Moo-Moo einst aus den Australopitheciden<br />

hervorgegangen. Sichere Erkenntnisse<br />

über den Ursprung und die<br />

Kultur dieser bemerkenswerten Geschöpfe<br />

werden allerdings erst künftige<br />

Expeditionen erbringen können. ▀<br />

Wurzeln<br />

Thomas Ritter ist Historiker und Jurist. Er gehört zu den bekanntesten<br />

deutschsprachigen Sachbuchautoren. Er ist auch als freier<br />

Journalist tätig und schreibt für mehrere<br />

Zeitschriften. Bekannt wurde er auch als „der<br />

reisende Ritter“, der faszinierende Bildungsund<br />

Forschungsreisen für seine Leser zu<br />

geheimnisvollen Orten auf der ganzen Welt<br />

veranstaltet.<br />

Weitere Informationen:<br />

ritterreisen@aol.com,<br />

www.thomas-ritter-reisen.de<br />

Verwendete Literatur:<br />

Boyrayon, Marius, Giant Races still exist in the Solomon Islands,<br />

Nexus, June-July 2009<br />

Boyrayon, Marius, Solomon Islands Mysteries, Nexus Verlag, 2009<br />

Internet:<br />

http://www.thewatcherfiles.com/giants/solomon-giants.htm<br />

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Kultur<br />

JACQUES<br />

BREL<br />

„ L I E B E N B I S E S E I N E N Z E R R E I S S T “<br />

Französische Chansonniers wie Edith Piaf, Serge Gainsbourg oder der gerade<br />

verstorbene Georges Moustaki faszinieren noch heute Tausende von Menschen – mit<br />

ihren Liedern und teilweise in Film-Biografien. Vielleicht liegt es daran, dass wir<br />

bei ihnen etwas spüren, was heute selten geworden ist: Kompromisslosigkeit in der<br />

Kunst, Hingabe bis zur Selbstzerstörung und Lebensläufe, die gegen den Strich gebürstet<br />

scheinen. Wahrscheinlich der größte von allen war Jacques Brel (1929-1978),<br />

der romantische Schwärmer und schonungslose Realist, der Frauenliebling und<br />

Liebeskummer-Spezialist, der schüchterne Bühnentiger, der sich bei seinen Auftritten<br />

stets bis zum Äußersten verausgabte. Der Belgier schrieb Zeilen für die Literaturgeschichte<br />

