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KIRMES & Park REVUE (Deutsch) Big Grizzly (Vorschau)

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€ 7,50

N o 186

1/2013

&

Revue

Gebühr

bezahlt

B 14432

4 194148 307506 20186

MESSE

COASTER

NOSTALGIE

SPECIAL

IAAPA 2012

Big Grizzly

Musée Paris

Newcastle


&

Revue

INHALT

ISSN 1436-6525

erscheint 12 x jährlich bei

■ Gemi Verlags GmbH

Pfaffenhofener Straße 3

85293 Reichertshausen

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■ Redaktionsleiter „Kirmes“

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■ Titel

René Pierre Thiebaut

Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/12

vom 01.07.2012

Dieser Ausgabe liegen die „DSB Nachrichten”

des Deutschen Schaustellerbunds e.V.

bei. Wir bitten um Beachtung.

ESU (Europäische Schausteller-Union):

Aktuelle Infos auf Seite 58

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser

Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung

des Verlages vervielfältigt oder verbreitet

werden. Unter dieses Verbot fallen auch

die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie,

die Aufnahme in elektronische Datenbanken

und die Vervielfältigung auf CD-ROM

Certified active member of the

JANUAR 2013

KALEIDOSKOP

Fakten – Beobachtungen – Kurzportraits . . . 4

SPECIAL

Newcastle (GB) . . . . . . . . . . . 14

PORTRAIT 1

Lunapark Manavgat (TR) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

PORTRAIT 2

Heart Breaker. . . . . . . . . . . . 24

TECHNIK

Pyramide (Schmäding). . . . . . . . . 26

RÜCKBLICK

Nachberichte zu ausgewählten Festen . . . 30

INTERVIEW

Holger Ballasch . . . . . . . . . . . 48

NOSTALGIE

Musée des Arts Forains . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

MESSE

IAAPA Expo 2012 . . . . . . . . . . 60

COASTER

Big Grizzly Mountain Runaway Mine Cars . . 78

TOP ACT

Mediterranea . . . . . . . . . . . . 82

3


KALEIDOSKOP

FUTURE WORLD

Michael Kollmanns „Future

World” als große Bühne

Michael Kollmann mit der

Künstlerin Anika Zietlow – kurz

vor ihrem Auftritt beim Michael

Wendler-Konzert in der Arena

Eine Seitenansicht des

Bühnenbildes in Oberhausen

Text: Ralf Schmitt

Photos: Archiv Kollmann

Mit einer außergewöhnlichen und extravaganten

Bühnendekoration überraschte Schlagerstar Michael

Wendler bei seinem Konzert am 29. September

2012 in der Arena in Oberhausen: Michael Kollmanns

Etagen-Laufgeschäft „Future World” bildete

das Zentrum der großen Bühne.

Wie kam es zu diesem außergewöhnlichen Einsatz für

das Belustigungsgeschäft? „Das Managment von Michael

Wendler meldete sich im vergangenen Jahr

überraschend bei mir und

fragte an, ob mein „Future

World” für das Konzert in

Oberhausen zur Verfügung

stehen könnte”, sagt

Michael Kollmann. Man

wolle „ein spektakuläres

Bühnenbild für eine spektakuläre

Show” hieß es –

und auf der Suche nach einem

solchen stieß man im

Internet auf Kollmanns futuristische

Belustigungsanlage.

Kollmann besichtigte

daraufhin mit den

Technikern der Wendler-

Crew die örtlichen Gegebenheiten

in der Oberhausener

Arena, checkte

die Hallentechnik und die

Möglichkeiten, die die

Lichttechnik bietet – und

der Deal wurde besiegelt.

Zuvor hatte Michael Kollmann bereits beim Blick auf

den Terminkalender festgestellt, dass man den Konzerttermin

am 29. September (Samstag) wahrnehmen

konnte – direkt im Anschluss an das „Future World”-

Gastspiel auf dem größten Weinfest der Welt, dem

Wurstmarkt in Bad Dürkheim. Einen Tag vor dem Konzert

rollten die Kollmann-Transporte Punkt 10 Uhr in die

Arena in Oberhausen ein und bereits um 16 Uhr war

das Geschäft aufgebaut und wurde technisch abgenommen.

Es folgten Lichtproben und die Generalprobe

der Akteure vor dem Konzert, denn die Künstler des

Vorprogramms und natürlich Michael Wendler betraten

die Bühne alle aus dem „Future World” heraus –

untermalt mit raffinierten Lichteffekten, Blitzen und Nebel

sowie dem entsprechenden Sound. Es wurde dann

ein grandioses Konzert am Samstag: 10.000 Fans hatten

sich in der Arena eingefunden und waren begeistert

von der Show. Zugaben des Künstlers sorgten

dann dafür, dass Kollmann und sein Team nicht – wie

geplant – ab 23 Uhr, sondern erst eine knappe Stunde

später mit dem Abbau beginnen konnten. Die Zeit

war knapp bemessen: Um 6 Uhr am Sonntag in der

Frühe musste das Wendler-Managemant die Arena

laut Vertrag „besenrein” übergeben. Dank zügigem

und konzentriertem Arbeiten rollten die „Future World”-

Transporte schließlich um 5 Uhr morgens aus der Halle

heraus.

Anschließend gab es großes Lob für Michael Kollmann

vom Konzert-Management, das sich sehr zufrieden

über die Zusammenarbeit mit dem Münchner Schausteller

äußerte und ein weiteres Engagement in Aussicht

stellte. Vielleicht betritt Michael Wendler beim

nächsten großen Konzert aus Kollmanns zweitem Belustigungsgeschäft,

dem (völlig anders thematisierten)

„Alpenrausch” die Bühne? Wer weiß... ■

4


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THE BEAST

KALEIDOSKOP

Nach dem Abbau bei

Technical Park in Italien wurde

Alwin Zinneckers „The Beast”

nach Deutschland transportiert

Text: Ralf Schmitt

Photos: Archiv Zinnecker

Deutschlands erster „Streetfighter” mit Loopingeffekt

ist bereits in Deutschland eingetroffen: „The

Beast” von Alwin Zinnecker aus Neumarkt St. Veit.

Am 25. November 2012 wurde das fabrikneue Karussell

vom Besitzer in Melara/Italien beim Hersteller

Technical Park abgebaut und anschließend nach

Deutschland transportiert. Mit der Ausführung der Malerei,

Dekoration und der Lichtausstattung mit neuesten

RGB-Leds zeigte sich Zinnecker bereits sehr zufrieden.

Nun steht der Premiere

des ersten Karussells, bei

dem die Fahrgäste selbst entscheiden,

ob sie nur schaukeln

oder sich auch überschlagen

wollen, nichts mehr im Wege.

Die Premiere von „The Beast”

wird auf der Palmkirmes in

Recklinghausen stattfinden

und die offizielle Einweihung

anschließend auf der Gerner

Dult in Bayern.


MINIATUR-KÄRWA

Text & Photo:

Helmut Bresler

Im Stadtmuseum Fürth lockte während der letzten

Michaelis-Kirchweih ein 20 qm großes Kärwa-Diorama

im Maßstab 1:87, das der 35-jährige Fürther

Thorsten Rodriguez Fernandez erschaffen hat.

Faszinierend sind die vollen Besucherstraßen mit einer

Vielzahl von Figuren. Nicht nur die bekannten Modellbausätze

der Spielwarenindustrie sind zu bestaunen,

sondern auch eigene Nachbauten – beispielsweise

das Fürther Kultkarussell „Space Party". Der

Rummelplatz von Fernandez (hier mit Sohn Louca) besteht

aus 13 Modulen, ein weiteres ist in Vorbereitung.

Wiederholt ist er bei Modellausstellungen für seine Arbeiten

ausgezeichnet worden. Insgesamt stehen auf

seinem Miniatur-Volksfestareal über 100 Betriebe. ■

7


KALEIDOSKOP

BESITZERWECHSEL

Jetzt offiziell im Besitz der

Firma Markmann: „Die Krake”

Hubert Markmann

Text: Michael Petersen

Photos: Michael Petersen, Heiko Schimanzik

Während der Saison 2012 war es ein Dauerthema

in der deutschen Kirmesszene: Hat die Firma Markmann

aus Bonn das Schwarzkopf-Monster 3 „Die

Krake” von der Firma Uhse aus Bremen übernommen

– oder nicht? Hubert Markmann nahm gegenüber

der Kirmes & Park Revue dazu Stellung.

Herr Markmann, die Gerüchteküche brodelt

seit dem letzten Frühjahr: Haben Sie ‘Die Krake’

von Familie Uhse gekauft?

Hubert Markmann: Ja, das haben wir. Die endgültige

Übernahme fand nach der Kirmes in Grevenbroich

statt.

Wie sind Sie mit der Familie Uhse in Kontakt

getreten?

Jahres getätigt, wir wurden uns über den Kaufpreis

und den Übernahmetermin schnell einig. Besser hätte

eine Kaufabwicklung nicht verlaufen können.

Gab es Besonderheiten bei der Kaufabwicklung?

Die gab es wirklich. Das Karussell hätte Familie

Uhse nicht auf dem freien Markt angeboten. Eigentlich

kamen nur wir als Käufer in Frage. Das gegenseitige

Vertrauen und unsere Erfahrung mit dem baugleichen

‘Octopussy’ waren sicherlich entscheidend.

Ihre Zugmaschinen und einige Familienmitglieder

sah man schon in der laufenden Saison an

Ihrer Neuerwerbung?

Das ist richtig. Wir haben uns mit diesem Karussell

vertraut gemacht und wenige Veränderungen

vorgenommen.

Wir sind seit 25 Jahren freundschaftlich verbunden

und standen in diesen Jahren immer in Kontakt.

Da wir auch mit baugleichen Fahrgeschäften reisten,

gab es einen ständigen Erfahrungsaustausch, gegenseitige

Hilfe war immer selbstverständlich.

Wann gab es konkrete Kaufabsichten?

Zunächst kam es zu dem bedauerlichen Zwischenfall

auf dem Bremer Freimarkt. Wir standen Familie

Uhse sofort mit Rat und Tat zur Seite. Die Anlage

wurde in unsere Halle transportiert, dort komplett zerlegt

und gewartet. Zudem wurden durch für uns tätige

Fachfirmen neue Gondelarme angefertigt und eingebaut.

Auf dem Trierer Europafest drehte die ‘Krake"

dann erstmalig wieder ihre Runden. Die ersten Verkaufsgespräche

wurden im Frühjahr des vergangenen

Trennen Sie sich angesichts der Neuanschaffung

von einem Ihrer anderen Geschäfte?

Nein. Wir reisen weiterhin mit ‘Octopussy, ‘Nessy’

sowie dem ‘Hexentanz’ und auch die Belustigungen

‘Super Marci World’ und ‘Aqua-Labyrinth’ sind weiterhin

auf den Festplätzen unter unserer Regie anzutreffen.

Das ist aber eine gewaltige Aufgabe?

Sicherlich. Meine Familie und die meines Bruders

Hans-Peter sind ein eingespieltes Team mit fester Aufgabenverteilung.

Unsere Kinder sind erwachsen und

arbeiten schon eigenständig. Bei uns packt jeder mit

an – ohne wenn und aber. Mit einer perfekt organisierten

Logistik ist dies alles zu schaffen. ■

8


KALEIDOSKOP

TILBURGER KIRMES

Text & Photos:

Patrick Vanstipelen

Joost Möller von

der Stadt Tilburg überreichte

den Gewinnern ihre Urkunden

Auch 2012 wurden auf der Tilburger Kirmes in

Holland einige Beschicker mit dem begehrten Kirmespreis

ausgezeichnet.

In der Sparte Spiel gewann die Firma Lutjens/Knoop

mit „Hoepla XXL”, bei den Großattraktionen der „Inversion

XXL” von Albert Ordelman und in der Sparte

Verkauf bekam Firma Schmidt/Schäfer für ihr Geschäft

„Zum süßen Bayern – Chocolade Fontain” die Auszeichnung.

Bei den Kindergeschäften siegte „Donkey

Kong” von Klaas Verwijk, bei den Nostalgiegeschäften

„Kop van Jut” von Laan und der Publikumspreis ging

an die Firma Steiger Achterbahn mit dem Doppel-

Looping „Teststrecke”. Die Preise wurden von Jet van

Baast (Platzmeisterin) und Joost Möller vom Veranstalter

überreicht. Alle Gewinner können mit ihren siegreichen

Geschäften ohne Bewerbungsverfahren zu

den gleichen Konditionen wie 2012 an der Tilburger

Kirmes 2013 teilnehmen.


KONGA-NEWS

Photos:

Archiv Küchenmeister

Viel Neues bei

Küchenmeisters „Konga”

Aufmerksamen Kirmesbesuchern

ist es während der Saison

2012 aufgefallen: Bei Sebastian

Küchenmeisters Riesenschaukel

„Konga” gab es viele neue

Details zu entdecken, die die

aufwändige Thematisierung des

Karussells ergänzen und unterstreichen.

Neu ist unter anderem der Wassereffekt an der Front,

wo der Konga-Riesengorilla eine Nebelfontäne – angereichert

mit verschiedenen Urwald-Düften – speit

und der während der warmen Jahreszeit für eine willkommene

Erfrischung sorgt. Auch neue Ruhebänke

im Bambus-Stil stehen zur Verfügung. Farblich angepasst

an das Design der Front wurden seit Mitte der

vergangenen Saison die Sicherheitsbügel, die sich

nun in einem poppigen Neongelb zeigen und die mit

SKM-Spezial-Lack versiegelt wurden. Insgesamt runden

nach Angaben des Besitzers über 30 neue Deko-

Elemente die Thematisierung von „Konga” ab.

Und auch für 2013 sollen viele neue Ideen am Geschäft

realisiert werden, sagt Sebastian Küchenmeister,

der sich auch sehr über die bisher rund 2600 „Likes”

auf seiner Facebook-Präsenz freut.


10


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SPECIAL

Schauplatz der

„Hoppings”-Veranstaltung in

Newcastle-upon-Tyne ist die

Festwiese „Town Moor”

Die 1882 ins Leben gerufene

‚Hoppings‘ in Newcastle-upon-

Tyne ist, nach Angaben des Veranstalters,

„eine der größten Kirmessen

Europas”. Die neuntägige

Veranstaltung schließt ihre

Pforten immer am letzten Samstag

im Juni – doch trotz des Sommertermins

kann das Wetter die

Bilanz verhageln. Nach einhelliger

Meinung war die Veranstaltung

2012 sogar „die schlechteste

seit Menschengedenken”.

Text:

Photos:

Mark McCormick, Owen Ralph

Richard Laughton, Owen Ralph,

Mark McCormick, Paul McHaddan

Newcastle (GB)

geschäft auf oder vom

Stellplatz bewegen. Versuche,

die Bodenverhältnisse

durch die Aufbringung

mehrerer hun-

D

ie Veranstaltung findet auf dem Town Moor, einem dert Tonnen Holzschnitzel und das Auslegen von mehr

riesigen Stück Weideland unweit des Stadtzentrums,

statt, wodurch der Festplatz bei Regen schnell diglich dazu, dass es auf dem ganzen Festplatz wie

als 60 riesigen Strohballen zu verbessern, führten le-

matschig wird. Während der diesjährigen Kirmes war auf einem Bauernhof stank. Die Zugmaschinen wurden

von den „Freemen der City of Newcastle” gestellt,

das Wetter sogar so schlecht, dass die für Freitag geplante

Eröffnung kurzfristig auf Samstag verschoben die seit alters her Vieh auf dem Town Moor weiden.

wurde. Am darauf folgenden Donnerstag stand dann 2011 übernahmen die Freemen sogar die Durchführung

der Hoppings, nachdem die vorherigen Or-

nach einem schweren Sturm das Wasser auf Teilen

des Festplatzes bis zu 45 cm hoch! Kaum ein Schausteller

konnte ohne Hilfe einer Zugmaschine sein Fahrlerkonsortium),

nach 63 Jahren auf dramatische

ganisatoren, das Northern Syndicate (ein Schaustel-

Art

14


SPECIAL

Impressionen

von „Hoppings” 2012

und Weise vom Ruder verdrängt worden waren. Irgendwie

regnete es eigentlich jeden Tag auf der diesjährigen

Veranstaltung – und so gab es wetterbedingt

keine öffentlichen Parkplätze am Festplatz. Obwohl

das Town Moor gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden

ist, gingen doch Tausende Parkplätze verloren

– eine weitere Abschreckung für potenzielle Besucher.

Zusammen mit insgesamt drei verlorenen Öffnungstagen

führte all das bei vielen Beschickern zu

finanziellen Einbußen. Die Menschen im Nordosten

Englands sind aber – so sagt man jedenfals – aus hartem

Holz geschnitzt und so war die Besucherzahl weit

besser, als man unter den gegebenen Umständen erwartet

hätte. Gummistiefel in allen Farben waren das

angesagte Schuhwerk in diesen Tagen.

Das Town Moor ist so groß, dass die Kirmes weniger

als 5 Prozent (ungefähr 16 Hektar) der Gesamtfläche

von etwa 400 Hektar einnimmt. Die Vergnügungsgeschäfte

werden ziemlich einfach auf einer Länge von

etwa 1 Meile (1,6 km) in geraden Reihen parallel zur

Great North Road aufgebaut. Zwei Mittelreihen mit

großen Fahrgeschäften werden von zwei weiteren Rei-

15


SPECIAL

Teilweise schweres

Gerät kam beim Aufbau der

Attraktionen zum Einsatz.

Auch während der Spielzeit

prägte der Schlamm das Bild

der Festwiese

16


hen mit Reihengeschäften, Imbissbuden und einer

wachsenden Anzahl von Kinderkarussells flankiert.

Die Außenreihen beherbergen weitere Spiel- und Arkadengeschäfte

sowie Schaubuden, Belustigungsgeschäfte

und Geisterbahnen. Am Ende, in Richtung Innenstadt,

lockt der Kirmesplatz auch mit verschiedenen

Roma-Hellsehern. Ein neues Angebot 2012 war

eine Musikbühne, auf der ortsansässige Bands auftraten,

auch wenn diese sowie die Bar im Stil des europäischen

Festlands des Schaustellers Stanley Reeves

abseits der Hauptreihen gelegen waren. Es handelt

sich hier übrigens um eine alkoholfreie Veranstaltung,

lediglich nach Geschäftsschluss werden alkoholische

Getränke (nur an Schausteller) verkauft. Kritik:

Eine Veranstaltung dieser Größe sollte mehr Sitzflächen

und Ruhezonen für Familien bieten.

Schade, dass das Wetter dieses Jahr so schlecht war,

denn die Besetzung der Hoppings war außergewöhn-

17


SPECIAL

Viele KMG-Anlagen

waren mit von der Partie:

hier Freak Out „Rock Rage”

und Tango „Equinox”

„Cyclone”, „Waltzer XL”

und ein Gastronomiebetrieb

lich attraktiv. Drei große Achterbahnen

wurden aufgeboten: zwei

Reverchon „Spinning Mouse”-

Bahnen (Mellors und Danter) und

die zur Zeit größte reisende Attraktion

Englands, der „Mine Train” der

Mellors Group. Die Anlage wurde

1987 von Big Country Montineering

(Interlink) für einen amerikanischen

Abenteuer-Park in Derbyshire

gebaut und die ortsansässige

Familie Mellor ersteigerte sie

nach der Schließung des Parks vor

fünf Jahren. Seither wurde viel Arbeit

in den Umbau zu einer transportablen

Anlage gesteckt. Mit

dem Fabbri-„Air Diver” von Michael

Sheeran, der früher am Brighton

Pier betrieben wurde und künftig

ein neues Heim im Ocean Beach,

20 km von Newcastle entfernt, in

South Shields finden wird, gab ei-

18


SPECIAL

Auch die Saison-

Neuheit „Atmosfear” (ein

Loop Fighter von Technical

Park) von Stanley Reeves

gastierte in Newcastle

ne weitere Parkanlage ein Gastspiel. Obwohl die meisten

Attraktionen bis zum Ende der Veranstaltung blieben,

durfte M&D Taylor's „Wild River”-Wildwasserbahn

für das Gastspiel auf einem Park Musik-Festival in

Schottland früher abreisen – in Newcastle waren sowieso

schon alle nass genug!

Weitere interessante neue Attraktionen waren Stanley

Reeves Juniors „Atmos Fear” (ein Technical Park-Loop

Fighter) und Billy Crows „Cyclone”. Während Twister

seit vielen Jahren zur Grundausstattung britischer Kirmesplätze

zählen, ist diese neue Anlage von Monty

Hammond/ARM die erste mit einem neuen Hubelement.

Unter den weiteren etwa 70

großen Attraktionen waren unter

anderem Air (Star Shape), Top Star

(Super Star), Tagada (3 x), Waltzer

(5 x), Miami (4 x), Bodenmühle (3

x), Autoskooter (4 x), Sizzler/Twister

(3 x), Matterhorn (3 x), Stargate

(ARM-Twin Spin), Kick Down

(Freak Out), Sky Flyer (Fabbri Star

Flyer), Top Buzz (Top Scan), Extreme

(Orbiter), Super Bob, Vertigo

(Booster), Saltomontes/Jump &

Smile (3 x), Reflex (KMG Experience),

Equinox (KMG Tango), Superbowl,

Speed Buzz (KMG-Fun Factory),

Rock Rage (KMG-Inversion),

Power Surge, Shake Off, Riesenrad,

Round-Up, Dragon Coaster (2

x), Toboggan (Chance Coaster),

Big Apple Coaster, Sea Storm

(Happy Sailor), Frisbee, Rotor (3

x), Reverse Bungee, Rodeo (2 x),

Geisterbahn (5 x), Belustigungsanlage

(8 x), Jolly Tubes, Mirror Maze (Spiegelkabinett),

Ice Maze (Eislabyrinth) und Believe It Or Not (Freak

Show).

