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MEER & YACHTEN Excellence V (Vorschau)

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TOP 100: DIE GRÖSSTEN <strong>YACHTEN</strong> DER WELT<br />

<strong>YACHTEN</strong><br />

<strong>MEER</strong><br />

<strong>YACHTEN</strong><br />

<strong>MEER</strong><br />

In Zusammenarbeit mit | meerundyachten.de | 03/13 | 7,00 €<br />

Luxus auf dem Wasser<br />

Österreich/Luxemburg/Spanien 7,50 € I Schweiz CHF 13 I Frankreich 7,50 € I Griechenland 7,50 € I Italien 7,50 € I Litauen 7,50 € I Portugal 7,50 € I DKK 57,00 I KN 86,00 I PLN 44 I YTL 18,70<br />

YACHTCHECK<br />

FERRETTI 690<br />

PAOLA TRIFIRÒ<br />

YACHTING ALS LEBENSSTIL<br />

EXKLUSIV<br />

PETRUS II<br />

BENETTIS CLASSIC<br />

SUPREME 132’<br />

EXCELLENCE V<br />

CHARTERN IN PERFEKTION<br />

1 SEGEL JOURNAL MAI/JUNI 2012<br />

REISE<br />

ABTAUCHEN IN<br />

INDONESIEN<br />

03/2013 I 1


2 I 03/2013


Editorial<br />

Wir wachsen<br />

Der Super- und Megayachtmarkt ist der Wachstumssektor in der<br />

Bootsbranche. Vielleicht nicht von den Stückzahlen – da sind wir<br />

immer noch weit entfernt von den Zeiten vor 2008. Aber von der<br />

Länge. Die Top 100 der größten Yachten der Welt gibt Auskunft<br />

darüber (ab Seite 86): 26 Schiffe sind bereits größer als 100 Meter,<br />

Tendenz zunehmend; angeführt von der gerade bei Lürssen vom<br />

Stapel gelaufenen Azzam mit stolzen 180 Metern Länge. So manches<br />

Kreuzfahrtschiff nimmt sich dagegen schon fast klein aus. Aber während die abgewrackt werden,<br />

bleiben die meisten Yachten erhalten. Lloyds Register schätzt, dass lediglich 20 Superyachten bis jetzt<br />

außer Dienst gestellt wurden. Die Nachfrage auch nach Schiffen für ein Refit ist also ungebremst.<br />

Auch die Kunden in diesem Marktsegment werden von der Zahl her eher mehr. Die Forbes Liste der<br />

reichsten Menschen dieses Planeten weist für 2013 1.426 Milliardäre aus, 210 mehr als im vergangenen<br />

Jahr, 58 kommen aus Deutschland. Die meisten Zuwächse gibt es übrigens bei den Frauen: 138<br />

Milliardärinnen gibt es mittlerweile. Das dürfte – vorausgesetzt sie kaufen auch Yachten – auch das<br />

Design der Schiffe beeinflussen. Aber das geht auch so längst weg von Mahagoni, Teak und kleinen<br />

Bullaugen. Die Eigner von Yachten streben mehr nach lichtdurchfluteten Lofts und einer Art globalem<br />

Design (ab Seite 30); häufig finden Naturmaterialien wie Stein und verschiedene Hölzer Anwendung.<br />

Zunehmend betrachten Eigner ihre Schiffe auch als Geldanlage, bei kleineren Schiffen war das schon<br />

in den vergangenen Jahren ein Trend. <strong>Excellence</strong> V (ab Seite 74) ist ein gutes Beispiel dafür. Die jüngste<br />

Auslieferung von Abeking&Rasmussen wurde speziell für den Chartermarkt optimiert. Sie beweist,<br />

dass eine nach außen traditionell aussehende Yacht in ihrem Inneren weit entfernt ist von klassischem<br />

Yachtdesign. Deswegen widmen wir ihr diesmal als Spotlight auch einige Seiten mehr.<br />

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen der neuen <strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong>,<br />

Ihr<br />

Claus Reissig<br />

Chefredakteur<br />

reissig@meerundyachten.de<br />

03/2013 I 3


inhalt03<br />

Titelthemen<br />

18 Petrus II Benettis Classic Supreme 132’<br />

38 yachtcheck Ferretti 690<br />

52 Paola Trifirò Yachting als Lebensstil<br />

66 Superyacht-Reise Indonesien<br />

74 excellence V A&Rs perfekte Charteryacht<br />

18<br />

yachten Projekte<br />

14 Glanzlichter<br />

18 petrus II<br />

40 Meter lang ist Benettis jüngste Auslieferung und der Stolz<br />

der Werft. Claus Reissig über die Classic Supreme 132, die<br />

gerade auf der Miami Boat Show in den USA ihren Einstand feierte<br />

30 Wie entwickelt sich das Interieur-Design?<br />

Das Innendesign wird immer mehr zu einem Kaufkriterium für<br />

eine Yacht, maritim und Mahagoni allein genügen nicht mehr.<br />

Für <strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong> erläutern Experten die Trends, Materialien<br />

und was die Kunden vom Design erwarten<br />

38 Yachtcheck: Ferretti 690<br />

Ferretti setzt mit seiner 22-Meter-Yacht das Konzept nach<br />

möglichst optimaler Raumnutzung wieder einmal gekonnt um.<br />

<strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong> hat das Schiff mit den großen Maschinen und<br />

in der Vier-Kabinen-Version gefahren<br />

46<br />

46 Bougainville<br />

Der Bereich um 70 Fuß scheint für viele Segelyachtwerften derzeit<br />

sehr Erfolg versprechend. Auch Claasen hat einen neuen 22 Meter<br />

langen Cruiser-Racer aufgelegt. Für<br />

die Bougainville hat die Werft auch<br />

hochrangige Spezialisten aus dem<br />

Superyachtbereich verpflichtet<br />

30<br />

TITELfoto: excellence V/jeff brown; FOTOS DIESE SEITE: thierry ameller, claasen-werft, newcruise/katharina raczek<br />

4 I 03/2013


The new Princess 88 Motor Yacht<br />

A member of the Moët Hennessy Louis Vuitton family<br />

High performance Flybridge Motor Yachts and V Class Sports Yachts from 39–130 feet<br />

ÖSTERREICH: Boote Feichtner +43 (732) 774416-0 · verkauf@bootefeichtner.at · www.bootefeichtner.at<br />

SPANIEN: Princess Motor Yacht Sales +34 971 676 439 · germany@princess.eu.com · www.princess.eu.com<br />

NORDEN DEUTSCHLAND: International Yacht Centre +49 (57 31) 98 29 510 · info@iyc-yachts.de · www.iyc-yachts.de<br />

SCHWEIZ: Bächli International Boat Sales +41 (41) 620 37 00 · info@boat-trade.com · www.boat-trade.com<br />

www.princessyachts.com


inhalt03<br />

52<br />

yacht stil<br />

50 Glanzlichter<br />

52 Ein Mittagessen mit Paola Trifirò<br />

Für die italienische Anwältin gehören Yachten zum Leben.<br />

Ihre Schiffe wurden über die Jahre immer größer bis zur<br />

jetzigen Zefira, einer 50-Meter-Slup von Fitzroy Yachts in<br />

Neuseeland. Mark Chisnell hat sie für <strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong> in<br />

Mailand getroffen<br />

58 Gesunder Wettbewerb<br />

Auf der Antigua Charter Yacht Show zeigen sich nicht nur die<br />

spektakulärsten Yachten, sondern auch deren Köche ermitteln<br />

hier ihre Meister<br />

reise charter<br />

64 Glanzlichter<br />

66 Indonesien<br />

Der ehemalige Bergungsschlepper Asteria ist nicht nur für<br />

Expeditionen ins Eis perfekt. Tim Thomas erlebte mit dem Schiff<br />

auf einem Törn in Indonesien vielleicht die schönsten Tauchgründe<br />

der Welt<br />

74 spotlight: <strong>Excellence</strong> V<br />

Die Abeking&Rasmussen-Yacht wurde 2012 ausgeliefert.<br />

Ganz oben im Lastenheft stand dabei die Eignung für den<br />

Chartermarkt. Marilyn Mower über eine perfekte Charteryacht<br />

66<br />

74<br />

broker refit<br />

84 glanzlichter<br />

86 Die 100 gröSSten (Motor-)Yachten der Welt<br />

Welche ist die größte, spektakulärste, neuste Yacht in den<br />

Top 100? Zusammen mit der Partnerzeitschrift BOAT<br />

INTERNATIONAL stellen wir die größten Yachten der Welt vor<br />

standards<br />

03 editorial<br />

10 Augenblicke<br />

83 impressum<br />

98 wo ist eigentlich...<br />

... die Flying Cloud?<br />

6 I 03/2013<br />

FOTOS DIESE SEITE: carlo borlenghi, tim thomas, jeff brown<br />

Eine Ausgabe verpasst?<br />

bestellen sie das Heft im Netz:<br />

meerundyachten.de


20 June – 23 June, 2013<br />

principality of<br />

Monaco<br />

www.superyachtrendezvous.com<br />

SponSored by<br />

A celebration of yachting life, exclusive to superyacht owners, their families and friends


Viareggio, 08.05.2012<br />

Bevor es in Italien an den Ausbau der Picchiotti 73M mit der internen<br />

Baubezeichnung C.2189 geht, kommt der fertige Rumpf erst einmal<br />

an die ganz lange Leine. Die Rümpfe der Vitruvius-Serie entstehen<br />

nämlich in einer Perini-Navi-Dependance in Yildiz/Türkei, ein<br />

Schlepper übernimmt den Transport zur Heimatwerft. Wenn C.2189<br />

erst einmal fertig ist, sollen zwei Pods für einen eigenen Antrieb und<br />

knapp 17 Knoten Speed sorgen. Bei zwölf Knoten soll eine Reichweite<br />

von 7.500 Seemeilen möglich sein. Einen Schlepper bekommt das<br />

Schiff also hoffentlich so schnell nicht wieder zu Gesicht.<br />

perininavigroup.it<br />

FOTO: perininavigroup<br />

10 I 03/2013


AugenBlicke<br />

03/2013 I 11


12 I 03/2013


AugenBlicke<br />

Miami, 14.02.2013<br />

FOTO: hersteller<br />

Auf der Miami International Boat Show in den USA präsentierte<br />

eine bewährte Auto-Boot-Kooperation eine beeindruckende<br />

Konzeptstudie. Die Concept Cigarette AMG Electric Drive hat<br />

einen aus Offshore-Rennen hervorgegangenen Rumpf,<br />

gespickt mit Technik-Features aus dem neuen Mercedes SLS<br />

AMG Coupé Electric Drive. Daraus resultiert nichts Geringeres<br />

als das weltweit stärkste Powerboat mit Elektroantrieb. 1.656<br />

Kilowatt Leistung und 3.000 Newtonmeter Drehmoment<br />

wuchten die Elektromotoren auf die Antriebe – dreimal so viel,<br />

wie im AMG SLS für den Vortrieb zur Verfügung stehen. Die<br />

Batteriespannung beträgt jeweils 400 Volt. Die Cigarette soll<br />

mit 240 kWh über 86 Knoten schnell sein, der Flügeltürer wird<br />

auf 250 Kilometer pro Stunde begrenzt. daimler.com<br />

03/2013 I 13


yachten projekte<br />

Glanzlichter<br />

K&M Yachtbuilders, Satellite Yacht Design und Guido de Groot Design präsentieren gemeinsam das neue Projekt Axonite 57. Ende<br />

2010 war bereits die Axonite 69 in Makkum vom Stapel gelaufen, jetzt haben die drei Unternehmen mit der 57 die kleinere Schwester<br />

entwickelt. Im Prinzip wurden die Konstruktionskriterien der 69 beibehalten, der Fokus liegt gleichermaßen auf hohem Komfort und guten<br />

Segeleigenschaften. Durch einen Hubkiel (1,40 bis 2,90 Meter Tiefgang) konnte ein gutes Verhältnis zwischen Segelfläche und Gewicht<br />

entstehen. Zudem sorgen 1,8 Tonnen Wasserballast pro Seite für zusätzliches aufrichtendes Moment. kmy.nl<br />

Länge 17,50 m; Verdrängung 21,5 t; Segelfläche 171,5 qm<br />

Axonite 57<br />

Xpresso von Setzer Design<br />

NISI Yachts baut den von Setzer Design gestalteten Katamaran<br />

NISI 1700. Auftraggeber ist ein erfolgreicher amerikanischer<br />

Unternehmer und Politiker. Die Yacht wird das vierte<br />

Setzer Design für NISI und bereits im Frühjahr auf Kiel gelegt.<br />

Während Standard-NISI-Modelle mit Gondelantrieben<br />

ausgestattet sind, wird die Xpresso 1700 zwei Caterpillar C-<br />

18-Diesel bekommen. Die Gesamtleistung beträgt 2.300<br />

PS, angetrieben wird das Schiff mit Jetantrieben. Setzer<br />

legt Wert auf die Verbindung von Außen- und Innenräumen,<br />

die durch komplett aufschiebbare Türen erreicht<br />

wird. Zusätzliche Features sind auf dem Hauptdeck<br />

durchgehende Teakdecks, große Fenster und Kabinen<br />

mit Platz für bis zu sechs Personen. setzerdesign.com<br />

Länge 17 m; Leistung 2 x 1.150 PS; Geschwindigkeit<br />

max. 40 Knoten<br />

FOTOs: Hersteller/Werften<br />

14 I 03/2013


Raymarine<br />

UKW-Funkanlage mit AIS<br />

Lowrance, seit 1957 Marktführer für maritime Elektronik, hat eine<br />

neue 25 Watt Digital Selective Calling (DSC) UKW-Funkanlage<br />

für den Festeinbau auf den Markt gebracht. Link-8 ist für den<br />

weltweiten Betrieb geeignet und mit einem AIS-Empfänger ausgerüstet.<br />

Der AIS-Empfänger stellt auf einem hochauflösenden<br />

Display kritische Kollisionssituationen mit Schiffen dar, die ebenfalls<br />

über AIS verfügen. Die angezeigten Informationen beinhalten<br />

Schiffsname, Rufzeichen, MMSI-Nummer, IMO-Nummer,<br />

Tiefgang und Größe, Position, Geschwindigkeit und Kurs über<br />

Grund, Drehgeschwindigkeit, anliegenden Kurs, Status, Ziel und<br />

Ankunftszeit. lowrance.de<br />

Hollands gröSSte Yacht<br />

Andrew Winch, der nach eigenen Angaben weltweit führende<br />

Yachtdesigner, hat bei Feadship sein Meisterstück bauen lassen.<br />

Mit 99 Metern Länge ist Project Dream die größte jemals<br />

in den Niederlanden gebaute Yacht. Die innen wie außen von<br />

Winch Designs gestaltete Yacht ist immens lang gestreckt, mit<br />

fast aerodynamisch flachen Aufbauten und einem langen, eleganten<br />

Steven. Damit scheint Projektnummer 1004, wie sie intern<br />

heißt (siehe auch Top 100, Seite 86), eines der wenigen<br />

Schiffe zu sein, die mehr nach äußeren Gesichtspunkten als<br />

nach möglichst vielen Decks und Fläche konstruiert wurden.<br />

Jedes einzelne Teil der Yacht wurde nach den Wünschen des<br />

Eigners extra angefertigt. „Sie wird aus der Masse hervorstechen,<br />

wo immer sie auftaucht!“, sagte Winch bei ihrer Taufe.<br />

andrew-winch-designs.co.uk<br />

Länge 99 m; Werft Feadship; Auslieferung 2013<br />

Stapellauf bei<br />

San Lorenzo<br />

Mit der Alchemist Too wurde bereits die siebte San<br />

Lorenzo SD 122 ausgeliefert. Das Schiff ist komplett in<br />

Komposit gebaut. Für den mexikanischen Eigner wurden<br />

einige spezielle Features eingebaut. So wurde die gesamte<br />

Inneneinrichtung in weiß gewachster Eiche hergestellt, die<br />

sich mit weiß lackierten Flächen abwechselt; in den Bädern<br />

wurde beiger und in der Küche brauner Marmor verbaut.<br />

Gegenüber den bisherigen SD 122-Modellen wurde der<br />

Fitnessbereich mit einem eigenen Bad ausgestattet und<br />

am Heck kann eine 2,20 Meter lange Badeplattform ausgefahren<br />

werden. sanlorenzoyacht.com<br />

Länge 38 m; Gäste 10; Crew 6<br />

03/2013 I 15


yachten Projekte I glanzlichter<br />

Neue<br />

Tender<br />

Lucent 44<br />

Mit Hybridantrieb stellt sich Patterson Boatworks seinen<br />

Lucent 44 vor. 80 Liter Treibstoff reichen für bis zu 200<br />

Seemeilen. Der Tender beeindruckt vor allem durch seine<br />

gerundeten Formen und das transparente Heck, das eine<br />

gute Sicht zur See ermöglichen soll. Der Sitzbereich lässt<br />

sich durch das Absenken des Tischs in einen Loungebereich<br />

verwandeln.<br />

pattersonboatworks.co.uk<br />

Länge 13,70 m; Maschinen 2 x 60 kW diesel-elektrisch;<br />

Geschwindigkeit 26 Knoten<br />

Hodgdon<br />

Custom Tender<br />

Hodgdons 10,50 Open Tender wurde von Michael Peters<br />

Yacht Design entworfen und wird an eine Superyachtwerft in<br />

Nordeuropa geliefert; das Beiboot passt zum gleich großen<br />

Limousine-Tender. Es sind zwölf Sitzplätze vorgesehen, das<br />

Boot wird mit einem komfortablen seitlichen Einstieg geliefert.<br />

Alle Teile aus nichtrostendem Stahl werden bei Hodgdon einzeln<br />

angefertigt. Der Tender kann komplett individuell in verschiedenen<br />

Farben oder zum Beispiel mit speziellem Leder<br />

geliefert werden. hodgdonyachts.com<br />

Länge 10,50 m; Maschine 370 PS;<br />

Geschwindigkeit 32 Knoten<br />

33 Limousine – Hybrid<br />

Der Hybridantrieb ist nur eine der Besonderheiten des neuen<br />

Tenders von Green Yachts, vor allem besticht das kantige,<br />

abweisende Design. Während draußen lediglich Plätze für<br />

zwei Crewmitglieder vorgesehen sind, können unter Deck<br />

fünf Gäste reisen. Neben Sofas und Kühlschrank können eine<br />

Crewkabine und eine Nasszelle untergebracht werden. Der<br />

Hybridantrieb ermöglicht komplett elektrisches Fahren mit<br />

entsprechend geringem Geräusch und Vibrationen.<br />

greenyachts.it<br />

Länge 9,99 m; Maschinen 2 x 125 PS plus Elektroantrieb;<br />

Geschwindigkeit 18 Knoten<br />

FOTOs: hErsteller/werften<br />

16 I 03/2013


Outer Reefs Baby für Europa<br />

Umzug mit Admiral Maxima<br />

Am 7. Februar, Punkt 22:00 Uhr, wurde der zweite Rumpf<br />

der Admiral Tecnomar-Werft in die gerade dazugekaufte<br />

Nuovi Cantieri Apuania überführt. Die 47 Meter lange Admiral<br />

Maxima soll dort fertiggebaut werden; für die gerade<br />

einmal vier Kilometer lange Strecke zwischen den Werften<br />

benötigten die vier Mittelsektionen 45 Minuten. Der Bug und<br />

das Heck wurden in einem weiteren Transport nachgeliefert.<br />

Die Auslieferung des in Stahl/Aluminium gebauten Verdrängers<br />

ist für 2014 vorgesehen. Durch den Zusammenschluss<br />

ist eines der größten Werftkonglomerate Italiens entstanden.<br />

admiraltecnomar.com<br />

Länge 47 m; Baumaterial Stahl/Aluminium;<br />

Auslieferung Juni 2014<br />

Nach den erfolgreichen Trawler-Serien 700 und 800 hat die<br />

englische Werft einen „Baby“-Trawler speziell für den europäischen<br />

Markt entwickelt. Die Outer Reef 560 wird über eine über<br />

die gesamte Breite reichende Eignerkabine und zwei vollwertige<br />

Gästekabinen mit En-suite-Bädern verfügen, die Flybridge wird<br />

über die gesamte Schiffsbreite reichen. Zudem wird das Interieur<br />

dem europäischen Geschmack angepasst: Das Schiff wird in<br />

helleren Farben ausgestattet und entweder mit geschlossener<br />

Brücke oder als zum Salon offene Variante zu haben sein; optional<br />

ist eine Skipper-Kabine. outerreefyachts.com<br />

Länge 17,50 m; Verdrängung 31,3 t; Geschwindigkeit max.<br />

20 Knoten<br />

Benetti Logica<br />

Die Benetti Sail Division arbeitet an einer neuen Dreideck-Superyacht<br />

mit dem Namen Logica 160. Die Motoryacht wurde<br />

von Luca Brenta gestaltet und zeichnet sich durch ein flaches<br />

Profil aus. Damit folgt sie der Linie der kleineren Logica 105,<br />

die 17 Meter kürzer ist als die 160. Die gut 31 Meter lange<br />

Yacht wurde auf den speziellen Wunsch eines Eigners entworfen,<br />

der vor allem das Vordeck als seinen Aufenthaltsort wählte.<br />

Unter anderem ist hier ein Swimming-Pool von sieben mal drei<br />

Metern untergebracht. Wie nach dem Vorbild der Tina O kann<br />

dessen Boden angehoben werden und dient dann als Tanzfläche.<br />

Trotz der niedrigen Gesamterscheinung konnten aufgrund<br />

weniger Decks die Innenräume ungewohnt hohe Decken<br />

bekommen. bsdyachts.com<br />

Länge 31,50 m, Leistung 2 x 1.000 PS; Geschwindigkeit<br />

(Reise/max.) 13/14 kn<br />

Emissionsarme MAN-Motoren<br />

MAN bietet für die USA ab 2014 ein breites Spektrum an Yachtmotoren<br />

zur Einhaltung des Emissionsstandards EPA Tier 3.<br />

Schiffsbauer und -eigentümer erfüllen mit den emissionsarmen<br />

MAN-Motoren somit weiterhin die gesetzlichen Anforderungen<br />

der amerikanischen Umweltbehörde EPA (Environmental<br />

Protection Agency). Dabei ist der Kraftstoffverbrauch<br />

unter Volllast im Vergleich zu dem weniger strengen Emissionsstandard<br />

EPA Tier 2 nicht gestiegen. Das Leistungsspektrum<br />

der effizienten MAN-Yachtmotoren mit EPA Tier 3<br />

erstreckt sich von 537 kW bis 1.324 kW (730 PS bis 1.800<br />

PS) und deckt alle V8- und V12-Motoren der neuesten Generation<br />

sowie die Reihensechszylinder ab.<br />

man.eu<br />

03/2013 I 17


yachten Projekte<br />

I benetti classic<br />

18 I 03/2013


petrus II<br />

Benetti entwickelt sich mit beständigem<br />

Wachstum immer mehr zum Branchenprimus.<br />

Jüngstes Kind ist die gut 40 Meter lange<br />

Classic Supreme 132.<br />

text claus reissig fotos thierry ameller<br />

03/2013 I 19


petrus II ist Benettis<br />

neues Juwel,<br />

der erste Rumpf der neuen Classic-Reihe. Ihr Debüt feierte<br />

die 40-Meter-Yacht auf der Miami Boat Show in den USA.<br />

Petrus II ist eine Weiterentwicklung des Benetti-Stils, feinfühlig<br />

von ihrem Konstrukteur Stefano Righini interpretiert. Damit<br />

passt sie perfekt in die bestehende Class-Linie, die derzeit<br />

von der Delfino 93 bis zur Vision 145 reicht.<br />

Genau 40,24 Meter misst die neue Benetti Classic Supreme<br />

132 über alles, 8,28 Meter ist sie maximal breit. Seine Grundlage<br />

bekam das Projekt durch die Notwendigkeit, ein sehr<br />

konkurrenzfähiges Produkt auf den Markt zu bringen, denn<br />

auch der Superyachtmarkt in dieser Größe ist derzeit hart<br />

umkämpft. Nicht zu kurz kommen sollten dabei jedoch Innovationen,<br />

wie sie Benetti für sich als Kernkompetenz<br />

beansprucht. Dazu gehören beispielsweise die Masterkabine<br />

mit eigenem Balkon oder zwei Whirlpools (einer auf dem vorderen<br />

Oberdeck und einer auf dem Sonnendeck) sowie eine<br />

große Außentreppe.<br />

Das Ziel war es, bei der 132-Fuß-Yacht die Charakteristika<br />

einer Verdränger-Yacht, also große Innen- und Außenbereiche,<br />

mit außergewöhnlich viel Komfort zu kombinieren. Bodentiefe<br />

Fenster sowohl auf dem Haupt- als auch auf dem Oberdeck<br />

lassen viel Licht in die Innenräume und geben dem Schiff<br />

nach dem Willen ihrer Erbauer ein rassiges Äußeres. Aufwän-<br />

20 I 03/2013


enetti classic I yachten projekte<br />

Alle Decks der neuen Benetti sind mit Teak<br />

belegt, das nach strengen Standards geschlagen<br />

wurde. Die so genannte Open-<br />

Air-Treppe führt vom Haupt- aufs Oberdeck.<br />

Blick vom Sonnendeck auf das<br />

Vorschiff (gegenüberliegende Seite)<br />

03/2013 I 21


yachten Projekte<br />

I benetti classic<br />

Bodentiefe Fenster sowohl auf dem Haupt- als<br />

auch auf dem Oberdeck lassen viel Licht in die<br />

Innenräume und geben dem Schiff nach dem<br />

Willen ihrer Erbauer ein rassiges ÄuSSeres.<br />

22 I 03/2013


03/2013 I 23


Durch große Fensterflächen wird der Salon auf dem Hauptdeck geradezu in Licht getaucht. Als Holz verwendete die Werft naturbelassene Eiche und Wenge<br />

