26.02.2014 Aufrufe

rhw management Arbeitszeiten, Verdienst & Co. (Vorschau)

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hw<br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

B 3437 E<br />

6<br />

Juni 2013<br />

50. Jahrgang<br />

www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Das Fachmagazin für Führungskräfte in der Hauswirtschaft<br />

c<br />

Doris Demmel im Porträt<br />

„Viele Menschen<br />

brauchen uns!“<br />

1.660 Euro<br />

Vollzeit<br />

30,9 Std./Woche<br />

Bayerische Studie<br />

<strong>Arbeitszeiten</strong>,<br />

<strong>Verdienst</strong> & <strong>Co</strong>.<br />

Jahrestagung Berufsverband<br />

Hauswirtschaft<br />

im Quartier


[Die aktuelle DVD]<br />

Bodenreinigung für Profis<br />

Was ist entscheidend beim Kauf eines Staubsaugers? Welcher Mopp passt zu den Anforderungen<br />

in meiner Einrichtung? Und was ist bei den Wasch- und Folgekosten oder<br />

dem Werterhalt der Reinigungsutensilien und -geräte zu beachten? Diesen und vielen<br />

weiteren Fragen von <strong>rhw</strong>-Chefredakteur Robert Baumann stellt sich Uwe Richter, seit<br />

über 20 Jahren Schulungsleiter bei Numatic International, auf dieser DVD.<br />

Bodenreinigung für Profis<br />

Verlag Neuer Merkur<br />

ISBN 978-3-95409-011-2 • 17,90 Euro<br />

DVD • Laufzeit ca. 40 Minuten<br />

Produktionsjahr: 2013<br />

Jetzt bestellen:<br />

Telefon (0 79 53) 7 18 90 08 • E-Mail buchbestellung@fachbuchdirekt.de<br />

Versandkostenfrei über: www.fachbuchdirekt.de


Editorial<br />

Spannend wie ein Krimi<br />

Normalerweise liest man feiertags<br />

oder sonntags ja lieber Zeitung<br />

oder einen Krimi als eine 64-<br />

seitige Studie. Doch das war bei mir<br />

Anfang Mai anders: Nach einem Vorgespräch<br />

im Bayerischen Landwirtschaftsministerium<br />

wurde schnell<br />

klar, welche interessanten Ergebnisse<br />

die sogenannte „Bayerische<br />

Verbleibstudie 2013“ zu<br />

bieten hat. Endlich einmal<br />

gibt es zumindest<br />

für Bayern repräsentative<br />

Aussagen zum Verbleib<br />

der Absolventen,<br />

zu deren <strong>Verdienst</strong> sowie<br />

ihren Wünschen.<br />

Einige Ergebnisse finden<br />

Sie zum Nachlesen ab Seite 10 in<br />

dieser <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> zusammengefasst<br />

und grafisch aufbereitet.<br />

Wir führen das Thema in<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 7/2013 weiter<br />

fort.<br />

Was sind einige der interessanten<br />

Fakten? Einerseits die<br />

<strong>Verdienst</strong>spanne von 150 bis<br />

4.500 Euro brutto im Monat,<br />

aber auch die Zahl<br />

der zu betreuenden<br />

Personen im Betrieb,<br />

nämlich durchschnittlich<br />

immerhin 194.<br />

Und dass der Hauptarbeitsbereich<br />

mit<br />

rund 20 Prozent der<br />

fremde Privathaushalt ist (und nicht etwa<br />

Seniorenheime oder Krankenhäuser), das<br />

haben einige zwar geahnt, aber wohl nicht<br />

so klar erwartet.<br />

Positiv stimmt, dass der überwiegende<br />

Anteil den Beruf jederzeit wieder ergreifen<br />

würde, auch wenn es bei Ansehen<br />

und Bezahlung noch Baustellen gibt. Darüber<br />

möchten wir mit Ihnen ins Gespräch<br />

kommen – spätestens beim 15. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

am 21. Juni 2013 in Würzburg oder<br />

schon vorher schriftlich als Leserbriefe über<br />

unsere E-Mail:<br />

<strong>rhw</strong>.redaktion@vnn monline.de.<br />

Doch zunächst viel Spannung beim Lesen,<br />

Ihr<br />

Mehr zur Verbleibstudie beim<br />

15. <strong>rhw</strong>-Symposium in Würzburg<br />

Holen Sie sich Ihren Motivationsschub und diskutieren<br />

Sie mit am 21. Juni 2013 in Würzburg!<br />

Neu im Programm ab 9.45 Uhr: Hauswirtschaftsdirektorin<br />

Andrea Seidl vom Bayer. Landwirtschaftsministerium<br />

präsentiert erstmals der hauswirtschaftlichen<br />

Fachwelt weitere Ergebnisse der<br />

„Bayerischen Verbleibstudie 2013“.<br />

Anschließend gibt es noch eine Vertiefung zum<br />

Thema Personal mit Martina Feulner (Vorstand<br />

dgh), Ulrike Kluge (MdH Bayern) und Rhea Bredel<br />

(Kommunikationstrainerin).<br />

Fotos: Privat, Würzburg Tourismus<br />

v. l. n. r.:<br />

Andrea Seidl,<br />

Martina Feulner,<br />

Ulrike Kluge und<br />

Rhea Bredel<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2013 3


Inhalt<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2013<br />

Editorial 3<br />

Inhalt 4<br />

Wissen<br />

Thema des Monats 5<br />

Aktuelles 6<br />

Expertenforum<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten 8<br />

Hochinteressant: Die wichtigsten Ergebnisse<br />

der Bayerischen Verbleibstudie<br />

Ab Seite 10<br />

a<br />

a<br />

a<br />

Fachthema<br />

Was 1.100 Personen über<br />

Hauswirtschaft sagen 10<br />

Tischkultur ist Lebensart 14<br />

„Ich fahre jeden Morgen<br />

in eine andere Welt“ 17<br />

So wertvoll sind Nüsse 26<br />

a<br />

Berufsbildung<br />

Hauswirtschaft im Quartier 21<br />

Marktplatz<br />

„Schritt für Schritt“ 29<br />

Altenpflege-Spezial 30<br />

Report<br />

„Viele Menschen<br />

brauchen uns!“ 32<br />

Ein Leben für die Pflege 35<br />

Excellence in the home 37<br />

Luftballons und Wünsche 38<br />

„Hier esse ich gern!“ 40<br />

Service<br />

Termine/Buchtipp 41<br />

Impressum 42<br />

Kleinanzeigen/<br />

Fortbildung/<strong>Vorschau</strong> 42<br />

Titelfotos: Robert Baumann, sonne fleckl/Fotolia.com<br />

Beilagenhinweis: Dieser Ausgabe liegt eine Beilage bei<br />

zum 11. <strong>rhw</strong>-Hygieneforum und zum Buchprogramm<br />

des Verlags Neuer Merkur.<br />

Tischdecken, Geschirr und <strong>Co</strong>: die<br />

Trends für soziale Einrichtungen<br />

Ab Seite 14<br />

Einblicke in die Hauswirtschaft in der<br />

Abtei Mariendonk am Niederrhein<br />

Ab Seite 17<br />

Spießig? Denkste! Ute Krützmann<br />

zeigte beim Berufsverband Hauswirtschaft<br />

unter anderem, wie modern häkeln<br />

sein kann Ab Seite 38<br />

Fotos Inhalt: Robert Baumann (2), Isabelle Butschek, Duni<br />

4 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Berufsbildung<br />

Bundesweite Umfrage<br />

Wohin geht es mit der Hauswirtschaft?<br />

Bettina Wiener, ZSH Halle, koordiniert die deutschlandweite<br />

Studie „Neue Perspektiven für die Hauswirtschaft“<br />

Nachdem gerade die Ergebnisse der<br />

„Bayerischen Verbleibstudie“ veröffentlicht<br />

wurden (mehr dazu ab Seite<br />

10) wird nun im Rahmen der Studie<br />

„Neue Perspektiven für die Hauswirtschaft“<br />

auch deutschlandweit untersucht,<br />

wo Hauswirtschaft heute und morgen eingesetzt<br />

werden kann. Auftraggeber der Untersuchung<br />

ist das Bundesministerium für<br />

Wirtschaft und Technologie.<br />

Was macht Hauswirtschaft besonders?<br />

Wohin geht es mit der Hauswirtschaft?<br />

Hauswirtschaft ist einerseits ein vielfältiger<br />

und sehr verantwortungsreicher<br />

Beruf. Hauswirtschaft ist andererseits nicht<br />

hinreichend anerkannt. Woran liegt das<br />

und was ist zu tun? Von besonderem Interesse<br />

ist dabei die Profilschärfung der<br />

Hauswirtschaft. In welchen Tätigkeitsbereichen<br />

wird sie eingesetzt? Was sind unter<br />

den demografischen Veränderungen die<br />

Einsatzfelder von morgen? Wer finanziert<br />

die personenbezogenen und hauswirtschaftlichen<br />

Dienstleistungen? Wie kann<br />

Hauswirtschaft an Anerkennung und Attraktivität<br />

gewinnen?<br />

Unter anderem diese<br />

Fragen soll das Zentrum<br />

für Sozialforschung<br />

Halle e.V. an<br />

der Martin-Luther-Universität<br />

Halle-Wittenberg<br />

(ZSH), gemeinsam<br />

mit der IFOK GmbH in<br />

Berlin, bis zum Sommer<br />

2014 beantworten.<br />

Zwei Erhebungen, eine<br />

Unternehmensbefragung<br />

und eine Befragung<br />

der Hauswirtschafter/-innen,<br />

die im<br />

Sommer 2013 durchgeführt<br />

werden, sollen die<br />

Ergebnisse stützen.<br />

„Sollten Sie im Sommer 2013 vom ZSH<br />

kontaktiert werden, hoffen wir auf eine<br />

rege Beteiligung. Mit Ihrer Teilnahme können<br />

Sie dazu beitragen, eine solide Datengrundlage<br />

zu schaffen um ein möglichst<br />

aussagekräftiges Bild über die Hauswirtschaft<br />

zu erhalten“, sagte Bettina Wiener.<br />

Wenn Sie Fragen zum Projekt haben, steht<br />

Ihnen die Projektleiterin und Ansprechpartnerin<br />

Bettina Wiener zur Verfügung<br />

(E-Mail: wiener@zsh.uni-halle.de oder<br />

www.zsh-online.de).<br />

Ausgezeichnet für Glanz und Gloria.<br />

Geschirrspüler für Glanzleistungen in der Spülküche.<br />

2 Spületagen für hohe Geschirraufnahme.<br />

Universell. Geschirr, Besteck, Gläser, Tabletts und Töpfe in einer Charge.<br />

Glänzend. Perfekte Reinigung mit dem Frischwasser-Spülsystem.<br />

Miele & Cie. KG<br />

www.miele-professional.de<br />

Telefon 0800 22 44 644


Aktuelles<br />

dgh-Jahrestagung in Mainz<br />

Hilfe zur Selbsthilfe<br />

weiß, wie es richtig ist!“ Eine solche<br />

Haltung passt nicht mehr zu einer<br />

zeitgemäßen professionellen<br />

„Ich<br />

Hauswirtschaft, so die Meinung der Deutschen<br />

Gesellschaft für Hauswirtschaft<br />

(dgh). Sie fordert daher ein neues Handlungskonzept,<br />

die hauswirtschaftliche Betreuung,<br />

nach dem Leitsatz „Ich unterstütze,<br />

damit es selber getan werden<br />

kann!“ Diese neuen Ansätze will die dgh<br />

auf ihrer Jahrestagung, die am 19. und 20.<br />

September 2013 im Erbacher Hof/Mainz<br />

stattfindet, diskutieren. Mit der Schrift „Alltag<br />

leben“ hat die dgh bereits eine erste<br />

Grundlage geschaffen für eine fördernde<br />

und befähigende Hauswirtschaft, die Menschen<br />

mit und ohne Hilfebedarf Unterstützung<br />

bietet, um selbst für sich sorgen zu<br />

können. Dies heißt konkret, die Selbstbestimmung<br />

sowie den Erwerb von Alltagsund<br />

Haushaltsführungskompetenzen zu<br />

fördern und statt auf bloße Versorgung auf<br />

Bildungs- und Beratungskonzepte zu setzen,<br />

die befähigen, selbst tätig zu werden.<br />

München<br />

Unter dem Titel „Lass es mich selber machen!<br />

Transformationen des Alltags“ will<br />

die Tagung zur Auseinandersetzung mit<br />

den neuen Konzepten anregen und Handlungsfelder<br />

aus der Praxis vorstellen. t<br />

Hauswirtschaft:<br />

Existenzgründung als Schulfach<br />

Unter www.platzfinder.de haben Studierende<br />

der Münchner Alice-Bendix-Fachakademie<br />

für Ernährungsund<br />

Versorgungs<strong>management</strong> einen Restaurantführer<br />

für Schüler und Studenten in<br />

München herausgebracht. Er kostet 8,90<br />

Euro und bietet Gutscheine im Wert von 22<br />

Euro. Die erste Auflage ist bereits fast ausverkauft.<br />

Als Existenzgründerprojekt wurden<br />

die Studierenden im April 2013 mit<br />

dem 3. Platz beim Gründer-Landeswettbewerb<br />

an bayerischen Schulen ausgezeichnet.<br />

Zwei Wochen zuvor erhielten sie den<br />

„Bühnenspot-Award 2013“ für den besten<br />

Bühnenauftritt. Über den internationalen<br />

Austausch der Studierenden (vor allem mit<br />

der Schweiz) berichten wir in der nächsten<br />

Ausgabe.<br />

t<br />

<strong>rhw</strong>-Newsticker<br />

Bewertungsportal: Das Verbraucher-<br />

Bewertungsportal Qype, in dem sich<br />

auch über Gastronomie-Erlebnisse<br />

ausgetauscht wird, wurde vom US-Unternehmen<br />

Yelp für 50 Millionen Euro<br />

gekauft. Vermutlich ab Herbst 2013<br />

wird dann auch dieser Name Qype ersetzen.<br />

Schülke übernimmt Merz: Der Norderstedter<br />

Anbieter von Hygiene-Produkten<br />

Schülke & Mayr („Sagrotan“)<br />

hat die Frankfurter Merz Hygiene<br />

GmbH mit 40 Mitarbeitern übernommen.<br />

Merz Hygiene stellt Desinfektions-<br />

und Reinigungspräparate unter<br />

anderem für Kliniken her und hatte im<br />

vergangenen Geschäftsjahr einen Jahresumsatz<br />

von rund 22 Millionen Euro.<br />

Schneidereit: präsentierte auf der Altenpflege-Messe<br />

erstmals ein OSP (Objektsteuerungsprogramm).<br />

Mit Hilfe eines<br />

Barcodes kann die Hauswirtschafterin<br />

erkennen, wann das Bett zuletzt<br />

(desinfizierend) gereinigt wurde.<br />

Fliege hilft: Ein kleiner Aufkleber mit<br />

einer Fliege im Urinal hat in den Toiletten<br />

des holländischen Flughafen<br />

Schipohl dafür gesorgt, dass 80 Prozent<br />

weniger Urin daneben geht.<br />

„Wenn ein Mann ein Fliege sieht, dann<br />

versucht er sie zu treffen“, heißt es in<br />

dem Buch „Nudge“, das 2012 bei Ullstein<br />

erschienen ist.<br />

Hygiene mehrsprachig: Dr. Schnell<br />

bietet auf seinem Portal E-Learning-<br />

Module in verschiedenen Sprachen an,<br />

wie Hygiene- und Gefahrstoffschulungen<br />

inklusive Test und Urkunde:<br />

www.dr-schnell.com.<br />

Streikrecht: Die Gewerkschaft Verdi<br />

akzeptiert das Urteil des Bundesarbeitsgerichts<br />

(BAG) vom November<br />

2012 nicht und will nun mit Hilfe des<br />

Bundesverfassungsgerichts das Streikrecht<br />

für Kirchen erzwingen. Das BAG<br />

hatte das Streikrecht in kirchlichen Einrichtungen<br />

wie Krankenhäusern, Altenheimen<br />

oder Kindergärten stark<br />

eingeschränkt.<br />

Essen lernen in Kita: Eine neue Broschüre<br />

des aid beschäftigt sich mit<br />

dem Essen in Kitas: „Essen lernen in<br />

Kita und Tagespflege – Ernährungsbildung<br />

für Kleinkinder“, www.aid-medienshop.de.<br />

Hausmesse in Berlin: Die beiden in der<br />

Hotellerie angestammten Unternehmen<br />

Greif Textile Mietsysteme und 3B<br />

Dienstleistungen veranstalten am<br />

19.Juni 2013 zum ersten Mal eine gemeinsame<br />

Hausmesse: www.mietwaesche-berlin.de.<br />

Weitere tagesaktuelle Meldungen finden Sie<br />

unter http://twitter.com/<strong>rhw</strong><strong>management</strong><br />

6 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2013


Aktuelles<br />

Wettbewerb in Niedersachsen<br />

So sollte Hauswirtschaft heißen!<br />

In Niedersachsen wurde mit einem Wettbewerb<br />

des „Dialogs Hauswirtschaft“ ein<br />

möglicher neuer Name zur Hauswirtschaft<br />

gesucht. Der Gedanke dahinter:<br />

Schülerinnen und Schüler müssten am besten<br />

wissen, welche Berufsbezeichnung Betriebe<br />

und Jugendliche locken könnte. Über<br />

130 Schüler an Fachschulen in Niedersachsen<br />

beteiligten sich und präsentierten Anfang<br />

April 2013 in Cloppenburg ihre Favoriten.<br />

Die Schüler/innen setzen auf Seriosität<br />

bei der Beschreibung des vielseitigen<br />

Aufgabenspektrums einer Hauswirtschafterin:<br />

Die Berufsbildenden Schulen Jever<br />

wurden mit ihrem Begriff „Fachkraft für<br />

hauswirtschaftliches Versorgungs- und Betreuungs<strong>management</strong>“<br />

als Gewinner des<br />

Wettbewerbs gekürt. Zwar beinhaltet die<br />

Bezeichnung noch immer den Begriff der<br />

Hauswirtschaft, aber der Begriff „Versorgungs-<br />

und Betreuungs<strong>management</strong>“ spiegele<br />

am besten die komplexen Arbeitsbereiche<br />

einer Hauswirtschafterin wider.<br />

Zweitplatzierte wurden die Albrecht-<br />

Thaer-Schule Celle mit dem Begriff „Fachkraft<br />

für Versorgung und Dienstleistung“<br />

sowie die Berufsbildenden Schulen Bersenbrück<br />

mit „Fachkraft für Ernährungsund<br />

Versorgungs<strong>management</strong>“.<br />

Im Rahmen des Landesentscheids des<br />

Berufswettbewerbs der Landjugend am 6.<br />

April 2013 in Cloppenburg wurden die Preise<br />

durch Susanne Schmucker (Vorsitzende<br />

MdH Niedersachsen e.V.) überreicht. Die<br />

Erstplatzierten konnten sich über ein halbtägiges<br />

Seminar von Kompass Wesel zu einem<br />

selbst gewählten hauswirtschaftlichen<br />

Thema freuen. Für alle drei Platzierten sponsorte<br />

das Unternehmen Numatic pro Schüler/in<br />

und Klasse einen Führerscheinkurs<br />

für Reinigungsmaschinen. Auch <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

unterstützte den Wettbewerb.<br />

Die eingereichten Vorschläge wurden<br />

der Bundesarbeitsgemeinschaft in der<br />

Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft<br />

übersandt. Spätestens am 22. November<br />

2013 in Frankfurt am Main werden diese<br />

Beiträge sicherlich weiter bearbeitet bei<br />

den „Frankfurter Gesprächen“. t<br />

Pfiffige Kerze<br />

Innen hohl und<br />

somit ohne<br />

Wachsreste<br />

Die Gewinnerinnen der Berufsbildenden Schulen Jever v. l. n. r. : Elvira Sperling-Fortuin,<br />

Klassenlehrerin Fachstufe 1, Karin Beuting-Lampe, Kompass Wesel, Wiebke Müller,<br />

Fachstufe 2, Gesa Schröder, Fachstufe 1 und Marianne Scheele, Klassenlehrerin der<br />

Fachstufe 2<br />

BAG-Gerichtsurteil<br />

Vergütung von Umkleidezeiten<br />

Die Vergütung von Umkleidezeiten ist<br />

vor allem dann ein Streitthema,<br />

wenn der Arbeitgeber das Tragen einer<br />

bestimmten Kleidung verlangt. Darauf<br />

verweist der Bremer Fachanwalt für Arbeitsrecht<br />

Klaus-Dieter Franzen vom VDAA<br />

Verband deutscher ArbeitsrechtsAnwälte<br />

e. V. bezüglich einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts<br />

(BAG) vom 19. September<br />

2012 (Az.: 5 AZR 678/11).<br />

Nach Auffassung der Richter ist Arbeit<br />

jede Tätigkeit, die als solche „der Befriedigung<br />

eines fremden Bedürfnisses dient“.<br />

Zur Arbeit gehört auch das Umkleiden,<br />

wenn der Arbeitgeber das Tragen einer bestimmten<br />

Kleidung vorschreibt und das Umkleiden<br />

im Betrieb erfolgen muss. Im vorliegenden<br />

Fall kam weiter hinzu, dass das<br />

Tragen der Berufs- und Bereichskleidung<br />

von einer Beschäftigten im OP-Bereich primär<br />

hygienischen Zwecken und damit betrieblichen<br />

Belangen der Beklagten dient.<br />

In diesem Fall beginnt die Arbeit mit dem<br />

Umkleiden. Deshalb zählen auch die innerbetrieblichen<br />

Wege zur Arbeitszeit, wenn<br />

der Arbeitgeber das Umkleiden nicht am Arbeitsplatz<br />

ermöglicht, sondern dafür eine<br />

vom Arbeitsplatz getrennte Umkleidestelle<br />

einrichtet, die der Arbeitnehmer zwingend<br />

benutzen muss. Lediglich der Weg von<br />

der Wohnung des Arbeitnehmers bis zu der<br />

Stelle, an der die Arbeit beginnt, gehört<br />

nicht zur Arbeitszeit. Kann die Arbeitskleidung<br />

wie z.B. auch Sicherheitskleidung,<br />

nicht zu Hause angelegt werden und ist ein<br />

Tragen auf dem Weg zur Arbeitsstätte ausgeschlossen,<br />

liegt Fremdnützigkeit und damit<br />

vergütungspflichtige Arbeit vor. t<br />

Zunehmend entdecken Hotelliers sogenannte<br />

Beprikerzen. Diese festen Hüllen<br />

sind innen mit einer Feder und einem<br />

auswechselbaren Wachskern ausgestattet,<br />

der beim Abbrennen langsam hochwandert,<br />

bis er nach sieben Stunden komplett<br />

aufgebraucht ist. Die Kerze brennt auf<br />

diese Weise nicht herunter, sondern sieht<br />

immer „wie frisch“ angezündet aus. Hauptvorteil<br />

ist, bestätigt ein Hotelier aus Berchtesgaden<br />

auf <strong>rhw</strong>-Nachfrage, dass das<br />

Wachs bei einem Luftzug (wie auf der Terrasse)<br />

nicht mehr auf die Tischdecke tropfe.<br />

Zu bestellen unter anderem bei Gastro Top<br />

in Klagenfurt oder Gastrostar in Berlin. t<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2013 7


Expertenforum<br />

Die <strong>rhw</strong>-Experten<br />

Extra-Expertenrat von Sandra<br />

Bendraoua, diakonia inhouse<br />

(www.diakonia-inhouse.de)<br />

Abgabepreis für<br />

das Mittagessen<br />

c Ich versuche, eine Berechnungsgrundlage<br />

zu bekommen, um ein Essen für einen<br />

Kindergarten zu berechnen. Leider hatte<br />

ich bislang noch keinen Erfolg. Können Sie<br />

mir weiterhelfen?<br />

d Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es im<br />

Prinzip um zwei Fragestellungen. Wie berechne<br />

ich den Abgabepreis für mein Mittagessen<br />

und wie unkompliziert ist es, auf<br />

Frischküche umzustellen? Grundsätzlich gilt,<br />

dass bei einer Steigerung der Produktion –<br />

das heißt, der Mahlzeitenzubereitung in Ihrer<br />

Küche – bis zur Auslastungsgrenze sich<br />

die durchschnittlichen Fixkosten verringern<br />

(Fixkostendegression). Wenn bei Ihrem aktuellen<br />

Markt der verlangte Preis nur bis zu<br />

einer bestimmten Menge erzielbar ist, würde<br />

eine Produktionssteigerung nicht sinnvoll<br />

sein und zum Preisverfall führen. Um<br />

eine weitere Auslastung zu erreichen, ist es<br />

sinnvoll, einen zweiten Markt – in Ihrem Fall<br />

einen Catering-Auftrag – zu übernehmen. In<br />

diesem Bereich kann dann der Preis auch<br />

unter den durchschnittlichen Kosten liegen,<br />

solange im Stammbereich durch die Kostenminderung<br />

infolge von Mehrproduktion<br />

ein positiver Beitrag hinzukommt.<br />

Generell lässt sich der Abgabepreis für<br />

die Mahlzeiten aus folgenden Bestandteilen<br />

berechnen:<br />

Der Wareneinsatz. Dieser ist ja bekannt.<br />

Da Kinder eine geringere Menge essen als<br />

Erwachsene, müssen Sie den gegebenen<br />

Wareneinsatz pro Essen anteilsmäßig reduzieren<br />

und natürlich auf das Mittagessen beschränken.<br />

Die Personalkosten. Durch die Auslieferung<br />

und die Koordination der Bestellungen<br />

und Rechnungen sind zusätzliche Personalkosten<br />

zu erwarten.<br />

Die Lieferkosten. Diese umfassen eventuelle<br />

Abschreibungen für Anschaffungen<br />

wie zum Beispiel Transportbehälter und ein<br />

Fahrzeug.<br />

Nun müssen Sie den Deckungsbeitrag<br />

festlegen, den Sie erwirtschaften möchten.<br />

Dieser und die Summe der Einsatzkosten ergeben<br />

dann den Abgabepreis.<br />

Sinnvoll wäre es, auch noch herauszufinden,<br />

was andere Caterer in Ihrer Umgebung<br />

für Preise haben, um wettbewerbsfähig<br />

zu sein.<br />

Sollten Sie in Erwägung ziehen, von<br />

Mischküche auf Frischküche umzustellen,<br />

sollten Sie unbedingt Folgendes bedenken:<br />

Zwar sinken dadurch die Wareneinsatzkosten,<br />

jedoch erhöhen sich die Personalkosten<br />

durch einen höheren und qualifizierteren<br />

Personalbedarf erheblich. Auch<br />

müssen die Voraussetzungen für die Lagerung<br />

der Frischware und die Zubereitung gegeben<br />

sein. Das HACCP-Konzept muss angepasst<br />

werden, auch hierfür ist qualifiziertes<br />

Personal und Zeit notwendig. Der Abgabepreis<br />

würde hierdurch sicher steigen.<br />

Zum „Weiterlesen“ empfehle ich folgende<br />

Broschüren des aid-Infodienstes<br />

(www.aid.de): Planung kleiner Küchen in<br />

Schulen, Kitas und Heimen und Speiseplanung<br />

in der Gemeinschaftsverpflegung sowie<br />

das <strong>rhw</strong>-profi-Buch „Bewirtschaftung<br />

von Kindertagesstätten“.<br />

Antwort von Dr. Dieter Bödeker<br />

Legionellenprophylaxe<br />

c Ich arbeite als HWL und Betreuerin in<br />

einem Wohnheim für psychisch-behinderte<br />

Menschen und habe einige Fragen<br />

zum Thema „Legionellen“: Gemäß Trinkwasserverordnung<br />

wird unser Trinkwasser<br />

jährlich auf Legionellen untersucht.<br />

Die Befunde waren bisher zum Glück in<br />

Ordnung. In den Bewohnerbädern führen<br />

wir wöchentlich eine thermische Legionellenprophylaxe<br />

durch. Ebenso in den<br />

Gästeduschen, die nicht so häufig benutzt<br />

werden. Ist eine thermische Prophylaxe<br />

wöchentlich sinnvoll, wenn bisher<br />

noch keine nennenswerte Legionellenbelastung<br />

aufgetreten ist? Würde<br />

auch ein Turnus in größeren Zeitabständen<br />

ausreichen? Wie sinnvoll ist die Prophylaxe<br />

an Waschbecken/Wasserhähnen?<br />

Da unser Trinkwasser ja ein kostbares<br />

Gut ist, fällt es mir immer sehr<br />

schwer, so viel Wasser „davonlaufen“ zu<br />

lassen. Eine andere als die thermische<br />

Legionellenprophylaxe kommt für uns<br />

nicht infrage, weil wir quasi ein „Wohnhaus“<br />

(22 Bewohner in Einzelzimmern<br />

mit eigenen Nasszellen) sind.<br />

d In den letzten Jahren sind von vielen<br />

Einrichtungen große Anstrengungen unternommen<br />

worden, um eine effektive Legionellenprophylaxe<br />

zu betreiben. Jedoch<br />

sind sich auch die Experten nicht immer<br />

einig darüber, ob der Nutzen in jedem Fall<br />

den Aufwand rechtfertigt. Spülungen mit<br />

heißem Wasser kosten Geld und bedeu-<br />

Das <strong>rhw</strong>-Expertenteam für Ihre Fragen<br />

Karin Beuting-Lampe<br />

Organisationsberaterin<br />

und Fortbildungsreferentin<br />

Dr. Dieter Bödeker<br />

Andreas Carl<br />

Berater für<br />

Hauswirtschaft<br />

und Reinigung<br />

Peter Hützen<br />

M. Christine Klöber<br />

Beraterin zu Wäsche-<br />

Management und<br />

Wirtschaft<br />

Ralf Klöber<br />

Sascha Kühnau<br />

Berater für Ernährung,<br />

Hygiene und Qualitäts<strong>management</strong><br />

Hygieneberater,<br />

Wedemark<br />

Fachanwalt für<br />

Arbeitsrecht,<br />

Bird&Bird, Düsseldorf<br />

Berater für<br />

Groß küchen und<br />

Kundenorientierung<br />

Sie erreichen das <strong>rhw</strong>-Expertenteam unter: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de<br />