und war zugleich einer der begabtesten, facettenreichsten Musiker unter<br />

den Liedermachern. Zeit für eine Wiederentdeckung.<br />

Roland Rottenfußer<br />

54<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Kultur<br />

„Habe ich je etwas anderes getan<br />

als zu kommen?“, heißt es in dem<br />

Chanson „J’Arrive“. Es ist ein Lied<br />

über das Sterben, und gemeint ist:<br />

Wir alle bewegen uns jederzeit auf<br />

unser Ende zu, auf den Tod. Der<br />

große Jacques Brel starb vor 35<br />

Jahren an Lungenkrebs. Sein Grab<br />

liegt auf den Marquesas-Inseln<br />

(„Les Marquises“), auf die er sich<br />

in seinen letzten Lebensjahren vor<br />

dem Star-Rummel zurückgezogen<br />

hatte. 1977, im Jahr vor seinem<br />

Tod, war er noch einmal völlig<br />

überraschend in ein Pariser Tonstudio<br />

gegangen und hatte seine<br />

letzte LP aufgenommen, schlicht<br />

„Brel“ genannt, mit nichts als einem<br />

blauen, wolkigen Himmel auf<br />

dem Cover. Für viele ist es eine der<br />

besten Liedermacher-Platten, die<br />

je aufgenommen wurden, das „Sgt.<br />

Pepper’s“ des Chanson. „Weltliteratur<br />

in drei Minuten“, sagte<br />

Michael Heltau, der Brel noch<br />

persönlich kannte, über dessen<br />

Lieder.<br />

Frankreichs bester Chansonnier<br />

war eigentlich kein Franzose,<br />

sondern Belgier. Geboren 1929<br />

in Brüssel, wuchs er in einem Milieu<br />

auf, dem er in seinem Chanson „Mon<br />

enfance“ (meine Kindheit) kein sehr<br />

schmeichelhaftes Zeugnis ausstellt.<br />

Es zeigt sich die frühe Entfremdung<br />

des „besonderen Menschen“ von einer<br />

Erwachsenenwelt mit beschränktem<br />

Horizont. „Die Männer beim Käse<br />

hüllten sich in Tabak. Schweigsame,<br />

vernünftige Flamen. Und sie wussten<br />

nichts von mir.“ Das „flache Land“ der<br />

belgischen Provinz scheint bei Brel<br />

einen eher deprimierenden Eindruck<br />

hinterlassen zu haben, was vielleicht<br />

Anteil am melancholischen Grundton<br />

seiner Lieder hatte. „Mit einem Himmel,<br />

der so tief hängt, dass er demütig<br />

macht. Mit einem Himmel, so grau,<br />

dass sich ein Kanal erhängt hat.“ („Le<br />

Plat Pays“).<br />

Jemand, der alle Menschen liebte?<br />

Dennoch wäre es falsch, den Künstler<br />

eindimensional als trübsinnigen Nordländer<br />

zu sehen. Aufschlussreich ist<br />

das folgende Zeugnis seines Kollegen<br />

Georges Brassens: „Letztlich glaube<br />

ich, dass, was auch immer er sagt, Jacques<br />

Brel alle Menschen liebt. Er ist<br />

sehr großzügig, aber er tut alles, um<br />

es zu verstecken. Er ist Belgier, aber<br />

er ist viel mehr ein Südländer. Er muss<br />

auf den Tisch hauen, wenn er zornig<br />

ist, und wenn er sagt, dass er jemanden<br />

umarmt, dann muss er seine Arme<br />

weit öffnen.“ Ich habe Menschen, die<br />

kein Französisch verstehen, weinen<br />

sehen beim bloßen Anhören von „Ne<br />

me quitte pas“. Brels eindringliche<br />

Stimme, die streicheln, schwärmen,<br />

sich aufbäumen und wieder zu äußerster<br />

Zerbrechlichkeit zusammensinken<br />

kann, sagt so viel, dass sich der<br />

emotionale Gehalt seiner Lieder erahnen<br />

lässt. Und doch sind es gerade<br />

auch sprachliche Nuancen, die seine<br />

Qualität als Dichter ausmachen.<br />

Brel war kein Mann, dessen Lebenslauf<br />

den Nimbus des Heiligen<br />

oder Perfekten für sich<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 55


Kultur<br />

beanspruchen konnte. Beispielsweise<br />

lebte er jahrelang eine Art Doppelleben<br />

– teilweise auf Tourneen mit seinen<br />

wechselnden Geliebten, in den<br />

Tourneepausen dann das Leben eines<br />

braven Familienvaters bei Gattin Miche<br />

und den drei Töchtern. Mit 24 verließ<br />

er einen sicheren Job in der Kartonfabrik<br />

seines Vaters, um – anfangs<br />

noch reichlich unbeholfen – mit der<br />

Gitarre auf den Knien in zweitklassigen<br />

Kneipen aufzutreten. Ein Stoff,<br />

aus dem Künstler-Mythen entstehen<br />

können. „Ich irre mich lieber, als dass<br />

ich schweige“, sagte Jacques Brel in<br />

einem Interview. Vielleicht lebte er<br />

auch lieber fehlerhaft, als dass er sich<br />

hätte vorwerfen müssen, nicht gelebt<br />

zu haben.<br />

Clown, Verlierer, Womanizer<br />

Brel, der gesagt hatte „Es ist nicht<br />

gut, schön zu sein, das erleichtert einem<br />

zu viel“, war schon rein äußerlich<br />

nicht der Typ, der für eine Starkarriere<br />

prädestiniert schien. Eine Figur, die<br />

eher an Karl Valentin als an Brad Pitt<br />

erinnert. Grotesk lange Arme, die auf<br />

der Bühne heftig gestikulierten. Ein<br />

Pferdegebiss mit wulstigen, nach außen<br />

gestülpten Lippen. Ein Mund, der<br />

selbst bei den traurigsten Liedern ein<br />

scheues, entschuldigendes Lächeln<br />

anzudeuten schien. Wunde Augen, die<br />

sich mit flehendem Ausdruck in die<br />

Ferne richten. Man ist traurig berührt,<br />

wenn er im Lied bekennt: „Man muss<br />

sagen, dass sie schön war wie eine<br />

Wasserperle, und ich, ich bin nicht<br />

schön“ („La Fanette“).<br />

Mit diesen Grundvoraussetzungen<br />

schien Jacques Brel lebenslang<br />

für zwei Rollen prädestiniert<br />

zu sein: den Clown und den<br />

Verlierer. Wer seine Bühnenauftritte<br />

in alten Aufzeichnungen sieht, ist erstaunt,<br />

dass diese wesentlich „lustiger“<br />

sind als es die melodramatisch<br />

klingenden Tonaufnahmen der Lieder<br />

vermuten lassen. Brel illustriert<br />

selbst beiläufige Details aus seinen<br />

Texten mit passenden Gesten und erweist<br />

sich als überaus vergnüglicher<br />

Parodist und Menschenimitator. Er<br />

liefert von einem strammen Soldaten<br />

eine ebenso treffende visuelle Karikatur<br />

wie vom unbeholfenen Verehrer<br />

einer unnahbaren Schönen. Die<br />

andere Figur, der „Verlierer“, ist er<br />

im wirklichen Leben kaum gewesen.<br />

Er war „Superstar“, Familienvater,<br />

Liebhaber, ein auch von der Kulturkritik<br />

verehrtes Idol. Dennoch gab es in<br />

seinem Leben genügend Brüche, um<br />

in seinen Liedern die Grautöne der<br />

Niederlage und traurigen Resignation<br />

glaubhaft zu machen.<br />

„Wer träumt, gewinnt immer“<br />

Brels Lebensweg zeugt andererseits<br />

von einem erstaunlichen Mut, einer<br />

Konsequenz im Handeln, die vielen<br />

„Helden“ seiner Lieder abgeht. „Wichtig<br />

ist, bis ans Ende seiner Träume zu<br />

gehen.“ Nicht umsonst war sein großes<br />

Idol Don Quixote, den er in dem<br />

Musical „Der Mann von La Mancha“<br />

trefflich verkörperte. In „Don Quixote“<br />

sagte Brel, stehe der Realist Sancho<br />

dem Idealisten Quixote gleichberechtigt<br />

gegenüber. In der Realität dagegen<br />

seien die Sanchos hoffnungslos in der<br />

Überzahl. Genau dies war sein Leiden,<br />

an dem er sich in seinen Liedern aufrieb<br />

und zugleich sein Ansporn. „Wer<br />

träumt, gewinnt immer“, lautet eine<br />

seiner irritierend weisen und paradoxen<br />

Interview-Sprüche.<br />

"Ich irre mich<br />

lieber, als dass<br />

ich schweige."<br />

Jacques Brel<br />

Don Quixotes Lied „La Quête“<br />

ist, obwohl nicht von Brel komponiert<br />

und textlich nur von<br />

ihm adaptiert, für viele „das“ charakterische<br />

Brel-Chanson, der Kulminationspunkt<br />

der äußersten, bis zur<br />

Selbstzerstörung sich aufreibenden<br />

Liebesglut. „Träumen – den unerfüllbaren<br />

Traum. Tragen – die Wehmut<br />

des Abschieds. Brennen – an einem<br />

möglichen Fieber. Aufbrechen – dorthin,<br />

wo sonst niemand hingeht. Lieben<br />

– bis es einen zerreißt. Lieben – selbst<br />

wenn man zu sehr, selbst wenn man<br />

falsch liebt. Versuchen – ohne Gewalt<br />

und ohne Rüstung, den unerreichbaren<br />

Stern zu erreichen.“ Der Wert der<br />

Liebe besteht nicht in ihrer Erfüllung.<br />

Der Liebende stürzt sich selbst ohne<br />

jede Aussicht auf Erfolg ins verzehrende<br />

Feuer.<br />

Mit Chansons gegen<br />

Kriegstrommeln<br />

Brel scheint für den modernen Hörer<br />

immer ein bisschen zu „übertreiben“.<br />

Er markiert den größten denkbaren<br />

Kontrast zu „Coolness“. Cool sein,<br />

nach außen emotionslos und dadurch<br />

unangreifbar, ist in der Populärkultur<br />

zum Synonym für alles Erstrebenswerte<br />

geworden. Brel dagegen ist der<br />

Meister der sich ganz hingebenden und<br />

gerade deshalb würdevollen Verwundbarkeit.<br />

Haben wir nicht alle eine verschüttete<br />

Brelsche Glut in uns? Sind<br />

