26.02.2014 Aufrufe

MEER & YACHTEN La Pellegrina (Vorschau)

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

Markt-Report USA: Wer Geld macht, kauft Yachten<br />

Yachten<br />

<strong>MEER</strong><br />

Yachten<br />

<strong>MEER</strong><br />

In Zusammenarbeit mit Boat International<br />

| meerundyachten.de | 01/13 | 7,00 €<br />

Luxus auf dem Wasser<br />

Österreich/Luxemburg/Spanien 7,50 €, Schweiz CHF 13 I Frankreich 7,50 € I Griechenland 7,50 € I Italien 7,50 € I Litauen 7,50 € I Portugal 7,50 € I DKK 57,00 I KN 86,00 I PLN 44 I YTL 18,70<br />

Exklusiv<br />

Aslec 4<br />

Spadolinis<br />

Meisterstück<br />

Zurück<br />

zum Schiff<br />

Skype-Gründer<br />

Niklas Zennström<br />

Reise<br />

Mit Restauratorin<br />

Elizabeth Meyer im<br />

Traumrevier Maine<br />

Yachtchecks<br />

Advanced 66 und Oyster 725<br />

<strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong><br />

Superyacht-Chic aus Frankreich<br />

zu gewinnen:<br />

einen montblanc<br />

timewalker<br />

chronovoyager<br />

utc<br />

1 Segel journal Mai/Juni 2012


MONTBLANC TIMEWALKER<br />

CHRONOVOYAGER UTC<br />

Eine zweite, mit der koordinierten Weltzeit (UTC) synchronisierte Zeitzone<br />

machtdiesen automatischen Chronographen zum perfekten Begleiter für alle<br />

Vielreisenden. Sein robustes Edelstahlgehäuse mit einem Durchmesser von 43<br />

mm mit satinierter Lünette und Drückern verbindet elegantes Design mit der<br />

traditionellen Uhrmacherkunst. Dieser Chronograph verfügt über eine zweite Zeitzone<br />

mit Tages/Nachtanzeige, die über 24 Stunden auf dem Höhenring angezeigt wird, eine<br />

Datumsanzeige, einen zentralen Sekundenzeiger sowie zwei zusätzliche Zähler für<br />

bis zu 30 verstrichene Minuten und maximal zwölf verstrichene Stunden. Gefertigt<br />

in der Montblanc Manufaktur in Le Locle, Schweiz.


Die Sache mit dem Wert<br />

Claus Reissig<br />

Chefredakteur<br />

reissig@meerundyachten.de<br />

Editorial<br />

Dass es Zeitungen und Magazine wie <strong>MEER</strong><br />

&<strong>YACHTEN</strong> derzeit nicht leicht haben, ist<br />

kein Geheimnis. Zwei ewig defizitäre Titel<br />

wie die Financial Times Deutschland und<br />

die Frankfurter Rundschau verabschieden<br />

sich gerade vom Zeitungsmarkt – manchmal<br />

Grund genug für die ewigen Internetpropheten<br />

zu erklären, wie überflüssig der Journalismus<br />

heute ist. Aber eine Homepage als Ersatz für ein<br />

Magazin? Da dürfte eine Werft beispielsweise mit ihrer eigenen Leserschaft kaum<br />

über ein paar Dutzend Follower hinauskommen, vor allem, wenn die Inhalte<br />

nicht aktuell und nicht neutral sind. Ein Magazin wie <strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong><br />

hingegen erreicht alle zwei Monate Zehntausende, ist das Schaufenster in die<br />

Branche, ohne das sonst niemand wüsste, auf welchen Link er eigentlich klicken<br />

sollte, wenn er etwas Bestimmtes sucht. In der Redaktion wird gesichtet, sortiert,<br />

zusammengefasst, recherchiert und schließlich nach Wichtigkeit publiziert. Das<br />

verschafft eine Übersicht, die eine klickgesteuerte Suchmaschine nie wird bieten<br />

können: allein in dieser Ausgabe mit knapp 50 kurzen oder langen Artikeln und<br />

nahezu ebenso vielen Links...<br />

Content ist kein frei verfügbares Gut. Jeder Text muss von jemandem, der etwas<br />

davon versteht, verfasst werden. Das ist Arbeit und kostet Geld; trotz aller<br />

Verheißungen des Netzes. Viele Artikel erscheinen als PDF auf den Homepages<br />

der jeweiligen Werften. Das erfüllt uns mit Stolz – ist es doch eine Wertschätzung<br />

für unsere geleistete Arbeit.<br />

Für Diskussionen zu diesem Thema stehe ich Ihnen natürlich gern zur Verfügung,<br />

schreiben Sie mir eine Mail oder einen Brief, wie Sie mögen. Und genießen Sie die<br />

neuste Ausgabe von <strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong> – sie ist es wert!<br />

Liebe Grüße, Ihr<br />

N355 N410 N440 AC N440 CC N460 N505 N570 | NW370 S NW370 ST NW370 C NW370 F NW420 F NW430 S NW430 ST NW560 F<br />

Hall 17, Stand 17A42<br />

nordwest-najad.se<br />

SE +46(0)304 34960<br />

DE +49(0)5115406447<br />

UK +44(0)1256698006


inhalt01<br />

Titelthemen<br />

20 Aslec 4 Ein 45-Meter-Schiff mit klarer Kante<br />

30 la pellegrina Superyacht-Chic aus Frankreich<br />

42 + 50 yachtchecks Segelyachten Advanced 66 und Oyster 725<br />

64 ein mittagessen mit... Skype-Gründer Niklas Zennström<br />

72 Verlosung Gewinnen Sie eine Luxusuhr von Montblanc<br />

zu gewinnen:<br />

einen montblanc<br />

timewalker<br />

chronovoyager<br />

utc<br />

76 Mein Maine Mit Endeavour-Retterin Elisabeth Meyer in den Osten der USA<br />

90 Buy American Einblicke in den nordamerikanischen Yachtmarkt<br />

yachten Projekte<br />

16 Glanzlichter<br />

20 aslec 4<br />

Rossinavi und Konstrukteur Tommaso Spadolini entwarfen mit der<br />

45 Meter langen Aslec 4 ein geradliniges Schiff. Sie lässt keinen<br />

Zweifel daran, dass sie für lange Reisen gedacht ist<br />

30<br />

30 Vive la France: <strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong><br />

Die Couach-Werft hat mit der Fly 5000 ein eindrucksvolles<br />

Statement abgeliefert. Für geringes Gewicht wurde sie komplett<br />

aus GFK mit Kevlar und Karbon gebaut. Eindrücke von einem<br />

eindeutig französischen Schiff<br />

40 Projekt ReSeadence<br />

Mit dem Entwurf für die Verwandlung eines ehemaligen Fangschiffes<br />

in eine Luxusyacht wurde der Österreicher Benjamin Toth zum Young<br />

Designer of the Year gekürt<br />

42 Yachtcheck: Oyster 725<br />

<strong>La</strong>ngfahrt ist Abenteuer; wer dabei nicht auf Luxus verzichten will<br />

und ein bis ins Detail perfektes Schiff sucht, ist bei Oyster richtig.<br />

Test der überarbeiteten Oyster 725<br />

50 Yachtcheck: Advanced 66<br />

Advanced-Yachten dürfen derzeit durchaus als Geheimtipp für Segler<br />

gelten. Claus Reissig hat die gut 20 Meter lange Advanced 66 vor<br />

Monaco gesegelt<br />

42<br />

58 Neuvorstellung: Polar 55<br />

Auf der hanseboot im Oktober in Hamburg war die Rut VIII das größte<br />

Schiff. In Lettland wurde sie für einen deutschen Eigner gebaut; durchdacht<br />

und in beeindruckender Qualität<br />

TITELfoto: la pellegrina/couach; FOTOS DIESE SEITE: couach, montblanc, claus reissig/oyster<br />

4 I 01/2013


Weltpremiere Contest 52mC<br />

AUF Boot DUsselDorF HAlle 16 / C54<br />

Dort inFormieren Wir sie AUCH gerne üBer Die neUHeiten UnD DAs komplettes AngeBot<br />

Der Contest-YACHten. BesUCHen sie Unsere WeBseite Für Weitere inFormAtionen.<br />

19.-27.1.2013<br />

www.boot.de<br />

| 42CS | 45CS | 50CS | 57CS | 62CS | 72CS | | 52MC |<br />

Mit über einem halben Jahrhundert Erfahrung und den allerneuesten Technologien baut Contest Yachts im<br />

Vakuum-Injektionsverfahren hochwertige Kunststoff-Segelyachten für Eigner, denen das Beste gerade gut genug ist.<br />

Holländische Qualität auf höchstem Niveau, erstklassige Innenausstattungen und ausgezeichnete Handhabung<br />

zeichnen jede einzelne Contest Yacht aus. Die in Familienbesitz befindliche Werft baut ihre von Lloyds abgenommenen<br />

Performance Cruiser komplett im eigenem Haus.<br />

contest yachts<br />

Overleek 5<br />

1671 GD Medemblik<br />

The Netherlands<br />

tel +31(0)227 543 644<br />

info@contestyachts.com<br />

www.contestyachts.com


inhalt01<br />

yacht stil<br />

62 Glanzlichter<br />

64 Ein Mittagessen mit niklas zennström<br />

Skype-Gründer Niklas Zennström ist Segler von Kindesbeinen<br />

an, nur mit dem eigenen Schiff wollte es nichts werden.<br />

Seit 2007 ist er schließlich wieder stolzer Eigner einer Rennyacht<br />

72 Preisausschreiben<br />

Gewinnen Sie einen Montblanc TimeWalker ChronoVoyager UTC<br />

64<br />

76<br />

reise charter<br />

74 Glanzlichter<br />

76 Maine: Amerikas schöner Osten<br />

Elizabeth Meyer wurde mit der Endeavour so etwas wie die<br />

Grande Dame der Yachtrestauration. Für Meer&Yachten<br />

schreibt sie eine Liebeserklärung an ihr Heimatrevier Maine<br />

84 spotlight: WallyAce Kanga<br />

Wallys erste Verdrängermotoryacht polarisiert erwartungsgemäß<br />

und soll dabei das perfekte Schiff zum Chartern sein<br />

86 new to the fleet<br />

Neue Schiffe für den Chartermarkt<br />

broker refit<br />

90<br />

88 glanzlichter<br />

90 Yachtmarkt USA<br />

Sobald in den Vereinigten Staaten wieder Geld verdient wird,<br />

werden auch wieder Yachten gekauft – und zwar ganz<br />

patriotisch vorwiegend amerikanische...<br />

96 inside: Schutz für die Yacht<br />

Rechtsanwalt Dr. Stefan Schrandt-Zimmer über die rechtliche Seite<br />

der Piraterie<br />

standards<br />

03 editorial<br />

12 Augenblicke<br />

97 impressum<br />

98 wo ist eigentlich...<br />

...die Corsair IV?<br />

FOTOS DIESE SEITE: thomas campean, shutterstock.com/john a. anderson, invader move<br />

6 I 01/2013<br />

Eine Ausgabe verpasst?<br />

bestellen sie das Heft im Netz:<br />

meerundyachten.de


Range RoveR<br />

Die nächste geneRation<br />

Der neue Range Rover verbindet charakteristisches<br />

Design mit modernster Technologie. Als weltweit<br />

erstes SUV mit Vollaluminium-Monocoque-Karosserie<br />

ist er der leistungsfähigste Range Rover aller Zeiten.<br />

landrover.de<br />

Verbrauchs- und Emissionswerte: Kraftstoffverbrauch (l/100 km) außerorts 9,9–7,0, innerorts 20,6 – 8,5,<br />

kombiniert 13,8 –7,5; CO 2 -Emission: 322 –196 g/km, CO 2 -Effizienzklassen G, C, B. Alle Angaben wurden<br />

nach dem Messverfahren RL 80/1268/EWG ermittelt.


Start your experience at<br />

www.charterfleet.com<br />

PHOTO: MY CAKEWALK JEFF BROWN / SUPERYACHT MEDIA<br />

10 I 01/2013


From the makers oF WWW.BoatINterN atI o N a L.Com<br />

01/2013 I 11


Danzig,<br />

28.07.2012<br />

Blaue Stunde im Cockpit. Fast könnte man sich auf einer<br />

Motoryacht wähnen. Dieser Steuerstand in luftiger Höhe<br />

gehört jedoch zu einer Segelyacht. Genauer: zur neuen<br />

Sunreef 82 Double Deck Houbara. Ein mächtiger Katamaran,<br />

der auf der Cannes International Boat Show zum ersten Mal<br />

gezeigt wurde. Die große Eignerkabine ist im Brückendeck<br />

untergebracht, die Wohnräume erstrecken sich über mehrere<br />

Ebenen. Gerade einmal zehn Jahre ist es her, dass der<br />

Katamaranbauer Sunreef gegründet wurde; mittlerweile hat<br />

er sich zum Marktführer bei Doppelrümpfern zwischen 60<br />

und 200 Fuß entwickelt. Die Produktionshallen liegen übrigens<br />

auf dem Gelände der berühmten ehemaligen Lenin-<br />

Werft in Danzig/Polen, von der aus Lech Wałęsa einmal<br />

landesweit Streiks organisierte. sunreef-yachts.com<br />

12 I 01/2013


AugenBlicke<br />

01/2013 I 13


14 I 01/2013


AugenBlicke<br />

Cannes, 29.08.2012<br />

Wer es schön hat zu Hause, braucht im Urlaub nicht wegzufahren.<br />

Dann ist der Platz auf dem Balkon auch genug. Auf der<br />

Excellence V ist der Freisitz aber nur einer von mehreren<br />

Öffnungen im Rumpf, die einen leichten Zugang zur See bieten<br />

sollen. Die 60 Meter lange Excellence V wurde bei Abeking &<br />

Rasmussen in Bremen gebaut und 2012 ausgeliefert. Das Schiff,<br />

das auch für den Charterbetrieb optimiert wurde, wird mit bis zu<br />

20 Besatzungsmitgliedern und 14 Gästen gefahren. Sie bietet<br />

neben einem großen Rückzugsbereich für den Eigner unter<br />

anderem einen Fahrstuhl zwischen den Decks und ein eigenes<br />

Kino. Um diese ungewöhnliche Aufnahme der Yacht zu machen,<br />

begab sich Fotograf Jeff Brown im Mittelmeer vor Cannes ins<br />

Wasser. abeking.com<br />

01/2013 I 15


yachten projekte<br />

Glanzlichter<br />

Stapellauf<br />

bei Acico<br />

Zwei Jahre nach ihrer Kiellegung wurde die neue,<br />

knapp 50 Meter lange Yacht Nassima in Enkhuizen/<br />

Holland zu Wasser gelassen. Das Aluminiumschiff soll<br />

eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Knoten haben, 14<br />

Knoten beträgt die Marschfahrt. Für Überführungen<br />

gibt die Werft die Reichweite bei zehn Knoten Fahrt<br />

mit enormen 8.600 Seemeilen an. Als besondere<br />

Designfeatures verfügt das Schiff über ein Aquarium<br />

als Raumtrenner zwischen Salon und Achterdeck und<br />

ein großes Fitness-Center für den Eigner. In der Garage<br />

parken unter anderem zwei Ducatis und ein Mini. Das<br />

Schiff wird mit sieben Mann Crew betrieben und soll<br />

nach den Probefahrten ausgeliefert werden. Länge 49<br />

Meter; Speed (max./Reise) 18/14 Knoten; Reichweite<br />

(bei 10 Knoten) 8.600 Seemeilen. acico-yachts.com<br />

Benetti von Luca Dini<br />

Benetti ist bekannt für seine teilweise polarisierenden Studien, die für die italienische Werft auch immer<br />

einen Blick in die Zukunft der Marke bedeuten: Welches Design kommt an, welche Formen könnten erlaubt<br />

sein? Jetzt durfte der Designer Luca Dini seine Idee für eine Zukunfts-Benetti im Rechner zaubern.<br />

Sein Grundmaterial, das das Außendesign der 72 Meter langen Yacht prägt, ist Glas. Ausgehend von einer<br />

typischen Benetti gibt die große Glasfläche an den Seiten dem Schiff einen sportiven Charakter. Elektrisch<br />

betätigte Aluminium-Jalousien sollen die Flächen effektiv abschatten. Als Vorbild hat sich Dini ebenfalls<br />

aus viel Glas bestehende Hochhäuser genommen. Die eingebauten Balkone sollen herausfahrbar sein. Ein<br />

zweiter Entwurf von Luca Dini ist 55 Meter lang, besticht mehr durch harte Kanten und einen steilen Steven.<br />

Dadurch soll das Schiff männlicher wirken. Zahlreiche Projekte des Designers wurden in der Vergangenheit<br />

bereits umgesetzt. lucadinidesign.com<br />

16 I 01/2013<br />

FOTOs: werften


Sunreef-Projekt<br />

Lediglich 55 Tonnen soll der Karbon-Katamaran des polnischen<br />

Mehrrumpfspezialisten Sunreef auf die Waage bringen. 90 Fuß (27<br />

Meter) ist die Sunreef 90 Ultimate lang und sieht ein wenig aus<br />

wie das Tuningobjekt eines Autoherstellers. Viele bewährte Details<br />

wurden in der Entwurfsphase über Bord geworfen. So wird sich<br />

zeigen, ob beispielsweise ein schwarzes Dach mit integrierter Flybridge<br />

in der Praxis eine Chance hat. Auch unter Deck kommt die<br />

90 Ultimate den Designs aus Raumschiff Orion recht nahe: ungewohnte<br />

Formen und Materialien mischen sich zu einem wahrlich<br />

ungewohnten Schiff. Man darf auf die Umsetzung gespannt sein –<br />

ebenso, ob die über 20 Knoten Reisegeschwindigkeit realisierbar<br />

sein werden. sunreef-yachts.com<br />

Riva 122’ Mythos<br />

So ganz wird Riva seine Wurzeln von wunderschönen<br />

Holzyachten nie verleugnen können. Aber die Konstrukteure<br />

der neuen Riva 122‘ Mythos sehen das Schiff in<br />

der direkten Ahnenreihe einer Aquariva, Rivarama oder<br />

Rivale, allesamt spektakuläre Modelle der GFK-Ära der<br />

Werft. Die knapp 40 Meter lange Yacht soll komplett aus<br />

Aluminium entstehen und ist als reiner Gleiter konzipiert.<br />

Die Werft verspricht eine maximale Geschwindigkeit von<br />

27 Knoten. Beeindruckend ist der kuppelförmige, sportive<br />

Aufbau, über eine Leiter gelangt man auf die Flybridge,<br />

die mit einem in dieser Höhe ungewöhnlichen Whirlpool<br />

aufwartet. Länge 37 Meter, Breite 7,60 Meter, Maschinen<br />

2 x MTU 12 V 4000 M 93L (je 3.460 PS). riva-yacht.com<br />

J'Ade<br />

Bei CRN ist Baunummer 125 vom Stapel gelaufen. Die Yacht<br />

ist bereits das siebte Schiff dieser Größe, das die italienische<br />

Werft realisiert hat. J’Ade ist knapp 60 Meter lang und hat eine<br />

maximale Breite von über zehn Metern. Vier Decks und ein<br />

Unterdeck können zehn Gäste in vier Gästekabinen und einer<br />

Master-Suite beherbergen; konzeptioniert ist J’Ade für eine<br />

Besatzungsstärke von 13 Personen. Im Gegensatz zu<br />

anderen CRN-Yachten bekam die jüngste Konstruktion<br />

bodentiefe Fenster im Salon sowie eine Garage,<br />

die direkt mit einem Acht-Meter-Dingi<br />

befahren werden kann. Umständliche <strong>La</strong>ndemanöver<br />

oder ein Kran für das Beiboot<br />

entfallen damit. Länge 58,20 Meter,<br />

Maschinen 2 x MTU 12 V 4000 M 63<br />

(je 2.000 PS), Reisegeschwindigkeit 14<br />

Knoten. crn-yacht.com<br />

60 Meter aus der Türkei<br />

Der zweite Aluminiumrumpf der neuen Segelyachtgeneration<br />

von Perini Navi hat gerade den Heimathafen der Werft in<br />

Viareggio erreicht. Gebaut werden die Rümpfe in der Perini<br />

Istanbul-Yildiz Shipyard in der Türkei. Anschließend werden sie<br />

zum Ausbau nach Italien geschleppt. Rumpfnummer 2218 wird<br />

im ersten Halbjahr 2014 ausgeliefert werden. Die Verdrängung<br />

beträgt 570 Tonnen, der Tiefgang kann dank eines Hubkiels<br />

von 12,30 auf 4,40 Meter reduziert werden. Zwölf Gäste sollen<br />

nach Fertigstellung an Bord untergebracht werden können.<br />

perininavi.it<br />

01/2013 I 17


yachten Projekte I glanzlichter<br />

Preis für<br />

deutsche Designer<br />

Ricardo Pilguj (20) und Sven Faustmann (26) konnten beim<br />

letztjährigen ShowBoats Design Award in Monaco erfolgreich<br />

in das Finale einziehen. Das Konzept für eine 50-Meter-Explorer-Yacht<br />

überzeugte die Jury nicht nur auf Grund<br />

des modernen Exteriors, sondern darüber hinaus durch ein<br />

unkonventionelles <strong>La</strong>yout. Der Beachclub und der Pool wurden<br />

bei dem Konzept vor den Aufbau verlegt, um direkten<br />

Zugang von den Gästekabinen zu ermöglichen. Die achtere<br />

Tendergarage beherbergt alles technische Equipment und<br />

soll lediglich von der Crew genutzt werden, während die vorderen<br />

Bereiche den Gästen vorbehalten sind.<br />

svenfaustmann.com<br />

Premieren bei Princess<br />

Anfang 2013 wird Princess zwei neue Modelle präsentieren.<br />

Auf der London Boat Show werden die Princess<br />

82 sowie die 52 stehen. Wie bereits die 60-Meter-<br />

Princess (M&Y 6/12) wird auch die 82 für große Stabilität<br />

und geringes Gewicht in Infusionstechnik gebaut.<br />

Ebenfalls wie bei der 60 präsentiert die englische<br />

Werft den Bug der 82 klassisch vorspringend und<br />

verzichtet auf die derzeit modernen martialischen Axebows.<br />

Große Fensterflächen versprechen sowohl aus<br />

dem Salon als auch aus der Eignerkabine spektakuläre<br />

Ausblicke. Mit vier Gästekabinen und einer Eignerkabine<br />

hat Princess auch den Chartermarkt im Blick.<br />

Länge 25,50 Meter, Breite 5,74 Meter, Maschinen 2 x<br />

1.622 PS bis 2 x 1.723 PS, Speed 32-34 Knoten.<br />

princessyachts.com<br />

War das Steves Traum?<br />

Wohl über kaum ein anderes Projekt wurde derart viel<br />

spekuliert wie über ein mögliches Schiff des verstorbenen<br />

Apple-Gründers Steve Jobs. Nach zahlreichen Gerüchten<br />

wird jetzt die bei Feadship vom Stapel gelaufene Venus<br />

mit ihm in Verbindung gebracht – angeblich von Jobs’ Frau<br />

und ihren Kindern übernommen. Außer sieben iMacs in den<br />

Brückenfenstern weist sie durchaus Ähnlichkeiten mit der<br />

glatten Silhouette von iPhone und iPad auf. Sicher ist, dass<br />

Apple-Erfinder Steve Jobs, eigentlich auf Understatement<br />

abonniert, den Traum von einer Superyacht hatte. Bei der De<br />

Vries-Yachtwerft im holländischen Aalsmeer ließ er offensichtlich<br />

seine Yacht bauen. Die 78-Meter-Yacht war bereits seit<br />

2009 im Bau und als Projekt Aqua auf Kiel gelegt worden. Die<br />

Konstruktion übernahm De Voogt Naval Architects, das Design<br />

Philippe Starck. Ungewöhnlich sind das kantige Äußere,<br />

der ausgiebige Einsatz von Glas und der mit nichtrostendem<br />

Stahl verkleidete Bug. Feadship selbst will sich zu Gerüchten<br />

um die Yacht nicht äußern. feadship.nl<br />

18 I 01/2013


Neuigkeiten in Düsseldorf<br />

Discovery 57<br />

Discovery Yachts präsentiert<br />

seine neue 57. Die Luxus-Reiseyacht<br />

verfügt über ein Mittelcockpit,<br />

einen kuppelförmigen<br />

Aufbau und relativ niedrige<br />

Freibords. Die Linien sind<br />

ein klassisches Ron Holland<br />

Design und versprechen gute<br />

Segelleistungen. Daneben<br />

verspricht Discovery extrem komfortables Segeln. Für das<br />

luxuriöse Interieur konnte Ken Freivokh gewonnen werden.<br />

Der Rumpf wurde im Infusionsverfahren hergestellt. Länge<br />

17,48 Meter, Breite 5,10 Meter, Verdrängung 29 Tonnen.<br />

discoveryyachts.com, Stand 16D20<br />

Continental II 20.00 Alu<br />

Continental Yachts<br />

aus den Niederlanden<br />

präsentiert<br />

die neue<br />

20 Meter lange<br />

Continental II aus Aluminium. Die Flybridge-Yacht des Custom-Spezialisten<br />

wird mit zwei IPS-Antrieben ausgestattet sein.<br />

Die Werft verspricht damit eine Spitzengeschwindigkeit von 25<br />

Knoten. Der Innenausbau wird aus Wurzelholz gefertigt, als Extras<br />

sind zwei Generatoren und hydraulische Stabilisatoren an<br />

Bord. Länge 20,19 Meter, Breite 5,40 Meter, Maschinen 2 x Volvo<br />

Penta IPS 1050 (je 800 PS). wimvandervalk.com, Stand 6A42<br />

Contest 52MC<br />

Zum ersten Mal in<br />

der 50-jährigen Firmengeschichte<br />

wird<br />

die holländische Contest-Werft<br />

eine Motoryacht<br />

auf ihrem Messestand präsentieren. Das knapp 16 Meter<br />

lange Schiff wird neben der ebenfalls neuen Contest 72CS in<br />

der Segelyachthalle zu sehen sein. Die gefällige Motoryacht soll<br />

ebenso Segler wie Motorbootfahrer ansprechen. Knapp 700 PS<br />

sorgen für den Vortrieb, 2.000 Liter Treibstoff für die nötige Reichweite.<br />

Länge 15,93 Meter, Breite 4,60 Meter, Maschinen 2 x<br />

Cummins (je 330 PS). contestyachts.com, Stand 16C54<br />

Better by<br />

Design<br />

Erfahrung<br />

+ Entwicklung<br />

+ Design<br />

+ Produktionstechnologie<br />

+ Service<br />

= Segelmachen im<br />

21. Jahrhundert<br />

FOTOs: werften<br />

Sunseeker Predator 68<br />

Mit der Predator<br />

68 zeigt Sunseeker<br />

eine Performance-<br />

Yacht für insgesamt<br />

sechs Gäste plus<br />

zwei Crewmitglieder. Charakteristisch für die aktuelle Predator-Reihe<br />

sind die großen Fensterflächen im Rumpf, die den<br />

gesamten Wohnbereich mit natürlichem Tageslicht durchfluten.<br />

Der helle und geräumige Decksalon verfügt über einen<br />

Essbereich neben dem Fahrstand, einer Sofa-Ecke und<br />

zusätzlichen Sitzgelegenheiten im Achtercockpit. Superyacht-Designer<br />

Ken Freivokh zeichnet verantwortlich für das<br />

Interieur. Maschinen 2 x MTU 8V 2000 (je 1.270 PS), Speed<br />

33 Knoten. sunseeker.de, Stand 6B61<br />

North Sails GmbH<br />

Telefon: 040-745 77 78<br />

info@de.northsails.com<br />

www.northsails.de<br />

Agentur: www.hqhh.de


yachten Projekte<br />

I aslec 4<br />

Aslec 4<br />

Die bei Rossinavi in Italien gebaute 45-Meter-Yacht<br />

ist ein geradliniges Schiff – für einen ebenso<br />

geradlinigen Eigner. Peter Boulton war für <strong>MEER</strong><br />

&<strong>YACHTEN</strong> an Bord und erzählt die Geschichte des<br />

von Tommaso Spadolini entworfenen Schiffes.<br />

Text peter boulton Fotos Justin Ratcliffe<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

