Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
02<br />
2012<br />
<strong>SchiffsModell</strong><br />
ISSN 0722-7108 € 5,00 [D] € 5,40 [EU] sFr 9,90 E 5290<br />
ONLINE bestellen: www.neckar-verlag.de<br />
<strong>SchiffsModell</strong><br />
Die Fachzeitschrift für den Schiffsmodellbauer<br />
+++ PREDATOR 74 +++ JÖTUNN von Sievers +++ Im Test: YUKI KARATE +++ Mini-Segler DANA +++
IM FEBRUAR<br />
E-Mail an die Redaktion: welz@neckar-verlag.de<br />
SEGELSCHIFFE<br />
H. Köbke: Zweischoten-Vorsegelansteuerung . . . . . . . . . . . . 4<br />
J. Bayer: DANA, kleiner Segler auf großer Fahrt . . . . . . . . . . . 32<br />
VERSCHIEDENES<br />
M. Klöfkorn, C. Czerny: 26. Alemannenregatta . . . . . . . . . . . . . 8<br />
S. Reuthlinger: Das <strong>Florida</strong>-<strong>Airboat</strong> . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38<br />
B. Elbel: Serie Superyachten,<br />
Jet-Antriebe <strong>im</strong> aktuellen Yachtbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68<br />
MOTORSCHIFFE<br />
A. Gobrecht hat den Schlepper JÖTUNN aus dem Programm von<br />
Modellbau Sievers gebaut. Seite 28<br />
T. Scholten: Test: Küstenboot SYLT von robbe . . . . . . . . . . . . 12<br />
A. Wulf: Erste Sturmfahrt der NORDIC . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26<br />
A. Gobrecht: Schlepper JÖTUNN von Sievers . . . . . . . . . . . . . 28<br />
Dr. G. Miel: Serie Wachboote der Volksmarine<br />
Wachboote für die Binnengewässer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42<br />
M. La<strong>im</strong>gruber: PREDATOR 74 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58<br />
AKKUS<br />
P. Koller: Test: LiPo-Zellen PROSELECT FREESTYLE . . . . . . 18<br />
WERKSTATTPRAXIS<br />
H.-J. Welz: Test: Tischbohrmaschine Bosch PBD 40 . . . . . . . 22<br />
LADETECHNIK<br />
M. La<strong>im</strong>gruber hat wieder seiner Leidenschaft zum individuellen<br />
Nachbau rassiger Motoryachten gefrönt und stellt uns den Nachbau<br />
einer PREDATOR 74 vor. Seite 58<br />
J. Pelka: Test:YUKI KARATE B6 AC/DC . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48<br />
RENNBOOTE<br />
D. Jaufmann: „Sprint Kat“ von EPV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52<br />
RUBRIKEN<br />
Neu und Aktuell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />
Ihr Fachgeschäft und Servicepartner in ... . . . . . . . . . . . . . . . 25<br />
Leseecke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56<br />
kurz und fündig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64<br />
Inserentenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />
Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />
Der robbe-Baukasten für die SYLT wurde Ende 2011 ausgeliefert.<br />
Auch unser Testmodell ist <strong>im</strong> Bau und wir wollen unsere Leser<br />
hochaktuell über den Bau informieren. Seite 12<br />
UNSER TITELBILD<br />
„Sumpfboote“ tauchen <strong>im</strong>mer wieder mal <strong>im</strong> Schiffsmodellbau<br />
auf. Dank Brushless-Motoren und LiPo-Akkus können nun<br />
auch elektrogetriebene Modelle mit satten Fahrleistungen<br />
auftrumpfen. Seite 38<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 3
(Foto: Ralph Gralke)<br />
SEGELSCHIFFE<br />
Hartmut Köbke<br />
„Untertagearbeit“<br />
Oder: Vorbildgerechte<br />
Zweischoten-Vorsegelsteuerung<br />
N<br />
ach 45 Jahren Segeln wollte<br />
ich nicht einfach das Ölzeug an<br />
den Nagel hängen, sondern erinnerte<br />
mich an eine andere Leidenschaft,<br />
nämlich das Modellsegeln.<br />
Aus zeitlichen Gründen hatte diese Leidenschaft<br />
<strong>im</strong>mer nur auf Sparflamme<br />
schmoren müssen, aber nun als Rentner<br />
und alternder Segler flammte alles wieder<br />
auf. Da mich alte Gaffelsegler schon <strong>im</strong>mer<br />
fasziniert hatten, fiel meine Wahl be<strong>im</strong><br />
Modell auf die „Pippi“, einen Gaffelkutter<br />
nach Colin-Archer, vor allem, weil dieser<br />
von Willi Hoppe gezeichnete Plan sehr<br />
einfach be<strong>im</strong> Neckar-Verlag zu beziehen<br />
ist (Foto 1).<br />
Jeder Segler weiß, dass es Vorteile bringt,<br />
wenn man das (die) Vorsegel unabhängig<br />
vom Großsegel bedienen kann. Folglich<br />
sollte auch mein Modell unbedingt mit<br />
einer vorbildgetreuen Vorsegelansteuerung<br />
ausgestattet werden. Da mir in dieser Hinsicht<br />
aber jegliche Erfahrung fehlte, mussten<br />
entsprechende Fachberichte sondiert<br />
werden. Befriedigende Antworten waren<br />
in den einschlägigen Fachbüchern nicht<br />
zu finden. Es blieben also Berichte aus<br />
Fachzeitschriften. Überzeugt hat mich<br />
dann der Bericht von Joach<strong>im</strong> Tzyschakoff<br />
(„Die Genua auf einer Modellyacht“,<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 6/2004, Seite 51, „Zeichnung<br />
10“).<br />
Bei diesem Konzept handelt es sich um<br />
eine indirekte Segelverstellung, d. h. die<br />
eigentlichen Schoten werden über eine so<br />
genannte Umlaufschot bedient. Zur Verkürzung<br />
des Verstellwegs der Umlaufschot<br />
werden die zwei Schoten über Rollen noch<br />
zwe<strong>im</strong>al umgelenkt. Die Schoten sind dabei<br />
so angeschlagen, dass der Zug auf die Segelwinde<br />
gerichtet ist und nicht auf die Umlenkrolle<br />
der Umlaufschot (Belastung der<br />
Zugfeder, siehe Zeichnung).<br />
Dieses Konzept in Form einer fest eingebauten<br />
Segelverstellung, war mir jedoch<br />
eine Nummer zu groß. Ich stellte mir eher<br />
eine funktionssichere, aus dem Modell herausnehmbare<br />
Einheit vor.<br />
4 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Foto 1 (Foto: Frederik Schüttler)<br />
skizze<br />
Foto 2 Foto 3<br />
Foto 4<br />
Umlaufschot<br />
Zunächst mussten natürlich die Vorsegel-<br />
Verstellwege ermittelt werden. Anstatt den<br />
Rechenweg zu wählen („Die Zweischoten-Vorsegelsteuerung“,<br />
Gerd Neumann,<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 3/87), musste das nicht<br />
mehr benötigte Hellingbrett für ein 1:1-Modell<br />
mit allen Vorsegeln herhalten. Die Verstellwege<br />
wurden auf diesem durch praktische<br />
Versuche ermittelt. Das Unterliek<br />
war z. B. nur ein 1 cm breiter Pappstreifen<br />
(Foto 2).<br />
Die Ergebnisse: Schotenverstellweg 560<br />
mm (vom Am-Wind-Kurs Bb über Raumwind-Kurs<br />
bis Am-Wind-Kurs Stb), erforderlicher<br />
Verstellweg der<br />
Umlaufschot also 280 mm ...<br />
und das bei einer Rumpflänge<br />
von 100 cm!<br />
Die konstruktive Umsetzung<br />
(siehe Skizze) gelang mit<br />
Hilfe der Segelwinde „Hitec<br />
HS-785HB“ (1) einer Alu-<br />
Profil-Schiene (2), einigen<br />
Umlenkrollen (3–6) und ca.<br />
4 lfd. Metern Leine. Die Alu-<br />
Profil-Schiene ist mit einem Sperrholzbrettchen<br />
so an der Segelwinde befestigt, dass<br />
ihre Mittelachse mit der Mitte (Steg) der<br />
Windentrommel fluchtet (Foto 3). Für die<br />
Aufnahme von Gleitschuhen sollte die Alu-<br />
Profil-Schiene an beiden Seiten über ein<br />
T-Profil verfügen. Als Lösung bot sich eine<br />
Gardinenleiste aus einem Einrichtungs-<br />
Supermarkt an. Aus Alu-Resten formte<br />
ich zwei kleine Gleitschuhe, die so groß<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 5
Foto 5<br />
Foto 6<br />
sind, dass je eine Umlenkrolle (3) aus dem<br />
Angebot der Fa. CAP Maquettes befestigt<br />
werden konnte. Ferner galt es, die Umlaufschot<br />
an beiden Gleitschuhen zu unterbrechen<br />
und hier ebenfalls zu befestigen.<br />
Abschließend musste am Ende der Alu-<br />
Profil-Schiene die Umlenkrolle (4) der Umlaufschot<br />
in Profil-Längsrichtung mit einer<br />
Ausgleichsfeder (7) fixiert werden (Foto 4).<br />
Be<strong>im</strong> Betrieb der Umlaufschot ergeben sich<br />
an der Windentrommel unterschiedliche Wickeldurchmesser,<br />
die mit der Zugfeder auszugleichen<br />
sind (± 2 mm). Als Leine für die<br />
Umlaufschot nutzte ich „Powerline extreme“<br />
mit 60 daN von der Fa. Cl<strong>im</strong>ax (8). Diese<br />
Leine besteht aus Coramid und ist extrem<br />
vorgereckt.<br />
Die Umlaufschot wurde dann entsprechend<br />
der Zeichnung zusammen mit den Gleitschuhen<br />
an der Alu-Profil-Schiene und der<br />
Segelwinde befestigt und grob ausgerichtet.<br />
Die Feinjustierung erfolgte später zusammen<br />
mit den Segeln mit Hilfe eines Computer-Senders<br />
(Graupner mc-12).<br />
Vorsegelschoten<br />
Für die beiden eigentlichen Vorsegelschoten<br />
erwies sich Dyneema SK75, 0,9 mm, 95<br />
daN (9) als beste Lösung. Nach der zweiten<br />
Schotumlenkung (6) mit einer Umlenkrolle<br />
von KDH (Foto 5) werden beide Schoten bis<br />
zum Austritt ins Freie in Kunststoff-Schutzrohren<br />
mit einem Innen-Ø von 2,0 mm geführt.<br />
Für den Austritt ins Freie habe ich<br />
die Kajüt-Rückwand (Niedergang) gewählt,<br />
damit über die Durchführungen möglichst<br />
wenig Wasser eindringen kann (Tipp von<br />
Borek Dvorák). Die Durchführungen befinden<br />
sich ca. 1,5 cm über Deckshöhe. Um<br />
die Reibung und den Verschleiß der beiden<br />
Schoten zu mildern, wurden in die Kajüt-<br />
Rückwand noch rund geformte Alu-Schotdurchführungen<br />
eingesetzt (Foto 6).<br />
Foto 7<br />
Foto 8<br />
Die Enden der Schoten sind dann noch<br />
jeweils mit einem eingespleißten Auge für<br />
die Verbindung zum Schothorn ausgestattet.<br />
Bei der geflochtenen Leine von 0,9 mm<br />
ist das natürlich nur ein Behelfsspleiß: Das<br />
Leinenende ist mehrfach durch die Flechtung<br />
geschoren und mit Sekundenkleber<br />
gesichert, denn das Auge sollte nicht als<br />
dicker Knoten (Palstek) die Segelmanöver<br />
behindern! Die Verbindung zum Schothorn<br />
erfolgte abschließend mittels „Stahlschließe“<br />
(„Sicherheitsnadel“ für Modellbauer).<br />
6 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Das Gesamtgewicht der ganzen M<strong>im</strong>ik<br />
(ohne Segelwinde) liegt bei ca. 100 g. Die<br />
max. Baulänge beträgt 510 mm und die<br />
Breite am Ende des Gestells (Vorschiff) 55<br />
mm (Foto 7).<br />
Montage <strong>im</strong> Modell<br />
Für die Montage <strong>im</strong> Rumpf ist am Spant<br />
Nr. 2 (<strong>im</strong> Vorschiff) ein Sperrholzbrettchen<br />
(10) mit zwei profilierten Durchbrüchen angeschraubt,<br />
je einer für die Großsegel- und<br />
einer für die Vorsegel-Verstellung.<br />
Das Ende des Mechanik-Gestells wird mit<br />
seinem Profil einfach passgenau in diesen<br />
Durchbruch gesteckt. Die weitere Befestigung<br />
erfolgt an einer Querverbindung (11)<br />
in Form einer 10-mm-Vierkantleiste am<br />
Spant Nr. 12 mittels einer einzigen M2,5-<br />
Schraube (12), siehe (Foto 8).<br />
www.neckar-verlag.de<br />
www.NESSEL-ELEKTRONIK.de<br />
PVC-SCHRUMPFSCHLAUCH, PolyOlefine / mit Kleber,<br />
Goldverbinder 0,8–8 mm, Balancer-, Servokabel + Verlängerung,<br />
Silikonlitze bis 82, Cr<strong>im</strong>p-Zange, Cr<strong>im</strong>p-Set,<br />
Power-FET, Klappferrit, Händleranfrage erwünscht<br />
Tel. 0049-6182-1886 FAX 06182-3703<br />
Betriebserfahrungen<br />
und Fazit<br />
Hinsichtlich des geringen Platzangebots<br />
und der schlechten Zugänglichkeit erwies<br />
sich das gewählte Konzept in diesem Fall<br />
als goldrichtig. Dies zeigte sich insbesondere<br />
bei der Entwicklung der Konstruktion,<br />
denn es war nie ein Problem, unzählige<br />
Male die Mechanik aus- und einzubauen,<br />
um Änderungen durchzuführen.<br />
Das Umlegen der Vorsegel be<strong>im</strong> Wenden<br />
dauert ca. 3 sec, das ist ebenso lange wie<br />
das Über-Stag-Gehen des Langkielers, also<br />
ideal! Auf drei Fühlinger-See-Regatten bestand<br />
die Konstruktion ihren Härtetest. Die<br />
Strapazen sämtlicher Wettfahrten hatte<br />
meine Segelverstellung schadensfrei und<br />
funktionssicher überstanden (die Großsegelverstellung<br />
ist ähnlich aufgebaut), auch<br />
wenn mein kleiner Gaffelkutter bei Böen von<br />
teilweise 5 Bft. waagerecht auf dem Wasser<br />
lag. Als verbleibender Unsicherheitsfaktor<br />
stellte sich nur der unerfahrene Modell-<br />
Skipper heraus! Es ist doch etwas anderes,<br />
selbst <strong>im</strong> Boot zu sitzen, als dieses vom<br />
Land aus zu steuern. Meine ursprüngliche<br />
Sorge, die lose <strong>im</strong> Boot liegende Luv-Schot<br />
könnte sich irgendwo verfangen, war unbegründet.<br />
Leider muss man die Vorsegel<br />
noch mit einer einfachen Knüppelbewegung<br />
von Bb.- auf Stb.-Bug bedienen. Das bedeutet,<br />
dass zum Auffieren oder Dichtholen<br />
jeweils unterschiedliche Knüppelbewegungen<br />
auszuführen sind, je nachdem,<br />
auf welchem Bug man gerade segelt. Die<br />
Zukunft liegt hier wohl in der Vorsegelbedienung<br />
mit einem Genua-Modul.<br />
Dieses Konzept ist natürlich sicherlich nicht<br />
das „Ei des Kolumbus“ zum Thema Vorsegelsteuerung,<br />
mir ging es lediglich darum,<br />
neue Denkanstöße zu diesem Thema zu<br />
liefern. Grundlage für meine Entwicklung<br />
waren einige Bücher (u. a. RC-Segelmodelle<br />
von Borek Dvorák und Bernhard Re<strong>im</strong>ann)<br />
und die Erfahrungen etlicher Mini-<br />
Sailors, die mir mit vielen Ratschlägen zur<br />
Seite standen. An dieser Stelle möchte ich<br />
mich bei allen herzlich bedanken!<br />
www.neckar-verlag.de<br />
Für den Feinen Job<br />
gibt es<br />
die richtigen geräte<br />
MICRO-Profiliergerät MP 300. Für diffizile Arbeiten mit Holz und<br />
geeigneten Kunststoffarten.<br />
Zum Profilieren, Nuten, Fräsen, Anfasen, Besäumen und Austrennen.<br />
Kräftiger, gegen Staub geschützter Motor mit Zahnriemengetriebe.<br />
Frästisch 300 x 150 mm groß.<br />
Von PROXXON gibt es noch 50 weitere Geräte und eine große<br />
Auswahl passender Einsatzwerkzeuge<br />
für die unterschiedlichsten<br />
Anwendungsbereiche.<br />
MP 300<br />
Bitte fragen Sie uns.<br />
Katalog kommt kostenlos.<br />
www.proxxon.com<br />
P r o x x o n G m b H - D - 5 4 3 4 3 F ö h r e n - A - 4 2 1 0 U n t e r w e i t e r s d o r f<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 7<br />
0677-PROXXON-SCHIFFSMODELL(90x125)-MP300.indd 1 16/12/11 14:53
VERSCHIEDENES<br />
Malte Klöfkorn, Christoph Czerny<br />
26. Alemannenregatta<br />
in Rheinfelden<br />
Fast am Ende<br />
der Saison<br />
trafen sich die<br />
alemannischen<br />
S c h i f f s m o d e l l -<br />
freunde zur traditionellen<br />
„Alemannenregatta“. Der MSV Klosterweiher<br />
Rheinfelden war zum zweiten Mal<br />
nach 2007 der Ausrichter dieser traditionsreichen<br />
Veranstaltung.<br />
Vom 23. bis zum 25.9.2011 stand den<br />
Modellsportbegeisterten und Gästen das<br />
Freibad Rheinfelden mit seinen vielfältigen<br />
Möglichkeiten zur Verfügung. Der MSV mit<br />
mehr als 30 aktiven Mitgliedern hatte bereits<br />
vor Jahresbeginn mit den ersten Vorbereitungen<br />
begonnen. Nach einem Endspurt in<br />
der Vorwoche konnte dann am Freitagmittag<br />
mit dem Fahrbetrieb begonnen werden.<br />
Mehr als 140 Aktive und Gäste aus 31 Vereinen<br />
mit insgesamt 220 Modellen hatten sich<br />
angemeldet. Darunter waren 24 Planmodelle,<br />
128 Baukastenmodelle, 11 Dampfmodelle,<br />
5 Funktionsmodelle und natürlich die 37<br />
Starter in den Sea-Jet-Klassen. Wer nicht<br />
auf dem Parkplatz vor dem Bad mit seinem<br />
Caravan oder <strong>im</strong> Bad mit dem Zelt Quartier<br />
genommen hatte, nutzte zur Übernachtung<br />
eines der vielen Hotels in Rheinfelden.<br />
Das Wetter am Regattawochenende war<br />
ebenso Spitze wie die gesamte Organisation:<br />
346 Kursfahrten auf dem sehr anspruchsvollen<br />
Kurs mussten in zwei Tagen<br />
absolviert werden.<br />
Während der Veranstaltung sorgte das<br />
Team des MSV nicht nur für einen reibungslosen<br />
Ablauf, sondern auch noch für das kulinarische<br />
Wohlergehen der Gäste. Kaffee<br />
und Kuchen waren ebenso <strong>im</strong> Angebot wie<br />
8 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Steak und Grillwurst mit Pommes. Neu war<br />
die Startergruppe „Spaßmodelle“ mit neun<br />
Startern. Hier konnten schw<strong>im</strong>mende Exponate<br />
starten, die nicht als „Schiff“ einzuordnen<br />
waren. Neben vielen spaßigen Einfällen<br />
waren auch schw<strong>im</strong>mende Vogelkäfige zu<br />
bestaunen.<br />
Die Alemannenregatta erfreut sich von Jahr<br />
zu Jahr zunehmender Beliebtheit, was die<br />
steigenden Teilnehmerzahlen zum Ausdruck<br />
bringen. Ein Beweis für die Beliebtheit<br />
und die Bedeutung ist die Teilnahme<br />
einiger Hersteller und regionaler und überregionaler<br />
Händler, wie z. B. Graupner, das<br />
Modellbau-Kaufhaus usw.<br />
Höhepunkte waren die Eröffnung mit dem<br />
Auftritt von Meeresgott Poseidon und der<br />
traditionelle Alemannenabend in der nahe<br />
gelegenen Hans Thoma-Halle in Rheinfelden.<br />
Auch hier hat das Team des MSV<br />
mit seinen Helfern für das Wohl der Gäste<br />
gesorgt. Eine Bauchtanzgruppe und die<br />
Guggemusik Max<strong>im</strong>ale Reinfelden sorgten<br />
für Unterhaltung. Höhepunkt und Abschluss<br />
war eine echte Premiere, nämlich die erste<br />
Indoor-Regatta. Einige Kandidaten hatten<br />
die Aufgabe, ein Boot mittels einer Fernsteuerung<br />
durch einen Parcours aus Bojen<br />
zu lenken und ihre Geschicklichkeit zu<br />
beweisen. Die „Bojen“ waren einige Sportfreunde<br />
des MSV in passenden Kostümen.<br />
Sieger war am Ende der amtierende Weltmeister<br />
der Klasse F 7, Fridolin Märkt.<br />
In einem separaten Fahrbecken für Kinder<br />
gab es die Möglichkeit, mit vereinseigenen<br />
Modellen zu fahren. Der MSV legt sehr viel<br />
Wert auf die Nachwuchsarbeit. Monatlich<br />
besteht für Kinder und Jugendliche ein- bis<br />
zwe<strong>im</strong>al die Möglichkeit, in einem Schulwerkraum<br />
unter Anleitung von erfahrenen<br />
Modellbauern zu basteln.<br />
Während des Alemannenabends und der<br />
Siegerehrung dankten die Vorstände Thomas<br />
Kieper und Bernd Erber allen Sponsoren,<br />
den Ausstellern, dem Team des Freibades<br />
und der Stadt sowie allen freiwilligen<br />
Helfern für die tatkräftige Hilfe und Unterstützung.<br />
Wer die 27. Alemannenregatta 2012 ausrichtet,<br />
ist derzeit noch offen, wir sind uns<br />
aber sicher, dass diese zur Tradition gewordene<br />
Veranstaltung stattfinden wird. Alle<br />
Wertungen der diesjährigen Alemannenregatta<br />
findet man auf unserer Homepage<br />
unter www.msv-klosterweiher.de<br />
Für den Feinen Job<br />
gibt es<br />
die richtigen geräte<br />
Spezialisten für feine Bohr-,<br />
Trenn-, Schleif-, Polier- und<br />
Reinigungsarbeiten.<br />
MicROMOt<br />
OZi 220/E<br />
mit HSS-trennblatt<br />
500 g leichte Elektrowerkzeuge<br />
für 220 - 240 Volt Netzanschluss.<br />
Gehäusekopf aus Alu-Druckguss.<br />
Leise, präzise und effizient. Stufenlos<br />
regelbar mit Vollwellenelektronik.<br />
MicROMOt<br />
industrie-<br />
Von PROXXON gibt es noch Bohrschleifer<br />
50 weitere Geräte und eine iB/E<br />
große Auswahl passender<br />
Einsatzwerkzeuge für<br />
die unterschiedlichsten<br />
Anwendungsbereiche.<br />
Bitte fragen Sie uns.<br />
Katalog kommt kostenlos.<br />
MicROMOt<br />
Stichsäge<br />
SS 230/E<br />
www.proxxon.com<br />
P r o x x o n G m b H - D - 5 4 3 4 3 F ö h r e n - A - 4 2 1 0 U n t e r w e i t e r s d o r f<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 9<br />
0622-PROXXON-SCHIFFSMODELL(90x125)-OZI-IBE-SS.indd 1 25/07/11 11:12
RUBRIKEN<br />
<br />
<br />
Neu bei Tenshock<br />
Mit dem Rennboot SCORD III liefert die Fa.<br />
Tenshock ein wettbewerbsfähiges Rennboot<br />
mit Elektroantrieb für die Klasse MONO A.<br />
Das 580 mm lange und 175 mm breite Modell<br />
wiegt ohne Akku, aber mit Regler, Servo<br />
und Empfänger ca. 860 g. Der Inhalt des<br />
Baukastens besteht aus dem fertig aufgebauten<br />
Boot mit Flutkanal, Motor, Wasserkühlung,<br />
Ruderanlage mit Servo, passendem<br />
Stahl-Propeller, 120 A-Regler mit Programmierkarte,<br />
Klebeband zum Abkleben des<br />
Deckels, Silikonschlauch für die Wasserkühlung<br />
von Regler und Motor sowie ein<br />
Startnummernhalter. Der Preis für dieses<br />
Paket beträgt in der GfK-Version € 349,–, für<br />
die CfK-Version sind € 399,– fällig.<br />
Zusätzlich erforderlich sind lediglich Sender,<br />
Empfänger sowie ein entsprechender Akku<br />
(2s-LiPo). Das Boot wurde zwar für die<br />
Rennklasse MONO A konstruiert, wird aber<br />
teilweise (abhängig vom Veranstalter) auch<br />
als MONO S7 bezeichnet. Details zu den<br />
Tenshock: SCORD III, rechts der<br />
Lieferumfang, unten <strong>im</strong> Einsatz<br />
Regeln und weitere Infos sind unter<br />
www.nauticus.info, www.eco-idc.de oder<br />
www.lipo-masters.org zu finden.<br />
Wer keine Rennambitionen hat, kann die<br />
SCORD III natürlich just for fun fahren und<br />
hat damit ein Boot zur Verfügung, das nicht<br />
nur schnell unterwegs ist, sondern sich auch<br />
problemlos beherrschen lässt.<br />
Tenshock Europe GmbH<br />
Rheinstr. 1–5<br />
47799 Krefeld<br />
Tel. 02151/3277163<br />
www.tenshock-motors.de<br />
„N<strong>im</strong>m mich mit, Kapitän …!“<br />
Durchs Sprachrohr kommt die Anforderung<br />
von der Brücke, kurz darauf bewegt<br />
sich der Zeiger auf dem Maschinentelegrafen.<br />
„Alles reine Handarbeit“, schmunzelt<br />
der wachhabende Ingenieur. Gleich wird er<br />
wieder ernst, und schaut fast ehrfürchtig<br />
auf die vielen Instrumente des Fahrstands.<br />
Dann dreht er an einem blitzblanken Handrad<br />
– und erweckt damit den MAN-Dieselmotor<br />
zu Leben. Die Zündreihenfolge 1-6-<br />
7-2-5-8-3-4-9 verrät die gewaltigen D<strong>im</strong>ensionen<br />
des Motors: Aus 9 Zylindern werden<br />
rund 11.000 PS gezaubert. Der Maschinentelegraf<br />
zeigt die Fahrtstufe „VGL“<br />
(Voraus ganz langsam) an, und mit 35 Umdrehungen<br />
pro Minute dreht sich der Vier-<br />
Blatt-Prop.<br />
Das Schiff wird mit Schlepperassistenz in<br />
die Elbe bugsiert – von der Steuerbord-<br />
Brückennock der CAP SAN DIEGO gleitet<br />
der Blick über die Häuser des portugiesischen<br />
Viertels und den Hamburger Michel.<br />
Am Ufer stehen tausende Menschen und<br />
winken, die kleinen Hafenbarkassen wirken<br />
wie Modellboote.<br />
Gespannte Aufmerksamkeit auf der Brücke<br />
des 159,4 m langen und 21,4 m breiten<br />
Stückgutfrachters, und alles hautnah<br />
und live! Das größte fahrtüchtige Museums-Frachtschiff<br />
der Welt geht auf Fahrt<br />
und interessierte Gäste bevölkern die Decks,<br />
den Maschinenraum und die Brücke. Der<br />
10 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Irrtum<br />
In der <strong>SchiffsModell</strong>-Ausgabe 10/2011hat<br />
sich <strong>im</strong> Beitrag über die Räumpinasse<br />
SCHWALBE leider ein Fehler in den Bildlegenden<br />
eingeschlichen: Die Bilder mit den<br />
Bildnummern 14a, 23 und 24 stammen<br />
nicht, wie <strong>im</strong> Artikel aufgeführt, von Herrn<br />
U. Krogmann, sondern von Herrn Günter<br />
Martin. Herr Martin ist Eigner des abgebildeten<br />
Modells und Bildautor der drei Bilder,<br />
die das Modell der SCHWALBE auf dem<br />
Wasser zeigen.<br />
„Der weiße Schwan“, die CAP SAN DIEGO,<br />
geht auch 2012 wieder auf Fahrt<br />
Neuer Preiser-Katalog<br />
Ab sofort ist der neue Preiser-Gesamtkatalog<br />
PK 25 lieferbar. Auf 304 Seiten <strong>im</strong> A4-<br />
Format findet man das komplette Sort<strong>im</strong>ent<br />
der Miniaturfiguren in Maßstäben von<br />
1:22,5 bis 1:500. Die Preiser-Figuren, vor<br />
allem die Figurenbausätze, sind inzwischen<br />
ja auch bei den Schiffsmodellbauern<br />
ein Gehe<strong>im</strong>tipp.<br />
Den Katalog gibt’s <strong>im</strong> Fachhandel oder direkt<br />
bei Preiser für € 6,–. Wer sich nur für<br />
best<strong>im</strong>mte Teile des Sort<strong>im</strong>ents interessiert,<br />
kann die entsprechenden Seiten<br />
auch direkt von der Preiser-Homepage<br />
herunterladen.<br />
www.figuren.de<br />
1961 gebaute „weiße Schwan“ gehört zu<br />
den Topattraktionen Hamburgs – das gilt<br />
erst recht, wenn er sich majestätisch elegant<br />
in Bewegung setzt. Wer schon <strong>im</strong>mer<br />
mal auf dem Peildeck dieses wunderschönen<br />
Schiffes stehen, in der Bar bei einem<br />
Glas Rum sitzen oder die gewaltige Maschine<br />
in Aktion erleben wollte, sollte sich<br />
<strong>im</strong> Jahr 2012 zu einer der sechs Ausfahrten<br />
anmelden.<br />
Freitag, 11. Mai 2012:<br />
Einlaufparade zum 823. Hamburger Hafengeburtstag.<br />
Fahrtroute Hamburg elbabwärts<br />
bis Glückstadt, Wendemanöver auf<br />
der Elbe, zurück nach Hamburg.<br />
Freitag, 22. Juni 2012:<br />
Hamburg–Cuxhaven<br />
Sonntag, 24. Juni 2012:<br />
Bremerhaven–Bremen<br />
Samstag, 30. Juni 2012:<br />
Bremen–Bremerhaven<br />
Montag, 02. Juli 2012:<br />
Cuxhaven–Hamburg<br />
Samstag, 18. August:<br />
Hamburg Cruise Days 2012,<br />
große Paradefahrt auf der Elbe.<br />
Die Kosten pro Mitfahrt belaufen sich auf €<br />
138,– bis € 168,– pro Erwachsenem. Darin<br />
sind in der Regel auch ein Snack, Getränke,<br />
warmes Essen, Kaffee und Kuchen<br />
und Live-Musik (!) und ggf. Bustransfers<br />
enthalten. Kurzum: Berufsschifffahrt vom<br />
Allerfeinsten! Weitere Informationen unter<br />
www.capsandiego.de.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
11
Motorschiffe<br />
B. Scholten<br />
Küstenboot SYLT<br />
Die SYLT der Firma robbe war<br />
auf der Nürnberger Spielwarenmesse<br />
2011 für uns<br />
Schiffsmodellbauer „das“<br />
Messemodell schlechthin. Wie lange es<br />
wohl dauern würde, bis dieses Modell<br />
„endlich“ ausgeliefert werden würde? Gar<br />
nicht lange, denn schon Ende November<br />
lagen die Baukästen und (fast) alle<br />
Zubehör-Kästen in den Händler-Regalen,<br />
nur der Sonderfunktionssatz hinkte etwas<br />
hinterher und war für Mitte Januar angekündigt.<br />
Großes Lob daher an robbe, ein<br />
solch umfangreiches Baukastenmodell<br />
so schnell und damit passend zur winterlichen<br />
Bausaison an die Kunden ausliefern<br />
zu können!<br />
Auch in der <strong>SchiffsModell</strong>-Redaktion<br />
wurde Ende November mit dem Bau des<br />
Testmodells begonnen. Doch die SYLT ist<br />
nun wahrlich kein Bauprojekt, das man an<br />
ein paar Wochenenden „durchpeitschen“<br />
könnte; und bis <strong>im</strong> zeitigen Frühjahr wieder<br />
vernünftige Wetter- und Lichtverhältnisse<br />
für die ersten Probefahrten nebst Fotoaufnahmen<br />
zur Verfügung stehen würden,<br />
wäre die eigentliche Bausaison natürlich<br />
schon wieder vorbei. Was tun dann all diejenigen,<br />
die momentan zwar mit dem Kauf<br />
eines SYLT-Baukastens liebäugeln, aber<br />
ganz gerne erst den Testbericht in der<br />
<strong>SchiffsModell</strong> abwarten würden, ob sich<br />
der Kauf auch lohnt?<br />
Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen,<br />
die Berichterstattung über die<br />
SYLT zu teilen: in dieser Ausgabe finden<br />
Sie daher die Beschreibung der zum Zeitpunkt<br />
der Abfassung dieses Manuskripts<br />
zur Verfügung stehenden Baukastenkomponenten<br />
sowie des Bauzustandes unseres<br />
Testmodells Ende Dezember 2011. So kann<br />
man sich schon einmal ein recht gutes Bild<br />
von der Ausstattung und der Qualität des<br />
Baukastens machen und sich überlegen,<br />
ob man noch in diesem Winter mit dem Bau<br />
beginnen möchte.<br />
Der Baukasteninhalt<br />
In einer der Frühjahrs-Ausgaben finden<br />
Sie dann die Beschreibung der restlichen<br />
Bautätigkeiten sowie natürlich den umfangreichen<br />
Fahr-und Funktionsbericht.<br />
Der Baukasten<br />
Wie oben schon erwähnt, stellt robbe für<br />
den Bau der SYLT dem Käufer mehrere<br />
Baukasten-Komponenten zur Verfügung.<br />
Neben dem eigentlichen Baukasten sind<br />
ein Beschlagsatz, ein Antriebsset, ein Kabinenausbausatz<br />
sowie ein Sonderfunkti-<br />
12 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Katalog-Foto der SYLT (Foto: robbe)<br />
- Das neue robbe-Flaggschiff<br />
onssatz erhältlich. Ebenfalls lieferbar ist ein<br />
passendes Bugstrahlruder.<br />
Nach dem Öffnen des Baukastens fällt<br />
einem als Erstes der sauber und exakt beschnittene<br />
Rumpf auf, der auch schon mit<br />
allen notwendigen Löchern und Ausschnitten<br />
(zum Beispiel für die Stevenrohre) versehen<br />
ist. Im ersten Moment erscheint der<br />
Rumpf recht leicht und weich. Dies ändert<br />
sich jedoch sofort nach Einbau der Technikgerüste<br />
und dem Aufsetzen des einteiligen,<br />
tiefgezogenen Decks; dazu später mehr.<br />
Alle weiteren Bauteile sind auf sauber CNCgefrästen<br />
Kunststoffplatten verschiedener<br />
Stärken vorhanden. Das Heraustrennen der<br />
Bauteile aus den Platten ist sehr einfach<br />
und erinnert ein wenig an den Plastikmodellbau.<br />
Alle weiteren Beschlag- und Zubehörteile,<br />
auch die in den verschiedenen<br />
Ergänzungssätzen sind übersichtlich in verschlossenen<br />
Plastiktüten zu finden. Langwieriges<br />
Suchen oder „Verbummeln“ von<br />
Kleinteilen ist dadurch ausgeschlossen.<br />
Die umfangreiche und gut bebilderte Bauanleitung<br />
wird durch einen Schaltplan,<br />
Detailbilder, einen Lageplan der Frästeile<br />
Die Komponenten des Antriebssets<br />
Inhalt des Beschlagsatzes<br />
Der Kabinenausbausatz<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 13
und einen Bauplan ergänzt. Der Bauplan<br />
ist zwar nicht in Originalgröße zum Modell<br />
ausgeführt, das ist aber meines Erachtens<br />
auch nicht mehr nötig, da sich das Messen<br />
am Plan durch die sehr maßhaltigen Bauteile<br />
erübrigt.<br />
Zum Original<br />
Die SYLT ist eines von fünf Küstenbooten<br />
der Wasserschutzpolizei Schleswig-<br />
Holstein, welche durch die Fassmer Werft<br />
gebaut wurden. Neben der vielen von uns<br />
als Modell bekannten, älteren HELGO-<br />
LAND (Schiffswerft Menzer, Hamburg), ist<br />
die SYLT mit 34,20 m eines der größeren<br />
Boote. Ihre fast baugleichen Schwestern<br />
STABERHUK, FALSHÖFT und FEHMARN<br />
sind mit 27,20 m etwas kleiner. Mit den<br />
Neubauten der Küstenboote wurden die namensgleichen<br />
Vorgänger ersetzt, lediglich<br />
die in Kappeln stationierte, recht bekannte<br />
EIDER (vormals F. A. EIDER) wurde durch<br />
die STABERHUK abgelöst. Alle Küstenboote<br />
werden innerhalb eines Präsenzkonzeptes<br />
der Bundesländer Niedersachsen,<br />
Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein<br />
