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rhw management Ausbildungsreise durch Deutschland (Vorschau)

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hw<br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

B 3437 E<br />

3<br />

März 2012<br />

49. Jahrgang<br />

www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Das Fachmagazin für Führungskräfte in der Hauswirtschaft<br />

Neue Serie:<br />

<strong>Ausbildungsreise</strong><br />

<strong>durch</strong> <strong>Deutschland</strong><br />

c<br />

Schmutz und Nässe<br />

Sauberlaufzonen<br />

optimal planen<br />

Diätverordnung<br />

Bald verschwinden<br />

Diabetiker-Produkte<br />

Privathaushalt<br />

Die Hauspersonal-<br />

Akademie


Mit Plan ans Ziel...<br />

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http://twitter.com/#!/<strong>rhw</strong><strong>management</strong><br />

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<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

B 3437 E<br />

3<br />

März 2012<br />

49.Jahrgang<br />

www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

http://bit.ly/yqESSg<br />

Das Fachmagazin für Führungskräfte in der Hauswirtschaft<br />

Neue Serie:<br />

<strong>Ausbildungsreise</strong><br />

<strong>durch</strong> <strong>Deutschland</strong><br />

c Schmutz und Nässe<br />

Sauberlaufzonen<br />

optimal planen<br />

Diätverordnung<br />

Bald verschwinden<br />

Diabetiker-Produkte<br />

Privathaushalt<br />

Die Hauspersonal-<br />

Akademie<br />

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www.youtube.com/user/VerlagNeuerMerkur<br />

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Das Magazin <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> ist vergleichbar mit einem Hauptbahnhof, von dem viele Gleise abzweigen. Sie alle bringen<br />

Sie ans Ziel, unterschiedlich, aber immer aktuell, modern, zukunftsorientiert.<br />

Station www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de: Die Website bietet Wissen, Archiv, Aboservice, Kleinanzeigen und und und; Station<br />

youtube: Spannende Kurz-Videos zu Hauswirtschaftsthemen aus ganz <strong>Deutschland</strong>; Station Newsletter: Am Puls der Zeit, für<br />

alle, die schnell informiert sein wollen; Station www.fachbuchdirekt.de: Hier finden Sie die wichtigsten Bücher für Ihre Branche;<br />

Station twitter: Für alle Zwitscherer der Hauswirtschaft. Jung, frech, anders.


Editorial<br />

Neue Meldepflichten<br />

für Mumps und Co.<br />

Im Juli 2011 ist das Infektionsschutzgesetz<br />

erst geändert worden. Es bezog sich vor<br />

allem auf medizinische Einrichtungen und<br />

stärkte unter anderem die Rolle des Robert<br />

Koch-Instituts: aus deren Empfehlungen<br />

wurde nun ein Gesetzescharakter (siehe<br />

auch <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 1 und 2/2012). Eine<br />

kleine Hygiene-Revolution...<br />

Die Bundesländer sind aufgefordert,<br />

noch bis zum 31. März 2012 diese Vorgaben<br />

in eigene Krankenhaushygienegesetze umzusetzen.<br />

Die Zeit wird knapp, doch einige<br />

Bundesländer haben schon vorgelegt (unter<br />

anderem Bayern, Baden-Württemberg<br />

und das Saarland).<br />

Doch damit nicht genug. Nun gab es am<br />

9. Februar 2012 beim Infektionsschutz einen<br />

Nachschlag. Der Bundestag hat beschlossen,<br />

dass unter anderem die Liste der<br />

meldepflichtigen Krankheiten erweitert wird.<br />

Neu aufgenommen wurden Mumps, Keuchhusten,<br />

Röteln und Windpocken.<br />

Und es gibt auch Konsequenzen, die aus<br />

der EHEC-Krise im Sommer 2010 gezogen<br />

wurden. Damals hatte es oft viele Tage gedauert,<br />

bis die Gesundheitsbehörden informiert<br />

wurden. Die auslösenden Lebensmittel<br />

waren dann bereits verzehrt oder Reste<br />

entsorgt worden. So wurde es erschwert,<br />

den EHEC-Erreger zu finden. Nun gilt eine<br />

24-Stunden-Regel für meldepflichtige Erkrankungen,<br />

so ein Bericht der Süddeutschen<br />

Zeitung vom 11./12. Februar 2012.<br />

Demnach soll auch dem Robert Koch-<br />

Institut künftig bereits innerhalb von drei<br />

Tagen die Information vorliegen. Denn hier<br />

werden die Fälle bundesweit erfasst, zukünftig<br />

dann auch mittels einheitlichem<br />

elektronischen Meldesystem. Zudem sind<br />

Infektionen mit den (multi-)resistenten<br />

Erregern (wie MRSA) künftig schon bei<br />

Krankheitsverdacht meldepflichtig. Die Hygieneverantwortlichen<br />

der Hauswirtschaft<br />

in den sozialen Einrichtungen sollten sich<br />

schon heute darauf einstellen. Es gibt viel<br />

Neues zu beachten! Lesen Sie auch mehr<br />

zum Thema in der kommenden <strong>rhw</strong> praxis<br />

1/2012 „Arbeitsschutz und Hygiene“.<br />

P.S. Wir gratulieren auch Martina Schäfer,<br />

die am 11. 2. 2012 zur neuen Vorsitzenden<br />

der BAG-HW gewählt wurde.<br />

Am 21. März ist Welttag der<br />

Hauswirtschaft – Gratulation!<br />

Und hier wird überall rund um den 21. März gefeiert und getagt:<br />

Neben den rund zehn bereits erwähnten Veranstaltungen aus<br />

dem Terminkalender <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 1/2012 sind noch folgende<br />

hinzugekommen:<br />

20. März 2012<br />

Gesund bleiben in der Hauswirtschaft in Stuttgart<br />

hartmann.u@diakonie-wuerttemberg.de<br />

23. März 2012<br />

Tag der Hauswirtschaft in Schwalmstadt (Hessen)<br />

www.hephata.de<br />

27. bis 29. März 2012<br />

Forum Küche und Hauswirtschaft – Insgesamt drei<br />

Veranstaltungen auf der Messe Altenpflege in Hannover<br />

www.altenpflege-messe.de<br />

Foto: aquariagirl1970/Fotolia.com<br />

Besuchen Sie unsere <strong>rhw</strong>-Stände<br />

9. bis 14. März 2012<br />

Internorga, Hamburg, Halle A1, Stand 404 bei Bioland<br />

27. bis 29. März 2012<br />

Altenpflege, Hannover, Halle H5 am Gemeinschaftsstand der hauswirtschaftlichen<br />

Verbände, Mi. und Do. jeweils von 14.00 bis 14.30 Uhr eine halbe Stunde<br />

„Meet and Greet“ mit Robert Baumann von der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> möglich<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 3


Inhalt<br />

<strong>rhw</strong><strong>management</strong> 3·2012<br />

Editorial 3<br />

Inhalt 4<br />

Sie halten rund 80 Prozent des<br />

Schmutzeintrages ab: Sauberlaufsysteme.<br />

Was ist zu beachten?<br />

Ab Seite 15<br />

Wissen<br />

Thema des Monats 5<br />

Aktuelles 6<br />

Expertenforum<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten 8<br />

a<br />

a<br />

Extra-Expertenrat zu Hygiene 9<br />

Fachthema<br />

Sauberlaufsysteme 15<br />

Wohnen und Pflegen<br />

am gleichen Ort 18<br />

Betreutes Wohnen, junge Menschen<br />

mit Behinderungen und<br />

Pflegebedürftige leben an einem<br />

Ort: das Haus am Weinberg<br />

Ab Seite 18<br />

Die „guten Geister“ haben<br />

ausgedient 27<br />

Das werden Sie 2012 öfter hören:<br />

EQR – DQR – ECVET 30<br />

Berufsbildung<br />

a<br />

a<br />

Diabetes-Management<br />

ohne Diabetesprodukte 21<br />

Management<br />

Öfter telefonieren:<br />

Einstellungsgespräche 28<br />

Report<br />

Ein zweites Zuhause<br />

für Auszubildende 33<br />

Die Hauspersonal-Akademie<br />

auf Schloss Schellenberg 36<br />

<strong>Ausbildungsreise</strong> –<br />

Folge 1: Blick nach Bremen 38<br />

Service<br />

Leserbriefe zur<br />

HBL-Umbenennung 40<br />

Impressum 34<br />

<strong>Vorschau</strong>/Stellenangebot<br />

Berufsbild/Fortbildung 41<br />

Stellenangebote 42<br />

Fotos Titel: Emco, N-Media-Images/Fotolia, Europäische<br />

Hauswirtschaftsakademie, Sven Knie/Fotolia<br />

Die Europäische Hauswirtschaftsakademie<br />

bildet<br />

Personal aus für den gehobenen<br />

Privathaushalt<br />

Ab Seite 36<br />

<strong>Ausbildungsreise</strong>, unsere neue<br />

Serie startet– diesmal blicken<br />

wir nach Bremen Ab Seite 38<br />

Fotos: Emco, Haus am Weinberg, Europäische Hauswirtschaftsakademie, kameraauge7Fotolia<br />

4 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Wissen<br />

Thema des Monats<br />

Vitamin D unter der Lupe<br />

Im Januar 2012 hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung<br />

(DGE) die Empfehlungen für Vitamin D vervierfacht von 5 Mikrogramm<br />

auf 20 Mikrogramm. Denn in <strong>Deutschland</strong> seien 60<br />

Prozent der Bevölkerung unterversorgt (siehe Aktuelles in <strong>rhw</strong><br />

<strong>management</strong> 2/2012). Um diesen Wert zu erhalten, reicht die<br />

Ernährung nicht mehr aus, sie muss über die Einnahme eines<br />

Präparates ergänzt werden, vor allem in den Wintermonaten.<br />

Doch wann ist dies gerechtfertigt?<br />

Die zufällig auch DGE lautende Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie<br />

hat hierzu ebenfalls Stellung genommen: Ein positiver<br />

Effekt einer Vitamin D-Gabe sei heute nur in bestimmten<br />

Fällen gesichert (zusammengefasst muskuloskeletale Wirkung<br />

genannt) und zwar:<br />

u zur Vorbeugung von Rachitis bei Säuglingen<br />

u für Menschen mit einer die Knochen erweichenden Osteomalazie<br />

u bei chronischer Niereninsuffizienz<br />

u Nebenschilddrüsenschwäche und<br />

u zur Vorbeugung bei älteren Menschen, die Osteoporose- und<br />

sturzgefährdet sind – insbesondere bei Heimbewohnern.<br />

Zusammen mit Kalzium gehört Vitamin D zudem zur Basistherapie<br />

von Osteoporose. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie<br />

(DGE) bezieht sich damit auf neuere Publikationen<br />

und eine aktuelle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft<br />

für Ernährung, die diese Auffassung unterstützen.<br />

Für Krankheitsbilder wie Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes,<br />

Multiple Sklerose, Immun- und Infektionskrankheiten liegen<br />

dagegen nicht genügend Daten aus großen Interventionsstudien<br />

zur Vitamin D-Gabe vor. Somit entbehrt diese hier einer<br />

evidenzbasierten Grundlage, so der Pressesprecher der Deutschen<br />

Gesellschaft für Endokrinologie, Professor Dr. med. Helmut<br />

Schatz aus Bochum. Bereits im Februar 2010 hatte die Fachgesellschaft<br />

in einer Pressemitteilung zu einem „bewussten Umgang<br />

mit Vitamin D-Präparaten“ geraten.<br />

Vitamin D bildet der Körper unter Einfluss von Sonnenlicht<br />

zum überwiegenden Teil selbst, ein kleinerer Teil stammt aus der<br />

Nahrung. Anschließend wandeln Leber und Niere es in zwei<br />

Schritten zum aktiven Vitamin D3-Hormon, dem „Calcitriol“ um.<br />

Ob ein Mensch ausreichend mit Vitamin D versorgt ist, beurteilen<br />

Endokrinologen <strong>durch</strong> Messung des 25(OH)-Vitamin D, des<br />

Calcidiols. International gilt ein Spiegel von über 30 Nanogramm<br />

pro Milliliter (ng/ml) als optimal, 20 bis 29 ng/ml werden als<br />

ausreichend angesehen. Bei 10 bis 19 ng/ml spricht man von einer<br />

„Insuffizienz“ und unter 10 ng/ml von einer „Defizienz“, einem<br />

schweren Mangel.<br />

„Über die klinische Bedeutung wird heftig diskutiert“<br />

„Über die klinische Bedeutung eines alleinigen, als insuffizient<br />

oder auch ausreichend eingestuften Vitamin D-Wertes –<br />

ohne zusätzliche Risikofaktoren zum Beispiel für eine Osteoporose<br />

– wird heftig diskutiert“, betont Professor Schatz.<br />

„Bevor man Vitamin D ohne ausreichende Evidenzen aus Interventionsstudien<br />

zur Vorbeugung von Erkrankungen außerhalb<br />

des muskuloskeletalen Bereichs bei großen Bevölkerungsgruppen<br />

einsetzt, sollten weitere, gerade laufende Studien<br />

abgewartet werden.“ Die Screenings sollten laut DGE derzeit<br />

nur gezielt bei bestimmten Altersgruppen und Risikopopulationen<br />

vorgenommen werden.<br />

u<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 5


Aktuelles<br />

Test mit Zertifikat<br />

Online-Hygieneschulung<br />

Als Service für das Hygiene<strong>management</strong><br />

bietet Desinfektionsmittel-Hersteller<br />

orochemie eine Online-Hygieneschulung<br />

unter www.hygienewissen.de<br />

an. Diese kann rund um die Uhr<br />

absolviert werden, beispielsweise auch<br />

während der Nachtschicht. Da<strong>durch</strong> können<br />

Zeitlücken flexibel genutzt werden.<br />

Es wird lediglich ein Arbeitsplatz mit PC,<br />

Drucker und Internetanbindung benötigt.<br />

Als Schulungsmodule werden unter anderem<br />

angeboten: Grundlagen der Hygiene<br />

und Desinfektion, Händehygiene<br />

Flugbegleiter<br />

Seit Januar 2012 werden alle airberlin<br />

group Flugbegleiter mit dem vom<br />

Hamburger Behr’s Verlag entwickelten<br />

E-Learning-Tool zum Thema „Lebensmittelhygiene“<br />

geschult. Inhaltliche Ideen<br />

wurden in Zusammenarbeit mit Vertretern<br />

(inklusive Händedesinfektion, Händereinigung,<br />

Hautpflege und Hautschutz) und<br />

Flächendesinfektion. Darüber hinaus gibt<br />

es das Modul Lebensmittelhygiene – einschließlich<br />

der Belehrung nach Infektionsschutzgesetz<br />

Paragraf 43. Die oben<br />

genannten Schulungsmodule sind frei zugänglich.<br />

Orochemie-Kunden erhalten zudem<br />

noch ein Passwort für die jeweiligen<br />

Modultests. Bei Bestehen dieser Tests bekommen<br />

die Mitarbeiter Zertifikate, die<br />

den Vorgesetzten als Schulungsnachweis<br />

dienen.<br />

t<br />

Lebensmittelrecht in luftigen Höhen<br />

beider Unternehmen entwickelt. Die Schulung<br />

deckt alle erforderlichen lebensmittelhygienerechtlichen<br />

Vorgaben ab. So werden<br />

von allgemeiner Lebensmittelhygiene,<br />

Infektionsschutz, über Personalhygiene bis<br />

hin zur Produkthygiene alle Themen einer<br />

Hygiene-Schulung behandelt. Die Übereinstimmung<br />

der Schulungsinhalte mit<br />

Verordnungen und Rechtstexten wie<br />

Lebensmittelhygieneverordnung und<br />

Infektionsschutzgesetz wurde extern<br />

<strong>durch</strong> die SGS Institut Fresenius<br />

GmbH geprüft und bestätigt. Die<br />

Schulung wird <strong>durch</strong> den Hygiene-Engel<br />

Berlinda begleitet (Abb.). Sie steht<br />

den Flugbegleitern mit Rat und Tat zur<br />

Seite, hilft und korrigiert bei Fehlern.<br />

t<br />

<strong>rhw</strong>-Newsticker<br />

Trauerfall: Mitte Januar verstarb Karl Winterhalter<br />

im Alter von hundert Jahren. Im<br />

November 2011 feierte er noch den 100.<br />

Geburtstag (wir berichteten in der <strong>rhw</strong><br />

<strong>management</strong> 1/2012).<br />

Ökologisches Reinigen: Das zweijährige<br />

Projekt EcoCleaner arbeitet Weiterbildungsmodule<br />

zum Thema „Ökologisches<br />

Reinigen“ aus. Weitere Informationen unter<br />

www.leonardo-ecocleaner.eu.<br />

Lotus bald zu Tork? Der Hygiene- und Papierprodukte-Hersteller<br />

SCA (u.a. Tork)<br />

hat ein Angebot vorgelegt, um die Papiersparte<br />

mit der bekannten Marke Lotus<br />

von Georgia-Pacific zu kaufen. Das<br />

Unternehmen willigte ein, es folgen noch<br />

kartellrechtliche Prüfungen.<br />

Fachtagung in Hessen: Am 23. März 2012<br />

findet im hessischen Schwalmstadt-Treysa<br />

der Tag der Hauswirtschaft statt. Weitere<br />

Informationen und Anmeldung unter<br />

www.hephata.de.<br />

Service – Schlaf: Ab März 2012 kann im<br />

Swissôtel Berlin das DeepSleep-Package<br />

für einen Aufpreis von 60 Euro auf die<br />

reguläre Zimmerrate hinzugebucht werden.<br />

Damit soll vor allem gestressten Geschäftsleuten<br />

oder Gästen mit Schlafproblemen<br />

wieder ein gesunder Schlaf<br />

ermöglicht werden.<br />

www.swissotel.com/berlin.<br />

Spendenaufruf: Asia Kapande aus Tansania<br />

soll auf dem IVHW Weltkongress in<br />

Melbourne im Juli das „Microkredit Projekt<br />

der TAHEA Mwanza“ vorstellen. Da<br />

es Asia Kapande finanziell nicht möglich<br />

ist, ihre Flugtickets nach Melbourne<br />

selbst zu finanzieren, bittet der Beirat für<br />

Internationale Fragen der dgh um eine<br />

Spende: IVHW-Sonderkonto Kernen, Isa<br />

Hasselt, Kontonummer 50 581 007, BLZ<br />

602 626 93, KernerVolksbank. Verwendungszweck:<br />

Asia Kapande Melbourne.<br />

Weitere Informationen bei Dorothea<br />

Simpfendörfer, Tel.: (0 66 91) 16 09.<br />

Rechtsstreit: Im Rechtsstreit zwischen<br />

dem Reinigungsspezialisten Kärcher und<br />

dem Konkurrenten Tennant soll am 27.<br />

April 2012 eine Entscheidung verkündet<br />

werden, so das Landgericht Stuttgart.<br />

Kärcher hatte wegen „irreführender Werbung“<br />

das US-Unternehmen verklagt.<br />

Tennant hatte behauptet, Wasser mittels<br />

Strom und der Zugabe von Sauerstoff so<br />

zu verändern, dass der Einsatz von Chemikalien<br />

bei der Reinigung überflüssig<br />

wird.<br />

Eröffnung: Ende Januar wurde in Oberschleißheim<br />

das Hotelkompetenzzentrum<br />

eröffnet. Siebzig Partner haben bereits<br />

erfolgreich ihre Ausstellungsfläche<br />

bezogen. Weitere Informationen unter<br />

www.hotelkompetenzzentrum.de.<br />

6 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Aktuelles<br />

Auszubildende in der Hauswirtschaft<br />

23. Bundesleistungswettbewerb<br />

in Koblenz<br />

Foto vom Wettbewerb<br />

2011 in Osnabrück<br />

Vom 16. bis 18. März 2012 findet der<br />

Bundesleistungswettbewerb für Auszubildende<br />

in der Hauswirtschaft in<br />

der Julius-Wegeler-Schule in Koblenz statt.<br />

Er bietet den 19 Teilnehmerinnen die Möglichkeit,<br />

sich im Wettbewerb mit Kolleginnen<br />

aus zwölf anderen Bundesländern zu<br />

messen. Nach Niedersachsen im vergangenen<br />

Jahr ist nun Rheinland-Pfalz Ausrichter<br />

des Wettbewerbes. Die Schirmherrschaft<br />

hat Ministerpräsident Kurt Beck<br />

übernommen. Veranstalter des Bundesleistungswettbewerbs<br />

für Auszubildende<br />

in der Hauswirtschaft ist der Bundesverband<br />

hauswirtschaftlicher Berufe MdH e. V.<br />

(www.verband-mdh.de). Der Wettbewerb<br />

wird vom Berufsverband der Meisterinnen<br />

und Meister der Hauswirtschaft Rheinland-<br />

Pfalz e. V. (www.rp.verband-mdh.de) <strong>durch</strong>geführt.<br />

Parallel zum Wettbewerb findet<br />

am 17. März, ebenfalls in der Julius-Wegener-Schule,<br />

Koblenz, eine Fachtagung zur<br />

hauswirtschaftlichen Berufsbildung mit<br />

dem Titel „Hauswirtschaft ist einsigartig“<br />

statt. Die Fachzeitschrift <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

ist einer der Förderer des Wettbewerbs. t<br />

Urteil Bundesfinanzhof<br />

Unterschiedliche Steuersätze fürs Catering<br />

Der Bundesfinanzhof hat entschieden,<br />

dass die Leistungen eines Partyservice-Unternehmens<br />

grundsätzlich<br />

dem Regelsteuersatz von 19 Prozent unterliegen<br />

(23. November 2011, XI R 6/08).<br />

Der siebenprozentige Mehrwertsteuersatz<br />

könne nur dann angewendet werden, wenn<br />

der Partyservice lediglich Standardspeisen<br />

ohne zusätzliches Dienstleistungselement<br />

liefert. Laut BFH-Urteil sind Standardspeisen<br />

„typischerweise das Ergebnis einer einfachen,<br />

standardisierten Zubereitung, die<br />

Lebensmittelhygiene und Infektionsschutz<br />

Hygieneschulung als App<br />

Das Unternehmen Oncampus, eine<br />

Tochter der Fachhochschule Lübeck,<br />

bietet aktuell Schulungsmaßnahmen<br />

via Smartphone und Tablett-PC an. Die<br />

Schulung ist in zwei Kurse aufgeteilt. Die<br />

Inhalte des ersten Kurses umfassen die Belehrung<br />

nach Paragraf 43 des Infektionsschutzgesetzes<br />

(IFSG) und eine Hygiene-<br />

Schulung nach der Lebensmittelhygiene-<br />

Verordnung EG 852/2004. Im zweiten Kurs<br />

werden die Inhalte der Verordnung über<br />

in den meisten Fällen nicht auf Bestellung<br />

eines bestimmten Kunden, sondern entsprechend<br />

der allgemein vorhersehbaren<br />

Nachfrage oder in Abständen z.B. an Imbissständen<br />

abgegeben werden. Dies trifft<br />

z.B. auf Grillsteaks, Rostbratwürste oder<br />

Pommes frites zu.“<br />

„Dieses Urteil zeigt einmal mehr, wie<br />

scheinheilig die Debatte über gesunde Ernährung<br />

in <strong>Deutschland</strong> ist“, so Ulrich N.<br />

Brandl, Präsident des Bayerischen Hotelund<br />

Gaststättenverbades DEHOGA Bayern.<br />

Lebensmittelhygiene insbesondere die Gefährdung<br />

von Lebensmittel <strong>durch</strong> Mikroorganismen<br />

vermittelt. Nach einem abschließenden<br />

und bestandenen Test kann<br />

das persönliche Zertifikat als Nachweis für<br />

die Schulungsteilnahme direkt per E-Mail<br />

angefordert werden. Weitere Informationen<br />

zu den Online-Hygieneschulungen sind<br />

unter www.oncampus.de/hygiene-app im<br />

Android-Market oder Apple-Store zu finden.<br />

t<br />

Bietet ein Caterer<br />

Pommes<br />

und ähnliches<br />

Fast Food, wird<br />

das Essen mit<br />

dem reduzierten Mehrwertsteuersatz privilegiert,<br />

gibt es Hähnchenfleisch mit<br />

Fruchtspießen oder Forellenfilet, werden 19<br />

Prozent fällig. Ähnlich verhält es sich bei<br />

den Essgewohnheiten: Beim Im-Stehen-Essen<br />

werden 7 Prozent berechnet, setzt sich<br />

der Gast, werden 19 Prozent fällig. Aber<br />

auch hierbei gibt es noch eine Ausnahme,<br />

die ins Bild passe: Isst der Gast Nachos mit<br />

Dips in Kinosesseln, also sitzend, bleibt es<br />

bei 7 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei<br />

der Frage, wo die Speise eingenommen<br />

wird: Wird sie in Ruhe vor Ort genossen,<br />

müssen 19 Prozent abgeführt werden, wird<br />

sie mitgenommen und beim Autofahren<br />

oder im Gehen verzehrt, ist nur der reduzierte<br />

Satz fällig. „Keinem Menschen sind<br />

die unterschiedlichen Regelungen mehr<br />

vermittelbar“, so Brandl. „Hier ist der Gesetzgeber<br />

gefordert endlich zu handeln. Im<br />

Lebensmitteleinzelhandel, bei Bäckern,<br />

Metzgern und Konditoren wird der reduzierte<br />

Umsatzsteuersatz veranschlagt, werden<br />

die Zutaten aufwändig in der Küche veredelt,<br />

muss der Gastronom 19 Prozent an<br />

den Staat abführen.“<br />

t<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 7


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Expertenforum<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten<br />

