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MEER & YACHTEN Better Place (Vorschau)

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EXPERTENUMFRAGE: SO ENTWICKELT SICH DER SUPERYACHT-MARKT<br />

<strong>YACHTEN</strong><br />

<strong>MEER</strong><br />

<strong>YACHTEN</strong><br />

<strong>MEER</strong><br />

In Zusammenarbeit mit BOAT INTERNATIONAL | meerundyachten.de | 02/13 | 7,00 €<br />

Luxus auf dem Wasser<br />

Österreich/Luxemburg/Spanien 7,50 €, Schweiz CHF 13 I Frankreich 7,50 € I Griechenland 7,50 € I Italien 7,50 € I Litauen 7,50 € I Portugal 7,50 € I DKK 57,00 I KN 86,00 I PLN 44 I YTL 18,70<br />

EXKLUSIV-<br />

INTERVIEW<br />

MIT MIKE SLADE<br />

EIGNER DER LEOPARD 3<br />

YACHTANTRIEBE<br />

WELCHES SYSTEM PASST<br />

ZU WELCHEM SCHIFF?<br />

ALASKA<br />

CHARTERTÖRN ZWISCHEN<br />

WALEN UND BÄREN<br />

YACHTCHECK<br />

DAS KANN DIE NEUE FAIRLINE TARGA 62 GT<br />

BETTER PLACE<br />

AN BORD DER SUPER-WALLY<br />

02/2013 I 1


LORO PIANA<br />

SUPERYACHT<br />

REGATTA 2013<br />

PORTO CERVO, SARDINIA<br />

4 – 8 JUNE, 2013<br />

Registration now open at<br />

www.loropianasuperyachtregatta.com<br />

or contact Rachel Pike, Operations Manager<br />

T: +44 (0) 20 8545 9335<br />

E: rachel.pike@boatinternationalmedia.com


CLAUS REISSIG<br />

Chefredakteur<br />

reissig@meerundyachten.de<br />

ZAHLENSPIELE<br />

EDITORIAL<br />

Nun haben wir es also schwarz auf weiß: Der<br />

Superyachtbereich wächst von allen Branchen<br />

im Luxussektor am langsamsten. Lediglich um<br />

zwei Prozent konnte der Markt der Schiffe über<br />

15 Millionen Euro zulegen. Das jedenfalls sagt<br />

eine Studie von Bain & Companies, eine nach<br />

eigenen Angaben Top-Managementberatung. Da<br />

kann man einiges von der Studie erwarten, schließlich stützt sich auf die Erhebung<br />

die Beratungsleistung des Unternehmens. In der so genannten Luxury Goods<br />

Worldwide Market Study wurden Luxus-Yachten unter anderem mit Luxus-Wein<br />

und Spirituosen, Luxus-Autos, persönlichen Luxus-Gütern oder Luxus-Essen verglichen.<br />

Angeführt wird die Studie übrigens von Luxus-Hospitality, also Hotels oder<br />

Restaurants: Da flossen 2012 18 Prozent mehr Geld hin, als noch ein Jahr zuvor.<br />

Immerhin zwei Prozent Wachstum für die Superyachtbranche, könnte man auch<br />

sagen, besser als ein Rückgang. Und tatsächlich zeigt das Branchenbarometer<br />

seit 2010 wieder einen sanften Anstieg. Auf der anderen Seite ist es natürlich<br />

schwierig, schnell zu kaufende Luxusgüter wie eine Uhr mit einem Schiff zu<br />

vergleichen, das eine mehrjährige Bauzeit bis zur Auslieferung hat. Derzeit werden<br />

Yachten fertiggestellt, die noch 2008 geordert wurden, der Markt war nicht<br />

in der Lage, so schnell zu liefern, wie Verträge unterschrieben wurden, wie ein<br />

Nachfragen bei den Entscheidern des Superyachtbaus ergab. Die ausführliche<br />

Marktanalyse lesen sie ab Seite 90.<br />

Zum Wachstumsmotor gehören bei Luxus-Hospitality aber auch Urlaub und<br />

Yachtcharter. Das ist eine Branche, die boomt und direkt vom Trend profitiert.<br />

Immer neue Schiffe erscheinen auf dem Markt und befriedigen den Bedarf nach<br />

extrem luxuriösen Reisen. Zwei davon sind die Shogun auf ihrer Reise durch<br />

Alaska (Seite 76) und die Titania, die in den Malediven gechartert werden<br />

kann. In dem Zusammenhang möchte ich auch auf das Türkei-Spezial unserer<br />

Schwesterzeitschrift SEGEL JOURNAL hinweisen, das in der Heftmitte beigelegt<br />

ist. Vielleicht ist es eine Inspiration für den kommenden Urlaub.<br />

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen der neuen <strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong>,<br />

Ihr<br />

N355 N410 N440 AC N440 CC N460 N505 N570 | NW370 S NW370 ST NW370 C NW370 F NW430 F NW430 S NW430 ST NW560 F<br />

nordwest-najad.se<br />

SE +46(0)304 34960<br />

DE +49(0)5115406447<br />

UK +44(0)1256698006


INHALT02<br />

TITELTHEMEN<br />

18 BETTER PLACE So segelt die neue Wally<br />

30 YACHTCHECK Fairline Targa 62 GT<br />

56 YACHTANTRIEBE Für jede Yacht das passende System<br />

64 EXKLUSIV-INTERVIEW Ein Mittagessen mit Mike Slade<br />

76 ALASKA Chartern in Amerikas eisigem Norden<br />

90 EXPERTENUMFRAGE Wie entwickelt sich der Superyacht-Markt?<br />

<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

14 GLANZLICHTER<br />

18 BETTER PLACE<br />

Yachten von Wally polarisieren. Das 50-Meter-Flaggschiff der Werft<br />

kommt mit Flybridge daher und setzt bei der Raumgestaltung Maßstäbe.<br />

Gebaut wird das Schiff in Kohlefaser<br />

18<br />

30 YACHTCHECK: FAIRLINE TARGA 62 GT<br />

Fairline hat sein Targa-Konzept überarbeitet, die neue Targa 62<br />

trägt Schiebedach und die Bezeichnung Gran Turismo.<br />

Monika Kludas war für <strong>MEER</strong> &<strong>YACHTEN</strong> an Bord<br />

40 CANADOS 120<br />

Für die Far Away wurde Designer Francesco Paszkowski als Best<br />

Designer 2012 nominiert. Claus Reissig über die bisher größte<br />

Flybridge-Yacht der italienischen Canados-Werft<br />

50 DESIGN: POSEIDON<br />

Was für ein Auftrag: Der Eigner von A gab dem Büro von<br />

Eidsgaard Design den Auftrag, eine Segelyacht zu zeichnen,<br />

wie sie es noch nie gab. Weitere Vorgaben gab es nicht.<br />

40<br />

56 ANTRIEBE/TECHNIK<br />

Jedes Schiff hat seinen idealen Antrieb, je nach Größe und<br />

angestrebter Geschwindigkeit. <strong>MEER</strong> &<strong>YACHTEN</strong> erklärt die Unterschiede<br />

zwischen starrer Welle, Oberflächenantrieb, Jet- oder Pod-Antrieben<br />

TITELFOTO: BETTER PLACE/PH. ROLEX/CARLO BORLENGHI; FOTOS DIESE SEITE: PH. ROLEX/CARLO BORLENGHI, CANADOS<br />

4 I 02/2013


20 JUNE – 23 JUNE, 2013<br />

PRINCIPALITY OF<br />

MONACO<br />

www.superyachtrendezvous.com<br />

SPONSORED BY<br />

A celebration of yachting life, exclusive to superyacht owners, their families and friends


INHALT02<br />

64<br />

YACHT STIL<br />

62 GLANZLICHTER<br />

64 EIN MITTAGESSEN MIT MIKE SLADE<br />

Der englische Immobilienentwickler ist Eigner der Rennyacht<br />

Leopard 3. Interview mit einem Mann, der zwar enspannt im<br />

Umgang ist, mit seiner Yacht aber vor allem Rekorde brechen will.<br />

70 UHREN<br />

Die neuen, extrem genauen Chronographen<br />

REISE CHARTER<br />

74 GLANZLICHTER<br />

76<br />

76 ALASKA<br />

Alaska fällt einem nicht sofort ein, wenn man über Charterurlaub<br />

nachdenkt. Für die Luxusyacht Shogun ist das quasi das Hausrevier<br />

– Bären, Seeadler und Wale inklusive<br />

84 SPOTLIGHT: TITANIA<br />

Die Lürssen-Yacht wurde letztes Jahr auf ihrer Heimatwerft<br />

überholt, Einblicke in das extreme Luxus-Segment<br />

86 NEW TO THE FLEET<br />

Neue Schiffe für den Chartermarkt<br />

BROKER REFIT<br />

84<br />

88 GLANZLICHTER<br />

90 MARKTPLATZ<br />

2013 wird ein Rekordjahr bei der Auslieferung von Schiffen<br />

größer als 70 Meter. Wir fragten Experten nach den Gründen<br />

und die Aussichten für die Zukunft<br />

STANDARDS<br />

03 EDITORIAL<br />

10 AUGENBLICKE<br />

97 IMPRESSUM<br />

98 WO IST EIGENTLICH...<br />

... die Germania?<br />

FOTOS DIESE SEITE: IAN ROMAN, SHUTTERSTOCK.COM/ GALYNA ANDRUSHKO, LÜRSSEN WERFT<br />

6 I 02/2013<br />

EINE AUSGABE VERPASST?<br />

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4 MAY 2013 | ISTANBUL<br />

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PHOTO: MY CAKEWALK JEFF BROWN / SUPERYACHT MEDIA<br />

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FROM THE MAKERS OF WWW.BOATINTERN ATI O N A L.COM


Poros, 08.08.2012<br />

Seefahrt als Erlebnis mit der Natur. Dass man eine so schöne<br />

Kombination zu sehen bekommt, in der die Yacht in den<br />

Hintergrund tritt, ist selten. Das Foto wurde vom Bug der bei<br />

Kusch Yachts gebauten White Rose of Drachs auf ihrem Weg<br />

durch die griechischen Inseln aufgenommen. Der 1. Offizier<br />

Joshua Conquest hielt die Szene fest. „Das Wetter war<br />

unglaublich“, erinnert er sich, „die Delfine kamen kurz nach<br />

Sonnenaufgang. Wir konnten die Tiefe und die Klarheit der<br />

blauen See förmlich spüren.“ Nur als Spiegelung erkennt<br />

man den Bug der White Rose mit den Besatzungsmitgliedern<br />

als Zuschauer. kusch-yachts.com<br />

FOTO: JOSHUA CONQUEST<br />

10 I 02/2013


AugenBlicke<br />

02/2013 I 11


San Francisco,<br />

23.08.2012<br />

America’s Cup-Skipper James Spithill rast mit seiner AC 45<br />

vom Oracle Team USA über die Bucht von San Francisco. Ein<br />

Bild mit Symbolwert, denn gesegelt wird das Traditionsrennen<br />

aus den größeren AC 72, die schon längst zum Trainieren im<br />

Wasser sein sollten. Bei einem spektakulären Überschlag im<br />

Oktober hatte das Team seine 72 und den Flügelmast derart<br />

beschädigt, dass sie erst Anfang Februar wieder zum Segeln<br />

zur Verfügung steht. Die Finalrennen finden vom 7.-21.<br />

September 2013 vor San Francisco statt. americascup.com<br />

FOTO: GUILAIN GRENIER<br />

12 I 02/2013


AugenBlicke<br />

02/2013 I 13


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

Glanzlichter<br />

Abekings<br />

Secret<br />

Über die neue, gut 82 Meter lange Yacht, die derzeit bei Abeking & Rasmussen im Bau ist, ist nur wenig bekannt.<br />

Sicher ist nur, dass mit Burgess einer der Branchenriesen den Bau der Yacht überwacht. Die elegante Secret mit<br />

ihren gestreckten Linien wird für einen erfahrenen Eigner in Dienst gestellt. Die Auslieferung ist bereits für Mai 2013<br />

vorgesehen. Das Exterieur wurde von Sam Sorgiovanni gestaltet, das Innendesign übernahm Jim Harris. Der hatte<br />

bereits das Vorgängerschiff ausgestattet, die bei Feadship gebaute 61-Meter-Yacht gleichen Namens (jetzt Majestic).<br />

Länge 82,30 m; Werft Abeking & Rasmussen; Auslieferung 2013, burgessyachts.com<br />

Mit dem ausklappbaren Speedboat Wider 42 hat sich die in Italien<br />

beheimatete Werft bereits einen Namen gemacht. Jetzt stößt<br />

Wider<br />

sie in den Yachtsektor vor. 45 Meter lang soll die Superyacht<br />

werden, mit der die Werft eine neue Konkurrenz zu etablierten<br />

Mitbewerbern darstellt. Wie die 42 soll die 150 an zahlreichen<br />

Stellen aus- und aufklappbar sein. So zum Beispiel im Bereich<br />

des Salons, der Eignerkammer und der Garage, die vom<br />

erweitert<br />

Schwimmdock für den Tender zu einem Seewasserpool<br />

gewandelt werden kann. Der Antrieb erfolgt dieselelektrisch;<br />

bis zu 50 Seemeilen soll das Schiff ohne<br />

Diesel fahren können. Länge 45 m; Breite 8,20 m;<br />

Motoren 2 x 360 kW (elektrisch)<br />

wider-y.it<br />

14 I 02/2013<br />

FOTOS: HERSTELLER/WERFTEN


60 FUSS SUNREEF POWER<br />

Der knapp 19 Meter lange Motorkatamaran ist die kleine Schwester<br />

der bereits vorgestellten Sunreef 70. Die polnische Werft betont<br />

damit einmal mehr die Ausrichtung auf ungewöhnliche, moderne<br />

Boote. Dazu gehören die große Sonnenterrasse auf der Flybridge<br />

oder das Split-Level-Design, bei dem sich die Brücke eine halbe<br />

Ebene über dem Salonniveau befindet. Darunter ist die großzügige<br />

Eignerkabine untergebracht. Länge 18,90 m; Verdrängung 40 t;<br />

Maschinen 2 x MAN je 800 PS sunreef-yachts.com<br />

NEUES DESIGN BEI MTU<br />

MTU präsentiert ein Steuerpult für Yachten mit neu gestalteten<br />

Brückenkomponenten. Fahrhebel, Displays, Bedientableau<br />

und Instrumente wurden von Pininfarina entworfen.<br />

Mit diesem einheitlichen, edlen Erscheinungsbild<br />

trägt MTU den exklusiven Ansprüchen der Yachtkunden<br />

Rechnung. Die Komponenten lassen sich in jedes Steuerpult<br />

einbauen, eignen sich daher auch für eine modulare<br />

Bauweise bei Serienyachten. Sie können mit dem neuen<br />

MTU-Automationssystem Blue Vision New Generation<br />

kombiniert werden. tognum.com<br />

Alan Gibbs ist das, was man ein Stehaufmännchen<br />

nennt: In der Vergangenheit<br />

hat er bereits zahlreiche<br />

Amphibienfahrzeuge entwickelt, von<br />

denen die meisten floppten. Jüngstes<br />

Kind ist ein Fahrzeug namens Quadski,<br />

eine Mischung aus Jetski und Quad.<br />

Mit eingeklappten Rädern ist das Gefährt<br />

ein Spaßfahrzeug auf dem Wasser, ein<br />

Jetantrieb sorgt dafür, dass es bis in seichte<br />

Gewässer fahren kann. Hier sollen die<br />

grobstolligen Räder den mit 300 angemeldeten<br />

Patenten geschützten Quadski auf<br />

bis zu 72 Stundenkilometer beschleunigen.<br />

Der Preis ist mit 40.000 Dollar angegeben,<br />

2014 soll es in Europa verfügbar sein. Ein<br />

Erfolg wäre zu wünschen: 152 Millionen<br />

Dollar sollen in die Entwicklung des<br />

Zwitters geflossen sein. Ein cooles Toy ist<br />

es allemal. Gewicht 535 kg; Maschine<br />

BMW 1.300 ccm/175 PS; Geschwindigkeit<br />

39 kn/72 km/h<br />

gibbssports.com<br />

CNB 76<br />

Mit 76 Fuß ist die neue CNB 76 fast ein kleines Schiff für die<br />

auf Superyachten spezialisierte französische Werft. Trotzdem<br />

wird die seit Januar im Bau befindliche Nummer 1 gefeiert wie<br />

ein Star. Sie soll den Erfolg der kleineren CNB 60 fortsetzen.<br />

Merkmale des modernen Decksalonschiffes sind aufgeräumte<br />

Decks, eine leichte Bedienung auch von kleinen Crews sowie<br />

ein großes Geschwindigkeitspotential. Bereits im zweiten<br />

Quartal 2013 soll die 76 zu Wasser gelassen werden. Länge<br />

23,20 m; Breite 6,10 m; Maschine Volvo Penta D4 180 PS<br />

cnb-yachts.com<br />

Das Dingi<br />

für den Strand


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE I GLANZLICHTER<br />

NV.-KARTEN AUCH ELEKTRONISCH<br />

Vor allem in nordeuropäischen Gewässern sind die Seekarten<br />

des Rendsburger NV. Verlags nicht mehr wegzudenken. Die<br />

Kartensätze sind kompakt, detailliert und auf die Bedürfnisse<br />

von Wassersportlern zugeschnitten. Jetzt haben die nachrückenden<br />

Junior-Chefs bei den Nautischen Veröffentlichungen<br />

den Weg ins digitale Zeitalter geebnet: Die Karten können<br />

in Zukunft auf Plottern der Hersteller Lowrance, Simrad und<br />

B&G gelesen werden. Die Karten werden nach dem Plug &<br />

Play-Prinzip auf SD- oder Micro SD-Karten angeboten. Aktuell<br />

verfügbare Kartenregionen umfassen Europa, USA, Kuba, Bahamas<br />

und die Karibik. nv-verlag.de<br />

Erste Swan 105<br />

im Bau<br />

Bei der Nautor-Werft in Finnland wurde 2012 der Startschuss<br />

für den Bau der ersten Swan 105 gegeben. Der High-Performance-Cruiser<br />

wird ganz nach den individuellen Wünschen<br />

eines deutschen Eigners gebaut. Großes Augenmerk hat der<br />

zukünftige Besitzer auf den funktionalen Betrieb der Yacht<br />

gelegt: Rollgroß und Selbstwendefock ermöglichen ihm in<br />

Leichtwindrevieren nahezu Einhandsegeln. Vor dem Mast ist<br />

ein eigenes Crew-Cockpit positioniert, um im Heckbereich<br />

die Privatsphäre zu wahren. Wie bei Wally erhält die Swan<br />

105 einen Zugang von der Eignerkabine zur Heckterrasse,<br />

der Jet-Tender ist in einer Mulde auf dem Vordeck verstaut.<br />

Konzept und Design übernahm beiderbeck designs.<br />

Länge 31,95 m; Breite 7,42 m; Segelfläche 499 qm<br />

nautors-swan.de<br />

30 ACHSEN FÜR CHOPI CHOPI<br />

Grund zu feiern bei CRN: 80 Meter ist die nunmehr größte<br />

Yacht der zur Ferretti-Group gehörenden Werft lang. Außen<br />

wurde die Stahlyacht von Studio Zuccon gestaltet, die Innengestaltung<br />

übernahm Laura Sessa Romboli. Mit dem<br />

Schiff ist CRN zumindest bei der Höhe an ihre Grenzen<br />

gestoßen: Der acht Meter lange Mast konnte erst montiert<br />

werden, nachdem das Schiff aus der 100 Meter langen<br />

Fertigungshalle gerollt wurde. Nicht weniger als 30 Achsen<br />

auf jeder Seite des Transportgestells waren nötig, um die<br />

2.400-Tonnen-Yacht zum Slip zu rollen. Die Reisegeschwindigkeit<br />

auf dem Wasser soll mit insgesamt 4.400 PS 15 Knoten<br />

betragen, die Reichweite bei zwölf Knoten 6.000 Seemeilen.<br />

Länge 80 m; Breite 13,50 m; Verdrängung 2.400 t<br />

crn-yacht.com<br />

16 I 02/2013


CODECASA NR. F75 FF.<br />

Es läuft gut für Codecasa; drei neue Schiffe hat die italienische<br />

Werft derzeit im Bau. Eine davon ist die 42 Vintage<br />

(Rumpf Nummer F75); sie wird die nahezu baugleiche<br />

Schwester zur bereits ausgelieferten F73. Als Termin für<br />

den Stapellauf wird Sommer 2013 genannt. Eine Nummer<br />

größer ist die Vintage 50, neues Flaggschiff dieser<br />

Baureihe. Ihr Auslieferungstermin ist für Frühjahr 2015<br />

vorgesehen. Beiden gemein ist das trutzige Vorschiffsdesign,<br />

was an klassische Yachten des letzten Jahrhunderts<br />

erinnert. Codecasa baut seine Schiffe in Stahl mit Aluminium-Aufbauten.<br />

Länge 42,50 m; Breite 9 m; Verdrängung<br />

400 t codecasayachts.com<br />

Ferrettis<br />

NEUES FLAGGSCHIFF<br />

Fast 30 Meter wird die neue Ferretti 960 lang sein, wenn sie<br />

voraussichtlich im Frühjahr ins Wasser geht. Derzeit trägt sie<br />

noch den Beinamen Project. Drei Design-Büros haben zusammengearbeitet,<br />

um das auf den zweiten Blick ungewöhnliche<br />

Schiff zu realisieren: Ferretti spricht von einer Gesamtlänge von<br />

29,20 und einer Rumpflänge von 23,98 Metern. Das würde<br />

es ermöglichen, das Schiff auch ohne einen professionellen<br />

Skipper betreiben zu können, wie er ab 24 Metern in einigen<br />

Ländern Vorschrift ist. Zudem ist das Schiff als reiner Gleiter ausgelegt.<br />

Durch das Verlegen der Brücke auf das Oberdeck wird<br />

die 960 Project zudem die erste Ferretti sein, bei der die Masterkabine<br />

im Hauptdeck liegen kann. Länge 29,20 m, Maschinen<br />

2 x MTU 16V 2000 M84 je 2.218 PS; Speed (max.) 27,5 kn<br />

ferretti-yachts.com; lengersyachts.com<br />

FOTOS: HARSTELLER/WERFTEN<br />

NAUTITECH FÜR RACER<br />

Das jüngst vorgestellte Flaggschiff Nautitech 542 der französischen Katamaran-Werft bekommt eine schnelle Schwester.<br />

Die unter dem Namen Nautitech 542 Carbon Line laufende Sonderserie punktet unter anderem mit einem Kohlefasermast,<br />

Foliensegel mit Karbonverstärkung und zahlreichen Gewichtsreduzierungen. An vielen Stellen wie den Lifelines,<br />

Blöcken oder den Tischen wurden Teile aus nicht rostendem Stahl durch Karbon ersetzt. Das Leergewicht soll so um 600<br />

Kilogramm auf jetzt 14,9 Tonnen gesenkt worden sein. Nach dem Willen ihrer Erbauer soll der gut 16 Meter lange Kat<br />

damit vor allem als Schiff für geschwindigkeitsverliebte Offshoresegler dienen. Länge 16,30 m; Breite 8,55 m; Segelfläche<br />

144 qm catcruising.de<br />

02/2013 I 17


BETTER<br />

PLACE<br />

<strong>YACHTEN</strong> VON WALLY POLARISIEREN. DA IST ES KEIN<br />

WUNDER, DASS DAS NEUE 50-METER-FLAGGSCHIFF<br />

BEIM DESIGN MASSSTÄBE SETZT. ABER AUCH BEI<br />

RAUMGESTALTUNG, TECHNISCHEN LEISTUNGEN<br />

UND ÖKOLOGISCHEM ANSPRUCH, MEINT<br />

<strong>MEER</strong> &<strong>YACHTEN</strong>-AUTORIN MARILYN MOWER.<br />

FOTOS GILLES MARTIN-RAGET, TONI MENEGUZZO, CARLO BORLENGHI<br />

[COPYRIGHT OF BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED: ALL RIGHTS RESERVED], LICENSED BY BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED<br />