Beim Versuch, das Desaster der Hoppings 2012 zu

vergessen, beten schon jetzt viele Schausteller in England

für eine bessere Veranstaltung 2013. Bei gutem

Wetter hat das Town Moor ein großes Potenzial. Doch

bei den zunehmend unberechenbaren britischen

Sommern bedarf es weiterer Maßnahmen, den Platz

(und die Geschäfte der Schausteller) in den kommenden

Jahren zu sichern – und genau das nehmen die

Freeman of Newcastle jetzt in Angriff.


19


PORTRAIT

Das Riesenrad auf

dem Lunapark in Manavgat

Manavgat ist eine Kreisstadt in

der Provinz von Antalya, an der

türkischen Riviera gelegen, mit

fast 90.000 Einwohnern. Nur 7 Kilometer

nordöstlich davon entfernt

liegt der bekannte und beliebte

Bade- und Urlaubsort

Side, der jährlich viele Tausende

Besucher begrüßen darf, darunter

auch traditionell aus

Deutschland. Im Stadtzentrum

von Manavgat lockt während der

Haupt-Urlaubssaison im Sommer

über mehrere Monate ein

kleiner Lunapark, der auch einige

Fahrgeschäfte beherbergt.

Text & Photos:

Norman Vogt

Lunapark Manavgat (TR)

Dass die türkische Vergnügungsbranche noch weit

vom europäischen Standard entfernt ist, ist unübersehbar.

Zwar gibt es zahlreiche kleine, mittlere

und ganz vereinzelt auch größere Lunaparks in den

Urlaubsgebieten, hohes Niveau darf man dort aber

nicht erwarten. So ist es keine Seltenheit, dass die

Elektronik und das Licht der Vergnügungs-, Spiel- und

Verkaufsgeschäfte auf „Sparflamme" gesetzt sind –

oder auch gar nicht mehr funktionieren. Oft ausgeblichen

sind – sofern überhaupt vorhanden – die Dekorationselemente

und Bemalungen. Auch gibt es Karussells,

die alles andere als einen vertrauenserweckenden

Eindruck machen. Die Besucher des Lunaparks

in Manavgat konnten in der vergangenen Saison

einige Fahrgeschäfte ausprobieren. Durchaus

modern wirkte die Schiffschaukel „Viking", die im hin-

20


PORTRAIT

Während der Sommermonate ist

der Lunapark in Manavgat bis

nach Mitternacht geöffnet

teren Bereich des Platzes aufgebaut war. Als Rundfahrgeschäft

stand eine „Hully Gully"-ähnliche Anlage

mit dem Namen „Dance Show" bereit. Betrieben wurde

das Geschäft mit einem Generator, der direkt an

der Kasse aufgebaut war und alles andere als vertrauenerweckend

wirkte. Es störte das laute Brummen

– wie auch der penetrante Geruch von Diesel, der für

die Inbetriebnahme des Generators erforderlich war.

21


PORTRAIT

Nicht alle Karussells wirkten

vertrauenerweckend

Auch einige

Spielbuden waren aufgebaut

Überkopf ging es beim „Vortex", einem Doppel-Ranger

mit Suspended-Gondeln, der in der Mitte des Areals

aufgebaut war. Bei den Gästen kam dieses Loopinggeschäft

sehr gut an. Ein schlichter Container

präsentierte sich als „7 D”- Kino, wo verschiedene Filme

gezeigt wurden. Der Zuschauerraum im Inneren

war nicht größer als zehn Quadratmeter und wirkte

recht beklemmend. Als Kasse diente ein alter Tisch mit

einem Sonnenschirm darüber. Beliebt beim Familienpublikum

war die Achterbahn „Elma Kurdu", die neben

einem Riesenrad ihre Runden drehte. Im hinteren Bereich

des Geländes gab es einen Autoskooter sowie

die „Aqua Boots", die für die kleinen Besucher zur Verfügung

standen. Zahlreiche weitere Kindergeschäfte

standen bereit: klassisches Kinderkarussell, Bungee-

Trampolin, ein Pressluftflieger, Eisenbahn, die Schiffschaukel

„Gondol" und ein Wasserkarussell. Einige

Buden säumten vereinzelt den Wegesrand. Unter den

Spielgeschäften gab es beispielsweise ein „Derby”

und ein „Glücksrad", wo man Preise in Form von

Plüschtieren oder kitschigen Landschaftsbildern gewinnen

konnte. Gewöhnungsbedürftig war ein Imbissbetrieb

im vorderen Bereich des Lunaparks, wo aus einem

riesigen Topf eine braune, undefinierbare Masse

auf Pappteller geschöpft wurde. Getränke konnte man

an einem der vielen Dosenautomaten ziehen, die in

großer Zahl aufgebaut waren. Geöffnet hatte der Lunapark

jeweils abends bis kurz nach Mitternacht. ■

22


Was lange währt, wird endlich gut,

aber das Ergebnis war die Mühe wert.

Heute dürfen wir uns bei den Mitarbeitern der Städte, den Platzmeistern,

unseren Kunden und Schaustellerkollegen bedanken dafür, dass sie uns

während der langen Bauphase unseres neuen Geschäfts die Treue gehalten,

unsere Familie unterstützt und sich mit uns gefreut haben, ein Geschäft

präsentieren zu können, das unserer Geschäftsidee mit dem Titel

„Kleuser’s fruchtige Köstlichkeiten” den passenden Rahmen gibt und das

neben hochmoderner Technik und Aufmachung unsere 40-jährige

Geschäftserfahrung und die Qualität der Waren mit den Begriffen

„traditionell und alt bewährt” harmonisch miteinander verbindet.

Wir freuen uns mit Ihnen auf eine gute und erfolgreiche Saison 2013!

Ihre Familie Wilhelm Kleuser

www.Fruechte-Kleuser.de

Besuchen Sie uns auch auf


PORTRAIT

Grewes „Heart Breaker”

auf dem Herbstmarkt in

Worms

Seinen langgehegten Wunsch,

mit einem eigenen Fahrgeschäft

zu reisen, erfüllte sich 2012

Schausteller Volker Grewe aus

Worms, der sich in Süddeutschland

seit vielen Jahren mit seinen

Nuss-Spezialverkaufsgeschäften

(unter anderem „Nuss

& Co.”) einen Namen gemacht

hat. Zusätzlich zu diesen Geschäften

ist nun der Fähtz-Twister

„Heart Breaker" in seinem

Besitz, den er aus den Niederlanden

nach Deutschland zurückholte.

Text & Photos:

Norman Vogt

Volker Grewe

Heart Breaker

aus den Niederlanden. Nach der

Übernahme begann Volker Grewe

umgehend mit der kompletten

Überholung und der Neugestaltung

des Geschäftes. Zunächst

D

ie Historie des nun erworbenen Familienfahrgeschäftes:

Das Karussell wurde 1977 von Fähtz für Schrauben und Bolzen wurden komplett erneuert und

wurden alle Teile sandgestrahlt und neu lackiert. Die

die Firma Kleuser gebaut, spätere Besitzernamen waren

Sperlich und Wimmert und zuletzt Van der Laan wagen wurde durch ein größeren, der ursprünglich

anschließend die Elektrik neu verkabelt. Der Kassen-

an

24


PORTRAIT

„Made in Germany” –

gebaut von der Firma Fähtz

der Riesenschaukel „XXL" im Einsatz war, ersetzt. Angeschafft

wurde auch eine neue Musikanlage von

Uhlenbrock. Geplant sind noch eine neue Krone im

Karussellzentrum und die Neulackierung der Gondeln.

Neu ist auch der Name „Heart Breaker”, frühere Namen

für dieses Karussell waren unter anderem „Super-

Swing” und „Dream-Dancer”. Nachdem der Twister

nach der Überholung auch die vorgeschriebene 12-

Jahresprüfung problemlos absolvierte, präsentierte

ihn Volker Grewe im Mai auf dem ersten Platz: der Peter-

und Paul-Messe in Trier. Danach folgten Gastspiele

in Hermeskeil, Breisach und Worms, wo der „Heart

Breaker" vom Publikum jeweils gut angenommen wurde.

In den 14 Hollywood Star-Gondeln können jeweils

bis zu 3 Personen Platz nehmen. Die Grundfläche des

Karussells beträgt 21 x 19 Meter, die Höhe 12 Meter

und zwei Transporte (Mittelbauwagen und ein kombinierter

Pack-/Kassenwagen) werden zum Umsetzen

benötigt.


Die Kasse des „Heart

Breaker” war früher bei der

„XXL”-Schaukel im Einsatz

Überdacht: Grewes „Heart

Breaker” ist mit „Hollywood

Star”-Gondeln ausgestattet

25


TECHNIK

Die „Engelspyramide” –

gebaut von Firma Schmäding

für Edgar Arnoux

Die „Engelspyramide" wurde im

Jahr 2011 von der Firma Schmäding

in Großefehn/Ostfriesland

für Edgar Arnoux aus Karlsruhe

gebaut. Mit einer Gesamthöhe

von (nach Besitzerangaben) circa

23 Metern war die Pyramide

2011 und 2012 die unübersehbare

Hauptattraktion des Weihnachtsmarktes

in Pforzheim. Die

Kirmes & Park Revue hat den

Aufbau des Geschäftes dokumentiert.

Text:

Photos:

Rolf Orschel

Jürgen Blätz, Norman Vogt

Einer der drei Transporte

Pyramide (Schmäding)

Die „Engelspyramide" hat insgesamt sechs Ebenen,

die aus Containern zusammengebaut werden.

Durch diese Bauweise werden für den Transport

der Riesenpyramide nur drei Sattelauflieger benötigt,

die zum Aufbau in Pforzheim neben den Stellplatz – im

Herzstück der Fußgängerzone – rangiert wurden. Das

achteckige Erdgeschoss, in dem sich der Ausschank

befindet, wird aus drei Containern zusammengebaut.

Zunächst wird der mittlere Container, in dem eine Bar

mit mehreren Zapfstellen untergebracht ist, auf dem

26


TECHNIK

Die Transporte

Nummer zwei und drei

Stellplatz positioniert, ausgewogen und unterbaut. (1)

Danach wird der Erker des mittleren Containers ausgezogen

und unterbaut. (2)

Nach diesen Vorbereitungen können nacheinander

die zwei seitlichen Container aufgestellt, ausgewogen

und unterbaut werden. Nach dem Verbolzen der drei

Container werden die Dächer aufgeklappt und die

Fußböden angebracht. (3 und 4)

Anschließend wird in die Höhe gebaut. Über dem Erdgeschoss

befindet sich das „Engelsstübchen", in dem

bis zu 30 Personen Platz nehmen können und das aus

zwei Containern zusammengebaut wird. Nach dem

Positionieren der zwei Container werden sie miteinander

verbolzt und an den acht Ecken mit dem Dach des

Erdgeschoßes verschraubt. (5 und 6)

(1)

(2) (3)

27


TECHNIK

Die Dächer werden

aufgeklappt

(4)

(5) (6)

Die dritte Ebene wird ebenfalls aus zwei Containern

zusammengebaut und – wie das 1. Stockwerk – über

dem „Engelsstübchen" montiert. (7)

Nach der Montage des dritten Stockwerkes werden

die Engel auf dem Drehteller angebracht. Die oberen

Stockwerke sind ineinander geschoben und werden

zunächst neben dem Stellplatz abgestellt. Erst wird die

Welle mit dem Flügelrad und dem großen Stern montiert.

Danach könen die drei Stockwerke auseinandergezogen

und arretiert werden. Anschließend werden

die Dekorationselemente und die Engel auf dem Drehteller

der vierten Ebene angebracht. Danach können

die drei Stockwerke auf die Pyramide gehoben und

montiert werden. (8 und 9)

Wenn die Pyramide zusammengebaut ist, werden am

(7) (8)

28


(9)

(10)

(11)

Erker an der Rückseite des Erdgeschosses die zwei

Treppenaufgänge zum „Engelsstübchen" angebracht.

(10)

Nach dem Anbringen der restlichen Dekorationselemente

und der Zäune an den vier oberen Stockwerken

werden die Treppenaufgänge mit Holzpanneaus verkleidet.

Nach dem Verkabeln, dem Einräumen des

Ausschanks und der Bar und der Überprüfung der Beleuchtung

ist der Aufbau der „Engelspyramide" abgeschlossen.

(11 und 12)


INFO

Technische Daten:

■ Front: 10 m

■ Tiefe: 11 m (inklusive

Treppenaufgänge)

■ Höhe: ca. 23 m

■ Anschlusswert: 70 kW

■ 3 Transporte

(12)

29


STUTTGART

Wurde von den Turmund

Propelleranlagen geprägt:

die Skyline des Cannstatter

Volksfestes in Stuttgart

„Kampf der (Karussell-)

Giganten” auf dem Volksfest

Text & Photos: Ralf Schmitt, Norman Vogt

Zum Ende des 167. Cannstatter Volksfestes (28.

September bis 14. Oktober 2012) konnte der Veranstalter

in.Stuttgart viel Positives vermelden.

Bereits das erste Wasen-Wochenende wurde von einer

Million Menschen besucht. Und: „Der 3. Oktober

war der bestbesuchte Tag, seit die in.Stuttgart für die

Organisation des Volksfestes verantwortlich ist”, sagte

deren Geschäftsführer Andreas Kroll. Und Marcus

Christen vom Veranstalter ergänzte: „30 Prozent mehr

Busse und 50 Prozent mehr Wohnmobile als 2011 hatten

wir dieses Jahr”. Am Ende bilanzierte man rund vier

Millionen Besucher – kalkuliert hatte man vorsichtig mit

3,5 Millionen. Auch die Sprecher der Schaustellerverbände

äußerten sich insgesamt zufrieden über den

Verlauf des Volksfestes. Mancher Besucher mag sich

beim Anblick der drei hohen Propellergeschäfte („Booster

Maxxx”, „Flasher” und „Gladiator”) auf dem Festplatz

gefragt haben, ob dies die ersten Auswirkungen

30


RÜCKBLICK

Neuer Besucherrekord:

der Festplatz am 3. Oktober

diesen ungeliebten Platz belegte. Negativ fiel an den

Wochenenden die starke Verschmutzung der Tische

und Bänke auf, die mittig der Straße vor dem Riesenrad

aufgestellt waren: Große Müllberge ließen dort wenig

Lust aufkommen, etwas zu verzehren. Des Öfteren

Die Mülltische in der

B-Straße vor dem Riesenrad

Hinter dem Baum:

„Crazy Town” (Wagner)

der neuen Landesregierung – mit dem „Grünen” Winfried

Kretschmann als Ministerpräsident an der Spitze

– auf dem Wasengelände sind. Die Propeller bildeten

jedoch nicht etwa einen Windpark zur Gewinnung erneuerbarer

Energien, sondern dienten natürlich dem

Vergnügen der Besucher. Abgesehen von diesen drei

gleichartigen Geschäften stimmte die Mischung auf

dem Wasen weitgehend – wenn auch für einige der

Beschicker bis wenige Tage vor dem Start des Volksfestes

noch nicht feststand, wo sie ihre Geschäfte aufbauen

durften. Ein munteres Verschieben, Umplanen

und Umplatzieren war angesagt, bis die Platzgestaltung

endgültig feststand. Das liegt auch daran, dass

es in Stuttgart gleich mehrere Standorte gibt, die bei

den Schaustellern unbeliebt sind. Einer dieser Standorte

ist beispielsweise am Ausgang zum Parkplatz hin

„der, mit dem Baum davor”, wo z. B. 2011 die Riesenschaukel

„Konga” nicht zur Geltung kam. Diesmal traf

es das Laufgeschäft „Crazy Town” von Wagner, das

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31


RÜCKBLICK

Neu: das „Württemberg-Haus”

und der Vogeljakob

konnte man hier Familien mit Kinderwagen sehen, die

dort gerne eine Pause eingelegt hätten – aber beim

Anblick des Mülls weiterliefen. Augenscheinlich fühlte

sich dort niemand für die Müllbeseitigung zuständig.

An einem besucherstarken Tag wie dem 3. Oktober ist

dies halbwegs entschuldbar, aber darüber hinaus

nicht! Für Ärger sorgte auch die Situation bei den Taxis:

Nach dem täglichen Festende waren meistens keine

Fahrzeuge verfügbar und bei Anrufen in der Taxizentrale

wurde nicht mal abgenommen. Beim Veranstalter

gingen diesbezüglich viele Beschwerden ein,

dieser wiederum beschwerte sich ebenfalls. Thomas

Kroll: „Ich bin sehr sauer. Das werden wir nicht dulden

und das muss abgestellt werden!”. Ein gutes Volksfest

bilanzierten die Festwirte, auch Neuling Marco Grenz,

der erstmals sein „Württemberg Haus” präsentierte,

zog eine positive Schlussbilanz. Die meisten Tische

und Bänke in den Festzelten werden mittlerweile in

zwei Schichten pro Tag vermietet. Speziell an den

Haupttagen berichteten uns einige Schausteller von

mangelnden Kapazitäten bei den WC-Anlagen auf

dem Platz, was dazu führte, dass sich so manch fröhlicher

Zecher an den Schaustellergeschäften erleichterte

– nicht unbedingt ein schöner Anblick für beispielsweise

Kinder.

Beendet wurde das Volksfest am Schlusstag, dem 14.

Oktober, mit einem grandiosen Musikfeuerwerk, mit

über 1000 gezündeten Feuerwerkskörpern. ■

32


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MEMMINGEN

Text & Photos:

Ralf Schmitt

Zum größten Innenstadt-Jahrmarkt

Süddeutschlands, dem

Memminger Jahrmarkt, pilgerten

vom 13. bis zum 21. Oktober

wieder rund 150.000 Besucher.

Seit dem Jahr 1730 findet der

Markt immer in der Woche vor dem

Todestag des Heiligen Gallus (16.

Oktober) statt. Die Ursprünge gehen

aber noch viel weiter zurück:

Der eigentliche Jahrmarkt ist seit

1541 belegt. Seit 1946 findet er als

heute 9-tägige Veranstaltung ununterbrochen

statt. Es gibt einige

Besonderheiten, die den Memminger

Jahrmarkt ausmachen: zum einen

die spezielle Topografie und

zum anderen die Tatsache, dass

es auf dem Jahrmarkt kein Bierzelt

gibt – und das in Bayern! Das Fehlen

eines großen Biertempels wirkt

sich sehr, sehr positiv auf die Atmosphäre

des Festes und auf die

gute Stimmung bei den Besuchern

(und den Beschickern) aus. Auch

all die negativen Begleiterscheinungen

übermäßigen Alkoholge-

Parade der Schaustellerattraktionen

auf dem

Memminger Jahrmarkt: „Free

Style”, „XXL-Krake”, „Alpenrausch”

und „Hex’n Wippn”

35


Beliebt: „Top Spin” und

Kettenflieger in Memmingen

Volksfest auf zwei Etagen:

dafür sorgt die besondere

Topografie in Memmingen

nusses – wie Schlägereien, Vandalismus oder auch

Glasscherben auf den Feststraßen – gibt es in Memmingen

nicht. Wie schön! In diesem Zusammenhang:

Die wenigsten dürften wissen, dass es zwischen 1955

und 1964 nebem dem traditionellen Jahrmarkt auch

ein Volksfest im Frühjahr gegeben hat. Dort gab es

auch ein Bierzelt. Dieses Frühjahrsfest wurde dann auf

Beschluss des Stadtrates „wegen der enormen Lärmbelästigung”

wieder eingestellt. In Memmingen fallen

auch die Wochentage in Sachen Besucherzuspruch

kaum ab, denn der Krämermarkt (mit zusätzlich 120

Händlern) vom Dienstag bis zum Donnerstag zieht

sehr viele Gäste an, von dem auch die Schaustellergeschäfte

(ca. 210 an der Zahl) profitieren. Mit dabei

im Vergnügungspark waren diesmal „Free Style”

(Agtsch), „Top Spin” (Bausch), „Techno Power” (Eckl),

„Alpenrausch” (Kollmann), „Hex’n Wippn” (Zehle),

Kettenflieger (Mayr), Autoskooter (M. Staudenrausch),

„Musik Express (R. Staudenrausch) und die „XXL-Krake”

(R. & A. Staudenrausch). Die meisten Kinderfahrgeschäfte

auf dem Mermminger Jahrmarkt bauen

übrigens „im Parterre” auf: Mit dem Bau des Karstadt-

Kaufhauses in der Innenstadt am Königsgraben wurde

1975 ein Teil des Westertorplatzes abgesenkt, dort

finden seither Karussell, Ponybahn, Mini-Skooter und

Babyflug ihren Platz.


36


RÜCKBLICK

FELLBACH

Beckers „Breakdance”

in Fellbach

Impressionen vom

Fellbacher Herbst 2012

Text & Photos: Norman Vogt

Alljährlich feiert man am zweiten Oktoberwochenende

(diesmal vom 12. bis 15. Oktober) im schwäbischen

Fellbach, der zweitgrößten Stadt im Rems-

Murr-Kreis und nahe Stuttgart gelegen, den „Fellbacher

Herbst”.

Die Veranstaltung gilt als eines der bekanntesten und

beliebtesten Erntedank-, Heimat- und Weinfeste Süddeutschlands,

zu dem jedes jahr circa 200.000 Besucher

in die Kreisstadt an der nordöstlichen Stadtgrenze

Stuttgarts strömen. Das Oberdorf verwandelt sich

zwischen Schwabenlandhalle, Entenbrünnele und

Rathaus an diesen Tagen zu einer großen Festmeile.

Überall findet man Weinprobierstände der regionalen

privaten Weingüter und der Winzergenossenschaft.

Das Fest beginnt traditionell mit der Weinprobe am

Donnerstagabend. Aber nicht nur die edlen Tropfen

stehen im Mittelpunkt. Ab dem Freitag stehen dann neben

schwäbischen Schmankerln auch die Fahr- und

Belustigungsgeschäfte hoch in der Gunst des Publikums.