Antwort von Sascha Kühnau<br />

Hauswirtschaftsraum<br />

– was ist zu<br />

beachten?<br />

c Unsere Einrichtung bezieht seit einiger<br />

Zeit ein Abo der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong>. Die<br />

fachkundigen Antworten auf spezielle Fragen<br />

schätze ich sehr! Im Neubau unserer<br />

Einrichtung ist ein Hauswirtschaftsraum<br />

geplant. In diesem Raum sollen untergebracht<br />

werden: Schmutzwäschewagen,<br />

Getränkelager für Flaschen und Tetrapackungen,<br />

Werkstoffe, Glas. Stellt diese Lagerung<br />

ein hygienisches Problem dar?<br />

Wenn nein, wie ist die Aufteilung im Raum<br />

vorzunehmen?<br />

d Der von Ihnen geplante Hauswirtschaftsraum<br />

birgt ein gravierendes Problem!<br />

Als Lebensmittellager für Getränke<br />

ist er ein reiner Raum. Als Lager für Werkstoffe<br />

und Schmutzwäsche hingegen ist er<br />

„unrein“. Daher sollte eine völlige Trennung<br />

des Raumes in einen reinen und einen<br />

unreinen Bereich erfolgen. Sicher wird<br />

Ihre zuständige Veterinärbehörde Ihnen<br />

dies bei Anfrage ähnlich empfehlen, da Lebensmittel<br />

nicht in einem unreinen Raum<br />

gelagert werden dürfen.<br />

Leergutflaschen können Sie bis zur Abholung<br />

dort lagern. Vielleicht kann die Behörde<br />

auch der Lagerung der Getränke in<br />

einem geschlossenen Schrank zustimmen.<br />

Dies ist zu erfragen. Besser ist in jedem Fall<br />

die räumliche Trennung.<br />

Antwort von Andreas Carl<br />

Verfärbungen<br />

in der Nasszelle<br />

c In den Nasszellen unseres Altenheimes<br />

haben wir folgendes Problem: Die Fugen,<br />

vor allem unter den Toiletten, verfärben<br />

sich leicht rosa/grau-rosa. Dies<br />

passiert hauptsächlich in den Nasszellen,<br />

in denen größere Mengen Urin auf den<br />

Boden gelangen. Unser Vertreter für die<br />

Reinigungschemie vermutet folgende Ursache:<br />

verspritzter Urin reagiert mit dem<br />

roten Farbstoff des Sanitärreinigers. Dieser<br />

Meinung bin ich nicht, da der rosarote<br />

Sanitärreiniger nicht für die Bodenreinigung<br />

verwendet wird und die angemischte<br />

Reinigungslösung nicht in solchen<br />

Mengen auf den Boden tropft, dass<br />

eine Reaktion stattfindet könnte. Nun frage<br />

ich Sie, ob Sie mit dieser Problematik<br />

bereits Erfahrungen gemacht haben und<br />

eine Lösung für die Behebung des Problems<br />

hätten?<br />

d Leider gibt es Erfahrungen mit verfärbten<br />

Fugen. In der Regel ist es tatsächlich<br />

der rote Farbstoff im Sanitärreiniger.<br />

An dieser Stelle kann ich nur mutmaßen,<br />

dass von den Reinigungskräften versucht<br />

wurde, den Urin mit Sanitärreiniger zu beseitigen.<br />

Wenn der Sanitärreiniger pur aufgetragen<br />

wird, sind Verfärbungen kaum<br />

noch zu vermeiden. Deshalb haben viele<br />

Hersteller das Einfärben der Chemie wieder<br />

aufgegeben oder verwenden andere<br />

Farbstoffe.<br />

Um die Verfärbungen zu lindern, empfehle<br />

ich Ihnen, den Farbstoff zu lösen und<br />

heraus zu waschen. Hierfür nehmen Sie einen<br />

nicht eingefärbten Sanitärreiniger und<br />

nässen die Fugen, nach vorherigem Wässern,<br />

eine längere Zeit ein. Diesen Vorgang<br />

wiederholen. Dabei kommt es nicht auf die<br />

Konzentration Ihrer Lösung, sondern auf<br />

die Dauer und Häufigkeit der Anwendung<br />

an! Um die Fugen „nass“ zu halten, können<br />

Sie nach dem Wässern zusätzlich ein<br />

nasses Tuch auflegen.<br />

In der Regel müsste jeder Sanitärreiniger<br />

funktionieren. Idealerweise verwenden<br />

Sie ein Produkt mit ähnlichen Inhaltsstoffen,<br />

denn der Farbstoff ist ja mit diesen Inhaltsstoffen<br />

lösbar.<br />

Extra-Expertenrat von Christine Hopf,<br />

diakonia GmbH<br />

Kennzahlen für die<br />

Kita-Verpflegung<br />

c In einer unserer Kitas werden zirka 130<br />

Kinder verpflegt. Das Verpflegungsangebot<br />

besteht aus Tiefkühlfertigprodukten<br />

und wird teilweise <strong>durch</strong> das Angebot einer<br />

angrenzenden Zentralküche ergänzt.<br />

Frischkost und einige Nachspeisen werden<br />

ab und an selbst zubereitet. Der hauswirtschaftliche<br />

Bereich soll nun reorganisiert<br />

werden. Gibt es speziell für Kitas eigene<br />

Kennzahlen? Die geläufigen Kennzahlen<br />

aus der Altenpflege sind kaum zu<br />

Das <strong>rhw</strong>-Expertenteam für Ihre Fragen<br />

Andreas Carl<br />

Berater für<br />

Hauswirtschaft<br />

und Reinigung<br />

Sascha Kühnau Karin Beuting-Lampe<br />

Berater für Ernährung, Organisationsberaterin<br />

Hygiene und Qualitäts<strong>management</strong><br />

und Fortbildungsreferentin<br />

Peter Hützen<br />

M. Christine Klöber<br />

Beraterin zu Wäsche-<br />

Management und<br />

Wirtschaft<br />

Ralf Klöber Dr. Dieter Bödeker<br />

Berater für<br />

Hygieneberater,<br />

Groß küchen und Wedemark<br />

Kundenorientierung<br />

Fachanwalt für<br />

Arbeitsrecht,<br />

Bird&Bird, Düsseldorf<br />

Sie erreichen das <strong>rhw</strong>-Expertenteam unter: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de<br />

10 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Expertenforum<br />

übertragen, da sich das Angebot sehr unterscheidet.<br />

Die Zusammenarbeit mit dem<br />

pädagogischen Personal ist in Kindertagestätten<br />

intensiver und in den Abläufen<br />

stärker vernetzt. Gibt es spezielle Kennzahlen<br />

für Verteilerküchen oder, wie in diesem<br />

Beispiel, Küchen für Kitas?<br />

d Wie Sie bereits selbst richtig erkannt<br />

haben sind Kennzahlen aus anderen Feldern<br />

der Gemeinschaftsverpflegung nur<br />

schwer auf eine Kita-Küche anzuwenden.<br />

Für den laufenden Betrieb sind folgende<br />

Kosten interessant:<br />

a) Wareneinsatzkosten<br />

b) Personalkosten<br />

c) Energiekosten.<br />

Als Erlöse kommen in Betracht:<br />

a) Elternbeiträge<br />

b) Zuschüsse.<br />

Sie haben Ihr Verpflegungsangebot als<br />

Mischküche beschrieben, die selbst zubereiteten<br />

Komponenten liegen wohl nicht<br />

über 15 Prozent des Gesamtangebotes.<br />

Der Wareneinsatz hiefür dürfte bei sorgfältigem<br />

Einkauf und einem sehr geringen<br />

Bio-Anteil bei zirka 48.000 bis 50.000 Euro<br />

pro Jahr liegen (vier Mahlzeiten am Tag:<br />

Frühstück, Zwischenmahlzeit, Mittagessen,<br />

Brotzeit und ein Obstangebot).<br />

Die Zahlen gelten für ein Konzept, das<br />

sich an den Vorgaben von optimiX ® orientiert<br />

und hochwertige Lebensmittel vorsieht.<br />

Kosten für Warenverderb sollten bei guter<br />

Lagerhaltung gegen null tendieren, wöchentliche<br />

Bestellungen nach vorheriger<br />

Lagerkontrolle und die „First-in-first-out-<br />

Methode“ helfen dabei. Ein sich im fünfoder<br />

achtwöchentlichen Rhythmus wiederholender<br />

Speiseplan erlaubt die Verwertung<br />

von Anbruchmengen der Tiefkühlmenüs.<br />

Die Personalkosten sind bei diesem Angebot<br />

eher gering, es können gut angelernte<br />

Hilfskräfte beschäftigt werden, wenn<br />

das HACCP-Konzept fachlich gut ausgearbeitet<br />

und implementiert ist. Für selbst zuzubereitete<br />

Speisen müssen Rezepte vorhanden<br />

sein, die bekannt sind. Trotzdem<br />

würde ich zur wenigstens stundenweisen<br />

Beschäftigung einer Fachkraft raten. So<br />

können Reklamationen <strong>durch</strong> kontinuierliche<br />

Qualitätskontrolle vermindert werden,<br />

Anregungen und Kritik effektiv bearbeitet<br />

werden und notwendige Anpassungen<br />

(Menge und Qualität des Essens) vorgenommen<br />

werden. Die Fachkraft erstellt den<br />

Speiseplan, berücksichtigt Allergien und<br />

überwacht die Einhaltung des HACCP-Systems.<br />

Alternativ kann ein Beratungsunternehmen<br />

zugezogen werden, das diese Aufgaben<br />

übernimmt. Einige Anbieter von Tiefkühlkost<br />

für Kinder bieten bereits fertig<br />

konzipierte Speisepläne für Mittagessen<br />

und Zwischenmahlzeiten an.<br />

Die Energiekosten hängen vom Geräteeinsatz<br />

ab, hier empfiehlt sich eine Vor-<br />

Ort-Besichtigung <strong>durch</strong> einen Großküchenausstatter,<br />

wenn Neuanschaffungen<br />

getätigt werden sollen, der dann zusätzlich<br />

die vorhandenen Anschlüsse auf Eignung<br />

überprüft.<br />

Zum Weiterlesen empfehle ich folgende<br />

Broschüren des aid-Infodienstes (www.<br />

aid.de): „Planung kleiner Küchen in Schulen,<br />

Kitas und Heimen, Speiseplanung in<br />

der Gemeinschaftsverpflegung“, und das<br />

Buch Bewirtschaftung von Kindertagesstätten,<br />

zu bestellen unter www.fachbuchdirekt.de.<br />

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Expertenforum<br />

Extra-Expertenrat zu Hygiene<br />

Aufgrund der zahlreichen Leseranfragen an Dr. Dieter Bödeker<br />

zum Thema Hygiene gibt es in dieser <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> eine<br />

Extra-Seite. Mehr zum Thema auch auf rund 80 Seiten in <strong>rhw</strong><br />

praxis 1/2012 „Hygiene und Arbeitsschutz“, die in wenigen Tagen<br />

Mitte März erscheint.<br />

Inkontinenz-Abfall<br />

c Können Sie mir mitteilen, welche gesetzlichen<br />

Vorschriften die Behandlung<br />

von Müll regeln? Konkret beschäftigt uns<br />

die Frage, ob Restmüll mit sehr hohem<br />

Anteil an Inkontinenzprodukten vakuumiert<br />

und desinfiziert werden muss?<br />

d Die Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen<br />

des Gesundheitsdienstes ist in<br />

<strong>Deutschland</strong> <strong>durch</strong> die nicht immer einfach<br />

zu lesende LAGA-Richtlinie Nr. 18 geregelt<br />

(Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft<br />

Abfall), zu finden unter: www.laga-online.de.<br />

Inkontinenzprodukte sind in der genannten<br />

Richtlinie dem Abfallschlüssel AS<br />

18 01 04 zugeordnet. Die Sammlung dieser<br />

Abfälle und der Transport zur zentralen<br />

Sammelstelle (der Einrichtung) muss<br />

in reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen<br />

und dichten Behältnissen erfolgen. Eine<br />

Vakuumierung oder Desinfektion dieser<br />

Abfälle wird in der Richtlinie nicht erwähnt.<br />

Es wird darauf hingewiesen, dass die Abfälle<br />

an der Sammelstelle nicht umgefüllt<br />

oder sortiert werden dürfen.<br />

Wann Einmalhandschuhe?<br />

c Immer wieder diskutieren wir mit unseren<br />

Auszubildenden über den hygienischen<br />

Sinn von Einmalhandschuhen bei<br />

der Zubereitung von Speisen. Wir haben<br />

bisher keine nachvollziehbaren Regeln<br />

aufstellen können. Das führt auch zu großen<br />

Unsicherheiten bei Prüfungssituationen.<br />

Ich persönlich bin der Meinung,<br />

dass eine desinfizierte und gewaschene<br />

Arbeitshand weniger Keime trägt als eine<br />

Hand, die in einem Handschuh steckt und<br />

eine falsche Sicherheit vorgaukelt. Vollends<br />

zur Verwirrung trug dann unser Hygienehandbuch<br />

in der Einrichtung bei.<br />

Dort wird darauf hingewiesen, dass bei<br />

der Zubereitung von Hackfleisch und Eiern<br />

das Tragen der Einmalhandschuhe<br />

Pflicht ist; aber bei Geflügel und Fisch besteht<br />

diese Pflicht nicht. Nun wüsste ich<br />

gerne: Gibt es eine Pflicht und wenn ja:<br />

wo kann ich das nachlesen?<br />

d Inzwischen gehört es zwingend zur<br />

„Guten Lebensmittelpraxis“, dass beim<br />

Umgang mit unverpackten „leicht verderblichen<br />

Lebensmitteln“ und beim Berühren<br />

von Lebensmitteln, die bereits gegart<br />

sind, geeignete Einmalhandschuhe<br />

zu tragen sind. Nachzulesen sind diese<br />

Vorgaben in den „Leitlinien für eine gute<br />

Hygienepraxis“, die die einzelnen Fachverbände<br />

herausgeben (www.bll.de/<br />

down load/themen/hygiene/leitlinien-fuereine-gute-hygienepraxis-bezugsquellen.pdf).<br />

Das Tragen von Handschuhen bei<br />

den oben genannten Tätigkeiten ist deshalb<br />

sinnvoll, weil sich auch auf gewaschenen<br />

Händen noch Mikroorganismen<br />

befinden können. Keineswegs sollte das<br />

Tragen von Handschuhen eine sorgfältige<br />

Händehygiene ersetzen, das heißt konkret,<br />

die Handschuhe sind immer erst nach<br />

sorgfältiger Händehygiene anzuziehen. Zu<br />

beachten ist auch, dass Handschuhe sofort<br />

zu wechseln sind, wenn potentiell kontaminierte<br />

Gegenstände damit berührt<br />

wurden (zum Beispiel Türklinken, Abfalleimer,<br />

Wechselgeld oder die eigene Nase).<br />

Ferner sollte darauf geachtet werden, dass<br />

auch die Arbeitskleidung ein wesentlicher<br />

Bestandteil der persönlichen Hygiene ist.<br />

Zutritt in die Küche<br />

regeln<br />

c Ich arbeite in der Schulverpflegung<br />

und bin verantwortlich für die Zubereitung<br />

von zirka 200 Mittagessen pro Tag<br />

sowie Pausenverpflegung in mehreren<br />

Schulen. Die Betriebsräume hat mein Arbeitgeber<br />

vom Landkreis, der Schulträger,<br />

gepachtet. Seit einiger Zeit häufen<br />

sich vermehrt Anfragen nach einer Küchenbenutzung<br />

<strong>durch</strong> Lehrer und Schüler.<br />

Außerdem sind einige Schulleiter und<br />

der Schulträger (Grundstückseigentümer)<br />

der Meinung, dass ihnen jederzeit der Zutritt<br />

zu den Räumen zu gewähren sei (in<br />

den Betriebsräumen werden Tiefkühlprodukte<br />

und Trockenvorräte in nicht abschließbaren<br />

Schränken gelagert). Wie<br />

gehe ich damit um? Gibt es rechtsverbindliche<br />

Vorschriften und wie kann ich<br />

mich absichern?<br />

d Derjenige, der Lebensmittel herstellt,<br />

behandelt oder in den Verkehr bringt, ist<br />

grundsätzlich für die ordnungsgemäße Beschaffenheit<br />

der Lebensmittel verantwortlich.<br />

Sie sollten daher unbedingt<br />

schriftlich festlegen, wer für welche Verfahren<br />

und Räumlichkeiten zu welchen Zeiten<br />

zuständig ist. Um die einwandfreie Beschaffenheit<br />

von Lebensmitteln lückenlos<br />

zu gewährleisten, werden <strong>durch</strong> das Lebensmittelrecht<br />

an die entsprechenden<br />

Betriebsstätten hohe hygienische Anforderungen<br />

gestellt. Es ist mit Sicherheit keine<br />

gute Idee, in einer Betriebsstätte, in der<br />

200 Mittagessen produziert werden, zu anderen<br />

Zeiten Schüler und Lehrer „werkeln“<br />

zu lassen. Bedenken Sie auch, dass alle<br />

(!) Personen, die in der Betriebsstätte tätig<br />

werden, nachweislich eine Belehrung<br />

gemäß § 43 Infektionsschutzgesetz haben<br />

müssen (auch die Erstbelehrung <strong>durch</strong> das<br />

Gesundheitsamt).<br />

Direkte rechtsverbindliche Vorschriften<br />

zu der von Ihnen genannten Thematik<br />

kenne ich nicht. Eine Interpretation der<br />

entsprechenden EU-Verordnungen (im<br />

Wesentlichen 178/2002; 852/2002; AVV<br />

Lebensmittelhygiene 2007) führt aber in<br />

recht gerader Linie dazu, festzulegen, dass<br />

eine solche Betriebsstätte nicht von Unbefugten<br />

(dazu können auch Schulleiter<br />

oder Eigentümer gehören) betreten werden<br />

darf.<br />

Eine gute Interpretationshilfe für<br />

Schulverpflegung finden Sie unter: http://<br />

www.mulewf.rlp.de/fileadmin/mufv/img/<br />

inhalte/verbraucherschutz/LM-Hygiene_<br />

KiTas_Schulen.pdf. Damit Sie auch rechtlich<br />

auf der sicheren Seite sind, sollten Sie<br />

unbedingt alle Verfahren und Regelungen<br />

im Zusammenhang mit Ihrer Speisenproduktion<br />

mit dem zuständigen Veterinäramt<br />

beziehungsweise der Lebensmittelkontrollbehörde<br />

abstimmen.<br />

12 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


[Das aktuelle Buch]<br />

Foto: iStockphoto/alexsl<br />

Bewirtschaftung von Kindertagesstätten<br />

Anschaulich vermittelt dieses Buch Wissen zu den Themen Hygiene, Maßnahmen bei<br />

Krankheiten, Wäschepflege, kindgerechte Ernährung, Küchenorganisation und Hausreinigung.<br />

Fachkräfte können mit Hilfe dieses Buches Konzepte für den Hauswirtschaftsbereich<br />

erstellen, Arbeitsabläufe effektiv und kostengünstig organisieren und<br />

Entscheidungen kompetent treffen.<br />

Bewirtschaftung von Kindertagesstätten<br />

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Fachthema<br />

Bei der 3-Zonen-Reinigung handelt es sich um<br />

eine aufeinander abgestimmte Kombination<br />

von Eingangsmattensystemen und Sauberlaufbelägen,<br />

die der wirksamen Aufnahme von<br />

Grob-, Fein- und Feuchtschmutz dienen<br />

Sauberlaufsysteme – ein<br />

häufig unterschätztes Detail<br />

Schmutz und Nässe in Eingangsbereichen sehen nicht nur unästhetisch<br />

aus, sie verursachen auch zusätzlichen Reinigungsaufwand<br />

und erhöhen insbesondere auf glatten Fußböden das<br />

Unfallrisiko. So genannte Sauberlaufsysteme (früher Schmutzfangzonen<br />

genannt) beugen Verunreinigungen wirksam vor<br />

und sorgen für den Werterhalt des eingebauten Bodenbelags.<br />

Beispiel einer idealen<br />

Schmutzschleuse<br />

Außen:<br />

➀ Schmutzfangrost oder -gitter (mindestens<br />

zwei Meter Länge)<br />

Alle Fotos: Emco Bau<br />

Es ist ein Bild des Jammers: eine ehemals<br />

helle Vollholztreppe, schwarzgrau<br />

zertreten und zerklüftet <strong>durch</strong><br />

Splitt und Sandkörner. „Diese Treppe wurde<br />

erst vor einem halben Jahr eingebaut<br />

und schon musste sie abgeschliffen und<br />

lackiert werden. Dabei wurden auch noch<br />

die Stufen einzeln ausgebaut, damit es<br />

nicht zu einer Staubbelastung im Foyer<br />

kommt“, sagte Michael Wolf, Gebäudereiniger<br />

und öffentlich bestellter Sachverständiger<br />

bei der Landesinnung Hessen<br />

des Gebäudereiniger-Handwerks. Auf einem<br />

Seminar des vhw (Bundesverband für<br />

Wohnen und Stadtentwicklung e.V.) zeigte<br />

er das Foto und nannte auch den Grund<br />

für diesen katastrophalen Zustand: „Die<br />

hatten im Gebäude komplett ein Sauberlaufsystem<br />

vergessen.“<br />

Viele Fehler können auftreten<br />

Wenn man Sauberlaufzonen verlegt,<br />

muss darauf geachtet werden, dass diese<br />

nicht umlaufen werden können – innen wie<br />

außen. „Als Faustregel für die Länge kann<br />

man sagen, draußen zwei Schritte, drinnen<br />

vier Schritte – darunter auf keinen Fall“, so<br />

Michael Wolf. „Und achten Sie auch bitte<br />

darauf, dass es draußen keine einladenden<br />

Trampelpfade über Rasenflächen gibt.<br />

Sie können davon ausgehen, dass dieser<br />

Trampelpfad nach drei Wochen als Weg gilt<br />

und Sie den unnötigen Schmutz dauerhaft<br />

im Haus haben.“<br />

Die bisher oft verwendeten Sisal- und<br />

Gummimatten sind häufig zu klein und haben<br />

bei nassem Wetter nicht genügend Reinigungswirkung.<br />

Schmutzfangläufer als<br />

Innen:<br />

➁ Grobschmutzaufnahmen <strong>durch</strong><br />

Schlingenmatten oder Laufbürstensysteme.<br />

➂ Textile Schmutzfangmatten für<br />

Feuchtschmutzaufnahme (mindestens<br />

vier Meter Länge)<br />

Quelle: Bauplanung und Reinigungstechnik, Landesinnung<br />

Hessen des Gebäudereiniger-Handwerks<br />

Teppichbeläge haben eine deutlich bessere<br />

Wirkung. „Die heutigen Konstruktionen<br />

können bis zu 90 Prozent des Schmutzes<br />

aufnehmen“, sagte Detlef Stange, ebenfalls<br />

von der Landesinnung Hessen des Gebäudereiniger-Handwerks,<br />

auf dem vhw-<br />

Seminar. „Die gängigen Schmutzschleusen-Matten<br />

können bei Regen, Schnee und<br />

Matsch bis zu vier Liter Wasser pro Quadratmeter<br />

festhalten.“<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 15


Fachthema<br />

Ruß-Migration als<br />

Nebenwirkung möglich<br />

Bei im Innenraum lose liegenden Sauberlaufmatten<br />

muss beachtet werden, dass<br />

diese keine Ruß-Migration in die zu schützende<br />

Oberfläche verursachen. Beispiel:<br />

Schmutzfangmatten haben in der Regel einen<br />

schwarzen Rücken. Dieser Kunstoffrücken<br />

ist meist mit Ruß schwarz eingefärbt.<br />

Wenn sich Weichmacher in diesem Rücken<br />

befinden, kann es dazu kommen das die<br />

Weichmacher „ausdünsten“ und dabei Ruß<br />

in den Oberboden transportieren. Diese<br />

Schadensbild nennt man Migration und es<br />

ist ein irreparabler Schaden.<br />

Und noch einen Tipp gab Michael Wolf:<br />

„Denken Sie immer wieder an den Schmutztourismus<br />

– also welcher Schmutz wohin<br />

wandert. Da kommen Sie schnell auf das<br />

Thema Aufzüge.“ Denn Schmutztourismus<br />

wird <strong>durch</strong> geeignete Schmutzfangsysteme<br />

verhindert. Hierbei sind auch die Witterungsverhältnisse<br />

zu beachten. Wenn<br />

sich im Winter Schneematsch und Salz<br />

im Profil der Schuhe sammeln, sollte entsprechend<br />

in den Fahrstühlen eine saugende<br />

Schmutzfangmatte ausgelegt werden,<br />

die das getaute Wasser aufnimmt. Das<br />

Gleiche gilt auch für Stellen, an denen der<br />

Besucher verweilt, beispielsweise in einer<br />

Schalterzone. t Robert Baumann<br />

Individuell bedruckte Sauberlaufsysteme wie hier in einer Kita – seien es Eingangsmatten,<br />

Sauberlaufbeläge oder Teppichmatten – lassen sich zusätzlich als Werbe-, Imageund<br />