20 I 01/2013


01/2013 I 21


D„Die vorigen Aslecs hatten sehr klassische<br />

Einrichtungen, mit warmem Holz und vielen Polstern<br />

und Vorhängen. Aslec 4 ist sehr modern.<br />

Der Stil ist minimalistisch und<br />

trotzdem warm, mit vielen<br />

zeitgemäßen Materialien.”<br />

22 I 01/2013


aslec 4 I yachten projekte<br />

Das Rumpfprofil lässt keinen Zweifel daran, dass<br />

Aslec 4 für die hohe See gebaut ist. Die Linien<br />

der drei Decks, die von einem Schornstein-ähnlichen<br />

Radar-/Funkmast überragt werden, sind<br />

streng aber gleichzeitig attraktiv. Auf dem Hauptdeck geht<br />

alles über die volle Breite, vom Salon über die Eigner-Suite<br />

bis zur Bootsgarage. Verantwortlich war das Designstudio<br />

Spadolini – es hat etwas von einem Familienbetrieb. Einer<br />

der Designer, Bernardo Papetti, ist Spadolinis Neffe. „Mein<br />

Onkel ist ein Meister mit dem Zeichenstift“, sagt er, „er<br />

hat das Gesamtkonzept im Kopf und wirft es mit wenigen<br />

Strichen aufs Papier. Er hat keine Lust, seine Zeit am Computer<br />

zu verschwenden. Im Büro übersetzen wir dann seine<br />

Inspiration auf den Computer.“ Papetti lacht, offensichtlich<br />

bewundert er seinen Onkel. „Er hat den Instinkt für die Linien<br />

von seinem Vater geerbt, Professor Pierluigi Spadolini.“<br />

Der war Italiens erster Designer mit akademischem Grad<br />

und hat vor vierzig Jahren die Akhir-Yachten für Cantieri di<br />

Pisa entworfen. Sie gelten als Pionierentwurf des modernen<br />

Yachtdesigns.<br />

Die neue 45-Meter-Yacht steht für eine 18-jährige Freundschaft<br />

und die 20-jährige Geschäftsbeziehung zwischen Tommaso<br />

Spadolini, dem Chefdesigner und Vorstand des Designstudio<br />

Spadolini, und dem italienischen Eigner der Aslec 4. Sie begegneten<br />

sich 1992 in Cap d’Antibes. „Ich war da, um mir eine<br />

schnelle 70-Fuß-Commuter-Yacht von Siai-Marchetti anzusehen“,<br />

sagt der Eigner. „Wir haben uns sofort verstanden. Ich<br />

war von seiner angenehmen Art und unserem offenen Dialog<br />

beeindruckt, und ich schätzte seine Professionalität.“<br />

Wie der Name verrät, ist Aslec 4 die vierte Inkarnation einer<br />

Aslec. Die ersten Yachten waren 19, 26 und 34 Meter lang,<br />

und alle waren als reine Privatyachten für die Familie und<br />

Freunde konzipiert; der Eigner ist ein Gentleman alter Schule.<br />

Aslec 1 bis 3 waren schnelle Schiffe, bei der vierten legte die<br />

nunmehr erreichte Schiffsgröße nahe, dass man auch über<br />

einen Zuwachs an Komfort nachdachte, was zur ersten reinen<br />

Verdrängeryacht dieses Namens führte. Spadolini entschied<br />

sich für einen fast senkrechten Steven, der gut die Wellen<br />

schneidet und gleichzeitig eine lange Wasserlinie ergibt. Die<br />

Linien zeigen ein flaches, nach achtern nur leicht ansteigendes<br />

Unterwasserschiff. Zwei tiefe Skegs stabilisieren gegen<br />

das Rollen und schützen die Propeller.<br />

Aslecs Eigner blieb auch beim Bau Italien treu. „Er sah die<br />

70-Meter-Numptia bei Rossinavi im Bau und war sehr angetan<br />

von der Arbeit der Werft”, erklärt Papetti, „trotzdem hat<br />

es noch acht Monate gedauert, bis der Vertrag unterzeichnet<br />

war.“ Als Reeder hat der Eigner ständig kaufmännische<br />

Faktoren wie Effizienz und Lebensdauer im Blick. „Deshalb<br />

hat er sich um jedes Detail gekümmert, und auch während<br />

des Baus hat er viel Zeit an Bord verbracht. Wir haben sehr<br />

viel Papier beschriftet, bevor die erste Stahlplatte geschnitten<br />

wurde“, seufzt Papetti, „aber das Verfahren hat auch sein<br />

Gutes. Man hat bei Baubeginn ein klares Bild vom gewünschten<br />

Ergebnis, und das bedeutet: weniger Änderungswünsche<br />

und weniger Stress während des Baus.“ Die technische Umsetzung<br />

leistete Rossinavi, an der Universität Rom wurde ein<br />

Modell der Aslec 4 zudem Tankversuchen unterzogen.<br />

Sowohl der Eigner als auch seine Frau wissen um die Eigenschaften,<br />

die eine Yacht zum Lebensraum machen, und so<br />

gibt es für diese Schiffsgröße üppig bemessene Außenräume.<br />

Allein das Achterschiff hat 70 Quadratmeter freie Fläche,<br />

durch die offene Reling blickt man ungehindert aufs Meer.<br />

„Das gilt auch für die großen Seitenfenster im Hauptsalon, die<br />

uns einiges Kopfzerbrechen wegen der RINA-Bauvorschriften<br />

bereitet haben“, sagt Papetti. So große offene Areale findet<br />

man normalerweise auf Yachten ab 55 Meter Länge, nicht<br />

bei einem 45-Meter-Schiff. Das ist dem Eigner zu verdanken.<br />

Vom Hauptdeck erreicht man über zwei bequeme Treppen,<br />

die den Salon flankieren, das geräumige Achterdeck. Breite<br />

Seitendecks führen zum Brückenhaus, zum vorderen Decksbereich<br />

und zu einer portugiesischen Brücke (als Schutz vor<br />

dem eigentlichen Brückenhaus). Drei Stufen auf jeder Seite<br />

führen hinab zum aufgeräumten Vordeck, dessen Sofa in<br />

den Aufbau integriert ist. Ein schönes Sicherheits-Feature:<br />

Im vorderen Schanzkleid können Luken nach außen geklappt<br />

werden, auf die ein Crewmitglied hinaustreten kann, um Kette<br />

und Anker beim Hochholen zu beobachten.<br />

Die Räume unter Deck sind eher konventionell aufgeteilt. Der<br />

Salon ist riesig, weil der Essraum ein Deck nach oben verlegt<br />

wurde, wo er wirklich ein Platz zum Speisen ist – zum Relaxen<br />

geht man besser in die Lounge. Vor dem Essbereich<br />

und an Backbord befindet sich eine große Küche – mit Speisenaufzug<br />

von einer zweiten, unteren Pantry. Den vorderen<br />

Bereich des Decks nimmt die Brücke ein, ein ansprechendes,<br />

Aslecs Außenbereiche sind ungewöhnlich großzügig für eine Yacht dieser Länge. Allein<br />

das Achterdeck hat 70 Quadratmeter (linke Seite). Die enge Verbindung zur<br />

Außenwelt wird durch die vielen großen Fenster betont<br />

01/2013 I 23


Weil der Essraum (unten) und die Pantry von ihrem üblichen Platz<br />

ins Oberdeck verlegt wurden, gibt es im Hauptsalon reichlich<br />

Platz (rechte Seite). Der Style ist edel, fast streng, und modern.<br />

In die Eigner-Suite gelangt man durch das Steuerbord-Foyer<br />

24 I 01/2013


aslec 4 I yachten projekte<br />

Das Interieur ist rein,<br />

minimalistisch und doch raffiniert<br />

gut ausgestattetes Navigationszentrum mit einem zentralen<br />

Sitz für den Kapitän und reichlich Platz für Papierkarten. Im<br />

hinteren Bereich ist ein Tisch mit Sofa, sodass Eigner und<br />

Gäste dem Wachgänger zusehen können. Da der Eigner<br />

selbst Nautiker ist, gibt es auf dem Sonnendeck außer dem<br />

Whirlpool noch eine Flybridge, von der aus man alles kontrollieren<br />

und das Schiff fahren kann – ein Kapitänstraum.<br />

Unter dem Hauptdeck, vor dem Maschinenraum, sind Familie<br />

und Gäste in zwei geräumigen VIP-Doppelkabinen und zwei<br />

Zweierkabinen mit viel natürlichem Licht untergebracht. Die<br />

VIP-Betten weisen mit den Kopfenden zur Bordwand, obwohl<br />

diese Anordnung nicht ganz optimal ist; aber zur Schiffsmitte<br />

hin hätten sie zu viel wertvollen Schrankraum gekostet. Alle<br />

Kabinen werden durch einen zentralen Gang erreicht.<br />

Diese Räume regiert eine gewisse Bescheidenheit, die durch<br />

Tessiers zurückhaltendes Design noch unterstrichen wird. Sie<br />

sind aber auch unbestreitbar komfortabel. Das Bett in der<br />

Eigner-Suite weist in Fahrtrichtung, dahinter liegen Schränke<br />

und die Ankleide. Ein großer Fernseher hängt mittschiffs am<br />

Schott, flankiert von Türen ins Bad. „Ich denke, es ist mir<br />

geglückt, im Schiffsinneren den Ausdruck der Eigner zu treffen.<br />

Es ist rein und minimalistisch und doch raffiniert. Meine<br />

Absicht war es, der Schiffsform zu folgen und dies mit den<br />

Fenstern auszudrücken“, sagt Tessier.<br />

Die edle Innenausstattung von Aslec 4 ist das Werk des<br />

französischen Designers Rémi Tessier. „Es ist das erste Mal,<br />

dass ich mit Rémi Tessier zusammenarbeite, das Innere des<br />

Schiffes ist völlig neu für mich“, sagt der Eigner, „die vorigen<br />

Aslecs hatten sehr klassische Einrichtungen, mit warmem<br />

Holz und vielen Polstern und Vorhängen. Aslec 4 ist sehr<br />

modern. Der Stil ist minimalistisch und trotzdem warm, mit<br />

vielen zeitgemäßen Materialien.” Auf der Hauptdeck-Ebene<br />

wird die lichte Weite des Salon-Eingangs durch die Außentreppen<br />

zum Brückendeck bestimmt, hier gibt es auch eine<br />

kleine Bar an Backbord und gegenüber einen kleinen Tisch,<br />

an dem man seinen Drink nehmen kann. Der Hauptraum der<br />

Lounge ist hell, geschützt und geht über die ganze Breite.<br />

Nach vorn werden die Quartiere des Eigners über einen Flur<br />

erreicht, durch den man auch zum Büro des Eigners gelangt.<br />

Der Eingang zum Hauptsalon wird durch eine Treppe eingeengt,<br />

bevor er in die Bar mit Sitzecke führt. Im Schiff gibt es sehr viel Holz,<br />

das auf ganz unterschiedliche Weise bearbeitet wurde<br />

01/2013 I 25


yachten Projekte I aslec 4<br />

Tessier und das Eigner-Paar<br />

haben ein Schiff geschaffen, auf<br />

dem Familienleben<br />

möglich ist und<br />

Freunde sich<br />

willkommen fühlen<br />

Tessier wollte im Schiff möglichst viel Tageslicht haben, aber<br />

mit einem warmen Ton. Also wählte er für die Oberflächen<br />

gebleichten und matt lackierten Bergahorn und als Kontrast<br />

glänzend lackiertes Ebenholz. Viele Böden sind mit handgeflochtenem<br />

Leder ausgelegt. Und die perlmutt-goldenen<br />

Fensterblenden bringen Sonnenlicht herein. „Von den ersten<br />

Skizzen bis zum fertigen Schiff dauerte es bei Aslec 4 zwei<br />

Jahre“, erinnert sich Tessier.<br />

Wenn bei einer Yacht etwas stiefmütterlich behandelt wird,<br />

dann sind es für gewöhnlich die Crew-Bereiche. Im Hinblick<br />

auf kommende Vorschriften, die für die Crew mehr Wohnraum<br />

vorsehen könnten als für die Gäste, sind die Crew-Quartiere –<br />

darunter zwei Doppelkabinen – auf Aslec 4 eine Freude. Der<br />

Eigner kennt seine Leute schon lange und räumt ihnen, noch<br />

bevor er dies muss, reichlich Platz ein: „Ich arbeite in der Schifffahrt,<br />

und in unserer Unternehmensphilosophie hat die Arbeitsumgebung<br />

der Angestellten einen hohen Rang. Da kann ich<br />

auf meiner eigenen Yacht nicht anders handeln. Für mich ist<br />

es wichtig, dass die Leute nach getaner Arbeit wissen, dass sie<br />

sich in schöne Kabinen zurückziehen und ausruhen können.“<br />

Der Freiraum für die Crew ist umso größer, als die Kabine des<br />

Kapitäns auf dem Brückendeck liegt – eine seemännisch gute<br />

Lösung, weil er so jederzeit direkt auf die Brücke kann.<br />

Achtern an den Maschinenraum mit seinen zwei Caterpillar-<br />

Hauptmaschinen und einem Paar Caterpillar-Generatoren<br />

mit jeweils 125 Kilowatt Leistung schließt sich die Garage für<br />

Tender und Sportgeräte an, die ein Paar Jetskis und einen<br />

5,65 Meter langen Williams Jet Tender mit einem 150-PS-<br />

Einbaudiesel enthält. Dieses Beiboot wird mit einem Kran aus<br />

einer Luke an Backbord gehoben. Das könnte sich als schwierig<br />

erweisen, denn wenn es nicht völlig ruhig ist, dürfte diese<br />

Konstruktion dem Seeschlag ausgesetzt sein.<br />

Was gefällt eigentlich dem Eigner am besten an seiner neuen<br />

Yacht? „So früh ist das schwer zu sagen“, meint er, „ich<br />

lerne sie noch kennen. Aber bei geringer Fahrt fast lautlos<br />

unterwegs zu sein, das ist phantastisch. Alle meine früheren<br />

Yachten waren schell und laut, man konnte beim Fahren<br />

kaum frühstücken. Auf Aslec 4 muss man das mal erlebt haben,<br />

dem Rauschen der See zu lauschen, ist eine wunderbare<br />

Erfahrung.” Zweite Frage: Aslec 4 hat eine große Reichweite<br />

und ist nur für Familie und Freunde da, gibt es da Pläne<br />

für große Reisen? „Ich würde gern mal in die Karibik fahren<br />

und mich von meinem Büro in Rom lösen, aber im Moment<br />

sieht es nicht danach aus, dass dies bald möglich ist.“<br />

Das Schiff weist übrigens eine kleine Besonderheit auf, die<br />

man heutzutage fast nicht mehr gewöhnt ist: Es ist nicht nur<br />

in Italien entworfen, konstruiert und gebaut worden, es ist hier<br />

auch registriert – und zwar auf den Namen des Eigners. Warum?<br />

„Eine provozierende Frage“, sagt der, „vor allem in Italien.<br />

Auf die möchte ich provozierend antworten: Ich verstehe<br />

die Leute nicht, die dergleichen verstecken, selbst wenn es<br />

Gründe dafür gibt. Ich für meinen Teil tue es nicht. Ich ziehe<br />

Transparenz vor; gepaart mit Diskretion.” &<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

26 I 01/2013


Eine der Gästekabinen quer zur Fahrtrichtung. Die Einrichtung ist extrem modern, offen und hell. Der Schminktisch in der selben Kabine (linke Seite).<br />

Bad der Eignerkabine auf dem Hauptdeck (unten)


yachten Projekte<br />

I aslec 4<br />

aslec 4<br />

Länge 45,3 m<br />

Lwl 43,5 m<br />

Breite 12,6 m<br />

Tiefgang 2,6 m<br />

brz 496<br />

Maschinen 2x Caterpillar 3508 C, je 956 kW (1.282 PS)<br />

Geschwindigkeit (max./reise) 16/15 kn<br />

Reichweite bei 10 kn 4.500 sm<br />

bugstrahlruder TBC<br />

generatoren 2 x Caterpillar (je 125 kW)<br />

treibstoff 60.000 l<br />

wasser 10.000 l<br />

eigner und gäste 12<br />

crew 7<br />

beiboote 1 Lomac (4,8 m); Williams DJet 565 (5,65 m)<br />

Aussendesign Designstudio Spadolini<br />

innendesign Rémi Tessier Design<br />

bauweise Stahl/Aluminium<br />

klasse RINA<br />

konstruktion Rossinavi<br />

werft/baujahr Rossinavi, Italien/2012<br />

rossinavi.it<br />

Auf dem Sonnendeck liegt die Flybridge mit Steuerstand, Sitzbereich und Sonnenliegen<br />

Der fast senkrechte Steven ergibt eine längere<br />

Wasserlinie und ein besseres Seeverhalten<br />

Der Speiseraum<br />

wurde auf das<br />

Oberdeck verlegt,<br />

sodass das<br />

Achterdeck über<br />

viel freien Platz<br />

verfügt<br />

Vor dem Foyer an Steuerbord reicht der Eignerbereich über die ganze Schiffsbreite<br />

Vom Hauptdeck<br />

führen Zwillingstreppen<br />

zum<br />

Brückendeck. Im<br />

Raum dazwischen<br />

liegt die Salon-Bar<br />

Die Crew-Quartiere sind großzügig und geräumig; für die Mannschaft gibt es unter<br />

anderem zwei Doppelkabinen<br />

28 I 01/2013


Erstellung 05 46 30 29 29 - Fotos : unter Segel © Chantiers AMEL / Interior © JM.Rieupeyrout.<br />

Vierzig Jahre Erfahrung und ein hoher Qualitätsstandard<br />

ermöglichen es AMEL mit der AMEL 55 und der<br />

AMEL 64 zwei Modelle anzubieten, die die traditionellen<br />

Werte der Werft mit modernem und elegantem<br />

Design verbinden.<br />

So wurde die AMEL 55 bei der diesjährigen Wahl zur<br />

„Europäischen Yacht des Jahres“ in der Kategorie<br />

„Luxusyachten“ für das Finale nominiert. Die Tests<br />

wurden im Oktober durchgeführt, so dass der Sieger<br />

im Januar im Rahmen der BOOT 2013 gekürt wird!<br />

Die AMEL 55 wird als Zweikabinenversion auf der<br />

BOOT Düsseldorf, vom 19. bis 27. Januar, Halle 16<br />

präsentiert.<br />

Kontakt für das deutschsprachige<br />

Gebiet: Jörg Moosbrugge r, Kronenberg Yachting GmbH,<br />

Tel. +49 89 673 460 50 • j.m@kronenberg-yachting.com<br />

www.amel.fr


yachten Projekte<br />

I la pellegrina<br />

30 I 01/2013


<strong>La</strong><br />

<strong>Pellegrina</strong><br />

Mit der Fly 5000 hat die französische Couach-<br />

Werft ihr bislang gröSStes Schiff abgeliefert.<br />

<strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong> setzt nicht nur beim Design<br />

ungewohnte MaSSstäbe. Auch das Baumaterial<br />

ist ungewohnt für eine Yacht dieser GröSSe.<br />

Text Hans-Harald Schack/Claus Reissig Fotos Couach<br />

01/2013 I 31


Die Yacht geht<br />

in vielerlei<br />

Hinsicht eigene<br />

Wege, wendet sich<br />

von dem vorherrschenden<br />

Stil mit senkrechten<br />

Steven und martialischem<br />

Äußeren ab. Die Linien<br />

sind fast weich, fließend,<br />

als hätte die Aerodynamik<br />

bei der Konstruktion eine<br />

Rolle gespielt.<br />

32 I 01/2013


la pellegrina I yachten projekte<br />

D<br />

Den Markt für große Motoryachten haben in Europa einige<br />

wenige Nationen unter sich aufgeteilt. Allen voran Italien,<br />

wenn es um große Serienproduktionen aus Kunststoff geht.<br />

Aus Frankreich kommen Einzelbauten, aber die Grande Nation<br />

ist für ihre ungewöhnlichen Designs bekannt. Nicht nur<br />

in der Architektur, sondern auch im Automobilbau. Insofern<br />

kann man von <strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong>, dem bisher größten Schiff der<br />

Couach-Werft in der Nähe von Bordeaux, einiges erwarten.<br />

Die Yacht geht in vielerlei Hinsicht eigene Wege, wendet<br />

sich von dem vorherrschenden Stil mit senkrechten Steven<br />

und martialischem Äußeren ab. Die Linien sind fast weich,<br />

fließend, als hätte die Aerodynamik bei der Konstruktion<br />

eine Rolle gespielt.<br />

Das verhältnismäßig niedrige Freibord lässt das Schiff offen<br />

und zugewandt statt abgeschlossen und hart erscheinen.<br />

Der Steven springt weit vor, die drei Decks beginnen mit drei<br />

runden Scheiben. Die wie angephast wirkende Deckskante<br />

erstreckt sich fast über die gesamte Länge. Fast könnte man<br />

meinen, bei jedem Hinsehen wieder ein neues Detail zu ent-<br />

Das Innere der Yacht<br />

zeigt sich offen, luftig<br />

und extrem modern. Ein<br />

Treppenhaus verbindet<br />

die verschiedenen Decks<br />

01/2013 I 33


Vielleicht der schönste Platz an Bord:<br />

die vordere Kabine auf dem Hauptdeck<br />

mit 180-Grad-Blick vom Kopfkissen<br />

Jean Pierre Fantini und Danielle<br />

Chopard waren für Design und<br />

Ausstattung zuständig. Auf <strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong> verteilen<br />

sich 500 Quadratmeter Lebensraum auf vier Ebenen, bei einer<br />

Schiffshöhe von zwölf Metern.<br />

decken. Als wäre <strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong> auch als Statement und Geschenk<br />

an ihre Umwelt gedacht gewesen. Viele Schiffe mag<br />

man sich in einer schönen Bucht kaum vorstellen, <strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong><br />

ist da deutlich anders; sie ist das Kunstwerk in der<br />

<strong>La</strong>ndschaft.<br />

Aber <strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong> kann noch mehr. Luxus und Leistung<br />

sind im Yachtbau Zwillinge, die unterschiedliche Forderungen<br />

stellen. Eine schöne Yacht sollte schnell und stark sein<br />

und Komfort bieten. Sie soll den Techniker begeistern und<br />

den Ästheten befriedigen. Um schnell zu sein, ist ein geringes<br />

Gewicht von Vorteil. Um stark gegen Seeschlag, Treibgut<br />

und andere äußere Einwirkungen zu sein, sind gewisse<br />

Materialstärken und robuste Baustoffe notwendig. Opulente<br />

Ausstattung addiert sich zum technisch notwendigen Schiffsgewicht<br />

und erfordert weiteres Gewicht in Form größerer<br />

Materialstärken, stärkerer Aggregate, größerer Tanks. Jeder<br />

Yachtkonstrukteur quält sich mit diesem Spagat. Konsequenter<br />

Leichtbau ist die Lösung, im Einklang mit den<br />

Kundenwünschen. Also nicht übertrieben konsequent.<br />

Couach Yachts ist mit <strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong>, ihrer neuen Superyacht<br />

Fly 5000, einen bewährten Weg weiter gegangen<br />

und hat technisches Neuland beschritten. Der Rumpf ist<br />

im Infusionsverfahren mit Glasfasern und Verstärkungen<br />

aus Karbon und Kevlar hergestellt. Das Schiff ist die größte<br />

Struktur, die je in dieser Bauweise produziert wurde. So<br />

entstand ein leichter, starker Rumpf. Nach Angaben von<br />

Couach ist der Rumpf widerstandsfähiger als jeder vergleichbare<br />

aus Aluminium oder aus glasfaserverstärktem<br />

Kunststoff. Der Materialmix kombiniert die günstigen Eigenschaften<br />

der Fasern. Karbon ist leicht und extrem zugstabil,<br />

Kevlar wird auch zum Bau von Fahrzeugpanzerungen<br />

und in schussfesten Westen eingesetzt. Kein Wunder:<br />

34 I 01/2013


la pellegrina I yachten projekte<br />

Helles Ambiente im Essbereich<br />

durch bodentiefe Fenster<br />

Coming to Boot Düsseldorf 2013 (Hall 6)<br />

The new Monte Fino 76 and ecHo 85<br />

British Naval Architecture. Italian Interior Design. Global Technology.<br />

www.montefinoeurope.com<br />

+34 (0) 971 452572 | sales@montefinomallorca.com<br />

Mallorca • Costa Brava • Cote d’Azur • Porto Ercole, Italy • Istanbul • United Kingdom<br />