dige Details sollen helfen, die äußeren Linien zu bewahren.<br />

Besonders stolz ist man auf die einklappbaren Brückennocks,<br />

die nahezu unsichtbar in der Außenhaut verschwinden.<br />

Das Innendesign trägt die Handschrift Francois Zurettis, der<br />

das Schiff in Zusammenarbeit mit Benettis hauseigenem<br />

Design-Team entwarf. Die Inneneinrichtung der Petrus II<br />

besteht aus naturbelassener Eiche und Wenge, angereichert<br />

mit handgefertigten Leder-Einsätzen. Quadratische Paneele<br />

in elfenbeinfarbenem Naturleder<br />

in der Eigner- und den VIP-Kabinen<br />

ziehen sich von den Kopfenden<br />

der Betten weiter bis zur<br />

Decke und geben den Räumen<br />

eine dreidimensionale Tiefe. Hier<br />

wie in anderen Räumen wurde<br />

durch sorgfältig angeordnete<br />

Deckenleuchten eine besondere<br />

Lichtstimmung erzeugt. Eine Mischung<br />

aus Marmor, Leder-Finish<br />

und Mosaiken wurde für die<br />

Bäder verwendet. Aber Petrus II<br />

ist quasi nur ein Beweis für das<br />

Können der Werft: Wie immer<br />

sind Benetti-Interieurs vollständig<br />

auf den jeweiligen Eignerwunsch<br />

konfigurierbar.<br />

Von allen<br />

Mitbewerbern im<br />

Megayachtmarkt<br />

verzeichnet<br />

Benetti derzeit<br />

nach eigenen<br />

Angaben das<br />

gröSSte Wachstum<br />

Etwas irritierend ist die Namensgebung: Die Class-Range<br />

reicht wie erwähnt von 93 bis 145 Fuß, darin werden Typenbezeichnungen<br />

wie Supreme, Crystal oder Vision verwendet<br />

und – wie bei der neuen 132 – eben auch Classic. An diese<br />

Fast-Dopplung muss man sich erst ein wenig gewöhnen.<br />

Wie auch immer: Benetti rüstet seine Yachten mit innovativen<br />

technologischen Systemen aus. Dazu gehört die so<br />

genannte BEST-Platform (Benetti Exclusive Sea Technology),<br />

die alle elektronischen Bordsysteme (Entertainment, Kommunikation<br />

und Sicherheit) in eine einzige benutzerfreundliche<br />

Oberfläche integriert. Durch das ebenfalls integrierte<br />

Navigationssystem können alle Systeme der Yacht inklusive<br />

Navigation und Kommunikation miteinander interagieren, so<br />

dass eine sichere und zuverlässige Überwachung und ein<br />

ebensolches Management der Yacht möglich wird. Das Design<br />

der Anzeigen ermöglicht eine moderne und effiziente<br />

Nutzung des Raumes auf der Brücke mit nur drei Monitoren,<br />

drei Touch-Panels und drei Joysticks. Im Idealfall bedeutet<br />

das die perfekte Kontrolle der<br />

ganzen Yacht mit nur wenigen Instrumenten<br />

und sehr viel Technik.<br />

Hundert Quadratmeter Sonnendecks<br />

schaffen an Deck den<br />

nötigen Komfort und Privatsphäre<br />

für die Gäste. Aufgeteilt sind die<br />

Außenbereiche in vier Zonen; ein<br />

von außen zugängliches Tagesbad<br />

ermöglicht die vollständige Unabhängigkeit<br />

von den Innenbereichen.<br />

Die raffinierten losen und<br />

umgruppierbaren Möbel wurden<br />

vom Eigner der Petrus II selbst<br />

gewählt. Die Sofas sind von Dedon,<br />

die Lunch-Chairs aus Burma<br />

Teak von Royal Botania, während<br />

die fest verankerten Kaffee- und<br />

Esstische vom Benetti-Design-Büro entworfen wurden, welches<br />

damit die ganz besonderen Wünsche des Eigners erfüllt hat.<br />

Bei Benetti legt man Wert darauf, dass sowohl die Sonnenals<br />

auch alle anderen Außendecks mit FSC (Forest Stewardship<br />

Council)-zertifiziertem Teakholz belegt werden; also mit<br />

Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern, das<br />

nur nach strengen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen<br />

Standards geschlagen werden darf. Dasselbe gilt übri-<br />

24 I 03/2013


enetti classic I yachten projekte<br />

Die Sky Lounge auf dem Oberdeck (oben). Die Eignersuite wird durch einen eigenen kleinen Balkon aufgewertet (unten)


yachten Projekte<br />

I benetti classic<br />

Das Eignerbad reicht über die gesamte Schiffsbreite. Neben Eiche wurde heller Marmor verwendet<br />

gens auch für alles andere Holz, das an Bord verwendet wird.<br />

Alle anderen Möbel im Außenbereich wurden in GFK von der<br />

Benetti-Design-Abteilung konzipiert. Über dem vorderen Teil<br />

des Sonnendecks befindet sich ein Kunststoff-Hardtop mit integrierter<br />

Beleuchtung und einem elektrischen Faltdach. Die<br />

mächtigen Sonnenschirme an Bord einer Yacht sind etwas<br />

gewöhnungsbedürftig, aber ungemein praktisch. So werden<br />

beispielsweise beide Whirlpools, die vordere Sitzecke oder<br />

auch die Badeplattform abgeschattet. Im Grunde betonen sie<br />

den großen Freizeitwert, auf den die Classic 132 ausgelegt<br />

wurde. Ein Langfahrtschiff für die große Reise möchte sie vermutlich<br />

nicht sein, auch wenn über 3.500 Seemeilen Reichweite<br />

mit 42 Tonnen Diesel das durchaus ermöglichen würden.<br />

Das Layout des Sonnendecks mit der erwähnten variablen<br />

Möblierung ermöglicht eine beträchtliche Flexibilität. Erreicht<br />

wird das Oberdeck über den von Benetti als Open-Air-Treppe<br />

bezeichneten Aufgang, eine solide Stahlkonstruktion mit<br />

Teak-Stufen. Tatsächlich vermittelt sie ein wenig das Gefühl,<br />

eine große und sonnige Terrasse zu betreten.<br />

In die so genannte Sky Lounge auf dem Oberdeck wurden<br />

als bestimmendes Merkmal zwei bodentiefe Fenster gebaut,<br />

die für wirklich außergewöhnliche Ausblicke sorgen und den<br />

Spieltisch und die Bar auf der einen Seite und die lange<br />

Couch auf der anderen in massenhaft Licht tauchen. Auf der<br />

davor liegenden Brücke können zwei Brückennocks aus der<br />

Bordwand ausgefahren werden.<br />

Auch der Hauptsalon wird geradezu in Licht getaucht, wie<br />

in der Sky Lounge reichen die Fenster im Essbereich bis auf<br />

den Boden hinab und bieten den Gästen ein beeindruckendes<br />

Panorama. Der Tisch selbst hat eine Platte aus Wenge auf<br />

einem Holz-Untergestell mit Intarsien aus satiniertem Stahl.<br />

Die Terrasse der Eignersuite bietet einen kleinen offenen Rückzugsbereich (links); VIP-Kabine im Unterdeck (rechts)<br />

26 I 03/2013


enetti classic I yachten projekte<br />

In der Eigner-Suite ist hinter dem Bett ein begehbarer Kleiderschrank<br />

integriert, der über zwei Eingänge zu erreichen ist<br />

– zum einen aus dem Flur/Büro und zum anderen aus dem<br />

Schlafzimmer neben dem Bett selbst. Eines der Highlights der<br />

Petrus II aber ist die ausfahrbare Terrasse, eine kleine private<br />

Veranda, auf die sich der Eigner zurückziehen kann. Gerade<br />

bei Wind vor Anker vielleicht kein sehr geschützter Platz, aber<br />

doch ein nettes Feature, das den Raum in beeindruckender<br />

Weise aufwertet. An der gegenüberliegenden Wand befindet<br />

sich ein Panoramafenster, der Fernseher ist an der Wand vor<br />

dem Bett durch einen Rahmen stilvoll integriert. Das Kopfende<br />

des Bettes schmücken, wie in den VIP-Kabinen, die mit<br />

beigem Leder bezogenen, quadratischen Paneele. Das Badezimmer<br />

hat die dazu passenden Wände: Benetti gibt die<br />

Farbe des Marmors mit Creme-Champagner an.<br />

LEDs als Beleuchtung wurden vor allem für dekorative<br />

Zwecke genutzt. Sie finden sich in den Vertiefungen über den<br />

Nachttischen und in den Bädern, ober- und unterhalb der<br />

Badmöbel, und oberhalb der Vorhänge. Farbige, berührungsempfindliche<br />

Schalter mit silbernen Rahmen befinden sich<br />

in allen wichtigen Bereichen, sanft durch LEDs beleuchtet,<br />

um sie leichter zu finden. Die Küche der Yacht ist extrem<br />

modern, weiß lackiert, hat eine elegante schwarze Marmor-<br />

Arbeitsplatte und grauen Bodenbelag.<br />

Den Gästen stehen im Unterdeck vier Kabinen zur Verfügung<br />

– zwei VIP-und zwei Doppelkabinen. Alle haben eine<br />

für das Schiffsformat vernünftige Größe und man hat im Stehen<br />

durch große Fenster Blick auf die See. Auch hier finden<br />

sich als durchgängiges Design-Detail die Quadrate aus Leder<br />

an den Wänden. Alle Bäder sind in hellem Marmor gehalten.<br />

Als Besatzung sieht Benetti maximal sieben Personen vor. Der<br />

Kapitän hat seine Kabine auf dem Oberdeck, wie es die Tradition<br />

auf seegängigen Schiffen verlangt, selbst wenn dadurch<br />

Platz für Eigner und Gäste verloren geht. Der Crew-Bereich<br />

befindet sich dagegen mit seinen drei Kabinen im Unterdeck<br />

und verfügt über einen großen, offenen Aufenthaltsraum und<br />

einen gemeinsamen Waschraum.<br />

Die Garage wurde statt für einen großen Tender als Stauraum<br />

für zwei Jetskis verwendet. Für lange Passagen über<br />

die offene See können hier zudem die Möbel des Oberdecks<br />

verstaut werden.<br />

Mit der Classic Supreme 132 ist der italienischen Werft wieder<br />

einmal ein beeindruckender Wurf gelungen. Von allen Mitbewerbern<br />

im Megayachtmarkt verzeichnet Benetti derzeit<br />

nach eigenen Angaben das größte Wachstum. Die komplett<br />

aus glasfaserverstärktem Kunststoff gebauten Class-Yachten<br />

entwickeln sich dabei zu einem immer wichtiger werdenden<br />

Standbein. Zudem kann trotz Serienfertigung jede Benetti-<br />

Yacht in manchen Bereichen nach den Bedürfnissen und Wünschen<br />

der Kunden gebaut werden. Wer es exklusiver liebt, für<br />

den hält die Werft die Custom-Linie bereit: Stahl- und Aluminium-Mega-Yachten<br />

über 47 Meter Länge. Mit insgesamt 27 Bestellungen<br />

ist die zur Azimut-Benetti-Gruppe gehörende Werft<br />

zumindest für die kommenden drei Jahre gut ausgelastet. &<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

EINHANDSEGELN<br />

Trans-Ocean-Preis-Gewinner Manfred Jabbusch weiß, dass<br />

er segeln kann. Deshalb sucht er die ganz besondere Herausforderung.<br />

Die Wahl der Route<br />

für die Überführung seiner Yacht<br />

fällt daher nicht etwa auf die<br />

bequemste, sondern auf die extremste.<br />

Sie führt ihn 2.000 Meilen<br />

durch die Roaring Forties-<br />

Breitengrade von Trinidad bis<br />

Australien durch das sturmgepeitschte<br />

Südpolarmeer – allein.<br />

Oft war es »Segeln am Limit«,<br />

zwangen ihn Stürme, Kälte und<br />

die brutale See an seine physischen<br />

und psychischen Grenzen.<br />

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Segelreviere gelten, so birgen sie dennoch Gefahren<br />

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Frau nach Jahren der Segelabstinenz<br />

ihre Traumyacht und ahnen<br />

nicht, auf welche Abenteuer sie<br />

sich damit einlassen. Volker Rühle<br />

muss erkennen, dass ein Wiedereinstieg<br />

in den Segelsport eine<br />

unvorhersehbare Herausforderung<br />

darstellt. Übermut, falsche<br />

Einschätzungen, ein Moment der<br />

Unaufmerksamkeit und schon<br />

wird es brenzlig. Durchaus mit<br />

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persönlichen Abenteuern, seinen Fehlern, aber auch den<br />

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I benetti classic<br />

petrus II<br />

LÜA 40,24 m<br />

Lwl 32,80 m<br />

Breite 8,28 m<br />

Tiefgang 2,10 m<br />

verdrängung 270 t<br />

brz 1.560<br />

maschinen 2 x MTU 12V 2000 M72, je 1.080 kW (1.450 PS)<br />

geschwindigkeit (max./fahrt) 15.5/14,5 kn<br />

treibstoff 42.800 l<br />

reichweite bei 12 kn 3.500 sm<br />

bugstrahlruder VT Naiad Marine VT60 60kW<br />

stabilisatoren VT Naiad Marine Zero Speed<br />

generatoren 2 x Kohler 80kW<br />

wasser 7.200 l<br />

eigner und gäste 10<br />

crew 7<br />

bauweise Glasfaserverstärkter Kunststoff<br />

klassifizierung RINA Class C<br />

tender 1x6m<br />

konstruktion/aussendesign Stefano Righini<br />

innendesign François Zuretti<br />

werft/baujahr Benetti/2012<br />

benettiyachts.it<br />

Auf dem<br />

Sonnendeck<br />

befindet sich der<br />

große Whirlpool<br />

Hinter der<br />

Brücke auf dem<br />

Oberdeck liegt<br />

die Unterkunft<br />

des Kapitäns<br />

Die Eignerkabine<br />

mit Terrasse auf<br />

dem Hauptdeck<br />

reicht über<br />

die gesamte<br />

Schiffsbreite<br />

Statt eines Dingis<br />

werden in der<br />

Garage zwei<br />

Jetskis sowie<br />

die Möbel der<br />

Außendecks<br />

untergebracht<br />

28 I 03/2013


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yachten Projekte I innendesign<br />

Die Zukunft des<br />

Interieur-Designs<br />

30 I 03/2013


Das Design groSSer Yachten hat sich in den vergangenen<br />

Jahren dramatisch verändert, klassisch maritime Interieurs<br />

sind auf dem Rückzug. <strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong> hat verschiedene<br />

deutsche Firmen nach Trends und Materialien befragt.<br />

text claus reissig fotos newcruise, beiderbeck design, schnaase interior design, Gehr Interior<br />