Informationsträger nutzen<br />

Schmutz: 80 Prozent<br />

<strong>durch</strong> Schuhe<br />

Wir befragten auch Jochen Holzapfel, Geschäftsführer von Emco<br />

Bau- und Klimatechnik in Lingen, zum Thema Sauberlaufzonen.<br />

c Was zeichnet Sauberlaufsysteme<br />

aus?<br />

d Etwa 80 Prozent der Verunreinigungen<br />

im Gebäude werden über die Schuhe<br />

eingetragen. Sauberlaufsysteme sind so<br />

beschaffen, dass Schmutz und Feuchtigkeit<br />

beim Betreten von den Schuhsohlen<br />

abgerieben und vom System aufgenommen<br />

werden. Das führt zu deutlich weniger<br />

verunreinigten Bodenbelägen und damit<br />

zu einem erheblich reduzierten Personal-,<br />

Chemikalien- und Wassereinsatz<br />

für die Reinigung. Auf diese Weise leisten<br />

Sauberlaufsysteme einen direkten Beitrag<br />

„Bei einer Verlegung einer 3-Zonen-Reinigung ist<br />

die Koordination und Abstimmung von Estrichund<br />

Parkettleger im Innenbereich sowie Gartenund<br />

Landschaftsbauer im Außenbereich notwendig“,<br />

so Jochen Holzapfel<br />

zur Optimierung der Gebäudebewirtschaftung<br />

sowie zur Schonung der Umwelt.<br />

Darüber hinaus verhindern sie die<br />

Abnutzung hochwertiger Bodenbeläge<br />

<strong>durch</strong> von außen eingetragene Schmutzpartikel<br />

wie etwa Sand, Kies oder Nässe.<br />

c Welche unterschiedlichen Sauberlaufsysteme<br />

gibt es?<br />

d Grob- und Feinschmutz werden am<br />

wirksamsten von Eingangsmattensystemen,<br />

die aus Aluminiumträgerprofilen mit<br />

integrierten funktionalen Einlagen bestehen,<br />

aufgenommen. Die abgeriebenen<br />

Schmutzpartikel setzen sich dabei nicht<br />

in der Einlage fest, sondern fallen in die<br />

Profilzwischenräume, wo sie bis zur<br />

nächsten Säuberung verbleiben. Auf die-<br />

16 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Fachthema<br />

se Weise wird das Weitertragen des<br />

Schmutzes <strong>durch</strong> nachfolgende Personen<br />

effektiv vermieden. Durch bündigen Abschluss<br />

mit angrenzenden Bodenbelägen<br />

sowie eine zertifizierte Rutschsicherheit<br />

beugen die Eingangsmatten überdies Unfallgefahren<br />

wirksam vor.<br />

Zur effektiven Aufnahme von Feinstschmutz<br />

und Feuchtigkeit haben sich<br />

hochwertige Sauberlaufbeläge bewährt.<br />

Sie können sowohl flächendeckend als<br />

auch in Mattenform verlegt werden.<br />

Sauberlaufbeläge verfügen über spezielle<br />

Hohlraumfasern, die Schmutzpartikel<br />

besonders gut aufnehmen und aufgrund<br />

einer entsprechenden Anordnung ins Innere<br />

leiten. Hier<strong>durch</strong> wird neben der<br />

Schmutzweitertragung auch die Entstehung<br />

unästhetischer Laufspuren unterbunden.<br />

Die eingefangenen Schmutzpartikel<br />

können einfach und bequem bei<br />

der nächsten Reinigung – beispielsweise<br />

mit einem Staubsauger – wieder aus dem<br />

Sauberlaufbelag entfernt werden.<br />

Grob- und Feinschmutz werden am wirksamsten von Eingangsmattensystemen,<br />

die aus Aluminiumträgerprofilen mit integrierten funktionalen Einlagen bestehen,<br />

aufgenommen<br />

c Für welche Einsatzbereiche eignen<br />

sich die unterschiedlichen Sauberlaufsysteme?<br />

d Im Außenbereich kommen Eingangsmattensysteme<br />

mit Materialeinlagen aus<br />

Gummi und Cassettenbürste zum Einsatz,<br />

während im Innenbereich textile oder<br />

Rauhhaarrips-Einlagen verwendet werden.<br />

Die Verlegung von Sauberlaufbelägen<br />

sollte aufgrund ihrer Beschaffenheit<br />

ausschließlich im Innern des Gebäudes<br />

erfolgen. Als bestmögliche Lösung für die<br />

vorbeugende Schmutzreduzierung werden<br />

Sauberlaufsysteme nach dem Prinzip<br />

der 3-Zonen-Reinigung empfohlen.<br />

Hierbei handelt es sich um eine Kombination<br />

von aufeinander abgestimmten<br />

Eingangsmattensystemen und Sauberlaufbelägen<br />

zur konsequenten, nachfolgenden<br />

Aufnahme von Grob-, Fein- und<br />

Feuchtschmutz.<br />

c Was sollte bei der Planung beachtet<br />

werden?<br />

d Das Thema Sauberlaufsystem sollte<br />

bereits frühzeitig in die Entwurfsphase<br />

des Gebäudes mit eingebunden und vom<br />

verantwortlichen Architekten oder Generalbauunternehmer<br />

in Abstimmung mit<br />

dem Bauherren geplant werden. Ziel ist<br />

es, unter Berücksichtigung und Gewichtung<br />

der wesentlichen Einflussfaktoren<br />

wie Eingangsarchitektur, Art des Schmutzeintrags<br />

und Frequentierungsstärke eine<br />

hinsichtlich Design-, Größe- und Typauswahl<br />

optimale Lösung für das jeweilige<br />

Objekt zu finden. Generell gilt: je länger<br />

das Sauberlaufsystem ist, desto weniger<br />

Verunreinigungen gelangen in das Gebäude.<br />

Mindestens sollten hierauf allerdings<br />

zwei bis drei Schritte getätigt werden<br />

können.<br />

c Wie erfolgt die Verlegung von Sauberlaufsystemen?<br />

d Eingangsmattensysteme werden in<br />

eine passende Bodenvertiefung, in der<br />

ein entsprechender Rahmen verankert ist,<br />

eingelassen. Die Verlegung übernimmt in<br />

der Regel der Handwerker, der auch für<br />

die Verlegung des jeweiligen Bodenbelags<br />

verantwortlich ist. Bei komplizierten<br />

Zuschnitten oder schwierigen baulichen<br />

Gegebenheiten kann der Einbau des Systems<br />

auch <strong>durch</strong> die Servicemitarbeiter<br />

des Herstellers erfolgen. Zu beachten ist<br />

zudem, dass bei einer Verlegung einer 3-<br />

Zonen-Reinigung häufig die Koordination<br />

und Abstimmung unterschiedlicher<br />

Gewerke – beispielsweise Estrich- und<br />

Parkettleger im Innenbereich sowie Garten-<br />

und Landschaftsbauer im Außenbereich<br />

– notwendig sind.<br />

Sauberlaufbeläge hingegen können<br />

als Einzelbahn oder in Mattenform lose<br />

auf jeden glatten Bodenbelag verlegt werden.<br />

Bei größeren Flächen oder speziellen<br />

baulichen Rahmenbedingungen erfolgt<br />

eine Festverlegung – wahlweise ebenfalls<br />

in einer Bodenvertiefung – mit einem für<br />

Weich-PVC geeigneten Kleber.<br />

c Über welche zusätzlichen Vorteile<br />

verfügen Sauberlaufsysteme?<br />

d Viele Sauberlaufsysteme sind individuell<br />

bedruckbar und können auf diese<br />

Weise zusätzlich als Werbe-, Image- und<br />

Informationsträger genutzt werden. Der<br />

Einsatz innovativer Chromojet-Drucktechnik<br />

ermöglicht hier die Umsetzung<br />

beliebiger Motive in einer außergewöhnlichen<br />

Farbvielfalt und hohen Qualität.<br />

Eine sehr breite Farbauswahl, die<br />

sogar bis zur Nachmischung bestimmter<br />

Töne reicht, stellt die getreue Wiedergabe<br />

jeglicher Unternehmenslogos, Markennamen<br />

oder Produkte sicher. Neben<br />

der exakten Abbildung von Zeichen,<br />

Schriften und grafischen Elementen ist<br />

auch die Darstellung von Konturen,<br />

Schatten sowie Farbverläufen realisierbar.<br />

Bedruckte Sauberlaufbeläge in Mattenform<br />

– auch Teppichmatten genannt –<br />

lassen sich an beliebiger Stelle, beispielsweise<br />

imagefördernd direkt im Eingangsbereich<br />

oder als gezielt platzierte<br />

Werbemaßnahme am Point of Sale, auslegen.<br />

Eine zusätzliche Verstärkung am<br />

breiten Trittrand sowie eine Rückenbeschichtung<br />

aus rutschfestem Nitrilgummi<br />

beugen hier Stolpergefahren wirksam<br />

vor. Das Flormaterial der Teppichmatten<br />

besteht in der Regel aus hochwertigem<br />

High-Twist-Nylon, das eine langfristige<br />

Haltbarkeit des aufgedruckten Motivs<br />

auch bei häufigen Reinigungs- oder<br />

Waschvorgängen garantiert, ein angenehmes<br />

Auftrittsgefühl vermittelt und<br />

für eine Feuchtigkeitsaufnahme von zirka<br />

drei bis vier Litern pro Quadratmeter<br />

sorgt.<br />

t<br />

Interview: Robert Baumann<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 17


Fachthema<br />

Wohnen und Pflegen<br />

am gleichen Ort<br />

Als das Haus am Weinberg in Obertürkheim vor 20 Jahren eröffnet<br />

wurde, wusste niemand, ob das besondere Modell dieser<br />

Einrichtung funktioniert. Rüstige Rentner und Pflegebedürftige,<br />

alte Menschen und junge Körperbehinderte leben dort<br />

Wohnung an Wohnung. Doch das Konzept geht auf – die Durchmischung<br />

bereichert das Miteinander. Wartelisten zeugen vom<br />

Interesse der älteren Mitbürger, in diese etwas ungewöhnliche<br />

Einrichtung des Wohlfahrtswerkes für Baden-Württemberg zu<br />

ziehen. Doch das Haus ruht sich nicht aus, sondern arbeitet<br />

ständig an Verbesserungen, gerade auch im Bereich Hauswirtschaft.<br />

Die Tische im Restaurant sind kaum<br />

eingedeckt, schon strömen die ersten<br />

Bewohner <strong>durch</strong> die Tür. Wer<br />

nicht weiß, welches besondere Konzept<br />

hinter dem 1992 eröffneten Haus steckt,<br />

kommt sicherlich ins Stutzen. Gebrechliche<br />

Ältere mit Rollatoren passen noch in<br />

die gewohnte Vorstellung von einer Altenpflege-Einrichtung.<br />

Aber jüngere Pflegebedürftige<br />

im Rollstuhl und rüstige Rentner<br />

ohne Gehhilfe? Die Besucher des Mittagessens<br />

zeigen fast die ganze Bandbreite<br />

der Menschen, die im Haus am<br />

Weinberg wohnen. „Wir wollten mit der<br />

Einrichtung die damalige Einteilung in<br />

Betreutes Wohnen, Altenheim und Pflegeheim<br />

aufbrechen und <strong>durch</strong>lässig machen“,<br />

sagt Erwin Müller, der bereits die<br />

Konzeption mitgeschrieben hat und das<br />

Haus am Weinberg seit damals leitet.<br />

Luftbild des Hauses, in dem Senioren und<br />

Menschen mit Behinderungen zusammen<br />

wohnen<br />

Alterspanne von 41 bis 99 Jahren<br />

„Jede Mahlzeit wird von den Bewohnern bewertet. Und zwar immer tischweise. Das ist<br />

eine sehr kommunikative Geschichte“, sagt Hausleiter Erwin Müller, Haus am Weinberg<br />

in Obertürkheim bei Stuttgart<br />

Konkret sieht die Durchlässigkeit so<br />

aus, dass<br />

t in dem Gebäude Betreutes Wohnen genauso<br />

angeboten wird wie stationäre Pflege,<br />

t eine Wohngruppe für jüngere Pflegebedürftige<br />

eingerichtet wurde,<br />

t es Miet- und Eigentumswohnungen<br />

gibt,<br />

t die Altersspanne momentan von 41 bis<br />

99 Jahren reicht,<br />

t erst im vergangenen Jahr die älteste<br />

Bewohnerin mit 105 Jahren gestorben ist<br />

und, dass diese Dame von ihrem Einzug bis<br />

zum Tod in ihrer Wohnung bleiben konnte.<br />

„Darauf legen wir viel Wert, dass unsere<br />

Bewohner nicht noch einmal umziehen<br />

müssen.“ Wichtig ist dem Wohlfahrtswerk<br />

auch, dass alle Zimmer wie kleine Wohnungen<br />

gestaltet sind. Somit haben auch<br />

die Schwerstpflegebedürftigen ihr kleines<br />

Reich mit Kochnische und Bad – und Krankenhausatmosphäre<br />

kann erst gar nicht<br />

aufkommen. Auch Zweibettzimmer gibt es<br />

im Haus am Weinberg nicht, dafür eine totale<br />

Durchmischung. Wer hinter welcher Tür<br />

lebt, das verraten nur Kleinigkeiten.<br />

Fotos: Haus am Weinberg, Isabelle Butschek<br />

18 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Fachthema<br />

Grußschilder als Lotsen<br />

Hängt ein „Gute Nacht/Guten Morgen“-Schild<br />

draußen, so wohnen dahinter<br />

noch selbstständige Senioren. „Das Schild<br />

dient als Kontrolle. Wird es nicht umgedreht,<br />

schauen wir nach, ob es dem Bewohner<br />

auch gut geht“, erläutert Müller.<br />

Bei den Pflegebedürftigeren fehlt das<br />

Schild, dafür klebt ein kleiner gelber Punkt<br />

über dem Schlüsselloch: „Das soll uns jedes<br />

Mal, wenn wir aufschließen, daran erinnern,<br />

dass wir die Privatsphäre respektieren.“<br />

Die Bewohnerstruktur sorgt zum<br />

Beispiel auch dafür, dass es auf jedem<br />

Stockwerk einen Waschraum sowie einen<br />

Müllraum gibt. „Wer noch kann und will,<br />

wäscht seine Wäsche selber oder entsorgt<br />

den Müll selbstständig“, sagt Müller.<br />

600 Personen auf der Vormerkliste!<br />

Keinen Meter weiter werden aber auch<br />

Bewohnern versorgt, die fast nichts mehr<br />

selbst erledigen können – auch demente,<br />

verwirrte Menschen. Müller erlebt diese<br />

Mischung als große Bereicherung. Und der<br />

Einrichtungsleiter steht mit seiner Meinung<br />

nicht alleine dar: „Wir haben 600 Leute auf<br />

der Vormerkliste und hatten noch nie Belegungsprobleme.“<br />

Allerdings verschweigt<br />

er nicht, dass es auch Konflikte gibt. Weniger<br />

unter den Bewohnern – in all den Jahren<br />

ist nur eine rüstigere Frau ausgezogen,<br />

weil sie mit dem Anblick ihrer pflegebedürftigeren<br />

Nachbarn nicht zurechtkam.<br />

Nein, es ist eher die Bürokratie, die es der<br />

Einrichtung manches Mal schwer macht.<br />

Bundesfreiwilligendienst –<br />

später Erfolg der „Bufdis“<br />

Mit dem Wegfall des Zivildienstes und<br />

dem Ende der Wehrpflicht zum 1. Juli<br />

2011 hat sich eine Lücke aufgetan.<br />

Diese soll <strong>durch</strong> den „Bundesfreiwilligendienst“<br />

geschlossen werden.<br />

Jede Einrichtung, die bisher Zivildienstleistende<br />

aufgenommen hat, ist<br />

damit automatisch auch für den neuen<br />

Bundesfreiwilligendienst qualifiziert.<br />

Die Regeldauer sind zwölf Monate,<br />

doch auch sechs Monate sind<br />

möglich. Das Interesse war zunächst<br />

nur zaghaft. Doch nach Auskunft des<br />

Familienministeriums waren im Februar<br />

2012 schon fast 34.000 Verträge<br />

unterschrieben. Für das erste Jahr bis<br />

Juli 2012 stehen Mittel für insgesamt<br />

35.000 Plätze zur Verfügung. Es sind<br />

also nur noch rund 1.000 Plätze zu<br />

vergeben. Informationen unter www.<br />

bundesfreiwilligendienst.de.<br />

Die Cafeteria jeden Tag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Bewohner und Angehörige werden<br />

vor allem von Schülern mit Kaffee und Kuchen bedient<br />

Zwar leben alle in einem Haus, aber<br />

manche erhalten einen Pflegesatz, und<br />

manche nicht. Das bedeutet: Manche bezahlen<br />

Müllgebühren, manche nicht. Bei<br />

manchen Bewohnern müsste jeder Hilfestellung<br />

beim Gang auf die Toilette berechnet<br />

werden, bei anderen sind die Kosten<br />

über eine Pauschale abgedeckt. Und<br />

oft wissen die Kassen auch einfach nicht,<br />

wie sie die Einrichtung einordnen sollen.<br />

„Manchmal bin ich der Heimleiter und<br />

manchmal der Wohnungsverwalter“, sagt<br />

Müller und lächelt. Er und sein Team haben<br />

trotzdem an dem Konzept festgehalten<br />

– und für vieles eigene hausinterne Lösungen<br />

gefunden. Die Hilfe beim Toilettengang<br />

etwa wird einmal pro Schicht abgerechnet,<br />

„wie oft sie benötigt wird, interessiert<br />

uns dann nicht“.<br />

Kräfte arbeiten im Wechsel<br />

auch ambulant<br />

Inzwischen werden übrigens auch Tagespflege<br />

sowie ambulante Pflege angeboten.<br />

„Letzteres ist eigentlich da<strong>durch</strong><br />

entstanden, dass Leute, die bei uns angemeldet<br />

waren, bereits schon daheim unsere<br />

Hilfe benötigt haben.“ Allerdings gibt<br />

es keine extra Abteilung, die sich um die<br />

ambulanten Fälle kümmert. Die Pflegekräfte<br />

wechseln sich damit ab und sind so-<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 19


Fachthema<br />

wohl im Haus als auch im ambulanten<br />

Dienst tätig. „Das erfordert zwar einiges<br />

an Planung, aber es funktioniert.“ Und<br />

letztendlich ist es konsequent, dass die<br />

Durchmischung auch bei den Mitarbeitern<br />

fortgesetzt wird.<br />

50 Ehrenamtliche – das will<br />

organisiert sein<br />

Für ein buntes Miteinander im Haus<br />

sorgen schließlich auch die vielen Ehrenamtlichen.<br />

50 Menschen aus dem Stadtteil<br />

kommen regelmäßig, um Ausflüge, Gedächtnistraining<br />

oder Aktivitäten wie Basteln,<br />

Singen, Spielen anzubieten. Eine eigene<br />

Hospizgruppe wurde gegründet, die<br />

Demenzgruppenarbeit wurde bereits für<br />

die Vernetzung in den Stadtteil hinein ausgezeichnet.<br />

Dass sich so viele Ehrenamtliche<br />

in einer Altenpflege-Einrichtung engagieren,<br />

ist nicht selbstverständlich. „Da<br />

muss man ständig am Ball bleiben. Wir haben<br />

eine gute Erfahrung mit Öffentlichkeitsarbeit<br />

gemacht und damit, Angehörige<br />

einzubeziehen. Einige engagieren sich<br />

auch nach dem Tod ihrer Verwandten weiter.“<br />

Und das Haus am Weinberg tut auch<br />

einiges für die freiwilligen Helfer. So wurde<br />

2003, finanziert von der Mühlschlegel-<br />

Stiftung, eine eigene 50-Prozent-Stelle für<br />

die Ehrenamtsbetreuung eingerichtet. Damit<br />

haben die Ehrenamtlichen eine eigene<br />

Ansprechpartnerin, die Fragen beantwortet<br />

oder Treffen organisiert.<br />

Eine Besonderheit des Hauses ist auch<br />

die Cafeteria. „In vielen Häusern ist das nur<br />

eine Art Flurerweiterung, die zweimal in der<br />

Woche geöffnet hat“, sagt Erwin Müller. In<br />

dem Wissen, dass diese Cafeteria für viele<br />

Bewohner die einzige Abwechslung im Alltag<br />

ist, wird im Haus am Weinberg anders<br />

damit umgegangen. So hat die Cafeteria jeden<br />

Tag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Bewohner<br />

und Angehörige werden vor allem von<br />

Schülern mit Kaffee und Kuchen bedient.<br />

Restaurant statt Speisesaal<br />

Krankenhausatmosphäre soll im Haus am Weinberg erst gar nicht aufkommen<br />

Gleich neben der Cafeteria befindet<br />

sich übrigens das Restaurant – das in anderen<br />

Einrichtungen sicherlich Speisesaal<br />

heißen würde. „Der Begriff wurde bewusst<br />

gewählt.“ Schon seit langem tragen die<br />

Hauswirtschaftskräfte spezielle Servicekleidung,<br />

wenn sie das Essen ausgeben.<br />

Und nachdem das Restaurant vor kurzem<br />

renoviert wurde, wurde auch am Konzept<br />

weitergefeilt und das Tablettsystem abgeschafft.<br />

Erst wird die Suppe an den Tisch<br />

gebracht, dann das Hauptgericht, zudem<br />

steht ein Salatbuffet bereit. „Momentan<br />

testen wir auch, ob Tischsets besser sind<br />

oder ob wir direkt auf dem Holztisch servieren.“<br />

Die Plastiktischtücher wurden abgeschafft.<br />

Seit etwa zwei Monaten läuft des<br />

Weiteren ein Projekt der Küche: Jede Mahlzeit<br />

wird von den Bewohnern bewertet.<br />

„Und zwar immer tischweise. Die Bewohner<br />

müssen also an ihrem Tisch darüber<br />

diskutieren, wie sie das Essen fanden, das<br />

ist eine sehr kommunikative Geschichte.“<br />

Letztendlich will die Küche so erfahren, was<br />

den Bewohnern wirklich schmeckt.<br />

„Wohnstüble“ für immobile Bewohner<br />

Schließlich gibt es aber auch im Haus<br />

am Weinberg diejenigen, die nicht mehr im<br />

Restaurant essen können, weil ihr Hilfebedarf<br />

zu groß ist. Für diejenigen wurden<br />

die Teeküchen auf den Stockwerken vor einigen<br />

Jahren in gemütliche Wohnstüble<br />

umgebaut – dazu gehören neue Tische, die<br />

auch mit dem Rollstuhl unterfahrbar sind,<br />

sowie bequeme Sitz-/Liegesessel. Dort bekommen<br />

die Bewohner inzwischen ihr Essen.<br />

Und zwar auch nicht mehr auf Tabletts,<br />

sondern im Schöpfsystem. „Das heißt,<br />

dass die Bewohner sich ansehen können,<br />

was es gibt und direkt sagen können, was<br />

sie möchten.“<br />

Aufgrund dieser und anderer Dinge<br />

wurde das Haus am Weinberg 2010 vom<br />

Bundesinteressenverband der Nutzer und<br />

Nutzerinnen von Wohn- und Betreuungsangeboten<br />

im Alter und bei Behinderung<br />

(BIVA) als verbraucherfreundliches Haus<br />

ausgezeichnet. Insgesamt sieht Erwin Müller<br />

sehr zufrieden auf die vergangenen 20<br />

Jahre zurück. „Wir wollten einen Ort, an<br />

dem man wohnen kann und gepflegt werden<br />

kann“, sagt er. Dieses Ziel wurde realisiert.<br />

Viele Ideen und Ansätze wurden inzwischen<br />

auch an andere Einrichtungen<br />

weitergegeben. Und für sein eigenes Haus<br />

hat Erwin Müller nun ein großes Ziel: „Wir<br />

wollen das erreichte Niveau halten.“<br />

t Isabelle Butschek<br />

20 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Berufsbildung<br />

Diabetes-Management<br />

ohne Diabetikerprodukte<br />

Fotos: © M&S Fotodesign/Fotolia.com, © N-Media-Images/Fotolia.com<br />

Eine Projektgruppe der Deutschen Diabetes-Stiftung analysierte<br />

im Rahmen der ProDiAl-Studie die Situation der Menschen<br />

mit Diabetes in Alten- und Pflegeheimen bzw. deren Versorgung<br />

<strong>durch</strong> ambulante Pflegedienste. Das Ergebnis: Ein Viertel der<br />

über 65-jährigen Bewohner in Alten- und Pflegeheimen ist an<br />

Diabetes erkrankt, wird aber häufig nicht der Erkrankung entsprechend<br />

versorgt. Obwohl Diabetes so viele Menschen betrifft,<br />

ist das Wissen über diese Stoffwechselkrankheit noch immer<br />

lückenhaft.<br />

Die Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus,<br />

hat zwei verschiedene Grundformen.<br />

Beim Typ-1-Diabetes, der oft<br />

schon in jungen Jahren auftritt, ist der Körper<br />

nicht mehr in der Lage, das Hormon Insulin<br />

in der benötigten Menge herzustellen.<br />

Häufiger Grund: Die Insulin produzierenden<br />

Zellen in der Bauchspeicheldrüse<br />

werden vom körpereigenen Immunsystem<br />

zerstört. Genetische Faktoren spielen hier<br />

eine entscheidende Rolle. Es handelt sich<br />

dabei um eine Autoimmunkrankheit, bei<br />

der körpereigene Abwehrstoffe (Antikörper)<br />

langsam die Insulin produzierenden<br />

Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstören.<br />

An Diabetes Typ 1 leidet nur etwa jeder 20.<br />

Diabetiker.<br />

Typ-2-Diabetes beginnt schleichend<br />

und wird oft erst sehr spät erkannt. Typ-2-<br />

Diabetes wurde früher auch als „nicht in-<br />

sulinabhängiger Diabetes“ oder Altersdiabetes<br />

bezeichnet. Mittlerweile findet sich<br />

diese Form des Diabetes aber zunehmend<br />

auch bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen.<br />

In den letzten zehn Jahren hat<br />

sich die Häufigkeit bei Jugendlichen verfünffacht.<br />

Bei Diabetes Typ 2 ist sowohl die Wirksamkeit<br />

als auch die Produktion des Hormons<br />

Insulin gestört. Hohe Blutfettwerte<br />

begünstigen zunächst eine verminderte<br />

Empfindlichkeit der Körperzellen für den<br />

Botenstoff Insulin (Insulinresistenz). Die<br />

Bauchspeicheldrüse produziert deshalb<br />

mehr Insulin und schüttet es in den Blutkreislauf<br />

aus. Der Insulinspiegel im Blut ist<br />

höher als normal (für den Arzt wäre das ein<br />

wichtiger Hinweis!). Wird das nicht entdeckt,<br />

kann das jahrelang so gehen, denn<br />

Insulinresistenz tut nicht weh und ist zunächst<br />

nicht gefährlich. Doch die jahrelange<br />

Überproduktion von Insulin führt zu einer<br />

„Erschöpfung“ der Insulin produzie-<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 21


