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SchiffsModell Florida Airboat im Eigenbau (Vorschau)

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02<br />

2012<br />

<strong>SchiffsModell</strong><br />

ISSN 0722-7108 € 5,00 [D] € 5,40 [EU] sFr 9,90 E 5290<br />

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<strong>SchiffsModell</strong><br />

Die Fachzeitschrift für den Schiffsmodellbauer<br />

+++ PREDATOR 74 +++ JÖTUNN von Sievers +++ Im Test: YUKI KARATE +++ Mini-Segler DANA +++


IM FEBRUAR<br />

E-Mail an die Redaktion: welz@neckar-verlag.de<br />

SEGELSCHIFFE<br />

H. Köbke: Zweischoten-Vorsegelansteuerung . . . . . . . . . . . . 4<br />

J. Bayer: DANA, kleiner Segler auf großer Fahrt . . . . . . . . . . . 32<br />

VERSCHIEDENES<br />

M. Klöfkorn, C. Czerny: 26. Alemannenregatta . . . . . . . . . . . . . 8<br />

S. Reuthlinger: Das <strong>Florida</strong>-<strong>Airboat</strong> . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38<br />

B. Elbel: Serie Superyachten,<br />

Jet-Antriebe <strong>im</strong> aktuellen Yachtbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68<br />

MOTORSCHIFFE<br />

A. Gobrecht hat den Schlepper JÖTUNN aus dem Programm von<br />

Modellbau Sievers gebaut. Seite 28<br />

T. Scholten: Test: Küstenboot SYLT von robbe . . . . . . . . . . . . 12<br />

A. Wulf: Erste Sturmfahrt der NORDIC . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26<br />

A. Gobrecht: Schlepper JÖTUNN von Sievers . . . . . . . . . . . . . 28<br />

Dr. G. Miel: Serie Wachboote der Volksmarine<br />

Wachboote für die Binnengewässer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42<br />

M. La<strong>im</strong>gruber: PREDATOR 74 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58<br />

AKKUS<br />

P. Koller: Test: LiPo-Zellen PROSELECT FREESTYLE . . . . . . 18<br />

WERKSTATTPRAXIS<br />

H.-J. Welz: Test: Tischbohrmaschine Bosch PBD 40 . . . . . . . 22<br />

LADETECHNIK<br />

M. La<strong>im</strong>gruber hat wieder seiner Leidenschaft zum individuellen<br />

Nachbau rassiger Motoryachten gefrönt und stellt uns den Nachbau<br />

einer PREDATOR 74 vor. Seite 58<br />

J. Pelka: Test:YUKI KARATE B6 AC/DC . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48<br />

RENNBOOTE<br />

D. Jaufmann: „Sprint Kat“ von EPV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52<br />

RUBRIKEN<br />

Neu und Aktuell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />

Ihr Fachgeschäft und Servicepartner in ... . . . . . . . . . . . . . . . 25<br />

Leseecke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56<br />

kurz und fündig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64<br />

Inserentenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />

Der robbe-Baukasten für die SYLT wurde Ende 2011 ausgeliefert.<br />

Auch unser Testmodell ist <strong>im</strong> Bau und wir wollen unsere Leser<br />

hochaktuell über den Bau informieren. Seite 12<br />

UNSER TITELBILD<br />

„Sumpfboote“ tauchen <strong>im</strong>mer wieder mal <strong>im</strong> Schiffsmodellbau<br />

auf. Dank Brushless-Motoren und LiPo-Akkus können nun<br />

auch elektrogetriebene Modelle mit satten Fahrleistungen<br />

auftrumpfen. Seite 38<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 3


(Foto: Ralph Gralke)<br />

SEGELSCHIFFE<br />

Hartmut Köbke<br />

„Untertagearbeit“<br />

Oder: Vorbildgerechte<br />

Zweischoten-Vorsegelsteuerung<br />

N<br />

ach 45 Jahren Segeln wollte<br />

ich nicht einfach das Ölzeug an<br />

den Nagel hängen, sondern erinnerte<br />

mich an eine andere Leidenschaft,<br />

nämlich das Modellsegeln.<br />

Aus zeitlichen Gründen hatte diese Leidenschaft<br />

<strong>im</strong>mer nur auf Sparflamme<br />

schmoren müssen, aber nun als Rentner<br />

und alternder Segler flammte alles wieder<br />

auf. Da mich alte Gaffelsegler schon <strong>im</strong>mer<br />

fasziniert hatten, fiel meine Wahl be<strong>im</strong><br />

Modell auf die „Pippi“, einen Gaffelkutter<br />

nach Colin-Archer, vor allem, weil dieser<br />

von Willi Hoppe gezeichnete Plan sehr<br />

einfach be<strong>im</strong> Neckar-Verlag zu beziehen<br />

ist (Foto 1).<br />

Jeder Segler weiß, dass es Vorteile bringt,<br />

wenn man das (die) Vorsegel unabhängig<br />

vom Großsegel bedienen kann. Folglich<br />

sollte auch mein Modell unbedingt mit<br />

einer vorbildgetreuen Vorsegelansteuerung<br />

ausgestattet werden. Da mir in dieser Hinsicht<br />

aber jegliche Erfahrung fehlte, mussten<br />

entsprechende Fachberichte sondiert<br />

werden. Befriedigende Antworten waren<br />

in den einschlägigen Fachbüchern nicht<br />

zu finden. Es blieben also Berichte aus<br />

Fachzeitschriften. Überzeugt hat mich<br />

dann der Bericht von Joach<strong>im</strong> Tzyschakoff<br />

(„Die Genua auf einer Modellyacht“,<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 6/2004, Seite 51, „Zeichnung<br />

10“).<br />

Bei diesem Konzept handelt es sich um<br />

eine indirekte Segelverstellung, d. h. die<br />

eigentlichen Schoten werden über eine so<br />

genannte Umlaufschot bedient. Zur Verkürzung<br />

des Verstellwegs der Umlaufschot<br />

werden die zwei Schoten über Rollen noch<br />

zwe<strong>im</strong>al umgelenkt. Die Schoten sind dabei<br />

so angeschlagen, dass der Zug auf die Segelwinde<br />

gerichtet ist und nicht auf die Umlenkrolle<br />

der Umlaufschot (Belastung der<br />

Zugfeder, siehe Zeichnung).<br />

Dieses Konzept in Form einer fest eingebauten<br />

Segelverstellung, war mir jedoch<br />

eine Nummer zu groß. Ich stellte mir eher<br />

eine funktionssichere, aus dem Modell herausnehmbare<br />

Einheit vor.<br />

4 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Foto 1 (Foto: Frederik Schüttler)<br />

skizze<br />

Foto 2 Foto 3<br />

Foto 4<br />

Umlaufschot<br />

Zunächst mussten natürlich die Vorsegel-<br />

Verstellwege ermittelt werden. Anstatt den<br />

Rechenweg zu wählen („Die Zweischoten-Vorsegelsteuerung“,<br />

Gerd Neumann,<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 3/87), musste das nicht<br />

mehr benötigte Hellingbrett für ein 1:1-Modell<br />

mit allen Vorsegeln herhalten. Die Verstellwege<br />

wurden auf diesem durch praktische<br />

Versuche ermittelt. Das Unterliek<br />

war z. B. nur ein 1 cm breiter Pappstreifen<br />

(Foto 2).<br />

Die Ergebnisse: Schotenverstellweg 560<br />

mm (vom Am-Wind-Kurs Bb über Raumwind-Kurs<br />

bis Am-Wind-Kurs Stb), erforderlicher<br />

Verstellweg der<br />

Umlaufschot also 280 mm ...<br />

und das bei einer Rumpflänge<br />

von 100 cm!<br />

Die konstruktive Umsetzung<br />

(siehe Skizze) gelang mit<br />

Hilfe der Segelwinde „Hitec<br />

HS-785HB“ (1) einer Alu-<br />

Profil-Schiene (2), einigen<br />

Umlenkrollen (3–6) und ca.<br />

4 lfd. Metern Leine. Die Alu-<br />

Profil-Schiene ist mit einem Sperrholzbrettchen<br />

so an der Segelwinde befestigt, dass<br />

ihre Mittelachse mit der Mitte (Steg) der<br />

Windentrommel fluchtet (Foto 3). Für die<br />

Aufnahme von Gleitschuhen sollte die Alu-<br />

Profil-Schiene an beiden Seiten über ein<br />

T-Profil verfügen. Als Lösung bot sich eine<br />

Gardinenleiste aus einem Einrichtungs-<br />

Supermarkt an. Aus Alu-Resten formte<br />

ich zwei kleine Gleitschuhe, die so groß<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 5


Foto 5<br />

Foto 6<br />

sind, dass je eine Umlenkrolle (3) aus dem<br />

Angebot der Fa. CAP Maquettes befestigt<br />

werden konnte. Ferner galt es, die Umlaufschot<br />

an beiden Gleitschuhen zu unterbrechen<br />

und hier ebenfalls zu befestigen.<br />

Abschließend musste am Ende der Alu-<br />

Profil-Schiene die Umlenkrolle (4) der Umlaufschot<br />

in Profil-Längsrichtung mit einer<br />

Ausgleichsfeder (7) fixiert werden (Foto 4).<br />

Be<strong>im</strong> Betrieb der Umlaufschot ergeben sich<br />

an der Windentrommel unterschiedliche Wickeldurchmesser,<br />

die mit der Zugfeder auszugleichen<br />

sind (± 2 mm). Als Leine für die<br />

Umlaufschot nutzte ich „Powerline extreme“<br />

mit 60 daN von der Fa. Cl<strong>im</strong>ax (8). Diese<br />

Leine besteht aus Coramid und ist extrem<br />

vorgereckt.<br />

Die Umlaufschot wurde dann entsprechend<br />

der Zeichnung zusammen mit den Gleitschuhen<br />

an der Alu-Profil-Schiene und der<br />

Segelwinde befestigt und grob ausgerichtet.<br />

Die Feinjustierung erfolgte später zusammen<br />

mit den Segeln mit Hilfe eines Computer-Senders<br />

(Graupner mc-12).<br />

Vorsegelschoten<br />

Für die beiden eigentlichen Vorsegelschoten<br />

erwies sich Dyneema SK75, 0,9 mm, 95<br />

daN (9) als beste Lösung. Nach der zweiten<br />

Schotumlenkung (6) mit einer Umlenkrolle<br />

von KDH (Foto 5) werden beide Schoten bis<br />

zum Austritt ins Freie in Kunststoff-Schutzrohren<br />

mit einem Innen-Ø von 2,0 mm geführt.<br />

Für den Austritt ins Freie habe ich<br />

die Kajüt-Rückwand (Niedergang) gewählt,<br />

damit über die Durchführungen möglichst<br />

wenig Wasser eindringen kann (Tipp von<br />

Borek Dvorák). Die Durchführungen befinden<br />

sich ca. 1,5 cm über Deckshöhe. Um<br />

die Reibung und den Verschleiß der beiden<br />

Schoten zu mildern, wurden in die Kajüt-<br />

Rückwand noch rund geformte Alu-Schotdurchführungen<br />

eingesetzt (Foto 6).<br />

Foto 7<br />

Foto 8<br />

Die Enden der Schoten sind dann noch<br />

jeweils mit einem eingespleißten Auge für<br />

die Verbindung zum Schothorn ausgestattet.<br />

Bei der geflochtenen Leine von 0,9 mm<br />

ist das natürlich nur ein Behelfsspleiß: Das<br />

Leinenende ist mehrfach durch die Flechtung<br />

geschoren und mit Sekundenkleber<br />

gesichert, denn das Auge sollte nicht als<br />

dicker Knoten (Palstek) die Segelmanöver<br />

behindern! Die Verbindung zum Schothorn<br />

erfolgte abschließend mittels „Stahlschließe“<br />

(„Sicherheitsnadel“ für Modellbauer).<br />

6 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Das Gesamtgewicht der ganzen M<strong>im</strong>ik<br />

(ohne Segelwinde) liegt bei ca. 100 g. Die<br />

max. Baulänge beträgt 510 mm und die<br />

Breite am Ende des Gestells (Vorschiff) 55<br />

mm (Foto 7).<br />

Montage <strong>im</strong> Modell<br />

Für die Montage <strong>im</strong> Rumpf ist am Spant<br />

Nr. 2 (<strong>im</strong> Vorschiff) ein Sperrholzbrettchen<br />

(10) mit zwei profilierten Durchbrüchen angeschraubt,<br />

je einer für die Großsegel- und<br />

einer für die Vorsegel-Verstellung.<br />

Das Ende des Mechanik-Gestells wird mit<br />

seinem Profil einfach passgenau in diesen<br />

Durchbruch gesteckt. Die weitere Befestigung<br />

erfolgt an einer Querverbindung (11)<br />

in Form einer 10-mm-Vierkantleiste am<br />

Spant Nr. 12 mittels einer einzigen M2,5-<br />

Schraube (12), siehe (Foto 8).<br />

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Betriebserfahrungen<br />

und Fazit<br />

Hinsichtlich des geringen Platzangebots<br />

und der schlechten Zugänglichkeit erwies<br />

sich das gewählte Konzept in diesem Fall<br />

als goldrichtig. Dies zeigte sich insbesondere<br />

bei der Entwicklung der Konstruktion,<br />

denn es war nie ein Problem, unzählige<br />

Male die Mechanik aus- und einzubauen,<br />

um Änderungen durchzuführen.<br />

Das Umlegen der Vorsegel be<strong>im</strong> Wenden<br />

dauert ca. 3 sec, das ist ebenso lange wie<br />

das Über-Stag-Gehen des Langkielers, also<br />

ideal! Auf drei Fühlinger-See-Regatten bestand<br />

die Konstruktion ihren Härtetest. Die<br />

Strapazen sämtlicher Wettfahrten hatte<br />

meine Segelverstellung schadensfrei und<br />

funktionssicher überstanden (die Großsegelverstellung<br />

ist ähnlich aufgebaut), auch<br />

wenn mein kleiner Gaffelkutter bei Böen von<br />

teilweise 5 Bft. waagerecht auf dem Wasser<br />

lag. Als verbleibender Unsicherheitsfaktor<br />

stellte sich nur der unerfahrene Modell-<br />

Skipper heraus! Es ist doch etwas anderes,<br />

selbst <strong>im</strong> Boot zu sitzen, als dieses vom<br />

Land aus zu steuern. Meine ursprüngliche<br />

Sorge, die lose <strong>im</strong> Boot liegende Luv-Schot<br />

könnte sich irgendwo verfangen, war unbegründet.<br />

Leider muss man die Vorsegel<br />

noch mit einer einfachen Knüppelbewegung<br />

von Bb.- auf Stb.-Bug bedienen. Das bedeutet,<br />

dass zum Auffieren oder Dichtholen<br />

jeweils unterschiedliche Knüppelbewegungen<br />

auszuführen sind, je nachdem,<br />

auf welchem Bug man gerade segelt. Die<br />

Zukunft liegt hier wohl in der Vorsegelbedienung<br />

mit einem Genua-Modul.<br />

Dieses Konzept ist natürlich sicherlich nicht<br />

das „Ei des Kolumbus“ zum Thema Vorsegelsteuerung,<br />

mir ging es lediglich darum,<br />

neue Denkanstöße zu diesem Thema zu<br />

liefern. Grundlage für meine Entwicklung<br />

waren einige Bücher (u. a. RC-Segelmodelle<br />

von Borek Dvorák und Bernhard Re<strong>im</strong>ann)<br />

und die Erfahrungen etlicher Mini-<br />

Sailors, die mir mit vielen Ratschlägen zur<br />

Seite standen. An dieser Stelle möchte ich<br />

mich bei allen herzlich bedanken!<br />

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VERSCHIEDENES<br />

Malte Klöfkorn, Christoph Czerny<br />

26. Alemannenregatta<br />

in Rheinfelden<br />

Fast am Ende<br />

der Saison<br />

trafen sich die<br />

alemannischen<br />

S c h i f f s m o d e l l -<br />

freunde zur traditionellen<br />

„Alemannenregatta“. Der MSV Klosterweiher<br />

Rheinfelden war zum zweiten Mal<br />

nach 2007 der Ausrichter dieser traditionsreichen<br />

Veranstaltung.<br />

Vom 23. bis zum 25.9.2011 stand den<br />

Modellsportbegeisterten und Gästen das<br />

Freibad Rheinfelden mit seinen vielfältigen<br />

Möglichkeiten zur Verfügung. Der MSV mit<br />

mehr als 30 aktiven Mitgliedern hatte bereits<br />

vor Jahresbeginn mit den ersten Vorbereitungen<br />

begonnen. Nach einem Endspurt in<br />

der Vorwoche konnte dann am Freitagmittag<br />

mit dem Fahrbetrieb begonnen werden.<br />

Mehr als 140 Aktive und Gäste aus 31 Vereinen<br />

mit insgesamt 220 Modellen hatten sich<br />

angemeldet. Darunter waren 24 Planmodelle,<br />

128 Baukastenmodelle, 11 Dampfmodelle,<br />

5 Funktionsmodelle und natürlich die 37<br />

Starter in den Sea-Jet-Klassen. Wer nicht<br />

auf dem Parkplatz vor dem Bad mit seinem<br />

Caravan oder <strong>im</strong> Bad mit dem Zelt Quartier<br />

genommen hatte, nutzte zur Übernachtung<br />

eines der vielen Hotels in Rheinfelden.<br />

Das Wetter am Regattawochenende war<br />

ebenso Spitze wie die gesamte Organisation:<br />

346 Kursfahrten auf dem sehr anspruchsvollen<br />

Kurs mussten in zwei Tagen<br />

absolviert werden.<br />

Während der Veranstaltung sorgte das<br />

Team des MSV nicht nur für einen reibungslosen<br />

Ablauf, sondern auch noch für das kulinarische<br />

Wohlergehen der Gäste. Kaffee<br />

und Kuchen waren ebenso <strong>im</strong> Angebot wie<br />

8 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Steak und Grillwurst mit Pommes. Neu war<br />

die Startergruppe „Spaßmodelle“ mit neun<br />

Startern. Hier konnten schw<strong>im</strong>mende Exponate<br />

starten, die nicht als „Schiff“ einzuordnen<br />

waren. Neben vielen spaßigen Einfällen<br />

waren auch schw<strong>im</strong>mende Vogelkäfige zu<br />

bestaunen.<br />

Die Alemannenregatta erfreut sich von Jahr<br />

zu Jahr zunehmender Beliebtheit, was die<br />

steigenden Teilnehmerzahlen zum Ausdruck<br />

bringen. Ein Beweis für die Beliebtheit<br />

und die Bedeutung ist die Teilnahme<br />

einiger Hersteller und regionaler und überregionaler<br />

Händler, wie z. B. Graupner, das<br />

Modellbau-Kaufhaus usw.<br />

Höhepunkte waren die Eröffnung mit dem<br />

Auftritt von Meeresgott Poseidon und der<br />

traditionelle Alemannenabend in der nahe<br />

gelegenen Hans Thoma-Halle in Rheinfelden.<br />

Auch hier hat das Team des MSV<br />

mit seinen Helfern für das Wohl der Gäste<br />

gesorgt. Eine Bauchtanzgruppe und die<br />

Guggemusik Max<strong>im</strong>ale Reinfelden sorgten<br />

für Unterhaltung. Höhepunkt und Abschluss<br />

war eine echte Premiere, nämlich die erste<br />

Indoor-Regatta. Einige Kandidaten hatten<br />

die Aufgabe, ein Boot mittels einer Fernsteuerung<br />

durch einen Parcours aus Bojen<br />

zu lenken und ihre Geschicklichkeit zu<br />

beweisen. Die „Bojen“ waren einige Sportfreunde<br />

des MSV in passenden Kostümen.<br />

Sieger war am Ende der amtierende Weltmeister<br />

der Klasse F 7, Fridolin Märkt.<br />

In einem separaten Fahrbecken für Kinder<br />

gab es die Möglichkeit, mit vereinseigenen<br />

Modellen zu fahren. Der MSV legt sehr viel<br />

Wert auf die Nachwuchsarbeit. Monatlich<br />

besteht für Kinder und Jugendliche ein- bis<br />

zwe<strong>im</strong>al die Möglichkeit, in einem Schulwerkraum<br />

unter Anleitung von erfahrenen<br />

Modellbauern zu basteln.<br />

Während des Alemannenabends und der<br />

Siegerehrung dankten die Vorstände Thomas<br />

Kieper und Bernd Erber allen Sponsoren,<br />

den Ausstellern, dem Team des Freibades<br />

und der Stadt sowie allen freiwilligen<br />

Helfern für die tatkräftige Hilfe und Unterstützung.<br />

Wer die 27. Alemannenregatta 2012 ausrichtet,<br />

ist derzeit noch offen, wir sind uns<br />

aber sicher, dass diese zur Tradition gewordene<br />

Veranstaltung stattfinden wird. Alle<br />

Wertungen der diesjährigen Alemannenregatta<br />

findet man auf unserer Homepage<br />

unter www.msv-klosterweiher.de<br />

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RUBRIKEN<br />

<br />

<br />

Neu bei Tenshock<br />

Mit dem Rennboot SCORD III liefert die Fa.<br />

Tenshock ein wettbewerbsfähiges Rennboot<br />

mit Elektroantrieb für die Klasse MONO A.<br />

Das 580 mm lange und 175 mm breite Modell<br />

wiegt ohne Akku, aber mit Regler, Servo<br />

und Empfänger ca. 860 g. Der Inhalt des<br />

Baukastens besteht aus dem fertig aufgebauten<br />

Boot mit Flutkanal, Motor, Wasserkühlung,<br />

Ruderanlage mit Servo, passendem<br />

Stahl-Propeller, 120 A-Regler mit Programmierkarte,<br />

Klebeband zum Abkleben des<br />

Deckels, Silikonschlauch für die Wasserkühlung<br />

von Regler und Motor sowie ein<br />

Startnummernhalter. Der Preis für dieses<br />

Paket beträgt in der GfK-Version € 349,–, für<br />

die CfK-Version sind € 399,– fällig.<br />

Zusätzlich erforderlich sind lediglich Sender,<br />

Empfänger sowie ein entsprechender Akku<br />

(2s-LiPo). Das Boot wurde zwar für die<br />

Rennklasse MONO A konstruiert, wird aber<br />

teilweise (abhängig vom Veranstalter) auch<br />

als MONO S7 bezeichnet. Details zu den<br />

Tenshock: SCORD III, rechts der<br />

Lieferumfang, unten <strong>im</strong> Einsatz<br />

Regeln und weitere Infos sind unter<br />

www.nauticus.info, www.eco-idc.de oder<br />

www.lipo-masters.org zu finden.<br />

Wer keine Rennambitionen hat, kann die<br />

SCORD III natürlich just for fun fahren und<br />

hat damit ein Boot zur Verfügung, das nicht<br />

nur schnell unterwegs ist, sondern sich auch<br />

problemlos beherrschen lässt.<br />

Tenshock Europe GmbH<br />

Rheinstr. 1–5<br />

47799 Krefeld<br />

Tel. 02151/3277163<br />

www.tenshock-motors.de<br />

„N<strong>im</strong>m mich mit, Kapitän …!“<br />

Durchs Sprachrohr kommt die Anforderung<br />

von der Brücke, kurz darauf bewegt<br />

sich der Zeiger auf dem Maschinentelegrafen.<br />

„Alles reine Handarbeit“, schmunzelt<br />

der wachhabende Ingenieur. Gleich wird er<br />

wieder ernst, und schaut fast ehrfürchtig<br />

auf die vielen Instrumente des Fahrstands.<br />

Dann dreht er an einem blitzblanken Handrad<br />

– und erweckt damit den MAN-Dieselmotor<br />

zu Leben. Die Zündreihenfolge 1-6-<br />

7-2-5-8-3-4-9 verrät die gewaltigen D<strong>im</strong>ensionen<br />

des Motors: Aus 9 Zylindern werden<br />

rund 11.000 PS gezaubert. Der Maschinentelegraf<br />

zeigt die Fahrtstufe „VGL“<br />

(Voraus ganz langsam) an, und mit 35 Umdrehungen<br />

pro Minute dreht sich der Vier-<br />

Blatt-Prop.<br />

Das Schiff wird mit Schlepperassistenz in<br />

die Elbe bugsiert – von der Steuerbord-<br />

Brückennock der CAP SAN DIEGO gleitet<br />

der Blick über die Häuser des portugiesischen<br />

Viertels und den Hamburger Michel.<br />

Am Ufer stehen tausende Menschen und<br />

winken, die kleinen Hafenbarkassen wirken<br />

wie Modellboote.<br />

Gespannte Aufmerksamkeit auf der Brücke<br />

des 159,4 m langen und 21,4 m breiten<br />

Stückgutfrachters, und alles hautnah<br />

und live! Das größte fahrtüchtige Museums-Frachtschiff<br />

der Welt geht auf Fahrt<br />

und interessierte Gäste bevölkern die Decks,<br />

den Maschinenraum und die Brücke. Der<br />

10 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Irrtum<br />

In der <strong>SchiffsModell</strong>-Ausgabe 10/2011hat<br />

sich <strong>im</strong> Beitrag über die Räumpinasse<br />

SCHWALBE leider ein Fehler in den Bildlegenden<br />

eingeschlichen: Die Bilder mit den<br />

Bildnummern 14a, 23 und 24 stammen<br />

nicht, wie <strong>im</strong> Artikel aufgeführt, von Herrn<br />

U. Krogmann, sondern von Herrn Günter<br />

Martin. Herr Martin ist Eigner des abgebildeten<br />

Modells und Bildautor der drei Bilder,<br />

die das Modell der SCHWALBE auf dem<br />

Wasser zeigen.<br />

„Der weiße Schwan“, die CAP SAN DIEGO,<br />

geht auch 2012 wieder auf Fahrt<br />

Neuer Preiser-Katalog<br />

Ab sofort ist der neue Preiser-Gesamtkatalog<br />

PK 25 lieferbar. Auf 304 Seiten <strong>im</strong> A4-<br />

Format findet man das komplette Sort<strong>im</strong>ent<br />

der Miniaturfiguren in Maßstäben von<br />

1:22,5 bis 1:500. Die Preiser-Figuren, vor<br />

allem die Figurenbausätze, sind inzwischen<br />

ja auch bei den Schiffsmodellbauern<br />

ein Gehe<strong>im</strong>tipp.<br />

Den Katalog gibt’s <strong>im</strong> Fachhandel oder direkt<br />

bei Preiser für € 6,–. Wer sich nur für<br />

best<strong>im</strong>mte Teile des Sort<strong>im</strong>ents interessiert,<br />

kann die entsprechenden Seiten<br />

auch direkt von der Preiser-Homepage<br />

herunterladen.<br />

www.figuren.de<br />

1961 gebaute „weiße Schwan“ gehört zu<br />

den Topattraktionen Hamburgs – das gilt<br />

erst recht, wenn er sich majestätisch elegant<br />

in Bewegung setzt. Wer schon <strong>im</strong>mer<br />

mal auf dem Peildeck dieses wunderschönen<br />

Schiffes stehen, in der Bar bei einem<br />

Glas Rum sitzen oder die gewaltige Maschine<br />

in Aktion erleben wollte, sollte sich<br />

<strong>im</strong> Jahr 2012 zu einer der sechs Ausfahrten<br />

anmelden.<br />

Freitag, 11. Mai 2012:<br />

Einlaufparade zum 823. Hamburger Hafengeburtstag.<br />

Fahrtroute Hamburg elbabwärts<br />

bis Glückstadt, Wendemanöver auf<br />

der Elbe, zurück nach Hamburg.<br />

Freitag, 22. Juni 2012:<br />

Hamburg–Cuxhaven<br />

Sonntag, 24. Juni 2012:<br />

Bremerhaven–Bremen<br />

Samstag, 30. Juni 2012:<br />

Bremen–Bremerhaven<br />

Montag, 02. Juli 2012:<br />

Cuxhaven–Hamburg<br />

Samstag, 18. August:<br />

Hamburg Cruise Days 2012,<br />

große Paradefahrt auf der Elbe.<br />

Die Kosten pro Mitfahrt belaufen sich auf €<br />

138,– bis € 168,– pro Erwachsenem. Darin<br />

sind in der Regel auch ein Snack, Getränke,<br />

warmes Essen, Kaffee und Kuchen<br />

und Live-Musik (!) und ggf. Bustransfers<br />

enthalten. Kurzum: Berufsschifffahrt vom<br />

Allerfeinsten! Weitere Informationen unter<br />

www.capsandiego.de.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

11


Motorschiffe<br />

B. Scholten<br />

Küstenboot SYLT<br />

Die SYLT der Firma robbe war<br />

auf der Nürnberger Spielwarenmesse<br />

2011 für uns<br />

Schiffsmodellbauer „das“<br />

Messemodell schlechthin. Wie lange es<br />

wohl dauern würde, bis dieses Modell<br />

„endlich“ ausgeliefert werden würde? Gar<br />

nicht lange, denn schon Ende November<br />

lagen die Baukästen und (fast) alle<br />

Zubehör-Kästen in den Händler-Regalen,<br />

nur der Sonderfunktionssatz hinkte etwas<br />

hinterher und war für Mitte Januar angekündigt.<br />

Großes Lob daher an robbe, ein<br />

solch umfangreiches Baukastenmodell<br />

so schnell und damit passend zur winterlichen<br />

Bausaison an die Kunden ausliefern<br />

zu können!<br />

Auch in der <strong>SchiffsModell</strong>-Redaktion<br />

wurde Ende November mit dem Bau des<br />

Testmodells begonnen. Doch die SYLT ist<br />

nun wahrlich kein Bauprojekt, das man an<br />

ein paar Wochenenden „durchpeitschen“<br />

könnte; und bis <strong>im</strong> zeitigen Frühjahr wieder<br />

vernünftige Wetter- und Lichtverhältnisse<br />

für die ersten Probefahrten nebst Fotoaufnahmen<br />

zur Verfügung stehen würden,<br />

wäre die eigentliche Bausaison natürlich<br />

schon wieder vorbei. Was tun dann all diejenigen,<br />

die momentan zwar mit dem Kauf<br />

eines SYLT-Baukastens liebäugeln, aber<br />

ganz gerne erst den Testbericht in der<br />

<strong>SchiffsModell</strong> abwarten würden, ob sich<br />

der Kauf auch lohnt?<br />

Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen,<br />

die Berichterstattung über die<br />

SYLT zu teilen: in dieser Ausgabe finden<br />

Sie daher die Beschreibung der zum Zeitpunkt<br />

der Abfassung dieses Manuskripts<br />

zur Verfügung stehenden Baukastenkomponenten<br />

sowie des Bauzustandes unseres<br />

Testmodells Ende Dezember 2011. So kann<br />

man sich schon einmal ein recht gutes Bild<br />

von der Ausstattung und der Qualität des<br />

Baukastens machen und sich überlegen,<br />

ob man noch in diesem Winter mit dem Bau<br />

beginnen möchte.<br />

Der Baukasteninhalt<br />

In einer der Frühjahrs-Ausgaben finden<br />

Sie dann die Beschreibung der restlichen<br />

Bautätigkeiten sowie natürlich den umfangreichen<br />

Fahr-und Funktionsbericht.<br />

Der Baukasten<br />

Wie oben schon erwähnt, stellt robbe für<br />

den Bau der SYLT dem Käufer mehrere<br />

Baukasten-Komponenten zur Verfügung.<br />

Neben dem eigentlichen Baukasten sind<br />

ein Beschlagsatz, ein Antriebsset, ein Kabinenausbausatz<br />

sowie ein Sonderfunkti-<br />

12 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Katalog-Foto der SYLT (Foto: robbe)<br />

- Das neue robbe-Flaggschiff<br />

onssatz erhältlich. Ebenfalls lieferbar ist ein<br />

passendes Bugstrahlruder.<br />

Nach dem Öffnen des Baukastens fällt<br />

einem als Erstes der sauber und exakt beschnittene<br />

Rumpf auf, der auch schon mit<br />

allen notwendigen Löchern und Ausschnitten<br />

(zum Beispiel für die Stevenrohre) versehen<br />

ist. Im ersten Moment erscheint der<br />

Rumpf recht leicht und weich. Dies ändert<br />

sich jedoch sofort nach Einbau der Technikgerüste<br />

und dem Aufsetzen des einteiligen,<br />

tiefgezogenen Decks; dazu später mehr.<br />

Alle weiteren Bauteile sind auf sauber CNCgefrästen<br />

Kunststoffplatten verschiedener<br />

Stärken vorhanden. Das Heraustrennen der<br />

Bauteile aus den Platten ist sehr einfach<br />

und erinnert ein wenig an den Plastikmodellbau.<br />

Alle weiteren Beschlag- und Zubehörteile,<br />

auch die in den verschiedenen<br />

Ergänzungssätzen sind übersichtlich in verschlossenen<br />

Plastiktüten zu finden. Langwieriges<br />

Suchen oder „Verbummeln“ von<br />

Kleinteilen ist dadurch ausgeschlossen.<br />

Die umfangreiche und gut bebilderte Bauanleitung<br />

wird durch einen Schaltplan,<br />

Detailbilder, einen Lageplan der Frästeile<br />

Die Komponenten des Antriebssets<br />

Inhalt des Beschlagsatzes<br />

Der Kabinenausbausatz<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 13


und einen Bauplan ergänzt. Der Bauplan<br />

ist zwar nicht in Originalgröße zum Modell<br />

ausgeführt, das ist aber meines Erachtens<br />

auch nicht mehr nötig, da sich das Messen<br />

am Plan durch die sehr maßhaltigen Bauteile<br />

erübrigt.<br />

Zum Original<br />

Die SYLT ist eines von fünf Küstenbooten<br />

der Wasserschutzpolizei Schleswig-<br />

Holstein, welche durch die Fassmer Werft<br />

gebaut wurden. Neben der vielen von uns<br />

als Modell bekannten, älteren HELGO-<br />

LAND (Schiffswerft Menzer, Hamburg), ist<br />

die SYLT mit 34,20 m eines der größeren<br />

Boote. Ihre fast baugleichen Schwestern<br />

STABERHUK, FALSHÖFT und FEHMARN<br />

sind mit 27,20 m etwas kleiner. Mit den<br />

Neubauten der Küstenboote wurden die namensgleichen<br />

Vorgänger ersetzt, lediglich<br />

die in Kappeln stationierte, recht bekannte<br />

EIDER (vormals F. A. EIDER) wurde durch<br />

die STABERHUK abgelöst. Alle Küstenboote<br />

werden innerhalb eines Präsenzkonzeptes<br />

der Bundesländer Niedersachsen,<br />

Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein<br />

eingesetzt. Weitere Informationen hierzu<br />

gibt es auf der Homepage der WSP Schleswig<br />

Holstein:<br />

www.polizei.schleswig-holstein.de/internet/DE/Organisation/Wasserschutzpolizei/<br />