wir nicht dort wahrhaftiger, wo wir<br />

„brelhaft“ sind? Und verehren ihn manche<br />

deshalb so, weil die Brelsche Liebe<br />

die Sphäre des „Heiligen“ zu streifen<br />

scheint? Man kann Brel ebenso wenig<br />

halbherzig anhören wie seine Lieder<br />

halbherzig gesungen sind. Wenn wir<br />

uns aber einlassen, können wir ihn<br />

kaum nur als „einen Künstler unter<br />

vielen“ im CD-Schrank einsortieren.<br />

Wer beginnt, ihn zu verstehen, beginnt<br />

meistens auch, ihn zu lieben.<br />

„Ich schenke dir Regenperlen<br />

aus einem Land, wo es nicht regnet.<br />

Ich grabe in der Erde bis zu<br />

meinem Tod, um deinen Körper<br />

mit Gold und mit Licht zu bedekken.<br />

Ich schaffe für dich ein Reich,<br />

wo die Liebe Gesetz ist, wo die Liebe<br />

König ist und du die Königin bist.<br />

Ich erfinde sinnlose Worte für dich,<br />

doch du wirst sie verstehen. Ich spre-<br />

che zu dir von den Liebenden, deren<br />

Herzen zweimal entflammt sind. Ich<br />

erzähle dir die Geschichte von jenem<br />

König, der daran gestorben ist, dass<br />

er dir nicht begegnen durfte.“ („Ne me<br />

quitte pas“) Der „Romantiker“ Brel<br />

hat schon sehr früh in seiner Karriere<br />

einen idealistischen Grundton angeschlagen.<br />

Zugleich war da aber von<br />

Anfang an der Widerstand gegen jene<br />

Kräfte, die der Liebe entgegengesetzt<br />

sind. Etwa im frühen Chanson „Quand<br />

on n’a que l’amour“: „Wenn man nichts<br />

als die Liebe hat, um zu den Kanonen<br />

zu sprechen, und nichts als ein Lied,<br />

um die Kriegstrommeln zu übertönen,<br />

selbst wenn wir also nichts anderes<br />

besitzen als die Kraft zu lieben, so halten<br />

wir doch, meine Freunde, die ganze<br />

Welt in unseren Händen.“<br />

56<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Kultur<br />

Schonungslos und mitfühlend<br />

Wie für viele wirklich großen Künstler<br />

sind Liebe und Rebellion für Jacques<br />

Brel ein und dasselbe. Weil Liebe erst<br />

das Mitgefühl weckt, das nötig ist, sich<br />

für soziale Belange einzusetzen. Und<br />

weil andererseits die Liebe selbst eine<br />

Form von Rebellion ist: gegen das Grau<br />

des uns von den herrschenden Mächten<br />

zugemessenen Mittelmaßes. Auf<br />

seiner letzten Plattenaufnahme hat<br />

Brel dem 1914 von einem Nationalisten<br />

ermordeten französischen Sozialisten<br />

Jean Jaurès ein Denkmal gesetzt. Seine<br />

Beschreibung des Lumpenproletariats<br />

zur Zeit seiner Großelterngeneration<br />

geht unter die Haut: „Sie waren schon<br />

mit 15 Jahren verbraucht und beendeten<br />

ihren Weg als Anfänger. Ihre zwölf<br />

Monate nannten sich Dezember. Man<br />

kann nicht sagen, dass sie Sklaven waren,<br />

doch waren sie ebenso weit davon<br />

entfernt, zu leben. Und trotzdem blühte<br />

die Hoffnung in den Träumen, und sie<br />

stieg in die Augen einiger, die sich weigerten<br />

bis ins hohe Alter zu kriechen.“<br />

Brel gehört zu den großen „romantischen“<br />

Künstlern, den zu schätzen sich<br />

auch politisch engagierte Menschen<br />

nicht schämen müssen.<br />

Über den schwärmerischen Romantiker<br />

Brel, der den meisten<br />

Hörern sofort ins Ohr springt,<br />

darf man den großen Realisten Brel<br />

nicht vergessen. Zeitgenossen erzählen<br />

über den Chansonnier, dass er<br />

sich mit zahlreichen Menschen des<br />

Alltags, denen er begegnete, freimütig<br />

und voll unerschöpflicher Neugier<br />

unterhalten habe. Viele der skurrilen<br />

Figuren, die seine Lieder bevölkern,<br />

etwas in „Ces gens-là“ (Diese Leute<br />

da), sind mitten aus dem Leben<br />

gegriffen. So schuf er einen Stil der<br />

Menschenzeichnung, die paradoxerweise<br />

zugleich schonungslos und<br />

mitfühlend war. Neben den Porträts<br />

wirklicher Personen, entstanden<br />

auch Lieder von so tief gehender Bedeutung,<br />

dass man dem Künstler im<br />

Nachhinein bescheinigen muss, das<br />

Lied über Kindheit, das Lied über Altern<br />

und das Lied über Liebeskummer<br />

geschrieben zu haben.<br />

Abschied auf den Marquesas-Inseln<br />

„Les Vieux“ (Die Alten) etwa ist eine<br />

zeitlose Elegie, die nicht diesen oder<br />

jenen alten Menschen, sondern das<br />

Altern selbst beschreibt: „Die Alten<br />

träumen nicht mehr, ihre Bücher sind<br />

eingeschlafen, ihre Klaviere sind verschlossen.<br />

Die kleine Katze ist tot, und<br />

der Muskatwein am Sonntag bringt<br />

sie nicht mehr zum Singen. Die Alten<br />

bewegen sich nicht mehr, ihre Gesten<br />

haben zu viele Falten, ihre Welt ist zu<br />

klein: vom Bett bis ans Fenster, vom<br />

Bett bis zum Sessel und dann vom Bett<br />

bis zum Bett. Die Alten sterben nicht,<br />

sie schlummern eines Tages ein und<br />

schlafen zu lange.“ Und Brel vergisst<br />

nicht, in einer Schlusswendung darauf<br />

hinzuweisen, dass dieses Schicksal uns<br />

am Ende alle erwartet.<br />

Jacques Brel ist sich in der Spätphase<br />

seiner Karriere auch<br />

darin treu geblieben, dass er<br />

rechtzeitig verstummte. „Natürlich<br />

werden die Einfälle ausbleiben“,<br />

sagte er in den 60er-Jahren prophetisch.<br />

„Das ist nicht schlimm.<br />

Schlimm ist, wenn man nur noch<br />

schlechte Einfälle hat“. Mit Liedern<br />

wie „La bière“ schien der Punkt gekommen<br />

zu sein, an dem sich der<br />

Künstler auf sinkendem Niveau<br />

selbst kopierte. 1967 gab er sein<br />

Abschiedskonzert im „Olympia“. Es<br />

sollte tatsächlich sein letztes bleiben,<br />

jedoch nicht sein letztes Wort<br />

als Künstler. Auf den Marquesas-<br />

Inseln lebte er seit Mitte der 70er-<br />

Jahre zurückgezogen, ein Paul Gauguin<br />

des Chanson. Die Menschen auf<br />

der Insel beschreibt er poetisch: „Sie<br />

sprechen vom Tod, als sprächen sie<br />

von einer Frucht. Sie betrachten das<br />

Meer, wie du einen Brunnen betrachten<br />

würdest. Die Frauen sind<br />

lüstern unter der gefürchteten Sonne.<br />

Und da es keinen Winter gibt, ist<br />

dies hier nicht der Sommer.“ Es war<br />

das letzte Lied, das Jacques Brel<br />

aufgenommen hat. ▀<br />

CD-Tipps:<br />

Derzeit ist für Einsteiger das 40-Lieder-<br />

Doppelalbum „Infiniment – Best of<br />

Jacques Brel“ am wärmsten zu empfehlen.<br />

Es enthält einige zuvor unveröffentlichte<br />

Lieder und „remasterte“ Versionen der<br />

Klassiker.<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 57


Spiritualität<br />

Herakles und die Hydra.<br />

Gemälde von Antonio<br />

Pollaiuolo, Ende 15. Jh.<br />

58 MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Spiritualität<br />

Herakles ist eine mythologische Figur, die bereitwillig<br />

an einem Wegweiser wartet, um jedem vorbeikommenden<br />

Wanderer zwölf Lichter mitzugeben, die miteinander<br />

vereint zur brennenden Fackel werden, wenn der Pilger<br />

seinen schweren und schönen Weg fortsetzt. Wie jede<br />

wahre magische Station drängt auch Herakles sich dem<br />

Menschen nicht auf, sondern ruht in stiller Weisheit in alten<br />

Büchern und neuen Lexika, bis er aus den Buchstaben<br />

auferstehen kann, weil die Erdenbürger ihm frisches Leben<br />

verliehen haben. Dann prescht die unbändige Kraft,<br />

der waghalsige Mut und die zielgerichtete Absicht eines<br />

männlichen Helden machtvoll hervor.<br />

Wortes. Wer die Figur des Herakles kennengelernt hat und<br />

die dazugehörigen Gleichnisse in ihrer tieferen Bedeutung<br />

erfasst, bekommt Freude an den Bildern dieser Erzählung.<br />

Es wird irgendwann möglich, die inhaltliche Struktur des<br />

Einweihungsweges wahrzunehmen, die in allen bekannten<br />

Herakles-Fassungen gleichermaßen erhalten blieb. Die<br />

geistigen Schätze können gehoben werden, das heißt, es<br />

werden wertvolle Fingerzeige gesehen, die stets dann in<br />

die Wahrnehmung vordringen, wenn man ihrer bedarf.<br />

Vom Blei zum Gold<br />

In Herakles begegnet uns eine echte Heldenfigur. Er zeigt<br />

sich mutig, ausdauernd und unbezwingbar, wenn es darum<br />

geht, seine Aufgaben zu erfüllen. Als Sohn des unsterblichen<br />

Zeus und der sterblichen Alkmene gehört er<br />

Herakles<br />

Ein Held auf dem Rückweg in die Einheit<br />

Gabriele Quinque<br />

Herakles ist kein Mensch im historischen Sinn, aber<br />

doch ein „wahrer Mensch“ in der symbolischen Bedeutung.<br />

Denn der Mythos beschreibt den Rückweg<br />

des Helden in die göttliche Heimat. Bedenkt man noch das<br />

Alter dieser Legende, umweht einen jene Ergriffenheit, die<br />