Bitte beachten Sie: Unsere <strong>rhw</strong>-Experten helfen Ihnen bei der Interpretation der aktuellen Gesetzesvorschriften, geben damit aber keine rechtliche Beratung.<br />

8 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2013


Expertenforum<br />

ten einen gewissen personellen Aufwand,<br />

so dass man größere Spülintervalle etablieren<br />

möchte. Grundsätzlich ergibt sich<br />

aber durch längere Zeitabstände beim<br />

Spülen die Gefahr, dass sich Legionellen<br />

vermehren und eventuell das gesamte<br />

Warmwasserleitungssystem besiedeln.<br />

Um vertretbare Maßnahmen zu konzipieren,<br />

ist es wichtig, eine qualifizierte Risikoanalyse<br />

zu erstellen. In diese Analyse<br />

fließt unter anderem ein, ob das Wasser<br />

von besonders gefährdeten Bewohnern<br />

genutzt wird und wie das Wasser genutzt<br />

wird. Da eine Infektion durch das Einatmen<br />

von Legionellen-haltigem Aerosol (Minitröpfchen)<br />

erfolgt, sind besonders Menschen<br />

mit eingeschränktem Immunsystem<br />

beim Duschen gefährdet. Auch Schluckstörungen<br />

können beim Trinken von Wasser<br />

zu einer potenziell gefährlichen Aerosolbildung<br />

führen. Andererseits ist davon<br />

auszugehen, dass Menschen mit intaktem<br />

Immunsystem an Waschbecken nicht gefährdet<br />

sind. Gästeduschen, die lange Zeit<br />

unbenutzt bleiben, sollten vor Einzug des<br />

Gastes möglichst heiß durchgespült werden<br />

(zum Beispiel fünf Minuten mit 65<br />

Grad Celsius). Beachten Sie, dass auch das<br />

regelmäßige Entkalken und Desinfizieren<br />

der Wasserausläufe (Duschköpfe und Wasserhahnperlatoren)<br />

eine sinnvolle Legionellenprophylaxe<br />

darstellt.<br />

Antwort von Dr. Dieter Bödeker<br />

Geschnittener Salat<br />

c Als Bezieher der <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

schätze ich Ihren fachlichen Rat sehr.<br />

Meine Anfrage heute bezieht sich auf ein<br />

hygienisches Problem bei der Speisenversorgung.<br />

Im Förder- und Betreuungsbereich<br />

(Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko)<br />

verwenden wir zur Zeit vorgeschnittenen<br />

Salat, der unter Schutzatmosphäre<br />

verpackt wurde. Können hieraus<br />

gesundheitliche Gefahren für die Essensteilnehmer<br />

entstehen? Wie kann ich<br />

diese Gefahren beseitigen bzw. auf ein<br />

vertretbares Maß reduzieren?<br />

d In der Tat ist vorgeschnittener Salat<br />

sowohl hinsichtlich des Vitamingehalts<br />

als auch hinsichtlich der mikrobiologischen<br />

Qualität etwas kritischer zu werten<br />

als die Blätter intakter Salatköpfe. Da die<br />

Salatblätter beim „vorgeschnittenen Salat“<br />

ja vielfach angeschnitten sind und damit<br />

die Oberfläche der Blätter zerstört ist,<br />

kann man vorgeschnittenen Salat auch zu<br />

den sogenannten leichtverderblichen Lebensmitteln<br />

zählen. Die Vermehrung von<br />

Mikroorganismen erfolgt in bzw. auf diesen<br />

Lebensmitteln besondern schnell. Aus<br />

diesem Grund werden vorgeschnittene Salate,<br />

die ja auch als teilfertiges <strong>Co</strong>nvenience-Food<br />

bezeichnet werden, nicht mit<br />

einem Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern<br />

mit einem Verbrauchsdatum versehen<br />

(„zu verbrauchen bis . . .“). Nach diesem<br />

Datum darf ein solches Lebensmittel<br />

im gewerblichen Bereich nicht mehr ausgegeben<br />

oder verarbeitet werden. Sie sind<br />

auf der sicheren Seite, wenn Sie vorgeschnittenen<br />

Salat nicht lange lagern, ihn<br />

also immer möglichst frisch, zum Beispiel<br />

am Tag nach der Zubereitung, verwenden.<br />

Zu diesem Zeitpunkt stehen vorgeschnittene<br />

Salate in mikrobiologischer Hinsicht<br />

den Zubereitungen aus intakten Salatköpfen<br />

in nichts nach und sind demzufolge<br />

auch für den von Ihnen angesprochenen<br />

Personenkreis als unbedenklich einzustufen.


Fachthema<br />

Was 1.100 Personen über<br />

Hauswirtschaft sagen<br />

Wo arbeiten eigentlich die Absolventen der Hauswirtschaft und was verdienen sie? Diese und<br />

andere Fragen wollte das Bayerische Landwirtschaftsministerium (StMELF) vom Institut für empirische<br />

Soziologie Nürnberg (ifes) für das Bundesland Bayern erforscht wissen. Nun liegen die<br />

Ergebnisse der „Bayerischen Verbleibstudie“ vor, die in <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> erstmals der hauswirt -<br />

schaftlichen Fachwelt vorgestellt werden.<br />

Die Erhebung des Instituts für empirische<br />

Soziologie Nürnberg (ifes) ist<br />

die erste empirische Untersuchung<br />

zum Berufsfeld der Hauswirtschaft in Bayern.<br />

Sie fußt auf einer Initiative des Bayerischen<br />

Landtags von 2010. Hierfür wurden<br />

4.600 Absolventinnen aus drei Jahrgängen<br />

– 2006, 2008 und 2010 – schriftlich zur Teilnahme<br />

an der Befragung eingeladen.<br />

1.144 auswertbare Fragebögen kamen<br />

zurück – mit rund 25 Prozent war es eine<br />

deutlich höhere Rücklaufquote als erwartet,<br />

welche die zunächst vorgesehenen, mit<br />

deutlichen Kosten verbundenen zwei Erinnerungsaktionen<br />

überflüssig machte.<br />

Knapp die Hälfte der 1.144 Teilnehmer,<br />

unter denen lediglich neun Männer waren,<br />

geht zurzeit einer Beschäftigung im Bereich<br />

der Hauswirtschaft nach. Das Durchschnittsalter<br />

aller Befragten beträgt 32,1<br />

Jahre, da Absolventen befragt wurden.<br />

Ein Fünftel – 20,2 Prozent – war in der<br />

Vergangenheit in der Hauswirtschaft tätig,<br />

ist derzeit jedoch anderweitig beschäftigt.<br />

Ein gutes Viertel schließlich (27,7 Prozent<br />

der Befragten) war überhaupt noch nicht<br />

ausbildungsadäquat in der Hauswirtschaft<br />

berufstätig.<br />

Die Umfrage zeigte, dass der Bruttoverdienst<br />

in der Hauswirtschaft in nicht unerheblichem<br />

Ausmaß von der wöchentlichen<br />

Arbeitszeit und vom Lebensalter abhängt,<br />

nicht aber vom Umfang der betreuten<br />

Personen. Im Schnitt gilt: Je länger die<br />

wöchentliche Arbeitszeit, desto höher das<br />

monatliche Einkommen, und je älter die<br />

Befragten, desto geringer ihr monatliches<br />

Einkommen.<br />

Ein Fazit: Wer gut ist, kann in der Hauswirtschaft<br />

auch gut verdienen (bis zu 4.500<br />

Euro brutto). Als die Hauptschwierigkeit<br />

kristallisierte sich das mangelnde gesellschaftliche<br />

wie betriebliche Ansehen des<br />

Berufs heraus (Seite 13). Der überwiegende<br />

Teil würde den Beruf aber jederzeit wieder<br />

ergreifen. Mehr dazu auf dem <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

und in der nächsten <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

7/2013.<br />

Hauswirtschaftliche Berufsausbildungswege in Bayern<br />

Dienstleistungshelfer/in<br />

Hauswirtschafter/in über duale Ausbildung<br />

Hauswirtschafter/in über Berufsfachschule<br />

Hauswirtschafter/in als Zweitberuf<br />

Bachelor-Studiengang Ernährung und Versorgungs<strong>management</strong><br />

Bachelor-Studiengang Ernährungswissenschaft<br />

Master-Studiengang <strong>Co</strong>nsumer Affairs<br />

Fachlehrer Hauswirtschaft<br />

Parallelausbildung möglich<br />

Hauswirtschafter/in<br />

Fachhauswirtschafter/in<br />

Dorfhelfer/in<br />

Techniker/in Ernährung und Hauswirtschaft<br />

(Landwirtschaftlich-)Hauswirtschaftliche/r<br />

Betriebsleiter/in **<br />

Familienpfleger/in<br />

Meister/in Hauswirtschaft<br />

Wirtschafter/in für den<br />

landwirtschaftlichen Haushalt*<br />

* seit 2012: Wirtschafter/in für Ernährung und Haushalts<strong>management</strong><br />

** seit 2012: Betriebswirt/in für Ernährungs- und Versorgungs<strong>management</strong><br />

Veranstaltungstipp: <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

am 21. Juni 2013<br />

StMELF-Hauswirtschaftsdirektorin Andrea<br />

Seidl (Foto rechts, neben Gisela Miethaner)<br />

wird auf dem 15. <strong>rhw</strong>-Symposium<br />

am 21. Juni 2013 in Würzburg um 9.45 Uhr<br />

die Zahlen vor Publikum (bereits über 85<br />

Anmeldungen) präsentieren und damit den<br />

Impuls liefern für die Personal-Diskussion<br />

am Nachmittag mit Martina Feulner (dgh)<br />

und Ulrike Kluge (MdH).<br />

Lesetipp<br />

Die sehr lesenswerte 64-seitige Studie<br />

„Einsatz und Perspektiven am Arbeitsmarkt<br />

von Absolventinnen und Absolventen hauswirtschaftlicher<br />

Berufe in Bayern“ vom Institut<br />

für empirische Soziologie Nürnberg<br />

ist in Kürze als pdf zu finden unter www.berufe.hauswirtschaft.bayern.de<br />

J<br />

0,8%<br />

99,2%<br />

Nur neun der 1.144 Personen, die an der Umfrage teilnahmen, sind Männer<br />

Abbildungen: leremy/Fotolia.com, sonne fleckl/Fotolia.com<br />

10 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2013


Ausbildung und Beruf<br />

Welchen Abschluss hatten Sie vor Ihrer<br />

hauswirtschaftlichen Ausbildung?<br />

Welche Aufgabengebiete umfassen<br />

Ihre Tätigkeiten dabei vor allem?<br />

Fachthema<br />

Schulabschluss n %<br />

Kein Schulabschluss 7 0,4<br />

Förderschule 2 0,1<br />

Hauptschule 451 28,8<br />

Realschule 543 34,7<br />

(Fach-)Abitur 83 5,3<br />

Fachhochschule 16 6,9<br />

Universität 9 0,6<br />

Berufsabschluss außerhalb<br />

der Hauswirtschaft 353 22,6<br />

Andere, z. B.: 100 6,4<br />

Qualifizierender Hauptschulabschluss 38<br />

(Bank-)kauffraulicher Beruf 14<br />

Arzt- bzw. Apothekenhelferin, Krankenschwester 10<br />

Handwerkliche Berufe (Floristin, Friseurin) 12<br />

Hotelfach 6<br />

Fachakademie, Studium 6<br />

In welchem Bereich der Hauswirtschaft<br />

sind Sie heute bzw. waren Sie zuletzt<br />

hauptsächlich unterwegs?*<br />

Fremder Privathaushalt 19,8<br />

Einrichtung für Senioren 14,9<br />

Landwirtschaftlicher Betrieb 13,0<br />

Restaurant/Gaststätte 7,0<br />

Einrichtung f. Kinder/Jugendl. 6,6<br />

Dienstleistungsbetrieb 6,2<br />

Hotel 5,5<br />

Einrichtung f. Behinderte 5,1<br />

Klinik/Krankenhaus 3,9<br />

Tagungsstätte 3,7<br />

Andere 14,2<br />

Die Vielfalt und Vielzahl der von den Hauswirtschafterinnen<br />

eingenommenen Tätigkeitsfelder ist beeindruckend. Fasst man<br />

die Tätigkeiten in Einrichtungen für Senioren, Kinder und Jugendliche<br />

sowie für Behinderte zusammen, sind in diesem pflegerischen<br />

Tätigkeitsfeld die meisten der Befragten der derzeitigen<br />

Hauswirtschafterinnen beschäftigt. Dem fremden Privathaushalt<br />

als Arbeitsstätte kommt in etwa die gleiche Bedeutung<br />

zu wie die Summe von Gastronomie und Hotellerie.<br />

Danach folgt der Bereich Landwirtschaft.<br />

Zu den von den Befragten zusätzlich angegebenen Beispielen<br />

ihrer Tätigkeitsbereiche zählen:<br />

m Berghütte/Almbewirtschaftung m Billardcafé m Betriebsgastronomie,<br />

Mitarbeiterverpflegung m Eigener Partyservice<br />

m Fachlehrerin für Ernährung und Gestaltung m Heim für Obdachlose<br />

m Hofmetzgerei m Jugendfördereinrichtung als Ausbilderin<br />

m Kantine mit Internat m Leitung Klosterküche m Pfarrhaushalt<br />

m Rehabilitationsklinik m Ring für Familiendienstleistungen<br />

e.V. m Sprachinstitut mit ausländischen Studenten<br />

und Schülern m Therapiezentrum Alkoholkranke m Verhinderungspflege,<br />

zusätzliche Betreuungsleistungen m Wohnheim<br />

für obdachlose, psychisch kranke und süchtige Männer.<br />

Aufgabengebiete %a %b<br />

Reinigung 14,2 75,4<br />

Ernährung/Verpflegung 13,6 72,2<br />

Wäscheversorgung 11,8 62,4<br />

Organisation 10,8 57,0<br />

Fachliche Anleitung von Mitarbeitern 7,0 37,0<br />

Betreuung 6,9 36,5<br />

Service 6,9 36,5<br />

Personalführung 5,9 31,4<br />

Betriebswirtschaft 5,0 26,7<br />

Qualitäts<strong>management</strong> 4,5 24,1<br />

Verwaltung 3,5 18,4<br />

Unterricht/Ausbildung 3,4 18,0<br />

Pflege 2,7 14,3<br />

Ernährungsberatung 2,6 13,5<br />

Andere 1,1 6,0<br />

%a: jeweils bezogen auf Nennungen der derzeitig beschäftigten<br />

Mitarbeiter der Hauswirtschaft<br />

%b: jeweils bezogen auf Personen der derzeitig beschäftigten<br />

Mitarbeiter der Hauswirtschaft (Mehrfachnennungen werden<br />

abgebildet)<br />

Weshalb sind Sie nicht (mehr)<br />

in der Hauswirtschaft tätig?<br />

Gründe für die Nichtberufstätigkeit n %<br />

Ein anderer Beruf sagt mir mehr zu 217 30,3<br />

Mein neuer Beruf verspricht mehr Gehalt 148 20,6<br />

Ich kann/möchte derzeit nicht berufstätig sein 65 9,1<br />

Ich bin auf Arbeitssuche in<br />

einem hauswirtschaftlichen Beruf 50 7,0<br />

Andere, z. B.: 237 33,1<br />

Familie hat Vorrang 56<br />

Stelle in der Hauswirtschaft vergeblich gesucht 35<br />

Zurzeit in Fort-, Weiterbildung 33<br />

Hauswirtschaftausbildung nur als zweites<br />

Standbein bzw. Zusatzausbildung 20<br />

Arbeit im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb 19<br />

Arbeit im „alten“ Beruf attraktiver 18<br />

Gesundheits-, krankheitsbedingt 8<br />

Stelle ist gekündigt worden 3<br />

Ein erheblicher Teil der Befragten hat offenbar bewusst die Inhalte<br />

der hauswirtschaftlichen Ausbildung genutzt, um in anderen<br />

Bereichen unter Umständen erfolgreicher sein zu können.<br />

Von den Hauswirtschafterinnen, die nach der Ausbildung nie in<br />

der Hauswirtschaft gearbeitet haben, hat mehr als die Hälfte – 53,6<br />

Prozent – Hauswirtschaft als „Zweitberuf nach § 45 BBG“ erlernt.<br />

Im Mittel werden 194,3 Personen/Betrieb versorgt und betreut<br />

davon:<br />

25 % bis sechs Personen<br />

25 % sieben bis 50 Personen<br />

25 % 51 bis 140 Personen<br />

25 % mehr als 140 Personen (bis zu 16.000)<br />

u<br />

!<br />

* Angaben der derzeitig beschäftigten Mitarbeiter der Hauswirtschaft<br />

bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb<br />

bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb<br />

<strong>rhw</strong> bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb<br />

<strong>management</strong> 6·2013 11<br />

bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb


Fachthema<br />

<strong>Arbeitszeiten</strong> in der<br />

Hauswirtschaft<br />

Arbeitszeit und <strong>Verdienst</strong><br />

Wie hoch ist Ihr monatlicher Bruttoverdienst in<br />

Abhängigkeit von der wöchentlichen Gesamtarbeitszeit?<br />

Höchster<br />

plus 5,9 Überstunden<br />

<strong>Verdienst</strong> (brutto) in Euro<br />

30,9 Stunden<br />

pro Woche<br />

reguläre Arbeitszeit<br />

bis 25 Std./Woche<br />

26 bis 39<br />

Std./Woche<br />

25 % 25 %<br />

Wöchentliche Arbeitszeit in Stunden<br />

mehr als<br />

45 Std./Woche<br />

25 % 25 %<br />

40 bis 45<br />

Std./Woche<br />

Wie hoch ist Ihr monatlicher Bruttoverdienst im Bereich<br />

Hauswirtschaft in Abhängigkeit von der Ausbildung?*<br />

Aus-/Fortbildung<br />

Der Bruttoverdienst nimmt im jüngsten Berufszeitabschnitt zunächst zu, reduziert<br />

sich dann im Folgenden um Einiges, um schließlich noch einmal deutlich anzusteigen.<br />

Vermutlich hängt die Verringerung der Bruttobezüge im mittleren Lebensabschnitt<br />

mit Faktoren wie Mutterschaft/Kinderbetreuung und damit einhergehenden Arbeitszeitreduktionen<br />

zusammen. Insbesondere diesseits der 40-Stunden-Marke schlägt<br />

eine Verlängerung der Arbeitszeit finanziell positiv zu Buche, während jenseits der<br />

40-Stunden-Marke kein Zugewinn zu erkennen ist.<br />

<strong>Verdienst</strong> in Euro (brutto)<br />

Hauswirtschafterin als Zweitberuf nach § 45 BBG 1.037,32<br />

n=116<br />

Fachhauswirtschafterin 1.056,67<br />

n=6<br />

Familienpflegerin 1.456,00<br />

n=5<br />

Meisterin der Hauswirtschaft 1.525,40<br />

n=116<br />

Hauswirtschafterin über duale Ausbildung 1.588,52<br />

n=113<br />

Hauswirtschafterin über Berufsfachschule 1.618,62<br />

n=175<br />

Fachlehrerin 1.785,27<br />

n=15<br />

Dorfhelferin 1.801,34<br />

n=30<br />

Technikerin in der Hauswirtschaft 1.803,13<br />

n=20<br />

Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin 1.838,86<br />

n=99<br />

Sonstiges 1.196,45<br />

n=25<br />

Ob die Ausbildung zur Hauswirtschafterin über die „Berufsfachschule“ oder „dual“ erfolgt ist, scheint<br />

also, was den Bruttoverdienst betrifft, eher unerheblich zu sein. Dagegen ist der Weg in den Beruf der<br />

Hauswirtschafterin „als Zweitberuf nach § 45 BBG“ weniger lukrativ: Im Endeffekt haben Absolventinnen<br />

dieses Ausbildungsweges unter den jetzigen Hauswirtschafterinnen mehr als 500 Euro weniger<br />

Bruttoverdienst als Absolventinnen einer dualen oder Berufsfachschulausbildung.<br />

∅ Bruttoverdienst<br />

bei Vollzeit/Monat:<br />

1.660 Euro**<br />

∅ Bruttoverdienst<br />

aller Befragten/Monat:<br />

1.353 Euro<br />

Geringster<br />

Bruttoverdienst/<br />

Monat:<br />

150 Euro<br />

!<br />

JJJJJJJJJJJJJJ<br />

G JJ JJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJ<br />

* Angaben der derzeitig beschäftigten Mitarbeiter der Hauswirtschaft ** Bei einer Arbeitszeit von mehr als 38 Std./Woche<br />

12 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2013


Brutto-<strong>Verdienst</strong>/Monat: 4.500 Euro<br />

Fachthema<br />

Wie hoch ist Ihr monatlicher Bruttoverdienst im Bereich Hauswirtschaft<br />

in Abhängigkeit vom Tätigkeitsbereich?*<br />

Tätigkeitsbereich n <strong>Verdienst</strong> in Euro (brutto)<br />

Fremder Privathaushalt 124 1.378,96<br />

Restaurant/Gaststätte 47 1.425,79<br />

Dienstleistungszentrum 45 1.427,56<br />

Landwirtschaftlicher Betrieb 70 1.451,62<br />

Einrichtung für Kinder/Jugendliche 47 1.452,47<br />

Einrichtung für Behinderte 36 1.475,07<br />

Einrichtung für Senioren 112 1.525,47<br />

Klinik/Krankenhaus 29 1.568,65<br />

Hotel 37 1.689,93<br />

Tagungsstätte 29 1.815,28<br />

Sonstiges 98 1.397,24<br />

* Angaben der derzeitig beschäftigten Mitarbeiter der Hauswirtschaft<br />

Wie hoch ist Ihr monatlicher Bruttoverdienst im Bereich der Hauswirtschaft<br />

in Abhängigkeit vom Aufgabengebiet?*<br />

Aufgabengebiet n <strong>Verdienst</strong> in Euro (brutto)<br />

Betreuung 141 1.423,07<br />

Verpflegung/Ernährung 309 1.457,89<br />

Wäscheversorgung 259 1.464,66<br />

Reinigung 311 1.480,34<br />

Service 166 1.491,75<br />

Ernährungsberatung 59 1.551,28<br />

Pflege 56 1.613,32<br />

Organisation 245 1.652,47<br />

Betriebswirtschaftliche Aufgaben 105 1.692,34<br />

Fachliche Anleitung von Mitarbeitern 168 1.727,44<br />

Unterricht/Ausbildung 83 1.802,19<br />

Qualitäts<strong>management</strong> 106 1.811,77<br />

Verwaltung 64 1.828,33<br />

Personalführung 144 1.848,62<br />

Sonstiges 25 1.545,25<br />

Stimmungsbild zur Hauswirtschaft<br />

* Angaben der derzeitig beschäftigten Mitarbeiter der Hauswirtschaft<br />

Wie sehr stimmen Sie folgenden Aussagen zu?<br />

(Skalen von 1 = „Stimme sehr zu“ bis 4 = „Stimme gar nicht zu“)<br />

Für meine beruflichen Anforderungen wurde ich in der Ausbildung angemessen qualifiziert. 1,7 8<br />

Eine Tätigkeit in der Hauswirtschaft bietet mir die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten. 1,7 8<br />

Ich würde den Beruf in der Hauswirtschaft jederzeit wieder ergreifen. 1,9 8<br />

Eine Tätigkeit in der Hauswirtschaft gibt mir die Möglichkeit, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. 1,9 8<br />

Für meine beruflichen Anforderungen wurde ich in der Fortbildung angemessen qualifiziert. 1,9 8<br />

Fort- und Weiterbildungen erleichtern Hauswirtschafter/innen den beruflichen Aufstieg. 2,1 A<br />

Ich sehe meine berufliche Zukunft in der Hauswirtschaft. 2,1 A<br />

Neue attraktive Berufsbezeichnungen verbessern das Ansehen hauswirtschaftlicher Berufe. 2,3 A<br />

Es war für mich leicht, eine meiner Qualifikationen angemessene Stelle in der Hauswirtschaft zu bekommen. 2,4 F<br />

Mein Ansehen als hauswirtschaftliche Fachkraft empfinde ich als angemessen. 2,6 F<br />

In der Hauswirtschaft zu arbeiten, ist finanziell attraktiv. 3,0<br />

In meinem Betrieb sind die Aufstiegschancen für hauswirtschaftliche Berufe gut. 3,0<br />

I<br />

I<br />

Bearbeitung: Martina Kliem/Robert Baumann, Beratung: Andrea Seidl, Gisela Miethaner, StMELF<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2013 13