WSPBoote/kuestenboote.html<br />

Neben einer üppigen, technischen Ausrüstung<br />

verfügt das Original über ein Bereitschaftsboot<br />

(RIB) und einen hydraulischen<br />

Marinekran. Der Kran und das Schlauchboot<br />

bieten sich geradezu als interessante<br />

Sonderfunktionen für ungezügelten Spielspaß<br />

an. Diese Funktionen sind werksseitig<br />

vorgesehen und können mit dem Sonderfunktionssatz<br />

der Fa. robbe realisiert werden.<br />

Auch hierzu später mehr.<br />

Der Bau<br />

Nach dem Zusammenbau des <strong>im</strong> Baukasten<br />

enthaltenen Bootsständers ruht<br />

der Rumpf sicher auf der Werkbank, was<br />

zur Montage weiterer Ein- und Aufbauten<br />

wichtig ist. Angefangen wird mit der<br />

Montage der Ruderanlage und der dafür<br />

vorgesehenen Servohalterung. Die hierfür<br />

vorgesehenen Teile sind schnell versäubert<br />

und passen gut in das Heck des Rumpfes.<br />

Da alle Teile dieser Baugruppe zusammenhängen,<br />

ist ein aufwendiges Ausrichten der<br />

Ruderkoker nicht nötig: Alles passt ohne<br />

Nacharbeit in die vorgefertigten Öffnungen<br />

und muss nur verklebt oder verschraubt<br />

werden.<br />

Die Montage der Motorhalterung und des<br />

anhängenden Technikgerüstes erwies sich<br />

19<br />

Einzelteile des<br />

Bugstrahlruders<br />

als ähnlich unproblematisch. Nachdem der<br />

Abstand zum Heck festgelegt war, klebte ich<br />

die Teile mit 2-K-Kleber in den Rumpf ein.<br />

Um eine feste Verbindung zu erzielen, muss<br />

der Rumpf an den entsprechenden Stellen<br />

natürlich mit Schleifpapier aufgeraut werden.<br />

Dies gilt für alle Klebestellen, bei de-<br />

14 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Das große Vorbild (Foto: Fassmer)<br />

Die Motoren des Antriebssatzes dürften<br />

natürlich kein Problem mit den 50er-Props<br />

haben. Ich habe vierblättrige Raboesch-<br />

Propeller der Bauform „C“ gewählt. Welche<br />

Propeller ich letztlich endgültig verwenden<br />

werde, wird sich erst bei der Praxiserprobung<br />

herausstellen.<br />

Als Nächstes habe ich das empfohlene<br />

Bugstrahlruder eingebaut. Gemäß Bauanleitung<br />

soll vor der Montage des Querstrahlers<br />

erst das Deck aufgeklebt werden.<br />

Da ich aber keine kleinen Hände habe, erschien<br />

es mir sicherer, den Einbau vor dem<br />

Aufkleben des Decks vorzunehmen. Nach<br />

dem Ausarbeiten der vorgezeichneten Öffnungen<br />

passte das Aggregat sofort. Nur an<br />

zwei Punkten ist Vorsicht geboten: Die M<br />

2,5er-Schrauben, welche in das Motorgehäuse<br />

geschraubt werden, verlieren schnell<br />

ihr Gewinde und werden dann unbrauchbar.<br />

Be<strong>im</strong> Verschleifen des Strahlrohres vorsichtig<br />

arbeiten, da die Rumpfwand recht<br />

empfindlich ist. Das gilt <strong>im</strong> Übrigen für alle<br />

Tiefziehteile des Baukastens.<br />

Nun war es an der Zeit, sich um den Einbau<br />

des tiefgezogenen Decks zu kümmern. Mit<br />

einer Reißnadel habe ich die Innenkante<br />

des Süllrandes nachgezogen. So ließ sich<br />

das Innenteil des Decksausschnitts nach<br />

einigen Runden leicht lösen. Außen konnte<br />

ich das überflüssige Material mit einer<br />

nen 2-K-Kleber verwendet wird, da dieser<br />

die Oberflächen ja nicht anlöst.<br />

Während der Trocknungszeit des Klebers<br />

bereitete ich die Motoren zum Einbau vor.<br />

Alle hierfür notwendigen Teile wie Befestigungsschrauben,<br />

Leitungen, Goldstecker<br />

und Entstörkondensatoren sind <strong>im</strong> zusätzlich<br />

lieferbaren Antriebssatz enthalten. Be<strong>im</strong><br />

Anlöten der Kondensatoren muss das richtige<br />

Maß an Wärme gefunden werden: Bei<br />

zu wenig Wärme klebt das Lot nur am Gehäuse,<br />

zu viel Hitze könnte aber Teile des<br />

Motors beschädigen.<br />

Da das Modell für einen Direktantrieb vorgesehen<br />

ist, werden Motoren und Wellen<br />

folglich mit starren, sehr gut passenden Aluminiumdrehteilen<br />

verbunden. Diese sorgen<br />

für einen ruhigen Lauf, den andere Modelle<br />

mit Getriebelösungen doch mitunter vermissen<br />

lassen. Darüber hinaus sorgen sie für<br />

eine edle Optik des Innenraums, auch hier<br />

isst das Auge mit …<br />

Sind die Komponenten nach Anweisung zusammengebaut,<br />

passt alles auf Anhieb und<br />

kann verklebt werden. Die Wellendurchführungen<br />

habe ich mit Harz vergossen. Da<br />

dieses dünnflüssig ist, dichtet es die Durchführungen<br />

opt<strong>im</strong>al ab und liefert zusätzlich<br />

Stabilität. Nach der Anpassung der Wellenhalter<br />

an den Rumpf sind die Arbeiten an<br />

der Antriebseinheit abgeschlossen.<br />

An diesem Punkt stolperte ich das erste<br />

Mal über Bauteile, die mir nicht gefielen<br />

– die Propeller. Am Original sind vierblättrige<br />

Festpropeller der Firma Schaffran<br />

verbaut. Da ich ohnehin alle meine Modelle<br />

mit Messingpropellern ausrüste, mussten<br />

auch bei der SYLT die mitgelieferten<br />

Dreiblattpropeller aus Kunststoff weichen.<br />

Auf den Katalogfotos der Fa. robbe sind<br />

Propeller mit 40 mm Durchmesser verbaut,<br />

die <strong>im</strong> Baukasten enthaltenen Props<br />

haben jedoch einen Durchmesser von 50<br />

mm. Be<strong>im</strong> Original betrüge der Durchmesser<br />

der Propeller somit 1250 mm. Das<br />

erscheint mir recht groß. Leider konnte<br />

ich bislang den Originaldurchmesser der<br />

Propeller noch nicht in Erfahrung bringen.<br />

Bastelschere und Schleifpapier entfernen.<br />

Auch das Deck passt ohne große Nacharbeiten<br />

auf den Rumpf. Im Bugbereich muss<br />

lediglich an der Unterseite etwas Material<br />

entfernt werden, damit das Deck plan aufliegt.<br />

Es handelt sich unter anderem um die<br />

Überstände der angezeichneten Löcher für<br />

die Relingstützen.<br />

Be<strong>im</strong> Verkleben des Decks ist es natürlich<br />

ratsam, einen Kleber mit längerer Topfzeit<br />

zu wählen. Bei der Größe der Klebefläche<br />

braucht man einfach Zeit, um den Kleber<br />

gleichmäßig aufzubringen. Ich habe daher<br />

einen 2-K-Kleber mit einer Verarbeitungszeit<br />

von einer Stunde gewählt und bin damit<br />

recht gut ausgekommen. Wenn einen das<br />

Baufieber mal so richtig gepackt hat, sind<br />

Wartezeiten, in denen der Kleber aushärtet,<br />

tödlich. Bei der SYLT ist das zum Glück kein<br />

Problem, da der Aufbau völlig separat von<br />

Rumpf und Deck gebaut werden kann. Also<br />

wieder ran an die Fräsplatte!<br />

Die Vorbereitungen der zahlreichen Bauteile<br />

des Aufbaus erscheinen nun etwas<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 15


langwierig, da man sich schnell an den<br />

hohen Vorfertigungsgrad des Baukastens<br />

gewöhnt hat. Dabei ist das Nacharbeiten<br />

der Langlöcher an den verschiedenen Bauteilen<br />

mit Sicherheit nicht so anstrengend,<br />

wie das Ausschneiden ganzer Bauteile anderer<br />

Baukästen. Auch die Teile der Aufbauten<br />

sind sehr passgenau und erfordern nur<br />

wenig Korrekturen. Die dreiteilige Front des<br />

Aufbaus und die seitlichen Türen sind als<br />

Gussteile enthalten und müssen nur eingeklebt<br />

werden.<br />

Die Bullaugen des Aufbaus bestehen aus<br />

Messing und sind fast zu schade, um sie zu<br />

lackieren.<br />

Im hinteren Bereich des Aufbaus kann<br />

später der Lautsprecher eines Soundmoduls<br />

verbaut werden, hierfür ist schon ein<br />

Ausschnitt mit entsprechender Abdeckung<br />

vorgesehen. Gemäß Bauanleitung wird die<br />

Abdeckung mit M3-Zylinderkopfschrauben<br />

befestigt. Wer keinen Lautsprecher einbaut,<br />

sollte das Innenteil des Ausschnitts nicht herauslösen,<br />

sondern ihn plan verschließen.<br />

Da ich mir diese Sonderfunktion optional<br />

offen halten wollte, habe ich die Abdeckung<br />

montiert. Dabei störten mich allerdings die<br />

überstehenden Köpfe der Schrauben. Das<br />

Problem lässt sich aber leicht mit M3-Senkkopfschrauben<br />

beheben. Nach dem Versenken<br />

habe ich diese verklebt und verschliffen.<br />

So entsteht ein glatter Deckel, der von<br />

unten mit den passenden Muttern befestigt<br />

werden kann.<br />

Den Abschluss des Aufbaus nach achtern<br />

bildet das Kranfundament für den hier später<br />

zu montierenden Marinekran. Gleichzeitig<br />

befinden sich an diesem Podest Lüftungsklappen,<br />

welche auf dem Original zur<br />

Belüftung des Maschinenraumes dienen.<br />

Diese werden be<strong>im</strong> Modell von innen mit<br />

Streckmetall verkleidet. Laut Bauanleitung<br />

soll man das Podest verkleben, bevor das<br />

Streckmetall eingesetzt wird. Da Letzteres<br />

T E C H N I S C H E D A T E N<br />

aber mit leichtem Übermaß eingeklebt<br />

werden soll, bietet sich der Einbau vor<br />

der Endmontage des Podestes an. Für<br />

alle Fenster der Brücke liegen Fensterrahmen<br />

bei, die spannungsfrei eingesetzt<br />

werden müssen. Ansonsten würden sich<br />

die Rahmen verformen, was den späteren<br />

Einbau der Verglasung erschweren würde.<br />

Die Einzelteile der Brücke können separat<br />

zusammengesetzt und angepasst werden.<br />

So werden die Ausrichtung und eventuelle<br />

Nacharbeiten an der Baugruppe erleichtert.<br />

Nachdem das Unterteil des Aufbaus soweit<br />

gefertigt war, wandte ich mich wieder dem<br />

Rumpf zu.<br />

Über die folgenden Bautätigkeiten, den Ausbau<br />

mit Sonderfunktionen und natürlich die<br />

Fahrerprobung wird dann zur gegebenen<br />

Zeit ein weiterer ausführlicher Bericht in der<br />

<strong>SchiffsModell</strong> erscheinen.<br />

Original<br />

Modell<br />

Länge ü. a. 34,20 m 1.200 mm<br />

Breite auf Spant 7,00 m 250 mm<br />

Seitenhöhe 3,60 m 520 mm<br />

Tiefgang max. 2,00 m<br />

Antrieb 2 x 1.440 kW 2 x Power 755/40<br />

MTU 16V 2000 M 72<br />

Geschwindigkeit 24,00 kn<br />

Maßstab 1:25<br />

16 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


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P. Koller<br />

PROSELECT-FREESTYLE<br />

Neue 4000-mAh-LiPos von LF-Technik<br />

Zur Überprüfung der Zellenverschaltung wurde<br />

die Kopfseite vorsichtig geöffnet. Wie bei<br />

den 5000er-Packs sind auch hier alle Zellenableiter<br />

über eine solide Platine verbunden.<br />

Die einzelnen Ableiter sind untereinander <strong>im</strong>mer<br />

auch direkt verlötet, wodurch die Stärke<br />

der Kupferauflage der Platine zur Nebensache<br />

wird. Alle Lötstellen sowie auch die Kabelabgänge<br />

sind mit reichlich Kaptonband isoliert<br />

I<br />

n der November-Ausgabe 2011<br />

der <strong>SchiffsModell</strong> stellten wir die<br />

5000er-Zellen der in Kulmbach ansässigen<br />

Firma LF-Technik-GmbH<br />

vor. Diese startet mit der PROSELECT-<br />

Serie eine neue Preisoffensive. Angeboten<br />

werden die üblichen Kapazitäten und Packgrößen,<br />

die unterschiedlichen Selektionsstufen<br />

sind von 25C bis 45C Dauerbelastbarkeit<br />

verfügbar. Hier nun also der Test der<br />

4000-mAh-Zellen, die als 5s-Packs an der<br />

Stromsenke auf Herz und Nieren geprüft<br />

wurden.<br />

Die etwa 562 g leichten 5-Zeller sind unter<br />

ihrem Schrumpfschlauch der Länge nach<br />

mit einem packbreiten, gummierten Kunststoffband<br />

umwickelt. Sie unterscheiden sich<br />

also nur <strong>im</strong> Gewicht und in den geringfügig<br />

anderen Abmessungen von den 5000er-<br />

5s-Packs. Der Packfuß sowie die Kopfseite<br />

mit der Verschaltungsplatine (siehe Foto)<br />

sind zusätzlich durch moosgummiähnliche<br />

Polsterungen gegen Stoßbelastungen geschützt.<br />

Flexible Silikon-Hochstromkabel sind mit<br />

10AWG (5,26 mm²) Querschnitt, lastgerecht<br />

d<strong>im</strong>ensioniert, das reicht auch für<br />

200-A(50C)-Pulsbelastungen. Die Balanceranschlussleitungen,<br />

ebenfalls in hochflexibler<br />

Silikonausführung, sind mit den weit<br />

verbreiteten EH-Buchsen bestückt. Als max.<br />

zulässiger Ladestrom wird 4C (also 16 A)<br />

angegeben. Mechanische Gesamtausführung<br />

und Verarbeitung der Packs entsprechen<br />

dem Stand der Technik und geben<br />

keinen Grund zur Beanstandung.<br />

Vor den Messungen<br />

die in diesem Fall nicht „08/15-mäßig“ durchgezogen<br />

werden konnten, gab es wichtige<br />

Hinweise zu beachten.<br />

Auf der LF-Homepage (www.lf-technik.de)<br />

wird zu den vier unterschiedlichen Selektionsstufen<br />

besonders erwähnt, dass, (Zitat)<br />

„ … es sich um neu entwickelte Zellen<br />

handelt, die den aktuellsten Stand der<br />

LiPo-Technologie darstellen. Diese Packs<br />

sind selektiert und mehrfach nach verschiedensten<br />

Kriterien geprüft“.<br />

Der wichtigste Hinweis: „Durch die bis zum<br />

Schluss der Entladung nahezu gleichbleibend<br />

hohe Spannungslage kündigt sich<br />

ein leer werdender Akku erst sehr spät und<br />

18 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


11.E = 15C (60Acc), 30 min. Ruhe, Ue 3,0 V, Um 3,618V, C 3,973 Ah, P 14,37 Wh, DC-Ri 3,23 mΩ, E-Temp. 48 °C<br />

Entladespannung - [V]<br />

Entladespannung - [V]<br />

Entladespannung - [V]<br />

4,20<br />

4,00<br />

3,80<br />

3,60<br />

3,40<br />

3,20<br />

3,00<br />

2,80<br />

12.E = 20C (80Acc), 30 min. Ruhe, Ue 3,0 V, Um 3,551V, C 3,947 Ah, P 14,01 Wh, DC-Ri 3,23 mΩ, E-Temp. 55 °C<br />

13.E = 24C (96Acc), 30 min. Ruhe, Ue 3,0 V, Um 3,476V, C 3,920 Ah, P 13,62 Wh, DC-Ri 3,23 mΩ, E-Temp. 61 °C<br />

LF-Lipos PROSELECT FREESTYLE 5s-Packs, Nennkap. 4000 mAh,<br />

Aufzeichnung auf eine Zelle normiert, Ladestrom/Zeit 1C, ca. 62 Min.<br />

Pack-Temp. E-Start: 21 °C E-Start 2 s vor Lastaufschaltung<br />

DC - R i bei 50%<br />

E.T. ca. 3,23 mΩ<br />

2,60<br />

0 253 520 787 1053 1320 1587 1853 2120 2387 2653 2920 3187 3453 3720 3987<br />

Diagramm 1 Kapazität - [mAh]<br />

Raumtemperatur 21 °C<br />

4,20<br />

4,00<br />

3,80<br />

3,60<br />

3,40<br />

3,20<br />

3,00<br />

2,80<br />

LF-Lipos PROSELECT FREESTYLE 5s-Pack, Nennkap. 4000 mAh,<br />

Aufzeichnung auf eine Zelle normiert, Ladestrom/Zeit: 1C, ca. 62 Min.<br />

Pack-Temp. E-Start: 21 °C E-Start 2 s vor Lastaufschaltung<br />

2,60<br />

0<br />

0 15 30 45 60 75 90 105 120 135 150 165 180 195 210 225 240 255 270<br />

Diagramm 2 Entladezeit - [s]<br />

Raumtemperatur 21 °C<br />

4,20<br />

4,00<br />

3,80<br />

3,60<br />

3,40<br />

3,20<br />

3,00<br />

2,80<br />

14.E = Pulslast 10/30 C, 30 min.Ruhe, Ue 3,0 V, Um3,661 V, C 3,955 Ah, P 14,48 Wh, DC-Ri = 3,51mΩ, E.Temp 53 °C, [ Im 53,73 A ]<br />

14.E = Pulslast 10/30 C Stromverlauf, 25 Sekunden 40 Acc und 6 Sekunden 120 Acc, <strong>im</strong> Wechsel bis auf 3,0 V<br />

DC - R i<br />

4,33 mΩ<br />

DC - R i<br />

3,11 mΩ<br />

DC - R i<br />

3,07 mΩ<br />

15.E = Pulslast 10/40 C, 30 min.Ruhe, Ue 3,0 V, Um3,653 V, C 3,850 Ah, P 14,06 Wh, DC-Ri = 3,43mΩ, E.Temp 57 °C, [ Im 59,61 A ]<br />

15.E = Pulslast 10/40 C Stromverlauf, 25 Sekunden 40 Acc und 6 Sekunden 160 Acc, <strong>im</strong> Wechsel bis auf 3,0 V<br />

LF-Lipos PROSELECT FREESTYLE 5s-Pack, Nennkap. 4000 mAh,<br />

Aufzeichnung auf eine Zelle normiert, Ladestrom/Zeit: 1C, ca. 62 Min.<br />

Pack-Temp. E-start: 21 °C E-Start 2 s vor Lastaufschaltung<br />

DC - R i<br />

4,35 mΩ<br />

DC - R i<br />

3,31 mΩ<br />

DC - R i<br />

2,63 mΩ<br />

2,60<br />

0<br />

0 15 30 45 60 75 90 105 120 135 150 165 180 195 210 225 240<br />

Diagramm 3 Entladezeit - [s]<br />

Raumtemperatur 21 °C<br />

160<br />

140<br />

120<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

160<br />

140<br />

120<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

Entladestrom - [A]<br />

Entladestrom - [A]<br />

relativ abrupt an. Bitte berücksichtigen Sie<br />

dies unbedingt und fliegen Sie den Akku<br />

nie leer. Es sollte nach dem Flug <strong>im</strong>mer<br />

eine (Leerlauf)-Spannung von mind. 3,6 V/<br />

Zelle vorhanden sein.“ So weit der Hersteller.<br />

Mein Tipp: Wer niemals mehr als 80 bis<br />

max. 90 % der Kapazität entlädt, ist auf der<br />

sicheren Seite!<br />

So vorgewarnt,<br />

mussten sehr enge Maßstäbe angelegt<br />

werden. Soll heißen: Schon die Konditionierungszyklen<br />

mit 0,5C-Ladung und<br />

Entladungen mit 2, 4, 6 und 8C erfolgten<br />

grundsätzlich mit Einzelzellenüberwachung.<br />

Die Abschaltung der Last (Stromsenke)<br />

best<strong>im</strong>mte die Zelle, die als erste 3,5 V erreichte.<br />

Tiefentladungen waren somit ausgeschlossen.<br />

Die Entladungen bis 3,5 V/Z<br />

brachten <strong>im</strong>mer die Nennkapazität, also<br />

gut 4000 mAh, das ist schon mal ’ne Hausnummer!<br />

Noch ein Hinweis zu den Messungen. Alle<br />

auf den Diagrammen dargestellten Spannungen<br />

sind der besseren Übersicht wegen<br />

auf eine Zelle normiert. Bei den DC-Ri-Angaben<br />

(Gleichstrominnenwiderstand) auf<br />

Diagramm 1 handelt es sich um gemittelte<br />

Werte bei 50 % E. T. (Entladetiefe). Der in<br />

der Tabelle mit den technischen Daten angegebene<br />

DC-Ri-Wert stellt den gemittelten<br />

Innenwiderstand aus den Diagrammen 1, 2<br />

und 3 dar. Die Daten von Pack 2 sind nahezu<br />

deckungsgleich und daher nicht extra<br />

aufgeführt.<br />

Erste Hochstrommessungen<br />

sind auf Diagramm 1 zu sehen. Hier wurden<br />

die Packs dann mit 1C geladen und zur<br />

Ermittlung der Dauerbelastbarkeit mit langsam<br />

steigender Konstantstromentnahme<br />

beaufschlagt.<br />

Ab dem 10. Zyklus wurden die Packs bis<br />

3,3 V/Zelle entladen. Selbst bei 15C Dauerlast<br />

(11. Entladung, 60 Acc) sind bei relativ<br />

geringer Endtemperatur von 48 °C und<br />

3,0 V Schlussspannung noch 3,973 Ah,<br />

also fast die max. Kapazität zu entnehmen.<br />

Zur 13. Entladung, mit 24C (96 Acc), während<br />

der die End-Temperatur mit 61 °C gerade<br />

an der max<strong>im</strong>alen Temperaturgrenze<br />

kratzt, bringen die 4000er noch 3920 mAh!<br />

Werden die Packs nur bis 80 % E. T. entladen,<br />

sind noch höhere C-Rates innerhalb<br />

des Temperaturfensters möglich. Die hier<br />

ermittelten Daten, angefangen von mittlerer<br />

Spannungslage (Um) bis zur max<strong>im</strong>alen<br />

Dauerstromentnahme (C-Rate) innerhalb<br />

der zulässigen Max.-Temperatur, belegen<br />

den hohen Produktionsstandard und eine<br />

sehr gute Selektion der Zellen.<br />

Die Pulslast-<br />

Diagramme 2 und 3<br />

zeigen, dass auch in diesen 4000er-Zellen<br />

enormes Potenzial steckt. Die Lastwechsel<br />

zwischen Grundlast und Pulslast erfolgten<br />

<strong>im</strong> 25s-/6s-Takt bis auf 3,0 V/Z. Die Datenauswertung<br />

für Diagramm 2 (10/30C-<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 19


Hier wird die höchste Temperatur gemessen. Zur Ermittlung der Kerntemperatur<br />

der Packs wurden zwei Temperatursonden seitlich zu den<br />

Hotspots (mittlere Zellen) unter den Schrumpfschlauch geschoben<br />

während der 10/40C-Entladung um ca. 3,75<br />

% zurückging, liegt in der Natur der von mir<br />

gewählten „Dauer<strong>im</strong>pulse“ (25s Grundlast<br />

10C/6s Pulslast 30/40C).<br />

Bei 95 % E. T. sollte die Entladung längst<br />

beendet sein! Allen Starkstromelektrikern<br />

sei aber ans Herz gelegt, dass solch hohe<br />

Stromentnahmen nicht bis zur Neige genutzt<br />

werden sollten bzw. letztlich mit mehr<br />

oder weniger verkürzten Standzeiten die<br />

Hobbykasse belasten!<br />

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Technische Daten<br />

Lastwechsel) ergab eine mittlere Stromentnahme<br />

[Im] von 53,753 A (ca. 13C)<br />

5s, 25C / 50C<br />

und eine sehr gute Spannungslage [Um]<br />

von 3,66 V/Z. Der in der Legende eingetragene<br />

Nennkapazität<br />

Ladestrom max.<br />

DC-Ri/Z, gemittelt<br />

Maße als 5s-Pack<br />

4000 mAh<br />

4C = 16 A<br />

3,39 mΩ<br />

150 x 49,5 x 36 mm<br />

DC-Ri-Wert von 3,51 mΩ ist ebenfalls<br />

gemittelt und ursächlich für die geringe<br />

Schlusstemperatur von 53 °C.<br />

Für Diagramm 3 treffen prinzipiell alle vorgenannten<br />

Aussagen zu, bis auf die um<br />

nochmals 10C erhöhte Pulslast, wodurch<br />

Gewicht<br />

562 g<br />

auch die mittlere Stromentnahme [Im] auf<br />

knapp 60 A (14,9C) anstieg. Anhand der<br />

Hochstromkabel<br />

Balancerbuchse<br />

10AWG = 5,26 mm²<br />

EHR<br />

jetzt um lediglich 4 °C gestiegenen Endtemperatur<br />

kann man aber davon ausgehen, Bezugsquelle:<br />

dass die Packs auch 200-A-Peaks, also LF-Technik GmbH<br />

VK-Preis, 5s-Pack € 55,99<br />

10/50C-Pulslasten locker vertragen, ohne<br />

zu überhitzen. Dass die Gesamtkapazität<br />

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Fazit<br />

Die Leistung dieser 4000er-5-Zeller von<br />

LF-Technik ist ebenso beeindruckend, wie<br />

die der 5000er-Packs. Ihre Klassifizierung<br />

mit 25/50C ist vollumfänglich gerechtfertigt.<br />

Anhand der ermittelten Daten ist zweifelsfrei<br />

erkennbar, dass beide Zellentypen aus<br />

der gleichen Produktionslinie stammen.<br />

Es kommt selten genug vor, dass aus den<br />

LiPo-Packs wirklich die Leistung gezogen<br />

werden kann, die auf ihren tollen Aufklebern<br />

gedruckt ist. Da freut es jeden Tester,<br />

wenn seine Messungen st<strong>im</strong>mige Resultate<br />

ergeben. Wenn dann noch, wie in diesem<br />

Fall, das Preis-/Leistungs-Verhältnis st<strong>im</strong>mt,<br />

kann das Gesamturteil nur lauten:<br />

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20 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


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<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


WERKSTATTPRAXIS<br />

H.-J. Welz<br />

Tischbohrmaschine<br />

Bosch PBD 40<br />

D<br />

ie Aussage, dass vernünftiges Werkzeug<br />

die Voraussetzung für ordentliche<br />

Arbeitsergebnisse ist, wird<br />

sicherlich niemand bestreiten wollen. Schon<br />

be<strong>im</strong> Bau von Schnellbaukästen ist eine ordentliche<br />

Werkzeug-Grundausrüstung unabdingbar,<br />

und je höher die Ansprüche ans<br />

Hobby werden, umso umfangreicher wird<br />

der Werkzeug- und Maschinenpark in der<br />

Hobbywerft.<br />

Aber auch für den schon etwas fortgeschritteneren<br />

Schiffsmodellbau braucht es nicht<br />

gleich die eigene Drehmaschine. Bereits mit<br />

einer Tischbohrmaschine, auch Ständeroder<br />

Säulenbohrmaschine genannt, lassen<br />

Handrad und Schalter für<br />

2-Gang-Getriebe<br />

sich schon etliche anspruchsvolle Komponenten<br />

fürs nächste Modellprojekt fertigen.<br />

Man denke nur an Basisplatten für Getriebe,<br />

Kugellagersitze usw.<br />

Ende vergangenen Jahres wurde von der<br />

Firma Bosch die Tischbohrmaschine PBD<br />

Die Klemmhebel für Höhenverstellung<br />

und Tiefenanschlag, rechts das<br />

Drehzahl-Diagramm<br />

40 als Neuheit präsentiert. Wegen einiger<br />

spezieller Details weckte diese Maschine<br />

unser Interesse, so dass wir sie dem<br />

<strong>SchiffsModell</strong>-Praxistest unterzogen.<br />

Schon auf den ersten Blick unterscheidet<br />

sich die PBD 40 von herkömmlichen<br />

Hauptschalter, Display und<br />

Regelknopf für Drehzahl<br />

Tischbohrmaschinen, wie man sie aus dem<br />

Angebot der Baumärkte oder Discounter<br />

kennt. Das liegt pr<strong>im</strong>är am etwas futuristischen<br />

Design, dem markanten Handrad<br />

zur Spindel-Betätigung und dem LC-Display<br />

auf der Maschinenvorderseite. Besonders<br />

22 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Letzteres lässt gleich ahnen, dass die PBD<br />