Berufsbildung<br />

c Manchmal hört man: Diabetiker dürfen<br />

all das essen, was auch Gesunde essen.<br />

So ganz stimmt das doch aber nicht.<br />

Welche Empfehlungen geben Sie?<br />

d Dazu muss ich sagen, dass ich es fast<br />

ausschließlich mit Typ-2-Diabetikern zu<br />

tun habe, die übergewichtig oder adipös<br />

sind. Diese Patienten können grundsätzlich<br />

schon so essen wie Gesunde, aber<br />

uns geht es in unserer Ernährungstherapie<br />

darum, dass die Patienten an Gewicht<br />

verlieren. Hier soll nicht schwerpunktmäßig<br />

auf den Diabetes geschaut werden,<br />

sondern das Übergewicht sollte als<br />

das zentrale Problem angesehen werden.<br />

Bei Diabetes Typ 2 kann man die besten<br />

Erfolge erzielen, wenn die Patienten abnehmen.<br />

Und das sollte mit einem Enerrenden<br />

Zellen. Erst dann steigen die Blutzuckerwerte<br />

in die Höhe.<br />

Immer mehr Übergewichtige =<br />

immer mehr Diabetiker<br />

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit)<br />

des Diabetes Typ 2 steigt mit zunehmendem<br />

Alter, dem Auftreten von Übergewicht<br />

und einem zunehmenden Mangel an Bewegung.<br />

Fachleute rechnen damit, dass die Zahl<br />

der Typ-2-Diabetiker in den nächsten Jahren<br />

noch weiter steigt, da die Menschen immer<br />

dicker und älter werden. Fast 70 Prozent der<br />

Männer und etwa die Hälfte der Frauen in<br />

<strong>Deutschland</strong> haben Übergewicht. Rund ein<br />

Fünftel der erwachsenen Deutschen sind adipös,<br />

also so stark übergewichtig, dass sie<br />

behandelt werden müssen.<br />

Während sich Typ-1-Diabetes innerhalb<br />

weniger Wochen entwickeln kann, entsteht<br />

ein Typ-2-Diabetes also oft schleichend<br />

über Jahre. Viele merken nichts davon,<br />

denn der Körper schafft es lange Zeit, die<br />

ungesunde Stoffwechsellage auszugleichen.<br />

Erst wenn die Insulinproduktion nicht<br />

mehr ausreicht oder zusammenbricht,<br />

kommt der Blutzuckerspiegel aus dem<br />

Gleichgewicht.<br />

Oft entdeckt der Arzt einen Typ-2-Diabetes<br />

zufällig bei einer Routineuntersuchung<br />

des Blutes. Deshalb sollten Menschen<br />

ab 45 Jahren nach der Empfehlung<br />

der Fachgesellschaften einen regelmäßigen<br />

Blutzuckertest <strong>durch</strong>führen lassen.<br />

Sind die Werte normal, genügt es, den<br />

Check nach drei Jahren zu wiederholen.<br />

Teststreifen aus der Apotheke testen<br />

den Zuckergehalt des Urins. Fällt der Test<br />

positiv aus, heißt das, dass die Nieren bereits<br />

Zucker ausscheiden. Das tun sie dann,<br />

wenn im Blut mehr als 180 mmol/dl (normal:<br />

Nüchternblutzucker < 110 mmol/dl)<br />

kreisen. Für eine sichere Diagnose taugen<br />

diese Teststreifen allerdings nicht. Denn<br />

die Nieren reagieren nicht bei jedem Menschen<br />

gleich. Gerade ältere Kranke scheiden<br />

Zucker erst bei höheren Konzentrationen<br />

im Blut aus. Etwas genauer sind Teststreifen<br />

aus der Apotheke, die mit einem<br />

Tropfen Blut benetzt werden und sich anschließend<br />

unterschiedlich verfärben – je<br />

nachdem, wie viel Zucker im Blut vorhanden<br />

ist.<br />

Risiko Unter- und Überzuckerung<br />

Menschen mit Diabetes Typ 1 können<br />

einen bedrohlichen „Unterzucker“ bekommen.<br />

Mögliche Gründe: Sie haben zu<br />

viel Insulin gespritzt, sie haben zu viel ihrer<br />

Medikamente eingenommen, sie haben<br />

sich mehr bewegt als sonst oder sie hatten<br />

Stress. Bei Bewegung oder bei Stress<br />

wird sehr viel mehr Zucker-Energie verbraucht<br />

als normalerweise, so dass die gewohnte<br />

Insulin-Dosis in diesen Fällen verringert<br />

werden kann.<br />

Diabetes Typ 2:<br />

Diabetiker brauchen keine speziellen Produkte, sondern vor<br />

allem gute Informationen – beispielsweise über den Gehalt<br />

der Lebensmittel an Eiweiß, Zucker, Fetten, Salzen und Ballaststoffen.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> sprach mit Stefanie Kunz, Oecotrophologin<br />

im Familienarzt-Zentrum in Kirchlengern bei<br />

Bielefeld.<br />

c Weshalb sollen die Lebensmittel, die<br />

mit dem Vermerk „Für Diabetiker geeignet“<br />

gekennzeichnet sind, vom Markt<br />

verschwinden?<br />

d Weil man schon seit etlichen Jahren<br />

weiß, dass es im Prinzip keine Diabetes-<br />

Diät gibt. In Diabetes-Produkten wurde<br />

meistens die Glukose, also der Traubenzucker,<br />

<strong>durch</strong> Fruktose ersetzt. In vielen<br />

Studien hat man festgestellt, dass das<br />

unter Umständen sogar den Beginn eines<br />

Diabetes Typ II fördern kann und dass<br />

dieser Austausch in keinem Fall gerechtfertigt<br />

ist.<br />

c Wie kann Fruchtzucker einen Diabetes<br />

fördern?<br />

d Fruchtzucker braucht kein Insulin, um<br />

in die Zellen eingeschleust werden zu<br />

können. Es <strong>durch</strong>flutet die Zellen und<br />

kann somit zu einer Insulin-Resistenz führen.<br />

Das bedeutet: Die Zellen verändern<br />

sich <strong>durch</strong> übermäßige Fruktose-Zufuhr<br />

genauso wie man das auch beobachtet<br />

hat, wenn sich Übergewicht insbesondere<br />

in Form von viszeralem Fettgewebe –<br />

das sind die Fettanlagerungen am Bauch<br />

– entwickelt. Auch in diesem Fall werden<br />

die Zellen entsprechend verändert. Die<br />

Glukose kann nicht mehr so gut aufgenommen<br />

werden, weil das Insulin nicht<br />

mehr so gut wirkt.<br />

c Haben es die meisten Diabetiker<br />

schon verinnerlicht, dass es für sie keine<br />

speziellen Produkte mehr gibt?<br />

d Ja, das ist so. Ich erlebe es selten,<br />

dass Diabetiker noch auf diese Lebensmittel<br />

zurückgreifen. Die meisten Patienten<br />

wissen, dass diese Lebensmittel<br />

nicht hilfreich sind. Es sieht also in unserer<br />

Praxis so aus, dass die Informationen<br />

auch der Ärzte schon entsprechend<br />

angenommen worden sind. Eher wird<br />

nach Light- bzw. nach fettreduzierten Produkten<br />

gefragt. Ich erlebe es allerdings<br />

in den Diabetes-Kursen, dass Patienten<br />

ab 60 sich noch schwer tun mit der derzeitigen<br />

Regelung. Da höre ich schon mal:<br />

„Ich backe meinen Kuchen sowieso nur<br />

mit Fruktose.“ Diese Patienten ersetzen<br />

tatsächlich den Haushaltszucker noch<br />

<strong>durch</strong> Fruchtzucker. Wenn ich dann nachfrage,<br />

stellt sich heraus, dass sie von den<br />

neuen Empfehlungen einfach noch nichts<br />

gehört haben und das tun, was man ihnen<br />

vor 20 oder 25 Jahren geraten hat.<br />

22 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Berufsbildung<br />

Diabetes-Management<br />

ohne Diabetikerprodukte<br />

Zu den Änderungen der Diätverordnung<br />

gibt es ein zusätzliches Seminar<br />

mit Carola Reiner, Fokus Hauswirtschaft.<br />

Achtung: Der Apriltermin ist bereits<br />

ausgebucht, auch die Warteliste<br />

ist voll. Nächster möglicher Termin:<br />

7. Mai 2012 in Münster von 9.00 bis<br />

17.00 Uhr. Infos unter www.vnm-akademie.de.<br />

Weitere Termine geplant!<br />

Die ersten Anzeichen für eine Unterzuckerung:<br />

Finger und Lippen beginnen<br />

zu kribbeln, es machen sich Nervosität<br />

und Zittrigkeit bemerkbar, es folgen<br />

Schweißausbrüche, Herzrasen und Heißhunger.<br />

Wird jetzt nicht gehandelt, ist der<br />

Zuckerpegel im Blut irgendwann so niedrig,<br />

dass die Gehirnzellen zu wenig Energie<br />

bekommen und ihre Aufgaben nicht<br />

mehr gut erfüllen können. Die Patienten<br />

können sich dann nicht mehr konzentrieren,<br />

sie wirken, als seien sie leicht betrunken.<br />

Das Sprechen fällt ihnen schwer.<br />

Dauert die Zuckernot weiter an, wird sich<br />

das Gehirn ausschalten: der Patient wird<br />

bewusstlos.<br />

Treten erste Anzeichen einer Unterzuckerung<br />

auf, ist es wichtig, dem Patienten<br />

jetzt keine Light-Produkte zu essen zu geben.<br />

Ein Diabetiker braucht bei Unterzuckerung<br />

echten Zucker! Außerdem sollten<br />

Zuckerkranke vom Typ 1 immer ein Notfall-Set<br />

mit sich tragen. Darin befinden<br />

sich unter anderem Traubenzucker und<br />

eine Glucagon-Spritze. Das Hormon Glucagon<br />

ist der Gegenspieler des Insulins.<br />

Eine Überzuckerung wirkt sich ganz<br />

ähnlich aus wie die Unterzuckerung. Wenn<br />

ein Diabetiker überzuckert ist, fühlt er sich<br />

müde und kraftlos, ist wackelig auf den<br />

Beinen. Manchmal ist ihm auch übel.<br />

Gleichzeitig tritt großer Durst auf. Die Nieren<br />

versuchen, den Zucker mit reichlich<br />

Wasser wieder aus dem Körper zu spülen.<br />

Das erklärt den Durst. Auch jetzt ist<br />

schnelles Handeln (Notarzt! Insulinspritze!)<br />

wichtig, denn ein diabetisches Koma<br />

kann tödlich enden.<br />

Hohe Überzuckerung riecht man: Der<br />

Atem des Patienten riecht nach Nagellack<br />

bzw. nach Azeton. Der Hintergrund: Um<br />

zu überleben, greift der Organismus auf<br />

Fette zurück, die in ihren Speichern lagern.<br />

Diese Fette wandelt er in Zuckermoleküle<br />

um. Dabei entstehen sogenannte<br />

Ketonkörper (Azeton). Ketonkörper<br />

können auch bei Gesunden nach längerem<br />

Fasten und nach starker körperlicher<br />

Anstrengung entstehen.<br />

Eine Überzuckerung kennen Gesunde<br />

aber nicht. Selbst ein komplett gefülltes<br />

Osternest oder eine große Tüte Gummibärchen<br />

können Gesunde problemlos essen.<br />

Es wird ihnen allenfalls schlecht.<br />

Gewichtsabnahme hilft<br />

giedefizit von 500 bis 800 Kalorien geschehen.<br />

c Wie gehen Sie in Ihrer Ernährungstherapie<br />

vor, wenn Patienten Gewicht<br />

verlieren sollen?<br />

d Wir sehen uns den Lebensstil des Patienten<br />

an. Hierher gehören nicht nur Ernährung<br />

und Bewegung, sondern der aktive<br />

Alltag, die Medienzeiten vor Fernseher<br />

oder PC und die Körpersprache. Wer<br />

schon viele Jahre in der Therapie tätig ist,<br />

sieht einem Menschen schon im Sitzen<br />

an, wie aktiv er ist. Damit meine ich nicht<br />

sportliche Ambitionen, sondern die Frage:<br />

Ist dies ein agiler Mensch, der viele Interessen<br />

hat, der sich auch gerne für eine<br />

Sache engagiert und der – sehr vereinfacht<br />

ausgedrückt – auch mal ein paar<br />

Treppen geht? Oder ist dies ein eher passiver<br />

Mensch, der nicht so leicht zu Aktivitäten<br />

zu motivieren ist?<br />

c Woher kommt es, dass Menschen so<br />

unterschiedliche Aktivitätslevel haben?<br />

d Das hängt mit sehr frühen Erfahrungen<br />

zusammen. Manche sind dazu erzogen,<br />

sich möglichst still und unauffällig<br />

zu verhalten. Andere mussten sich behaupten<br />

und alles erkämpfen. Bei wieder<br />

anderen wurden dem kindlichen Bewegungsdrang<br />

und dem Neugierverhalten<br />

keine Schranken auferlegt, so<br />

dass die Menschen die Erfahrung<br />

machen durften, wie viel<br />

Spaß es bringt, seinen Aktionsradius<br />

zu erweitern. Auch<br />

die Ernährungs-biografie und<br />

der Ernährungszustand spielen<br />

eine Rolle. Schließlich gibt<br />

es intellektuelle Unterschiede.<br />

Ein gut gebildeter Mensch<br />

leidet eher an einem Wohlstands-Übergewicht,<br />

wie ich<br />

es nenne. Damit meine ich<br />

eine qualitativ hochwertige<br />

Ernährung, die allerdings kalorisch<br />

zu hoch bemessen ist. Bei Menschen,<br />

die ein Wissens-Defizit haben und<br />

nicht einschätzen können, was fett- oder<br />

zuckerreiche Produkte sind oder wie viele<br />

Kalorien Getränke mit sich bringen, ist<br />

in der Beratung ein anderer Ansatz nötig.<br />

c Was sagen Sie zu sportlicher Betätigung?<br />

d Die ist natürlich wichtig und sehr<br />

sinnvoll. Wir bieten allen übergewichtigen<br />

Patienten – egal ob Diabetiker oder<br />

nicht – ein angeleitetes Bewegungsprogramm<br />

an.<br />

c Erleben Sie es häufiger, dass sich bei<br />

Diabetikern die Blutzuckerregulation<br />

Dipl.-Oecotrophologin<br />

Stefanie Kunz<br />

nach einer Gewichtsreduktion deutlich<br />

verbessert?<br />

d Aber ja! Ich hatte erst kürzlich einen<br />

Patienten mit einem BMI von fast 30. Ich<br />

habe intensiv mit ihm bearbeitet, was<br />

Diabetes fördert und wie der Stoffwechsel<br />

funktioniert. Sein Gesundheitsbewusstsein<br />

wurde da<strong>durch</strong> gestärkt. Er hat<br />

innerhalb von neun Monaten acht Kilo an<br />

Gewicht verloren und hält dieses Gewicht<br />

auch. Sein Langzeitblutzuckerwert, der<br />

Hb1c-Wert, hat sich in Richtung Normalbereich<br />

gesenkt.<br />

c<br />

Vielen Dank für das Gespräch!<br />

Interview: Dorothea Kammerer<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 23


Berufsbildung<br />

Diabetiker brauchen keine Extrakost<br />

Übergangsfrist noch<br />

bis Oktober 2012<br />

Die Vorschriften für Diabetiker-Lebensmittel<br />

sind aufgehoben worden,<br />

und die Änderung der Diätverordnung<br />

ist am 9. Oktober 2010 in Kraft getreten.<br />

Noch gilt eine Übergangsfrist bis<br />

Oktober dieses Jahres. Bis dahin können<br />

die Unternehmen ihre Spezial-Lebensmittel<br />

weiter produzieren. Danach<br />

dürfen die Produkte bis zum Ablauf<br />

des Mindesthaltbarkeitsdatums<br />

noch verkauft werden. Das bedeutet:<br />

Für Diabetiker gibt es in absehbarer<br />

Zeit keine speziellen Lebensmittel<br />

mehr zu kaufen.<br />

Menschen sollten ab 45 Jahren nach der Empfehlung<br />

der Fachgesellschaften einen regelmäßigen<br />

Blutzuckertest <strong>durch</strong>führen lassen.<br />

Viele Jahrzehnte mussten Zuckerkranke<br />

auf alles, was mit Haushaltszucker gesüßt<br />

wurde, verzichten, weil man glaubte,<br />

dass der Zucker für den Diabetes zumindest<br />

mitverantwortlich ist. Heute weiß man<br />

es besser: Zucker – in Maßen genossen –<br />

schadet einem Diabetiker nicht. Lebensmittel<br />

mit dem Aufdruck „für Diabetiker geeignet“<br />

enthalten statt Zucker sogenannte<br />

Zuckeraustauschstoffe. Inzwischen weiß<br />

man, dass diese speziellen Lebensmittel<br />

keine Vorteile für Zuckerkranke bringen.<br />

Das Bundesamt für Risikobewertung<br />

(BfR) hatte bereits vor Jahren kritisiert, die<br />

speziellen Lebensmittel seien „aus ernährungsphysiologischer<br />

Sicht überflüssig“.<br />

Diabetes sei nicht allein eine Störung<br />

in der Regulation des Blutzuckerspiegels,<br />

sondern gehe auch mit Störungen des Eiweiß-<br />

und Fettstoffwechsels einher. Nach<br />

Ansicht von Diabetes-Experten wiegen die<br />

Produkte Betroffene oft in trügerischer Sicherheit<br />

und schaden manchmal sogar.<br />

Zahlreiche Lebensmittel enthalten hohe<br />

Anteile ungünstiger Fette. Viele Betroffene<br />

meinen jedoch, sich mit diesen Lebensmitteln<br />

etwas Gutes zu tun, und glauben,<br />

sie könnten unbegrenzt davon essen.<br />

Zudem sind die Spezial-Produkte in der<br />

Regel teurer als übliche Lebensmittel.<br />

Eine moderne diabetesgerechte Ernährung<br />

orientiert sich an den Grundzügen<br />

einer ausgewogenen vollwertigen<br />

Mischkost, wie sie die Deutsche Gesellschaft<br />

für Ernährung generell für gesunde<br />

Erwachsene empfiehlt. Hinsichtlich der<br />

Energiezufuhr gibt es grundsätzlich keine<br />

unterschiedlichen Empfehlungen für Diabetiker<br />

und Nicht-Diabetiker. Sie sollte so<br />

hoch sein, dass ein normales Körpergewicht<br />

erreicht bzw. gehalten wird.<br />

Weil eine Therapie, die nur den Zuckerhaushalt<br />

reguliert, bei Diabetes nicht<br />

ausreicht, wurden die Vorschriften für Diabetiker-Lebensmittel<br />

aufgehoben. Die Änderung<br />

der Diätverordnung ist am 9. Oktober<br />

2010 in Kraft getreten. Es gilt eine<br />

Übergangsfrist von zwei Jahren, während<br />

der die Unternehmen ihre Spezial-Lebensmittel<br />

weiter produzieren können. Ab<br />

Oktober 2012 dürfen die Produkte bis zum<br />

Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums<br />

noch verkauft werden. Dann ist Schluss.<br />

Diabetiker in der<br />

Gemeinschaftsverpflegung<br />

„Wir benötigen eine enge Zusammenarbeit<br />

zwischen Hauswirtschaft und Pflege“,<br />

kommentiert die Unternehmensberaterin<br />

und <strong>rhw</strong>-Referentin Carola Reiner,<br />

Köln, die Situation. „Für das Zusammenspiel<br />

ist bedeutsam, dass intensiver kommuniziert<br />

wird. Die Pflege muss von der<br />

Küche informiert werden – salopp gesagt:<br />

was wo drin ist – und die Küche muss von<br />

der Pflege erfahren, wer was braucht.“<br />

Die Küche habe im Allgemeinen keine<br />

detaillierten Informationen über die BE-<br />

Verordnungen, so Carola Reiner. „Da muss<br />

die Kommunikation stimmen, damit diese<br />

Information bei der Küche ankommt.<br />

Auf der anderen Seite wissen häufig die<br />

Pflegekräfte nicht, wie viel BE beispielsweise<br />

in einer Portion Kartoffeln, in einem<br />

Stück Kuchen oder gar in einer Portion Gemüse<br />

stecken. Erst recht gilt das für Convenience-Produkte.<br />

Erfahrene können abschätzen,<br />

wie viele BE sich aus der Zusammensetzung<br />

des Produkts ergeben.“<br />

Der Pflege entgeht nicht, wenn der Bewohner<br />

etwas zwischen<strong>durch</strong> isst. Das bekommt<br />

die Küche jedoch beim besten Willen<br />

nicht mit. „Insofern muss auch über<br />

den Tag hinweg immer wieder Kommunikation<br />

stattfinden“, betont Carola Reiner.<br />

„Die Küche muss erfahren, was der Bewohner<br />

noch bekommen darf. Und die<br />

Pflege muss wissen: Wenn der Bewohner<br />

diesen Nachschlag noch isst, wie weit<br />

muss ich dann ‚runterspritzen‘?“<br />

In ihrem Seminar zu diesem Themenbereich<br />

befasst sich Carola Reiner auch<br />

mit der weit verbreiteten Meinung, der<br />

MDK verstehe nichts von der Diabetiker-<br />

Kost. „Das mag für den einen oder anderen<br />

Prüfer tatsächlich stimmen. Aber es<br />

gibt bereits in der Grundsatzstellungnahme<br />

zur Ernährung und Flüssigkeitsversorgung<br />

der Bewohner in Altenhilfeeinrichtungen,<br />

die der MDK vor einigen Jahren<br />

gemacht hat, ganz klar die Aussage,<br />

dass das Zuckerverbot für Diabetiker<br />

überholt sei.“<br />

Nachholbedarf gibt es dagegen bei<br />

der diabetesgerechten Speiseplanung hinsichtlich<br />

der Zwischenverpflegung. „Was<br />

die Mittagsmahlzeit angeht, so ist das nötige<br />

Wissen in aller Regel ganz gut vorhanden.<br />

Bei Frühstück und Abendessen<br />

sieht es aber eher mau aus und über die<br />

Zwischenverpflegung macht sich kaum jemand<br />

Gedanken. Da wird gegessen, wie<br />

es gerade kommt.“<br />

Da muss also einiges an Wissen auf<br />

den neuesten Stand gebracht werden.<br />

Welche Lebensmittel müssen berechnet<br />

werden? Was kann man tun, um bei einem<br />

Menü Kalorien bzw. BE zu sparen? Carola<br />

Reiner bringt ihren Seminar-Teilnehmern<br />

die Antworten spielerisch nahe – mit einem<br />

Ernährungsspiel, bei dem man sich<br />

von einem „Büffet“ bedient und dabei erfährt,<br />

wie viele Kalorien bzw. BE man sich<br />

da eben auf den Teller geladen hat.<br />

t Dorothea Kammerer<br />

24 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


14.<strong>rhw</strong>-Symposium<br />

„Reinigung, Schulung und Service“<br />

Freitag, 11. Mai 2012 im Kardinal Wendel Haus<br />

am Englischen Garten in München<br />

dgh<br />

In Zusammenarbeit mit der Bundesarbeits -<br />

gemeinschaft Hauswirtschaft, dem Bayerischen<br />

Landesausschuss für Hauswirtschaft und dem<br />

Berufsverband Hauswirtschaft e.V.<br />

Programm:<br />

9.00 bis 9.45 Uhr<br />

Anmeldung und Willkommenskaffee<br />

9.45 bis 10.00 Uhr<br />

Begrüßung<br />

Robert Baumann, Moderator, Chefredakteur <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

10.00 bis 11.00 Uhr<br />

t Reinigung im Tandem – Qualität prüfen und sichern!<br />

HBL Tanja Traub, Leiterin LiSeplus – Organisationsberatung & Training der Liebenau<br />

Service GmbH (LiSe), Markus Lerner, Abteilungsleiter Gebäudeservice<br />

Als anerkannte Werkstatt für behinderte<br />

Menschen (WfbM) arbeitet die<br />

Liebenau Service GmbH (LiSe) in allen<br />

Dienstleistungsbereichen Gebäudeservice,<br />

Catering und Textilservice mit<br />

fachlich geschultem Personal im Tandem<br />

mit behinderten Menschen. Tanja<br />

Traub und Markus Lerner schildern,<br />

welche Herausforderungen es dabei<br />

gibt und wie die Dienstleistungsqualität in der Reinigung gewährleistet und<br />

überprüft werden kann.<br />

11.00 bis 12.15 Uhr<br />

t Werterhaltende Pflege und Reinigung von Natursteinböden<br />

Herbert Fahrenkrog, Leiter des Beratungsservice Magna Naturstein, Loitsche<br />

Marmor, Keramik, Natursteinböden - welche Fehler können<br />

bei der Reinigung und Pflege von Keramik und Naturwerksteinen<br />

auftreten und wie werden sie ver -<br />

mieden? Herbert Fahrenkrog hat bereits mehrere Fachbücher<br />

und viele Artikel zum Thema Naturstein, Keramik<br />

und Reinigung geschrieben. Er hält unter anderem<br />

Fachseminare für Reinigungs mittelhersteller und Gutachter<br />

ab und ist bekannt für praxisorientierte und „nicht<br />

trockene“ Vorträge.<br />

12.15 bis 13.20 Uhr<br />

t Mittagspause (Büffet und Biergarten)<br />

<br />

Jetzt Infovideo ansehen unter<br />

www.<strong>rhw</strong>-symposium.de<br />

13.20 bis 14.00 Uhr<br />

t Hygiene-Schulungskonzepte (nicht nur) für Pädagogen<br />

Sandra Bendrauoa und Halina Neteler, diakonia inhouse - Komplettbewirtschaftung<br />

von Kindertagesstätten, München<br />

Mit ihrem Schulungskonzept zum Infektionsschutzgesetz überzeugten sie<br />

2009 eine fünfköpfige Jury und gewannen den <strong>rhw</strong>-Hygiene-Preis. Nun hat<br />

das Münchner diakonia-Team ein<br />

komplett neues Schulungskonzept zu<br />

Hygiene und hauswirtschaftlichen<br />

Kenntnissen für Pädagogen entwickelt,<br />

das sie erstmals beim <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

einer großen Öffentlichkeit<br />

vorstellen werden.<br />

14.00 bis 14.45 Uhr<br />

t Datenschutz in der Hauswirtschaft - häufig unterschätzt?!<br />

Alexandra Bergendahl, Juristin, Trainerin und Coach, München<br />

Die Wichtigkeit des Datenschutzes (zum Beispiel bei Patientendaten)<br />

wird in vielen sozialen Einrichtungen oftmals<br />

noch unterschätzt. Dabei kann es schnell zu erheb -<br />

lichen Problemen kommen, als man zunächst glaubt.<br />

Zudem ist Datenschutz auch für das Image eines Hauses<br />

mitentscheidend. Die Referentin und Buchautorin vermittelt<br />

praxisnah, wo die größten Gefahren liegen und<br />

wie man das Wissen optimal in Schulungen vermittelt.<br />

Mehrfach erprobt in der berufspraktischen Fortbildung!<br />

14.45 bis 15.30 Uhr<br />

t Kaffeepause (Büffet und Biergarten)<br />

15.30 bis 15.45 Uhr<br />

t Verleihung des <strong>rhw</strong>-Service-Awards 2012<br />

(Gewinner werden im April ermittelt)<br />

Abgucken und Lernen von Kollegen/innen ist erlaubt<br />

15.45 bis 16.15 Uhr<br />

t Diskussion und Reflexion mit den Teilnehmern<br />

„Der Begriff Hauswirtschaft wird (in der bayerischen<br />

Berufsbildung) ersetzt – Chance oder Risiko?“<br />

16.15 bis 17.00 Uhr<br />

t Optimales Marketing für die Reinigung in Privathaushalten<br />

Helmut Schwind, Happy Maids, Puchheim<br />

Wie kann man Haushaltshilfen legal und attraktiv vermitteln?<br />

Helmut Schwind, Gründer von Happy Maids,<br />

schildert in seinem Vortrag, wie man es den Kunden so<br />

einfach wie möglich macht, haushaltsnahe Leistungen<br />

zu buchen und nutzt hierzu Online-Auftritte und das<br />

Fernsehen (unter anderem VOX, Pro 7 und SAT 1). Richtiges<br />

Marketing und Preisgestaltung sind die halbe Miete<br />

- lassen Sie sich für neue Wege inspirieren!<br />

<strong>rhw</strong><br />

Service<br />

Award<br />

2012<br />

ca. 17.15 Uhr<br />

Ende der Veranstaltung, Möglichkeit zur Führung <strong>durch</strong> den Englischen<br />

Garten<br />

10 Prozent Frühbucherrabatt verlängert bis 15. März 2012<br />

www.<strong>rhw</strong>-symposium.de


14.<strong>rhw</strong>-Symposium<br />

„Reinigung, Schulung und Service“<br />

Termin/Tagungsort<br />

Freitag, 11. Mai 2012, von 9.45 Uhr bis 17.15 Uhr,<br />

im Kardinal Wendel Haus, Mandlstraße 23, 80802 München<br />

Rahmenprogramm<br />

Donnerstag, 10. Mai 2012<br />

17.45 Uhr bis etwa 19.30 Uhr<br />

Gastro-Führung <strong>durch</strong> die AllianzArena<br />

Führung „Von der Currywurst bis zur VIP-<br />

Lounge - Einblicke in die Gastronomie der<br />

AllianzArena“. Pro Spieltag werden im<br />

Public Catering rund 40.000 Bier und<br />

20.000 Bratwürste ausgegeben. Gleichzeitig<br />

kümmern sich bis zu 70 Köche und zahlreiche<br />

Servicekräfte um das leibliche Wohl von<br />

bis zu 7.000 VIP-Gästen pro Fußballspiel<br />

(Quelle: Arena One GmbH). Ein seltener<br />

Blick hinter die Kulissen des Stadions. Bitte<br />

beachten Sie, dass je Anmeldung nur eine<br />

Begleitperson mitangemeldet werden kann.<br />

Anfahrt zur Arena mit der U6 bis Fröttmaning, dann zirka 10 Minuten zu Fuß.<br />