Our international design team is always on hand to create your perfect yacht


Die Mastersuite im Oberdeck erstreckt sich über die gesamte Schiffsbreite; Eignerbad (rechte Seite)<br />

der größte Kunde der Werft ist die französische Marine, die<br />

hier kleine Schiffe für den Küsteneinsatz ordert.<br />

Um die Vorzüge ihres Flaggschiffs zur Geltung zu bringen,<br />

hat die Werft zwei jeweils 5.230 PS starke MTU-Triebwerke<br />

der letzten Generation eingebaut. Sie bringen die Yacht<br />

auf eine maximale Geschwindigkeit von rund 30 Knoten.<br />

Maximale Reichweite stand nicht an erster Stelle bei der<br />

Konstruktion. Bei 20 Knoten sind es 900 Seemeilen. Auch<br />

wenn <strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong> kein Expeditionsschiff ist, ist die in dieser<br />

Größenordnung innovative Bauweise nicht nur ökonomisch<br />

und umweltfreundlich während des Baus, sie erlaubt dem<br />

fertigen Schiff auch eine wirtschaftliche Fahrweise.<br />

Nimmt der Kapitän die Fahrt nur ein paar Knoten zurück,<br />

hat dies einen spürbar positiven Einfluss auf den Schallpegel<br />

und die Treibstoffrechnung. Mit einem Leergewicht<br />

von 296 Tonnen kann das Schiff sehr sparsam betrieben<br />

werden. Mit einem Treibstoffverbrauch von 200 Litern pro<br />

Stunde bei zwölf Knoten Fahrt sind lange Überführungen<br />

bei langsamer Fahrt also rechnerisch möglich. Die Reichweite<br />

beträgt dann 2.500 Seemeilen.<br />

Der v-förmige Rumpf, charakteristisch für Couach-Schiffe,<br />

sorgt für angenehmes Seeverhalten. Auch bei hohen Wellen<br />

kann das Schiff seine Geschwindigkeit aufrechterhalten,<br />

ohne die Passagiere mit Schlägen zu malträtieren. Der Dreisatz<br />

der Konstrukteure lautete: leichter, schneller, autonomer.<br />

Die Werft betont, dass Abstriche bei der Seetüchtigkeit<br />

für sie undenkbar sind: „Wir haben die hohen Qualitätsansprüche<br />

unserer Kunden im Militärbereich auf die zivile<br />

Sparte übertragen.“<br />

Die Ansprüche von Couach an sich selbst lauten: französisches<br />

„savoir-faire“ (Know-how) mit ihrer 100-jährigen<br />

Werfttradition und französischem Lebensstil unter einen Hut<br />

zu bringen. Den Franzosen ist es tatsächlich gelungen, die<br />

wirtschaftlichen Vorzüge von Yachten unterhalb der 50-Meter-Grenze<br />

mit denen von Superyachten zu verbinden.<br />

Jean Pierre Fantini und Danielle Chopard sind für Design<br />

und Ausstattung zuständig. Auf <strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong> verteilen sich<br />

500 Quadratmeter Lebensraum auf vier Ebenen, bei einer<br />

Schiffshöhe von zwölf Metern. Die Yacht beherbergt bis zu<br />

zwölf Gäste in sechs luxuriösen Kabinen. Die Eigner-Suite<br />

auf dem Oberdeck bietet einen Panorama-Blick und eine<br />

eigene Terrasse, Marmor im Badezimmer und einen Hammam,<br />

die orientalische Version des Wellness-Spa. Das ist<br />

ein Angebot, wie man es bei größeren Schiffen erwartet.<br />

Der Speise-Salon ist 75 Quadratmeter groß und bietet durch<br />

bodentiefe Fenster einen eindrucksvollen Blick auf die See.<br />

Der Boden ist mit Leder ausgelegt, mit den Wänden aus<br />

amerikanischem Bergahorn harmonieren die verchromten<br />

Beschläge und Rahmen aus gebürstetem Edelstahl. Weite,<br />

geschwungene Treppen verbinden die einzelnen Decks<br />

36 I 01/2013


la pellegrina I yachten projekte<br />

miteinander. Überall findet sich der helle, hochglanzlackierte<br />

Ahorn in einer für Yachten fast ungekannten Klarheit.<br />

Kunstwerke oder farbige Störer sind die Ausnahme.<br />

Das Schiff beruhigt mit seiner Schlichtheit, den klaren,<br />

kantigen Möbeln. Wie in einem japanischen Haus werfen<br />

halbtransparente Elemente diffuses Licht in die Kabinen.<br />

Nichts lenkt ab, der Blick bleibt in den reizarmen Räumen<br />

an nur wenigen Details hängen.<br />

Zwei Küchen – eine für die heißen, eine für die kalten Zubereitungen<br />

– und eine Bar dienen dem leiblichen Wohl<br />

der Gäste. Im Fitness-Studio finden sie den Ausgleich für<br />

das Wohlleben auf See. Ein 6-Personen-Whirlpool und ein<br />

zentraler Musik- und Video-Server mit 1.000 Filmen runden<br />

das Wohlfühlpaket ab. Wohin man schaut: italienischer Marmor<br />

(aus Gewichtsgründen dünn geschnitten), Lederböden,<br />

weißer <strong>La</strong>ck, edle Hölzer und Edelstahl. Um Klimaanlagen,<br />

Fensterblenden, Licht sowie TV- und Kommunikationsgeräte<br />

zu bedienen, greifen die Gäste zu Tablet-PCs. Ein Traum für<br />

jeden technik-affinen Passagier. Ein klares, stilvolles Design,<br />

wie nur Franzosen und Italiener es beherrschen.<br />

Die Werft, die sich ihren guten Ruf mit Marineschiffen hart erarbeitet<br />

hat, hat mit dieser 50-Meter-Yacht ein Meisterstück abgeliefert:<br />

<strong>La</strong> <strong>Pellegrina</strong> ist ein äußerst seetüchtiges, ökonomisches<br />

und gleichzeitig elegantes Schiff. Eine zweite Fly 5000<br />

soll bereits 2013 an einen Kunden übergeben werden. &<br />

Continental iii 26.00 raised pilothouse<br />

100% Customised<br />

01/2013 I 37


yachten Projekte<br />

I la pellegrina<br />

la pellegrina<br />

Länge 49,50 m<br />

Breite 9,30 m<br />

Tiefgang 2,35 m<br />

konstruktion GFK mit Kevlar und Karbon<br />

decks 3<br />

kabinen 6<br />

eigner und gäste 12<br />

crew 10<br />

tender 1 x 6 m, 2 Jetskis<br />

brz 495<br />

verdrängung 315 t<br />

wasser 10.000 l<br />

treibstoff 47.000 l<br />

geschwindigkeit max. 28-30 kn<br />

reise 25 kn<br />

langstrecke 14 kn<br />

verbrauch bei 20 kn 1.000 l/h; Reichweite 900 sm;<br />

bei 12 kn 200 l/h, Reichweite 2.500 sm<br />

maschinen MTU 20 V 4000 M-93, 2 x 5.230 PS<br />

generatoren Kohler, 2 x 125 kW<br />

stabilisatoren 4 Gyroscopic Zero Speed (Sea Keeper)<br />

werft/baujahr Chantier Naval Couach (CNC)/2012<br />

F – 33470 Gujan-Mestras<br />

couach.com<br />

Der obere Essbereich ist aus der Eignersuite zugänglich<br />

Das Oberdeck ist achtern komplett Eignerbereich<br />

Die Gästekabine auf dem Hauptdeck hat einen spektakulären Ausblick<br />

An den Crewbereich schließen im Unterdeck die vier Gästekabinen an<br />

38 I 01/2013


A member of the Moët Hennessy Louis Vuitton family<br />

High performance Flybridge Motor Yachts and V Class Sports Yachts from 39–130 feet<br />

ÖSTERREICH: Boote Feichtner +43 (732) 774416-0 · verkauf@bootefeichtner.at · www.bootefeichtner.at<br />

SPANIEN: Princess Motor Yacht Sales +34 971 676 439 · germany@princess.eu.com · www.princess.eu.com<br />

NORDEN DEUTSCHLAND: International Yacht Centre +49 (57 31) 98 29 510 · info@iyc-yachts.de · www.iyc-yachts.de<br />

SCHWEIZ: Bächli International Boat Sales +41 (41) 620 37 00 · info@boat-trade.com · www.boat-trade.com<br />

www.princessyachts.com<br />

Besuchen Sie uns auf der boot in Düsseldorf vom 19. – 27. Januar 2013 am Stand 6B21


yachten Projekte I ReSeadence 50<br />

Trawler-Chic<br />

Text claus reissig<br />

zeichnungen Benjamin Toth<br />

Mit der Verwandlung eines<br />

ehemaligen Fangschiffes in<br />

eine Yacht gelang es dem<br />

Designer Benjamin Toth<br />

die internationale Jury<br />

des ShowBoats Design<br />

Awards zu überzeugen<br />

40 I 01/2013


So könnte er mal aussehen:<br />

Der Trawler und seine Wandlung (linke<br />

Seite). Die beiden langen Treppen aufs Vordeck<br />

haben etwas von einem römischen<br />

Theater (oben); der ehemalige Fischraum<br />

dient als Tendergarage (Mitte); die äußeren<br />

Lebensräume befinden sich ungewohnt<br />

mittschiffs, die Seiten lassen sich zudem<br />

aufklappen (unten)<br />

Designer mit Visionen<br />

Benjamin Julian Toth ist kein<br />

Yachtkonstrukteur, sondern trägt<br />

die Berufsbezeichnung Industrial<br />

Designer. Der 27-Jährige hat in<br />

Graz/Österreich gerade seinen<br />

Abschluss gemacht. Das Schiff<br />

folgt einem hohen Anspruch.<br />

„Bei meinem Entwurf war mir<br />

das Thema Upcycling, also die<br />

energiesparende Wiederverwertung,<br />

wichtig. Ziel war es auch,<br />

gängige Normen der Schiffsindustrie<br />

sinnvoll zu brechen – um<br />

Nachhaltigkeitsthemen einen<br />

neuen Impuls zu verleihen“,<br />

sagte Toth in einem Interview.<br />

In Monaco wurde im dafür im<br />

Rahmen des ShowBoats Design<br />

Awards der Titel Young Designer<br />

of the Year verliehen. Neben<br />

dem Goldenen Neptun bekam<br />

er ein Preisgeld von 5.000 Euro.<br />

cea-id.com<br />

Die avantgardistische Gesamterscheinung seines<br />

Projekts ist mehr als nur ein interessantes Styling.<br />

Benjamin Toth ließ bewusst die alten Strukturen<br />

eines 50 Meter langen Stahlrumpfes nahezu<br />

unverändert. Ziel war ein zeitgemäßer formaler Dialog<br />

zwischen alt und neu, ohne die Charakteristika des originalen<br />

Schiffskörpers zu verlieren. Der Aufbau ist eher architektonisch<br />

inspiriert, die markante Farbtrennung des originalen<br />

Rumpfes durch eine harmonische Behandlung von Proportion,<br />

Formschrägen und Flächen ergänzt. ReSeadence 50<br />

wurde damit fast die Anmutung eines Explorers mitgegeben.<br />

Durch die Anlehnung an das originale Konstrukt ist ein innovativer<br />

Beachclub-Bereich im vorderen Teil der Yacht entstanden,<br />

wobei dieses multifunktionale Areal nicht nur einen<br />

leichten Wasserzugang ermöglicht, sondern auch die einstigen<br />

Fischtanks im Unterdeck als großzügige Tendergaragen<br />

nutzt. Hier lassen sich optional auch<br />

ein Fahrzeug sowie die Jetskis verstauen.<br />

Durch das Ausklappen der seitlichen<br />

Balkone entsteht ein großräumiges Erholungsareal,<br />

ideal, um vor Anker in Wassernähe<br />

die Vorzüge dieser Luxus-Residenz zu nutzen. Der<br />

geschützte vordere Bereich mit hohen Seitenwänden und<br />

reduzierter Aussicht grenzt das ruhige Interieur nach außen<br />

hin ab und bietet auch bei turbulenten Transatlantik-Reisen<br />

eine angenehme Atmosphäre an Bord. Im Gegensatz<br />

dazu punktet der hintere Bereich mit einer funktionalen<br />

Panorama-Glasverkleidung und herrlichen Ausblicken. Um<br />

Exterieur und Interieur miteinander zu verschmelzen und bei<br />

Bedarf den Lebensraum zu erweitern, lässt sich der Salon<br />

zu 50 Prozent öffnen und sorgt so für ein Open-Air-Feeling<br />

in moderner Loftatmosphäre.<br />

Der Eignerbereich mit seiner speziellen lichtdurchfluteten<br />

Raumaufteilung umfasst neben einem großzügigen Büro<br />

ein geräumiges Schlafzimmer, Ankleideräume und ein integriertes<br />

Badezimmer mit Aussicht aus dem Whirlpool nach<br />

draußen.<br />

Bei dem ReSeadence-Entwurf handelt es sich übrigens um<br />

ein recht konkretes Projekt, bei dem die Entwürfe an den<br />

Vorgaben eines vorhandenen Rumpfs entstanden. Ob das<br />

Projekt realisiert wird, ist jedoch ungewiss. &<br />

01/2013 I 41


yachten Projekte<br />

I Yachtcheck<br />

Raum für Extras: Der V Boom aus<br />

Kohlefaser steht auf der Optionsliste.<br />

Große Rumpffenster unterscheiden<br />

das Facelift äußerlich<br />

von der der Oyster 72 (unten)<br />

42 I 01/2013


Abenteuer für<br />

Perfektionisten<br />

Vermutlich hat keine Werft die Perfektion von<br />

<strong>La</strong>ngfahrtyachten derart auf die Spitze getrieben wie<br />

Oyster. Mit der 725 setzt die englische Werft für sich<br />

auch beim Innendesign neue MaSSstäbe. Claus Reissig war<br />

exklusiv an Bord. fotos Claus Reissig/Oyster<br />

01/2013 I 43


Die Linien der fast 23 Meter<br />

langen Engländerin stammen<br />

von Rob Humphreys, damit ist<br />

sie auf allen Kursen gutmütig.<br />

Der Salon ist wie gewohnt etwas<br />

erhöht, dadurch geht es<br />

den Niedergang nicht ganz so<br />

tief hinunter (unten)<br />

Über die Fahreigenschaften der Oyster<br />

725 zu schreiben, fällt ähnlich aus wie<br />

ein Test eines Rolls-Royce. Mit wenigen<br />

Worten ausgedrückt: Überlegen und<br />

souverän. Was auch sonst?<br />

44 I 01/2013


yachtcheck I yachten projekte<br />

Für die Oyster-Werft im britischen Ipswich gelten im<br />

Vergleich zu den meisten anderen Werften ein wenig<br />

andere Regeln, wenn eine neue Yacht übergeben wird:<br />

Sie ist dann weg und zumeist auch gleich weit. Oyster-Eigner<br />

verwirklichen sich mit diesen Schiffen gern ihren Lebenstraum<br />

von der langen, komfortablen Reise. Nacharbeit? Fehlanzeige.<br />

Selbst wenn man bei Oyster wollte, könnte man kaum etwas<br />

reparieren. Meist liegen die Schiffe schon nach kurzer Zeit in<br />

Übersee, in entlegenen Gewässern, im Eis oder den Tropen.<br />

So wie die gerade gesegelte Oyster 725: Sind ihre Testläufe<br />

beendet, geht es direkt zur Atlantic Rally for Cruisers (ARC)<br />

nach Gran Canaria und danach über den Atlantik.<br />

Quality Control<br />

made in Germany<br />

Oyster hat sich also auf Produkte spezialisiert, bei denen der<br />

Käufer keine Reklamationen hat, nichts nachrüsten muss<br />

und sich nicht sorgen muss, ob Systeme funktionieren. Oyster<br />

bietet seine Yachten als Komplettpaket an. Inklusive Ausrüstung,<br />

Anker, chinesischem Porzellan, zu den Stauräumen<br />

passenden Töpfen oder Antifouling, sie lassen zu Wasser und<br />

kalibrieren die Yacht. Wer hier an Bord steigt, kann letztlich<br />

den Schlüssel umdrehen und losfahren. Das können nicht<br />

viele Werften bieten, Oyster lässt sich das entsprechend<br />

bezahlen und die Kunden zahlen gern. Ein Ruf, den auch<br />

andere gern hätten, auch wenn für die Engländer die Zeiten<br />

auch nicht einfach sind.<br />

Insofern kann der Autor froh sein, auf ein neues Schiff zu<br />

kommen, das gerade zur Auslieferung bereit gemacht wird.<br />

Es laufen die mehrtägigen Test- und Kalibrierungsfahrten,<br />

jede gesegelte Meile ist wertvoll. Die Oyster 725 ist das<br />

Facelift der seit etlichen Jahren gebauten Oyster 72. Und<br />

obwohl jede Oyster semi-custom gebaut wird (also nach Eignerwunsch<br />

in einem Serienrumpf), werden Änderungen nur<br />

in homöopathischen Dosen vorgenommen. Die 725 verfügt<br />

jetzt beispielsweise über große Rumpffenster im Salon, das<br />

ist fast eine Revolution. Zudem wurde der Aufbau über der<br />

Eignerkabine ein wenig gestutzt, um größere Decksflächen<br />

zu ermöglichen. Beides Dinge, die der härteste Mitbewerber<br />

genau so macht. Das muss nicht schlecht sein, ganz im Gegenteil.<br />

Das Leben an Bord wird etwas lässiger und leichter.<br />

Über die Fahreigenschaften der Oyster 725 zu schreiben, fällt<br />

ähnlich aus wie ein Test eines Rolls-Royce. Mit wenigen Worten<br />

ausgedrückt: Überlegen und souverän. Was auch sonst? Bei<br />

einem Schiff, wo die Werft den ganzen Tag dabei ist, Perfektes<br />

noch perfekter zu machen, ohne dabei zu sehr auf das Geld<br />

sehen zu müssen. Es ist das Schiff der Adjektive, wenn man so<br />

möchte: groß, solide, durchdacht, fertig, sicher, einfach.<br />

SOLVING YOUR<br />

COATING PROBLEMS<br />

․ Quality Management<br />

․ Surface Inspection<br />

․ Coating Optimisation<br />

․ Corrosion Protection<br />

․ Monitoring<br />

․ Project Development<br />

․ Construction Advice / Ret<br />

․ Coaching<br />

Bei allem Überschwang: Wir haben fast sechs Beaufort, als<br />

wir den Orwell River in die grüne Nordsee verlassen, das ist<br />

auch auf so einem Schiff schon eine Menge Wind. Die fast<br />

23 Meter lange Yacht ist mit allem ausgestattet, was das Leben<br />

an Bord leichter macht. Teakdecks, alle Instrumente und<br />

vier elektrische Winden sind serienmäßig, quasi Empfehlungen<br />

der Werft. Das Testschiff ist auf Eignerwunsch mit einem<br />

Kohlefasermast von Hall mit V-Baum und Foliensegel für<br />

mehr Performance hochgerüstet. Vor allem kleinere Yachten<br />

werden üblicherweise mit Rollsegeln bestellt, sobald Crew an<br />

Bord ist, wird das Großsegel gern konventionell vorgeheißt.<br />

Denn man mag es kaum glauben, aber Oyster-Yachten sind<br />

shutterstock.com/3DDock<br />

www.wrede-consulting.de<br />

info@wrede-consulting.de<br />

Tel +49 (0)40 4135 2820<br />

HAMBURG - BARCELONA - PALMA DE MALLORCA<br />

Consultants and Paint Surveyors since 1999<br />

01/2013 I 45


yachten Projekte<br />

I yachtcheck<br />

Im Achterschiff ist die großzügige Eignerkabine untergebracht. Statt Sofas gibt es jetzt Stauraum satt<br />

bei internationalen Regatten durchaus aktiv. Trotz des immensen<br />

Gewichts von leer über 51 Tonnen geht es mit 310<br />

Quadratmetern am Wind flott voran. Das Gewicht hilft in der<br />

Welle, die Bewegungen bleiben auch dank des geringen Toppgewichts<br />

erträglich, langsam. Es ist das, was manche Konstrukteure<br />

unter subjektiver Seetüchtigkeit verstehen (die zu<br />

der objektiven noch dazu kommt). Fast neun Knoten laufen<br />

wir an der Kreuz, einmal abgefallen und mit vollen Segeln<br />

werden es über elf. Das sind beeindruckende Ergebnisse für<br />

so eine Yacht, die selbst die Testcrew der Werft faszinieren.<br />

Natürlich gibt es Ruderdruck, bei der Menge an Segeln, mit<br />

der das Schiff jetzt unterwegs ist, muss man Druck aus dem<br />

Groß nehmen. Speedrekorde aufstellen ist das eine, aber der<br />

Fairness halber sei gesagt, dass wir danach auch hier zwei<br />

Reffs einbinden, um das Material zu schonen.<br />

Wer Oyster segelt, tut das mit einer großen Portion Technik.<br />

Sonst sind die <strong>La</strong>sten gerade für kleine Crews auf <strong>La</strong>ngfahrt<br />

nicht handhabbar. Baumniederholer oder Achterstag<br />

funktionieren elektrohydraulisch auf Knopfdruck, ebenso<br />

die deutsche Reckmann-Vorsegelrollanlage – mittlerweile<br />

Standard auf hochpreisigen Yachten. Das Material: das<br />

Beste, was der Markt hergibt. Eigentlich fasst man alles<br />

nur einmal an, um sich eben diese Bestätigung zu holen.<br />

Im Wesentlichen lässt sich das Schiff von einem der beiden<br />

Fahrstände fahren, nur zum Reffen muss die Crew an<br />

den Mast. Dort stehen noch einmal zwei Winschen für das<br />

Großsegel und die Reffleinen, wenn man auf den Rollmast<br />

verzichtet. 212 PS und ein vierflügliger Propeller sind nötig,<br />

um das Schiff standesgemäß voran zu bringen. Knapp zehn<br />

Knoten sind es unter Volllast, fast neun bei Marschfahrt. Für<br />

eine angemessene Reichweite verschwinden zwei Tonnen<br />

Diesel in den Tanks.<br />

Unter Deck wartet die nächste kleine Revolution der Oyster<br />

725: Zwar ist die Aufteilung im Grunde wie bei der 72, aber<br />

das Holz ist quer statt hoch gemasert. Zudem ist der Ausbau<br />

in heller Eiche ausgeführt. Das klingt nach Nuancen, gibt der<br />

Yacht jedoch zusammen mit den erwähnten großen Fenstern<br />

im Salon eine grundsätzlich andere Anmutung. Fast entsteht<br />

eine Art Loftcharakter in dem um zwei Stufen angehobenen<br />

Salon. Indirekte Beleuchtung und helle Flächen tun das ihre<br />

dazu. Um den Mast herum wurde eine Anrichte gebaut,<br />

um bei der Bewirtung von Gästen eine Zwischenablage zu<br />

haben, die Pantry ist halboffen hinter dem Hauptschott verborgen.<br />

Damit die Crew von hier an Deck kommt, führt eine<br />

Leiter nach oben. Was es auf dem Markt nicht exakt für das<br />

Schiff passend gibt, wird für oder von Oyster angefertigt. Ein<br />

Beispiel dafür mag der an die Rumpfform angepasste Kühlschrank<br />

sein, damit durch einen schlichten Standard-Kasten<br />

kein Raum dahinter verschwendet werden muss.<br />

Die Einrichtung an sich ist, wie erwähnt, custom-built nach<br />

Eignerwunsch. Die Crew schläft in einer komfortablen Kabine<br />

im Vorschiff und braucht die Lebensbereiche des Eigners<br />

nicht zu kreuzen. Kommen Gäste an Bord, zieht die<br />

Mannschaft für diese Zeit in eine kleinere Kabine mittschiffs<br />

um, die Gäste bekommen dann das Vorschiff. Das ist auch<br />

eine Maßnahme für ein angenehmes Klima an Bord. Denn<br />

der Skipper und die Stewardess werden nicht in enge Verliese<br />

gesperrt, sondern sollen sich wohl fühlen. Schließlich<br />

möchte man es ja einige Zeit zusammen aushalten. Da zahlt<br />

sich so etwas aus.<br />

Im Achterschiff befinden sich die Mastercabin und eine<br />

Gästekabine, jeweils mit Bad en suite. Beeindruckend sind<br />

neben der Qualität in der Ausführung die Massen an Stauraum.<br />

Das Eignerbett ist von zahlreichen Schubladen, Klappen,<br />

Schränkchen und Schränken umgeben, nichts ist mehr<br />

mit den etwas angestaubten Sofas und Anziehsesseln der<br />

Vorgängerin. Das tut der Oyster 725 sichtlich gut. Denn auch<br />

wenn Perfektion gerade für <strong>La</strong>ngfahrt ein gutes Verkaufsargument<br />

ist, kauft das Auge doch mit. Da wird es den Kunden in<br />

Zukunft ein wenig leichter gemacht. &<br />

46 I 01/2013


Das achtere Eignerbad wirkt mit<br />

vielen weißen Flächen hell und<br />

modern. In der Doppelkabine der<br />

Crew schläft bei Bedarf ein Teil<br />

der Gäste, die Besatzung zieht für<br />

diese Zeit um (unten)<br />

Skipper und die Stewardess werden nicht<br />

in enge Verliese gesperrt, sondern sollen<br />

sich wohl fühlen. SchlieSSlich möchte<br />

man es ja einige Zeit zusammen aushalten.<br />

01/2013 I 47


yachten Projekte<br />

I yachtcheck<br />

Einer von zwei<br />

Fahrständen im Cockpit<br />

(oben); der Kartentisch<br />

befindet sich quer zur<br />

Fahrtrichtung achtern<br />

im Salon (links)<br />

oyster 725<br />

LüA 22,77 m<br />

Lwl 19,75 m<br />

Breite 5,85 m<br />

Tiefgang 2,95 m (2,34 m Option)<br />

Verdrängung (leer) 51,5 t<br />

ballast 15 t<br />

ballastanteil 29 %<br />

treibstoff 2.000 l<br />

wasser 1.000 l<br />

segelfläche (am wind) 310 m 2<br />

masthöhe (über wasser) 30,35 m<br />

maschine Cummins QSB5.9 (212 PS), starre Welle<br />

und vierflügliger Faltpropeller (Brunton)<br />

kabinen 3 (plus Crew)<br />

kojen 8 (plus 2 Crew)<br />

konstruktion Rob Humphreys<br />

ce-kategorie A (Hochsee)<br />

preis ab 4,64 Millionen Euro<br />

konstruktion Deck und Rumpf GFK-Sandwich mit<br />

Vinylesther-Harz. In besonders belasteten Bereichen<br />

mit Kevlar und Karbon verstärkt; Rumpf/Deck-Verbindung<br />

laminiert; Bleikiel, Ruder mit Skeg<br />

Serienausstattung u.a. Rollmast mit durchgelattetem<br />

Großsegel; hydr. Vorsegelrollanlage (Reckmann); hydr. Baumniederholer/Achterstagspanner;<br />