40 über technische Details verfügt, die sie<br />

von anderen Tischbohrmaschinen unterscheidet.<br />

Die Eckdaten liegen noch <strong>im</strong> gewohnten<br />

Rahmen: Die über alles 650 mm hohe<br />

Maschine verfügt über eine 330 x 350 mm<br />

große Grundplatte mit zwei Nuten zur Befestigung<br />

von Maschinenschraubstöcken<br />

oder anderen Zubehörteilen. Das Bohrfutter<br />

spannt Bohrer von 1,5–13 mm Durchmesser,<br />

der Bohrhub, also die max. Tiefe<br />

einer Bohrung, beträgt 100 mm. Der 710<br />

Watt starke Antriebsmotor verfügt über ein<br />

2-Gang-Getriebe.<br />

Trotz des Gewichts von etwas über 11 kg<br />

muss die PBD 40, wie jede andere Tischbohrmaschine<br />

auch, erst einmal ordentlich<br />

auf einer Arbeitsplatte befestigt werden.<br />

Keinesfalls sollte man sich dazu hinreißen<br />

lassen, die Maschine ohne eine solche<br />

Befestigung zu verwenden, und auch von<br />

Behelfslösungen wie dem Festspannen mit<br />

Schraubzwingen ist dringend abzuraten!<br />

Auf jeder Arbeitsplatte lassen sich die erforderlichen<br />

vier Bohrungen anbringen, und<br />

bei eklatantem Platzmangel in der Werkstatt<br />

muss die Maschine zwischen den<br />

Einsätzen eben demontiert werden. Wenn<br />

man an den Befestigungsschrauben auf der<br />

Unterseite der Arbeitsplatte Flügel-Muttern<br />

oder Gewindemuffen verwendet, dauert<br />

das auch nicht wesentlich länger als die<br />

Befestigung unter Einsatz der unsäglichen<br />

Schraubzwingen!<br />

Ist die Maschine ordentlich montiert, können<br />

wir uns mit den Bedienungseinrichtungen<br />

vertraut machen. Links von der<br />

Antriebseinheit, <strong>im</strong> Bereich der Säule,<br />

befinden sich zwei Schnellspann-Klemmhebel.<br />

Mit dem größeren Klemmhebel lässt<br />

sich die Basis-Höhe der Antriebseinheit<br />

einstellen. Ist er gelöst, kann die Antriebseinheit<br />

mit dem Handrad in die gewünschte<br />

Ausgangsposition gebracht werden. Nach<br />

dem Festklemmen wird mit dem Handrad<br />

dann die Antriebseinheit zur Ausführung<br />

der Bohrung nach unten gedrückt und<br />

wieder angehoben, wobei das Anheben<br />

natürlich durch eine entsprechende Rückholfeder<br />

erledigt wird.<br />

Der zweite, kleinere Klemmhebel ist für den<br />

einstellbaren Tiefenanschlag zuständig,<br />

wichtig für Sackbohrungen. Zu erwähnen ist<br />

noch, dass der größere der beiden Klemmhebel<br />

über einen Freilauf verfügt, so dass<br />

man ihn in eine passende Position drehen<br />

kann, damit er „aus dem Weg ist“ und z. B.<br />

die Bedienung des Klemmhebels für den<br />

Tiefenanschlag nicht behindert.<br />

Auf der rechten Seite der Antriebseinheit<br />

befindet sich der Schalter für das 2-Gang-<br />

Getriebe.<br />

An der Vorderseite der Antriebseinheit<br />

fällt der Blick natürlich zuerst einmal auf<br />

das LC-Display mit den darunter angeordneten<br />

vier Folientasten. Über dem Display<br />

befindet sich der Hauptschalter, darunter<br />

der Regelknopf für die Maschinendrehzahl.<br />

Der Hauptschalter verfügt über drei<br />

Positionen: Dreht man ihn in die mittlere<br />

Stellung, wird die Maschine eingeschaltet<br />

und das beleuchtete Display aktiviert. Mit<br />

Maschine in Bereitschaft,<br />

Drehzahlanzeige ist gewählt<br />

Tiefenanzeige<br />

ist gewählt<br />

der äußerst linken Folientaste kann das<br />

Display wahlweise auf die Anzeige der<br />

Drehzahl (rpm) oder der Bohrtiefe (mm)<br />

umgestellt werden.<br />

Im ersten Gang des Getriebes können<br />

Drehzahlen von 200–850 min -1 , <strong>im</strong> zweiten<br />

Gang von 600–2500 min -1 eingestellt<br />

werden. Das von anderen Maschinen gewohnte,<br />

umständliche Umlegen eines Antriebsriemens<br />

entfällt also, außerdem lässt<br />

sich so die Drehzahl ganz exakt an den<br />

Bohrerdurchmesser und den zu bearbeitenden<br />

Werkstoff anpassen. Bei der Auswahl<br />

der passenden Drehzahl hilft das an der linken<br />

Seite der Antriebseinheit aufgedruckte<br />

Diagramm. Die Drehzahleinstellung erfolgt<br />

über den unter dem Display montierten Regelknopf.<br />

Der Motor läuft an, sobald der Hauptschalter<br />

in die rechte Position gebracht wird.<br />

Gleichzeitig dient der Hauptschalter als<br />

Not-Aus-Schalter: Soll die Maschine schnell<br />

zum Stillstand gebracht werden, genügt ein<br />

leichter Druck auf dem Schalter und der<br />

Motor stoppt. Um die Maschine erneut einzuschalten,<br />

muss der Hauptschalter dann<br />

erst wieder in die Nulllage zurückgebracht<br />

werden.<br />

Durch Betätigung des äußerst linken Folientasters<br />

schaltet die Anzeige auf Mill<strong>im</strong>eter<br />

um, nun kann auf dem Display die erreichte<br />

Bohrtiefe exakt abgelesen werden, wichtig<br />

natürlich bei Sackbohrungen mit genauer<br />

Maschine läuft, Drehzahl wird<br />

angezeigt<br />

Bohrtiefe (hier 14 mm)<br />

wird angezeigt<br />

Tiefe. Dank der Tiefenanzeige ist das absolut<br />

exakte Einstellen des Tiefenanschlags<br />

kein Problem: Klemmhebel für den Tiefenanschlag<br />

lösen, Antriebseinheit so weit absenken,<br />

bis das Display den gewünschten<br />

Tiefenwert anzeigt, jetzt den Klemmhebel<br />

des Tiefenanschlags festziehen, fertig.<br />

Jede weitere Bohrung wird jetzt bis exakt<br />

zum vorbest<strong>im</strong>mten Tiefenwert ausgeführt.<br />

Die gewohnten Ablese-Ungenauigkeiten<br />

von mechanischen Tiefenanzeigen an herkömmlichen<br />

Tischbohrmaschinen gehören<br />

damit der Vergangenheit an.<br />

Natürlich lässt sich die Tiefenanzeige in jeder<br />

gewünschten Position „nullen“, hierfür<br />

ist die zweite Folientaste von links zuständig.<br />

Somit kann die jeweilige Werkstück-<br />

Oberkante als Referenzwert dienen.<br />

Und wofür sind die zwei anderen Folientasten<br />

zuständig? Hinter ihnen verbergen sich<br />

zwei weitere, ganz wesentliche G<strong>im</strong>micks<br />

der PBD 40. Die rot umrahmte Taste ist für<br />

die Aktivierung eines Laser-Zielkreuzes<br />

zuständig. Mühseliges Positionieren der<br />

Bohrerspitze auf dem Werkstück entfällt,<br />

das Laser-Zielkreuz markiert ganz exakt<br />

den Punkt auf dem Werkstück, an dem die<br />

Bohrerspitze touchieren wird. Man kann<br />

also auch bei noch weit angehobener Antriebseinheit<br />

das Werkstück exakt positionieren<br />

und die Mitte des Zielkreuzes<br />

zum Beispiel auf den Anriss oder den<br />

Körnerschlag ausrichten, sehr praktisch!<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 23


Auch die Funktion von Laser und<br />

Beleuchtung wird <strong>im</strong> Display angezeigt<br />

Laser-Markierung auf dem Werkstück<br />

Grundplatte mit Nuten. Parallelanschlag und<br />

Schnellspanner gehören zum Lieferumfang<br />

Zweihülsen-<br />

Schnellspannfutter<br />

Genauso praktisch ist die LED-Beleuchtung<br />

der Arbeitsfläche. Ohne<br />

zusätzliche Arbeitsleuchten o. Ä.<br />

sorgen zwei an der Unterseite der<br />

Antriebseinheit montierte superhelle<br />

LEDs für eine schattenfreie<br />

Ausleuchtung des Arbeitsfeldes.<br />

Höchste Zeit also, die ersten Bohrungen<br />

mit unserer Testmaschine<br />

auszuführen. Be<strong>im</strong> Einsetzen des Bohrers<br />

fällt auf, dass die Maschine über ein<br />

zweihülsiges Schnellspannfutter verfügt.<br />

Sprich erst wird ein Sicherungsring gelöst,<br />

dann der Bohrer mit der Spannhülse wie<br />

gewohnt festgezogen und dann der Sicherungsring<br />

wieder arretiert. Für die Betätigung<br />

des Bohrfutters benötigt man folglich<br />

auch keinen Bohrfutterschlüssel, das geht<br />

mit den bloßen Händen.<br />

Und, wie arbeitet es sich nun mit der PBD<br />

40? Einfach sahnig! Bereits nach wenigen<br />

Minuten hat man sich mit der Handhabung<br />

der Maschinenkomponenten vertraut<br />

gemacht, die linke Hand findet ganz automatisch<br />

und ohne Hinschauen die beiden<br />

Schnellspannhebel zur Höheneinstellung<br />

bzw. für den Tiefenanschlag und auch das<br />

<strong>im</strong> ersten Moment gegenüber der bisher<br />

gewohnten Maschine ungewohnte Handrad<br />

zur Höheneinstellung stellt sich schon nach<br />

kurzer Arbeitszeit als sehr praxisorientiert<br />

heraus. Hierzu trägt natürlich auch das sehr<br />

angenehme Gefühl des etwas gummierten<br />

Rades bei.<br />

Extrem komfortabel ist natürlich die Drehzahlvorwahl<br />

über das Digital-Display, die<br />

Elektronik in der Motorsteuerung sorgt dafür,<br />

dass die Maschinendrehzahl auch bei<br />

wechselnder Belastung am Bohrer gleich<br />

bleibt. Dank der exakten Tiefenanzeige sind<br />

auch Bohrungen unter Einsatz des Tiefenanschlags<br />

das wahre Vergnügen. Was man<br />

vom ersten Augenblick an nicht mehr missen<br />

möchte, ist die Zielmarkierung mit dem<br />

Laser: Bereits nach den ersten paar Bohrungen<br />

fragt man sich, wie man bisher denn<br />

eigentlich ohne so etwas ausgekommen ist.<br />

Das ist keine unnötige Spielerei, sondern<br />

ein wirklich wichtiges Arbeitsmittel fürs exakte<br />

Arbeiten!<br />

Der <strong>im</strong> Lieferumfang der Maschine befindliche<br />

Schnellspanner (praktisch eine große<br />

Spannpratze) sowie der Parallelanschlag<br />

taugen allerdings natürlich nur für He<strong>im</strong>werker-Grobarbeiten.<br />

Für sämtliche modellbaurelevanten<br />

Arbeiten benötigt man<br />

auf jeden Fall einen vernünftigen<br />

Maschinen-Schraubstock zur Fixierung<br />

der Werkstücke. Dabei<br />

fiel uns als sparsamen Menschen<br />

allerdings auf, dass unsere in der<br />

Werkstatt schon vorhandenen Maschinenschraubstöcke<br />

leider nicht an<br />

die PBD 40 passen. Die für den Maschinenschraubstock<br />

vorgesehenen Nuten in<br />

der Grundplatte der Bosch-Maschine haben<br />

eine Weite (jeweils Mitte zu Mitte der Nut)<br />

von 95 mm, unsere Maschinenschraubstöcke<br />

weisen allerdings alle 115 mm auf.<br />

Besonders für feinere Bohr-Arbeiten „in<br />

Augenhöhe“ wäre ein an der Säule montierter,<br />

kleiner Arbeitstisch eine sehr sinnvolle<br />

Einrichtung. Auch hier müsste man<br />

sich <strong>im</strong> Zubehörhandel nach einem entsprechenden<br />

Ergänzungsteil umsehen, der Vorteil<br />

ist hier, dass der Säulen-Durchmesser<br />

der PBD 40 mit 49 mm dem anderer Tischbohrmaschinen<br />

gleicht.<br />

Fazit<br />

Jeder, der vor der Neuanschaffung einer<br />

Tischbohrmaschine steht, egal ob als erstes<br />

Gerät oder zum Ersatz einer vielleicht<br />

schon etwas in die Jahre gekommenen Maschine,<br />

sollte sich die Bosch PBD 40 auf<br />

jeden Fall genauer ansehen. Der empfohlene<br />

Preis von E 329,99 liegt zwar deutlich<br />

über dem, was man <strong>im</strong> Baumarkt oder be<strong>im</strong><br />

Discounter für die billigsten Tischbohrmaschinen<br />

zahlen muss, allerdings spielt die<br />

Bosch-Maschine auch in einer ganz anderen<br />

Liga. Das gilt allerdings nicht nur <strong>im</strong><br />

Hinblick auf die Fertigungsqualität, sondern<br />

natürlich auch ganz wesentlich für die Ausstattung:<br />

Digital-Display für Drehzahl und<br />

Tiefe, elektronische Drehzahleinstellung,<br />

automatische Drehzahl-Konstanthaltung<br />

und vor allem die geniale Laser-Markierung<br />

nebst Arbeitsfeldbeleuchtung sind Ausstattungsmerkmale,<br />

die man an anderen Maschinen<br />

vergeblich sucht.<br />

Unser Testfazit daher: Sehr empfehlenswert!<br />

Bezugsquelle:<br />

Werkzeug-Fachhandel, Baumärkte<br />

www.bosch-do-it.de<br />

24 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


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<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 25


MOTORSCHIFFE<br />

nachdem das Original in der<br />

Nordsee schon viele Sturmtage<br />

abgewettert hat, möchte ich<br />

hier von der ersten Sturmfahrt<br />

meines Modells der NORDIC<br />

(siehe <strong>SchiffsModell</strong> 12/2010)<br />

berichten.<br />

Es ist gar nicht so einfach, Wind, Wellen<br />

und auch noch gutes Licht zusammenzubringen,<br />

um bei solch einer Fahrt dann auch<br />

zu guten Fotos zu kommen. Aber ab und zu<br />

gibt es dann doch einmal einen Tag, an dem<br />

einfach alles zusammenpasst.<br />

An einem Spätsommertag war ich am Behler<br />

See in der Nähe von Plön, um dort ein<br />

paar schöne Stunden mit der NORDIC<br />

auf dem Wasser zu verbringen. Anfänglich<br />

herrschte noch Flaute und glatte See; dies<br />

änderte sich aber <strong>im</strong> Laufe des Vormittags.<br />

Der Wind nahm langsam zu, und es baute<br />

sich eine schöne lange Welle am Strand auf.<br />

Genau darauf hatte ich gewartet. Gespannt<br />

nahm ich mit dem Modell Kurs gegen die<br />

See. Erst vorsichtig, mal sehen, wie sich<br />

das Modell überhaupt verhält. Dann wurde<br />

ich <strong>im</strong>mer mutiger und mit mehr Fahrt ging<br />

es mal gegen die See, auch mal quer und<br />

auch mal mit der See. Die NORDIC war <strong>im</strong><br />

Anschluss von unten bis oben „geduscht“.<br />

Zur Kontrolle holte ich das Modell erst mal<br />

aus dem Wasser und schaute gespannt ins<br />

Innere: alles trocken! Also wieder hinein ins<br />

Nass, um noch einige Manöver für den Fotoapparat<br />

zu fahren.<br />

Beeindruckend war es zu sehen, wie die<br />

NORDIC, ganz <strong>im</strong> Gegensatz zu meinen<br />

Offshore-Versorgern, die Wellen direkt<br />

durchschnitt. Hier sieht man sehr anschaulich,<br />

dass der Notschlepper auch auf hohe<br />

Geschwindigkeit bei schwerem Wetter<br />

gebaut ist. Be<strong>im</strong> Andrehen in den Wellen,<br />

was ich <strong>im</strong> Modell natürlich viel zu schnell<br />

durchführte, nahm die NORDIC eine Menge<br />

Wasser über das Achterschiff.<br />

Nach gefühlten Stunden waren dann ausreichend<br />

Bilder <strong>im</strong> Kasten und das Modell<br />

konnte wieder trocken gelegt werden. Ins<br />

Modellinnere waren nur wenige Tropfen<br />

Wasser gelangt.<br />

Ein gutes Gefühl, zu wissen, dass auch das<br />

Modell schwerwettertauglich ist!<br />

Erste<br />

Sturmfahrt<br />

Andreas<br />

Wulf<br />

der NORDIC<br />

26 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 27


MOTORSCHIFFE<br />

Andreas Gobrecht<br />

SCHLEPPER<br />

JÖTUNN<br />

von Modellbau Sievers<br />

Mit den Bausätzen der Fa.<br />

Modellbau Sievers (www.<br />

modellbau-sievers.de) habe<br />

ich bisher schon zwe<strong>im</strong>al gute Erfahrungen<br />

gemacht. Sie erscheinen auf den ersten<br />

Blick zwar nicht gerade als Sonderangebot,<br />

aber wenn man erst einmal die Qualität und<br />

Ausführung der einzelnen Teile schätzen<br />

gelernt hat, kommt doch der Wunsch nach<br />

einem weiteren Bausatz von diesem Hersteller<br />

auf. So ging es mir erneut, als ich in<br />

der <strong>SchiffsModell</strong> die Rubrik mit den Neuerscheinungen<br />

durchlas. Dort war ein neuer<br />

Baukasten von Sievers zu sehen, nämlich<br />

der des Hafenschleppers JÖTUNN. Da ich<br />

schon länger einen Schlepper suchte, der<br />

auch mal ein Schlauchboot ziehen könnte,<br />

wollte ich dieses Vorhaben mit diesem Modell<br />

realisieren.<br />

Zum Original<br />

Das Vorbild ist ein Schlepper aus dem<br />

Hause Damen Shipyard. Die reinen Stahl-<br />

28<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


arbeiten werden auf einer Werft in Polen<br />

durchgefüht. Von dort wird das Schiff als<br />

fertiges Kasko nach Holland zur Damen-<br />

Werft geschleppt, wo es dann für den Auftraggeber<br />

individuell ausgebaut wird. Die<br />

JÖTUNN entstammt der Baureihe „Stan<br />

Tug 1907“. Diese Bezeichnung steht für<br />

eine Länge von 19,33 m und eine Breite<br />

von 7,33 m bei einem Tiefgang von 2,39 m.<br />

Im Rumpf dieses Schleppers arbeiten zwei<br />

Cater pillar-Motoren mit 1492 kW. Diese<br />

wirken auf zwei Propeller in feststehenden<br />

Kortdüsen mit 1,8 m Durchmesser und<br />

bringen den Schlepper damit auf eine Geschwindigkeit<br />

von 11,6 kn. He<strong>im</strong>athafen<br />

der JÖTUNN ist Grundartangi auf Island.<br />

Dort wurde er am 5. November 2008 in Betrieb<br />

genommen. Wahrscheinlich wird der<br />

Schlepper auch als Lotsenversetzboot genutzt,<br />

da er links und rechts am Deckshaus<br />

entsprechende Plattformen für den Umstieg<br />

des Lotsen auf andere Schiffe hat.<br />

Das Modell<br />

Da mir die Erscheinung des Schleppers<br />

sofort zusagte, wurde Kontakt mit Herrn<br />

Sievers aufgenommen und der Bausatz<br />

bestellt. Nachdem 285,– Euro den Besitzer<br />

gewechselt hatten, stand der Paketmann<br />

mit einem riesigen Karton vor<br />

mir. Das Erste, was mir in die<br />

Hände fiel, war der doch recht<br />

groß erscheinende Rumpf. Im<br />

Maßstab 1:25 kommt er auf<br />

77,3 cm Länge bei einer recht<br />

ungewöhlichen Breite von<br />

29,3 cm. Die Schlepper der<br />

aktuellen Generation haben<br />

ja alle so ein ungewöhnliches<br />

Längen-/Breitenverhältnis,<br />

aber bei diesem Modell fiel<br />

mir dies zum ersten Mal so<br />

richtig auf. Noch nie hatte ich<br />

einen Bootsständer gebaut,<br />

der über 30 cm Breite hat!<br />

Wie von Sievers gewohnt, war der Rumpf<br />

äußerst stabil und von guter Qualität. Als<br />

besonderes Merkmal waren schon zwei<br />

Rohre in den Boden einlaminiert, durch die<br />

die Stevenrohre durchgeschoben werden<br />

sollen. Das erspart einem das Auffräsen<br />

des Rumpfbodens. Zum Lieferumfang des<br />

Bausatzes gehören zwei Kortdüsen mit<br />

40 mm Durchmesser und dazu passende<br />

Kunststoffpropeller. Diese haben m. E. aber<br />

einen zu schlechten Wirkungsgrad. Daher<br />

bestellte ich mir bei der Fa. robbe zwei<br />

Kortdüsen mit 60 mm Duchmesser inkl. der<br />

dazu gehörigen Propeller und Ruder, so wie<br />

sie auch in der HAPPY HUNTER verwendet<br />

werden. Die zwei Böcke, an denen die<br />

serienmäßigen Düsen angeklebt werden<br />

sollten, wurden entfernt und stattdessen die<br />

bestellten Düsen montiert. Glücklicherweise<br />

passte das alles, ohne die einlaminierten<br />

Rohre ändern zu müssen. An das andere<br />

Ende der Wellen wurden zwei Bühler Starmax-Motoren<br />

montiert. Diese 12-V-Motoren<br />

sind echte Kraftpakete und trotz allem recht<br />

sparsam <strong>im</strong> Stromverbrauch.<br />

Bild rechts: Die Motoren sind<br />

montiert, <strong>im</strong> Bug ist das<br />

Querstrahlruder erkennbar<br />

Wellenanlagen und<br />

Kortdüsen montiert<br />

Damit der Schwerpunkt des Schiffes weit<br />

nach unten kommt, platzierte ich in der<br />

Rumpfmitte einen 12-V-Bleiakku mit 7 Ah<br />

und zusätzlich einen 6-V-Bleiakku mit 3,4<br />

Ah für eventuelle Sonderfunktionen und die<br />

Empfängerstromversorgung. Bevor nun der<br />

Rumpf verschlossen werden konnte, habe<br />

ich noch die Löcher für die Kettenfallrohre<br />

angebracht, die Auflage-Leisten für das<br />

Deck eingeklebt und auch noch die Schlingerleisten<br />

an die Rumpfunterseite geklebt.<br />

Diese waren in gefräster Form <strong>im</strong> Bausatz<br />

enthalten und hatten die stattliche Stärke<br />

von 4 mm. Ich musste sie erst in warmem<br />

Wasser ein wenig vorbiegen, denn sonst<br />

wäre das Ankleben mit Sekundenkleber<br />

zum Geduldsspiel geworden. Aus Sicherheitsgründen<br />

habe ich die Leisten noch mit<br />

Messingdraht verstiftet – man weiß ja nie.<br />

Die Back kann mit einigen Details aufwarten<br />

Am angeformten Schanzkleid waren bereits<br />

Markierungen für die Speigatts angeformt.<br />

So musste ich nur noch entlang<br />

der Markierungen fräsen. Hinterher wurde<br />

alles sauber verschliffen und das Schanzkleid<br />

von innen verspachtelt. Dann konnte<br />

auch schon das Deck eingepasst werden.<br />

Dieses habe ich mit UHU Endfest verklebt.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

29


Der aufgelegte Sender verdeutlicht<br />

die enorme Breite<br />

Versteckte Schalter und Ladebuchsen<br />

Bild unten:<br />

Der Ausbau des<br />

Deckshauses darf<br />

nicht fehlen<br />

Das Deckshaus<br />

entsteht<br />

Die Fertigung des Mastes erfolgte<br />

in einer Lötlehre<br />

Dieser Kleber hat eine lange Topfzeit, somit<br />

braucht man sich bei der Arbeit nicht so<br />

furchtbar zu beeilen und er verbindet das<br />

Deck mit den Auflageleisten dauerhaft. Allerdings<br />

war die Montage des Decks schon<br />

etwas anstrengend, denn das Schanzkleid<br />

läuft nach oben schräg zu und somit ist<br />

seine Öffnung kleiner als das Deck – und<br />

das ist mit seiner Stärke von 4 mm nicht<br />

gerade biegefreundlich. Nun begann der<br />

weitere Ausbau des Decks: Handläufe<br />

und Schanzkleidstützen wurden angeklebt,<br />

diverse Lüfter aus Zinnguss entgratet und<br />

eingeklebt und die Trossenabweiser aus<br />

Messingdraht gebogen und verklebt. Die<br />

Ankerwinde und die Schleppwinde entstanden<br />

aus zahlreichen Resin-, Zinngussund<br />

Frästeilen.<br />

An dieser Stelle muss ich wieder einmal<br />

auf einen Punkt hinweisen, um den ich bei<br />

keinem Sievers-Modell herumkomme, und<br />

das ist der spärliche Bauplan. Es sind zwar<br />

reichlich Zeichnungen in 1:1 vorhanden,<br />

aber die Fotos auf dem Plan, auf denen<br />

man die nötigen Einzelteile der Baugruppen<br />

erkennen soll, sind schlichtweg zu klein<br />

und zu verpixelt. Auf ihnen kann man nichts<br />

erkennen. Da sollte sich Herr Sievers doch<br />

noch mal was einfallen lassen. Ohne Modellbauerfahrung<br />

oder ein wenig Hilfe aus<br />

dem Internet geraten solche Sachen zum<br />

reinen Puzzlespiel.<br />

Da ich wie schon gesagt ja auch mal ein<br />

„richtiges“ Schlauchboot ziehen wollte,<br />

musste ich mir mit der Schleppeinrichtung<br />

etwas einfallen lassen, denn der Baukasten-Schleppbügel<br />

besteht aus Resin und<br />

würde so einer Belastung wohl nicht standhalten.<br />

Im Deck waren zwei Öffnungen für<br />

den Schleppbügel eingelassen. Dort hinein<br />

klebte ich zwei Messingrohre. Diese reichen<br />

bis auf den Rumpfboden, wo sie mit<br />

Stützen und reichlich Kleber fixiert sind.<br />

Das Resinteil wird nun einfach hineingesteckt<br />

und dient bis jetzt nur der Optik.<br />

Demnächst werde ich mir einen Haken aus<br />

Messing löten, den ich dann einfach vor<br />

einer Schleppfahrt gegen das Originalteil<br />

austauschen kann.<br />

So langsam bekommt das<br />

Modell ein Gesicht<br />

Nun waren die Aufbauten an der Reihe.<br />

Das Deckshaus war wie <strong>im</strong>mer aus passgenauen<br />

Platten gefräst und der Zusammenbau<br />

ging recht flott voran. Die Fenster<br />

waren allesamt von der Größe einer<br />

Streichholzschachtel und aus klarem Material<br />

gefertigt. Daher kam ich um den Bau<br />

einer Inneneinrichtung nicht herum. Auf<br />

der Internetseite der Damen-Werft kann<br />

man eine Art Plan des Schleppers herun-<br />

30 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


terladen, auf dem sich die Anordnung und<br />

die Größe der Einrichtung gut erkennen<br />

lässt. Zusätzlich fand ich <strong>im</strong> Internet noch<br />

ein paar Bilder von Schwesterschiffen, auf<br />

denen man ebenfalls die Einrichtung sehen<br />

konnte. Aus Polystyrolplatten verschiedener<br />

Stärken wurde der Innenraum gestaltet.<br />

Auch ein paar Besatzungsmitglieder in der<br />

passenden Größe wurden integriert, damit<br />

ich kein Geisterschiff spazieren fahren lassen<br />

muss.<br />

Der Mast und die Reling auf dem Deckshaus<br />

wurden aus Messing gefertigt. Dazu<br />

lag wieder eine in Sperrholz gefräste<br />

Schablone bei. Diese erleichtert das Löten<br />

doch erheblich. Die Relingstützen lagen in<br />

geätzter Form bei, ebenso die Scheibenwischer.<br />

Das Radar habe ich mit einem<br />

Getriebemotor versehen, die Beleuchtung<br />

wurde vorbereitet. Sämtliche Laternenkörper<br />

waren wie <strong>im</strong>mer in super Ausführung<br />

bei der Decksbeleuchtung. Nachdem nun<br />

die grobe Montage ausgeführt war, ging<br />

es ans Lackieren. Da der Schlepper doch<br />

schon recht große Flächen hat, wollte ich<br />

dieses Mal Sprühdosen verwenden. Alles<br />

wurde gut entfettet und angeschliffen,<br />

danach erfolgte der erste Farbauftrag mit<br />

der Grundierung. Was dann kam, war eine<br />

echte Abklebeorgie: die hellsten Farben<br />

zuerst bis irgendwann das Schwarz an der<br />

Reihe war. Viele Kleinteile wurden dann<br />

noch mit dem Pinsel lackiert. Zum Schluss<br />

habe ich die beiliegenden Namensschilder<br />

aufgeklebt und nach dem Laden der Akkus<br />

war alles für die Probefahrt bereit.<br />

Das Modell brachte nun schon stattliche<br />

5 kg auf die Waage, doch bis eine gute Wasserlage<br />

erreicht war, musste ich noch einmal<br />

5 kg als Ballast zuladen. Das Fahrbild<br />

überzeugte auf Anhieb. Die Motoren ziehen<br />

kräftig durch und sind dabei kaum zu hören.<br />

Wie lange die Kapazität der Akkus reicht,<br />

habe ich noch nicht ausprobiert. Meistens<br />

war die Lust am Fahren vorher schon vorbei.<br />

Auch Einsatzerfahrungen be<strong>im</strong> Ziehen<br />

eines Schlauchbootes fehlen noch, aber<br />

das kommt noch.<br />

Fazit<br />

Alles in allem hat Herr Sievers hier wieder<br />

ein schönes Modell hergestellt: Ein<br />

wunderschönes Fahrbild, ein äußerst<br />

stabiler Rumpf und ein Modell, das man<br />

nicht gleich auf jedem Teich wiederfindet.<br />

Auch das Preis-/Leistungsverhältnis ist <strong>im</strong><br />

Hinblick auf die Anzahl und die Qualität<br />

der Bauteile absolut in Ordnung. Einziges<br />

Manko ist mal wieder der Bauplan, er<br />

sollte schon etwas ausführlicher sein. In<br />

dieser Form ist er für einen Anfänger <strong>im</strong><br />

Modellbau nicht geeignet.<br />

Bezugsquelle:<br />

www.modellbau-sievers.de<br />

vorhanden. Ich bestücke diese <strong>im</strong>mer mit<br />

2,3-mm-Glühbirnchen. Diese leuchten in<br />

den Laternen wunderbar gleichmäßig, was<br />

mit LEDs so nicht zu erreichen ist. Außerdem<br />

dienen die Leuchten und das Radar<br />

als Einschaltkontrolle. Die zwei aus Resin<br />

gefertigten Suchscheinwerfer liegen ebenfalls<br />

bei. Sie wurden mit kaltweißen LEDs<br />

ausgestattet und sind über einen extra Kanal<br />

separat zuschaltbar. Ebenso verfuhr ich<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

31


SEGELSCHIFFE<br />

Jörg Bayer · Fotos: z. T. Meike Scheidtweiler<br />

DANA<br />

Auf<br />

Segelveranstaltungen den Bausatz der DANA von Billing Boats,<br />

wie z. B. der Hanse-Sail welcher schon seit vielen Jahren <strong>im</strong> Programm<br />

ist, was auf eine gewisse Beliebt-<br />

in Rostock, kann man sie<br />

<strong>im</strong> Sommer zu Dutzenden heit hindeutet. An Fahrgewässern trifft man<br />

an unseren Küsten sehen: dieses kleine Modell hingegen so gut wie<br />

Unzählige kleinere und größere Traditionssegler,<br />

meist in privater Hand und liebevoll als Standmodell konzipiert ist.<br />

gar nicht an, was wohl daran liegt, dass es<br />

gepflegt. Die Veranstaltungen dienen dann In meinem Fall lag dieser Bausatz bereits<br />

auch häufig dazu, zahlendes Publikum mit einige Jahre <strong>im</strong> Regal herum und wartete<br />

an Bord zu nehmen. Letztendlich profitieren<br />

beide Seiten davon: Für die Mitfahrer such auf besagter Hanse-Sail erinnerte ich<br />

auf seine Fertigstellung. Nach einem Be-<br />

besteht die wunderbare Gelegenheit, derartige<br />

Veranstaltungen vom Wasser aus dieses kleine Schiffchen „mal eben“ zu bau-<br />

mich an diesen Bausatz und beschloss,<br />

zu erleben und einen wunderbaren Tag zu en … dass daraus dann ein etwas zeitaufwendigeres<br />

Projekt wurde, sollte sich erst<br />

verbringen, auch darf man an Bord meist<br />

selbst mit Hand anlegen. Für die Eigner <strong>im</strong> Verlauf des Baus zeigen.<br />

dienen die Einnahmen wiederum dem kostspieligen<br />

Unterhalt dieser Schiffe.<br />

einer Modellbaumesse erstanden. Zu dieser<br />

Den Bausatz hatte ich vor einigen Jahren auf<br />

Hier soll es stellvertretend um den vorbildähnlichen<br />

Nachbau eines solchen Tra-<br />

und hatte guten Kontakt zu der dortigen<br />

Zeit lebte ich noch <strong>im</strong> Süden Deutschlands<br />

ditionsseglers gehen, jedoch in deutlich Mini-Sail-Gruppe. Dort entstanden <strong>im</strong>mer<br />

kleineren D<strong>im</strong>ensionen als normalerweise wieder auch kleinere ferngesteuerte Segler,<br />

üblich. Genauer gesagt handelt es sich um die durchaus gut segelten, was mich dazu<br />

Kleiner S<br />

auf groß<br />

32<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


egler<br />

er Fahrt<br />

anregte nach einem passenden Modell<br />

Ausschau zu halten. Die DANA mit ihren 29<br />

cm Rumpflänge schien mir dafür geeignet.<br />

Der Bausatz ist eigentlich als Standmodell<br />

für den Anfänger konzipiert. Durch die<br />

Verwendung von tiefgezogenen Teilen für<br />

Rumpf und Deck ist ein schneller und leichter<br />

Aufbau möglich, sämtliche Hölzer, Beschlagteile<br />

und vorgedruckte Segel liegen<br />

dem Bausatz bei. Mein Ziel war es nun,<br />

dieses kleine Boot ferngesteuert segelbar<br />

zu bauen, was mit Hilfe der heutigen Fernsteuertechnik<br />

auch kein Problem darstellen<br />

sollte. Weiterhin war auch klar, dass dieses<br />

Unterfangen nur mit Hilfe eines zusätzlichen<br />

Kiels (welcher demontierbar sein sollte) gelingen<br />

konnte.<br />

Dazu war es zunächst einmal erforderlich<br />

die Tragfähigkeit des Rumpfes zu ermitteln.<br />

Dieser wurde einfach mit kleinen Eisenkügelchen<br />

befüllt und ins mit Wasser gefüllte<br />

Handwaschbecken gesetzt. Ich ermittelte<br />

einen Wert von rund 300 g, wenn man ein<br />

Auge zudrückt, wären auch noch 350 g ein<br />

akzeptabler Wert. Nachdem ich alle Teile<br />

des Bausatzes auf die Waage legte, ging<br />

ich von einem Leergewicht des kompletten<br />

Modells von 120 g aus, noch einmal 40 g für<br />

Akku und RC-Anlage, verbleiben ca. 150 g<br />

für den Zusatzkiel. Ein guter Wert, wie ich<br />

fand, und so konnte das Projekt beginnen.<br />

Bevor es aber an den eigentlichen Bau<br />

gehen konnte, musste ich mir noch ein<br />

paar Gedanken über die grundsätzliche<br />

Konstruktion machen und wie ich später<br />

an die Teile der Fernsteuerung herankommen<br />

wollte. Seitens des Baukastens war<br />

es vorgesehen, die beiden tiefgezogenen<br />

Teile für Rumpf und Deck einfach <strong>im</strong> Bereich<br />

des Schanzkleides bzw. des Handlaufs<br />

miteinander zu verkleben. Es wäre<br />

also denkbar, die Aufbauten, die mit dem<br />

tiefgezogenen Deck eine Einheit bildeten,<br />

abnehmbar zu konstruieren. Aber die daraus<br />

resultierenden Öffnungen wären nicht<br />

sonderlich groß gewesen, zudem wäre der<br />

Zugang wegen Masten und Takelage sehr<br />

eingeschränkt gewesen. Daher versuchte<br />

ich, die vom Bausatz vorgegebene konstruktive<br />

Trennung von Deck und Rumpf zu<br />

nutzen, indem ich diese Teile lösbar miteinander<br />

verband, so dass das Deck komplett<br />

mitsamt den Masten und der Takelage abnehmbar<br />

ist.<br />

Um dies zu ermöglichen, habe ich eine Art<br />

Zwischendeck eingezogen. Dieses Zwischendeck<br />

sollte das eigentliche Deck nicht<br />

nur mit dem Rumpf verbinden, sondern<br />

auch noch für die erforderliche Dichtigkeit<br />

des kleinen Modells sorgen. So habe ich<br />

zunächst eine Schablone aus Karton angefertigt,<br />

um die Form des Zwischendecks<br />

zu ermitteln, welches ich dann anschließend<br />

aus 1-mm-ABS hergestellt habe. Für<br />

die Befestigung wurden insgesamt acht<br />

kleine M2-Muttern unter Deck geklebt, so<br />

dass das Deck mit den entsprechenden<br />

Schrauben fixiert werden kann. Weiterhin<br />

erhielt das Zwischendeck noch einen kleinen<br />

Süllrand und einen Dichtgummi. Nachdem<br />

alles verklebt war, habe ich das Deck<br />

zum ersten Mal aufgeschraubt und einen<br />

Dichtigkeitstest vorgenommen. Dieser war<br />

leider noch nicht so erfolgreich wie erhofft,<br />

da das Deck nicht überall sauber auflag.<br />

Das lag in erster Linie am Handlauf des<br />

Schanzkleides, welcher sowohl am Rumpf<br />

als auch am Deck angeformt war und eigentlich<br />

als Klebekante dienen sollte. Daher<br />

habe ich den Handlauf am Schanzkleid des<br />

Decks entfernt und auf das Gegenstück am<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