Treffpunkt: 17.45 Uhr an der „Welcome Zone West“<br />

Eintritt: 20,- Euro inkl. MwSt. Sie erhalten eine separate Rechnung.<br />

ab 20.00 Uhr<br />

Einstimmung mit Referenten und Teilnehmern<br />

Get Together im Wirtshaus zur Brezn auf der berühmten Münchener Leopoldstraße, nahe U-Bahn-<br />

Haltestelle Münchener Freiheit (www.zurbrezn.de)<br />

Freitag, 11. Mai 2012<br />

17.30 Uhr bis etwa 19.00 Uhr<br />

Landschaftsarchitektur erleben: „Der Englische Garten“<br />

Direkt vor der Tür des Kardinal Wendel Hauses öffnet sich der berühmte Englische Garten den Besuchern.<br />

Zusammen mit der Landschaftsarchitektin Isabelle Woysch streifen Sie etwa 1,5 Stunden<br />

<strong>durch</strong> den Landschaftspark zu besonders alten Bäumen und erfahren mehr über den Chinesischen<br />

Turm, den Kleinhesseloher See und den Monopteros.<br />

Treffpunkt: Kardinal Wendel Haus<br />

Kosten: 10,– Euro (bitte bar mitbringen)<br />

Teilnahmegebühr <strong>rhw</strong>-Symposium (10 % Frühbucherrabatt bis 15. 2. 2012)<br />

Vorzugspreis für Mitglieder in Verbänden der BAG-HW, und Abonnenten von <strong>rhw</strong> manage ment<br />

oder <strong>rhw</strong> praxis: 125,- Euro. 145,- Euro Normalpreis, Schüler, Studenten und Auszubil dende erhalten<br />

20% Ermäßigung auf den Normal preis. Im Preis enthalten sind Tagungsunterlagen, -getränke,<br />

Kaffeepausen, Mittag essen.<br />

Ihr Vorteil:<br />

Alle Preise verstehen sich bereits inkl. gesetzl. MwSt.<br />

Nur noch 10 Plätze<br />

Foto: Robert Baumann<br />

Teilnahmebedingungen<br />

Anmeldungen können nur schriftlich (Post, Fax, E-Mail) erfolgen und werden von uns bestätigt.<br />

Zirka vier Wochen vor der Veranstaltung er halten Sie die Rechnung, die per Überweisung zu zahlen<br />

ist. Die Barzahlung am Tag der Veranstal tung ist nicht möglich. Stornierungen müssen schriftlich<br />

erfolgen und werden vom Veranstal ter bestätigt. Bei Stornierungen, die bis 20. April 2012 eingehen,<br />

wird eine Bearbeitungsgebühr von 30,- Euro erhoben.<br />

Für Stornierungen, die nach dem 27. April 2012 eingehen, werden 50 % der Teilnahmegebühren<br />

berechnet. Wenn Sie ohne vorherige Stornierung nicht teilnehmen oder nach dem 4. Mai 2012<br />

stornieren, wird die volle Teilnahmegebühr berechnet. Sie können jedoch jederzeit eine Ersatzperson<br />

schicken. Der Veranstalter behält sich das Recht vor, das Symposium aus dringenden Gründen abzusagen,<br />

Programm- und Preisänder ungen vorbehalten.<br />

Veranstalter<br />

Verlag Neuer Merkur GmbH,<br />

Paul-Gerhardt-Allee 46,<br />

81245 München<br />

Ihr Ansprechpartner Ulrich Bartel,<br />

Telefon: (0 89) 31 89 05-54<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Kardinal<br />

Wendel<br />

Haus<br />

Aussteller (Stand Februar 2012):<br />

Hygienesystem<br />

Unser neuer Service für Sie: Durch eine Kooperation mit der Deutschen Bahn<br />

können Sie ab sofort für nur 99 Euro (Hin- und Rückfahrt) zu allen <strong>rhw</strong>-Veranstaltungen<br />

fahren! Infos unter www.vnm-akademie.de<br />

Per Post an: vnm-Akademie, Postfach 60 06 62, 81206 München,<br />

oder per Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />

Einrichtung/Institution<br />

Name/Vorname (1. Teilnehmer/in)<br />

Name/Vorname (2. Teilnehmer/in)<br />

Name/Vorname (weitere Teilnehmer)<br />

Berufliche Funktion<br />

Telefon/Fax<br />

Straße/Nr.<br />

Land/PLZ/Ort<br />

Datum/Unterschrift<br />

ANMELDECOUPON per Fax 0 89/318905-38<br />

JA,<br />

■ Ich melde mich /uns verbindlich für das 14. <strong>rhw</strong>-Symposium am 11. 5. 2012 an.<br />

■ Ich bin Abonnent/Mitglied in einem der o. g. Verbände:<br />

Abo-Nr. / Verbandsname<br />

Sie möchten im Tagungshaus übernachten vom 10. 5. 2012 auf den 11. 5. 2012?<br />

Einzelzimmer: 83,– Euro/Doppelzimmer: 105,– Euro inkl. Frühstück,<br />

zu buchen unter Telefon (0 89) 38 10 20 oder kwh@kath-akademie-bayern.de<br />

E-Mail<br />

Mit meiner Unterschrift erkenne ich die Teilnahmebedingungen an.<br />

Ich melde mich/uns verbindlich an für:<br />

■ Allianz-Arena Gastro-Tour am 10. 5. 2012 (20,– Euro)<br />

Y<br />

■ Get together im Wirtshaus zur Brezn am 10. 5. 2012<br />

■ Parkführung „Der Englische Garten“ am 11. 5. 2012 (10,– Euro)<br />

Abweichende Rechnungsanschrift:<br />

Name/Vorname (weitere Teilnehmer)<br />

Telefon/Fax<br />

E-Mail<br />

Straße/Nr.<br />

Land/PLZ/Ort<br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong>


Fachthema<br />

Die „guten Geister“<br />

haben ausgedient<br />

Renate Baur ist Bereichsleiterin für das iwentcasino, der Gastronomiemarke<br />

der IWL Werkstätten für Menschen mit Behinderungen<br />

in München. Sie wünscht der Hauswirtschaftsbranche<br />

und ihren Beschäftigten mehr Selbstbewusstsein – und hat<br />

auch Ideen, wie dieses gestärkt werden kann.<br />

Foto: Privat<br />

Das sind unsere hilfreichen Geister“:<br />

Wie oft hat Renate Baur diesen Satz<br />

schon gelesen, wenn es um die Mitarbeiter<br />

der Hauswirtschaft geht. So nett er<br />

vielleicht gemeint ist, für die Bereichsleiterin<br />

der iwentcasinos fasst er gleich mehrere<br />

Probleme der Hauswirtschaft prägnant<br />

zusammen. „Die Branche hat zu wenig<br />

Strahlkraft“, sagt sie.<br />

Die Mitarbeiter – meistens sind es Mitarbeiterinnen<br />

– machen ihre Arbeit höchst<br />

professionell, aber oft im Hintergrund, kaum<br />

sichtbar für die anderen Bereiche der Einrichtung<br />

und erst recht nicht für die Öffentlichkeit.<br />

Alle schätzen es, wenn die Zimmer<br />

geputzt, die Wäsche gewaschen, der Tisch<br />

gedeckt ist. Was dahinter und wer dahinter<br />

steckt, sehen jedoch nur wenige.<br />

Woran das liegt? In den Augen von Renate<br />

Baur auch an den Mitarbeitern selbst.<br />

Schon mit der äußeren Erscheinung fängt<br />

es an: „Die Hauswirtschaft arbeitet oft auf<br />

Hightech-Niveau. Das spiegelt sich aber<br />

kaum in der Kleidung wider. Da herrscht die<br />

Kittelschürze vor und das vermittelt ein altbackenes<br />

Bild.“<br />

Bei der inneren Einstellung geht es weiter.<br />

Man bleibt hinter den Kulissen, versucht<br />

nicht aufzufallen und unbemerkt seine Arbeit<br />

zu machen. „Oft mangelt es an Selbstbewusstsein“,<br />

sagt Baur. Allerdings liege<br />

das nicht nur an den Mitarbeitern, sondern<br />

auch an den Strukturen in vielen Häusern.<br />

„Die Hauswirtschaftsleitung wird in vielen<br />

Einrichtungen von einem Küchen- oder Bereichsleiter<br />

mitgemacht.“ Diese Posten sind<br />

meist von Männern besetzt – obwohl die<br />

Hauswirtschaft von Frauen dominiert ist.<br />

Qualitätszirkel mit Hauswirtschaft<br />

Da passiert es immer wieder, dass Männer<br />

vorne stehen und die Richtung angeben,<br />

weil sie lauter sind – und die Frauen mit dem<br />

größeren Fachwissen keine Routine entwickeln<br />

können, ihre Meinung zu äußern. Und<br />

so verschwindet die Hauswirtschaft im<br />

Schatten und wird nur dann ins Rampenlicht<br />

gerückt, wenn es darum geht, Kosten<br />

zu sparen. „Das ist für viele der Bereich, der<br />

am leichtesten ausgelagert werden kann,<br />

wo man am einfachsten kürzen kann – weil<br />

die Mitarbeiter nicht so präsent sind.“<br />

Dass es auch anders geht, versucht sie<br />

bei den IWL-Werkstätten zu zeigen. Bei der<br />

Kleidung fängt es an – die Mitarbeiter der<br />

Hauswirtschaft tragen Bar- oder Kochjacken<br />

–, beim innerbetrieblichen Stellenwert<br />

geht es weiter. „In unseren Qualitätszirkeln<br />

sitzen inzwischen auch Vertreterinnen der<br />

Hauswirtschaft.“ Damit hat sie <strong>durch</strong>weg<br />

gute Erfahrungen gemacht: „Die Frauen<br />

bringen eine hohe Expertise mit.“ Sie<br />

schätzt vor allem den technischen Blick, den<br />

die Hauswirtschaft einbringt.<br />

Zudem sei es einfacher, Ideen oder Konzepte<br />

umzusetzen, wenn man die Entscheidungen<br />

nicht alleine treffe, sondern die<br />

Hauswirtschaft gleich einbinde. Zum Beispiel<br />

beim Thema Nachhaltigkeit. „Wir haben<br />

gemeinsam beschlossen, ein neues Reinigungsmittel<br />

aus nachwachsenden Rohstoffen<br />

einzusetzen und bei Konferenzen<br />

nicht mehr die kleinen 0,2-Liter-Fläschchen<br />

auf den Tisch zu stellen, sondern große Karaffen<br />

mit Wasser, das mit frischen Kräutern<br />

oder Früchten aromatisiert wurde.“<br />

Nebeneffekte des Einbindens des Bereiches<br />

Hauswirtschaft sind, dass auch die<br />

Vertreterinnen der Hauswirtschaft mehr<br />

Routine im Auftreten gegenüber ihren Kollegen<br />

bekommen. Und dass sie die neue<br />

Wertschätzung ihrer Meinung in ihren Bereich<br />

hinein tragen.<br />

Wer im Meeting sitzt,<br />

der bedeutet was?<br />

„Die Hauswirtschaft muss<br />

sichtbarer gemacht werden“,<br />

sagt Renate Baur<br />

„Es hat eine enorme Strahlkraft, wenn<br />

die anderen Mitarbeiter der Hauswirtschaft<br />

sehen, dass ihre Abteilungsleiterin zwei<br />

Stunden weg ist, um an einer Besprechung<br />

teilzunehmen. Das stärkt das Selbstbewusstsein<br />

der ganzen Gruppe.“ Und schließlich<br />

lässt sich auf diesem Weg auch etwas<br />

für die Gleichberechtigung von Mann und<br />

Frau tun. „Denn ich halte es für fatal, wenn<br />

gerade unsere Mitarbeiterinnen mit Behinderung<br />

nur Männer in der Alpharolle erleben.“<br />

Renate Baur hat noch viele andere Ideen,<br />

wie sich der Stellenwert der Hauswirtschaft<br />

innerhalb einer Einrichtung verbessern<br />

ließe. Eine Idee ist, sich mehr zu zeigen,<br />

„anstatt nur geschwind ins Zimmer zu<br />

huschen und den Tee zu servieren“. Stattdessen<br />

können sich die Mitarbeiter mit einem<br />

gut gemachten gemeinsamen Foto<br />

oder vielleicht sogar einem Flyer präsentieren.<br />

„Man kann auch alle Mitarbeiter ein Namensschild<br />

tragen lassen.“<br />

Erlöse generieren statt ständig sparen<br />

Neben diesen kleineren Einzelmaßnahmen<br />

gibt es für Renate Baur auch große Projekte,<br />

die die Hauswirtschaft übernehmen<br />

könnte, um zum Beispiel eigene Erlöse zu<br />

generieren. „Man könnte sich überlegen,<br />

worin man gut ist und welche Dienstleistungen<br />

man für kleinere Unternehmen in<br />

der Nachbarschaft anbieten könnte.“ Also:<br />

das Haus für Konferenzen oder Veranstaltungen<br />

anderer Betriebe öffnen. Oder anbieten,<br />

die Berufskleidung der anderen Firmen<br />

mit zu waschen – wenn man eine eigene<br />

Wäscherei betreibt. Oder die eigene<br />

technische Kompetenz nutzen und die Kaffeevollautomaten<br />

der Nachbarn warten.<br />

„Das alles bedarf natürlich ein bisschen Mut<br />

– und auch den Impuls von oben.“ Ihrer Meinung<br />

nach lohnt sich dieser Mut aber, denn:<br />

„Die Hauswirtschaft muss sichtbarer gemacht<br />

werden“. t Isabelle Butschek<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 27


Management<br />

Öfter telefonieren:<br />

Einstellungsgespräche<br />

Erfolgreiche Mitarbeiter sind<br />

Ihr wertvollstes Kapital. Deshalb<br />

ist es unumgänglich, sie<br />

sorgfältig auszusuchen. Fehleinschätzungen<br />

können teuer<br />

zu stehen kommen. Minimieren<br />

Sie Ihr Risiko, indem Sie<br />

sich optimal auf das Vorstellungsgespräch<br />

vorbereiten<br />

und auch schon vorab telefonieren.<br />

Nehmen Sie sich Zeit<br />

für eine gründliche Prüfung<br />

der schriftlich eingereichten<br />

Unterlagen Ihrer Bewerber.<br />

Was sich immer mehr <strong>durch</strong>setzt, ist<br />

das telefonische Gespräch vor der<br />

persönlichen Bewerbervorstellung.<br />

Bereits am Telefon können Sie vorab<br />

Fragen stellen und beantworten. Die telefonische<br />

Bewerbung hat an Bedeutung<br />

stark gewonnen, besonders für notwendige<br />

Vorab-Informationen. Am Telefon können<br />

Sie bereits selektieren und sparen sich<br />

im negativen Fall ein umfangreiches Bewerbungsgespräch<br />

und die Lektüre der Bewerbungsunterlagen.<br />

Bewerben bei den (guten) Bewerbern<br />

Doch auch andersherum bewerben Sie<br />

sich bei zukünftigen Bewerbern. Bevor sich<br />

ein Stellensuchender nämlich überhaupt<br />

bewirbt, sieht er sich erst einmal Ihre<br />

Homepage an. Dabei spielt Ihr Image in der<br />

Öffentlichkeit eine Rolle. Nur das beste Öffentlichkeitsbild<br />

bringt Ihnen genügend<br />

und auch erstklassige Bewerber/Innen, so<br />

dass Sie auswählen können. Stellenangebote<br />

müssen attraktiv sein, um Bewerber<br />

zu finden. Bewerber/Innen, die die Wahl<br />

zwischen mehreren Stellenangeboten haben,<br />

suchen sich den attraktivsten Arbeitgeber<br />

aus. Das jüngste Schlagwort heißt<br />

Social Media. Meinungsbildung eines Bewerbers<br />

gibt es auch via Internet. Bei Facebook<br />

werden Firmen bewertet und das<br />

beeinflusst Personen, die sich überlegen,<br />

wo sie sich bewerben. Der Nutzer von Facebook<br />

ist im Durchschnitt 36,5 Jahre alt<br />

und informiert sich im Internet. Für ihn ist<br />

dort ein Vorselektieren möglich. Er wird<br />

sich auf die „heißen Adressen“ konzentrieren<br />

und sich nur dort bewerben. Wer<br />

qualifiziert ist, kann sich dass leisten.<br />

Fazit: Ein telefonisches Interview mit<br />

einem Bewerber spart Zeit, spart Fahrtkosten<br />

für die Vorstellung, spart Lektüre<br />

der Bewerbungsunterlagen. Also: erst Telefonieren,<br />

dann bei Interesse Unterlagen<br />

fordern und dann das Vorstellungsgespräch<br />

vornehmen.<br />

Die Vorstellung des Bewerbers<br />

Stellen Sie Ihr Unternehmen ohne<br />

Schönfärberei vor, ohne die positiven Seiten<br />

einseitig und stark zu übertreiben. Beantworten<br />

Sie die Fragen des Bewerbers.<br />

Fordern Sie Ihn auf, sofort nachzufragen,<br />

wenn Sie den Rundgang <strong>durch</strong> den Betrieb<br />

mit ihm machen. Überlasten Sie die Präsentation<br />

nicht mit zu vielen Daten und<br />

Fakten. Die kann sich der Bewerber ohnehin<br />

nicht auf die Schnelle merken.<br />

Schätzen Sie eine Bewerbung nicht negativ<br />

ein, wenn der Kandidat gleich nach<br />

der Bezahlung fragt. Für viele steht Lohn<br />

und Gehalt im Mittelpunkt, auch für solche,<br />

die gute Leistung erbringen und gut<br />

motiviert sind. Weichen die Vorstellungen<br />

des Bewerbers von Ihrem Angebot stark<br />

ab, ist das Gespräch beendet. Oder Sie behalten<br />

sich vor, später eine endgültige Entscheidung<br />

zu treffen. Bevor Sie sich zum<br />

Gehalt äußern, fragen Sie nach der Berufserfahrung<br />

des Bewerbers.<br />

Die Arbeitszeit<br />

Stellt der Bewerber diese Frage nicht,<br />

dann nennen Sie von selbst die Arbeitszeit,<br />

besonders bei Teilzeitkräften. Auch flexible<br />

Arbeitszeiten gehören zu den Informationen,<br />

die Sie bereits am Telefon geben<br />

sollten. Die Arbeitszeiten müssen auf jeden<br />

Fall den Vorstellungen eines Teilzeit-<br />

Bewerbers entsprechen. Muss sich der Bewerber<br />

anpassen, wird er wahrscheinlich<br />

schnell wieder kündigen. Und die hohe<br />

Fluktuation ist unangenehm für Sie, weil<br />

jede Stellenausschreibung Arbeit macht.<br />

Vermeiden Sie nichtssagende Floskeln<br />

Fotos: Archiv, Dr. Schnell<br />

28 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Management<br />

im Gespräch, beispielsweise „Gutes Betriebsklima“,<br />

„Super-Team“, „nette Kollegen“.<br />

Das Betriebsklima ist zwar schwer<br />

zu messen, und jeder Betrieb behauptet,<br />

ein gutes zu haben. Auch Parkmöglichkeiten<br />

für den PKW des Bewerbers sind interessant,<br />

sowie der günstige Standort zum<br />

öffentlichen Nahverkehr.<br />

Welche Fragen stellen<br />

Sie im Gespräch?<br />

Fragen Sie den Bewerber nach seinen<br />

Motiven für die Bewerbung und die Erwartungen,<br />

die er bei Ihnen hat. Stellen Sie<br />

einen Fragebogen zusammen, so dass Sie<br />

keine Frage vergessen. Wer sich bewirbt,<br />

muss damit rechnen, dass Sie eine Gesprächsstrategie<br />

haben und während des<br />

Gesprächs Notizen machen. Mehr als acht<br />

Fragen sollten Sie nicht stellen, sonst<br />

kommt der Gedanke nach einem Verhör<br />

auf. Stellen Sie nicht mehrere Fragen hintereinander,<br />

und begründen Sie eine<br />

schwierige Frage, um das Verständnis der<br />

bewerbenden Person zu erreichen.<br />

Typische Fragen:<br />

u „Wo haben Sie zuletzt gearbeitet?“<br />

u „Wie lange waren Sie dort?“<br />

u „Was hat Ihnen dort besonders gut gefallen?“<br />

u „Was sind Ihre Stärken / Schwächen?“<br />

u „Warum bewerben Sie sich gerade bei<br />

uns?“<br />

freundlich. Bei einem abgelehnten Bewerber<br />

muss der Abschluss des Gesprächs positiv<br />

sein, denn nur dann wird er über Ihren<br />

Betrieb positiv sprechen. Geben Sie<br />

ihm Tipps, wo er sich noch bewerben könnte.<br />

Wer abgelehnt wird und trotzdem positiv<br />

über Ihre Firma spricht, erzählt es sieben<br />

anderen. Das fördert das Image Ihrer<br />

Firma.<br />

Die Zeugnisse<br />

Ältere Zeugnisse haben kaum noch aktuellen<br />

Aussagewert und das jüngste Arbeitszeugnis<br />

ist zwar aktuell, entspricht<br />

aber nicht immer der Wahrheit (Gefälligkeits-Zeugnisse).<br />

Arbeitsplatzwechsel und<br />

Zeitlücken im Lebenslauf sind wichtige Themen,<br />

im persönlichen Gespräch nachzufragen.<br />

Zeugnisse und Lebenslauf müssen<br />

vor dem Gespräch gesichtet werden, die<br />

Zusendung per E-Mail ist nicht mehr ungewöhnlich.<br />

Sie zeigen vor allem die Lückenlosigkeit<br />

der Beschäftigung auf und<br />

sind allerdings nur eine Hilfe bei der Einladung<br />

zum Vorstellungsgespräch. Zeugnisse<br />

und Lebenslauf orientieren sich an<br />

der Vergangenheit, während das Anforderungsprofil<br />

zukunftsorientiert ist.<br />

Das Anforderungsprofil<br />

Ein klar definiertes Anforderungsprofil<br />

ist immer gut. Damit weiß jeder, der sich bewirbt,<br />

was auf ihn zukommt, und Sie selbst<br />

entscheiden leichter, ob der Bewerber den<br />

Erwartungen entsprechen kann. Dieses Profil<br />

nennt die persönlichen und fachlichen<br />

Qualifikationen, die mit der zu besetzenden<br />

Position verbunden ist. Auch bei künftigen<br />

Gesprächen kann es immer wieder eine Hilfe<br />

für Sie sein. Schließlich können Sie es<br />

dem Bewerber schon vor dem Gespräch zu<br />

senden, damit er selbst eine Über- oder Unterforderung<br />

feststellen kann.<br />

Verheimlichen Sie im Anforderungsprofil<br />

nichts. Wenn Sie wissen, dass bestimmte<br />

Arbeiten in Ihrem Betrieb häufig<br />

anfallen, muss das erwähnt sein. Erwähnen<br />

Sie ebenfalls Sondereinsätze, auch<br />

wenn sie nur selten vorkommen. Schildern<br />

Sie die Realität ohne Beschönigung. Die<br />

Gefahr, den Bewerber abzuschrecken, ist<br />

zwar gegeben, aber ist es nicht viel schlimmer,<br />

wenn die Stellenbeschreibung unwahr<br />

oder unvollständig ist und der Bewerber<br />

schon in der Probezeit kündigt? Das Anforderungsprofil<br />

muss auch immer wieder<br />

aktualisiert werden. t Rolf Leicher<br />

Wo sind Sie jetzt tätig<br />

und wie lange?<br />

Mit den Antworten auf diese Frage bekommen<br />

Sie wichtige Hinweise auf die Ausdauer<br />

und Beständigkeit des Bewerbers.<br />

Ist im häufigen Wechsel ein kontinuierlicher<br />

beruflicher Aufstieg erkennbar, so sind<br />

Stellenwechsel anders zu bewerten, als<br />

wenn sie planlos oder zufällig vom Bewerber<br />

dargestellt werden. Klagt der Bewerber<br />

über frühere Arbeitgeber, so weist das<br />

auf mangelnde Loyalität hin, die Sie später<br />

selbst treffen könnte.<br />

Wie sich der Bewerber seinen Arbeitsplatz<br />

bei Ihnen vorstellt, sollten Sie fragen.<br />

An der Antwort erkennen Sie, ob er nur irgendeine<br />

Stelle sucht oder gerade Ihre<br />

Stelle. Auch die persönliche Stärke des Bewerbers<br />

ist ein Signal für Sie. Fragen Sie<br />

ihn danach, was er für Stärken hat.<br />

Der Gesprächsabschluss<br />

Der Abschluss des Gespräches dient<br />

der Imagepflege Ihres Unternehmens.<br />

Selbst wenn der Bewerber nicht Ihren Vorstellungen<br />

entsprach, reagieren Sie positiv<br />

und verabschieden Sie ihn am Telefon<br />

<strong>rhw</strong> bietet mehr –<br />

3. <strong>rhw</strong>-Exkursion für Abonnenten am 27. April 2012<br />

Nach den ersten beiden erfolgreichen <strong>rhw</strong>-Exkursionen zum Schloss Nymphenburg<br />

und zu MIELE nach Gütersloh folgt am Freitag, den 27. April 2012 der nächste Termin.<br />

Sie besuchen das Schulungszentrum von Alegria und die Produktionsanlagen<br />

von DR. SCHNELL in München!<br />

Von 10.00 bis 15.00 Uhr erfahren Sie in zwei Vorträgen Wissenswertes zu Hygiene,<br />

Reinigung sowie Desinfektion und wie diese Mittel hergestellt und abgefüllt werden.<br />