Zwischen den Schaustellergeschäften, die auf

dem gesamten Areal verteilt sind, befinden sich auch

kleinere Weinzelte, Spielgeschäfte und Imbissbetriebe.

Der Samstagnachmittag steht traditionell ganz im

Zeichen des großen Festumzuges durch die Stadt.

Erst nachdem der letzte Festwagen das Ziel erreichte,

durften die Schausteller ihre Geschäfte öffnen. Viele,

meist jugendliche, Besucher warteten bereits ungeduldig

vor den Fahrgeschäften, bis es um 16 Uhr los

ging. Mit dabei waren diesmal Riesenrad (Boos), „Breakdance”

(Becker), Scheibenwischer „Pirates Caribbean"

(Traber), Twister „Disco Flyer" (Böhm), Simulator

(Becker) sowie Autoskooter, Schiffschaukel, Kinderriesenrad,

Karussell, Huckelpiste und ein Babyflug.

Im Rahmenprogramm gab es einen verkaufsoffenen

Sonntag sowie am Abend des Sonntags ein farbenprächtiges

Höhenfeuerwerk, das vom Dach der

Schwabenlandhalle gezündet wurde. Obwohl sich

das Wetter am Abend des ersten Spieltages nicht von

seiner besten Seite zeigte, waren die Schausteller am

Ende der Veranstaltung zufrieden.


38


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ANRÖCHTE

Text:

Photo:

Michael Petersen

Nils Benthien

Am 12. Oktober fiel um 17 Uhr auf dem Bürgerhausvorplatz

der Startschuss für die Anröchter

Herbstkirmes, die von Bürgermeister Holtkötter

eröffnet und bis zum 15. Oktober gefeiert

wurde.

Während sich die Erwachsenen über ein kühles

Glas Freibier freuten, stürmten die kleinen Kirmesbesucher

die Karussells und Belustigungen,

die sie eine halbe Stunde lang kostenlos testen

konnten. Die Herbstkirmes wurde in der gesamten

Innenstadt gefeiert und verfügt über ein sehr

großes Einzugsgebiet. Dementsprechend weitläufig

und umfangreich wurden die Werbemaßnahmen

geschaltet. In Anröchte haben die Verantwortlichen

und viele Gewerbetreibende den Markt und Werbewert

der Kirmes für die Stadt erkannt und unterstützen

die Werbung stets mit großzügigen Spenden.

Circa 100 Schausteller konnte die Stadt in diesem Jahr

unter Vertrag nehmen. Neu für Anröchte waren Deinerts

Big Spin" und der Freifallturm „Adrenalin" von

Bügler, die beide gut angenommen wurden. Aus den

Niederlanden reiste das Fahrgeschäft „Experience"

(v.d. Marel) an. Mit dabei waren auch „Aqua Velis" (L.

Hofmann), „Breakdance” (Schneider), „Piraten Rutsche"

(Meyer), „Shaker" (Tröger/Foulon), Musik Express

„Star-Club" (Schneider), Hornigs Schwanenflieger

sowie die Autoskooter von Burghard und Isken. Für

die kleinen Gäste standen mehrere Kinderfahrgeschäfte

zur Auswahl. Am Freitag und Samstag wurde

im Bürgerhaus gefeiert und am Sonntag öffnete der

Einzelhandel anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags

seine Türen. Rund 50 Händler beteiligten sich am

Montag beim Kram- und Topfmarkt, zeitgleich fand im

Bürgerhaus ein Kinderflohmarkt statt. Die Schausteller

boten am Montag zwei Fahrten zum Preis von einer an

und am Abend wurde die Kirmes mit einem Brillant-

Feuerwerk beendet.


WARENDORF

Text & Photos:

Nils Benthien

Vom 20. bis 24. Oktober feierte man in der Kreisstadt

im Norden Nordrhein-Westfalens die 355. Auflage

des Fettmarktes.

Der neue Marktmeister, Tim Sawukaytis, von der Stadtverwaltung

konnte diesmal zwei Neuheiten für Warendorf

verpflichten: „Airgate" (Welte) und „Crazy Mouse"

(Janßen). Auf dem Festplatz Lohwall ebenfalls bereit

standen Riesenrad „Star of Berlin" (Lorenz), „Musik-

Shop" von Rasch, Keuters Barockflieger, Autoskooter

„Racing Cars" (Tovar), Laufgeschäft „House of Horror"

(Plaenert & Schieck), Scheibenwischer „Super Gaudi"

(Schneider-Sonntag) und Janßens Actionhaus „Remmi

Demmi". Für die kleinen Besucher waren vier Kinderfahrgeschäfte

und ein Ponyreiten vorhanden. Mit

Zuckerwatte und gebrannten Mandeln, Bratwurst und

gebratenen Champignons sorgten die Marktbeschicker

für das leibliche Wohl der Besucher und Reihengeschäfte

aller Art rundeten das Vergnügungsangebot

ab. Der Fettmarkt wurde offiziell am Samstagnachmittag

von der stellvertretenden Bürgermeisterin,

Doris Kaiser, mit dem Fassanstich eröffnet. Nach der

Eröffnung folgte der obligatorische Marktrundgang,

der wie gewohnt vom Maskottchen der Fettmarktkirmes,

dem „Klingelmännchen" – das Freikarten verteilte

–, angeführt wurde. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung

zählte neben dem verkaufsoffenen Sonn-

Warendorfer Fettmarkt:

Markt, Handel und Kirmes

41


Neues und Bewährtes auf

dem Warendorfer Fettmarkt

tag und dem Familientag am Montag das große Feuerwerk

am Dienstagabend, mit dem sich die Schausteller

beim Publikum bedankten. Der eigentliche Fettmarkt

fand am Mittwoch statt. Zum großen Krammarkt

verwandelte sich die gesamte Innenstadt in ein Freiluftkaufhaus

und auf dem hinteren Teil des Lohwalles

fanden der Vieh-, Landmaschinen-, Gemüse- und Trödelmarkt

statt. Außerdem wurde noch ein Reitturnier

veranstaltet. Neben vielen Plakaten, die bereits drei

Wochen vor der Veranstaltung im gesamten Stadtgebiet

hingen, wiesen einige Großwandplakate auf den

Fettmarkt hin. Die örtliche Presse und ein regionaler

Radiosender berichteten ausführlich über die Veranstaltung,

die am Mittwochabend ausklang. ■

FÜRTH

Text & Photos:

Helmut Bresler

Zinneckers „The King”:

Neu in der Saison 2012 und

neu in Fürth

Bayerns größte Straßenkirchweih

ist und bleibt ein Selbstläufer.

Die zwölftägige Veranstaltung

im Herzen der Stadt bringt

den Autofahrern mit Sperrungen

und Umleitungen viele Probleme

– aber die Kärwabesucher lieben

das Flair, die gelungene

Mischung mit Jahrmarkt und

Markthändlern mit insgesamt

rund 275 Beschickern.

Und es war dem Team mit André

Hollitzer vom städtischen Marktund

Liegenschaftsamt gelungen,

42


ein in der Region noch gänzlich

unbekanntes Karussell als spektakuläre

Neuheit zu verpflichten.

Zinneckers „The King" faszinierte

mit seiner Überkopffahrt und der

aufwändigen LED-Beleuchtung.

Neben zwei Autoskootern (Perz

und Kunstmann) lockten fünf weitere

Großfahrgeschäfte (Drliczeks

Riesenrad, Wolfs „Breakdance”,

Gugels „Space Party”, Rupperts

„Take Off” und Distels „Wellenflug”).

Bei den Belustigungsgeschäften

hatte das Publikum die

Wahl zwischen Kutschenbauers

„Magic House” und Drelischeks

Irrgarten „Atlantis”. Essen und trinken

stehen in Fürth hoch im Kurs –

73 Betriebe hatten schmackhafte

Angebote. Fortgesetzt und bestätigt

hat sich der Trend, dass die

Kärwa für alle Altersschichten attraktiv

ist und jeder das findet, was er sucht – auch

beim breitgestreuten gastronomischen Angebot. Der

Kärwataler (1 Euro Wert für 90 Cent) ist in Fürth ein

echter Selbstläufer, beliebt und immer schnell ausverkauft.

Sein 50. Standjubiläum feierte Heinz Melchior,

der nach Kartenspiel und Pistolenschießen seit langem

mit seinem Süßwarenverkauf präsent ist. Das

Rahmenprogramm lockt die Gäste – darunter Kärwa-

Gwerch, Fränkischer Heimatabend und verkaufsoffener

Sonntag. Der traditionelle Erntedank-Festzug,

über die Region hinaus bekannt und zum 10. Mal vom

Bayerischen Fernsehen live übertragen, war in diesem

Jahr mit 62 Teilnehmern erstmals kürzer als sonst.

Dem nächsten Jahr sehen die Beschicker mit gemischten

Gefühlen entgegen: Große Baumaßnahmen

am Rande des Hauptareals könnten Stellflächen wegnehmen.

Zwei Betriebe wollten sich mit einem Eilverfahren

einen Platz auf der begehrten Michaelis-

Kirchweih 2012 erstreiten und sind vor Gericht gescheitert.

Eine kleine – aber feine – Ausstellung zur Kärwa-Geschichte,

inklusive dem passenden Buch, gab es im

Fürther Stadtmuseum. Wegen des Erfolges wurde die

Präsentation verlängert. Im Nebel liegt weiterhin die

Geburtsstunde der Fürther Kärwa, die auf die Einweihung

der Kirche St. Michael zurückgeht. Historiker

sprechen von einer Tradition mit über 900 Jahren. ■

Geballte Attraktionen

auf dem Hauptplatz, der Fürther

Freiheit. Links: Wenn die

Kärwa kommt, muss der

Verkehr weichen – inklusive

der Verkehrszeichen

Über 100 Händler sind

mit dabei – einer davon ist der

Messerschleifer

Erstmals in Fürth: der

neue Achterbahn-Imbiss

BOCHOLT

Text: Michael Petersen

Die Bocholter Herbstkirmes (19. bis 22. Oktober)

fand diesmal bei angenehmen Temperaturen um

die 20 Grad statt. Durch das fast sommerliche Wetter

erlebte man einen regelrechten Ausnahmezustand

und die Kirmes wurde an allen Tagen von früh

bis spät sehr gut frequentiert.

„Eine Traumkirmes bei traumhaften Oktoberwetter" resümierte

der Stadtmarketing Chef, Ludger Dieckhues.

43


RÜCKBLICK

Auch DSB-Präsident Albert Ritter war voll des Lobes:

„Die Straßen und Plätze waren an allen vier Tagen sehr

gut gefüllt, hier wird die Kirmes noch richtig zelebriert

– das ist längst nicht überall so". Der Besucheransturm

und die Umsätze waren perfekt. Anzumerken ist jedoch,

dass sich die Besucher auf dem Berliner Platz

erfahrungsgemäß länger aufhalten als im Innenstadtbereich.

Um die Frequenz und Verweildauer auf diesem

Areal und dem Gasthausplatz zu erhöhen, hatte

Marktmeister Markus Kock diese Bereiche besonders

attraktiv besetzt. Mit der Neuheit „Voodoo Jumper",

dem „XXL" sowie „Circus Circus" wurden hier besonders

attraktive Fahrgeschäfte platziert. In den Spitzenzeiten

erreichte Bocholt seine Kapazitätsgrenze.

Staugefährdete Stellen in den Reihen konnten durch

das Entfernen von Stehtischen entschärft werden.

Trotz des gewaltigen Besucheransturms waren die Polizei,

die Feuerwehr und die Rettungsdienste mit dem

Verlauf dieser Großveranstaltung sehr zufrieden. Die

deutschen Polizeibeamten wurden wieder durch ihre

Kollegen aus den Niederlanden tatkräftig unterstützt –

schließlich kommen sehr viele Besucher aus dem

Nachbarland und feiern ausgelassen mit den Einheimischen.

Rund um die Kirmes gab es positive Veränderungen:

Die Parkhäuser hatten verlängerte Öffnungszeiten

und entzerrten so die Parkplatzsuche in

der Innenstadt und auch die Fahrradwachen waren

bestens frequentiert. So säumten Tausende von

Fahrrädern die Nord- und Neustraße. Durch die Einführung

des Glaspfandes gab es weniger Glasbruch

und dadurch so gut wie keine Schnittverletzungen

oder platte Autoreifen. Die Gäste aus Nah und Fern zelebrierten

ihre Kirmes und die Schausteller freuten sich

über sehr gute Umsätze in Bocholt.


LILLE (F)

Text & Photos:

Owen Ralph

Die zweite der beiden jährlichen Kirmes-Veranstaltungen

in Lille schloss nach vier Wochen Spielzeit

auf der Champs des Mars/Esplanade, die auf der

Zitadelle der französischen Stadt beheimatet ist,

am 23. September ihre Pforten.

Neuheiten waren Aelters „Cinema 6 D”, Pourriers „Top

Scan”, Vasseurs „Ranger XXL” und Morels „Eraiser”

(Geisterbahn), Bazins Technical Park „MaXXX”-

Schaukel und Kerwichs „Stargate” – ein Challenger,

der mit Suspended-Gondeln ausgestattet ist. Weiter

mit dabei waren Jacquiers „Power Maxx” (Mondial-Mistral)

und Jolys „Surf Party” (Smashing Jump). Auch

einige Schausteller aus Belgien waren vertreten, darunter

das Riesenrad „Roue Royale” der Familie van

der Honing, das von seinem Gastspiel in Brüssel direkt

nach Lille umsetzte. Weitere auf der Herbstausgabe

der Foire aux Manèges vertretenen Attraktionen

– von denen die meisten die gesamte Spielzeit über

Karussell-Feuerwerk in Lille

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RÜCKBLICK

„Ranger XXL”, „Power

Maxx” und Riesenrad in Lille

aufgebaut blieben – waren „Chamonix” (Musik Express),

„Katapult” (Slingshot), Go-Kartbahn, „La Pieuvre”

(Polyp), Pouss-Pouss (Kettenflieger), „La Sauterelle”

(Saltomontes), „Sweety” (Matterhorn), „Incas”

(Glas-Irrgarten), „Goulis” (Family-Coaster), zwei Skooter,

„Extreme” (Breakdance), „River Splash” (Wasserbahn),

„Infinity” (Capriolo 2), „Le Sphinx” (Glas-Irrgarten),

„Crazy Mouse” sowie die Fun-Häuser „Palais

du Pirate” und „Banzai”.


CHARLEROI (B)

„Chaos” in Charleroi

Text & Photos:

Norman Vogt

Neben der „Foire de Paques", die immer Anfang

April drei Wochen lang läuft, findet an gleicher Stelle

im August (diesmal vom 4. bis zum 27.) die „Foire

d’Aout" in der belgischen Stadt Charleroi statt.

Bebaut mit einigen Fahr- und Belustigungsgeschäften

werden die Plätze „Place du Mange" und „Charleroi

Expo". An den Zuwegen zu den einzelnen Plätzen

befinden sich zahlreiche Reihengeschäfte. Da sich

das Geschehen in der Innenstadt abspielt, sind insbesondere

die Abendstunden meist gut frequentiert.

Auf dem ersten der beiden Festplätze drehte sich ein

„Breakdance" und direkt dahinter, etwas versteckt,

stand ein Autoskooter bereit. Einige Kinder- und Reihengeschäfte

gesellten sich dazu. Gegenüber diesem

Platz stand einsam und allein der Irrgarten „Magic

Glass", wo neben dem Labyrinth auch noch eine Rollende

Tonne auf die Besucher wartete. Auf dem anderen

Festareal drehte sich die „Cabrio”- Berg- und

Talbahn „Rolling Rock", und deren Nachbar, das Laufgeschäft

„Adventure Island", lockte mit einem Parcours

über drei Etagen. Der letzte – und gleichzeitig

größte – Platz wartete mit zwei Schienenbahnen und

einem Karussell auf: Der Spinning Coaster „Crazy

Mouse" und der „Tokio Express" waren dort aufgebaut

sowie die Schaukel „Chaos".


„Crazy Mouse” und Bergund

Talbahn „Rolling Rock”

47


INTERVIEW

Das MiWuLa, so die gängige Abkürzung

für das Miniatur Wunderland,

ist die größte Modelleisenbahn

der Welt und Hamburgs

große Touristenattraktion. Der

10.000.000. Besucher ist zum

Greifen nah. Ganz oben in der

Gunst des Publikums steht im

Moment der neue Flughafen mit

startenden und landenden Flugzeugen.

HOLGER BALLASCH – MINIATUR WUNDERLAND HAMBURG

Der laufende Aus- und Weiterbau beschäftigt sich

mit Italien – und dazwischen werden bestehende

Anlagenteile aktualisiert und modernisiert. Dazu gehört

auch das Jahrmarkts-Thema. Holger Ballasch,

der auch Führungen hinter die Kulissen des MiWuLa

leitet, ist der verantwortliche „Platzmeister". Im Gespräch

mit der Kirmes & Park Revue erläuterte er, was

es speziell im Jahrmarktsteil Neues geben wird.

Herr Ballasch, was gibt es an Neuigkeiten in

der Speicherstadt?

Text & Photos:

Helmut Bresler

Holger Ballasch: Eine ganze Menge: Wir haben

den Eingang umgebaut und vergrößert, arbeiten mit

Hochdruck an der Planung des italienischen Abschnitts

und haben eine Themenplanung bis 2020.

Und das Wichtigste: Das Publikumsinteresse wächst

weiter.

Für welche Themen sind Sie verantwortlich?

Für die Schiffswerft und für die Instandhaltung der

Schiffe. Daneben kümmere ich mich um LED-Beleuchtungen,

führe interessierte Gruppen hinter die Kulissen

der Anlage – und lebe meine Modellbau-Leidenschaft

beim Jahrmarkts-Thema aus. Das steht jetzt vor

einer grundlegenden Überarbeitung. Der Festplatz

wird neu gestaltet.

Was passiert konkret?

Ist der „Kirmes-Platzmeister” im Miniatur

Wunderland Hamburg: Holger Ballasch

auch mit Gondelbeleuchtung, die im Standard-Modell

nicht vorgesehen ist. Ferner werden unter anderem

Octopussy, Flipper und der Geistertempel zum neuen

Festplatz gehören.

Besonders reizvoll:

der beleuchtete Kirmesplatz

Zum einen kommen neue Geschäfte dazu, zum

anderen ist es unser Ziel, möglichst wenige Betriebe

mit der Rückfront zu zeigen. Beispielsweise wird der

„Glückskönig" der Familie Schleinitz, der 2011 auf der

Düsseldorfer Rheinwiese ein Raub der Flammen

wurde, bei uns als Miniaturmodell in voller Schönheit

die Besucher erfreuen.

Bleibt die Kirmes von Bad Klosterberg an dem

bisherigen Standort?

Wie halten die Modelle den Dauerbetrieb aus –

täglich zehn Stunden an 365 Tagen im Jahr?

Das ist ja ein altes und trotzdem aktuelles Thema.

Mittlerweile kennen wir die sensiblen Stellen sehr gut

– Stichwort Antrieb – , bessern gleich beim Zusammenbau

der Modelle nach und treffen auch die notwendigen

Vorbereitungen für eine aufwändige Illumination.

Schon praktisch, dass ich viel mit LED’s zu tun

habe und mich hier richtig ausleben kann ...

Ja – aber es wird sich das gesamte Erscheinungsbild

verändern.

Was kommt an Neuheiten dazu?

Ein Grund für den großen Erfolg der Anlage

liegt in den fast 200 Druckknopf-Attraktionen. Hier

können die Besucher Effekte gezielt auslösen. Gibt

es die weiterhin?

Es sind ja in den letzten Jahren viele gute und

attraktive Modelle von Faller herausgekommen. Die

liegen zum Teil noch originalverpackt in der Werkstatt

oder schlummern, fertig zusammengebaut, in einem

Karton. Ein Beispiel ist das Indiago-Karussell, das

mich auf der Reise von der Aufmachung und von der

Fahrweise her immer besonders beeindruckt hat. Hier

im MiWuLa wird es ein Wiedersehen geben. Übrigens

Das Publikum würde uns steinigen, wenn wir die

abschaffen! Ich denke, die Knopfdruckaktionen haben

wesentlich zum Erfolg des MiWula beigetragen.

Selbstverständlich bleiben sie und es kommen neue

Effekte dazu. Versprochen.

Wann beginnt der Umbau – und wann öffnet

der neue Kirmesplatz?

48


Tja, ich würde mal ‚zeitnah’ sagen. Spaß beiseite:

Ich hoffe, dass wir mit dem Start in die neue Saison,

mit den Osterplätzen Ende März 2013, symbolisch das

erste Fass im neuen Festzelt anstechen können.

Sind die Modelle eigentlich Werbegeschenke

der Herstellerfirmen?

Nein. Es ist unsere gelebte Firmenphilosophie,

dass jedes Teil gekauft wird – und sich damit das Mi-

WuLa die notwendige Unabhängigkeit sichert. Damit

sind wir in der Vergangenheit sehr gut gefahren.

Trotzdem wird es einen guten Kontakt zu den

Herstellern geben – oder?

Selbstverständlich! Der ist wichtig und unverzichtbar

– sowohl bei den Modell-Herstellern wie auch

zu den Firmen, die die großen Originale betreiben.

Und ich gehe immer wieder gerne auf den Hamburger

Dom.

Bei den Zügen fehlt im Moment noch der klassische

Schausteller-Sonderzug?

Ja, das ist noch ein herausforderndes Thema. Der

muss ja komplett nachgebaut werden. Wir haben die

Eisenbahnwaggons bereits gekauft und müssen alles

andere improvisieren. Und da wir großen Wert auf

hohe Perfektion legen und die Realität perfekt nachbauen

wollen, ist es ein schwieriges Unterfangen.

Aber wir sind an dem Thema dran. Wahrscheinlich

wird es ein Sonderzug, der eine komplette Achterbahn

von einem Festplatz zum nächsten transportiert.