Fachthema<br />

Tischkultur ist Lebensart<br />

Die neue Fine-Dining-Kollektion von Kahla mit extrabreiten Tellerfahnen<br />

Mit dem Presenter 2in1 von Bauscher können kalte und warme<br />

Speisen am Büffet stilvoll präsentiert werden<br />

Nicht nur in der Gastronomie, auch in der Gemeinschaftsverpflegung<br />

macht man sich zunehmend Gedanken über eine gepflegte<br />

Tischkultur. Wohin geht die Reise bei Geschirr, Tischwäsche<br />

und <strong>Co</strong>.? Die Messen Internorga und Altenpflege 2013 gaben<br />

Inspirationen.<br />

Der Trend im Table-top-Bereich lautet:<br />

Den einen starken Trend gibt es nicht<br />

mehr. Vieles ist möglich, vom klassischen<br />

weißen Porzellan über nostalgische<br />

Blumenmuster bis zur edel-eleganten Formenreduzierung.<br />

Ein noch so schmackhaftes,<br />

sorgfältig zubereitetes Menü wirkt<br />

nicht, wenn es lieblos serviert wird. Ein<br />

schön gedeckter Tisch gibt Essen und Trinken<br />

einen optimalen Rahmen.<br />

Etageren und Trays sind gefragt<br />

Zur Umsetzung neuer Food-Trends<br />

brauchen Köche innovatives Geschirr, damit<br />

die Speisen optisch gut zur Geltung<br />

kommen. Ein Beispiel dafür ist die neue Geschirr-Serie<br />

„Affinity“ von Villeroy & Boch.<br />

„Mit dem neuen Geschirr Affinity lassen sich<br />

Food-Trends aus allen Kontinenten auf den<br />

Tisch bringen – egal, ob Kaffee, Gourmet<br />

oder Sushi deluxe“, sagte Simone Struve<br />

von Villeroy & Boch anlässlich der Messe<br />

Internorga im März dieses Jahres. Im Trend<br />

sind vielseitig nutzbare Elemente wie eine<br />

Etagere, mit der sich Snacks genauso präsentieren<br />

lassen wie auch Beilagen für das<br />

Frühstück. Ebenfalls sehr beliebt sind derzeit<br />

vielseitig nutzbare Platten und Schalen,<br />

in Verbindung mit einem Porzellan-Tray<br />

(Tablett) können damit Vor- oder Hauptspeisen<br />

sehr stilvoll auf den Tisch gebracht<br />

werden. Um hier Abwechslung in die Tischkultur<br />

zu bringen und mit der Zeit zu gehen,<br />

ist es gar nicht nötig, das komplette Geschirr<br />

auszuwechseln, sondern es reicht oft<br />

schon, die Geschirrlinie um einige ausgefallene<br />

Stücke zu ergänzen.<br />

Grundsätzlich sind derzeit bei Tellern<br />

eher kleine Spiegel und große Fahnen angesagt.<br />

Dies erlaubt ein effektvolles Dekorieren<br />

der Teller. Ein Beispiel dafür ist die<br />

neue Fine-Dining-Kollektion von Kahla. Die<br />

Porzellan-Kollektion nimmt sich zurück und<br />

will mit extrabreiten Tellerfahnen die Bühne<br />

bilden für den eigentlichen Star: das<br />

gute Essen. Die zugehörigen Serviceschüsseln<br />

haben einen Fuß und heben somit Salate<br />

oder andere Speisen am Buffet wortwörtlich<br />

in die Höhe.<br />

Kahla hat mit Café Sommelier auch ein<br />

spezielles Geschirr für Kaffee-Spezialitäten<br />

im Programm. Besonderheiten sind hier ein<br />

dünner Trinkrand für ein gutes Trinkgefühl,<br />

eine dicke Wandstärke zur Wärmespeicherung<br />

und ein eiförmiger Boden für perfekte<br />

Crema-Bildung. Auch hier findet sich wieder<br />

ein großer, versetzter Spiegel bei der<br />

Untertasse. Dadurch ist diese leicht zu handeln<br />

und es gibt auch genug Raum für den<br />

Löffel sowie einen Keks oder ein Stück<br />

Schokolade.<br />

Immer mehr nachgefragt wird aktuell<br />

Geschirr mit individuellem Design. Das sind<br />

Veredelungen oder Logos, die nach den Vorstellungen<br />

der Kunden auf das Geschirr aufgebracht<br />

werden. Sie sollen den persönlichen<br />

Stil des Hauses unterstreichen und<br />

sind bei einigen Herstellern schon ab kleinen<br />

Stückzahlen möglich.<br />

Funktionalität nicht vergessen<br />

Neben dem Design darf gerade in der<br />

Gemeinschaftsverpflegung auch die Funktion<br />

nicht vergessen werden. Ein Beispiel<br />

für besondere Funktionalität sind die Glasbecher<br />

der Serie Looping von Arcoroc. Um<br />

die Gläser liegt eine dekorative Silikonspirale,<br />

die als thermischer Puffer dient. Damit<br />

können heiße Getränke wie Cappuccino<br />

oder Latte Macchiato genossen werden,<br />

ohne dass man sich dabei die Finger verbrennt.<br />

Der Glasbecher wird warm, aber<br />

nicht heiß. Die Silikonspirale hat noch einen<br />

weiteren Vorteil: sie macht das Glas<br />

rutschfest. Diese Funktionen machen die<br />

Looping-Serie laut Arcoroc nicht nur für die<br />

Gastronomie, sondern auch für den Seniorenbereich<br />

interessant.<br />

Fotos: Kahla, Arcoroc, Bauscher, Erwin Müller, Duni, Schönwald<br />

14 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Fachthema<br />

Große Suppenschale von Bauscher speziell<br />

für Suppenkreationen und Eintöpfe<br />

Gerade in der Gemeinschaftsverpflegung<br />

ist auch die Stoßsicherheit von Geschirr<br />

ein wichtiges Argument. Die Geschirrlinie<br />

Brush von Arcoroc punktet in diesem<br />

Bereich mit einem besonderen Material.<br />

Das Geschirr ist aus Opal hergestellt, einem<br />

Material, das eine hohe mechanische<br />

Widerstandsfähigkeit aufweist. Laut Arcoroc<br />

liegt die Bruchersparnis bei rund 60 Prozent<br />

– nachgewiesen im Behinderten- und<br />

Seniorenbereich. Zudem soll die konische<br />

Tellerfahne eine Unterstützung für gehandicapte<br />

Menschen bieten.<br />

Brush gibt es einfarbig weiß oder auch<br />

mit einer farbigen Fahne. Hierfür sind sechs<br />

Farben im Angebot, damit können zum Beispiel<br />

verschiedene Abteilungen in einer Einrichtung<br />

mit unterschiedlich farbigem Porzellan<br />

bestückt werden. Besonders die kräftigen<br />

Farben bei den Tellerfahnen wie Rot<br />

oder Blau kommen laut Arcoroc im Seniorenbereich<br />

sehr gut an, denn sie markieren<br />

eindeutig den Tellerrand auch für ältere<br />

Menschen mit Sehproblemen.<br />

Geschirrlinien für die Altenhilfe<br />

Auch Eschenbach bestätigt, dass in der<br />

Altenhilfe farbiges Porzellan derzeit sehr<br />

Die Tischwäsche der Kollektion Nito von<br />

Erwin Müller ist besonders strapazierfähig<br />

und fleckabweisend<br />

gefragt ist. Das GV-Systemporzellan wird<br />

hier mittlerweile in sechs verschiedenen<br />

Farben zur Kenntlichmachung der Tellerfahne<br />

angeboten. Laut Eschenbach ist Rot<br />

dabei die beste Farbe, denn sie kann auch<br />

bei fortgeschrittener Demenz noch sehr gut<br />

wahrgenommen werden.<br />

Auch Bauscher setzt auf Farben, mit<br />

„Enjoy <strong>Co</strong>lors“ gibt es fünf neue Dekorkonzepte<br />

für die erfolgreiche Kollektion Enjoy.<br />

Von leichten, mosaikartigen Dekors<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 15


Fachthema<br />

Die Einweg-Premium-Servietten Elegance von Duni sehen aus wie aus Stoff<br />

über florale Arrangements bis zu Blockfarben<br />

reicht die Design- und Farbvielfalt. Neu<br />

in der Kollektion ist eine Eintopfschale mit<br />

800 ml Inhalt. Sie wurde speziell für die Gemeinschaftsgastronomie<br />

entwickelt, um<br />

Suppenkreationen und Eintöpfe als Hauptspeise<br />

zur Geltung zu bringen.<br />

„Donna senior“ heißt die Geschirrlinie<br />

von Schönwald speziell für ältere Menschen<br />

mit verminderter Bewegungs- und Koordinationsfähigkeit.<br />

Um optisch einen Sonderstatus<br />

von beeinträchtigten Senioren zu<br />

vermeiden, greift die Geschirrlinie bewusst<br />

die Form von „Donna“ auf und lässt sich<br />

daher nahtlos mit dieser Kollektion kombinieren.<br />

Beim flachen Speiseteller ist die Tellerfahne<br />

leicht erhöht und dadurch besser zu<br />

Romantischer Kerzenschein aus<br />

LED-Licht von Duni<br />

greifen. Im Übergang von Fahne zu <strong>Co</strong>up<br />

befindet sich eine feine Kante, mit deren<br />

Hilfe sich Speisen leichter auf Gabel und<br />

Löffel schieben lassen. Eine kleinere Speisefläche<br />

sorgt außerdem für ein weniger<br />

schnelles Auskühlen und eine optimale<br />

Wärmespeicherung. Auch WGP-Produktdesign<br />

hat mit seinen Aussparungen bei<br />

den Trinkbechern (statt Schnabelbecher)<br />

auf der Altenpflegemesse und beim 7. <strong>rhw</strong>-<br />

Erfolgstag auf Schloss Liebenau wieder<br />

sinnvolle Lösungen gezeigt.<br />

Speisen gekonnt präsentieren<br />

Immer mehr Gedanken machen sich die<br />

Hersteller über eine perfekte Präsentation<br />

der Speisen auf dem Büffet. Bauscher hat<br />

ganz neu den variablen Presenter 2in1 im<br />

Programm. Hinter der Möbeloptik in beschichtetem<br />

Holz verbirgt sich ein Doppeltalent,<br />

das unterschiedlich große und tiefe<br />

Gastronorm-Schalen der Linie Emotion aufnehmen<br />

kann. Speisen können wahlweise<br />

heiß oder kühl gehalten und somit variabel<br />

und attraktiv am Buffet präsentiert werden.<br />

Wer sich über Tischkultur Gedanken<br />

macht, kommt natürlich um das Thema<br />

Tischwäsche nicht herum. Hier gibt es verschiedene<br />

Trends, die vom Stil des Hauses<br />

abhängig sind. Starke Farben bei Tischdecken<br />

sind derzeit in, genauso gerne werden<br />

jedoch auch dezente Decken mit edler Optik<br />

verwendet. In der Gastronomie kommt<br />

man heute immer öfter ohne Tischdecke<br />

aus, gerade bei Tischen mit schönen Holzoberflächen.<br />

Dafür sind derzeit schmale<br />

Stoffläufer äußerst beliebt.<br />

Eine Innovation bietet der Hersteller Erwin<br />

Müller mit seiner Kollektion Nito. Diese<br />

neue, besonders strapazierfähige Tischwäsche<br />

hat ein spezielles Extra: Das Gewebe<br />

ist fleckabweisend und besitzt dabei<br />

Schönwald bietet mit „Donna Senior“<br />

eine Geschirrlinie speziell für ältere Menschen<br />

mit verminderter Bewegungsund<br />

Koordinationsfähigkeit<br />

einen ganz natürlichen Griff. Die bügelarme<br />

Qualität ist aus 100 Prozent Polyester<br />

und wird mit einem Dessin aus glänzenden<br />

Karowürfeln auf unifarbenem Grund angeboten.<br />

Einweglösungen in Premium-Qualität<br />

Sieht aus wie Stoff, ist aber keiner: Das<br />

Tischdeckenmaterial Evolin von Duni kombiniert<br />

die Optik textiler Tischdecken mit<br />

der Flexibilität einer modernen Einweglösung.<br />

Das Material wurde in Zusammenarbeit<br />

mit Gastronomen entwickelt und in verschiedenen<br />

Restaurants getestet. Es ist<br />

auch als Tischläufer auf einer Rolle erhältlich<br />

mit 20 Abschnitten, die jeweils 1,20 m<br />

lang und 41 cm breit sind. Angeboten wird<br />

Evolin in den Farben Weiß, Schwarz, Champagner<br />

und Café. Dazu passen die Einweg-<br />

Premium-Servietten Elegance, die ebenfalls<br />

wie Stoff aussehen. Angeboten werden sie<br />

in den Formaten 40 × 40 cm sowie 48 × 48<br />

cm. Bei den Dessins sind gerade im Sommer<br />

große Blumen und kräftige Farben gefragt.<br />

Zu einer gelungenen Tischinszenierung<br />

gehört auch romantischer Kerzenschein. In<br />

Senioren- oder Behinderteneinrichtungen<br />

ist echtes Kerzenlicht jedoch oft keine Option.<br />

Duni hat ganz neu eine Alternative im<br />

Programm: Kerzenleuchter in verschiedenen<br />

Farben mit LED-Licht, die per Fernbedienung<br />

einzuschalten sind und einen<br />

warmen, aber auch sicheren Kerzenschein<br />

bieten. Dazu gehört eine Ladestation mit<br />

12 LEDs, die Brenndauer beträgt zwölf Stunden.<br />

Ein schönes Beispiel dafür, wie man<br />

trotz hoher Funktionalität eine schöne<br />

Tischkultur schaffen kann.<br />

t Alexandra Höß<br />

16 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Fachthema<br />

„Ich fahre jeden Morgen<br />

in eine andere Welt“<br />

Die Abtei Mariendonk liegt am Niederrhein, inmitten von Feldern<br />

und Wäldern. Wer zur Ruhe kommen möchte, ist dort richtig.<br />

Kein Job wie jeder andere: Seit 2007 ist Petra Kowalewicz als<br />

erste Weltliche die Leiterin der Hauswirtschaft in der Abtei Mariendonk.<br />

Ihre Arbeit ist geprägt von den Eigenheiten des klösterlichen<br />

Lebens. Trotzdem würde sie nicht tauschen wollen.<br />

Die Glocken rufen zum Gebet. Schweigend<br />

betreten die Benediktinerinnen<br />

in Zweierreihen die kleine Kirche<br />

der Abtei Mariendonk. Die Frauen verbeugen<br />

sich vor dem Altar, setzen sich in<br />

das Chorgestühl und beginnen mit dem<br />

Mittagsgebet. Ihr Gesang erfüllt die Kirche.<br />

Nur wenige Meter weiter steht Petra<br />

Kowalewicz derweil in der Küche und kocht<br />

mit ihren Mitarbeiterinnen das Mittagessen.<br />

Die Krankheitswelle hat auch das<br />

Kloster nicht verschont – also packt heute<br />

auch die Leiterin der Hauswirtschaft am<br />

Herd mit an. Kartoffelsuppe steht auf dem<br />

Plan; für die Gäste der Abtei, aber auch für<br />

die 34 Schwestern. Die ersten bekommen<br />

Fisch als Einlage, die zweiten nicht – es ist<br />

gerade Fastenzeit.<br />

Solche und viele, viele andere Dinge<br />

musste Petra Kowalewicz lernen, als sie<br />

2007 ihre Stelle als Hauswirtschaftsleiterin<br />

in der Abtei Mariendonk antrat. Übrigens<br />

als erste Weltliche – ihre Vorgängerinnen<br />

waren allesamt Schwestern. Berührungsängste<br />

hatte Petra Kowalewicz<br />

nie, ein besonderer Arbeitsplatz ist es<br />

trotzdem. „Eigentlich fahre ich jeden Morgen<br />

in eine andere Welt“, sagt die 44-Jährige.<br />

Das gilt schon für die Lage des Klosters.<br />

Die kleine Abtei befindet sich in der<br />

Nähe von Kempen am Niederrhein. Zwischen<br />

Feldern, Wiesen und Wäldern, dort<br />

wo sich wahrscheinlich tatsächlich Fuchs<br />

und Hase gute Nacht sagen.<br />

Wer zur Ruhe kommen möchte, ist hier<br />

richtig. Das wird auch genutzt: de Abtei beherbergt<br />

nicht nur das Konvent der Schwestern,<br />

sondern auch ein Seminarhaus mit 15<br />

Betten. Und Vielerlei mehr. Die 34 Schwestern<br />

müssen selbst für ihren Lebensunterhalt<br />

sorgen. Und das tun sie, indem sie in<br />

der Paramenten-Werkstatt weben, sticken<br />

und nähen, Kerzen verzieren sowie einen<br />

Hostienversand betreiben, einen großen<br />

Garten bewirtschaften und eben Gästegruppen<br />

aufnehmen. Schließlich muss ein<br />

riesiges Areal unterhalten werden.<br />

Fotos: Isabelle Butschek (7), Abtei Mariendonk (3)<br />

Die erste „weltliche“ HWL<br />

Schwester Rebekka ist für den Gästebereich verantwortlich und arbeitet eng mit Hauswirtschaftsleiterin<br />

Petra Kowalewicz zusammen. Die Benediktinerinnen stellen unter<br />

anderem farbenfrohe Paramenten her, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 17


Fachthema<br />

Das tragbare Telefon ist unverzichtbar<br />

Für das leibliche Wohl der Schwestern,<br />

für Wäsche und Reinigung gibt es ein Team<br />

unter der Leitung von Petra Kowalewicz.<br />

Vier weltliche Mitarbeiter in der Küche, unterstützt<br />

von zwei Schwestern; dazu vier<br />

weltliche Mitarbeiter in der Hauswirtschaft,<br />

unterstützt von verschiedenen Schwestern.<br />

Und dieses Team hat jede Menge zu tun.<br />

„Wir sind für etwa 1.000 Quadratmeter zuständig“,<br />

berichtet die Hauswirtschaftsmeisterin.<br />

Bis auf die Privatzimmer der<br />

Schwestern kümmert sich die Hauswirtschaft<br />

um alle Räumlichkeiten.<br />

Nicht an Kanalisation angeschlossen<br />

Normale Reinigungsmittel können übrigens<br />

nicht zum Einsatz kommen: „Wir<br />

sind nicht an die Kanalisation angeschlossen,<br />

sondern arbeiten mit einer eigenen<br />

biologischen Kläranlage“, erläutert Petra<br />

Kowalewicz. Und darauf muss sie bei der<br />

Wahl der Reinigungsmittel achten.<br />

Zur Reinigung kommt einiges an Wäsche.<br />

Die Bettwäsche der Gäste wird nach<br />

außen gegeben, „bei den Handtüchern haben<br />

wir mittlerweile festgestellt, dass wir<br />

Den Gebetsgang sollten auch die weltlichen<br />

Mitarbeiter schweigend passieren.<br />

Wer in der Abtei arbeitet, muss ein Gefühl<br />

für die Bedürfnisse der Schwestern<br />

entwickeln.<br />

Die Gästezimmer sind gemütlich, aber einfach eingerichtet. Ein Hotel möchte die Abtei<br />

nicht sein.<br />

das selber besser machen“. Und dann gibt<br />

es natürlich noch die private Wäsche der<br />

Schwestern, die zum Teil auch von diesen<br />

selbst gereinigt wird. Klingt kompliziert?<br />

Ist es manchmal auch. „Es gibt jeden Tag<br />

viel abzusprechen, ich kann mich nicht einfach<br />

in ein Büro setzen, sondern muss ständig<br />

im Gespräch bleiben“, sagt Petra Kowalewicz,<br />

die nie ohne ihr tragbares Telefon<br />

im Haus unterwegs ist.<br />

Ähnliches gilt für die Verpflegung. Auch<br />

dort gibt es immer wieder Kommunikationsbedarf.<br />

„Eigentlich ist das hier wie eine<br />

große Familie mit verschiedenen Generationen“,<br />

erzählt sie. Die Schwestern sind<br />

momentan zwischen 27 und 90 Jahre alt.<br />

Sie treten in die Abtei ein und bleiben dort<br />

ihr Leben lang bis sie sterben. Auch die<br />

Pflege wird von den Mitschwestern übernommen.<br />

Für Petra Kowalewicz bedeutet<br />

dies, dass es so einiges zu beachten gibt.<br />

Zum einen etwa, dass bei den Schwestern<br />

grundsätzlich weniger Fleisch auf den Tisch<br />

kommt. Zum anderen, dass sie auch auf<br />

die Bedürfnisse der Älteren Rücksicht nehmen<br />

muss: „Wir bereiten verschiedene Varianten<br />

Schonkost vor, auch etwa für Allergiker<br />

oder Diabetiker.“ Hinzu kommt das<br />

Essen für die Gäste.<br />

Morgens geerntet,<br />

mittags auf den Tisch<br />

Apropos Gäste. In diesem Bereich hat<br />

das Hauswirtschaftsteam intensiv an seinem<br />

Qualitäts<strong>management</strong> gearbeitet und<br />

sich in den Bereichen Hygiene, Speiseplanung,<br />

Speiseherstellung sowie Lebenswelt<br />

von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung<br />

(DGE) zertifizieren lassen. „Das haben<br />

wir nicht gemacht, um damit zu werben<br />

– unser Gästebereich ist gut besucht<br />

Morgens geerntet, mittags auf den Tisch:<br />

Das meiste Gemüse und Obst beziehen<br />

die Schwestern aus dem eigenen Garten.<br />

und das würde auch gar nicht zur Abtei<br />

passen. Nein, wir wollten einfach zeigen,<br />

was wir können. Und es war auch wirklich<br />

ein Motivationsschub für das ganze Team.“<br />

Anderthalb Jahre hat der Prozess der Zertifizierung<br />

gedauert, im Dezember 2012 hat<br />

die Abtei Mariendonk diese erhalten. Vieles<br />

war schon vorhanden, anderes musste<br />

geändert werden.<br />

Zum Beispiel beim Speiseplan. „Einen<br />

solchen gab es eigentlich nicht, die Gäste<br />

mussten sich jeden Tag überraschen lassen“,<br />

sagt Petra Kowalewicz. Das hatte<br />

auch seine Vorteile. Die Abtei hat zum Beispiel<br />

einen großen eigenen Garten und<br />

handelt oft nach dem Grundsatz: morgens<br />

geerntet, mittags auf den Tisch. Auf den<br />

Garten und seine Erzeugnisse wird natürlich<br />

immer noch Rücksicht genommen,<br />

doch mittlerweile wird ein wöchentlicher<br />

18 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Fachthema<br />

Gekocht wird nach den zehn Regeln der DGE. Allerdings gilt es auch, die Sonderregeln<br />

des klösterlichen Lebens zu beachten. So steht Fleisch nur selten auf dem Speiseplan.<br />

Speiseplan erstellt, nach den zehn Regeln<br />

der DGE. Wichtig ist der Abtei, dass die Leute<br />

in der Region unterstützt werden. „Die<br />

Milch kommt vom Biobauern, die Eier vom<br />

Eierhof.“ Klar ist auch, dass das Essen einfach<br />

gehalten ist – eben passend zum klösterlichen<br />

Leben. „Und wir können auch<br />

nicht zweierlei Menüs kochen“, sagt Petra<br />

Kowalewicz.<br />

Gäste sind willkommen<br />

Gäste sind sehr willkommen, aber ein<br />

Hotel dürfen sie nicht erwarten. Doch wer<br />

auf Zeit in die Abtei Mariendonk kommt,<br />

wird sicherlich auch nichts anderes erwarten.<br />

„Wir nehmen sehr gerne Gäste auf, das<br />

gehört auch zu unseren Grundsätzen. Aber<br />

wir sind kein Hotelbetrieb“, erläutert<br />

Schwester Rebekka, die für den Gästebereich<br />

zuständig ist. Das bedeutet: Es werden<br />

zum Beispiel nur Gruppen aufgenommen,<br />

die aus dem kirchlichen Bereich kommen<br />

oder auf andere Art und Weise zur Abtei<br />

passen. Auch sollten die Gäste mindestens<br />

17 Jahre alt sein, „davor ist es noch<br />

nicht das Richtige“, sagt Schwester Rebekka.<br />

Das Gästehaus wurde erst in den<br />

vergangenen Jahren renoviert und wartet<br />

mit schlichten, aber gemütlichen Zimmern<br />

auf. Willkommen sind auch Einzelpersonen,<br />

die entweder ganz für sich bleiben<br />

oder auch zum Beispiel im Garten mithelfen<br />

können. Dort, bei Bibelgesprächen oder<br />

während der Gebete, kommt es dann zum<br />

Kontakt mit den Schwestern.<br />

Getrennte Mahlzeiten<br />

Die Mahlzeiten allerdings werden getrennt<br />

eingenommen. „Die Schwestern holen<br />

sich ihr Essen selbst in der Küche ab<br />

und bringen es in das Refektorium.“ Eigentlich<br />

hatte Petra Kowalewicz sich einmal<br />

überlegt, mit dem großen Wagen bis<br />

in den Speisesaal der Schwestern zu fahren<br />

und das Essen direkt dort zu verteilen.<br />

Aber das ging nicht. Während des Mittagessens<br />

haben die Schwestern ihre eigenen<br />

Rituale, unter anderem wird geschwiegen.<br />

„Da hat eine Weltliche nichts<br />

zu suchen“, sagt Petra Kowalewicz. Und<br />

das ist nicht böse oder kritisch gemeint.<br />

„Wer hier arbeitet, muss einfach ein Gespür<br />

für die Grenzen entwickeln, die es<br />

gibt, und wann es Zeit ist, sich zurückzuziehen<br />

und die Bedürfnisse der Schwestern<br />

zu berücksichtigen. Man bleibt eine<br />

Außenstehende, die hier nur arbeitet.“ Für<br />

Petra Kowalewicz völlig in Ordnung: „Mein<br />

Motto war von Anfang an: Leben und leben<br />

lassen. Und damit fahre ich ganz gut.“<br />

Allerdings gibt Petra Kowalewicz zu, dass<br />

die klösterlichen Besonderheiten das Arbeiten<br />

manchmal schon auch erschweren.<br />

„Mit Konzepten kommt man hier nicht<br />

weit. Dazu gibt es einfach zu viele Unterbrechungen.“<br />

08/15-Konzepte haben<br />

keine Chance<br />

So muss sie zum Beispiel einplanen,<br />

dass die Schwestern, die in ihrem Team<br />

mitarbeiten, alles stehen und liegen lassen,<br />

wenn eine der Gebetszeiten naht. „Es<br />

gibt auch ganz andere Feiertage. Zum Beispiel<br />

der 21. März, der Todestag des Heiligen<br />

Benedikt. Das ist einer der höchsten<br />

Feiertage.“ Und an einem solchen wird natürlich<br />

nicht gearbeitet, was sie in ihren<br />

Planungen berücksichtigen muss. Ein anderes<br />

Beispiel ist der Gebetsgang zwischen<br />

Gäste- und Küchenbereich.<br />

Die Schwestern arbeiten sowohl in der<br />

Küche wie auch im Hauswirtschaftsteam<br />

mit. Der Alltag ist von Unterbrechungen<br />

geprägt: Alles richtet sich nach den Gebetszeiten.<br />

„Dort sollte nicht gesprochen werden,<br />

und daran müssen sich auch die weltlichen<br />

Mitarbeiter halten.“<br />

Unsensible Plappermäuler kann sie<br />

deswegen in ihrem Team genauso wenig<br />

brauchen wie Frauen, die im Sommer im<br />

Minirock ankommen. Lernen musste Petra<br />

Kowalewicz vor allem, geduldig zu sein.<br />

„Wahrscheinlich ist das auch immer noch<br />

mein größtes Problem, dass ich manchmal<br />

zu ungeduldig bin.“ Zwar sei das Kloster<br />

sehr aufgeschlossen, „aber alles braucht<br />

seine Zeit“. Zumal jede Veränderung, Entscheidung<br />

oder Planung mit der Äbtissin,<br />

der Vorsteherin des Klosters, besprochen<br />

wird.<br />

„Das sind sehr humorvolle Frauen“<br />

Trotzdem oder vielleicht sogar wegen<br />

all dieser Eigenheiten würde Petra Kowalewicz<br />

ihre Stelle in der Abtei Mariendonk<br />

so schnell nicht aufgeben wollen. Vielleicht<br />

sehen alle Schwestern durch ihre einheitliche<br />

Tracht auf den ersten Blick gleich aus.<br />

„Ich erkenne jede einzelne mittlerweile<br />

schon von hinten an ihrem Gang“, sagt Petra<br />

Kowalewicz und lacht. Auch wenn sich<br />

das Leben in der Abtei sehr ernst anhört,<br />

„das sind sehr humorvolle Frauen“. Und<br />

dankbare noch dazu. Petra Kowalewicz erfährt<br />

für ihre Arbeit in der Abtei Mariendonk<br />

eine Wertschätzung, die es sonst im<br />

hauswirtschaftlichen Bereich eher selten<br />

gibt. „Wenn ich sonntags etwas Gutes koche,<br />

und es kommt danach eine Schwester<br />

zu mir und bedankt sich dafür, wie gut<br />

es geschmeckt hat – dann ist das einfach<br />

toll.“<br />

t Isabelle Butschek<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 19


A K A D E M I E<br />

S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />

Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />

Diabetes<strong>management</strong> ohne Diabetikerprodukte in Reutlingen<br />

Zielgruppe: Mitarbeiter/innen aus Pflege und Hauswirtschaft, Verantwortliche<br />

für den Bereich Ernährung<br />

Problematik: Diabetes mellitus ist weit verbreitet und nimmt immer noch<br />

rapide zu. Der angemessene Umgang mit dem Diabetes der Bewohner/<br />

innen ist wesentlich eine Frage der Ernährung. Daher benötigen wir ein<br />

Hand-in-Hand-Arbeiten von Hauswirtschaft und Pflege. Dies umso mehr,<br />

seit im Oktober 2012 die Neuerungen der Diätverordnung greifen und spezielle<br />