33


Rumpf <strong>im</strong> Rohbau mit aufgesetztem Deck<br />

und bereits ausgearbeiteten Speigatten<br />

Rumpf <strong>im</strong> Rohbau mit abgenommenem<br />

Deck. Gut erkennbar, das Zwischendeck<br />

mit Gummidichtung und die Aufnahme<br />

für den Zusatzkiel<br />

Schanzkleid des Rumpfes geklebt. Dadurch<br />

vereinfachte sich die Angelegenheit nicht<br />

nur, sondern damit wurde das Schanzkleid<br />

am Rumpf auch wesentlich stabiler. Nach<br />

dem Aufschrauben des Decks ragte dessen<br />

Schanzkleid zwar an einigen Stellen<br />

über das des Rumpfes, was aber mit etwas<br />

Schleifarbeit leicht auf die richtige Höhe gebracht<br />

werden konnte. Der zweite Test <strong>im</strong><br />

Handwaschbecken, bei dem eine Krängung<br />

des Schiffchens s<strong>im</strong>uliert wurde, war dann<br />

erfolgreich: Das Boot war absolut dicht!<br />

Bei diesem Krängungstest zeigte sich jedoch<br />

ein weiteres Problem. So verfügte das<br />

Schanzkleid über keinerlei Speigatts, was<br />

dazu führte, dass an Deck gelangtes Wasser<br />

nicht abfließen konnte. Das würde später<br />

nicht nur unschön aussehen, sondern<br />

auch für ungewollten Ballast an ungünstiger<br />

Position sorgen. Es musste also eine<br />

Lösung dafür gefunden werden, die etwas<br />

komplizierter war, als bei der vom Hersteller<br />

vorgesehenen Konstruktion.<br />

Die laut Bausatz fehlenden Speigatten waren<br />

der einfachen Konstruktion geschuldet<br />

und hauptsächlich darauf zurückzuführen,<br />

dass das innere und äußere Schanzkleid<br />

nicht direkt aufeinander liegen und somit ein<br />

unschöner Spalt dazwischen existiert. Um<br />

funktionierende Speigatten zu bekommen,<br />

musste also dieser Spalt aufgefüllt werden.<br />

Zunächst habe ich jedoch die Speigatten in<br />

das Schanzkleid des Decks, also das innere<br />

Schanzkleid, eingebracht. Um eine Orientierung<br />

zu bekommen, habe ich auf das Deck<br />

zunächst s<strong>im</strong>ulierte Spantabstände aufgezeichnet.<br />

Aus diesen Abständen ergaben<br />

sich später nicht nur sinnvolle Plankenmaße<br />

für die Decksbeplankung, sondern auch die<br />

Lage der (ebenfalls nicht vorgesehenen)<br />

Schanzkleidstützen und damit letztendlich<br />

auch die Position der Speigatten. Nachdem<br />

diese mit Bohrer und Schlüsselfeile eingearbeitet<br />

waren, habe ich die Auffütterungen<br />

auf der Innenseite des äußeren Schanzkleids<br />

am Rumpf angebracht. Anschließend<br />

wurde das Deck wieder aufgeschraubt,<br />

die Positionen der Speigatten auf die Auffütterungen<br />

übertragen und anschließend<br />

auch dort eingearbeitet. Der dritte Test <strong>im</strong><br />

Handwaschbecken verlief dann zu meiner<br />

absoluten Zufriedenheit. Das Modell war<br />

nun nicht nur hundertprozentig wasserdicht,<br />

auch überkommendes Wasser floss nun<br />

einwandfrei ab.<br />

Da ich ja nun das komplette Deck vom<br />

Rumpf lösen konnte, musste ich mir nun<br />

noch eine Lösung für die Püttings, an denen<br />

die Wanten angeschlagen werden, einfallen<br />

lassen. Entweder hake ich jeden einzelnen<br />

Want mit einem kleinen Haken ein und aus<br />

oder ich befestigte die Püttings am Schanzkleid<br />

des Decks auf der Innenseite. Ich entschied<br />

mich für Letzteres. Um den Schein<br />

zu wahren, dass die Püttings außen sitzen,<br />

habe ich an den entsprechenden Stellen<br />

auf der Außenseite des Rumpfes passende<br />

Streifen aus 0,5-mm-ABS aufgeklebt. Damit<br />

sah das Ganze schon sehr gut aus, so dass<br />

es nun an die Ausgestaltung von Deck und<br />

Aufbauten gehen konnte.<br />

Motor, Stevenrohr und Achtersteven hatte<br />

ich bereits zu einem früheren Zeitpunkt<br />

eingebaut. Der Achtersteven aus 3 mm<br />

dickem Kunststoffmaterial wurde in einen<br />

entsprechenden Schlitz des Achterschiffs<br />

eingesetzt, sauber verspachtelt und verschliffen.<br />

Das Stevenrohr ist ein Fertigteil<br />

von Graupner, der Propeller ebenfalls. Der<br />

Motor stammt aus der Grabbelkiste und weil<br />

Deck und Aufbaudächer nach dem<br />

Beplanken<br />

er ein abgeflachtes Gehäuse hat, habe ich<br />

ihn einfach mit doppelseitigem Klebeband<br />

befestigt und mit Hilfe einer Schlauchkupplung<br />

an das Stevenrohr angeschlossen. Bei<br />

den geringen Belastungen an dem kleinen<br />

Modell sollte diese Konstruktion keine Probleme<br />

bereiten.<br />

Um für das Wechseln bzw. Laden des Akkus<br />

und das Ein- und Ausschalten der RC-<br />

Anlage nicht <strong>im</strong>mer das ganze Deck abschrauben<br />

zu müssen, habe ich das Dach<br />

des mittleren Aufbaus entfernt und als abnehmbare<br />

Luke ausgeführt.<br />

Parallel zu diesen Arbeiten erfolgte die Ermittlung<br />

der Schwerpunkte des Riggs und<br />

des Rumpfes, um die Position des Zusatzkiels<br />

zu ermitteln. Dabei war mir das Buch<br />

„Faszination RC-Segeln“ von Uwe Kreckel<br />

(Neckar-Verlag) eine große Hilfe. Ich habe<br />

dazu einfach den Plan kopiert, die Segel<br />

und das Unterwasserschiff ausgeschnitten,<br />

welches zudem um den Zusatzkiel ergänzt<br />

wurde. Dieser „Kiel“ wurde solange am Unterwasserschiff<br />

hin und her gesetzt, bis die<br />

richtige Position gefunden war.<br />

Die Beplankung des Decks erfolgte dann<br />

mit Hilfe der dem Bausatz in ausreichender<br />

Menge beiliegenden Furnierstreifen. Die<br />

Kanten der einzelnen Planken habe ich<br />

vor dem Aufkleben mit Sekundenkleber<br />

mit einem schwarzen Wachsmalstift geschwärzt,<br />

um eine Imitation der Kalfaterung<br />

34 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Das segelfertige Modell mit Zusatzkiel<br />

und vergrößertem Ruderblatt<br />

Zusatzkiel <strong>im</strong> Rohbau …<br />

Abnehmbare Decksluke<br />

zu erhalten. Für den Maßstab von 1:60 ergibt<br />

das ein gutes Ergebnis.<br />

Die Aufbaudächer bekommen zunächst<br />

eine Unterkonstruktion aus dünnem Sperrholz,<br />

um einen leichten Dachüberstand zu<br />

erhalten. Um etwas Gewicht zu sparen,<br />

wurden die Dächer des Tiefziehteils bis auf<br />

einen kleinen Kleberand ausgeschnitten.<br />

Anschließend erfolgte eine Beplankung mit<br />

Mahagonifurnier aus dem Baukasten.<br />

Nach dem Verschleifen des Decks und der<br />

Aufbaudächer ging es nun an die Details<br />

wie Niedergangsluken und -türen, Poller,<br />

Schanzkleidstützen etc. Bei den Türen und<br />

Luken habe ich einfach mal drauf losgelegt,<br />

mit der Absicht, die Details etwas weiter<br />

auszuarbeiten, als <strong>im</strong> Bausatz vorgesehen.<br />

So wurden die Türen mit zusätzlichen<br />

Leisten, Griffen und „Scharnieren“ ausgestattet.<br />

Die Luken habe ich aus Resten der<br />

Furnierstreifen des Decks angefertigt und,<br />

wie die Türen auch, eichenfarben gebeizt.<br />

Die Poller sind aus passenden Kiefernleisten<br />

geschnitzt, da mir die dem Bausatz beiliegende<br />

Abachileiste zu spröde war. Der<br />

Bock für die Aufnahme des Bugspriets wurde<br />

ebenfalls etwas detaillierter ausgeführt.<br />

Und dann ging es förmlich mit mir durch, was<br />

die Anfertigung von kleinen und kleinsten<br />

Details betrifft. Ich war erstaunt, wie einfach<br />

es letztendlich von der Hand geht, wenn man<br />

es mit Ruhe macht. Dann ist die geringe Größe<br />

der Teile auch kein Problem mehr und<br />

man benötigt nicht zwangsläufig einen komplizierten<br />

Maschinenpark. In meinem Fall<br />

steht eine Kleinbohrmaschine mit Ständer<br />

und Maschinenschraubstock zur Verfügung.<br />

So habe ich, um die Wanten und Stage an<br />

Masten und am Bugspriet nicht einfach nur<br />

anzuknoten, entsprechende Beschläge<br />

aus schmalen Rohrabschnitten und kleinen<br />

Ösen angefertigt. Diese sind zwar nicht gelötet,<br />

sondern nur mit Sekundenkleber verklebt,<br />

da aber die Ösen in das Holz eingelassen<br />

sind, ist hier dennoch eine ausreichende<br />

Stabilität gegeben. Weiterhin erfolgte die<br />

Anfertigung der Baumbeschläge. Dazu habe<br />

ich zunächst wieder einen Ring von einem<br />

passenden Messingrohr abgeschnitten. Anschließend<br />

wurde ein 2-mm-Ms-Rohr aufgelötet<br />

und danach mit der Trennscheibe<br />

bearbeitet, bis nur noch zwei kleine Ringe<br />

übrig blieben. Eine Öse bildet das Gegenlager<br />

des Baums, welches dann einfach mit<br />

einem Stift <strong>im</strong> Großbaumlager gehalten wird.<br />

In ähnlicher Form erfolgte die Anfertigung<br />

der beiden Gaffelklauen.<br />

… und fertig lackiert<br />

Die Dächer der Aufbauten erhielten noch<br />

Handläufe, die ich mit Hilfe einer Schlüsselfeile<br />

aus 1,5 mm dünnen Kiefernleisten,<br />

quasi „aus dem Vollen“ herausarbeitete.<br />

Dabei ließ es sich nicht vermeiden, dass<br />

das eine oder andere Exemplar mehrmals<br />

gefertigt werden musste, weil es bei der Bearbeitung<br />

zerbrach.<br />

Parallel dazu wurden die Kielflosse und<br />

die Ruderblätter angefertigt. Ruderblätter?<br />

Richtig, denn ich fertigte gleich zwei Ruder<br />

an, eines für das Standmodell und eines<br />

für den ferngesteuerten Betrieb. Ich fand,<br />

dass es einfacher wäre, das komplette Ruder<br />

auszutauschen, als eine komplizierte<br />

Ansteckvariante auszutüfteln. Da sich die<br />

Ruderanlenkung aus Platzgründen ohnehin<br />

über Deck befindet, stellt der Austausch<br />

der Ruderblätter auch kein Problem dar.<br />

Die Ruderanlenkung ist dabei unter einer<br />

Art Gräting versteckt, so dass sie kaum zu<br />

sehen ist. Das Ruderservo habe ich direkt<br />

<strong>im</strong> achteren Aufbau mit Servotape befestigt,<br />

als Anlenkung dient ein Ms-Draht, welcher<br />

mit brauner Farbe gestrichen wurde und<br />

dadurch ebenfalls kaum auffällt. Das Ruderhorn<br />

ist eine einfache selbst gelötete Konstruktion<br />

mit einem Stellring, der etwas <strong>im</strong><br />

Material reduziert wurde.<br />

Die Kielflosse ist eine einfache Sperrholzkonstruktion<br />

mit einem Balsakern und Kiefernleisten<br />

als Randleisten, die sich sehr<br />

gut auf Profil schleifen lassen. Das Profil<br />

der Flosse ergibt sich durch den eingelegten,<br />

2 mm dicken Draht, welcher am<br />

oberen Ende ein Gewinde besitzt. Damit<br />

wird der Kiel dann von innen <strong>im</strong> Rumpf<br />

verschraubt, als Kielaufnahme dient dort<br />

ein einfaches Aluröhrchen. Damit sich die<br />

Kielflosse nicht verdrehen kann, bekam sie<br />

noch einen kleinen Stift, der in eine entsprechende<br />

Vertiefung <strong>im</strong> Rumpf greift. Als<br />

Kielbombe kam ein Gewicht aus dem Anglerbedarf<br />

zum Einsatz, welches noch ein<br />

wenig <strong>im</strong> Gewicht reduziert und in Form<br />

gearbeitet wurde. Da das Modell doch<br />

deutlich schwerer geworden ist, liegt das<br />

endgültige Gewicht des Kiels entgegen der<br />

ersten Überlegung nur noch bei ca. 105 g,<br />

was sich aber be<strong>im</strong> Segeln als vollkommen<br />

ausreichend erwiesen hat.<br />

Das Material für Masten, Bäume und den<br />

Bugspriet aus Abachiholz ist bereits konisch<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 35


Details am Hauptmast<br />

geschliffen und muss nur noch abgelängt<br />

werden. Der Hauptmast ist ausreichend<br />

lang, um ihn eigentlich auf dem Kiel aufsitzen<br />

zu lassen. Da dies aber zuviel Raum an<br />

einer Stelle einnehmen würde, der noch für<br />

das Segelverstellservo benötigt wird, habe<br />

ich das Deck <strong>im</strong> Bereich des Mastes verstärkt<br />

und dem Mast von unten mit kleinen<br />

Winkeln aus Sperrholz einen festen Halt<br />

gegeben. Be<strong>im</strong> Besanmast war es ausreichend,<br />

eine Verstärkungsplatte unter Deck<br />

bzw. das Aufbaudach zu kleben.<br />

Die Bäume des Baukastens waren jedoch<br />

nicht zu gebrauchen, da es sich hier eigentlich<br />

um Rahen handelt. Sie waren in der<br />

Mitte dicker und wurden zu den Enden hin<br />

dünner. Aus Ermangelung an vorhandenem<br />

Material kamen Schaschlikspieße zum Einsatz.<br />

Entgegen der Bauanleitung bekam<br />

die Fock zusätzlich einen Baum spendiert.<br />

Zur Farbgebung habe ich Masten, Bugspriet<br />

und die Bäume mit eichenfarbener<br />

Beize behandelt und nach Anbringung der<br />

oben genannten Beschläge abschließend<br />

mit Parkettlack gestrichen, einige Stellen<br />

wurden als Kontrast mit weißer Farbe abgesetzt.<br />

Der dem Baukasten als Segelmaterial beiliegende<br />

Stoff war leider viel zu dick und<br />

zu steif, ich entschied mich daher für Icarex.<br />

Das passt zwar nicht so richtig gut zu<br />

einem derartigen Schiff, doch mir fiel leider<br />

nichts Besseres ein. Aber mit einer entsprechenden<br />

Behandlung habe ich dann<br />

doch noch einen akzeptablen Kompromiss<br />

erzielt. So wurden Groß-, Besan- und<br />

Focksegel mit einem braunen Edding eingefärbt.<br />

Durch die ungleichmäßige Einfärbung<br />

ergibt sich ein leicht verwaschener<br />

Effekt. Abschließend wurden noch einige<br />

Verstärkungen aufgebracht und Nähte sowie<br />

Reffbändsel aufgemalt. Das Anbringen<br />

der Segel erfolgte mit dünnem Garn. Statt<br />

Segelringen verwendete ich für die Befestigung<br />

am Mast weißes, etwas dickeres<br />

Garn. Nach und nach wurden die Segel angeschlagen,<br />

wobei ich versuchte, so gut es<br />

ging, eine möglichst realistische Belegung<br />

des laufenden Gutes herzustellen. Die Verstagung<br />

des Bugspriets erfolgte übrigens<br />

mit elastischem Nähfaden (Gummifaden),<br />

da es ja erforderlich ist, diese auszuhängen,<br />

wenn ich das Deck abnehme.<br />

Be<strong>im</strong> Knoten der Takelage wurde meine<br />

Geduld übrigens auf eine echte Probe<br />

gestellt: Denn wenn selbst die Pinzette zu<br />

groß ist, um die Arbeiten durchzuführen,<br />

wird es kritisch ... Ich musste zumindest<br />

zwischendurch <strong>im</strong>mer wieder mal weg vom<br />

Modell, um es vor schl<strong>im</strong>men Ereignissen<br />

zu bewahren.<br />

Die Farbgebung folgte einer festen Vorstellung<br />

meiner Lebensgefährtin, damit das<br />

Modell später auch seinen Platz <strong>im</strong> Wohnz<strong>im</strong>mer<br />

beanspruchen durfte. So war die<br />

Bedingung, den Rumpf in „Petrol“ zu streichen,<br />

da wir auf der Hanse-Sail ein ähnliches<br />

Schiff gesehen hatten. Anfangs hatte<br />

ich da zwar andere Vorstellungen, aber ich<br />

muss sagen, inzwischen kann ich es mir<br />

gar nicht mehr anders vorstellen. Allerdings<br />

konnte ich keinen passenden Lack in diesem<br />

Farbton auftreiben, so dass ich mich<br />

selbst daran machte, diesen aus blauer und<br />

grüner Farbe anzumischen. Ich verwendete<br />

überwiegend Revell-Lacke, lediglich für<br />

Masten und Bäume sowie das Deck und die<br />

Aufbaudächer kam seidenmatter Parkettlack<br />

zum Einsatz. Damit habe ich bei anderen<br />

Modellen bereits gute Erfahrungen gemacht,<br />

das Holz wird dadurch ohne großen<br />

Aufwand opt<strong>im</strong>al geschützt. Abschließend<br />

habe ich erstmalig bei einem meiner Modelle<br />

leichte Alterungsspuren mit Hilfe von<br />

Rostfarbe aufgebracht.<br />

Zum Schluss ging es an den Einbau der<br />

Fernsteuerung, der aber Dank der kleinen<br />

Komponenten keine größeren Probleme mit<br />

sich brachte. Der Motor bekam einen alten<br />

Mini-Controller von robbe spendiert. Dabei<br />

wurde die max<strong>im</strong>ale Spannung noch etwas<br />

reduziert, um kein Rennboot zu erhalten.<br />

Der Akku wurde aus vier einzelnen Zellen<br />

mit jeweils 500 mAh selbst zusammengelötet<br />

und hat die ungefähre Form einer<br />

„Hose“, damit er zwischen seinen „Beinen“<br />

das Halterohr für die Kielflosse aufnehmen<br />

kann. Der Einbau des Ruderservos wurde<br />

schon erwähnt, den Empfänger habe ich<br />

mittig unter Deck mit Servotape befestigt.<br />

Das Segelverstellservo bekam <strong>im</strong> vorderen<br />

Aufbau seinen Platz und erhielt einen<br />

verlängerten Arm aus Alublech, an dessen<br />

Ende zwei Umlenkrollen einer racing-MI-<br />

CRO-MAGIC sitzen. Die Länge des Arms<br />

wurde anhand der erforderlichen Schotwege<br />

und Anschlagpunkte <strong>im</strong> Bauplan ermittelt,<br />

sie liegt bei ca. 45 mm. Der Hebel<br />

ist dabei so gebogen, dass die Rollen mittig<br />

<strong>im</strong> Rumpf sitzen. Mit dünnem Garn konnten<br />

nun die Schoten geknüpft werden. Für das<br />

Besansegel war es dazu noch erforderlich,<br />

eine „Umlenkung“ aus einem dünnen<br />

Alurohr herzustellen, um die Schot an die<br />

richtige Stelle zu bekommen. Diese tritt aus<br />

Platzgründen nicht unter Deck ans Freie,<br />

sondern an der Rückwand des hinteren Aufbaus,<br />

läuft von da aus dann über Deck und<br />

wird mit besagtem Rohr unter der hinteren<br />

Gräting umgelenkt. Vor einem Ventilator<br />

konnte ich dann die ersten Funktionstests<br />

durchführen, die zu meiner Zufriedenheit<br />

verliefen.<br />

Fahrerprobung<br />

Nun war das Modell soweit fertig, so dass<br />

es auf Jungfernfahrt gehen konnte. An diesem<br />

Tag herrschten jedoch nicht unbedingt<br />

ideale Bedingungen, um eine neues Segelboot,<br />

noch dazu ein so kleines, zu testen:<br />

Es herrschten gut 3 Bft., in Böen auch mehr,<br />

mit einer Welle von gut 5 cm und mehr. Ich<br />

konnte aber doch ein kleines, geschützteres<br />

Fleckchen finden und schnell zeigte sich,<br />

dass der Wind gar nicht so das Problem<br />

war. Kein Wunder, die winzige Segelfläche<br />

knapp über der Wasseroberfläche bietet<br />

auch kaum Angriffsfläche. Viel problematischer<br />

waren die Wellen. Diese brachten<br />

das kleine Modell mit seiner geringen Masse<br />

<strong>im</strong>mer wieder sehr schnell komplett zum<br />

36 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Detailaufnahme des Segelverstellservos und der<br />

Mastfußaufnahme des Großmastes<br />

Blick auf die Fernsteuerung bei aufgeklapptem Deck. Im Rumpf<br />

(v. l. n. r.) Akku, Motor, Drehzahlsteller. Unter Deck (v. l. n. r.) Segelverstellservo,<br />

Empfänger, Ruderservo<br />

Stehen. Es zeigte sich aber, dass die Kielposition<br />

st<strong>im</strong>mte und auch das Gewicht des<br />

Kiels ausreichend war.<br />

An einem anderen Tag ging es sozusagen<br />

an das „Hausgewässer“ um die Ecke,<br />

die sogenannte Obertrave am Rande von<br />

Lübecks Altstadtinsel. Die Trave fließt hier<br />

mit sehr geringer Geschwindigkeit und<br />

ist durchaus geeignet für kleinere Ausflüge<br />

dieser Art. Aufgrund von Freizeit- und<br />

Fahrgastschifffahrt muss man aber die<br />

Augen offen halten. Bei wenig Wind und<br />

entsprechend wenig Welle zeigte sich ein<br />

unkompliziert segelndes kleines Schiffchen<br />

mit guter Wasserlage, das durchaus auch<br />

mal eine kräftige Böe verträgt und dabei<br />

auch gut in Fahrt kommt. Das Ruder hätte<br />

vielleicht etwas größer geraten können –<br />

hier werde ich noch einmal nacharbeiten –,<br />

um auch bei weniger Geschwindigkeit etwas<br />

besser durch die Wende zu kommen.<br />

Aber mit kurzzeitigem Einsatz des Motors<br />

lässt sich auch das gut bewältigen. Nachdem<br />

ich während des Baus <strong>im</strong>mer wieder<br />

zweifelte, ob der Motor mitsamt Steller<br />

Ruderansteuerung und Umlenkung<br />

der Besanschot<br />

Technische<br />

Daten<br />

Maßstab 1:60<br />

Länge Rumpf<br />

290 mm<br />

Länge ü. a.<br />

390 mm<br />

Breite:<br />

93 mm<br />

Höhe Großmast ü. Deck 286 mm<br />

Segelfläche ca.<br />

500 cm²<br />

Gesamtgewicht<br />

344 g<br />

Gewicht Kiel<br />

105 g<br />

Länge Kielflosse<br />

110 mm<br />

nicht vergeudetes Gewicht bzw. vergeudeter<br />

Platz ist, haben sich <strong>im</strong> Fahreinsatz<br />

bereits die Vorteile gezeigt. Gerade bei<br />

wenig Wind kommt das Modell durch sein<br />

geringes Gewicht sehr schnell zum Stehen,<br />

so dass man mit dem Motor schnell<br />

reagieren kann, wenn einem ein anderes<br />

Boot mal zu nahe kommt oder die Wellen<br />

der oben erwähnten Fahrgastschiffe „abgeritten“<br />

werden müssen.<br />

Fazit<br />

Alles in allem hat mir der Bau dieses kleinen<br />

Modells sehr viel Freude bereitet. Anfangs<br />

war da einfach nur der Reiz und die<br />

Herausforderung, ob es überhaupt möglich<br />

ist, dieses kleine Schiffchen ferngesteuert<br />

segelbar zu bauen. Dass daraus dann auch<br />

ein Modell entstanden ist, welches absolut<br />

auch als Standmodell bestehen kann, erfreut<br />

mich umso mehr. Trotz der geringen<br />

Größe (oder gerade deswegen) erregt man<br />

damit doch einiges an Aufsehen unter den<br />

Modellbaukollegen am See.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 37


VERSCHIEDENES<br />

anz in der Nähe meiner<br />

Modellbauwerkstatt liegt<br />

ein Weiher, auf dem ich<br />

ab und zu meine Schiffe<br />

fahren lasse. Leider geht<br />

das nur <strong>im</strong> Frühjahr, denn <strong>im</strong><br />

Laufe des Sommers wächst das Gewässer<br />

bis dicht unter die Wasseroberfläche mit<br />

allen möglichen Wasserpflanzen zu und<br />

erinnert dann stark an eine Sumpflandschaft<br />

… Aber Moment mal: Vor etlichen<br />

Da die ersten Sumpfgleiter noch keine Auspuffschalldämpfer<br />

hatten, waren sie meilenweit<br />

zu hören, aber auch die Propeller waren<br />

eine Lärmquelle. Mittlerweile werden in den<br />

USA nur noch <strong>Airboat</strong>s mit Schalldämpfern<br />

und mehrflügeligen Propellern, sogenannten<br />

„Fans“ zugelassen. Fan könnte man mit<br />

Flügelrad übersetzen und manche <strong>Airboat</strong>s<br />

haben Flügelräder mit bis zu 16 Blättern.<br />

Streng genommen sind es aber zwei Fans<br />

mit jeweils 8 Blättern, die über ein spezielles<br />

Getriebe gegenläufig auf einer Welle laufen,<br />

um so das Drehmoment zu neutralisieren.<br />

Besagte Fans an den Originalen bestehen<br />

natürlich auch nicht mehr aus Holz, sondern<br />

heutzutage aus Carbon.<br />

Stefan Reuthlinger<br />

Jahren hatte ich doch <strong>im</strong> Rahmen einer<br />

USA-Reise auch <strong>Florida</strong> besucht und war<br />

dort natürlich auch in den ausgedehnten<br />

Sumpfgebieten der Everglades unterwegs.<br />

Dort machte ich Bekanntschaft mit einem<br />

Schiffstyp, der hauptsächlich für die dortigen<br />

Verhältnisse entwickelt worden war,<br />

nämlich dem „<strong>Airboat</strong>“, bei uns eher als<br />

Sumpfboot oder Sumpfgleiter bekannt.<br />

Laut Wikipedia wurde das erste <strong>Airboat</strong> <strong>im</strong><br />

Jahre 1905 von Graham Bell (richtig, dem<br />

Erfinder des Telefons) und seinem Team<br />

entwickelt, um verschiedene Antriebsmotoren<br />

und Propeller zu testen. Ein Kollege<br />

von Graham Bell, Glenn Curtis, ein bekannter<br />

Flugzeugentwickler, hat dann <strong>im</strong><br />

Jahr 1920 das erste <strong>Airboat</strong> in <strong>Florida</strong> angemeldet.<br />

Er nannte es „Curtiss Scooter“<br />

und dieses Fahrzeug verfügte noch über ein<br />

geschlossenes Cockpit.<br />

Daraus entwickelte sich nach und nach<br />

ein offener Schiffstyp mit flachem Boden,<br />

angetrieben von einem Flugzeug- oder<br />

Automotor mit einem zweiflügeligen Druckpropeller.<br />

Diese Originalfotos dienten mir als<br />

Konstruktionsbasis<br />

<strong>Airboat</strong>s gibt es in den verschiedensten<br />

Größen von 12 Fuß (ca. 4 m) für 2–3 Personen<br />

bis zum Ausflugsboot für Sightseeing-Touren<br />

für ca. 20 Personen.<br />

Mittlerweile werden sie auch <strong>im</strong>mer häufiger<br />

für Rettungszwecke eingesetzt, so<br />

z. B. bei der Evakuierung des überfluteten<br />

New Orleans nach dem Durchzug des<br />

Hurrikans Catrina. Die vier Krankenhäuser<br />

<strong>im</strong> Zentrum mit mehr als 3.000 Patienten<br />

nebst Personal wurden von 30 <strong>Airboat</strong>s in<br />

36 Stunden geräumt. Ob Sumpf, Wasser,<br />

Eis oder Schnee, <strong>Airboat</strong>s können überall<br />

eingesetzt werden, sogar kürzere Strecken<br />

über festes Land können bewältigt werden.<br />

Das Modell<br />

Als Bauunterlage verfügte ich nur über<br />

sieben Fotos die ich seinerzeit in <strong>Florida</strong><br />

von einem Original-<strong>Airboat</strong> gemacht hatte.<br />

Mit ihnen versuchte ich ein Verhältnis von<br />

Länge zu Breite und Breite zu Höhe zu<br />

ermitteln. Daraus und nach Angaben und<br />

Fotos <strong>im</strong> Internet zeichnete ich mir einen<br />

38 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


einfachen Plan, nach dem ich dann ein<br />

pr<strong>im</strong>itives Modell aus Styropor und Karton<br />

baute, um die Proportionen des Modells<br />

endgültig festzulegen. Danach zeichnete<br />

ich den Plan ins Reine. Ich möchte allerdings<br />

bemerken, dass mein Plan keinesfalls<br />

etwas mit „Scale“ zu tun hat, er sollte<br />

nur ein Denkanstoß für den Bau sein. Der<br />

Rumpf besteht aus billigem, dreischichtigem<br />

Sperrholz. Für die Wölbung am Bug<br />

benutzte ich zwei 1,6 mm starke Furnierstreifen,<br />

die in Form miteinander verklebt<br />

wurden. Die seitlichen langen Kästen<br />

dienen der Versteifung des Rumpfes und<br />

als Auftriebskörper. Anschließend wurde<br />

der Kasten mit Glasgewebe und Epoxi<br />

überzogen, dadurch wird er sehr stabil.<br />

Schließlich wird ein <strong>Airboat</strong> <strong>im</strong> Hinblick auf<br />

Das erste einfache Probe-Modell<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 aus Styropor und Karton<br />