sich immer dann einstellt, wenn ein Mythos von der Wirklichkeit<br />

hinter den sichtbaren Dingen berichtet.<br />

Form und Inhalt des Mythos<br />

Mit Mythen kann man unterschiedlich umgehen. Der wissenschaftliche<br />

Ansatz sammelt sorgfältig alle Daten und<br />

hält möglichst jeden Einzelfaktor sowie sämtliche Änderungen<br />

verschiedener Nacherzähler fest. Dies ist gut, weil<br />

man auf diese Weise zur ältesten überlieferten Form durchdringen<br />

kann. Dank dieser Gründlichkeit findet man in der<br />

informierenden Literatur sehr viele Variationen des Herakles-Mythos,<br />

die sich jedoch aus einem etwas weicheren<br />

Blickwinkel prinzipiell gleichen. Ein Mythos lässt sich aber<br />

besser symbolisch-inhaltlich betrachten, so wie man zum<br />

Beispiel einer vierfarbigen Werbeanzeige auch nur gerecht<br />

wird, wenn man die Kaufreiz-Botschaft erfasst, anstatt auf<br />

die eigenartige Idee zu verfallen, die Rot- und Blauanteile<br />

zu analysieren.<br />

Im Mythos sollte in erster Linie die metaphysische Botschaft<br />

verstanden werden, die sich in Allegorien und Metaphern<br />

transportiert. Der Herakles-Mythos bietet dem<br />

Menschen eine Heilslehre an, die den Weg der Seelenpersönlichkeit<br />

zurück in die Einheit beschreibt. Von daher ist<br />

er Religion, lat. religio, Rückbindung, im besten Sinne des<br />

als Halbgott Himmel und Erde gleichermaßen an. In diesem<br />

Aspekt gleicht Herakles allen Menschen, die auch<br />

duale Wesen sind, da sie den göttlichen Funken besitzen,<br />

den aber nur wenige erkennen und zum Feuer schüren<br />

können. Zur weiteren Bekräftigung der polaren Symbolik<br />

wird mit ihm noch ein Zwillingsbruder geboren. Dieser hat<br />

einen sterblichen Vater, ist sich also seines himmlischen<br />

Anteils noch nicht bewusst und strebt folglich auch keinem<br />

Heldenweg nach. Als Schattenmanifestation braucht<br />

Herakles diesen Zwillingsbruder solange, wie ihn das<br />

Subjektive an den Stoff bindet.<br />

Der Name „Herakles“ trägt wie jeder Name die gesamte<br />

Lebensaufgabe in sich. Wann genau er diesen<br />

bekam, ob schon bei der Geburt oder nach den<br />

ersten bestandenen Aufgaben, darüber streiten sich die<br />

Gelehrten. Der Name bedeutet „Glorie der Seele“ und<br />

drückt den Wunsch des menschlichen Bewusstseins aus,<br />

die Materie wieder in das Geistige zu erheben. Das Blei<br />

wird allmählich in Gold verwandelt, würde der Alchemist<br />

sagen. Nach der Verwicklung (Involution) folgt die Entwicklung<br />

(Evolution). Dieser Prozess der Erhebung wird<br />

seit alters auch als Rückweg zum solaren Bewusstsein<br />

bezeichnet. Herakles wird daher schon frühzeitig von den<br />

lunaren Anteilen verdrängt. Seine irdische Mutter Alkmene<br />

hat ihn zunächst ausgesetzt und später unter Zwang<br />

wieder zu sich genommen. Auch die göttliche Hera trachtet<br />

ihm ständig nach dem Leben, um zu verhindern, dass<br />

er als unehelicher Sohn ihres Gatten im Olymp aufgenommen<br />

wird.<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000<br />

59


Spiritualität<br />

Nicht Weltflucht, sondern Arbeit kennzeichnet den<br />

wahren Weg<br />

Wenn die Materie Schwierigkeiten bereitet, beginnt mitunter<br />

die große Sinnsuche. Geschieht das im Leben eines<br />

Menschen, gerät dieser in die erste Falle des Weges: Er<br />

wendet sich nach innen, also weg von der Materie, weg<br />

vom Sichtbaren. Aber die Welt mag das nicht und verlangt<br />

lauthals gemeistert zu werden, worauf der Mensch seine<br />

Innenschau in der Hoffnung, der Materie doch noch zu ent-<br />

kommen, erst recht verstärkt. Je mehr er dies praktiziert,<br />

umso lauter wird es leider (oder Gott sei Dank!) draußen im<br />

Stoff. Hier gilt es nun aufzuwachen und mit viel Arbeit<br />

die Materie zu bewältigen - allerdings nicht mehr<br />

um ihrer selbst willen, sondern um sie zu<br />

überwinden. Dazu ist jedoch enorm viel<br />

Anstrengung und Qual nötig, wie man<br />

am Mythos dieses Helden verstehen<br />

lernt. Wer jegliche Mühen auf dem<br />

Pfad der Erkenntnis scheut, verwechselt<br />

den Heilsweg mit einem Trip und<br />

beharrt im falschen Glauben, er sei<br />

allein zum Wohlfühlen auf der Welt.<br />

Herakles zeigt schon in der<br />

Wiege eine gewisse Reife. Als<br />

Kleinkind besitzt er die Kraft,<br />

zwei Schlangen zu erwürgen, die ihm<br />

von Hera geschickt wurden und ihn<br />

hätten töten sollen. Diese ungewöhnliche<br />

Geschicklichkeit lässt in ihm die<br />

besondere Inkarnation erkennen,<br />

weshalb sein irdischer Stiefvater<br />

Amphitryon ihm die besten Ausbildungen<br />

ermöglicht. Hier haben wir<br />

in aller Deutlichkeit den Hinweis,<br />

dass der Weg durch die Mysterien<br />

mit der Meisterung des äußeren<br />

Lebens beginnen muss, denn<br />

Herakles wird noch vor seinen<br />

eigentlichen Heldentaten in<br />

alle weltlichen Künste und<br />

Wissenschaften eingeweiht.<br />

Eines Tages dann, als er<br />

nichts Äußerliches, nichts<br />

Kausales mehr lernen kann,<br />

beginnt er selbst damit, Denken<br />

und Handeln zu übernehmen. Herakles<br />

ist fortan wegen seiner Stärke und Klugheit im ganzen Land<br />

bekannt und wird allerorten bewundert und beneidet. Viele<br />

Menschen wähnen sich hier bereits am Ziel. Doch nicht so<br />

der Berufene!<br />

Herakles am Scheideweg<br />

Herakles steht eines Tages an einer wichtigen Wegkreuzung,<br />

wo er entscheiden muss, welche Richtung er einschlagen<br />

will. Um seine Seele ringen zwei Frauengestalten.<br />

Die eine verspricht ihm Glück, Wohlergehen, Genuss, die<br />

Früchte fremden Fleißes sowie Ruhe, Frieden und Geselligkeit.<br />

Die andere verlangt Leistung vor dem Erfolg, fordert<br />

zur Selbstverwirklichung durch Arbeit auf und prophezeit<br />

ein schwieriges Ringen mit der Schlange der Weisheit. Herakles<br />

wählt den zweiten mühsamen Weg. Er ist ahnungsvoll<br />

geworden und weiß sich den Schwierigkeiten und Opfern<br />

des Weges verpflichtet.<br />

Nach der Wahl der Richtung steht er aber noch am Anfang<br />

seines Erlösungswerkes, weswegen wir hören,<br />

dass er für einige Zeit dem Wahnsinn verfällt. Heute<br />

würden wir sagen, er habe eine Sinnkrise. Da er nämlich<br />

den Rückweg in den Himmel begonnen hat, gestaltet sich<br />

das irdische Glück für ihn problematisch. Es gibt kein äußeres<br />

Königreich mehr für Herakles. Sein Reich ist nicht mehr<br />

von dieser Welt.<br />

Demut führt zu überirdischer<br />

Macht<br />

Herakles überwindet die Krise<br />

nach einer Weile und kommt<br />

wieder ganz zur Besinnung,<br />

als er den Befehl von Zeus<br />

vernimmt, sich durch die Bewältigung<br />

von zwölf schwierigen<br />

Aufgaben den Platz<br />

neben ihm im Himmel zu<br />

verdienen. Diese Aufgaben<br />

soll König Eurystheus ihm<br />

erteilen. Es fällt dem Helden<br />

schwer, einem Geringeren<br />

zu dienen. Denn Eurystheus<br />

bekam durch die List Heras<br />

den weltlichen Thron, den Zeus<br />

eigentlich für Herakles bestimmt<br />

hatte. Mutgewaltig<br />

nimmt er lich sein Schicksal<br />

schließan<br />

und stellt sich den<br />

Aufgaben, die vom<br />

Olymp als Prüfungen<br />

geschickt und von Eurystheus<br />

ausgesprochen<br />

werden.<br />

Im selben Moment des Einverstandenseins<br />

kommt<br />

auch die mysteriöse Hilfe von<br />

den Göttern: Bald stehen ihm alle Elemente<br />

zur Verfügung: Das Feuer als Brustschild von Hephaistos<br />

sowie Pfeil und Bogen von Apollon; die Luft als Schwert<br />

der Unterscheidung von Hermes und das Wasser durch die<br />

Streitrosse von Poseidon. Die Erde aber wählt er selbst in<br />

Form eines dicken Astes, den er sich zur Keule schnitzt.<br />

Mit dieser Waffe erstarkt er am meisten, weil er mit ihrer<br />

groben Handhabung vertraut ist. Zusätzlich wird ihm ein<br />

Gewand von der Göttin Athene geschenkt, das ihm aber anfänglich<br />

noch fremd erscheint. Immer ist alles bereits zu<br />

Beginn des Weges vorhanden, aber man begreift die ganze<br />

Tragweite erst viel später. Der Mensch braucht Zeit, um allmählich<br />

in seinen Auftrag hinein zu wachsen.<br />

Mit den zwölf Aufgaben wandert Herakles gleichsam<br />

durch den Tierkreis und muss die Inhalte, Qualitäten und<br />

Herausforderungen jedes Zeichens einzeln und perfekt beherrschen,<br />

um am Ende alles zusammenzuführen und in<br />

60<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Herakles bändigt die<br />