Diabetikerprodukte wie Desserts, Kuchen oder Marmelade nicht mehr<br />

angeboten werden.<br />

Themen und Inhalte:<br />

• Grundlagen zum Diabetes Typ I und II<br />

• Welche Diabetesbehandlung macht Sinn?<br />

• Altersgerechte Ernährung: gibt es so etwas für Menschen mit Diabetes?<br />

• BE – Verteilung pro Tag: was sagt der MDK dazu?<br />

• Unterzuckerungen: Erkennen - Behandeln - Vermeiden<br />

• Spätkomplikationen und wie sie sich vermeiden lassen<br />

• diabetesgerechte Speiseplanung bei Hauptmahlzeiten und Zwischenverpflegung<br />

• welche Lebensmittel müssen berechnet werden?<br />

• welche Informationen braucht die Pflege von Hauswirtschaftkräften im<br />

Alltag?<br />

Termin, Ort und Zeiten: 15. Juli 2013 in Reutlingen, 9 bis 17 Uhr<br />

Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e. V. 159,– Euro, sonst 179,–<br />

Euro. Alle Preise zuzüglich MwSt.<br />

Referentin: Carola Reiner, CCR Unternehmensberatung<br />

Arbeitssicherheit für hauswirtschaftliche Führungskräfte in Berlin<br />

Zielgruppe: Bereichsleitungen, HWL, verantwortliche Mitarbeiterinnen.<br />

Einrichtungsleitungen sind in Vertretung des Unternehmers verantwortlich<br />

für die Gestaltung der Arbeitsplätze der Mitarbeiter/-innen. Sie müssen die<br />

Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes organisieren, kontrollieren<br />

und verbessern. Teilaufgaben können dabei delegiert werden. Wie diese<br />

Delegation rechtswirksam erfolgen kann und was nicht delegierbar ist, wird<br />

in diesem Seminar thematisiert. Die Kernpunkte zur Sicherung der Aufsichtspflicht<br />

gegenüber den beauftragten Personen werden zusammengetragen.<br />

Basis sind die relevanten Rechtsvorschriften.<br />

Inhalte:<br />

• Arbeitsschutzgesetz in seiner dualen Wirkung<br />

• Gesundheits- und Arbeitsschutz als gesetzlich fixiertes Unternehmensziel<br />

- Leitungsverantwortung gemäß §3<br />

- vordringliche Aufgaben gem. §4<br />

- Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach §5<br />

• Handlungsbedarf gem. Gefahrstoffverordnung<br />

(Gefährdungsanalyse, Gefahrstoffkataster, Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisung,<br />

Schulungsplifchten)<br />

• Biostoffverordnung und TRBA 250<br />

- arbeitsmedizinische Vorsorge<br />

- Schutzkleidung, Impfpflichten, Unterweisungspflichten, Übertragung von<br />

Unternehmerpflichten<br />

Termin, Ort und Zeiten: 14. Juni 2013 in Berlin, 9 bis 16.30 Uhr<br />

Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e. V. 159,– Euro, sonst 179,–<br />

Euro. Alle Preise zuzüglich MwSt.<br />

Referent: Sascha Kühnau<br />

Anmeldecoupon per Fax (0 89) 318905-38 oder online unter www.vnm-akademie.de<br />

✃<br />

Anmeldung/Rücktritt: Nach Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen eine Eingangsbestätigung<br />

mit allen nötigen Informationen. Zur Begleichung der Seminargebühr<br />

erhalten Sie spätestens zum Anmeldeschlusstermin eine Rechnung, die<br />

gleichzeitig als An melde- bestätigung dient. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss<br />

Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr in Rechnung<br />

stellen. Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss, müssen wir<br />

30,– Euro Bearbeitungsgebühr erheben.<br />

Ihr Vorteil: Sie können in beiden Fällen eine Ersatzperson als Vertretung schicken.<br />

Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt., Tagungsunterlagen, -getränken, Kaffeepausen<br />

und Mittagessen, sofern nicht anders angegeben.<br />

Anmeldeschluss: jeweils 14 Tage vorher, sofern nicht anders angegeben.<br />

Absage: Der Veranstalter Verlag Neuer Merkur GmbH behält sich das Recht vor,<br />

die Seminare aus wichtigem Grund abzusagen. Änderungen und Irrtümer sowie<br />

Preisänderungen vorbehalten.<br />

Ansprechpartner:<br />

Ulrich Bartel, Telefon: (0 89) 31 89 05-54, Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />

<strong>Co</strong>upon ausschneiden, ggf. kopieren und einsenden an:<br />

Verlag Neuer Merkur GmbH, vnm-Akademie,<br />

Postfach 60 06 62, 81206 München<br />

Anmeldung<br />

Hiermit melde ich mich ver bindlich<br />

zu folgenden Seminar an<br />

❍ Diabetes<strong>management</strong><br />

ohne Diabetikerprodukte<br />

❍ Arbeitssicherheit für<br />

hauswirtschaftliche<br />

Führungskräfte<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Mitgliedsnummer:<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Abonummer<br />

Rechnungsadresse:<br />

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■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.Meine Kundennummer:<br />

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.<br />

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E-Mail<br />

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Berufliche Funktion<br />

Telefon/Fax<br />

Straße/Nr.<br />

PLZ/Ort<br />

Datum/Unterschrift<br />

Mit meiner Unterschrift erkenne ich die genannten Bedingungen zu Anmeldung und Rücktritt an.<br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

■ Ja, ich bin damit einverstanden, dass Sie mich ggf. per E-Mail oder Telefon über weitere Verlagsangebote informieren.


Berufsbildung<br />

Hauswirtschaft im Quartier<br />

Quartiersbezogene Wohnkonzepte<br />

zielen darauf ab, dass<br />

Menschen aller Generationen<br />

in ihrer vertrauen Umgebung,<br />

ihrem Wohnquartier, verbleiben<br />

können. <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

hörte sich um auf der<br />

Messe Altenpflege in Nürnberg<br />

sowie auf der Jahrestagung<br />

des Berufsverbandes<br />

Hauswirtschaft in Stuttgart-<br />

Hohenheim und beschreibt die<br />

aktuelle Entwicklung.<br />

der über 65-Jährigen<br />

wohnen noch privat zu Hause,<br />

93Prozent<br />

nur etwa vier Prozent im Altenheim<br />

und etwa zwei Prozent im betreuten<br />

Wohnen. Diese Angaben stammen von Holger<br />

Stolarz, Architekt aus Bonn und bis 2011<br />

Mitarbeiter beim Kuratorium Deutsche Altershilfe<br />

(KDA). Der Wunsch der Älteren ist<br />

also da, so lange wie möglich in der gewohnten<br />

Umgebung zu wohnen. Doch wie<br />

sieht dies praktisch aus und welche Rolle<br />

spielt die Hauswirtschaft dabei? Zunächst<br />

drei Praxisbeispiele:<br />

1. Praxisbeispiel aus Essen<br />

Im GenerationenKult-Haus in Essen leben<br />

33 Bewohner im Alter von 25 bis 75 Jahren<br />

nach dem Motto: „Wir machen uns den<br />

Stadtteil so schön, wie wir ihn haben wollen“.<br />

Das mehrstöckige Haus gehört Reinhold<br />

Wiesemann, der in der Software-Industrie<br />

Geld mit speziellen Kabeln für Drucker<br />

verdiente und nun im Alter von 53 Jahren<br />

seine eigenen Vorstellungen verwirklicht,<br />

wie er im Alter einmal leben möchte. Die<br />

Grundidee des Generationenkulthauses:<br />

„Ich ziehe mit 20 oder 30 Jahren ein und<br />

kann auch im Alter hier bleiben“, sagt Projektleiterin<br />

Annette Allkemper auf der Jahrestagung<br />

des Berufsverbandes Hauswirtschaft<br />

im April 2013.<br />

den Künstler der Region und ihre Werke wöchentlich<br />

wechselnd vorgestellt.<br />

Dieses besondere Haus hat darüber hinaus<br />

zwei Saunen, ein Pflegebad, einen Billardtisch,<br />

eine Tischtennisplatte, einen<br />

Lounge-Bereich mit kostenlosen Getränken,<br />

zwei Kochnischen, ein Heimkino sowie eine<br />

Dachterrasse. All dies steht für die Bewohner<br />

offen und der Unterhalt wird von der Gemeinschaft<br />

gezahlt. „Der Quadratmeterpreis<br />

für die Miete liegt derzeit bei zehn Euro<br />

Grundmiete plus fünf Euro für die Nutzung<br />

der anderen Flächen“, sagt Annette Allkemper,<br />

die auch für Reinigungstätigkeiten mit<br />

einem Vertrag über neun Stunden pro Woche<br />

zuständig ist.<br />

Mit Küche oder ohne?<br />

Foto: Robert Baumann, ArTo/Fotolia.com<br />

„Jeder Bewohner kann sich aussuchen,<br />

ob er im Zimmer eine eigene Küche haben<br />

möchte oder die Gemeinschaftsküche<br />

nutzen will“, so Annette Allkemper,<br />

Projektleiterin beim „GenerationenKult-<br />

Haus“ in Essen<br />

GenerationenKult-Haus<br />

Das GenerationenKult-Haus hat sowohl<br />

Einzelzimmer zwischen 15 und 22 Quadratmetern<br />

als auch Wohnungen mit einer Größe<br />

von 31 bis 65 Quadratmetern. Hinzu<br />

kommt ein Großraumbüro, wo man sich tageweise<br />

oder auch länger als sogenannter<br />

<strong>Co</strong>-Worker einmieten kann. Freies WLAN ist<br />

überall im Haus zu empfangen. Im Erdgeschoss<br />

befindet sich eine Ladengemeinschaft<br />

mit fünf Mitarbeitern, die auch schon<br />

Entwicklungen hinter sich hat: Aus dem früheren<br />

Cafe wurde ein Piercing-Studio und<br />

die Regale im Laden kann man meterweise<br />

mieten, was beispielsweise Künstler für ihre<br />

Werke gerne nutzen. Im Schaufenster wer-<br />

„Jeder Bewohner kann sich aussuchen,<br />

ob er im Zimmer eine eigene Küche haben<br />

möchte oder die Gemeinschaftsküche nutzen<br />

will.“ Selbst die Kühl- und Gefrierschränke<br />

teilen sich die Bewohner. Einer der<br />

fünf Kühlschränke ist prall gefüllt, so dass<br />

man einfach nur die Zutaten entnehmen<br />

muss und den Verbrauch in eine Liste einträgt.<br />

Am Monatsende wird dann abgerechnet.<br />

„Diese Lebensmittel sind etwas teurer<br />

als im Supermarkt, aber man hat natürlich<br />

schon alles direkt in der Küche vorliegen“,<br />

so Allkemper, die auch selbst in dem Haus<br />

wohnt. Und wer einmal zuviel eingekauft hat,<br />

kann seine Überschüsse oder eingemachten<br />

Marmeladen im so genannten Allmende-Kühlschrank<br />

(für gemeinschaftliches Ei-<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6·2013 21