39


Der Rumpf entsteht<br />

die Belastung des Rumpfbodens viel mehr<br />

gefordert als ein normales Schiffsmodell.<br />

Den Metallkäfig, in dem sich der Motor plus<br />

Propeller befinden, habe ich aus 4-mm-<br />

Messing- und 4-mm-Kupferrohr zusammen<br />

gelötet. Alle gebogenen Rohre bestehen<br />

aus Kupfer (Regner Dampftechnik), das<br />

sich sehr leicht biegen lässt. Am besten<br />

biegt man die Rohre über einer Sperrholzschablone.<br />

An dem Metallkäfig ist auf den<br />

Originalen auch noch ein feinmaschiges<br />

Metallgitter befestigt. Da ich solches für<br />

mein Modell nicht auftreiben konnte, habe<br />

ich auf die Montage aber verzichtet.<br />

In dem mittleren, langen, L-förmigen Kasten<br />

befinden sich LiPo-Akku, Empfänger<br />

und Drehzahlregler, daneben dient der<br />

Kas ten als Stütze des Motorträgers. Auch<br />

der Motorträger aus 3-mm-Alu ist L-förmig<br />

und am Boden verschraubt. Nach vorne<br />

wird er zusätzlich durch vier 6-mm-Messingrohre<br />

abgestützt. Diese Stützen sind<br />

sehr wichtig, da der Motor sonst instabil<br />

wird und „flattert“.<br />

Schutzkäfig mit Motorhalterung und<br />

Motor, hier mit 4-Blatt-Prop<br />

Als Motor kam für mich aus Geräuschgründen<br />

nur ein Elektromotor in Frage. Ich hatte<br />

noch einen AXI 2820/10 Brushless-Außenläufer<br />

von einem abgestürzten Flugmodell<br />

zur Verfügung, ebenso einen passenden<br />

70-A-Brushlessregler. Als Akku kommt ein<br />

3s-LiPo mit 3200 mAh zum Einsatz.<br />

Jetzt fehlte eigentlich „nur“ noch der Propeller.Wie<br />

man auf den Originalfotos sehen<br />

kann, ist der Propeller des <strong>Airboat</strong>s<br />

an einer Kante mit Metall beschlagen,<br />

offensichtlich um Beschädigungen durch<br />

Äste usw. zu vermeiden. Es handelt sich,<br />

von hinten gesehen, um einen gegen den<br />

Uhrzeigersinn drehenden Druckpropeller.<br />

Da er sich zur Nabe und zu den Flügelspitzen<br />

hin kaum verjüngt, hat er auch kaum<br />

noch Ähnlichkeit mit einem herkömmlichen<br />

Flugzeugpropeller.<br />

So einen Propeller gibt’s <strong>im</strong> Modellbaubereich<br />

meines Wissens nicht zu kaufen. Also<br />

war Selbermachen angesagt. Den ersten,<br />

dem Original nachempfundenen Propeller,<br />

stellte ich aus sechsfach verle<strong>im</strong>tem 8-mm-<br />

Sperrholz her. Das war einfacher, als ich<br />

gedacht hatte:<br />

Die Form des Props auf Karton zeichnen,<br />

auf die Sperrholzplatte übertragen, aussägen,<br />

die Mitte festlegen, auf einer Ständerbohrmaschine<br />

ein 6-mm-Loch bohren,<br />

von einem 6-mm-Messingrohr eine Hülse<br />

absägen, dann die Hülse mit Sekundenkleber<br />

festkleben. Der Innendurchmesser<br />

von 5 mm passt genau auf die Motorwelle.<br />

Danach habe ich die Blätter in Handarbeit<br />

grob in Form geraspelt und dann auf einem<br />

Tischbandschleifer fein geschliffen. Anschließend<br />

muss der Prop ausgewuchtet<br />

werden, dazu später mehr.<br />

Obwohl der Prop wunderbar funktioniert<br />

und auch Vollgas problemlos aushält, habe<br />

ich auf Dauer kein Vertrauen zu dem Fertigsperrholz.<br />

Also habe ich mir noch zwei<br />

weitere Props, einen breiten und einen etwas<br />

schmäleren, aus Buchenholz gebaut:<br />

Aus 3-mm-Buchenbrettchen vier Latten sägen,<br />

mit Epoxi verkleben, <strong>im</strong> Schraubstock<br />

pressen, über Nacht aushärten lassen, Mitte<br />

festlegen, Loch bohren, usw.<br />

Diese zwei Propeller sind etwa 10 mm stark,<br />

haben dadurch eine größere Steigung und<br />

sind wegen des Buchenholzes steifer und<br />

damit auch etwas lauter. Nicht, dass mich<br />

das Geräusch störte, <strong>im</strong> Gegenteil, der<br />

Sound ist gut, aber trotzdem dachte ich jetzt<br />

über Mehrblattpropeller nach. Also musste<br />

Selbstbau-Propeller müssen<br />

ausgewuchtet werden<br />

ein 4-Blatt-Prop her.Diesmal fertigte ich ein<br />

Mittelstück aus 3-mm-Flugzeugsperrholz<br />

und klebte daran die Buchenholzlatten.<br />

Damit sich die Blätter nicht selbstständig<br />

machen können, werden sie von zwei verschraubten<br />

Metallscheiben zusammengehalten.<br />

Dieser Prop ist etwa 8 mm stark, hat<br />

dadurch weniger Steigung, ist leiser, bringt<br />

aber mehr Schub als ein zweiblättriger und<br />

sieht einfach toll aus.<br />

Mutig geworden, machte ich mich an den<br />

Bau eines 8-Blatt-Props, um mich den Vor-<br />

40 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Fast schon fertig<br />

Der 8-Blatt-Prop <strong>im</strong> Bau<br />

bildern noch mehr anzunähern. Bei einem<br />

8-Blatt-Prop werden die einzelnen Blätter<br />

deutlich schmäler. Waren es be<strong>im</strong> vierblättrigen<br />

noch 30 mm Blattbreite, so waren es<br />

jetzt nur noch 18 mm. Wieder fertigte ich zuerst<br />

ein Mittelstück an, an dem die Blätter<br />

verklebt werden. Jetzt erst zwei gegenüberliegende<br />

Blätter verkleben, dann <strong>im</strong> rechten<br />

Winkel die zwei nächsten, so dass erst<br />

einmal ein 4-Blatt-Prop entsteht. Dann die<br />

anderen vier Blätter dazwischen einpassen.<br />

Vor der Benutzung müssen die Propeller<br />

aber ausgewuchtet werden. Entweder besorgt<br />

man sich eine handelsübliche Propeller-Waage,<br />

oder man baut sich selber ein<br />

Gestell aus Sperrholz (siehe Foto). Oben<br />

werden Schlitze eingesägt, in die man Teppichmesserklingen<br />

mit der Schneide nach<br />

oben einklebt. Nun wird eine Achse aus<br />

5-mm-Rundmessing durch die Hülse der<br />

Props geschoben und das Ganze auf die<br />

Schneiden aufgelegt. So ist ein sehr feinfühliges<br />

Auswiegen möglich. An dem Blatt,<br />

das sich nach unten dreht, wird vorsichtig<br />

Material abgeschliffen. Das wiederholt man<br />

so lange, bis der Propeller in jeder Position<br />

ruhig liegen bleibt, ohne sich selbsttätig zu<br />

drehen.<br />

Fah rerprobu ng<br />

Der 8-Blatt-Prop bringt noch etwas mehr<br />

Schub als sein vierblättriger Kollege. Im<br />

Fahrbetrieb hört man fast nur noch den Motor,<br />

vom Propeller ist nur noch ein „Schwirren“<br />

zu hören. Schon bei Halbgas kommt<br />

das Modell ins Gleiten, trotz des relativ hohen<br />

Gewichts von 3,4 kg. Bei Vollgas wird’s<br />

schwierig das Modell zu steuern: Schon die<br />

geringste Richtungsänderung bewirkt, dass<br />

sich das Modell schlagartig dreht, dabei<br />

praktisch stehen bleibt und von der eigenen<br />

Welle Wasser übern<strong>im</strong>mt. Daraufhin habe<br />

ich am Heck zwei Flossen, die etwa 3 cm<br />

tief ins Wasser reichen, angebracht. Diese<br />

stecken in Führungsröhrchen und können<br />

mit Stellringen mittels Madenschrauben fixiert<br />

werden. Jetzt fährt das Modell wie auf<br />

Schienen. Bei Bedarf (Sumpfgebiet) können<br />

die Flossen entfernt werden.<br />

Es macht wahnsinnig Spass mit diesem <strong>Airboat</strong><br />

auf einem See herum zu heizen. Kein<br />

Wunder also, dass schon das nächste <strong>Airboat</strong><br />

in meinem Kopf herumspukt. Wer neugierig<br />

ist, was das wohl sein wird, der gibt<br />

einmal auf google den Suchbegriff „Arctic<br />

<strong>Airboat</strong>“ ein …<br />

Bei den Probefahrten fiel aber das Fehlen<br />

eines entsprechenden Steuermanns negativ<br />

auf: Die beiden leeren Sitzschalen wirkten<br />

doch recht merkwürdig. Nach „ewiger“<br />

Suche nach einem passenden Piloten wurde<br />

ich dann in unmittelbar Nachbarschaft,<br />

sprich an meinem Wohnort fündig: In einer<br />

hiesigen Holzschnitzerei fand ich eine entsprechende<br />

Figur, die nur noch ein wenig<br />

umgestaltet werden musste, um statt in<br />

einer Weihnachts-Krippe auch auf dem <strong>Airboat</strong><br />

eine gute Figur zu machen.<br />

Der zukünftige Fahrer hat Platz genommen.<br />

Noch sieht er allerdings sehr nach<br />

Passionsspieler aus …<br />

Das Modell lässt<br />

sich aus voller Fahrt<br />

auf engstem Raum<br />

herum werfen!<br />

… aber das lässt sich ja ändern! Jetzt<br />

fehlt nur noch die Bekleidung<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 41


MOTORSCHIFFE<br />

Serie: Wachboote der Volksmarine<br />

Bild 1: MAB 14/GSB 14 in Fahrt. Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 3: MAB als<br />

Kontrollboot der Bundesmarine.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 2: MAB 14 als Ausflugsschiff.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Dr. G. Miel<br />

Wachboote für die Bin<br />

D<br />

ie in der Reihe Wachboote der Volksmarine<br />

bisher vorgestellten Einheiten<br />

dienten ausschließlich der Überwachung<br />

der Seegrenze der DDR durch die<br />

Grenzbrigade Küste der Volksmarine. Da<br />

die DDR jedoch auch an der Elbe, Oder und<br />

auf den Seen rund um Berlin eine Grenze<br />

auf Binnengewässern hatte, musste diese<br />

ebenfalls mit geeigneten Booten überwacht<br />

werden. Diese Kontrolle des grenzüberschreitenden<br />

Personenverkehrs war, wie<br />

in jedem Staat, Sache der Grenzpolizei.<br />

Neben der Grenzpolizei der DDR gab es<br />

auf den Binnengewässern noch die Wasserschutzpolizei,<br />

den Zoll und den Wasserrettungsdienst<br />

sowie andere staatliche und<br />

betriebliche Einrichtungen, die ihre spezifischen<br />

Aufgaben hatten und ebenfalls über<br />

entsprechende Boote verfügten. Die <strong>im</strong> Folgenden<br />

vorgestellten Bootstypen waren bei<br />

der Grenzpolizei als Wachboote <strong>im</strong> Dienst,<br />

man fand die gleichen Bootstypen jedoch<br />

auch bei den anderen genannten Einrichtungen<br />

und Dienststellen. Bei der Volksmarine<br />

dienten sie als Verkehrs- und Kommandantenboote<br />

sowie zur Kontrolle der<br />

Boddengewässer und Hafenzufahrten. Sie<br />

konnten aber auch leichtere Bergungs- und<br />

Schleppaufgaben übernehmen. Die vorgestellten<br />

Einheiten sind nur eine Auswahl mit<br />

dem Schwerpunkt Wachboote der Grenzpolizei.<br />

In Wirklichkeit war die Typenvielfalt<br />

wesentlich größer, allein bedingt durch den<br />

Zeitraum von ca. 40 Jahren. Diese Feststellung<br />

ist auch mit dem Blick auf Deutschland<br />

in der Zeit unmittelbar nach dem Krieg zu<br />

sehen. Alle staatliche Macht, auch die polizeiliche,<br />

lag damals in den Händen der<br />

jeweiligen Besatzungsmacht. Für das Gebiet<br />

der DDR war dies die Sowjetunion.<br />

Erst nach und nach übergaben die Besatzungsmächte<br />

die Polizeigewalt wieder in<br />

deutsche Hände. Dazu mussten auf dem<br />

Gebiet der DDR entsprechende Strukturen<br />

geschaffen und mit Material sowie Personal<br />

ausgestattet werden. Nun aber zu den<br />

Boots typen, die als Wachboote genutzt<br />

wurden. Leider kann der Autor dabei das<br />

bisher vorgegebene Prinzip, nämlich Vorbild<br />

und Modell vorzustellen, nur zum Teil erfüllen.<br />

Trotz Auffinden von geeigneten Modellbauplänen<br />

waren entsprechende Modelle<br />

nämlich leider nicht aufzustöbern. Falls der<br />

eine oder andere Leser über Informationen<br />

oder über Bildmaterial von Modellen der<br />

hier vorgestellten Schiffstypen verfügt, wäre<br />

der Autor sehr an entsprechenden Mitteilungen<br />

interessiert (Kontaktaufnahme über<br />

die Redaktion).<br />

Bild 5: Generalplan des<br />

MAB 14 vom Typ 407.<br />

Quelle: modellbau heute<br />

Heft 6/1982, Beilage<br />

42 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Der Motor verleiht dem Boot eine Marschgeschwindigkeit<br />

von 8,5 kn bei einem Fahrtbereich<br />

von 600 km. Als Schulboot MAB 14<br />

ist es mit 10 Schlafplätzen ausgerüstet und<br />

kann 15 Personen befördern.<br />

Technische Daten Typ 407/KB 14<br />

Bild 4: MAB 14 als B 32,<br />

Kontrollboot der Bundesmarine.<br />

Quelle: www.ddrbinnenschifffahrt.de<br />

Länge üa 14,55 m<br />

Breite üa 3,97 m<br />

Verdrängung 18,24 t<br />

Antrieb 1 x Dieselmotor 6 VD<br />

14,5/12, 103 kW (140 PS)<br />

Geschwindigkeit Marschfahrt 8,5 kn<br />

(15,8 km/h), max. 9,5 kn<br />

Bewaffnung keine<br />

Besatzung 2 Mann<br />

Fahrgäste 25 Personen <strong>im</strong> Langstreckenverkehr<br />

45 Personen <strong>im</strong> Kurzstreckenverkehr<br />

(≤ 2 km)<br />

Das Boot ist mit entsprechender Ausrüstung<br />

(Schlepprolle am Heck, Schlepphaken,<br />

Zugkraft bis 1 t) auch zum Schleppen<br />

kleinerer Boote geeignet.<br />

nengewässer<br />

Kontrollboot MBK 14<br />

Das Kontrollboot mit der Bezeichnung MBK<br />

14 (Motorbarkasse Baureihe 407) wurde<br />

auf der Yachtwerft Berlin hergestellt. In der<br />

Zeit von 1976 bis 1981 lieferte die Werft 71<br />

Einheiten in zwei Serien aus (Bild 1). Die<br />

Volksmarine/Grenzbrigade Küste (Ministerium<br />

für Nationale Verteidigung) erhielt 41<br />

Stück, die Grenzpolizei sechs Stück (Ministerium<br />

für Staatssicherheit).<br />

Weitere Einheiten gingen als MAB 14 (Motorausbildungsboot)<br />

an die GST (Gesellschaft<br />

für Sport und Technik), an die Seereederei<br />

in Rostock, an die Bagger- und<br />

Bugsier- und Bergungsreederei Rostock,<br />

Bild 6: Spantenriss des MAB 14.<br />

Quelle: modellbau heute Heft 6/1082, Beilage<br />

an den Seehydrographischen Dienst u. a.<br />

Es war folglich ein recht vielseitig einsetzbarer<br />

Schiffstyp. Infolge der robusten Bauweise<br />

aus Stahl mit leichten Aufbauten aus<br />

seewasserbeständigem Aluminium waren<br />

die Boote bei entsprechender Pflege auch<br />

langlebig. Etliche Einheiten wurden nach<br />

1990 verkauft und leicht umgebaut privat<br />

weiter betrieben (Bild 2) oder von staatlichen<br />

Stellen der Bundesrepublik Deutschland<br />

übernommen (Bilder 3 und 4).<br />

Betrachtet man den Generalplan des Typs<br />

407 (Bilder 5 und 6), hier als Modellbauplan<br />

für ein MAB 14, so ist sofort zu erkennen,<br />

dass es sich um ein Verdrängerboot<br />

in Rundspantbauweise handelt. Es wird<br />

folglich kein schnelles Boot sein. Das breite<br />

Vordeck gibt ihm schon fast den<br />

Charakter einer Motoryacht. Steuerhaus<br />

und Kajüte sind aufgesetzt, die<br />

offene Plicht kann mit festem Dach<br />

und festen Seitenwänden verschlossen<br />

und damit wetterfest gemacht<br />

werden. Die Rumpfkonstruktion mit<br />

stark ausfallendem Vorschiff verhindert<br />

zu starkes Eintauchen bei Seegang<br />

und macht damit das Boot auch<br />

bedingt rauwasserfest bis Windstärke<br />

5 und Seegang 4. Der Rumpf aus<br />

Schiffbaustahl ermöglicht zudem das<br />

Fahren in gebrochenem Eis auf Binnen-<br />

und Boddengewässern. Angetrieben<br />

wird der Typ 407 von einem<br />

Dieselmotor 6 VD 14,5/12 mit einer<br />

Dauerleistung von 103 kW (140 PS).<br />

Modellnachbau<br />

Für den Modellnachbau veröffentlichte<br />

Reiner Wachs in der Zeitschrift „modellbau<br />

heute“ Heft 6/1982 den verkleinerten Modellbauplan<br />

als Beilage mit Einzelteilzeichnungen.<br />

Die am Spantenriss (Bild 6) angegebenen<br />

Spantabstände von 63,5 mm<br />

beziehen sich auf einen Modellmaßstab<br />

von 1:20. Damit erhielte man eine Modelllänge<br />

von 728 mm, der Maßstab von 1:15<br />

ergäbe eine Modelllänge von 970 mm.<br />

In beiden Fällen also ein handliches und<br />

transportfreundliches Modell. Der Bauplan<br />

wurde für den Schiffsmodellnachwuchs gezeichnet.<br />

Er ist bei vielen kleinen Details<br />

folglich stilisiert. Wer be<strong>im</strong> Modellnachbau,<br />

vor allem bei größeren Maßstäben,<br />

auf diese Details Wert legt, der sollte sich<br />

ein solches Schiff oder ein vergleichbares<br />

<strong>im</strong> Original ansehen und dann Dinge wie<br />

Steckdosen, Schalter, Kabel und ähnliches<br />

hinzufügen. Zur Farbgebung so viel: Die<br />

Wachfahrzeuge hatten ein grünes Unterwasserschiff,<br />

die Bordfläche über Wasser<br />

war hellgrau. Die MAB 14 der GST hatten<br />

über Wasser einen elfenbeinfarbenen Anstrich.<br />

Das Deck besaß einen mattgrünen<br />

rutschfesten Anstrich, ebenso der Fußboden<br />

in der Plicht und <strong>im</strong> offenen Teil des<br />

Steuerhauses. Schwarz waren die Scheuerleiste,<br />

die Handläufe, Anker, Poller,<br />

Deckskante über der Scheuerleiste und<br />

der Führungsbock für die Schleppleine.<br />

Die Fensterrahmen bestanden aus Aluminium,<br />

falls lackiert, dann farblos. Eine<br />

Persenning, Farbe Mittelgrau, verbindet die<br />

Plichtabdeckung mit dem Ruderhaus. Der<br />

Eingang zum Ruderhaus in der Persenning<br />

kann hochgerollt werden. Wenn das Modell<br />

als Wachboot gebaut werden soll, ist auf<br />

die besondere Ausstattung zu achten: Radargerät,<br />

Scheinwerfer, Lautsprecher auf<br />

dem Ruderhaus, Lichterführung sowie Art<br />

des Ankers.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 43


Bild 7: GSB 12 vom Typ 406 als G 51 <strong>im</strong> Grenzdienst.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 10: GSB 12 aufgelegt.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 9: Ex-GSB 12 <strong>im</strong> Dienst des THW auf einem<br />

Hafenfest in Hamburg.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 11: Ex-GSB 12 als Hafenbarkasse in Amsterdam.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Grenzboot Baureihe GSB 12/ Typ 406<br />

Der Typ 407 als Kontrollboot hatte mit seiner<br />

doch recht hohen Transportkapazität von 25<br />

Personen (kurzfristig 45) und der geringen<br />

Geschwindigkeit für Grenzkontrollaufgaben<br />

und polizeiliche Kontrollen seine Spezifik.<br />

Gerade bei der Erfüllung polizeilicher Aufgaben<br />

und der Grenzkontrolle kommt es in<br />

vielen Fällen aber auch auf dem Wasser auf<br />

entsprechend hohe Geschwindigkeiten an.<br />

Unter diesem Aspekt ist sicher die Indienststellung<br />

des Bootstyps Grenzboot GSKB<br />

12/Typ 406 zu sehen, der in gewissem<br />

Sinne den Typ 407 MBK 14 ablösen bzw.<br />

ergänzen sollte. Von der Yachtwerft Berlin<br />

wurden 1975 bis 1977 vom Typ GSB 12<br />

21 Einheiten in zwei Serien hergestellt. 10<br />

Einheiten gingen 1975 zur Grenzsicherung<br />

um Berlin (G 21 bis G 30); die zweite Serie<br />

ging 1977 zur Grenzsicherung an die<br />

Unterelbe zu den Bootskompanien Dömitz<br />

und Boizenburg, Kennung G 10, G 41 bis<br />

G 49 und G 51 (Bild 7). Im Unterschied<br />

zum Typ 407/MBK 14 ist der Typ 406/GSB<br />

12 als schnelles Gleitboot konstruiert. Der<br />

Bootskörper besteht aus Schiffbaustahl, die<br />

Aufbauten aus Aluminium. Das Boot ist für<br />

Haffgewässer und Binnengewässer entworfen,<br />

daher auch gegen Salzwasser beständig<br />

und bei leichtem Seegang einsetzbar.<br />

Ferner ist die Außenhaut für die Fahrt <strong>im</strong> Eis<br />

bis 3 cm und <strong>im</strong> gebrochenen Eis bis 10 cm<br />

entsprechend verstärkt. Das Boot verfügt<br />

über einen inneren geschlossenen Fahrstand<br />

und einen zweiten oberen offenen<br />

Fahrstand. Die Scheiben sind schusssicher.<br />

Auf dem Kajütdach befinden sich ein Lautsprecher,<br />

ein starker Scheinwerfer und der<br />

Radarbalken (Bild 8). Zur Ausrüstung gehören<br />

ferner Echolot, Blaulicht und Martinshorn,<br />

eine selbstaufblasende Rettungsinsel,<br />

Rettungsringe und eine leistungsfähige<br />

Sprechfunkanlage (R 109 M).<br />

Technische Daten GSB 12/Typ 406<br />

Länge<br />

Breite<br />

Verdrängung<br />

Antrieb<br />

Geschwindigkeit<br />

Bewaffnung<br />

Besatzung<br />

11,80 m<br />

2,87 m<br />

7,80 t<br />

1 x Dieselmotor DM 6 VD<br />

14,5-12, 103 kW/140 PS<br />

13,5 kn (25 km/h)<br />

Handfeuerwaffen<br />

(sMG K, 7,62 mm)<br />

3 Mann<br />

Nach 1990 wurden die noch erhaltenen<br />

Einheiten des Typs GSB 12 entweder an<br />

Bild 8: Generalplan des GSB 12 vom Typ 406.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 13: Generalplan Typ 066.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

44 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Bild 14: Grenzboot vom Typ 066 in Warteposition.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 12: Grenzboot Typ 066 in Fahrt.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 15: Grenzboot vom Typ 066 in Schleichfahrt.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 16: Grenzboote vom Typ 066 ohne<br />

Radar, aufgelegt zum Verkauf.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

staatliche Institutionen der Bundesrepublik<br />

Deutschland wie z. B. das THW abgegeben<br />

(Bild 9) oder an private Nutzer verkauft (Bild<br />

10). Einige Einheiten fanden sogar <strong>im</strong> Ausland<br />

Abnehmer. So fährt ein Ex-GSB 12 als<br />

Hafenbarkasse <strong>im</strong> Hafen von Amsterdam<br />

(Bild 11). Unter dem Aspekt Geschwindigkeit<br />

hat ein Freizeitkapitän der heutigen Zeit<br />

für die vom Typ GSB 12 erreichten 13,5<br />

kn bzw. 25 km/h natürlich nur ein müdes<br />

Lächeln übrig. Die Bootswerften der DDR<br />

konnten jedoch, wenn es um schnelle Boote<br />

ging, auch ganz anders.<br />

Grenzsicherungsboot Typ 066<br />

Die Grenztruppen bzw. die Grenzpolizei der<br />

DDR erhielten mit dem Typ 066 ab 1966<br />

eine größere Serie schneller Gleitboote<br />

für den Einsatz auf Binnengewässern (Bild<br />

12). Bei dem Typ 066 handelt es sich um<br />

ein schnelles Gleitboot für Glattwasser, das<br />

mit max<strong>im</strong>al 35 kn/65 km/h doch recht flink<br />

unterwegs war. Das Boot wurde auf der<br />

Schiffswerft Rechlin als geschweißte Alukonstruktion<br />

gebaut. Diese Werft hatte mit<br />

der Verarbeitung von seewasserfestem Aluminium<br />

ebenso umfangreiche Erfahrungen<br />

wie auch be<strong>im</strong> Bau schneller Boote. Auf<br />

der Schiffswerft Rechlin wurde auch der<br />

Bootskörper des Kleinen Torpedoschnellbootes<br />

(KTS) vom Typ 131 LIBELLE als<br />

geschweißte Aluminiumkonstruktion für den<br />

Einsatz auf der Ostsee gebaut. Die LIBELLE<br />

lief bei ruhiger See <strong>im</strong>merhin 48 kn/89 km/h.<br />

Der Generalplan des Typs 066 (Bild 13)<br />

lässt den Sportbootcharakter auf den ersten<br />

Blick erkennen. Es handelt sich um eine<br />

Knickspantkonstruktion mit ausfallendem<br />

Vorsteven. Angetrieben wird das Boot von<br />

zwei Z-Antrieben Volvo Penta AQ 150/200<br />

später dann AQ 225/280. Mit der stärkeren<br />

Motorvariante war das Boot bis zu 65 km/h<br />

schnell. Eine weitere Besonderheit des Typs<br />

066 ist die Ausrüstung mit dem Importantrieb<br />

Volvo Penta. Damit war das Prinzip<br />

durchbrochen, für die Inlandproduktion bzw.<br />

Landesverteidigung keine Importe aus dem<br />

westlichen Ausland zu verwenden. Dem<br />

Boot wurden gute Fahr- und Manövriereigenschaften<br />

bescheinigt. Einige Exemplare<br />

gingen bereits zu DDR-Zeiten in den Export.<br />

Der Generalplan macht deutlich, dass<br />

der Einsatz der lenkbaren Z-Antriebe für<br />

ein solch <strong>im</strong> Grunde genommen kleines<br />

Boot eine vorteilhafte, weil platzsparende<br />

Konstruktion ergab. Die Mannschaft, in<br />

der Regel zwei Mann, hielt sich in der geschlossenen<br />

Kajüte auf, weitere Sitzplätze<br />

befanden sich in der Plicht. Der Vergleich<br />

mit den Fotos <strong>im</strong> Grenzeinsatz lässt erkennen,<br />

dass je nach Einsatzzweck die<br />

Ausstattung der Boote angepasst wurde.<br />

Außer der Variante als Grenzkontrollboot<br />

wurde auch die Variante Reedeverkehrsboot<br />

hergestellt. Diese Ausführung erhielt<br />

einen oberen offenen Fahrstand, Seitenschutzwände<br />

an der Plicht und trug keinen<br />

Radarbalken auf der Kajüte. Eigentlich<br />

sollte das GSB 066 mit Z-Antrieben aus<br />

eigener Produktion ausgerüstet werden.<br />

Es gelang der DDR-Industrie mangels Erfahrung<br />

und Kapazität aber nicht, die damit<br />

verbundenen Probleme zufriedenstellend<br />

zu lösen. Daher wurde auf die Volvo Penta-<br />

Antriebe zurückgegriffen. Die erste Serie<br />

war mit 6-Zyl.-V-Motoren mit 2 x 150 PS<br />

ausgestattet. Bei der ersten Modernisierung<br />

rüstete man mit 2 x 170 PS-Typen<br />

nach, in der zweiten Modernisierung dann<br />

mit 2 x 225 PS. Die dritte Ausführung erreichte<br />

dann auch die höchste Geschwindigkeit<br />

von über 60 km/h.<br />

Technische Daten GSB 066<br />

Länge üa 9,65 m<br />

Breite üa 3,20 m<br />

Verdrängung 4,3 t<br />

Antrieb 2 x Volvo Penta AQ 150/200<br />

mit je 150 PS<br />

ab 1979 2 x Volvo Penta AQ<br />

225/280 mit je 225 PS<br />

Geschwindigkeit 35 kn (65 km/h)<br />

Bewaffnung keine<br />

An die Grenztruppen der DDR gingen 74<br />

Einheiten des GSB 066. Die Farbgebung<br />

dieser Boote ist den Bildern zu entnehmen<br />

(Bilder 14 und 15). In der Dienstpraxis der<br />

Grenzkontrolle lagen die Boote zum größten<br />

Teil der Einsatzzeit vor Anker auf dem<br />

Fluss bzw. Grenzgewässer oder fuhren in<br />

langsamer Fahrt, Schleichfahrt genannt. Im<br />

Einsatz bei Nacht hatte das durchaus auch<br />

etwas mit „Anschleichen“ zu tun, zumal es<br />

sich bei den Volvo-Antrieben um sehr leise<br />

Maschinen handelte. Nach 1990 wurde mit<br />

der Auflösung der Grenzpolizei auch die<br />

Ausrüstung dieser Truppe verwertet, mit<br />

anderen Worten verkauft (Bild 16). Etliche<br />

Boote gingen an Käufer <strong>im</strong> Inland, andere<br />

fanden Käufer <strong>im</strong> Ausland (Bild 17).<br />

Bild 17: Typ 066 als privates Sportboot.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 45


Bild 21: Zum Verkauf aufgelegte<br />

Boote GSB 075. Quelle: www.ddrbinnenschifffahrt.de<br />

Bild 18: Typ 075 als Polizeiboot in Tschechien.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 19: GSB 075 in Warteposition <strong>im</strong> Grenzdienst.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Bild 22: Ex-GSB 075 als Boot der Malteser-Wasserrettung.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