Im gleichen Gebäude in der Speicherstadt

lockt auch das Dungeon, das mit Schauspielern die

dunklen Seiten der Stadt zeigt. Wie vertragen sich

beide?

Beide könnten nicht unterschiedlicher sein – und

vertragen sich bestens. Wir sind einfach gute Nachbarn,

die sich mögen. Manchmal kommen Dungeon-

Schauspieler in ihren Kostümen zu uns in unser Bistro

und mischen sich unters Publikum. Das sorgt immer

für Überraschungen bei den Gästen. Wir kommen

wirklich gut miteinander aus und ich glaube, dass es

immer mehr Gäste gibt, die beides besuchen.

Seit wann gibt es das MiWuLa – und seit wann

sind Sie mit dabei?

Premiere war im Sommer 2001 und ich bin ein

Jahr später dazugekommen. Seit 2005 bin ich festangestellter

Mitarbeiter. Mit Teilzeitkräften sind wir zusammen

ein Team von fast 300 Kolleginnen und Kollegen.


INTERVIEW

Teilansichten der Anlage,

ein Blick in die Schaltzentrale

und das Gebäude, das

man sich mit Dungeon teilt

49


NOSTALGIE

Jean-Paul Favand

in seinem Velocipeden-

Karussell (PB)

Gerade mal fünf Gehminuten

braucht man für den Spaziergang

von der Métro-Station

„Cour St.-Émilion” durch die liebevoll

restaurierten und längst

zum Magneten für Insider-Touristen

gewordenen Depots des

früheren Pariser Wein-Großmarktes,

bis man auf der „Avenue

des Terroirs de France" das

große bordeauxrote Tor zu den

„Pavillons de Bercy" erreicht.

„Visite sur rendez-vous" steht

über der Klingel: Besuch nur

nach Vereinbarung! Wem sich

das Tor öffnet, darf sich glücklich

schätzen. Denn er wird nicht nur

eine der weltweit bedeutendsten

Kollektionen von Schaustellerobjekten

aus dem Zeitraum 1850

bis 1950 bestaunen dürfen, sondern

mehr als dies in eine Welt

der Träume entrückt, die ihn

nicht mehr loslassen wird. „Museum

der Jahrmarktkünste"

klingt viel zu bescheiden, ist eigentlich

sogar unzutreffend für

das grandiose Szenario, das

Jean-Paul Favand seit 1996 seinen

Gästen in Bercy beschert.

Musée des Arts Forains

Im 19. Jahrhundert war das Viertel Bercy, im 12. „Arrondissement”

am östlichen Rand von Paris nördlich

der Seine gelegen, Frankreichs Mittelpunkt des Weinhandels.

Mit Zügen wurden die Fässer aus allen französischen

Weinbaugebieten hierher gebracht. In ihren

„Pavillons”, aus Backstein gebauten Lagerhallen, boten

die Winzer ihre Weine Weiterverkäufern und Direktkonsumenten

an. Das Viertel genoss das staatliche

Privileg der Steuerbegünstigung. Dementsprechend

wurde hier ebenso kräftig gekauft wie getrunken.

Bercy entwickelte sich in der „Belle Epoque"

(1880 bis 1914) zum Viertel der Künstler und Fêten

schlechthin. So passt es, dass Jean-Paul Favand Mitte

der 1990er-Jahre gerade in diesem Viertel, das

Text:

Photos:

Michael H. Faber

Michael H. Faber (MF),

Gilbert Jakubczyk (GJ),

Les Pavillons de Bercy (PB)

Berühmte Köpfe schauen auf die

Passanten herab: die Pavillons de Bercy an der

Avenue des Terroirs de France. Hinweis am

Eingang: Eintritt nur nach Anmeldung! (MF)

50


NOSTALGIE

Prachtstück unter

den vierzehn Karussells:

die „Manège de vélocipèdes”

aus dem späten 19. Jahrhundert

(PB)

längst seine Funktion als Zentrum des fröhlichen Weinumschlags

verloren hatte, ein rund 17.000 Quadratmeter

großes Areal mit mehr als vierzig Weinpavillons

erwarb, um dort mit großartigen Szenarien

einen Ort der Erinnerung an die

vergangene Kultur des Vergnügens zu

schaffen. 1996 eröffnet, beherbergen

die von einem Schüler des berühmten

Architekten Gustave Eiffel Ende des

19. Jahrhunderts errichteten „Pavillons

des Bercy" heute auf rund 8.000

Quadratmetern das Museum der Jahrmarktkünste,

ein „Théâtre du Merveilleux"

(Theater der Wunder) und Venezianische

Salons. Den Außenbereich

entlang der alten Pflasterstraße zwischen

den Pavillons haben ausladende

Bäume, Sträucher und ein die Pavillonmauern bedeckendes

Rankenwerk für sich vereinnahmt und in einen

außergewöhnlichen, fast schon surrealistisch an-

Statuen aus einem

Salonkarussell empfangen die

Gäste im Museumsfoyer (MF)

Das Gelände mit Museum,

Theater, Salons, Depots und

Werkstätten erstreckt sich über

17.000 Quadratmeter (PB)

51


NOSTALGIE

Im venezianischen

Salon sind prunkvolle

Karussellbesatzungen auf

einem Drehpodest in Szene

gesetzt (PB)

Ein Gemälde in der

Dachkante des Velocipeden-

Karussells verweist auf dessen

belgischen Hersteller Callebaut

& Decanck (MF)

Reiterstatue aus der

Werkstatt von Alexander Devos

für die Front eines Salonkarussells,

um 1890 (MF)

mutenden Garten verwandelt. Als

„Théâtre de Verdure" (Theater des

Grünen) geht dieses Stück wilder

Naturlandschaft eine phantastische

Symbiose mit den in den P-

avillons inszenierten Traumlandschaften

ein. Nach Anbruch der

Dunkelheit erstrahlt das Naturthea-

Favand besitzt eine große

Sammlung alter mechanischer

Schießscheiben, wie diese

französischer Herkunft aus dem

späten 19. Jahrhundert (MF)

52


NOSTALGIE

Kopf aus einer Wurfbude,

wahrscheinlich französisch,

um 1900 (MF)

Alter französischer

Nougat-Verkaufswagen (GJ)

Neben mechanischen Schießscheiben, bei

denen man mit dem Treffer auf der im Motiv angebrachten

Scheibe eine Bewegung auslöste, gab

es diese Kästen: Traf man die Scheibe auf der

Flügeltüre, öffnete sie sich und gab den Blick auf

ein lustig, oft frivoles Motiv in Bewegung frei.

Frankreich, Ende 19. Jahrhundert (MF)

ter in bunten Farben, und Kristall-Leuchter, wie an imaginärer

Decke aufgehängt, verwandeln das Szenario

in einen Salon unter freiem Himmel.

Jean-Paul Favand – der Mann mit dem weißen Schopf

macht nicht viel Aufhebens um seine Person, seine

Biografie sucht man in Wikipedia vergebens. Eine Audienz

bei Favand gleicht einem Privileg. Wer ihn näher

kennen lernen darf, erlebt eine selten gewordene Art

von Eloquenz. Favand ist ein Visionär mit dem – auch

pekuniären – Vermögen, seine Visionen zu verwirklichen.

Er ist zum einen Impresario alten Schlages,

führt seine Traumfabrik, in der er auch wissenschaftliche

Kuratoren, Veranstaltungsmanager, Medienspezialisten

und Restauratoren beschäftigt, mit freundlich-strenger

Regie. Er ist zum anderen ein begnadeter

Künstler. So setzt er eigene Kreationen, Platanenäste

zum Beispiel, deren Formen mystische Figuren

Gute Bekannte: Jean-Paul

Favand und der von deutschen

historischen Jahrmärkten

bekannte Gaukler Gilbert

Jakubzcyk vor einem alten

französischen Wohnwagen (MF)

und Autor Michael H. Faber im

Gespräch mit Jean-Paul Favand

(GJ)

53


NOSTALGIE

Springpferdekarussell

aus dem Jahr 1903 (PB)

Persönliche Kreationen

von Favand: Bäume als Kunstwerke,

die an das barocke

Dekor der Schaustellergeschäfte

erinnern (GF)

erkennen lassen, zwischen seinen Objekten der Vergnügungskultur

geschickt in Szene. Und er ist überdies

ein versierter Geschäftsmann: Museum, Theater

und Salons sind so konzipiert, dass sie sich als Locations

für Events der außergewöhnlichen Art anbieten,

viele Exponate – Karussells, Schießscheiben und andere

Geschicklichkeitsspiele – dürfen dabei von den

Gästen benutzt werden. Filmgesellschaften nutzen

dies: 2010 drehte Woody Allen hier Szenen für seinen

später mit einem Oscar gekrönten Film „Midnight in

Paris". Fast jeden Tag sind die Pavillons und das Theater

im Grünen von betuchten Firmen für Events und Galas

gebucht.

Schon in seiner Jugendzeit hatte sich Favand für die

Kultur der Komödianten, Artisten

und Schausteller ebenso wie für

den Kunst- und Antiquitätenhandel

begeistert. Als Favand in den

1970er-Jahren im Zentrum von

„Les Halles", jenem Viertel des

ehemaligen Pariser Großmarktes

in der Nähe des gerade eröffneten

Kulturtempels „Centre Pompidou",

sein Antiquitätengeschäft „Tribulum"

eröffnete, konnte er darin bereits

eine beachtliche Kollektion

alter Requisiten aus der Welt des

Nicht überrestauriert, sondern

ursprüngliche Bemalung

freigelegt und konserviert:

ein Karussellpferd aus der

berühmten englischen Karussellschnitzerei

und -fabrik

Charles John Spooner, um

1900, und ein Karussellschwein,

ebenfalls um 1900

(MF)

54


NOSTALGIE

Auch alte Benzinbahn-

Fahrzeuge, wie dieses der

Firma Ihle, befinden sich in

der Sammlung (MF)

Eine Spezialität des Herstellers

Spooner waren Centauren

– Figuren halb Mensch,

halb Pferd: Hier der Großwesir

Ali Pascha. Aus einem englischen

Karussell um 1900 (MF)

Theaters und des Jahrmarktvergnügens anbieten. In

einer Zeit, in der die künstlerisch-kulturgeschichtliche

Bedeutung solcher Objekte noch kaum erkannt war,

hatte sich Favand auf ein geschäftliches Risiko eingelassen.

Doch Favand war sich sicher: Die Zeit für solche

Objekte würde reifen. Geschickt gestaltete er sein

„Tribulum" zu einem Bistro um, in dem er neben einer

permanenten Ausstellung seiner Objekte Wechselausstellungen

speziellen Themen der Vergnügungskultur

widmete. An einem touristisch besonders stark

frequentierten Platz gelegen, wurde das „Tribulum" als

eines der ersten Pariser Themen-Bistros zum vollen Erfolg.

Für eine Aufwertung seiner Kollektion sorgte Favand

ab Anfang der 1980er-Jahre auch weltweit mit

spektakulären Ausstellungsprojekten: unter anderem

in Japan und Saudi-Arabien. 1988 fand Favand in einem

aufgegebenen Industriegelände in Gentilly südlich

von Paris Raum für seine wachsende Sammlung

und die für die Restaurierung erforderlichen Ateliers.

Bis 1993 folgte hier der Aufbau seines „Musée des Arts

Forains". Nach einem weiteren Umzug fand Favand

schließlich in den alten Weindepots an der Avenue des

Terroirs de France die idealen Voraussetzungen für die

dauerhafte Unterbringung seines Museums und dessen

Erweiterung um die bereits erwähnten Themensalons.

Schon der Empfang im Foyer des Museums ist für die

Besucher überwältigend. Auf klassizistischen Sockeln

stimmen dreieinhalb Meter hohe Holzstatuen mit empor

gestreckten Blumenreifen auf die hohe künstlerische

Qualität Hunderter von Exponaten ein, die die

Besucher erwarten. Die Statuen, halb Frau und halb

Engel, stammen aus der Karussellfabrik von Alexander

Carolus Devos in Gent – der gelernte Kirchenbildhauer

galt um die Wende zum 20. Jahrhundert als einer

der besten Künstler in der Gestaltung von Karussell-Fassaden

und -Gondeln. Um 1890 hergestellt,

schmückten die Statuen einst die

triumphale Front des Salon-Karussells „Les

Vagues de l’Océan" (Die Wellen des Ozeans),

mit dem der Schausteller Eugène

Lapp Ostfrankreich bereiste. Es handelte

sich dabei um eine frühe Raupenbahn und

war eines von rund zwölf Salon-Karussells,

die um die Wende zum 20. Jahrhundert in

Frankreich auf der Reise waren.

Vom Foyer aus begibt man sich in einen

wahren Ozean allerbester Karussellschnitzereien

der „Belle Epoque" aus Frankreich,

Belgien und England – und auch aus

Deutschlands „Gründerzeit": Ein ganzer

Zoo von Karusselltieren aus prominenten

europäischen Werkstätten ist hier ausgestellt, so neben

einem Elefant auch die bekannte Karussell-Kuh

aus der Produktion des Ende des 19. Jahrhunderts renommierten

Friedrich Heyn in Neustadt an der Orla

und ein Centaur – halb Mensch, halb Pferd – der jenen

Großwesir Ali Pascha zeigt, der in der ersten Hälfte des

19. Jahrhunderts Ägypten auf den Weg in die Moder-

Kleine Schiffschaukel,

süddeutsch, frühes

20. Jahrhundert (GJ)

Das Museum

55


NOSTALGIE

Hunderte von

Karusselltieren sind

in den Museumsdepots

eingelagert (MF)

Tuch aus einem Segelboot-

Karussell, um 1900 (MF)

Derzeit werden

Panoramen mit mechanisch

bewegten Figuren, so genannte

„Cycloramen”, für die Museumspräsentation

vorbereitet.

Sie stammen aus dem berühmten,

erstmals um 1810 in

Gent aufgetretenen „Théâtre

Mécanique Morieux” (MF)

ne führte. Der Centaur, Beispiel höchster

Jahrmarktkunst, wurde um 1900 von der

englischen Firma Spooner für ein Karussell

geschaffen, dessen Besatzung politische

Persönlichkeiten des vorausgegangenen

Jahrhunderts ins Bild setzte.

Im Reigen der vierzehn Fahrgeschäfte in

der Sammlung von Jean-Paul Favand,

von denen eine ganze Reihe ausgestellt

sind, besticht die „Manège de Vélocipèdes"

aus dem späten 19. Jahrhundert.

Wie damals können die Museumsgäste

auf den sechzehn Ledersatteln Platz

nehmen, um im Radrennen, ihren Damen

auf dem Hintersitz imponierend, in die

Pedale zu treten. Das von den ehemaligen

Devos-Mitarbeitern Callebaud

und Decanck

geschaffene Kunstwerk, dessen

Dachkanten-Bilder im frühen

20. Jahrhundert neue Motive

erhielten – denn da taucht

auch ein Rennwagen auf –

dürfte das letzte weltweit noch

erhaltene Karussell seiner Art

sein. Die Karussells, die eher

schlichte Schiffschaukel süddeutscher

Herkunft und die

sich drehenden Bühnen, auf

denen die Besucher in barocken

Gondeln Platz nehmen

dürfen, sind umgeben von einem

Reigen illustrer Inszenierungen

und kleinerer Objekte

der Volksbelustigung: In einer

alten Nougatbude paradieren kleinere Karussellfiguren,

neben einer schlichten Schiffschaukel aus Süddeutschland

stehen Autos aus einem alten Kinderfahrgeschäft,

Jugendstil-Portale alter Reisegeschäfte

und Karussell-Malereien zieren die Pavillon-Wände.

Ob Schieß-Salon, in dem man beim Treffer das amüsant-frivole

Spiel mechanischer Schießscheiben oder

-kästen auslöste, ob Wurfstand, an dem man mit Bällen

Köpfe verhasster Zeitgenossen zu treffen suchte,

oder Tisch-Billardspiele „à la Japanoise": Nichts in diesem

Museum steht hinter Glas, alles vereinnahmt den

Besucher, fordert ihn geradezu auf, es zu benutzen,

das Spiel zu beginnen.

Geradezu grandios ist die Inszenierung, die Favands

Gäste in seinen venezianischen Salons erwartet.

Computergesteuert treten Figuren der „Comedia

dell‘Arte" in die Loggien der Saalwände. Im Wechsel-

56


NOSTALGIE

Das Museum beschäftigt

auch Restauratoren (PB)

spiel mit ihrem Ariengesang zeigen Artistenfiguren

ihre Kunststücke. Auf dem „Canale Grande" vor der

gemalten Kulisse des alten Venedig schwimmen Gondeln

und Seeschiffe entlang: Dieses „Cyclorama", so

die Bezeichnung für mechanisch bewegte Panoramen,

ist nur eines von unzähligen Cycloramen in Favands

Sammlung. Sie stammen aus einem der besten

mechanischen Wandertheater: Das „Grand Théâtre

Mécanique Morieux" war 1809 von dem Pariser Ingenieur

Morieux gegründet worden und bis 1932 in Belgien

und Frankreich auf der Reise. Als „Welt-Theater"

zeigte es mechanisch animierte, von Lichteffekten und

sogar mit Atmo-Tönen untermalte Szenarien: Ansichten

berühmter Städte, Schlachten in internationalen

Konflikten, Eroberungen von Kolonien, wissenschaftliche

Expeditionen in ferne Länder und Naturkatastrophen.

Im venezianischen Salon präsentiert Favand

das Venedig-Cyclorama nun mit modernen Möglichkeiten

der Animation. Computergesteuert fährt die Salonbeleuchtung

herunter, und Venedig

mit seinen fahrenden Schiffen taucht in

eine gigantische dreidimensionale Videoprojektion

ein, die schließlich den

ganzen Saal erfasst – der Besucher ist

mitten im Geschehen.

Das Musée des Arts Forains ist kein

Museum im strengen Sinn: Denn es

verzichtet auf Erklärung des Ausgestellten

im kultur- und vergnügungsgeschichtlichen

Zusammenhang. Es gibt

weder Objektbeschriftungen noch

Überblick gebende Informationstafeln

oder einen gedruckten Museumsführer.

Der Verzicht auf solche musealen

„Basics" ist in Anbetracht des kulturgeschichtlichen

Niveaus der Objekte

bedauerlich – man kommt nicht umhin,

eine Führung zu buchen. Das Musée

des Arts Forains ist auch kein Ort, der

über die Sozialgeschichte der Schausteller, über ihre

Lebensverhältnisse in früherer Zeit informiert. Favand

will sein vitrinenfreies „Museum" verstanden wissen als

Ort der lebendigen, interaktiven Begegnung mit kunstvoll

arrangierten und in Szenarien gesetzten Sachzeugnissen

vergangener Vergnügungskultur: Der Besucher

soll mitten drin sein und schwärmen… ■

Tischbillard mit Motiven

der Comedia dell‘Arte, um 1900

(MF)

Kunstwerk im Freien:

Das „Théâtre de verdure”

während der Öffnung des

Museums für das Publikum

in der Weihnachtszeit (PB)

57


European Showmen’s Union

Europäische Schausteller-Union

Union Foraine Européenne

International non-government organisation (NGO) • Established in 1954

President Albert Ritter

Europäische Schausteller von Papst Benedikt empfangen

Original Karussellpferd für Heiligen Vater

lädt euch ein, durch eure tägliche Arbeit an

ihrer göttlichen Mission teilzuhaben.”

Mut, Ausdauer, Verantwortungssinn, familiärer

Zusammenhalt und Großzügigkeit

seien die Tugenden der „großen Familie”

der Circusleute und Schausteller. „Die

Freude der Zuschauer, die Grazie eurer

Darbietungen, der Rhythmus der Musik

schaffen eine direkte Kommunikation mit

Groß und Klein.” Und Benedikt XVI. erinnerte

auch an die Herausforderungen, denen

die umherreisenden Künstler ausgesetzt

sind – vom Schulunterricht für die

Kinder bis zur Bürokratie der Behörden.

Unbedingt sollten die Gäste aber an ihrer

Kunst festhalten und dabei auf ihren Glauben

vertrauen.


ESU-Präsident Albert Ritter (rechts) im Gespräch mit Papst Benedikt.

In einer Privataudienz hat Papst Benedikt

XVI. am 1. Dezember 2012 im Vatikan eine

Delegation von Schaustellern und Circuskünstlern

aus Europa und den USA empfangen.

Der Heilige Vater lobte die „Uneigennützigkeit”

eines Gewerbes, das sich

nicht von wirtschaftlichen Überlegungen

beherrschen lasse. Der Präsident der Europäischen

Schausteller-Union, Albert

Ritter, überreichte Papst Benedikt im Namen

aller europäischen Schausteller ein

Karussellpferd mit dem Originalwappen

des Heiligen Vaters.

Auf Einladung des „Päpstlichen Rates der

Seelsorge für Migranten und Menschen

unterwegs” und aus Anlass des „Jahres

des Glaubens” hatten zahlreiche Vertreter

von nationalen ESU-Verbänden an der

Wallfahrt in die Ewige Stadt teilgenommen.

Die Feierlichkeiten begannen am 30. November

2012 mit einer Heiligen Messe in

der Basilika Sankt Peter, geleitet von

S.Em. Kardinal Antonio Maria Vegliò, Präsident

des Päpstlichen Rates der Seelsorge

für die Migranten und Menschen unterwegs.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer

auf der Piazza del Popolo zu einem festlichen

Beisammensein mit Veranstaltungen

und Musik.

Angeführt von den Traditionsfahnen der

europäischen Schaustellerverbände startete

am nächsten Morgen eine bunte Parade

mit tausenden von Schaustellern und

Circusangehörigen von der Engelsburg

zum Petersplatz. In der Audienzhalle empfing

sie Benedikt XVI. Der Papst sagte, die

Kirche erfreue sich am „Einsatz, den ihr

zeigt, und schätzt die Treue zu Traditionen,

auf die ihr zu Recht stolz seid. Die Kirche,

die wie auch ihr, Pilgerin in dieser Welt ist,


Präsident Ritter überreicht dem Heiligen Vater

das Geschenk der europäischen Schausteller.