Dossier: Quartier<br />

gentum) den anderen als Geschenk zur Verfügung<br />

stellen.<br />

Und die Hygiene? „Das ist tatsächlich<br />

ein wichtiger Punkt und es hat auch nicht<br />

gleich funktioniert mit der Reinlichkeit bei<br />

den Kühlschränken. Ich habe deshalb ein Ultimatum<br />

gesetzt: Entweder die tägliche Reinigung<br />

klappt oder die Kühlschränke verschwinden<br />

wieder.“ Jetzt gibt es eine Namensliste<br />

für jeden Tag und jeden Bewohner,<br />

und wer dran war, setzt seinen Namen<br />

einfach automatisch wieder unter den letzten<br />

Namen in der Liste. So werde die Arbeit<br />

fair geregelt.<br />

Das nutzen auch gerne die Jüngeren<br />

„Das Spannende ist, dass die eigentlich<br />

für unsere älteren Bewohner gedachten<br />

Hilfsmittel wie unser wohl einmaliger hydraulischer<br />

Fahrradständer oder Aufstehhilfen<br />

bei Sesseln von den Jungen mindestens<br />

genauso gerne genutzt werden“, beobachtet<br />

Kemper. Die Türen im Haus gehen alle<br />

nach außen auf, denn nur so kann Hilfe auch<br />

zu einem Bewohner kommen, der beispielsweise<br />

im Badezimmer gestürzt ist.<br />

„Bei uns gibt es keinen Zwang zur Gemeinschaft,<br />

aber wir helfen uns gegenseitig,<br />

denn soziale Kompetenz ist nicht abhängig<br />

vom Alter“, so Annette Allkemper.<br />

2. Praxisbeispiel aus Bremen<br />

„Wenn wir uns nicht reinkämpfen, werden<br />

wir verdrängt beim Thema Quartier“,<br />

sagt Monika Böttjer von der Bremer Heimstiftung<br />

auf der Jahrestagung des Berufsverbandes<br />

Hauswirtschaft im April 2013. In<br />

Bremen werden bereits Hausleitungen zu<br />

Quartiersmanagern umgeschult und zudem<br />

„Sozialraumassistenten“ innerhalb von zwei<br />

Jahren ausgebildet. Demnächst soll dann<br />

auch für Ehrenamtliche die Schulung zur<br />

„Bürger/in im Quartier“ abgeschlossen sein.<br />

Ohne Ehrenamtliche keine Chance<br />

„Hauswirtschaft lässt sich zu leicht die<br />

Butter vom Brot nehmen. Es wird zukünftig<br />

darauf ankommen, auch Felder neu zu<br />

besetzen“, sagte Monika Böttjer von der<br />

Bremer Heimstiftung<br />

„Allein unser Haus Huchting arbeitet mit<br />

60 Ehrenamtlichen, ohne die das Quartierskonzept<br />

nicht funktionieren würde.“ Doch<br />

für die Hauswirtschaftskräfte gibt es bisher<br />

noch keine Fortbildungen. Das Ziel sei auch<br />

hier, zu unterstützen statt zu versorgen:<br />

„Doch das ist gar nicht so leicht, denn wir<br />

müssen unseren Hauswirtschaftskräften<br />

manchmal richtig die Bremse anlegen, da<br />

sie natürlich in ihrem Bereich effizienter arbeiten<br />

als es die Bewohner tun. Das war<br />

schon ein Thema bei den Hausgemeinschaften<br />

und diese erlernte Zurückhaltung<br />

ist beim Quartier sogar noch wichtiger.“<br />

„Es würde uns sicher helfen, wenn unter<br />

dem Begriff Alltagshilfen beim KDA-Konzept<br />

auch der Begriff Hauswirtschaft auftauchen<br />

würde“, so Böttjer. Das KDA könne<br />

hierfür sehr viel beitragen, so wie es vor über<br />

einem Jahrzehnt der Fall war, als die Hauswirtschaft<br />

beispielsweise für Hausgemeinschaften<br />

als feste Größe genannt wurde.<br />

„Hauswirtschaft ist doch<br />

prädestiniert dafür“<br />

Dies sei beim Thema Quartier nicht anders,<br />

„die Hauswirtschaft ist doch prädestiniert<br />

für diese Aufgaben mit ihrer Fachkompetenz“,<br />

so Böttjer. Hinzu kommen soziale<br />

Kompetenzen wie Teamfähigkeit, solidarisches<br />

Handeln, Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit<br />

und eine verlässliche Grundlage<br />

für Lebensgestaltung und -erhaltung. Es<br />

werden zukünftig Fachkräfte gebraucht, die<br />

beraten, moderieren und steuern können.<br />

Im Rahmen des Case-Managements (also<br />

des personenbezogenen Einzelfalls) können<br />

von der professionellen Hauswirtschaft zukünftig<br />

Hilfstätigkeiten an<br />

Freunde, Nachbarn, Freiwillige,<br />

Angehörige oder<br />

Nachbarschaftshelfer übertragen<br />

werden.<br />

Derzeitige Tätigkeitsfelder<br />

sind:<br />

u Alltagsbegleitung in<br />

Wohngemeinschaften<br />

u Reinigung der Wohnungen<br />

der Mieter<br />

„Der Besuch der Hauswirtschafterin<br />

ist für die<br />

Menschen oft der einzige<br />

tägliche Kontakt im<br />

Quartier“, sagte Johanna<br />

Ewig-Spur, Diakonie<br />

Württemberg<br />

u Reinigung der Privathaushalte in der<br />

Nachbarschaft<br />

u Nachbarschaftshelfer in Dienstleistungszentren.<br />

Wer ist die Konkurrenz?<br />

In Zukunft komme es darauf an, die<br />

Fachkraft Hauswirtschaft im ambulanten<br />

Dienst in Dienstleistungszentren oder Beratungsstellen<br />

zu verankern. Doch bei der Finanzierung<br />

nimmt Böttjer kein Blatt vor den<br />

Mund: „Es ist klar: Wir konkurrieren mit den<br />

Nachbarschaftshelferinnen, die im Dienstleistungszentrum<br />

angestellt sind und nur<br />

7,50 Euro die Stunde abrechnen können. Unser<br />

Lohniveau liegt bei 8,80 Euro die Stunde -<br />

hinzu kommen noch die Arbeitgeberzuschüsse<br />

und die Mehrwertsteuer. Bei diesem<br />

Vergleich bietet auch die Absetzbarkeit<br />

unserer Dienstleistungen bei der Steuer keinen<br />

Vorteil.“<br />

Böttjer verhandelt deshalb für Menschen,<br />

die aus dem Krankenhaus entlassen<br />

wurden und hauswirtschaftliche Hilfe benötigen,<br />

mit den Krankenkassen. Sie behilft<br />

sich dabei mit dem Umweg über den ambulanten<br />

Dienst, da hierbei keine Mehrwertsteuer<br />

gesondert anfällt. Eines steht fest: Im<br />

Gegensatz zu stationären Einrichtungen<br />

brauchen die betreuten Menschen in ihrer<br />

gewohnten Umgebung noch mehr Zuwendung<br />

und Kontakt. Am besten mit dem<br />

selbstbewussten Satz: „Wir sind die Lösung<br />

für das Problem und sagen nicht: das machen<br />

wir auch noch nebenbei.“ Außerdem<br />

betont Monika Böttjer: „Hauswirtschaft lässt<br />

sich zu leicht die Butter vom Brot nehmen. Es<br />

wird zukünftig darauf ankommen, auch Felder<br />

neu zu besetzen. Dazu müssen die Fachkräfte<br />

auch von ihren Kompetenzen und Fähigkeiten<br />

überzeugt sein. Sie müssen ihre<br />

Leistungen offensiv verkaufen und Angebote<br />

formulieren, kalkulieren und vermarkten.<br />

Die Zeit ist reif dafür!“<br />

22 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Dossier: Quartier<br />

3. Praxisbeispiel aus Württemberg<br />

In der Diakonie Württemberg gibt es bereits<br />

207 Diakonie-Sozialstationen und 136<br />

Nachbarschaftshilfen in inzwischen 100-jähriger<br />

Tradition. Bekannt gemacht werden die<br />

Dienstleistungen über Werbung in Gemeindebriefen,<br />

über Besuchsdienste sowie über<br />

die Sozialdienste in Krankenhäusern. Oder<br />

die Bewohner kommen selbst zu den Diensten.<br />

„Nur einen präventiven Hausbesuch gibt<br />

es noch nicht“, sagt Johanna Ewig-Spur von<br />

der Diakonie Württemberg auf der Jahrestagung<br />

des Berufsverbandes Hauswirtschaft<br />

im April 2013. Sie sieht die Zukunft in ambulanten<br />

Wohngemeinschaften, Betreuungen<br />

für demenziell erkrankte Menschen und<br />

auch in der Kooperation mit Wohnungsbaugesellschaften.<br />

„Der Besuch ist für die Menschen oft der<br />

einzige Kontakt am Tag, denn sie leben von<br />

dem guten Umfeld, das sie nicht mehr ohne<br />

Weiteres verlassen können.“ Die Organisation<br />

aber, dass jeden Tag über Jahre die gleiche<br />

Bezugsperson zu Besuch kommt, sei jedoch<br />

hochkomplex und beziehungsintensiv.<br />

„Hinzu kommt, dass dann natürlich in den<br />

drei Haushalten, die beispielsweise betreut<br />

werden, jeweils andere Voraussetzungen<br />

herrschen bei der Ausstattung mit Reinigungsutensilien.<br />

Da muss die Fachkraft eben<br />

auch mal mit einem Lappen reinigen, den sie<br />

sonst nicht nehmen würde“, so Johanna<br />

Ewig-Spur.<br />

Modellvorhaben werden gefördert<br />

Johanna Ewig-Spur weist auf die seit<br />

2013 neu eingeführte Leistungsform nach<br />

Sozialgesetzbuch (SGB) XI § 124 hin, in der<br />

auf die häusliche Betreuung hingewiesen<br />

wird. Dort heißt es, dass die Leistungsform<br />

„häusliche Betreuung“ alternativ zu den<br />

Leistungsformen Grundpflege oder hauswirtschaftliche<br />

Versorgung gewählt werden<br />

kann. Sie umfasst den besonderen Hilfe- und<br />

Betreuungsbedarf, der über den Hilfebedarf<br />

im Bereich der Körperpflege, der Ernährung<br />

und der Mobilität hinausgeht. Bevor „häusliche<br />

Betreuung“ zulasten der Pflegekasse<br />

jedoch in Anspruch genommen werden<br />

kann, müssen Pflege und hauswirtschaftliche<br />

Versorgung sichergestellt werden.<br />

Hierzu werden in Kürze Modellvorhaben<br />

anlaufen. 2013 und 2014 können aus den<br />

Mitteln des Ausgleichfonds mit Betreuungsdiensten<br />

nach SGB § 124 bis zu fünf Millionen<br />

Euro vereinbart werden. Ziele, Inhalte,<br />

Dauer und Durchführungen werden nach<br />

Angaben von Johanna Ewig-Spur mit dem<br />

Bundesministerium für Gesundheit noch<br />

festgelegt.<br />

Zugelassen als Betreuungsdienste sind<br />

entsprechend qualifizierte, fachlich geeignete<br />

und zuverlässige Personen mit praktischer<br />

Berufserfahrung, vorzugsweise aus<br />

dem Gesundheits- und Sozialbereich. Die<br />

Modellvorhaben sind auf drei Jahre befristet,<br />

die Zulassung der Betreuungsdienste bleibt<br />

bis zwei Jahre nach Ende des Modellprogramms<br />

gültig. Das Vorhaben wird wissenschaftlich<br />

begleitet und ausgewertet. „Das<br />

sollte sich die Hauswirtschaft nicht entgehen<br />

lassen, bevor die ambulanten Dienste zugreifen“,<br />

so Johanna Ewig-Spur. Womit wir<br />

wieder bei Monika Böttjer aus Bremen, Hauswirtschaft<br />

und „die Butter vom Brot nehmen<br />

lassen“ wären. u Robert Baumann<br />

Ziele für eine<br />

Quartiersentwicklung<br />

Welche Gründe sprechen für eine Quartiersentwicklung? Dafür<br />

hat Dr. Peter Michell-Auli vom Kuratorium Deutsche Altershilfe<br />

(KDA) auf der Altenpflege-Messe in Nürnberg folgende<br />

These aufgestellt: Quartiersentwicklung führt zu Einspareffekten.<br />

In der stationären Pflege gibt es aufgrund von<br />

Überversorgung Einsparpotenzial.<br />

40 Prozent hilfe- und<br />

pflegebedürftiger Menschen<br />

„30bis<br />

werden aufgrund mangelnder<br />

sozialer Kontakte, kultureller Angebote<br />

und der regelmäßigen Essensversorgung<br />

stationär versorgt.“ Laut einer Erhebung des<br />

KDA aus dem Jahr 2002 im Kreis Segeberg<br />

sind 30 Prozent der Bewohner in Pflegeheimen<br />

überversorgt. Dabei wäre eine längere<br />

häusliche Versorgung durchaus möglich. Allerdings<br />

bedarf es hierzu entsprechender<br />

Strukturen. Ein Modellprojekt zum Case Management<br />

in Ahlen zeigte, dass die Heimunterbringung<br />

dort um 40 Prozent gesenkt<br />

werden konnte.<br />

Die Prognose, was den Bedarf an Pflege<br />

und Unterstützung betrifft, ist eindeutig:<br />

Nach Blinkert und Gräf (2009) sind für das<br />

Jahr 2050 etwa 50 Millionen Pflegebedürftige<br />

zu erwarten – trotz Reformen wie zum<br />

Beispiel zu Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit<br />

und Pflege und zu bedarfsgerechteren<br />

Formen der Versorgung durch Pflegebudgets.<br />

„Der bisherige Grundsatz häuslicher<br />

vor stationärer Pflege lässt sich nicht mehr<br />

halten“, heißt es, „künftig wird irgendeine<br />

Form von stationärer Versorgung der Normalfall<br />

sein.“<br />

In der Folge steigt der Pflegesatz von<br />

1,95 Prozent auf ganze sieben Prozent. Blinkert/Klie<br />

(2006) weisen dabei allerdings<br />

auch darauf hin, dass Freunde, Bekannte,<br />

„In Bezug auf die von den Bewohnern und<br />

den von den Sozialversicherungen getragenen<br />

Kosten ergeben sich beim Quartier<br />

Einsparungen von 65 bis 70 Prozent“,<br />

zitierte Dr. Peter Michell-Auli, Kuratorium<br />

Deutsche Altershilfe (KDA) aus Ergebnissen<br />

des Projektes von SONG „Soziales<br />

neu gestalten“, welche das Zentrum für<br />

Europäische Wirtschaftsforschung 2009<br />

veröffentlichte<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 23


Berufsbildung<br />

Nachbarn mit immerhin acht Prozent an der<br />

Versorgungszeit eines Menschen mit Pflegebedarf<br />

beteiligt sind. Die Quartiersentwicklung<br />

als ein wesentlicher Reformansatz<br />

wurde in dieser Prognose jedoch nicht berücksichtigt.<br />

Dabei liegen die Argumente für eine<br />

Quartiersentwicklung auf der Hand: Ein längerer<br />

Verbleib zu Hause bzw. im vertrauten<br />

Wohnumfeld ist ein vorherrschendes Bedürfnis<br />

der älteren Bevölkerung. Das 2001<br />

veröffentlichte Ergebnis der EMNID Repräsentativbefragung<br />

von Menschen ab 50 Jahren<br />

spricht Bände: Für acht von zehn Befragten<br />

ist der letzte Umzug mindestens ein<br />

Jahrzehnt her. Nur ein Drittel möchte für das<br />

altersgerechte Wohnen umziehen, zwei Drittel<br />

bevorzugen den Umbau.<br />

Ziel 1: Wertschätzendes<br />

gesellschaftliches Umfeld<br />

Um eine gemeinsame Verantwortlichkeit<br />

aller Bürgerinnen und Bürger füreinander im<br />

Quartier zu schaffen, ist es notwendig, an<br />

den normativen Grundlagen zu arbeiten. Indem<br />

die gemeinsame Identität gestärkt wird,<br />

kann ein „Wir“-Gefühl erzeugt werden. Dafür<br />

müssen auch die Wertvorstellungen angepasst<br />

werden: Das „Altsein“ muss enttabuisiert<br />

werden – dazu zählen auch alle<br />

Sachverhalte, die zur Ausgrenzung führen,<br />

wie zum Beispiel Demenz. Im Gegenzug<br />

müssen realistische Altersbilder, bei denen<br />

ältere Menschen aktiv am gesellschaftlichen<br />

Leben teilnehmen, etabliert werden. Dadurch<br />

entsteht nicht nur größere Toleranz<br />

füreinander, sondern auch die Möglichkeit<br />

für spontane Hilfestellungen, was wiede rum<br />

eine Entlastung für pflegende Angehörige<br />

bedeutet. Als Sinnspruch kann gelten: Mit<br />

Wissen fängt es an – ohne Wissen geht es<br />

gar nicht.<br />

Ziel 2: Tragende soziale Infrastruktur<br />

Um eine tragende soziale Infrastruktur<br />

aufzubauen, ist es nötig, Sozialbeziehungen<br />

weiterzuentwickeln. Eine entscheidende<br />

Rolle nimmt dabei die Nachbarschaftsarbeit<br />

ein. Als Nachbarschaft definiert man<br />

das fußläufig erreichbare Wohnumfeld. Ein<br />

Quartier kann gegebenenfalls aus mehreren<br />

Nachbarschaften bestehen. Damit zielt<br />

es darauf ab, Kontakt- und Begegnungsmöglichkeiten<br />

zu schaffen, aus denen sich<br />

wiederum soziale Netzwerke entwickeln<br />

können. Diese stellen dann die Basis für<br />

nachbarschaftliche Unterstützung und Hilfe,<br />

die zum Beispiel das Erledigen von Einkäufen<br />

oder Blumen gießen umfassen kann.<br />

Nachbarschaftsprojekte müssen beispielsweise<br />

normative Dimensionen mit einbeziehen.<br />

Da Motivationen geschaffen und Einsatzfelder<br />

für bürgerschaftlich engagierte<br />

Bürger transparent werden, fördert eine solche<br />

Nachbarschaftsarbeit bürgerschaftliches<br />

Engagement.<br />

Ziel 3: Generationengerechte<br />

räumliche Infrastruktur<br />

Eine physische Infrastruktur, die Selbstständigkeit<br />

und soziale Kontakte ermöglicht,<br />

bietet:<br />

u barrierefreie und sichere öffentliche Räume<br />

und Gebäude<br />

u Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten,<br />

zum Beispiel Grünflächen, Sitzbänke,<br />

generationsübergreifende Spielplätze<br />

u Begegnungsräume, zum Beispiel Bürgertreffpunkte<br />

oder -cafés<br />

u Einkaufsmöglichkeiten, zum Beispiel<br />

Kiosk, Genossenschaftsladen<br />

u mobilitätsfördernde Verkehrsinfrastruktur.<br />

Ziel 4: Bedarfsgerechte<br />

Wohnangebote<br />

Die Wohnangebote in einem Quartier<br />

müssen an die Bedürfnisse der Bewohner<br />

angepasst werden. Also müssen normale<br />

Wohnungen so gestaltet werden, dass Menschen<br />

mit Mobilitäts-. Sinnes- oder Orientierungseinschränkungen<br />

diese möglichst<br />

lange nutzen können. Das in diesem Bereich<br />

noch viel zu tun ist, hat eine repräsentative<br />

Befragung des KDA aus dem Jahr 2009 ergeben:<br />

Nur fünf Prozent der Haushalte, in<br />

denen Senioren leben, sind barrierefrei bzw.<br />

barrierearm. Auch Technikeinsatz, zum Beispiel<br />

Ambient Assisted Living, kann helfen,<br />

Wohnungen länger bewohnbar zu machen.<br />

Für Menschen mit Demenz bedarf es dagegen<br />

zusätzlich spezieller Wohnformen.<br />

Ziel 5: Bedarfsgerechte<br />

Dienstleistungen und Angebote<br />

Analog zum Wohnungsangebot muss<br />

auch der Dienstleistungssektor eines Quartiers<br />

bedarfsgerecht abgestimmt werden.<br />

Die Dienstleistungen und Angebote, die sowohl<br />

haupt- als auch ehrenamtlich erfolgen<br />

können, müssten Betreuung und Pflege, Soziales,<br />

Kultur, haushaltsnahe Dienstleistungen<br />

und Mobilitätsangebote wie etwa<br />

Fahrdienste umfassen. Optimal ist das Angebot<br />

für den Kunden dann, wenn die Leistungen<br />

miteinander koordiniert und abgestimmt<br />

werden – quasi ein „Hilfemix“.<br />

Ziel 6: Wohnortnahe Beratung<br />

und Begleitung<br />

Was ist<br />

Quartiersentwicklung?<br />

Unter einem Quartier versteht man einen<br />

Stadtteil, eine Gemeinde oder<br />

Ähnliches, deren Bürgerschaft durch<br />

eine gemeinsame Identität und eine<br />

soziale Interaktion gekennzeichnet<br />

ist. Ziel ist es nun, diese Quartiere,<br />

das Lebensumfeld von Menschen so<br />

zu gestalten, dass sie mehr Orientierung<br />

bieten und Menschen mit Hilfeund<br />

Pflegebedarf länger zu Hause<br />

wohnen und leben können. Wichtig<br />

ist dabei jedoch, dass ein längerer<br />

Verbleib zu Hause nicht mit Unterversorgung<br />

einhergehen darf – allerdings<br />

muss gegenwärtig eher vom<br />

Gegenteil ausgegangen werden.<br />

Für alle Fragen, die bei den Bewohnern<br />

aufkommen könnten, muss es eine Anlaufstelle<br />

geben, die informiert, berät und unterstützt.<br />

Dazu sind Fragen zu klären, die<br />

von präventivem Verhalten bis hin zur Organisation<br />

und Steuerung eines Hilfemixes<br />

reichen. Um eine optimale Beratung und Begleitung<br />

vor Ort zu erzielen, wird lokales<br />

Wissen benötigt. Das bedeutet, dass die Situation<br />

vor Ort bekannt sein muss: Wie lebt<br />

der Klient? Ist das Treppenhaus barrierearm?<br />

Wie ist das nächste Umfeld? Kann man<br />

spazieren gehen? Gibt es Unterstützung<br />

durch engagierte Einzelpersonen aus der<br />

Nachbarschaft? Welche kulturellen Angebote<br />

gibt es?<br />

Klar ist dabei jedoch auch, dass lokales<br />

Wissen nur begrenzt „katalogisiert“ werden<br />

kann. Dies alles fällt unter das Stichwort<br />

Care Management: Wie schafft man die Voraussetzungen,<br />

dass eine umfassende Beratung<br />

und Begleitung stattfinden kann?<br />

Hierfür entscheidend ist nicht eine gute Vernetzung<br />

der Leistungserbringer untereinander,<br />

sondern auch die Kombination mit<br />

bürgerschaftlichem Engagement. Nur so lassen<br />

sich Versorgungsketten ermöglichen<br />

und Schnittstellenprobleme reduzieren –<br />

der bereits angesprochene Hilfemix – sowie<br />

Versorgungslücken identifizieren.<br />

Als Beispiele lassen sich neben dem ambulanten<br />

Pflegedienst auch die Wohnprojekte<br />

(wie SONG: Soziales neu gestalten)<br />

anführen: Dort kümmert sich die Fachkraft<br />

im Kern um die Schaffung von Begegnungsräumen<br />

und die Förderung von Sozialbeziehungen.<br />

u<br />

Auszüge aus dem Vortrag von Dr. Peter<br />

Michell-Auli (KDA) auf der Altenpflege-Messe<br />

in Nürnberg (ExpertenForum „Hauswirtschaft<br />

und Pflege – eine Kompetenzpartnerschaft“)<br />

24 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


A K A D E M I E<br />

S E M I N A R E • S Y M POSI E N • M E S S E N<br />

Kompetenzzentrum für hauswirtschaftliche Weiterbildung<br />

„Bodenexkursion“ in Köln<br />

Zwar ist der Teppichboden noch einer der am häufigsten vorzufindenden<br />

Bodenbeläge, es wird aber inzwischen eine Vielzahl weiterer Beläge verlegt.<br />

Als Hartbeläge finden wir etwa Fliesen, Granit, Parkett, Laminat, bei elastischen<br />

Bodenbelägen haben wir Kunststoff, PVC, Kork, Linoleum oder Vinyl.<br />

Woran erkenne ich, welchen Belag ich vor mir habe, und wie ist er zu reinigen,<br />

damit er so lange wie möglich in optimalem Zustand bleibt? Eine speziell<br />

auf den einzelnen Boden ausgerichtete Reinigung und Pflege ist das A<br />

und O, um einen schönen, funktionsgerechten Boden zu erhalten und dabei<br />

Kosten zu sparen.<br />

In dieser Bodenexkursion lernen Sie:<br />

• Erkennen und Bestimmen von Bodenbelagsarten in Theorie und Praxis<br />

• Erstellen von Reinigungsplänen für die Unterhaltsreinigung,<br />

Zwischenreinigung und Grundreinigung<br />

• Umsetzung der Reinigungspläne in die Praxis<br />

Termin, Ort und Zeiten: 10. September 2013 in Köln, 9 bis 16 Uhr<br />

Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e. V. 89,– Euro, sonst 109,–<br />

Euro. Alle Preise zuzüglich MwSt.<br />

Referent: Uwe Richter, Numatic International<br />

„Wäsche- und Garderobenpflege für den gehobenen Privathaushalt“ in München<br />

Jeder anspruchsvolle Privathaushalt verfügt über eine große Zahl hochwertiger<br />

Sommer- und Winterkleidung. Durch die korrekte Reinigung und Pflege<br />

sowie das Instandhalten der Garderobe kann diese geschont werden. Trageeigenschaften,<br />

Langlebigkeit und Aussehen können damit positiv beeinflusst<br />

werden. Schuhpflege ist ein weiterer Punkt zur perfekten Garderobe.<br />

Falt- und Legetechniken sowie die dazugehörige Schrankordnung runden<br />

das Thema ab. Dieses Seminar zeigt Ihnen letztlich, wie Sie mit modernster<br />

Technik in einem anspruchsvollen Privathaushalt Wäsche und Garderobe<br />

richtig pflegen und aufbewahren.<br />

Inhalte:<br />

1 Pflege von Oberbekleidung<br />

• Materialkunde: Wolle, Schurwolle, Kaschmir<br />

• Gerätekunde: Waschmaschine, Trockner, Dampfbügeleisen<br />

• Aufdämpfen/Auffrischen u. Kontrolle: Anzüge, Kostüme, Pullover & <strong>Co</strong>,<br />

Hüte<br />

2 Schrank- und Schubladenordnung<br />

• Was gehört wohin?<br />

• Legetechniken<br />

3 Kleiderbügel<br />

• Arten und Verwendung<br />

4 Koffer packen<br />

5 Fleckentfernung<br />

6 Mottenschutz<br />

7 Ausbesserungsarbeiten<br />

8 Schuhpflege<br />

• Materialkunde, Pflege, Reinigung, Putzutensilien, Aufbewahrung und Lagerung<br />

Termin, Ort und Zeiten: 20. September 2013 in München, 9 bis 17 Uhr.<br />

Gebühr: Vorzugspreis für Abonnenten von <strong>rhw</strong> <strong>management</strong><br />

oder <strong>rhw</strong> praxis sowie Mitglieder im Berufsverband<br />

Hauswirtschaft e.V. 159,– Euro, sonst sonst<br />

179,– Euro. Preise zuzüglich MwSt., inkl. Tagungsunterlagen<br />

und -verpflegung<br />

Referentin: Ursula Bolhuis, Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin,<br />

Diplom-Ökotrophologin<br />

Zusatztermin wegen<br />

großer Nachfrage<br />

Anmeldecoupon per Fax (0 89) 318905-38 oder online unter www.vnm-akademie.de<br />

Anmeldung/Rücktritt: Nach Erhalt Ihrer Anmeldung senden wir Ihnen eine Eingangsbestätigung<br />

mit allen nötigen Informationen. Zur Begleichung der Seminargebühr<br />

erhalten Sie spätestens zum Anmeldeschlusstermin eine Rechnung, die<br />

gleichzeitig als An melde- bestätigung dient. Wenn Sie nach dem Anmeldeschluss<br />

Ihre Teilnahme stornieren, müssen wir die gesamte Gebühr in Rechnung<br />

stellen. Stornieren Sie Ihre Teilnahme vor dem Anmeldeschluss, müssen wir<br />

30,– Euro Bearbeitungsgebühr erheben.<br />

Ihr Vorteil: Sie können in beiden Fällen eine Ersatzperson als Vertretung schicken.<br />

Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt., Tagungsunterlagen, -getränken, Kaffeepausen<br />

und Mittagessen, sofern nicht anders angegeben.<br />

Anmeldung<br />

Hiermit melde ich mich<br />

verbindlich an zum Seminar:<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Mitgliedsnummer:<br />

■ Ich bin <strong>rhw</strong>-Abonnent/-in.<br />

Meine Abonummer<br />

Rechnungsadresse:<br />

Anmeldeschluss: jeweils 14 Tage vorher, sofern nicht anders angegeben.<br />

Absage: Der Veranstalter Verlag Neuer Merkur GmbH behält sich das Recht vor,<br />

die Seminare aus wichtigem Grund abzusagen. Änderungen und Irrtümer sowie<br />

Preisänderungen vorbehalten.<br />

Ansprechpartner:<br />

Ulrich Bartel, Telefon: (0 89) 31 89 05-54, Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />

<strong>Co</strong>upon ausschneiden, ggf. kopieren und einsenden an:<br />

Verlag Neuer Merkur GmbH, vnm-Akademie,<br />

Postfach 60 06 62, 81206 München<br />

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.Meine Kundennummer:<br />

■ Ich bin Mitglied im Berufsverband Hauswirtschaft.<br />

Meine Mitgliedsnummer<br />

✃<br />

y Bodenexkursion<br />

y Wäsche- und<br />

Garderobenpflege<br />

Name/Vorname<br />

Berufliche Funktion<br />

E-Mail<br />

Telefon/Fax<br />

Straße/Nr.<br />

PLZ/Ort<br />

Datum/Unterschrift<br />

Mit meiner Unterschrift erkenne ich die genannten Bedingungen zu Anmeldung und Rücktritt an.<br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

<strong>management</strong><br />

■ Ja, ich bin damit einverstanden, dass Sie mich ggf. per E-Mail oder Telefon über weitere Verlagsangebote informieren.


Fachthema<br />

So wertvoll sind Nüsse<br />

Nüsse haben in den neuesten ernährungswissenschaftlichen<br />

Studien erstaunlich positive Wirkungen auf die Gesundheit gezeigt.<br />

Heute gibt es viele Hinweise darauf, dass der regelmäßige<br />

Verzehr von Nüssen dank seines günstigen Fettsäuremusters<br />

nicht nur Risikofaktoren für koronare Herzerkrankungen vermindern<br />

kann, sondern auch hilft, Fettstoffwechselstörungen<br />

und Übergewicht vorzubeugen sowie die Wirksamkeit von Reduktions-Diäten<br />

zu unterstützen.<br />

In den USA gilt schon seit geraumer Zeit<br />

die Empfehlung, täglich 30 bis 40<br />

Gramm Nüsse zu essen. In Deutschland<br />

liegt die Messlatte niedriger. Mindestens<br />

25 Gramm geschälte Nüsse sollten es pro<br />

Tag sein, so die Empfehlung der Deutschen<br />

Gesellschaft für Ernährung (DGE). Das wären<br />

zum Beispiel vier bis fünf Paranüsse<br />

oder fünf bis sechs Walnüsse. Doch laut<br />

der aktuellen Nationalen Verzehrsstudie<br />

II nehmen die Deutschen weniger als ein<br />

Zehntel der empfohlenen Tagesmenge zu<br />

sich. Genauer gesagt: Der Durchschnitts -<br />

esser kommt gerade mal auf zwei Gramm<br />

am Tag.<br />

In dieser Hinsicht könnten sich die<br />

Deutschen ein Beispiel an den Griechen<br />

nehmen, die durchschnittlich fast 50<br />

Gramm Nüsse pro Tag verzehren. In Südeuropa<br />

wachsen allerdings Mandeln, Walnüsse,<br />

Pistazien, Erd- und Haselnüsse<br />

auch buchstäblich vor der Haustür, und zu<br />

einer mediterran geprägten Ernährung gehören<br />

sowohl Nüsse als auch Nussöle. Es<br />

geht also nicht nur darum, täglich ein paar<br />

Nüsse zu knacken, sondern Nüsse als festen<br />

Bestandteil in den Speiseplan zu integrieren.<br />

„Zwar weisen sich bestimmte Nusssorten<br />

durch besonders hohe Gehalte an<br />

einzelnen gesunden Inhaltsstoffen aus“,<br />

so Prof. Dr. Michael Glei, Institut für Ernährungswissenschaften<br />

an der Universität<br />

Jena. „Walnüsse beispielsweise haben<br />

einen besonders hohen Gehalt an mehrfach<br />

ungesättigten Fettsäuren. Aber letztlich<br />

ist wahrscheinlich nicht die eine Nussart<br />

besser als die andere. Wir empfehlen<br />

daher, ein buntes Gemisch der gängigen<br />

Nüsse zu verzehren. Nüsse sind gute Lieferanten<br />

für Eiweiß – manche enthalten<br />

ähnlich viel wie Fleisch – Vitamin E, verschiedene<br />

B-Vitamine, Eisen, Kalzium,<br />

Magnesium, Kalium sowie Ballaststoffe<br />

und sekundäre Pflanzenstoffe.“ Den<br />

höchsten Eiweißgehalt haben Erdnüsse,<br />

Fotos: susannwe/Fotolia.com, Dionisvera/Fotolia.com, ExQuisine/Fotolia.com<br />

26 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Fachthema<br />

die jedoch nicht zu den Nüssen, sondern<br />

zu den Hülsenfrüchten gehören, gefolgt<br />

von Mandeln und Cashewnüssen.<br />

Reich an gesunden Fetten<br />

Nüsse sind kalorienreich, weil sie viel<br />

Fett enthalten. Manche Sorten an die 70<br />

Prozent. Doch heute sollte die Frage nicht<br />

mehr lauten: „Wie viel Fett ist drin?“, sondern:<br />

„Welches Fett ist drin?“.<br />

Hochwertige Fette sind unerlässlich für<br />

die körperliche und geistige Gesundheit.<br />

Nüsse zeichnen sich – im Gegensatz zu<br />

Fleisch oder Butter – durch ein günstiges<br />

Verhältnis der einfach und mehrfach ungesättigten<br />

Fettsäuren zu den gesättigten<br />

Fettsäuren aus. Mit der üblichen Kost essen<br />

viele Menschen generell zu fett und<br />

nehmen eine zu hohe Menge an gesättigten<br />

Fettsäuren zu sich. Die können Blutfette,<br />

das Gesamt- und das („schlechte“)<br />

LDL-Cholesterin erhöhen.<br />

„Das Besondere und das Positive<br />

an Nüssen ist, dass der Anteil<br />

an einfach und mehrfach ungesättigten<br />

Fettsäuren hoch ist, während<br />

Was Sie über Nüsse sonst noch wissen sollten<br />

der Anteil an gesättigten Fettsäuren relativ<br />

gering ist“, so Prof. Dr. Stefan Lorkowski,<br />

ebenfalls am Institut für Ernährungswissenschaften<br />

an der Universität<br />

Jena. „Haselnüsse zum Beispiel enthalten<br />

50 Prozent einfach ungesättigte Fettsäuren<br />

und sechs Prozent mehrfach ungesättigte<br />

Fettsäuren. Das ist besonders interessant<br />

für die Menschen, die schlechte<br />

Blutfettwerte haben.“ Wenn tierische Lebensmittel,<br />

aber auch Backwaren und<br />

Knabberartikel durch Nüsse bzw. entsprechende<br />

Gerichte ersetzt würden, gäbe<br />

es sicherlich weniger Fettstoffwechselprobleme<br />

und damit eine Senkung der Risikofaktoren<br />

für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.<br />

Wie lagert man Nüsse am besten?<br />

Nüsse sollten kühl (eventuell im Kühlschrank), dunkel, trocken und luftig gelagert<br />

werden. Das gilt vor allem für geschälte und gehackte Ware. Nüsse eignen sich<br />

auch zum Einfrieren, bis zu zwölf Monate können sie eingefroren gelagert werden.<br />

Angebrochene Nusspackungen sollten in dicht schließenden Gefäßen aufbewahrt<br />

werden, da Nüsse leicht Gerüche aus der Umgebung aufnehmen. Das gilt vor allem<br />

für geriebene Nüsse, ganz besonders für Walnüsse.<br />

Wie gefährlich ist eine Erdnussallergie?<br />

Wer auf Erdnüsse allergisch reagiert, gerät durch viele Nahrungsmittel in Gefahr,<br />

denn die Deklarationspflicht hat noch immer Lücken. Während auf den Verpackungen<br />

fertiger Lebensmittel die Hauptallergene, so auch Erdnüsse, vermerkt sein<br />

müssen, findet man solche Angaben bei loser Ware, beispielsweise beim Bäcker<br />

oder im Supermarkt, nicht. Am häufigsten sind Erdnussanteile in Süßspeisen, Süßigkeiten,<br />

Brot und Gebäck zu finden. Besonders problematisch ist die Tatsache,<br />

dass für hochgradige Allergiker bereits Spuren von Erdnüssen ein Problem darstellen.<br />

Man spricht dabei von einer Kreuzkontamination, die beispielsweise dadurch<br />

entsteht, dass alle Teigarten eines Herstellers mit derselben Rührmaschine<br />

verarbeitet werden.<br />

Warum sind Bittermandeln giftig?<br />

Bittermandeln enthalten unter anderem Amygdalin, das im Körper zu der giftigen<br />

Blausäure umgewandelt wird. Durch Kochen und Backen verflüchtigt sich die Blausäure<br />

und damit ist die Gefahr gebannt. Vorsicht ist vor allem bei Kleinkindern geboten,<br />

denn sie reagieren besonders empfindlich. Todesfälle durch den Verzehr von<br />

rohen Bittermandeln können nicht ausgeschlossen werden!<br />

Nüsse halten das Gewicht stabil<br />

Kann ein Nahrungsmittel, das 600 bis<br />

700 Kilokalorien pro 100 Gramm hat, also<br />

mehr als Sahne, Bratwurst oder Schokolade,<br />

dafür sorgen, dass die Waage keine<br />

unerfreulichen Zahlen liefert? „Es gibt<br />

mehrere Studien, die gezeigt haben: Wenn<br />

Sie eine kontrollierte Ernährung verfolgen,<br />

dann können Sie mit Nüssen sogar eine<br />

Gewichtsreduktion erzielen“, betont Michael<br />

Glei. Sein Kollege erklärt: „Das könnte<br />

einerseits mit dem niedrigen Glykämischen<br />

Index zusammenhängen, der Tatsache<br />

also, dass Nüsse nur wenige leicht<br />

verwertbare Kohlenhydrate enthalten und<br />

demzufolge nach dem Verzehr kaum Insulin<br />

– auch als Masthormon bezeichnet<br />

– ins Blut geschickt wird. Andererseits haben<br />

verschiedene Studien zeigen können,<br />

dass der Verzehr von Nüssen ein<br />

sehr gutes Sättigungsgefühl hervorruft.<br />

Das ist zum einen den Fetten zu<br />

verdanken. Denn bei Aufnahme fettreicher<br />

Nahrung entstehen im Darm<br />

sogenannte N-Acylphosphatidylethanolamine<br />

(NAPEs), die über den Blutkreislauf<br />

ins Gehirn gelangen und den Appetit<br />

bremsen.“<br />

Zum anderen spielt die Tatsache eine<br />

Rolle, dass Nüsse lange und gründlich gekaut<br />

werden müssen. Beim ausgiebigen<br />

Kauen werden verstärkt Hormone ausgeschüttet,<br />

die ebenfalls dem Gehirn Sättigung<br />

signalisieren. Wer Nüsse gegessen<br />

hat, ist also länger satt. Was aber nicht als<br />

Aufforderung zu verstehen ist, beim Treffen<br />

mit Freunden oder beim Fernseh-Krimi<br />

ein Schälchen Nüsse zu leeren. Nüsse<br />

sollten kleine Zwischenmahlzeiten ersetzen,<br />

Zutaten in Müsli und Salaten oder beispielsweise<br />

Teil einer Auflauf-Kruste sein.<br />

Die mit den Nüssen aufgenommenen Kalorien<br />

müssen an anderen Stellen eingespart<br />

werden.<br />

„Wenn wir von 30 bis 40 Gramm Nüssen<br />

pro Tag reden, dann meinen wir alle<br />

Nüsse, die gegessen werden“, betont Stefan<br />

Lorkowski. „Je höher der Anteil an ungesalzenen<br />

und unverarbeiteten Nüssen<br />

– umso besser! Wenn wir von gesunden<br />

Nüssen sprechen, dann meinen wir Pro-<br />

Sind Nuss-Nougat-Aufstriche gesund?<br />

Ernährungsphysiologisch betrachtet ist dieser Aufstrich die pure Sünde, denn er<br />

besteht überwiegend aus Zucker und Fett, dann erst kommen Nüsse (Vorschrift:<br />

mindestens 13 Prozent), Kakao, Magermilchpulver, Emulgatoren, dann kommen<br />

noch ein paar Aromastoffe, B-Vitamine, Vitamin E, Kalzium, Magnesium und Eisen.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 27