Beschläge/Blöcke (Lewmar);<br />

8 Winschen (Lewmar; 4 davon elektrisch); hydr. Ankerwinde;<br />

Kette und Anker (CQR); Log/Lot/Wind, Autopilot, Kartenplotter,<br />

UKW-Funk (Raymarine); Teakdeck; Sprayhood; Generator<br />

(Onan 13,5 kW); elektr. Bugstrahlruder; CD-Tuner plus <strong>La</strong>utsprecher<br />

(innen/außen); Leinen/Fender; 2 Kühlschränke (Frigomatic);<br />

Feuerlöscher, chinesisches Porzellan, Kochgeschirr etc.;<br />

Antifouling; zu Wasser lassen, testen, ausrüsten, kalibrieren<br />

werft Oyster Yachts, GB – Ipswich, Suffolk IP2 8SA<br />

oysteryachts.com<br />

händler Oyster Yachts Germany, 22159 Hamburg<br />

oysteryachts.de<br />

Anders als auf dem Testschiff gibt es optional<br />

zwei Vorschiffskabinen für die Crew<br />

48 I 01/2013


INSPIRED<br />

BY THE SPIRIT OF INDIVIDUALITY<br />

KAMAXITHA, 2012<br />

TWIZZLE, 2010<br />

OPTIMISED<br />

BY INTELLIGENT ENGINEERING<br />

RECOGNISED<br />

BY NUMEROUS AWARDS FROM THE SUPERYACHT INDUSTRY<br />

PHOTOS: BUGSY GEDLEK, CORY SILKEN<br />

TWIZZLE:<br />

WORLD SUPERYACHT AWARDS JUDGES COMMENDATION, 45M+ SAILING YACHTS 2011<br />

ASIA BOATING AWARDS, BEST CUSTOM BUILT YACHT 2011<br />

SUPERYACHT SOCIETY DESIGN AWARDS, BEST SY 40M+, BEST INTERIOR DESIGN 2011<br />

SHOWBOATS DESIGN AWARDS, BEST SY INTERIOR, BEST RECREATIONAL AREA FOR GUESTS 2011<br />

Come and see what’s new at Boot Düsseldorf, Hall 7A, stand F19<br />

www.royalhuisman.com | Vollenhove, Holland +31 527 243131 | USA +1 207 646 9504


Advanced-Yachten sind<br />

noch eine Seltenheit in den<br />

Marinas. Sie könnten sich aber<br />

durchaus zu einem Geheimtipp<br />

für Segler entwickeln, die<br />

Anlagen dafür haben sie.<br />

Die Advanced 66 im Yachtcheck.<br />

in schönheit<br />

segeln<br />

Text/fotos Claus Reissig/Advanced Yachts<br />

50 I 01/2013


01/2013 I 51


Das gefällige<br />

AuSSen- und<br />

Innendesign wirkt<br />

nicht massig. Es<br />

verleiht der Segelei<br />

mit einem an sich<br />

groSSen Schiff<br />

mit einer kleinen<br />

Mannschaft eine<br />

gewisse Leichtigkeit.<br />

Es ist diese Lässigkeit, die die Advanced 66 ausstrahlt,<br />

dieses Überlegene, fast Spielerische, das fasziniert. Die<br />

Flächen weit gespannt, makellos mit Teak belegt und –<br />

wie im Süden häufig der Fall – mit weißen, statt schwarzen<br />

Fugen. Das Deck, der Aufbau und das Cockpit schließen<br />

sich gefällig aneinander an, als sei es ihrem Konstrukteur<br />

Jim Pugh einzig darum gegangen, harte Brüche zu vermeiden.<br />

Darum, weiche Formen mit bequemen Plätzen<br />

zu paaren. Dazu ist sie schnell, ohne ein Krawallbruder<br />

zu sein. „Dezent“ trifft es ganz gut und ist zugleich eine<br />

maßlose Untertreibung für das Erlebnis, was einen an<br />

Bord erwartet.<br />

Vielleicht wäre „Ganzheitlichkeit“ besser, auch wenn das<br />

ungewöhnlich ist für die Beschreibung einer Yacht. Firmengründer<br />

Antonella di Leo und Marco Tursini würden<br />

es mögen, es entspricht am ehesten ihrem Lebensmotto.<br />

Tursini ist ein ruhiger, ausgeglichener Mann, der sein Geld<br />

mit Geschäftsimmobilien verdient und leise und langsam<br />

spricht. Dem Menschen müsse es gut gehen, sagt er, das<br />

gelte natürlich auch für seine Yachten. Schmeichelnde äußere<br />

Formen ergänzen einen fast zur Ruhe zwingenden<br />

Innenraum, statt Pantry gegenüber der klaren Essecke<br />

lässt sich ein Sofa zu einer Liegefläche umbauen. Dass<br />

das ein ungewöhnliches, wohnliches Konzept ist, haben<br />

auch schon andere festgestellt: 2010 wurde die A66 im<br />

Bereich Interieur zur Yacht des Jahres. „Die Entwicklung<br />

der Ästhetik findet kein Ende an sich, sie ist immer im<br />

Zusammenhang mit der Funktionalität und in Bezug auf<br />

die Ergonomie mit einem der Nützlichkeit gewidmeten<br />

Luxus konzipiert. Und das sowohl auf See als auch im<br />

Hafen“, heißt es in der Begründung unter anderem. Etwas<br />

verklausuliert vielleicht, aber richtig ist es.<br />

52 I 01/2013


yachtcheck I yachten projekte<br />

Bedienpult für viel versteckte Technik über dem<br />

Cockpitboden; der minimalistische Steuerstand mit<br />

Konsole für die Elektronik in der Cockpitmitte (unten<br />

links); decksbündige Luken (unten rechts)<br />

01/2013 I 53


Essecke und Pantry befinden sich mittschiffs am Mast, das lässt Platz für geräumige Sitzecken im Salon, das Sofa an Steuerbord lässt sich zur Liegefläche umbauen<br />

Fast könnte man die A66 mehr für ein Erholungscenter als<br />

für ein Schiff halten – wären da nicht ihre Segeleigenschaften.<br />

Der spitze Bug will von Zwängen durch die Einrichtung<br />

unter Deck als Formengeber nichts wissen, Performance<br />

und Leichtigkeit beim<br />

Segeln sollen an erster<br />

Stelle stehen. Di Leo und<br />

Tursini sind begeistert<br />

von deutscher Technik<br />

und Perfektion bei der<br />

Konstruktion. So ist auch<br />

die A66 angelegt. Die<br />

besten Konstrukteure,<br />

gepaart mit der besten<br />

Technik und den besten<br />

Materialien – lautet ihr<br />

einfaches Rezept für ein<br />

schnelles, funktionales<br />

Schiff.<br />

Dem Menschen müsse<br />

es gut gehen, sagt<br />

Marco Tursini, das<br />

gelte natürlich auch<br />

für seine Yachten.<br />

Schmeichelnde<br />

äuSSere Formen<br />

ergänzen einen fast<br />

zur Ruhe zwingenden<br />

Innenraum.<br />

Der Rumpf wurde unter<br />

Vakuum mit Epoxid-Harz<br />

gebaut, Karbongelege<br />

unterstützen in hoch belasteten<br />

Bereichen und<br />

halten das Gewicht niedrig: Gerade einmal 24 Tonnen<br />

bringt die reichlich 20 Meter (67 Fuß) lange Yacht auf<br />

die Waage. Da zahlt sich die aufwändige Konstruktion<br />

aus: Unter dem massiven gewachsten Holz der Inneneinrichtung<br />

befinden sich leichte Wabenkonstruktionen. Das<br />

niedrige Gewicht wird an allen Ecken förmlich zusammengebettelt,<br />

den vielen Aufwand spürt man bei jeder<br />

Wende, wenn das Schiff schnell wieder anspringt, in einer<br />

Schiffslänge auf dem Teller dreht. Das gefällige Außenund<br />

Innendesign von Nauta und Reichel/Pugh wirkt nicht<br />

massig, nicht wie ein (zu) großes Schiff. Es verleiht der<br />

Segelei mit einem an sich<br />

großen Schiff mit einer<br />

kleinen Mannschaft eine<br />

gewisse Leichtigkeit.<br />

Im Mittelmeer vor Monaco<br />

schieben knapp vier Beaufort<br />

eine kleine Welle von<br />

einem Meter auf, als die<br />

Advanced 66 den Hafen<br />

verlässt. Unter Segeln stabilisieren<br />

5,40 Meter Breite<br />

das Schiff frühzeitig, mit<br />

knapp 20 Grad Krängung<br />

geht es an die Kreuz. Und<br />

auch wenn Zahlen teilweise<br />

ermüden, hier sprechen<br />

sie für sich: 80 Grad<br />

Wendewinkel mit Groß<br />

und Genua, 8,8 Knoten am<br />

Wind. Auf 60 Grad abgefallen<br />

rauscht die Italienerin mit über elf Knoten durch die<br />

See. Das ist Segeln, wie es an die Côte d’Azur passt. Leicht<br />

und entspannt. Alle Leinen werden elektrisch dichtgeholt,<br />

der Traveller kreuzt das Cockpit dezent im Boden versenkt<br />

vor einem kleinen Navigationspult mit Instrumenten, Kartenplotter<br />

und der Bedienung für die Hydraulik. Fast selbstverständlich<br />

versammelt man sich auf den breiten Sülls hinter<br />

54 I 01/2013


yachtcheck I yachten projekte<br />

dem Steuermann, Segeln als Gemeinschaftserlebnis. Marco Tursini<br />

wäre trotz allem Perfektionismus kein Italiener, hätte er das nicht genau<br />

so im Sinn gehabt.<br />

yacht design<br />

interior design<br />

naval<br />

yacht<br />

architecture<br />

design<br />

interior design<br />

naval architecture<br />

Vor Anker zeigt das Schiff sein zweites Gesicht. Die Achterdecks<br />

sind lang genug für Sonnenliegen mit Blick auf die See. Auf Knopfdruck<br />

öffnet sich der Spiegel zur Badeplattform, ein Teil des Achterdecks<br />

dreht sich um 180 Grad zu einer bequemen Treppe, die zur<br />

Plattform hinab führt. Eine Dingigarage? Mamma mia! Doch nicht<br />

auf dieser Yacht, die so zum süßen Leben einlädt.<br />

Unter Deck setzt sich das Fließende fort, gewachste Eiche macht<br />

den Innenraum leicht. Sitzecken und Plätze zum Entspannen gibt<br />

es zuhauf; an Backbord eine Sitzecke mit Esstisch, gegenüber der<br />

Salonbereich und im Bereich der Pantry noch einmal eine kleine<br />

Essecke für zwei Personen. Um den Mast gruppiert und damit im<br />

Drehpunkt des Schiffes dürfte dieser Koch-Essbereich auf See den<br />

idealen Platz darstellen, um auch bei Welle gut zu leben. Antonella<br />

di Leo und Marco Tursini sind Segler – sie wissen, was nötig ist, um<br />

eine schöne Yacht von einer schönen und praktischen zu unter-<br />

gut. „Es war Dazu ungeheuer gehören kleine befriedigend, Details wie zu zum Beispiel Die Außenbereiche ein beheiz-<br />

der<br />

alles verliefscheiden.<br />

das, was tatsächlich ter Ölzeugschrank passierte, im mit Niedergangsbereich. dem Computereinstimmte“,<br />

für sagt Schiffe Aitken. dieser DasKategorie.<br />

anschließende Formen tional als auch komfortabel<br />

Nicht Yacht unbedingt sind sowohl üblich funk-<br />

er ersten Yacht 125 sorgte für einen Weltrekord von (links). Als Vorbereitung für<br />

alles verliefDie gut. Aufteilung „Es war ungeheuer ist (bis auf befriedigend, den Pantry-/Essbereich) zu Die Außenbereiche der<br />

Harz in einer vierstündigen Infusion.<br />

den Rumpf klassisch: der Sarafin Das<br />

das, was tatsächlich Vorschiff ist passierte, dem Eigner mitvorbehalten. dem Computereinstimmte“,<br />

Platz sagt für Aitken. ein Portalbett, Das anschließende die Nasszelle Formen befindet sich tional davor. als auch Im Achter-<br />

komfortabel<br />

Im schlanken<br />

Yacht<br />

Bug<br />

sind sowohl<br />

ist genug<br />

funk-<br />

ortungsbereich von Dubois umfasste das Außen-Styd<br />

sich das Designteam von Oyster um das struk-<br />

lange Rennboote mittels<br />

formte RMK drei 11,3 Meter<br />

er ersten Yacht schiff 125 sind sorgte zwei Gästekabinen für einen Weltrekord – sehr von praktisch (links). hier Als die Vorbereitung teilbaren für<br />

n, die Innenraumplanung sowie die schreinertechaillösungen<br />

kümmerte.<br />

rialien, die dann auch bei<br />

derTechniken und Mate-<br />

Harz in einer Kojen, vierstündigen die aus einer Infusion. Doppel- eine Zweibettkabine den machen. Rumpf der Sarafin<br />

ortungsbereich von Dubois umfasste das Außen-Styd<br />

sich das Designteam von Oyster<br />

formte RMK drei 11,3 Meter<br />

Element des Für Innenlayouts die kommenden bei der Jahre SARAFIN<br />

um<br />

haben Yacht den Oyster Booten zum<br />

das strukn,<br />

die Innenraumplanung sowie die schreinertech-<br />

Mate-<br />

Antonella di lange Leo Rennboote und Marco mittels<br />

salon, ein Tursini universelles mit Advanced MerkmalYachts der gesamten noch einiges Mo- Einsatz kommen würden.<br />

vor. Die derTechniken A60 ist und bereits<br />

Oyster. Imkonzeptioniert, hinteren Bereich diesmal desals Schiffes Version befinden Oyster 100-02 und Oyster<br />

mit Decksalon rialien, und die klassischem<br />

aillösungen kümmerte.<br />

dann auch bei<br />

igner- undAufbau. zwei Gästekabinen, Auch eine A80 liegt alle schon mit En-Suitegestattet.<br />

ImAdvanced vorderen66, Bereich dürften liegen eigentlich der keine tiefer Zweifel ge-<br />

bestehen, Auslieferung dass 2012auch<br />

ausge-<br />

in der Schublade. 125-01 Erlebt sind bereits man für die die<br />

Element des Innenlayouts bei der SARAFIN Yacht den Oyster Booten zum<br />

salon, ein Einsatz kommen würden.<br />

diese<br />

universelles<br />

Projekte<br />

Merkmal<br />

umgesetzt<br />

der<br />

werden.<br />

gesamten<br />

&<br />

Modie<br />

Bordküche und die Unterkünfte der Besatzung. stattet (oben).<br />

Oyster. Im hinteren Bereich des Schiffes befinden Oyster 100-02 und Oyster<br />

eränderungen beim <strong>La</strong>yout möglich, dort könnte<br />

igner- und zwei Gästekabinen, alle mit En-Suitegestattet.<br />

Im vorderen Bereich liegen Auslieferung 2012 ausge-<br />

125-01 sind bereits für die<br />

liche Schlafkabine integriert werden. Geradlinige Allerdings Formen finden liegt sich im gesamten Schiff, zusammen<br />

mit<br />

der<br />

gedeckten<br />

tieferFarben: gedie<br />

Bordküche und die Unterkünfte der Besatzung. stattet (oben).<br />

aran, das Standardlayout in den übrigen Bereichen des Blick in den Gäste-Waschraum<br />

ubehalten, um das bautechnische Leistungspotenzial<br />

eränderungen beim <strong>La</strong>yout möglich, dort könnte<br />

halten. Dennoch können Kunden bei Einzelheiten<br />

liche Schlafkabine integriert werden. Allerdings liegt<br />

vornehmen – zum Beispiel ein Schrank anstatt einer<br />

aran, das Standardlayout in den übrigen Bereichen des<br />

ählen – und dem Schiff durch die Wahl unterschiedlien<br />

und Stoffe ihren individuellen Stempel aufdrücken.<br />

ubehalten, um das bautechnische Leistungspotenzial<br />

halten. Dennoch können Kunden bei Einzelheiten<br />

unde einen Vertrag unterschrieben und die Materisucht<br />

hat“, so Aitken, „bauen wir eine Musterkabine<br />

vornehmen – zum Beispiel ein Schrank anstatt einer<br />

ählen – und dem Schiff durch die Wahl unterschiedlien<br />

und Stoffe ihren individuellen Stempel aufdrücken.<br />

diese vollständig und detailliert aus – bis hin zum<br />

r. So kann der Kunde uns bestätigen, dass es genau<br />

unde einen Vertrag unterschrieben und die Materisucht<br />

hat“, so Aitken, „bauen wir eine Musterkabine<br />

er will.“<br />

ie Yacht SARAFIN ausgesuchten Materialien gehören<br />

diese vollständig und detailliert aus – bis hin zum<br />

ochglanz für die Schreinerelemente und Matt für die<br />

r. So kann der Kunde uns bestätigen, dass es genau<br />

e Dachinnenverkleidung von Magilite, Trennwandpaubelli<br />

und hochwertiger italienischer Marmor für die<br />

er will.“<br />

ie Yacht SARAFIN ausgesuchten Materialien gehören<br />

en und die Duschen im Badezimmer.<br />

ochglanz für die Schreinerelemente und Matt für die<br />

e Dachinnenverkleidung von Magilite, Trennwandpaubelli<br />

und hochwertiger italienischer Marmor für die<br />

en und die Duschen im Badezimmer.<br />

Boot Düsseldorf<br />

Halle 07a / D07<br />

Boot Düsseldorf<br />

Halle 07a / D07 I 23<br />

www.beiderbeckdesigns.de<br />

3 21.12.11 11:13<br />

www.beiderbeckdesigns.de I 23


yachten Projekte<br />

I yachtcheck<br />

Auf Knopfdruck dreht sich ein Stück des Decks zu einer Treppe zur Badepattform;<br />

solide Technik im Verborgenen: Steueranlage von Solimar (rechts)<br />

advanced 66<br />

Länge 20,46 m<br />

Lwl 18,18 m<br />

Breite 5,40 m<br />

Tiefgang 3,20 m<br />

Verdrängung (leer) 24 t<br />

ballast 8,6 t<br />

ballastanteil 36 %<br />

treibstoff 1.560 l<br />

wasser 900 l<br />

segelfläche (am Wind) 225 m 2<br />

masthöhe (über wasser) 28 m<br />

maschinen Yanmar 4LHA DTP (200 PS), starre Welle<br />

und dreiflügliger Faltpropeller (Gori)<br />

kabinen 3 (plus Crew)<br />

kojen 6 (plus 2 Crew)<br />

konstruktion Reichel-Pugh Yacht Design<br />

ce-kategorie A (Hochsee)<br />

konstruktion Deck und Rumpf GFK-Sandwich mit<br />

Epoxid-Harz im Vakuumverfahren. In besonders<br />

belasteten Bereichen mit Karbon verstärkt; Bleikiel<br />

mit Ballasttorpedo, frei stehendes Ruder<br />

Sonderausstattung u.a. Karbonmast und -baum<br />

(Hall); Instrumente (B&G); Kartenplotter/UKW<br />

(Simrad); Bugstrahler (Max Power 300); Generator<br />

11 kW (Onan); Steuerräder Karbon (Solimar); Anker<br />

(Delta) plus Kette (100 m); Passarelle (Opac Mare);<br />

Bimini-Topp; Klüverbaum (Hall); Seewasserentsalzungsanlage<br />

(150 l/h, Shenker); Klimaanlage<br />

(Frigomar); Weinkühler (Frigomar); Geschirrspüler<br />

(Comeda)<br />

werft Advanced Yachts, Mailand<br />

advancedyachts.it<br />

56 I 01/2013


Reichel & Pugh and Nauta Design<br />

Reichel & Pugh and Nauta Design<br />

Exceeding Expectations<br />

Come to visit us Hall 16D56<br />

Come to FD/SR visit us Hall 16D56<br />

FD/SR<br />

Exceeding Expectations<br />

Head office: via Mascheroni, 19 Milan<br />

marketing@advancedyachts.it<br />

tel. +39 02 433507224 mob. +39 333 4328506<br />

www.advancedyachts.it<br />

Head office: via Mascheroni, 19 Milan<br />

marketing@advancedyachts.it<br />

tel. +39 02 433507224 mob. +39 333 4328506<br />

www.advancedyachts.it


yachten Projekte<br />

I Neuvorstellung: Polar 55<br />

Die Polar 55 ist das größte Schiff<br />

der estnischen Werft. Der Segelplan<br />

ist auf Performance und<br />

leichte Bedienung ausgelegt<br />

Alles custom,<br />

Text claus reissig<br />

Fotos ben scheurer, morten strauch<br />

oder was?<br />

58 I 01/2013


Für die estnische Polar Shipyard<br />

ist die Polar 55 ihr bisher gröSStes<br />

Projekt. Eine <strong>La</strong>ngfahrtyacht mit<br />

Hubkiel und allen technischen<br />

Details für Reisen mit kleiner Crew.<br />

Davon träumt jede Werft: Einmal zeigen zu können,<br />

was sie kann, einmal eine große Yacht zu<br />

bauen. Für die Polar Werft im estnischen Pärnu<br />

wurde dieser Traum mit der Rut VIII wahr. Die<br />

fast 17 Meter lange Reiseyacht wurde als One-off für einen<br />

deutschen Kunden gebaut, konstruiert wurde das Schiff von<br />

dem Hamburger Konstruktionsbüro iYacht. Die Konzeption<br />

der Innenausstattung übernahm schließlich Birgit Schnaase,<br />

die bereits für die Interieurs zahlreicher Superyachten verantwortlich<br />

zeichnete.<br />

Herausgekommen ist eine äußerlich fast unscheinbare Hightech-Yacht<br />

in einem handlichen Format. Oberste Prämisse<br />

des Eigners war die leichte Bedienung mit einer kleinen<br />

Crew. Dafür wurde zum Beispiel die Großschotwinsch in die<br />

Mitte des Cockpits verlegt, beide Rudergängersitze sind so<br />

hoch angeordnet, dass man an ihnen auch bequem im Stehen<br />

steuern kann.<br />

Um die flachen<br />

nordeuropäischen<br />

Gewässer und<br />

Häfen anlaufen<br />

zu können, wurde<br />

das Schiff mit<br />

einem hydraulischen Hubkiel konstruiert. 3,60 Meter geht<br />

die Polar 55 tief, wenn er abgesenkt ist, geradezu perfekt für<br />

kompromisslos gute Segeleigenschaften. Zudem wurde die<br />

Rut VIII mit doppelten Ruderblättern ausgestattet.<br />

Unter Deck wird das Schiff von den Konstruktionsmerkmalen<br />

Decksalon und Hubkiel beherrscht. Dadurch ist der Raum in<br />

seiner Grundform vorgegeben. Die Rückenlehnen der Sofas<br />

im Salon enden nicht unter den Seitendecks, sondern an den<br />

Flanken des Aufbaus, was die reine Größe des Salons erst<br />

einmal reduziert. Dafür ist es aber fast möglich, im Sitzen aus<br />

den Fenstern zu sehen. Ein bequemer Ledersessel im Nieder-<br />

Das <strong>La</strong>yout als reine Decksalonyacht reduziert zwar den Platz, bietet<br />

aber eine gute Rundumsicht. Der Stuhl vom Kartentisch kann an den<br />

Tisch verschoben werden. Der Ausbau in geöltem Holz und mit weißen<br />

Flächen wirkt hochwertig und modern (oben)


yachten Projekte<br />

I Neuvorstellung: Polar 55<br />

Äußere Linien zum<br />

Niederknien: das Design<br />

kommt von dem Hamburger<br />

Büro iYacht<br />

gangsbereich und ein weiterer als Navigationssitz (der sich auf<br />

Schienen an den Tisch verschieben lässt) lassen keine Zweifel<br />

an den Ambitionen des Eigners, weit und ausgiebig zu segeln.<br />

Möglichst große Freiflächen standen nicht auf der Agenda. Die<br />

sind auf See auch eher hinderlich.<br />

Stattdessen ist die Ausstattung sachlich, hell und vor allem qualitativ<br />

hochwertig und äußerst durchdacht. Der Eigner mit seiner<br />

langjährigen Segelerfahrung wurde in den Konstruktionsprozess<br />

intensiv mit einbezogen. Das <strong>La</strong>yout ist klassisch: Zwei Achterkabinen<br />

verfügen im Niedergangsbereich jeweils über eine eigene<br />

Nasszelle, die Eignerkabine im Vorschiff hat ihr Bad steuerbord<br />

des Kielkastens. Backbord davon befindet sich längs die Pantry.<br />

Für die estnische Werft ein zusätzlicher Glücksfall war die Möglichkeit,<br />

das Schiff auf der hanseboot im vergangenen Oktober<br />

präsentieren zu können – die Rut VIII war die größte Segelyacht<br />

in den Hallen der Hamburger Messe. &<br />

technische daten<br />

Lüa 16,64 m<br />

Lwl 15,04 m<br />

Breite 4,85 m<br />

verdrängung 16,5 t<br />

tiefgang max. 3,60 m<br />

kraftstoff 615 l<br />

wasser 600 l<br />

Maschinen 120 PS<br />

konstruktion iYacht<br />

innendesign Birgit Schnaase<br />

polar-shipyard.com<br />

Trotz der konsequenten Auslegung auf eine kleine Crew gibt es<br />

achtern zwei Gästekabinen mit eigenen Nasszellen<br />

60 I 01/2013


Jetzt <strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong><br />

testen und Geld sparen!<br />

2 Ausgaben<br />

zum Schnuppern für nur<br />

9,80 Euro<br />

(inkl.Versandkosten)<br />

Sie sparen<br />

30%<br />

JA, ICH MÖCHTE ABO-KUNDE WERDEN:<br />

Tel. +49 (0)40 / 468 605 197<br />

Fax +49 (0)40 / 347 295 17<br />

www.meerundyachten.de<br />

abo@meerundyachten.de<br />

<strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong><br />

Abo-Service<br />

Postfach 10 03 31<br />

D-20002 Hamburg<br />

<strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong> erscheint im Verlag<br />