18 I 02/2013


etter place I yachten projekte<br />

02/2013 I 19


<strong>Better</strong> <strong>Place</strong> ist für das Leben im Freien<br />

gemacht, das Sonnendeck und die Flybridge<br />

haben eine Fläche von 327 Quadratmetern.<br />

Ihre Segelleistungen sind beeindruckend.<br />

Während der Probefahrten machte sie bei<br />

14 Knoten Wind zwölf Knoten Fahrt<br />

20 I 02/2013


BETTER PLACE I <strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

„ALS WIR SIE DAS ERSTE MAL SEGELTEN,<br />

LIEF SIE ZEHN KNOTEN BEI ZWÖLF KNOTEN<br />

WIND, UND ZWÖLF KNOTEN BEI 14 KNOTEN<br />

WIND. AM ÜBERRASCHENDSTEN WAR, WIE<br />

SCHNELL SIE ANSPRANG.“<br />

Wer Luca Bassani Antivari kennt, weiß, dass er<br />

die Welt etwas anders sieht als die meisten<br />

Leute im Yacht-Business. Seitdem er 1994 mit<br />

seinem von Luca Brenta gezeichneten Wallygator<br />

auf die Bühne stürmte, hinterlässt er den Eindruck,<br />

dass er glaubt, er müsse den Status quo verändern. Er hebt<br />

Grenzen auf und reißt die Yachtwelt mit sich voran.<br />

Segler seit vierzig Jahren, weiß er Motoryachten durchaus zu<br />

schätzen. Seine 36 Meter lange WallyPower stellte 2003 die<br />

Gesetze des Motoryacht-Designs auf den Kopf, und mit WallyTender<br />

und dem Wally Lunch Boat machte er in diesem<br />

Sinne weiter, sogar einen Wally-Karbon-Ski gibt es – vielleicht<br />

das Nonplusultra im Schnee. Im vergangenen Sommer<br />

gelang Bassini ein Hattrick, indem Wally das erste Schiff<br />

einer neuen Cruiser/Racer-Generation auslieferte, die WallyCento,<br />

das erste Schiff aus Wallys erster Verdränger-Linie,<br />

Kanga, und die erste große Fahrten-Wally, das 50,5-Meter-<br />

Flaggschiff <strong>Better</strong> <strong>Place</strong>.<br />

Erstaunlicherweise kommt der Eigner von <strong>Better</strong> <strong>Place</strong> nicht<br />

aus den Reihen der Eigner segelnder Wallys. „Er ist ein Motor-<br />

Mann“, sagt Bassani, „einige unserer fortschrittlichsten Schiffe<br />

werden für Motoryacht-Eigner gebaut.“ Und fortschrittlich ist<br />

dieses Schiff. <strong>Better</strong> <strong>Place</strong> ist Wallys erste diesel-elektrische<br />

Segelyacht, unter Maschine angetrieben über eine herkömmliche<br />

Welle und einen Faltpropeller. Wenn alle drei Caterpillar<br />

C7-Generatoren arbeiten, schafft das Schiff mit seinem Siemens-Elektromotor<br />

14,5 Knoten. Begnügt man sich mit einem<br />

Generator, sind immer noch 9,5 bis zehn Knoten drin.<br />

Doch <strong>Better</strong> <strong>Place</strong> ist als Motorsegler konstruiert. „Wir befreiten<br />

das Motorsegler-Konzept vom Stumpfsinn, der Rumpf ist<br />

ein echter Torpedo“, sagt Bassani. „Das Schiff ist eine Wally in<br />

jedem Punkt. Mit 250 Tonnen ist sie leicht, sie wiegt nur halb<br />

so viel wie andere 50-Meter-Fahrten-Schiffe. Man muss nicht<br />

auf 20 Knoten Wind warten, um seinen Spaß zu haben, und<br />

bei 25 Knoten wieder einpacken.“<br />

Das, was Bassani unter Torpedo-Konzept versteht, wird beim<br />

ersten Blick auf das Polar-Diagramm deutlich, das die Geschwindigkeiten<br />

unter verschiedenen Windstärken und -win-<br />

02/2013 I 21


22 I 02/2013


„Das Schiff ist eine Wally in jedem<br />

Punkt. Mit 250 Tonnen ist sie leicht,<br />

sie wiegt nur halb so viel wie andere<br />

50-Meter-Fahrten-Schiffe . Man muss<br />

nicht auf 20 Knoten Wind warten,<br />

um seinen SpaSS zu haben, und bei<br />

25 Knoten wieder einpacken.“<br />

02/2013 I 23


Nach achtern hin macht die Linie der Fenster einen Sprung eine Ebene tiefer. So ergibt sich optisch eine Stufe zum privaten Achterdeck des Eigners.<br />

Großzügige Aufenthaltsbereiche im Freien bieten das Vordeck und die Flybridge (linke Seite)<br />

keln angibt. <strong>Better</strong> <strong>Place</strong> segelt am Wind mit 14 und raumschots<br />

mit 17 Knoten. Sie ist auch steif, ihr Kiel ist schwerer als<br />

der des Wally-Maxis Indio. <strong>Better</strong> <strong>Place</strong> ist die erste Yacht dieser<br />

Größe, die komplett in Hightech-Komposit gebaut wurde.<br />

Der Eigner wünschte das, damit Größe und Komfort nicht die<br />

Segelleistungen beeinträchtigten. Mit aufgeholtem Kiel geht<br />

das Schiff 4,5 Meter tief, mit dem Kiel unten 6,5 Meter.<br />

An Deck erinnert sie an Esense aus dem Jahre 2006, ein<br />

43,7-Meter-Schiff mit hohem Freibord und Fenstern, die im<br />

achteren Bereich von Deckshöhe zur Ebene der Heck-Terrasse<br />

herabgesetzt waren. Dieser semi-private Bereich für<br />

den Eigner ist ein typisches Wally-Feature. Ebenfalls wie<br />

auf Esense zieht sich ein niedriges Schanzkleid ums Schiff,<br />

das mehr Schutz bietet als die üblichen Fußrelings und<br />

gleichzeitig eine gute Möglichkeit ist, Schoten und Festmacher<br />

zu führen. Aber das war’s dann mit den Gemeinsamkeiten.<br />

<strong>Better</strong> <strong>Place</strong> hat ein fast konservatives Deckshaus mit<br />

einem eigenen Ruderstand. Von 281 Quadratmetern<br />

Wohnraum im Innern genießt man durch bodentiefe Fenster<br />

einen Panoramablick und hat durch zahlreiche Türen<br />

Zugang zum Hauptdeck, zum Achterschiff und zu den<br />

Seitendecks. Die Flybridge mit Doppelsteuerstand und<br />

Dining Lounge ist ein Novum für eine Wally. Wie Esense<br />

und die 45 Meter große Saudade von 2008, die ebenfalls<br />

ein Deckshaus aber keine Flybridge hat, ist das Schiff<br />

von Bill Tripp konstruiert.<br />

„Wir haben mit dem Entwurf 2003 angefangen“, sagt Tripp.<br />

„Ursprünglich war’s als Aluminiumschiff gedacht, eine Art<br />

Esense mit einem Wally-Aufbau. Sie können sehen, wie sich<br />

die Idee seit dem ersten Konzept entwickelt hat.“<br />

Tripp entwarf das Boot als Aluminium- und als Karbon-Version<br />

und arbeitete für beide die Schwerpunkte, Lasten und Materialstärken<br />

aus. Das Aluminumschiff hätte im leichten Trimm<br />

310 Tonnen gewogen, das Karbon-Schiff 265 Tonnen. Dazu<br />

sollten 11,5 Tonnen für Rigg und Segel kommen. „Am Anfang<br />

hatten die Leute Angst vor Karbon bei einem 50-Meter-<br />

Schiff“, erinnert sich Tripp, „aber als Esense und Saudade ohne<br />

Zwischenfälle segelten, war klar, dass die Risiken gering<br />

waren. Als wir sie das erste Mal segelten, lief sie zehn Knoten<br />

bei zwölf Knoten Wind, und zwölf Knoten bei 14 Knoten Wind.<br />

Am überraschendsten war, wie schnell sie ansprang.“<br />

Bassani hatte mit der englischen Designerin Gillian Brown bereits<br />

an der Ausstattung von Segelyachten gearbeitet und auch<br />

an den Details von WallyPower. Jetzt wandte er sich wieder an<br />

Brown, die inzwischen Teilhaberin von Wetzels Brown Partners<br />

in Amsterdam ist, und formulierte seine Vorstellungen. „Gillian<br />

versteht die Wally-DNA und unsere Idee, an Bord drinnen und<br />

draußen zu leben”, sagt Bassani, „sie hatte sofort begriffen,<br />

was ich mit meinem ,offenen Konzept‘ bezweckte.“<br />

Salon, Speisebereich und Steuerhaus bilden eine Einheit,<br />

und das Mobiliar kann für verschiedene Anforderungen passend<br />

konfiguriert werden. Ein raffiniertes Lichtdesign schafft<br />

abgegrenzte Räume und unterstützt verschiedene Zwecke.<br />

Außen sorgen Sitzgruppen und Essbereiche oben auf der<br />

Flybridge, achtern und vor dem Deckshaus für konfliktfreies<br />

Bordleben in einer so offenen Umgebung.<br />

Im Salon können beispielsweise zwanzig Leute in einer<br />

Lounge entspannen, die sich über die volle Breite zum überdachten<br />

Achterdeck hin öffnet, wo noch weitere Gäste Platz<br />

finden. Der niedrige Coffee Table in der Mitte verwandelt sich<br />

24 I 02/2013


BETTER PLACE I <strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

BETTER PLACE IST DIE ERSTE YACHT DIESER<br />

GRÖSSE, DIE KOMPLETT IN HIGHTECH-KOMPOSIT<br />

GEBAUT WURDE. DER EIGNER WÜNSCHTE<br />

DAS, DAMIT GRÖSSE UND KOMFORT NICHT DIE<br />

SEGELLEISTUNGEN BEEINTRÄCHTIGTEN.<br />

Viele Fenster im Hauptsalon lassen Tageslicht herein. Nachts leuchten<br />

LEDs im Innern, sie weisen den Weg und betonen Details im Schiff


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

I BETTER PLACE<br />

DER EINGANG ZUR SUITE IST EINE KLEINE<br />

GALERIE, NISCHEN IN DEN WEISSLACKIERTEN<br />

EICHENPANEELEN GEBEN UNTER FARBIGEM LICHT<br />

KUNSTOBJEKTEN IHREN PLATZ<br />

in einen kleinen Esstisch für bis zu acht Personen. Oder er<br />

ergänzt den größeren Esstisch für zehn Personen. Auch der<br />

Essbereich ist multifunktional. Er kann auch als Lounge mit<br />

einem 6-Personen-Sofa dienen, auf dem die Gäste das Segeln<br />

erleben können, auch wenn das Wetter mal unfreundlich ist.<br />

Bei Flaute oder wenn die Yacht im Hafen oder vor Anker<br />

liegt, bietet die vordere, 140 Quadratmeter große Freifläche<br />

einen angenehmen Aufenthalt. Sie ist vom Essbereich im<br />

Deckshaus zugänglich und bietet zwanzig Personen Platz an<br />

Tischen und um die Sonne zu genießen. Auf dem vorderen,<br />

insgesamt 274 Quadratmeter großen Teakdeck gibt es einen<br />

versenkten Spa-Pool. Winschen, Spills und Tender sind ebenfalls<br />

unter Luken verborgen. Alles in allem widerspricht das<br />

Hauptdeck dem auf Motorseglern üblichen Verhältnis von<br />

freier zu überdachter Fläche, denn 71 Prozent der Fläche sind<br />

offen. Und bis auf den Steuerstand steht das gesamte Deck<br />

Eigner und Gästen zur Verfügung.<br />

Da sich die Lounges und Essbereiche auf dem Hauptdeck<br />

befinden, kann die Heck-Terrasse zum Privatbereich des<br />

Eigners vor seiner 203 Quadratmeter großen Suite werden.<br />

Die Räume liegen so, dass die Schiffsbreite von 10,25 Metern<br />

am effizientesten genutzt wird. Durch verspiegelte Scheiben<br />

im Achterschott, ein Lichtband im Deck und 180 x 90 Zentimeter<br />

große Fenster in der Außenhaut flutet Sonnenlicht<br />

herein. Nachts erleuchten versteckte LEDs in veränderbaren<br />

Farben die Räume. (LED-Streifen dienen auch als Wegweiser<br />

und Markierungen im gesamten Schiff.)<br />

Ein Mittelkorridor trennt das Schlafzimmer von Essbereich, Ankleideraum<br />

und Bad. Das große Bett an Steuerbord ist mit dem<br />

Blick nach achtern ausgerichtet, die ebenso große TV-Ecke<br />

orientiert sich nach vorn. Daran schließt sich der Schreib- und<br />

Arbeitsplatz an. Der Eingang zur Suite ist eine kleine Galerie,<br />

Nischen in den weißlackierten Eichenpaneelen geben unter<br />

farbigem Licht Kunstobjekten ihren Platz. Nach achtern hat der<br />

Eigner direkten Zugang zur Terrasse über dem Meer.<br />

Bis zu zehn Gäste können in Doppelkabinen untergebracht<br />

werden, die zehnköpfige Crew bewohnt fünf Räume. Die<br />

Gästekabinen sind vor und hinter den Maschinenräumen<br />

und dem Kiel-Gehäuse gelegen. Etliche Türen trennen die<br />

Kabine des Kapitäns, die Pantry und die Crew-Quartiere vom<br />

Styling allerorten: Duschkabine (links); Blick zur Eignersuite (Mitte): in den beleuchteten Nischen ist Platz für Kunst. Aufenthaltsraum für die Crew (rechts)<br />

26 I 02/2013


In der offen gestalteten Eigner-Suite gibt es einen Lounge-Bereich (nicht im Bild). Die Gästekabinen liegen vor und hinter den<br />

Maschinenräumen und dem Kiel-Kasten<br />

Gästebereich im Vorschiff. Ungewöhnlich ist der offene Speiselift,<br />

der die Küche mit dem Salon im Deckshaus und der<br />

Flybridge verbindet. Damit kein Aufzugsschacht den freien<br />

Blick im Deckshaus stört, steigen zwei Container an einer<br />

schlanken Schiene auf und ab.<br />

Aufs Sonnendeck und die Flybridge, zusammen 304 Quadratmeter<br />

groß, führen eine Treppe aus dem Essbereich und<br />

eine Außentreppe vom Achterdeck. Oben gibt es hinter dem<br />

Baumniederholer ein Rundsofa unter dem Rollgroß. Man<br />

sitzt dem Rudergänger gegenüber. Zwischen Steuerstand<br />

und Esstisch sind eine Bar, eine Mini-Pantry und ein Grill<br />

eingebaut. Wetzels Brown Partners haben für den Außenbereich<br />

Karbon-Möbel mit Mesh-Bespannung und flachen<br />

Polstern entworfen. Sie wirken schlicht, wie das ganze<br />

Schiff, aber nicht minimalistisch-kühl.<br />

Ein besonderes Merkmal von <strong>Better</strong> <strong>Place</strong> ist das Umwelt-<br />

Zertifikat RINA Green Star, sie wurde darüber hinaus auf der<br />

Monaco Boat Show 2012 als „umweltbewussteste” Segelyacht<br />

(Most Environmentally Conscious Sailing Yacht) ausgezeichnet.<br />

Ihr diesel-elektrischer Antrieb stellt die neueste<br />

Siemens-Technologie dar und ermöglicht es, hydraulische<br />

Systeme elektrisch zu betreiben, etwa das innere Rollvorsegel<br />

und die Schotspanner.<br />

Neben einem Rollreff im Großbaum und Magic Trim an der<br />

Großschot verfügt <strong>Better</strong> <strong>Place</strong> über eine Selbstwende-<br />

Fock, eine geschlossene Fockwinsch und komplette Pushbutton-Technik<br />

für müheloses Segeln. Eine der beeindruckendsten<br />

Vorrichtungen ist das versteckte Stagsegel. Es<br />

rollt sich um ein spannungsfreies Vorstag und verschwindet<br />

in einem 8,5-Meter-Fach im Deck. Das ermöglicht problemlose<br />

Wenden mit der Genua oder Halsen mit dem asymmetrischen<br />

Reacher und hält das Vordeck frei, wenn das<br />

Segel nicht gebraucht wird.<br />

Tripp betont, dass das Schiff sehr gut ausbalanciert ist und<br />

der Unterschied zwischen leichtem Trimm und voller Ausnutzung<br />

aller Kapazitäten 30 Tonnen beträgt. „Bei Wally sind<br />

sie sehr penibel, was Gewicht angeht, also plante ich eine<br />

kleine Reserve für Überraschungen ein. Normalerweise geht<br />

die für Extrawünsche des Eigners in der Bauphase drauf. In<br />

unserem Fall aber gab es nur eine einzige Abweichung, bei<br />

den Umwandlern der diesel-elektrischen Anlage.“ Das Schiff<br />

schwamm vom ersten Moment an exakt auf der Konstruktionswasserlinie.<br />

„Wir wussten, dass sie eine dunkle Außenhaut bekommen<br />

sollte, und deswegen und wegen der vielen Glasflächen hatten<br />

wir die Klimaanlage etwas leistungsfähiger ausgelegt“,<br />

sagt Tripp. „Zu unserer Überraschung braucht sie dank der<br />

senkrechten Scheiben im Deckshaus und der Schatten<br />

spendenden Überhänge der Flybridge eher weniger Klimatisierung.“<br />

Auch der Energieverbrauch der Maschinenanlage<br />

übertrifft die Erwartungen positiv.<br />

„Als wir das Boot im Wasser hatten und erste Probefahrten<br />

machten, fragte der Eigner, ob er es übers Wochenende haben<br />

könnte, um nach Montenegro zu fahren”, erzählt Tripp.<br />

„Wir waren zwar noch nicht ganz fertig, aber Luca meinte, er<br />

könne es ein paar Tage haben. Er brachte es ein paar Monate<br />

nicht zurück, er kreuzte stattdessen vor Sizilien und Sardinien.<br />

Sehr interessant. Wir vermuten, er mag das Boot.” &<br />

[COPYRIGHT OF BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED: ALL RIGHTS RESERVED]<br />

LICENSED BY BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED<br />

02/2013 I 27


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

I BETTER PLACE<br />

BETTER PLACE<br />

LÜA 50,5 m<br />

LWL 44,8 m<br />

BREITE 10,25 m<br />

TIEFGANG 4,6 m<br />

BRZ 325<br />

MASCHINEN/GENERATOREN 3 x Caterpillar C7,<br />

je 235 kW (315 PS); Antrieb diesel-elektrisch Siemens<br />

HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT UNTER MASCHINE 14 kn<br />

SEGEL North Sails<br />

RIGG Hall Spars<br />

BUGSTRAHLRUDER 1 x Max Power R600<br />

HECKSTRAHLRUDER 1 x Max Power R450<br />

TREIBSTOFF 18.000 l<br />

WASSER 6.000 l<br />

EIGNER UND GÄSTE 10-12<br />

CREW 10<br />

TENDER 4,5 m Castoldi Jet 15<br />

BAUWEISE Komposit<br />

KLASSIFIKATION MCA LY2 unbeschränkt;<br />

RINA Green Star<br />

KONSTRUKTEUR Tripp Design Naval Architecture<br />

DESIGN Wally/Luca Bassani<br />

INNENDESIGN Wetzels Brown Partners<br />

WERFT/BAUJAHR Wally/2012<br />

Monte Carlo, Monaco<br />

wally.com<br />

Sonnendeck und Flybridge haben eine<br />

Fläche von 304 Quadratmetern<br />

Der Hauptsalon ist eine offene, ebene Fläche, aber mit Hilfe der<br />

Beleuchtung werden hier verschiedene Räume geschaffen<br />

Auf dem vorderen, 274 Quadratmeter großen<br />

Teakdeck gibt es einen versenkten Whirlpool<br />

Etliche Türen trennen die Kabine des Kapitäns, die Küche und<br />

die Crew-Quartiere vom Gästebereich im Vorschiff<br />

28 I 02/2013


FOR<br />

SALE<br />

Mangusta 72’ - 2006 - €695.000 exkl. MwSt<br />

Van Dutch 40’ - 2010 - €395.000 exkl. MwSt<br />

Beide Schiffe sind in einwandfreiem Zustand und mit Sitz in Südfrankreich<br />

Zur info bitte mailen echonautique@wanadoo.fr<br />

Tel : + 33 (0)4 94 97 73 66 Mob : +33 (0)6 17 19 07 33


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

I YACHTCHECK<br />

FAIRLINE TARGA 62 GT<br />

FAIRLINE HAT SEIN 62-FUSS-MODELL DER TARGA-REIHE NACH EINEM<br />

VÖLLIG NEUEN KONZEPT GESTALTET. DIE EHEMALIGE OPEN KOMMT<br />

NUN ALS GRAN TURISMO DAHER. MONIKA KLUDAS WAR FÜR<br />

<strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong> IN SOUTHAMPTON AN BORD. FOTOS WERFT/MONIKA KLUDAS<br />

30 I 02/2013


Auf dem kraftvollen Tourenkreuzer für nördliche und<br />

südliche Reviere lassen sich Außenflächen und Innenräume<br />

zu einem großen Lebensraum kombinieren<br />

(großes Bild und unten links). Das große, offene Hardtop<br />

vermittelt Flybridge-Gefühl (unten rechts)<br />

02/2013 I 31


Sonne und Frischluft auf Knopfdruck:<br />

Durch die abgesenkten Seitenfenster<br />

kann der Pilot mit der Deckscrew<br />

kommunizieren (oben). Geschmackvoller<br />

Materialmix und Spiegel geben<br />

den hellen Gästekabinen optisches<br />

Volumen (unten)<br />

„AUCH VIELE NORDDEUTSCHE KUNDEN WOLLEN<br />

DAS <strong>MEER</strong> PUR ERFAHREN UND SPEKULIEREN<br />

DESHALB GERN MIT EINEM SPORTLICHEN,<br />

RELATIV OFFENEN SCHIFF“<br />

32 I 02/2013


YACHTCHECK I <strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

Sie sind nicht vergleichbar, die bisherige Fairline Targa<br />

62 Open mit monströsem Geräteträger und verschachtelten<br />

Räumlichkeiten gegenüber der neuen<br />

Targa 62 Gran Turismo, einer windschnittigen Reiselimousine<br />

der schnellen, geräumigen Oberklasse. Ihr Rumpf geht<br />

vom tiefen v-förmigen Vorschiff, versehen mit wirkungsvollen<br />

Gischtabweisern, in das Heck mit 17 Grad Aufkimmung über.<br />

Zum geringen Tiefgang von 1,31 Metern tragen wie bisher<br />

die zwei gegenläufigen Vierflügel-Propeller in Halbtunneln<br />

bei. Deshalb können die beiden Motoren relativ weit achtern<br />

positioniert werden, was der Kabinengröße zugutekommt.<br />

Seiten und Dach der Neukonstruktion wurden nach achtern<br />

verlängert und bilden mit dem Deckshaus eine harmonische,<br />

gestreckte Einheit. Die Antennen benötigen wenig Platz<br />

auf der Achterkante des Dachs, das einen Teil des offenen<br />

Hauptdecks schützend überragt. Zusätzlich kann auf Knopfdruck<br />

ein Sonnenschutz ausgefahren werden. Mit ein paar<br />

zusätzlichen Halterungen und Rundum-Persenning lässt sich<br />

im Hafen ein abgeschirmtes Cockpit zaubern, sei es für die<br />

Privatsphäre oder um Wind und Regen zu trotzen. Den gab<br />

es bei der Testfahrt vor Southampton glücklicherweise nicht.<br />

Sanfte drei Beaufort kräuselten das Wasser bei geringer Restströmung<br />

zur Hochwasserzeit nur leicht.<br />

Bei uns<br />

geht Ihre Spende<br />

garantiert nicht unter.<br />

Ein bequemer Schritt vom Schwimmsteg auf die mehrere<br />

Quadratmeter große Teakholz-Badeplattform – und schon<br />

ist man an Bord. Für andere Liegeplatz-Situationen liegt<br />

die Passerelle in einer „Briefkasten“-Stufe in der Backbord-<br />

Treppe bereit, die am oberen Ende während der Fahrt mit<br />

einer Klapptür gesichert werden kann. Über den Steuerbord-<br />

Aufgang geht es direkt zum Vorschiff, wo eine weitere Liegefläche<br />

zum Sonnenbaden lockt. Das klare Deckslayout wirkt<br />

mit dem warmen Teakholz vorn und achtern äußerst elegant.<br />

Ihr schnittiges Profil betont die Targa 62 GT speziell in der Version<br />

mit nachtblau lackiertem Überwasserschiff.<br />

Das Hauptdeck wurde innen und außen für viel Bewegungsfreiheit<br />

gestaltet. Um den Teak-Cockpittisch ist das Sofa bis<br />

vor die breite Sonnenliege zum J verlängert. Für leibliches<br />

Wohl sorgt eine Bar mit Kühlschrank, Eisfach und Grill. Wer<br />

eine Party steigen lassen möchte, kann unbesorgt die Harman<br />

Kardon AV-Anlage auch mit Tanzmusik bestücken, denn<br />

die geöffneten elektrischen Schiebetüren der dreiteiligen<br />

Glasfront verbinden Cockpit und Salon auf einer Ebene zu<br />

einem großzügigen Lebensraum. Weitere Sitzgruppen im Innenraum<br />

wie das Zweiersofa vor dem Sideboard mit Pop-up-<br />

Bildschirm und das Sofa um den ausklappbaren Ess- und<br />

Cocktailtisch bieten zum Plaudern und Entspannen viele<br />

Varianten. Das weiße Leder steht in geschmackvollem Kontrast<br />

zu den dunklen Walnuss-Oberflächen der Möbel und<br />

dem hellbraunen Eichenboden. Das gesamte Deckshaus<br />

inklusive Fahrstand erscheint nur mit Sichtblenden wie ein<br />

geschlossener Raum, sonst eher wie eine große, geschützte<br />

Aussichtsplattform. Die Glastüren, die flügelartig geschwungenen<br />

Seitenfenster, deren Scheiben sich auf Knopfdruck in<br />

die Wandverkleidung absenken, und die breite Panorama-<br />

Frontscheibe ermöglichen ausgiebige Rundsicht. Davon<br />

profitiert auch der Skipper, der bei Hafenmanövern Vor- und<br />

Achterschiff gut überblicken kann, zumal sein Arbeitsplatz<br />

zwei Stufen höher als der Deckssalon liegt. Auf Langstrecken<br />

sitzt man in den Pilotsesseln aus schwarzem Leder höchst<br />

www.seenotretter.de<br />

02/2013 I 33<br />

Danke.