Grenzsicherungsboot Typ GSB 075<br />

Als Nachfolgetyp für das GSB 066 wurden<br />

vom Typ 075 von der Schiffswerft Rechlin<br />

von 1974 bis 1984 insgesamt 89 Boote<br />

in fünf Varianten gebaut. Ein großer Teil<br />

dieser Produktion ging in den Export in<br />

die CSSR (Bild 18) und nach Afrika. Einsatzfähig<br />

waren die Boote allerdings erst<br />

ab 1977. Die Grenzpolizei und die Wasserschutzpolizei<br />

erhielten bis 1984 insgesamt<br />

50 Einheiten (Bild 19). Der Typ GSB 075<br />

hatte in etwa die technischen Daten des<br />

GSB 066. Beide Typen unterschieden sich<br />

in den Abmessungen kaum und in der Aufgabenstellung<br />

überhaupt nicht. Wenn man<br />

die Bilder vergleicht, erkennt man Unterschiede<br />

in der Gestaltung der Kajüte. Als<br />

weitere Unterschiede sind zu nennen: Der<br />

Typ 075 wurde komplett aus GfK <strong>im</strong> Handauflegeverfahren<br />

hergestellt, ein Verfahren,<br />

das dem Schiffsmodellbauer ja nicht<br />

unbekannt ist. Ferner erhielt dieser Typ<br />

nach jahrelanger Entwicklung endlich einen<br />

Z-Antrieb aus eigener Produktion. Der<br />

Autor sprach in den frühen 80er-Jahren<br />

einmal mit einem Bootsbauer, der meinte,<br />

dass der Z-Antrieb aus der DDR der<br />

Volvo-Konstruktion verblüffend ähnlich sei...<br />

Bild 20: Generalplan/Draufsicht des Typs 075.<br />

Quelle: www.ddr-binnenschiffahrt.de<br />

Zum Z-Antrieb gehört aber auch noch<br />

ein leichter, leiser und starker Motor. Und<br />

da gab es in der DDR nichts Passendes.<br />

Hilfe kam aus der Sowjetunion. Verwendet<br />

wurde letztendlich der 8-Zyl.-Motor der damaligen<br />

sowjetischen Staatskarossen ZIL<br />

vom Typ ZMZ 41 mit 140 PS. Da die ZIL-<br />

Motoren leistungsmäßig unter den Volvo-<br />

Motoren lagen und auch schwerer waren,<br />

fuhren die GSB 075 mit 45 bis 50 km/h auf<br />

dem Wasser auch ein Stück langsamer als<br />

die GSB 066.<br />

Als Planzeichnung vom Typ 075 fand<br />

der Autor lediglich die auf Bild 20 dargestellte<br />

Draufsicht. Sie lässt jedoch wesentliche<br />

Konstruktionsdetails erkennen.<br />

Die Platzaufteilung für Motorraum, Plicht,<br />

Kajüte und Vorschiff ist ähnlich der des<br />

Typs 066. Bemerkenswert ist die etwas<br />

eigenwillige Form des Decks am Bug.<br />

Der Vergleich mit den Fotos lässt erkennen,<br />

dass die eigentliche Form des Bugs<br />

mit dem stark ausfallenden Vorsteven wie<br />

be<strong>im</strong> Typ 066 erhalten blieb. Vielleicht versprach<br />

sich der Konstrukteur von dieser<br />

angespitzten Form des Decks weniger<br />

Beschädigungen des Rumpfes bei Anlegemanövern.<br />

Diese Decksform ist übrigens<br />

auch bei anderen Sportbooten aus dieser<br />

Zeit zu finden.<br />

Vielleicht ist sie<br />

auch nur ein<br />

Zugeständnis an<br />

eine Mode. Die<br />

GSB 075 waren<br />

ebenfalls mit<br />

Radar und zwei<br />

starken Scheinwerfern<br />

auf dem<br />

aus-<br />

Kajütdach<br />

gerüstet.<br />

Bild 23: GSB 075 <strong>im</strong> Grenzlandmuseum<br />

Schnackenburg. Quelle: www.grenzboot.nl<br />

Bild 24: Ex-GSB 075 als Freizeitboot in NL.<br />

Quelle: www.grenzboot.nl<br />

Bild 25: Ex-GSB 075 als Grenzboot in<br />

NL. Quelle: www.grenzboot.nl<br />

46 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Bild 26: Rumpfform des Typ 075, Boot<br />

aufgelegt. Quelle: www.grenzboot.nl<br />

Bild 32: GSB 075 in voller Fahrt an der Berliner Grenze.<br />

Quelle: www.grenzboot.nl<br />

Bild 27a: Rumpfansicht des Typs 075<br />

Bild 33: GSB 075 bei flotter Kurvenfahrt. Quelle: www.grenzboot.nl<br />

Bild 28: Rumpfansicht des Typs 075. Quelle:<br />

www.grenzboot.nl<br />

Bild 29b: Z-Antrieb, hochgeklappt. Quelle:<br />

www.grenzboot.nl<br />

Bild 27b: Rumpfansicht des Typs 075.<br />

Quelle: www.grenzboot.nl<br />

Bild 30: Blick auf das Vordeck des<br />

Typs 075. Quelle: www.grenzboot.nl<br />

Bild 31 links: Blick auf die Kajüte von<br />

achtern und auf die Einstiegstür.<br />

Quelle: www.grenzboot.nl<br />

Technische Daten GSB 075<br />

Länge üa 9,75 m<br />

Breite üa 3,20 m<br />

Motoren 2 x ZIL Typ ZMZ 41<br />

mit je 140 PS<br />

Geschwindigkeit 45 bis 50 km/h<br />

Bewaffnung keine<br />

Besatzung 2 Mann<br />

Mit dem Ende der DDR wurde der gesamte<br />

Bootsbestand an GSB 075 verkauft (Bild<br />

21). Einige Exemplare gingen an private Besitzer<br />

und die Wasserrettung <strong>im</strong> Inland (Bild<br />

22), etliche Exemplare wurden ins Ausland<br />

verkauft. Als Museumsexemplar befand<br />

sich ein GSB 075 auch <strong>im</strong> Freigelände des<br />

Grenzlandmuseums Schnackenburg (Bild<br />

23). Etliche Einheiten des GSB 075 gingen in<br />

die Niederlande, wo sie nicht nur für Freizeitzwecke<br />

(Bild 24), sondern auch <strong>im</strong> Grenzdienst<br />

(Bild 25) eingesetzt werden. Bei eventuellem<br />

Nachbauinteresse können wichtige<br />

Details für die Gestaltung von Rumpf und<br />

Deck bzw. Aufbauten den Bildern 26 bis 31<br />

entnommen werden. Dies ist eine wichtige<br />

Hilfe, da dem Autor ausführliche Planunterlagen<br />

für diesen Typ nicht zur Verfügung standen.<br />

Abschließend noch zwei Bilder (32 und<br />

33) die gewissermaßen Seltenheitswert besitzen:<br />

der Typ GSB 075 mit „Full Speed“ an<br />

der Berliner Grenze. Die meisten Bilder vom<br />

GSB 075 wurden auf der Internetseite www.<br />

Grenzboot.nl gefunden. Alle anderen Fotos<br />

der vorgestellten Schiffstypen stammen,<br />

wenn nicht eine andere Quelle angegeben<br />

ist, von der Internetseite www.ddr-binnenschifffahrt.de<br />

. Dabei sind die ausgewählten<br />

Bilder nur ein kleiner Teil des dort veröffentlichten<br />

umfangreichen Bildmaterials. Suchen<br />

<strong>im</strong> Internet lohnt sich also auch bei diesem<br />

speziellen Thema.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 47


LADETECHNIK<br />

Dr. Ing.<br />

Joach<strong>im</strong><br />

Pelka<br />

Ausprobiert<br />

Bild unten:<br />

Bedienung über ein<br />

zweizeiliges Display<br />

und vier Tasten<br />

YUKI KARATE<br />

A<br />

ls Erbauer „normaler“ Schiffsmodelle<br />

und insbesondere von<br />

kleineren Segelbooten tut man<br />

sich mit der Vielfalt der am Markt<br />

erhältlichen Ladegeräte gern etwas schwer,<br />

sind diese doch häufig am Bedürfnis der<br />

Modellflieger, Rennbootfahrer oder RC-Car-<br />

Piloten ausgerichtet. Da horcht man natürlich<br />

auf, wenn etwas Kleines und Handliches neu<br />

auf dem Markt erscheint. Vor einiger Zeit wurde<br />

in der <strong>SchiffsModell</strong> das Yuki Karate B6<br />

AC/DC Dual Power angekündigt. Nicht lange<br />

danach stellte die Fa. RC-Station aus Barsbüttel<br />

bei Hamburg dem Autor ein solches<br />

Gerät zum Test zur Verfügung.<br />

Der erste Eindruck<br />

Das handliche Gerät kommt in einem silbernen<br />

Alugehäuse mit Kühlrippen und<br />

Abmessungen von 135 x 142 x 36 mm<br />

daher, Netz- und einige andere Kabel sind<br />

auch dabei. Als Bedienelemente gibt es vier<br />

Drucktasten und ein kleines, zweizeiliges<br />

Display. Ein Netzanschluss ist ebenso wie<br />

eine Buchse für die 12-V-Versorgung vorhanden,<br />

an den Seiten sind die Bananenbuchsen<br />

für den Ladeausgang, die Balancerbuchsen<br />

sowie eine Anschlussbuchse<br />

für den Anschluss eines optionalen Thermofühlers<br />

zu finden. Diese Buchse dient<br />

gleichzeitig als USB-Anschluss. Zur Nutzung<br />

dieses Anschlusses ist ein ebenfalls<br />

separat zu erwerbendes Adapterkabel mit<br />

zugehöriger Software nötig.<br />

Bei der ersten genaueren Betrachtung<br />

drängte sich be<strong>im</strong> Autor dann ein Verdacht<br />

auf: „Irgendwo hast Du so etwas doch<br />

schon mal gesehen …?“ Eine kurze Recherche<br />

bestätigte die Vermutung. Es handelt<br />

sich bei dem Gerät um einen Klon des<br />

Bantam BC6, das unter diversen Labeln wie<br />

z. B. IMAX, Dymond oder Voltcraft mit und<br />

ohne eingebautes Netzteil vertrieben wird.<br />

Die Straßenpreise der Dual Power-Variante<br />

können dabei je nach Anbieter schon ein-<br />

48 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


mal um den Faktor „2“ differieren. Damit ist<br />

das Gerät nun aber nicht wirklich neu und<br />

bei Recherchen <strong>im</strong> Internet findet man diverse<br />

positive und auch nicht ganz so positive<br />

Kommentare. Also ran ans Testen, vielleicht<br />

hat man ja <strong>im</strong> Detail verbessert.<br />

das Gerät bevorzugt für kleinere Akkus eingesetzt<br />

werden sollte. Die Abschaltspannungen<br />

in den Li-Entladeprogrammen sind<br />

für den Geschmack des Autors allerdings<br />

etwas niedrig gewählt. Sie entsprechen den<br />

gängigen Literaturangaben, die aber bei der<br />

auch eine Abschaltschwelle für die externe<br />

12-Volt-Versorgung eingestellt werden, damit<br />

man nach einem intensiven Modelltag<br />

das Auto auch noch starten kann.<br />

Da man be<strong>im</strong> Einstellen durch die Fülle der<br />

möglichen Parameter gern einmal etwas<br />

Technische Daten<br />

Auf der linken Seite v. l. n. r. Netzanschluss,<br />

12-V-Anschluss und Futaba-Buchse für<br />

USB-Adapter und Temperatursensor<br />

Eine Reihe von<br />

Adapterkabeln wird<br />

mitgeliefert<br />

Rechts Ladebuchsen sowie<br />

Balancer-Buchsen<br />

Das Gerät kann an Akkus mit so ziemlich<br />

allem umgehen, was heute so üblich ist. Der<br />

klassische Bleiakku kann also ebenso geladen<br />

werden, wie die schon fast ausgestorbenen<br />

NiCd-Akkus. NiMH-Akkus hat das<br />

Gerät natürlich auch <strong>im</strong> (Lade-)Programm.<br />

Bei den Lithium-Akkus kann es mit den Eigenheiten<br />

der Typen Lithium-Ionen (LiIon),<br />

Lithium-Polymer (LiPo) und Lithium-Eisenphosphat<br />

(LiFePO 4 ) umgehen.<br />

Die zur Verfügung stehenden Programme<br />

umfassen Laden, Entladen, Zyklen (für<br />

NiXX), Balancieren (für LiXX) und Lagern<br />

(für LiXX). Für Lithium-Akkus steht darüber<br />

hinaus noch ein „Fast“-Modus zur Verfügung,<br />

bei dem Li-Akkus schneller, aber dafür<br />

nicht ganz voll geladen werden. Das ist<br />

natürlich besonders am Teich interessant,<br />

wenn man mal kurz einen Akku nachladen<br />

muss.<br />

Die Leistungsdaten entsprechen den in<br />

dieser Klasse üblichen<br />

Werten.<br />

Ni-Akkus dürfen bis 15, Lithium Akkus<br />

bis 6 und Blei-Akkus bis zu 9 Zellen groß<br />

sein, d. h. die max. Spannung ist auf ca. 20<br />

V beschränkt. Der Umgang mit so hohen<br />

Akkuspannungen macht aber nicht wirklich<br />

Spaß, denn als Ladeleistung stehen max<strong>im</strong>al<br />

50 W zur Verfügung. Auch die höchstmögliche<br />

Entladeleistung ist mit 5 W nicht<br />

übermäßig hoch. Das entspricht Ladeströmen<br />

von ca. 6 A bei 2s-LiPos, jedoch von<br />

nur noch 2 A bei einem 6s-Akkupack. Be<strong>im</strong><br />

Entladen stehen selbst für einen 2s-Akku<br />

nur gut 0,65 A zur Verfügung. Bei höheren<br />

Zellenzahlen sind die Entladeströme dann<br />

noch einmal entsprechend geringer, sodass<br />

Entladung mit den relativ niedrigen Strömen,<br />

die das Yuki verkraftet (max. 1 A bei<br />

nur 5 W Entladeleistung) etwas zu niedrig<br />

sein können. Li-Akkus sollte man ja nur bis<br />

ca. 20 % ihrer Restkapazität entladen, alles<br />

andere geht auf die Lebensdauer. Lediglich<br />

LiFePOs sind hier etwas robuster.<br />

Eine Temperaturüberwachung ist bei NiXX-<br />

Akkus mit einem externen Sensor möglich,<br />

die max<strong>im</strong>ale Ladezeit kann programmiert<br />

werden. Auch die max<strong>im</strong>al eingeladene Kapazität<br />

kann begrenzt werden. Damit kann<br />

man das Gerät für jede Anwendung so konfigurieren,<br />

dass eine opt<strong>im</strong>ale Sicherheit<br />

gewährleistet ist. Selbstverständlich kann<br />

vergisst, lassen sich die Parameter von bis<br />

zu fünf Akkus <strong>im</strong> internen Gerätespeicher<br />

ablegen.<br />

Als Adapterkabel liegt zunächst ein 12-Volt-<br />

Versorgungskabel mit Krokodilklemmen bei.<br />

Dieses ist aber so kurz, dass es nur für einen<br />

kleinen Bleiakku reicht, den man z. B. in<br />

einem Ladekoffer mitführt. Ein Anschluss an<br />

die Autobatterie ist schon schwierig, es sei<br />

denn, man stellt das Ladegerät direkt auf<br />

den Stromspender drauf. Ausgangsseitig<br />

ist ein Bananensteckerkabel mit T-Buchse<br />

dabei. An die T-Buchse kann man wahlweise<br />

ein BEC-Kabel, ein Universalkabel mit<br />

Krokodilklemmen oder ein Kabel mit Futa-<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 49


a-Buchse anschließen. Alle drei Varianten<br />

liegen dem Gerät bei. Ein weiteres Kabel ist<br />

mit einem Glühkerzenstecker ausgerüstet.<br />

Balancer-Anschlüsse sind für alle Größen<br />

von 2–6s vorhanden. Allerdings sind die in<br />

Asien üblichen XH-Anschlüsse eingebaut.<br />

Für die hierzulande gängigen ERH-Stecker<br />

(Graupner, robbe, Kokam etc.), aber auch<br />

für PQ (Hyperion, Polyquest) oder TP (Multiplex)<br />

benötigt man separat zu erwerbende<br />

Adapter.<br />

Die Praxis<br />

Es traf sich gut, dass der Autor gerade einen<br />

etwas vernachlässigten NiMH-Akku<br />

wieder aufpäppeln musste, der aus vier<br />

AAA-Zellen besteht. Das war bisher <strong>im</strong>mer<br />

schwierig, da die vorhandenen Automatik-<br />

Lader entweder mit den kleinen Zellen<br />

Probleme hatten oder nicht über eine Entladefunktion<br />

verfügten. Der Akku war schnell<br />

angeschlossen, das Zyklusprogramm wurde<br />

ausgewählt und gestartet. Wie erwartet,<br />

war der Akku durch langen Nichtgebrauch<br />

etwas träge und es ließ sich trotz vorangegangener<br />

Formierungsladung nur knapp<br />

die Hälfte der Sollkapazität entnehmen.<br />

Aber schon be<strong>im</strong> ersten Laden mit 400 mA<br />

(0,4C) ging eine plausible Ladungsmenge<br />

hinein (910 mAh eingeladen bei 800 mAh<br />

Sollkapazität) und nahezu die komplette<br />

Sollkapazität kam wieder heraus. Der Akku<br />

war wieder fit. Offenbar ist der voreingestellte<br />

Delta-Peak-Wert von 7 mV für die kleinen<br />

NiMH-Akkus perfekt gewählt. Diese ersten<br />

guten Erfahrungen ließen sich mit einem<br />

größeren Akku (AA) bestätigen.<br />

Nächstes Testobjekt war ein kleiner 2s-LiPo,<br />

der auch schon einmal bessere Tage gesehen<br />

hatte. Schön, Wunder konnte das Karate<br />

nicht vollbringen, verlorene Kapazität bei<br />

LiPos ist halt unwiederbringlich weg, aber<br />

die beiden Zellen wurden perfekt ausbalanciert<br />

und die Lade- wie die Entladeabschaltung<br />

funktionierten einwandfrei.<br />

Be<strong>im</strong> nächsten Testobjekt, einem LiFePO 4 -<br />

Empfängerakku, machte das kleine Yuki-<br />

Gerät sehr schnell klar, dass es die einzelnen<br />

Zellen wirklich verlässlich überprüft.<br />

Mit Schwierigkeiten be<strong>im</strong> Ausbalancieren<br />

während des Ladevorgangs und einer Notabschaltung<br />

be<strong>im</strong> Entladen mit Hinweis auf<br />

einen Zellenfehler zeigte das Gerät deutlich<br />

auf, dass die beiden Zellen des Akkus nicht<br />

gut selektiert waren. Spannungslage und<br />

Kapazität wiesen deutliche Unterschiede<br />

auf.<br />

Der ChargerMonitor ist ein einfacher Datenlogger, der für viele Zwecke ausreicht, aber<br />

keine Einzelzellenüberwachung bei Li-Akkus gestattet<br />

Besser ist das Programm Logview, das eine detaillierte Datenaufzeichnung von Ladeund<br />

Entladezyklen gestattet. Die obere Grafik zeigt das Entladeverhalten, die untere<br />

Grafik die Ladekurven eines zweizelligen LiFePO 4 -Akkus. Man erkennt deutlich, dass<br />

die zwei Zellen nicht gut aneinander angepasst sind<br />

Laden am PC<br />

Blieb eigentlich nur noch ein interessanter<br />

Punkt: Was bringt die PC-Koppelung? Im<br />

Menü des Geräts gibt es <strong>im</strong> Setup einen<br />

Auswahlpunkt, der entweder den USB-Port<br />

oder den Temperatursensor aktiviert. Dieses<br />

„entweder/oder“ hat den Grund, dass beide<br />

Funktionen ja auf nur einer integrierten<br />

Buchse (Futaba) liegen, die entweder als<br />

serieller Port oder als Sensoreingang geschaltet<br />

wird. Diese Doppelfunktion ist dank<br />

der modernen Mikrocontroller leicht realisierbar,<br />

bedeutet für den Nutzer aber die<br />

50<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Einschränkung,<br />

dass eben entweder<br />

eine Temperaturüberwachung<br />

oder<br />

das Mitloggen der Daten<br />

auf dem PC möglich<br />

ist. Der Gedanke dahinter<br />

ist vermutlich, dass eine temperaturgesteuerte<br />

Schnellladung<br />

von NiXX-Zellen eher <strong>im</strong> Gelände<br />

passiert, die PC-Überwachung dagegen<br />

in der Werkstatt. Übrigens ist<br />

eine Steuerung des Karate vom PC<br />

aus ist nicht vorgesehen, nur die Aufzeichnung<br />

der vom Ladegerät übermittelten<br />

Daten ist möglich.<br />

Bei dem sogenannten USB-Port<br />

handelt es sich in Wirklichkeit also<br />

um eine serielle Schnittstelle, die mit<br />

einem Pegelwandler und entsprechendem<br />

Schnittstellenwandler (seriell/USB)<br />

auf den USB-Bus umgesetzt<br />

werden muss. Dem Rechner wird dabei<br />

eine serielle Schnittstelle (COM-<br />

Port) vorgegaukelt.<br />

Für das Datalogging sind verschiedene<br />

Softwarepakete <strong>im</strong> Umlauf. Beispielsweise<br />

ist auf der Bantam-Homepage<br />

ein entsprechendes Programm<br />

zu finden, aber auch einige Anbieter<br />

von Adaptern liefern so etwas mit. Die<br />

beiden bekanntesten Pakete sind der<br />

ChargerMonitor und das Programm<br />

Logview, die beide das B6 unterstützen.<br />

Soweit so gut, aber der Versuch, ein entsprechendes<br />

Adapterkabel über die RC-<br />

Station vom deutschen Importeur des Yuki<br />

(CN Development & Media) zu beziehen,<br />

schlug fehl. Be<strong>im</strong> Importeur hat man den<br />

passenden Adapter nicht <strong>im</strong> Programm.<br />

Der Versuch, ein entsprechendes Kabel von<br />

Multiplex einzusetzen – Multiplex benutzt<br />

etwas Ähnliches zur Programmierung seiner<br />

Empfänger – war auch nicht erfolgreich,<br />

das Ladegerät wird mit diesem Adapter<br />

nicht erkannt. Ebay brachte überwiegend<br />

asiatische Lieferanten hervor sowie die<br />

Erkenntnis, dass die neueren Ladegeräte<br />

statt mit der Futaba-Buchse bereits mit einer<br />

Mini-USB-Buchse ausgerüstet sind. Die<br />

brauchen so einen Adapter nicht mehr. Übrig<br />

blieben ein deutscher (Conrad) und ein<br />

österreichischer (Schweighofer) Lieferant,<br />

die beide passende Adapter und Software<br />

<strong>im</strong> Programm hatten und vor allen Dingen<br />

auch kurzfristig lieferfähig waren.<br />

Die deutsche Variante wurde geordert. Sie<br />

besteht aus zwei Teilen, die separat bestellt<br />

werden müssen. Teil 1 besteht aus der<br />

ChargerMonitor-Software und USB-Kabel,<br />

wie es z. B. für das B8 benötigt wird. Dazu<br />

ist zu bemerken, dass das Kabel ein normales<br />

Mini-USB-Kabel ist und die Software als<br />

Freeware <strong>im</strong> Internet zu finden ist. Die Anschaffung<br />

ist also nicht unbedingt erforderlich.<br />

Teil 2 enthält den zusätzlich benötigten<br />

Adapter, der die mechanische und elektrische<br />

Umsetzung von der Futaba-Buchse<br />

des Yuki-Geräts auf eine Mini-USB-Buchse<br />

vorn<strong>im</strong>mt. Dieser ist be<strong>im</strong> Yuki-Karate unverzichtbar.<br />

Nach dem Anschluss des Adapters an den<br />

Rechner wurde dieser sofort als Silicon-<br />

Für die Datenaufzeichnung am PC benötigt<br />

man einen passenden seriell/USB-Umsetzer<br />

(das Bild zeigt die Version von Conrad)<br />

Labs USB-to-UART-Bridge erkannt und (<strong>im</strong><br />

Falle des Rechners des Autors) als COM6<br />

dem System zugeordnet. Diese Information<br />

bekommt man unter Windows leider nur aus<br />

dem Gerätemanager, sie ist aber wichtig für<br />

die Einstellung der mitgelieferten Charger<br />

Monitor-Software.<br />

Der Chargermonitor kommt auf einer kleinen<br />

CD und lässt sich problemlos installieren.<br />

Be<strong>im</strong> Start (leider bei jedem) muss<br />

der richtige COM-Port angegeben werden<br />

sowie die Datei, in der die mitgeloggten<br />

Daten abgelegt werden sollen. Nach dem<br />

Druck auf den Startknopf und nach Start<br />

des Ladevorgangs beginnt die Aufzeichnung<br />

von Lade-/Entladestrom, Spannung,<br />

Temperatur (be<strong>im</strong> B6 wegen der Doppelbelegung<br />

der Schnittstelle natürlich<br />

inaktiv) und eingeladener bzw. entnommener<br />

Kapazität. Für NiXX-Akkus ist das<br />

alles ausreichend, leider wird aber be<strong>im</strong><br />

Laden von LiXX-Akkus die Spannung<br />

der Einzelzellen nur als momentaner<br />

Zahlenwert angezeigt, nicht aber in der<br />

Übersichtsgrafik. Die Werte werden auch<br />

nicht mitgeloggt. Eine Einzelzellenüberwachung<br />

ist also nicht möglich. Will man<br />

auch dieses Feature haben, sollte man<br />

auf die frei erhältliche Logview-Software<br />

ausweichen, die eine deutlich bessere<br />

Funktionalität aufweist. Installation und Betrieb<br />

funktionieren übrigens genauso problemlos,<br />

wie bei der einfacheren Software<br />

des Adapters. Der Bedienkomfort ist aber<br />

deutlich höher.<br />

Fazit<br />

Mit dem Yuki Karate B6 AC/DC ist ein preislich<br />

attraktives Ladegerät auf dem Markt,<br />

das alle Ansprüche des „normalen“ Schiffsmodellbauers<br />

erfüllt. Richtig neu ist das Gerät<br />

zwar nicht, bei dem Mustergerät konnten<br />

dafür aber auch keine wirklichen Schwachstellen<br />

festgestellt werden. Insbesondere<br />

die in früheren Forenbeiträgen häufig<br />

bemängelte mangelhafte Balancierung<br />

konnte vom Autor nicht bestätigt werden.<br />

Hier hat man offenbar nachgebessert. Ein<br />

echtes Manko ist sicher der nur für die XH-<br />

Norm ausgelegte Balancer-Anschluss. Hier<br />

kommt man nicht umhin, entsprechende<br />

Adapter nachzukaufen.<br />

Das Zusammenspiel mit dem PC klappt problemlos<br />

und ermöglicht eine gute Kontrolle<br />

der Akkus. Schade, dass das hierfür notwendige<br />

Zubehör nicht auch <strong>im</strong> Programm<br />

von CN Development & Media verfügbar ist.<br />

Trotz dieser kleinen „Mängel“ hat das Yuki<br />

inzwischen be<strong>im</strong> Autor das in die Jahre gekommene<br />

Schulze „Chamäleon“ abgelöst,<br />

das zwar von der Funktionalität sehr gut war<br />

und <strong>im</strong>mer noch ist, für die Anforderungen<br />

des Modellsegelns aber schon <strong>im</strong>mer eine<br />

Nummer zu groß war.<br />

Zum Abschluss möchte sich der Autor bei<br />

Herrn Uwe Koch von der RC-Station für die<br />

freundliche Unterstützung und das Bereitstellen<br />

des Testgeräts bedanken.<br />

Martina & Klaus Buldt<br />

Dampfpinasse LAGOM<br />

Geschichten vom Bau eines<br />

Dampfbootes<br />

Oft genug ist es die Begeisterung<br />

für die Seefahrt, für Boote oder<br />

Schiffe allgemein, die jemanden<br />

dazu bringt, Schiffe <strong>im</strong> Modellbaumaßstab<br />

nachzubauen.<br />

Eine besondere Faszination geht<br />

von Modellen mit funktionstüchtiger<br />

Dampfanlage aus. Ungezählt<br />

sind die Freunde des Dampfmodellbaus,<br />

die ihre „Live-Steam-<br />

Modelle“ mit großem Engagement<br />

bauen und einsetzen. Werden Modelle<br />

und Maschinen größer, so<br />

verschieben sich oft die Grenzen<br />

zwischen einem „großen Nachbau“<br />

und einem „kleinen Vorbild“.<br />

Dann entsteht bei so manchem<br />

der Wunsch, den Modellbau<br />

vielleicht doch in den „richtigen“<br />

Bootsbau übergehen zu lassen.<br />

Dieses Buch berichtet ausführlich<br />

über genau solch ein Bauprojekt,<br />

nämlich den Bau einer manntragenden<br />

Dampfpinasse mit einer<br />

Länge von ca. 4 Metern, die von<br />

einer Dampfmaschine angetrieben<br />

wird, die streng genommen<br />

noch als „Modell-Dampfmaschine“<br />

eingestuft werden kann. Der<br />

Autor beschreibt einerseits kurzweilig,<br />

andererseits mit hoher<br />

Fachkompetenz und vielen Hintergrundinformationen<br />

den nicht<br />

ganz einfachen Weg zum „richtigen“<br />

Dampfboot. Die Konstruktion<br />

und der Bau der Bootsschale in<br />

Leisten-Kompositbauweise wird<br />

genauso ausführlich beschrieben<br />

wie sämtliche Überlegungen zur<br />

Gestaltung der Dampfanlage, der<br />

dafür erforderlichen Zubehör- und<br />

Ausrüstungsteile bis hin zu Themen<br />

wie Transport, Vorschriften,<br />

Genehmigungen usw.<br />

Derjenige, der sich vielleicht selber<br />

schon einmal mit dem Gedanken<br />

an ein 1:1-Projekt befasst hat,<br />

fi ndet in diesem Buch einen Leitfaden,<br />

der Schritt für Schritt be<strong>im</strong><br />

Weg zum eigenen Dampfboot helfen<br />

kann. Und jeder Dampfenthusiast<br />

wird mit großer Begeisterung<br />

die akribische Beschreibung all<br />

der Vorgänge lesen, die schließlich<br />

zum Traum vom eigenen,<br />

funktionalen Dampfboot geführt<br />

haben.<br />

Umfang 112 Seiten,<br />

DIN A4<br />

Best.-Nr. 113<br />

Preis 18,50<br />

Neckar-Verlag GmbH<br />

D-78045 VS-Villingen<br />

Tel. +49 (0)77 21 / 89 87-38<br />

bestellungen@neckar-verlag.de<br />

www.neckar-verlag.de<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

51


RENNBOOTE<br />

Sprint<br />

BDieter Jaufmann<br />

Kat<br />

e<strong>im</strong> Durchblättern meiner<br />

Sammlung zurückliegender<br />

Hefte der Schiffs-<br />

Modell stieß ich in der<br />

Ausgabe 12/2004 auf den Bericht von Ulrich<br />

Schütz über einen „Sprint Kat“. Dieses Modell<br />

wurde früher von der Firma EPV produziert.<br />

Der Erbauer hatte das Boot zunächst<br />

mit zwei Plettenberg 355/40/4 Motoren an<br />

jeweils 30–32 Zellen aufgebaut und erreichte<br />

dabei Geschwindigkeiten von knapp<br />

von EPV<br />

80 km/h. Dabei äußerte sich der Autor ziemlich<br />

interessant: „Den eingesetzten Drehzahlsteller<br />

könnte man bei dieser Konfiguration<br />

eigentlich durch einen Ein-Aus-Schalter<br />

ersetzen, da die erreichte Geschwindigkeit<br />

bei der Fahrsicherheit des Modells schon<br />

fast als langweilig zu bezeichnen ist. Die<br />

Kurvengeschwindigkeit des EPV „Sprint<br />

Kat“ wird eigentlich nur durch den eigenen für. Schon seit einigen Jahren werden in<br />

Mut beschränkt, denn selbst Kurven mit Dessau <strong>im</strong>mer Rennen in mehreren Klassen<br />

ausgetragen, und diese genießen eine<br />

Radien von 8–10 Metern lassen sich mit<br />

Vollgas fahren, was ich so bei noch keinem <strong>im</strong>mer größere Beliebtheit sowohl bei den<br />

Modell erlebte habe.“ Bei Einsatz eines Fahrern als auch bei den Zuschauern. Bei<br />

64-mm-4-Blatt-Props erreichte der Kat sogar<br />

Geschwindigkeiten von 96,4 km/h und allererster Stelle. Irgendwelche Einschrän-<br />

diesen Läufen steht allerdings der Spaß an<br />

das mit der guten alten Bürstentechnik. kungen hinsichtlich Rumpfgröße oder Motorisierung<br />

gibt es nicht, somit kann jeder<br />

Da das Modell für SAW vorgesehen war,<br />

kamen anschließend bürstenlose Lehner in der Klasse an den Start gehen, in der<br />

2250/13-Aggregate in das Boot. Mit die- es ihm am meisten Spaß macht. Des Weiteren<br />

gewinnt auch nicht unbedingt <strong>im</strong>mer<br />

ser Hardware wurde der Kat noch einen<br />

Tick schneller und erreichte sogar 115 das schnellste Boot <strong>im</strong> Feld, sondern eher<br />

km/h. Allerdings schrieb Herr Schütz, dass das zuverlässigste und ein Modell mit ausgezeichneten<br />

Kurveneigenschaften bringt<br />

das Modell ab ca. 105 km/h durch einen<br />

auf- und abwippenden Bug allmählich unstabil<br />

wurde.<br />

Leider hat die ganze Sache auch einen klei-<br />

natürlich gleich einige Pluspunkte mit.<br />

Da ich in Erwägung gezogen hatte, extra für nen Haken: Weil die Firma EPV schon seit<br />

das Benzin-Rennen in der Kategorie Katamaran<br />

auf dem Powerboattreffen in Dessau folglich auch keine Rümpfe mehr vertrieben.<br />

einiger Zeit nicht mehr existiert, werden<br />

ein neues Modell aufzubauen, erschien Die Firma Modellbaucenter Lorenz aus Berlin<br />

hat einen ähnlichen Katamaran <strong>im</strong> mir der „Sprint Kat“ als ideal geeignet da-<br />

Pro-<br />

52<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


gramm, es ist die „Master Blaster“ mit 1.020<br />

mm Länge und 410 mm Breite. Bereits auf<br />

mehreren Treffen konnte ich mich von den<br />

Laufeingenschaften der „Master Blaster“<br />

überzeugen. Die Modelle waren ebenfalls<br />

sehr schnell und boten ausgezeichnete<br />

Kurveneigenschaften, aber trotzdem wollte<br />

ich unbedingt einen Original-„Sprint Kat“<br />

aus dem Hause EPV aufbauen. Nach über<br />

einem halben Jahr Wartezeit stieß ich dann<br />

doch noch auf eine Auktion <strong>im</strong> bekannten<br />

großen Internet-Auktionshaus, in der ein<br />

nagelneuer Rumpf angeboten wurde. Ich<br />

konnte das Auktionsende kaum abwarten<br />

und erhielt schließlich den Zuschlag.<br />

Nach der Anlieferung wurde der Karton<br />

sofort ausgepackt und der „Sprint Kat“ zunächst<br />

genauer betrachtet. Das Laminat ist<br />

sehr sehr stabil und sollte problemlos die<br />

eine oder andere Berührung überstehen<br />

können. Die riesige Deckelöffnung ermöglicht<br />

einen problemlosen bzw. leichten Aufbau<br />

und vor allem ein gutes Herankommen<br />

an alle Teile. Außerdem ist das Boot mit seiner<br />

Abmessung von 1.140 mm in der Länge<br />

und 420 mm in der Breite um 120 mm<br />

länger und 10 mm breiter als die „Master<br />

Blaster“.<br />

Motor mit Fliehkraftkupplung und Resorohr,<br />

davor der Tank<br />

Strut und Ruderanlage<br />

Bei der Motorenfrage hat man natürlich<br />

wie <strong>im</strong>mer zwei Optionen,<br />

entweder die Elektro- oder die Verbrennervariante.<br />

Da mein Modell ja<br />

für das erwähnte Benzin-Katamaran-Rennen<br />

vorgesehen war, fiel die<br />

Elektrovariante somit von vorneherein<br />

gleich mal weg. Natürlich könnte<br />

man auch eine zwe<strong>im</strong>otorige Ausstattung<br />

mit Glühzündern ins Auge<br />

fassen.<br />

Meine Auswahl an möglichen Motoren<br />

beschränkte sich hingegen<br />

auf einen Zenoah 260, einen Chung<br />

Yang oder den RCMK S245 EVO. Bei<br />

diesen drei Aggregaten handelt es<br />

sich jeweils um Zweitakter mit 25,4<br />

cm³ Hubraum. Preislich betrachtet<br />

spielen alle drei in einer Liga, also<br />

werfen wir gleich mal einen Blick auf<br />

die technischen Daten. Laut den Angaben<br />

auf der Homepage der Firma<br />

MHZ hat der RCMK S245 mit 3,35<br />

kW/4,56 PS die Nase knapp vor<br />

dem Chung Yang mit 3,13 kW/4,26<br />

PS. Der Zenoah hat zwar aus der<br />

Schachtel heraus nur 1,8 kW/2,45<br />

PS, allerdings lässt er sich mit Erfahrung<br />

sehr gut modifizieren und kann<br />

anschließend problemlos mit den beiden<br />

anderen Motoren mithalten. Nach etwas Hin<br />

und Her entschied ich mich dazu, fürs Erste<br />

einen bereits vorhandenen Chung Yang<br />

einzubauen und dann mal auf den RCMK<br />

S245 EVO umzurüsten.<br />

Be<strong>im</strong> Aufbau muss als Erstes der Antriebsmotor<br />

seinen Platz <strong>im</strong> Rumpf finden. Für<br />

den Einbau führen viele Hersteller einen<br />

GfK-Längsträger <strong>im</strong> Programm, der <strong>im</strong><br />

Rumpf einlaminiert wird und anschließend<br />

mit diesem eine Einheit bildet. Natürlich<br />

kann man auch selber ohne weiteres einen<br />

solchen Träger bauen. Eine andere Variante<br />

wäre es, den Motor über vier Aluminiumwinkel<br />

zu befestigen. Sehr wichtig ist es in<br />

jedem Fall, vor dem Einlaminieren die Träger<br />

etwas aufzurauen und danach gut zu<br />

entfetten.<br />

Nachdem die Längsträger einlaminiert waren<br />

und der Motor seinen Platz eingenommen<br />

hatte, wurde die Fliehkraftkupplung<br />

von der Firma MTC montiert. Laut der Produktbeschreibung<br />

besitzt sie eine verstärkte<br />

10-mm-Antriebswelle und die Glocke<br />

besteht aus nitriergehärtetem, hochfestem<br />

Vergütungsstahl. Die Flexkupplung besitzt<br />

eine einfache Vierkant-Wellenaufnahme.<br />

Natürlich ist der Einbau einer Fliehkraftkupplung<br />

nicht zwingend, man kann auch<br />

eine einfache Spannzangenkupplung verbauen.<br />

Allerdings ermöglicht die Fliehkraftkupplung<br />

ein bequemes Wassern des<br />

Modells ohne drehenden Propeller und in<br />

heiklen Situationen kann das Modell zudem<br />

jederzeit problemlos angehalten werden,<br />

ohne dass man den Motor abstellen muss.<br />

Die Flexwelle wird später mit der Vierkantseite<br />

einfach in die Kupplung eingeschoben,<br />

die andere Seite mit Loctite 648 <strong>im</strong> Propellerschaft<br />

fest verklebt. Vor dem Verkleben ist<br />

es auch hier sehr wichtig, beide Klebestellen<br />

gut anzurauen und zu entfetten.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