Fachthema<br />

dukte, die nicht gesalzen, kandiert oder<br />

beispielsweise mit Schokolade überzogen<br />

sind. Die gesalzenen Erdnüsse, der Müsli-Nuss-Riegel<br />

oder der Florentiner bringen<br />

viele Kohlenhydrate, Zucker und Fette mit<br />

sich – und damit ist dann der positive Effekt<br />

der Nüsse weitgehend zunichte gemacht.“<br />

Senkung des Darmkrebsrisikos<br />

Inzwischen gibt es erste Hinweise darauf,<br />

dass Nüsse eine vor Darmkrebs<br />

schützende Wirkung haben, die möglicherweise<br />

auf ihren relativ hohen Ballaststoffgehalt<br />

zurückzuführen ist. Im Rahmen<br />

der EPIC-Studie (= European Prospective<br />

Investigation into Cancer and Nutrition;<br />

Studie über mögliche Zusammenhänge<br />

zwischen Krebs und Ernährung), an der<br />

fast 500.000 Menschen aus zehn europäischen<br />

Ländern teilgenommen haben,<br />

hat sich gezeigt, dass Frauen, die den<br />

höchsten Nusskonsum hatten – das waren<br />

in diesem Fall nur etwa 15 Gramm am<br />

Tag, also noch weit unter der aktuellen<br />

Empfehlung – im Vergleich zu denen, die<br />

angaben, überhaupt keine Nüsse zu essen,<br />

ein 31 Prozent geringeres Risiko aufwiesen,<br />

an Darmkrebs zu erkranken.<br />

Auch in in-vitro-Untersuchungen (in vitro<br />

= an isolierten Zellen), die am Institut<br />

für Ernährungswissenschaften in Jena gemacht<br />

worden sind, zeigten sich sogenannte<br />

chemopräventive Effekte. So werden<br />

durch den Verzehr von Nüssen mehr<br />

kurzkettige Fettsäuren im Darm gebildet.<br />

Diese Art von Fettsäuren entsteht vor allem<br />

bei der „Verarbeitung“ von Ballaststoffen<br />

durch die Darmflora und hat erstaunlich<br />

viele positive Eigenschaften, unter<br />

anderem hemmen sie Entzündungen<br />

und erschweren das Wachstum von Krebszellen.<br />

„Wir konnten mit unseren Untersuchungen<br />

verschiedene günstige Effekte<br />

wie zum Beispiel die Verminderung des<br />

Wachstums von Tumorzellen oder eine Verminderung<br />

von durch oxidativen Stress<br />

verursachter DNA-Schäden nachweisen“,<br />

führt Michael Glei aus. Nüsse können aber<br />

auch dafür sorgen, dass weniger krebsfördernde<br />

„sekundäre Gallensäuren“ im<br />

Darm gebildet werden.<br />

Und was ist mit<br />

schimmeligen Nüssen?<br />

Der Schimmel, der sich auf Nüssen bilden<br />

kann, gilt als giftig und krebserregend.<br />

Tatsache ist aber auch: Damit Nüsse<br />

schimmeln, muss man einiges bei ihrer Lagerung<br />

falsch machen. Schimmelpilze<br />

wachsen besonders gut bei mäßigen oder<br />

warmen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit<br />

und schlechter Belüftung. Unter diesen<br />

Bedingungen produzieren sie immer<br />

mehr Giftstoffe (sogenannte Mykotoxine,<br />

vor allem Aflatoxine). Kochen, Backen oder<br />

Braten kann die schädlichen Wirkungen<br />

der Pilzgifte nicht ausschalten.<br />

Wieviel Angst muss man also vor<br />

schimmeligen Nüssen haben? „In Deutschland<br />

haben wir einen sehr hohen Standard<br />

in der Lebensmittelüberwachung“, stellt<br />

Michael Glei klar. „Das übersehen viele<br />

Menschen, weil es gelegentlich zu ‚Lebensmittelskandalen‘<br />

kommt, die den Eindruck<br />

entstehen lassen, dass an allen<br />

Ecken Gefahren lauern. Doch gleichgültig,<br />

ob die Produkte für den Feinkost-Laden<br />

oder für den Discounter gedacht sind – sowohl<br />

Inlands- wie auch importierte Ware<br />

wird engmaschig kontrolliert. In der EU<br />

gibt es eine Mykotoxin-Höchstmengenverordnung<br />

für Nüsse, Schalenfrüchte, Getreide,<br />

Trockenfrüchte, Milch und Gewürze.<br />

Deutschland setzt noch einen drauf<br />

und hat für alle Lebensmittel spezielle Aflatoxinhöchstmengen<br />

festgelegt.“<br />

Wo soll man Nüsse kaufen? Im Lebensmittelmarkt,<br />

im Bio-Laden oder auch<br />

mal beim Discounter? Wirklich verlässliche<br />

und systematische Untersuchungen<br />

zu dieser Fragestellung gibt es nicht. Am<br />

besten kauft man verpackte Ware. Wählt<br />

man Nüsse, die noch in Schalen sind, hat<br />

man im Discounter wahrscheinlich ein vergleichbares<br />

Risiko wie in einem Bio-Laden,<br />

schimmelige Produkte zu bekommen. Da<br />

sind die Einkäufer gefragt, sich das Produkt<br />

genau anzuschauen. Wenn Nüsse<br />

seltsam aussehen, wenn sie bitter schmecken<br />

oder muffig riechen oder wenn sonst<br />

irgendetwas Ungewöhnliches wahrzunehmen<br />

ist, dann sollte man das Produkt<br />

wegwerfen. Das trifft aber auf alle Lebensmittel<br />

zu, und Nüsse verderben nun<br />

mal wie Obst und Gemüse auch. „Wenn<br />

Nüsse normal schmecken, hätte ich überhaupt<br />

keine Bedenken“, so Stefan Lorkowski.<br />

„Auch über das MHD hinaus!<br />

Es ist ähnlich wie bei Obst<br />

– das hat ja auch keinen Stempel!“<br />

Wie ist es mit bereits gemahlenen<br />

Nüssen? „Wenn<br />

die Nüsse gemahlen und<br />

entsprechend bearbeitet,<br />

also vor allem getrocknet<br />

und dann ordnungsgemäß verpackt worden<br />

sind, dann besteht kein größeres Risiko.<br />

Mir sind in meinem Haushalt noch<br />

nie schimmelige Nüsse untergekommen“,<br />

versichert der Ernährungswissenschaftler.<br />

Gesunde Stoffe durch<br />

optimierte Röstung?<br />

Da Nüsse in Deutschland vorwiegend<br />

im gerösteten Zustand verzehrt werden,<br />

wollen die Forschungsteams um Prof. Lorkowski<br />

und Prof. Glei jetzt den Einfluss des<br />

Röstprozesses auf die gesundheitsrelevanten<br />

Inhaltsstoffe und Wirkungen von<br />

Nüssen untersuchen. Ein Grund, gerade<br />

dieses Forschungsthema zu wählen: Es<br />

gibt Hinweise darauf, dass im Rahmen der<br />

Röstung verstärkt Phenolsäuren in den<br />

Nüssen gebildet werden. Phenolsäuren stimulieren<br />

das Immunsystem, sie wirken gegen<br />

Bakterien und Viren und reduzieren<br />

vermutlich das Krebsrisiko.<br />

Die Jenaer Ernährungswissenschaftler<br />

konzentrieren sich nun – am Beispiel von<br />

Haselnüssen, Macadamien, Mandeln, Pistazien<br />

und Walnüssen – im Wesentlichen<br />

auf drei Fragen:<br />

1. Wie beeinflussen unterschiedliche<br />

Röstbedingungen den Gehalt wertvoller<br />

und schädlicher Inhaltsstoffe sowie den<br />

Geschmack von Nüssen?<br />

2. Welchen Effekt haben optimiert geröstete<br />

Nüsse auf gesundheitsrelevante<br />

Parameter im Darm?<br />

3. Beeinflussen optimiert geröstete<br />

Nüsse schädliche Prozesse in den Blutgefäßen<br />

wie Entzündungen, Fetteinlagerungen<br />

und „Verkalkungen“?<br />

Vielleicht wird man durch diese Forschungen<br />

noch besser verstehen, welche<br />

Inhaltsstoffe der Nüsse auf welche Weise<br />

wirken und wie man den Röstprozess optimieren<br />

muss, um die gesundheitsfördernde<br />

Wirkung des Nüsse-Knabberns<br />

weiter zu steigern.<br />

t Dorothea Kammerer<br />

Fachliche Beratung:<br />

Prof. Dr. Stefan Lorkowski,<br />

Prof. Dr. Michael Glei, Institut für<br />

Ernährungswissenschaften an der<br />

Friedrich-Schiller-Universität Jena<br />

28 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Marktplatz<br />

„Schritt für Schritt“<br />

Die Marken Persil, Somat und Pril kennen über 90 Prozent der<br />

Deutschen, doch blieb das Geschäft bisher auf den Privathaushalt<br />

beschränkt. Nach zwölf Jahren Pause meldet sich Henkel<br />

zurück im Großverbraucher-Geschäft. Über die Gründe und Ziele<br />

sprachen wir mit Vice President Thomas Tönnesmann und<br />

Produktentwickler Dr. Horst-Dieter Speckmannn auf der Messe<br />

Altenpflege in Nürnberg.<br />

Seit November 2012 ist Henkel wieder<br />

im professionellen Wasch- und<br />

Reinigungsmittelmarkt vertreten.<br />

„Dabei hat der Konzern bereits 1924 die<br />

ersten Krankenhäuser beliefert, wir haben<br />

hierin also eine lange Historie“, so<br />

Thomas Tönnesmann, Vice President<br />

Wasch- und Reinigungsmittel Großverbrauch.<br />

2001 lief die bisherige Partnerschaft<br />

für professionelle Produkte mit Ecolab<br />

aus, an der die beiden Düsseldorfer<br />

Wäsche-Tipps für<br />

Großverbraucher<br />

Die Wäsche sollte zunächst nach Textilart,<br />

Waschtemperatur, Verschmutzungsgrad<br />

sowie Farbintensität richtig<br />

sortiert und vorbereitet werden,<br />

da Waschmittel für unterschiedliche<br />

Einsatzbereiche auch entsprechend<br />

verschiedenartige Wirkstoffe haben.<br />

Beispielsweise können farbige Textilien<br />

unter Verwendung von Universalwaschmitteln<br />

ihre Farbintensität<br />

verlieren, da diese Bleichmittel enthalten.<br />

Zudem sollte darauf geachtet<br />

werden, dass Bettbezüge während<br />

der Wäsche geschlossen werden. So<br />

lassen sich Waschpulverrückstände<br />

vermeiden. Die richtige Dosierung<br />

hängt von mehreren Faktoren ab. Bei<br />

der Dosierung des Waschmittels müssen<br />

Wasserhärte, Verschmutzungsgrad<br />

der Wäsche und Füllmenge der<br />

Waschtrommel berücksichtigt werden.<br />

Für die Wahl des richtigen Waschprogramms<br />

gilt: Der Waschgang und die<br />

Waschtemperatur hängen von der<br />

Textilart und dem Verschmutzungsgrad<br />

ab. Wird etwa Bettwäsche bei zu<br />

niedrigen Temperaturen gewaschen,<br />

so ist sie möglicherweise optisch<br />

„sauber“, aber nicht frei von Hautfett.<br />

Unternehmen je zur Hälfte beteiligt waren.<br />

Und erst 2011 endeten endgültig alle<br />

vertraglichen Verbindungen mit Ecolab,<br />

so dass der Weg frei wurde und die neue<br />

„Henkel Expertline“ nun als alleinige<br />

Dachmarke auftreten kann. Vertrieben<br />

werden die Produkte über den Fachgroßhandel.<br />

Blutflecken kommen<br />

häufiger vor<br />

Zehn Personen sind im Entwicklerteam<br />

des Konzerns nur für die Großverbraucherprodukte<br />

angestellt. Geleitet wird<br />

die Abteilung von Dr. Horst-Dieter Speckmann,<br />

der natürlich von der Vorarbeit seiner<br />

Kollegen im Bereich Privathaushalt<br />

profitiert. So ist auch der Duft von Persil<br />

in den professionellen Waschmitteln wiederzufinden.<br />

Das Ziel: „Wir möchten besser<br />

sein als der Wettbewerb, was Flecklösekraft<br />

oder Ergiebigkeit angeht, sonst<br />

kommen wir mit einem Produkt gar nicht<br />

erst auf den Markt“, so Dr. Speckmann<br />

und Thomas Tönnesmann legte auch entsprechende<br />

Ergebnisse von Tests vor.<br />

„Bei den professionellen Produkten<br />

haben wir auch bei Flecken andere Herausforderungen.<br />

Denken Sie nur an Krankenhäuser<br />

oder Heime: Dort ist diese Wäsche<br />

öfter mit Blut oder Inkontinenzabsonderungen<br />

behaftet. Sogenannte SAM-<br />

Roboter in unserer Versuchsabteilung reiben<br />

dann diese Fleckenarten definiert in<br />

die Wäsche ein und wir überprüfen nach<br />

der Wäsche den Sauberkeitsgrad“, erklärt<br />

Dr. Speckmann. Zudem konnte die Entwicklungsabteilung<br />

dafür sorgen, dass die<br />

desinfizierenden Waschmittel per Gefahrstoffverordnung<br />

nicht als reizend eingestuft<br />

werden müssen.<br />

Bewusst schmale Produktpalette<br />

Thomas Tönnesmann (links), Leiter Waschund<br />

Reinigungsmittel Großverbrauch und<br />

New Business<br />

Dr. Horst-Dieter Speckmann (rechts), Leiter<br />

Produktentwicklung Henkel Expertline<br />

„Die Produktpalette ist noch relativ<br />

schmal, es gibt für den Großverbraucher<br />

noch nicht die Vielfalt, die er beispielsweise<br />

von Persil her für den Privathaushalt<br />

kennt. Wir bewegen uns Schritt für<br />

Schritt“, sagte Tönnesmann. Den bekannten<br />

Persil-Duft enthalten auch die<br />

Profiprodukte; Tönnesmann beschreibt<br />

ihn so: „Persil duftet weltweit in der Universal-Variante<br />

meist blumig, fruchtig,<br />

eine Spur holzig und ist mit einer dezenten<br />

Zitrus-Note versehen.“<br />

Zunächst sollen die Dinge angegangen<br />

werden, nach denen der Profi-Markt<br />

am meisten fragt und bei denen Henkel<br />

eine hohe Kompetenz zugetraut wird. Die<br />

angestrebte RKI-Listung im Juni 2013 für<br />

eines der Waschmittel (Persil Desinfektion)<br />

kommt gerade recht, auch wenn das<br />

Verfahren „gefühlt zehn Jahre gedauert<br />

hat“, so Tönnesmann lachend.<br />

RKI-Listung im Juni<br />

Mit einer RKI-Listung kann nachgewiesen<br />

werden, dass das Waschmittel vegetative<br />

Bakterien einschließlich Mykobakterien,<br />

Pilze, deren Sporen und Viren<br />

inaktiviert. Diese Eigenschaften entsprechen<br />

den Wirkungsbereichen A und B.<br />

Auch andere Hersteller wie Procter &<br />

Gamble (mit Ariel Formula Pro +) oder<br />

Seitz (mit Viva Duox bei 40 Grad Celsius)<br />

blicken gespannt nach Berlin zum RKI und<br />

gehen davon aus, dass ihre eingereichten<br />

desinfizierenden Waschmittel im Juni 2013<br />

die RKI-Listung erhalten.<br />

Wie geht’s weiter bei Henkel? Thomas<br />

Tönnesmann: „Etwa ab Sommer 2013 sollen<br />

die ersten Henkel-Reinigungsmittel für<br />

Großverbraucher auf den Markt kommen“<br />

– Schritt für Schritt.<br />

t Robert Baumann<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 29


Marktplatz<br />

Altenpflege-Spezial<br />

Hersteller: belvando<br />

Name: belvando-Wunder<br />

Produkt: WC-Reinigung<br />

Als Weltneuheit angepriesen führte belvando<br />

im Mai 2013 ein neuartiges WC-<br />

Reinigungsgerät in den Markt ein: Statt<br />

den Borsten der üblichen Toilettenbürste zeichnet<br />

es sich durch einen flexiblen Silikonkopf<br />

aus, der äußerst verformbar ist und so auch in<br />

engste Zwischenräume unter dem Rand der<br />

Toilettenschüssel kommt. Dank dieser Oberfläche,<br />

die durch Silberionen zudem bis zu fünf<br />

Jahre antibakteriell ist, finden Verschmutzungen<br />

keinen Halt; außerdem tropft das in Edelstahl-Optik<br />

gehaltene Gerät nicht.<br />

I www.belvando.de<br />

Hersteller: P&G Professional<br />

Name: Desinfizierender Sanitärreiniger<br />

Produkt: Reinigungsmittel<br />

Neben der Reinigungswirkung gegen typischen Schmutz in Bädern, wie<br />

Seifenreste oder Körperfett, entfernt der P&G Professional Desinfizierender<br />

Sanitärreiniger tägliche Kalkablagerungen und desinfiziert gleichzeitig<br />

effektiv gegen Bakterien inkl. MRSA sowie Sporen (EN 1276, EN 13697),<br />

so dass auch der VAH das Produkt in seine Desinfektionsmittel-Liste aufgenommen<br />

hat. Seit April 2013 ist das Produkt über den klassischen Hygiene-<br />

Fachhandel oder sonstigen Lieferpartnern für Großverbraucher erhältlich.<br />

I www.pgprof.de<br />

Hersteller: senkonzept<br />

Name: Duft – Gefühle – Leben<br />

Produkt: Raumduft<br />

Rund 18 Mal pro Minute atmet ein Erwachsener – also fast<br />

26.000 Mal am Tag – und kann dabei zirka 10.000 verschiedene<br />

Duftstoffe erkennen, die Wahrnehmung und<br />

Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen. Um in Pflege- und Seniorenheimen<br />

die gewünschte Atmosphäre zu kreieren, bietet<br />

senkonzept ein Rundum-Paket in Sachen Beduftung an, von der<br />

Hardware über Wartung bis zur Erneuerung der Duftstoffe alles<br />

inbegriffen.<br />

I www.senkonzept.de<br />

Hersteller: FBF<br />

Name: Care Plus<br />

Produkt: Antiallergener Matratzenhygienebezug<br />

Im Bereich Betthygiene sorgt Care Plus, der antiallergene Matratzenhygienebezug<br />

nach ÖkoTex-Standard 100, für die Abschirmung von allergenen Stoffen. Durch atmungsaktive<br />

Polyurethan-Membrane im Material kommt dabei auch der Schlafkomfort<br />

nicht zu kurz, schließlich reguliert die wasserdichte Beschichtung, dass Flüssigkeit<br />

an die Raumluft und nicht an die Matratze abgegeben wird. Der weiße Care<br />

Plus-Bezug ist kochfest bis 95°C sowie trocknergeeignet bis 60°C und in folgenden<br />

Größen lieferbar: 80 × 190cm – 200 × 220cm.<br />

I www.fbf-bedandmore.de<br />

30 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Altenpflege-Spezial<br />

Marktplatz<br />

Hersteller: eco impact Bügelsysteme<br />

Name: Twin-Finisher<br />

Produkt: Bügelautomat<br />

Vergleicht man Bügelautomaten mit herkömmlicher Handarbeit, so<br />

stößt man – laut Gegenüberstellung von eco impact – nicht nur auf<br />

ein erhebliches Kosteneinsparungs- und Gewinnsteigerungspotenzial.<br />

Auch die vereinfachte körperliche Arbeit und kürzeren Einarbeitungszeiten<br />

der Mitarbeiter seien nicht zu unterschätzen, verwendet man Bügelsysteme<br />

wie den drehbaren Twin-Finisher, der ohne zusätzliche Kragenund<br />

Manschettenpresse auskommt. Mit nur einer Bedienperson können<br />

bis zu 60 Garderobenteile pro Stunde gebügelt werden.<br />

I www.eco-impact.de<br />

Hersteller: Diop<br />

Name: DioProtection<br />

Produkt: Nebeldesinfektion<br />

Hersteller: Ariel Professional<br />

Name: Formula Pro+<br />

Produkt: Desinfektionswaschmittel<br />

Xylogluconase – diesen Namen trägt<br />

das neuartige Enzym, das Ariel in<br />

seiner „Formula Pro+“-Technologie<br />

für sich arbeiten lässt: Da es beim<br />

Waschgang nicht nur den Schmutzfleck<br />

bearbeitet, sondern zugleich auch die<br />

Fasern glättet, kann sich Schmutz weniger<br />

in den Fasern festsetzen und lässt<br />

sich leichter entfernen. Da sich die Inhaltsstoffe<br />

besonders rasch auflösen,<br />

wird bereits bei 40°C eine starke Waschkraft<br />

erzielt. Die RKI-Listung wird im Juni<br />

2013 erwartet.<br />

I Vertrieb: www.dr-schnell.com<br />

Mit Hilfe des vollautomatischen DiosolGenerator<br />

verspricht Hersteller<br />

Diop eine zuverlässige Aerosoldesinfektion,<br />

die in alle Fugen, Ecken und Kanten<br />

wirkt. Zusammen mit dem antimikrobiellen<br />

Desinfektionsmittel Diosol wird es im Rahmen<br />

des Raumdesinfektionssystems<br />

– DioProtection<br />

genannt – eingesetzt,<br />

um über Nacht die Räume<br />

durch einen sehr feinen<br />

Desinfektionsnebel bis in<br />

die hinterste Fuge von Keimen<br />

zu befreien.<br />

I www.diopgmbh.com<br />

Hersteller: Seitz<br />

Name: Viva Lana, Viva Duox<br />

Produkt: Desinfektionswaschmittel<br />

Stark verschmutzte Oberbekleidung, wie sie bei Bewohnern von Pflegeeinrichtungen<br />

vorkommt, bei 40°C sauber, desinfizierend und kostenbewusst<br />

waschen? Hersteller Seitz will genau dies mit seinen Waschmitteln<br />

aus der Lana-Serie erreichen. Viva Lana, ein Flüssigwaschmittel, kann<br />

bei Bedarf mit dem flüssigen Desinfektions- und Bleichmittel auf Peressigsäurebasis,<br />

Viva Duox, kombiniert werden. Ergänzend bietet Seitz eine breite<br />

Palette an Ergänzungsprodukten zur Erhöhung der Waschleistung. Eine<br />

RKI-Listung wird im Juni 2013 erwartet.<br />

I www.seitz24.com<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 31


Report<br />

„Viele Menschen<br />

brauchen uns!“<br />

Seit mehr als sechs Jahren gibt es in einem kleinen oberbayerischen<br />

Ort einen recht erfolgreichen „Hauswirtschafts- und Seniorenservice“.<br />

Entstanden ist das Unternehmen, weil eine Hauswirtschafterin<br />

als Pflegehelferin gearbeitet und dabei erlebt hat,<br />

wie gern die Senioren in ihrer vertrauten Umgebung bleiben würden,<br />

wenn sie denn nur eine entsprechende Unterstützung hätten.<br />

Menschen in ein Pflegeheim<br />

gehen, dann wird ihnen<br />

„Wenn<br />

viel von ihrer Eigenständigkeit<br />

genommen“, weiß Doris Demmel, 46.<br />

Im Kloster Schlehdorf am Kochelsee hat<br />

sie ihre Ausbildung zur „Hauswirtschafterin<br />

im städtischen Bereich“ gemacht.<br />

Dann kamen weitere Qualifikationen zur<br />

Bürokauffrau, Altenbetreuerin, Tagesmutter,<br />

Hausverwalterin und Demenzbetreuerin<br />

dazu. Derzeit ist sie auf dem Weg<br />

zur Hauswirtschaftsmeisterin. 2015 soll<br />

es soweit sein. Parallel zu ihrer Ausbildung<br />

kümmert sie sich um ihr Unternehmen,<br />

das sie 2007 gegründet hat: „Doris<br />

Demmel Hauswirtschafts- und Seniorenservice“.<br />

Wie ist sie darauf gekommen, ein solches<br />

Unternehmen zu gründen? „Ich habe<br />

als Pflegehelferin in einem Pflegedienst<br />

gearbeitet und dabei festgestellt, dass im<br />

Bereich Hauswirtschaft dringend Hilfe notwendig<br />

ist. Das konnte der Pflegedienst<br />

natürlich nicht in dem Umfang leisten wie<br />

die Senioren das benötigt hätten.“<br />

Die meisten Senioren wollen so spät<br />

wie irgend möglich in eine Einrichtung gehen.<br />

„Sie wollen möglichst lange selbstbestimmt<br />

leben“, so die Erfahrung von Doris<br />

Demmel. „Bei uns lautet das Motto: Wir<br />

wollen den Senioren nicht die Arbeit wegnehmen,<br />

sondern wir wollen sie integrieren.<br />

Wir haben es hier mit der Kriegsgeneration<br />

zu tun, und besonders die Frauen<br />

können nicht die Hände in den Schoß legen.<br />

Sie wollen mitarbeiten. Sie wollen<br />

noch etwas tun und sie wollen auch bestimmen<br />

können, was zu tun ist. Das ist in<br />

Heimen nur schwer möglich.“<br />

Hilfe zur Selbsthilfe<br />

Doris Demmel hat zwölf Mitarbeiterinnen,<br />

die auf 400-Euro-Basis arbeiten, zwei<br />

Mitarbeiterinnen sind fest angestellt und<br />

sechs Hauswirtschafterinnen arbeiten auf<br />

selbständiger Basis mit. „Wir sind ausgebucht!“<br />

freut sich die engagierte Unternehmerin.<br />

„Wir haben mehr Anfragen als<br />

wir bewältigen können.“<br />

Das Team um Doris Demmel, das im<br />

Umkreis von ungefähr 15 Kilometern tätig<br />

ist, richtet sich ganz nach den Kunden und<br />

versteht sich als „Ergänzung im Haushalt“.<br />

Zwar sind unter den 50 Stammkunden vor<br />

allem Senioren, aber auch einige Singles<br />

und Familien brauchen Unterstützung bei<br />

der Hausarbeit.<br />

„Ich fahre auf jeden Fall zum ersten Gespräch<br />

zum Kunden“, erklärt Doris Demmel.<br />

„Denn ich muss ja herausfinden, wo<br />

wirklich Hilfe benötigt wird und was die<br />

Kunden wünschen. Manche sagen: Wir<br />

möchten, dass Sie zweimal die Woche acht<br />

Stunden kommen. Und es stellt sich dann<br />

heraus, dass auch einmal pro Woche reicht.<br />

Oder es stellt sich heraus, dass die Kunden<br />

mehr bzw. fachliche Hilfe brauchen.“<br />

Das trifft besonders dann zu, wenn es<br />

um Angehörige mit Demenz geht. Zwar betreut<br />

das Team von Doris Demmel auch Demenz-Kranke,<br />

aber manchmal zeigt sich,<br />

dass sich Angehörige übernehmen. Dann<br />

rät Doris Demmel auch mal dazu, sich an<br />

die Alzheimer-Gesellschaft zu wenden. Dort<br />

kann man sich über das niederschwellige<br />

Betreuungsangebot informieren. „Was wir<br />

wiederum nicht können“, wie Doris Demmel<br />

anmerkt.<br />

32 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Report<br />

<strong>rhw</strong><br />

eBooks<br />

„Ich fahre auf jeden Fall zum ersten Gespräch zum Kunden“, erklärt Doris Demmel.<br />