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE I YACHTCHECK<br />

Im großzügigen Deckssalon gewähren sich komfortable Wohn- und funktionale Arbeitsbereiche viel Raum (oben). Das gesamte Vorschiff gehört der Eignerkabine<br />

mit Ensuite (unten links). Die Galley zeigt trickreiche Stauraumlösungen (unten rechts)<br />

bequem, sie sind sehr gut individuell anzupassen und stützen<br />

den Körper auch seitlich ab. Alle Steuereinheiten und Kontrollinstrumente<br />

sind übersichtlich und funktionell angeordnet,<br />

gut zu erreichen und abzulesen. Der Clou im Deckshaus ist<br />

das riesige pneumatisch abgedichtete Schiebeluk über dem<br />

Fahrstand, das sich auf fast der gesamten Schiffsbreite im<br />

Hardtop öffnen lässt und ein herrliches Flybridge-Gefühl vermittelt.<br />

„Diese offenen Schiffe sind keineswegs nur für die<br />

wärmeren Gefilde gebaut worden“, betont Enno Pfahl vom<br />

deutschen Fairline-Händler Gründl Bootsimport. „Unserer Erfahrung<br />

nach wollen auch viele norddeutsche Kunden das<br />

Meer pur erfahren und spekulieren deshalb gern mit einem<br />

sportlichen, relativ offenen Schiff.“<br />

Einen Start von Null auf 34,4 Knoten in weniger als 45<br />

Sekunden hinzulegen, sollte wohl die Ausnahme für eine Erprobung<br />

bleiben. Bei diesem Stresstest mit um zehn Grad<br />

angestellten Trimmklappen hob die Targa 62 GT ihre Nase<br />

nur leicht an. Empfehlenswert, so der Kapitän, sei eine ökonomische<br />

Gleitfahrt mit 25,4 Knoten bei 1.800 Umdrehungen<br />

pro Minute. Dann könnte man mit einer Tankfüllung rund 337<br />

Seemeilen zurücklegen, zum Beispiel von der Elbmündung<br />

bis Dover oder Skagen. Die neue Fairline ist etwas hecklastig,<br />

mit den Klappen in Neutralstellung werden in Marschfahrt von<br />

den zwei je 900 PS starken Volvo-Penta-Motoren (Standard<br />

zweimal 800 PS; optional zweimal 1.200 PS MAN) etwa<br />

sechs Prozent mehr Diesel verbrannt, als wenn sie angestellt<br />

waren. Zudem gehen ohne sie knapp fünf Prozent Geschwindigkeit<br />

verloren.<br />

Auf rasche Ausweichmanöver mit dem Steer-by-wire-System<br />

reagiert die Targa 62 GT in Marschfahrt prompt, aber elektronisch<br />

besänftigt ohne ruckartige Bewegungen. Ein kräftiger<br />

Rückwärtsschub stoppt sie auf etwa dreieinhalb Schiffslängen<br />

auf. Während man die Yacht schon auf einer Schiffslänge<br />

drehen kann, vollführt sie unter Zuhilfenahme des Bugstrahlers<br />

eine Pirouette auf dem Teller wie ein kleines Boot. Mit<br />

diesen Fahreigenschaften ist sie auf engstem Raum in einer<br />

Marina problemlos an den Liegeplatz zu bugsieren, denn<br />

auch rückwärts bewegt sie sich dank des effektiven Antriebs<br />

kursstabil. Vollkreise unter Höchstgeschwindigkeit werden<br />

von ihr fast krängungsfrei wie auf Schienen absolviert.<br />

Die Seitendecks sind durch eine Reling mit festem Handlauf<br />

und Drahtdurchzug gesichert, zusätzlich gibt es Handläufe auf<br />

dem Deckshaus und dezent illuminierte Wege. Bei Seegang<br />

wären an den Treppen zur Badeplattform weitere Halterungen<br />

von Vorteil, ebenso im großräumigen Deckshaus, aber Optimierungen<br />

der neuen Baureihe sind noch zu erwarten. Niro-<br />

Klüsen, -Poller und -Klampen sind ausreichend vorhanden.<br />

34 I 02/2013


AM LIEBSTEN WÜRDE MAN FÜR IMMER BLEIBEN!<br />

Der Genuss auf offener See in einer zeitlosen Dimension zu leben.<br />

Wer eine Ferretti besitzt, liebt es, das Meer und die Zeit in vollkommener Ruhe zu genießen, so dass selbst<br />

die Rückkehr nach Hause schwer fällt. Es ist der Genuss das Leben an Bord voll auszukosten und sich<br />

vom Meer sanft wiegen zu lassen, nicht um sich zur Schau zu stellen, sondern aus Leidenschaft für die<br />

wahren Dinge.<br />

a FERRETTIGROUP brand<br />

Via Ansaldo, 9/B - 47122 Forlì - Italy - Tel. +39 0543 787511


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE I YACHTCHECK<br />

Ergonomische Sitze und praktische Anordnung von Bedien- und Kontrollsystemen zeichnen den Steuerstand aus<br />

Stauraum wird überall im Schiff besonders ausgeklügelt genutzt,<br />

auch unter den Cockpitsitzen und in Treppenstufen.<br />

Das auffälligste Beispiel ist die Tendergarage. Eine Hydraulik<br />

klappt auf Knopfdruck die Sonnenbank nach oben und gibt<br />

die darunterliegende Garage frei, in der ein Williams Turbojet<br />

auf seinen Einsatz wartet. Wenn die Badeplattform unter<br />

Wasser abgesenkt ist, fährt das Boot auf Gleitschienen hinaus<br />

und wird nach der Rückkehr durch leichtes Anheben der Plattform<br />

beim Einparken unterstützt – eine Fairline-Innovation, wie<br />

Oliver Winbolt, Fairlines Marketing-Chef, stolz anmerkt. Die<br />

Garage kann mit einer umfangreichen Wassersportausrüstung<br />

bestückt werden, wenn man den Tender auf der Plattform<br />

lascht. „Wir bieten auch die Variante, anstelle der Garage eine<br />

vollwertige Kapitänskabine mit Dusche und WC auszubauen“,<br />

so Winbolt. Im Cockpit befindet sich die Bodenluke zum kompakt<br />

bestückten Maschinenraum, in die Generator-Abteilung<br />

klettert man durch ein Luk oberhalb der Steuerbordtreppe. Im<br />

Technikzentrum arbeiten unter anderem auch der Kompressor<br />

für die Hardtop-Pneumatik und der Heißwasserboiler.<br />

Wer im Deckssalon neben dem Fahrstand am Geländer lehnt,<br />

kann gleichzeitig beobachten, wie eine halbe Ebene tiefer in<br />

der offenen Pantry die Mahlzeiten auf dem Induktionsherd<br />

oder in der Backofen-Grill-Mikrowellen-Kombination zubereitet<br />

werden. Dort hat man alles Nötige in Reichweite: die zahlreichen<br />

Fächer der Schränke und Bodenklappen sowie den<br />

Geschirrspüler und die raumhohe Kühl-Gefrierkombination.<br />

Noch ein paar Stufen abwärts in die Lobby des Wohndecks<br />

überrascht unterhalb der Galley ein halbhoher<br />

Wirtschaftsraum für Waschmaschine, Trockner und Schränke,<br />

in denen Handtücher und Bettwäsche Platz haben. Gegenüber<br />

liegt das gemeinsame Duschbad für die Gäste. Die<br />

beiden Zweibettkabinen, an Backbord optional mit Doppel-<br />

Drehzahl beide Motoren Geschwindigkeit Treibstoffverbrauch Treibstoffverbrauch Reichweite Geräuschpegel Fahrstand<br />

(U/min) (kn) (l/h) (l/sm) (sm) (dB/A)<br />

600 6,6 12 1,8 1.421 59<br />

800 8,7 28 3,2 799 61<br />

1.000 11,4 48 4,2 609 64<br />

1.200 12,9 80 6,2 413 65<br />

1.400 16,5 112 6,8 376 68<br />

1.600 21,4 156 7,3 350 69<br />

1.800 25,4 192 7,6 337 72<br />

2.000 29,4 244 8,3 308 77<br />

2.200 32,9 304 9,2 278 79<br />

2.230 34,4 334 9,7 264 80<br />

Konstruktiv ist Targa 62 Gran Turismo ein Halbgleiter, der Verbrauch pro Seemeile steigt mit der Drehzahl und dem Speed an. Für<br />

Hafenfahrten mit nur einer Maschine beträgt der minimale Speed ca. 4,5 Knoten. Für ihre Größe ist sie ein relativ leises Schiff;<br />

Konstruktion, Gewicht und Motorisierung sind gut aufeinander abgestimmt. Der Geräuschpegel ist in der unteren Hälfte des<br />

Drehzahlbereichs so niedrig, dass er in den Gästekabinen vor dem Maschinenraum nur als leichtes Brummen wahrgenommen<br />

wird. Bei Marschfahrt muss man dort bei einer Unterhaltung die Stimme schon deutlich anheben. Die Targa 62 GT wendet bei<br />

langsamer Fahrt auf etwa 2,5 Schiffslängen.<br />

36 I 02/2013


Einzigartig zu sein, ist ein Geschenk,<br />

das man mit anderen teilen sollte.<br />

DOLPHIN 74’ Cruiser 64’ Cruiser 54’ 54’ Fly 44’ LONG RANGE 25<br />

Via Ansaldo, 9/B - 47122 Forlì - Italy<br />

Tel. +39 0543 787511<br />

www.mochicraft-yacht.com


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

I YACHTCHECK<br />

bett, sind mit Nachttisch, verspiegeltem Kleiderschrank, AV-<br />

Anlage und einer breiten Fensterbank ausgestattet. Walnussholz<br />

und ein weißer Wollteppich erzeugen ein gemütliches<br />

Wohnklima. Das Tageslicht, das durch die beiden hohen,<br />

rechteckigen Fenster mit Aluminium-Jalousien einfällt, wird<br />

von der breiten Spiegelwand am Kopfende der Betten zusätzlich<br />

reflektiert. Mit diesen raffinierten gestalterischen Elementen<br />

wirken die Kabinen hell und geräumig.<br />

Das gilt auch für die Eignersuite mit gleichen Hölzern und<br />

Textilien. Mit ihrem übergroßen Doppelbett nimmt sie das gesamte<br />

Vorschiff ein. Für die senkrechten Flächen hat Fairline<br />

helle Aramid-Beschichtung gewählt, dahinter verbergen sich<br />

Schränke und Schubladen, auch über und unter dem Bett.<br />

Neben der weißen Chaiselongue an Steuerbord, vor der breiten<br />

Fensterbank, kann eine Holzplatte als Tisch oder Ablage<br />

genutzt werden. Darüber ist platzsparend zwischen zwei Oberschränken<br />

der 32-Zoll-TV-Bildschirm integriert. Eine Schiebetür<br />

mit weißen Glasfeldern trennt die Suite vom reichhaltig ausgestatteten<br />

Bad. Der Teakboden mit heller und dunkler Maserung<br />

kontrastiert ansprechend mit dem Weiß von Waschbecken,<br />

WC und kombinierter Dusche/Badewanne.<br />

„Wir sind mit einer neuen Strategie an die Entwicklung der Modellreihe<br />

gegangen und haben besonders viel Zeit investiert,<br />

um mit den Eignern über ihre Wünsche zu sprechen“, sagt<br />

James Robinson, Sales and Marketing Director bei Fairline. Auf<br />

einem Markt, der sich allmählich von tiefroten Zahlen erholt,<br />

könnte Fairlines ideenreiche Offensive durchaus motivierend<br />

für Interessenten wirken. Bedenkt man bei dem vorgestellten<br />

Modell, dass all diese Features auf einer nur knapp 20 Meter<br />

langen Yacht zu finden sind, ist die neue Targa 62 GT ein Raumwunder.<br />

Besonders punkten kann Fairline mit seiner bewährten,<br />

qualitativ hochwertigen Ausführung, die ein sehr harmonisches<br />

Gesamtbild ergibt und auf eine Nutzung sowohl im kühlen Norden<br />

als auch in wärmeren Revieren ausgelegt ist. &<br />

FAIRLINE TARGA 62 GT<br />

LÜA 19,3 m<br />

BREITE 5,03 m<br />

TIEFGANG (LEER) 1,31 m<br />

VERDRÄNGUNG (LEER) 25 t<br />

MOTOREN 2 x Volvo Penta D13-900 EVC Shaft Diesel,<br />

je 662 kW (900 PS)<br />

TREIBSTOFF 2.558 l<br />

BUGSTRAHLER Side Power 6,4 kW<br />

GENERATOR Onan 9,5 kW (ohne Klimaanlage)<br />

17,1 kW (mit Klimaanlage)<br />

WASSERTANK UND BOILLER 718 l<br />

GRAU-/SCHWARZWASSER (OPTIONAL) 200/120 l<br />

KLIMAANLAGE Glomex<br />

NAVIGATIONSELEKTRONIK Garmin<br />

UNTERHALTUNGSELEKTRONIK Harman Kardon<br />

KABINEN 3-4<br />

KOJEN 6-7<br />

TENDER Williams Turbojet 325 mit Weber-Motor 72 kW<br />

BAUMATERIAL GFK, Deck Sandwich mit PU-Schaumkern<br />

CE-ENTWURFSKATEGORIE B<br />

(ungeschützte Gewässer bis 8 Beaufort)<br />

KONSTRUKTEUR Bernard Olesinski<br />

DESIGN Fairline<br />

PREIS 1.184.110 Euro<br />

WERFT Fairline Boats Ltd., Oundle, PE8 4HN, UK<br />

fairline.com<br />

HÄNDLER DEUTSCHLAND Gründl Bootsimport oHG<br />

25474 Bönningstedt, gruendl.de<br />

STANDARDAUSRÜSTUNG (AUSWAHL):<br />

2 x Volvo Penta D13-800 EVC Shaft Diesel<br />

(je 800 PS); Delta-Anker mit Kette und elektr.<br />

Ankerwinde; Suchscheinwerfer; Badeleiter;<br />

Teakdeck (achtern und Vorschiff);<br />

Hi-Lo-Badeplattform; Außendusche; elektr. Cockpit-<br />

Sonnendach und Rundumpersenning;. Hardtop-Luke<br />

im Salon; Hochgeschwindigkeitskompass, Kartenplotter,<br />

Multifunktionsinstrumente; UKW-Sprechfunk; AV-Anlage<br />

mit Apple-Dockstation<br />

38 I 02/2013


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Ein Riva ist eine Riva. Immer.<br />

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yachten Projekte<br />

I canados 120<br />

Far Away<br />

40 I 02/2013


Die neue Canados 120 ist das Flaggschiff der<br />

Flybridge-Linie der italienischen Werft. Für das<br />

Layout und die Innenraumgestaltung wurde<br />

Francesco Paszkowski für die Auszeichnung<br />

Best Designer 2012 vorgeschlagen.<br />

Text Claus Reissig Fotos werft<br />

02/2013 I 41


Große Fenster, selbst im Unterdeck,<br />

versorgen auch die Kabinen mit viel<br />

Tageslicht und einem beindruckenden<br />

Blick über die Landschaft. Die Fenster im<br />

Hauptdeck hingegen ziehen sich wie ein Leuchtband einmal<br />

durch alle Räume.<br />

42 I 02/2013


CANADOS 120 I <strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

G<br />

Grau ist die dominierende Farbe der Canados 120, sowohl<br />

außen wie auch innen. Während die Lackierung der Yacht<br />

in einem trendigen Metallicton strahlt, hat Francesco Paszkowski<br />

Design unter Deck mit viel Eiche, Ebenholz, Stein<br />

und Glas ein einzigartiges Ambiente geschaffen. Paszkowski<br />

ist in der Szene nicht unbekannt, hat bereits etliche<br />

Superyachten ausgestattet und gestaltet, Und er war die<br />

erste Wahl des Eigners für Far Away, die neue gut 36 Meter<br />

lange Canados.<br />

Wie alle Yachten der italienischen Werft wird auch Canados’<br />

neues Flaggschiff der Flybridge-Serie unter Deck ausschließlich<br />

auf Kundenwunsch geliefert, einen Standardausbau<br />

gibt es nicht. Trotz oder gerade wegen der Freiheit<br />

bei der Gestaltung sind die Designer äußerst behutsam<br />

mit den Farben umgegangen; es dominieren alle Nuancen<br />

von Beige-Tönen, Titan oder Braun. Sorgfältig unterlegt<br />

mit einem gewachsten Eichenboden. Alles fast mehr Haus<br />

als Yacht, auf verspielte maritime Details wurde bewusst<br />

verzichtet. Wer eine Canados kauft, will keine Tradition,<br />

kein gemächliches Reisen mit zurückhaltendem Auftreten<br />

– Far Away läuft maximal 27 Knoten. Die fast 5.000 PS<br />

aus zwei MTU-Maschinen machen eine Reisegeschwin-<br />

02/2013 I 43


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE I CANADOS<br />

Bei der Gestaltung<br />

sind die Designer<br />

äußerst behutsam<br />

mit den Farben<br />

umgegangen; es<br />

dominieren alle Nuancen von<br />

Beige-Tönen, Titan oder Braun.<br />

Sorgfältig unterlegt mit einem<br />

gewachsten Eichenboden.<br />

digkeit von 23 Knoten möglich. Far Away bleibt der Name,<br />

wird hier nicht zum Programm: Die Werft gibt die maximale<br />

Reichweite der Yacht mit rund 500 Seemeilen bei Reisegeschwindigkeit<br />

an.<br />

Mit 145 Tonnen ist Canados 120 kein Leichtgewicht, was<br />

immer auch an der Ausrüstung und der Zusatzausstattung<br />

liegt. Die Werft hat das Schiff zum Beispiel mit vier aufklappbaren<br />

Balkonen ausgestattet. Zwei davon erweitern das<br />

über die gesamte Schiffsbreite reichende Entertainment-<br />

Zimmer, das mit wenigen Handgriffen in eine zusätzliche<br />

Kabine verwandelt werden kann. Es befindet sich im vorderen<br />

Teil des Hauptdecks; der ungestörte, barrierefreie<br />

Ausblick zu beiden Seiten ist wahrlich beeindruckend.<br />

Paszkowski Design hat nicht nur die Gestaltung der Räume,<br />

sondern auch die Aufteilung und die Beleuchtung übernommen.<br />

Im ganzen Schiff finden sich helle Flächen, die


Steuerbord vor dem Essbereich führt ein<br />

Gang in das Medienzimmer; für zusätzliche<br />

Privatsphäre befindet sich ein Sitzbereich<br />

auf dem Vorschiff (rechts)<br />

zum Beispiel den Salon in seiner ganzen Länge noch einmal<br />

strecken. Die Aufteilung des Interieurs wurde voll auf<br />

die Wünsche des Eigners abgestimmt. Feinfühlig separieren<br />

die Pantry (gestaltet von Boffi), ein Tagesbad und der<br />

Aufgang zur Brücke den Essbereich von der vorderen Kabine.<br />

Dunkel getönte Glas-Schiebetüren trennen die Bereiche<br />

zusätzlich voneinander ab. Dank indirekt eingesetzter<br />

Beleuchtung scheint der Raum in Licht zu schwimmen.<br />

Wenn sie nicht gerade von der Crew benutzt wird,<br />

kann die Pantry durch versteckte lackierte Paneele<br />

verborgen werden. Die beiden Wände vor und hinter<br />

der Pantry sind mit einer dünnen Steinoberfläche auf<br />

Wabensandwich belegt.<br />

Das Unterdeck ist der Wohnbereich des Eigners und seiner<br />

Gäste und ist mit drei Kabinen für sechs Personen ausgelegt.<br />

Zwar fehlen der Master-Suite die Ausblicke des Hauptdecks,<br />

dafür verfügt der Raum über einen bündig in die<br />

Wand eingelassenen Kamin; das große Bad gegenüber<br />

ist lediglich durch eine Glaswand vom restlichen Raum<br />

abgtrennt und betont noch einmal die Großzügigkeit, mit<br />

der Far Away gestaltet wurde. Für den Eigner wurde das<br />

Bad in drei verschiedene Bereiche geteilt: Eine große<br />

Badewanne reicht bis an die Bordwand, davor befindet<br />

sich die Dusche. Die Waschbecken sind sichtbar und lediglich<br />

durch Schiebetüren getrennt quasi in der Suite, das<br />

WC hat einen eigenen Raum gegenüber. Die mit Leinen<br />

bespannten Schiebetüren können die Waschbecken bei<br />

Nichtgebrauch komplett verstecken. Paszkowski legt Wert<br />

auf variable Räume und gleichzeitige Diskretion, die das<br />

begrenzte Volumen einer 36-Meter-Yacht voll ausschöpfen.<br />

Deshalb findet sich das System der Dreiteilung in allen<br />

Bädern im Unterdeck. Die Crewunterkünfte – mit einer Kapitänskabine<br />

und zwei Kabinen für die Crew sowie einem<br />

Aufenthaltsraum – befinden sich im Vorschiff.<br />

02/2013 I 45


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

I CANADOS<br />

Die Eignerkabine befindet sich im Unterdeck, die Waschbecken und Bäder lassen sich hinter Schiebetüren verstecken (oben); das Eignerbad<br />