QUARTO Media GmbH, Gurlittstraße<br />

28, D-20099 Hamburg, Handelsregister:<br />

AG Hamburg HRB 99291, Vertrieb:<br />

Axel Springer Vertriebsservice<br />

GmbH, Manfred Sinicki, Süderstraße<br />

77, D-20097 Hamburg<br />

Bitte schicken Sie mir 2 Schnupperausgaben<br />

zu. Wenn ich das Abo danach nicht<br />

verlängern möchte, teile ich dies dem Leserservice<br />

innerhalb von 10 Tagen nach<br />

Erhalt des 2. Heftes schriftlich mit. Ansonsten<br />

bekomme ich <strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong><br />

6 Mal im Jahr direkt zu mir nach Hause, für<br />

nur 42,- Euro (Auslandspreise auf Anfrage).<br />

Persönliche Angaben (P ichtfelder)<br />

Name / Vorname<br />

Straße / Nr.<br />

PLZ / Wohnort (Dieses Angebot gilt nur in der Deutschland)<br />

Geburtsjahr<br />

E-Mail-Adresse<br />

Telefon<br />

Senden Sie uns Ihren Abo-Coupon an:<br />

<strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong><br />

Abo-Service<br />

Postfach 10 03 31<br />

D-20002 Hamburg<br />

Ich bezahle bequem per<br />

BLZ<br />

Bankeinzug<br />

Geldinstitut<br />

Kreditkarte<br />

Gültig bis (Monat / Jahr)<br />

Karten-Nr.<br />

Rechnung an meine Adresse<br />

Kontonummer<br />

Ein fortlaufendes Jahres-Abo kann ich auch innerhalb der<br />

<strong>La</strong>ufzeit jederzeit ganz unkompliziert beenden.<br />

✗<br />

Datum<br />

Unterschrift<br />

Noch schneller bestellen:<br />

+49 (0)40 / 468 605197<br />

+49 (0)40 / 347 29517<br />

abo@meerundyachten.de


yacht stil<br />

Glanzlichter<br />

Message<br />

in a Bottle<br />

Der Reise-Klassiker<br />

Vittorio Moretti ist in der Superyacht-Szene bekannt – der<br />

Werfteigner, der eigentlich Winzer ist, ist gern mit seiner<br />

Es gibt<br />

Maxi<br />

viele<br />

Dolphin<br />

Arten von<br />

zu<br />

Reisegepäck,<br />

Gast in Porto<br />

doch<br />

Cervo.<br />

die klassische<br />

Sein Weingut<br />

Weekender-<br />

Bellavista<br />

Tasche gehört<br />

in<br />

zu<br />

der<br />

den<br />

Franciacorta<br />

unverzichtbaren<br />

ist für<br />

Stil-Ikonen.<br />

weltweit ausgezeichnete<br />

Egal wohin man<br />

reist, immer<br />

Schaumweine<br />

macht sie<br />

berühmt<br />

eine gute<br />

– zum<br />

Figur.<br />

neuen<br />

Dieser<br />

Jahr<br />

Klassiker<br />

2013 präsentiert<br />

ist aus feinstem<br />

Kalbsleder,<br />

das Haus das<br />

nicht<br />

Beste,<br />

ganz<br />

was<br />

leicht,<br />

der<br />

aber<br />

Keller<br />

schwer<br />

hergibt<br />

kultverdächtig:<br />

– den „Vittorio<br />

Wer<br />

ihn einmal<br />

Moretti<br />

hat,<br />

2004“.<br />

gibt ihn<br />

Die<br />

nicht<br />

Flasche<br />

mehr<br />

hat<br />

her.<br />

der<br />

Die<br />

Chef<br />

ebenso<br />

selbst<br />

elegante<br />

entworfen<br />

wie<br />

robuste<br />

und<br />

Tasche<br />

natürlich<br />

ist auch<br />

garantiert<br />

ein wunderbares<br />

der Hausherr<br />

Geschenk<br />

auch persönlich<br />

nicht nur<br />

für<br />

für<br />

Gentlemen,<br />

die Qualität.<br />

die auf<br />

Rund<br />

dem Business-Trip<br />

100 Euro. terramoretti.it<br />

sind. Perfekt für die Flugsafari,<br />

im Wasserflugzeug und natürlich an Bord einer Yacht. Etwa 2.400<br />

Euro. loropiana.com<br />

Dynamische<br />

Frische<br />

Regatta de luxe<br />

Hermès hat zum neuen Jahr eine neue Accessoire-Linie<br />

aufgelegt, die ein maritimes Thema als Motiv variiert. Das<br />

Strandtuch mit Segelyacht muss einfach mit an Bord – für<br />

Picknick und Beach gibt‘s dazu auch noch die passende<br />

Matte mit Ankerketten-Motiv. Das Duo für den Urlaub ist ein<br />

höchst elegantes Understatement: Das Badetuch kostet 410<br />

Euro, die Matte ist für 890 Euro zu haben. Eine Kappe und<br />

Bademode ergänzen das Ganze auf Wunsch zu einem kompletten<br />

Hermès-Look für Cruiser. hermes.com<br />

Meer und Wasser verbinden wir mit der Farbe<br />

Blau. Anders ist das in Frankreich: Luxuskosmetik-Hersteller<br />

Clarins hat dort vor 25 Jahren<br />

sein erfrischendes „Eau Dynamisante“ im<br />

runden, roten Flakon präsentiert<br />

und das würzig-belebende<br />

Wasser hat sich einen festen<br />

Platz in der Reisetasche<br />

erobert. Er weckt die Lebensgeister<br />

nach Partys wie<br />

auch nach langen Flügen.<br />

Jetzt gibt‘s den Duft-<br />

Klassiker für kurze Zeit<br />

im limitierten, schimmernden<br />

Jubiläums-<br />

Outfit. Circa 80 Euro.<br />

clarins.com<br />

62 I 01/2013


Segeltuch<br />

trifft Leder<br />

Ein Weekender ist die lässige Antwort auf Trolley, Koffer<br />

& Co – Tumi hat beim Stamford-Weekender aus der Bedford-Kollektion<br />

beschichtetes Segeltuch und Leder kombiniert<br />

– so wirkt die wasserabweisende Tasche sportlich,<br />

ist aber nicht zu schwer. Die robusten Materialien garantieren,<br />

dass die Reisetasche durch den Gebrauch noch<br />

schöner wird – ein edles Gepäckstück, das in der Farbe<br />

„Earl Grey“ zu nahezu allem passt und mit etwas Patina<br />

noch stilvoller wirkt. tumi.de<br />

Zeitzone:<br />

Karibik<br />

Die Meridian Antigua aus dem jungen Münchner<br />

Uhrenhaus Leinfelder wirkt mit wasserfestem roten<br />

Silikon-Armband und hellem, gut lesbarem Zifferblatt<br />

mit rotem Zehn-Minuten-Segment der Skala sportlich<br />

– und ist tatsächlich auch für den Regatta-Einsatz<br />

gedacht: Das Schweizer Automatikwerk ist mit einer<br />

Zusatzfunktion versehen, die es erlaubt, die Vor-Start-<br />

Phase zu timen. Selbstverständlich hält die Uhr auch<br />

Wasser und Gischt stand. Der edle Zeitmesser mit dem<br />

karibischen Namen wird in Stahl (Bild) und in Gold<br />

gefertigt und kostet in Edelmetall ab etwa 27.500 Euro.<br />

leinfelder-uhrenmanufaktur.de<br />

FOTOs: hersteller<br />

Eleganz für<br />

Weltreisende<br />

Tücher sind am und auf dem Wasser unverzichtbar – sie bändigen<br />

zum Beispiel windgezauste Haare und adeln jedes Outfit<br />

– ob T-Shirt oder Pulli. Ein außergewöhnliches Exemplar ist das<br />

maritime Carré mit Transatlantik-Motiv von Cartier aus griffiger<br />

Twill-Seide. Das Tuch ist ein echtes Schmuckstück und ein angenehmer<br />

Begleiter für Meer und Yacht, es macht sich klein in<br />

der Tasche und freut nicht nur Weltreisende. Das anschmiegsame<br />

Accessoire ist für etwa 310 Euro zu haben. cartier.de<br />

Sehnsucht<br />

nach Hawaii<br />

Historische Graphiken und Kupferstiche exotischer<br />

Ziele haben die italienischen Designer<br />

von Loup Noir zu einer besonderen<br />

Accessoire-Kollektion<br />

angeregt; sie haben Canvas-<br />

Shopper – wie diesen aus der<br />

aktuellen Serie mit Hawaii-Motiv<br />

– entworfen, dazu den passenden<br />

Schal aus Kaschmir mit<br />

Seide (Tasche ca. 450 Euro/<br />

Tuch ca. 250 Euro ).<br />

Lässige Tuniken ergänzen<br />

die Teile und<br />

Kleider, die wirken,<br />

als habe jemand<br />

einfach zwei Tücher<br />

zusammengeknotet,<br />

und die<br />

auf Reisen ebenso<br />

unkompliziert<br />

wie stylish sind (vorausgesetzt<br />

wird lediglich<br />

eine Traumfigur).<br />

loup-noir-shop.com<br />

01/2013 I 63


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

Ein Mittagessen mit...<br />

Niklas Zennström<br />

Manche Segler, die ihren<br />

jugendlichen Enthusiasmus<br />

für den Sport verloren haben,<br />

finden ihn nie wieder. Skype-<br />

Gründer Niklas Zennström<br />

ergriff seine zweite Chance,<br />

zum Bootseigner zu werden.<br />

Text Mark Chisnell<br />

fotos Thomas Campean; Pedro Martínez; ROLEX/Kurt Arrigo; Ingrid Abery<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved],<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

Niklas Zennström ist einer der Gründer von Skype,<br />

dem Dienst, der bei Instant Messaging und Internet-<br />

Telefonie etwas Ähnliches ist wie Google bei den<br />

Suchmaschinen. Und er ist unglaublich höflich. Als ich<br />

etwas zu früh zum Essen in Goodman’s Mayfair Steakhouse<br />

auftauche, löscht der Restaurant-Manager etwas voreilig<br />

die Reservierung im System. Als fünf Minuten später Niklas<br />

Zennström kommt und nach seinem Tisch fragt, gibt es den<br />

nicht mehr. Zennström bleibt freundlich und wartet geduldig,<br />

bis sich die Sache geklärt hat.<br />

Das Venture-Capital-Unternehmen Atomico, das Zennström<br />

gegründet hat und dem er nun vorsteht, hat sein Londoner<br />

Büro ein paar Schritte weiter in der New Bond Street.<br />

Zennström hat sich aus seinem Arbeitsalltag freigemacht<br />

und kommt in sachlicher Kleidung. Er ist bei der Essenswahl<br />

genau so vernünftig: Steak medium mit Salat statt Pommes<br />

frites. Ich bekomme einen ersten Eindruck von einem Maß<br />

haltenden, rationalen Mann.<br />

Zennström ist in den vergangenen fünf Jahren in der kleinen<br />

Welt des Maxi-Racing mit ähnlicher Wucht eingeschlagen<br />

wie auf dem Internet-Markt im vergangenen Jahrzehnt.<br />

2007 erschien er in der internationalen Segelszene. Er stieg<br />

gleich bei den Mini-Maxis ein und dann bei den TP-52,<br />

einer anspruchsvollen Regattaklasse. Er hinterließ ein breites<br />

Kielwasser an Siegen, alles innerhalb weniger Jahre. Aber<br />

Zennström ist kein segelnder Emporkömmling.<br />

Zennström unterstützt die British Keelboat Academy, indem<br />

er ihr die Farr 45 Kólga leiht, und er gibt den Topleuten<br />

seiner Crew Zeit, damit sie die nächste Segler-Generation<br />

ausbilden und fördern. Seine Wohltätigkeitsorganisation<br />

Zennström Philanthropies unterstützt im Rahmen ihrer Umweltprojekte<br />

ein Programm, um die Ostsee ökologisch zu<br />

stabilisieren. Man kann dies als das Handeln eines Menschen<br />

verstehen, der sich den Meeren dieser Welt verbunden<br />

fühlt. „Ich komme aus Stockholm, und hier fing ich<br />

auch mit sieben Jahren mit dem Segeln an“, sagt er. „Meine<br />

Familie hatte ein Fahrtenboot, und im Sommer segelten wir<br />

zwischen Stockholm, Finnland und Dänemark. Meine Eltern<br />

waren beide Lehrer und hatten lange Sommerferien, wir<br />

konnten also ein bis zwei Monate segeln.“<br />

Zennström erinnert sich an ein 7,5-Meter-Boot, ein Serienschiff,<br />

das von einem IOR-Halbtonner abgeleitet war, mit<br />

weit überlappender Genua. „Mein Vater war derjenige, der<br />

das Segeln liebte, und er überzeugte meine Mutter, dass wir<br />

ein Boot haben müssten. Wir segelten kleine Rennen gegen<br />

alles, was in unsere Nähe kam.“<br />

64 I 01/2013


„Mir wurde<br />

klar, dass dies<br />

etwas ist, wo ich<br />

wieder hin will.<br />

Dass dies meine<br />

Leidenschaft<br />

ist, die ich<br />

vernachlässigt<br />

hatte und<br />

bei der ich<br />

aufholen muss.“<br />

01/2013 I 65


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

Zennströms erstes echtes Regattaboot, die<br />

Mini-Maxi Rán II kam 2009 ins Wasser. Sie gewann<br />

2010 die erste Mini-Maxi-Weltmeisterschaft.<br />

Die erfolgreiche Rán-Crew bei der Trofeo Conde<br />

de Godo in Barcelona 2012 (unten)<br />

Zum Leidwesen von Jung-Niklas und seinem Vater steckte<br />

Niklas‘ Schwester ihre Nase lieber in Bücher. Die nichtsegelnde<br />

Fraktion der Familie setzte sich durch, sodass das<br />

Boot verkauft wurde und die Familie die langen Ferien in<br />

einem Sommerhaus verbrachte. Aber Niklas segelte bereits<br />

Optimist, und jetzt begann er mit den Regatten – in Uppsala,<br />

dem Geburtsort des olympischen Finn-Dinghy.<br />

Da er für sein Alter groß war, musste er mit dreizehn in die<br />

Europe wechseln, deutlich vor der üblichen Opti-Altersgrenze.<br />

Und ebenso verlief sein Wechsel von der Europe<br />

zum <strong>La</strong>ser. Das hatte zur Folge, dass Niklas meistens gegen<br />

deutlich ältere Jugendliche segelte, und da seine Schwester<br />

sich dagegen wehrte, mit zu Regatten geschleift zu werden,<br />

kam Niklas nie dazu, in größeren Meisterschaften zu segeln.<br />

Zennström beschreibt einen ganz normalen, segel-besessenen<br />

Jugendlichen, der Boote in seine Schulhefte malte<br />

und jeden Mittwoch und jedes Wochenende auf dem Wasser<br />

verbrachte, wenn die Familie es zuließ. Ein paar Wochen lang<br />

machte er ein Praktikum bei einem Segelmacher. „Ich war<br />

auch bei den See-Kadetten“, fügt er hinzu, „am Ende war<br />

ich Ausbilder-Assistent für Navigation. Ich habe viel Regatta<br />

gesegelt, und es hat mir Spaß gemacht. Aber ich denke, ich<br />

66 I 01/2013


hätte es auf dem Gebiet weiter bringen können. Immerhin<br />

habe ich viel gesegelt und Seemannschaft gelernt.“<br />

Zennström verbrachte ein Jahr auf einem Patrouillenboot.<br />

„Wir haben Wehrpflicht in Schweden, und ich war in der Marine.<br />

Also wieder Wasser und Boote. Man kann sich für eine<br />

Offiziersausbildung bewerben, und am Ende ist man Reserveoffizier.<br />

Ein Freund und ich erwogen das ernsthaft, aber<br />

dann entschieden wir uns, zur Uni zu gehen und eine technische<br />

Ausbildung zu machen. In meinem Fall war das ganz<br />

schön knapp, ich hatte schon das Bewerbungsformular.“<br />

Schließlich studierte Zennström Physik und Ingenieurswesen<br />

und träumte davon, sich auf Schiffbau zu spezialisieren. „Ich<br />

hab’s mir dann aus dem Kopf geschlagen, denn mit dieser<br />

Ausbildung hätte ich sehr wenige Möglichkeiten gehabt. Es<br />

war meine Leidenschaft und das, was ich am liebsten getan<br />

hätte, aber ich sah kein wirtschaftliches Potenzial darin.“<br />

An diesem Punkt schien sich sein Leben von der See zu entfernen.<br />

Er studierte ernsthaft, spielte Basketball und machte<br />

anderen Sport, und im Sommer charterte er manchmal mit<br />

Freunden ein Boot. Er hatte mit seiner Schwester und einem<br />

Cousin ein Folkeboot, als er in den frühen 1990er Jahren in<br />

Stockholm lebte, und dann kam er sechs Jahre lang überhaupt<br />

nicht mehr zum Segeln. „Ich habe mich wirklich sehr<br />

um mein berufliches Fortkommen gekümmert, und als Unternehmer<br />

muss man etliche Dinge opfern, wenn man Erfolg<br />

haben will. Man hat nicht viel Freizeit, und man steckt seine<br />

Ersparnisse ins Geschäft. Man hat also weder die Zeit noch<br />

das Geld, segeln zu gehen.“ Zennström zog auch viel um, er<br />

wohnte in Amsterdam, Kopenhagen und Luxemburg, bevor<br />

er nach London kam, wo er seit zehn Jahren lebt. Hier kam<br />

er auch wieder mit der Segelei in Berührung.<br />

„Wir gingen nach London, als ich mit Skype anfing. Das<br />

kostete meine ganze Zeit und Kraft und mein Geld. Aber<br />

2005 beschlossen wir mit ein paar Leuten im Unternehmen,<br />

einen kleinen Ausflug zu machen. Wir charterten eine alte<br />

X 362 mit Skipper. Nichts Besonderes, nur so zum Spaß.<br />

Und dann merkst du: Das hat dir gefehlt.“ Dann sind sie<br />

ein bisschen öfter gesegelt und haben ein anderes Boot<br />

gechartert: „Schon eher ein Regattaschiff. Und wissen Sie<br />

was? Mir wurde klar, dass dies etwas ist, wo ich wieder hin<br />

will. Dass dies meine Leidenschaft ist, die ich vernachlässigt<br />

hatte und bei der ich aufholen muss.“ Es dauerte kein Jahr<br />

und Niklas Zennström und seine Frau Catherine kauften ein<br />

eigenes Boot. Es war eine Martin 49, die 2006 in Sydney<br />

gebaut wurde und im Frühling 2007 ins Wasser kam.<br />

„Ich wusste nicht genau, was ich will, und dann landet man<br />

bei einem Performance-Cruiser.“ Während des Baus charterten<br />

sie weiter Boote und segelten Regatten im Englischen<br />

Kanal und im Solent. Zennström gibt zu, dass ihre Segelei<br />

nicht sehr strukturiert war – aber das sollte sich bald ändern.<br />

„Man kann Dinge zum Spaß ausprobieren, aber wenn man<br />

etwas machen will, dann will man’s auch richtig machen.“<br />

Zennström begann, eine Crew aufzustellen, das spätere<br />

Rán-Team. Ihr erstes Ziel war das Fastnet Race 2007. Wie<br />

Erfolg schmeckt, bekamen sie beim RORC (Royal Ocean<br />

Racing Club)-Saisonauftakt zu spüren, als sie das Club-<br />

Race gewannen. Das Projekt entwickelte seine Dynamik,<br />

und viele aus der Anfangszeit sind heute noch dabei.<br />

Dann kam der erste Rückschlag. Während des rauen<br />

Fastnet schluckte ihre Maschine Wasser und ließ sich nicht<br />

mehr starten. Sie konnten ihre Batterien nicht laden, und<br />

ohne Strom für die Positionslampen und die Bordelektronik<br />

mussten sie umkehren. „Es war eine große Enttäuschung,<br />

Zennström ist ein Gast unter vielen<br />

in Goodman‘s Steakhouse<br />

„Wir haben Wehrpflicht<br />

in Schweden, und ich<br />

war in der Marine.<br />

Also wieder Wasser<br />

und Boote.“<br />

01/2013 I 67


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

Die Martin 49 Yani, die Zennström<br />

2006 in Sydney als Performance-<br />

Cruiser bauen ließ, brachte ihn<br />

wieder auf den Geschmack<br />

„Ich habe diese<br />

Wettkampfmentalität.<br />

Ich will es so gut wie<br />

möglich machen, ich<br />

setze mir hohe Ziele,<br />

und versuche, sie zu<br />

erreichen. Ich mache<br />

es aber so, dass es<br />

SpaSS macht.“<br />

aber so etwas motiviert auch“, erinnert sich Zennström.<br />

Die Martin 49 wurde zum Fahrtenboot erklärt, das nächste<br />

Schiff würde ein Racer sein. Klar und kompromisslos.<br />

Der 22 Meter lange Mini-Maxi wurde im September 2007<br />

bei Judel/Vrolijk in Auftrag gegeben. Da die künftige Rán<br />

II (benannt nach der nordischen Meeresgöttin) aber erst<br />

in achtzehn Monaten ins Wasser kommen sollte, wollte<br />

Zennström die Zeit bis dahin nicht vertrödeln. Die TP-52<br />

hatten damals eine sehr erfolgreiche Serie in Großbritannien,<br />

und das Team sagte sich, dass man in dieser Szene<br />

gut Erfahrungen sammeln könnte. Sie kauften ein Boot aus<br />

dem MedCup-Circuit, die Rán I, und begannen, mit ihr zu<br />

segeln.<br />

„Es hat etwas gedauert, bis ich mich selbst ans Ruder gestellt<br />

habe“, sagt Zennström. „Die TP-52 sind kraftvolle<br />

Boote, und die Vorstartphase ist furchterregend. Ich hab<br />

es mir die ersten Male nur angesehen, und dann hab ich<br />

immer mehr gemacht. Keine Starts, ich habe während des<br />

Rennens übernommen.“ Sie segelten Cowes, Cork und<br />

Saint-Tropez. Die Martin 49 kam in die Karibik. Während<br />

dieser Zeit wurde Rán II bei Green Marine in der Nähe von<br />

Southampton gebaut. Ihre Hauptaufgabe sollte sein, die unerledigte<br />

Sache mit dem Fastnet-Race zu klären und im Mittelmeer<br />

den Mini-Maxi-Circuit zu segeln, dessen Höhepunkt<br />

die Rolex World Championship vor Sardinien ist.<br />

Rán II siegte beim Fastnet 2009. „Es war großartig, dieses<br />

Rennen zu gewinnen“, sagt Zennström. Sie gewannen auch<br />

den Profi-Steuermannspreis bei der Mini-Maxi-Weltmeisterschaft<br />

und im Dezember die Division I beim Rolex Sydney-<br />

Hobart. Zennström hatte ein Interesse daran, noch besser zu<br />

werden. „Mir wurde klar, dass ich so viel Zeit wie möglich auf<br />

dem Wasser verbringen musste. Aber wie? Wir entschieden<br />

uns für eine Farr 45.” So startete 2010 Rán III beim Fleet<br />

Race auf dem Solent, und es dürfte niemand die Entschlossenheit<br />

eines Mannes bezweifeln, der im März in England<br />

Regatta segelt. „Wenn ich mich für etwas entscheide, dann<br />

lasse ich mich in die Sache hineinziehen. Nennen Sie’s<br />

Sucht oder Hingabe. Und ich habe diese Wettkampfmentalität.<br />

Ich will es so gut wie möglich machen, ich setze mir<br />

hohe Ziele und versuche, sie zu erreichen. Ich mache es<br />

aber so, dass es Spaß macht. Die Reise ans Ziel, das ist<br />

doch das Schöne.“<br />

68 I 01/2013


Zennström schätzt, dass er an 90 Tagen im Jahr segelt, und<br />

die vergangenen Jahre waren – kaum überraschend – nicht<br />

weniger erfolgreich als der Beginn. 2010 gewann er den<br />

Eigner-Steuermannspreis bei der Mini Maxi Rolex World<br />

Championship und weitere Preise bei der Antigua Sailing<br />

Week, dem Newport-Bermuda-Race, der Onion Patch-Serie,<br />

der Copa del Rey und den Voiles de Saint-Tropez.<br />

Es ist typisch für Zennström, dass sein nächstes Boot kleiner<br />

sein und gegen stärkere Konkurrenz antreten sollte. Im<br />

Herbst 2010 orderte er eine neue Judel/Vrolijk TP-52 für den<br />

Mediterranean Circuit. Seitdem verbrachte er den größten<br />

Teil seiner Segelzeit auf Rán IV in der 52 Super Series. „Man<br />

segelt gegen die besten Profi-Teams der Welt, man hat Luvkämpfe<br />

mit Ed Baird. Man gewinnt sie vielleicht nicht, aber<br />

man lernt was.” Das Rán-Team beendete seine erste Saison<br />

als Fünfter und 2012 als Dritter. Zennström möchte diese<br />

Lernkurve gern fortsetzen und 2013 gewinnen. In der Zwischenzeit<br />

segelte das Team weiter die Mini-Maxi, wo sie<br />

aber nicht als Lernende starteten, sondern als Titelverteidiger.<br />

Sie gewannen 2011 erneut, und mussten sich<br />

2012 einem Neubau geschlagen geben. Sie verteidigten<br />

2011 auch ihren Fastnet-Titel und wollen ihn 2013 gern ein<br />

drittes Mal in Folge holen.<br />

Beruflich sucht Zennström nach bahnbrechenden Technologien<br />

– nach Ideen, die ganze Wirtschaftssektoren<br />

verändern. Segelt er auch nach diesem Prinzip? „Eigentlich<br />

nicht. In der Entwicklung von Technologien geht man mit<br />

Risiken um, und man muss entscheiden, wo man den anderen<br />

vorangeht und größere Risiken auf sich nimmt. Vieles,<br />

was wir gemacht haben, war die Weiterentwicklung bestehender<br />

Technologien.“ Bei der Bordelektronik und den Winschen,<br />

sagt er, da sind sie Risiken eingegangen und haben<br />

sich viel Arbeit gemacht.<br />

Was ist die Quelle seines bemerkenswerten Erfolgs? Ironischerweise<br />

liegt für einen der größten technischen Innovatoren<br />

der Gegenwart der Erfolg beim Segeln mehr in gutem<br />

Management als in der Technik selbst. Er führt seinen Erfolg<br />

Rán IV bei der Eröffnungsregatta der<br />

52 Super Series vor Mallorca 2012,<br />

wo sie die Copa del Rey gewann, den<br />

Königspokal (unten links)<br />

auf Beständigkeit zurück – was die Ziele, die Leute und<br />

seine Philosophie angeht.<br />

Der Kern des Rán-Teams ist von Beginn an derselbe, und<br />

Zennström hat Mitte der Saison bereits die Zusagen für die<br />

nächste. An Bord sind alle Profis, und keiner gibt den Super-<br />

Star. Sie wohnen, essen und trinken zusammen, Niklas und<br />

Catherine Zennström eingeschlossen. Die Anforderungen<br />

sind hoch, aber Irren wird als menschlich akzeptiert. Nach<br />

dem Segeln gibt es eine Besprechung, in der niemand mit<br />

dem Finger auf andere zeigt.<br />

Falls man mal eine bahnbrechende Technik-Idee haben<br />

sollte, wünschte man sich, sie würde von einem Unternehmen<br />

wie Atomico auf den Weg gebracht. &<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