Stuten des Diomedes.<br />

Spiritualität<br />

den Himmel aufgenommen<br />

zu werden<br />

- so wie alle Gottessöhne<br />

in den Mythologien<br />

der Völker.<br />

Das Einfangen der<br />

menschenfressenden<br />

Stuten<br />

Die Herakles-Aufgabe,<br />

die dem Widder-<br />

Prinzip zugeordnet<br />

ist, besteht darin,<br />

einige wilde Stuten des Diomedes, dem König eines kriegerischen<br />

Stammes, einzufangen und sie an den Hof des<br />

Eurystheus zu bringen.<br />

Die Symbolik des Pferdes gibt uns den Schlüssel zu<br />

dieser Aufgabe. In der griechischen Mythologie ist<br />

das erste Pferd der Schöpfung ein Geschenk des<br />

Meeresgottes Poseidon an die Menschen. Eine verborgene<br />

Kraft, die sichtbar werden will, prescht kraftvoll aus<br />

dem Hintergrund der Schöpfung hervor. Damit sagt uns<br />

die Mythologie, dass alle Dinge der Transzendenz bzw. den<br />

Wassern der Meere entspringen und dass möglicherweise<br />

unser derzeitiges Weltbild, welches annimmt, die Dinge<br />

entstünden einzig innerhalb der Materie, noch einmal überdacht<br />

werden müsste. Im Pferd spiegelt sich auch deutlich<br />

das Prinzip des Fortgerissenwerdens. Pferde in ihrem Aspekt<br />

des Vorpreschens symbolisieren die Eigendynamik<br />

der unkontrollierten Triebe, die den Menschen so lange<br />

beherrschen, bis er sie einfängt und deren ungeheure Kraft<br />

in den Dienst seines Weges stellt. Nicht die Verdrängung,<br />

sondern die Meisterung der Triebnatur ist hier gemeint. Mit<br />

anderen Worten: Die rudimentäre Lebenskraft soll von Herakles<br />

gebunden und geführt werden.<br />

Im Einfangen der Stuten soll er lernen, seine Gedanken<br />

zu zügeln, die sich im Menschen oft gerade dann wie wilde<br />

Pferde aufführen, wenn dieser sich konzentrieren möchte.<br />

Die Stuten sind als Sinnbild gewählt worden, um auf den<br />

Prozess des Gebärens hinzuweisen. Auch die menschlichen<br />

Triebe, die Gedanken und Gelüste, sind dem Prozess<br />

des Vermehrens sehr zugetan. Der Aspirant auf dem Einweihungsweg<br />

muss jedoch seiner Lebensenergien Herr<br />

werden und die Gedanken nach Belieben an- und ausschalten<br />

können. Er lernt, sie zu bündeln und durch Training zu<br />

perfektionieren.<br />

Dem bewussten Seelenkorpus des Herakles gelingt es<br />

leicht, diese Aufgabe zu meistern, da er bereits durch<br />

seine weltliche Erziehung die Notwendigkeit der Beherrschung<br />

von Kräften erkannt hat. Der Mythos erzählt<br />

darum, wie es dem Helden gelingt, die Stuten einzufangen.<br />

Doch dann erfolgt ein Fehler, den jeder Anfänger einer geistigen<br />

Disziplin leicht begeht. Wir hören, dass er von Diomedes<br />

verfolgt wird, und Herakles überlässt leichtfertig<br />

seinem Freund Abderos die gebundenen Stuten. Dieser<br />

besitzt jedoch keine Kraft, die wilden Pferde beisammen zu<br />

halten und wird von ihnen zu Tode geschleift, zertrampelt<br />

und zerrissen, bevor sie selbst in alle Richtungen davonlaufen.<br />

Die Eigenverantwortung<br />

zählt<br />

Abderos steht für die<br />

weltliche Bindung<br />

und das Erden-Ich<br />

des Helden. Nicht<br />

alle Persönlichkeitsanteile<br />

des Menschen<br />

dürfen auf den<br />

Initiationspfad mitgenommen<br />

werden,<br />

da sie den Wechsel<br />

der Ebenen nicht bewältigen<br />

können. Außerdem heißt es einzusehen, dass der<br />

Berufene in den Prüfungen selbst die volle Verantwortung zu<br />

übernehmen hat und nicht einen Teil des Weges delegieren<br />

kann.<br />

Der Mythos beschreibt, dass Herakles die Stuten erneut<br />

und diesmal ohne Hilfe einfängt, um sie dem Auftrag<br />

gemäß an den Hof des Eurystheus zu bringen. Dies gelingt<br />

ihm, und die Aufgabe ist trotz des anfänglichen Scheiterns<br />

gut erfüllt. Herakles hat dabei gelernt, die kosmischen<br />

Energien, die sich in der weiten Landschaft des Lebens vermehrt<br />

haben und den Menschen verzehren, wieder zu bündeln<br />

und in seinen Dienst zu stellen. Damit steht ihm alle<br />

Kraft des Universums zur Verfügung und befähigt ihn, die<br />

weiteren Prüfungen zu bestehen. Der Mythos gibt dann noch<br />

ein eindrucksvolles Gleichnis wieder: Die Stuten werden<br />

später von wilden Tieren des Olymp verschlungen und sind<br />

damit wieder im Himmel angekommen. Vielleicht, um von<br />

dort aus mit Hilfe Poseidons wieder in das Land des Diomedes<br />

zu gelangen, wo sie auf den nächsten Herakles warten. ▀<br />

Davon handelt auch<br />

Ihr bekanntestes<br />

Buch „Tempelschlaf<br />

– Grundlagen der<br />

Trance-Arbeit“.<br />

In Ihrem Werk<br />

„Splendor Solis – das<br />

Purpurbad der Seele“<br />

vermittelt sie die<br />

alchemistische Lehre<br />

der Rosenkreuzer. Sie<br />

ist Gründungsmitglied<br />

des FMG-<br />

Förderkreises für<br />

Mythologisches<br />

Gedankengut.<br />

Kontakt: www.<br />

gabriele-quinque.de<br />

Gabriele Quinque ist seit 1987 Autorin und<br />

Seminarleiterin in den Bereichen abendländische<br />

Mystik, hermetische Philosophie und antike<br />

Mythologie. Sie begleitet seit 1989 Klienten in<br />

dem von ihr neu konzipierten Tempelschlaf.


Spiritualität<br />

Aus der respektvollen<br />

Achtung vor dem reichen<br />

Wissensschatz ihrer Vorfahren<br />

entwickeln diese<br />

weisen Alten kraftvolle neue<br />

Visionen.<br />

Victor Rollhausen<br />

Ethnomedizin,<br />

indigene Weisheit<br />

und Heilung der Erde<br />

Der spirituelle Rat der 13 Indigenen Großmütter in Deutschland<br />

62 MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013<br />

Der "spirituelle Rat der<br />

13 Indigenen Großmütter"<br />

mit dem Dalai<br />

Lama.