verfügt über eine Badewanne (rechts oben). Der Salon liegt im Hauptdeck (links unten); der Medienraum mit seinen zwei Balkonen lässt sich in<br />

eine weitere Kabine verwandeln (rechts unten)<br />

Die für den Innenausbau verwendeten Materialien ziehen<br />

sich wie ein roter Faden durch das gesamte Schiff. Der<br />

gewachste, graue Eichenboden findet sich in allen Räumen<br />

wieder, ebenso wurde grau gebeizte Eiche teilweise<br />

für die Wände genutzt. Stein wurde an den Wänden im<br />

Salon und am Kamin in der Eignersuite eingesetzt, dunkles<br />

Ebenholz für die Oberflächen der Möbel und für die Tischplatten.<br />

Die Kopfteile der Betten sind dagegen mit Wildleder<br />

bezogen. Deckenstrahler wechseln sich mit Wandspots<br />

und indirekter Beleuchtung ab, das Interieur scheint<br />

sich permanent in Bewegung zu befinden.<br />

Große Fenster, selbst im Unterdeck, versorgen auch die Kabinen<br />

mit viel Tageslicht und einem beindruckenden Blick<br />

über die Landschaft. Die dunklen Fenster im Hauptdeck<br />

hingegen ziehen sich wie ein Leuchtband einmal durch<br />

alle Räume. Die beeindruckendsten Merkmale bleiben jedoch<br />

die mit einer aufwändigen Hydraulik betriebenen und<br />

mit verschiedenen massiven Riegeln gesicherten kleinen<br />

Balkone. Durch zwei Terrassentüren in Höhe des Essbereichs<br />

kann man nach draußen treten. Während des Essens<br />

vermitteln sie eine Weite und Leichtigkeit, die Fenster<br />

gleich welcher Größe nicht bieten können und die auf<br />

einem Schiff dieser Größe mehr als ungewöhnlich sind.<br />

Einen ebenfalls großen Nutzwert für das Leben im Freien<br />

hat die mit Teak belegte Badeplattform, fast eine Terrasse<br />

kurz über der Wasseroberfläche. Die kleine Garage davor<br />

46 I 02/2013


schluckt einen kleinen Tender und bietet eine Nasszelle mit<br />

Dusche für den Tag. Zwei Jetskis finden während der Fahrt<br />

Platz auf der Badeplattform. Ein weiterer Außenbereich findet<br />

sich auf dem Vordeck mit Sofa und einer Sonnenliege.<br />

Der Vorschiffsbereich soll die Außenflächen der Yacht unterteilen<br />

und eine maximale Privatsphäre gewährleisten.<br />

Dazu trägt auch die aufwändig gestaltete Flybridge bei.<br />

Unter ihrem festen Bimini-Topp ist ein weiterer komplett<br />

abgeschatteter Ess- und Aufenthaltsbereich entstanden.<br />

Neben dem Fahrersitz haben weitere Mitfahrer auf einer<br />

Bank freie Sicht während der Fahrt. Ein Niedergang führt<br />

auf die eine halbe Ebene tiefer liegende Brücke.<br />

Diese Kombination der Räume und Flächen macht die Far<br />

Away zu einem durch und durch gelungenen Wurf. Francesco<br />

Paszkowski betont die gute Zusammenarbeit mit der<br />

Werft, die dieses Schiff erst ermöglicht hat: „Dieses Ergebnis<br />

konnten wir nur erzielen, weil es einen perfekten Vertrag<br />

und eine enge Zusammenarbeit zwischen unserem<br />

Studio, dem Eigner und der Werft gegeben hat.” Ein nicht<br />

immer ganz einfaches Unterfangen, weiß der Designer:<br />

„Die Werft hat unsere Vorschläge aber akzeptiert und sich<br />

immer extrem bemüht, in technischer Sicht Lösungen zu<br />

finden. Vor allem gilt das für die Materialbearbeitung und<br />

das Layout.” Eine für alle Beteiligten lohnende Anstrengung,<br />

bei schnellen Motoryachten dieser Größe dürfte Far<br />

Away derzeit ihresgleichen suchen. &<br />

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<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

I CANADOS<br />

FAR AWAY<br />

LÜA 36,22 m<br />

LWL 30,3 m<br />

BREITE 7,25 m<br />

DURCHFAHRTSHÖHE 9,20 m<br />

TIEFGANG 2,25 m<br />

VERDRÄNGUNG 145 t<br />

BRZ 198<br />

TREIBSTOFF 17.000 l<br />

WASSER 2.500 l<br />

MASCHINEN 2 x MTU 16V 2000, je 2.400 PS<br />

GESCHWINDIGKEIT (REISE/MAX.) 23 kn/27 kn<br />

REICHWEITE 500 sm<br />

GENERATOREN 2 x Kohler<br />

STABILISATOREN Trac Zero Speed 370/12X Star<br />

EXTERIOR DESIGN Canados Design Team<br />

INTERIOR DESIGN Francesco Paszkowski Design<br />

WERFT/BAUJAHR Canados/2012<br />

canados.com<br />

Von der Flybridge erreicht man über<br />

eine Treppe den inneren Steuerstand<br />

Das Hauptdeck lässt sich mit<br />

vier Balkonen erweitern<br />

Eigner- und Gästebereich<br />

befinden sich im Unterdeck<br />

48 I 02/2013


0 6<br />

4 191806 205907<br />

<br />

<br />

65


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE I SUPERYACHT DESIGN<br />

POSEIDON<br />

MIT EINEM AUFTRAG OHNE VORGABEN STELLTE SICH DAS<br />

BÜRO EIDSGAARD DESIGN DER HERAUSFORDERUNG, EINE<br />

SEGELYACHT ZU ZEICHNEN, WIE ES SIE NOCH NIE GAB. IN<br />

AUFTRAG GEGEBEN VON DEM MANN, DER MIT A AUCH EINE<br />

DER UNGEWÖHNLICHSTEN MOTOR<strong>YACHTEN</strong> BESITZT.<br />

TEXT CAROLINE WHITE ILLUSTRATIONEN/ZEICHNUNGEN EIDSGAARD DESIGN<br />

[COPYRIGHT OF BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED: ALL RIGHTS RESERVED], LICENSED BY BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED<br />

50 I 02/2013


Vor der Eigner-Suite auf dem Brückendeck liegt das 1.150 Quadratmeter große<br />

Unterhaltungsdeck (oben). Der große Pool hat einen Wasserfall und eine Dinner-<br />

Insel. Auf dem Deck finden bei Konzerten 1.200 Menschen Platz<br />

Wenn der Mann, der die derzeit ungewöhnlichste<br />

Motoryacht der Welt in Auftrag gab, von dir eine<br />

Segelyacht gezeichnet haben will, musst du dir<br />

mehr als das Übliche einfallen lassen. Wirf die Schablonen<br />

weg und vergiss, dass sie je existierten.<br />

„Das Projekt startete ohne Briefing”, sagt Peder Eidsgaard,<br />

Creative Director von Eidsgaard Design. „Sie meinten, zeichne<br />

was Verrücktes für uns, mach einfach was Wildes.“ Die<br />

Länge lag zu dem Zeitpunkt so zwischen 100 und 130 Meter.<br />

Eidsgaard bekam den Auftrag, weil er die Geschäfts-Boeing<br />

des Kunden gestaltet hatte, mit der dieser sehr glücklich war.<br />

Auch wenn er mit Eidsgaards Entwurf noch nicht zur Werft<br />

ging, nahm der Eigner doch starken Einfluss auf den künstlerischen<br />

Prozess und brachte die Designer dazu, einen<br />

außergewöhnlichen 144-Meter-Segler zu zeichnen. Der Entwurf<br />

ist weit fortgeschritten, und jetzt hofft man bei Eidsgaard<br />

auf einen kühnen Eigner, der ihn bauen lässt.<br />

Poseidon hat sich während des Schöpfungsprozesses<br />

stark verändert. Der erste Entwurf, den Eidsgaard seinem<br />

Kunden präsentierte, enthielt Elemente klassischer<br />

Großsegler, war aber auch sehr modernistisch mit ausgeprägtem<br />

Mastfall nach achtern und einem Rumpf, der<br />

an die Motoryacht A erinnerte.<br />

„Das und die Aufteilung des Schiffes hat ihnen sehr gefallen“,<br />

sagt Eidsgaard, „aber sie meinten, es sei vielleicht ein bisschen<br />

zu modern. Also sind wir alle einen Schritt zurückgetreten<br />

und fingen an nachzudenken. Dann haben sie uns gefragt,<br />

ob wir das Ganze nochmal machen könnten, diesmal<br />

mit einem eher klassischen Design.“<br />

02/2013 I 51


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE I SUPERYACHT DESIGN<br />

„DER EIGNER WOLLTE SO VIEL PLATZ<br />

WIE MÖGLICH FÜR SO WENIGE<br />

LEUTE WIE NÖTIG – NÄMLICH FÜR<br />

SICH UND SEINE FRAU“<br />

Die offen gestaltete Eigner-Suite erlaubt den Blick von vorn<br />

bis achtern. Sie hat einen eigenen Pool, bodentiefe Fenster<br />

und ein sich öffnendes Dach – den Heli-Landeplatz<br />

Poseidon soll von fern an eine<br />

Galeone erinnern, sich aus der<br />

Nähe aber als konsequent<br />

moderne Yacht präsentieren<br />

Eidsgaard begann, Elemente spanischer Galeonen zu betonen,<br />

wie das Achterkastell mit der Eigner-Suite und die<br />

Fenster an der Seite, die an alte Geschützpforten erinnern,<br />

sich aber nach unten klappen lassen und zu<br />

Veranden werden. Dazu kam ein klassischer Bug.<br />

„Viele Eigner lieben die Romantik des Segelns,<br />

und auch dieser mag alte Schiffe mit ihren<br />

vielen Details und Rigg-Elementen”, sagt<br />

Ben Harrison von Eidsgaard Design.<br />

Obwohl vieles an Poseidon an ein früheres<br />

Zeitalter erinnert, ist dieser zweite Entwurf<br />

eindeutig am Heute orientiert. Der starke Fall<br />

der Masten und die „Gabelbäume“ zu ihrer<br />

Unterstützung, fürs komfortable Vorwindsegeln<br />

und weniger fürs Racen gedacht, sind eindeutig<br />

modern, wenn auch nicht so radikal wie im ersten Entwurf.<br />

„Unser Bestreben war es, ein Schiff zu schaffen, das<br />

aus der Ferne klassisch anmutet, sich beim Näherkommen<br />

aber als eindeutig zeitgemäß erweist“, sagt Harrison.<br />

Die Raumaufteilung, die sich an den Vorstellungen des<br />

Kunden orientiert, ähnelt dem, was man von vielen großen<br />

Yachten kennt. „Ich habe mich mit dem Kunden und seiner<br />

Frau mehrmals auf ihrer Motoryacht getroffen, und sie haben<br />

mir erzählt, wie sie an Bord leben“, sagt Eidsgaard. „Er wollte<br />

so viel Platz wie möglich für so wenige Leute wie nötig –<br />

nämlich für sich und seine Frau.“<br />

Die Eigner-Suite auf dem Brückendeck bekam damit oberste<br />

Priorität. Der gigantische offene Raum nutzt die volle Schiffsbreite<br />

von 26 Metern und bietet eine Lounge mit einem Pool,<br />

bodentiefen Fenstern und einem sich öffnenden Dach, wodurch<br />

der Raum zum Wintergarten wird. (Das geschlossene<br />

Dach ist der Heli-Landeplatz.) Weiter vorn in dem riesigen<br />

Raum steht ein gewaltiges Rundbett. Stützen deuten Wände<br />

an und signalisieren: Hier ist eine Kabine. Weiter vorn ist eine<br />

weitere Lounge mit Veranda.<br />

„Auf der jetzigen Yacht des Eigners kann man in der<br />

Mitte sitzen und von vorn bis achtern alles sehen“,<br />

erzählt Eidsgaard. „Er mag das so, und hier wollten wir<br />

es auch so machen. Vom Bett aus kann man bis zum<br />

Bug und nach achtern blicken.“<br />

Während er dem Eigner den perfekten Ausblick verschafft,<br />

achtet Eidsgaard auch darauf, dass der dabei seine Ruhe<br />

hat. Die ungewöhnliche, erhöhte Position schafft eine natürliche<br />

Distanz, und die Wege, die die Crew nehmen muss,<br />

wurden ein halbes Deck tiefer geplant. Dass auf Privatsphäre<br />

geachtet wird, ist überall offensichtlich. Vereinfacht ausgedrückt:<br />

Die Gäste leben über der Crew, und über den Gästen<br />

kommt der Eigner. Verschiedene Lifte, Treppen und Zonen<br />

separieren Eigner, Gäste und Crew auch unter Deck. Der<br />

Eigner kann sich im großen Stil mit anderen unterhalten, er<br />

kann sich aber auch leise zurückziehen.<br />

52 I 02/2013


EXTRA SEGEL JOURNAL<br />

Dieses SEGEL JOURNAL Türkei Spezial erscheint als Sonderveröffentlichung zu<br />

den Ausgaben 02/2013 der Magazine SEGEL JOURNAL und <strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong><br />

in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Türkei in Berlin.<br />

segeljournal.com | meerundyachten.de<br />

Türkei<br />

TR AVEL GUIDE


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE I SUPERYACHT DESIGN<br />

„Die Gäste, der Eigner und die Crew können unter<br />

sich sein, wenn sie wollen“, sagt Eidsgaard.<br />

„Wenn der Eigner an Bord sein aber niemanden<br />

sehen will, dann kann er das. Dafür<br />

gibt es eigene Treppen.“<br />

Wenn dem Eigner und seiner Frau nach Gesellschaft<br />

ist, kann die Terrasse ihrer Suite in<br />

eine Konzertbühne verwandelt werden. Ein paar Stufen<br />

darunter, auf dem 1.150 Quadratmeter großen Unterhaltungsdeck,<br />

finden 1.200 Leute Platz. Hier gibt es auch einen<br />

Rasen (ursprünglich für den Hund des Eigners) und einen<br />

weiteren Swimmingpool mit Wasserfall, Insel und sich öffnendem<br />

Glasdach.<br />

Vor dem Unterhaltungsdeck liegt die Brücke, zu der die Crew<br />

über die tiefer liegenden Seitendecks gelangt. Es gibt vier<br />

Decks. Auf dem Hauptdeck befinden sich sechs Gästekabinen<br />

und das Kino, im Oberdeck sind ein großer Salon und<br />

eine Bibliothek. Am Beach-Club im Heck können zwei Pontons<br />

anlegen, die seine Fläche auf 200 Quadratmeter vergrößern.<br />

„Tatsächlich sind es Katamarane mit eigenem Antrieb“, sagt<br />

Eidsgaard, „man fährt sie aus der Tender-Garage und macht<br />

sie achtern fest. Dünung und Schwell laufen einfach unter<br />

ihnen durch.“<br />

Gäste, die hier aus dem Tender steigen, bekommen den<br />

eindrucksvollsten Blick auf das Schiff. Sie steigen dann über<br />

eine der beiden anderthalb Meter breiten Treppen empor,<br />

vorbei am Achterkastell, und wandern weiter über die Seitendecks.<br />

Dieser Weg soll den Gästen die Größe des Schiffs vor<br />

Augen führen.<br />

Und es ist ein großes Schiff. Nicht nur in seinen Abmessungen,<br />

sondern auch durch seine palastartigen Räume, das<br />

kühne Design und die Vorstellungskraft, die darin steckt.<br />

Keine Schablonen. &<br />

Die Heck-Plattform bietet mit ihren<br />

motorisierten Pontons 200 Quadratmeter<br />

Platz. Die erste Version der Poseidon<br />

(unten) sah deutlich moderner<br />

aus als der endgültige Entwurf<br />

[COPYRIGHT OF BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED: ALL RIGHTS RESERVED]<br />

LICENSED BY BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED<br />

54 I 02/2013


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<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

I ANTRIEBE<br />

ANTRIEBSSYSTEME<br />

NICHT JEDE ANTRIEBSANLAGE IST FÜR JEDEN RUMPF GEEIGNET.<br />

ENTSCHEIDEND IST DIE ANGESTREBTE GESCHWINDIGKEIT, ABER<br />

AUCH DER PLATZ, DER AN BORD ZUR VERFÜGUNG STEHT.<br />

ILLUSTRATION: ALISON AMOS<br />

TEXT/FOTOS/GRAFIKEN CHRIS SWANHART, DONALD L. BLOUNT<br />

ASSOCIATES<br />

[COPYRIGHT OF BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED: ALL RIGHTS RESERVED], LICENSED BY BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED<br />

Eigner, die ein neues Schiff in Auftrag geben oder ein<br />

vorhandenes Schiff modernisieren wollen, kommen<br />

während der Planung irgendwann an den Punkt, an<br />

dem sie sich für einen Antrieb und die Maschinenanlage entscheiden<br />

müssen. Heute gibt es mehr mögliche Kombinationen<br />

als je zuvor. Die Entscheidung fällt leichter, wenn man zunächst<br />

bestimmte Optionen ausschließt, indem man sich die typischen<br />

Eigenschaften der verschiedenen Antriebssysteme ansieht.<br />

In der Vergangenheit war der vollständig eingetauchte Propeller<br />

an einer geneigten Welle unter dem Rumpf das gebräuchlichste<br />

Antriebssystem für große und kleine Yachten. Ein solcher<br />

Propeller wird an einer Welle angebracht, die durch einen<br />

Bock geführt ist. Die Welle ist mit einem Untersetzungsgetriebe<br />

verbunden, das entweder direkt an die Maschine geflanscht<br />

oder über eine Zwischenwelle mit ihr verbunden ist. Getriebe<br />

direkt an der Maschine sind am gebräuchlichsten. Zudem gibt<br />

es auch V-Antriebe, die Maschine befindet sich dann quasi<br />

rückwärts über dem Getriebe. Das reduziert den Platzbedarf<br />

für Maschine, Getriebe und Welle, verschiebt jedoch den Gewichtsschwerpunkt<br />

nach oben und nach hinten.<br />

Propeller an starren Wellen sind normalerweise mit einem<br />

Ruder kombiniert, das für die benötigten Querkräfte bei<br />

Kursänderungen sorgt. Schiffe mit mehr als einem Propeller<br />

können dies auch durch asymmetrischen Schub erreichen,<br />

vorausgesetzt, die Propeller lassen sich getrennt voneinander<br />

antreiben. Das System Propeller, Wellenbock und Ruder ist robust<br />

und unkompliziert, und es verlangt nur geringe Bau- und<br />

Wartungskosten.<br />

Im Lauf der Zeit wurde dieses Standardsystem mit Modifikationen<br />

weiterentwickelt. Wellentunnelkonstruktionen unterm<br />

Schiffsboden erlauben es, den Austrittswinkel der Welle zu<br />

reduzieren und gefahrlos in flacherem Wasser zu fahren. Verstellpropeller<br />

verbessern die Antriebsleistung zusätzlich, was<br />

56 I 02/2013


1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

Antriebe für verschiedene Einsatzzwecke: (1) starre Welle mit starrem Propeller, (2) starre Welle im Tunnel,<br />

(3) Oberflächenantrieb, (4) Verstellpropeller, (5) Jetantrieb, (6) Pod (Gondel)<br />