„Denn ich muss ja herausfinden, wo wirklich Hilfe benötigt wird und was die Kunden<br />

wünschen.“<br />

Auch sechs psychisch Kranke betreut<br />

das Team derzeit, teilweise in enger Zusammenarbeit<br />

mit der Herzogsägmühle in<br />

Peiting, einem Rehabilitationszentrum, das<br />

psychisch Kranke betreut und eine Pflegeeinrichtung<br />

besitzt. „Dort betreuen wir Senioren<br />

im Pflegeheim (Besuchsdienst). Die<br />

Betreuerinnen haben alle eine Ausbildung<br />

zur Demenzhelferin und Erfahrung im Pflegeheim.“<br />

Hin und wieder geht es nur um vorbereitende<br />

Beratungsgespräche zur Antragsstellung<br />

einer Pflegestufe, um die Vermittlung<br />

an die zuständigen Netzwerkpartner<br />

(zum Beispiel Pflegedienste und<br />

andere Sozialleistungsträger), um Beratung<br />

rund um die Pflege oder um Hilfestellungen<br />

beim Ausfüllen von Formularen<br />

und Anträgen.<br />

Welche Mitarbeiterin passt?<br />

Im ersten Gespräch will Doris Demmel<br />

die Kunden auch insoweit kennenlernen<br />

„Meine Devise<br />

zur Kundengewinnung<br />

lautet:<br />

So viel wie<br />

möglich präsent<br />

sein“, so<br />

Doris Demmel<br />

als sie dann sagen kann, welche ihrer Mitarbeiterinnen<br />

am besten in diesen Haushalt<br />

passt. Es soll schließlich die Chemie<br />

stimmen. Manchmal stellt sich nach einer<br />

Weile heraus, dass Kunde und Mitarbeiterin<br />

doch nicht so gut miteinander können.<br />

„Dann sprechen sich die Mitarbeiterinnen<br />

untereinander ab und tauschen den<br />

Dienst“, erklärt Doris Demmel. „Wir haben<br />

genügend Leute.“<br />

Hin und wieder geht es nur um eine<br />

Einkaufsbegleitung für Senioren. Die Betreffenden<br />

wollen nicht jemanden ihre Einkaufsliste<br />

in die Hand drücken, um später<br />

das Eingekaufte in Empfang zu nehmen.<br />

Nein, sie wollen selbst dabei sein beim Einkaufen.<br />

„Die genießen das dann auch richtig“,<br />

erzählt Doris Demmel. „In dem kleinen<br />

Ort, in dem unser Haushaltsservice<br />

vorrangig tätig ist, kennt jeder jeden und<br />

das tut den Leuten gut. Einkaufen gehen<br />

dient hier gleichzeitig der Pflege von sozialen<br />

Kontakten.“<br />

Vorsicht, Taxischein<br />

Die Fahrten zu den Geschäften dürfen<br />

allerdings nicht mit dem Firmen-Bus gemacht<br />

werden, sondern werden mit dem<br />

kleinen Firmen-Auto erledigt. Diese Fahrten<br />

sind kostenlos. „Bezahlte Fahrten dürfen<br />

wir nicht machen, dazu brauchen wir<br />

einen Taxischein“, erläutert Doris Demmel<br />

den Sachverhalt. „Es sind also Privatfahrten,<br />

und die sind nicht versichert.“ Das große<br />

Gefährt mit der unübersehbaren Firmen-<br />

Aufschrift (siehe Abbildung) ist für die täglichen<br />

Fahrten der psychisch oder geistig<br />

Behinderten gedacht, die zu Hause abgeholt<br />

und zu ihren Tagesstätten und Einrichtungen<br />

gebracht und abends wieder<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 33<br />

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Report<br />

abgeholt werden. Auch das gehört zu den<br />

Aufgaben des Pollinger Haushaltsservice.<br />

Ansonsten aber natürlich auch alles,<br />

was in einem Haushalt anfällt: Aufräumen,<br />

Geschirr abwaschen, Staub wischen, saugen,<br />

wischen, kehren, Reinigen von Bad und<br />

WC, Betten beziehen, Fensterreinigung,<br />

Wertstoffe entsorgen. Bei einem Krankenhausaufenthalt<br />

übernimmt das Team auch<br />

Dienste wie Wäsche waschen, bügeln, legen<br />

und ins Krankenhaus bringen, Briefkasten<br />

leeren, Räume lüften, Blumenpflege usw.<br />

Abrechnung mit den Kassen<br />

Unter bestimmten Voraussetzungen,<br />

zum Beispiel bei einer Risiko-Schwangerschaft,<br />

bei Demenz oder nach einer schweren<br />

Operation, können die erbrachten Leistungen<br />

direkt mit der Kranken- oder Pflegekasse<br />

abgerechnet werden. Des Weiteren<br />

stehen auf dem Angebots-Programm:<br />

stundenweise Betreuung von kranken Angehörigen<br />

zur Entlastung, die Vermittlung<br />

von Handwerkern oder von 24-Stunden-Betreuungskräften<br />

mit Arbeitsvertrag, zeitweise<br />

Unterstützung bei der Grundpflege,<br />

Spaziergänge, Begleitung zum Frisör, Krankengymnastik,<br />

Arzt-Besuche, Friedhofsgänge.<br />

Auch die stundenweise Betreuung<br />

von Kindern bei Krankheit oder Abwesenheit<br />

der Mutter bzw. Vater, Hausaufgabenbetreuung,<br />

Fahrten zum und vom Kindergarten<br />

bzw. von und zur Schule können<br />

übernommen werden.<br />

Das Angebot, bei den Kunden oder bei<br />

ihren Angehörigen „gesundes, vollwertiges<br />

Essen“ zu kochen, wird häufig in Anspruch<br />

genommen. Daneben besteht auch schon<br />

mal der Wunsch, dass ein warmes Mittags-<br />

Menü von einem ortsansässigen Metzger<br />

geholt wird.<br />

Dienstpläne erstellen<br />

und Mitarbeiter gewinnen<br />

Einen herkömmlichen Dienstplan hat<br />

Doris Demmel nicht, da ihre Mitarbeiterinnen<br />

einen festen Kundenstamm haben. Für<br />

die einmaligen Aufträge werden Mitarbeiterinnen<br />

eingesetzt, die gerade Zeit haben.<br />

Da der Kundenstamm sehr groß ist, sprechen<br />

die Mitarbeiterinnen mit den Kunden<br />

direkt Tag und Uhrzeit ab. „Diese Flexibilität<br />

wird von unseren Mitarbeiterinnen sehr<br />

geschätzt“, betont Doris Demmel, „da sie<br />

die Zeit selbst planen können. Viele von ihnen<br />

sind Mütter mit Kleinkindern oder schulpflichtigen<br />

Kindern.“<br />

Die gebuchte Zeit muss eingehalten<br />

werden. Wenn beispielsweise Frau B. zwei<br />

Stunden pro Woche gebucht hat, dann darf<br />

sie nicht verlangen, dass die Mitarbeiterin<br />

länger bleibt. Das müsste neu geregelt bzw.<br />

ausdrücklich gebucht werden.<br />

Krankenversicherungsbeiträge für Selbständige<br />

Die bisherige Regelung, dass bis zu 60 Prozent Säumniszuschlag im Jahr entstehen<br />

können, wenn jemand seine Krankenversicherungsbeiträge nicht bezahlen konnte,<br />

soll nach einem Kabinettsbeschluss auf maximal zwölf Prozent jährlich gesenkt<br />

werden. Aktuell fällt monatlich ein Säumniszuschlag von fünf Prozent an. Künftig<br />

soll es nur noch ein Prozent sein.<br />

Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Land-Frauenverbandes, begrüßte sehr,<br />

dass das Bundeskabinett die Situation von säumigen Beitragszahlern in der gesetzlichen<br />

Krankenversicherung aufgegriffen hat. Allerdings sei die Absenkung des<br />

Säumniszuschlags nur ein Aspekt in dieser Angelegenheit. „Im ländlichen Raum<br />

fehlen häufig Arbeitsplätze für Frauen und eine flächendeckende Kinderbetreuung.<br />

Daher haben sich Frauen im ländlichen Raum in kreativer und engagierter Weise eigene<br />

Teilzeitselbständigkeiten aufgebaut. Die Einkünfte hieraus sind entsprechend<br />

gering. Doch auf Grund eines ‚fiktiven Einkommens‘ das allen Selbständigen unterstellt<br />

wird, müssen sie hohe Krankenkassenbeiträge entrichten. Das ist bitter für<br />

die Frauen und muss dringend geändert werden“, so der Appell der dlv-Präsidentin.<br />

Die selbständigen Hauswirtschaftsfachkräfte<br />

planen ihre Zeit auch komplett<br />

selbständig. Hier liegt keine abhängige<br />

Beschäftigung vor, also auch keine<br />

Scheinselbständigkeit. Die Fachkräfte erhalten<br />

von Doris Demmel eine Mitteilung<br />

über den eingegangenen Auftrag. Die<br />

Hauswirtschafterin, die am schnellsten<br />

ist, die die meiste Zeit abdecken kann<br />

und/oder dem Einsatzort am nächsten ist,<br />

erhält den Auftrag.<br />

Und die „Schwarzarbeit“?<br />

Was sagt Doris Demmel zum Thema<br />

„Schwarzarbeit“? Die engagierte Allrounderin<br />

lacht und zählt ihre Gegen-Argumente<br />

auf:<br />

u Die Haushaltshilfen können ganz offiziell<br />

das Haus oder die Wohnung betreten.<br />

u Sie müssen keine Angst davor haben,<br />

dass der „Nachbar“ Anzeige erstatten<br />

könnte.<br />

u Bei Unfall oder Diebstahl kann man<br />

sich getrost Hilfe holen.<br />

u Die Mitarbeiterinnen sind unfallversichert.<br />

u Wir bieten haushaltsnahe Dienstleistung,<br />

diese kann man bei der Steuererklärung<br />

geltend machen.<br />

u Es gibt eine rechtliche Absicherung<br />

(Haftungsrecht).<br />

Auf Stellengesuche in der Zeitung geht<br />

Doris Demmel ungern ein. „Diese haben<br />

unbezahlbare Lohnvorstellungen oder<br />

wollen schwarz arbeiten“, so ihre Erfahrung.<br />

Neue Mitarbeiter gewinnt sie deshalb<br />

vor allem durch eigene Stellenanzeigen<br />

in den Regionalzeitungen. „Das ist<br />

gleichzeitig Kundenakquise“, verrät sie.<br />

Doch die Mund-zu-Mund-Propaganda der<br />

Mitarbeiterinnen sei letztlich der beste<br />

Weg zu neuen Mitgliedern ihres Teams.<br />

Erfahrung weitergeben durch <strong>Co</strong>achen<br />

„Eine goldene Nase kann man sich<br />

nicht verdienen“, konstatiert Doris Demmel,<br />

„aber es reicht zum Leben.“ Und es<br />

scheint eine große Freude an der Arbeit zu<br />

bestehen, denn Doris Demmel bietet gemeinsam<br />

mit Sieglinde Ausfelder vom bkh-<br />

Netzwerk all denen, die sich im Bereich<br />

Hauswirtschaft selbständig machen wollen,<br />

ihre Unterstützung an. Das geschieht<br />

durch eine Art <strong>Co</strong>aching als Starthilfe sowie<br />

eine weitere Begleitung in der Anfangsphase<br />

des Unternehmens.<br />

Dabei lernen die Neu-Unternehmer/innen<br />

unter anderem auch das Handwerkszeug<br />

der Kundenakquise: Anzeigen in den<br />

Regionalzeitungen, Flyer auslegen in Arztpraxen,<br />

Apotheken, Lebensmittel-Läden,<br />

Stände auf Ausstellungen, persönlicher<br />

Kontakt zu Ämtern (Familienbüro, Jugendämter,<br />

Sozialamt), Behörden oder sozialen<br />

Einrichtungen wie zum Beispiel Nachbarschaftshilfe,<br />

Mütterzentrum, Caritas, Pflegedienste,<br />

Kurzzeitpflege. „Wichtig ist<br />

auch, dass man örtliche Veranstaltungen<br />

besucht“, sagt Doris Demmel. „Hier kann<br />

man eventuell entscheidende Kontakte<br />

knüpfen. Meine Devise lautet: So viel wie<br />

möglich präsent sein – möglichst auch<br />

durch Berichte in der Zeitung. Das unterstützt<br />

die Mund-zu-Mund-Propaganda –<br />

und die ist immer noch die effektivste Kundenakquise.“<br />

t Dorothea Kammerer<br />

Weitere Infos:<br />

www.haushaltsservice-polling.de<br />

Hilfen beim Schritt in die Selbständigkeit:<br />

www.bkhev.de<br />

Weitere Beispiele hauswirtschaftlicher<br />

Dienstleistungen: www.hausengel.de,<br />

www.mobehas.de, www.mobidoc.de,<br />

www.happymaids.de<br />

34 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Report<br />

Ein Leben für<br />

die Pflege<br />

Fotos: Thomas Möller, Georg Thieme Verlag KG<br />

Vor genau 40 Jahren hat Schwester Liliane Juchli das erste Buch<br />

über „Allgemeine und spezielle Krankenpflege“ herausgegeben.<br />

Damals konnte noch niemand ahnen, dass sich daraus ein Standardwerk<br />

mit einer Millionenauflage entwickeln und Liliane Juchli<br />

ein ganzes Berufsbild prägen würde. Die „Grande Dame der<br />

Pflege“ kann in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiern.<br />

Schwester Liliane Juchli steigt auf einen<br />

Stuhl und zieht ein Büchlein aus<br />

dem langen Regal an der Wand, in<br />

dem ihre veröffentlichten Bücher stehen.<br />

Das ist es, das Urwerk, mit dem alles angefangen<br />

hat. Auf etwa 300 Seiten hatte<br />

sie für ihre Schülerinnen in den 1960er Jahren<br />

Lehrmaterialien zum Thema Krankenpflege<br />

zusammengefasst. Daraus entwickelte<br />

sich ein umfassendes Standardwerk<br />

mit mehr als 1.000 Seiten, welches sie bis<br />

zur 8. Auflage selbst betreute.<br />

„Hätte ich das gewusst, hätte ich sicherlich<br />

nicht den Mut dazu gehabt“, sagt<br />

sie in der gerade erschienenen Filmbiografie<br />

„Leiden schafft Pflege“ von Marianne<br />

Pletscher. Zum Glück kam es anders.<br />

Denn mit ihrer Buchreihe und ihrem Wirken<br />

hat sie maßgeblich das Selbstbild eines<br />

ganzen Berufszweigs geprägt. Das<br />

zeigt sich schon daran, dass zum Beispiel<br />

der Thieme-Verlag – in dem ihre Bücher erscheinen<br />

und der inzwischen die Fortführung<br />

ihres Standardwerkes übernommen<br />

hat – erst mit ihr überhaupt einen eigenen<br />

Themenbereich Pflege aufgebaut hat.<br />

Pflegetagebücher bilden<br />

die Grundlage<br />

Als sie selbst 1953 ihre Ausbildung an<br />

der Krankenpflegeschule Theodosianum in<br />

Zürich beginnt, ist davon nur zu träumen.<br />

Theoretische Grundlagen gibt es kaum, die<br />

Schülerinnen führen Pflegetagebücher, in<br />

denen sie ihre Beobachtungen und Beschreibungen<br />

festhalten. „Für mich war das<br />

ein Feld, in dem ich meine Neugierde austoben<br />

konnte“, beschreibt Schwester Liliane<br />

Juchli im März bei einem Vortrag zum<br />

Thema „Erlebte Pflegegeschichte“ auf Einladung<br />

des Thieme Verlags. Und wie sie so<br />

mit immer noch viel Elan und verschmitztem<br />

Lächeln erzählt, glaubt man ihr sofort,<br />

dass sie damals als eine unermüdlich Fragende<br />

auffiel. Diese Pflegetagebücher sollten<br />

übrigens einmal die Grundlage für ihre<br />

ersten Lehrmaterialien werden.<br />

Liliane Juchli beendet 1956 ihre Ausbildung<br />

und tritt in den Orden der Barmherzigen<br />

Schwestern vom Heiligen Kreuzes ein.<br />

Zudem wird sie nun als Unterrichtende ausgebildet<br />

und wirkt etwa zehn Jahre als Lehrerin<br />

für Krankenpflege in Schule, Theorie<br />

und Praxis in Zürich und St. Gallen. Sie veröffentlicht<br />

1969 die „Umfassende Krankenpflege“<br />

als Manuskript für den Eigen-<br />

Die „Grande Dame der Pflege“ kann in<br />

diesem Jahr ihren 80. Geburtstag feiern<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 35


Report<br />

gebrauch in der Schule. Auswärtige Schülerinnen<br />

tragen das Werk nach Deutschland,<br />

der Thieme-Verlag wird aufmerksam.<br />

1973 wird die erste Auflage von „Allgemeine<br />

und spezielle Krankenpflege“ veröffentlicht,<br />

zwei weitere Auflagen folgen.<br />

In den Krankenhäusern kommt es mittlerweile<br />

zu einer Entwicklung, die sich Ende<br />

der 70er Jahre, Anfang der 80er Jahre zuspitzt:<br />

Die Pflege orientiert sich immer mehr<br />

an der Medizin. „Ausgangspunkt war der<br />

kranke Mensch“, berichtet Schwester Liliane<br />

Juchli und erzählt, dass von den Krankenschwestern<br />

Gehorsam, Fügsamkeit und<br />

Willigkeit gefragt ist, eigenes Mitdenken dagegen<br />

nicht gewünscht ist. In der Pflege zählen<br />

Funktionalität und immer mehr Technik.<br />

Das geht so weit, dass das Unbehagen der<br />

Pflegenden wächst und es zu einem Pflegenotstand<br />

kommt. Es führt zu einem Wandel<br />

– das Bewusstsein für die eigene wichtige<br />

Rolle des Pflegeberufs wird geweckt.<br />

Burn-out führt zu<br />

neuem Menschenbild<br />

Schwester Liliane Juchli prägte mit ihrem millionenfach verkauften Buch ein ganzes<br />