Im Rahmen der Privataudienz hatte ESU-

Präsident Albert Ritter Gelegenheit, mit

Papst Benedikt die Probleme der europäischen

Schausteller zu besprechen. Am

Vortag fand bereits ein längeres Arbeitsgespräch

mit Kardinal Antonio Maria Vegliò

statt. „Wir wollen, dass die UNESCO

Volksfeste als immaterielles Kulturgut anerkennt,

und bauen auf die Unterstützung

des Migrantenrats”, erklärte Ritter. Ratspräsident

Kardinal Antonio Maria Veglio

habe seine Unterstützung signalisiert.

(Fotos: fotografiafelici)

IMPRESSUM

Herausgeber:

Europäische Schausteller-Union (ESU)

________________________

Verantwortlich für den Inhalt:

Albert Ritter, rittera@dsbev.de

________________________

Redaktion:

Christoph Jansen, jansenc@dsbev.de

________________________

Anschrift:

Europäische Schausteller-Union

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MESSE

Die Plastik vor dem

Eingang der Messehalle

zeigt es: Nach einem Tief

kommt der Aufschwung!

Es war eine gute bis durchweg

interessante Messe, und es gab,

wie in fast jedem Jahr, einen offiziell

neuen Besucherrekord zu

vermelden: 25.800, ein Plus von

2,7 %. Doch gefühlt kam dieses

Mehr an Fachbesuchern bei dem

einen oder anderen Aussteller

nicht an. Während sich insbesondere

amerikanische Hersteller

sehr zufrieden in Orlando

zeigten, bescheinigten hingegen

europäische Firmen der diesjährigen

EAS in Berlin einen

besseren Verlauf. Allgemein

wurde insbesondere das weitgehende

Fernbleiben von westund

osteuropäischen Betreibern

zur Kenntnis genommen.

Text:

Photos:

IAAPA

Frank Lanfer

Frank Lanfer und alle Hersteller

und Parks, die es gibt

Die IAAPA vereint 4.500 Unternehmen

aus über 90

Ländern, darunter mehr als

1.000 Freizeitparks, die von

rund 1 Mrd. Menschen jährlich

besucht werden und einen

Gesamtumsatz von über 30

Mrd. US-$ machen. Diese

Zahlen unterstreichen eindrucksvoll,

dass die weltweite

Freizeitparkindustrie zu den

wichtigsten Wirtschaftsfaktoren

zählt und weiterhin ein

Wachstumsmotor ist. ■

IAAPA Expo 2012

Jedoch bleibt die IAAPA Attractions Expo 2012 in

durchaus positiver Erinnerung. Denn neben den

Neuheiten und Projekten, über die wir auf den folgenden

Seiten berichten (sofern noch nicht im Rahmen

unserer IAAPA Asia- und EAS-Messerückblicke geschehen;

siehe KPR 9/2012 und 11/2012), wurde nun

endlich auch auf der weltweit größten Fachmesse für

Freizeittechnologie gegen Produktpiraterie vorgegangen

– und zwar drastisch! Zu verdanken ist dies einer

Klage von Zamperla gegen zwei chinesische Hersteller.

Über Monate hinweg hatte man Beijing Jiuhua und

den Big-Player Golden Horse beobachten lassen und

sogar Kaufabsichten fingiert, um so letztendlich auch

Videobeweise mit versteckter Kamera vorlegen zu

können. Und als in Orlando nun abermals Prospekte

und Fotos mit Vergnügungsanlagen anderer Hersteller

als den eigenen offeriert wurden, ließ die IAAPA den

Zugriff zu: FBI-Beamte in Zivil nahmen die Verantwortlichen

fest und verhängten offiziell das Strafmaß in

Höhe von insgesamt 138 Millionen US-Dollar! Andere

(chinesische) Aussteller schien das jedoch kalt zu

lassen, und so gab es auch nach diesem Akt noch die

ein oder andere originalgetreue Kopie auf der Messe

zu entdecken. Trotzdem: Diese Aktion hat gezeigt,

dass der letztjährigen Ankündigung von IAAPA-Chef

Chip Cleary, der Ende 2012 seinen Posten räumt und

in die Privatwirtschaft wechselt, Taten folgen und billigen

(und mitunter gefährlichen) Raubkopien endlich

der Kampf angesagt ist.

Und ein weiterer positiver Trend: Das diesjährige Außengelände

war annähernd doppelt so groß wie die

Jahre zuvor! Allerdings ist das auch damit zu erklären,

dass man eine große Zahl der Inflatable-Hersteller

nach draußen verbannt hat. Dennoch war die Zahl der

fahrbereit aufgestellten Attraktionen ansprechend –

darunter drei sogenannte „Ziplines” (plus fünf weitere

Anbieter in der Halle!), ein Attraktionstyp, der dem

einer Seilrutsche entspricht, die man in Europa auf

eigentlich jedem gut ausgestatteten Kinderspielplatz

findet.

Roland Mack übergibt das

IAAPA-Zepter an Will Morey

60


Skyline

Eines der interessanteren Zipline-Projekte wird Juni

2013 in Las Vegas eröffnet. Bereits seit einem Jahr

verläuft unter den riesigen Bildschirmen des Fremont

Street Experience, die allabendlich für eine großartige

und viel bestaunte Illumination sorgen, eine temporäre

vierfache, je 600 Fuß lange Strecke unter dem künstlichen

Firmament. Diese hier beliebte Attraktion soll

nun ab nächstes Jahr fest installiert werden, und die

Startrampe soll als 37 Meter hoher Spielautomat

thematisiert werden. „SlotZilla” soll dann über vier

Strecken verfügen: Jeweils vier starten von ganz oben

(30 Meter) und haben eine Länge von je 500 Metern;

und auch aus 21 Metern Höhe werden vier 260 Meter

lange Strecken gestartet.

Adventa

Auch zur Gruppe der „Ziplines” kann man das „Human

Coaster”-Konzept von Adventa zählen. Denn wie bei

den unzählig anderen Anbietern dieser Art des Vergnügens

hängt auch hier eine Person an einem Strick

mit Karabinerhaken. Allerdings gibt es hier kein von

Baum zu Baum beziehungsweise von Turm zu Turm

gespanntes Tragseil, sondern einen Dreigurtträger

aus Stahl. Dadurch hängt das Seil ergo die Fahrbahn

nicht durch, und dadurch können sogar leichte Abfahrten

in die Strecke eingebaut werden.

Skyride Technology

Ein neuer Anbieter in der Freizeitindustrie ist der Erfinder

der Rollerblades, Scott Olson. Seine Intention zum

Einstieg in diese Branche: „I want to merge fitness into

the amusement industry.” Während die Idee einer mit

Muskelkraft bewegten Gondel auf beziehungsweise

unter Schienen nicht gerade eine neue Erfindung ist,

liegt hier jedoch der sportliche Aspekt im Vordergrund.

Anders als die oftmals schwergängigen Vehikel bekannter

Anlagen ist die Leichtbauweise und direkte

Kraftübertragung erwähnenswert, so dass auf mehrfachgeführten

Strecken auch Wettrennen möglich

sind. Weiterhin können die Einzelvehikel entweder per

Fahrrad-, Handkurbel oder Ruderzug bewegt und per

Hebel sogar Abzweigungen individuell genommen

werden. Außerdem kann sich Scott Olson auch den

Einsatz in urbaner Umgebung vorstellen – kein Wunder,

gibt es in nordamerikanischen Städten doch nicht

wie in Europa die üblichen Fahrradwege.

Das diesjährige Außengelände;

in der Bildmitte eine

Luftdruckhalle von Lindstrand

Endlich! In diesem Jahr

wurde hart durchgegriffen

61


Den wahrscheinlich

schönsten Messestand hatte

einmal mehr Theming And

Animatronics Industries (TAA)

errichtet – und von hier aus

hatte man zudem den besten

Blick auf das Messegeschehen

FantaWild

Und einen weiterer Messetrend gab es in Orlando:

Immer mehr Parkgruppen mischen sich unter die Aussteller!

Die chinesische FantaWild-Gruppe ist schon

seit einigen Jahren auf der IAAPA Expo präsent, da

man zunächst als Hersteller von 3D- und 4D-Attraktionen

begann, bevor man selbst eigene Parks zu errichten

begann. Mittlerweile ist die Gruppe auf sieben

chinesische Parks angewachsen und bald soll ein weiterer

in den Vereinigten Arabischen Emiraten folgen

(wir berichteten). Den Grund der Messepräsenz sieht

das Unternehmen sowohl im Verkauf der eigenen Produkte

als auch im Gesuch von Geschäftspartnern und

finanziellen Beteiligungen, da man, angeregt durch

den immensen Nachholbedarf und finanziellen Erfolg

innerhalb Asiens, jährlich fünf neue Parks eröffnen will.

OCT Group

Genau anders herum verhält es sich mit der chinesischen

Overseas Chinese Town Group (OCT), die als

Parkgruppe begann und auch schon seit einigen

Jahren auf der IAAPA Expo präsent ist, um Investoren

zu werben. Erst seit kurzer Zeit bietet die Tochtergesellschaft

OCT Vision Inc. auch eigene Fahrgeschäftsentwicklungen

für andere Parkbetreiber an, so

zum Beispiel die Idee eines Indoor-Freifallturms mit

doppelstöckiger Rundgondel. Der 20 bis 30 Meter

Einen Prototyp errichtete

Scott Olson im eigenen Garten

Konzepte für mögliche

„Skyride”-Einsatzorte

62


hohe „Vision Drop Ride” für zweimal 30 Personen ist

umgeben von einer riesigen Leinwand. Der Fahrgastträger

bewegt sich simultan zu den Filmsequenzen

und kann natürlich auch echte freie Fälle bieten.

Wanda Group

Chinas größte Immobiliengruppe wurde 1988 gegründet

und erwirtschaftet einen jährlichen Ertrag in Höhe

von 17 Milliarden US-Dollar. Zum chinesischen Unternehmen,

das erstmals auf der IAAPA Expo vertreten

war, gehören unter anderem 40 sogenannte Wanda-

Plazas (moderne Shoppingmalls in Innenstadtlage),

26 Fünfsternehotels und 730 Kinosäle in China. Bis

2015 will man zur größten Immobiliengruppe aufsteigen

und 120 Wanda-Plazas betreiben.

Auch zwei große Erlebnisdestinationen sind in Vorbereitung

und sollen zusammen mit dem kanadischen

Designbüro Forrec realisiert werden. In Jinghong City

in der Yunnan-Provinz entsteht das Sipsongpanna International

Tourism Vacation District. Auf einer Gesamtfläche

von sechs Quadratkilometern sollen zehn

Hotels, ein Naturtheater, ein Stadtviertel mit Restaurations-

und Ausgehmöglichkeiten

und ein 63

Hektar großer Themenpark

errichtet werden.

Im nördlichen Dalian ist

ebenfalls ein International

Tourism Vacation

District in Planung. Hier

soll auf insgesamt 9,5

Quadratkilometern das

größte chinesische Freizeitresort

entstehen. Neben einem gigantischen Show

Theatre, einem künstlichen Stadtviertel mit Einkaufsund

Unterhaltungsmöglichkeiten, Häusern, Wohnungen

und 14 Hotels ist der 183 Hektar große Film & Television

Cultural Park (inklusive Indoorpark) geplant.

Weiterhin will man den mit 300.000 Quadratmetern

größten Indoor-Amusementpark der Welt realisieren.

Beinhalten soll dieser einen Filmpark, einen Freizeitpark,

einen Wasserpark und eine Shoppingmall.

Zwei Projekte der Wanda Group in Jinghong

City (oben) und in Dalian (Abbildungen rechts)

Ein neues „Zipline”-Konzept von Adventa

Die „SlotZilla”-Ziplines in Las Vegas

63


Ein Indoorpark-Projekt von

OCT (oben) und das Konzept

des „Vision Drop Ride”

Das 30 Kilometer südlich

vom Zentrum Moskaus geplante

Parkprojekt hat nicht nur zufällig

die Form Russlands / rechtes

Foto: Die russische Delegation

um Alexander Tazetdinov

Russia Park

Auch in Russland ist man auf der Suche nach potenziellen

Investoren, denn der Russia Park soll als Public

Private Partnership entstehen. Jedoch ist laut Alexander

Tazetdinov die riesige Unternehmung vollkommen

abgesichert dank politischer Unterstützung durch

Russlands Präsidenten Vladimir Putin, der den Russia

Park als Projekt nationaler Wichtigkeit ausgerufen hat.

Während allem Anschein nach der traditionsreiche

und weltberühmte Gorki Park im Herzen Moskaus reduziert

und der Amusementpart vielleicht gar gänzlich

geschlossen werden soll, garantieren politische Bürgschaften

in Höhe von einer Milliarde US-Dollar die Realisierung

und den Betrieb des neuen Freizeitresorts

rund 30 Kilometer vor den Toren Moskaus (und in direkter

Nachbarschaft des internationalen Flughafens).

Auf mehr als 1.000 Hektar soll nicht nur ein Freizeitpark

mit rund 50 Attraktionen entstehen, sondern auch

ein Safaripark, ein Botanischer Garten und eine ganztägige

und allabendliche Amüsiermeile mit Restaurants,

Hotels und Konferenz- und Ausstellungszentrum.

Ganz besonderes Augenmerk richtet sich aber

vor allem auf das Russia Miniland, das die zwölfhundertjährige

russische Geschichte aller Regionen darstellen

soll.

Ende 2013 wird entschieden, welche internationalen

Bieter den Zuschlag erhalten, um im Anschluss daran

im Rahmen des Public Private Partnerships die Ausschreibungen

durchzuführen. Zwischen 2015 und

2020 ist die Konzept- und Realisierungsphase geplant.

Eröffnung ist für das Jahr 2020 vorgesehen, und

in den ersten 25 Betriebsjahren bleiben alle internationalen

Investoren beteiligt.

Village Roadshow Limited

Nachdem der Wasserpark Wet ‘n’ Wild in Las Vegas

im Jahr 2004 seine Tore geschlossen hatte, um Platz

für einen neuen Hotelkomplex zu machen, soll bald

schon ein neuer, gleichnamiger Wasserpark errichtet

werden – allerdings mehrere Blocks entfernt vom ursprünglichen

Standort. Am Rande der Glücksspielmetropole

wird der australische Konzern Village

Roadshow Limited (VRL) den 16 Hektar großen Park

aus der Einöde stampfen und endlich wieder für sicherlich

wohltuend erfrischende Abkühlungen inmitten

der staubtrockenen Wüste Nevadas sorgen. Der

Park soll für eine Summe von insgesamt 24,5 Mio. Euro

errichtet werden (51 % hält VRL) und jährlich 650.000

Besucher anlocken. Alle 24 Wasserrutschen liefert

WhitewaterWest.

64


Laut Robert Kirby hat VRL mit seinen australischen

Parks im Jahr 2012 ein Vorsteuerergebnis in Höhe von

154,7 Millionen AU$ (123 Millionen Euro) gemacht,

und bei VRL rechnet man mit mehr: „We see our theme

parks as not only our largest business; it is what we

call the new foundation business of VRL. Theme parks

will be the biggest engine of growth in the coming decade

and beyond.”

Polin

Fast ein Jahrzehnt lang gab es in der heißen Region in

und um Las Vegas weit und breit keinen einzigen Outdoor-Wasserpark

– doch nun werden in der Saison

2013 gleich zwei neue Wasserparks eröffnet. Denn neben

dem neuen Wet ‘n’ Wild ist auch die Cowabunga

Bay Las Vegas auf bestem Wege in die Realität. Die

Unternehmerfamilie Huish, sie betreibt bereits zwei

kleine Wasserparks in Utah und Washington, wird zusammen

mit Vegas Residential LLC den Wasserpark

auf einem neun Hektar großen Grundstück direkt neben

der Galleria Mall im Stadtteil Henderson errichten.

Die Eröffnung ist bereits für Frühjahr 2013 geplant, und

somit noch vor Wet ‘n’ Wild.

Und dabei hat man sich des Produktportfolios des türkischen

Herstellers Polin bedient: Unter den 24 Wasserrutschen

wie zum Beispiel die

sechsbahnige „Surfin’ U.S.A. Racing

Slide”, deren Strecke teilweise

sogar bis zu viereinhalb Meter

unterhalb des Bodenniveaus verläuft,

um eine Brücke zu unterqueren,

wird hier auch erstmals

die auf der IAAPA-Messe vorgestellte

„Surf Safari”-Rutsche errichtet.

Diese ist eine Art offene

Trichterrutsche in Parabel-Form.

Sie hat mit 22,5 Metern Länge und

17 Metern Höhe riesige Ausmaße,

und in ihr erleben die Rutschenden auf den Vierpersonenreifen

fast schwerelose Momente. Eine weitere

Besonderheit: Sowohl Wartende als auch andere Parkbesucher

können von oben beziehungsweise von vorn

in den Trichter reinschauen. Dem vorgeschaltet ist eine

Röhrenrutsche mit bis zu knapp 40° starkem Gefälle –

es geht also ziemlich rasant zur Sache. Alle Polin-Rutschen

werden natürlich in der brillanten und einfallsreichen

Farbgebung „Magic Shine” gefertigt.

Wet ’n’ Wild in Las Vegas

Cowabunga Bay in Las Vegas

Sohret Pakis präsentiert

die neue „Surf Safari”-Rutsche

65


MESSE

Polin, Art & Project

und 3DBA entwickelten

gemeinsam einen Indoor-

Wasserpark mit Ice-Age-

Thema

Die neuen Turm-Projekte

von Mondial: der transportable

„Sky Raiser” und der fest

installierte „Sky Seeker”

3DBA

Roger Houbens Firmenkonglomerat hat Zuwachs bekommen:

Gemeinsam mit dem italienischen Designbüro

Art & Project und dem türkischen Hersteller Polin

ist nun ein Wasserparkprojekt in Angriff genommen

worden. In Orlando wurde ein interessantes Konzept

eines Indoorparks vorgestellt, das – deshalb die Zusammenarbeit

mit 3DBA – thematisiert ist mit Charakteren

von Ice Age und RIO. Bereits Anfang 2016 soll

der 18.000 Quadratmeter große Thrills & Chills Waterpark

in China eröffnet werden. Zudem können die

Shoppingmall-Besucher aufgrund großer Fensterfronten

direkt in den Wasserpark reinschauen.

Mondial

Zwei durchaus interessante Aussichtsturm-Projekte

hat der niederländische Hersteller Mondial erstmal auf

der IAAPA-Messe vorgestellt:

„Sky Raiser” heißt das eine, und

am 84 Meter hohen Schaft klettert

eine klassische Rundgondel

für 60 Personen. Die benötigte

Grundfläche dieser transportablen

Attraktion liegt bei 26 mal

23 Metern. Es soll bereits ein

erster Kunde aus Deutschland

feststehen. Die zweite Neuheit

im Turmsegment heißt „Sky Seeker”

und basiert auf die aktuellen

Riesenkettenflieger „Wind Seeker”.

Hier jedoch wird der horizontale

Gondelkranz, der sich

um den 93 Meter hohen Turmschaft

dreht, mit Riesenradgondeln

bestückt.

abc rides

Die Auftragsbücher des Schweizer Herstellers abc

rides sind prall gefüllt, und insbesondere im Wasserbahnen-Segment

werden im Jahr 2013 diverse Anlagen

ausgeliefert. Beispielsweise geht eine neue Wildwasserbahn

nach Oberhausen, wo die Merlin Entertainments

Group soeben den neuartigen Ocean Adventure

Park errichtet, und für ein noch nicht näher

genanntes Dungeon (ebenfalls Merlin) wird ein „Raft

Race” gebaut.

Norwegens Kongeparken erhält eine Wildwasserbahn,

und eine „Wildwater Rafting”-Anlage geht an

den ostdeutschen Freizeitpark Plohn, die auf einem

langgestreckten Grundstück (45 mal 120 Meter) entsteht.

Die Länge dieser Anlage beträgt 360 Meter, die

Förderhöhe 19 Meter. Sechs achtsitzige Rundboote

kommen auf eine Kapazität von 720 Personen pro

Stunde.

66


Mack Rides

Mit der diesjährigen IAAPA Expo endete der Ehrenvorsitz

von Roland Mack – und damit sicherlich auch

die stets angenehme Anwesenheit diverser Miss Germanys,

die seit Jahren schon im Europa-Park gekürt

werden und Roland Mack bei Eröffnungen und Galaabenden

umschwärmten. Doch Mack wäre nicht

Mack, würde man die geballte Presseaufmerksamkeit

nicht nutzen, um ein neues Mack-Projekt zu umwerben.

In diesem Falle wurden während der IAAPA-Eröffnungszeremonie

einige Details zur neuen Europa-Park

Attraktion für 2014 bekanntgegeben, deren erster

Spatenstich nur wenige Tage vor Messebeginn stattfand.

„Arthur – The Ride”, thematisiert nach dem französischen

Animationsfilm „Arthur et les Minimoys” von

Luc Besson, wird mehrere Achterbahnvarianten kombinieren:

ein Powered Coaster mit hängenden, freischwingenden

und drehenden Gondeln und nach derzeitigem

Planungsstand Innen- und Außensequenzen.

Auf wilde Fahrfiguren wird verzichtet, da die Attraktion,

die eine 4D-ähnliche Ausstattung wie „Harry Potter

and the Forbidden Journey” erhalten soll, für Kinder

ab vier Jahren zugelassen ist.

Eine Wilde Maus von Mack Rides geht an die kalifornische

Knott’s Berry Farm (auf dem ehemaligen Standort

des 37 Meter hohen und nach nur zwölf Betriebsjahren

abgerissenen Watersplashs „Perilous Plunge”).