03/2013 I 31


yachten Projekte I innendesign<br />

Inwiefern hat sich das Innendesign<br />

innerhalb der vergangenen zehn<br />

Jahre geändert?<br />

Beiderbeck Designs: „Wir beobachten in den letzten<br />

Jahren einen immer stärkeren Einsatz ausgefallener Materialien,<br />

was dazu führt, dass es immer schwieriger wird, Highlights<br />

zu setzten. Das gilt sowohl innerhalb der Projekte als<br />

auch mit dem Projekt als Ganzes. Negativer Effekt ist die Tatsache,<br />

dass Sorgfalt und auch klassische Handwerkskunst<br />

sehr häufig der Effekthascherei weichen.“<br />

Birgit Schnaase: „Nachdem wir Mitte der 2000er Jahre<br />

im Höhenflug des Geldflusses viele experimentelle Interieurs<br />

gesehen haben, gibt es im Moment eher zwei Tendenzen:<br />

die einen Kunden lieben den gefühlvollen Minimalismus, das<br />

heißt klare Formen mit erstklassigen Materialien. Die anderen<br />

tendieren zu klassischen Designs mit verschiedenen Hölzern<br />

und zurückhaltenden Farben.<br />

Der Weiterverkauf sowie das Verchartern ist wieder wichtiger<br />

geworden und somit der individuelle Ausdruck der Einrichtung<br />

etwas weniger ausgeprägt.“<br />

Katharina Raczek: „Das Innendesign hat sich auf dem<br />

Yachtmarkt extrem verändert. Newcruise ist vor zehn Jahren<br />

in das Interior Design von Superyachten eingestiegen. Eher<br />

selten trifft man auf die schweren, dunklen Interieurs jener<br />

Tage. Allmählich bewegt sich ein großer, dominanter Trend<br />

zu mehr Leichtigkeit. Wir schätzen allerdings die Vielseitigkeit<br />

unseres Kundenkreises sehr. Die Variation und das Spielen<br />

mit den Stilen und Designdekaden sind doch auch das Begeisternde<br />

und die Herausforderung an unserem Beruf.“<br />

Beiderbeck Designs: „Interessanterweise sind auch<br />

immer häufiger die verwendeten Designprogramme in der<br />

gebauten Einrichtung sichtbar: typischerweise schwierig<br />

zu modellierende Bereiche werden vermieden, Programmfehler<br />

werden exakt umgesetzt. Es wird eine interessante<br />

Herausforderung der nächsten Jahre sein, das Knowhow des<br />

Handwerkers auf der Werft zu erhalten und wieder in die Projekte<br />

einzubinden.“<br />

Gibt es bestimmte Materialien und<br />

Farben, die Sie bevorzugt verwenden?<br />

Beiderbeck Designs: Tim Ulrich und Immo Lüdeling<br />

sind Yachtdesigner der seit über 30 Jahren<br />

bestehenden Firma Beiderbeck Designs. Ihre Entwürfe<br />

zeichnen sich durch elegante Linien und<br />

edle Inneneinrichtungen aus. Sie gewannen zwei<br />

Mal den Design Award der International Superyacht<br />

Society in Fort Lauderdale, Florida und<br />

weitere internationale Design-Awards.<br />

beiderbeckdesigns.de<br />

Birgit Schnaase: „Wir verwenden immer die Materialien<br />

und Farben, die zu unseren Kunden und deren Projekten passen.<br />

Da wir teils für Werften und teils für private Kunden tätig<br />

sind, fallen diese immer recht unterschiedlich aus. Für die<br />

Werften entwickeln wir immer an deren unverwechselbaren<br />

Signaturen Stile und versuchen, mit Farb- und Formwahl das<br />

Produkt von anderen Produkten deutlich fühlbar zu unterscheiden.<br />

Im Moment gibt es eine große Auswahl an strukturierten<br />

Acrylgläsern, die alle denkbaren Farben und Ausdrücke<br />

haben. Materialrecherche ist eine unserer Kernkompetenzen,<br />

da haben wir viel zu zeigen.“<br />

Katharina Raczek: „Newcruise benutzt gerne edle Uni-<br />

Stoffe, die geschickt miteinander zu einem Design verbunden<br />

werden. Dadurch bekommt der Einsatz von Textil eine<br />

32 I 02/2013 03/2013


Katharina Raczek<br />

stieSS 2002 zu Newcruise,<br />

wo sie bereits in<br />

leitender Funktion am Innendesign<br />

der 67-Meter-Motoryacht Triple Seven<br />

beteiligt war, später auch an der 74 Meter langen Siren,<br />

die 2009 mit einem World Superyacht Award ausgezeichnet<br />

wurde. Seit 2008 ist sie Junior-Partnerin<br />

von Newcruise, wo sie heute federführend für den<br />

Bereich Principal Interior Design zuständig ist.<br />

newcruise.de<br />

sehr große Eigenständigkeit. Florale Muster applizieren wir<br />

auf Stoffe tendenziell eher über Stickereien, da sie dadurch<br />

wesentlich pointierter hervorgehoben werden und natürlich<br />

auch luxuriöser und reicher wirken. Auch graphische Muster<br />

begeistern uns sehr und werden gerne für Einzelstücke<br />

eingesetzt. Gerade bei der Stoffwahl kommt es sehr auf das<br />

Konzept des Interieurs an. Sie muss sehr überlegt getroffen<br />

werden, um die umgebenden Formen und Strukturen abzurunden<br />

und zu komplettieren.“<br />

Beiderbeck Designs: „Da für uns das Einfühlen in<br />

Kunden und Projekt, in die technischen Gegebenheiten<br />

und die geplante Nutzung des Objekts ein wesentlicher Teil<br />

des Designprozesses ist, bildet sich im Laufe der Arbeit an<br />

einer Einrichtung ein Gefühl für die Materialpräferenzen, das<br />

vielmehr vom Projekt als von uns, den Designern, abhängig<br />

ist. Als generelle Leitlinie könnte man sagen, dass wir immer<br />

echte Materialien jeder Art von Imitation vorziehen.“<br />

Katharina Raczek: „Betrachtet man unsere Holzwahl,<br />

greifen wir am liebsten zu zurückhaltenden Maserungen für<br />

die Wandgestaltung, da diese häufig als gedämpfter Hintergrund<br />

für aufwendige Möbel, Kunst oder Lichtintarsien<br />

fungieren. Möbelstücke dürfen gerne auffällige Holzarten aufweisen.<br />

Großartig empfinde ich Furniere, die ein starkes Bild aufweisen<br />

und durch einen Hochglanzlack ähnlich einem Tierfell zu<br />

leben und zu atmen beginnen. Diese Furnierbilder funktionieren<br />

besonders gut auf schlichterem Design, da das Auge hier nicht<br />

abgelenkt wird, sondern das Holzbild deutlicher erfährt.<br />

Bei Steinen ist dies ähnlich – wir setzen aufregende Steinbilder<br />

als Akzente an einer Wand oder an einzelnen Stücken<br />

ein, damit ein Übermaß nicht miteinander konkurriert,<br />

sondern die Besonderheit des Materials den Vorrang hat.<br />

Nichts ist so beeindruckend wie die gewachsene Natur<br />

und das erlebt der Betrachter wohl am deutlichsten beim<br />

Material Stein.“<br />

Birgit Schnaase: „Bei unseren privaten Kunden gibt<br />

es immer sehr persönliche Vorlieben, die wir durch einfühlsamen<br />

Umgang versuchen, herauszufinden und passend<br />

für eine Yacht umzusetzen. Wenn es nach unserem<br />

Geschmack geht, versuchen wir tendenziell, Holz nur<br />

als Akzent einzusetzen und dazu verschiedene andere<br />

abwechslungsreiche und oberflächenstrukturierte Materialien<br />

wie dreidimensional erscheinende Stoffe, geprägte<br />

Leder und auch Glas.“<br />

Katharina Raczek: „Besonders bezeichnend bei unseren<br />

Interieurs ist sicherlich die Gestaltung über Lichtintarsien,<br />

die einem Raum maßgeblich Charakter, Individualität<br />

und zugleich Wärme verleihen. Licht gehört bei uns zur Materialpalette.“<br />

03/2013 I 33


Welches war Ihr zukunftsweisendstes<br />

Design? Was hat es ausgezeichnet?<br />

Katharina Raczek: „Das Interieur der 73,5 Meter langen<br />

Motoryacht Siren ist in unserem Portfolio wohl das zukunftsweisendste<br />

Interior Design. Sie wurde 2008 ausgeliefert, zu<br />

einer Zeit, als reduziertes Interieur noch nicht auf Superyachten<br />

zu finden war. In den Folgejahren entwickelte sich<br />

diese Art von Minimaldesign zu einem Trend. Dabei war es<br />

uns wichtig, eine Balance zwischen der Schlichtheit des Designs<br />

und der Sinnlichkeit des Raumes zu schaffen. Diese<br />

reduzierte und dennoch behagliche Atmosphäre wurde über<br />

sehr haptische, hochwertige Materialien, überraschende Details<br />

und harmonierende Farbkontraste erreicht.“<br />

Birgit Schnaase: „Interessant finde ich die Motoryacht<br />

Phönix, die schon 2004 in der Türkei gebaut wurde und dank<br />

einer sehr innovativen Kundin vieles vorwegnahm, was heute<br />

als gefühlvoller Minimalismus an Bord betrachtet wird. Sie<br />

hatte schon die Idee von reduziertem Design und klaren Linien<br />

mit erstklassigen Materialien an Bord, was vor zehn Jahren in<br />

Villen und Hotels als neuer Minimalismus entwickelt wurde.“<br />

Beiderbeck Designs: „Wenn man sich im Automotivbereich<br />

die Interieurs der klassischen Bugattis der 1920er Jahre<br />

ansieht, hat man ein eindrucksvolles Beispiel für zukunftsweisendes<br />

Design. Die dort entwickelte Kombination aus konsequentem<br />

Leichtbau und kompromissloser Funktionalität<br />

zieht uns bis heute durch atemberaubendes Design in ihren<br />

Bann und ist immer noch stilprägend und bisher unerreicht.“<br />

Gibt es eindeutige Trends im Superyachtmarkt,<br />

zum Beispiel bezüglich<br />

Technik oder Ausstattung?<br />

Birgit Schnaase ist mit ihrer Firma Schnaase<br />

Interior Design seit 1995 vor allem mit Refits erfolgreich.<br />

Aber auch die Designs vieler Hanse-<br />

Yachten oder das Interieur der neuen Contest 60<br />

CS stammen aus ihrer Feder. Aufsehen erregte sie<br />

mit der Innengestaltung der Catwalk, die für den<br />

World Superyacht Award nominiert war.<br />

schnaase.de<br />

Katharina Raczek: „Das Potential, im Yachting neuste Technologien<br />

einzusetzen, ist absolut gegeben und wird von den<br />

Designern und Kunden entsprechend ausgeschöpft. Hier wird<br />

sich der Markt rasant entwickeln und bietet faszinierende Möglichkeiten<br />

– angefangen bei Lichttechnik bis hin zu interaktiven<br />

Anwendungen, welche Räume souverän mitgestalten.“<br />

Beiderbeck Designs: „Wir selber beobachten natürlich<br />

auch Trends sehr genau und wenn auch in einigen Bereichen<br />

des Designs und der eingesetzten Technik die Individualisierung<br />

zurückzugehen scheint, beobachten wir bei den<br />

Yachten das Gegenteil.“<br />

Birgit Schnaase: „Alles, was das Leben an und unter<br />

Deck mindestens so angenehm wie zu Hause oder im Hotel<br />

macht. Touchscreen für alle Einstellungen wie Licht, Verdunklung,<br />

Unterhaltungselektronik, am liebsten im selbsterklärenden<br />

iPad-Format.“<br />

Katharina Raczek: „Interessant vor diesem schnelllebigen<br />

Hintergrund ist der Wunsch der Kunden, genau dem gegenzusteuern:<br />

mit Zeit, Entspannung, Momenten der Muße…<br />

Immer mehr gehört ein ausgedehnter Wellnessbereich zur<br />

Ausstattung von Superyachten. Vorbei sind die Zeiten, in der<br />

eine kleine Kabine als Spa ausreichte. Vielseitige Indoor und<br />

Outdoor Beauty- und Health-Anwendungen in Kombination<br />

mit Fitness-, Wellness- und Relax-Zonen sind gefragt.“<br />

34 I 03/2013


innendesign I yachten projekte<br />

Beiderbeck Designs: „Die Wünsche unserer Eigner<br />

sind immer mehr von eigenen und sehr individuellen Vorstellungen<br />

geprägt als von Trends oder auch dem Wunsch,<br />

an die Grenzen der Machbarkeit zu gehen. Das Wissen um<br />

die eigenen Bedürfnisse und das Bestreben, diese auch<br />

jenseits von gängigen Trends im Projekt berücksichtigt zu<br />

sehen, nimmt zu. So fragen Eigner mitunter nach Klimaanlagen,<br />

die man über einen Stufenschalter regeln kann, ohne<br />

sich durch Touchpad-Menüs klicken zu müssen, selbst<br />

wenn das technisch aufwendiger ist als die vermeintliche<br />

Hightech-Lösung.“<br />

Was erwarten die Superyacht-Käufer<br />

heute von dem Innendesigner?<br />

Beiderbeck Designs: „Ein starkes Einfühlungsvermögen<br />

in ihr Projekt und immer mehr Verschwiegenheit und Diskretion.<br />

Gerade die immer stärkere Individualisierung, die wir in<br />

den letzten Jahren beobachten, macht die Yacht in einem<br />

immer größeren Maße zu einem Teil der Privatsphäre.“<br />

Birgit Schnaase: „Alles. Erstklassige Beratung in Bezug<br />

auf Geschmack und Materialvielfalt, aber auch realistische<br />

Budgets. Flexibilität bei der Terminvereinbarung, gleichzeitig<br />

maximale Termintreue im Bau. Und Spaß bei der Zusammenarbeit.<br />

Die Planung einer Luxusinnenausstattung bleibt<br />

trotz veränderter Weltlage emotional und darf gern Freude<br />

machen und Abwechslung vom täglichen Business bieten.“<br />

Katharina Raczek: „Die Erwartungen richten sich auf die<br />

immer neuen Wege, das Erspüren von Designtrends, bevor<br />

sie dem Markt deutlich werden, authentische und überzeugende<br />

Konzepte, überraschende Details, Sonderlösungen,<br />

die den Kunden in seiner Persönlichkeit erfassen und dabei<br />

Freunde und Geschäftspartner mit ihrer Wirkung kitzeln. Und<br />

natürlich richtet sich die Erwartung auf den absoluten Service.<br />

Wir sind und bleiben kreative Dienstleister. Und in unserem<br />

sensiblen Bereich erwartet das Klientel immer etwas<br />

mehr als das georderte Standardrepertoire.“<br />

Yachtdesign ist heute international.<br />

Unterscheiden sich Designs für<br />

Kunden verschiedener Länder?<br />

Katharina Raczek: „Die Designs für Kunden aus unterschiedlichen<br />

Herkunftsländern unterscheiden sich unserer<br />

Meinung nach eher in Materialien und Farbstimmungen,<br />

wenn man den Geschmack des Kundenkreises so verallgemeinern<br />

möchte. Europäer lieben subtile Zurückhaltung in<br />

Continental iii 30.00 raised pilothouse<br />

100% Customised


yachten Projekte I innendesign<br />

„Der Kunde möchte sich<br />

inspiriert fühlen“<br />

Reiner Gehr ist mit seinen Firmen in Lunestedt<br />

und Hamburg seit 1984 auf Innenausbauten von<br />

Flugzeugen und Luxusyachten spezialisiert<br />

„Wir sind Interior-Outfitter (Innenausbauer) und keine Designer.<br />

Wir haben uns mit unserem Büro in Hamburg zu<br />

Spezialisten in Sachen Konstruktion und Projektmanagement<br />

für den Innenausbau von Yachten und Flugzeugen<br />

entwickelt. Sehr eng arbeiten wir mit Architekten und Designern<br />

zusammen. Design und Konstruktion sind sehr<br />

unterschiedliche Aufgaben und dennoch gehören sie<br />

untrennbar zusammen.<br />

Der Kunde möchte auch modernste Technik erleben, sich<br />

inspiriert fühlen oder sich nur wohl fühlen. Ein Kraftakt für<br />

jeden guten Architekten/Designer ist es, diese Anforderungen<br />

umzusetzen. Er braucht dabei sehr gute Partner.<br />

Alte Tugenden wie Qualität, Termintreue und handwerkliche<br />

Kunst sind bei uns die Basis unserer täglichen Arbeit.<br />

Allerdings reicht das heute nicht mehr, um erfolgreich zu<br />

sein. In der jüngsten Vergangenheit mussten wir außerdem<br />

lernen, dass wir sehr weit über den Tellerrand blicken<br />

müssen. Es reicht nicht nur die Fähigkeit, die technischen<br />

Anforderungen umzusetzen, sondern wir müssen das Design<br />

verstehen. Behördliche Anforderungen, Statik oder<br />

schlichtweg Machbarkeiten müssen wir als Hersteller<br />

berücksichtigen. Das schließt oftmals nicht aus, dass das<br />

eine oder andere Detail geändert werden muss.“<br />

gehr-interior.de<br />

den Materialien, die ihren Luxus über ihre Haptik und eher<br />

auf den zweiten Blick verraten. Die Farbstimmungen sind hier<br />

sehr variabel. Arabische Kunden bevorzugen häufig hellere<br />

Töne und sehr weiche und glänzende Oberflächen. Die Designs<br />

sind verspielt. Dasselbe Empfinden hat ein russischer<br />

Kunde für die kostbare Optik und Haptik von Materialien, legt<br />

sich aber nicht fest, was die Farbstimmung angeht. Amerikaner<br />

dagegen schätzen nach wie vor dunklere Stimmungen,<br />

sind aber in der haptischen Materialwahl freier, lieben dabei<br />

lebendige Farben und auffällige Muster."<br />

Beiderbeck Designs: „Natürlich gibt es Unterschiede<br />

zwischen Kulturen und Nationalitäten, die gibt<br />

es aber auch zwischen Altersgruppen oder dem Hintergrund<br />

der Eigner.“<br />

Birgit Schnaase: „Die Kunden, die ihren Weg zu uns<br />

finden, kommen aus aller Herren Länder. Aber sie arbeiten<br />

alle global und reisen viel. Sie haben Zugang zu allen Informationen<br />

und sehen durch die Reisen viel von der Welt.<br />

Damit erwartet man für die Gestaltung eines Interieurs einen<br />

persönlichen Zuschnitt, der sich aber eher an der Globalität<br />

der Kunden orientiert und selten am Land, aus dem man<br />

kommt. Viele Kunden im deutschsprachigen Raum haben<br />

Wohnsitze und Firmen all over the world und bringen dadurch<br />

neue Ideen mit.“<br />

Katharina Raczek: „Wir denken, eine klar definierte Stilrichtung<br />

kann man nicht festlegen. Dafür sind die Kunden zu<br />

sehr Kosmopoliten und leben überall auf der Welt in ihren<br />

verschiedenen Domizilen, die geprägt durch das Land sind.<br />

Bewusst möchte man unterscheiden und in den Genuss<br />

des jeweiligen Savoir-vivre kommen. Eine Yacht, die auf den<br />

Weltmeeren zuhause ist, kann also mit den Stilen spielen.<br />

Da Farbgebung und Stimmungen eher unterschwellig wirken,<br />

beeinflussen sie die Auswahl und das Befinden unbewusst<br />

und finden so den Eingang in die diversen Stile, die für die<br />

See kreiert werden.“<br />

Birgit Schnaase: „Wir lernen viel von unseren Kunden<br />

und beobachten eher persönliche Ausformungen von Wünschen<br />

als eine Orientierung an den Ursprungsländern.“ &<br />

36 I 03/2013


LORO PIANA<br />

SUPERYACHT<br />

REGATTA 2013<br />

PORTO CERVO, SARDINIA<br />

4 – 8 JUNE, 2013<br />

Registration now open at<br />

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or contact Rachel Pike, Operations Manager<br />

T: +44 (0) 20 8545 9335<br />

E: rachel.pike@boatinternationalmedia.com


38 I 03/2013


Yachtcheck I yachten projekte<br />

schneller<br />

wohnen<br />

Im vergangenen Jahr hat die<br />

italienische Werft mit der Ferretti 690<br />

ein attraktives 22-Meter-Schiff auf den<br />

Markt gebracht. <strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong> wollte<br />

wissen, was sie kann, und hat die Yacht<br />

vor Cannes gefahren.<br />

text claus reissig fotos Werft/claus reissig<br />

03/2013 I 39


yachten Projekte I Yachtcheck<br />

Das Instrumentenpanel auf der Fly<br />

lässt sich wie bei Pershing einklappen.<br />

Das macht die Linie noch einmal<br />

flacher. Auf dem Achterdeck befindet<br />

sich eine zweite, geschütztere<br />

Außensitzgruppe (unten)<br />

Wir bevorzugen für höhere<br />

Geschwindigkeiten den Innensteuerstand, die<br />

Flybridge ist mit der niedrigen, weit vom Fahrer<br />

entfernten Scheibe eher etwas zum Bummeln<br />

durch die Buchten oder zum Manövrieren<br />

40 I 03/2013


Ferrettis sind die Brot-und-Butter-Schiffe der Ferretti-<br />

Gruppe. Praktisch, preiswert und mit allen Attributen<br />

ausgestattet, die italienisches Design heute in aller<br />

Welt erfolgreich machen. Dazu gehört attraktiv verpackte<br />

Funktionalität, wie bei der neuen Ferretti 690. Viele Designs<br />

erkennt man auf den ersten Blick als stark nutzungsorientiert,<br />

andere orientieren sich besonders an einem attraktiven<br />

Äußeren. Wenn jedoch Form und Funktionalität gut zusammenpassen,<br />

dann hat man es mit einem gelungenen Entwurf<br />

zu tun – fast könnte man es eine perfekte Synthese nennen,<br />

ohne andere Schiffe dabei herabwürdigen zu wollen.<br />

Wie bei der Tochtermarke Pershing wurde auch bei der fast<br />

22 Meter langen 690 die Flybridge derart gut versteckt, dass<br />

man sie auf den ersten Blick nicht sieht. Ihre Linien sind so<br />

elegant und gestreckt, als hätte man einen Kabinen-Kreuzer<br />

vor sich, ein Schiff, das zugunsten des Äußeren auf Gadgets<br />

wie eine Fly verzichtet. Aber sie ist da, zieht sich weit über<br />

das Cockpit hinaus bis an den Spiegel und schafft Raum für<br />

eine Menge Mitreisender selbst auf dem oberen Deck. Hinter<br />

dem oberen Steuerstand erstreckt sich ein U-förmiges Sofa<br />

mit einem ordentlichen Esstisch. Genug Platz, um alle Freunde<br />

zu bewirten, die sich gleich danach auf einer weit nach<br />

vorn reichenden Liegefläche ausruhen können.<br />

Bei uns<br />

geht Ihre Spende<br />

garantiert nicht unter.<br />

Um den Platz unterzubringen, reicht die Fly nahezu bis an<br />

die Bordwände heran, die zwei Laufdecks führen schmal auf<br />

das Vordeck. Vor allem im Innenraum des Hauptdecks bietet<br />

diese Anordnung nicht zu unterschätzende Vorteile. Hinter<br />

dem Innensteuerstand bleibt Platz für einen gut nutzbaren,<br />

in Braun- und Beigetönen gehaltenen Salon mit einer gefälligen<br />

Sofalandschaft. Gegenüber ist genug Raum für einen<br />

Essbereich für sechs Personen. Die Pantry am Ausgang zum<br />

Achterdeck ist ein kleines Highlight: Sie versteckt sich hinter<br />

einem kleinen Tresen und kann bei Nichtgebrauch komplett<br />

geschlossen werden. Das ist eine weitere Kernkompetenz<br />

von Ferretti: die originellen Ideen überraschen.<br />

Optional ist unsere Test-Ferretti mit einem Holzboden ausgestattet,<br />

was dem Raum zusätzliche Weite und Eleganz verleiht.<br />

Eine gute Investition also, ebenso wie die optionalen größeren<br />

Maschinen, mit denen die Testyacht ausgestattet ist. Die beiden<br />

MAN-Motoren leisten je 1.200 PS, damit bringt man das<br />

Schiff auf 34 Knoten. Das ist sogar ein wenig mehr als die<br />

Angabe der Werft, die ihr Schiff mit maximal 33 Knoten angibt.<br />

Obwohl die Ferretti ein Halbgleiter ist, hält sie für den zukünftigen<br />

Eigner ein breites Drehzahlband für die Marschfahrt bereit:<br />

Zwischen 1.800 und 2.100 Umdrehungen bleibt der Verbrauch<br />

pro Seemeile nahezu konstant. Ohne Mehrkosten bei<br />

der Tankrechnung kann die leer gut 42 Tonnen schwere 690<br />

also zwischen 22 und 29 Knoten bewegt werden.<br />

Das zeugt von einem hydrodynamisch günstigen Unterwasserschiff<br />

und einem guten Verhältnis zwischen Gewicht<br />

und Leistung: Rechnet man das Leergewicht, hat jedes PS<br />

lediglich knapp 18 Kilogramm zu bewegen. Mit der Standardmotorisierung<br />

von zwei Mal 1.000 PS fiele das ein wenig<br />

ungünstiger aus. Die von uns ermittelten Verbrauchs- und<br />

Reichweitenwerte stimmen nahezu mit den Werftangaben<br />

überein. Bei Volllast sind rechnerisch nahezu 250 Seemeilen<br />

möglich, als Marschfahrt empfehlen sich maximal 29 Knoten,<br />

www.seenotretter.de<br />

03/2013 I 41<br />

Danke.


yachten Projekte<br />

I Yachtcheck<br />

dann steigt die Reichweite auf rund 300 Seemeilen. Dabei<br />

wurde jeweils eine Reserve nicht mit eingerechnet. Allerdings<br />

ist sie nicht ganz leise, das Maschinengeräusch ist immer<br />

deutlich zu vernehmen. Zudem bewegt sich die Einrichtung<br />

an manchen Stellen hörbar.<br />

Überraschungen sind Ferrettis Kernkompetenz: Die Pantry verschwindet<br />

hinter einer Art Rollladen (oben); die Eignerkabine ist durch die großen<br />

Fenster extrem hell und einladend (unten)<br />

Insgesamt ist das Fahren mit der 22-Meter-Ferretti aber angenehm,<br />

durch die erwähnte Flybridge hat man die Möglichkeit,<br />

zwischen zwei Fahrpositionen zu wählen. Wir bevorzugen<br />

für höhere Geschwindigkeiten den Innensteuerstand,<br />

die Flybridge ist mit der niedrigen, weit vom Fahrer entfernten<br />

Scheibe eher etwas zum Bummeln durch die Buchten oder<br />

zum Manövrieren. Das weiß man auch bei Ferretti: Die Instrumente<br />

lassen sich ähnlich wie bei der Schwestermarke<br />

Pershing bei Nichtgebrauch einklappen, der Fahrstand macht<br />

sich damit dann noch einmal kleiner. Dass die Instrumente<br />

dadurch vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden,<br />

ist ein angenehmer Nebeneffekt.<br />

Der Innensteuerstand steht gut integriert in einem loftähnlichen<br />

Salon, die zwei Fahrersitze und die Instrumententafel<br />

sind sowohl von Materialien und Farben als auch von der<br />

Größe angenehm an die Einrichtung angepasst. Die großen<br />

Fensterflächen des Salons geben dem Fahrer eine gute Rundumsicht.<br />

Eine ungewöhnliche Konstruktion ist die ebenfalls<br />

bereits erwähnte Pantry am achteren Ende des Salons. Sie ist<br />

ein halb geschlossener Raum, der sich mit einer Art Ladentheke<br />

zum Durchgang öffnet. Und genau wie eine Theke<br />

kann die Pantry bei Nichtgebrauch geschlossen werden –<br />

oder wenn darin aufwendige Speisen zubereitet werden sollen,<br />

ohne die Gäste zu behelligen.<br />

Das von uns gefahrene Testschiff ist als optionale Vier-Kabinen-Version<br />

ausgestattet. Achtern – vor den Maschinen – geht<br />

die Mastersuite über die gesamte Schiffsbreite. Gedämmt<br />

werden die Motorgeräusche durch das dahinter liegende<br />

Bad, den Ankleidebereich sowie die Skipperkabine. Die VIP-<br />

Suite nimmt das Vorschiff ein und verfügt über ein eigenes<br />

En-suite-Bad. Dazwischen sind bei dieser Version zwei weitere<br />

Gästekabinen mit jeweils zwei Betten angeordnet, die<br />

Drehzahl beide Motoren Geschwindigkeit Treibstoffverbrauch Treibstoffverbrauch Reichweite<br />