Spiritualität<br />

Wenn vom 19.-21. Juli diese<br />

kraftvollen Heilerinnen,<br />

Schamaninnen und weisen<br />

Ratgeberinnen aus aller<br />

Welt zum gemeinnützigen<br />

Kongress „Gesundheit, Bewusstsein und Heilung der Erde“<br />

nach Karlsruhe kommen, geht es um weit mehr als nur die<br />

individuelle Gesundheit an Körper, Geist und Seele. Diese<br />

weisen „Frauen des Gebets und der Handlung“ - so der<br />

Dalai Lama liebevoll über die 13 Grandmothers, zu denen<br />

auch eine Tibeterin gehört - berühren uns zutiefst mit ihrer<br />

wunderbaren Arbeit. Sie zeigen uns, wie Gesundheit, Liebe<br />

und Weisheit, dazu auch Mut und Integrität im Leben von<br />

immer mehr Menschen jenen so wichtigen Bewusstseinswandel<br />

herbeiführen können, der letztlich auch entscheidend<br />

zur Heilung unserer Erde beiträgt. Öffnen wir uns für<br />

das traditionelle Heilwissen und die spirituelle Kraft der<br />

indigenen Kulturen, die aus ihrer innigen Verbundenheit<br />

mit der Natur und der Geistigen Welt genährt wird.<br />

Visionärinnen der Neuen Zeit –<br />

die Lebensmission der 13 Großmütter<br />

Es ist sicher kein Zufall, dass gerade Menschen aus indigenen<br />

Kulturen, deren Vorfahren oft unsägliches Leid und Unterdrückung<br />

ertragen mussten, so viel Lebensmut, Kraft und<br />

Weisheit erlangen konnten. Entscheidend ist sicherlich, wie<br />

man mit erlittenem Unrecht, mit solchen schweren Prüfungen<br />

umgeht – ob man resigniert und sich entmutigen lässt,<br />

mit dem Schicksal hadert und sich als hilfloses Opfer fühlt.<br />

Oder ob man, wie die 13 Großmütter, sich nicht verschließt,<br />

sondern das Herz öffnet und zu vergeben lernt. Und aus all<br />

diesen Erfahrungen eine kraftvolle Mission für das eigene<br />

Leben entwickelt.<br />

„Wir, der Internationale Rat der 13 Großmütter, vertreten<br />

ein globales Bündnis des Gebets, der Bildung und der Heilung<br />

für unsere Mutter Erde, all ihre Bewohner, ihre Kinder<br />

bis in die 7. zukünftige Generation. Wir glauben, dass die<br />

Lehren unserer Vorfahren uns den Weg durch eine unsichere<br />

Zukunft weisen werden. Wir schließen uns all jenen an, die<br />

die Schöpfung ehren und die für unsere Kinder, den Weltfrieden<br />

und die Heilung der Mutter Erde arbeiten und beten.“<br />

Aus der respektvollen Achtung vor dem reichen Wissensschatz<br />

ihrer Vorfahren entwickeln diese weisen Alten<br />

kraftvolle neue Visionen. Die Großmütter unterstützen uns<br />

dabei, wieder in Verbindung mit unseren geistigen Wurzeln<br />

zu kommen, die sich zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte<br />

in machtvollen Prophezeiungen manifestiert haben.<br />

So öffnen wir uns für ein erfüllendes Leben im Einklang mit<br />

der göttlichen Ordnung. In dieser Verbundenheit sehen die<br />

Großmütter die Basis für eine tiefgreifende Transformation<br />

des Lebens auf unserer Erde.<br />

Was uns Menschen und die Welt bewegt –<br />

die zentralen Lebensthemen der Großmütter<br />

„Weise Frauen des Gebets und der Handlung“ – den Großmüttern<br />

liegt nicht viel an schönen geschliffenen Worten, sie<br />

investieren all ihre Kraft und Leidenschaft, ihre Herzensgüte<br />

und tiefe Menschenliebe in die konkrete Verbesserung des<br />

Lebens auf unserer Erde. So beinhalten die Themen, die ihnen<br />

besonders wichtig sind, praktische und wirksame Anleitungen<br />

- sowohl für die Bewusstwerdung und Heilung des<br />

Einzelnen, wie auch für die Entwicklung unserer Erde, all<br />

ihrer Lebensformen und Gemeinschaften.<br />

Die Inhalte, die auch auf<br />

dem Event in Karlsruhe im<br />

Mittelpunkt stehen: Prophezeiungen<br />

und Visionen; Die<br />

Kraft weiblicher Weisheit;<br />

Mutter Erde und unser Überleben; Ausbeutung und Unterdrückung;<br />

Heilige Beziehungen; Gebete und Zeremonien;<br />

Traditionelle Medizin – Schätze der Natur. All diese Themen<br />

inspirieren uns auf jener Reise, die den Großmüttern als so<br />

wichtig erscheint und ihnen ganz besonders am Herzen liegt:<br />

der Reise vom Kopf ins Herz! Denn erst wenn wir im Herzen<br />

ankommen, wenn wir Liebe, Güte, Dankbarkeit und tiefe<br />

Ehrfurcht vor den Mysterien der Existenz fühlen, können wir<br />

uns für den nächsten, den entscheidenden Teil unserer Lebensreise<br />

öffnen: durch tiefe Meditation, Kontemplation und<br />

Gebet können wir in Verbindung mit der göttlich-geistigen<br />

Welt kommen. Hier liegt der Schlüssel zur Selbsterkenntnis;<br />

hier erwarten uns Antworten auf die eigentlichen, die ganz<br />

tiefen Lebensfragen: „Wer bin ich?“, „Woher komme ich?“,<br />

„Wohin gehe ich?“ „Was ist meine Aufgabe, die Mission meiner<br />

Seele für dieses Leben?“<br />

Hier schließt sich der Kreis – Materie und Geist, äußere<br />

und innere Wissenschaften<br />

Die Welt, die wir uns geschaffen haben, ist von Wahnsinn,<br />

Widersprüchen und Konflikten geprägt – auch hier nehmen<br />

die Großmütter kein Blatt vor den Mund. Mutig benennen<br />

sie Tatsachen, ohne jedoch vorschnell zu verurteilen oder<br />

auszugrenzen. Ihnen ist bewusst, dass die Menschheit bisher<br />

nicht besser konnte – Bewusstheit, Liebe, Mitgefühl und<br />

die Erkenntnis der Verbundenheit mit der ganzen Existenz<br />

konnten nicht, oder nur von einigen wenigen Wesen, entwikkelt<br />

werden. Die Trennung von innen und außen, von Geist<br />

und Materie, von Gott und seiner Schöpfung hat sich wie ein<br />

Schleier zwischen uns Menschen und die Realität gelegt.<br />

Mangels Erkenntnis und Selbsterkenntnis konnten wir nicht<br />

besser – deshalb ist Mitgefühl angesagt. Das ist die eine<br />

Seite. Andererseits, und das ist die wunderbare, so ermutigende<br />

Botschaft der Großmütter: Jeder einzelne von uns,<br />

und wir alle, als Menschheit, haben es in der Hand, diesen<br />

Schleier vor unseren Augen, diese Illusion des Getrenntseins<br />

zu durchbrechen und unsere wahre menschliche Natur als<br />

göttlich-geistige Wesen zu begreifen. Hier, und nur hier,<br />

liegt der Schlüssel zu wahrer Befreiung. Und zu einer Transformation<br />

des Lebens auf unserer Erde, zu einem wahren<br />

Quantensprung des menschlichen Bewusstseins.<br />

Ja, es ist möglich! Die aufrüttelnde Botschaft der<br />

Großmütter – Be part of the change!<br />

Denn WIR SIND der Wandel! Es liegt in unseren eigenen<br />

Händen, unsere Erde in einen Platz inneren und äußeren<br />

Überflusses, innerer und äußerer Schönheit zu verwandeln!<br />

Frieden und Gedeihen für uns alle! Liebe, Respekt und Achtung<br />

vor dem Leben und der Einzigartigkeit und Schönheit<br />

aller Lebensformen! Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung,<br />

faire Chancen für alle Wesen! Das und nicht weniger<br />

ist unser Potenzial. Die Großmütter laden uns von Herzen ein<br />

zu diesem gemeinnützigen Event in Karlsruhe - werden wir<br />

alle zum Teil, zum Motor dieses Wandels! ▀<br />

Der Internationale Rat der 13 Indigenen Großmütter auf dem<br />

Weltkongress Gesundheit, Bewusstsein und Heilung der Erde,<br />

Schwarzwaldhalle Karlsruhe, vom 19.-21. Juli. Info-Hotline: Tel.<br />

0221/91288860, www.earth-oasis.de<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 63