53


Die Welle selbst läuft in einem Teflonrohr,<br />

welches wiederum von einem Messingrohr<br />

ummantelt ist. Am Spiegel entschied<br />

ich mich gegen die sonst übliche Strut-<br />

Ruder-Komplettanlage, da diese doch länger<br />

ausfällt und mich optisch eher weniger<br />

anspricht. Der Aluminiumstrut wird mit zwei<br />

kleinen Winkeln in Position gehalten und<br />

kann horizontal stufenlos in der Neigung<br />

verstellt werden. Die Ruderanlage habe ich<br />

links neben dem Strut platziert.<br />

Um das Kühlwasser für die Kühlung der<br />

Hardware aufzunehmen, gibt es generell<br />

verschiedene Varianten. Da die von mir<br />

verwendete Aluminiumruderanlage über<br />

eine Wasseraufnahme verfügt, hatte sich<br />

die Angelegenheit aber bereits erledigt. Der<br />

erste Kreislauf beliefert den Motor nebst<br />

Krümmerflansch, der andere ist für das Resonanzrohr<br />

zuständig. Dabei ist es <strong>im</strong>mer<br />

wichtig, das frische Kühlwasser von unten<br />

zuzuführen, weil nur so garantiert ist, dass<br />

der komplette Mantel mit Wasser gefüllt ist.<br />

Wie schon erwähnt, ist es durch die Fliehkraftkupplung<br />

möglich, jederzeit anzuhalten.<br />

Folglich wird <strong>im</strong> Stand aber auch kein<br />

frisches Kühlwasser mehr zugeführt. Um<br />

auch <strong>im</strong> Stillstand Wasser zuzuführen, kam<br />

daher noch eine Membranpumpe an Bord.<br />

Diese funktioniert durch den Unterdruck <strong>im</strong><br />

Motorgehäuse und kann entweder an das<br />

Kurbelwellengehäuse oder an den Isolator<br />

angeschlossen werden. Für die Variante mit<br />

dem Isolator muss ein kleines Loch gebohrt<br />

werden, in das man anschließend einen<br />

Nippel eindreht.<br />

Da in die linke Kufe <strong>im</strong> nächsten Schritt das<br />

Resonanzrohr montiert wird, blieb für den<br />

800 ml fassenden Kraftstofftank nur der<br />

rechte Schw<strong>im</strong>mer oder der Tunnel übrig.<br />

Die Wahl der Auspuffanlage trägt bei einem<br />

Zweitaktmotor ganz entscheidend zum<br />

Laufverhalten und zur Leistungsentwicklung<br />

des Motors bei. Daher entschied ich mich<br />

für das Alu-Resorohr-System von Hanson<br />

mit einer Länge von 375 mm und 55 mm<br />

Durchmesser, das bei MHZ erhältlich ist.<br />

Bei der Durchführung am Heckspiegel verwendete<br />

ich einen kleinen Resorohrdurchgang,<br />

in dem sich zwei O-Ringe befinden.<br />

Der kleine Auslassstutzen des Rohres wird<br />

dort später einfach hindurch gesteckt. Zusätzlich<br />

wird das Resorohr am vorderen Teil<br />

Die RC-Box entsteht<br />

be<strong>im</strong> Wasserkühlmantel am Rumpfboden<br />

durch einen Halter abgestützt. Jetzt muss<br />

nur noch ein passender Krümmerbogen<br />

gebastelt werden. MHZ hat hierfür ein 60<br />

mm langes Krümmerrohr und kleine Krümmerbögen<br />

<strong>im</strong> Programm. Diese kann man<br />

durch Zusammenstecken individuell gestalten,<br />

anschließend werden sie mit Silberlot<br />

hartgelötet.<br />

Das Einzige, was am Boot jetzt noch fehlt,<br />

ist eine RC-Box, welche ich mir ebenfalls<br />

selber aus einer GfK-Platte anfertigte. Für<br />

den Deckel verwendete ich 6-mm-Plexiglas<br />

und verschraube diesen mit zehn Rändelmuttern<br />

wasserdicht.<br />

In die Box kommen dann die RC-Komponenten<br />

in Form von zwei Servos, einem<br />

Notausschalter, dem Empfängerakku, dem<br />

Empfänger und einem Notausmodul. Als<br />

Gasservo reicht ein Standardservo, für die<br />

Lenkung sollte es schon ein kraftvolles Digitalservo<br />

mit Metallgetriebe sein. Be<strong>im</strong><br />

Notausmodul kam der „Overkill 2“ von MHZ<br />

zum Einsatz, <strong>im</strong> Störungsfall wird der Motor<br />

durch Kurzschließen der Zündung umgehend<br />

abgestellt. Der robbe-Empfänger bezieht<br />

seinen Strom aus einem fünfzelligen<br />

eneloop-Akku.<br />

In die beiden Schw<strong>im</strong>mer kam dann noch<br />

jeweils ein 25 mm kleiner Auto Bailer aus<br />

Aluminium. Dank dieser Lenz-Komponenten<br />

kann eingedrungenes Spritzwasser<br />

während der Fahrt jederzeit ablaufen. Sobald<br />

das Modell stehen bleibt, verschließt<br />

eine kleine Kunststoffkugel die Öffnung, damit<br />

kein Wasser in den Rumpf gelangt.<br />

Nun müssen wir uns noch einem entsprechenden<br />

Deckelverschluss widmen.<br />

Oben der Resorohrdurchgang,<br />

unten einer der Auto Bailer<br />

54<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


nicht sinkt, kommt 8 mm dicker selbstklebender<br />

Schaumstoff als Auftriebshilfe in<br />

den Deckel. Als Not-Auftriebskörper für<br />

den Rumpf habe ich eine Pool-Nudel in<br />

kleinere Stücke geschnitten und diese in<br />

den Rumpfspitzen platziert.<br />

Zu guter Letzt fehlten noch Öffnungen für<br />

den Luftein- bzw. -auslass. Neben der Wasserkühlung<br />

darf eine ausreichende Luftzirkulation<br />

nicht außer Acht gelassen werden,<br />

RC-Box <strong>im</strong> Rumpf<br />

soll <strong>im</strong> Rumpf kein Hitzestau entstehen.<br />

Außerdem benötigt natürlich der Verbrennungsmotor<br />

ständig (möglichst kühle)<br />

Frischluft. Wenn der Motor ausschließlich<br />

warme Luft ansaugt, kann er seine volle<br />

Leistung nicht entfalten. Dafür wurden die<br />

Fenster am Deckel seitlich geöffnet und<br />

anschließend an dieser Stelle ein Gitter<br />

einlaminiert. Als Luftauslass sägte ich zwei<br />

Öffnungen ins Heck des Modells ein.<br />

Der „Sprint Kat“ war nun eigentlich soweit<br />

fertig gestellt und es fehlte nur noch die Lackierung.<br />

Ich entschied mich, das Boot in<br />

Weiß zu lackieren, anschließend mit einigen<br />

Schriftzügen zu versehen und letztendlich<br />

alles mit Klarlack zu schützen.<br />

Vor dem ersten Fahren ist es sehr empfehlenswert,<br />

den Motor gut einlaufen zu<br />

lassen. Als Treibstoff verwendet man normales<br />

Benzin von der Tankstelle, gemischt<br />

mit 2-T-Öl <strong>im</strong> Verhältnis von 1:20. Anschließend<br />

schloss ich die Wasserpumpe<br />

an einen großen Wasserkanister an und<br />

pumpte zum ersten mal Sprit in den Vergaser.<br />

Bereits nach wenigen Zügen am Starterseil<br />

sprang der Motor an und schnurrte<br />

<strong>im</strong> unteren Drehzahlbereich vor sich hin.<br />

Durch das Einstellen der L-Nadel kann der<br />

Leerlauf noch opt<strong>im</strong>al eingestellt werden<br />

und dann hieß es nur noch warten, bis die<br />

zwei Liter Einlaufsprit durch den Vergaser<br />

gewandert waren.<br />

Dann ging es endlich an den See zum<br />

Testen. Der Motor sprang sehr bereitwillig<br />

an und ich setzte den „Sprint Kat“ sofort<br />

ins kalte Wasser. Mit etwas mehr Drehzahl<br />

griff die Kupplung und das Boot setzte<br />

sich in Bewegung. Zunächst wurde nur mit<br />

Halbgas gefahren, um das Ruder noch geringfügig<br />

nachzukorrigieren und dann wurde<br />

der Gashebel bis zum Anschlag vorgedrückt.<br />

Aber leider war der Spaß damit<br />

schon vorbei, weil der Motor be<strong>im</strong> Gasgeben<br />

ausgegangen war. Nach der Bergeaktion<br />

wurde der Vergaser etwas nachjustiert<br />

und nun nahm das Aggregat bereitwillig<br />

Gas an und beschleunigte sauber. Auch<br />

die Geschwindigkeit war fürs Erste mehr<br />

als akzeptabel, man muss ja nicht schon<br />

Lift and Turn-Haubenverschlüsse, links<br />

geschlossen, rechts offen<br />

Zuluftöffnungen rechts und links neben dem Cockpit<br />

Vorne befinden sich zwei Bolzen, so dass<br />

der Deckel einfach eingeschoben werden<br />

kann, hinten wird er mit zwei Lift and<br />

Turn-Haubenverschlüssen fest in Position<br />

gehalten. Im geschlossenen Zustand fluchtet<br />

dieses System bündig mit der Deckeloberseite.<br />

Laut Herstellerangaben ist dies<br />

derzeit eins der sichersten Verschlusssysteme<br />

für große Hauben. Trotzdem kann<br />

es <strong>im</strong>mer wieder passieren, dass sich der<br />

Deckel des Bootes bei einem Überschlag<br />

ungewollt löst. Damit er in diesem Fall<br />

bei der ersten Fahrt Geschwindigkeitsrekorde<br />

aufstellen. Besonders schön geht<br />

der Kat um die Kurven, das ist fast schon<br />

FSR-Feeling.<br />

Nach 5 Minuten Fahrzeit kam ich zurück<br />

an den Steg, um kurz alles durchzuchecken.<br />

Bis auf etwas Spritzwasser war<br />

alles <strong>im</strong> grünen Bereich und nun kam ein<br />

Metallpropeller drauf. Der Geschwindigkeitszuwachs<br />

war schon mit bloßem Auge<br />

deutlich zu bemerken und der Speed nun<br />

absolut ausreichend.<br />

Auf dem 17. Powerboattreffen nahm ich<br />

schließlich mit dem „Sprint Kat“ am Katamaran-Rennen<br />

teil, wo sich ein sofortiger<br />

Vergleich mit der Konkurrenz ergab. Nach<br />

zwei Läufen mit einer Dauer von jeweils 15<br />

Minuten hat sich deutlich herausgestellt,<br />

dass sich mein Modell in Sachen Geschwindigkeit<br />

nicht zu verstecken braucht. In der<br />

Zuverlässigkeit gibt es sogar die Note 1,<br />

weil beide Läufe ohne einen Ausfall durchgefahren<br />

wurden und letztendlich mit nur<br />

wenigen Runden Rückstand der zweite<br />

Platz eingefahren wurde.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

55


RUBRIKEN<br />

Somit stellt dieses Buch ein absolutes<br />

„Muss“ für jeden an der Seenotrettung interessierten<br />

Leser dar, nicht zuletzt vor allem<br />

deshalb, weil es sich von seiner etwas anderen<br />

Betrachtungsweise des Themas her<br />

deutlich von bisherigen Veröffentlichungen<br />

zum Thema Seenotrettung abhebt.<br />

148 Seiten, 17 x 24 cm, ISBN 978-3-00-<br />

035492-2, Lüers Verlag, AndreasBorgert@gmx.de,<br />

€ 23,90<br />

Retter vom Siel<br />

Andreas Borgert<br />

Neuharlingersiel und der Seenotrettungsdienst<br />

der DGzRS, das ist eine traditionsreiche<br />

Verbindung. Seit 1864, und somit<br />

schon vor der Gründung der Deutschen Gesellschaft<br />

zur Rettung Schiffbrüchiger, fahren<br />

die Sieler Rettungsmänner hinaus auf<br />

See, wenn Menschen dort in Bedrängnis<br />

geraten. In diesem Buch wird die Geschichte<br />

der Rettungsstation Neuharlingersiel und<br />

ihrer Männer von den Anfängen <strong>im</strong> 19. Jahrhundert<br />

bis zur Gegenwart erzählt. Geschichte,<br />

Entwicklung und Einsätze der Rettungsstation<br />

werden allerdings nicht einfach<br />

nur in Form einer detaillierten und seelenlosen<br />

Auflistung aller Seenotfälle abgehandelt.<br />

Vielmehr stehen die Männer auf den<br />

Seenotbooten <strong>im</strong> Fokus der Betrachtung.<br />

Erzählt wird die Geschichte von Männern,<br />

die oft genug ihr Leben einsetzen, um völlig<br />

fremde Menschen vor dem Seemannstod<br />

zu bewahren. Dabei ist ihre Einstellung zum<br />

Thema „Helfen“ von Grund auf bescheiden,<br />

sie praktizieren unmittelbare Nächstenliebe<br />

<strong>im</strong> Verborgenen, weitgehend unbemerkt von<br />

der breiten Öffentlichkeit und den Medien.<br />

So mussten auf der Rettungsstation in Neuharlingersiel<br />

in der Vergangenheit auch<br />

schon zwei Todesfälle von Rettungsmännern<br />

betrauert werden.<br />

Dieses Buch stellt bereits die zweite, erweiterte<br />

und aktualisierte Ausgabe dar. Die<br />

positive Resonanz auf die erste Auflage hat<br />

den Autoren dazu bewogen, nochmals weiter<br />

zu recherchieren und zu forschen, so<br />

dass die Neuauflage mit etlichen neuen Informationen<br />

und Fotos aufwarten kann.<br />

Der Dieselmotor als Schiffsantrieb<br />

Hans-Jürgen Reuß<br />

Der Dieselmotor wurde vor rund 120 Jahren<br />

erfunden. Seine besondere Rolle für die motorisierte<br />

Schifffahrt erläutert der Experte für<br />

Antriebstechnik, Hans-Jürgen Reuß, in seinem<br />

neuen Werk anschaulich. Das Buch<br />

gliedert sich in drei Teile: Vor- und Frühgeschichte,<br />

Unternehmen des Dieselmotorenbaus<br />

und aktueller Stand der Technik.<br />

Abgerundet wird das Buch mit einer Vielzahl<br />

beeindruckender Bilder sowie übersichtlichen<br />

Registern. Ein fachlich äußerst anspruchsvolles<br />

Buch. Hans-Jürgen Reuß ist<br />

ausgewiesener Fachautor für das Thema<br />

Antriebstechnik, sowohl für die aktuelle,<br />

technische Berichterstattung als auch für<br />

die Technikgeschichte.<br />

Neben regelmäßigen Artikeln in Fachzeitschriften<br />

veröffentlichte Reuß bereits mehrere<br />

Bücher zu dieser Thematik.<br />

186 Seiten, 21 x 27 cm, zahlr. Farb-Abb.<br />

Hardcover, € (D) 24,90, € (A) 25,60, SFr<br />

34,80, ISBN 978-3-7822-0997-7, Koehlers<br />

Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg.<br />

25 Jahre Kreuzfahrtschiffe<br />

der Meyer Werft<br />

Nils Schwerdtner<br />

Kreuzfahrtschiffe wie die AIDAsol, die DIS-<br />

NEY DREAM, die JEWEL OF THE SEAS<br />

oder die NORWEGIAN STAR sind allesamt<br />

Produkte der Meyer Werft, die die schw<strong>im</strong>menden<br />

Luxushotels für diverse namhafte<br />

Kreuzfahrtreedereien produziert.<br />

Die Meyer Werft ist eines der weltweit vier<br />

führenden Unternehmen <strong>im</strong> Bau von Kreuzfahrtschiffen.<br />

Seit über 200 Jahren ist sie <strong>im</strong><br />

Schiffbau tätig, seit 25 Jahren speziell für<br />

den Bau von Kreuzfahrtschiffen.<br />

Inhaltlich wird auf das Damals und Heute<br />

des Meyerischen Kreuzfahrtschiffbaus Bezug<br />

genommen: Auf die frühen Kreuzfahrtschiffe<br />

der Meyer Werft, die Trends der 90er-<br />

Jahre, die Clubschiffe und Freestyle Cruiser<br />

<strong>im</strong> 21. Jahrhundert sowie auf die Entwicklung<br />

<strong>im</strong> Design der letzten 25 Jahre. Zusätzlich<br />

werden dem Leser Einblicke in die<br />

Entwicklung des globalen und deutschen<br />

Kreuzfahrtmarkts zwischen den Jahren<br />

1986 und 2011 sowie in die technische Entwicklung<br />

gewährt und Themen wie der Umweltschutz<br />

<strong>im</strong> Schiffbau und die spektakulären<br />

Emsüberführungen angesprochen.<br />

Ergänzt werden die Texte des Autors Nils<br />

Schwerdtner durch Experten-Gastbeiträge<br />

wie die von Peter Tönnishoff (Experte für<br />

den deutschen Kreuzfahrtmarkt), Douglas<br />

Ward (Experte für den internationalen<br />

Kreuzfahrtmarkt) oder Klas Brogren (Fachmann<br />

für die technische Entwicklung der<br />

Kreuzfahrtschiffe).<br />

Ein elegantes, hochwertiges Layout sowie<br />

eine Vielzahl von großformatigen, fantastischen<br />

Bildern werden dem exklusiven Thema<br />

der Kreuzfahrt gerecht und machen dieses<br />

Buch zu einem kleinen Jubiläums-<br />

Juwel.<br />

208 Seiten, 26 x 24 cm, zahlr. Farb-Abb.,<br />

Pappband mit Schutzumschlag, € (D)<br />

19,95, € (A) 20,55, SFr 27,90, ISBN 978-3-<br />

7822-1041-6, Koehlers Verlagsgesellschaft<br />

mbH, Hamburg<br />

56 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Enzyklopädie des historischen<br />

Schiffsmodellbaus<br />

von Wolfram zu Mondfeld / Barbara zu Werthe<strong>im</strong> (Hrsg.)<br />

Band 5.1<br />

Boote<br />

ISBN 978-3-7883-1174-2<br />

Umfang 120 Seiten<br />

Best.-Nr. 50-5.1<br />

Preis 19,80 [D]<br />

Jetzt<br />

lieferbar<br />

Aus dem Inhalt:<br />

• Rettungsboote<br />

• Ausbau von Beibooten<br />

• Beiboote in der Antike • Paddel, Skull und Riemen<br />

• Beiboote bis Ende 15. Jhd. • Ausrüstung von Beibooten<br />

• Beiboote bis Ende 16. Jhd. • Takelung von Beibooten<br />

• Beiboote bis Ende 17. Jdh. • Bootsfl aggen<br />

• Beiboote bis Ende 18. Jhd. • Beiboote 19. bis 20. Jhd.<br />

• Lagerung von Beibooten in der Kuhl<br />

• Lagerung von Beibooten über der Kuhl<br />

• Lagerung von Beibooten auf Hüttendächern<br />

• Davits<br />

• Walfangboote<br />

Übersicht<br />

Band 1 Modelle und Vorkenntnisse (lieferbar)<br />

Band 2 Material und Werkzeug (lieferbar)<br />

Band 3.1 Der Rumpf (lieferbar)<br />

Band 3.2 Der Rumpf (lieferbar)<br />

Band 4 Die Ausrüstung<br />

Band 5.1 Boote (lieferbar)<br />

Band 5.2 Kleinfahrzeuge (erscheint am 18.04.2012)<br />

Band 6 Sichtbare Schiffsmaschinen<br />

Band 7 Masten und Rahen (lieferbar)<br />

Band 8 Taue, Blöcke und Segel (lieferbar)<br />

Band 9 Stehendes Gut (lieferbar)<br />

Band 10 Laufendes Gut<br />

Band 11 Allerlei Exoten<br />

Band 12 Flaggen, Lexikon und Nachträge<br />

Unser Service für Sie:<br />

Bestellen Sie diese Reihe <strong>im</strong> Abonnement und Sie<br />

erhalten dann das jeweilige Buch sofort nach Erscheinen<br />

automatisch mit Rechnung zugesandt.<br />

Neckar-Verlag GmbH • D-78045 Villingen-Schwenningen<br />

Tel. +49 (0)77 21 / 89 87-38 /-48 • Fax +49 (0)77 21 / 89 87-50<br />

E-Mail: bestellungen@neckar-verlag.de • www.neckar-verlag.de


MOTORSCHIFFE<br />

Markus La<strong>im</strong>gruber<br />

PREDATOR<br />

Wie in jedem Jahr kam<br />

auch dieses Mal der<br />

Winter wieder mit großen<br />

Schritten näher,<br />

und so war ich erneut<br />

auf der Suche nach einem Bauprojekt, um<br />

die langen Abende dieser Jahreszeit sinnvoll<br />

zu nutzen. Bei der Suche <strong>im</strong> Internet<br />

stieß ich <strong>im</strong> Angebot der Fa. Marinetic auf<br />

den Rumpf für eine Sunseeker PREDATOR<br />

68 <strong>im</strong> Maßstab 1:20. Dieser GfK-Rumpf<br />

ist 930 mm lang, 1,2 kg schwer und kostet<br />

€ 109,–. Eine PREDATOR wollte ich schon<br />

<strong>im</strong>mer mal bauen, allerdings keine 68er,<br />

sondern mein Herz schlägt für die außergewöhnliche<br />

PREDATOR 74, denn diese<br />

Yacht hat einfach eine tolle Form mit vielen<br />

schönen Details. Die 74er hat eine Länge<br />

von 22,13 m bei einer Breite von 5,40 m<br />

und einen Tiefgang von 1,65 m bei einem<br />

Gewicht von 32500 kg. Bevorzugt wird von<br />

den Kunden in der Regel die Ausstattung für<br />

acht Gäste und zwei Crew-Mitglieder.<br />

Seitens des Herstellers wird besonders<br />

auf Flexibilität geachtet, so gibt es auch<br />

eine Hardtop- oder eine Sports-Flybridge-<br />

Yacht mit verschiedensten Ausstattungen,<br />

man spricht hier von einer Evolution in der<br />

PREDATOR-Reihe. Besonderer Wert wurde<br />

auf modernes Design, höchste Qualität und<br />

eine große Tendergarage gelegt. Bei den<br />

Antrieben kommen zwei Wellenanlagen mit<br />

Wellentunneln und Motoren von je 1550 bis<br />

1800 PS zum Einsatz.<br />

Nach einiger Rechnerei und ausgiebiger<br />

Bildersuche <strong>im</strong> Internet war somit mein<br />

neues Winterprojekt geboren. So wurde der<br />

Rumpf bei der Fa. Marinetic per Vorausrechnung<br />

bestellt. Schon nach kurzer Zeit kam<br />

der Rumpf absolut sicher verpackt bei mir<br />

an. Hier kann ich den Hersteller nur loben,<br />

das ist ein wirklich toller Rumpf mit sauberer<br />

glatter Oberfläche und dazu äußerst stabil<br />

laminiert, somit war er ein traumhaft guter<br />

Ausgangspunkt für meine 74er. Da ich während<br />

der Wartezeit auf den Rumpf schon<br />

einige Bilder sowie eine Drauf- und Seitenansicht<br />

ausgedruckt hatte, konnte ich diese<br />

nun mit dem Rumpf vergleichen: Er passte<br />

super und damit ergab sich ein Maßstab<br />

von 1:20,8, was gut zu den anderen Modellen<br />

meiner Yacht-Sammlung passt. Anhand<br />

dieser Vorgaben wurden die vorhandenen<br />

Ansichten entsprechend vergrößert.<br />

Der Bau<br />

Als Erstes wurde gleich einmal ein Schiffsständer<br />

aus 1 mm starken Edelstahl-Abfallblechen<br />

gebogen und mit einer Gummiauflage<br />

versehen. Mit nun sicherem Stand<br />

konnte ich mich an den Einbau der Fenster<br />

und Bullaugen <strong>im</strong> Rumpf wagen. Im Original<br />

haben diese eine verchromte Umrandung,<br />

was mir gut gefiel. Um diese nachzubauen<br />

(es gibt zwar auch einige zum Kaufen, aber<br />

nicht in der passenden Größe) entschied<br />

ich mich für Aluminium als Material. Nach<br />

einigen Versuchen mit verschiedenen Profilen<br />

konnte die Produktion der 10 Bullaugen<br />

starten. Hierzu wurde ein Alurohr mit 25<br />

mm Durchmesser und 1 mm Wandstärke<br />

<strong>im</strong> Schraubstock auf die erforderliche Breite<br />

zusammengedrückt. Dabei wird das Gebil­<br />

58 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


74<br />

Mit solchen Unterlagen beginnt die Planung<br />

de etwas unförmig, kann aber mit einem<br />

Rundling aus Metall mit geeigneter Größe<br />

wieder gut zurecht geklopft werden. Einige<br />

werden diese Art der Herstellung wahrscheinlich<br />

als umständlich empfinden, aber<br />

meine Werkstatt ist mit Werkzeug eher bescheiden<br />

ausgestattet, so dass ich oft mit<br />

wenig viel erreichen muss. In diesen Punkten<br />

bin ich sehr erfinderisch, des Weiteren<br />

bin ich bei meinen Modellen <strong>im</strong>mer darauf<br />

aus, möglichst kostengünstig zu bauen.<br />

Entsprechend der Alurahmen für die Bullaugen<br />

wurden die Ausschnitte <strong>im</strong> Rumpf vorsichtig<br />

herausgearbeitet und dabei sorgfältig<br />

geschliffen. Die Rahmen wurden gleich<br />

danach eingeklebt und mit getöntem Glas<br />

hinterklebt, nach der Montage des Decks<br />

wäre das schon deutlich schwieriger. Zum<br />

Schutz der Fensterflächen wurden diese<br />

noch gründlich mit rückstandslos entfernbarem<br />

Klebeband abgeklebt.<br />

Der gesamte Aufbau entstand schrittweise<br />

aus 1-mm-ABS. Der Übergang vom<br />

GfK-Rumpf auf die ABS-Teile wurde aus­<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

59


eichend anlaminiert, so dass das Modell<br />

diesmal ohne ein Gramm Spachtelmasse<br />

entstand. Alle Rundungen habe ich mit<br />

selbst hergestelltem ABS-Füller gefertigt.<br />

Das funktioniert so: Eine kleine, luftdicht<br />

verschließbare Flasche aus Glas mit ca.<br />

10 ml Inhalt wird mit ABS-Abfall-Schnitzeln<br />

(je kleiner desto besser) zu 1/3 gefüllt und<br />

anschließend mit Aceton (aus dem Baumarkt)<br />

zur Hälfte aufgefüllt. Nach einem Tag<br />

entsteht bei richtigem Mischungsverhältnis<br />

ein wunderbarer, spaltfüllender Kleber, der<br />

etwas flüssiger als Honig ist. So entstand<br />

innerhalb einiger Wochen der komplette<br />

Aufbau. Dieser unterteilt sich in drei abnehmbare<br />

Teile, nämlich Hauptaufbau,<br />

hintere Sonnenliege mit Tendergarage und<br />

Badeplattform. Die Badeplattform ist über<br />

Schubstifte demontierbar und wird mit zwei<br />

kleinen Schrauben gesichert. So komme ich<br />

für Wartungsarbeiten viel besser an die beiden<br />

Oberflächenantriebe heran.<br />

Entgegen dem Original, das ja Wellenantriebe<br />

besitzt, entschied ich mich für besagte<br />

Oberflächenantriebe. Zum einem<br />

wollte ich den schönen Rumpf nicht für den<br />

Einbau der Wellentunnel zerschneiden, zum<br />

anderen gibt es ja genügend SUNSEEKER-<br />

Yachten mit Oberflächenantrieben. Last but<br />

not least hatte ich noch einige Komponenten<br />

zweier Graupner Hydro 1-Antriebe<br />

übrig, die dringend einen neuen Einsatzort<br />

suchten. Stevenrohre und Motorhalterungen<br />

entstanden in Eigenregie, so musste<br />

ich nur Motoren und Gelenkkupplungen<br />

neu bestellen. Bei den Motoren fiel die Wahl<br />

wieder auf die Graupner-Außenläufer 460<br />

Z, die schon in anderen meiner Modelle<br />

gute Dienste leisten. Die Außenläufer montiere<br />

ich direkt auf die Wellen, wodurch eine<br />

direkte Kraftübertragung ganz ohne zusätzliche<br />

Wellenkupplungen sichergestellt ist.<br />

Unter der Sonnenliege bzw. der Abdeckung<br />

der Tendergarage verstecken sich<br />

das Ruderservo und einige Elektronikkomponenten.<br />

Die Glasflächen des Aufbaus<br />

bestehen aus 0,75 mm starkem Graupner-<br />

Kunststoffglas (Best.-Nr. 734.1), die aber<br />

erst nach dem Lackieren eingeklebt wurden.<br />

Reling und diverse Bügel entstanden<br />

aus 2-mm-Messing-Rundmaterial und wurden<br />

weichgelötet.<br />

Wie bei meiner MANHATTAN (siehe<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 12/2008) wollte ich auch<br />

60 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


in diesem Modell eine besondere Lichtanlage<br />

installieren. Es ist ja ein besonderer<br />

Reiz, <strong>im</strong> Sommer spät abends noch einige<br />

Runden mit Beleuchtung zu fahren.<br />

Da sich in meiner He<strong>im</strong>at die klarsten und<br />

saubersten Seen Deutschlands befinden,<br />

ist es sehr interessant, ein Modell auch mit<br />

starken Unterwasserscheinwerfern auszurüsten.<br />

Deshalb erhielt die PREDATOR<br />

<strong>im</strong> Boden zwei weiße High-Power-LEDs<br />

mit Reflektoren, Alukühlrippen und 0,7-A-<br />

Spannungsregler auf Basis eines LM317.<br />

Die LEDs sind so leistungsstark, dass der<br />

Boden des Sees auch bis in einige Meter<br />

Tiefe deutlich erleuchtet wird. Das ist zwar<br />

nicht originalgetreu, aber natürlich ein toller<br />

Effekt. Das Heck bekam zwei weiße 30000<br />

mcd-5-mm-LEDs eingebaut, zwei weitere<br />

30000 mcd-LEDs mit Reflektor wurden am<br />

schwenkbaren Hydro-Antrieb montiert. Diese<br />

LEDs bringen bei schneller Fahrt den<br />

Hydro-Wasserschweif zum Leuchten, echt<br />

toll. Für einen weiteren Gag sorgen zwei<br />

Farbwechsel-LEDs (RGB, Best. Nr. 150700,<br />

Fa. Conrad), die ich unter der Badeplattform<br />

versteckte. Nach dem Einschalten verändern<br />

diese in einem best<strong>im</strong>mten Zyklus<br />

<strong>im</strong>mer ihre Farbe, somit leuchtet das aufgewirbelte<br />

Wasser mal rot, blau, grün oder<br />

gelb. Das kommt bei Zuschauern sehr gut<br />

an. Alle Treppen, die vordere Badeliege, die<br />

Badeplattform und der Weg zum Vordeck<br />

erhielten eine Beleuchtung in Form von<br />

Lichtleiterkabeln. Insgesamt 22 Stück dieser<br />

Kabel werden von einer 5-mm-LED mit<br />

Reflektor gespeist. Die Kabel lassen sich<br />

leicht verlegen und werden an der vorgesehenen<br />

Stelle durch ein 2-mm-Loch gesteckt<br />

und darin mit Sekundenkleber fixiert. Nach<br />

der Lackierung können die überstehenden<br />

Kabelstummel mit einem scharfen Messer<br />

abgeschnitten werden. Zusätzlich zur<br />

nautischen Beleuchtung sind noch etliche<br />

SMD-LEDs (Best. Nr. 156616, Fa. Conrad)<br />

in die Heckgarage, die Sitzplätze und den<br />

Weg zum Vorschiff eingebaut.<br />

Zu guter Letzt spendierte ich der Yacht noch<br />

eine kleine Musikanlage in Form einer ausrangierten<br />

Geburtstagskarte. Man kennt<br />

die se Karten ja, nach dem Aufklappen ertönt<br />

für ca. 20 Sekunden eine best<strong>im</strong>mte<br />

Melodie. Die Elektronikeinheit wurde aus<br />

der Karte entfernt und der Schaltmechanismus<br />

gegen einen vernünftigen Mikroschalter<br />

ausgetauscht. Über einen selbstgebauten<br />

Spannungsregler wird die Platine<br />

mit Strom versorgt. Die komplette Lichtanlage<br />

wird übrigens von zwei in Reihe geschalteten<br />

7,2-V-Akkus gespeist, um <strong>im</strong> Finsteren<br />

bei Fernsteuerungsausfall, Reglerabschaltung<br />

oder anderen Schäden <strong>im</strong>mer noch<br />

ein beleuchtetes Modell zu haben. Dabei<br />

sind die nautischen Lichter ständig an, den<br />

Rest der Beleuchtung kann ich wahlweise<br />

dazuschalten.<br />

Unterwasserscheinwerfer in Aktion<br />

LEDs am Heck und an den Antrieben<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