(U/min) (kn) (l/h) (l/sm) (sm)<br />

600 7,1 14 2,0 1.850<br />

1.000 11,0 46 4,2 881<br />

1.200 12,9 80 6,2 597<br />

1.500 16,0 182 11,4 325<br />

1.800 22,0 278 12,6 294<br />

2.000 27,0 344 12,7 291<br />

2.100 29,0 358 12,3 301<br />

2.200 31,2 426 13,7 270<br />

2.400 33,6 508 15,1 245<br />

Konstruktiv ist Ferretti 690 ein<br />

Halbgleiter, der Verbrauch pro Seemeile<br />

steigt mit der Drehzahl und der<br />

Geschwindigkeit an. Beachtenswert<br />

ist der Geschwindigkeitsbereich zwischen<br />

22 und 29 Knoten, in dem der<br />

Verbrauch pro Seemeile trotzdem fast<br />

konstant bleibt; das Schiff also nahezu<br />

in eine Gleitphase übergeht. Dadurch<br />

ist der Verbrauch pro Seemeile<br />

bei 2.100 Umdrehungen marginal niedriger<br />

als bei 1.800 Umdrehungen. Der<br />

Geräuschpegel ist über das gesamte<br />

Drehzahlband relativ hoch. Geräuschpegelmessungen<br />

konnten nicht durchgeführt<br />

werden.<br />

42 I 03/2013


Die Ferretti 690 lässt sich in einem breiten<br />

Drehzahlband bewegen: Zwischen 1.800<br />

und 2.100 Umdrehungen bleibt der<br />

Verbrauch pro Meile nahezu konstant<br />

03/2013 I 43


yachten Projekte<br />

I Yachtcheck<br />

Optional bringen größere Maschinen das Schiff auf 34<br />

Knoten – sauber eingebaut und deutlich zu vernehmen<br />

sich zu einem Bett zusammenschieben lassen. Beide Kabinen<br />

teilen sich hier ein Bad. Die Standardversion unterscheidet<br />

sich lediglich in diesem Bereich. Die beiden Doppelkabinen<br />

weichen einer weiteren VIP-Kabine, beide Bäder fallen<br />

dann jeweils größer aus.<br />

Insgesamt besticht das Schiff durch ein großes Raumangebot<br />

in den Innenräumen, die Außenflächen werden vor allem<br />

durch die große Fly erweitert. Zugunsten des weit nach<br />

achtern reichenden Aufbaus fällt der Sitzbereich auf dem<br />

Achterdeck ein wenig kleiner aus. &<br />

ferretti 690<br />

LüA 21,70 m<br />

rumpflänge 20,54 m<br />

LWL 17,40 m<br />

breite 5,53 m<br />

tiefgang 1,70 m<br />

Verdrängung 42,2 t<br />

motoren 2 x MAN V8 – 1200, je 882 kW (1.200 PS)<br />

bei 2.300 1/min<br />

treibstoff 3.700 l<br />

bugstrahler 10,7 PS<br />

generator 11 kW, Onan<br />

wassertank 990 l<br />

grau-/schwarzwasser (optional) 300 l<br />

Navigationselektronik Chartplotter mit LCD Farbdisplay,<br />

Multifunktionsinstrument 2x, Radar; Simrad<br />

Unterhaltungselektronik Harman Kardon<br />

kabinen 3-4<br />

kojen 6-7<br />

baumaterial GFK, Deck Sandwich mit PU-Schaumkern<br />

CE-Entwurfskategorie A (Hochsee)<br />

konstrukteur Ferretti Group<br />

design Zuccon International<br />

preis ab 3.035.000 Euro<br />

werft Ferretti S.P.A., Via Ansaldo, 5/7, I-47122 Forlì<br />

ferretti-yachts.com<br />

händler Lengers Yachts, Westzeedijk 2-3,<br />

NL-1398 BB Muiden, lengersyachts.com<br />

Standardausrüstung (Auswahl)<br />

2 x MAN V8 – 1000, je 735 kW (1.000 PS) bei 2.300 1/min;<br />

Anker/Kette; Navigationsinstrumente/Plotter<br />

Zusatzausstattung (Auswahl)<br />

Maschinen upgrade (siehe Daten); Teakdeck, Klimaanlage;<br />

Bugstrahler, Heckstrahler; Generator upgrade;<br />

Suchscheinwerfer; Grau-/Schwarzwassertanks;<br />

3. Steuerstand (achtern)<br />

44 I 03/2013


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yachten Projekte I bougainville<br />

Von den<br />

GroSSen<br />

lernen<br />

Für ihren neuen 72 FuSS langen<br />

Cruiser/Racer hat die niederländische<br />

Claasen-Werft hochrangige Spezialisten<br />

verpflichtet. Ein erster Blick auf eine<br />

auSSergewöhnliche Yacht.<br />

Text claus reissig illustrationen/zeichnungen berret racoupeau, rhoades young<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

46 I 03/2013


Die Yacht wurde sowohl für den<br />

Einsatz als Fahrten- als auch als<br />

Regattayacht geplant (links);<br />

aus dem Bug lässt sich ein<br />

Klüverbaum herausschieben<br />

(ganz oben); Cockpit mit Gästeund<br />

Arbeitsbereich (darunter)<br />

03/2013 I 47


yachten Projekte I bougainville<br />

Ungewöhnlich ist der positiv geneigte Spiegel der Bougainville (oben); Salon von Rhoades Young Design (unten)<br />

Ein gelungenes Beispiel für einen modernen Cruiser/<br />

Racer ist die 72 Fuß lange Bougainville, die gegenwärtig<br />

bei Claasen in Holland entsteht. Die äußeren<br />

Linien wurden von niemand Geringerem als Berret<br />

Racoupeau gezeichnet, für das Innendesign konnten<br />

Rhoades Young verpflichtet werden, die unter anderem<br />

Interieurs für Royal Huisman oder Vitters entwerfen.<br />

Beide zusammen sind quasi ein Garant dafür, dass<br />

die gut 22 Meter lange Yacht ein gelungener Wurf wird.<br />

Bougainville ist auch für Claasen aus den Niederlanden ein<br />

besonderes Projekt. Ausgestattet wird sie mit aufwendigen<br />

technischen Systemen, wie zum Beispiel einem hydraulischen<br />

Hubkiel, der den Tiefgang von 3,90 auf verträgliche<br />

2,30 Meter reduziert. Der Eigner der Bougainville wollte eine<br />

Yacht, die sich gleichermaßen als komfortabler Cruiser wie<br />

auch als erfolgreicher Racer präsentieren kann.<br />

Für Letzteres spielt vor allem ein geringes Gewicht eine entscheidende<br />

Rolle (dem der Komfort normalerweise entgegensteht).<br />

Aus diesem Grund entschied man sich für einen<br />

Aluminiumrumpf und einen Kompositaufbau. Innen kamen<br />

weitläufig Schaum-Sandwich-Platten zum Einsatz. Um die<br />

Kilos aus dem Schiff zu bekommen, ging die Werft radikale<br />

Wege: Jeder einzelne Ausrüstungsgegenstand wird gewogen<br />

und damit das Gewicht im Bau genauestens überwacht.<br />

Berret Racoupeau Yacht Design ist sowohl für die Konstruktion<br />

als auch die äußeren Linien der Yacht verantwortlich. Ihm<br />

gelangen bei der Bougainville schlanke Linien und große<br />

Fenster in einem leicht aggressiven Aufbau, wie er derzeit in<br />

dieser Schiffsgröße Mode ist. Der Salon ist angehoben und<br />

erhält dadurch zusätzliches Tageslicht. Beeindruckend ist der<br />

positive Spiegel, durch den vor allem die zur Verfügung stehende<br />

Decksfläche wächst. Das Heck lässt sich hydraulisch<br />

als Badeplattform und Zugang zur Garage öffnen. Als kleines<br />

technisches Schmankerl zum Gewicht Sparen entstand die<br />

Klappe aus Komposit, sie wird durch eine aufblasbare Dichtung<br />

zuverlässig verschlossen. Selbstverständlich wird die<br />

Yacht mit einem Kohlefaserrigg ausgestattet, alle Winden<br />

laufen hydraulisch und die Bedienung kann komplett mit<br />

kleiner Crew vom Steuerstand aus erfolgen.<br />

Im Inneren lassen sich die Erfahrungen Youngs im Superyachtbau<br />

kaum verheimlichen. Ausgebaut wird die Bougainville<br />

entsprechend mit den aufwendigsten Materialien,<br />

unter anderem französischem Nussbaum, der mit Ahorn<br />

abgesetzt wird. Ausgeliefert werden soll das Schiff bereits<br />

im Frühjahr 2013. &<br />

technische daten<br />

LÜA 22,07 m<br />

LWL 19,81 m<br />

Breite 5,63 m<br />

verdrängung 29,6 t<br />

segelfläche 254 m 2<br />

kraftstoff 615 l<br />

wasser 2.000 l<br />

maschine 140 PS<br />

konstruktion Berret Racoupeau Yacht Design<br />

innendesign Rhoades Young Design<br />

werft/baujahr Claasen/2013<br />

claasenshipyards.com<br />

48 I 03/2013


yacht stil<br />

Glanzlichter<br />

Für Sunnyboys...<br />

Die italienischen Designer von Marina Yachting<br />

haben einen Klassiker der Herrenmode neu belebt<br />

und bei dieser leichten Sailor-Jacke den sportiven<br />

Look mit maritimen Elementen neu interpretiert.<br />

Dank Trendfarbe Orange ist der lässige Blouson<br />

mit Zwei-Wege-Zipper ein sonnig-leuchtender<br />

Begleiter an kühleren Sommertagen. Die wasserabweisende<br />

Ausrüstung schützt vor Wind und<br />

Wetter. Praktisch: Um alles zu verstauen, was unterwegs<br />

benötigt wird, gibt‘s zwei Eingrifftaschen,<br />

eine Tasche am Ärmel und Innentaschen für Wertvolles.<br />

Der eingestickte Spinnaker beweist übrigens<br />

die Familienzugehörigkeit – er ist das Logo<br />

von Marina Yachting. Etwa 390 Euro.<br />

marina-yachting.it<br />

50 I 03/2013


Für Stilbewusste...<br />

In der Superyacht-Szene ist der Name Loro Piana gut bekannt – schließlich ist die italienische Fashion-Familie Titelsponsor einiger<br />

der schönsten Regatten in der Karibik und im Mittelmeer. Das Haus steht für schlichte Eleganz ohne Schnickschnack – und exzellente<br />

Qualität aller Produkte. Die Sonnenbrillen, die das Label vorstellt, sind nicht nur einfach schick, sie sind auch hoch funktional:<br />

Die ultradünnen polarisierten Gläser (nur 1,8 Millimeter dick) werden exklusiv für Loro Piana hergestellt und sorgen für blendfreies,<br />

kontrastreiches Sehen, blenden direktes wie indirektes UV-Licht komplett aus und sind so perfekt an und auf dem Wasser. Etwa 850<br />

Euro. Dazu gibt‘s ein feines Etui aus weichem Kalbsleder in trendigem Blau (180 Euro). loropiana.com<br />

Für<br />

Strandläufer...<br />

Für<br />

Deckarbeiter...<br />

Klassische Bootsschuhe sind einfach unverzichtbar – an Bord wie<br />

an Land. Sebago hat seine schon legendären Docksides jetzt sommerlich<br />

aufgefrischt. Sie kommen in frechen Farbkombinationen<br />

daher und passen so zu den Modetrends der Saison, die mit<br />

starken Tönen und Styles punkten. Der türkisfarbene Bootsschuh mit<br />

orangefarbener Rohlederschnürung und natürlich der rutschfesten<br />

Sohle für besten Grip auf feuchten Planken ist als Herren- und Damenmodell<br />

erhältlich und macht ganz einfach Ferienlaune.<br />

Etwa 135 Euro, sebago.com<br />

Understatement ist hanseatische Lebensart – modisch<br />

übersetzt hat es die Designerin Iris von Arnim, die in ihrer<br />

Cashmere-Kollektion für Frühjahr und Sommer diesen<br />

lässigen, leichten Pullover vorstellt. Eine eingestrickte<br />

Palme erinnert an Ferien und ferne Gestade – macht<br />

sich aber auch an der Alster oder auf Sylt gut. Ein hell<br />

leuchtendes Lieblingsstück für viele Frühlings- und<br />

Sommertage: edel, sportlich und tragbar.<br />

Etwa 1.000 Euro. irisvonarnim.com<br />

FOTOs: hersteller; shutterstock.com/Subbotina nna, greglith<br />

Für<br />

Schatzsucher...<br />

Maritime Inspirationen verrät dieser Armreif, der als Accessoire<br />

perfekt zu den Trends dieses Sommers passt – wo die Farben<br />

der Meere von Türkis über Seegrün bis Tiefblau in der Mode<br />

buchstäblich Wellen schlagen. Rochenleder, Perlen und Edelsteine<br />

verleihen diesem edlen Stück aus der Schmuck-Kollektion<br />

von Anna Blum seine absolut außergewöhnliche Wirkung<br />

auf Schatzsucher und Schatzsucherinnen...<br />

Etwa 680 Euro, annablum.com<br />

03/2013 I 51


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

52 I 03/2013


Ein Mittagessen mit...<br />

Paola Trifirò<br />

Yachteigner, Fahrtensegler, Entdeckungsreisende<br />

und schlieSSlich Regattasegler:<br />

Das Yachtleben von Paola und Salvatore<br />

Trifirò trägt Züge von einer andauernden<br />

Besessenheit. Einige besondere Yachten<br />

gehören dazu.<br />

Text Mark Chisnell fotos Carlo Borlenghi<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

Vor dem Lunch bin ich mit Paola Trifirò in ihrer Wohnung<br />

auf einen Kaffee verabredet. Draußen erwarte<br />

ich den Fotografen, der mit dabei sein wird. Ich habe<br />

allerdings nicht mit der Tüchtigkeit des Portiers gerechnet:<br />

Schnell hat er den Grund meines Herumschlenderns auf<br />

dem Trottoir herausgefunden und oben angerufen, um meine<br />

Ankunft anzukündigen.<br />

Aus dem Fahrstuhl lasse ich den Fotograf wissen, wo ich<br />

gerade bin – und schon öffnet sich eine Tür direkt ins Penthouse-Apartment,<br />

wo mich Paola Trifirò mit einem freundlichen<br />

Gruß in Empfang nimmt. Hastig stecke ich das Handy<br />

weg. Diesmal hat mich mein Lunch-Gast definitiv zuerst<br />

kommen gesehen.<br />

Paola und ihr Ehemann Salvatore leben in einem schönen Apartment<br />

in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert im Zentrum<br />

von Mailand. Beide sind Rechtsanwälte. Die Sozietät trägt ihren<br />

Namen und beschäftigt mehr als 80 Mitarbeiter. Heute kann<br />

Salvatore nicht dem Büro entfliehen, aber Paola erweist sich<br />

als eine überaus freundliche und unterhaltsame Gastgeberin.<br />

Umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass sie sich erst<br />

vor kurzem einer Operation unterziehen musste und immer<br />

noch mit einer Bronchitis zu kämpfen hat, die sie sich während<br />

des Krankenhausaufenthalts zugezogen hatte.<br />

Die Krankheit bereitet ihr Atemnot. Deshalb nehmen wir nach<br />

einem Espresso das Mittagessen im Apartment ein. Ich könnte<br />

eine ganze Geschichte nur über den atemberaubenden Wohnsitz<br />

des Ehepaares schreiben, mit seinem wunderschönen<br />

modernen Interieur, der Kunstsammlung, der Bibliothek und<br />

dem Panoramablick auf die Kirche San Marco, die Galerie und<br />

03/2013 I 53


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

„Er hatte eine<br />

Leidenschaft für<br />

Boote und ich eine<br />

Leidenschaft für ihn,<br />

und so verband sich die<br />

eine Leidenschaft mit<br />

der anderen”<br />

Kunstakademie Brera, das Stadtzentrum von Mailand und in<br />

der Ferne die schneebedeckten Alpen – alles das kann man<br />

von einer außergewöhnlichen Glaskuppel aus sehen. An<br />

diesem interessanten Ort lässt sich auch gut eine Unterhaltung<br />

über Boote beginnen.<br />

Coralie (Mitte), eine 12,5 Meter lange Sortilège-Dufour-41-Ketsch,<br />

gehörte den Trifiròs von 1973 bis 1975. 1978 kaufte das Paar eine<br />

weitere Ketsch, die Dufour 44 Venturia (unten)<br />

„Ich wollte Architektur studieren“, sagt Trifirò, „und mein Vater<br />

sagte: ,Du verstehst nichts von Mathematik.‘ Was überhaupt<br />

nicht stimmte, wirklich. Meine Mutter war Lehrerin für Latein<br />

und Altphilologie und hat mich immer ermuntert, Latein zu<br />

lernen. Als ich viele Jahre später die Gelegenheit hatte, mich<br />

mit Erfolg einem Mathematik-Test zu stellen, war es für dieses<br />

Fach zu spät.“ Stattdessen wählte sie Rechtswissenschaften,<br />

wo sie ihrem Ehemann begegnete. Der Hang zum Entwerfen<br />

und Gestalten musste sich ein anderes Ventil suchen, und<br />

Segelboote standen in der Gunst ganz oben.<br />

Salvatore war bereits Segler, als Paola ihn kennenlernte. „Er<br />

hatte eine Leidenschaft für Boote und ich eine Leidenschaft<br />

54 I 03/2013


„Die Yacht sah wie ein<br />

First-Class-Hotel aus.<br />

Aber es gab Probleme.<br />

Die Betten waren ohne<br />

Sinn und Verstand<br />

angeordnet.”<br />

für ihn, und so verband<br />

sich die eine Leidenschaft<br />

mit der anderen<br />

und ich war auf einmal<br />

Feuer und Flamme für<br />

Boote!“, erklärt sie. „Er<br />

hatte ein kleines Boot,<br />

eine Jolle, die an einem<br />

See lag, der nicht ganz<br />

ungefährlich war. So<br />

kauften wir aus Frankreich ein Sieben-Meter-Boot, das wir<br />

Calife nannten. Ein sehr stabiles Boot, nicht zu groß. Ich hatte<br />

einen einflammigen Kocher, und stets etwas Warmes auf<br />

dem Tisch – ich war bestens organisiert für fantastische Gerichte.“<br />

Gut ausgestattete Kombüsen gehörten seitdem auf den<br />

Booten der Trifiròs zur Standardausstattung – ein unbedingtes<br />

Muss für eine bekanntermaßen leidenschaftliche Köchin.<br />

Mit diesem Boot segelten sie bis nach Capri und Korsika, und<br />

Paola lernte dabei segeln und Astronavigation. Sie behielten das<br />

Boot etwa drei Jahre bis 1973, als nach ihrer Meinung die Zeit<br />

für ein Upgrade reif war. Sie ersetzten Calife kurzerhand durch<br />

eine in Schweden gebaute 8,5-Meter-Yacht, bevor sie auf ein<br />

etwas größeres 11,5-Meter-Format umstiegen. Das Paar hatte<br />

das Boot in Saint-Tropez liegen und fuhr an jedem Wochenende<br />

die 450 Kilometer entlang der französischen Küste zum Segeln<br />

und wieder zurück. Als Nächstes wurde 1978 eine 14 Meter<br />

lange Dufour-Yacht angeschafft. Nach diesem Muster folgten<br />

alle paar Jahre jeweils etwas größere Boote.<br />

Die Trifiròs waren versierte Fahrtensegler und mit der Dufour<br />

waren sie in der Lage, ihr Fahrtrevier erheblich auszudehnen.<br />

Mit dieser Yacht wagten sie deutlich größere Distanzen und<br />

besuchten Nordafrika. Als Nächstes wurde mit Hilfe von Herbert<br />

Dahm eine Jongert gefunden: „Sie wurde Black Shark<br />

genannt. Der Name war nicht meine Idee, denn die Yacht sah<br />

eher wie ein Hotel, besser<br />

wie ein First-Class-Hotel<br />

aus“, sagt Trifirò. „Aber es<br />

gab Probleme. Die Betten<br />

waren ohne Sinn und Verstand<br />

angeordnet, und so<br />

behielten wir sie nur einige<br />

Jahre.“<br />

An diesem Punkt hatten die<br />

Trifiròs ihre erste Berührung mit dem Bootsbau. „Wir suchten<br />

mit großer Begeisterung nach einem alten, in Italien gebauten<br />

Boot“, erinnert sich Trifirò. Und eines Tages wurden sie fündig:<br />

Val III wurde ursprünglich von Cantieri di Pisa auf deren in Porta<br />

a Mare am Navicelli-Kanal gelegenen Werft Cantieri Navale<br />

Italiano gebaut. Die Werft baute ab 1957 nur für einige wenige<br />

Jahre Segelboote, und die aus dem Baujahr 1966 stammende<br />

21-Meter-Ketsch war der letzte Neubau.<br />

Sie nannten das Schiff Kalea und unterzogen es einer umfangreichen<br />

Sanierung. Paola nutzte die Gelegenheit, eigene<br />

Entwurfsideen auszuprobieren. Das Äußere wurde originalgetreu<br />

wieder hergestellt, aber das Innenleben erhielt einen modernen<br />

Look mit Oberflächen aus Mahagoni, rotem Leder,<br />

einer kleinen Bibliothek, einer zweckmäßigen Kombüse und<br />

sogar einem Geschirrspüler.<br />

Die Kalea erlaubte ein weiteres Mal die Ausdehnung des Fahrtgebietes<br />

bis hin zu den griechischen Inseln, nach Nordafrika<br />

und zur Türkei. Die Trifiròs behielten Kalea vier Jahre und waren<br />

sehr entzückt, als sie ihr kürzlich wieder begegneten. „Nach<br />

wie vor ist dieses Boot in einem hervorragenden Zustand. Wir<br />

waren im letzten Jahr an Bord der Rrose Selavy rund Porto<br />

Cervo unterwegs, als wir Kalea begegneten. Es war wie bei<br />

einer Erscheinung – wir sahen sie und ich war ebenso glücklich<br />

wie überrascht. Ein toller Moment.“<br />

Leidenschaftliche Eigner und Segler: Paola und Salvatore Trifirò im Jahr 2012 (rechts). Von 1985 bis 1990 gehörte dem Ehepaar die 1966 bei Cantieri di Pisa zu<br />

Wasser gelassene, aus Holz gebaute Slup Kalea (links), mit neuester Technik in einem umgebauten klassischen Design<br />