eingesetzt. Weitere Informationen hierzu<br />
gibt es auf der Homepage der WSP Schleswig<br />
Holstein:<br />
www.polizei.schleswig-holstein.de/internet/DE/Organisation/Wasserschutzpolizei/<br />
WSPBoote/kuestenboote.html<br />
Neben einer üppigen, technischen Ausrüstung<br />
verfügt das Original über ein Bereitschaftsboot<br />
(RIB) und einen hydraulischen<br />
Marinekran. Der Kran und das Schlauchboot<br />
bieten sich geradezu als interessante<br />
Sonderfunktionen für ungezügelten Spielspaß<br />
an. Diese Funktionen sind werksseitig<br />
vorgesehen und können mit dem Sonderfunktionssatz<br />
der Fa. robbe realisiert werden.<br />
Auch hierzu später mehr.<br />
Der Bau<br />
Nach dem Zusammenbau des <strong>im</strong> Baukasten<br />
enthaltenen Bootsständers ruht<br />
der Rumpf sicher auf der Werkbank, was<br />
zur Montage weiterer Ein- und Aufbauten<br />
wichtig ist. Angefangen wird mit der<br />
Montage der Ruderanlage und der dafür<br />
vorgesehenen Servohalterung. Die hierfür<br />
vorgesehenen Teile sind schnell versäubert<br />
und passen gut in das Heck des Rumpfes.<br />
Da alle Teile dieser Baugruppe zusammenhängen,<br />
ist ein aufwendiges Ausrichten der<br />
Ruderkoker nicht nötig: Alles passt ohne<br />
Nacharbeit in die vorgefertigten Öffnungen<br />
und muss nur verklebt oder verschraubt<br />
werden.<br />
Die Montage der Motorhalterung und des<br />
anhängenden Technikgerüstes erwies sich<br />
19<br />
Einzelteile des<br />
Bugstrahlruders<br />
als ähnlich unproblematisch. Nachdem der<br />
Abstand zum Heck festgelegt war, klebte ich<br />
die Teile mit 2-K-Kleber in den Rumpf ein.<br />
Um eine feste Verbindung zu erzielen, muss<br />
der Rumpf an den entsprechenden Stellen<br />
natürlich mit Schleifpapier aufgeraut werden.<br />
Dies gilt für alle Klebestellen, bei de-<br />
14 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Das große Vorbild (Foto: Fassmer)<br />
Die Motoren des Antriebssatzes dürften<br />
natürlich kein Problem mit den 50er-Props<br />
haben. Ich habe vierblättrige Raboesch-<br />
Propeller der Bauform „C“ gewählt. Welche<br />
Propeller ich letztlich endgültig verwenden<br />
werde, wird sich erst bei der Praxiserprobung<br />
herausstellen.<br />
Als Nächstes habe ich das empfohlene<br />
Bugstrahlruder eingebaut. Gemäß Bauanleitung<br />
soll vor der Montage des Querstrahlers<br />
erst das Deck aufgeklebt werden.<br />
Da ich aber keine kleinen Hände habe, erschien<br />
es mir sicherer, den Einbau vor dem<br />
Aufkleben des Decks vorzunehmen. Nach<br />
dem Ausarbeiten der vorgezeichneten Öffnungen<br />
passte das Aggregat sofort. Nur an<br />
zwei Punkten ist Vorsicht geboten: Die M<br />
2,5er-Schrauben, welche in das Motorgehäuse<br />
geschraubt werden, verlieren schnell<br />
ihr Gewinde und werden dann unbrauchbar.<br />
Be<strong>im</strong> Verschleifen des Strahlrohres vorsichtig<br />
arbeiten, da die Rumpfwand recht<br />
empfindlich ist. Das gilt <strong>im</strong> Übrigen für alle<br />
Tiefziehteile des Baukastens.<br />
Nun war es an der Zeit, sich um den Einbau<br />
des tiefgezogenen Decks zu kümmern. Mit<br />
einer Reißnadel habe ich die Innenkante<br />
des Süllrandes nachgezogen. So ließ sich<br />
das Innenteil des Decksausschnitts nach<br />
einigen Runden leicht lösen. Außen konnte<br />
ich das überflüssige Material mit einer<br />
nen 2-K-Kleber verwendet wird, da dieser<br />
die Oberflächen ja nicht anlöst.<br />
Während der Trocknungszeit des Klebers<br />
bereitete ich die Motoren zum Einbau vor.<br />
Alle hierfür notwendigen Teile wie Befestigungsschrauben,<br />
Leitungen, Goldstecker<br />
und Entstörkondensatoren sind <strong>im</strong> zusätzlich<br />
lieferbaren Antriebssatz enthalten. Be<strong>im</strong><br />
Anlöten der Kondensatoren muss das richtige<br />
Maß an Wärme gefunden werden: Bei<br />
zu wenig Wärme klebt das Lot nur am Gehäuse,<br />
zu viel Hitze könnte aber Teile des<br />
Motors beschädigen.<br />
Da das Modell für einen Direktantrieb vorgesehen<br />
ist, werden Motoren und Wellen<br />
folglich mit starren, sehr gut passenden Aluminiumdrehteilen<br />
verbunden. Diese sorgen<br />
für einen ruhigen Lauf, den andere Modelle<br />
mit Getriebelösungen doch mitunter vermissen<br />
lassen. Darüber hinaus sorgen sie für<br />
eine edle Optik des Innenraums, auch hier<br />
isst das Auge mit …<br />
Sind die Komponenten nach Anweisung zusammengebaut,<br />
passt alles auf Anhieb und<br />
kann verklebt werden. Die Wellendurchführungen<br />
habe ich mit Harz vergossen. Da<br />
dieses dünnflüssig ist, dichtet es die Durchführungen<br />
opt<strong>im</strong>al ab und liefert zusätzlich<br />
Stabilität. Nach der Anpassung der Wellenhalter<br />
an den Rumpf sind die Arbeiten an<br />
der Antriebseinheit abgeschlossen.<br />
An diesem Punkt stolperte ich das erste<br />
Mal über Bauteile, die mir nicht gefielen<br />
– die Propeller. Am Original sind vierblättrige<br />
Festpropeller der Firma Schaffran<br />
verbaut. Da ich ohnehin alle meine Modelle<br />
mit Messingpropellern ausrüste, mussten<br />
auch bei der SYLT die mitgelieferten<br />
Dreiblattpropeller aus Kunststoff weichen.<br />
Auf den Katalogfotos der Fa. robbe sind<br />
Propeller mit 40 mm Durchmesser verbaut,<br />
die <strong>im</strong> Baukasten enthaltenen Props<br />
haben jedoch einen Durchmesser von 50<br />
mm. Be<strong>im</strong> Original betrüge der Durchmesser<br />
der Propeller somit 1250 mm. Das<br />
erscheint mir recht groß. Leider konnte<br />
ich bislang den Originaldurchmesser der<br />
Propeller noch nicht in Erfahrung bringen.<br />
Bastelschere und Schleifpapier entfernen.<br />
Auch das Deck passt ohne große Nacharbeiten<br />
auf den Rumpf. Im Bugbereich muss<br />
lediglich an der Unterseite etwas Material<br />
entfernt werden, damit das Deck plan aufliegt.<br />
Es handelt sich unter anderem um die<br />
Überstände der angezeichneten Löcher für<br />
die Relingstützen.<br />
Be<strong>im</strong> Verkleben des Decks ist es natürlich<br />
ratsam, einen Kleber mit längerer Topfzeit<br />
zu wählen. Bei der Größe der Klebefläche<br />
braucht man einfach Zeit, um den Kleber<br />
gleichmäßig aufzubringen. Ich habe daher<br />
einen 2-K-Kleber mit einer Verarbeitungszeit<br />
von einer Stunde gewählt und bin damit<br />
recht gut ausgekommen. Wenn einen das<br />
Baufieber mal so richtig gepackt hat, sind<br />
Wartezeiten, in denen der Kleber aushärtet,<br />
tödlich. Bei der SYLT ist das zum Glück kein<br />
Problem, da der Aufbau völlig separat von<br />
Rumpf und Deck gebaut werden kann. Also<br />
wieder ran an die Fräsplatte!<br />
Die Vorbereitungen der zahlreichen Bauteile<br />
des Aufbaus erscheinen nun etwas<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 15
langwierig, da man sich schnell an den<br />
hohen Vorfertigungsgrad des Baukastens<br />
gewöhnt hat. Dabei ist das Nacharbeiten<br />
der Langlöcher an den verschiedenen Bauteilen<br />
mit Sicherheit nicht so anstrengend,<br />
wie das Ausschneiden ganzer Bauteile anderer<br />
Baukästen. Auch die Teile der Aufbauten<br />
sind sehr passgenau und erfordern nur<br />
wenig Korrekturen. Die dreiteilige Front des<br />
Aufbaus und die seitlichen Türen sind als<br />
Gussteile enthalten und müssen nur eingeklebt<br />
werden.<br />
Die Bullaugen des Aufbaus bestehen aus<br />
Messing und sind fast zu schade, um sie zu<br />
lackieren.<br />
Im hinteren Bereich des Aufbaus kann<br />
später der Lautsprecher eines Soundmoduls<br />
verbaut werden, hierfür ist schon ein<br />
Ausschnitt mit entsprechender Abdeckung<br />
vorgesehen. Gemäß Bauanleitung wird die<br />
Abdeckung mit M3-Zylinderkopfschrauben<br />
befestigt. Wer keinen Lautsprecher einbaut,<br />
sollte das Innenteil des Ausschnitts nicht herauslösen,<br />
sondern ihn plan verschließen.<br />
Da ich mir diese Sonderfunktion optional<br />
offen halten wollte, habe ich die Abdeckung<br />
montiert. Dabei störten mich allerdings die<br />
überstehenden Köpfe der Schrauben. Das<br />
Problem lässt sich aber leicht mit M3-Senkkopfschrauben<br />
beheben. Nach dem Versenken<br />
habe ich diese verklebt und verschliffen.<br />
So entsteht ein glatter Deckel, der von<br />
unten mit den passenden Muttern befestigt<br />
werden kann.<br />
Den Abschluss des Aufbaus nach achtern<br />
bildet das Kranfundament für den hier später<br />
zu montierenden Marinekran. Gleichzeitig<br />
befinden sich an diesem Podest Lüftungsklappen,<br />
welche auf dem Original zur<br />
Belüftung des Maschinenraumes dienen.<br />
Diese werden be<strong>im</strong> Modell von innen mit<br />
Streckmetall verkleidet. Laut Bauanleitung<br />
soll man das Podest verkleben, bevor das<br />
Streckmetall eingesetzt wird. Da Letzteres<br />
T E C H N I S C H E D A T E N<br />
aber mit leichtem Übermaß eingeklebt<br />
werden soll, bietet sich der Einbau vor<br />
der Endmontage des Podestes an. Für<br />
alle Fenster der Brücke liegen Fensterrahmen<br />
bei, die spannungsfrei eingesetzt<br />
werden müssen. Ansonsten würden sich<br />
die Rahmen verformen, was den späteren<br />
Einbau der Verglasung erschweren würde.<br />
Die Einzelteile der Brücke können separat<br />
zusammengesetzt und angepasst werden.<br />
So werden die Ausrichtung und eventuelle<br />
Nacharbeiten an der Baugruppe erleichtert.<br />
Nachdem das Unterteil des Aufbaus soweit<br />
gefertigt war, wandte ich mich wieder dem<br />
Rumpf zu.<br />
Über die folgenden Bautätigkeiten, den Ausbau<br />
mit Sonderfunktionen und natürlich die<br />
Fahrerprobung wird dann zur gegebenen<br />
Zeit ein weiterer ausführlicher Bericht in der<br />
<strong>SchiffsModell</strong> erscheinen.<br />
Original<br />
Modell<br />
Länge ü. a. 34,20 m 1.200 mm<br />
Breite auf Spant 7,00 m 250 mm<br />
Seitenhöhe 3,60 m 520 mm<br />
Tiefgang max. 2,00 m<br />
Antrieb 2 x 1.440 kW 2 x Power 755/40<br />
MTU 16V 2000 M 72<br />
Geschwindigkeit 24,00 kn<br />
Maßstab 1:25<br />
16 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
„Hessens größte Modellbaubörse”<br />
Samstag, 25. Februar, Hans-Pfeiffer-Halle in 68623 Lamperthe<strong>im</strong>.<br />
Für Modell-Flugzeuge, -Autos, -Schiffe, -Motoren und Zubehör.<br />
Bitte Tische reservieren!<br />
Einlass: ab 7.00 Uhr für Verkäufer<br />
ab 8.00 Uhr für Käufer<br />
Modellsportverein Hofhe<strong>im</strong> e.V.<br />
Michael Braner, Tel. 0179/3925017, E-Mail: branermichael@aol.com<br />
faserverbundwerkstoffe<br />
GFK/CFK- Standard<br />
GFK/CFK-Exclusiv<br />
Kompetenz in Beratung<br />
High-Tech zu traumhaften Preisen!<br />
Sparen bis zu 15 % <strong>im</strong> Vergleich<br />
Dipl.-Ing. H.-B. Einck<br />
Rügenstraße 74 in 45665 Recklinghausen<br />
Tel: (+49)02361-491076 Fax: -43156 mail@emc-vega.de<br />
Materialkatalog für 2 €<br />
Anzeige-Januar-Schiff 180x30.pmd 1<br />
19.01.2004, 15:13<br />
AZ_SCHIFFE NEU.qxd 07.02.2011 16:01 Uhr Seite 1<br />
www.krick-modell.de • www.krick-modell.de • www.krick-modell.de<br />
Phoenix<br />
RC Yacht „Ready to Sail“<br />
Länge 870 mm<br />
HMS Pegasus<br />
Laser-Holzbaukasten<br />
mit allen Beschlägen<br />
Maßstab 1:64<br />
Länge 800 mm<br />
Aquarama<br />
RC Laser-Holzbaukasten<br />
plus Antriebsset<br />
Länge 850 mm<br />
krick<br />
Modellbau vom Besten<br />
Klaus Krick Modelltechnik<br />
Postfach 1138 · 75434 Knittlingen<br />
IMMER MIT<br />
AKTUELLSTEN<br />
NEUHEITEN !<br />
Über 250 Seiten<br />
Bausätze<br />
und Zubehör!<br />
Fordern Sie den<br />
krick - Hauptkatalog Nr.41N<br />
gegen € 10,- Schein (Europa € 20,-) an.<br />
Dieser Katalog ist auch bei Ihrem Fachhändler erhältlich.
AKKUS<br />
P. Koller<br />
PROSELECT-FREESTYLE<br />
Neue 4000-mAh-LiPos von LF-Technik<br />
Zur Überprüfung der Zellenverschaltung wurde<br />
die Kopfseite vorsichtig geöffnet. Wie bei<br />
den 5000er-Packs sind auch hier alle Zellenableiter<br />
über eine solide Platine verbunden.<br />
Die einzelnen Ableiter sind untereinander <strong>im</strong>mer<br />
auch direkt verlötet, wodurch die Stärke<br />
der Kupferauflage der Platine zur Nebensache<br />
wird. Alle Lötstellen sowie auch die Kabelabgänge<br />
sind mit reichlich Kaptonband isoliert<br />
I<br />
n der November-Ausgabe 2011<br />
der <strong>SchiffsModell</strong> stellten wir die<br />
5000er-Zellen der in Kulmbach ansässigen<br />
Firma LF-Technik-GmbH<br />
vor. Diese startet mit der PROSELECT-<br />
Serie eine neue Preisoffensive. Angeboten<br />
werden die üblichen Kapazitäten und Packgrößen,<br />
die unterschiedlichen Selektionsstufen<br />
sind von 25C bis 45C Dauerbelastbarkeit<br />
verfügbar. Hier nun also der Test der<br />
4000-mAh-Zellen, die als 5s-Packs an der<br />
Stromsenke auf Herz und Nieren geprüft<br />
wurden.<br />
Die etwa 562 g leichten 5-Zeller sind unter<br />
ihrem Schrumpfschlauch der Länge nach<br />
mit einem packbreiten, gummierten Kunststoffband<br />
umwickelt. Sie unterscheiden sich<br />
also nur <strong>im</strong> Gewicht und in den geringfügig<br />
anderen Abmessungen von den 5000er-<br />
5s-Packs. Der Packfuß sowie die Kopfseite<br />
mit der Verschaltungsplatine (siehe Foto)<br />
sind zusätzlich durch moosgummiähnliche<br />
Polsterungen gegen Stoßbelastungen geschützt.<br />
Flexible Silikon-Hochstromkabel sind mit<br />
10AWG (5,26 mm²) Querschnitt, lastgerecht<br />
d<strong>im</strong>ensioniert, das reicht auch für<br />
200-A(50C)-Pulsbelastungen. Die Balanceranschlussleitungen,<br />
ebenfalls in hochflexibler<br />
Silikonausführung, sind mit den weit<br />
verbreiteten EH-Buchsen bestückt. Als max.<br />
zulässiger Ladestrom wird 4C (also 16 A)<br />
angegeben. Mechanische Gesamtausführung<br />
und Verarbeitung der Packs entsprechen<br />
dem Stand der Technik und geben<br />
keinen Grund zur Beanstandung.<br />
Vor den Messungen<br />
die in diesem Fall nicht „08/15-mäßig“ durchgezogen<br />
werden konnten, gab es wichtige<br />
Hinweise zu beachten.<br />
Auf der LF-Homepage (www.lf-technik.de)<br />
wird zu den vier unterschiedlichen Selektionsstufen<br />
besonders erwähnt, dass, (Zitat)<br />
„ … es sich um neu entwickelte Zellen<br />
handelt, die den aktuellsten Stand der<br />
LiPo-Technologie darstellen. Diese Packs<br />
sind selektiert und mehrfach nach verschiedensten<br />
Kriterien geprüft“.<br />
Der wichtigste Hinweis: „Durch die bis zum<br />
Schluss der Entladung nahezu gleichbleibend<br />
hohe Spannungslage kündigt sich<br />
ein leer werdender Akku erst sehr spät und<br />
18 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
11.E = 15C (60Acc), 30 min. Ruhe, Ue 3,0 V, Um 3,618V, C 3,973 Ah, P 14,37 Wh, DC-Ri 3,23 mΩ, E-Temp. 48 °C<br />
Entladespannung - [V]<br />
Entladespannung - [V]<br />
Entladespannung - [V]<br />
4,20<br />
4,00<br />
3,80<br />
3,60<br />
3,40<br />
3,20<br />
3,00<br />
2,80<br />
12.E = 20C (80Acc), 30 min. Ruhe, Ue 3,0 V, Um 3,551V, C 3,947 Ah, P 14,01 Wh, DC-Ri 3,23 mΩ, E-Temp. 55 °C<br />
13.E = 24C (96Acc), 30 min. Ruhe, Ue 3,0 V, Um 3,476V, C 3,920 Ah, P 13,62 Wh, DC-Ri 3,23 mΩ, E-Temp. 61 °C<br />
LF-Lipos PROSELECT FREESTYLE 5s-Packs, Nennkap. 4000 mAh,<br />
Aufzeichnung auf eine Zelle normiert, Ladestrom/Zeit 1C, ca. 62 Min.<br />
Pack-Temp. E-Start: 21 °C E-Start 2 s vor Lastaufschaltung<br />
DC - R i bei 50%<br />
E.T. ca. 3,23 mΩ<br />
2,60<br />
0 253 520 787 1053 1320 1587 1853 2120 2387 2653 2920 3187 3453 3720 3987<br />
Diagramm 1 Kapazität - [mAh]<br />
Raumtemperatur 21 °C<br />
4,20<br />
4,00<br />
3,80<br />
3,60<br />
3,40<br />
3,20<br />
3,00<br />
2,80<br />
LF-Lipos PROSELECT FREESTYLE 5s-Pack, Nennkap. 4000 mAh,<br />
Aufzeichnung auf eine Zelle normiert, Ladestrom/Zeit: 1C, ca. 62 Min.<br />
Pack-Temp. E-Start: 21 °C E-Start 2 s vor Lastaufschaltung<br />
2,60<br />
0<br />
0 15 30 45 60 75 90 105 120 135 150 165 180 195 210 225 240 255 270<br />
Diagramm 2 Entladezeit - [s]<br />
Raumtemperatur 21 °C<br />
4,20<br />
4,00<br />
3,80<br />
3,60<br />
3,40<br />
3,20<br />
3,00<br />
2,80<br />
14.E = Pulslast 10/30 C, 30 min.Ruhe, Ue 3,0 V, Um3,661 V, C 3,955 Ah, P 14,48 Wh, DC-Ri = 3,51mΩ, E.Temp 53 °C, [ Im 53,73 A ]<br />
14.E = Pulslast 10/30 C Stromverlauf, 25 Sekunden 40 Acc und 6 Sekunden 120 Acc, <strong>im</strong> Wechsel bis auf 3,0 V<br />
DC - R i<br />
4,33 mΩ<br />
DC - R i<br />
3,11 mΩ<br />
DC - R i<br />
3,07 mΩ<br />
15.E = Pulslast 10/40 C, 30 min.Ruhe, Ue 3,0 V, Um3,653 V, C 3,850 Ah, P 14,06 Wh, DC-Ri = 3,43mΩ, E.Temp 57 °C, [ Im 59,61 A ]<br />
15.E = Pulslast 10/40 C Stromverlauf, 25 Sekunden 40 Acc und 6 Sekunden 160 Acc, <strong>im</strong> Wechsel bis auf 3,0 V<br />
LF-Lipos PROSELECT FREESTYLE 5s-Pack, Nennkap. 4000 mAh,<br />
Aufzeichnung auf eine Zelle normiert, Ladestrom/Zeit: 1C, ca. 62 Min.<br />
Pack-Temp. E-start: 21 °C E-Start 2 s vor Lastaufschaltung<br />
DC - R i<br />
4,35 mΩ<br />
DC - R i<br />
3,31 mΩ<br />
DC - R i<br />
2,63 mΩ<br />
2,60<br />
0<br />
0 15 30 45 60 75 90 105 120 135 150 165 180 195 210 225 240<br />
Diagramm 3 Entladezeit - [s]<br />
Raumtemperatur 21 °C<br />
160<br />
140<br />
120<br />
100<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
160<br />
140<br />
120<br />
100<br />
80<br />
60<br />
40<br />
20<br />
Entladestrom - [A]<br />
Entladestrom - [A]<br />
relativ abrupt an. Bitte berücksichtigen Sie<br />
dies unbedingt und fliegen Sie den Akku<br />
nie leer. Es sollte nach dem Flug <strong>im</strong>mer<br />
eine (Leerlauf)-Spannung von mind. 3,6 V/<br />
Zelle vorhanden sein.“ So weit der Hersteller.<br />
Mein Tipp: Wer niemals mehr als 80 bis<br />
max. 90 % der Kapazität entlädt, ist auf der<br />
sicheren Seite!<br />
So vorgewarnt,<br />
mussten sehr enge Maßstäbe angelegt<br />
werden. Soll heißen: Schon die Konditionierungszyklen<br />
mit 0,5C-Ladung und<br />
Entladungen mit 2, 4, 6 und 8C erfolgten<br />
grundsätzlich mit Einzelzellenüberwachung.<br />
Die Abschaltung der Last (Stromsenke)<br />
best<strong>im</strong>mte die Zelle, die als erste 3,5 V erreichte.<br />
Tiefentladungen waren somit ausgeschlossen.<br />
Die Entladungen bis 3,5 V/Z<br />
brachten <strong>im</strong>mer die Nennkapazität, also<br />
gut 4000 mAh, das ist schon mal ’ne Hausnummer!<br />
Noch ein Hinweis zu den Messungen. Alle<br />
auf den Diagrammen dargestellten Spannungen<br />
sind der besseren Übersicht wegen<br />
auf eine Zelle normiert. Bei den DC-Ri-Angaben<br />
(Gleichstrominnenwiderstand) auf<br />
Diagramm 1 handelt es sich um gemittelte<br />
Werte bei 50 % E. T. (Entladetiefe). Der in<br />
der Tabelle mit den technischen Daten angegebene<br />
DC-Ri-Wert stellt den gemittelten<br />
Innenwiderstand aus den Diagrammen 1, 2<br />
und 3 dar. Die Daten von Pack 2 sind nahezu<br />
deckungsgleich und daher nicht extra<br />
aufgeführt.<br />
Erste Hochstrommessungen<br />
sind auf Diagramm 1 zu sehen. Hier wurden<br />
die Packs dann mit 1C geladen und zur<br />
Ermittlung der Dauerbelastbarkeit mit langsam<br />
steigender Konstantstromentnahme<br />
beaufschlagt.<br />
Ab dem 10. Zyklus wurden die Packs bis<br />
3,3 V/Zelle entladen. Selbst bei 15C Dauerlast<br />
(11. Entladung, 60 Acc) sind bei relativ<br />
geringer Endtemperatur von 48 °C und<br />
3,0 V Schlussspannung noch 3,973 Ah,<br />
also fast die max. Kapazität zu entnehmen.<br />
Zur 13. Entladung, mit 24C (96 Acc), während<br />
der die End-Temperatur mit 61 °C gerade<br />
an der max<strong>im</strong>alen Temperaturgrenze<br />
kratzt, bringen die 4000er noch 3920 mAh!<br />
Werden die Packs nur bis 80 % E. T. entladen,<br />
sind noch höhere C-Rates innerhalb<br />
des Temperaturfensters möglich. Die hier<br />
ermittelten Daten, angefangen von mittlerer<br />
Spannungslage (Um) bis zur max<strong>im</strong>alen<br />
Dauerstromentnahme (C-Rate) innerhalb<br />
der zulässigen Max.-Temperatur, belegen<br />
den hohen Produktionsstandard und eine<br />
sehr gute Selektion der Zellen.<br />
Die Pulslast-<br />
Diagramme 2 und 3<br />
zeigen, dass auch in diesen 4000er-Zellen<br />
enormes Potenzial steckt. Die Lastwechsel<br />
zwischen Grundlast und Pulslast erfolgten<br />
<strong>im</strong> 25s-/6s-Takt bis auf 3,0 V/Z. Die Datenauswertung<br />
für Diagramm 2 (10/30C-<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 19
Hier wird die höchste Temperatur gemessen. Zur Ermittlung der Kerntemperatur<br />
der Packs wurden zwei Temperatursonden seitlich zu den<br />
Hotspots (mittlere Zellen) unter den Schrumpfschlauch geschoben<br />
während der 10/40C-Entladung um ca. 3,75<br />
% zurückging, liegt in der Natur der von mir<br />
gewählten „Dauer<strong>im</strong>pulse“ (25s Grundlast<br />
10C/6s Pulslast 30/40C).<br />
Bei 95 % E. T. sollte die Entladung längst<br />
beendet sein! Allen Starkstromelektrikern<br />
sei aber ans Herz gelegt, dass solch hohe<br />
Stromentnahmen nicht bis zur Neige genutzt<br />
werden sollten bzw. letztlich mit mehr<br />
oder weniger verkürzten Standzeiten die<br />
Hobbykasse belasten!<br />
www.neckar-verlag.de<br />
Technische Daten<br />
Lastwechsel) ergab eine mittlere Stromentnahme<br />
[Im] von 53,753 A (ca. 13C)<br />
5s, 25C / 50C<br />
und eine sehr gute Spannungslage [Um]<br />
von 3,66 V/Z. Der in der Legende eingetragene<br />
Nennkapazität<br />
Ladestrom max.<br />
DC-Ri/Z, gemittelt<br />
Maße als 5s-Pack<br />
4000 mAh<br />
4C = 16 A<br />
3,39 mΩ<br />
150 x 49,5 x 36 mm<br />
DC-Ri-Wert von 3,51 mΩ ist ebenfalls<br />
gemittelt und ursächlich für die geringe<br />
Schlusstemperatur von 53 °C.<br />
Für Diagramm 3 treffen prinzipiell alle vorgenannten<br />
Aussagen zu, bis auf die um<br />
nochmals 10C erhöhte Pulslast, wodurch<br />
Gewicht<br />
562 g<br />
auch die mittlere Stromentnahme [Im] auf<br />
knapp 60 A (14,9C) anstieg. Anhand der<br />
Hochstromkabel<br />
Balancerbuchse<br />
10AWG = 5,26 mm²<br />
EHR<br />
jetzt um lediglich 4 °C gestiegenen Endtemperatur<br />
kann man aber davon ausgehen, Bezugsquelle:<br />
dass die Packs auch 200-A-Peaks, also LF-Technik GmbH<br />
VK-Preis, 5s-Pack € 55,99<br />
10/50C-Pulslasten locker vertragen, ohne<br />
zu überhitzen. Dass die Gesamtkapazität<br />
Lohfeld 49, 95326 Kulmbach<br />
http://www.lf-technik.de<br />
Fazit<br />
Die Leistung dieser 4000er-5-Zeller von<br />
LF-Technik ist ebenso beeindruckend, wie<br />
die der 5000er-Packs. Ihre Klassifizierung<br />
mit 25/50C ist vollumfänglich gerechtfertigt.<br />
Anhand der ermittelten Daten ist zweifelsfrei<br />
erkennbar, dass beide Zellentypen aus<br />
der gleichen Produktionslinie stammen.<br />
Es kommt selten genug vor, dass aus den<br />
LiPo-Packs wirklich die Leistung gezogen<br />
werden kann, die auf ihren tollen Aufklebern<br />
gedruckt ist. Da freut es jeden Tester,<br />
wenn seine Messungen st<strong>im</strong>mige Resultate<br />
ergeben. Wenn dann noch, wie in diesem<br />
Fall, das Preis-/Leistungs-Verhältnis st<strong>im</strong>mt,<br />
kann das Gesamturteil nur lauten:<br />
Sehr empfehlenswert!<br />
Gewinnen Sie jeden Monat!!<br />
Beantworten Sie die Preisfragen und<br />
gewinnen Sie attraktive und hochwertige<br />
Preise, die jeden Monat von einer<br />
anderen renommierten Firma zur<br />
Verfügung gestellt werden.<br />
Neckar-Verlag GmbH<br />
Villingen-Schwenningen<br />
20 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
©<br />
®<br />
Dampf den man auch<br />
draußen gut sehen<br />
kann.<br />
www.Smoke- EL.de<br />
www.SCHIFFSMODELLE-SHOP.de<br />
JOJO Modellbau<br />
Zinzendorfstrasse 20<br />
99192 Neudietendorf<br />
Katalog für 2,20 €<br />
in Briefmarken<br />
Modell<br />
Movies<br />
www.modell-movies.de<br />
www.<br />
.de<br />
Holz und mehr....<br />
Leisten und Brettchen für den anspruchsvollen Modellbauer.<br />
Gegen 5,– € erhalten Sie unsere aktuelle Preisliste<br />
mit integrierter Holzmusterkarte.<br />
O.C.König, Schlossring 12, 72290 Loßburg. 07446-3619 FAX: 916270<br />
E-Mail: arkowood@t-online.de<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
WERKSTATTPRAXIS<br />
H.-J. Welz<br />
Tischbohrmaschine<br />
Bosch PBD 40<br />
D<br />
ie Aussage, dass vernünftiges Werkzeug<br />
die Voraussetzung für ordentliche<br />
Arbeitsergebnisse ist, wird<br />
sicherlich niemand bestreiten wollen. Schon<br />
be<strong>im</strong> Bau von Schnellbaukästen ist eine ordentliche<br />
Werkzeug-Grundausrüstung unabdingbar,<br />
und je höher die Ansprüche ans<br />
Hobby werden, umso umfangreicher wird<br />
der Werkzeug- und Maschinenpark in der<br />
Hobbywerft.<br />
Aber auch für den schon etwas fortgeschritteneren<br />
Schiffsmodellbau braucht es nicht<br />
gleich die eigene Drehmaschine. Bereits mit<br />
einer Tischbohrmaschine, auch Ständeroder<br />
Säulenbohrmaschine genannt, lassen<br />
Handrad und Schalter für<br />
2-Gang-Getriebe<br />
sich schon etliche anspruchsvolle Komponenten<br />
fürs nächste Modellprojekt fertigen.<br />
Man denke nur an Basisplatten für Getriebe,<br />
Kugellagersitze usw.<br />
Ende vergangenen Jahres wurde von der<br />
Firma Bosch die Tischbohrmaschine PBD<br />
Die Klemmhebel für Höhenverstellung<br />
und Tiefenanschlag, rechts das<br />
Drehzahl-Diagramm<br />
40 als Neuheit präsentiert. Wegen einiger<br />
spezieller Details weckte diese Maschine<br />
unser Interesse, so dass wir sie dem<br />
<strong>SchiffsModell</strong>-Praxistest unterzogen.<br />
Schon auf den ersten Blick unterscheidet<br />
sich die PBD 40 von herkömmlichen<br />
Hauptschalter, Display und<br />
Regelknopf für Drehzahl<br />
Tischbohrmaschinen, wie man sie aus dem<br />
Angebot der Baumärkte oder Discounter<br />
kennt. Das liegt pr<strong>im</strong>är am etwas futuristischen<br />
Design, dem markanten Handrad<br />
zur Spindel-Betätigung und dem LC-Display<br />
auf der Maschinenvorderseite. Besonders<br />
22 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Letzteres lässt gleich ahnen, dass die PBD<br />
40 über technische Details verfügt, die sie<br />
von anderen Tischbohrmaschinen unterscheidet.<br />
Die Eckdaten liegen noch <strong>im</strong> gewohnten<br />
Rahmen: Die über alles 650 mm hohe<br />
Maschine verfügt über eine 330 x 350 mm<br />
große Grundplatte mit zwei Nuten zur Befestigung<br />
von Maschinenschraubstöcken<br />
oder anderen Zubehörteilen. Das Bohrfutter<br />
spannt Bohrer von 1,5–13 mm Durchmesser,<br />
der Bohrhub, also die max. Tiefe<br />
einer Bohrung, beträgt 100 mm. Der 710<br />
Watt starke Antriebsmotor verfügt über ein<br />
2-Gang-Getriebe.<br />
Trotz des Gewichts von etwas über 11 kg<br />
muss die PBD 40, wie jede andere Tischbohrmaschine<br />
auch, erst einmal ordentlich<br />
auf einer Arbeitsplatte befestigt werden.<br />
Keinesfalls sollte man sich dazu hinreißen<br />
lassen, die Maschine ohne eine solche<br />
Befestigung zu verwenden, und auch von<br />
Behelfslösungen wie dem Festspannen mit<br />
Schraubzwingen ist dringend abzuraten!<br />
Auf jeder Arbeitsplatte lassen sich die erforderlichen<br />
vier Bohrungen anbringen, und<br />
bei eklatantem Platzmangel in der Werkstatt<br />
muss die Maschine zwischen den<br />
Einsätzen eben demontiert werden. Wenn<br />
man an den Befestigungsschrauben auf der<br />
Unterseite der Arbeitsplatte Flügel-Muttern<br />
oder Gewindemuffen verwendet, dauert<br />
das auch nicht wesentlich länger als die<br />
Befestigung unter Einsatz der unsäglichen<br />
Schraubzwingen!<br />
Ist die Maschine ordentlich montiert, können<br />
wir uns mit den Bedienungseinrichtungen<br />
vertraut machen. Links von der<br />
Antriebseinheit, <strong>im</strong> Bereich der Säule,<br />
befinden sich zwei Schnellspann-Klemmhebel.<br />
Mit dem größeren Klemmhebel lässt<br />
sich die Basis-Höhe der Antriebseinheit<br />
einstellen. Ist er gelöst, kann die Antriebseinheit<br />
mit dem Handrad in die gewünschte<br />
Ausgangsposition gebracht werden. Nach<br />
dem Festklemmen wird mit dem Handrad<br />
dann die Antriebseinheit zur Ausführung<br />
der Bohrung nach unten gedrückt und<br />
wieder angehoben, wobei das Anheben<br />
natürlich durch eine entsprechende Rückholfeder<br />
erledigt wird.<br />
Der zweite, kleinere Klemmhebel ist für den<br />
einstellbaren Tiefenanschlag zuständig,<br />
wichtig für Sackbohrungen. Zu erwähnen ist<br />
noch, dass der größere der beiden Klemmhebel<br />
über einen Freilauf verfügt, so dass<br />
man ihn in eine passende Position drehen<br />
kann, damit er „aus dem Weg ist“ und z. B.<br />
die Bedienung des Klemmhebels für den<br />
Tiefenanschlag nicht behindert.<br />
Auf der rechten Seite der Antriebseinheit<br />
befindet sich der Schalter für das 2-Gang-<br />
Getriebe.<br />
An der Vorderseite der Antriebseinheit<br />
fällt der Blick natürlich zuerst einmal auf<br />
das LC-Display mit den darunter angeordneten<br />
vier Folientasten. Über dem Display<br />
befindet sich der Hauptschalter, darunter<br />
der Regelknopf für die Maschinendrehzahl.<br />
Der Hauptschalter verfügt über drei<br />
Positionen: Dreht man ihn in die mittlere<br />
Stellung, wird die Maschine eingeschaltet<br />
und das beleuchtete Display aktiviert. Mit<br />
Maschine in Bereitschaft,<br />
Drehzahlanzeige ist gewählt<br />
Tiefenanzeige<br />
ist gewählt<br />
der äußerst linken Folientaste kann das<br />
Display wahlweise auf die Anzeige der<br />
Drehzahl (rpm) oder der Bohrtiefe (mm)<br />
umgestellt werden.<br />
Im ersten Gang des Getriebes können<br />
Drehzahlen von 200–850 min -1 , <strong>im</strong> zweiten<br />
Gang von 600–2500 min -1 eingestellt<br />
werden. Das von anderen Maschinen gewohnte,<br />
umständliche Umlegen eines Antriebsriemens<br />
entfällt also, außerdem lässt<br />
sich so die Drehzahl ganz exakt an den<br />
Bohrerdurchmesser und den zu bearbeitenden<br />
Werkstoff anpassen. Bei der Auswahl<br />
der passenden Drehzahl hilft das an der linken<br />
Seite der Antriebseinheit aufgedruckte<br />
Diagramm. Die Drehzahleinstellung erfolgt<br />
über den unter dem Display montierten Regelknopf.<br />
Der Motor läuft an, sobald der Hauptschalter<br />
in die rechte Position gebracht wird.<br />
Gleichzeitig dient der Hauptschalter als<br />
Not-Aus-Schalter: Soll die Maschine schnell<br />
zum Stillstand gebracht werden, genügt ein<br />
leichter Druck auf dem Schalter und der<br />
Motor stoppt. Um die Maschine erneut einzuschalten,<br />
muss der Hauptschalter dann<br />
erst wieder in die Nulllage zurückgebracht<br />
werden.<br />
Durch Betätigung des äußerst linken Folientasters<br />