&<br />

01/2013 I 69


anzeige<br />

Loro Piana<br />

Interiors:<br />

Individuelle Gestaltung mit den weltbesten Materialien<br />

Das Jahr 2012 markiert einen weiteren Meilenstein in der<br />

Beziehung zwischen Loro Piana und der Welt des Segelns:<br />

Zum ersten Mal begibt sich Loro Piana in die charmanten<br />

karibischen Gewässer der British Virgin Islands, und zwar<br />

als Titelsponsor der Superyacht Regatta. Diese renommierte<br />

Segel-Competition wurde dieses Jahr bereits zum vierten<br />

mal in Porto Cervo (Sardinien) ausgetragen und von Loro<br />

Piana unterstützt. Bei der Superyacht Regatta geben sich<br />

die weltgrößten Segelyachten ein Stelldichein. Die<br />

mindestens 80 Fuß langen Schiffe wetteifern um den<br />

begehrten „Silver Jubilee Cup“.<br />

Segeln ist schon lange eine Leidenschaft von Loro Piana.<br />

Pier Luigi Loro Piana, CEO des familiengeführten<br />

Luxusgüterunternehmens, sieht sich hinter dem Steuer der<br />

Yacht My Song immer neuen Herausforderungen<br />

ausgesetzt, genauso wie in seiner Position als<br />

Geschäftsführer. „Unser Unternehmen teilt sehr viele Werte<br />

mit der Welt der Super-Regatten: Schönheit, technische<br />

Forschung, Respekt vor der Natur und das nie endende<br />

Streben nach Perfektion.“ Leidenschaft für kompromisslose<br />

Qualität und die stetige Suche nach den besten Rohstoffen<br />

der Welt zeichnen das Engagement des Unternehmens<br />

aus. Dabei stehen seit sechs Generationen die Bedürfnisse<br />

höchst anspruchsvoller Kunden an oberster Stelle.<br />

Auf Grundlage dieser Firmenphilosophie vertreibt Loro<br />

Piana im Geschäftszweig Interiors seit 2006 exklusive<br />

Stoffe für Architekten, Innenausstatter und anspruchsvolle<br />

Kunden. Das Unternehmen verfügt über ein<br />

außergewöhnliches Wissen im Bereich Textiltechnologie<br />

und ist ständig auf der Suche nach den wertvollsten und<br />

exklusivsten Fasern. Das Ergebnis sind einzigartige und<br />

zeitlose Kollektionen zur Ausstattung von Wohnräumen,<br />

Booten, Privatjets sowie Luxushotels. Loro Piana Interiors<br />

hat über 600 ausgewählte Textilien aus den feinsten<br />

Rohstoffen im Angebot. Jedes Detail ist in sorgfältiger<br />

Handarbeit gefertigt. Für Kunden, die bei ihrer<br />

Inneneinrichtung auf Exklusivität Wert legen, bietet Loro<br />

Piana hochwertigstes Kaschmir sowie außergewöhnlich<br />

weiche Wollsorten, feinstes Leinen, bestes Leder, reine<br />

Baumwolle und edle Seide. Die Materialien können in vielen<br />

Varianten individuell kombiniert werden. Für maritime<br />

Umgebungen hat Loro Piana eine Kombination aus Leinenund<br />

Kaschmir- Garnen im Angebot – eine optimale Lösung<br />

gegen die Feuchtigkeit. Die Superyacht-Regatten bieten<br />

eine gute Gelegenheit, die Produkte des Unternehmens auf<br />

ihre Praxistauglichkeit zu testen. Loro Pianas Erfolg liegt<br />

darin, Naturfasern aus aller Welt mit neuestem technischem<br />

Fortschritt zu verbinden. Natürlichkeit und technische<br />

Perfektion gehen Hand in Hand. Das Meer ist das<br />

70 I 01/2013


anzeige<br />

Gegenüber und oben: Die elegante Essecke und die Kabinen sind mit Stoffen von Loro Piana ausgestattet: Leinen in neutralen Farbtönen,<br />

Kaschmir und Kaschmir-Chinchilla sorgen für die blauen Nuancen<br />

Versuchslabor; kein einziges Produkt kommt auf den Markt,<br />

ohne zuvor von Loro Piana persönlich getestet und seines<br />

<strong>La</strong>bels würdig erklärt worden zu sein. Diese Sorgfalt ist<br />

beispielhaft für das, was Kunden und Liebhaber mittlerweile<br />

von der Marke erwarten. Loro Piana steht für Ganzheitlichkeit<br />

und Qualität. Das Unternehmen bietet ein einzigartiges<br />

Angebot an individuell gefertigten Artikeln für Kunden, die<br />

Yachten, das Segeln und die private Fliegerei lieben: Loro<br />

Piana at Sea and in the Air Service.<br />

Yachtbesitzer können sowohl für sich selbst als auch für<br />

ihre Mannschaft aus einer exklusiven Palette von Kleidung<br />

und Zubehör wählen. Loro Piana bietet Westen, Jacken,<br />

Hosen, Bermuda-Shorts, Hemden und Pullover sowie<br />

Polohemden, die mit Monogrammen und Stickereien<br />

verziert und personalisiert werden können. Entscheidend<br />

für die Pflege und vielseitige Tragbarkeit der Kleidungsstücke<br />

ist Loro Pianas sogenanntes Storm System ® . Dabei handelt<br />

es sich um eine Markenmembran, die dafür sorgt, dass die<br />

natürlichen Textilien von außen vollständig wasser- und<br />

winddicht sind. Für ein intensives Erleben der Zeit auf See<br />

hat Loro Piana ein exklusives Angebot an Bademänteln,<br />

Hausschuhen, Badetüchern und Badekleidung entworfen.<br />

Dazu kommt eine große Auswahl an Überwürfen, Kissen<br />

und Decken aus Kaschmir sowie Velours, die speziell für<br />

eine individuelle, qualitativ hochwertige Gestaltung stilvoller<br />

Innenräume entworfen wurden. Jedes Kleidungsstück und<br />

jeder Stoff ist nach Wunsch des Kunden in unterschiedlichen<br />

Größen oder Farben erhältlich, damit alles genau zur<br />

Einrichtung der Yacht (oder des Flugzeugs) passt.<br />

Durch Engagement und technische Forschung hat Loro<br />

Piana in den letzten 20 Jahren seine Leidenschaft für<br />

qualitativ hochwertigste Rohstoffe bewiesen und dabei<br />

seine Produktion ausgebaut. Heute verkauft das<br />

Unternehmen weltweit Herren- und Damenbekleidung,<br />

Heimtextilien, Accessoires sowie Geschenke.<br />

www.loropiana.com<br />

Links: Die Segelyacht My Song in Aktion. Rechts: Die Luxusbekleidung der My Song-Crew, individuell angefertigt von Loro Piana at Sea and in the Air Service<br />

01/2013 I 71


yacht stil I gewinnspiel<br />

Gewinnen Sie einen montblanc<br />

Timewalker Chronovoyager UTC<br />

im wert von 4.590 Euro<br />

Die wohl schönste Form<br />

des Zeitvertreibs<br />

Zeit – ein nahezu unbezahlbarer Luxus. Schön, wenn man diesem<br />

raren Gut mit einem ebenso exquisiten wie auch sportlich<br />

eleganten Chronographen huldigen kann. Der Montblanc<br />

TimeWalker ChronoVoyager UTC präsentiert sich in diesem<br />

Zusammenhang als dynamischer Zeitgenosse, der in seinem<br />

Edelstahlgehäuse perfekt Tradition, Design und Qualität vereint.<br />

43 mm Edelstahluhr, Automatikwerk<br />

mit Chronographen- und<br />

UTC-Funktionen, fixierte satinierte<br />

Lünette, schwarzes Zifferblatt,<br />

rhodierte Leuchtzeiger und Ziffern,<br />

schwarzes Alligatorlederarmband<br />

mit Dornschließe<br />

Obwohl in der Uhrenmanufaktur Montblanc Montre S.A.<br />

im schweizerischen Le Locle für Montblanc erst seit<br />

1997 Chronographen der Spitzenklasse gefertigt werden,<br />

gelten diese schon heute als moderne Klassiker. Hier im<br />

beschaulichen und aller Hektik fernen Kanton Neuenburg<br />

haben die Handwerksmeister schließlich alle Zeit<br />

der Welt, um Produkte für die Ewigkeit zu erschaffen. Die<br />

Kreationen befinden sich dabei in den besten Händen –<br />

schließlich reicht die Uhrmachertradition hier bis in das<br />

Jahr 1630 zurück. Montblanc hat seit seiner Gründung<br />

vor über 100 Jahren mit seinen edlen Schreibgeräten<br />

bis heute Geschichte geschrieben. Doch auch die noch<br />

relativ junge Uhrenlinie der Traditionsmarke ist von einer<br />

Firmenphilosophie geprägt, die zu gleichen Teilen Seele<br />

und Geschichte der Handwerkskünstler in die eigenen<br />

Kreationen einfließen lässt. Dabei wird traditionelle Schweizer<br />

Uhrmacherkunst mit neuesten Errungenschaften<br />

der Technik verbunden. Und hier bildet der Montblanc<br />

TimeWalker ChronoVoyager UTC mit zweiter Zeitzone<br />

keine Ausnahme. UTC steht für Universal Time Coordinated<br />

(Koordinierte Weltzeit) und wird vor allem in der<br />

Luftfahrt und Technik wegen ihrer besonderen Präzision<br />

verwendet. Das Automatikwerk mit Chronographen- und<br />

UTC-Funktion ist in ein 43 Millimeter Edelstahlgehäuse<br />

gebettet. Dabei überdacht ein gewölbtes Saphir-Glas<br />

mit doppelt entspiegeltem Bezug das Uhrwerk mit automatischem<br />

Aufzug und 46 Stunden Gangreserve. Auch<br />

72 I 01/2013


Bei uns<br />

geht Ihre Spende<br />

garantiert nicht unter.<br />

der Gehäuseboden des bis zu einer Tiefe von<br />

30 Metern wasserdichten Chronographen wurde<br />

aus Saphir-Glas gefertigt. Neben der klassischen<br />

Anzeige von Stunden, Minuten und Datum ist die<br />

Sekundenanzeige in Form einer rotierenden Scheibe<br />

ein besonderes Highlight.<br />

Vielreisende und Weltensegler honorieren außerdem<br />

die zwei unterschiedlichen Zeitzonen. So<br />

haben Globetrotter nicht nur die aktuelle, sondern<br />

über eine separate Anzeige immer auch die Zeit<br />

im Heimathafen im Blick. Hier fällt besonders das<br />

24-Stunden-Display und die Tag-/Nachtanzeige<br />

ins Auge. Neben seinen im Innern verborgenen<br />

Schätzen kann der Montblanc TimeWalker Chrono-<br />

Voyager UTC aber auch nach außen hin mit seinem<br />

zu gleichen Teilen maskulinen wie auch dynamischen<br />

Design glänzen. Die Stilikone für das Handgelenk<br />

ist hier in verschiedenen Variationen – etwa<br />

mit Rotgold plattierten Leuchtzeigern und Ziffern –<br />

zu haben. Je nach persönlichen Vorlieben kann das<br />

Zifferblatt darüber hinaus in Anthrazit, Silberfarben<br />

oder Schwarz gewählt werden. Beim Armband entscheiden<br />

sich Individualisten hingegen zwischen<br />

braunem und schwarzem Alligatorleder oder einer<br />

Edelstahl-Variante mit satinierten Mittelgliedern.<br />

So können sie gewinnen:<br />

beantworten Sie die folgende<br />

Frage und Gewinnen Sie einen<br />

Montblanc Timewalker<br />

Chronovoyager utc im Wert<br />

von 4.590 Euro:<br />

In welchem Ort liegt die<br />

Uhrenmanufaktur Montblanc<br />

Montre S.A.?<br />

Schicken Sie die Lösung bis zum 13.02.2013 an:<br />

Quarto Media GmbH,<br />

<strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong>-MONTBLANC,<br />

Gurlittstraße 28, 20099 Hamburg<br />

oder per Mail an info@quartomedia.com<br />

www.seenotretter.de<br />

Danke.


eise charter<br />

Glanzlichter<br />

Segeln<br />

mit 007<br />

Wer reisen möchte wie James Bond in „Skyfall“,<br />

kann mit Regina in griechischen und türkischen<br />

Gewässern kreuzen: Der 56-Meter-Motorsegler<br />

wurde 2011 in Bodrum gebaut, die Yacht bietet<br />

Platz für bis zu zwölf Gäste: Drei Master-Kabinen<br />

haben einen separaten Ankleideraum, auch die<br />

anderen Gästekabinen sind großzügig und mit<br />

Satelliten-TV und Sound-System ausgestattet.<br />

Das Sonnendeck des Zweimasters lädt zum<br />

Chillen, man kann unterm Sternenhimmel zu<br />

Abend essen oder mit Gästen feiern. Für den<br />

Spaß zwischendurch gibt’s außer Tauch- und<br />

Schnorchel-Ausrüstung auch Kajaks und Jetskis<br />

an Bord. turkyacht.com<br />

Lotse im (Flug-)Hafen<br />

Traumhafte Ziele in der Südsee und der Karibik (13 wöchentliche Verbindungen) erreicht man mit Air France über Paris<br />

Charles-de-Gaulle (CDG). Der Airport gilt aber eher als Alptraum und Irrgarten – jetzt hat die Airline dort das Umsteigen<br />

vereinfacht: Abflüge wurden in den Terminals 2E, 2F und 2G gebündelt. Passagiere sparen dadurch bis zu zehn Minuten<br />

beim Umsteigen. Alle internationalen Flüge starten jetzt ab 2E. Dort hat die größte und luxuriöseste Business Class-<br />

Lounge von Air France eröffnet, mit Spa und Ruhezonen. Wer Umsteigestress ganz vermeiden will, dem bietet die Airline<br />

einen kostenpflichtigen Lotsen, der sich auch um Gepäck & Co kümmert (etwa 200 Euro pro Person). airfrance.de<br />

74 I 01/2013


liegen auf<br />

eden island<br />

Ein Archipel aus 115 Inseln sind die Seychellen – auf Eden Island entsteht<br />

jetzt ein neues und exklusives Marina Resort, zehn Minuten vom<br />

internationalen Flughafen Pointe <strong>La</strong> Rue entfernt, in einer geschützten<br />

Bucht vor der Hauptinsel Mahé und über eine Brücke zu erreichen.<br />

Ob Ocean Front-Villa oder Apartment – jede der 450 Wohneinheiten<br />

liegt am Wasser und verfügt über einen eigenen Liegeplatz, am Haus<br />

oder in der internationalen Marina für Yachten bis zu 100 Metern.<br />

Die Architektur erinnert an koloniale Herrenhäuser mit Veranden und<br />

Balkonen und natürlich Panoramablick auf den Indischen Ozean.<br />

clavisinternational.com/eden-island<br />

neues tor<br />

zum paradies<br />

willkommen bei aphrodite<br />

Marsh Harbour, das Tor zu den Abacos, einer Inselgruppe<br />

der Bahamas, hat seinen Flughafen<br />

runderneuert: Der Tower wurde neu errichtet, die<br />

Startbahn länger und sicherer. Das neue Terminal<br />

glänzt auf rund 47.000 Quadratmetern mit 22<br />

Check-in-Schaltern, Restaurants, Lounge und Geschäften.<br />

Architektonisch erinnert das neue Terminal<br />

mit gewölbten Decken und bogenförmigen<br />

Dächern an die Wellen des Ozeans, der die Inseln<br />

umgibt. Die Abacos im Norden der Bahamas sind<br />

eines der Traumreviere der Welt. Eine große Attraktion<br />

ist das einzigartige unterirdische<br />

Höhlensystem mit mehr als<br />

40 Unterwasserhöhlen und Blue<br />

Holes. bahamas.de<br />

Die neue Camper & Nicholson-Marina in Limassol auf Zypern setzt<br />

Maßstäbe im östlichen Mittelmeer. An jedem der 650 Liegeplätze für<br />

Yachten von acht bis 115 Metern steht neben Wasser und Strom auch<br />

WLAN Highspeed Internet zur Verfügung. Die Marina wartet mit Concierge-<br />

Service und Rund-um-die-Uhr-Sicherheitsdienst auf. Zypern bietet<br />

Yacht-Eignern günstige Steuern, Limassol ist lebendig, mit mittelalterlicher<br />

Festung und altem Hafen. Zur Marina gehört auch ein Immobilien-Projekt:<br />

162 Apartments und Penthouse-Wohnungen entstehen, 15 Strandvillen<br />

sowie 68 Villen mit eigenem Liegeplatz für Yachten bis 60 Metern.<br />

cnmarinas.com<br />

FOTOs: anbieter<br />

01/2013 I 75


eise charter I maine<br />

Amerikas<br />

beste Seite<br />

76 I 01/2013<br />

FOTOs: www.shutterstock.com/doug lemke


Elizabeth Meyer ist eine Ikone der Segelyachtszene. Die<br />

ehemalige Eignerin der J-Class Endeavour nimmt uns mit auf<br />

eine sehr persönliche Reise durch ihr Lieblingsrevier Maine.<br />

Für sie zählen <strong>La</strong>ndschaft, Tierwelt, Naturhäfen und das Essen<br />

zum Besten, was die amerikanische Ostküste zu bieten hat.<br />

Fotos Shutterstock.com/E. Meyer<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

Sonnenaufgang am Pemaquid<br />

Point Lighthouse nahe Bristol.<br />

Der Leuchtturm markiert die<br />

Einfahrt zur Muscongus Bucht<br />

01/2013 I 77


eise charter I maine<br />

„Man braucht eine Reise in Maine nicht zu<br />

planen, oft ist man ohne Plan besser dran. Aber man muss beim<br />

Segeln, Navigieren und Ankern sehr gut aufpassen.“<br />

Camden<br />

Islesboro<br />

Blue Hill<br />

Bucks Harbor<br />

Deer Isle<br />

Somes Sound<br />

Als Kind fuhr ich in ein Segel-Ferienlager in Maine.<br />

Das Camp hatte einen Schoner, die Alamar, Skipper<br />

war Bill Bunting. Bill war schon überall auf der<br />

Welt gesegelt, und ich war überwältigt von seiner Erfahrung<br />

und seinem Wissen. Eines Tages fasste ich mir ein Herz<br />

und fragte ihn, wo es am schönsten sei. Bills Blick schweifte in<br />

die Ferne, und ich erwartete, dass er Tahiti oder die Andamanen<br />

oder Kamtschatka nennen würde. Aber er lächelte und sagte:<br />

„Maine“. In den 48 Jahren danach bin ich selbst in vielen wunderschönen<br />

Gebieten gesegelt. Und ich stimme mit Bill überein:<br />

Maine ist das beste Segelrevier, das ich kenne.<br />

Kanada<br />

USA<br />

Annemiek van Luinen<br />

Die Küste ist wild zerklüftet und wurde von Gletschern geformt,<br />

mit dem Ergebnis, dass sie 3.478 Meilen lang ist. Zählt man<br />

die Ufer und Strände der 4.613 Inseln dazu, verdoppelt sich die<br />

Küstenlänge. Der Wind weht den ganzen Sommer zuverlässig<br />

mit zehn bis 20 Knoten aus Südwest oder Nordwest. Mit beidem<br />

kann man raumschots vor der Küste segeln. Wenn es draußen<br />

zu ungemütlich wird, nutzt man die unzähligen Binnenfahrwasser<br />

und Passagen zwischen den Inseln. Und diese Naturhäfen!<br />

Maine hat tausende von perfekten Ankerplätzen, die meisten<br />

sind ungenutzt – bis man selbst da liegt.


Camden ist ein perfekter Ausgangshafen.<br />

Es gibt zahlreiche<br />

Restaurants und Ausrüster<br />

Portland Head<br />

Leuchtfeuer bei Fort Williams<br />

auf Cape Elizabeth<br />

FOTOs: www.shutterstock.com/christian delbert, PHB.cz (Richard Semik)<br />

Ich bin mein Leben lang hier gesegelt und habe noch immer<br />

nicht alles gesehen. Ich habe meine Lieblingsplätze, von denen<br />

ich Ihnen einige verraten werde. Das Wichtigste: Man braucht<br />

eine Reise in Maine nicht im Voraus zu planen, oft ist man ohne<br />

Plan besser dran. Aber man muss beim Segeln, Navigieren und<br />

Ankern gut aufpassen.<br />

Maine besteht größtenteils aus Granit. Die Wassertiefe kann<br />

sich innerhalb von vier Bootslängen von 100 Meter auf ein<br />

paar Zentimeter verringern. Es gibt starken Tidenhub und<br />

starke Strömungen. In der Passamaquoddy Bay steigt und<br />

fällt das Wasser sechs Meter, das erzeugt Wirbel, Stromschnellen<br />

und kleine Wasserfälle auf der Oberfläche, wenn<br />

das Wasser so schnell strömt, dass es gleichsam über sich<br />

selbst stolpert. Und es gibt Nebel, dicken Nebel, selbst wenn<br />

der Südwest kräftig weht. Der wird dann „Smoky Sou‘wester”<br />

genannt. Einmal, als meine Navigationsausrüstung noch<br />

aus Schlepplog, Bleilot und Kompass bestand, suchte ich<br />

im Nebel eine Glockentonne. Plötzlich flitzte etwas im Wasser<br />

an mir vorbei. Es war die Glockentonne, die im Strom so<br />

hart überlag, dass sie fast untertauchte. Ich sah nicht, welche<br />

Tonne es war, denn die Ziffern waren unter Wasser. Heute hat<br />

man natürlich GPS und vielleicht auch Radar, aber trotzdem<br />

ist das Gebiet nichts für Sorglose.<br />

Nach den Schrecken jetzt die erfreulichsten Seiten von Maine:<br />

die großen Buchten zwischen Rockport und Mount Desert.<br />

Camden ist ein guter Platz, um zu starten, eine schöne Stadt<br />

mit tollen Restaurants und Läden und guten Ausrüstern. Es<br />

ist der Heimathafen von einem Dutzend Schonern, meist alte<br />

Frachtschiffe oder Fischer. An Bord gibt es gusseiserne Öfen,<br />

viele Kabinen für Gäste und keine Maschine.<br />

Der Innenhafen ist nicht sehr anheimelnd. Er ist gerammelt voll<br />

mit Booten an Moorings, Booten an Stegen, Booten im Päckchen<br />

und Booten an Pontons in der Mitte des Hafens. Im Außenhafen<br />

gibt es viele Moorings und Anleger, aber manchmal auch<br />

leichten Schwell von See. Wayfarer Marine ist Anlaufpunkt für<br />

alles, was man braucht.<br />

Von Camden auslaufend haben Sie die Wahl zwischen dem Main<br />

Channel hinter Curtis Island oder der Nordost-Passage. Diese Hintertür<br />

nutzen die Einheimischen und coole Yachties wie wir. Nehmen<br />

Sie bitte nicht die Mitte – da liegen riesige Granitbrocken.<br />

01/2013 I 79


eise charter I maine<br />

„Die Küste von Maine hat viele<br />

Gesichter. Manche Inseln waren bewohnt und sind<br />

jetzt verlassen. Übrig blieben alte Keller und Friedhöfe.“<br />

Nachdem Sie alle Gefahren umschifft haben, halten Sie nach<br />

Norden. Die Ufer von Islesboro Island liegen vor Ihnen, Heimstatt<br />

von Filmstars und Mega-Millionären und stolzen, unabhängigen<br />

Ureinwohnern. Spinnakern Sie die Bucht hoch oder<br />

fädeln Sie sich bei den Inseln östlich von Islesboro ein, wobei<br />

Sie Compass, Little Spruce Head, Beech und die Hog Islands<br />

an Backbord lassen. Egal welchen Weg Sie nehmen, laufen Sie<br />

als nächstes Buck’s Harbor an.<br />

Raus aus Camden, rein ins Vergnügen: zwischen die Inseln der<br />

Penobscot Bay (so genannt nach dem Indianerstamm der Gegend).<br />

Wenn Sie ein bisschen Mut und nicht viel Tiefgang haben,<br />

und wenn nicht gerade Niedrigwasser herrscht, segeln Sie<br />

doch mal zwischen den unbetonnten Felsplatten von Job Island<br />

und Lime Island Ledge hindurch. Oder südlich von <strong>La</strong>sell Island,<br />

immer schön mit Blick in die Karte. Dann kommen Sie sicher zur<br />

Glockentonne R12 bei Robinson Rock.<br />

Hier spielt die Geschichte von Robert McCloskeys zeitlosem<br />

Kinderbuch „One Morning in Maine“. Es ist ein atemberaubend<br />

schöner Naturhafen, ein Halbmond, der von Harbor<br />

Island geschützt wird. Es gibt Treibstoff und Eis in Buck’s<br />

Harbor Marine und einen großartigen Yacht-Club, bei dem<br />

Besucher ihre Dingis festbinden können. Dann geht es einen<br />

kleinen Hügel hinauf ins perfekt erhaltene South Brooksville<br />

und zum Markt von Buck’s Harbor, wo es frisches Gemüse,<br />

Gebäck, Fleisch und Meeresgetier gibt.<br />

Am nächsten Tag könnten Sie im Eggemoggin Reach – der<br />

indianische Name bedeutet „leichtes Paddeln” – nach Osten<br />

fahren. Die Strecke ist wunderschön, das Wasser glatt, und<br />

oft scheint hier selbst dann die Sonne, wenn die Seeseite unter<br />

Nebel liegt. Die Inseln davor nehmen das Wasser aus der<br />

Luft. Am Ostausgang des Reach überqueren Sie die Jericho<br />

Bay und segeln durch die Casco-Passage, einen engen Ka-<br />

80 I 01/2013


Typisch Maine: das<br />

Marshall Point Lighthouse;<br />

für das Fahrwasser<br />

sollte man nicht zu<br />

viel Tiefgang haben.<br />

Impressionen von Elizabeth<br />

Meyers wunderschön<br />

restaurierter<br />

Yacht (unten)<br />

Klassische Hütte der Hummerfischer. Unterscheidungsmerkmal<br />

für die zahlreichen<br />

Hummerkörbe sind die farbigen Bojen mit<br />

unterschiedlichen Markierungen (unten)<br />

FOTOs: Y Tuset, www.shutterstock.com/ Marianne Campolongo, Jorge<br />

Moro, Natalia Bratslavsky<br />

nal zwischen Swan’s Island im Süden und Johns, Black and<br />

Opechee Island im Norden.<br />

Weiter über die Blue Hill Bay und die Barre von Bass Harbor.<br />

Jetzt sehen Sie die Berge von Mount Desert Island. Wenn<br />

der Wind mitspielt, runden Sie den Fuß des Mount Desert<br />

und segeln den Somes Sound hinauf, einen grundsoliden<br />

Fjord, dessen Berge links und rechts aufragen. Wenn Sie<br />

Abel’s Lobster Pound an Steuerbord sehen, ankern Sie<br />

und rudern rüber zu einem deftigen Hummer-Essen mit<br />

Muscheln, Mais und Kartoffeln an <strong>La</strong>nd. Abel hat vielleicht<br />

nicht den billigsten oder besten Hummer der Welt, aber es<br />

ist ein Erlebnis.<br />

Ihnen mag aufgefallen sein, dass die Route, die ich hier beschreibe,<br />

über 40 Seemeilen lang ist. Bei frischem Südwest<br />

schaffen Sie das locker in einem Rutsch, und es ist grandioses<br />

Segeln. Für den Fall, dass Sie sich mehr Zeit lassen wollen,<br />

werfen wir mal einen Blick auf die ungezählten schönen<br />

Plätze am Weg.<br />

Center Harbor in Brooklin ist nur zehn Meilen von Buck’s Harbor<br />

entfernt. Hier finden Sie die Brooklin Boat Yard, eine berühmte<br />

Werft, in der Holzboote konstruiert, gebaut und repariert<br />

werden. Steve White ist der Chef, ich kenne ihn aus dem Segel-<br />

Ferienlager. Wenn Sie irgendein Problem mit einem Holzboot<br />

haben sollten, hier wird es gelöst. Der Hafen ist brechend voll<br />

mit klassischen Yachten, aber für Sie findet sich noch ein Platz.<br />

Das Brooklin Inn ist ein ausgezeichnetes französisches Restaurant<br />

mit einer riesigen Wein-Auswahl, im Morning Moon Café<br />

gibt es das vielleicht beste Frühstück der Welt, und unter den<br />

Spaziergängern im Ort habe ich schon mal einen Bären gesehen.<br />

Mitten auf der Straße, am hellen Tag.<br />

Zehn Meilen nordöstlich davon liegt Blue Hill, ein hübsches<br />

Städtchen mit einem geschützten Hafen und schönen Sommerhäusern.<br />

Im Kollegewidgwok Yacht Club – der heißt<br />

wirklich so – gibt es Gäste-Moorings, Eis, Treibstoff und Entsorgungsmöglichkeiten.<br />