03/2013 I 55


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

„Jeder hat Ideen, aber im Moment besteht<br />

das Endresultat unserer Überlegungen<br />

nur in einem herrlichen Traum von einem<br />

neuen Wesen voller Rätsel”<br />

Die Trifiròs segelten mit der Happy Taurus II nordwärts durch<br />

die Biskaya bis zur Normandie, bevor sie den Ärmelkanal in<br />

Richtung Southampton überquerten und auf westlichem Kurs<br />

entlang der Südküste Englands kreuzten, um dann nach Wales<br />

und Irland zu segeln. „Ein schöner Landstrich, der Süden von<br />

England, und statt Schinken oder Huhn aßen wir nur noch<br />

Clotted Cream. Jeden Tag. Das war ein fantastischer Urlaub“,<br />

sagt sie mit einem Lächeln. Sie fuhren mit Happy Taurus II die<br />

Themse aufwärts bis zu den St Katherine Docks, nach Norwegen<br />

und nach Schweden, über den Atlantik in die Karibik<br />

und von dort entlang der US-Ostküste bis nach New York und<br />

Neuengland.<br />

Happy Taurus II bereitete den Trifiròs deutlich länger Freude als<br />

jede ihrer Vorgängerinnen. Sie behielten das Schiff ein Jahrzehnt<br />

bis zum Jahr 2001, bevor es durch eine fünf Meter längere<br />

Version namens Anamcara ersetzt wurde. „Der gälische<br />

Name bedeutet ,Seelenverwandte‘. Dieses Boot war in jeder<br />

Hinsicht schön“, sagt Trifirò. Anamcara überquerte den Atlantik,<br />

und das Ehepaar fuhr zum ersten Mal durch den Panama-<br />

Kanal, um die Baja California zu besuchen. Im Jahr 2003<br />

kreuzten sie nordwärts und statteten Seattle, Vancouver, British<br />

Columbia und Alaska einen Besuch ab.<br />

Als sie im Sommer 2004 nach Antibes und Porto Cervo zurückkehrten,<br />

hatten sie beim Rolex Cup erstmals Kontakt mit der<br />

Rennyachtszene. „Mein Ehemann sagte: ,Was für ein Boot<br />

brauchen wir, um Regatten zu segeln?‘ Anamcara war sehr,<br />

sehr robust, aber zu schwer, denn es war ein Stahlschiff. So<br />

schauten wir uns nach einer gebrauchten Yacht mit mehr<br />

Performance-Orientierung um.“ Schließlich fanden sie Lang<br />

Walkers erste Kokomo of London, ein 40-Meter-Design von<br />

Ed Dubois aus dem Jahr 2000.<br />

Zefira (ganz oben), die von Ed Dubois entworfene Performance-Yacht und der<br />

letzte ambitionierte Höhepunkt im Seglerleben der Trifiròs. Mit der 2000 neu<br />

gekauften 31,1-Meter-Stahlketsch Anamcara, einer Jongert 31T S (oben), legte<br />

das Ehepaar in fünf Jahren viele Seemeilen zurück<br />

Paola hätte sie gern noch länger behalten, aber 1990 ließ sich<br />

das Ehepaar den Kopf von einer Jongert verdrehen, die zu<br />

einem besonders günstigen Preis zu haben war. Die 26-Meter-<br />

Yacht hieß Happy Taurus II. „Sie hatte eine unvorstellbar<br />

schöne Super-Küche, wie man sie sonst nur von Profis kennt.<br />

Mit diesem Boot haben wir viel unternommen. Es war ein herrliches<br />

und überaus robustes Boot; solide, alles Stahl.“ Der<br />

Grund für ein neues Schiff war wieder einmal mehr Reichweite,<br />

und diesmal hofften sie, ihrem Endziel von einer Weltumsegelung<br />

näher zu rücken.<br />

Im Jahr 2005 schauten sich die Trifiròs zusammen mit dem<br />

Makler die Kokomo an. „Das Boot war wunderschön, und es<br />

gab nichts, was ich hätte ändern wollen“, sagt Trifirò. Noch im<br />

selben Jahr übernahmen sie die Yacht, segelten vor Sardinien,<br />

in der Türkei und in Griechenland, nahmen an den Rolex Cups<br />

teil und starteten von Palma aus zu einer Atlantiküberquerung,<br />

um vor den San-Blas-Inseln und vor Costa Rica zu kreuzen,<br />

bevor es ins Mittelmeer zurückging. „Wir betraten die Welt der<br />

Regatten und Wettbewerbe – das war schon spannend. Ich<br />

hatte nie an so etwas gedacht, aber man sollte niemals nie<br />

sagen. Und mein Mann setzte alles daran, aus einem Boot<br />

noch mehr Leistung herauszuholen.“<br />

Kokomo war ein großartiger Erfolg, und so zog es das Paar unweigerlich<br />

zu Ed Dubois, als beide – ebenso unausweichlich –<br />

über ein neues Boot nachdachten. Sie begegneten sich 2008<br />

auf der Monaco Yacht Show und fuhren mit dem Vorschlag<br />

nach Hause, das Projekt Zefira in Neuseeland bauen zu lassen.<br />

56 I 03/2013


„Mein Gatte fand das bedenklich, weil er kein Englisch spricht“,<br />

sagt sie, „und zum anderen weil der Job in seinem Leben absoluten<br />

Vorrang hat – immerhin arbeiten 85 Leute in unserem<br />

Büro, oft auch samstags. Es wäre dann nicht möglich gewesen,<br />

die laufenden Arbeiten zu verfolgen. Ich sagte: ,Okay,<br />

dann mache ich das.‘“<br />

Zefira wurde bei Fitzroy Yachts in Neuseeland gebaut. Sie ist<br />

eine schnell segelnde 49,7-Meter-Slup und die größte, die<br />

Dubois Naval Architects ohne Flybridge entworfen haben. Die<br />

ersten Aluminium-Platten wurden Anfang 2009 zugeschnitten.<br />

Salvatore kam sechs Monate später nur einmal zur Visite,<br />

während Paola laufend vor Ort war.<br />

„Ich war jeden Monat in Neuseeland, insgesamt sieben Mal,<br />

und blieb drei oder vier Tage, manchmal eine Woche, manchmal<br />

zehn Tage. Ich wusste, wie das Leben auf der Werft ablief<br />

und behandelte die 175 Arbeiter wie Freunde“, sagt sie. Anfangs<br />

gab es auch Sprachprobleme, und so ließ sie sich beim<br />

Übersetzen von neuseeländischem Englisch ins Schulenglisch<br />

helfen...<br />

Das Innendesign stammt von Rémi Tessier, war aber eine harte<br />

Nuss, wie Trifirò erklärt: „Ich wollte Rémi, aber Ed (Dubois) meinte,<br />

der sei zu beschäftigt, und als Ed bei Rémi anrief, erzählte der<br />

ihm: ,Ich habe drei Babys, eine Menge an Aufträgen und ich<br />

kann diesen Job nicht annehmen, denn mir graut vor langen<br />

Reisen und Neuseeland ist mir zu weit weg. Nein danke.‘“<br />

Schließlich wendete sie sich direkt an Tessier und führte das<br />

Telefongespräch in Tessiers Muttersprache Französisch. Die<br />

erste Reaktion war dieselbe, aber Trifirò hatte eine Antwort<br />

parat. „Tut mir wirklich leid für Sie, wenn Sie bei mir nicht<br />

das machen können, was ich in meiner neuen Wohnung in<br />

Mailand fertiggebracht habe. Sie können sich das gern mal<br />

ansehen.“ Zwei Tage später reiste Tessier nach Mailand. „Er<br />

sagte nicht ,Bonjour‘, kam einfach rein und sagte: ,Okay, wir<br />

können zusammen loslegen.‘ Es entwickelte sich eine sehr<br />

positive Zusammenarbeit. Rémi ist großartig.“<br />

Zefira wurde im August 2010 zu Wasser gelassen und segelte<br />

nach Fidschi, wo die Trifiròs mit ihren ersten Gästen auf sie<br />

warteten. Sie kreuzte über Panama und die San-Blas-Inseln<br />

heimwärts ins Mittelmeer und sammelte anschließend eine<br />

Menge Auszeichnungen: Segelyacht des Jahres 2011 und<br />

Beste Segelyacht 45m+ bei den World Superyacht Awards<br />

2011 sowie Exterior Design und Styling (Segelyachten) bei<br />

den ShowBoats Design Awards 2011. Sie wurde auch mit dem<br />

Art-de-Vivre-Preis von La Belle Classe beim Boat International<br />

Rendezvous in Monaco ausgezeichnet, mit dem Eignern und<br />

deren Philosophie und Lebensart an Bord ihrer Yacht Anerkennung<br />

ausgesprochen wird. Zefira segelte 2012 über den<br />

Atlantik zurück und überstand kürzlich Hurrikan Sandy in Newport,<br />

Rhode Island.<br />

Im Moment denken die Trifiròs über die weitere Zukunft ihrer<br />

Segelei nach; wohin die Reise gehen soll. Und irgendwie zweifele<br />

ich ein wenig, ob die weltweite Finanzkrise sie davon abhalten<br />

wird, sich auch weiterhin neue Ziele zu setzen. Wir müssen abwarten,<br />

ob irgendwann eine neue Superyacht ansteht. &<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

Kunst und Bücher: Paola Trifirò zu Hause. Im eleganten Mailänder Apartment des Ehepaares befindet sich auch eine interessante Sammlung von Salz-und-Pfeffer-Sets<br />

03/2013 I 57


Concours de Chef<br />

Gesunder Wettbewerb<br />

Yachten bis 100 Fuß (30.5m)<br />

Beim 13. Concours de Chef während der Antigua<br />

Charter Yacht Show demonstrierten die Küchenchefs<br />

erneut die hohe Schule der Kochkunst zur See<br />

Text Danielle Aragon Cabrera fotos Roddy Grimes-Graeme<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

Im Urlaub geht es darum, ferne Ziele zu erkunden, neue<br />

Dinge kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln. Zu<br />

den interessanten Erlebnissen zählt es sicher, die lokale<br />

Küche auszuprobieren. Auf einer Charteryacht kann der<br />

Küchenchef seinen Gästen die Landaufenthalte kulinarisch<br />

verlängern, indem er die Bordküche mit lokalen<br />

Speisen anreichert.<br />

Im Urlaub geht es aber auch darum, gesund zu leben.<br />

Spitzenköche lieben es, ihre Fähigkeiten zu zeigen. Die<br />

Herausforderung besteht für sie darin, Gerichte zu kreieren,<br />

die dem Gast das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen<br />

und dabei trotzdem Rücksicht auf seine Taille nehmen.<br />

Beim Wettbewerb der Köche während der Antigua Charter<br />

Yacht Show sollten die Küchenchefs gesunde Mahlzeiten<br />

mit lokalen Lebensmitteln zubereiten. Zubereitungstechnik<br />

und Kochstil wurden ebenso berücksichtigt wie der Kaloriengehalt.<br />

Wir besuchten 30 Schiffe in drei Tagen, und<br />

nahmen auf jedem drei Gänge ein. Küchenchef Mitchell<br />

Husbands vom Nonsuch Bay Resort, der 2011 zum „Koch<br />

der Karibik“ gekürt wurde, und Nigel Martin vom Ocean<br />

Cafe auf Antigua begleiteten uns. Beide sind ausgewiesene<br />

Experten der lokalen Küche.<br />

Stuart Ince, der Sieger der Klasse „160 Fuß plus“ (also ab<br />

50 Meter aufwärts), meint, das Geheimnis liege in der Be-<br />

58 I 03/2013


kochwettbewerb I yacht stil<br />

Toni Leslies Hauptgericht – Red<br />

Snapper mit Meersalz und Ingwer im<br />

Bananenblatt mit Avocado-Salsa und<br />

Kokosnuss-Crème – überzeugte die<br />

Jury auf ihrer Yacht Inukshuk<br />

Vorspeise<br />

Chilli und Tamarind scharf angebraten<br />

Sashimi mit festem Honig<br />

Ananas und grüne Papaya<br />

Gurken- und Karottensalat<br />

Hauptgang<br />

Red Snapper mit Meersalz und Ingwer<br />

im Bananenblatt mit Avocado-Salsa<br />

und Kokosnuss-Crème<br />

Dessert<br />

In Vanille und Lemongrass gebackener<br />

Joghurt mit „Drunken Bananas”<br />

Siegerin: Toni Leslie<br />

Yacht: Inukshuk<br />

Die sieger<br />

Yachten über 160 Fuß (50 m)<br />

1. Stuart Ince – Arianna
<br />

2. Morgan Lonegran – Red Dragon
<br />

3. Tyrone Power – Lazy Z<br />

Yachten von 101 - 159 Fuß (31 - 48,5 m)<br />

1. Jarod Pond – Arioso
<br />

2. Jacob Ebert – Symphony II
<br />

3. Tonya Bohn – Amitie<br />

Yachten bis 100 Fuß (30,5 m)
<br />

1. Toni Leslie – Inukshuk
<br />

2. Robin Thompson – Matau
<br />

3. Emmer Whicher – More Magic und<br />

Claudia Salomon – Cleavelander<br />

herrschung der Mengen. „Dass man gesund kocht, heißt<br />

nicht, dass es fade sein muss. Ich liebe es, viele kleine Dinge<br />

zu kochen. Das macht das Gericht interessant. Ich wollte<br />

Languste dabei haben, und ich mag es, Cocktails in den<br />

Nachtisch einzubringen – daher das Piña-Colada-Dessert.“<br />

Für Jarod Pond, Sieger bei den Yachten zwischen 101 und<br />

159 Fuß (etwa 31-50 Meter), passt der Wettbewerb zum Trend,<br />

gesünder zu essen. „Um die Sache spannend zu machen,<br />

suche ich mir immer etwas aus, was ich einmal ausprobieren<br />

möchte. In dieser Saison ist es indianisches Essen. Es kommt<br />

darauf an, die Balance zwischen dekadentem und leichtem<br />

Essen zu finden, und es muss auch noch Spaß machen.“<br />

Für Toni Leslie, Siegerin bei den Yachten unter 100 Fuß (bis<br />

30,5 Meter), ist Kochen ein Abenteuer. „Ich koche ungern<br />

etwas ein zweites Mal. Wir machen auch Themen-Abende<br />

mit Essen aus allen Teilen der Welt.“ Ihr Beitrag überzeugte<br />

die Juroren mit traditionellen karibischen Aromen, die thailändisch<br />

inspiriert waren.<br />

Für die Jury war es schwierig und gleichzeitig ein Vergnügen,<br />

dreißig Mahlzeiten von dreißig Küchenchefs zu bewerten –<br />

und schließlich die Gewinner zu bestimmen.<br />

Neben dem Haupt-Wettbewerb gab es auch Preise für die am<br />

schönsten gedeckte Tafel und für den besten Kaffee<br />

03/2013 I 59


yacht stil I kochwettbewerb<br />

Vorspeise<br />

Langusten-Probierteller mit Langusten-Remoulade,<br />

Langusten-Bisquet und Langusten-Croque Monsieur<br />

Hauptgang<br />

Red Snapper mit Salz<br />

Dorsch „Cod Acras“<br />

Kreolische Sauce Chien<br />

Roter-Pfeffer-Püree<br />

Frühlingszwiebeln und Süßkartoffeln<br />

Dessert<br />

Zerlegte Piña Colada an Ananas-Törtchen<br />

Kokosnuss-Panna cotta<br />

Muscavado-Zucker und Muskat-Eis<br />

mit Muskat-Splittern und Piña-Colada-Schaum<br />

Sieger: Stuart Ince<br />

Yacht: Arianna<br />

Yachten über 160 Fuß (50 m)<br />

Sieger: Jarod Pond<br />

Yacht: Arioso<br />

Vorspeise<br />

Gewärmter Napoleon von gerösteter Yams-Wurzel<br />

mit gebratenen Zwiebeln, sautiertem Wasserspinat<br />

und Gorgonzola-Vinaigrette<br />

Hauptgang<br />

Gegrillte, marinierte Karibik-Languste<br />

mit kaltem Inka-Reis<br />

Salat mit geröstetem Mais, Paprikaschoten, Gurke,<br />

frischem Thymian und Frühlingszwiebel- und<br />

Minze-Püree<br />

Dessert<br />

Kokosnuss „bavarois“ mit Zartbitter-Schokolade<br />

Frisches Limonen-Sorbet mit<br />

Mango-Spritzern in der Kokosnuss<br />

Yachten von 101-159 Fuß (31-48,5m)<br />

60 I 03/2013


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62 I 03/2013


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03/2013 I 63


eise charter<br />

Glanzlichter<br />

Solo zum<br />

Sundowner<br />

Luxusferien ohne Yacht – das können wir uns nur<br />

ganz schwer vorstellen. Und weil das die Hotellegende<br />

Marbella Club, begründet von Prinz Alfonso<br />

zu Hohenlohe und seit Jahrzehnten ein sich immer<br />

neu erfindender Hotspot für Adel und Jetset, nun<br />

auch entdeckt hat, bietet die noble Herberge ihren<br />

Gästen jetzt die Möglichkeit, mit einem sportlichen<br />

Flitzer vor der Goldküste der Costa del Sol zu<br />

cruisen. Die Yacht kann für halbe oder volle Tage,<br />

aber auch für kurze Ausflüge gebucht werden. Auf<br />

Wunsch werden die Gäste mit einem Zodiac Dinghi<br />

vom Hotelstrand zum Schiff gebracht – und Snacks<br />

und Sundowner sind natürlich schon an Bord.<br />

marbellaclub.com<br />

Superziel für<br />

Superyachten<br />

Porto Cervo auf Sardinien hat sich im Laufe der Zeit<br />

als das Ziel für Maxi- und Superyachten etabliert<br />

– mit idealen Bedingungen in der Marina des<br />

Yacht Club Costa Smeralda. Der YCCS ist<br />

Gastgeber der Loro Piana Superyacht<br />

Regatta vom 4.-8. Juni 2013. Das Event<br />

eröffnet die Saison der Regatten im<br />

Mittelmeer. Wer dabei sein will, aber<br />

nicht mit der eigenen Yacht anreist,<br />

findet in Porto Cervo vom In-Hotel<br />

Cala di Volpe bis zum schicken<br />

Apartment eine breite Auswahl an<br />

Übernachtungsmöglichkeiten.<br />

loropianasuperyachtregatta.com/local-services<br />

64 I 03/2013


Geheimtipp für<br />

die Caymans<br />

Der Concierge weiß alles – und deshalb fragen Gäste im Luxushotel ihn<br />

oft und gerne. Doch an wen soll man sich wenden, wenn man mit seiner<br />

Yacht unterwegs ist... Das dachte man sich auf den Cayman Islands auch<br />

und präsentiert den „Cayman Concierge“ – ein neues, höchst persönliches<br />

Serviceangebot, das in Zeiten webbasierter Informationstechnologien<br />

geradezu anachronistisch wirkt: Ein Team erfahrener Insel-Experten<br />

hilft telefonisch oder per E-Mail bei allen Fragen zu einem Aufenthalt<br />

auf den Inseln. Das Concierge-Team sitzt in<br />

London und gibt Insider-Tipps, die man<br />

auf Webseiten definitiv vergeblich<br />

sucht. caymanislands.co.uk<br />

Riviera-Style in<br />

St. Tropez<br />

Das Byblos Hotel in Saint-Tropez ist das Haus, in<br />

dem man sein muss an der Côte. Jetzt hat das<br />

Design-Hotel den aktuell berühmtesten Koch<br />

Frankreichs an den Herd des Hauses gerufen, um<br />

ein neues Fine Dining-Konzept zu entwickeln: Alain<br />

Ducasse eröffnet sein jüngstes Gourmet-Restaurant<br />

Rivea: Seit über 25 Jahren ist er berühmt für seine<br />

innovative Mediterrane Cuisine. Auch das Rivea<br />

wird in dieser Tradition stehen – Ducasse mixt französische<br />

und italienische Einflüsse, er liebt Frisches<br />

aus der Region und Mittelmeer-Fisch und natürlich<br />

gibt‘s zum Dessert auch seine eigene Variante der<br />

lokalen Tarte Tropézienne. Also: Dinner an Bord ist<br />

fein, Dinner im Byblos... in diesem Jahr ein Muss.<br />

byblos.com<br />

FOTOs: anbieter; shutterstock.com/Byron W.Moore<br />

Wellness an Bord<br />

Ein ganzes Spa mit sechs Behandlungsräumen auf einer Yacht, das ist eher<br />

selten. Auf den Malediven geht jetzt das Spa- und Tauchschiff Scubaspa<br />

Ying auf Jungfernfahrt – es ist das erste seiner Art, die Schwester Yang<br />

wird folgen. Die 50-Meter-Yachten sind die exklusivsten Schiffe, die auf<br />

den Malediven gebaut wurden. Bei einer Exklusiv-Charter hat man sie für<br />

sich allein – das kostet pro Woche auf Anfrage ab etwa 72.000 US-Dollar.<br />

Wer lieber nur eine der 21 Doppel-Kabinen bucht (ab 1.680 Euro pro<br />

Person/Woche), genießt viel Privatheit, die Suiten auf dem Hauptdeck bieten<br />

dank über drei Meter breiten Panorama-Fenstern einen weiten Blick<br />

auf die Inseln. Auf der Reise erlebt man die grandiose Unterwasserwelt<br />

des Indischen Ozeans und genießt die Annehmlichkeiten einer luxuriösen<br />

Wellness-Oase: Tauch-Guides sind ebenso an Bord wie ein Team von<br />

Spa-Therapeuten. scubaspa.com<br />

Venedig<br />

im Fokus<br />

Die Lagunenstadt hat einige außergewöhnliche<br />

Hotels und Resorts zu bieten – doch das neue<br />

Aman Canal Grande im Palazzo Papadopoli bei<br />

San Polo am Canal Grande ist sozusagen selbst<br />

ein Reiseziel. Wo auch immer die Gruppe von<br />

Hotel-Visionär Adrian Zecha ein Anwesen umgestaltet<br />

hat, war das Ergebnis stets faszinierend<br />

und perfekt, beispielhaft in Europa ist das Resort<br />

auf Sveti Stefan in Montenegro. Die Eröffnung des<br />

neuen Hauses in Venedig wird zur Biennale Anfang<br />

Juni gefeiert. Der Palazzo aus dem 16. Jahrhundert<br />

mit zwei kleinen Gärten ist ein sehr exklusives Boutique-Hotel<br />

mit nur 24 Zimmern. Eine eigene Yacht<br />

bringt Gäste zum Airport und dient als Gäste-<br />

Shuttle in der Serenissima. amanresorts.com<br />

03/2013 I 65


eise charter I indonesien<br />

Die indonesische Phinisi vor Kiri Island in<br />

Raja Ampat. Die Gewässer gehören wohl zu<br />

den weltweit besten Tauchrevieren...<br />

66 I 03/2013<br />

FOTO: shutterstock.com/ethan daniels


Raja Ampat<br />

– im Inselreich der vier Könige<br />

Reizt Sie der Gedanke, ein paar hundert Inseln für sich<br />

allein zu haben, umgeben von Tauchgründen, die zu den<br />

schönsten der Welt zählen? Willkommen in Raja Ampat…<br />

text Tim Thomas Fotos tim thomas, shutterstock.com<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