Bücher<br />

Das verlorene Symbol<br />

und die Heiligen Frauen<br />

Schon lange hat mir kein<br />

Buch mehr solche Freude gemacht<br />

wie das neueste Werk<br />

von Walter-Jörg Langbein.<br />

Hier schreibt ein Autor, der<br />

echtes Wissen hat. Das Spektrum<br />

der Themen ist sehr<br />

groß: Von König Salomo und<br />

der Königin von Saba (Lilith?)<br />

über eine neue Interpretation<br />

des Themas Bundeslade bis<br />

zum Inhalt des mysteriösen<br />

Grimoire (Zauberbuch) - „Der<br />

Schlüssel Salomons“. Mit<br />

dem Salomon selbst übrigens<br />

nichts zu tun hatte. Der Autor<br />

vertieft sich in die Geschichte<br />

und alte Überlieferungen, um<br />

sie teilweise neu zu interpretieren.<br />

Was wir bekommen,<br />

ist eine geschichtliche Umdeutung<br />

einer ursprünglich<br />

als göttlich angesehenen<br />

Magie hin zur schwarzen Magie.<br />

Die heutigen Religionen<br />

basieren auf uralten Naturreligionen.<br />

Aus diesen Quellen<br />

wurde vieles übernommen<br />

und mit anderen Namen versehen.<br />

Der Übergang vom<br />

Matriarchat zum kriegerischen<br />

Patriarchat bekommt<br />

eine zusätzliche Komponente<br />

– am Anfang war eine Göttin!<br />

Grazyna Fosar<br />

Walter-Jörg Langbein<br />

Das verlorene Symbol und die<br />

Heiligen Frauen<br />

Das wahre Geheimnis des<br />

Salomon-Schlüssels<br />

Ancient Mail-Verlag 2013<br />

ISBN 978-3-944198-73-6<br />

€ 11,50<br />

Allergien &<br />

Immunsystem<br />

Die weltbekannten Makrobiotik-Autoren<br />

haben mit Dr.<br />

med. van Cauwenberghe alle<br />

Aspekte zusammengetragen,<br />

die für ein ganzheitliches<br />

Verständnis von allergischen<br />

Problemen und des Immunsystems<br />

nötig sind. In der ersten<br />

Hälfte des Buches wird<br />

die makrobiotische Sicht von<br />

Allergien und Immunsystem<br />

detailliert beschrieben, in der<br />

zweiten Hälfte folgt die Praxis<br />

des Kochens zur Genesung.<br />

Ausführliche Rezepte für<br />

eine ganze Bandbreite spezieller<br />

Allergien, wie z.B. Heuschnupfen,<br />

Hautausschläge,<br />

Nahrungsmittelallergien,<br />

Asthma u.a., persönliche Heilungsberichte<br />

Betroffener,<br />

die Rolle emotionaler und<br />

psychischer Faktoren, zwischenmenschlicher<br />

Beziehungen,<br />

Umweltfaktoren und<br />

Details über wissenschaftliche<br />

Studien runden die Thematik<br />

ab.<br />

Dieses Buch stellt einen Einblick<br />

in das Yin/Yang- Gleichgewicht<br />

des Immunsystems<br />

dar, dessen Verständnis bei<br />

der steil wachsenden Zahl von<br />

Autoimmunerkrankungen<br />

heute immer dringlicher wird.<br />

Iris Reiter<br />

M. & A. Kushi (mit Dr. med. van<br />

Cauwenberghe)<br />

Allergien & Immunsystem<br />

Heilung durch naturgemäße<br />

Ernährung und Lebensweise<br />

Ost-West-Verlag 2013<br />

ISBN 978-3-930564-12-5<br />

€ 24,80<br />

Macht Impfen Sinn?<br />

Mit seinem neuesten und insgesamt<br />

dritten Buch legt der<br />

Medizinjournalist und Herausgeber<br />

der kritischen Zeitschrift<br />

„impf-report“ erstmals<br />

einen zusammenfassenden<br />

Bericht über seine jahrelange<br />

Suche nach überzeugenden<br />

Beweisen für den Nutzen<br />

des Impfens vor. Ausführlich<br />

und allgemeinverständlich<br />

analysiert er die offiziellen<br />

Argumente für Wirksamkeit,<br />

Sicherheit und Notwendigkeit<br />

von Impfungen. Die Gründlichkeit<br />

und Sorgfalt, mit der<br />

er dabei vorgeht und seine<br />

Schlussfolgerungen und Quellen<br />

offenlegt, dürfte dabei auch<br />

in der impfkritischen Literatur<br />

ihresgleichen suchen. Dieses<br />

Buch ist ein hervorragender<br />

Ratgeber für alle Eltern und<br />

Betroffenen, die sich selbst<br />

eine mündige Meinung zum<br />

Thema machen wollen: Tolzin<br />

bevormundet nicht, sondern<br />

unterstützt den kritischen<br />

Leser dabei, eigene Entscheidungskriterien<br />

zu entwickeln<br />

und an die verfügbaren Fakten<br />

anzulegen.<br />

Michael Müller<br />

Hans U. P. Tolzin<br />

Macht Impfen Sinn?<br />

Band 1 – Wirksamkeit, Sicherheit<br />

und Notwendigkeit von Impfungen<br />

aus kritischer Sicht<br />

ISBN 978-3981488708<br />

€ 19,90<br />

Tarot –<br />

Die Reise des Helden<br />

Die große Yogameisterin und<br />

Autorin des Weltbestsellers<br />

„Einweihung“ beschreibt erleuchtend<br />

die 22 Karten der<br />

Großen Arkana als die geheimen<br />

geistigen Tore der<br />

Einweihung in die spirituellen<br />

und archetypischen Symbolwelten<br />

der Seele. Unsere Seele<br />

lebt in Bildern, und der Tarot<br />

– das uralte „Buch Thoth“,<br />

das Buch ohne Buchstaben<br />

– ist ein magisches Psychologiesystem<br />

aus universellen<br />

Symbolbildern und dient der<br />

ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung<br />

auf unserer<br />

Lebensreise. Ein Must-Have<br />

für Anfänger und Meister der<br />

höheren Schule des Tarot.Ich<br />

freue mich besonders auch<br />

auf das endlich restaurierte<br />

und demnächst wieder neu<br />

erscheinende wunderschöne<br />

Tarotdeck „Rosenkreuzer<br />

Wirth Tarot“, dessen Karten<br />

als farbige Abbildungen in<br />

diesem Buch enthalten sind.<br />

Es ist die legendäre Vorlage<br />

für die Crowley-Thoth- und<br />

Rider-Waite-Decks, denn beide<br />

arbeiteten ursprünglich<br />

mit diesem Rosenkreuzer-<br />

Deck. Das Haich-Tarotbuch<br />

und der Rosenkreuzer Tarot<br />

von Oswald Wirth sind große<br />

zeitlose Klassiker des Tarot.<br />

Maximilian von Theben<br />

Elisabeth Haich<br />

Tarot - Die Reise des Helden<br />

22 Stufen der EinweihungAurinia<br />

Verlag 2013<br />

ISBN 978-3-94301-296-5<br />

€ 19,80<br />

64<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013


Märchen<br />

Die Katze und der Fuchs<br />

Es trug sich zu, dass die Katze in einem Walde dem<br />

Herrn Fuchs begegnete, und weil sie dachte "er ist<br />

gescheit und wohl erfahren, und gilt viel in der Welt",<br />

so sprach sie ihm freundlich zu: "Guten Tag, lieber<br />

Herr Fuchs, wie geht's? Wie steht's? Wie schlagt ihr<br />

euch durch in dieser schweren Zeit?" Der Fuchs, voller<br />

Hochmut, musterte die Katze von Kopf bis Fuß und<br />

wusste lange nicht, ob er eine Antwort geben sollte.<br />

Endlich sprach er: "O du armseliger Bartputzer, du<br />

buntscheckiger Narr, du Hungerleider und Mäusejäger,<br />

was kommt dir in den Sinn? Du unterstehst dich<br />

zu fragen, wie's mir gehe? Was hast du gelernt? Wie<br />

viel Künste verstehst du?" "Ich verstehe nur eine einzige",<br />

antwortete die Katze bescheiden. "Was ist das<br />

für eine Kunst?" fragte der Fuchs. "Wenn die Hunde<br />

hinter mir her sind, so kann ich auf einen Baum<br />

springen und mich retten." "Ist das alles?" sagte der<br />

Fuchs, "Ich bin Herr über hundert Künste und habe<br />

überdies noch einen Sack voll List. Komm mit mir, ich<br />

will dich lehren, wie man den Hunden entgeht."<br />

Da kam ein Jäger mit vier Hunden daher. Die Katze<br />

sprang behände auf einen Baum und setzte sich in<br />

den Gipfel, wo Äste und Laubwerk sie völlig verbargen.<br />

"Bindet den Sack auf, Herr Fuchs, bindet den<br />

Sack auf." rief ihm die Katze zu, aber die Hunde hatten<br />

ihn schon gepackt und hielten ihn fest. "Ei, Herr<br />

Fuchs," rief die Katze, "ihr bleibt mit euren hundert<br />

Künsten stecken. Hättet ihr heraufkriechen können<br />

wie ich, so wär's nicht um euer Leben geschehen."<br />

Band <strong>76</strong> Juli / August 2013 MATRIX 3000 65


<strong>Vorschau</strong><br />

<strong>Vorschau</strong> auf <strong>Matrix3000</strong> Special „HISTORY“,<br />