Blue Hill hat, was das Herz begehrt:<br />

schöne Gebäude, einen Eisenwarenladen, eine Geschenk-<br />

Boutique und zwei Buchhändler. Falls Sie in Blue Hill anlegen,<br />

sollten Sie auch den Blue Hill besteigen, einen steilen<br />

Berg voller Blumen und Blaubeeren.<br />

Zehn Meilen südöstlich von Brooklin liegt Toothacker Bay<br />

zwischen Marshall Island und Swan’s Island. Man kann in<br />

Burnt Coat Harbor oder vor Swan’s Island liegen, oder weiter<br />

segeln nach Frenchboro auf Long Island.<br />

01/2013 I 81


eise charter I maine<br />

Granit ist allgegenwärtig: Blick vom<br />

Cadillac Mountain im Acadia National Park<br />

In Frenchboro, auf der Karte als Lunt Harbor ausgewiesen,<br />

fühlt man sich trotz der Küstennähe wie weit<br />

draußen auf See. Hier leben das ganze Jahr über 54 Einwohner,<br />

die meisten vom Hummerfang. Im Schulhaus,<br />

das nur einen Raum hat, werden Grundschul- und Mittelschul-Kinder<br />

von fünf bis dreizehn Jahren unterrichtet.<br />

Ältere Schüler ziehen – oft mit der ganzen Familie – aufs<br />

Festland, damit sie die Highschool besuchen können.<br />

Es gibt auf der Insel ein Restaurant, einen Heimatkunde-<br />

Verein und eine hundert Jahre alte Kirche mit wöchentlichen<br />

Gottesdiensten im Sommer. Im Winter sorgt die Küstenmission<br />

von Maine für einen Gottesdienst pro Monat, sofern das<br />

Wetter es zulässt. Fahren Sie an dieser erstaunlichen Insel<br />

nicht vorbei. Es ist eine der wenigen ganzjährig bewohnten,<br />

und es ist die am leichtesten zu erreichende.<br />

82 I 01/2013<br />

Marina in Northeast Harbor;<br />

schon John Rockefeller, Jr. ging<br />

hier gern an <strong>La</strong>nd<br />

Ich verspreche Ihnen, Sie verbringen mindestens zwei Tage in<br />

Frenchboro. Wenn Sie da sind, machen Sie einen Tagesausflug<br />

rüber nach Richs Head. Es ist mit Long Island über eine Barre<br />

aus Millionen von eiförmigen Granitsteinen verbunden. Man<br />

kann auf beiden Seiten ankern, je nach Wetter. Der Grund fällt<br />

sehr steil ab. <strong>La</strong>ssen Sie eine Ankerwache an Bord, damit Ihr<br />

Boot nicht ohne Sie abfährt.<br />

Von Frenchboro ist es ein 15-Meilen-Ausflug nach Northeast Harbor<br />

am Somes Sound. <strong>La</strong>ssen Sie Black, Placentia, Great Gott<br />

und Little Gott Island an Backbord und fahren Sie in den Western<br />

Way zwischen Cranberry und Mount Desert Island. Die Einfahrt<br />

in den Northeast Harbor liegt hinter Bear Island, dort steht ein<br />

Bilderbuch-Leuchtturm zwischen hohen dunklen Fichten.<br />

Die Marina von Northeast ist exzellent, im Ort gibt es Antiquitäten,<br />

Restaurants, Geschäfte und einen gut ausgestatteten<br />

Lebensmittelhändler. Northeast ist ein idealer Stützpunkt,<br />

wenn Sie Mount Desert, Bar Harbor, Cadillac Mountain und<br />

den Acadia Nationalpark erkunden wollen. Es lohnt sich, hier in<br />

eine Pferdekutsche zu steigen und sich auf den gewundenen<br />

Kieswegen spazieren fahren zu lassen, die John Rockefeller, Jr.<br />

in der atemberaubenden <strong>La</strong>ndschaft anlegen ließ.<br />

Ich könnte ewig weitererzählen von den Sehenswürdigkeiten<br />

und Geheimnissen Maines. Je weiter man nach Osten kommt,<br />

desto wilder wird das <strong>La</strong>nd, desto anspruchsvoller die Reise.<br />

Aber sie ist jede Anstrengung wert. Die Papageientaucher,<br />

Tümmler und Wale sehen das auch so. &<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