schaltet die Anzeige auf Mill<strong>im</strong>eter<br />
um, nun kann auf dem Display die erreichte<br />
Bohrtiefe exakt abgelesen werden, wichtig<br />
natürlich bei Sackbohrungen mit genauer<br />
Maschine läuft, Drehzahl wird<br />
angezeigt<br />
Bohrtiefe (hier 14 mm)<br />
wird angezeigt<br />
Tiefe. Dank der Tiefenanzeige ist das absolut<br />
exakte Einstellen des Tiefenanschlags<br />
kein Problem: Klemmhebel für den Tiefenanschlag<br />
lösen, Antriebseinheit so weit absenken,<br />
bis das Display den gewünschten<br />
Tiefenwert anzeigt, jetzt den Klemmhebel<br />
des Tiefenanschlags festziehen, fertig.<br />
Jede weitere Bohrung wird jetzt bis exakt<br />
zum vorbest<strong>im</strong>mten Tiefenwert ausgeführt.<br />
Die gewohnten Ablese-Ungenauigkeiten<br />
von mechanischen Tiefenanzeigen an herkömmlichen<br />
Tischbohrmaschinen gehören<br />
damit der Vergangenheit an.<br />
Natürlich lässt sich die Tiefenanzeige in jeder<br />
gewünschten Position „nullen“, hierfür<br />
ist die zweite Folientaste von links zuständig.<br />
Somit kann die jeweilige Werkstück-<br />
Oberkante als Referenzwert dienen.<br />
Und wofür sind die zwei anderen Folientasten<br />
zuständig? Hinter ihnen verbergen sich<br />
zwei weitere, ganz wesentliche G<strong>im</strong>micks<br />
der PBD 40. Die rot umrahmte Taste ist für<br />
die Aktivierung eines Laser-Zielkreuzes<br />
zuständig. Mühseliges Positionieren der<br />
Bohrerspitze auf dem Werkstück entfällt,<br />
das Laser-Zielkreuz markiert ganz exakt<br />
den Punkt auf dem Werkstück, an dem die<br />
Bohrerspitze touchieren wird. Man kann<br />
also auch bei noch weit angehobener Antriebseinheit<br />
das Werkstück exakt positionieren<br />
und die Mitte des Zielkreuzes<br />
zum Beispiel auf den Anriss oder den<br />
Körnerschlag ausrichten, sehr praktisch!<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 23
Auch die Funktion von Laser und<br />
Beleuchtung wird <strong>im</strong> Display angezeigt<br />
Laser-Markierung auf dem Werkstück<br />
Grundplatte mit Nuten. Parallelanschlag und<br />
Schnellspanner gehören zum Lieferumfang<br />
Zweihülsen-<br />
Schnellspannfutter<br />
Genauso praktisch ist die LED-Beleuchtung<br />
der Arbeitsfläche. Ohne<br />
zusätzliche Arbeitsleuchten o. Ä.<br />
sorgen zwei an der Unterseite der<br />
Antriebseinheit montierte superhelle<br />
LEDs für eine schattenfreie<br />
Ausleuchtung des Arbeitsfeldes.<br />
Höchste Zeit also, die ersten Bohrungen<br />
mit unserer Testmaschine<br />
auszuführen. Be<strong>im</strong> Einsetzen des Bohrers<br />
fällt auf, dass die Maschine über ein<br />
zweihülsiges Schnellspannfutter verfügt.<br />
Sprich erst wird ein Sicherungsring gelöst,<br />
dann der Bohrer mit der Spannhülse wie<br />
gewohnt festgezogen und dann der Sicherungsring<br />
wieder arretiert. Für die Betätigung<br />
des Bohrfutters benötigt man folglich<br />
auch keinen Bohrfutterschlüssel, das geht<br />
mit den bloßen Händen.<br />
Und, wie arbeitet es sich nun mit der PBD<br />
40? Einfach sahnig! Bereits nach wenigen<br />
Minuten hat man sich mit der Handhabung<br />
der Maschinenkomponenten vertraut<br />
gemacht, die linke Hand findet ganz automatisch<br />
und ohne Hinschauen die beiden<br />
Schnellspannhebel zur Höheneinstellung<br />
bzw. für den Tiefenanschlag und auch das<br />
<strong>im</strong> ersten Moment gegenüber der bisher<br />
gewohnten Maschine ungewohnte Handrad<br />
zur Höheneinstellung stellt sich schon nach<br />
kurzer Arbeitszeit als sehr praxisorientiert<br />
heraus. Hierzu trägt natürlich auch das sehr<br />
angenehme Gefühl des etwas gummierten<br />
Rades bei.<br />
Extrem komfortabel ist natürlich die Drehzahlvorwahl<br />
über das Digital-Display, die<br />
Elektronik in der Motorsteuerung sorgt dafür,<br />
dass die Maschinendrehzahl auch bei<br />
wechselnder Belastung am Bohrer gleich<br />
bleibt. Dank der exakten Tiefenanzeige sind<br />
auch Bohrungen unter Einsatz des Tiefenanschlags<br />
das wahre Vergnügen. Was man<br />
vom ersten Augenblick an nicht mehr missen<br />
möchte, ist die Zielmarkierung mit dem<br />
Laser: Bereits nach den ersten paar Bohrungen<br />
fragt man sich, wie man bisher denn<br />
eigentlich ohne so etwas ausgekommen ist.<br />
Das ist keine unnötige Spielerei, sondern<br />
ein wirklich wichtiges Arbeitsmittel fürs exakte<br />
Arbeiten!<br />
Der <strong>im</strong> Lieferumfang der Maschine befindliche<br />
Schnellspanner (praktisch eine große<br />
Spannpratze) sowie der Parallelanschlag<br />
taugen allerdings natürlich nur für He<strong>im</strong>werker-Grobarbeiten.<br />
Für sämtliche modellbaurelevanten<br />
Arbeiten benötigt man<br />
auf jeden Fall einen vernünftigen<br />
Maschinen-Schraubstock zur Fixierung<br />
der Werkstücke. Dabei<br />
fiel uns als sparsamen Menschen<br />
allerdings auf, dass unsere in der<br />
Werkstatt schon vorhandenen Maschinenschraubstöcke<br />
leider nicht an<br />
die PBD 40 passen. Die für den Maschinenschraubstock<br />
vorgesehenen Nuten in<br />
der Grundplatte der Bosch-Maschine haben<br />
eine Weite (jeweils Mitte zu Mitte der Nut)<br />
von 95 mm, unsere Maschinenschraubstöcke<br />
weisen allerdings alle 115 mm auf.<br />
Besonders für feinere Bohr-Arbeiten „in<br />
Augenhöhe“ wäre ein an der Säule montierter,<br />
kleiner Arbeitstisch eine sehr sinnvolle<br />
Einrichtung. Auch hier müsste man<br />
sich <strong>im</strong> Zubehörhandel nach einem entsprechenden<br />
Ergänzungsteil umsehen, der Vorteil<br />
ist hier, dass der Säulen-Durchmesser<br />
der PBD 40 mit 49 mm dem anderer Tischbohrmaschinen<br />
gleicht.<br />
Fazit<br />
Jeder, der vor der Neuanschaffung einer<br />
Tischbohrmaschine steht, egal ob als erstes<br />
Gerät oder zum Ersatz einer vielleicht<br />
schon etwas in die Jahre gekommenen Maschine,<br />
sollte sich die Bosch PBD 40 auf<br />
jeden Fall genauer ansehen. Der empfohlene<br />
Preis von E 329,99 liegt zwar deutlich<br />
über dem, was man <strong>im</strong> Baumarkt oder be<strong>im</strong><br />
Discounter für die billigsten Tischbohrmaschinen<br />
zahlen muss, allerdings spielt die<br />
Bosch-Maschine auch in einer ganz anderen<br />
Liga. Das gilt allerdings nicht nur <strong>im</strong><br />
Hinblick auf die Fertigungsqualität, sondern<br />
natürlich auch ganz wesentlich für die Ausstattung:<br />
Digital-Display für Drehzahl und<br />
Tiefe, elektronische Drehzahleinstellung,<br />
automatische Drehzahl-Konstanthaltung<br />
und vor allem die geniale Laser-Markierung<br />
nebst Arbeitsfeldbeleuchtung sind Ausstattungsmerkmale,<br />
die man an anderen Maschinen<br />
vergeblich sucht.<br />
Unser Testfazit daher: Sehr empfehlenswert!<br />
Bezugsquelle:<br />
Werkzeug-Fachhandel, Baumärkte<br />
www.bosch-do-it.de<br />
24 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Ihr Fachgeschäft und Servicepartner in...<br />
…09112 Chemnitz<br />
…48155 Münster<br />
SCHWEIZ<br />
…CH-3603 Thun<br />
…19294 Neu Göhren<br />
…60437 Frankfurt<br />
…CH-8049 Zürich<br />
…32278 Kirchlengern<br />
…83071 Stephanskirchen<br />
…CH-8307 Effretikon<br />
…85356 Freising<br />
MODELLBAU DIND<br />
Flug-, Schiffs- und Automodelle<br />
Funkfernsteuerungen<br />
Illnauerstrasse 14, CH-8307 Effretikon<br />
Tel. +41 (0) 52 343 32 55 Fax +41 (0) 52 343 78 62<br />
e-mail: mobadi@bluewin.ch Internet: www.mobadi.ch<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 25
MOTORSCHIFFE<br />
nachdem das Original in der<br />
Nordsee schon viele Sturmtage<br />
abgewettert hat, möchte ich<br />
hier von der ersten Sturmfahrt<br />
meines Modells der NORDIC<br />
(siehe <strong>SchiffsModell</strong> 12/2010)<br />
berichten.<br />
Es ist gar nicht so einfach, Wind, Wellen<br />
und auch noch gutes Licht zusammenzubringen,<br />
um bei solch einer Fahrt dann auch<br />
zu guten Fotos zu kommen. Aber ab und zu<br />
gibt es dann doch einmal einen Tag, an dem<br />
einfach alles zusammenpasst.<br />
An einem Spätsommertag war ich am Behler<br />
See in der Nähe von Plön, um dort ein<br />
paar schöne Stunden mit der NORDIC<br />
auf dem Wasser zu verbringen. Anfänglich<br />
herrschte noch Flaute und glatte See; dies<br />
änderte sich aber <strong>im</strong> Laufe des Vormittags.<br />
Der Wind nahm langsam zu, und es baute<br />
sich eine schöne lange Welle am Strand auf.<br />
Genau darauf hatte ich gewartet. Gespannt<br />
nahm ich mit dem Modell Kurs gegen die<br />
See. Erst vorsichtig, mal sehen, wie sich<br />
das Modell überhaupt verhält. Dann wurde<br />
ich <strong>im</strong>mer mutiger und mit mehr Fahrt ging<br />
es mal gegen die See, auch mal quer und<br />
auch mal mit der See. Die NORDIC war <strong>im</strong><br />
Anschluss von unten bis oben „geduscht“.<br />
Zur Kontrolle holte ich das Modell erst mal<br />
aus dem Wasser und schaute gespannt ins<br />
Innere: alles trocken! Also wieder hinein ins<br />
Nass, um noch einige Manöver für den Fotoapparat<br />
zu fahren.<br />
Beeindruckend war es zu sehen, wie die<br />
NORDIC, ganz <strong>im</strong> Gegensatz zu meinen<br />
Offshore-Versorgern, die Wellen direkt<br />
durchschnitt. Hier sieht man sehr anschaulich,<br />
dass der Notschlepper auch auf hohe<br />
Geschwindigkeit bei schwerem Wetter<br />
gebaut ist. Be<strong>im</strong> Andrehen in den Wellen,<br />
was ich <strong>im</strong> Modell natürlich viel zu schnell<br />
durchführte, nahm die NORDIC eine Menge<br />
Wasser über das Achterschiff.<br />
Nach gefühlten Stunden waren dann ausreichend<br />
Bilder <strong>im</strong> Kasten und das Modell<br />
konnte wieder trocken gelegt werden. Ins<br />
Modellinnere waren nur wenige Tropfen<br />
Wasser gelangt.<br />
Ein gutes Gefühl, zu wissen, dass auch das<br />
Modell schwerwettertauglich ist!<br />
Erste<br />
Sturmfahrt<br />
Andreas<br />
Wulf<br />
der NORDIC<br />
26 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 27
MOTORSCHIFFE<br />
Andreas Gobrecht<br />
SCHLEPPER<br />
JÖTUNN<br />
von Modellbau Sievers<br />
Mit den Bausätzen der Fa.<br />
Modellbau Sievers (www.<br />
modellbau-sievers.de) habe<br />
ich bisher schon zwe<strong>im</strong>al gute Erfahrungen<br />
gemacht. Sie erscheinen auf den ersten<br />
Blick zwar nicht gerade als Sonderangebot,<br />
aber wenn man erst einmal die Qualität und<br />
Ausführung der einzelnen Teile schätzen<br />
gelernt hat, kommt doch der Wunsch nach<br />
einem weiteren Bausatz von diesem Hersteller<br />
auf. So ging es mir erneut, als ich in<br />
der <strong>SchiffsModell</strong> die Rubrik mit den Neuerscheinungen<br />
durchlas. Dort war ein neuer<br />
Baukasten von Sievers zu sehen, nämlich<br />
der des Hafenschleppers JÖTUNN. Da ich<br />
schon länger einen Schlepper suchte, der<br />
auch mal ein Schlauchboot ziehen könnte,<br />
wollte ich dieses Vorhaben mit diesem Modell<br />
realisieren.<br />
Zum Original<br />
Das Vorbild ist ein Schlepper aus dem<br />
Hause Damen Shipyard. Die reinen Stahl-<br />
28<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
arbeiten werden auf einer Werft in Polen<br />
durchgefüht. Von dort wird das Schiff als<br />
fertiges Kasko nach Holland zur Damen-<br />
Werft geschleppt, wo es dann für den Auftraggeber<br />
individuell ausgebaut wird. Die<br />
JÖTUNN entstammt der Baureihe „Stan<br />
Tug 1907“. Diese Bezeichnung steht für<br />
eine Länge von 19,33 m und eine Breite<br />
von 7,33 m bei einem Tiefgang von 2,39 m.<br />
Im Rumpf dieses Schleppers arbeiten zwei<br />
Cater pillar-Motoren mit 1492 kW. Diese<br />
wirken auf zwei Propeller in feststehenden<br />
Kortdüsen mit 1,8 m Durchmesser und<br />
bringen den Schlepper damit auf eine Geschwindigkeit<br />
von 11,6 kn. He<strong>im</strong>athafen<br />
der JÖTUNN ist Grundartangi auf Island.<br />
Dort wurde er am 5. November 2008 in Betrieb<br />
genommen. Wahrscheinlich wird der<br />
Schlepper auch als Lotsenversetzboot genutzt,<br />
da er links und rechts am Deckshaus<br />
entsprechende Plattformen für den Umstieg<br />
des Lotsen auf andere Schiffe hat.<br />
Das Modell<br />
Da mir die Erscheinung des Schleppers<br />
sofort zusagte, wurde Kontakt mit Herrn<br />
Sievers aufgenommen und der Bausatz<br />
bestellt. Nachdem 285,– Euro den Besitzer<br />
gewechselt hatten, stand der Paketmann<br />
mit einem riesigen Karton vor<br />
mir. Das Erste, was mir in die<br />
Hände fiel, war der doch recht<br />
groß erscheinende Rumpf. Im<br />
Maßstab 1:25 kommt er auf<br />
77,3 cm Länge bei einer recht<br />
ungewöhlichen Breite von<br />
29,3 cm. Die Schlepper der<br />
aktuellen Generation haben<br />
ja alle so ein ungewöhnliches<br />
Längen-/Breitenverhältnis,<br />
aber bei diesem Modell fiel<br />
mir dies zum ersten Mal so<br />
richtig auf. Noch nie hatte ich<br />
einen Bootsständer gebaut,<br />
der über 30 cm Breite hat!<br />
Wie von Sievers gewohnt, war der Rumpf<br />
äußerst stabil und von guter Qualität. Als<br />
besonderes Merkmal waren schon zwei<br />
Rohre in den Boden einlaminiert, durch die<br />
die Stevenrohre durchgeschoben werden<br />
sollen. Das erspart einem das Auffräsen<br />
des Rumpfbodens. Zum Lieferumfang des<br />
Bausatzes gehören zwei Kortdüsen mit<br />
40 mm Durchmesser und dazu passende<br />
Kunststoffpropeller. Diese haben m. E. aber<br />
einen zu schlechten Wirkungsgrad. Daher<br />
bestellte ich mir bei der Fa. robbe zwei<br />
Kortdüsen mit 60 mm Duchmesser inkl. der<br />
dazu gehörigen Propeller und Ruder, so wie<br />
sie auch in der HAPPY HUNTER verwendet<br />
werden. Die zwei Böcke, an denen die<br />
serienmäßigen Düsen angeklebt werden<br />
sollten, wurden entfernt und stattdessen die<br />
bestellten Düsen montiert. Glücklicherweise<br />
passte das alles, ohne die einlaminierten<br />
Rohre ändern zu müssen. An das andere<br />
Ende der Wellen wurden zwei Bühler Starmax-Motoren<br />
montiert. Diese 12-V-Motoren<br />
sind echte Kraftpakete und trotz allem recht<br />
sparsam <strong>im</strong> Stromverbrauch.<br />
Bild rechts: Die Motoren sind<br />
montiert, <strong>im</strong> Bug ist das<br />
Querstrahlruder erkennbar<br />
Wellenanlagen und<br />
Kortdüsen montiert<br />
Damit der Schwerpunkt des Schiffes weit<br />
nach unten kommt, platzierte ich in der<br />
Rumpfmitte einen 12-V-Bleiakku mit 7 Ah<br />
und zusätzlich einen 6-V-Bleiakku mit 3,4<br />
Ah für eventuelle Sonderfunktionen und die<br />
Empfängerstromversorgung. Bevor nun der<br />
Rumpf verschlossen werden konnte, habe<br />
ich noch die Löcher für die Kettenfallrohre<br />
angebracht, die Auflage-Leisten für das<br />
Deck eingeklebt und auch noch die Schlingerleisten<br />
an die Rumpfunterseite geklebt.<br />
Diese waren in gefräster Form <strong>im</strong> Bausatz<br />
enthalten und hatten die stattliche Stärke<br />
von 4 mm. Ich musste sie erst in warmem<br />
Wasser ein wenig vorbiegen, denn sonst<br />
wäre das Ankleben mit Sekundenkleber<br />
zum Geduldsspiel geworden. Aus Sicherheitsgründen<br />
habe ich die Leisten noch mit<br />
Messingdraht verstiftet – man weiß ja nie.<br />
Die Back kann mit einigen Details aufwarten<br />
Am angeformten Schanzkleid waren bereits<br />
Markierungen für die Speigatts angeformt.<br />
So musste ich nur noch entlang<br />
der Markierungen fräsen. Hinterher wurde<br />
alles sauber verschliffen und das Schanzkleid<br />
von innen verspachtelt. Dann konnte<br />
auch schon das Deck eingepasst werden.<br />
Dieses habe ich mit UHU Endfest verklebt.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
29
Der aufgelegte Sender verdeutlicht<br />
die enorme Breite<br />
Versteckte Schalter und Ladebuchsen<br />
Bild unten:<br />
Der Ausbau des<br />
Deckshauses darf<br />
nicht fehlen<br />
Das Deckshaus<br />
entsteht<br />
Die Fertigung des Mastes erfolgte<br />
in einer Lötlehre<br />
Dieser Kleber hat eine lange Topfzeit, somit<br />
braucht man sich bei der Arbeit nicht so<br />
furchtbar zu beeilen und er verbindet das<br />
Deck mit den Auflageleisten dauerhaft. Allerdings<br />
war die Montage des Decks schon<br />
etwas anstrengend, denn das Schanzkleid<br />
läuft nach oben schräg zu und somit ist<br />
seine Öffnung kleiner als das Deck – und<br />
das ist mit seiner Stärke von 4 mm nicht<br />
gerade biegefreundlich. Nun begann der<br />
weitere Ausbau des Decks: Handläufe<br />
und Schanzkleidstützen wurden angeklebt,<br />
diverse Lüfter aus Zinnguss entgratet und<br />
eingeklebt und die Trossenabweiser aus<br />
Messingdraht gebogen und verklebt. Die<br />
Ankerwinde und die Schleppwinde entstanden<br />
aus zahlreichen Resin-, Zinngussund<br />
Frästeilen.<br />
An dieser Stelle muss ich wieder einmal<br />
auf einen Punkt hinweisen, um den ich bei<br />
keinem Sievers-Modell herumkomme, und<br />
das ist der spärliche Bauplan. Es sind zwar<br />
reichlich Zeichnungen in 1:1 vorhanden,<br />
aber die Fotos auf dem Plan, auf denen<br />
man die nötigen Einzelteile der Baugruppen<br />
erkennen soll, sind schlichtweg zu klein<br />
und zu verpixelt. Auf ihnen kann man nichts<br />
erkennen. Da sollte sich Herr Sievers doch<br />
noch mal was einfallen lassen. Ohne Modellbauerfahrung<br />
oder ein wenig Hilfe aus<br />
dem Internet geraten solche Sachen zum<br />
reinen Puzzlespiel.<br />
Da ich wie schon gesagt ja auch mal ein<br />
„richtiges“ Schlauchboot ziehen wollte,<br />
musste ich mir mit der Schleppeinrichtung<br />
etwas einfallen lassen, denn der Baukasten-Schleppbügel<br />
besteht aus Resin und<br />
würde so einer Belastung wohl nicht standhalten.<br />
Im Deck waren zwei Öffnungen für<br />
den Schleppbügel eingelassen. Dort hinein<br />
klebte ich zwei Messingrohre. Diese reichen<br />
bis auf den Rumpfboden, wo sie mit<br />
Stützen und reichlich Kleber fixiert sind.<br />
Das Resinteil wird nun einfach hineingesteckt<br />
und dient bis jetzt nur der Optik.<br />
Demnächst werde ich mir einen Haken aus<br />
Messing löten, den ich dann einfach vor<br />
einer Schleppfahrt gegen das Originalteil<br />
austauschen kann.<br />
So langsam bekommt das<br />
Modell ein Gesicht<br />
Nun waren die Aufbauten an der Reihe.<br />
Das Deckshaus war wie <strong>im</strong>mer aus passgenauen<br />
Platten gefräst und der Zusammenbau<br />
ging recht flott voran. Die Fenster<br />
waren allesamt von der Größe einer<br />
Streichholzschachtel und aus klarem Material<br />
gefertigt. Daher kam ich um den Bau<br />
einer Inneneinrichtung nicht herum. Auf<br />
der Internetseite der Damen-Werft kann<br />
man eine Art Plan des Schleppers herun-<br />
30 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
terladen, auf dem sich die Anordnung und<br />
die Größe der Einrichtung gut erkennen<br />
lässt. Zusätzlich fand ich <strong>im</strong> Internet noch<br />
ein paar Bilder von Schwesterschiffen, auf<br />
denen man ebenfalls die Einrichtung sehen<br />
konnte. Aus Polystyrolplatten verschiedener<br />
Stärken wurde der Innenraum gestaltet.<br />
Auch ein paar Besatzungsmitglieder in der<br />
passenden Größe wurden integriert, damit<br />
ich kein Geisterschiff spazieren fahren lassen<br />
muss.<br />
Der Mast und die Reling auf dem Deckshaus<br />
wurden aus Messing gefertigt. Dazu<br />
lag wieder eine in Sperrholz gefräste<br />
Schablone bei. Diese erleichtert das Löten<br />
doch erheblich. Die Relingstützen lagen in<br />
geätzter Form bei, ebenso die Scheibenwischer.<br />
Das Radar habe ich mit einem<br />
Getriebemotor versehen, die Beleuchtung<br />
wurde vorbereitet. Sämtliche Laternenkörper<br />
waren wie <strong>im</strong>mer in super Ausführung<br />
bei der Decksbeleuchtung. Nachdem nun<br />
die grobe Montage ausgeführt war, ging<br />
es ans Lackieren. Da der Schlepper doch<br />
schon recht große Flächen hat, wollte ich<br />
dieses Mal Sprühdosen verwenden. Alles<br />
wurde gut entfettet und angeschliffen,<br />
danach erfolgte der erste Farbauftrag mit<br />
der Grundierung. Was dann kam, war eine<br />
echte Abklebeorgie: die hellsten Farben<br />
zuerst bis irgendwann das Schwarz an der<br />
Reihe war. Viele Kleinteile wurden dann<br />
noch mit dem Pinsel lackiert. Zum Schluss<br />
habe ich die beiliegenden Namensschilder<br />
aufgeklebt und nach dem Laden der Akkus<br />
war alles für die Probefahrt bereit.<br />
Das Modell brachte nun schon stattliche<br />
5 kg auf die Waage, doch bis eine gute Wasserlage<br />
erreicht war, musste ich noch einmal<br />
5 kg als Ballast zuladen. Das Fahrbild<br />
überzeugte auf Anhieb. Die Motoren ziehen<br />
kräftig durch und sind dabei kaum zu hören.<br />
Wie lange die Kapazität der Akkus reicht,<br />
habe ich noch nicht ausprobiert. Meistens<br />
war die Lust am Fahren vorher schon vorbei.<br />
Auch Einsatzerfahrungen be<strong>im</strong> Ziehen<br />
eines Schlauchbootes fehlen noch, aber<br />
das kommt noch.<br />
Fazit<br />
Alles in allem hat Herr Sievers hier wieder<br />
ein schönes Modell hergestellt: Ein<br />
wunderschönes Fahrbild, ein äußerst<br />
stabiler Rumpf und ein Modell, das man<br />
nicht gleich auf jedem Teich wiederfindet.<br />
Auch das Preis-/Leistungsverhältnis ist <strong>im</strong><br />
Hinblick auf die Anzahl und die Qualität<br />
der Bauteile absolut in Ordnung. Einziges<br />
Manko ist mal wieder der Bauplan, er<br />
sollte schon etwas ausführlicher sein. In<br />
dieser Form ist er für einen Anfänger <strong>im</strong><br />
Modellbau nicht geeignet.<br />
Bezugsquelle:<br />
www.modellbau-sievers.de<br />
vorhanden. Ich bestücke diese <strong>im</strong>mer mit<br />
2,3-mm-Glühbirnchen. Diese leuchten in<br />
den Laternen wunderbar gleichmäßig, was<br />
mit LEDs so nicht zu erreichen ist. Außerdem<br />
dienen die Leuchten und das Radar<br />
als Einschaltkontrolle. Die zwei aus Resin<br />
gefertigten Suchscheinwerfer liegen ebenfalls<br />
bei. Sie wurden mit kaltweißen LEDs<br />
ausgestattet und sind über einen extra Kanal<br />
separat zuschaltbar. Ebenso verfuhr ich<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
31
SEGELSCHIFFE<br />
Jörg Bayer · Fotos: z. T. Meike Scheidtweiler<br />
DANA<br />
Auf<br />
Segelveranstaltungen den Bausatz der DANA von Billing Boats,<br />
wie z. B. der Hanse-Sail welcher schon seit vielen Jahren <strong>im</strong> Programm<br />
ist, was auf eine gewisse Beliebt-<br />
in Rostock, kann man sie<br />
<strong>im</strong> Sommer zu Dutzenden heit hindeutet. An Fahrgewässern trifft man<br />
an unseren Küsten sehen: dieses kleine Modell hingegen so gut wie<br />
Unzählige kleinere und größere Traditionssegler,<br />
meist in privater Hand und liebevoll als Standmodell konzipiert ist.<br />
gar nicht an, was wohl daran liegt, dass es<br />
gepflegt. Die Veranstaltungen dienen dann In meinem Fall lag dieser Bausatz bereits<br />
auch häufig dazu, zahlendes Publikum mit einige Jahre <strong>im</strong> Regal herum und wartete<br />
an Bord zu nehmen. Letztendlich profitieren<br />
beide Seiten davon: Für die Mitfahrer such auf besagter Hanse-Sail erinnerte ich<br />
auf seine Fertigstellung. Nach einem Be-<br />
besteht die wunderbare Gelegenheit, derartige<br />
Veranstaltungen vom Wasser aus dieses kleine Schiffchen „mal eben“ zu bau-<br />
mich an diesen Bausatz und beschloss,<br />
zu erleben und einen wunderbaren Tag zu en … dass daraus dann ein etwas zeitaufwendigeres<br />
Projekt wurde, sollte sich erst<br />
verbringen, auch darf man an Bord meist<br />
selbst mit Hand anlegen. Für die Eigner <strong>im</strong> Verlauf des Baus zeigen.<br />
dienen die Einnahmen wiederum dem kostspieligen<br />
Unterhalt dieser Schiffe.<br />
einer Modellbaumesse erstanden. Zu dieser<br />
Den Bausatz hatte ich vor einigen Jahren auf<br />
Hier soll es stellvertretend um den vorbildähnlichen<br />
Nachbau eines solchen Tra-<br />
und hatte guten Kontakt zu der dortigen<br />
Zeit lebte ich noch <strong>im</strong> Süden Deutschlands<br />
ditionsseglers gehen, jedoch in deutlich Mini-Sail-Gruppe. Dort entstanden <strong>im</strong>mer<br />
kleineren D<strong>im</strong>ensionen als normalerweise wieder auch kleinere ferngesteuerte Segler,<br />
üblich. Genauer gesagt handelt es sich um die durchaus gut segelten, was mich dazu<br />
Kleiner S<br />
auf groß<br />
32<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
egler<br />
er Fahrt<br />
anregte nach einem passenden Modell<br />
Ausschau zu halten. Die DANA mit ihren 29<br />
cm Rumpflänge schien mir dafür geeignet.<br />
Der Bausatz ist eigentlich als Standmodell<br />
für den Anfänger konzipiert. Durch die<br />
Verwendung von tiefgezogenen Teilen für<br />
Rumpf und Deck ist ein schneller und leichter<br />
Aufbau möglich, sämtliche Hölzer, Beschlagteile<br />
und vorgedruckte Segel liegen<br />
dem Bausatz bei. Mein Ziel war es nun,<br />
dieses kleine Boot ferngesteuert segelbar<br />
zu bauen, was mit Hilfe der heutigen Fernsteuertechnik<br />
auch kein Problem darstellen<br />
sollte. Weiterhin war auch klar, dass dieses<br />
Unterfangen nur mit Hilfe eines zusätzlichen<br />
Kiels (welcher demontierbar sein sollte) gelingen<br />
konnte.<br />
Dazu war es zunächst einmal erforderlich<br />
die Tragfähigkeit des Rumpfes zu ermitteln.<br />
Dieser wurde einfach mit kleinen Eisenkügelchen<br />
befüllt und ins mit Wasser gefüllte<br />
Handwaschbecken gesetzt. Ich ermittelte<br />
einen Wert von rund 300 g, wenn man ein<br />
Auge zudrückt, wären auch noch 350 g ein<br />
akzeptabler Wert. Nachdem ich alle Teile<br />
des Bausatzes auf die Waage legte, ging<br />
ich von einem Leergewicht des kompletten<br />
Modells von 120 g aus, noch einmal 40 g für<br />
Akku und RC-Anlage, verbleiben ca. 150 g<br />
für den Zusatzkiel. Ein guter Wert, wie ich<br />
fand, und so konnte das Projekt beginnen.<br />
Bevor es aber an den eigentlichen Bau<br />
gehen konnte, musste ich mir noch ein<br />
paar Gedanken über die grundsätzliche<br />
Konstruktion machen und wie ich später<br />
an die Teile der Fernsteuerung herankommen<br />
wollte. Seitens des Baukastens war<br />
es vorgesehen, die beiden tiefgezogenen<br />
Teile für Rumpf und Deck einfach <strong>im</strong> Bereich<br />
des Schanzkleides bzw. des Handlaufs<br />
miteinander zu verkleben. Es wäre<br />
also denkbar, die Aufbauten, die mit dem<br />
tiefgezogenen Deck eine Einheit bildeten,<br />
abnehmbar zu konstruieren. Aber die daraus<br />
resultierenden Öffnungen wären nicht<br />
sonderlich groß gewesen, zudem wäre der<br />
Zugang wegen Masten und Takelage sehr<br />
eingeschränkt gewesen. Daher versuchte<br />
ich, die vom Bausatz vorgegebene konstruktive<br />
Trennung von Deck und Rumpf zu<br />
nutzen, indem ich diese Teile lösbar miteinander<br />
verband, so dass das Deck komplett<br />
mitsamt den Masten und der Takelage abnehmbar<br />
ist.<br />
Um dies zu ermöglichen, habe ich eine Art<br />
Zwischendeck eingezogen. Dieses Zwischendeck<br />
sollte das eigentliche Deck nicht<br />
nur mit dem Rumpf verbinden, sondern<br />
auch noch für die erforderliche Dichtigkeit<br />
des kleinen Modells sorgen. So habe ich<br />
zunächst eine Schablone aus Karton angefertigt,<br />
um die Form des Zwischendecks<br />
zu ermitteln, welches ich dann anschließend<br />
aus 1-mm-ABS hergestellt habe. Für<br />
die Befestigung wurden insgesamt acht<br />
kleine M2-Muttern unter Deck geklebt, so<br />
dass das Deck mit den entsprechenden<br />
Schrauben fixiert werden kann. Weiterhin<br />
erhielt das Zwischendeck noch einen kleinen<br />
Süllrand und einen Dichtgummi. Nachdem<br />
alles verklebt war, habe ich das Deck<br />
zum ersten Mal aufgeschraubt und einen<br />
Dichtigkeitstest vorgenommen. Dieser war<br />
leider noch nicht so erfolgreich wie erhofft,<br />
da das Deck nicht überall sauber auflag.<br />
Das lag in erster Linie am Handlauf des<br />
Schanzkleides, welcher sowohl am Rumpf<br />
als auch am Deck angeformt war und eigentlich<br />
als Klebekante dienen sollte. Daher<br />
habe ich den Handlauf am Schanzkleid des<br />
Decks entfernt und auf das Gegenstück am<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
33
Rumpf <strong>im</strong> Rohbau mit aufgesetztem Deck<br />
und bereits ausgearbeiteten Speigatten<br />
Rumpf <strong>im</strong> Rohbau mit abgenommenem<br />
Deck. Gut erkennbar, das Zwischendeck<br />
mit Gummidichtung und die Aufnahme<br />
für den Zusatzkiel<br />
Schanzkleid des Rumpfes geklebt. Dadurch<br />
vereinfachte sich die Angelegenheit nicht<br />
nur, sondern damit wurde das Schanzkleid<br />
am Rumpf auch wesentlich stabiler. Nach<br />
dem Aufschrauben des Decks ragte dessen<br />
Schanzkleid zwar an einigen Stellen<br />
über das des Rumpfes, was aber mit etwas<br />
Schleifarbeit leicht auf die richtige Höhe gebracht<br />
werden konnte. Der zweite Test <strong>im</strong><br />
Handwaschbecken, bei dem eine Krängung<br />
des Schiffchens s<strong>im</strong>uliert wurde, war dann<br />
erfolgreich: Das Boot war absolut dicht!<br />
Bei diesem Krängungstest zeigte sich jedoch<br />
ein weiteres Problem. So verfügte das<br />
Schanzkleid über keinerlei Speigatts, was<br />
dazu führte, dass an Deck gelangtes Wasser<br />
nicht abfließen konnte. Das würde später<br />
nicht nur unschön aussehen, sondern<br />
auch für ungewollten Ballast an ungünstiger<br />
Position sorgen. Es musste also eine<br />
Lösung dafür gefunden werden, die etwas<br />
komplizierter war, als bei der vom Hersteller<br />
vorgesehenen Konstruktion.<br />
Die laut Bausatz fehlenden Speigatten waren<br />
der einfachen Konstruktion geschuldet<br />
und hauptsächlich darauf zurückzuführen,<br />
dass das innere und äußere Schanzkleid<br />
nicht direkt aufeinander liegen und somit ein<br />
unschöner Spalt dazwischen existiert. Um<br />
funktionierende Speigatten zu bekommen,<br />
musste also dieser Spalt aufgefüllt werden.<br />
Zunächst habe ich jedoch die Speigatten in<br />
das Schanzkleid des Decks, also das innere<br />
Schanzkleid, eingebracht. Um eine Orientierung<br />
zu bekommen, habe ich auf das Deck<br />
zunächst s<strong>im</strong>ulierte Spantabstände aufgezeichnet.<br />
Aus diesen Abständen ergaben<br />
sich später nicht nur sinnvolle Plankenmaße<br />
für die Decksbeplankung, sondern auch die<br />
Lage der (ebenfalls nicht vorgesehenen)<br />
Schanzkleidstützen und damit letztendlich<br />
auch die Position der Speigatten. Nachdem<br />
diese mit Bohrer und Schlüsselfeile eingearbeitet<br />
waren, habe ich die Auffütterungen<br />
auf der Innenseite des äußeren Schanzkleids<br />