Anmeldungen für eine geringe Schutzgebühr von 10 Euro sind ab sofort online möglich<br />

unter www.vnm-akdademie.de. Auch für einen Imbiss und Getränke ist dabei<br />

am 27. 4. 2011 gesorgt. Es werden 20 Plätze bereitgestellt, diese werden nach Reihenfolge<br />

des Eingangs vergeben.<br />

<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 29


Fachthema<br />

Das werden Sie 2012 öfter<br />

hören: EQR – DQR – ECVET<br />

In diesem Jahr müssen endgültig die Weichen gestellt werden,<br />

um die hauswirtschaftlichen Berufe auf Niveaustufen einzuordnen.<br />

Eine so genannte Taskforce der dgh arbeitet bereits seit<br />

zwei Jahren daran und steht kurz vor dem Abschluss. Sigried<br />

Boldajipour vom Schulzentrum Neustadt in Bremen erläutert die<br />

drei wichtigsten Begriffe.<br />

Vor über fünf Jahren im Oktober 2006<br />

verständigten sich das Bundesministerium<br />

für Bildung und Forschung<br />

(BMBF) und die Kultusministerkonferenz<br />

(KMK) darauf, gemeinsam einen Deutschen<br />

Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen<br />

(DQR) zu entwickeln. Sie folgten damit<br />

einer Empfehlung des Europäischen Parlaments<br />

und des Rates. Bis Ende 2012 sollen<br />

alle neuen Qualifikationsbescheinigungen<br />

und Diplome mit einem klaren Verweis auf<br />

das zutreffende Niveau des EQR versehen<br />

werden.<br />

1. EQR: für europaweite<br />

Vergleichbarkeit<br />

Der European Qualifications Framework<br />

(EQF) heißt auf Deutsch Europäischer Qualifikationsrahmen<br />

(EQR). Der EQR stellt sich<br />

die schwierige Aufgabe, auch komplexe Qualifikationen<br />

von Personen in einem Raster so<br />

zu definieren, dass eine europaweite Vergleichbarkeit<br />

hergestellt werden kann.<br />

Das Ziel des EQR ist, die Mobilität von<br />

Beschäftigten und Lernenden zwischen den<br />

verschiedenen Ländern zu fördern und deren<br />

lebenslanges Lernen zu erleichtern. Hierzu<br />

wird formales Lernen (beispielsweise ein<br />

Schulabschluss), aber auch informelles Lernen<br />

validiert, also Lernen und Erfahrungen<br />

außerhalb von Schulen oder Hochschulen.<br />

Unter Validierung versteht man den Nachweis,<br />

dass eine Methode auch für ihren Einsatzzweck<br />

geeignet ist.<br />

Das Kernstück des EQR sind acht Referenzniveaus,<br />

die beschreiben, welche Kenntnisse,<br />

Fertigkeiten und Kompetenzen die Beschäftigten/Lernenden<br />

haben, unabhängig<br />

davon, wo diese Qualifikationen erworben<br />

wurden. Der EQR gilt für alle Arten von Qualifikationen,<br />

von der schulischen über die<br />

akademische bis zur beruflichen Bildung. Er<br />

bedeutet eine Abkehr vom Lerninput (Dauer<br />

eines Lernprozesses, Art der Einrichtung)<br />

und eine Verschiebung des Schwerpunktes<br />

auf die Lernergebnisse. Der Rahmen empfiehlt,<br />

dass sich alle neuen Qualifikationen,<br />

die ab 2012 erteilt werden, auf das geeignete<br />

EQR-Niveau beziehen (Informationen<br />

unter www.bibb.de/de/wlk18242.htm).<br />

2. DQR: mit acht Niveaustufen<br />

In <strong>Deutschland</strong> wurde mit Bezug zum<br />

EQR der Deutsche Qualifikationsrahmen<br />

(DQR) entwickelt, der die acht Referenzniveaus<br />

(= Niveaustufen) übernommen hat.<br />

Auf dieser Grundlage können alle deutschen<br />

Qualifikationen jeweils einer der acht Niveaustufen<br />

zugeordnet werden. Für den<br />

Bereich der Hauswirtschaft hat bereits die<br />

Taskforce der dgh einen Vorschlag für die<br />

Zuordnung der hauswirtschaftlichen Berufe<br />

erarbeitet. Bisher ist alles geklärt, nur ob<br />

die Hauswirtschaftsmeister/in und die Hauswirtschaftliche<br />

Betriebsleiterin auf einer Niveaustufe<br />

stehen sollten (beide 6 oder HBL<br />

auf 7) ist noch ein letzter strittiger Punkt. (Informationen<br />

unter www.deutscherqualifikationsrahmen.de)<br />

3. ECVET: Leistungspunkte<br />

werden gesammelt<br />

Der EQR steht in engem Zusammenhang<br />

mit den beiden Leistungspunktesystemen<br />

auf europäischer Ebene:<br />

u dem ECTS (European Credit Transfer System)<br />

für die Hochschulausbildung, den viele<br />

Studenten schon seit Jahren von Auslandsaufenthalten<br />

kennen<br />

u dem ECVET (European Credit System for<br />

Vocational Education and Training) für die<br />

berufliche Aus- und Weiterbildung.<br />

ECVET ist das Leistungspunktesystem<br />

für die berufliche Aus- und Weiterbildung<br />

(www.ecvet.de). Damit sollen berufliche Ausund<br />

Weiterbildungen, aber auch individuelle<br />

berufliche Erfahrungen und Lernprozesse<br />

in einem einheitlichen Punktesystem abgebildet<br />

werden.<br />

Das Ziel ist Transparenz, Vergleichbarkeit,<br />

Transferierbarkeit und wechselseitige<br />

Anerkennung von beruflichen Qualifikationen<br />

und Kompetenzen auf verschiedenen<br />

Niveaus zu ermöglichen, um die Mobilität<br />

von Arbeitnehmern im europäischen Wirtschaftsraum,<br />

insbesondere während der<br />

Ausbildung und in anderen Lernphasen, zu<br />

fördern.<br />

Qualifikationen sollen dabei – anders als<br />

im Leistungspunktesystem der Hochschulen<br />

(ECTS) – nicht primär <strong>durch</strong> den für ihren<br />

Erwerb notwendigen Aufwand (workload),<br />

sondern <strong>durch</strong> die erzielten Lernergebnisse<br />

und Kompetenzen (outcome) beschrieben<br />

werden.<br />

Ausbildungspunkte nun auch<br />

im Ausland sammeln<br />

Aus Unternehmenssicht ist ECVET vor allem<br />

deswegen interessant, weil es ermöglichen<br />

wird, Teile der Aus- und Weiterbildung<br />

in das europäische Ausland zu verlagern.<br />

Auch lässt sich so verbindlich einschätzen,<br />

welche Qualifikationen Arbeitnehmer sich<br />

im europäischen Ausland angeeignet haben.<br />

Die Ziele des ECVET reichen jedoch über<br />

die berufliche Erstausbildung hinaus, hin zu<br />

einer Dokumentation und Zertifizierung verschiedenster<br />

Kenntnisse und Kompetenzen,<br />

die eine Person im Prozess des lebenslangen<br />

Lernens erworben hat. Im nationalen<br />

Rahmen werden <strong>durch</strong> ECVET zusätzliche<br />

Perspektiven eröffnet. Sie betreffen vor allem<br />

die verbesserte Durchlässigkeit des beruflichen<br />

Bildungswegs hin zu Hochschulstudien,<br />

also die Anrechenbarkeit von<br />

ECVET-Punkten auf das bereits etablierte<br />

ECTS-System.<br />

Das würde auch die beruflichen Erstausbildung<br />

flexibilisieren: Das bisher geltende<br />

Prinzip „Ganz oder gar nicht!“ könnte<br />

<strong>durch</strong> die Zertifizierung von Teilergebnissen<br />

beispielsweise bei vorzeitiger Beendigung<br />

einer Ausbildung <strong>durch</strong>brochen werden. In<br />

der Berufstätigkeit oder <strong>durch</strong> private Initiativen<br />

erworbene Kenntnisse und Kompetenzen<br />

können dann ebenso ins ECVET integriert<br />

werden. Da der Prozess zur Entwicklung<br />

eines ECVET noch im Fluss ist, liegt<br />

noch kein endgültiges Erfassungsinstrument<br />

für Leistungspunkte vor. t S. Boldajipour<br />

30 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


A K A D E M I E<br />

S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />

Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />

„Führerschein für Reinigungsmaschinen“ in Köln, Hannover und Dresden<br />

Zielgruppe:<br />

HWL/HBL und Reinigungskräfte<br />

• Bürsten zuordnen können<br />

• Berücksichtigung der Folgekosten und Logistik!<br />

Mit 20,– Euro<br />

Frühbucherrabatt!<br />

„Sage es mir, und ich vergesse es<br />

zeige es mir, und ich erinnere mich<br />

lasse es mich tun, und ich behalte es.“<br />

Nach diesem Motto des chinesischen Weisen Konfuzius darf im Schulungszentrum<br />

probiert werden, wie es ist, mit verschiedenen Reinigungsmaschinen<br />

umzugehen. Die unterschiedlichsten Bodenbeläge stehen zur Ver -<br />

fügung. Nach einer etwa zwei- bis dreistündigen Einführung geht es an die<br />

Maschinen. Am Ende wird der Führerschein überreicht – eine sehr praxisnahe<br />

Veranstaltung mit Aha-Effekt und Zeit zum Austausch.<br />

Inhalte:<br />

• Staubsauger und deren Kabel richtig bedienen<br />

• Pad-Farbkunde und die passenden Böden dazu erkennen<br />

• Einscheibenmaschinen sicher beherrschen und anwenden (mit Slalom)<br />

• Scheuersaugmaschine – Einblicke ins Innenleben<br />

• Kleine Reparaturen erlernen sowie Kniffe für die Reinigung der Scheuersaugmaschinen<br />

Termine, Orte und Zeiten:<br />

18. April 2012 in Köln,<br />

19. September 2012 in Hannover,<br />

30. Oktober 2012 im BLUECAMP Klingenberg (bei Dresden),<br />

jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />

Gebühr:<br />

Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> oder <strong>rhw</strong> praxis sowie<br />

Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft e. V. 89,– Euro inkl. MwSt., sonst<br />

109,– Euro inkl. MwSt. Frühbucherrabatt bis zwei Monate vor dem Seminar:<br />

69,– Euro inkl. MwSt. (Abonnenten und Berufsverbands-Mitglieder),<br />

sonst 89,– Euro inkl. MwSt.<br />

Referent:<br />

Uwe Richter, Numatic International GmbH<br />

„Wischsysteme und deren Kosten im Fokus“ in München und Erkner/Berlin<br />

Zielgruppe:<br />

HWL/HBL und Reinigungskräfte<br />

In diesem Seminar erhalten Sie zahlreiche Impulse für Ihre Arbeit. Vor allem<br />

die Logistik, Waschkosten und das Gewicht von Moppbezügen spielen<br />

dabei eine entscheidende Rolle. Zudem werden Sie direkt auf drei bis vier<br />

nichttextilen Bodenbelägen selbst die Moppbezüge und Halter anwenden.<br />

• Eintauchen ins Reich der Fasern - Fasernkunde<br />

• Moppsysteme verstehen und an die Bodenvoraussetzungen anpassen<br />

• Fehler beim einstufigen Wischen vermeiden<br />

• Aufbereitung von Moppbezügen<br />

• Reinigungsflotte optimal und kosteneffizient ansetzen<br />

• Die neuen Systeme in der fachlichen Diskussion<br />

• Berücksichtigung der Folgekosten und Logistik!<br />

Termine, Orte und Zeiten:<br />

5. Juni 2012 und 16. Oktober 2012 in München,<br />

31. Oktober 2012 im Bildungszentrum Erkner (bei Berlin),<br />

jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr<br />

Gebühr:<br />

Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> oder <strong>rhw</strong> praxis sowie<br />

Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft e. V. 89,–<br />

Euro inkl. MwSt., sonst 109,– Euro inkl. MwSt. Frühbucherrabatt<br />

bis zwei Monate vor dem Seminar: 69,- Euro<br />

inkl. MwSt. (Abonnenten und Berufsverbands-Mitglieder),<br />

sonst 89,– Euro inkl. MwSt.<br />

Referent:<br />

Uwe Richter, Numatic International GmbH<br />

„Weiterbildung zum / zur Hygienebeauftragten“ – einziger Termin in München 2012<br />

Seminarziel:<br />

Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus den Bereichen der stationären und<br />

ambulanten Altenpflege sowie Gemeinschaftseinrichtungen nach §33 und<br />

§36 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Mit der Benennung eines / einer Hygienebeauftragten<br />

kommen die genannten Einrichtungen ihrer Verpflichtung<br />

zur Eigenverantwortlichkeit und Eigenkontrolle nach, die ihnen <strong>durch</strong> die<br />

aktuelle Gesetzgebung (SGB, IfSG, PQSG, LMHV) zugeteilt worden ist.<br />

Nach Abschluss der Veranstaltung erhalten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat,<br />

das als Nachweis der erlangten Kenntnisse zu den Schulungsinhalten<br />

dient. Für die Einrichtungen dokumentiert es die fachgerechte Wahrnehmung<br />

ihrer gesetzlich festgeschriebenen Pflichten.<br />

Inhalte:<br />

• Aufgaben eines / einer Hygienebeauftragten • Rechtliche Grundlagen<br />

(z. B. Anforderungen des IfSG an Gemeinschaftseinrichtungen) • Prüfungen<br />

<strong>durch</strong> das Gesundheitsamt und den MDK, Beispiele für Beanstandungen<br />

• Elemente eines Hygieneplans, Umsetzungsprobleme und Anpassung von<br />

Hygienemaßnahmen • Personal-, Lebensmittel- und Wäschehygiene<br />

• Grundzüge der Mikrobiologie • Gefahrenanalyse (z. B. HACCP) • Maßnahmen<br />

bei Problemkeimen • MRSA / ORSA und Legionellen • Impfschutz,<br />

Hautschutzplan • Verfahren zur Reinigung und Desinfektion, Sterilisation<br />

• Umgang mit Desinfektionsmitteln und mögliche Gefahren • Risikoeliminierung<br />

und -minimierung • Schnittstelle Küche – Pflege • Abfallentsorgung<br />

Methoden:<br />

Vortrag, Diskussion, Beispielbearbeitung<br />

Termin, Ort und Zeiten:<br />

23. bis 27. April 2012 in München,<br />

Mo. 11.00 bis ca. 17.30 Uhr, Di. – Do. 9.00 bis ca. 17.30 Uhr,<br />

Fr. 9.00 bis ca. 16.30 Uhr<br />

Gebühr:<br />

Vorzugspreis für <strong>rhw</strong>- und <strong>rhw</strong> praxis-Abonnenten sowie<br />

Mitglieder im Berufsverband Hauswirtschaft e. V. 799,–<br />

Euro, sonst 999,– Euro.<br />

Referent:<br />

Dr. med. vet. Dieter Bödeker, freiberuflich tätiger Hygieneberater<br />

für Alten- und Pflegeheime sowie für ambulante<br />

Pflegedienste<br />

Unser Service für Sie: Durch eine Kooperation mit der Deutschen Bahn können<br />

Sie ab sofort für nur 99 Euro (Hin- und Rückfahrt) zu allen <strong>rhw</strong>-Veranstaltungen fahren!<br />

Infos unter www.vnm-akademie.de<br />

Foto: DB/Gerd Wagner


A K A D E M I E<br />

S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />

„Aufbaukurs Hygienebeauftragte“ in München<br />

Der Aufbaukurs für Hygienebeauftragte bietet den Teilnehmer/innen, die<br />

einen Grundkurs bereits besucht haben oder bereits über Grundkenntnisse<br />

zur Hygienearbeit in den genannten Einrichtungen verfügen, die Möglichkeit,<br />

ihre Kenntnisse zu vertiefen und weiter zu entwickeln.<br />

Zielgruppe:<br />

Fachkräfte aus den Bereichen der stationären und ambulanten Altenpflege<br />

sowie Gemeinschaftseinrichtungen nach §33 und §36 Infektionsschutzgesetz<br />

(IfSG)<br />

Inhalt:<br />

Der erste Teil der Veranstaltung beschäftigt sich mit den Hygienemaßnahmen<br />

bei Erkrankungen <strong>durch</strong> Sporen bildende Erreger. Es ist jedoch beabsichtigt,<br />

einen großen Teil des Kurses nach den Wünschen der Teilnehmenden auszurichten.<br />

Aus diesem Grund werden die Inhalte der Veranstaltung offen<br />

gestaltet, d. h. die Teilnehmenden können entweder mit ihrer Anmeldung<br />

oder am Kursbeginn wichtige Themenschwerpunkte selbst bestimmen.<br />

„Diabetes<strong>management</strong> ohne Diabetikerprodukte“ in Münster<br />

Zielgruppe: Mitarbeiter/innen aus Pflege und Hauswirtschaft, Verantwortliche<br />

für den Bereich Ernährung<br />

Problematik: Diabetes mellitus ist weit verbreitet und nimmt immer noch rapide<br />

zu.<br />

Das zieht nicht nur für die Mitarbeiter/innen der Pflege entsprechende Konsequenzen<br />

nach sich, auch die Hauswirtschaft ist davon tangiert und herausgefordert.<br />

Nicht zuletzt ist der angemessene Umgang mit dem Diabetes der<br />

Bewohner/innen wesentlich eine Frage der Ernährung.<br />

Daher benötigen wir ein enges Zusammenspiel zwischen Hauswirtschaft und<br />

Pflege, ein Hand-in-Hand-Arbeiten. Dies umso mehr, wenn im Oktober 2012<br />

die Neuerungen der Diätverordnung greifen und spezielle Diabetikerprodukte<br />

wie Desserts, Kuchen oder Marmelade nicht mehr angeboten werden.<br />

Themen und Inhalte:<br />

• Grundlagen zum Diabetes Typ I und II<br />

• Welche Diabetesbehandlung macht Sinn?<br />

Weitere Seminare unter<br />

www.vnm-akademie.de<br />

Fragen, die bei der praktischen Arbeit der Hygienebeauftragten aufgetreten<br />

sind, können in diesem Kurs ausführlich diskutiert werden. Dabei werden<br />

gemeinsam konkrete Vorschläge zur Umsetzung der vielfältigen Aufgaben erarbeitet.<br />

Termin, Ort und Zeiten:<br />

9. Mai 2012 in München, 9.00 bis ca. 16.30 Uhr<br />

Gebühr:<br />

Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e. V.: 179,– Euro, sonst 209,– Euro.<br />

Referent:<br />

Dr. med. vet. Dieter Bödeker, freiberuflich tätiger Hygieneberater<br />

für Alten- und Pflegeheime sowie für ambulante<br />

Pflegedienste.<br />

• Altersgerechte Ernährung: gibt es so etwas für Menschen mit Diabetes?<br />

• BE – Verteilung pro Tag: was sagt der MDK dazu?<br />

<strong>rhw</strong>-Intensivse<br />

Bereits zum 11<br />

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• Unterzuckerungen: Erkennen - Behandeln - Vermeiden<br />

• Spätkomplikationen und wie sie sich vermeiden lassen<br />

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• diabetesgerechte Speiseplanung bei Hauptmahlzeiten und 9+0).:9-1581+0:;5/-5 Zwischenverpflegung<br />

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• welche Lebensmittel müssen berechnet werden? 0?/1-5- m 8;5,@D/- ,-8 1286*<br />

• welche Informationen braucht die Pflege von Hauswirtschaftkräften "# ;5, im Alltag? -/165-33-5 m 47.9+0<br />

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Termin, Ort und Zeiten:<br />

7. Mai 2012 in Münster, 9.00 bis 17.00 Uhr<br />

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Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e.V. 179,– Euro, sonst sonst 199,– Euro.<br />

Referentin: Carola Reiner, CCR Unternehmensberatung<br />

Zusatztermin<br />

in Münster!<br />

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* 4 $, % 4 * <br />

Anmeldecoupon per Fax (0 89) 318905-38 oder online unter www.vnm-akademie.de<br />

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9659: G ;86 8-19 1523 <br />

✃<br />

Anmeldung/Rücktritt: Nach Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen eine Eingangsbestätigung<br />

mit allen nötigen Informationen. Zur Begleichung der Seminargebühr<br />

erhalten Sie spätestens zum Anmeldeschlusstermin eine Rechnung, die<br />

gleichzeitig als An melde- bestätigung dient. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss<br />

Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr in Rechnung<br />

stellen. Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss, müssen wir<br />

30,– Euro Bearbeitungsgebühr erheben.<br />

Ihr Vorteil: Sie können in beiden Fällen eine Ersatzperson als Vertretung schicken.<br />

Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt., Tagungsunterlagen, -getränken, Kaffeepausen<br />

und Mittagessen, sofern nicht anders angegeben.<br />

Anmeldung<br />

Hiermit melde ich mich ver bindlich<br />

zum Seminar an<br />

❍ Führerschein für<br />

Reinigungsmaschinen<br />

❍ in Köln<br />

❍ in Hannover<br />

❍ in Dresden<br />

❍ Wischsysteme und deren Kosten<br />

im Fokus<br />

❍ 5. Juni 2012 in München<br />

❍ 16. Oktober 2012 in München<br />

❍ 31. Oktober 2012 in Erkner<br />

❍ Weiterbildung zum<br />

Hygienebeauftragten<br />

❍ Aufbaukurs Hygienebeauftragte<br />

❍ Diabetes<strong>management</strong><br />

ohne Diabetikerprodukte<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Mitgliedsnummer:<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Abonummer<br />

Rechnungsadresse:<br />

Name/Vorname<br />

Berufliche Funktion<br />

Straße/Nr.<br />

Datum/Unterschrift<br />

Hiermit melde ich mich<br />

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.Meine Kundennummer:<br />

ver bindlich zum Seminar an<br />

Hygienebeauftragte/r<br />

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft. 10. bis 14. Oktober 2011<br />

Meine Mitgliedsnummer<br />

Coupon ausschneiden, ggf.<br />

kopieren und einsenden an:<br />

Verlag Neuer Merkur GmbH,<br />

Postfach 60 06 62,<br />

81206 München<br />

oder per Fax senden an:<br />

E-Mail<br />

(0 89) 31 89 05-53<br />

Telefon/Fax<br />

PLZ/Ort<br />

Mit meiner Unterschrift erkenne ich die genannten Bedingungen zu Anmeldung und Rücktritt an.<br />

Anmeldeschluss: jeweils 14 Tage vorher, sofern nicht anders !%')!$(!,2$' angegeben. -/8-5@: );.<br />

Absage: Der Veranstalter Verlag Neuer Merkur GmbH behält !%')$(!! sich das Recht vor, %)#/)#!) 3-<br />

die Seminare aus wichtigem Grund abzusagen. Änderungen und :165-5 Irrtümer (;8 -/3-1+0;5/ sowie ,-8 #-415)8/-*D<br />

Preisänderungen vorbehalten.<br />

'-55 #1- 5)+0 ,-4 54-3,-9+03;99 08-<br />


Report<br />

Ein zweites Zuhause<br />

für Auszubildende<br />

Ein zweites Zuhause – das will das Salesianum für junge Leute<br />

aus ganz <strong>Deutschland</strong> sein. Mitten in München leben hier zirka<br />

400 sehr unterschiedliche Menschen unter einem Dach. Für Pater<br />

Stefan Stöhr, den Leiter des Salesianums, geht es hier um<br />

ein „Lernen an der Gesellschaft“, um ein offenes Haus, in dem<br />

sich die verschiedenen Gesellschaftsschichten und Altersstufen<br />

begegnen können.<br />

Das Salesianum ist ein Jugendwohnheim,<br />

das zum katholischen Orden<br />

der Salesianer Don Boscos gehört.<br />

Das riesige Haus mit Schwimmbad, Sporthalle<br />

und mehreren Tagungsräumen mitten<br />

im Zentrum Münchens soll deswegen<br />

mehr als nur ein Wohnheim sein. Wie Pater<br />

Stöhr es ausdrückt, will er den Jugendlichen<br />

„Bausteine für die Zukunft“ mitgeben.<br />

Das heißt unter anderem, dass die<br />

Teenager von Sozialpädagogen betreut<br />

werden: Je ein Gruppenleiter ist Ansprechpartner<br />

für 35 Teenager, und zwar sowohl<br />

in schulischen Angelegenheiten als auch<br />

„lebenspraktisch“.<br />

Stefan Stöhr: „Die meisten brauchen<br />

nicht viel, aber das, was sie brauchen,<br />

brauchen sie dringend!“ Manchmal ist es<br />

nur etwas so Harmloses wie Nachhilfe,<br />

manchmal aber auch psychologische Begleitung.<br />

Das Wichtigste bleibt aber die<br />

Präsenz, dass man einfach für die Jugendlichen<br />

da ist – und das 365 Tage im Jahr.<br />

Bunt gemischte Gesellschaft<br />

Von den etwa 400 Jugendlichen, die in<br />

dem Wohnheim leben, sind etwa 125 Auszubildende.<br />

Sie kommen aus ganz <strong>Deutschland</strong>,<br />

hauptsächlich aber aus Bayern. Außerdem<br />

wohnen dort übers Jahr verteilt<br />

etwa 1.000 Blockschüler, die irgendwo in<br />

Bayern eine Ausbildung wie zum Beispiel<br />

Brauereiwesen machen und in München jeweils<br />

zwölf Wochen am Stück in die Schule<br />

gehen.<br />

Das Projekt „Life“ des Salesianums beherbergt<br />

22 minderjährige Flüchtlinge, außerdem<br />

gibt es einen Hort. Schülergruppen,<br />

die München besuchen, können im Jugendgästehaus<br />

des Salesianums wohnen.<br />

Und schließlich gibt es einige Konferenzräume,<br />

die vor allem von sozialen Einrichtungen<br />

für Tagungen oder Fortbildungen<br />

genutzt werden.<br />

All diese Gruppen sollen, wenn es nach<br />

Pater Stöhr geht, nicht einfach nebeneinander<br />

her leben, sondern auch in Kontakt<br />

treten, einen Austausch betreiben: „Die Tagungsteilnehmer<br />

und die Jugendlichen begegnen<br />

sich nicht unbedingt. Aber wir haben<br />

an allen wichtigen Eingängen Informationstafeln<br />

aufgehängt und so entstehen<br />

Fragen, Kontakte.“<br />

Die Azubis verteilen sich auf 90 Einzelzimmer<br />

und 35 Plätze in Doppelzimmern,<br />

immer fünf teilen sich eine Dusche. Jeder<br />

ist für die Reinigung seines Zimmers selbst<br />

zuständig, alles andere reinigt eine Fremdfirma.<br />

Zunehmende Individualisierung<br />

In den 90 Jahren, die es das Salesianum<br />

nun schon gibt, hat sich einiges verändert.<br />

So waren früher die meisten Bewohner zwischen<br />

14 und 18 Jahre alt. Inzwischen sind<br />

Fotos: Salesianum<br />

Küchenleiter Stefan Ledvina und die hauswirtschaftliche Mitarbeiterin Brigitte Kammerer<br />

Die stellv. Küchenleiterin Rita Cruz<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 33