In Anlehnung an die riesige Holzachterbahn „Ghost

Rider” soll die 15 Meter hohe und 400 Meter lange

Anlage „Coast Rider” heißen.

Außerdem wird der bereits 2012 fertiggestellte Coaster

„Storm” im italienischen Etnaland im April 2013 eingeweiht.

Die Streckenlänge beträgt 800 Meter und die

Höhe 32 Meter.

Weitere anstehende Installationen für 2013 sind ein

Water Coaster für das chinesische Ocean Kingdom,

ein LSM-Coaster für das chinesische Happy Kingdom

und eine Wilde Maus und ein 1.056 Meter langer, 38

Meter hoher Launch Coaster für den russischen Sochi

Park Adventureland.

Intamin

Auf mehr als volle Auftragsbücher kann der Schweizer

Hersteller Intamin bauen: Für Mai 2013 sind unter anderem

die Fertigstellung des 152 Meter hohen Aussichtsturms

„Top ‘O Texas Tower” für The State Fair of

Die neue Wilde Maus von

Mack in der Knott’s Berry Farm

Intamins Aussichtsturm

für The State Fair of Texas

Der vorläufige Bebauungsplan

für „Arthur – The Ride”

zeigt, dass das neue Gebäude

direkt am Mitarbeitergästehaus

anschließt und auf der anderen

Flussseite außerhalb der jetzigen

Parkgrenze liegt

67


Parkchef Henrik B. Nielsen

freut sich schon auf seine neue

Achterbahn, die einmalig in Europa

sein wird

Modell und Layout von

Intamins „Juvelen” im Djurs

Sommerland

Texas, eines 35 Meter hohen Coaster-Wheels und eines

Loopingcoasters für zwei nicht näher genannte

chinesische Parks, einer Halfpipe für das chinesische

Victory Kingdom, eines LSM-Coasters für die taiwanesische

EDA-World und die Auslieferung von drei

baugleichen, 850 Meter langen Zehnerloopingbahnen

geplant.

Auch europäische Freizeitparks erhalten 2013 neue

Intamin-Anlagen, denn einer der Zehnerloopings geht

an den neuen italienischen Filmpark Cinecittà World

bei Rom. Auch ein 20 Meter hoher Indoor-Coaster mit

Freifall-Sequenz wird dort installiert.

Zudem werden allein fünf Intamin-Attraktionen an das

neue türkische Vialand geliefert, das am 23. April eröffnen

will: Neben drei Wasseranlagen und einem Minetrain

wird hier sicherlich Intamins Launch Coaster für

Aufsehen sorgen, denn aus Platzgründen wird die 40

Meter hohe Top-Hat-Figur überhalb einer 20 Meter

hohen Klippe platziert!

Ein weiteres Highlight aus europäischer Sicht ist die

Eröffnung einer neuartigen Anlage im dänischen Djurs

Sommerland: Europas erster Coaster mit zwei Katapult-Segmenten.

Sascha Czibulka von Intamin: „Parkchef

Nielsen war nach einer Probefahrt auf

‘Cheetah Hunt’ im Busch Gardens Tampa

so begeistert, dass er solch eine Achterbahn

auch haben wollte.” Eine Nummer

kleiner und mit neuartigen Zügen ausgestattet

– dieselbe Sitzposition wie beim „Jet

Rescue”-Coaster in der australischen Sea

World –, wird dies nun Wirklichkeit. Henrik

B. Nielsen: „Die offenen Quads ohne lästige

Sicherheitsbügel am Oberkörper und

die spezielle bodennahe Schienenführung

mit vielen seitlichen Umkehrschwüngen

schaffen die Illusion einer unglaublich

schnellen Fahrt. ‘The Jewel’ ist wie keine

andere Bahn in Europa. Ich bin mir sicher,

dass wir 2013 einen neuen Besucherrekord

aufstellen werden.” Dabei hat „Juvelen” eine

Streckenlänge von knapp einem Kilometer

und wird per Reibradantrieb auf bis zu 85 Stundenkilometer

beschleunigt. In den zwei Zügen, bestehend

aus acht zweisitzigen Quads, dürfen Besucher

ab einer Körpergröße von 120 Zentimetern Platz nehmen.

Die Attraktion wird auf einer 1,2 Hektar großen

Erweiterungsfläche dem mexikanischen Themenland

angegliedert – bei der beabsichtigten Maya-Thematisierung

mit Tempeln, Pyramiden, Wasserfällen und

Dschungeldickicht dürfte es auch optisch ein Hochgenuss

werden.

Für den Filmpark Cinecittà World bei Rom, der 2013 eröffnet

werden soll, baut Intamin einen Indoor Coaster mit Freifall

68


Vekoma

Über die meisten Attraktionen, die der niederländische

Hersteller Vekoma in den Jahren 2013 und 2014 bauen

wird, berichteten wir in den zurückliegenden Ausgaben.

Hinzu kommen noch folgende Meldungen: Im

Frühjahr 2013 wird ein spektakuläres Simulationskino

von Brogent/Vekoma an den Start gehen. In der kanadischen

Stadt Vancouver gibt es dann – in Anlehnung

an die Disney-Attraktion „Soarin’ Over California” – ein

sehr ähnliches Suspended-Kino namens „Fly Over

Canada”. Ein weiterer Suspended Looping Coaster im

Standard-Layout wird im irakischen Amusementpark

Al Zaawra in Bagdad errichtet werden. Und in der

ukrainischen Hauptstadt Kiew wird ein 460 Meter

langer Family Coaster installiert.

Wie schon unlängst von Premier Rides und Polin bekannt

gegeben, so ist auch Vekoma an der Ausstattung

des Indoorparks für die bei der Eröffnung größten

Shoppingmall der Welt, der Berjaya Great Mall of

China nahe Peking, beteiligt und wird zwei Achterbahnen

liefern. Neben einem custom-designed „Motorbike

Launch Coaster” wird es auch einen neuartigen

„Sit Down Looping Coaster Dive Pretzel” geben.

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen sehr

kompakten und vertikalen Coaster, der eigentlich für

den Orlando Thrill Park geplant gewesen war, nun aber

in abgeänderter Form in China als Indooranlage realisiert

wird.

Zamperla

In der Messehalle war es einmal mehr der italienische

Hersteller, der die größte fahrbereite Attraktion ausgestellt

hatte. In diesem Jahr war es ein transportabler,

achtarmiger „Air Race”, so wie er für Lagoon Park produziert

worden ist und je einmal für einen kolumbianischen

Park produziert wird.

Kleinere, sechsarmige Anlagen

dieser Art gehen an die Al Hokair

Gruppe nach Saudi-Arabien,

in die Action Zone nach Florida,

in die Dreamworld nach

Australien und in den Tivoli

nach Dänemark.

Zwei Anlagen des neu vorgestellen

Wasserkarussells „Watermania”

werden in der kommenden

Saison als „Bath Battle”

im eigenen Coney Island

Park errichtet.

Zudem ist ein „MotoCoaster” von Zamperla namens

„Speed Shuttle” für den chinesischen Park Window of

the World in Kaifu in der Produktion. Dieser wird 300

Meter lang und 3 Meter hoch sein. Ein 530 Meter langer

„Gravity Coaster” geht an OCT Shenzhen und ein

„Mine Train” an den indischen Water Walk Park. Insgesamt

liefert Zamperla im Jahr 2013 rund 100 Fahrgeschäfte

aus.

Das neue Flying-Kino von

Vekoma/Brogent eröffnet im

kanadischen Vancouver

Das neue und doppelte

Wasserkarussell von Zamperla

„Air Race” erregte große

Aufmerksamkeit unter den diesjährigen

Messebesuchern

69


Moser’s Rides vermeldete

den mehrmaligen Verkauf dieser

Schaukelanlage

So macht der Park Alton

Towers auf die neue Attraktion

aufmerksam, während ein im Internet

zu findendes, vorläufiges

Layout von „SW7” sehr für einen

Gerstlauer-Coaster spricht

Moser’s Rides

Ob mal mit, mal ohne Apostroph-S geschrieben, Moser

hatte auch in diesem Jahr eine fahrbereite Attraktion

aufgebaut. Dieses Mal allerdings einen noch nicht

gezeigten „Freestyler”, den man beispielsweise auch

in der Sega World in Tokio finden kann. Jede der zwei

Gondeln bietet Platz für zwei stehende Passagiere, die

in Schiffschaukelmanier eine Höhe von bis zu acht Metern

erreichen. Der Platzbedarf für eine solche Anlage

liegt bei neun mal zwölf Metern. Vier Anlagen wurden

jüngst verkauft: Je eine geht in die Ukraine (Donestk)

und nach Indonesien (Mike Holiday) und zwei nach

Rio de Janeiro.

Gerstlauer

Beim Hersteller gibt man sich wie

üblich bedeckt, aber immer mehr

sickerte in den letzten Wochen

durch, dass die neue geheimnisvolle

Schienenattraktion im englischen

Traditionspark Alton Towers

ein „Eurofighter” von Gerstlauer

sein wird. Natürlich eine den Kundenwünschen

und Platzverhältnissen

angepasste Version, ohne jedoch

mehr zu erfahren.

Zierer

China ist ein boomender und immer wichtiger werdender

Markt – natürlich auch für Zierer. Und deshalb

hat man viel Anstrengung in die speziellen Anforderungen

und teilweise anderen Sicherheitsstandards

der chinesischen CSEI-Norm gelegt. Beispielsweise

mussten die weit auskragenden Arme der „Jetski”-Anlagen

anders dimensioniert werden, um auch in China

zugelassen zu werden. Der Erfolg spricht für sich,

konnten doch nun schon mehrere Attraktionen verkauft

werden.

Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des Vertical

Drop Coasters „Verbolten” in den Busch Gardens Williamsburg

bestehen sieben ernsthafte Anfragen für

weitere Anlagen dieses Typs, bestätigt Jeroen Nijpels.

Ganz konkret wird aber eine neue Achterbahn im belgischen

Bellewaerde Park gebaut. Und dabei lässt

Parkchef Stefaan Lemey den „Huracan” genannten

Coaster zu sicherlich etwas ganz Besonderem machen.

Denn dieser wird in einer bestehenden Halle errichtet.

Es soll einen kleinen Darkride-Part geben, bevor

es mit dem Aufzug durch die sieben Meter hohe

Hallendecke 15 Meter hoch hinaus geht. Nach dem

First Drop draußen führt die 500 Meter lange Strecke

dann wieder ins Innere des Gebäudes, wo es Feuer-,

Sound- und Windeffekte geben wird. Zudem werden

die beiden 20-sitzigen Züge mit Onboard-Soundsy-

70


Gestaltung in Auftrag gegeben. Und auch Zierer ist am

türkischen Vialand-Projekt beteiligt und liefert einen

„Starshape”, einen „Wellenflieger” und einen „Jetski”

an den neuen Park.

Ferner wird Zierer eine Doppelturmanlage für Liseberg

errichten. Die beiden zwölf Meter hohen „Family Freefall

Tower” bieten bekanntermaßen sowohl freie Fälle

als auch Hopping an. Der Doppelturm wurde gewählt

aufgrund der Kapazitätsanforderungen (zweimal 10

Zugdesign und Eingang

für Bellewaerde Park

Auch Metallbau Emmeln

liefert eine Anlage an Liseberg

stem ausgestattet sein. Die Höchstgeschwindigkeit

liegt bei moderaten 50 Stundenkilometern und die Kapazität

bei knapp 1.000 Personen pro Stunde. Für die

Gesamtgestaltung zeichnet TAA verantwortlich; diese

soll sich sowohl außen als auch innen rund um die

Hochkultur der Mayas drehen.

Für den chinesischen Chimelong Park baut Zierer ein

„Kontiki XL” mit 40 Plätzen und eine vergrößerte Version

einer „Flying Fish”-Anlage mit 16 anstatt 12 Armen,

die als „Flying Dolphins” gestaltet wird. Der Hello

Kitty Park in Shanghai hat einen Wellenflieger im

Apfelbaum-Design bestellt, und der indonesische

Park Jaya Ancol in Jarkarta hat ein „Kontiki” in Ice-Age-

Sitze). Die Türme werden unterschiedlich thematisiert

sein, einer als Kran, der andere als Leuchtturm. Sie

sind eine von sieben Neuheiten im renovierten Kinderbereich

namens „Kaninlandet”.

Die Entwürfe für „Flying

Dolphin” und „Kontiki” für den

chinesischen Park Chimelong

Paradise

71


Eine der spektakulärsten

Neuentwicklungen im Achterbahnbau:

ein Shuttle Wooden

Coaster

Besonders stolz ist GCI

über den großen Erfolg von

„Wodan Timburcoaster” im

Europa-Park / Abbildung

rechts: Layout des 970 Meter

langen und knapp 33 Meter

hohen „Gold Striker” für California’s

Great America

Great Coasters Int.

Äußerst zufrieden mit dem Verlauf der diesjährigen

IAAPA Expo zeigte sich Chris Grey. Besonders viel Zuspruch

und eventuell drei Neuaufträge habe es aus

Südamerika gegeben. Ohnehin hat Great Coasters

auch auf den sich verändernden Markt reagiert und

zwei kleinere und somit kostengünstigere Holzachterbahnprojekte

entwickelt. Eines ist der nur 240 Meter

lange und sieben Meter hohe Kiddie Coaster. Und das

andere Projekt ist sogar eine Weltneuheit, denn bei einer

Realisierung wäre es der erste Shuttle Wooden Coaster!

Chris Grey: „Dahinter steckt die Idee, dass man

auch für ein geringes Budget einen ausgewachsenen

Coaster erhalten kann, weil die 305 Meter lange

Strecke ja zweimal abgefahren wird – einmal vorwärts

und einmal rückwärts.” Das wirkt sich auch auf die

benötigte Grundfläche aus, die mit 77 mal 36 Metern

für Holzachterbahnen eher bescheiden ist. Die beiden

Aufzüge des „Back Track Family Shuttle” sind 15 Meter

hoch und die maximale Geschwindigkeit liegt bei

50 Stundenkilometern. Da jedoch nur ein 20-sitziger

Zug eingesetzt werden kann, liegt die Kapazität bei

ungefähr 500 Personen pro Stunde.

Rocky Mountain Construction

Wir berichteten bereits ausführlich über den Bau der

ersten neuen Loopingbahn aus Holz, die 2013 als

„Outlaw Run” in der Silver Dollar City eröffnen wird.

Und nun wird das amerikanische Unternehmen, bei

dem auch der frühere Arrow-Designer Alan Schilke unter

Vertrag steht, eine vorhandene Holzachterbahn mit

einem neuen vorgefertigten Schienenbett aus Stahl

ausstatten und dabei auch im Streckenverlauf signifikante

Veränderungen vornehmen (ähnlich wie 2011

beim „Texas Giant” in Six Flags Over Georgia). Der

1992 errichtete „Rattler” in Six Flags Fiesta Texas erhält

im Laufe der Transformation von einem Wooden

Coaster in einen Hybrid Coaster einen atemberaubenden,

81° steilen und 52 Meter tiefen First Drop und

sogar eine Inversion.

72


MESSE

The Gravity Group

Trotz Abriss des missglückten Wooden Coasters mit

Looping „Son Of Beast” in Kings Island (Baujahr 2000)

scheint nun ein neuer Trend für Looping Woodies eingesetzt

zu haben. Denn auch The Gravity Group, Spezialist

für Hybridcoaster, ist mit einem solchen Projekt

betraut worden. Dabei handelt es sich um den Umbau

der existenten „Hades”, die die Firma 2005 für den

Park Mt. Olympus in Wisconsin gebaut hatte. Parkchef

Nick Laskaris will bei der 42 Meter hohen und 1.441

Meter langen Bahn lediglich eine 200 Meter lange Sequenz

nach dem Tunnel neu bauen lassen, wodurch

die Bahn etwas länger wird, vor allem aber eine 110°-

Kurve, ein Camelback und eine „Barrel Roll” erhält. In

Europa würde man diese Inversion vielleicht treffender

als „Revolution” bezeichnen – eine von unten angefahrene

Heartline-Rolle, in der es minimale positive g-

Kräfte gibt. Wie bei The Gravity Group üblich, wird die

tragende Konstruktion aus Stahl und die Schienen aus

12-schichtigem Holz mit Stahlauflage sein.

Die offizielle Vorstellung

des „Outlaw Run”-Zugs mit

(v.l.n.r.) Joel Manby und Brad

Thomas (beide Hershend Family

Intertainment) und Fred Grubb

und Alan Schilke von RMC

Die zwei von RMC angebotenen Schienenvarianten: links Holzbett mit massiver

Stahlauflage (wie bei „Outlaw Run”) und komplett vorgefertigtes I-Profil („Iron Rattler”)

Die zehn Jahre alte Holzachtebah „The Rattler” wird durch „Iron Rattler” ersetzt

Auch The Gravity

Group wird einen Loopingcoaster

aus Holz realisieren

73


Brian Morrow, Creative Director

SeaWorld Parks & Entertainment,

stellt die neue Attraktion

der kommenden Saison vor

Der Waterride von Hafema

im Toverland wird von TAA ansprechend

gestaltet

Hafema

Das niederländische Toverland wird auch 2013 kräftig

investieren, und zwar in eine Raftinganlage von Hafema.

Auf dem 450 Meter langen Rundkurs kommen

neun Boote zum Einsatz. Der Höhenunterschied zwischen

Start und Ziel beträgt fünfeinhalb Meter. Die

Thematisierung stammt von TAA.

Oceaneering

Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde eines der

Fahrzeuge, die zukünftig in der Attraktion „Antarctica,

Empire of the Penguin” in Sea-

World Orlando zum Einsatz kommen.

Diese Neuentwicklung des

kanadischen Herstellers entstand

in enger Zusammenarbeit mit

SeaWorld und funktioniert absolut

schienenlos, während sich die

achtsitzigen Wagen um 360° frei

drehen können. Das Besondere ist

auch, dass es zwar nur eine Be- und Entladeplattform

geben wird, aber zwei verschiedene Streckenabschnitte

zur Verfügung stehen werden. Die Reisenden

können auswählen, ob sie lieber ein Familienabenteuer

oder mehr Nervenkitzel in der unwirtlichen Umgebung

des eiskalten Kontinents haben möchten.

Für Seaworld Orlando ist es die größte Einzelinvestition

in der Geschichte. Eingebettet wird die neue Attraktion

in einen eigenen Themenbereich, der ein Restaurant,

ein Souvenirgeschäft und Pinguin-Habitate

beinhaltet. Standort ist inmitten des Parks selbst, auf

dem es zuvor ein Öko-Restaurant gab.

ETF

Der niederländische Hersteller bietet eine sehr ähnliche

Neuentwicklung für Darkrides an, die sogar noch

mehr kann: Das schienenlose sechssitzige Fahrzeug,

das auch in Orlando präsentiert wurde, kann nicht nur

vorwärts und rückwärts fahren und sich um sich selbst

drehen, sondern auch noch addierende Hub- und

Senkbewegungen vollführen, um Filmbilder mit Fahrbelebung

zu kombinieren.

Desweiteren gab Ruud Koppens bekannt, dass man

2013 an zehn Projekten beteiligt sei, darunter je ein

Darkride für die Legoland Discovery Centres in New

York und Ontario und weitere Anlagen in der Türkei,

Norwegen, Frankreich, Dubai und Südkorea. Außerdem

hat der schwedische Park Liseberg ein „Panorama

Pedal Plus” geordert, das Teil des neuen Kinderlands

„Kaninlandet” sein wird.

74


MESSE

Bild Mitte: Schienenlose

Gondel von ETF / Bild rechts:

Peter Schnabel und T. Harold

Hudson von Dynamic Attractions

vor einem Plakat ihres

schienenlosen Systems

Neu bei S&S-Sansei: frei

drehende Gondeln beim „4 th

Dimenstion Coaster” wie auch

beim „Free Fly”

Dynamic Attractions

S&S-Sansai

Und auch die Tochterfirma des kanadischen Unternehmens

Empire Industries bietet ein schienenlos geführtes

Fahrzeug für zum Beispiel Darkride-Attraktionen

an. Ihre allwettertauglichen AGVs (Automatic Guided

Vehicles) haben als Grundausstattung eine sehr

kompakte Bauweise, sind aber auch mit optionaler 2-

DOF-Motionplattform lieferbar, um sowohl Komplettdrehungen

als auch elektronisch (nicht hydraulisch)

geregelte Auf- und Abbewegungen vollführen zu können.

Versionen mit vier- bis 30-sitzigen Fahrzeugen

sind möglich. Die Orientierung erfolgt per lasergeführter

Navigation. Laut Aussagen von T. Harold Hudson

werden soeben drei derartige Systeme realisiert,

je eines in China, Mittlerem Osten und Europa.

Dynamic Attractions tritt zwar erst seit einem Jahr als

eigenständiger Freizeittechnologie-Hersteller auf, ist

aber in der Branche als Subunternehmen kein Unbekannter.

Denn seit jeher hat man für Premier Rides die

Schienen gefertigt und auch mit Disney und Universal

eng zusammengearbeitet, beispielsweise als hauptverantwortlicher

Hersteller

bei „Test Track” (Epcot), „Radiator

Springs Racers” (Disney’s

California Adventure),

„Soarin’ Over California” (in

zwei Disney-Parks) oder

„Harry Potter and the Forbidden

Journey” (Universal Islands

of Adventure). Aktuell

werden unter anderem zwei

„Soarin’”-Kinos für einen chinesischen

Park und je eine

„Harry Potter”-Attraktion mit

auf Schienen fahrenden

KUKA-Roboterarmen für Universal

Studios Japan (2014)

und Universal Studios Hollywood

(2014/15) realisiert.

Seit kurzem ist das japanische Unternehmen Sansai

Yusoki neuer Eigentümer des Herstellers S&S, der sich

zuvor in den Händen einer Private-Equity-Gruppe befand.