am Rumpf angebracht. Anschließend<br />
wurde das Deck wieder aufgeschraubt,<br />
die Positionen der Speigatten auf die Auffütterungen<br />
übertragen und anschließend<br />
auch dort eingearbeitet. Der dritte Test <strong>im</strong><br />
Handwaschbecken verlief dann zu meiner<br />
absoluten Zufriedenheit. Das Modell war<br />
nun nicht nur hundertprozentig wasserdicht,<br />
auch überkommendes Wasser floss nun<br />
einwandfrei ab.<br />
Da ich ja nun das komplette Deck vom<br />
Rumpf lösen konnte, musste ich mir nun<br />
noch eine Lösung für die Püttings, an denen<br />
die Wanten angeschlagen werden, einfallen<br />
lassen. Entweder hake ich jeden einzelnen<br />
Want mit einem kleinen Haken ein und aus<br />
oder ich befestigte die Püttings am Schanzkleid<br />
des Decks auf der Innenseite. Ich entschied<br />
mich für Letzteres. Um den Schein<br />
zu wahren, dass die Püttings außen sitzen,<br />
habe ich an den entsprechenden Stellen<br />
auf der Außenseite des Rumpfes passende<br />
Streifen aus 0,5-mm-ABS aufgeklebt. Damit<br />
sah das Ganze schon sehr gut aus, so dass<br />
es nun an die Ausgestaltung von Deck und<br />
Aufbauten gehen konnte.<br />
Motor, Stevenrohr und Achtersteven hatte<br />
ich bereits zu einem früheren Zeitpunkt<br />
eingebaut. Der Achtersteven aus 3 mm<br />
dickem Kunststoffmaterial wurde in einen<br />
entsprechenden Schlitz des Achterschiffs<br />
eingesetzt, sauber verspachtelt und verschliffen.<br />
Das Stevenrohr ist ein Fertigteil<br />
von Graupner, der Propeller ebenfalls. Der<br />
Motor stammt aus der Grabbelkiste und weil<br />
Deck und Aufbaudächer nach dem<br />
Beplanken<br />
er ein abgeflachtes Gehäuse hat, habe ich<br />
ihn einfach mit doppelseitigem Klebeband<br />
befestigt und mit Hilfe einer Schlauchkupplung<br />
an das Stevenrohr angeschlossen. Bei<br />
den geringen Belastungen an dem kleinen<br />
Modell sollte diese Konstruktion keine Probleme<br />
bereiten.<br />
Um für das Wechseln bzw. Laden des Akkus<br />
und das Ein- und Ausschalten der RC-<br />
Anlage nicht <strong>im</strong>mer das ganze Deck abschrauben<br />
zu müssen, habe ich das Dach<br />
des mittleren Aufbaus entfernt und als abnehmbare<br />
Luke ausgeführt.<br />
Parallel zu diesen Arbeiten erfolgte die Ermittlung<br />
der Schwerpunkte des Riggs und<br />
des Rumpfes, um die Position des Zusatzkiels<br />
zu ermitteln. Dabei war mir das Buch<br />
„Faszination RC-Segeln“ von Uwe Kreckel<br />
(Neckar-Verlag) eine große Hilfe. Ich habe<br />
dazu einfach den Plan kopiert, die Segel<br />
und das Unterwasserschiff ausgeschnitten,<br />
welches zudem um den Zusatzkiel ergänzt<br />
wurde. Dieser „Kiel“ wurde solange am Unterwasserschiff<br />
hin und her gesetzt, bis die<br />
richtige Position gefunden war.<br />
Die Beplankung des Decks erfolgte dann<br />
mit Hilfe der dem Bausatz in ausreichender<br />
Menge beiliegenden Furnierstreifen. Die<br />
Kanten der einzelnen Planken habe ich<br />
vor dem Aufkleben mit Sekundenkleber<br />
mit einem schwarzen Wachsmalstift geschwärzt,<br />
um eine Imitation der Kalfaterung<br />
34 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Das segelfertige Modell mit Zusatzkiel<br />
und vergrößertem Ruderblatt<br />
Zusatzkiel <strong>im</strong> Rohbau …<br />
Abnehmbare Decksluke<br />
zu erhalten. Für den Maßstab von 1:60 ergibt<br />
das ein gutes Ergebnis.<br />
Die Aufbaudächer bekommen zunächst<br />
eine Unterkonstruktion aus dünnem Sperrholz,<br />
um einen leichten Dachüberstand zu<br />
erhalten. Um etwas Gewicht zu sparen,<br />
wurden die Dächer des Tiefziehteils bis auf<br />
einen kleinen Kleberand ausgeschnitten.<br />
Anschließend erfolgte eine Beplankung mit<br />
Mahagonifurnier aus dem Baukasten.<br />
Nach dem Verschleifen des Decks und der<br />
Aufbaudächer ging es nun an die Details<br />
wie Niedergangsluken und -türen, Poller,<br />
Schanzkleidstützen etc. Bei den Türen und<br />
Luken habe ich einfach mal drauf losgelegt,<br />
mit der Absicht, die Details etwas weiter<br />
auszuarbeiten, als <strong>im</strong> Bausatz vorgesehen.<br />
So wurden die Türen mit zusätzlichen<br />
Leisten, Griffen und „Scharnieren“ ausgestattet.<br />
Die Luken habe ich aus Resten der<br />
Furnierstreifen des Decks angefertigt und,<br />
wie die Türen auch, eichenfarben gebeizt.<br />
Die Poller sind aus passenden Kiefernleisten<br />
geschnitzt, da mir die dem Bausatz beiliegende<br />
Abachileiste zu spröde war. Der<br />
Bock für die Aufnahme des Bugspriets wurde<br />
ebenfalls etwas detaillierter ausgeführt.<br />
Und dann ging es förmlich mit mir durch, was<br />
die Anfertigung von kleinen und kleinsten<br />
Details betrifft. Ich war erstaunt, wie einfach<br />
es letztendlich von der Hand geht, wenn man<br />
es mit Ruhe macht. Dann ist die geringe Größe<br />
der Teile auch kein Problem mehr und<br />
man benötigt nicht zwangsläufig einen komplizierten<br />
Maschinenpark. In meinem Fall<br />
steht eine Kleinbohrmaschine mit Ständer<br />
und Maschinenschraubstock zur Verfügung.<br />
So habe ich, um die Wanten und Stage an<br />
Masten und am Bugspriet nicht einfach nur<br />
anzuknoten, entsprechende Beschläge<br />
aus schmalen Rohrabschnitten und kleinen<br />
Ösen angefertigt. Diese sind zwar nicht gelötet,<br />
sondern nur mit Sekundenkleber verklebt,<br />
da aber die Ösen in das Holz eingelassen<br />
sind, ist hier dennoch eine ausreichende<br />
Stabilität gegeben. Weiterhin erfolgte die<br />
Anfertigung der Baumbeschläge. Dazu habe<br />
ich zunächst wieder einen Ring von einem<br />
passenden Messingrohr abgeschnitten. Anschließend<br />
wurde ein 2-mm-Ms-Rohr aufgelötet<br />
und danach mit der Trennscheibe<br />
bearbeitet, bis nur noch zwei kleine Ringe<br />
übrig blieben. Eine Öse bildet das Gegenlager<br />
des Baums, welches dann einfach mit<br />
einem Stift <strong>im</strong> Großbaumlager gehalten wird.<br />
In ähnlicher Form erfolgte die Anfertigung<br />
der beiden Gaffelklauen.<br />
… und fertig lackiert<br />
Die Dächer der Aufbauten erhielten noch<br />
Handläufe, die ich mit Hilfe einer Schlüsselfeile<br />
aus 1,5 mm dünnen Kiefernleisten,<br />
quasi „aus dem Vollen“ herausarbeitete.<br />
Dabei ließ es sich nicht vermeiden, dass<br />
das eine oder andere Exemplar mehrmals<br />
gefertigt werden musste, weil es bei der Bearbeitung<br />
zerbrach.<br />
Parallel dazu wurden die Kielflosse und<br />
die Ruderblätter angefertigt. Ruderblätter?<br />
Richtig, denn ich fertigte gleich zwei Ruder<br />
an, eines für das Standmodell und eines<br />
für den ferngesteuerten Betrieb. Ich fand,<br />
dass es einfacher wäre, das komplette Ruder<br />
auszutauschen, als eine komplizierte<br />
Ansteckvariante auszutüfteln. Da sich die<br />
Ruderanlenkung aus Platzgründen ohnehin<br />
über Deck befindet, stellt der Austausch<br />
der Ruderblätter auch kein Problem dar.<br />
Die Ruderanlenkung ist dabei unter einer<br />
Art Gräting versteckt, so dass sie kaum zu<br />
sehen ist. Das Ruderservo habe ich direkt<br />
<strong>im</strong> achteren Aufbau mit Servotape befestigt,<br />
als Anlenkung dient ein Ms-Draht, welcher<br />
mit brauner Farbe gestrichen wurde und<br />
dadurch ebenfalls kaum auffällt. Das Ruderhorn<br />
ist eine einfache selbst gelötete Konstruktion<br />
mit einem Stellring, der etwas <strong>im</strong><br />
Material reduziert wurde.<br />
Die Kielflosse ist eine einfache Sperrholzkonstruktion<br />
mit einem Balsakern und Kiefernleisten<br />
als Randleisten, die sich sehr<br />
gut auf Profil schleifen lassen. Das Profil<br />
der Flosse ergibt sich durch den eingelegten,<br />
2 mm dicken Draht, welcher am<br />
oberen Ende ein Gewinde besitzt. Damit<br />
wird der Kiel dann von innen <strong>im</strong> Rumpf<br />
verschraubt, als Kielaufnahme dient dort<br />
ein einfaches Aluröhrchen. Damit sich die<br />
Kielflosse nicht verdrehen kann, bekam sie<br />
noch einen kleinen Stift, der in eine entsprechende<br />
Vertiefung <strong>im</strong> Rumpf greift. Als<br />
Kielbombe kam ein Gewicht aus dem Anglerbedarf<br />
zum Einsatz, welches noch ein<br />
wenig <strong>im</strong> Gewicht reduziert und in Form<br />
gearbeitet wurde. Da das Modell doch<br />
deutlich schwerer geworden ist, liegt das<br />
endgültige Gewicht des Kiels entgegen der<br />
ersten Überlegung nur noch bei ca. 105 g,<br />
was sich aber be<strong>im</strong> Segeln als vollkommen<br />
ausreichend erwiesen hat.<br />
Das Material für Masten, Bäume und den<br />
Bugspriet aus Abachiholz ist bereits konisch<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 35
Details am Hauptmast<br />
geschliffen und muss nur noch abgelängt<br />
werden. Der Hauptmast ist ausreichend<br />
lang, um ihn eigentlich auf dem Kiel aufsitzen<br />
zu lassen. Da dies aber zuviel Raum an<br />
einer Stelle einnehmen würde, der noch für<br />
das Segelverstellservo benötigt wird, habe<br />
ich das Deck <strong>im</strong> Bereich des Mastes verstärkt<br />
und dem Mast von unten mit kleinen<br />
Winkeln aus Sperrholz einen festen Halt<br />
gegeben. Be<strong>im</strong> Besanmast war es ausreichend,<br />
eine Verstärkungsplatte unter Deck<br />
bzw. das Aufbaudach zu kleben.<br />
Die Bäume des Baukastens waren jedoch<br />
nicht zu gebrauchen, da es sich hier eigentlich<br />
um Rahen handelt. Sie waren in der<br />
Mitte dicker und wurden zu den Enden hin<br />
dünner. Aus Ermangelung an vorhandenem<br />
Material kamen Schaschlikspieße zum Einsatz.<br />
Entgegen der Bauanleitung bekam<br />
die Fock zusätzlich einen Baum spendiert.<br />
Zur Farbgebung habe ich Masten, Bugspriet<br />
und die Bäume mit eichenfarbener<br />
Beize behandelt und nach Anbringung der<br />
oben genannten Beschläge abschließend<br />
mit Parkettlack gestrichen, einige Stellen<br />
wurden als Kontrast mit weißer Farbe abgesetzt.<br />
Der dem Baukasten als Segelmaterial beiliegende<br />
Stoff war leider viel zu dick und<br />
zu steif, ich entschied mich daher für Icarex.<br />
Das passt zwar nicht so richtig gut zu<br />
einem derartigen Schiff, doch mir fiel leider<br />
nichts Besseres ein. Aber mit einer entsprechenden<br />
Behandlung habe ich dann<br />
doch noch einen akzeptablen Kompromiss<br />
erzielt. So wurden Groß-, Besan- und<br />
Focksegel mit einem braunen Edding eingefärbt.<br />
Durch die ungleichmäßige Einfärbung<br />
ergibt sich ein leicht verwaschener<br />
Effekt. Abschließend wurden noch einige<br />
Verstärkungen aufgebracht und Nähte sowie<br />
Reffbändsel aufgemalt. Das Anbringen<br />
der Segel erfolgte mit dünnem Garn. Statt<br />
Segelringen verwendete ich für die Befestigung<br />
am Mast weißes, etwas dickeres<br />
Garn. Nach und nach wurden die Segel angeschlagen,<br />
wobei ich versuchte, so gut es<br />
ging, eine möglichst realistische Belegung<br />
des laufenden Gutes herzustellen. Die Verstagung<br />
des Bugspriets erfolgte übrigens<br />
mit elastischem Nähfaden (Gummifaden),<br />
da es ja erforderlich ist, diese auszuhängen,<br />
wenn ich das Deck abnehme.<br />
Be<strong>im</strong> Knoten der Takelage wurde meine<br />
Geduld übrigens auf eine echte Probe<br />
gestellt: Denn wenn selbst die Pinzette zu<br />
groß ist, um die Arbeiten durchzuführen,<br />
wird es kritisch ... Ich musste zumindest<br />
zwischendurch <strong>im</strong>mer wieder mal weg vom<br />
Modell, um es vor schl<strong>im</strong>men Ereignissen<br />
zu bewahren.<br />
Die Farbgebung folgte einer festen Vorstellung<br />
meiner Lebensgefährtin, damit das<br />
Modell später auch seinen Platz <strong>im</strong> Wohnz<strong>im</strong>mer<br />
beanspruchen durfte. So war die<br />
Bedingung, den Rumpf in „Petrol“ zu streichen,<br />
da wir auf der Hanse-Sail ein ähnliches<br />
Schiff gesehen hatten. Anfangs hatte<br />
ich da zwar andere Vorstellungen, aber ich<br />
muss sagen, inzwischen kann ich es mir<br />
gar nicht mehr anders vorstellen. Allerdings<br />
konnte ich keinen passenden Lack in diesem<br />
Farbton auftreiben, so dass ich mich<br />
selbst daran machte, diesen aus blauer und<br />
grüner Farbe anzumischen. Ich verwendete<br />
überwiegend Revell-Lacke, lediglich für<br />
Masten und Bäume sowie das Deck und die<br />
Aufbaudächer kam seidenmatter Parkettlack<br />
zum Einsatz. Damit habe ich bei anderen<br />
Modellen bereits gute Erfahrungen gemacht,<br />
das Holz wird dadurch ohne großen<br />
Aufwand opt<strong>im</strong>al geschützt. Abschließend<br />
habe ich erstmalig bei einem meiner Modelle<br />
leichte Alterungsspuren mit Hilfe von<br />
Rostfarbe aufgebracht.<br />
Zum Schluss ging es an den Einbau der<br />
Fernsteuerung, der aber Dank der kleinen<br />
Komponenten keine größeren Probleme mit<br />
sich brachte. Der Motor bekam einen alten<br />
Mini-Controller von robbe spendiert. Dabei<br />
wurde die max<strong>im</strong>ale Spannung noch etwas<br />
reduziert, um kein Rennboot zu erhalten.<br />
Der Akku wurde aus vier einzelnen Zellen<br />
mit jeweils 500 mAh selbst zusammengelötet<br />
und hat die ungefähre Form einer<br />
„Hose“, damit er zwischen seinen „Beinen“<br />
das Halterohr für die Kielflosse aufnehmen<br />
kann. Der Einbau des Ruderservos wurde<br />
schon erwähnt, den Empfänger habe ich<br />
mittig unter Deck mit Servotape befestigt.<br />
Das Segelverstellservo bekam <strong>im</strong> vorderen<br />
Aufbau seinen Platz und erhielt einen<br />
verlängerten Arm aus Alublech, an dessen<br />
Ende zwei Umlenkrollen einer racing-MI-<br />
CRO-MAGIC sitzen. Die Länge des Arms<br />
wurde anhand der erforderlichen Schotwege<br />
und Anschlagpunkte <strong>im</strong> Bauplan ermittelt,<br />
sie liegt bei ca. 45 mm. Der Hebel<br />
ist dabei so gebogen, dass die Rollen mittig<br />
<strong>im</strong> Rumpf sitzen. Mit dünnem Garn konnten<br />
nun die Schoten geknüpft werden. Für das<br />
Besansegel war es dazu noch erforderlich,<br />
eine „Umlenkung“ aus einem dünnen<br />
Alurohr herzustellen, um die Schot an die<br />
richtige Stelle zu bekommen. Diese tritt aus<br />
Platzgründen nicht unter Deck ans Freie,<br />
sondern an der Rückwand des hinteren Aufbaus,<br />
läuft von da aus dann über Deck und<br />
wird mit besagtem Rohr unter der hinteren<br />
Gräting umgelenkt. Vor einem Ventilator<br />
konnte ich dann die ersten Funktionstests<br />
durchführen, die zu meiner Zufriedenheit<br />
verliefen.<br />
Fahrerprobung<br />
Nun war das Modell soweit fertig, so dass<br />
es auf Jungfernfahrt gehen konnte. An diesem<br />
Tag herrschten jedoch nicht unbedingt<br />
ideale Bedingungen, um eine neues Segelboot,<br />
noch dazu ein so kleines, zu testen:<br />
Es herrschten gut 3 Bft., in Böen auch mehr,<br />
mit einer Welle von gut 5 cm und mehr. Ich<br />
konnte aber doch ein kleines, geschützteres<br />
Fleckchen finden und schnell zeigte sich,<br />
dass der Wind gar nicht so das Problem<br />
war. Kein Wunder, die winzige Segelfläche<br />
knapp über der Wasseroberfläche bietet<br />
auch kaum Angriffsfläche. Viel problematischer<br />
waren die Wellen. Diese brachten<br />
das kleine Modell mit seiner geringen Masse<br />
<strong>im</strong>mer wieder sehr schnell komplett zum<br />
36 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Detailaufnahme des Segelverstellservos und der<br />
Mastfußaufnahme des Großmastes<br />
Blick auf die Fernsteuerung bei aufgeklapptem Deck. Im Rumpf<br />
(v. l. n. r.) Akku, Motor, Drehzahlsteller. Unter Deck (v. l. n. r.) Segelverstellservo,<br />
Empfänger, Ruderservo<br />
Stehen. Es zeigte sich aber, dass die Kielposition<br />
st<strong>im</strong>mte und auch das Gewicht des<br />
Kiels ausreichend war.<br />
An einem anderen Tag ging es sozusagen<br />
an das „Hausgewässer“ um die Ecke,<br />
die sogenannte Obertrave am Rande von<br />
Lübecks Altstadtinsel. Die Trave fließt hier<br />
mit sehr geringer Geschwindigkeit und<br />
ist durchaus geeignet für kleinere Ausflüge<br />
dieser Art. Aufgrund von Freizeit- und<br />
Fahrgastschifffahrt muss man aber die<br />
Augen offen halten. Bei wenig Wind und<br />
entsprechend wenig Welle zeigte sich ein<br />
unkompliziert segelndes kleines Schiffchen<br />
mit guter Wasserlage, das durchaus auch<br />
mal eine kräftige Böe verträgt und dabei<br />
auch gut in Fahrt kommt. Das Ruder hätte<br />
vielleicht etwas größer geraten können –<br />
hier werde ich noch einmal nacharbeiten –,<br />
um auch bei weniger Geschwindigkeit etwas<br />
besser durch die Wende zu kommen.<br />
Aber mit kurzzeitigem Einsatz des Motors<br />
lässt sich auch das gut bewältigen. Nachdem<br />
ich während des Baus <strong>im</strong>mer wieder<br />
zweifelte, ob der Motor mitsamt Steller<br />
Ruderansteuerung und Umlenkung<br />
der Besanschot<br />
Technische<br />
Daten<br />
Maßstab 1:60<br />
Länge Rumpf<br />
290 mm<br />
Länge ü. a.<br />
390 mm<br />
Breite:<br />
93 mm<br />
Höhe Großmast ü. Deck 286 mm<br />
Segelfläche ca.<br />
500 cm²<br />
Gesamtgewicht<br />
344 g<br />
Gewicht Kiel<br />
105 g<br />
Länge Kielflosse<br />
110 mm<br />
nicht vergeudetes Gewicht bzw. vergeudeter<br />
Platz ist, haben sich <strong>im</strong> Fahreinsatz<br />
bereits die Vorteile gezeigt. Gerade bei<br />
wenig Wind kommt das Modell durch sein<br />
geringes Gewicht sehr schnell zum Stehen,<br />
so dass man mit dem Motor schnell<br />
reagieren kann, wenn einem ein anderes<br />
Boot mal zu nahe kommt oder die Wellen<br />
der oben erwähnten Fahrgastschiffe „abgeritten“<br />
werden müssen.<br />
Fazit<br />
Alles in allem hat mir der Bau dieses kleinen<br />
Modells sehr viel Freude bereitet. Anfangs<br />
war da einfach nur der Reiz und die<br />
Herausforderung, ob es überhaupt möglich<br />
ist, dieses kleine Schiffchen ferngesteuert<br />
segelbar zu bauen. Dass daraus dann auch<br />
ein Modell entstanden ist, welches absolut<br />
auch als Standmodell bestehen kann, erfreut<br />
mich umso mehr. Trotz der geringen<br />
Größe (oder gerade deswegen) erregt man<br />
damit doch einiges an Aufsehen unter den<br />
Modellbaukollegen am See.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 37
VERSCHIEDENES<br />
anz in der Nähe meiner<br />
Modellbauwerkstatt liegt<br />
ein Weiher, auf dem ich<br />
ab und zu meine Schiffe<br />
fahren lasse. Leider geht<br />
das nur <strong>im</strong> Frühjahr, denn <strong>im</strong><br />
Laufe des Sommers wächst das Gewässer<br />
bis dicht unter die Wasseroberfläche mit<br />
allen möglichen Wasserpflanzen zu und<br />
erinnert dann stark an eine Sumpflandschaft<br />
… Aber Moment mal: Vor etlichen<br />
Da die ersten Sumpfgleiter noch keine Auspuffschalldämpfer<br />
hatten, waren sie meilenweit<br />
zu hören, aber auch die Propeller waren<br />
eine Lärmquelle. Mittlerweile werden in den<br />
USA nur noch <strong>Airboat</strong>s mit Schalldämpfern<br />
und mehrflügeligen Propellern, sogenannten<br />
„Fans“ zugelassen. Fan könnte man mit<br />
Flügelrad übersetzen und manche <strong>Airboat</strong>s<br />
haben Flügelräder mit bis zu 16 Blättern.<br />
Streng genommen sind es aber zwei Fans<br />
mit jeweils 8 Blättern, die über ein spezielles<br />
Getriebe gegenläufig auf einer Welle laufen,<br />
um so das Drehmoment zu neutralisieren.<br />
Besagte Fans an den Originalen bestehen<br />
natürlich auch nicht mehr aus Holz, sondern<br />
heutzutage aus Carbon.<br />
Stefan Reuthlinger<br />
Jahren hatte ich doch <strong>im</strong> Rahmen einer<br />
USA-Reise auch <strong>Florida</strong> besucht und war<br />
dort natürlich auch in den ausgedehnten<br />
Sumpfgebieten der Everglades unterwegs.<br />
Dort machte ich Bekanntschaft mit einem<br />
Schiffstyp, der hauptsächlich für die dortigen<br />
Verhältnisse entwickelt worden war,<br />
nämlich dem „<strong>Airboat</strong>“, bei uns eher als<br />
Sumpfboot oder Sumpfgleiter bekannt.<br />
Laut Wikipedia wurde das erste <strong>Airboat</strong> <strong>im</strong><br />
Jahre 1905 von Graham Bell (richtig, dem<br />
Erfinder des Telefons) und seinem Team<br />
entwickelt, um verschiedene Antriebsmotoren<br />
und Propeller zu testen. Ein Kollege<br />
von Graham Bell, Glenn Curtis, ein bekannter<br />
Flugzeugentwickler, hat dann <strong>im</strong><br />
Jahr 1920 das erste <strong>Airboat</strong> in <strong>Florida</strong> angemeldet.<br />
Er nannte es „Curtiss Scooter“<br />
und dieses Fahrzeug verfügte noch über ein<br />
geschlossenes Cockpit.<br />
Daraus entwickelte sich nach und nach<br />
ein offener Schiffstyp mit flachem Boden,<br />
angetrieben von einem Flugzeug- oder<br />
Automotor mit einem zweiflügeligen Druckpropeller.<br />
Diese Originalfotos dienten mir als<br />
Konstruktionsbasis<br />
<strong>Airboat</strong>s gibt es in den verschiedensten<br />
Größen von 12 Fuß (ca. 4 m) für 2–3 Personen<br />
bis zum Ausflugsboot für Sightseeing-Touren<br />
für ca. 20 Personen.<br />
Mittlerweile werden sie auch <strong>im</strong>mer häufiger<br />
für Rettungszwecke eingesetzt, so<br />
z. B. bei der Evakuierung des überfluteten<br />
New Orleans nach dem Durchzug des<br />
Hurrikans Catrina. Die vier Krankenhäuser<br />
<strong>im</strong> Zentrum mit mehr als 3.000 Patienten<br />
nebst Personal wurden von 30 <strong>Airboat</strong>s in<br />
36 Stunden geräumt. Ob Sumpf, Wasser,<br />
Eis oder Schnee, <strong>Airboat</strong>s können überall<br />
eingesetzt werden, sogar kürzere Strecken<br />
über festes Land können bewältigt werden.<br />
Das Modell<br />
Als Bauunterlage verfügte ich nur über<br />
sieben Fotos die ich seinerzeit in <strong>Florida</strong><br />
von einem Original-<strong>Airboat</strong> gemacht hatte.<br />
Mit ihnen versuchte ich ein Verhältnis von<br />
Länge zu Breite und Breite zu Höhe zu<br />
ermitteln. Daraus und nach Angaben und<br />
Fotos <strong>im</strong> Internet zeichnete ich mir einen<br />
38 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
einfachen Plan, nach dem ich dann ein<br />
pr<strong>im</strong>itives Modell aus Styropor und Karton<br />
baute, um die Proportionen des Modells<br />
endgültig festzulegen. Danach zeichnete<br />
ich den Plan ins Reine. Ich möchte allerdings<br />
bemerken, dass mein Plan keinesfalls<br />
etwas mit „Scale“ zu tun hat, er sollte<br />
nur ein Denkanstoß für den Bau sein. Der<br />
Rumpf besteht aus billigem, dreischichtigem<br />
Sperrholz. Für die Wölbung am Bug<br />
benutzte ich zwei 1,6 mm starke Furnierstreifen,<br />
die in Form miteinander verklebt<br />
wurden. Die seitlichen langen Kästen<br />
dienen der Versteifung des Rumpfes und<br />
als Auftriebskörper. Anschließend wurde<br />
der Kasten mit Glasgewebe und Epoxi<br />
überzogen, dadurch wird er sehr stabil.<br />
Schließlich wird ein <strong>Airboat</strong> <strong>im</strong> Hinblick auf<br />
Das erste einfache Probe-Modell<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 aus Styropor und Karton<br />
39
Der Rumpf entsteht<br />
die Belastung des Rumpfbodens viel mehr<br />
gefordert als ein normales Schiffsmodell.<br />
Den Metallkäfig, in dem sich der Motor plus<br />
Propeller befinden, habe ich aus 4-mm-<br />
Messing- und 4-mm-Kupferrohr zusammen<br />
gelötet. Alle gebogenen Rohre bestehen<br />
aus Kupfer (Regner Dampftechnik), das<br />
sich sehr leicht biegen lässt. Am besten<br />
biegt man die Rohre über einer Sperrholzschablone.<br />
An dem Metallkäfig ist auf den<br />
Originalen auch noch ein feinmaschiges<br />
Metallgitter befestigt. Da ich solches für<br />
mein Modell nicht auftreiben konnte, habe<br />
ich auf die Montage aber verzichtet.<br />
In dem mittleren, langen, L-förmigen Kasten<br />
befinden sich LiPo-Akku, Empfänger<br />
und Drehzahlregler, daneben dient der<br />
Kas ten als Stütze des Motorträgers. Auch<br />
der Motorträger aus 3-mm-Alu ist L-förmig<br />
und am Boden verschraubt. Nach vorne<br />
wird er zusätzlich durch vier 6-mm-Messingrohre<br />
abgestützt. Diese Stützen sind<br />
sehr wichtig, da der Motor sonst instabil<br />
wird und „flattert“.<br />
Schutzkäfig mit Motorhalterung und<br />
Motor, hier mit 4-Blatt-Prop<br />
Als Motor kam für mich aus Geräuschgründen<br />
nur ein Elektromotor in Frage. Ich hatte<br />
noch einen AXI 2820/10 Brushless-Außenläufer<br />
von einem abgestürzten Flugmodell<br />
zur Verfügung, ebenso einen passenden<br />
70-A-Brushlessregler. Als Akku kommt ein<br />
3s-LiPo mit 3200 mAh zum Einsatz.<br />
Jetzt fehlte eigentlich „nur“ noch der Propeller.Wie<br />
man auf den Originalfotos sehen<br />
kann, ist der Propeller des <strong>Airboat</strong>s<br />
an einer Kante mit Metall beschlagen,<br />
offensichtlich um Beschädigungen durch<br />
Äste usw. zu vermeiden. Es handelt sich,<br />
von hinten gesehen, um einen gegen den<br />
Uhrzeigersinn drehenden Druckpropeller.<br />
Da er sich zur Nabe und zu den Flügelspitzen<br />
hin kaum verjüngt, hat er auch kaum<br />
noch Ähnlichkeit mit einem herkömmlichen<br />
Flugzeugpropeller.<br />
So einen Propeller gibt’s <strong>im</strong> Modellbaubereich<br />
meines Wissens nicht zu kaufen. Also<br />
war Selbermachen angesagt. Den ersten,<br />
dem Original nachempfundenen Propeller,<br />
stellte ich aus sechsfach verle<strong>im</strong>tem 8-mm-<br />
Sperrholz her. Das war einfacher, als ich<br />
gedacht hatte:<br />
Die Form des Props auf Karton zeichnen,<br />
auf die Sperrholzplatte übertragen, aussägen,<br />
die Mitte festlegen, auf einer Ständerbohrmaschine<br />
ein 6-mm-Loch bohren,<br />
von einem 6-mm-Messingrohr eine Hülse<br />
absägen, dann die Hülse mit Sekundenkleber<br />
festkleben. Der Innendurchmesser<br />
von 5 mm passt genau auf die Motorwelle.<br />
Danach habe ich die Blätter in Handarbeit<br />
grob in Form geraspelt und dann auf einem<br />
Tischbandschleifer fein geschliffen. Anschließend<br />
muss der Prop ausgewuchtet<br />
werden, dazu später mehr.<br />
Obwohl der Prop wunderbar funktioniert<br />
und auch Vollgas problemlos aushält, habe<br />
ich auf Dauer kein Vertrauen zu dem Fertigsperrholz.<br />
Also habe ich mir noch zwei<br />
weitere Props, einen breiten und einen etwas<br />
schmäleren, aus Buchenholz gebaut:<br />
Aus 3-mm-Buchenbrettchen vier Latten sägen,<br />
mit Epoxi verkleben, <strong>im</strong> Schraubstock<br />
pressen, über Nacht aushärten lassen, Mitte<br />
festlegen, Loch bohren, usw.<br />
Diese zwei Propeller sind etwa 10 mm stark,<br />
haben dadurch eine größere Steigung und<br />
sind wegen des Buchenholzes steifer und<br />
damit auch etwas lauter. Nicht, dass mich<br />
das Geräusch störte, <strong>im</strong> Gegenteil, der<br />
Sound ist gut, aber trotzdem dachte ich jetzt<br />
über Mehrblattpropeller nach. Also musste<br />
Selbstbau-Propeller müssen<br />
ausgewuchtet werden<br />
ein 4-Blatt-Prop her.Diesmal fertigte ich ein<br />
Mittelstück aus 3-mm-Flugzeugsperrholz<br />
und klebte daran die Buchenholzlatten.<br />
Damit sich die Blätter nicht selbstständig<br />
machen können, werden sie von zwei verschraubten<br />
Metallscheiben zusammengehalten.<br />
Dieser Prop ist etwa 8 mm stark, hat<br />
dadurch weniger Steigung, ist leiser, bringt<br />
aber mehr Schub als ein zweiblättriger und<br />
sieht einfach toll aus.<br />
Mutig geworden, machte ich mich an den<br />
Bau eines 8-Blatt-Props, um mich den Vor-<br />
40 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Fast schon fertig<br />
Der 8-Blatt-Prop <strong>im</strong> Bau<br />
bildern noch mehr anzunähern. Bei einem<br />
8-Blatt-Prop werden die einzelnen Blätter<br />
deutlich schmäler. Waren es be<strong>im</strong> vierblättrigen<br />
noch 30 mm Blattbreite, so waren es<br />
jetzt nur noch 18 mm. Wieder fertigte ich zuerst<br />
ein Mittelstück an, an dem die Blätter<br />
verklebt werden. Jetzt erst zwei gegenüberliegende<br />
Blätter verkleben, dann <strong>im</strong> rechten<br />
Winkel die zwei nächsten, so dass erst<br />
einmal ein 4-Blatt-Prop entsteht. Dann die<br />
anderen vier Blätter dazwischen einpassen.<br />
Vor der Benutzung müssen die Propeller<br />
aber ausgewuchtet werden. Entweder besorgt<br />
man sich eine handelsübliche Propeller-Waage,<br />
oder man baut sich selber ein<br />
Gestell aus Sperrholz (siehe Foto). Oben<br />
werden Schlitze eingesägt, in die man Teppichmesserklingen<br />
mit der Schneide nach<br />
oben einklebt. Nun wird eine Achse aus<br />
5-mm-Rundmessing durch die Hülse der<br />
Props geschoben und das Ganze auf die<br />
Schneiden aufgelegt. So ist ein sehr feinfühliges<br />
Auswiegen möglich. An dem Blatt,<br />
das sich nach unten dreht, wird vorsichtig<br />
Material abgeschliffen. Das wiederholt man<br />
so lange, bis der Propeller in jeder Position<br />
ruhig liegen bleibt, ohne sich selbsttätig zu<br />
drehen.<br />
Fah rerprobu ng<br />
Der 8-Blatt-Prop bringt noch etwas mehr<br />
Schub als sein vierblättriger Kollege. Im<br />
Fahrbetrieb hört man fast nur noch den Motor,<br />
vom Propeller ist nur noch ein „Schwirren“<br />
zu hören. Schon bei Halbgas kommt<br />
das Modell ins Gleiten, trotz des relativ hohen<br />
Gewichts von 3,4 kg. Bei Vollgas wird’s<br />
schwierig das Modell zu steuern: Schon die<br />
geringste Richtungsänderung bewirkt, dass<br />
sich das Modell schlagartig dreht, dabei<br />
praktisch stehen bleibt und von der eigenen<br />
Welle Wasser übern<strong>im</strong>mt. Daraufhin habe<br />
ich am Heck zwei Flossen, die etwa 3 cm<br />
tief ins Wasser reichen, angebracht. Diese<br />
stecken in Führungsröhrchen und können<br />
mit Stellringen mittels Madenschrauben fixiert<br />
werden. Jetzt fährt das Modell wie auf<br />
Schienen. Bei Bedarf (Sumpfgebiet) können<br />
die Flossen entfernt werden.<br />
Es macht wahnsinnig Spass mit diesem <strong>Airboat</strong><br />
auf einem See herum zu heizen. Kein<br />
Wunder also, dass schon das nächste <strong>Airboat</strong><br />
in meinem Kopf herumspukt. Wer neugierig<br />
ist, was das wohl sein wird, der gibt<br />
einmal auf google den Suchbegriff „Arctic<br />
<strong>Airboat</strong>“ ein …<br />
Bei den Probefahrten fiel aber das Fehlen<br />
eines entsprechenden Steuermanns negativ<br />
auf: Die beiden leeren Sitzschalen wirkten<br />
doch recht merkwürdig. Nach „ewiger“<br />
Suche nach einem passenden Piloten wurde<br />
ich dann in unmittelbar Nachbarschaft,<br />
sprich an meinem Wohnort fündig: In einer<br />
hiesigen Holzschnitzerei fand ich eine entsprechende<br />
Figur, die nur noch ein wenig<br />
umgestaltet werden musste, um statt in<br />