02/2013 I 57


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

I ANTRIEBE<br />

Verschiedene Yachten profitieren von verschiedenen Antriebsformen,<br />

je nachdem, welche Ansprüche an die Leistungen gestellt werden<br />

PARAMETER DER ENTSCHEIDUNG<br />

ERSTE ÜBERLEGUNGEN BEI DER WAHL DES ANTRIEBSSYSTEMS<br />

Der erste Schritt bei der Wahl des richtigen Antriebs<br />

besteht darin, ungeeignete Systeme auszuschließen.<br />

PRÜFPUNKTE:<br />

Wie viel Platz ist an Bord?<br />

Reicht die verfügbare Antriebsleistung für das<br />

gewünschte System?<br />

Tiefgang<br />

Rumpfform geeignet für den gewünschten Antrieb?<br />

(Zum Beispiel Waterjets in einem abgestuften Rumpf)<br />

System für den gewünschten Geschwindigkeitsbereich<br />

geeignet? (Oberflächen-Antrieb/<br />

Verdrängeryacht)<br />

Wenn bestimmte Antriebssysteme aus technischen<br />

Gründen ausgeschieden sind, kann man die Eigenschaften<br />

und Vorteile der verbliebenen Kombinationen<br />

herausarbeiten:<br />

Kosten (Baukosten und Betriebskosten)<br />

Manövriereigenschaften<br />

Einfachheit der Herstellung und des Einbaus<br />

Geräusche und Vibrationen<br />

Wirtschaftlichkeit bei Reisefahrt und Volllast hat<br />

einen direkten Einfluss auf den Aktionsradius<br />

des Schiffes<br />

zu höheren Geschwindigkeiten oder zu kleineren, leichteren<br />

Maschinenanlagen führt. Man muss sich allerdings darüber<br />

im Klaren sein, dass bei Hochleistungsschiffen, die 50<br />

Knoten oder mehr laufen, die Effizienz von Verstellpropellern<br />

durch hohen Fahrtwiderstand und Kavitation abnimmt.<br />

Außerdem sind Verstellpropeller bei schneller Fahrt laut und<br />

verursachen Vibrationen.<br />

Bei einem Oberflächenantrieb gibt es, wie beim klassischen<br />

eingetauchten Propeller an seiner geneigten Welle,<br />

einen festen Propeller auf einer Welle, die am Untersetzungsgetriebe<br />

endet. Während die geneigte Welle jedoch<br />

durch den Schiffsboden geführt wird, tritt die Welle des<br />

Oberflächenantriebs am Spiegel aus. Diese Antriebssysteme<br />

werden fast nur bei sehr schnellen Schiffen eingesetzt, für die<br />

sie eine relativ leichte, einfach einzubauende und bei hoher<br />

Geschwindigkeit effiziente Alternative sind. Ihre Effizienz verdanken<br />

sie ihrem geringeren Fahrtwiderstand (es gibt weder<br />

Wellenbock noch Ruder), dem besseren, näher an der Horizontalen<br />

liegenden Schubwinkel und dem die Wasseroberfläche<br />

durchschneidenden Propeller. Denn bei hoher Fahrt<br />

ist nur ein Teil des Propellers unter Wasser. Oberflächenantriebe<br />

halten den Tiefgang gering. Sie sind aber, im Vergleich<br />

zum voll eingetauchten Propeller, weniger effizient bei niedriger<br />

oder mittlerer Geschwindigkeit, sie manövrieren ein<br />

wenig schlechter bei langsamer Fahrt und haben Nachteile<br />

58 I 02/2013


ANTRIEBSARTEN: EINE SACHE DES SPEEDS<br />

1000<br />

STARRE<br />

WELLE<br />

JET-<br />

ANTRIEB<br />

Verdrängung / (Tonnen)<br />

100<br />

10<br />

OBERFLÄCHEN-<br />

ANTRIEB<br />

1<br />

10 20 30 40 50 60 70<br />

Geschwindigkeit / (Knoten)<br />

Die Grafik zeigt vereinfachend die Trends bei der Auswahl<br />

eines Antriebs, indem sie die Einsatzbereiche für starre<br />

Wellen, Waterjets und Oberflächenantriebe angibt. Wo<br />

sie überlappen, können mehrere Systeme möglich sein.<br />

Die große Mehrzahl aller Yachten gehört in den Bereich<br />

der Verdränger, in dem Höchstgeschwindigkeiten von<br />

15 bis 20 Knoten üblich sind. Starre Wellen dominieren<br />

bei dieser Schiffsgröße und in diesem Geschwindigkeitsbereich.<br />

Waterjets und Oberflächenantriebe übernehmen<br />

bei höheren Geschwindigkeiten, wobei Waterjets bei<br />

größeren Schiffen die erste Wahl sind.<br />

Interessanterweise haben die Gondelantriebe bei den<br />

kleinen bis mittleren Yachten (unter 30 Meter) im mittleren<br />

Geschwindigkeitsbereich bis 45 Knoten Fuß gefasst.<br />

Allerdings besteht bei den Pods eine Lücke<br />

zwischen diesen kleineren und den sehr viel größeren<br />

Yachten ab 60 Meter.<br />

beim Aufstoppen. Oberflächenantriebe produzieren in ihrer<br />

Hecksee eine nicht von jedem geschätzte Fontäne, weil die<br />

Propellerblätter beim Durchbrechen der Wasseroberfläche<br />

große Mengen Wasser in die Luft werfen.<br />

Eine weitere Antriebsart, bei der man gleich an höhere Geschwindigkeiten<br />

denkt, ist der Jetantrieb (oder Wasserstrahl-,<br />

Waterjet- beziehungsweise Pumpenstrahlantrieb). Ein Waterjet-System<br />

besteht prinzipiell aus einem Einlass, einem<br />

Impeller und der Austrittsdüse am Heck. Der Impeller dreht<br />

sich im Einlassrohr, wodurch er das Wasser unterhalb des<br />

Rumpfes heranzieht, um es achtern wieder auszuwerfen. Die<br />

Düse kann schwenkbar oder feststehend sein und hat eine<br />

Schubumkehrvorrichtung, mit der sich das Schiff aufstoppen<br />

lässt. Die Waterjet-Technologie hat bei der Formgebung von<br />

Einlässen und Impellern enorme Fortschritte gemacht. Vorteile<br />

dieses Antriebs sind seine Eignung für den Einsatz in flachem<br />

Wasser, gute Manövriereigenschaften bei allen Geschwindigkeiten<br />

(bei Mehrfachantrieben), er ist vibrationsarm und nicht<br />

sehr laut. Waterjet-Antriebe gibt es für fast jede Schiffsgröße<br />

und die unterschiedlichsten Anforderungen.<br />

Allerdings verlieren sie, wie die Oberflächenantriebe, bei<br />

niedrigen Geschwindigkeiten ihre Effizienz, und sie sind in<br />

der Anschaffung und im Unterhalt meistens teurer als ein<br />

herkömmlicher Antrieb. Da das Wasser für den Vortrieb<br />

02/2013 I 59


<strong>YACHTEN</strong> PROJEKTE<br />

I ANTRIEBE<br />

100<br />

Geschwindigkeit / (Knoten)<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

4<br />

3<br />

2<br />

1<br />

GLEITER<br />

HALBGLEITER<br />

SCHNELLER VERDRÄNGER<br />

VERDRÄNGER<br />

0<br />

20 30 40 50 ...<br />

10 100 200 300<br />

Länge Wasserlinie / (Meter)<br />

SCHIFFSTYPEN:<br />

DIE LÄNGE MACHT'S<br />

Einsatzbereiche verschiedener<br />

Antriebssysteme<br />

(Grafik S.55) nach den<br />

Kriterien Verdränger, Halbverdränger,<br />

Halbgleiter und<br />

Gleiter. Geschwindigkeit<br />

und Schiffslänge stehen<br />

im Zusammenhang, jedes<br />

Fahrzeug hat aufgrund seiner<br />

Geschwindigkeit und Größe<br />

einen bestimmten Bereich, in<br />

dem es operieren wird.<br />

durchs Schiffsinnere geleitet werden muss, ist der Platzbedarf<br />

für die gesamte Anlage zudem etwas höher.<br />

Antriebsgondeln – im Englischen pods – gab es zunächst nur<br />

in der Berufsschiffahrt an großen Fahrzeugen. Erst in jüngerer<br />

Zeit finden sie auch an Yachten Verwendung. Sie haben eine<br />

ganze Reihe von Vorzügen. Man kann mit ihnen per Joystick<br />

und bei langsamster Fahrt manövrieren oder das Schiff auf<br />

der Stelle halten. Der Einbau ist relativ einfach, die Anlagen<br />

sind kompakt und brauchen wenig Platz. Pods arbeiten, im<br />

Vergleich zum klassischen Propellerantrieb, sehr effizient. Sie<br />

verbinden gute Fahrleistungen und Verbrauchswerte bei mittlerer<br />

bis hoher Geschwindigkeit, aber diese Vorzüge kommen<br />

erst bei Halbgleitern oder in echter Gleitfahrt zum Tragen.<br />

Zurzeit gibt es Gondel-Systeme für Yachten bis etwa 30 Meter.<br />

Es fahren zwar auch schon langsamere Yachten über 60 Meter<br />

mit Pods, aber diese Systeme stammen aus der Berufsschifffahrt.<br />

Die Wahl des am besten geeigneten Antriebs ist ausschlaggebend<br />

für das Gelingen einer Konstruktion. Alle hier genannten<br />

Systeme haben ihre Vorzüge. Die Entscheidung für das falsche<br />

System kann dazu führen, dass gewünschte Eigenschaften<br />

am Ende in der Praxis nicht erreicht werden. &<br />

WAS FÜR WEN?<br />

STARRE WELLE<br />

für Yachten jeder Größe. Geeignet für kleine und<br />

mittlere Yachten sowohl bei niedrigen als auch bei<br />

hohen Geschwindigkeiten. Für große Yachten bei<br />

niedrigen Geschwindigkeiten<br />

OBERFLÄCHENANTRIEB<br />

für kleinere bis mittelgroße Yachten (unter<br />

25 Meter). Nur für Schiffe mit hohen<br />

Endgeschwindigkeiten<br />

JETANTRIEB<br />

für Yachten jeder Größe. Bei Highspeed-Yachten<br />

einsetzbar, und bei mittleren Geschwindigkeiten<br />

etwas effizienter als Oberflächenantriebe. Gut für<br />

große, schnelle Schiffe<br />

GONDELANTRIEBE (PODS)<br />

für kleine bis mittlere Yachten bis in den mittleren<br />

Geschwindigkeitsbereich. Es gibt große Antriebe für<br />

große Schiffe im unteren Geschwindigkeitsbereich<br />

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60 I 02/2013


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YACHT STIL<br />

Glanzlichter<br />

Italo-Chic<br />

Zegna Sport widmet seine Frühjahrs-Mode dem<br />

Meer und verbindet unter dem Motto „Metropolitan<br />

Marina“ urbane Eleganz mit lässigem,<br />

maritimem Lebensgefühl. Die Farbpalette reicht<br />

von tiefem Marineblau über strahlendes Weiß zu<br />

kraftvollem Feuerrot. Chinos aus fester Baumwolle<br />

treffen auf den Ocean Parka, dessen dreilagiges<br />

Mikrofasergewebe atmungsaktiv und wasserfest<br />

ist. Ultraleicht und deshalb immer dabei ist die<br />

Shell-Jacke. Dass die Ursprünge der Marke im<br />

Tuchgewerbe liegen, ist an der Spitzenqualität der<br />

Materialien noch immer zu erkennen – und Ehrensache<br />

ist es, dass die Teile der Kollektion in bester<br />

Schneider-Kunst gefertigt werden. zegna.com<br />

FRÜHLINGS-<br />

FRISCHE<br />

Unkompliziert und wirksam, so<br />

mögen<br />

Frauen Kosmetik. Für den<br />

Urlaub an Bord sind die neuen<br />

Al-<br />

leskönner von<br />

Clarins perfekt. Die<br />

französische<br />

Luxusmarke feiert<br />

den Frühling mit einer echten<br />

Frische-Offensive: Die neue Skin<br />

Perfecting<br />

Cream verfeinert das<br />

Hautbild, macht den Teint makellos<br />

und schirmt zugleich die intensiven<br />

UV-Strahlen der Märzsonne mit<br />

Lichtschutzfaktor 25 ab. Dennoch<br />

scheint die<br />

Haut natürlich strahlend,<br />

wie ungeschminkt. Perfekt wird die<br />

Wirkung durch einen hochfeinen Kompakt-Puder<br />

mit integriertem Rouge: Der<br />

2in1-Begleiter im Spiegeldöschen passt<br />

in jede Reisetasche. clarins.de<br />

Farbenfreude<br />

Karibische Lebensfreude und<br />

französisches Savoir-vivre locken<br />

Yachties im April zu den „Voiles<br />

de St. Barth“. Die heiteren<br />

Farben der Insel inspirieren<br />

die Mode-Kollektion, ollektion, die<br />

Gaastra für das Event<br />

kreiert hat. Die sportiven,<br />

lässigen Outfits sind ideal<br />

fürs Frühjahr in unseren<br />

Breiten – es gibt nicht nur<br />

coole Polos, sondern auch<br />

schicke Westen, die bei<br />

einer frischen Brise einfach<br />

unentbehrlich sind,<br />

auch im Mittelmeer und<br />

in heimischen sern. Dass die Teile nicht<br />

Gewäs-<br />

nur optisch ansprechend,<br />

sondern auch hoch funktional sind, dafür garantiert die<br />

maritime Tradition und innovative Power des Labels.<br />

gaastra.eu<br />

62 I 02/2013


NATUR-<br />

FREUNDE<br />

FOTOS: HERSTELLER<br />

Streifen sind einfach der Inbegriff<br />

maritimer Mode. Man muss kein<br />

Matrose sein, um sie zu tragen,<br />

und längst zieren sie nicht mehr<br />

nur raue Männer-Shirts. Die<br />

feinen Streifenmodelle des<br />

jungen Luxus-Labels Muriée,<br />

nachhaltig produziert, sind wunderbar<br />

geeignet für die ersten Frühlingstage<br />

an Bord und beim Landgang. Muriée setzt auf die<br />

seltene farbig gewachsene Baumwolle, aber auch<br />

auf Kaschmirwolle, gefärbt mit Naturfarben. Die federleichte Haptik<br />

verdanken die Muriée-Materialien einem natürlichen Weichmacher,<br />

dem Wasser aus den Quellen der Shetland-Inseln. Das edle Material<br />

ist auf Reisen so unkompliziert wie das Streifen-Muster – natürlich gibt's<br />

für anspruchsvolle Seefahrer auch leuchtende Unis. muriee.com<br />

REISEBEGLEITER<br />

Wasserfeste Taschenspiele macht Bric's, sches Edel-Label, in diesem Sommer im<br />

italieni-<br />

Zeichen der legendären Amalfitana: elegant ist die Linie Positano aus bord-<br />

und beachtauglichem, funk-<br />

Sportlichtionalem<br />

Hightech-Material mit<br />

dem Effekt leicht gekrispelten<br />

Leders (effetto pelle saffiano). Die<br />

klar designte Kollektion umfasst<br />

Handtasche, Schultertasche und<br />

Necessaire – frau hat also die Qual<br />

der Wahl. Positano ist in den Farben<br />

Weiß, Beige und in zwei unterschiedlichen<br />

Blautönen erhältlich.<br />

brics.it<br />

KONTRASTMITTEL<br />

Auf dem Wasser blendet die Sonne stärker als an Land – blaues Streulicht<br />

überlagert die anderen Farben und führt zu kontrastarmem Sehen.<br />

Die SunContrast Sonnenbrille von Rodenstock filtert die Lichtstrahlung<br />

auf das optimale Maß, Gegenstände erscheinen kontraststark, Farben<br />

und Details wirken natürlich. Bernsteinfarbene Gläser sind wegen ihrer<br />

Kontrastwirkung auf Grün ideal für Wassersportarten, grüne Gläser<br />

sorgen generell für natürliche Farbwahrnehmung und hohen Blendschutz.<br />

Es gibt sie in 65 % oder 80 % Tönung<br />

– je intensiver das Licht,<br />

desto dunkler muss das Glas<br />

sein. rodenstock.de<br />

KNOTEN-<br />

KUNDE<br />

Bademode von Gottex findet ihre Themen<br />

und Motive in der Exotik der Fidschi-Inseln,<br />

auf Antigua oder Sansibar. Die farbintensiven<br />

Stücke sind perfekt geschnitten und bringen<br />

weibliche Formen vollendet zur Geltung. Das<br />

Label kommt aus den USA, ist aber längst<br />

weltweit erfolgreich. Die Signature-Kollektion<br />

von Gideon Oberson by Gottex greift diesmal<br />

auch explizit maritime Motive auf, die Linie True<br />

Blue variiert Streifen- und Knoten-Prints, neben<br />

Bikini, Tankini und Badeanzügen gibt es Pants<br />

und einen Pareo.<br />

gideonobersonswim.com<br />

Zeitreise<br />

Wer mit der Yacht und im Business weltweit unterwegs<br />

ist und exklusive Luxusuhren schätzt,<br />

für den ist die neue Duomètre Unique Travel<br />

Time von Jaeger-LeCoultre ein idealer Begleiter.<br />

Die Uhr mit satiniertem Weißgold-Gehäuse<br />

verfügt über zwei unabhängig voneinander arbeitende<br />

Werke, erstmals lässt sich die<br />

Zeit auch in der Reisezone auf die<br />

Minute genau einstellen. Beide<br />

Werke verfügen über eine<br />

50-Stunden-Gangreserve,<br />

eine einzige Krone steuert<br />

die Einstellung aller Funktionen.<br />

Die renommierte<br />

Schweizer Manufaktur, die<br />

seit 180 Jahren Expertise<br />

in der Fertigung feinster<br />

mechanischer Uhren besitzt,<br />

hat den edlen Zeitmesser in<br />

einer auf 100 Exemplare limitierten<br />

Edition aufgelegt – was<br />

eine Wertsteigerung wahrscheinlich<br />

macht. jaeger-lecoultre.com<br />

02/2013 I 63


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

Beim Segeln kann<br />

ich neben Profis und<br />

Olympiasiegern am<br />

Start sein, und ich kann<br />

gewinnen. Es gibt nicht<br />

viele Sportarten, die<br />

einem das bieten.<br />

64 I 02/2013


Ein Mittagessen mit...<br />

MIKE SLADE<br />

MIT SEINER LEOPARD 3 IST DER ENGLÄNDER<br />

MIKE SLADE WELTWEIT UNTERWEGS.<br />

NICHT EINFACH SO, SONDERN UM REKORDE<br />

ZU BRECHEN. ABER DIESER MANN IST NICHT<br />

VERBISSEN, ER TRITT EINEM ENTSPANNT<br />

UND GELASSEN GEGENÜBER.<br />

TEXT MARK CHISNELL FOTOS IAN ROMAN, BEKEN OF COWES<br />

[COPYRIGHT OF BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED: ALL RIGHTS RESERVED], LICENSED BY BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED<br />

Als Mike Slade zum Lunch bei Browns in London-Mayfair eintrifft, unterhält er<br />

sich gerade. Im ersten Moment denke ich, er hat einen Gast zum Interview<br />

mitgebracht. Aber es ist nur ein Zufall, dass Slade zur gleichen Zeit das Lokal<br />

betritt wie der Mann in Nadelstreifen, mit dem er jetzt Worte wechselt. Beim Öffnen<br />

der Tür hat Slade mal eben seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, ungezwungen mit<br />

Menschen umzugehen. Er ist ein Kontaktgenie.<br />

Das ist ein nützliches Talent im Geschäft mit der Immobilienentwicklung, dem Slade<br />

sein eigenes Geld und sein Ansehen verdankt. Die Büros von Helical Bar liegen<br />

um die Ecke, und er ist dort seit den 1980er Jahren<br />

Geschäftsführer. Seitdem gab es einige Booms und<br />

Crashs im Vermögensmarkt, die an Slade keine erkennbaren<br />

Spuren hinterlassen haben. Wir bestellen<br />

beide ein gute englische Mahlzeit, Fish and Chips.<br />

Slade wurde 1946 in Port Isaac geboren, einem<br />

schönen Fischerstädtchen an der Nordküste von<br />

Cornwall. Die Familie zog in den 1950er Jahren nach<br />

London, verbrachte aber die Ferien immer in Cornwall,<br />

wo Mike segeln lernte. „Das ließ sich kaum vermeiden“,<br />

sagt er, „wer nicht Wasserski fuhr oder surfte,<br />

sprang in ein Dingi und fuhr raus.“<br />

In der Familie konnte ursprünglich niemand segeln,<br />

aber sie nahmen Unterricht. Slade erinnert sich an<br />

ein Erlebnis mit seinem Vater in einem kleinen Klinkerboot.<br />

„Ich muss etwa sechs oder sieben gewesen<br />

sein. Sie hatten uns zwar das Segeln beigebracht,<br />

aber nicht, wie man vom Strand aus startet. Mein Vater<br />

02/2013 I 65


YACHT STIL I EIN MITTAGESSEN MIT...<br />

Slades erste echte Segelyacht war die Ocean 80 Ocean Leopard, fertiggestellt 1988.<br />

Eigentlich für die Charter gekauft, brachte das Schiff ihn der Regattasegelei nahe.<br />

Der nächste Schritt war 1993 Longobarda (rechts), eine Regatta-Charteryacht<br />

EIN REPORTER<br />

FRAGTE, OB<br />

ICH DER<br />

EIGNER VON<br />

LONGOBARDA<br />

SEI UND OB<br />

ICH WÜSSTE,<br />

DASS SIE ANGE-<br />

GRIFFEN WIRD<br />

bekam das Ruder nicht runter, und ich nicht das Schwert.<br />

Mein Vater hielt sich an dem einzigen Tampen fest, an dem<br />

er nicht hätte ziehen sollen – der Großschot. Unter den Augen<br />

des ganzen Hafens rammten wir jedes verdammte Boot, das<br />

an einer Mooring lag. Danach hinderte ich meinen Vater<br />

daran, nochmal an Bord zu kommen, und bin allein gesegelt.“<br />

Er fuhr meistens gegen sechs oder sieben Uhr morgens raus<br />

und blieb ein paar Stunden draußen. „Ich habe das geliebt,<br />

wirklich geliebt.“<br />

Mit neun bekam er sein erstes Boot, ein GP14-Dinghy, und<br />

schloss sich der Regattaszene an, die sich jedes Jahr für die<br />

Dauer von acht Wochen in der Camel-Mündung etablierte.<br />

Das fand ein jähes Ende, als er bei einem Autounfall schwere<br />

Verletzungen am Rücken erlitt, die Operationen erforderten.<br />

Er erholte sich zwar völlig, aber fünfzehn Jahre lang konnte er<br />

weder segeln, noch Cricket, Rugby oder Golf spielen. Er war<br />

in der Schulzeit ein guter Golfer mit einstelligen Handicaps.<br />

Der Autounfall setzte all dem ein Ende. „Ich hatte Verwachsungen<br />

am Rückgrat und alles Mögliche“, erinnert er sich. Er<br />

gründete in dieser Zeit seine Familie. „Ich konnte nicht viel<br />

anderes tun“, sagt er philosophisch.<br />

Er war Mitte dreißig, als er zum Segeln zurückfand. Seine<br />

Eltern waren an die englische Südküste umgezogen. So kam<br />

66 I 02/2013


er nach Lymington. In den späten 1970ern segelte er mit<br />

einigen Freunden eine Etchells. Sie machten einige Jahre<br />

lang bei der Solent-Serie mit, bis ihn 1986 jemand auf den<br />

Gedanken brachte, eine Ocean 60 für die Cowes Week zu<br />

chartern. Er genoss nicht nur die Wettfahrten, er entdeckte<br />

auch, dass Yacht-Charter ein profitables Geschäft sein kann.<br />

Mit dem Geld, das er bei Helical Bar schon verdient hatte,<br />

wollte er selbst einen Versuch wagen.<br />

Es dauerte nicht lange und er ließ sich zum Kauf einer Ocean<br />

80 überreden, die er Ocean Leopard nannte. Das war ein<br />

gewaltiger Sprung für einen Mann, der vorher nur Dingis<br />

besessen hatte. „Es war vor allem ein Charterboot“, sagt Slade,<br />

„und dieses Prinzip musste man nur durchhalten. Ich habe ein<br />

Geschäft betrieben.“ Anfangs hatte er Agenten wie Camper<br />

& Nicholsons und konzentrierte sich aufs Urlaubs-Chartergeschäft,<br />

hauptsächlich in der Karibik und in der Türkei.<br />

Das ging so drei Jahre. Ocean Leopard war 1991 gerade<br />

von ihrem Karibik-Dienst zurückgekehrt und wurde vor dem<br />

Round-the-Island-Race (um die Isle of Wight) generalüberholt.<br />

Da sah einer der besten Segler Englands, Chris Law, das<br />

Boot auf der Werft und erkannte sein Potenzial. Er rief Slade<br />

an und sagte ihm, dass Ocean Leopard in einem Rennen mit<br />

ordentlich Wind sehr gut abschneiden könnte. Slade lud ihn<br />

ein, beim Steuern zu helfen, und so begann eine lange, für<br />

beide Seiten ergiebige Partnerschaft.<br />

Es war Slades erste Regatta mit dem Boot. Sie stürmten um<br />

die Insel, brachen den zwölf Jahre bestehenden Rekord von<br />

Mistress Quickly und waren der Star der Regattaberichte in<br />

den Sonntagszeitungen. Slade war hingerissen. „Mich hat seit<br />

diesem Tag das Regattafieber gepackt, wir haben durch das<br />

Medienecho auch viele neue Charterkunden gewonnen.“<br />

Slades Ocean 80-Charteryacht war ab jetzt ein gefragtes<br />

Regattaschiff. Sie ging nach Saint-Tropez und Antigua und<br />

nahm sogar am Round Britain teil, aber Slade erkannte, dass<br />

sie dafür eigentlich nicht gebaut war: „Wenn man Regatten<br />

segeln will, braucht man ein Regattaboot.“ 1993 machte er<br />

einen Ausflug nach Antibes. „Da standen ausgediente IOR-<br />

Maxis auf dem Trocknen, darunter Matador, Emeraude, aber<br />

auch diese Longobarda… Dazu Container voller Ausrüstung,<br />

und keiner wollte das haben.“ Slade kaufte Longobarda, um<br />

sein Portfolio um Regatta-Charter und Tages-Firmen-Charter<br />

zu erweitern. Beides betrieb er von Lymington<br />

aus mit Ocean Leopard und Longobarda.<br />

Der IOR-Maxi segelte über den<br />

Atlantik, um am Onion Patch vor Bermuda<br />

und an der Jubiläumsregatta des New<br />

York Yacht Club teilzunehmen. Slade fuhr<br />

das Schiff mit einem Truck quer durch die<br />

USA, mit drei Harley Davidsons als Begleitfahrzeugen,<br />

und startete dann beim<br />

Sydney-Hobart-Race.<br />

Die Reise um die Welt war ein großes<br />

Abenteuer. Auf dem Heimweg wurde das<br />

Schiff am Horn von Afrika von somalischen<br />

Piraten angegriffen. „Ich saß zu Hause“, erzählt<br />

Slade, „ich werde das nie vergessen.<br />

Ein Reporter rief mich morgens um acht<br />

an und fragte, ob ich der Eigner von Longobarda<br />

sei und ob ich wüsste, dass sie<br />

Slades Allrounder Leopard of London. Das 28-Meter-Schiff, Baujahr 2000, hatte ein gefährliches und an Abenteuern reiches Dasein<br />