Report<br />

Das Fachmagazin für Führungs-<br />

in der Hauswirtschaft<br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

kräfte<br />

<strong>management</strong><br />

Impressum<br />

Pater Stöhr: „Die meisten brauchen nicht viel, aber das, was sie<br />

brauchen, brauchen sie dringend!“<br />

sie aber älter, da Jugendliche allgemein ihre Lehre später beginnen.<br />

Zwar sind die Auszubildenden immer noch in Gruppen organisiert,<br />

aber die feste Struktur der Gruppen hat sich aufgelöst. Während zum<br />

Beispiel früher jede Gruppe gemeinsam an einem Tisch aß und sich<br />

aus Schüsseln bediente, herrscht jetzt Kantinenbetrieb. „Das liegt an<br />

der zunehmenden Individualisierung“, erklärt Stefan Stöhr. „Bäcker-<br />

Azubis zum Beispiel fangen um vier Uhr in der Früh an, in der Gastronomie<br />

herrscht Schichtbetrieb – wann sollen denn da alle zusammen<br />

essen?“<br />

Deswegen wurde im Salesianum auch erst vor kurzem der Speisesaal<br />

umgebaut. Statt vier kleinerer Säle gibt es einen großen<br />

Raum mit Essensausgabe und Freeflow-Bereich. Trotzdem ist der<br />

Speisesaal keine typische Kantine: Die Wände sind in einem warmen<br />

Orange gestrichen, Stühle und Tische sind aus dunklem Holz. Alles<br />

in allem wirkt der Raum sehr gemütlich, wie ein Wohnzimmer – trotz<br />

seiner Größe.<br />

Ein zweites Zuhause<br />

„Wir wollten trotz des Umbaus nicht den Charakter eines Zuhauses<br />

verlieren“, erklärt Pater Stöhr. Und der Plan scheint aufgegangen<br />

zu sein. Als die Jugendlichen nach der Umbauphase das<br />

erste Mal wieder im Speisesaal essen konnten, wurde immer wieder<br />

gefragt, ob es denn neues Küchenpersonal gebe? Das Essen<br />

schmecke plötzlich viel besser. Ein Vorteil der neuen Struktur ist<br />

auch, dass das Küchenpersonal nicht mehr nur einfach das Essen<br />

kocht und dann in den Speisesaal schickt, sondern, dass es auch<br />

an der Ausgabe beteiligt ist. So kommen Köche und Konsumenten<br />

miteinander in Kontakt und so landen Kritik aber auch Lob am Es-<br />

Die Salesianer Don Boscos<br />

Don Bosco war ein Priester, der Mitte des 19. Jahrhunderts<br />

lebte und mittlerweile heiliggesprochen wurde. Er versuchte<br />

besonders, Kindern und Jugendlichen in Not zu helfen, förderte<br />

ihre Bildung, gründete eigene Werkstätten und spielte<br />

mit ihnen. 1861 gründete er den Orden der Salesianer Don<br />

Boscos. Der Orden ist inzwischen der drittgrößte katholische<br />

Orden der Welt und kümmert sich um Jugenderziehung und<br />

Jugendhilfe. In <strong>Deutschland</strong> gibt es zirka 32 Einrichtungen der<br />

Salesianer in den Bereichen Jugendwohnheim, Jugendbildung<br />

oder Behinderteneinrichtung. Das Wohnheim in München besteht<br />

seit etwa 90 Jahren. Dort sollen – nach dem Vorbild Don<br />

Boscos – Jugendliche nicht nur wohnen, sondern in einer Gemeinschaft<br />

leben.<br />

Herausgeberin: Beatrix Bierschenck<br />

Redaktionsdirektorin: Dr. Angelika Schaller<br />

Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich),<br />

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Redaktion: Dorothea Kammerer,<br />

Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonline.de,<br />

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Kappel, M. Christine Klöber, Sascha Kühnau, Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser, Elke<br />

Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Irmintraut Richarz, Prof. Dr. Margarete<br />

Sobotka, Prof. Dr. Margot Steinel, Annette Thamm<br />

Layout: Joachim Ullmer<br />

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Gerichtsstand: München<br />

34 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Report<br />

Freizeitbereich mit Kickertisch<br />

Sportplatz<br />

Küchenwäsche und Leibwäsche der Ordensgemeinschaft,<br />

die auch im Salesianum<br />

lebt. Dazu kommt noch die Grundreinigung<br />

aller Betten im Haus einmal im Jahr. Ein Teil<br />

der Flachwäsche wird aber an eine Fremdfirma<br />

abgegeben. „Die Jugendlichen müssen<br />

erst lernen, was sie sich selbst zumuten<br />

können“, erklärt Stefan Stöhr. „Die wollen<br />

vielleicht den ganzen Tag arbeiten und merken<br />

erst mit der Zeit, dass sie es einfach<br />

nicht können.“<br />

sen gleich an der richtigen Stelle. Auch der<br />

Küchenchef beteiligt sich an der Ausgabe,<br />

so erfährt er auch, was die Teenager am<br />

liebsten essen.<br />

„Natürlich kann nicht jeder sein Lieblingsessen<br />

bekommen“, schränkt Stefan<br />

Stöhr ein, „aber wir hatten zum Beispiel<br />

letztes Jahr Themenwochen, eine kulinarische<br />

Reise <strong>durch</strong> Europa. Und einiges hat<br />

den Jugendlichen so gut geschmeckt, dass<br />

wir es dauerhaft in den Speiseplan aufgenommen<br />

haben, wie türkische Pizza oder<br />

Moussaka.“<br />

Das Küchenpersonal ist auch besonders<br />

geschult für Konfliktsituationen, aber,<br />

wie Pater Stöhr sagt, „für die große Menge<br />

an unterschiedlichen Menschen, die hier<br />

wohnen, haben wir sehr wenige Konflikte“.<br />

Wertschätzung <strong>durch</strong> Kontakt<br />

Da<strong>durch</strong>, dass die Bewohner nicht nur<br />

mit ihren Gruppenleitern Kontakt haben,<br />

sondern mit allen Mitarbeitern, lernen sie,<br />

die Arbeit der anderen wertzuschätzen. In<br />

der Küche arbeiten etwa 15 Mitarbeiter, die<br />

jeden Tag Essen für 500 Personen kochen.<br />

Speisesaal<br />

Neben den Wohnheimbewohnern<br />

wollen auch die<br />

Kinder im Hort versorgt<br />

werden und außerdem<br />

übernimmt die Küche das<br />

Catering für die Tagungen.<br />

Zudem arbeiten in der Küche<br />

immer mindestens<br />

zwei Praktikanten und Jugendliche,<br />

die auf diese<br />

Weise ihre (vom Richter<br />

angeordneten) Sozialstunden abarbeiten.<br />

Das Wohnheim beschäftigt auch eigene<br />

Auszubildende, zwei davon arbeiten in der<br />

Küche. Auch das entspricht dem Hilfegedanken<br />

der Salesianer. Die Jugendlichen<br />

haben sonst auf dem Arbeitsmarkt keine<br />

Lehrstelle gefunden und keine anderen<br />

Chancen. Auch in der hauseigenen Wäscherei<br />

arbeitet eine „schwer vermittelbare“<br />

Auszubildende. Deswegen wird die Wäscherei<br />

auch von einer Hauswirtschaftsmeisterin<br />

betrieben, obwohl die Qualifikation<br />

für den Job alleine eigentlich nicht nötig<br />

wäre.<br />

Gewaschen wird die Bettwäsche für das<br />

Jugendgästehaus und die Blockschüler, die<br />

Eine neue Heimat<br />

Auch die 22 jungen Flüchtlinge wohnen<br />

nicht einfach nur im Salesianum. Sie werden<br />

ebenfalls von Sozialpädagogen betreut,<br />

zusätzlich erhalten<br />

sie aber auch Hilfe bei Behördengängen<br />

oder psychologische<br />

Unterstützung,<br />

so Pater Stöhr: „Die meisten<br />

von ihnen haben Traumaerfahrungen:<br />

die Flucht,<br />

die Unsicherheit, vielleicht<br />

Vergewaltigung, …deswegen<br />

kooperieren wir mit einer Einrichtung,<br />

die genau darauf<br />

spezialisiert ist.“ Die jugendlichen<br />

Flüchtlinge essen ganz<br />

bewusst nicht mit den anderen<br />

im Speisesaal. Sie sollen sich<br />

verselbständigen und zum Beispiel lernen,<br />

wie man mit deutschen Zutaten jemenitische<br />

Speisen kocht, mit einem Budget umgeht<br />

oder einkauft.<br />

Um zu illustrieren, wie er auf die Idee<br />

kam, jungen Flüchtlingen Unterkunft zu bieten,<br />

erzählt Pater Stöhr von einem Ehemaligentreffen.<br />

Dort waren auch Menschen,<br />

die direkt nach dem Krieg im Salesianum<br />

wohnten: „Ich habe sie gefragt, was ihnen<br />

damals eigentlich am wichtigsten hier war,<br />

und sie haben gesagt, dass wir wieder eine<br />

Heimat gefunden haben. Und ich habe mir<br />

überlegt, wer braucht denn heutzutage eine<br />

neue Heimat?“ t Esther Zierer<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 35


Report<br />

Die Hauspersonal-Akademie<br />

auf Schloss Schellenberg<br />

Von der Personalvermittlung<br />

Lesaco wurde vor sechs Jahren<br />

eine „Europäische Hauswirtschaftsakademie“<br />

(EHA)<br />

im historischen Schloss Schellenberg<br />

in Essen gegründet.<br />

„Materialien und Einrichtungsgegenstände<br />

im Wert von 1,5<br />

Millionen Euro wurden für die<br />

zirka 1.100 Quadratmeter<br />

große Schule verbaut“, so Geschäftsführer<br />

Karl-Heinz Leciejewicz.<br />

In der Akademie im Schloss Schellenberg<br />

wurde auch eine etwa 300 Quadratmeter<br />

große Show-Wohnung eingerichtet.<br />

Die Institution ist nach den einzelnen Unterrichtsinhalten<br />

in verschiedene Übungs-<br />

Showrooms, zum Beispiel Lehrküche,<br />

Waschküche, Bügelräume etc. aufgeteilt.<br />

Hier lernen zukünftige Haushälterinnen unter<br />

anderem, was sie bei der Pflege von<br />

hochwertigen Materialien und Stoffen zu<br />

beachten haben. Insgesamt zwölf Dozenten,<br />

Hauswirtschaftsmeisterinnen, Küchenmeister<br />

und ein Restaurantfachmann<br />

sorgen hier für aktuelle Wissensvermittlung.<br />

In der gesamten Schule sind die unterschiedlichsten<br />

Materialen und Geräte<br />

vorhanden, um den angehenden Hauswirtschafterinnen<br />

das erforderliche Knowhow<br />

so realistisch wie möglich zu vermitteln,<br />

damit sie später im Privathaushalt mit<br />

den Produkten, die dort verwendet werden,<br />

zurechtkommen.<br />

Blick auf Schloss Schellenberg in Essen<br />

Unterrichtsfach Stil & Etikette<br />

im Rittersaal<br />

Im Rittersaal wird das Unterrichtsfach<br />

Stil und Etikette sowie die hochwertige<br />

Tischkultur vermittelt. Für die Pflege von<br />

Metall wie Silber, Messing und Kupfer sind<br />

ebenfalls entsprechend ausgestattete<br />

Räumlichkeiten errichtet worden. Jeder<br />

Raum ist mit anderen Materialien ausgestattet,<br />

um den Bereich der Reinigung,<br />

Pflege von Oberflächen so praxisnah wie<br />

nur möglich zu gestalten.<br />

„In unserer Showwohnung wird das<br />

Zeit<strong>management</strong> vermittelt, damit die Teilnehmerinnen<br />

lernen, ihre Arbeitszeit richtig<br />

und zielorientiert einzusetzen, da die<br />

zukünftigen Arbeitgeber in der Regel sehr<br />

Badezimmer mit Marmor und wertvollen Armaturen in der Europäischen Hauswirtschaftsakademie auf Schloss Schellenberg<br />

Fotos: Europäische Hauswirtschaftsakademie (5)<br />

36 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Report<br />

„Wir besuchen regelmäßig Hauswirt -<br />

schafts schulen, um das Berufsfeld Privathaushalt<br />

bekannter zu machen“, sagt<br />

Geschäftsführer Karl-Heinz Leciejewicz<br />

große Häuser besitzen und es ein gutes<br />

Zeit<strong>management</strong> erfordert, die erwarteten<br />

Arbeiten ordnungsgemäß und zur Zufriedenheit<br />

des Arbeitgebers umzusetzen“,<br />

erläutert Leciejewicz.<br />

„Solch eine Schule gibt es auf dem Niveau<br />

nur einmal Europa“, meint Karl-Heinz<br />

Leciejewicz, der Wert darauf legt, dass in<br />

der Schule nur zehn Prozent Theorie, aber<br />

90 Prozent Praxiswissen vermittelt werden.<br />

An den Lehrplänen vieler Hauswirtschaftschulen<br />

werde das Wissen beispielsweise<br />

zur Silber- und Metallpflege<br />

oder hochwertiger Garberobe kaum noch<br />

vermittelt.<br />

„Zu uns kann jeder kommen, auch<br />

schicken manche Arbeitgeber ihre Hausangestellte<br />

zu uns, weil sie beispielsweise<br />

noch nicht richtig servieren kann oder<br />

unsauber arbeitet – und wir bügeln das im<br />

Kurs wieder aus.“ Es kommen aber auch<br />

Mitarbeiter aus Großhaushalten und der<br />

Hotellerie zum Kurs, doch da fehle es immer<br />

wieder an grundlegenden Kochkenntnissen,<br />

„denn wenn jemand jahrelang<br />

mit Hilfspersonal und Tiefkühlprodukten<br />

kocht, dann wird es schwierig,<br />

wenn nun wieder für sechs Personen auf<br />

hohem Niveau Speisen zubereitet werden<br />

sollen.“<br />

Drei Zielgruppen<br />

Die Schule wurde gegründet, da immer<br />

mehr Hauswirtschaftsschulen im gewerblichen<br />

Bereich schließen und der<br />

Nachwuchs fehlt. Im Privathaushalt wird<br />

jedoch nach wie vor qualifiziertes Personal<br />

benötigt und die noch tätigen Hauswirtschaftsschulen<br />

können diesen Bereich<br />

nicht abdecken.<br />

In der Schule werden Personen geschult,<br />

die sich weiterbilden möchten, die<br />

bereits in einem Privathaushalt tätig sind<br />

oder die von ihren Arbeitgebern geschickt<br />

werden. Die andere Personengruppe umfasst<br />

Hausfrauen oder Personen die sich<br />

bessere Fertigkeiten aneignen möchten.<br />

„Die dritte Personengruppe sind Personen,<br />

die über einen Bildungsgutschein zu<br />

uns kommen“, sagt Leciejewicz.<br />

So fühlen sich auch Frauen nach der<br />

Familienpause angesprochen, die wieder<br />

in den Beruf einsteigen möchten. In einer<br />

dreimonatigen Fortbildung zur „Hauswirtschafterin<br />

im gehobenen Haushalt“<br />

(die Kosten werden von der Arbeitsagentur<br />

im Rahmen von Bildungsgutscheinen übernommen)<br />

sollen so neue passende Kräfte<br />

herangebildet werden. Dazu gehört auch<br />

ein dreimonatiges anschließendes Praktikum.<br />

Auch HBLs schlagen<br />

den Weg ein<br />

Arbeiten im<br />

Privathaushalt<br />

Die Anzahl von Angestellten in Privathaushalten<br />

ist schwer zu schätzen,<br />

zudem gilt die Branche als diskret und<br />

verschwiegen. „Sie können davon<br />

ausgehen, dass jeder der rund 10.000<br />

Einkommensmillionäre in <strong>Deutschland</strong><br />

eine Hausangestellte hat“, so<br />

Karl-Heinz Leciejewicz vom Unternehmen<br />

Lesaco. Hinzu kommen<br />

Schauspieler, Rechtsanwälte oder Industrielle,<br />

die Hauspersonal einstellen.<br />

Insgesamt schätzt er, dass in<br />

<strong>Deutschland</strong> rund eine halbe Million<br />

Haushalte mindestens eine Angestellte<br />

(in Teilzeit) beschäftigen.<br />

Durchschnittlich etwa alle fünf Jahre<br />

wechselt eine Kraft ihren Arbeitgeber,<br />

so die Erfahrung von Leciejewicz.<br />

Auch Sonja Dittrich hat den Weg eingeschlagen,<br />

nachdem sie als frisch ausgebildete<br />

HBL an der Hochschule Osnabrück-Haste<br />

keine Stelle fand. Sie wollte<br />

eigentlich wie viele ihrer Mitschüler im<br />

Großhaushalt arbeiten und hatte dafür sogar<br />

die sonderpädagogische Zusatzqualifikation<br />

für die Ausbildereignung erworben.<br />

Doch nach den zwei Jahren HBL-Weiterbildung,<br />

über 70 Bewerbungen und anschließender<br />

Arbeitslosigkeit folgte statt<br />

einer Anstellung nun die nächste Ausbildung<br />

mit Bildungsgutschein. „Die Ausbildungskosten<br />

von rund 7.500 Euro hat die<br />

Arbeitsagentur übernommen, da ich arbeitslos<br />

gemeldet war“, sagte Dittrich. Es<br />

habe sich für sie gelohnt, nun arbeitet sie<br />

in einem Unternehmerhaushalt in Dortmund,<br />

auch wenn sie ursprünglich andere<br />

Ziele hatte.<br />

„Es hat sofort geklappt mit einer Anstellung<br />

nach der Ausbildung an der Hauswirtschaftsakademie,<br />

denn es gibt wahnsinnig<br />

viele offene Stellen für gutes Hauspersonal“,<br />

sagte Dittrich. Lesaco hat Personal<br />

in weltweit über 2.000 Haushalte<br />

vermittelt, und in dem Bereich gibt es inzwischen<br />

einige Agenturen, wie A.O.G.,<br />

System Straub oder Butler for you (siehe<br />

auch Bericht in <strong>rhw</strong> praxis 4/2011, Ausgabe<br />

erhältlich unter www.fachbuchdirekt.de).<br />

Und so profitiert Lesaco doppelt: einerseits<br />

bei der mit Bildungsgutscheinen<br />

geförderten Ausbildung <strong>durch</strong> die Arbeitsagentur.<br />

Und bei der anschließenden<br />

Vermittlung eben dieses Personals an Privathaushalte<br />

erhält Lesaco Vermittlungsprovisionen<br />

vom Arbeitgeber, ähnlich wie<br />

bei einem Makler für Wohnungen. Diese<br />

Provisionen werden, je nach Verhandlung,<br />

manchmal auch erst nach Ablauf der Probezeit<br />

an die Agentur überwiesen. Hinzu<br />

kommt der Vorteil, dass im Rahmen des<br />

dreimonatigen Praktikums sich die Haushälterin<br />

und der potenzielle zukünftige Arbeitgeber<br />

schon mal kennenlernen können.<br />

Es läuft schon der 22. Kurs<br />

„Es ist ja nicht immer selbst verschuldet,<br />

wenn jemand in Hartz IV rutscht. Diese<br />

motivierten Kräfte auszubilden für den<br />

Privathaushalt und wieder in Arbeit zu<br />

bringen, das ist unser Ziel“, so Geschäftsführer<br />

Karl-Heinz Leciejewicz. Inzwischen<br />

läuft schon der 22. Kurs. Pro Jahr gibt es<br />

etwa 45 bis 60 Absolventen. Die Vermittlungsquoten<br />

in Privathaushalte liegen bei<br />

73 bis 80 Prozent jährlich. Um für seine<br />

Personalvermittlung passende Kandidaten<br />

zu finden, geht der Geschäftsführer<br />

von Lesaco auf Reisen: „Wir besuchen regelmäßig<br />

Hauswirtschaftsschulen, um das<br />

Berufsfeld Privathaushalt bekannter zu<br />

machen.“<br />

t Robert Baumann<br />

Austauschplattform „Privathaushalt“ in <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

Wie sind Ihre Erfahrungen im Privathaushalt? Kann man dort wirklich so gut verdienen?<br />

Reicht die Ausbildung aus? Was diskutieren Sie gerade? Wie ändert sich<br />

die Lebensplanung im Vergleich zur Arbeit im Großhaushalt? Oder haben Sie eine<br />

Frage? Schreiben Sie bitte – egal ob kurz oder lang – bei Bedarf auch anonym – an<br />

<strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 37


Report<br />

<strong>Ausbildungsreise</strong> –<br />

Folge 1: Blick nach Bremen<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> begibt sich ab dieser Ausgabe auf eine Reise<br />

zum Thema Ausbildung <strong>durch</strong> <strong>Deutschland</strong> und beobachtet<br />