Nicht nur die Auftragslage ist gut (ein Launch

Coaster für den neuen chinesischen Park in Guangrao,

ein „El Loco”-Coaster für Circus Cirus in Las Vegas und

Freifalltürme für je einen chinesischen Park in Suzhou

und in Ningbo, für Dream Park in Mumbai, für das italienische

Etnaland und eine 70 Meter hohe Neuentwicklung

in einer 20-sitzigen Rundgondel für den

Olympiapark im russischen Sochi), sondern man hat

auch viele Ideen, Konzepte. Beispielsweise die Weiterentwicklung

des bislang nur einmalig im schwedischen

Skara Sommarland realisierten „Free Fly” Wing

Coasters. Unter der Bezeichnung „Free Fly X” bietet

man nun wesentlich freischwingendere Suspended-

Gondeln an, die sich auch bei entsprechender Streckenführung

überschlagen können. Und auch das

mittlerweile erfolgreiche „X”-Konzept, das ursprünglich

noch von Arrow und seinem Designer Alan Schil-

75


Rundfahrgeschäfte von

KAF Production und Chance

Rides (rechts)

Der „Starflyer” für die

Steel Pier in Atlantic City

ke entwickelt worden ist, will man um eine Alternative

erweitern, indem man nun kurze Züge (für je acht Personen)

mit freischwingenden Zweiergondeln anbietet.

Jedoch erinnert diese Fahrweise vielmehr an Intamins

„Zac Spin”-Coaster denn an einen „4th Dimension Coaster”

mit dritter Schiene, die für die Drehungen der

Sitzreihen verantwortlich ist.

KAF Production

Eine interessante Variante eines „Hopsers” präsentierte

die südkoreanische Firma. Denn der doppelreihige,

schnelldrehende Fahrgastträger wird vor einer

180°-Leinwand als Indoor-Anlage installiert und bietet

so sicherlich actionreiche und desillusionierende Erlebnisse.

Chance Rides

Ein sehr kompaktes transportables Rundfahrgeschäft

kommt vom US-amerikanischen Hersteller Chance Rides.

Eine 24 Personen fassende Scheibe dreht sich

mit bis zu 24 Umdrehungen pro Minute und wird in 65°

steile Position gebracht. Die Blickrichtung der Passagiere

ist nach außen, was sicherlich interessante und

extreme Fliehkräfte freisetzt. Ansonsten passiert nicht

viel. Außerdem wurde der Verkauf eines 60 Meter hohen

Riesenrades an Pigeon Forge in Seattle bekanntgegeben.

SplashTacular

Steelman Partners

Das in Las Vegas ansässige Architekturbüro ist vor allem

auf den Entwurf von Casinos und Themenparks

spezialisiert. Und auch hier spielt sich vieles im asiatischen

Raum ab, beispielsweise die Komplettplanung

des Megaresorts Galaxy Macau oder auch die des

Happyland Resort in Vietnam.

Doch bekanntlich hat Steelman Partners auch die

Renovierung und Neustrukturierung des historischen

Steel Pier in Atlantic City (US-Bundesstaat New Jersey)

übernommen. Die ersten großen Veränderungen

sind seit Mai 2012 zu sehen (siehe KPR 9/2012). Doch

auch in den kommenden Jahren ist einiges geplant,

beispielsweise wird 2013 ein 117 Meter hoher „Starflyer”

von Funtime und 2014 ein „Zac Spin”-Coaster

von Intamin errichtet.

Ride Entertainment

Der österreichische Hersteller Funtime war nur indirekt

auf der Messe anwesend (wenngleich Firmenchef

Walter Pondorfer selbst in Orlando war), und zwar in

Form des amerikanischen Handelsvertreters Ride Entertainment.

Die größte Neuheit des kommenden Jahres

wird der höchste Kettenflieger aller Zeiten sein. Offiziell

lässt der stolze Betreiber Six Flags Over Texas

die Höhe von 121 Metern verlautbaren. Auch der

Schwesterpark Six Flags Over Georgia erhält einen

„Starflyer”, allerdings mit einer Höhe von 73 Metern.

4D-Kino von Shenzen Advance

Intelligent

Einer der innovativsten Wasserrutschenhersteller ist

die amerikanische Firma SplashTacular. Neu für die

kommende Saison ist die „DownUnder”-Attraktion.

Hier starten von einer 70ft hohen Plattform sechs

Röhrenrutschen per Falltüren. Entweder können alle

Rutschenden einzeln, gleichzeitig oder im Revolver-

Rhythmus nacheinander gestartet werden. Gleich

zwei Anlagen dieser Art hat Six Flags geordert: Je eine

geht an Six Flags America in Maryland und an Six

Flags New England in Massachusetts, die dort unter

dem Namen „Bonzai Pipelines” betrieben werden sollen.

76


Shenzhen Advance Intelligent

Eine neue Art von Kinosimulator hat diese chinesische

Firma entwickelt. Denn hier befinden sich die Vierergondeln

(je zwei Personen Rücken an Rücken) an einer

Stütze, an der sie sich sowohl vertikal auf und ab

bewegen als auch horizontal um 360° gedreht werdden

können.

Shenzhen Yuanwang Cocotop

„Turtle Trek”-Attraktion im SeaWorld Orlando. Weiter im

Angebot befindet sich das Konzept eines „Flying Cinemas”,

wie es in anderer Bauweise beispielsweise

Disney betreibt.


SplashTacular konnte die

neue Wasserrutsche bereits an

zwei Six-Flags-Parks verkaufen

Der chinesische Hersteller aus Shenzhen ist Produzent

von 3D-Filmen und hat auf der diesjährigen IAA-

PA Expo ebenfalls eine neue Kinoattraktion vorgestellt,

bei der die Besucher auf einer transparenten Plattform

stehend komplett mit bewegenden Bildern umspielt

werden – also, wenn man so will, ist dieses totale Rundkino

das Vierfache der bekannten 180°-Kinos oder

auch das Doppelte der spektakulären und neuen

Erfinder Thomas Casey

stellte seine Ride-Idee „Rings

of Saturn” vor

Ein „Wing Coaster”-Zugteil

von B&M für Ocean Kingdom

Das Rundkino von Shenzen

Yuanwang Cocotop

77


COASTER

Eine rasante, aber

dennoch familienfreundliche

Streckenführung kennzeichnet

auch diese

Disney-Attraktion

2005 eröffnet das Disneyland

Hong Kong, das, im Vergleich zu

den vier bereits bestehenden

Parks, das bis dahin kleinste

Disneyland war. Der Grund: Der

Disneykonzern beziehungsweise

sein Partner in Hongkong

rechneten nicht mit zukünftigen

Besuchern vom Mainland China,

sondern konzentrierten sich bei

Planung und Projektierung nur

auf die Einwohner und Touristen

Hongkongs selbst. Dass dies eine

Fehleinschätzung war, zeigte

sich bereits kurz nach Eröffnung,

denn schon im zweiten

Jahr grenzte der Freizeitpark an

seiner Kapazität. Ein Ausbau

war also vorprogrammiert.

Big Grizzly Mountain Run

Text:

Stefan Peck

Nicht nur ein ganzer Themenbereich fehlt, sondern

auch signifikante Hauptattraktionen anderer Disneyparks,

darunter zum Beispiel die Familienachter-

eine Vergrößerung des Parks vorsah. Nördlich des

„Fantasyland” sollten drei kleinere Bereiche entstehen,

die zwar nicht mit der Größe der sonst üblichen The-

Photos:

René Pierre Thiebaut

bahn „Big Thunder Mountain Railway”, die Bootsfahrt

menbereiche vergleichbar sind, aber jeder sollte eine

„Pirates of the Carribean” oder auch die Wildwasser-

eigene Großattraktion beinhalten. Die Fertigstellung

bahn „Splash Mountain”. Um die Gesamtkapazität des

der neuen Attraktionen wurde in drei Phasen geplant.

Parks zu erhöhen, wurde ein Masterplan zur Erweite-

2011 erfolgte die Eröffnung des „Toy Story Land”, in

rung vorgelegt, der, anstatt in die vier bestehenden

dem, ähnlich wie in Paris, seither der Halfpipe-Coaster

Themenbereiche weitere Attraktionen zu integrieren,

„RC Racer” von Intamin eine Hauptrolle spielt.

In diesem Jahr fand auch der zweite Bauabschnitt

mit der Erweiterung um den Bereich „Grizzly

Gulch” seinen Abschluss. Das Fehlen des Wildwest-Themas

im Disneyland Hong Kong ist mit diesem

Areal ein wenig ausgeglichen worden. Allerdings

findet der Besucher hier keine typische Wild-

West-Stadt, sondern man hat sich auf ein kleineres,

amerikanisches Gebiet spezialisiert: Der Yellowstone

Park in Kalifornien stand hier Pate, und

insbesondere die Geysire des Nationalparks sind

besonders gut in Szene gesetzt. Die einzige Attraktion

ist hier die „Big Grizzly Mountain Runaway

Mine Cars” von Vekoma. Sie ist die dritte Achterbahn

im Disneyland Hong Kong und ähnelt, von der

Gestaltung und der Familientauglichkeit her, denen

in den anderen Parks der Disney-Gruppe. Allerdings

ist die chinesische Version eine Novität auf

diesem Sektor, da sie durch eine einzigartige Kom-

78


away Mine Cars

des Yellowstone. Der Zug fährt in

einen Minenschacht ein. Eine Weiche

setzt sich in Bewegung, um

nun zu einem anderen Streckenteil

zu führen. Es ist angenehm kühl

bination aus verschiedenen Elementen besticht: ein und ein wenig dunkel, die Bahn steht. Jetzt hören die

normaler Indoor-Kettenaufzug, ein weiterer Kettenaufzug

draußen, der allerdings im „Nichts” endet, um den len kracht es, Staub schießt an den Minenwagen vor-

Fahrgäste einen Countdown und aus dem Nebenstol-

Zug rückwärts hinabrauschen zu lassen, und zu guter bei, der durch eine Sprengung verursacht wurde. Dann

Letzt eine Abschusssequenz.

ein weiterer Knall und die Achterbahn wird aus der Mine

Aber alles der Reihe nach: Nachdem die Gepäckstücke katapultiert. Nun wieder in Vorwärtsfahrt, geht es in hoher

Geschwindigkeit an Geysire vorbei und um Felsen

in den Taschen an den Sitzreihen der Achterbahn verstaut

und die Haltebügel angelegt sind, kann der Fahrspaß

beginnen. Der Zug erklimmt zunächst langsam punkt gelangt.

herum, bis man nach einer Brücke wieder zum Start-

den Indoor-Kettenaufzug und die

Fahrgäste können dabei die künstliche

Canyon-Landschaft bewundern.

Nachdem der höchste Punkt

des „Grizzly Mountain” erreicht ist,

beschleunigt die Bahn und windet

sich um die Felsformationen. Dann

wird die Bahn ein zweites Mal auf

den Berg gezogen und bleibt für einen

kurzen Moment stehen, als

plötzlich das Seil des links befindlichen

Schwungrades, das den Zug

scheinbar hoch gezogen hat, reißt.

Zu spät, plötzlich setzt sich die Achterbahn

wieder in Bewegung, aber

rückwärts. Wieder geht es durch

enge, bodennahe Kurven und

durch die bizarre Kraterlandschaft

Die Gleise führen durch

eine Vielzahl an Tunnels und

über Brücken und ermöglichen

so die Interaktion der Gäste

79


Trotz Familienfreundlichkeit

dürfen natürlich auch nicht

spannende Abfahrten fehlen

Die Launchstrecke befindet

sich in einem Tunnel

Mehrere Tunnels und Brücken ermöglichen dabei einen

Streckenverlauf, der auch alle Zuschauer in das

Geschehen mit einbindet – mit dem Resultat, dass alle

Gäste die atemberaubende Attraktion von Vekoma mit

neugierigen Blicken verfolgen. Zudem liegen bis zu drei

Streckenabschnitte nebeneinander, so dass sich bisweilen

drei Züge begegnen können.

Ganz im Zeichen von Disney werden einzelne Streckenabschnitte

durch sehr schöne, technisch hervorragende

Animatronics bereichert. Die Bären in der

Mine betrachten die Fahrgäste als Eindringlinge in ihre

Bergwelt, und so wird auch der Launch von der

Bärenmutter gezündet. Ein wenig erinnern die Animatronics

in Kombination mit der Minenlandschaft an den

sehr beliebten „Splash Mountain”, dessen Thema im

europäischen Ausland nicht so bekannt ist, da es sich

um eine ältere Realfilmproduktion handelt, die nur in

Nordamerika einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte.

Der dritte und letzte Bauabschnitt der Parkerweiterung

wird im Frühjahr 2013 vollendet. Dann eröffnet der

kleine, eher asiatisch anmutende Themenbereich „Mystic

Point”. Da im jetzigen Park auch die Großattraktion

„Phantom Manor”, ein Darkride mit einem Endlossystem,

fehlt, wird zwar das gleiche Fahrsystem adaptiert,

aber eine gänzlich andere Geschichte erzählt. In

„Mystic Point” dreht es sich um eine Expedition eines

Weltenbummlers. Inwiefern die beiden neuen Konzepte

in den geplanten Disneypark in Shanghai Einzug finden

werden, ist noch unklar, da noch nicht alle Einzelheiten

über den im Bau befindlichen Park in Mainland

China bekannt sind.


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Die Burg der

Piratenlady „Mediterranea”

Das 1971 eröffnete Minitalia Leolandia

ist ein schöner, kleiner, in

der Nähe von Capriate, unweit

von Mailand und Bergamo, gelegener

Park. Sein Hauptmerkmal

ist, wie der Name verrät, eine

Nachbildung der italienischen

Halbinsel in großem Maßstab.

Besucher können durch jede

einzelne Region spazieren und

nicht nur einige der beliebtesten,

sondern auch der am wenigsten

bekannten Denkmäler und Naturwunder

Italiens bestaunen.

Neben diesen perfekten Reproduktionen

im Maßstab 1:50 lernen

Besucher auch etwas über

die Personen, die die Geschichte

dieses Landes geschrieben

und es weltweit bekannt gemacht

haben.

Mediterranea

Der Rest des Parks zeigt Fahrgeschäfte und Attraktionen

für die ganze Familie, die in fünf Themenbereiche

eingeteilt sind. „Cowboy Town” ist dem

Wilden Westen gewidmet, der „Leonardo’s Lands” genannte

Bereich Leonardo da Vinci, ein weiterer, genannt

„Expo 1906”, der internationalen Ausstellung,

die 1906 in Mailand stattfand, wieder ein anderer namens

„Minitalie & Animals” beinhaltet den Miniaturpark

und einen kleinen Zoo – und schließlich der Piraten

gewidmete Bereich, genannt „Pirates’ Bay”. Die

Tatsache, dass sich Minitalia Leolandia von 2007 bis

2010 im Besitz von Zamperla befand, erklärt, warum

alle Attraktionen im Park von diesem wichtigen italienischen

Hersteller stammen. Das hat sich auch mit

dem aktuellen Neuzugang „Mediterranea”, einem

Fahrgeschäft vom Typ „Splash Battle", im Bereich „Pirates’

Bay” nicht geändert. Laut Storyboard ist „Mediterranea"

der Name einer Furcht erregenden Piraten-

Text & Fotos:

Matteo Crepaldi

Die Bahn ist ein „Splash

Battle” von Zamperla

82


TOP ACT

Mit Wasserkanonen soll

der Schatz verteidigt werden

lady, die einen geheimen Schatz besitzt, den sie in ihrer

Burg, die gerade von der Flotte der italienischen

Marine angegriffen wird, versteckt. Zu deren Pech ist

diese Attacke aber nie erfolgreich, da die Besucher

von Minitalia Leolandia heimlich in die Mannschaften

der italienischen Schiffe geschmuggelt werden und

dort die (Wasser-) Kanonen gegen die anderen Schiffe

richten, um den Schatz zu retten.

Versteck im Dark Ride-Abschnitt

Alles in allem ist „Mediterranea" ein guter Neuzugang

für das Minitalia Leolandia und eine tolle Anlage für die

ganze Familie. Die Gestaltung, die zur nächsten Saison

fertiggestellt sein wird, ist schon jetzt beeindruckend:

Die Fahrzeuge der Anlage sind perfekte Nachbildungen

der Schiffe der Marine und Mediterraneas

Burg ist sehr gut gemacht. Jetzt bleibt nichts anderes,

als bis zum nächsten Jahr zu warten, um dieses Fahrerlebnis

zur Gänze zu genießen.


Die Nutzung der Wasserkanonen

im Außenbereich der

Anlage ist kostenpflichtig

Die Vorbereitung auf die Schlacht beginnt in

Mediterraneas Burg mit einem kurzen Dark

Ride-Abschnitt, der das Geheimversteck des

Schatzes zeigt, das zur nächsten Saison fertiggestellt

sein wird. Wieder zurück im Tageslicht,

entspricht das Layout einer typischen

„Splash Battle"-Wasserbahn mit vier Haarnadelkurven,

wodurch die Boote einander gegenüber

positioniert werden, so dass die Besucher

sich gegenseitig mit Wasser beschießen

können. Im Gegensatz zu anderen Fahrgeschäften

dieser Art gibt es hier keine Ziele

in der Dekoration, die Spezialeffekte auslösen.

Das Ausmaß des nassen Vergnügens wird allein

durch den Kampf der Besucher in den

verschiedenen Booten und der Zuschauer im

Außenbereich der Bahn, denen weitere Kanonen

zur Verfügung stehen, bestimmt. Die

schlechte Nachricht ist, dass die Nutzung der

Wasserkanonen im Außenbereich der Anlage

kostenpflichtig ist, die gute, dass der Preis nur

0,40 Euro beträgt.

83





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• 26789 Leer, Bahnhofsplatz

• 27472 Cuxhaven, Bahnhof Haus 1

✘ 27570 Bremerhaven, Friedrich-Ebert-Str. 73

• 27749 Delmenhorst, Wittekindstr. 10/ZOB

✘ 28195 Bremen, Bahnhofsplatz 15

• 28199 Bremen, im Flughafen, Flughafenallee 20

• 29221 Celle, Im Bahnhof, Bahnhofsplatz

• 29525 Uelzen, Am Bahnhof

• 30159 Hannover, Ernst-August-Platz 1

• 30669 Hannover, Flughafen, Terminal A

• 31134 Hildesheim, Bahnhofsplatz

• 31582 Nienburg, Bahnhofstraße

• 31785 Hameln, Bahnhofsplatz

• 32052 Herford, Bahnhofsplatz 1

• 32423 Minden, Bundesbahnhof 12

• 33102 Paderborn, Bahnhofstr. 29

• 33330 Gütersloh, Willy-Brandt-Platz-2

• 33602 Bielefeld, Hauptbahnhof

• 34117 Kassel, Bahnhofsplatz 1

• 34131 Kassel, Wilhelmshöher Allee 253

• 35037 Marburg, Bahnhofstr. 33

• 35390 Gießen, Bahnhofstr. 102

• 37073 Goettingen, Bahnhofsplatz 1

• 38102 Braunschweig, Berliner Platz 1

✘ 39104 Magdeburg, Bahnhofstr. 68

• 40210 Düsseldorf, Hauptbahnhof

• 41061 Mönchengladbach, Europaplatz

• 41236 Mönchengladbach, Bahnhofstr. 66

• 41460 Neuss, Presse & Buch im Bhf., Theodor-Heuss-Platz

• 41236 Mönchengladbach, Bahnhofstr.

• 42103 Wuppertal, Döppersberg 37

• 42277 Wuppertal, Berliner Platz 15

• 42283 Wuppertal, Winklerstraße 2

• 42859 Remscheid, Bahnhofsplatz 12

• 44137 Dortmund, Koenigswall 15

• 44629 Herne, Konrad-Adenauer-Platz

• 44649 Herne, Heinz-Rühmann-Platz

• 44787 Bochum, Buddenbergplatz, Süd-Ausgang

✘ 45127 Essen, Hauptbahnhof

• 45468 Mülheim, Dieter-aus-dem-Siepen-Platz 3

• 45657 Recklinghausen, Große Pferdekamp Str.

• 45879 Gelsenkirchen, Im Bahnhof

• 46045 Oberhausen, Hauptbahnhof

• 46395 Bocholt, Hindenburg Str. 1

• 46446 Emmerich, im Bahnhof

• 46535 Dinslaken, im Bahnhof

• 47051 Duisburg, Mercatorstr. 17

• 47798 Krefeld, Im Hauptbahnhof

• 48143 Münster, Berliner Platz

• 48431 Rheine, Hauptbahnhof 1

• 49074 Osnabrück, Im Bahnhof

• 49356 Diepholz, Am Bahnhof

• 50667 Köln, Bahnhof 1

50667 Köln, Trankgasse 11

• 50679 Köln-Deutz, Otto-Platz 7

• 52064 Aachen, Bahnhofsplatz 2a

• 52351 Düren, Hauptbahnhof

• 53111 Bonn, Am Hauptbahnhof

• 53173 Bonn-Bad Godesberg, Moltkestr. 43

• 53721 Siegburg, Europaplatz

• 53879 Euskirchen, Bahnhofstraße

• 54292 Trier, Bahnhofsplatz 1

• 55116 Mainz, Bahnhofsplatz 1

• 55543 Bad Kreuznach, Europaplatz

• 56068 Koblenz, Bahnhofsplatz 2

• 57072 Siegen, Am Bahnhof 16

• 58089 Hagen, Berliner Platz 3

• 58239 Schwerte, Bahnhofstraße 35

• 58452 Witten, Bergerstr. 35

• 58644 Iserlohn, Bahnhofsplatz 2

• 59065 Hamm, Willy-Brandt-Platz 1

• 59227 Ahlen, Bahnhofsplatz

• 59423 Unna, Bahnhofstr. 74

• 59494 Soest, Bahnhofstr. 2

• 59759 Arnsberg, Bahnhofstr. 136

✘ 60051 Frankfurt, Im Hauptbahnhof

• 60594 Frankfurt, Diesterwegplatz 51

• 61169 Friedberg, Hanauer Str. 44

• 63450 Hanau, Im Hauptbahnhof

• 63739 Aschaffenburg, Ludwigstr. 2, Hbf.