einer Weihnachts-Krippe auch auf dem <strong>Airboat</strong><br />
eine gute Figur zu machen.<br />
Der zukünftige Fahrer hat Platz genommen.<br />
Noch sieht er allerdings sehr nach<br />
Passionsspieler aus …<br />
Das Modell lässt<br />
sich aus voller Fahrt<br />
auf engstem Raum<br />
herum werfen!<br />
… aber das lässt sich ja ändern! Jetzt<br />
fehlt nur noch die Bekleidung<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 41
MOTORSCHIFFE<br />
Serie: Wachboote der Volksmarine<br />
Bild 1: MAB 14/GSB 14 in Fahrt. Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 3: MAB als<br />
Kontrollboot der Bundesmarine.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 2: MAB 14 als Ausflugsschiff.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Dr. G. Miel<br />
Wachboote für die Bin<br />
D<br />
ie in der Reihe Wachboote der Volksmarine<br />
bisher vorgestellten Einheiten<br />
dienten ausschließlich der Überwachung<br />
der Seegrenze der DDR durch die<br />
Grenzbrigade Küste der Volksmarine. Da<br />
die DDR jedoch auch an der Elbe, Oder und<br />
auf den Seen rund um Berlin eine Grenze<br />
auf Binnengewässern hatte, musste diese<br />
ebenfalls mit geeigneten Booten überwacht<br />
werden. Diese Kontrolle des grenzüberschreitenden<br />
Personenverkehrs war, wie<br />
in jedem Staat, Sache der Grenzpolizei.<br />
Neben der Grenzpolizei der DDR gab es<br />
auf den Binnengewässern noch die Wasserschutzpolizei,<br />
den Zoll und den Wasserrettungsdienst<br />
sowie andere staatliche und<br />
betriebliche Einrichtungen, die ihre spezifischen<br />
Aufgaben hatten und ebenfalls über<br />
entsprechende Boote verfügten. Die <strong>im</strong> Folgenden<br />
vorgestellten Bootstypen waren bei<br />
der Grenzpolizei als Wachboote <strong>im</strong> Dienst,<br />
man fand die gleichen Bootstypen jedoch<br />
auch bei den anderen genannten Einrichtungen<br />
und Dienststellen. Bei der Volksmarine<br />
dienten sie als Verkehrs- und Kommandantenboote<br />
sowie zur Kontrolle der<br />
Boddengewässer und Hafenzufahrten. Sie<br />
konnten aber auch leichtere Bergungs- und<br />
Schleppaufgaben übernehmen. Die vorgestellten<br />
Einheiten sind nur eine Auswahl mit<br />
dem Schwerpunkt Wachboote der Grenzpolizei.<br />
In Wirklichkeit war die Typenvielfalt<br />
wesentlich größer, allein bedingt durch den<br />
Zeitraum von ca. 40 Jahren. Diese Feststellung<br />
ist auch mit dem Blick auf Deutschland<br />
in der Zeit unmittelbar nach dem Krieg zu<br />
sehen. Alle staatliche Macht, auch die polizeiliche,<br />
lag damals in den Händen der<br />
jeweiligen Besatzungsmacht. Für das Gebiet<br />
der DDR war dies die Sowjetunion.<br />
Erst nach und nach übergaben die Besatzungsmächte<br />
die Polizeigewalt wieder in<br />
deutsche Hände. Dazu mussten auf dem<br />
Gebiet der DDR entsprechende Strukturen<br />
geschaffen und mit Material sowie Personal<br />
ausgestattet werden. Nun aber zu den<br />
Boots typen, die als Wachboote genutzt<br />
wurden. Leider kann der Autor dabei das<br />
bisher vorgegebene Prinzip, nämlich Vorbild<br />
und Modell vorzustellen, nur zum Teil erfüllen.<br />
Trotz Auffinden von geeigneten Modellbauplänen<br />
waren entsprechende Modelle<br />
nämlich leider nicht aufzustöbern. Falls der<br />
eine oder andere Leser über Informationen<br />
oder über Bildmaterial von Modellen der<br />
hier vorgestellten Schiffstypen verfügt, wäre<br />
der Autor sehr an entsprechenden Mitteilungen<br />
interessiert (Kontaktaufnahme über<br />
die Redaktion).<br />
Bild 5: Generalplan des<br />
MAB 14 vom Typ 407.<br />
Quelle: modellbau heute<br />
Heft 6/1982, Beilage<br />
42 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Der Motor verleiht dem Boot eine Marschgeschwindigkeit<br />
von 8,5 kn bei einem Fahrtbereich<br />
von 600 km. Als Schulboot MAB 14<br />
ist es mit 10 Schlafplätzen ausgerüstet und<br />
kann 15 Personen befördern.<br />
Technische Daten Typ 407/KB 14<br />
Bild 4: MAB 14 als B 32,<br />
Kontrollboot der Bundesmarine.<br />
Quelle: www.ddrbinnenschifffahrt.de<br />
Länge üa 14,55 m<br />
Breite üa 3,97 m<br />
Verdrängung 18,24 t<br />
Antrieb 1 x Dieselmotor 6 VD<br />
14,5/12, 103 kW (140 PS)<br />
Geschwindigkeit Marschfahrt 8,5 kn<br />
(15,8 km/h), max. 9,5 kn<br />
Bewaffnung keine<br />
Besatzung 2 Mann<br />
Fahrgäste 25 Personen <strong>im</strong> Langstreckenverkehr<br />
45 Personen <strong>im</strong> Kurzstreckenverkehr<br />
(≤ 2 km)<br />
Das Boot ist mit entsprechender Ausrüstung<br />
(Schlepprolle am Heck, Schlepphaken,<br />
Zugkraft bis 1 t) auch zum Schleppen<br />
kleinerer Boote geeignet.<br />
nengewässer<br />
Kontrollboot MBK 14<br />
Das Kontrollboot mit der Bezeichnung MBK<br />
14 (Motorbarkasse Baureihe 407) wurde<br />
auf der Yachtwerft Berlin hergestellt. In der<br />
Zeit von 1976 bis 1981 lieferte die Werft 71<br />
Einheiten in zwei Serien aus (Bild 1). Die<br />
Volksmarine/Grenzbrigade Küste (Ministerium<br />
für Nationale Verteidigung) erhielt 41<br />
Stück, die Grenzpolizei sechs Stück (Ministerium<br />
für Staatssicherheit).<br />
Weitere Einheiten gingen als MAB 14 (Motorausbildungsboot)<br />
an die GST (Gesellschaft<br />
für Sport und Technik), an die Seereederei<br />
in Rostock, an die Bagger- und<br />
Bugsier- und Bergungsreederei Rostock,<br />
Bild 6: Spantenriss des MAB 14.<br />
Quelle: modellbau heute Heft 6/1082, Beilage<br />
an den Seehydrographischen Dienst u. a.<br />
Es war folglich ein recht vielseitig einsetzbarer<br />
Schiffstyp. Infolge der robusten Bauweise<br />
aus Stahl mit leichten Aufbauten aus<br />
seewasserbeständigem Aluminium waren<br />
die Boote bei entsprechender Pflege auch<br />
langlebig. Etliche Einheiten wurden nach<br />
1990 verkauft und leicht umgebaut privat<br />
weiter betrieben (Bild 2) oder von staatlichen<br />
Stellen der Bundesrepublik Deutschland<br />
übernommen (Bilder 3 und 4).<br />
Betrachtet man den Generalplan des Typs<br />
407 (Bilder 5 und 6), hier als Modellbauplan<br />
für ein MAB 14, so ist sofort zu erkennen,<br />
dass es sich um ein Verdrängerboot<br />
in Rundspantbauweise handelt. Es wird<br />
folglich kein schnelles Boot sein. Das breite<br />
Vordeck gibt ihm schon fast den<br />
Charakter einer Motoryacht. Steuerhaus<br />
und Kajüte sind aufgesetzt, die<br />
offene Plicht kann mit festem Dach<br />
und festen Seitenwänden verschlossen<br />
und damit wetterfest gemacht<br />
werden. Die Rumpfkonstruktion mit<br />
stark ausfallendem Vorschiff verhindert<br />
zu starkes Eintauchen bei Seegang<br />
und macht damit das Boot auch<br />
bedingt rauwasserfest bis Windstärke<br />
5 und Seegang 4. Der Rumpf aus<br />
Schiffbaustahl ermöglicht zudem das<br />
Fahren in gebrochenem Eis auf Binnen-<br />
und Boddengewässern. Angetrieben<br />
wird der Typ 407 von einem<br />
Dieselmotor 6 VD 14,5/12 mit einer<br />
Dauerleistung von 103 kW (140 PS).<br />
Modellnachbau<br />
Für den Modellnachbau veröffentlichte<br />
Reiner Wachs in der Zeitschrift „modellbau<br />
heute“ Heft 6/1982 den verkleinerten Modellbauplan<br />
als Beilage mit Einzelteilzeichnungen.<br />
Die am Spantenriss (Bild 6) angegebenen<br />
Spantabstände von 63,5 mm<br />
beziehen sich auf einen Modellmaßstab<br />
von 1:20. Damit erhielte man eine Modelllänge<br />
von 728 mm, der Maßstab von 1:15<br />
ergäbe eine Modelllänge von 970 mm.<br />
In beiden Fällen also ein handliches und<br />
transportfreundliches Modell. Der Bauplan<br />
wurde für den Schiffsmodellnachwuchs gezeichnet.<br />
Er ist bei vielen kleinen Details<br />
folglich stilisiert. Wer be<strong>im</strong> Modellnachbau,<br />
vor allem bei größeren Maßstäben,<br />
auf diese Details Wert legt, der sollte sich<br />
ein solches Schiff oder ein vergleichbares<br />
<strong>im</strong> Original ansehen und dann Dinge wie<br />
Steckdosen, Schalter, Kabel und ähnliches<br />
hinzufügen. Zur Farbgebung so viel: Die<br />
Wachfahrzeuge hatten ein grünes Unterwasserschiff,<br />
die Bordfläche über Wasser<br />
war hellgrau. Die MAB 14 der GST hatten<br />
über Wasser einen elfenbeinfarbenen Anstrich.<br />
Das Deck besaß einen mattgrünen<br />
rutschfesten Anstrich, ebenso der Fußboden<br />
in der Plicht und <strong>im</strong> offenen Teil des<br />
Steuerhauses. Schwarz waren die Scheuerleiste,<br />
die Handläufe, Anker, Poller,<br />
Deckskante über der Scheuerleiste und<br />
der Führungsbock für die Schleppleine.<br />
Die Fensterrahmen bestanden aus Aluminium,<br />
falls lackiert, dann farblos. Eine<br />
Persenning, Farbe Mittelgrau, verbindet die<br />
Plichtabdeckung mit dem Ruderhaus. Der<br />
Eingang zum Ruderhaus in der Persenning<br />
kann hochgerollt werden. Wenn das Modell<br />
als Wachboot gebaut werden soll, ist auf<br />
die besondere Ausstattung zu achten: Radargerät,<br />
Scheinwerfer, Lautsprecher auf<br />
dem Ruderhaus, Lichterführung sowie Art<br />
des Ankers.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 43
Bild 7: GSB 12 vom Typ 406 als G 51 <strong>im</strong> Grenzdienst.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 10: GSB 12 aufgelegt.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 9: Ex-GSB 12 <strong>im</strong> Dienst des THW auf einem<br />
Hafenfest in Hamburg.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 11: Ex-GSB 12 als Hafenbarkasse in Amsterdam.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Grenzboot Baureihe GSB 12/ Typ 406<br />
Der Typ 407 als Kontrollboot hatte mit seiner<br />
doch recht hohen Transportkapazität von 25<br />
Personen (kurzfristig 45) und der geringen<br />
Geschwindigkeit für Grenzkontrollaufgaben<br />
und polizeiliche Kontrollen seine Spezifik.<br />
Gerade bei der Erfüllung polizeilicher Aufgaben<br />
und der Grenzkontrolle kommt es in<br />
vielen Fällen aber auch auf dem Wasser auf<br />
entsprechend hohe Geschwindigkeiten an.<br />
Unter diesem Aspekt ist sicher die Indienststellung<br />
des Bootstyps Grenzboot GSKB<br />
12/Typ 406 zu sehen, der in gewissem<br />
Sinne den Typ 407 MBK 14 ablösen bzw.<br />
ergänzen sollte. Von der Yachtwerft Berlin<br />
wurden 1975 bis 1977 vom Typ GSB 12<br />
21 Einheiten in zwei Serien hergestellt. 10<br />
Einheiten gingen 1975 zur Grenzsicherung<br />
um Berlin (G 21 bis G 30); die zweite Serie<br />
ging 1977 zur Grenzsicherung an die<br />
Unterelbe zu den Bootskompanien Dömitz<br />
und Boizenburg, Kennung G 10, G 41 bis<br />
G 49 und G 51 (Bild 7). Im Unterschied<br />
zum Typ 407/MBK 14 ist der Typ 406/GSB<br />
12 als schnelles Gleitboot konstruiert. Der<br />
Bootskörper besteht aus Schiffbaustahl, die<br />
Aufbauten aus Aluminium. Das Boot ist für<br />
Haffgewässer und Binnengewässer entworfen,<br />
daher auch gegen Salzwasser beständig<br />
und bei leichtem Seegang einsetzbar.<br />
Ferner ist die Außenhaut für die Fahrt <strong>im</strong> Eis<br />
bis 3 cm und <strong>im</strong> gebrochenen Eis bis 10 cm<br />
entsprechend verstärkt. Das Boot verfügt<br />
über einen inneren geschlossenen Fahrstand<br />
und einen zweiten oberen offenen<br />
Fahrstand. Die Scheiben sind schusssicher.<br />
Auf dem Kajütdach befinden sich ein Lautsprecher,<br />
ein starker Scheinwerfer und der<br />
Radarbalken (Bild 8). Zur Ausrüstung gehören<br />
ferner Echolot, Blaulicht und Martinshorn,<br />
eine selbstaufblasende Rettungsinsel,<br />
Rettungsringe und eine leistungsfähige<br />
Sprechfunkanlage (R 109 M).<br />
Technische Daten GSB 12/Typ 406<br />
Länge<br />
Breite<br />
Verdrängung<br />
Antrieb<br />
Geschwindigkeit<br />
Bewaffnung<br />
Besatzung<br />
11,80 m<br />
2,87 m<br />
7,80 t<br />
1 x Dieselmotor DM 6 VD<br />
14,5-12, 103 kW/140 PS<br />
13,5 kn (25 km/h)<br />
Handfeuerwaffen<br />
(sMG K, 7,62 mm)<br />
3 Mann<br />
Nach 1990 wurden die noch erhaltenen<br />
Einheiten des Typs GSB 12 entweder an<br />
Bild 8: Generalplan des GSB 12 vom Typ 406.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 13: Generalplan Typ 066.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
44 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Bild 14: Grenzboot vom Typ 066 in Warteposition.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 12: Grenzboot Typ 066 in Fahrt.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 15: Grenzboot vom Typ 066 in Schleichfahrt.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 16: Grenzboote vom Typ 066 ohne<br />
Radar, aufgelegt zum Verkauf.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
staatliche Institutionen der Bundesrepublik<br />
Deutschland wie z. B. das THW abgegeben<br />
(Bild 9) oder an private Nutzer verkauft (Bild<br />
10). Einige Einheiten fanden sogar <strong>im</strong> Ausland<br />
Abnehmer. So fährt ein Ex-GSB 12 als<br />
Hafenbarkasse <strong>im</strong> Hafen von Amsterdam<br />
(Bild 11). Unter dem Aspekt Geschwindigkeit<br />
hat ein Freizeitkapitän der heutigen Zeit<br />
für die vom Typ GSB 12 erreichten 13,5<br />
kn bzw. 25 km/h natürlich nur ein müdes<br />
Lächeln übrig. Die Bootswerften der DDR<br />
konnten jedoch, wenn es um schnelle Boote<br />
ging, auch ganz anders.<br />
Grenzsicherungsboot Typ 066<br />
Die Grenztruppen bzw. die Grenzpolizei der<br />
DDR erhielten mit dem Typ 066 ab 1966<br />
eine größere Serie schneller Gleitboote<br />
für den Einsatz auf Binnengewässern (Bild<br />
12). Bei dem Typ 066 handelt es sich um<br />
ein schnelles Gleitboot für Glattwasser, das<br />
mit max<strong>im</strong>al 35 kn/65 km/h doch recht flink<br />
unterwegs war. Das Boot wurde auf der<br />
Schiffswerft Rechlin als geschweißte Alukonstruktion<br />
gebaut. Diese Werft hatte mit<br />
der Verarbeitung von seewasserfestem Aluminium<br />
ebenso umfangreiche Erfahrungen<br />
wie auch be<strong>im</strong> Bau schneller Boote. Auf<br />
der Schiffswerft Rechlin wurde auch der<br />
Bootskörper des Kleinen Torpedoschnellbootes<br />
(KTS) vom Typ 131 LIBELLE als<br />
geschweißte Aluminiumkonstruktion für den<br />
Einsatz auf der Ostsee gebaut. Die LIBELLE<br />
lief bei ruhiger See <strong>im</strong>merhin 48 kn/89 km/h.<br />
Der Generalplan des Typs 066 (Bild 13)<br />
lässt den Sportbootcharakter auf den ersten<br />
Blick erkennen. Es handelt sich um eine<br />
Knickspantkonstruktion mit ausfallendem<br />
Vorsteven. Angetrieben wird das Boot von<br />
zwei Z-Antrieben Volvo Penta AQ 150/200<br />
später dann AQ 225/280. Mit der stärkeren<br />
Motorvariante war das Boot bis zu 65 km/h<br />
schnell. Eine weitere Besonderheit des Typs<br />
066 ist die Ausrüstung mit dem Importantrieb<br />
Volvo Penta. Damit war das Prinzip<br />
durchbrochen, für die Inlandproduktion bzw.<br />
Landesverteidigung keine Importe aus dem<br />
westlichen Ausland zu verwenden. Dem<br />
Boot wurden gute Fahr- und Manövriereigenschaften<br />
bescheinigt. Einige Exemplare<br />
gingen bereits zu DDR-Zeiten in den Export.<br />
Der Generalplan macht deutlich, dass<br />
der Einsatz der lenkbaren Z-Antriebe für<br />
ein solch <strong>im</strong> Grunde genommen kleines<br />
Boot eine vorteilhafte, weil platzsparende<br />
Konstruktion ergab. Die Mannschaft, in<br />
der Regel zwei Mann, hielt sich in der geschlossenen<br />
Kajüte auf, weitere Sitzplätze<br />
befanden sich in der Plicht. Der Vergleich<br />
mit den Fotos <strong>im</strong> Grenzeinsatz lässt erkennen,<br />
dass je nach Einsatzzweck die<br />
Ausstattung der Boote angepasst wurde.<br />
Außer der Variante als Grenzkontrollboot<br />
wurde auch die Variante Reedeverkehrsboot<br />
hergestellt. Diese Ausführung erhielt<br />
einen oberen offenen Fahrstand, Seitenschutzwände<br />
an der Plicht und trug keinen<br />
Radarbalken auf der Kajüte. Eigentlich<br />
sollte das GSB 066 mit Z-Antrieben aus<br />
eigener Produktion ausgerüstet werden.<br />
Es gelang der DDR-Industrie mangels Erfahrung<br />
und Kapazität aber nicht, die damit<br />
verbundenen Probleme zufriedenstellend<br />
zu lösen. Daher wurde auf die Volvo Penta-<br />
Antriebe zurückgegriffen. Die erste Serie<br />
war mit 6-Zyl.-V-Motoren mit 2 x 150 PS<br />
ausgestattet. Bei der ersten Modernisierung<br />
rüstete man mit 2 x 170 PS-Typen<br />
nach, in der zweiten Modernisierung dann<br />
mit 2 x 225 PS. Die dritte Ausführung erreichte<br />
dann auch die höchste Geschwindigkeit<br />
von über 60 km/h.<br />
Technische Daten GSB 066<br />
Länge üa 9,65 m<br />
Breite üa 3,20 m<br />
Verdrängung 4,3 t<br />
Antrieb 2 x Volvo Penta AQ 150/200<br />
mit je 150 PS<br />
ab 1979 2 x Volvo Penta AQ<br />
225/280 mit je 225 PS<br />
Geschwindigkeit 35 kn (65 km/h)<br />
Bewaffnung keine<br />
An die Grenztruppen der DDR gingen 74<br />
Einheiten des GSB 066. Die Farbgebung<br />
dieser Boote ist den Bildern zu entnehmen<br />
(Bilder 14 und 15). In der Dienstpraxis der<br />
Grenzkontrolle lagen die Boote zum größten<br />
Teil der Einsatzzeit vor Anker auf dem<br />
Fluss bzw. Grenzgewässer oder fuhren in<br />
langsamer Fahrt, Schleichfahrt genannt. Im<br />
Einsatz bei Nacht hatte das durchaus auch<br />
etwas mit „Anschleichen“ zu tun, zumal es<br />
sich bei den Volvo-Antrieben um sehr leise<br />
Maschinen handelte. Nach 1990 wurde mit<br />
der Auflösung der Grenzpolizei auch die<br />
Ausrüstung dieser Truppe verwertet, mit<br />
anderen Worten verkauft (Bild 16). Etliche<br />
Boote gingen an Käufer <strong>im</strong> Inland, andere<br />
fanden Käufer <strong>im</strong> Ausland (Bild 17).<br />
Bild 17: Typ 066 als privates Sportboot.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 45
Bild 21: Zum Verkauf aufgelegte<br />
Boote GSB 075. Quelle: www.ddrbinnenschifffahrt.de<br />
Bild 18: Typ 075 als Polizeiboot in Tschechien.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 19: GSB 075 in Warteposition <strong>im</strong> Grenzdienst.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Bild 22: Ex-GSB 075 als Boot der Malteser-Wasserrettung.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
Grenzsicherungsboot Typ GSB 075<br />
Als Nachfolgetyp für das GSB 066 wurden<br />
vom Typ 075 von der Schiffswerft Rechlin<br />
von 1974 bis 1984 insgesamt 89 Boote<br />
in fünf Varianten gebaut. Ein großer Teil<br />
dieser Produktion ging in den Export in<br />
die CSSR (Bild 18) und nach Afrika. Einsatzfähig<br />
waren die Boote allerdings erst<br />
ab 1977. Die Grenzpolizei und die Wasserschutzpolizei<br />
erhielten bis 1984 insgesamt<br />
50 Einheiten (Bild 19). Der Typ GSB 075<br />
hatte in etwa die technischen Daten des<br />
GSB 066. Beide Typen unterschieden sich<br />
in den Abmessungen kaum und in der Aufgabenstellung<br />
überhaupt nicht. Wenn man<br />
die Bilder vergleicht, erkennt man Unterschiede<br />
in der Gestaltung der Kajüte. Als<br />
weitere Unterschiede sind zu nennen: Der<br />
Typ 075 wurde komplett aus GfK <strong>im</strong> Handauflegeverfahren<br />
hergestellt, ein Verfahren,<br />
das dem Schiffsmodellbauer ja nicht<br />
unbekannt ist. Ferner erhielt dieser Typ<br />
nach jahrelanger Entwicklung endlich einen<br />
Z-Antrieb aus eigener Produktion. Der<br />
Autor sprach in den frühen 80er-Jahren<br />
einmal mit einem Bootsbauer, der meinte,<br />
dass der Z-Antrieb aus der DDR der<br />
Volvo-Konstruktion verblüffend ähnlich sei...<br />
Bild 20: Generalplan/Draufsicht des Typs 075.<br />
Quelle: www.ddr-binnenschiffahrt.de<br />
Zum Z-Antrieb gehört aber auch noch<br />
ein leichter, leiser und starker Motor. Und<br />
da gab es in der DDR nichts Passendes.<br />
Hilfe kam aus der Sowjetunion. Verwendet<br />
wurde letztendlich der 8-Zyl.-Motor der damaligen<br />
sowjetischen Staatskarossen ZIL<br />
vom Typ ZMZ 41 mit 140 PS. Da die ZIL-<br />
Motoren leistungsmäßig unter den Volvo-<br />
Motoren lagen und auch schwerer waren,<br />
fuhren die GSB 075 mit 45 bis 50 km/h auf<br />
dem Wasser auch ein Stück langsamer als<br />
die GSB 066.<br />
Als Planzeichnung vom Typ 075 fand<br />
der Autor lediglich die auf Bild 20 dargestellte<br />
Draufsicht. Sie lässt jedoch wesentliche<br />
Konstruktionsdetails erkennen.<br />
Die Platzaufteilung für Motorraum, Plicht,<br />
Kajüte und Vorschiff ist ähnlich der des<br />
Typs 066. Bemerkenswert ist die etwas<br />
eigenwillige Form des Decks am Bug.<br />
Der Vergleich mit den Fotos lässt erkennen,<br />
dass die eigentliche Form des Bugs<br />
mit dem stark ausfallenden Vorsteven wie<br />
be<strong>im</strong> Typ 066 erhalten blieb. Vielleicht versprach<br />
sich der Konstrukteur von dieser<br />
angespitzten Form des Decks weniger<br />
Beschädigungen des Rumpfes bei Anlegemanövern.<br />
Diese Decksform ist übrigens<br />
auch bei anderen Sportbooten aus dieser<br />
Zeit zu finden.<br />
Vielleicht ist sie<br />
auch nur ein<br />
Zugeständnis an<br />
eine Mode. Die<br />
GSB 075 waren<br />
ebenfalls mit<br />
Radar und zwei<br />
starken Scheinwerfern<br />
auf dem<br />
aus-<br />
Kajütdach<br />
gerüstet.<br />
Bild 23: GSB 075 <strong>im</strong> Grenzlandmuseum<br />
Schnackenburg. Quelle: www.grenzboot.nl<br />
Bild 24: Ex-GSB 075 als Freizeitboot in NL.<br />
Quelle: www.grenzboot.nl<br />
Bild 25: Ex-GSB 075 als Grenzboot in<br />
NL. Quelle: www.grenzboot.nl<br />
46 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Bild 26: Rumpfform des Typ 075, Boot<br />
aufgelegt. Quelle: www.grenzboot.nl<br />
Bild 32: GSB 075 in voller Fahrt an der Berliner Grenze.<br />
Quelle: www.grenzboot.nl<br />
Bild 27a: Rumpfansicht des Typs 075<br />
Bild 33: GSB 075 bei flotter Kurvenfahrt. Quelle: www.grenzboot.nl<br />
Bild 28: Rumpfansicht des Typs 075. Quelle:<br />
www.grenzboot.nl<br />
Bild 29b: Z-Antrieb, hochgeklappt. Quelle:<br />
www.grenzboot.nl<br />
Bild 27b: Rumpfansicht des Typs 075.<br />
Quelle: www.grenzboot.nl<br />
Bild 30: Blick auf das Vordeck des<br />
Typs 075. Quelle: www.grenzboot.nl<br />
Bild 31 links: Blick auf die Kajüte von<br />
achtern und auf die Einstiegstür.<br />
Quelle: www.grenzboot.nl<br />
Technische Daten GSB 075<br />
Länge üa 9,75 m<br />
Breite üa 3,20 m<br />
Motoren 2 x ZIL Typ ZMZ 41<br />
mit je 140 PS<br />
Geschwindigkeit 45 bis 50 km/h<br />
Bewaffnung keine<br />
Besatzung 2 Mann<br />
Mit dem Ende der DDR wurde der gesamte<br />
Bootsbestand an GSB 075 verkauft (Bild<br />
21). Einige Exemplare gingen an private Besitzer<br />
und die Wasserrettung <strong>im</strong> Inland (Bild<br />
22), etliche Exemplare wurden ins Ausland<br />
verkauft. Als Museumsexemplar befand<br />
sich ein GSB 075 auch <strong>im</strong> Freigelände des<br />
Grenzlandmuseums Schnackenburg (Bild<br />
23). Etliche Einheiten des GSB 075 gingen in<br />
die Niederlande, wo sie nicht nur für Freizeitzwecke<br />
(Bild 24), sondern auch <strong>im</strong> Grenzdienst<br />
(Bild 25) eingesetzt werden. Bei eventuellem<br />
Nachbauinteresse können wichtige<br />
Details für die Gestaltung von Rumpf und<br />
Deck bzw. Aufbauten den Bildern 26 bis 31<br />
entnommen werden. Dies ist eine wichtige<br />
Hilfe, da dem Autor ausführliche Planunterlagen<br />
für diesen Typ nicht zur Verfügung standen.<br />
Abschließend noch zwei Bilder (32 und<br />
33) die gewissermaßen Seltenheitswert besitzen:<br />
der Typ GSB 075 mit „Full Speed“ an<br />
der Berliner Grenze. Die meisten Bilder vom<br />
GSB 075 wurden auf der Internetseite www.<br />
Grenzboot.nl gefunden. Alle anderen Fotos<br />
der vorgestellten Schiffstypen stammen,<br />
wenn nicht eine andere Quelle angegeben<br />
ist, von der Internetseite www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />
. Dabei sind die ausgewählten<br />
Bilder nur ein kleiner Teil des dort veröffentlichten<br />
umfangreichen Bildmaterials. Suchen<br />
<strong>im</strong> Internet lohnt sich also auch bei diesem<br />
speziellen Thema.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 47
LADETECHNIK<br />
Dr. Ing.<br />
Joach<strong>im</strong><br />
Pelka<br />
Ausprobiert<br />
Bild unten:<br />
Bedienung über ein<br />
zweizeiliges Display<br />
und vier Tasten<br />
YUKI KARATE<br />
A<br />
ls Erbauer „normaler“ Schiffsmodelle<br />
und insbesondere von<br />
kleineren Segelbooten tut man<br />
sich mit der Vielfalt der am Markt<br />
erhältlichen Ladegeräte gern etwas schwer,<br />
sind diese doch häufig am Bedürfnis der<br />
Modellflieger, Rennbootfahrer oder RC-Car-<br />
Piloten ausgerichtet. Da horcht man natürlich<br />
auf, wenn etwas Kleines und Handliches neu<br />
auf dem Markt erscheint. Vor einiger Zeit wurde<br />
in der <strong>SchiffsModell</strong> das Yuki Karate B6<br />
AC/DC Dual Power angekündigt. Nicht lange<br />
danach stellte die Fa. RC-Station aus Barsbüttel<br />
bei Hamburg dem Autor ein solches<br />
Gerät zum Test zur Verfügung.<br />
Der erste Eindruck<br />
Das handliche Gerät kommt in einem silbernen<br />
Alugehäuse mit Kühlrippen und<br />
Abmessungen von 135 x 142 x 36 mm<br />
daher, Netz- und einige andere Kabel sind<br />
auch dabei. Als Bedienelemente gibt es vier<br />
Drucktasten und ein kleines, zweizeiliges<br />
Display. Ein Netzanschluss ist ebenso wie<br />
eine Buchse für die 12-V-Versorgung vorhanden,<br />
an den Seiten sind die Bananenbuchsen<br />
für den Ladeausgang, die Balancerbuchsen<br />
sowie eine Anschlussbuchse<br />
für den Anschluss eines optionalen Thermofühlers<br />
zu finden. Diese Buchse dient<br />
gleichzeitig als USB-Anschluss. Zur Nutzung<br />
dieses Anschlusses ist ein ebenfalls<br />
separat zu erwerbendes Adapterkabel mit<br />
zugehöriger Software nötig.<br />
Bei der ersten genaueren Betrachtung<br />
drängte sich be<strong>im</strong> Autor dann ein Verdacht<br />
auf: „Irgendwo hast Du so etwas doch<br />
schon mal gesehen …?“ Eine kurze Recherche<br />
bestätigte die Vermutung. Es handelt<br />
sich bei dem Gerät um einen Klon des<br />
Bantam BC6, das unter diversen Labeln wie<br />
z. B. IMAX, Dymond oder Voltcraft mit und<br />
ohne eingebautes Netzteil vertrieben wird.<br />
Die Straßenpreise der Dual Power-Variante<br />
können dabei je nach Anbieter schon ein-<br />
48 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
mal um den Faktor „2“ differieren. Damit ist<br />
das Gerät nun aber nicht wirklich neu und<br />
bei Recherchen <strong>im</strong> Internet findet man diverse<br />
positive und auch nicht ganz so positive<br />
Kommentare. Also ran ans Testen, vielleicht<br />
hat man ja <strong>im</strong> Detail verbessert.<br />
das Gerät bevorzugt für kleinere Akkus eingesetzt<br />
werden sollte. Die Abschaltspannungen<br />
in den Li-Entladeprogrammen sind<br />
für den Geschmack des Autors allerdings<br />
etwas niedrig gewählt. Sie entsprechen den<br />
gängigen Literaturangaben, die aber bei der<br />
auch eine Abschaltschwelle für die externe<br />
12-Volt-Versorgung eingestellt werden, damit<br />
man nach einem intensiven Modelltag<br />
das Auto auch noch starten kann.<br />
Da man be<strong>im</strong> Einstellen durch die Fülle der<br />
möglichen Parameter gern einmal etwas<br />
Technische Daten<br />
Auf der linken Seite v. l. n. r. Netzanschluss,<br />
12-V-Anschluss und Futaba-Buchse für<br />
USB-Adapter und Temperatursensor<br />
Eine Reihe von<br />
Adapterkabeln wird<br />
mitgeliefert<br />
Rechts Ladebuchsen sowie<br />
Balancer-Buchsen<br />
Das Gerät kann an Akkus mit so ziemlich<br />
allem umgehen, was heute so üblich ist. Der<br />
klassische Bleiakku kann also ebenso geladen<br />
werden, wie die schon fast ausgestorbenen<br />
NiCd-Akkus. NiMH-Akkus hat das<br />
Gerät natürlich auch <strong>im</strong> (Lade-)Programm.<br />
Bei den Lithium-Akkus kann es mit den Eigenheiten<br />
der Typen Lithium-Ionen (LiIon),<br />
Lithium-Polymer (LiPo) und Lithium-Eisenphosphat<br />
(LiFePO 4 ) umgehen.<br />
Die zur Verfügung stehenden Programme<br />
umfassen Laden, Entladen, Zyklen (für<br />
NiXX), Balancieren (für LiXX) und Lagern<br />
(für LiXX). Für Lithium-Akkus steht darüber<br />
hinaus noch ein „Fast“-Modus zur Verfügung,<br />
bei dem Li-Akkus schneller, aber dafür<br />
nicht ganz voll geladen werden. Das ist<br />
natürlich besonders am Teich interessant,<br />
wenn man mal kurz einen Akku nachladen<br />
muss.<br />
Die Leistungsdaten entsprechen den in<br />
dieser Klasse üblichen<br />
Werten.<br />
Ni-Akkus dürfen bis 15, Lithium Akkus<br />
bis 6 und Blei-Akkus bis zu 9 Zellen groß<br />
sein, d. h. die max. Spannung ist auf ca. 20<br />
V beschränkt. Der Umgang mit so hohen<br />
Akkuspannungen macht aber nicht wirklich<br />
Spaß, denn als Ladeleistung stehen max<strong>im</strong>al<br />
50 W zur Verfügung. Auch die höchstmögliche<br />
Entladeleistung ist mit 5 W nicht<br />
übermäßig hoch. Das entspricht Ladeströmen<br />
von ca. 6 A bei 2s-LiPos, jedoch von<br />
nur noch 2 A bei einem 6s-Akkupack. Be<strong>im</strong><br />
Entladen stehen selbst für einen 2s-Akku<br />
nur gut 0,65 A zur Verfügung. Bei höheren<br />
Zellenzahlen sind die Entladeströme dann<br />
noch einmal entsprechend geringer, sodass<br />
Entladung mit den relativ niedrigen Strömen,<br />
die das Yuki verkraftet (max. 1 A bei<br />
nur 5 W Entladeleistung) etwas zu niedrig<br />
sein können. Li-Akkus sollte man ja nur bis<br />
ca. 20 % ihrer Restkapazität entladen, alles<br />
andere geht auf die Lebensdauer. Lediglich<br />
LiFePOs sind hier etwas robuster.<br />
Eine Temperaturüberwachung ist bei NiXX-<br />
Akkus mit einem externen Sensor möglich,<br />
die max<strong>im</strong>ale Ladezeit kann programmiert<br />
werden. Auch die max<strong>im</strong>al eingeladene Kapazität<br />
kann begrenzt werden. Damit kann<br />
man das Gerät für jede Anwendung so konfigurieren,<br />
dass eine opt<strong>im</strong>ale Sicherheit<br />
gewährleistet ist. Selbstverständlich kann<br />
vergisst, lassen sich die Parameter von bis<br />
zu fünf Akkus <strong>im</strong> internen Gerätespeicher<br />
ablegen.<br />
Als Adapterkabel liegt zunächst ein 12-Volt-<br />
Versorgungskabel mit Krokodilklemmen bei.<br />
Dieses ist aber so kurz, dass es nur für einen<br />
kleinen Bleiakku reicht, den man z. B. in<br />
einem Ladekoffer mitführt. Ein Anschluss an<br />
die Autobatterie ist schon schwierig, es sei<br />
denn, man stellt das Ladegerät direkt auf<br />
den Stromspender drauf. Ausgangsseitig<br />
ist ein Bananensteckerkabel mit T-Buchse<br />
dabei. An die T-Buchse kann man wahlweise<br />
ein BEC-Kabel, ein Universalkabel mit<br />
Krokodilklemmen oder ein Kabel mit Futa-<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 49