03/2013 I 67


eise charter I indonesien<br />

Die Bilder auf dem Bildschirm standen in einem gewissen<br />

Kontrast zu dem idyllischen Tropen-Panorama, das<br />

sich vor den Fenstern von Asterias oberem Salon darbot.<br />

Auf dem riesigen Flachbildschim war sie vor Eisbergen und<br />

arktischen Buchten zu sehen. Man könnte sagen, dass dieses<br />

Schiff hier und da von der Norm abweicht, aber das wäre ein<br />

nettes Understatement. Tatsächlich ist es schwierig, Asteria in<br />

der Nähe ausgetretener Pfade zu sehen. Wir sprachen über die<br />

Fahrt durch die Nordwest-Passage, die das Schiff vor zwei Jahren<br />

unternommen hatte, und dieses Gespräch fand im Raja-Ampat-Archipel<br />

statt, im Osten Indonesiens, nicht weit von Papua.<br />

Wir hatten Asteria und die traditionell gebaute indonesische<br />

Phinisi Silolona vor Sorong getroffen, der einzigen Stadt in<br />

dieser Gegend, die damit den Ausgangspunkt für Fahrten<br />

nach Raja Ampat bildet. Es war eine lange Anreise gewesen,<br />

von London über Hongkong, Bali und Makassar zu dieser<br />

Inselgruppe im Pazifischen Feuerring. Man kann die dreitägige<br />

Reise natürlich mit dem Privatjet abkürzen und direkt<br />

nach Sorong fliegen, wie es Asterias Eigner kurz nach unserer<br />

Abreise tat. Aber der herzliche Empfang an Bord und<br />

ein gekühltes Handtuch lassen auch gewöhnliche Reisende<br />

die Strapazen rasch vergessen. Wir stoppten unterwegs für<br />

ein erfrischendes Bad, bevor das Schiff die Nachtfahrt nach<br />

Misool antrat, einer großen Insel im Süden des Archipels.<br />

Die Inselgruppe umfasst vier Hauptinseln – Misool im Süden,<br />

Salawati und Batanta in der Mitte und Waigeo im Norden – und<br />

1.500 kleinere Inseln und Inselchen. Der Name der Region<br />

stammt aus einem indonesischen Mythos, der besagt, dass<br />

eine Frau einst sieben Eier gefunden hat, aus denen vier Könige<br />

schlüpften. Raja Ampat bedeutet „vier Könige“. Die ganze<br />

Gegend ist fast unberührt von Menschenhand. Es gibt keine<br />

schicken Resort-Hotels, nur ein paar Öko-Tauchbasen auf den<br />

Hauptinseln. Die Gewässer sind angenehm verkehrsfrei. In der<br />

ganzen Zeit sahen wir nur ein halbes Dutzend Charter-Phinisis<br />

mit Tauchern. Um zwischen den Inseln umher zu kreuzen,<br />

braucht man eine Genehmigung, und Verchartern ist nur einer<br />

Handvoll Indonesiern gestattet. Silolona und ihr neues Schwesterschiff<br />

Si datu bua sind zwei schöne Beispiele für Luxus-Charterschiffe<br />

mit indonesischem Flair.<br />

Die Gegend ermöglicht unerschrockenen Reisenden, dem<br />

Zivilisationstrubel in eine paradiesische Einsamkeit zu entflie-<br />

68 I 03/2013


Wayag Island bietet eines der spektakulärsten<br />

Panoramen von Raja Ampat in Papua.<br />

Mit dem handlichen Beiboot von Asteria geht<br />

man mühelos an Land (rechts oben). Silolona<br />

liegt vor dem Strand, während die Gäste die Einsamkeit<br />

genießen (rechts unten).<br />

Tim Clark<br />

„Es wäre naiv zu glauben,<br />

dass man für seine Gäste das<br />

Beste rausholen kann, wenn man nicht die<br />

Kenntnisse hat, die ein Guide wie Tresno mitbringt“<br />

FOTOs: shutterstock.com/nmedia<br />

hen. Tausende makelloser<br />

Buchten liegen in Reichweite,<br />

und das Panorama<br />

ist einfach spek-<br />

Asien<br />

Europa<br />

takulär. Wer schnorchelt<br />

oder taucht, fin-<br />

Afrika<br />

det eine zauberhafte<br />

Unterwasserwelt vor. Die<br />

Region wurde als die mit<br />

der höchsten Biodiversität der<br />

Erde ermittelt, es gibt allein 1.300<br />

Arten von Fischen und 550 Korallenarten. Das Wasser wimmelt<br />

von Leben, und vom einfachen Schnorcheln in Strandnähe<br />

bis zur Erkundung von Korallenplateaus und Riffen über der<br />

blauen Tiefe ist für jeden etwas dabei.<br />

Mit so vielversprechenden Namen wie Melissa’s Garden, Nudi<br />

Rock und Blue Magic gibt es unzählige Tauchziele mit jedem<br />

Schwierigkeitsgrad. Falls Gerätetauchen Ihre Sache nicht ist,<br />

gefällt Ihnen vielleicht ein Ausflug, den wir uns gönnten, da<br />

wir nach dem Flug noch nicht wieder tauchbereit waren. An<br />

der Stelle, die The Maze (Irrgarten) heißt, legten wir Brille,<br />

Singapur<br />

Jakarta<br />

Indonesien<br />

Raja Ampat<br />

Archipel<br />

Sorong<br />

Flossen und Schnorchel an und erkundeten das kristallklare<br />

Wasser, machten eine Wendung – und hatten den Äquator<br />

unter Wasser überquert.<br />

„Die Inseln um Misool herum sind definitiv das Highlight für<br />

Taucher“, begeisterte sich unser Kapitän, Don Feil. „Ich habe<br />

nirgends so viele verschiedene Fische und Korallen gesehen<br />

wie hier. Der Eigner und seine Freunde sind keine Taucher<br />

03/2013 I 69


eise charter I indonesien<br />

Die Unterschiede<br />

zwischen GPS-<br />

Positionen und der<br />

Karte betragen 300 bis<br />

600 Meter. In Gebieten wie<br />

Wayag, Misool und Penemu war<br />

keine der unzähligen Passagen,<br />

die wir genommen hatten,<br />

in der Karte verzeichnet.<br />

und genießen eher die Strände und das flache Wasser. Aber<br />

ich rate jedem, der hierherkommt, mit dem Gerät zu tauchen.<br />

Wenn ihr’s noch nicht könnt, macht vorher einen Kurs zu<br />

Hause. Dann müsst ihr euch nicht mit den Anfänger-Tauchplätzen<br />

begnügen.“<br />

Wir waren aber nicht nur zum Tauchen hier. Das Segeln in<br />

Gesellschaft von Silolona war nicht nur für die Gäste inspirierend,<br />

sondern auch für Captain Feil, der von den Ortskenntnissen<br />

Patti Seerys profitierte, der Eignerin von Silolona. Sie<br />

lebt seit dreißig Jahren in Indonesien und hat die Kultur und<br />

den Geist des Landes in sich aufgenommen. Sie kennt die<br />

Leute und die Gebräuche und wurde von mehreren lokalen<br />

Völkern adoptiert. Und schließlich hat sie mit den traditionellen<br />

Methoden Silolona bauen lassen.<br />

Taucher mit Tintenfisch und Lionfish (oben); das Sonnenlicht dringt<br />

ungetrübt bis in große Tiefen (oben rechts)<br />

Pattis Sohn Tresno war als Guide auf Asteria und trug in<br />

vielerlei Hinsicht zum Wohlbefinden der Gäste bei. „Er war<br />

phänomenal. Er war Tauchführer, Übersetzer, Verbindungsoffizier<br />

zu den lokalen Behörden, Navigator und Benimm-<br />

Lehrer in Sachen indonesischer Etikette“, sagte Captain Feil.<br />

Für die meisten Touristen sei der Trip nach Raja Ampat die<br />

Reise ihres Lebens. „Es wäre naiv zu glauben, dass man für<br />

seine Gäste das Beste rausholen kann, wenn man nicht die<br />

Kenntnisse hat, die Tresno mitbringt. Ich habe Segel- und<br />

70 I 03/2013


FOTOs: shutterstock.com/FAUP, jon milnes<br />

Tauchführer gesucht und keine gefunden. Man muss wissen,<br />

dass man hier nicht erfolgreich sein wird, solange man keinen<br />

Führer mit Sprach- und Ortskenntnissen hat.“<br />

Dazu kommt, dass die Navigation in diesen Gewässern sehr<br />

anspruchsvoll sein kann. Beim Ankern muss man vorsichtig<br />

sein, weil sich der Grund in vielen Buchten ständig verändert.<br />

Die Wassertiefe kann innerhalb einer Schiffslänge um 60 Meter<br />

fallen. „Für Raja Ampat sind die indonesischen Seekarten<br />

die genauesten und detailreichsten, die man kriegen kann“,<br />

sagte Feil, „und trotzdem fehlt vieles einfach. Die Unterschiede<br />

zwischen den GPS-Positionen und der Karte betragen<br />

300 bis 600 Meter. In Gebieten wie Wayag, Misool und<br />

Penemu war keine der unzähligen Passagen, die wir genommen<br />

hatten, in der Karte verzeichnet. Wir fahren regelmäßig<br />

mit dem Beiboot voraus und messen die Tiefen, wenn wir<br />

engere Ankerplätze ansteuern.“<br />

Am zweiten Tag erwachten wir vor Anker östlich von Misool.<br />

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Beiboot durch die<br />

schwer bewachten Perlenfarmen vor Batanme nach Tomolo, wo<br />

wir die kathedralenartigen Höhlen mit Kajaks erkundeten. Diese<br />

Höhlen werden von den lokalen Stämmen als heilige Begräbnisstätten<br />

genutzt, und wir spürten ihre spirituelle Energie, als wir in<br />

die tintige Schwärze paddelten.<br />

Hier kamen uns Pattis Kenntnisse zugute, denn sie verhandelte<br />

mit einem zornigen (und bewaffneten) Häuptling, dem es missfiel,<br />

dass wir die Totenruhe seiner Vorfahren störten – auch wenn<br />

wir die Genehmigung von drei Behörden zur Besichtigung der<br />

Höhlen hatten. Danach fuhren wir weiter nach Mesemta, wo wir<br />

über Mittag den Haken fallen ließen, und später trafen wir uns<br />

zum Cocktail mit Silolona. Pattis gutgelaunte und musikalische<br />

Crew sorgte für Stimmung.<br />

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Wagmab, wo die erfahrenen<br />

Taucher auf Tiefe gingen, um die Unterwasser-Höhlen<br />

zu erkunden, während die Anfänger einen Korallenkopf umkreisten.<br />

Das Labyrinth von Kalkstein-Inseln ist das Zuhause<br />

der Zwergseepferdchen – und ein toller Ort für eine Geburtstagsparty<br />

für einen der Gäste. Die Asteria tastete sich durch<br />

Nadelöhr-Passagen zu einem Felssockel, auf dem die Silolona-<br />

Crew bereits Tischchen, Stühle und Liegen für eine Beach-Party<br />

aufgebaut hatte. Auf einem Stein brannten Dutzende von Kerzen<br />

– ein magischer Ort für einen unvergesslichen Tag.<br />

Am dritten Tag besuchten wir unseren ersten großen Strand, einen<br />

weiten Sandbogen bei Gelu, vor dem das Wasser in einem<br />

Türkis leuchtete, wie ich es noch nie gesehen hatte. Dann ging<br />

es nach Kalig, einer weiteren einsamen Insel mit einem weiteren<br />

einsamen Strand, an dem die Silolona-Crew wieder alles für die<br />

03/2013 I 71


Raja Ampat in Indonesien: eine von Mangroven gesäumte<br />

Lagune; Sonnenuntergang am Dock (unten)<br />

Wir feierten lange, doch als wir in die<br />

dunkle Nacht davonfuhren, war der Strand<br />

perfekt aufgeräumt. Ein echtes Beispiel für die Regel:<br />

Hinterlass nur Fußabdrücke, nimm nur Erinnerungen mit.<br />

Beach-Party samt Barbecue vorbereitet hatte. Wir feierten lange,<br />

doch als wir in die dunkle Nacht davonfuhren, war der Strand<br />

perfekt aufgeräumt. Ein echtes Beispiel für die Regel: Hinterlass<br />

nur Fußabdrücke, nimm nur Erinnerungen mit.<br />

Die folgenden Tage verliefen ähnlich. Morgens ein Stopp für<br />

einen Tauchgang, weiterfahren zum nächsten Ziel, etwa der<br />

wunderbaren geschützten Bucht von Penemu oder der atemberaubenden<br />

Landschaft von Wayag. Immer sorgte die<br />

aufmerksame Crew dafür, dass wir alles hatten, wonach uns<br />

der Sinn stand, und zu sehen bekamen, was uns interessierte.<br />

Belinda, die Köchin auf Asteria, mischt internationale Küche so<br />

raffiniert mit den Gewürzen der fernöstlichen, dass wir gegen<br />

Ende des Trips das Gefühl hatten, wir hätten jetzt einen eigenen<br />

Gewichtsgürtel. Wir verbrachten einen letzten Nachmittag<br />

schnorchelnd vor Wofoh, nahmen unter einem funkelnden<br />

Sternenhimmel mit einer traditionellen „Rijstafel” Abschied von<br />

der Silolona-Crew und packten für die Nachtfahrt nach Sorong.<br />

Nach der jungfräulichen Schönheit von Raja Ampat war das<br />

laute und staubige Sorong ein kleiner Schock für uns. Es<br />

fiel uns schwer, der Asteria-Crew, die sich so liebevoll um<br />

uns gekümmert hatte, auf Wiedersehen zu sagen, denn uns<br />

war klar, dass wir etwas wie in den vergangenen Tagen so<br />

bald nicht wieder erleben werden. „Die Einsamkeit und die<br />

Ferne der Zivilisation in einer so großartigen Umgebung ist<br />

beklemmend für manche Menschen”, sagte Captain Feil,<br />

„dies ist ein Platz für jemanden, der wirklich von allem weg<br />

will.” Besser kann man’s nicht sagen. &<br />

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Licensed by Boat International Media Limited<br />

FOTOs: shutterstock.com/ethan daniels, nmedia (2)<br />

72 I 03/2013


indonesien I reise Charter<br />

asteria<br />

der über eine Bugklappe für bequemeres An-Land-Gehen<br />

verfügt. Es gibt Jollen, Surfbretter und einen kompletten<br />

Taucher-Shop an Bord. Der Salon auf dem Oberdeck ist<br />

geräumig und komfortabel, das Achterdeck wird in wärmeren<br />

Klimazonen zum Treffpunkt für alle Aktivitäten an Bord.<br />

Dinner-Bereich und ein zweiter Salon liegen auf dem Hauptdeck.<br />

Die wohnlichen Kabinen bieten reichlich Platz.<br />

Wenn jemals eine Yacht gebaut wurde, um die entferntesten<br />

Winkel der Erde zu erkunden, dann ist es Asteria. Der ehemalige<br />

Hochsee-Bergungsschlepper wurde 2002 zur Yacht<br />

umgebaut. Sie bietet auf 49 Metern Länge jeden Luxus, den<br />

ein Chartergast sich nur wünschen kann, vom Spa-Pool auf<br />

dem Oberdeck über den Helipad bis hin zum zweiten Tender,<br />

Der seetüchtige Rumpf hat sich schon oft in der Praxis bewährt.<br />

Mit 6.000 Seemeilen Reichweite ist Asteria nicht nur<br />

für Reisen in die hohen Breiten geeignet sondern auch fürs<br />

Umherstreifen in Gebieten, wo es weit bis zur nächsten Bunkerstation<br />

ist. Das Beste an ihr ist jedoch die Crew um den<br />

erfahrenen und kenntnisreichen Kapitän Don Feil, die dem<br />

Gast mit Begeisterung jeden Wunsch erfüllt. Das Essen von<br />

Küchenchefin Belinda ist exquisit und wird in sehr großen<br />

Portionen gereicht.<br />

oceanindependence.com<br />

Die indonesische Inselwelt in Papua-<br />

Neuguinea zählt wahrscheinlich zu<br />

einem der schönsten Reviere der Welt;<br />

andere Boote trifft man nur selten<br />

03/2013 I 73


eise charter I spotlight<br />

<strong>Excellence</strong> V<br />

A&Rs jüngstes Schiff ist in der Charterwelt<br />

ganz oben dabei. Vom Kino bis zu zehn Outdoor-<br />

Bereichen hat es einfach alles.<br />

Text Marilyn Mower fotos Jeff Brown/SuperYacht Media; Mark Sims<br />

74 I 03/2013


<strong>Excellence</strong> V leistet sich den<br />

Luxus der Weiträumigkeit, wo sie<br />

wichtig ist. Es gibt breite Seitendecks<br />

und einen Aufzug über fünf Decks, der von<br />

einem Treppenhaus umgeben ist.<br />

03/2013 I 75


eise charter I spotlight<br />

Die Kunst, um die Wünsche der Kunden zu<br />

wissen… – alles im Design von <strong>Excellence</strong> V<br />

geht intuitiv auf die Bedürfnisse von<br />

Chartergästen ein. Eine Fülle von Räumlichkeiten<br />

innen und außen macht es<br />

einfach, sich zu entspannen<br />

G<br />

Größe ist relativ. Als wir Pascale Reymond nach dem Design-<br />

Konzept von <strong>Excellence</strong> V fragen, antwortet sie: „Machen sie<br />

sich immer bewusst, sie ist nur 60 Meter lang.“ Als wir vom<br />

Tender an Bord steigen, betont Kapitän Ray Shore, dass E 5,<br />

wie sie sie nennen, mit 1.600 BRZ vermessen ist. Um bei den<br />

Relationen zu bleiben: Sie ist nur drei Meter länger als ihre<br />

Vorgängerin, kommt aber auf 500 BRZ mehr Tonnage. Das ist<br />

das Volumen einer ansehnlichen Yacht. Diese Zauberei fand<br />

natürlich mittels der Breite statt. <strong>Excellence</strong> V misst an ihrer<br />

breitesten Stelle 12,8 Meter, <strong>Excellence</strong> III 10,7 Meter.<br />

Bei Superyachten kommt es bekanntlich nicht nur auf die<br />

Größe an. Wichtiger ist, was man damit anfängt. Dies ist ein<br />

Schiff, das Größe lebt. <strong>Excellence</strong> V leistet sich den Luxus<br />

der Weiträumigkeit, wo sie wichtig ist. Es gibt breite Seitendecks<br />

und einen Aufzug über fünf Decks. Über drei Rumpföffnungen<br />

gelangt man vom Wasser an Bord, wo Gäste-Suiten<br />

auf dem Hauptdeck, ein Fitness-Studio mit Meeresblick, der<br />

76 I 03/2013


Beach-Club, das Eigner-Deck, etliche Außen-Lounges und<br />

Spa-Pools und ein schönes Kino warten.<br />

„Die Aufgabe bestand darin, das Innere eines 78-Meter-<br />

Schiffs auf 57 Metern unterzubringen, die wir dann auf 60<br />

Meter gestreckt haben“, erklärt Kapitän Shore und wirft<br />

damit die Frage nach <strong>Excellence</strong> IV auf. Der Bau der 78<br />

Meter langen <strong>Excellence</strong> IV – Abeking & Rasmussens bis<br />

dato größter Auftrag – hatte 2005 begonnen. Die Auslieferung<br />

war für 2008 geplant, doch bevor das Schiff fertig<br />

war, bekam Eigner Herb Chambers dafür ein Angebot, das<br />

er nicht ausschlagen konnte, und verkaufte. Aber er besaß<br />

noch seine <strong>Excellence</strong> III und als er dann über sein nächstes<br />

Schiff nachzudenken begann, beschloss er, eines mit<br />

handlicheren Abmessungen zu bauen, mit dem er auch in<br />

seine bevorzugten Häfen käme. Er hatte mit <strong>Excellence</strong> IV<br />

(inzwischen Eminence) abgeschlossen und war gedanklich<br />

schon ein Schiff weiter.<br />

Kapitän Shore arbeitet seit 1989 für Chambers. Die beiden haben<br />

ein höchst erfolgreiches Chartergeschäft aufgebaut, das<br />

mit einer 38,7-Meter-Feadship begann, der ersten <strong>Excellence</strong>.<br />

Shore erinnert sich: „Als er jetzt anfing, das Schiff zu entwerfen,<br />

war mehr Raum das Wichtigste, und es sollte Dinge an<br />

Bord geben, von denen man fünf Jahre zuvor noch nie etwas<br />

gehört hatte. Er weiß, was ihm selbst gefällt, und wir bekamen<br />

gute Hinweise von Chartergästen, die immer wieder buchten.“<br />

Chambers kam es auch darauf an, das Team zusammenzuhalten,<br />

von der Werft über das Innendesign bis hin zur Crew.<br />

„Wir haben drei Schiffe mit A&R gebaut, und das hat einen Einfluss<br />

darauf, wie gut ein Projekt vorangeht. Pascale Reymond<br />

war schon in Don Starkeys Team, als wir <strong>Excellence</strong> III bauten,<br />

und sie hatte ihre eigene Firma mit Andrew Langton, als <strong>Excellence</strong><br />

IV und jetzt das neue Schiff dran waren.“<br />

Während E IV im Innern den Kontrast zwischen dunklen, lackierten<br />

Hölzern und hellen Bezügen pflegte, bedient das Design<br />

03/2013 I 77


eise charter I spotlight<br />

von E V ein breiteres Spektrum. Hier wechseln die Hölzer und<br />

die Oberflächen, leuchtende Farben und kreativer Mut fallen<br />

ins Auge. Shore sagt: „Man hat keine Angst, sich irgendwo<br />

hinzusetzen. Wenn man schon im Namen Exzellenz für sich<br />

in Anspruch nimmt, kommt es in jedem Detail auf Qualität an.“<br />

Und auf den Lifestyle. Dreißig Jahre im Chartergeschäft (und<br />

im Automobil-Handel) haben Chambers gelehrt, wie der<br />

Markt funktioniert und was ein Schiff erfolgreich macht. Die<br />

Befriedigung von Kundenwünschen steht im Zentrum. Flexibilität<br />

ist ein Weg zum Ziel.<br />

Da gibt es beispielsweise eine hübsche Doppelkabine auf<br />

dem Oberdeck, direkt hinter der Master-Suite und gegenüber<br />

dem Büro, die für die Kinder eines Gastes vorgesehen ist. Oder<br />

für den Bodyguard, oder den Arzt. Hinter der Täfelung führt<br />

eine Tür in die Oberdeck-Pantry oder zur Bordküche und den<br />

Crew-Räumen ein Deck tiefer – für den Fall, dass diese Kabine<br />

einmal ein Crewmitglied beherbergt und nicht einen Gast.<br />

Flexibilität ist auch der Grund für die drei Rumpföffnungen<br />

zum Wasser hin. Der Beach-Club liegt mittschiffs an Steuerbord,<br />

sodass sich niemand durch Manöver mit den Tendern<br />

belästigt fühlt, die am Heck ins Wasser gesetzt oder an Bord<br />

genommen werden. Die Backbord-Plattform dient der Crew<br />

als Anleger für den Bordbetrieb, aber auch als Fitness-Studio<br />

oder Massage-Raum. Flexibilität ist auch der Grund dafür,<br />

dass es zehn Außenflächen für die Gäste gibt, darunter drei<br />

Bars und sieben Lounges. Nicht vergessen: 60 Meter…<br />

„Die Design-Anweisung für das Schiff lautete: Die Atmosphäre<br />

soll fröhlich und sportlich sein, und das in einer eleganten<br />

Umgebung“, sagte Reymond. Zinnober und blaue Akzente<br />

sorgen für die fröhliche Note, Makassar-Ebenholz dient innen<br />

78 I 03/2013


spotlight I Reise charter<br />

Die Design-<br />

Anweisung<br />

lautete: Die<br />

Atmosphäre soll<br />

fröhlich und sportlich<br />

sein, und das in<br />

einer eleganten<br />

Umgebung<br />

als Kontrast zu den helleren Hölzern wie Riegelahorn und<br />

Anigre. Chrom und rostfreier Stahl setzen Glanzlichter.“ Ein<br />

kleiner asymmetrischer Salon mit einer Bar an Steuerbord empfängt<br />

die Gäste nach ihrer Ankunft auf dem Achterdeck. Über<br />

einen coolen Holzboden, vorbei an Lederwänden, Krokodillederbespannten<br />

Tischen und Samtsesseln, gelangt man ins Innere<br />

zum Speisebereich.<br />

Der Makassar-Tisch steht auf einem Lederboden, schwarzer<br />

Emperador-Marmor und weiße Onyx-Anrichteplatten bilden<br />

die Umgebung. Dieser dramatische Auftakt leitet über zum<br />

schönen Foyer mit Marmorböden und dem gläsernen Lift, der<br />

von einer Treppe umgeben ist. Über vier Decks feiert ein Artdéco-Kunstwerk<br />

die Welt der Fortbewegungsmittel: Schiffe,<br />

Züge und Automobile erscheinen als silberne, äußerst detailreiche<br />

Reliefs. Fünf Kabinen – zwei Doppel-, zwei Zweier- und<br />

eine VIP-Kabine – profitieren auf dem Hauptdeck von der<br />

Vielzahl der Fenster. Die Scheiben in den Waschräumen lassen<br />

sich mittels Tastendruck abdunkeln. Die üppige Breite des<br />

Schiffes hat den schönen Effekt, dass in jedem Raum noch<br />

Platz bleibt für einen Garderobentisch und dass jeder Badezimmerbereich<br />

über eine eigene Toilette und ein Duschabteil<br />

verfügt. Die VIP-Suite und eine der Doppelkabinen haben auch<br />

noch eine Badewanne.<br />

„Wir verwenden hochwertige Stoffe und Seidenteppiche, die<br />

sehr viel empfindlicher, aber auch sehr viel schöner sind als die<br />

übliche Ware”, erklärt Chambers. „Strapazierfähige Stoffe mögen<br />

länger halten, aber ich glaube nicht, dass sie das Gefühl<br />

von Luxus vermitteln können, das unsere Gäste verdient haben.“<br />

Über eine Treppe gelangt man zu einem tieferen Foyer<br />

gegenüber dem Beach-Club. Nur Glaswände mit einem<br />

sandgestrahlten Muster trennen den Besucher hier vom<br />

03/2013 I 79


eise charter I spotlight<br />

In der Master-Suite steht das Bett unter einem Skylight. Zur Suite gehören Ankleideund<br />