• 64293 Darmstadt, Platz der Deutschen Einheit

• 65190 Wiesbaden, Bahnhofsplatz 2

• 65428 Rüsselsheim, Im Hauptbahnhof

• 66111 Saarbrücken, Im Hauptbahnhof

• 66424 Homburg, Im Bahnhof

• 66538 Neunkirchen, Bahnhofstraße

• 66606 St. Wendel, Mommstr. 2, Bahnh.

• 66740 Saarlouis, Bahnhofsplatz 11

• 67434 Neustadt, Bahnhofsplatz 4

• 67547 Worms, Hauptbahnhof

✘ 67547 Worms, Bahnhofstr. 11

• 67655 Kaiserslautern, Bahnhofstraße 1

✘ 68161 Mannheim, Bahnhofsplatz 17

✘ 69115 Heidelberg 1, Willy-Brandt-Platz 5

✘ 70173 Stuttgart, Arnulf-Klett-Platz 2

• 70174 Stuttgart-Mitte, Th.-Heuss-Passagen

• 70372 Stuttgart/Bad Cannstatt, Bahnhofstr. 30

✘ 71032 Böblingen, Talstr. 18

• 71638 Ludwigsburg, Bahnhof 14-18

• 72072 Tübingen, Europaplatz 17

• 72764 Reutlingen, Bahnhofstr. 3

• 74321 Bietigheim, Bahnhofsplatz 1

• 74889 Sinsheim, Friedrichstr. 25

• 75175 Pforzheim, Bahnhofsplatz

✘ 76137 Karlsruhe, Bahnhofsplatz 1

• 76227 Karlsruhe, Hauptbahnstraße 1

• 76646 Bruchsal, Bahnhofsplatz 12

• 78462 Konstanz, Bahnhofsplatz 43

• 79098 Freiburg, Bismarckallee 3

✘ 80335 München, Hauptbahnhof, Arnulfstr. 3

✘ 81667 München, Orleansplatz 10

• 83209 Prien, Bahnhofplatz

• 84032 Landshut, Bahnhofsplatz

• 86150 Augsburg, Viktoriastraße 1

• 86154 Augsburg, Ulmer Str. 53

• 87435 Kempten, Bahnhofplatz

• 87509 Immenstadt, Bahnhofstr. 39

• 87527 Sonthofen, Bahnhofstraße

• 87561 Oberstdorf, Bahnhofsplatz 1

• 87700 Memmingen, Bahnhofstr. 3

• 89073 Ulm, Hauptbahnhof

• 89312 Günzburg, Bahnhofsplatz 5

✘ 90411 Nürnberg, Flughafenstraße 100

✘ 90443 Nürnberg, Im Hauptbahnhof

• 91207 Lauf, Bahnhofsplatz 1

• 92224 Amberg, Kaiser-Ludwig-Ring 5

• 92318 Neumarkt, Bahnlinie 5/HBF

• 92637 Weiden, Bahnhofstr. 28

• 94032 Passau, Bahnhofsplatz 29

• 94315 Straubing, Bahnhofsplatz 13

• 95028 Hof, Bahnhofsplatz 12

• 95444 Bayreuth, Bahnhofstr. 20

• 95615 Marktredwitz, Bahnhofsplatz 7

• 96052 Bamberg, Ludwigstraße 6

• 96215 Lichtenfels, Bahnhofsplatz

• 96450 Coburg, Lossaustr. 4

✘ 97070 Würzburg, Bahnhofstr. 4

• 97424 Schweinfurt, Im Bahnhof

• 99084 Erfurt, Willy-Brandt-Platz 12

88


Jeder folgt in seinem Leben einer Bahn.

Keiner weiß vorher, wann und wo sie endet.

Alle hinterlassen Spuren

und manche kreuzen unseren Weg.

Einige, die wir trafen, werden wir nicht vergessen.

Auch wenn sie für immer gehen,

in unseren Herzen und unserer Erinnerung

bleiben sie.

Wir nehmen Abschied von unserem Freund

Fritz Kinzler

Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie.

Familien Mack, Christian von Elverfeldt,

sowie die gesamte Belegschaft von Mack Rides

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Junkies, Technik-Passionierte und Kirmes- und Karussell-

Liebhaber.

iKIRMES just RIDE zeigt in 102 Minuten Video brilliant

aufgezeichnete und geschnittene Fahrsequenzen mit

vielen geschmackvollen Splitscreensequenzen.

iKIRMES just RIDE: 25 transportable Vergnügungsanlagen

und Achterbahnen von brandaktuellen

Anlagen bis hin zu beliebten Kirmes Klassikern.

Erstmalig gibt es auf der neuen iKIRMES just RIDE DVD

spektakuläre Zeitraffer-Aufnahmen vom Aufbau des

EUROPA RAD und THE TOWER.

Die Aufnahmen wurden im Jahr 2010 auf den Top

Kirmesplätzen in Deutschland und Luxemburg digital

gefilmt und hochwertig in voller 16:9 Auflösung editiert.

Film 01 | Major Rides 1:

Air Crash, Rocket, Flip Fly, XXL, Booster Maxxx,

Break Dance (Diebold), Circus Circus, Hexentanz,

Das Fun Schiff, Europa Rad, Jupiter Rad, Action House.

Laufzeit: 45:14 min

Film 02 | Major Rides 2 & Rollercoasters:

Spinning Racer, Alpina Bahn, Teststrecke, Olympia

Looping, Euro Coaster, Crazy Mouse, Take Off, Flipper

(Levy), Alpha 1, Octopussy, Air Maxx, Star Flyer 48.

Laufzeit: 40:47 min

Film 03 | Aufbau Europa Rad & The Tower:

Aufbauszenen EUROPA RAD (Kipp) als Zeitraffer, Auffahren

der Transporte von THE TOWER bei Nacht, Aufbau THE

TOWER (Blume) als Zeitraffer.

Laufzeit: 17:35 min

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Wir danken unseren Kunden und Freunden für die gute Zusammenarbeit

und freuen uns auf ein gemeinsames neues Jahr.

Für 2013 wünschen wir Ihnen Gesundheit, Glück und Erfolg!

Mit besten Grüßen Familie Andreas und Willi Dietz


DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN

DSB NACHRICHTEN

Deutscher Schaustellerbund e.V.

Spitzenorganisation des Schaustellergewerbes

Mitglied der Europäischen Schausteller-Union

JANUAR 2013

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Kirmesfreunde,

traditionell findet zu Beginn

des neuen Jahres der Delegiertentag

des Deutschen

Schaustellerbundes statt.

Das große Branchentreffen

steht vom 25. bis 27. Januar

2013 in Osnabrück unter

dem Motto „Volksfest –

Brauchtum – Leben”. Die

Delegierten aus den DSB-Mitgliedsverbänden kommen

in der europäischen Friedensstadt zusammen,

um aktuelle Fragen und Probleme des Schaustellergewerbes

und der Volksfeste zu beraten und zu

diskutieren. Einen Arbeitsschwerpunkt bilden die

Wahlen des Präsidiums und der Bundesfachberater.

Doch der Delegiertentag ist weit mehr als nur ein

Arbeitstreffen. Er ist das gesellschaftliche Schaustellerereignis

des Jahres. Der gastgebende Schaustellerverband

Weser Ems e.V. hat ein buntes und

attraktives Rahmenprogramm vorbereitet. Ob Großkundgebung,

Kommersabend, Damennachmittag

oder Osnabrück Party – die Gäste dürfen sich schon

heute auf ein großes Fest freuen.

Vor genau einem Jahr erschien in der Kirmes & Park

Revue die erste Ausgabe der DSB Nachrichten.

Seitdem informieren wir Sie jeden Monat über

Aktuelles aus unserer Verbandsarbeit, dem Schaustellergewerbe

und zu den Volksfesten. Die vielen positiven

Rückmeldungen freuen uns. Unser Anspruch

ist, unser Angebot für Sie immer weiter zu verbessern.

Wir sind daher für Ihre Anregungen und Kritik immer

dankbar.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins neue Jahr!

Wir sehen uns auf dem Volksfest!

Ihr Albert Ritter, Präsident

TERMINE

64. Delegiertentag in Osnabrück

■ 25. bis 27. Januar 2013

Jahresempfang Arbeitsgemeinschaft

der Schaustellervereine NRW in Düren

■ 22. Februar 2013

DSB-Hauptvorstand berät in Iserlohn

aktuelle Verbandsthemen

Einigkeit macht stark!

Der Hauptvorstand des Deutschen Schaustellerbundes

traf sich vom 16. bis 17.

November 2012 im westfälischen Iserlohn zu

seiner 176. Sitzung. Zum Abschluss der

Volksfestsaison standen eine Vielzahl von

aktuellen Fragen rund um das Schaustellergewerbe

und die Volksfeste auf der

Tagesordnung. Eingeladen zur Arbeitstagung

hatte der Schaustellerverein Iserlohn-

Schwerte e.V., der im vergangenen Jahr sein

90. Jubiläum feierte.

Zu Beginn der Vorstandssitzung informierten

das Präsidium und die Hauptgeschäftsführung

die Vorsitzenden der DSB-Mitgliedsverbände

über die Ergebnisse ihrer Gespräche auf europäischer,

Bundes-, Landes- und kommunaler

Ebene. Durch rechtzeitiges Intervenieren des

DSB konnten auch im Jahr 2012 die Interessen

der Schausteller wirksam vertreten und die

Volksfeste geschützt werden.

Ausführlich diskutierten die Vorstandsmitglieder

im Anschluss die Themen Sicherheitskonzepte

und Zukunftssicherung, Anerkennung der

Volksfeste als immaterielles Kulturgut, Ausnahmeregelungen

in Umweltzonen, Zulassungskriterien

für Volksfeste, Zusammenarbeit

mit der ZAV und die Entwicklungen in der

Bildungsarbeit. Im Bereich der Berufsfragen

standen die Änderung der Musterbauordnung

sowie die Diskussion um Sonderprüfungen und

ISO-Normen im Vordergrund. Der Stand der

Vorbereitungen zum Delegiertentag 2013 in

Osnabrück, die Einführung der Volksfest-App

sowie Aktuelles zu den Themen Marketing,

Öffentlichkeitsarbeit und Finanzfragen bildeten

weitere Schwerpunkte.

Besonders freuten sich das Präsidium und die

Vorsitzenden über die Teilnahme zahlreicher

junger Schaustellerkollegen des Arbeitskreises

Zukunft an der Hauptvorstandssitzung, die sich

immer wieder mit eigenen Wortmeldungen in

die Diskussion einbrachten. Kevin Kratzsch,

Leiter des AK Zukunft zog eine positive Bilanz

der bisherigen Aktivitäten des Arbeitskreises. In

dessen facebook-Gruppe sind derzeit über 700

junge Schausteller aktiv, tauschen sich täglich

aus und posten Beiträge aus dem Schaustellerleben.

Daran könne man sehen, dass hier

eine Generation heranwachse, auf die man sich

verlassen könne, so Kratzsch. Die Herausforderung

sei, den AK Zukunft für die jungen Leute

weiterhin attraktiv zu gestalten.

Jubiläumsfeier in der Rohrmeisterei

Aus Anlass seines 90. Verbandsjubiläums hatte

der Schaustellerverein Iserlohn-Schwerte am

Ende des ersten Arbeitstages die Schausteller

zu einer großen Jubiläumsfeier in die „Rohrmeisterei”

nach Schwerte eingeladen. Das

Kulturzentrum ist eng mit der Schaustellerei verbunden;

so diente es in früheren Zeiten den

DSB NACHRICHTEN

DSB NACHRICHTEN

DSB NACHRICHTEN


DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN

Schaustellern der Region als Winterquartier und

Reparaturstätte für ihre Geschäfte. Der Festabend

wurde mit dem traditionellen Fahneneinmarsch

eröffnet. Zahlreiche Vertreter aus

Politik und Verwaltung waren der Einladung zur

Jubiläumsveranstaltung gefolgt; unter ihnen

Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens,

Volker Fleige, Bürgermeister der Stadt Menden,

Jürgen Paul, stellvertretender Bürgermeister

von Schwerte und Manfred Wiedemann, stellvertretender

Bürgermeister von Kamen sowie

der ehemalige Innenminister des Landes

Nordrhein-Westfalen, Dr. Ingo Wolf. ■

Präsident Albert Ritter, Iserlohner Bürgermeister Dr.

Peter Paul Ahrens und Konstantin Müller, 1. Vorsitzender

des Schaustellervereins Iserlohn-Schwerte (v.l.)

Dezember 2000: Der Deutsche Bundestag beschließt den Antrag zur Sicherung der Volksfeste.

Der 7. Dezember 2000 war ein bedeutender

Tag für das deutsche Schaustellergewerbe

und die Volksfeste: Der Deutsche Bundestag

beschloss in Berlin den vom Deutschen

Schaustellerbund initiierten Antrag zur

Sicherung der Volksfeste und des Schaustellergewerbes.

Das Parlament stellte in dem

von allen Parteien getragenen Beschluss

fest, dass die deutsche Volksfestkultur mit

einer Fülle von tief im volkstümlichen

Brauchtum verwurzelten Jahrmärkten, Kirmessen

und Weihnachtsmärkten in ihrer Art

einzigartig auf der Welt sei. Die Volksfeste

seien wesentliches Kulturgut und als solches

von der Bundesregierung und der EU anerkannt

und schützenswert.

Dieses politische Statement war das Ergebnis

einer jahrelangen partnerschaftlichen Zusammenarbeit

zwischen dem DSB und der Politik.

Maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des

Bundestagsbeschlusses hatte der Tourismusausschuss

des Deutschen Bundestages. Er ist

für das Schaustellergewerbe das wichtigste poli-

Blick ins Plenum

Partner des DSB:

Der Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages

tische Gremium in Berlin. Tourismuspolitik ist in

Deutschland Teil der Wirtschaftspolitik. Erklärtes

tourismuspolitisches Ziel des Wirtschaftsressorts

ist es, die unternehmerische Eigenverantwortung

zu stärken und die Rahmenbedingungen

für die Tourismusbranche so zu

verbessern, dass sie im internationalen Wettbewerb

bestehen kann.

Zuständig für die Koordination aller Maßnahmen

ist der Beauftragte der Bundesregierung für

Mittelstand und Tourismus. Auf Parlamentsebene

macht sich der Ausschuss für Tourismus

als eigenes Gremium für eine positive Gestaltung

der Zukunftsbranche Tourismus stark.

Er fördert durch seine Arbeit die Entwicklung

und Vermarktung des Reiselands Deutschland.

Aufgaben des Ausschusses für Tourismus

Der Tourismusausschuss berät Gesetzentwürfe,

Anträge und Unterrichtungen, die das Plenum

des Deutschen Bundestags ihm überweist. Ist

der Ausschuss federführend, berichtet er dem

Plenum über den Beratungsverlauf sowie das

Dank an den Schaustellerverband Iserlohn-Schwerte

Beratungsergebnis und legt dem Bundestag

eine Beschlussempfehlung vor. Diese bildet die

Grundlage für das Votum im Parlament. Ist der

Ausschuss mitberatend beteiligt, leitet er sein

Votum an den federführenden Ausschuss weiter.

Regelmäßig nimmt der Ausschuss Berichte des

Wirtschaftsministeriums zu Themen der Tourismuswirtschaft

entgegen. Die Berichte spiegeln

ebenfalls die Bandbreite des Spektrums

wider, mit denen sich der Ausschuss befasst.

Der Tourismusausschuss kann aber auch auf

eigene Initiative hin tätig werden und aufgrund

des Selbstbefassungsrechts Themen aus dem

eigenen Geschäftsbereich ohne Überweisung

durch den Bundestag beraten oder sich durch

Minister, Botschafter, Interessenvertreter und

Experten informieren lassen.

Der Bundestagsausschuss für Tourismus ist der

zentrale Ansprechpartner des DSB im Deutschen

Bundestag. Dort ist man sich der

Bedeutung des Schaustellergewerbes sehr

wohl bewusst. Dies belegt nicht zuletzt die regelmäßige

Teilnahme von Ausschussmitgliedern an

den Großkundgebungen des Deutschen Schaustellerbundes.


Ernst Burgbacher, Tourismuspolitischer Sprecher der

Bundesregierung, auf der Großkundgebung des

Deutschen Schaustellerbundes 2010 in Düsseldorf.


DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN

Schaustellerparlament tagt in Osnabrück

64. Delegiertentag mit buntem Rahmenprogramm

Der Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes

ist die zentrale Jahresveranstaltung

der deutschen Schausteller.

Vom 25. bis 27. Januar 2013 findet in der

Volksfeststadt Osnabrück die 64. Sitzung

des Schaustellerparlaments statt.

Meinungsaustausch, Beratung und

Diskussion aktueller Themen und

Probleme und Themen bilden die

Grundpfeiler der Jahrestagung.

Darüber hinaus stehen die

Wahlen des Präsidiums und der

Bundesfachberater in Osnabrück

auf der Tagesordnung. Die Themen

Aus- und Weiterbildung von Schaustellerkindern

und -jugendlichen stellen

einen weiteren Arbeitsschwerpunkt dar.

Apropos Bildung: In diesem Jahr veranstaltet

der DSB erstmals einen eigenen Workshop

zum Thema Existenzgründung auf dem

Delegiertentag. Außerdem werden u.a. die

Jahresrückblick

KMK Länderkonferenz und der BERID

Arbeitskreis „Circus und Schausteller” den

Delegiertentag in der europäischen Friedensstadt

für ihre Fachsitzungen und Gespräche

mit Verbänden und Eltern nutzen. Das

Jahrestreffen des Deutschen Schaustellerbundes

hat zudem eine wichtige öffentliche

Bedeutung. Zur Großkundgebung am Freitag

25.01. werden, wie in den vergangenen

Jahren, prominente Vertreter aus Politik,

Wirtschaft und Verwaltung erwartet.

Die Organisation des großen Schausteller-

Treffens liegt in den bewährten Händen des

Schaustellerverbands Weser-Ems e.V. Das

Team um den 1. Vorsitzenden Otto

Cornelius hat ein attraktives Rahmenprogramm

vorbereitet und

begrüßt alle Gäste mit dem Motto

des 64. Delegiertentages:

„Volksfest – Brauchtum – Leben”. ■

Informationen zu

Hotelunterkünften:

Für Hotelreservierungen steht das

Tagungs- und Kongressbüro der Osnabrück

Marketing und Tourismus GmbH gerne zur

Verfügung. Ansprechpartnerin: Katrin Petersen.

Bierstraße 22-23, 49074 Osnabrück, Telefon

(0541) 323-4510, Fax (0541) 323-15 4510, E-

Mail: petersen@osnabrueck.de


Die Schausteller in Deutschland bewerten den

Verlauf der Volksfestsaison 2012 insgesamt

positiv. Umsatzeinbußen wegen des verregneten

Frühjahrs konnten im Sommer ausgeglichen

werden. Die Entwicklung der Besucherzahlen

auf den Volksfesten verläuft grundsätzlich

stabil. Während die großen Volksfeste weiterhin

das Publikum anziehen, berichten viele

Schausteller allerdings von schwindenden

Umsätzen bei kleinen Kirmes-Veranstaltungen

auf dem Land. Außerdem machen kleinen

Betrieben steigende Kosten für Energie, Treibstoff

und Standplätze zu schaffen. Volksfeste

sind kein Zuschussbetrieb, sondern ein

Gewinn für die Städte. Daher fordert der

Deutsche Schaustellerbund die Veranstalter

auf, die immense Gebührenbelastung für die

Schausteller zu senken.

Weiterhin kritisiert der DSB, dass sich das Bild

vieler Volksfeste in den letzten Jahren verändert

hat. So sieht man heute beispielsweise

immer weniger Kinderkarussells auf den

Plätzen. Der DSB wehrt sich gegen diese

Tendenz, weil so die Atmosphäre einer Kirmes

zerstört wird. Die Kirmes ist ein Familienfest

und muss für die Familien attraktiv bleiben.

Gegen eine zunehmende „Verballermannisierung”

der Volksfeste wird sich die Schaustellervertretung

auch in Zukunft zur Wehr set-

Volksfeste prägen das Gesicht der Innenstädte (Foto: H. Schimanzik)

zen. Gleiches gilt für den Kampf um das

Zulassungskriterium „bekannt und bewährt”.

Die Attraktivität eines Schaustellergeschäfts

orientiert sich nicht an seinem Baujahr oder

der Anzahl seiner Glühbirnen, sondern an

Dass Traditionsveranstaltungen sterben, wenn

sie aus den Zentren an die Stadtgrenzen verlegt

werden, ist keine Binsenweisheit, sondern

traurige Realität. Der Deutsche Schaustellerbund

bemüht sich daher darum, dass die

Leistungsmerkmalen wie Servicequalität, jahrhundertealten Volksfesttraditionen zukünftig

Sauberkeit oder Professionalität im Umgang

mit dem Publikum. Wenn der Schausteller auf

dem Volksfest gute Arbeit leistet, dann soll er

in die Liste des immateriellen UNESCO-

Weltkulturerbes aufgenommen werden. Das

würde helfen, eine Verlagerung heraus aus

auch im nächsten Jahr wieder dabei sein. den Innenstädten zu verhindern. ■


IMPRESSUM

Herausgeber: Deutscher Schaustellerbund e.V. (DSB)

Verantwortlich für den Inhalt: Albert Ritter, rittera@dsbev.de

Frank Hakelberg, hakelbergf@dsbev.de

Redaktion: Christoph Jansen, jansenc@dsbev.de

Anschrift: Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin

Telefon: 030 / 59 00 99 780, Fax: 030 / 59 00 99 787

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