a-Buchse anschließen. Alle drei Varianten<br />
liegen dem Gerät bei. Ein weiteres Kabel ist<br />
mit einem Glühkerzenstecker ausgerüstet.<br />
Balancer-Anschlüsse sind für alle Größen<br />
von 2–6s vorhanden. Allerdings sind die in<br />
Asien üblichen XH-Anschlüsse eingebaut.<br />
Für die hierzulande gängigen ERH-Stecker<br />
(Graupner, robbe, Kokam etc.), aber auch<br />
für PQ (Hyperion, Polyquest) oder TP (Multiplex)<br />
benötigt man separat zu erwerbende<br />
Adapter.<br />
Die Praxis<br />
Es traf sich gut, dass der Autor gerade einen<br />
etwas vernachlässigten NiMH-Akku<br />
wieder aufpäppeln musste, der aus vier<br />
AAA-Zellen besteht. Das war bisher <strong>im</strong>mer<br />
schwierig, da die vorhandenen Automatik-<br />
Lader entweder mit den kleinen Zellen<br />
Probleme hatten oder nicht über eine Entladefunktion<br />
verfügten. Der Akku war schnell<br />
angeschlossen, das Zyklusprogramm wurde<br />
ausgewählt und gestartet. Wie erwartet,<br />
war der Akku durch langen Nichtgebrauch<br />
etwas träge und es ließ sich trotz vorangegangener<br />
Formierungsladung nur knapp<br />
die Hälfte der Sollkapazität entnehmen.<br />
Aber schon be<strong>im</strong> ersten Laden mit 400 mA<br />
(0,4C) ging eine plausible Ladungsmenge<br />
hinein (910 mAh eingeladen bei 800 mAh<br />
Sollkapazität) und nahezu die komplette<br />
Sollkapazität kam wieder heraus. Der Akku<br />
war wieder fit. Offenbar ist der voreingestellte<br />
Delta-Peak-Wert von 7 mV für die kleinen<br />
NiMH-Akkus perfekt gewählt. Diese ersten<br />
guten Erfahrungen ließen sich mit einem<br />
größeren Akku (AA) bestätigen.<br />
Nächstes Testobjekt war ein kleiner 2s-LiPo,<br />
der auch schon einmal bessere Tage gesehen<br />
hatte. Schön, Wunder konnte das Karate<br />
nicht vollbringen, verlorene Kapazität bei<br />
LiPos ist halt unwiederbringlich weg, aber<br />
die beiden Zellen wurden perfekt ausbalanciert<br />
und die Lade- wie die Entladeabschaltung<br />
funktionierten einwandfrei.<br />
Be<strong>im</strong> nächsten Testobjekt, einem LiFePO 4 -<br />
Empfängerakku, machte das kleine Yuki-<br />
Gerät sehr schnell klar, dass es die einzelnen<br />
Zellen wirklich verlässlich überprüft.<br />
Mit Schwierigkeiten be<strong>im</strong> Ausbalancieren<br />
während des Ladevorgangs und einer Notabschaltung<br />
be<strong>im</strong> Entladen mit Hinweis auf<br />
einen Zellenfehler zeigte das Gerät deutlich<br />
auf, dass die beiden Zellen des Akkus nicht<br />
gut selektiert waren. Spannungslage und<br />
Kapazität wiesen deutliche Unterschiede<br />
auf.<br />
Der ChargerMonitor ist ein einfacher Datenlogger, der für viele Zwecke ausreicht, aber<br />
keine Einzelzellenüberwachung bei Li-Akkus gestattet<br />
Besser ist das Programm Logview, das eine detaillierte Datenaufzeichnung von Ladeund<br />
Entladezyklen gestattet. Die obere Grafik zeigt das Entladeverhalten, die untere<br />
Grafik die Ladekurven eines zweizelligen LiFePO 4 -Akkus. Man erkennt deutlich, dass<br />
die zwei Zellen nicht gut aneinander angepasst sind<br />
Laden am PC<br />
Blieb eigentlich nur noch ein interessanter<br />
Punkt: Was bringt die PC-Koppelung? Im<br />
Menü des Geräts gibt es <strong>im</strong> Setup einen<br />
Auswahlpunkt, der entweder den USB-Port<br />
oder den Temperatursensor aktiviert. Dieses<br />
„entweder/oder“ hat den Grund, dass beide<br />
Funktionen ja auf nur einer integrierten<br />
Buchse (Futaba) liegen, die entweder als<br />
serieller Port oder als Sensoreingang geschaltet<br />
wird. Diese Doppelfunktion ist dank<br />
der modernen Mikrocontroller leicht realisierbar,<br />
bedeutet für den Nutzer aber die<br />
50<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Einschränkung,<br />
dass eben entweder<br />
eine Temperaturüberwachung<br />
oder<br />
das Mitloggen der Daten<br />
auf dem PC möglich<br />
ist. Der Gedanke dahinter<br />
ist vermutlich, dass eine temperaturgesteuerte<br />
Schnellladung<br />
von NiXX-Zellen eher <strong>im</strong> Gelände<br />
passiert, die PC-Überwachung dagegen<br />
in der Werkstatt. Übrigens ist<br />
eine Steuerung des Karate vom PC<br />
aus ist nicht vorgesehen, nur die Aufzeichnung<br />
der vom Ladegerät übermittelten<br />
Daten ist möglich.<br />
Bei dem sogenannten USB-Port<br />
handelt es sich in Wirklichkeit also<br />
um eine serielle Schnittstelle, die mit<br />
einem Pegelwandler und entsprechendem<br />
Schnittstellenwandler (seriell/USB)<br />
auf den USB-Bus umgesetzt<br />
werden muss. Dem Rechner wird dabei<br />
eine serielle Schnittstelle (COM-<br />
Port) vorgegaukelt.<br />
Für das Datalogging sind verschiedene<br />
Softwarepakete <strong>im</strong> Umlauf. Beispielsweise<br />
ist auf der Bantam-Homepage<br />
ein entsprechendes Programm<br />
zu finden, aber auch einige Anbieter<br />
von Adaptern liefern so etwas mit. Die<br />
beiden bekanntesten Pakete sind der<br />
ChargerMonitor und das Programm<br />
Logview, die beide das B6 unterstützen.<br />
Soweit so gut, aber der Versuch, ein entsprechendes<br />
Adapterkabel über die RC-<br />
Station vom deutschen Importeur des Yuki<br />
(CN Development & Media) zu beziehen,<br />
schlug fehl. Be<strong>im</strong> Importeur hat man den<br />
passenden Adapter nicht <strong>im</strong> Programm.<br />
Der Versuch, ein entsprechendes Kabel von<br />
Multiplex einzusetzen – Multiplex benutzt<br />
etwas Ähnliches zur Programmierung seiner<br />
Empfänger – war auch nicht erfolgreich,<br />
das Ladegerät wird mit diesem Adapter<br />
nicht erkannt. Ebay brachte überwiegend<br />
asiatische Lieferanten hervor sowie die<br />
Erkenntnis, dass die neueren Ladegeräte<br />
statt mit der Futaba-Buchse bereits mit einer<br />
Mini-USB-Buchse ausgerüstet sind. Die<br />
brauchen so einen Adapter nicht mehr. Übrig<br />
blieben ein deutscher (Conrad) und ein<br />
österreichischer (Schweighofer) Lieferant,<br />
die beide passende Adapter und Software<br />
<strong>im</strong> Programm hatten und vor allen Dingen<br />
auch kurzfristig lieferfähig waren.<br />
Die deutsche Variante wurde geordert. Sie<br />
besteht aus zwei Teilen, die separat bestellt<br />
werden müssen. Teil 1 besteht aus der<br />
ChargerMonitor-Software und USB-Kabel,<br />
wie es z. B. für das B8 benötigt wird. Dazu<br />
ist zu bemerken, dass das Kabel ein normales<br />
Mini-USB-Kabel ist und die Software als<br />
Freeware <strong>im</strong> Internet zu finden ist. Die Anschaffung<br />
ist also nicht unbedingt erforderlich.<br />
Teil 2 enthält den zusätzlich benötigten<br />
Adapter, der die mechanische und elektrische<br />
Umsetzung von der Futaba-Buchse<br />
des Yuki-Geräts auf eine Mini-USB-Buchse<br />
vorn<strong>im</strong>mt. Dieser ist be<strong>im</strong> Yuki-Karate unverzichtbar.<br />
Nach dem Anschluss des Adapters an den<br />
Rechner wurde dieser sofort als Silicon-<br />
Für die Datenaufzeichnung am PC benötigt<br />
man einen passenden seriell/USB-Umsetzer<br />
(das Bild zeigt die Version von Conrad)<br />
Labs USB-to-UART-Bridge erkannt und (<strong>im</strong><br />
Falle des Rechners des Autors) als COM6<br />
dem System zugeordnet. Diese Information<br />
bekommt man unter Windows leider nur aus<br />
dem Gerätemanager, sie ist aber wichtig für<br />
die Einstellung der mitgelieferten Charger<br />
Monitor-Software.<br />
Der Chargermonitor kommt auf einer kleinen<br />
CD und lässt sich problemlos installieren.<br />
Be<strong>im</strong> Start (leider bei jedem) muss<br />
der richtige COM-Port angegeben werden<br />
sowie die Datei, in der die mitgeloggten<br />
Daten abgelegt werden sollen. Nach dem<br />
Druck auf den Startknopf und nach Start<br />
des Ladevorgangs beginnt die Aufzeichnung<br />
von Lade-/Entladestrom, Spannung,<br />
Temperatur (be<strong>im</strong> B6 wegen der Doppelbelegung<br />
der Schnittstelle natürlich<br />
inaktiv) und eingeladener bzw. entnommener<br />
Kapazität. Für NiXX-Akkus ist das<br />
alles ausreichend, leider wird aber be<strong>im</strong><br />
Laden von LiXX-Akkus die Spannung<br />
der Einzelzellen nur als momentaner<br />
Zahlenwert angezeigt, nicht aber in der<br />
Übersichtsgrafik. Die Werte werden auch<br />
nicht mitgeloggt. Eine Einzelzellenüberwachung<br />
ist also nicht möglich. Will man<br />
auch dieses Feature haben, sollte man<br />
auf die frei erhältliche Logview-Software<br />
ausweichen, die eine deutlich bessere<br />
Funktionalität aufweist. Installation und Betrieb<br />
funktionieren übrigens genauso problemlos,<br />
wie bei der einfacheren Software<br />
des Adapters. Der Bedienkomfort ist aber<br />
deutlich höher.<br />
Fazit<br />
Mit dem Yuki Karate B6 AC/DC ist ein preislich<br />
attraktives Ladegerät auf dem Markt,<br />
das alle Ansprüche des „normalen“ Schiffsmodellbauers<br />
erfüllt. Richtig neu ist das Gerät<br />
zwar nicht, bei dem Mustergerät konnten<br />
dafür aber auch keine wirklichen Schwachstellen<br />
festgestellt werden. Insbesondere<br />
die in früheren Forenbeiträgen häufig<br />
bemängelte mangelhafte Balancierung<br />
konnte vom Autor nicht bestätigt werden.<br />
Hier hat man offenbar nachgebessert. Ein<br />
echtes Manko ist sicher der nur für die XH-<br />
Norm ausgelegte Balancer-Anschluss. Hier<br />
kommt man nicht umhin, entsprechende<br />
Adapter nachzukaufen.<br />
Das Zusammenspiel mit dem PC klappt problemlos<br />
und ermöglicht eine gute Kontrolle<br />
der Akkus. Schade, dass das hierfür notwendige<br />
Zubehör nicht auch <strong>im</strong> Programm<br />
von CN Development & Media verfügbar ist.<br />
Trotz dieser kleinen „Mängel“ hat das Yuki<br />
inzwischen be<strong>im</strong> Autor das in die Jahre gekommene<br />
Schulze „Chamäleon“ abgelöst,<br />
das zwar von der Funktionalität sehr gut war<br />
und <strong>im</strong>mer noch ist, für die Anforderungen<br />
des Modellsegelns aber schon <strong>im</strong>mer eine<br />
Nummer zu groß war.<br />
Zum Abschluss möchte sich der Autor bei<br />
Herrn Uwe Koch von der RC-Station für die<br />
freundliche Unterstützung und das Bereitstellen<br />
des Testgeräts bedanken.<br />
Martina & Klaus Buldt<br />
Dampfpinasse LAGOM<br />
Geschichten vom Bau eines<br />
Dampfbootes<br />
Oft genug ist es die Begeisterung<br />
für die Seefahrt, für Boote oder<br />
Schiffe allgemein, die jemanden<br />
dazu bringt, Schiffe <strong>im</strong> Modellbaumaßstab<br />
nachzubauen.<br />
Eine besondere Faszination geht<br />
von Modellen mit funktionstüchtiger<br />
Dampfanlage aus. Ungezählt<br />
sind die Freunde des Dampfmodellbaus,<br />
die ihre „Live-Steam-<br />
Modelle“ mit großem Engagement<br />
bauen und einsetzen. Werden Modelle<br />
und Maschinen größer, so<br />
verschieben sich oft die Grenzen<br />
zwischen einem „großen Nachbau“<br />
und einem „kleinen Vorbild“.<br />
Dann entsteht bei so manchem<br />
der Wunsch, den Modellbau<br />
vielleicht doch in den „richtigen“<br />
Bootsbau übergehen zu lassen.<br />
Dieses Buch berichtet ausführlich<br />
über genau solch ein Bauprojekt,<br />
nämlich den Bau einer manntragenden<br />
Dampfpinasse mit einer<br />
Länge von ca. 4 Metern, die von<br />
einer Dampfmaschine angetrieben<br />
wird, die streng genommen<br />
noch als „Modell-Dampfmaschine“<br />
eingestuft werden kann. Der<br />
Autor beschreibt einerseits kurzweilig,<br />
andererseits mit hoher<br />
Fachkompetenz und vielen Hintergrundinformationen<br />
den nicht<br />
ganz einfachen Weg zum „richtigen“<br />
Dampfboot. Die Konstruktion<br />
und der Bau der Bootsschale in<br />
Leisten-Kompositbauweise wird<br />
genauso ausführlich beschrieben<br />
wie sämtliche Überlegungen zur<br />
Gestaltung der Dampfanlage, der<br />
dafür erforderlichen Zubehör- und<br />
Ausrüstungsteile bis hin zu Themen<br />
wie Transport, Vorschriften,<br />
Genehmigungen usw.<br />
Derjenige, der sich vielleicht selber<br />
schon einmal mit dem Gedanken<br />
an ein 1:1-Projekt befasst hat,<br />
fi ndet in diesem Buch einen Leitfaden,<br />
der Schritt für Schritt be<strong>im</strong><br />
Weg zum eigenen Dampfboot helfen<br />
kann. Und jeder Dampfenthusiast<br />
wird mit großer Begeisterung<br />
die akribische Beschreibung all<br />
der Vorgänge lesen, die schließlich<br />
zum Traum vom eigenen,<br />
funktionalen Dampfboot geführt<br />
haben.<br />
Umfang 112 Seiten,<br />
DIN A4<br />
Best.-Nr. 113<br />
Preis 18,50<br />
Neckar-Verlag GmbH<br />
D-78045 VS-Villingen<br />
Tel. +49 (0)77 21 / 89 87-38<br />
bestellungen@neckar-verlag.de<br />
www.neckar-verlag.de<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
51
RENNBOOTE<br />
Sprint<br />
BDieter Jaufmann<br />
Kat<br />
e<strong>im</strong> Durchblättern meiner<br />
Sammlung zurückliegender<br />
Hefte der Schiffs-<br />
Modell stieß ich in der<br />
Ausgabe 12/2004 auf den Bericht von Ulrich<br />
Schütz über einen „Sprint Kat“. Dieses Modell<br />
wurde früher von der Firma EPV produziert.<br />
Der Erbauer hatte das Boot zunächst<br />
mit zwei Plettenberg 355/40/4 Motoren an<br />
jeweils 30–32 Zellen aufgebaut und erreichte<br />
dabei Geschwindigkeiten von knapp<br />
von EPV<br />
80 km/h. Dabei äußerte sich der Autor ziemlich<br />
interessant: „Den eingesetzten Drehzahlsteller<br />
könnte man bei dieser Konfiguration<br />
eigentlich durch einen Ein-Aus-Schalter<br />
ersetzen, da die erreichte Geschwindigkeit<br />
bei der Fahrsicherheit des Modells schon<br />
fast als langweilig zu bezeichnen ist. Die<br />
Kurvengeschwindigkeit des EPV „Sprint<br />
Kat“ wird eigentlich nur durch den eigenen für. Schon seit einigen Jahren werden in<br />
Mut beschränkt, denn selbst Kurven mit Dessau <strong>im</strong>mer Rennen in mehreren Klassen<br />
ausgetragen, und diese genießen eine<br />
Radien von 8–10 Metern lassen sich mit<br />
Vollgas fahren, was ich so bei noch keinem <strong>im</strong>mer größere Beliebtheit sowohl bei den<br />
Modell erlebte habe.“ Bei Einsatz eines Fahrern als auch bei den Zuschauern. Bei<br />
64-mm-4-Blatt-Props erreichte der Kat sogar<br />
Geschwindigkeiten von 96,4 km/h und allererster Stelle. Irgendwelche Einschrän-<br />
diesen Läufen steht allerdings der Spaß an<br />
das mit der guten alten Bürstentechnik. kungen hinsichtlich Rumpfgröße oder Motorisierung<br />
gibt es nicht, somit kann jeder<br />
Da das Modell für SAW vorgesehen war,<br />
kamen anschließend bürstenlose Lehner in der Klasse an den Start gehen, in der<br />
2250/13-Aggregate in das Boot. Mit die- es ihm am meisten Spaß macht. Des Weiteren<br />
gewinnt auch nicht unbedingt <strong>im</strong>mer<br />
ser Hardware wurde der Kat noch einen<br />
Tick schneller und erreichte sogar 115 das schnellste Boot <strong>im</strong> Feld, sondern eher<br />
km/h. Allerdings schrieb Herr Schütz, dass das zuverlässigste und ein Modell mit ausgezeichneten<br />
Kurveneigenschaften bringt<br />
das Modell ab ca. 105 km/h durch einen<br />
auf- und abwippenden Bug allmählich unstabil<br />
wurde.<br />
Leider hat die ganze Sache auch einen klei-<br />
natürlich gleich einige Pluspunkte mit.<br />
Da ich in Erwägung gezogen hatte, extra für nen Haken: Weil die Firma EPV schon seit<br />
das Benzin-Rennen in der Kategorie Katamaran<br />
auf dem Powerboattreffen in Dessau folglich auch keine Rümpfe mehr vertrieben.<br />
einiger Zeit nicht mehr existiert, werden<br />
ein neues Modell aufzubauen, erschien Die Firma Modellbaucenter Lorenz aus Berlin<br />
hat einen ähnlichen Katamaran <strong>im</strong> mir der „Sprint Kat“ als ideal geeignet da-<br />
Pro-<br />
52<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
gramm, es ist die „Master Blaster“ mit 1.020<br />
mm Länge und 410 mm Breite. Bereits auf<br />
mehreren Treffen konnte ich mich von den<br />
Laufeingenschaften der „Master Blaster“<br />
überzeugen. Die Modelle waren ebenfalls<br />
sehr schnell und boten ausgezeichnete<br />
Kurveneigenschaften, aber trotzdem wollte<br />
ich unbedingt einen Original-„Sprint Kat“<br />
aus dem Hause EPV aufbauen. Nach über<br />
einem halben Jahr Wartezeit stieß ich dann<br />
doch noch auf eine Auktion <strong>im</strong> bekannten<br />
großen Internet-Auktionshaus, in der ein<br />
nagelneuer Rumpf angeboten wurde. Ich<br />
konnte das Auktionsende kaum abwarten<br />
und erhielt schließlich den Zuschlag.<br />
Nach der Anlieferung wurde der Karton<br />
sofort ausgepackt und der „Sprint Kat“ zunächst<br />
genauer betrachtet. Das Laminat ist<br />
sehr sehr stabil und sollte problemlos die<br />
eine oder andere Berührung überstehen<br />
können. Die riesige Deckelöffnung ermöglicht<br />
einen problemlosen bzw. leichten Aufbau<br />
und vor allem ein gutes Herankommen<br />
an alle Teile. Außerdem ist das Boot mit seiner<br />
Abmessung von 1.140 mm in der Länge<br />
und 420 mm in der Breite um 120 mm<br />
länger und 10 mm breiter als die „Master<br />
Blaster“.<br />
Motor mit Fliehkraftkupplung und Resorohr,<br />
davor der Tank<br />
Strut und Ruderanlage<br />
Bei der Motorenfrage hat man natürlich<br />
wie <strong>im</strong>mer zwei Optionen,<br />
entweder die Elektro- oder die Verbrennervariante.<br />
Da mein Modell ja<br />
für das erwähnte Benzin-Katamaran-Rennen<br />
vorgesehen war, fiel die<br />
Elektrovariante somit von vorneherein<br />
gleich mal weg. Natürlich könnte<br />
man auch eine zwe<strong>im</strong>otorige Ausstattung<br />
mit Glühzündern ins Auge<br />
fassen.<br />
Meine Auswahl an möglichen Motoren<br />
beschränkte sich hingegen<br />
auf einen Zenoah 260, einen Chung<br />
Yang oder den RCMK S245 EVO. Bei<br />
diesen drei Aggregaten handelt es<br />
sich jeweils um Zweitakter mit 25,4<br />
cm³ Hubraum. Preislich betrachtet<br />
spielen alle drei in einer Liga, also<br />
werfen wir gleich mal einen Blick auf<br />
die technischen Daten. Laut den Angaben<br />
auf der Homepage der Firma<br />
MHZ hat der RCMK S245 mit 3,35<br />
kW/4,56 PS die Nase knapp vor<br />
dem Chung Yang mit 3,13 kW/4,26<br />
PS. Der Zenoah hat zwar aus der<br />
Schachtel heraus nur 1,8 kW/2,45<br />
PS, allerdings lässt er sich mit Erfahrung<br />
sehr gut modifizieren und kann<br />
anschließend problemlos mit den beiden<br />
anderen Motoren mithalten. Nach etwas Hin<br />
und Her entschied ich mich dazu, fürs Erste<br />
einen bereits vorhandenen Chung Yang<br />
einzubauen und dann mal auf den RCMK<br />
S245 EVO umzurüsten.<br />
Be<strong>im</strong> Aufbau muss als Erstes der Antriebsmotor<br />
seinen Platz <strong>im</strong> Rumpf finden. Für<br />
den Einbau führen viele Hersteller einen<br />
GfK-Längsträger <strong>im</strong> Programm, der <strong>im</strong><br />
Rumpf einlaminiert wird und anschließend<br />
mit diesem eine Einheit bildet. Natürlich<br />
kann man auch selber ohne weiteres einen<br />
solchen Träger bauen. Eine andere Variante<br />
wäre es, den Motor über vier Aluminiumwinkel<br />
zu befestigen. Sehr wichtig ist es in<br />
jedem Fall, vor dem Einlaminieren die Träger<br />
etwas aufzurauen und danach gut zu<br />
entfetten.<br />
Nachdem die Längsträger einlaminiert waren<br />
und der Motor seinen Platz eingenommen<br />
hatte, wurde die Fliehkraftkupplung<br />
von der Firma MTC montiert. Laut der Produktbeschreibung<br />
besitzt sie eine verstärkte<br />
10-mm-Antriebswelle und die Glocke<br />
besteht aus nitriergehärtetem, hochfestem<br />
Vergütungsstahl. Die Flexkupplung besitzt<br />
eine einfache Vierkant-Wellenaufnahme.<br />
Natürlich ist der Einbau einer Fliehkraftkupplung<br />
nicht zwingend, man kann auch<br />
eine einfache Spannzangenkupplung verbauen.<br />
Allerdings ermöglicht die Fliehkraftkupplung<br />
ein bequemes Wassern des<br />
Modells ohne drehenden Propeller und in<br />
heiklen Situationen kann das Modell zudem<br />
jederzeit problemlos angehalten werden,<br />
ohne dass man den Motor abstellen muss.<br />
Die Flexwelle wird später mit der Vierkantseite<br />
einfach in die Kupplung eingeschoben,<br />
die andere Seite mit Loctite 648 <strong>im</strong> Propellerschaft<br />
fest verklebt. Vor dem Verkleben ist<br />
es auch hier sehr wichtig, beide Klebestellen<br />
gut anzurauen und zu entfetten.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
53
Die Welle selbst läuft in einem Teflonrohr,<br />
welches wiederum von einem Messingrohr<br />
ummantelt ist. Am Spiegel entschied<br />
ich mich gegen die sonst übliche Strut-<br />
Ruder-Komplettanlage, da diese doch länger<br />
ausfällt und mich optisch eher weniger<br />
anspricht. Der Aluminiumstrut wird mit zwei<br />
kleinen Winkeln in Position gehalten und<br />
kann horizontal stufenlos in der Neigung<br />
verstellt werden. Die Ruderanlage habe ich<br />
links neben dem Strut platziert.<br />
Um das Kühlwasser für die Kühlung der<br />
Hardware aufzunehmen, gibt es generell<br />
verschiedene Varianten. Da die von mir<br />
verwendete Aluminiumruderanlage über<br />
eine Wasseraufnahme verfügt, hatte sich<br />
die Angelegenheit aber bereits erledigt. Der<br />
erste Kreislauf beliefert den Motor nebst<br />
Krümmerflansch, der andere ist für das Resonanzrohr<br />
zuständig. Dabei ist es <strong>im</strong>mer<br />
wichtig, das frische Kühlwasser von unten<br />
zuzuführen, weil nur so garantiert ist, dass<br />
der komplette Mantel mit Wasser gefüllt ist.<br />
Wie schon erwähnt, ist es durch die Fliehkraftkupplung<br />
möglich, jederzeit anzuhalten.<br />
Folglich wird <strong>im</strong> Stand aber auch kein<br />
frisches Kühlwasser mehr zugeführt. Um<br />
auch <strong>im</strong> Stillstand Wasser zuzuführen, kam<br />
daher noch eine Membranpumpe an Bord.<br />
Diese funktioniert durch den Unterdruck <strong>im</strong><br />
Motorgehäuse und kann entweder an das<br />
Kurbelwellengehäuse oder an den Isolator<br />
angeschlossen werden. Für die Variante mit<br />
dem Isolator muss ein kleines Loch gebohrt<br />
werden, in das man anschließend einen<br />
Nippel eindreht.<br />
Da in die linke Kufe <strong>im</strong> nächsten Schritt das<br />
Resonanzrohr montiert wird, blieb für den<br />
800 ml fassenden Kraftstofftank nur der<br />
rechte Schw<strong>im</strong>mer oder der Tunnel übrig.<br />
Die Wahl der Auspuffanlage trägt bei einem<br />
Zweitaktmotor ganz entscheidend zum<br />
Laufverhalten und zur Leistungsentwicklung<br />
des Motors bei. Daher entschied ich mich<br />
für das Alu-Resorohr-System von Hanson<br />
mit einer Länge von 375 mm und 55 mm<br />
Durchmesser, das bei MHZ erhältlich ist.<br />
Bei der Durchführung am Heckspiegel verwendete<br />
ich einen kleinen Resorohrdurchgang,<br />
in dem sich zwei O-Ringe befinden.<br />
Der kleine Auslassstutzen des Rohres wird<br />
dort später einfach hindurch gesteckt. Zusätzlich<br />
wird das Resorohr am vorderen Teil<br />
Die RC-Box entsteht<br />
be<strong>im</strong> Wasserkühlmantel am Rumpfboden<br />
durch einen Halter abgestützt. Jetzt muss<br />
nur noch ein passender Krümmerbogen<br />
gebastelt werden. MHZ hat hierfür ein 60<br />
mm langes Krümmerrohr und kleine Krümmerbögen<br />
<strong>im</strong> Programm. Diese kann man<br />
durch Zusammenstecken individuell gestalten,<br />
anschließend werden sie mit Silberlot<br />
hartgelötet.<br />
Das Einzige, was am Boot jetzt noch fehlt,<br />
ist eine RC-Box, welche ich mir ebenfalls<br />
selber aus einer GfK-Platte anfertigte. Für<br />
den Deckel verwendete ich 6-mm-Plexiglas<br />
und verschraube diesen mit zehn Rändelmuttern<br />
wasserdicht.<br />
In die Box kommen dann die RC-Komponenten<br />
in Form von zwei Servos, einem<br />
Notausschalter, dem Empfängerakku, dem<br />
Empfänger und einem Notausmodul. Als<br />
Gasservo reicht ein Standardservo, für die<br />
Lenkung sollte es schon ein kraftvolles Digitalservo<br />
mit Metallgetriebe sein. Be<strong>im</strong><br />
Notausmodul kam der „Overkill 2“ von MHZ<br />
zum Einsatz, <strong>im</strong> Störungsfall wird der Motor<br />
durch Kurzschließen der Zündung umgehend<br />
abgestellt. Der robbe-Empfänger bezieht<br />
seinen Strom aus einem fünfzelligen<br />
eneloop-Akku.<br />
In die beiden Schw<strong>im</strong>mer kam dann noch<br />
jeweils ein 25 mm kleiner Auto Bailer aus<br />
Aluminium. Dank dieser Lenz-Komponenten<br />
kann eingedrungenes Spritzwasser<br />
während der Fahrt jederzeit ablaufen. Sobald<br />
das Modell stehen bleibt, verschließt<br />
eine kleine Kunststoffkugel die Öffnung, damit<br />
kein Wasser in den Rumpf gelangt.<br />
Nun müssen wir uns noch einem entsprechenden<br />
Deckelverschluss widmen.<br />
Oben der Resorohrdurchgang,<br />
unten einer der Auto Bailer<br />
54<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
nicht sinkt, kommt 8 mm dicker selbstklebender<br />
Schaumstoff als Auftriebshilfe in<br />
den Deckel. Als Not-Auftriebskörper für<br />
den Rumpf habe ich eine Pool-Nudel in<br />
kleinere Stücke geschnitten und diese in<br />
den Rumpfspitzen platziert.<br />
Zu guter Letzt fehlten noch Öffnungen für<br />
den Luftein- bzw. -auslass. Neben der Wasserkühlung<br />
darf eine ausreichende Luftzirkulation<br />
nicht außer Acht gelassen werden,<br />
RC-Box <strong>im</strong> Rumpf<br />
soll <strong>im</strong> Rumpf kein Hitzestau entstehen.<br />
Außerdem benötigt natürlich der Verbrennungsmotor<br />
ständig (möglichst kühle)<br />
Frischluft. Wenn der Motor ausschließlich<br />
warme Luft ansaugt, kann er seine volle<br />
Leistung nicht entfalten. Dafür wurden die<br />
Fenster am Deckel seitlich geöffnet und<br />
anschließend an dieser Stelle ein Gitter<br />
einlaminiert. Als Luftauslass sägte ich zwei<br />
Öffnungen ins Heck des Modells ein.<br />
Der „Sprint Kat“ war nun eigentlich soweit<br />
fertig gestellt und es fehlte nur noch die Lackierung.<br />
Ich entschied mich, das Boot in<br />
Weiß zu lackieren, anschließend mit einigen<br />
Schriftzügen zu versehen und letztendlich<br />
alles mit Klarlack zu schützen.<br />
Vor dem ersten Fahren ist es sehr empfehlenswert,<br />
den Motor gut einlaufen zu<br />
lassen. Als Treibstoff verwendet man normales<br />
Benzin von der Tankstelle, gemischt<br />
mit 2-T-Öl <strong>im</strong> Verhältnis von 1:20. Anschließend<br />
schloss ich die Wasserpumpe<br />
an einen großen Wasserkanister an und<br />
pumpte zum ersten mal Sprit in den Vergaser.<br />
Bereits nach wenigen Zügen am Starterseil<br />
sprang der Motor an und schnurrte<br />
<strong>im</strong> unteren Drehzahlbereich vor sich hin.<br />
Durch das Einstellen der L-Nadel kann der<br />
Leerlauf noch opt<strong>im</strong>al eingestellt werden<br />
und dann hieß es nur noch warten, bis die<br />
zwei Liter Einlaufsprit durch den Vergaser<br />
gewandert waren.<br />
Dann ging es endlich an den See zum<br />
Testen. Der Motor sprang sehr bereitwillig<br />
an und ich setzte den „Sprint Kat“ sofort<br />
ins kalte Wasser. Mit etwas mehr Drehzahl<br />
griff die Kupplung und das Boot setzte<br />
sich in Bewegung. Zunächst wurde nur mit<br />
Halbgas gefahren, um das Ruder noch geringfügig<br />
nachzukorrigieren und dann wurde<br />
der Gashebel bis zum Anschlag vorgedrückt.<br />
Aber leider war der Spaß damit<br />
schon vorbei, weil der Motor be<strong>im</strong> Gasgeben<br />
ausgegangen war. Nach der Bergeaktion<br />
wurde der Vergaser etwas nachjustiert<br />
und nun nahm das Aggregat bereitwillig<br />
Gas an und beschleunigte sauber. Auch<br />
die Geschwindigkeit war fürs Erste mehr<br />
als akzeptabel, man muss ja nicht schon<br />
Lift and Turn-Haubenverschlüsse, links<br />
geschlossen, rechts offen<br />
Zuluftöffnungen rechts und links neben dem Cockpit<br />
Vorne befinden sich zwei Bolzen, so dass<br />
der Deckel einfach eingeschoben werden<br />
kann, hinten wird er mit zwei Lift and<br />
Turn-Haubenverschlüssen fest in Position<br />
gehalten. Im geschlossenen Zustand fluchtet<br />
dieses System bündig mit der Deckeloberseite.<br />
Laut Herstellerangaben ist dies<br />
derzeit eins der sichersten Verschlusssysteme<br />
für große Hauben. Trotzdem kann<br />
es <strong>im</strong>mer wieder passieren, dass sich der<br />
Deckel des Bootes bei einem Überschlag<br />
ungewollt löst. Damit er in diesem Fall<br />
bei der ersten Fahrt Geschwindigkeitsrekorde<br />
aufstellen. Besonders schön geht<br />
der Kat um die Kurven, das ist fast schon<br />
FSR-Feeling.<br />
Nach 5 Minuten Fahrzeit kam ich zurück<br />
an den Steg, um kurz alles durchzuchecken.<br />
Bis auf etwas Spritzwasser war<br />
alles <strong>im</strong> grünen Bereich und nun kam ein<br />
Metallpropeller drauf. Der Geschwindigkeitszuwachs<br />
war schon mit bloßem Auge<br />
deutlich zu bemerken und der Speed nun<br />
absolut ausreichend.<br />
Auf dem 17. Powerboattreffen nahm ich<br />
schließlich mit dem „Sprint Kat“ am Katamaran-Rennen<br />
teil, wo sich ein sofortiger<br />
Vergleich mit der Konkurrenz ergab. Nach<br />
zwei Läufen mit einer Dauer von jeweils 15<br />
Minuten hat sich deutlich herausgestellt,<br />
dass sich mein Modell in Sachen Geschwindigkeit<br />
nicht zu verstecken braucht. In der<br />
Zuverlässigkeit gibt es sogar die Note 1,<br />
weil beide Läufe ohne einen Ausfall durchgefahren<br />
wurden und letztendlich mit nur<br />
wenigen Runden Rückstand der zweite<br />
Platz eingefahren wurde.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
55
RUBRIKEN<br />
Somit stellt dieses Buch ein absolutes<br />
„Muss“ für jeden an der Seenotrettung interessierten<br />
Leser dar, nicht zuletzt vor allem<br />
deshalb, weil es sich von seiner etwas anderen<br />
Betrachtungsweise des Themas her<br />
deutlich von bisherigen Veröffentlichungen<br />
zum Thema Seenotrettung abhebt.<br />
148 Seiten, 17 x 24 cm, ISBN 978-3-00-<br />
035492-2, Lüers Verlag, AndreasBorgert@gmx.de,<br />
€ 23,90<br />
Retter vom Siel<br />
Andreas Borgert<br />
Neuharlingersiel und der Seenotrettungsdienst<br />
der DGzRS, das ist eine traditionsreiche<br />
Verbindung. Seit 1864, und somit<br />
schon vor der Gründung der Deutschen Gesellschaft<br />
zur Rettung Schiffbrüchiger, fahren<br />
die Sieler Rettungsmänner hinaus auf<br />
See, wenn Menschen dort in Bedrängnis<br />
geraten. In diesem Buch wird die Geschichte<br />
der Rettungsstation Neuharlingersiel und<br />
ihrer Männer von den Anfängen <strong>im</strong> 19. Jahrhundert<br />
bis zur Gegenwart erzählt. Geschichte,<br />
Entwicklung und Einsätze der Rettungsstation<br />
werden allerdings nicht einfach<br />
nur in Form einer detaillierten und seelenlosen<br />