FOTOs: www.shutterstock.com/ Lynda Lehmann, steve estvanik, Kenneth Keifer


Pittoreske Leuchtfeuer in Hülle<br />

und Fülle: Bass Harbor Head Light<br />

im Acadia National Park<br />

„Plötzlich flitzte etwas im Nebel an mir<br />

vorbei. Es war die Glockentonne, die im<br />

Strom so hart überlag, dass sie fast unter<br />

Wasser gezogen wurde. Ich sah nicht,<br />

welche Tonne es war, denn die Ziffern<br />

waren unter Wasser.“<br />

Die Retterin der Yachten<br />

Vielleicht ist eine der am häufigsten gehörten<br />

Falschmeldungen über Elizabeth Meyer,<br />

dass sie reich ist. Zweite Falschmeldung: Sie<br />

sei Erbin der Washington Post. Tatsächlich<br />

hat sich die Familie von dem Blatt getrennt,<br />

das ihrem Großvater gehörte; ihr Vater trat<br />

das Erbe der Post nicht an. So musste sie<br />

die millionenschwere Restauration der J-<br />

Class Endeavour, der sie sich in den 1980er<br />

Jahren angenommen hatte, alleine stemmen.<br />

Die 60-jährige Amerikanerin ist eine<br />

Selfmadefrau. Im Jahr 2000 verkaufte sie die<br />

Endeavour schließlich schweren Herzens<br />

und nach „17 Jahren schlechten Schlafs“,<br />

wie sie in einem Interview einmal selber<br />

sagte. 1,5 Millionen Dollar Unterhalt pro Jahr<br />

waren nicht mehr aufzubringen. Elizabeth<br />

Meyer lebt in Newport, Rhode Island, wo<br />

sie 1993 die International Yacht Restoration<br />

School (IYRS) gründete, mittlerweile eine<br />

Institution. 400 Bootsbauer wurden dort bisher<br />

ausgebildet und 80 Yachten restauriert.<br />

01/2013 I 83


kanga<br />

Text Claus reissig<br />

fotos Gilles Martin-raget<br />

2012 wurde die erste Verdränger-Motoryacht von<br />

Wally präsentiert. Sie ist vielleicht derzeit eins der<br />

polarisierendsten Designs. GroSSe Flächen machen die<br />

gut 26 Meter lange WallyAce zum idealen Charterschiff –<br />

wenn man Geduld zum langsamen Cruisen hat.<br />

Die WallyAce polarisiert: Entweder<br />

man mag sie oder eben<br />

nicht – dazwischen gibt es<br />

kaum etwas. Die Tendergarage<br />

befindet sich mittschiffs, um die<br />

Gäste nicht zu stören (oben)<br />

84 I 01/2013


spotlight I reise charter<br />

Kanga ist Wally Design einmal ganz anders. Nicht was<br />

das Äußere angeht, das ist Wally-typisch – Kanga<br />

sieht ein wenig so aus wie die Plastikschiffchen, die<br />

man früher am Strand hin- und hergeschoben hat. Damit bedient<br />

sie das Kindchenschema, vor allem schafft das aber<br />

Platz. Ob man das mag, liegt im Auge des Betrachters, ungewöhnlich<br />

ist es allemal. Anders ist jedoch die Reduktion auf<br />

kleine Maschinen, die dazu dienen, das Schiff gemächlich<br />

von einer Bucht in die nächste zu verlegen. Im Grunde der<br />

Gedanke, den Wally-Gründer Luca Bassani auch schon mit<br />

der spektakulären Wally-Hermès-Yacht hatte, die schließlich<br />

nie realisiert wurde.<br />

Kanga (nach einem afrikanischen Kleidungsstück) aber ist Realität.<br />

Sie ist das Wally-Urlaubsgefährt, das die schweizerische<br />

Charterfirma Floatinglife jetzt anbietet. Baunummer 1 Kanga<br />

ist mit vier Kabinen für acht Gäste ausgestattet, die beiden<br />

achteren Kabinen haben direkten Zugang zur achteren Plattform,<br />

Wally hat sich für seine Schiffe dafür den Begriff Terraceon-the-sea<br />

schützen lassen.<br />

Bei der WallyAce bleibt die Badeplattform frei von allen<br />

Störungen. Der weit vorn angeordnete Maschinenraum im<br />

unteren Deck trennt die Gäste von der Crew, die hier auch<br />

das Beiboot zu Wasser lassen soll. Die zwei vergleichsweise<br />

kleinen Maschinen lassen eine Geschwindigkeit von neun bis<br />

maximal zwölf Knoten zu. 14 Tonnen Diesel sollen sogar für<br />

eine Atlantiküberquerung genügen.<br />

Beeindruckend sind die für diese Schiffsgröße großzügigen<br />

Wohnflächen. 60 Quadratmeter misst das obere<br />

Sonnendeck mit Bar, zu 120 Quadratmetern Außenfläche<br />

addieren sich die Flächen des Hauptdecks. Eins der Highlights<br />

ist sicherlich der 50 Quadratmeter große Salon. Er ist<br />

ringsherum verglast und bietet einen spektakulären Ausblick<br />

auf die Umgebung. &<br />

Mehr Bungalow als Schiff: Statt Garage hat Kanga eine Terrasse für<br />

die beiden achteren Kabinen<br />

Charter<br />

Fahrtgebiet: Karibik und westliches Mittelmeer<br />

Crew: 4<br />

Gäste: 8<br />

Unterbringung: 3 Doppelkabinen, 1 Zweibettkabine<br />

Bäder: jeweils en suite<br />

Preis: 45.000-50.000 Euro/Woche (je nach Saison)<br />

floatinglife.ch<br />

technische daten<br />

Länge 26,23 m<br />

Breite 7,75 m<br />

tiefgang 1,75 m<br />

maschinen 2 x CAT C12 287, je 390 PS<br />

geschwindigkeit (reise/max.) 9/12 kn<br />

reichweite (bei 9 kn)<br />

über 3.000 sm<br />

treibstoff 14.000 l<br />

wasser 3.000 l<br />

baujahr 2012<br />

01/2013 I 85


Neu auf dem Chartermarkt<br />

Marina Wonder<br />

Die 38 Meter lange Majesty 125<br />

wurde 2012 zu Wasser gelassen.<br />

Marina Wonder beherbergt zehn<br />

Gäste in fünf Gästekabinen.<br />

Metsuyan IV<br />

Die von Jaron Ginton gezeichnete<br />

Yacht ist ein klassisches Eignerschiff.<br />

Erwähnenswert ist ihre Seegängig- und<br />

<strong>La</strong>ngfahrttauglichkeit.<br />

Besame<br />

Besame hat ihr Chartergebiet in den<br />

Bahamas. Die Yacht wurde 2002 gebaut<br />

und 2010 einem kompletten Refit<br />

unterzogen<br />

LüA: 38,40 m<br />

werft/baujahr: Gulf Craft/2012<br />

Gäste/Crew: 10/7<br />

preis: ab 136.000 Euro/Woche<br />

(+ Extrakosten)<br />

Fahrtgebiet: östliches Mittelmeer<br />

info: ypigroup.com<br />

LüA: 36,2 m<br />

werft/baujahr: CBI Navi/2006<br />

Gäste/Crew: 10/7<br />

preis: ab 98.000 Euro/Woche<br />

(+ Extrakosten)<br />

fahrtgebiet: Mittelmeer<br />

info: metsuyaniv-superyacht.com<br />

LÜA: 30,51 m<br />

werft/baujahr: North Star/2002<br />

Gäste/Crew: 6/4<br />

preis: ab 30.600 Euro/Woche<br />

(+ Extrakosten)<br />

Fahrtgebiet: Bahamas<br />

info: fraseryachts.com<br />

Vintage<br />

Von Rio de Janeiro geht diese 28-Meter-<br />

Yacht in Charter. Vintage wurde als Einzelbau<br />

2010 von der südamerikanischen<br />

Costa Verde-Werft ausgeliefert.<br />

LÜA: 28 m<br />

werft/baujahr: Costa Verde/2010<br />

Gäste/Crew: 8/3<br />

preis: ab 34.400 Euro/Woche<br />

(+ Extrakosten)<br />

fahrtgebiet: Brasilien<br />

info: osyachting.com<br />

beach club diving jet ski bikes fishing gym kayaking<br />

86 I 01/2013


new to the fleet I reise charter<br />

Zaliv III<br />

Zaliv III wurde 2011 nach ABS-<br />

Standard von Mondo Marine in Italien<br />

gebaut. Eine Besonderheit sind zwei<br />

gleich große Masterkabinen.<br />

LüA: 49,20 m<br />

werft/baujahr: Mondo Marine/2011<br />

Gäste/Crew: 12/10<br />

preis: ab 195.000 Euro/Woche<br />

fahrtgebiet: östliches Mittelmeer<br />

info: priveyacht.com<br />

Faith<br />

Faith ist eine Feadship aus dem Jahr<br />

2000. Nach einem umfangreichen Refit<br />

2012 ist sie wieder in den Revieren<br />

Karibik und Mittelmeer zu chartern.<br />

LüA: 62,30 m<br />

werft/baujahr: Feadship/2000<br />

Gäste/Crew: 12/17<br />

preis: ab 367.000 Euro/Woche<br />

(+ Extrakosten)<br />

Fahrtgebiet: Mittelmeer/Karibik<br />

info: yachtfaith.com<br />

Event<br />

Event wird derzeit bei Amels in Holland<br />

gebaut. Neben ihrem spektakulären<br />

Außen-Design bietet sie ein Interieur von<br />

Nuvolari & Lenard.<br />

LüA: 60,60 m<br />

werft/baujahr: Amels/2013<br />

Gäste/Crew: 12/16<br />

preis: ab 329.000 Euro/Woche<br />

fahrtgebiet:<br />

Norwegen/westl. Mittelmeer<br />

info: imperial-yachts.com<br />

Fortrus<br />

Fortrus wird als Charter-Yacht die Erde umrunden.<br />

Die Passagen und Reviere können<br />

einzeln gebucht werden. Nach den USA<br />

steht als nächstes die Karibik an.<br />

LüA: 34,14 m<br />

werft/baujahr: Inace/2008<br />

Gäste/Crew: 12/7<br />

preis: ab 55.000 Euro/Woche<br />

(+ Extrakosten)<br />

fahrtgebiet: Karibik/Bahamas<br />

info: oceanindependence.com<br />

FOTOs: werften<br />

spa pool sailing snorkelling wind surf water ski/ inflatables<br />

wakeboard<br />

I 87


oker refit<br />

Glanzlichter<br />

35-Meter-Horizon<br />

für Singapur<br />

Der taiwanesische Yachtbauer Horizon Yachts<br />

hat den Verkauf einer seiner neuen Expeditionsyachten<br />

EP 115m bekannt gegeben. Das Schiff wird<br />

aus Stahl gebaut und ist 35 Meter lang. Sie ist das<br />

jüngste Modell der EP-Serie und als Verdränger mit<br />

Wulstbug ausgelegt. Die Aufbauten bestehen aus<br />

Kunststoff. Das Schiff soll im März ausgeliefert<br />

werden. Horizon verkauft größtenteils GFK-<br />

Yachten, die bis vor wenigen Jahren unter<br />

anderem von der deutschen Firma Drettmann<br />

als Elegance-Yachten angeboten wurden. Seit der<br />

Trennung sind Horizon-Yachten unter ihrem eigenen<br />

Namen in Europa erhältlich. horizonyachteurope.com<br />

Anzahl der Yachten<br />

200<br />

150<br />

100<br />

50<br />

0<br />

Yachten derzeit im Bau<br />

Auslieferung 2013<br />

205 209<br />

gesamt<br />

138<br />

117<br />

133<br />

67<br />

54<br />

44<br />

16 32 25<br />

13<br />

24-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71+<br />

Länge (in Metern)<br />

Under Construction<br />

690 neue Yachten über 24 Meter Länge sind derzeit<br />

weltweit im Bau, das größte Schiff ist Projekt Azzam.<br />

Sie entsteht derzeit bei Lürssen in Bremen und wird an<br />

das saudische Königshaus geliefert. Die meisten Projekte<br />

nach Länge liegen im Bereich zwischen 31 und<br />

40 Meter: Hier sind 209 Schiffe im Bau, 117 werden<br />

2013 ausgeliefert. Die geringste Menge gibt es zwischen<br />

61 und 70 Meter. Hier sind es gerade einmal 32<br />

Neubauten, von denen 13 in diesem Jahr zu Wasser<br />

gehen. Beeindruckend ist der Markt der Schiffe über<br />

71 Meter. 25 Yachten dieser Größe werden 2013 ausgeliefert,<br />

54 sind insgesamt im Entstehen.<br />

Spenden für den Neubau<br />

Die Britannia war bestimmt eine der beeindruckendsten Rennyachten<br />

der Welt. 1893 wurde sie für den damaligen Prince<br />

of Wales Albert Eduard, den Sohn von Königin Victoria und<br />

späteren König Eduard VII., gebaut. Das Schiff segelte zahllose<br />

Rennen, von denen es viele gewann; auf Wunsch des<br />

nächsten Königs George V. wurde die Britannia nach dessen<br />

Tod 1936 im Solent versenkt. 1994 wurde mit dem Bau einer<br />

Replik begonnen, die jedoch nie vollendet wurde. Jetzt soll<br />

das Schiff mit Hilfe von Spenden fertig gebaut werden. Schon<br />

in 15 Monaten soll der mit 55 Metern Höhe längste Holzmast<br />

der Welt stehen, die Britannia selbst ist 52 Meter lang. Das<br />

Spendenprojekt endet am 31. Dezember 2012. Am 5. Dezember<br />

waren von den benötigten 500.000 Pfund 20.536<br />

eingesammelt. k1britannia.org<br />

FOTOs: werften, anbieter<br />

88 I 01/2013


Anzahl Gebrauchtyachten > 24 m<br />

Die starken Jahrgänge<br />

Bei Neuzugängen im Gebrauchtmarkt schlagen sich die<br />

produktionsstarken Jahrgänge nieder, die zu verkaufenden<br />

Schiffe werden älter. Im Bereich über 24 Meter (rund 80 Fuß)<br />

Länge war 2012 (bis Oktober) die weitaus größte Menge<br />

zwischen vier und 15 Jahren alt: insgesamt 143 Schiffe dieses<br />

Alters waren neu auf dem Markt hinzu gekommen. Immerhin<br />

21 Schiffe waren aber auch älter als 30 Jahre, sie werden teilweise<br />

zu drastisch reduzierten Preisen angeboten. 27 neue<br />

Schiffe konnte man 2012 bis Oktober kaufen, 59 Schiffe über<br />

24 Meter Länge waren zwischen ein und drei Jahre alt.<br />

100<br />

75<br />

50<br />

25<br />

0<br />

Yachten neu auf dem Markt (> 24 m, nach alter)<br />

27<br />

59 69<br />

New 1-3 4-7 8-15 16-30 30+<br />

Alter (in Jahren)<br />

Italien verkauft seine Schiffe<br />

Bella Italia ist und bleibt der größte Markt für Superyachten<br />

weltweit. Und das nicht nur beim Bau, sondern auch bei den<br />

zum Verkauf stehenden Yachten. Bis auf wenige Ausnahmen<br />

kam in den vergangenen zwölf Monaten die überwältigende<br />

Mehrheit der gebrauchten Yachten über 80 Fuß aus Italien.<br />

Die Finanzkrise spiegelt sich dabei deutlich in den Zahlen<br />

wider: Mit 84 Prozent der weltweit angebotenen Gebrauchtyachten<br />

waren es im Oktober 2012 so viele Schiffe wie nie,<br />

die die Makler in Italien im Angebot hatten. Die Ausnahmen<br />

bildeten Februar (25 Prozent italienische Neuzugänge) und<br />

Juli 2012 (36 Prozent).<br />

yachten Neu auf dem Markt (Italien vs. rest der welt)<br />

20%<br />

Nov 2012<br />

Mai 2012<br />

80% 83% 86% 25% 60% 73%<br />

17% 14% 75% 40% 27%<br />

Dez 2012<br />

56% 78%<br />

44% 22%<br />

Juni 2012<br />

Jan 2012<br />

64%<br />

Juli 2012<br />

36%<br />

74<br />

Feb 2012<br />

36%<br />

August 2012<br />

64%<br />

32<br />

März 2012<br />

57%<br />

43%<br />

September 2012<br />

21<br />

April 2012<br />

16%<br />

84%<br />

Oktober 2012<br />

Projekt Paloma verkauft<br />

Ein Erfolg für Heesen Yachts: Der 51-Meter-Verdränger<br />

mit dem Projektnamen Paloma wurde<br />

verkauft. Die Auslieferung ist für 2014 vorgesehen.<br />

Die <strong>La</strong>ngfahrtyacht wird aus Stahl gebaut und bekommt<br />

Aufbauten aus Aluminium. Frank <strong>La</strong>upman<br />

von Omega Architects hat die äußeren Linien gestaltet.<br />

„Das Design für dieses Heesen-Projekt ist<br />

die logische Weiterentwicklung der Designsprache<br />

von Man of Steel und Sky“, sagt <strong>La</strong>upman, der auch<br />

das Innendesign übernehmen wird, „wir haben<br />

große Außenflächen eingeplant, die in einem interessanten<br />

Verhältnis zu den Innenbereichen stehen<br />

werden.“ Die Yacht soll mit maximal zwölf Gästen<br />

belegt werden. heesenyachts.nl<br />

Seakeeper zum<br />

Nachrüsten<br />

Immer mehr Yachteigner und Charterfirmen rüsten<br />

ihre Yachten mit so genannten „gyroscopic stabilization<br />

systems“ aus, also schnell rotierenden<br />

Kreiseln, die das Rollen des Schiffs minimieren.<br />

Die US-Firma Seakeeper ist eines der weltweit<br />

führenden Unternehmen, die diese Systeme auch<br />

zum Nachrüsten anbieten. Gerade hat Seakeeper<br />

das bisher größte Nachrüstprojekt abgeschlossen.<br />

Auf einer 46 Meter langen Palmer Johnson wurden<br />

insgesamt vier Seekeaper M21000a eingebaut.<br />

Jeder dieser Stabilisatoren soll eine Masse von bis<br />

zu 100 Tonnen beruhigen können. seakeeper.com<br />

Welt<br />

Italien<br />

I 89


Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

Anders als in Europa: Verziehen<br />

sich die dunklen Wolken, werden in<br />

den USA wieder Schiffe gekauft<br />

Der Yachtmarkt ist ein globales Geschäft.<br />

Aber es gibt deutliche regionale<br />

Unterschiede, wie der Blick auf die USA zeigt.<br />

„Wer Geld macht,<br />

kauft sich eine Yacht!“<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

Der Superyacht-Markt ist in seinem Wesen<br />

ein globaler Markt. Alle regionalen Märkte<br />

sind miteinander verbunden – die groSSen<br />

Makler haben Kunden in aller Welt. Die meisten<br />

Superyacht-Eigner agieren geschäftlich international,<br />

sodass ökonomische Faktoren in der einen<br />

Region die Eigner auf der ganzen Welt betreffen.<br />

Trotzdem haben viele Makler, mit denen wir in den vergangenen<br />

Monaten sprachen, mal zögernd, mal enthusiastisch<br />

bestätigt, dass der US-Markt in diesem Jahr besonders gesund<br />

aussieht. Während amerikanische Käufer, Verkäufer,<br />

Makler und Werften also rund um den Globus ihre Geschäfte<br />

machen, fragten wir zwei Top-Makler, ob jetzt eitel Sonnenschein<br />

in den USA herrscht.<br />

„Wir haben die Krise eher als alle anderen gespürt, und<br />

wir sind dem europäischen Markt auch in der Erholung um<br />

Monate voraus“, sagt Fernando Nicholson, ein leitender Makler<br />

bei Camper & Nicholson. „In Amerika erholt sich nach vier<br />

oder fünf bedrückenden Krisenjahren der Arbeitsmarkt Schritt<br />

für Schritt. Die Leute sind weniger ängstlich beim Geldausgeben,<br />

und auch die Banken verleihen bereitwilliger Geld. Wenn<br />

man in Europa Geld von der Bank will, lachen sie einen aus.“<br />

Kevin Callahan, Verkaufs- und Projektmanager bei Moran<br />

Yacht & Ship, hat die amerikanischen Kunden ebenfalls als<br />

kaufwillig erlebt. „Ich habe gerade ein Schiff für acht Millionen<br />

Dollar ins Angebot genommen, und das Interesse ist<br />

unglaublich. Es wird keinen Monat dauern, bis es verkauft<br />

ist – allein letzte Woche hatten wir sechs ernst zu nehmende<br />

FOTO: invader/delta werft<br />

90 I 01/2013


Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

Buy American: 50-Meter-<br />

Verdränger von Delta Marine<br />

Interessenten. Das Schiff hat den angemessenen Preis, und<br />

wenn man den fordert, springen die Leute auch an.“<br />

Und was für Boote suchen die Leute? Callahan: „Im Bereich<br />

von sieben bis zehn Millionen Dollar ist viel Aktivität. Es rufen<br />

auch immer wieder Leute an und fragen, ob große Schiffe<br />

zu verkaufen sind, was bedauerlicherweise nicht der Fall ist.“<br />

Nicholson hat beobachtet, dass der obere Bereich des Superyacht-Markts<br />

in Bewegung ist und dass bestimmte Namen,<br />

wie etwa Westport,<br />

Wenn es in Amerika<br />

eine Krise gibt, sehen<br />

sich die Leute immer<br />

auf ihrem eigenen<br />

Markt um<br />

bei US-Kunden immer<br />

gefragt sind. Bei Yachten<br />

zwischen 20 und 25<br />

Metern herrsche hingegen<br />

Ruhe. „Die Mitte der<br />

amerikanischen Upperclass<br />

ist kräftig gebeutelt<br />

worden. Die Leute<br />

sind überschuldet, sie haben Häuser und Hypotheken. Die<br />

werden derzeit zuerst bedient, erst danach kommen wieder<br />

Yachten.“ Denn Yachten bedeuten auch hohe feste Ausgaben<br />

pro Monat, ein Haus kostet da erheblich weniger.<br />

Eine Diskussion über amerikanisches Kaufverhalten<br />

bringt einen interessanten Wesenszug ans Licht. „Wenn<br />

es in Amerika eine Krise gibt, sehen sich die Leute immer<br />

auf ihrem eigenen Markt um“, sagt Nicholson, „sie<br />

kaufen Christensens, Westports und Hatteras. Erst in<br />

zweiter Linie schauen sie auf den Gegenwert und sehen<br />

sich auch unter europäischen Booten um. Amerikaner<br />

kaufen amerikanische Boote. Nur wenn sie da<br />

nicht das Gesuchte finden, kommen die europäischen<br />

Marken.“ Es gibt viele Beispiele, die belegen, dass Europäer<br />

noch weniger bereit sind, in Amerika einzukaufen,<br />

als umgekehrt die Amerikaner in Europa.<br />

Callahan kann das selbst für Zeiten bestätigen, in denen<br />

die Wechselkurse für die Europäer den Einkauf in Amerika<br />

eigentlich günstig gemacht hätten. „Es war schon seltsam.<br />

Als der Euro oben war, haben sich die Europäer keineswegs<br />

in Scharen auf Einkaufstour begeben.“<br />

Gesamtumsatz an Yachten in den USA (2011/2012)<br />

250<br />

Verkäufe in Millionen Dollar<br />

200<br />

150<br />

100<br />

50<br />

0<br />

AUG SEP OKT NOV DEZ JAN FEB MÄRZ APR MAi JUN JUL<br />

FOTO: arianna/Kristina strobel/superyacht media<br />

92 I 01/2013


LORO PIANA CARIBBEAN<br />

SUPERYACHT REGATTA &<br />

RENDEZVOUS 2013<br />

BRITISH VIRGIN ISLANDS<br />

20 – 23 MARCH, 2013<br />

REGISTRATION<br />

NOW OPEN<br />

to motor and sailing<br />

yachts of over 80ft<br />

For further information and to register, please go to<br />

www.loropianasuperyachtregattaandrendezvous.com<br />

or contact Rachel Alcock, Operations Manager<br />

T: +44 (0) 20 8545 9335<br />

E: rachel.alcock@boatinternationalmedia.com


Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

Der Markt bis 50 Meter ist noch immer<br />

ruhig; Neubauten sind zumeist größer,<br />

wie diese 66-Meter-Yacht<br />

Dafür mögen Geschmacksunterschiede ein Grund sein, aber<br />

Nicholson glaubt, dass auch die Auswahl eine Rolle spielt. „In<br />

Europa gibt es fünfmal so viele Yachten wie in Amerika. Und<br />

in Amerika gibt es wenige Werften, in Europa sehr viele.“<br />

Mit 38 verkauften US-Superyachten bis Ende Juli 2012 (2011<br />

waren es 35 im ganzen Jahr) scheinen die Käufer wieder<br />

Geschmack an amerikanischen Yachten gefunden zu haben.<br />

Wenn tatsächlich – wie die hier geäußerten Einschätzungen<br />

nahelegen – die Käufer und Verkäufer von US-Yachten<br />

überwiegend Amerikaner sind, dann scheint der US-Markt<br />

tatsächlich zur Zeit auf der Sonnenseite zu liegen.<br />

Aber wie geht es den amerikanischen Werften? „Vielen<br />

Werften geht es auf dem US-Markt und in Europa<br />

gleich“, sagt Callahan. „Einige haben seit Jahren keine<br />

Bauaufträge bekommen, weder aus den USA noch aus<br />

Europa. Wir arbeiten mit einigen der Top-Werften zusammen,<br />

und die haben gut zu tun – das haben gute Werften<br />

eigentlich immer.“ Er erwähnt, dass sein Unternehmen<br />

unlängst einen großen Auftrag in den USA abgewickelt<br />

hat. „Die 225-Fuß-Yacht, die 2012 fertig wurde, hat 600<br />

Leuten bei Palmer Johnson Arbeit gebracht.“<br />

Mittlerweile ist Nicholson der Auffassung, dass die Preise<br />

der US-Werften nicht konkurrenzfähig sind. „Ich würde<br />

gern in den USA bauen, und man hat mich so auch<br />

schon zitiert, aber die Preise sind etwas höher als in Europa“,<br />

sagt er. „Sie importieren dort viel, und in Amerika<br />

sind die Arbeitskosten vielleicht etwas höher. Mit einem<br />

exzellenten Team auf der Eigner-Seite und einer guten<br />

Bauaufsicht, die schnelle Entscheidungen trifft, kann man<br />

heute auch ein sehr gutes Boot in China, Japan oder der<br />

Türkei bauen. Eigentlich überall auf der Welt.“ Und die<br />

Käufer achteten heute auf Wertarbeit.<br />

Callahan beschreibt den US-Markt als generell „stabil”,<br />

und Nicholson meint, dass die amerikanischen Käufer im<br />

Vergleich zum Vorjahr „mehr Vertrauen” haben. Manche<br />

haben sich möglicherweise im Hinblick auf die Präsidenten-Wahl<br />

zurückgehalten, um auf bessere Steuersätze zu<br />

warten. „Auf der anderen Seite gibt es aber die Leute,<br />

die sagen: ,Zum Teufel, ich hab‘ das Geld verdient!‘ Die<br />

meisten Leute, die sich eine Yacht leisten können, beschäftigen<br />

einen Haufen Leute, und eine Yacht ist der<br />

ideale Ort, um vor ihnen das Weite zu suchen.“<br />

Nicholson merkt noch an, dass vor den Wahlen nicht so<br />

viel Unsicherheit in der Luft lag, wie ein Außenseiter vermuten<br />

mochte. „In Spanien hätte man nicht gewusst,<br />

was nach einer Wahl passiert, in den USA ist es klarer<br />

und offener. Und außerdem hat die Yachtindustrie eine<br />

starke Lobby in Washington.“ Er bringt die Situation des<br />

Marktes auf eine einfache Formel: „Wenn die Leute<br />

Geld machen in Amerika, kaufen sie eine Yacht. Das ist<br />

in ihren Köpfen so drin.“<br />

Makler in Amerika dürften sich in diesem Wunsch einig<br />

sein: <strong>La</strong>ng lebe der Amerikanische (Yacht-)Traum! &<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

FOTO: invader/delta werft<br />

94 I 01/2013


Meer & Yachten<br />

jetzt auch als<br />

eMagazine<br />

Jetzt<br />

erhältlich<br />

für nur 7 €<br />

<strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong> gibt es ab sofort auch am virtuellen Kiosk! Sie können das Heft<br />

schon 24 Stunden vor dem Erscheinungstermin der Print-Ausgabe online kaufen und<br />

sofort auf Ihrem iPad, Tablet-PC oder Computer lesen.<br />

Wir haben für Sie unser Angebot auf den führenden Online-Kiosken eingerichtet:<br />

pubbles.de, pageplace.de, iKiosk.de<br />

oder über unsere Webseite:<br />

meerundyachten.de


Broker Charter I inside<br />

Dr. Stefan Schrandt-Zimmer<br />

ist Partner bei Dabelstein &<br />

Passehl in Hamburg und<br />

berät Verkäufer, Käufer sowie<br />

Werften und Zulieferer im<br />

Yachtbereich. da-pa.com<br />

Piraterie entwickelt sich auch im<br />

Superyachtbereich zu einem viel diskutierten<br />

Thema. Dr. Stefan Schrandt-Zimmer klärt die<br />

Rechtslage für Yachten.<br />

Schutz für die Yacht?<br />

Heutzutage beschäftigt das Thema Piraterie<br />

nicht nur die Reeder groSSer<br />

Frachtschiffe, die durch den Golf von Aden<br />

fahren. Auch Yachtbesitzer sind bereits Opfer von Piratenüberfällen<br />

geworden. Durch den Einsatz privater Sicherheitsfirmen,<br />

die seit Kurzem wie Pilze aus dem Boden<br />

schießen, könnte sich der Fokus der Piraten noch stärker<br />

auch auf Luxusyachten verlagern. Trotz erster Erfolge der<br />

Atalanta-Mission vonseiten der EU zur Bekämpfung der<br />

Piraterie lässt die nach wie vor vorhandene Aussicht der<br />

Piraten, sehr hohe Summen an Lösegeld erpressen zu<br />

können, nicht erwarten, dass sich die <strong>La</strong>ge in den kommenden<br />

Jahren verbessern wird.<br />

Der Einsatz privater Sicherheitsdienste an Bord wirkt. Noch<br />

kein Schiff, das mit privaten Sicherheitsleuten besetzt war,<br />

wurde bislang erfolgreich entführt. Der Hintergrund ist<br />

leicht erklärt: Solange es weiterhin unbewachte Schiffe<br />

gibt, werden Piraten zunächst diese angreifen, um sich<br />

selbst nicht in Lebensgefahr zu bringen. Das bedeutet<br />

aber auch: Das Risiko für unbewachte Schiffe, überfallen<br />

zu werden, steigt. Und die Zahl der mit Überfällen verbundenen<br />

Geiselnahmen nimmt in einigen Gebieten stark zu.<br />

Auch Eigner von Megayachten sind bereits Opfer von Piratenüberfällen<br />

geworden. Immer mehr ins Blickfeld geraten<br />

aber auch kleine Yachten. So verbrachte ein britisches<br />

Paar 388 Tage in Geiselhaft, bevor es nach der Zahlung<br />

eines Lösegeldes befreit werden konnte. Sie segelten auf<br />

einer etwa zwölf Meter langen Yacht. Die niedrigen Bordkanten<br />

der Yachten machen es den Piraten dabei – selbst<br />

bei entsprechender Geschwindigkeit – besonders leicht.<br />

Eigner von Luxusyachten fragen sich angesichts dessen<br />

immer öfter, ob und welche Abwehrmaßnahmen für sie<br />

sinnvoll sind, insbesondere, ob es sich lohnt, eigene Sicherheitsleute<br />

an Bord zu nehmen.<br />

Dabei ist die Rechtslage alles andere als leicht durchschaubar.<br />

Über die rechtlichen Rahmenbedingungen zum<br />

Thema Piraterie wird seit Jahren auch international heftig<br />

gestritten. Schon die Vielzahl der betroffenen nationalen<br />

Gesetze ist bemerkenswert: Gewerbeordnung, Kriegswaffenkontrollgesetz,<br />

Waffengesetz, Seemannsgesetz.<br />

Hier besteht dringender Bedarf, die richtigen Antworten<br />

auf die neue Bedrohung zu finden. Welcher Eigner weiß<br />

schon, welche Sicherheitsteams unter welchen Bedingungen<br />

an Bord gelassen werden dürfen? Auch gibt es zahlreiche<br />

schwarze Schafe auf dem enger werdenden Markt<br />

der maritimen Sicherheitsteams, häufig zum Beispiel nicht<br />

speziell ausgebildete ehemalige Soldaten aus Krisengebieten<br />

(Afghanistan, Irak).<br />

Nun liegt ein Gesetzentwurf vor, wonach private Sicherheitsteams<br />

eine besondere Lizenz erwerben müssen,<br />

um an Bord eingesetzt zu werden. Erkennbares Ziel: Unseriöse<br />

Anbieter auf diesem relativ neuen Markt sollen erst<br />

gar nicht zum Zuge kommen. Die Lizenz soll für zwei Jahre<br />

gelten und kann danach erneuert werden. Die Lizenzpflicht<br />

gilt dabei auf Schiffen unter deutscher Flagge<br />

gleichermaßen für deutsches wie ausländisches Sicherheitspersonal.<br />

Auch eine Sicherheitsfirma aus den USA<br />

muss also über eine deutsche Lizenz verfügen.<br />

Wer glaubt, für seine Yacht unter ausländischer Flagge<br />

gelte all dies nicht, hat nur teilweise Recht: Auch<br />

der Einsatz eines deutschen Sicherheitsunternehmens auf<br />

einer Yacht unter ausländischer Flagge wäre ohne eine<br />

Lizenz nach dem Gesetzentwurf unzulässig, wobei die<br />

96 I 01/2013


fehlende Lizenz zuerst die Sicherheitsfirma trifft<br />

– sie könnte die Lizenz insgesamt verlieren.<br />

Umgekehrt hängt es vom Recht des Flaggenstaats<br />

ab, ob ein deutsches Unternehmen berechtigt<br />

ist, für Sicherheit an Bord der Yacht zu<br />

sorgen. Auch ausländisches Recht kann ebenso<br />

wie das deutsche eine (ausländische) Lizenz<br />

verlangen. Eigner sollten entsprechenden<br />

Rat einholen.<br />

Sind die Voraussetzungen für einen Einsatz<br />

von Sicherheitsleuten an Bord einmal geklärt<br />

– wozu unbedingt auch die ausreichende Versicherungsdeckung<br />

der Yacht gehört –, muss<br />

jedem Eigner bewusst sein, dass jeder Staat<br />

ein anderes Waffen- beziehungsweise Einfuhrrecht<br />

hat und die Hafenbehörden, sofern Waffen<br />

mit an Bord sind, kaum ein Auge zudrücken<br />

werden. Sind nämlich bestimmte Waffenarten<br />

in einem Hafenstaat verboten, wird es Probleme<br />

geben – sowohl für das Sicherheitsteam<br />

als auch für den Eigner. In der Praxis verfahren<br />

einige Teams so, dass die Waffen entweder an<br />

Bord versteckt werden oder vor dem Einlaufen<br />

von Bord gehen. Eigner sind – im eigenen Interesse<br />

– gut beraten, diesen Punkt vor Antritt<br />

der Reise in jeder Hinsicht zu klären.<br />

Angesichts dieses rechtlichen Flickenteppichs<br />

stellt die Begleitung durch ein weiteres, bewaffnetes<br />

(privates) Schiff eine überlegenswerte<br />

– wenn auch kostspieligere – Alternative<br />

zu Sicherheitsteams an Bord dar. Die Vorteile<br />

liegen klar auf der Hand: Es befinden sich<br />

keine Waffen und kein zusätzliches Personal<br />

an Bord der Yacht. Das oft beschworene Risiko<br />

einer Eskalation von Streitigkeiten an Bord wird<br />

vermieden. Schließlich geht von der beschützten<br />

Yacht regelmäßig keine Handlung aus, die<br />

eine Haftung begründen könnte.<br />

Die beste Alternative ist selbstverständlich,<br />

vermeintlich gefährliche Gebiete zu meiden.<br />

Wer ausschließlich im Mittelmeer unterwegs<br />

ist, braucht in der Regel noch immer keine Sicherheitsleute.<br />

So lässt sich übrigens ein ganz<br />

anderes Risiko vermeiden, dass sich für einige<br />

Yachtbesitzer unlängst realisierte: Die Piraten<br />

scheuten nämlich nicht davor zurück, einen<br />

Hackerangriff auf private Sicherheitsfirmen<br />

vorzunehmen und dabei die Daten der registrierten<br />

Yachtbesitzer – sehr zu deren Leidwesen<br />

– zu stehlen. &<br />

Chefredakteur<br />

stellv. Chefredakteurin<br />

ständige Mitarbeiter<br />

Art Direktion<br />

Grafik<br />

Chefin vom Dienst<br />

REDAKTION<br />

Claus Reissig, reissig@meerundyachten.de<br />

Sandra-Valeska Bruhns<br />

T. Thomas, P. Boulton, N. Brewer, A. Mc Cracken<br />

A.-M. Fingerhut, B. Gedlek, Prof. Dr. S. Henke, K. Panzer-Gunkel,<br />

M. Kludas, H.-H. Schack, J. <strong>La</strong>ngdon, I. Wilkens, Andrea Willen<br />

Bianca Stüben<br />

Antje Krüger, Natalja Pindakova<br />

Anett Hillers, hillers@meerundyachten.de<br />

ANZEIGEN<br />

Verantwortlich Guido Simon, Tel. +49(0) 40/533 088 84<br />

g.simon@quartomedia.com<br />

ANZEIGEN maritim<br />

Anzeigenleitung Jeremy Roche, Tel. +44 (0) 208 545 9359<br />

jeremy.roche@boatinternationalmedia.com<br />

Deutschland, Östl. Mittelmeer Nick Dawes, Tel. +44 (0) 208 545 9369<br />

Osteuropa, Russland nick.dawes@boatinternationalmedia.com<br />

Benelux, Skandinavien, Brian Lynch, Tel. +44 (0) 208 545 9355<br />

Großbritannien brian.lynch@boatinternationalmedia.com<br />

Italien, Spanien, Monaco Luca Vasile, Tel. +44 (0) 2085459364<br />

luca.vasile@boatinternationalmedia.com<br />

Frankreich Lionel Richard, Tel. +44 (0) 2085459360<br />

lionel.richard@boatinternationalmedia.com<br />

USA Ben Farnborough, Tel. +1 9545222628<br />

ben.farnborough@boatinternationalmedia.com<br />

Australien, Neuseeland Pippa Johnson, Tel. +649 9503281<br />

pippa.johnson@boatinternationalmedia.com<br />

ANZEIGEN marken<br />

Nielsen I, V, VI MEDIEN KONTOR, Norman Sauer<br />

Tel. +49(0) 40/605 507 70<br />

medienkontorsauer@t-online.de<br />

Nielsen II Medienservice + Beratung, Andreas Fuchs<br />

Tel. +49 (0) 2131 / 406 37-0<br />

afuchs@medienservice-und-beratung.de<br />

Nielsen III a+b, VII Medienberatung Uwe Stolte<br />

Tel. +49 (0) 6123 / 701 68 84<br />

Uwe.Stolte@Medienberatung-Stolte.de<br />

Nielsen IV MMS Marrenbach Medien-Service, Bruno Marrenbach<br />

Tel. +49 (0) 89 / 430 885 55<br />

info@mms-marrenbach.de<br />

Verlagsvertretung Benelux Mark Meelker, Tel. +31715140848<br />

advertentie@numij.nl<br />

VERTRIEB<br />

Axel Springer Vertriebsservice GmbH<br />

Süderstraße 77, 20097 Hamburg,<br />

Tel. +49 (0) 40/34 72 40 41, Fax +49 (0) 40/34 72 35 49<br />

Druck: Westermann Druck GmbH, Braunschweig<br />

<strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong> kostet im Ein zel han del € 7,00 (inkl. 7% Mwst.).<br />

ABO-BESTELLUNGEN UND LIEFERUNGSREKLAMATIONEN<br />

Abo-Service <strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong> , Postfach 10 03 31, D-20002 Hamburg, Tel. 040 / 46860 5197,<br />

Fax. 040 / 34729517, e-mail: abo@meerundyachten.de,<br />

Bezu gs preis Inland für sechs Aus ga ben EURO 42,00 (inkl. 7% Mwst.).<br />

Bei Nicht be lie fe rung ohne Ver la gsver schul den oder wegen Stö run gen des Arbeits frie dens beste hen<br />

keine Ansprü che gegen den Ver lag. Nach druck in Wort und Bild, auch aus zugs wei se, nur mit<br />

Erlaub nis von Quarto Media GmbH, ISSN 1158-0437.<br />

Gerichts stand Hamburg. Keine Gewähr für unver langt ein ge sand te Manus krip te und Bild sen dun gen.<br />

Zuschrif ten kön nen ohne aus drück li chen Vor be halt im Wort laut oder Aus zug ver ö f ent licht wer den.<br />

Meer & Yachten erscheint in Zusammenarbeit mit<br />

Boat International Media Ltd., Großbritannien<br />

Geschäftsführung<br />

VERLAG<br />

Quarto Media GmbH<br />

Gurlittstraße 28, 20099 Hamburg<br />

Martina John, Martina Julius-Warning, Yorck Hentz<br />

Die nächste Ausgabe<br />

von meer yachten<br />

erscheint am 20. februar 2013<br />

01/2013 I 97


wo ist eigentlich...<br />

... die Corsair IV<br />

Remake: Die Corsair IV lebt heute in dem<br />

Nachbau Nero wieder auf, der wie das Original<br />

an ein Piratenschiff erinnert. Auf diesen<br />

besonderen Stil bestand einst die ruhmreiche<br />

Familie Morgan, genau wie auf eine<br />

exklusive Inneneinrichtung<br />

Nach den laufenden Kosten für eine seiner Yachten gefragt,<br />

soll der amerikanische Banker John Pierpont Morgan einst<br />

gesagt haben: „Wenn Sie nach dem Preis fragen müssen,<br />

dann können Sie es sich nicht leisten.“ Gemeinsam mit seinem<br />

Sohn J. P. Morgan, Jr. hatte er sich zu diesem Zeitpunkt<br />

schon mehrere Luxusschiffe gegönnt. Text Natalie Brewer<br />

Noch mächtiger als die drei gleichnamigen<br />

Vorgängerobjekte der Familie<br />

war die Corsair IV, die 1930, schon lange<br />

nach dem Tod des Geschäftsmannes, vom Stapel lief. Mit<br />

rund 100 Metern Länge galt sie als bis dahin größte in<br />

Amerika gebaute Yacht. Zur Schiffstaufe ließ J.P. Morgan, Jr.<br />

seine Verwandtschaft mit drei privaten Eisenbahnwaggons in<br />

die Werft der Bath Iron Works in Maine bringen. Hier war für<br />

2,5 Millionen Dollar ein edles, schlankes Schiff mit dunklem<br />

Rumpf entstanden.<br />

Über zehn Jahre lang segelten die Morgans an Bord der Corsair<br />

IV, die stets die Aufmerksamkeit der Presse auf sich zog.<br />

Die Familie selbst war vor allem durch das Erbe des 1913 verstorbenen<br />

J. P. Morgan bekannt, seinerzeit ein bedeutender Finanzier,<br />

der unter anderem an der Reederei IMM beteiligt war.<br />

Zu der Flotte des Unternehmens gehörte auch der legendäre<br />

Kreuzfahrtriese Titanic, an dessen Jungfernfahrt 1912 Morgan<br />

fast teilgenommen hätte, sich aber kurzfristig dagegen ent-<br />

98 I 01/2013<br />

schied. Dass eine Morgan-Yacht einmal ein ähnliches Schicksal<br />

erleiden würde wie die Titanic, ahnte damals niemand.<br />

Nachdem die Corsair IV im Zweiten Weltkrieg der britischen<br />

Marine gedient hatte, wurden Kreuzfahrten bei den Amerikanern<br />

populär. Besonders gefragt: Reisen im Luxussegment,<br />

doch einsatzfähige Schiffe waren rar. So kaufte die<br />

neu gegründete Gesellschaft Pacific Cruise Lines die ehemalige<br />

Yacht der Morgans und baute sie zum Passagierschiff<br />

um. Mit feinster Ausstattung, individuellem Service<br />

und exzellentem Catering wurde sie zu einem der luxuriösesten<br />

Kreuzfahrtschiffe der damaligen Zeit. 1949 kam<br />

dann das bittere Ende: Auf einer Fahrt an der mexikanischen<br />

Riviera rammte die Yacht einen Fels und lief vor Acapulco<br />

auf Grund. Heute hält vor allem die 2008 gebaute<br />

Replik Nero die Erinnerungen an das Superschiff wach. Zum<br />

preisgekrönten Bootsdesign gehören Sonnendeck-Lounges<br />

und ein Pool auf dem Vorderdeck, Charterfreunde zahlen ab<br />

385.000 Euro pro Segelwoche.<br />

FOTOS: Maine Maritime Museum, Corsair Yachts


4 MAY 2013 | ISTANBUL<br />

GOLD SPONSOR<br />

SILVER SPONSOR<br />

AWARD SPONSORS<br />

For more information, please visit<br />

www.worldsuperyachtawards.com


Spür das<br />

Besondere<br />

360° Eleganz erleben.<br />

Ava Roeg,<br />

First <strong>La</strong>dy<br />

Die Exklusivität des Moments genießen, gemeinsam die Zeit auskosten,<br />

Träume leben und stilvoll die Meere durchqueren – spektakuläre<br />

Großyachten und maritimer Lifestyle in Vollendung erwarten<br />

Sie auf der boot Düsseldorf vom 19. bis 27. Januar 2013.

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!