erscheint am 25. 7. 2012<br />

Die verschollene Stadt des Goldes<br />

Seit der Zeit der spanischen Konquistadoren im 16. Jahrhundert<br />

existiert in Mittel- und Südamerika die Legende von El Dorado,<br />

dem sagenhaften Goldland, in dem unermessliche Schätze zu<br />

finden sein sollen. Die Legende stammt ursprünglich aus Kolumbien,<br />

wo 1856 auch ein reicher indianischer Goldschatz entdeckt<br />

wurde, darunter das „goldene Floß“. Ähnliche „Goldstädte“ wurden<br />

aber auch in anderen Ländern Mittel- und Südamerikas vermutet.<br />

Einer dieser Orte ist die sagenhafte verschollene „weiße<br />

Stadt des Goldes“, die die Spanier „Ciudad Blanca“ nannten. Diese<br />

Stadt glauben US-Archäologen jetzt auf dem Territorium des<br />

heutigen Honduras wiederentdeckt zu haben.<br />

Agent Chanel Nr. 5<br />

Sie erschuf das „kleine Schwarze“, entwarf die Kleidung für Jackie<br />

Kennedy, und das berühmteste Parfum der Welt trägt bis heute ihren<br />

Namen – Coco Chanel. Doch ihre Liebesaffären brachten auch politische<br />

Verwicklungen und Verirrungen in das ungewöhnliche Leben<br />

einer Frau, die nicht nur bei Winston Churchill und dem Herzog von<br />

Windsor, sondern auch bei führenden Nazis ein und aus ging. War sie<br />

wirklich eine deutsche Spionin? Vor einer gerichtlichen Untersuchung<br />

bewahrte sie ein einflussreicher unsichtbarer Gönner…<br />

Die Hexen von Salem<br />

Die Hexenprozesse in der kleinen Stadt Salem in Massachusetts Ende<br />

des 17. Jahrhunderts sind zweifellos ein dunkler Punkt der US-Geschichte,<br />

auch wenn die Hexenverfolgungen dort vollkommen anders<br />

abliefen als in Europa. Beklemmend ist vor allem, wie Hexenangst<br />

und Denunziantentum allmählich ganze Bevölkerungsschichten<br />

durchdrangen und bis dahin intakte Gesellschaftsstrukturen zerstörten.<br />

Dahinter steht eine Grundmentalität der Amerikaner, die sich bis<br />

in unsere Tage erhalten hat, wie die „Hexenjagd“ auf Kommunisten<br />

während der McCarthy-Ära oder auch die Jahre nach dem 11. September<br />

2001 beweisen.<br />

Vom Grammophon zum iPod<br />

Jahrhundertelang war Musik eine nur direkt und live erlebbare<br />

Kunstform. Dann wurden die ersten elektromagnetischen Tonträger<br />

erfunden. Innerhalb von nur wenig mehr als 100 Jahren entwickelte<br />

sich die Musikindustrie rasant, vom guten alten Grammophon über<br />

das Tonbandgerät, den Cassettenrecorder, die Audio-CD bis zur heutigen<br />

Download-Kultur über das Internet direkt auf MP3-Player und<br />

iPod. Gleichzeitig veränderte sich auch die Qualität des Musikerlebens<br />

erheblich. Musik ist heute kein seltenes, exklusives Event mehr,<br />

kein Sammlerartikel mit bunten Plattencovers und Booklets. Der<br />

Trend geht klar von der Klasse zur Masse, vom Kunsterlebnis zum<br />

flüchtigen Konsumieren.<br />

<strong>Matrix3000</strong> Band 77 erscheint am 29. 8. 2012,<br />

unter anderem mit folgenden Themen:<br />

Higgs-Bosonen im Gehirn<br />

Hinter den Kulissen von CERN …<br />

und hinter den Kulissen der Kulissen.<br />

Haben CERN-Wissenschaftler eine dramatische Warnung vor den<br />

Higgs-Bosonen geschickt verpackt?<br />

Neu – Kontrovers – Unbedingt lesen!<br />

Dan Browns Inferno<br />

Im neuesten Dan Brown-Thriller muss sich der Romanheld und Symbolforscher<br />

Robert Langdon mit einer neuen Verschwörung herumschlagen,<br />

die sich diesmal auf Dantes Inferno bezieht.<br />

66<br />

MATRIX 3000 Band <strong>76</strong> Juli / August 2013<br />

MATRIX3000<br />

Impressum<br />

<strong>Matrix3000</strong> erscheint zweimonatlich.<br />

ISSN 1 439-4154<br />

ISBN (<strong>Matrix3000</strong> Band <strong>76</strong>): 978-3-89539-891-9<br />

Verlag<br />

MATRIX3000 Verlag GmbH<br />

Ammergauer Straße 80<br />

D-86971 Peiting<br />

Telefon: 0 88 61/59 0 18, Telefax: 0 88 61/67 0 91<br />

info@matrix3000.de, www.matrix3000.de<br />

Redaktion MATRIX3000<br />

Grazyna Fosar<br />

Franz Bludorf<br />

Postfach 242<br />

D-12112 Berlin<br />

Telefon: 0171-3675406<br />

grazyna.fosar@matrix3000.de,<br />

franz.bludorf@matrix3000.de<br />

Redaktionsschluß für die nächste <strong>Ausgabe</strong>,<br />

<strong>Matrix3000</strong> Band 77: 15. 7. 2013<br />

Chefredaktion<br />

Franz Bludorf<br />

Redaktion<br />

Franz Bludorf, Grazyna Fosar, Ulrich Heerd, Ralf Lehnert,<br />

Lisa Rampertshammer, Elke Röder, Roland Rottenfußer<br />

Beiträge von<br />

Franz Bludorf, Klaus Deistung, Grazyna Fosar, Axel<br />

Klitzke, Michael Müller, Gabriele Quinque, Thomas Ritter,<br />

Victor Rollhausen, Roland Rottenfußer, Maria Schwach<br />

Art Direction<br />

Mirjam Schuster<br />

mia@thesigner.com<br />

Bilder: Angaben beim Bild oder Archiv<br />

Druck<br />

Mayr Miesbach GmbH<br />

Vertrieb<br />

MZV Moderner Zeitschriften Vertrieb GmbH & Co. KG<br />

Ohmstraße 1, 85716 Unterschleißheim<br />

Tel.: 089/ 31906-296, Fax.: 089/ 31906-166<br />

www.mzv.de<br />

Bezugspreise<br />

Abo-Jahresbeitrag (6 Hefte + 3 Sonderhefte), inkl. Versand:<br />

49,– EUR (ins Ausland 62,40 EUR).<br />

Abo-Bestellung mit Abo-Bestellschein.<br />

Einzelheft: Deutschland 6,50 EUR,<br />

Österreich 7,40 EUR, Schweiz 12,80 SFR,<br />

Italien 8,50 EUR, Luxemburg 7,70 EUR<br />

Für gewerbliche Inserenten<br />

Thorsten Peters<br />

Office For Media<br />

Kleiner Kielort 6<br />

20144 Hamburg<br />

Tel.: 040 / 555 659 431, Fax: 040 / 555 659 450<br />

thorsten.peters@officeformedia.de<br />

Michaels Verlag und Vertrieb GmbH<br />

Ammergauer Straße 80<br />

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Ammergauer Straße 80<br />

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Mit Namen gezeichnete Beiträge werden von den Autoren<br />

selbst verantwortet und stellen die Meinung des jeweiligen<br />

Autors dar. Sie spiegeln daher nicht unbedingt die<br />

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Inhalte entsprechen dem besten Wissen der Redaktion<br />

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Auszügen, nur nach Abstimmung mit dem Verlag.


Alan E. Baklayan<br />

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19.–21.<br />

Juli 2013<br />

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