Auflistung aller Seenotfälle abgehandelt.<br />
Vielmehr stehen die Männer auf den<br />
Seenotbooten <strong>im</strong> Fokus der Betrachtung.<br />
Erzählt wird die Geschichte von Männern,<br />
die oft genug ihr Leben einsetzen, um völlig<br />
fremde Menschen vor dem Seemannstod<br />
zu bewahren. Dabei ist ihre Einstellung zum<br />
Thema „Helfen“ von Grund auf bescheiden,<br />
sie praktizieren unmittelbare Nächstenliebe<br />
<strong>im</strong> Verborgenen, weitgehend unbemerkt von<br />
der breiten Öffentlichkeit und den Medien.<br />
So mussten auf der Rettungsstation in Neuharlingersiel<br />
in der Vergangenheit auch<br />
schon zwei Todesfälle von Rettungsmännern<br />
betrauert werden.<br />
Dieses Buch stellt bereits die zweite, erweiterte<br />
und aktualisierte Ausgabe dar. Die<br />
positive Resonanz auf die erste Auflage hat<br />
den Autoren dazu bewogen, nochmals weiter<br />
zu recherchieren und zu forschen, so<br />
dass die Neuauflage mit etlichen neuen Informationen<br />
und Fotos aufwarten kann.<br />
Der Dieselmotor als Schiffsantrieb<br />
Hans-Jürgen Reuß<br />
Der Dieselmotor wurde vor rund 120 Jahren<br />
erfunden. Seine besondere Rolle für die motorisierte<br />
Schifffahrt erläutert der Experte für<br />
Antriebstechnik, Hans-Jürgen Reuß, in seinem<br />
neuen Werk anschaulich. Das Buch<br />
gliedert sich in drei Teile: Vor- und Frühgeschichte,<br />
Unternehmen des Dieselmotorenbaus<br />
und aktueller Stand der Technik.<br />
Abgerundet wird das Buch mit einer Vielzahl<br />
beeindruckender Bilder sowie übersichtlichen<br />
Registern. Ein fachlich äußerst anspruchsvolles<br />
Buch. Hans-Jürgen Reuß ist<br />
ausgewiesener Fachautor für das Thema<br />
Antriebstechnik, sowohl für die aktuelle,<br />
technische Berichterstattung als auch für<br />
die Technikgeschichte.<br />
Neben regelmäßigen Artikeln in Fachzeitschriften<br />
veröffentlichte Reuß bereits mehrere<br />
Bücher zu dieser Thematik.<br />
186 Seiten, 21 x 27 cm, zahlr. Farb-Abb.<br />
Hardcover, € (D) 24,90, € (A) 25,60, SFr<br />
34,80, ISBN 978-3-7822-0997-7, Koehlers<br />
Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg.<br />
25 Jahre Kreuzfahrtschiffe<br />
der Meyer Werft<br />
Nils Schwerdtner<br />
Kreuzfahrtschiffe wie die AIDAsol, die DIS-<br />
NEY DREAM, die JEWEL OF THE SEAS<br />
oder die NORWEGIAN STAR sind allesamt<br />
Produkte der Meyer Werft, die die schw<strong>im</strong>menden<br />
Luxushotels für diverse namhafte<br />
Kreuzfahrtreedereien produziert.<br />
Die Meyer Werft ist eines der weltweit vier<br />
führenden Unternehmen <strong>im</strong> Bau von Kreuzfahrtschiffen.<br />
Seit über 200 Jahren ist sie <strong>im</strong><br />
Schiffbau tätig, seit 25 Jahren speziell für<br />
den Bau von Kreuzfahrtschiffen.<br />
Inhaltlich wird auf das Damals und Heute<br />
des Meyerischen Kreuzfahrtschiffbaus Bezug<br />
genommen: Auf die frühen Kreuzfahrtschiffe<br />
der Meyer Werft, die Trends der 90er-<br />
Jahre, die Clubschiffe und Freestyle Cruiser<br />
<strong>im</strong> 21. Jahrhundert sowie auf die Entwicklung<br />
<strong>im</strong> Design der letzten 25 Jahre. Zusätzlich<br />
werden dem Leser Einblicke in die<br />
Entwicklung des globalen und deutschen<br />
Kreuzfahrtmarkts zwischen den Jahren<br />
1986 und 2011 sowie in die technische Entwicklung<br />
gewährt und Themen wie der Umweltschutz<br />
<strong>im</strong> Schiffbau und die spektakulären<br />
Emsüberführungen angesprochen.<br />
Ergänzt werden die Texte des Autors Nils<br />
Schwerdtner durch Experten-Gastbeiträge<br />
wie die von Peter Tönnishoff (Experte für<br />
den deutschen Kreuzfahrtmarkt), Douglas<br />
Ward (Experte für den internationalen<br />
Kreuzfahrtmarkt) oder Klas Brogren (Fachmann<br />
für die technische Entwicklung der<br />
Kreuzfahrtschiffe).<br />
Ein elegantes, hochwertiges Layout sowie<br />
eine Vielzahl von großformatigen, fantastischen<br />
Bildern werden dem exklusiven Thema<br />
der Kreuzfahrt gerecht und machen dieses<br />
Buch zu einem kleinen Jubiläums-<br />
Juwel.<br />
208 Seiten, 26 x 24 cm, zahlr. Farb-Abb.,<br />
Pappband mit Schutzumschlag, € (D)<br />
19,95, € (A) 20,55, SFr 27,90, ISBN 978-3-<br />
7822-1041-6, Koehlers Verlagsgesellschaft<br />
mbH, Hamburg<br />
56 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Enzyklopädie des historischen<br />
Schiffsmodellbaus<br />
von Wolfram zu Mondfeld / Barbara zu Werthe<strong>im</strong> (Hrsg.)<br />
Band 5.1<br />
Boote<br />
ISBN 978-3-7883-1174-2<br />
Umfang 120 Seiten<br />
Best.-Nr. 50-5.1<br />
Preis 19,80 [D]<br />
Jetzt<br />
lieferbar<br />
Aus dem Inhalt:<br />
• Rettungsboote<br />
• Ausbau von Beibooten<br />
• Beiboote in der Antike • Paddel, Skull und Riemen<br />
• Beiboote bis Ende 15. Jhd. • Ausrüstung von Beibooten<br />
• Beiboote bis Ende 16. Jhd. • Takelung von Beibooten<br />
• Beiboote bis Ende 17. Jdh. • Bootsfl aggen<br />
• Beiboote bis Ende 18. Jhd. • Beiboote 19. bis 20. Jhd.<br />
• Lagerung von Beibooten in der Kuhl<br />
• Lagerung von Beibooten über der Kuhl<br />
• Lagerung von Beibooten auf Hüttendächern<br />
• Davits<br />
• Walfangboote<br />
Übersicht<br />
Band 1 Modelle und Vorkenntnisse (lieferbar)<br />
Band 2 Material und Werkzeug (lieferbar)<br />
Band 3.1 Der Rumpf (lieferbar)<br />
Band 3.2 Der Rumpf (lieferbar)<br />
Band 4 Die Ausrüstung<br />
Band 5.1 Boote (lieferbar)<br />
Band 5.2 Kleinfahrzeuge (erscheint am 18.04.2012)<br />
Band 6 Sichtbare Schiffsmaschinen<br />
Band 7 Masten und Rahen (lieferbar)<br />
Band 8 Taue, Blöcke und Segel (lieferbar)<br />
Band 9 Stehendes Gut (lieferbar)<br />
Band 10 Laufendes Gut<br />
Band 11 Allerlei Exoten<br />
Band 12 Flaggen, Lexikon und Nachträge<br />
Unser Service für Sie:<br />
Bestellen Sie diese Reihe <strong>im</strong> Abonnement und Sie<br />
erhalten dann das jeweilige Buch sofort nach Erscheinen<br />
automatisch mit Rechnung zugesandt.<br />
Neckar-Verlag GmbH • D-78045 Villingen-Schwenningen<br />
Tel. +49 (0)77 21 / 89 87-38 /-48 • Fax +49 (0)77 21 / 89 87-50<br />
E-Mail: bestellungen@neckar-verlag.de • www.neckar-verlag.de
MOTORSCHIFFE<br />
Markus La<strong>im</strong>gruber<br />
PREDATOR<br />
Wie in jedem Jahr kam<br />
auch dieses Mal der<br />
Winter wieder mit großen<br />
Schritten näher,<br />
und so war ich erneut<br />
auf der Suche nach einem Bauprojekt, um<br />
die langen Abende dieser Jahreszeit sinnvoll<br />
zu nutzen. Bei der Suche <strong>im</strong> Internet<br />
stieß ich <strong>im</strong> Angebot der Fa. Marinetic auf<br />
den Rumpf für eine Sunseeker PREDATOR<br />
68 <strong>im</strong> Maßstab 1:20. Dieser GfK-Rumpf<br />
ist 930 mm lang, 1,2 kg schwer und kostet<br />
€ 109,–. Eine PREDATOR wollte ich schon<br />
<strong>im</strong>mer mal bauen, allerdings keine 68er,<br />
sondern mein Herz schlägt für die außergewöhnliche<br />
PREDATOR 74, denn diese<br />
Yacht hat einfach eine tolle Form mit vielen<br />
schönen Details. Die 74er hat eine Länge<br />
von 22,13 m bei einer Breite von 5,40 m<br />
und einen Tiefgang von 1,65 m bei einem<br />
Gewicht von 32500 kg. Bevorzugt wird von<br />
den Kunden in der Regel die Ausstattung für<br />
acht Gäste und zwei Crew-Mitglieder.<br />
Seitens des Herstellers wird besonders<br />
auf Flexibilität geachtet, so gibt es auch<br />
eine Hardtop- oder eine Sports-Flybridge-<br />
Yacht mit verschiedensten Ausstattungen,<br />
man spricht hier von einer Evolution in der<br />
PREDATOR-Reihe. Besonderer Wert wurde<br />
auf modernes Design, höchste Qualität und<br />
eine große Tendergarage gelegt. Bei den<br />
Antrieben kommen zwei Wellenanlagen mit<br />
Wellentunneln und Motoren von je 1550 bis<br />
1800 PS zum Einsatz.<br />
Nach einiger Rechnerei und ausgiebiger<br />
Bildersuche <strong>im</strong> Internet war somit mein<br />
neues Winterprojekt geboren. So wurde der<br />
Rumpf bei der Fa. Marinetic per Vorausrechnung<br />
bestellt. Schon nach kurzer Zeit kam<br />
der Rumpf absolut sicher verpackt bei mir<br />
an. Hier kann ich den Hersteller nur loben,<br />
das ist ein wirklich toller Rumpf mit sauberer<br />
glatter Oberfläche und dazu äußerst stabil<br />
laminiert, somit war er ein traumhaft guter<br />
Ausgangspunkt für meine 74er. Da ich während<br />
der Wartezeit auf den Rumpf schon<br />
einige Bilder sowie eine Drauf- und Seitenansicht<br />
ausgedruckt hatte, konnte ich diese<br />
nun mit dem Rumpf vergleichen: Er passte<br />
super und damit ergab sich ein Maßstab<br />
von 1:20,8, was gut zu den anderen Modellen<br />
meiner Yacht-Sammlung passt. Anhand<br />
dieser Vorgaben wurden die vorhandenen<br />
Ansichten entsprechend vergrößert.<br />
Der Bau<br />
Als Erstes wurde gleich einmal ein Schiffsständer<br />
aus 1 mm starken Edelstahl-Abfallblechen<br />
gebogen und mit einer Gummiauflage<br />
versehen. Mit nun sicherem Stand<br />
konnte ich mich an den Einbau der Fenster<br />
und Bullaugen <strong>im</strong> Rumpf wagen. Im Original<br />
haben diese eine verchromte Umrandung,<br />
was mir gut gefiel. Um diese nachzubauen<br />
(es gibt zwar auch einige zum Kaufen, aber<br />
nicht in der passenden Größe) entschied<br />
ich mich für Aluminium als Material. Nach<br />
einigen Versuchen mit verschiedenen Profilen<br />
konnte die Produktion der 10 Bullaugen<br />
starten. Hierzu wurde ein Alurohr mit 25<br />
mm Durchmesser und 1 mm Wandstärke<br />
<strong>im</strong> Schraubstock auf die erforderliche Breite<br />
zusammengedrückt. Dabei wird das Gebil<br />
58 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
74<br />
Mit solchen Unterlagen beginnt die Planung<br />
de etwas unförmig, kann aber mit einem<br />
Rundling aus Metall mit geeigneter Größe<br />
wieder gut zurecht geklopft werden. Einige<br />
werden diese Art der Herstellung wahrscheinlich<br />
als umständlich empfinden, aber<br />
meine Werkstatt ist mit Werkzeug eher bescheiden<br />
ausgestattet, so dass ich oft mit<br />
wenig viel erreichen muss. In diesen Punkten<br />
bin ich sehr erfinderisch, des Weiteren<br />
bin ich bei meinen Modellen <strong>im</strong>mer darauf<br />
aus, möglichst kostengünstig zu bauen.<br />
Entsprechend der Alurahmen für die Bullaugen<br />
wurden die Ausschnitte <strong>im</strong> Rumpf vorsichtig<br />
herausgearbeitet und dabei sorgfältig<br />
geschliffen. Die Rahmen wurden gleich<br />
danach eingeklebt und mit getöntem Glas<br />
hinterklebt, nach der Montage des Decks<br />
wäre das schon deutlich schwieriger. Zum<br />
Schutz der Fensterflächen wurden diese<br />
noch gründlich mit rückstandslos entfernbarem<br />
Klebeband abgeklebt.<br />
Der gesamte Aufbau entstand schrittweise<br />
aus 1-mm-ABS. Der Übergang vom<br />
GfK-Rumpf auf die ABS-Teile wurde aus<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
59
eichend anlaminiert, so dass das Modell<br />
diesmal ohne ein Gramm Spachtelmasse<br />
entstand. Alle Rundungen habe ich mit<br />
selbst hergestelltem ABS-Füller gefertigt.<br />
Das funktioniert so: Eine kleine, luftdicht<br />
verschließbare Flasche aus Glas mit ca.<br />
10 ml Inhalt wird mit ABS-Abfall-Schnitzeln<br />
(je kleiner desto besser) zu 1/3 gefüllt und<br />
anschließend mit Aceton (aus dem Baumarkt)<br />
zur Hälfte aufgefüllt. Nach einem Tag<br />
entsteht bei richtigem Mischungsverhältnis<br />
ein wunderbarer, spaltfüllender Kleber, der<br />
etwas flüssiger als Honig ist. So entstand<br />
innerhalb einiger Wochen der komplette<br />
Aufbau. Dieser unterteilt sich in drei abnehmbare<br />
Teile, nämlich Hauptaufbau,<br />
hintere Sonnenliege mit Tendergarage und<br />
Badeplattform. Die Badeplattform ist über<br />
Schubstifte demontierbar und wird mit zwei<br />
kleinen Schrauben gesichert. So komme ich<br />
für Wartungsarbeiten viel besser an die beiden<br />
Oberflächenantriebe heran.<br />
Entgegen dem Original, das ja Wellenantriebe<br />
besitzt, entschied ich mich für besagte<br />
Oberflächenantriebe. Zum einem<br />
wollte ich den schönen Rumpf nicht für den<br />
Einbau der Wellentunnel zerschneiden, zum<br />
anderen gibt es ja genügend SUNSEEKER-<br />
Yachten mit Oberflächenantrieben. Last but<br />
not least hatte ich noch einige Komponenten<br />
zweier Graupner Hydro 1-Antriebe<br />
übrig, die dringend einen neuen Einsatzort<br />
suchten. Stevenrohre und Motorhalterungen<br />
entstanden in Eigenregie, so musste<br />
ich nur Motoren und Gelenkkupplungen<br />
neu bestellen. Bei den Motoren fiel die Wahl<br />
wieder auf die Graupner-Außenläufer 460<br />
Z, die schon in anderen meiner Modelle<br />
gute Dienste leisten. Die Außenläufer montiere<br />
ich direkt auf die Wellen, wodurch eine<br />
direkte Kraftübertragung ganz ohne zusätzliche<br />
Wellenkupplungen sichergestellt ist.<br />
Unter der Sonnenliege bzw. der Abdeckung<br />
der Tendergarage verstecken sich<br />
das Ruderservo und einige Elektronikkomponenten.<br />
Die Glasflächen des Aufbaus<br />
bestehen aus 0,75 mm starkem Graupner-<br />
Kunststoffglas (Best.-Nr. 734.1), die aber<br />
erst nach dem Lackieren eingeklebt wurden.<br />
Reling und diverse Bügel entstanden<br />
aus 2-mm-Messing-Rundmaterial und wurden<br />
weichgelötet.<br />
Wie bei meiner MANHATTAN (siehe<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 12/2008) wollte ich auch<br />
60 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
in diesem Modell eine besondere Lichtanlage<br />
installieren. Es ist ja ein besonderer<br />
Reiz, <strong>im</strong> Sommer spät abends noch einige<br />
Runden mit Beleuchtung zu fahren.<br />
Da sich in meiner He<strong>im</strong>at die klarsten und<br />
saubersten Seen Deutschlands befinden,<br />
ist es sehr interessant, ein Modell auch mit<br />
starken Unterwasserscheinwerfern auszurüsten.<br />
Deshalb erhielt die PREDATOR<br />
<strong>im</strong> Boden zwei weiße High-Power-LEDs<br />
mit Reflektoren, Alukühlrippen und 0,7-A-<br />
Spannungsregler auf Basis eines LM317.<br />
Die LEDs sind so leistungsstark, dass der<br />
Boden des Sees auch bis in einige Meter<br />
Tiefe deutlich erleuchtet wird. Das ist zwar<br />
nicht originalgetreu, aber natürlich ein toller<br />
Effekt. Das Heck bekam zwei weiße 30000<br />
mcd-5-mm-LEDs eingebaut, zwei weitere<br />
30000 mcd-LEDs mit Reflektor wurden am<br />
schwenkbaren Hydro-Antrieb montiert. Diese<br />
LEDs bringen bei schneller Fahrt den<br />
Hydro-Wasserschweif zum Leuchten, echt<br />
toll. Für einen weiteren Gag sorgen zwei<br />
Farbwechsel-LEDs (RGB, Best. Nr. 150700,<br />
Fa. Conrad), die ich unter der Badeplattform<br />
versteckte. Nach dem Einschalten verändern<br />
diese in einem best<strong>im</strong>mten Zyklus<br />
<strong>im</strong>mer ihre Farbe, somit leuchtet das aufgewirbelte<br />
Wasser mal rot, blau, grün oder<br />
gelb. Das kommt bei Zuschauern sehr gut<br />
an. Alle Treppen, die vordere Badeliege, die<br />
Badeplattform und der Weg zum Vordeck<br />
erhielten eine Beleuchtung in Form von<br />
Lichtleiterkabeln. Insgesamt 22 Stück dieser<br />
Kabel werden von einer 5-mm-LED mit<br />
Reflektor gespeist. Die Kabel lassen sich<br />
leicht verlegen und werden an der vorgesehenen<br />
Stelle durch ein 2-mm-Loch gesteckt<br />
und darin mit Sekundenkleber fixiert. Nach<br />
der Lackierung können die überstehenden<br />
Kabelstummel mit einem scharfen Messer<br />
abgeschnitten werden. Zusätzlich zur<br />
nautischen Beleuchtung sind noch etliche<br />
SMD-LEDs (Best. Nr. 156616, Fa. Conrad)<br />
in die Heckgarage, die Sitzplätze und den<br />
Weg zum Vorschiff eingebaut.<br />
Zu guter Letzt spendierte ich der Yacht noch<br />
eine kleine Musikanlage in Form einer ausrangierten<br />
Geburtstagskarte. Man kennt<br />
die se Karten ja, nach dem Aufklappen ertönt<br />
für ca. 20 Sekunden eine best<strong>im</strong>mte<br />
Melodie. Die Elektronikeinheit wurde aus<br />
der Karte entfernt und der Schaltmechanismus<br />
gegen einen vernünftigen Mikroschalter<br />
ausgetauscht. Über einen selbstgebauten<br />
Spannungsregler wird die Platine<br />
mit Strom versorgt. Die komplette Lichtanlage<br />
wird übrigens von zwei in Reihe geschalteten<br />
7,2-V-Akkus gespeist, um <strong>im</strong> Finsteren<br />
bei Fernsteuerungsausfall, Reglerabschaltung<br />
oder anderen Schäden <strong>im</strong>mer noch<br />
ein beleuchtetes Modell zu haben. Dabei<br />
sind die nautischen Lichter ständig an, den<br />
Rest der Beleuchtung kann ich wahlweise<br />
dazuschalten.<br />
Unterwasserscheinwerfer in Aktion<br />
LEDs am Heck und an den Antrieben<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
61
Farbwechsel-LEDs <strong>im</strong> Einsatz<br />
Ein ganzes Bündel Lichtleiterkabel wird<br />
von einer LED gespeist<br />
traumhaftes Fahrbild, egal bei welcher Geschwindigkeit.<br />
Der Rumpf ist äußerst gutmütig<br />
zu fahren, so dass ich bisher noch<br />
keine kritische Situation hatte. Bei einer<br />
GPS-Messung kamen folgende Werte heraus:<br />
Gesamtfahrstrecke 3,91 km, max. Geschwindigkeit<br />
35,1 km/h, Durchschnittsgeschwindigkeit<br />
8,1 km/h, Fahrzeit 28,57 min.<br />
Als Akkus sind zwei LRP LiPo-Akkus 7,4 V/<br />
3000 mAh eingesetzt, ich finde es erstaunlich,<br />
was diese Antriebscombo leistet und<br />
das bei einem 1,07 m langen Modell.<br />
Die Motoren sind nach der Fahrt nur ca.<br />
40 °C warm und das ohne zusätzliche Kühlung.<br />
Das außergewöhnliche Modell, das<br />
es wahrscheinlich in dieser Art nur einmal<br />
gibt, ist von den Maßen her sehr transportfreundlich,<br />
mit den 7,4-V-Akkus leicht zu<br />
betreiben und deshalb schnell einsetzbar.<br />
Kein Problem, wenn man am Feierabend<br />
noch schnell ein paar Runden auf dem See<br />
cruisen will, auch wenn es schon dunkel<br />
wird. Nachtfahrten sind zur Zeit bei uns der<br />
Hit. Schade nur, dass es nicht möglich ist,<br />
die besondere St<strong>im</strong>mung am See mit toll<br />
beleuchteten Yachten so richtig <strong>im</strong> Bild rüber<br />
zu bringen. Das muss man selber gesehen<br />
haben.<br />
Lackiert wurde die Yacht dann zuerst mit<br />
Haftgrund grau, der Decklack ist „Crew<br />
Weiß“ von Dupli-Color. Am Ende kamen<br />
noch einige Accessoires auf das Schiff wie<br />
z. B. zwei Figuren, Zeitschriften und Badetücher,<br />
die dem Modell ein bisschen Leben<br />
einhauchen.<br />
Fahrerprobung<br />
Der eingebaute Antrieb ist für eine Yacht<br />
dieser Größe wieder mehr als ausreichend<br />
d<strong>im</strong>ensioniert. Es zeigt sich ein absolut<br />
62<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
All over the world...<br />
Lange Lieferzeiten ins Ausland sind passé!<br />
Jetzt können wir Ihnen die <strong>SchiffsModell</strong> bereits zum<br />
Erstverkaufstag nach Hause bringen.<br />
Abonnieren Sie unsere Zeitschrift als E-Paper bei<br />
und sparen Sie sich hohe Versandkosten und lange<br />
Lieferzeiten.<br />
keine Lieferfristen<br />
versandkostenfrei<br />
topaktuell<br />
Lesen Sie die <strong>SchiffsModell</strong> am PC, auf<br />
dem iPhone, iPad, Smartphones und Tablet-PCs<br />
mit Android-Betriebssystem.<br />
Infos, Neuheiten, Tipps und Tricks und<br />
einfach ALLES über Ihr Hobby – sofort<br />
und überall auf der Welt lesen!<br />
Infos unter www.neckar-verlag.de
RUBRIKEN<br />
kurz & fündig<br />
Privatanzeigen (private Inserenten, nicht-gewerbliche Texte) können nur<br />
schriftlich, nicht telefonisch entgegengenommen werden.<br />
Der Einfachheit halber bitte möglichst den vorbereiteten Bestellschein verwenden,<br />
der in fast jedem Heft zu finden ist. Bitte auf jeden Fall deutlich und unmissverständlich<br />
schreiben.<br />
In eine Zeile passen durchschnittlich 34 Anschläge (Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen,<br />
erforderliche Zwischenräume = jeweils 1 Anschlag).<br />
Anzeigenschluss ist jeweils um den 5. des Vormonats (z.B. für Heft 3 am<br />
5. Februar).<br />
Wenn Anzeigentext und Zahlung nach Anzeigenschluss eingehen, erfolgt die<br />
Veröffentlichung automatisch in der nächstfolgenden Ausgabe.<br />
Privatanzeigen in <strong>SchiffsModell</strong> bis 8 Zeilen kostenlos, jede<br />
weitere Zeile 2,50 Euro. Anzeige mit Bild 5, — Euro.<br />
Einfache Abwicklung: Vorauszahlung in bar, Überweisung, Kreditkarte<br />
(Visa, Master) oder Abbuchung. Gleichzeitig wird Ihre Anzeige <strong>im</strong> Internet<br />
unter www.neckar-verlag.de veröffentlicht! !<br />
PLZ 1…<br />
Ladegerät Reflex Lader LMR<br />
350 Megra Akkutronic, 1-30 Zellen<br />
Ladestrom: 0,25-9 A, kein Memoryeffekt,<br />
€ 50,–. Tel. 030/5616409. 101<br />
Verkaufe FSR-V35-Rumpf aus<br />
CfK, Länge 140 cm, Breite 42 cm, mit<br />
eingebautem Ruderkoker, Motorträger,<br />
Tank, Servoplatte und Wellenanlage<br />
für € 350,–. Tel. 0175/6937939.<br />
102<br />
PLZ 2…<br />
Suche Original-Fotos Smit Hunter<br />
und Seabex One in guter Qualität,<br />
möglichst auf CD. Suche auch Originalpläne<br />
Smit Hunter. Tel. 04561/<br />
525759. 201<br />
Suche Graupner 4138 Nautic-Multi-Split-Modul<br />
für mc-10 bzw. mc-12-<br />
Sender. Tel. 04561/525759. 202<br />
PLZ 3…<br />
SS-Bismarck, M 1:100, Fahrmod,<br />
3 St. 36-V-Mot.,120-W-Regl.,MC-<br />
Hydro-50 Wakühl., 4 Getr-Mot., FR 38<br />
Gesch, 8 Getr.-Mot., E-Mess- u. Antennen,<br />
60 Kileucht, 25 Microleucht.,<br />
Ankerwinde, Schrb orig. Wissala, vergoldet.<br />
Heckwappen, orig. MG. 8 kg<br />
Servo, Fr.-Ruderanlage, 4 Servo-Fr-<br />
Schaltvorg. 13 Jahre Bauzeit, war auf<br />
Ausstellung, VB € 8400,–. Tel. 03941/<br />
24373. 301<br />
Für Liebhaber: Seenotkreuzer<br />
John T. Essberger, M 1:25, Scale, 180<br />
cm lang, 30 kg, Beiboot, 2. Beiboot,<br />
extra RC, 40 Funktionen über RC,<br />
VK-Preis VB, 66 F mit Sender mc 24<br />
auf 40 Kanäle erweitert. Tel. 05185/<br />
4649543 oder 0171/3215711. 302<br />
Suche defekten Graupner Sender<br />
mc 24, bitte alles anbieten. E-<br />
Mail: hk@ kastning.org, Tel. 07232/<br />
137502. 303<br />
PLZ 5…<br />
Sammler kauft alte Fernsteuerungen<br />
bis 1970. Tel. 0221/394538,<br />
0163/9296575. 501<br />
GfK-Schlepperrumpf, 1,3 m lang,<br />
Firma Schink, € 70,–; neuer starker<br />
12-V-Kfz-Motor f. Schlepper, € 25,–;<br />
GfK-Rumpf Flower Class, M 1:50, 1,3<br />
m lang, € 100,–; Revell Bauset, M<br />
1:72, Flower Class, € 50,–. Tel.<br />
02204/74321. 502<br />
Verk. RC-Segelyacht Saudade<br />
Hegi, Segelwinde Graupner-Varioprop<br />
2, original Bauplan, Bau- u.<br />
Betriebsanleitung, Top-Zustand, €<br />
500,–. Tel. 02687/363, B. Leidig,<br />
56593 Epgert. 503<br />
PLZ 6…<br />
PLZ 8…<br />
Zahle Höchstpreise: Für alte Diesel-<br />
und Benzinmotoren bis 1970,<br />
auch defekt. D. Rother, Welzenbachstr.<br />
29, 80992 München, Tel.<br />
089/145739, Fax 1417041. 801<br />
Suche alle Graupner Bellaphonund<br />
Standard-Fernsteuerungen, auch<br />
Teile wie Empfänger, Servos etc., sowie<br />
Originalverpackungen dazu. Angebote<br />
bitte an Tel. 0821/5439391<br />
oder E-Mail: eolo1@web.de 802<br />
U-Boot Typ VII B von Krick Nr.<br />
20310 + 20311, Bauanleitung und<br />
Plan gesucht. Tel. 07582/933977. 803<br />
Bismarck von Hachette, M<br />
1:200, als Standmodell gebaut, an<br />
Selbstabholer für € 550,– zu verkaufen.<br />
Tel. 08362/2505. 804<br />
Schweiz<br />
Verkaufe Drehbank EMCO Compact<br />
5, mit vertikaler Fräs- und Bohrvorrichtung,<br />
viel Zubehör (Frästisch,<br />
Maschinenschraubstock, Teilapparat,<br />
usw, Preis VB € 1250,–. Info unter<br />
Tel. 0041/796081179 (Schweiz) oder<br />
E-Mail: anita_zogg@bluemail.ch<br />
1./CH<br />
Verk. geg. Abholung: Chaperon-<br />
GfK-Rumpf m. Beschlagsatz u.<br />
Bauplan, Engel, Manta-Kehrer, Opt<strong>im</strong>ist-Graupner,<br />
Kontio-FM, Bau- u.<br />
Beschlagsatz, GfK-Rumpf, Bauplan v.<br />
<strong>SchiffsModell</strong>, Berlin, Düsseldorf,<br />
Najade, Paula. E-Mail: schmitt.trix@<br />
web.de 601<br />
Stuart Dampfmaschinen: Stuart<br />
Mill Engine S50, VB € 480,–; Stuart D<br />
10 mit Umsteuerung, € 780,–; div.<br />
Stuart Dampf Zubehör Kugelhahn,<br />
Manometer Holländer, usw., € 180,–.<br />
Info unter E-Mail: anita_zogg@bluemail.ch,<br />
Tel. 0041/796081179. 2./CH<br />
PLZ 7…<br />
Wegen Hobbyaufgabe: Amati<br />
Bismarck, M 1:200, Rumpf fertig, mit<br />
RC und Dokumentation, alles komplett<br />
€ 530,–; Krick Anna mit DM<br />
Alex, 90 % fertig, € 500,– FP. Tel.<br />
0177/2426959, öfters versuchen. 701<br />
Decaperm 5-pol, 6 V, mit Getriebe<br />
2,75:1, VHB € 55,– inkl. Porto.<br />
Tel. 07808/2269, E-Mail: idehde@<br />
t-online.de 702<br />
Fernsteuerung robbe Terra<br />
Top, mit Multi Switch Decoder,<br />
Servo, Empfänger, robbe Sender<br />
Eco Fm 3 Kanal, div. Zubehör, komplett<br />
für € 50,–. Info unter E-Mail:<br />
anita_zogg@bluemail.ch oder Tel.<br />
0041/796081179. 3./CH<br />
Schiffbaupläne: Krabbenkutter<br />
He<strong>im</strong>atland, Schleppversorger TS-41<br />
Rough, Dampfschlepper Thames,<br />
Dampfschlepper Chieftain, div. Zubehör,<br />
alles zusammen € 55,–. Info unter<br />
E-Mail: anita_zogg@bluemail.ch,<br />
Tel. 0041/796081179. 4./CH<br />
64 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Bestellung eines JAHRESABONNEMENTS ab Heft ____________<br />
Bitte senden Sie mir bis auf weiteres die angekreuzte Zeitschrift zu. Eine Kündigung ist jederzeit möglich. Zuviel bezahlte Beträge für noch<br />
nicht erschienene ausgaben werden vom Verlag zurückerstattet.<br />
Bestellung eines GESCHENKABONNEMENTS ab Heft ____________<br />
Ich möchte die angekreuzte Zeitschrift zu den genannten Bezugspreisen frei Haus verschenken. Einen Geschenkgutschein erhalte ich zusammen<br />
mit der Rechnung.<br />
Adresse des Auftraggebers:<br />
Nur bei Geschenk-Abonnement ausfüllen:<br />
Vor- und Zuname<br />
Straße<br />
PLZ Ort<br />
Das Jahresabonnement soll erhalten:<br />
Vor- und Zuname<br />
Straße<br />
Abopreis inkl.<br />
Versandkosten /<br />
Einzelheftbestellungen<br />
zzgl. Versandkosten<br />
Datum und rechtsverbindliche Unterschrift<br />
ohne DVD<br />
Modell mtl.<br />
mit DVD (6 x jährlich)<br />
Einzelheft 4,20 / 9,10<br />
Abopreis Inland 47,– / 62,–<br />
Abopreis Ausland 50,40 / 65,40<br />
elektroModell vjl.<br />
Einzelheft 9,60<br />
Abopreis Inland 20,– / 35,–<br />
Abopreis Ausland 22,– / 37,–<br />
SM<br />
Bitte veröffentlichen Sie nachstehende private Kleinanzeige unter „kurz & fündig“ in der nächsterreichbaren Ausgabe von<br />
Modell mtl.<br />
ohne DVD<br />
mit DVD (4-mal jährlich)<br />
mtl.<br />
Ich weiß, dass die Veröffentlichung ausschließlich gegen Vorauszahlung erfolgt. Die Art der Zahlung ist umseitig angekreuzt.<br />
PLZ<br />
Ort<br />
Einzelheft 5,–<br />
Abopreis Inland 53,80<br />
Abopreis Ausland 60,–<br />
mtl.<br />
Journal<br />
Dampf&Heißluft vjl.<br />
Einzelheft 7,50<br />
Abopreis Inland 28,–<br />
Abopreis Ausland 30,–<br />
Modell<br />
6x jl.<br />
Journal<br />
Dampf&Heißluft vjl.<br />
Modell 6 x jl.<br />
Einzelheft 4,90<br />
Abopreis Inland 25,–<br />
Abopreis Ausland 29,40<br />
vjl.<br />
Einzelheft 7,–<br />
Abopreis Inland 26,–<br />
Abopreis Ausland 28,–<br />
vjl.<br />
<br />
bis 8 Zeilen<br />
kostenlos<br />
bitte<br />
an kreuzen,<br />
wenn die<br />
Anzeige<br />
mit Bild<br />
erscheinen<br />
soll. Je Bild<br />
5,–<br />
zu sätzlich.<br />
In eine Zeile passen durchschnittlich 34 Anschläge (Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen, erforderliche Zwischenräume = jeweils 1 Anschlag).<br />
Bis 8 Zeilen kostenlos, jede weitere Zeile 2,50. Mit Foto zusätzlich 5,–. Anzeigen unter Chiffre-Nummer zzgl. 5,20 Chiffregebühr.<br />
-Service (kostenlos)<br />
Ich bestelle aus dem Programm des<br />
<br />
Leseexemplar Zeitschrift:<br />
Modell<br />
<strong>SchiffsModell</strong><br />
elektroModell<br />
Journal Dampf&Heißluft<br />
CAR-Modell<br />
Gartenbahn<br />
Menge<br />
Best.-Nr.<br />
Titel<br />
Preis <br />
Prospekt:<br />
Modellbau<br />
schule<br />
sonstiges (z. B. Feuerwehr, Kunst)<br />
<br />
adressänderung ab: ______________<br />
Ich bin Abonnent von:<br />
Neu:<br />
Straße<br />
<br />
PLZ<br />
Kd.-Nr.:<br />
Ort<br />
Datum<br />
rechtsverbindliche Unterschrift
-Bestellschein für ein Jahres- bzw. Geschenk-Abo<br />
Bitte in einen Umschlag<br />
stecken und senden an:<br />
Neckar-Verlag GmbH<br />
78045 Villingen-Schwenningen<br />
Die Jahresabonnementgebühr / den Geschenk-Auftrag zahle ich<br />
nach Rechnungserhalt<br />
bequem und zeitsparend durch bargeldlose Bankabbuchung *<br />
(nur in Deutschland)<br />
Konto-Nr.:<br />
BLZ:<br />
Geldinstitut:<br />
per Kreditkarte<br />
Visa MasterCard<br />
Karten-Nr.: _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _<br />
gültig bis: ____________<br />
* Ich bin damit einverstanden, dass Sie, bis auf Widerruf, die von mir / uns zu leis tenden Zahlungen bei Fällig keit zu<br />
Lasten meines / unseres Kontos einziehen.<br />
Ihre Vorteile be<strong>im</strong> Bezug <strong>im</strong> Abonnement<br />
• Frei-Haus-Lieferung (Zustellung ist bereits <strong>im</strong> Vorzugspreis enthalten).<br />
• Sie können das Abonnement jederzeit kündigen.<br />
-Bestellschein für Kleinanzeigen<br />
Neckar-Verlag GmbH<br />
Anzeigen-Abteilung<br />
78045 Villingen-Schwenningen<br />
Der Betrag in Höhe von ..................... wird bezahlt<br />
durch gleichzeitige Überweisung* auf<br />
Commerzbank AG, VS-Villingen (BLZ 694 400 07) 1570449<br />
aus dem Ausland: IBAN: DE 13694400070157044900 BIC: COBA DE FF 694<br />
* Bitte unbedingt Name, Ort und Verwendungszweck angeben;<br />
sonst ist keine Verbuchung möglich!<br />
durch Bankabbuchung (nur Deutschland) Absender und<br />
Kontoinhaber müssen identisch sein!<br />
Konto-Nr.: _____________________________ BLZ: ________________________<br />
Geldinstitut: ________________________________________________________<br />
durch VISA<br />
durch MasterCard<br />
Karten-Nr.: _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _<br />
Vor- und Zuname<br />
gültig bis: ______________<br />
Straße PLZ Ort<br />
Datum und rechtsverbindliche Unterschrift<br />
SM<br />
-Service und -Bestellschein<br />
Bitte beachten Sie:<br />
Der Versandkostenanteil von 3,– gilt nur<br />
für Sendungen innerhalb Deutschlands.<br />
Versandkosten bei Sendungen ins Ausland:<br />
Bücher und Zeitschriften 5,–<br />
Baupläne 9,–<br />
Neckar-Verlag GmbH<br />
Bezahlung<br />
nach Rechnungserhalt<br />
bequem und zeitsparend durch bargeldlose Bankabbuchung*<br />
(nur in Deutschland)<br />