Badezimmer für sie und ihn und eine private Terrasse<br />

blauen Meer, wenn das Clubdeck abgesenkt ist. Man geht<br />

durch eine Glastür und fühlt sich wie auf einer Insel. Ein<br />

paar Handbreit über der Meeresoberfläche gibt es eine<br />

schattige Bar und ein offenes Teakdeck, das groß genug für<br />

einige Lounge-Sessel ist. Dank seines Zugangs zu Treppe<br />

und Lift ist dies auch ein guter Ort, um mit einem Boot anzukommen.<br />

Der Beach-Club ist nicht der einzige Grund, sich auf das<br />

Unterdeck zu begeben. Vorn befindet sich ein erstklassiges<br />

Bordkino mit einer 2,60-Meter-Leinwand und neun Liegesesseln,<br />

die mit den Bässen der Action-Filme vibrieren. Ein<br />

Snack-Shop für die Kinder rundet das Kinoerlebnis ab. Neben<br />

dem Kino liegt die professionelle Bordküche. Sie hat ein<br />

riesiges Fenster und ist ergonomisch in Kochbereich und<br />

Kalte Küche unterteilt. Ein Speiselift verbindet die Küche mit<br />

den Deck-Pantrys oben und den Lagerräumen im Tankdeck<br />

darunter. Für die Crew gibt es eine große Messe, separat vom<br />

Aufenthaltsraum für Fernsehen und Internet.<br />

Die Gästekabinen sind schon beeindruckend – sie sollen<br />

ja, so betont Kapitän Shore, den Gästen mehr Platz<br />

und Ausstattung bieten. Den Clou aber stellt die Master-<br />

Suite dar, wie man dies bei einem Eigner erwarten kann,<br />

der 30 Jahre Erfahrung mit solchen Schiffen hat. Das<br />

ausgeklügelte Arrangement von Türen und Treppen gibt<br />

dem Eigner Privatsphäre und Abgeschiedenheit, wenn er<br />

sie wünscht, er steht bei Bedarf aber auch in Verbindung<br />

mit dem Kapitän und der Crew. Der Eignerbereich kann<br />

an zwei Stellen vom übrigen Innenleben des Schiffes abgeschottet<br />

werden, nämlich vor und hinter dem Büro. In<br />

beiden Fällen bleibt der gesamte Bordbetrieb hinter der<br />

Tür. Man hat Zugang zur Pantry, und die Crew kann an<br />

Backbord durch eine versteckte Diensttür passieren. Eine<br />

vordere und eine achtere Außentreppe geben dem Eigner<br />

Zugang zum Hauptdeck, und eine Wendeltreppe bringt ihn<br />

nach oben direkt auf die Brücke. Er kann mit dem Tender<br />

am Heck eintreffen und in seine Suite gehen, ohne das<br />

klimabelüftete Schiffsinnere zu betreten.<br />

80 I 03/2013


spotlight I Reise charter<br />

Der Einrichtungsstil, mit Akzenten in Zinnober und Königsblau, soll anregend und elegant sein. Kunstwerke setzen starke Akzente im Flur<br />

zwischen dem Büro und dem Schlafzimmer der Master-Suite<br />

Kunst schmückt den Flur zwischen Büro und dem Schlafzimmer<br />

der Suite, das einen 180-Grad-Ausblick bietet. Das<br />

Bett steht mittschiffs und mit Blick nach vorn unter einem<br />

großen Skylight. Die private Sonnenterrasse mit Spa-Pool<br />

kann von der Brücke darüber nicht eingesehen werden.<br />

Eine Abdeckung kommt der Privatsphäre und der Ästhetik<br />

der Linien zugute, denn sie verbirgt auch noch das Rettungsboot.<br />

Um den Ausblick nicht zu stören, wurde der Zugang<br />

zum Vorschiff seitlich nach Steuerbord verlegt. In der<br />

Suite gibt es zwei gleiche Ankleidezimmer und zwei vollwertige<br />

Badezimmer. Rodiek Interior hat sich beim Möbelbau<br />

mit gespiegelten Ahorn-Furnieren selbst übertroffen.<br />

Der helle Holzton ist der perfekte Gegensatz zu den Farben<br />

der See dahinter. „Ich war mir anfangs beim geschlossenen<br />

Arbeitsdeck nicht sicher“, sagt Shore, „aber das Ergebnis<br />

hat mich überzeugt. Es gibt dem Eigner einen besseren<br />

Ausblick, und die Crew ist nicht mehr den Elementen ausgesetzt.“<br />

Lloyd‘s verlangt, dass ein Rettungsboot innerhalb<br />

von fünf Minuten zu Wasser gebracht werden kann. „Obwohl<br />

erst die Abdeckung geöffnet werden muss, schaffen<br />

wir es in drei Minuten, 45 Sekunden“, sagt Shore stolz. Er<br />

ist auch mit den elektrischen Bug- und Heckstrahlrudern<br />

sehr zufrieden: „Die machen das Manövrieren in Häfen wie<br />

Capri viel einfacher.“<br />

Hinter der Master-Suite gibt es einen großartigen Salon mit<br />

Polstersesseln, die zur Schiffsmitte hin ausgerichtet sind – ein<br />

Treffpunkt für Gäste. Durch Glastüren tritt man nach achtern<br />

in den äußeren Sitzbereich mit Bar hinaus. Die gesamte<br />

Fläche wirkt wie ein einziges Innen- und Außenwohnzimmer.<br />

Eine Ebene darüber lädt das Brückendeck mit einem ausziehbaren<br />

Tisch und hellblauen Stühlen zum Speisen an der<br />

frischen Luft ein. Es ist auch eine Sport-Bar mit drei geschwungenen<br />

Sofas, ausgestattet jeweils mit einem Cocktail-<br />

Tisch, und einem großen Bildschirm. Dieser luftige, schattige<br />

Bereich umfasst 115 Quadratmeter. Ein Blickfang ist die Edelstahl-Treppe,<br />

die den Gast auf das Sonnendeck führt. Es ist<br />

klein, hat aber was zu bieten.<br />

03/2013 I 81


eise charter I spotlight<br />

<strong>Excellence</strong> V<br />

Das Sonnendeck<br />

ist zwar klein,<br />

bietet aber<br />

Sitzbereich und<br />

einen Spa-Pool<br />

mit Glasscheibe<br />

Das Brückendeck<br />

ist mit seinem<br />

ausziehbaren<br />

Tisch am besten<br />

geeignet, um<br />

dort im Freien zu<br />

speisen<br />

Der Salon hinter<br />

der Master-Suite<br />

ist ein Treffpunkt,<br />

die Sitze sind zur<br />

Mitte ausgerichtet<br />

Der Gäste-<br />

Bereich nimmt<br />

das Vorschiff<br />

ein: 2 Zweier-, 2<br />

Doppel-Kabinen,<br />

1 VIP-Kabine<br />

Der Platz des<br />

Tenders ist<br />

im Heck, der<br />

Beach-Club<br />

wanderte<br />

deshalb nach<br />

Steuerbord<br />

Vor dem oberen Aufbau umgibt ein glänzender Rahmen,<br />

der an den Überrollbügel eines Rennautos erinnert, einen<br />

gemütlichen Sitzbereich. Von hier aus hat man den besten<br />

Blick über das Schiff. Der Aufbau enthält Technik, Schächte<br />

und den Lift, aber auch einen praktischen Toilettenraum.<br />

Nach achtern hin gibt es eine Bar mit Hockern und Sonnenliegen.<br />

Die Hauptattraktion des Sonnendecks aber ist ein<br />

Wasserfall, der – ein wenig an einen Kühlergrill erinnernd –<br />

auf der Rückseite des Aufbaus herabplätschert, am Fuß verschwindet<br />

und in einem Spa-Pool mit Glaswänden wieder<br />

82 I 03/2013


Chefredakteur<br />

stellv. Chefredakteurin<br />

ständige Mitarbeiter<br />

Art Direktion<br />

Grafik<br />

Chefin vom Dienst<br />

REDAKTION<br />

Claus Reissig, reissig@meerundyachten.de<br />

Sandra-Valeska Bruhns<br />

T. Thomas, P. Boulton, N. Brewer, A. Mc Cracken, M. Mower<br />

a.-M. Fingerhut, B. Gedlek, Prof. Dr. S. Henke, K. Panzer-Gunkel,<br />

m. Kludas, H.-H. Schack, J. Langdon, I. Wilkens, A. Willen<br />

Bianca Stüben<br />

Antje Krüger, Natalja Pindakova<br />

Anett Hillers, hillers@meerundyachten.de<br />

ANZEIGEN<br />

Verantwortlich Guido Simon, Tel. +49 (0) 40/53308884<br />

g.simon@quartomedia.com<br />

ANZEIGEN maritim<br />

Anzeigenleitung Jeremy Roche, Tel. +44 (0) 208 545 9359<br />

jeremy.roche@boatinternationalmedia.com<br />

Deutschland, östl. Mittelmeer Nick Dawes, Tel. +44 (0) 208 545 9369<br />

Osteuropa, Russland nick.dawes@boatinternationalmedia.com<br />

Benelux, Skandinavien, Brian Lynch, Tel. +44 (0) 208 545 9355<br />

Großbritannien brian.lynch@boatinternationalmedia.com<br />

Italien, Spanien, Monaco Luca Vasile, Tel. +44 (0) 2085459364<br />

luca.vasile@boatinternationalmedia.com<br />

Frankreich Lionel Richard, Tel. +44 (0) 2085459360<br />

lionel.richard@boatinternationalmedia.com<br />

USA Ben Farnborough, Tel. +1 9545222628<br />

ben.farnborough@boatinternationalmedia.com<br />

Australien, Neuseeland Pippa Johnson, Tel. +649 9503281<br />

pippa.johnson@boatinternationalmedia.com<br />

LÜA 60 m<br />

Lwl 54,14 m<br />

Breite 12,8 m<br />

Tiefgang 3,4 m<br />

brz 1.560<br />

Maschinen/generatoren 2 x MTU 16V 2000 M53R,<br />

je 1.495 kW (2.000 PS)<br />

Geschwindigkeit (max./Fahrt) 15.5/13 kn<br />

tank 114.000 l<br />

reichweite bei 12 kn 4.400 sm<br />

strahlruder 185 kW Jastram (Bug);<br />

165 kW Schottel Jet (Heck)<br />

stabilisatoren 2 x einziehbare Flossen<br />

generatoren 2 x MTU 8V 2000 M40A, 360 kW,<br />

450 kVA; 1 x MTU 8V 2000 M50A, 308 kW, 385 kVA<br />

wasser 26.000 l<br />

eigner und gäste 12<br />

crew 17<br />

tender 1 x Novurania Chase 27;<br />

1 x Novurania Chase 23<br />

bauweise Stahl, Aluminium<br />

klassifizierung Lloyd’s; MCA entsprechend<br />

konstruktion Abeking & Rasmussen<br />

design Reymond Langton Design<br />

werft/baujahr Abeking & Rasmussen/2012<br />

abeking.com<br />

ANZEIGEN marken<br />

Nielsen I, V, VI MEDIEN KONTOR, Norman Sauer<br />

Tel. +49 (0) 40/605 507 70<br />

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Nielsen II Medienservice + Beratung, Andreas Fuchs<br />

Tel. +49 (0) 2131 / 406 37-0<br />

afuchs@medienservice-und-beratung.de<br />

Nielsen III a+b, VII Medienberatung Uwe Stolte<br />

Tel. +49 (0) 6123 / 701 68 84<br />

Uwe.Stolte@Medienberatung-Stolte.de<br />

Nielsen IV MMS Marrenbach Medien-Service, Bruno Marrenbach<br />

Tel. +49 (0) 89 / 430 885 55<br />

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Verlagsvertretung Benelux Mark Meelker, Tel. +31715140848<br />

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keine Ansprü che gegen den Ver lag. Nach druck in Wort und Bild, auch aus zugs wei se, nur mit<br />

Erlaub nis von Quarto Media GmbH, ISSN 1158-0437.<br />

Gerichts stand Hamburg. Keine gewähr für unver langt ein ge sand te Manus krip te und Bild sen dun gen.<br />

Zuschrif ten kön nen ohne aus drück li chen Vor be halt im Wort laut oder Aus zug ver ö f ent licht wer den.<br />

Meer & Yachten erscheint in Zusammenarbeit mit<br />

Boat International Media Ltd., Großbritannien<br />

Geschäftsführung<br />

VERLAG<br />

Quarto Media GmbH<br />

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zum Vorschein kommt. Er ist das i-Tüpfelchen auf<br />

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[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

03/2013 I 83


oker refit<br />

Glanzlichter<br />

Refit für Alert<br />

Bei Claasen in den Niederlanden wird ein echter<br />

Klassiker zum Refit eingedockt. Alert war bereits<br />

1948 vom Stapel gelaufen und hat eine bewegte<br />

Geschichte hinter sich. Dass sich ihr Eigner für<br />

die niederländische Werft entschied, kommt nicht<br />

von ungefähr: Er besitzt eine dort gebaute Yacht,<br />

mit der er international an Regatten teilnimmt.<br />

Claasen mausert sich mittlerweile zunehmend<br />

zum Spezialisten für klassische Segelyachten. So<br />

wurden in den vergangenen Jahren bereits drei J-<br />

Class-Nachbauten ausgeliefert.<br />

claasenshipyards.com<br />

Majesty mit MTU<br />

Im Rahmen einer neuen Kooperationsvereinbarung bietet<br />

die arabische Werft Gulf Craft die Yachtbaureihe Majesty<br />

künftig bevorzugt mit MTU-Motoren der Baureihen 2000 und<br />

4000 an. Diese Vereinbarung schlossen Gulf Craft und Al<br />

Masaood, ein Distributor der Tognum-Gruppe für MTU-Motoren<br />

in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain,<br />

auf der diesjährigen Dubai International Boat Show. Der bis<br />

Ende 2014 geltende Vertrag umfasst ein Auftragsvolumen<br />

von über 50 Motoren und erstreckt sich auf die 8-, 10-, 12-<br />

und 16-Zylindervarianten der Baureihe 2000 sowie auf die<br />

12-Zylindervariante der Baureihe 4000. tognum.com<br />

Award für Benetti<br />

In den chinesischen Markt setzen viele Werften ebenso hohe Hoffnungen wie die<br />

Autobauer. Zunehmend werden daher auch Auszeichnungen als wichtig erachtet,<br />

die innerhalb der chinesischen Branche vergeben werden. Gerade wurde die Benetti<br />

Grande 120SL als beste Motoryacht über 30 Meter bei den Hurun Best of the<br />

Best Awards geehrt. Die Grande 120SL ist wirklich außergewöhnlich: Mit zwei Rolls-<br />

Royce-Waterjets und einem zusätzlichen Booster kann das Schiff je nach Gewicht der<br />

Einrichtung auf Geschwindigkeiten von 36 bis 40 Knoten beschleunigt<br />

werden. Die Hurun-Awards fanden in diesem<br />

Jahr in Shanghai bereits zum neunten Mal statt.<br />

benettiyachts.it<br />

FOTOs: werften, anbieter<br />

84 I 03/2013


Neuer Eigner für Darsea<br />

Moonen Brokerage in den Niederlanden hat für die 30-Meter-Motoryacht Darsea einen neuen Eigner gefunden. Trotzdem<br />

sich das Schiff in erstklassigem Zustand befindet, wird Moonen auf Wunsch des neuen Eigners eine Reihe von Änderungen<br />

vornehmen. Ursprünglich war Darsea, die erste Yacht der erfolgreichen Custom-Serie der Moonen 97, 2008 ausgeliefert<br />

worden. Auch Sofia II, die zweite Yacht dieser Serie, steht derzeit zum Verkauf. Ihr Eigner hat sich für eine größere<br />

42-Meter-Motoryacht von Moonen entschieden, die demnächst ausgeliefert wird. moonen.com<br />

Heesen verkauft<br />

55-Meter-Yacht<br />

Heesen Yachts hat das erste Schiff der 55m Steel Fast Displacement<br />

Motor Yacht verkauft. Erst im Herbst 2012 hatte die<br />

Werft das neue Modell vorgestellt. Nach Angaben der Werft<br />

soll die Yacht scheinbar Unvereinbares zusammenbringen:<br />

Sie soll schneller sein und trotzdem weniger Treibstoff verbrauchen<br />

als vergleichbare Schiffe. Der Rumpf dafür wurde<br />

von Van Oossanen entwickelt; angestrebt ist eine maximale<br />

Geschwindigkeit von 16,5 Knoten. In den vergangenen vier<br />

Jahren hat die Werft 13 Schiffe verkauft und ist bis 2015 ausgelastet.<br />

heesenyachts.nl<br />

Stabilisator für<br />

Segelyachten<br />

Ein neues Stabilisierungssystem ist derzeit zum<br />

Patent angemeldet und soll nach dem Willen<br />

seiner Erfinder vieles besser machen als bisherige<br />

Systeme. Es ist sowohl in Fahrt als auch vor Anker<br />

einsetzbar und kann eingezogen werden, um den<br />

Widerstand zu minimieren. Zudem soll es der erste<br />

Stabilisator sein, der auch in Segelyachten eingebaut<br />

werden kann. Vertrieben wird das System von<br />

der neu gegründeten Firma DMS Holland.<br />

dmsholland.com<br />

03/2013 I 85


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STAND DER LISTE: DEZEMBER 2012<br />

86 I 03/2013


Dubai 162m<br />

Al Said 155m<br />

Eclipse 162.5m<br />

Topaz 147.25m<br />

Prince Abdulaziz 147m<br />

El Horriya 145.7m<br />

Al Salamah 139.29m<br />

Rising Sun 138m<br />

Serene 133.9m<br />

Al Mirqab 133.2m<br />

Octopus 126.18m<br />

Katara 124.4m<br />

Savarona 124.28m<br />

Alexander 121.95m<br />

A 119m<br />

Turama 116.4m<br />

Issham al-Baher 115.76m<br />

Atlantis II 115.76m<br />

Luna 115m<br />

Pelorus 114.5m<br />

Le Grand Bleu 112.8m<br />

Dilbar 110m<br />

Radiant 110m<br />

Lady Moura 104.85 m<br />

Loaloat al-Behar 103.85m<br />

Attessa IV 100.89m<br />

Christina O 99.14m<br />

Carinthina VII 97.2m<br />

Sea Cloud 96.35m<br />

Limitless 96.25m<br />

Vava II 96m<br />

Palladium 95.1m<br />

Indian Empress 95m<br />

03/2013 I 87


Mayan Queen IV 93.25m<br />

Tatoosh 92.42m<br />

Dubawi 90.6m<br />

Nahlin 90.22m<br />

Ice 90.1m<br />

Phonix2 90.01m<br />

Lauren L 90m<br />

Nirvana 88.5m<br />

Asean Lady 88.15m<br />

Quattroelle 88m<br />

Maltese Falcon 88m<br />

Fountainhead 87.78m<br />

Musashi 87.78m<br />

Arctic P 87.58m<br />

Ace 87m<br />

Kingdom 5KR 86m<br />

Seven Seas 86m<br />

Ecstasea 85.95m<br />

Y708 85.6m<br />

Cakewalk 85.6m<br />

Sunrrays 85.5m<br />

Vibrant Curiosity 85.47m<br />

Delma 85.34m<br />

Moonlight II 85.34m<br />

Pacific 85.2m<br />

Valerie 85m<br />

EOS 82.6m<br />

O'Mega 82.5m<br />

Basrah Breeze 82m<br />

Sarafsa 82m<br />

Alfa Nero 81.27m<br />

Air 81m<br />

Nero 80.83m<br />

Bart Roberts 80.77m<br />

Norge 80.16m<br />

Golden Odyssey 80.15m<br />

88 I 03/2013


Amevi 80m<br />

Constellation 80m<br />

Stargate 80m<br />

Athena 79.25m<br />

Al Diriyah 78.65m<br />

Pegasus V 78.6m<br />

Delphine 78.57m<br />

Hampshire II 78.5m<br />

Tueq 78.47m<br />

Amaryllis 78.43m<br />

Titan 78.43m<br />

C2 78.43m<br />

Eminence 78.43m<br />

TV 78.4m<br />

Venus 78.2m<br />

Montkaj 78.05m<br />

Tango 77.7m<br />

Sea Stallion 77m<br />

Samar 76.88m<br />

Lady Sarya 76.32m<br />

Ocean Victory 75.75m<br />

Anastasia 75.5m<br />

Reborn 75.5m<br />

Northern Star 75.4m<br />

Talitha 75.28m<br />

M5 75.2m<br />

Phocea 75.12m<br />

Leander G 74.65m<br />

Enigma 74.5m<br />

Dannebrog 74.43m<br />

Ilona 73.69m<br />

DIE NÄCHSTE AUSGABE VON <strong>MEER</strong> <strong>YACHTEN</strong> ERSCHEINT AM 26. JUNI 2013<br />

03/2013 I 89


Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

Topaz ist die zweitgröSSte von Lürssen je gebaute Yacht<br />

Als die 147,25 Meter lange Topaz im August 2012 die in Bremen-Aumund an der<br />

Weser gelegene Lürssen-Werft verließ, belegte sie triumphierend den vierten Platz<br />

in der Liste der Top 100. Das Exterior Design der zweitlängsten von einer deutschen<br />

Werft gebauten Yacht stammt von Tim Heywood, das Interieur von Terence Disdale.<br />

Nur die noch im Bau befindliche 180 Meter lange Azzam ist größer.<br />

4 Topaz,<br />

147,25m<br />

31Vava II, 96m<br />

Die gröSSte bislang in GroSSbritannien gebaute private Motoryacht<br />

Die 96 Meter lange Vava II von Pendennis Plus glänzt mit einem durch und durch zeitgemäßen Styling aus der Feder von Redman<br />

Whiteley Dixon. Die Oberflächen des von Rémi Tessier kreierten Innenbereichs stellen naturbelassene und unbearbeitete Strukturen<br />

in Kontrast zu Hochglanz-Designs. Im Hauptsalon erzeugen die in einem Halbreis umlaufenden, vom Boden bis zur Decke<br />

reichenden Fenster einen erstaunlichen Innen-Außen-Raumeffekt. Auf dem Achterdeck gibt es einen sieben Meter langen Pool.<br />

90 I 03/2013


41Nirvana 88,5 m<br />

Motoryacht von Oceanco mit Tropen-Feeling<br />

Der Regenwald auf einer Tropeninsel inspirierte Sam Sorgiovanni zu seinem Interieur an Bord der<br />

88,5 Meter langen, von Oceanco gebauten Nirvana. Das Design ist eine Kombination von Hölzern,<br />

Onyx-Arten, umweltfreundlichen Materialien sowie einem Aquarium und zwei Vivarien. Die über<br />

sechs Decks reichende, aus Stahl und Aluminium gebaute Superyacht verfügt auch über einen<br />

großen Pool, eine über die volle Breite reichende VIP-Suite, vier weitere Gästekabinen und eine<br />