02/2013 I 67


YACHT STIL I EIN MITTAGESSEN MIT...<br />

Zehn Tage später wurde es eingeschleppt und auf einen<br />

Frachter gestellt. Der geriet während der Überfahrt in einen<br />

Sturm, die Yacht wurde aus ihrem Lagerbock gehoben und<br />

ging über Bord. Sie wurde erneut geborgen, diesmal mit<br />

zwei Löchern im Rumpf, die groß genug waren, dass man<br />

durchsteigen konnte. Sie wurde repariert und blieb bis 2005<br />

in Slades Händen.<br />

Im Jahr 2007 stellt Leopard 3 mit 44 Stunden 18 Minuten einen neuen Fastnet-Rekord auf.<br />

angegriffen wird? Ich versuchte, den Skipper Neill Batt zu<br />

erreichen, ohne Erfolg. Gott sei Dank rief der Reporter eine<br />

Stunde später wieder an, um mir zu sagen, dass Schiff und<br />

Crew gerettet sind.“ Neil Batt hatte die Piraten hingehalten,<br />

bis eine kanadische Fregatte eintraf.<br />

Longobarda kam heil in England an, und 1996 brach Slade<br />

seinen eigenen Round-The-Island-Rekord. Er betrieb beide<br />

Boote als Tandem, Ocean Leopard für Termin-Charter, Longobarda<br />

für Regatta-Charter, und beide kamen für die Firmen-<br />

Ausflüge zum Einsatz. Als die IMS-Vermessungsformel die<br />

IOR-Formel ablöste und neue Boote auf den Markt kamen,<br />

sah Longobarda plötzlich älter aus, als sie war.<br />

Ende der 1990er Jahre rationalisierte Slade sein Segelgeschäft.<br />

Er verkaufte beide Schiffe und ersetzte sie durch<br />

eines, einen spektakulären Neubau. „Es sollte beim Fastnet<br />

vorn segeln und sowohl in der Termin- als auch in der Regatta-Charter<br />

einsetzbar sein“, erklärt Slade. Leopard of<br />

London wurde von Reichel/Pugh gezeichnet und kam 2000<br />

ins Wasser. Sie war 28 Meter lang und hatte Wasserballast,<br />

ein kompromissloser Zweckbau. Chris Sherlock hatte<br />

inzwischen den Job des Skippers übernommen, und eines<br />

Tages rief er Mike Slade in dessen Skiurlaub an. Er hatte<br />

Neuigkeiten, die kein Eigner gern hört. Leopard of London<br />

steckte in einem Atlantiksturm. Die Yacht war schwer beschädigt,<br />

und die Crew bereitete sich darauf vor, auf einen<br />

russischen Tanker umzusteigen. Sherlock bekam alle sicher<br />

von Bord, schloss die Schotten und hinterließ das Schiff so,<br />

dass es möglichst lange oben bleiben würde.<br />

Ihr Nachfolger wurde 2007 ein 30-Meter-Supermaxi von Farr<br />

Design. Leopard 3 war, mit Slades Worten, als „das geilste<br />

Schiff der Welt“ konzipiert. „Sie sollte das Chartersegeln<br />

und die Regatta-Charter in eine neue Dimension führen. Mit<br />

anderen Worten: Erstmal Rekorde brechen und sich einen<br />

Namen machen, und sich dann als siegfähiges Regattaschiff<br />

behaupten.“ Slade musste das Kunststück schaffen, ein<br />

echtes Rennschiff zu bauen, das aber nach den britischen<br />

Sicherheitsrichtlinien als kommerzielles Charterschiff zugelassen<br />

würde.<br />

Während das Boot gebaut wurde, sank der Volvo-Racer<br />

Moviestar im Atlantik, und plötzlich wies Farr Design die<br />

Werft McConaghy an, zusätzlich zweieinhalb Tonnen<br />

Karbon in der Struktur zu verbauen. „Die Frage ist, wie kombiniert<br />

man Racing und Charter“, sagt Slade, „das Boot wird<br />

dadurch schwerer, und der Konstrukteur hat den Job, den<br />

Nachteil irgendwie wieder wett zu machen. Die Lösung war:<br />

Wir würden’s auf Am-Wind-Kursen rausreißen.“<br />

Er räumt ein, dass Leichtwind-Bedingungen und Vorwind-<br />

Rennen die Schwäche von Leopard 3 waren, hält es aber<br />

für richtig, sie zum Preis zusätzlichen Gewichts verstärkt zu<br />

haben. Sie wurde ebenso hart geprüft wie ihre Vorgängerin<br />

– ebenfalls in einem Atlantik-Sturm. Sherlock und seine Crew<br />

liefen vierzehn Stunden vor nackten Spieren, in dieser Zeit<br />

rannte sich das Schiff zweimal fest und legte sich auf die<br />

Seite. Es überstand den Test unbeschädigt.<br />

Slade hatte vorgehabt, dem Schiff eine vollständige Inneneinrichtung<br />

zu geben und es, wie zuvor Leopard of<br />

London, in Zeit-Charter, Tages-Charter und Regatta-Charter<br />

laufen zu lassen. Aber die globale Rezession hatte die Situation<br />

verändert. „Seit 2007 ist der Zeit-Charter-Markt praktisch<br />

tot“, sagt er. „Wir statteten sie tatsächlich wie Leopard<br />

of London aus, nur eben fünf Jahre später als geplant. In<br />

der Zwischenzeit haben wir ihr einen Namen verschafft, und<br />

das war eine sehr aufregende Sache.“<br />

Leopard 3 sammelte rund um die Welt erste Plätze und Rekorde.<br />

Slade hält wieder den Rekord Round-the-Island (wie<br />

mit seinen drei Booten davor) und noch etliche andere. Kommerziell<br />

läuft’s auch. „Die ICAP-Gruppe sponsert das Schiff,<br />

und wir sind im Sommer komplett ausgebucht, Tag für Tag.<br />

LEOPARD 3 LIEF VIERZEHN STUNDEN VOR NACKTEN<br />

SPIEREN, IN DIESER ZEIT RANNTE SIE SICH ZWEIMAL<br />

FEST UND LEGTE SICH AUF DIE SEITE<br />

68 I 02/2013


Wettfahrten und Regatta-Charter waren der beste Weg, das<br />

Schiff Geld verdienen zu lassen, solange der Zeitcharter-<br />

Markt in der Karibik und im Mittelmeer für diese Art von<br />

Booten am Boden liegt.“ Jetzt aber, mit der hart erarbeiteten<br />

Reputation – sehr schnelles Schiff, großartiges Segeln – und<br />

einem kompletten Refit, sind sechs Wochen Charter in der<br />

Karibik gebucht. „Mehr als acht Wochen waren es auch in<br />

den guten alten Tagen nie“, erinnert sich Slade.<br />

In Zukunft will Slade Winter-Regatten in der Karibik und<br />

Firmen-Charter im britischen Sommer segeln. „Was echte<br />

Hochsee-Regatten angeht, habe ich das Handtuch geworfen“,<br />

seufzt er. „Beim ersten Mal segelte ich mit Leopard<br />

of London Transatlantik, da war ich vier Tage schwer seekrank.<br />

Wir mussten uns Spritzen in den Hintern geben, so sehr<br />

waren wir dehydriert.“<br />

Ohne Zweifel ist Slade ein untypischer Superyacht-Eigner.<br />

Er gibt gern zu, dass er es sich nicht leisten könnte, wenn<br />

er nicht ein Geschäft daraus machte. Er hat es auf diese<br />

Weise aber geschafft, für mehr als ein Jahrzehnt am Ruder<br />

einiger der schnellsten und coolsten Segelyachten der Welt<br />

zu stehen, und er macht weiter. „Meine Motivation ist einfach“,<br />

sagt er. „In meinem Alter kann ich nicht mehr wettbewerbsfähig<br />

Tennis spielen. Ich könnte Marathon laufen oder<br />

sowas, aber nicht in der Spitze. Und ich hab geschäftlich<br />

viel zu tun. Beim Segeln kann ich neben Profis und Olympiasiegern<br />

am Start sein, und ich kann gewinnen. Es gibt<br />

nicht viele Sportarten, die einem das bieten.“<br />

Dieses Jahr will er sogar seine Familie für zwei Wochen Urlaub<br />

an Bord holen. Er hat inzwischen vier Enkel und eine<br />

kleine Wayfarer-Jolle in Cornwall, die er immer noch in den<br />

Morgenstunden segelt. Er spielt Tennis und ist fünf Marathons<br />

gelaufen, seine Frau hat fünf Stuten und züchtet<br />

Pferde. Im Frühling will er eine Radtour vom Norden bis nach<br />

Land’s End im äußersten Südwesten unternehmen. Und er ist<br />

stolz darauf, der LandAid seit zehn Jahren vorzustehen. Die<br />

SLADE STEHT SEIT MEHR<br />

ALS EINEM JAHRZEHNT AM<br />

RUDER DER SCHNELLSTEN<br />

UND COOLSTEN SEGEL-<br />

<strong>YACHTEN</strong> DER WELT.<br />

UND ER MACHT WEITER.<br />

gemeinnützige Stiftung der Vermögensverwalter unterstützt<br />

junge, benachteiligte Menschen darin, ihre Möglichkeiten<br />

zu entfalten. “Wir wollen auch zeigen, dass wir Vermögensmenschen<br />

nicht ganz so schlimm sind, wie manche Leute<br />

denken”, sagt Slade mit seinem typischen Lachen.<br />

Dann fällt ihm ein, dass er wieder ins Büro und sich ums<br />

Geschäft kümmern muss. Ich bleibe zurück und frage<br />

mich, wie ihn jemand für etwas anderes als einen der<br />

Guten halten könnte. &<br />

[COPYRIGHT OF BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED: ALL RIGHTS RESERVED]<br />

LICENSED BY BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED<br />

Auch Slades berühmte Leopard 3 (links und oben rechts) überlebte einen schweren Sturm. Sie gewann unzählige Preise und ist jetzt ein<br />

komfortabel ausgestattetes und begehrtes Charterschiff<br />

02/2013 I 69


YACHT STIL I UHREN<br />

Chronometer heißt<br />

Präzision<br />

AUCH WENN DAS CHRONOMETER AN BORD AUSGEDIENT HAT, LEBT ES ALS<br />

ARMBANDUHR WEITER. DER BEGRIFF BEZEICHNET EINE BESTIMMTE, GEPRÜFTE<br />

GANGGENAUIGKEIT. TEXT STEFAN HENCKE FOTOS HERSTELLER<br />

Ihrer ursprünglichen Funktion nach waren Chronometer<br />

nautische Instrumente zur Bestimmung der Position eines<br />

Schiffes auf den Weltmeeren. Die Seefahrer verglichen die<br />

Ortszeit mit der vom Marinechronometer angezeigten Referenzzeit.<br />

Aus der Abweichung konnten sie Rückschlüsse<br />

auf die Position des Schiffes in Relation zu den Längengraden<br />

ziehen. Je ganggenauer der Chronometer arbeitete,<br />

desto exakter war die Positionsbestimmung möglich.<br />

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden nahezu alle Schiffe<br />

mit – nicht selten mehreren – Chronometern ausgestattet.<br />

Begegneten sich zwei Schiffe auf dem Ozean, war es<br />

Seemannsbrauch, die jeweiligen Chronometerstände zu<br />

vergleichen. Auch für die Wissenschaft erwiesen sich Chronometer<br />

als gewinnbringend. So berechnete der berühmte<br />

deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt, der eine<br />

besondere Vorliebe für das Meer hegte, zur selben Zeit mit<br />

Hilfe seines Chronometers Stärke und Richtung von Meeres-<br />

strömungen. Heute spielen klassische Marinechronometer<br />

in der Seefahrt kaum noch eine Rolle, die Navigation erfolgt<br />

primär via Satellit.<br />

Doch der Begriff Chronometer ist nicht verschwunden. Er<br />

bezeichnet mechanische Uhren, die wie ihre maritimen<br />

Ahnen eine besondere Ganggenauigkeit nachweisen können.<br />

Diese Präzisionsuhren werden von einer unabhängigen,<br />

offiziellen Prüfstelle über einen längeren Zeitraum<br />

getestet. Das bekannteste dieser Institute ist das Schweizer<br />

COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres) mit<br />

Sitz in La Chaux-de-Fonds. Hier dauert die Prüfung einer<br />

mechanischen Uhr fast drei Wochen, während derer der<br />

Gang des Werks in fünf verschiedenen Lagen bei drei<br />

Temperaturen bestimmt wird. Erfüllt die Uhr verschiedene<br />

Prüfkriterien, wie eine maximale Gangabweichung zwischen<br />

-4 bis +6 Sekunden am Tag, erhält sie das begehrte<br />

Chronometerzertifikat.<br />

70 I 02/2013


Klassiker in Blau: Seit<br />

über 60 Jahren führt<br />

Breitling den Navitimer<br />

bereits im Portfolio.<br />

Zum Jubiläum erschien<br />

ein auf 500 Exemplare<br />

limitiertes Modell mit<br />

blauem Zifferblatt<br />

Der Anker als Markenzeichen:<br />

Ulysse<br />

Nardin blickt auf eine<br />

lange Tradition in der<br />

Fertigung von Marinechronometern<br />

zurück.<br />

An die Historie soll der<br />

Marinechronometer<br />

Manufacture erinnern<br />

Goldener Chronometer:<br />

Der Classic Racing<br />

Superfast Chrono von<br />

Chopard verfügt über ein<br />

massives Goldgehäuse.<br />

Dieser Luxus hat seinen<br />

Preis – 25.620 Euro<br />

Besonders widerstandsfähig:<br />

Der Corum Seafender<br />

48 Chrono Centro ist<br />

aus leichtem Titan gefertigt,<br />

dabei aber ungemein<br />

robust. Garantiert wird<br />

eine Wasserdichtigkeit<br />

bis 30 bar<br />

Deutsche Eleganz:<br />

Der Teutonia II Chronometer<br />

von Nautische<br />

Instrumente Mühle-<br />

Glashütte verfügt<br />

ebenfalls über ein zertifiziertes<br />

Werk. Beim Design<br />

setzen die Sachsen<br />

auf Understatement<br />

FOTOS: HERSTELLER<br />

Legende in neuem Gewand:<br />

Das Gehäuse der<br />

Yacht-Master Rolesium<br />

von Rolex besteht aus<br />

Edelstahl und Platin.<br />

Darin arbeitet ein vom<br />

COSC zertifiziertes<br />

Manufakturkaliber<br />

Für Weltreisende:<br />

Die Seamaster Aqua<br />

Terra GMT von Omega<br />

zeigt zwei Zeitzonen<br />

gleichzeitig an. Ihr Gehäuse<br />

widersteht einem<br />

Wasserdruck von bis zu<br />

15 bar<br />

02/2013 I 71


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02/2013 I 73


REISE CHARTER<br />

Glanzlichter<br />

SEHNSUCHT<br />

NACH SÜDSEE<br />

Wahrhaft paradiesisch ist das neue Mitglied der<br />

Leading Hotels of the World, das Laucala Island Resort<br />

auf Fidschi in der Südsee: In einem abgeschiedenen<br />

Teil der 1.400 Hektar großen Insel verstecken sich die 24<br />

Villen des Resorts. Alle haben einen eigenen Pool und<br />

tropische Gärten. Im Fine Dining Restaurant Plantation<br />

House steht Gourmetküche auf der Karte, im Seagrass<br />

Restaurant gibt es asiatische Leckereien und in The<br />

Rock Lounge leichte Snacks und Getränke. Doch nicht<br />

nur Feinschmecker, auch sportlich Aktive kommen auf<br />

ihre Kosten: Laucala ist ein erstklassiges Tauchrevier,<br />

man kann die tropische Insel zu Pferd erkunden<br />

oder eine Runde auf dem resorteigenen 18-Loch-<br />

Meisterschafts-Golfplatz spielen. Und das luxuriöse<br />

Insel-Resort hat natürlich einen eigenen Yachthafen.<br />

LHW.com/LaucalaIslandResort<br />

MAXIS<br />

WILLKOMMEN<br />

Für Lebenskünstler und Genießer ist die Karibikinsel<br />

St. Barth ein himmlisches Ziel mit französischem<br />

Savoir-vivre. Kein Wunder, dass sich dort viele VIPs<br />

diskrete Refugien geschaffen haben – und dass die<br />

vom 8. bis 13. April dort stattfindende Regattaserie<br />

„Les Voiles de St. Barth“ nicht nur die Lust am Sport,<br />

sondern auch die Lust am Leben und Erleben zelebrieren<br />

möchte. In diesem April sind in einer eigenen<br />

Klasse dort Maxi-Yachten am Start, deren<br />

Eigner und Crews nicht nur zu leben,<br />

sondern auch zu segeln wissen...<br />

Zur neuen, dritten Auflage des<br />

Events gibt’s ein entspanntes, aber<br />

hochklassiges Rahmenprogramm.<br />

lesvoilesdesaintbarth.com<br />

74 I 02/2013


LUXUS<br />

IN DER LUFT<br />

Air Berlin hat die Business Class für die Langstrecke komplett neu<br />

gestaltet – damit geht’s jetzt im Flat-Bed ausgestreckt zu fernen<br />

Gestaden, von Dubai bis LA. Dank Oneworld Alliance ist Deutschlands<br />

zweitgrößte Airline jetzt global vernetzt und bietet mehr Service und<br />

bessere Umsteigeverbindungen. Ein Lieblingsziel allerdings ist nicht<br />

weit: Für den schnellen Kurztrip nach Sylt braucht man kein Bett an<br />

Bord: Wöchentlich 26 Insel-Flüge bietet die Airline ab Mai an und<br />

verbindet die Metropolen Berlin, Düsseldorf, Köln, München und<br />

Stuttgart mit Westerland. Auch aus der Schweiz gibt es eine<br />

neue Verbindung: Von Zürich fliegt Air Berlin zur nördlichsten<br />

deutschen Insel. airberlin.com<br />

ANTIKE TRIFFT<br />

MODERNE<br />

Rund 80 Kilometer südlich von Athen, auf der<br />

Peloponnes-Halbinsel, entwickelt Camper & Nicholsons<br />

jetzt die Marina Ermioni für Anspruchsvolle<br />

mit Yachten bis zu 65 Metern Länge. Nicht die<br />

ganz großen also, aber das Revier mit den charmanten<br />

Inseln Hydra, Dokos und Spetses eignet<br />

sich eben auch am besten für Yachten bis zu<br />

dieser Größe. Das Investment in Zeiten der Krise<br />

in Griechenland ist auch ein Signal – schließlich<br />

hat das Land Schätze von unfassbarem Wert und<br />

atemberaubender Schönheit. Antike Stätten und<br />

das berühmte Porto Heli liegen nahe der Marina,<br />

die C&N als Fünfsterne-Anlage luxuriös und topmodern<br />

ausstattet. Mehr unter cnmarinas.com<br />

FOTOS: ANBIETER; CHRISTOPHE JOUANY / LES VOILES DE ST BARTH<br />

STAR DER<br />

AMERICAN RIVIERA<br />

Im legendären Santa Barbara anderthalb Autostunden von LA entfernt<br />

eröffnet das legendäre El Encanto wieder – es gehört zur Orient-Express-<br />

Gruppe, die unter anderem auch Hotellegenden wie das Splendido in<br />

Portofino ihr eigen nennt. Die spanische Kolonialarchitektur des Hotels<br />

aus den frühen 1920er Jahren wurde beibehalten und um moderne<br />

Annehmlichkeiten ergänzt. Die 92 Zimmer und Suiten sind in teilweise<br />

historischen Bungalows untergebracht und im „American Riviera Style“<br />

eingerichtet. El Encanto liegt hoch oben über dem Meer, mit Blick über<br />

Santa Barbara und doch nur wenige Minuten vom Beach und vom quirligen<br />

Yachthafen entfernt. orient-express.com<br />

IM SCHATTEN<br />

DES VESUV<br />

Die neue Marina Marinella di Castellammare der<br />

erfolgreichen Marinedi-Gruppe nimmt Gestalt an:<br />

Sie wird eine der größten des Mittelmeerraums.<br />

Für die luxuriöse Anlage wurde ein ehemaliger<br />

Industriehafen umgewidmet. Bis jetzt sind Mole<br />

und Kais fertiggestellt, noch ist das Ganze also<br />

Baustelle. Doch wer sich für einen Liegeplatz am<br />

Golf von Neapel mit seinen faszinierenden Inseln<br />

Capri, Ischia und Procida interessiert, sollte aktiv<br />

werden, die Marina hat für etwa 80 Super- und Megayachten<br />

bis 100 Meter Platz. Welchen Standard<br />

Marinedi-Marinas bieten, kann man auf Sardinien<br />

sehen: Die Marina di Villasimius bietet dort Plätze<br />

für Yachten bis 60 Meter. marinedi.com<br />

02/2013 I 75


REISE CHARTER I ALASKA<br />

Im eisigen<br />

Norden<br />

FOTO: SHUTTERSTOCK.COM/ CECOFFMAN<br />

76 I 02/2013


Mit der richtigen Yacht kann es<br />

auch in die Kälte gehen. Der<br />

Süden Alaskas ist der richtige Ort,<br />

um Natur und Stille zu erleben<br />

Wale und Bären, kreisende Adler und laichende Lachse –<br />

wer im Süden Alaskas chartert, fernab der ausgetretenen<br />

Pfade, hat ungewöhnliche Reisebegleiter<br />

text kelly sanford Fotos Sharon Rankin, shutterstock<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