Konto-Nr.:<br />
BLZ:<br />
Geldinstitut:<br />
per Kreditkarte<br />
Visa MasterCard<br />
Karten-Nr.: _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _<br />
gültig bis: ____________<br />
* Ich bin damit einverstanden, dass Sie, bis auf Widerruf, die von mir / uns zu leis tenden Zahlungen bei Fälligkeit zu<br />
Lasten meines / unseres Kontos einziehen.<br />
78045 Villingen-Schwenningen<br />
Vor- und Zuname<br />
Straße PLZ Ort<br />
Datum und rechtsverbindliche Unterschrift<br />
SM
Super-Prämie*<br />
Pilar – E. Hemmingway<br />
Motoryacht Baukasten<br />
Der Baukasten ist in bewährter Kiel- und Spantenmethode aufgebaut.<br />
Alle Holzteile sind sorgfältig ausgeschnitten und alle Details liegen dem<br />
Baukasten bei. Eine ausführliche, reichlich bebilderte Anleitung in Farbe<br />
und ein Bauplan (Maßstab 1:1) helfen be<strong>im</strong> Zusammenbau.<br />
Technische Daten:<br />
Maßstab 1:27<br />
Länge 440 mm<br />
Breite 130 mm<br />
Höhe 220 mm<br />
Die »Pilar Motoryacht«<br />
gibt‘s <strong>im</strong> 2-Jahresabo<br />
mit Zuzahlung 15,– [D]<br />
24 Hefte für<br />
122,60 [Inland]<br />
135,– [Ausland]<br />
Mehr Informationen zu den<br />
Produkten unter:<br />
www.krick-modell.de<br />
Lichtsystem Schiff – 5 LED<br />
Ideal für Schiffsmodelle und andere Anwendungen. Die hauchdünnen<br />
Drähte können überlackiert werden und sind dadurch auch bei Verlegung<br />
an der Oberfl äche fast nicht zu sehen.<br />
Anzahl der LED‘s und Länge der Kabel:<br />
Eine rote LED 300 mm<br />
Eine grüne LED 300 mm<br />
Eine weiße LED 300 mm<br />
Zwei weiße LEDs 700 mm<br />
*Prämien erhalten nur Neu-Abonnenten, die noch nie diese Fachzeitschrift vom Neckar-Verlag bezogen haben. Das Angebot gilt nicht für<br />
Abo-Umstellungen <strong>im</strong> gleichen Haushalt. Liefermöglichkeiten der Prämien vorbehalten.<br />
<br />
Bestell-Coupon<br />
Das »Lichtsystem« gibt‘s<br />
<strong>im</strong> 1-Jahresabo<br />
12 Hefte für<br />
53,80 [Inland] / 60,– [Ausland]<br />
Einfach einsenden an: Neckar-Verlag GmbH, Postfach 18 20, D-78008 Villingen-Schwenningen<br />
Fax +49 (0)77 21 / 89 87-50 Tel. +49 (0)77 21 / 89 87-38 /-48 www.neckar-verlag.de<br />
<br />
Ich bin der neue Abonnent und Leser (Heftempfänger)<br />
Vor- und Nachname<br />
Straße<br />
PLZ<br />
Ort<br />
Datum und rechtsverbindliche Unterschrift SM 02/2012<br />
und habe mir die Prämie<br />
Pilar Motoryacht<br />
Lichtsystem<br />
augesucht. Ich versichere, dass ich<br />
bisher noch kein <strong>SchiffsModell</strong>-Abo<br />
vom Neckar-Verlag bezogen habe.<br />
Ja, ich erhalte ein bzw. zwei Jahre lang <strong>SchiffsModell</strong> jeden Monat druckfrisch frei<br />
Haus zum Preis von nur 53,80 / 107,60 [Inland] // 60,– / 120,– [Ausland] (bei<br />
der Prämie „Pilar Motoryacht“ + 15,– Zuzahlung). Nach einem bzw. zwei Jahren läuft<br />
das Abo automatisch weiter und ist ab dann jederzeit kündbar.<br />
Be<strong>im</strong> Prämienversand ins Ausland müssen zusätzliche<br />
Versandkosten berechnet werden.<br />
Die Auslieferung der Prämien erfolgt nach Bezahlung<br />
der Abogebühr.<br />
Die Zahlung erfolgt:<br />
nach Rechnungserhalt<br />
Bankabbuchung* (nur in Deutschland)<br />
Kontonr.: ______________________<br />
BLZ: _________________________<br />
Geldinstitut: ____________________<br />
per Kreditkarte VISA MasterCard<br />
Kartennr.: _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _<br />
gültig bis: _____________<br />
*Ich bin damit einverstanden, dass Sie, bis auf Widerruf, die von<br />
mir / uns zu leistenden Zahlungen bei Fälligkeit zu Lasten meines /<br />
unseres Kontos einziehen.<br />
Hintergrund : Karina Sturm / PIXELIO
VERSCHIEDENES<br />
Foto 1: Jet-Power pur, die HEDONIST<br />
(Foto: ART of KINETIK)<br />
H<br />
allo liebe Yachtfreunde und Schiffs-<br />
Modell-Leser. In der vorliegenden<br />
Folge unserer Yacht-Serie geht es einmal<br />
mehr um den Wasserstrahl-Antrieb, kurz<br />
Jet-Drive oder Jet-Antrieb genannt. Jet-<br />
Antriebs-Anlagen werden in praktisch jeder<br />
Art von Booten und Yachten eingesetzt,<br />
vom Daycruiser bis zur Mega-Yacht. Jet-<br />
Bikes und Jet-Tender seien hier nicht extra<br />
erwähnt, da bei ihnen ja der Name bereits<br />
Programm ist.<br />
Beginnen wir mit einer kleinen aber außergewöhnlichen<br />
Yacht-Neuheit aus Serbien,<br />
einem Land, das bis heute wohl niemand<br />
wirklich mit Yachtbau in Verbindung gebracht<br />
hat, nicht zuletzt durch die Tatsache,<br />
dass Serbien nicht einmal einen direkten<br />
Zugang zum Meer hat. „ART of KINETIK“<br />
lautet der Name der Werft <strong>im</strong> Besitz von<br />
Boris Ivanovic. Für Ivanovic sind Boote<br />
schw<strong>im</strong>mende Kunstwerke, was wohl auch<br />
zur Namensgebung der Werft beitrug. Wenn<br />
man dann sein erstes 75-Fuß-Projekt, die<br />
HEDONIST<br />
sieht, wird auch sofort klar, was mit dem<br />
Namen der Werft gemeint ist. Das Design<br />
der knapp 23 m langen Yacht polarisiert,<br />
doch wer ein Faible für Mahagoni hat, wird<br />
begeistert sein. Klassischer Rumpfbau, gepaart<br />
mit futuristischen Linien, ist eine wahrlich<br />
innovative Kombination, zu der dann<br />
auch noch das ungewöhnliche Antriebs-<br />
Konzept mit drei Jet-Drives kommt.<br />
Wenn man sich die aktuelle Yacht-Szene<br />
ansieht, ist die Verwendung von Mahagoni<br />
heute schon fast eine Seltenheit. Ausgenommen<br />
sind hier nur Hersteller wie z. B.<br />
BOESCH oder ähnliche Werften, die sich<br />
dem klassischen Stil verschrieben haben.<br />
Das Mahagoni wird natürlich auch ganz <strong>im</strong><br />
Stil der 1950er- und 1960er-Jahre mehrfach<br />
lackiert und danach auf Hochglanz<br />
Bert Elbel<br />
Traumyachten<br />
Neues aus der Welt der<br />
Yachtbau<br />
Skizze 1: HEDONIST<br />
68 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Foto 2: Edel verarbeitetes Mahagoni (Foto: ART of KINETIK)<br />
Foto 3: Steuerstand der HEDONIST (Foto: ART of KINETIK)<br />
Foto 4: HEDONIST in Action<br />
(Foto: ART of KINETIK)<br />
Foto 5: MANGUSTA 108´<br />
(Foto: OVERMARINE)<br />
poliert. Auf Foto 2 ist die exzellente Holzverarbeitung<br />
des Vordecks zu sehen. Die<br />
Aufbaubereiche Dach, tragende Säulen<br />
etc. werden aus Kohlefaser hergestellt. HE-<br />
DONIST ist ein sogenannter „Semi-Custom“,<br />
was für den künftigen Eigner einen<br />
großen Freiraum bei der Ausgestaltung<br />
seiner Yacht bedeutet, da nur der Rumpf<br />
mit Antrieben und die Aufbauten fest vorgegeben<br />
sind. Die weitere Ausstattung, vor<br />
allem auch das Interieur, kann der Eigner<br />
selbst best<strong>im</strong>men. Auch be<strong>im</strong> Layout<br />
der Kabinen hat der Interessent die Wahl<br />
zwischen verschiedenen Aufteilungen mit<br />
mehreren kleineren Kabinen, z. B. auch mit<br />
einer Captains-Kabine, oder einem Layout<br />
mit mehr Großzügigkeit, wenn der Eigner<br />
lieber selber fährt. Auf der ersten Baunummer,<br />
welche hier auf den Fotos zu sehen<br />
ist, wurde be<strong>im</strong> Interieur ebenfalls sehr viel<br />
Mahagoni verarbeitet.<br />
Doch kommen wir zum Antrieb dieses exquisiten<br />
Spielzeugs. Die drei Jet-Drives<br />
stammen vom schwedischen Hersteller<br />
KaMeWa, der heute zur Rolls-Royce-Group<br />
gehört. Es handelt sich, wie bei dieser Konfiguration<br />
üblich, um zwei Wing-Jets mit<br />
steuerbaren Hauben und einen mittig installierten<br />
Booster. Drei MAN-Turbodiesel vom<br />
Typ R6 mit je 810 HP beschleunigen die<br />
HEDONIST auf 43 kn, genug für ein 19-m-<br />
Boot. Wer möchte da nicht mitfahren?<br />
Wenn das nicht einmal ein Vorbild für ein<br />
ungewöhnliches Modell wäre … nur die fehlenden<br />
Unterlagen dürften diesen Wunsch<br />
sicher sehr schnell bremsen. Es soll ja aber<br />
Kollegen geben, die für einen Nachbau mit<br />
einer Seitenansicht und einer Decksdraufsicht<br />
auskommen. Skizze 1 liefert diese Angaben,<br />
die technischen Daten finden sich in<br />
einer Tabelle am Ende dieses Beitrages.<br />
MANGUSTA 108´<br />
Diese elegante „Maxi-Open“, wie die Werft<br />
OVERMARINE <strong>im</strong> italienischen Viareggio<br />
ihre Offshore-Yachten nennt, konnte ich<br />
bereits während der „boot“ in Düsseldorf<br />
bewundern. OVERMARINE produziert Modelle<br />
von 72 bis 165 Fuß Länge. Damit liegt<br />
die 108er <strong>im</strong> Mittelfeld und ist wohl auch<br />
deshalb einer der Verkaufsschlager der<br />
Werft. Etliche dieser 11 Millionen Euro teuren<br />
Exemplare werden <strong>im</strong> Charterbereich<br />
eingesetzt, wodurch gerade dieses Boot<br />
sehr bekannt geworden ist.<br />
Die MANGUSTA 108´ hat für einen Mega-<br />
Offshorer eher klassische, aber wohl gerade<br />
deshalb geradezu atemberaubende<br />
Linien (Foto 5), und auch OVERMARINE<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 69
Foto 6: Steuerstand der MANGUSTA 108´<br />
(Foto: OVERMARINE)<br />
Foto 8: MANGUSTA 108´ (Foto: OVERMARINE)<br />
Foto 9: Das PERSHING-Flaggschiff 115´<br />
(Foto: PERSHING)<br />
Foto 7: Jet-Bike-Garage mit Kran an Steuerbord<br />
der 108er (Foto: Jörg Dreischulte)<br />
bietet diesen Mega-Offshorer als Semi-<br />
Custom-Bau an. Damit ist jedes einzelne<br />
Boot ein Unikat, lediglich die Antriebseinheiten<br />
sowie die dazugehörige Technik <strong>im</strong><br />
Steuerstand (Foto 6) sind „Standard“. Die<br />
beiden KaMeWa S63-Jets werden von je<br />
einer 2600 HP starken MTU-Maschine<br />
angetrieben. Die Turbodiesel vom Typ 16V<br />
2000 M94 verleihen der Maxi-Open eine<br />
Topspeed von 40 kn.<br />
Um be<strong>im</strong> Thema Jet zu bleiben: Zwei<br />
Jet-Bikes (je eines pro Seite) sind in den<br />
Rumpf-Seitenteilen auf dem Achterdeck<br />
verstaut (Foto 7) und ein Jet-Tender in<br />
einer großen Heckgarage vor der Badeplattform<br />
gehört ebenfalls zur Ausstattung<br />
der Yacht. Auf der Seitenansicht (Skizze<br />
2) sind die Klappen der Jet-Bike-Garagen<br />
eingezeichnet. Interessant ist, dass durch<br />
die getrennte Lagerung jedes Bike seinen<br />
eigenen Kran zum Wassern hat. Foto 8<br />
zeigt die Yacht bei Full-Power.<br />
PERSHING 115´<br />
Diese von Fulvio S<strong>im</strong>one gezeichnete<br />
Designschönheit<br />
zieht bereits an der Pier alle Blicke<br />
auf sich. Das PERSHING-<br />
Flaggschiff (Foto 9) vereint das<br />
Design einer großen Open mit<br />
dem Platzangebot und dem<br />
Skizze 2: MAGUSTA 108´ Luxus einer Mega-Yacht. Statt<br />
des allgemein üblichen großen<br />
Glasschiebedachs besitzt die<br />
115er eine Mini-Flybridge, eine kleine „Private<br />
Area“ (Foto 10), weil von außen kaum<br />
einsehbar. Die Bau-Nummer 1 wurde auf<br />
den Namen „Don´t touch“ getauft, treffender<br />
geht es wohl kaum. In Genua wurde die<br />
Yacht dann auch mit dem begehrten „Italian<br />
Style Mega Yacht Award“ ausgezeichnet.<br />
Die PERSHING 115 brilliert durch zweierlei<br />
Foto 11: Der modern eingerichtete<br />
Hauptsalon der 115er (Foto: PERSHING)<br />
Extreme: Erstens durch das exzeptionelle<br />
Design, welches durch die fließenden<br />
Linien, gepaart mit der offenen Bauweise<br />
eines „Open-Cruisers“ erreicht wurde, und<br />
zweitens durch das extrem kraftvolle Antriebspaket<br />
<strong>im</strong> Heck der Yacht. Doch bleiben<br />
wir zunächst einmal bei den technischen<br />
Highlights der PERSHING. Hier wurde alles<br />
verwirklicht, was möglich ist. Angefangen<br />
vom elektrisch versenkbaren Esstisch auf<br />
dem Vorschiff, das über ein ebenso elektrisch<br />
versenkbares B<strong>im</strong>initop verfügt, über<br />
das runde und drehbare Sunbed auf der Minifly<br />
und die vier exklusiven – und natürlich<br />
elektrisch verstellbaren – Sonnenliegen, bis<br />
hin zur voll versenkbaren Glaswand, die<br />
dem Abschluss des Hauptsalons dient. Im<br />
Hauptsalon (Foto 11) findet man modernstes<br />
Media-Equipment inkl. eines riesigen<br />
Flatscreens, der aus der Decke ausgefah-<br />
Foto 12: Steuerstand der PERSHING 115´<br />
(Foto: PERSHING)<br />
70 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Foto 15: Erste Testfahrten der MILLENIUM 140´ in der Nordsee<br />
1:27,5 Damit passen beide<br />
Modelle sehr gut zu Modellen<br />
wie der MOONRAKER, sind<br />
aber durch ihre Rumpflänge<br />
von 118 cm (jeweils plus Badeplattform)<br />
noch recht handlich.<br />
Skizze 2 zeigt die MANGUS-<br />
TA, Skizze 3 die PERSHING.<br />
Kommen wir nun zum derzeitigen<br />
Highlight, der<br />
Foto 10: Die Mini-Flybridge (Foto: PERSHING)<br />
Foto 13: PERSHING 115´ in Action<br />
(Foto: PERSHING)<br />
Skizze 03: PERSHING 115´<br />
ren werden kann. Diese Technik wurde sehr<br />
anhe<strong>im</strong>elnd in helles Kirschholz, gepaart<br />
mit schneeweißem Leder verpackt. Der<br />
vom Salon her offene Steuerstand auf Foto<br />
12 lässt erahnen, was uns <strong>im</strong> Motorraum<br />
erwartet. Dort sind zwei MTU-Turbodiesel<br />
vom Typ 16V 4000S mit je 3700 HP an je<br />
einen KaMeWa-Jet gekuppelt und verleihen<br />
der 35-m-Yacht so eine Geschwindigkeit<br />
von 42 kn. Doch damit nicht genug: Weitere<br />
5100 HP werden durch eine TEXTRON-LY-<br />
COMING-Gasturbine bereitgestellt, die auf<br />
einen KaMeWa-Boosterjet arbeitet. Diese<br />
Zusatzleistung katapultiert die 115er auf<br />
eine Topspeed von 55 kn. Damit erinnert<br />
diese Antriebs-Konfiguration sehr an die<br />
Hochgeschwindigkeitsyachten von Frank<br />
Mulder. Auf jeden Fall zählt diese PER-<br />
SHING zweifellos zu den ganz Schnellen<br />
auf dem Wasser.<br />
Wer von der MANGUSTA 108´ oder der<br />
PERSHING 115´ so fasziniert ist, dass<br />
er ein Modell einer dieser Yachten bauen<br />
möchte, kann hierzu recht gut den GfK-<br />
Rumpf der SUNSEEKER Predator 108´<br />
aus dem MARINETIC-Programm verwenden.<br />
Die Maßstäbe betragen dann für die<br />
MANGUSTA 1:26,6, und für die PERSHING<br />
Foto 14: Verwaltung mit anschließender<br />
Werfthalle von MILLENNIUM Yachts in<br />
Hardinxveld/Holland<br />
MILLENNIUM<br />
140´<br />
gezeichnet von Frank Mulder.<br />
Kurz etwas zur Entwicklungs-<br />
Geschichte dieser außergewöhnlichen<br />
Yacht: Nach der<br />
Pleite um den Bau der GOL-<br />
DEN EYE auf der deutschen<br />
Werft PR Marine gründete<br />
John Staluppi eine eigene<br />
Werftgruppe, MILLENNIUM<br />
SUPERYACHTS. Von nun<br />
an wollte er sich endlich den<br />
Traum seiner eigenen Yachtserie erfüllen.<br />
Wie schon bei PR Marine sollte diese Serie<br />
aus Yachten von etwa 80 bis 200 Fuß<br />
mit ähnlichem Design bestehen, und auch<br />
das Team für diese Entwürfe war wieder<br />
gleich:<br />
Frank Mulder ist als Naval-Designer für die<br />
Hydronamik sowie für das Exterieur, Even<br />
K. Marshall als Innenarchitekt für das Interieur<br />
verantwortlich.<br />
Neben den ersten kleineren Einheiten der<br />
Yachtserie sollte die erste MILLENNIUM<br />
140´ Staluppis Markenzeichen und sein eigenes<br />
Schiff werden, vor allem wollte er damit<br />
aber wieder einmal die schnellste Yacht<br />
der Welt besitzen. Diese Vorgaben sollten<br />
für Frank Mulder jedoch zur Herausforderung<br />
werden, denn die 140er war als Dreidecker<br />
konzipiert und somit entsprechend<br />
schwer. Außerdem war zu diesem Zeitpunkt<br />
die Yacht des Spanischen Königs, die MY<br />
FORTUNA II, die schnellste Yacht der Welt,<br />
also galt es 64,8 kn zu toppen. Als Staluppi<br />
sich dann zum ersten Mal wieder mit Frank<br />
Mulder zur Projektierung der Yacht traf,<br />
sagte er nur kurz entschlossen und mit seinem<br />
bekannten breiten Grinsen: „Let´s do it<br />
again Frank.“<br />
Vor der Kiellegung auf der hauseigenen<br />
Werft <strong>im</strong> niederländischen Hardinxveld<br />
(Foto 14) klärten etliche Tanktests <strong>im</strong> Vorfeld<br />
ab, ob und wie die Ziele von Staluppi<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 71
Foto 20: Die Rekordfahrt der THE WORLD IS NOT ENOUGH<br />
Foto 16: Die riesigen<br />
LIPS-Jets der MILLENNIUM<br />
Foto 17: Die Ventilator-Öffnungen für<br />
die „Beatmung“ der beiden Turbinen<br />
Foto 18: Gewichts-Aufkleber auf<br />
Möbelteilen des Interieurs<br />
erreicht werden könnten. Um kurz noch<br />
eine falsche, <strong>im</strong> Umlauf befindliche Information<br />
zu korrigieren: John Staluppis 140er<br />
wurde nicht in den USA gebaut, sondern in<br />
der eigens für diese Yacht gekauften Werft<br />
in den Niederlanden. Auch die ersten Testfahrten<br />
fanden auf der Nordsee und nicht<br />
vor der Küste <strong>Florida</strong>s statt! Doch zurück<br />
zur Yacht. Die mit dem Rumpf <strong>im</strong> Testtank<br />
erreichte Geschwindigkeit lag zwischen 68<br />
und 69 Knoten, und so wurde von nun an<br />
die 70-kn-Marke angepeilt. Auf Foto 15 sieht<br />
man die Yacht bei ihren ersten Testfahrten,<br />
welch ein Anblick! Stammleser der Schiffs-<br />
Modell erinnern sich evtl. an den Bericht in<br />
Heft 11/2006 über meinen Besuch bei der<br />
Fa. Mulder. Dort konnte ich einen Blick auf<br />
die drei riesigen Jet-Drives (Foto 16) sowie<br />
die beiden Auspuff- und die drei Ventilator-<br />
Öffnungen (Foto 17) werfen. Letztere lassen<br />
den beiden Gasturbinen die nötige Luft zum<br />
Atmen zukommen.<br />
Doch vor der Technik stand die nötige Reduzierung<br />
des Gesamtgewichtes, um die von<br />
Staluppi geforderte Topspeed überhaupt zu<br />
erreichen. Das Gewicht jedes einzelnen Möbelteils<br />
war computergenau berechnet worden,<br />
und so sah ich später auf jedem dieser<br />
Möbelteile einen Aufkleber (Foto 18) mit<br />
dem Sollgewicht des jeweiligen Teils. Wurde<br />
dieses Gewicht überschritten, verschwand<br />
das entsprechende Teil auf N<strong>im</strong>merwiedersehen<br />
<strong>im</strong> Müllcontainer … Aber nur so<br />
konnte das vorgesehene Gewichtsl<strong>im</strong>it der<br />
Yacht eingehalten werden. Selbst wichtige<br />
tragende Teile wurden aus Verbundfaser-<br />
Werkstoffen oder extrem leichtem Sperrholz<br />
hergestellt.<br />
Be<strong>im</strong> Interieur erreichte man die Gewichtsreduzierung<br />
durch die Verarbeitung von extrem<br />
dünnen Holzfurnieren aus hochglänzender<br />
Walnuss, welche auf einen Nomex-Waben-<br />
Kern aufgebracht wurden. Staluppi wollte<br />
einen „Wow“-Effekt durch den Kontrast des<br />
äußeren Highspeed-Designs zum klassisch-luxuriösen<br />
Interieur erreichen. Foto<br />
19 beweist, dass dies perfekt gelungen ist!<br />
Skizze 04:<br />
MILLENNIUM 140´<br />
Foto 19: Klassischer Look <strong>im</strong> Inneren<br />
72 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Bert Elbel<br />
Faszination<br />
JET-POWER<br />
Der Jet-Antrieb <strong>im</strong><br />
Modellbau<br />
T e c h n i s c h e D at e n<br />
HEDONIST MANGUSTA 105´ PERSHING 115´ MILLENNIUM 140´<br />
Bauwerft Art of Kinetic Overmarine Pershing Millennium/<br />
Belgrad/Serbien Viareggio/Italien Forli/Italien Holland<br />
Länge ü. a. 19,00 m 33,48 m 35,07 m 42,44 m<br />
Breite 5,28 m 7,12 m 7,20 m 8,25 m<br />
Tiefgang 1,10 m 3,95 m 1,35 m 1,87 m<br />
Verdrängung 31,0 t 120,0 t 133,6 t –<br />
Motoren 3 x MAN 2 x MTU 2 x MTU 2 x MAN<br />
R6-800 16V 2000 M94 16V 2000 PAXMAN<br />
Turbodiesel 1 x LYCOMING- 2 x LYCOMING-<br />
Turbine<br />
Turbine<br />
Antriebs-Leistung 3 x 810 HP 2 x 2600 HP 2 x 3700 HP 2 x 5436 HP<br />
1 x 5100 HP 2 x 4800 HP<br />
Jet-Drives 3 x KaMeWa 2 x KaMeWa 3 x KaMeWa 3 x LIPS-Jets<br />
Geschwindigkeit max. 43 kn max. 40 kn max. 55 kn max. 68 kn<br />
Klettern wir nun endlich gemeinsam hinab<br />
in den sehr engen Motorraum. Eng? Bei<br />
8,25 m Breite? Nun ja: Zwei riesige Turbodiesel<br />
auf beiden Seiten des Maschinenraums<br />
und zwei Gasturbinen mit einem<br />
großen gemeinsamen Getriebe in der Mitte<br />
lassen den großen Raum recht schnell klein<br />
werden. Ganz gegen Mulders Gewohnheit<br />
wurden zum ersten Mal Turbodiesel der<br />
Firma MAN-PAXMAN mit je 5436 HP und<br />
Jet-Drives der Firma LIPS-Jets eingebaut,<br />
eine ganz neue Kombination. Die beiden<br />
LYCOMING T40-Turbinen mit je 4800 PS<br />
sind dann wieder allgemeiner Standard<br />
<strong>im</strong> Yachtbau. Die Turbinen wirken über ein<br />
Getriebe der Firma RENK auf einen LIPS-<br />
Booster-Jet. Die Drehzahl der Turbinen von<br />
je 16000 min -1 wird <strong>im</strong> Getriebe auf jettaugliche<br />
5000 min -1 reduziert.<br />
Bei einer der ersten Testfahrten in der Nordsee<br />
erreichte die 140er 62 Knoten. Nachdem<br />
Motoren und Antriebe noch ein bisschen<br />
mehr aneinander angepasst worden<br />
waren, erreichte man 45 kn bei einer Antriebsleistung<br />
von gerade mal 53 %. Letztlich<br />
wurden die angestrebten 70 kn aber<br />
nie gefahren, die höchste offiziell gemessene<br />
Topspeed waren 68 kn (Foto 20) mit<br />
85 % Motorleistung. Damit hatte Staluppi<br />
sein Ziel wieder mal erreicht. Übrigens hat<br />
er seine Yacht wieder passend nach dem<br />
Titel eines James Bond-Films getauft: THE<br />
WORLD IS NOT ENOUGH.<br />
Auch diese wunderschöne High-Speed-<br />
Yacht gäbe natürlich ein tolles Modell ab.<br />
Nach Rücksprache mit Frank Mulder war<br />
schnell klar, dass sich der Graupner-Rumpf<br />
der MOONRAKER problemlos verwenden<br />
ließe, denn der Rumpf der THE WORLD IS<br />
NOT ENOUGH ist eine Weiterentwicklung<br />
der MOONRAKER. Der Maßstab läge dann<br />
bei etwa 1:29, womit die Superyacht sehr<br />
gut zu Modellen wie Kehrers ANTIPODEAN<br />
oder der Dumas TIME passen würde.<br />
Der Jet-Antrieb auch<br />
Wasserstrahlantrieb<br />
genannt, wird von<br />
vielen als der faszinierendste<br />
Schiffsantrieb<br />
überhaupt bezeichnet.<br />
Im Originalbereich ist<br />
die Bandbreite der<br />
mit dieser Antriebsart<br />
ausgerüsteten Schiffe<br />
äußerst groß, er reicht<br />
vom Jet-Bike bis hin<br />
zu Luxusyachten oder<br />
sogar Passagierfähren.<br />
Die komplette Thematik,<br />
sowohl <strong>im</strong> Originalals<br />
auch <strong>im</strong> Modellbaubereich,<br />
wird in<br />
diesem Fachbuch ausführlich<br />
abgehandelt.<br />
Breiten Raum n<strong>im</strong>mt<br />
die Vorstellung der auf<br />
dem Markt erhältlichen<br />
Modell-Jets und<br />
der dazu passenden<br />
Modelle ein. Tipps zur<br />
Auswahl, Motorisierung<br />
und Ansteuerung<br />
sowie ein Bezugsquellenverzeichnis<br />
runden<br />
den Inhalt ab.<br />
Umfang 144 Seiten<br />
Abb. 162<br />
Best.-Nr. 635<br />
Preis 14,40 [D]<br />
Neckar-Verlag GmbH<br />
D-78045 VS-Villingen<br />
bestellungen@neckar-verlag.de<br />
www.neckar-verlag.de<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />
73
Feuer an Bord!<br />
Demnächst in der<br />
LiPo-Heizkoffer <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong><br />
... und noch vieles andere mehr!<br />
Aus aktuellem Anlass kann es<br />
zur Verschiebung angekündigter<br />
Beiträge kommen.<br />
Seite<br />
aero-naut . . . . . . . . . . . 21<br />
arkowood . . . . . . . . . . . 21<br />
bacuplast . . . . . . . . . . . 7<br />
Bastler Zentrale . . . . . . 7<br />
Berlinski . . . . . . . 7, 15, 21<br />
EMC-Vega . . . . . . . . . . 15<br />
Faber . . . . . . . . . . . . . . 64<br />
Graupner . . . . . . . . . . U 2<br />
Hobby-Lobby . . . . . . . . 21<br />
Die Neuheiten der<br />
Nürnberger Spielwarenmesse<br />
Schlepper TIBERIUS<br />
3/2012<br />
ist ab dem 29. 2. bei Ihrem Händler!<br />
INSERENTENVERZEICHNIS<br />
(ohne Kleinanzeigen)<br />
Seite<br />
Horizon Hobby . . . . . . U 4<br />
JOJO . . . . . . . . . . . . . . 21<br />
Kleber-und-mehr . . . . . 15<br />
Krick . . . . . . . . . . . . . . 15<br />
Lassek . . . . . . . . . . . . . 21<br />
Modellbau-Kaufhaus . . 15<br />
Nessel . . . . . . . . . . . . . 7<br />
ON-Line Software /<br />
Smoke-EL . . . . . . . . . . 21<br />
Seite<br />
Proxxon . . . . . . . . 7, 9, 11<br />
Sperrholzshop . . . . . . . 21<br />
smt – Steinhagen . . . . 64<br />
Weatronic . . . . . . . . . . 9<br />
Veranstaltungen<br />
Modellbaubörse,<br />
Hofhe<strong>im</strong> . . . . . . . . . . . . 15<br />
Impressum<br />
Neckar-Verlag GmbH, Klosterring 1, Postfach<br />
1820, 78008 Villingen-Schwenningen, Telefon<br />
+ 49 (0) 77 21 / 89 87-0,<br />
Telefax + 49 (0) 77 21 / 89 87-50.<br />
E-Mail: service@neckar-verlag.de.<br />
Commerzbank AG, VS-Villingen (BLZ<br />
694 400 07) Konto-Nr. 1570449 / IBAN: DE<br />
13694400070157044900, BIC: COBA DE FF<br />
694 · Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ<br />
694 500 65) Konto-Nr. 26197 · Volksbank eG,<br />
Villingen-Schwenningen (BLZ 694 900 00)<br />
Konto-Nr. 8915 · Postbank Stuttgart<br />
(BLZ 600 100 70) Konto-Nr. 9389701<br />
Herausgeber: Ruth Holtzhauer,<br />
Beate Holtzhauer<br />
Redaktion: Hans-Jörg Welz,<br />
Postfach 1820,<br />
78008 Villingen-Schwenningen<br />
Telefon + 49 (0) 77 21 / 89 87-35<br />
Telefax + 49 (0) 77 21 / 89 87-50<br />
E-Mail: welz@neckar-verlag.de<br />
Grafik und Layout: Dietmar Schenk<br />
Anzeigen:<br />
Klaus Pechmann + 49 (0) 77 21 / 89 87-72<br />
Uwe Stockburger + 49 (0) 77 21 / 89 87-71<br />
E-Mail: anzeigen@neckar-verlag.de<br />
Telefax + 49 (0) 77 21 89 87-50<br />
Es gilt Anzeigentarif Nr. 8 vom 1.1.2009<br />
Marketing: Rita Riedmüller<br />
+ 49 (0) 77 21 / 89 87-44<br />
E-Mail: werbung@neckar-verlag.de<br />
Vertrieb:<br />
Baupläne, Bücher sowie Zeitschriften<br />
(Abonnementsverwaltung)<br />
Monika Fritschi<br />
Tel. + 49 (0) 77 21 / 89 87-37, -38 u. -48<br />
E-Mail: bestellungen@neckar-verlag.de<br />
Druck: Gulde-Druck, 72072 Tübingen<br />
<strong>SchiffsModell</strong> erscheint jeweils in der letzten<br />
Woche des Monats.<br />
Einzelheft € 5,– [D]; € 5,40 [A]; sfr 9,90; Jahresabonnement<br />
€ 53,80 <strong>im</strong> Inland; € 60,– <strong>im</strong><br />
Ausland. Eine Kündigung ist jederzeit möglich.<br />
Zuviel bezahlte Beträge für noch nicht<br />
erschienene Ausgaben werden vom Verlag<br />
zurückerstattet.<br />
Vertriebsbetreuung für das Grosso und den<br />
Babu:<br />
Wolfgang Sieling, Am spitzen Hey 19, 38126<br />
Braunschweig, Tel. + 49 (0)5 31 / 69 11 07<br />
Ernst Leidecker, Mömlingtalring 91, 63785<br />
Obernburg, Tel. + 49 (0) 60 22 / 77 33.<br />
Auslieferung für die Schweiz:<br />
WIESER Modellbau-Artikel, Postfach, Wieslergasse<br />
10, CH-8049 Zürich-Höngg,<br />
Tel. + 41 (0) 44 / 340 04 30,<br />
Fax + 41 (0) 44 / 340 04 31.<br />
© 2012 Neckar-Verlag GmbH<br />
Eine Haftung für die Richtigkeit der Veröffentlichung<br />
kann trotz sorgfältiger Prüfung vom<br />
Verlag und Herausgeber nicht übernommen<br />
werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge<br />
geben nicht unbedingt die Meinung der<br />
Redaktion wieder. Der Verlag haftet nicht für<br />
unverlangt eingereichte Manuskripte und<br />
Fotos. Mit Übergabe der Manuskripte und<br />
Abbildungen erteilt der Verfasser dem Verlag<br />
das ausschließliche Verlagsrecht. Er versichert,<br />
dass es sich um Erstveröffentlichungen<br />
handelt und dass keine anderweitigen Copyright-<br />
oder Verlagsverpflichtungen bestehen.<br />
Honorierte Arbeiten gehen in das Verfügungsrecht<br />
des Verlags über.<br />
Produkt- und Warennamen werden ohne<br />
Gewährleistung einer freien Verwendbarkeit<br />
benutzt.<br />
Kein Teil dieser Publikation darf ohne zuvor<br />
erteilte, ausdrückliche schriftliche Genehmigung<br />
des Verlags in irgendeiner Form reproduziert<br />
oder unter Verwendung elektronischer<br />
Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet<br />
werden. Die Nutzung der Inhalte ist nur<br />
zum Zweck der Fortbildung und zum persönlichen<br />
Gebrauch des Lesers gestattet.<br />
35.Jahrgang<br />
ist auf umweltfreundlichem<br />
Papier gedruckt.<br />
Bei Erwerb, Errichtung und Betrieb<br />
von Fernsteuerungen sind die geltenden<br />
gesetzlichen Best<strong>im</strong>mungen<br />
zu beachten.<br />
74 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012
Sonderheft<br />
EXTRA<br />
Umfang 140 Seiten<br />
DIN A4<br />
Best.-Nr. 42-2011-01<br />
Preis 9,60 [D]<br />
In der Interessengemeinschaft Minisail-Classic haben sich engagierte Schiffsmodellbauer<br />
zusammengeschlossen, die sich dem weitestgehend originalgetreuen Nachbau von Segelschiffsmodellen<br />
verschrieben haben. Dabei sollen die Modelle auch per Fernsteuerung funktionstüchtig<br />
gesegelt werden.<br />
Dieses Sonderheft stellt eine Vielzahl der beeindruckenden Modelle vor, die von den IG-<br />
Mitgliedern gebaut wurden. Weitere Beiträge befassen sich detailliert mit einzelnen Bauabschnitten<br />
bzw. speziellen Besonderheiten be<strong>im</strong> Bau genau solcher Modelle. Somit kommen<br />
nicht nur diejenigen Leser auf ihre Kosten, die sich über die Modelle der Minisail-Classic<br />
ausführlich informieren wollen, sondern jeder Modellbauer von Segelschiffen kann von den<br />
vorgestellten Bautechniken bzw. Hintergrundinformationen profi tieren.<br />
Neckar-Verlag GmbH<br />
D-78045 Villingen-Schwenningen<br />
Telefon +49 (0)77 21 / 89 87-38 (Fax -50)<br />
bestellungen@neckar-verlag.de • www.neckar-verlag.de<br />
Einfach Code abscannen und<br />
mehr Infos über die Zeitschrift<br />
erhalten – oder unter<br />
www.neckar-verlag.de!
Vertrautes<br />
schafft<br />
Vertrauen<br />
Spektrums neue 7-Kanal<br />
Eine Legende kehrt zurück! Der 7-Kanal Sender, der<br />
die RC-Revolution ausgelöst hat, ist wieder da – neuer,<br />
besser und noch innovativer. Die neue DX7s mit DSMX<br />
Technologie, intuitiver Airware Software und der<br />
Fähigkeit zum Empfang von Telemetriedaten ist ein<br />
Meisterstück der Ingenieurskunst. Wenn Sie sie einmal<br />
in der Hand hatten und die hervorragende Ergonomie,<br />
die erstklassige Balance und die präzisen vierfach<br />
kugelgelagerten Knüppel erlebt haben, werden Sie sie<br />
nicht mehr weglegen wollen. Zusammen mit der Airware-<br />
Software, dem großen LCD Screen und dem SD-Karten-<br />
Leser setzt die DX7s damit den neuen Standard für<br />
7-Kanal Anlagen.<br />
Das Warten hat ein Ende. Weitere Informationen<br />
und einen Händler in Ihrer Nähe finden Sie unter<br />
www.horizonhobby.de<br />
horizonhobby.de<br />
©2011 Horizon Hobby, Inc. DSMX, AirWare, S<strong>im</strong>pleScroll and the Horizon Hobby logo are trademarks of Horizon Hobby, Inc. The Spektrum<br />
trademark is used with permission of Bachmann Industries, Inc. US patent number 7,391,320. Other patents pending. 16793.G