150-Quadratmeter-Eignersuite.<br />

TOP Segelyachten<br />

NAME<br />

LÜa (m)<br />

1 Sea Cloud 96,35<br />

2 Maltese Falcon 88<br />

3 EOS 82,6<br />

4 Athena 79,25<br />

5 M5 (ex Mirabella V) 75,2<br />

6 Phocea 75,12<br />

7 Vertigo 67,2<br />

8 Aglaia 66<br />

9 Pilar Rossi 64,34<br />

10 Felicità West 64<br />

11 Hetairos 59,9<br />

12 Kokomo 58,4<br />

13 Taouey 58,1<br />

14 Ethereal 58,03<br />

15 Creole 57,80<br />

16 Twizzle 57,49<br />

17 Atlantic 56,43<br />

18 Athos 56,08<br />

19 Adix 56<br />

20 Fidelis 56<br />

melek 56<br />

Panthalassa 56<br />

asahi 56<br />

Silvana 56<br />

Salute 56<br />

Selene 56<br />

Rosehearty 56<br />

zenji 56<br />

burrasca 56<br />

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Ihr beeindruckender Rauminhalt ist<br />

in ein cleveres Styling verpackt<br />

43<br />

Quatroelle, 88m<br />

Die 88-Meter-Superyacht ist die erste bei Lürssen gebaute Motoryacht des Büros Nuvolari-<br />

Lenard, das innen und außen die Feder führte. Das Exterieur der über sechs Decks reichenden<br />

Yacht beeindruckt durch ein aufgeräumtes Styling, das ihr Volumen elegant verschleiert, sowie<br />

von automobiler Technik inspirierte Details, wie etwa einen trichterförmigen Schornstein, der<br />

dem Luftabweiser eines Formel-1-Boliden ähnelt. Quatroelle beherbergt zehn Gäste plus Eigner<br />

in einem zeitgemäßen Interieur; sie verfügt über ein Helipad, ein großes Fitness-Center, Spa<br />

und Friseursalon, Kino, Kunstgalerie und einen Whirlpool für acht Personen.<br />

Eine weitere Lürssen-Yacht in der Liste –<br />

mit innovativem Design und klassischem Interieur<br />

Die dritte Lürssen-Yacht, die<br />

in diesem Jahr in die Liste<br />

aufgenommen wird, ist die<br />

87 Meter lange Ace (der<br />

Projektname war Rocky). Sie<br />

verfügt über ein ungewöhnliches<br />

Außenstyling von<br />

Andrew Winch, mit großen,<br />

oval nach außen gewölbten<br />

Seitenbalkonen. Ihr klassisches<br />

Interieur – ebenfalls<br />

von Winch – bietet Platz für<br />

zwölf Gäste in sechs Kabinen<br />

und 30 Crewmitglieder.<br />

Dieses Verhältnis ist möglich,<br />

weil die Yacht von der 67<br />

Meter langen Sea Axe Garçon<br />

4 Ace als Versorgungsschiff<br />

begleitet wird.<br />

Ace, 87m48<br />

TOP 20 Explorer Yachten<br />

NAME LÜA (m )<br />

1 Octopus 126,18<br />

2 Luna 115<br />

3 Le Grand Bleu 112,8<br />

4 Ice 90,1<br />

5 Artic P 87,58<br />

NAME LÜA (m )<br />

6 Pacific 85,2<br />

7 Bart Roberts 80,77<br />

8 Northern Star 75,4<br />

9 RV Pegaso 73,61<br />

10 Giant 1 73,5<br />

NAME LÜA (m )<br />

11 Skat 70,7<br />

12 Olivia 70<br />

13 Nomad 69,5<br />

14 Golden Shadow 66,75<br />

15 Amazon Express 66,75<br />

NAME LÜA (m )<br />

16 Turmoil 63,83<br />

17 Force Blue 63,22<br />

18 Polar Star 62,97<br />

19 Marina 61,54<br />

20 Voyager 61,3<br />

92 I 03/2013


52Y708, 85,6m<br />

Innovationen innen und auSSen –<br />

eine atemberaubende Master-Suite eingeschlossen<br />

Der Rumpf der von Oceanco gebauten 85,6 Meter langen Superyacht (ehemals Y708) wurde gemeinsam von dem Büro Azure<br />

Naval Architects und dem werfteigenen Konstruktionsteam entwickelt, während ihr glattes Exterior Design von Igor Lobanov<br />

stammt. 20 Knoten Speed sollen möglich sein. Sie beherbergt zwölf Gäste in zwei VIP-Kabinen mit eigenen Balkonen und in vier<br />

Doppelkabinen, doch das Highlight der Yacht ist die über zwei Ebenen gebaute Master-Suite – bestehend aus einer Kabine mit<br />

Balkon, einem Fitnessraum, türkischem Bad und Beauty-Salon.<br />

Entworfen für einen sportbegeisterten Eigner –<br />

mit Basketball-Court und allem Drum und Dran<br />

TOP 25 Privatyachten<br />

neu<br />

NAME<br />

LÜA (m)<br />

1 Eclipse 162,5<br />

2 Rising Sun 138<br />

3 Serene 133,9<br />

4 Octopus 126,18<br />

5 Alexander 121,95<br />

6 A 119<br />

7 Atlantis II 115,76<br />

8 Luna 115<br />

9 Pelorus 114,5<br />

10 Le Grand Bleu 112,8<br />

11 Dilbar 110<br />

12 Radiant 110<br />

13 Lady Moura 104,85<br />

14 Attessa IV 100,89<br />

15 Carinthia VII 97,2<br />

16 Limitless 96,25<br />

17 Vava II 96<br />

18 Palladium 95,1<br />

19 Indian Empress 95<br />

20 Mayan Queen IV 93,25<br />

21 Tatoosh 92,42<br />

22 Nahlin 90,22<br />

23 Ice 90,1<br />

24 Phoenix 2 90,01<br />

25 Lauren L 90<br />

Hampshire, 78,5m77<br />

Feadship baute diese Yacht für einen sportbegeisterten Eigner. Die von Redman Whiteley<br />

Dixon (RWD) entworfene 78,5 Meter lange Hampshire II verfügt auf dem Vordeck über eine<br />

Helikopter-Plattform, die sich in ein Spielfeld für Basketball, Tennis, Baseball, Badminton<br />

und Fußball verwandeln lässt. Adrenalinsüchtige können mit einem Lift zum Krähennest<br />

hochfahren und an einer Art Drahtseilbahn ins Wasser schießen. Zu der von RWD stammenden<br />

klassischen Inneneinrichtung gehören eine Eignersuite mit Blick auf das Spieldeck<br />

und zwei Balkonen sowie fünf mit Mahagoni verkleidete Gästekabinen.


Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

84<br />

Steve Jobs Traumschiff:<br />

Venus, 78,2m<br />

Obwohl allgemein bekannt war, dass der Auftrag von dem verstorbenen Apple-Gründer Steve<br />

Jobs stammte, hat Feadship standhaft jeden Kommentar über die 78-Meter-Superyacht Venus<br />

abgelehnt. Bekannt ist jedoch, dass Philippe Starck das Exterieur gestaltet und im Jahr<br />

2007 mit dem Eigner das Innendesign erarbeitet hatte. Die technische Ausarbeitung der reinen<br />

Aluminium-Yacht stammt von De Voogt Naval Architects. Die Venus wird von einer Reihe von<br />

27-Zoll-iMacs vom Ruderhaus aus gesteuert, und ihre Kommunikationstechnik und TV-Empfangsanlagen<br />

sind unter einer Oberdeckattrappe verborgen.<br />

Die Fertigstellung seiner Feadship hat Apple-<br />

Gründer Steve Jobs nicht mehr erlebt<br />

Die schlanke und schnelle<br />

Superyacht von Hanseatic wurde<br />

von Espen Øino entworfen<br />

87Sea Stallion, 77m<br />

Die 77 Meter lange Sea Stallion (ex-Smeralda) ist die dritte<br />

Superyacht einer Serie von Hanseatic Marine, die mit den<br />

73,5-Meter-Motoryachten Silver und Silver Zwei begann.<br />

Diese langen, schlanken, Kraftstoff sparenden Espen Øino-<br />

Designs bieten eine beeindruckende Performance: Zwei<br />

2.720-kW-MTU-Motoren sollen die aus Aluminium gefertigte<br />

Sea Stallion auf fast 30 Knoten bringen. Bei einer Reisegeschwindigkeit<br />

von 18 Knoten beträgt die Reichweite 4.500<br />

Seemeilen. Die Yacht verfügt über einen Beachclub, einen<br />

Fitness- und Massage-raum, ein Spa mit Sauna und Pool<br />

für acht Personen, einen von Glasschiebetüren geschützten<br />

„Wintergarten“, eine große Eignersuite auf dem Oberdeck und<br />

neun Gästekabinen.<br />

TOP 10 Multihulls<br />

NAME LÜA (m) WERFT RÜMPFE<br />

1 Asean Lady 88.15 Yantai Raffles Proa<br />

2 Pilar Rossi 64.34 Alukraft Trimaran<br />

3 White Rabbit 61.4 NWBY Trimaran<br />

4 Moecca 45 Oceanfast Catamaran<br />

5 Hemisphere 44.2 Pendennis Catamaran<br />

6 Adastra 42.5 McConaghy Trimaran<br />

7 Douce France 42.2 Alu Marine Catamaran<br />

8 Silver Cloud 41 Abeking & Rasmussen<br />

Catamaran<br />

9 Seafaris 41 Forgacs Catamaran<br />

10 Zenith 40.5 Sabre Catamaran<br />

94 I 03/2013


Oyster 655 „Black Pearl“, Baujahr 2003<br />

Black Pearl ist ein schönes Beispiel für eine Yacht<br />

dieser Modellreihe in Ahorn und hellbraunen Polstern<br />

aus Alcantara. 8 Schlafplätze in 4 großzügigen<br />

Kabinen. Hydraulische Großsegelrollreffanlage sowie<br />

Kuttertakelage sorgen für einfache Handhabung.<br />

Preis:<br />

GBP 1.750.000 exkl. MwSt.<br />

Liegeplatz:<br />

OYSTER Palma<br />

Oyster 62 „Emeah“, Baujahr 2001<br />

Wunderschöne OYSTER 62 mit dunkelblauem Rumpf.<br />

Hervorragend gepflegt. Refit in 2008 umfasste neue<br />

Segel und stehendes Gut. Schlafmöglichkeiten für 8<br />

Personen in 4 Kabinen, Innenausbau in Teak, eine Fülle<br />

an Zusatzausstattung. Für kleine Besatzung gebaut.<br />

Preis:<br />

GBP 725.000 inkl. MwSt.<br />

Liegeplatz:<br />

OYSTER Palma<br />

Oyster 56 „Echo of North“, Baujahr 2003<br />

Eine hervorragend gepflegte Yacht. Angucken lohnt<br />

sich, denn in den letzten zwei Jahren wurden weder<br />

Geld noch Mühen gescheut, Echo of North in ein<br />

kleines Juwel zu verwandeln.<br />

Preis:<br />

Liegeplatz:<br />

GBP 550.000 inkl. MwSt.<br />

OYSTER Palma<br />

Oyster 56 „Curious“, Baujahr 2008<br />

Gebaut mit Schwerpunkt auf einfachste Handhabung<br />

mit Kuttertakelage, elektrisch angetriebener Genua<br />

und einer Großsegelrollreffanlage. Innenausbau in<br />

heller amerikanischer Eiche. 7 Schlafplätze in 4<br />

Kabinen inklusive kleiner Werkstatt.<br />

Preis:<br />

GBP 700.000 exkl. MwSt.<br />

Liegeplatz:<br />

OYSTER UK<br />

Oyster 53 „Macado III“, Baujahr 2007<br />

Wenig genutzte, sehr gepflegte, wunderschöne<br />

OYSTER 53. Innenausbau in heller Eiche, 7<br />

Schlafplätze in 4 Kabinen. Extras in Hülle und Fülle<br />

wie Klimaanlage, Wassermacher, elektrische<br />

Großsegelrollreffanlage.<br />

Preis:<br />

EUR 699.000 inkl. MwSt.<br />

Liegeplatz:<br />

OYSTER UK<br />

Oyster 45 „Apparition“, Baujahr 1998<br />

Kompakte, komfortable und sichere Fahrtenyacht,<br />

vielseitig einsetzbar. Ausgestattet mit einer<br />

Großsegelrollreffanlage sowie Rollgenua.<br />

Innenausbau in Teak. Schlafplätze für 6 Personen in 3<br />

Kabinen sowie zwei weitere Seekojen im Salon.<br />

Preis:<br />

GBP 249.000 inkl. MwSt.<br />

Liegeplatz:<br />

OYSTER UK<br />

Bevorstehende Hausmessen der Gebrauchtbootabteilung<br />

1. bis 5. Mai 2013<br />

17. bis 19. Mai 2013<br />

Marina Naviera Balear, Palma de Mallorca<br />

Fox’s Marina, Ipswich, England<br />

Für detaillierte Informationen der ausgestellten Yachten sowie eventuell mögliche kurze Probeschläge stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.<br />

UK | IPSWICH<br />

T: +44 (0)1473 695 100<br />

E: brokerage@oysteryachts.com<br />

USA | RHODE ISLAND<br />

T: +1 401 846 7400<br />

E: newport@oysteryachts.com<br />

SPAIN | PALMA<br />

T: +34 971 287 474<br />

E: palma@oysteryachts.com<br />

GERMANY | HAMBURG<br />

T: +49 40 644 008 80<br />

E: yachten@oysteryachts.com<br />

ITALY<br />

T: +39 348 5798738<br />

E: italy@oysteryachts.com<br />

SAIL | BROKERAGE | CHARTER | CUSTOM | REFIT<br />

www.oysterbrokerage.com


Neuzugänge 2013<br />

diese Yachten erwarten uns in<br />

der Top-100-Liste des nächsten Jahres<br />

Ursprünglich für Ende 2012 geplant,<br />

ist das neue Flaggschiff<br />

von CRN im Januar 2013 vom<br />

Stapel gelaufen. Die aus Stahl<br />

und Aluminium gebaute Verdrängeryacht<br />

wurde außen von<br />

Zuccon International Project<br />

gestylt, die schiffbauliche<br />

Konstruktion stammt von CRN<br />

und das Interieur kommt von<br />

Laura Sessa Romboli. Es gibt<br />

fünf Gästekabinen, eine Eignersuite<br />

und Platz für dreißig<br />

Crewmitglieder. Zwei Caterpillar-Motoren<br />

des Typs 3516B-C<br />

sollen maximal 16 Knoten und<br />

eine Reisegeschwindigkeit von<br />

15 Knoten ermöglichen.<br />

Chopi Chopi<br />

80m<br />

Project Azzam, 180m<br />

Mit 17,5 Metern mehr Länge als die 162,5 Meter messende Eclipse<br />

wird Project Azzam die größte Yacht der Welt in privatem Besitz.<br />

Angetrieben wird das Schiff von gewaltigen Jetantrieben. Die Motoryacht<br />

entsteht auf der Lürssen-Werft in Bremen. Der Stapellauf wird<br />

vor Jahresende erwartet. Das Exterior Design stammt von<br />

dem italienischen Studio Nauta Yachts.<br />

NB 55<br />

74,6m<br />

Das Innere und Äußere dieser Motoryacht, des zukünftigen<br />

Flaggschiffs der türkischen Werft Proteksan Turquoise,<br />

wurde von Andrew Winch Designs gezeichnet.<br />

NB 55 wird gerade verkauft, und entsprechend den<br />

Änderungswünschen des Käufers eine Eignerkabine<br />

und sieben Gästekabinen auf dem Hauptdeck bekommen.<br />

Sie wird mit einem Standstabilisierungssystem<br />

von Quantum und zwei 2.447-PS Caterpillar-<br />

Motoren ausgerüstet,<br />

die der Yacht zu einer<br />

Reichweite von 4.000<br />

Seemeilen bei 15 Knoten<br />

Speed verhelfen sollen.<br />

96 I 03/2013


marktanalyse I broker refit<br />

Yas, 141m<br />

Die von Jacques Pierrejean entworfene Yacht Yas (ehemals Swift 141) wurde im<br />

November 2011 bei Abu Dhabi Mar zu Wasser gelassen und wartet seitdem immer<br />

noch auf ihre Ablieferung. Die erste Yacht aus dieser Werft entsteht auf Basis<br />

eines Rumpfes einer früher in Holland gebauten Marinefregatte. Die neuen Aufbauten<br />

sind die größten jemals in Kompositbauweise gefertigten.<br />

Brandneu in 2013<br />

name lüa(m) werft<br />

1 Azzam 180 Lürssen<br />

Nach dem vor Jahresende 2013<br />

vorgesehenen Stapellauf wird dies<br />

die weltgrößte Yacht sein.<br />

2 Yas 141 ADM<br />

Für diese bereits im Jahr 2011 zu<br />

Wasser gelassene und von Jacques<br />

Pierrejean entworfene Yacht wird die<br />

Auslieferung in diesem Jahr erwartet.<br />

3 Privilege One 126 Privilege<br />

Über dieses in Italien entstehende<br />

Projekt ist nur wenig bekannt.<br />

4 1004 99 Feadship<br />

Das von Andrew Winch entworfene,<br />

zukünftige Flaggschiff der Werft<br />

wird derzeit im holländischen<br />

Makkum gebaut.<br />

Privilege One, 126m<br />

Diese auf der Privilege-Werft im italienischen Civitavecchia gebaute<br />

Motoryacht wurde von Abdeslam Laraki vom Büro Laraki Yacht Design<br />

entworfen. Darüber hinaus wurde mit dem Bau einer 137-Meter-Yacht<br />

basierend auf demselben Design begonnen.<br />

5 PA164 91.5 Oceanco<br />

Eine weitere derzeit bei Oceanco im<br />

Bau befindliche Großyacht, soll nicht<br />

vor Ende 2013 zu Wasser gehen.<br />

6 Niki 85 Lürssen<br />

Sie wird sich zusammen mit der<br />

Azzam den 20 bereits in der Top-100-<br />

Liste genannten Lürssen-Yachten als<br />

22. Stelle anschließen.<br />

Niki, 85m<br />

Die erste für 2013 geplante Lürssen-<br />

Yacht, Project Niki (auch Nicky oder Nicki<br />

genannt – wie bei den meisten Projekten<br />

der deutschen Werft gilt auch hier<br />

Geheimhaltung) wird voraussichtlich im<br />

Frühjahr zu Wasser gelassen. Das Exterior<br />

Design stammt von Espen Øino, das<br />

Interior Styling von Aileen Rodriguez.<br />

7 Project 82.3 abeking &<br />

secret<br />

Rasmussen<br />

Das Interieur stammt von Jim Harris,<br />

das Außendesign von Sam<br />

Sorgiovanni. Die Auslieferung ist für<br />

Mai 2013 geplant.<br />

8 Graceful 82 Blohm + Voss<br />

Der Rumpf der von H2 Yacht Design<br />

entworfenen, ausdrucksstarken<br />

Graceful wurde in Russland gebaut.<br />

9 Chopi Chopi 80 CRN<br />

Zunächst für 2012 geplant, war der<br />

Stapellauf im Januar 2013.<br />

10 Suvretta 77 Hanseatic Marine<br />

Das vierte von Hanseatic Marine zu<br />

Wasser gelassene Schwesterschiff der<br />

Sea Stallion (ex-Smeralda).<br />

11= NB55 74.6 Proteksan Turquoise<br />

Geplant für 2013, könnte sich<br />

dieses Projekt noch auf Anfang<br />

2014 verschieben.<br />

11= Weta 74.6 Custom<br />

Das bei Marco Yachten in Chile<br />

begonnene Neubauprojekt Weta<br />

wurde zur Fertigstellung nach<br />

Neuseeland überführt.<br />

Claus Schäfe / TheYachtPhoto.com<br />

03/2013 I 97


wo ist eigentlich...<br />

... die Flying Cloud?<br />

Kein Wunder, dass Al Capone mit diesem<br />

Schiff die Damenwelt der Goldenen<br />

Zwanziger Jahre verzückte. Als letzte existierende<br />

Yacht der Marke Robinson Seagull<br />

ist die Flying Cloud ein echter Hingucker<br />

Während der 1920er und 1930er Jahre beherrschte<br />

Al Capone Chicagos Unterwelt, gleichwohl liebte ihn<br />

die örtliche Presse. Ebenso schillernd wie einst der<br />

amerikanische Mafiachef präsentiert sich noch heute<br />

seine ehemalige Motoryacht. Text Natalie Brewer<br />

Alphonse Gabriel „Al“ Capone trug<br />

gern maSSgeschneiderte Seidenanzüge,<br />

dazu einen hellen Hut und<br />

auffällige Schuhe. Nach auSSen<br />

war er ein seriöser Antiquitätenhändler,<br />

der jedoch als Unterweltboss<br />

gefürchtet war. Der Sohn italienischer<br />

Einwanderer war für seine Geschäftstüchtigkeit bekannt.<br />

So konnte er sich selbst während der großen Finanzkrise<br />

1930 in den USA die Motoryacht Flying Cloud leisten.<br />

Zwar hatte diese nur zwei Kojen, doch insgesamt fanden<br />

deutlich mehr Personen Platz an Bord. Al Capone nutzte<br />

das Schiff gerne für Partys und Ausflüge – und wohl<br />

auch für den Handel mit Rum, heißt es. Diesen hatte er<br />

während der amerikanischen Prohibition für sich entdeckt.<br />

Alkohol war in dieser Zeit verboten, der Schwarzmarkt<br />

deshalb lukrativ.<br />

Die Flying Cloud erhielt ihren Namen allerdings nicht von<br />

Al Capone selbst, sondern von ihrem vorherigen Besitzer,<br />

dem Automobilhersteller Ransom Eli Olds, Gründer der<br />

Marke Oldsmobile. Dieser benannte das Schiff nach einem<br />

seiner erfolgreichsten PKW-Modelle. 1928 hatte er die Flying<br />

Cloud am Lake Michigan von der neu gegründeten<br />

Werft Robinson Marine Construction gekauft. Die schnittige<br />

Schönheit aus dunklem Mahagoni war 36 Fuß lang<br />

und acht Fuß breit (circa elf mal 8,43 Meter). Als erstes<br />

Schiff der Luxusreihe Seagull sollte sie die Eleganz einer<br />

Yacht mit der Schnelligkeit eines Rennbootes vereinen.<br />

Nachdem Al Capone 1931 wegen Steuerbetrugs verhaftet<br />

und zu elf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, hatte die Flying<br />

Cloud mehrere Besitzer. Darunter Clarence Welch und<br />

Emmett Roche. Beide kamen aus Michigan und fuhren<br />

mit der Yacht im Winter nach Florida. Eine umfassende<br />

Restaurierung nahm jedoch keiner der Eigner in Angriff,<br />

bis sich 1995 ein Ehepaar aus Oklahoma der Aufgabe<br />

annahm. In der Marina St. Lawrence Restoration im Staat<br />

New York wartet die Flying Cloud nun im Topp-Zustand auf<br />

einen neuen Käufer – für 385.000 Dollar.<br />

FOTOS: St. Lawrence Restoration<br />

98 I 03/2013


Mit uns...<br />

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03/2013 I 99


Die OYSTER 625.<br />

Bewährte Qualität.<br />

Kommen Sie uns auf der Hausmesse unserer Gebrauchtbootabteilung in<br />

Palma de Mallorca, vom 1. bis 5. Mai, Marina Naviera Balear, besuchen.<br />

Um die Vielfalt von 475 bis 125 Fuß zu entdecken, kontaktieren Sie<br />

uns bitte unter der Rufnummer 040-64400880 oder per<br />

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100 I 03/2013

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