02/2013 I 77


REISE CHARTER I ALASKA<br />

„Südalaskas prachtvolle Landschaft ist von<br />

Gewässern umgeben, in denen es von Tieren<br />

– darunter Killerwallen, Robben und Lachse –<br />

nur so wimmelt. An den Ufern tummeln sich Bären und nisten Adler.“<br />

Als sich unser Flugzeug dem Gastineau Channel bei Juneau<br />

nähert, sind wir höchst erfreut, überall klaren Himmel zu sehen.<br />

Mit dem Sommer ist das so eine Sache in Alaska. Manche<br />

Tage sind nass, nebelig und kalt, andere Tage bieten eine<br />

wunderbare Mischung aus kühlem Seewind und trockener<br />

warmer Luft unter einem wolkenlosen Himmel. Die Wettervorhersage<br />

verhieß glücklicherweise das Letztere.<br />

Shogun erwartet ihre Gäste in Auke Bay, einem Fischerort<br />

zehn Seemeilen nördlich von Juneau. Das Schiff ist eine<br />

von Jon Overing gezeichnete Flagship aus dem Jahre<br />

1993, die früher als Bon Bon fuhr. Sie hat, typisch für Overing,<br />

traditionelle Linien und ist als solides Seeschiff gebaut.<br />

Ihre ersten drei Jahre verbrachte sie in Florida und den Bahamas,<br />

dann wurde sie von Grund auf überarbeitet und,<br />

nach Plänen von Overing, um drei Meter verlängert. Die<br />

Decksflächen wurden nahezu verdoppelt und ein Landeplatz<br />

für Hubschrauber geschaffen. Mit ihrem zweiten Stapellauf<br />

1997 war die Yacht zu einem seetüchtigen Schiff<br />

für anspruchsvolle Reisen geworden. 2005 wurde es an<br />

einen Geschäftsmann von der Westküste der USA verkauft,<br />

der es innen auf den Stand der Zeit brachte und Shogun<br />

taufte. Seitdem ist das Schiff ständig an der Pazifikküste<br />

stationiert und eine der gefragtesten Charteryachten in<br />

Alaska.<br />

Auke Bay ist keine schicke Marina, und ein Dorado für alle,<br />

die aktuelle Neubauten von Westport, Christensen und<br />

Delta sehen möchten. Nicht wenige der ausgelieferten<br />

Schiffe unternehmen ihre Jungfernfahrten nach Alaska.<br />

Denn auch Alaska ist Urlaub, Shoguns Achterdeck ein<br />

perfekter Platz, um zu relaxen. Nach zwanzig Minuten, die<br />

unsere Maschinen nach dem Auslaufen schon vor sich<br />

hin brummeln, flüstern die Maschinen plötzlich im Leerlauf.<br />

Auf der Treppe zum Oberdeck begrüßt uns schon<br />

das fauchende Ausblasen eines Wals. Während das Boot<br />

antriebslos ausläuft, tauchen vier mächtige Buckelwale neben<br />

uns ab und hinter unserem Heck wieder auf. Dann<br />

vor dem Schiff, wieder mit einem kräftigen Ausblasen. Und<br />

dann ein bisschen weiter querab... Wir laufen mit unseren<br />

Kameras hin und her, um sie vor dem erneuten Abtauchen<br />

zu erwischen. So plötzlich, wie sie gekommen waren, verschwinden<br />

sie wieder und Shogun setzt ihre Fahrt um die<br />

Spitze von Admiralty Island fort.<br />

78 I 02/2013


Die Finne eines Buckelwals<br />

beim Abtauchen<br />

Shogun ist eine Flagship von 1993, nach<br />

einem Refit eignet sie sich optimal für den<br />

amerikanischen Norden. Das Schiff ist 37<br />

Meter lang und für acht Gäste ausgerüstet<br />

Majestätisch gleitet ein Weißkopfseeadler<br />

vor der Kulisse der Berge vorbei<br />

Juneau<br />

FOTOS: SHARON RANKIN, SHUTTERSTOCK.COM/ FLORIDASTOCK, SANEVICH<br />

Bei völliger Flaute genießen wir ein elegantes Mahl, während<br />

das Schiff in eine enge Einfahrt einläuft. Zum Sonnenuntergang,<br />

abends gegen zehn, ankert die Crew die 37 Meter lange<br />

Yacht in einer großartigen, geschlossenen Bucht. Eingehüllt in<br />

Decken sitzen wir auf dem Sonnendeck, hören Jazz und sehen<br />

einen Weißkopfseeadler aufsteigen, das amerikanische<br />

Wappentier. Am fernen Strand bellen Seelöwen auf einer felsigen<br />

Landzunge. Es ist der perfekte Abend, fast surreal.<br />

Am nächsten Morgen geht die Crew ankerauf, bevor wir<br />

erwachen. Auf der Brücke richtet Kapitän Mike Finnegan<br />

seinen Blick schon wieder auf eine unruhige Stelle im<br />

Wasser, eine halbe Meile vor uns. „Sieht aus, als ob da<br />

Orcas sind“, sagt er, nimmt langsam die Gashebel zurück<br />

und ändert den Kurs, um in eine bessere Beobachtungsposition<br />

zu kommen. Dann informiert er per Mikrophon<br />

die Crew: „Wir haben Orcas an Steuerbord.“ Die Crew gibt<br />

Ferngläser aus, und alle beobachten fasziniert und mit<br />

ein bisschen Entsetzen, wie die Tiere aus dem Wasser<br />

schießen und auf ihre Weise Robben frühstücken. Alaska<br />

ist auch immer Natur – so dicht dran, wie man es sonst<br />

nicht gewöhnt ist.<br />

Alaska<br />

Kanada<br />

USA<br />

Mexiko<br />

Auke<br />

Bay<br />

Chatham Strait<br />

Admiralty<br />

Island<br />

Tracy<br />

Arm<br />

Frederick<br />

Sound


REISE CHARTER I ALASKA<br />

Für alle, die Eiswürfel<br />

auch im Wasser mögen:<br />

teils gefrorener Fjord<br />

Alaska-Bilder wie im Film: Seelöwen-Mutter mit ihrem Jungen (oben);<br />

verlassenes Minengebäude (Mitte); ein Braunbär beim Lachsfischen (unten)<br />

Als wir am Nachmittag unseren Ankerplatz erreichen, werden<br />

die Kinder in kleine orangefarbene Overalls gesteckt, die Uniform<br />

der Alaska-Fischer. Die Crew macht den Tender klar und<br />

stellte den „pot“, einen Fangkorb ins Boot. Nachdem wir den<br />

„Topf“ ausgesetzt haben, auf dass er sich mit Dungeness-<br />

Krebsen fülle, kommen wir an einem Lachsfänger vorbei, der<br />

ein sehr langes, sehr tiefes Stellnetz ausbringt. Wir halten respektvoll<br />

Abstand und beobachten, wie der Kutter und ein<br />

kleineres Boot in weitem Bogen einen turbulenten Fleck einkreisen.<br />

Wir bekommen Appetit auf eigenen Fisch und fahren<br />

zur Shogun, wo wir uns Angeln und ein paar Beutel gefrorene<br />

Heringe als Köder holen, um selbst auf Lachsjagd zu gehen.<br />

Am Ende unseres Fischertages kehren wir mit zwei Königslachsen<br />

und acht dicken Silberlachsen zurück.<br />

Wir duschen und ziehen uns um, während der Koch unseren<br />

Fang zubereitet. Zum Dinner bekommen wir wunderbares<br />

Lachs-Tatar und als Hauptgang gegrillten Lachs mit frischen<br />

Kräutern, Zitronen und Olivenöl. Die Kinder essen ihren Lachs<br />

lieber in Form von Fischstäbchen mit einer dicken Root Beer-<br />

Honig-Sauce.<br />

Am nächsten Morgen, als die Crew sich anschickt, den Fangkorb<br />

wieder einzuholen, hören wir über uns das Brummen<br />

80 I 02/2013


„Lachse springen aus dem Wasser<br />

wie Popcorn, um den Weg in eine<br />

Bachmündung zu finden. In der Ferne ist<br />

das Gebell der Seelöwen auf einer Felszunge zu hören.“<br />

FOTOS: SHUTTERSTOCK.COM/ BIERCHEN, STEVE BOWER, MANAMANA, SAM DCRUZ<br />

eines Wasserflugzeugs. Gerade noch geschafft, denke ich,<br />

als die Maschine eine scharfe Kehre fliegt und hinter dem<br />

Schiff niedergeht. Wir haben einen kleinen Ausflug arrangiert<br />

und während Shogun zur Chatham Strait verholt, wollen wir<br />

zum Fliegenfischen an einen Bergsee, wo es Cutthroat-Forellen<br />

gibt. Wenig später schweben wir über Berge und durch<br />

einen Gletscherpass zu dem See, wo wir wenig später unsere<br />

Angeln auswerfen und Fische aus dem Wasser ziehen.<br />

Abends liegt die schneeweiße Shogun malerisch in der<br />

Nähe eines tosenden Wasserfalls vor Anker. An Bord kursieren<br />

Geschichten von Buckelwalen, denen das Schiff auf<br />

der Überfahrt hierher begegnet ist. Wir haben guten Hunger<br />

mitgebracht und machen uns über ein Festmahl von frisch<br />

gefangenen Riesenkrebsen mit Butter her.<br />

Alaska ist ein dünn besiedeltes Stück Erde. Fast zwei Millionen<br />

Quadratkilometer des US-Bundestaates sind nur von<br />

gut 700.000 Menschen bewohnt. Wer gern für sich ist oder<br />

in kleinen Gruppen lebt, ist hier richtig. Ein Ausflug führt Shoguns<br />

Gäste zu einer kleinen Siedlung, deren Einwohnerzahl<br />

nur gerade einmal zweistellig ist. Bären sind hier klar in der<br />

Überzahl. Jordan, der Erste Offizier, führt die Besucher in<br />

den Wald zu einer heißen Quelle. Sie sprudelt neben einem<br />

Flüsschen, das aus Gletscherwasser gespeist wird.<br />

Am Abend ankern wir in einer anderen atemberaubenden<br />

Bucht, und hier sehen wir die Bären, vor denen wir uns auf<br />

unserer Wanderung ein wenig gefürchtet haben. Fünf Braunbären<br />

balgen sich um die besten Plätze an einem Bach, um<br />

dann geduldig auf springende Lachse zu warten. Tags darauf<br />

beobachten wir eine Schwarzbären-Mutter mit zwei Jungen,<br />

die am selben Platz fischen. Auf dem Rückweg durch den<br />

Frederick Sound begegnet uns eine Schule Buckelwale, die<br />

als Team einen Schwarm Heringe jagt. Sie umkreisen die Fische,<br />

lassen Blasen aufsteigen und stoßen dann von unten<br />

mit geöffnetem Maul in den Schwarm hinein. Es erinnert<br />

stark an die Stellnetzfischer, die wir gesehen hatten. Eine ungewöhnliche<br />

Gegend mit ständig neuen Erlebnissen – weil<br />

wir Zeit haben, lassen wir uns treiben und legen die Angeln<br />

aus. Nach ein paar Stunden haben wir zwölf Heilbutte gefangen,<br />

alle zwischen 18 und 30 Kilogramm schwer. Der letzte<br />

Fang des Tages ist ein 45-Kilo-Weibchen. Wir lassen es wieder<br />

frei, damit es für kommende Generationen sorgen kann.<br />

Ich habe von dem Kampf Krämpfe in meinen Bizepsen, aber<br />

das Erlebnis ist jede Schmerztablette wert.<br />

Der letzte Tag bringt Shogun nach Tracy Arm, einen Fjord<br />

südlich von Juneau. Als wir einlaufen, wird es eng im Fahrwasser.<br />

Kleine weiße Eisberge machen größeren gletscher-<br />

02/2013 I 81


Creek Street, Ketchikan: ehemaliger Redlight-District,<br />

jetzt Einkaufsstraße<br />

82 I 02/2013


ALASKA I REISE CHARTER<br />

FOTOS: SHUTTERSTOCK.COM/ JO ANN SNOVER, MANAMANA, GALYNA ANDRUSHKO<br />

blauen Eisbergen Platz. Robben ruhen auf dem treibenden<br />

Eis, und kleine Schweinswale spielen vor unserem Bug.<br />

Während wir sie beobachten, ruft der Kapitän: „Schaut<br />

mal hoch!“ Da ist eine riesige Wand von blauem Eis, die<br />

Zunge eines gewaltigen Gletschers. Wir halten uns in<br />

sicherem Abstand und hören Geräusche wie von brechenden<br />

Bäumen. „Macht eure Kameras klar“, sagt Finnegan<br />

mit Erregung in der Stimme. Ein Bersten hallt durch<br />

die Bucht, und eine dicke Säule von Eis löst sich vom<br />

Gletscher und stürzt ins Wasser. Lieferwagengroße Eisblöcke<br />

fallen hinterher. Wenig später kommt die Welle,<br />

eine einzelne Erhebung auf dem glatten Wasser, die uns<br />

steigen und sinken lässt und dann dem Ausgang des<br />

Fjords zustrebt. Magisch.<br />

Mit dem Schlauchboot fahren wir das Eisfeld inspizieren.<br />

Wir bringen einen Eisklotz von der Größe eines Basketballs<br />

mit. Trish mixt einen Cocktail Tracy Arm aus Fruchtsaft,<br />

Champagner, Blue Curaçao und Eisstückchen von unserem<br />

Gletscherbrocken. In den nächsten Stunden paddeln wir<br />

mit Kajaks und Standup-Boards am Gletschereis entlang,<br />

um noch einmal das herrliche Wetter in dieser großartigen<br />

Landschaft zu genießen. Für den Rückweg nach Juneau<br />

sind Nebel und Regen angekündigt.<br />

Zum Abschied laden wir die Crew in den Grill-Pub von Juneaus<br />

Flugzeug-Hangar ein. Vom Fenster aus sehen wir das<br />

letzte Touristen-Wasserflugzeug des Tages starten. Shogun<br />

liegt an ihrem Liegeplatz – fast ein wenig klein neben einem<br />

halben Dutzend Kreuzfahrern. Seit Auke Bay die ersten<br />

Schiffe, die nicht dem Fischfang nachgehen. &<br />

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LICENSED BY BOAT INTERNATIONAL MEDIA LIMITED<br />

„Schließlich entdecken<br />

wir die Bären, vor denen wir<br />

uns auf unserer Wanderung ein wenig<br />

gefürchtet haben. Fünf Braunbären<br />

balgen sich um die besten Plätze an<br />

einem Bach, um dann geduldig auf<br />

springende Lachse zu warten.“<br />

Ein Muss sind Wanderungen in den Bergen Alaskas<br />

02/2013 I 83


REISE CHARTER I SPOTLIGHT<br />

TEXT CLAUS REISSIG<br />

FOTOS LÜRSSEN WERFT<br />

TITANIA<br />

NACH EINEM SIEBENMONATIGEN REFIT IN IHRER BAUWERFT IST<br />

TITANIA WIEDER ZU CHARTERN. DAS 2006 BEI LÜRSSEN GEBAUTE<br />

SCHIFF WURDE UNTER ANDEREM UM VIER METER VERLÄNGERT.<br />

Für das Refit wurde Titania für den World Superyacht Award nominiert. Der distinguierte Salon mit klassischer Möblierung und viel Holz (links);<br />

hinter der großen Heckklappe verbergen sich eine Bar und ein Wellness Bereich (rechts)<br />

84 I 02/2013


Funadhoo Island<br />

Raa Atoll<br />

Royal Island Resort<br />

Baa Atoll<br />

Kanifushi Island<br />

North Male Atoll<br />

Ari Atoll<br />

South Male Atoll<br />

Vandhoo Island<br />

TECHNISCHE DATEN<br />

LÄNGE 72 m<br />

BREITE 12,80 m<br />

TIEFGANG 3,70 m<br />

SPEED 14/16 kn (Cruising/max.)<br />

KABINEN 6 Ensuite-Doppelkabinen<br />

(inkl. einer Master- und einer VIP-Kabine)<br />

GÄSTE 12<br />

CREW 22<br />

WERFT/BAUJAHR<br />

Lürssen/2006 (Refit 2012)<br />

PREIS PRO WOCHE<br />

550.000 (Nebensaison) bis 600.000 Euro<br />

hillrobinson.com; dahm-international.com<br />

T<br />

itania ist eine echte Luxusherberge und perfekt<br />

für den Chartereinsatz. Während ihres Refits<br />

2012 wurde sie unter anderem um vier Meter<br />

auf jetzt 72 verlängert. Das kommt vor allem den Außenflächen<br />

zugute. So verfügt sie jetzt über einen eigenen<br />

Beach-Club inklusive Sauna und eine zweite Mastersuite.<br />

Zudem locken großzügige Suiten für zwölf Gäste,<br />

sechs Decks, verschiedene Speiseareale drinnen wie<br />

draußen, ein Jacuzzi auf dem Oberdeck und zahlreiche<br />

Sitzgelegenheiten. Für ihr erfolgreiches Refit<br />

ist Titania im Finale der World Superyacht Awards 2013.<br />

Bis zu 22 Crewmitglieder kümmern sich dabei um die<br />

Gäste, während das Schiff im Winterhalbjahr auf den Malediven<br />

verchartert wird. Im Sommer ist die Yacht im Mittelmeer<br />

unterwegs.<br />

Unter Deck beeindruckt die während ihres Refits auf Titania<br />

(ex-Apoise) umgetaufte Yacht durch ihre im Kolonialstil ge-<br />

haltene extrem luxuriöse Einrichtung. Hochglanzlackierte<br />

Holzwände mit Intarsien, Säulen und große Teppiche<br />

verbreiten klassisches Yachtflair. Selbst die Bäder sind<br />

in diesem Stil gehalten und erinnern an römische Badehäuser.<br />

Aus manchen der teils riesigen Kabinen (allein die<br />

Masterkabine hat 130 Quadratmeter) hat man einen 180<br />

Grad-Blick auf die Umgebung – eine Luxusyacht mit allem<br />

Komfort im klassischen Stil. Der zeigt sich auch an den<br />

äußeren Formen. Der Bug ist traditionell, die Aufbauten reichen<br />

in weiten Bereichen bis an die Bordwände.<br />

Auf dem Oberdeck haben die Gäste einen Rundumblick<br />

auf die Landschaft. Vor allem für Wassersportler wurde die<br />

12,80 Meter breite Stahlyacht perfekt ausgerüstet. Von der<br />

großen Badeplattform aus können zwei Jollen, Kajaks oder<br />

Jetskis zu Wasser gelassen werden. Zudem hält das Schiff<br />

für alle Gäste Fahrräder, Tauchausrüstungen und mehrere<br />

Dingis bereit. &<br />

02/2013 I 85


NEU AUF DEM CHARTERMARKT<br />

QUARANTA<br />

Der 33 Meter lange Katamaran mit<br />

seinem markanten Äußeren wird für<br />

ausgewählte Chartertörns ab Sommer<br />

2013 zur Verfügung stehen.<br />

SALILA<br />

Das ehemalige japanische Fangschiff<br />

kann 20 Gäste in 10 Kabinen beherbergen.<br />

Die zwei Mastersuiten<br />

haben freien Blick auf die See.<br />

ALESSANDRO<br />

Der Performance-Cruiser mit dem<br />

ungewöhnlichen Rumpf bietet seinen<br />

Gästen ungewöhnlich viel Lebensraum<br />

und fünf Suiten.<br />

LÜA: 33 m<br />

WERFT/BAUJAHR: Curvelle/2013<br />

GÄSTE/CREW: 12/6<br />

PREIS: ab 125.000/145.000 Euro/Woche<br />

FAHRTGEBIET: westl. Mittelmeer<br />

INFO: hillrobinson.com<br />

LÜA: 58 m<br />

WERFT/BAUJAHR: Kanasashi/1991<br />

GÄSTE/CREW: 20/20<br />

PREIS: ab 142.000 Euro/Woche<br />

FAHRTGEBIET: Indonesien<br />

INFO: northropandjohnson.com<br />

LÜA: 40 m<br />

WERFT/BAUJAHR: Ruth Yachting/2011<br />

GÄSTE/CREW: 10/5<br />

PREIS: 24.500-45.500 Euro/Woche<br />

FAHRTGEBIET: u.a. Mittelmeer<br />

INFO: oceanindependence.com<br />

BLUE SCORPION<br />

Die 2006 gebaute Blue Scorpion be-<br />

eindruckt mit elegantem Äußeren,<br />

großen Innen- und Außenflächen und<br />

einem modernen Interieur im Zen-Stil.<br />

LÜA: 52,5 m<br />

WERFT/BAUJAHR: Baglietto/2006<br />

REFIT: 2013<br />

GÄSTE/CREW: 12/12<br />

PREIS: 190.000-220.000 Euro/Woche<br />

FAHRTGEBIET: Mittelmeer<br />

INFO: edmiston.com<br />

Beach-Club Tauchen Jetski Fahrräder Angeln Fitness Kayaks<br />

86 I 02/2013


NEW TO THE FLEET I REISE CHARTER<br />

MAGIX<br />

Magix wurde in klassischem Design<br />

1992 in den Niederlanden gebaut.<br />

Das in Athen beheimatete Schiff hat<br />

Platz für zehn Gäste.<br />

LÜA: 37,8 m<br />

WERFT/BAUJAHR: Heesen/1992<br />

REFIT: 2012<br />

GÄSTE/CREW: 10/7<br />

PREIS: 56.000-72.000 Euro/Woche<br />

FAHRTGEBIET: östl. Mittelmeer<br />

INFO: yacht-zoo.com<br />

LADY B<br />

Lady B besticht durch ihre klaren<br />

Linien und das klare Deckslayout.<br />

Sie ist ein schneller Segler und hat<br />

ein flexibel planbares Layout.<br />

LÜA: 44,70 m<br />

WERFT/BAUJAHR: Vitters/2010<br />

GÄSTE/CREW: 7/6<br />

PREIS: 110.000-125.000 Euro/Woche<br />

FAHRTGEBIET: Mittelmeer/Karibik<br />

INFO: duboisyachts.com<br />

PATEA<br />

Die vor einem Jahr in Dienst<br />

gestellte Patea glänzt durch gute<br />

Segeleigenschaften. Sie ist für acht<br />

Gäste ausgelegt.<br />

LÜA: 29 m<br />

WERFT/BAUJAHR: Alia/2012<br />

GÄSTE/CREW: 8/4<br />

PREIS: 39.000-45.000 Euro/Woche<br />

FAHRTGEBIET:<br />

südliche Türkei, Griechenland<br />

INFO: galeoyachting.com<br />

MARNAYA<br />

Marnaya hat ein luxuriöses und<br />

großzügiges Interieur, die zwölf<br />

Gäste werden in drei Suiten und<br />

zwei Zweibettkabinen untergebracht.<br />

LÜA: 32,8 m<br />

WERFT/BAUJAHR: Maiora/2010<br />

GÄSTE/CREW: 12/6<br />

PREIS: 59.500-68.000 Euro/Woche<br />

FAHRTGEBIET: östl. Mittelmeer<br />

INFO: osyachting.com<br />

FOTOS: WERFTEN<br />

Spa-Pool Segeln Schnorcheln Windsurfen Wasserski/ Schlauchboot<br />

Wakeboard<br />

02/2013 I 87


BROKER REFIT<br />

Glanzlichter<br />

AMELS ZWEITE SEA AXE<br />

Vor Kurzem wurde bei Amels der zweite Vertrag für eine<br />

Sea Axe unterschrieben. Das 67 Meter lange Schiff ist<br />

seinem Vorgänger Garçon in vielen Punkten ähnlich,<br />

ist aber in erster Linie als Expeditionsschiff zum<br />

Tauchen ausgelegt. Es gibt weitere beachtenswerte<br />

Features: Auf seinem für ein Startgewicht<br />

von bis zu fünf Tonnen ausgelegten Heliport<br />

können selbst Hubschrauber vom Schlage eines Eurocopter<br />

Dauphin landen. Der mächtige Kran an Deck<br />

hat eine maximale Auslage von 16,60 Meter. Amels<br />

betont, dass die Sea Axe das ideale Begleitschiff für<br />

Superyachten ist, die den Platz für Tender, Heli und<br />

Ausrüstung an Bord sparen wollen. amels-holland.com<br />

MTU-SERVICE IN FRANKREICH<br />

MTU France erweitert ihren Serviceumfang für Marinekunden.<br />

Das Unternehmen unterzeichnete mit ZF Services<br />

France einen Kooperationsvertrag, der die Zusammenarbeit<br />

im Bereich Service bei gemeinsamen Schiffsprojekten<br />

ändert. Kunden sollen dank dieser Kooperation<br />

mit MTU France nur noch einen Ansprechpartner für<br />

den Service ihrer Antriebsanlage – bestehend aus Motor<br />

und Getriebe – haben. tognum.com<br />

REFITS BEI HUISMAN<br />

Auch bei der niederländischen Traditionswerft entwickelt sich Refit<br />

zu einem immer wichtigeren Unternehmenszweig. Um den hohen<br />

Qualitätsanspruch der Werft zu betonen, bekommen die Überholungen<br />

den Namen Huisfit. Insgesamt 322,50 Meter (1.055 Fuß) lang<br />

waren die Schiffe eines Jahres, darunter der Schoner Eos, die Motoryacht<br />

Skat oder die 40-Meter-Motoryacht Be Mine. Hier wurden<br />

neben den gesamten Beschichtungsarbeiten von Rumpf und Aufbauten<br />

die Sonnendecks und das Interieur überarbeitet, neue Teakdecks<br />

verlegt sowie die gesamte Elektronik überholt.<br />

royalhuisman.com<br />

FOTOS: WERFTEN, ANBIETER<br />

88 I 02/2013


STARFISH SUCHT NEUEN EIGNER<br />

Sowohl für die Bauwerft McMullen & Wing als auch für ihren Auftraggeber war das Feuer auf der nahezu vollendeten<br />

StarFish ein Schock. Die StarFish sollte die preisgekrönte Big Fish ersetzen, sie war zu diesem Zeitpunkt<br />

bereits zu drei Vierteln fertiggestellt. Das Feuer zerstörte den vorderen Teil der Einrichtung inklusive der fast fertigen<br />