exemplarisch die Aus- und Weiterbildung. Heute: Bremen.<br />

Wilma Elsing sich vorher einige Informationen<br />

am Schulzentrum Neustadt in Bremen<br />

geholt hat?<br />

Anleiten statt Wäsche waschen<br />

Es sah in Bremen mit der Hauswirtschaft<br />

zunächst nicht gut aus: 1994<br />

verließen die letzten Absolventen die<br />

Fachschule und es begann ein Dornröschenschlaf<br />

für das gesamte Berufsbild.<br />

Bis 2008. „Die Betriebe kamen auf uns zu<br />

und haben gesagt: Wir brauchen endlich<br />

wieder Führungskräfte in der Hauswirtschaft<br />

– auch im Norden!“, erinnert sich<br />

Sigried Boldajipour. Und so begann vor<br />

gut drei Jahren in Bremen am Schulzentrum<br />

Neustadt ein offizieller fünfjähriger<br />

Schulversuch, der noch bis 2013 läuft. Da<strong>durch</strong><br />

hat die Schule mehr Gestaltungsmöglichkeiten<br />

– und die werden genutzt.<br />

Das Ziel: Führungskräfte<br />

mit hohen Ansprüchen<br />

„Als erstes haben wir das System umgestellt.<br />

Alle Fachschüler unserer Klasse<br />

müssen auch einen Betrieb vorweisen, indem<br />

sie arbeiten und das regelmäßig über<br />

drei Jahre“, so Boldajipour. In anderen<br />

Bundesländern wird beispielsweise zunächst<br />

nur zwei Jahre theoretisch ausgebildet<br />

und dann ein Jahrespraktikum im<br />

dritten Studienjahr integriert.<br />

Derzeit kommen die Fachschülerinnen<br />

und zurzeit ein Fachschüler ausschließlich<br />

aus der Stadt Bremen. Sie arbeiten<br />

meist in der Altenhilfe, größtenteils in einigen<br />

der 25 Einrichtungen der Bremer<br />

Heimstiftung. Einige haben auch Arbeitsplätze<br />

in der Kinder- und Schulverpflegung<br />

gefunden oder in Werkstätten bei Wohngruppen<br />

für Menschen mit Behinderungen.<br />

Und in großen Unternehmerhaushalten:<br />

„Davon gibt es auch in einer Stadt<br />

wie Bremen einige“, sagte Boldajipour.<br />

„Acht mal Acht“ heißt es<br />

für die Fachschüler<br />

Kernstück der HBL-Ausbildung sind<br />

insgesamt acht so genannte Referenzaufgaben,<br />

die im Betrieb absolviert werden<br />

müssen und zwischen sechs und acht<br />

Wochen dauern. Zum Beispiel Beschaffung:<br />

hier müssen sich die Fachschüler im<br />

Altenheim die Abläufe ansehen, Standards<br />

für Produkte beschreiben, Lieferanten<br />

bewerten und Vorschläge für Kosteneinsparungen<br />

entwickeln. Am Ende<br />

folgt dann eine Präsentation der Ergebnisse<br />

in der Schule und in der Regel auch<br />

im Betrieb vor der Heimleitung. „Und die<br />

ist oft sehr begeistert: denn da sagt kein<br />

Betrieb nein, wenn Vorschläge zum Optimieren<br />

und Sparen gemacht werden“, so<br />

Boldajipour.<br />

Die Fachschüler arbeiten damit schon<br />

fast wie kleine Unternehmensberater im<br />

eigenen Betrieb. Ein Luxus, den die Betriebe<br />

gern nutzen. Für die Fachschüler<br />

hat es den Vorteil, dass sie sich von Beginn<br />

an dem Arbeitgeber empfehlen und<br />

langsam in die Position wachsen, die sie<br />

später einmal einnehmen sollen. „Wir finden,<br />

dass der Übergang so viel besser<br />

läuft und der Arbeitgeber sich die Einarbeitungszeit<br />

spart.“ Dass die Fachschüler<br />

mit diesen Referenzaufgaben sehr gute<br />

Chancen erlangen, als vollwertige Leitungskraft<br />

zu arbeiten, das hat erst kürzlich<br />

die Universität Bremen in einer Evaluation<br />

der Fachschularbeit bestätigt. In<br />

Hamburg an der Gewerbeschule G3 wird<br />

seit 2011 nach einer ganz ähnlichen<br />

Struktur verfahren. Wen wundert<br />

es, dass die dortige Schulleiterin<br />

„Manchmal gibt es auch Arbeitgeber,<br />

die uns ihre Hauswirtschafterin empfehlen.<br />

Sie sind auch bereit, diese Kraft voll<br />

weiterzubezahlen, obwohl sie im Betrieb<br />

ja nur noch halbtags arbeitet“, berichtet<br />

Boldajipour. Dann müsse zunächst klargestellt<br />

werden, welche Anforderungen<br />

im Schulzentrum Neustadt erwartet werden.<br />

Doch das deckt sich manchmal nicht<br />

ganz mit den Erwartungen der Betriebe.<br />

Die Absolventen arbeiten dann eben nicht<br />

mehr nur im Wäschekeller oder in der<br />

Großküche mit, sondern leiten Mitarbeiter<br />

an und optimieren Prozesse. „Deshalb<br />

laden wir regelmäßig die Vorgesetzten unserer<br />

Fachschüler ein, um mit ihnen über<br />

die Anforderungen des Berufs zu diskutieren.“<br />

Einstufung – in diesem Jahr<br />

entscheidet es sich!<br />

In diesem Jahr steht für alle hauswirtschaftlichen<br />

Berufe die Einstufung nach<br />

dem Deutschen Qualifikationsrahmen an.<br />

Während es bei den Berufen wie Fachpraktiker<br />

in der Hauswirtschaft und bei<br />

der Hauswirtschafterin Klarheit gibt, gehen<br />

die Meinungen über die Zuordnungen<br />

der höheren Abschlüsse noch etwas auseinander.<br />

„Ich kenne die Meisterausbildung ja<br />

auch, weil ich hier im Prüfungsausschuss<br />

bin“, sagt Boldajipour. Die Oberstudienrätin<br />

ist der Meinung, dass die HBL, so<br />

wie sie zurzeit in Bremen ausgebildet<br />

wird, im Gegensatz zum/r Meister/in beim<br />

DQR* auf der Niveaustufe 7 angesiedelt<br />

wird. Im Rahmen des laufenden Bremer<br />

Schulversuchs könnten aber Änderungen<br />

relativ schnell vorgenommen werden. Beispielsweise<br />

könnte es auch für Bremen<br />

interessant sein, die Betriebswirtin auszubilden<br />

und auf der 6 zu verorten.<br />

Deshalb wird die Bremer Fachschule<br />

die Diskussion beobachten und sich mit<br />

den Betrieben abstimmen. Und falls dann<br />

über die Betriebswirtin hinaus weitere Bedarfe<br />

in den Betrieben bestehen, könnte<br />

Illustrationen: Sven Knie/Fotolia, hs-creator/Fotolia<br />

38 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Report<br />

die Möglichkeit geschaffen werden, <strong>durch</strong><br />

später belegte Module eine weitere Qualifikation<br />

auf der Niveaustufe 7 zu erreichen,<br />

die dann wie bisher HBL heißen<br />

könnte – aber nicht muss.<br />

Ein weiteres Thema ist der Blick nach<br />

Europa und der EQR*. Denn ähnlich wie<br />

bei den Creditpoints im Hochschulstudium<br />

(ECTS) werden Leistungspunkte auch<br />

in der Berufsbildung (ECVET) kommen, geplant<br />

sind sie schon ab Mitte 2012. „Wir<br />

haben es spätestens daran gemerkt, dass<br />

wir Berufsschülern aus Helsinki, die ein<br />

Praktikum in Bremer Betrieben machen,<br />

in ihrem Zeugnis CPs bescheinigen sollten“,<br />

sagte Boldajipour.<br />

Zur Person<br />

Sigried Boldajipour ist bereits seit<br />

1972 in der Hauswirtschaftsbranche<br />

tätig und heute Oberstudienrätin am<br />

Schulzentrum Neustadt. Damals hieß<br />

ihr Abschluss noch Hauswirtschaftsleiter/in.<br />

Seit 1990 heißt er in Bremen<br />

Hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in<br />

– doch wie lange noch? In diesem<br />

Jahr werden die Weichen gestellt.<br />

Drei Bundesländer haben den Begriff<br />

Betriebsleiter/in bereits ersetzt <strong>durch</strong><br />

Betriebswirt/in. Und in Bremen? „Wir<br />

beobachten alles sehr genau!“<br />

Nun gibt es schon<br />

drei neue Namen<br />

für die HBL<br />

Und wie<br />

sieht es aus mit<br />

einem neuen Namen?<br />

„Bayern<br />

war ja nicht das<br />

erste Bundesland,<br />

das den<br />

B e t r i e b s w i r t<br />

einführte, vorher<br />

starteten<br />

Thüringen und<br />

Hamburg. Nun<br />

haben wir <strong>durch</strong><br />

den Föderalismus<br />

schon drei verschiedene<br />

Berufsbezeichnungen für<br />

die frühere HBL.“<br />

Derzeit sind es folgende:<br />

1 Thüringen: Staatlich<br />

geprüfte/r Betriebswirt/in<br />

für Hauswirtschaft (seit<br />

2009, zweijährig)<br />

2 Hamburg: Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in<br />

Fachrichtung Hauswirtschaftliche<br />

Dienstleistungen (seit August<br />

2011, dreijährig)<br />

3 Bayern: Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in<br />

für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong><br />

(seit September 2011,<br />

dreijährig).<br />

„Direktor“ kann man<br />

doch auch nicht studieren<br />

Boldajipour fände es nicht gut, wenn<br />

hier<strong>durch</strong> die Transparenz dieses Abschlusses<br />

verloren ginge. Besser sei es,<br />

wenn alle die gleiche (neue) Bezeichnung<br />

tragen würden. Durch den etwas überraschenden<br />

Vorstoß von Bayern – nur eine<br />

bayerische Fachlehrerin nahm beispielsweise<br />

an der großen Tagung HBL 2020 in<br />

Bremen teil – fehlte ihr hier ein wichtiger<br />

Austausch zwischen den Bundesländern.<br />

Aber vielleicht ist es jetzt ein besserer Anlass,<br />

sich zu regelmäßigen Treffen aller<br />

Fachschulen zu verabreden. „Bei den<br />

Fachschülern wird das Thema auch gerade<br />

stark diskutiert und es geht hin und<br />

her, ob nun der Betriebswirt/in oder die<br />

*DQR * EQR - bitte lesen Sie hierzu den erläuternden Artikel<br />

auf Seite 30<br />

E<br />

2<br />

1<br />

3<br />

Betriebsleiter/in der passende Begriff<br />

ist.“<br />

Sigried Boldajipour wirkt etwas amüsiert,<br />

dass im Jahr 2012 das Argument wiederentdeckt<br />

wird, dass die Betriebswirtin<br />

eine Berufsbezeichnung wäre, die Betriebsleiterin<br />

aber eine Funktion beschreibt,<br />

ähnlich wie beim Begriff Direktor.<br />

„Ich finde das ja absolut nachvollziehbar<br />

und richtig. Da muss ich dann immer<br />

an meine Tante denken, die mich, als<br />

ich frisch von der HWL-Prüfung kam, fragte:<br />

Ja schön, Hauswirtschaftsleiterin, das<br />

ist Deine Funktion, doch wie heißt denn<br />

nun Dein Beruf?“. Das war vor genau 40<br />

Jahren.<br />

t Robert Baumann<br />

Nächste Folge 2/6:<br />

Rheinland-Pfalz<br />

Wir erläutern die Situation in Rheinland-Pfalz<br />

und sprechen hierzu mit<br />

Margot Baur. Seit über 20 Jahren ist<br />

Margot Baur für die hauswirtschaftliche<br />

Berufsbildung in Rheinland-Pfalz<br />

zuständig, an der Aufsichts- und<br />

Dienst leistungsdirektion Neustadt an<br />

der Weinstraße.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 39


HBL<br />

HBL<br />

HBL<br />

HBL<br />

Service<br />

Die Debatte geht weiter:<br />

Leserbriefe zur HBL-Umbenennung (Auswahl)<br />

„Hauswirtschaft ist mehr!“<br />

Hauswirtschaft ist mehr als nur Ernährungs-<br />

und Versorgungs<strong>management</strong> – auch<br />

in der Leitungsebene! Genau so unglücklich<br />

bin ich mit dem bayerischen Alleingang zur<br />

Bezeichnung der Erstausbildung. Wer oder<br />

was wird da versorgt – es könnte sich auch<br />

um ganz andere Bereiche handeln. Hat man<br />

in Bayern derart Angst vor dem Begriff Hauswirtschaft?<br />

Worte sind nur Hülsen, wenn<br />

kein Leben und kein Selbstverständnis dahinter<br />

steht. Da nützen auch andere Namen<br />

nichts. Stattdessen sollten wir uns fragen:<br />

Wie verkaufen wir Hauswirtschaft, wie professionell<br />

stellen wir sie dar?<br />

t<br />

Ruth Waizenegger, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft<br />

Hauswirtschaft Baden-Württemberg<br />

e. V.; Nürtingen<br />

„Gibt es Aufbauseminare?“<br />

Ich finde die Titeländerung sehr gut,<br />

weil der Begriff „Hauswirtschaft“ altbacken<br />

klingt und einfach nicht mehr zeitgemäß<br />

ist. Er klingt eher abwertend, für die Arbeit<br />

und Leistung, die eigentlich hinter dem Berufsfeld<br />

steckt.<br />

Da ich als HBL die Fachakademie verlassen<br />

werde, interessiert es mich brennend,<br />

ob es eine Möglichkeit gibt, den neuen<br />

Titel „BEV“ zu bekommen. Vielleicht werden<br />

ja Aufbauseminare oder Ähnliches angeboten.<br />

Wünschenswert wäre es schon.<br />

Nur weil man zwei Jahre zu früh den Abschluss<br />

an der Fachakademie gemacht hat,<br />

wird man in der Zukunft bei der Jobsuche<br />

vielleicht benachteiligt, wenn als Abschluss<br />

eine „BEV“ gefordert wird?<br />

t<br />

Christina Werner, Studierende, Fachakademie<br />

für Hauswirtschaft in Würzburg<br />

„Mehr Gemeinschaft –<br />

weniger Alleingänge“<br />

Ich begrüße die Namensänderung und<br />

finde die neue Bezeichnung sehr treffend.<br />

Sie kann diesem attraktiven und vielseitigen<br />

Beruf neuen Schwung geben und eine<br />

Erweiterung um neue Tätigkeitsfelder vorantreiben.<br />

Dennoch ist der angestrebte Imagewandel<br />

nur dann erfolgreich, wenn sich das<br />

gesamte Berufsfeld „Hauswirtschaft“ daran<br />

beteiligt. Dies ist bisher nicht der Fall.<br />

Obwohl die Duale Berufsausbildung als<br />

Aushängeschild des deutschen Berufsbildungssystems<br />

gilt, scheinen die Berufsschulen<br />

und Ausbildungsbetriebe von diesem<br />

Wandel nicht profitieren zu dürfen. Es<br />

hat wenig Sinn, einen neuen Berufsbegriff<br />

zu schaffen, der den alten Begriff nicht gesamthaft<br />

ablöst, sondern noch mehr in Frage<br />

stellt. Das Duale System darf sich meiner<br />

Meinung nach nicht in diese unattraktive<br />

Rolle drängen lassen. Die Umstellung<br />

auf eine neue Berufsbezeichnung muss<br />

auch in der Erstausbildung einher gehen –<br />

mit einer Anpassung der Ausbildungsinhalte<br />

an aktuelle Bevölkerungsentwicklungen<br />

und den damit verbundenen Nachfrageprofilen.<br />

Vor allem aber müssen die Veränderungen<br />

von allen Schularten zeitgleich<br />

vollzogen werden, damit dieser Beruf endlich<br />

den Stellenwert in der Bevölkerung einnehmen<br />

kann, den er verdient. t<br />

C. Räde, Lehrerin aus Bayern<br />

„Wo sind die Stellen?“<br />

Für die HBL habe ich eine ordentlich<br />

bezahlte Vollzeitstelle im Seniorenheim gekündigt,<br />

um dann die HBL-Weiterbildung<br />

zu machen. Das Ergebnis nach zwei Jahren:<br />

keine der Absolventinnen, die ich aus dem<br />

Jahrgang kenne, arbeitet heute in der Funktion<br />

als HBL, entweder weil man den Beruf<br />

nicht kennt oder weil man nun für die<br />

Stelle überqualifiziert ist. Der große Haken<br />

dabei ist der fehlende Praxisbezug in der<br />

Weiterbildung, denn ohne den kann man<br />

sich ja keinem Betrieb empfehlen. Nach 70<br />

Bewerbungen und eher aus der Not heraus<br />

arbeite ich nun in einem gehobenen Privathaushalt,<br />

denn hier ist die Bezahlung<br />

einfach besser und es gibt wahnsinnig viele<br />

Stellen. Doch dafür hätte ich die zwei<br />

Jahre HBL-Weiterbildung nicht machen<br />

brauchen.<br />

t<br />

Sonja Dittrich, Dortmund<br />

„Abschluss wirklich<br />

auf Bachelor-Niveau?“<br />

Die Umbenennung der Hauswirtschaftlichen<br />

Betriebsleiterin in einen Betriebswirt<br />

für Ernährung und Versorgung<br />

scheint zunächst professioneller zu wirken,<br />

allerdings wird sich der Abschluss der<br />

bayerischen Studierenden an zweijährigen<br />

Fachschulen dann auch mit dem universitären<br />

dreijährigen Betriebswirt (Bachelor)<br />

messen müssen. Ich denke, dass dort Unzufriedenheit<br />

bei den Arbeitgebern entstehen<br />

kann. Die Reduzierung der Hauswirtschaft<br />

auf Ernährung und Versorgung<br />

stellt aus meiner Sicht einen Rückschritt in<br />

der Entwicklung des hauswirtschaftlichen<br />

Berufsbildes dar, da sie den Bereich der<br />

Betreuung außen vor lässt.<br />

Es ist ja gerade der den gesamten<br />

Haushalt umfassende Blickwinkel, der die<br />

Hauswirtschaft so interessant und wichtig<br />

macht. Wir kümmern uns beispielsweise<br />

nicht nur darum, dass Kinder etwas Gesundes<br />

zu essen bekommen, sondern wir<br />

schauen auch danach, in welchem Rahmen<br />

(Einrichtung, Atmosphäre, Manieren,<br />

Zeit,...) das Essen stattfindet. Wir haben<br />

den Menschen als Gesamtperson im Blick,<br />

nicht nur seine Ernährung oder seine Kleidung.<br />

Genau das unterscheidet uns ja von<br />

den Köchen oder der Pflegekraft. t<br />

Brigitte Weniger, Landesverband hauswirtschaftlicher<br />

Berufe Sachsen e.V.<br />

„Nicht mehr erklären müssen“<br />

Mit Wohlwollen habe ich die neue Berufsbezeichnung<br />

zur Kenntnis genommen.<br />

Somit muss ich meinen Beruf nicht mehr<br />

erklären. Für mich wäre es wünschenswert,<br />

auch die neue Berufsbezeichnung führen<br />

zu können.<br />

t<br />

Ute Sabel, Hauswirtschaftsleitung,<br />

Flörsheim<br />

„Meisterin – was ist geplant?“<br />

Gibt es für die Meisterin der Hauswirtschaft<br />

auch einen neuen Namen? Ich bin<br />

Meisteranwärterin 2012.<br />

t<br />

Susanne Wagner<br />

„Keine Zustimmung von den<br />

bayerischen Verbänden“<br />

Bei der Umstrukturierung der Berufsausbildung<br />

und der Namensänderung des<br />

Berufes wurden entgegen der Aussagen<br />

von Herrn Lucha im Interview in <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

2/2012 die Fach-, Interessensund<br />

Berufsverbände in Bayern bzw. der<br />

Bayerische Landesausschuss für Hauswirtschaft<br />

als Dachverband nicht angefragt.<br />

Es besteht auch keinerlei Zustimmung<br />

zum Alleingang des Kultusministeriums<br />

in Bayern. Die Zusammenarbeit mit<br />

dem Landwirtschaftsministerium (STMELF)<br />

hat ebenfalls nur einseitig und erst auf dessen<br />

Initiative hin stattgefunden. t<br />

Margarete Engel für den Vorstand der<br />

BayLaH<br />

40 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


Fortbildung<br />

Stellenangebot<br />

Hauswirtschaftsleiterin auf der Burg Hohenzollern<br />

(72379 Hechingen/Baden-Württemberg)<br />

Die Prinzessin Kira von Preussen-Stiftung sucht für den Zeitraum<br />

vom 1. Mai bis 31. Oktober 2012 (bei entsprechender Eignung ist<br />

eine Verlängerung möglich) eine verantwortungsbewusste Hauswirtschaftsleiterin,<br />

die Freude an der Arbeit mit Kindern und<br />

Jugendlichen hat. Sie wird dort als Alleinkraft tätig sein, unterstützt<br />

von Reinigungspersonal, und sollte gerne selbständig arbeiten.<br />

Service<br />

<strong>Vorschau</strong> auf die April-Ausgabe 2012<br />

Gesund essen im Krankenhaus<br />

Ein kundenorientiertes Verpflegungskonzept zu bieten, ist<br />

der Anspruch des Klinikums Bad Bramstedt. Gesund soll das Essen<br />

sein und nicht nur den Patienten schmecken, sondern auch<br />

den Kindern und Senioren in externen Einrichtungen, die von der<br />

Krankenhausküche mitverpflegt werden.<br />

Redaktionsschluss: 1. 3. 2012 Anzeigenschluss: 9. 3. 2012<br />

Durch die Prinzessin Kira von Preussen-Stiftung wird jährlich während<br />

der Sommersaison ca. acht Gruppen von Kindern und Jugendlichen<br />

aus dem In- und Ausland, auch oft mit schwierigem sozialem<br />

Hintergrund, ein kostenloser Ferienaufenthalt auf der Burg Hohenzollern<br />

ermöglicht. Die Gruppen umfassen jeweils maximal 25<br />

Personen, inklusive der Lehrer und Erzieher. Zu den klassischen<br />

Aufgaben der Hauswirtschaftsleiterin gehören das Planen, der<br />

Einkauf, die Verköstigung der Gruppen sowie die Wäsche und die<br />

Beaufsichtigung des Reinigungspersonals. Es wird auch erwartet,<br />

dass sie die Lehrer und Erzieher bei der Planung der Aktivitäten auf<br />

der Burg und im Umland unterstützt und sich in die Projekte<br />

einbringt, die während des Aufenthaltes <strong>durch</strong>geführt werden. Gute<br />

Englischkenntnisse sind erwünscht.<br />

Sollten Sie Interesse an dieser Aufgabe haben, richten Sie bitte<br />

Ihre Bewerbung bis zum 30. März 2012 an: Prinzessin Kira von<br />

Preussen-Stiftung, Tristanstraße 17 D, 14109 Berlin, E-Mail:<br />

stiftung@preussen.de.<br />

Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter:<br />

http://www.preussen.de/de/familie/prinzessin_kira_stiftung.html<br />

Hauswirtschafter/in in Bayern:<br />

So ändert sich das Berufsbild – Korrektur<br />

Illustration: Sven Knie/Fotolia.com<br />

Nach der beschlossenen Umbenennung der HBL in BEV in Bayern<br />

gewinnt die nächste Änderung an Konturen. Ab dem Schuljahr<br />

2012/2013 werden die Hauswirtschafter/innen nach dem Besuch<br />

der Berufsfachschule in Bayern die Namensnennung „Assistenten<br />

für Ernährung und Versorgung“ tragen.<br />

Dieser Titel ist jedoch (noch) keine bundesweit anerkannte Ausbildung.<br />

Es ist eine in Länderhoheit mögliche schulische Qualifikation.<br />

Es ist davon auszugehen, dass diese Schüler von der zuständigen Stelle<br />

für Berufsbildung nach § 43 Abs. 2 BBiG die Möglichkeit bekommen,<br />

parallel zum Schulabschluss auch die Hauswirtschafter-Prüfung abzulegen.<br />

Damit tragen sie dann zwei Berufsbezeichnungen. In <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

2/2012 hatten wir geschrieben, dass es zukünftig ausschließlich<br />

die Berufsbezeichnung „Assistentin…“geben würde. Das<br />

war somit nicht korrekt.<br />

Denn die Berufsbezeichnung Hauswirtschafter/in bezieht sich auf<br />

die bundesweite Ausbildungsverordnung von 1999 und bleibt gültig.<br />

„Auf den Prüfungszeugnissen <strong>durch</strong> die zuständige Stelle in Bayern,<br />

dem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten,<br />

wird nach wie vor die nach der Bundesverordnung geltende Berufsbezeichnung<br />

Hauswirtschafterin/Hauswirtschafter stehen“, bestätigte<br />

Margarete Engel vom Vorstand des BayLaH. Es wird also zwei Abschlüsse<br />

zukünftig geben, einer ist bayernweit und einer (bleibt) bundesweit<br />

anerkannt.<br />

Wahlbausteine kommen<br />

In der „Information für Berufliche Schulen“ beschreibt Studiendirektorin<br />

Gisela Stautner vom ISB den neuen Weg. Die beiden bisher<br />

getrennten dreijährigen bzw. zweijährigen Ausbildungsgänge mit mittlerem<br />

Schulabschluss werden zu einem dreijährigen zusammengefasst.<br />

Schüler/innen mit mittlerem Bildungsabschluss erhalten dann die Möglichkeit,<br />

die Ausbildung zu verkürzen und bereits nach zwei Jahren die<br />

Abschlussprüfung abzulegen. Schulversuche laufen schon am Berufschulzentrum<br />

Scheinfeld in Bad Margentheim und am BSZ in Ansbach.<br />

Es ist geplant, dass in der 11. und 12. Jahrgangsstufe zukünftig Wahlbausteine<br />

eingeführt werden, beispielsweise:<br />

u Betreuung von Kindern und Senioren<br />

u Gastronomie und Tourismus<br />

u Privathaushalt und landwirtschaftlicher Haushalt<br />

u soziale Einrichtungen und Großhaushalte.<br />

Damit werden die Schulen, ähnlich wie die Fachakademien schon<br />

heute, die Möglichkeit erhalten, auf regionale Bedürfnisse und zukünftige<br />

Entwicklungen zu reagieren. Ein Arbeitskreis am Staatsinstitut<br />

für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in München arbeitet<br />

seit November 2011 daran, aus den Erfahrungen mit den beiden<br />

Schulversuchen praxistaugliche Stundentafeln zu entwickeln und einen<br />

Lehrplan zu erarbeiten.<br />

u<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012 41


Stellenangebote<br />

Das Christian-Schreiber-Haus in Alt-Buchhorst ist die Kinder- und Jugendbildungsstätte<br />

der katholischen Kirche im Erzbistum Berlin. Es steht darüber hinaus auch<br />

nicht konfessionell orientierten Kinder- und Jugendgruppen zu Bildungs- und Freizeitveranstaltungen<br />

offen.<br />

Das Tagungszentrum der Evangelischen Akademie Bad Boll, eine Einrichtung<br />

der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, ist ein Ort<br />

der Begegnung für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Überzeugung,<br />

für verschiedene Gruppen und Institutionen der Gesellschaft.<br />

Jährlich werden ca. 600 Veranstaltungen unterschiedlichster Größe mit<br />

insgesamt ca. 25.000 Gästen im Tagungszentrum <strong>durch</strong>geführt. Die<br />

Hauptbelegung erfolgt <strong>durch</strong> die Evangelische Akademie Bad Boll, die<br />

in Tagungen und Seminaren wichtige gesellschaftliche und kirchliche<br />

Themenstellungen bearbeitet, zum Anderen bietet das Tagungszentrum<br />

Raum und Service fur Gasttagungen aus den Bereichen Kirche, Wirtschaft,<br />

Zivilgesellschaft, Verbände und Institutionen. Das Tagungszentrum<br />

ist ein Ort sowohl für Diskussion, Begegnung und Aus einander -<br />

setzung als auch für Besinnung und Orientierung. 17 Tagungsräume<br />

und 100 Zimmer (114 Betten) ermöglichen bei bis zu acht parallel <strong>durch</strong>geführten<br />

Veranstaltungen ein passendes Ambiente am Fuße der<br />

Schwäbischen Alb. Die Akademieküche bringt Gastlichkeit und beste<br />

Qualität mit umweltbewusstem Wirtschaften in Einklang. Das Tagungszentrum<br />

ist nach EMAS PLUS (Nachhaltigkeits<strong>management</strong>) sowie nach<br />

DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert.<br />

Zum 1. Juli 2012 suchen wir eine Führungspersönlichkeit mit profunden<br />

Kenntnissen und Fähigkeiten im Bereich Management/Hotellerie/Gastronomie/Hauswirtschaft<br />

als<br />

Leitung des Tagungszentrums<br />

mit einer dienstlichen Inanspruchnahme von 100% (40-Stunden-Woche).<br />

Als Leiterin/Leiter des Tagungszentrums tragen Sie die Verantwortung<br />

für den reibungslosen internen Betriebsablauf sowie für eine gelungene,<br />

die Besonderheiten unseres Hauses hervorhebende Außendarstellung.<br />

Sie nutzen dabei die Kenntnisse und Fähigkeiten der verantwortlichen<br />

Bereichsleiterinnen in Belegungs<strong>management</strong>, Küche/Service und<br />

Hausreinigung. Sie schaffen für die ca. 50 Ihnen unterstellten Beschäftigten<br />

ein motivierendes Arbeitsumfeld und koordinieren deren Fort- und<br />

Weiterbildung. Sie pflegen den Kontakt mit den Kundinnen und Kunden<br />

des Hauses sowie die Kooperation mit den weiteren drei Tagungshäusern<br />

der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie arbeiten<br />

nach den Grundsätzen des Nachhaltigkeits<strong>management</strong>s im Spannungsfeld<br />

von Ökonomie, Ökologie und sozialen Aspekten.<br />

Sie sind direkt dem Geschäftsführer der Evangelischen Akademie Bad<br />

Boll unterstellt.<br />

In dieser verantwortungsvollen Leitungsaufgabe erwarten wir von<br />

Ihnen<br />

• Aus- und Weiterbildungen in der Hotellerie/Gastronomie bzw.<br />

Hauswirtschaft<br />

• Mehrjährige Erfahrungen in Leitungsfunktionen<br />

• Persönliche Führungskompetenz und Freude am Beruf<br />

• Managementqualifikationen<br />

• Flexibles und souveränes Verhalten gegenüber Gästen<br />

• Flexibilität im Hinblick auf sich ändernde Anforderungen an die<br />

Arbeitszeit<br />

• Fähigkeit zur Teamarbeit und Kooperationsbereitschaft<br />

• Organisationstalent und Kreativität<br />

• Gute Englischkenntnisse<br />

• EDV-Kenntnisse (MS-Office, MS-Business-Solution) bzw.<br />

die Bereitschaft, sich diese anzueignen<br />

• Mitgliedschaft in einer Gliedkirche der Evangelischen Kirche<br />

<strong>Deutschland</strong>s<br />

Anstellung und Vergütung richten sich nach der Kirchlichen Anstellungsordnung<br />

(EG 11 KAO – analog TVöD VKA West) mit Zusatzversorgung<br />

sowie den im öffentlichen Dienst üblichen Sozialleistungen.<br />

Haben Sie Interesse?<br />

Zur Klärung eventueller Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Geschäfts<br />

führer Achim Ganßloser:<br />

Evangelische Akademie Bad Boll<br />

Geschäftsführung<br />

Akademieweg 11, 73087 Bad Boll<br />

Tel. (0 71 64 79) 2 50; E-Mail: achim.ganssloser@ev-akademie-boll.de<br />

Wir freuen uns auf Ihre schriftliche Bewerbung bis zum 15. März 2012<br />

Für unser Haus mit 90 Betten, diversen Tagungsräumen, Speisesaal und einer Küche<br />

mit der Ausrichtung auf Bio-, regionale, saisonale und faire Verpflegung (4 Mahlzeiten,<br />

Sondermahl zeiten und Buffets) suchen wir baldmöglichst eine/n<br />

Hauswirtschaftsleiter/in<br />

mit folgenden Aufgaben:<br />

• Verantwortung für den Küchen- und Reinigungsbereich<br />

• Einsatzplanung der Mitarbeiter/innen<br />

• Anleitung von Mitarbeiter/n/innen und Jugendlichen<br />

• Menüplanung und Kalkulation<br />

• wöchentlicher Einkauf<br />

• Etatplanung<br />

• regelmäßige eigene Mitarbeit in der Küche<br />

Wir bieten<br />

• eine vielseitige Tätigkeit mit hoher Eigenverantwortung<br />

• eine freundliche Arbeitsatmosphäre<br />

• Raum für Kreativität und Innovation<br />

• einen unbefristeten Arbeitsvertrag nach den Bestimmungen der kirchlichen<br />

Dienstver tragsordnung (DVO)<br />

Wir erwarten<br />

• eine abgeschlossene Ausbildung als Hauswirtschaftsleiter/in oder eine vergleichbare<br />

Qualifikation und entsprechende Berufserfahrung<br />

• verantwortungsbewusste und qualitätsorientierte Arbeitsweise<br />

• Leitungskompetenz und Teamfähigkeit<br />

• gute PC-Kenntnisse<br />

• Bereitschaft, die Konzeption des Hauses mitzutragen und weiterzuentwickeln<br />

Die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche und die Identifikation mit den Zielen<br />

der ka tholischen Kirche setzen wir voraus.<br />

Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte (gern auch online) an:<br />

Christian-Schreiber-Haus Alt-Buchhorst, Frau Barbara Simon, Feldweg 10, 15537<br />

Grünheide, Tel: 03362 5831-12, E-Mail: simon@christian-schreiber-haus.de<br />

Wirtschafterin / Hauswirtschaftsmeisterin<br />

Wir stellen kurzfristig ein:<br />

ländliche Hauswirtschafterin (Taunus)<br />

städtische Hauswirtschafterin (Frankfurt/Main)<br />

Wenn Sie gerne Verantwortung übernehmen, selbstständig<br />

arbeiten und eine tatkräftige Einstellung mitbringen,<br />

freuen wir uns Ihnen in gepflegtem Umfeld<br />

eine Vollzeitstelle anbieten zu können.<br />

Stellenangebote bitte anfordern<br />

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42 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 3·2012


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