Berufsbild<br />

Einen privaten Notstand erlebt gleichzeitig<br />

auch Schwester Liliane Juchli. Sie ist<br />

mittlerweile Schulleiterin einer Krankenpflegeschule<br />

und gleichzeitig Pädagogiklehrerin<br />

an der Kaderschule für Krankenpflege.<br />

Zudem ist sie als Buchautorin tätig,<br />

eigentlich immer am Arbeiten – und<br />

schließlich völlig erschöpft. Ganz modern<br />

gesprochen erleidet sie einen Burn-out. Sie<br />

nimmt sich drei Jahre Auszeit.<br />

„Ein Jahr braucht sie, um sich von den<br />

Strapazen zu erholen“, erzählt Carmen Happe<br />

vom Thieme Verlag. Und dann beschäftigt<br />

sie sich mit Philosophie, Theologie und<br />

Psychologie – und entwickelt damit auch<br />

aus ihrer eigenen Krankheitsgeschichte heraus<br />

ein neues Menschenbild, das sie<br />

gleichzeitig auch ihrem Bild von der Pflege<br />

zugrunde legt. „Die Pflege soll auf ganzheitlichem<br />

Denken und Handeln beruhen<br />

und den Menschen in seiner Gesamtheit<br />

aktivieren.“ Und zudem richtet sich ihr Blick<br />

nicht nur auf die Pflegebedürftigen, sondern<br />

auch auf die Pflegenden selbst. Zwei<br />

Jahre erprobt sie ihr neues Denken in der<br />

Praxis, am Patientenbett.<br />

Revolution der Pflege<br />

Diese neuen Erkenntnisse legt sie dann<br />

der vierten Auflage ihres Standardwerkes<br />

zugrunde, einer völligen Neuauflage. Sie<br />

durchbricht das traditionelle Denken der<br />

Pflege. Der neue Titel ihres Werkes lautet:<br />

„Krankenpflege - Praxis und Theorie der Gesundheitsförderung<br />

und Pflege Kranker“.<br />

Sie entwickelt darin das Pflegemodell „Aktivitäten<br />

des täglichen Lebens“. Grob gesagt,<br />

sollte die Pflege danach viel enger an<br />

den körperlichen und seelischen Bedürfnissen<br />

des Menschen orientiert sein. Nach<br />

den Aktivitäten des täglichen Lebens strukturiert<br />

sie die grundlegenden und in der<br />

Pflege zu berücksichtigenden Lebensbereiche.<br />

Eine wichtige Stellung nehmen zudem<br />

die Pflegenden selbst ein. Auch heute sagt<br />

sie noch, dass die Pflegenden sich ihrer<br />

Kompetenz und Bedeutung bewusst sein<br />

sollten, „und pfleglich mit sich umgehen<br />

sollten“. Ihr persönliches Leitwort ist dabei:<br />

„Ich pflege als die, die ich bin.“<br />

Schwester Liliane Juchli setzt sich in<br />

Theorie und Praxis für eine Professionalisierung<br />

des Berufs ein. Die erste Säule ist<br />

für sie die Akademisierung. „Die Pflege<br />

braucht eine wissenschaftliche Grundlage,<br />

sonst gibt es keine Berufseigenständigkeit.“<br />

Als zweite Säule sieht sie die Praxis,<br />

und zwar die Qualität. „Es braucht mehr<br />

Förderung und gezielte Unterstützung. Es<br />

braucht Qualitätssicherung und -förderung,<br />

etwa durch permanente Weiterbildung.“<br />

Und ihr liegt eine Verbindung der beiden<br />

Säulen am Herzen. Sie selbst ist ständig auf<br />

Reisen, um Vorträge, Seminare und Kurse<br />

zu geben. Sie vermittelt dabei die Ideen und<br />

Inhalte ihres neuen Pflegemodells, das sich<br />

bis heute in allen Bereichen der Pflege etabliert<br />

hat.<br />

Wer wird die Menschen<br />

pflegen und wie?<br />

Nach der achten Auflage gibt sie mit 65<br />

Jahren ihr Standardwerk an den Thieme Verlag<br />

ab, der dieses seither unter „Thiemes<br />

Pflege“ weiterführt. „Es war so, als müsse<br />

man ein erwachsen gewordenes Kind ins<br />

Leben lassen.“ Und zudem tritt sie langsam<br />

vom Steuer des Schiffs Pflege ab. „Die Zeit<br />

war reif geworden. Eine neue Generation<br />

ist herangewachsen, die Pflege ist trotz aller<br />

Umbrüche auf dem Weg.“ Zur Ruhe setzt<br />

sich die Schweizerin aber noch lange nicht.<br />

Sie engagiert sich in der Bildungsarbeit mit<br />

Schwestern verschiedener Orden in der dritten<br />

und vierten Lebensphase, sie macht Lebensberatung<br />

oder gibt Lebenskurse zu<br />

Themen wie Sinnfindung und Lebensgestaltung,<br />

Lebensprozesse und Lebensübergänge,<br />

Begleiten im Leiden und Sterben.<br />

Sie beschäftigt sich viel damit, wie Altern<br />

gelingen kann.<br />

Und natürlich macht sich die Ordensschwester<br />

auch immer noch Gedanken zu<br />

aktuellen Themen ihrer Herzensangelegenheit.<br />

„Die Pflegegeschichte geht weiter.<br />

Die Zahl der zu Pflegenden wird rasch zunehmen.“<br />

Daraus ergeben sich für Schwester<br />

Liliane Juchli einige Fragen: Wer wird die<br />

Menschen pflegen und wie? Wie entwickelt<br />

sich die Pflege zwischen den Spannungsfeldern<br />

Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit?<br />

Wie geht es mit dem immer teureren<br />

und differenzierteren Gesundheitswesen<br />

weiter? Kommt es zu roboterhaften Pflegehandlungen,<br />

wenn zu wenig Zeit bleibt?<br />

Und was geschieht dabei mit den Pflegenden<br />

und ihrer Motivation? Sie mag vielleicht<br />

im Oktober 80 Jahre alt werden –<br />

aber die Ordensschwester bewegt sich immer<br />

noch am Puls der Zeit. Und wünscht<br />

ihren Nachfolgern vor allem eines: „Trotz<br />

aller administrativen Zwänge sollten sie die<br />

Freude an ihrem Beruf immer wieder neu<br />

entdecken.“ t Isabelle Butschek<br />

36 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Report<br />

Excellence in the home<br />

Zum 4. Seminar Excellence in the home trafen sich am 13.April<br />

2013 in der Tagungsstätte Haus Hardtberg (Euskirchen-Kreuzweingarten)<br />

rund 90 Fach- und Führungskräfte aus der Hauswirtschaft,<br />

Lehrer allgemeinbildender Schulen und junge Ehepaare<br />

zum Thema „Ein Zuhause schaffen“. Ausgerichtet wurde<br />

das Seminar von dem Hauswirtschaftlichen Ausbildungszentrum<br />

am Hardtberg.<br />

Foto: Doris Roth<br />

Die Hauptreferentin Prof. Dr. Maria Pia<br />

Chirinos, Philosophin, Vizerektorin<br />

der Universität Piura, Peru, legte die<br />

anthropologischen Grundlagen. Dabei griff<br />

sie ins 8. Jahrhundert v. Chr. auf das Homersche<br />

Epos der Odyssee zurück. An<br />

Odysseus zeigte sie auf, welche Bedeutung<br />

das Zuhause für den Menschen hat: dort<br />

wird er gekannt, (an)erkannt und geliebt<br />

um seiner selbst willen, nicht wegen seiner<br />

Leistungen; dort werden seine leiblichen<br />

und seelischen Bedürfnisse gestillt.<br />

Im zweiten Teil des Vortrags ging Prof. Maria<br />

Pia Chirinos konkreter auf das Zuhause<br />

als Wiege der Menschlichkeit ein.<br />

Hausarbeit in der Philosophie<br />

Die Arbeit im Haus – ob als Familienarbeit<br />

oder als Erwerbstätigkeit – hat einen<br />

hohen Stellenwert, weil sie der Bedürftigkeit<br />

und Abhängigkeit des Menschen<br />

gerecht wird.<br />

Von Aristoteles bis zur Aufklärung und<br />

Kant immer wieder wurde die Frage nach<br />

dem, was der Mensch eigentlich ist, neu<br />

gestellt. Am wenigsten wurde dabei die<br />

Seite der menschlichen Schwäche und Bedürftigkeit<br />

in den Blick genommen. Seit<br />

den 1980er Jahren tritt die sogenannte<br />

„Care-Ethik“ angelsächsischen und nordamerikanischen<br />

Ursprungs auf den Plan als<br />

Gegenbewegung zu Missständen in einer liberalen<br />

und neokapitalistischen Gesellschaft.<br />

Das Konzept der Care Ethik – caring<br />

for und caring about – lenkt den Blick auf<br />

die Bedeutung des eigenen Zuhauses, auf<br />

das Leben in Beziehung mit den anderen<br />

von der Geburt bis zum Tod.<br />

Routine ist etwas Nötiges!<br />

Prof. Chirinos legte dar, dass eine gewisse<br />

Monotonie der Hausarbeit auch das<br />

tägliche Brot des Künstlers, der sich in seiner<br />

Kunst verbessern möchte, und vieler<br />

anderer Berufe sei. Routine ist etwas<br />

Selbstverständliches, Nötiges. Sie gibt dem<br />

Alltag Struktur, verleiht ihm den Rhythmus,<br />

der dem Menschen eine Stabilität verleiht,<br />

die manches Berufsleben oft nicht mehr<br />

geben kann.<br />

Angesprochen wurde auch die Bedeutung<br />

der gemeinsamen Mahlzeiten zu Hause.<br />

Kochen bedeutet nicht nur, Nahrungsmittel<br />

zu verändern; Essen heißt nicht bloß,<br />

sich diese einzuverleiben. Der Vorgang des<br />

Essens wird zu einem Vorgang, der von Kultur<br />

geprägt ist: Man isst nicht mehr mit den<br />

Fingern, sondern man erfindet Mittel wie<br />

Teller, Stäbchen etc. Diese werden schön<br />

gestaltet und der Ort der Mahlzeit wird dekoriert.<br />

So wird ein natürlicher, elementarer<br />

Vorgang wie die Nahrungsaufnahme zu<br />

etwas Edlem, Schönem, das zur Kultur gehört.<br />

Küche und Essen, eng miteinander<br />

verbunden, sind Grund für sozialen Zusammenhalt,<br />

denn sie bewirken den Zusammenhalt<br />

der Familie. Neuere Studien<br />

bestätigen: in Familien, in denen gemeinsame<br />

Mahlzeiten gepflegt werden, gibt es<br />

weniger Drogen- und Alkoholprobleme,<br />

auch weniger Fälle von Schulversagen.<br />

Das Zuhause als Ort der Rückkehr<br />

„Routine dem Alltag Struktur, verleiht<br />

ihm den Rhythmus, der dem Menschen<br />

eine Stabilität verleiht, die manches<br />

Berufsleben oft nicht mehr geben kann“,<br />

sagte Prof. Dr. Maria Pia Chirinos,<br />

Universität Piura (Peru)<br />

Prof. Chirinos resümierte: Das Zuhause<br />

findet sich in einem Umfeld, die dem<br />

Mann und der Frau ihre Grenzen und ihre<br />

Abhängigkeit zeigen, die eigenen und die<br />

anderer, ohne dass darüber gesprochen<br />

werden müsste. Es genüge Empathie. Das<br />

Zuhause sei der Ort, an den man immer<br />

wieder zurückkehrt, besonders in Momenten<br />

der Not. Odysseus habe das gewusst,<br />

deshalb sei es ihm wichtiger gewesen<br />

nach Hause zu kommen, als wie ein<br />

Held von Troja wie einer der Götter geehrt<br />

zu werden.<br />

Was die Familie durch ihre Arbeit im eigene<br />

Heim, in der Küche, in der Pflege des<br />

Hauses und der Wäsche, bei der Dekoration<br />

der Wohnung, für die Entwicklung der<br />

Bürger unserer Gesellschaft leisten könne,<br />

sei ein Reichtum, der sich nicht in Zahlen<br />

aufrechnen lässt, und der selbst durch modernste<br />

High Tech nicht ersetzbar sei. Die<br />

Frage ist nicht mehr, warum der Mensch –<br />

im Gegensatz zum Tier – ein Zuhause (nicht<br />

bloß ein Loch oder eine Höhle) brauche,<br />

sondern warum selbst die Technik unfähig<br />

ist, dem Menschen ein Zuhause zu schaffen,<br />

wie er es braucht. Die Antwort liege<br />

auf der Hand: weil auch die beste Maschine<br />

unpersönlich ist, unfähig, menschliche<br />

Nöte zu erkennen. Sie vermag keine familiäre<br />

Beziehung herzustellen und daher<br />

auch nichts Persönliches, Warmes beizutragen,<br />

das dem, der versorgt, wie auch<br />

dem Anbefohlenen etwas zutiefst Menschliches<br />

gibt.<br />

In den Workshops am Nachmittag drehte<br />

es sich bei Gisela Miethaner, Ministerialrätin<br />

im Bayerischen Landwirtschaftsministerium,<br />

um „Profis im Einsatz. Warum<br />

gekonnte Hauswirtschaft unverzichtbar für<br />

Familie und Gesellschaft ist“. An der regen<br />

Beteiligung der Teilnehmer wurde schnell<br />

klar, wie ihnen das Thema unter den Nägeln<br />

brannte. Dominic Brüning und Viola<br />

Sowa-Brüning aus Mainz befassten sich<br />

mit „Wohnen und Einrichten. Wie kann Einrichtung<br />

dazu beitragen, sich zuhause zu<br />

fühlen?“ Nach dem Input mit einigen Fotobeispielen<br />

moderner Innenarchitektur<br />

gingen die Teilnehmer der Frage nach, was<br />

sie brauchen, um sich zuhause zu fühlen.<br />

t Doris Roth<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 37


Report<br />

Luftballons und Wünsche<br />

Impressionen von der Jahrestagung des Berufsverband Hauswirtschaft e.V. in Stuttgart-Hohenheim<br />

am 15. und 16. April 2013. Einen großen Bericht zum Hauptthema der Jahrestagung „Hauswirtschaft<br />

im Quartier“ lesen Sie ab Seite 21. Am Ende der Jahrestagung ließen die über 120 Teilnehmer<br />

(in Absprache mit dem nahe gelegenen Flughafen) rote Ballons in die Luft steigen.<br />

„Übungsleiterin“<br />

Brigitte Wittkamp<br />

vom Landesverband<br />

Berlin<br />

Aufwärmübungen mit<br />

Sponsor-Handtuch bei<br />

der Jahrestagung<br />

Sonnig vernetzt in der Pause<br />

(von links nach rechts): Martina<br />

Schäfer, Martina Feulner, Monika<br />

Böttjer und Ruth Waizenegger<br />

Sorgte für<br />

Unterhaltung<br />

am Abend:<br />

„Erna Läpple“<br />

Christa Anna Fischer verteilt mit den<br />

Kollegen erfrischende Drinks<br />

<strong>Co</strong>rnelia Schwab vom Berufsverband<br />

ist neue Vorsitzende der<br />

LAG-HW Baden-Württemberg<br />

Fotos: Robert Baumann<br />

38 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Report<br />

Antje Schumann (Dr. Schnell, links)<br />

und Prof. Dr. Margarete Sobotka<br />

(schon 40 Jahre Mitglied)<br />

bei der Tombola am Abend<br />

Moderatorin Carola Reiner<br />

mit Geschäftsführerin Beate<br />

Imhof-Gildein<br />

Über 120 Teilnehmer kamen zur Tagung nach Stuttgart-Hohenheim.<br />

2014 wird sie am 12. und 13. Mai in Eisenach (Thüringen) stattfinden.<br />

So definierten Teilnehmer Kennzeichen einer starken Marke (die Figur<br />

ist eine Mischung aus Papst, Tina Turner und Angela Merkel)<br />

Die 1. Vorsitzende Ute<br />

Krützmann schwört auf<br />

das Vier-Ohren-Modell<br />

von Schulz von Thun<br />

und Selbstbeobachtung.<br />

„Wird uns das Image<br />

manchmal nicht auch in<br />

den Mund gelegt?“ Und:<br />

„Was ist so schlecht daran,<br />

die Wäsche von<br />

Menschen zu reinigen?<br />

Andere Menschen machen<br />

den ganzen Tag<br />

nichts anderes als Papier<br />

zu beschriften, ohne<br />

dabei nachzudenken.“<br />

Ute Krützmann<br />

wünscht<br />

sich mehr<br />

Gespräche<br />

auf Augenhöhe<br />

Hauswirtschaft kann zwei Seiten haben: Bieder wie<br />

eine Häkelmütze für die Klorolle oder so angesagt wie die<br />

fränkischen Häkelmützen von „myboshi.net“. Das Material<br />

ist das gleiche – doch es lohnt sich, die Sichtweise zu ändern.<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 39


Report<br />

„Hier esse ich gern!“<br />

Teilnehmer in Augsburg<br />

… und in Fürstenfeldbruck<br />

„Hier esse ich gern! Verpflegung als Aushängeschild“ hießen<br />

acht Fachtagungen in Bayern mit insgesamt über 1.100 Teilnehmern.<br />

Ausgerichtet wurden sie von den acht jeweiligen Fachzentren<br />

für Ernährung der Landwirtschaftsämter, die neben den<br />

Tagungen auch Erfahrungsgruppen und Workshops anbieten.<br />

Auch die Gewinner eines Wettbewerbes gaben Tipps.<br />

Fotos: Fachzentren für Ernährung der Landwirtschaftsämter in Bayern<br />

sind Ernährungsberater<br />

und Volksgesundheitserhalter“,<br />

dies war eine Botschaft<br />

„Küchenleiter<br />

der Fachtagungen. Die meisten Teilnehmer<br />

waren Hauswirtschafts- und Küchenleiter/innen<br />

aus Senioreneinrichtungen, Krankenhäusern,<br />

Tagungshäusern und Kantinen.<br />

Hauptredner Ralf Klöber von Klöber-<br />

KASSEL zeigte anschaulich, wie die Qualität<br />

der Küche gesichert und nach außen wirkungsvoll<br />

demonstriert werden kann. Frei<br />

nach dem Motto ‚Tue Gutes und sprich darüber’<br />

wurde den Teilnehmern bewusst,<br />

dass Kommunikation ein wichtiger Bestandteil<br />

der täglichen Arbeit ist. Nur so<br />

kann der Gast wichtige Informationen rund<br />

um sein tägliches Essen bekommen.<br />

„Denken Sie daran“, so Klöber, „manche<br />

Essensteilnehmer verpflegen Sie zehn,<br />

20 Jahre lang täglich, und die wollen Sie doch<br />

auch mal erleben und kennenlernen. Darum:<br />

Besorgen Sie sich den größten Kochhut, den<br />

Sie bekommen können und schneiden Sie<br />

den Sonntagsbraten mal im Restaurant vor<br />

den Augen der Bewohner auf.“<br />

Anständige Berufsbekleidung, die der<br />

Kunde direkt sieht, hält Klöber für wichtiger<br />

als Hochglanzprospekte. Und: „Gehen Sie<br />

in den Schuhen das Gastes durch Ihr eigenes<br />

Haus, setzen Sie sich mal so hin und<br />

schauen auf die Salattheke wie der Bewohner<br />

sie sieht, das ist oft sehr erhellend“,<br />

sagte Klöber und warnte damit eindringlich<br />

vor Betriebsblindheit.<br />

Von den Siegern lernen<br />

Bei den meisten Tagungen konnten die<br />

Preisträger des Wettbewerbs „gesund.gekocht.gewinnt“<br />

ihre Konzepte vorstellen.<br />

Die Gewinner 2012 waren:<br />

u BRK-Seniorenhaus am Schloss, Tüßling<br />

(unter anderem für sein Hausgemeinschafts-Konzept)<br />

u Caritas-Centrum, Vöhringen (unter anderem<br />

für Biografiearbeit und die Küchensprechstunde)<br />

u Maria-Martha-Stift, Lindau (unter anderem<br />

für Smoothfood bei Schluckstörungen)<br />

u Residenzia Sozialbetriebe GmbH, München<br />

(unter anderem für das monatliche<br />

Frühstücks-Showcooking und den<br />

Veggie-Day am Donnerstag)<br />

u<br />

Seniorenwohnen Grafenau, Grafenau<br />

(unter anderem für das Schöpfsystem<br />

mit Servierwagen und ein Heft, in dem<br />

die Änderungswünsche der Bewohner<br />

sofort notiert werden können).<br />

Das vor fünf Jahren eröffnete BRK-Seniorenhaus<br />

am Schloss in Tüßling hat beispielsweise<br />

weder eine Zentralküche noch<br />

einen Speiseraum, alles wird in den Hausgemeinschaften<br />

mit jeweils zwölf Personen<br />

zubereitet. Einrichtungsleiter Reinhard<br />

Pillis hat eigens Präsenzkräfte hierfür geschult,<br />

unter denen viele Fachhauswirtschafterinnen<br />

und Hauswirtschaftsmeisterinnen<br />

sind. „Ich komme selbst aus der<br />

Redner Ralf Klöber über das<br />

Erscheinungsbild des Services in mancher<br />

Einrichtung: Viele mussten lachen,<br />

weil sie sich wiedererkannten<br />

Pflege, doch habe ich gemerkt, dass das<br />

Wichtigste in der Wahrnehmung bei uns<br />

die Küche und Hauswirtschaft sein sollte,<br />

die Pflegekraft also nicht so im Mittelpunkt<br />

steht wie die Präsenzkraft, die pflegerische<br />

Tätigkeiten teilweise übernehmen kann.“<br />

Anke Franke, Einrichtungsleiterin des<br />

Maria-Martha-Stifts in Lindau, und ebenfalls<br />

Gewinnerin des Wettbewerbs, unterstrich<br />

diese Empfehlungen durch praktische Beispiele<br />

aus ihrem Seniorenheim. Ihre Botschaft<br />

an die Teilnehmer lautete: „Wo ein<br />

Wille ist, ist auch ein Weg und das unabhängig<br />

von den finanziellen Möglichkeiten.“<br />

Und jetzt? Umsetzen!<br />

Am Nachmittag konnten die Teilnehmer<br />

in drei Foren entweder das Thema<br />

„Verpflegung als Aushängeschild“ vertiefen,<br />

Tipps für die „Kommunikation in Konfliktsituationen“<br />

erhalten oder weitere<br />

Fachinformationen bekommen, die je nach<br />

Ort und Referent unterschiedlich waren.<br />

„Ideen haben wir jetzt ausreichend, gleich<br />

morgen starten wir mit der Umsetzung in<br />

die Praxis“, so ein Tagungsteilnehmer.<br />

t PM/ROB<br />

40 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Service<br />

GÄSTE 2013<br />

Verpflegungsfachtagung „care“<br />

erstmals auf der Leipziger Messe<br />

Spezifisch, gesund, abwechslungsreich:<br />

So lauten die Ansprüche an<br />

eine zeitgemäße Verpflegung in Senioren-<br />

und Behinderteneinrichtungen. Wie<br />

sich diese Forderungen erfüllen lassen, wo<br />

die Branche heute steht und in welche<br />

Richtung sie sich künftig entwickeln wird –<br />

das sind Themen der Verpflegungsfachtagung<br />

„care“, die am 16. und 17. September<br />

2013 erstmals im Rahmen der Leipziger<br />

Gastgewerbe-Messe GÄSTE ausgerichtet<br />

wird.<br />

Gemeinsam mit dem Deutschen Verband<br />

der Leitungskräfte von Alten- und Behinderteneinrichtungen<br />

(DVLAB) lädt die<br />

Leipziger Messe zu einem Vortragsprogramm,<br />

Fachgesprächen und praktischen<br />

Demonstrationen ein. „care“ richtet sich<br />

vor allem an Verantwortliche und Fachwirte<br />

für Seniorenverpflegung, spricht aber<br />

ebenso Ernährungsbeauftragte, Küchensowie<br />

Hauswirtschaftsleiter an, die in Heimen,<br />

Reha-Einrichtungen, Krankenhäusern<br />

mit hohem Anteil an betagten Patienten<br />

oder im Dienstleistungssektor arbeiten.<br />

Zu den Themen im „care“-Programm<br />

gehören beispielsweise Vorträge über Havarie-Management<br />

bei Lebensmittel-Skandalen,<br />

über den Einfluss des Geruchssinns<br />

auf das Essverhalten, zum Expertenstandard<br />

Ernährungs<strong>management</strong> oder zu den<br />

Chancen und Grenzen der Betriebswirtschaft<br />

in der Gemeinschaftsverpflegung.<br />

Im praktischen Teil geht es unter anderem<br />

um passierte Kost und moderne Bindeverfahren.<br />

Ein Get-together am ersten Kongressabend<br />

im traditionsreichen Ratskeller<br />

zu Leipzig bietet die Möglichkeit, sich<br />

intensiv mit den Fachkollegen auszutauschen<br />

und typisch sächsische Leckerbissen<br />

zu probieren.<br />

Die Kongressgebühren für die Verpflegungsfachtagung<br />

„care“ betragen 195<br />

Euro (für Mitglieder des DVLAB 145 Euro)<br />

inklusive Tagungsunterlagen, Verpflegung,<br />

Abendveranstaltung sowie Eintrittskarte<br />

für die Messe. Detaillierte Informationen<br />

zum Programm sowie die Teilnehmerregistrierung<br />

sind im Internet unter der<br />

Adresse www.gaeste.de/care zu finden.<br />

t<br />

Buchtipp<br />

Multireligiöse Verpflegung<br />

in der Schule<br />

Fachtagung für Hygiene und <strong>Co</strong>.<br />

DRK Walsrode<br />

Wie unterschiedlich die<br />

Ernährungsgewohnheiten<br />

und Speisevorschriften<br />

in den verschiedenen<br />

Religionen sind, wird besonders<br />

relevant an Orten, an denen<br />

Menschen aus diversen<br />

Gruppen aufeinandertreffen,<br />

wie etwa der Ausbildungsstätte.<br />

Um die Aufmerksamkeit für<br />

religionsadäquate Schulverpflegung<br />

zu schärfen, publizierte ein Projektteam<br />

aus Ökotrophologie und Pädagogik<br />

der Hochschule Osnabrück 2013 das<br />

Buch „Inklusion durch Schulverpflegung“.<br />

Darin stellen die Autoren Johanna-Elisabeth<br />

Giesenkamp, Elisabeth Leicht-Eckardt<br />

und Thomas Nachtwey die in Deutschland<br />

am häufigsten vertretenen Religionen<br />

– Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus<br />

und Hinduismus – mit ihren Ernährungsgewohnheiten<br />

und -regeln vor. Unter<br />

Einbeziehung von Vegetarismus erarbeiten<br />

sie eine Informationsgrundlage, die<br />

eine entsprechende Berücksichtigung in<br />

der schulverpflegerischen Praxis ermöglichen<br />

und damit die Grundlage für soziale<br />

Inklusion schaffen soll.<br />

Interessant sind diesbezüglich vor allem<br />

die beiden beiliegenden Tabellen: Während<br />

die eine die spezifischen<br />

Speisevorschriften nach Lebensmittelgruppen<br />

sortiert erläutert,<br />

liefert die andere einen<br />

exemplarischen Wochenspeiseplan,<br />

der pro Tag zwei Menüs<br />

– jeweils bestehend aus Hauptspeise<br />

mit Beilage und Nachspeise<br />

– anführt und damit einen<br />

Verpflegungsvorschlag bietet,<br />

der für Christen, Muslime,<br />

Juden, Buddhisten, Hinduisten und Vegetarier<br />

geeignet ist. Mehr zum Thema auch<br />

in <strong>rhw</strong> praxis 2/2013, die Ende Juni 2013<br />

erscheint.<br />

Ein Tipp: Autorin J.-E. Giesenkamp ist<br />

auch Referentin bei der Vernetzungsstelle<br />

Schulverpflegung am 9. Juli 2013 Fürstenfeldbruck<br />

und am 10. Juli 2013 in Rosenheim<br />

(www.schulverpflegung.bayern.de).<br />

Johanna-Elisabeth Giesenkamp, Elisabeth<br />

Leicht-Eckardt, Thomas Nachtwey:<br />

Inklusion durch Schulverpflegung. Wie<br />

die Berücksichtigung religiöser und ernährungsspezifischer<br />

Aspekte zur sozialen<br />

Inklusion im schulischen Alltag beitragen<br />

kann (LIT Verlag Dr. W. Hopf, Berlin 2013,<br />

136 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 978-3-643-<br />

12051-9)<br />

Bereits zum dritten Mal lud der DRK<br />

Walsrode zu einer Fachtagung für Hygiene,<br />

Arbeitsschutz und QM ins eigene<br />

Bildungszentrum ein. Wie wichtig<br />

heutzutage ein rechtssicheres Hygiene<strong>management</strong><br />

ist, erklärte Referentin Sabine<br />

R. Mück den 55 Teilnehmern. Weitere<br />

Referenten waren Wolfgang Bittrich, Dirk<br />

Römer, Amanda Hoxholli, Dr. W-T. Gerdts<br />

und Andre Shahin.<br />

Aufgrund der guten Resonanz plant der<br />

DRK Walsrode bereits weitere Fortbildungen<br />

im Schulungszentrum. In Kooperationspartnerschaft<br />

bieten der DRK Walsrode<br />

und die Firma Hygiene <strong>Co</strong>nsult Mück<br />

seit letztem Jahr auch eine Weiterbildung<br />

für Hygienebeauftragte in der Hauswirtschaft<br />

an. Der nächste Fortbildungstag für<br />

Hygienebeauftragte findet am 14.11.2013<br />

statt.<br />

Für alle Interessierten rund um die Themen<br />

Hygiene und Arbeitssicherheit lohnt<br />

sich jederzeit ein Blick im Internet unter:<br />

www.drk-walsrode.de<br />

t<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013 41


Stellenangebot<br />

Hauswirtschafterin<br />

Interessanter großer Geschäftshaushalt in Ffm mit kleiner<br />

Familie sucht eine nette und erfahrene Mitarbeiterin (NR) als<br />

Führungsperson mit guten Kochkenntnissen.<br />

Wir leben in einem gepflegten Umfeld und bieten eine Vollzeitstelle<br />

mit weiteren Kollegen an.<br />

Wohnungssuche und gute Bezahlung als Gegenleistung.<br />

Referenzen erwünscht.<br />

mail@b-hennig.de, mobil: 01 72/6 92 41 03<br />

Stellengesuch<br />

Suche abwechlungsreiche Führungsaufgabe<br />

Wo: Sanatorium, Residenz, Tagungsstätte, Hotel im In-/Ausland.<br />

Biete: Selbständiges, lösungsorientiertes Handeln,<br />

Organisationstalent und Einsatzbereitschaft<br />

Langjährige Berufserfahrung auch in Personalführung<br />

als HWL im Hotel z. Zt. in ungekündigter Stellung<br />

Kontakt: pinguin007@gmx.net<br />

Fortbildung<br />

k mpass<br />

Fernlehrgänge<br />

Qualitäts<strong>management</strong> in der Hauswirtschaft<br />

Hygienebeauftragte/r für die Hauswirtschaft<br />

in sozialen Einrichtungen<br />

Kostenrechnung und <strong>Co</strong>ntrolling für die Hauswirtschaft<br />

Hauswirtschaftliche Fachkraft für Ernährung<br />

in sozialen Einrichtungen<br />

Informationen unter: Telefon. 0281 82829<br />

www.kompass-wesel.de www.fernlehrgang-hauswirtschaft.de<br />

Service<br />

Präsenz- und<br />

Fernlernen<br />

Prüfungsorte: Wesel, Stuttgart, Leipzig, Hamburg<br />

<strong>Vorschau</strong> auf die Juli-Ausgabe 2013<br />

In Kooperation mit dem<br />

Deu<br />

Zert<br />

Deutsche Zertifizierung<br />

DIN ISO 29990:2010<br />

QUALITÄTSGEPRÜFTER<br />

BILDUNGSDIENSTLEISTER<br />

HBL-Ausbildung in der Schweiz<br />

Die Berufs-, Fach-, und Fortbildungsschule (BFF) Bern ist die<br />

einzige Schule für Hauswirtschaftliche Betriebsleiter/innen in<br />

der Schweiz – und das seit 47 Jahren. Ende April 2013 trafen<br />

sich acht Lehrkräfte aus Bern und acht von der Alice-Bendix-<br />

Fachakademie in München zum fachlichen Austausch.<br />

Seit 2011 lernen die beiden Partnerschulen voneinander viel<br />

über Wertschätzung, Prüfungsabläufe, Praktika und Kosten für<br />

die HBL-Ausbildung.<br />

Anzeigenschluss: 6. 6. 2013 Redaktionsschluss: 3. 6. 2013<br />

Das Fachmagazin für Führungs-<br />

in der Hauswirtschaft<br />

<strong>rhw</strong><br />

rationelle hauswirtschaft<br />

kräfte<br />

<strong>management</strong><br />

Impressum<br />

Herausgeberin: Beatrix Bierschenck<br />

Redaktionsdirektorin: Dr. Angelika Schaller<br />

Chefredaktion: Robert Baumann (verantwortlich),<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-20, E-Mail: robert.baumann@vnmonline.de<br />

Redaktion: Dorothea Kammerer,<br />

Alexandra Höß (Hamburg), E-Mail: alexandra.hoess@vnmonline.de,<br />

E-Mail: <strong>rhw</strong>.redaktion@vnmonline.de, Internet: www.<strong>rhw</strong>-<strong>management</strong>.de<br />

Redaktionsbeirat:<br />

Susanne Ahrndt, Claudia Dirschauer, Martina Feulner, Prof. Elke Huth, Dr. Renate<br />

Kappel, M. Christine Klöber, Sascha Kühnau, Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser,<br />

Elke Merz-Schluck, Prof. Dr. Horst Pichert, Prof. Dr. Margarete Sobotka,<br />

Prof. Dr. Margot Steinel, Ute Krützmann<br />

Layout: Joachim Ullmer<br />

Anzeigen:<br />

Verlags-, Vertriebs- und Anzeigenleitung:<br />

Elke Zimmermann, E-Mail: elke.zimmermann@vnmonline.de<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-76, Fax: (0 89) 31 89 05-38<br />

Mediaberatung:<br />

Sigrun Kühnel, E-Mail: sigrun.kuehnel@vnmonline.de,<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-75<br />

Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 33 a vom 1. Oktober 2012<br />

Marketingleitung: Burkhard P. Bierschenck<br />

ABONNENTEN- UND KUNDENSERVICE:<br />

Leserservice Verlag Neuer Merkur, 65341 Eltville<br />

Tel.: (0 61 23) 9 23 82 30, Fax: (0 61 23) 9 23 82 44,<br />

E-Mail: verlagneuermerkur@vuservice.de<br />

Servicezeiten: Montag bis Freitag 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr<br />

<strong>rhw</strong> <strong>management</strong> erscheint monatlich.<br />

Jahresabonnement 96,00 Euro/192,00 SFr.<br />

Für Referendare, Studenten, Schüler und Azubis gegen Einsendung<br />

einer entsprechenden Bescheinigung 48,00 Euro/96,00 SFr.<br />

Einzelheft 11,50 Euro/23,00 SFr.<br />

Die Euro-Preise beinhalten die Versandkosten für Deutschland und Österreich,<br />

die SFr-Preise die Versandkosten für die Schweiz. Bei Versand ins übrige Ausland<br />

werden die Porto-Mehrkosten berechnet.<br />

Die Abo dauer beträgt ein Jahr. Das Abo verlängert sich automatisch um ein weiteres<br />

Jahr, wenn es nicht zwei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird.<br />

Rabatte für Sammelabonnements auf Anfrage.<br />

SCHULEN, KLASSEN, LEHRER:<br />

Tel.: (0 89) 31 89 05-15, Fax: (0 89) 31 89 05-53<br />

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(Zugleich Anschrift aller Verantwort lichen)<br />

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Gerichtsstand: München<br />

42 <strong>rhw</strong> <strong>management</strong> 6 · 2013


Wir gratulieren unserem<br />

Autor Roland Spranger zum<br />

Friedrich-Glauser-Preis 2013!<br />

Kriegsgebiete<br />

Roland Spranger<br />

Edition 211<br />

ISBN 978-3-937357-54-6<br />

224 Seiten, gebunden<br />

14,80 Euro<br />

www.bookspot.de

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