Crewunterkünfte. Offensichtlich blieben sowohl die Technik, als auch die bereits installierten Maschinen<br />

vom Löschwasser verschont: Sie waren noch in Plastikfolien gehüllt. Nun möchte der Auftraggeber das Schiff<br />

verkaufen. Für die Vollendung gibt McMullen & Wing eine Zeitspanne von 18 Monaten an.<br />

aquosyachts.com<br />

CHINAS AWARD FÜR FERRETTI<br />

Zwar ist der italienische Markt nicht groß, trotzdem ist die<br />

Auszeichnung erwähnenswert. Während der Xiamen (China)<br />

International Boatshow wurde die Ferretti 570 als beste Yacht<br />

unter 60 Fuß ausgezeichnet. Die Show fand im November<br />

2012 bereits zum fünften Mal in der Xiamen Marina in der<br />

Wuyuan Bay nahe Quanzhou statt. Die Veranstalter sprachen<br />

von über 200 ausgestellten Yachten, 88 davon im Wasser und<br />

130 an Land. Darunter waren Marken wie Azimut, Feadship,<br />

Ferretti oder Sessa, Absolute und Monterey. Daneben wurden<br />

Luxusautos und ein Helikopter präsentiert.<br />

ferretti-yachts.com<br />

KLASSIKER VERKAUFT<br />

Eine der bekanntesten Superyachten wurde<br />

verkauft. Der neue Eigner taufte sie auf den<br />

Namen Sylviana. Die ehemalige Ragazza (ex-Hiba,<br />

ex-Aruba II) wurde 1979 bei CRN gebaut. Das<br />

Schiff ist eine echte hochseetüchtige Superyacht<br />

mit einem kräftigen Stahlrumpf und Wulstbug.<br />

Sylviana ist gut 35 Meter lang, 6,71 Meter breit<br />

und wird von zwei GM-Dieseln mit je 770 PS angetrieben.<br />

Als maximale Geschwindigkeit werden<br />

14 Knoten angegeben, der Cruising Speed liegt<br />

bei zwölf Knoten. Der geforderte Kaufpreis betrug<br />

knapp 1,6 Millionen Euro.<br />

jenscornelsen.de<br />

02/2013 I 89


„GROSSE <strong>YACHTEN</strong> ZEIGEN<br />

WIRTSCHAFTLICHE STÄRKE!“<br />

90 I 02/2013


MARKTANALYSE I BROKER REFIT<br />

Lürssen-Yacht Topaz: 2012 ausgeliefert und<br />

auf Platz vier der größten Yachten der Welt<br />

2013 SIND NEUE REKORDE BEI YACHTLIEFERUNGEN DER GRÖSSENKLASSE<br />

ÜBER 70 METER ZU ERWARTEN. WIR FRAGTEN EXPERTEN, WAS DAS FÜR<br />

DAS MARKTSEGMENT DER SUPER<strong>YACHTEN</strong> BEDEUTET.<br />

FOTO LINKE SEITE: PERINI NAVI GROUP/GIULIANO SARGENTINI, FOTOS: LÜRSSEN/KLAUS JORDAN<br />

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VIELES IM MARKT DER SUPER<strong>YACHTEN</strong> SIND GE-<br />

RÜCHTE. DAZU ZÄHLEN DIE AUFTRÄGE UND MÖGLI-<br />

CHEN AUSLIEFERUNGEN. STIMMEN ALLE, WERDEN<br />

ES 2013 INSGESAMT 22 SUPER<strong>YACHTEN</strong> AB 70 ME-<br />

TER LÄNGE SEIN.<br />

Gewaltig vor allem im Vergleich zum Jahr 2012, in dem<br />

fünf Yachten dieser Größenklasse ausgeliefert wurden.<br />

2014 stehen noch einmal 13 Einheiten zur Auslieferung<br />

an. Rekordzahlen, die auf eine gute Auslastung der Werften<br />

schließen ließen und den Superyacht-Markt durchaus als<br />

krisenresistent erscheinen lassen könnten. Chris Cecil-Wright,<br />

Makler für Superyachten beim Yachtbroker Edmiston, hat für<br />

diese Entwicklung eine weniger euphorische Erklärung:<br />

„Die Verhandlungen für ein großes Schiff dauern etwa ein<br />

Jahr. Es folgen eine gewisse Planungsphase für die Bauspezifikationen<br />

und Zeichnungen und eine dreijährige Bauzeit.<br />

Von der ursprünglichen Idee bis zur Lieferung muss man vier,<br />

fünf oder sogar sechs Jahre einplanen“, sagt er. „Die Arbeiten<br />

für die im Jahr 2013 anstehenden Yachtlieferungen haben<br />

demnach 2007 begonnen, als der Markt noch boomte.“<br />

Auch wenn in der Betrachtung andere Faktoren eine Rolle<br />

spielen können, spiegeln die Zahlen die Reaktionen in der<br />

Michael Bremann ist<br />

Verkaufsdirektor und seit<br />

2005 bei Lürssen. Die Werft<br />

hat mit der circa 180 Meter<br />

langen Azzam derzeit die<br />

größte Yacht der Welt im Bau.<br />

lurssen.com<br />

„VON TRENDS<br />

KANN MAN KAUM<br />

SPRECHEN, WENN<br />

MAN ZWEI BIS<br />

DREI <strong>YACHTEN</strong> PRO JAHR AUSLIEFERT.<br />

MAN KANN ABER SAGEN, DASS BESON-<br />

DERHEITEN WIE SEETERRASSEN UND<br />

WELLNESSBEREICHE EINE IMMER<br />

GRÖSSERE BEDEUTUNG EINNEHMEN.“<br />

02/2013 I 91


BROKER<br />

REFIT I MARKTANALYSE<br />

Abeking & Rasmussen-Werft in Lemwerder<br />

bei Bremen. Die Werft ist spezialisiert auf<br />

Segel- und Motoryachten bis 90 Meter Länge<br />

schlimmsten Phase der weltweiten Finanzkrise wider: Nach<br />

13 Einheiten im Jahr 2014 folgen neun Lieferungen im Jahr<br />

2015 und dann nur zwei in 2016. Doch nun, nachdem sich<br />

der Markt stabilisiert (wenn auch nicht erholt) und wieder Vertrauen<br />

gefasst hat, stellt sich die Frage, wie viele 70-Meterplus-Yachten<br />

in fünf Jahren wahrscheinlich geliefert werden<br />

dürften. „Der Markt entwickelt sich durchaus positiv“, sagt<br />

Till von Krause, Sales Manager bei Abeking & Rasmussen in<br />

Lemwerder bei Bremen, „für uns zeigt sich eher das Segment<br />

unter 70 Meter Länge schwierig und angespannt.“<br />

„Nicht alle im Bau befindlichen oder zur Lieferung anstehenden<br />

Einheiten würden auch heute noch von ihren<br />

Auftraggebern bestellt werden“, sagt Cecil-Wright, der in<br />

60 METER PLUS: NEUE AUFTRÄGE UND GEBRAUCHTBOOT-VERKÄUFE<br />

8<br />

7<br />

Neue Aufträge<br />

Gebrauchtboot-Verkäufe<br />

6<br />

Anzahl<br />

5<br />

4<br />

3<br />

2<br />

1<br />

0<br />

1/10<br />

2/10 3/10 4/10 1/11 2/11 3/11 4/11 1/12 2/12 3/12 4/12<br />

Quartale<br />

92 I 02/2013


MARKTANALYSE I BROKER REFIT<br />

den zurückliegenden Jahren die Bauaufträge für die 77-Meter-Feadship<br />

Tango (geliefert 2011), die 78-Meter-Feadship<br />

Hampshire II (geliefert 2012) und eine 99-Meter-Feadship<br />

(Liefertermin 2013) vermittelt hat und derzeit in Verhandlungen<br />

über einen Neubau mit deutlich mehr als 100 Metern<br />

Länge steht. „Es ist schwer zu sagen, in welcher Weise sich<br />

der relativ neue Markt für Großyachten erholen wird. Immerhin<br />

konnte ich allen meinen Bestandskunden, die dazu<br />

bereit waren, zu einem neuen, größeren Schiff verhelfen.<br />

Ich habe natürlich auch zögerliche Kunden, aber die sind<br />

deutlich in der Minderzahl.“<br />

Till von Krause ist als<br />

Verkaufsdirektor bei<br />

Abeking & Rasmussen tätig.<br />

Außer exklusiven Yachten<br />

liefert die Werft auch Schiffe<br />

für die Berufsschifffahrt.<br />

abeking.com<br />

FOTOS: ABEKING&RASMUSSEN<br />

Auch beim deutschen Superyachtbauer Lürssen in Bremen ist<br />

man derzeit trotz der unangefochtenen Stellung Deutschlands<br />

bei den großen Yachten vorsichtig: „Der Finanzmarkt ist immer<br />

noch stark angeschlagen und das hat großen Einfluss<br />

auf unsere Kunden“, sagt Sales Director Michael Bremann.<br />

„Insbesondere der amerikanische Markt, der früher den<br />

Yachtmarkt angeführt hat, ist komplett eingebrochen. Heute<br />

führen Kunden aus den osteuropäischen Ländern den Markt<br />

an. Generell ist der Markt sehr träge und wir denken, dass die<br />

nächsten Jahre so bleiben werden.“<br />

Claudio Galbo ist Marketingchef beim Megayacht-Hersteller<br />

Fincantieri, wo die 134 Meter lange Serene gebaut wurde.<br />

Derzeit wächst die 2014 zur Lieferung anstehende 140-Me-<br />

„DIE KUNDEN ERWARTEN HEUTE<br />

IMMER NOCH DIE GLEICHEN<br />

QUALITÄTEN WIE FRÜHER, WIE ZUM<br />

BEISPIEL HOHE QUALITÄT, KNOW-HOW,<br />

SERVICE UND ZUVERLÄSSIGKEIT“<br />

25<br />

JAHRE ERFAHRUNG<br />

100%<br />

KATAMARANE<br />

EINE EXKLUSIVE AUSWAHL<br />

AN GEBRAUCHTEN KATAMARANEN<br />

ZUM VERKAUF!


BROKER<br />

REFIT I MARKTANALYSE<br />

Abeking & Rasmussen-Yacht<br />

Kaiser: dem 60-Meter-Schiff<br />

wurde 2012 der World<br />

Superyacht Award verliehen<br />

ter-Victory. „Wir haben wie alle Firmen unter der Krise 2009<br />

gelitten“, sagt er. „Wir standen kurz vor dem Bau weiterer zwei<br />

Yachten, deren schon unterzeichnete Verträge wegen der<br />

Krise zurückgezogen wurden. Doch jetzt spüren wir frischen<br />

Wind im Markt. Wir<br />

“SOBALD MAN DEN PUNKT<br />

ERREICHT HAT, SICH EINE<br />

70-METER-PLUS-YACHT LEISTEN<br />

ZU KÖNNEN, GIBT ES KAUM<br />

NOCH BEREICHE, IN DENEN MAN<br />

BEREIT IST, ZUGESTÄNDNISSE<br />

ZU MACHEN” CHRIS CECIL-WRIGHT,<br />

YACHTBROKER EDMISTON<br />

erhalten viele Anfragen<br />

nach neuen<br />

Yachten und hoffen,<br />

in den kommenden<br />

Monaten<br />

den einen oder<br />

anderen neuen<br />

Vertrag unterzeichnen<br />

zu können.“<br />

Darüber hinaus<br />

richtet Fincantieri<br />

auch ein Augenmerk auf Refit-Aktivitäten, um eine kontinuierliche<br />

Arbeitsauslastung sicherzustellen: „Wir möchten<br />

dem Eigner einen Service über die komplette Lebensdauer<br />

seines Schiffs bieten. Wir können das Schiff bauen, wir können<br />

auch nach dem Verkauf Arbeitsleistungen zusichern,<br />

wir können Instandhaltungen und nicht zuletzt Refits durchführen“,<br />

sagt Galbo.<br />

„Die Neubauaktivität für 70-Meter-plus-Yachten hat die<br />

Verkäufe von Gebrauchtyachten derselben Größenordnung<br />

entgegen dem Trend bei anderen Yachtgrößen stetig<br />

überrundet“, sagt Yachtexperte Cecil-Wright, „beispielsweise<br />

haben wir im Jahr 2012 Verkäufe von fünf bereits<br />

fahrenden 70-Meter-plus-Yachten und neun Neubestellungen<br />

registriert. Im Segment der 40 bis 50 Meter langen<br />

Yachten verzeichneten wir im selben Jahr 36 Verkäufe und<br />

17 Neubestellungen. Eine Marktsättigung ist einfach nicht in<br />

Sicht“, sagt Cecil-Wright. „Der Käufer eines 70-Meter-plus-<br />

Formats hat nur die Wahl zwischen ein oder zwei Yachten,<br />

und wenn die nicht seinen Vorstellungen hinsichtlich Preis<br />

oder Baustil entsprechen, bleibt ihm nur noch die Option<br />

eines Neubaus. Das ist der erste Grund. Der zweite Grund:<br />

Sobald man den Punkt erreicht hat, sich eine 70-Meter-plus-<br />

Yacht leisten zu können, gibt es kaum noch Bereiche, in denen<br />

man bereit ist, Zugeständnisse zu machen. Warum sollten sie<br />

auf diesem Vermögensniveau Kompromisse eingehen?“<br />

Aus diesem Grund glaubt er auch, dass die Qualität in<br />

diesem Segment in jeder Hinsicht höher ist. „Es gab zeitweilig<br />

einen Trend hin zu ausgeprägtem Kommerz und<br />

sogar Spekulation, aber inzwischen ist dieser Markt wieder<br />

FOTO: ABEKING&RASMUSSEN/TOP YACHTS DIVISION<br />

94 I 02/2013


MARKTANALYSE I BROKER REFIT<br />

ausschließlich von Leuten geprägt, die echtes, selbst verdientes<br />

Geld besitzen, und hohe Ansprüche dazu. Warum<br />

auch nicht? Eine sehr hochwertig gebaute Yacht steht für<br />

gehobenen Genuss. Werften, die da nicht mithalten, werden<br />

eines Tages vom Markt gefegt.“<br />

„Der Kunde erwartet immer den neuesten Stand der Technik.<br />

Die Herausforderungen für die einzelne Yacht sind weiterhin<br />

sehr speziell und von Yacht zu Yacht unterschiedlich. Der<br />

Qualitätsstandard ist enorm hoch und man ist immer nur so<br />

gut wie seine letzte gelieferte Yacht“, sagt Michael Bremann.<br />

Er sieht einen Trend zu mehr Individualisierung, beachtete<br />

Designs wie Ace oder Topaz wurden in den vergangenen<br />

Jahren ausgeliefert. Eine klare Richtung gäbe es aber aufgrund<br />

der geringen Stückzahlen nicht: „Von Trends kann man kaum<br />

sprechen, wenn man zwei bis drei Yachten pro Jahr ausliefert.<br />

Man kann aber sagen, dass Besonderheiten wie Seeterrassen<br />

und Wellnessbereiche eine immer größere Bedeutung<br />

einnehmen.“ Auch alternative Antriebe stünden auf der Liste<br />

der Kunden.<br />

Die Ingenieurleistung ist sozusagen eine Kernkompetenz<br />

des deutschen Yachtbaus, die weit überwiegende Zahl von<br />

Yachten über 100 Meter kommt aus Deutschland. „Sicher-<br />

lich hilft der gute Ruf, was Qualität und Engineering angeht“,<br />

sagt Bremann, „auch die Tatsache, dass wir bereits einige<br />

große Yachten erfolgreich ausgeliefert haben und die von der<br />

Yachtszene beobachtet werden, hilft.“<br />

Till von Krause sieht einen Trend zu mehr Aufenthalt im Freien.<br />

„Ein weiterer Trend zeigt, dass die Schiffe immer offener und lichtdurchfluteter<br />

werden. Es gibt größere Fenster, größere Türen<br />

und größere Außenhautklappen“, so von Krause, „somit gibt<br />

es mehr lichtdurchflutete Räume sowie mehr Aufenthaltsmöglichkeiten<br />

draußen und direkt am Wasser.“ Auch bei den<br />

Kunden von Abeking & Rasmussen sei der Wunsch nach<br />

hoher Qualität sichtbar, der für den verhältnismäßig teuren<br />

Bauort Deutschland spräche. „Die Kunden erwarten heute<br />

immer noch die gleichen Qualitäten wie früher, wie zum<br />

Beispiel hohe Qualität, Know-how, Service und Zuverlässigkeit“,<br />

sagt von Krause, „darüber hinaus spielen heute auch Effektivität<br />

und Umweltfreundlichkeit eine immer größere Rolle.“<br />

In Italien hat die Erfahrung von Fincantieri mit Kreuzfahrt- und<br />

Marineschiffen dazu beigetragen, die Stellung im Markt zu<br />

sichern: „Wir haben uns bemüht, unsere Erfahrung auch in<br />

anderen Feldern zu nutzen, sei es beim Komfort im Inneren<br />

der Yacht oder bei der Reduzierung von Lärm und Vibration“,<br />

SOLARIS_02_13_M&Y_brok_Layout 1 28/01/13 10:28 Seite 1<br />

BUILT FOR SAILORS<br />

SOLARIS 72 DH FOR SALE<br />

www.solaris.lu<br />

www.solarisyachts.com<br />

info@solarisyachtsnorth.com


BROKER<br />

REFIT I MARKTANALYSE<br />

„WIR MÖCHTEN DEM EIGNER<br />

EINEN SERVICE ÜBER DIE<br />

KOMPLETTE LEBENSDAUER<br />

SEINES SCHIFFS BIETEN”<br />

CLAUDIO GALBO,<br />

MARKETINGCHEF FINCANTIERI<br />

sagt Claudio Galbo. Seiner Ansicht nach sind Yachten von<br />

100 beziehungsweise 60 Metern Länge völlig unterschiedliche<br />

Produkte, in denen<br />

sich entsprechend das<br />

Niveau der Eigner widerspiegelt.<br />

Chris Cecil-Wright ist<br />

davon überzeugt, dass<br />

Eigner solcher Formate<br />

einen anderen Menschenschlag<br />

repräsentieren: „Das Eigenkapital eines Käufers<br />

einer 80-Meter-plus-Yacht unterscheidet sich erheblich von<br />

einem Kunden einer Yacht von 40 oder 50 Metern Länge.<br />

Eine 80-Meter-Yacht macht für ihren Eigner einen geringeren<br />

Anteil seines Eigenkapitals aus als bei einem 50-Meter-<br />

Format, das gilt entsprechend auch für Eigner von 30- oder<br />

zwölf-Meter-Yachten. Eigner von Yachten jenseits der 80 Meter<br />

verbringen tendenziell mehr Zeit auf ihrem Schiff, sodass es<br />

seltener für Chartertörns zur Verfügung steht. Mitunter zögern<br />

sie den Kauf einer größeren Yacht hinaus, weil sie darin nur<br />

eine vergrößerte Variante der bisherigen sehen. Doch wenn<br />

die Eigner dann endlich ihre neue Yacht übernehmen, sind die<br />

Bedenken weggeblasen und sie verbringen weit mehr Zeit an<br />

Bord als ursprünglich geplant.“<br />

Wie geht es nun weiter mit den 70-Meter-plus-Superyachten?<br />

„Die allgemeine wirtschaftliche Situation<br />

auf den Weltmärkten ist immer noch angespannt<br />

und trägt dazu bei, dass auch die Situation bei unseren<br />

Kunden angespannt ist. Das wird sich sicherlich nicht<br />

so schnell ändern, aber wir hoffen, dass es immer den einen<br />

oder anderen Kunden gibt, der nicht davon betroffen ist“,<br />

sagt Michael Bremann. Chris Cecil-Wright von Edmiston sie-<br />

FOTO: LÜRSSEN WERFT<br />

96 I 02/2013


Chefredakteur<br />

stellv. Chefredakteurin<br />

ständige Mitarbeiter<br />

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T. Thomas, P. Boulton, N. Brewer, A. Mc Cracken, M. Mower<br />

A.-M. Fingerhut, B. Gedlek, Prof. Dr. S. Henke, K. Panzer-Gunkel,<br />

M. Kludas, H.-H. Schack, J. Langdon, I. Wilkens, A. Willen<br />

Bianca Stüben<br />

Antje Krüger, Natalja Pindakova<br />

Anett Hillers, hillers@meerundyachten.de<br />

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Lürssen-Werft in Bremen. Die Werft hat<br />

1.400 Mitarbeiter und ist Weltmarktführer<br />

im Megayacht-Sektor<br />

ht die Lage positiver. Er betont, dass Großyachten<br />

dieses Kalibers stets auch ein ultimativer Ausdruck<br />

wirtschaftlicher Stärke sind: „Egal wie reich man ist,<br />

wenn man in London einen Wolkenkratzer bauen<br />

will, geht das nicht einfach so. Auf See jedoch geht<br />

derzeit noch alles.“ &<br />

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<strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong> erscheint in Zusammenarbeit mit<br />

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Gurlittstraße 28, 20099 Hamburg<br />

Martina John, Martina Julius-Warning, Yorck Hentz<br />

DIE NÄCHSTE AUSGABE<br />

VON <strong>MEER</strong> <strong>YACHTEN</strong><br />

ERSCHEINT AM 24. APRIL 2013<br />

02/2013 I 97


WO IST EIGENTLICH...<br />

... die Germania?<br />

Schonergetakelt und massenweise Segel:<br />

Archivbild der Germania. Rustikale<br />

Pantry mit Holzofen (rechts oben). Zu der<br />

Zeit noch getrennt: Damensalon mit<br />

Klavier (Mitte) sowie der Hauptsalon<br />

der Yacht (rechts unten)<br />

DIE GERMANIA WAR ZU IHRER ZEIT DER GANZE STOLZ DES<br />

DEUTSCHEN RENNYACHTBAUS. SIE BESTACH DURCH ELEGANZ,<br />

SCHNELLIGKEIT UND RAFFINIERTES DESIGN. HEUTE RUHT DAS<br />

EINSTIGE SCHIFF VON GUSTAV KRUPP AUF DEM <strong>MEER</strong>ESGRUND,<br />

UNTER SEGELN IST DIE REPLIK GERMANIA NOVA. TEXT NATALIE BREWER<br />

DEUTSCH SOLLTE SIE SEIN, „DEUTSCH VOM<br />

KIEL BIS ZUM FLAGGENKNOPF“, ERKLÄR-<br />

TE GUSTAV KRUPP, ALS ER 1908 DIE GER-<br />

MANIA BAUEN LIESS. Damit verwirklichte er zugleich<br />

den Traum vom damals regierenden Kaiser Wilhelm II.,<br />

Deutschland zu einer führenden Yachtnation zu machen. Zuvor<br />

waren derart beeindruckende Schiffe vornehmlich im Ausland<br />

gefertigt worden. In nur sechs Monaten entstand in der Kruppschen<br />

Germaniawerft in Kiel ein Superschiff, welches Bertha<br />

Krupp ihrem Ehemann als Hochzeitsgeschenk finanzierte. Mit<br />

der Heirat war Gustav außerdem zum Chef des Großkonzerns<br />

aufgestiegen, der neben dem Schiffgeschäft traditionell Rüstungsgüter<br />

produzierte – unter anderem für den kaiserlichen<br />

Hof. Was den Industriellen außerdem mit Seiner Majestät verband,<br />

war die große Leidenschaft für den Segelsport.<br />

So besuchte Wilhelm II. Krupp mehrmals an Bord der Germania<br />

und ließ sich von ihm schließlich eine ähnliche eigene Yacht mit<br />

98 I 02/2013<br />

Namen Meteor IV bauen. Krupp bot sich als Trainingspartner an<br />

und ließ den Kaiser bei Regatten sogar gewinnen. Ansonsten<br />

machte der Unternehmer auf Wettkämpfen zwischen 1908 und<br />

1914 in Ostsee sowie Atlantik häufig selbst den ersten Platz.<br />

Während der Sommerrennen im britischen Cowes beispielsweise<br />

brach sein Schiff mit 31 Knoten alle bisherigen Rekorde.<br />

Zusätzlich zu den Segeleigenschaften begeisterte die Germania<br />

durch ihre baulichen Besonderheiten: So war der Rumpf aus<br />

rostfreiem Stahl bisher einmalig, zudem war das Schiff für eine<br />

Rennyacht außergewöhnlich wohnlich ausgestattet.<br />

Im Ersten Weltkrieg wurde die Germania (später Exen und Half<br />

Moon) vom britischen Zoll beschlagnahmt und nach Amerika<br />

gebracht, wo sie 1930 schließlich in einem schweren Sturm unterging.<br />

Seither ist das Wrack vor der Insel Key Biscayne in Florida<br />

ein beliebter Tauchspot. 2011 überraschte eine spanische<br />

Werft dann mit der Enthüllung der Germania Nova, einem originalgetreuen<br />

Nachbau der historischen Yacht.<br />

FOTOS: WIKIMEDIA COMMONS


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02/2013 I 99


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100 I 02/2013

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