61


Farbwechsel-LEDs <strong>im</strong> Einsatz<br />

Ein ganzes Bündel Lichtleiterkabel wird<br />

von einer LED gespeist<br />

traumhaftes Fahrbild, egal bei welcher Geschwindigkeit.<br />

Der Rumpf ist äußerst gutmütig<br />

zu fahren, so dass ich bisher noch<br />

keine kritische Situation hatte. Bei einer<br />

GPS-Messung kamen folgende Werte heraus:<br />

Gesamtfahrstrecke 3,91 km, max. Geschwindigkeit<br />

35,1 km/h, Durchschnittsgeschwindigkeit<br />

8,1 km/h, Fahrzeit 28,57 min.<br />

Als Akkus sind zwei LRP LiPo-Akkus 7,4 V/<br />

3000 mAh eingesetzt, ich finde es erstaunlich,<br />

was diese Antriebscombo leistet und<br />

das bei einem 1,07 m langen Modell.<br />

Die Motoren sind nach der Fahrt nur ca.<br />

40 °C warm und das ohne zusätzliche Kühlung.<br />

Das außergewöhnliche Modell, das<br />

es wahrscheinlich in dieser Art nur einmal<br />

gibt, ist von den Maßen her sehr transportfreundlich,<br />

mit den 7,4-V-Akkus leicht zu<br />

betreiben und deshalb schnell einsetzbar.<br />

Kein Problem, wenn man am Feierabend<br />

noch schnell ein paar Runden auf dem See<br />

cruisen will, auch wenn es schon dunkel<br />

wird. Nachtfahrten sind zur Zeit bei uns der<br />

Hit. Schade nur, dass es nicht möglich ist,<br />

die besondere St<strong>im</strong>mung am See mit toll<br />

beleuchteten Yachten so richtig <strong>im</strong> Bild rüber<br />

zu bringen. Das muss man selber gesehen<br />

haben.<br />

Lackiert wurde die Yacht dann zuerst mit<br />

Haftgrund grau, der Decklack ist „Crew<br />

Weiß“ von Dupli-Color. Am Ende kamen<br />

noch einige Accessoires auf das Schiff wie<br />

z. B. zwei Figuren, Zeitschriften und Badetücher,<br />

die dem Modell ein bisschen Leben<br />

einhauchen.<br />

Fahrerprobung<br />

Der eingebaute Antrieb ist für eine Yacht<br />

dieser Größe wieder mehr als ausreichend<br />

d<strong>im</strong>ensioniert. Es zeigt sich ein absolut<br />

62<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


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kurz & fündig<br />

Privatanzeigen (private Inserenten, nicht-gewerbliche Texte) können nur<br />

schriftlich, nicht telefonisch entgegengenommen werden.<br />

Der Einfachheit halber bitte möglichst den vorbereiteten Bestellschein verwenden,<br />

der in fast jedem Heft zu finden ist. Bitte auf jeden Fall deutlich und unmissverständlich<br />

schreiben.<br />

In eine Zeile passen durchschnittlich 34 Anschläge (Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen,<br />

erforderliche Zwischenräume = jeweils 1 Anschlag).<br />

Anzeigenschluss ist jeweils um den 5. des Vormonats (z.B. für Heft 3 am<br />

5. Februar).<br />

Wenn Anzeigentext und Zahlung nach Anzeigenschluss eingehen, erfolgt die<br />

Veröffentlichung automatisch in der nächstfolgenden Ausgabe.<br />

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102<br />

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64 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


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Modell mtl.<br />

mit DVD (6 x jährlich)<br />

Einzelheft 4,20 / 9,10<br />

Abopreis Inland 47,– / 62,–<br />

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Modell mtl.<br />

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Bis 8 Zeilen kostenlos, jede weitere Zeile 2,50. Mit Foto zusätzlich 5,–. Anzeigen unter Chiffre-Nummer zzgl. 5,20 Chiffregebühr.<br />

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Lasten meines / unseres Kontos einziehen.<br />

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SM


Super-Prämie*<br />

Pilar – E. Hemmingway<br />

Motoryacht Baukasten<br />

Der Baukasten ist in bewährter Kiel- und Spantenmethode aufgebaut.<br />

Alle Holzteile sind sorgfältig ausgeschnitten und alle Details liegen dem<br />

Baukasten bei. Eine ausführliche, reichlich bebilderte Anleitung in Farbe<br />

und ein Bauplan (Maßstab 1:1) helfen be<strong>im</strong> Zusammenbau.<br />

Technische Daten:<br />

Maßstab 1:27<br />

Länge 440 mm<br />

Breite 130 mm<br />

Höhe 220 mm<br />

Die »Pilar Motoryacht«<br />

gibt‘s <strong>im</strong> 2-Jahresabo<br />

mit Zuzahlung 15,– [D]<br />

24 Hefte für<br />

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Produkten unter:<br />

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Lichtsystem Schiff – 5 LED<br />

Ideal für Schiffsmodelle und andere Anwendungen. Die hauchdünnen<br />

Drähte können überlackiert werden und sind dadurch auch bei Verlegung<br />

an der Oberfl äche fast nicht zu sehen.<br />

Anzahl der LED‘s und Länge der Kabel:<br />

Eine rote LED 300 mm<br />

Eine grüne LED 300 mm<br />

Eine weiße LED 300 mm<br />

Zwei weiße LEDs 700 mm<br />

*Prämien erhalten nur Neu-Abonnenten, die noch nie diese Fachzeitschrift vom Neckar-Verlag bezogen haben. Das Angebot gilt nicht für<br />

Abo-Umstellungen <strong>im</strong> gleichen Haushalt. Liefermöglichkeiten der Prämien vorbehalten.<br />

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Das »Lichtsystem« gibt‘s<br />

<strong>im</strong> 1-Jahresabo<br />

12 Hefte für<br />

53,80 [Inland] / 60,– [Ausland]<br />

Einfach einsenden an: Neckar-Verlag GmbH, Postfach 18 20, D-78008 Villingen-Schwenningen<br />

Fax +49 (0)77 21 / 89 87-50 Tel. +49 (0)77 21 / 89 87-38 /-48 www.neckar-verlag.de<br />

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Ich bin der neue Abonnent und Leser (Heftempfänger)<br />

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Datum und rechtsverbindliche Unterschrift SM 02/2012<br />

und habe mir die Prämie<br />

Pilar Motoryacht<br />

Lichtsystem<br />

augesucht. Ich versichere, dass ich<br />

bisher noch kein <strong>SchiffsModell</strong>-Abo<br />

vom Neckar-Verlag bezogen habe.<br />

Ja, ich erhalte ein bzw. zwei Jahre lang <strong>SchiffsModell</strong> jeden Monat druckfrisch frei<br />

Haus zum Preis von nur 53,80 / 107,60 [Inland] // 60,– / 120,– [Ausland] (bei<br />

der Prämie „Pilar Motoryacht“ + 15,– Zuzahlung). Nach einem bzw. zwei Jahren läuft<br />

das Abo automatisch weiter und ist ab dann jederzeit kündbar.<br />

Be<strong>im</strong> Prämienversand ins Ausland müssen zusätzliche<br />

Versandkosten berechnet werden.<br />

Die Auslieferung der Prämien erfolgt nach Bezahlung<br />

der Abogebühr.<br />

Die Zahlung erfolgt:<br />

nach Rechnungserhalt<br />

Bankabbuchung* (nur in Deutschland)<br />

Kontonr.: ______________________<br />

BLZ: _________________________<br />

Geldinstitut: ____________________<br />

per Kreditkarte VISA MasterCard<br />

Kartennr.: _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _ / _ _ _ _<br />

gültig bis: _____________<br />

*Ich bin damit einverstanden, dass Sie, bis auf Widerruf, die von<br />

mir / uns zu leistenden Zahlungen bei Fälligkeit zu Lasten meines /<br />

unseres Kontos einziehen.<br />

Hintergrund : Karina Sturm / PIXELIO


VERSCHIEDENES<br />

Foto 1: Jet-Power pur, die HEDONIST<br />

(Foto: ART of KINETIK)<br />

H<br />

allo liebe Yachtfreunde und Schiffs-<br />

Modell-Leser. In der vorliegenden<br />

Folge unserer Yacht-Serie geht es einmal<br />

mehr um den Wasserstrahl-Antrieb, kurz<br />

Jet-Drive oder Jet-Antrieb genannt. Jet-<br />

Antriebs-Anlagen werden in praktisch jeder<br />

Art von Booten und Yachten eingesetzt,<br />

vom Daycruiser bis zur Mega-Yacht. Jet-<br />

Bikes und Jet-Tender seien hier nicht extra<br />

erwähnt, da bei ihnen ja der Name bereits<br />

Programm ist.<br />

Beginnen wir mit einer kleinen aber außergewöhnlichen<br />

Yacht-Neuheit aus Serbien,<br />

einem Land, das bis heute wohl niemand<br />

wirklich mit Yachtbau in Verbindung gebracht<br />

hat, nicht zuletzt durch die Tatsache,<br />

dass Serbien nicht einmal einen direkten<br />

Zugang zum Meer hat. „ART of KINETIK“<br />

lautet der Name der Werft <strong>im</strong> Besitz von<br />

Boris Ivanovic. Für Ivanovic sind Boote<br />

schw<strong>im</strong>mende Kunstwerke, was wohl auch<br />

zur Namensgebung der Werft beitrug. Wenn<br />

man dann sein erstes 75-Fuß-Projekt, die<br />

HEDONIST<br />

sieht, wird auch sofort klar, was mit dem<br />

Namen der Werft gemeint ist. Das Design<br />

der knapp 23 m langen Yacht polarisiert,<br />

doch wer ein Faible für Mahagoni hat, wird<br />

begeistert sein. Klassischer Rumpfbau, gepaart<br />

mit futuristischen Linien, ist eine wahrlich<br />

innovative Kombination, zu der dann<br />

auch noch das ungewöhnliche Antriebs-<br />

Konzept mit drei Jet-Drives kommt.<br />

Wenn man sich die aktuelle Yacht-Szene<br />

ansieht, ist die Verwendung von Mahagoni<br />

heute schon fast eine Seltenheit. Ausgenommen<br />

sind hier nur Hersteller wie z. B.<br />

BOESCH oder ähnliche Werften, die sich<br />

dem klassischen Stil verschrieben haben.<br />

Das Mahagoni wird natürlich auch ganz <strong>im</strong><br />

Stil der 1950er- und 1960er-Jahre mehrfach<br />

lackiert und danach auf Hochglanz<br />

Bert Elbel<br />

Traumyachten<br />

Neues aus der Welt der<br />

Yachtbau<br />

Skizze 1: HEDONIST<br />

68 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Foto 2: Edel verarbeitetes Mahagoni (Foto: ART of KINETIK)<br />

Foto 3: Steuerstand der HEDONIST (Foto: ART of KINETIK)<br />

Foto 4: HEDONIST in Action<br />

(Foto: ART of KINETIK)<br />

Foto 5: MANGUSTA 108´<br />

(Foto: OVERMARINE)<br />

poliert. Auf Foto 2 ist die exzellente Holzverarbeitung<br />

des Vordecks zu sehen. Die<br />

Aufbaubereiche Dach, tragende Säulen<br />

etc. werden aus Kohlefaser hergestellt. HE-<br />

DONIST ist ein sogenannter „Semi-Custom“,<br />

was für den künftigen Eigner einen<br />

großen Freiraum bei der Ausgestaltung<br />

seiner Yacht bedeutet, da nur der Rumpf<br />

mit Antrieben und die Aufbauten fest vorgegeben<br />

sind. Die weitere Ausstattung, vor<br />

allem auch das Interieur, kann der Eigner<br />

selbst best<strong>im</strong>men. Auch be<strong>im</strong> Layout<br />

der Kabinen hat der Interessent die Wahl<br />

zwischen verschiedenen Aufteilungen mit<br />

mehreren kleineren Kabinen, z. B. auch mit<br />

einer Captains-Kabine, oder einem Layout<br />

mit mehr Großzügigkeit, wenn der Eigner<br />

lieber selber fährt. Auf der ersten Baunummer,<br />

welche hier auf den Fotos zu sehen<br />

ist, wurde be<strong>im</strong> Interieur ebenfalls sehr viel<br />

Mahagoni verarbeitet.<br />

Doch kommen wir zum Antrieb dieses exquisiten<br />

Spielzeugs. Die drei Jet-Drives<br />

stammen vom schwedischen Hersteller<br />

KaMeWa, der heute zur Rolls-Royce-Group<br />

gehört. Es handelt sich, wie bei dieser Konfiguration<br />

üblich, um zwei Wing-Jets mit<br />

steuerbaren Hauben und einen mittig installierten<br />

Booster. Drei MAN-Turbodiesel vom<br />

Typ R6 mit je 810 HP beschleunigen die<br />

HEDONIST auf 43 kn, genug für ein 19-m-<br />

Boot. Wer möchte da nicht mitfahren?<br />

Wenn das nicht einmal ein Vorbild für ein<br />

ungewöhnliches Modell wäre … nur die fehlenden<br />

Unterlagen dürften diesen Wunsch<br />

sicher sehr schnell bremsen. Es soll ja aber<br />

Kollegen geben, die für einen Nachbau mit<br />

einer Seitenansicht und einer Decksdraufsicht<br />

auskommen. Skizze 1 liefert diese Angaben,<br />

die technischen Daten finden sich in<br />

einer Tabelle am Ende dieses Beitrages.<br />

MANGUSTA 108´<br />

Diese elegante „Maxi-Open“, wie die Werft<br />

OVERMARINE <strong>im</strong> italienischen Viareggio<br />

ihre Offshore-Yachten nennt, konnte ich<br />

bereits während der „boot“ in Düsseldorf<br />

bewundern. OVERMARINE produziert Modelle<br />

von 72 bis 165 Fuß Länge. Damit liegt<br />

die 108er <strong>im</strong> Mittelfeld und ist wohl auch<br />

deshalb einer der Verkaufsschlager der<br />

Werft. Etliche dieser 11 Millionen Euro teuren<br />

Exemplare werden <strong>im</strong> Charterbereich<br />

eingesetzt, wodurch gerade dieses Boot<br />

sehr bekannt geworden ist.<br />

Die MANGUSTA 108´ hat für einen Mega-<br />

Offshorer eher klassische, aber wohl gerade<br />

deshalb geradezu atemberaubende<br />

Linien (Foto 5), und auch OVERMARINE<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 69


Foto 6: Steuerstand der MANGUSTA 108´<br />

(Foto: OVERMARINE)<br />

Foto 8: MANGUSTA 108´ (Foto: OVERMARINE)<br />

Foto 9: Das PERSHING-Flaggschiff 115´<br />

(Foto: PERSHING)<br />

Foto 7: Jet-Bike-Garage mit Kran an Steuerbord<br />

der 108er (Foto: Jörg Dreischulte)<br />

bietet diesen Mega-Offshorer als Semi-<br />

Custom-Bau an. Damit ist jedes einzelne<br />

Boot ein Unikat, lediglich die Antriebseinheiten<br />

sowie die dazugehörige Technik <strong>im</strong><br />

Steuerstand (Foto 6) sind „Standard“. Die<br />

beiden KaMeWa S63-Jets werden von je<br />

einer 2600 HP starken MTU-Maschine<br />

angetrieben. Die Turbodiesel vom Typ 16V<br />

2000 M94 verleihen der Maxi-Open eine<br />

Topspeed von 40 kn.<br />

Um be<strong>im</strong> Thema Jet zu bleiben: Zwei<br />

Jet-Bikes (je eines pro Seite) sind in den<br />

Rumpf-Seitenteilen auf dem Achterdeck<br />

verstaut (Foto 7) und ein Jet-Tender in<br />

einer großen Heckgarage vor der Badeplattform<br />

gehört ebenfalls zur Ausstattung<br />

der Yacht. Auf der Seitenansicht (Skizze<br />

2) sind die Klappen der Jet-Bike-Garagen<br />

eingezeichnet. Interessant ist, dass durch<br />

die getrennte Lagerung jedes Bike seinen<br />

eigenen Kran zum Wassern hat. Foto 8<br />

zeigt die Yacht bei Full-Power.<br />

PERSHING 115´<br />

Diese von Fulvio S<strong>im</strong>one gezeichnete<br />

Designschönheit<br />

zieht bereits an der Pier alle Blicke<br />

auf sich. Das PERSHING-<br />

Flaggschiff (Foto 9) vereint das<br />

Design einer großen Open mit<br />

dem Platzangebot und dem<br />

Skizze 2: MAGUSTA 108´ Luxus einer Mega-Yacht. Statt<br />

des allgemein üblichen großen<br />

Glasschiebedachs besitzt die<br />

115er eine Mini-Flybridge, eine kleine „Private<br />

Area“ (Foto 10), weil von außen kaum<br />

einsehbar. Die Bau-Nummer 1 wurde auf<br />

den Namen „Don´t touch“ getauft, treffender<br />

geht es wohl kaum. In Genua wurde die<br />

Yacht dann auch mit dem begehrten „Italian<br />

Style Mega Yacht Award“ ausgezeichnet.<br />

Die PERSHING 115 brilliert durch zweierlei<br />

Foto 11: Der modern eingerichtete<br />

Hauptsalon der 115er (Foto: PERSHING)<br />

Extreme: Erstens durch das exzeptionelle<br />

Design, welches durch die fließenden<br />

Linien, gepaart mit der offenen Bauweise<br />

eines „Open-Cruisers“ erreicht wurde, und<br />

zweitens durch das extrem kraftvolle Antriebspaket<br />

<strong>im</strong> Heck der Yacht. Doch bleiben<br />

wir zunächst einmal bei den technischen<br />

Highlights der PERSHING. Hier wurde alles<br />

verwirklicht, was möglich ist. Angefangen<br />

vom elektrisch versenkbaren Esstisch auf<br />

dem Vorschiff, das über ein ebenso elektrisch<br />

versenkbares B<strong>im</strong>initop verfügt, über<br />

das runde und drehbare Sunbed auf der Minifly<br />

und die vier exklusiven – und natürlich<br />

elektrisch verstellbaren – Sonnenliegen, bis<br />

hin zur voll versenkbaren Glaswand, die<br />

dem Abschluss des Hauptsalons dient. Im<br />

Hauptsalon (Foto 11) findet man modernstes<br />

Media-Equipment inkl. eines riesigen<br />

Flatscreens, der aus der Decke ausgefah-<br />

Foto 12: Steuerstand der PERSHING 115´<br />

(Foto: PERSHING)<br />

70 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Foto 15: Erste Testfahrten der MILLENIUM 140´ in der Nordsee<br />

1:27,5 Damit passen beide<br />

Modelle sehr gut zu Modellen<br />

wie der MOONRAKER, sind<br />

aber durch ihre Rumpflänge<br />

von 118 cm (jeweils plus Badeplattform)<br />

noch recht handlich.<br />

Skizze 2 zeigt die MANGUS-<br />

TA, Skizze 3 die PERSHING.<br />

Kommen wir nun zum derzeitigen<br />

Highlight, der<br />

Foto 10: Die Mini-Flybridge (Foto: PERSHING)<br />

Foto 13: PERSHING 115´ in Action<br />

(Foto: PERSHING)<br />

Skizze 03: PERSHING 115´<br />

ren werden kann. Diese Technik wurde sehr<br />

anhe<strong>im</strong>elnd in helles Kirschholz, gepaart<br />

mit schneeweißem Leder verpackt. Der<br />

vom Salon her offene Steuerstand auf Foto<br />

12 lässt erahnen, was uns <strong>im</strong> Motorraum<br />

erwartet. Dort sind zwei MTU-Turbodiesel<br />

vom Typ 16V 4000S mit je 3700 HP an je<br />

einen KaMeWa-Jet gekuppelt und verleihen<br />

der 35-m-Yacht so eine Geschwindigkeit<br />

von 42 kn. Doch damit nicht genug: Weitere<br />

5100 HP werden durch eine TEXTRON-LY-<br />

COMING-Gasturbine bereitgestellt, die auf<br />

einen KaMeWa-Boosterjet arbeitet. Diese<br />

Zusatzleistung katapultiert die 115er auf<br />

eine Topspeed von 55 kn. Damit erinnert<br />

diese Antriebs-Konfiguration sehr an die<br />

Hochgeschwindigkeitsyachten von Frank<br />

Mulder. Auf jeden Fall zählt diese PER-<br />

SHING zweifellos zu den ganz Schnellen<br />

auf dem Wasser.<br />

Wer von der MANGUSTA 108´ oder der<br />

PERSHING 115´ so fasziniert ist, dass<br />

er ein Modell einer dieser Yachten bauen<br />

möchte, kann hierzu recht gut den GfK-<br />

Rumpf der SUNSEEKER Predator 108´<br />

aus dem MARINETIC-Programm verwenden.<br />

Die Maßstäbe betragen dann für die<br />

MANGUSTA 1:26,6, und für die PERSHING<br />

Foto 14: Verwaltung mit anschließender<br />

Werfthalle von MILLENNIUM Yachts in<br />

Hardinxveld/Holland<br />

MILLENNIUM<br />

140´<br />

gezeichnet von Frank Mulder.<br />

Kurz etwas zur Entwicklungs-<br />

Geschichte dieser außergewöhnlichen<br />

Yacht: Nach der<br />

Pleite um den Bau der GOL-<br />

DEN EYE auf der deutschen<br />

Werft PR Marine gründete<br />

John Staluppi eine eigene<br />

Werftgruppe, MILLENNIUM<br />

SUPERYACHTS. Von nun<br />

an wollte er sich endlich den<br />

Traum seiner eigenen Yachtserie erfüllen.<br />

Wie schon bei PR Marine sollte diese Serie<br />

aus Yachten von etwa 80 bis 200 Fuß<br />

mit ähnlichem Design bestehen, und auch<br />

das Team für diese Entwürfe war wieder<br />

gleich:<br />

Frank Mulder ist als Naval-Designer für die<br />

Hydronamik sowie für das Exterieur, Even<br />

K. Marshall als Innenarchitekt für das Interieur<br />

verantwortlich.<br />

Neben den ersten kleineren Einheiten der<br />

Yachtserie sollte die erste MILLENNIUM<br />

140´ Staluppis Markenzeichen und sein eigenes<br />

Schiff werden, vor allem wollte er damit<br />

aber wieder einmal die schnellste Yacht<br />

der Welt besitzen. Diese Vorgaben sollten<br />

für Frank Mulder jedoch zur Herausforderung<br />

werden, denn die 140er war als Dreidecker<br />

konzipiert und somit entsprechend<br />

schwer. Außerdem war zu diesem Zeitpunkt<br />

die Yacht des Spanischen Königs, die MY<br />

FORTUNA II, die schnellste Yacht der Welt,<br />

also galt es 64,8 kn zu toppen. Als Staluppi<br />

sich dann zum ersten Mal wieder mit Frank<br />

Mulder zur Projektierung der Yacht traf,<br />

sagte er nur kurz entschlossen und mit seinem<br />

bekannten breiten Grinsen: „Let´s do it<br />

again Frank.“<br />

Vor der Kiellegung auf der hauseigenen<br />

Werft <strong>im</strong> niederländischen Hardinxveld<br />

(Foto 14) klärten etliche Tanktests <strong>im</strong> Vorfeld<br />

ab, ob und wie die Ziele von Staluppi<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012 71


Foto 20: Die Rekordfahrt der THE WORLD IS NOT ENOUGH<br />

Foto 16: Die riesigen<br />

LIPS-Jets der MILLENNIUM<br />

Foto 17: Die Ventilator-Öffnungen für<br />

die „Beatmung“ der beiden Turbinen<br />

Foto 18: Gewichts-Aufkleber auf<br />

Möbelteilen des Interieurs<br />

erreicht werden könnten. Um kurz noch<br />

eine falsche, <strong>im</strong> Umlauf befindliche Information<br />

zu korrigieren: John Staluppis 140er<br />

wurde nicht in den USA gebaut, sondern in<br />

der eigens für diese Yacht gekauften Werft<br />

in den Niederlanden. Auch die ersten Testfahrten<br />

fanden auf der Nordsee und nicht<br />

vor der Küste <strong>Florida</strong>s statt! Doch zurück<br />

zur Yacht. Die mit dem Rumpf <strong>im</strong> Testtank<br />

erreichte Geschwindigkeit lag zwischen 68<br />

und 69 Knoten, und so wurde von nun an<br />

die 70-kn-Marke angepeilt. Auf Foto 15 sieht<br />

man die Yacht bei ihren ersten Testfahrten,<br />

welch ein Anblick! Stammleser der Schiffs-<br />

Modell erinnern sich evtl. an den Bericht in<br />

Heft 11/2006 über meinen Besuch bei der<br />

Fa. Mulder. Dort konnte ich einen Blick auf<br />

die drei riesigen Jet-Drives (Foto 16) sowie<br />

die beiden Auspuff- und die drei Ventilator-<br />

Öffnungen (Foto 17) werfen. Letztere lassen<br />

den beiden Gasturbinen die nötige Luft zum<br />

Atmen zukommen.<br />

Doch vor der Technik stand die nötige Reduzierung<br />

des Gesamtgewichtes, um die von<br />

Staluppi geforderte Topspeed überhaupt zu<br />

erreichen. Das Gewicht jedes einzelnen Möbelteils<br />

war computergenau berechnet worden,<br />

und so sah ich später auf jedem dieser<br />

Möbelteile einen Aufkleber (Foto 18) mit<br />

dem Sollgewicht des jeweiligen Teils. Wurde<br />

dieses Gewicht überschritten, verschwand<br />

das entsprechende Teil auf N<strong>im</strong>merwiedersehen<br />

<strong>im</strong> Müllcontainer … Aber nur so<br />

konnte das vorgesehene Gewichtsl<strong>im</strong>it der<br />

Yacht eingehalten werden. Selbst wichtige<br />

tragende Teile wurden aus Verbundfaser-<br />

Werkstoffen oder extrem leichtem Sperrholz<br />

hergestellt.<br />

Be<strong>im</strong> Interieur erreichte man die Gewichtsreduzierung<br />

durch die Verarbeitung von extrem<br />

dünnen Holzfurnieren aus hochglänzender<br />

Walnuss, welche auf einen Nomex-Waben-<br />

Kern aufgebracht wurden. Staluppi wollte<br />

einen „Wow“-Effekt durch den Kontrast des<br />

äußeren Highspeed-Designs zum klassisch-luxuriösen<br />

Interieur erreichen. Foto<br />

19 beweist, dass dies perfekt gelungen ist!<br />

Skizze 04:<br />

MILLENNIUM 140´<br />

Foto 19: Klassischer Look <strong>im</strong> Inneren<br />

72 <strong>SchiffsModell</strong> 2/2012


Bert Elbel<br />

Faszination<br />

JET-POWER<br />

Der Jet-Antrieb <strong>im</strong><br />

Modellbau<br />

T e c h n i s c h e D at e n<br />

HEDONIST MANGUSTA 105´ PERSHING 115´ MILLENNIUM 140´<br />

Bauwerft Art of Kinetic Overmarine Pershing Millennium/<br />

Belgrad/Serbien Viareggio/Italien Forli/Italien Holland<br />

Länge ü. a. 19,00 m 33,48 m 35,07 m 42,44 m<br />

Breite 5,28 m 7,12 m 7,20 m 8,25 m<br />

Tiefgang 1,10 m 3,95 m 1,35 m 1,87 m<br />

Verdrängung 31,0 t 120,0 t 133,6 t –<br />

Motoren 3 x MAN 2 x MTU 2 x MTU 2 x MAN<br />

R6-800 16V 2000 M94 16V 2000 PAXMAN<br />

Turbodiesel 1 x LYCOMING- 2 x LYCOMING-<br />

Turbine<br />

Turbine<br />

Antriebs-Leistung 3 x 810 HP 2 x 2600 HP 2 x 3700 HP 2 x 5436 HP<br />

1 x 5100 HP 2 x 4800 HP<br />

Jet-Drives 3 x KaMeWa 2 x KaMeWa 3 x KaMeWa 3 x LIPS-Jets<br />

Geschwindigkeit max. 43 kn max. 40 kn max. 55 kn max. 68 kn<br />

Klettern wir nun endlich gemeinsam hinab<br />

in den sehr engen Motorraum. Eng? Bei<br />

8,25 m Breite? Nun ja: Zwei riesige Turbodiesel<br />

auf beiden Seiten des Maschinenraums<br />

und zwei Gasturbinen mit einem<br />

großen gemeinsamen Getriebe in der Mitte<br />

lassen den großen Raum recht schnell klein<br />

werden. Ganz gegen Mulders Gewohnheit<br />

wurden zum ersten Mal Turbodiesel der<br />

Firma MAN-PAXMAN mit je 5436 HP und<br />

Jet-Drives der Firma LIPS-Jets eingebaut,<br />

eine ganz neue Kombination. Die beiden<br />

LYCOMING T40-Turbinen mit je 4800 PS<br />

sind dann wieder allgemeiner Standard<br />

<strong>im</strong> Yachtbau. Die Turbinen wirken über ein<br />

Getriebe der Firma RENK auf einen LIPS-<br />

Booster-Jet. Die Drehzahl der Turbinen von<br />

je 16000 min -1 wird <strong>im</strong> Getriebe auf jettaugliche<br />

5000 min -1 reduziert.<br />

Bei einer der ersten Testfahrten in der Nordsee<br />

erreichte die 140er 62 Knoten. Nachdem<br />

Motoren und Antriebe noch ein bisschen<br />

mehr aneinander angepasst worden<br />

waren, erreichte man 45 kn bei einer Antriebsleistung<br />

von gerade mal 53 %. Letztlich<br />

wurden die angestrebten 70 kn aber<br />

nie gefahren, die höchste offiziell gemessene<br />

Topspeed waren 68 kn (Foto 20) mit<br />

85 % Motorleistung. Damit hatte Staluppi<br />

sein Ziel wieder mal erreicht. Übrigens hat<br />

er seine Yacht wieder passend nach dem<br />

Titel eines James Bond-Films getauft: THE<br />

WORLD IS NOT ENOUGH.<br />

Auch diese wunderschöne High-Speed-<br />

Yacht gäbe natürlich ein tolles Modell ab.<br />

Nach Rücksprache mit Frank Mulder war<br />

schnell klar, dass sich der Graupner-Rumpf<br />

der MOONRAKER problemlos verwenden<br />

ließe, denn der Rumpf der THE WORLD IS<br />

NOT ENOUGH ist eine Weiterentwicklung<br />

der MOONRAKER. Der Maßstab läge dann<br />

bei etwa 1:29, womit die Superyacht sehr<br />

gut zu Modellen wie Kehrers ANTIPODEAN<br />

oder der Dumas TIME passen würde.<br />

Der Jet-Antrieb auch<br />

Wasserstrahlantrieb<br />

genannt, wird von<br />

vielen als der faszinierendste<br />

Schiffsantrieb<br />

überhaupt bezeichnet.<br />

Im Originalbereich ist<br />

die Bandbreite der<br />

mit dieser Antriebsart<br />

ausgerüsteten Schiffe<br />

äußerst groß, er reicht<br />

vom Jet-Bike bis hin<br />

zu Luxusyachten oder<br />

sogar Passagierfähren.<br />

Die komplette Thematik,<br />

sowohl <strong>im</strong> Originalals<br />

auch <strong>im</strong> Modellbaubereich,<br />

wird in<br />

diesem Fachbuch ausführlich<br />

abgehandelt.<br />

Breiten Raum n<strong>im</strong>mt<br />

die Vorstellung der auf<br />

dem Markt erhältlichen<br />

Modell-Jets und<br />

der dazu passenden<br />

Modelle ein. Tipps zur<br />

Auswahl, Motorisierung<br />

und Ansteuerung<br />

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<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012<br />

73


Feuer an Bord!<br />

Demnächst in der<br />

LiPo-Heizkoffer <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong><br />

... und noch vieles andere mehr!<br />

Aus aktuellem Anlass kann es<br />

zur Verschiebung angekündigter<br />

Beiträge kommen.<br />

Seite<br />

aero-naut . . . . . . . . . . . 21<br />

arkowood . . . . . . . . . . . 21<br />

bacuplast . . . . . . . . . . . 7<br />

Bastler Zentrale . . . . . . 7<br />

Berlinski . . . . . . . 7, 15, 21<br />

EMC-Vega . . . . . . . . . . 15<br />

Faber . . . . . . . . . . . . . . 64<br />

Graupner . . . . . . . . . . U 2<br />

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Die Neuheiten der<br />

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<strong>SchiffsModell</strong> erscheint jeweils in der letzten<br />

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